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Full text of "Quellen zur geschichte der stadt Wien"

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GltT OF 

Archibald Gary Coolidge, Ph.D. 

(Class of 1887) 

PROFESSOR OF HISTORY 



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QUELLEN 



ZUR 



GESCHICHTE DER STADT WIEN 

HERAUSGEGEBEN 
MIT UNTERSTÜTZUNG DES GEMEINDERATHES 

DER 

K. K. REICHSHAUPT- UND RESIDENZSTADT 

VOM 

ALTERTHUMS-VEREINE ZU WIEN 



REDIGIRT 

VON 

D« ANTON MAYER. 

III. BAND. 



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WIEN, 1897. 
VERLAG UND EIGENTHUM DES ALTERTHUMS-VEREINES ZU WIEN. 



IN COMMISSION BEI CARL KONEGEN 
WIEN, I., OPERNRING 3. 



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QUELLEN 



ZUR 



GESCHICHTE DER STADT WIEN 



HERAUSGEGEBEN 
MIT UNTERSTÜTZUNG DES GEMEINDERATHES 

DER 

K. K. REICHSHAUPT- UND RESIDENZSTADT 

VOM 

ALTERTHUMS-VEREINE ZU WIEN 

REDIGIRT 
VON 

D«- ANTON MAYER. 

III. BAND. 




WIEN, 1897. 
VERLAG UND EIGENTHUM DES ALTERTHUMS-VEREINES ZU WIEN. 



IN COMMISSION BEI CARL KONEGEN 
WIEN, I., OPERNRING 3. 



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aUELLEN 



ZUR 



GESCHICHTE DER STADT WIEN 



I. ABTHEILUNG. 

REGESTEN 

AUS IN- UND AUSLÄNDISCHEN ARCHIVEN 

MIT AUSNAHME DES ARCHIVS DER STADT WIEN. 

III. BAND. 




WIEN, 1897. 
VERLAG UND EIGENTHUM DES ALTERTHUMS-VEREINES ZU WIEN. 



IN COMMISSION BEI CARL KONEGEN 

WIEN, I., OPERNRING 3. 



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J, 



JÜN 15 1910 



<^?^RAf^^. 






Druck von ADOLF HOLZHAUSEN in Wien, 

K. UND K. HOF- UND UNIVERSITITS-BUCHDRUCKER. 



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VORWORT. 




er vorliegende dritte Band der ersten Abtheilung der «Quellen 
zur Geschichte der Stadt Wien» enthält 1235 Regesten. 
Diese sind drei Archiven: dem im Jahre 1783, vollends 
aber 1 786 aufgehobenen Chorherrenstifte St. Dorothea, dem 
Archive des Schottenstiftes und dem k. und k. Haus-, Hof- 
und Staatsarchive entnommen. Was das erstgenannte Archiv anbelangt, so 
wurde dasselbe, wie bekannt, im April 1 786 in das Archiv des Chorherrenstiftes 
Klosterneuburg, mit welcher der ganze Fundus instructus der aufgehobenen Ca- 
nonie vereinigt worden war, übertragen. Es geschah dies mit aller Sorgfalt und 
ohne irgendwelchen Verlust an Urkunden oder Acten, die seither in separater 
Verwahrung im Klosterneuburger Archive sich befinden. Ihre Bearbeitung 
übernahm nun mit Genehmigung des P. T. hochwürd. Herrn Propstes und 
lateran. Prälaten Ubald Kostersitz das Mitglied des Stiftes Chorherr Hermann 
Pfeiffer. Bei dem Ansehen, dessen sich St. Dorothea in den Kreisen der 
Wiener Bürger und beim Adel immer erfreute, gibt dieses veröffentlichte Material 
auch für deren Familiengeschichte und Genealogie zahlreiche Aufschlüsse, 
ebenso ist es u. a. wegen des Stiftsbesitzes im alten Thury, einem Theile des 
heutigen IX. Stadtbezirkes, für die ältere Topographie und die Bewohner 
daselbst vielfach klarlegend und interessant. Die im ersten Bande begonnene 
Veröffentlichung von Regesten aus dem Archivbestande des Benedictinerstiftes 
zu den Schotten hat der Stiftsarchivar Theol. Dr. Cölestin Wolfsgruber in 
dankenswerther Weise für das XVI. Jahrhundert fortgesetzt. Für die Re- 
formationsgeschichte, das Asylrecht überhaupt und jenes des Schottenklosters 
speciell, für Freihäuser und Gewerbe in der dem Kloster theilweise unter- 



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VI Vorwort. 

thänigen ehemaligen Vorstadt St. Ulrich, für die St. Pankraz-Kapelle in der 
Stadt u. a. m. liefern dieselben überaus werthvoUe Beiträge. 

Im Anschlüsse an die Bearbeitung von Regesten aus dem reichen Ur- 
kundenschatze des k. und k. Haus-, Hof- und Staatsarchives, und zwar aus 
den sogenannten kleineren Beständen, hat der k. und k. Sectionsrath, jetzt 
Vicedirector dieses Archives, A. V. Felgel, die geschlossenen Repertorien 
in chronologischer Reihenfolge einer Durchsicht zu unterziehen begonnen und 
die auf Wiens Geschichte bezüglichen Urkunden zunächst vom Jahre 1204 
bis zum Jahre 1395 (^^^ zwar bis zum Tode Herzogs Albrecht III.) in 699 
Regesten veröffentlicht. Da in dieser Abtheilung des Staatsarchives haupt- 
sächlich die Urkunden der unter Kaiser Josef II. aufgehobenen Wiener Klöster 
sich befinden, bieten die daraus mitgetheilten Regesten namentlich für die 
Geschichte des kirchlichen Lebens in seinen verschiedenen Zweigen, nebenbei 
auch für andere Theile des Culturlebens, dann noch für die Besitzverhältnisse, 
die Topographie und die Geschlechterkunde im XIII. und XIV. Jahrhundert 
reichhaltigen Stoff. 

Der hier nur in Kürze charakterisirte Inhalt des dritten Bandes dürfte 
schon ein annäherndes Bild von seiner Bedeutung für die Erforschung von 
Wiens Geschichte bieten. 

Schliesslich noch der angenehmen Pflicht der Dankbarkeit entsprechend, 
sei den P. T. hochwürdigen Herren Ubald Kostersitz, Propst und lateran. 
Abt des Chorherrenstiftes Klosterneuburg, Dr. Ernst Hauswirth, Prälat des 
Schottenstiftes, sowie weil. Sr. Excellenz Dr. Alf. Ritter v. Arneth, Director 
des k. und k. Haus-, Hof- und Staatsarchives, für die Benützung oberwähnter 
Archive auch für den dritten Band der Geschichtsquellen der Dank des Alter- 
thums -Vereines zum Ausdruck gebracht. 

Wien, im October 1897. 

Dr. Anton Mayer. 



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INHALT. 



Seite 

Vorwort V — VI 

Regesten aus dem Archive des 1783 (resp. 1786) aufgehobenen Chorherrenstiftes St. Doro- 
thea in Wien, derzeit im Archive des Chorherrenstiftes Klosterneuburg befindlich. 

Von Hermann Pfeiffer i — 88 

Regesten aus dem Archive des Benedictinerstiftes Schotten in Wien. Von Dr. Cölestin 

Wolfsgruber. (Fortsetzung.) 89 — 125 

Regesten aus dem k. und k. Haus-, Hof- und Staatsarchive in Wien. Von Anton Victor 

Feigel 126— 3ii 

Register. Von Dr. Ludwig Witting 3i3 — 400 

Berichtigungen zum I., II. und III. Band 401 — 402 



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REGESTEN 



AUS DEM 

ARCHIVE DES 1786 AUFGEHOBENEN CHORHERRENSTIFTES 

ST. DOROTHEA IN WIEN 

DERZEIT IM ARCHIVE DES CHORHERREN STIFTES KLOSTERNEUBURG 

BEFINDLICH. 

VON 

HERMANN PFEIFFER, 

REG. LAT. CHORHERR IN KLOSTERNEUBURG. 



3369 I2g8, Juni i5. 

«Griffe von Wienne», Sohn «Ottos an 
dem Marcht», seine Frau «Perht», Tochter 
«Gozzos von Chrems», und ihr Sohn «Gozzo» 
verkaufen einen Weingarten, das «Gerevd» 
genannt und bei dem «Mükkental an dem 
Svveinsberg» oberhalb des Nussberges gelegen, 
um 170 Pfund Wiener Pfennige an Otto, 
Abt des Klosters Hohenfurt. 

Zeugen: Hadmar, Propst des Stiftes Klo- 
sterneuburg, Otto der Schench von Kloster- 
neuburg, Chol der Amman, Hermann Ymian, 
Wernhart der Zoller von Radavn, Leutw^ein 
von Mawerbach, Ulrich und Marchart von 
dem Gerevd, Chunrat der Harmarchter, Heun 
von Wienne und sein Bruder Otto, Chunrat 
der Praitenvelder und sein Bruder Heinrich, 
Chunrat der Nusstorffer, Chunrat der Polle, 
Bürgermeister zu Wien, Jacob von Hag, 
Heinrich der Hansgrave, Levpolt auf der 
Sevlen, Jacob Herrn Ernstes sun, Ruger der 
List, Ruger von der heiligen stat. 

Siegler: Die Aussteller und der erste 
Zeuge. 

Datum: ... an sand Veitestag. 

Original, Pergament. Mit drei unversehrten, an- 
hangenden Siegeln. 

3370 tjoy, Mär:{ tj, Wien. 

Weichart von Toppel übergibt Ulrich von 
Puks und seiner Frau Adelheid 7V2 Pfund 

Rcgcstcn zur Geschichte der Stadt Wien. III. 



Wiener Pfennige Bergrecht zu Praitten-See, 
wovon 6 Pfund in der Hintern Peunt und 
12 Schilling in der Schmelz auf Weingärten 
liegen, als Lehensgut. Diese Güter hat Wei- 
chart von Toppel von Herrn Ulrich und Anna 
von Krumpach gekauft. 

Zeugen : Heinrich von Walsee, Friedrich 
von Walsee, Jacob von Chrut, Chunrat von 
Praitenvelde, Niclas von Eslarn, Otto von 
Eslarn, Ulrich von Wienne, Dietrich der 
Chleber. 

Siegler: Der Aussteller und die zwei 
ersten Zeugen. 

Datum: ... Wienne, des suntages ze 
mitterfasten. 

Original, Pergament. Mit drei unversehrten, an- 
hangenden Siegeln. 

3371 Tjii, Mär^ i-j, Wien. 

Chunrat der Nusstorffer und seine Frau 
Diemvt bestätigen, dass Otto von Dornpach 
und seine Frau Margaretha einen zu Nuss- 
dorf gelegenen und Chunrat dem Nusstorffer 
mit 5 Schillingen W'iener Pfennigen dienst- 
baren Hof um 24 Mark löthiges Silber Wiener 
Gewichtes an Stephan, Abt von Hohenfurt, 
verkauft haben. 

Zeugen: Irnfrid und Levpolt (Brüder 
des Otto von Dornpach), Wolfger von Awe, 
Ludweich der Forstmeister, Chunrat der Met- 
sieder, Gerung (Bruder des Vorgenannten), 



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Archiv des Chorherrenstiftes St. Dorothea in Wien. 



Hierz von Nusstorff an dem Newsidcl, Mar- 
chart (Bruder des Vorgenannten), Chunrat 
der Frevdenfrey. 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum: . . . Wienne, an sand Ger- 
drawentage. 

Original, Pergament. Mit unversehrtem, anhan- 
genden Siegel. 

3372 131g, Februar 5, Wien. 

Ortolfens von Purchartstorf Witwe ver- 
kauft eine Gülte von 40 Eimern Bergrecht, ; 
gelegen auf einem Weingarten zu «Tob- 1 
likch» in dem «Horde», und 36 Pfennigen 
und 10 Schillingen, gelegen zu «Vötlcndorf», 
an den Ritter Herrn Weichart bei den 
«minnern pruedern» zu Wien und dessen 
beide Brüder Ulrich und Otto um 75 Pfund 
Wiener Pfennige. 

Zeugen: Otto von Purchartstorf (Sohn 
der Ausstellerin), Christan der Druchsetze, 
Chunrat der Hubmeister, Hainrich von Swe- 
chcnt, Jacob von Chrut, Diether von Him- 
pcrch, Chunrat der junge Hubmeister, Fried- 
rich der Redler, Wernhart von Stärem. 

Siegler: Die beiden ersten Zeugen. 

Datum: . . . Wienne, des nächsten sun- 
tages nach vnser Vrawen tag ze der liecht- 
mcssc. 

Original, Pergament. Mit zwei unversehrten, an- 
hangenden Siegeln. 

3373 132g, Juni 4, Wien. 

Janns der Polle und seine Frau Agnes 
verkaufen ein halbes Joch Weingarten, gelegen 
zu «Toeblich an der Hochenwart» und dem 
Frauenklostcr zu Tulln mit 1 ^/^ Eimer Wein 
zu Bergrecht und 3 Helbling zu Vogtrecht 
dienstbar, um 18 Mark Silber, jede zu 
72 grossen böhmischen Pfennigen, an Herrn 
Symon, Caplan des Herrn von Rosenberch. 

Zeugen: Chunrat von Muelingen, Berg- 
meister des F'rauenklosters zu Tulln, Wolf- 
hart von der Ygla. 

Siegler: Der Aussteller und die beiden 
Zeugen. 

Datum: . . . Wienne, des nächsten sun- 
tages nach dem Aufferttage unsers herren. 

Original, Pergament. Mit drei unversehrten, an- 
hangenden Siegeln. 



3374 1333, Juli 25, Wien. 

Otto von Wultzendorff und Wendelmuth, 
seine Frau, verkaufen mit Erlaubniss ihres 
Lehensherrn, Rudolf von Stadeck, ihr Berg- 
und Vogtrecht und ihren Pfennigdienst, ge- 
legen auf Weingärten in der «Walgerise», 
in dem «Alzzekke» und in der «Hagenau», 
sowie den halben Weinzehcnt daselbst, an 
Hanns von Gmunden um 118 Mark Silber. 

Zeugen: Rudolf von Stadeck, Ritter 
Zendelin, Hofmeister des Bischofs von Passau, 
Janns der Hannsgraf. 

Siegler: Der Aussteller und die drei 
Zeugen. 

Datum: . . . Wienne, an sand Jacobstage. 

Original, Pergament. Mit vier unversehrten, an- 
hangenden Siegeln. 

3375 J334, October 21, Wien. 

Chunrat der Nusstorffer und seine Frau 
Chunigunt bestätigen, dass ihr Grundholde 
Friedrich der Laymgruber und seine Frau 
Katherina ihr zu Nussdorf nächst der «Che- 
serinne» Haus gelegenes und ihm (Chunrat 
dem Nusstorffer) mit 74 Pfennigen dienst- 
bares Haus an den Abt Thomas von Hohen- 
furt verkauft haben. (Der Kaufschilling ist 
nicht genannt.) 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum: . . . Wienne, an der aynlef 
tausent magdetagc. 

Original, Pergament. Mit unversehrtem, anhan- 
genden Siegel. 

3376 ^3367 November iS, Wien. 

Andreas, Pfarrer in Krumau, schenkt 
mit Bewilligung des Herrn Peter von Rosen- 
berch den nach dem Tode des Caplan Sy- 
mon auf ihn gekommenen Weingarten, zu 
«Töbling an der Hohenwart» gelegen, an 
das Kloster zu Hohenfurt. 

Zeuge und Siegler: Peter von Rosenberch. 

Datum: Actum anno domini millesimo 
trecentesimo tricesimo scxto. 

Original, lat., Pergament. Mit zwei unversehrten, 
anhangenden Siegeln. 

3377 1343, December 21, Wien. 

Chunrat der Nusstorffer, seine Frau 
Chunigunt, sein Schwiegersohn Niclas der 



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Archiv des Chorhcnrenstiftes St. Dorothea in Wien. 



Preuzzel und dessen Frau Agnes geben dem 
Abte des Klosters Hohenfurt, Thomas, die Er- 
laubniss, an dem dem Kloster gehörigen und 
Chunrat dem Nusstorffer mit 8 halben Schil- 
lingen Wiener Pfennige dienstbaren, zu Nuss- 
dorf nächst Ulrichs des Weizen und Golden 
der Cheserinn gelegenen Hof als Verwalter 
einen Mönch oder Laienbruder des Klosters 
anzustellen, der aber auch verpflichtet sein 
soll, an dem «Pantaiding» und an den vier 
Tagen in der Fastenzeit wie die anderen 
Grundholden theilzunehmen. 

Zeugen: Rudwein, Propst des Stiftes 
Klosterneuburg, und Ritter Symon von Newn- 
burg. 

Siegler: Chunrat der Nusstorffer, Niclas 
der Preuzzel und die beiden Zeugen. 

Datum: . . . Wienne, an sand Thomans ' 
tag des heiligen zwelifpoten. ! 

Original, Pergament. Mit vier unversehrten, an- ! 
hangenden Siegeln. | 

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3378 1346, December 6, Wien. 

Ulrich der Schietenperger und Anna, 
seine Ehefrau, bestätigen, dass sie ihren Hof, 
gelegen zu Deuptal auf dem Graben, den sie 
von Janns dem Mukaramer gekauft haben 
und der ein Lehensgut des Herrn Niclas 
von Cheyta ist, an Heinrich von Deuptal um 
44 Pfund Wiener Pfennige verkauft haben. 

Zeugen: Pilgram der Straiffing und Pil- 
gram von Wolfsthal. 

Siegler: Der Aussteller und die beiden 
Zeugen. 

Datum : Wienne, an sand Niclas tag. 

Original, Pergament. Mit unversehrtem, anhan- 
genden Siegel des Ausstellers, die Zeugensiegel fehlen. 

3279 1347, ^pril 19, Wien. 

Otto von Wultzendorf, seine Frau Chu- 
nigunt, sein Schwiegersohn Niclas der Preuz- 
zel, dessen Frau Agnes und Stephan, Sohn 
der Frau Chunigunt, verkaufen die 8 hal- 
ben Schillinge Grundrecht, welche von dem 
dem Kloster Hohenfurt gehörigen und zu 
Nussdorf gelegenen Hofe ihnen zu reichen 
waren, an den Abt Thomas des Klosters 
Hohenfurt um 17 Pfund Wiener Pfennige. 



Zeugen: Perichtold der Schifer (Bruder 
der Frau Chunigunt), Reichlint seine Frau, 
Rudwein, Propst des Stiftes Klosterneuburg, 
Ritter Haug der Floyt und Ritter Dietreich 
der Gundramstorffer. 

Siegler: Die Aussteller und die drei letz- 
ten Zeugen. 

Datum ; . . . Wienne, des nächsten phintz- 
tages vor sant Jörgen Tage. 

Original, Pergament. Mit sechs unversehrten, an- 
hangenden Siegeln. 

3380 1352, August 10, [Wien]. 

Leutold von Stadeck bestätigt als Lehens- 
herr den Uebergang der Lehensgüter in der 
«Walgerise», in dem «Aisegge» und in der 
«Hagenau» von Hanns dem Gmundener an 
dessen Tochter Frau Anna und ihre Erben. 

Zeuge: Haunold der Schuchler. 

Siegler: Der Aussteller und der Zeuge. 

/)a/Mm; Wienne, an sand Laurentzentag. 

Original, ^Jergament. Mit zwei unversehrten, an- 
hangenden Siegeln. 

3381 1353, October 2y, Wien. 

Leubmann der Huetstockh und Hart- 
mann von Poherlitz, Vormünder des Jacob 
Lang (minderjähriger Sohn des verstorbenen 
Heinrich Lang), verkaufen im Namen ihres 
Mündels 4^2 Pfund und 16 Pfennige Wiener 
Münze Gült, gelegen auf mehreren Grund- 
stücken vor dem Stubenthor, an den Verweser 
und Caplan der Kapelle zu St. Dorothea und 
St. Katharina, gelegen in der Baderstrasse 
(Stiftung des Herzogs Albrecht IL und des 
Meisters Nicolaus, Mayzog*) des jungen Her- 
zogs Rudolf), auf ewige Zeiten um 42 Pfund 
Wiener Pfennige mit der Bestimmung, dass 
für die Seelenruhe der verstorbenen Heinrich 
und Hildebrand (Brüder des Jacob) Lang ge- 
betet werden soll.. Diese Gült lag auf fol- 
genden Gründen: ein halbes Pfund auf des 
Poppen Haus des Vezzelsneyder in der 
Scheffstrasse zu Wien, 3o Pfennige Burgrecht 
auf dem Bürgerspital zu Wien, ein Pfund 
auf einem Joch Weingarten zu Grinzing an 
dem «Haendleinsperg», 60 Pfennige auf zwei 

') Mayzog •=: mayezoge, metzoge, Lehrer, Erzieher. 

1* 



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Archiv des Chorherren süftes St. Dorothea in Wien. 



Weingärten bei dem «Lampfleischpründlein» 
und auf vier Weingärten in der «Pewnt», 
80 Pfennige auf zwei Weingärten hinter des 
«Greyffen» Stadel und auf einem Weingarten 
gegen St. Niclasfreithof, 12 Schilling Pfen- 
nige auf 9 Viertel Weingarten zu Gumpen- 
dorf, auf jedem Viertel 40 Pfennige, 80 Pfen- 
nige auf zwei Weingärten auf der «Alsse» 
bei St. Ulrich, 60 Pfennige auf einem Hause 
und auf einem Weingarten auf der «Alsse». 

Zeugen: Ulreich, Official und Verweser 
in allen geistlichen Sachen in Oesterreich, 
Herbort der Tckchenschaden, Sieghart der 
Prunner, Herman der Lukchner. 

Siegler: Leubmann der Huetstock, Hart- 
mann von Poherlitz und die Zeugen. 

Datum ; . . , Wienn, an sant Symon und 
sant Judas abent. 

Original, Pergament. Mit sechs unversehrten, an- 
hangenden Siegeln. 

3383 1355, April 22. 

Heinrich von Rauchenstein übergibt dem 
Jacob Löffler und seiner Frau Margarethe | 
das Dorf Neustift bei Salmannsdorf sowie 
Bergrecht, Vogtrecht und die «Waid» zwi- | 
sehen Petzleinstorf und Neustift zu einem 
erblichen Lehen. Vorher hatte dieses Gut I 
Jacob Saeliger der Pfatfsteter zu Lehen. 1 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum : . . . des nächsten mitichens vor 1 
sande Jorigentag. 

Original, Pergament. Mit unversehrtem, anhan- 
gendem Siegel. I 

3383 ij5y, Mär:{ (j, Wien. ! 

Hanns Härtel, Bürger zu Neustadt, und 
seine Frau Elzbeth verkaufen dem Herrn 
Heinrich, Kellerschreiber des Herzogs AI- j 
brecht, 10 Pfund Wiener Pfennige Bergrecht 
und Vogtrecht, gelegen auf 20 Joch Wein- ' 
gärten zu Praitensce in den «Härtten». 

Zeugen: Janns der Leynein, Bürger zu 
Wien und Bruder der Elzbeth, Paul bei dem 
Prunnen. 

Siegler: Der Aussteller und die Zeugen. ■ 

Datum: . . . Wienne, des nächsten pfintz- j 
tages vor sant Gregorgen tage. 

Original, Pergament. Mit drei unversehrten, an- 
hangenden Siegeln. 



3384 ijSj, April 16, Wien. 

Niclas Ruelant und Elspet, seine Haus- 
frau, bestätigen, dass sie an Heinrich den 
Deuptaler und seinen Vetter Otto den Deup- 
taler von ihrem Lehensgut 15 7» Pfund Wiener 
Pfennige um i3i Pfund Pfennige Wiener 
Münze verkauft haben. Diese 15*2 Pfund 
Wiener Pfennige liegen auf einem Hause zu 
Deuptal und auf einem «überländigen» Gut und 
sind zu Lehen dem Herrn Niclas von Cheyaw 
und dem Herrn Niclas von Larentz. 

Zeugen: Daniel Ruelant (Bruder des 
Ausstellers), Janns von Gottesprunn, Eberger 
der Praunstorfer, Burggraf zu Brück an der 
Leitha, Chunrat von Ror. 

Siegler: Der Aussteller und die Zeugen. 

Datum : . . . Wienne, des nasten sontages 
nach dem Ostertag. 

Original, Pergament. xMit fünf anhangenden, klei- 
nen, unversehrten Siegeln. 

3385 13G0, Mai 2J>, Wien. 

Herzog Rudolf IV. bestätigt, dass die von 
seinem Vater angefangene Kapelle zu Ehren 
der heil. Jungfrau Dorothea, der heil. Jung- 
frau und Märtyrerin Katharina und aller 
Himmelsbürger vollendet und dotirt worden 
ist, wie auch, dass er sie weihen und Reli- 
quien dem Altare einschliessen Hess. 

Siegler: Die Aussteller. 

Datum: Wienne Anno Domini millesimo 
trecentcsimo sexagcsimo, die vigesima quinta 
mcnsis Maji. 

Original, lat., Pergament. Mit an SeidenschnOren 
anhangendem, kleineren Siegel aus rothem Wachs. 

3386 IJ62, December 6, Wien. 

Die Brüder Friedrich und Leopold von 
Hannau verkaufen mit Zustimmung ihres 
Lehensherrn, des Herzogs Rudolf IV. von 
Oesterreich, 15 Pfund Wiener Pfennige 
Burgrechtes, gelegen auf der Badstube am 
Schweinmarkt zu Wien und auf einem Wein- 
garten, gelegen zu Medling, zunächst dem 
Weingarten der geistlichen Herrn von den 
Schotten, genannt «die rot erde», und auf 
einem halben Joch Weingarten in dem Vehen- 
tal um 150 Pfund Wiener Pfennige an Chun- 



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Archiv des Chorherrenstiftes St. Dorothea in Wien. 



rat den Knollen und seine Hausfrau Doro- 
thea sowie deren Erben. 

Zeugen: Conrad vonWultzendorff (Oheim 
Conrads des Knollen), Herr Janns bei den 
minder Brüdern zu Wien. 

Siegler: Die Aussteller, Conrad von 
Wultzendorf und Janns. 

Datum ; . . . Wienne, an sand Niclastage. 

Original, Pergament. Mit vier kleinen, beschädig- 
ten Siegeln. 

3287 1363, April 24, Wien. 

Herzog Rudolf IV., Herzog von Oester- 
reich, gibt seinen Lehensleuten Friedrich und 
Leopold von Hannau die Erlaubniss zum 
Verkauf der 15 Pfund Wiener Pfennige 
Burgrechtes, gelegen auf der Badstuben am 
Schweinmarkt in Wien und auf zwei Wein- 
gärten, an Conrad den Knollen. 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum: Geben ze Wienne, an sant 
Georgentage, anno domini millesimo IIP sexa- 
gesimo tertio. 

Original, Pergament. Mit unixrsehrtem, kleinen 
Siegel. 

2388 1364 April 14, Wien. 

Rudolf IV., Herzog von Oesterreich, 
schenkt 4V2 Pfund Pfennige Grundrecht, ge- 
legen auf einem Hofe und auf vier «Prot- 
penkchen» zu Nussdorf, weiche Besitzung 
Hanns der Hackenberg zu Lehen hatte, den 
«geistlichen teutschen Herren» zu Wien. 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum: . . . Wienn an suntag als man 
singet Jubilate. 

Original, Pergament. Mit unversehrtem, anhan- 
genden, kleinen Siegel. 

3389 1365, Februar i, Wien. 

Niclas der Lang, der Fleischhacker, und 
seine Frau Katharina verkaufen ein halbes 
Joch Weingarten, gelegen zu Ober-Sievring 
an dem «Haasenegk», an ihren Schwager 
Thomas von Schwechant um 55 Pfund 
Wiener Pfennige. 

Zeugen: Paul der Paumberger, Pfleger 
und Verweser der Güter des Herrn Andreas 
des Pfaffsteter, Seyfrid, Amtmann. 



Siegler: Die Zeugen. 

Datum: . . . Wyenne, an unser vrawn 
abent ze der Liechtmesse. 

Original, Pergament. Mit zwei unversehrten, an- 
hangenden Siegeln. 

3390 1380, Märi 14, Wien. 

Herzog Albrecht gibt dem Hermann von 
Eslarn 3 Pfund Wiener Pfennige Bergrecht, 
gelegen zu Praittensee auf Weingütern in 
Amaspach, zu Lehen. 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum : . . . Wiene, an mittich vor dem 
Palmentag. 

Original, Pergament. Mit unversehrtem, anhan- 
genden Siegel. 

3391 13S1, Februar 24, Wien. 

Niclas der Sitzenperg und Agnes, seine 
! Hausfrau, verkaufen ihren Hof, gelegen zu 
[ Deuptal nächst der Kirche, an Hanns den 
i Moylier und Niclas den Moylier. 

Zeugen: Hanns der Moylier, Niclas der 
Moylier, Pilgram der Händler von Holern. 
Siegler: Der Aussteller und die Zeugen. 
Datum : . . , Wienne, an sand Mathestag. 
Original, Pergament. Mit den unversehrten, an- 
hangenden, kleinen Siegeln des Ausstellers und des 
ersten Zeugen, die anderen fehlen. 

3393 1382, April 10, Wien. 

Hanns von Stadeck gibt die Güter in 
dem «Hagenau», in der «Waligris» und in 
dem «Alzzekke» Jacob dem Wolfsthaler zu 
Lehen. 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum : . . . Wienne, des nächsten pfintz- 
tages nach Ostern. 

Original, Pergament. Mit beschädigtem, anhan- 
genden Siegel. 

3393 13 S4, Juni 27, Wien. 

Heinrich Jen, Meister des Hauses zu 
St. Marx vor dem Stubenthor, verkauft dem 
Herrn Hermann von Eslarn, Bürger zu Wien, 
um 4 Pfund Wiener Pfennige 7« Pf'Jnd und 
6 Pfennige Berg- und Vogtrecht, gelegen auf 
4 Viertel Weingärten im Hinternberg zu 
Praittensee. 

Zeuge: Michel des Pertelins Sohn. 



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Archiv des Chorhcrrcnstiftcs St. Dorothea in Wien. 



Siegler: Der Aussteller und der Zeuge. 

Datum ; . . . Wienn, des nasten montags 
nach sand Johannstag ze sunebenden. 

Original, Pergament Mit zwei unversehrten, an- 
hangenden Siegeln. 

2294 is^5, Mär!( 3, Wien. 

Weichard Schweinbarter und seine Frau 
Agnes, Ulrich von der Schebintz und seine 
Frau Katharina verkaufen 105 Eimer Wein 
Bergrecht und Vogtrecht, gelegen auf Wein- 
gärten bei Salmannsdorf, und 2 V» Pfund und 
3o Wiener Pfennige Grunddienst, gelegen 
auf dem Dorf zu Neustift, dem Herrn Ulrich 
Zinken, Bürger zu Wien, um 32o Pfund 
Wiener Pfennige. 

Zeugen: Erasmus der Fünfchiricher, 
Oheim des Schweinbarter, und Niclas von 
der Schebintz, Bürger zu Wien. 

Siegler: Die Aussteller und die Zeugen. 

Datum: . . . Wienne, des freytags in 
der andern fastenwochen. 

Original, Pergament. Mit vier unversehrten, an- 
hangenden Siegeln. 

2296 ijÜö, November 16, Wien. 

Heinrich von Rauchenstein übergibt Ul- 
rich dem Zinken die Freieigenschaft über die 
von demselben durch Kauf erworbenen Güter 
zu Neustift, Bergrecht und Vogtrecht über 
Güter bei Salmannsdorf, die «Wayd» zwi- 
schen Neustift und Petzleinstorff und das zu 
Neustift gehörige Gehölz. 

Siegler: Der Aussteller. | 

Datum: Wienn, an freytag nach sand j 
Merttentag ... . 

Original, Pergament. Mit unversehrtem, anhan- 
genden Siegel. 

2296 Jj«^, Februar ji, Wien. 

Niclas Wolfsthaler und Michael der 
Huntzhaymer verkaufen mit Erlaubniss ihres 
Lehensherrn Hanns von Stadeck ihre in dem 
«Hagenau», in der «Waligris» und in dem 
«Alsegke» gelegenen Lehensgüter dem Ulrich 
Zink, Bürger zu Wien, um 3oo Pfund 
Wiener Pfennige. 

Zeugen: Jörg der Hauser. 

Siegler: Die Aussteller und der Zeuge. 



Datum : . . . Wienn, an dem Aschtag. 
Original, Pergament. Mit drei unversehrten, an- 
hangenden Siegeln. 

2297 1388, Juni 20, Wien. 

Hanns der Clementer bestätigt als Le- 
hensherr den Verkauf von Lehensgütern in 
der «Waligris» durch Conrad von Rattenmann 
an Ulrich Zink. 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum : . . . Wienn, des nagsten samps- 
tags vor sand Johannstag ze sunbenten. 

Original, Pergament. Mit unversehrtem, anhan- 
genden Siegel. 

2298 1388, Juni 20, Wien. 

Neitz von Chuenring bestätigt als Lehens- 
herr den Verkauf von Lehensgütern, gelegen 
in dem «Alzzekk», durch Conrad von Ratte- 
mann an Ulrich Zink. 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum : . . . Wienne, des negsten sambs- 
tags vor sand Johannstag ze sunebenden. 

Original, Pergament. Mit unversehrtem, anhan- 
genden Siegel. 

2299 1394, Januar i, Wien. 

Michael von Huntsheim und seine Frau 
Anna erlassen ihren Pächtern Hanns, der 
Bader, und dessen Hausfrau von den 15 Pfund 
Wiener Pfennigen, die auf der Badstube am 
Schweinmarkt liegen, jährlich 5 Pfund. Bei 
etwaiger Ablösung sind aber wieder 15 Pfund 
zu zahlen. 

Zeuge: Michaels Schwager, Niclas der 
Wolfsthaler. 

Siegler: Der Aussteller und Niclas der 
Wolfsthaler. 

Datum ; . . . Wienne, am Ebenweichtag. 

Original, Pergament. Mit zwei kleinen, unver- 
sehrten, runden Siegeln in dunklem Wachs. 

2300 i397y Märi 31, Wien. 

Stephan der Hochecker, Goldschmied 
zu Wien, und Anna, seine Frau, verkaufen 
ein halbes Joch Weingarten, zu Grinzing in 
«Praunstorfer» gelegen und dem Stifte Klo- 
sterneuburg dienstbar, um 3o Pfund und 
5 Schillinge Wiener Pfennige an Philipp d«n 
Smid von Grinzing. 



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Archiv des ChorheiTenstiftes Sl Dorothea id Wien. 



Zeugen und Siegler: Niclas der Würffel, 
Amtmann des Stiftes Klosterneuburg, und 
Chunrat der Rampperstorffer, Bürger zu 
Wien. 

Datum: , . . Wienne, des samstags nach 
mitter vasten. 

Original, Pergament. Mit anhangendem, unver- 
sehrtem Siegel, das des Niclas Würffel fehlt. 

3301 1398, Januar 5, Wien, 

Niclas der Hemerl von Nussdorf und 
seine Frau Elisabeth kaufen von dem Ritter 
Herrn Niclas dem Würffel einen zwei Achtel 
grossen, in dem «Nusspach», nächst dem 
Grunde des «Reymschen Wisents» gelegenen 
Weingarten, für welchen sie alljährlich Niclas 
dem Würffel 3 Pfund Wiener Pfennige Burg- 
recht abliefern müssen. 

Zeugen und Siegler: Hanns der Stayner 
und Ortolf der Virdung, beide Bürger zu 
Wien. 

Datum: . . . Wienne, des negsten frey- 
tags vor dem Prehemtag. 

Original, Pergament Mit zwei beschädigten, an- 
hangenden Siegeln. 

2303 1401, November 5, Wien. 

Frau Anna Schwembel, Bürgerin zu Wien, 
schenkt ihrem Gemahl Hanns Schwembel zwei 
Joch Weingärten, gelegen an dem Mitternberg 
zu Ober Sievring und «Haaseneg». 

Zeugen: Hanns der Zink, Friedrich der 
Dietram, Peter der Strange, Bürger zu Wien. 

Siegler: Die Aussteller und die Zeugen. 

Datum ; . . . Wienne, des nagsten sambs- 
tags nach Allerheiligen tag. 

Original, Pergament. Mit drei unversehrten, an- 
hangenden Siegeln. 

3303 1402, August 4, Wien. 

Paul der Würffel, Bürgermeister, und 
Andreas der Vyschl, oberster Spitalmeister des 
Bürgerspitales vor dem Kärntnerthore, verkau- 
fen den dem Spital gehörigen, ein Joch gros- 
sen Weingarten, gelegen an der «Weißleutten» 
und dem Stifte Klosterneuburg mit 2 7» Eimer 
Wein Bergrecht und 3 Pfennigen Vogtrecht 
dienstbar, an Herrn Andreas, Kellermeister 
am St. Petersfreithof, um 100 Pfund Wiener 
Pfennige. 



Zeuge: Niclas der Würffel, Amtmann 
des Stiftes Klosterneuburg. 

Siegler: Die beiden Aussteller und der 
Zeuge. 

Datum : . . . Wienn, des nächsten frey- 
tags nach sand Stephanstag im snyt. 

Original, Pergament. Mit drei anhangenden Sie- 
geln, von welchen die ersten zwei unversehrt, das dritte 
beschädigt. 

3304 1402, August 4, Wien. 

Paul der Würffel, Bürgermeister von 
Wien, und Andreas der Vyschl, Spitalmeister 
des Bürgerspitales vor dem Kärntnerthore, 
verkaufen den dem Spital gehörigen Wein- 
garten, gelegen auf dem «Nusspach» und 
genannt der «Unger», dem Stifte Kloster- 
neuburg mit 2^/2 Eimer Wein zu Bergrecht 
und 3 Pfennigen zu Vogtrecht dienstbar, an 
Herrn Andreas, Kellermeister am St. Peters- 
freithof, um 250 Pfund Wiener Pfennige. 

Zeuge: Niclas der Würffel, Amtmann 
des Stiftes Klosterneuburg. 

Siegler: Die beiden Aussteller und der 
Zeuge. 

Datum: . . . Wienn, des nächsten frey- 
tags nach sand Stephanstag im snyt. 

Original, Pergament. Mit drei anhangenden Sie- 
geln, von welchen das erste unversehrt, die beiden an- 
deren beschädigt sind. 

3305 1402, August 4, Wien. 

Paul der Würffel, Bürgermeister, und 
Andreas der Vyschl, Spitalmeister des Bürger- 
spitales vor dem Kärntnerthore, verkaufen den 
dem Spital gehörigen Weingarten, gelegen 
am «Purkstal» und dem Stifte Klosterneu- 
burg mit 9 Vierteln und einem Staufen zu 
Bergrecht und 2 Pfennigen und 1 7« Ort zu 
Vogtrecht dienstbar, an Herrn Andreas, Keller- 
meister am St. Petersfreithof, um 250 Pfund 
Wiener Pfennige. 

Zeuge: Niclas der Würffel, Amtmann 
des Stiftes Klosterneuburg. 

Siegler: Die beiden Aussteller und der 
Zeuge. 

Datum: . . . Wienn, des nächsten frey- 
tags nach sand Stephanstag im snyt. 

Original, Pergament. Mit drei anhangenden, un- 
versehrten Siegeln. 



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Archiy des Chorherrenstiftes St« Dorothea in Wien. 



3306 i4o5, Juni 2g, Wien. 

Dietrich der Prenrier, Münzmeister in 
Oesterreich, verkauft seinen Weingarten, ge- 
legen am «Purkstal» und dem Stifte Kloster- 
neuburg mit 9 Vierteln und einem Staufen zu 
Bergrecht und 2 Pfennigen und i Vj Ort zu 
Vogtrecht dienstbar, an Herrn Andreas, Keller- 
meister am St. Petersfreithof, um 80 Pfund 
Wiener Pfennige. 

Zeugen: Niclas der Würffei, Amtmann 
des Stiftes Klosterneuburg, und Oswald der 
Pawch, Goldschmied und Bürger zu Wien 
(Schwager des Ausstellers). 

Siegler: Der Aussteller und die beiden 
Zeugen. 

Datum : . . . Wienne, des nächsten mon- 
tags vor sand Ulreichstag. 

Original, Pergament. Mit drei anhangenden Sie- 
geln, von welchen die beiden ersten stark beschädigt 
sind, das dritte, des Goldschmiedes Oswald des Pawch's 
Siegel, unversehrt ist. 

3307 i4o6y Januar 21, Wien. 

Ulrich der Ekkprecht (Egbrecht) und 
sein Sohn Hanns verkaufen ein halbes Joch 
Weingarten, gelegen amNussberg in den «Mar- 
schalhen», der «Marschalich» genannt, dem 
Stifte Klosterneuburg mit 5 Vierteln zu Berg- 
recht und 3 Helbling zu Vogtrecht dienstbar, 
an Herrn Andreas, Kellermeister am St. Petcrs- 
freithof, um 100 Pfund Wiener Pfennige. 

Zeugen: Niclas der Würffei, Amtmann 
des Stiftes Klosterneuburg, und Jörg der 
Newer, Bürger zu Wien. 

Siegler: Ulrich der Ekkprecht und die 
beiden Zeugen. 

Datum: . . . Wienne, an sand Agnesen tag. 

Original, Pergament. Mit drei anhangenden, un- 
versehrten Siegeln. 

3308 J40C), Januar 21, Wien, 

Ulrich der Ekkprecht und sein Sohn 
Hanns verkaufen ein halbes Joch Weingarten, 
gelegen an der «Weißenleutten» nächst dem 
Weingarten Jörgen des Newer, und dem 
Stifte Klosterneuburg mit 4^2 Vierteln und 
2 ^/j Stauff Wein zu Bergrecht und i Pfennig 
und I Ort zu Vogtrecht dienstbar, an Herrn 
Andreas, Kellermeister am St. Petersfreithof, 



um 242 Pfund und 3 Schilling Wiener Pfen- 
nige. 

Zeugen: Niclas der Würffel, Amtmann 
des Stiftes Klosterneuburg, und Jörg der 
Newer, Bürger zu Wien. 

Siegler: Ulrich der Ekkprecht und die 
beiden Zeugen. 

Datum: . . . Wienne, an sand Agnesen tag. 

Original, Pergament. Mit drei anhangenden, un- 
versehrten Siegeln. 

3309 1406, September 28, Wien. 

Herzog Leopold bittet den Bischof Georg 
von Passau oder dessen Generalvicar, dass er 
den Pfarrer von Gars, Andreas Plank, auf die 
St. Dorotheerkapelle mit allen Rechten unter 
den nothwendigen und gewöhnlichen Form- 
I lichkeiten investire. 

Siegler: Der Aussteller. 
I Datum: Wyenne die XXVIH'"* mens. 

Septembr. anno domini millesimo quadrin- 
gentesimo sexto. 

Original, lat., Pergament. Mit unversehrtem Siegel. 

I 3S10 1406, October 4, Wien. 

Georg, Bischof von Passau, trägt dem 
Rupert von Weltz, Domherrn von Passau, 
' Dechant und Pfarrer von Enns auf, dass er 
j den Pfarrer von Gars, Andreas Plahk, dem er 
I zugleich durch diesen Brief die «Cura und 
Administratio in temporalibus und spirituali- 
I bus» der St. Dorotheerkapelle überträgt, in 
i die «Possessio corporalis» derselben Kapelle 
' setze. 

Siegler: Der Aussteller. 
I Datum: Wyenne quarta die octobris. anno 

domini millesimo quadringentesimo sexto. 

Original, lat., Pergament. Mit unversehrtem Siegel. 

2311 1410, November ig, Wien. 

Philipp der Smyd von Grinzing ver- 
kauft ein halbes Joch Weingarten, am «Prauns- 
. torfer in den Swertzern» gelegen und dem 
Stifte Klosterncuburg dienstbar, um 32 Pfund 
Wiener Pfennige an den Wiener Bürger Ni- 
clas den Newchun und seine Frau Clara. 

Zeugen und Siegler: Niclas der Würffel, 
Amtmann des Stiftes Klosterneuburg, und 
Wilhelm der Hannsgrave, Bürger zu Wien. 



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Archiv des Chorherrenstiftes St. Dorothea in Wien. 



Datum: . . . Wienn, an sand Elspetentag. 
Original, Pergament. Mit zwei unversehrten, an- 
hangenden Siegeln. 

2313 1411, Juni 10, Wien. 

Niclas der Würffei zu Nussdorf verkauft 
eine Gült von 3 Pfund Wiener Pfennigen, 
gelegen auf «Hennslein des Palltram» und 
«Niclas des Hemerlein» Weingärten, ferner 
eine Gült von 11 Pfund und 42 Pfennigen 
um 150 Pfund Wiener Pfennige und um 
3 Gulden zu Leutkauf an «Dorothea Pobin», 
Frau des Hannsen des Poben. Die Gült von 

1 1 Pfund 42 Pfennigen hatten folgende Grund- 
holden zu leisten: Abel Polan für ein Haus 
14 Schillinge und 20 Pfennige, Nickel Hinns- 
sel zu Heiligenstadt für ein Haus 60 Pfennige, 
Hennsel Scheprer zu Nussdorf für ein Haus 

12 Schillinge 15 Pfennige, derselbe für eine 
Mühle in dem «Kirspach» ^2 Pfund Pfen- 
nige, derselbe für eine Mühle in dem Nuss- 
bach 3 Schilling Pfennige, Mert Rienolt von 
Newnburg für ^/g Joch Weingarten ^/g Pfund 
Wiener Pfennige, Peter Granns für i Ach- 
tel Weingarten 12 Schillinge, derselbe und 
Nickel Lintzer für i Achtel Weingarten 
12 Schillinge, Otto Rustw^urm für einen 
Weingarten 6 Schillinge, die Hengelweine- 
rin für ihren Weingarten 6 Schillinge, 
Seyfrid Legenwein für einen Weingarten 
I Pfennig, Niclas Hemerl für einen Wein- 
garten 12 Schillinge. 

Zeugen: Andre der Singer, Amtmann 
des Stiftes Klosterneu bürg, Gebhart der Sey- 
fritstorffer, oberster Kellerer des Stiftes Klo- 
sterncuburg, die Ritter Hanns und Ulreich 
der Würffei. 

Siegler: Der Aussteller und die drei 
letzten Zeugen. 

Datum: . . . Wienn, an mitichen vor 
Gotsleichnambstag. 

Original, Pergament. Mit vier unversehrten, an- 
hangenden Siegeln. 

3313 1413, November 6, Wien. 

Die Brüder Hanns und Michael die Zink 
verkaufen dem Herrn Andreas Plank, Pfarrer 
zu Gars und Stifter des Gotteshauses St. Do- 
Regesten zur Geschichte der Stadt Wien. 111. 



rothea, das Dorf und die Güter, zu Neustift 
um 1284 Pfund 6 Schilling 6 Pfennige. 

Zeugen: Wolfhart der Inprukker, An- 
walt, Stephan der Pollen, Rath der Stadt 
Wien (Schwager der Aussteller). 

Siegler: Die Aussteller und die Zeugen. 

Datum ; . . . Wienn, an Montag vor Sand 
Mertenstag. 

Original, Pergament. Mit vier unversehrten, an- 
hangenden Siegeln. 

3314 1413, November ig, Wien. 

Hanns der Zink, Forstmeister in Oester- 
reich, und sein Bruder Michael der Zink ver- 
kaufen mit Bewilligung ihres Landesherrn, des 
Herzogs Albrecht, an Herrn Andreas, Pfarrer 
zu Gars, ihr Lehen um 472^2 Pfund Wiener 
Pfennige. Dieses Lehen bestand in 70 Eimern 
Wein Bergrecht, gelegen nächst Weinhaus 
auf Gütern und W^eingärten in dem «Allsegk», 
in der «Waligris» und in der «Hagenaw», 
sammt Vogtrecht und 6 Pfund Pfennigen 
Dienst, sowie im halben Zehent auf 15 Wein- 
gärten; ferner in SiY-i Pfund und 16 Pfen- 
nigen Dienst, gelegen auf Weingärten zu 
«Praitensce» in dem «Amaispach». 

Zeugen: Wolfhart der Inprukker, An- 
walt in dem Rath der Stadt Wien, Stephan 
der Pollen, Rath der Stadt Wien. 

Siegler: Die Aussteller und die Zeugen. 

Datum: . . . Wienn, an sand Elzbe- 
thentag. 

Original, Pergament. Mit vier unversehrten, an- 
hangenden Siegeln. 

3315 1413, November 22, Wien. 

Herzog Albrecht gibt seine Erlaubniss, 
dass Hanns der Zink, Forstmeister in Oester- 
reich, und dessen Bruder Michael der Zink 
ihr in dem «Alsegk», in der «Waligris» und in 
der «Hagenau» auf Gütern und Weingärten 
liegendes Lehen an Herrn Andreas, Pfarrer 
zu Gars, verkaufen. 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum : . . . Wienn, an sant Cecilien- 
tag der heiligen Junkchfrawn. 

Original, Pergament. Mit unversehrtem, anhan- 
genden Siegel. 



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Archiv des Chorherrenstiftes St. Dorothea in Wien. 



2316 1413, November 5, Wien. 

Herzog Albrecht gibt die nach dem 
Tode des Hanns von Stadeck an ihn zurück- 
gefallenen Lehensgüter in dem «Alssegk», in 
der «Waligris» und in der «Hohenau» seinem 
Forstmeister Hanns dem Zink zu Lehen. 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum: . . . Wienn, an suntag vor sant 
Lienhartstag. 

Original, Pergament. Mit unversehrtem, anhan- 
genden Siegel. 



3317 1414, Mai j, Perchtoldsdorf, 

Beatrix von Nürnberg, Herzogin von 
Oesterreich, vermacht ihr Haus, gelegen 
in der Raiffstraße in Wien zwischen den 
Häusern des Propstes von Waldhausen und 
Hannsen des Schweinpekhen, der Kapelle 
St. Dorothea mit der Bedingung, dass für 
ihr Seelenheil alljährlich in dieser Kapelle 
am Tage nach St. Peter- und Paultag ein 
Seelenamt mit vorhergehender Vigil gehalten 
werden soll. 

Siegler: Die Ausstellerin. 

Datum: Der geben ist ze Berchtolts- 
dorf, an des heiligen krewczs tag als es er- 
funden ist. 

Original, Pergament. Siegel fehlt. 

Nach einer Anmerkung in einem alten Gedenk- 
buche wurde dieses Haus von Andreas Plank verkauft 
und das daraus gelöste Geld zur Erbauung des Klosters 
und des Kreuzganges verwendet. 

2318 i4i4> Mai 8, Wien. 

Hanns Haringseer, der Bürgermeister 
und der Rath der Stadt Wien und Thomas 
Schwartz, Spitalmeister des Bürgerspitals vor 
dem Kärntnerthore, bestätigen, vom Propste 
des Stiftes St. Dorothee 50 ungarische Gul- 
den in Gold (jeder Gulden zu 6 Schilling 
und 20 Pfennig) empfangen zu haben, die 
aus der Stiftung des Herrn Martin von 
Gurkfeld, Pfarrers zu Tifer, und des Herrn 
von Cilli, Kanzlers, herrühren. 

Datum: . . . Wienne, an Eritag nach 
des heiligen krewtzs tag als es erfunden ist. 

Original, Pergament. Das kleine Stadtsiegel fehlt, 
das Siegel dts Spitals beschädigt. 



3319 1414, Mai 8, Wien. 

Herzog Albrecht bestätigt die Schenkung 
des Hauses in der Raiffstraße durch die Her- 
zogin Beatrix von Nürnberg an die Dorotheer- 
kapelle. 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum ; . . . Wienne, an eritag vor Sant 
Pangratientag. 

Original, Pergament. Mit unversehrtem Siegel. 

2330 1414, Juni, Wien. 

Albrecht, Herzog von Oesterreich, be- 
stätigt die Schenkung zweier Häuser, gele- 
gen zunächst der Badstuben am Schvvein- 
markt in Wien, durch Friedrich den Hannauer 
an seine Frau und Erbin Dorothea, Hawgen 
des Valkcnsteiners Tochter, und gibt ihr auch 
die Erlaubniss, darüber nach ihrem Gutdünken 
zu verfügen. 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum : . . . Wienne, an freytag nach 
sant Pettroncllen tag. 

Original, Pergament Mit unversehrtem, kleinen 
Siegel. 

3331 1414, Juli 5, Wien. 

Hanns Perman, Bürger in Wien, verkauft 
seine Mühle in Gumpendorf, die Stampfmühle 
genannt, welche sammt dem dazugehörigen 
Weingarten aus dem Nachlasse seiner ver- 
storbenen Frau Anna auf ihn gekommen und 
dem Frauenkloster zu ßulgarn mit 15 Pfen- 
nigen jährlich und der St. Gilgen- oder 
Aegydikapelle in Gumpendorf mit 4 Pfund 
Wachs dienstbar ist, an Herrn Hartmann 
von Uteldorff, Bürger in Wien, um 200 Pfund 
Wiener Pfennige. 

Zeugen: Andre der Ryse, Rath der 
Stadt Wien, Simon der Zingießer, Bürger 
zu Wien. 

Siegler: Der Aussteller und die beiden 
Zeugen. 

Datum: . . . Wienn, des nechsten pfintz- 
tags nach sand Ulreichstag. 

Original, Pergament. Mit drei anhangenden, stark 
beschädigten Siegeln. 

3333 1414, August i5, Wien. 

Herzog Albrecht bezeugt, dass Andreas 
Plank, sein Kanzler und Pfarrer von Gars, in 



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II 



der Kapelle St, Dorothea in Wien, «eine 
Sammlung geistleicher Leut St. Augustins 
Orden» stiften wolle und zu diesem Zwecke 
nachstehende Nutz und Gült gegeben habe: 
Das Dorf Neustift bei Salmannsdorf, damals zur 
Pfarre Sievring gehörig, in welchem die Hol- 
den jährlich 2 Pfund 6 Schilling und 15 Pfen- 
nige Wiener Münze geben. Dann an dem 
Hasenegk im Mitterperg und im «Ohperkol- 
ben> 104 Eimer «Weins gelts perkrechts» und 
für jeden Eimer einen Pfennig «Voytrecht»; 
ferner 19 Eimer «Perkrecht» und 12 Schil- 
linge und 20 Pfennige Wiener Münze «gelts- 
dienst und voytrecht» an dem «Alssegk» 
auf Weingärten und auf denselben Wein- 
gärten halben Zehent; dann von 19 Eimern 
«Weins gelts perkrecht» und 10 Schilling 
und 20 Pfennige «geltsdienst und voyt- 
recht» in der «Walgris« auf Weingärten 
und auf denselben Weingärten halben Wein- 
zehent, der gewöhnlich 2 Dreiling beträgt. 
10 Pfund Wiener Pfennige «geltsdienst» und 
das Vogtrecht, das dazu gehört, «in Praiten- 
seer Hard» auf 20 Joch Weingärten gelegen. 
Ferner 7 V« Pfund Wiener Pfennige Geldes, 
wovon 6 Pfund Geldes gelegen sind bei 
«Praitensee im Hindernperg» auf Wein- 
gärten und die übrigen 12 Schillinge in den 
«Smelzern» auch auf Weingärten. Dann 
^/g Pfund und 6 Pfennige Geldes auf 4 Viertel 
Weingärten, gelegen gleichfalls in Hindern- 
perg für Bergrecht, Vogtrecht und Zehent. 
Ferner an dem «Alssegk in der Wallgris» 
und in der «Hagenaw» Bergrecht, ferner 
70 Eimer Wein mit dem Vogtrecht und da- 
selbst Pfennigdienst auf Weingärten 6 Pfund 
Geldes und auf 15 Joch Weingärten den 
halben Weinzehent, der gewöhnlich einen 
Dreiling beträgt. Ferner zu «Praitensee in 
dem Amaispach» auf Weingärten 3 Pfund 
und 15 Pfennige Geldes, die er selbst ge- 
kauft hat von den Gebrüdern «Hansen und 
Micheln den Czinken». Ferner einen Getreide- 
zehent zu «Lewbendorff» unter dem «Greit- 
schenstein», den er von «Leupolten und Berch- 
tolten den Wehingern» gekauft hat. Ferner 
4 Pfund Pfennige Geldes auf dem «Wismat j 
zu Kirichschlag in der Gosach», das ihm 
sein Vater Herzog Albrecht zur obgenannten | 



Kapelle gegeben hatte, das aber derselben ver- 
loren gegangen und von ihm wieder dazu 
gegeben wurde. Ferner 5 Pfund und 40 Pfen- 
nige Geldes zu «Nidern und Obern Liesnyg». 
Ferner V2 Pfund und 15 Pfennige Geldes zu 
«Speysingen» und ungefähr 4 oder 5 Dreiling 
Bergrecht und Zehent, gelegen zu «Kallen- 
sperg», zu «Berchtoltstorff» und zu Rodaun, 
das nach dem Tode des «Hannsen von Stu- 
benberg» ledig worden ist. Ferner ein Haus 
in der «Kärner-Straß» hinter «Sant Ciaren», 
das Andreas Plank vor Zeiten gekauft hatte. 
Ferner das Haus, das die hochgeborne Frau 
Beatrix, Herzogin von Oesterreich, dazu gab, 
und 5 7» Pfund Geldes, die schon vorher zu 
der Kapelle gehört hatten. 

Zum Schluss stattet er das neue Stift 
noch mit den gewöhnlichen Freiheiten aus 
und verzichtet auf das Lehensrecht. Falls 
Andreas Plank noch vor dem vollständigen 
Inslebentreten des Stiftes sterben sollte, wird 
er es selbst vollenden und verspricht zum 
Schluss, «Vogt und Schirm» zu sein vor 
Gewalt und Unrecht. 

Zeugen: Reimprecht von Walsee, Hein- 
rich von Liechtenstein von Nicolsburg, Leo- 
pold von Eckartsau, Johann von Puchheim 
und Berthold von Mangen, Hubmeister. 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum: . . . Wienne, an unser lieben 
frawn tag Assumptionis. 

Original, Pergament. Mit unversehrtem, grossen 
Reitersiegel. 

2333 141 4, August 28, Amstetten, 

Georg, Bischof von Passau, bestätigt die 
Uebergabe der Kapelle sammt ihren Ein- 
künften an die Chorherren in Rücksicht auf 
die Bitten des Andreas Plank und auf die 
Zustimmung des Herzogs Albrecht und des 
Propstes Wilhelm bei der Kirche Allerheiligen 
oder des heil. Stephan in Wien, innerhalb 
deren Grenze die Kapelle liegt. 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum in Amstetten XXVIII. die men- 
sis Augusti anno quadringentesimo quarto- 
decimo. 

Original, Pergament. Mit unversehrtem Siegel. 

2* 



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12 



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2334 1414, September j, Wien. 

Andreas Schuestl, Kellermeister des Her- 
zogs Albrecht am St. Petersfreithof, stiftet 
mit seiner Hausfrau Anna jährliche 60 Pfund 
Wiener Pfennige, und zwar für die Armen 
im Bürgerspital vor dem Kärntnerthore jähr- 
lich 45 Pfund Wiener Pfennige, die ein von 
seinem Geschäftsherrn Erwählter allwöchent- 
lich am Freitag in der Weise vertheilen soll, 
dass jeder der Bedürftigen einen Pfennig er- 
hält. Der Vertheilung soll ein Priester, der 
eben Wochner in dem Spital ist und das 
Amt singt, beiwohnen, wofür er 7 Pfennige 
erhält; ferner stiftet er einen Jahrtag in der 
St. Stephanskirche, der am Donnerstag nach 
Allerheiligen von der Seelsorgegeistlichkeit 
abgehalten werden soll, wofür sie 2 Pfund 
Wiener Pfennige jährlich zu erhalten hat. 
Die übrigen 6 Pfund soll der Vertheiler für 
seine Mühe erhalten. Diese 60 Pfund Wiener 
Pfennige sind auf mehreren Weingärten ge- 
legen, und zwar auf einem Weingarten, ge- 
legen gegen den «Lerachveld», genannt die 
«Lömbgrub», angrenzend an der «deutschen 
Herrn» Aecker, 1 Pfund Wiener Pfennige zu 
Händen des ehrbaren Mannes Hannsen des 
Gärtner vor «Widemerthor» zu Wien, zur 
Zeit Amtmann Herzogs Albrecht. F'erner 
2 Pfund Wiener Pfennige, gelegen auf einem 
Weingarten in dem «Lerachveld», wovon 
auch alljährlich 10 Pfennige Grunddienst zu 
leisten sind, zunächst des «Wagendrenzl» 
Weingarten; desgleichen i Pfund Wiener 
Pfennige, gelegen auf einem Weingarten da- 
selbst, zunächst des «Hannsen des Pobm» 
Weingarten, davon Grunddienst 5 Wiener 
Pfennige, Darnach zu Händen des ehrbaren 
Mannes Andreas des Müldendorfer zu Wäh- 
ring, zur Zeit Amtmann der ehrbaren geist- 
lichen Herren zu Pewrn, 4 Pfund Wiener 
Pfennige auf einem Weingarten, gelegen in 
dem «Gotzesperig», genannt der «Vischer», 
I Joch gross, wovon dem Abt zu Pewrn 
45 Wiener Pfennige für Bergrecht und Vogt- 
recht zu leisten sind. Ferner 2 Pfund Wiener 
Pfennige auf einem Weingarten, gelegen eben- 
daselbst in «Gotzesperg» zunächst der Gas- 
sen, von welchem Weingarten dem Abte von 



Pewrn 4 Eimer und iV^ Viertel Wein zu 
Bergrecht und dem von Capellen 5 Wiener 
Pfennige zu Vogtrecht zu leisten sind. Dar- 
nach zu Händen des ehrbaren Mannes Tho- 
mas des Plodl, zur Zeit Amtmann des Klo- 
sters zu «Newnburgkh», 10 Pfund Wiener 
Pfennige, gelegen auf einem Weingarten an 
dem Purkstal, i Vie Jo<^h gross, zunächst Wal- 
thers des Gürtlers Weingarten; dem Kloster 
zu «Newnburgkh» sind 9 ganze Viertel und 
I Stauf zu Bergrecht und 2 Pfennige und 
I Vi O^^ zu Vogtrecht zu leisten; ferner auf 
einem Weingarten, gelegen an der «Weysscn- 
leyten», i Joch gross, zunächst des Herrn 
Pauln des Würffels Weingarten, 5 Pfund 
Wiener Pfennige, dem Kloster zu « Newn- 
burgkh >^ sind jährlich 2V2 Eimer Wein zu 
Bergrecht und 3 Wiener Pfennige zu Vogt- 
recht zu leisten; ferner auf einem Weingarten, 
gelegen daselbst, V2 ^^^^ gross, zunächst des 
Georgen des Rewers Weingarten, 2 Pfund 
Wiener Pfennige, dem Kloster «Newnburgkh» 
sind 4*2 Viertel Wein und 2^2 Stauf zu 
Bergrecht und i Pfennig und i Ort zu Vogt- 
recht zu leisten; ferner auf einem Weingarten, 
gelegen an dem «Rusperkh*, ^2 ^^^^ gross 
und heisst der «Marschalich», zunächst dem 
Weingarten, Kunrats des von Freising Schaffer 
3 Pfund Wiener Pfennige, dem Kloster von 
«Newnburgkh» sind 5 Viertel Wein zu Berg- 
recht und 3 Helbling zu Vogtrecht abzulie- 
fern; ferner auf einem Weingarten, gelegen 
auf dem «Ruspach», i Joch gross, genannt 
der «Ruger», zunächst des Kelhaimer Wein- 
garten, 5 Pfund Wiener Pfennige, dem Klo- 
ster «Newnburgkh» sind 2^2 Eimer Wein 
zu Bergrecht und 3 Pfennige Vogtrecht ab- 
zuliefern. Darnach zu Händen des ehrbaren 
Mannes Hanns Hainreichs von Straßpurkh, 
zur Zeit Amtmann des Klosters zu «Newn- 
burgkh*, 4 Pfund Wiener Pfennige, gelegen auf 
einem" Weingarten an der «Rotenerd», i Joch 
gross, genannt der «Satler», davon dem Kloster 
«Newnburgkh» 2 ^/g Eimer Wein zu Bergrecht 
und 3 Pfennige zu Vogtrecht. Darnach zu 
Händen des ehrbaren Mannes Hanns des 
Pölzl, zur Zeit Marktrichter in Berchtholds- 
dorf und Bergmeister Herzogs Albrecht, 
5 Pfund Wiener Pfennige, gelegen auf einem 



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i3 



Weingarten, daselbst zu Berchtholdsdorf anm 
«Sonperig», zunächst dem Weingarten, der 
der Frauenzeche zu Berchtholdsdorf gehört, 
davon dem Herzog in die «Purgk» zu Berch- 
tholdsdorf 9 Viertel Wein zu Bergrecht und 
2 Pfennige zu Vogtrecht. Ferner auf zwei 
Weingärten, gelegen daselbst zu Berchtholds- 
dorf in der «Haschpang», 3 Pfund Wiener 
Pfennige. Ferner ein Viertel Weingarten, 
gelegen zunächst dem Weingarten, der der 
Frauenzechc zu Berchtholdsdorf gehört, davon 
dem Herzog Albrecht 3 Viertel Wein Berg- 
recht und 2 Wiener Pfennige zu Vogtrecht; 
ferner ein Viertel Weingarten, gelegen zu- 
nächst dem Zechweingarten, davon dem Her- 
zog Albrecht 3 Viertel Wein zu Bergrecht 
und 2 Wiener Pfennige zu Vogtrecht. Dar- 
nach zu Händen des ehrbaren Mannes Hanns 
Bernhards des Hawgen, zur Zeit Bürger- 
meister zu Berchtholdsdorf und Amtmann des 
ehrbaren geistlichen Herrn Fabians, zur Zeit 
Caplan am Allerheiligenaltar zu St. Michael 
in Wien, auf einem Weingarten, gelegen zu 
Berchtholdsdorf an dem «Lyndperig», V4 Joch 
gross, 2 Pfund Wiener Pfennige, davon dem 
Herrn Fabian i Eimer Wein zu Bergrecht 
und I Pfennig zu Vogtrecht abzugeben. Dar- 
nach zu Händen des ehrbaren Mannes Erasmus 
des Zehentner zu Tulln, zur Zeit Schaffer der 
ehrbaren geistlichen Frauen Predigerordens 
daselbst, auf einem Weingarten, gelegen an 
der «Hachenlbart bei der Maur» und heisst 
die «Erd Eckcher», 2 Joch gross, 5 Pfund 
Wiener Pfennige, wovon den geistlichen 
Frauen zu Tulln 6 Eimer Wein zu Bergrecht 
und 6 Pfennige zu Vogtrecht abzuliefern, 
ferner auf einem Weingarten, gelegen an der 
«Niedern-Hachenlbart», i ^2 Joch gross, und 
heisst das «Toppell», zunächst Hannsens des 
Zinken Weingarten, 4 Pfund Wiener Pfen- 
nige, davon den geistlichen Frauen zu Tulln 
I Yj Eimer Wein zu Bergrecht und 3 Helb- 
ling zu Vogtrecht. Darnach zu Händen des 
ehrbaren Mannes Hanns des Prunner, zur Zeit 
Bergmeisters «Wilhalbms des Chrewspekhen^, 
auf einem Weingarten, gelegen an der «Nie- 
dern-Hachenlbart»,. i ^/^ Joch gross, zunächst 
Wolfharts Weingarten, 4 Pfund Wiener Pfen- 
nige, wovon dem Wilhelm dem Chrewspek- 



chen 4^2 Eimer Wein zu Bergrecht und 
4^/2 Pfennige zu Vogtrecht abzuliefern. 

Zeuge: Oswald Pawch, Anwalt in der 
Münze zu Wien. 

Siegler: Der Aussteller, Gibolt, Abt zu 
Pewrn, Thomas der Plodel, Heinrich von 
Straßpurkh, Hanns der Pötzl, Fabian, Ca- 
plan zu St. Michael in Wien, Erasmus der 
Zehentner zu Tulln, Hanns der Prunner und 
Oswald Pawch, zur Zeit des Herzogs Albrecht 
Anwalt in der Münze zu Wien. 

Datum: . . . Wienne, an montag nach 
sand Gilligentag. 

Original, Pergament. Mit zehn Siegeln, wovon 
noch I, 2, 4 und 8 unversehrt vorhanden sind. 

3335 1414, December 12, Wien, 

Johannes Gwaerleich von Medling, Cleri- 
ker von Passau und kaiserlicher Notar, be- 
stätigt, dass in seiner Gegenwart und vor den 
capitulariter versammelten Chorherren von 
St. Dorothea: Egydius, Anseimus, Andreas 
und Erhardus, der ehrwürdige Andreas Plank 
freiwillig die St. Dorotheerkapelle zu einem 
Kloster von regulirten Chorherren, mit Be- 
willigung des Passauer Bischofs Georg, um- 
gewandelt habe. Auf Bitten des Seniors Egy- 
dius verspricht Andreas Plank die Kirche so 
zu dotiren, dass die zum Gottesdienst nach 
den Ordensbräuchen nothwendige Zahl von 
Chorherren erhalten werden kann; über diese 
Zahl verspricht das Capitel sich dem Ur- 
theile der Prioren von Gaming, Mauerbach 
und Axbach zu unterwerfen und verlangt, 
dass ihm keine auf der Kapelle liegende 
Last aufgebürdet werde, wovon es nicht 
schon jetzt unterrichtet sei. Dann verlangen 
die Chorherren, dass die Dotation hinreichend 
sei, um nach Analogie von Dürrenstein und 
Wittingau durch Aufnahme von Novizen für 
den Nachwuchs sorgen zu können. Endlich 
verlangt das Capitel, dass nichts gegen Regel 
und Statuten un4 rechtsmässige Gewohnheiten 
von ihm gefordert werde, was Alles Andreas 
Plank zugesteht. 

Zeugen: Johannes Sindram und Johan- 
nes von Westphalen, Doctoren der Decre- 
talen, und Stephan von Dürrenstein, Cano- 
nicus der Kirche von Passau. 



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Datum: Anno millesimo quadringente- 
simo, quartodecimo, die vero duodecima men- 
sis decembris hora tertia. 

Original, Pergament. 

2336 141^, April 20, Wien. 

Bernhard von Liechtenstein, Kämmerer 
zu Steyr, verkauft an Herrn Gilgen, Propst 
von St. Dorothea, für 100 Pfund Wiener 
Pfennige das Freihaus, das zwischen der 
Kapelle von St. Dorothea und dem Hause 
seines Vettern, des Herrn Rudolf von Liech- 
tenstein, gelegen ist. 

Zeugen: Herr Pilgrim von Puchheim 
und Hanns von Puchheim. 

Siegler: Der Aussteller und die Zeugen. 

Datum: . . . Wienne, an samstag vor 
sand Georgentag. 

Original, Pergament. Mit drei unversehrten Siegeln. 

2337 I4i5, Juni 24, Wien. 

Albrecht, Herzog von Oesterreich, be- 
stätigt den Verkauf des Freihauses, gelegen 
zunächst dem Kloster St. Dorothea, durch 
Bernhard von Liechtenstein an den Propst 
Gilgen von St. Dorothea. 

Siegler : Der Aussteller. 

Datum: . . . Wienne, an sant Johanns 
tag ze sunewenden. 

Original, Pergament. Mit unversehrtem Siegel. 

3338 1416, April, Wien. 

Testament des Andreas Schuestl, Keller- 
meisters am St. Peterfreithof, worin er ausser 
einigen Legaten an Meister Andreas den 
Mauser und Michel den Aeuglein und an 
das Bürgerspital seine Ehefrau Anna zur 
Erbin seiner übrigen Erbgüter und fahren- 
den Güter einsetzt. Herrn Andreas Plank, 
Kanzler des Herzogs Albrecht, bestellt er als 
seinen obersten Geschäftsherrn über seine 
Verlassenschaft. 

Zeugen und Siegler: Oswald der Pawch 
und Hanns von Friesach, beide Bürger von 
Wien. 

Datum ; . . . Wienn, vor sand Katharine- 
tag der heiligen jungfrawn. 

Original, Pergament. Mit zwei unversehrten, kleinen 
Siegeln in grünem Wachs. 



3339 1416, Juni 20, Wien. 

Die Brüder Hanns und Wolfhart die 
Poben, Bürger zu Wien, verkaufen eine Gült 
von I Pfund Wiener Pfennige, gelegen zu 
«niedern Velabrun unterm Prawnsperg^ auf 
einem halben Lehen, worauf Christan der 
Oehenn ansässig ist, an Herrn Erhart den 
Schierl, Chorherrn zu Freisingen und St. Ste- 
phan und Pfarrer zu Rapperstorf, um 18 Pfund 
Wiener Pfennige. 

Zeuge: Laurenz der Holtzkewffl, Bürger 
zu Wien. 

Siegler: Die beiden Aussteller und der 
Zeuge. 

Datum ; . . . Wienne, des negsten sambs- 
tags vor sand Johanns tag ze sunnebennden. 

Original, Pergament. Mit drei unversehrten, an- 
hangenden Siegeln. 

3330 1416, August 2g, Wien. 

Herzog Albrecht verleiht dem Stifte 
St. Dorothea auf Bitten des Andreas Plank 
jährlich 3 Schillinge Fuder Salz, die der je- 
weilige Amtmann von Gmunden von der 
Salzsiederei zu Hallstadt an das Stift liefern 
soll, und gebietet allen Mauthnern und Amt- 
leuten, dasselbe zollfrei passiren zu lassen. 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum: . . . Wienne, an samstage nach 
sand Augustinstag. 

Original, Pergament. Mit beschädigtem Siegel. 

3331 1417, ^^i 24. Wien. 

Herzog Albrecht bestätigt die vom Bern- 
hard von Liechtenstein dem Stifte St. Doro- 
thea gemachte Schenkung, bestehend in einem 
Weingarten, genannt die «Reingrub», in einem 
Achtel Weingarten, gelegen in «Setzen», in 
einem Theil Grunddienst, gelegen auf den 
Weingärten an dem «Liechtenstein», in «zwain 
Hütten» und in dem «Gern», dann auf den 
«Niedernsätzen» und auf den «Obernsetzen», 
auf dem «Werfen» und in der «Mittern- 
pewnt», in einem Theil Grunddienst, ge- 
legen auf den Häusern in dem Stroblhof, 
«das alles sein aigen gewesen und ze Wienn 
vor Stubentor gelegen» ist. 

Siegler: Der Aussteller. 



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Datum: ... Wyenne, an montag vor 
dem heiligen Pfingsttag 

Original, Pergament. Mit unversehrtem, anhan- 
genden Siegel. 

2333 1417, Mai 24, Wien, 

Herzog Albrecht gibt dem Andreas Plank 
die Vollmacht, seinen gegenwärtigen und 
zukünftigen Besitz dem Stifte St. Dorothea 
oder einem anderen guten Zwecke nach Gut- 
dünken zuzuwenden. 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum : . . . Wienn an montag vor dem 
heiligen pfingsttag anno domini Christi de- 
cimo septimo. 

Original, Pergament. Mit einem an einem Papier- 
streifen hängenden kleinen Siegel aus rothem Wachs. 

3333 1417 f October j, Wien. 

Testamentsclausel des Herrn Andreas, 
Kellermeisters am St. Petersfreithof, worin er 
mit seiner Frau Anna seinen beiden Enkeln 
Ulrich und Michael, weil. Ulrich Eckprechts 
und Anna, der Tochter des Andreas, un- 
mündigen Kindern, seine zwei Häuser in der 
Stadt, eines gelegen am St. Petersfreithof, zu- 
nächst dem Hause der Herrn von Passau, 
das andere gelegen in der Spänglerstrasse zu- 
nächst Lienharten des Spänglers Haus und 
mit dem anderen Theil in der Schönbrunner- 
strasse, zunächst dem Hause des Hannsen sei. 
des Zirnast, den man nennt den Stuchlein, 
mit mehreren Weingärten zu Medling, Prunn 
und St. Veit vermacht; doch in der Weise, 
dass nach dem Tode des Herrn Andreas 
seiner Frau Anna der Zinsgenuss der beiden 
Häuser verbleiben soll. 

Zeugen und Siegler: Niclas der Edl- 
partz, Rath der Stadt zu Wien, und Oswald 
der Pauch, Bürger zu Wien. 

Datum: , . . Wienn, des negsten mon- 
tags nach sand Michels tag. 

Original, Pergament. Mit drei unversehrten Siegeln. 

3334 14^7, November 10, Wien, 

Rudolf von Liechtenstein von Judenburg 
bestätigt die dem Stifte St. Dorothea von 
seinem Vetter Bernhard von Liechtenstein ge- 
machte Schenkung, bestehend in einer Gült 



von 5 ^2 Pfund Pfennigen, gelegen auf Wein- 
gärten vor dem Stubenthore und auf zwei 
Häusern auf der Landstrasse, welche Gült 
den Namen «der Liechtenstain» hat, ferner 
auf einem Weingarten in der Reingrub. 

Siegler: Rudolf von Liechtenstein. 

Datum: . . . Wienne, an mittichen vor 
sand Marteins tag. 

Original, Pergament. Mit anhangendem, beschä- 
digten Siegel. 

3335 1417, November 10, Wien, 
Dorothea, Witwe nach Friedrich von 

Hannau, verkauft zu Zeiten des Bürger- 
meisters Rudolf des Angeruelder an Herrn 
Andreas, Propst von St. Dorothea, zwei 
Häuser, gelegen zunächst der Badstube am 
Schweinmarkt, um 140 Pfund Wiener Pfen- 
nige. 

Zeugen: Pilgrim von Puchheim, der- 
zeit Landmarschallich in Oesterreich, Eber- 
hart von Valkenstein (ihr Bruder). 

Siegler: Die Stadt Wien, Eberhart von 
Valkenstein, Pilgrim von Puchheim. 

Datum: , . . Wienn, an mitwochen vor 
sannd Elspethen tag. 

Original, Pergament. Siegel fehlen. 

3336 1417, November jo, Wien, 
Albrecht, Herzog von Oesterreich, be- 
stätigt den Verkauf der zwei Häuser, ge- 
legen zunächst der Badstube, durch Doro- 
thea, Witwe nach Friedrich dem Hannauer, 
an den Propst Andreas von St. Dorothea. 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum: . . . Wienne, an sant Andres 
abent. 

Original, Pergament. Mit unversehrtem, kleinen 
Siegel. 

3337 141g, Mär:{ 11, Wien, 

Wilhelm der Kreuspekch und seine Frau 
Walburga verkaufen eine Gült von 42 Eimer 
Wein, gelegen auf Weingärten zu «Töbling» 
j in dem «Hort», 42 Pfennige Vogtrecht und 
32 Pfennige Grundrecht auf anderen Wein- 
gärten daselbst, an Herrn Erhart Schierl, 
Chorherrn zu Freisingen und St. Stephan 
und Pfarrer zu Rapperstorf, um 180 Pfund 
Wiener Pfennige und 6 Gulden Leitkauf. 



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Archiv des Chorherrenstiftes St. Dorothea in Wien. 



Zeugen: Wulfing der Haselawer und 
Ulrich der Eytzinger. 

Siegler: Die beiden Aussteller und die 
Zeugen. 

Datum : . . . Wienne, des nächsten sambs- 
tags vor dem suntag als man singet remini- 
scere in der vassten. 

Original, Pergament. Mit vier unversehrten, an- 
hangenden Siegeln. 

3338 141g, Mär:{ 2g, Riedeck. 

Georg und Rudolf von Starchembergk 
(Vettern) bestätigen, dass sie das von ihrem 
Vater, respective Oheim Herrn Kaspar von 
Starchembergk dem Convent zur Aufbewah- 
rung übergebene Heiligthum (das derselbe 
von Weichart von Polheim gekauft hatte) 
von dem Propste des Stiftes St. Dorothea 
zurückerhalten haben. 

Zeugen: Friedrich Walich und Heinrich 
Praittenpukär. 

Siegler: Die beiden Aussteller und die 
Zeugen. 

Datum ; . . . Riedekg, am mithichen nach 
dem suntag als man singt laetare in der 
vasten. 

Original, Pergament. Ein Siegel, des Georg von 
Starhenbei^k, fehlt, die anderen stark beschädigt. 

3339 141g, September 2j, Wien. 

Hartmann von Uteldorf, Bürger zu Wien, 
und Dorothea, seine Frau, verkaufen die 
Mühle in Gumpendorf, genannt die Stampf- 
mühle, sammt dem dazu gehörigen Wein- 
garten, von welcher Mühle alljährlich an das 
Frauenkloster zu Bulgarn 15 Pfennige und 
an die St. Aegydikapelle SV^ Pfund Wachs 
zu leisten sind, um 280 Pfund Wiener Pfen- 
nige an Herrn Hermann Hesel, Bürger und 
Stadtkämmerer zu Wien. 

Zew^^w: Wentzlab der Newnhover, Keller- 
meister und Verweser der Vogtei zu Gumpen- 
dorf, und Simon der Zinngiesser, Bürger zu 
Wien. 

Siegler: Der Aussteller und die beiden 
Zeugen. 

Datum: . . . Wienn, an sambstag nach 
sand Matheustag des zwelifpoten. 

Original, Pergament. Mit drei unversehrten, an- 
hangenden Siegeln. 



2340 1421, Mär^ 6, Wien. 

Andreas, Kellermeister am St. Petersfreit- 
hof, hinterliess einen Weingarten, genannt 
der «Kessler», zur Hälfte den Weissen Brü- 
dern, zur Hälfte dem Stifte St. Dorothea. 
Andreas, Propst des Stiftes St. Dorothea, 
kaufte die Hälfte des Weingartens von den 
Weissen Brüdern um 200 Pfund und be- 
stätigte, davon noch 50 Pfund zu dem Bau 
bei den Weissen Brüdern schuldig zu sein; 
zugleich verpflichtete er sich, diese Summe 
am nächsten St. Michaelstage zu zahlen. 

Siegler: Der Propst. 

Datum: . . . Wienne, an pfintztag nach 
letare in der vasten. 

Original, Pergament. Siegel fehh. 

3341 14^3, Februar 10, Wien. 

Herzog Albrecht bestätigt, dass Graf Haug 
von Montfort auf seine Ansprüche als Lehens- 
herr über die Güter in «Alsegk», «Waligris» 
und «Hagenau» zu Gunsten des Herrn An- 

I dreas, Pfarrers von Gars, verzichtet habe. 

I Zeugen : Graf Johannes von Schawnberg, 

Otto von Meissau, oberster Marschall und 
Schenk in Oesterreich, Friedrich von Stuben- 
berg, Hanns von Ebersdorf, oberster Kämme- 

' rer in Oesterreich, Leopold von Eckartsau, 
Pilgrim und Hanns Gebrüder von Puchheim, 
Berthold von Mangen, Hubmeister. 
Siegler: Der Aussteller. 

! Datum: . . . Wienn, an mitichen nach 

I sant Dorotheentag. 

Original, Pergament. Mit unversehrtem, anhan- 

, genden Siegel. 

I 

' 3343 1423, Mai ij, Wien. 

I Herzog Albrecht von Oesterreich be- 

stätigt die Stiftung seines verstorbenen Vaters, 
die Umwandlung der St. Dorotheenkapelle zu 
'. einem Kloster und Canonie regulärer Cano- 
niker unter Andreas Plank. 
Siegler: Der Aussteller. 
Datum: . . . Wienn, an dem heiligen 
I auffarttag. 

Original, Pergament. Mit beschädigtem Siegel. 

I 

' 2343 1423, October 27, Wien. 

I Ulrich Otto von Liechtenstein, oberster 

' Erbmarschall in Kärnten und Kämmerer in 



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17 



Steiermark, verkauft an das Stift St. Dorothea ' 
für 144 Pfund Wiener Pfennige eine Gült ; 
von 6 Pfund Wiener Pfennigen, gelegen auf 
mehreren Grundstücken vor dem Stubenthore, 
auf der «Raingrub», in dem «Gern», in der 
«Nidersetzen», in der «Obersetzen», auf den 
«Werfen», in dem mittleren «Peunt» und an 
dem obern «Liechenstain». 

Zeuge: Pilgrim von Puchheim, sein 
Schwager. 

Siegler: Der Aussteller und Pilgrim von ' 
Puchheim. I 

Datum: . . . Wienn, an mitichen sand 
Symons und sand Judas abent. 

Original, Pergament. Mit zwei anhangenden, un- 
versehrten Siegeln. 

2344 i4Uf ^ai 2(V, [Wien]. 

Christof von Lach und seine Frau 
Elisabeth, Tochter Pilgrims von Wolfsthal, 
verzichten auf ihre Ansprüche auf einige 
Lehensgüter zu «Alssegk», «Waligris* und 
«Hagenau», die sie vom Grafen Haug von 
Montfort überkommen hatten, zu Gunsten 
des Herrn Andreas, Pfarrers von Gars und 
Kanzlers beim Herzog Albrecht. 

Zeuge: Stephan der Grymmen von Rene- 
storf. 

Siegler: Der Aussteller und der Zeuge. 

Datum: . . . Sunntag nach sant Urbanstag. 

Original, Pergament. Mit zwei anhangenden, un- 
versehrten Siegeln. 

3345 1424, Juni 2S, Wien. 

Donationsbrief des Herzogs Albrecht be- 
treffs des «Gessel» zwischen dem Kloster 
St. Dorothea und dem Hause, das von alters- 
her dazu gehörte. 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum: . . . Wienne, an sant Peters und 
sant Pauls abent. 

Original, Pergament. Mit unversehrtem, kleinen 
Siegel. 

3346 1425, August i5, Ofen. 

Vollmacht Albrechts II., Herzogs von 
Oesterreich, an Andreas Plank, von seinen 
Einkünften und Gütern freien Gebrauch ma- 
chen und dieselben nach seinem Tode ent- 

Regcstcn zur (icschichtc der Stadt Wien. 111. 



weder dem Stifte St. Dorothea oder einer 
anderen Kirche vermachen zu dürfen. 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum: . . . Ofen, an unser liebn frawn 
tag Assumptionis. 

Original, Pergament. Mit unversehrtem, kleinen 
Siegel aus rothem Wachs. 

3347 1426, October 2g, Wien. 

Verbrüderungsbrief zwischen Nicolaus, 
Propst von Tyrnstain, und Heinrich, Propst 
des Stiftes St. Dorothea. 

Siegler: Nicolaus, Propst von Tyrnstain. 
Datum: Viennae, anno domini MCCCCXXVI 
in vigilia sancti Andree apostoli. 

Original, Pergament. Mit beschädigtem Siegel. 

3348 J42p, Juni 6, Wien. 

Peter Strasser, Bürger in Wien, bestätigt, 
dass er von den Geschäftsherren des weil. 
Andreas, Kellermeisters am Petersfreithof, 
eine Verringerung des Bestandes wegen der 
ihm auf Leibgeding überlassenen Weingärten 
erhalten hat; der dem Stifte St. Dorothea 
zahlbare Bestand wird von 88 Pfund Wiener 
Pfennigen auf 70 Pfund Wiener Pfennige 
reducirt. 

Zeuge und Siegler: Niclas Zink, zur 
Zeit Rath der Stadt Wien. 

Datum: . . . Wienne, an eritag nach 
sant Erasemtag. 

Original, Pergament. Mit zwei unversehrten Siegeln. 

3349 1430, Mai 12, Wien. 

Pilgrim von Puchheim bestätigt die von 
seiner Frau dem Stifte St. Dorothea gemachte 
Schenkung, bestehend in ^2 ^^^^ Weingarten, 
genannt der «Eysenhüttel» und gelegen zu 
Neunburg an der Donau in dem « Schwär- 
hauptlein ^>. 

Zeugen: Pilgrim von Puchheim, der Sohn 
des Ausstellers, und Coloman der Winkler, 
Diener des Ausstellers. 

Siegler: Der Aussteller und beide Zeugen. 

Datum: . . . Wienn, an freytag des hei- 
ligen herren sand Pangratzen tag. 

Original, Pergament. Mit drei unversehrten, an- 
hangenden Siegeln. 

3 



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i8 



Archiv des Chorherrensiiftes St. Dorothea in Wien. 



3350 1430, August I, Bamberg. 

Die Grafen Hermann und Stephan von 
Montfort erklären, auf ihre Ansprüche auf 
die durch den Tod Hanns von Stadecks an 
Herzog Albrecht gekommenen Lehensgüter 
zu «Alsegk», «Waligris* und «Hagenau» 
Verzicht leisten zu wollen. 

Siegler: Die Aussteller. 

Datum: . . . Bamberg, an pfintztag nach 
sant Jacobstag. 

Original, Pergament. Mit anhangendem, unver- 
sehrten Siegel. 

2351 1432, Mai 10, Wien, 

Conrad Hölzler, Bürgermeister, und der 
Rath der Stadt Wien entscheiden in einem 
zwischen Hanns Fridtwerger und Hermann 
Hesel wegen einer Wasserwehr bestehenden 
Streite, dass die von erstercm errichtete Wehre 
richtig angelegt sei. 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum: . . . Wienn, an sambstag vor 
sand Pangretzcntag. 

Original, Pergament. Mit beschädigtem, anhan- 
genden Siegel. 

3352 1433, September 6, Wien. 

Hermann Hescl, Rath der Stadt Wien, 
vermacht dem Gotteshause St. Dorothea die 
Stampfmühle zu Gumpendorf sammt drei 
Weingärten, wovon an das FVauenkloster zu 
Bulgarn alljährlich 15 Pfennige und an die 
St. Aegydikapelle S^/g Pfund Wachs zu lie- 
fern sind; ferner stiftet er tausend Messen 
zu seiner Seelenruhe, welche von armen 
Priestern innerhalb zweier Monate gelesen 
werden sollen; ferner vermacht er den Augu- 
stinern, Predigern, Minoriten und Carmeli- 
ten je 10 Pfund Pfennige, dem Bürgerspital 
50 Pfund, den Schotten 200 Pfund Pfennige, 
dem heil. Geistspital vor dem Kärntnerthore 
3 Pfund Pfennige, seinem Caplan Herrn 
Hannsen auf Lebenszeit die Nutznicssung 
dreier Weingärten, von welchen einer im 
«Veld», der zweite im «Grieß» gelegen 
ist, der dritte der «Tewfel» genannt wird, 
welche Weingärten aber nach dessen Tode 
an das Stift Dorothea fallen sollen, dem 
Kloster zu Mauerbach 32 Pfund Pfennige, 



den Siechenhäusern in Wien je 3 Pfund 
Pfennige, dem Hieronymuskloster 4 Pfund 
Pfennige, zehn armen Jungfrauen zu einer 
Ausstattung 10 Pfund Pfennige, dem Wolf- 
gang, des «Spörleins» Sohn, einen Garten in 
der Schottenau und 7» Pfund und 10 Pfen- 
nige, welcher Garten nach dessen Tode dem 
Carmeliterkloster zufallen soll, wofür in dem 
genannten Kloster alljährlich 3o Messen ge- 
lesen werden sollen, ferner dem Stifte St. Do- 
rothea eine Wiese, gelegen zu Altmannstorf, 
vier Tagwerk gross, der Kirche zu St. Ste- 
phan 20 Pfund Pfennige, seiner Muhme 
«Enndlein der Ryemerin» einen Weingarten, 
der «Rosenpüchel» genannt und ein halbes 
Joch gross, hinter «Ottakrin», und 50 Pfund 
Pfennige, ferner der Schwester seiner Frau, 
Agnes, 20 Pfund Pfennige, seinen Dienern 
und Dienerinnen je 5 Pfund Pfennige, seiner 
gewesenen Dienerin Else 10 Pfund Pfennige; 
ferner vermacht er Hannsen, des «Schön Ja- 
coben» Sohn, den Kaufschilling von 100 Pfund 
Pfennigen für ein Haus vor dem Schotten- 
thore, 20 Pfund Pfennige für Wein, 70 Pfund 
Pfennige für ein Haus in der «Rymerstraße», 
I 100 Pfund Pfennige von seinem Vetter Er- 
I hart für ein Haus und einen Garten in der 
I « La nt Straß», ferner Schüssel, Teller und an- 
I dere Hausgeräthe. Die Silber- und Zinn- 
geschirre sollen aber verkauft und der dafür 
I erstandene Preis an arme Leute vertheilt 
I werden, desgleichen soll das Haus, gelegen 
I auf der «Hohenbrugk», verkauft und der 
erstandene Preis für arme Leute angelegt 
I werden. Zu seinen Testamentsvollstreckern 
i bestimmt er Andreas Plank, Pfarrer zu Gars 
I und Kanzler Herzogs Albrecht, und Wentz- 
law den Nevvnhofer. 

Zeugen und Siegler: Lienhart der Haus- 
leytter und Hanns der Rauenspurger, beide 
Bürger zu Wien. 

Datum: . . . Wienn, an freytag nach 
sant Giligentag. 

Original, Pergament. Mit zwei anhangenden, un- 
versehrten Siegeln. 

3-i53 i433> October 24, Wien. 

Herzog Albrecht bestätigt das Testament 
des Hermann Hesel und die darin bestimm- 



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Archiv des Chorherrenstiftes St. Dorothea in Wien. 



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ten Testamentsvollstrecker Andreas Plank, 
Pfarrer zu Gars und Kanzler, und Wentz- 
law den Newnhofer. 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum: . . . Wienn, an samstag vor sant 
Symons und sant Judastag. 

Original, Pergament. Mit anhangendem, unver- 
sehrten Siegel. 

2854 1433, November <V, Wieu. 

Testament des Andreas Plank, Kanzlers 
des Herzogs Albrecht, worin er den Herzog 
Albrecht als Gründer des Stiftes St. Dorothea 
erklärt und sein ganzes Vermögen, Bücher, 
Kleinode, Silbergeschirr und Geld dem ge- 
nannten Stifte vermacht. «... sunderleich die 
zwey par der grossen bibel, die ich ettwenn 
zu der kirchen gen Egenburg gekauft het 
und die ich nachmaln gen sant Dorothee hab 
gegeben die nuczer vnd sicher da sind denn 
dacz Egenburg. Denn von des größern tag- 
czeit puchs wegen das etwen mein vorvorder 
herr Friedrich pfarrcr zu Gars zu einer mess, 
und der kirchen daselbs hat gemaint und 
die zway klainen tagzeit puher die weilent 
herr Hanns pfarrer zu Heresing vicari zu 
Gors die ich im vorzeiten von des egenann- 
ten herrn Fridrichs gescheffts wegen hab ge- 
antwurtt hinter im lassen hat. Schaff ich 
daz der egenante brobst und der convent 
dacz sant Dorothen dieselben pücher sullen 
innhaben. . . . Item das gross corpus juris 
das etwen mein vorvorder geschaft het zu 
verkaufen und gemaine predig pücher in die 
librey gen Egenburg zu kauffen derselb pü- 
cher ein gut tail da ist also daz mich nicht 
notdurft dunkt mer pücher dahin zu kaufen 
davon so schaff ich dass das dacz sant Doro- 
thee in der librey beleih doch daz der probst 
und der convent daselbst für mein . . . ha- 
bent zetun. Item so ist zemerkn daß ich all 
ander mein varend hab es scy berait gelt 
geltschuld ausstennd nucz wein oder getraid 
oder was ich bei mein kirchen zu Gors und 
ze Egenburg und im zugehörungen vnd 
auch in der canczley oder ze Krems hinter 
mein lass geschafft hab maister Hannsen von 
Meyrs pfarrer zu Valkcnstein und herrn Hert- 
neiden pfarrer zu Weykharczdorf also daf3 



I sie damit handeln als mein sunder geschefft- 
brief den ich darüber geben hab ausweiset. 
Und main daz sich der probst dacz sant 
I Dorothee und der convent damit nicht be- 
kumern und dacz dieselben geschefftleut da- 
mit handeln ze gelaicher weis main ich daz 
sich dieselben geschefftleut mit der hab die 
ich dacz sant Dorothee lass auch nicht be- 
kümern weder mit beschaw noch in ander 
weg sunder daz es dabey beleih als die bed 
geschefftbrief die ich darüber geben hab aus- 
weisent ungeverleich.» 

Siegler: Andreas Plank. 

Datum: Der gegenwärtig brief ist ge- 
ben ze Wienn an suntag vor sant Mert- 
ten tag. 

Original, Pergament. Mit unversehrtem Siegel. 

2355 i434f Mär:{ 12, Wien. 

Hanns von Miltenbergk, der Wachs- 
giesser und Bürger zu Wien, verkauft seine 
am Schweinmarkt zu Wien gelegene Badstube 
an Herrn Niclas, Propst von St. Dorothea, zur 
Zeit des Bürgermeisters Hanns des Steger 
um 450 Pfund Wiener Pfennige, wofür das 
Stift St. Dorothea jährlich 6 Pfund Wiener 
Pfennige Stadtsteuer zu zahlen hat. 

Zeugen: Michel der Auflauf und Hanns 
der Gerestenner. 

Siegler: Die Stadt Wien und die beiden 
t Zeugen. 

I Datum: . . . Wicnn, an freytag vor Judica 

in der vasten. 

Original, Pergament. Mit drei unversehrten Siegeln. 

Nach einer Anmerkung, die in einem alten Gedenk- 
buch vorfindlich ist, ist dieses Badhaus 17 15 schön cr- 
I baut und im Besitze des Grafen Philipp Dietrichstein 
gewesen, von welchem es an den Grafen Althan und 
von diesem an den Fürsten Lobkowitz gekommen ist. 

! 3356 1434, Mä'r:^ ij, Wien, 

Katharina, Frau des Sigismund Tegleich, 
welche in erster Ehe mit Hanns dem Gerst- 
ler, einem Bruder des Georg Gerstler, ver- 
heiratet war, verkauft ihren Hof, vorhin 
Gerstlerhof genannt, mit allen dazugehö- 
rigen Grundstücken um 70 Pfund Wiener 
Pfennige dem Andreas Scheller, Bürger zu 
Laa. 



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Archiv des Chorherrenstiftes Si. Dorothea in Wien. 



Zeugen und Siegler: Christian der Mül- 
dorfer, Amtmann des Grafen Hermann zu 
Zily, Ulrich Hirssawer, Stadtschreiber zu 
Wien. 

Datum: . . . Wienn, an mittichen vor 
dem heiligen Palemtag in der vassten. 

Original, Pergament. Mit zwei unversehrten, an- 
hangenden Siegeln. 

2357 1435, Mai g, Wien, 

Bruder Conrad Mosbach, Prior des 
Klosters der P. P. Carmeliter zu Wien, ge- 
legen an des Herzogen Hof, verbindet sich 
im Namen des Conventes, für die Frau Wil- 
birgis von Dachsberg jährlich einen Jahr- 
tag mit Vigil und Scelenamt am St. Pan- 
cratiustag zu halten, weil dieselbe ihnen ihr 
halbes Haus in der Wildwerkerstrasse und 
ausserdem 1 50 Pfund Pfennige zur Besserung 
ihrer Pfründe und 150 Pfund Pfennige zu 
dem Bau ihres Klosters geschenkt hatte. F'ür 
den F'all, dass sie ihrer Verpflichtung nicht 
nachkommen, sollen sie dem Stifte St. Doro- 
thea in Wien zur Pön verfallen sein, zu 
geben 2 Pfund Wachs und dazu Alles aus- 
richten und wiederbringen, was sie an die- 
sem Jahrtag versäumt haben. 

Siegler: Die Aussteller. 

Datum: . . . Wienn, an montag vor 
sand Pangretzentag. 

Original, Pergament. Mit zwei unversehrten Siegeln. 

2358 1435, December ig, Wien, 

Meister Andreas Mauser, Pfarrer zu 
Königstetten, und Oswald Oberndorffer, Her- 
zog Albrechts Hubmeister, beide Testaments- 
vollstrecker nach Herrn Andreas, Kellermeister 
am St. Petersfreithof, verkaufen ein Joch Wein- 
garten gelegen an der «Weißleutten» und 
dem Stifte Klosterneuburg mit 2^2 Eimer 
Wein Bergrecht und 3 Pfennigen Vogtrecht 
dienstbar, an Herrn Nicolaus, Propst des 
Stiftes St. Dorothea und gleichfalls Testa- 
mentsvollstrecker nach Herrn Andreas, um 
eine bestimmte (nicht genannte) Summe 
Geldes mit der Bedingung, dass dem Wil- 
len des Testators gemäss die jährlichen Zin- 
sen den armen Leuten in dem Spital vor 
dem Kärntncrthore zu reichen sind. 



Zeuge: Wolfgang Müstinger, ßergmeister 
\ des Stiftes Klosterneuburg. 
I Siegler: Die beiden Aussteller und der 

! Zeuge. 

Datum: . . . Wienn, an montag vor sand 
Thomanstag des heiligen zwelfpoten. 

Original, Pergament. Mit drei unversehrten, an- 
hangenden Siegeln. 

3359 1435, December ig, Wien, 

Meister Andreas Mauser, Pfarrer zu 
Königstetten, und Oswald Oberndorfer, Her- 
zog Albrechts Hubmeister, beide Testaments- 
vollstrecker nach Herrn Andreas, Kellermeister 
am St. Petersfreithof, verkaufen ein Joch Wein- 
garten, gelegen auf dem «Nusspach in dem 
Mukchental», genannt «der Unger», angren- 
zend an Hannsen des Steger's Weingarten, 
dem Stifte Klosterneuburg mit 2^^ Eimer 
zu Bergrecht und 3 Pfennigen zu Vogtrecht 
dienstbar, an Herrn Nicolaus, Propst des 
Stiftes St. Dorothea, um eine bestimmte (nicht 
genannte) Summe Geldes. 

Zeuge: Wolfgang Müstinger, Bergmeister 
des Stiftes Klosterneuburg. 

Siegler: Die beiden Aussteller und der 
Zeuge. 

Datum: . . . Wienn, an montag vor sand 
, Thomanstag des heiligen zwelfpoten. 
I Original, Pergament. Mit drei unversehrten, an- 

I hangenden Siegeln. 

3360 1435, December ig, Wien, 

Meister Andreas Mauser, Pfarrer zu 
I Königstetten, und Oswald Oberndorffer, Her- 
zog Albrechts Hubmeister, beide Testaments- 
vollstrecker nach Herrn Andreas, Kellermeister 
' am St. Petersfreithof, verkaufen ein halbes Joch 
I Weingarten, gelegen am Nussberg in den 
i «Marschalhen», der «Marschalich» genannt, 
dem Stifte Klosterneuburg mit 5 Viertel zu 
Bergrecht und 3 Helbling zu Vogtrecht 
dienstbar, an Herrn Nicolaus, Propst des 
Stiftes St. Dorothea, um eine bestimmte 
I (nicht genannte) Summe Geldes. 

Zeuge: Wolfgang Müstinger, Bergmeister 
des Stiftes Klosterneuburg. 
I Siegler: Die beiden Aussteller und der 

I Zeuge. 



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Archiv des Chorherrenstifies St. Dorothea in Wien. 



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Datum: . . . Wienn, am montag vor sand 
Thomanstag der heiligen zwelfpoten. 

Original, Pergament. Mit drei unversehrten, an- 
hangenden Siegeln. 

3361 1435, December ig, Wien, 

Meister Andreas Mauser, Pfarrer zu 
Königstetten, und Oswald Oberndorffer, Her- 
zog Albrechts Hubmeister, beide Geschäfts- 
herren nach Herrn Andreas, Kellermeister am 
St. Petersfreithof, verkaufen ein halbes Joch 
Weingarten, gelegen an der «WeiÖenleutten»? 
zunächst dem Weingarten des Ulrich Schrot, 
Küchenmeisters des Herzogs Albrecht, und 
dem Stifte Klosterneuburg mit 4^/2 Viertel 
und 2^/3 Stauff Wein zu Bergrecht und 
I Pfennig und i Ort zu Vogtrecht dienstbar, 
um eine bestimmte (nicht genannte) Summe 
Geldes an Herrn Nicolaus, Propst des Stif- 
tes St. Dorothea, mit der Verpflichtung, dem 
Willen des Testators gemäss die jährlichen 
Zinsen an das Bürgerspital abzuliefern. 

Zeuge: Wolfgang der Müstinger, Berg- 
meister des Stiftes Klosterneuburg. 

Siegler: Die beiden Aussteller und der 
Zeuge. 

Datum: . . . Wienn, an montag vor sand 
Thomanstag des heiligen zwelifpoten. 

Original, Pergament. Mit drei unversehrten, an- 
hangenden Siegeln. 

3362 1435, December ig, Wien. 

Meister Andreas Mauser, Pfarrer zu 
Königstetten, und Oswald Oberndorffer, Her- 
zog Albrechts Hubmeister, beide Testaments- 
vollstrecker nach Herrn Andreas, Kellermeister 
am St. Petersfreithof, verkaufen 3 Viertel und 
I Sechstel Weingarten, gelegen am «Purkstal», 
angrenzend an den Weingarten des Meisters 
Peter des Eller und dem Stifte Klosterneu- 
burg mit 9 Viertel und i Staufen zu Berg- 
recht und 2 Pfennigen und i ^^ Ort zu Vogt- 
recht dienstbar, an Herrn Nicolaus, Propst 
des Stiftes St. Dorothea, um eine bestimmte 
(nicht genannte) Summe Geldes. 

Zeuge: Wolfgang Müstinger, Bergmeister 
des Stiftes Klosterneuburg. 

Siegler: Die beiden Aussteller und der 
Zeuge. 



Datum: . . . Wienn, an montag vor sand 
Thomanstag des heiligen zwelifpoten. 

Original, Pergament. Mit drei unversehrten, an- 
hangenden Siegeln. 

3363 1436, Mär:^ g, Wien. 

Meister Andreas Mauser, Pfarrer zu 
Königstetten, und Oswald Oberndorffer, Her- 
zog Albrechts Hubmeister, beide Testaments- 
vollstrecker nach Herrn Andreas, Kellermeister 
am St. Petersfreithof, verkaufen an Herrn Ni- 
colaus, Propst des Stiftes St. Dorothea, einen 
Weingarten, ein Joch gross, gelegen an dem 
' «Gottshausperg», genannt der «Vischer», ge- 
I genüber dem Garten des «Pleyem», dem 
I Gotteshause zu «Pewren» mit 45 Pfennigen 
; zu Bergrecht und Vogtrecht dienstbar, um 
i eine bestimmte (nicht genannte) Summe 
Geldes. 

Zeuge: Christian Mülldorfer von Wering, 
Amtmann des Gotteshauses zu Pewren. 

Siegler: Die beiden Aussteller und Ul- 
rich, Abt zu Pewren.') 

Datum: . . . Wienn, an freytag vor sand 
Gregorientag des heiligen pabst und lerer. 

Original, Pergament. Mit drei unversehrten, an- 
hangenden Siegeln. 

3364 1436, Juni 27, Wien, 

Erasmus Spannagl, Bürger zu TuUn, 
verkauft einen Weingarten, ein Joch gross, 
gelegen im «Weingraben» nächst dem Wein- 
garten Hannsen des Mainigolt, dem Stifte 
Klosterneuburg mit 3 Eimer Wein zu Berg- 
recht und mit 6 Wiener Pfennigen zu Vogt- 
recht dienstbar, an Herrn Nicolaus, Propst 
des Stiftes St. Dorothea,, um eine bestimmte 
(nicht genannte) Summe Geldes. 

Zeuge: Thomas der Wisent, Bürger zu 
Klosterneuburg und Bergmeister des Stiftes 
Klosterneuburg, und Hanns Waitzhouer, Bür- 
ger zu Klostern cuburg. 

Siegler: Der Aussteller und die beiden 
Zeugen. 

Datum: , . . Wienn, an mittichen nach 
sand Johanestag ze sunibenden. 

Original, Pergament. Mit drei unversehrten, an- 
hangenden Siegeln. 

») Das Benedictinerkloster Michelbeuern. 



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Archiv des Chorherrenstiftes St. Dorothea in Wien. 



2365 1436, August ly, Wien. 

Testamentsclausel der Frau Anna von 
Kreyg, Leopold von Kreyg's Witwe, Tochter 
des Herrn Jan von Mezyrtzig, worin sie dem 
Stifte St. Dorothea ihre Kleinodien vermacht, 
und zwar «von erst sechs silbrein vergolt 
köppf, item zwen fledrein köppf gevast mit 
Silber, item vier silbrein pecher und drew 
hefftel» zur Stiftung eines ewigen Jahrtages 
nach des Gotteshauses Sitte und Gewohnheit. 

Zeuf[en: Pilgrim von Puchheim und 
Leutold von Kranichperg. 

Siegler: Die Ausstellerin und die beiden 
Zeugen. 

Datum: . . . Wienn, an freytag nach 
unser liebn frawn schidungtag. 

Original^ Pergament. Mit drei unversehrten Siegeln. 

3366 I4J(V, April 4, Wien. 

Coloman Grasser und Ulrich Sanndorfer, 
Richter zu Laa, verkaufen nach dem Tode 
des Andreas Scheller einige zu dem Gerstler- 
hofe gehörige Joch Aecker, gelegen in der 
Hagenau und am Erkamannsbühel und am 
hinteren Alsegk, dem Wolfgang und Anna 
Hergesperger um eine nicht genannte Summe 
Geldes. 

Zeuge: Nicolaus, Propst des Stiftes 
St. Dorothea. 

Siegler: Die Aussteller und der Zeuge. 

Datum: . . . Wienn, an freytag vor dem 
heyligen Palmtag. 

Original, Pergament. Mit drei unversehrten, an- 
hangenden Siegeln. 

2367 143^, Mai 14, Wien. 

Der hinterlassene Sohn der verstorbenen 
Eheleute Hanns und Ursula «Schön Jacoben», 
Agnes, Witwe nach Heinrich des Schuster 
von Kembnaten und Schwester der Frau 
Ursula «Schön Jacoben», Dietreich Schierl 
am Schierlhof, Schwestersohn der Frau Ur- 
sula «Schön Jacoben», verkaufen eine von 
Herrn Erhart Schierl, Chorherr von Frei- 
singen und St. Stephan, Bruder der Frau 
Ursula «Schön Jacoben», ererbte Gülte von 
42 Eimern Wein, gelegen auf Weingärten 
zu Döbling in dem Hard, und 42 Pfennigen 



Vogtrecht und 32 Pfennigen Grunddienst 
auf anderen Weingärten ebendaselbst, ferner 
von I Pfund Pfennige, gelegen zu «Niedern 
Velebrunn unterm Prawnsperg» auf einem 
halben Lehen, worauf Wolfgang der Perig- 
awer ansässig ist, an Herrn Ritter Hannsen 
den Steger, Bürgermeister zu Wien und 
Kellermeister in Oesterreich, um 150 Pfund 
Pfennige. 

Zeugen und Siegler: Lienhart der Newn- 
houer und Conrad der Otting, beide Räthe 
der Stadt Wien, Ulrich Hirssawer, Stadt- 
schreiber zu Wien. 

Datum: . . . Wienn, an mittichen nach 
sand Pangratientag. 

Original, Pergament. Mit drei unversehrten, an- 
hangenden Siegeln. 

2368 143^, Juni p, Wien. 

«Georgius Episcopus Vicensis, Nuntius 
et Orator» des Basler Concils, bestätigt die 
Stiftung St. Dorotheas durch Herzog Albrecht 
von Oesterreich. 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum : Viennae, anno domini millesimo 
quadringentesimo tricesimo octavo, die nona 
mensis Junii. 

Original, Pergament. Mit beschädigtem Siegel. 

2869 i43(j, August 26, Wien. 

Coloman Grasser verkauft nach dem 
Tode des Andreas Scheller den ehemaligen 
«Gerstlerhof», sowie die dazu gehörigen 
Aecker und Grundstücke an Wolfgang und 
Anna Hergesperger um 55 Pfund Wiener 
Pfennige. 

I Zeugin: Margarethc Ludmannstorfferin, 

1 Grundfrau des Gutes. 

! Siegler: Der Aussteller und die Zeugin. 

1 Datum: . . . Wienn, an mitichen vor 

sand Augustinstag. 

Original, Pergament. Mit zwei unversehrten, an- 

1 hangenden Siegeln. 

i 3370 1439, J^^cember 6, Wien. 

Jacob Paucker, des Stiftes St. Dorothea 

Amtmann vor dem Stubenthore, erklärt auf 

I Grund der im Namen des Propstes von 

St. Dorothea von dem geistlichen Bruder 



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Archiv des Chorherrenstiftes St Dorothea in Wien. 



23 



Peter Schaffer gegen Hanns den Heberler 
und Hanns den Räbel, Weingartenbesitzer 
vor dem Stuben thore, vorgebrachten Klage, 
dass sie schon jahrelang keine Abgaben lei- 
sten, auf Grund der Erhebungen durch Peter 
Niderl, Thomas Drumel und Hanns Traut- 
mann die Weingärten der Grundherrschaft 
St. Dorothea verfallen. 

Zeugen und Siegler: Ulrich Hirssawer, 
Stadtschreiber zu Wien, Hanns der Marh- 
egker, Bürger zu Wien. 

Datum: . . . Wienn, an sand Niclastage. 

Original, Pergament. Mit zwei unversehrten, an- 
hangenden Siegeln. 

2371 1440, September 22, Wien, 

Hanns Steger, Ritter, verkauft eine Gült 
von 42 Eimern Wein, gelegen auf Weingärten 
zu Döbling in dem «Hard», 42 Pfennige 
Vogtrecht und 32 Pfennige Grundrecht auf 
Weingärten ebendaselbst, i Pfund Pfennige 
gelegen zu «Nidern Velebrunn unterm Prauns- 
perig» auf einem halben Lehen, worauf Wolf- 
gang der Perigawer ansässig ist, an Herrn 
Nicolaus, Propst des Stiftes St. Dorothea, um 
500 Pfund Wiener Pfennige. 

Zeugen: Stephan Schernhaimer und Mi- 
chel Linnfelder, beide Bürger zu Wien. 

Siegler: Der Aussteller und die beiden 
Zeugen. 

Datum : . . . Wienn, an pfintztag nach des 
heiligen Krewcztag als es erhöcht ist worden. 

Original, Pergament. Mit drei unversehrten, an- 
hangenden Siegeln. 

3372 1440, October jcV, Wien. 

Thomas Hergesperg, ansässig «an der 
Newstift», Amtmann und Bergmeistcr über 
die vor dem Weinhaus gelegenen Wein- 
gärten des Stiftes St. Dorothea, erklärt, dass 
er auf Grund der Klage des Licnhart von 
Kirichperg, Dieners und Bevollmächtigten 
des Propstes des Stiftes St. Dorothea, offenes 
Gericht gehalten habe und folgende Wein- 
gärten wegen «urbau und versessenen dienst» 
der Grundherrschaft Stift St. Dorothea ver- 
fallen seien: i. der Grundholden Barbara Ekg, 
Witwe des Erhart Ekg, gelegen an dem 
«Alsegkg» an der -«Winkleitn», zunächst 



Niclas des Subenbergs Weingarten; 2. Ulrich 
des Wechpekchs Weingarten, ebendaselbst 
nächst Caspar des Puechuellcrs Weingarten; 
3. Thomas Chuens Weingarten, gelegen in 
der Hagenau, nächst dem Weingarten der 
Frau Anna Newnburg, Witwe nach Stephan 
Newnburg; 4. Wolfgang von Puseyls des 
Kürsners Weingarten ebendaselbst gelegen; 
5. Albrecht des Weinmeisters Weingarten in 
der Hagenau. 

Zeugen und Siegler: Stephan der Sehern - 
haim und Wenzel Rawber, Bürger zu Wien. 

Datum: . . . Wienn, an sand lucas tag 
des heiligen ewangelisten. 

Original, Pergament. Mit zwei unversehrten, an- 
hangenden Siegeln. 

3373 1441, Juli II, Wien. 

Schwester Petronella die Pokchlin, zur 
Zeit Meisterin des Frauenordens zu St. Jacob 
auf der Hülben in Wien, verpflichtet sich 
im Namen des Conventes aus Dankbarkeit 
für die dem Convent von der ehrsamen Frau 
Magdalena Lehenholtz, des Georg Lehenholtz 
Witwe, verkauften Gülten, Holden und Zin- 
sen zu Medling, Gundramstorf und Berch- 
tholdsdorf, für dieselbe und ihre Angehö- 
rigen zu ewigen Zeiten allwöchentlich in 
ihrem Kloster auf unserer lieben Frauenaltar 
drei heil. Messen lesen zu lassen. Dazu wollen 
sie dem jeweiligen Propst von St. Dorothea 
am Michaelstag von obbemelten Gülten 
60 Wiener Pfennige geben, wofür er nach- 
forschen soll, ob die drei Messen gelesen 
wurden. Wenn solches nicht geschehen sei, 
sollen sie dem Propst und seinem Gottes- 
hause 50, oft 60 Pfennige geben und dazu 
alle versäumten Messen wieder erstatten und 
lesen lassen. 

Zeuge: Johannes, Abt zu den Schotten. 

Siegler: Die Ausstellerin, der Convenl 
und der Zeuge. 

Datum: . . . Wienn, an mitichen nach 
sand Ulreichstag des heiligen bischoves. 

Original, Pergament. Die drei Siegel fehlen. 

2374 1441, August 2^, Wien. 

Niclas der Fridberger, des Stiftes St. Do- 
rothea Amtmann zu Nussdorf, erklärt den 



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dem Hanns dem Kuepekchen gehörigen, im 
«Töblinger Hard> gelegenen Weingarten 
wegen «urbau und verseüenen dienst» der 
Grundherrschaft Stift St. Dorothea verfallen. 

Zeugen und Siegler: Conrad Strobl, 
Bürger zu Wien, und Ulrich Hirssawer, 
Stadtschreiber. 

Datum ; . . . Wienn, an sand Augustins 
abenndt. 

Original, Pergament. Mit zwei anhangenden Sie- 
geln, von welchen das zweite beschädigt. 

•3375 1443, Mär:{ 28, Wien. 

Katharina die Pobin, Witwe nach Mi- 
chel den Lienvelder, verkauft eine jährliche 
Gült von 10V2 Pfund und 42 Pfennigen an 
Herrn Nicolaus, Propst des Stiftes St. Doro- 
thea, um eine bestimmte (nicht genannte) 
Summe Geldes. Von dieser Gült liegen 
14 Schilling 20 Pfennige Grunddienst auf 
dem Hause des Erhart Stamer in Nuss- 
dorf, 60 Pfennige auf dem Hause des Hay- 
mel Welser in Heiligenstadt, 12 Schillinge 
und 15 Pfennige auf dem Hause des Jacob 
Scheprer in Nussdorf, 4 Schillinge und 
2 Hühner zu Grunddienst und 3o Pfennige 
für den Wassergang auf der Mühle im Kirch- 
bach des Wolfgang Mulvelder, 3 Schillinge 
und 42 Pfennige für den Wassergang auf 
der Mühle des Mathes Pekch, 24 Schillinge 
auf dem Weingarten des Philipp Rosler, 
I Pfennig Grunddienst auf einer «Leiten» 
nächst Ulrich Keppls Weingarten, 12 Schil- 
linge auf den Weingärten des Wolfgang 
Scher. 

Zeugen und Siegler: Lucas der Godin- 
ger (Vetter des Ausstellers), Ulrich der Zi- 
scherl und Hanns der Kamrer, Bürger zu 
Wien. 

Datum: . . . Wienn, an pfintztag vor 
Letare in der vasten. 

Original, Pergament. Mit drei unversehrten, an- 
hangenden Siegeln. 

3876 1443 Mai 2y, Wien. 

Friedrich, römischer König, Herzog zu 
Oesterreich, bestätigt die vom Herzoge Al- 
brecht dem Stifte St. Dorothea anno 1423 
verliehenen Privilegien und Freiheiten. 



Siegler: Der Aussteller. 

Datum : . . . Wienn, an montag vor dem 
heiligen auffarttag. 

Original, Pergament. Mit grossem, unversehrten 
Siegel. 

2877 1443, •^""^ 2^> Wien. 

Niclas Teschler, Stadtrichter zu Wien, 
verfügt die pfandrechtliche Versicherung der 
von Kunz Kantzier, « peuglpekcher ^ vor 
dem Schottenthore, dem Propste Niclas des 
Stiftes St. Dorothea schuldigen i3 Pfund 
Wiener Pfennige. Vertreter des Pröpsten ist 
sein Diener Johannes Würslegl. 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum: . . . Wienn, an mittichen nach 
sand Johannstag. 

Original, Pergament. Mit beschädigtem, anhan- 
gendem Siegel. 

2878 1443, Juli 20, Wien. 

Bürgermeister Hanns Steger, Ritter, und 
der Rath der Stadt Wien, bestätigen, von Herrn 
Martin von Gurkfeld, Pfarrer zu Tifer, 600 un- 
garische Gulden in Gold erhalten zu haben, 
mit der Bestimmung, jährlich um Lichtmess 
3o ungarische Goldgulden dem Stifte St. Do- 
rothea zu übergeben, wovon 27 ungarische 
Gulden den Armen im Bürgerspitale zu ver- 
theilen sind, die übrigen 3 ungarischen Gulden 
zur Abhaltung eines Jahrtages mit Vigil und 
Seelenamt im Stifte St. Dorothea bestimmt 
sind. 

Siegler: Die Stadt Wien mit dem klei- 
nen Siegel. 

Datum : . . . Wienn, an samstag nach 
sand Margrethentag der heiligen jungfrawn. 

Original, Pergament. Siegel fehh. 

Auf der Rückseite der Urkunde steht Folgendes 
geschrieben: «Den 1. Aprilio i623 hat sich die Strittig- 
keit zwischen dem Gottshaus S. Dorothea u. denen von 
Wien, welche seithero des 1570 Jahres invermeldts Geld 
nicht erlegt und deswegen solcher Ausstand nachmahlen 
1593 durch H. Propst Christoph, nachmahl durch H. 
Pröpsten Andreas jetzt Prälat zu Klosterneubui^ und 
folgends durch Propst Hieronymus berichtet, durch güt- 
liche H. H. Commissarien dahin verglich, dass die von 
Wien von jetziger Fastenzeit an dem H. Pröpsten zu 
S. Dorothea u. also jährlich zu invermeldter Zeit von den 
in diesem Brief benannten 3o ungarische Gulden id est 
Ducaten von jedem derselben sollten geben zwei reini- 



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25 



sehe Gulden, das macht 60 fl. Davon sollen 54 fl. durch 
Herrn Pröpsten oder Seiner Chorbrüdem Einer im Bei- 
sein H. Spittlmeisters den Armen im Bürgerspital aus- 
getheilt und auch in dem Gottshaus St. Dorothea jährlich 
ein Anniversarium für Ihren Stifter Martinum solle ge- 
halten werden, für dessen Haltung die übrigen 6 fl. dem 
H. Pröpsten verbleiben. Bei diesem Vergleich sind ge- 
wesen: H. Augustinus Abt zu den Schotten, H. Christian 
SchäflFler I. N. D. N. Oe. Regimentsrath als H. H. Comis- 
sarii, H. Hieronymus Propst zu St. Dorothea, H. Simon 
Höfler J. U. D. Syndic, H. Johann Häringshauscr, H. 
Ulrich Wort, des Innern Stadtraths, H. von Huctier, 
Buchhalter». 

2379 1443, Wien. 

Testament der Frau Anna von Krayg, 
Witwe nach Leopold von Krayg, worin sie 
1000 Pfund Wiener Pfennige für verschiedene 
Stiftungen vermacht, und zwar 400 Pfund 
Wiener Pfennige den geistlichen Herren zu 
St. Dorothea, damit sie für ihr, ihres ver- 
storbenen Mannes und ihrer Kinder Seelen- 
heil beten und ein ewiges Licht in der Kirche 
erhalten sollen, ferner den geistlichen Herrn 
zu den Predigern zu Wien 50 Pfund Wiener 
Pfennige, den geistlichen Frauen zu den 
Himmelpforten zu Wien 100 Pfund Wiener 
Pfennige, ferner dem Gotteshause Jerus,^) wo 
eine ihrer Töchter begraben ist, 50 Pfund 
Wiener Pfennige, der Pfarrkirche von Vistritz 
3o Pfund Wiener Pfennige zu dem Bau, der 
Kirche der alten Stadt, die bei Lanndstain 
liegt, 20 Pfund Wiener Pfennige zu dem 
Bau, den Minderbrüdern zu Wien 50 Pfund 
Wiener Pfennige, ferner den Augustinern zu 
Wien. 15 Pfund Wiener Pfennige für eine 
Messe, den Weissenbrüdern 10 Pfund Wiener 
Pfennige für eine Messe, den bekehrten Frauen 
zu St. Jeronymus 10 Pfund Wiener Pfen- 
nige, für das Kloster St. Clara 10 Pfund 
Wiener Pfennige, für das Kloster zu St. Lo- 
renz 10 Pfund Wiener Pfennige, dem Pfar- 
rer von St. Michael 12 Pfund Wiener Pfen- 
nige für eine Messe, den geistlichen Frauen 
zu St. Jacob auf der Hulben 10 Pfund Wiener 
Pfennige, dem Kloster von St. Andre zu Fre- 
ting IG Pfund Wiener Pfennige, der Pfarr- 
kirche von Stalegk 10 Pfund Wiener Pfen- 



I) Das Prämonstratenserstift Geras in Niederöster- 
reich bei Drosendorf. (V. O. M. B.) 

Regesten zur Geschichte der Stadt Wien. III. 



I nige, ihrem Diener dem Häschko 3o Pfund 

Wiener Pfennige, dem Diener Michael 6 Pfund 

Wiener Pfennige, der Jungfrau Mechna, ihrer 

I Dienerin, 50 Pfund Wiener Pfennige, der 

Prunestorferin, ihrer Altfrau, 40 Pfund Wiener 

I Pfennige und dem Propst von St. Dorothea 

72 Pfund Wiener Pfennige zur Anschaffung 

I eines Kelches. Diesen ihren letzten Willen 

sollen in Jahresfrist nach ihrem Tode voll- 

I führen ihre Schwäger, die Herren Chunrat 

' und Hanns von Krayg. 

Zeugen: Herr Stephan von Zelking von 

Hirsperg und Herr Reimprecht von Eberstorf. 

Siegler: Die Ausstellerin und die Zeugen. 

Datum : . . . Wicnn, vor dem sunntag 

Judica in der vasten. 

Original, Pergament. Mit drei Siegeln, von denen 
das der Aussteller in und des ersten Zeugen beschädigt, 
jenes des zweiten Zeugen unversehrt ist. 

2380 1444, Februar 9, Wien, 

Johannes, Abt zu den Schotten, bestätigt, 
dass er dem Propste des Stiftes St. Dorothea, 
Nicolaus, eine Gült jährlicher 3o Pfennige 
Grunddienstes, gelegen auf dem Strohhofe 
auf der Landstrasse vor dem Stubenthore, 
wo nun zwei sogenannte Schlögerische Häuser 
gelegen sind, in Tausch gegeben habe für 
eine Gült jährlicher 3o Pfennige, gelegen auf 
einer Hofstatt Weingarten in der Hierspeunt 
hinter des «Greifen» Stadel und nächst des 
Paul des Humeis Weingarten. 
Siegler: Der Aussteller. 
Datum ; . . . Wicnn, an eritag nach unser 
lieben frawntag der liechtmess. 

I Original, Pergament. Mit zwei unversehrten, an- 

j hangenden Siegeln. 

t 

i 2381 1444, ^^^>T 'Uy Wien, 

I Ursula Weinperger, Frau des Oswald 

Weinpergcr, Bürgers zu Wien, verkauft i Joch 
Weingarten gelegen, zu Grinzing in der 
«Arnoldsau» nächst Thomas des Wambeissers 
Weingarten, genannt der «Gern», mit Be- 
willigung der Grundobrigkeiten des Herrn 
Benedict von Warttenberkch, Comthur des 
Johanniterordens in der Kärntnerstrasse, der 
Frau Susanna, Aebtissin des Klosters St. Clara, 
und des Herrn Caspar, Propst zu St. Polten, 

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um i38 Pfund Wiener Pfennige an Martin 
Fliehenascher, Bürger zu Wien, und Catha- 
rina seine Frau. 

Zeugen und Siegler: Benedict von Wart- 
tenberkch, Comthur des Johanniterordens in 
der Kärntnerstrasse, Susanna, Aebtissin des 
Klosters St. Clara, Caspar, Propst zu St. Pol- 
ten, Wolfgang Karner, Bürger zu Wien. 

Datum: . . . Wienn, an pfintztag nach 
Letare in der vasstenn. 

Original, Pergament. Mit vier anhangenden Siegeln, 
von denen die ersten drei arg beschädigt sind. 

3882 i444> Mai 2j, Liechtenstein. 

Frau Margaretha Ludmannstorfferin, 
Witwe nach Stephan Ludmannstorffer, und 
ihr Sohn Oswald Ludmannstorffer verkaufen 
ihre freieigene Gült jährlicher 3o Eimer Wein 
Bergrecht, 65 Pfennige Vogtrecht und 3 Schil- 
ling 27 Pfennige Grunddienst, gelegen auf 
Weingärten in Alssegk, in der Walligris, in 
der Hagenau und in Erkamannspichl; sowie 
den halben Weinzehent von 11 Joch Wein- 
gärten, ^2 Pfund Pfennige Grunddienst, ge- 
legen auf einem Hofe, genannt der «Gerstler- 
Hof», ferner den halben Zehent von den 
Aeckern dieses Hofes an Herrn Nicolaus, 
Propst des Stiftes St. Dorothea, um 36o Pfund 
Wiener Pfennige. 

Zeugen: Linhart Hechelhaimcr, ansässig 
zu Prunn, Hanns Stampekch, Rath zu 
Medling. 

Siegler: Die Aussteller und die Zeugen. 

Datum: . . . Liechtenstain, an mittichen 
nach sand Urbanstag des heiligen papst und 
martrer. 

Original, Pergament. Mit vier unversehrten, an- 
hangenden Siegeln. 

238:} 1444* Mai 90, Wien, 

Conrad von Krayg, König Friedrichs 
Oberstkämmercr, oberster Hofmeister und 
Hauptmann in Kärnten, und Crescentia, seine 
Gemahlin, weiland des Herrn Jacob von 
Stubenberg Tochter, schenken dem Propste 
und dem Convente von St. Dorothea ein 
Haus, das zu Wien in der ßaderstrasse ge- 
legen ist, an der einen Seite nächst dem Neu- 



gebäude desselben Klosters, worin der Kreuz- 
gang sich befindet, an der anderen Seite 
nächst dem Hause des Herrn Nicolaus von 
Liechtenstein von Murau, seines Schwagers 
und Oheims. Dieses Haus kam von weiland 
Herrn Bernhard von Liechtenstein an Herrn 
Rudolf von Liechtenstein und von diesem an 
Krayg und wird gemeiniglich der «Mayerhof» 
genannt. 

Zeugen: Herr Hanns von Eberstorff, 
oberster Kämmerer in Oesterreich, und Herr 
Johann Krayg, oberster Truchsess in Kärnten 
und Hauptmann zu Drosendorf (Bruder des 
Conrad von Krayg). 

Siegler: Die Aussteller, Hanns von Ebers- 
torff, Johann Krayg. 

Datum: . . . Wienn, an dem heiligen 
pfingstabendt. 

Original, Pergament. Mit vier unversehrten 
Siegeln. 

2:}84 1444, Juli 10, Berchtoldsdorf. 

F'riedrich, römischer König und Herzog 
von Oesterreich, bestätigt die Schenkung Con- 
rads von Krayg, obersten Hofmeisters und 
Hauptmanns in Kärnten, bestehend in dem 
Hause in der Baderstrasse, an den Propst und 
Convent von St. Dorothea. 
Siegler: Der Aussteller. 
Datum ; . . . Bcrchtoldstorf, an frcitag 
j vor sand Margretentag. 
! Original, Pergament. Siegel fehlt. 

2885 1445, Juni rV, Wiener-Neustadt. 

Hanns von Stubenberg, Hauptmann in 
' Steiermark, gibt seine Einwilligung zu der 
1 von Herrn Conrad von Krayg und Cres- 
centia, seiner Hausfrau, einer gebornen Stu- 
I benberg und Schwester des Hanns von Stu- 
benberg, gemachten Schenkung des PVeihauses 
in der Baderstrasse an den Propst und Con- 
vent von St. Dorothea. 

Zeuge: Herr Ulreich von Stubenberg 
fsein Vetter). 

Siegler: Der Aussteller und der Zeuge. 
Datum: . . . Newnstatt, an erchtag nach 
' sant Erasemtag. 

j Original, Pergament. Mit zwei unversehrten 

' Siegeln. 



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3386 144"^, Juli 2j, Wien. 

Bruder Georg Walder, Prior des Klo- 
sters zu den Predigern in Wien, verpflichtet 
sich im Namen des Conventes aus Dankbar- 
keit für das von Anna von Mezzertz, Witwe 
nach Leopold von Krayg, dem Kloster ver- 
liehene Legat, bestehend in 10 Pfund Wiener 
Pfennige von ihrem in der Färberstrasse am 
Eck, St. Dorothea gegenüberliegenden Hause, 
das ganze Jahr hindurch w^öchentlich sieben 
heil. Messen für ihren verstorbenen Mann 
und ihre übrigen verstorbenen Verwandten, 
nach ihrem Tode aber wöchentlich zwei 
heil. Messen an jedem Mittwoch und drei 
Jahrtagsmessen lesen zu lassen. Im Unter- 
lassungsfalle sollen sie dem Stifte Dorothea 
zu Pön verfallen sein und i Pfund Wachs 
geben, so oft eine Messe unterlassen wird. 

Siegler: Die Aussteller und die Zeugen. 

Datum ; . . . Wienn, an freitag vor sand 
Jacobstag des heiligen zwelifpoten. 

Original, Pergament. Mit zwei unversehrten Siegeln, 

2387 144-5, November 11, Wien, 

Veit Sailer, Bürger zu Kempten, klagt 
vor dem Bergmeister des Stiftes St. Dorothea, 
Michael Pergmayer, Hermann den Sattler, 
sesshaft in der Scheffstrasse vor dem Stuben- 
thore, wegen Nichtbezahlung einer Schuld 
von i37 ungarischen Gulden, die er ihm auf 
seine zwei Weingärten vorgestreckt habe. 
Von diesen ist der eine 7 Achtel gross und 
deni Stifte St. Dorothea mit 35 Wiener Pfen- 
nigen dienstbar, der andere i Viertel gross 
und demselben Stifte mit 272 und 20 Pfen- 
nigen dienstbar, beide grenzen einerseits an 
des cJobsten Kramer des Leinwater», ander- 
seits an des «Andreas Kalbshaupts» Wein- 
garten. Michael Pergmayer trifft die richter- 
liche Entscheidung, diese Weingärten seien, 
da Hermann der Sattler auf dreimalige Vor- 
ladung nicht erschienen, innerhalb Jahres- 
frist dem Veit Sailer verfallen. 

Zeugen und Siegler: Hanns Marhegker 
und Hanns Rauenspurger. 

Datum ; . . . Wienn, an sand Mertentag. 

Original, Pergament. Mit zwei beschädigten, an- 
hangenden Siegeln. 



3388 1446 > August 7, Wien. 

Haymeran Welser, des Stiftes St. Doro- 
thea Amtmann über den «Töblinghard», 
erklärt den Dietrich dem Trager von Grin- 
zing gehörigen und in «Töblinghard» ge- 
legenen Weingarten wegen «Urbau und ver- 
sessenen Dienstes» der Grundherrschaft Stift 
St. Dorothea verfallen. 

Zeugen und Siegler: Hanns der Vier-, 
egken, Bürger zu Wien, und Ulrich Menk- 
chofer. 

Datum: . . . Wienn, sunntag nach sand 
Stephanstag im snit. 

Original, Pergament. iMit zwei unversehrten, an- 
hangenden Siegeln. 

3389 i44(h October /. 

Wilhelm Merting, Bürger zu Wien, ver- 
kauft einen * \ und Vie J^^^ grossen Wein- 
garten, gelegen am «Purkstab nächst Hanns 
des Waldners Weingarten und dem Stifte 
Klosterneuburg mit i Eimer und 2^3 Stauf 
zu Bergrecht und 3 Helbling zu Vogtrecht 
dienstbar, an Hanns Haringsee, Bürger zu 
Wien, um 250 Pfund Pfennige. 

Zeugen : Wolfgang der Müstinger, Berg- 
meister des Stiftes Klosterneuburg, und Ul- 
rich Hirssawer, Stadtschreiber zu Wien. 

Siegler: Der Aussteller und die Zeugen. 

Datum: . . . Samstag nach sand Mi- 
chelstag. 

Original, Pergament. Mit drei anhangenden Sie- 
geln, von welchen das erste unversehrt, die beiden an- 
deren beschädigt sind. 

2390 1447, Märi 8, Wien. 

Kaiser Friedrich verordnet, dass in der 
Streitigkeit zwischen der Stadt Wien und 
dem Prior von Mauerbach und dem Propst 
von St. Dorothea, des Weinschankes halber, 
es durch acht Jahre bei der Verordnung 
seines sei. Herrn Vetters, König Albrechts, 
verbleiben soll. 

Siegler: Der Kaiser. 

Datum: . . . Wienn, an mittichen nach 
dem sunntag Reminiscere in der vasten. 

Original, Pergament. Ohne Siegel. 

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2391 1447 f August jo, Wien, 

Nicolaus von Liechtenstein von Murau, 
Erbmarschall in Kärnten und oberster Käm- 
merer in Steiermark, verkauft an Herrn Niclas, 
Propst, und an den Convent von St. Doro- 
thea einen Theil seines Hauses in der Färber- 
strasse, das an seine Kanzlei anstosst, sammt 
der Schiedmauer, «die von der Färberstraße 
entrichs abgeht bis an die Hintergassen», mit 
Allem, was zwischen dem Hause und der 
Schiedmauer gelegen ist, um 250 Pfund 
Wiener Pfennige. 

Zeugen: Albrecht von Potendorff (sein 
Schwager) und Michel Ruttenstokch, Bürger 
zu Wien. 

Siegler: Der Aussteller und obgenannte 
Zeugen. 

Datum: . . . Wienn, an mittichen vor 
sand Giligentag. 

Original, Pergament. Mit drei kleinen Siegeln in 
dunklem Wachs. 

3392 1447, September (j, Wien. 

Friedrich III., römischer König und Her- 
zog zu Oesterreich, bestätigt den Verkauf 
eines Theiles des Freihauses in der Färber- 
strasse sammt der Schiedmauer durch Nico- 
laus von Liechtenstein an Propst Niclas und 
den Convent von St. Dorothea. Auch schenkt 
er dem Stifte St. Dorothea für diesen Theil des 
Hauses, sowie für das von Conrad von Krayg 
an das Stift gekommene Haus Steuerfreiheit. 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum : . . . Wienn, an samstag nach 
unserer lieben frawntag der gepurd. 

Original, Pergament. Mit unversehrtem, kleinen 
Siegel. 

3393 1447, ^^ovember j, Wien. 

Dorothc Grel vermacht mit Bewilligung 
der Grundherrschaft ihrem Manne Jörgen 
Grel ihr in Nussdorf zwischen den Besitzun- 
gen des Stephan Eysenkolb und Stephan 
Talar gelegenes Haus sammt Weingarten und 
«protpenkch», welches dem Deutschen Haus 
zu Wien mit 4* ^ Pfund Wiener Pfennige 
dienstbar ist. 

Zeugen und Siegler: Wilhelm Swink- 
chris, Hauscomthur des Deutschen Hauses 



zu Wien, Oswald Weinperg, Bürger zu 
Wien. 

Datum : . . . Wienn, an eritag vor sand 
Merttenstag. 

Original, Pergament. Mit zwei unversehrten, an- 
hangenden Siegeln. 

3394 144^, Februar 10, Wien. 

Michael Perkchmaier, des Stiftes St. Do- 
rothea Amtmann vor dem Kärntnerthore, er- 
klärt auf Grund der vom Vertreter des Stiftes 
Lienhart von Kirchperg vorgebrachten Klage 
die nachbenannten Weingärten wegen jahre- 
langer Nichtbezahlung des Grunddienstes der 
Grundherrschaft Stift St. Dorothea verfallen. 

1. Des Niclas des Stettners ^"eingarten, ge- 
legen in der oberen Setzen, angrenzend an 
den Weingarten des Merten des Chol, i Achtel 
gross, von welchem der 7 Pfennige betragende 
Grunddienst acht Jahre nicht bezahlt wurde. 

2. Hanns des Emerstorfers Weingarten, ge- 
legen bei der Reingrub nächst des Michel 
des Rogners Weingarten, von welchem der 
Grunddienst von 20 Pfennigen sieben Jahre 
nicht bezahlt wurde. 3. Stephan des Vor- 
stehers Weingarten, gelegen in der niederen 
Setzen nächst des Paul des Hackchers Wein- 
garten, I Viertel gross, von welchem der 
Grunddienst von 45 Pfennigen durch fünf 
Jahre nicht bezahlt wurde. 4. Niclas des 
Stumphs Weingarten, gelegen in der niederen 
Setzen nächst Ulrich des Stockingers Wein- 
garten, von welchem der Grunddienst von 
40 Pfennigen durch drei Jahre nicht bezahlt 
wurde. 5. Weingarten des Herrn Petern, 
Caplan einer ewigen Messe auf unserem 
PVauenaltar zu St. Stephan, gelegen in der 
Lurluckchen nächst Linharts des Glumphens 
Weingarten, von welchem der Grunddienst 
von 37 Pfennigen durch sieben Jahre nicht 
bezahlt wurde. 6. Görgen des Weyers 
Weingarten, gelegen in der niederen Setzen 
nächst Margarethens, des Kunrats des Chal- 
mans Tochter, Weingarten, von welchem der 
Grunddienst von 15 Pfennigen sieben Jahre 
hindurch nicht bezahlt wurde. 

Zeugen und Siegler: Jörg der Pruntaler, 
Bürger und Kirchenmeister an der St. Michaels- 
kirche in Wien, und Ulrich Menkchouer. 



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29 



Datum: . . . Wienn, an suntag als man 
singet Invocavit in der vasten. 

Original, Pergament. Mit zwei unversehrten, an- 
hangenden Siegeln. 

3395 144S, Februar 10, Wien. 

Michael Perkchmair, des Stiftes St. Do- 
rothea Amtmann vor dem Kärntnerthore, er- 
klärt auf Grund der vom Vertreter des Stiftes 
Lienhart von Kirchperg vorgebrachten Klage 
die nachbenannten Weingärten wegen jahre- 
langer Nichtbezahlung des Grunddienstes der 
Grundherrschaft Stift St. Dorothea verfallen. 
Diese Weingärten sind: i. Des Syoten des 
Pogners von Passau Weingarten, i Achtel 
gross, zunächst des Leopold des Stickers 
Weingarten, von welchem der Grunddienst 
372 Pfennige beträgt und durch fünf Jahre 
nicht gezahlt wurde. 2. Des Erhart und der 
Anna Stantvest Weingarten, i Viertel gross, 
angrenzend an den Weingarten der Anna, 
Witwe des Stephans des Meichsners, von 
welchem der Grunddienst von 7 Pfennigen 
sieben Jahre unbezahlt blieb. 3. Des Andres 
des Liechtkamrer Weingarten, i Viertel gross 
und angrenzend an den Weingarten des Tho- 
mas des Fuchsen, von welchem 7 Pfennige 
Grunddienst sieben Jahre nicht bezahlt wur- 
den. 4. Des Jacob des Zcrers Weingarten, 
I Viertel gross, zunächst des Weingartens der 
Margarethe, Witwe des Peter des Füchseis, 
von welchem der Grunddienst von 7 Pfen- 
nigen durch drei Jahre nicht bezahlt wurde. 
5. Der Margarethe des Fuchslin Weingarten, 
3 Achtel gross, angrenzend an des Thomas 
Paumgartner, Pogners, Weingarten, von wel- 
chem der Grunddienst von i^s Pfennigen 
zwei Jahre nicht bezahlt wurde. 6. Des Jacob 
des Zerers Weingarten, i Viertel gross, zu- 
nächst des Weingartens des Paul des Him- 
mels, von welchem 7 Pfennige Grund dienst 
drei Jahre nicht bezahlt wurden. Die Er- 
hebungen führten: Lorenz Kerindhall, Ulrich 
Meichsner, Hanns Herwart und Hanns Mes- 
singschaber. 

Zeugen und Siegler: Jörg der Pruntaler, 
Bürger und Kirchenmeister an der St. Michaels- 
kirche in Wien, und Ulrich Menkchouer. 



Datum: . . . Wienn, an suntag als man 
singet Invocavit in der vasten. 

Original, Pergament. Mit zwei unversehrten, an- 
hangenden Siegeln. 

3396 i45o, November 26, Wien. 

Die Eheleute Stephan und Dorothea Pair 
verkaufen ihre in der Pairgasse auf dem 
Nussbache nächst Merten des Zumphls Be- 
sitzung gelegene und dem Stifte St. Doro- 
thea mit 3 Schillingen und 42 Pfennigen 
dienstbare Mühle an Wolfgang Mülfelder, zu 
Heiligenstadt ansässig, um 40 Pfund Wiener 
Pfennige. Sie selbst haben die Mühle von 
den Eheleuten Mathes und Margarethe Spie- 
gelperger gekauft. 

Zeugen und Siegler: Thomas Holty von 
Heiligenstadt. 

Datum ; . . . Wienn, pfintztag nach sand 
Katreintag. 

Original, Pergament. Mit zwei beschädigten, an- 
hangenden Siegeln. 

2397 1450, December 18, Wien, 

Wolfgang Holnbrunner, Bürger zu Wien, 
verkauft i Viertel Weingarten, zu «Kalnperg 
an dem Purkstal» nächst des Pfarrers Wein- 
garten gelegen und dem Stifte Klosterneuburg 
in den dem Stifte gehörigen Hof zu Kaln- 
berg mit ^2 Eimer zu Bergrecht und i Pfen- 
nige zu Vogtrecht dienstbar, mit Einwilligung 
der Grundherrschaft an die zu Heiligenstadt 
ansässigen Eheleute Stephan und Dorothea 
Pair. 

Zeugen: Mathes Prell, Chorherr und 
oberster Kellerer des Stiftes Klosterneuburg, 
Ulrich Hirssawer, Stadtschreiber zu Wien 
(Schwager des Ausstellers). 

Siegler: Der Aussteller und die beiden 
Zeugen. 

Datum ; . . . Wienn, an freitag vor sannd 
Thomastag des heiligen zwelfpoten. 

Original, Pergament. Mit drei unversehrten, an- 
hangenden Siegeln. 

2398 i45'2, Juni g, Wien. 

Martin Fliechenaschen, Bürger zu Wien, 
und seine Frau Katharina verkaufen i Joch 
Weingarten, gelegen zu Grinzing in der Ar- 



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noldsau nächst Hanns des Krewssens Wein- 
garten, genannt der cGern», mit Bewilligung 
der Grundobrigkeiten — des Herrn Andreas 
Gigr, Comthur des Johanniterordens in der 
Kärntnerstrasse, der Frau Susanna Swein- 
barterin, Aebtissin des Klosters St. Clara und 
des Meisters Merten Guidein, Lehrer in der 
Arznei und Verweser des Gotteshauses zu 
St. Polten — um eine bestimmte (nicht ge- 
nannte) Summe Geldes an Herrn Nicolaus, 
Propst des Stiftes St. Dorothea. 

Zeugen und Siegler: Andreas Gigr, Com- 
thur des Johanniterordens, Susanna Swein- 
barterin, Aebtissin des Klosters St. Clara, 
Meister Merten Guidein, Verweser des Gottes- 
hauses St. Polten. 

Datum: . . . Wienn, an freitag nach 
gotsleichnamstag 

Original) Pergament. Mit vier unversehrten, an- 
hangenden Siegeln. 

2399 1452, Juni p, Wien. 

Martin Fliechenaschen, Bürger zu Wien, 
und seine Frau Katharina verkaufen V2 ^^^^ 
und I Sechstel Weingarten, gelegen in der 
Arnoldsau zu Grinzing nächst Leopold des 
Weissens Weingarten und dem Stifte Klo- 
sterneuburg dienstbar, um eine bestimmte 
(nicht genannte) Summe Geldes an Herrn 
Nicolaus, Propst des Stiftes St. Dorothea. 

Zeugen und Siegler: Oswald Reicholf, 
Bürgermeister zu Wien und Bergmeister des 
Stiftes Klosterneuburg, und Ulrich Menk- 
chofer, Bürger zu Wien. 

Datum: . . . Wienn, an freitag nach 
gotsleichnamstag. 

Original, Pergament. Mit zwei unversehrten, an- 
hangenden Siegeln. 

3400 14^2, August I, Wien. 

Michael Paumgartner, Bürger zu Wien, 
verkauft seinen 5 Viertel grossen Weingar- 
ten, gelegen zu Heiligenstadt am «Hunger- 
perg Sumerleitten» nächst Hanns Aigleins 
Weingarten, dem Stifte Klosterneuburg mit 
2 Eimern Wein zu Bergrecht und 3 Pfen- 
nigen zu Vogtrecht und dem Frauenkloster 
St. Clara mit '/g Eimer Wein zu Bergrecht 
und I Helbling zu Vogtrecht und Hermann 



dem Eybennstciner i Vj Eimer Wein zu Berg- 
recht und 3 Helbling zu Vogtrecht dienstbar, 
mit Einverständniss der Grundherrschaften an 
Herrn Nicolaus, Propst des Stiftes St. Doro- 
thea, um eine bestimmte (nicht genannte) 
Summe Geldes. 

Zeugen und Siegler: Hanns Hechtel, 
Chorherr und oberster Kellerer des Stiftes Klo- 
sterneuburg, Schwester Susanna die Swein- 
barterin, Aebtissin zu St. Clara in Wien, 
Hermann der Eybennsteiner, Ulrich Kappel 
zu Nussdorf. 

Datum ; . . . Wienn, an eritag vor sand 
Slephanstag Inventionis. 

Original, Pergament. Mit vier unversehrten, an- 
hangenden Siegeln. 

2401 1452, December i5, Wien. 

Die Eheleute Stephan und Dorothea Pair, 
ansässig in Heiligenstadt, verkaufen ihren 
I Viertel grossen Weingarten zu «Kalnperg 
an dem Purkstal», angrenzend an den Wein- 
garten des Pfarrers, gelegen und dem Stifte 
Klosterneuburg in den dem Stifte gehörigen 
Hof zu Kalnberg mit ^2 Eimer zu Berg- 
recht und I Pfennige zu Vogtrecht dienstbar, 
mit Einwilligung der Grundherrschaft an 
Herrn Nicolaus, Propst des Stiftes St. Doro- 
thea, um 75 Pfund Wiener Pfennige. 

Zeugen und Siegler: Hanns Hechtel, 
Chorherr und oberster Kellerer des Stiftes 
Klosterneuburg, Hermann der Eybensteiner, 
Ulrich Kappel zu Nussdorf. 

Datum: . . . Wienn, an freitag vor sannd 
Thomanstag des heiligen zwelifpoten. 

Original, Pergament. Mit drei anhangenden Sie- 
geln, von welchen das erste beschädigt, die beiden an- 
deren unversehrt sind. 

2402' i-^^j, October 7, Wien. 

Michael Perkchmair, des Stiftes St. Do- 
rothea Amtmann vor dem Kärntnerthore, er- 
klärt auf Grund der vom Vertreter des Stiftes, 
Lienhart von Kirchpcrg, vorgebrachten Klage 
nachbenannte Weingärten wegen jahrelanger 
Nichtbezahlung des Grunddienstes der Grund- 
herrschaft Stift St. Dorothea verfallen. i.Des 
Mert Kolls Weingarten in der niederen Setzen, 
nächst Thaman Grewls Weingarten, i Achtel 



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gross, von welchem der Grunddienst von 
24 Pfennigen fünf Jahre nicht bezahlt wor- 
den. 2. Des Andre des Heinerleins Wein- 
garten, gelegen in der Luerluckche nächst dem 
Weingarten, der zu einer ewigen Messe auf 
unserem Frauenaltar zu St. Stephan gehört, 
die weiland Herr Hanns der Zepekh las, von 
welchem Weingarten 3 Helblinge Grund- 
dienst fünf Jahre nicht bezahlt worden. 3. Des 
Fritz Frankhen von Bebenberg Weingarten, 
gelegen an dem oberen Liechtenstain nächst 
Thaman Külbers Weingarten, i Viertel gross, 
von welchem der Grunddienst von 7 Pfenni- 
gen fünf Jahre hindurch nicht bezahlt worden. 

Zeugen und Siegler: Thoman Gerhart 
Sübenburg und Hanns der Vierekch, Bürger 
zu Wien. 

Datum : . . . Wienn, an suntag vor sand i 
Cholmanstag. 

Original, Pergament. Mit zwei unversehrten, an- ' 
hangenden Siegeln. 

2403 1454, Mär:[ 16, Wien. 

Niclas, Propst des Stiftes St. Dorothea, 
bestätigt, von Jacob Starch, Stadtrichter zu 
Wien, 24 Pfund Wiener Pfennige erhalten 
zu haben, welche dem Stifte zu der Qua- 
temberzeit von dem Stadtgerichte zugefallen 
sind. 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum : Viennae, anno Domini MCCCC 
quinquagesimo quarto, an sambstag vor Re- 
miniscere in der vasten. 

Original, Pergament. Mit unversehrtem, aufge- 
drückten Verschlussiegel. 

2404 1455, Januar 11, Wien. 

Hanns Stainpeckh, Richter zu Medling, 
verpflichtet sich, dem Propste Nicolaus und 
dem Convente von St. Dorothea 60 Pfund 
Wiener Pfennige der schwarzen Münze guter 
Landeswährung, die vom Kaiser dem Stifte 
in einem Geschäftsbriefe durch das Medlinger 
Gericht angewiesen wurden, auf Mittfasten 
zu zahlen. 

Zeuge : Veit Schattauer, Bürger zu Wien. 

Siegler: Hanns Stainpeckh und Veit 
Schattauer. 



Datum: . . . Wienn, an sambstag nach 
der heiligen drei künig tag. 

Original, Pergament. Mit zwei unversehrten, an- 
hangenden Siegeln. 

2405 1455, Januar 27, Wien. 

Wolfgang Hergesperger verkauft dem 
Propste des Stiftes St. Dorothea, Nicolaus, 
um eine bestimmte (nicht genannte) Summe 
Geldes seinen Hof, der früher dem «Gerstler» 
gehörte, gelegen in der Hagenau innerhalb 
«Petzleinstor ff» sammt 4 Joch Aeckern, ge- 
legen um den Hof herum, und noch mehrere 
andere dazu gehörige Grundstücke. 

Zeugen und Siegler: Thomas Gerhart 
Sübenburg, Rath der Stadt Wien, Symon 
Lämpel, Bürger zu Wien. 

Datum: . . . Wienn, an eritag vor uns 
lieben frawntag zu der liechtmess. 

Original, Pergament. Mit zwei unversehrten, an- 
hangenden Siegeln. 

3406 1455 Januar 90, Wien. 

Conrad Ennser, Fischer und Bürger zu 
Wien, Wilhelm Dannersperger, Bürger zu 
Brück an der Lcitha, Vormünder über Mar- 
garetha und Barbara, Kinder der verstorbe- 
nen, zu Nussdorf ansässig gewesenen Ehe- 
leute Michel und Elspeth Enscr, verkaufen 
im Namen ihrer Mündel ^g ^^^^ Wein- 
garten, gelegen bei Heiligenstadt am Hunger- 
perg nächst Ulrich des Keppleins Weingarten, 
und dem Herrn Ritter Oswald Reicholf in 
seinem Hofe zu Grinzing mit i Eimer Wein 
zu Bergrecht und i Pfennige zu Vogtrecht 
dienstbar, an Herrn Nicolaus, Propst des 
Stiftes St. Dorothea um 68 Pfund Pfennige. 

Zeugen und Siegler: Ritter Oswald 
Reicholf und Jörg Hawg, Rath der Stadt 
Wien. 

Datum: . . . Wienn, an phintztag vor 
unser lieben frawntag der liechtmess. 

Original, Pergament. Mit zwei unversehrten, an- 
hangenden Siegeln. 

2407 1455, Februar <V, Wien. 

Conrad Ennser der Fischer, Bürger zu 
Wien, und Wilhelm Dannersperger, Bürger 



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zu Brück an der Leitha, verkaufen im Namen 
ihrer Mündel Margaretha und Barbara, 
Töchter des verstorbenen Michael Ennser 
(Vetter des vorgenannten Conrad Ennser), 
einen Weingarten, bei Döbling in «Sauperg» 
nächst des Philipp des Röslers Weingarten 
gelegen und dem Stifte Klosterneuburg 
dienstbar, um 70 Pfund Wiener Pfennige an 
das Stift St. Dorothea. 

Zeugen und Siegler: Hanns Hechtel, 
oberster Kellerer des Stiftes Klosterneuburg, 
und Jörg Hang, Rath der Stadt Wien. 

Datum : . . . Wienn, an sambstag nach 
sand Dorothetag der heiligen junkfraw und 
marterinn. 

Original, Pergament. Mit zwei unversehrten, an- 
hangenden Siegeln. 

3408 1455, Februar 21, Wien. 

Bruder Erhart von Weytra, Prior des 
Augustinerklosters «de larga manica» in 
Wien, tauscht im Namen seines Conventes 
mit Herrn Nicolaus, Propst des Stiftes St. Do- 
rothea, I Pfund Wiener Pfennige Grunddienst 
gelegen zu Hernais auf Colmann des Sassers 
Haus und anstossenden Weingärten, gegen 
3 Schillinge Wiener Pfennige und 2 Huemer 
Grunddienst, gelegen auf der dem Hanns 
dem Müllner gehörigen Mühle «Hübscherin» 
zu Nussdorf, ein. 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum ; . . . Wienn, an freytag vor sand 
Mathiastag des heiligen zwelfpoten. 

Original, Pergament. Mit zwei unversehrten, an- 
hangenden Siegeln. 

2409 1455, November 24, Wien, 

Susanna Sweinbarterin, Aebtissin, und 
der Convent des Klosters St. Clara zu 
Wien verkaufen ^s ^^^^ Weingarten, in 
der Arnoldsau zu Grinzing gelegen und 
ihrem eigenen Kloster dienstbar, um eine 
bestimmte (nicht genannte) Summe Geldes 
an Herrn Nicolaus, Propst des Stiftes St. Do- 
rothea. 

Zeuge: Wolfgang Sneyder zu Grinzing. 

Siegler: Die Ausstellerin, der Convent 
und der Zeuge. 



Datum : . . . Wienn, an montag vor sand 
Kathreintag der heiligen junkchfrawn und 
marterinn. 

Original, Pergament. Mit drei unversehrten, an- 
, hangenden Siegeln. 

! 2410 1455, Wien. 

Hanns Welser, Bürger zu Wien, ver- 
I kauft Vsj Jo*^h Weingarten, gelegen am 
Hungerberg zu Heiligenstadt nächst des 
I Pfarrers Weingarten und dem Frauenkloster 
j St. Clara in Wien mit 16 Pfennigen dienst- 
I bar, an Herrn Nicolaus, Propst des Stiftes 
St. Dorothea, um 105 Pfund Wiener Pfennige. 
I Zeugen: Schwester Susanna die Swein- 

barterin, Aebtissin des Klosters St. Clara, 
I Ulrich Hirssawer, Stadtschreiber zu Wien. 
Siegler: Der Aussteller und die Zeugen. 
Datum: . . . Wienn, an sambstag nach 
unsers herrn auffarttag. 

Original, Pergament. Mit drei unversehrten, an- 
hangenden Siegeln. 

2411 1456, August liS, Wien. 

Barbara Zellingcr, Frau des Hanns des 
Zellingcr, Bürgers zu Wien, verkauft i Joch 
Weingarten, gelegen zu Grinzing in der 
«Wagensperr», genannt der «Halbemer», 
dienstbar dem Stifte Klosterneuburg, um eine 
bestirnmte (nicht genannte) Summe Geldes 
an Herrn Nicolaus, Propst des Stiftes St. Do- 
rothea. 

Zeugen: Hanns Hechtel, Chorherr und 
oberster Kellerer des Stiftes Klosterneuburg, 
Christian Wissinger, Bürger zu Wien, und 
Christian Schönperger, Bürger zu Kloster- 
neuburg. 

Siegler: Die Ausstellerin und die Zeugen. 

Datum: . . . Wienn, an mittichen nach 
uns lieben Frawntag der Schidung. 

Original, Pergament. Mit drei anhangenden, theil- 
weise beschädigten Siegeln. 

3412 145^, November 24, Wien. 

Hanns Sittl, zu Salmannsdorf ansässig, 
verkauft ein Haus zu Heiligenstadt, nächst 
dem Hause des Stephan Prachheindl gelegen 
und dem Stifte St. Dorothea mit 60 Pfen- 
nigen dienstbar, an Herrn Nicolaus, Propst 



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Archiv des Chorherrenstiftes St. Dorothea in Wien. 



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des Stiftes St. Dorothea, um eine bestimmte 
(nicht genannte) Summe. 

Zeugen und Siegler: Wolfgang Sneyder 
zu Grinzing und Ulrich Keppel zu Nussdorf. 

Datum : . . . Wienn, an sant Kathrein- 
abent der heiligen junkchfrawen und mar- 
terinn. 

Original, Pergament. Mit zwei unversehrten, an- 
hangenden Siegeln. 

2413 i458j September jo, Wien, 

Elisabeth von Stubenberg, Frau des 
Herrn Thomas von Stubenberg, obersten 
Schenken in Steiermark, Tochter des Herrn 
Leopold von Kranichperg, verkauft V2 -^^ch 
Weingarten, gelegen zu Grinzing im «Kes- 
wassergraben» am «Wiennpühel», dienstbar 
dem Kloster Mauerbach, und V2 ^^^^ Wein- 
garten, gelegen zu Grinzing in der Arnoldsau, 
der St. Michaelspfarrkirche zu Wien dienst- 
bar, um io3 Pfund Wiener Pfennige an Ul- 
rich Keppel, ansässig zu Nussdorf. 

Zeugen: Bruder Mertten, Prior des Klo- 
sters Mauerbach, Jacob Gsmechl, Kirchen- 
meister der St. Michaelskirche zu Wien, Ul- 
rich Hirssaw^r, Stadtschreiber. 

Siegler: Die Ausstellerin und die Zeugen. 

Datum: . . . Wienn, sambstag nach sand 
Michelstag. 

Original, Pergament. Mit vier anhangenden Sie- 
geln, von welchen das zweite und dritte stark beschä- 
digt ist. 

2414 1458, December 4, Wien. 

Ulrich Keppel, ansässig zu Nussdorf, 
schenkt V2 ^^^^ Weingarten, gelegen zu 
Grinzing im «Keswassergraben» am «Wienn- 
püchel», dienstbar dem Kloster Mauerbach, 
und */g Joch Weingarten, gelegen zu Grin- 
zing in der Arnoldsau und der St. Michaels- 
pfarrkirche zu Wien dienstbar, dem Stifte 
St. Dorothea für die Abhaltung eines ewigen 
Jahrtages für Meister Lorenz, Pfarrer zu 
Dobrica. 

Zeugen: Bruder Mertten, Prior des Klo- 
sters Mauerbach, Jacob Gsmechl, Kirchen- 
raeister der St. Michaelskirche in Wien, Veit 
Hinderperg, Bürger zu Wien. 

Siegler: Der Aussteller und die Zeugen. 

Kegesten zur Geschichte der Stadt Wien. III. 



Datum: . . . Wienn, an sand Barbarentag. 
Original, Pergament. Mit vier unversehrten, an- 
hangenden Siegeln. 

2415 1458, November 8, Wien. 

Wolfgang Winter, Bürger zu Nürnberg, 
bestätigt, dass er von Herrn Stephan, Propst 
zu St. Dorothea in Wien, 458 Pfund Pfen- 
nige der schwarzen Münze Landeswährung 
erhalten hat, und verpflichtet sich, von dieser 
Summe zu Weihnachten des Jahres 1460 
90 Pfund und die darauffolgenden vier 
Jahre dieselbe Rate, im fünften Jahre aber 
98 Pfund zurückzuzahlen. 

Zeugen und Siegler: Andreas Awer und 
Veit Hinderperg, beide Wiener Bürger. 

Datum: . . . Wienn, an mittichen nach 
sand Lienhartstag. 

Original, Pergament. Mit zwei unversehrten, an- 
hangenden Siegeln. 

2416 14S8. 

Auszug aus dem Grundbuche des «Col- 
legium Barnabitarum» bei St. Michael in 
Wien, woraus zu ersehen ist, dass Ulrich 
Keppel im Jahre 1458 dem Propst des Stiftes 
St. Dorothea 2 Viertel Weingarten, gelegen 
zu Grinzing in der Arnoldsau, dafür über- 
gibt, dass in der Dorotheerkirche für Meister 
Lorenz, Pfarrer zu Dobrica, am Lichtmesstage 
ein Jahrtag abgehalten werde. 

(Ohne Unterschrift und Datum.) 

Copie, Papier. 

2417 /45p, Mär:[ 24, Klosterneuburg. 

Ulrich Keppel verkauft i Joch Wein- 
garten, am Nussberg in dem «Mükentale» 
gelegen, den er von dem Wiener Bürger 
Hanns Haringseer gekauft hatte und der dem 
Stifte Klosterneuburg 2^/2 Eimer Wein zu 
Bergrecht und 3 Pfennige zu Vogtrecht dienst- 
bar ist, an Stephan, Propst des Stiftes St. Do- 
rothea, um eine bestimmte (nicht genannte) 
Summe Geldes. 

Zeugen: Hanns Hechtel, Chorherr und 
oberster Kellerer zu Klosterneuburg, Christian 
Schönperger, Bürger zu Klosterneuburg. 

Siegler: Der Aussteller und die Zeugen. 

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Archiv des Chorherrenstiftes St. Dorothea in Wien. 



Datum: . . . Closternewnburg, an dem 
heiligen osterabent. 

Original, Pergament. Mit drei unversehrten, an- 
hangenden Siegehl. 

3418 i45g, Juni 27, Wien. 

Meister Michael Klingenstein, Lehrer 
geistlicher Rechte, Chorherr bei St. Stephan 
in Wien und zu der Zeit Pfarrer zu Probstorf, 
Hanns Mühlfelder, Hubmeister in Oesterreich, 
Meister Paul von Wolfsberg, Pfarrer zu 
Rustpach, Meister Caspar Venndl, Pfarrer 
zu Gars, bestätigen, von Herrn Stephan, 
Propst des Stiftes St. Dorothea, und von 
Thomas Siebenburger, Bürger zu Wien, mit 
Erlaubniss der Johanneszeche 3oo gute unga- 
rische Gulden geliehen zu haben, und ver- 
pflichten sich, diese Summe bis zum St. Co- 
lomanstag nachkünftigen Jahres wieder zu- 
rückzuzahlen. 

Zeugen: Niclas Purg, Bürger zu Wien, 
und Ulrich Hirssawcr, Stadtschreiber in Wien. 

Siegler: Die Aussteller und die Zeugen. 

Datum: . . . Wienn, an mitichen vor 
sand Peters und sand Paulstag der heiligen 
zwelfpoten 

Original, Pergament. Mit sechs anhangenden Sie- 
geln, wovon das letzte beschädigt. 

2419 1460, December iq, Wien. 

Kaiser Friedrich crtheiltdem Stifte St. Do- 
rothea auf Bitten des Propstes Stephan eine 
goldene Bulle, worin er alle Freiheiten und 
Privilegien bestätigt, die demselben von seinen 
Vorfahren gegeben wurden; ferner ertheilt 
er auch dem Stifte die Gerichtsbarkeit über 
«holden, zinsleuth und dienstvolk»; Mauth- 
freiheit für «all ihr speis, wein, getraid, 
salz und andern ihr nothdurft», bei Ein- 
fuhr von Wein Zehent und Bergrecht nach 
Wien und bei Verkauf und Ausschank des- 
selben sollen sie sich nach dem mit den 
Bürgern getroffenem Uebereinkommen hal- 
ten; ferner, dass der Propst und Convent 
keiner andern weltlichen Gewalt «denn allein 
uns, unsern erben und nachkommen» unter- 
thänig sein sollen. Auch sollen sie keinen 
Erbvogt haben. Schliesslich verleiht er ihnen 
auf allen ihren Gütern, die sie bisher haben 



oder künftig gewinnen, alle «freiheit, gnad, 
recht und gerechtigkeit», die andere Klöster 
und Gotteshäuser in Oesterreich auf ihren 
Gütern haben. 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum: . . . Wienn, an mittichen nach 
unser lieben frawntag Conceptionis. 

Original, Pergament. Mit anhangender goldener 
BuUe. 

3420 1460, December ij, Wien. 

Hanns Haringseer, Bürger zu Wien, ver- 
kauft einen ^2 ^^^ Vie ^^^^ grossen Wein- 
garten, gelegen am «Pürkstal», nächst Gilgen 
des Waldners Weingarten und dem Stifte 
Klosterneuburg mit i Eimer und 2^2 Stauf 
zu Bergrecht und 3 Helbling zu Vogtrecht 
dienstbar, an Herrn Stephan, Propst des 
Stiftes St. Dorothea, um eine bestimmte (nicht 
genannte) Summe. 

Zeugen: Hanns Hechtel, Chorherr und 
oberster Kellercr zu Klosterneuburg, und 
Christian Schönperger, Bürger zu Kloster- 
neuburg. 

Siegler: Der Aussteller und die Zeugen. 

Datum: . . . Wienn, an sambstag sand 
Lucientag der heiligen jungfrawen. 

Original, Pergament. Mit drei unversehrten, an- 
hangenden Siegeln. 

3421 1461, Juni II, Wien. 

Thomas Zehner, Wundarzt und Bürger 
zu Wien, und Margarethe, seine Frau, Tochter 
des verstorbenen Hartmann von Bressla, ver- 
kaufen V2 J^^^ Weingarten, genannt der 
«Schyniweis», gelegen zu Nussdorf in dem 
«Mugkental» angrenzend an den Weingarten 
Stephan des Awer, Bürgers zu Wien, dem 
Stifte Klosterneuburg mit 5 Viertel Wein 
zu Bergrecht und 3 Helbling zu Vogtrecht 
dienstbar, an Herrn Stephan, Propst des 
Stiftes St. Dorothea, um eine bestimmte 
(nicht genannte) Summe Geldes. 

Zeugen und Siegler: Hanns Hechtel, 
Chorherr und oberster Kellerer des Stiftes 
Klosterneuburg, Hanns Kundtstokch, Bürger 
zu Wien, Christian Schönperger, Bürger 
zu Klosterneuburg. 



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Archiv des Chorhcrrcnstiftcs St. Dorothea in Wien. 



Datum: . . . Wienn, an pfintztag vor 
sand Anthonientag. 

Original, Pergament. Mit drei unversehrten, an- 
hangenden Siegeln. 

2422 1461, November 24, Wien. 

Gilgen Waldner, Bürger zu Wien, ver- 
kauft einen Weingarten, Vs Joch gross, am 
Purkstall gelegen und dem Stifte Kloster- 
neuburg mit 3 Viertel und i Stauf zu Berg- 
recht und 2^/3 Pfennig zu Vogtrecht dienst- 
bar, an den Propst des Stiftes St. Dorothea, 
Stephan, um eine bestimmte (nicht genannte) 
Summe. 

Zeugen und Siegler: Wolfgang Wint- 
hager, Chorherr und oberster Kellerer des 
Stiftes Klosterneuburg, und Christian Schön- 
perger, Bürger zu Klosterneuburg. 

Datum: . . . Wienn, an sand Kathrein- 
abent der heiligen jungfrawn. 

Original, Pergament. Mit zwei unversehrten, an- 
hangenden Siegeln. 

2423 1462, November ig, Hohenfurt. 
Paul, Abt des Klosters Hohenfurt, ver- 
kauft I Sechstel Weingarten, gelegen zu 
Nussdorf in der «Wcißenleittn» nächst dem 
den Schotten gehörigen Weingarten, dem 
Stifte Klosterneuburg mit 10 Staufen zu Berg- 
recht und I Helbling zu Vogtrecht dienstbar, 
an Stephan, Propst des Stiftes St. Dorothea, 
um eine bestimmte (nicht genannte) Summe 
Geldes. 

Z^wg^^n : Propst Stephan, Wolfgang Wint- 
hager, Chorherr und oberster Kellerer des 
Stiftes Klosterneuburg, Jan von Rosenberg, 
Bohuneg von Omlenicz. 

Siegler: Der Aussteller und die Zeugen. 

Datum: . . . Hochenfurt, an freytag sand 
Elspetentag. 

Original, Pergament. Mit fünf unversehrten, an- 
hangenden Siegeln. 

2424 1462, November ig, Hohenfurt. 
Paul, Abt des Klosters Hohenfurt, ver- 
kauft Vs ^"^ ^ ^^^^ Weingarten, gelegen 
in dem Mukental zu Nussdorf und dem 
Stifte Klosterneuburg mit 3 Viertel und 
2 Staufen zu Bergrecht und 2 Helbling zu 
Vogtrecht dienstbar, an Stephan, Propst des 



Stiftes St. Dorothea, um eine bestimmte 
(nicht genannte) Summe Geldes. 

Zeugen: Wolfgang Winthager, Chorherr 
und oberster Kellerer des Stiftes Kloster- 
neuburg, Jan von Rosenberg, Bohuneg von 
Omlenicz. 

Siegler: Der Aussteller und die Zeugen. 

Datum: . . . Hochenfurt, an freytag sand 
Elspetentag. 

Original, Pergament. Mit vier unversehrten, an- 
hangenden Siegeln. 

2425 1462, November ig, Hohenfurt. 

Paul, Abt des Klosters Hohenfurt, ver- 
kauft I Achtel Weingarten, gelegen an der 
«Harrlatte» zu Nussdorf und dem Stifte 
Klosterneuburg mit i Viertel zu Bergrecht 
und I Ort zu Vogtrecht dienstbar, an Ste- 
phan, Propst des Stiftes St. Dorothea, um eine 
bestimmte (nicht genannte) Summe Geldes. 

Zeugen: Wolfgang Winthager, Chorherr 
und oberster Kellerer des Stiftes Kloster- 
neuburg, Jan von Rosenberg, Bohuneg von 
Omlenicz. 

Siegler: Der Aussteller und die Zeugen. 

Datum: , . . Hochenfurt, an freytag sand 
Elspetntag. 

Original, Pergament. Mit vier unversehrten, an- 
I hangenden Siegeln. 

' 2426 1462, November ig, Hohenfurt. 

Paul, Abt des Klosters zu Hohenfurt, 

I verkauft 3 Joch Weingarten, zu Nussdorf in 
dem «Mitternperg zu Grewnt» nächst dem 
dem Kloster zur Himmelpforten gehörigen 
Weingarten gelegen und dem Stifte Kloster- 
neuburg mit 6 Eimern Wein zu Bergrecht und 

I 6 Wiener Pfennigen zu Vogtrecht dienstbar, 
an Stephan, Propst des Stiftes St. Dorothea, 

! um eine bestimmte (nicht genannte) Summe 
Geldes. 

j Zeugen: Wolfgang Winthager, Chorherr 

; und oberster Kellerer des Stiftes Kloster- 
neuburg, Jan von Rosenberg, Bohuneg von 
Omlenicz. 

Siegler: Der Aussteller und die Zeugen. 
Datum: . . . Hochenfurt, an freytag sand 
Elspetentag. 

Original, Pergament. Mit vier unversehrten, an- 
bangenden Siegeln. 

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Archiv des Chorherrenstiftes St. Dorothea in Wien. 



3427 1462, November ig, Hohenfurt. 

Abt Paul, Prior Lienhart und der Con- 
vent des Klosters Hohenfurt verkaufen einen 
zu Nussdorf nächst des Eytzingers Hau§e ge- 
legenen Hof, der frei von allem Dienste ist, 
an Herrn Stephan, Propst des Stiftes St. Do- 
rothea, um eine bestimmte (nicht genannte) 
Summe Geldes. 

Zeugen: Jan von Rosenberg, Herr von 
Hohenfurt, Bohuneg von Omlenicz. 

Siegler: Die Aussteller und die beiden 
Zeugen. 

Datum: . . . Hochenfurt, an freytag sand 
Elizabethtag. 

Original, Pergament. Mit vier unversehrten, an- 
hangenden Siegeln. 

24:38 1463, November 14, Wien. 

Albrecht, Erzherzog zu Oesterreich, ver- 
ordnet, dass die ihm vom Gotteshause St. Do- 
rothea vorgestreckten 100 Pfund Wiener Pfen- 
nige von der Landsteuer, so bei dem näch- 
sten Landtag zu TuUn von der gemeinen 
Landschaft vorgenommen wird, abgezogen 
werden. 

Sieg! er: Der Aussteller. 

Datum: Wienn, an montag nach sand 
Merttentag anno domini MCCCC sexagesimo 
tertio. 

Original, Papier. Mit kleinem, aufgedrückten Ver- 
schlussiegel. 

2439 1464, August 6, Wien. 

Agnes Dietram, Witwe nach Andreas 
Dietram zu Dornbach, Tochter des Ritters 
Hanns Steger, bestätigt, von dem Stifte 
St. Dorothea 3oo Pfund Wiener Pfennige 
für einen Weingarten zu Grinzing, in der 
cWagensperg hinterlaitten» nächst «Jacob 
Krankchers» Weingarten gelegen, erhalten 
zu haben. 

Zeugen und Siegler: Meister Jörgen von 
Giengen, Lehrer der heil. Schrift, und Meister 
Thomas von Wulderstorf, Chorherr an der 
Domkirche St. Stephan. 

Datum: . . . Wienn, an sand Sixtstag des 
heiling pabst und martrer. 

Original, Pergament. Mit drei unversehrten, an- 
hangenden Siegeln. 



2430 1472, April 24, Wiener-Neustadt. 

Kaiser Friedrich befiehlt seinem Rath 
und Forstmeister Sigismund von Eytzinger, 
darüber zu wachen, dass bei dem den Kloster- 
leuten zu St. Dorothea gehörigen Holze, den 
Waldungen, Wiesen und Gärten, die zu dem 
Dorfe Neustift gehören, «kein eingriff noch 
irrung» geschehe, sondern sie «nach allen 
ihren nothdurfften alles vorgemeldtes sollen 
innehaben, nutzen und gemessen». 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum: . . . Newnstadt, an freitag sand 
Jorgentag anno domini MCCCCLXXII. 

Original, Papier. Mit unversehrtem, aufgedrückten 
Verschlussiegel. 

2431 i473y ^^^' ^3> f^^ssau. 

Bischof Ulrich von Passau gibt Ste- 
phan, Propst von St. Dorothea, die Erlaub- 
niss, im Dorfe Neustift eine Kapelle zu er- 
richten, welche zur Pfarre Sievring gehören 
soll. Die Kapelle soll wegen der grossen 
Entfernung des Dorfes Neustift von Siev- 
ring und wegen der zur Winterszeit grossen 
Menge von Schnee und Eis und der Wuth 
von Wölfen errichtet werden. 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum: Patavie tredecima die mensis 
junii anno domini MCCCCLXXIII. 

Original, lat., Papier. Mit beschädigtem, aufge- 
drückten Verschlussiegel. 

2432 1473, December 20, Wien. 

Hanns Heini, Bürgermeister von Wien, 
schliesst mit dem Stifte St. Dorothea wegen 
des Weinschenkens und wegen der Einfuhr 
der Weine in seine Keller folgenden Vergleich: 
I. «Dass der propst und convent jährlich sie- 
' benzig fuder weins lesen und zu gewöhnlichen 
! Zeiten her in die stat in ihr kloster und keller 
führen und bringen mögen, die sie darin aus- 
speissen, von zapfen verschenken oder gasten 
nach ihrem gutdünken verkaufen mögen, und 
i ob sie durch ihrer nothdurft willen, welches 
Jahr das wäre, zehen fuder weins mehr den 
siebenzig fuder herein brächten, damit mögen 
sie auch handeln, als vorgemelt ist, doch also, 
dass sie uns von denselben zehn fuder weins 
Steuer geben sollten, so viel als dann auf 



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Archiv des Chorherrenstiftes St. Dorothea in Wien. 



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ein fuder geschlagen wird und die bürger 
ungefährlich davon geben; ferner sind zwei- 
undvierzig pfund pfennig jährlicher gült auf 
unserer mauth zu Stadlau verschrieben, die 
mit 400 pfund pfennig abzukaufen sind nach 
Inhalt der goldbulle und der verschreibung 
die sie von uns darum haben, und andert- 
halb hundert pfund pfennig, die wir ihnen 
um wein so wir zur bezahlung des von 
Braunnegk und anderen enden geben haben, 
schuldig sein gewesen, und die versessen gult 
der zway und vierzig pfund pfennig dreizehen 
jar der Stadt ganz nachgelassen und die ver- 
schreibung und brief solcher gult und schuld 
zu unsern banden ihnen geantwurt. Daent- 
gegen haben wir ihnen auch nachgelassen 
die fünf pfund pfennig jährlicher gult, die sie 
uns von den zehn fudern weins, so sie über 
die vorgenannten siebentzig fuder herein ge- 
führt haben, auch die sechs pfund pfennig 
die sie uns von ihrer badstuben jährlich bisher 
versessen haben und schuldig sein worden. 
Und das zu zweihundert und sechsthalbund- 
vierzig fuder weins, die sie über ihre anzahl 
her in die Stadt geführt haben und uns ver- 
fallen sein nach laut ihres briefs, den wir 
von ihnen darum gehabt haben. Doch sollen 
sie uns fürbaß die obgenannten sechs pfund 
jährlich von der ebengenannten badstuben 
dienen nach laut unseres grundbuches und 
ihrer verschreibung, so wir von ihnen haben 
das wir ansehen und zuvorderst für uns 
nehmen das daraus die mehrung des heiligen 
gottesdienstes und aufnemen des bemelten 
gotshauses kommen mag; und sein mit gutem 
willen und wohlbedachtem mut mit gemai- 
nem veraintem zeitigem rat mit dem ehr- 
würdigen geistlichen herrn herrn Stefan 
propst und dem convent zu sand Dorothea 
hier einer neuen Ordnung eins worden und 
wollen auch dass der nun fürbaß von beiden 
theilen ewiglich und völliglich an allen ab- 
gang nachgangen soll werden. In der mei- 
nung als hernach begriffen wird. Vorerst 
dass die geistlichen herrn zu sand Dorothe 
und ire nachkommen alljährlich achtzig fuder 
wein zu gewöhnlichen zeiten her gegen Wien 
in ihr kloster und keller führen und bringen 
lassen die mögen sie in demselben ihrem 



keller ausspeißen, von zapfen verschenken 
oder gasten verkaufen nach ihrem gutdünken 
und ob sie durch ihre nothdurft willen, wel- 
ches jähr das wäre, zwanzig fuder weins 
mehr denn achtzig fuder herein brächten, 
damit mögen sie auch handeln als vorgemelt 
ist. Doch also, dass sie uns von denselben 
zwanzig fudern weins die sie über die 
80 fuder herein bringen sollen Steuer geben 
von jedem fuder so viel darauf geschlagen 
wird und die bürger gemeiniglich davon 
geben und an solchen ihren wein führen, 
Weinschenken und verkaufen. Der ehege- 
nannte ihr wein soll und wollen wir ihnen 
ohne irrung thun weder mit weinkosten, aus- 
rufen, vosziehen, unterkäuflern noch in keinen 
andern weg. Und sollen solche Weinschenken 
bescheidentlich thun und handeln also, da sie 
in ihrem hof und keller nicht lassen öffent- 
lich kugeln, kegeln, karten oder Würfelspiel 
treiben, damit andere leute nicht davon ge- 
ärgert werden. Wenn sie ihre weine in die 
Stadt führen wollen, so sollen sie jährlich 
zeichen an die stadtthöre, da dieß nothdurft 
ist, nennen, damit sie an den thoren nicht 
geirrt noch aufgehalten werden, und dieselben 
zeichen soll man ihnen ohne alle Widerrede 
und ohne alle beschwerniss geben. Auch 
sollen sie die weine aufschreiben lassen ohne 
Widerrede. Wäre aber, dass sie mehr wein 
hereinbrächten oder führen ließen, dann die 
anzahl die ihnen erlaubt ist, dieselben weine 
sollen dann der ehegenannten Stadt verfallen 
sein, ohne alles nachlassen. Mir urkund des 
briefs besiegelt mit unserm kleinen anhangen- 
den Stadt insigel.» 

Datum: . . . Wienn, an montag vor sand 
Thomantag des heiligen zwelifboten. 

Copie, Pergament. 

2433 1474, Februar 5, Wien. 

Testament (in Form eines Notariats- 
instrumentes) des Ulrich Häckenberger, worin 
er vor seiner Professablegung das Stift St. Do- 
rothea zum Universalerben seiner Güter ein- 
setzt; insbesondere schenkt er dem Stifte 
seinen Weingarten bei Praitensee, einen bei 
Rämpelsdorf und einen silbernen, aussen ver- 
goldeten Becher. 



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Archiv des Chorherrenstiftes St. Dorothea in Wien. 



Zeugen: Ruprecht Thanhofer, Meister 
des Hauses zu dem heil. Geist ausserhalb der 
Stadtmauer, Lienhart Schermitz, Oswald 
Trasknechen und Conrad Kellmann von 
Nürnberg, Geschworner des Stadtamtes zu 
Wien und Notar. 

Datum: . . . Wienn, an sambstag den 
fünften des monats februarij. 

Original, Pergament. Mit Clausel und Schreiber- 
zeichen des Notars. 

8434 1476, Januar 8, Wien. 

Kaiser Friedrich III. übergibt die Ver- 
waltung des Siechenhauses zu St. Johannes 
in der Siechenalß dem jeweiligen Propste 
und Convente zu St. Dorothea. 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum: . . . Wienn, am eritag nach der 
heiligen dreyer künig tag. 

Original, Pergament. Mit unversehrtem, aufge- 
drückten Siegel. 

3435 1480, Mai 25, Wien. 

Kaiser Friedrich III. gibt dem Stifte 
St. Dorothea seine Einwilligung zum Ver- 
kaufe der durch Hermann Hesel an das Stift 
gekommenen Stampfmühle, in Gumpendorf 
an der Wien gelegen, und der drei dazu 
gehörigen Weingärten; doch soll das dafür 
erstandene Geld für das Gotteshaus angelegt 
und gebraucht werden. 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum: . . . Wienn, an pfintztag sannd 
Urbanstag. 

Original, Pergament. Mit unversehrtem, anhan- 
genden Siegel. 

3436 i486, Januar 27, Wien. 

Schwester Dorothea, Meisterin des Klo- 
sters der Büsserinnen bei St. Hieronymo in 
Wien, verpflichtet sich im Namen des Con- 
ventes für Wolfgang Ottlinger, Bürger zu 
Wien, und seine Frau Barbara, einen ewigen 
Jahrtag (Seelenamt) zu halten, wofür dieser 
dem Convente 60 Pfund Wiener Pfennige 
und einen Weingarten, gelegen in der Mauer 
in den cNidernliebegkchen» gestiftet hat. In 
jedem Unterlassungsfalle müssen sie dem Stifte 
Dorothea i Pfund Wachs geben. 



Siegler: Die Aussteller in. 
Datum: . . . Wienn, an freitag nach 
sannd Paulstag seiner bekerung. 
Original, Pergament. Siegel fehlt. 

3437 1486, Februar 5, Wien. 

Schwester Helena Hewtin, Meisterin des 
Klosters zu St. Maria Magdalena vor dem 
Schottenthore in Wien, verpflichtet sich im 
Namen des Conventes, alljährlich für den 
Herrn Wolfgang Ottlinger und seine Haus- 
frau Barbara einen Jahrtag und eine tägliche 
Frühmesse abhalten zu lassen für das von 
Ottlinger gestiftete Legat, bestehend in zwei 
Weingärten, wovon einer gelegen ist in den 
«Roppolten gegen der Hochnwartt über ober- 
halb des Gerstnhof, der andere zu Praittn- 
see am Hintnperg genannt der Pürkchl und 
dazu zweihundert pfund pfennig», wie im 
Stadtbuche zu Wien geschrieben ist. In jedem 
Unterlassungsfalle sollen sie dem Stifte St. Do- 
rothea zur Pön zahlen i Pfund Wachs. 

Siegler: Die Aussteller. 

Datum: . . . Wienn, an sand Agathatag 
der heilgn jungfrawn. 

Original, Pergament. Mit zwei anhängenden, ob- 
longen, stark beschädigten Siegeln in grünem Wachs. 

3438 i486, Juli 21, Wien. 

Conrad Lindenfels, Cantor und Ver- 
weser der Dechantei zu St. Stephan in Wien, 
verpflichtet sich im Namen des Domcapitels, 
einen ewigen Jahrtag für den Herrn Wolf- 
gang Ottlinger und seine Hausfrau Barbara 
abhalten zu lassen für das dem Domcapitel 
von Ottlinger gestiftete Haus, gelegen bei 
dem «Rotnthurm zunächst Simons Kernn 
sei. Haus, das jetzt Hanns During innehat». 
Dieses Haus hat das Domcapitel mit Wissen 
und Willen seiner Geschäftleute, cdes ehrwür- 
digen Herrn Gregor, Propst des Klosters 
zu St. Dorothea, des ehrsamen gelehrten Mei- 
sters Stephan Geynperger, Meister der sieben 
freien Künste, der hochwürdigen Universität 
und Schule, und des ehrbaren, weisen Hanns 
Lanntzharten, Bürger zu Wien», dem vorge- 
nannten During um 155 Rheinischer Gulden 
verkauft und dasselbe Geld zu Nutz des Ca- 
I pitels angelegt. Sollte die Jahrtagsmesse unter- 



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bleiben, so soll das Capitel dem Stifte St. Do- 
rothea 2 Pfund Wachs zahlen. 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum: . . . Wienn, an freitag nach sand 
Margrethentag der heiligen junkhfrawn. 

Origieal, Pergament. Ein wenig beschädigtes Siegel 
(das des Domcapitels). 

2439 14S6, September 21, Wien. 

Schwester Scholastica Oderin, Meisterin 
des Frauenklosters zu St. Laurenz in Wien, 
verpflichtet sich im Namen ihres Conventes, 
für Herrn Wolfgang Ottlinger und Frau 
Barbara Ottlinger einen Jahrtag abhalten zu 
lassen für ein gestiftetes Legat, bestehend in 
einem Weingarten, genannt die «Rothtur», 
gelegen in der Mauer, und dazu 50 Pfund 
Pfennige. Im Unterlassungsfalle soll der Con- 
vent ^2 Pfund Wachs dem Stifte St. Doro- 
thea zahlen. 

Siegler: Die Aussteller. 

Datum: . . . Wienn, an sand Mathei- 
abent des heiligen zwelfpoten und ewan- 
gelisten. 

Original) Pergament. Die zwei Siegel fehlen. 

3440 14S7, April g, Wien. 

Schwester Margaretha Grelspeckhin, Aeb- 
tissin des Frauenklosters zu St. Nicolaus vor 
dem Stubenthore zu Wien, verpflichtet sich 
im Namen des Conventes, einen Jahrtag für 
Herrn Wolfgang Ottlinger und seine Haus- 
frau Barbara abhalten zu lassen für das von 
diesen gestiftete Legat, bestehend in zwei 
Weingärten, wovon einer gelegen ist in der 
Mauer, genannt der Reiterperg, der andere der 
Premer, und dazu 50 Pfund Pfennige. Im 
Unterlassungsfalle sollen sie dem Stifte St. Do- 
rothea I Pfund Wachs zahlen. 

Siegler: Die Aussteller. 

Datum: . . . Wienn, an montag vor Ti- 
burtij et Valeriani. 

Original, Pergament. Mit unversehrtem Convent- 
siegel, das der Ausstellerin fehlt. 

2441 14S8, Mai 13, Wien. 

Mathias, König von Ungarn und Böh- 
men, Herzog von Oesterreich, schenkt dem 
Propste Gregor, sowie dem Convente von 



St. Dorothea ein Haus, das das cHarnasch- 
• haus» genannt wird und zwischen dem Klo- 
ster und dem Hause des Sigmund Maroltinger 
und gegenüber dem Augustinerkloster gelegen 
ist, doch mit der Verpflichtung, dass in dem 
Kloster von St. Dorothea an jedem Freitag 
eine heilige Messe zu Ehren des heil. Kreuzes 
und zum Heile seiner Seele gelesen werde. 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum: . . . Wienn, an erchtag nach 
sand Pangracientag. 

Original, Pergament. Mit beschädigtem Siegel. 

2443 i4gOf Mär:[ g, Wien. 

Niclas von Liechtenstein, oberster Erb- 
kämmerer in Steiermark und Marschall in 
Kärnten, verkauft das in der Färberstrasse 
zwischen dem Stifte St. Dorothea und der 
fürstlichen Kanzlei gelegene abgebrannte Frei- 
haus mit Allem, so zwischen der Schied- 
mauer und der Kanzlei gelegen ist, an Herrn 
Gregor, Propst, und den Convent von St. Do- 
rothea. (Kaufpreis nicht genannt.) 

Zeugen: Wolfgang Derr zu Wildungs- 
mauer und Sigmund Maroltinger zu Wolfsegk. 

Siegler: Der Aussteller und die Zeugen. 

Datum: . . . Wienn, an eritag nach Re- 
miniscere in der vasten. 

Original, Pergament. Mit drei unversehrten Siegeln. 

2443 i4go, April j, Wien. 

Mathias, König von Ungarn und Herzog 
zu Oesterreich, bestätigt den Verkauf des 
Freihauses in der Färberstrasse, das zwischen 
dem Stifte St. Dorothea und der fürstlichen 
Kanzlei gelegen ist, durch Niclas von Liech- 
tenstein an den Propst und Convent von 
St. Dorothea. 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum: . . . Wienn, an sambstag vor 
dem heiling palmtag. 

Original, Pergament. Siegel fehlt. 

3444 i4go, April j, Wien. 

König Mathias bestätigt die vom König 
Friedrich dem Stifte St. Dorothea anno 1443 
verliehenen Freiheiten und Privilegien. 

Siegler: Der Aussteller. 



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Archiv des Chorherrenstiftes St. Dorothea in Wien. 



Datum: . . . Wienn, am sambstag vor 
dem heyling pallmtag. 

Original, Pergament. Mit unversehrtem Siegel. 

2445 i4f)0, September i, Lin:{. 

Kaiser Friedrich bestätigt alle von seinen 
Vorfahren dem Stifte St. Dorothea verliehenen 
Privilegien und Freiheiten. 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum: ... zu Lynntz, an mittichen 
sand Egy dien tag. 

Original, Pergament. Mit unversehrtem Siegel. 

3446 i4()2, August I, Lin:{, 

Befehl des Kaisers Friedrich an den 
Stadtrath von Wien, die ausständigen 3o un- 
garischen Goldgulden dem Stifte St. Doro- 
thea zu bezahlen. 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum: . . . Lynntz, an mitichen sannd 
Peterstag ad vincula anno domini 
MCCCCLXXXXII. 

Original, Papier. Mit erbrochenem Verschlussiegel. 

3447 1403, Mai 2j, Lin\. 

Kaiser Friedrich III. bestätigt in einer 
goldenen Bulle alle dem Stifte St. Dorothea 
bisher verliehenen Privilegien und Freiheiten. 

Datum in Oppido Lynntz vicesima tertia 
die mensis May. 

Original, Pergament. Mit eigenhändiger Bestäti- 
gungsdausel und anhangender goldener Bulle. 

2448 i4()4, September 22, Wien. 

Bischof Christof von Passau gibt dem 
Friedrich Heberber die Erlaubniss, den dritten 
Theil des Zehents von dem Dorfe zu Perk- 
haim in der Leuntinger Pfarre dem Stifte 
St. Dorothea zu geben. 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum: . . . Wienn, an montag nach 
Mathei apostoli. 

Original, Pergament. Mit unversehrtem, anhangen- 
den Siegel. 

2449 i497> Juli 16, Wien, 

Christof Graf von Liechtenstein und 
Nicolsburg übergibt dem Propste des Stiftes 



St. Dorothea, Georg, i Joch Weingarten, ge- 
legen am AUsegk in der Winterleuten am 
Gersthof nächst dem Weingarten der geist- 
lichen Herren von Baumgartenberg, gegen 
^2 Joch Weingarten, gelegen zu Nussdorf in 
der Weissleuten nächst dem Weingarten des 
Frauenklosters zu Tyrnstain. 

Zeuge: Ritter Hanns Harrasser, Gross- 
hubmeister zu Oesterreich. 

Siegler: Der Aussteller und der Zeuge. 

Datum: . . . Wienn, an sontag nach sand 
Margaretstag der heiligen junckfrawen. 

Original, Pergament. Mit zwei unversehrten, an- 
hangenden Siegeln. 

2450 i5o2, Juni 26, Wien. 

Donationsbrief von Ludwig Ebner, re- 
signirtem Bischof von Chiemsee, worin er 
dem Propste Sigmund und dem Convent 
4000 Gulden in Gold, ferner einen ganz gol- 
denen, im Werthe von 400 Gulden, und einen 
aus Silber vergoldeten Kelch, ferner eine mit 
Edelsteinen besetzte Monstranze, 250 Gulden 
werth, ferner verschiedene silberne Geräth- 
schaften und Kleinodien, zusammen 500 Gul- 
den werth, schenkt, wofür ihm das Stift eine 
tägliche Messe und einen jährlichen Ge- 
dächtnisstag nach seinem Tode, im Leben 
aber Kost, Wohnung und völlige Einver- 
leibung in den Orden auch mit Sitz und 
Stimme im Capitel angedeihen lassen soll. 
Auch verspricht er alles von seinen beiden 
Gütern Ort und Reb, über welche sein Bruder 
Johannes Ebner Castellan ist, erspartes Ver- 
mögen dem Kloster zu vermachen. 

Zeuge: Johannes Ebener. 

Siegler: Der Aussteller und der Zeuge. 

Datum: Acta sunt hec in monasterio 
St. Dorothee predicto in die beatorum Jo- 
hannis et Pauli. 

Original, Pergament. Die zwei Siegel fehlen. 

Das gemalte Epitaph des Bischofs befindet sich 
im Museum des Stiftes Klosterneuburg. 

3451 i5o2, Juni 2[), Wien, 

Propst Sigismund, Dechant Christophorus 
und der ganze Convent von St. Dorothea ver- 
sprechen dem resignirten Bischof Ludwig 
Ebner, ihm den Lebensunterhalt bis an sein 



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Archiv des Chorherrcnstiftes St. Dorothea in Wien. 



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Lebensende, auch Sitz und Stimme im Capitel 
zu geben und ihn als Capitular des Stiftes 
zu betrachten. 

Siegler: Die Aussteller. 

Datum in monasterio nostro sancte Do- 
rothee prefato in die sanctorum Petri et 
Pauli. 

Original, Pergament. Mit unverschrlcm Siegel. 

2453 i5o2, Juli ig, Salzburg. 

Leonhard, Erzbischof von Salzburg, gibt j 
dem resignirten Bischof von Chiemsee, Lud- ' 
wig Ebner, die Erlaubniss, bei den regulir- 
ten Canonikern zu St. Dorothea zu leben, 
gibt auch seine Einwilligung zur Reservation 
der beiden bischöflichen Güter Reb und Ort 
auf Lebenszeit und bestätigt den Bruder des 
Bischofs Johannes Ebner als Castellan. 

Siegler: Der Aussteller und der Convent 
von St. Dorothea. 

Datum: . . . Salzburg, an erichtag vor 
sand Marie Magdalenentag. 

Original, Pergament. Mit zwei Siegeln, von wel- 
chen das erste unversehrt, das zweite beschädigt ist. 

2453 i5o2y October 14, Rom. 

Papst Alexander VL erlaubt mittelst Bulle 
die Resignation des Bischofs Ludwig von 
Chiemsee und die Rückbehaltung der bischöf- 
lichen Güter Reb und Ort für seine Susten- 
tation auf Lebenszeit. 

Siegler: Der Papst. 

Datum Rome apud sanctum Petrum . . . 
pridie idus octobris. 

Original, Pergament. Mit unversehrtem Bleisiegcl. 

2454 i5o2, November 26, Wien. 

Maximilian, römischer König und Erz- 
herzog in Oesterreich, bestätigt die von König 
Mathias an das Stift St. Dorothea gemachte 
Schenkung, bestehend in dem Hause in der 
Färberstrasse, welches das Harnaschhaus ge- 
nannt wird. 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum: . . . Wienn, am sechs und 
zwantzigsten tag des monats november. 

Original, Pergament. Mit unversehrtem Siegel. 
Regcstcn zur Geschichte der Stadt Wien. III. 



2455 i^oj, Januar 25, Wien. 

Auszug aus dem Testamente des Stephan 
Gurthofer, worin der Testator anordnet, dass 
sein Leichnam in der Kirche zu St. Dorothea 
begraben werden soll; dafür erlässt er dem 
Stifte Alles, was es ihm schuldig war, ver- 
pflichtet es aber, ein Messgewand anzuschaffen 
und für das Heil seiner Seele zu beten. 
Ferner stiftet er «gen sand Tibold» 10 Pfund 
Pfennige, w^ofür 200 Messen gelesen werden 
sollen, dem Kloster Lambach spendet er ein 
gelbes damastenes Messgewand, seinem Beicht- 
vater, Herrn Rundren, hinterlässt er 10 Pfund 
Pfennige, seiner Frau Anna 10 Pfund Pfen- 
nige, seiner Dienerin Apollonia 3 Pfund 
Pfennige, ihrer Schwester Else i Pfund. Zu 
seinem Testamentsvollstrecker bestimmt er 
Sigmund, Propst zu St. Dorothea. 

Zeugen: Michel Meylinger, der Eisner, 
und Augustin Hold, Apotheker. 

Siegler: Stephan Vorchtcnauer, Doctor 
beider Rechte und Stadtschreiber in Wien. 

Datum: . . . Wienn, des eritags sand 
Pauls abent seiner bekehrung. 

Copie, Papier. Mit aufgedrücktem, unversehrten 
Siegel. 

2456 i5o4, August <V, Wien. 

Paul Ricdl und Elisabeth, seine Frau, 
erhalten für sich und ihre noch unmündigen 
Kinder, Lorenz und Leopold, vom Propste 
des Stiftes St. Dorothea, Bernhard, die Stampf- 
mühle in Gumpendorf und Ya ^^^^ Wein- 
garten, gelegen an der zur Stadt führenden 
Gasse und «im Saugraben» genannt, auf 
Lebenszeit in Pacht. Von der Mühle sind 
jahrlich 15 Pfennige an das Frauenkloster 
in Pulgarn und 3 ^^ Pfund Wachs an Grund- 
dienst an die St. Gilgenkapelle im Wild- 
graben zu leisten, von dem Weingarten aber 
45 Pfennige jährlich dem Capitel zu St. Ste- 
phan abzugeben. Der Pachtzins an das Stift 
St. Dorothea beträgt alljährlich 8 Pfund Pfen- 
nige, zu jeder Quatemberzeit i Viertel Sem- 
melmehl zu Oblaten, ausserdem sind die 
Pächter verpflichtet, jährlich 24 Mut Getreide 
unentgeltlich und jeden weiteren Mut für 
60 Pfennige zu mahlen. Vom Stifte erhalten 



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42 



Archiv des Chorherrenstifies St. Dorothea in Wien. 



sie jährlich 4 Fuder Holz, die sie aber selbst 
führen lassen müssen. 

Zeugen und Siegler: Hieronymus Holln- 
primer, Doctor der geistlichen Rechte und 
Official des Bisthums Wien, und Stephan 
Enn, Rath der Stadt Wien. 

Datum: . . . Wienn, an pfintztag vor 
sannd Lawrentzentag. 

Original, Pergament. Mit zwei unversehrten, an- 
hangenden Siegeln. 

3457 iSoj, Februar 27, Wien. 

Michael Mcylinger, Eisner, Bürger zu 
Wien, sein Sohn Hanns, dessen Ehefrau 
Katharina und deren Kinder Wolfgang und 
Margarethe verpflichten sich, das dem Stifte 
St. Dorothea gehörige «Öde Haus» in der 
Färberstrasse, zwischen dem Kloster und der 
österreichischen Kanzlei gelegen, wieder nach 
einem vom Stifte bestimmten Plane aufzu- 
bauen; dafür wird es ihnen auf Lebzeiten 
gegen einen jährlichen Zins von 2 Pfund 
vom Jahre 151 3 an überlassen. Nach ihrem 
Ableben muss das Haus an das Stift zurück- 
fallen und können ihre Erben keinen An- 
spruch darauf erheben. 

Zeugen und Siegler: Herr Hanns Suess 
und Pangratz Kemnatcr, beide Bürger zu 
Wien. 

Datum: . . . Wienn, an sambstag vor 
dem sunntag Reminiscere in der vassten. 

Original, Pergament. Mit zwei Siegeln, von wel- 
chen das erste beschädigt, das zweite unversehrt ist. 

3458 iSoj, Februar 2jy Wien, 

Bernhard, Propst des Klosters zu St. Do- 
rothea, überlässt dem Michael Meylinger, 
Eisner, Bürger zu Wien, dessen Sohn Hanns 
und Hannsens Hausfrau Katharina und des- 
sen Kindern Wolfgang und Margarethen auf 
Lebzeiten das dem Kloster gehörige «Ode 
Haus» in der Färberstrasse, zwischen dem 
Kloster und der österreichischen Kanzlei ge- 
legen, unter der Bedingung, dass sie dasselbe 
nach einem vom Stifte bestimmten Plane auf- 
bauen lassen und alljährlich, vom Jahre 151 3 
an, 2 Pfund an das Stift zahlen. Nach dem 
Ableben dieser fünf Personen muss das Haus 
wieder an das Stift zurückfallen und können 
die Erben keinen Anspruch darauf erheben. 



Siegler: Der Aussteller. 

Datum: . . . Wienn, an sambstag vor 
dem sunntag Reminiscere in der vassten. 

Original, Pergament. 

Dieses Haus hatte Niclas von Liechtenstein dem 
Stifte verkauft. 

[ 3459 i5oj,October 31, Wien. 

\ Andreas und Barbara Fleischmann, an- 

I sässig zu Grinzing, nehmen vom Stifte St. Do- 
I rothea Y^ Joch Weingarten, gelegen in «Stain- 
berg* zu Grinzing, genannt das «Ottl>, in 
I Leibgeding gegen jährliche 2 Pfund Wiener 

Pfennige. 
I Zeugen und Siegler: Wolfgang Ass- 

I labing, Spitalmeister, und Hanns Rogkner, 
' * Laven Gusster» an der St. Stephanskirche, 
I beide Wiener Bürger. 

Datum: . . . Wien, an suntag vor aller- 
heiligentag. 

Original, Pergament. Mit zwei unversehrten, an- 
hangenden Siegeln. 

3460 i^ö/, October ji, Wien. 

Caspar und Anna Strasser, ansässig zu 

Grinzing, nehmen vom Propste des Stiftes 

I St. Dorothea, Bernhard, ^a Joch Weingarten, 

gelegen nächst *Grailhubers» Weingarten, in 

' Bestandslcibgeding gegen jährliche 2 Pfund 

I Wiener Pfennige. 

Zeugen und Siegler: Wolfgang Assla- 
I hing, Spitalmeister, und Hanns Rogkner, 
; beide Wiener Bürger. 

Datum: . . . Wienn, an suntag vor aller- 
! heiligentag. 

Original, Pergament. Mit zwei unversehrten, an- 
I hangenden Siegeln. 



I 3461 i5ii, Mär:{ 20, Wien. 

Johann, Abt zu den Schotten, bestätigt, 

zwei ihm von Herrn Bernhard, Propst zu 

St. Dorothea, vorgelegte Briefe gelesen zu 

haben. Der erste, zu Wien am Sonntag vor 

' Elisabeth 1494 datirt, enthielt die Bestätigung 

des Herrn Mert, Bürgers und Hubmeisters in 

Oesterreich, dass vom Stifte St. Dorothea an 

den Hof Kaiser Maximilians einige hundert 

: Eimer Wein geliefert, jedoch noch nicht be- 

; zahlt wurden. Der zweite, zu Wien am 



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Archiv des Chorhcrrensiiftes St. Dorothea in Wien. 



St. Pauli Bekehrungstag 1498 datirt, enthält 
die Quittung des Ulrich Stoppel, königlichen 
Kammerschreibers, über die im Namen des 
königlichen Hofes von ihm dem Stifte St. Do- 
rothea abbezahlten 3oo Gulden. 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum: . . . Wienn, an ptintztag vor 
dem suntag Oculi in der vassten. 

Original, Papier. Mit aufgedrOcktem, beschädigten , 
Verschlusssiegel. 

3462 /5//, Mär:{ 21, Wien. 

Ein Vidimus von Herrn Johann, Abt zu 
den Schotten, über zwei ihm von Herrn Bern- 
hard, Propst des Stiftes St. Dorothea, vorge- 1 
zeigte Befchlsbriefe König Maximilians. Der I 
erste, auf Pergament geschrieben und von 
Augsburg, Montag nach Sonntag Trinitatis 
1492, datirt, enthielt den Befehl an seinen ; 
Rath und Schatzmeister Simon von Hunger- 
spach, für die vom Stifte St. Dorothea ein- I 
stens dem Hofe dargeliehenen 1000 Gulden, I 
dann für Wein im Werthe von 187 Gulden 
und abermals geliehene 200 Gulden von ■ 
den Steuern auf den Steuermärkten die ent- 
sprechenden Abzüge zu machen. Der zweite, , 
auf Papier geschrieben und von Linz am ' 
ig. Februar 1501 datirt, enthielt den Befehl 
an die Raitkammer in Oesterreich, für die 
vom Stifte St. Dorothea dem Kaiser Friedrich | 
gegebenen Gelddarlehen die entsprechenden 
Abzüge an dem Ungelde für den Weinschank 
zu machen. 

Siegler: Abt Johann. 

Datum: . . . Wienn, an ptintztag vor 
dem suntag Oculi in der vassten. 

Original, Papier. Mit aufgedrücktem, beschädigten 
Verschlussiegel. 

3463 i5i2, April ij, Wien. 

Propst Bernhard und der Convent von 
St. Dorothea bestätigen, von Niclas Zeuner 
100 Gulden rheinisch erhalten zu haben, wo- ' 
für sie sich verpflichten, demselben auf Leb- 
zeiten Kost und Wohnung zu geben. 

Siegler: Die Aussteller. 

Datum: . . . Wienn, an samstag nach 
dem heiligen ostertag. I 

Original, Pergament. Mit zwei Siegeln. 



24G4 /5y, December 22, Wien. 

Hanns Stächl, Wundarzt und Bürger in 
Wien, bestätigt, dem Propste Bernhard von 
St. Dorothea 400 Pfund Pfennige gegeben zu 
haben, wofür das Stift ihm und seinen Erben 
alljährlich zu den vier Quatemberzeiten 4 Pfund 
Pfennige verabreichen soll. 

Zeugen und Siegler: Ambros Wisennt, 
Beisitzer des Landrechtes in Oesterreich, und 
Stephan Enn, Bürger zu Wien. 

Datum: . . . Wienn, an pfinnztag nach 
sand Thomastag. 

Original, Pergament. Mit zwei anhangenden Sie- 
geln, von welchen das erste beschädigt, das zweite un- 
versehrt ist. 

3465 i5i4, Mai ij, Wien. 
Maximilian, römischer Kaiser, bestätigt 

auf Bitten des Propstes Bernhard alle dem 
Stifte St. Dorothea von seinen Vorfahren ver- 
liehenen Freiheiten und Privilegien. 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum: . . . Wienn, am siebentzehenden 
tag dits monats may. 

Original, Pergament. Mit beschädigtem Siegel. 

3466 i5i4, Mä'r^ 16, Wien. 

Abschrift der goldenen Bulle des Kaisers 
Friedrich 111. vom 3. Mai 1493 mit dem 
Vidimus des Johannes Trapp, Rectors der 
Wiener Universität, und des Johannes, Abt 
bei den Schotten in Wien. 

Siegler: Johann Trapp und Johann, Abt 
bei den Schotten. 

Datum: Mit urkundt des vidimus be- 
sigelt mit unser beder anhangenden insigeln 
doch unns unnsern nachkomen und vorge- 
nanntem gotshaws zun Schotten on schaden. 
. . . Wienn, an pfintztag nach dem suntag 
Reminiscere in der vasten. 

Original, Pergament. Mit einem anhangenden Siegel 
(das des Abtes Johannes fehlt). 

3467 i5i4, Juni S, Wien. 

Wolfgang Pudner, Niclas Hunber, Leon- 
hard Winterholzer und Wolfgang Hunber, 
Zechmeister, und die ganze Brüderschaft zu 
unser lieben Frauen der Bäckerknecht Zech 
zu den Augustinern zu Wien bestätigen, dass 
sie vom hochwürdigen Herrn Ludwig, re- 



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signirtcm Bischof zu Chiemsee und derzeit im 
St. Dorotheastift wohnend, mit Einwilligung 
des Propstes Bernhard und des Conventes 
von St. Dorothea, des edlen Herrn Friedrich 
von Pieschen, zur Zeit Bürgermeister, und des 
Raths der Stadt Wien, 80 Pfund guter 
Landeswährung zur Unterhaltung eines ewi- 
gen Lichtes in der St. Augustinuskapclle 
oberhalb des oberen Kreuzganges im St. Do- 
rotheastifte erhalten haben und verpflichten 
sich, von diesen 80 Pfund Pfennigen Bürger- 
recht und von ihren Renten, Gülten und 
Gütern jährlich 4 Pfund Pfennige ewigen 
Geldes zu rechten Burgrechts und Zins zu 
Pfingsten dem Propste des Stiftes St. Doro- 
thea und auf ihre Quittung 2 Pfund 4 Schil- 
ling Pfennige für das ewige Licht und in 
ihre Brüderschaft 12 Schillinge zu bezahlen. 

Zeugen und Sieglcr: Voytin, Keller- 
meister in Oesterreich, und Stephan Enn, 
Bürger zu Wien. 

Datum: . . . Wienn, an montag in den 
heiligen pfingstfeiertagn. 

Original, Pergament. Mit zwei unversehrten Siegeln. 

3408 i5i6, Oc tober 2, Wien. 

Wolfgang Schneider und seine Frau Bar- 
bara erhalten für sich und ihre beiden Kinder 
das «Oede Haus» sammt Hof, zunächst des 
dem Stifte St. Dorothea gehörigen Wein- 
gartens bei der Mühle in Gumpendorf ge- 
legen, auf Lebenszeit vom Propste des Stiftes 
St. Dorothea, Bernhard, in Pacht. Von diesem 
Hause sind alljährlich 42 Pfennige an die 
Frauenkapelle auf der «Stettn» Grunddienst 
zu leisten. Der Pachtzins beträgt jährlich 
12 Schilling Pfennige. 

Zeugen und Siegler: Hanns Schadner, 
Rath der Stadt Wien, und Heinrich Frankh, 
Bürger zu Wien. 

Datum: . . . Wienn, an pfintztag nach 
sannd Michelstag. 

Original, Pergament. Mit zwei beschädigten, auf- 
gedrückten Siegeln. 



200 Pfund Pfennige erhalten zu haben, wofür 
sie sich verpflichten, demselben auf Lebens- 
zeit Conventkost und Wohnung zu geben. 

Siegler: Die Aussteller. 

Datum: . . . Wienn, an montag vor Mathei. 

Original, Pergament. Mit zwei unversehrten Siegeln. 

2470 i522. Mann i5, Wien. 

Bernhard, Propst des Stiftes St. Dorothea, 
und Christophorus, Dechant, verpflichten sich, 
alljährlich zu den Quatemberzeiten je 5 Pfund 
Pfennige guter Landeswährung an Meister 
Hanns Fabri von Weissenburg und seine 
Erben zu bezahlen als Interessen von 400 
Pfund Pfennigen, welche obgenannter Meister 
beim Stifte St. Dorothea angelegt hatte. 

Siegler: Die Aussteller. 

Datum: . . . Wienn, an sambstag vor 
Gertrudis. 

Original, Pergament. Mit anhangendem, beschä- 
digten Siegel (das des Propstes fehlt). 

2471 /♦52J, Juli 20, Wiener-Neustadt. 

Ferdinand, Prinz von Spanien und Erz- 
herzog zu Oesterreich, bestätigt alle dem Stifte 
St. Dorothea von seinen Vorfahren verliehenen 
Privilegien und Freiheiten. 

Siegler: . Der Aussteller. 

Datum: Geben in unserr stat Neuenstat, 
am zwaintzigisten tag des monats julij. 

Original, Pergament. Mit unversehrtem Siegel. 

2472 i526, April 26, Wien. 

Propst Bernhard und der Convent von 
St. Dorothea bestätigen, von Herrn Martin 
Medlinger, Priester aus dem Salzburger Bis- 
thume, 120 Gulden rheinisch erhalten zu 
haben, wofür sie sich verpflichten, demselben 
auf Lebzeiten die Conventkost und eine Woh- 
nung zu geben. 

Siegler: Die Aussteller. 

Datum: . . . Wienn, an pfintztag nach 
sand Jorgentag des heiligen martrer. 

Original, Pergament. Mit zwei unversehrten Siegeln. 



2469 iSiS, September 20, Wien. | 2473 iSji, December 22, Wien. 

Propst Bernhard und der Convent von Stephan Herbinger, Richter zu Grinzing, 

St. Dorothea bestätigen, von Herrn Johann ' und seine Frau Anna nehmen vom Stifte 

Fabri, Meister der sieben freien Künste, , St. Dorothea zwei Weingärten, gelegen im 



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Wienpühl und im Hinterpühl, gegen jähr- ! 
liehe 4 Pfund Wiener Pfennige in Leibgeding. 

Zeugen und Siegler: Andre Pathülle und 
Thomas Wisinger, beide Bürger zu Wien. 

Datum: . . . Wienn, an freitag nach 
sannd Thomas des heiligen zwelfpotentag. i 

Original, Pergament. Mit zwei unversehrten, an- 
hangenden Siegeln. 

3474 i^jS, August 6, Wien, 

Franciscus, Propst des Stiftes St. Doro- 
thea in Wien, bestätigt, dass er das «Oede 
Haus» in Gumpendorf, von welchem alljähr- 
lich 42 Pfennige an die Frauenkapelle auf 
der «Stetten» an Grunddienst zu geben sind, 
gelegen zunächst der Stampfmühle, und 
^2 Joch Weingarten an Wolfgang Spitzer, 
Bürger zu Wien, und dessen Frau Katha- 
rina verkauft habe. (Kaufschilling ist nicht 
genannt.) 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum: . . . Wienn, den 6. tag des mo- 
nats augusti. 

Copie, Papier. 

3475 i5j5, September 24, Wien, 

König Ferdinand übergibt dem durch 
die Türkenkriege verarmten Stifte St. Doro- 
thea unter dem Propste Franz die Gründe, 
Güter und Gült des ehemaligen Nicolai- 
klosters der Clarissinnen vor dem Stuben- 
thore, die das in der Türkenbelagerung ab- 
gebrannte und niedergerissene Kloster ver- 
lassen mussten. Den halben Theil des Ein- 
kommens aus diesen Gründen muss das Stift 
St. Dorothea alljährlich am Georgitage vom 
Jahre 1587 angefangen der Wiener Uni- 
versität zu Händen des Priors des fürstlichen 
Collegiums daselbst abliefern. 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum: . . . Wienn, den vierundzwaintzi- 
gisten des monats septembris. 

Original, Pergament. Mit unversehrtem Siegel. 

3476 1536, Juli (V, Wien, 

Kaiser Ferdinand gibt dem Propste Fran- 
ciscus und dem Convente von St. Dorothea 
in Anbetracht ihrer infolge des Türkenkrieges 
entstandenen Schuldenlast die Erlaubniss, die 



von Herrn Doctor Colomann, einem Welt- 
priester, zur Abhaltung zweier wöchentlicher 
heil. Messen gestifteten 200 Gulden von den 
Testamentariern und königlichen Käthen, 
Herrn Hanns Böhaimb, Münzmeister zu 
Wien, und Caspar Strasser, Secretarius, zu 
beheben unter der Bedingung, dass sie nach 
wie vor die gestifteten Messen lesen. 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum: . . . Wienn, am achten tag des 
monats julii. 

Original, Pergament. Mit beschädigtem Siegel. 

3477 1546, October 25, Pulgarn, Ob.-Oest, 

Margaretha von Schärffenberg, Meisterin, 
und der Convent des Gotteshauses zu Pul- 
garn im Lande ob der Enns gelegen, ver- 
kaufen «fürnemblich zur bezallung ihrer aus- 
steender landtsteuer in Osterreich under der 
Enns, auch entledigung ihrer guetter so sie 
daselbst haben», mit landesfürstlicher Be- 
willigung alle ihre «grundholden, güllt und 
guetter» zu Gumpendorf gelegen, sammt 
«dorffobrigkeit auch grundtbuch und fertti- 
gung ihrer holden, gült, gründt, güetter 
lauttendt mit allen derselben ein und zuge- 
horungen» an Vincenz Muschinger und seine 
Frau Genovefa «umb ein summa gellts, der 
sie zur rechter zeitt und on allen schaden 
gannzlichen entricht und bezallt sein». Diese 
Abgaben waren folgende: Stift St. Dorothea 
für die Stampfmühle 15 Pfennige; Veit Wi- 
singer für eine Mühle i Pfund Pfennige; 
Haimcran Khenater, Bürger zu Wien, für ein 
Haus 3o Pfennige; derselbe für zwei Höfe 
45 Pfennige; Thomas Steyrer für ein Haus 
und Hof 42 Pfennige; Mathes Hess für ein 
Haus 15 Pfennige; Wolfgang Seidl für ein 
Haus 72 Pfennige; Stephan Küperger für ein 
Haus 46 Pfennige; Leonhart Lizenhofer für 
ein Haus 42 Pfennige; Thomas Holtzer für 
ein Haus 42 Pfennige; Christof Maurer für 
ein Haus 42 Pfennige; Meister Leonhard 
Perkhamer, Schneider, für ein Haus 15 Pfen- 
nige; Leonhard Schlägl für ein Haus 42 Pfen- 
nige; Paul Stuerzl für ein Haus 20 Pfen- 
nige; Bartlme Madhoffer für ein halbes 
Haus, Hof und Weingarten 15 Pfennige; 
Utz Trcmpel für ein Haus 15 Pfennige; 



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Archiv des Chorherrenstifies St. Dorothea in Wien. 



Mathes GoU für ein Haus 15 Pfennige; 
Thomas Paumbgartner für ein Haus, Hof 
und Weingarten 15 Pfennige; Hanns Hueber 
für ein Haus, Hof und Weingarten 15 Pfen- 
nige; Hanns Fux für ein Haus 3o Pfennige; 
Michael Gebhardt für ein Haus 10 Pfennige; 
Merth Khrempell für ein Haus 60 Pfennige; 
Mathes Hörtl für ein Haus, Hof und Garten 
15 Pfennige; Pangraz Tunnkhl für ein Haus 
und Hof 3o Pfennige; Oswald Prugkhner für 
ein halbes Haus 15 Pfennige; Baron Eisen- 
reich für ein halbes Haus, Hof und Wein-* 
garten 15 Pfennige; Thomas Mayr für ein 
Haus 3o Pfennige; Hanns Tontegl für ein 
Haus und 2 Viertel Weingarten 60 Pfennige; 
Merth Meixner, Fuhrmann, für einen Wein- 
garten im «Grieß» 10 Pfennige; Sebastian 
Freissleben für einen Weingarten im «Grieß» 
10 Pfennige; Veiten Pranntstetter für 2 Achtel 
Weingarten im «Grassigen Weg» So Pfen- 
nige; Hanns Khuen für einen Weingarten 
20 Pfennige; Thomas Mayr für i Achtel 
Weingarten 15 Pfennige. 

Zeuge und Siegler: Wolfgang, Abt zu 
den Schotten. 

Datum: . . . Pulgarn, den 25. tag octobris. 

Copie, Papier. 

3478 i55o, September 28, Wien, 

Elisabeth Gräfin zu Salm, geborne Freiin 
von Rogendorf, Witwe des Niclas Grafen zu 
Salm, stiftet in einer Testamentsclausel zur 
Abhaltung eines ewigen Jahrtages in der 
Stiftskirche zu St. Dorothea ein Capital von 
1000 Pfund Pfennigen, welches sie beim Bür- 
germeister und Rath der Stadt Wien, Seba- 
stian Huettstockher, hinterlegt. Von den jähr- 
lichen 50 Pfund Pfennigen Interessen sollen 
für den Gottesdienst 10 Pfund 3o Kreuzer 
gezahlt werden, mit 3g Pfund 3o Kreuzer 
sollen 3oo Arme betheilt werden, den Rest 
soll der Vertheiler erhalten. 

Datum: . . . Wienn, suntag vor Michaelis 
den achtundtzwanzigsten monatstag September. 

Copie, Papier. 

3479 iSGj, April 26, Wien. 

Kaiser Friedrich bestätigt, dass die von 
ihm eingesetzten Commissäre, Oswald Frei- 



herr von Eytzing und Blasius Spill er, den 
zwischen der Stadt Wien und der Universität 
wegen der Nicolai'schen Güter bestehenden 
Zwiespalt verglichen haben. Die Controvers- 
punkte waren folgende: «fürs erste begehrten 
die von der Universität für die ausständt der 
versessnen dienst, perkrecht und kwör fer- 
tigung bis auf das ainundfunfzigst jar, sechs- 
hundert gülden, die inen die von Wienn er- 
legen sollen. Zum andern, als die von der 
Universität etliche gründt und wäldt schätzen 
lassen, darüber inen achtzig pfundt pfennig 
auferloifen. Das die von Wienn inen mit be- 
zallung des halben tails schatzgelts, als vier- 
tzig pfundt pfennig zu hilf khumen sollen. 
Fürs dritt: alldieweil, die pranndtstat zu 
sannt Nicola vor dem Stubenthor, auch des 
Hanns Parfuessen garten und des Muschin- 
gers haus in khain khauffs anschlag noch 
abraittung nie khomben, das die von der 
Universität dieselben in dise khauffshannd- 
lung auch mit khumen lassen wollen. Und 
zum viertten und lesten, das die von Wienn 
denen von der Universität das gebräuchig 
interesse von dem ausständigen Überrest der 
völligen khauffs summa, umb gedachte Ni- 
colaische gütter bißher verfallen, erlegen soll- 
ten.» — Der Vergleich wurde dahin gemacht, 
dass «die von Wienn denen von der Uni- 
versität für all ir oberzehlt anforderungen 
(ausser sannt Nicola prantstat, des Hanns 
Parfuessen garten, des Muschinger hauses 
und des ordentlichen khaufrestes, welcher 
sich in die zwaytausent achthundert und 
ainundzwantzig pfund, ain Schilling sieben- 
undzwantzig pfennig erloffen) dieser Nicolai- 
schen guetter halber, herrürennt, aintausent 
pfund pfennig erlegen und zuestelleh sollen, 
soviel aber sant Nicola pranntstat betrifft, 
dieweil die von Wienn umb dieselb prannt- 
stat ain abschrifft aincs khajserlichen gabbrieffs 
furgebracht, so haben es die von der hohen 
schuel dieser zeit auch dabei beruhen lassen. 
Dann von wegen des Hanns Parfuessen gar- 
ten und des Muschinger hauses wollen die 
von der Universität denen von Wien auf ir 
freundlich anlangen, dieselben nach erkhannt- 
nus der ordentlichen schätzleut alhie auch 
kheuflich zuesteen und ervolgen lassen, und 



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Archiv des Chorherrenstiftes St. Dorothea in Wien. 



47 



fünfzig pfundt pfennig auß derselben schätz 
summa nachsehen. Und beschließlich sollen 
die verkhaufer, innhalt aines von unserer re- 
gierung und camer unserer niederösterreichi- 
schen lande, am ainundzwainzigisten tag no- 
vembris des verschinen sechsundfunftzigisten 
jars erganngen abschiedts, denen von Wienn 
gegen erlegung des ausständigen rests des 
khaufsuma und jetzt gethaidingter tausent 
gülden so alles drcy tausent achthundert und 
ainundzwantzig pfundt, ain Schilling siben- 
undtzwanzig pfennig bringt, ain ordenlich 
urbar über die erkhaufften guetter sambt ainem 
landläufigen khaufbrief geben, auch die kwörn 
und annders richtig machen. Doch haben her- 
nach die khauffer sich des articls des urbars 
und richtigmachung der kwöre und annders, 
der Universität und dem probst und convent 
zu sannt Dorothea als verkhauffern zugefallen 
genntzlichen begeben». 

Kaiser Friedrich stellte drei gleichlau- 
tende Vertragsbriefe aus, von denen einen 
die Universität, den andern das Stift St. Do- 
rothea und den dritten die Stadt Wien 
erhielt. 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum : . . . Wienn den sechsundzwantzigi- 
sten tag des monats aprilis. 

Original, Pergament. Mit unversehrtem Siegel. 

2480 i564, October j, Rom. 

Bulle des Papstes Pius IV. unterm Fischer- 
ring, worin er auf Bitten des Kaisers Maxi- 
milian dem Propst Clemens Staffelsteiner 
und allen seinen Nachfolgern den Gebrauch 
der Pontificalien verleiht. 

Siegler: Der Papst. 

Datum: Romae apud sanctum Marcum 
subannulopiscatorisdielll.octobrisMDLXIin. 
pont. mei anno quinto. 

Original, Pergament. Mit undeutlichem, aufge- 
drückten Siegel. 

2481 i565, Februar j2, Wien. 

Maximilian IL bestätigt alle dem Stifte 
St. Dorothea bisher verliehenen Privilegien 
und Freiheiten. 

Sie gier: Der Aussteller. 



Datum: . . . Wienn, den zwelften tag 
I des monatts februarii. 
I Original, Pergament. Mit unversehrtem Siegel. 

I 3483 iS65, November 20, Wien. 

Caspar Lindegg zu Lisana, «köm. kays. 

I maj. rath und hofsecretarius», und seine 

, Frau Cordula, geborne Neusserin, bestätigen, 
dass Gallus, Propst des Stiftes St. Dorothea, 
ihnen, ihrem Sohne Christof und einer 
noch später zu benennenden Person eine 
Wohnung in dem Hofe neben der Kirche 
sammt der Kammer über der Einfahrt auf 

I Lebenszeit unentgeltlich überlassen habe, wo- 
für sie jedoch diese Wohnung auf ihre Kosten 

I herrichten lassen müssen. Nach dem Tode 
des Caspar Lindegg sollten aber alljährlich 
24 Gulden dem Stifte an Miethe gezahlt werden. 
Zeuge: Her man Bayr, röm. kays. maj. 
rath und stattanwaldt zu Wien (Schwager 
der Frau Cordula Lindegg). 

j Siegler: Der Aussteller und der Zeuge. 

Datum: . . . Wjenn, den zwainzigisten 
tag des monats novembris. 

Original, Pergament. Mit zwei unversehrten, an- 
hangenden Siegeln. 

I 3483 i56S, Januar i, Wien. 

Kaiser Maximilian bestätigt den Vertrag 
' zwischen Propst Gallus und dem Hofsecretarius 
Caspar Lindegg, worin Letzterem eine Woh- 
1 nung im Hofe nächst der Kirche St. Doro- 
' thea auf Lebzeiten dafür unentgeltlich über- 
lassen wird, dass er sie auf seine Kosten 
j herrichtet, fügt aber noch die Bestimmung 
' hinzu, dass nach dem Tode des Caspar 
j Lindegg diese W^ohnung wieder an das Stift 
, zurückfalle, wenn die Herstellungskosten ver- 
gütet werden. 

S legier: Der Aussteller. 
Unterschrift: Ad mandatum Sacrae Caes. 
W. Vnuertzagt. 

Datum: . . . Wienn, den ersten tag des 
monats januarij. 

Original, Pergament. Mit unversehrtem, anhan- 
I genden Siegel und eigenhändiger Unterschrift des Kaisers. 
I 

. 3484 i5Sr, Mär^ 20, Prag. 

Kaiser Rudolf IL bestätigt auf Bitten 
! des Propstes Martin alle dem Stifte St. Do- 



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Archiv des Chorherrenstittes St. Dorothea in Wien. 



rothea von seinen Vorfahren verliehenen Frei- 
heiten und Privilegien. 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum: Geben auf unserm khuniglichen 
schloss zu Prag, den zwaintzigisten tag des 
monat« martij. 

Original, Pergament. Mit unversehrtem Siegel und 
eigenhändiger Unterschrift. 

3485 i56'i, Juni 5, Wien, 

Caspar von Lindegg zu Lisana, Mollen- 
burg und Weissenburg, röm. kais. Maj. Rath, 
bestätigt, dass er von Herrn Martin, Propst 
des Stiftes St. Dorothea, die Baukosten für 
die Herstellung der Wohnung im Hofe nächst 
der Kirche per 518 Gulden richtig erhalten 
habe und deshalb keinen ferneren Anspruch 
auf die unentgeltliche Benützung der Woh- 
nung habe. 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum: . . . Wienn, am fünften tag des 
monats juny. 

Original, Papier. Mit unversehrtem, aufgedrück- 
ten Siegel. 

3486 iS^i, September 29, Wien. 

Martin, Propst des Stiftes St. Dorothea, 
und der Convent bestätigen, dass Elias Cor- 
vinus, röm. kais. Maj. n.-ö. Regimen tsrath, 
und seine Frau Katharina mit landesfürst- 
licher Bewilligung dem Stifte St. Dorothea 
500 Gulden zur Bezahlung der Baukosten im 
Hofe nächst der Kirche an Herrn Caspar von 
Lindegg vorgestreckt haben und vermiethet 
demselben Doctor Elias Corvinus den vor- 
deren Stock im Hofe mit allen Zimmern, 
wie sie Caspar von Lindegg innehatte, gegen 
jährliche 20 Gulden, bis die geliehenen 500 Gul- 
den zurückgezahlt sein werden. 

Zeugen: Georgius Karstner, Christopho- 
rus Thutt und Bartholomäus Fuchs. 

Siegler: Die Aussteller. 

Datum: . . . Wienn, an St. Michaelistag 
den 2g. Septembris. 

Original, Pergament. Mit zwei unversehrten, an- 
hangenden Siegeln. 

Auf der Rückseite dieser Urkunde steht, dass 
Propst Andreas am ii. August 1614 die 500 Gulden an 
Dr. Elias Corvinus abgezahlt habe, und dass diese Woh- 
nung endlich dem Propste von St. Polten auf sechs Jahre 
für «;oo Gulden vermiethet wurde. 



3487 i5^2, Januar 12, Wien. 

Sylvester Muschinger, Bürger zu Wien, 
verkauft die auf der Stampfmühle in Gumpen- 
dorf gelegene Gült Jährlicher 15 Pfennige 
an Martin Radwiger, Propst des Stiftes St. Do- 
rothea, sammt allen «ehren, freyheiten, ge- 
horsamb recht und gerechtigkeiten». Sylvester 
Muschinger erhielt diese Gült von seinem 
Vetter Vincenz Muschinger. 

Zeugen: Stephan Engelmayer, der Rechte 
Doctor, n.-ö. Regimentsrath. 

Siegler: Der Aussteller und der Zeuge. 

Datum: . . . Wienn, den zwelfften tag 
januarij. 

Original, Pergament. Mit zwei unversehrten, an- 
hangenden Siegeln. 

3488 i5ii2, Januar 12, Wien. 

\ Sylvester Muschinger verkauft die auf 

der Stampfmühle in Gumpendorf gelegene 
Gült jährlicher 15 Pfennige an Propst Martin 
Radwiger um 20 Ducaten in Gold und 5 Du- 
caten als Leutkauf. 

I Zeugen: Stephan Englmayer, n.-ö. Re- 

j gimentsrath, und Elias Corvinus, n.-ö. Regi- 

I mentsrath. 

Datum: . . . Wienn, den zwölften tag 
januarij anno 82. 
Copie, Papier. 

2489 i5qi, Februar 11, Wien. 

Georg Graf zu Nogarol, Herr auf Alt- 
spauer und EhrenfellJ, K. Rudolf II. Rath 
und oberster Kämmerer, übergibt für seinen 
verstorbenen Bruder Ferdinand Graf zu No- 
garol, Herr auf Altspauer und Ehrenfelß, röm. 
kais. Maj. Rath und Obrister zu Raab, gemäss 
, testamentarischer Anordnung 1000 Gulden 
rheinisch, jeden zu 60 Kreuzer gerechnet, 
dem Propst und Convent zu St. Dorothea 
I zur Abhaltung eines ewigen Jahrtages sammt 
I fünf anderen Privat-Seelenmessen am 11. Fe- 
bruar, wie auch des Jahres hindurch für eine 
; monatliche Seelenmesse am 11. Tag eines 
! jeden Monats, auf dem Altar, bei welchem 
das Epitaphium des Verstorbenen errichtet ist. 
Zeugen: «Leonhard von Harrach der 
Ältere freiherr zu Vorau und Purgerstein, 



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obrister erbstallmeister zu Österreich, röm. 
kays. may. rath und kamerer, auch der fürst, 
durch. Ernsten erzherzog zu Österreich ge- 
heimer rath und kamerer, sein schwager 
und bruder, und Hanns Bernhard Löbl auf 
Greinpurg freiherr, höchsternennter Irer may. 
n. ö. regiments rath, und Irer fürst, durch. 
Ernsten, erzherzogs zu Österreich kamerer, 
sein Schwager und söhn.» 

Siegler: Der Aussteller und die Zeugen. 

Datum: . . . Wienn, den ailfften februarij. 

Original, Pergament. Mit drei unversehrten Siegeln. 

3490 i-^gr, Juni 2j, Wien. 

Testamentsabschrift des Veit Klingen- 
pöck, Bürgers und Bäckers in Wien, kraft 
welcher Propst Christof und das Capitel von 
St. Dorothea zum Universalerben und Te- 
stamentsvollstrecker eingesetzt werden, unter 
der Bedingung, einen Jährlichen Jahrtag ab- 
zuhalten, einen goldenen Kelch sammt Patene 
und Opferkännchen und ein Messgewand 
sowie andere kirchliche Geräthe anzuschaf- 
fen. Ausserdem ist bestimmt, dass sein 
Leichnam im Kreuzgange des Dorothea- 
klosters, wo auch seine Eltern begraben sind, 
bestattet werde. Seinen nächsten Befreunde- 
ten vermacht er jedem 5 Pfund Schilling 
Pfennige. Dann bestimmt er noch folgende 
Legate: den armen Leuten in dem kaiser- 
lichen Hofspital 5 Pfund Pfennige, den armen 
Leuten im Bürgerspital 5 Pfund Pfennige, den 
armen Leuten bei St. Marx 5 Pfund Pfen- 
nige, den hausarmen Leuten bei der Stadt 
10 Pfund Pfennige, zum St. Stephansthurm- 
bau 50 Pfund Pfennige, dem Propst von St. Do- 
rothea für erwiesene Wohlthaten 50 Pfund 
Pfennige, dem Propst Mathias zu Tiernstein 
50 Pfund Pfennige, den geistlichen Herren 
Barfüssern zu Wien 3o Pfund Pfennige, den 
Barfüssern zu St. Polten 3o Pfund Pfennige, 
den Barfüssern in Klosterneuburg 20 Pfund 
Pfennige, den Klosterfrauen zu St. Lorenz in 
Wien 3o Pfund Pfennige, zur Besserung der 
Strassen vor der Stadt 5 Pfund Pfennige, den 
Conventualen von St. Dorothea sein Silber- 
geschmeide, welches 60 Pfund Pfennige werth 
ist, dem Bäckerhandwerk 10 Pfund Pfen- 
nige, dem Meister Wolffen Winzl, Bäcker, 

Rcgestcn zur (icschichtc der Stadt \Vicn. 111. 



und seiner Hausfrau 5 Pfund Pfennige, dem 
Wolfgang Bristo, Apotheker beim Elephanten, 
5 Pfund Pfennige, dem Andreas Kalten- 
brunner 10 Pfund Pfennige, dem Mathias, 
Schreiber bei St. Dorothea, 2 Thaler, dem 
Georg Klein, Sohn seiner gewesenen Die- 
nerin, So Pfund Pfennige, der Witwe nach 
Sigmund Sterkstiften 5 Pfund Pfennige, dem 
Heinrich Löbl, seinem Hauer und Weinzierl, 
10 Pfund Pfennige, dem Erasmus Sichenperger 
und seiner Frau und Kindern Margarethe 
und Anna zusammen 10 Pfund Pfennige, 
dem Wolfen, Kellerknecht zu St. Dorothea, 
2 Thaler, dem Thorwartl im Kloster 2 Pfund 
Pfennige, der alten Urschl, seiner Dienerin, 
2 Pfund Pfennige, den armen Leuten, die 
mit seinem Begräbniss gehen, je i Kreuzer. 
All sein übriges Hab und Gut vermacht er 
dem Stifte St. Dorothea. 

Zeugen: Georg Krottenthaler und Wolf 
Winzl, beide Bäcker, und Hanns Lanng- 
hanns und Benedict Negerle, beide Bader und 
Bürger in Wien. 

Datum des Testaments: Sambstag den 
achtzehenden tag may. 

Copic, Papier. 

34J)1 i^gi* August 5, Wien, 

Ogniben Brios, Seidensticker in Wien, 
bestätigt, für seidene Fransen und Knöpfe 
zu einem rothen Ornate von Propst Chri- 
stof 90 Gulden, 2 Schillinge, 22 Pfennige er- 
halten zu haben. 

Datum: . . . Wienn, den 5. august 
anno 91. 

Original, Papier. 

2492 iSpi, August 14, Wien. 

Antonio Girolamo Pitti, Wiener Handels- 
mann, bestätigt, für den florentinischen Gold- 
stotf zu einem weissen Ornate 1266 Gulden 
I Schilling 10 Pfennige von Propst Christof 
richtig erhalten zu haben. 

Datum: Wien, den 14. august anno 91. 

Original, Papier. 

2493 i5cf2, Mär:{ 28, Wien, 

Andreas Gölitz, Goldschmied, bestätigt, 
vom Propste Christof an Macherlohn für 

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den neuen Prälatenstab von jedem Lothe 
12 Schillinge, in Summe 119 Gulden, 4 Schil- 
linge, 12 Pfennige richtig erhalten zu haben. 

Datum: . . . Wienn, am 28. martij anno 92. 

Original, Papier. 

3494 i5()2, April ig, Wien, 

Isabella Leefdael, Witwe des Ferdinand 
von Leefdael, Erzherzogs Ernst Hofgold- 
schmied, bestätigt, vom Propste Christof 
280 Gulden, welche ihr Mann für die Fassung 
der Edelsteine zu dem neuen Prälatenstabe 
ausbedungen hatte, richtig erhalten zu haben. 

Siegler: Die Ausstellerin. 

Datum : . . . Wienn, den 1 9. aprilis anno 92. 

Original, Papier. Mit dem aufgedrückten, beschä- 
digten Petschaftssiegel des Ferdinand von Leefdael. 

2495 i^O^, ^^i 20, Wien, 

Joachim Grumbdeich, Erzherzogs Maxi- 
milian von Oesterreich Hofgoldschmied, ver- 
einbart mit dem Propste Christof die Gold- 
schmiedearbeiten zur neuen Infel und die 
Anschaffung der Edelsteine zu besorgen; für 
Macherlohn beansprucht er 70 Gulden. 

Datum : . . . Wienn, den 20. may anno 1 592. 

Original, Papier. Mit der eigenhändigen Unter- 
schrift des Joachim Grumbdeich. 

3496 i5g2, Juni 12, Wien. 

Propst Christof vereinbart mit Georg 
Mytterleyttner, der verwitweten Königin von 
Frankreich Hofperlhefter, ihm zu einer neuen 
Infel für Perlen 635 Gulden, für Gold, Seide 
und Macherlohn 280 Gulden zu zahlen; die 
kleinsten Perlen werden zu 3 Thaler per 
Loth, die grösseren zu 20 Gulden per Loth 
berechnet, die ganz grossen kosten per Loth 
I Gulden. 

Siegler: Perlhefter Georg Mytterleyttner. 

Datum: .. .Wienn, den 12. junianno 1592. 

Original, Papier. Mit kleinem, aufgedrückten 
Petschaftssiegel. 

2497 i5g4, August 10, Wien, 

Laurenz Schankerl der Jüngere und 
Maria Magdalena, seine Frau, weiland des 
Herrn Georg Waidtmayer, beider Rechte Doc- 
tor, eheliche Tochter, stiften einen ewigen 
Jahrtag und eine wöchentliche Messe, wofür 



sie dem Stifte St. Dorothea den Hof zu Lie- 
sing, vorhin genannt der «Hausgraben», imd 
einige andere Gründe schenken. 

Zeuge: Sebastian Punchater, fürstlich 
Passau'scher Kastner in Wien. 

Siegler: Die Aussteller und der Zeuge. 

Datum: . . . Wienn, in festo s. Laurentii, 
das ist am zehenden tag augusti. 

Original, Pergament. Mit zwei unversehrten Sie- 
geln und eigenhändiger Unterschrift der Aussteller und 
des Zeugen. 

3498 1608, Märi 27, Wien. 

Propst Christof bestätigt, dass er dem 
Mathias Pergkhmann, Goldschmied, in Wien, 
Kharnnerstrasse wohnhaft, zwei Porciolana 
(nautilus) zum Einfassen übergeben habe. 

Datum: . . . den 27. martij anno 1608. 

Original, Papier. Mit Unterschrift des Propstes. 

3499 1611, Mai 17, Wien. 

Andreas, Propst, und der Convent des 
Stiftes St. Dorothea überlassen dem Georg 
Khertl, Klosterneuburger Unterthan, wohn- 
haft in Ottakring, seiner Frau Barbara und 
Tochter Eva, verehelicht mit Jacob Ross- 
pichler, Müller zu Gumpendorf, 2 Viertel 
Weingarten, gelegen in «Teufeln» zu Otta- 
kring, in Leibgeding gegen jährliche 4 Gulden 
Bestandgeld. 

Siegler: Die Aussteller. 

Datum: . . . Wienn, den sibenzehenden 
may anno 161 1. 

Original, Pergament. Mit zwei unversehrten, an- 
hangenden Siegeln. 

2500 16 II, August 18, Wien. 

Augustin Gölitz, Goldschmied in Wien, 
bestätigt, von Propst Andreas für Macher- 
lohn und Vergolden der silbernen «Raffeln» 
eines serpentinenen Bechers 2 Gulden, 7 Schil- 
linge erhalten zu haben. 

Datum: . . . Wienn, den 18. august 161 1. 

Original, Papier. 

2501 1612, Juli 2j, Wien, 

Bartholomäus Khunadt, Hofgoldschmied, 
bestätigt, für ein Crucifix an Macherlohn und 



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Silber vom Propste Christof 181 Gulden, 
4 Schillinge, 12 Pfennige erhalten zu haben. 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum: . . . Wienn, den 23. juli anno 16 12. 

Original, Papier. Mit aufgedrücktem, kleinen 
Petschaftssiegel. 

3503 161J, Mai 3, Wien. 

Kaiser Mathias bestätigt auf Bitten des 
Propstes Andreas alle dem Stifte von seinen 
Vorfahren verliehenen Privilegien und Frei- 
heiten. 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum: . . . Wienn, den dritten monats- 
tag may. 

Original, Pergament. Mit unversehrtem Siegel und 
eigenhändiger Unterschrift. 

3503 1614, November i, Wien, 

Susanna von Hoyos, geborne Gräfin von 
Trautson, Frau auf Sprechen-, Schroffen- und 
Falkenstein, weiland des Herrn Ludv^ig von 
Hoyos, Freiherrn zum Stixenstein auf Gutten- 
stein und Rottengrub, geheimen Raths- und 
Hofkammerpräsidentens-Witwe, bestätigt, dem 
Stifte St. Dorothea zur Abhaltung eines ewi- 
gen Jahrtages und von vier Seelenmessen für 
Carl Freiherrn von Herberstein und Frau 
Elisabeth, dessen Gemahlin, geborne von 
Trautson (ihre Schwester), sowie zur Ab- 
haltung eines Requiems an den Quatember- 
zeitcn eine Summe von 2160 Gulden rhei- 
nisch als Stiftungscapital übergeben zu haben. 
Auch sollen aus diesem Capital alljährlich 
15 Gulden an Arme vertheilt werden. 

Zeugen: Herr Johann Balthasar von 
Hoyos, Freiherr zum Stixenstein auf Gutten- 
stein und Rottengrub, röm. kais. Maj. Käm- 
merer, Rath, Georg Puecher, beider Rechte 
Doctor und Pfarrer bei St. Michael, Johann 
Landau, beider Rechte Doctor, höchst- 
ernannter Ihrer kais. Maj. Rath und Land- 
schreiber in Oesterreich unter der Enns. 

Siegler: Die Ausstellerin und die Zeugen. 

Datum: . . . Wienn, den ersten tag 
novembris. 

Original, PergamenL Mit vier unversehrten Sie- 
geln und den eigenhändigen Unterschriften. 



2504 1616, April jo, Wien. 

Hanns Christof Graf von Puchheim, Herr 
zu GöUerstorif, Krumbach und Kirchschlag, 
Erbtruchsess in Oesterreich, röm. kais. Maj. 
Hofkriegsrath, obrister Haus-, Land- und 
Feldzeugmeister, Obrister und Kämmerer, be- 
stätigt, dem Propste Andreas und dem Con- 
vente zu St. Dorothea zur Stiftung und Er- 
haltung der Familiengruft in der Dorothea- 
kirche, dann für wöchentlich drei Messen, 
und zwar Montag für seinen verstorbenen 
Bruder Christof Freiherr von Puchheim, der 
bei den Franziskanern in Passau begraben 
liegt, am Mittwoch für die lebenden Mit- 
glieder des Hauses Puchheim, am Freitag 
für alle verstorbenen Mitglieder des Hauses 
Puchheim, ferner zur Abhaltung eines ewi- 
gen Jahrtages für den Stifter selbst 6000 
Gulden übergeben zu haben. 

Zeugen und Siegler: Johann Eusebius 
Khuen, Freiherr auf Belassy, Herr auf Newen 
Lempach, geheimer Rath und Kämmerer; 
Adam Freiherr von Herberstein, Erbkämmerer 
und Erbtruchsess in Kärnten. 

Datum: . . . Wien, den dreissigsten tag 
monats aprilis. 

Original, Pergament. Mit drei unversehrten Siegeln. 

Auf der Aussenseite der Urkunde steht: cDen 
7. januarij a. i623 seynt durch mich bei einer ersamben 
n.-ö. landtschaft 4000 fl. auf 6 pro cento angelegt wor- 
den die soll weder ich oder künftiger praelat ausser 
umb ganzlicher höchster noth welche der allerhöchste 
lang verhueten wolle haubsächlich nicht aufFkündig. 
Hieronymus probst zu St. Dorothea.» 

3505 i6i6, Juli 28, Wien, 

Hanns Erasmus Heilmann und Johann 
Schlackwein, Bürger und Maler, und der 
Brüderschaft der Maler und Goldschlager ge- 
ordnete Zechmeister in Wien stellen dem 
Hanns Ledentu, von Waldkirchen in Oester- 
reich gebürtig, auf Ansuchen seines Lehr- 
herrn Hanns Heinrich Müller, Hofmalers und 
Bürgers zu Wien, bei welchem Ledentu vier 
Jahre lang gelernt hatte, einen Lehrbrief aus. 

Siegler: Die Aussteller. 

Datum: . . . Wienn, den 28, tag mo- 
nats julij. 

Original) Pergament. Mit unversehrtem, anhangen- 
den Siegel der Bruderschaft der Maler und Goldschlager. 



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3508 i62i, Februar iq, Wien, 



52 Archiv des Chorherrenstiftes St. Dorothea in Wien. 

3506 i^^ig, Februar 4, Wien, \ Siegler: Der Aussteller, das Stift St. Do- 

rr • xM ^ ' I , 1 TA T». I rothca und der Zeuce. 

Kaiser Mathias erhebt den Propst Hie- 1 ^ ^sz. .... 

,,.. . . . r» 1 T^ . . I Datum: , , . Wienn, den viertzehenden 

ronymus Konig und dessen Bruder David ... 

König in den Adelsstand und ertheilt ihnen ^^ • • , ,. w ^ • ^. o- , 

'^ I Original, Pergament. Mit drei unversehrten Siegele. 

ausser allen anderen damit verbundenen ^uf der Aussenseiie der Urkunde steht: *Die in- 

Rechten auch die Erlaubniss, das ihren Vor- vermclte 4000 fl. seyndt den 10. januarij anno 1623 in 

fahren von Karl V. ertheilte Wappen führen , das landhauß auf 6 pro cento gelegt worden die soll 

zu dürfen. Dasselbe stellt einen blauen Schild ' i«^^^*S«^^ ^^®'" künftiger probst ohne unumbgänglichc 

1 ,, ^i_j- \ ^ xA grosse noth welches cott der hcrr lange verhüetten 

vor, in demselben stehend ein nackter Mann I „,,>,.. ^ . /^ , ^ , ... 

. . . , . ' wolle haubsachlich nicht abfordern. Hieronymus probst 

mit einer gelben, beiderseits von sich flie- ^u St. Dorothea.» 

genden Binde umgürtet, in der Linken ein 

Scepter, in der Rechten ein Schwert, auf 

dem Haupte eine goldene Krone. Auf der 

Krone erscheint ein Spangenhelm, beiderseits Ferdinand 11. bestätigt die dem Stifte 

mit gelben und blauen Helmdecken. Kleinod: St. Dorothea bisher verliehenen Privilegien 

eine Krone und darüber die Wiederholung . und Freiheiten. 

der nackten Mannesgestalt bis an die Hüften. Siegler: Der Aussteller. 

Siegler: Der Aussteller. Datum: . . . Wienn, den neunzehendcn 

Datum: . . . Wienn, den vierten tag des ' tag des monats februarij. 

monats februarii I Original, Pergament. Mit unversehrtem Siegel und 

Original, Pergament, mit gemalter Wappcndarstel- j eigenhändiger Unterschrift de» Ausstellers. 

lung. Siegel fehlt. 

! 3509 lö-jj, August 4, Wien, 

2507 1^20, Januar 14, Wien. \ virgil Umbrecht und Jeremias Fladen- 
Adam Freiherr von Herberstein, Neydt- | «f<='"' kaiserliche Regimentsofficiere, Testa- 

berg und Guttenhag, Herr auf Lankovvitz , mcntsexecutoren des Herrn Peter Teuchmann, 

und Matzen, Erbitämmerer und Erbtruchsess ' "-'ö- Kämmerers und Registrators, bestätigen, 

in Kärnten, röm. kais. Maj. Rath, bestätigt, '^''' testamentarische Stiftung von 500 Gulden 

dem Propste und Convente zur Erhaltung I ^^' *='"^" ^'^^'^^^ '^"'^ Stifte St. Dorothea 

der Familiengruft, worin im Jahre 1619 ausgefolgt zu haben. 

seine Tochter Anna Maria, des Herrn Hanns | Siegler: Die Aussteller. 

Christof Löbl Freiherrn auf Khrainburg Ge- '^''"""- • • • W''^""' '^^^ ^i^""^^" «"g"^^'- 

LT i_ ^ ^^ ^ j j I I Original, Papier. Mit unversehrten, aufgedrückten 

mahlm, bestattet worden war, und nach o- , ^ r u r ^ * ., 

' ' I Siegeln und Unterschriften der Aussteller. 

seiner Bestimmung auch er selbst, seine Ge- I 

mahlin, sein Sohn Carl und dessen künftige 

Gemahlin und Kinder, wie auch Herr Hanns ' ^510 1623, Mär^ 1, Wien, 

Christof Löbl und dessen Tochter Susanna ' PVau Maria geborne Werklin von der 



Katharina dereinst begraben werden sollen, 
ferner zur Abhaltung zweier Privatmessen an 
jedem Phngstage (eine für die lebenden, eine 



Taub und Leip, Freiin, weiland des Herrn 
Johann Eusebius Khuen von Belassy, Liechten- 
berg und Gandegg, Freiherrn auf Neuen Lem- 



für die verstorbenen Mitglieder der Familie pach, St. Jacobs-Ordensritter, geheimen Raths- 

Herberstein) und zur Abhaltung eines ewigen ' kümmerers und Obersten Witwe, bestätigt, dem 

Jahrtages für den Stifter und seine Gemahlin | Stifte St. Dorothea zur Erhaltung der Fami- 

ein Stiftungscapital von 4000 Gulden über- , liengruft, zur Abhaltung wöchentlich zweier 

geben zu haben. Messen «pro vivis» und «pro defunctis» aus 

Zez/^e; Hanns Christof Urschcnpcck Frei- , der Familie Khuen, ferner für eine tägliche 

herr auf Pottschach, Wartenstein und Liechten- ' Messe für ihren verstorbenen Gemahl Johann 

stein, Herr auf Radaun. | Eusebius von Khuen und einem Jahrtage mit 



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Archiv des Chorherrenstiftes St. Dorothea in Wien. 



53 



sechs Messen für die Stifterin selbst 12.000 
Gulden übergeben zu haben. 

Zeugen, Der Schwager der Ausstellerin, 
Leonhard Helfried Graf von Meckhau, Frei- 
herr zu Creutzen, Herr zum Ruttenstain, 
Greinburg und Arbing, Pfandinhaber der 
Herrschaft Freistatt und Hauss etc., und 
Hanns Christof Urschenbeck, Freiherr zu 
Pottschach, Radaun, Wartenstein und Liech- 
tenstain etc., Hanns Ruprecht HegenmüUner 
von Tubenweillern auf Albrechtsberg etc. 

Siegler: Die Ausstellerin und die Zeugen. 

Datum: . . . Wienn, in St. Dorothea 
gottshauß am tag des h. märtyrers Lucidi, 
das ist den ersten marty. 

Original, Pergament. Mit vier unversehrten Siegeln. 

Auf der Aussenseite der Urkunde steht: «Dieser 
Stiftbrief ist sambt einem Schein pr. 12000 Gulden rei- 
nisch W. von der wohlgebornen Frauen Maria Khuenin 
geb. Werkhin zu einer ehrsamben N. O. Landtschaft auf 
ewig gelegt und ich nur 5 pro cento einzufordern undt 
allweg den i. Marty einzunemen dato den 2. May anno 
1623 angehandiget undt gegen ZurQckgebung des Gotts- 
hauß Revers zucgestellt worden.» 

2511 162J, Mär^ ij, Wien, 

Vidimirtc Copie des Stiftsbriefes von 
Herrn Paul Widemann, Bürgermeister von 
Wien, betreffend die in der St. Thomas- 
kapelle zu lesenden vier wöchentlichen Mes- 
sen, wofür 2000 Gulden auf dem Gundlhof 
in der Münzerstrasse angelegt wurden, von 
denen jährlich 120 Gulden dem Stifte St. Do- 
rothea zu verabfolgen sind. Diese Messen 
sollen für die Lebenden und Verstorbenen 
aus den Familien Widemann und Haffner 
gelesen werden. Der Originalstiftbrief war 
bezeugt und besiegelt von Daniel Moser, 
kais. Rath, und seinem Schwager Herrn An- 
dreas Pfeiffer, Ober-Stadtkämmerer und Stadt- 
rath. Ausgestellt war er am 3i. Jänner 1623. 

Datum: Actum den dreyzehenden marti j, . . . 

Original, Pergament. Mit beschädigtem Stadtsiegel. 

2512 162J, April 22, Wien, 

Christian Weining, Novize im Stifte 
St. Dorothea, bestimmt in seinem Testamente, 
dass sein väterliches Erbthcil im Betrage von 
2000 Gulden dem Stifte St. Dorothea anheim- 
fallen soll; was sonst noch vorhanden ist, als 



Edelgestein, Silbergeschmeide, Ketten, Klein- 
odien, Bettgewand, Kleider und Leinwand 
vermacht er seiner Mutter, der Witwe Mar- 
1 garetha Weining. 

Zeuge: Margaretha Weining. 
I Datum: , . . Wienn, den zwayundzwain- 

zigisten aprilis. 

Original, Papier. Mit eigenhändiger Unterschrift 
des Ausstellers und der Zeugin. 

2513 162S, November 14, Wien. 

Daniel Moser, kais. Rath, Bürgermeister 
und Rath der Stadt Wien, stellt auf Ansuchen 
des Herrn Johann Ledentu, Bürgers und Ma- 
lers in Wien, dessen Sohne Sebastian einen 
Geburtsbrief aus und bestätigt, dass die Zeu- 
gen Christof Trumblcr, Thürhüter bei der 
n.-ö. Regierung, und Johann Schlaggenwein, 
Bürger und Maler in Wien, die eheliche Ab- 
kunft des Kindes beschworen haben. 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum: . . . Wienn, am erchtag den 
viertzehenten monatstag novembris. 

Original, Pergament. Mit unversehrtem, anhan- 
genden grösseren Stadtsiegel. 

2514 i6j4, Mai ij, Wien, 

David, Propst des Stiftes St. Dorothea, 
und die Eheleute Hanns und Walburga Gries- 
bacher, Pächter der Gumpendorfer Stampf- 
mühle, verpachten einen Platz neben dieser 
Mühle zur Errichtung einer Werkstätte und 
eines Laboratoriums zur Leder und Tuch- 
erzeugung an Cornelio Salbo gegen einen 
jährlichen Pachtzins von 20 Gulden. 

Zeugen: Hieronymus Hoifer, Hofmeister 
des Stiftes St. Dorothea, Friedrich Alt ermann 
und Andreas Dreyenss, Hofhandelsmann in 
W^ien. 

Datum: Den i3. Mai 1634. 

Copie, Papier. 

2515 i6j^, Mär:{ 14, Wien, 

Daniel Moser, kais. Rath, Bürgermeister 
und Rath der Stadt Wien, stellt auf An- 
suchen des Herrn Johann Ledentu, Hofmalers 
und Bürgers, dessen drei ehelichen Kin- 
dern, namens Sebastian, Franciscus Sixtus 
und Sophia, einen Geburtsbrief aus und be- 



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54 



Archiv des Chorherrenstiftes St. Dorothea in Wien. 



stätigt, dass die Zeugen Laurentius Johann 
Prätorius, kais. Umgelter, und Friedrich Stoll, 
kais. Kammermaler und Bürger, «wie es sich 
in dergleichen fällen gebührt», beschworen 
haben, dass diese Kinder «mit Anna Maria, 
der Frau des Johann Ledentu, im Stande der 
heiligen Ehe erzeugt und erworben». 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum: . . . Wienn, am mittwoch den 
vierzehcnten martij. 

Original, Pergament. Mit unversehrtem, anhan- 
genden grösseren Stadtsiegel. 

2516 i6j5, August 2y, Wien. 

Propst David schliesst mit den Erben 
des Herrn Hanns Unterholzer von Kranich- 
berg, gewesenen Hofkammerrathes, einen Ver- 
trag wegen eines Hauses und Gartens, ge- 
legen in der Dorotheergasse, früher Färber- 
gasse genannt, anstossend auf einer Seite an 
Kirche und Kloster St. Dorothea, auf der 
anderen Seite (mit der Hauptmauer) an den 
Schüttboden des Meierhofes und angrenzend 
an das Haus des Maximilian von Serendein, 
n.-ö. Regimen tsrathes, vormals die «Plawen- 
stainisch (vulgo die alte Kanzlei)» genannt. 
Wegen dieses Hauses bestanden langjährige 
Besitzstreitigkeiten, die nun damit beglichen 
werden, dass dieses Haus endgiltig den Unter- 
holzer'schen Erben zugesprochen wird, für 
dasselbe aber alljährlich 2 Pfund Wiener 
Pfennige zu Michaeli Grunddienst an das 
Stift zu leisten sind und bei einer Besitz- 
änderung dem Stadtbrauche nach, «von des 
klosters St. Dorothea grundbuch aus, gegen 
richtigmach ung des gebreuchigen gewehr- und 
pfundtgeltes auch abrichtung des grunddien- 
stes die ordentlich gewehr» zu zahlen ist. 
Die Unterholzer'schen Erben zahlen zu Hän- 
den des Propstes 400 Reichsthaler. 

Zeugen und Siegler: Jacobus, Dechant 
von St. Dorothea, Maria Frau von Questen- 
berg, geborne Unterholzerin, Elisabeth Dill- 
herin, geborne Unterholzerin (Witwe), Sophia 
Brassican, geborne Unterholzerin (Witwe), 
Felicitas Berchtoldin, geborne Unterholzerin, 
Gerhard von Questenberg, Freiherr, röm. kais. 
Maj. Kämmerer und Hofkriegsrath, Vormund 
der Fräuleins Clara und Eva Unterholzerin. 



Datum: . . . Wien, den siebenundzwain- 
zigisten monatstag augusti. 

Original, Pergament. Mit sieben unversehrten, 
anhangenden Siegeln. 

3517 1640, October ij, Wien. 

Christof Cadus von Baden, der heil. 
Schrift und Philosophiae Doctor, der röm. 
kais. und kön. Maj. Ferdinand III. Pfalzgraf, 
erhebt den Adam Harckhammer, der Stadt 
Wien Unterkämmerer, in den Adelsstand und 
verleiht ihm folgendes Wappen : Ein gevierter 
Schild, im ersten und dritten schwarzen 
Felde erscheint ein goldener, aufsteigender, 
gezüngter Greif, in der rechten Pratze einen 
Hammer, in der linken ein Büschlein Haare, 
im zweiten und vierten silbernen Felde ein 
rother Sparren. Ueber dem Schilde ein ge- 
wöhnlicher offener, gekrönter Helm, Helm- 
decke links golden und schwarz, rechts silbern 
und roth. Kleinod: die Wiederholung des 
aufsteigenden Greifen. 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum: . . . Wien, den dreyzehnten 
monatstag octobris. 

Original, Pergament. Mit unversehrtem, anhan- 
genden Palatinatssiegel und eigenhändiger Unterschrift 
des Ausstellers und gemalter VVappendarstellung. 

2518 1641, Juni 2j, Wien. 

David, Propst, und der Convent von 
St. Dorothea vermiethen einen Stock im Frei- 
hofe St. Dorothea an Stephan Peer, Bürger 
und Schustermeister in Wien, und Regina, 
seine Ehefrau, für jährlich 100 Gulden. 

Zeugen: Andreas Streicher, gemeiner 
Stadt Wien Grundschreiber, Leopold Schaller, 
Schustermeister, Hanns Griessl, Schuster- 
meistcr, Jacobus, Dechant von St. Dorothea. 

Siegler: Die Aussteller, Stephan Peer, 
Andreas Streicher, Leopold Schaller und 
Hanns Griessl. 

Datum: Actum in obenannten unsern 
gottshauß St. Dorothea in Wienn, den drey 
und zwantzigsten tag junij an vigilia des 
heyligen Joannis des taufers. 

Original, Papier. Mit sechs unversehrten, auf- 
gedrückten Siegeln. 



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2519 1644, Januar 4, Wien. 

Propst Franciscus bestätigt, von Jörg 
Pürgkhl, Bürger zu Wien, 100 Gulden rhei- 
nisch zur Ablösung der Nicolai'schen Güter 
erhalten zu haben, und verpflichtet sich, 
diesen Betrag «mit gelt oder wein» in Jahres- 
frist zurückzuzahlen. 

Zeugen: Frater Manng und Frater Geor- 
gius. 

Datum: . . . Wienn, den vierten tag 
januarij. 

Original, Papier. Mit unversehrtem, aufgedrück- 
ten Siegel in Oblate. 

2530 i65o, Juni j}i, Wien. 

Copie eines Artikels aus dem Testa- 
mente des Herrn Wenzeslaus Grafen von 
Würben, worin derselbe dem Stifte St. Doro- 
thea 2500 Gulden, die ihm Max Graf von 
Wallenstein schuldet, mit der Verpflichtung 
cedirte, dass allmonatlich ein gesungenes Amt 
und das «Officium defunctorum» abgehalten 
würde. 

Datum: Den 3i. juny 1650. 

Copie, Papier. Mit unversehrtem, aufgedrückten 
Siegel. 

2521 j65j, Mai 8, Wien. 

Jacob, Propst des Stiftes St. Dorothea, 
Hieronymus, Dechant, und der Convent be- 
stätigen, von Sebastian Niederbichler, bürger- 
lichem Greissler in Wien, 200 Gulden er- 
halten zu haben, wofür dem Stifter nach 
seinem Tode «eine ruhestatt in der erbauten 
neuen krufften unter dem hochaltar möchte 
verliehen werden», desgleichen auch seinen 
zwei Söhnen Peter und Balthasar. Ferner 
sollen für die Seelenruhe der Verstorbenen 
aus der Familie Niederbichler alljährlich zwei 
gesungene Seelenämter abgehalten werden. 

Datum: Geben in unserm vilgemelten 
kloster und gottshauß St. Dorothea in Wien 
den achten tag may. 

Copie, Papier. 

2522 i656, Februar i5, Wien. 

Jacob, Propst des Stiftes St. Dorothea, 
schliesst mit dem Maler Tobias Pock wegen 



Anfertigung zweier Hochaltarbilder folgenden 
Vertrag: 

«Erstlichen sollte gemelter h. Pockh für 
unsern hoch altar zwey bletter mahlen; alss 
das grosse stükh solte sein in der höhe ain 
und zwainzig werch schuech und in die braite 
dreyzehen, darein soll gemahlt werden die 
hystor: oder martyrium der h. Dorothea in 
vorgelegter weiß der visierung gemäß. In 
das obere stuckh aber, sollte gemahlt werden 
die heylige dreyfaltigkheit, die höche solle 
sein zehen und ain halb schuch brait siben 
schuh. Solche zwey obgemelte stuckh sollen 
auf den hosten federrikh mit guetten besten- 
digen färben, darunder auch ultromarino auf 
allerschönst und khunstlichist gemahlt werden. 

«Änderten waß die blindramben hiezuc 
anbelangt, nimmt herr Pock auß. 

«Drittens, ist mehr gedachtem herrn Pockh 
für diese maller arbeit versprochen worden, 
benemtlichen zwölfhundert gülden rh. Und 
waß den leytkhauff anbetrüfft ist solches ihr 
gn. herrn prälathen biß zur verferttigung 
diser arbeit heimbgestelt. 

«Fürs viertte waß die bezallung anlangt, 
sollen der contrahierten zwölfhundert gülden 
nach und nach in eingehenden mitlen von 
ihr gnaden herrn prälathen mehr besagtem 
herrn Pockhen geraicht und richtig bezalt 
werden. Zue uhrkhundt deßen seindt hier- 
über zwo gleichlauttendte sponzetln undcr 
ainer handschrift aufgericht und iedem thaill 
ainn under beeden aigenen handt under- 
schrifft: Und ferttigung zur nachrichtung zue- 
gestelt worden». 

Siegler. Der Aussteller und Tobias Pock, 
Maler. 

Datum: Actum closter St. Dorothea alhier 
in Wienn den fünffzehenden febr. 

Original, Papier. Mit zwei unversehrten, aufge- 
drückten Petschaftssiegeln. 

2523 i658, August 20, Wien. 

Jacob, Propst des Stiftes St. Dorothea, 
schliesst mit dem Tischlermeister Peter Eppele 
wegen Erbauung des neuen Hochaltares fol- 
genden Vertrag: «Nemblichen und für daß 
erste verspricht obbemelter maister Peter 
Eppele, bürgerlicher tischler den hochen altar 



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in dem mehrvermeltem gottshauß St. Dorothea 
von grundtauf und wie eß sich vermög deß 
abriß (welcher ihro hochwürden und gnaden 
herrn prälathen von St. Dorothea gefällig ge- 
wesen) befündt von guten dürren alten holtz 
sovil sein daß tischlers arbeith anbelangen 
thuet, aufrichtig, redlich und auf daß aller 
vleißigist zu arbeithen und inner jahresfrüst 
den altar in die kirchen St. Dorothea zu- 
stellen, auch da er dießen seinem versprechen 
nicht nachkhomben, die arbeith wie eß sich 
gebührt mit dürrem holtz nit versehen und 
sonsten den altar wie es vonnöthen, der 
rechten maß und Ordnung nach nicht auf- 
bauen wurde, solle nicht allein die arbeith 
umbsonst sondern der maister auf seinen 
aigenen kosten einen anderen altar an die | 
stall dem abriß gemäß von neuen aufzubauen i 
schuldig und verpflicht sein. Hingegen und , 
wann sein deß maisters tischlerarbeith ver- I 
standenener maßen also gerichtet sein würdet 
versprechen ihro hochwürden und gnaden herr 
propst von St. Dorothea ihm maister Peter | 
Epple in paaren gelt zu geben ailfhundert | 
gülden reinisch und zum Leutkhauf ainen i 
emer wein und ainen stock salz.» 

Zeugen: Stephan, Propst zu St. Andrae I 
an der Traisen, und Caspar Giessl, Vice- 
dechant zu St. Andrae an der Traisen. ' 

Siegler: Der Aussteller, der Tischler ' 
Peter Eppele und die beiden Zeugen. 

Datum: . . . Wienn, den zwainzigisten , 
aug. 1658. ! 

Original, Papier. Mit vier unversehrten, aufge- 
drückten Pelschaftssiegeln. 

2524 i658, August 20, Wien, 

Jacob, Propst des Stiftes St. Dorothea, 

schliesst mit dem Bildhauer Tobias Krocker 1 

wegen Erbauung des neuen Hochaltars fol- 1 

genden Contract: «Nemblichen und füer 1 

daß erste verspricht obbemeltcr maister Tho- ' 

blaß Krocker, bürgerlicher bilthauer, alle die- 1 

jenige in dem abriß begriffne bilder zu dem , 
hochen altar und tabernaculo die 12 apostel 

in dem mehrermclten gotshauß St. Dorothea I 

undt waß sonsten sein deß bilthauers arbeith 1 

ist von guten dürren alten holtz aufrichtig ; 

redlich und auf das aller vleißigiste zu ar- | 



beithen und zur rechten zeit nemblichen 
inner jahresfrüst zu der tischler arbeith in 
die kirchen St. Dorothäa zustellen; da er aber 
disem seinem versprechen nicht nachkhomben, 
die arbeith wie eß sich gebührt mit dürren 
holtz nit versehen und sonsten die bilder 
und andern Sachen wie es vonnöthen der 
rechten höche und grosse nach nicht machen 
würde, solle nicht allein die arbeith umbsonst 
sondern der maister auf seinen aigenen kosten 
andere bildter an die stöll dem abriß gemäß 
von neuen aufzubauen schuldig und ver- 
pflicht sein. Hingegen und wan sein deß 
bilthauers arbeith vorstandener maßen also 
gerichtet sein wurdet, versprechen ihro hoch- 
würden und gnaden herr probst von St. Doro- 
thea ihm maister Thobiaß Krockhen in paarem 
gelt zu geben sechshundert fünffzig gülden 
rainisch und zum leuthkauff ainem eimer 
wein und ainen stock saltz. Item wollen auch 
ihro gnaden herr probst zu St. Dorothea mehr- 
besagten maister Krockher soviel grünes holtz 
alß vil er zu dießcr arbeith gebraucht haben 
würdt, auf aigenen kosten wiederumben durch 
aigene closter zueg in sein maisters hauß zu 
und einführen laßen; oder mit paaren geldt 
für daß holtz vierzig gülden zahlen soll 
und will.» 

Zeugen: Stephan, Propst von St. Andrae 
an der Traisen, und Caspar Giessl, Vice- 
dechant zu St. Andtae an der Traisen. 

Siegler: Der Aussteller, der Bildhauer 
Tobias Krocker und die beiden Zeugen. 

Datum: Den zwainzigisten augusti 1658. 

Original, Papier. Mit vier unversehrten, aufge- 
drückten Siegeln. 

2525 1660, April 20, Wien, 

Jacob, Propst des Stiftes St. Dorothea, 
schliesst mit den Malern Hanns Georg Munt- 
helfer und Hanns Küssel wegen Fassung des 
Hochaltars und Vergoldung des Tabernakels 
folgenden Vertrag: «Erstlichen versprechen 
obbemelte beede mahler als herr Georg Munt- 
helfer und Hanns Khüßel obbemelten hoch- 
altar in wolbemeltem gottshauß St. Dorothea 
daß holzwerkh von altar alles schwarz auf 
das zierlichste zu braunieren und auf die 
marmorsteinene arth zu machen. Die bilder 



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57 



aber alle sambt allen ziraden und bemeltem 
tabernaculo auf daß beste mit gueten reinen 
goldt zu vergulden. Daß gerist aber muß ab- 
sonderlich auf ihr hochwürden und gnaden un- 
kossten aufgericht werden und haben solchen 
hochaltar lengist auf St. Michaelistag völlig 
zu verfertigen versprochen. Hingegen wenn 
beede mahler obbemelter maßen den hoch- 
altar werden geschafft haben versprechen ihr 
hochwürden und gnaden herr Jacob probst zu 
St. Dorothea ihnen beeden mahlern mit ein- 
ander zu geben sechzehenhundert gülden daß 
ist jedem achthundert gulde dann jedes seinem 
haußfrauen zu einem ehrlichen leytkhauff 
I eimer wein ain stockh salz und an gelt ain 
duggaten, absonderlich aber denen mahler 
gesellen täglichen zue einem jausentrunkh auf 
daß meiste drey achtering wein.» 

Zeugen: Stephan, Propst zu St. Andrae, 
Caspar Carl Giessl, Dechant zu St. Andrae, 
und Tobias Pockh, Maler. 

Siegler: Propst Jacob, die beiden Maler 
Johann Georg Munthelfer und Hanns Küssl 
und die Zeugen. 

Datum: Den zwainzigisten monaths apri- 
lis, . . . 

Original, Papier. Mit sechs unversehrten, aufge- 
drückten Petschaftssiegeln. 

3536 1660, August 4, Wien. 

Jacob, Propst des Stiftes St. Dorothea, 
schliesst mit dem Tischler Peter Eppele 
wegen eines neuen Predigtstuhles folgenden 
Vertrag: 

«Erstlichen verspricht obermelter maister 
Peter Eppele dießen obbemelten predigstuel 
in wolermeltem gottshauß St. Dorothea den 
abriß gemeß den undern und obristen thail des 
predigstuls sambt allen darzugehörig ziraden 
(außer der bilder) starkh gueth und auf das 
zirlichste von der tischler arbeit verferttigter 
zumachen, absonderlich in alle under Felder 
muschln und also zumachen, damit etwa die 
vier evangelisten ober dem Mariae bildt, so 
auch in die canzel gesetzt werden solle, khön- 
nen khomen und dieses alles auf khomenden 
Franziscitag als den 4 october. Herentgegen 
wann er maister Peter alles guet und recht 
verfertigt, hat hochenaltar herr praelat von 

Regesien zur Geschichte der Stadt Wien. III. 



St. Dorothea ihm maister Peter zu bezahlen 
versprochen, in baarem gelt ainhundert gül- 
den, dann zwey emer wein und seiner haus- 
frau einen ducaten zum leytkhauff.» 

Zeugen: Stephan, Propst zu St. Andrae, 
und Caspar Carl Giessl, Decan zu St. Andrae. 

Siegler: Jacob, Propst zu St. Dorothea, 
Meister Peter Eppele und die zwei Zeugen. 

Datum: Den vierten monaths aug., . . . 

Original, Papier. Mit vier aufgedrückten Petschafts- 
siegeln (das des Meisters Eppele beschädigt, die anderen 
unversehrt). 

3537 1662, Januar j, Wien. 

Jacob, Propst zu St. Dorothea, stiftet zu 
einer täglichen Messe zu Ehren unserer lieben 
Frau und um Erhaltung und Erhöhung des 
allerdurchlauchtigsten Hauses von Oesterreich 
ein Capital von 10.000 Gulden, welches Ca- 
pital er seinem Ordinarius, dem Herrn Phi- 
lipp Friedrich Bischof von Wien, zur Ver- 
zinsung übergibt. 

Zeuge und Siegler: Bischof Philipp 
Friedrich. 

Datum: Wienn, den ersten monathstag 
januarij, . . . 

Original, Pergament. Mit zwei unversehrten Siegeln. 

3638 i66g, Juni 28, Wien. 

Patritius Harkhammer verpachtet im Na- 
men des Propstes des Stiftes St. Dorothea, 
Ferdinand, die Freimühle in Gumpendorf 
sammt den dazugehörigen Baulichkeiten an 
Peter Bauer, ehemaligen Müllermeister zu 
Hütteldorf, gegen einen jährlichen Pachtzins 
von 325 Gulden. 

Zeuge: Hanns Pochendorfer. 

Siegler: Patritius Harkhammer, Procu- 
rator des Stiftes St. Dorothea, Peter Bauer 
und Hanns Pochendorfer. 

Datum: Den 28. Juni 1669. 

Original, Papier. Mit drei unversehrten, aufge- 
drückten Petschaftssiegeln. 

3539 iGji, November 10, Wien. 

Vertrag zwischen dem Propste des Stiftes 
St. Dorothea, Herrn Hieronymus, einestheils 
und dem Herrn Hanns Jacob Brassican von 
Emerberg und Herrn zu Weinsteig als Eigen- 



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5« 



Archiv des Chorhcrrenstiftes St. Dorothea in Wien. 



thümer des an den Dorotheerhof anstossen- 
den Brassicanischen Freihauses anderntheils, 
wegen einer Hauptmauer, welche den Doro- 
theerhof von dem obgenannten Hause trennte, 
wonach diese Mauer dem Stifte zugestanden 
wird, doch dieses auch die Verpflichtung 
übernimmt, dieselbe so dick herstellen zu 
lassen,. dass auf der anderen Seite Schliessen 
und Doppelbögen angebracht werden kön- 
nen, für welchen Fall Herr Brassican oder 
seine Erben 75 Gulden an das Stift zu zah- 
len haben. 

Zeugen: Wilhelm, Dechant, (Name des 
zweiten Zeugen unleserlich), Christoph Tri- 
podigo. 

Siegler: Propst Hieronymus, Hanns Jacob 
Brassican von Emerbcrg und die Zeugen. 

Datum: Wienn, den 10. novembris 1671. 

Original, Papier. Mit fünf unversehrten, aufge- 
drückten Petschaftssiegeln. 

3530 i6j2, Juni 25, Wien. 

Vertrag zwischen dem Propste Hierony- 
mus im Namen des Stiftes St. Dorothea und 
den bürgerlichen Meistern des Hufschmiede- 
handwerkes betreffs des in der Kirche St. Do- 
rothea für die genannte Zeche des Jahres 
hindurch abzuhaltenden Gottesdienstes. Fürs 
Erste soll am St. Elogytag, als der Huf- 
schmiede Patronatstag, um 9 Uhr ein feier- 
liches Hochamt celebrirt werden, wofür die 
Meister jedesmal 6 Gulden zu zahlen ver- 
sprechen. Ferner sollen an den vier Qua- 
temberzeiten und an den vier Frauenfest- 
tagen je eine Messe um ^2^ Uhr, entweder 
auf dem Hoch- oder St. Antoniusaltar ge- 
lesen werden, wofür die Meister alljährlich 
4 Gulden 3o Kreuzer zu zahlen versprechen. 
Ferner verpflichten sich die Meister, für die 
Aufbewahrung der Handwerksfahne in der 
Kirche alljährlich i Gulden 3o Kreuzer als 
Kirchenzins zu geben. 

Zeugen: Floridus Christophorus Eiber, 
Vicedecan des Stiftes St. Dorothea. 

Siegler: Die Hauptzeche der bürger- 
lichen Hufschmiede. 

Datum: Wien, den fünf und zw^anzig- 
sten juny als an S. Elogytag, . . . 

Original, Pergament. Mit zwei unversehrten Siegeln. 



3581 lOyS, Juni 28, Wien. 

Kaiser Leopold verlangt in einem Briefe 
an den Propst Hieronymus und das Capitel 
des Stiftes St. Dorothea ein Gelddarlehen als 
Subsidium. Der Brief lautet: «Lieber probst, 
euch ist vorhero wolbewusst, in waß für 
starker kriegs Verfassung ich auß vätterlicher 
Vorsorge zu schuz und rettung meiner kays. 
erb- khönig reich und landen auch deß heil, 
röm. reichs vor feindlichem einbruch und ge- 
walt anhero wider begriffen bin; und nun 
die noth erfordert, daß ich zu solcher Wich- 
tigkeit und bewerkhstellung meines wohl- 
mainenden Vorhabens die behueffige gelt mit- 
tel durch eiliges anticipirn suechen mueß, 
zumahlen aber hiebey bekhannt, daß ihr 
durch den seegen gottes mit einer paar- 
schaft wohl versehen; alß ist mein gnädig- 
stes gesinnen und vertrauen zu euch, ihr 
werdet mir und dem werthen vaterlandt zu 
guetem, umb der allgemainen wohlfarth wil- 
len, auß rümblich und getreuester dovotion 
mit einem wohlegäbig paarem gelts anlehen, 
zu bedrücken schwehrer Obliegenheiten un- 
verzüglich an handt zu gehen, gar nit ent- 
fallen und diesen beytrag also stellen, daß 
ich mich dessen in paratis bey der iezigen 
nöthigkeit also gleich bedienen möge; wel- 
ches ich iedoch änderst nicht alß auf sicherer 
wider bczahlung deß vorschießenden capitals 
mit landsüblichen interesse (derentwegen ihr 
euch mit meiner hofcammer zu vernemben) 
begehren thue; und dabeneben auch ewer 
mir dißfahls erzaigende threu gehorsambiste 
wilfährigkeit in khays. und landtsfürstl. gnadn 
besonders erkhennen will, war mit ich euch 
dann alle zeit gar w^ohl gewogen, und ewer 
gnädigster herr verbleibe.» 

Siegler: Der Kaiser. 

Datum: Geben in meiner statt Wien, 
den acht und zwainzigisten junij, . . . 

Original, Papier. Mit unversehrtem Verschluss- 
siegel und eigenhändiger Unterschrift des Kaisers. 

3533 167g, Mai 6, Wien. 

Frau Katharina Barbara Schmelzerin von 
Ehrenrueff, geborne Heinrichsohn, und ihre 
Schwester, Frau Franziska Magdalena Mitter- 
mayerin von Waffenberg, geborne Heinrich- 



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Archiv des Chorherrensüftes St. Dorothea in Wien. 



59 



söhn, beide Universalerbinnen des Herrn Jo- 
hann Heinrichsohn, Apotheker «zur goldenen 
Krone» in Wien, bestätigen, gemäss der im 
neunzehnten Paragraph seines Testamentes 
vom i3. Mai 1678 enthaltenen Bestimmung 
dem Propste Herrn Hieronymus des Stiftes : 
St. Dorothea den Betrag von 1500 Gulden ^ 
zur Abhaltung eines ewigen Jahrtages in der 
Kirche St. Dorothea ausgezahlt zu haben. 

Zeugen und Siegler: Hieronymus, Propst 
zu St. Dorothea, Ferdinand, Dechant, H. Kirch- 
stetter, Notar, als Beistand, und Johann Gasser, 
bürgerl. Notar, als Beistand. 

Datum: Wien, den sechsten may, . . . 

Original, Pergament. Mit sechs unversehrten Siegeln. 

2533 J^^7P> December i5, Prag, 

Kaiser Leopold verlangt in einem Briefe 
an den Propst Hieronymus dessen Unter- 
stützung beim nächsten Landtage. Der Brief 
lautet: «Lieber propst. Obwohlen mir schon 
vorhin euer guther eyfer undt tragende bc- 
girde deß geliebten vatterlandts wohlfarth 
zu befürder^n undt dargegen von demselben 
alle weeg undt gelegenheit, wordurch dem- 
selben einiger Unfall und verderbnus zue- 
stoßen möchte, mit kräfftiger handt abzu- 
schneiden genugsamb bekhannt und disem- 
nach zu eurer person kein zweifei zu setzen 
ist, daß ihr nicht auch bey nechstem auf 
den ii'*° january außgeschribenen landtag 
auf alle zuelangende mittel gedenkhen wer- I 
det, wie meine väterliche Sorgfalt zu bevösti- 
gung eingangs erwehnten Wohlstands durch 
kräfftige abwendung deß androhenden unheilß | 
zu secundiren so habe ich demnach für noth- | 
wendig erachtet, weilen die postulata auß 
so erhaischender noth zimblich hochgestellt, 
euern ohne das berühmbten eyfer hierin zu 
excitieren und euch dabey gnädigst zu erin- 
nern, ihr wollet der zeiten gefährliche lasten 
reiflich bey euch überlegen undt selbige mit \ 
denen zu deß Vaterlandes conservation er- ; 
forderlichen requisitis abwegen. Weilen ihr ; 
dan hiedurch nicht unclar befinden werdet, 
daß ohne deren würklich und eylfertige 
beyschafftmg nicht wohl möglich, das vater- 
landt in beständiger Sicherheit zu erhalten, 
alß habe ich zu euch der gewiß undt gnä- 



digsten Zuversicht, ihr werdet hierauf nicht 
allein von selbsten darob sein, sondern auch 
andere landts mitglieder dahin anlayten, daß 
doch zu ihr aigener conservation mir mit 
denen gestehen landtags postulatis, ohne 
w^elche die erforderliche remedia nicht ein- 
zurichten aufs baldigst an die handt gegan- 
gen werde. Solche gehorsambste bezeugung 
werde ich gegen euch in kayser. und landts- 
fürstlich. gnade undt hulden, mit welchen 
ich euch ohne das wohl gewogen auf be- 
gebenheit zu erkhennen, unvergessen sein.» 

Siegler: Der Kaiser. 

Datum: Prag, den 15^ decembris 1679. 

Original, Papier. • Mit unversehrtem, aufgedrück- 
tem Verschlussiegel und eigenhändiger Unterschrift des 
Kaisers. 

3534 i68g, Februar 25, Wien. 

Kaiser Leopold bestätigt, vom Propste des 
Stiftes St. Dorothea, Hieronymus, ein Dar- 
lehen von 1500 Gulden (anlässlich des fran- 
zösischen Krieges) erhalten zu haben und 
verpflichtet sich, beziehungsweise seine Nach- 
folger, in Kraft dieses Briefes das Darlehen 
dem Propste zurückzuzahlen. 

Zeugen: Johann Volkhard Graf Conzi 
und Jacob Theobald Mayer. 

Siegler: Der Kaiser. 

Datum: Wienn, den funfundzwainzigi- 
sten februarij . . . 

Original, Papier. Mit unversehrtem, aufgedrückten 
kaiserlichen Secretsiegel. 

3535 i68g, Mär^ 21, Wien, 

Christof, Propst des Stiftes St. Dorothea, 
bestätigt, dass sowohl unter ihm als auch 
unter seinem Vorgänger, Propst Martin, von 
Michael Paumgartner, Bürger und Schlosser 
in Wien, verschiedene Schlosserarbeiten ge- 
leistet wurden, und dass er dafür der nach- 
gelassenen Witwe Barbara und ihrem jetzigen 
Ehemann Marthen vom Rhein 80 Gulden 
gezahlt habe und den Rest von 100 Gulden 
noch schuldig verbleibe. 

Siegler: Propst Christof. 

Datum: Wien, den ainundzwainzigisten 
tag martij, . . . 

Original, Papier. Mit unversehrtem, aufgedrückten 
Siegel. 



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6o 



Archiv des Chorherrensriftes St. Dorothea in Wien. 



2536 i6go, Februar lo, Wien. 

Hanns Karl Fünfkircher, Freiherr auf 
Stainaprun und Schloss Fünfkirchen, Herr 
der Herrschaften Matzen und Leopoldsdorf, 
der röm. kais. Maj. wirklicher Kämmerer, be- 
stätigt, dass der bei der Majoratsherrschaft 
angestellte Pfleger Christof Rosner über Geld, 
Getreide, Wein und andere Gefälle, Gülten 
und Einkommen vom Georgitag des Jahres 
1685 bis zum Michaelitag des Jahres 1689 
neun halbjährige Raitungen übergeben habe, 
auf Grund deren er ihm diesen Raitbrief 
ausstelle. 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum: Wien, den zehnten februarij, . . . 

Original, Pergament. Mit unversehrtem, anhan- 
genden Siegel. 

3537 1701, Januar 4, Wien. 

Ferdinand, Propst des Stiftes St. Doro- 
thea, verpachtet die Freimühle zu Gumpen- 
dorf mit allen dazugehörigen Baulichkeiten 
an die Eheleute Hanns Georg und Maria 
Barbara Nobling gegen einen jährlichen Pacht- 
zins von 800 Gulden. 

Zeugen: Georg Reglmann, Müllermeister, 
Hanns Georg Roth, MüUermeistcr, und Paul 
Samuel Depfer, Dechant von St. Dorothea. 

Siegler: Ferdinand, Propst, Hanns Georg 
Nobling und die beiden Zeugen. 

Datum: Wien, den 4^*^" monathstag jen- 
ner 1701. 

Original, Papier. Mit fünf unversehrten, aufge- 
drückten Petschaftssicgeln. 

3538 lyoi, December 4, Wien. 

Vergleich zwischen dem kaiserlichen 
vicedomischen Zchentamt und dem Propste 
des Stiftes St. Dorothea, Ferdinand, wegen 
des von dem Stifte an jenes Amt zu leisten- 
den Zehcnts, gelegen auf dem ehemaligen 
Weingarten Riedl am Sperkenberg, welcher 
vor i683 in i3 Vierteln bestand. Da dieser 
Weingarten durch die Türkenbelagerung i683 
verwüstet und auf dem Grunde hienach eine 
Ziegelbrennerei errichtet worden war, so sind 
hinfort von diesem Grunde statt des Zehents 
jährlich 3 Gulden an das Zehentamt zu ent- 
richten. 



Siegler: Johann, Benedict von Weissen- 
egg, Hofkammerrath und Landesvicedom, 
Propst Ferdinand. 

Datum: Wien, den vierten decembris . . . 

Original, Papier. Mit zwei unversehrten, aufge- 
drückten Oblatsiegeln. 

3539 1701, December 4, Wien. 

Franz Anthoni, Bischof von Wien, ver- 
gleicht sich im Namen des fürstlichen Bis- 
thums Wien mit Ferdinand, Propst des Stiftes 
St. Dorothea, wegen des von dem Stifte an 
das Bisthum zu leistenden Zehents, gelegen 
auf dem ehemaligen Weingarten Riedl am 
Sperkenberg, welcher vor i683 in i3 Vierteln 
bestand. Durch die Türkenbelagerung i683 
war er verwüstet und hiernach auf diesem 
Grunde eine Ziegelbrennerei errichtet worden. 
Von diesem Grunde sind hinfort an das Bis- 
thum statt des Zehents jährlich 3 Gulden 
zu entrichten. 

Siegler: Bischof Anthoni und Propst 
Ferdinand. 

Datum: Wien, den vierten decembris . . . 

Original, Papier. Mit zwei unversehrten, aufge- 
drückten Oblatsiegeln. 

3540 1702, August ig, Wien. 

Kaiser Leopold richtet an den Propst 
Ferdinand ein Schreiben, worin er ihn um 
ein Subsidium von 80Q0 Gulden, gegen Quit- 
tung des General-Kriegszahlamtes, ersucht; 
da es «laider von langer zeit weltkündig 
waö gestalt die regiersucht der von Frank- 
reich, durch welche dieselbe schon a saecu- 
lis her mit despotischer hindansetzung aller 
völkher rechten, auch heyligsten Bundtnus- 
und fridens handlung mit blosser gwalt- 
thätiger untertrükhung aller benachbarter 
königreich und länder die universal monar- 
chie zu erreichen und vest zu stellen portirt 
worden, bereits dahin gestiegen ist, dass be- 
rührte cron umb desto geschwinder diesen 
Vorsatz zu behaubten sich so gahr in die 
possession der, meinem durchlauchtigsten 
ertzhauß Österreich de jure et aequitate zue- 
gefallenen spänischen succession und deren 
davon dependirenten königreich und landen 
theils mit gewohnter durch unterschiedliche 



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6i 



artificia bewirkhter corruption theils mit 
fräventlicher durch ungescheuchte betroh- 
und Vorstellungen dero überwegenden landts- 
undt seemachten außgeüebter concussion des ' 
spänischen ministerii ganz aigenmächtig ein- 
getrungen undt gesezet, mithin alle andere I 
in disem successions corekh sich interessirente 
europaeische potentien zu eludieren gesuechet 
hat, u. s. w. 

Siegler: Der Kaiser. 

Datum: Wienn, den 19. augusti 1702. 

Original, Papier. Mit unversehrtem, aufgedrückten 
Verschlusssiegel. 

2541 1706, Mär:{ 4, Wien, 

Kaiser Josef verlangt vom Propste des 
Stiftes St. Dorothea, Ferdinand, ein Subsi- 
dium von 3ooo Gulden, gegen Quittung in 
das «hoff- und general feldt kriegs-zahlambt 
längist innerhalb acht tagen ä die jnsuauatio- 
nis, da es überflüÖig bekannt sei, in was 
vor einer noth und extremitet das publicum 
annoch steckhe und was vor große geltmittel 
bey nunmehr bald wider angehender cam- 
pagne zu fournirung deren kriegs-cassen ein- 
richtung der magazinen und mobilmachung 
davon allenthalben erforderlichen starkhen 
armeen also gleich an der handt seyn sollen. 
...» Der Kaiser versichert «kräfftigst, daß , 
dieses in gegenwärtigen conjuncturen ihm ! 
willfahrendes darlehen nach voUendem krieg, 
dessen und ihr neben anderen wohlhäbigen I 
Vasallen andurch befürdern khönnet, hin- 
wiederumb in capitali pro rato längist jener 
sechs Jahren die interesse aber von zeit des 
erlags von jähr zu jähr aus denen sowohl 
ordinari als extraordinari bewilligungen ohn- 
fehlbahr bezalt und dessen ihr durch extra- 
dirung einer bindigen Obligation versichert 
werden sollet. . . . 

Siegler: Der Kaiser. 

Datum: Wien, den 4^" martii 1706. 

Original, Papier. Mit unversehrtem, aufgedrück- 
ten Verschlusssiegel und eigenhändiger Unterschrift des 
Kaisers. 

3543 1706, September i5, Wien» 

Ferdinand, Propst des Stiftes St. Doro- 
thea, verkauft an den Stadtrath von Wien 



die Grundherrlichkeit und den Grunddienst 
sammt den Gerechtigkeiten, wie sie vorher 
das Stift innehatte, von den zwei auf der 
Landstrasse gelegenen sogenannten Schlege- 
rischen Häusern, von den dem Bürgerspital 
gehörigen und in Khüeberg zu Gumpendorf 
liegenden 4^2 Viertel Aecker, von der am 
Liechtensteg liegenden und gleichfalls dem 
Bürgerspital gehörigen Fleischbank, von dem 
auf der gleichen Seite des Alserbaches ge- 
legenen Hofferischen Hause, sowie von 
anderen theils innerhalb, theils ausserhalb 
der Linien gelegenen Grundstücken gegen 
7000 Gulden. 

Zeugen: Johannes Carolus Josephus a 
Gognat, Senior des Stiftes St. Dorothea, Au- 
gust Krenoiß, Senior, und Adam Freyer, 
Ober-Stadtkämmerer. 

Siegler: Propst Ferdinand, Jacob Daniel 
Tepser, Bürgermeister, und Johann von Gognat. 

Datum: Wien, den 15. September 1706. 

Original, Papier. Mit drei unversehrten, aufge- 
drückten Siegeln. 

2548 1707, Juli i6j Wien. 

Verzeichniss derjenigen Häuser und 
Grundstücke, von welchen das Stift St. Do- 
rothea die Grundherrlichkeit an den Stadt- 
magistrat abtrat: 

Auf der Prandtstadt: 
Von einem Stadl und Garten, Besitzer Carl Josef von 

Schlegern : 4 / Grunddienst. 
Von einem Haus, Stadl und Weingarten, Besitzer Carl 
Josef von Schlegern: 15 ^ Grunddienst. 

In der Reingrueben vor dem Stubenthor: 
Von 2 Viertel, 10 Achtel und 5 Joch Weingarten, Be- 
sitzer St. Marx : 9 / 12^ Grunddienst. 

In dem obern Liechtenstein: 
Von 2 Achtel, 1 1 Va Joch Weingarten, Besitzer St. Marx: 

2 /? 59 A Grunddienst. 
Von I Viertel Weingarten, Besiuer Mathias Trapp der 

Jüngere zu Erdberg: 7 ^ Grunddienst. 
Von ^/2 Joch Weingarten, Besitzer Ferdinand Creutz- 

berger bei den Weissgärbem: 14 ^ Grunddienst. 
Von i Achtel Weingarten, Besitzer Georg Ratzritter auf 

der Landstrasse: 3*/a ^ Grunddienst. 
Von 2 Viertel Weingarten, Besitzer Convent der Barm- 
herzigen: 7 ^ Grunddienst. 
Von 2 Achtel Weingarten, Besitzer Georg Ratzritter: 

8 ^ Grunddienst. 
Von 2 Viertel Weingarten, Besitzer Ferdinand Creutz- 

berger: 14 ^ Grunddienst. 



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Von 3 Viertel, 6 Achtel Weingarten, Besitzer St. Marx: 

41 ^ Grunddienst. 
Von I Viertel, 2 Achtel Weingarten, Besitzer Ferdinand 

Creutzberger : 14 ^ Grunddienst. 

In den Gern oder GreiflFenbraitten : 

Von 8 Achtel Weingarten, Besitzer Jacob Hörtner, Lede- 
rer in Wien : 8 ß Grunddienst. 

Von 3 Achtel Weingarten, Besitzer Barbara Donnerin, 
Fischerin in Wien: 2 / 3o ^ Grunddienst. 

Von I Viertel 3 Achtel Weingarten, Besitzer Convent 
der Barmherzigen : 3 / 42 ^ Grunddienst. 

Von 3 Achtel Weingarten, Besitzer Jacob Perger, Berg- 
meister auf der Landstrasse : 2 / 1 4 ^ Grunddienst. 

In den Obern Sätzen: 
Von 3 Achtel Weingarten, Besitzer Franz Ostereicher, 

kais. Hof-Courier: 2 /f 14 ^ Grunddienst. 
Von 2 Viertel Weingarten, Besitzer Gottfried Ulrich, 

kön. Hof- Wagenmeister: 3 /f 26 4 Grunddienst. 

Auf den WerfFen: 
Von I Joch Weingarten, Besitzer Balthasar Knofloch 
zu Erdberg : 2 / Grunddienst. 

In der Mitter Point: 
Von I Viertel Weingarten, Besitzer Lorenz Weissmayr: 

2 ß Grunddienst. 
Von I Viertel Weingarten, Besitzer Jacob Schwab: 2 ß 

Grunddienst. 
Von I Viertel Weingarten, Besitzer Martin Khager : 2 ß 

Grunddienst. 
Von I Viertel Weingarten, Besitzer Hanns Goldberger: 

2 ß Grunddienst. 
Von 2 Achtel Weingarten, Besitzer Peter Fichtinger: 2 ß 

Grunddienst. 
Von I Achtel Weingarten, Besitzer Georg Strobl: i ß 

Grunddienst. 
Von I Achtel Weingarten, Besitzer Christof Kriegbaura: 

1 / Grunddienst. 
Von I Achtel Weingarten, Besitzer Georg König: i ß 

Grunddienst. 

Chur Leuthen, hinterm Spital: 
Von 2 Viertel Weingarten, Besitzer Thomas Siebenbürger: 

1 ß iZ ^ Grunddienst. 
Von 3 Viertel Weingarten, Besitzer Franz Igleshofer, 

Stadtschreiber: — . 
Von I Viertel Weingarten, Besitzer Sebastian Schrantz : — . 
Von I Viertel Weingarten, Besitzer Michael Köck auf 

der Leimgruben: — . 

Hirschband hinter dem Greiffen Stadel: 
Von I Viertel Weingarten, Besitzer Clement Gradwohl: 
\ ß ^ ^ Grunddienst. 

Lämpel Fleisch Bründel: 
Von 3 Viertel Weingarten, Besitzer Thomas Gundaker 
Graf von Starhemberg: 2 ß Grunddienst. 

Summa der Joche 52^4 Stück; der jährliche Dienst 
belauft sich 7 fl. Iß 18 4. 



Bürgerspitalsgrundstücke : 
In der Praitten zu Gumpendorf in Khunbei^: 
Von ^/a Joch, i Viertel und 3 Achtel Weingarten: 7/ 

10 ^ Grunddienst. 
Von einer Fleischbank am Liechtensteg : 2 fl. 

Auf der Landstrasse von den zwei Schlegerischen 
Häusern: 4/ 15 ^. 

«Dieser seiths des Alsterbach angefangen ausser 
des Beckhen Creutz nach der Landstrass gegen dem 
Lazareth über und so genanten Siechenais»: 
Michael Götz: eine Hofstatt, Weingarten, Haus. 
« < eben eine Hofstatt, Weingarten, 

Hanns Fischer, Bäcker auf dem Grienanger: eine Hof- 
statt und Weingarten, 
Franz Höfer: 3 Achtel Weingarten. 
Herr Abt und Convent zu den Schotten : i Weingarten. 
« « < « « « « I Achtel Wein- 

garten. 
Franz Höfer: 3 Viertel Weingarten. 

€ « einen Grund, wo sein Gebäude steht, in 

der Länge 71 Klafter und in der Breite 3 Klafter, 
zusammen 2i3 Klafter. 
Thomas Wierzelhofer, Leinwandbleicher: 4 Viertel Wein- 
garten «in denen Fronbergen genant, hinter den Laza- 
reth hinauf, und ist ein kleines Häußl dabey». 
«Item ist vorhanden ein Achtel Weingarten an daß neue 
Lazareth zwerchmauer, und herab neben das Wasch- 
hauß, an des Wierzelhofer Piaich gelegen, alwo 1679 
pro Pesiiferis die Gruben gewesen.» 

Unterzeichnet: Ferdinand, Propst, Joan- 
nes a Gognat, Senior, Jacob Daniel Tepser, 
Bürgermeister, Augustin Krenoiss und Adam 
Freyer, Ober-Stadtkämmerer. 

Datum: Den 16. JuliJ anno 1707. 

Original, Papier. 

2544 lyof^, Mai 24, Wien. 

Kaiser Josef ersucht den Propst des 
Stiftes St. Dorothea, Ferdinand, um ein Sub- 
sidium von 500 Gulden. 

Sie gier: Der Kaiser. 

Datum: Wien, den 24. maü 1708. 

Original, Papier. Mit unversehrtem, aufgedrück- 
ten Verschlusssiegel und eigenhändiger Unterschrift des 
Kaisers. 



3545 17 10, Januar 2, Wien. 

Ferdinand, Propst des Stiftes St. Dorothea, 
schliesst mit der Witwe des in stiftlichem 
Dienste gestandenen Grundschreibers Franz 
Pierath, namens Maria Theresia Pierath, und 
dem Vormunde der hinterlassenen Kinder, 



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namens Mathias Leopold Mayr, wegen noch 
ausständiger Zahlungen einen Vertrag. 

Siegler: Propst Ferdinand, Maria The- 
resia Pierathin und Mathias Leopold Mayr. 

Datum: Wien, den 2^ January 17 10. 

Original, Papier. Mit drei unversehrten, aufge- 
drückten Petschaftssiegeln. 

2546 1710, Februar 2j, Wien. 

Kaiser Josef verlangt abermals in einem 
ähnlichen Privatbriefe an Ferdinand, Propst 
des Stiftes St. Dorothea, ein Subsidium von 
1000 Gulden. 

Siegler: Der Kaiser. 

Datum: Wienn, den siebenundzwanzig- 
sten februarii 1710. 

Original, Papier. Mit unversehrtem, aufgedrück- 
ten Verschlusssiegel und eigenhändiger Unterschrift des 
Kaisers. 

3547 ////, Juni 18, Wien. 

Vergleich zwischen Ferdinand, Propst des 
Stiftes St. Dorothea, und dem Herrn Conrad 
von Albrecht, den Vertretern der löbl. fränki- 
schen Nation, den Rittern und Herren «Johann 
Wolfgang von Ebelin auf Fridberg und Wo- 
setschna, königl. böheimbischen hofrath und 
geheimen referendarius, dem hochwürdigen 
herrn theologiae doctor Georg Heinrich Lam- 
brecht, hochfürstlich wienerisch, consistorij 
raht und chormaister bei St. Stephan», und 
dem Herrn Christof von Lippert, n.-ö. Regie- 
rungssecretär, wegen des von Johann Philipp 
Quenzer, Hofbauschreiber, in seinem Testa- 
mente vom 25. Jänner 1686 gestifteten und in 
der Dorotheerkirche zu begehenden Kilian- 
festes und alle Quatember für den Stifter zu 
lesenden fünf Seelenmessen. Für diese Messen 
wurden dem Willen des Erblassers entspre- 
chend von der hinterlassenen Witwe und Er- 
bin, nachmals verehelichten Frau von Albrecht, 
jährlich 120 Gulden rhein. dem Stifte bezahlt. 
Nach deren Ableben vergleicht sich in Vor- 
liegendem Conrad von Albrecht und die Ver- 
treter der fränkischen Nation mit dem Propst 
des Stiftes St. Dorothea dahin, dass für das 
feierlichst zu begehende Kilianfest, «bei wel- 
chem das von Bartholomäus Bonz verfertigte 
und der löbl. nation verehrte bildnus auf dem 



hohen altar achttag lang aufgestelter verblei- 
ben sodan dieses altarblat in dasiger kirch 
linker band bey der orgel an die daselbst ein- 
gemachten hacke aufgehencket werden möge», 
sowie für die jährlichen zwanzig Quatember- 
messen an das Stift von nun an jährlich 
100 Gulden zu bezahlen sind. 

Siegler: Ferdinand, Propst, Ferdinand, 
Dechant, Conrad von Albrecht, Georg Hein- 
rich Lamprecht, Christof von Lippert und 
in Vertretung des Johann Wolfgang von 
Ebelin: Johann Adam Vnrati, Doctor. 

Datum: Wien, am achtzehenden junij . . . 

Original, Papier. Mit sechs unversehrten, aufge- 
drückten Petschaftschaftssiegeln. 

3548 1712, Januar g, Wien. 

Ferdinand, Propst des Stiftes St. Doro- 
thea, schenkt im Namen des Capitels der 
Gemeinde im Dorfe Siechenalss, Thury ge- 
nannt, einen Grund zur Erbauung einer Ka- 
pelle, behält sich aber die Lehensherrlichkeit 
darüber vor. 

Zeugen: Josef, Dechant. 
Siegler: Propst Ferdinand und Dechant 
Josef. 
I Datum: Wien, den neunten monathstag 

I Januar ij . . . 

I Original, Papier. Mit zwei unversehrten, anhan- 

genden Oblatsiegeln. 
i 

; 2549 1712, Januar i5, Wien. 

Die Gemeinde am Siechenais stellt an 
; das Consistorium die Bitte, die während der 
Türkenkriege zerstörte Kapelle am Thury 
wieder aufbauen zu dürfen. 

(Keine Unterschrift, kein Siegel.) 

Datum: . . . den 15. jänner 17 12. 

Copie, Papier. 

3550 1712, Mär^ 8, Wien, 

Vergleich zwischen dem Magistrate der 
Stadt Wien und dem Stifte St. Dorothea, 



wonach der Platz oberhalb des Lazarethes, 
! auf welchem vorher 3 Viertel Weingarten 

standen, dann jener, auf welchem die Bleiche 
I des Thomas Wurzelhofer steht und die 
1 von weiland Herrn Grafen von Harrach und 



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Grafen Preuner errichtete Brunnstube sich 
befindet, ferner ein Anger unterhalb des La- 
zarethes, nächst dem Hause des Franz Hö- 
fer, kais. Hof- und bürgerl. Bäckermeister, 
(von welchen Plätzen kein Grunddienst zu 
leisten war), dem Stadtmagistrate als Grund- 
obrigkeit übergeben werden. Das Dorf Siechen- 
als, auch «Thury» genannt, welches nicht 
im Burgfrieden der Stadt liegt, verbleibt auch 
ferner unter der Grundobrigkeit des Stiftes 
St. Dorothea, ebenso die Hälfte des Alser- 
baches in der Länge des Dorfes Thury, so- 
wie auch dem Stifte fernerhin der Gebrauch 
der an dem Anger bei dem Höfer'schen Hause 
liegenden zwei Düngergruben überlassen. 

Siegler: Johann Gabriel Matheßer, Grund- 
buchshändler. 

Datum: Wien, den 8**" martij 17 12. 

Collationirte Copie, Papier. Mit unversehrtem, 
aufgedrückten Oblatsiegel. 

2551 Jjis, April 6y Wien. 

Kaiser Karl ersucht den Propst des 
Stiftes St. Dorothea, Ferdinand, in einem 
Privatbriefe um seine Unterstützung beim 
niederösterreichischen Prälatenstand , damit 
der vom Kaiser mittelst Hofdecretes ange- 
suchte Vorschuss von 600.000 Gulden bal- 
digst ausgefolgt werde. 

Siegler: Der Kaiser. 

Datum: Wienn, den sechsten april . . . 

Original, Papier. Mit unversehrtem, aufgedrück- 
ten Verschlusssiegel und eigenhändiger Unterschrift des 
Kaisers. 

2553 /7-y> April 24, Wien. 

Ferdinand, Propst des Stiftes St. Doro- 
thea, verpachtet die Freimühle zu Gumpen- 
dorf mit allen dazugehörigen Baulichkeiten 
an den Müllermeister Johann Bartholomäus 
Neurer gegen einen jährlichen Pachtzins von 
600 Gulden. 

Zeuge: Johann Georg Neurer, gew. gräfl. 
Waldsteinischer Secretarius. 

Siegler: Propst Ferdinand, Johann Bar- 
tholomäus Neurer und Johann Georg Neurer. 

Datum: . . . den 24^" april anno 171 3. 

Original, Papier. Mit drei unversehrten, aufge- 
drückten Petschaftssiegeln. 



2553 1J13, Juni I, Wien. 

Schadloshaltung des Stiftes St. Doro- 
thea für die vom n.-ö. Prälatenstande auf- 
genommenen 600.000 Gulden folgenden In- 
haltes: 

«Wür Ferdinandus Probst zu St. Dorothea Und 
ganzes Capitel allda, bekhennen hiemit für Un6 und 
Unsere Nachkommen; demnach Ihre Rom. Kays. May. 
Unser Allergnädigster Landtsfürst und Herr Herr ver- 
mög deß unterm 28 *• Martij instehenten Jahrs an den 
gesambten Löbl. Prälaten Standt erlaßenen Hoft' Decrets 
auß denen bey instehenten schweren Kriegen, angeführ- 
ten Beweg-Ursachen ein Darlehen von 600 " fl. anzu- 
bcgehren und besagt Löbl. Prälaten Standt der \%ider 
bezahlung halber, in capitali und Inter. auf den mit 
dennen gesambten Stenden neu-errichteten Recessmäßi- 
gen Decennal-Fundo zu versichern beliebet. Und nun 
ein Löbl. Prälaten Standt in der den 2 ^ May diß Jahrs 
gehaltenen Versamblung geschloßen sothaner 600°» fl. 
durch Credit darlehensweiß aufzubringen, und solche 
Ihro Kays. May. alß ein darlehen zu übergeben, wie 
auch besagten Decennal-Fundo zur widerbezahlung zu 
acceptiren. Wie zumahlen aber bey aufgebrachter Summe 
der 600™ fl. der Löbl. Prälathen Standt nicht allein in 
Corpore, sondern Alle für Einen, und Einer für Alle in 
Solidum mit Allen Haab und Guettern denen Creditori- 
bus sich verschreiben müssen, mithin sowohl Ich, alß 
main mir anvertrauttes Capitel umb mehrermelte Summa 
der 600'" fl. sambt den zu 6 pr. Cento verfallenten 
Inter: und anderen wider verhoflen entstehenten Uncosten 
und Schäden zu stehen haben. Alß versprechen, zu- 
sagen und geloben wür dem gesambten Löbl. Prälaten 
Slandt in Corpore, Einem Jedem Herrn Praelathen aber 
in particulari für wider besagte Summa der 600™ fl. wie 
auch deren 6 pr. Cento verfallenten Inter: Und wider 
Verhoflen auflaufenden Uncosten und Schäden zu stehen, 
und bey verpfendung all Unser Haab und Güettcr, 
ligent- und fahrent, nirgent, noch nichts davon auß- 
genohmen, in genere et specie gegenwertig und zukhünfl*- 
tig mit verbindlichster Begebung aller und Jeder Ex- 
ceptionen sie Seyen Juris oder Facti, haben auch nahmen 
wie sie wollen, in allweg schadloß zu halten. Dessen 
zu wahrer Urkhundt haben wür die Schadloßhaltung 
nebst dem Herrn Dechand und CapituI aigenhendig 
unterschriben auch mit meinen und deß Stiffts Insigel 
becreff"tiget.» 

Siegler: Propst Ferdinand und Dechant 
Adam Wilhelm von Walterskirchen. 

Datum: Wien den Ersten Juny . . . 

Original, Papier. Mit zwei unversehrten, aufge- 
drückten Oblatsiegeln. 

Auf der Aussenseite dieser und der folgenden 
Schadloshaltungen steht: cDise schadloßhaltung ist dem 
Stift St. Dorothe von H. Adriano abbt zu Molk im con- 
sessu D. D. Praelatorum wider zuegestellt worden den 
3*«" Decembris Anno 1739 undt ist mithin cassieret.» 



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6S 



2554 I/13, August 8, Neustift. 

Die Gemeinde Neustift bittet den Wiener 
Bischof Franz Ferdinand um die Erlaubniss 
zur Erbauung einer Kreuzsäule, bei welcher 
täglich um Befreiung von gefährlichen Krank- 
heiten und Seuchen gebetet werden soll. Die 
Erlaubniss wird ertheilt. 

Datum: 8. august 171 3. 
■ Copie, Papier. 

2555 17 14, August 7, Wien. 

Antonius, Abt des kaiserlichen Stiftes 
und Klosters zu Montserat vor dem Schotten- 
thore in Wien, verkauft um 3oo Gulden an 
das Stift St. Dorothea die obrigkeitliche Juris- 
diction über die Montseratischen Güter nächst 
Gersthof. 

Zeugen: Ferdinand, Propst des Stiftes 
St. Dorothea, Adam Wilhelm von Walters- 
kirchen, Dechant des Stiftes St. Dorothea, 
Michael Junger, Prior des Klosters Montserat. 

Siegler: Der Aussteller und die Zeugen. 

Datum: 7. aug. 17 14. 

Original, Papier. Mit vier unversehrten, aufge- 
drückten Siegeln. 

2556 1715, Mär!{ i5, Wien. 

Bernhard Jodocus Brüll, Theologiae 
Doctor, Protonotarius, gewesener landesfürst- 
licher Pfarrer der Stadt Laa und von Falbach, 
stiftet zur Abhaltung einer täglichen Messe 
in der Kirche zu St. Dorothea 7000 Gulden, 
«welche frau Franzisca Sabina Rinkherin ge- 
borne Peresin dem herrn Franz von Mayting 
und Rosalia dessen eheconsortin vermöge 
original-schuldbriefes, datiert zu Wien den 
20. juni 1708 gegen 6 pr. cento jährl. Inter- 
esse paar dargeliehen und vorgeströckht, und 
dieser hierumben seine zway häuser auf dem 
hof zum schwartzen Rösl genant, verhypo- 
thecieret und der Ordnung nach versetzt und 
verpfändtet hat, nach dem todt aber erstge- 
dachter frauen darleiherin per testamentum 
auf ihre Schwester frau Maria Maximiliana 
von Kumbersberg, gebohrne Peresin, alß in- 
stituierte universal erbin, von dieser hin- 
wiederum auf ihn laut original cession de 
dato Wien, den 29. aug. 17 12 gedigen sind, 

Regesten zur Geschichte der Stadt Wien. III. 



sambt den von 20. decembris 17 12 außstän- 
digen Interessen». 

Zeugen: Ferdinand, Propst des Stiftes 
St. Dorothea, und Adam Wilhelm von Wal- 
terskirchen, Dechant. 

Siegler: Der Aussteller. 

Z>arwm: Wien, den 15. martij anno Christi 
millesimo septingentesimo decimo quinto. 

Original, Pergament. Mit unversehrtem, anhan- 
genden Siegel. 

2557 1718, Mai 5, Wien. 

Anna Windegger, Zuckerbäckerin, accor- 
diert mit Propst Ferdinand 100 Gulden dafür, 
dass sie seiner Nichte Rosa Zwikhl in Jahres- 
frist die Zuckerbäckerei lehre. Sie bestätigt, 
die Hälfte des Betrages richtig erhalten zu 
haben. 

Sie gierin: Anna Windegger. 

Datum: Wien, den 5, may 17 18. 

Original, Papier. Mit unversehrtem, aufgedrück- 
ten Petschaftssiegel. 

2558 tyig, Mär!{ 12, Wien. 

Auszug aus dem Testamente der Frau 
Franziska Rosalia Crocus, gebornen Gognath, 
worin sie ihrem Bruder Johann Carl von 
Gognath, regulirtem Chorherrn des Stiftes 
St. Dorothea, 1000 Gulden vermacht. 

Datum: Wienn, 12. märz 17 19. 

Copie, Papier. 

2559 1719, October g, Wien. 

Nicolaus Engarth, bürgerlicher Schnei- 
dermeister, bestätigt, vom Propste des Stiftes 
St. Dorothea, Ferdinand, 600 Gulden als 
Kaufpreis für ein im Bau begriffenes Haus 
am Thuryberge erhalten zu haben. 

Zeugen: Ferdinand Aichinger, Grund- 
schreiber bei dem Kloster zur Himmelspforte, 
Johann Georg Haderlich, Lorenz Andrer, 
bürgerlicher Handelsmann. 

Siegler: Nicolaus Engarth und die Zeugen. 

Datum: Wien, den 9. octobris 17 19. 

Original, Papier. Mit vier unversehrten, aufge- 
drückten Petschaftssiegeln. 

2560 1719, Wien. 

Ambros Josef Mair, Novize des Stiftes 
St. Dorothea, bestimmt vor seiner Profess 

*9 



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Archiv des Chorherrensüftes St. Dorothea in Wien. 



testamentarisch, dass von seinem väterlichen 
Erbtheil 200 Gulden seiner vollbürtigen Schwe- 
ster zufallen sollen; seinem Stiefvater Josef 
Anton Doberschitz vermacht er zwei Dritt- 
theile, seinen drei halbbürtigen Geschwistern 
den Rest seines mütterlichen Vermögens. Für 
eine Einrichtung behält er sich mit Erlaub- 
niss des Prälaten Ferdinand Adler 3oo Gulden 
zurück. Sein übriges Vermögen, sowie alle 
etwaigen künftigen Erbansprüche tritt er dem 
Stifte St. Dorothea ab. 

Datum: 17 19 (Monats- und Tagesdatum 
fehlen). 

Original, Papier. 

3561 1720, April 21, Wien. 

Leopold Oberndorfer, Maler, bestätigt, 
von dem Chorherrn Josef Rosner für zwei 
Landschaftsbilder 7 Gulden, für ein «Ecce 
homo»-Bild 4 Gulden erhalten zu haben. 

Datum: Wien, 21. aprilis 1720. 

Original, Papier. 

256*3 1720, Mai ly, Wien. 

Balthasar Stocker, Tischlermeister, be- 
stätigt den Empfang von 66 Gulden für dem 
Novizen Ambros Josef Mair gelieferte Ein- 
richtungsstücke. 

Datum: Den 17. may 1720. 

Original, Papier. 

2563 1720, August 26, Wien, 

Johann Michael Zängerl, Maler, bestätigt, 
für drei Landschaftsbilder, zwei Schlachtstücke 
und zwei Heiligenbilder vom Novizenmeister 
und Chorherrn des Stiftes St. Dorothea 56 
Gulden empfangen zu haben. 

Siegler: Der Aussteller. 

Z)a/wm: Wien, den 26. august 1720. 

Original, Papier. Mit unversehrtem, aufgedrück- 
ten Petschaftssiegel. 

Diese Rechnung bezieht sich auf den Novizen 
Ambros Josef Mayr, welcher mit Erlaubniss des Prälaten 
Ferdinand Adler 294 fl. 10 kr. zur Einrichtung seiner 
Wohnung verwenden durfte. 

3564 1720, October 5, Wien. 

Franz Anton Graff, Maler, bestätigt, von 
dem Chorherrn Josef Rosner 8 Gulden für 
zwei Blumenstücke empfangen zu haben. 



Datum: Wien, den 5. october 1720. 
Original, Papier. 

2565 1720, October 6, Wien. 

Christian Walther, Tischlermeister, be- 
stätigt den Empfang von 18 Gulden für neun 
gelieferte Rahmen. 

Datum: Wienn, den 6. october 1720. 

Original, Papier. 

2566 1720, October 21, Wien. 

Johann Heinrich Strupp, Maler, bestätigt, 
5 Gulden für ein Madonnenbild von Josef 
Rosner empfangen zu haben. 

Datum: Wien, den 21. october 1720. 

Original, Papier. 

2567 1722, Mär:{ 21, Wien. 

Zehentamtscontract, v^onach Herr Hug- 
bert van Westreenen und seine Nachfolger 
als Zehentholde des fürstlichen Bisthums und 
des Herrenstiftes St. Dorothea verpflichtet sind, 
4 Viertel und i^/^ Achtel Weingarten auszu- 
roden und ein Zehentäquivalent jährlicher 
7 Gulden zu Maria Lichtmess zu zahlen. 

Unter:{eichner und Siegler: Sigismund, 
Bischof zu Wien, Ferdinand, Propst zu St. Do- 
rothea, Hugbert van Westreenen, kais. Nieder- 
lagsverwandter. 

Datum: Wienn, den 21. martij . . . 

Original, Papier. Mit drei unversehrten, aufge- 
drückten Siegeln. 

2568 1723, Mai ig, Wien. 

Schadloshaltung des Stiftes St. Dorothea 
für die vom n.-ö. Prälatenstande dem Kaiser 
als Subsidium übergebenen 125.000 Gulden. 

Siegler: Propst Ferdinand und Dechant 
Adam Wilhelm von Walterskirchen. 

Datum: Wien, den 19. may 1723. 

Original, Papier. Mit zwei unversehrten, aufge- 
drückten Petschaftssiegeln. 

In einer beiliegenden Liste sind folgende Darleiher 
genannt: ^ 

H. Prälat zu Kloster Neuburg 8.000 

Die würdige Frau im Königl. Kloster .... 3.000 
Ihro Durchlaucht Herzog v. Holstein .... 3o.ooo 

H. Philipp Kölbl 4.000 

H. Johann Adam Kriebacher 2.000 

Ihro Excellz. H. Graf v. Wurmbrand .... 10.000 



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Archiv des Ghorherrenstiftes St. Dorothea in Wien. 



67 



fl. 

H. Prälat von Gäming 25.000 

H. Ferdinand Hillmayr 3. 000 

H. Johann Christoph von Säming 7«500 

H. Dom-Probst 2.000 

H. Hieronjmus Mainhirdt 4.000 

H. Leonhard Fischer 5.000 

H. Joseph Christoph Praymayr 2.000 

H. Thomas Schmidlehner 5 »500 

Ihro Excell. H. Graf v. Wurmbrand abermalln . 10.000 
H. Johann Wilhelm Vering 5.000 

1 25.000 

2569 1723, April 5, Wien. 

Verzeichniss der Grundholden auf dem 
Freigrunde Thury, mit Angabe der Grösse 
des Besitzes und der Höhe des dem Stifte 
St. Dorothea zu leistenden Grunddienstes. 
(Auszug aus dem Urbarium Q. über das Amt 
Siechenais bei St. Joannes dem Täufer vulgo 
Freigrund Thury.) = 



Maria Schottin 

Johann Prickhler . . . . 
Jacob Wollhaubter . . . 
Susanna Jungmannin . . 

Paul Kißling 

Hanns Georg Anderle . . 
Johann Andre Schneewiser 
Christof Kornexl . . . . 
Johann Georg Menzl . . . 

Johann Voith 

Johann Georg Hanakher . 

Johann Kraufi 

Johann Michael Jocherl . . 
Mathias Graßer . . . . 

Johann Voith 

Johann Georg Pöhamber . 
Mathias Sebastian Miller 
Johann Zimmermann . . 

Johann Tratkh 

Johann Partsch . . . . 
Josef Paumbgarttner . . . 
Johann Leopold Miller . . 
Barbara Pröbacherin . . 
Georg Neuhauser . . . . 
Johann Kurzmann . . . 

Martin Kherer 

Jacob Eckher 

Jacob Krällhofer . . . . 
Mathias Edlinger . . . . 
Johann Michael Dietman . 
Tobias Freyland . . . . 

Johann Qaufi 

Philipp Krisch 



Grösse 
des Be- 


Grunddienst 


sitzes in 


, 




Klaftern 


fl. 


IS 


^ 


250 


37.33 


3 


86 


12 


56 


— 


87 


i3 


6 


iV. 


89 


i3 


3o 


— 


66 


10 


3 


I 


251 


37 


48 


— • 


60 


9 


— 


— 


60 


9 


— 


— 


104 


15 


40 


2V4 


40 


6 


I 


2 


i63 


24 


32 


I 


42 


6 


20 


I 


257 


38 


36 


3 


161 


24 


18 


— 


170 


25 


3o 


2 


HO 


16 


32 


2 


37 


4 


40 


I 


54 


8 


6 


3 


92 


i3 


49 


I 


11 


II 


39 


— 


105 


15 


57 


3 


171 


25 


39 


— 


96 


10 


26 


2 


392 


58 


58 


3 



59 
79 
56 
68 
i33 
114 
98 
61 
53 



8|54 
II '54 

8 27 
I 

10 , 17 

20 ; 2 
17 I 12 

14! 50 

9 ! 10 
8 I 



V4 

2 

3V« 



Mathias Jäning 

Johann Jacob Schlipfenbach . 

Lorenz Häberl 

Josef Huebner 

Michael Maurer 

Sebastian Paumbgartner . . 

Gemeindehaus 

Valentin Andreas 

Peter Schmidt 

Johann Wildt 

Johann Mayr 

Michael Schmidt 

Valentin Paumbgartner's Wittib 
Thomas Englmayer .... 
Johann Staudacher .... 
Mathias Bernhardt .... 

Bläßi Kirbler 

Johann Georg Grießer . . . 
Elisabeth Lindemayerin . . . 

Christian Endte 

Johann Michael Sieß .... 
Johann Adam Pramaur . . . 
Ursula Peregrin Wittib . . . 
Barbara Neidlingerin .... 
Moriz Brindemann .... 

Michael Wibmer 

Mathias Lacher 

Melchior Kiellcr 

Mathias Michl 

Jacob Wolf Weeber .... 

Michael Zelkher 

Jacob Ziegner 





Grösse 
des Be- 
sitzes in 


Grunddienst 










Klaftern 


fl. 1/ 


^ 




45 


6 


46 


— 




47 


7 


10 


— 




51 


7 


45 


2 




47 


7 


6 


I 




45 


6 


50 


2 




65 


9 


46 


' 




-- 


— 


3o - 




500 


75 


3o — 




177 


16 49 I 




82 


12 


26. — 




284 


42 


41 — 




210 


3i 


^^i- 




182 


27 


23 I 




84 


12 


42 


— 




84 


12 


36 


— 




88 


i3 


21 


— 




57 


8 


36 


— 




5Ö 


8 


27 


— 




486 


73 


3 


— 




154 


23 


9 


— 




160 


24 


7 


2 




83 


12 3i 


2 




24 


3 


^1 


— 




104 


^5 


42 


— 




45 


6 


52 


— 




42 


6 


19 


— 




107 


16 


10 


1 




122 


18 


20 


— 




92 


i3 


49 


— 




90 


i3 


33 


— 




154 


23 


15 







184 


28 


I 


2 



In den Freyjahren liegen die Häuser des Mathias 
Sebastian Miller, Johann Trakh, Franz Antoni Högl, 
Georg Gsteitenpauer, Mathias Nußpaumer, Georg Wagner, 
Stephan Schickhofer und Elias Fuchs mit i332 Klafter 
und 200 fl. 16 / Grunddienst, 

Datum: Wien, den 5. April 1723. 

Copie, Papier. 

2570 1725, Mä'rs[ g, Krems. 

Mathias Pichler, Maler in Krems, bestä- 
tigt, für die Schätzung der Bilder aus der 
Hinterlassenschaft der Magdalena Schwaig- 
hofer von Herrn Thomas Prenner, Rath der 
Stadt Krems und Bevollmächtigten des Stiftes 
St. Dorothea, i Gulden erhalten zu haben. 

Siegler: Mathias Pichler. 

Datum: Crembs, den 9. martij 1725. 

Original, Papier. Mit unversehrtem, aufgedrück- 
tem Petschaftssiegel und eigenhändiger Unterschrift des 
Ausstellers. 

9' 



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Archiv des Chorherrenstiftes St. Dorothea in Wien. 



Die Schwaighofer'sche Verlassenschaft kam durch 
den Professen Godefried Schwaighofer an das Stift 
Sl Dorothea. 

2571 1728, April, Wien. 

Schadloshaltung des Stiftes St. Dorothea 
für die vom niederösterreichischen Prälaten- 
stande dem Kaiser als Subsidium übergebenen 
125.000 Gulden. 

Siegler: Propst Ferdinand und Dechant 
Aquilin Adler. 

Datum: Wien, den . . . Aprill 1728. 

Original, Papier. Mit zwei unversehrten, aufge- 
drückten Petschaftssiegeln. 

3573 /72p, Juni 24, Wien, 

Johann Karl Müller, Carabinier Fourier 
des löbl. kais. Fürst Pignatelli Kürassier- 
regimentes, bestätigt, dass die ihm von einer 
unbekannten Person geschenkten 1500 Gul- 
den von Herrn Johann Adam Ott, Canoni- 
cus bei St. Dorothea, auf seinen Namen in 
Staats-Banco unterm 8. August 1728 angelegt 
wurden und er diese Staats-Banco-Obligation 
richtig empfangen habe. 

Zeuge: Josef Schöttl, kais. Hof-Kriegs- 
raths-Archivarius. 

Siegler: Johann Karl Müller und der 
Zeuge. 

Datum: Wien, den 24. Juny 1729. 

Original, Papier. Mit zwei unversehrten, aufge- 
drückten Petschaftssiegcln. 

2573 1730, Februar 27, Wien. 

Inventar der Hinterlassenschaft der Frau 
Anna Katharina von Tannenberg, gebornen 
Landpour, Gemahlin des Salzburgischen 
Truchsessen und Unter-Silbcrkämmerers Jo- 
hann Caspar von Tannenberg, welches von 
den durch das Hofgericht bestellten Com- 
missären Johann Josef Freiherr von Reh- 
lingen und L. Stegmayr, Hofrath, im Bei- 
sein der Universalerbin Frau Anna Katha- 
rina Gräfin von Oxendorf, gebornen von 
Tannenberg, ihres Anwaltes, des Hof- und 
Gerichtsadvocaten Dr. Johann' Balthasar Avan- 
zius, des Vertreters des Stiftes St. Dorothea 
(für den Chorherrn Karl von Teuffenbach), 
Herrn Hofkammerraths und Bibliothekars 
Johann Franzen und des Vertreters des Stif- 



tes zu Pöllau (für den Herrn Hannibal von 
Teuffenbach), Herrn Advocaten Dominicus 
Peregrinus, abgefasst wurde. Als Erben sind 
genannt Frau Anna Katharina von Oxen- 
dorf, Karl von Teuffenbach und Hannibal 
von Teuffenbach. 

Siegler: Die Commissäre. 

Datum: Wien, den 27. Febr. 1730. 

Copie, Papier. 

2574 1733, Mai i, Wien, 

Vertrag zwischen der Obristin des Chor- 
frauenstiftes zu der Himmelpforten, Frau 
Maria Augustina Gräfin von Cavriani, und 
dem Pröpsten des Stiftes St. Dorothea, Fer- 
dinand, wegen einer zu erbauenden Stiege 
auf den Sperkenbüchel, wonach das Stift 
St. Dorothea ein Drittel, das Chorfrauenstift 
zur Himmelpforten aber zwei Drittel der An- 
schaffungs- und Erhaltungskosten zu tragen hat. 

Unterzeichnet sind: Maria Augustina 
von Cavriani, Obristin bei der Himmelpforte, 
und Maria Antonia Tribottin, Dechantin des 
Chorfrauenstiftes. 

Siegler: Die Unterzeichneten. 

Datum: Wien, den i^° May 1735. 

Original, Papier. Mit zwei unversehrten, aufge- 
drückten Siegeln. 

3575 1733 f ^^' ^^> Wien, 

Johann Karl Ferdinand von Pichl, Hof- 
und Gerichtsadvocat und Verwalter der Ver- 
lassenschaften des minderjährig verstorbenen 
Herrn Franz Godefried Freiherrn von Walters- 
kirchen und der verstorbenen Frau Maria Su- 
sanna Gräfin von Herberstein, gebornen Wal- 
terskirchen, weist die Erbansprüche des Herrn 
Ferdinand, Pröpsten zu St. Dorothea, welche 
dieser im Namen des Dechanten Herrn Wil- 
helm von Walterskirchen gemacht und die in 
Summa 3832 Gulden 16 Kreuzer betragen, aus. 

5/>^/^r; Johann Karl Ferdinand von Pichl. 

Datum: Wien, den 22. Mai 1733. 

Original, Papier. Mit unversehrtem, aufgedrück- 
ten Petschaftssiegel und eigenhändiger Unterschrift des 
Ausstellers. 

2576 1733, Mai 22, Wien, 

Wolfgang Matthäus Männer, Hofmeister, 
bestätigt, dass das Canonicatsstift St. Doro- 



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Archiv des Chorherrenstiftes St. Dorothea in Wien. 



69 



thea den dritten Theil der Anschaffungs- 
kosten für die Stiege am Sperkenbüchel, 
nämlich i3o Gulden richtig zu seinen Hän- 
den ausgezahlt habe. 

Siegler: Wolfgang Matthäus Männer. 

Datum: . . . den 22**" May anno lySS. 

Original, Papier. Mit unversehrtem, aufgedrück- 
ten Siegel. 

2577 IJJ4, Februar 5, Wien. 

Ferdinand, Propst des Stiftes St. Doro- 
thea, vermiethet das durch den Professen 
Adrian Karl de Tinti, Sohn des Hofkammer- 
rathes von Tinti, an das Stift gekommene 
Liechtensteinische Beneficiatenhaus in der 
Herrengasse an den Herrn Johann Franz von 
Zinesy, «Wachßlherr», gegen einen Jahres- 
zins von 950 Gulden. 

Unterzeichnet sind: Ferdinand, Propst, 
und Johann Franz von Zinesy. 

Siegler: Propst Ferdinand und Zinesy. 

Datum: Wien, den 5. Februar 1734. 

Original, Papier. Mit zwei unversehrten, aufge- 
drückten Siegeln. 

3578 1734' 

Contract zwischen Josef Rosner, Dechant 
des Stiftes St. Dorothea, Franz Dittel, Hof- 
meister des Stiftes, und dem Theatermaler 
Georg Sebald Widtmann wegen eines anläss- 
lich der Exequien für den am 9. Juli 1784 
verstorbenen Propst Ferdinand Adler aufzu- 
richtenden castrum doloris. 

Siegler: Josef Rosner, Decan ad S. Do- 
rotheam, Franz Nicolaus Dittel, Hofmeister, 
und Georg Sebald Widtmann, Maler. 

Datum fehlt. 

Original, Pergament. Mit drei unversehrten, auf- 
gedrückten Siegeln. 

3579 n3^> Mär:{ ij, Krems. 

Sebastian Rosl, Bürger und Goldschmied 
in Krems, bestätigt, für eine Schätzung bei der 
Hinterlassenschaft der Magdalena Schwaig- 
hofer von Herrn Thomas Preuer, Rath der 
Stadt Krems und Bevollmächtigten des Stif- 
tes St. Dorothea, 6 Gulden erhalten zu haben. 

Siegler: Der Aussteller. 



Datum: Crembs, den i3. Märtzi 1735. 

Original, Papier. Mit unversehrtem, aufgedrück- 
ten Petschaftssiegel und eigenhändiger Unterschrift des 
Ausstellers. 

3580 1735, Mai 28, Wien. 

Schadloshaltung des Stiftes St. Dorothea 
für die vom niederösterreichischen Prälaten- 
stande dem Kaiser als Subsidium übergebe- 
nen 500.000 Gulden. 

Sieg l er: Propst Josef und Dechant Fran- 
ciscus. 

Datum: Wien, den 28. May 1735. 

Original, Papier. Mit zwei unversehrten, aufge- 
drückten Petschaftssiegeln. 

3581 1735, Juli 18, Wien. 

Verzeichniss der nach dem Jahre 17 12 
auf dem Freigrund Thury erbauten Häuser, 
mit Angabe der Namen der Grundholden, 
Grösse des Besitzes und Höhe des Grund- 
dienstes. 

Erstlichen derjenigen, welche Grund von denen 
schon anno 17 12 in die Einlag gezogenen Häusern er- 
kauf!^ und also nur zuegebauet haben. 



1. Andre Schneewirz erkaufft einen 
Grund von dem vorhin Orsetischen 
Hauß 

2. Christoph Kornexel, nun dessen 
Eheweib von besagt. Orsetischen 
Hauö 

3. Johann Krauß, von dem vorhin 
Hannecker- und Pergerischen Hauß 

4. Franz Antoni Häußler und Fr. Ca- 
tharina Eckin, nun Kandier, von 
dem Andre Lebzelter-Hauß . . . 

5. Johann Wild von Johann Peter 
Schmidt Hauß 

6. Wolfgang Neumayr von der TTioma 
Kueßkaischen Behausung . . . 

7. Maurity Prindemann Hauß . . . 

8. Sebastian Hölzl, von Michael Zecki- 
rischen Hauß 

9. Thomas Engelmayr von dem Va- 
lentin Paumgarttner Hauß . . . 

10. Derselbe von eben diesem Hauß . 

11. Wolfgang Brauneiß von obig Paum- 
gartner Hauß 

12. Margaretha Kiblerin Wittib ingl. von 
erst besagten Hauß 

i3. Johann Georg Grießer von dem- 
selben Hauß 

Summa . . 



Grösse 
des Be- 
sitzes in 
Klaftern 



Grund- 
dienst 



fl. 4 



60—3 

60 
42 



153 
82 

24 
42 

79 

84 
84 

88 



57 ; 3 



912 



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70 



Archiv des Chorherrenstiftes St. Dorothea in Wien. 



Andertens derenjenigen, welchen der Grund von 
herrschafftswegen zu Verbauung nach und nach von 
anno 17 13 aufgegeben worden: 



1 . Johann Kurzmann) liegen neben J . 

2. Mathias Bernhart/desAlserbachs\ . 

3. Georg Gstöttnbauer 

4. Mathias Nussbaumer 

5. Sebastian Müllner 

6. Georg Wagner 

7. Katharina Schickhoferin (verehe- 
lichte Reiterhauserin) 

8. Johann Franz Antoni Häusler . . 

9. Elias Fuchs 

IG. Georg Sträffler 

II. Josef Grau 



Grösse 
des Be- 
sitzes in 
Klaftern 



59 
45 
52 
74 
97 
129 

154 
212 

147 
140 
140 



Grund- 
dienst 



fl. 



26 



Summa . . | 1249 
Datum: Wien, den 18. Juli 1735. 
Copie, Papier. 

2682 ijjS, September 5, Wien. 

Dem Propste des Stiftes St. Dorothea, 
Josef, wird von den n.-ö. Landschafts- Ver- 
ordneten mitgetheilt, dass von den durch 
den Landschafts-Rentmeister Johann Michael 
Hainzmann beschriebenen dreizehn neuen 
Häusern, wovon das Stift keinen Nutzen 
zieht, keine Abgaben zu leisten sind, von 
den am Sperckenbüchel neu erbauten eilf 
Häusern vom i. October 1740 an 3 Schil- 
ling 14 Pfennige Herrengült zu leisten sind. 

Unterzeichnet ist: Franz Anton Edler 
von Spaun. 

Datum: Wien, den fünften Septembris 
anno 1735. 

Original, Papier. 

2583 /7j5, Krems. 

Simon Hölzl, Bürger und Kupferschmied 
in Krems, bestätigt, für eine Schätzung bei der 
Hinterlassenschaft der Magdalena Schwaig- 
hofer von Thomas Prenner, Rath der Stadt 
Krems und Bevollmächtigten des Stiftes St. Do- 
rothea, 2 Gulden empfangen zu haben. 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum fehlt. 

Original, Papier. Mit unversehrtem, aufgedrück- 
ten Petschaftssiegel und eigenhändiger Unterschrift des 
Ausstellers. 



2584 i7S'5, Krems. 

Augustin Franz Ehmon, bürgerlicher 
Zinngiesser in Krems, bestätigt, für eine 
Schätzung bei der Hinterlassenschaft der 
Magdalena Schwaighofer von Thomas Pren- 
ner, Rath der Stadt Krems, 2 Gulden er- 
halten zu haben. 

Siegler. Der Aussteller. 

Datum fehlt. 

Original, Papier. Mit unversehrtem, aufgedrück- 
tem Petschaftssiegel und eigenhändiger Unterschrift des 
Ausstellers. 

2585 173^, September jo, Wien. 

Josef, Propst des Stiftes St. Dorothea, 
schenkt zu der von dem kaiserlichen Hof- 
kriegsrath Herrn Matthäus Lidl von Schwanau 
zur. Ehre Gottes und des heil. Nepomuk am 
Gersthof erbauten Kapelle den Grund. 

Datum: Wien, den 3o. September 1738. 

Copie. 

2586 IJJQ, Februar 6, Wien. 

Josef, Propst des Stiftes St. Dorothea, 
vermiethet den ersten Stock des Liechten- 
stein'schen Beneficiathauses in der Herren- 
gasse an den Herrn Franz Friedrich Graf 
und Herrn Engel von und zu Wagrain ge- 
gen einen Jahreszins von 280 Gulden. 

Unterzeichnet sind: Josef, Propst, und 
Franz Friedrich Graf von Engl. 

Siegler: Propst Josef und Graf Engel. 

Datum: Wien, den 6. Februarij 1739. 

Original, Papier. Mit zwei unversehrten, aufge- 
drückten Siegeln. 

2587 1739» August 10, Lucae. 

Angelus Maria Barsotti, Generalabt der 
lateranensischen Congregation der regulirten 
Canonikcr, bestätigt die Aggregation des 
Stiftes St. Dorothea unter dem Propste Josef 
Rosner zu der lateranensischen Congregation, 
wodurch genanntes Stift Privilegien erhält. 

Zeuge: D. Paulus Rinaldi, Secretär des 
Generalabtes. 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum: Lucae in Canonia nostra S. Frig- 
diani die X. Augusti MDCCXXXIX. 

Original, Pergament. Mit unversehrtem, in einer 
einfachen silbernen Kapsel eingeschlossenen Siegel. 



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Archiv des Chorherrenstiftes St. Dorothea in Wien. 



71 



3588 1740, October 24, Wien. 

Copie des Testamentes des Med. Dr. 
Johann Baptista Mannenbach, worin er jedem 
seiner vier Kinder, namens Mathias, Med. Dr. 
Johann Adam Wilhelm, Josef, Canonicus 
reg. ad St. Dorotheam, und Josefa, verwit- 
weten Kirchschlag, 1000 Gulden, jedem 
seiner vier Enkeln, namens Johann, Franz, 
Josef und Gabriel, 100 Gulden testiert; zur 
Universalerbin seines noch übrigen Vermö- 
gens setzt er seine Frau Katharina, geborne 
Weinmann, ein. 

Zeugen: Dr. Josef Sigismund Halte und 
Josef von Marzani, «königl. Hof-Buchhalterei- 
Raith-Rath». 

Datum: Wien, den 24. October 1740. 

Copie, Papier. 

3589 1742, August 25, Wien. 

Copie des Testamentes des Johann Georg 
Kindl, königl. Amts-Proviant-Bindermeisters, 
worin er seinen minderjährigen Töchtern 
Katharina und Theresia je 650 Gulden, seinen 
übrigen vier Kindern, namens Innocentius, 
Canonicus bei St. Dorothea, Frau Anna 
Maria, verehelichten Strass, bürg. Sattler- 
meistersfrau, Katharina und Theresia, je 
558 Gulden testirt. Zur Universalerbin seines 
noch übrigen Vermögens setzt er seine Frau 
Katharina ein. 

Zeugen: Thomas Josef Korn, «juratus 
Notarius», Johann Müller, bürg. Schuhmacher, 
und Johann Michael Schuhmacher, bürg. 
Hufschmiedmeister. 

Datum: Wien, den 25. August 1742. 

Copie, Papier. 

3590 1742, August 26, Wien. 

Testament der Frau Judith Euphrosina 
von Monn, gebornen Gundian, Witw^e nach 
Bernhard von Monn, Hof- und Staats-Kan- 
zellisten, worin sie ihrem Sohne Augustin 
Monn, Canonicus im Stifte St. Dorothea, 
3ooo Gulden, ihren beiden Töchtern, Anna 
Katharina Cleas und Maria Anna Preysinger, 
zusammen 14.000 Gulden, den Rest ihres 
Vermögens ihrem Sohne Bernhard vermacht. 

Zeugen: Josef Franz Gundian und Jo- 
hann Peter Lorenz. 



Siegler: Die Ausstellerin und die Zeugen. 
Datum: Wien, den 26. August 1742. 
Copie, Papier. 

3591 1742, August 27, Wien. 

Testament der Frau Anna Katharina Dit- 
tel von Dittenberg, gebornen von Wiegand, 
Witwe nach Johann Christof Dittel von 
Dittenberg, kaiserlichen geheimen Reichshof- 
Kanzleiverwandten, worin sie ihrem Sohne 
Franz Nicolaus Dittel von Dittenberg, Ca- 
nonicus und Dechant des Stiftes St. Doro- 
thea, 1000 Gulden, ihrer Tochter Frau 
Anna Maria Augustin 500 Gulden, ihrer 
Tochter Maria Anna Fock und den acht 
i Kindern ihrer Tochter Anna Maria Augustin 
den Rest ihres Vermögens vermacht. 

Siegler: Die Ausstellerin. 

Datum: Wien, den 27. Aug. 1742. 

Copie, Papier. 

3593 1748, September 5, Wien. 

Verzeichniss der mit Bewilligung des 
Prälaten von Johann Baptista von Albrechts- 
burg vor seiner Profess gemachten Ausgaben 
(mit beiliegenden Rechnungen). 

1. Quittung von Johann Bapt. von Albrechtsburg für 
Musik bei der Profess 40 fl., für Kerzen in der Sacri- 
stei 3o fl., für die Tafel 50 fl., für Bücher 50 fl., für 
die Uhr 42 fl., zusammen . . . . 212 fl. — kr. 

2. Tüchler -Conto (Anton Lang ,zum 
schwarzen Bern*) 25 « 3o € 

3. Conto (Johann Huetter ,zum goldenen 

Greifen* am Hohen Markt) . . . . 19 « 12 c 

4. Maler-Conto (Anton Zollicher für drei 
schwarzgebeizte Rahmen, für ein Bild 

St. Hieronymi) 20 « 07 € 

5. Tüchler-Conto (Johann Adam Garttner 

,zum silbernen Kreuz*) 41 € 36 c 

6. Conto (Michael Jusius ,zur rothen 

Rosen*) 27 c 15 « 

7. Schneider-Conto (Josef Gratt) . . . 26 c 3o « 

8. Quittung von dem Hofmeister Chri- 
stof Egger 12 € — c 

9. Quittung von dem Philosophiae Cor- 
repetitore Orewich 12 « — « 

IG. Quittung von Ignaz Carl von Albrechts- 
burg, Landrechtsbeisitzer, über ein 

Legat 200 « — « 

Datum: Wien, den 5**° September 1748. 
Original, Papier. Mit eigenhändiger Unterschrift 
des Johann Bapt. von Albrechtsburg. 



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72 



Archiv des Chorherrenstiftes St. Dorothea in Wien. 



2593 J748, September 5, Wien. 

Verzeichniss der Rechnungen für die Ein- 
richtung des Johann Baptista von Albrechts- 
burg vor seinem Eintritt in das Stift St. Do- 
rothea (mit beiliegenden Rechnungen). 

1. Buchführer -Conto (Franz Huber für Brevier und 
Concordanzbibel) 20 fi. 44 kr. 

2. Buchbinder-Conto (bürgerl. Buchbinder 

Johann Abraham Lackner) . . . . 11 « 20 « 

3. Tüchler -Conto (Johann Ad. Garttner 

,zum silbernen Kreuz*) 32 « 20 « 

4. Conto (Johann Franz Prager ,zur 

weissen Tauben* am Graben) . . . 129 c 14 c 

5. Conto (Martin Peter Hillebrand ,zur 

schönen Ungarin*) 59 « 16 c 

6. Schneider-Conto (Josef Gratt, bürgerl. 
Schneidermeister) 12 « 09 € 

7. Tapezierer -Conto (Johann Michael 
Aichinger) 20 « 20 « 

8. Tischler-Conto (Johann Jacob Keynath) 1 2 c 24 « 

9. Tischler-Conto für Kästen . . . . 121 « 44 « 

Datum: Wien den 5*^ Septembris 1748. 
Original, Papier. Mit eigenhändiger Unterschrift 
des Johann Bapt. von Albrechtsburg. 

3694 1748, September 6, Wien. 

Josef, Propst des Stiftes St. Dorothea, 
verpachtet die Freimühle in Gumpendorf 
sammt den dazugehörigen Baulichkeiten an 
Karl Perger, Müllermeister, gegen einen jähr- 
lichen Pachtzins von 600 Gulden. 

Siegler: Propst Josef und Karl Perger. 

Datum: . . . den S^'' Septembris 1748. 

Original, Papier. Mit zwei unversehrten, aufge- 
drückten Petschaftssicgeln. 

2695 1748, December 12, Wien. 

Josef, Propst des regulirten Chorherren- 
stiftes St. Dorothea, bestätigt, dass er für seinen 
Professen Johann Baptista von Albrechtsburg 
von dessen Mutter Frau Anna Apollonia von 
Albrechtsburg, gebornen Edlen von Schuck, 
den auf denselben entfallenden Erbschafts- 
theil, sowie aus der Hinterlassenschaft des 
verstorbenen Bruders, des Herrn Franz Fried- 
rich von Albrechtsburg, Lieutenants unter dem 
löbl. Prinz Portugal -Regimente, ein Legat, 
zusammen im Betrage von 4545 Gulden, 
richtig erhalten hat. 

Datum: Wien, den 12, Decembris 1748. 

Copie, Papier. 



3596 174g, Januar 18, Wien. 

Verzeichniss der auf dem Freigrunde 
Thury liegenden und dem Stifte St. Doro- 
thea gehörigen Häuser mit Angabe ihres 

Werthes. ^^^, 

fl. 

1. Alexander Hegele*s Wirthshaus ,zum grienen 

Salz Kueffel* 1500 

2. Dominici Graußlers Schurz Verwandten Gla- 
sers Häusl 600 

3. Regina Wohlhaubterin Witwen Häusl ,zum 
schwarzen Stiffl* 1400 

4. Antoni Zigler, kais. Arciers Häusl, weilen das 
darauf exercierende Färber Gewerb nur ein 
Personale 1200 

5. Mathias Zeiners Häußl am Thurj ,zur goldenen 
Schär* genannt, worauf die Bier- und Brand- 
weinschenk-Gerechtigkeit haftet 600 

6. Mauriz Schoppers Haui3 ,zum goldenen Rößl^ 

ein Wirthshauß 2500 

7. Johann Georg Menzels seel. Erben Hauß ,zum 
golden Kreuz' genannt, ein Wirthshauß . . 1200 

8. Rosina Pergerin seel. Erben Hauß am Thurj, 
,zum schwarzen Thor* genannt, mit Wein- 
schankgerechtigkeit 2200 

9. Josephi Conrad Kändlers Hauß mit Wein- 
schankgerechtigkeit 2000 

IG. Philipp Arzts Hauß ,zum goldenen Glückradl*, 

mit Weinschankgerechtigkeit 1800 

11. Magdalena Graßerin Wittwen Hauß ,zum gol- 
denen Adler*, mit Wirthsgerechtigkeit . . . 2000 

1 2. Jacob Lämpls Hauß ,zur hl. Dreifaltigkeit*, mit 
Weinschankgerechtigkeit 2400 

i3. Servatii Posch Hauß ,zum burgundischen 

Kreuz*, mit Weinschankgerechtigkeit . . . 1000 
Bei dem schwarzen Adler hinauf: 

14. Frau Maria Theresia Millerin Wittwen Häußl, 

,bei denen 5 Lerchen* genannt 600 

15. Leopold Roßners Häußl ohne Schild, worauf 
vormahlen das Brod-Sizer Gewerb gewesen • 750 

16. Johann Köckh Hauß ,zum schwarzen Adler', 

mit Weinschankgerechtigkeit i3oo 

17. Jacob Jeröb Häußl ohne Schild 500 

18. Johann Wöbers Hauß ,zur goldenen Krön*, 

mit Bier-Sehen kh-Gerechtigkeit looo 

19. Johann Georg Ulbrich Häußl ,zum grienen 
Nußbaum* 600 

20. Frauen Maria Theresia Müllerin Wittwen, auch 

,bei den 5 Lerchen* benanntes Hauß . . .1100 

21. Ursula Wagnerin ,bei St. Antoni* benahmstes 
Hauß 1000 

22. Frau Anna Theresia von Crannenfeld Hauß, 

,bei oberen Glückrädl* genannt 500 

23. Peter Reitterhausers ,beim Fuhrmann* genann- 
tes Hauß, mit Weinschankgerechtigkeit . . 900 

24. Fridrich Schuesters seel. Erben Hauß ,zum 
Morgenstern*, mit Weinschankgerechtigkeit . 800 



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Archiv des Chorherrenstiftes St. Dorothea in Wien. 



73 



Werth 
fl. 

25. Simon Sulzenbachers Hauß, ,bei St. Johann in 

der Wüesten* genannt 700 

26. Elias Säzke Hauß ohne Schild 1800 

Anfang der Pflueggassen linker Hand: 

27. Herrn Johann Michael Dietmanns Hauß ,zum 
grienen Kranz*, mit Weinschankgerechtigkeit 1500 

28. Mathias Wally Hauß ,zum goldenen Pflueg*, 

mit Wirihsgerechtigkeit lioo 

29. Andre Krieg Hauß ,zur goldenen Sonn* . . 800 

30. Adam Joseph Mayrhoifers Häusl, ,beim Jordan* 
genannt, mit Brandwein-Brenn- und Schenk- 
gerechtigkeit 750 

3i. Mathias Jänninger seel. Erben Häußl ohne 

Schild 150 

32. Cäcilia Müllerin Häußl ohne Schild .... 900 

33. Johann Leitgeb Hauß ,zum schwarzen Rößl*, 

mit Weinschankgerechtigkeit 1500 

34. Jacob Pröbachers Häußl ohne Schild . . .1100 

35. Johann Dunkhels Hauß ,zur weissen Rosen*, 

mit Weinschankgerechtigkeit 1600 

36. Catharina Froschauerin Wittwen Häußl ,zum 
goldenen Löwen*, mit Weinschankgerechtigkeit 700 

37. Johann Niclas Schmids Häußl am Freigrund 
Thury ,zum Pilgram* 400 

38. Josef Gottlieb Tüberreutters Häußl ,zum weißen 
Lämpl* 850 

39. Ferdinand Krenners Hauß ,zum goldenen 
Ochsen*, mit Wirihsgerechtigkeit .... 800 

Item Pflueggassen am obem Orth linker Hand : 

40. Theresia Gärtnerin Häußl ,zur Alster*, mit 
Weinschankgerechtigkeit 450 

41. Georg Hölzls Häußl ,zum rothen Kreuz* . . 400 

42. Andre Pfeffers Häußl, ,bei St. Eustachium* ge- 
nannt 600 

43. Johann Michael Müllers Häußl, ,beim golden 
Stern* genannt 800 

44. Magdalena Mayrhofferin Wittwen Häußl, ,beim 
König Salomon* genannt 400 

45. Gottfried Groß seel. Wittib Evan Häußl, ,zum 
golden Lampl* genannt 400 

46. Lorenz Aichschmids Häußl ohne Schild . . 150 

47. Johann Carl Schützenhoffers Hauß, ,zur weißen 
Tauben* genannt, mit Weinschankgerechtigkeit 3oo 

48. Gemain Hauß zur Erhaltung deren Armen und 
für die gmain Wächter und einkommenden 
Arrestanten erbaut, folglich in keinen Werth — 

Nechst der Weissen Löwen gassen: 

49. Mathias Lahners Hauß ,zum 7. ChurfQrsten* . 1400 

50. Peters Frueth Häußl, ,bei der schönen SchäfFe- 

rin* genannt 400 

Angefangen enthalb des gemauerten Brückhl 
rechter Hand am Alsterbach an der Landstraß: 

51. Valentin Andres, Böckhen-Meisters, zur ,grienen 
Linden* genanntes Hauß, mit Weinschank- 
gerechtigkeit 38oo 

52. Reichhard Maderböckhs Häußl ,bei den 2 Pil- 

gramen* genannt 600 

Regesten zur Geschichte der Stadt Wien. III. 



Werth 
fl. 

53. Sabinae Mayerin Wittwen Hauß, ,zum Rund- 

hatschier* genannt, mit Weinschankgerechtigkeit 1200 

54. Michael Schmids Hauß ohne Schild. . . . iioo 

55. Barbara Hochreinerin Wittwen Hauß, ,zur 
Sonne und Mond* genannt 350 

Angefangen am Untern Orth bei dem Alster- 
bach, allwo die disseithige Jurisdiction und gemai- 
ner Stadt Wienn sich scheidet: 

56. Anna Maria Brunisin Häußl ohne Schild . . 600 

57. Elisabeth Engelmayerin Hauß ohne Schild . 3oo 

58. Elisabeth Engelmayerin Hauß 600 

59. Joseph Griessers Hauß, ,beim goldenen Hir- 
schen' genannt 350 

60. Mathias Mayrs Hauß, , zum weißen Rößl* genannt iioo 

61. Adam Patsch Hauß ,zum ölberg* genannt . 480 

62. Michael Wimmers Hauß, ,zum grienen Adler* 
genannt 900 

63. Balthasar Helgarth Hauß, ,zum 5 SauUen* ge- 
nannt 600 

64. Thomas Köpf Hauß ohne Schild .... 600 
.65. Veit Holzmanns Hauß ,zum grienen Berg*, mit 

Wirihsgerechtigkeit 1200 

66. Frl. Maria Catharina Portmannin Hauß ,zum 

rothen Krebsen*, mit Wirihsgerechtigkeit . . 1000 
6y, Maria Mayrhofferin Wittwen Hauß ,zur blauen 

Weintrauben*^, mit Wirihsgerechtigkeit . . . 900 
Angefangen in der sogenannten grienen Berg 
gassen rechter Hand, allwo sich die dißseiiige und 
fQrstl. Liechtenstein. Jurisdiction in Liechtenthall 
scheidet: 

68. Anna Maria Neumayerin Häußl, ,zum 5 Cronen* 
genannt 450 

69. Johann Adermanns Hauß, bei ,der goldenen 
Rosen* genannt, mit Wirihsgerechtigkeit . . 800 

70. Johann Georg Sempers Hauß ,zum blauen 
Mondschein* 400 

71. Blasius Eybels Häußl, ,bei Jesu, Maria und 
Joseph* genannt 550 

72. Johann Schaupmayers Hauß, ,zum guten Hirten* 
genannt 600 

73. Detto Johann Schaupmayers Hauß .... 1200 

74. Michael Dunckhls Hauß mit Wirihsgerechtigkeit i3oo 

75. Mathias Nickhls Häußl, ,zum Blumenstock* ge- 
nannt, mit Wirihsgerechtigkeit 550 

76. Johann Höffingers Häußl ohne Schild . . . 250 

77. Georg Bemers Schurz Verwandten Wagners 
Häußl 250 

78. Sebastian Hölzeis Häußl ,zum goldenen Brunn*, 

mit Wirihsgerechtigkeit 800 

79. Simon Fischers Fleischhacker Meisters Hauß 3ooo 

Zeugen und Siegler: Veit Holtzmann, 
Richter am Thury, Johann Leithgeb, Gerichts- 
geschworner, Michael Dumschel, Gerichts- 
gcschworner, Mathias Lohner, Gerichtsge- 
schworner, Sebastian Hölzl, Gerichtsgeschwor- 
ner, Alexander Hegele, Gerichtsgeschworner, 

IG 



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74 



Archiv des Chorherrenstiftes St. Dorothea in Wien. 



Michael Schmit, behauster Nachbar, Johann 
Adermann, Behauster am Thury. 

Datum: Freygrund Thury bei Wien den 

18. Jäner 1749. 

Original, Papier. Mit acht unversehrten, aufge- 
drückten Petschaftssiegeln. 

3597 1749, Märi 10, Wien. 

Verzeichniss der Häuser und Grund- 
stücke in Neustift mit Angabe ihres Werthes. 

Werth 

Häuser: fl. 

1. Josef Steinbrecher 400 

2. Mathias Hueber 325 

3. Sebastian Schober 45^ 

4. H. Johann Leop. Sandschuester 3oo 

5. Sebastian Maurer 275 

6. Katharina Pichlerin 400 

7. Mathias Hueber 350 

8. Johann Pernwisers Wittwe 400 

9. Josef Gapp 350 

IG. Michael Niescher 285 

11. Franz Traurer 285 

12. Lorenz Kaltenbergcr 400 

i3. Ferdinand Prunner, Richter 480 

14. H. Wolfgang Haimerls Witlwe 750 

15. Sebastian Prunner 650 

16. Josef Prunner 340 

17. Christof Pappenstein 150 

18. Andre Grämerstätter 38o 

19. Simon Hueber 38o 

20. Georg Schallaman 320 

21. Michael Ungers Wiltwe 200 

22. Mathias Schaitlberger 33o 

23. H. Abondis Erben 350 

24. Mathias Eyscher 350 

25. H. Abondis Erben Preßhauß 100 

Obcriendt Grundstückh angefangen bey der 
Herrschaftswaldung ausser des Dorfs bei dem 
Marchstain Nr. 12: 

1. I Tagwerk Wiesen. Unser lieb. Frau Bruder- 

schaft zu Siifering 8 

2. I Tagwerk Wiesen. Freyle Freyin von Heuel 10 

3. 2 « < Obige Bruderschaft . . 60 
4.— 13. 3 u. 5 Tagw. Wiesen. H. Bartlme Falkh . 160 

Nun folgen die Weingarten von Rieden zu 
Rieden. 

Ried Haßeneg am Neuberg, angefangen am 
obern Orth bey einem Gräbl: 

1. ^'4 Weingarten H. Leopold Sandschuester . . 40 

2. u. 3. •/« Weingarten Fr. Anna Katharina Böckhin 100 

4. */4 Weingarten Mathias Hueber 80 

5. Vo * Andre Liezner 70 

6. ^/q « Simon Lahner 70 

7. '/s « Barbara Ungerin 120 

8. V4 "• Vs Weingarten H.Philipp Plier . . . 125 



Wcrth 
fl. 

9. V4 u. Vs Weingarten H. Philipp Plier ... 125 

IG. Vs Weingarten Sebastian Retter 150 

« Thoma Rottenstainer ... 70 

« Maria Pernwiserin .... 70 

< « < .... 70 

« Stephan Stupfer 70 

c Georg Schallemann .... 60 

« Carl Mößner 50 

c Michael Niescher 120 

« Simon Hueber 70 

« Josef Pruner 70 



II. 
12. 
i3. 
14. 

15. 
16; 

17. 



Ve 
Ve 

1/ 
/« 

V, 

1' 

V4 



18. >/4 



19. 



20. */, Joch Weingarten Mathias Gillinger 



21. V. 



Fr. Katharina Böckin 



250 
250 



22. % Weingarten Mathias Gillinger 125 

23. */4 « Lorenz Kraninger .... 125 

24. */j Joch Weingarten Johann Schuemann . . 250 

25. */j « € Franz Gstötner . . . 225 

26. */4 Weingarten Sebast. Pruner 1 20 

27. */4 « Michael Niescher iio 

28. V4 « H. Max V. Forchond .... 125 

29. u. 3o. '/4 Weingarten H. Rudolf Pemhofer . 250 

3i. V4 Weingarten H.Philipp Plair 125 

32. — 34. */4 Weingarten Haumoderische Geschwister 250 

35. V4 Weingarten Mathias Grill 125 



36. V4 

^7^ V4 

38. V4 

39. V4 

40. V4 

41. V4 



« Ferdinand Fischer . . . . i3o 

€ Fr. Gertraud Linhartin . . . 125 

« Josef Bründerl i3o 

« Mathias Wanbacher . . . . i3o 

« Anton Mayr 125 

« Johann Jacob Lienhardt . . 125 

42. u. 43. */4 u. ^/a Weingarten Mathias Schaitberger 100 

44. "^U Weingarten Graf v. Kolonitsch .... 660 

45. */4 « Closter Himelporten .... 375 

Ried Haßenegg am Mitterberg zu Neustift 
angefangen bei dem gräbl neben des Camaldulenser 
Closter gründt: 
i. */e Weingarten Sebastian Maurer 120 

2. ^/e € Barbara Ungerin Wittwe . . 

3. u. 4. '/e Weingarten Mathias Eyscher . . . 

5. 1V2 Achtel Weingarten Christian Tiefengraber 

6. i^/s « « Sebastian Maurer . . 

7. u. 8. 2^/2 Achtel Weingarten H. Josef Alxingcr 
9. u. 10. ^U ^* ^/s Weingarten Fr. Maria Trenkerin 

II. */4 Weingarten Michael Niescher . 



i3. 


V. 


H- 


V4 


15- 


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16. 


V4 


17- 


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18. 


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19- 


v* 


20. 


I'/. 


21. 


«V. 


22. 


•'/. 


23. 


•V« 


24. 


•v. 



t Ferdinand Prunner 

K Georg Schallemann 

K Josef Gapp . . . 

t Maria Schneiderin 

I Christof Gaßlhueber 

t Mathias Wanbacher 

r Andre Gramerstötter 

i Sebastian Prunner 

20. i */j Achtel Weingarten Ferdinand Prunner 
« Mathias Hueber 

« Sebastian Sendler 

<^ Sebastian Schober 

« Michael Niescher 



120 
240 
120 
120 
240 
240 
170 
160 
170 
160 
150 

I2S 
170 
170 
170 
120 
120 

i3o 

120 
120 



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Archiv des Chorherrenstiftes Sl Dorothea in Wien. 



75 



25- 

26. 

27. 
28. 
29. 
3o. 

34. 

35. 
36. 
37. 
38. 
39. 
40. 
42. 
43. 
44. 
45- 
46. 

47. 
48. 
49. 
50. 

51- 
52- 
53. 
54. 
55< 
62. 

64 
65 



I '/a Achtel Weingarten Ferdinand Prunner . 

iV« « « Andre Grämerstötter . 

i*/s « « Mathias Wanbacher . 

Vs Joch Weingarten H. Johann Trümmer . . 

';, c c H. Leop. Sandschuster . 
— 33, 4 halbe Joch Weingarten Prediger St. Do- 

minici 

*/4 Weingarten Mathias Pichler . . 
*/4 « Andre Grämerstötter 



"/4 « * « 

*/4 « Ferdinand Prunner . 

*/4 « Simon Hueber . . . 

1 */a Achtel Weingarten H. Kilian Räppl 
u. 41. 1V2 Achtel « < « € 

*/« Weingarten H. Rudolf Pcrnhofer . . 
'/g « Johann Stumer . . . 



'U 
>/,Joch 



V« 

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V4 

-61. '/« « 

U.63. *U • 



Johann Paurspach 

Ferdinand Prunner . 
Maria Fischerin . , 
Mathias Pichler . , 
Lorenz Kaltenberger , 
Fr, Maria Fischerin , 



H. Kilian Räppl . . . 

Josef Gapp 

Johann Perwieser . . 
Fr. Josefa v. Aichen . . 
Augustin Leichnambschneider 
Christof Rößler . . . 
Christof Gaßlhueber . . 



Werth 

fl. 
. 120 

. 120 

. 120 

. 36o 
. 3oo 

1200 
220 
200 
180 
180 
180 

350 
425 

3oo 
190 
190 
170 
340 
170 
170 
170 
170 
170 
160 
170 
700 
370 
170 
150 



Ried Hassenegk im Opferkolben angefangen 
an untern Orth alwo sich des Stifts St. Dorothea 
und Camaldulenser Closter Freiheit schaidet bei 
dem Marchstain Nr. i3: 



I. */4 Weingarten 
2.U. 3. «/4 
4. ^4 

5. v* 

6. V4 

7. V4 

8. ^aJoch 

9. V4 

10. V4 

11. V4 

12. V4 
i3. V4 

14. Va 

15. 'In 

16. V4 

17. V4 

18. V4 

19. V4 

20. V4 
2U V4 
22.U.23. •/» 



Johann Marb 70 

Mathias Hueber i3o 

Jacob Schäringer 60 

H. Philipp Plier 90 

Jacob Schäninger 50 

Andre Melchart 70 

Prediger Orden 160 

Unser lieb Frauen Zech zu 

Siffring 80 

Philipp Plier 90 

Josef Gapp 70 

Mathias Grill 80 

Franz Traurer 40 

Johann Pemwiser .... 25 

Josef Hölzl 25 

Johann Aschenbrenner ... 70 

Mathias Schaitlberger ... 40 

Christof Pappenstein ... 40 

Josef Stainbrecher .... 40 

Georg Schallemann .... 50 

H. Abondis Erben .... 40 

Mathias Eyscher 40 



Ried Sommerlaid angefangen an untern Orth 
am Bergsteug alwo sich das Stift St. Doroihe & 
Closter Himmelporten Freihait schaidet: 
I.— 4. */4 Weingarten H. Marcus Abondi 
5. */4 Weingarten Sebastian Pemwiser . 



Werth 
fl. 



V4 

V4 
1 



6. 

7. 
8. 

9. 'U 

10. V4 

11. V4 

12. V4 
i3. V4 

14. V4 

15. V4 

16. V4 

17. V4 

18. «4 

19. V4 

20. V4 

21. V4 

22. V4 



Barthlme Mazenauer 
Johann Hueber . . 
Christof Pappenstain 
Mathias Höflberger . 
Simon Hueber . . 
Wolfg. Haymerl . . 
Theresia Kemin . . 
Lorenz Kaltenberger . 
Stephan Stupfer . . 
Andre Schwaiger . . 
Franz Prunner . . 
Mathias Strohacker . 
Mathias Hueber . . 
Thoma Rottenstainer 
Christian Tieffengraber 
Mathias Neu . . . 
Josef Stainbrecher 



200 
40 
45 
45 
40 
45 
40 
50 

35 
40 
40 
50 
45 
45 
40 

45 
41 
40 
40 



Werlh 
fl. 



Unter :[eichnet sind: Ferdinand Prunner. 
Dorfrichter zu Neustift, Mathias Hueber, 
Herrschaftsgeschworner, Sebastian Maurer, 
Gerichtsgeschworner, Georg Schallemann, 
Gerichtsgeschworner, Mathias Eyscher, Ge- 
richtsgeschworner, Lorenz Kaltenberger, Mit- 
nachbar, Sebastian Schober, Mitnachbar. 

Datum: Wien, den 10. Marti j 1749. 

Copie, Papier. 

3598 i'j4gy Mär^ 14, Wien. 

Verzeichniss der Häuser und Grundstücke 
am «Gersthof» mit Werthangabe. 

Häuser: 

1. Sebastian Karwauz 250 

2. Frau Anna Maria Eugelin 3oo 

3. « « € « 1500 

4. € « € < 3oo 

5. Benedict Landsgruber 3oo 

6. Johann Michael LOders 1000 

7. Ferdinand Sebastian Puschmann 600 

8. Franz Josef Prandegski 800 

9. Matthäus Lidl von Schwanau 600 

10. Lorenz Stainbrecher 400 

11. Johann Michael Spannagl 250 

12. u. i3. Freyle Maria von Heuel 1200 

Überlendt in der Ried AüseckhSommerleithen, 
angefangen an obem Orth gegen Dornbach: 

1. */4 Weingarten Adam Wurlizer 3o 

2. ^/g < Josef Maderbacher .... 20 

3. '/fl « Leopold HaOlinger .... 20 



4. '/4 



Michael Kögelbaur 



35 



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76 



Archiv des Chorhcrrenstiftes St. Dorothea in Wien. 



5. Vs Weingarten 


6. Va 




7. V4 




8. V. 




9. V* 




10. v* 




11. V4 




12. V4 




I3. Ve 




14. Vs 




15. Va 




16. Va 




17. \4 




18. V4 




19. ^4 




20. Va 




21. Va 




22. Va 




23. V« 




24. Va 




25. Va 




26. Va 




27. V4 




28. Va 




29. Va 




30. Va 




31. V4 




32. V4 




33. V4 




34. V4 




35. V4 




36. V4 




37. V4 




38. V4 




39. Va 




40. Va 




4'. Va 




42. V« 




43. \s 




44. V« 




45. Va 




46. Va 




47. Va 




48. \4 




49. \b 




50. Va 




51. V4 




52. V4 




53. V4 




54. V4 




55. V4 




56. Va 




57. Va 




58. V4 




59. Va 




60. \, 




61. Va 





Wcrth 
fl. 

Georg Grill 20 

Andre Payr 25 

Lorenz Carl 70 

Peter Schöna 75 

Simon Mauthner 70 

Johann Peihlauer 45 

Johann Peter Eder .... 3o 

Jacob Dallinger 55 

Paul Prickhl 20 

« « 20 

Stephan Paur 15 

Christof Riedl 20 

€ « 80 

Johann Pichlauer 85 

Friedrich Leithner .... 70 

Ignaz Karwauz 3o 

Josef Derfflinger 20 

€ < 20 

Balthasar Spannagl .... 3$ 

Gottlieb Donleithner .... 3o 

Lorenz Mold ...... 35 

Leopold Aböckh 3$ 

Ignati Perthold 50 

« 25 

« » 50 

« « 25 

Johann Pichlauer 25 

Andre Polster 35 

Jacob Dechelsreutter .... 40 

Michael Martin 50 

Hanns Georg Kernbeiß ... 50 

Josef Mayrhofer 50 

Paul Ledcrmüllner .... 3$ 

Fr. Eleonora Heiglin ..... 45 

Leopold Aböckh 3o 

Franz Zögernitz 25 

Mathias Weingold 40 

Michael Bürger 25 

Eva Schuechin 3o 

« « 3o 

Johann Kauscheder .... 3o 

Michael Einkenner .... 25 

Johann Michael Kanzler. . . 25 

Michael Wielland 40 

Stephan Päschinger .... 3o 

Jacob Conradt 3o 

Josef Födinger 60 

Philipp Kobler 40 

Philipp Haßlinger 80 

Johann Pößwarth 50 

« « 50 

Michael Kirschner 3o 

David Neugeschwandner . . 40 

Hanns Hoffinger 55 

Georg Grill 3$ 

Lorenz Prenner 40 

Andre Haderspökh .... 45 



62. ^/g Weingarten Mathias Hartmann 



63. V« 

64. V. 

65. 'U 

66. >/4 

67. •/, 

68. '/. 

69. '/» 

70. Va 

71. V. 

72. V4 

73. V. 

74. V. 



c Anna Maria Ernin . 

« Jacob Ehm . . . 

« Georg Haußmann . 

« Michael Pranböckh 

< Franz Moder . . 

€ Hanns Feldbacher. 

« Martha Gaißhauerin 

« Johann Feldbacher 

c Magdalena Fischin 

« Martin Jäger . . 

« Maria Peitlin . . 

« Johann Feldbacher 

Anjezo ligen die denen Michaelern dienstbahrn 
Grundstuekh : 
75. — 80. incl. ^/4 Weingarten Herr Georg Ignaz 

Rudolf von Montfort 

81. — 92. incl. Frau Anna Katharina v. Zuketa . . 
Anjezo ligen die denen Augustinern auf der 
Landstraß dienstbahrn gründ: Ried Nieder Alß- 
ecken zu Gersthof angefangen an obem orth bei 
dem berg Steig: 
I. */4 Weingarten Mathias Wolf . . . 

« Georg Lackhner . . 

€ Simon Winkhlmühler 

« David Neugeschwendtner 

c Justina Schleppin . . 

« Johann Michael Amät 

V4 ^' */a Weingarten Maria Neidlin 
9. */8 Weingarten Mathias Weingold 
10. V4 « Johann Jacob Schmied 

u.U. 12. V4 Weingarten Johann Jacob Schmied 

l3.— 20. "/4 « « « € 



2. 


V4 


3. 


*;4 


4. 


V4 


5. 


'U 


6. 


% 


7. 


u. 8 



21. U. 22. V4 



Jacob Preisinger 



23. ^/a Weingarten Herr Josef Leopold Sgumbser 

24. , a * « « « c 

25. */4 « Johann Jacob Schmidt 

26. */« « Theresia Sibrekasin . 

27. */8 « Lorenz Schnalzer . . 

28. */4 € Philipp Pierbaum . . 

29. */4 < Josef Mayrhofer . . 

30. */8 « « « . • 

31. Va 

32. »4 



Johann Kreuzberger . 



33. V4 

34. V4 



« Maria Barbara Krichbaum 

« Paul Ledermühlner . . 

35. u. 36. */4 Weingarten Paul Ledermühlner 
37. V4 Weingarten Georg Stiglitz .... 

Ried Allseckh Winterleithen allda angefangen 
an obem orth: 
1.— 18. *V4 Weingarten Herr Josef von Lakhner 



19.-23. V4 
25. u. 26. 8/4 

27. U. 28. '/4 
29.-33. V4 

34.-38. *U 
39.-44. V4 



Herr Josef Schwab . 
Freyle v. Heuel . . 
Margaretha Pragerin . 
Johann Georg Zehetner 
Philipp Kobler . . . 
Freyle Frey in v. Heuel 



Werth 
fl. 
40 

35 
3o 
60 

75 
70 
3o 
3o 
3o 

35 
80 
60 
50 



105 
120 



25 
70 
60 

70 
60 
10 
85 
35 
10 
10 
100 
10 
20 
10 
10 
20 
25 
15 
15 
5 
5 

15 
15 
20 
20 
25 



140 
60 

35 
3o 
60 
45 
55 



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Archiv des Chorherrcnstiftcs St. Dorothea in Wien. 



77 



Wcrth 
fl. 
Nun folget die Riedt, welche völlig denen 

P. P. Michaelern dienstbahr sein sollen. 

Riedt Wallriefi in kurzen Gestoßen genannt 
angefangen am untern Orth bey der Gemeinstrafi 
bey Weinhauß und alldasigen Farthweg: 

I. — 16. "/4 Weingarten Bartholomäus Falckh . 245 

17.— 44. *»/4 « Freyle v. Heuel ... 285 

Ried Wallrieß Sommerleithen genannt an- 
gefangen am obern orth: 

1. V4 Weingarten Margaretha Pöpplin .... 40 

2. V4 « Johann Michael Koller ... 10 

3. ^/g « Georg Karwauz 15 

4. ^/g « Herr Johann Mathias u. Anton 
Gruber 20 

5. ',4 Weingarten Herr Johann Mathias u. Anton 
Gruber 40 

6. V* Weingarten Antoni Werle 55 

7. */4 < Benedict Landesgrueber . . . 35 

8. u. 9. *l^ Weingarten Fr. Maria Regina Treuckerin 100 
IG. */4 Weingarten Caspar Erdt 35 

11. */4 « Fr. Maria Theresia Pirathin . 60 

12. V4 * Mathias Flezger 70 

i3. V4 « Andre Schweitzer 40 

14. V4 « Josef Radlehner 50 

15. V4 * Thomas Widtmann .... 40 

16. u. 17. V4 u« Vs Weingarten Kilian Röppl . . 90 
18. u. 19. V4 u. Vg « H. Johann Michael 

Paurspach 100 

20. u. 21. Y4 Weingarten Michael Schweitzer . . 75 

22. */4 u. Vs « Michael Aumer ... 20 

23. '/4 so aber ein Haußgrund ist und zu des 
Spannagl Hauß gehört 

24. Ye Weingarten Georg Jodelbauer 3o 

25. u. 26. '/4 u. ^/g Weingarten Josef Karwauz. . 90 

27. ^4 Weingarten Adam Kirschner 40 

28. */4 * Lorenz Steinbrecher .... 50 

29. */4 * Maria Paitlin Wittib .... 50 

30. V4 « Lorenz Steinbrecher .... 70 
3i. % « * * .... 70 

32. ^,4 < Magdalena Grinwaldin ... 50 

33. Yg « Andre Eberl 40 

34. Va « * < 40 

35. Vs * Maria Peitlin 40 

36. */g < Paul Ring 35 

37. */4 « Lorenz Fischer 70 

38. u. 39. */4 u. Vs Weingarten Johann Pach . . 105 

40. Ya Weingarten Johann Pach 3$ 

41. */4 « Johann Michael Prunbauer . 70 

42. V4 « Joanna Hueberin 80 

43. */4 « Paul Ring 50 

44. V4 « Gottfried Pichler 80 

45. "^ « H. Propst bei St. Michael . . 200 

46. */4 « Gottfried Pichler der Junge . 70 

47. */4 « Leopold Mayr 50 

48. V4 * Eleonora Zierakin u. 5 Kinder 70 



49. V4 

50. V4 



Lorenz Binder 50 

Gregor Högner ....". 70 



V« 

1/ 



51- 
52. 
53. 
54- 
55. 
56. 

57. V4 

58. V4 

59. V4 

60. »;4 

61. Va 

62. 1/g 

63. V4 

64. V4 

65. V4 

66. >;4 

67. V4 



Werth 
fl. 
/4 Weingarten H. Johann Michael Paurspach . 100 



Leopold Nidermayr .... 60 

Johann Georg Schuester . . 3o 

Susanna Köpplin 35 

Johann Georg Geroldt ... 50 

Joanna Puschmanin .... 40 

Eva Maria Schmidtin ... 3o 

Simon Mayr 3o 

H. Johann Michael Paurspach . 60 

Peter Neil 60 

Mathias Klingenbrunner. . . 25 

Johann Wenzel 25 

H. Georg Ignaz v. Montfort . 50 

Josef Stelzer 40 

Mathias Pichler 3o 

Josef Perger 35 



7. 


'/« 


8. 


'U 


9. 


V« 


10. 


•/4 


II. 


•A 



« Gottfried Pichler 3o 

68.— 80. "/4 u. '/g Weingarten Freyle v. Heuel . 180 

Ried in der Scheiben angefangen außer denen 
Hauß Hoffstetten: 

1. '/4 Weingarten H.Mathias Lidl v. Schwanau . 80 

2. u. 3. */4 Weingarten Philipp Kobler .... 10 
4. u. 5. 1,4 « < « .... 15 
6. */4 Weingarten Sebastian Karwautz .... 5 

c Martin Päschinger 5 

« Benedict Landsgruber ... 5 

« Franz Karwauz 10 

« Johann Koller 45 

« Sebastian Karwauz .... 20 

12. ^'4 « Paul Heiß 70 

Riedt Hagenau genannt angefangen neben 
der Freyle von Heuel ihren Garten und der Riedt 
Scheiben: 

I. — 5. '/4 u. '/g Weingarten Freyl. v. Heuel . . 100 

6. — IG. '/4 u. '/g Weingarten Philipp Kobler . . 40 

1 1. — 14. *,\ Weingarten H. Georg Ignaz v. Montfort 60 

15« \'4 Weingarten H.Georg Ignaz v. Montfort . 15 

16. */4 « « « € « « • t5 
17.— 43. "/4 "• Vs Weingarten Herr Bartholomäus 

Falkh 360 

Zeugen und Siegler : Sebastian Karwauz, 
Dorfrichter zu Gersthof, Lorenz Stainbrecher, 
Gerichtsgeschworner, Johann Michael Span- 
nagl, Gerichtsgeschworner. 

Datum: Gersthof den 14. Januarii 1749. 
Copie, Papier. 

3699 1749, ^pril 12, Wien. 

Schätzung eines Hauses zu Hernals (ober- 
halb des Gemeindewirthshauses und unter- 
halb des Hauses des Herrn von Englisch), 
der Bruderschaft der 72 Jünger Christi ge- 
hörig und dem Stifte St. Dorothea dienstbar; 
dasselbe wird als baufällig und mit schlechten 



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78 



Archiv des Chorherrenstiftes St. Dorothea in Wien. 



Dächern versehen befunden und daher sammt 
dem dazugehörigen Garten und Acker von 
Erhardt Schauer, Richter zu Hernais, nur 
auf 600 Gulden geschätzt. 

Zeugen: Georg Zehetner, Gerichtsge- 
schv^orner allda, Ferdinand Kirchbaum, Ge- 
richtsgeschworner allda. 

Datum: Hernais, den 12. April 1749. 

Copie. (CoUationirt und der Originalschätzung 
gleichlautend. Wien, den 23. April 1749. Johann Fellner, 
Grundbuchshandler.) 

3600 1752, April, Wien. 

Propst Ignaz weist das Vermögen des 
Stiftes St. Dorothea aus, wonach der Activ- 
stand 492.648 Gulden 35 Kreuzer, der Passiv- 
stand 12.000 Gulden beträgt. 

Siegler: Der Propst. 

Datum: Wien, den . . . April 1752 
(Tagesdatum fehlt). 

Original, Papier. Mit unversehrtem, aufgedrück- 
ten Siegel. 

2601 1752, September g, Wien, 

Peter Josef Edler von Kofler, des heili- 
gen römischen Reichs Ritter, U. I. D., Bürger- 
meister, Amtsverwalter und Rath der kais. 
königl. Haupt- und Residenzstadt Wien, be- 
stätigt, dass weil. Georg Hauswirth, gew. 
Remanenzer, in seinem am 29. December 175 1 
abgefassten und am 22. April 1752 beim 
Bürgermeister publicirten Testament in § 4 
ein Capital von 1000 Gulden zur Abhaltung 
jährlicher 40 Messen gestiftet habe, welche 
Herr Johann Michael Thrier, Canonicus im 
Stifte St. Dorothea, nach dessen Tode aber 
ein anderer Canonicus desselben Stiftes per- 
solvieren solle, und dass die Universalerbin 
Maria Anna verehelichte Rohrbeck dieses 
Stiftungscapital in einer Stadt-Banco-Obliga- 
tion am 27. Juli 1752 bei ihm hinterlegt 
habe; er verpflichtet sich, das jährliche In- 
teresse von 50 Gulden an den jeweiligen 
Dechant des Stiftes auszufolgen. 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum : Wien, den Neunten Monathstag 
Septembris 1752. 

Original, Pergament. Mit unversehrtem, anhan- 
genden Grundsiegel der Stadt Wien. 



3603 /jij, October 10, Wien. 

Testament des Christof Lorenz Josef de 
Pauli, Apothekers in Wien, worin er seinem 
Sohne Peter Fourerius, Canonicus bei St. Do- 
rothea, 1000 Gulden, den P. P. Franziskanern, 
in deren Orden sein zweiter Sohn Gabriel 
sich befindet, zu einem Almosen 50 Gulden, 
seiner Tochter Apollonia, Canonissin bei der 
Himmelpforten, 3oo Gulden, seinen jüngsten 
Töchtern Gabriela und Aloisia je 3ooo Gul- 
den vermacht. Seinen Sohn Ignatius setzt 
er zum Universalerben seines noch übrigen 
Vermögens ein und hinterlässt ihm auch 
seine Apotheke. 

Zeugen-: Rudolf Ribitsch, Ignatius Rusch- 
ko, Canonicus, Thomas Hirsch, Med. Dr. 

Datum: Wien, den 10. October 1753. 

Copie, Papier. 



3603 1755, Juni 12, Feldsberg. 

Testament der Frau Katharina Glass, 
geborne Millerin, worin sie nach den üblichen 
Messstiftungen in den Hauptkirchen Wiens 
ihren Kindern: Maria Anna Schubert, Burg- 
gräfin zu Göding, Theresia Rossmanith, ver- 
witwete Hauptmannsfrau, Franziska Miller, 
noch unverheiratet, Ignaz Miller, Chorherr 
zu St. Dorothea in Wien, Constantia Miller, 
Klosterfrau zu Tischnowitz, und Isabella 
Miller, Klosterfrau zu St. Clara in Wien, 
sowie den fünf Kindern ihrer verstorbenen 
Tochter Katharina Rainisch je 3oo Gulden 
vermachte. Ausserdem erhielten die beiden 
erstgenannten Kinder Schmuck und Wein, 
ihre Enkelkinder Kleider, Franziska Miller 
aber neben Schmuck, Geschirr und Ein- 
richtung noch 200 Gulden. Ihren Eheherrn 
Josef Glass setzte sie zum Universalerben 
ihres übrigen Vermögens ein. 

Zeugen: Johann Michael Hasslinger, 
Bürgermeister, und Adam Renner, Raths- 
bürger. 

Datum: Feldsberg, den 12. Juny 1755. 

Copie, Papier. 

Ignaz Miller war bekanntlich der letzte Propst des 
Chorherrenstiftes St. Dorothea und Beichtvater der Kai- 
serin Maria Theresia. 



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Archiv des Chorherrenstiftes St. Dorothea in Wien. 



79 



2604 i-jS-j, Februar 7, Wien. 

Josef, Propst, Franz, Dechant, und das 
Capitel des Stiftes St. Dorothea bestätigen in 
einem Reverse, dass sie gemäss des von weil. 
Herrn Franz Caspar Derfties, Hausbesitzers 
und Bürgers in der Leopoldstadt, am 29. Mai 
1747 errichteten und am 19. Mai 1756 beim 
Stadtmagistrate publicierten Testamentes «alle 
seine Bücher, oder zu sagen kleine Bibliothec, 
und alle seine silberne und kupfferne Me- 
daille und Antiques samt einem von dem führ- 
nehmen Meister Brandl gemahlenen St. Hie- 
ronymi-Bild» von der Universalerbin Anna 
Theresia Derfues erhalten haben, wofür in 
der Stiftskirche alljährlich am Todestage 
des Erblassers drei heilige Messen gelesen 
werden sollen. 

Siegler: Der Propst und der Dechant 
des Stiftes St. Dorothea. 

Datum: Wien, den Siebenden Februarii 

1757. 

Copie, Papier. 

3605 lyßiß April 2j, Wien. 

Ignaz, Propst des Stiftes St. Dorothea, 
verpachtet die Freimühle in Gumpendorf 
sammt den dazugehörigen Baulichkeiten an 
Johann Georg Raab, Müllermeister, gegen 
einen jährlichen Pachtzins von 600 Gulden. 

Zeuge: Peter Raab, Müllermeister. 

Siegler: Propst Ignaz, Johann und Georg 
Raab. 

Datum: Wien, den 23**" April 1761. 

Original, Papier. Mit drei unversehrten, aufge- 
drückten Petschaftssiegeln. 

2606 1768, December 28, Wien. 

Johann Georg Leopold von Hackh, 
k. k. Obristwachtmeister, bestimmt in seinem 
Testamente, dass er in der Bruderschaftsgruft 
bei St. Michael begraben werden soll, wo- 
selbst auch ein Seelenamt abzuhalten ist; 
nach den Exequien sollen 3oo Spitalkinder 
von dem Pfarrmessner und spanischen Bruder- 
schaftscustos, Ignaz Palier, mit je einem 
Siebner betheilt werden, Herr Palier aber soll 
einen Ducaten erhalten; für seine Seelenruhe 
sollen bei St. Michael und bei den Kapuzi- 



nern je 100 heil. Messen gelesen werden, zu 
Sittard im Herzogthum Jülich soll von den 
Canonicis ein Seelenamt abgehalten werden; 
ferner vermacht er den Armen in Wien 
25 Gulden, dem Herrn von BouUcment, kais. 
königl. Maj. Secretarius, Rath und Officialis, 
Major bei dem niederländischen Rathe, zwei 
silberne Leuchter, eine silberne Putzscheere 
und silberne Tasse; der Hofmeisterin Ellin- 
ger im Seitzerhof ein Muttergottesbild, gemalt 
von der Malerin Rosalba, und zwei Kästen; 
dem Fräulein Antoinette von Schloissnigg 
ein kleines gemaltes Cabinet mit Schub- 
ladeln und ein Bild der heil. Familie; den 
beiden Mägden bei Hofmeister Ellinger im 
Seitzerhof, bei welchem er in Kost ist, je 
25 Gulden; ferner bestimmt er, dass sein 
Vermögen in Wiener Stadt-Banco del Giro 
angelegt werde und unaufkündlich verblei- 
ben soll; seine Möbeln und Effecten seien 
«licitando» zu verkaufen und das dafür er- 
löste Geld gleichfalls anzulegen; zum Uni- 
versalerben setzt er seine nächsten vier armen 
Blutsverwandten ein, welche aber vorher das 
«juramentum paupertatis» vor dem Stadt- 
magistrate von Sittard ablegen müssen, von 
welchem auch die Betheilung geschehen soll; 
wenn keine armen Blutsverwandten vorhan- 
den sind, sollen Arme aus der Stadt Sittard 
betheilt werden; die Original-Obligationen 
sollen im Stifte St. Dorothea verwahrt wer- 
den; das Präsentationsrecht bei der dem Wie- 
ner Nepomucenerspital gemachten Stiftung 
von 7500 Gulden für drei Männer und drei 
Frauen überträgt er dem jeweiligen Propst 
des Stiftes St. Dorothea, doch sollen vor 
Allem Arme aus der Stadt Sittard und, wenn 
solche fehlen, Niederländer berücksichtigt 
werden; dem Johann Martin Eberhard hinter- 
lässt er 1000 Gulden. 

Zeugen: Antonius Mednyansky, Tabulae 
Regiae Baro, Johann Josef Edler von Hauer, 
k. k. Truchsess und wirkl. Hofrath, J. de 
Boullement Cons. au departement aulique 
des Pais Bas. 

Siegler: Der Aussteller und die Zeugen. 

Datum : Den achtundzwanzigsten Decem- 
bris 1768. 

Copie, Papier. 



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8o 



Archiv des Chorherrenstiftes St. Dorothea in Wien. 



3607 i-jS, April 8, Wien. 

Josef Georg Hörl, Bürgermeister der 
Stadt Wien, bestätigt, dass, da das Stift 
St. Dorothea die Stiftung der Maria Claudia 
Demuth nicht angenommen habe, das Stif- 
tungscapital von 2000 Gulden auf Wunsch 
der Universalerbin Maria Anna Demuth der 
St. Salvatorkapelle übergeben wurde. 

Siegler: Der Bürgermeister. 

Datum: Den 8. April monaths im Jahr 

1775. 

Original, Pergament. Mit unversehrtem, anhan- 
genden Siegel. 

2608 1775, Mai 10, Wien. 

«Ex consilio regiminis» wird bestätigt, 
dass Maria Claudia Demuth in ihrem unterm 
24. April 1768 errichteten und den 28. No- 
vember 1774 publicierten Testamente in § 4 
eine ewige Stiftung von 1500 Gulden dem 
St. Nepomukspital für eine arme Person 
männlichen oder weiblichen Geschlechtes ver- 
macht habe. Das «jus praesentandi» steht 
dem Stifte St. Dorothea zu. 

Unter:[eichnet sind:Chv\sX\diVi von Wallen- 
feld und Josef Edler von Hackher zu Hart. 

Gegengezeichnet sind: Christian August 
von Seilern, Statthalter, und Thomas Ignaz 
Freiherr von Pöck, Kanzler. 

Datum: Wien, den 10*^ May 1775. 

Original, Pergament. Mit unversehrtem, anhan- 
genden, landesfürstlichen Siegel. 

2609 1780, Mai 2g, Wien, 

Hofaufforderung an den Propst des Stiftes 
St. Dorothea, Ignaz, einen Ausweis der «be- 
neficiorum simplicium» bei der St. Johannis- 
kapelle am Freigrunde Thury einzuschicken. 

Unterzeichnet ist: Franz Josef Kempf, 
n.-ö. Regierungsexpeditor. 

Datum: Wien, den 29^ May 1780. 

Original, Papier. Mit unversehrtem, aufgedrück- 
ten Oblatsiegel. 

3610 1782, November 4, Wien. 

«Ex Consilio Regiminis» an den k. k. 
Rath Herrn Floridus, Propst zu Klosterneu- 
burg. «Seine k. k. Majestät hat unterm 3o. Oc- 
tober und 3. November zu entschliessen ge- 



ruht: das Stift St. Dorothea mit dem Stifte 
Klosterneuburg zu vereinigen und dem letz- 
teren die Administration des gesammten Ver- 
mögens in der nämlichen Art zu übertra- 
gen, wie es mit der Vereinigung des Stiftes 
Klein-Mariazell in Niederösterreich mit Melk 
zu geschehen hatte. Jedoch haben die Geist- 
lichen inzwischen zu verbleiben und dem 
Prälaten von Klosterneuburg zu gehorchen». 
Als Commissarius wird Freiherr von Buol 
genannt, der in Vereinigung mit dem Propste 
von Klosterneuburg oder dessen Deputierten 
und einem Beamten der k. k. Stiftungs-Hof- 
buchhalterei ein Inventarium anfertigen und 
selbes sammt allen Schlüsseln dem Prälaten 
von Klosterneuburg übergeben soll. 

Gezeichnet von: J. A. Grafen und Herrn 
von Pergen, Landmarschall. 

Zeugen: Franz von Martin, Franz von 
Aichner. 

Datum: Wien, den 4. November 1782. 

3611 178J, Februar 14, Wien. 

Decrct «ex consilio regiminis inf. Austr.», 
worin erklärt wird, dass «Seine Majestät den 
Canonicus regul. Sancti Augustini zu St. Do- 
rothea, Franz Neumann, auf sein Bitten 
bei allerhöchst derselben Medaillencabinet 
dergestalt anzustellen für gut befunden, dass 
ihm statt seiner Besoldung jene Summe, die 
das Stift St. Dorothea zu seinem Unterhalte zu 
verwenden hat, jährlich angewiesen werde». 

Unterzeichnet sind: J. A. Graf und Herr 
von Pergen, Landmarschall, Johann Paul 
Freiherr von Knol, Franz Josef von Hess, 
Franz von Aichner. 

Datum: Wien, den 14*^ Hornung 1783. 

Original, Papier. Mit Oblatsiegelverschluss. 

2613 178J, Juli 16, Wien. 

Dem Propste Floridus Leeb wird als 
Administrator des Stiftes St. Dorothea in 
einem Decret «ex consilio regiminis infr. 

j Austr.» die Bewilligung ertheilt, die vom 
Stifte St. Dorothea eingegangene Schuld von 
12.000 Gulden an den Hof- Juwelier Franz 
Mack mittelst dreier n.-ö. Landschafts-Obliga- 

I tionen, jede zu 4000 Gulden zu begleichen. 



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Archiv des Chorherrenstiftes St. Dorothea in Wien, 



8l 



Unterzeichnet sind: J. A, Graf und Herr 
von Pergen, Landmarschall, Johann Paul 
Freiherr von Knorr, Christian von Wallen- 
feld, Josef Edler von Hackher zu Hart. 

Datum: Wien, den i6. July 1783. 

Original, Papier. Mit Oblatsiegelverschluss. 

3618 17S4, Märi 26, Wien. 

Floridus, Propst des Stiftes Klosterneu- 
burg und Administrator des Stiftes Dorothea, 
präsentirt dem Wiener Consistorium den Pro- 
fesspriester des aufgehobenen Dorotheerstiftes, 
Josef Zöhr, als Pfarrer von Neustift. Das 
Consistorium verfügt in torso die Trennung 
der Pfarre Neustift von Sievering und be- 
stätigt Josef Zöhr als Pfarrer von Neustift. 

Datum: Viennae die 21. Martii 1784. 

Copie, Papier. 

26U 1784, Mai 17, Wien. 

Propst Floridus wird in einem Decrete 
«ex consilio regiminis inf. Austr.» aufgefor- 
dert, sich mit dem Rathe Herrn Christian 
von Wallenfeld und zwei Commissären des 
Kirchenrequisiten-Depositoriums ins Einver- 
nehmen zu setzen bezüglich der Uebertra- 
gung der Kirchenrequisiten in die leere Pra- 
latur des Stiftes St. Dorothea. 

Unterj^eichnet sind: Johann Paul Frei- 
herr von Knorr, Anton Josef Edl. von Mayen- 
berg, Ignaz Matt. 

Datum: Wien, den 17. May 1784. 

Original, Papier. Mit Oblatsiegelverschluss. 

3615 1784^ 

Ausweis der Capitalien, welche von der 
Kirche des Stiftes St. Dorothea hinwegge- 
nommen und zum Religionsfonde geschlagen 
wurden. „ 

n. 
I. Brüll Jodocus auf Messen 9000 

Puchheim Graf Johann Christof « « 6000 

Burschke Siegfried « < 200 

von Kuen Eusebius « « 12000 

Kollmann Doctor « « 200 

Klingenböck « « 425 

7. König Mathias c < 1500 

8. von Kreuz Anna . . . auf Messen u. Amt 950 

9. Czaky Gräfin . . . . « c « « 100 
10. Tcuchmann Peter ... * c « « 500 

Regesten zur Geschichte der Stadt Wien. III. 



II. Derfus Caspar .... 


auf Messen 


U. 


Ami 


t 60 


12. Taufer Johann Georg . . 










100 


i3. Erzherzogin Beatrix . . 










500 


14. Gurkfeld Martin . . . 










150 


15. Heinrichssohn und Gattin 










1500 


16. V. Herberstein Adam Graf 










4000 


17. v. Herberstein Elisabeth 












Gräfin 










2160 


18. Hekman Johann . . . 










60 


19. Hauswirth Georg . . . 










1000 


20. Hafner Augustin . . . 










4500 


21. Die bürgerl. Hufschmied- 












meister 










3oo 


22. Hostmann Dorothea . . 










200 


23. Juk Martin 










200 


24. Ludwig von Chiemsee, 












Bischof 










5000 


25. Molart Graf Ernst . . 










2400 


26. Mann Bernhard . . . 


_ € 








1500 


27. Nogarol Graf .... 










1000 


28. Niernberger Jacob . . . 










lOOOO 


29. Straßer Johann 




auf Aemter 
er u. Messen 


100 


3o. Stickelriser Johann . auf Aemt 


3oo 


3i. Schüssel Andreas . . « 


C 


« 


« 




50 


32. V.Salm Gräfin EUsabcth c 


C 


€ 


« 




240 


33. Schäntherl Lorenz . « 


< 


< 


« 




800 


34. Würben Graf und des- 












sen Gemahlin . . . « 


€ 


C 


« 




2000 


35. Walter Josef . . . « 


C 


C 


c 




1500 



Summa der hinweggenommenen Stiftungen 
Ohne Datum und Unterschrift. 
Original, Papier. 



70465 



3616 J786, Januar g, Wien. 

Propst Floridus wird in einem Decrete 
«ex consilo regiminis inf. Austriae» aufgefor- 
dert, die nöthigen Veranstaltungen zur Adapti- 
rung einer Wohnung in dem Dorotheerkloster 
für den Factor des freien Arbeitshauses Phi- 
lippi und Absonderung dieser Wohnung von 
jener der Geistlichen zu treffen. 

Unterzeichnet sind: J. A. Graf und Herr 
von Pergen, Landmarschall, Anton Josef Edl. 
von Mayen berg. 

Datum: Wien, den 9. Jänner 1786. 

Original, Papier. Mit Oblatsiegelverschluss. 

3617 1786, September 22, Wien. 

Ausweis der Privat-Activ-Capitalien der 
St. Johanniskapelle am Freigrunde Thury: 
«Sophia Korhammerin seel. hat den noch 
auf einer Obligation pr. 600 fl. haftenden 
Capitalsrest per 500 fl, der gedachten Ka- 



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82 



Archiv des Chorherrenstiftes St. Dorothea in "Wien. 



pelle verschafft. Schuldner: Andreas Nirscher, 
behauster Unterthan zu Neustift am Walde, 
und Katharina, dessen Ehewirthin, dann Mi- 
chael Nirscher als Bürge und Zahler. Be- 
trag des Capitales: 500 fl. Datum der Obli- 
gation: 14. December 1777. In der Obligation 
ist keine Aufkündigung vorgesehen, sondern 
bestimmt worden, dass alle Jahre 100 fl. an 
Capital nebst laufendem Interesse zurück- 
bezahlt werde. Laut Recepisse vom 18. Sept. 
1786 ist die Auf kündung geschehen, und 
zwar nach Maßgabe der Allerhöchsten Reso- 
lution, vermöge welcher die debitores alle 
Jahre 50 fl. in Abschlag des Capitales nebst 
laufenden Interessen bezahlen sollen und 
somit in zehn Jahren das ganze Capital ge- 
tilgt werden soll.» 

Unter:^eichner und Siegler: Andreas Ferr, 
Richter am Thury, und Johann Nep. Ziegler, 
Kapellenvorsteher. 

Datum: Wien, den 22. Sept. 1786. 

Original, Papier. Mit zwei unversehrten, aufge- 
drückten Petschaftssiegeln. 

3618 1786, September 27, Wien. 

Floridus, Propst des Stiftes Klosterneu- 
burg, verkauft an den Wiener Magistrat die 
Dorf- und Grundherrlichkeit über das Frei- 
gut Thury am Alserbach, sowie die Ge- 
richtsbarkeit über vier neuerbaute Häuser zu 
Gumpendorf und über die Dominicalmühle 
daselbst um 86.747 Gulden 55 Kreuzer. 

Zeugen: Christof Sombithart(?), Zeuge 
des Propstes Floridus, und Ignaz Petrossi 
Zeuge des Magistrates. U nterieichnet sind 
noch: Floridus, Propst, Josef Georg Hörl, 
Rath und Bürgermeister, Johann Adam Gei- 
ger, Magistratsrath und Stadt-Oberkämmerer. 

Siegler: Bürgermeister Hörl, Propst Flo- 
ridus und die zwei Zeugen. 

Datum: Den 27**° September 1786. 

Original, Papier. Mit vier unversehrten, aufge- 
drückten Siegeln. 

3619 17 S6, November ij, Wien. 

Propst Floridus wird in einem Decrete 
«ex consilio regiminis inf. Austr.» aufgefor- 
dert, den Katalog der übernommenen Biblio- 
thek des incorporirten Dorotheerstiftes an 



die Regierung einzusenden, da «mittels Hof- 
decretes vom 3i. Octob. anbefohlen worden, 
dass bei jenen Klöstern, welche andern ein- 
verleibt worden, der Büchervorrath wie bei 
den aufgehobenen behandelt werden soll, 
daher alles Jenes, was nach der für die 
Hofbibliothek, die Universitäts- oder Lyceen- 
Bibliotheken, dann die Generalseminarien vor- 
schriftmässig gemachten Auswahl überbleibt, 
ganz den Universitäten und Lyceen-Biblio- 
theken zu guten kommen soll». 

Unterzeichnet sind : J. A. Graf und Herr 
von Pergen, Landmarschall, Josef Anton 
Paradis. 

Datum: Wien, den i3. November 1786. 

Original^ Papier. Mit Oblatsiegelverschluss. 

2620 17S6, December 7, Wien. 

Propst Floridus wird in einem Decrete 
«ex consilio regiminis inf. Austr.» verständigt, 
dass dem Franz Neumann, Ex-Chorherrn von 
St. Dorothea und Director des kaiserl. moder- 
nen Münzcabinets, ein jährlicher Gehalt von 
1200 Gulden verliehen und solcher gegen 
Einziehung seiner aus dem Vermögen des 
Erzstiftes St. Dorothea genossenen jährlichen 
550 Gulden bei dem Universal-Cameral-Zahl- 
amt angewiesen worden sei, dafür aber an 
i2-procentiger Hoftaxe 144 Gulden und an 
Carenztaxe 3oo Gulden zu entrichten kommen. 
Da nach der bestehenden Verordnung die 
Taxen der Geistlichen von aufgehobenen 
Klöstern bei ihrer ersten Anstellung aus dem 
Religionsfond oder von jenem Stifte, welchem 
ein anderes Stift einverleibt worden ist, zu 
entrichten sind, so wird dem Propste als 
Administrator des Stiftes St. Dorothea auf- 
getragen, die genannte Taxe von 444 Gulden 
aus dem Vermögen des Stiftes St. Dorothea 
an das Hof- General -Tax- und Expeditämt 
abzuführen. 

Unten^eichnet ist: Johann Peter Zierl- 
wang. 

Datum: Wien, den 7. December 1786. 

Original, Papier. Mit Oblatsiegelverschluss. 

2621 17S7, April 16, Wien. 

Propst Floridus wird verständigt, dass 
Seine Majestät mittelst Hofdecretes vom 



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Archiv des Chorherrcnstiftes St. Dorothea in Wien. 



83 



II. April zu befehlen geruhte, dass die Do- 
rotheerkirche sammt dem ganzen Kloster- 
gebäude für das Versatzamt gewidmet werde. 
Der Propst wird aufgefordert, Kirche und 
Kloster der Stiftungsoberdirection zu über- 
geben und eine Consignation über die bei 
der Kirche vorhandenen Vasa sacra, Para- 
mente und Geräthschaften an die Regierung 
einzureichen. 

Unterzeichnet sind: J. A. Graf und Herr 
von Pergen, Landmarschall, Franz von Hess. 

Datum: Wien, den i6. April 1787. 

Original, Papier. Mit Oblatsiegelverschluss. 

2633 1787, April 17, Wien. 

Propst Floridus wird verständigt, dass 
an die Herren Commissäre des Kirchenrequi- 
siten-Depositoriums der Befehl ergangen sei, 
«sämmtliche in der Dorotheerkirche vorhan- 
denen und dem Herrn Prälaten von Kloster- 
neuburg zurückgelassenen Paramente und son- 
stige Kircheneinrichtungsstücke unverzüglich 
zu inventiren und ad Depositorium zu über- 
nehmen, das Uebernommene mit dem nach der 
letzten Sonderung der Paramente imd sonsti- 
gen Geräthschaften noch übrig gebliebenen 
und zurückgelassenen Vorrathe zu vergleichen 
und Alles und Jedes nach den bekannten Vor- 
schriften auf Rechnung des Dorotheerfonds 
zu veräußern. Uebrigens aber auch und da 
in der Dorotheerkirche viele Vergoldung an- 
gebracht ist, auch diese zum Besten des Fonds 
so gut als möglich an Mann zu bringen und 
dieserwegen Vorschläge zu machen». 

Unterzeichnet sind: J. A. Graf und Herr 
von Pergen, Landmarschall, Franz von Hess. 

Datum: Wien, den 17. April 1787. 

Original, Papier. Mit Oblatsiegelverschluss, 

3633 1787, Mai g, Wien. 

Den Commissären des Kirchenrequisiten- 
Depositoriums wird «ex consilio regiminis 
inf. Austr.» befohlen, den erlösten Betrag von 
den verkauften Effecten dem Prälaten von 
Klosterneuburg als Administrator des Stiftes 
St. Dorothea zu übergeben. 

Unterzeichnet ist: Zierlwang. 

Datum: Wien, den 9. May 1787. 

Original, Papier. Mit Oblatsiegelverschluss. 



3634 1787, Mai 31, Wien. 

Die Commissäre des Kirchenrequisiten- 
Depositoriums werden in einem Decrete «ex 
consilio regiminis inf. Austr.» beauftragt, «die 
Transportirungskosten der Leichen aus den 
Grüften pr. 250 fl. aus den Verlagsgeldern 
zu bestreiten und in Aufrechnung zu brin- 
gen; übrigens kann das angeführte Kästchen 
mit den nach Angabe der Stiftsgeistlichen 
darin befindlichen Gebeinen des Stifters des 
Dorotheerklosters an den Prälaten zu Kloster- 
neuburg zur Aufbewahrung allenfalls im Ar- 
chive oder irgend wo, jedoch immer ausser 
der Kirche, verabfolgt werden». 

Unterzeichnet ist: Edler von Heinke. 

Datum: Wien, den 3i. May 1787. 

Original, Papier. Mit Oblatsiegelverschluss. 

3635 1793, August 3, Wien. 

Floridus, Propst des Stiftes Klosterneu- 
burg, Agapit Edenstraßer, Prior des Prediger- 
conventes, Anton Graf von Meraviglia-Cri- 
velli und Ferdinand Raab, Mühlbesitzer in 
Gumpendorf, lassen von dem Zimmermeister 
Mathias Guggenberger eine Wehr zwischen 
Gumpendorf und Meidling bauen, wofür sie 
ihm 23.731 Gulden 38 Kreuzer zusagen. 

Siegler: Floridus, Propst, Agapit Eden- 
straßer, Prior des Predigerordens, Anton Graf 
von Meraviglia-Crivelli, k. k. wirkl. Kämmerer, 
Ferdinand Raab, Inhaber der Kirchenmühle 
in Gumpendorf, Mathias Guggenberger, Zim- 
mermeister in Traiskirchen. 

Datum: Den 3**" August 1793. 

Original, Papier. Mit fünf unversehrten, aufge- 
drückten Petschaftssiegeln. 

3636 1800, Mai 14, Wien. 

Gaudenz, Propst des Stiftes Klosterneu- 
burg, verpachtet die Stampfmühle in Gum- 
pendorf sammt den dazugehörigen Gebäuden 
und Gärten an die Eheleute Karl und Anna 
Host auf zwölf Jahre gegen einen jährlichen 
Pachtzins von 1400 Gulden. 

Zeugen: Engelbert von Augusti, Cano- 
nicus reg. und Hofmeister von St. Dorothea, 
Franz Schoyssnitz. 

Datum: Wien, den 14. Mai 1800. 



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84 



Archiv des Chorherrenstiftes St. Dorothea in Wien. 



2637 1800, Mai 16. 

Gaudentius, Propst des Stiftes Kloster- 
neuburg, bestätigt, dass laut beiliegenden 
Autographes des Herrn Engelbert von Au- 
gusti, Chorherrn des Stiftes St. Dorothea, 
Propst Ignaz Müller von der Kaiserin Maria 
Theresia ein «regale» erhalten habe, damit 
er und seine Nachfolger nach dem Tode der 
Kaiserin jährlich fünf heil. Messen lesen, und 
zwar eine an ihrem Geburtstage, den i3. Mai, 
die zweite zur Erinnerung an den Tag, da 
sie die Blattern bekam, am 26. Mai, die dritte, 
da sie in ihrer Blatternkrankheit mit den 
heil. Sterbesacramenten versehen wurde, am 
I. Juni 1767, die vierte an ihrem Namenstag, 
den 15. October, und die fünfte an ihrem 
Sterbetage, den 29. November. — Derselbe 
Engelbert von Augusti bestätigt auch in sei- 
nem Autograph, dass für den GöUersdorfer 
Körnerzehent jährlich 238 heil. Messen für 
Johann Fuchsmagen, J. U. Doctor, zu lesen 
sind, und dass diese Messen seit Aufhebung des 
Stiftes St. Dorothea von ihm und von Herrn 
Ambros von Stegner gelesen wurden. Propst 
Ignaz Müller bestätigt in einem beiliegen- 
den Autograph, dass obenerwähntes Regale 
25.000 Gulden betrug und «zu einem bes- 
seren Gehalte einem jeweiligen Prälaten ge- 
schenkt wurde». Ausserdem wurden ihm von 
der Kaiserin noch fünf «obligationes» für 
seine armen Verwandte geschenkt, und zwar 
2000 Gulden für seine verwitwete Schwester 
Theresia Urbasser, 4000 Gulden für den blin- 
den Knaben derselben, 2000 Gulden für seine 
ledige Schwester Franziska Müller und 2000 
Gulden für seine mit vielen Kindern begabte 
Nichte, verwitwete Roich. 

Datum: Den i6'*° May 1800. 

Original, Papier. 

3638 1802, Mär^ 26, Wien. 

Hofdecret bezüglich der Vereinigung des 
Stiftsvermögens von St. Dorothea mit dem 



von Klosterneuburg. Seine Majestät Kaiser 
Franz II. vereinigt das noch übrige Ver- 
mögen des Stiftes St. Dorothea gegen ein 
jährliches Pauschale von 15.090 Gulden 
41^/4 Kreuzer mit dem Stiftsvermögen von 
Klosterneuburg in der Weise, dass selbes 
künftig nicht mehr abgesondert, sondern mit 
der Fassion des Stiftes Klosterneuburg unter 
Einem geführt werde. Bedungen wird unter 
anderem, dass der Bau des Dorotheerhofes 
innerhalb eines Jahres begonnen werde. Auch 
hat der Propst über die noch lebenden 
Geistlichen ein Verzeichniss zu überreichen 
und die Anzeige über jeden Todesfall zu 
machen. 

Gezeichnet von: Freiherr von Wöber und 
Gr. Hoyos. 

Datum: Wien, den 26. März 1820. 

Auf vorstehender Urkunde ist auch durch Franz 
Berl, Landrechts-Secretär und Landtafelregistraturs- 
Director, die Bestätigung der Eintragung in ,Sccium 
Intabulationis respectu Tituli Possessionis' am 12. Juli 
1802 und am 20. Juli 1802 vermerkt. 

3629 1804, September 24, Klosterneuburg. 

Gaudentius, Propst des Stiftes Kloster- 
neuburg, verkauft den Eheleuten Karl und 
Anna Host im Namen des Stiftes die Mahl- 
mühle in Gumpendorf sammt den dazuge- 
hörigen Baulichkeiten, Gärten und angebau- 
tem Wirthshause um So.ooo Gulden als Ru- 
stical-Realität gegen jährlichen Dienst von 
2 Gulden und Robotgeld von 8 Gulden. 
Das Dominium wurde dem Magistrate über- 
lassen. 

Zeugen: Dunstan, Dechant, Johann Bap- 
tista Aichberger und Karl Naprawnik, bürg. 
Bäckermeister. 

Siegler: Propst Gaudentius, Karl Host, 
Anna Host und die Zeugen. 

Datum: Klosterneuburg, den 24. Sep 
tember 1804. 

Original, Papier. Mit sechs unversehrten, aufge- 
drückten Siegeln. 



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Archiv des ChorherrcDstiftes St. Dorothea in Wien. 



85 



Die vorstehenden Regesten wurden nur den Original-Urkunden des einstigen St. Dorotheastiftes ent- 
nommen. Maximilian Fischer hat in dem Anhange seiner «Historischen Darstellung des Stiftes der regulirten 
lateranensischen Chorherren St, Dorothea in Wien bis zu dessen Vereinigung mit dem Stifte Klosterneuburg» 
(Kirchliche Topographie des Erzherzogthums Oesterreich, XV. Band) 67 Urkunden veröffentlicht, von denen die 
Nummern I, II, ni, IV, XIII, XIV, XVI, XVIII, XXIII, XXVII, XXXV, XXXVIH, XLUI, XLIV, LI, LVI und LXIV 
auch auf Wien sich beziehen, die aber einem Copialbuche entnommen sein dürften, da die Original-Urkunden 
nicht mehr vorhanden sind. Wir lassen daher die Regesten aus denselben^ nach Fischer's Text hier folgen. 



3630 1264, Juni 4. 

Bernhard von Ruspach verkauft dem 
Deutschen Orden in Wien einen Hof zu 
Engelmannsbrunn, der einen jährlichen Geld- 
dienst von I Talente Denare liefert. (Kauf- 
preis nicht genannt.) 

Zeugen: Hadmar von Werde, Otto von 
Himplinisdorf, Frater Wilhelm, sacerdos, 
Frater Ortolf von Ottersteten, Provisor des 
Deutschen Ordenshauses in Wien, Frater Ul- 
rich von Merkwiz, Frater Ortwin, Heinrich, 
Official von Stochstal, Heinrich von Parow, 
Heinrich caupo, Hagno. 

Datum: Acta sunt haec anno MCCLXIIII 
secundo nonas Junii. 

3631 1264, December 28, Wien. 

Hadmar von Werde verkauft dem Deut- 
schen Ordenshause in Wien einen Hof zu 
Engelmannsbrunn mit einem jährlichen Geld- 
dienste von 2 Talenten Denare um 16 Ta- 
lente Denare. 

Zeugen: Frater Wilhelm, sacerdos, Frater 
Ortolf von Ottersteten, Commendator, Frater 
Burchard, Frater Ortwin, claviger, Hasplar, 
plebanus von Ponte, Heinrich caupo, Wern- 
hard von Eizerstal, Heinrich von Porsen- 
prunn, Chunrad Libenzer, Marchard von 
Lanzendorf, Wolfker, villicus, Wisento von 
Hovlin, Leupold, Perthold Hagno, Pabo, 
Scolaris. 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum: Acta sunt haec anno MCCLXIIII 
in domo Theotunica, quinto kalendas Ja- 
nuarii. 

3633 1266, September ig. 

Die Brüder Kadold und Hadmar von 
Werde verkaufen dem Deutschen Ordens- 
hause in Wien eine Badstube und Aecker 
zu Ober-Stockstall mit einem jährlichen Geld- 



dienste von I Talente Denare um 8 Talente 
Denare. 

Zeugen: Frater Ludwig, Commendator 
I Austriae, Frater Ortolf, Herr Rudolf, Bürger 
von Wien. 

Datum: Acta sunt haec anno domini 
MCCLXVI, XIII kalendas Octobris. 

3633 1305, October ly, Wien. 

Gundacker von Werde verzichtet auf die 
Gülten zu Ober-Stockstall, welche Rapoto von 
Neidegg um 18 Schillinge Wiener Pfennige 
dem Bruder Perchtold, Comthur des Deut- 
schen Ordenshauses in Wien, verkauft hat. 

Zeugen: Herr Ortlieb von Winkel, Herr 
Chunrat von Werde, Herr Hoyer, Bruder 
Achilles und Bruder Otto, die Priester, Bru- 
der Heinrich von Sigenhaim, Bruder Jacob. 

Siegler: Der Aussteller und Ortlieb von 
Winkel. 

Datum: Geben ze Wienne . . . des nae- 
histen suntages nach sand Cholmannestage. 

3634 1383, Märs( i5, Wien. 

Chunrat Knoll, Speisemeister des Her- 
zogs Albrecht von Oesterreich, schenkt der 
Dorotheakapelle in Wien zu Händen des 
derzeitigen Caplans an derselben, des Herrn 
Anthoni, zur Erhaltung eines ewigen Lichtes 
eine Gült von i3 Schilling 9 Pfennigen Wie- 
ner Münze, gelegen auf einem Gute im Dorfe 
Epping. 

Zeuge: Hanns von Liechtenstayn, Hof- 
meister des Herzogs Albrecht. 

Siegler: Der Aussteller und der Zeuge. 

Dafww: Geben zeWienn an dem Palmtag. 

3635 1383, Mär:{ 21, Wien. 

Herzog Albrecht bestätigt die Schenkung, 
welche Conrad Knoll der St. Dorotheakapelle 
zu Händen des Herrn Anthoni, Schreibers 



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Archiv des Chorhcrreostiftes St. Dorothea in Wien. 



und Caplans an der St. Dorctheakapelle, mit 
der Gült zu Epping gemacht hat. 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum: Geben ze Wienn an dem hei- 
ligen Osterabent. 

3636 13S5, November ij, Wien. 

Heinrich von Rauchenstein gibt Ulrich 
dem Zinken 105 Eimer Bergrecht und 
105 Pfennige Wiener Münze Vogtrecht, ge- 
legen auf Weingärten und einem behausten 
Gute zu Neustift, zu Lehen. Dieses Lehen 
besassen vorher der Ritter Herr Weykart der 
Sweinbarter und Ulreich der Schebincz. 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum: Geben ze Wienn an freytag 
nach sand Merttentag. 

2637 ijgi, Juni ig, Wien. 

Hanns von Teras, Caplan zu Tulln, ver- 
kauft mit Einverständniss seines Altarlehens- 
herrn Ulrich des Pankchofer, Dechant und 
Pfarrer zu Tulln, ein Bergrecht von 10 Pfund 
Wiener Pfennigen, gelegen auf 20 Joch Wein- 
gärten zu Praytensee in dem Hard, um 126 
Pfund Wiener Pfennige an Herrn Ulreich 
den Zinkken. 

Zeugen : Ulreich der Pankchofer, Dechant 
und Pfarrer zu Tulln; Herr Lienhart der 
Schwawr, Chorherr zu Passau und Regens- 
burg, Official des Bischofs Georg von Passau. 

Siegler: Der Aussteller und die Zeugen. 

Datum: Geben ze Wienn . . . des nech- 
sten montags vor Sunnbendten. 

3638 1413, Februar 6, Wien. 

Herzog Albrecht V. bestätigt die von 
seinem Vater der Dorotheakapelle gemachte 
Schenkung von Lehensgütern, und zwar: 
5 Pfund und 40 Pfennige zu Nieder- und 
Ober-Liesing auf einem behausten Gute, 
V2 Pfund und 15 Pfennige ^u Speising auf 
einem behausten Gute, und zwischen 4 und 
5 Dreilinge Bergrecht und Zehent jährlicher 
Gült, gelegen zu Kallesperg, Berchtoltstorff 
und Rodawn. Dieses Lehen besass früher 
Hanns von Stubemberg. 



Siegler: Der Aussteller. 
Datum: Geben ze Wien an suntag nach 
unser lieben frawentag der liechtmezz. 

3639 1413, November ig, Wien. 

Hanzs der Czingk, Forstmeister in Oester- 
reich, und sein Bruder Michel der Czingk 
verkaufen mit Bewilligung ihres Lehensherrn, 
Herzogs Albrecht von Oesterreich, Gülten 
und Güter zu Gersthof und Breitensee tftn 
472^2 Pfund Pfennige Wiener Münze an 
Herrn Andre, Pfarrer zu Gars und Kanzler 
des Herzogs Albrecht. Diese Gülten waren: 
70 Eimer Wein Bergrecht und Vogtrecht 
und 6 Pfund Pfennige Dienst auf Weingärten 
an dem Allsegk in der Waligris und in der 
Hagenau, i Dreiling und 5 Pfund Geld 
halben Weinzehent, gelegen auf 15 Joch 
Weingärten; zu Preitensee in dem Amais- 
pach auf Weingärten 3 Pfund und 15 Pfen- 
nige Geld. 

Zeugen: Wolfhart der Inprukger, An- 
walt in dem Rath der Stadt Wien, und 
Stephan der Pöll, Rath der Stadt Wien. 

Siegler: Die Aussteller und die Zeugen. 

Datum: Geben ze Wienn an sand Elz- 
bethentag. 

3640 1417, November ly, Wien. 

Dorothea, Friedrichs von Hannau Witwe, 
verkauft zu Händen des Herrn Rudolf des 
Angerfelder, Bürgermeisters, Münzmeisters 
und Rathes der Stadt Wien, ihre beiden am 
Schweinmarkt zu Wien gelegenen Häuser 
dem Propste Andreas und dem Convente des 
St. Dorotheagotteshauses um 140 Pfund Wie- 
ner Pfennige. 

Zeugen: Eberhard von Valkenstein (Bru- 
der der Ausstellerin); Pilgreim von Puchhaim, 
Marschall in Oesterreich. 

Siegler: Die Ausstellerin und die Zeugen. 

Datum: Geben ze Wienn ... an mitti- 
chen vor sant Elspetentag. 

3641 1421, Mär:[ 11, Wien. 

Bruder Sigmund Ramung, Landcom- 
thur des Deutschen Herren -Ordens, und 
Bruder Fridrich, Comthur des Deutschen 



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Ordenshauses zu Wien, «verkaufen von merk- 
leicher eehafter not und der geltschult wegen 
darinn das obgenant unser haus dacz dem 
Deutschenhaus ze Wien kommen ist», mit 
Erlaubniss des Herzogs Albrecht folgende 
Besitzungen um 552 Pfund Wiener Pfennige 
dem Probste Andreas und dem Convente zu 
St. Dorothea in Wien : ein behaustes Gut zu 
Kolesperg und zu Chaltenprunn, gelegen in 
der Pfarre Pehaimkirchen; ein behaustes Gut 
zu Winkchlarn in der Kapeller Pfarre gele- 
gen; ein Gut zu Chaczenperg, zu Pesingk, 
zu Kygling, zu Weissenkirchen, zu Ober- 
Pierpawn in der Pawser Pfarre, zu Nieder- 
Pierpawn in der Heiligenaicher Pfarre, zu 
Weinczurl, zu Aczenprugk, zu Werndorf in 
der Potenprunner Pfarre, zu Mutterhaim; eine 
Wiese in der Pfarre Pannsee; ein behaustes 
Gut zu Freingaw in der Melkcher Pfarre, 
zu Rogendorf in der Lostor fer Pfarre, zu 
Chararn in der Sant Zen-Pfarre. 

Siegler: Die Aussteller. 

Datum: Geben ze Wienn an eritag vor 
sant Gregorientag. 

2643 I4J2, September 12, Wien. 

Herzog Albrecht V. bestimmt, dass die 
Judengeldschuld von nachbenannten zu Ober- 
und Nieder-Liesing sesshaften Leuten zum 
Bau einer Kapelle in Nieder-Liesing verwen- 
det werde: Hanns Mewrl, Hanns Resch, Kri- 
stan Wiert, Mendl Adlolt, Michel Leb, Liendl 
Czimerman, der altt Mendl, Niclas Stewber, 
Chuncz Czeitlas, Michel Kellner, Tomel 
Kelbel, Meinhart von Sibenhiertem 1 

Siegler: Der Aussteller. 1 

Datum: Geben ze Wienn am eritag vor 
sant Lamprechtstag. - 

3643 1433, Januar 8, Wien. 

Bernhard Praun verkauft für sich und 
seine Oheime: Jörgen den Vorster und Ernst 
den Frewssinger als Erblasser nach Sigmund 
den Tumerstorffer einen Wald bei Speising, 
Penzenau genannt, dem Propste Nicolaus und 
dem Convente von St. Dorothea um 285 Pfund 
Wiener Pfennige. 



Zeugen: Lyenhart Newnhouer, Stadt- 
richter zu Wien; Ulrich Hirssawer, Stadt- 
schreiber zu Wien. 

Siegler: Der Aussteller und die Zeugen. 

Datum: Geben ze Wienn an sant Er- 
harts tag. 

3644 1440, September i5, Wien. 

Ritter Hanns Steger verkauft 42 Eimer 
Weindienst und Bergrecht, gelegen auf Wein- 
gärten zu Tobling in dem Hard, 42 Pfennige 
Vogtrecht und 32 Pfennige Grundrecht, gele- 
gen auf Weingärten daselbst, i Pfund Pfen- 
nige Gelddienst, gelegen zu Nid^r-Velebrunn 
unterm Prawnsperig auf einem halben Lehen, 
das Wolfgang der Perigawer innehat, um 
500 Pfund Wiener Pfennige dem Propste 
Nicolaus und dem Convente St. Dorothea. 
Diese Gülten hatte Ritter Hanns Steger von 
Hanns, dem Sohne des Schönn Jacoben des 
Riemer und der Ursula, und von Agnes, der 
Witwe des Heinrich des Schuester von Kemb- 
naten, Schwester der vorbenannten Ursula, 
und von Dietreich Schierl, am Schierlhof in 
der Kembnater Pfarre ansässig, gekauft. 

Zeugen: Stephan Schernhaimer, Michael 
Liennfelder, Bürger zu Wien. 

Siegler: Der Aussteller und die Zeugen. 

Datum: Geben ze Wienn an phincztag 
nach des heiligen kraewcztag als es erhöcht 
ist worden. 

3645 i45g, Juni 11, Wien. 

Bruder Johannes von Pomershaynn, 
Landcomthur des Deutschen Herren-Ordens 
und Verweser des Ordenshauses in Wien, ver- 
kauft im Namen des Ordens und mit Er- 
laubniss des Hochmeisters zu Preussen, des 
Herrn «Ludweich von Erleshawsen», folgende 
Güter und Gülten dem Propste Stephan und 
dem Convent zu St. Dorothea (Verkaufspreis 
nicht genannt): Eia behaustes Gut zu Ober- 
stockstal bei Kyrichperg, ein halbes Lehen, das 
Hanns Zimmerman innehat und der davon 
6 Schilling Pfennige und 3 Hühner dient, 
das Lehensgut des Christan Pflügler, eines zu 
Englmarsprunn und eines zu Ottental, ein be- 
haustes Gut zu Höchenbart, einen Hof eben- 



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Archiv des Chorherrenstiftes St Dorothea in Wien. 



daselbst, ein behaustes Gut zu Sittendorf, zu 
Chobelspurkg, ein Lehensgut zu Colesdorf, 
das Wolfgang Mader innehat, mit 6 Pfen- 
nigen Gelddienst, je eines zu Winkl, zu Rop- 
polcztal und zu Englmarsprunn, ferner Aecker 
zu Oberstockstal, 3 Joch Aecker mit 34 Pfen- 
nigen Gelddienst zu Kirichperg, Aecker zu 
Ottenthai, vier behauste Güter zu Oeden- 
prunn mit i Pfund Pfennige Gelddienst, ein 
behaustes Gut zu Krems mit 12 Schillingen 
Gelddienst, ein Haus zu Nussdorf in der 
Pfarre Heiligenstat, das Jörg Greyl innehat, 
vier Brot «Penkchen» und ein Baumgarten 
hinter diesem Hause und nächst dem Hause 
des Hanns Paw^ren mit 4^8 Pfund Pfennigen 
Gelddienst. 



Zeugen : Conrad der Strobel, Syman der 
Laempl, Bürger zu Wien. 

Siegler: Der Aussteller und die Zeugen. 

Datum : Geben ze Wien ... an montag 
vor sand Veytstag des heiligen martraer. 

3646 1499, September j, Wien, 

Doctor Johann Fuchsmagen, Rath des 
Kaisers Maximilian, stiftet mit dem Zehent 
zu Göllerstorf eine tägliche Messe und einen 
Jahrtag in der Kirche zu St. Dorothea. 

Zeuge und Siegler: Cristoff von Liechten- 
stain von Nicolspurg, Landmarschall in Oester- 
reich. 

Datum : Geben an eritag vor unserr lieben 
frawentag nativitatis. 



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REGESTEN 



AUS DEM 



ARCHIVE DES BENEDICTINERSTIFTES SCHOTTEN IN WIEN. 

VON 

D»- CÖLESTIN WOLFSGRUBER, 

STIFTSARCHIVAR. 
(FORTSETZUNG.«) 



2647 1480, Juni 2, Wien. 

Stephan, Abt des Schottenklosters, be- 
kennt, dass die Bruderschaft St. Fabian und 
St. Sebastian jährlich in der diesen Heiligen 
geweihten Kapelle im Kreuzgange am Altar 
dieser Heiligen ein Amt singen lasse und 
nach demselben einen halben Dreiling Wein, 
welcher in demselben Jahre gewachsen ist, 
und Brot, aus einem halben Muth Mehl 
gebacken, auszutheilen vorgenommen habe, 
und dass dann weil. Hanns Haunoldt, Bürger 
zu Wien, zu Aufrichtung dieser Stiftung und 
Spende bei seinen Lebtagen dem Abte Mat- 
thäus (Vinkhen) anderthalbhundert ungar. 
Gulden aufgericht und dazu anderthalb- 
hundert Pfennige geschafft habe und Veit 
Gettringer und Clement Purgkhauer diese 
Summe dem Abte Lienhart auch bereits ge- 
reicht und gegeben haben, weshalb er sich 
verbindet, jährlich und ewig an diesen zwei 
Tagen nach dem gesungenen Amt den halben 
Dreiling Wein und das Brot armen Leuten 
ohne allen Abgang und alles Verziehen aus- 
zutheilen. 

Copie, Papier. 

3648 i5o2, August 26, Wien. 

Paul von Trunswald, der Meigsner, stif- 
tet zum Gotteshause Schotten für 400 Gul- 

») Vgl. Bd. I, Abth. I, p. 39—118. 
Regesten zur Geschichte der Stadt Wien. ÜL 



den Bargeld und ein goldenes Kreuzlein einen 
ewigen Jahrtag. Die Testamentsvollstrecker, 
Sigmund Hager, Untermarschall in Oester- 
reich, und Zacharias Stainberger, übergaben 
dieses Legat, wie es scheint, propria auctori- 
tate, mit dem grossen Onus, dass das Schot- 
tenkloster nebst der Stiftungsverbindlichkeit 
auch die Pflicht übernehme, ihnen die Erb- 
vogtei über 24 Unterthanen zu Stammers- 
dorf und Kranberg abzutreten. Doch ver- 
zichteten ihre Nachkommen 1530 auf diese 
Bestimmung. 

Zeuge: Christoph Oberhanner, d. z. Bei- 
sitzer des Landrechtes in Oesterreich. 

Siegler: Sigmund Hager und Stainberger. 

Datum: Geben zu Wien an freitag nach 
St. Bartholomestag des hl. Zweliffpottn . . . 

Original, Pergament. Mit drei anhangenden Siegeln 
(die der Testamentsvollstrecker und das des Zeugen). 
Calend. Pergam. saec. XVI. 

2649 i5o5, Januar 5, Wien. 

Bruder Jodocus, Prior des Klosters der 
«gemain vnnser lieben frawen von dem perg 
Carmelo, gelegen an des hertzogn hoff zu 
Wienn», bekennt, dass sein Kloster dem 
Schottenkloster über 35 Pfund Pfennige 
Grunddienst «von der hoffstat Weingarten, 
gelegen vor dem Schottentor im Berochfeld, 
zunagst weil. Andres Kefers hoffstat wein- 
i garten», zu dienen schuldig sei, dass aber 



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Archiv des Benedictinerstiftes Schotten in Wien. 



Abt und Convent zu den Schotten diesen 
so lange nachlassen, als die Carmeliter den 
Weingarten besitzen. 

Siegler: Prior und Convent der Car- 
meliter. 

Datum: Geben zu Wienn am suntag vor 
der heiling drey kunig tag, . . . 

Original, Pergament. Mit zwei anhangenden Wachs- 
siegeln. 

2650 i5o5, April ii, Wien, 

Barbara, Michel Annawers Hausfrau, 
verkauft lo Pfund Pfennige Burgrechts auf 
ihrem Hause bei den Schotten, mit einem 
Theil zunächst Herrn Hannsen Oberhaimer's 
Haus gelegen, einem jeden Caplan der Messe 
und Stiftung, so weil. Michaelen Hawnolten 
Geschäftleut zu St. Stephan gestiftet haben. 

Zeuge: Joachim Schöttl, Waldmeister in 
Oesterreich, und Jörg Jordan, Anwalt in der 
Munns, beide Bürger. 

Siegler: Der Convent der Schotten, Abt 
Johann und die Zeugen. 

Datum: Geben zu Wienn an freitag 
nach dem sonntag misericordia domini, . . . 

Original, Pergament. Mit vier anhangenden Siegeln 
(das schottische Grundsiegel und das des Zeugen Schöttl 
am äusseren Rande verletzt). 

3651 iSog. 

Agnes, des Müllners Wolfgang Waipoldt 
Hausfrau, stiftet für sich, ihre beiden Ehe- 
männer Michael und Wolfgang und ihre 
ganze Freundschaft vier quatemberliche Jahr- 
tage, jeden mit Vigil und Seelamt zu singen. 
Dafür verschafft sie dem Schottenkloster den 
halben Theil an der Mühle zu Lanzendorf 
bei Mistelbach, der jedoch erst nach ihrem 
Tode dem Kloster folgen soll. Jedoch scheint 
diese Stiftung nie verwirklicht worden zu sein. 

Stiftungsconsignation 1642. 

3653 iSij, April 28, Wien. 

Laurenz Hüttendorfer, des Raths zu Wien 
und des Schottenabtes Johann erbetener Rich- 
ter, bestätigt, dass nomine Hanns Brugk- 
müllner's, Mitbürgers zu Wien, Doctor Veit 
von Fürst gegen Regina, Jacob Weissen's, 



Bürgers, Hausfrau, und Wolfgang Rigl's sei., 
Bürgers, Wittib, geklagt haben, weil sie 
Brugkmüllner über den Antheil am Ziegelhof, 
zwischen dem Schotten- und dem Widmerthor, 
den er von ihr und ihrem seligen Mann ge- 
kauft hatte, nicht an Gewär schreiben lassen 
wolle. Er als Richter habe ihr anbefohlen, 
denselben begwären zu lassen, sie aber habe 
an den Schottenabt Johann appelliert, der 
die Vorweisung des Kaufbriefes gefordert 
habe. Hiegegen habe Dr. Fürst an die Re- 
gierung appelliert, die das erste Urtheil des 
Laurenz Hüttendorfer bestätigt habe. 

Zeuge und Siegler: Laurenz Hütten- 
dorfer. 

Datum: Geben zu Wienn an phincztag 
nach sannd Georingtag des heiligen ritters, . . . 

Original, Pergament. Mit anhangendem Siegel 
(am Rande etwas verletzt). 

3653 i5i4, Januar g, Wien, 

Schwester Lucia von TrauttmansdorfF, 
Meisterin, und der Convent des Frauen- 
klosters St. Jacob auf der Hülben bekennen, 
dass Schottenabt Johann ihr i Viertel Wein- 
garten vor dem Stubenthor im «mittern weg», 
das zu den Schotten 60 Pfennige diente, ganz 
freigegeben und den Dienst von 12 Pfund 
Pfennigen, die auf ihrem Garten vor dem 
Stubenthor in der «Kleberlugkchen» zunächst 
dem Garten, so zu «gottsleichnahmsamt-altar» 
zu St. Stephan gehört, lagen, von 60 Pfenni- 
gen auf 48 Pfennige herabgesetzt habe. Da- 
gegen gab die Meisterin Lucia von Trautt- 
mansdorff einen Acker in «Reinsperg», so 
ehedem 9 Viertel Weingarten gewesen und 
nach St. Jacob 72 Pfennige diente, dem 
Schottenkloster frei. 

Siegler: Die Meisterin und der Convent 
von St. Jacob. 

Datum: Geben zu Wienn am montag 
nach dem heilign Prechem tag, . . . 

Original, Pergament. Mit zwei anhangenden Siegeln 
(das der Meisterin etwas verletzt). 

2654 i5i4, October 5, Wien, 

Christof Ernnreich stiftet zu den Schotten 
eine ewige Wochenmesse am Samstag zu 
Ehren U. L. F. und St. Katharinae auf dem 



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Archiv des Benedicdnerstiftes Schotten in Wien. 



91 



Katharinaaltar, einen ewigen Jahrtag am Sonn- 
tag nach dem neuen Jahr auf U. L. F. Altar 
mit gesungenem Seelamt, drei darunter ge- 
sprochenen Messen, gesungener Vigil, aufge- 
richter «par», 12 kleinen und 4 grossen Kerzen 
und Geläut, für sich, seine Eltern, zwei Ge- 
mahlinnen und die ganze Freundschaft. Dafür 
gibt er dem Schottenkloster auf seinem Haus 
am Pühel, dem Kloster gegenüber, an einem 
Theil neben Hanns Pehem, des Futterers, 
Haus, 8 Pfund jährliches Burgrecht. Dieses 
Burgrecht können seine Nachfolger um 160 
Gulden ablösen, dasselbe dann anderswohin 
legen und so die Stiftung erhalten. Die Zech- 
meister unserer lieben Frauenzeche der Hauer 
allhier im Kloster sollen Aufseher sein, ob 
die Stiftung gehalten wird. 

Zeugen und Siegler: Stephan Enn und 
Wernhardin Tenngkh, d. z. des Raths, beide 
Bürger. 

Datum: Geben zu Wien an phintztag 
nach sand Frannsentag, . . . 

Original, Pergament. Mit zwei anhangenden Siegeln 
(von dem des Enn das obere Drittel abgebrochen, das 
des Tenngkh am unteren Rande verletzt). Calend. Perg. 
anno 1515. 

2655 i5i4, October 14, Wien. 

Bernhard, «brobst sannd Dorothe gots- 
hawss», vidimirt den Kaufbrief des Philipp 
Pernhart vom 15. März 1441 über 50 Jeuch 
Acker ausserhalb der Aisserstrasse. 

Original, Pergament. Mit anhangendem Wachs- 
siegel. 

3656 1^17, December 10, Wien. 

Laurenz Hüttendorfer, des Raths zu Wien 
und des Schottenabtes Johann ernannter Rich- 
ter, spricht Mathesen, Priester, und Hannsen 
Freydannkhen, Gebrüder, das Haus, den Stadl 
und die andere Zugehörung in der Teinfalt- 
strasse zu, wovon Wendl Kirchhamer, Bürger, 
namens des Hannsen Gleismülner, Bürgers zu 
St. Veit in Kärnten, die Hälfte angesprochen 
hatte. 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum: Beschehen an phintztag nach 
vnnser lieben frawen tag irer emphachung, . . . 

Original, Pergament. Siegel gut erhalten. 



I 3657 i5i8, Juni 25, Wien. 

I Hanns Prukhmüller, Gerichtsgeschwor- 

! ner, klagt, so wie das schon am «mittich 
j nach s. Achatientag» (23. Juni) geschehen war, 
I namens des Herrn Dr. Christof Külber von 
t Gretz, Thumbherrn zu Wien, vor dem Stadt- 
; richter Andre Pachole gegen den Gold- 
schmied Wentzla Mauttikh und Apollonia, 
seine Hausfrau, wegen 5 Pfund Pfennigen ver- 
sessener Gült, die sie ihm von ihrem Hause 
am Graben, «zwischen weil. Stephan Tenkhen 
und Meister Pernharden Flannder, Appotekher, 
Häusern gelegen», das zu den Schotten 5 Helb- 
ling dient, laut Kaufbrief vom «phintztag 
nach St. Veitstag 15 12» (17. Juni) reichen 
sollen. Da die Beklagten auf Vorforderung 
nicht erschienen, sprach der Stadtrichter dem 
Kläger sein Recht auf die 5 Pfund Pfennige 
des versessenen Burgrechtes und auf das 
Kaufcapital von 100 Pfund Pfennigen zu. 
Siegler: Der Stadtrichter. 
Datum: Beschehen an freitag nach sannd 
Johanns des heiligen gotstawffer tag, . . . 

Original, Pergament. Mit anhangendem Siegel des 
Stadtrichters. 

3658 iSig, December 22, Wien. 

Niclas Ken verkauft sein Haus sammt 
Stadl, «gelegen vor Schottentor vnnder Newn- 
burgerhoff zu nagst Cristoffen Pemphlinger 
stadl, am andern tail nächst Petern Schley- 
mer haws, item am fleckh», wo ehedem auch 
ein Haus gestanden, und was zusammen zu 
den Schotten 38 Pfennige diente, an den 
Schottenabt Benedict. 

Siegler: Hainreich Fronnekhen und Tho- 
man Wirsinger, beide Bürger. 

Datum: Geben zu Wien an phintztag 
nach sannd Thomanstag des heiling zwellff- 
botten, . . . 

Original, Pergament. Mit zwei anhangenden Wachs- 
siegeln. 

3659 i52i, Märi 21, Worms. 

Da Doctor Johann Cuspinian, k. Rath 
und Anwalt des Stadtrathes zu Wien, wegen 
der vielen Verdienste von Kaiser Max I. eine 
schriftliche Zusage auf ein Lehen im Werthe 
von 1000 Gulden rhein. erhalten hatte und 



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Archiv des Benedictinerstiftes Schotten in Wien. 



nun Ulrich Putsch, genannt Graff, sein Sweher, 
ihm den Hof zu St. Ulrich, den er vom Herzog 
zu Lehen habe, freiwillig übergibt, so belehnt 
ihn Kaiser Karl damit. 

Mit Unterschrift von Erzherzog Ferdinand 
ddo. Neustadt, 14. Aug. 1522. 

Abschrift, Papier. 

2660 i52j, Mär:{ 23, Wien. 

Die Brüder Lienhart und Heinrich, des 
sei. Hanns Oberhaimer zu Ladendorf Söhne, 
verkaufen ihrem Bruder Sigmund zu Zwen- 
tendorf ihr Haus in der Renngasse mit dem 
Garten daran und aller Zugehörung, neben 
des Haberman Behausung gelegen. Es dient 
zu den Schotten 4 Schilling Pfennige. 

Zeugen: Balthasar Razendorffer auf Pel- 
lendorf, Jacob Fülldanaschen zu Mistelbach 
und Hanns Riettntaller zu Ernstbrunn. 

Siegler: Der Aussteller und die Zeugen. 

Datum: Geben montags nach Judica in 
der heilign vastn, . . . 

Original, Pergament. Mit vier anhangenden Wachs- 
siegeb. 

3661 i524, September i5, Wien. 

Hanns Jöppl, Bürger und Apotheker in 
Neustadt, Angless, des Erhart Vetterl, Bürgers 
zu Wien, Hausfrau, und Eufemia, Hanns 
Arth's Hausfrau, erbten von Caspar Heyss 
den halben Theil seines Hauses bei dem 
Peillerthor, zunächst Sigmund Wintersteiger's 
Haus, welches zu den Schotten 50 Pfennige 
dient. Die andere Hälfte dieses Hauses 
erbte Heyss' Hausfrau. Die genannten Erben 
Hessen sich darüber vom Schottenabte «g\ver» 
schreiben und geben. 

Zeugen und Siegler: Roman Staudinger, 
Leopold Rauhenberger und Wolfgang Man- 
gold, Bürger. 

Datum: Geben zu Wienn am phintztag 
nach exaltacionis crucis, . . . 

Original, Pergament. Mit drei anhangenden Siegeln 
(das des Rauhenberger zur Hälfte ausgebrochen). 

3663 iSjo, Mai 18, Wien. 

Ferdinand 1. belehnt die Söhne des Jo- 
hann Guspinian, Sebastian Spiesshamer, Bür- 



ger zu Wien, und Niclas Spiesshamer, mit 
dem St. Ulrichshof. 
Abschrift, Papier. 

3663 iSji^ Juni II, Wien. 

Ritter Lucas Graswein zum Weyr, Be- 
vollmächtigter der Erben des Leonhard von 
Harrach, verkauft namens derselben das Har- 
rach'sche Haus beim Schottenthor, nächst der 
Herren von Melk Hof, an Peter Weinberger, 
Bäcker, und dessen Hausfrau Gertraud, um 
10 1 Pfund Pfennige. Da er aber den früheren 
Kaufbrief nicht beibringen kann, so gibt er 
dem Schottenkloster, dem das Haus dienstbar 
ist, einen Revers, worin alle Ansprüche der 
Erben an dieses Haus für erloschen erklärt 
und das Kloster vor allem Schaden gesichert 
wird. 

Zeugen: Ritter Sewfrid von Windisch- 
grätz. 

Siegler: Der Aussteller und der Zeuge. 

Datum: Beschehen am suntag nach Gots- 
leychnambstag, . . . 

Original, Pergament. Mit zwei anhangenden Siegeln 
(das des Graswein auseinandergebrochen). 



3664 1533, Juli 14, Wien. 

Auf Ansuchen Kaiser Ferdinands 1. 
räumt Abt Conrad zu den Schotten den Bar- 
füsserbrüdern der Observanz (Franziskaner), 
«so sy ye zu Zeiten irer notturfft halb hier 
durchraysen wurden und ir leger hie nemen 
müessten», ein Zimmer im Hause der Pfarr- 
kirche St. Ruprecht zur Wohnung ein. Je- 
doch soll er hiezu nicht länger als drei Jahre 
verpflichtet sein, wonach die Barfüsser sich 
um eine andere Wohnung umzusehen hätten. 

Original, Papier. Eigenhändige Unterschrift des 
Kaisers. 

3665 1-^33, November 26, Wien. 

Lasla von Edlasperg, Ritter, kais. Rath 
und Stadtrichter zu Wien, bestätigt, dass am 
3i. März 1. J. (Montag nach Judica), als er 
auf der Bürgerschranne zu Gericht sass, vor 
ihm Meister Peter Pidler als Procurator und 
Namens des Valentin Poltz, Pflegers zu Ba- 
den, und Claus Prantner, Bürger zu Wien, 



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als Vertreter der Augsburger Bürgerin «Pe- 
tronella Wisprukherin», gegen Hanns Gresl, 
Curator und Versprecher Hanns Eiben- 
stok's, des Kramers, hie verlassen Hab und 
Gut und seiner Erben und gegen deren 
beide Vormünder, Stephan Burckstaler, d. z. 
einer der geschwornen Beisitzer des Stadt- 
gerichtes, und Niclas Dachspacher, der Stein- 
metz, klagten, weil Eibenstock laut eines 
Satzbriefes vom 9. Dec. (Mittich vor St. Tho- 
manstag) 1526 sein Haus in der Raiffstrasse 
hinter dem Neuenmarkte, zunächst Michael 
Freiswald's Haus, das zu den Schotten 
45 Wienner Pfennige dient, nachdem bereits 
Bertlme Wisprugkher 400 Pfund Wiener Pfen- 
nige darauf liegen hatte, noch mit einem 
Satz von 200 Pfund Pfennigen, die er von 
Valentin Poltz aufnahm, beschwerte, wofür 
er jährlich 10 Pfund Pfennige Zins gelobte, 
aber bis zu seinem Tode nichts bezahlt 
habe, so dass sich der schuldige Zins auf 
65 Gulden belaufe. Am i6. Juni (Montag 
nach St. Vito) d. J. sei der Spruch dahin ge- 
fällt worden, dass obiges Haus öffentlich aus- j 
geboten und damit nach Recht zu Gunsten 
der Gläubiger gehandelt werde. 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum: Geben an mitwoch nach der 
heiligen jungkfrawen sannd Katharina tag, . . . 

Original, Pergament. Mit Siegel (etwas verletzt). 

3666 j544- 

«Visitationsauszug unser frauen gotts- 
hauses zu den Schotten, wie dasselbe an. 
1544 durch landesfürstl. commissarien visi- 
tiert worden». Abt Wolf gang hatte an- 
gezeigt, dass dieses Kloster durch Herzog 
Heinrich nur mit Schotten, die er aus Hy- 
bernia oder Schottland hatte bringen lassen, 
gestiftet wurde. Nachdem sie zu jener Zeit 
noch kein Einkommen, mit welchem sie sich 
hätten erhalten können, gehabt, habe ihnen 
Herzog Heinrich eine Zeit lang aus seiner 
«Küchel» die Speisen reichen lassen. Als er 
aber bedachte, dass man nicht wissen soll, 
was «in seiner kuchl auf seiner fürstl. hoheit 
leib gekocht werde, hat er den neu her- 
gebrachten brüdern etliches einkommen für 
die speis, damit sie sich erhalten mögen. 



gegeben». Derzeit seien nebst dem Abte 
15 Conventualen im Kloster, darunter i Laien- 
bruder. Vor vielen Jahren seien gewöhn- 
lich bei 32 Conventualen, jedoch darunter 
höchstens 4 Priester gewesen. Als Abt Wolf- 
gang 1529 seine Profess abgelegt hatte, gab 
es im Kloster 3o Conventualen, darunter 
6 Laienbrüder. Den Gottesdienst anlangend 
wird «der täglich und nächtliche gottesdienst 
mit singung der mette auch messe und amt, 
desgleichen der horarum canonicarum zimb- 
lich verrichtet». Allein Unser Frauen Amt, 
das Abt Michael aus gutem Willen hatte 
singen lassen, ist nach dessen Tode ab- 
gekommen, dasselbe wolle aber er, der Abt, 
wieder aufrichten. Der Zins vom Schotten- 
hofe trägt jährlich 55 Pfund Pfennige, von 
einem Hause und der Kapelle zu St. Pangraz 
29 Pfund Pfennige. Holden besass das Klo- 
ster zu: «Leüzestorf, Stämelstorf, Gaunerstorf, 
Pischolstorf, Emerstorf, Ober-Greitzenstetten, 
Hybless, Pulchka, Königsbrunn, Gerestorf, 
Mittergrub und Lingendorf, Enzessfeldt, 
Stolzendorf, Kressenbrun, St. Ulrich, Pilich- 
dorf, Eibesprun,. Inzerstorf, Schwechat und 
Russbach». Dienst wegen eines ganzen 
«veldtlehen» zu: «Stockherau, Grafendorf, 
Hätzendorf, Erdtburg». «Von der viech- 
waidt» zu Preitensee auf den Oedenhof zu 
St. Ulrich. «Zins zu Dornbach von vier wisen.» 
Ausserdem wird verzeichnet: «Tradtdienst, 
Perckrecht, Weinzehent. Noch hat das gotts- 
haus ein teichtl zu Hiblass, das mit 50 schock 
fischbrut besetzt und am 3. jähr gefischt 
mag werden, und wann die fisch darin ge- 
rathen, erträgt er über allen Unkosten bei- 
läufig 100 pfund Pfennige». 
Copie, Papier. 

3667 1545, Juli 16, Wien. 

Martin Schmoll, Amtmann vor dem 
Widmerthor und Bürger zu Wien, und die 
geschwornen Vierer Vincenz Paltinger, Bla- 
sius Grueber, Leopold Chrugldorfer und 
Leopold Sambs beschauen im Auftrage des 
Schottenabtes Wolfgang einen Acker auf der 
«Piaich» bei St. Ulrich und erklären, dass 
der Bürger Wolfgang Tallinger mit seinem 
Viertel Weingarten durch Aufwerfung eines 



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Grabens dem Acker des Klosters zu nahe 
gekommen sei und erkennen, dass er diesen 
Graben einziehen solle. 

Siegler: Der Aussteller und die Vierer. 

Datum: Beschehen zu Wienn den sech- 
zehenden tag julij, . . . 

Original, Papier. Mit vier aufgedrückten Papier- 
siegeln. 

3668 1546, Mai 6, Wien. 

Hanns Fünfkircher zu Stainabrunn auf 
Falckenstein verkauft sein Haus in Wien ge- 
genüber dem Schotten kloster «auf dem misst 
zunagst der herrn von Admundt hoff», das er 
von seiner sei. «maimen Vrsula von der Haydt» 
geerbt und das zu den Schotten 2 Pfennige 
dient, an Erasmus von «Schnegkhenreit» zu 
Höflein und Loosdorf und dessen Gemahlin 
Margarethe, geb. Dierbachin», um eine Summe 
Geldes, «der ich zu rechter zeit vnd on allen 
schaden genntzlichen gar vergnüet bezallt 
worden». 

Siegler: Der Aussteller, das Gotteshaus 
zu den Schotten, Veit Wallner zu Haugs- 
dorf, d. z. ainer ersamen landschaft des Erz- 
herz. Ostern u. d. Enns Einnehmer. 

Datum: Geben zu Wienn an phintztag 
nach dem suntag Quasimodogeniti, . . . 

Original, Pergament. Mit drei anhangenden Siegeln. 

3669 1546, December ig, Wien. 

Eustach Enickhl zu Gross, Gerhab der 
Tochter der Frau Johanna, geb. Grasser, 
weil. Sigmunden Stainpeckhen zu Ober-Vela- 
brunn, dann des Michael Khumperger Haus- 
frau, vergleicht sich mit Veit Wallner zu 
Haugsdorf, Landschaftseinnehmer, von wel- 
chem Frau Johanna Grasser Geld zum Kaufe 
ihres Hauses in der hintern Schenkenstrasse 
aufgenommen, dahin, dass sich Veit Wallner 
an diesem Hause zahlhaft machen möge. 

Zeugen: Wolfgang Schadner, d. z. wohn- 
haft zu Eggenburg, und Leopold Schweiber- 
meier, Landschaftssecretär. 

Siegler: Der Aussteller und die Zeugen. 

Datum: Geben vnd beschehen zu Wien 
am neunzehenden tag des monats december, . . . 

Original, Pergament. Mit drei anhangenden Siegeln 
(Enickhrs Unterschrift m. p.). 



3670 154S, October 25, Wien. 

Andreas von Puchheim, Freiherr zu Raabs 
und Krumbach, Erbtruchsess, k. Rath und 
Landmarschall, entscheidet einen Streit zwi- 
schen Michael Khumperger und den Mindern 
Brüdern. Es hatte nämlich Jenem seine sei. 
Hausfrau Johanna, geb. Grasser, einen Theil 
ihres Hauses in der hintern Schenkhenstrass 
und ihren beiden Kindern aus ihrer ersten 
Ehe mit Sigmunden Stainpeckhen die zwei 
anderen Theile hinterlassen sammt einem 
Schuldbrief, welchen Bruder Sigmund Gärt- 
ner, «sannd Franciscenorden zu dem hl. creuz 
guardian», am 6. Februar (Samstag nach Re- 
miniscere) 1524 ausgestellt hatte, wonach die 
Minoriten 80 Pfund Pfennige Hauptsumme 
und an jährlichem Zins 4 Pfund Pfennige 
Burgrecht schuldeten. Da der Zins aber 
schon durch 20 Jahre ausständig und die 
Minoriten sich weigerten, ihn zu zahlen, vor- 
gebend, sie seien durch einen k. Spruchbrief 
davon losgesprochen worden, so wurden sie 
jetzt durch Richterspruch verurtheilt, das Ca- 
pital sammt den Zinsen zu zahlen. 

- Siegler: Der Aussteller mit dem Amts- 
siegel. 

Datum: Geben zu Wienn am 25**" oc- 
tobris, . . . 

Abschrift, Papier. 

2671 i54r), April 25, Wien. 

Katharina Laglberger zu Wisenreit, Mar- 
garetha Welzer zu Pruzendorf und Magda- 
lena Gall zu Loosdorf, alle drei Töchter des 
verstorbenen Erasmus von Schneckenreit, be- 
stätigen, dass dieser sein Haus «auf dem 
misst» (anno 1546) der Frau Margaretha, 
Witwe des Balthasar Khnor, Landschafts- 
secretärs, verkauft habe. 

Siegler: Das Gotteshaus zu den Schotten, 
' als Grundherr, Gebhard Welzer zu Pruzen- 
I dorf, kais. Maj. Rath und Beisitzer der Land- 
rechte, Sigmund Laglberger zu Wisenreit 
und Adam Gall zu Loosdorf. 

Datum: Geben zu Wienn am phinztag 
nach sanndt Georgentag, d. i. der funfund- 
zwainzigist tag des monats apprillis, . . . 

Original, Pergament. Mit vier anhangenden Siegeln 
(das des Grundherrn verletzt). 



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2673 j55o, Mär:{ 26, Wien. 

Wolfgang Schmälzl, «diser zeit des er- 
wirdigen Wolfganngen abbten vnd des con- 
vent zun Schoten schuelmaister», bekennt, 
dass, nachdem ihm der Abt wegen seiner 
«emssigen vnd vleissigen diennst, so er bey 
gedachtem gotzhauss gethon», am 19. Jänner 
1545 den öden Stock, so an des Gotteshauses 
«casstn» stosst, baulich herzustellen und auf 
lebenslang zu nutzen gestattet hatte und nun 
diese Nutzniessung auch auf die Lebenszeit 
seines Sohnes Jonas ausdehnte, nach Beider 
Tode das Gebäude wieder «ledig ans gottes- 
haus» fallen solle. 

Zeugen und Siegler: Hanns Vochter, 
geschworner Beisitzer des Stadtgerichtes, und 
Hanns Sultzbeck, des äusseren Rathes und 
Bürger. 

Datum: . . . geben den sechsundzwaint- 
zigistn tag monats marty, . . . 

Original, Pergament. Mit zwei anhangenden Siegeln 
(Unterschrift beider Schmälzl m. p.). 

3673 i55o, April 30, Wien. 

Mathäus Schennbrunner, Schneider, und 
Wolfgang «Rephuen», Seiler, beide Bürger 
und Gerhaben des Sebastian Eibenstock, so 
ausser Land, und Anna, «Zinprechten Vi- 
scher», röm. Maj. Diener, Hausfrau, Eiben- 
stock's Schwester, bekennen, dass anno 1534 
Stephan Burckstaller, damals Sebastian Ei- 
benstock's Gerhab, das väterliche Haus des- 
selben in der Raiffstrasse an Oswald Schle- 
hinger, Bürger, verkauft habe. Da aber bei 
ihrer Familie noch ein alter Kaufbrief über 
dieses Haus von Leopold Fuxmagen bestehe, 
den sie an das Grundbuch zurückstellen sollten, 
aber nicht finden, so geloben sie dem Schotten- ' 
abte Wolfgang, diesen Brief, so sie ihn finden, 
zu vernichten und erklären ihn für kraftlos. 

Siegler: Georg Facy und Jeronimus 
Gwerlich, beide Bürger. 

Datum: Geben zu Wienn den letzten 
tag des monats apprillis, . . . 

Original, Pergament. Mit zwei anhangenden Siegeln. 

3674 i56o, Juli 23, Wien. 

Hermes Schalautzer, kais. Rath und Super- 
intendent der kaiserlichen Gebäude, hatte eine 



Anzahl von Bürgern, deren Häuser vor dem 
Stubenthore wegen der Befestigung der Stadt 
niedergerissen worden waren, angewiesen, auf 
den Gründen des Schottenklosters zu «Alt- 
thaunaw», wo vor Jahren auch Häuser ge- 
wesen, Häuser zu bauen. Sie sollten den 
Schätzungspreis beim Schottenkloster erlegen 
und von demselben «gewöhr» nehmen. Der 
Magistrat untersagte dies allen jenen, die 
es noch nicht gethan, weil er bei Sr. Ma- 
jestät nachgesucht habe, diese Gründe in sein 
Grundbuch ziehen zu dürfen. Der Kaiser 
ernannte eine Commission, nämlich: Hanns 
Widenpeutner, Vitzdomb, und Christof Zoppl, 
Hansgraf, einen Tausch zu vermitteln. Da 
aber das Schottenkloster diese Gründe nicht 
vertauschen wollte, weil es im Türkenkriege 
1529 viele Häuser in den Vorstädten ver- 
loren hatte, viele zur Stadtbefestigung auch 
verwendet worden seien, wie auch der Meier- 
hof, «so wir bei dem gottshaus gehabt und ein 
gross theil des klostergartens» und eine An- 
zahl dienstbarer Häuser, «welche zur pauung 
des profandt hauss vnndt arssenal niderge- 
stossen und eingezogen worden»: so bittet 
Abt Wolfgang, Se. Majestät wolle das Schot- 
tenkloster in seinen Rechten schützen. Nach 
einem Vermerk auf der Bittschrift resolvirte 
der Kaiser am 8. December: Dem Herrn Abt 
hierauf anzuzeigen, man sei nicht bedacht, 
ihm an seiner Possession seiner Grundgerech- 
tigkeit etwas entziehen zu lassen, sondern 
vielmehr bei der n.-ö. Regierung Verordnung 
zu thun, ihn dabei zu handhaben. 
Original, Papier. 

3675 i56j, Mär:{ 2j, Wien, 

Georg Hedl, Bergmeister vor dem Stuben- 
thore, Wolfgang Oher, Hanns Plöchl, Joachim 
Lueger und Matthäus Neumair, geschworne 
Vierer, beschauen auf Befehl des kais. Rathes 
und Bürgermeisters Thomas Siebenbürger und 
des Abtes zu den Schotten als Grundherr- 
schaft einen Acker auf der Landstrasse in 
der «Greiffen Breiten», dem Andre Wismair 
zugehörig, und finden, dass Oswald Stängl 
auf diesem Acker einen 3V2 Schuh breiten 
Graben aufgeworfen, den er wieder zuschütten 
müsse, und dass Mert Bschentzko mit seinen 



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Grefften 2Y2 Schuh weit hinausgefahren sei, 
die er wegschaffen müsse. 

Siegler: Der Aussteller und die geschwor- 
nen Vierer. 

Original, Papier. Mit fünf Papiersiegeln. 

3676 j562, December 7, Wien. 

Mert Volkhammer, Bürger zu Wien, 
bittet die Regierung um Einziehung einer 
«maleficischen» Person. 

Ein Schreiber mit Namen «Khelessweri 
Michl Diäckh> habe dem Hanns Bornanissa, 
Obrister über das Goldbergwerk in Siebenbür- 
gen und Schwager Volkhammer's, 6000 Gul- 
den entwendet und halte sich nun auf der 
Schottenfreiung bei einem Ungarn, Namens 
Niclas Viragos, auf. Wiewohl der Stadt- 
richter um Einziehung dieser Person an- 
gerufen wurde und derselbe auch erbötig war, 
solches zu thun, so wollte der Sehottenabt 
aber dem nicht Folge geben, indem er 
behauptete, er sei nicht schuldig, ihn aus 
der Freiheit zu lassen, so doch seines Er- 
achtens solche «maleficische» Person sich 
der Freiheit nicht zu erfreuen habe. Da der 
Bittsteller notirte: periculum in mora, in- 
dorsirte die Regierung: «Dem Abte zuzu- 
stellen, mit dem Befehle, dass er der Regie- 
rung hierüber morgen zu früher Zeit seinen 
Bericht übergebe.» 

Original, Papier. 

2677 iS6j, Januar 2/, Wien. 

Die Regierung zeigt dem Schottenabte 
an, dass, wiewohl das Gotteshaus Schotten 
jene Freiheiten in sich halte, dass die, «so 
um malefiz hineinfliehen, nit mit gewalt 
herausgenommen werden sollen», diese Frei- 
heiten doch nicht vermögen, dass der Abt 
nicht schuldig sei, solche Personen heraus- 
zuantworten. Und obwohl die Herrenhäuser 
auch diese Freiheit haben, «wann einer, in 
was solchen er sei, sein flucht darein nimmt, 
dass er darinnen sicher ist», so werden die- 
selben, wenn solche Personen vom Gerichte 
aus den Herrenhäusern begehrt werden, doch 
dem Gerichte zugestellt: daher dem Abte 
auferlegt sei, dass er den Michel Liennhart 
(? Khelessweri Michl) von Klausenburg dem 



Stadtrichter allhier überantworten lasse; hätte 
der Abt aber begründete Ursachen dagegen, 
dann möge er dieselben der Regierung berich- 
ten und mittlerweile «fürsehung thuen», damit 
der Liennhart nicht von Händen komme. 
Original, Papier. 

3678 j563, April ij, Wien. 

Maximilian der Andere, römischer König, 
gibt im Namen der kais. Maj. seines Vaters 
dem Michl Liennhart von Klausenburg auf 
sein Anrufen der Inzicht halber, so ihm Bor- 
nanissa Janusch zu Klausenburg durch Mert 
Volkhammer einer Entfremdung halber ange- 
legt, freie Sicherheit und Geleit zur Ausfüh- 
rung seiner angebotenen Purgation. Doch 
soll er mittlerweile bis zur Ausführung der 
Sachen «von hinnen nit verrücken». 

Copie, Papier. 

3679 i564, October 20, Wien. 

Adam von Hohenwart zu Gerlachstein 
und *Manns Rueber, die für den Ambros 
Hauff wegen 3oo Gulden gebürgt und dem 
Hohenwart überdies 116 Gulden geliehen, 
bitten den Kaiser, dem Schottenabte, unbe- 
schadet den Freiheiten des Klosters, aufzutra- 
gen, den Schuldner, der in die Schottenfreiung 
sich geflüchtet habe und behaupte, nichts 
schuldig zu sein, auch thätlich gegen ihre 
ausgesendeten Diener sich benommen habe, 
auszuliefern. «Per imperatorem» wurde indor- 
siert: «n.ö. regierungumbfürderlichen bericht 
und gutbedünken zuzustellen». Die Regie- 
rung setzte (21. October) bei: «Derweil» die 
Regierung sich nicht zu erinnern vermöge, 
dass sich des Schottenklosters Freiheiten auch 
auf diejenigen, so Geldschulden haben und 
deshalb in die Freiung fliehen, erstrecken solle, 
so ist dem Abte hiemit auferlegt und befoh- 
len, dass er Ambros Hauff dem Stadtrichter 
überantworte und verfolgen lasse; habe der 
Abt Ursachen dawider, dann möge er der Re- 
gierung darüber berichten. 

Copie, Papier. 

3680 i565, Mär^ g, Wien. 

Der Stadtrichter Hanns Wohler bittet 
die Regierung, dem Schottenabte Johann auf- 



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zutragen, den Maleficanten Leo Prechtinger, 
der sich nach Angabe der Frau des deut- 
schen Schulhalters Andre Rieder im Schot- 
tenhof in der Freiung bei einem Tischler 
aufhalte, auszuliefern. 
Copie, Papier. 

3681 i565, Mär^ lo, Wien. 

Der Schottenabt Johann bittet die n.-ö. 
Regierung, auf dem ihm zugeschickten Rath- 
schlage wegen der Auslieferung Prechtinger's 
nicht zu bestehen, und beruft sich darauf, 
dass bei der letzten Erbhuldigung Sr. Maj. 
den Ständen doch zugesagt worden sei, die- 
selben bei ihren alten ersessenen Freiheiten, 
Gnaden und Würden, auch gut hergebrach- 
ten Gewohnheiten zu schützen. Er gebe 
sich daher auch getrost der Hoffnung hin, 
die Regierung werde deshalb den vorliegen- 
den Rathschlag einstellen. «So sei auch in 
dieser Freiung Vielen, die sonst in ihren 
Rechten verkürzt, um Ehre und Gut ge- 
kommen wären, höchlich gedient, die ihre 
Rechtfertigung in solcher Freiung fürderlich 
ausgeführt und erhalten haben». Die Regie- 
rung schickte die Eingabe mit dem Bemer- 
ken zurück, sie lasse es unerhindert dieses 
Berichtes bei dem Rathschlage verbleiben, 
und der Abt werde demselben nachzukom- 
men wissen. 

Original, Papier. 

2683 i566. 

In diesem Jahre wurde das Gotteshaus 
zu den Schotten durch landesfürstliche Com- 
missäre visitirt. Man zeichnete auf: An Ge- 
treidefechsung u. A. : 

«Das gottshaus hat anbau und äcker auf der 
Alscrstrass, zu St. Ulrich, Stämerstorf, Gumpendorf bei 
220 joch, die werden allenthalben angebaut; mögen aufs 
wenigist ertragen an schwerem traidt 45 muth, habern 
45 muth. Des gottshaus weingartbau zu Enzerstorf, 
Prun, Petterstorff, in der Mauer, Grinzing, Nussdorf, 
Döbling, Ottakkring, Dornbach, Hernalss, s. Ulrich, bei 
der Stadt vor dem Schottenthor und Staimerstorf, die 
haben wir inhalt der maisch auf 155 viertl Weingarten 
angeschlagen. Die hat uns der prälat zwar in einem 
schlechten geniess und vexung angeschlagen, aber wir 
können es nit geringer achten als aufs wenigist zu 
1350 eimer. Das gotshaus hat zu Ottakhring, Schwechat, 
Achaw, Minkhendorf, Laxenburg und auf der Scheiben 
Kegesten zur Geschichte der Stadt Wien. III. 



bei 80 tagwerk wiesen, die mögen nicht hinter 27 fl. 
gefechset werden und ertragen an heu und gnimet 
40 fueter». Ein Weingarten in der SchottenpeQnt, der 
einem Becken auf Zins verlassen, gebe 20 Gulden; der 
Wald zu Dombach, der an Sr. Majestät und des Abtes 
zu St. Peter Gehölz «tosse, möge Qber die Hausnoth- 
durft in die 24 Gulden tragen. Ein Hof zu St. Pankraz 
sammt der Kapelle sei um 29 Gulden verlassen. cDer 
hauszins von den zimmern im hof zu Wien bringt 
inhalt der register 98 fl. ausserhalb dts Schmälzl zim- 
mer oder haus, davon mag man geben 32 fl.; also bringt 
der zins aufs wenigist i3o fl. Zu dem Schottenkloster 
gehörten die Pfarren: «Gaunerstorf, Markerstorf, ein zue- 
kürch zu Gaunerstorf, Stimmerstorf, st. Veith unterm 
Pisamberg, Eggendorf, Enzerstorf ein filial zu Eggen- 
dorf, Pulkha, Waitzendorf, ein filial zu Pulkau, kapeile 
zum heil. Blut, worüber der Schottenabt lehensherr ist, 
beneficien st. Barbara, Corporis Christi und st. Wolf- 
gang, worüber die burgerschaft zu Pulkau lehenherrn 
sind, Zellemdorf, einverleibt nach Pulkau, Niedermücgs- 
nitz, ebenfalls nach Pulkau einverleibt, Obermügsnitz, 
zuekirche zu Niedermügsnitz, Enzerstorf an der Vischa. 
Die kapeile zu st Ulrich, die vor dem türkenkriege vom 
stifte besorgt wurde, wird nun von st. Michael aus ver- 
sehen, Gumpendorf und Laab. 
Copie, Papier. 

3683 i568, August 25, Wien. 

Die verordneten n.-Ö. Kammerräthe for- 
dern den Schottenabt Johann auf, «dass er 
der kammer seine ,gerechtigkeit* über die 
stifft bei St. Ruprecht und den thurn und 
zimmer zunächst bei dem Praghaus», darin 
vor Jahren die Barfüsserordensleute zu St. Ni- 
cla gewohnt haben, «originaliter und aufs 
förderlichste übergebe». 

Original, Papier. 

3684 i56S, October 10, Wien. 

Jacob Nagl, der heil. Schrift Doctor, d. z. 
Präceptor, und der Convent zum heil. Geist 
zu Wien versprechen dem Schottenabte Con- 
rad von ihren zwei Häusern, gelegen neben 
einander und genannt «im Khiell gegen dem 
hawss da der Haiden scheust vber», deren 
eines zu den Schotten 24 Pfennige, das an- 
dere 6 Pfennige dient, den Dienst, der viele 
Jahre unbezahlt geblieben, künftig genau zu 
zahlen, wogegen das Gotteshaus zu den 
Schotten neue Gewär ausstellt und den aus- 
ständigen Dienst erlässt. 

Siegler: Die Aussteller. 

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Datum: Geben zu Wienn den zehentn 
tag des monats octobris, . . . 

Original, Pergament. Mit zwei anhangenden Siegeln. 

3685 i56g, November 24, Wien. ^ 

Leonhard Herbst, Beisitzer des Stadt- 
gerichtes zu Wien, hatte von weil. Wolf- 
gang Schmältzl, gewesenem Schulmeister des 
Gotteshauses zu den Schotten, i Viertel Wein- 
garten, gelegen in den «Twerchlüssen», mit 
einem Theil zunächst Sebastian Unger's Wein- 
garten, gekauft, auf welchem beim Schotten- 
grundbuch weil. Wolfgang Hass, «pader, et- 
wan burger zu Wien», gewärt war. Da 
nun der Schottenabt Johann den Leonhard 
Herbst in die Gewär schrieb, verspricht die- 
ser, das Schottenkloster gegen alle etwaigen 
Einsprachen der Hass'schen Erben schadlos 
zu halten. 

Original, Papier. Mit Siegel und Unterschrift de& 
Leonhard Herbst. 

2686 iSji, Mai 14, Admont. 

Laurenz, Abt von Admont, Bruder Chri- 
stof, Senior, Bruder Andre und Bruder Fe- 
lician, beide Conventualen, verkaufen dem 
Schottenabte Johann um 3 Schilling Pfen- 
nige Burgrecht auf einem Hause am Neuen- 
markt, darin jetzt Mathes Siedendorffer wohnt. 

Siegler: Die Aussteller. 

Datum: Geben und beschehen in vnn- 
serm gotshaus Admont, monntags nach can- 
tabo, den vierzehenden tag may, . . . 

Original, Pergament. Mit zwei anhangenden Siegeln 
(das des Conventes etwas verletzt) und Unterschrift des 
Abtes und der drei Capitularen m. p. 

2687 iSji, Mai 26, Gra^. 

Carl, Erzherzog zu Oesterreich und Her- 
zog zu Steyr, gibt wegen merklicher Schulden- 
last des Klosters zu Admont den Admontern 
seine Zustimmung zu dem Verkaufe von 
3 Schilling Pfennige Burgrecht (Vid. reg. 
vom 14. Mai 157 1). 

Datum: Mit vrkundt ditz briefs geben 
in vnnser stat Graz, am sechsundzwainzigi- 
sten tag may, . . . 

Original, Pergament. Mit anhangendem erzherzog- 
lichen Siegel (vier Unterschriften der Kanzlei m. p.). 



3688 iSyi, September i, Wien. 

' Maria Magdalena Ostermair, weil, des 
Edlen Niclas Chrysostomus Spießhamer «aini- 
che eheleibliche tochter», welche von ihrem 
Vater den St. Ulrichshof ererbt hatte, sucht 
beim landständischen Gültbuch an, ihren Ehe- 
wirth Lorenz Ostermair, der kais. Maj. Diener 
und Zeugscommissär, an die Gült zu schreiben. 

Urkund dessen der Magdalena und des 
Zeugen Christof Habenschaden, der kais. Maj. 
Hof-Kammerdiener, Unterschrift uad Petschaft. 

Vidimirte Abschrift, Papier. 

3689 iSjS, Januar 14, Wien. 

Leonhard Perger und Wolf Pieringer, 
beide Steinmetz, und Hanns Pieringer, Zimmer- 
mann, beschauen im Auftrage des Rathes der 
Stadt Wien die Pankrazkapelle und bestäti- 
gen, «dass solches kirchl, an dem ort der 
thurm ist, keinen rechten grund hat und von 
der erden auf nur auf Schwibbogen, die auch 
all zerkloben, aufsteht. So ist der hölzerne 
boden im kirchl auch nichts wert und sammt 
der kapelln mit russ überzogen und so un- 
sauber durch einen öhler, der darin kerzen 
gemacht haben soll, zugericht worden». 

Original. Mit drei aufgedrückten Siegeln. 

3690 iSjS. 

Der Schottenabt Johann berichtet an 
den Bischof von Wien über die Pankraz- 
kapelle Folgendes: «Es ist allhie an dem hof 
ein haus, darin eine kapelle, welche zu St. Pan- 
gräzen genannt und vor vielen jähren unserm 
gottshaus incorporiert worden. Nun haben 
unsere vorvordern solches viel jähr um einen 
jährl. zins leibgedingsweis verlassen, also dass 
mittler zeit solches gar baufällig worden, 
drumb wir verursacht, solches hrn. Hiero- 
nymo Beckh von Leopold sdor ff, kais. hof- 
kammer rath, auf sieben leib mit sr. may. 
consens und vorwissen jährl. um 50 fl., doch 
mit etlichen conditionen, verlassen. Nun er- 
innert uns Beckh, dass das thürmbl, darin 
zwei glöckel hängen, alles baufällig und 
stündlich zu besorgen sei, es werde zu grund 
fallen, welches dann auch alle zimmer, weil 
sunderlich solches thürndl von stein gebaut, 



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99 



grossen schaden thun würde. Zudem ist in 
der kapelln in vielen jahrn kein gottesdienst 
verriebt sondern ein öller, Christoph Jäger 
genannt, viel jähr kerzen drin gemacht und 
sonst in mehrs prophaniert worden: deshalb 
herr Beckh gebeten, solche kapelln zu trans- 
feriern und herauf in unser gottshaus einen 
andern altar in st. Pankräzen ehren aufzurich- 
ten. Weil dann solche kapelln derzeit kein 
einkommen, wir auch wegen anderer hohen 
beschwerlichen ausgaben derzeit nit im ver- 
mögen, solche kapelln sammt thürndl wieder 
zu bauen, bitten wir ew. hochw. und gnaden 
wollen die kapelln durch deroselben officia- 
len oder wen andern besichtigen lassen und 
in obgemelte translation verwilligen.» 
Copie, Papier. 

2691 iJjJ, Mai i6, Wien. 

Johann Caspar, Bischof von Wien, schlägt 
dem Schottenabte die Bitte um Erlaubniss 
zur Demolirung der Pankrazkapelle, weil den 
frommen Wünschen der Stifter zuwider, ab 
und befiehlt ihre Restaurirung. «Die Kapelle 
von jenem Orte wegbringen und demolieren 
zu lassen, daran denke ich nicht, wie ich 
auch nicht das Recht hätte, es zu erlauben. 
Denn zugegeben, dass durch die Unbilden 
der Zeit und die Nachlässigkeit der im Hause 
Wohnenden diese Kapelle, die in die Ehre des 
heil. Pancratius errichtet, von den Stiftern do- 
tiert, geweiht, endlich so prophaniert worden 
ist, dass sie nicht mehr den Namen einer ge- 
weihten Kapelle 'hat, so ist doch der Ort ge- 
heiligt. Daher ist dies Heiligthum zu restau- 
rieren und darf keineswegs transferiert und 
demoliert werden». 

Lateinisches Original» Papier. 

2693 iSyö, Mai 3, Prag. 

Andreas de Scolari ersucht den Schotten- 
abt Johann, ihn über sein Haus und Garten 
zu St. Ulrich, so er von Gregor Ulrich 
Spizwogck erkauft habe und worüber er 
am 25. October v. J. an Gewär geschrieben 
worden, abzuschreiben und den neuen Käufer 
Dietrich von Haimb zum Reichstein an die 
Gewär zu schreiben. 



«Des zu wahrer urkund hab ich diese 
aufsandung mit eigner handschrift und pet- 
schaft verfertigt.» 

Datum: Actum Prag, den dritten tag 
mai, ... 

Original, Papier. Mit Papiersiegel und eigenhändi- 
ger Unterschrift Andreas de Scolari. 

3693 1577, April 27, Wien. 

Die Regierung befiehlt dem Schottenabte 
Johann, als Grundherrn zu St. Ulrich, dass 
er bei seinem Dorfrichter und Unterthanen 
ernstlich verfüge, damit sie den Christof 
Wurmb, «profosen, zu fänglicher einziehung 
des Dietrich von Haimb, der gesterten einen 
todtschlag daselbst begangen haben sollte, 
alle mögliche hilf und beistand unweigerlich 
thuen». 

Original, Papier. 

3694 iSyj, Mai 6, Wien. 

Aus Erzherzog Ernsts, unseres gn. Herrn, 
Befehl durch die n.-ö. Regierung dem Schotten- 
abte Johann aufzulegen: «dass er alsbald ge- 
naue fürkehrung thue, damit des Dietrich 
von Haimb behausung nit veralieniert noch 
etwas von der fahrnuss bis auf ferneren be- 
scheid weggebracht werde.» 

Original, Papier. 

3696 i5y8, Mai j5, Wien. 

Michael Pausch, Binder und Bürger, 
und Margarethe, seine Hausfrau, versetzen 
mit Hand ihres Gruhdherrn, des Abtes Jo- 
hann zu den Schotten, k. Raths und Präsi- 
denten in geistlichen Sachen, ihr Haus in 
der Renngasse, zunächst Herrn Christofen 
von Oberhaimb Haus, so zu den Schotten 
72 Pfennige dient, dem Herrn Jeronimus de 
Leonibus, Pfarrer in der kais. Burg, um 
100 Pfund Pfennige über die 78 Pfund Pfen- 
nige, die bereits der Caplan der ewigen Messe, 
Michael Finck, in «sanndt Steffans Thumb- 
khirchen» darauf liegen hat. 

Siegler: Das Gotteshaus zu den Schotten 
mit seinem Grundsiegel, Lassla Prock, des 
Innern Stadtraths, und Silvester Muschinger, 
«urtlschreiber» beim Stadtgericht. 

i3» 



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Datum: Geben zu Wienn den funfzehen- 
ten tag des monats may, . . . 

Original, Pergament. Mit drei anhangenden Siegeln. 

3696 j58j, Juni 8. 

Inventarium und Beschreibung des Gottes- 
hauses zu den Schotten nach dem Tode des 
Abtes Johann durch die «Commissarii»: 
Dr. Matthäus Ferabosco, Sr. Maj. Rath, Jo- 
hann Huetstocker, des inneren Stadtrathes, 
und Wolfgang Schrepl, Sr. Maj. Secretär: 

Man fand in Barem 1 3$ Gulden 20 Kreuzer, in 
Schuldbriefen über 2500 Gulden, jedoch Vieles unein- 
bringlich, und zwar Schuldzettel von: Thoman Eissler, 
Schulmeister in Pidermanstorfl*, 12 Gulden (ist nichts 
einzubringen, ist längst gestorben); Thoman Hassler 
15 Gulden (nicht zu erfragen); Hanns Poppen, Ihr. Maje- 
stät Kammerdiener, 200 Thaler (ist Ihr. Majestät Kammer- 
diener, zahlt nichts); Desiderius Connrath 50 Gulden; 
GaU Wischenbei^er, Steinmetz, i Gulden (ist nichts); 
Michl Khulbinnger 1 3o Gulden (ist ihm das Kloster hcr- 
gegen mehr als 3oo Gulden schuldig); Melchior Steyrer 
200 Gulden; Wolf Schrepl 200 Gulden (hats ausbeten, 
ihm geschenkt); Hanns Flanndorfer zu Sireberstorff 
20 Gulden (ist arm, hat nichts zu zahlen); Hanns Pider- 
man zu St. Ulrich 200 Thaler (ist abgerait im Fleisch, 
haben ihm darauf richtig gemacht bis zu 350 Gulden); 
Hanns Zenner, Fleischhacker zuSiammersdorf, 200 Thaler 
(davon im verschienenen Herbst im Fleisch gezahlt 
50 Gulden); Herr Bischof zu Wien 200 Gulden (ist ab- 
gerait); Ambros Amerstegg zu Zeilerstorff 53 Gulden 
(hat nichts zu zahlen); Hanns A icher lOO Gulden; Peter 
Holzman, Pfarrer bei St. Veit, 50 Gulden (ist vor vielen 
Jahren gestorben); Melchior Lerch 3oo Gulden (ist be- 
zahlt durch Uebergabe von Herrn Ostcrmair Georg); 
Hanns Heggner vermög Satz 100 Gulden (ist ihm von 
den Herrn Klosterräthen geschenkt worden); Silvester 
Muschinger 20 Gulden (besteht nichts, hat bezahlt); 
Georg Unverzagt 9 Gulden (besteht nichts); Georg Per- 
noldt, Trabant, 18 Thaler (ist längst gestorben); Chri- 
stof Sulzbeck 3oo Gulden; Hanns Kirschner 88 Gul- 
den (hat nichts und ist des Herrn [Abtes] Blutsfreund 
gewest, zahlt nichts); Mcrt Ritter zu Prunn 10 Gul- 
den (ist nicht zu erfragen); Leopold Grueber 15 Gul- 
den (ist längst gestorben, seine Witwe besteht nichts); 
Hanns Huebmer's Satzauszug 10 Gulden; Jacob Trüchel 
200 Gulden (ist meines Vorvordern selig befreundet ge- 
west und vor acht Jahren gestorben); Satzauszug von 
Caspar Weingartt zu St. Veit 15 Gulden; Georg Rorrer 
in der Maur 10 Gulden; Hanns Rescher 36 Gulden (ist 
ihm als altem schottischen Diener von mir geschenkt, 
da er auch entgegen eine Anforderung gehabt); Peter 
Zebiz, Orgelmacher, 10 Thaler (ist vor vielen Jahren 
gestorben). In einer Truhe des Herrn Prälaten Leib- 
kleider: €ein schwarz wollenes langes Leibröckl, ein 
forstattes langes Leibröckl, ein langer Priester Rock von 



ungewässertem schwarzen Tobinn, ein schwarzwollener 
langer Reisrock mit SammtQberschlag und 2 Silber- 
hafften, ein schwarz wollener langer Prälaten Mantel mit 
gutem Tuch, vom herab mit Atlas Praumbt, eine ha- 
rassene Flocke, ein schwarzer Priester Rock von Schar- 
lach mit weiten langen Ärmeln, ein langer vorstatter 
Rock ohne Ärmel, ein schwarzwollenes altes leibröckl, 
20 viereckete Paret, ein barchander Leib mit ein seiden 
Paar Ar ml, ein schwarz Schamlottes Scapalarium, ein 
schwarz vorstattes Scapalier mit seiner Kapuze, ein 
breiter schwarz sammtner Gürtl mit silber beschlagnen 
Aindlef, silbernen Spangen, Rinckhen und Seungkhl ver- 
guldt. In der Rüstkammer: 23 seilten Jackh, i3 Schmer- 
laib, etlich Schweinen Hamen und Schuhern, 12 neue 
Hellenparten, 7 alt und neu Puxen, 3 alte ganze Ki- 
ressin einer grossen Almen, 3 doppel Soldner Harnisch, 
4 alte Landsknechts Rüstungen, 4 alte Stähel, 4 alte 
Reitsättl, etliche alte Hindergrädt, 4 alte Rennspiesse, 
ein alter PossitifT, ein Instrument, in einem Fassl etliche 
Panzer Erbl und Schürrz, 5 Pradtspiss, kurz und lang. 
Was der Schulmeister in seiner Verantwortung hat: 
ein ahorner Tisch mit einer Schublad, ein Lehnbank 
und Lehnstuhl, alter Viess Almer, 2 zerrissnc Tisch 
und 2 Handt Tücher, i Kandl Ram, i Almer, 1 altes 
Himlbettl mit einem alten schättern fQerhang, 1 Acht- 
ring Kandl zum Speiswein, 3 Zinnschüsseln zur Speis; 
im Vorhaus: 3 Salzkübl, 9 hülzerne Schüsseln gross 
und klein; in der Kammer: i Himlbett sammt Stroh- 
sack und einem alten zerrissenen grünen Schättern Füer- 
hang, I Buchkasten, mehr als 20 Cantionalien darunter 
das des Orlandus, zu München gedruckt, das Louanij 
gedruckte, der thesaurus novus Petri Johanelli, zu Ve- 
nedig gedruckt, Joannis de Cleue, gedruckt Augspurg, 
3 geschriebne Cantional vom Khulbinnger in Zwetl, mit 
weissem Leder überzogen mit Clasurn beschlagen, das 
erste mit Introiten, das andere mit Messen, das drine 
mit Vespern, 4 partes in braun Leder mit allerlei teut- 
schen Gesangen durch den Schmälzl colligiert. In den 
drei Studenten Kammern : 3 Unterbetten mit zerrissenen 
Ziehen, 3 paar zerrissene Leylachen, 6 Kerzen, 3 Haubt- 
pölster fast zerrissen, 3 alte zerrissene Strohsäck. Im 
Reitstall: i braunes Ross, 2 alte Sättel mit Vorder- und 
Hintergurt, 2 alte Zäumb, i Spannpedl, darin ein Ma- 
derazen, i Polster, i alter zwifacher Kozen, ein paar har- 
berne Leylach. Im Wagenstall: 8 Wagenross, 1 Gutschi- 
ross, 3 Wagen Sättl, 8 Wagen Geschirr, 2 Gutschi Ge- 
schirr, 3 alt Maulkerb. Im vordem Maierhof: 40 alte 
Hennen, 4 Pfabin und i Pfab. Im Kuhstall: 20 Melk- 
kühe, 5 jährige Khälbl, 5 heurige Khelber, i Ochs, 
2 Stier. In der Wagenhütte: ein guter lederner Kobl- 
wagen, mit 2 schwarzen Trüehlen, ein lederner Reis- 
wagen, 1 Gutschiwagen. Im Sauhof: 1 5 alte Schweine, 
12 junge Fercherl, ein Geisbock. Auf der Studenten 
Stube: ein feichterner Tisch, eine lange Taffl, 2 kurze 
und I lange füer Pannckh. Im Kreuzgang: 12 ausge- 
hauen lärchene Zimerholz, 8 ausgehauene grosse feich- 
ten Holz, 7 etwas kürzere Holz, eine lange und eine 
kurze Leiter. Im Convent : ein ahorner Tisch, 3 Lchn- 
bänk, I lange Tischtafl, ein Dutzend Puxbaumbene Löffel 



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Archiv des Benedictinerstiftes Schotten in Wien. 



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mit silbern Stillen, ein grosses zinnernes Giessfass ohne 
Deckel, ein alter Almer an der Wand, ein kleines altes 
Tischl. Im Saal neben der Conventstube: 2 alte Tafeln, 
3 alte Almer. An Wein: 3ooo Eimer. Traidt auf dem 
Kuchlkasten: Weitzen und Halbtraidt 40 Muth 22 Metzen, 
Mehl 5 Muth 6 Strich; Habem 14 Muth 9 Metzen; 
Auf dem Kasten bei der Pinndthüeiten: Halbtraidt 
20 Muth I Metzen ; Auf der Porkirchen : Habem 20 Muth 
20 Metzen, 2 lange Steig Lehern. In dem Gewölb, 
,darin die Urkunden und Grundbücher^ u. A.: ein kleines 
gefimistes Trüehl, darin des Khulbinger*s Erbsachen, 
nach Bericht des Hofmaisters. Die Liberei ist an alten , 
und neuen BQechern zimlich versehen und wohl be- 
funden worden.» 

Original, Papier. Mit Siegel und Unterschrift des 
Scbottenabtes Georg und der drei Commissäre. 

2697 iSS-j, October i, Wien. 

Hanns Finfleutner, Branntweiner und 
Bürger, und Anna, seine Hausfrau, verkaufen 
mit Händen des Schottenabtes Georg 5 Pfund 
Pfennige Burgrechtzins, auf ihrem Hause auf 
der Hohen Brücke, das zu den Schotten 
24 V2 Pfennige dient, um 100 Pfund Pfen- 
nige für einen jeden Caplan der ewigen Messe, 
die weil. Caspar Schlinger in dem Frauen- 
kloster St. Maria Magdalena, die jetzo zu 
St. Laurenz transferirt, zu stiften geschafft. 

Siegler: Der Schottenabt als Grundherr, 
Thoman Cläss, Bürger, als Zeuge. j 

Datum: Geben zu Wienn den ersten tag 
des monnats octobris, . . . 

Original, Pergament. Mit zwei anhangenden Siegeln. 

3698 i58g, Mai 27, Wien. 

Michael Pausch, Bürger und Binder, ver- 
kauft mit Händen des Schottenabtes Georg 
über die 100 Gulden, die dem Hanns Herold, 
des Binders Erben, auf seinem Hause in der 
Renngasse, das zu den Schotten 72 Pfennige 
dient, verschrieben sind, noch 4 Pfund Pfen- 
nige Burgrecht an Caspar Mair, Canonicus 
bei «sant Steffans thumbkhirchen» und die- 
ser Zeit Caplan der ewigen Messe, die weil. 
Michael Funck gestiftet, um 78 Gulden guter 
landläufiger Währung in Oesterreich. 

Siegler: Das Schottenkloster als Grund- 
herr und Oswald Huttendorffer, des inneren 
Raths, als Zeuge. 

Datum: Geben zu Wienn den siben 
vnnd zwainzigisten tag des monats may, . . . 



3699 i5gi, August 28 y Wien. 

Mathias Schwarz, Bürger, legt auf seinem 
Hause auf dem «Kholmarckht» 700 Gulden 
an, von deren Zinsen sieben Kirchen jährlich 
je 5 Gulden erhalten; in jeder dieser Kirchen 
soll dafür am St. Mathiastage eine Seelen- 
messe gesungen werden, nämlich: auf dem 
Apostelaltar zu den Schotten, zu St. Ulrich 
auf seinem gestifteten Altar, St. Michael, 
St. Stephan, bei den «Parfotten», im Bürger- 
spital und bei den Jesuiten. «Bekenne hiemit, 
dass ich aus schuldiger und billiger Andacht, 
dem allmächtigen Gott zulob, meiner selbst, 
meinen lieben in Gott verstorbenen Eltern, 
Weib und Kindern und insgemein allen 
christgläubigen Seelen zu Trost und Ge- 
dächtnus gestiftet habe eine jährliche ewige 
Seelmesse. Die 35 Gulden soll man auch 
von diesem Hause niemals ablösen oder ver- 
ändern können. Wie ich hiemil alle Ver- 
änderungen und Ablösung, durch was Schein 
sie immer geschehen möchten, ausdrücklich 
verbiete bei dem ewigen Fluch, so ein jeder 
auf sich hat, der sich die Ehre Gottes, das 
Heil christgläubiger Seelen und das heil- 
same, zu Gott aufsteigende Gebet für leben- 
dige und abgestorbene Christgläubige zu ver- 
hindern untersteht, darfür ich aber einen jeden 
meiner Nachkommenden und Besitzer des 
Hauses herzlich gewarnt und die hohe lan- 
desf. Obrigkeit und derselben nt^chgesetzte 
löbl. Regierung um Schutz und Handhabung 
hiemit gebeten und ihrer obliegenden Ver- 
antwortung vor Gott am jüngsten Tag er- 
innert haben will.» 

Siegler: Der Aussteller und der Zeuge, 
Abt Georg des Gotteshauses zu den Schotten. 

Datum: Geben zu Wien, den achtund- 
zwainzigisten tag augusti, . . . 

Original, Pergament. Mit zwei anhangenden Sie- 
geln (des Stifters und des 2^ugen Abtes Georg) in Holz- 
kapseln. 

3700 i5g2, Januar 2, Wien. 

Prior und Convent zu den Schotten be- 
kennen, dass Frau Magdalena Freiin von Sto- 
zing, geborne Püchler, Freiin von Weittenegg, 
Hornstein und Seyberstorff, in ihrem Frei- 
hause, gegenüber den Schotten, so an den 



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Archiv des Benedictinerstiftes Schotten in Wien.. 



Melkerhof stosst und als ein Eckhaus in die 
Teinfaltstrasse geht, eine Kapelle erbaut habe, 
die am Mathiastage 1586 vom Wiener Bischof 
geweiht worden, und dass sie diese Kapelle 
mit 400 Gulden rheinisch zu 5^/^ dotirte, 
so dass 15 Gulden jährlich dem Schotten- 
kloster auf 100 jährliche Messen und 5 Gul- 
den dem Hausbesitzer auf Opferwein, Licht 
und Oblat gehören sollen. 
Copie, Papier. 

3701 i5g2y Mai ij, Wien. 

Michael Kobhart, Bürger, dessen Haus 
zu «Althunau» dem Schottenkloster dienstbar 
war, war ohne Erben verstorben. Der Bürger- 
meister wollte dieses Haus an Simon Mayer 
verkaufen und das Geld bei der Bürgerlade 
niederlegen. Der Schottenabt Georg weigerte 
sich aber, diesen an die Gewär zu schreiben, 
wenn der Kaufschilling nicht seinem Gottes- 
hause erlegt und das Geld, falls sich keine 
Erben fänden, nicht dem Kloster zufallen 
würde. Die Regierung und Kammer der n.-ö. 
Lande gab nach dem mündlichen Verhör 
zwischen dem Bürgermeister und Rath zu 
Wien als Kläger und dem Schottenabte Georg 
als Beklagten den Bescheid, es sei der Be- 
klagte in dieser Klage ledig und müssig, die 
aufgelaufenen Expensen seien aus bewegli- 
chen Ursachen compensirt und aufgehoben. 

6^w/^/*5cÄr//]fen ; AI. Freiherr von Sprinzen- 
stein, Statthalter, Amtsverwalter, Elias Cor- 
vin, Kanzler, Amtsverwalter, Christof Frei- 
herr von Haim von Krenberg. 

Cod. trad., Pergament, pag. 60. 

3702 i5g2, Juni 12, Wien. 

Christof Hedeneck, Goldschmied, und 
Martha, seine Hausfrau, erneuern als nun- 
mehrige Besitzer des Schwarz'schen Hauses 
auf dem Kohlmarkt die im vorigen Jahr von 
Mathias Schwarz gemachte Stiftung. 

Siegler: Die Stadt Wien (mit Grund- 
insiegel), der Aussteller und Hanns Lämbl, 
Bürger und des äussern Raths. 

Datum: Geben an freitag den 12. juni, . . . 

Original, Pergament. Mit drei anhangenden 
Siegeln. 



3703 i5g4, Januar 31, Wien. 

Sarah Girolami Bitti, geborne Bissinger 
von Augsburg, des Anton Girolami Bitti, 
«Eingeschlechters von Florenz», Witwe, stif- 
tet einen Jahrtag auf dem hohen Altar in 
U. L. F. Gotteshaus zu den Schotten, vor 
welchem ihr Ehegemahl, ihr Sohn Mario Al- 
bertinelli und ihre Tochter Anna Lucretia 
in Gott selig ruhen. Dieser Jahrtag sei am 
St. Antonstag mit gesungener Messe zu be- 
gehen. Dazu gibt sie 100 Pfund Pfennige 
zu 57o> wovon der Priester 2 Schillinge, der 
Ministrant 2 Schillinge, der Schulmeister 
2 Schillinge, der Messner i Schilling erhal- 
ten, das Andere aber dem Gotteshause zu 
Nutzen kommen soll. 

Siegel und eigenhändige Namensfertigung 
der Stifterin und des Zeugen Henricus Här- 
tung, «Officialis et Decanus». 

Original, Pergament. Mit zwei anhangenden Wachs- 
siegeln in Holzkapseln. 

2704 j6oo, Juni 23, Wien. 

Nachdem das Haus St. Pankraz den 
4. December 1571 Herrn Hieronymus Beck 
von Leopoldsdorf und seinen sechs Söhnen 
leibgedingsweise dergestalt verliehen worden 
war, dass sie jährlich dem Gotteshause zu den 
Schotten 50 Gulden rheinisch Zins zahlen, 
und dass seinen Erben nach Absterben der 
verschriebenen Leiber durch das Gotteshaus 
Schotten alle angewendeten Bauunkosten wie- 
der bezahlt werden sollen, und nachdem die 
Baukosten sammt den 1000 Gulden, die der 
sei. Hieronymus Beck zu Abledigung der jähr- 
lichen 50 Gulden Zins am 24. Mai 1572 dem 
Gotteshause Schotten dargeliehen hat, sich auf 
mehr als 6000 Gulden erstrecken, und nach- 
dem über Kurz oder Lang dem Gotteshause 
Schotten eine so grosse Summe Geldes auf 
einmal zu erlegen unmöglich, auch das Haus 
in der «Münzung;^ dem Kloster nicht so viel 
erspriesslich: so erbietet sich Joachim Beck, 
Freiherr von Leopoldsdorf und Ebersdorf, des 
Erzherzogs Mathias Kämmerer, dem das Haus 
nach dem Tode des Vaters von den Brüdern 
zuerkannt worden war, dem Schottenkloster 
gegen eigenthümliche Vererbung dieses Hauses 



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Archiv des Benediptinerstiftes Schotten in Wien. 



io3 



noch 200 Gulden csemel pro semper> zu er- 
legen. 

Zeugen: Christof, Propst von St. Doro- 
thea, Ernst H. von Molart auf Drosendorf, 
Hofkammerrath und des Erzherzog Mathias 
geheimer Ralh und Kämmerer. 

Mit aufgedrückten Siegeln und Unterschriften des 
Abtes Georg, Joachim Beck und der zwei Zeugen. 

2705 1602, November 14, Wien. 

Die n.-ö. Regierung zeigt über Verord- 
nung^ des Erzherzogs Mathias dem Schotten- 
abte Georg an, dass, obwohl schon 1598 die 
Pflasterung der Stadt derart befohlen worden 
war, dass jeder cgeistlicher und weltlicher 
prelat, kais. rath, herr und landtman, diener 
und beneficiaten, universitätischer, burger und 
inwohner, so heüser alhie haben, weilen es 
denen. von Wien zu erschwingen unmöglich», 
vor seinem Hause die Pflasterer und Tag- 
werker zahle, die von Wien aber «stain, 
sandt imd fuehren» liefern, nun fürs erste Mal 
jeder Hausbesitzer, da anderer vielfältiger 
Auslagen wegen der Magistrat bisher nicht 
im Stande war, dies zu leisten, die Pflaste- 
rung aber baldigst vollendet werden soll, 
den ihn betreffenden Theil ganz bestreiten, 
die Erhaltung aber dem Magistrate ganz allein 
obliegen soll. Der Abt möge daher die 
meiner Jurisdiction Angehörigen, «so heüsser 
allhie haben, zu disem nuzlichen vnd hoch- 
nothwendigen werk vermahnen». 

Original, Papier. Mit* aufgedrücktem Papiersiegel. 

3706 tßoj, October 10, Wien. 

Nachdem H. Joachim Beck das Haus 
St. Pankraz sammt seiner Forderung an das 
Stift Schotten dem Hanns Breiner, Freiherr zu 
Stübing, Fladnitz und Rabenstein, auf Marga- 
reten am Moß, k. Hotkriegsrath, Obristen über 
ein Regiment von 500 Mann hochdeutsches 
Kriegsvolk zu Fuss und Erzherzog Maximi- 
lians Kämmerer, verkauft hat, erneuert das 
Gotteshaus zu den Schotten mit diesem den 
im Jahre 1600 mit Beck geschlossenen Con- 
tract, gegen Herausgabe des Schuldscheines 
und Bezahlung von 200 Gulden baar, wo- 
gegen ihm das Haus frei eigen überlassen 
werden soll. ^ 



Zeugen: Christof, Propst zu St. Doro- 
thea, Ernst Molart, Freiherr von Reinegg auf 
Drosendorf. 

Original, Papier. Mit Siegeln und Unterschriften 
der Zeugen und der Contrahenten. 

3707 1608, November 28, Wien. 

Matthäus Prücklmayr, beider Rechte Doc- 
tor und Regierungsrath, Andreas Prudentius, 
Klosterrath, und Wilhelm Pöder, Secretär, 
übergeben als kaiserliche Commissäre dem 
ernannten Abte Augustin das nach dem Tode 
des Schottenabtes Georg abgefasste Inventar. 
Dasselbe verzeichnet unter Anderem in der 
Abtei: 

«Eine grQn angestrichene Bettstatt mit einem Him- 
mel und grünem Tafetvorhang, zwei Schubladen, in einer 
des verstorbenen Abtes Bademantel und etliche andere 
Leintücher, so er in seiner Krankheit gebraucht, 3 Tische, 
auf einem ein schlechter lederner, auf dem andern ein 
schlechter Nürnberger Teppich, 4 grüne Tafetvorhänge 
bei den Fenstern. Auf der StÖll 38 kleine und grosse 
gemalte Tafeln, item an den Wänden 12 kleine Tafeln. 
2 hölzerne Trinkgeschirre mit silbernen Mundstücken, 
ein messingener Lichtschirm, ein schlagendes Halsührl, 
2 messingne Glöckel, i Barbierzeug, i kristallener Beter, 
Büchergestell, darin 1 39 grosse und kleine Bücher, dar- 
unter eine deutsche Bibel, die P. Prior ins Convent be- 
gehrt und ihm ist erfolgt worden. Allerlei alte Schriften. 
Ein rothgestricktes Wollhemd. Ein Brustfleck. Ein Nacht- 
pelz mit Marder gefQttert. Ein schwarzsamtner Stutzen. 
Ein paar Pelzärmel. Eine Aderlassbinde mit rother 
Seide ausgenäht. Ein altes Wams, ein altes samtenes 
Häubiein, eine Gewürzwage mit den Gewichten, ein 
altes Schreibtisch!, darinnen etwas von Gewürz, in 
einer Tischlade ein Streichstein. Raitpfennig, Hagel- 
stein. Im Maierhof im Reitstall ein braunes Reitross, 
ein Bettstatt mit einem schlechten Federbett. Im vor- 
dem Stall: 8 Wagen Rosse, 4 weisse krume Schimmel, 
6 rothe und 4 schwarze Kutschergeschirre. Im Kuh- 
stall: 2 Stiere, 9 Melkkühe, 2 Saugkeibel, 4 Galtkälber, 
I Mastochse, so vor den feiertagen muss geschlachtet 
werden, 22 Schweine, i Kobelwagen, i Karozza. Jn 
der Schule a) in der Stube: ein Tisch mit Schublade, 
I Viessallmer, i Kandl Stemb, i alte Allmer, 1 Acht- 
ring Kandl, hat 2 Löcher, 3 mittere Zinnschüsseln, gut 
und bös; b) in der Kammer: i Himmelbett mit blauem 
Fürhang, i lange Tafel, i Buch-Kastl, i offener Buch- 
kasten, 1 Unterbett, Duchent, Polster und ein paar 
Leintücher, sehr viele Singbücher, darunter 4 partes 
in braunes Leder gebunden, darin allerlei deutsche Ge- 
sänge, durch den Schmalz in Druck geben 1544» 4 kleine 
partes, darin Stintische und jagerische Liedl, item viele 
,Contionale' darunter: auth. Michel Englstorffer, so Ma- 
theus Süng dem Gottshaus Schotten verehrt. 1600. In der 
Bibliotheca: allerlei theologsche juristische, philosophi- 



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Archiv des Bcnedictinerstiftes Schotten in Wien. 



sehe und histonsche Bücher, gross und klein 8^3. Vor- 
rath an Wein 3401 Eimer, Getraidc: Waitzen 75 Mulh 
8 Metzen, Haber 124 Muth 14 Metzen, Mehl 4 Muth. 
Schulden 96760. 4/ 9-^« Guthaben 149430. 5/.» 
Original. Mit Siegeln und Unterschriften des Abtes 
Augustin und der Commissäre. 

3708 1610, December 5, Wien. 

Auf Anfrage des Klosterrathes, was es 
mit dem Hause St. Pankraz für eine Bewandt- 
niss habe, meldet der Schottenabt Augustin, 
dass sein Vorgänger Abt Wolfgang noch im 
Jahre 1560 dieses Haus, welches zum Gottes- 
hause Schotten gehörte und ehevor ein Frei- 
haus gewesen, an Christof Jäger, Bürger, 
und dessen Hausfrau Barbara, auf ihrer beiden 
Leib und Lebtag, bestand- und leibgedings- 
weise verlassen habe. Hierauf sei es an 
Beck leibgedingsweise auf «6 Leib» über- 
lassen worden, der am 5. Februar 1575 den 
Jägerischen Erben dieses Leibgedingsrecht um 
600 Gulden rheinisch verkauft und übergeben 
habe. i6o3 ist dieses Haus von Joachim Beck 
an Hanns Pruner, 1604 aber an den Grafen 
Basta transferirt worden. Endlich habe der 
Abt, nachdem es die Jesuiten erworben, an 
obigem Datum mit Sixtus Espelbach, dem Re- 
genten des ConvictcoUegiums, einen Vertrag 
dahin geschlossen, dass dieses Haus nach Ab- 
lösung der Leibgedinge (mit 6000 Gulden 
an die Leibgedingerben) und Bezahlung von 
200 Gulden an das Schottenkloster «semel 
pro semper» der Societät zufalle. Nur sollte 
dem Abte zu den Schotten und seinen Suc- 
cessoribus an der Grundobrigkeit nichts be- 
nommen und zu dessen Recognition der Be- 
sitzer von St. Pankraz 10 Pfennige und nicht 
mehr Dienst bei dem schottischen Grundbuch 
erlegen. 

Original. Mit aufgedrücktem Papiersiegel und 
Unterschrift des Abtes Augustin und des Regens Sextus 
Espelbach. 

3709 161J, December 4, Wien. 

«Hochnotgetrungenes» Anzeigen und Bit- 
ten des Officials und «Consistorii Vienn.» an 
Erzherzog Ferdinand um Abschaffung des zu 
St. Ulrich im Bacholeb'schen Hause aufgestell- 
ten Prädicanten. «Aniezo müssen wir leider 
mit schmerzlichen äugen ansehen, dass Ba- 



choleb oder wie man sagt die zwen obern 
politischen stand a. c. in seinem hof zu 
st. Ulrich einen sectischen prädicanten öffent- 
lich allda zu predigen und seine vermeinten 
sacramente mäniglich zu administrieren auf- 
gestellt haben, wie dann bereits dahin fast 
ein grösserer Zulauf als gen Hernais, sowohl 
aus der Stadt als von andern orten ist, darob 
sich mäniglich sonderlich aber die ausländi- 
schen katholischen zum höchsten verwundern. 
Nun haben wir leichtlich zu erachten, woher 
Bacholebs vermessenheit komme und ex quo 
capite die sectischen dieses einem kathol. 
landesfürsten gleichsam vor das gesiebt ge- 
stellte exercitium zu verantworten gedenken, 
dass nämlich die jetzige röm. kais. majestät 
zu antretung seiner regierung den 2 obern 
politischen ständen a. c. auf ihren undienst- 
baren häusern, höfen, Wohnungen und müh- 
len ihr religionsexercitium zu halten imd 
prädicanten aufzustellen freigelassen haben 
soll, welcher concession sich auch Bacholeb 
als ein mitglied dies orts zu behelfen ge- 
denke. Nun haben wir uns zwar der mit die- 
sen ständen 1609 im märz aufgerichten ca- 
pitulation, wie sie es nennen wollen, gar 
wohl zu erinnen, können aber nicht verhal- 
ten, dass wir dawider schriftlich solemnissime 
dahin protestiert haben, dass solche capitula- 
tion tamquam res inter alios acta ihrer haben- 
den geistlichen ordanarii Jurisdiction als curae 
animarum und iuribus parochialibus im we- 
nigisten nit praeiudicieren solle, welche pro- 
testation auch se. maj. angenommen und der- 
selben inkünftig eingedenk zu sein verordnet 
haben, dessen man sich in die protocolla 
und kanzlei gezogen haben will, wann vor- 
gesehenen rechtens protestatio actui conformis 
non solum actum contrarium suspendat, me- 
rum etiam in totum tollat, ut se quid novi 
fiat inhibeat. Aus dem vorgehen des Bacho- 
leb ist in kurzem anders nichts zu erwarten, 
als dass der dritte prädicant auf das nagst 
sich in der Stadt Wien befinden werde.» 
Copie, Papier. 

3710 1614, Juli 18. 

Das n.-ö. Regiment gibt auf die Klage 
der bürgerlichen Zinngiesser gegen Georg 



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Graf, Zinngiesser zu St. Ulrich, der ein 
Störer sei, in der Stadt hausiren gehe, auch 
durch verbotene schädliche und strafmässige 
cvortheiligkeit» auf den Kirchtagen im Lande 
herumziehe, welches den Klägern zu merk- 
lichem Präjudiz und Nachtheil gereiche, dass 
man ihm das Handwerk legen müsse, wenn 
er nicht in die Stadt ziehe, ein Meisterstück 
mache und sich dem Mittel einverleiben lasse, 
den Abschied, «der beklagte sei von der 
kläger klag ledig und müssig». 
Vidimirte Abschrift. 

2T11 16 14, October 11, Wien. 

Dem erwähnten Prediger Johann Baptist 
Hochschildt auf dem Ostermairischen Lehen- 
hofe wurde von Sr. Majestät angezeigt, nach- 
dem er sich habe einen Prädicanten bestellen 
lassen, auch sein Exercitium daselbst, unan- 
gesehen ihm unverborgen gewesen, dass solches 
Sr. Majestät zu sonderem Missfallen gereicht, 
dennoch bis daher vermessentlich geübt und 
sich als ein Instrumentum zu dem, daraus 
allerlei Ungehorsam, Ungelegenheiten und 
schädliche Erweiterung erfolgt, gebrauchen 
lassen, «als sei hierauf Sr. Maj. ernstlicher 
und bei derselben schwerer ungnad und straf 
endlicher befehl, willen und resolution, dass 
er nicht allein das predigen und das ganze 
exercitium zu St. Ulrich einstellen sondern 
sich alsbald von dannen begebe und um die 
Stadt Wien weiter nicht betreten lassen soll». 

Original, Papier. 

2713 1614, October 11, Wien. 

Dem Joh. B. Bacholeb wurde von Ihr. 
Majestät angezeigt, er habe sich zu erinnern, 
wasmassen er noch vor guter Zeit sich unter- 
standen, im Ostermairischen Lehenhof zu 
St. Ulrich, zunächst bei Ihr. Majestät Resi- 
denz, einen Prediger aufzustellen und an jenem 
Ort ein ganz neues, niemals gebräuchiges 
Exercitium einzuführen, hiedurch dem Abte 
zu den Schotten inhalt seiner eingereichten 
Klag, welchem allda die geistliche Pfarrjuris- 
diction zugehörig, seiner Possession de facto 
zu spoliiren und zu entsetzen. Es ist daher 
Sr. Majestät ernstlicher Befehl und Wille, 

Kegesten zur Geschichte der Stadt Wien. III. 



dass er der kais. Resolution bis zu rechtlicher 
Austragung der Sachen und Sr. Majestät 
fernerer Resolution bei Vermeidung höch- 
ster Ungnad und Straf gehorsamst nach- 
komme. 

Original, Papier. Mit Ihrer Maj. aufgedrücktem 
I Secretinsiegel. 

! 3718 1614, December 4, Wien. 

Wolf Unverzagt, Rudolfs II. Reichshof- 
I rath und Hofkammerpräsident, stiftete am 
I 4. December 1585 auf dem Altar in U. L. F. 
Kirche zu den Schotten «auf derselben unser 
frauen abseiten nächst gegen dem untern 
kreuzgangthor über», welchen Altar er allda 
auch aufrichten lassen, vier quatemberliche 
Seelenmessen, wofür er 200 Gulden auf sei- 
nem Freihause auf dem Herzoghof verschaffte, 
dessen Inhaber jährlich 10 Gulden an das 
Gotteshaus Schotten zu geben habe. Sein 
Sohn Hanns Christof Unverzagt, Freiherr auf 
Rotz und zu Ebenfurth, Herr zu Thalberg, 
Petronell und Kegelbrunn, Pfandinhaber der 
Herrschaft Hainburg, verkaufte sein Haus am 
Herzogshof an den protestantischen Grafen 
Georg Thurzo von Bethlehemsfalva, Ober- 
gespan des Arvaer Comitates, Palatin von 
Ungarn, Judex der Kumanen, und legte darum 
die 200 Gulden auf die Herrschaft Petronell 
an, die er vor wenigen Jahren von den Je- 
suiten in Graz gekauft hatte. 

«Zu urkund hab ich diesen brief mit 
meiner eigen, hand unterschrieben und mit 
meinem angebornen wappen insigl bekräftigt.» 
Original, Pergament. Prachtvoll ausgestattet mit 
dem colorirten Wappen des Ausstellers. Eigenhändige 
Unterschrift und anhangendes Siegel des Stifters. 

3714 1614, December 22. 

Joh. B. Bacholeb bittet, ihn bei dem evan- 
gelischen Religionsexercitio auf seinem Hofe 
zu St. Ulrich allergnädigst zu schützen und 
handzuhaben. Dem Supplicanten lassen es 
die kais. Majestät bei inliegenden Ihren De- 
creten auch den zweien der Augsburger Con- 
fcssion zugethancn Ständen zu Ebersdorf ge- 
gebenen gründlichen Resolution nochmalen 
allerdings verbleiben und hat er, Bacholeb, 
hiebei des Herrn Abten zu den Schotten bei 

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Ihrer fürstl. Durchlaucht Erzherzog Ferdinand 1 

wider ihn eingebrachten Klage zu «empfahen, | 

worüber er sein weitere nothdurft, da er will, j 

zu handien wird wissen». I 

Abschrift, Papier. t 

3715 i6i5, Mär^ jo. 

Die röm. kais. Majestät zeigt dem Prä- i 
laten zu den Schotten in Gnaden an, er wisse ! 
sich zu erinnern, was er sowohl bei der kais. I 
Majestät, als Ihrer fürstl. Durchlaucht Erz- | 
herzog Ferdinand, als von Ihrer Majestät ^ 
wegen Gubernatorn wegen St. Ulrich, seinem 
Kloster, incorporirter geistlicher Jurisdiction, | 
deren über die hundert Jahr ruhiger Possess | 
gewesen, angebracht und um die Justitiam, 
wie auch Abstellung des fremden Bacholeb- 
schen Exercitii gehorsamst gebeten. Wann 
dann Ihre Majestät männiglichen die Justitiam 
zu administriren verbunden, daher Sie auch 
bei solcher Beschaffenheit ihn bei seinem 
Possess gleichwohl derzeit gelassen und da- 
gegen das neue Exercitium eingestellt, ihn 
aber zu Prosequirung seiner Klage an Ort 
und End, da es sich gebührt, gewiesen: «Als 
ist Ihrer Majestät ernstlicher Befehl und 
Wille, dass der Prälat sein Recht, wie sich's 
gebührt und er gebeten, schleunig prose- 
quire, in was terminis auch die Sachen Ihrer 
kais. Majestät fürderlich berichte». 

Original, Papier. 

8716 i6i5, April 20, Wien. 

Anna Elisabeth Sellenberger, Witwe, die 
nebst ihren Brüdern Johann Bapt. und Jacob 
das von ihrem seligen Vater Lorenz Nirn- 
berger, beider Rechte Doctor, Ihrer Majestät 
«Rudolphi des andern gewesten rath und 
hof camer secretarien», ererbte Gut auf dem 
Hause ihrer Mutter in der St. Dorothcagassc 
satzweise liegen gehabt, nun aber ausbezahlt 
bekommen hat, ersucht den Schottenabt Au- 
gustin, dass er diesen Satz im Grundbuche 
«ab vnnd austhuen» und ihrer Frau Mutter 
«disshalber ledig machen» wolle. 

Siegler: Die Ausstellerin. 

Abschrift, vidimirt bei der n.-ö. Regierungskanzlei 
24. October 161 5. Papier. 



2717 i6i5, Juli 30. 

Katharina Fiener geb. Hobelsberger be- 
stimmt in ihrem Testamente, dass ihr Leib 
in der Schottenkirche an einem bequemen 
Ort, allda für sie und ihren Ehewirth künftig 
ein Epitaph aufgerichtet werde, beercHgt und 
hierzu jährlich vier heil. Messen gelesen wer- 
den sollen, wofür sie 100 Gulden rheinisch 
gibt. Für weitere 100 Gulden soll dasselbe 
für ihren Gatten Andreas Fiener von Hai- 
dersfeldt geschehen. Ueber beide Testamente 
gab Virgilius von Unkrechtsberg, -kais. Rath, 
ältester Regierungssecretär und Registrator, 
am 8. Mai 1680 vidimirten Extract. 

Vidlmirtc Copie. 

3718 1616, August j, Wien. 

M. Johanna, Freiin von Haimb zum 
Reichenstein geb. Freiin von Hoyos, des 
Hanns Freiherrn von Haimb, Reich shofrath, 
Witwe, stiftet für diesen auf U. L. F. Altar 
zu den Schotten, vor welchem Altar er in 
Gott selig ruht, jährlich an drei Quatembern 
je eine heil. Messe, am vierten Quatember 
ein «seelamb» und gibt dazu 500 Gulden 
rheinisch. 

Zeuge: Balthasar von Hoyos Freiherr 
zum Stixenstein, Kämmerer und der n.-ö. 
Landschaft Verordneter, Bruder der Stifterin. 

Copie, Papier. 

2719 161J, Mär:{ ij, Wien, 

Paul und Niclas Chrysostomus Ostermair, 
auf welche nach dem Testamente ihrer Mutter 
Maria Magdalena, geb. Spiesshamer, ddo. 
9. März 1573, der Edelmannsitz St. Ulrichs- 
hof gekommen war, sandten denselben bei 
den Verordneten der Landschaft auf, nach- 
dem sie ihn schon vor Jahren an Johann B. 
Bacholeb zu Ober- Walterstorf verkauft hatten. 
Vidimirte Abschrift, Papier. 

2730 1617, Märi i5, Wien, 

Joh. B. Bacholeb bittet die Verordneten 
der Landschaft Niederösterreich, ihn aus dem 
Gültbuch abzuthun, weil der St. Ulrichshof, 
den er käuflich an sich gebracht, durch or- 
dentliche gerichtliche Execution und darauf 



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erfolgte gütige Vergleichung an Hanns Chri- 
stof Wolzogen zu Neuhaus, Freiherrn auf Arn- 
stein, kais. Rath, eigenthümlich gekommen. 
Vidimirtc Abschrift, Papier. 

3721 i6ig, Mai 17, Wien. 

Regierungsexpeditor Theophil Fäschl gibt 
am 26. Jänner 1627 dem Abte des Stiftes 
Schotten folgenden Extract aus dem Testa- 
mente der Katharina Gröpper, geb. Tafur, 
ddo. 17. Mai 16 19: Dem Schottenkloster gegen 
Haltung eines gewissen Gottesdienstes, wes- 
wegen man sich mit meinen Erben zu ver- 
gleichen, verschaffe ich den Garten und 5 Vier- 
tel Weingarten. 

Original; Papier. 

3733 1621, October 20, Wien. 

Schottenabt Augustin bekennt: Nachdem 
M. Andreas Lechler, Rector der adeligen 
Landschaftsschule in Wien, aus freundlicher 
Neigung, so er zu uns und unserem Gottes- 
hause getragen, auch zu Hilf und Trost 
seiner Seele, in seinem bei der Universität 
publicirten Testamente seine goldene Kette 
verschafft und diese durch Jacob von Scholtz, 
beider Rechte Doctor, Superintendent des 
Hospitals, als Testamentsexecutor, mit 3oo Gul- 
den abgelöst worden ist, so gelobe das Schot- 
tenkloster, immer am 16. October, als Lech- 
ler's Sterbetag, ein Seelenamt zu halten. 

Copie, Papier. 

3738 1622, October 7, Wien. 

Kaiser Ferdinand II. erlaubt der hiesigen 
befreiten Judenschaft, gemäss ihrem Ansuchen, 
zur Errichtung einer Synagoge ein bürger- 
liches Haus anzukaufen. Da dieses aber da- 
durch frei würde, hätten sie zum Ersatz ein 
Freihaus zu kaufen und dasselbe dem Ma- 
gistrate dienstbar zu machen. Die Juden er- 
boten sich hierzu und ausserdem freiwillig 
zur Unterhaltung eines Magistri Sanitatis 
jährlich 500 Gulden rheinisch zu zahlen. Sie 
kauften also weil. Maximilian Schwanser's 
neben den Sieben Büchnerinnen liegende 
Behausung am Khienmarkt und zum Tau- 
sche an den Magistrat das Freihaus des Georg 



Schrötl von Schröttenstain zum Hagenbrunn, 
n.-ö. Kammerrath, in der Spiegelgasse, das 
ins Grundbuch des Schottenklosters gehörte. 
Die Juden suchten deshalb auch beim Abte 
Augustin um Transferirung des Grunddien- 
stes vom Schrötl'schen auf das Schwanseri- 
sche Haus an, nahmen Gewär und gelobten, 
statt der bisherigen 17 Pfennige Dienst jähr- 
lich 2 Gulden rheinisch und alle zehn Jahre 
I Gulden Gewärrenovation, bei 10 Gulden 
Pönfall, zu entrichten. 

Besiegelt mit dem kaiserlichen anhän- 
genden Insigel. 

Unterschriften: Ferdinand m. p., Tob. 
Hortinger m. p. 

Datum: Geben in vnnserer statt Wienn, 
denn sibenden monathstag octobris, . . . 

Original, Pergament. Mit Siegel. 

3734 1626, November 25, Wien. 

Fr. Adam Holfelder, Prior, und der Con- 
vent zu den Schotten bekennen, vom seligen 
Jacob Schiebl, Obristlieutenant der Stadt- 
guardia, 1000 Gulden wegen seiner in ihrem 
Gotteshause befindlichen Begräbnissstelle und 
eines Seelenamtes, welches man allzeit am 
i3. April halten werde, testamentarisch erhal- 
ten zu haben. 

Copie, Papier. 

3736 162J, Januar 2, Wien. 

Die Brüder Hanns Paul, Hanns Ludwig, 
Hanns Sigmund und der noch ungevogte 
Hanns Carl Wolzogen zu Neuhaus, Frei- 
herren auf Arnstein und Vahremfeld (Fahra- 
feld), sagen den Oberhof zu St. Ulrich, den sie 
von ihrem Vater ererbt hatten und nun ihrer 
Schwester Serapia Fernberger von Eggenberg 
verkauften, bei dem landständischen Gült- 
buch auf. 

Vidimirte Abschrift, Papier. 

3736 1627, August 18, Wien. 

Kaiser Ferdinand verleiht der Serapia 
Fernberger, geb. Freiin Wolzogen, durch 
ihren Ehevogt und bevollmächtigten Lehen- 
träger Carl Ludwig Fernberger zu Eggenberg, 

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obersten Erbkämmerer in Oesterreich ob der 
Enns, den St. Ulrichshof. 
Vidimirte Abschrift, Papier. 

3787 1628, Märi 21, Wien, 

Johann Wilhelm Juncker, Medicinae 
Doctor, und sein «schwähervater», Georg Frey- 
singer, Reichshofkanzlei - Registrator , stiften 
für den seligen Paul Schmit von der Dama, 
Sr. Majestät Hatschier, auf den 10. December, 
und für seine Hausfrau Anna geb. Yglin auf 
den 19. Juni je eine Seelenmesse, wozu sie 
dem Schottenkloster 100 Gulden rheinisch 
geben. 

Siegler: Der Aussteller und Paul Schmit. 

Original, Pergament. Mit eigenhändiger Unter- 
schrift des Stifters und anhangendem Siegel des Zeugen. 

2738 1628, December 28, Wien. 

Frau Serapia Fernberger von Eggenberg, 
eine geb. Wolzogen zu Neuhaus, Freiin, ver- 
kauft ihr eigenthümliches Landgut und den 
Sitz Oberhof zu St. Ulrich vor Wien, ausser- 
halb des Burgfriedens gelegen, welcher sammt 
allen Rechten und Zugehörungen von dem 
hochlöbl. Haus Oesterreich zu Lehen rührt, 
mit allen Unterthanen «auf der Neustift, 
Langengassen und Wendlstatt, das Gebäude 
des Langenkellers, Hofgarten, Acker, Wiss- 
matten, 2 Weingärten, Grundbuchsgefall, 
Schenkrecht, Dorfobrigkeit, Freiheit, Strafen, 
Wandl> an Augustin, Bischof zu Germanicia, 
Suffragan beider Bisthümer Wien und Neu- 
stadt, Abt zu den Schotten, und sein Gottes- 
haus um 24.000 Gulden rheinisch und 
3oo Pfund Leihkauf. 

Siegler: Die Ausstellerin wie auch die 
Herren Beistände Georg, Abt zu Göttweig, 
und Dr. Martin Hafner. 

Original, Papier. Mit aufgedrücktem Papier- und 
Wachssiegel und eigenhändiger Unterschrift von: Sera- 
pia Fernberger, Carl Ludw. Fernberger, Wolflf Niclas 
von Grienthal, Max Höe, Abt Augustin, Fr. Benedict, 
Prior, Georg, Abt zu Göttweig (Wachssiegel), Dr. Martin 
Hafner (Wachssiegel). 

3729 162g, Män[ 5, Wien. 

Kaiser Ferdinand II. befreit in An- 
betracht der angenehmen und erspriesslichen 
Dienste, welche dem Hause Oesterreich so- 



wohl der gegenwärtige Schottenabt Augustin 
und sein Convent, als auch die Antecessores 
willig geleistet, den Oberhof von der Bot- 
mässigkeit und Lehensubjection des Hauses 
Oesterreich und erhebt ihn zu einem freien 
eigenen Allodialgut. 

Original, Pergament. Mit Siegel und Unterschrift 
des Kaisers. 

2730 162g, Juli 30. 

Kaiser Ferdinand II. bestätigt den Ver- 
trag zwischen dem Stifte Schotten und dem 
«Hofhandlsmann» Johann Lafourest wegen 
seines Hauses zu St. Ulrich, wonach er für 
eine an Abt Augustin gezahlte Summe sammt 
seinen Erben auf ewige Zeiten nicht mehr 
als 12 Schillinge Landsteuer und 40 Pfen- 
nige Grunddienst zahlen darf. 

Abschrift, vidimirt am 22. December 1642 durch 
den Notar und kaiserl. Schrannenschreiber Peter Walther. 
Papier. 

2731 1632, Juni i, Wien. 

Wilhelm Minich, Bürger und Koch in 
Wien, und Barbara, seine Hausfrau, beken- 
nen, dass sie mit Wissen des Rathes der 
Stadt Wien ausser den 200 Pfund Pfennigen, 
die auf ihrem Hause «in Schulter Gässl», 
mit einem Theil zunächst Georg Paumle's, 
des äussern Raths, Behausung für des sei. 
N. Joher, Steuerdieners, Tochter Katharina 
anliegen, noch 100 Pfund Pfennige angelegt 
haben, von deren Zinsen die Stiftung der 
sei. Jungfrau Anna Seyz bei den Schotten 
bestritten werden soll. 

Siegler: Martin Thalh, k. M. Diener und 
oberer Stadtkämmerer, und Christof Fasolt, 
des innern Raths. 

Copie, Papier. 

3733 1634, Juli /, Wien. 

Der Schottenabt Johann und Wenzel 
Hegenmüller von Thubenweiler auf Albrechts- 
berg und Ranna, k. Rath und Regent des 
Regimentes in Niederösterreich, schliessen 
einen Vertrag, wonach die Hegenmüller-Fa- 
milie in der heil. Kreuzkapelle ihre freieigene 
Gruft und Sepultur haben soll. Ueberdies 
sollen zwei Seelämter, das eine am 27. März, 



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das zweite für den sei. Hanns Ruprecht 
Hegenmüller am 17. September gehalten 
werden. Dafür bekommt das Gotteshaus 
1000 Gulden rheinisch. 

Die Stiftung ist durch den Stifter selbst 
anno 1647 revocirt; die Leiche seines Vaters 
wurde aus der Schottenkirche an einen an- 
deren Ort transferirt. 

Copie, Papier. 

3733 1638, 

Der Generalvicar des Servitenordens, 
Josef M. Suares, bittet den Kaiser, da diese 
Ordensleute durch Fürst Piccolomini nach 
Wien kämen, vom Schottenabte einige Häu- 
ser in St. Ulrich zum Klosterbau kaufen zu 
können. Allein Abt Johann spricht sich da- 
gegen aus, weil das Kloster der Kapuziner 
und die Pfarre daselbst einen Eintrag zu er- 
leiden haben würden. 

Eingabe des Suares. Original. 

3784 1640, Juli 2j, Wien. 

Maria Elisabeth von Radenau (Rottenau, 
Raitenau), welche dem Schottenstifte an em- 
pfangenem Darlehen 800 Gulden schuldet, 
liefert dafür zum Kirchenbau 160.000 Ziegel 
von ihrem Ziegelofen im Rothenhof, das Tau- 
send zu 5 Gulden. Am 3o. Juli d. J. erhält sie 
für 200.000 Ziegel, wovon sie die Hälfte selbst 
zuführen Hess, 700 Gulden und 100 Eimer 
Wein ä 3 Gulden. Am 3. August d. J. nahm 
sie von Johann Weber, Hofmeister zu den 
Schotten, wieder 200 Gulden rheinisch, wofür 
sie dann 40.000 Ziegel gab. Am 21. Februar 
1642 entlehnte sie 500 Gulden und am 6. März 
wieder 150 Gulden, wofür sie 100.000 und 
3o.ooo Ziegel versprach. Im August lieferte 
sie auf Abschlag 60.000 Ziegel und bald darauf 
der Pächter des Ziegelofens, Daniel Püchler, 
9600 Ziegel. 

3735 1642, November i, Wien. 

Mit Erlaubniss des Abtes Anton verpflich- 
ten sich Fr. Petrus Heister, Prior, und Fr. 
Gregor Salicetus, Senior des Schottenklosters, 
für die von Freiherrn Ambros Renz erhaltenen 
700 Gulden bei Versehgängen ausser den 
gewöhnlichen noch vier Windlichter mit- 



tragen zu lassen, jedoch ohne Bezahlung 
der Träger, wozu sie aber das Volk fleissig 
ermahnen wollen. 
Copie, Papier. 

3736 1643, Mai II, Wien. 

Anna Katharina Binder, geborne Mayr, 
des Thomas Binder, Hofkriegskanzleiver- 
walters, Hausfrau, verpfändet ihr Haus unter 
den Spenglern, das zu den Schotten 6 Pfen- 
nige dient, dem Schottenkloster um 3oo Gul- 
den, die sie vom Viceprior P. Gregor Sali- 
cetus von demjenigen Geld, so zu Begleitung 
des hochw. Sacramentes mit etlichen Wind- 
lichtern bestimmt ist, gegen 6**/q erhalten 
hat, und zwar mit der Priorität vor dem 
Satz, den ihre Kinder mit 700 Gulden bereits 
darauf liegen haben. 

Siegler: Das Stift Schotten als Grund- 
herrschaft, Johann Praun, Hofkriegskanzlei- 
expeditor, als Zeuge. 

Datum: Geben in Wienn ailifften tag 
may, . . . 

Original, Pergament. Mit zwei anhangenden Siegeln. 

3737 1644- 

Anschlag und Verzeichniss, was der 
Rothenhof vor dem Burgthor am Pettelbüchel 
an dem Weg, da man durch das Purchfeldt 
nach St. Ulrich geht, in sich hält: 

Der Hof ist befreit und neu gebaut, welches Gebäu 
auf die 8000 fl. kommen ist und dessen Stockwerk 
jährlich bestandweis 250 f). trägt. Der alte Stock trägt 
85 fl., das Leutgebhaus 250 f)., i ebenerdiges Zimmer 
20 fi., 2 Keller 3o fl., i Boden 20 fl., die Glockengiesser- 
hütte 18 fl., 2 Schiessstätten, eine im Garten 200 Schritte, 
eine ausser demselben 150 Schritte lang, zusammen 
100 fl.. Summa = 773 fl. Ferner sind vorhanden eine 
Wohnung fQr den Besitzer und sein Gesinde, 2 Keller, 
Ställe auf 18 Pferde, 4 Traidböden, i Maierhof, Stall für * 
40 Kühe, I Stadl, 4 Schweineställe, i Schupfen, i grosser 
und 2 kleine Gärten, 7 Ziegelhütten und 2 Oefen; end- 
lich 45 Joch Aecker, welche anno 1643 anTraid 3oMuih 
trugen k 20 fl. = 600 fl.; für Stroh 150 fl., aus den 
Gärten 150 fl., Summa = 900 fl. Im Ziegelofen sind 1644 
gemacht worden 1,460.000 Ziegel, der Macherlohn vom 
Tausend 40 kr. = 973 fl. 20 kr., diese 1,460.000 Ziegel 
sind auf I9mal gebrannt worden, von jedem Brand dem 
Brennmeister Brennerlohn 18 fl. = 342 fl., 1000 Ziegel 
aus- und einzuscheiben 12 kr. macht bei 1,460.000 Ziegel 
Scheiberlohn 292 fl., auf 1000 Ziegel eine Klafter Holz 
ä I fl. 3o kr. und von der Klafter 1 2 kr. Fuhrlohn brin- 
gen 1460 Klafter = 2482 fl., 150 Fuhren Wellsand 



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Archiv des Bencdiciinerstiftes Schotten in Wien. 



ä 12 kr, = 3o fl. Summa ■= 41 19 fl. 20 kr. Das Tausend 
Ziegel wurden verkauft per 4 fl. 3o kr., bringt daher 
6570 fl., daher Gewinn 2461 fl. Ertragen also die Zimmer, 
Aecker und der Ziegelofen jährlich 4187 fl. bares Geld. 

Die Besitzer des Rothenhofes waren: 1491 Wolf- 
gang Kheppler, Bürger, 1508 Engelhart Zwickhl, Bürger, 
1543 Christian Khönigs, Apothekei-s, Hausfrau Anna, 
1543 Wolfgang Haller von Hallerstein, 1550 Katharina 
Gienger, 1550 Hanns von Khärling zu Nandorfl^, n.-ö. 
Cammcrer, 1550 Conrad Wall, k. Musterer des Kriegs- 
volkes in Ungarn und Untermarschall bei der n.-ö. Re- 
gierung, 1563 Hanns von Apfalter, 1567 dessen Witib 
Katharina, geborene Lilienhiertin, 1571 Wilhelm Rei- 
chardt, Landschaftssecretär, 1577 Hanns Reichardt, des 
äusseren Raths, 16 16 Wilhelm Reichardt, Stadtgerichts- 
beisitzer, 1629 Elisabeth von Rottenau geborene Lang- 
eisin. 

Original, Papier. (Auszug aus dem Grundbuch.) 

3738 1645, December 16, Wien. 

Philipp Ludwig Ring und A. Katharina, 
seine Hausfrau, erhalten auf ihr zum Hof in 
St. Ulrich mit 4 Schilling Pfennige dienstbares 
Haus in St. Ulrich, gelegen zunächst Johann 
Bernhardt's Haus, über den von Bartholomäus 
Anmaxi mit 56 Gulden 40 Kreuzer und vom 
Schottenkloster mit 200 Gulden haftenden 
Satz von diesem noch 60 Gulden rheinisch, 
welche nebst anderen 60 Gulden kürzlich 
Johann Widerauf, Landschaftssecretär, auf 
vier heil. Quatembermessen gegeben. 

Original, Pergament. Mit anhangendem Grund- 
siegel des Stiftes Schotten und das des Zeugen Albert 
Rossi, beider Rechte Doctor. 

2739 164-;, November 20, Wien. 

Silvester Carlon, Bürger und Maurer- 
meister, und sein Eheweib Lucia empfangen 
vom ^rSc hotten ab te Anton Gewär eines Grun- 
des, der zuvor Acker gewesen, jüngst aber 
zu einer Hofmarch ausgemessen worden ist, 
gelegen ausserhalb des Burgfriedens und der 
Aiserstrasse, jetzt Neuhof genannt, zwischen 
Constantin Zenoni's und Georg Reithmayr's 
Gründen. Die Fläche des Kaufobjectes be- 
trägt 191 Quadratklafter 4 Schuh. 

Original, Papier. Mit Siegel und Unterschrift des 
Schottenabtes Anton. 

3740 164^, November 2(), Wien. 

Georg Reithmayr, Bürger und Huf- 
schmied, kauft vom Gotteshause zu den 



Schotten einen Grund links «ausserhalb des 
purckhfridts vnd der Alsserstrass, so anictzo 
im Neu Hoff genannt wird, zunächst Siluestern 
Carlons grund», abgemessen auf 196 Klafter 
2 Schuh, um 196 Gulden 20 Kreuzer und er- 
legt dazu wegen Ausfertigung der Gewär die 
Grund buchstaxe von 7 Gulden 37 Kreuzer. 
Original, Papier. Mit aufgedrücktem Papiersiegel 
und eigenhändiger Unterschrift des Schottenabtes Anton. 

2741 164g, Juli jj, Wien. 

Christof Sigmund Freiherr von Kirch- 
berg, n.-ö. Regimentsrath, klagt als Dorf- 
obrigkeit zu St. Ulrich gegen den Bürger- 
meister und Rath von Wien, dass sie zwei 
seiner Unterthanen, Johann Lafourest (Le- 
fore) und Martin Schirring, welche Wein 
über die Schlagbrücke führen wollten, ob- 
schon sie die Gebühr zu zahlen erbötig 
waren, nicht passiren Hessen, da doch die 
St. Ulricher bisher frei passirt waren. Die 
von Wien jedoch sagten, dieses sei ihnen 
nur für den Wein zum Hausbedarf gestattet. 
Die n.-ö. Regierung trägt denen von Wien 
auf, binnen sechs Wochen und drei Tagen 
die Beweise vorzubringen. 

Original, Papier. 

3742 i64r), August 29, Wien. 

Peter, Abt zu den Schotten, Fr. Daniel 
Rosenberger, Superior, Fr. Gregor, Senior, 
schliessen einen Vergleich mit den Vorständen 
der St. Sebastiani-Bruderschaft: Peter Mayer, 
med. Doctor, Johann Wiederauf, k. Rath und 
n.-ö. Landschaftssecretär, d. z. Rector, G. Sta- 
pfer, Ober-Stadtkämmerer, M. Hofner, J. G. 
, Wagner, Secretär, und Marx Purian: Dem- 
; nach die Vorsteher der Bruderschaft beim 
Abte zu verschiedenen Malen geklagt, dass 
durch Niederreissung des alten Klostergebäu- 
des unter Abt Johann die ihr zum Behufe 
I des Gottesdienstes und der geistlichen Exer- 
citien eingeräumte Kapelle, auf welcher sie 
schon viele hundert Gulden Bauunkosten an- 
gewendet, zu Grunde gerichtet worden sei, so 
übergibt ihr der Abt in der neu erbauten 
Kirche die erste Kapelle am Chor rechter 
Hand, wie auch die daran bis zu Ende des 
Chores erbaute Sacristei, dergestalt, dass die 



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Archiv des Benedictinerstiftes Schotten in Wien, 



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Kapelle mit einem eisernen Gitter verwahrt 
werden solle, die Bruderschaft sie aber mit 
Stuccatur, Malerei, Altar und anderen nöthi- 
gen Arbeiten versehen lasse. Bei Ereignung 
besserer Zeiten will der Abt der Bruderschaft 
zu Errichtung einer grossen Kapelle etwa 
den Ort, wo die Kapelle St. Philippi und Jacobi 
nahe bei der neuen Kirche gestanden, aus- 
zeigen. Die aus der Bruderschaft gremio ab- I 
sterbenden unvermögenden Herren Brüder ! 
und Schwestern werden auf des Klosters Freit- 
hof, und zwar nur um die Hälfte der sonst 
«pro tempore ratione loci» gebräuchlichen 
«iurium sepulturae» conducirt und begraben. 
Original. Mit Siegel und Unterschrift der Vertrag- 
schliessenden. 

3743 1649. 

Schottenabt Peter und der Convent be- 
stätigen, dass der kais. Leibarzt Dr. Berasi 
dem Schottenkloster 1500 Gulden zusichert, 
damit ihm nach seinem zeitlichen Ableben, 
welches Gott gnädig lang verhüten wolle, in 
der Schottenkirche bei dem Kreuzaltar sein 
Begräbniss assignirt werde und des Convents 
Priester ihn conduciren. Ferner sollen nach 
seinem Tode durch drei Tage 3 Seelämter 
und I Lobamt und täglich 24 heil. Messen 
gelesen, endlich durch zehn Jahre ein Jahr- 
tag mit I Seelamt und 24 heil. Messen ge- 
halten werden. 

Originalconcept des Abtes Peter. 

3744 i65i, October j, Wien. 

Kaiser Ferdinand III. genehmigt das An- 
erbieten des Schottenabtes Petrus, «daß jenige 
prunquell, so sich in dessen pfarrhoff bey 
St. Virich befindet, nacher hof der gestallten 
herzugeben, dass, weillen dises wasser von 
einem erbauten schöpffprun herkhombt, erst- 
lichen hieruon die notturft durch pumppen 
oder pninenamper zu schöpffen im pfarrhof 
gelassen, auch der prunen mit stainen ein- 
gefangen, verspört vnd also auf Ihr. Majestät 
vnkhosten erhalten vnnd zuegericht werden 
wollte. Andertens, so behallte er herr abbt 
dem closter zum Schotten dass drittl von 
diesem prun quel dergestalten beuor, dass 



solches mit denen vbrigen zway drittl auf 
Ihr. Maj. vnkhosten in den prunkhössel hin- 
ter des nevven burgkh, alwo besagtes erste 
drittl vor dass closter angezapft vnnd von 
dannen verners ohne dessen entgeh vnnd vn- 
khosten in gemeltes closter, jedoch nur für 
dass erstemal zuuerstehen, von dem khössel 
auss gefüehret, hin furo aber angeregtes drittl 
dess prunwassers aus aigenen dess closters 
vnkhosten vnderhalten werden solle». 

«Signatum Wienn vnnder Ihr. Maj. hin- 
fürgetruckhten khays. secret insigl.» 

Original, Papier. Mit aufgedrücktem grossen Siegel. 

2745 i65i, December 22, Wien. 

Peter Conchardt, Hofbau-Amtsschreiber, 
bestätigt, dass er vom Pfarrhof zu St. Ulrich 
Wasser in einer 3 Zoll weiten Röhre aufge- 
fangen, in die Stadt in den grossen Wasser- 
kessel hinter der neuen Burg an der Bastei 
allda eingeführt und von da auf ewige Zeiten, 
und zwar zum ersten Male auf kaiserliche 
Kosten, eine i Zoll weite Röhre bis in das 
Schottenkloster geführt habe. 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum: Wienn den zway vnd zwaynzi- 
gisten december, . . . 

Original, Papier. Mit Siegel und Unterschrift des 
Ausstellers. 

3746 i65i, December 22, Wien. 

Peter, Abt, Daniel, Prior, und der Con- 
vent des Schottenklosters schenken dem Hof- 
bauschreiber Peter Conchardt auf ewige Zei- 
ten «von ihrem zoll wasser ein particul in 
der grosse, wie hiebey aufgetruckhtes zeichen 
O, das er von der zum Schottenkloster lau- 
fenden röhre am eck der Herren- und vordem 
Schenkhstrass bei den sieben mortten» ab- 
zapfen und auf seine Kosten an beliebige Orte 
leiten, verschenken, verkaufen kann. Dagegen 
reversirt Conchardt, dass er die Pipe nie er- 
weitem und so oft eine neue nöthig werden 
wird, sie jedesmal beim Schottengrundbuch 
vorzeigen wird. Bei Reparaturen zwischen 
der Burg und jenem Eck an der Herrengasse 
haben die jeweiligen Besitzer dieses Wasser- 
theiles den vierten Pfennig zu leisten. 



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Archiv des Bcnedictinersiiftes Schonen in Wien. 



Siegler: Der Aussteller. 

Datum: Wien den zway und zwainzi- 
gisten december, . . . 

Original, Papier. Mit aufgedrücktem Wachssiegel 
und Unterschrift. 

3747 i652, Februar lo, Wien. 

Der Schottenabt Peter schliesst mit Phi- | 
lipp Freiherrn von Unverzagt und seinem i 
Bruder einen Vergleich dahin, dass für die \ 
Unverzagt die Gruft unter der ersten Ka- 
pelle an U. L. F. Bruderschaft, wie auch die 
nächste daran unter der Kreuzgangthür zu 
ihrer Sepultur eingeräumt bleiben. Der Abt 
soll die Kapelle (Gregorialter) mit Stuccatur, 
Malerei, einem marmelsteinernen Altar mit 
dem Unverzagt'schen Wappen sammt mar- 
melsteinernem Geländer namens der Unver- 
zagt hübsch verfertigen lassen. Die Unver- 
zagt zahlen dem Prälaten dafür nebst den 
für den Altar ausgelegten looo Gulden noch 
33oo Gulden. Endlich wollen die Unverzagt 
sich verpflichten, den Altar mit Messgewän- 
dern, Vorhang, Leinwand und was sonst zum 
Altar zugehörig zu versehen. 

Original, Papier. Mit Petschaft und Unterschrift 
beider Unverzagt. 

3748 i652, Mär:[ i5, Wien. 

Hofbauschreiber Peter Conchardt über- 
lässt von dem ihm 1651 geschenkten Wasser- 
particul einen Theil, desgleichen auch die 
hierzu gehörige messingene Pipe, «so bey 
dem eckh zwischen der Herrn- und Schenckh- 
gassen angezapft, an Ernst freiherrn von Traun, 
hof kriegsrath und landmarschall, solchen theill 
in dero behausung, wo deroselben gelust und 
belangt, ungehindert einiges menschen eine 
andere widerred, zu thun.» Statt der Beiträge 
zur Besoldung des Brunnenmeisters und zu 
den Reparaturen solle Traun «vor alles und 
jedes dem closter Schotten jährlichen sechs 
gülden rhein. zu tragen und zwar solches 
allemahl zu st. Georgen tage abzustatten 
haben». 

Z)ti/w;w;Wien, den funffzehenten martij, ... 

Original, Pergament. Mit aufgedrücktem Wachs- 
siegel und eigenhändiger Unterschrift von: Petrus, Abt, 
Ernst Freiherr von Traun, Peter Conchardt und P. Da- 
niel, Superior. 



3749 i654, Februar 18, Wien. 

Die n.-ö. Regierung berichtet an Wolf- 
gang, Abt zu den Schotten, dass es Sr. Maj. 
allergnädigster Befehl sei, «dass der thäter, 
so des Pögels dieners entleibung halber in 
die freyung zu den Schotten geflohen ist, 
aus der freyung genommen und dem stat- 
richter in sein verwahrnus zugestellt werde, 
demnach ihme hr. abt aufzulegen: wann der 
regierungs profos den thäter aus der freiung 
nehmen und dem stadtrichter überantworten 
wird, dass er ihm daran keine irrung zufüge». 

Original. 

3750 i654> 

Der Schottenabt Wolfgang gibt gehor- 
samst an : «Auf sr. maj. rathschlag allerunter- 
thänigst zu vernehmen, dass er demselben 
ganz gern und allergehorsamst nachgekom- 
men sein wollte. Nachdem aber am samstag 
davor und spat als um die sechst uhr nach- 
mittag ew. maj. hofmarschall seinen gesand- 
ten bei mir gehabt und mir mündlich im 
namen ew. maj., wie der gesandt anzeigt, 
ernstlich sagen lassen, dass ich die gefangene 
person von stund an dem Stadtgericht allhier 
hinausgeben oder ob ich dasselb nit thun 
würde, er, der stadtrichter, macht haben 
sollte, denselben hinauszunehmen, hab ich 
als der gehorsame von stund an die gefan- 
gene person dem Stadtgericht, so auch allda 
erschienen, hinausgeben lassen. Und sodann 
ew. maj. allergn. zu erwägen, dass mir solches 
nicht allein beschwerlich sondern auch zum 
theil meines gottshaus hergebrachten freihei- 
ten zuwider und denselben hinfür ein nach- 
theil und schaden daraus erfolgen und ge- 
schmälert werden möchten, dess ich mich 
doch bei ew. maj. zuzugeben keineswegs nicht 
versehe: so langt an ew. maj. mein gehor- 
samstes bitten, ew. maj. wollen mich bei 
meines gotshaus freyheiten hinfüro allergn. 
handhaben und bleiben lassen auch meinem 
gotshaus zugutem a. gn. Verordnung thun, 
dass durch ew. maj. beschehene handlung 
meines gotshaus privilegia, freyheiten und 
gerechtigkeiten ohn allen nachtheil und 
schaden sein wolle.» 

Original, Papier. 



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ii3 



3751 1654, Juni 2, Wien. 

Michael Weidtner, des äussern Raths, 
der kais. Maj. befreiter Hofwappen- und Stein- 
schneider, kauft von Hanns Moser, bürgerl. 
Wagner, ein Haus ausserhalb des Burg- 
friedens und der Aiserstrasse, jetzt Neuhof 
genannt, zwischen Melchior Hörman, bürgerl. 
ßranntweiners, und Bartholomäi Schorin, Gärt- 
ners, Gründen, um 500 Gulden rheinisch 
und 25 Gulden Leihkauf. 

Zeugen: Peter Cordula, bürgerl. Schnür- 
macher, und Hanns Krauss, bürgerl. Bäcker. 

Original, Papier. Mit dem Siegel und eigenhän- 
diger Unterschrift des Käufers, des Verkäufers und der 
beiden Zeugen. 

3753 1654, Juli 2j, Wien. 

Meister Christof Kinich, Bürger und 
Hufschmied, und Anna Christina, seine Haus- 
frau, verkaufen ihr Haus im Neuhof an Mar- 
tin Nöder, Raitdiener bei der n.-ö. Buch- 
halterei, um 550 Gulden rheinisch und 
50 Gulden Leihkauf. 

Zeugen : Johann Weber, Stiftshofmeister, 
und Jacob Ott. 

Original, Papier. Mit eigenhändiger Unterschrift 
und Wachssiegel der Zeugen, des Käufers und des Ver- 
käufers. 

3753 i656, Mär^, Wien. 

Schottenabt Peter und P. Daniel, Supe- 
rior, schliessen mit Albrecht von Zinzendorf, 
Obristjägermeister und Reichshofrath, einen 
Contract, gemäss welchem sie ihm «die der- 
zeit vacierende dritte gruft, so sich herunden 
bei der thür auf der rechten seite unter s. Bar- 
barae kapelln befindet», zur Sepultur einräu- 
men, er aber zur Stuccaturarbeit, hölzernem 
Altar und Geländer der Kapelle 1500 Gul- 
den rheinisch, endlich das Altarbild, Mess- 
gewänder und Leinwand zum Altar gibt. 

Original. Mit Siegel und Unterschrift des Abtes 
Petrus und des Superiois P. Daniel. 

3754 i656, April i, Wien. 

Frau Sibilla Sax, geborne von Hartig, 
Erbfrau auf Ruckhers, gibt 100 Ducaten in 
specie, damit von den Interessen täglich eine 
heil. Messe für sie gelesen werde. Die Stif- 
tung reversiren: Peter, Abt, P. Daniel, Supe- 

Rcgesteo zur Geschichte der Stadt Wien. III. 



rior, P. Michael, P. Willibald, P. Raimund, 
P. Franz, P. Roman, P. Georg, P. Ferdinand, 
P. Aegid, P. Bonifaz. 
Copie, Papier. 

3755 i65y, Januar 8, Wien. 

Peter, Abt, Daniel, Superior, P. Michael, 
Senior, und der Convent zu den Schotten 
vergleichen sich mit dem Magistrate wiegen 
des strittigen Grundbuchrechtes über einige 
Häuser und Gärten «sogleich ausserhalb der 
Alserstrass gegen Hernals linkher hand gele- 
gen, darunter dann auch der kais. wagenstadl 
begriffen» dahin, dass sie sammt der rechts 
gelegenen Bleichwiese das Schottenkloster ins 
magistratischc Grundbuch überlässt, wogegen 
der Magistrat dem Gotteshause 1975 Gulden 
baar und 32 Joch Aecker im Wampenberg 
mit allen grundherrlichen Rechten übergibt. 

Original, Papier. Unterschrift des Abtes und Priors, 
aufgedrücktes Papiersiegel des Abtes und Conventes zu 
den Schotten und der Stadt Wien. 

3756 I65-J, Januar 8, Wien. 

Specification der gewissen jährlichen Nutz- 
niessung von obigen Aeckern. Der Acker 
linker Hand, so 3o Joch begreift, hat nicht 
mehr als 4 Gulden 7 Pfennige Grunddienst 
ertragen. Die Grundbuchs-«glöll», wenn Ver- 
änderungen der Gewären vorgegangen, haben 
sich bisher jährlich auf 6 — 10 Gulden ex- 
tendirt. Von den dortigen Häusern haben 
die von Wien das Gotteshaus weder Steuer 
noch Robott einnehmen lassen, sondern sie 
mit Gewalt in ihren Burgfrieden gezogen. 
Sollte der schwebende Process zu Gunsten 
des Gotteshauses ausgehen, so hofft es über 
dem Grunddienst von jedem Hause 4 Gulden 
Robott, also 56 Gulden. Die Bleichwicse, 
so 16 Joch austrägt, hat bisher 24 Gulden 
Bestandgeld jährlich getragen. Werden hin- 
gegen die eingewechselten 3o Joch Aecker 
zu I Gulden 4 Pfennige in Bestand ver- 
lassen und die 1975 Gulden auf Interesse 
sechs per Cento angelegt, so geniesst das 
Gotteshaus jährlich 159 Gulden. 

Original, Papier. Mit Unterschrift des Abtes, des 
Superiors P. Daniel und des Seniors P. Michael zu den 
Schotten. Aufgedrücktes Siegel des Abtes und Conventes 
der Schotten. 

15 



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Archiv des Benedictinerstiftes Schotten in Wien. 



2757 ißSj, December i5, Wien. 

Petrus, Abt, und P. Daniel, Superior zu 
den Schotten, bitten den Fürstbischof Phi- 
lipp Friedrich von Wien um die Erlaubniss, 
dem Freiherrn Gregor von Schüdenitz, der 
den Rothenhof durch Einlösung aller Satz- 
und Schuldbriefe, wovon das Schottenkloster 
1000 Gulden zu fordern hat, an sich bringen 
will, auch die grundherrlichen Rechte, die 
dem Kloster jährlich 17 Gulden 2 Pfennige 
tragen, um 500 Gulden verkaufen zu dürfen. 
Maria Elise von Raitenaw, welche den Rothen- 
hof seit 1629 besitzt, hat ihn mit einer der- 
gleichen schweren Schuldenlast neben den 
von Jahr zu Jahr angewachsenen Steuern, 
Anschlägen und anderen Gaben beladen, dass 
nach und nach bei verschiedenen hohen und 
niederen Instanzen schwere Processe erwach- 
sen sind und dieser Hof unterschiedliche Exe- 
cutionen erleiden musste. Indem aber ein 
Creditor den andern etliche Jahre herum aus 
dieses Hofes Possession «propter prioritatem» 
ausgetrieben, ist geschehen, dass ein jeder 
diesen Hof ausgesaugt, aber keiner etwas 
zur Erhaltung verbaut hat. Ja durch etliche 
Jahre hat sich Niemand finden wollen, der 
sich dieses Hofes annehmen, die darauf haf- 
tenden Onera abführen und ihn vor völligem 
Untergange erhalten wollte. Der Fürstbischof 
Hess (11. Januar 1658) indorsiren: Ihre hochf, 
Gnaden als Ordinarius wollen in die Execu- 
tion, so viel die Begabung der dem Gottes- 
hause Schotten zustehenden Grundherrlichkeit, 
Jurisdiction und Exaction der grundobrigkeit- 
lichen Dienste anbetrifft, gegen Erlegung der 
verglichenen 500 Gulden, welche das Kloster 
Schotten «ad censum perpetuum» anlegen soll, 
hiemit verwilligt und die Ausfertigung eines 
schriftlichen Censusbriefes erlaubt haben. 

Original. 

3758 i65S, Mär:{ 2, Wien. 

Peter Conhorz, Hof baumeister, bestätigt, 
dass er während seiner Krankheit dem Schotten- 
kloster 100 Gulden zu geben gelobt habe, da- 
mit er in die Kapelle St. Sebastiani «nächst 
des altars allda gleich unter das pflaster» 
begraben werde; ausserdem verspricht er 



150 Gulden auf vier jährliche heil. Messen, 
die seine Erben auszuzahlen haben. 

Original. Mit Siegel und Unterschrift des Stifters. 

3759 i658, December 4, Wien. 

Wolf Albrecht, Wolf Philipp Jacob und 
Ferdinand Christof Unverzagt, Freiherren, 
respective Bruder und Vetter, bekennen, dass 
ihr Urahn Wolf Unverzagt 1585 seine Stif- 
tung auf sein Freihaus am Herzoghof gelegt 
habe. Als aber dieses Haus sein Sohn Hanns 
Unverzagt «um seines vaters hinterlassenen 
schulden und der Seinigen besten nutzen» 
verkauft, habe er die Stiftung auf die Herr- 
schaft Petronell gelegt. «Inansehen aber auch 
diese herrschaft aus unsers geschlechts ban- 
den kommen und daher die jährliche zinsung 
der 10 fl. etliche jähr nach einander un- 
bezahlt auch derentwegen der gottesdienst 
unverricht geblieben und widerumb beschehen 
ist, dass bei auferbau der neuen kirche zu 
den Schotten unser voreitern sarge und trü- 
ben, allermassen sie in der alten kirche ge- 
standen, in die neue nit haben eingefangen 
werden können, haben wir zu sepultur aller 
unseres Stammes in der neuen kirche die 
gruft unter der kapelle des hl. Gregor wie 
auch die nächst gelegene unter dem thor 
zum kreuzgang einräumen und zueignen las- 
sen.» Endlich solle der Prälat die Gregori- 
kapelle herrichten lassen, wofür er 33oo Gul- 
den erhalten habe und Alles, was der frühere 
Stiftbrief besagte, erhalten werde. 

Original, Pergament. Mit goldumrahmtem Wappen 
der Unverzagt, aller drei Stifter anhangenden Siegeln 
und eigenhändiger Unterschrift. 

3760 1660, Mai i5, Wien. 

Petrus, Abt, und Convent zu den Schotten 
bestätigen, von der Witwe Maria Conhorz 
250 Gulden erhalten zu haben, dass sie nach 
ihrem Tode «in die capelln s. Sebastiani rech- 
ter band nächst des altars allda gleich unter 
das pflaster» begraben und für sie jährlich 
vier Quatembermessen gelesen werden. «Wir 
dann auch ihr frau Conchorzin zugelassen, 
dass sie auf ihr begräbnis einen grabstein 
anjetzo legen und die schrift zu ihrer oder 
ihrer erben gelegenheit darauf machen lassen 



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Archiv des Benedictinerstiftes Schotten in Wien. 



"5 



möge. Es solle auch künftig die todtentruhe, 
jedoch ohne gewölbte bretter, dergestalten 
in die begräbnis eingelegt werden, damit 
man die nothdürftige erd darauf überschüt- 
ten und endlich den grabstein, dem pflaster 
gleich, zurecht accomodieren könne.» 
Copie. 

2761 1662, Januar 18, Wien. 

Die Hofkammer bewilligt dem Schotten- 
abte Peter nicht nur die Bezahlung der Aus- 
lage von 759 Gulden 27 Kreuzer für die 
Brunnstube zu St. Ulrich, durch welche das 
Wasser in die Burg geleitet wird, sondern 
gestattet auch, dass das Schottenkloster von 
seinem Zoll Wasser dem Land- und Haus- 
zeugmeister Ernst Grafen von Abensberg und 
Traun und dem n.-ö. Regimentskanzler Jo- 
hann Suttinger einen Theil, jedoch auf eigene 
Kosten, ablasse. 

Ex. con. cam. Aul. 18. Jan. 1662. Carl 
Ludvv. Gattermayr m. p. 

Original, Papier. Mit aufgedrücktem Papiersiegel. 

3763 1662, Wien. 

Der Schottenabt Petrus beurkundet, dass 
er in dem Klosterhof einen neuen Röhr- 
brunnen habe erbauen und das Wasser aus 
dem bei St. Ulrich liegenden Kloster dahin 
leiten lassen; ungelegen aber und mit be- 
sonderen Auslagen verbunden wäre es, das 
Ablaufwasser bequem abzuführen. Der wohl- 
edle Carl Perger hätte sich nun gutwillig 
erboten, dieses Ablaufwasser auf seine Ko- 
sten und «vnsern gottshaus zum besten» 
durch die Stadtmauer und den Graben in 
seinen in der Rossau liegenden Garten hinaus- 
zuführen. 

Datum: Actum Wienn. 

Papier, Concept. Undatirt. 

3763 1663, August 4, Wien. 

Kaiser Leopold I. bestätigt der Schuster- 
zunft ihre Privilegien von 1569, 1589 und 
i638 und verordnet, dass alle Störer und 
solche Schuster, die nicht wirkliche Leib- 
oder Hofschuster sind und doch in, um und 
bei Wien, besonders bei St. Ulrich, Wind- 



mühl und Weissgärber, in den Herren-, frei- 
geistlichen und Universitätshäusern, desglei- 
chen bei unserer Stadtquardia und unserem 
Hofgesinde sich aufhalten, den Schustern 
nicht allein die Arbeit entziehen, sondern 
auch noch durch allerhand hergelaufenes 
Gesindel sich ergänzen und, wenn sie ihre 
Störerei nicht mehr bemänteln können, sich 
unter den Schutz unserer Stadtquardia be- 
geben, daselbst nicht allein zwei, drei oder 
mehr Gesellen halten, sondern auch Lehr- 
jungen lernen, die doch nirgends für red- 
liche Gesellen und Lchrjungen gehalten, an- 
und aufgenommen, viel weniger zur Meister- 
schaft befördert werden, wohl auch in und 
ausser Landes gemachte Arbeit kaufen, die- 
selbe in den Läden und fast auf allen Plätzen 
und vor dem Kärntnerthore öffentlich feil- 
haben, von der Stadt, dem Burgfried und 
i den auf eine Meile gelegenen Orten hinweg- 
' geschafft und verwiesen werden. «Doch wollen 
I wir den Schustern, so bei unserer Stadt- 
j quardia allhier unterhalten sind, aus Gnaden 
I erlaubt haben, dass sie diejenige Arbeit, so 
I sie allein mit ihren Händen machen, an den 
I Wochenmärkten vor dem Kärntnerthore un- 
I gehindert der bürgerlichen Schuster öffentlich 
I feilhaben. Das Gesellen- oder Lehrjungen- 
> befördern aber, soll ihnen allen Ernstes gänz- 
lich verboten sein.» 

Vidimirte Copie. Papier. 

3764 i66j, December 12, Wien. 

Die n.-ö. Regierung meldet dem Schotten- 
abte, dass unter seiner Jurisdiction bei St, Ul- 
rich unterschiedliche Störer ganz ungescheut 
sich aufhalten und den armen Bürgern, welche 
sonderlich bei gegenwärtiger schwerer Zeit 
mit grossen Steuern und Gaben belegt sind, 
noch dazu das Brot vor dem Mund ab- 
schneiden. Es wird daher dem Abte auf- 
erlegt, dass er alle und jede unter seiner Ju- 
risdiction arbeitenden Schuster, welche nicht 
mit wirklicher Hoffreiheit versehen oder dem 
bürgerlichen Schusterhandwerk allhier ein- 
verleibt sind, alsbald ab- und hin wegschaffe, 
auch keinem, er sei wer er wolle, einigen 
Unterschleif verstatte, damit im Widrigen 
die Regierung nicht verursacht werde, selben 

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durch Rumormeister oder Profosen greifen 
und sie als Ungehorsame Anderen zum Exem- 
pel zu gebührender Bestrafung ziehen zu 
lassen. 

Vidimirte Copic. Papier. 

2765 1664, August 8, Wien. 

Von der röm. kais. Majestät wegen durch 
die n.-ö. Regierung und Kammer dem Schotten- 
abte Georg. Da die von Wien «bei der jüngst 
gewesten türkischen unruhe» durch Abbrechen 
vieler Häuser vor der Stadt eine namhafte 
Anzahl Bürger verloren und daher grossen 
Abbruch an Steuern hatten, baten sie Se. Ma- 
jestät, dem Schottenabte Georg aufzutragen, 
ihnen St. Ulrich und Neustift, «welche orte 
ohne dessen von den vorhinnigen prälaten 
zwar bereith öfters jedoch in allzu hohem 
wert angefeilt worden», um eine leidliche 
Schätzung käuflich zu überlassen, ernennt 
der Kaiser eine Commission, bestehend aus 
den Regierungsräthen : Ferdinand Graf Sprin- 
zenstein, Philipp Jacob von Carlshofen, Jo- 
hann Gabriel von Selb, Bernhard Otterstetter 
und Dr. jur. Johann Michael Seitz. Diese 
Herren haben den Auftrag, «dass sie zwischen 
herrn prälaten und denen von Wien dieser her- 
umblassung halber handlung pflegen sollen». 

Original, Papier. 

3766 1664, [August 12]. 

Der Schottenabt Georg bittet den Kaiser, 
ihn bei seinem seither ruhig innegehabten 
Besitze in St. Ulrich zu erhalten und denen 
von Wien zu befehlen, dass sie ihn hinfür 
nicht weiter behelligen, da ja auch sein Gottes- 
haus «wegen nächst dem Schottenthor auf- 
gerichteter pastei und wall, des erbauten 
Zeughauses und arsenals, dann zu ew. maj. 
stallung auf dem Neuenmarkt, zu aufrichtung 
des kapuzinerklosters, item bei fortification 
des burgthores» viele und unterschiedliche 
Häuser verloren habe, die ganz abgebrochen 
w^orden seien. Auch sei zu finden, dass un- 
eracht bei dem jüngsten türkischen Kriege 
viele Häuser abgebrochen worden seien, den- 
noch jetzt die Vorstädte noch grösser und 
volkreicher seien, als sie vor 20 oder 3o 
Jahren gewesen. Und was noch mehr, ehe- 



mals hätten die Akatholiken dieses Landgut 
innegehabt und sei niemals von ihnen solches 
prätendirt worden. «Und anjetzo sollte die- 
ses bonum ecclesiasticum nicht eben sowohl 
als vorher, da es in unkatholischen bänden 
gewesen, befreit sein, da doch pia causa ohne- 
dies de iura favorabilis». Was das gravamen 
anbelange, dass der Bürgerschaft, insbesondere 
den Handwerkerleuten, durch die stiftlichen 
Unterthanen in St. Ulrich einiger Schaden 
solle zugefügt werden, «bin ich ex naturali 
facultate befugt, mein freies eigenthum pro 
libitu zu gebrauchen, und wann sie mir 
solches zu verwehren berechtigt, will ich 
ihnen in ordinario judicio red und antwort 
geben, zu geschweigen, dass auch sogar die 
freihäuser in- und ausser des burgfriedens 
dergleichen handwerksleut befördern und sie 
ihnen nichts in den weg legen, da doch diese 
freihäuser nicht mit dergleichen Landsanlagen 
belegt werden, gestalten ich nit allein die 
anlagen, welche andere landesmitglieder we- 
gen ihrer landgüter darreichen als: ordinari 
und extraordinari anschlage, jaggelder, monat- 
gelder und landquartier, sondern noch dazu 
stadtquartier und hofquartier bei st. Ulrich 
ertragen muss, welches doch dem stadtrath 
zusteht». 

Originalconcept. 

2767 J667, April 25, Wien. 

Johann Karl Fürst von Portia-Mittern- 
burg, Obersthofmeister der Grafschaft Görz 
und Landeshauptmann in Kärnten, schliesst 
mit dem Schottenabte Benedict, dem Prior 
Sebastian und dem Convente einen Vertrag, 
nach welchem die derzeit leere Kapelle, welche 
sich zur rechten Hand gleich bei dem Ein- 
gang der Thür, wie man von der Schotten- 
freiung in die Kirche geht, liegt und dem 
heil. Vater Benedict geweiht ist und bereits 
m-it einem Altar aus Marmor, Geländer und 
Pflaster versehen, auch von Stuccaturarbeit 
und Bildern von künstlicher Malerei aus- 
gemacht ist, wie auch die unter dieser Ka- 
pelle befindliche Gruft für Johann Karl Fürst 
von Portia und seine Dependenz zu einer 
Begräbnissstätte überlassen wird, also dass 
diese Kapelle und Gruft denselben insgesammt 



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erblich und auf ewig hiemit eingeräumt ver- 
bleiben solle. Ebenso werden die Schotten 
in der Benedictikapelle für den Vater des 
Stifters Johann Ferdinand, Sr. Maj. Obrist- 
hofmeister, dessen Leichnam sich nunmehr 
auch in dieser Kapelle beigesetzt befindet, 
und seine Familie jährlich vier heil. Messen 
lesen. Dafür erhalten sie 4000 Gulden rhei- 
nisch. Diesen Vertrag bestätigt nach dem 
bald erfolgten Tode des Stifters seine Gemahlin 
Anna Helena am 22. Juni. 

Original, Papier. Mit aufgedrücktem Siegel und 
Unterschrift der Anna Helena Fürstin voq Poriia, des 
Abtes Benedict und des Priors Sebastian. 

3768 1667, Juli 6. 

Auf eine Beschwerde des Christof Sig- 
mund Freiherrn zu Kirchberg, Regiments- 
rathes, als Dorfobrigkeit zu St. Ulrich, gegen 
die Hofein quartirungen, erfolgt der Bescheid, 
es hätte Se. Majestät auf gehörigen Orten 
abgeforderte und eingereichte Berichte gnä- 
digst erwogen, «dass ihro aller orten, wo sie 
sich mit dero kais. hofstatt von zeit zu Zeiten 
einfinden und soweit es zu derselben Unter- 
bringung vonnöthen, das ius hospitandi zu- 
stehe und gebüre, und zwar in den hiesiger 
kais. residenz nahe gelegenen orten um so 
viel mehr, weil durch neuliche abbrechung 
der Vorstädte die nächst der Stadt gestande- 
nen häuser demoliert und die in denselben 
sich befundenen hofquartiere weiter hinaus 
verlegt werden müssen, in fernerer gnädigster 
consideration, dass die anderen inwohner zu 
st. Ulrich und andern orts sich gutwillig und 
billig bequemen». Die allenfalsigen Gegen- 
gründe solle Kirchberg binnen 14 Tagen ein- 
reichen. 

Abschrift, Papier. 

3769 1667, August 25. 

Kaiser Leopold I. befiehlt dem Obrist- 
hofmarschall Wilhelm Grafen zu Oettingen, 
dass die Hofeinquartirung wie an allen Orten 
also auch bei St. Ulrich, zumahl ohnedem 
dortige Inwohner mit vielen anderwärtigen 
Oneribus beschwert sind, mit guter Propor- 
tion und Gleichheit geführt werde, dass er 
an den gehörigen Orten die gewisse Verord- 



nung thue und mit Nachdruck darüber halten 
solle, damit die Supplicanten wider die Billig- 
keit keineswegs beschwert werden. 
Abschrift, Papier. 

2770 1667, October i, Wien. 

Auf oftmaliges Bitten der Gemeinde 

St. Ulrich um Ableitung der Wassergüsse 

erfolgt die Hofresolution, das Wasser ein 

paar hundert Schritte, ehe es von St. Ulrich 

abfliesst, zu heben und durch einen gemauer- 

1 ten Canal den geraden Weg und unverschont, 

I wen es auch treffen möge, durch die tiefe 

I Weit von dem Stadtgraben ganz in der an- 



deren Stange in die Kothgasse zu führen, wo 
es ohnedies schon eine gemauerte Wöhrung 
hat, von der es in die Wien fliessen soll. 
Dies wird durch die n.-ö. Regierung dem 
Schottenabte Benedict erinnert, damit von 
den Einwohnern seiner Jurisdiction genugsam 
Leute und Arbeiter verschafft werden. Die 
Unkosten werden von der Hofkammer be- 
stritten. 

Original, Papier. 

2771 iGOj, Decemher 16. 

Regierung und Kammer befiehlt dem 
Schottenabte, auf den Wassergraben bei St. Ul- 
rich, der bei 1000 Gulden gekostet, bei Wetter 
und Berggüssen Tag und Nacht fleissig Ob- 
sicht zu halten und die etwa einsinkende 
Gestatte wegzuschaffen, damit «sie nicht in 
den Graben falle, denselben verschütte, das 
Wasser wieder anschwelle und sodann bei 
denen von St. Ulrich eine viel grössere Wasser- 
noth als im verwichenen Herbst verursacht 
werde. 

Original, Papier. 

2772 i66j, Decemher 16, Wien. 

Bei der Regierung erschienen Advocat 
Dr. Hockhe namens des kais. Rathes Chri- 
stof Sigmund Freiherrn von Kirchberg und 
die Schuster von St. Ulrich als Kläger, 
I die bürgerlichen Schuster und ihr Advocat 
I Dr. Bechthold als Beklagte, weil der Rumor- 
meister einige Schuster von St. Ulrich in 
Arrest genommen hatte. Die Regierung ent- 
schied, die Privilegien der Zunft werden auf- 



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recht erhalten, die Schuster zu St. Ulrich 
aber sollen sich des Arbeitens gänzlich ent- 
halten, widrigens auf ferneres Anrufen der 
Rumormeister abermals wider sie verwilligt 
werden würde, 

Vidimirte Copie, Papier. 

2773 1668,, October i, Wien. 

Jacob Graf zu Leslie, Herr zu Neustadt 
an der Mettau und Ober-Pettau, kais. Käm- 
merer und Obrist eines Regimentes zu Fuss, 
schliesst mit dem Schottenabte Benedict und 
Prior P. Caspar Keller einen Vertrag dahin 
ab, dass er und seine Dependenz die Gruft 
unter dem St. Annaaltar erhält und dass jähr- 
lich ein Amt für die Lebenden der Familie 
und jeden 4. März eine Seelenmesse für den 
sei. Walter Grafen von Leslie gelesen werden, 
auch dass binnen Jahresfrist der Abt die Ka- 
pelle mit Gatter und Malerei versehe; er aber 
3ooo Gulden rheinisch baar, *nit weniger 
auch einen ganzen ornat, wie selbige zu 
einem grossen amt gehörig, verfertigen und 
hergeben lässt». 

Original. Mit aufgedrücktem Siegel und Unter- 
schrift des Stifters, des Abtes Benedict und des Priors 
Caspar. 

3774 i66f), Juni 7, Wien. 

Bei der Regierung erschienen Dr. Lauber 
namens des Schottenabtes, Dr. Hockhe namens 
des Christof Freiherrn von Kirchberg und die 
Schuster von St. Ulrich einen-, Dr. Bccht- 
hold namens der bürgerlichen Schuster an- 
derntheils. Die Entscheidung fiel wieder 
zu Gunsten dieser aus. «Benebens ist dem 
hr. V. Kirchberg alles ernstes hicmit auferlegt, 
dass er bei schärferem einsehen den rumor- 
meister an seiner Verrichtung einige irr oder 
hindernis nit zufügen, noch solches andern 
zu thun verstatten solle. Im übrigen würde der 
hr. prälat zu den Schotten wider die bürgerl. 
schuster, diese aber wider ihn die nothdurft 
absonderlich für- und anzubringen wissen.» 

Vidimirte Copie, Papier. 

3775 1670, December 12, Wien. 

Der Schottenabt Johann bittet den Kaiser 
für seine Unterthanen zu St. Ulrich, die nicht 



allein von der Wiener Bürgerschaft wegen der 
Handwerksleute mit allerhand Gewaltthätig- 
keiten beunruhigt, sondern auch besonders 
noch mit den Hofquartieren äusserst bedrängt 
würden, zumal schon 14 Hofquartiere unter 
dem Vorwande gemacht worden seien, dass 
wegen der von der Stadt abgebrochenen 
bürgerlichen Häuser, wie auch wegen Sr. Ma- 
jestät hochzeitlichen Festivität in der Stadt 
die Quartiere mangelten, jetzt aber gar das 
Ansehen sei, als ob allda nach Belieben Hof- 
quartiere gemacht werden sollten, wie erst in 
verwichenen Tagen einem Unterthan ein neues 
Quartier angeschrieben vyorden ist unter der 
Bedrohung, dass im Falle der Weigerung der 
Quartiermann mit Gewalt eingesetzt werden 
solle. Die Unterthanen zu St. Ulrich müssten 
ohnehin alle ordentlichen und ausserordent- 
lichen Lasten tragen, so dass manches Haus 
50 und 60 Gulden contribuire. Dass ihnen 
dieses zu ertragen unmöglich, ist leichtlich zu 
erachten, indem die schottischen Unterthanen 
nicht eine Handbreit Wiese oder Aecker wie 
anderer Dörfer Grundholden besitzen, sondern 
sie müssten ihre tägliche Nahrung blos von 
den Hauszinsen, so sie von ihren kleinen 
Zimmerin einnehmen, suchen. Ein bürger- 
liches Gewerbe sollen sie auch nicht betrei- 
ben, ja sie würden deshalb von der Bürger- 
schaft sehr verfolgt, die vermeint, dass sie 
nicht das Geringste in der Stadt arbeiten 
sollen. Ueberdies ergebe auch der Augen- 
schein, dass allda die Häuser nur aus klei- 
nen Zimmerin bestehen, daraus die Inwoh- 
ner jährlich 8 und «mehrist» 10 Gulden 
Zins reichen. Sobald nun ein grösseres 
Wohnzimmer vorhanden, aus dessen jähr- 
lichem Zins der Unterthan die Landesan- 
lagen bezahlen könnte, will man alsbald 
ein Hofquartier daraus machen, wie es bis- 
hero geschehen. Bei solcher Beschatfenheit 
sei es ein- für allemal unmöglich, dass 
die schottischen Unterthanen hiedurch nicht 
äusserst müssen ruinirt werden. Jetzt sei 
auch die Leopoldstadt und seien die neuen 
Häuser auf der Windmühl vorhanden, wo 
die Trabanten könnten einquartiert werden. 
Indorsat: «Der obrist hofmarschall wird 
den hr. supplicanten mit der hofeinquartie- 



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rung wider die gebür nicht zu beschweren 
wissen.» 

Original, Papier. Mit eigenhändiger Unterschrift 
des Abtes Johann. 

2776 i6jo, [December 12]. 

Der Hofquartiermeister und die Hof- 
fourire klagen beim Obersthofmarschall, dass 
Mathias Hornich, Kammerdiener des gewese- 
nen Wiener Bischofs, die angeschriebenen 
Quartierzeichen ausgelöscht und sich dessen 
gegen die Trabanten der Kaiserin sogar ge- 
rühmt habe. Obwohl eine so hochsträfliche 
That immediate die Abhauung der rechten 
Hand nach sich zöge, sei doch diese Strafe 
auf hohe Intercession in eine Geldstrafe ver- 
wandelt und also des Delinquenten Hand 
noch erhalten w^orden. Auch die Frau Wink- 
ler habe sich vergriffen und das Quartier- 
zeichen an ihrem Hause ausgelöscht. Auch 
bei dieser habe man «in Ansehung der weib- 
lichen Schwachheit» die Strafe auf 1000 Gul- 
den festgesetzt, die dann Se. Majestät auf 
3oo Gulden herabgesetzt «und den hoffourie- 
ren geschenkt, welche auch paar eingenomben 
worden». Auch ein Geistlicher des Collegii 
Zagrabiensis habe sich verstanden, das Quar- 
tierzeichen an des Grafen von Urschenbeckh, 
d. z. kais. Oberst Jägermeisters, Quartier abzu- 
löschen. Dadurch habe dieses Capitel seine 
Prätensionen wegen strittigen Quartiers ver- 
loren, und dem Geistlichen sei dieses mit 
kaiserlicher Ungnade verwiesen worden. Nun 
haben Ew. Excellenz selbst gehört, wie ver- 
messen der schottische Hofrichter die Ein- 
quartierung der kaiserlichen Hofstatt zu St. Ul- 
rich disputirt und was für insolente Reden 
derselbe ausgestossen, welche wir um Ver- 
hütung verdriesslicher Weitläufigkeit willen 
zu specificiren unterlassen. Jetzt klage der 
Schottenabt, dass sie i33 Häuser und i^ Quar- 
tiere darin hätten, «da sie doch, wann die 
Ordnung observiert werden sollte, weit meh- 
rere hofquartiere erleiden müssten». Wir 
bitten daher, Ew. Excellenz mögen befehlen, 
dass wir unverzüglich alle Häuser des Prä- 
laten zu St. Ulrich gleichwie die wieneri- 
schen bürgerlichen Häuser beschreiben, das 
gebührende Quartier darin auswerfen und 



teniren, sodann sich bald finden wird, ob 
wir um Interesse willen den grossen Häusern 
durchhelfen und die kleinen Häusel aufs 
Geld setzen. 

Abschrift, Papier. 

2777 16'ji, Juni 26. 

Der verwitweten Kaiserin Hatschir und 
Trabantenhauptmann Hanns Philipp Graf 
Brenner klagt beim Kaiser: «Demnach hr. obr. 
hofmarschall bereits vor 9 monaten meiner 
allergn. frau leibtrabanten Christoph Seele 
bei St. Ulrich durch die hoffouriere einquar- 
tieren lassen und der hr. prälat bei den Schot- 
ten durch seinen richter alldort sich äusserst 
widersetzt, mit vermelden, dass er derent- 
wegen gänzlich exemt wäre, dadurch diese 
einquartierung bis auf dato eludiert. Nun 
aber auf mein ersuchen hr. obr. hofmarschall 
die einquartierung durch den profosen vor 
3 tagen de novo ex offo vornehmen lassen 
und gemelter leibtrabant mit seinen wenigen 
mobilien bereits 2 tage wirklich im quartier 
gewesen, hat obbesagter richter ihm in seiner 
abwesenheit seine sach auf die gasse legen 
und das quartier mit schlossern versperren 
lassen, mit vermelten, wann er nit mit der 
gute weichen würde, er befehl von seinem 
hr. prälatcn habe, ihn mit gewalt abzutreiben, 
wodurch dann der leibtrabant sich abermals 
mit spott habe abweisen lassen müssen, ohne 
quartier sich betragen muss und vergebent- 
liche Unkosten, so er doch nicht vermag, 
aufwenden müssen. Wann aber dergleichen 
grosse eigenthätige gewalt sollte verstattet 
werden, würde endlich kein hofbedienter 
meiner allergn. frau in keinem quartier mehr 
sicher sein und verbleiben können.» Er bitte, 
dass nicht nur der Trabant durch den Pro- 
fosen wieder eingesetzt, sondern auch die 
grosse Gewalt Anderen zu einem Exempel ex 
condigno bestraft werde, zuförderst ihm alle 
Unkosten ersetzt werden. 

Abschrift, Papier. 

3778 i6yi, Juni [26J. 

Der Schottenabt Johann richtet an den 
Hofmarschall und an die Stände Gesuche um 



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Archiv des Bencdictinerstiftes Schotten in Wien. 



Befreiung seiner Unterthanen in St. Ulrich 
von der Hofeinquartierung. Dieselben sollten, 
was am höchsten beschwerlich ist, die kaiser- 
lichen Hatschiere, Trabanten und andere Hof- 
bediente mit Quartieren versorgen, zumalen 
nicht ein oder das geringste Häuschen allda, 
welches neben den Landquartieren nicht einen 
Stadtguardiasoldaten mit Zimmer accommo- 
diren oder die Taxe dafür, ja etliche für zwei 
und drei, bezahlen müsste. Die Hoffouriere 
unterfangen sich, ihrem Belieben nach allda 
die Hofquartiere «liberrime» anzuschreiben 
und zu drohen, dass sie die Quartiere mit 
Gewalt eröffnen wollen oder dass der Unter- 
than ihnen 24 Gulden Taxe jährlich bezahlen 
soll, massen dann sie die Unterthanen derge- 
stalten drucken und pressen, dass anstatt 
eines Hofquartiers, wenn der Hof bediente 
solches nicht wirklich bewohnen thut, der 
Hausherr jährlich 20 bis 24 Gulden bezahlen 
muss, womit die ohnedies daselbst armen 
Unterthanen dermassen gravirt werden, dass 
oft manches Haus laut fass. A 50 bis 60 Gul- 
den jährlich contribuiren muss. "* 
Concept, Papier. 

2779 1675, Mai /;, Wien. 

Ferdinand Maximilian Graf von und zu 
Sprinzenstein, Landmarschall, urkundet, dass 
ihm Johann, Bischof zu Hclenopolis und Abt 
des Gotteshauses zu den Schotten, «von- seinem 
aigenthumblichcn habend'ten zoll wasscrs den- 
jenigen particul, so vor disem in dass Suttin- 
gerische hauss auf den KoUmarch cingeloffen 
(dafür aber ihme herrn bischoffen oder seinem 
closter auf beschehcnes villfähltigcs ansuechen 
nichts bezahlet werden wollen) khcüfflich um 
600 fl. vberlassen, dergestalten, dass ich sol- 
ches wasser von dem orth, wo dasselbe biss 
dato bei der Auerspergerischen bchausung 
allhier in der Herrengassen angezapft und in 
dass Suttingerische hauss geführt worden, 
aniezo in meine behausung in der Waller- 
strassen vbernemben solle: Also verreversire 
ich mich, dafern vber kurz oder lang das 
closter von den Suttingerischen hauscs inn- 
habern oder jemand anderen derentwegen 
angefahlen werden solte, das wir das closter 
auf vnnsere aigne spesam rechtlich vertretten 



vnd also ohne nachtheil vnd schaden halten 
sollen und wollen». 

Siegel und eigenhändige Unterschrift des 
Sprinzenstein. 

Datum: Acixxm Wienn den 17. May 1675. 

Original, Papier. Mit Siegel und eigenhändiger 
Unterschrift. 

2780 1677, Juni II, Wien. 

Da die bürgerlichen Schuster in Wien 
mit der Grundobrigkeit zu St. Ulrich wegen 
der auf dem freien Landgut daselbst sich 
niederlassenden Schuster durch viele Jahre 
und mit schweren Unkosten einen Streit an- 
hängig gehabt, schliessen sie einen Vergleich. 
Es soll künftig kein Schuster in St. Ulrich auf- 
genommen werden, der nicht der Hauptzeche 
einverleibt sei. Die Zahl der unbehausten 
Schuster solle vermindert werden, dagegen 
soll die Zeche alle einverleiben, welche die 
Herrschaft aufnehmen wolle. Jeder unbehauste 
Schuster soll einen Schuhknecht und einen 
Lehrjung, der behauste zwei Knechte halten 
dürfen. Für die Einverleibung sollen nicht 
mehr als 24 Gulden und die Quatembcr- 
geldcr gefordert werden. Jedoch dürfe kein 
Schuster von St. Ulrich, bei Strafe von 
6 Reichsthalern, in der Stadt einen Laden 
haben oder hausiren gehen, auch solle jeder 
zu St. Ulrich wohnen bleiben, sonst verliere 
er seine Einverleibung, ausser er komme 
durch Erbschaft oder Heirat auf die Be- 
hausung eines anderen Grundes. 

Original, Papier. Mit Siegel des Schottenabics 
Johann und der Zeche. Fertigung des Abtes und der 
Zechmeister Caspar Schentz, Hanns Koller, Thomas 
Menthaller und Barthelme Hirsch. 

2781 1677, October ij. 

Dem Vergleiche zwischen der Herrschaft 
St. Ulrich und den bürgerlichen Schustern 
in Wien wird als Anhang beigefügt, dass die 
Schuster in St. Ulrich «Frümarbeiten» in der 
Stadt machen dürfen, dieselben aber dann selbst 
hineintragen müssen. Würden sie ihre Arbeit 
durch ihre Weiber, Dienstboten oder Andere 
hineintragen lassen, so sollen sie mit Verlust des 
Einlaggeldes der Einverleibung verlustig sein. 

Gefertigt: Dr. Johann Mensurati, Stifts- 
Hofrichter. 



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2783 167g, Märi 23. 

Franz Friedrich Reichsritter von Andler, 
Reichshofrath, ersucht den Schottenabt Jo- 
hann, ihm einen Acker hinter dem Postgassi 
zu St. Ulrich, 141 Klafter lang und 61 Klafter 
breit, zu einem Garten abzutreten, wogegen 
er ihm zwei Aecker, die um 164 Klafter mehr 
betragen, jedoch 400 Schritte von den Stifts- 
äckern entfernt liegen, geben wolle. Der 
Abt wollte ihm jedoch lieber den Acker um 
1000 Gulden rh. und 100 Ducaten in Gold 
verkaufen, gab ihm taxfrei Gewär und be- 
stimmte den jährlichen Dienst auf 2 Schillinge 
von jeder Hofmark, zusammen also 12 Schil- 
linge. Wird mit der Zeit ein Haus auf die- 
sem Grunde gebaut, so ist es nach den drei 
steuerfreien Jahren dem Schottenkloster mit 
Robot, Steuern u. s. w. dienstbar. 

Original, Papier. Mit Unterschrift und Petschaft 
des Abtes, Käufers und Priors zu den Schotten. 

2783 1680, Märi 20, Wien. 

Johann von Bamberg, Reichsfreiherr von 
und zu Andrimont, Hofkriegsrath, General- 
wachtmeister und Obrister, verkauft seinen 
zu Weiglstorf unter des Bürgerspitals Juris- 
diction gelegenen Meierhof sammt anstossen- 
der Mühle mit drei Gängen und einer Stampfe, 
zusammen 2^!^ Lehen, 6 Tagwerk Wiesen, 
21 Joch Ueberlandäcker, Obst-, Kraut- und 
Kräutlgarten, Fischwasser und 4 Teichtl, mit 
Forellen, Aesch und Grundein besetzt, an 
den Schottenabt Johann und Prior Amand 
um 5000 Gulden, so dass dieses Capital beim 
Schottenstifte liegen bleibt und ihm und noch 
einer Person, wenn er eine solche vor seinem 
Tode benennt, auf beider Lebenszeit mit 6 ^j^ 
verzinst werde, sodann aber ganz ans Klo- 
ster falle. Dagegen verpflichtet sich dieses, 
ihm und seiner F'reundschaft die Gruft unter 
dem Barbara-Altare einzuräumen, auch bei 
diesem Altäre jährlich für die Familie An- 
drimont einen Jahrtag zu begehen. 

Copie. 



seinen Vetter, den unterennsischen Official 
und Vicarius generalis Franz Dominik Ignaz 
Grafen von Pötting, Erbburggraf zu Lienz, 
n.-ö. Regierungsrath, der Hochstifte Passau, 
Trient und Olmütz Domherr, für sich selber, 
dann anstatt und zu Händen seiner Brüder 
Anton Leopold und Josef Ignaz mit dem 
«hotfvnd sitz Neudegg mit allen pertinentien, 
gepewen, hauß, hof, veldt, äckher, wißen, 
gärtten, weingärtten, saffran, gewächs, was- 
sern, wagden, fischereyen, grundtdiensten, 
pfeniggülten, mannschafften», was früher Hie- 
ronymus Westermacher zu Lehen, dann Frei- 
herr von Khürchberg pfandweise innegehabt. 

Urkund dessen dieser Brief mit eigener 
Unterschrift und anhangendem Secretinsiegei. 

Datum: Geben in unser Residenzstadt 
Passau. 

Original, Pergament. Mit eigenhändiger Unter- 
schrift und Siegel (der Rand etwas verletzt) des Fürst- 
bischofs Sebastian. 

2785 lOqj, November 18, Wien, 

Kaiser Leopold I. erlaubt dem Schotten- 
abte Sebastian, dass er, weil bei dem Einfalle 
der Türken im Jahre i683 nicht allein sein 
anvertrautes Gotteshaus, Kloster und Hof 
allhier in der Stadt, und auf dem Lande alle 
Klosterunterthanen, Gülten und Einkommen 
ruinirt und dazu noch in die 257 mit dem 
Grund dahin gehörige Häuser und Gärten, 
welche jährlich über 36 Gulden Pfennigdienst, 
zu geschweigen der weit höheren Pfundgelder 
und anderer Grundbuchsgebührnisse, getra- 
gen hatten, der erweiterten Fortification hal- 
ber abgebrochen, mithin der bisherige Genuss 
völlig entzogen worden wäre, den Neudegger 
Hof mit den dazu gehörigen i3 Unterthanen, 
so Alles zu dem Hochstift Passau gehörig 
und ohnehin mit seinen Klosterunterthanen 
vermischt wäre, eigenthümlich an sich bringe, 
ewiglich jederzeit ruhig inhabe, nutzen und 
geniessen könne und möge. 

Original, Papier. Mit dem beigedrückten kaiser- 
lichen Secretinsiegei. 



3784 16S1, August ip, Passau. 

Sebastian, Bischof zu Passau, des heil, 
röm. Reiches Fürst, Graf von Pötting, belehnt 

Kegesten zur Geschichte der Stadt Wien. III. 



3786 i6p4, September 16, Wien. 

Am 16. September 1694 umgehen die 
Passauer Commissäre Wenzel Gall Otzen- 

16 



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Archiv des Benedictincrstiftes Schotten in Wien. 



asseckh, Consistorialrath, und Johann Caspar 
Burgler, Lehensecretär, mit den Abgeord- 
neten des Schottenklosters Dr. Johann Martin 
Hocke, Hofrichter, P. Sebastian, Hofmeister, 
und Bernhard Tschugkh, Steuerhandler, das 
Neudegger Lehen. Aus dieser ordentlichen 
Bereitung ergab sich Folgendes: Erstens be- 
findet sich auf dem Neudegger Grund ein 
aufrechtes Haus, so zwar mit einem Dach 
eingedeckt, inwendig aber unausgebaut und 
weder mit Fenstern noch anderen Nothwen- 
digkeiten versehen. Andertens liegt dabei 
ein ebenfalls öder Garten, welcher mehr 
einem Hof als Garten gleich ist. Dieser stosst 
mit dem vordem Ort an die von Herrn von 
Kirchberg an dem obern Weg angebauten 
Häuser, zur rechten Seite an die Kloster 
Schottische Gartenmauer und zur linken an 
die «goldene Kandl» und an das sogenannte 
Croatendörfel, neulich Spittlbcrg intitulirt; 
haltet in der Länge sowohl ein- als ander- 
seits 40 Klafter, hingegen in der unteren 
Breite 33 und in der oberen Breite 3i Klafter. 
Drittens befindet sich in diesem Garten ein 
ganz unsauberer und mehrentheils mit Morast 
angefüllter Teich und darinnen ein alter, 
ruinirter Thurm, der seithero des türkischen 
Einfalles ohne Dach steht. Viertens ist auch 
darin ein Keller zu sehen, so ebenfalls ruinirt 
und mit Wasser angefüllt. Fünftens gehören 
zu diesem lehenbaren Hofe 20 aufrechte und 
bei St. Ulrich liegende unterthänigc und mit 
aller Jurisdiction unterworfene Häuser. Bei 
all diesen Häusern ist ein Jeder befugt, zu 
handeln, was er kann und will, in specie 
auch das ganze Jahr hindurch Wein aus- 
zuschänken und zu leutgeben. Sie reichen 
dagegen dem Inhaber des Neudegger Hofes 
jährlich neben den Grunddiensten für Steuer 
und Robot 6 fl. 3o kr. Sechstens gebührt 
dem Passauer- oder Neudeggerhof Dorfrichter 
vor allen anderen Dorfrichtern in der Kirche 
und den Processionen der Vorzug, ist er 
dessen auch in ruhiger Possession, und liegt 
ihm ob, mit Zuziehung seiner Gerichtsge- 
schwornen und des Schottischen Grundrich- 
ters, auch seiner Geschwornen, bei den 
Soldatendurchzügen die Einquartierung zu 
machen, nicht weniger auch, den Wächter 



aufzunehmen. Siebentens nimmt der Neud- 
egger Hof an den Kirchtagen sowohl von 
den «Brätlbrätern» als anderen Ständern das 
Standgeld ein. Neuntens. Ueber vorbeschrie- 
bene Herrlichkeiten gehört diesem Hofe auch 
die Dorfobrigkeit zu, welche sich von der vor 
dem Burgthor gestandenen, seit dem türkischen 
Einfalle aber nicht aufgerichteten Säule gegen 
St. Ulrich herauf rechter Hand gegen den ab- 
gebrochenen, sogenannten «Rothenhoff» bis 
zum «grünen Thor» und von da wiederum 
bis zum «goldenen Sattel», linker Hand aber 
von der «goldenen Rose» zu den «sieben 
Schwaben» durch das Todtengassl an die an 
dem Wege gestandene steinerne «Kreuzsäule» 
und von da gegen die Stadt und das sogenannte 
Croatendörfel bis zu den abgehackten zwei 
Nussbäumen, wovon die Stock noch zu sehen, 
erstreckt; allermassen solcher Bezirk zu Zeiten 
der Kirchberger'schen Inhabung mit ordent- 
lichen Marksteinen ausgezeichnet gewesen, 
mit Anlegung des Croatendörfels und an den 
geführten Gebäuden aber ausgegraben und 
vertilgt worden. Unter Anderem ist das Klo- 
ster Schotten auch verpflichtet, die Malefican- 
ten und andere Delinquenten, so in dorfherr- 
lichen Fällen der Dorfobrigkeit des unteren 
Grundes zu bestrafen gebühren, aus seinen 
unterthänigen Häusern dieser Dorfobrigkeit 
zu extradiren, diese hingegen die Malefican- 
ten dem kaiserlichen Stadtgericht bis an ob- 
gemeldte Säule vor dem Burgthor zu liefern 
und allda zu übergeben schuldig. Eilftens 
ist das Kloster Schotten nicht befugt, einige 
Maleficanten aus seinem dorfobrigkeitlichen 
District durch die Neudeggerhof-Freiheit zu 
führen, sondern muss dieselben oben hinum 
bis zu der an dem Ende des Todtengassls 
stehenden Kreuzsäule bringen und von dan- 
nen dem kaiserlichen Stadtgericht über die 
allda befindlichen Aecker gegen die Laim- 
grube hinaus überliefern. 
Copie, Papier. 

2787 16 ()4, November 24, Wien. 

Anton Leopold Graf Pötting, fürstl. 
Passauischer Obriststallmeister, verkauft mit 
Consens des Fürstbischofes als Lehensherm 



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das Neudegger Lehen um 9000 Gulden rhei- 
nisch «nebst ain hundert specie duggaten 
laykauff» an den Schottenabt Sebastian. Der 
Käufer verpflichtet sich, nach erhaltenem 
Lehenbrief sich so viel immer möglich zu 
bemühen, «den von herrn von Kirchberg per 
male narrata erkauften taz von ihme auf sich 
zu bringen auch auf erfordenden nothfall 
hiezu das gerichtliche compelle auf seine 
Unkosten zu ergreifen >. 

Original, Papier. Mit aufgedrücktem Siegel und 
Unterschrift von Sebastian, Abt zu den Schotten, P. Joan- 
nes, Prior, und Convent; A.L.Graf von Pötting. Johann 
Joachim Ignaz Graf von Aham, Seifried Christof Graf 
Breuner. 

2788 i6g5, Januar 11, Passau. 

Der Hofrathspräsident, der Hofmarschall 
und die Hofräthe des Fürstbischofs von 
Passau ersuchen den Schottenabt Sebastian, 
sich als künftiger Lehensbesitzer des Neud- 
eggerhofes bei der kaiserlichen geheimen 
Hofkanzlei zu verwenden, dass das Lehen 
als adeliges Freigut von der wiewohl nur 
zeitweilig befohlenen Einquartierung der Leib- 
garde wie sonst befreit bleibe. «Ihrer hoch- 
fürstl. gnaden ist von dem unterennsischen 
lehensecretario hinterbracht worden, welcher 
gestalten die kais. geheimbe hofkanzlei dem 
richter des Neudeggerhofes intimieren lassen, 
von der kais. neuaufgestellten leibguardi bis 
zu deren anderwärtigem unterbringen in allen 
zu gedachtem hof gehörigen häusern quartier 
einzunehmen. Ob nun dies dem laut nach 
nur auf eine zeit angesehen zu sein scheint, 
so reden doch andere exempla, dass der- 
gleichen temporaria onera gemeinlich auf 
eine perpetuität ausgeloffen. Sintemalen aber 
ermelter hof jederzeit ein adeliges landgut 
gewesen und noch ist, also mit den bürger- 
lichen oneribus der Stadt Wien keine ge- 
meinschaft hat», so solle der Abt alle dien- 
lichen Gegenremonstrationes einwenden. 

Original, Papier. 

3789 i6g5, Februar 11, Passau. 

Johann Philipp, Bischof und des heil, 
röm. Reichs Fürst zu Passau, Graf von 
Lamberg, belehnt anstatt und zu Hand des 



Schottenabtes Sebastian den Grafen Ferdi- 
nand von Herberstein, Neuburg und Gutten- 
haag, Freiherr auf Lhankowiz und Sierndorff, 
kais. geheim. Rath und Kämmerer, als des 
Gotteshauses zu den Schotten weltlichen Le- 
henträger mit dem Neudeggerlehen, bestehend 
aus dem Neudeggerhof bei St. Ulrich vor 
der kaiserlichen Residenzstadt mit allen Zu- 
gehörungen, darunter «der platz und umbfang 
des Neudeggerhoffes, darinnen dermalen ein 
aufrechtes haus unter dach aber inwendig 
unausgebaut samb einem öden garten und 
teich, auch ruinierter keller und thurm». 
Dazu gehören 20 Häuser mit ihren Grund- 
stücken: «zu der gülden eül, so Adam Rög- 
ger; bey den drey weissen löwen, so Chri- 
stoph Wilh. Winkhlmüllner; ein hauß, so 
Joh. Wilh. Zauner; bey den heyl. drey khö- 
nigen, so Gabriel Ottrich Ratz; bey den 
gülden sattel, so Primus Grena; zur gülden 
rosen, so Thomas Schnapper; bey der heyl. 
dreyfaltigkheit, so Christian Froscher; item 
im Emaus, so Hubert Gabler; zum siben 
Schwaben, so Carl Ferd. von Damian; item 
ein haus, so Michl Haindl; item das bey der 
grossen bötten, so Wolf Grün wald ; bey dem 
, gülden adler, so Peter de Lotti; ein haus, 
I so Martin Härtl; item die gülden schlang, 
so Christoph Winkhlmüllner; das zum gül- 
den löwen, so Niclas Blondil; ein haus, so 
Caspar Emer; item das beym raben, so Jo- 
hann Melchard Nachbar; item das beym 
schwarzn rössl, so Mathias Pfanzelter; item 
daß beym gülden schiff, so Johann Veith 
Zellhofer; das beym grünen thor, so des 
graffen Pertold sei. erben besizen mit ihren 
zugehörigen grundstuckhen». An Ueberländ 
gehören dazu: ein Weingarten auf dem gros- 
sen Gries vor dem Cärnerthor, «so das con- 
vent der p. p. augustiner besizen soll, aber 
dcrmahl nicht findig ist», 20 Joch Aecker 
«im obern puchfeld, so closter St. Lorenz», 
ein Hofstatt Weingarten und noch i Viertel 
und 2 Achtel daselbst, i Achtel im Planckhen- 
auer, i Viertel Weingarten im Puchfeld, so 
Graf Benedict Pertold, i halbes Joch und 
I Achtel Weingarten; dann i Viertel und 
I Achtel, so Marchese Malaspina, vorhin 
Anna Katharina Schidenitschin geborne Za- 



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Archiv des BQnedictinerstiftes Schotten in Wien. 



hentgrueb, item laut Grundbuch verschie- I 
dene Ueberländ -Weingärten, so 43 Kreuzer ! 
3 Pfennige dienen, «aber dermahl nicht zu ' 
zeigen, doch dahin zu sehen, dass selbige 
künftig womöglich beygebracht werden», item 
3 Achtel Weingarten in der langen Gasse 
zu Mätzlsdortf gelegen «und erst fürkhomen, 
so der freih. von Oppl besitzt». Dazu die 
Dorfobrigkeit sammt Urbar und Grundbuch, 
«welche sich von der vor dem burgthor ge- 
standenen in der türckh. belagerung nider- 
gelegten und wieder aufzurichten stehenden 
Säulen gegen St. Ulrich herauf rechter band 
gegen den abgebrochenen s. g. Rothenhoff 
bis zum güldenen sattel, linkher band aber 
von der gülden rosen zu den siben Schwaben 
durch daz Todengässl an die an dem weeg 
gestandene stainerne creüzsäulen vnd von der 
gegen der statt durch daß s. g. Crabatendörffl 
oder nunmehr also intitulierten Spittalbergen 
biß zu denen abgehackhten zwey nussbäumen, 
wovon die stöckh noch zu sehen erstreckht 
und vormals mit ordentlichen markhsteinen 
außgezeichnet gewesen, mit anlegung des 
Crobatendörffleins aber ausgegraben und ver- 
tilgt worden». Dieses Lehen solle so lange 
beim Schottenkloster bleiben, bis der gräflich 
Herberstein'sche Mannesstamm erlösche. Dann 
falle es, jedoch gegen Rückzahlung des Kauf- 
schillings der 9000 Gulden rheinisch, jeden 
derselben zu 15 Pazen oder 60 Kreuzer ge- 
rechnet, und Vergütung der Verbesserungen 
als apertes Lehen an Passau zurück, oder es 
könne gegen Benennung einer zweiten Fa- 
milie als Lehenträger auch beim Schotten- 
stifte bleiben. Wenn auch diese Familie 
stürbe, so würde das Lehen ohne Ersatz an 
Passau fallen. Dieses Lehen müsse übrigens 
seinen eigenen Richter haben, nicht den von 
St. Ulrich. Da der frühere Lehensbesitzer 
Freiherr von Kirchberg den Taz behalten, so 
sei das Schottenkloster gehalten, denselben 
im Wege Rechtens wieder ans Lehen zu 
bringen. Endlich müsse der Lehenträger ka- 
tholisch sein, sonst verliere er die Lehen- 
trägerei. 

«Ohne gefährde zu urkund dieses briefs 
mit unserer eigenen handunterschrift und 
hieranhangendem secretinsigl verfertigt.» 



Datum : Gegeben in unserer residenzstadt 
Passau den eilften monatstag februarii . . . 

Original, PergamcnL Mit Unterschrift und anhan- 
gendem Wachssiegel des Fürstbischofs Philipp. 

2790 löpS, August 16, Passau. 

Fürstbischof Johann Philipp von Passau 
an den Schottenabt Sebastian: «Gleichwie 
wir ob der vollführung des langwierigen 
Werkes der einantwortung des Neudegger- 
hofes ein grosses Wohlgefallen geschöpft, 
also versehen wir uns nicht weniger, der 
herr prälat werde die unter anderm stipu- 
lierte fördersambe wiederaufrichtung der vor- 
hin bestandenen grenzsäule vor dem Burg- 
thore sich bestens lassen empfohlen sein, 
allw^ohin wir auch unsere lehenherrliche an- 
mahnung hiemit thun.» 

Original, Papier. Mit eigenhändiger Unterzeich- 
nung des P'ürstbischofs. 

2791 i6()6, August ji, Wien. 

Der am 20. Juni verstorbene Steuerhandler 
und Grundschreiber des Stiftes Schotten Bern- 
hardin Tschugckh hat testamentarisch seine 
Ehewirthin M. Katharina zur Universalerbin 
ernannt und seinen vier Kindern jedem 150 
Gulden vermacht; sein Haus bei St. Ulrich auf 
der Neustift, das 1690 abgebrannt war und das 
er «aus der ihm anvertraut gewesten closters 
cassa repariert und erbaut und folglich uns, 
weil er nach seinem eigenen bekenntnis mit 
seiner rechnung in etwas langsam und un- 
richtig gewesen, einen merklichen rest schul- 
dig geblieben», überliess er *ad exonerandam 
suam conscientiam» dem Schottenkloster, 
welches 1000 Gulden, die darauf hafteten, 
hinauszahlen solle. Doch überliessen, weil 
Tschugckh dem Stifte durch 15 Jahre eifrig 
gedient, Abt Sebastian und Convent das Haus 
der Witwe, welche die 1000 Gulden hinaus- 
zuzahlen und jedem Kinde noch 150 Gulden 
auf dem Hause anzulegen habe. Beinebens 
wolle von Seiten der Stiftes mit Nachsehung 
der alten Ausstände und Pfundgelder die 
Gewär umsonst ertheilt und gelobt sein, alle 
Rechnungen des Seligen als ratificirt und 
approbirt anzunehmen. 

Original, Papier. Mit aufgedrQcktem Wachssiegel 
und Unterschrift des Abtes und des Priors Leopold. 



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Archiv des Benedictinerstiftes Schotten in Wien. 



125 



3792 i6gy, Januar 8, Passau. 

Johann Philipp Graf von Lamberg, 
Fürstbischof von Passau, belehnt den Grafen 
Benedict von Herberstein als weltlichen Lehen- 
träger des Hochstiftes mit dem Neudegger- 
hof «mit allen ein: und zugehörungen, nichts 
außgenohmen, grund, diensten, pfening, gäl- 
ten, mannschafften, sambt der dorffobrigkheit 
und all andern herrlich : vnd gerechtigkheiten, 
so darein und dazu gehören». 

«Zu urkund dessen dieser brief mit 
unserer eigenen handun terschrift und hier- 
anhangendem secretinsigl.» 

Datum: Gegeben in unserer residenz- 
stadt Passau. 

Original, Pergament Mit Unterschrift und Siegel 
des Fürstbischofs Johann Philipp. 

3793 iGgg, Februar 10, Wien. 

Die Regierung entscheidet betreffs der 
vom Schottenabte Sebastian eingereichten 
Erklärung wegen der Reducirung der Schuster 
zu St. Ulrich, «dass der abt auf seinem land- 
gut St. Ulrich die schuster aufs höchste auf 
40 reduciere, entgegen die bürgerl. schuster 
sie in ihre zunft praestitis praestandis un- 



weigerlich einverleiben, im übrigen aber es bei 
dem unterm 11. juni 1677 getroffenen ver- 
gleich allerdings sein verbleiben haben, dieses 
aber dem hr. abten an seiner herrschaftl. 
Jurisdiction unpraejudicirlich sein solle». 
Vidimirte Copie, Papier. 

3794 i6gg, Juni 26, Passau. 

Der Fürstbischof Johann Philipp von 
Passau schreibt an den Schottenabt Sebastian, 
er müsse sich erinnern, dass vor wenig Jahren 
beim Ankauf des Neudeggerhofes unter An- 
derem ausdrücklich bedungen worden sei, es 
sollte vom Prälaten und seinem Stifte die vor 
der Wiener Belagerung vor dem Burgthor ge- 
standene Säule mit dem Wappen des Hoch- 
stiftes Passau in ihrer Form, auch auf dem 
Platze, wie und wo sie vorhin gestanden, wie- 
der aufgerichtet werden. Da nun verlautbart 
wurde, es wäre noch nicht vollzogen, dessen 
längerer Anstand aber besorgliche Schwierig- 
keiten nach sich ziehen dürfte, so wolle er 
den Prälaten von hochfürstlicher Lehenherr- 
schaft wegen erinnern, der ehestmöglichen 
Bewerkstelligung eingedenk zu sein. 

Original, Papier. Mit eigenhändiger Unterschrift 
des Fürstbischofs. 



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REGESTEN 



AUS DEM 

K. UND K. HAUS-, HOF- UND STAATSARCHIVE IN WIEN. 



VON 



ANTON VICTOR FELGEL, 

K. UND K. SECTIONSRATH UND STAATSARCHIVAR. 



3795 1204, Mär:{ jo, Schwadorf. 

Wolfker, Bischof von Passau, eximirt 
auf die Bitte Gottfrieds, des Wiener Kämme- 
rers, die in dessen Hofe in Wien von ihm 
erbaute und der heil. Dreifaltigkeit geweihte 
Betkirche mit Zustimmung des Wiener Pfar- 
rers Sigehard von der Mutterkirche. Gottfried 
und seine Gattin werden, so lange sie am 
Leben sind, für den Gottesdienst daselbst 
Vorsorge tretfen. Sie können für den Fall 
ihres erblosen Ablebens ihren Nachfolger in 
diesem Patron atsrechte frei bestimmen. Gott- 
fried gibt dafür vier Baugründe, welche einst 
dem Juden Zlom gehörten und links neben der 
Judenschule an dem von der Donau herauf- 
führenden Wege gelegen sind. Von diesen 
vier Gründen werden jährlich 5 Schilling 
18 Pfennig geleistet. 

Zeugen: Heinricus, decanus Pataviensis, 
Germanus noster Sigehardus archipresbiter et 
alii fratres nostri de choro Pataviensi: sci- 
licet Arnoldus, sacrista, Cunradus, obleiarius, 
Gotfridus, Vlricus scriba, Sifridus, Heinricus. 
Nobiles quoquc laici: Crafto de Emcinspach, 
Rapoto de Valkimberc. Ex ministerialibus 
ecclesie: Richerus de Wesen, pincerna, Hein- 
ricus dapifcr de Lonstorf, Cunradus de Sieh- 
torf, Albertus puer de Patavia, Tiemo de 
Puochimbcrge, W^alcunus de Herdingin, Wal- 
terus, marscalcus, Sifridus dcGrifinstain, Mane- 
goldus de Sconimpuhele, Cunradus de Puhele. 



Insuper ministeriales ducis austrie; scilicet 
Hadmarus de Kunringin, Wikardus de Cebin- 
gin, Heinricus de Perhtoldistorf et frater eius 
Rapoto, Rapoto de Schonimberc, Hadmar 
de Poumgarten, Albero de Ottinstain et alii 
multi. 

Siegler: Wolfker, Bischof von Passau. 

Datum: Acta sunt hec in Swabedorf, 
anno incarnationis domini millesimo ducen- 
tesimo quarto. Indictione septima iij. kalend. 
aprilis, sub Liupoldo duce Austrie ac Stirie 
filio ducis Liupoldi, qui consobrinus fuit Bele 
regis Ungarorum, anno praesulatus nostri 
quarto decimo. 

Original, Pergament. Mit verletztem Siegel. 

Vollständig abgedruckt in Hormayr, Geschichte 
Wiens, Bd. I, ÜB., S. 47—49, Nr. 17 (nach dem Original). 

2796 i2oy, Juli 2g, Wien. 

Leopold VI., Herzog von Oesterreich 
und Steiermark, bestätigt, dass der Kämme- 
rer Gottfried das gesammte Vermögen der von 
ihm in seinem Hofe zu Ehren der heil. Drei- 
faltigkeit erbauten und durch Bischof Wolf- 
ker von der Mutterkirche eximirten Betkirche, 
an welcher Gottfried und seiner Gattin Gol- 
drune und ihren Nachkommen das Patronats- 
recht zusteht, seinem besonderen Schutze em- 
pfohlen habe, und dass für den Fall des erb- 
losen Absterbens Gottfrieds und Goldrunens 
deren Patronatsrecht auf ihn, den Herzog, 



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K. und k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien. 



127 



beziehungsweise auf seinen Nachfolger als 
Landesfürsten von Oesterreich übergehen solle. 

Zeugen : Hainricus de Tumbenowe, 
Hainricus dapifer de Prunne, Rudolfus de 
Potindorf, Viricus Struno marscalcus et frater 
suus Wernhardus, Tietricus de Liehtenstain, 
Hadmarus de Sunnenperc, Hainricus de Tri- 
bauswinkle, camerarius, Liupoldus pincerna, 
Hugo, frater eins, Wikardus de Sancto Vito, 
Vlrich Asinus, Viricus de Waehingen, Hain- 
ricus de Crvmpach, Tietricus Stuhsse, Viri- 
cus frater eins, Hugo frater eius, Rudiger de 
Zolre, Hainricus de Trawisteten, Viricus filius 
Swertzgeri, Cunrat Matze, Tietmar de Raetiln- 
perc, Rudolfus de Piela, Kaloch de Aecilins- 
torf, Tiemo Gweltiln, Wikerus, Hainricus 
Svvevvs, Tietrich, magister monete, et alii 
quam plures. 

Siegler: Der Herzog. 

Datum: Acta sunt hec infra Wiennam 
et Gumpintorf, anno incarnacionis domini 
m° cc** vii% indictione x' iiij ° kalend. augusti. 

Original, Pergament. Mit ziemlich gut erhalte- 
nem Siegel. 

Meiller, Babenberger Regesten, S. 97, Nr. 65 (nach 
dem Original im Archive der Herrschaft Tulln). 

3797 1238, August, Brixen. 

Kaiser Friedrich II. nimmt die Juden 
zu Wien, seine Kammerknechte, in seinen 
kaiserlichen Schutz und macht zu ihren Gun- 
sten verschiedene Verordnungen. 

Zeugen: Die Fürsten: der Patriarch von 
Aquileja, die Erzbischöfe S[iegfried] von Mainz 
und der von Magdeburg, die Erwählten von 
Köln und von Lüttich, die Bischöfe von 
Passau, Würzburg, Worms und Meissen, der 
Herzog von Kärnten, H. Graf von Askanien, 
Graf G. von Arnesteyn. 

Datum: Acta sunt hec anno dominice 
incarnationis millesimo ducentesimo tricente- 
simo octavo, mense augusti . . . 

Datum in obsidione Brixie . . . 

Original, Pergament. Die Goldbulle fehlt. 

Vollständig abgedruckt in Hormayr, Geschichte 
Wiens, Bd. I2, ÜB., S. 22—24, Nr. 49 (aus dem Original). 
— Hormayr, Taschenbuch, 181 2, S. 70. — Oesterr. 
Archiv, 10, 127. — Huill, 5, 221. — Geschichlsquellen 
der Stadt Wien, 1% 20 (nach dem Original). — Böhmer, 
Regesta Imperii, V i, S. 477, Nr. 2378. 



3798 1244, Juni 24. 

Albero de Swartzenowe übergibt zu sei- 
nem und seiner Eltern Seelenheile ein in 
«Brunne» gelegenes Lehen dem Convente 
«Sancte Marie Magdalene in Wienna ante 
Scotos». 

Zeugen: Albero de Swartzenowe, Diepol- 
dus de Alse, Pittrolfus filius eiusdem, Ebro, 
Otto, Viricus. 

Datum: Acta sunt hec anno domini 
M^CC'XLIIir, Indictione 1% Vlir kalendas 
julii. 

Copie. 

3799 1244, October 26. 

Albero de Swartzenowe widmet mit Zu- 
stimmung seiner Erben dem Altare «Sancte 
Marie Magdalene in Wienna» ein Beneficium, 
welches jährlich 7 Solidos dem Altare Sancti 
Egidii in Gumpendorf zinst, und verpflichtet 
sich, diese Kirche dafür zu entschädigen. 

Zeugen: His interfuerunt: Dominus 
Chünradus comes de Hardcck, filii mei 
Strimo et Pilgrimus, Hermannus de Hanne- 
dorf, Rfdegerus de Gerhartsdorf, Jordanis 
sacerdos Sancte Marie Magdalene, frater Ber- 
noldus, Gerungus de Schardinge, Richerus 
sagittarius, Albertus de Swartzenowe et ceteri 
fratres eius, Herrandus de Rapotschirchen. 

Datum: Acta sunt anno domini M^'CC'* 
XLMIir, VII» kalendas novembris. 

Copie. 

3800 1246, October 13. 

Die römische Königin Margarethe als ge- 
setzliche Erbin des auf dem «Chienmarchet» 
gelegenen Hauses, das einstens dem Kämme- 
rer Gottfried gehört hat, bestätigt dem Käm- 
merer Berhtold, dessen Gattin Diemut und 
deren Erben das Eigenthum des genannten 
Hauses sammt der darin befindlichen Kapelle 
und allem Zugehör. Margarethens Bruder 
Friedrich, weil. Herzog von Oesterreich, hatte 
dieses Haus dem Kämmerer Berthold und 
seiner ersten Gattin Gertrud als Eigenthum 
geschenkt. 

Zeugen: Die Bischöfe Rudeger von Pas- 
sau und Conrad von Freising, Bruder Hein- 



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128 



K. und k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien. 



rieh von Hohenloe, Deutschmeister («Magistri 
domus Teutonicorum»), Liupold, Propst von 
Ardaker, Reinher, Dechant von Krems, Mei- 
ster Liupold, Pfarrer zu Wien, Meister Got- 
schalc, Pfarrer zu Holabrunn, Marquard, 
Pfarrer zu Retz, Heinrich von Prunne, Chun- 
rad von Hintperch, Wolfker vonParowe, Hein- 
rich von Merswanch, Chunrad von Grifen- 
stein, Heinrich Spismagen, Sivrid Chlebarius, 
Chunrad, Sohn Symunds, Chunrad, Sohn 
Johanns, Chunrad Chrigelarius, Heinrich 
Scharrarius. 

Siegler: Die Ausstellerin. 

Datum : Acta sunt hec Winne anno do- 
mini millesimo ducentesimo quadragesimo 
sexto, tercio idus octobris. 

Original, Pergament. Mit gut erhaltenem Siegel. 

2801 [1247-] 

Gertrud, Herzogin von Oesterreich, 
schenkt ihr gesammtes, aus der Verlassen- 
schaft ihres Oheims, weil. Herzog Friedrichs 
von Oesterreich und Steiermark, ererbtes 
Recht auf das Haus des Kämmerers Gottfried 
in Wien dem Kämmerer Berthold und seiner 
Gattin Dymud als freies Eigenthum. 

Siegler: Die Ausstellerin. 

Original, Pergament. Mit anhangendem Siegelreste. 

2802 I26i, April 2(?, Wien. 

Ottokar von Böhmen, Herzog von Oester- 
reich und Steiermark, Markgraf von Mähren, 
bestätigt das Eigenthumsrccht des Kämme- 
rers Berthold und seiner Gattin Dymud an 
dem auf dem Chienmarcht gelegenen Hause. 

Zeugen: Chunradus de Hintperch, Had- 
marus de Lichtenwerde, Otto, camerarius de 
Berhtoldesdorf, Otto, camerarius de Wal- 
chunschirchen, Wernhardus Puscelo, Otto de 
Haslowe, Rapoto de Valchenbcrch, Chun- 
radus de Zekkingcn, Otto de Haslowe, Gun- 
dacharus de Habspach, Erchengerus de Lan- 
deser, Heinricus de Schoncnowe, Vlricus de 
Pilhiltdorf, Chunradus de Pergowe, Vlricus 
marscalcus de Habspach, Marquardus de Hint- 
perch, Chunzlinus de Pilhiltdorf. 

Siegler: Der Aussteller. 



Datum: Actum Wienne anno domini 
m°cc**lxi**. Datum per manum magistri Ar- 
noldi nostri prothonotarii quarto kalend. maii. 

Original, Pergament. Mit beschädigtem Siegel. 

2803 1261, Juni 21, Passau. 

Der Passauer Bischof O. hat auf Grund 
päpstlicher Autorisation acht «taxatores et 
conseruatores pecunie coUigende pro expensis 
in . . . negotio Tartarorum ... et aliis ne- 
gociis nostris faciendis» gewählt, unter ihnen 
auch «magistrum Gerhard um plebanum de 
Wienna». 

Siegler: Der Aussteller und alle anwesen- 
den, in der Urkunde namentlich angeführten 
Prälaten. 

Datum: Patauii anno domini millesimo 
ducentesimo sexagesimo primo XI. kalend. julij. 

Einfache Abschrift, Papier. 

3804 1267, Mai 31. 

Schwester «Alhaidis dicta de Lachsen- 
dorf» verkauft mit Zustimmung ihrer Mutter 
und ihres Oheims Albert ein halbes Pfund 
Gülten, welche der Fleischer («carnifex») 
Marchward ihr von einem in Toblich ge- 
legenen Weingarten alljährlich zinst, der 
Schwester Anna als Eigen. 

Siegler: Bruder Ortolf von Otenstetten, 
Commendator des Deutschen Hauses in Wien. 

Zeugen: Frater Willehelmus, sacerdos, 
frater Ortolfus, commendator in Wienna, 
frater Marsilius, frater Ortwynus, Chunradus 
dictus de Winhös, Hertnidus de Sulcher- 
straz, Pabo Scolaris, Perchtoldus Hagen. 

Datum: Acta sunt haec . . . secunda ka- 
lendas junij . . . 

Original, Pergament. Mit Insiegel an Pergament- 
streifen. 

2805 1267, Juli 18, Wien. 

Leupoldus, Prior der Dominikaner, Leo, 
Guardian der Minoriten, und Otto, Richter 
in Wien, Urkunden, dass vor ihnen Meister 
Gerhardus, Pfarrer zu Wien, und Bruder Or- 
tolphus, Commendator des Deutschen Hauses 
in Wien, Folgendes vereinbart haben: 

Meister Gerhard hat einen am Fusse 
des Berges Albrectsreut gelegenen, insgemein 



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K. und k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien. 



129 



die Pevnt in Mineriech genannten Weingar- 
ten um 70 Mark Silbers Wiener Gewichtes 
vom Bruder Ortolf mit Zustimmung des 
Generalcommendators in Oesterreich und Ul- 
richs von Challenperch, des Bergmeisters des- 
selben Weingartens, gekauft. Er gibt mit 
Zustimmung der Letztgenannten denselben 
Weingarten den Klosterfrauen zur Himmel- 
pforte, welche er daselbst auf seine Kosten 
in sein eigenes Haus eingeführt hat. Die 
Klosterfrauen haben dafür mit Erlaubniss des 
Bischofs Peter von Passau vor den Brüdern 
des Predigerordens, Prior Leupold und Otto 
von Wrms, und dem Meister Gerhard selbst 
gelobt, dass sie beständig eingeschlossen blei- 
ben und die Regel des heiligen Augustin be- 
obachten wollen, widrigens der genannte 
Weingarten als Eigenthum an die Mutter- 
kirche St. Stephan in Wien fallen soll. 

Siegler: Nos Leupoldus et Leo fratres 
et Otto judex predicti ad petitionem et in- 
stantiam predictorum videlicet magistri G. 
et fratris Ottonis. 

Zeugen : Presentibus testibus . . . magistro 
Thevderico plebano de Polan, fratre Wilhalmo 
et fratre Ortwino de domo Thevtonica, ma- 
gistro Ottone subdiacono perpetuo vicario 
ecclesie sancti Stephani, Raybotone dicti Ze- 
levb, Hermanno filio domini Hiltmari, Albe- 
rone de Symoninge, Arnoldo dicto Renner. 

Datum : Acta sunt hec . . . Wienne . . . 
XV*' kal. augusti. 

Original, Pergament. Von den fünf Siegeln sind 
zwei ziemlich gut erhalten, eines beschädigt, von zweien 
nur Ueberreste vorhanden. 

Vollständig abgedruckt in Hormayr, Geschichte 
W^iens, Bd. V, ÜB., S. 10—12, Nr. i3o. 

3806 126g, Juni 16, Germeris[. 

Ottokar, König von Böhmen, Herzog 
von Oesterreich und Steiermark, Markgraf 
von Mähren, nimmt seine beiden Capläne, 
nämlich den Meister Gerhard, Pfarrer in 
Wien und Gars, und dessen Bruder Meister 
Theoderich, Pfarrer in Alt-Pölla, in dankbarer 
Anerkennung der vielen Verdienste, welche 
sie sich erworben haben, in seinen beson- 
deren königlichen Schutz, und zwar ihre 
Personen und Kirchen und ihre Gläubigen, 
geistliche wie weltliche, mit allem ihren gegen- 

Regesten zur Geschichte der Stadt Wien. III. 



wärtigen und künftigen Besitze, zumeist aber 
jene Dinge, welche sie den Himmelpförtne- 
rinnen, dem Krankenhause zu St. Job und 
deren Religiösen und Dienern schon bei Leb- 
zeiten oder für den Todesfall bestimmen und 
vermachen. Die genannten beiden Meister, 
die Himmelpförtnerinnen und die Siechen 
von St. Job dürfen aus seinen Wäldern ab- 
gefallenes dürres brennbares Holz für ihren 
eigenen Bedarf entnehmen. Niemand darf 
gegen ihren Willen ihren Kirchen Collecten 
auferlegen oder eigenmächtig über die Bau- 
lichkeiten der Kirche und Alles, was letzt- 
willig von den Gläubigen der Kirche gespen- 
det wird, verfügen. Sie werden von aller 
fremden Gerichtsbarkeit befreit, ausgenommen 
bezüglich des Todschlages, Diebstahles und 
Raubes. Meister Gerhard erhält besondere 
landesfürstliche Licenz und Consens, seine 
und der Wiener Pfarrkirche Rechte gegen- 
über dem Abte und Convente der Schotten 
in Wien und jedem, der sie zu verletzen 
unternähme, ungeschmälert zu wahren und 
die Zehenten einzufordern. 

Siegler: König Ottokar. 

Zeugen: Presentibus testibus qui sunt 
hü: Haertlibus et Hainrigus camerarii nostri. 

Datum: per manus magistri Vlrici nostri 
prothonotarii in curia nostra venatica apud 
Germeriz . . . XVI** kal. julij. 

Original, Pergament. Mit einem Siegelreste: 

3807 i2yo, Mär^ 2j, Wien. 

«Otto dictus de Foro Wienne» verkauft 
seinen in Grinzinge gelegenen und im Volks- 
munde «Lembs» genannten Weingarten in 
Gegenwart des Bergmeisters, «domini Dietrici 
de Chalenperch», mit Zustimmung seiner 
Gattin «domine Gerdrudis et Griffonis filii 
nostri ac Ulrici dicti Ulmanni» dem Meister 
Gerhard, Pfarrer zu Wien, mit allem Rechte, 
wie er ihn selbst als Eigenthum besessen hat, 
um 1 10 Mark reinen Silbers Wiener Gewichtes. 

Siegler: Die Stadt Wien und Otto de Foro. 

Zeugen: «presentibus testibus infra scrip- 
tis qui sunt hü, videlicet: frater Ortholphus 
comendator domus Theutonice in Wienna. 
dominus Chunradus, presbyter, prepositus 
claustri virginum de porta celi. magister 

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K. und k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien. 



Otto plebanus ecclesie sancti Martini de Mul- 
bach. Rudolphus et Hadmarus dyacones. (sie!) 
dominus Theodericus magister montis. Wern- 
herus dictus Speismagister. Pitrolphus de 
Alse. Chunradus dictus Hesenerius. Hayden- 
ricus de Raschelo. Ditricus filius Minne. Paulus 
cognatus Sifridi in fine. Alguinus notarius. 
Hainricus nepos predicti magistri. G. Eber- 
gerus notarius prefati domini Ditrici magistri 
montis. Ernestus de Neunburch. Ortolphus 
de Grincinge. Ditricus servvs plebani. 

Datum: Acta sunt hec Wienne anno 
domini m** cc** lxx° indictione xiij decimo 
kalend. aprilis. 

Original, Pergament Mit zwei Siegeln, von denen 
das erste — des Ausstellers — gut erhalten, das zweite 
— der Stadt Wien — sehr beschädigt ist. 

Vollständig abgedruckt in Fontes, Abth. II, Band i, 
S. 107, Nr. XCIII. 

3808 I2J0, Mär^ 23, Wien. 

«Otto dictus de Foro Wienne», welcher 
seinem Compater Meister Gerhard, Pfarrer zu 
Wien, einen Weingarten, «Lembz» genannt, 
um iio Mark reinen Silbers Wiener Ge- 
wichtes verkauft hat, verspricht demselben 
die Erwirkung der Bestätigung von Seiten 
Ottokars, Königs von Böhmen, und der Ein- 
willigung und Zustimmung von Seiten Za- 
bulos darüber. Meister Gerhard mag ein Dritt- 
theil des Kaufpreises so lange zurückhalten, bis 
Otto'de Foro die Zustimmung seines Schwie- 
gersohnes «Hainricus Preuzlinus» und seiner 
Gattin, Ottos Tochter, erlangt haben wird. 

Siegler: Otto de Foro. 

Datum Wienne anno domini m° cc** 
Ixx** x° kalend. aprilis. 

Original, Pergament. Mit beschädigtem Siegel. 

Hormayr, Geschichte Wiens, Bd. V, ÜB., S. 1 2 ff., 
Nr. i3i. 

2809 12^0, April 2, Wien. 

«Otto dictus de Foro Wienne» beurkundet, 
dass sein Schwiegersohn «dominus Hainricus 
dictus Preüzlinus» in seiner und des Wiener 
Pfarrers Meister Gerhard Anwesenheit im 
Pfarrhofe für sich und seine Gattin Marga- 
retha, Ottos Tochter, aller Ansprüche an den 
«Leimbs» genannten Weingarten sich begeben 
imd dem Verkaufe desselben an Meister Ger- 



hard, Pfarrer zu Wien, um iio Mark Silber 
zugestimmt habe. Er, Otto, wird auch sobald 
als möglich die Einwilligung und Zustimmung 
Zabilonszudem gedachten Verkaufe beibringen. 

Siegler: Der Aussteller. 

Zeugen : Presentibus testibus infra scriptis 
qui sunt hü: frater Ortolphus commendator 
domus Thevtonice in Wienna, magister Hain- 
ricus notarius, Otto plebanus in Mulbach, 
Asquinus notarius, Wolffelinus, Volcholdus, 
Weinricus, Johannes, Vlricus, Dietricus, Chun- 
radus. 

. Datum: Acta sunt hec Wienne anno 
domini millesimo cc** Ixx** indictione xiij üij*' 
nonas aprilis. 

Original, Pergament. Mit verletztem Siegel. 

Vollständig abgedruckt in Fontes, II, i, S. 109, 
Nr. XCIV. 

3810 i2yi, Februar 4, Wien. 

«Gerhardus solo nomine dictus magister» 
Canonicus von Passau, Pfarrer zu Wien, 
Caplan des Fürsten, hat zum Seelenheile 
des Landesfürsten, des Passauer Bischofs, des 
Wiener Pfarrers und der Genossen desselben, 
der österreichischen Herzoge Leuppold und 
Friedrich und des ehemaligen Passauer Bischofs 
Berthold, der ihm die Wiener Pfarre verliehen 
hat, seiner Voreltern u. s. w. ein Nonnenkloster 
zur Himmelpforte gegründet. Er beurkundet, 
dass er den Himmelpförtnerinnen und den 
Chorherren von Geras, denen der Gottesdienst 
und die Seelsorge im genannten Frauenkloster 
obliegt, einen in Grinzing gelegenen, «Lembs» 
genannten Weingarten, welchen er von Herrn 
«Otto de Foro» um iio Mark reinen Silbers 
Wiener Gewicht erworben hat, überlassen, 

' den Fruchtgenuss des Weingartens aber sich 

I vorbehalten habe. 

! Siegler: P. Ulrich, Abt von Jerus, M. 

I Gerhard und die Zeugen. 

i Zeugen: Presentibus: . . . preposito de 

I Pernekke, fratre meo magistro Th. plebano 
de Polan et O.^) plebano de Mulbach. 

Date Wienne anno domini millesimo 
cc**lxx° primo pridie nonas februarij. 

Original, Pergament. Mit einem gut erhaltenen 
Siegel, die anderen drei fehlen. 



») Otto, vgl. Regest Nr. 2807. 



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K. und k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien. 



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3811 12-]!, Mär:{ 5, Wien. 

«Gerhard US solo nomine dictus magister» 
Canonicus von Passau, Pfarrer zu Wien und 
Caplan des Fürsten, bezeugt, dass er den 
Himmelpförtnerinnen und den Chorherren 
von Jerus, welche im Kloster zur Himmel- 
pforte Gottesdienst und Seelsorge versehen, 
den Weingarten «Lembs» in Grincinge ge- 
geben habe, obwohl er einstens seinem Neffen 
Hainricus de Septem Castris denselben Wein- 
garten mit der im Pfarrhefe von ihm erbau- 
ten Kapelle geschenkt hatte. Er hat diese 
Schenkung seitdem in zulässiger Weise wider- 
rufen, den lebenslänglichen Fruchtgenuss des 
genannten Weingartens jedoch für sich und 
seinen Bruder Meister Theoderich, Pfarrer 
von Polan, vorbehalten. 

Siegler: Frater Hartpernus minister xmd 
Meister Gerhard. 

Datum: Actum Wienne anno domini 
millesimo cc** Ixx** primo iij** nonas marcij. 

Original, PergamenL Mit zwei beschädigten Siegeln. 

Fontes, II, i, S. 170 ff., Nr. II. 

2813 I2y4, Februar 25, Waidhof en. 

Chunrad, Bischof von Freising, bezeugt, 
dass alle «aree extrinsece iuxta murum domus 
nostre in Wienna situate et eidem domui con- 
tigue» zur Dotirung der Kapelle dieses Hauses 
gehören. Um dieselbe gegen etwaige Anfechtun- 
gen zu schützen, verleiht er die erwähnten und 
noch andere Plätze, welche vordem vielleicht 
nicht übergeben worden waren, neuerdings an 
Heinrich, Notar und Rector jener Kapelle. 

Siegler: Chunrad, Bischof von Freising. 

Datum: Waidhouen anno domini mille- 
simo cc** Ixx quarto. quinto kalendas marcij. 

Original, Pergament. Mit gut erhaltenem Siegel. 

Fontes, II, i, S. 170 ff., Nr. IL 

3813 12^4, Mai 16, Klosterneuburg. 

Ottokar, König von Böhmen etc., be- 
stätigt den Brüdern des Heiligen Geist-Ho- 
spitals in Wien alle bisher genossenen Rechte. 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum: ... in Newnburga 1274 XVII 
kalend. junij. 

Eingeschaltet in der Bestätigung durch Herzog 
Albert von Oesterreich zu Wien am 12. März 1371. 

Hormayr, GeschichteWiens, Bd.V, ÜB., S. 1 3, Nr. 1 32. 



2814 I2y5, Mär\ 2j, Wien, 

Wolfker von Eywanstal und Gertrud, 
seine Gattin, Ortolf von Schratenstain und 
Dimud, seine Gattin, beurkunden den Verkauf 
ihres «in ciuitate Wiennensi in Foro Theda- 
rum, quod Chienmarcht vulgariter dicitur» 
gelegenen Hauses mit «ortis curiis torculari 
pistrino cellario ante portas in introitu domus 
sito et duabus mensis panum eidem cellario 
contiguis et innexis cum fundo et jure patro- 
natus capelle eiusdem domus> sammt allen 
Einkünften, Rechten und Freiheiten dieser 
Kapelle an Meister Chunrad von Tuln, Land- 
schreiber von Oesterreich, und seine Gattin 
Frau Eyte um 220 Talente Denare Wiener 
Münze. Sie sind in den Besitz des Hauses, 
welches einst Perhtold dem Kämmerer ge- 
hörte, als dessen Erben gelangt, da sie sich 
zu gleichen Theilen mit Heinrich, depi Sohne 
des vorgenannten Kämmerers, und Gysla, sei- 
ner Schwester, und ihrem Gatten Chunrad, 
dem Schenken -von Habspach, in die Erb- 
schaft theilten. Sie bestätigen den Verkauf 
durch die Hand Heinrichs, des Sohnes vor- 
genannten Kämmerers, welcher zur Zeit der 
Veräusscrung des Hauses das Burgrecht be- 
sass, das, auf landesfürstlicher Verleihung be- 
ruhend, von seinen Vorfahren ihm angefallen 
war und jährlich 24 Denare üblicher Wiener 
Münze am Feste des heiligen Märtyrers Georg 
betrug. 

Siegler: Die Aussteller und ihre Mit- 
erben und die Wiener Bürgerschaft. 

Zeugen: dominus Pilgrimus capellanus 
capelle eiusdem domus, dominus Levtwinus 
capellanus ad sanctam Katherinam in domo 
Greiffensteinarij, sacerdotes. Magister Heinri- 
cus von Draischirchen notarius camere, do- 
minus Heinricus de Gotteinsvelde magister 
cellarij, dominus Ditricus de Chalnperge, do- 
minus Hvnlo de Tvlna, dominus Albertus 
dictus Vevsel de Alaeht, dominus Karolus de 
Charcharn, dominus Wolfkerus de Chogel, 
milites. Dominus Paltramus ante cimiterium 
Sancti Stephani, Chvnradus dictus Chrigler 
tunc judex ciuitatis Wiennensis, Chvno quon- 
dam magister monete Wiennensis, Heimo et 
Otto fratres filii Ottonis Heymonis felicis me- 

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K. und k. Haus-y Hof- und Staatsarchiv in Wien. 



morie, Levpoldus in Alta Platea, Rvdgerus et 
Paltramus fratres in Witmarcht, Wernherus 
Spismagister, Paltramus Vatzo, Wilhalmus 
Scherandus, Levpoldus de Quinque Ecclesiis, 
Chvnradus Vrbaetscht, Ernestus institor, Chvn- 
radus Hesner, Chvnradus Wulfleinstorfer, Pil- 
grimus et Georius fratres Chriglarij, Vlricus 
Valchenstainer, Albertus Dremel, OrtloChraehs- 
ner, Levpoldus Riemer, cives. Ditricus et Wi- 
sento fratres de Chalnperge, Chvnradus de 
Sancto Logo, Otto filius Ditrici de Chaln- 
perge, Fridricus et Vlricus fratres de Chrizen- 
dorf, Rvdgerus Linsperger, Brvno de Him- 
perch, Arnoldus filius Prevnrici de Toblico, 
chnappones. Jvngericus, Arnoldus, Johannes, 
Perhardus, Ditricus de Nevmbvrch, Nycolaus, 
notarij. Wernherus plebanus de Rapotenchir- 
chen, Ditricus capellanus sancte Marie super 
litus. 

Dat. et act. Wienne in domo prefato 
anno ab incarnacione domini millesimo du- 
centesimo septuagesimo quinto decimo ka- 
lendas Aprilis. 

Original, Pergament. Mit fünf Siegeln: i. S. Wolf- 
keri de Eibanstal, 2. Ortolphus de Schratenstain, 
3. Wiener Stadtsiegel (beschädigt), 4. Heinr. Camerarius, 
5. Heinr. Pincerna de Habspach. 

An einem zweiten, ebenfalls im k. u. k. Haus-, 
Hof- und Staatsarchiv verwahrten Originale hängen nur 
noch die Siegel 2, 4 und 5. 

3816 i^yß, Januar 6, Wien. 

«Wernhardus magister et procurator» und 
die Brüder und Officialen des Hospitals der 
heiligen Maria in Cerwalde entsagen allen 
dem Hospitale zukommenden Rechten auf das 
innerhalb der Stadtmauern Wiens am Chyen- 
marcht gelegene Haus, das einst Gottfried 
dem Kämmerer gehörte, gegen eine gewisse 
Geldsumme, welche Chvnrad der Schreiber 
und Kammergraf von Oesterreich dem Spitale 
geschafft hat. Chvnrad hatte das Haus von 
den Erben des Herrn Perhtold, genannt Speis- 
magister, mit Genehmigung Ottakars, Königs 
von Böhmen, Herzogs von Oesterreich und 
Steiermark, gekauft. Für die von Chvnrad 
erlegte Geldsumme hat das Hospital das in 
Wien gelegene Haus des verstorbenen Herrn 
Dietrich des Reichen mit dem Patronatsrechte 
über die in demselben Hause gestiftete Ka- 



pelle des heil. Nicolaus von Albert von Lahsen- 
dorf und seinen Miterben erkauft. 

Zeugen: domini: Hevnlo de Tvlna tunc 
judex Wiennensis, Trauslibus, Wolfkerus de 
Chogel, Ditricus de Chalnperge, milites. Hein- 
ricus camerarius in Foro Theodarum, Ditricus 
et Wisento fratres de Chalnperge, Fridricus, 
Vlricus et Wigandus fratres de Chrizendorf, 
Fridricus de Mawerbach, chnappones. Leu- 
poldus in Alta Strata tunc magister monete, 
Leupoldus de Quinque Ecclesiis, Chvnradus 
Vrbätsch, Willehalmus Scherandus, Wernhar- 
dus filius suus, ciues Wiennenses. Arnoldus, 
Jvngericus, Johannes, Ulricus, Mangoldus, 
Rvedlinus, Wernherus Ditricus, notarii. 

Siegler: Hospital St. Maria im Cerwalde; 
Wernhard, Notar. 

Datum: Acta sunt hec Wienne ... in 
Epiphania domini. 

Original, Pergament. Mit zwei Siegeln. 

Vollständig abgedruckt in Hormayr, Gesch. Wiens« 
Jahrg. 2, Bd. II, S. CXCIX ff., Nr. CCXLII. 

3816 1276. 

Nicolaus Propst und das ganze Capitel 
« ecclesie Ne wnburgensis» verkaufen dem Brud er 
Ortolf, Commendator, und allen Brüdern cdo- 
mus Theutonice in Wienna» das Bergrecht 
von 2^2 Joch und die Zehenten von 3'/, 
Joch Weingarten um 40 Mark Silber. Namen 
und Lage der Weingärten: In Altenürfar 
2 Joch, von denen 5 Urnen als Bergrecht 
jährlich dem Stifte geleistet werden; in der 
Nidernschozze ^/j Joch, von welchem jährlich 
I ^2 Urnen Bergrecht an Ditmar «de Sancto 
Loco» geleistet werden mussten. Propst und 
Capitel von Klosterneuburg lösen dieses Berg- 
recht von Ditmar durch Rath und Vermitt- 
lung des Ditrich von Chalnperg u. a. ab. 
Von dem dritten Weingarten, gewöhnlich 
«Poeshel» genannt, kommt dem Stifte kein 
Bergrecht zu. Die Deutschordensbrüder wer- 
den von ihm aber doch die Zehenten ablösen. 

Siegler: Ulrich, Propst; der Convent von 
Klosterneuburg. 

Zeugen: Dominus Vlricus decanus, do- 
minus Otto custos, dominus Walthcrus de 
Wienna, dominus Minhardus, dominus Pabo 
plebanus sancti Martini, dominus Conradus 



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K. und k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien. 



i33 



dictus de Wolfkersdorf, dominus Otto de 1 
Prawnsperg et ceteri domini de conventu, i 
dominus Heinricus plebanus Sancti Loci, fra- 
ter Heinricus de Spannberg, dominus Ditri- 
cus de Kchalberg, Fridricus, Vlricus fratres 
de Chritzendorf, Jacobus notarius, Conradus 
Cholbech, Hermannus et Ernestus filii Hetz- 
manni, Cholo officialis, magister Waltherus 
vitrarius, Heinricus clauiger, ciues Newnbur- 
genses. dominus Leupoldus de Hohstrazz, do- 
minus Paltramus ante cimiterium, Paltramus 
Vatzo, Oerdo Chrehsner, ciues Wiennenses. 

Datum: Acta sunt hec anno domini mil- 
lesimo ducentesimo septuagesimo sexto. 

Insert im Transsumt des Johannes Sinderam, 
Passauer Officials, zu Wien, 8. April 142 1. Notariats- 
Instrument auf Pergament, mit dem Siegel des Pas- 
sauischen Officials. 

Einfache Abschrift aus dem Anfange des 15. Jahr- 
hunderts auf Papier, mit der Anmerkung: «Den ob- 
geschriben brieff habent die Dewtschen Herren besigelten 
innen vnd sullen damit schermen.» 

3817 1277, Januar 18, Wien. 

Der römische König Rudolf verkündet 
und bestätigt den Ausspruch, welchen die in 
der Urkunde benannten unter seinem Vorsitze 
am Montage vor Pauli Bekehrung im Mino- 
ritenhause in Wien anwesenden und bei ihm 
sitzenden geistlichen und weltlichen Fürsten 
über eine Anfrage des Bischofs H. von Trient 
gefällt haben. 

Vollständig abgedruckt in Ried, Codex chrono- 
diplomaticus episcopatus Ratisponensis, Tom I, S. 545, 
Nr. 574 (aus dem Originale mit Majestätssiegel). — Vgl. 
Lichnowsky, Bd. I, Nr. 375. 

2818 7277, Februar 18, Wien. 

Der römische König Rudolf bestätigt den 
Cisterciensernonnen «beati Nicolai apudWien- 
nam> die ihnen von den österreichischen 
Landesfürsten verliehene Begünstigung der 
mauth- und zollfreien Zufuhr von 2 Tonnen 
Salz aus allen Orten des Fürstenthums Oester- 
reich donauabwärts. 

Datum: Wienne . . . xij'* kalend. marcij. 

Insert in der Bestätigung von Herzog Albrecht, 
Wien 1 287 (s. Regest Nr. 2844). 

Vgl. Lichnowsky, Bd. I, Regest Nr. 396. 

Abschrift aus dem 16. Jahrhundert in einem Libell: 
cCopey der freyhayttbrieflf des junckfrawn chlosters zw 
Sannd Niclas in Wienn». 



3819 i2yy, Juli 5, Wien. 

Rudolphus, römischer König, urkundet, 
dass in seiner Gegenwart Albero von Arberch 
mehrere AUodialgüter den Brüdern des Deut- 
schen Hauses in Wien gespendet habe. 

Regest (in Birk*s Nachlass i) aus einer Abschrift 
des 16. Jahrhunderts im k. und k. Reichsfinanzarchiv. 

3820 I2yy, September 26, Wien. 

Der römische König Rudolf bestätigt 
die Rechte, Freiheiten und Besitzungen des 
Cistercienserklosters Lilienfeld. Unter den Be- 
sitzungen erscheinen auch ein Weingarten und 
ein Haus in Wien, welches von allen Öffent- 
lichen Auflagen und Steuern frei sein soll. 

Siegler: Der Aussteller. 

Zeugen : Petrus episcopus Patauiensis, 
Heinricus episcopus Tridentinus, Lvdewicus 
palatinus Reni, Albertus dux Saxonie, Otto 
filius Heinrici ducis Bauarie, Fridericus bur- 
grauius de Nvrenberch, Heinricus comes de 
Vvrstenberch, Eberhardus comes de Chatzen- 
elnpogen, Gerhardus comes de Hirzperch, 
Ludewicus comes de Hohenberch, Sifridus 
comes de Ponlande, Otto de Haselowe, Otto 
de Perchtoldstorf, Vlricus de Vihoven et Wi- 
chardus de Sleet frater eins, Vlricus et Chun- 
radus fratres de Pilhdorf, Heinricus, Chun- 
radus et Siboto fratres de Potendorf, Fridericus 
de Liechtenstain, Wichardus de Ramenstain, 
Heinricus de Hovnvelde, Gundakarus de Gv- 
tenstain, Fridericus de Lengenpach. 

Datum et actum Wienne vj kal. octobris 
1277. 

Insert in den Bestätigungsurkunden Herzog Al- 
brechis, Wien, 15. Juli 1287 (Regest Nr.- 2841), und 
Kaiser Friedrichs, Wien, 20. April i3i6. 

\'gl. Lichnowsky, Bd. I, Nr. 457, aus Hanthaler, 
Rec, I, 167 extr. 

2821 Undatirt. 

Die Aebtissin Mengardis und d^v Con- 
vent des Nonnenklosters Sanct Nicolaus zu 
Wien vertauscht Gülten, und zwar: in Leu- 
zenla 9 lange Solidos und 10 Denare, in 
Nutzinge 2 Talente, in Tulna und in Steu- 
dersdorf 2 Vj Talente und 8 Denare mit allen 
Rechten und Zugehörungen derselben, deren 
Summe sich auf 5^/, Talente und 48 Denare 



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i34 



K. und k. Haus-| Hof- und Staatsarchiv in Wien. 



beläuft, dem «magistro Chunrado scribae per 
Austriam» gegen gleich werth ige Gülten auf 
zwei «in Alto Foro et in Strata Karinthiano- 
rum> gelegenen Häusern des Wiener Bürgers 
Paltram Vatzo. 

Siegler: Die Ausstellerin selbst und die 
Stadt Wien. 

Original, Pergament. Von dem ersten der beiden 
Siegel ist noch ein kleiner Ueberrest erhalten, das zweite 
Siegel ist bereits abgefallen. 

3823 1281, Mai 24, Wien. 

«Rimboto miles Judex Wiennensis» hul- 
digt dem römischen Könige Rudolf und 
dessen erstgebornem Sohne Albrecht als 
seinen wahren Herren. 

Siegler: Rimboto. 

Datum Wienne ix kalendas junij indic- 
tione ix anno domini m** cc"* Ixxx** primo. 

Original, Pergament. Mit Siegel. 

Abgedruckt in Hormayr, Geschichte Wiens, Bd. ü, 
S. 35 ff., Nr. 5 I (aus dem städtischen Archive). — Vgl. 
Lichnowsky, Bd. I, S. LXXXII. Nr. 639. 

3833 1281, Mai 24, Wien. 

«Liupoldus magister monete Wiennensis» 
huldigt dem römischen Könige Rudolf und 
seinem erstgebornen Sohne Herzog Albrecht 
als seinen wahren Herren. 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum Wienne ix** kalendas junij anno 
domini m"* cc** Ixxx*" primo. 

Original, Pergament. Mit Siegel. 

Vgl. Hormayr, Geschichte Wiens, Bd. II, S. 37, 
Anm. *). — Lichnowsky, Bd. I, S. LXXXII, Nr. 640. 

3834 12S1, Mai 24, Wien. 

«Chvno quondam magister monete Wi- 
ennensis» huldigt dem römischen Könige Ru- 
dolf und seinem erstgebornen Sohne Albrecht 
als seinen wahren Herren. 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum Wienne ix kalendas junij anno 
domini m° cc° lxxxj^ 

Original, Pergament. Mit Siegel. 

Vgl. Hormayr, Geschichte Wiens, Bd. II, ÜB., S. 37, 
Anm. *). — Lichnowsky, Bd. I, S. LXXXU, Nr. 640. 

3835 12S1, Mai 24, Wien. 

«Pilgrimus et Georius fratres Krlgelarij» 
huldigen dem römischen Könige Rudolf und 



seinem erstgebornen Sohne Albrecht als ihren 
wahren Herren. 

Siegler: Pilgrimus Chrigelarius. 

Datum Wienne ix kalendas junij anno 
domini m** cc** Ixxx** primo. 

Original, Pergament. Mit gut erhaltenem Siegel 

Vgl. Hormayr, Geschichte Wiens, Bd. II, ÜB., S. 3;, 
Anm. *). — Lichnowsky, Bd. I, S. LXXXII, Nr. 640. 

3836 1281, Mai 24, Wien. 

«Otto et Hejrmo fratres ciues Wiennen- 
ses» huldigen dem römischen Könige Rudolf 
und seinem erstgebornen Sohne Albrecht als 
ihren wahren Herren. 

Siegler: Die Aussteller. 

Datum Wienne ix kalendas junij anno 
domini m** cc** Ixxx** primo. 

Original, Pergament. Mit zwei Siegeln. 

Vgl. Hormayr, Geschichte Wiens, Bd. II, ÜB., S. 3;, 
Anm. *) — Lichnowsky, Bd. I, S. LXXXII, Nr. 640. 

3837 1281, Mai 24, Wien. 

«Ditricus et Wisento fratres ciues Wien- 
nenses» huldigen dem römischen Könige Ru- 
dolf und seinem Erstgebornen, dem Herzoge 
Albrecht, als ihren wahren Herren. 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum Wienne ix kalendas junij indic- 
tione ix anno m** cc" Ixxx** primo. 

Original, Pergament. Mit gut erhaltenem Siegel 
cDitrici judicis Nevnburgensis». 

Vgl. Hormayr, Geschichte Wiens, Bd. II, ÜB., S. 3?, 
Anm. *). — Lichnowsky, Bd. I, S. LXXXII, Nr. 640. 

3838 1281, Juni 2, Lin^. 

Der römische König Rudolf bekennt, 
dass Meister Conrad, Landschreiber von 
Oesterreich, vor ihm und seinem erstgebor- 
nen Sohne Albrecht am Himmelfahrtstage in 
«domo ipsius magistri Cvnradi apud Wien- 
nam» Rechnung gelegt habe und Rudolf 
nach dieser Abrechnung noch 12436 Talente 
Wiener Denare und 606 Mark Silber schulde. 
Er verpfändet hiefür dem Meister Conrad 
die landesfürstlichen Aemter in Oesterreich, 
nämlich Münzen, Mauthen und Gerichte auf 
so lange, bis er selbst und die übrigen Gläu- 
biger des Königs, Friedrich Pollex, Bürger 
von Regensburg, Jacobus de Hoy, Bürger 



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von Wien, und Jacobus Metensis befriedigt 
sein würden, und weist dem Meister Conrad 
überdies auf Abschlag gedachter Schuld die 
kleine Mauth in Steine auf zwei Jahre zu. 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum apud Linczam iiij** nonas indic- 
tione ix** anno domini m** ducentesimo octo- 
gesimo primo, regni vero nostri anno octauo. 

Original, Pergament. Mit ziemlich gut erhalte- 
nem Siegel. 

Regest in Birk's Nachlass, Nr. i (aus dem Original 
im TuUner Herrschaftsarchive). 

2839 1281, Juni 3, Lin^. 

Jacobus de Hoya, Wiener Bürger, hul- 
digt dem römischen Könige Rudolf und 
seinem erstgeborenen Sohne Albrecht als 
seinen wahren Herren. 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum in Lintza n'f nonas junij anno 
domini m° cc** octogesimo primo. 

Original, Pergament. Mit Siegel. 

Hormayr, Geschichte Wiens, Bd. I, US., S. 3y, 
Anm. *). — Vgl. Lichnowsky, Bd. I, S. LXXXII, Nr. 645. 

3830 12SJ, Juni 12, Wien. 

«Griffo, Ulrich et Fridlo filii Herwici 
consortis ciuis Wiennensis» huldigen dem 
römischen Könige Rudolf und seinem erst- 
gebornen Sohne und schwören jede Ver- 
bindung mit Paltram ante cimiterium, ehe- 
maligem Wiener Bürger, Marquard seinem 
Bruder und seinen Söhnen, nämlich Paltram, 
Peter, Pilgrim, Heinrich, Eberhard und Jen- 
selin, welche König Rudolf als Majestätsver- 
brecher und Landesverräther öffentlich ver- 
urtheilt hat, ab. 

Siegler: Griffo. 

Datum Wienne, secundo idus junij 1281. 

Original, Pergament. Mit gut erhaltenem, anhan- 
genden Siegel. 

Hormayr, Geschichte Wiens, Bd. II, ÜB., S. 37, 
Anm. *). — Vgl. Lichnowsky, Bd. I, S. LXXXU, Nr. 648. 

3831 1281, Juni 12, Wien. 

«Paltramus in Foro Lignorum ciuis 
Wiennensis» huldigt dem römischen Könige 
Rudolf und dessen erstgebornem Sohne Al- 
brecht und schwört, den Paltram ante ci- 



miterium ehemaligen Wiener Bürger, Mar- 
quard dessen Bruder und dessen Söhne, 
nämlich Paltram, Peter, Pilgrim, Heinrich, 
Eberhard und Jenselin, welche der römische 
König Rudolf als Majestätsverbrecher und 
Stadt- und Landesverräther verurtheilt hat, 
in keiner Weise zu fördern, keinen Verkehr 
und keine Verbindung mit ihnen weder mittel- 
bar noch unmittelbar zu unterhalten. 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum Wienne, secundo idus junij anno 
domini m° cc'* Ixxx** primo. 

Original, Pergament. Mit Siegel. 

Regest bei Lichnowsky, Bd. I, S. LXXXII, Nr. 647. 

3883- J281, Juni 12, Wien. 

Paltramus Vatzo, Wiener Bürger, huldigt 
dem römischen Könige Rudolf und seinem 
erstgebornen Sohne Albrecht und schwört, 
den vom römischen Könige Rudolf ver- 
urtheilten Majestätsverbrechern und Hoch- 
verräthern, nämlich dem ehemaligen Wiener 
Bürger Paltram ante cimiterium, dessen Bruder 
Marquard und dessen Söhnen Paltram, Peter, 
Pilgrim, Heinrich, Eberhard und Jenselin in 
keiner Weise zu helfen. 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum Wienne secundo idus junij anno 
domini millesimo ducentesimo octogesimo 
primo. 

Original, Pergament. Mit gut erhaltenem Siegel. 

Hormayr, Geschichte Wiens, Bd. U. ÜB., S. Zy. 
Anm. *). — Vgl. Lichnowsky, Bd. I, S. LXXXII, Nr. 647. 

3833 J281, Juni J2, Wien. 

«Ulricus Scharrer filius Eberhardi Schar- 
rar, ciuis Wiennensis» huldigt dem römischen 
Könige Rudolf und dessen erstgebornem Sohne 
Albrecht I. und schwört, keinerlei Verbindung 
mit Paltram ante cimiterium vormaligem Bür- 
ger von Wien, dessen Bruder Marquard und 
dessen Söhnen Paltram, Peter, Pilgrim, Hein- 
rich, Eberhard und Jenselin, welche als Ma- 
jestätsverbrecher und Hochverräther vom rö- 
mischen Könige Rudolf verurtheilt worden 
waren, zu unterhalten. 

Sie gl er: Der Aussteller. 

Datum Wienne secundo idus junij anno 
domini millesimo cc** Ixxx primo. 



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Original, Pergament. Mit gut erhaltenem Siegel i 

an Pergamentstreifen. . 

Hormayr, Geschichte Wiens, Bd. II, ÜB., S. 3;, ' 

•Anm. ♦). — Vgl. Lichnowsky, Bd. I, S. LXXXII, Nr. 648 1 

(«Ulrich Eberhard, Scharrer's Sohn»). ! 

2834 1281, Juni 12, Wien. | 

«Rüdeger in Foro Lignorum» Wiener 
Bürger huldigt dem römischen Könige Ru- 
dolf und dessen erstgebornem Sohne Albrecht 
und schwört, dem Paltram ante cimiterium 
ehemaligem Wiener Bürger, dessen Bruder 
Marquard und dessen Söhnen Paltram, Peter, 
Pilgrim, Heinrich, Eberhard und Jenslin, als 
vom römischen Könige Rudolf verurtheilten 
Majestätsverbrechern und Hochverräthern, in 
keinerlei Weise zu helfen. 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum Wienne secundo idus junij anno 
domini millessimo ducentesimo octogesimo 
primo. 

Original, Pergament. Mit gut erhaltenem, anhan- 
genden Siegel. 

Hormayr, Geschichte Wiens, Bd. II, ÜB., S. 37, 
Anm. *). — Vgl. Lichnowsky, Bd. I, S. LXXXII, Nr. 648. 

3835 1281, Juni 12, Wien. 

Vlricus, Bürger von Wien, huldigt dem I 
römischen Könige Rudolf und seinem erst- 
gebornen Sohne Albrecht und schwört jede 
Förderung und jede Verbindung mit Paltram 
ante cimiterium ehemaligem Wiener Bürger, 
dessen Bruder Marquard und dessen Söhnen 
Paltram, Peter, Pilgrim, Heinrich, Eberhard 
und Jenselin, als vom römischen Könige Ru- 
dolf verurtheilten Majestätsverbrechern und 
Stadt- und Landesverräthern, ab. 

Sie gier: Der Aussteller. 

Datum Wienne secundo idus junij anno 
domini m** cc** octogesimo primo. 

Original, Pergament. Mit gut erhaltenem Siegel 
an Pergamentstreifen. 

Hormayr, Geschichte Wiens, Bd. II, ÜB., S. 87, 
Anm. •). - Vgl. Lichnowsky, Bd. I, S. LXXXII, Nr. 648. 1 

3836 1282, November 11, Wien. 1 

«Frater Gotfridus dictus Lesche, fratrum 1 
domus Theutonice per Austriam, Styriam, 
Carintiam et Carniolum commendator pro- 1 
vincialis» vertauscht mit Zustimmung der ; 



Brüder des Deutschen Hauses an Meister 
Chunrad, Landschreiber von Oesterreich, 3 Ta- 
lente und 3o Denare Gülten bei Tulln und 
6 Solidos Gülten in «ciuitate Wiennensi aput 
longum cellare quod super Chyel dicitur» 
gegen 4 Talente Denare Gülten auf einem 
Hause, das die Witwe des Gottfrid Solsneider 
bewohnt, und das «in Alto Foro in fine contra 
mensas piscium ex opposito» gelegen ist. 

Siegler: Der Aussteller. 

Actum et datum Wienne anno domini 
m° ducent** lxxx° secundo in die beati Martini. 

Original, Pergament. Mit unversehrtem Siegel an 
roth-gelber Seidenschnur. 

3837 1283, August 2y, Tulln. 

Gotefredus, Bischof von Passau, bestätigt 
als Lehensherr die Schenkung, welche Herzog 
Albrecht von Oesterreich mit gewissen Ab- 
gaben und Zehenten in der Pfarre Hadmars- 
torf, in Rukkerstorf, Retz, Sebarn und in an- 
deren Orten derselben Pfarre, und mit einem 
Weinzehent «in monte Alssekk circa Wien- 
nam> dem Nonnenkloster zum heil. Kreuze 
in Tulln gemacht hat. Der österreichische 
Landschreiber Chunrad war mit diesen Ab- 
gaben und Zehenten vom Herzoge Albrecht, 
der sie als Passauisches Lehen besass, belehnt 
worden, hatte jedoch zu Gunsten dieser 
Schenkung darauf verzichtet. Der Bischof 
gibt noch sieben und ein halbes Lehen in 
der Pfarre Hadmarstorf dazu. 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum: Tulne, . . . sexto kal. September. 

Zwei Originale, Pergament. Jedes mit gut erhal- 
tenem Siegel an rother und gelber Schnur. 

Lichnowsky, Th. I, S. XCIX. Nr. 798. 

2838 [1284-1285.] 

Aufsatz eines Ersuchschreibens, dass Herr 
«... praepositus Zvrhennsis» sich bei dem 
Erwählten der Salzburgischen Kirche und 
bei dem Herrn Helmwicus, Vicedom in Frie- 
sach, bezüglich der Bitte des Herrn Jacob 
«dicti de Hoya provisoris officiorum Austrie», 
verwenden möge, damit dieser wieder in den 
Besitz seines bei «Gmünde» ihm weggenom- 
menen Geldes gelange. Es sei bekannt, dass 
der Richter in «Gmünde», Namens Chrafto, 



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die Räuber sehr wohl kenne und dass, wenn 
er sie öffentlich genannt hätte, die Rückerstat- 
tung längst erfolgt wäre. Ueberdies hätte 
ein wegen dieses Geldes verhafteter Bürger 
in «Gmünde» Sicherstellung über 80 Mark 
Silber unter der Verpflichtung gegeben, so- 
fort wieder in die Gefangenschaft zurückzu- 
kehren, wenn er in dieser Angelegenheit 
requirirt wird, und als Busse diese 80 Mark 
Silber dem Erwählten von Salzburg zu er- 
legen. 

3889 1286, December 24, Wien. 

Herzog Albrecht von Oesterreich etc. 
nimmt Abt und Convent des Klosters Heili- 
genkreuz in Niederösterreich in seinen Schutz, 
eximirt alle ihre Besitzungen von der landes- 
fürstlichen Gerichtsbarkeit, bewilligt zoll- 
und mauthfreie Einfuhr einer bestimmten 
Menge Salzes und die Freiung der vier Höfe 
des Klosters zu Wien, Neustadt, Brück und 
Marcheck, bestätigt das Propinationsrecht für 
62 Fuhren (Carratae) Wein in Wien und 
40 in Neustadt. 

Datum: Wienne 1286 viiij kalend. ja- 
nuarij. 

Insert in der Bestätigungsurkunde Kaiser Friedrichs 
vom 20. April i3i6. Die bei Ludewig, Reliquiae, IV, 
267, abgedruckten Zeugen, an deren Spitze «Wilhelmus 
abbas Scotorum in Vienna» erscheint, fehlen in dem 
vorliegenden Insert. 

Gedruckt in: Herrgott, Monumenta, I, 218 u. 232, 
— Ludewig, Reliquiae, IV, 265 — 268. — Regest: Lich- 
nowsky, Th. I, S. CXIV, Nr. 93o. 

2840 128^, Februar 20. 

Wilhelm, Abt, und der Convent des 
Schottenklosters in Wien verkaufen, durch die 
drückende Last der Schulden und deren Ver- 
zinsung gezwungen, mit Erlaubniss Wern- 
hards, Bischof von Passau, 2 Pfund Denare 
Gülten im Dorfe Spencinge bei Sitzen berg, 
welche weiland Erchengerus de Landeser dem 
Schottenkloster im Tauschwege überlassen 
hat, und i Pfund Denare Gülte von einem 
Predium in «Charcharn prope Tulnam» der 
Priorin und dem Convente des Heiligenkreuz- 
klosters in Tulln. Die Priorin und dieses 
Kloster sollen als Kaufschilling für jedes Pfund 
Gülte dem Schottenkloster 10 Pfund bezahlen. 

Regelten zur Geschieht,: der Stadt Wien. III. 



j Zeugen: Magister Benzo iliustris domini 

I nostri Alberti ducis Austrie et Styrie protho- 
notarius, dominus Heinricus plebanus de 
Herranstain, Chunradus et Otto notarii, do- 
minus Chunradus de Praitenveld, dominus 
Reimboto dictus Celevb et dominus Griffo 
milites. Jacobus de Hoya, Otto, Crispus, 
Chunradus, Witzo. 

Siegler: Wilhelm, Abt des Schotten- 
klosters in Wien. 

Datum: Acta sunt haec anno domini m** 
cc* octogesimo septimo x kalend. marcij. 

Original, Pergament. Mit unversehrtem Siegel an 
Pergamentstreifen. 

3841 J287, Juli i5, Wien. 

Herzog Albrecht I. von Oesterreich er- 
neuert und bestätigt dem Cistercienserkloster 
Lilienfeld den vollinhaltlich eingeschalteten 
Freiheitsbrief des römischen Königs Rudolf I. 
zu Wien, 26. September 1277 (Reg. Nr. 2820), 
und bewilligt dem Kloster überdies die mauth- 
und zollfreie Zufuhr von jährlich zwei Ta- 
lenten Salz und das Weineinlagerungs- und 
Ausschankrecht in seinen Häusern, und zwar 
in dem zu Wien für 40 Fuhren (Carratae) 
Wein. 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum: Wienne 1287 idus julij. 

Zwei Originale, Pergament. Jedes mit sehr gut 
erhaltenem Reitersiegel an grQn-gelber Seidenschnur. 

Abgedruckt in : Hanthaler, Rec, I, 207. — Regest : 
Lichnowsky, Th. I, Nr. 959. 

2843 1287, September j, Wien. 

Wilhalmus, Abt des Schottenklosters in 

' Wien, und Pabo, Propst zu Klosterneuburg, 

' als vom Bischof W[ernhard] zu Passau er- 

I nannte Richter in der Streitsache zwischen 

I dem Herzoge Albrecht I. von Oesterreich 

I und dem Commendator und den Brüdern 

des Deutschen Hauses in Wien wegen der 

I Kirche in Leubendorf, Urkunden, dass der 

Herzog den Meister Heinricus von Gösse, 

Propst zu Frisach, und den Meister Gottfried, 

seinen Protonotar, der Commendator und die 

Brüder des Deutschen Hauses aber den Bruder 

Heinrich, Priester des Deutschen Ordens, 

und den Bruder Hartungus, Prior der Do- 

• 18 



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minikaner bei Wien, für das Schiedsgericht 
benannt haben. 

Siegler: Die Aussteller, Herzog Albrecht 
und die Brüder des Deutschen Hauses in 
Wien. 

Zeugen: Testes autem qui presentes ad 
erant sunt: venerabilis pater dominus Hein- 
ricus abbas Admontensis, magister Heinricus 
plebanus de Gravenwerde, magister Benzo 
plebanus de Mistelbach, magister Rudolfus 
notarius domini ducis Austrie, dominus Fri- 
dericus plebanus de Pilichdorf, dominus Lev- 
poldus plebanus de Ydvngspeuge et dominus 
Gotfridus rector chori sancti Stephani apud 
Wiennam, item nobilis vir dominus Vlricus 
de Toyfers, dominus Fridericus dapifer de 
Lengenpach et dominus Otacharus frater suus 
et dominus Jacobus de Hoya ciuis Wienensis. 

Datum et actum Wiene in ambitu mo- 
nasterii scotorum quarta feria post festum 
beati Egidii 1287. 

Original, Pergament. Mit vier beschädigten Siegeln 
an Pergamentstreifen. 

Regest: Lichnowsky, Th. I, S. CXVIII, Nr. 965 
(liest cLaubendorf» anstatt «Levbendorf»). 

3843 nSj, October y, Wien. 

Herzog Albrecht von Oesterreich bestä- 
tigt der Aebtissin und dem Convente des 
Cistercienserinnenklosters Sanct Nicolaus in 
Wien ausserhalb der Mauern alle Freiheiten, 
Rechte, Schenkungen und Gnaden, welche 
ihnen von Kaisern und römischen Königen 
und von seinen Vorgängern als Landesfürsten 
zugestanden worden sind. Es wird der Aeb- 
tissin und dem Convente namentlich die 
niedere Strafgerichtsbarkeit zuerkannt. Sie 
sollen in civilrechtlichen Angelegenheiten 
nur dem Landesfürsten und keinem anderen 
Richter unterstehen und dürfen 2 Talente 
Salz auf der Enns und Donau mauth- und 
zollfrei einführen. 

Datum: Wienne, tercio idus octobris, 
1287, durch die Hand des herzoglichen Proto- 
notars Gotfrid. 

Einfache Abschrift aus dem 16. Jahrhundert in 
cCopey der freyhayttbrief des junckfrawn chlosters zu 
Sannd Niclas in Wienn», Blatt 2»— 2*». 

Abgedruckt: Herrgott, Monumenta, I, 219. — Re- 
gest: Lichnowsky, Th. I, S, CXVIII, Nr. 968. 



2844 1287, Wien. 

Herzog Albrecht I. von Oesterreich bestä- 
tigt den inserirten Gnadenbrief seines Vaters, 
des römischen Königs Rudolf I., ddo. Wien, 
18. Februar 1277, für die Nicolaerinnen in 
Wien (vgl. Regest Nr. 2818). 

Datum: Wienne, 1287. 

Einfache Abschrift aus dem 16. Jahrhundert in 
«Copey der freyhajrttbrieff des junckfrawn chlosters zu 
Sannd Niclas in Wienn», BL i*— 2*. 

2845 1288, Februar 18, Klosterneuburg. 

«N08 . . . judex, magister. consules. ju- 
rati et vniuersitas ciuium Wiennensium> hul- 
digen Albrecht I., Herzog von Oesterreich, 
als ihrem wahren Herrn. 

Siegler: Wiener Bürgerschaft. 

Datum Nevnburge anno domini m** cc** 
octogesimo octauo xij kalendas marti). 

Original, Pergament. Mit gut erhaltenem Siegel 
an Pergamentstreifen. 

Hormayr, Geschichte Wiens, Bd. II, ÜB., S. Syff., 
Nr. 53 (19. Februar), vollständig. — Kurz, Oesterreich 
unter Ottokar IL, 204. — Regest: Lichnowsky, Th. I, 
S. CXIX, Nr. 976 (IQ. Februar). 

3846 1288, Februar 18, Klosterneuburg. 

Der Wiener Bürger Chvnradus Pollc hul- 
digt Herzog Albrecht I. von Oesterreich etc. 
als seinem wahren Herrn. 

Siegler: Der Aussteller. 
I Datum Nüwenburge anno domini mille- 

simo cc** octogesimo octauo xij kalendas marcij. 

Original, Pergament. Mit ziemlich gut erhaltenem 
Siegel an Pergamentstreifeix 

Hormayer, Geschichte Wiens, Bd. II, ÜB., S. 39, 
Anm. *). — Regest: Lichnowsky, Th. I, S. CXIX, Nr. 977. 



8847 J288, Februar 18, Klosterneuburg. 

Der Wiener Bürger «Chvnradus de Es- 
lorn» huldigt Herzog Albrecht I. von Oester- 
reich etc. als seinem wahren Herrn. 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum Niwenburge anno domini mille- 
simo cc** octogesimo octauo xij kalendas 
marcij. 

Original, Pergament. Mit sehr gut erhaltenem 
Siegel an Pergamentstreifen. 

Hormayr, Geschichte Wiens, Bd. II, ÜB., S. 39, 
Anm. *). 



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2848 1288, Februar 18, Klosterneuburg. 

«Ortlinus dictus Chressnarius», Wiener 
Bürger, huldigt Herzog Albrecht I. von 
Oesterreich etc. als seinem wahren Herrn. 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum: Nevmburge 1288 xij kalend. 
marcij. 

Original, Pergament. Mit sehr gut erhaltenem 
Siegel an Pergamentstreifen. 

Hormayr, Geschichte Wiens, Bd. II, ÜB., S. 39, 
Anm. ♦). 

2849 1288, Februar 18, Klosterneuburg. 

«Otto filius quondam Ottonis Haimonis 
ciuis Wiennensis» huldigt Herzog Albrecht I. 
von Oesterjeich etc. als seinem wahren Herrn. 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum : Nywnburge 1288 xij kalend. 
marcij. 

Original, Pergament. Mit gut erhaltenem Siegel 
an Pergamentstreifen. 

Vgl. Hormayr, Geschichte Wiens, Bd. II, ÜB., 
S. 39, Anm. *). 

2850 1288, Februar 18, Klosterneuburg. 

«Haimo filius quondam Ottonis filii Hai- 
monis ciuis Wiennensis» huldigt Herzog Al- 
brecht I. von Oesterreich etc. als seinem wah- 
ren Herrn. 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum Niwenburge anno domini mille- 
simo ducentesimo octogesimo octauo xij ka- 
lendas marcij. 

Original, Pergament. Mit sehr schön erhaltenem 
Siegel an Pergamentstreifen. 

Hormayr, Geschichte Wiens, Bd. II, ÜB., S. 39, 
Anm. *). 

2851 1288, Februar j8, Klosterneuburg. 

«Prehtlinus sub Lubio», Wiener Bürger, 
huldigt Herzog Albrecht I. von Oesterreich etc. 
als seinem wahren Herrn. 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum Newenburge anno domini m** cc** 
octogesimo octauo xij kalendas marcij. 

Original, Pergament. Mit sehr gut erhaltenem 
Siegel an Pergamentstreifen. 

Hormayr, Geschichte Wiens, Bd. II, ÜB., S. 39, 
Anm. ♦). 



2853 1288, Februar 18, Klosterneuburg. 

«Seifridus dictus Leubel», Münzmeister 
und Wiener Bürger, huldigt Herzog Al- 
brecht I. von Oesterreich etc. als seinem 
wahren Herrn. 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum Nuwenburge anno domini m** cc** 
Ixxxviij xij kalendas Marcij. 

Original, Pergament. Mit gut erhaltenem Siegel 
an Pergamentstreifen. 

Hormayr, Geschichte Wiens, Bd. II, ÜB., S. 39, 
Anm. *). 

2853 1288, Februar 18, Klosterneuburg. 

«Vlricus filius Chvnonis ciuis Wiennen- 
sis» huldigt Herzog Albrecht I. von Oester- 
reich etc. als seinem wahren Herrn. 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum: Niwenburge 1288 xii kalend. 
marcij. 

Original, Pergament. Mit gut erhaltenem, anhan- 
genden Siegel. 

Hormayr, Geschichte Wiens, Bd. II, S. 39, Anm.*). 

2854 1288, Februar ig, Klosterneuburg, 

«Rudgerus Paltramus et Ulricus fratres 
in foro lignorum ciuis Wiennenses» huldigen 
Herzog Albrecht I. von Oesterreich etc. als 
ihrem wahren Herrn. 

Siegler: Die Aussteller. 

Datum: Newenburge xj kalendas marcij 
1288. 

Original, Pergament. Mit drei gut erhaltenen 
Siegeln an Pergamentstreifen. 

Hormayr, Geschichte Wiens, Bd. II, ÜB., S. 39, 
Anm. *). 

2855 1288, Februar 20, Klosterneuburg. 

«Chvnradus Preitenueldarius miles et ci- 
uis Wiennensis», huldigt Herzog Albrecht I. 
von Oesterreich etc. als seinem wahren Herrn. 

Sie gier: Der Aussteller. 

Datum Newnburge x kalendas marcij 
anno domini millesimo cc° octogesimo octauo. 

Original, Pergament. Mit sehr gut erhaltenem 
Siegel an Pergamentstreifen. 

Hormayr, Geschichte Wiens, Bd. II, ÜB., S. 39, 
Anm. *). 

18* 



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K. und k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien. 



3856 1288, Februar 20, Klosterneuburg. 

Der Wiener Bürger Wernhardus Chrevt- 
zarius huldigt Herzog Albrecht I. von Oester- 
reich etc. als seinem wahren Herrn. 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum: Nevnburge 1288 xkalend.marcij. 

Original, Pergament. Mit gut criialtcnem Siegel 
an Pergamentstreifen. 

Hormayr, Geschichte Wiens, Bd. II, ÜB., S. 39, 
Anm. *). 

3867 1288, Februar 20, Klosterneuburg. 

Der Wiener Bürger «Dietricus de Kallen- 
perge» huldigt Herzog Albrecht I. von Oester- 
reich etc. als seinem wahren Herrn. 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum Nevmburge x kalendas marcij 
anno domini m** cc** octogesimo octauo. 

Original, Pergament. Mit sehr gut erhaltenem 
Siegel an Pergamentstreifen. 

Hormayr, Geschichte Wiens, Bd. II, ÜB., S. 39, 
Anm. *). 

3858 1288, Februar 20, Klosterneuburg. 

Der Wiener Bürger «Jacob de Metis» hul- 
digt Herzog Albrecht I. von Oesterreich und 
Steiermark als seinem wahren Herrn. 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum: Neumburge anno domini m** cc** 
et octogesimo octauo x** kalend marcij. 

Original, Pergament. Mit Siegel an Pergament- 
streifen. 

Hormayr, Geschichte Wiens, Bd. II, ÜB., S. 39, 
Anm. *). 

3859 1288, Februar 20, Klosterneuburg. 

«Ulricus de Ruchendorf miles et ciuis 
Wiennensis» huldigt Herzog Albrecht I. von 
Oesterreich etc. als seinem wahren Herrn. 

Siegler: Der Aussteller, 

Datum Nevnburge x kalendas marcij 
anno domini m** cc*' octogesimo octauo. 

Original, Pergament. Mit gut erhaltenem Siegel 
an Pergamentstreifen. 

Hormayr, Geschichte Wiens, Bd. II, ÜB., S. 39, 
Anm. *). 

3860 1288, Februar 20, Klosterneuburg. 

«Otto filius quondam Chvononis magistri 
monete» huldigt dem Herzog Albrecht I. von 
Oesterreich etc. als seinem wahren Herrn. 



Siegler: Der Aussteller. 

Datum: Neumburge 1288 x** kalend. 
marcij. 

Original, Pergament. Mit unversehrtem, anhan- 
genden Siegel. 

3861 1288, Februar 20, Klosterneuburg. 

Der Wiener Bürger «Levpoldus de Alta 
Strala» huldigt dem Herzog Albrecht I. vgn 
Oesterreich etc. als seinem wahren Herrn. 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum: Nevmburge x kalend. marcij 1288. 

Original, Pergament. Mit gut erhaltenem, anhan- 
genden Siegel. 

Hormayr, Geschichte Wiens, Bd. II, ÜB., S. 39, 
Anm. ♦). 

3863 J288, Februar 20, Klostefneuburg. 

Die Wiener Bürger «Pilgrimus et Geor- 
gius dicti Griglarij» huldigen dem Herzog 
Albrecht I. von Oesterreich etc. als ihrem 
wahren Herrn. 

Siegler: Die Aussteller. 

Datum: Nywnburge 1288 x** kalend. 
marcij. 

Original, Pergament. Mit unversehrtem, anhan- 
genden Siegel. 

Hormayr, Geschichte Wiens, Bd. II, ÜB., S. 39, 
Anm. *). 

3863 1288, Februar 20, Klosterneuburg. 

Der Wiener Bürger Griffe huldigt dem 
Herzog Albrecht I. von Oesterreich etc. als 
seinem wahren Herrn. 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum: Nevnburge x kalend. marcij 1288. 

Original, Pergament. Mit gut erhaltenem, anhan- 
genden Siegel. 

Hormayr, Geschichte Wiens, Bd. II, ÜB., S. 39, 
Anm. *) («Griffo [bey Maria Stiegen]»). 

3864 1288, Februar 20, Klosterneuburg. 

Der Wiener Bürger Paltram Vaczo hul- 
digt dem Herzog Albrecht I. von Oester- 
reich etc. als seinem wahren Herrn. 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum: Neumburge 1288 x kalend. marcij. 

Original, Pergament. Mit gut erhaltenem, anhan- 
genden Siegel. 

Hormayr, Geschichte Wiens, Bd. II, ÜB., S. 39, 
Anm. *). 



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3865 1288, Februar 20, Klosterneuburg. 

Die Wiener Bürger «Gotfridus et Rein- 
hardus fratres dicti soleatores», huldigen dem 
Herzog Albrecht I. von Oesterreich etc. als 
ihrem wahren Herrn. 

Siegler: Die Aussteller. 

Datum: Newnburge xkalend.marcij 1288. 

Originali Pergament. Mit unversehrtem^ anhan- 
genden Siegel (des Gottfried Soleatoris). 

Hormayr, Geschichte Wiens, Bd. 11, ÜB., S. 39, 
Anm. ♦). 

2866 1288, Februar 20, Klosterneuburg. 

Der Wiener Bürger Ulricus, «filius quon- 
dam Chvononis magistri moneti», huldigt dem 
Herzog Albrecht I. von Oesterreich etc. als 
seinem wahren Herrn. 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum Neumburge anno domini m** cc** 
octogesimo octauo x*" kalendas marcij. 

Original, Pergament. Mit gut erhaltenem, anhan- 
genden Siegel. 

2867 1288, Februar 20, Klosterneuburg. 

«Ulricus filius quondam Marquardi ciuis 
Wiennensis» huldigt dem Herzog Albrecht I. 
von Oesterreich etc. als seinem wahren Herrn. 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum Nywnburge anno domini mille- 
simo cc** octogesimo octauo x** kalendas 
marcij. 

Original, Pergament. Mit unversehrtem, anhan- 
genden Siegel. 

Hormayr, Geschichte Wiens, Bd. II, IIB., S. 39, 
Anm. *). 

2868 1288, Februar 20, Klosterneuburg. 

«Jacobus et Hainricus, filii quondam Er- 
nesti ciuis Wiennensis», huldigen dem Her- 
zoge Albrecht I. von Oesterreich etc. als 
ihrem wahren Herrn. 

Siegler: Jacobus, Sohn des Ernestus von 
Wien. 

Datum: Newnbvrge 1288 x** kal. marcij. 

Original, Pergament. Mit unversehrtem Siegel an 
Pergamentstreifen. 

Hormayr, Geschichte Wiens, Bd. II, ÜB., S. 39, 
Anm. •). 



2869 1288, Februar 20, Klosterneuburg, 

Der Wiener Bürger «Wozmannus» hul- 
digt dem Herzog Albrecht I. von Oesterreich 
als seinem wahren Herrn. 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum Nevnburge x kalendas marcij 
anno domini m** cc'* octogesimo octauo. 

Original, Pergament. Mit beschädigtem Siegel an 
Pergamentstreifen. 

Hormayr, Geschichte Wiens, Bd. II, ÜB., S. 39, 
Anm. *). 

2870 1288, Februar 20, Klosterneuburg. 

Der Wiener Bürger «Hainricus Sched- 
niczarius» huldigt dem Herzog Albrecht I. 
von Oesterreich etc. als seinem wahren 
Herrn. 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum: Neumburge 1288 x** kalendas 
marcij. 

Original, Pergament. Mit unversehrtem Siegel an 
Pergamentstreifen. 

Hormayr, Geschichte Wiens, Bd. II, ÜB., S. 39, 
Anm. *). 

2871 J288, Februar 28, Wien. 

«Chunradus judex. . . . magister. con- 
sules. jurati et vniuersitas ciuium Wiennen- 
sium» huldigen dem Herzog Albrecht I. von 
Oesterreich als ihrem wahren Herrn und ent- 
sagen allen vom römischen Könige Rudolf 
ihnen und der Stadt verliehenen Privilegien. 

Siegler: Wiener Bürgerschaft. 

Datum: Wienne 1288 iij kalend. marcij. 

Original, Pergament. Mit ziemlich gut erhaltenem, 
anhangenden Siegel. 

Hormayr, Geschichte Wiens, Bd. II, ÜB., S. 38 flf., 
Nr. 54. — Kurz, Oesterreich unter Ottokar n, 205. — 
Lichnowsky, Th. I, S. CXX, Nr. 981. 

2872 J288, Mai 10, Wien. 

«Chvnrat der jvnge von Svmeröwe» und 

Geysel, seine Hausfrau, haben dem Herrn 

«Prehtlein vnder den lavben dem bvrgaer von 

I Wienne» 12 Schilling Pfennige Geldes in dem 

j Dorfe Poystorf um 12 Pfund Pfennige und 

I um I Pfund Pfennige zu Leitkauf verkauft. 

Sie haben ihr rechtes Eigenthum an dieser 

Gülte dem Bruder Ortolf und den übrigen 

! Brüdern des Deutschen Hauses aufgegeben 



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und Bruder Ortolf sie dem vorgenannten 
Herrn Prehtlein derart zu Burgrecht ver- 
liehen, dass dieser alljährlich am St. Geor- 
gentag die vorgenannten 12 Schillinge Geldes 
zu Poystorf dem Deutschen Hause als Burg- 
recht leisten soll. 

Siegler: Chunrat d. j. von Sumerau. 

Zeugen : Her Herman von Wolf kerstorf, 
her Reimpreht von Eberstorf, her Chalhoch 
sein Bruder, her Hadmar von Hornsperch, 
her Levtwein der alte von Svnnenberch, her 
Hadmar der alte von Svnnenberch, her Her- 
man von Stvepherreich, her Vlreich der ivnge 
von Wolfkerstorf, her Lvdweich von dem 
Staine, her Dietreich von Chirchlingen, her 
Vlreich der alte von Rvchendorf, her Chvnrat 
von Braitehvelde, her Herman von Lintha, 
her Otte hern Haimen enenchel, her Greiffe, 
her Hayme, her Chvnrat der Polle, her Pil- 
greim der Chrigler, her Levpolt ovf der Hoh- 
straz, her Chvnrat von Eslarn, her Dietreich. 
herrn Otten eidem, Otte vnder den lauben, 
Seifrit der Wurzer. 

Datum: Diser brief ist gegeben vnd ist diser 
chavf vnt ditz dinch geschehen datz Wiene 
. . . des naehsten maentages vor phingsten. 

Original, Pergament. Mit gut erhaltenem, anhan- 
genden Siegel. 

3873 J288, Mai 16, Wien. 

Chvnrat der Ritter von Praitenueld ge- 
lobt, Herzog Albrecht I. von Oesterreich treu 
zu sein und ihm zu dienen als seinem rech- 
ten Herrn. Er verheisst, sich aus Waidhofen 
oder einer anderen Stadt, wie der Herzog 
es gebietet, ohne ausdrückliche Bewilligung 
nicht zu entfernen, und gelobt auch, nichts 
gegen ihn zu unternehmen. Er hat darauf 
dem Herzog seine Treue gegeben und einen 
Eid zu den Heiligen geschworen. 

Dasselbe haben mit ihm gelobt «mein 
brvder Hainrich» und die nachbenannten 
Herren: «her Friderich der Druchsetz von 
Lengenpach vnd her Jacob von Hermenstorf 
vnd her Stephan der Stvhs von Chabsperch 
vnd her Dietreich von Chirchlingen vnd her 
Pernolt von Taevlensprvnne vnd her Eber- 
hart von Taevlensprvnne vnd her Dietreich 
Prevzzel vnd her Pilgreim Hvenlaer vnd her 



Otte der Scheuche von Riede vnd her Wier- 
sinch, her Stver von Nevnchirchen vnd her 
Toetschan, her Vlreich der alte von Rvchen- 
dorf vnd sein svn her Vlreich, her Fridreich 
der Hvetstoch, her Otte der Hvetstoch, her 
Otte der Vbelman von Prvk, her Fridreich 
von Michelsteten, her Greiffe hern Otten svn, 

o 

Herr Otte hern Haymen enenchel, her Virich 
von Weidervelde vnd her Virich der lant- 
schreiber vnd her Chvnrat der Harmaechter 
der rihter von Wienne vnd her Seifrit der 
mvnzmaister vnd her Pilgreim der Chrigler 
vnd sein brvder her Jorge vnd her Chvnrat 
der Polle der bvrgermaister und her Levpolt 
auf der Hohenstrazze vnd sein svn her Seifrit, 
her Chvnrat der Vrbaetsch, her Hayme hern 
Otten Bruder, her Virich der Vimfchircher, 
her Dietreich von Chalnperge, her Jacob 
hern Ernsts svn, vnd sein brvder her Hein- 
rich, her Pittrolf von Tvlne, her Wernhart 
der Chrevzer, her Gotfrit der Solsneider und 
sein Bruder her Reinhart der Schaebenzaer, 
her Chvnrat der Hesnaer, her Heinrich der 
Harmaechter, her Heinrich der Vorspreche 
und sein Bruder her Marchhart, her Jorge 
hern Johans aidem, her Jacop der Jvde, her 
Jaekmir, des Vrbaeschen aidem, her Fridreich 
der Stadlower, her Chvnrat von Eslarn vnd 
sein sun her Niclas vnd her Seifrit sein aidem, 
her Willehalm der Vrbaetsch, her Chvnrat 
der Weierberger, her Chvnrat Springinz öle, 
her Heinrich der mvnzmaister von der Niwen- 
stat, her Chvnrat der rihter von Egenburch 
vnd her Wernhart der Zolr von Radavn, her 
Pernger von Laup und sein Bruder her Vi- 
rich und her Otte sein Bruder, her Virich 
des mvnzmaisters svn, her Jaensel von Nuz- 
dorf, her Eysenrich von Himperch, her Hein- 
rich der Chrieche, her Heinrich der Hvet- 
stoch, her Jaensel des Rihter Bruder, her 
Wisent, her Marchart von Haekkingen, her 
Ebran von Ernsprvnne, her Albreht von Al- 
reichstorf, her Virich von Grvnt. 

Würde Chvnrat der Ritter von Praiten- 
veld sein Treuegelöbniss brechen, dann sollen 
sein Erbe und seine Lehen Herzog Albrecht 
ohne Erbarmen ledig und er selbst «elos, 
rechtlos und treulos» sein. Sein Bruder und 
die vorgenannten Herren sollen sodann dem 



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Herzog Albrecht gegen ihn helfen. Thäten 
sie das nicht, so sollen sie sammt ihm in 
Strafen und Schuld verfallen sein. 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum: Gegeben zu Wienne, an dem 
phingesttage . . . 

Original, Pergament. Mit gut erhaltenem Siegel. 
Es wird in der Urkunde wohl gesagt, dass auch des 
Ausstellers Bruder und alle in der Urkunde genannten 
Herren ihre Siegel angehängt haben; das ist aber nicht 
geschehen. 

Lichnowsky, Th. I, S. CXXI, Nr. 996. — Notizen- 
blatt f. österr. Gesch. u. Literatur, 1843, Nr. 3 u. 4, 
S. 78ff., Nr.XII. 

3874 128g, Mär^ i, Wien. 

Herzog Albrecht von Oesterreich be- 
zeugt, dass «vir strenuus Johannes de Ror» 
und dessen Hausfrau Margaretha das «jus 
aduocacie villarum in Gumpendorf et in Ger- 
hartsdorf» dem «Jacobo de Hoya ciui Wien- 
nensi et rectori officiorum nostrorum per 
Austriam» verkauft haben. 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum Wienne kalendis marcij. 

Original, Pergament. Mit ziemlich gut erhaltenem, 
anhangenden Reitersiegel. 

Lichnowsky, Th. I, S. CXXIV, Nr. 102 1. 

3876 i2Sg, November 30. 

Frau Margret und ihr Gatte Janns von 
Ror verkaufen 4 Pfund weniger 72 Pfennig 
Gülte zu Sibenprvnne, welche Frau Margret 
ererbt hatte, um ihrer Nothdurft willen an 
Herrn «Jacoben von Hoy, der purger ze 
Wienne ist» um 34 Pfund Wiener Pfennige. 

Zeugen: zewgen die pei disem chovf 
warn: daz ist: her Wichart der alt von Pol- 
haim, her Greif von Wienne, Pilgreim vnd 
Georh die Chrigler, her Vlreich hern Chvnes 
svn und andere freie Leute. 

Siegler: Die Aussteller und die Zeugen. 

Datum: 1289 an sand Andrestag. 

Original, Pergament. Mit drei anhangenden Sie- 
geln, von denen zwei gut erhalten, eines beschädigt ist. 

3876 128g, December i. 

Frau Margret und ihr Gatte Jans von 
R6r verkaufen an den Bürger von Wien, 



Herrn Jacob von Hoy, 3 Pfund Geldes 
weniger 65 Pfennige um 28 Pfund. Diese 
Gülte liegt zu Gumpendorf und ist an Frau 
Margreten von ihrer Ahne, Frau Margreten 
von Swarzenaw angefallen. 

Siegler: Der Aussteller selbst und der 
erste Zeuge. 

Zeugen: Her Weichart der alte von 
Pelenheim, her Greif von Wienn, Pilgreim 
und Gorge de Chrigler, her Vlreich heren 
Chfnen svn. 

Datum: . . . des nasten tages nach sand 
Andereastage. 

Original, Pergament. Mit drei gut erhaltenen, an- 
hangenden Siegeln. 

3877 i2go, Mär:[ 14, Wien. 

Erzbischof Rudolf von Salzburg, Legat 
des apostolischen Stuhles, und die Bischöfe 
Emycho von Freising, Hertnid von Gurk, 
Chunrad von Chiemsee, Liupold von Seckau 
und Chunrad von Lavant verleihen zur Ka- 
pelle Sancti Nicolai ad Cannas in der Stadt 
Wien einen vierzigtägigen Ablass. 

Siegler :.T>ie Aussteller. 

Datum: Wienne ij idus marcij. 

Original, Pergament. Das erste und vierte Siegel 
fehlen, die vier an Pergamentstreifen anhangenden Sie- 
gel sind gut erhalten. 

3878 J2gi, Mai 3, Wien. 

«Ulricus» und «Hainricus dicti Phn ver- 
singe», Vögte der Kirche in Als, welche das 
Patronatsrecht dieser Kirche von ihrem Gross- 
vater Dypold, ihrem Oheim Pitrolf und seiner 
Schwester Gysla, ihrer Mutter, ererbt haben 
und gegenwärtig ruhig besitzen, verkaufen 
einen Weingarten bei der Kirche und andere 
um dieselbe liegende Güter, 7« Talent Ein- 
künfte mit der Vogtei und dem Patronats- 
rechte der oben genannten Kirche mit Zu- 
stimmung ihrer Gattinnen, nämlich der Frau 
Berhta und der Frau Alhaid, dem Griffo, 
Sohn des verstorbenen Herrn Otto de Foro 
in Wienna, Ritter des Herzogs zu Oester- 
reich, um 20 Pfund Denare Wiener Münze. 

Siegler: Der Schottenabt Wilhelm in 
Wien und die beiden Aussteller. 



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Zeugen: Dominus Rimboto Zehlevp tunc 
magister hvebarum. dominus Otto filius Otto- 
nis. Jacobus de Hoya tunc rector officiorum 
Austrie. Chvnradus Polio magister ciuium. 
Haymo frater domini Ottonis. Chvnradus de 
Harmarchet. Vlricus Chvnonis tunc magister 
monete. Levpoldus de Alta Strata. Vlricus in 
Witmarchet. Chvnradus Vrbetsch. Chvnradus 
Hesner. Rudolfus Sancti Ypoliti. Georius Chrig- 
ler. Hainricus hansgraf. Paltramus Vaczo. Hain- 
ricus Faber. 

Datum: Acta sunt hec Wienne ... in- 
ventione sancte Crucis. 

Original) Pergament. Zwei Siegel fehlen, das 
dritte an Pergamentstreifen anhangende Siegel ist gut 
erhalten. 

2879 i2g3, April 26. 

Elsbeth, Herzogin von Oesterreich und 
Steyr, entscheidet zwischen Herrn Otten von 
Nevnburch und seiner Hausfrau Alhait, der 
Tochter des Bruders Chvnrat, weiland Land- 
schreibers in Oesterreich, einerseits und den 
Klosterfrauen zu Tulln andererseits: 

Für 80 Pfund Pfennige, welche Herrn 
Otto und seiner Frau Alhait für ihre An- 
sprüche gegen die Schwestern zu Tulln auf 
ein Haus zu Wien an dem Chienmarcht und 
auf den Liechten Weingarten, der an dem Nüz- 
perge liegt, und auf andere Güter zugespro- 
chen worden sind, soll Otto lebenslänglich 
einen Hof zu Tulln an dem Anger bei Unser 
Frauen Kirche, der jährlich 2 Mut Weizen, 
2 Mut Korn, 4 Mut Gerste dient, sammt 
diesem Dienste besitzen. Nach Ottos Tode 
sollen Hof und Dienst an die Klosterfrauen 
fallen. Herrn Otto und seiner Hausfrau wird 
ein Haus an dem Frohnhofe zu Tulln mit 
einer grossen Hofstatt, die bis zur Burgmauer 
reicht, frei vererblich zugesprochen. Die Klo- 
sterfrauen begeben sich aller Rechte und An- 
sprüche auf das Haus und die Hofstätte mit 
Ausnahme eines grossen Stadels, der auf der 
Hofstatt liegt. Dieser verbleibt den Nonnen 
mit dem Grunde, auf dem er selbst steht, 
und mit dem Grundstreifen, der in der Breite 
des Stadels zwischen diesem und der Strasse 
gegen das Burgthor liegt. 

Siegler: Die Ausstellerin. 



Datum: ... an dem nechsten svntagen 
nach sand Marcustage. 

Original, Pergament. Mit ziemlich gut erhaltenem 
Siegel an Pergamentstreifen. 

2880 i2gj, Juni 21, Wiener-Neustadt. 

Elizbeth, Tochter des verstorbenen Herrn 
Otten an dem Marchte, Hausfrau des Herrn 
Hainreich von Lovbenberch, deren Bruder 
Philipp den Weingarten an dem Nvzperg an 
des Herzogs obersten Schreiber, Meister Got- 
frid, um 460 Pfund Pfennige Wiener Münze 
verkauft hat, ertheilt ihre Zustimmung zu 
diesem Verkaufe. 

Siegler: Die Stadt Wiener-Neustadt, die 
Ausstellerin und ihr Gatte, Herr Hainreich. 

Datum: Ze der Nevnstat des svntages 
var svnnewenten . . . 

Original, Pergament. Mit zwei ziemlich gut er- 
haltenen Siegeln an Pergamentstreifen (das erste und 
dritte; das zweite fehlt). 

3881 I2gj, September 10, Klosterneuburg. 

Hadmar, Propst von Klosterneuburg, 
verleiht auf Ersuchen Albrechts, Herzogs zu 
Oesterreich, und — — der Herzogin den 
Nonnen des Predigerordens in Tulln den 
auf dem Nvzperge gelegenen Weingarten, 
welcher gewöhnlich «Lihtenweingarten» ge- 
nannt wird, nach endgiltiger Entscheidung 
des vorhergegangenen Streites zwischen diesen 
Nonnen und Otto von Ried, zu Bergrecht. 
Er behält seiner Kirche Zehent und Berg- 
recht bevor. 

Siegler: Die Aussteller. 

Zeugen: Dominus Otto decanus, dominus 
Heinricus de Pyela, dominus Perhtoldus ma- 
gister infirmorum, dominus Heinricus de 
Hovsekk, dominus Rudgerus de Gabacz, ca- 
nonici; — dominus Aloldus de Cheyow, do- 
minus Wlfingus de Wald, dominus Vlricus 
ante ecclesiam, magister curie, dominus Otto 
de Ried, dominus Cholo, officialis, dominus 
Fridericus Hvtstoch, dominus Wernhardus 
Schwer milites; — Vlricus Asinus, Nycolaus, 
frater suus, Hermannus Ymian, Gerungus et 
Tazzo, filii officialis, Hertnidus, magister 
curie, Livpoldus notarius; et alii quam plures. 

Siegler: Die Aussteller. 



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K. und k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien. 



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Datum: In Nevnburch anno domini m** 
cc* xciij indictione vj* quarto ydus septembris. 

Original, Pergament. Mit theilweise erhaltenem 
Siegel an Pei^amentstreifen. 

3883 I2gj, September 2g, Wien. 

Pittrolf, Kammergraf zu Wien, und seine 
Mutter Perhte gibt seinen Schwestern Mar- 
grete, Eite und Perhte und dem Convente 
des Predigerordens zu Tulln zwei Wein- 
gärten zu Niwenburch und zwei Weingärten 
zu Tulbingen und ein Haus zu Tulln vor 
der Stadt und 12 Jeuchart Aecker bei der 
Stadt. 

Siegler: Der Aussteller. 

Zeugen: Her Wulfinch von Walde vnd 
sin brvder her Otte; her Virich von Wolfs- 
gersdorf vnd sin brvder her Dietrich; her 
Ortolf von Atzenprvken vnd sin brvder Hein- 
rich; her Heym vnd sin brvder her Otte von 
Wienne; her Chvnrat von Preitenvelde vnd 
her Heinrich sin brvder; her Greiffe; her 
Chvnrat der hvbmeister; her Virich von 
Grvnt; her Virich, des alten mventzmeisters 
svn; Jorge der Chrigler; her Chvnrat der 
Polio, bvrgermeister. 

Datum: Dieser brief der ist gegeben . . , 
an sand Michelstage in der stat ze Wienne. 

Original, Pergament. Mit sehr beschädigtem, an- 
hangenden SiegeL 

Chmel, Notizenblatt, S, 81, Nr. 14. 

3883 i2g3. 

Alheit, die Hausfrau des Herrn Otto von 
Nevnburch und Tochter des Bruders Chvnrat, 
weiland Landschreibers über Oesterreich, be- 
zeugt, dass zufolge eines Schiedspruches zwi- 
schen ihrem Gatten und ihr einer- und den 
Schwestern vom Predigerorden zu Tulln «von 
des heiligen crevczes phalncz» anderseits be- 
züglich eines Hauses an dem «Chienmarcch ze 
Winen> und des «Lichten Weingartens» und 
anderer Güter und einer Mühle zu Tulln 
oben an der Stadt, die Mühle ihr auf Zeit 
ihres Lebens verbleiben, nach ihrem Tode 
aber den Klosterfrauen zufallen soll. Obmann 
des Schiedsgerichtes war der Herzog Albrecht, 
Sohiedsrichter waren: «her Friderich der 
Chamerere von Lengenbach, der Greif von 

Regesten zur Geschichte der Stadt Wien. III. 



Winen, her Levpolt von Sachsengange und 
der Chaloch von Ebersdorf.» 

Siegler: Die Ausstellerin mit ihrem In- 
sigel. 

Datum: Da von Christes gebvrd sint ge- 
wesen tousent zwai hundert vnd dreu vnd 
nevnczic iar. 

Original, Pei^ament. Mit sehr gut erhaltenem 
Siegel an Pergamentstreifen. 

Vollständig abgedruckt in Fontes, II, i, S. 261 flf., 
Nr. XCU («1283»). 

3884 i2g4, Mär^ 25. 

Hovch von Hovzental verzichtet zu Gun- 
sten der Schwestern zu Tulln auf seine An- 
sprüche auf etliche Aecker, die in ihren Hof 
zu Trebense gehören, welcher ehemals dem 
Dremel von Wien gehört hat. Die Schwestern 
sollen aber von diesen Aeckern ihm und seinen 
Erben alljährlich an St. Jorigentag zu Burg- 
recht 3o Pfennige dienen. 

Siegler: Der Aussteller. 

Zeugen: Her Virich von Wolfkerstorf 
vnd her Dietrich sein brveder, her Ortlieb 
von Winchel vnd her Hadmar sein brveder, 
her Wlfinch von Walde vnd her Otte sein 
brveder, her Ortolf von Azenprvkke vnd 
der Hainrich sein brveder, her Hovnel ze 
Tuln vnd her Chunrat der Mvnich, her 
Chunrat der richter ze Trebense, her Sig- 
hart von Pettendorf, der Eberhart der Povn- 
gartner, Albrecht der pvrgermaister ze Tuln, 
der Levtold an dem Vronhove, der Chunrat 
der Chrotentaler bvrger ze Tuln. 

Datum: . . . geschehen vnd diser brief 
dar vber geben ... an vnser vrowen tach 
ZV der chvndunge in der. vasten. 

Original, Pergament. Siegel abgefallen. 

2886 I2g5, Februar 2, Wien. 

Engelgvet, Priorin, und die Samnung 
des Predigerordens zu Tulln verkaufen ihr 
Haus «dacz Wien an dem Chienmarcht», das 
weiland Herr Berchtold der Kämmerer be- 
sessen, und welches Bruder Chvnrat, der 
frühere Landschreiber, ihnen verkauft hat, 
sammt der Kapelle und dem Verleihungs- 
rechte derselben, Herrn Hainrichen von der 
Neizz und Herrn Andren, beide Bürger von 

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K. und k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien. 



Wien, um 150 Pfund Pfennige Wiener Münze, 
welche sie bereits empfangen haben, und um 
25 Pfund Burgrecht, welches die Käufer ihnen 
alljährlich so lange leisten sollen, bis sie es 
einziehen oder mit einem anderen Burgrecht 
ablösen. 

Siegler: Die Ausstellerin und der Con- 
vent, der Prior von Tulln, der Abt von dem 
Heiligen Chrücze, der Abt von Lilienveld, 
der Prior der Prediger von Wienne. 

Zeugen: Die Bürger von Wien: her 
Wulfinch van Wald; her Greife; her Chvn- 
rat der Hormarchter der hubmaister; her 
Haym hern Otten bruder; her Virich hern 
Chvenn svn des mvnzmaister; her Jacob der 
Jude; her Paltram der Vatz; her Gorge der 
Chrigler; Chvnrat der Hesner; Vlreich hern 
Chvenn svn vnder der lovben; Chvnrat van 
Wulfleinstorf; Hainrich der Hansgraf; Hain- 
rich der Westerburger; Levpolt der riemer; 
Ernst der Vezzelsneider ; Pilgreim der chra- 
mer; Leupolt hern Herbotes svn; Engel- 
schach vnder der Ivoben; Hainrich und 
Wernhart die Chronnest; Ortel der stat 
schriber. 

Datum: Geschrieben und gegeben cze 
Wienne ... an vnser vrowen tag ze der 
liehtmesse. 

Eingeschaltet in der Bestätigung durch Herzog Al- 
brecht zu Wien am 22. Februar 1295. Regest Nr. 2886. 

Bei Hormayr, Wien^ 1. Jahrg., Bd. II, S. 205 fif., 
Nr. 266, abgedruckt. 

3886 I2g5, Februar 22, Wien. 

Herzog Albrecht von Oesterreich . . . be- 
stätigt die vollständig inserirte, von der Priorin 
und der Samnung des Predigerordens von 
Tulln «an vnser vrowen tag ze der licht- 
messe» 1295 zu Wien ausgestellte Urkunde 
über den Verkauf ihres Hauses in Wien an 
dem Chyenmarcht sammt der Kapelle an 
zwei Wiener Bürger, Hainrichen von der 
Neizz und Andren. (Vgl. Regest Nr. 2885.) 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum: Gegeben ze Wienne an sand Pe- 
ters tach in der vasten . . . 

Original, Pergament. Mit ziemlich gut erhaltenem, 
anhangenden Reitersiegel an roth-gelber Seidenschnur. 

Hormayr, Geschichte Wiens, 2. Jahrg., Bd. II, 
ÜB., S. 205. — Lichnowsky, Th. 11, S. I99ff., Nr. 56. 



3887 J2g5, August ig. 

Virich van Ruchendorf verpfändet sein 
Drittel an dem Hause zu Gunthartstorf Herrn 
Eberhart van Walsse für geleistete Bürg- 
schaft um 8 Mark und i VIrdunch löthigen 
Silbers und um 9 Pfund und 3o Pfennige 
Wiener Münze auf den nächstkommenden 
St. Martinstag. 

Siegler: Der Aussteller selbst und Herr 
Otto von Hakenberch. 

Zeugen: her Heinrich van Walsse, Herr 
Fridrich der Walich, Heinrich vndern lauben, 
Herbreht, Bremberch, Chünzel van Schonn- 
chirchen, Virich der Schalhahs, Seifrit van 
Stainpach. 

Datum: geschriben vnd gegeben . . . 
des vreitages vor sant Bartholomes tach. 

Original, Pergament. Mit zwei anhangenden Siegeln. 

3888 I2g5, October ij. 

Virich von Rukhendorf verpfändet sein 
Drittel an dem Hause zu Gunthartstorf Herrn 
Eberhart von Walsse für die von diesem 
übernommene Bürgschaft «hincz Lemanne 
dem Juden» um 25 Pfund Wiener Pfennige 
und «hincz Hainrichen vnder den louben» 
um 3 Pfund weniger 10 Pfennige, beide 
Summen zahlbar am nächsten St. Martinstage. 

Siegler: Der Aussteller. 

Zeugen: her Otte von Hakenberch, her 
Alber von Chunring, her Hiltprant von 
Scheonnöwe, Herbreht, Albreht der Payr, 
Wolfker von Smida, Wychart, Hainrich von 
Winchel, 

Datum: Diser brief ist geschriben vnd 
gegeben . . . des nesten mentages noch sand 
Cholmans tach. 

Original. Mit gut erhaltenem Siegel an Pergament- 
streifen. 

3889 I2g5, November g, 

Virich von Rvkhendorf verpfändet Eber- 
hart von Walsse für die bei Hainrichen vnder 
den louben um 8 Mark und i Vierdunch 
löthiges Silber Wiener Geldes und um 12 Pfund 
und 20 Pfennige und bei dem Juden L^mann 
um 25 Pfund Wiener Münze Hauptgut über- 
nommene Bürgschaft sein Drittel an dem 



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K. und k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien. 



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Hause zu Gunthartstorf. Zur Bestimmung des 
Kaufpreises benennt Vlrich von Rvkhendorf 
Herrn Livtolt von Chunnring, Herrn Vlrich 
von Wolfkerstorf und Herrn Hainrich von 
Praitenvelde und Herr Eberhart von W. Herrn 
Otten von Hakenberch, Herrn Albern von 
Chunring und Herrn Hainrich von Wldeins- 
torf als Schiedsmänner. 

Siegler: Der Aussteller selbst und Herr 
Livtolt von Chunring. 

Zeugen: her Walther von Tanne, her 
Nycläs von Molt, Pilgreym von Praitenaich, 
DItraar von Wildeinsdorf, Hainrich der Schrei- 
ber, Vlreich von Chadowe, Hainrich von Ze- 
gestorf. 

Datum : Diser brief ist geschriben vnd ge- 
geben dacz Weytra . . . des mitichns vor 
sand Marteins tach. 

Original, Pergament. Mit zwei gut erhaltenen Sie- 
geln an Pergamentstreifen. 

2890 1295, December ij. 

Vlreich von Ruchendorf verpfändet Herrn 
Eberhart von Waltsee für die bei dem Juden 
Levman für 12 Pfund Wiener Münze ge- 
leistete Bürgschaft sein Drittel an dem Hause 
zu Guntheresdorf. 

Zeugen: Maister Otto, des herzogen 
Schreiber; her Gerunch von Ottachrinnen; her 
Hainreich von Sewechen ; Otte von Pergaren ; 
Hilprant der Schreiber; Drunel, mein schaffer. 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum : Der prief ist geben ... an sand 
Luceigen tage. 

Original, Pergament. Mit schadhaftem Siegel an 
Pergamentstreifen . 

3891 I2g6, Februar 24. 

Meister Dietrich von Sibenb^rgen, Pfarrer 
zu Pölan, schafft und gibt um seines Bruders 
Meister Gerharts und seiner eigenen Seele 
willen das «voder hös ze der Himelportin 
dacz Wiennen, daz mir min vorgenanter 
brvoder lie, da maister Otte inne ist vnd 
der prior inne slaeft», mit Allem, was dazu 
gehört, den geistlichen Frauen zu der «Himel- 
portin, die vnser baider stiftvnge ist», mit 
dem Vorbehalte, «daz ich, dieweil ich lebe, | 



swann ich dar ch^m, den besten gemach in 
dem selben hof haben sol; wil aver ieman 
anderr dar inne gemach haben, der sol in ze 
allervoderist von der samnvnge haben vnd 
enpfahen». 

Siegler: Der Aussteller selbst und der 
geistliche Vater Abt Arnolt von Jervs und 
die Zeugen. 

Zeugen: Der Greif, rihter dacz Wiennen; 
der Otto vnd der Haim, br^der vnd lant- 
schreiber, zu den selben ziten; der Ch^nrat 
vnd der Hainrich Praitenvelder; der Vlrich, 
herrn Chfnne svn; der Sifrid, herrn Levpolts 
svn; der Lepolt Lebel. 

Datum : Geschehen . . , an sant Mathyas 
abent. 

Original, Pergament. Das erste, zweite, dritte und 
sechste Siegel sind abgefallen. Das vierte an Pergament- 
streifen anhangende Siegel ist ziemlich gut, das fQnfte 
theilweise erhalten. 

Ungenau gedruckt in Hormayr, Geschichte Wiens, 
1. Jahrg., Bd. V, ÜB., S. 17, Nr. 134. 

3893 I2g6, Märi 28, Wien. 

Jacob, Sohn des verstorbenen Herrn 
Gozzo de Chremsa, verzichtet freiwillig in 
die Hände des Passauer Bischofs Wernhard 
auf das ihm zustehende Patronatsrecht über 
die «circa domum» seines Vaters in Chremsa 
gelegene Kapelle zu Gunsten seines Schwa- 
gers, des Herrn Griffo de Winna. 

Siegler: Der Aussteller. 

Zeugen: Dominus Vlricus de Püchperch 
archydiaconus partis Austrie, magister Otto 
canonici ecclesie Pataviensis; dominus Vl- 
ricus capellanus; Otto; Albertus notarius 
domini episcopi; dominus Meinhaimus und 
Pilgrimus pincerna, milites. 

Datum et actum in capella domini nostri 
Pataviensis episcopi Wiennensis . . . quinto 
kalendas aprilis. 

Original, Pergament. Mit Siegel an Pergament- 
streifen. 

3893 i2g7, Wien. 

«Perhtoldus judex consulesque jurati 
ciuitatis Wiennensis» bezeugen, dass * domi- 
nus Pilgrimus miles conciuis noster filius 
quondam domini Paltrami ante cimiterium 

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K. und k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien. 



sancti Stephani» wegen durch das Zeugniss 
zweier glaubwürdiger Männer, nämlich des 
Haymo, Sohn Ottos des Sohnes Haymons, 
und des Paltram Vatzo erwiesener Schulden 
und Noth «quod uulgariter ehaft not dici- 
tur», 8 Talente Denare Gülten in Gumpen- 
dorf ^n die Herzogin Elisabeth zu Oester- 
reich verkauft und diese die Gülte den Nonnen 
zu Sanct Bernhard Cistercienserordens ge- 
geben habe. 

Siegler: Die Aussteller mit dem Siegel 
der Stadt. 

Datum : Wienne, anno domini millesimo 
ducentesimo nonagesimo septimo. 

Original, Pergament. Die Siegel fehlen. 

Fontes Dipl. I, 281, Nr. 114. 

3894 I2g8, Januar 8. 

«Ysaach der Jud ze Wienne» urkundet, 
dass Herr Eberhart von Waise und Herr 
Marichart von Schelnberch als von ihm ein- 
gesetzte Schiedsrichter seinen Streit mit des 
Herrn Otacheres Kindern um die Gülte, welche 
ihr Vetter, Herr Friderich der Chamerer, ihm 
gelten sollte, so entschieden haben, dass ihm 
zu den 12 Muth Weizen und 9 Muth Hafer, 
die er zu Wien genommen hat, noch 60 Pfund 
Pfennige zugesprochen worden sind und ihm, 
seiner Frau und Kindern keinerlei Forderung 
mehr an die Kinder Herrn Otachers und 
an ihren Vetter Friderich zusteht. 

Siegler: Der Aussteller. 

Zeugen : Herr Virich von Chapelle, Herr 
Eberhart von Waise, Herr Marichärt von 
Schelnberch, Herr Marichart von Mistelbach. 

Datum : Geben . . . nach weinachten vber 
vierzehen tag. 

Original, Pergament. Mit beschädigtem Siegel an 
Pergamentstreifen. 

3895 1299, Maij, Wien, 

«Ich Stephan der Stvchse, weilen von 
Chalbesperch, vnd ich Diem'^t sein havs- 
vrowe, vnd ich Stephan sein S^n> verkaufen 
ihres «rechten aigens» 36^/^ Eimer Wein Berg- 
recht in dem Harde und 9 Schilling Wiener 
Pfennige Geldes in der Chelberspe^nte, 3 Schil- 
linge Geldes in des Vierdvnges p^hel, ^/^ Pfund 



und 60 Pfennige Geldes auf Aeckern in dem 
Harde um 26 Pfund Pfennige dem ehrbaren 
Manne Meister Jacob und seinen Erben. 

Siegler: Der Aussteller und sein Vetter 
Herr Albreht der Stvchs von Travtmannestorf. 

Zeugen : her Virich von Wolfgerstorf ze 
den Zeiten lantrihter; her Gotfrid von Wil- 
dvngesma^re; her Irnvrid von Eckartesäwe; 
her Otte; her Chadolt vnd her Hainrich, 
die prvdere von Hasl&we; her Chvnrat von 
Praitenvelde; her Hainrich sein prvder; her 
Greiffe; her Chvnrat der Harmachter ze den 
Zeiten hvbmaister. 

Datum: Geben ze Wienne an des hai- 
ligen chrevtzes tage, als iz fvnden wart . . . 

Original, Pergament. Mit zwei anhangenden, be- 
schädigten Siegeln. 

2896 129g, October jo, Esslingen. 

König Albrecht I. beauftragt Hermann, 
Marschall von Landenberch, die Bürger von 
Wiener-Neustadt gegen die Wiener Bürger 
zu schützen, von welchem sie in ihren her- 
gebrachten Handelsrechten beeinträchtigt 
werden. 

Datum: In Ezzelingen vj'' idus octobr. 
regni nostri anno secundo. 

Original, Pergament. 

Lichnowsky, Th. II, S. 222, Nr. 23$. 

3897 1300, April Ji. 

Levpolt Laeubel, Bürger zu Wien, und 
Hilt, seine Hausfrau, verkaufen den Schwestern 
vom Predigerorden zu Tvlen i Pfund Pfen- 
nig Geldes auf dem Hause Mdegers des 
Stollen bei St, Johannes in der Chaerener- 
strazze um 60 und um 10 Pfund Pfennige. 

Siegler: Der Aussteller selbst und der 
Bürgermeister Herr Chvnrat der Polle. 

Zeugen : her Hainreich Lxubel, R^ger in 
der Chaerna^rstraze der Stol, Rainprecht der 
glokengiezzer und sein ^Bruder Fridereich, 
Rvdolf der g'^rteler, Hainreich der smit, 
Ch^nzel der mezzerer und Seyfrit der chra- 
mer von Chrems. 

Datum : Daz ist geschehen . . . mantag 
in der osterwochen. 

Original, Pergament. Mit zwei ziemlich gut er- 
haltenen, anhangenden Siegeln. 



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1300, Wien. 

Chunrat der PoUe, Bürgermeister, und 
der Rath der Stadt Wien Urkunden, dass 
der ehrbare Ritter Herr Ulreich der Grunter 
und seine Hausfrau Hildgart den von ihnen 
ererbten, in dem Werd enthalben des Wassers 
gelegenen, «zv Neidechke» genannten Hof um 
85 Pfund Wiener Münze dem ehrbaren Ritter 
Herrn Otten «hern Haymen enenchel» und 
seiner Hausfrau Frau Gedravten freieigen ver- 
kauft haben. 

Siegler: Die Stadt Wien. 

Datum: . . . zv Wienne i3oo. 

Original» Pergament. Mit beschädigtem Siegel an 
Pergamentstreifen. 

3899 1301, December 18, Wien. 

Heinrich von Praitenvelde verkauft Herrn 
Eberhart von Walsse seines rechten Lehens 
4 Pfund Wiener Pfennige Geldes «ze Cvnt- 
hartestorf» auf anderthalb Lehen um 32 Pfund 
Wiener Pfennige. 

Siegler: Der Aussteller. 

Zeugen: her Chvnrat von Praitenvelde, 
her Virich von Rvckendorf, her Virich von 
Grvnt; die Ritter Virich von Rvckendorf, 
Virich von Grvnt, Herr Hayme, Herr Otte 
sein prvder, Pilgreim von Praitenaich. 

Datum: Geben ze Wienne . . . des maen- 
tages vor sand Thomans tage. 

Original, Pergament. Mit gut erhaltenem Siegel 
an Pergamentstreifen. 

3900 1301, December 20, Wien. 

«Hainreich hern Ernestes svn von 
Wienne» und seine Hausfrau Gerdravt ver- 
pflichten sich und alle nachfolgenden Be- 
sitzer ihres Hauses zu Wien, der Kapelle, 
weiche ihr Freund Herr Otto, des Herrn 
Otten Sohn von Wien, an demselben Hause 
gebaut hat zu Ehren Unser Frauen, in keiner 
Weise durch irgend einen Bau oder eine 
andere Veränderung Schaden zu verursachen. 

Siegler : Die Aussteller. 

Zeugen: Her Chvnrat von Praitenveld; 
her Hainreich von Praitenveld; her Haym 
hern Otten svn von Wienn; her Hainreich 
hern Paltrames svn; her Jacob hern Ernstes 



svn; her Vlreich der Fvmfchircher ze den 
Zeiten mvnzmeister dacz Ens; her Friedreich 
der Stadlawer; her Johan der Schreiber; Wem- 
hart der Chraevtzer, Wernhart der Peschinger. 

Datum : Diser prief ist gegeben ze Wienn 
an sand Thomas abvnd . . . 

Original) Pergament. Mit Siegel an Pergament- 
streifen. 

3901 1302, Februar 14. 

«Rüeger der alte richter dacz Chrems» 
verkauft einen Weingarten der «dacz Tob- 
lich an der Sumerleiten gelegen ist ze 
nächste der swester Weingarten von Tuln, 
der gewesen ist meiner geswein vrown Ey- 
salen meiner erern hovsvrowen vrown Mar- 
gareten swester, so ir got genad, durich ir 
gescheftes willen, daz vrow Eysal meinen 
chinden vnd ir swester chinden vnd anders 
wa von dem Weingarten an ir lesten zeiten 
durich got vnd durich ir sele hail geschaf- 
fet hat» den Schwestern Predigerordens zu 
Tulln um 23 Pfund Pfennige Wiener Münze. 
Er gelobt, diesen Weingarten den obenge- 
nannten Schwestern gegen alle Ansprüche 
zu schirmen, und versetzt ihnen zu besserer 
Sicherheit einen Weingarten, der «dacz Rech- 
perch leit an der Phrampach leiten, der her 
Wernher der Hevzze mein sweher mir zu 
seiner tohter Elspeten gegeben hat, du ich 
sey eleychen nam, mit Otten des Gazzer 
haut», der desselben Weingartens Bergmeister 
ist, und mit Willen seiner Hausfrau Elsbeth 
imd ihrer beider Kinder Gotfrides, Ruegers, 
Georgeins vnd Anna. 

Siegler: Der Aussteller. 

Zeugen: Her Chvnrat ze den zeiten 
hubmaister, her Greiffe auf der Stetten, her 
Virich pei den bruedern, her Wernhart der 
Chrannest, Virich der swester schaffer von 
Tuln, Chadolt der amman ze Toblich, Lud- 
weich sein sun. Alber der Perger, Eberhart 
der Paungartner, Leutolt an dem Vronhof, 
der Jungereich, Stephan an dem Vronhof. 

Datum: Gegeben ... an sand Valen- 
teines tach des marterer nach vnser vrovwen 
hochzeit ze der Hecht messe. 

Original, Pergament. Mit gut erhaltenem Siegel 
an Pergamentstreifen. 



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K. und k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien. 



2902 IJ02, Mär:[ 2g. 

Wernhart der Chrevtzer und seine Haus- 
frau Elspet verkaufen ein halbes Joch Wein- 
garten, geheissen «Poppavzz» und gelegen 
gegen «dem alten Vrvar ze Nvzdorf ze neste 
hern Jordans weihgarten des phaffen», wel- 
cher an die vorgenannte Elspet mit rechter 
Theilung und mit rechtem Verzicht nach 
ihrer Mutter Tod von ihren Geschwistern: 
von Virich und Frau Matzzen gekommen ist, 
an Frau Chunigunde, Herrn Otten Witwe 
in dem Chamerhove und alle ihre Kinder 
zu rechtem Bergrecht um 55 Mark Silber. 

Siegler: Der Aussteller imd die Zeugen. 

Zeugen : Her Greyf, her Heym, her Otte, 
her Chvnrat von Braytenvelde, her Chvnrat 
der hübmaister, her Virich bei den Minnern- 
brüdern, her R^ger von der Heyligenstat, 
her Jans von Nvzzdorf, her Chvnrat der 
Vrbetsch, her Eberhart der Vrbetsch. 

Datum : Geben . . . des phyncztages ze 
mitter vasten. 

Originali Pergament. Die vier Siegel fehlen. 

2903 1303, December 21. 

«Otto, hern H^nlins svn von Tvln», 
und seine Hausfrau Frau Reiczze geben — 
mit Zustimmung der Brüder der Letzteren, 
«hern Ulriches und hern Marchartes» — ihrer 
Tochter Frau Anna, Klosterfrau zu Tuln, 
Predigerordens, «vnsers rechten aigens dacz 
Nuczdorf vnd dacz Grinczinge» 2 Pfund Gel- 
des. Frau «Reitzze div chelermaistrinne» 
gibt um ihres Seelenheiles willen den oben- 
genannten Schwestern 20 Pfund Wiener 
Pfennige. Die Obengenannten : Otto und seine 
Hausfrau Frau Reitzze, ihre beiden Brüder 
Herr Ulrich und Herr Marichart und Frau 
Reitzze die chelermeistrinne geloben Schirm 
für die 2 Pfund Gülten. 

Siegler: Die Aussteller, ferner «her Vi- 
rich vnd her Marichart, meiner hausfrowen 
vron Reitzzen prüder . . . vnd . . . frowe 
Reitzze die chelermaistrinne. 

Zeugen: Her Chvnrat der Mvnich von 
Tvln, her Otto Wolfhart von Rvst, Albrecht 
der Periger, Jvngrich, Eberhart der Pavn- 
gartner, R^dmar Havengazzer, Minhart der 



Gärtner, Livtolt der Swab, Chvnrat Gauzrab, 
Dietmar Netzzenbisch, Ch'^nrat Chrotentaler, 
Stephan an dem Vronhof, Wernhart der Spet, 
Wernhar Vochinger, Virich von Mairhoven, 
Virich der Winter. 

Datum: Gegeben ... an sand Thomas 
tach. 

Original, Pergament. Mit vier Siegeln an Pergament- 
Streifen. 

2904 1304, September 22. 

Blanka, Herzogin von Oesterreich, ver- 
fügt für den Fall ihres Todes ihre Beisetzung 
bei den Minderen Brüdern zu Wien in dem 
Chore vor dem Altar. Sie schafft 100 Pfund 
zum Ankaufe einer Gülte, wofür ein Jahrtag 
bei denselben Minderen Brüdern für die Her- 
zogin und ihre Vorfahren begangen werden 
soll, und 50 Pfund für ein Grab aus Marmor. 
Am Tage ihrer Beisetzung sollen an arme 
Leute 20 Pfund, am dritten Tage 10, an dem 
siebenten 10 und an dem dreissigsten 10 Pfund 
vertheilt werden. Sie schafft 1000 Pfund zum 
Umbaue der Kirche und des Münsters der 
Minderen Brüder zu Wien zu Ehren des 
heil. Ludwig, und 100 Pfund zum Ankauf 
einer Gülte, damit der St. Ludwigsaltar be- 
leuchtet und täglich eine Messe dort ge- 
sprochen werde. Sie schafft 100 Pfund zur 
Vertheilung unter die Klöster der Minderen 
Brüder in Oesterreich und 40 Pfund zur 
Vertheilung unter die Klöster St. Ciaren- 
ordens in Oesterreich, 100 Pfund allen Brü- 
dern und Schwestern vom Predigerorden, 
15 Pfund den Augustinern, 5 Pfund den 
Nonnen zu Neumburg, 5 Pfund den Nonnen 
zu St. Jacob, 5 Pfund den Nonnen zu der 
Himmelpforte, 5 Pfund den Nonnen zu 
St. Maria Magdalena, i3 Pfund allen Spi- 
tälern in Oesterreich und 20 Pfund allen 
Aussätzigen in Oesterreich. Sie schafft ihren 
vier Dienerinnen, der von Puchperch, Agne- 
ten, Gertrouden und der Weschen 60 Pfund 
und ihrem anderen Gesinde «die tusch sind» 
100 Pfund. Sie empfiehlt die Vollführung 
dieser Verfügungen der römischen Königin, 
ihrem Wirthe Herzog Rudolf von Oesterreich 
und ihrem Beichtvater. 

Sie gier: Die Aussteller in. 



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K. und k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien. 



151 



Datum : Ditz ist geschehen ... an sand 
Mauricien tage. 

Vollständig abgedruckt in Pez, Thes. Anecd. Nov., 
Tom.V, Pars II, pag.201, Nr.284 («ex autograph P. H.»). 
— Vgl. Herrgott, Mon. Austr., Tom. IV, Pars I, Liber II, 
Cap. VII, § I. — Lichnowsky, Th. II, S. 252, Regest 
Nr. 457. — Regest in Birck*s Nachlasse 2 (nach Herrgott). 

2905 1304, December ig. 

«Abt Wilhalm von den Schotten ze 
Wienne, Virich von Chlingenberch, Marchart 
von Hakenberch und Greiffe von Wienne» be- 
urkunden als Schiedsrichter in dem Streite 
zwischen der Priorin, Schwester Elisabeth, 
und der Samnung von Sand Marien Magda- 
lena zu Wien einerseits und den Erben von 
Guetrat, Herrn Eberharten von Walsse und 
Herrn Walthern von Toufchirchen, ander- 
seits um die Kirche zu Stronsdorf, dass die 
vorgenannten Klosterfrauen sich aller Rechte 
auf die Kirche zu Stronsdorf begeben und 
dafür 60 Pfund Wiener Pfennige erhalten 
haben. 

Siegler: Die vier Schiedsrichter. 

Zeugen: Maister Berhtold des edeln her- 
zogen Rudolfs von Osterrich oberster schri- 
ber; her Livtolt von Chunring; her Hainrich 
vnd her Virichs brueder von Walsse; her 
Marchart von Mistelbach; her Alber von Chun- 
ring; her Chunrat der huebmaister. 

Datum : Der brief ist geschriben vnd 
gegebn an dem samztag in den quattempern 
vor wynahten . . . 

Original, Pergament. Mit vier anhangenden Siegeln, 
deren drei erste beschädigt sind, während das vierte 
sehr gut erhalten ist. 

2906 1304, December ig, Wien. 

Schwester Elisabeth, Priorin, und die 
Samnung der Frauen von Sand Marien Mag- 
delen ze Wienne Urkunden, dass sie ihren 
Streit mit den Erben von Guetrat um die 
Kirche zu Stronstorf nach dem Rathe des 
Abtes Wilhalm von den Schotten ze Wienne, 
Herrn Virichs von Chlingenberch, Herrn Mar- 
charts von Hakenberch und Herrn Greiffen 
von Wienne derart beglichen haben, dass sie 
sich aller Ansprüche auf die Kirche zu Strons- 
torf gänzlich begeben und dafür von den 



Erben von Guetrat, Herrn Eberharten von 
Walsse und Herrn Walthern von Toufchirchen, 
60 Pfund Wiener Pfennige erhalten haben. 

Siegler: Die Ausstellerin. 

Zeugen: Maister Berhtold des herzogen 
oberister schriber, her Livtold von Chunring, 
her Hainrich vnd her Virich brueder von 
Walsse, her Marchart von Mistelbach, her 
Alber von Chunring, her Chunrat der hueb- 
maister. 

Datum : Geschriben vnd gegebn ze Wien- 
ne, an dem Samztag in der quattempern vor 
wynachten, . . . 

Original, Pergament. Mit gut erhaltenem Siegel 
an Pergamentstreifen. 

2907 1305, Februar 24, Wien. 

«Michhel von sant Veit» verkauft dem 
Herrn «Stephan van Meissaw, marschalich 
in Osterich», und Herrn «Otten van Chirich- 
ling» ein Viertel an dem Hause zu Rasten- 
berch um 80 Pfund Pfennige Wiener Münze 
und gibt dazu 12 Pfund Pfennige an den in 
der Urkunde bezeichneten Stätten gelegene 
Gülten und 20 Pfennige Gülte, je i Pfund 
Pfennige Gült um 10 Pfund Wiener Pfennige. 
Er, Chunrat von Hauspach und Vlreich von 
Hauspach geloben, die beiden Käufer zu 
schirmen. 

Siegler: lAichhtl van Sant Veit, Chun- 
rat van Hauspach, Virich van Hauspach. 

Datum : Geben dacz Wienne ... an sant 
Mathyas tach. 

Original, Pergament. Mit drei Siegeln an Per- 
gamentstreifen. 

3908 1305, Mai 2y, Wien, 

Dietrich der Pernner und seine Haus- 
frau Hailweig verkaufen ihres rechten Eigens 
3 Pfund Wiener Pfennige Geldes «in dem 
Ameizpache da zePraitensee» mit allen Nutzun- 
gen und Rechten um 2 min 3o Pfund Wiener 
Pfennige minder 2 dem Herzog Rudolf von 
Oesterreich. 

Siegler : Dietrich der Pernner, Poppe von 
Liebenberch, Engelpreht von Liebenberch. — 
Dietrich der Pernner, seine Hausfrau Hail- 
weig, Poppe von Liebenberch und sein Bruder 
Engelpreht von Liebenberch leisten hiefür 
Gewähr. 



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152 



K. und k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien. 



Zeugen : Her Stephan von Meyssawe, her 
Eberhart von Walsse, her Herman der Mar- 
schalch von Landenberch, her Dietrich von 
Pilihdorf, her Virich von Chrvmpach, her 
Virich von Pergawe, Hainrich der Pernner. 

Datum : Geben ze Wienne ... an dem 
avffart tage vnsers herren. 

Original, Pergament. Mit drei gut erhaltenen Sie- 
geln an Pergamentstreifen. 

Lichnowsky, Th. II, S. 255, Nr. 480. 

2909 ijoS, Juni 24^ 

«Lud weich der amman von Toblich, 
den Zeiten meiner vrawen diener ze Tülen, 
vnt Geisel», seine Hausfrau, geben den 
Klosterfrauen zu «Tulen zv vnseren chint 
alle jar ze dienen ein halbes föder weines 
perchrehtes vnt zwoi hüner, daz leit ze Tob- 
lich» auf einem Weingarten, auf einem Baum- 
garten und auf einem Hofe. Herr «Chadold, 
des Mayssaweren schaffer von Toblich», und 
Ludweich, sein Sohn, sind dessen rechter 
Schirm und Gewähr. 

Siegler: Der Aussteller. 

Zeuge: Die erberen levt her Chvnrat 
der yünche vnd her Ott hern Hawnleins 
sun, vnd Wolfhart von Rüst vnd Vlreich 
von Meirhof den zeiten der vrawen schaffer, 
vnd Jungereich der erwer purger ze Tüln, 
vnd Eberhart der Paungartner . . . 

Datum : Gegeben ... an sant Johannes 
tage Baptiste ze s^nbenten. 

Original, Pergament. Mit Siegel an Pergament- 
streifen. 

3910 1305, September 28. 

Schwester Elspet die Priorin von St. La- 
rent und ihr Convent Urkunden, dass sie 
die Messe «von vnser vrowen chvndvn» für 
die Königin Elisabeth getreulich begehen 
wollen, so lange das Kloster bestehen wird. 

Datum : Der brief ist gegeben . . . des 
eritages an sand Michels abent. 

Original, Pergament. Mit Siegel. 

2911 1305, September 2g, Wien, 

Rudolf, Herzog von Oesterreich, hat 
«durch got vnt vnserm herren ze dienst vnd 



vnser vrawen van himel ze eren vnd der 
gueten sand Chlaren» ein Kloster derselben 
St. Ciaren Ordens zu Wien gestiftet mit zeiti- 
gem Rathe, gutem Willen, gnädiger Gunst 
und «verhanchnuzze vnseres lieben herren 
chunich Albrechtz van Rom vnd vrawen Elz- 
beten, chunigin van Rom, vnser lieben vrawen 
vnd mueter». Er gibt der Aebtissin und den 
Frauen desselben Klosters mit gutem Willen 
und zeitigem Rathe seiner obengenannten 
Eltern und zu seiner lieben Hausfrau Frau 
Blanchen, Herzogin von Oesterreich und 
Steyr, und zu seinem und zu seiner Vorfahren 
Seelenheile 1000 Pfund Wiener Pfennige. 
Er überantwortet und gibt dafür dem ge- 
nannten Gotteshause folgende alljährliche 
100 Pfund Gülten: 80 Pfund Wiener Pfen- 
nige an seinem Urfar zu Neunburch und 
20 Pfund «an den Werden auf der Tunaw 
pei Erpurch», und zwar so lange, bis auf 
diese Weise die 1000 Pfund gänzlich beglichen 
sein werden. Was er in der Zwischenzeit 
überdies an barem Gelde oder Silber dem 
Gotteshause zuwendet, soll ebenfalls als Ab- 
schlagszahlung auf diese 1000 Pfund gerech- 
net werden. Als Stifter des Klosters nimmt 
er dieses sammt den geistlichen Frauen in 
demselben mit ihren Leuten und allem ihrem 
Gute in seine Gnade und in seinen Schirm. 

Siegler: Der Aussteller mit seinem Siegel. 

Datum : Geben ze Wienne ... an sand 
Michels tage. 

Original, Pergament. Siegel fehlt. 

2913 1305, November 12. 

Hauche von Rustpach und seine Haus- 
frau Agnes geben aus ihrem freien Eigen- 
thum zwei Lehen «dacz Spanneberch» als Seel- 
geräthe dem «Deuschen haus dacz Wienne». 

Zeugen: her Ortlieb von Winchel und 
her Hadmar sein prueder, her Bernher der 
Payer, dar noch her Tyem von Ropostal, 
Ruepreht von Zaizzenperge, Rotolt sein prue- 
der, Ruemhart von Mistelbach, Rueger von 
Erprust, Chönrat von Spanneberh, Dietrich 
der Gorser, Symon von Potenprunne. 

Siegler: Die Aussteller selbst und als 
Zeugen: «her Ortlieb von Winchel vnd her 
Hadmar sein prueder». 



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K. und k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien. 



Datum: Daz gescheit vnd deu rede ist 
geschehen ... an sand Merteins tage. 
Original, Pergament. Die vier Siegel fehlen. 

3913 J306, April 6, Wien. 

Levpolt von Gvndramstorf und seine 
Hausfrau Agnes verkaufen ihres rechten Eigens 
2 Pfund Geldes weniger 18 Pfennige, die man 
ihnen jährlich dient von einem ganzen Lehen, 
darauf zwei Holden sitzen, in dem Dorfe zu 
Peygen der Aebtissin und der Samnung 
St. Ciarenklosters zu Wien um 25 Pfund 
Pfennige Wiener Münze. Ausser dem Aus- 
steller imd seiner Hausfrau setzt sich auch 
sein Geswei Ulreich der Lonholtz zu Mediich 
zum Schirm dieser Gülte. 

Zeugen: «Die erbern reiter her Nyclas 
der Chriech vnd her Virich bei den Brüdern 
ze Wienne vnd mein geswein Pilgrein vnd 
Vlreich vnd Chvnrat der Chezzler vnd Hain- 
reich der Peyger.» 

Datum: Geben ze Wienn an dem miti- 
chen in der osterwochen . . . 

Siegler: Der Aussteller und der oben 
genannte Lonholtz. 

Original, Pergament. Die zwei Siegel fehlen. 

2914 1306, April 20, Wien. 

Ott der Cherbech von Ezkestorf, Ott 
der Gyleys, sein Eidam, und dessen Haus- 
frau Elsbeth, des Otto von Cherbech Sohn 
Albrecht und seine Tochter Margret ver- 
kaufen ihres rechten Eigens 2^3 Pfund Pfen- 
nig Wiener Münze weniger 12 Pfennige jähr- 
lichen Geldes der Aebtissin, ihrer Samnung 
und ihrem Kloster zu St. Ciaren zu Wien um 
25 PfuncJ Pfennige. Die verkauften Gülten 
liegen zu Erpörch bei Wien auf fünf Baum- 
gärten und einem behausten Holden. Ott 
der Cherbech von Ezkestorf und sein Eidam 
Ott der Gileis setzen sich zu rechtem Schirm. 

Zeugen: Di erbern reiter her Chvnrat 
der Praitenuelder, her Ott hern Haymeins svn 
van Wienne, vnd her Nycla der Chriech, vnd 
her Vlreich pei den Minnern Bruedern ze 
Wienne. 

Siegler: Ott der Cherbech und Ott der 
Gyleis. 

Kegesten zur Geschichte der Stadt Wien. III. 



153 

an dem 



Datum: Geben ze Wienne, . 
mitichen vor sand GeoriJ tach. 

Original, Pergament. Die zwei Siegel fehlen. 

2915 1306, December 10, Wien. 

Die Brüder Ortwein und Rudolf von 
Eysdorf Urkunden, dass ihre Schwester Agnes 
nach ihrem Rathe und mit ihrem Willen 
3 Pfund Geldes wenjger 60 Pfennige Wiener 
Münze, welche in dem Dorfe zu Sewaren 
auf zwei Lehen und auf einer Hofstatt liegen, 
die mit fünf Holden gestiftet sind, der ge- 
nannten Agnes rechtes Eigen und Erbgut, 
verkauft hat der Aebtissin und der Samnung 
zu St. Ciaren zu Wien um 3o Pfund Pfen- 
nige Wiener Münze. Verkäufer dieser Gülte 
ist mit der oben genannten Brüder Wissen 
und Willen anstatt Agnesen Herr Ott von 
Walchvnschirchen. Weil Agnes «ein jvnch- 
vrow ist», so besorgen die Brüder sie «an 
disen sachen und an disem chawf und seczen 
vnser leib vnd vnser gut ze rehtem scherem». 

Zeugen: Maister Ott der pfarrer van 
Ruspach; her Hainreich der pvrger maister 
von Wienn vnd sein prüder her Wernhart 
der Chrannest vnd Hainreich der Pevger. 

Datum: Gegewen ze Wienn . . . des 
samztais var sant Lvczeins tach. 

Siegler: Die Aussteller und der oben ge- 
nannte Ott von Walchvnschirchen. 

Original, Pergament. Die drei Siegel fehlen. 

2916 1307, Juni 14, Wien. 

Meister Otte von Rvspach, Pfleger der 
römischen Königin, Chunrat, der Hubmeister 
in Oesterreich, und Wernhart der Chrannest, 
Bürger zu Wien, Urkunden, dass Alphart zu 
Walchvnschirchen und seine drei Schwestern 
Hailk, Geisel und Bendit durch «reht ehaft 
not vnd dvrch manigerhande gvlt, da si in 
gevallen waren», g Schillinge Pfennige Geldes 
auf einem ganzen Lehen zu Walchvnschirchen 
den «erbaern vrowen vnd dem chloster ze sand 
Chlaren ze Wienne» um 11 Pfund Wiener 
Pfennige verkauft haben. Ortolf von Wal- 
chvnschirchen und Hertinch zu Pernharstal 
setzen sich zu rechtem Schirm. 



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'54 



K. und k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien. 



Siegler: Die drei Aussteller. 

Zeugen: Gotfrid der Scharnagel, Virich 
der Choler, Amman desselben Gutes; Perh- 
told der Rot, Hainreich der Sneider, Hilt- 
prant. 

Datum: Geben ze Wienne ... an sand 
Vites abent. 

Original, Pergament. Die drei Siegel fehlen. 

2917 130J, November 7, Wien. 

Margret, Witwe des Herrn Johann von 
dem Ror, verkauft aus rechter ehafter Noth 
wegen grosser Gülten, die an Christen und an 
Juden zu gelten ihr vorgenannter Ehegatte ihr 
hinterlassen hat, ihres rechten ererbten Eigens 
2 Pfund Wiener Pfennige Geldes zu Reintal 
um «ains min zwenzich» Pfund Wiener Pfen- 
nige der Aebtissin Schwester Alhaiden und der 
Samnung des Gotteshauses St. Ciaren zu Wien 
mit der Bedingung, dass, wenn Margret oder 
nach ihrem Tode ihre Kinder denselben 
Frauen St. Ciaren Ordens zu Wien andere gute 
Gülten innerhalb der Ringmauern zu Wien 
oder ausserhalb derselben bei i oder bei 
2 Pfund Geldes geben, sollen die Kloster- 
frauen sie nehmen und von den 2 Pfund 
Geldes zu Reintal in Abschlag bringen. 

Siegler: Die Ausstellerin. 

Zeugen: Her Stephan von Meissawe, 
her Otte von Zelkingen, her Hainrich von 
Walsse, Alber von Pilihdorf, Christan hern 
Otten aidem von Zelkingen. 

Datum: Geben ze Wienne . . . des naehi- 
sten erihtages vor sand Merteins tage. 

Original, Pergament. Siegel fehlt. 

3918 /?o<V, Februar 2, Frankfurt. 

Elzbeth, Königin von Rom, gibt den 
«rainen vrowen von sand Ciaren vnser stift 
ze Wienne» alljährlich am St. Georgentag 
von ihrem neuen Sieden zu Halstat, «das wir 
mit vnserm gut von erste erbowen haben», 
10 Schillinge Fuder Salzes. Sie erweist ihnen 
auch die Gnade, dass sie dieses Salz oder 
IG Pfund «chlainer chüflein, die da von ge- 
stozzen mugen werden», an ihren Mauthen 
zu Gmunden und zu Stein mauthfrei ver- 
führen. 



! Siegler: Die Ausstelleria, 

I Datum: Geben ze Frankenfurt ... an 

vnser vrowen tage ze der Liehtmisse. 
Original, Pergament. Siegel fehlt. 

I Regest im Nachlasse Birk*s aus einer Abschrift aus 

dem 16. Jahrhundert im Archive des k. u. k. gemein- 
samen Finanzministeriums. 

3919 130g, Januar 25, Wien. 

Otte von Liehtenstain, Kämmerer in 
Steyr, verkauft mit Einwilligung seiner Er- 
ben Gülten in Zwelfohssingen um 45 Pfund 
Wiener Pfennige weniger 10 Pfennige der 
Aebtissin Schwester Alhaiden und der Sam- 
nung des Klosters St. Ciaren zu Wien. 

Siegler: Der Aussteller selbst und Otto 
und Rudolf, seine Söhne. 

Datum: Geben ze Wienne ... an sand 
Pavls tage, als er bechert wart. 

Original^ Pergament. Die drei Siegel fehlen. 

2930 130g, Mai 25, Wien, 

Seifrid von Ploenich und seine Haus- 
frau Agnes verkaufen ihr Bergrecht von 87 
Weingärten bei Valchenstain um 80 Pfund 
Wiener Pfennige der Aebtissin Schwester Al- 
haiden und der Samnung des Gotteshauses 
St. Ciaren zu Wien. 

Siegler: Die Aussteller und «her Irnfrid 
von Echartsawe vnd her Ditreich von Pilich- 
dorf». 

Zeugen : Her Vlreich von Pilichdorf vnd 
sein prüder her Otto vnd her Ditreich von 
Wolfgersdorf vnd her Vlreich pei den prü- 
dem der münezmaister. 

Datum: Geben ze Wienne . . . des nestes 
suntages nach phingisten. 

Original, Pergament. 

3921 1310, April 2, Wien. 

Gvndacher, Rvdger und Jans, die Brü- 
der von Storchenberch, verleihen «alles daz 
gvt, daz her Chvnrat von Praitenvelde» von 
ihnen zu Lehen gehabt hat «da ze Hoenes- 
torf> und sonst im Lande zu Oesterreich, 
welches ihnen «von im vor den lantherren ze 
Osterreiche vnd vor den pvrgern in der stat 
ze Wienne mit rehter vrtail vnd mit vrage 
ertailt ist vmb sein missetat, die er gegen 



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K. und k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien. 



155 



vnserm herren herzogen Fridrichen vnd ge- 
gen dem lande ze Ost erreiche getan hat», 
zu rechtem Lehen «dem erbaeren manne Wern- 
hern, vnsers herren diener herzogen Fridriches 
von Osterreiche, vnd seiner havsvrowen vron 
Maehthilden vnd allen irn erben paide svnen 
vnd tohtern». 

Siegler: Die Aussteller. 

Zeugen: Vnser herre herzöge Fridrich 
von Osterreiche, her Eberhart vnd her Hain- 
xich die prvder von Walsse, Reimpreht von 
Polnhaim, Peter von Lobenstain, Chvnrat der 
Chybvrger, Chvnrat der Chaergel, Wernher j 
der Pehaym vnd andere frume levte genvch 
den dise sache wol chvnt ist. 

Datum : Diser prief ist geben ze Wienne 
. . . des phincztages nah mitter vasten. 

Original, Pergament. Mit drei gut erhaltenen 
Siegeln an Pergamentstreifen. 

Die Urkunde tragt rückwärts die Vermerke: «Ein 
lehenbrief saczt dem vorstmaister Wernhern vber alle 
die guter die her Chunr. der Praitenfelder hat ze lechen 
gehabt von den Starichwergen» und von anderer Hand : 
«Littere antique a patre meo.» 

3922 1310, April j5, Wien. 

Friedrich, Herzog zu Oesterreich etc., 
belehnt seinen lieben Diener Wernhern den 
Schenken und seine Erben für seinen ge- 
treuen Dienst mit 15 Schilling Wiener Pfen- 
nig Gülte von dem Hause in der Schav- 
flveken*), in welchem derselbe wohnt, und 
zu Waetzleinstorf von einem Zulehen von dem 
Gut, das auch derselbe Wernher inne hat und 
das 7« Pfund Wiener Pfennige gedient hat. 
Dieses Lehen, ein Gut Chunrades des Praiten- 
velder, das «mit vrage vnd mij: rehter vr- 
tail» der Landherren und Bürger zu Wien 
an das Land und den Herzog gefallen und 
erledigt worden war, soll Wernhern und 
seinen Erben bleiben, auch dann, wenn der 
Praitenvelder oder seine Erben wieder zu 
Gnaden kämen. 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum : Geben ze Wienne . . . des naehi- 
sten mittichens vor dem oster tage. 

Original, Pergament. Mit ziemlich gut erhaltenem 
Siegel an Pergamentstreifen. 

Lichnowsky, Bd. III, S. CCCXXX, Nr. 58. 

>) Lichnowsky 1. c. «Schaufluken». 



3923 1310, Juni 7. 

Ortolffe von Atzzenprvcke und seine Haus- 
frau Gerwirch verkaufen ihres rechten Eigens 
42 Pfennige Geldes, die auf vier «hovesteten 
ze Töbelich, in der geistleichen vrowen dorffe 
von Tvln» gelegen sind, «Lvdeweigen von 
Töbelich . . ., vorstemaister in Osterrich», 
um 3 Pfund Pfennige Wiener Münze, 

'Siegler: Der Aussteller. 

Zeugen: Her Stephan von Meisseowe, 
her Livtolde von Chvnringe, her Otte von 
Zeiginge, her Dietrich von Pilchtorffe, her 
Weigant der Eysenbaevtel, her Hainrich von 
Atzzenprvcke min br^der. 

Datum: Geben . . . zten phingisten. 

Original, Pergament. Mit Siegel an Pergament- 
streifen. 

2924 Jjio, November 22, Wien. 

Nicolaus, Abt des Schottenklosters in 
Wien, vidimirt die vollständig eingeschaltete, 
zu Rom «apud sanctam Mariam maiorem 
quinto nonas maij pontificatus nostri anno 
secundo» gegebene Urkunde, in welcher Papst 
Nicolaus IV. die Nonnen des St. Clarenordens 
von der Legatensteuer und anderen geistlichen 
Abgaben und Subsidien befreit. 

Zeugen: Nycolaus, prior; Chomdinus, 
sacerdos; Chunradus, plebanus sancti Petri; 
frater Hirzo et frater Stephanus de ordine 
minorum. 

Datum: Wienne ... in festo beate Ce- 
cilie virginis. 

Siegler: Der Aussteller, 

Original, Pergament. Mit gut erhaltenem Siegel 
an Pergamentstreifen. 

2935 131J, Januar 2g, Brück. 

Agnes, Witwe des Königs Andreas von 
Ungarn, gewährt für ihre Lebenszeit der 
Aebtissin und dem Convente St. Ciaren Ordens 
in Wien die Mauthfreiheit bei ihrer Mauth- 
stelle bei Ybs für 10 Talente Salz, welche 
ihre Mutter, die römische Königin Elisabeth, 
ihnen jährlich von der Saline in Halstat be- 
willigt hat. 

Siegler: Die Ausstellerin. 



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156 



K. und k. Haus-y Hof- und Staatsarchiv in Wien. 



Datum: ... in Brukka anno domini 
millesimo trecentesimo undecimo iiij*' kalen- 
das februarii. 

Original, Pergament. Siegel fehlt. 

2926 ISJ2, September 8. 

Herzog Friedrich in Oesterreich ertheilt 
den Bürgern, Kaufleuten und Krämern zu 
Wien Freiheiten. 

Datum: i3i2 an vnserer frawn tag als 
sy geparn ward. 

Insert in der Bestätigungs- und Erneuerungsurkunde 
Herzogs Albrecht 11. von 1348, Januar 16, Wien. — 
V. Senkenberg, Selecta juris et histor., t. IV, p. 461. — 
Rauch, Script., III, 122. — Tomaschek, Rechte und 
Freiheiten der Stadt Wien, I, 58, Nr. XXVI. — Lich- 
nowsky, Bd. III, S. CCCXLU, Nr. 177. 

2927 1313, Mär^ 6, Wien. 

«Chunrat gehaizzen der Rauber, purger 
ze Wienne in der stat», hat «geschafft vnd 
gegeben» ... den «geistleichen vrowen der 
samnunge da ze sant Pernhart» zu einem 
ewigen Seelgeräthe 5 Pfund Pfennige «gelts; 
viere auf der padstuben am alten Rossmarcte 
vnd ainz auff Vierdungs house in der Cher- 
nerstrazze» (alljährlich zu Weihnachten, zu 
«sant Jörgen messe vnd zu sant Mychels 
messe» je ein Dritttheil zu dienen) zur Stif- 
tung einer ewigen Messe. 

Siegler: Der Aussteller mit seinem In- 
siegel. 

Zeugen: Her Hainrich von der Neizz; 
her Andre; her Dietmar, min bröder; her 
Gotschalch, min aidem; die purger von 
Wienne. 

Datum: Dicz ding ist geschehn vnd disew 
brief ist gegeben da ze Wienne in der stat 
am erigtage in der gancen vastwochen . . . 

Original, Pergament. Siegel abgefallen. 

2928 1313, Mär^ 8, Wien. 

Friderich Gnemhertl, Bürger zu Wien, 
hat den geistlichen Frauen der Samnung zu 
Sanct Bernhart gegeben 5 Pfund Geldes auf 
«Neuners house am alten Flaishmarcte», die 
man zu drei Zeiten im Jahre: zu Sanct Mi- 
chelsmesse, zu Weihnachten, zu Sanct Jörgen- 



i messe dient, so, dass sie 3 Pfund haben 

I sollen «ZV Jeutlin miner swester tochter ewic- 
lichen» und von den 2 Pfund am Perichtage 
alljährlich ewiglich sollen geben «den vrowen 

I ain dienst, als daz verrist gelangen mag, das 
si min hin zv Gote da bei gedenchen». 

' Siegler: Der Aussteller mit seinem In- 

siegel. 

Zeugen: Her Greif vnd aber her Greif 
sin svn; min vater her Marchart der Gnem- 
hertl; Ott min brueder; Stephan der Chrigler. 
Datum: Ditz ding ist geschehn vnd diser 
brief ist gegebn da ze Wienne in der stat am 
pfinztage in der gantzen vastwochen . . . 
Original, Pergament. Siegel abgefallen. 

2929 i3i3> September 2g, Wien. 

Niclas, Abt, und die Samnung des Schot- 
tenklosters in Wien («goteshaus vnser vrowen 
sant Marien der Schotten ze Wienne») ver- 
pflichten sich, den von Elisabeth, Witw^e des 
römischen Königs Albrecht I., für ihrer Vor- 
fahren, ihres verstorbenen Gemahls, ihr eigenes 
und ihrer Nachkommen Seelenheil und aus 
dem Anlasse der vom Bischof Wernhard 
von Passau ertheilten Dispens zur Feiertags- 
arbeit in den Sudwerken zu Hallstadt ge- 
stifteten Jahrtag zu begehen; das Kloster 
soll von den Pflegern oder Amtleuten der 
Königin zu Hallstadt jährlich am St. Georgs- 
tage 3o Fuder trockenes Salz beziehen und 
hiefür an den Mauthen zu Gmunden und zu 
Stein Mauthfreiheit geniessen. Es soll der 
Frau «Alhaiten», Witwe «Nichlass von Newn- 
burch», täglich eine Herrenpfrüftde in Speise 
und Trank reichen, und nach dem Tode der 
genannten Witwe soll der Abt jährlich am 
St. Philippstage der Samnung ^/^ Pfund Wiener 
Pfennige zu Besserung ihrer Pfründe geben 
und hiefür an diesem als Todestage des rö- 
mischen Königs Albrecht I. der Jahrtag mit 
Vigilien, Seelenmessen und anderem Gottes- 
dienste begangen werden. 

Siegler: Die Aussteller. 

Datum: Gegeben ze Wienne ... in dem 
dreuzehenten jare an sant Michels tage. 

Original, Pergament. Mit zwei Siegeln, das des 
Abtes gebrochen. 

Lichnowsky, Bd. UI, S. CCCXLVI, Nr. 218. 



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K. und k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien. 



157 



3980 1314, Juni 2g, Wien. 

Elisabeth, Herzogin zu Oesterreich und 
Steiermark, schreibt an ihren Vater Jacob IL, 
König von Aragonien, unter Anderem auch, 
dass sie in den Landen Friedrichs, ihres Ge- 
mahls, und insbesondere in der Wiener Stadt 
mit grösster Ehre und Freude und fröhlicher 
und angenehmer Festlichkeit aufgenommen 
worden sei. 

Datum: . . . Viennae ... 3° kalendas julij. 

Regest in Birk's Nachlass aus Arch. de la Corona 
de Aragon. — Lateinisch mit spanischer Uebersetzung 
vollständig abgedruckt in • Revista de Archivos . . , Ma- 
drid 1877, 8S ao VII, Nr. 77—79. 

3981 1J14, Juli 25, Wien, 

Friedrich, Herzog in Oesterreich . . ., be- 
stätigt die von seiner Mutter, der römischen 
Königin Elsbet den geistlichen Frauen zu 
«sant Ciaren ze Wienn> gewährte Gnade, 
alljährlich an St. Georientag von den neuen 
Sieden zu Halstat, die sie erbaut hat, 10 Schil- 
ling Fuder Salzes zu erhalten und mauth- 
frei dieses Salz oder 10 Pfund kleiner «Chu- 
felin», die davon gestossen werden mögen, 
an den Mauthen zu Gmunden und zu Steyr 
zu verführen. 

Siegler: Der Aussteller mit seinem In- 
siegel. 

Datum: Geben dacz Wienn ... an sant 
Jacobes tag. 

Original, Pergament. Siegel fehlt. 

Regest im Nachlasse Birk's. — Abschrift des 
XVI. Jahrhunderts im k. k. Hofkammer-Archiv. Ab- 
schrift des XIX. Jahrhunderts in Hieronymi Josephi Al- 
rami CoUectaneorum diplomaticorum, pars II, pag. 7 — 8. 

2932 1315, Januar 12, Wien. 

Erweyn von Als und seine Hausfrau 
Breyde verkaufen mit Hand ihres Bergherrn, 
«hern Seifrides des Legerer», den Frauen von 
St. Ciaren ^2 Pfund Wiener Pfennige Geldes 
auf ihrer Hofstatt und auf ihren Weingärten, 
die hinter dieser Hofstatt «ze Als enhalb des 
pachs» liegen, um 4 Pfund Wiener Pfennige, 
und sollen den Frauen das halbe Pfund jähr- 
lich, und zwar am St. Michaelstage, zu Weih- 
nachten und am St. Jörgentage je 40 Pfennige 
dienen. 



Siegler: Da die Aussteller nicht eigenes 
Siegel haben, der Bergherr, Herr Seifrid. 

Zeugen: Vlreich von Puchs; Vlreich der 
Fein, sein aydem; Chvnrat der Swap; Otte 
der Liebenchint; Christan von D^rrenpach; 
Pravnwart von Als; Diepolt, sein svn. 

Datum: Geben ze Wienne ... an dem 
naehsten svntage nach dem Perchtage. 

Original, Pergament. Siegel fehlt. 

2988 1315, Mai 28, Wien. 

Engeldieh von Chrebespach und seine 
Hausfrau Haedweig verkaufen einen Hof zu 
Achawe um 115 Pfund Wiener Pfennige der 
Aebtissin Schwester Cecilien und der Sam- 
nung des Gotteshauses «sant Chlaren ze 
Wienne». 

Siegler: Die Aussteller und Herr Wi- 
chart von Toppel und Herr Otte der Tvrss. 

Zeugen: Herr Wichart von Toppel, Herr 
Otte der Tvrss, Herr Chraft von Svnnen- 
berch, Fridrich von Chrebespach. 

Datum: Geben ze Wienne . . . des naehi- 
sten mittichens vor sand Peternellen tage. 

Original, Pergament. Die drei Siegel fehlen. 

2934 1316, Januar 6, Wien. 

Ludweich von Töblich, Forstmeister, ver- 
bürgt sich gegen die Klosterfrauen von Tulln 
Predigerordens um 4 «mvtte waitz geltes», 
welche auf zwei Lehen «dacz Vrleygstorf» 
liegen und Lehen von den Herzogen von 
Oesterreich sind, und welche sie «wider Ni- 
clasen von Rorenpach» und alle seine Erben 
um 70 Pfund Wiener Pfennige gekauft haben. 

Siegler: Der Aussteller. 

Zeugen: Her Dvrinch der Pyber, her 
Chvnrat der hvebmaister, Otte von Schraet- 
tenperig, Vlreich der Mayrhover, R^ger von 
Nevnburch. 

Datum: Geben ze Wienne ... an dem 
Perichtage. 

Original, Pergament. Mit Siegel an Pergament- 
streifen. 

2985 J316, April 13. 

Kaiser Friedrich bestätigt den vollständig 
eingeschalteten Gnadenbrief des Herzogs Al- 



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K. und k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien. 



bert von Oesterreich für das Cistercienser- 
Nonnenkloster St. Nicolai zu Wien ausser- 
halb der Mauern, ddo. Wien, i3. October 1287 
(vgl. Regest Nr. 2848). 

Sie gier: Der Aussteller. 

Datum: in Wienna Idus Aprilis . • . 

«Copey der freyhayttbrieflT des Junkfrawn Chlosters 
zw sannd Nidas in Wienn». Bl. 2^— 3*». Aus dem 
XVI. Jahrhundert. 

Lichnowsky, Bd. UI, S. CCCLXII, Nr. 382. 

2936 1316, April 18, Wien. 

Friedrich III., römischer König, und 
seine Brüder, die Herzoge Leopold, Albert, 
Heinrich und Otto, gründen ein Karthäuser- 
kloster und Hospital auf ihrem Gute zu 
Mauerbach, das sie von Herbord, genannt 
auf der Säule, Bürger von Wien, erkauft 
haben. Sie bewilligen unter Anderem die 
mauth- und abgabenfreie Zufuhr der in der 
Urkunde angegebenen Mengen Salz aus den 
königlichen Salinen gegen Wien. Sie befreien 
auch die drei Hospicien, welche das Kloster 
, in Wien, Nüwenburch und Tulna haben mag, 
von allen Steuern und Abgaben. 

Siegler: Der römische König mit seinem 
königlichen Insiegel für sich selbst und für 
seine oben genannten Brüder. 

Datum Wienne xiiij** kalendas maij . . . 

Original, Pergament. Mit sehr gut erhaltenem Siegel 
an roth-gelber Schnur. Ein zweites nur orthographisch 
abweichendes Original, dessen Siegel fehlt. 

Lichnowsky, Bd. III, S. 362, S. 384. 

2937 1316, Mai 12, Judenburg. 

Friedrich, römischer König, gibt den 
Bürgern, dem Rathe und der Gemeinde zu 
Wien das Haus Otten, Haimmen Bruders, 
mit Kapelle, «mit stift, mit gült vnd mit 
allem so darczv gehöret». 

Siegler: Der Aussteller mit seinem an- 
gehängten königlichen Insiegel. 

Datum: Geben . . . ze Judenburg, an der 
mittewochen nach sant Gordians tag. 

Original, Pergament. Siegel fehlt. 

3938 1316, October 21, Wien. ' 

Schwester Elsbet, Priorin, Schwester Al- 
hait, Subpriorin, und der Convent von St. La- 



I rentzen Predigerordens haben i Pfund «geltes 
1 vnsers rechten aigens», welches man ihnen von 
' einer Fleischbank, die des Gerhartes des Ziegel- 
' prenners ist, dient, dem Herrn Gerlachen, dem 
I Pfarrer von Dreschirchen, um 5 Mark löthigen 
Silbers Wiener Gewichtes verkauft. Sie haben 
I dieses Silber ihrem Kloster zum Frommen und 
zur Besserung und nach Rath ihrer Schaffer 
I angelegt und verpflichten sich, einen ewigen 
I Jahrtag zu feiern zu Gerlachs und aller Seelen 
I Trost mit Vigilie, mit Seelenmesse und mit 
t allen göttlichen Dingen, wie sie ihren ge- 
I horsamen Schwestern thuen, zu begehen. 
! Jede Schwester soll besonders an dem Jahr- 
I tage mit Andacht hundert Ave Maria beten. 
Herr Gerlach hat das genannte Pfund dem 
Kloster gegeben, damit man alle Jahre an 
seinem Jahrtage ihrem Convente anlege und 
gebe nach der Frauen und der Schwestern 
Willen. Wenn das Pfund Geld «an der- 
selben statt abget», so soll man es nehmen 
von der besten Gülte, die das Kloster hat. 
Wenn man das nicht thut, so soll der Prior 
von Aller Heiligen Tal zu Mavrparch Kar- 
thäuserordens mit Hilfe des Richters und der 
Bürger zu Wien sich derselben Gülte unter- 
winden und anderen armen Leuten geben, 
wie es ihm am besten dünkt. 
Siegler: Die Ausstellerinnen. 
Datum: Gegeben zu Wienne in vnserm 
chloster ze sant Larenzen ... an der ainlef- 
tausent maide tage. 

Original, Pergament. Mit Siegel an Pei^ament- 
streifen. 

3939 ijijy Februar 3, Wien. 

Peter der Scherant, seine Hausfrau Reich- 
gart und Jaensel, Beider Sohn, verkaufen 6 
Pfund Burgrechtes Wiener Pfennige Geld auf 
ihrem an dem Hohen Markte zu Wien, gegen- 
über dem Fischmarkte, zunächst dem Keller 
Janselins des Hansgrafen gelegenen Keller 
ihrem rechten eigenen Erbgute, um 3o Mark 
löthigen Silbers Wiener Gewichtes dem Herrn 
Gerlach, Pfarrer zu Draeschirchen, welchem 
nunmehr auch dieses Burgrecht alljährlich, 
und zwar: «am sand Georientage, an sand 
Michelstage» und zu Weihnachten je 2 Pfund 



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K. und k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien. 



159 



gedient werden soll, und überdies am St. Geo- 
rientage i Wiener Pfennig Grundrecht. 

Siegler: Peter der Scherant; Herr Chvn- 
rad der huebemaister; Herr Chvnrad, sein 
Sohn; Herr Hainrich der Chronneste; Herr 
Chvnrad der Chyburger. 

Zeugen: Die Freunde der Aussteller: 
Her Chvnrad der huebemaister; her Chvn- 
rad sin svn; her Hainrich der Chronneste; 
her Chvnrad der Chyburgaer; prvder Goetfrit, 
ZV den zeiten prior ze Aller Heiligen Tal pi 
Mavrbach; Fridrich der Gnxmhaertel; Otte, 
sin prvder; Otte der Wuelfelinstorffer. 

Datum: Geben ze Wienne ... an sand 
Blasen tage. 

Original, Pergament. Das erste Siegel fehlt, das 
zweite ist gut, das dritte minder gut erhalten, das 
vierte gebrochen, von dem fünften ein Rest vorhanden. 

2940 1317, November j. 

Schwester Chlar, Aebtissin, und die Sam- 
nung des Conventes von «sand Chlaren dacz 
Wienn» geben dem Abte Walther und der 
Samnung zu Pomgartenperg einen Wein- 
garten, ihres Gotteshauses freien Eigens, zu 
Aetzgeinstorf in Tausch um einen anderen, 
dem Gotteshause zu Baumgartenberg eigenen, 
zu L^ntz an dem Miesenchobel gelegenen 
Weingarten und um 3 Pfund Pfennige Wie- 
ner Münze. 

Stegler: Die Ausstellerin. 

Datum: Gegeben . . . des nasten phyncz- 
tages nach aller heyligen tag. 

Original, Pergament. Siegel fehlt. 

3941 ijiS, April 14, Wien. 

Nyclas von Dvrrenpach und seine Haus- 
frau Chvnigunt verkaufen ihres rechten Eigens 
16 Eimer Wein Bergrecht, die zu Grintzing 
liegen und «an aindlef vierzehen» Schilling 
Wiener Pfennige Geldes daselbst zu Grintzing, 
die auf Weingärten liegen, um 57 Pfund 
Wiener Pfennige der Frau Alhaiden von 
Potenstain und ihrer Schwester, Frau Chv- 
nigunden. Die beiden Aussteller und Jans 
der Scheuch von Riede sind ihnen Schirm 
für alle Ansprüche. 

Siegler: Die Aussteller. 



Zeugen: Her Weychart von Toppel; her 
Imfrit von Ekchartzawe; her Haidenreich der 
pvrgraf von Gorz; her Marichart von Mystel- 
bach; her Vlreich von Pylichdorf; her Otte, 
sein prueder; her Jans von Goldek; her Her- 
man von Chranperch; Rvedolf der Mawerer 
von der Newnstat. 

Datum: Geben ze Wienne . . . des näch- 
sten vreitages vor dem Palm tage. 

Original, Pergament. Die zwei Siegel fehlen. 

3942 J318, April 2j, Wien. 

Cyruas von Merswang, Jevtt, seine Haus- 
frau, Johannes, sein Sohn, Agnes, dessen 
Hausfrau, und Stephan von Havnueld ver- 
kaufen ihren Weingarten «der do heizet der 
Tenne an dem Nuzperig ... bei der obern 
prukken, der do leit ze nehst an der her- 
zogen wingarten von Osterich», dem Hein- 
rich von Lucern, Pfarrer zu Gretz, Schreiber 
des römischen Königs Friedrich, um 181 Pfund 
Wiener Pfennige. Dieser soll aber von dem 
Weingarten für Bergrecht und für Zehent 
alljährlich dem Gotteshause zu Newnburg 
3o Pfennige Wiener Münze dienen. 

Siegler: Die Aussteller. 

Datum : Geben ze Wienne . . . des vrig- 
tags in der osterwochen. 

Original, Pergament. Mit drei Siegeln an Per- 
gamentstreifen. 

2943 131S, Juni 2g, Neuburg. 

\ Der römische König Friedrich gewährt 

I den Bürgern zu Hainburg die Freiheit, jähr- 

' lieh ihren Bauwein in und ausser Landes 

frei zu verführen, nur nicht in die Stadt 

zu Wien. 

Siegler: Der Aussteller. 
Datum: Ze Neunburg an der zwelfpo- 
then tag sandt Pether vnnd sandt Pauls i3i8. 
CoUationirte Abschrift auf Papier, nach einer Ab- 
schrift. 

Insert in der Bestätigungsurkunde Rudolfs IV. für 
die Bürger von Brück an der Leitha ddo. Wien, Sonntag 
nach Lucein tag 1359 im Archive der Stadt Brück an 
der Leitha. Regest in Birk's Nachlass. 

Archiv für Gesch. 1827, S. 792 (mit dem falschen 
Datum «19»). — Lichnowsky, Bd. III, S. CCCLXX, 
Nr. 459. 



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K. und k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien. 



3944 ijiSj October j, Wien. 

Der römische König Friedrich belehnt 
seinen Marschali in Oesterreich, Ditrichen 
von Pilichdorf, und dessen Brüder Vireichen 
und Otten von Pilichdorf mit der Hälfte des 
Weinzehents, welchen Ditrich von Guetmann, 
dem Juden zu Wien, gekauft hat, und wel- 
cher zu Chlaitzing an der Hohenwarte und 
an der Santleiten auf 72 Joch gelegen ist. 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum: Gegeben ze Wienn i3i8 . . . des 
naesten samztages vor sand Cholmans tag . . . 

Original, Pergament. Mit sehr gut erhaltenem 
Siegel an Pergamentstreifen. 

Lichnowsky, Bd. III, S. CCCLXXI, Nr. 472. 

2945 1318, December ij, Wien, 

Ulreich der Chramer und Alhait, seine 
Hausfrau, verkaufen mit Hand ihres Grund- 
herrn Herrn Pittrolfs, «chapplan dacz dem 
van der Neizze», i Pfund Wiener Pfennige 
Geldes Burgrecht, das «wier gehabt haben 
auf vnsers geswein havs Otten dez Chramer, 
daz da leit hinder dem Vischof» um i Vier- 
dunch und um 5 Mark löthigen Silbers 
Wiener Gewichtes dem Herrn Hainreich von 
Prespvrch. 

Siegler: Da die Aussteller eigenes In- 
siegcl nicht haben: Der obengenannte Grund- 
herr, Herr Heinrich von der Neizze, der Ge- 
swei der Aussteller Otto der Chramer. 

Zeugen: Chvnrat Gvnthartes aidem, 
Chunrat von Regenspvrch. 

Datum: Geben ze Wienne ... an sand 
Lvcein tag. 

Original, Pergament. Mit drei Siegeln an Per- 
gamentstreifen. 

2946 13^9» Januar 21, Wien. 

Bruder Ortolf, Meister, und die Sam- 
nung des Heiligengeisthauses vor der Stadt 
zu Wien verkaufen der Aebtissin Frau Ce- 
cili und der Samnung des Klosters «sand 
Chlaren» in der Stadt zu Wien eine Hofstatt 
mit einem Stadel, dessen Grundherren sie sind, 
gelegen in der Stadt an dem vorgenannten 
Kloster, um iSVs Mark Silbers Wiener Ge- 
wichtes. Die Klosterfrauen mögen mit dieser 
Hofstatt und dem Stadel nach ihrem Frommen 



schaffen «ze rechtem gmerken vnd zv rechtem 
rain, als daz zimmer ^ dar auf gestanden ist, 
daz sev daz gezzel daz zewissen der selben 
hofstat vnd vnserm haus, daz von der Cherner 
straz hin in get, nicht verzimmern noch ver- 
paun schuUen. Sev schuUen auer recht 
haben daz selb gezzel auz vnd in zevaren, 
swan sev sein bedürfen. Auch offen wir an 
disen prief, daz seu von der vorgenanten hof- 
stat do. der stadel e auf gestanden ist, alle 
jar an sand Gorgen tag» 6 Pfund Grund- 
recht ihnen dienen sollen. 

Siegler: Die Aussteller mit dem Insiegel 
ihres Capitels und der Zeuge. 

Zeugen: Herr Dietreich von Pilchtorf, 
Hofmarschall in Oesterreich. 

Datum: Geben ze Wienne ... an sand 
Agnesen tag, der heiligen junchvraven. 

Original, Pergament. Die zwei Siegel fehlen. 

2947 131g, Juni 24, Wien. 

Peter der Piber soll den Herrn Hain- 
reich von Walsse, der sich für ihn gegen 
Gvtmanne den Juden für 100 Pfund alter 
Wiener Pfennige, zahlbar am nächsten St. Mi- 
chaelstage, verbürgt hat, schadlos halten. 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum : Geben ze Wienne . . , an dem 
svnibentage. 

Original, Pergament. Mit ziemlich gut erhaltenem 
Siegel an Pergamentstreifen. 

2948 J319, Juli 25, Wien. 

Hadmar, Sohn des Herrn Otten von 
Ydungespevgen, und seine Hausfrau Jevte 
verkaufen mit ihrer Lehensherren, des römi- 
schen Königs Friedrich und des Herrn Wi- 
chart von Pavmgarten, Hand 372 Pfund 
Wiener Pfennige Geldes, die zu Reintal liegen, 
I Pfund Geldes, das auf drei Hofstetten liegt 
und Lehen vom römischen König Friedrich 
ist, und 2^2 Pfund Geldes auf einem Lehen, 
die Lehen vom Herrn Wichart von Pavm- 
garten sind, um «ains min fvnfzich» Pfund 
Wiener Pfennige der Aebtissin Schwester 
Cecilien und der Samnung des Klosters «sand 
Chlaren» zu Wien. 

Siegler: Herr Wichart von Povmgarten, 
die Aussteller und die beiden Zeugen. 



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K. und k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien. 



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Zeugen: Die Herren Rvedger und Otte, 
Brüder des Ausstellers. 

Datum: Geben ze Wienne ... an sand 
Jacobes tage. 

Original, Pergament. Die vier Siegel fehlen. 

3949 1319» November 30, Wien. 

Friedrich, römischer König, hat den 
geistlichen Schwestern . . . der Aebtissin und 
dem Convente zu «sand Ciaren» zu Wien 
mit Gunst und Willen seiner Brüder, der 
Fürsten Livpolt, Albreht, Heinrich und Otte, 
Herzoge in Oesterreich . . . i Pfund Geldes, 
das zu Reyntal bei Velsperch gelegen ist imd 
das sie gekauft haben von Hadmarn von 
Ydvngspivgen, der es zu Lehen gehabt hat 
von Ditrichen von Pilichdorf, Marschall in 
Oesterreich, welcher dasselbe Gut auch von 
dem Könige und den Herzogen zu Lehen 
gehabt hat, freigegeben mit Gunst und 
gutem Willen des vorgenannten Marschalls. 

Siegler: Der König mit seinem könig- 
lichen Insiegel. 

Datum: Geben ze Wienne ... an sand 
Andres tag . . . 

Original, Pergament. Siegel fehlt. 

Hieronymi Joseph! Alrami collectaneorum diplo- 
maticonim pars II, pag. 8 — 9 (Ms. See. XIX.) im Stifts- 
archive zu Geras. 

2950 1320, April 4, Wien. 

Chvnrat, Sohn weil, des Herrn Levtwein 
von Mavrbach und seine Hausfrau Margret 
verzichten auf alle ihre und ihrer Erben 
Rechte an dem Gute zu Mawrbach, welches 
sie dem ehrbaren Manne Herrn Herborten auf 
der Sevle, Bürger zu Wien, mit allem Zugehör 
verkauft haben und womit der römische König 
Friedrich das Kloster zu Aller Hayligen Tal 
zu Mavrbach des Karthäuserordens gestiftet 
hat. Sie geben dieses Gut gänzlich dem Bruder 
Goetfrid, Prior, und der Samnung des Klo- 
sters auf, welche ihnen dafür alle Jahre am 
St. Michaelstage V2 ^^^ Weizen, ^!^ Mut 
Korn und 4 Eimer Wein im Lesen bis zu 
ihrer beiden Tode geben sollen. 

Siegler: Die Aussteller und die zwei 
erstgenannten Zeugen. 

Regesten zur Geschichte der Stadt Wien. III. 



Zeugen: Her Hainrich «mein gesweye»; 
her Herbort avf der Sevle; her Herbort von 
Symaningen; her Wichart bei den «minnern 
pr^dern ze Wienne» ; her Vkich, sein Bruder. 

Datum: Geben ze Wienne ... an sand 
Ambrosien tage. 

Original, Pergament. Das erste Siegel fehlt, die 
beiden anderen an Pergamentstreifen anhangenden Sie- 
geln sind sehr beschädigt. 

3951 1320, April 24, Wien. 

Greiffe der Zoke von Radavne und seine 
Hausfrau Agnes und Wernhart von Sterein 
und seine Hausfrau Frau Katherei haben mit 
Hand ihres Bergmeisters, Herrn Symons des 
Pellendorffer, i Joch Weingarten, der an 
dem Nvzperge zwischen dem Weingarten des 
Greiffenstainer und dem des Staenzer liegt und 
«der Vran Weingart» heisst, um 290 Pfund 
Wiener Pfennige Hainreichen, des Hiern- 
prechen Eidam, und seiner Hausfrau Marga- 
reten verkauft. 

Siegler: Die Aussteller und der Berg- 
meister. 

Zeugen: Her Hainreich der Chronnest, 
Richter zu Wien; her Otte der Wülfleins- 
dorffer, Bürgermeister zu Wien; her Her- 
man von Sand Polten, Münzmeister zu Wien; 
her Andre an dem Chienmarchte ; her Chön- 
rat der hansgraue; her Fridrich der Gnaem- 
hertel. 

Datum: Geben ze Wienne ... an sand 
Görgen tage. 

Original, Pergament. Mit zwei an Pergamentstreifen 
anhangenden Siegeln, das dritte Siegel fehlt. 

2953 1320, April 26. 

«Wolfker der alt von Inpruck» und 
seine Söhne Wolfker, Gottschalich und Otto 
verkaufen ihres Eigens zu Ogense eine Hof- 
march, einen Garten und 10 Jeuchart Aecker 
dem Herrn Heinrich von Waise um 3o Pfund 
Pfennige Wiener Münze. 

Siegler: Gotschalich von Inpruk, Wolf- 
ker von Inpruk und Gotschalich in dem Hag. 

Zeugen: Her Wolfker von Reichen- 
potenpach, her Gotfrid der Sebech, her Dit- 
reich avz der Leiten, Otto sein prüder, her 

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K. und k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien. 



Vlreich von Paungarten vnd andere erberer 
leut genueg . . . 

Datum : Der prief ist gegeben . . . des 
ndstes samztages nach sand Georigen tag. 

Original, Pergament. Mit drei gut erhaltenen 
Siegeln an Pergamentstreifen. 

3953 Jj2iy Januar i, Wien. 

Greiffe der Zolr von Radavn und Agnes, 
seine Hausfrau, und Wernher von Staerein 
und Katrein, seine Hausfrau, haben «vnsers 
rechten aygens vnd lehens, das wir haben 
gehapt da ze Vtelndorf: ayn viertail an dem 
w^einzehenten da ze Vtelndorf vnd ayn vier- 
tail an nevn hofsteten da ze Pavmgarten, die 
lehen sint von dem landes herren in Oster- 
reiche, vnd ayn halbe haws stat da sand 
Nichlas chappelle avffe leit, die lehen von vns 
gewesen ist, vnd den havs puhel halben vnd 
die leiten gar, die dabei leit, die aygen sint», 
verkauft «ane ayn virtail an dem getrayde 
zehenten vnd daz hinder holtz in der grvenen 
awe, die nemen wir vns besunderlichen selbe 
ze ffaben», um 23o Pfund Wiener Pfennige 
dem «erbern manne Gerunge von Traebense». 

Siegler: Die Aussteller und die Zeugen. 

Zeugen: Herr Wernhart bei den «Min- 
nern prvdern», und sein Bruder Herr Vir ich. 

Datum: Geben zu Wienne ... an dem 
Ebenweich tage. 

2954 1322, April 18, Wien. 

Chunrat der Schutz von Prvnne und 
seine Hausfrau Peters verkaufen benannte 
Gülten auf dem Staynvelde und zu Prvnne 
der Aebtissin Schwester Chlaren und der Sam- 
nung des Klosters «sand Chlaren zu Wienne». 

Sie gier: Di« Aussteller. 

Zeugen: Her Dietrich von Pylichdorf, 
Marschalch; her Weichart von Toppel, Land- 
richter in Oesterreich; her Weichart bei «Min- 
nern prvedern», Richter zu Wien; her Virich, 
sein Bruder; her Chunrat der Chyburger, 
obrister Kellermeister der Fürsten in Oester- 
reich; her Otte der Wulfleinstorfer, Bürger- 
meister zu Wien; her Hainrich der Chrannest; 
her Hainrich der Lange, Schaffer der vorge- 
nannten Schwestern zu «sand Chlarn». 



Datum: Geben ze Wienne . . . des nesten 
svntages vor sand Jörgen tage. 

Original, Pergament. Die zwei Siegel fehlen. 

3955 1322, October 21, Wien. 

Stephan von Petzleinstorf, Bergmeister 
Herrn Albers von Chvnring, verleiht an seines 
Herrn statt dem Kloster Po^gartenperig den 
Weingarten, welchen Frau Elzpet, Witwe 
Herrn Weigants des Saitchauffer von Wien, 
mit des genannten Bergmeisters Hand als 
Seelgeräthe dem genannten Gotteshause und 
seiner Samnung aufgegeben hat. Dieser Wein- 
garten «an der Walig Ris» ist der genannten 
Elzpet Erbe gewesen. 

Siegler: Der Aussteller. 

Zeugen: Herr Nicla der PoU; Chunrat 
der Etzgeinstorfer; Gotfrid sein Diener; Ort- 
wein in dem Winchel; Alber sein Eidam; 
Pilgreym sein Sohn; Herman, des Ammans 
Diener. 

Datum: Disev red ist geschehen vnd ist 
der prief gegeben ... an der ainlef tavsent 
magt tag, dacz Wienne in der stat. 

Original, Pergament. Mit Siegel an Pergament- 
streifen. 

3956 1323, April 25, Raab. 

Nycolaus, Bischof zu Raab, vom aposto- 
lischen Stuhle delegirter Richter und Con- 
servator der Freiheiten und Rechte der Brü- 
der des Karthäuserordens, subdelegirt den 
Schottenabt zu Wien und andere in der 
Urkunde bezeichnete Prälaten, die Kar- 
thause Maurpach gegen ihre Vergewaltiger 
zu schützen. 

Datum Jaurini . . • septimo kalendas maij. 

Original, Pergament. Mit gut erhaltenem Siegel 
an Pergamentstreifen. 

3957 1323, Mai 25, Wien. 

Perhtolt der Dvrinch von Haedreinstorf 
und Haime, sein Stiefsohn, Chvnrat, sein 
rechter Sohn, Christein, seine Hausfrau, Al- 
brecht, auch sein rechter Sohn, Margarethe 
und Katrey, seine Töchter, verkaufen ihres 
«rehten aigens ein wisen vnd ein holcz vnd 
einen acher, di da ligent dacz Hadreinstorf 
bei Weidvngesawe vnd haizzet daz Gerolcz- 



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K. und k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien. 



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velde vnd stoezzet an den Glvethaven», um 
80 Pfund Wiener Pfennige «den erberen pvr- 
gaern ze Wienne hern Wilhalm bei dem 
Prvnne vnd seiner havsvrowen vron Alhaiden 
vnd hern Pilgreimen des Roten hern Mar- 
chartes svn des Chramer," dem got gnade, 
vnd seiner havsvrowen vron Angnesen». Da 
die beiden Töchter, Margarethe und Katrey, 
noch nicht vogtbar sind, so setzen sich die 
übrigen obengenannten Aussteller sammt Herrn 
Christan dem Drvhsaeczen von Lengenpach 
darüber zu Schirm und Gev^är. 

Siegler: Die Aussteller selbst und die 
Zeugen: Herr Weichart von Toppel, Land- 
richter in Oesterreich, Herr Ulrich von Mer- 
chenstain. 

Datum : Geben ze Wienne ... an sand 
Vrbans tage. 

Original, Pergament. Das erste, zweite, dritte 
und sechste Siegel fehlen, das vierte und das fünfte 
an Pergamentstreifen anhangende Siegel sind gut er- 
halten. 

2958 1323, October 31, Wien, 

Vlrich der Chrieh von Chaernaebrunne 
und seine Hausfrau Ait verkaufen ihres rech- 
ten Eigens 5^^ Pfund und 2 min 40 Pfennige 
Geldes Wiener Münze auf vier Lehen und auf 
drei Hofstetten behauster Holden zu Sewarn 
um »ainß min sibenczich» Pfund Wiener 
Pfennige der Aebtissin Schwester Chlarn und 
der Samnung zu «sand Chlarn ze Wienne». 

Siegler: Die Aussteller und die beiden 
Zeugen. 

Zeugen: Herr Weichart von Toppel, 
Landrichter in Oesterreich; Herr Weichart 
bei den «Minnern prvdern ze Wienne». 

Datum: Geben ze Wienne ... an Aller 
Heiligen abent. 

Original, Pergament. Die drei Siegel fehlen. 

2959 1324, Januar 6, Wien. 

«Otte der Chramer vor dem Vischof» 
und Chvnigvnt, seine Hausfrau, verkaufen 
mit Hand ihrer Grundfrau Frau Ofmeyn, 
Witwe des Herrn «Greiffen pei vnser vrowen 
avf der Stetten», ihr Haus, ihr rechtes Kauf- 
gut um i3 Mark löthigen Silbers, je 72 grosse 
pehmische Pfennige auf die Mark, dem Herrn 



Heinrich von Prespvrch und seiner Haus- 
frau Frau Margarethe. Sie verkaufen das 
Haus, welches «da leit an dem Harmarcht 
ze Wienne, daz weilent e des Maeserleins 
gewesen ist», mit allen Nutzungen und Rech- 
ten und wie sie es von dem Maeserlein ge- 
kauft haben und «mit dem gange, den der 
selbe Maerserl avf die morich gehabt hat zv 
dem privet vnd daz avch da leit ze naechst 
Petreins havs von Trensche». Man dient 
von dem Hause alljährlich 12 Pfennige zu 
Grundrecht und 16 Pfund Wiener Pfennige 
zu Burgrecht. 

Siegler: Die Aussteller, die Grundfrau, 
Herr Chvnrad der Chronneste, Richter zu 
Wien, Herr Herwort auf der Saevle. 

Zeugen: Her Wilhalm in dem Strohof, 
Herman der En, Marichart an Smaltz. 

Datum: Geben ze Wienne ... an dem 
Perichtage. 

Original, Pergament. Mit vier Siegeln an Per- 
gamentstreifen. 

2960 1324, Mär:{ 25, Wien. 

Otte von Cheyawe und seine Hausfrau 
Elzpet verkaufen aus «rechter ehafter not 
grosser gvlte, die ich gelten svlt vmb mein 
vanchnvzze hincz Payrn», ihres rechten 
Eigens 8 Pfund Wiener Pfennige Geldes auf 
sechs ganzen Lehen und auf einer Hofstat 
zu Sevringen mit allem Zugehör sammt der 
Vogtei darauf, mit allen Nutzungen und 
Rechten um 120 Pfund Wiener Pfennige, 
wofür sich der genannte Otte aus der Ge- 
fangenschaft zu Bayern gelöst hat, der Aeb- 
tissin Schwester Chlaren und der Samnung 
des Frauenklosters zu «sant Chlaren> zu 
Wien. Diese Gülte war an Frau Elzpeten 
gefallen von ihrem Vater, Herrn Fridreichen 
von Liehtenstayn und dessen Hausfrau Frau 
Chvnigvnden, ihrer Mutter. 4 Pfund der- 
selben Gülte hatten die Aussteller auch ge- 
kauft von Elzpetens Oheim, Herrn Hain- 
reichen von Hakenberch und Frau Katrein, 
dessen Hausfrau. 

Siegler: Die Aussteller und die drei 
Zeugen. 

Zeugen: Herr Weichart von Toppel, 
Landrichter in Oesterreich; Herr Vlreich von 



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K. und k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien. 



Pillichdorf; des Ausstellers Oheim, Herr Alber 
von Chvnringen. 

Datum: Geben ze Wienne . . . des svn- 
tages ze mitter vasten. 

Original, Pergament. Die drei Siegel fehlen. 

2961 1324, Mai 12, Wien. 

Vlreich von Merchenstayn beurkundet, 
dass sein «geswey her Christan der Truch- 
saecz von Lengenpach mein purgel worden 
ist hincz hern Andren an dem Chienmarcht 
ze Wienne vnd hincz seinem svn hern Jori- 
gen vnd hincz irn erben» für 168 Mut Ge- 
treide, die er diesen verkauft hat auf seinem 
Zehent zu Obern Sybenprvnne, und verspricht 
Herrn Christan dafür schadlos zu halten. 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum: Geben ze Wienne ... an sant 
Pangraetzen tage. 

Original, Pergament. Mit gut erhaltenem Siegel 
an Pergamentstreifen. 

2962 1324, Juni g, Wien. 

Niclas der Ramsawer und Tvgentlieb, 
seine Hausfrau, verkaufen mit Händen ihrer 
Lehensherren, der Landesfürsten in Oester- 
reich, grossen und kleinen Zehent, gelegen 
«in Mistelbecher pharre» auf 1272 Lehen 
«dacz dem Obern vnd dacz dem Nidern 
Hikkendorf» um 97 Pfund Wiener Pfennige 
dem Herrn Pilgreimen dem Mvndoffen, Bür- 
ger zu Wien, und seinen Kindern Levpolden, 
Jacoben, Frau Perhten und Frau Katrein. 

Siegler: Der Aussteller und als Zeugen: 
Chvnrad der Walich von Perhtoltzstorf und 
Larentz der Chastner. 

Datum : Geben ze Wienne . . . des samptz- 
tages in der chottember ze phingisten. 

Original, Pergament. Mit drei Siegeln an Per- 
gamentstreifen. 

2963 1324, November 30, Wien. 

Eysengreime der Truchsaetz von Lobstorf 
und seine Hausfrau Christein verkaufen eine 
Gülte auf einem Lehen zu Levbmanstorf um 
14 Pfund Wiener Pfennige der Aebtissin 
Schwester Chlaren und der Samnung des 
Frauenklosters zu «Sant Chlaren zu Wienne». 



] Die beiden Aussteller und «Nichlas der Par- 
f^z sein gesweye» setzen sich zu Schirm und 
Gewär. 

Siegler: Die Aussteller und der erstge- 
nannte Zeuge. 

Zeugen: Her Weichart bei den «Min- 
nern prüdem ze Wienne»; her Chvnrat der 
Valbacher; her Hainreich der Stainer; her 
Vlreich der Schalhas; her Chvnrat, sein 
svn; her Chvnrat der Gnevzze; her Hain- 
reich, Schaffer der Frauen. 

Datum: Geben ze Wienne ... an sant 
Andres tage. 

Original, Pergament. Die drei Siegel fehlen. 

2964 1325, Mai 31. 

Schwester Chvngvnt, Aebtissin zu St.Nycla, 
und der Convent wollen das Pfund Burgrecht, 
das ihnen Nycla der Goldschmid von seinem 
Hause dient, das an dem «Liebten Stege ze 
nechst Hainrichen dem Swaben» liegt, nur 
so lange nehmen, als Schwester «Katrey die 
Benczinne» lebt. Das vorgenannte Pfund Geld 
soll nach deren Tode den geistlichen Frauen 
Predigerordens zu TuUn zukommen. 

Siegler: Die Ausstellerin. 

Datum : ... an sand Peternellen tage. 

Original, Pergament. Mit sehr beschädigtem Sie- 
gel an Pergamentstreifen. 

2965 1325, October 30, Wien. 

Offe von Slet und Diemut, seine Haus- 
frau, und Stephan, ihr Sohn, haben ihres 
rechten Eigens einen Hof zu Ravchenwart 
Wolfkern, dem Sohne des Herrn Niclas von 
Hintperch, seiner Hausfrau Margareten und 
ihren Erben um 32o Pfund Wiener Pfen- 
nige verkauft und die Eigenschaft desselben 
Hofes um ihres und ihrer Vorfahren Seelen- 
heiles willen mit der Hand des erbern Mannes 
Herrn Heinrichs von Moln, Caplans und Ver- 
wesers der Kapelle «in der pörch ze Wienn», 
auf «vnserr vrowen alter» in derselben Ka- 
pelle so gegeben, dass man alljährlich am 
St. Michaelstage von dem genannten Hofe 
auf denselben Altar in der Burg zu Wien 
12 Pfennige Wiener Münze dienen soll. 

Siegler: Offe von Slet, da der Sohn nicht 
Insiegel hat. 



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165 



Zeugen: Her Nyklas der Prevzzel, her 
Chvnrat der Chergel, Jans von Swabdorf, Di- 
trich von Gvndramstorf, Stephan und Perch- 
tolt die Chergel, Ditrich, «der chvniginne schri- 
ber>, Weichart von Mulbach, der Schreiber. 

Datum: Gegeben ze Wienn . . , des neh- 
sten mitichen vor aller heiligen tach. 

Original, Pergament. Mit gut erhaltenem Siegel 
an Pergamentstreifen. 

2966 13^6, Januar 2, Wien. 

Jörg der Hippleinstorfer und seine Haus- 
frau Peters verkaufen ihres rechten Eigens 
18 Schillinge Wiener Pfennige Geldes auf 

3 halben Lehen und auf 2 Hofstetten zu 
Sewarn um 32 Pfund Wiener Pfennige der 
Aebtissin Schwester Clara und der Samnung 
zu St. Ciaren in Wien. 

Siegler: Die Aussteller und der Zeuge. 
Zeuge: Herr Virich von Michelsteten. 
Datum: Geben ze Wienne . . . des naeh- 
sten phintztages nach dem ebenweihtage. 
Original, Pergament. Die zwei Siegel fehlen. 

2967 1326, November 30, Wien. 

Johann von Churingen (!), obrister Schenk 
in Oesterreich, verkauft mit Willen und Gunst 
seiner Mutter Gräfin Agnes von Asperch und 
seines Bruders Leutoldes seine rechte Gülte 
7 Pfund und 3o Pfennige Geldes Wiener 
Münze und 36 Hühner Geldes, jedes Huhn 

4 Pfennige werth, und 34 Käse, je 4 Pfen- 
nige werth, und 24 Metzen Hafer Geldes, 
alles miteinander gelegen zu Scharndorf auf 
6 halben Lehen «vnd auf drin zulehen», 
dem Marcharten dem Janen, Bürger zu 
Wien, und seiner Hausfrau Frau Gertraud 
um 100 Pfund Wiener Pfennige. 

Siegler: Johann und Leutolt von Chu- 
ringen und als Zeuge ihr Vetter Herr Alber 
von Churingen. 

Datum : Geben ze Wienne ... an sant 
Andres tage. 

Originalj Pergament. Mit drei gut erhaltenen Siegeln. 

2968 1327, Februar i, Wien. 

Peter der Chyburger und Katrey, seine 
Hausfrau, und Janns und Chunrat, seine 
Brüder, und Otto der Chrannest und Mar- 



garethe, seine Hausfrau, und Niclas der Sy- 
moninne und Chunigunt, seine Hausfrau, 
verkaufen mit Hand ihres Bergraeisters Or- 
tolf von Grintzingen einen Weingarten um 
33 Ys Mark Silber zu je 72 grossen böh- 
mischen Pfennigen dem Wisenten dem Güt- 
chind. Kastner zu Entzeinstorf. Der Wein- 
garten (31/3 Viertel) liegt hinter Grintzingen 
in den Luzzen und heisst der Swuppel. Man 
dient alljährlich 3 Wiener Pfennige zu Berg- 
recht. Er ist ihnen anerstorben von Frau 
Katreyn, Hausfrau des Herrn Paltram sei. 
auf der Slagstuben. 

Siegler: Da der Bergmeister kein eigenes 
Siegel hat: die Aussteller und Herr Chunrad, 
weilent des Marschalichs Schreiber, der des 
Weingartens obrister Bergmeister ist, und 
Herr Nyclas der Polle, Bürgermeister zu 
Wien; Herr Nyclas von Eslarn, Münzmeister 
zu Wien, und Herr Otto von Eslarn, sein 
Bruder, als Zeugen. 

Datum : Geben ze Wienne ... an vnser 
vrowen abent ze der liehtmisse. 

Original, Pergament. Das erste, zweite, dritte, 
vierte, siebente, achte und neunte Siegel sind gut er- 
halten, das fünfte ist beschädigt, das sechste abgefallen. 

2969 1327, April 30, Wien. 

Niclas der Polle, Bürgermeister zu Wien, 
und Christein, seine Hausfrau, verkaufen mit 
Hand ihres Bergherrn Ortolf von Grinczingen 
von ihrem rechten anerstorbenen Gute einen 
Weingarten um 40 Mark Silbers, je 72 grosse 
pehaimische Pfennige für die Mark, dem 
«erbern manne Wisenten dem Gütchind, zv 
den Zeiten chastner dacz Enczeinstorf». Der 
Weingarten liegt «hinder Grinczingen in den 
Luzzen» und heisst «der Swuppel». Er ist 
% und ^/j eines Viertels gross. Man dient 
davon alljährlich 3 Wiener Pfennige zu rech- 
tem Bergrechte. Er ist «vns recht vnd red- 
lich anerstorben von vron Katreyn, hern Pal- 
trams havsvrov^ren auf der Hagstuben, den 
baiden got genade» und in rechter Theilung 
an sie gefallen. 

Sie gier: Die Aussteller selbst und Herr 
Chunrad, weilent des Marschalichs Schreiber, 
der des Weingartens rechter Bergmeister ist, 
anstatt Herrn Vlreichs und Herrn Otten der 



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K. und k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien. 



Brüder von Pylichdorf, Herr Nyclas von Es- 
larn, Herr Otte von Eslarn, sein Bruder, die 
dieser Sache Gezeugen sind. 

Datum: Geben ze Wienne ... an sand 
Philips und sand Jacobs abent. 

Original, Pergament. Mit zwei Siegeln an Per- 
gamentstreifen, die beiden anderen Siegeln fehlen. 

2970 IJ27, Mai 21, Wien. 

«Seyfrit der PoUe, . . . chapplan in der 
chappellen in dem haus, daz da leit in der 
Pechenstrazze ze Wienne, daz weilent dez 
Laeubleins gewesen ist», verkauft mit Hand 
seines Bergmeisters, Ortolfs von Grinczingen, 
seines rechten anerstorbenen Gutes «ein wein- 
gaertel» um 6^2 Pfund Wiener Pfennige dem 
Wisenten dem Gütchind, «chastner zu En- 
czeinstorf». Das Weingärtchen liegt «hinder 
Grinczingen in den Luzzen . . . entzwischen 
den zwain Weingarten, die Wisent der Gut- 
chint wider meinen bruder hern Nyclan den 
Pollen vnd wider dez Chyburger chinder» 
gekauft hat. Es heisst «der Swuppel». Man 
dient davon alljährlich i Wiener Pfennig zu 
rechtem Bergrecht. Es ist ihm — Seyfrit 
dem Pollen — anerstorben von Frau Ka- 
treyn, Herrn Paltrams auf der Hagstuben 
Hausfrau, denen beiden Gott gnade. 

Siegler: Da sein Bergmeister Ortolf von 
Grinczingen nicht eigenes Insiegel hat, der 
Aussteller selbst, Herr Chunrad, «weilent des 
marschalichs Schreiber, der dez vorgenannt 
weingaertleins rechter pergmaister ist, an der 
herren stat von Pylichdorf», des Ausstellers 
Bruder, Herr Nyclas der PoUe. 

Datum: Geben ze Wienne ... an dem 
auffert tage vnsers herren. 

Original, Pergament. Mit drei Siegeln an Per- 
gamentstreifen. 

2971 ij2y, Juni 24, Wien. 

Fridereich, römischer König, beurkundet, 
dass er wegen seiner Brüder Albrechten und 
Otten, Herzoge in Oesterreich und in Steyr, 
dem Karthäuserkloster in Maurbach zu sei- 
nem, seiner Vorderen und seiner Nachkom- 
men Seelenheile das Haus «ze Wienn in der 
Verberstrazz, das weilen der Könginne was», 
gekauft und «eigenlich» gegeben und das- 



selbe Haus und den Wirth, den die geist- 
lichen Herren darein setzen, gefreit hat von 
allen Steuern, Bitten, Forderungen oder Lehen 
der Herzoge selbst oder seiner Amtleute oder 
der Bürger von Wien. Er hat ihnen auch 
die Gnade gethan, dass sie dasselbe Haus 
«wann ez nicht hofes hat geweiten mugen 
mit einem hof, der in darzü fügleich sei». 

Datum: . . . Wienn . . . Svnwendtag. 

Regest in Birk*s Nachlass aus dem Originale auf 
Pergament, im Juni 1860 in Privatbesitz befindlich. 

2972 1327, Juni 26, Wien. 

Der römische König gibt für sich und 
seine Brüder Albrecht und Otto, Herzoge in 
Oesterreich, dem Bürger zu Wien Otto dem 
Haymen und seiner Hausfrau Gerdrut seine 
Werde, die er früher enhalb des Armes ge- 
habt hat vor dem Roten Turn und die auch 
der Pfarrer von Wien bisher innegehabt hat, 
wieder zum lebenslänglichen Nutzgenuss. 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum: . . . ze Wienn an vritag nach 
den svnnewentag . . . 

Original, Pergament. Mit beschädigtem Siegel an 
Pergamentstreifen. 

Vollständig abgedruckt von Hormayr, Geschichte 
Wiens, Bd. II, ÜB., S. 71, Nr. 68. — Regest: Lichnowsky, 
Bd. III, S. CCCXCVIII ff., Nr. 741. 

2973 132J, Juni 2j, Wien. 

Der Bürger zu Wien Ott Haym und 
seine Hausfrau Gedrut begeben sich aller 
*Ansprüche auf die Werde enhalb des Armes 
bei dem Roten Turn, welche sie ehedem be- 
sessen haben und welche ihnen der römische 
König Friedrich für ihre Lebenszeit zum 
Nutzgenuss wieder so gegeben hat, dass sie 
nach ihrem Tode an den Landesfürsten zu- 
rückfallen sollen. 

Siegler: Der Aussteller Otto. 

Datum: Geben ze Wienn des samstags 
vor sant Peters tag . . . 

Original, Pergament, beschädigt. Siegel fchlL 

Vollständig abgedruckt von Hormayr, Geschichte 
Wiens, Bd. II, ÜB., S. 71 ff., Nr. 69. 

3974 I32-J, Juli 13, Wien. 

Gebhart von Petzleinstorf und Peters, 
seine Hausfrau, versetzen dem Herrn Vlrichen 



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K. und k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien. 



167 



von Pilichdorf und seiner Hausfrau, Frau 
Jevten, «vnsers rechten aigens vnsern hof der 
da leit ze Petzleinstorf, da weiln der Rvetz 
auf saz, der alle jar dient ein halb phvnt 
wienner pfenninge, drei chaese vnd vierczich 
ayr; vnd ein hofstat daselbens», die auch 
alljährlich dient 21 Pfennige für «weysoede 
vnd fvr alles», für 20 Pfund Wienner Pfen- 
nige. Die oben genannten Aussteller und 
Perchtold der Reichersteter und Jevte seine 
Hausfrau sind dessen Schirm und Gewär. 

Siegler: Gebhart von Petzleinstorf und 
Perchtolt der Reichersteter. 

Datum: Geben ze Wienne ... an sand 
Margreten tage. 

Original, Pergament. Mit zwei sehr gut erhaltenen 
Siegeln an Pergamentstreifen. 

2975 132^, September i, Newenburch, 

Otto der Walder und seine Hausfrau 
Diemut, Friedrich von Atzenpruck und seine 
Hausfrau Alhait verkaufen der römischen Kö- 
nigin Elzbet i3 Pfund Geltes zu «Grint- 
zingen an phenning vnd an perchrecht vnsers 
rechten aygens» um 180 Pfund Wiener Pfen- 
nige. Dieses Gelt ist im Besitze des Herrn 
Dietreichs sei., des Marschalls von Pilichdorff, 
gewesen, der es gekauft hatte von den «Stad- 
ekchern vnd von andern levten, vber die 
vier fuder perchrechts da selbens, die er den 
vrowen von sand Chlarn ze Wienne geschaft 
vnd geben hat, vnd daz vns her Vlreich vnd 
her Otte von Pilchdorff, des egenanten mar- 
schalchs prüdere, nach seinem geschefte geben 
habent, vnd nach seinem tode für vnsern scha- 
den, den wir in seinem dinste genomen haben, 
für zwai hundert pfunt Wienner phenning». 

Siegler: Die Aussteller und die zwei 
erstgenannten Zeugen. 

Zeugen : Her Hainrich von Ratpach, Hof- 
meister der vorgenannten römischen Königin; 
her Weichart bei den Minnern prudern; her 
Gervng von Newenburch; her Otte hern Wei- 
charts prüder; her Dietreich der Schiuer; Jans 
von Manswerde, Kellermeister in Oesterreich. 

Datum: Geben zu Newenburch ... in 
dem siben vnd zwaincigistem jare an sand 
Gyligen tage. 

Original, Pergament. Die vier Siegel fehlen. 



2976 1327, September 8. 

Hilta, Priorin, und der ganze Convent 
des Nonnenklosters «Beate Marie Magdalene 
ordinis sancti Augustini extra muros Wienne 
ante portam Scothorum» haben von dem 
römischen Könige Fredericus 3o Pfund alter 
Denare Wiener Münze erhalten. Sie nehmen 
ihn in die Fraternität ihres Klosters auf und 
geloben wöchentlich in einer Messe seiner 
zu gedenken und einen Jahrtag nach seinem 
Tode für ihn selbst und auch für seinen 
Grossvater, den römischen König Rudolf, 
für seinen Vater, den römischen König Al- 
bert, für Rudolf, König von Böhmen, für 
die Herzoge Livpold und Heinrich und für 
seine übrigen Vorfahren «in die proxima 
feriata post exaltationem sancte crucis» zu 
begehen. 

Siegler: Die Ausstellerin. 

Datum: Actum et datum . . . die nati- 
uitatis sancte Marie. 

Original, Pergament. Mit einem an Pergament- 
streifen hangenden Ueberreste des Siegels. 

2977 1327, November 12, Avignon. 

Papst Johann XXII. verleiht einen Ab- 
lass für die von Elisabeth, Gemahlin Herzog 
Friedrichs von Oesterreich, zu Wien gegrün- 
dete Kapelle zu Ehren des heiligen Bischofs 
und Bekenners Ludwig, an dessen Feste und 
der Octave. 

Regest von Birk aus Comm. A XII, p. 4, fol. 117 a. 
— Vollständig abgedruckt in MQnchener Akad. histor. 
Classe XVII, p. 241. 

3978 132^9 December 6, Wien, 

Friedrich der Heuzze, Burggraf zu Med- 
iich, hat zu seiner Vorderen und seinem Seelen- 
heile mit allen in Eigens Gewär hergebrachten 
Nutzungen und Rechten geschafft und gegeben 
den geistlichen Frauen: Schwester Cecilien, 
Aebtissin, und der Samnung zu St. Clara zu 
Wien seines rechten Eigens S^^ Pfund 
Wiener Pfennige Geldes an 3o Pfennige 
Geldes, welche auf Gärten bei St. Niclas in 
des Heuzzen Wiese liegen und deren all- 
jährlich dient Ulrich der Rüchler 7^/3 und 
60 Pfennige von einem halben Garten, Diet- 
reich der Nimeruol 7 V2 ^^^ ^o Pfennige von 



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K. und k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien. 



einem halben Garten, Herr Ott von Eslarn 
7^^ und 60 Pfennige von einem halben 
Garten, <dev plind Haertlinne» 2^/g Pfund 
und 7^2 Pfennige von 4V3 Gärten. Die 
geistlichen Frauen zu St. Ciaren zu Wien 
sollen von derselben Gülte alljährlich den 
«prüdem gemain datz den Minnern pr^dern 
ze Wienne» an dem nächsten Tage nach 
St. Lucastag des heil. Evangelisten «ein mal 
von zwain phvnden» geben zu einem rechten 
Jahrtag, welchen die vorgenannten Brüder an 
demselben Tage den verstorbenen Eltern des 
Ausstellers (Herrn Wernherren dem Heuzzen 
und Frau Elzbet), den verstorbenen Geschwi- 
stern (Herrn Wernhern und fierrn Götfriden 
und Frau Elzbet) und seiner verstorbenen 
Hausfrau Frau Elzbet und auch ihm und 
allen seinen Vorfahren und Nachkommen be- 
gehen sollen mit Vigilie und Seelenmesse. 
Die vorgenannten Klosterfrauen sollen auch 
ihm und seinen Vorfahren und Nachkommen 
«in den achte tagen» nach demselben Tage 
mit 3 Schilling Pfennigen bei den Minnern 
Brüdern zu Wien Seelenmessen bestellen und 
von der Gülte an demselben Tage i Pfund 
Pfennige zur Besserung ihrer Pfründe nehmen 
und einen Jahrtag in ihrem Kloster mit Vigilie 
und mit Seelenmesse und anderem Gebete 
begehen. 

Siegler und Zeugen: Der Aussteller selbst, 
Herr Chunrad von Sierndorf, Herr Weichart 
bei den Minnern Prudern, Herr Nichlas von 
Eslarn. 

Datum: Geben ze Wienne ... an sand 
Nichlas tage. 

Original, Pergament. Die vier Siegel fehlen. 

3979 1327, December ij, 

Johann von Chunring, obrister Schenk 
in Oesterreich, und Liutold von Kunring, 
sein Bruder, Urkunden, dass mit ihrer Zu- 
stimmung Marquart der Jan, «purger ze 
Wienn . . . von den erbern man Ekbern 
von Haslawe, Fridreichen vnd Andreen, sein 
bröder, paide dacz Scharndorf, mit vnser 
hant besteet», 6^2 Schilling Pfennige Geltes 
Wiener Münze, 4 Hühner Geltes, 8 Käse 
Geltes und 8 Metzen Hafer Geltes gekauft 
hat und verleihen diese «vorgenannt gult dacz 



Scharndorf» dem oben genannten Marquarten 
dem Janen und seiner Hausfrau Gedrutten. 

Siegler: Die beiden Aussteller. 

Datum: ... an sand Lucien tag. 

Original, Pergament. Mit zwei Siegeln an Per- 
gamentstreifen. 

2980 1328, Mai 5, Wien. 

Otto Herzog zu Oesterreich schenkt den 
Nonnen des Predigerordens bei St. Laurenz 
in Wien 60 «karratas nudas», welche gewöhn- 
lich «nakchender fuder» genannt werden, von 
der Saline in Halstat und erlaubt, sie all- 
jährlich ohne Mauth und Zoll in das Kloster 
in Wien zu führen. 

Datum: . . . Wienne . . . feria 5. post 
inventionem crucis . . . 

Regest von Birk aus dem Originale. — Vollstän- 
dig gedruckt in Wiedemann, Gesch. der Frauenklöster 
St. Lorenz etc. (Salzburg i883, 8^. p. 109. 

2981 1328, Mai 11, Wien. 

Der römische König Friedrich bestätigt 
die wegen seines Bruders Herzogs Albrecht 
von Oesterreich zwischen dem Abte von Ad- 
mont und dem Juden Püzlein um 3oo Mark 
geschehene Taidung so, dass der genannte 
Jude der 3oo Mark in drei Jahren von der 
Judensteuer verrichtet werde. 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum: . . . ze Wienn ... an dem 
aufuart abend. 

Original, Pergament. Mit sehr schön erhaltenem 
Siegel an Pergamentstreifen. 

Lichnowsky, Bd. III, S. CCCC, Nr. 765. 

2982 i328y Mai 12, Wien. 

Alhait, Witwe Herrn Fridreichs von 
Waise, und Eberhart von Waise, ihr Sohn, 
sollen dem «beschaiden manne Hainrichen 
dem Chezzeler, vnserm porger ze Wienne>, 
27 Pfund und «zwai min dreizzich» Pfennige 
Wiener Münze und 2 Mut Weizen und 2*/, 
Mark Silber Wiener Gewichtes auf «sand 
Cholmannes tag», der zunächst kommt, gelten. 

Siegler: Die beiden Aussteller. 

Datum: Geben ze Wienne an 

vnsers Herren auffart tage. 

Original, Pergament. Mit einem an Pergament- 
streifen anhangenden Reste des ersten Siegels, das zweite 
Siegel, ist abgefallen. 



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2988 1328, Juni 23, Wien. 

Propst Adam, Pfleger des Frauenklosters 
zu Pernekke, Schwester Elzbeth, Meisterin, 
Schwester Reichkart, Priorin, und die Sam- 
nung desselben Klosters verkaufen nach dem 
Rathe ihres Abtes Gerhart zu Jerus ihres 
rechten Eigens das Bergrecht, von Jedem 
Jeuch 2 Eimer Wein, das man jährlich von 
25 Jeuch Weingarten, die in dem Hard bei 
«der Schotten Wis» liegen, und 6 Pfennige 
Vogtrecht um 40 Pfund Wiener Pfennige 
den geistlichen Frauen Schwester Engeln, 
Meisterin, Schwester Elisabeth, Priorin, und 
der Samnung zu der Himelporten zu Wien. 
Von dem Bergrecht soll man Schwester Mar- 
garethen «der Glokkengiesserinne» i Pfund 
Geldes Wiener Pfennige dienen bis an ihren 
Tod. 

Zeuge: Abt Gerhart zu Jerus. 

Siegler: Der Zeuge und der Propst Adam. 

Datum: Gegeben ze Wienne ... an sand 
Johans abent ze svniwenten. 

Original, Pergament. Mit zwei beschädigten Sie- 
geln an Pergamentstreifen. 

3984 1328, August i5, Wien. 

Haug, ein Ritter von Schärvenberch, 
schafft 4 Pfund Wiener Pfennige der St. Mi- 
chaelpfarrkirche zu Wyenn, von der er während 
seiner Krankheit «alle gotsrecht» empfangen 
hat. Die 4 Pfund soJl sein Schwager Her- 
degen von Pettaw, dem er sein Gut und 
andere Geschäfte empfohlen hat, aus seinem 
(Haugs) Gute ausbezahlen und diese Spende 
soll zum Bau der genannten abgebrannten 
Kirche verwendet werden. 

Zeuge: Die ehrbare Frau Witwe von 
Zelking. 

Datum: diz ist geschehn vnd auch der 
prief gegebn z^ Wyenn ... an *vnser liebn 
vrown tag der schidung. 

Original, Pergament. Das erste der beiden an 
Pergamentstreifen anhangenden Siegeln ist sehr beschä- 
digt, das zweite besser erhalten. 

8985 [1328 J Wien. 

Virich der Prueschinch, seine Hausfrau 
Elzbet und sein Sohn Friedrich verkaufen 
ein halbes Pfund Wiener Pfennige Geldes 

Regesten zur Geschichte der Stadt Wien. III. 



Burgrecht auf dem auf der Hohstrazze zu 
Wien z\vischen ihrem Hause und dem des 
Stvhsen von Trautmanstorf gelegenen Hause 
Walthers, des Eidams Schober's, um 4 V2 Pfund 
Wiener Pfennige der Pfarrkirche zu St. Michel 
zu Wien, der von diesem Burgrecht alljähr- 
lich zu Weihnachten, an St. Jorgentag und 
an St. Michaelstag je 40 Pfennige geleistet 
werden sollen. 

Siegler: Die Aussteller. 

Datum: Geben ze Wienne nah Christes 
gebu . . . ert iar in dem acht vnd zwaincz- 
gisten iar darnach des nächsten mittichens 
nah . . . e. 

An dem beschädigten Originale auf Pergament 
hängt an einem Pergamentstreifen ein Rest des ersten 
Siegels, die übrigen Siegel fehlen. 

2986 132g, Mai 25, Wien. 

Friedreich von Haedreichstorflf, seine 
Hausfrau Margrete und sein Vetter Nychlos, 
des Jägermeisters Sohn, und dessen Hausfrau 
Kathrei haben miteinander ein Bergrecht ge- 
habt: 9 Dreilinge Wein, 8 und i Pfund 
Wiener Pfennige Gülte, 4^/2 Pfund Pfeffer 
und 5 gemästete Gänse, ungetheilten Gutes, 
gelegen zu Grinczingen und zu S^fringen, 
in dem Svntperge und in dem Chaesewazzers 
Graben und in dem Schenchenperge. Die 
vorgenannten Friedreich von Haedreichstorflf 
und seine Hausfrau haben ihre frei eigene 
Hälfte davon, also: 4^2 Dreilinge Wein Berg- 
recht, 4 Y2 Pfund Pfennige Gülte, 9 Vierdunge 
Pfeffer und 2 Y2 gemästete Gänse um 100 Pfund 
Pfennige und um 40 Pfund Pfennige Wiener 
Münze verkauft dem Herrn Marcharten dem 
Jane, Bürger zu Wien, und Frau Gedrauden, 
seiner Hausfrau, und ihrer beider Erben. 

Zeugen: Die ehrbaren Ritter und Bürger: 
Herr Chvnrat der Hvbemaister; Herr Wei- 
chart pei den Minner prüdem; Herr Nychlos 
von Eslarn; Herr Nychlos der PoUe; Herr 
Dietreich der Vrbaetsch. 

Siegler: Die beiden Aussteller und die 
Zeugen. 

Datum: Geben ze Wienne ... an sand 
Vrbans tage. 

Original, Papier. Mit sieben an Pergamentstreifen 
anhangenden Siegeln, von denen das sechste sehr be- 
schädigt ist. 



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K. und k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien. 



2987 1330, Februar 2, Wien. 

Elsbet, Witwe Herrn Chvnradez von 
Purchdorf, Marchart, Wilhalm und Fridreich, 
ihre Söhne, Otte der Span, ihr Eidam, und 
seine Hausfrau Margret, Frau Elsbetens 
Tochter, verkaufen ihr ganzes Erbe und alle 
ihre Rechte zu Vtelndorf — mit Ausnahme 
dreier Weingärten, die sie schon früher ver- 
kauft haben, und welche «die Peunt, der Pöl- 
tinger und der Scaeamtzer» heissen — Berg- 
recht, Burgrecht, Lehen Eigen, . . . und 
das Lehenrecht an der Kirche zu Vtelndorf 
mit allen Nutzungen und Rechten, wie es 
von ihren Vorderen an sie gekommen und 
angestorben ist, um 3oo Pfund Wiener Pfen- 
nige dem Gerunge von Trebensee. Die oben 
genannten Elsbet, Marchart, Wilhalm, Frid- 
reich, Otte und Margret und dazu noch Herr 
Otte von Purchdorf und sein Sohn Nycla, 
ihr Vetter, sind Schirm und Gewär. 

Siegler: Die oben genannten Marchard, 
Wilhalm, Fridreich und Otte der Span und 
ihr Vetter Otte von Purchdorf und Nyclaz, 
sein Sohn. 

Datum: Geben ze Wienne ... an vnser 
vrowen tag ze der lyechtmesse. 

Original, Pergament. Mit sechs Siegeln an Per- 
gamentstreifen. 

3988 1330, Mai 12, Wien. 

Hainrich, Eidam Herrn Ortolfes des 
Meczner, und seine Hausfrau Chvnigvnt ver- 
kaufen mit Einwilligung ihres Grundherrn, 
Herrn Seibotes, Meister und Pfleger der 
Siechen von St. Johann zu der Siechenalsse, 
den geistlichen Frauen Schwester Agnes, 
Meisterin, Schwester Margrete, Priorin, und 
der Samnung des Frauenklosters zu der Him- 
melspforte zu Wien i halbes Pfund Wiener 
Pfennige Geldes Burgrecht auf ihrem an dem 
Niwenmarchte zu Wien zunächst dem des 
vorgenannten Herrn Ortolfs gelegenen Hause 
um 5 Pfund Wiener Pfennige. Dieses Burg- 
recht kommt zunächst zu leisten nach den 
18 Pfennigen, die dem Hause zu St. Johann 
zu der Siechenalsse zu rechtem Grundrechte 
gedient werden. 

«Versigelt mit des haus insigel der 
siechen dacz sand Johans zv der Siechen- 



alsse, die dieser sache gezeug sint mit irm 
insigil.» 

Datum: Geben ze Wienne ... an sand 
Pangraeczen tage. 

Original, Pergament. Mit schön erhaltenem Siegel 
an Pergamentstreifen. 

3989 1330, Mai 17, Wien. 

Vlreich der Lindenast vermacht mit Hand 
seines Grundherrn Chunrates des Etzigistorffer, 
Kirchenmeister zu St. Mychel, Margreten, 
seiner Hausfrau, Tochter Chunrates des Hant- 
schusters, sein Haus. Dasselbe liegt «vor der 
purge ze Wienne» zunächst dem Hause Pe- 
ters des Futerer. Man dient davon alljähr- 
lich zu Grundrecht «hincz sand Michel» V2 
Pfund Wachs. Er vermacht ihr ferner mit 
Hand seiner Bergfrau, der Schwester Agnesen 
der Snaeczelinne, Meisterin «dacz der Hymel- 
porten ze Wienne», seinen Weingarten, Ya Joch. 
Derselbe liegt in dem Harde, znächst dem 
Weingarten der Herren von Altenburch. Man 
dient davon alljährlich zu Bergrecht i Eimer 
Wein und 3 Wiener Pfennige zu Vogtrecht. 

Siegier: Da der Aussteller kein eigenes 
Insiegel hat: der Grundherr und die Bergfrau. 

Zeugen: Chunrat der Holde; Wolflfel der 
Helmslaher; Stephan der Chüchenschreiber; 
Chraft von Habenberch; Thomas der Walich; 
Otte, Herzog Ottens Kammerschreiber; Jans 
der Eysner. 

Datum: Geben ze Wienne ... an dem 
heyligen auffart tage. 

Original, Pergament. Das an Pergamentstreifen 
anhangende Siegel ist gut erhalten. Das zweite Siegel 
fehlt. 

3990 1330, August 14, Wien. 

Alber von Chvnringen urkundet, dass 
Hainrich der Weitan von Potendorf mit seiner 
Hand dem Marcharten dem Janen, Bürger 
zu Wien, und Frau Gertrauden, seiner Haus- 
frau, ein halbes Lehen zu Scharndorf, worauf 
Janns der Vetzenprein sass und das alljähr- 
lich 8V2 Schillinge dient, um yVa Pfund 
Wiener Pfennige verkauft hat, und belehnt 
damit Jan und Gertraud und ihre Erben, 
Söhne und Töchter. 

Siegler: Der Aussteller. 



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Datum: Geben ze Wienne ... an vnser 
vrowen abent der Schiedvnge. 

Original, Pergament. Das Siegel fehlt. 

3991 ^330, August 2g. 

Mauricius, Abt, und der Convent «ec- 
clesie sancte Marie Scotorum in Wyenna» 
haben von weiland dem Herzoge Hainricus 
von Oesterreich 40 Mark Silber Wiener Ge- 
wichtes zu seinem und seiner Vorfahren und 
Nachfolger Seelenheile erhalten und geloben, 
alljährlich am Tage des heil. Blasius einen 
Jahrtag in der in der Urkunde ^angegebenen 
Weise zu begehen. 

Siegler: Die Aussteller. 

Datum et actum anno domini millesimo 
trecentesimo tricesimo in die decoUacionis 
beati Johannis Baptiste. 

Original, Pergament. Mit zwei Siegeln an Per- 
gamentstreifen. 

Lichnowsky, Bd. UI, S. CCCCVI, Nr. 829. 

2993 1330, September i, Wien. 

Alber von Chvnringen bezeugt, dass 
Hainrich der Hvendler und seine Hausfrau, 
Frau Vromvet, mit gesammter Hand und 
auch mit seiner Hand ein halbes Lehen, das 
sie von ihm zu Schamdorf zunächst Leopol- 
den dem Weizzen zu Lehen gehabt haben, 
um 12 Pfund Wiener Pfennige dem Marcharten 
dem Janen, Bürger zu Wien, und Frau Ger- 
trauden, seiner Hausfrau, verkauft haben, und 
belehnt nun dies letztgenannte Ehepaar und 
dessen Erben, Söhne und Töchter, damit. Man 
dient davon alljährlich 6 Schillinge Wiener 
Pfennige, 8 Käse, deren jeder 8 Pfennige 
werth sei, 5 Hühner, jedes 4 Pfennige werth, 
3o Eier und 8 Metzen Vogthafer. 

Sie gl er: Der Aussteller. 

Datum: Geben ze Wienne ... an sand 
Giligen tage. 

Original, Pergament. Mit gut erhaltenem Siegel. 

2993 1330, November 11, Wien. 

Gerichtsbrief Albrechts, Herzogs zu Oester- 
reich. Johans der Watmanger hatte geklagt, 
dass ihm Zacharias der Jude einen zu Su- 
fringen an dem Pheffenberg gelegenen, «daz 
GereU genannten Weingarten streitig mache. 



Sein Vater Friedrich habe ihm den Wein- 
garten ledig und unverkümmert in seiner 
Mutter Gewalt hinterlassen. Sein Stiefvater 
Christian der HSmerl habe denselben aber, 
während er selbst aus dem Lande gewesen, 
dem vorgenannten Juden versetzt. Der Her- 
zog empfahl Otten von Lichtenstain die Sache 
zu verhören und zu verrichten an des Herzogs 
statt. Der Weingarten wurde dem Kläger 
zugesprochen. 

Siegler: Der Herzog. 

Datum: Geben . . . zv Wienne ... an 
sand M&rtens tag. 

Original, Pergament. Das Siegel ist auf der Rück- 
seite der Urkunde aufgedrückt. 

2994 1330, November ij. 

Vlreich der Beidervelder und Alhait, 
seine Hausfrau, verkaufen mit Händen ihrer 
Lehensherren, Albrechts und Otten, der Her- 
zoge in Oesterreich und in Steyer, ihres 
rechten Lehens von diesen Herzogen und 
von deren Brüdern 85 Metzen Hafer Geltes 
Vogtfutter, welche zu Zehensvnstorf auf ge- 
stifteten Holden liegen, und mit Hand ihrer 
Lehenherren, Herrn Rudolfs und Herrn Reim- 
prechtes von Eberstorf, allen kleinen und 
grossen Zehent auf drei Lehen daselbst zu 
Zehensvnstorf um 26 Pfund Wiener Pfennige 
dem Herrn Wilhalm pey dem prvnn, Bürger 
zu Wien. 

Zeuge: Herr Chvnrat der Lonholtz von 
Mediich. 

Siegler: Die Aussteller imd der Zeuge. 

Datum: Geben ... an sand Britzen tag. 

Original, Pergament. Das erste Siegel an Per- 
gamentstreifen ist gut erhalten, das zweite Siegel fehlt. 

2995 1331, April 24, Wien. 

Nichlas, Sohn des Herrn Chvnrad des 
Jaegermaisters, dem G. g., hat seines rechten 
Eigens allen seinen Antheil, den er gehabt 
hat an dem Bergrechte, gelegen auf Wein- 
gärten zu Grintzingen, in dem Chaeswazzers- 
graben, an dem Schenchenperge, an dem 
Svnnenperge und zu Nidernsvflfringen und 
I halbes Pfund und 4 Pfennige Geldes 
Wiener Münze und 9 Vierdunge Pfeffer 
Geldes und 2V2 gemästete Gänse, auch auf 



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K. und k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien. 



Weingarten, das er von seiner Mutter Frau 
Margret ererbt hat und dessen anderen An- 
theil Herr Marchart der Jan von Friedrich 
von Haedreinstorf, dem Vetter des Ausstellers, 
gekauft hat, an denselben Herrn Marcharten 
den Janen, Bürger zu Wien, und dessen 
Hausfrau Frau Gertraud und ihre Erben 
um 72 Mark Silbers, je 72 «grozzer pechmi- 
scher pfenninge» für die Mark, verkauft mit 
Hand seines Burgherrn Herrn Albrechts, Pfar- 
rer zu Laub. Man dient diesem und seinem 
Gotteshause St. Cholman zu Laub 7 Schil- 
linge und 77^ Pfennige Wiener Münze zu 
Burgrecht. Der Aussteller vmd Friedrich von 
Haedreinstorf sind all dessen Schirm und 
Gewär. 

Zeugen: Der geistliche Herr: Abt Maritz 
bei den Schotten zu Wien, der des Gottes- 
hauses sand Cholman zu Laub rechter Lehen- 
herr ist; des Ausstellers Burgherr Herr Al- 
brecht der Pfarrer zu Laub; Herr Nichlas 
von Ezlarn; Herr Pilgreim der Rote, Sohn 
des Herrn Marchart des Chramer, dem Gott 
gnade. 

Siegler: Der Aussteller, Fridrich von 
Haedreinstorf; Abt Maritz bei den Schotten 
zu Wien, der des Gotteshauses sand Chol- 
man zu Laub Lehenherr ist; der Burgherr Al- 
brecht, Pfarrer von Laub; Herr Nichlas von 
Ezlarn; Herr Pilgreim der Rote, Herrn Mar- 
chartes Söhn des Chramer, dem Gott gnade. 

Datum: Geben ze Wienne . . . drev- 
zehen hvndert iar, in dem ain vnd dreitz- 
gisten iar dar nach, an sand Jörgen tage. 

Original, Pergament. Mit fünf beschädigten Siegeln 
an Pergamentstreifen. 

2996 1331, April 24, Wien. 

Ulreich, Sohn des sei. Herrn Heinreichs 
des Pader, und seine Hausfrau Margret ver- 
kaufen ihres rechten Eigens ein halbes 
Haus hinter dem Newenmarcht zwischen 
dem Kloster zu St. Ciaren und der Bad- 
stube, um 6 Mark Silber, je 72 grosse böh- 
mische Pfennige für eine Mark, der Aebtissin 
Margret und der Samnung zu St. Ciaren zu 
Wien. 

Zeugen: Herr Janns von Manswerd, obri- 
ster Kellermeister der Herzoge in Oester- 



reich; Meister Otte der Sneider; Chünrad der 
Probus, sein Eidam; Herr Otte der Reich, 
Schaflfer der Frauen zu sand Clam; Ortolf 
an dem Newenmarcht; Dietreich der Maeur- 
perger; Perchtold an dem Newenmarcht. 

Siegler: Die drei erstgenannten Zeugen. 

Datum: Geben ze Wienne ... an sand 
Jörigen tage. 

Original, Pergament. Die drei Siegel fehlen. 

3997 1331, April 25. 

Philipp von Simanning und Reichart, 
seine Hausfsau, verkaufen Lehn dem Juden 
zu Retz den Zehent zu Nidern Retzbach um 
95 Pfund Wiener Pfennige mit Hand des 
Herrn Weichartz des Arnstainer, der diesen 
Zehent dem Juden geliehen hat, und setzen 
sich sammt ihrem Schwager Leutwein dem 
Gruenpech zu Schirm und Gewär. 

Siegler: Der Aussteller und sein Schwager 
Leutwein der Gruenpech. 

Datum: Geben . . . des mitichens an 
sand Marx tag. 

Original, Pergament. Mit zwei beschädigten Siegeln. 

3998 1331, October 12, Wien. 

Ainweich von dem Hof, Elsbet, seine 
Hausfrau, ihre Söhne Görig, Ainweich, Chan, 
Eberhart und Jans, ihr Eidam Dietreich der 
Junge Chleber, Richter zu Wien, und seine 
Hausfrau Agnes haben das Haus auf dem 
Hof und alles Dazugehörende im Urbar, im 
Holz, zu Feld und zu Dorf als rechtes Eigen 
den Herzogen Albrecht und Otto in Oester- 
reich aufgegeben und von diesen wieder als 
Lehen empfangen. 

Siegler: Die Aussteller. 

Datum: Geben ze Wienne ... an sand 
Cholmans abent. 

Original, Pergament. Mit sieben Siegeln an Per- 
gamentstreifen. 

3999 i332y Mai 12, Wien. 

Marchart der Jan, Bürger zu Wien, und 
seine verstorbene Hausfrau Frau Gedräut 
haben ein Bergrecht gekauft mit gesammter 
Hand von Herrn Friedreich von Haedreichs- 
torf und von Herrn Nychlos, des Jäger- 
meisters Sohn, seinem Vetter, um ihr lediges 



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K. und k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien. 



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fahrendes Gut: 9 Dreilinge Wein und 8 
und I Pfund Wiener Pfennige Gülte und 
4Y2 Pfund Pfeffer und 5 gemästete Gänse 
ungetheilten Gutes, das zu Grintzingen und 
zu Svfringen in dem Svntperge, in dem 
Chaesewassersgraben und in dem Schenchen- 
perge gelegen und ihr rechtes Eigen gewesen 
ist. Frau Gedräut hat unter Anderem auch 
dieses Gut «an irm siechpette» dem Mar- 
chart lediglich gegeben und geschafft. Dieser 
hat nach seiner Hausfrau, der vorgenannten 
Gedraud, Tode die andere Hälfte desselben 
Bergrechtes von dem obengenannten Herrn 
Nychlos dazu gekauft um sein lediges fahren- 
des Gut. Dasselbe Bergrecht und Alles, was 
dazu gehört, gibt und vermacht Marchart 
seiner zweiten Hausfrau Frau Anna, Toch- 
ter Herrn Heinrichs des Langen, für 200 Mark 
Silbers Wiener Gewichtes, je 72 grosse böh- 
mische Pfennige für eine Mark, an der Mor- 
gengabe, die er ihr zu geben gelobt hat. 

Siegler: Der Aussteller und die Zeugen. 

Zeugen: Herr Weichart bei den Minnern 
Prüdern, Hofmeister der Herzogin in Oester- 
reich; Herr Chvnrat der Hubemaister; Herr 
Dietrich der Vrbetsch, Bürgermeister zu Wien; 
Herr Herbort auf der Sevl; Herr Georg an 
den Chienmarchte; Herr Hermann, «der Ru- 
dolfinne eninchel von sand Polten»; Herr 
Levppold der Poltz. 

Datum: Diser prief ist geben ze Wienne 
... an sand Pangraetzen tage. 

Original, Pergament. Die beiden ersten der an 
Pergamentstreifen anhangenden Siegeln sind ziemlich 
gut erhalten, das dritte, vierte, sechste und siebente 
fehlen, von dem fQnften und achten sind Ueberreste 
erhalten. 

8000 1332, Juli 25, Wien. 

Conrad der Pleyein, Bürger in der Schef- 
strasse, und seine Hausfrau Dyemvt verkaufen 
ihres rechten Eigens 24 Eimer Bergrecht und 
24 Pfennige Vogtrecht, die darauf gehören 
und liegen zu Toblich in dem Chratenpach 
und an der Santleyten auf 8 Jeuchharten, um 
12V2 Mark Silbers Wiener Gewichtes, jede 
Mark zu 72 grosse böhmische Pfennige, Hein- 
rich dem Fvezze und seinem Bruder Ulreich 
dem Fvezze. 

Siegler: Die Aussteller. 



Datum: Geben ze Wienne ... an sand 
Jacobs tage. 

Original, Pergament. Siegel fehlt. 

3001 1332, November i, Wien. 

Dietreich und Albrecht die Brüder von 
Chirchelingen verleihen Otten von Chaetz- 
zingen und Wernharten von Chaetzzingen, 
seinem Bruder, und allen ihren Erben, Söhnen 
und Töchtern all das Gut, das bei dem 
«chogel ze Pentzzingen vnd ze Hagenawe 
vnd an dem aygen vnd wa ez dar vmb ge- 
legen ist», 6 Pfund Wiener Pfennige Geldes 
und ein «holtz, haizzet die Wolfesleyte» vmd 
was dazu gehört, welches «Seyflfreit, hern 
Lvdeweyges svn des alten vorstmaisters» den- 
selben verkauft und Herr Otte von Chirche- 
lingen sei., der Vater der beiden Aussteller, 
demselben Lvdeweygen ehemals aus ihrem 
Urbar verkauft hat, um 92 Pfund Wiener 
Pfennige. 

Zeuge: Der Oheim der Aussteller, Herr 
Weichart von Winchel. 

Siegler: Die Aussteller und der Zeuge. 

Datum: Geben ze Wienne ... an aller 
heyligen tage. 

Original, Pergament. Mit drei gut erhaltenen 
Siegeln an Pergamentstreifen. 

8003 1333, Mär^ 3, Wien. 

Volchmar auf der Sevl und seine Haus- 
frau Kathrei verkaufen 9 ^g Schillinge Wiener 
Pfennige Geldes mit allen in Eigens Gewär 
hergebrachten Nutzungen und Rechten um 
7 Pfund Pfennige Wiener Münze Gotfrid 
dem Stiglitzze und Frau Chunigvnte, seiner 
Hausfrau, welche von dieser Gülte dem Propste 
von Newenbvrch alljährlich 80 Wiener Pfen- 
nige an St. Merteinstag dienen sollen. Man 
dient die Gülte alljährlich am St. Georgentag 
von «an ein viertayl fvmf jevch» Weingärten, 
die bei des «Greiffen Hölczlein ze Wienne» 
liegen. 

Zeuge. Der Ritter Herr Hagen von Spil- 
berch, Judenrichter zu Wien. 

Siegler: Aussteller und Zeuge. 

Datum: Geben ze Wienne . . . des my- 
tichens in der andern gantzen vast wochen. 

Original, Pergament. Die zwei Siegel fehlen. 



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K. und k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien. 



3003 1333 f September 7, Wien. 

Chünrat der Wiltwercher, Bürger zu 
Wien, hat die Summe, welche Bischof Chün- 
rat von Freising ihm schuldig gewesen ist und 
«darvmb mir her Virich von Friding vnd her 
Hainrich von Hovnburch gehaizzen hetten, für | 
in ze laisten ze Wienn in der stat», erhalten. | 

Siegier: Der Aussteller. \ 

Datum: Gebn ze Wienn ... an vnser 
vrowen abent ze herbest. I 

Original, Pergament. Mit Siegel. ! 

3004 1333, October 3, Avignon. I 

Papst Johann XXII. fordert den Abt \ 
des Schottenklosters in Wien auf, gegen jene, t 
welche der Karthause Gaming Güter oder | 
Einkünfte vorenthalten, mit Ermahnungen , 
und Strafen vorzugehen. | 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum: Auinion: v. non. octobr. ponti- 
ficatus anno 18. 

Original, Pergament. Die Bulle fehlt. 

3005 1333, November i5, Wien. 

Die Herzoge Albrecht und Otto zu Oester- 
reich schulden dem Pfarrer zu Wien, Mei- 
ster Heinrich, Herzog Ottos oberstem Schrei- 
ber, 225 Mark Silber Zefinger Gewichtes und 
versetzen «durch seinen dienst vnd bet willen» 
ihre Güter und Gülten zu Malters und Gerson, 
«die emaln Gelwans des Kanerschins» Pfand 
gewesen und durch seinen Tod ledig ge- 
worden sind, pfandweise seinem Bruder Ru- 
dolf von Vryenbach und Gepen, seiner Wir- 
thin, und Josten vom Mos und seiner Ehe- 
frau Zetzilien bis auf Wiederlösung. 

Siegler: Die beiden Aussteller. 

Datum: Geben ze Wienne an montag 
nach S. Marteinstag. 

Regest im Nachlasse Birk's, 3. — Staatsarchiv 
in Lucern. — Vollständig abgedruckt in «Der Ge- 
schichtsfreund», Bd. XI, S. 221— 222, Nr. I (nach dem 
im Staatsarchive Lucern verwahrten Originale mit zwei 
beschädigten anhangenden Reitersiegeln). — Vgl. Se- 
gesser, Ph. A. V., Rechtsgeschichte I, 483. 

3006 1333, November 26, Wien. 

Die Herzoge Albrecht und Otto zu 
Oesterreich und Steiermark gestatten auf j 
Bitten der ehrbaren Frau Margret, Witwe | 



Rapots von Wildekke, dass Bruder Chfnrad, 
der Prior, und die Samnung bei den Augu- 
stinern zu Wien mehrere von weiland dem 
römischen Könige Friedrich und den beiden 
Herzogen zu Lehen herrührende Güter in dem 
Newemwalt zu Vallental in dem Vntamperge, 
in dem Sinibelnperge zu Dürrenholtz und 
zu Mistelekk mit den Zehenten etc., welche 
Frau Margret dem Augustinerkloster in Wien 
als Seelgeräthe vermacht hat, innerhalb Jahres- 
frist an jemand Andern verkaufen dürfen, der 
damit in gleicher Weise, wie der vorgenannte 
Rapot von Wildekk und seine Hausfrau sie 
innegehabt haben, belehnt werden soll. 

Siegler: Die beiden Aussteller. 

Datum: Geben . . . ze Wienn des nahsten 
vreitags nach sand Kathrein tag. 

Original, Pergament. Mit zwei sehr beschädigteo 
Siegeln an Pergamentstreifen. 

Vgl. Regest Nr. i339, Bd. II, S. 25. 

Lichnowsky, Bd. III, S. CCCCXIX, Nr. 959. 

3007 1334, April 24, Wien. 

Ott von Paumgarten und seine Hausfrau 
Agnes haben ihres rechten Eigens 10 Schil- 
linge Wiener Pfennige Geldes, die zu Poys- 
torf auf einem ganzen Lehen zunächst Chfin- 
raden dem Schrevel liegen und i Eimer Wein 
Geldes Bergrechtes auf einem Weingarten 
zu Poystorf, der in dieses Lehen gehört, um 
13^/2 Pfund Wiener Pfennige Aespein dem 
Haerinch und Frau Alheit, seiner Hausfrau, 
verkauft. Diese haben die genannten Gülten 
zu ihrem Seelentrost gegeben der Aebtissin 
Margreten und den Klosterfrauen zu St. Chlarn 
zu Wien, welche ihnen davon alljährlich an 
St. Görigentag 32 Wiener Pfennige zu Burg- 
recht dienen sollen. 

Zeugen: Die Vettern des Ausstellers: Herr 
Hainreich von Paumgarten und Herr Cha- 
dolt von Paumgarten. 

Siegler: Aussteller und beide Zeugen. 

Datum: Geben ze Wienne ... an sand 
Görigen tage. 

Original, Papier. Die drei Siegel fehlen. 

3008 1334, Mai 25, Wien. 

Ott von Paumgarten und seine Hausfrau 
Agnes haben ihres rechten Eigens 10 Schil- 



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K. und k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien. 



175 



linge Wiener Pfennige Geldes, die zu Poys- 
torf auf einem ganzen Lehen liegen, um 
14 Pfund Wiener Pfennige Leupold dem 
Pöltzlein und seiner Hausfrau Frau Elsbet 
verkauft. Diese haben das Lehen sammt Allem, 
was dazu gehört, für ihrer Vorderen und ihr 
eigenes Seelenheil der Aebtissin Schwester 
Margreten und den Frauen des Klosters zu 
St. Ciaren zu Wien gegeben, welche ihnen 
davon alljährlich an St. Görigentag 34 Wiener 
Pfennige zu rechtem Burgrecht, 12 Pfennige 
von der Hofmark des Lehens und 22 Pfen- 
nige von den Aeckern, die zu dem Lehen 
gehören, dienen sollen und nicht mehr. Otto 
von Paumgarten und seine Hausfrau Agnes 
setzen sich dafür den Klosterfrauen zu rech- 
tem Schirm und Gewär. 

Zeuge: Der Vetter des Ausstellers Herr 
Hainreich von Paumgarten. 

Siegler: Aussteller und Zeuge. 

Datum: Geben ze Wienne ... an sand 
Vrbans tag. 

Original, Pergament. Die zwei Siegel fehlen. 

8009 1334, Juli 25, Wien. 

Fridreich der Straycher, Goldschmied zu 
Wien, und Margret, seine Hausfrau, sollen 
alljährlich dem Bischof Chvnraten von Frei- 
sing und seinem Gotteshause 6 Pfund Wiener 
Pfennige Geldes ewigen Burgrechtes von ihrem 
Hause dienen. Das Haus liegt «vnder den 
goltsmitten zenechst vnserm hause vnd stozzet 
an den Tvmprobsthofe». Wenn der jeweilige 
Bischof von Freising zu Wien in seinem 
Hof ist, so sollen «wir im mit zwayn petten 
Worten» nach altem Herkommen. Es soll 
auch ein «vensterliecht gen dvrch seines 
gipels mawer in vnseren hoffe, als er daz 
auch ausgenomen hat, vnd dehain venster- 
liecht mer». 

Zeugen: Die Bürger Herr Hermann der 
Snaetzlein, Bürgermeister zu Wien, und Herr 
Chvnrat der Wiltw^rcher. 

Siegler: Der Aussteller und die beiden 
Zeugen. 

Datum: Geben ze Wienne ... an sand 
Jacobs tage. 

Original, Pergament. Mit drei Siegeln an Per- 
gamentstreifen. 



8010 1334, November 2g, Wien, 

Chunrat der Herinch, Herrn Dietreichs 
Eidam von Olmmitz, Bürger zu Brvnn, und 
Chunigunt, seine Hausfrau, verkaufen mit 
Hand des Grundherren, des Fürsten Herrn 
Mauritii, Abtes in der Schotten Kloster zu 
Wien, ihres rechten Kaufgutes 5 Pfund Wiener 
Pfennige Geldes Burgrecht, welche auf Herrn 
Eberharts, des Stadtschreibers, an dem Graben 
zu Wien zunächst dem Hause der Ernstinn 
der Vezzelsneiderinne gelegenem Hause liegen, 
wovon man alljährlich 48 Wiener Pfennige 
zu rechtem Grundrechte dient, um 25 Mark 
Silbers zu je 72 grosser böhmischer Pfennige, 
Herrn Jannsen dem Pollen. Diese 5 Pfund 
Burgrechtsgülte wird zu drei Tagen des 
Jahres, und zwar zu Weihnachten, can sande 
Jörgen tag und an sande Michels tage» je 
10 und i3 Schillinge gedient. 

Zeuge: Der Grundherr. 

Siegler: Der Aussteller und der Zeuge. 

Datum: Geben ze Wienne ... an sande 
Andres abent. 

Original, Pergament. Mit einem Siegel, das an- 
dere fehlt. 

3011 1334, December 6. 

Heinrich, Chvnrad des Chrannestes Sohn, 
Berthold, sein Bruder, Ottokar der Schenke 
und Elsbeth, seine Hausfrau, und ihre Schwe- 
ster Christine, Töchter Conrads, Hanns der 
PoUe mit Agnes, seiner Hausfrau, und Ger- 
burch ihrer Schwester, auch Conrads Töchter, 
Volkmar auf der Seul und Katharina, seine 
Hausfrau, verkaufen mit Hand des Grund- 
herrn, Herbots auf der Seul, den Herzogen 
Albrecht und Otto für 400 Mark Silbers 
Wiener Gewichtes — 72 grosse böhmische 
Groschen^) auf i Mark gerechnet — ihr «an- 
erstorben gut von ihrem ennen Heinrich dem 
Chrannest» : das Haus, «darein St. Nicolaus 
capelle liegt zunächst dem Lanngenkeller zu 
Wien das zu den röhren heisst mit der lehen- 
schaft derselben kapelle und dem Wydeme». 
Man dient davon am Georgstage 18 Wiener 
Pfennige Grundrecht und 6 Pfennige vom 
Widem. 



«) So schreibt Birk. Kaltenbäck druckt «Pfen- 
ninge» («Wiener Zeitung» 1840, S. 509). 



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176 



K. und k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien. 



Datum: . . . Niclastag. 

Regest im Nachlasse Birk*s. — Original im Be- 
sitze des Doctors Rudolph, Eigenthümer des Seitzerhofes. 
Auszugsweise von Kaltenbäck in der «Wiener Zeitung» 
vom 16. Mai 1840, S. 509 veröffentlicht. 

8013 1335, Januar 12, Rom. 

Drei benannte italienische Bischöfe er- 
theilen denen, welche die Kirche des heil. Lau- 
rentius in Wien besuchen, einen vierzigtägigen 
Ablass unter den angegebenen Bedingungen. 

Siegler: Die drei Aussteller. 

Datum Rome . . . mensi januarii die XII. 

Original mit beigesetzter Bestätigung des Bischofs 
Albert zu Passau am 16. Februar i335. Die drei Siegel 
fehlen. 

3013 133-5, Januar 21, Wien. 

Perchtold der Gerstenpauch, Bürger zu 
Wien, und seine Hausfrau Elzbet wid- 
men dem Frauenkloster St. Ciaren zu Wien 
6 Wiener Pfennige Geldes Berg- und Vogt- 
recht auf ihrem freien ledigen Weingarten, 
der I Drittel Jeuch gross, «hie dishalben der 
Heiligenstat» zunächst dem Weingarten Herrn 
Heinreichs von Pechlaren liegt und «die Öde» 
heisst. Margret, Aebtissin in dem vorge- 
nannten Kloster, erweist dafür mit Er- 
laubniss ihres Ordens die Gnade, dass von 
einem Weingarten, der 2 Drittel Jeuch gross 
ist und dessen oberste Bergfrau und Stifterin 
und Störerin sie ist und von dessen einem 
Drittel man ihr bisher einen halben Eimer 
Wein für Bergrecht und i Helbling zu Vogt- 
recht, von dessen anderem Drittel 20 Pfennige 
gedient hat, die obengenannten, Perchtold der 
Gerstenpauch und seine Hausfrau Elzbet, 
und wer nach ihnen diese 2 Drittel besitzt, 
nicht mehr als 40 Wiener Pfennige für Berg- 
recht und Vogtrecht jährlich dienen sollen. 

Siegler: Der obengenannte Perchtold der 
Gerstenpauch. 

Datum: Geben ze Wienn ... an sand 
Agnesen tag. 

Original, Pergament. Siegel fehlt. 

3014 1335, Januar 22. 

Haynreich von Newnburch, Hofmeister 
im «Paumgartenperiger hof in dem hintern 
haus, daz da leit dacz Wienne an dem alten 



Vleischmarcht», und seine Hausfrau Ger- 
traud vermachen und geben zu einem ewigen 
Seelgeräth dem Kloster und der Samnung 
zu Paumgartenperig ihren Weingarten, der, 
ein halbes Jeuch, an dem Gotschalichperig 
zunächst dem Hintperich liegt und den 
sie um ihr eigenhafces Gut gekauft haben. 
Derselbe Weingarten, welcher «der Heslner» 
heisst, soll nach dem Tode eines der beiden 
Eheleute dem obengenannten Kloster gehören. 
Der Abt und Pfleger des Klosters soll von 
diesem Weingarten «an dem dritten tage 
nach vnser vrown tag ze der schiedung» 
ewiglich der Samnung geben «einen ganzen 
dfnst: weyn, semein vnd visch>, die Sam- 
nung aber an demselben Tage einen beson- 
deren Jahrtag begehen nach Gewohnheit des 
grauen Ordens. 

Siegler: Gotfrid an dem alten Vleisch- 
marcht, da der Aussteller nicht eigenes In- 
siegel hat. 

Datum: Gegeben ... an sant Vincenzen tag. 

Original, Pergament. Mit Siegel an Pergament- 
streifen. 

3015 133^, Februar 16. 

Albert, Bischof von Passau, bestätigt 
den von drei italienischen Bischöfen zu Rom 
am 12. Jänner i335 verliehenen vierzigtägigen 
Ablass für diejenigen, welche die Kirche its 
heil. Laurentius besuchen und gewisse An- 
dachtsübungen verrichten. 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum : . . . in die Juliana Virginis. 

Original auf der Urkunde vom 12. Januar 1335. 

3016 1335, Juni 21, Wien. 

Friedrich von Toppel vmd seine Haus- 
frau Kunigund geben den Herzogen Albrecht 
und Otto von Oesterreich etc. die Eigenschaft 
der 10 Pfund Wiener Pfennige, die sie auf 
20 Jeuch Weingarten zu Praitense in dem 
Geren und auf allem Zugehör, Nutzungen 
und Rechten dieser Gülte hergebracht haben. 

Siegler: Fridericus de Toppel. 

Datum: Geben ze Wienne in der Stat 
. . . des naechsten mitichen vor suniwenden. 

Original, Pergament. Mit unversehrtem Siegel an 
Pergamentstreifen. 

Lichnowsky, Bd. TU, S. 427, Nr. io37. 



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K. und k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien. 



177 



3017 133^, Juni 24. Wien, 

Eysenreich von Ritzendorff, Jans der 
Helphant und Friedreich der Helphant, sein 
Bruder, verkaufen mit Händen ihrer Lehen- 
herren, der Herzoge in Oesterreich und in 
Steyr, den kleinen und grossen Zehent ihres 
rechten Lehens um 100 Pfund Pfennige Wie- 
ner Münze der Priorin Schv^ester Christine 
und ihrem Convente zu Sand Maria Magda- 
len vor Schottentor ze Wienne. Der Zehent 
liegt zu Nidern Hittendorff bei Mistelbach 
auf 177» Lehen. 

Siegler: Die Aussteller und der erber 
Ritter Herr Hang der Floyt als Zeuge. 

Datum: Geben ze Wienne ... an sand 
Johannes tage ze sunnewenden. 

Original, Pergament. Die drei ersten der an Per- 
gamentstreifen anhangenden Siegeln sind gut erhalten, 
das vierte sehr beschädigt. 

3018 1335, Juli 24, Wien. 

Jans von Manswerde, Obrister Keller- 
meister der Herzoge in Oesterreich, und seine 
Hausfrau Margret kaufen «wider die erbern 
geistleichen herren prüder Petrein zv den 
Zeiten maister dez hauses dacz dem Heiligen- 
geist enhalb den Wienne vor Chaerner Tor 
vnd wider den convent gemain dez selben 
hauses ein haus, daz da leit hinder dem ge- 
weihten cheler ze nächst Hainreichs haus von 
Wulczendorf» um 3 Pfund Pfennige «Geltes 
Burgrechtes», welche sie und die nachfolgen- 
den Besitzer dieses Hauses alljährlich, und 
zwar: an St. Michaelstag, zu Weihnachten 
und an St. Görigentag, je i Pfund dienen. 
Sie widmen ferner um ihres Seelenheiles 
willen demselben Gotteshause 60 Wiener 
Pfennige «Geltes Grundrechtes» auf dem vor- 
genannten Hause. 

Siegler: Aussteller und beide Zeugen. 

Zeugen : Herr Weichart bei den Minnern 
Prudern, Herr Jacob der Maeserlein. 

Datum: Geben ze Wienne ... an sand 
Jacobs abent. 

Original, Pergament. Die drei Siegel fehlen. 

8019 1335, August ig, Wien, 

Rudolf von Iberch beurkundet, dass 
«mich mein herre maister Heinrich pharrer 

kegesten zur Geschichte der Stadt Wien. III. 



! ze Wienne» der 400 Gulden, welche «er mir 
I hat gelobt ze miner wirtinne siner muemen 
ze heimstewer gar vnd genczlich verriebt 
vnd gewert hat. vnd sol auch ich diselben 
vierhundert gülden in antwurtten hern Pur- 
charten dem Walicher ze Lucern purgger». 
Dieser soll die Summe «mitsampt mir an- 
legen . . . meiner hausvrowen ze pezzerunge 
noch meins herren prüder hern Rudolfs, 
meines swehers hern Josten, meins swager 
vnd hern Johansen Pranperch vnd ander 
meiner freunde rat». 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum: Geben ze Wienne des nehsten 
samztags nach vnser vrowen tag der schi- 
dung . . . 

Original, Pergament. Das an Pergamentstreifen 
anhangende Siegel ist gut erhalten. 

3030 133^. 

Die Herzoge Albrecht und Otto geben 
dem Prior und dem Convente zu Mauerbach 
für das Haus in der Färberstrasse und 200 
Pfund Wiener Pfennige an der Veste Franken- 
stein das Haus bei den Röhren zu Wien mit 
Uebertragung und Vermehrung der Rechte 
und Freiheiten, die ihrem früheren Hause 
verliehen worden waren. Prior und Con- 
vent oder der Wirth, den sie setzen würden, 
sollen frei sein von allen Steuern, Auflagen, 
Forderungen, Lehen und Gaben. Weder die 
Herzoge selbst, noch ihre Amtleute, noch 
I die Bürger von Wien und deren Gewalt- 
haber sollen ihnen je dergleichen Leistungen 
zumuthen können. Niemand ist berechtigt, 
ihnen Herberge oder Gäste aufzubürden, da- 
mit sie selbst und ihr Wirth, und die, welche 
sich mit Leib und Gut in ihre Bruderschaft 
verpflichten, desto bessere Ruhe und Gemäch- 
lichkeit haben mögen. 

Regest (v. Birk). — Die Urkunde befand sich im 
Jahre 1840 im Besitze des Doctors Rudolph, Eigen- 
thümers des Seitzerhofes in Wien. — Von Kaltenbäck 
auszugsweise veröffentlicht in der Wiener Zeitung vom 
16. März 1840, Seite 509. 

3021 1336, Februar iS, Wien. 

Marchart der Jan, Bürger zu Wien, ur- 
kundet, dass er und seine sei. Hausfrau Ger- 

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178 



K. und k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien. 



trud ein Bergrecht mit gesammter Hand um 
ihr lediges fahrendes Gut von Herrn Fried- 
rich von Haedreichstorf und von Herrn «Ny- 
chlosen des jaegermaisters svn von Lavbe, 
seinem vettern» gekauft haben. Dasselbe, 
9 Dreilinge Wein und 8V2 Pfund Geldes 
und 4 Vj Pfund Pfeffer und 5 gemästete Gänse 
ungetheilten Gutes, liegt zu Grintzzingen, zu 
Svffringen, in dem Svntperge, in dem Chaese- 
wazzers Graben und in dem Schenchenperge, 
und ist rechtes Eigen der Verkäufer gewesen, 
welche dessen rechte Stifter und Störer ge- 
wesen sind. Marchart der Jan hat als Wit- 
wer nach dem Tode der Frau Gertraud auch 
die andere Hälfte des Bergrechtes um sein 
lediges fahrendes Gut von dem obengenann- 
ten Herrn Niclas, des Jägermeisters Sohn, 
dazu gekauft und seiner Hausfrau Frau Anna, 
Tochter Herrn Heinrichs des Langen, zu 
rechter Morgengabe für 200 Mark Silber ver- 
schrieben und gemacht. 

Siegler: Der Aussteller und die Bürger: 
Herr Georg an dem Chyenmarchte, Herr Wyl- 
halm in dem Strohoffe und Herr Levppold 
der Poltz als Zeugen. 

Datum : Geben ze Wienne . . . des ersten 
svntages in der vasten, als man singet Inuo- 
cauit. 

Original, Pergament. Mit vier Siegeln an Per- 
gamentstreifen. 

3032 1336, November i, Wien. 

Bruder Ch^nrat, Prior von den Augu- 
stinern zu Wien, und der Convent daselbst 
Urkunden, dass die edle und ehrbare Frau 
Margret, Witwe Herrn Rapotes von Wildeck, 
zu einem ewigen Seelgeräthe gegeben und 
gemacht hat ihres rechten Eigens 4 V« Pfund 
und 48 Wiener Pfennige Geldes, die zu Win- 
chel auf 12 Hofstetten und behausten Hol- 
den, und zu Pyrbaum auf 2 Hofstetten und 
behausten Holden liegen. Sie verbinden sich 
dafür, zwei Jahrtage zu begehen, und zwar 
den ersten des Mitichens in der Chotemper 
vor Weihnachten, den andern des Mitichens 
in der Chotemper in der Vasten mit ganzer 
Vigilie und mit Seelenmesse. Sie sollen von 
den obengenannten Gülten alljährlich nehmen 



10 Schilling Pfennige zu einem ewigen Lichte, 
das Tag und Nacht ohne Unterlass brennen 
soll vor «vnsers herren leichnamen altar», 
den sie gestiftet hat mit 12 Mark Silbers 
und auf dem alle Tage zwei Seelenmessen 
gesprochen werden sollen. Von den übrigen 
Pfennigen sollen sie alljährlich kaufen 50 Pfund 
Wachs und daraus 32 Kerzen, deren jede 
I Pfund Wachs hat, verfertigen lassen und 
zu jedem der beiden Jahrtage je 16 Kerzen 
aufstecken und dieselben Kerzen sodann täg- 
lich zu jedem Amte aufstecken, so lange sie 
währen mögen. Von den übrigen 18 Pfund 
Wachs sollen kleine Lichter gemacht und 
täglich bei den Messen verwendet werden. 
Die obengenannte Gülte soll ewig bei dem 
Kloster bei den Augustinern zu Wien un- 
verkümmert bleiben und dessen Amtmann 
auf demselben Gute 8 Pfennige von dieser 
Gülte dienen nach Hertzogenwürch in das 
Kloster zu einem ewigen Gedächtniss. Wenn 
die Augustiner die Gülte verkaufen oder ver- 
setzen wollen, dann sollen die Chorherren 
von Hertzogenvmrch die Gülte übernehmen 
und all das begehen, wozu die Augustiner 
sich hier verpflichtet haben. 

Siegler: Der Prior und der Convent. 

Datum: Geben ze Wienne ... an aller 
hailigen tag. 

Original, Pergament. Mit zwei Siegeln an Per- 
gamentstreifen. 

3023 1337, Mai 12. 

«Dietreich der Imprukker ab dem Wasen 
j vnd vro Wentel», seine Hausfrau, und ihre 
beiden Erben verkaufen die in der Ur- 
i künde bezeichneten Gülten in der Pfarre zu 
I Altenlengenpach dem erbern Ritter Herrn 
Leutold von Wildeck, dem Forstmeister in 
I Oesterreich, um 27 Pfund Pfennige Wiener 

Münze. 
\ Siegler: Der Aussteller und die Zeugen. 

Zeugen : Herr Wolf ker von Reichpoten- 
pach vnd Chol, sein aidem von Menczing, 
vnd Jans, sein sun. 

Datum: Gegeben ... an sand Pangrecen 
tag. 

Original, Pergament. Mit vier Siegeln an Per- 
gamentstreifen. 



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K. und k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien. 



179 



8024 1337, Mai 25, Wien. 

Chadolt von Pavmgarten und seine Haus- 
frau Pericht verkaufen ihres rechten Eigens 
9 Schillinge Wiener Pfennige Geldes zu Pois- 
torf auf einem Lehen um 9 Pfund Wiener 
Pfennige Esra dem Juden, Gütmans Sohn 
zu Wien, und seiner Hausfrau Töhterlein und 
ihren Erben. 

Siegler: Aussteller und Zeuge. 

Zeuge: Der Vetter des Ausstellers Otte 
von Pavmgarten. 

Datum: Geben ze Wienne . . . dez näch- 
sten svntages von dem auffert tage vnsers 
herren. 

Original, Pergament. Die zwei Siegel fehlen. 

Rückwärts ist von späterer Hand bemerkt: «Ein 
verkaufbrief Chadolts von Baumgartn . . . hat ein he- 
bräisch Zettel dabey». 

Vgl. Regest Nr. 3029. 

3035 1337, Juni 8, Wien. 

Ulreich von Waise, Hauptmann in Steyr, 
und Friedreich von Waise, sein Bruder, geben 
zu einem ewigen Seelgeräth 4 Pfund Wiener 
Pfennige «Geltes Burgrechtes» auf ihren 2 
Weingärten, deren einer «der Liechtenstayner 
under dem haus Liechtenstayn» und der an- 
dere der Hvrczenchogel heisst und die ihr 
rechtes Eigen sind, zu der vom Herzoge Otto 
und der Gesellschaft der Tempellaist gegrün- 
deten Stiftung in der St. Georgenkapelle bei 
den Augustinern in Wien. 

Siegler: Die beiden Aussteller. 

Datum: Geben ze Wienne ... an dem 
heyligen Phyngest tage. 

Original, Pergament. Mit zwei gut erhaltenen Sie- 
geln an Pergamentstreifen. 

3026 1337» Juni 20, Königsfelden. 

Agnes, Königin zu Ungarn, vermacht 
in Folge der von ihrem sei. Vater König Al- 
brecht und von ihren Brüdern erhaltenen Er- 
mächtigung 1500 Mark Silber Wiener Ge- 
wichtes an die in der Urkunde benannten 
Klöster. Unter diesen ist mit 100 Mark das 
«Spital ze Wiene vor Werder tor vf der 
Austiner hofstatt, daz vnser lieber bruder 
gestift hant», bedacht, «damitte man den 
dürftigen ir gewant besseren sol». Sie ver- 
macht ferner den Frauen von St. Ciaren zu 



Wien 3oo Mark Silber «an ir buwe vnd öch 
der fröwen phründen dauon gebessert werden 
vnd vmbe du selben drühundert march wein 
wir, daz si die zechenden ze Gerhartzdorf 
vnd ze Alpitöwe inne haben mit allen nuczen 
vnd rechten, alz wir si vnz har gehebt haben 
vnd die vns gegeben sint für drissig mit 
weissen vnd drissig mit habern ostermütte, 
vncz daz si der drühundert march gar vnd 
gentzlich gewert werden von vnsern brüdern 
oder iren erben». 

Siegler: Die Ausstellerin und der geist- 
liche Herr Abt von Wettingen. 

Datum: Gegeben ze Chungesuelt an 
frutac vor sant Johans tag ze sunwichten . . . 

Original, Pergament. Beide Siegel fehlen. 

3037 1337, Juli 22f Wien. 

«Jans der Greyffe pei vnser vrowen auff 
der Stetten ze Wiene» und seine Hausfrau 
Anna verkaufen mit Händen ihres Lehens- 
herrn Chunrat, Fürstbischofs von Vreysingen, 
ihr rechtes Erbgut, das Dorf Gaebelitz und 
den Hof und all ihr Besitzthum in Gebelitz, 
6^/j Pfund Pfennige Dienstes und Weysod, 
46 Hühner im Fasching, und i3 Leiten Holz 
und Wismad, das auf 200 Fuder geschätzt 
wird, einen Weiher und einen Baumgarten 
im Ausmasse von 3 Joch und eine Mühle 
und halben Zehent etc., so wie es Jansens 
Vater, Herr Greyffe, gehabt hat, in Lehens- 
gewär, um 500 Pfund Wiener Pfennige dem 
Herzog Otto in Oesterreich, Steiermark und 
Kärnten. 

Siegler: Die Aussteller, Lehensherr Bi- 
schof Chunrat von Freysingen und die Zeugen. 

Zeugen: Die erber Herren und Ritter 
Herr Alber der Chertekche; Herr Jans der 
Taler, Hofmarschall Herzogs Otto; Herr 
Hagen von Spilberch, Hofmeister der Her- 
i zogin; Herr Symon der Richter zu Newen- 
burch; Herr Christan der Sluzzeler von 
Newenburch und Herr Reynhart der Zavn- 
rud, Judenrichter zu Wien. 

Datum: Geben ze Wienne ... an sand 
Marie Magdalen tage. 

Original, Pergament. Mit acht gut erhaltenen Sie- 
, geln an Pergamentstreifen. 
I Lichnowsky, Bd. III, S. 434, Nr. 1 109. 

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K. und k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien. 



8028 1337, August 23, Wien. 

Hainreich der Füzze, Pfarrer zu Vösendorf, 
verkauft seines rechten Kaufeigens 24 Eimer 
Wein Geltes Burgrechtes und 24 Wiener 
Pfennige Geltes Vogtrecht auf 8 Jeuch Wein- 
garten, die zu Töblich in dem Chrottenbach 
und an der Santleiten liegen, um 24 Pfund 
Wiener Pfennige der Aebtissin Schwester 
Chlarn und der Samnung des Frauenklosters 
zu St. Chlarn zu Wien. Der Aussteller selbst 
und Paul von Weichartstorf und dessen Haus- 
frau Gedräut setzen sich zu rechtem Schirm 
und Gewär. 

Siegler: «versigelt mit vnsern Insigeln». 

Datum: Geben ze Wienne ... an sant 
Bartolomes abent. 

Original, Pergament. Beide Siegel fehlen. 

3029 ^337f November g. 

Esra, Sohn des verstorbenen Rabbi Nis- 
sim, und seine Gattin Thuhterl haben 9 Schil- 
linge Pfennige Gülten Satzgeld auf einem 
Lehen in Poisdorf von dem Edeln Herrn 
Chadolt von Paumgarten gekauft und den 
Klosterfrauen zu St. Clara in Wien um 9 Pfund 
Wiener Pfennige verkauft. 

Datum: Ausgestellt und übergeben Sonn- 
tag am fünfzehnten des Monates Kislew . . . 
fünftausend acht und neunzig nach erschaffung 
der weit. 

Original, Pergament, hebräisch. Mit der Unter- 
schrift des Ausstellers: «Esra ben Rabbi-Nissim» und 
der Beglaubigung der Echtheit der Urkunde und der 
Unterschrift durch das Rabbinat: «Moses ben Rabbi 
Gamliel . . .». Dann folgt die Abbreviatur: «Jesaias 
Uri» (Euphemie). 

Im hebräischen Urtexte und in deutscher Ueber- 
setzung vollständig veröffentlicht von Schweinburg- 
Eibenschitz in Dr. Moriz Rahmer's Jüdischem Literatur- 
blatte in Magdeburg, Jahrg. 1892. 

Uebersetzung und Bestimmung der Datirung danke 
ich der gefälligen Mitwirkung der Herren Dr. Goldmann 
und Schweinburg-Eibenschitz. 

Vgl. Regest Nr. 3o34. 

3030 1337, December 20, Wien. 

Chunrat der Pöhtian von Engelschalichs- 
torf und seine Hausfrau Chunigunt haben 
mit Hand ihres Bergherrn Herrn Hainreichs 
von Weideruelde i Pfund Wiener Pfennige 
«Geltes ewigen Burgrechtes» auf ihrem Wein- 



garten, welcher zu Prunne zunächst dem 
Weingarten Walthers des Waergleins liegt 
und wovon man alljährlich 20 Wiener Pfen- 
nige zu Bergrecht am St. Michelstage dient, 
um 8 Pfund Wiener Pfennige Herrn Ulrich 
dem Chiener und Frau Levkarten, seiner 
Hausfrau, verkauft. Diese haben die Gülten 
für ihre Tochter den geistlichen Frauen zu 
St. Chlarn zu Wien gegeben, welche Jene 
in ihren Orden aufgenommen haben. Wenn 
die jeweiligen Besitzer des Weingartens die 
jährliche Burgrechtsgülte, i Pfund Wiener 
Pfennige, nicht pünktlich am St. Michaelstage 
dienen, so soll sich dann dieses Pfund «an 
dem achten tage dez nächsten tages dar nach» 
auf dem genannten Weingarten ohne Verbot 
und Klage «zwispilden ze viertzehen tagen in 
allem dem recht, alz ob si iz mit vrage vnd 
mit vrtail vor rechtem gerichte in der purger 
schranne ze Wienne erlangt vnd behabt bieten 
alz lange vnz daz der selbe vnser weingart 
nicht tevrer ist, denne daz purchrecht vnd 
die zwispilt, die dar auf ergangen sint». 

Siegler und Zeuge: Der vorgenannte 
Bergherr Herr Hainreich von Weideruelde. 

Datum: Geben ze Wienne ... an sant 
Thomas abent. 

Original, Pergament. Siegel fehlt. 

3031 1337, December 31, Wien. 

Die Herzoge Albrecht und Otto zu 
Oesterreich haben die «getruwen vnd vest 
dienst», welche ihnen ihr getreuer «Rudolf 
von Yberch hewr von Swaben her ab gen 
Oesterrich getan hat . . . vnd haben im die 
gnad getan . . . daz wir daz gescheft, daz 
maister Hainrich selig, weilen pharrer ze 
Wienn, seiner housvrowen Margreten vmb 
fumfczik mark silbers, Züricher gewichtes, 
getan hat, für sich gen wellen lazzen . . . 
vnd slahen ir die selben fumfczik mark silber 
auf den satz ze Malters, da si emaln von 
vns ander gut auff hat . . .». 

Siegler: Die Aussteller. 

Datum: Geben . . . ze Wienn an dem 
ewenbich abend . . . 

Regest im Nachlasse v. Birk*s. — Vollständig ab- 
gedruckt im «Geschichtsfreund», Bd. 11 (Einsicdcln 
1855), S. 223 ff., Nr. 3. 



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K. und k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien. 



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3083 1338, Januar //, Wien. 

Otte von Pavmgarten und seine Haus- 
frau Agnes verkaufen ihres rechten Eigens 
14 Schillinge und 14 Pfennige Wiener Münze 
Geldes zu Poistorf auf benannten Lehen, Hof- 
stetten und Weingärten um 14V2 Pfund und 
60 Pfennige Wiener Münze der Aebtissin 
Schwester Chlarn und der Samnung des 
Frauenklosters zu St. Chlarn zu Wienne. 

Siegten Aussteller und beide Zeugen. 

Zeugen: Die Vettern des Ausstellers: 
Herr Hainreich von Paumgarten und Herr 
Ghadolt von Paumgarten. 

Datum: Geben ze Wienne ... an sant 
Antonijen tage. 

Original, Pergament. Die drei Siegel fehlen. 

Rückwärts von späterer Hand: «... ist ein he- 
bräsch zcttl darbey». 

3033 1338, Januar 23, Wien. 

Otte von Pavmgarten und seine Hausfrau^ 
Agnes verkaufen ihres rechten Eigens 6 Schil- 
linge Wiener Pfennige Geltes zu Poistorf 
auf einem halben Lehen «auf dem auf ge- 
sezzen ist der fuchs» und auf einer «hofstat 
da . . . der Chleibreitinne auf gesezzen ist» 
um 9 Pfund Wiener Pfennige Esra dem 
Juden, Gütmans Sohn, zu Wien. 

Siegler: Der Aussteller und der Zeuge. 

Zeuge : Der Vetter des Ausstellers : Herr 
Hainreich von Pavmgarten. 

Datum : Geben ze Wienne . . . dez vrei- 
tages in der andern wochen nach dem Pericht 
tage. 

Original, Pergament. Die zwei Siegel fehlen. 

Vermerk auf der Rückseite: «Ein verkaufbrief 
Otte Baumgartners . . . hat ein hebräisch zettl dabey». 

Vgl. das folgende Regest Nr. 3o34. 

3034 1338, Februar 5. 

Esra, Sohn des Rabbi Nissim, und seine 
Gattin Thuhterl haben 6 Schillinge Gülte 
auf zwei Holden (Fuchs und Chleibreitin) in 
Poistorf von Otto von Paumgarten und seiner 
Hausfrau Agnes gekauft und verkaufen sie 
nun an das Frauenkloster zu St. Clara in 
Wien um 7 (sie!) Pfund Wiener Pfennige, die 
sie bereits erhalten haben. 

Zeugen: Wahrheit und Echtheit der 
Unterschrift des Ausstellers beglaubigt vom 



Rabbinat: «Rabbi Moses ben Rabbi Gamliel>. 
Dann folgt die Abbreviatur (Euphemie): 
«Jesaias Uri». 

Datum: Ausgestellt und übergeben Don- 
nerstag am 15. des Monates Adar des Schalt- 
jahres 5098. 

Uebersetzung und Reducirung des Datums der 
hebräischen Urkunde verdanke ich der Gefälligkeit der 
Herren Dr. Goldmann und Schweinburg-Eibenschitz. 

Vgl. das vorhergehende Regest Nr. 3o33. 

3035 1338, Mär:{ 22. 

Ghadolt von Paumgarten und seine 
Hausfrau Pericht beurkunden, dass sie ihres 
rechten Eigens 6 Schillinge Wiener Pfennige 
Geltes auf einem halben Lehen zu Wetzleins- 
torf zunächst Seyfriden dem Mündreich um 
8^2 Pfund Wiener Pfennige dem vorgenannten 
Seifriden dem Möndreich und Frau Elzbeten, 
seiner Hausfrau, verkauft und dass diese die 
Eigenschaft des genannten halben Lehens 
durch Gott den geistlichen Frauen zu «sant 
Chlarn ze Wienne» zu einem rechten Burg- 
recht gegeben haben, so, dass von dem halben 
Lehen den geistlichen Frauen zu Sant Chlarn 
zu Wien alljährlich 24 Wiener Pfennige zu 
Burgrecht, und zwar je 12 Pfennige an sant 
Jörigen und an sant Michelstage, gedient wer- 
den soll. 

Siegier: Aussteller und beide Zeugen. 

Zeugen: Die Vettern des Ausstellers: Otte 
von Pavmgarten und Jans von dem Chlemens. 

Datum: Geben . . . des svntages ze mitter 
vasten. 

Original, Pergament. Die drei Siegel fehlen. 

3036 1338, Juni i5, Wien. 

Otte von Pavmgarten und seine Haus- 
frau Agnes verkaufen ihres rechten Eigens 
8 Eimer und */s eines Viertels Weines Geltes 
Bergrechtes zu Poistorf auf Weingärten «an 
baiden Hermans Schachen» um 4 Pfund und 
60 Pfennige Wiener Münze der Aebtissin 
Schwester Chlarn und dem Convente des 
Frauenklosters zu «sant Chlarn ze Wienne». 

Siegler: Aussteller und Zeugen. 

Zeugen: Die Vettern des Ausstellers, Herr 
Hainreich von Paumgarten und Ghadolt von 
Paumgarten. 



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K. und k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien. 



Datum: Geben ze Wienne ... an sant 
Veits tage. 

Original, Pergament. Die drei Siegel fehlen. 

8037 ijjS, Juni 2g, Wien. 

Mert der Zechmaister von Grintzingen 
und seine Hausfrau Geysel verkaufen mit Hand 
ihres Bergherrn Herrn «Vlreichs bei den Min- 
nern Prüdern» V» Pfund Wiener Pfennige 
Geltes Ueberzins auf ihrem Weingarten der 
Aebtissin Schwester Chlarn und der Samnung 
des Frauenklosters zu St. Chlarn zu Wien 
um 4 Pfund Wiener Pfennige. Der Wein- 
garten ist V2 ioch gross und liegt zu Töblich 
an dem Sauperige zunächst dem Weingarten, 
welcher «der Viltz» heilst. Man dient von 
ihm alljährlich 1^2 Eimer Wein zu Berg- 
recht und 3 Helblinge zu Vogtrecht. 

Zeuge und Siegler: Der Bergherr Herr 
Vlreich bei den Minnern Prüdern zu Wien. 

Datum: Geben ze Wienne ... an sant 
Peter vnd sant Pauls tage. 

Original, Pergament. Siegel fehlt. 

3038 1338, October 29, Wien. 

Albrecht, Bischof zu Passau, gibt zu 
seinem und seiner Vorvordern Seelenheile 
dem Frauenkloster zu «sant Marien Magdalen 
ze Wienn» die Eigenschaft von den zu Ni- 
dern Huttendorf bei Mistelbach auf 17 7a 
halben Lehen gelegenen kleinen und grossen 
Zehenten, welche ehemals Eysenreich von 
Ritzendorf, Jans der Helffant und Friderich 
der Heltfant, dessen Bruder, von ihm zu 
Lehen gehabt und den genannten Klöster- 
frauen verkauft haben. Die Klosterfrauen 
dürfen aber diese Zehenten nur dem Bischof 
selbst oder seinen Nachfolgern oder einem, der 
sie von diesen zu Lehen nimmt, verkaufen. 

Siegler: Der Bischof. 

Datum: Geben ze Wienn an pfintztag 
vor aller Heyling tach . . . 

Original, Pergament. Mit Ueberresten des Siegels 
an Pergamentstreifen. 

3039 i339> F^^ruar 2. 

Georg an dem Chienmarcht, Bürger zu 
Wien, urkundet, dass er sein Eigenthum an 
6 Pfund 34 Pfennige Geltes zu Wetzleins- 



torf auf behausten Holden den Herzogen Al- 
brecht und Otto aufgegeben und von diesen 
dieselbe Gülte für sich, seine Hausfrau und 
Erben, Söhne und Töchter, als Lehen wieder 
empfangen habe. 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum: Geben ... an vnser vrown tag 
ze der liechtmesse. 

Original, Papier. Siegel fehlt. 

Lichnowsky, Bd. III, S. 412, Nr. 11 86. 

3040 1339, Februar 25, Wien. 

Herzog Albrecht von Oesterreich über- 
gibt die Lehengüter «in dem Ne^nwald, ze 
Vallental, in dem Vntarnperg, in dem Sinibeln- 
perg, ze Dürrenholtz und ze Mistelekk», welche 
Margret, Witwe Rapotes von Wildeck, den 
Augustinern in Wien als Seelgeräthe geschafft 
hat, dem Abt Leupolden und dem Convente 
von Liligenveld, welche dieselben Güter von 
den Augustinern gekauft haben, als freies 
Eigen. 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum: Geben ze Wienn . . . des phintz- 
tages vor dem suntag in der vasten, so man 
singet oculi mei semper. 

Mit dem Originale collationirte Abschrift aus dem 
1 8. Jahrhundert. 

Lichnowsky, Bd. III, S. 441, Nr. 1189. 

3041 1339, Februar 26. 

Herzog Otho, in Graz erkrankt, «in lec- 
tica Viennam defertur, in qua dietim invale- 
scente morbo, ecclesiasticis sacramentis pre- 
munitus, testamento condito ... 4. calendas 
Martii mundo eximitur et apud Augustinenses 
Viennae primo, post in Novo Monte sepelitur». 

Regest im Nachlasse v. Birk*s. — Ebendorfcr bei 
Pez SS. II, 798. 

3042 13399 September 20, Wien. 

Haidenreich, Haertneit und Chraft, Herrn 
Haertneits Söhne von Paden, dem Gott gnade, 
beurkunden, dass sie mit Hand ihres Lehens- 
herrn, des Herrn Otten von Pavmgarten, 
15 Schillinge Wiener Pfennige Geltes zu Poys- 
torf auf benannten Lehen um 16 Pfund Wie- 
ner Pfennige der Aebtissin Schwester Chlarn 
und der Samnung des Frauenklosters zu 



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K. und k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien. 



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St. Chlam zu Wien verkauft haben. Der 
Lehensherr Herr Otte von Paumgarten hat 
den geistlichen Frauen das Eigenthum dieser 
Gülten gegeben. 

Siegler: Die Aussteller und der Zeuge. 

Zeuge: Der vorgenannte Lehensherr. 

Datum: Geben ze Wienne ... an sant 
Matheus abent. 

Original, Pergament. Die vier Siegel fehlen, 

3043 13399 September 21, Wien. 

Gotfrit der Stiglitz und seine Hausfrau 
Chünigunt verkaufen um ,15 Pfund Wiener 
Pfennige der Aebtissin Schwester Chlarn und 
der Samnung des Klosters zu St. Chlarn zu 
Wien folgende Gülten : a) ihres rechten Eigens 
9V2 Schillinge Wiener Pfennige «Geltes Berg- 
rechtes» auf 5 Joch «an ein viertail» Wein- 
garten, welche «bei des Greyffen hölzlein» 
liegen, die man alljährlich an St. Görigen 
Tage dient. Von derselben Gülte dient man 
auch alljährlich dem Propst zu Newenburch 
80 Wiener Pfennige am St. Merteinstage. — 
b) 5 Schillinge Wiener Pfennige auf «Rugers 
des Snabels des schöster» Weingarten, der, 
^/, Joch gross, auch bei des Greiffen Holz 
liegt. Davon sind 3o Pfennige Geltes rechtes 
Bergrecht, welche man alljährlich am St. Gö- 
rigentage dient. Das Ya Pfund dient man 
alle Jahre von demselben Weingarten zu 
Burgrecht und zwar 3 Schillinge zu Weih- 
nachten und 3o Pfennige am St. G6rigentage. 
— c) Mit Herrn Benedicten Hand, des Am- 
mans und Pflegers «der Schotten göt ze 
Wienne», ^/j Pfund Wiener Pfennige «Geltes 
ewigen Burgrechtes» auf «Chönen haus des 
sneyder», das an «des hertzogen hof ze 
Wienne zenaehst des Ch^ninger haus» liegt. 

Siegler: Aussteller und Zeugen. 

Zeugen: Der vorgenannte Herr Benedict, 
der Schotten Amman zu Wien, und der Ritter 
Herr Hagen von Spilberch. 

Datum: Geben ze Wienne ... an sant 
Matheus tage. 

Original, Pergament. Die drei Siegel fehlen. 

9MA 133g, October i, Wien, 

Herzog Albrecht zu Oesterreich urkundet, i 
dass mit dem von ihm lehenbaren Hofe ■ 



sammt Zugehör zu Stemmestorf, ^) welchen 
Wernhart der Preuzzel und Percht, seine 
Hausfrau, dem Hainrich dem Gausraben, 
Bürger zu Wien, Margreten, seiner Haus- 
frau, und ihren Erben um 2 Pfund Wiener 
Pfennige Geldes versetzt haben, die Letzt- 
genannten belehnt werden sollen, wenn der 
Hof nicht innerhalb dreier Jahre eingelöst 
wird. 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum: Geben ze Wienn an vreytag nach 
sand Michels tag . . . 

Original, Pergament. Mit unversehrtem Siegel an 
Pergamentstreifen. 

Lichnowsky, Bd. III, S. 444, Nr. 12 15. 

3015 1340, Februar 3, Wien. 

Peter, des Schönnaelblein's Eidam, und 
seine Hausfrau Elzbet verkaufen mit gesamm- 
ter Hand und mit Hand ihres Bergherrn, 
des geistlichen Herrn Propst Dietmars von 
St. Polten, und mit Hand ihrer Bergfrau, der 
Aebtissin Schwester Chlarn zu St. Chlarn zu 
Wien, ihren Weingarten mit allen in Berg- 
rechtes Gewär hergebrachten Nutzungen und 
Rechten um 90 Pfund Wiener Pfennige dem 
erbern Manne Herrn Rügern dem Walicher 
von Grintzingen und der Frau Geyseln, seiner 
Hausfrau. Der Weingarten ist i Joch gross, 
liegt in der Arnoltsawe und heisst der «Chast- 
ner». Man dient von ihm alljährlich dem 
Propst von St. Polten ^'^ Eimer Wein zu 
Bergrecht und i Helbling zu Vogtrecht und 
den geistlichen Frauen von St. Chlarn 10 
Pfennige zu Bergrecht. Man dient auch in 
denselben Weingarten von 2 Vierteln Wein- 
garten 57^ Viertel Wein Bergrechtes und 
3 Helblinge Voigtrechtes. Derselbe Wein- 
garten liegt zunächst dem Weingarten Pe- 
treins des Paurn. 

Siegler und Zeugen: Da die Aussteller 
kein eigenes Insiegel haben, der oben ge- 
nannte Bergherr Propst Dietmar von St. Pol- 
ten; die Bergfrau Schwester Chlare, Aebtissin 
zu St. Chlarn zu Wien; Herr Eberhart, Stadt- 
schreiber zu Wien; Herr Perichtolt der 
Gerstenpauch. 



') Lichnowsky, 1. c. «Steinerdorf». 



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K. und k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien. 



Datum: Geben ze Wienne ... an sant 
Plaesen tage. 

Original, Pergament. Die vier Siegel fehlen. 

3046 is4o, Februar j, Wien. 

Hainreich, Sohn Herrn Christans des 
Ammans von Dornpach, und Agnes, seine 
Hausfrau, haben mit Hand ihres Bergmei- 
sters, des erbern Ritters Herrn Gerungs des 
Choln, Amtmannes des Gotteshauses «vnser 
vrowen ze Newenburch Chlosterhalben», ^j 
Joch Weingarten um 72 Pfund Wiener Pfen- 
nige dem erbern Manne Herrn Seyfriden, 
Kellerschreiber des Herzogs Albrecht zu 
Österreich . . . verkauft. Der Weingarten 
liegt «in der Wagensper» zunächst dem Wein- 
garten, welcher der «Taler» heisst. Man dient 
von ihm alljährlich 5 Viertel Wein zu Berg- 
recht und 3 Helblinge zu Vogtrecht. 

Siegler: Da die Aussteller kein eigenes 
Insiegel haben, der genannte Bergmeister und 
die Zeugen. 

Zeugen: Herr Dietreich von Nuzdorf und 
Herr Nichlas in dem Perchhof. 

Datum: Geben ze Wienne ... an sant 
Plaesen tage. 

Original, PergamenL Das erste Siegel ist be- 
schädigt, das zweite ist abgefallen, das dritte ist gut 
erhalten. 

Dorsualnotiz : «Ein kaufbrief vber i jeuch Wein- 
garten gelegen in der Wagensperr zu Grinczing». 

8047 1340, April 6, Wien. 

Die Aebtissin Schwester Chlar und die 
Samnung des Klosters zu St. Chlarn zu Wien 
geloben dem Herzoge Albrechten zu Oester- 
reich etc. einen Jahrtag für den seligen Her- 
zog Otten am Mittv^och in der Quatember 
in der ersten Fastenwoche mit Vigili, Seelen- 
messe und anderem Gebete zu begehen und 
verpfänden hiefür ihr Gut zu «Drestorf vnder 
dem Greitzenstain». 

Siegler: Die Aussteller innen. 

Datum: Geben ze Wienne ... an sant 
Sixsts tage. 

Original, Pergament. Mit zwei gut erhaltenen Sie- 
geln an Pergamentstreifen. 

Lichnowsky, Bd. III, S. 441, Nr. 1234. 



3048 1340, April 7, Wien. 

Elspet, Witwe Herrn Chunrates des Met- 
sieder, verkauft nach Rath des Abtes Hainrich 
von den Schotten zu Wien und mit Hand 
ihres Bergherrn, Herrn Jacobes des Phafsteter, 
I Viertel Weingarten, den sie als Witwe um 
ihr lediges fahrend Gut gekauft hat, um 36 
Pfund Pfennige Wiener Münze dem Herrn 
Stiborio, Küchenmeister des Herzogs Albrecht 
in Oesterreich. Der Weingarten liegt an dem 
Hakenperge zunächst dem Weingarten des 
Gerstenpavchs. Man dient von ihm alljähr- 
lich Bergrecht in dem Lesen 4^« Viertel Wein 
und I Helbling und i Ort zu Vogtrecht. 

Siegler: Anstatt des Ausstellers der oben 
genannte Abt, der Bergherr und die Zeugen. 

Zeugen: Die Bürger: Herr Dyetreich der 
Vrbetsch und Herr Jacob von Esl&rn. 

Datum: Geben ze Wienne . . . des nah- 
sten vreytages vor dem palmentage. 

Original, Pergament. Das erste Siegel fehlt, die 
drei übrigen an Pergamentstreifen anhangenden Siegel 
sind ziemlich gut erhalten. 

3049 1340, April 7, Wien. 

Elspet, Witwe Herrn Chunrates des Met- 
sieder, hat nach Rath des Abtes Hainrich 
von den Schotten zu Wien mit Hand des 
Bergherrn, Herrn Nychlos, Hofmeisters zu 
Dornbach, 7« Jo^h Weingarten, welchen sie 
als Witwe um ihr lediges fahrend Gut ge- 
kauft hat, um 66 Pfund Pfennige Wiener 
Münze dem Herrn Styborio, Küchenmeister 
des Herzogs Albrecht in Oesterreich, verkauft. 
Der Weingarten liegt an dem Hakenperge zu- 
nächst dem Weingarten des Hawenwxlder. 
Man dient von ihm alljährlich zu Bergrecht 
I Viertel Wein und 3 Helblinge zu Vogt- 
recht. 

Siegler: Der oben genannte Abt anstatt 
der Ausstellerin, der oben genannte Berg- 
herr und die Zeugen. 

Zeugen: Die Bürger: Herr Dietreich der 
Vrbetsch und Herr Jacob von Eslarn. 

Datum: Geben ze Wienne . . . des nah- 
sten vreytages vor dem palmentage. 

Original, Pergament. Mit vier Siegeln an Per- 
gamentstreifen. 



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K. und k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien. 



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3050 1340, April 26, Wien. 

Herzog Albrecht zu Oesterreich etc. ver- 
spricht, seinen Hofmeister V^reich von Pergowe 
im Besitze zweier Weingärten «ze Gundrams- 
torf auf der Laymgrueb», zunächst der Her- 
haymin und Ruegern von Leyzze, welche 
derselbe Vlreich von «Aron vnserm Juden ze 
Wienn» gekauft hat und welche demselben 
Aron «verstanden sint von Seyfriden dem 
Noyzzier» vor Gewalt und Unrecht nach dem 
österreichischen Landrechte zu schirmen «als 
der indische brief sait, den er von dem vor- 
genanten Aron vnserm Juden darumb hat». 

Siegler: Der Herzog. 

Datum: Geben ze Wienn . . . des miti- 
chens nach sand Georgen tag. 

Regest im Nachlasse v. Birk's. — Vollständig ge- 
druckt im Urkundenbuch des Landes ob der Enns, VI, 
S. 329 ff., Nr. CCCXXIV nach dem zu Gschwendt be- 
ündlichen Originale. 

S051 1340, Mai 12, 

Percht, Herrn Vlreichs des Tower Witwe, 
beurkundet, dass sie mit ihres Eidams Al- 
brechtes und mit ihrer Tochter Frau Chuni- 
gunden, seiner Hausfrau, gutem Willen und 
Gunst und mit Hand ihres Grundherrn Herrn 
Herbortz auf der Seule ihr Haus, welches 
zwischen Herrn «Jansen des Rogner vnd 
hern Jacobs des PöUeins hous in der vodern 
Pechkenstrazze ze Wienne» liegt und welches 
sie und ihr vorgenannter Wirth mit gesamm- 
ter Hand um ihrer beider ledig fahrendes 
Gut gekauft haben und derselbe Wirth ihr 
«an seinen lesten zeiten halbes hat geschaft 
ledichleichen vnd vreyleichen ze haben . . . 
vnd den andern halben tayl hat er geschaft, 
daz ich da von sol gelten allez daz gelt, 
daz er mir hat lazzen vnd ouch seiner sele 
da von guetleich sol tuen alz verre mein 
trewe zeucht . . .», um 76 Pfund Wiener 
Pfennige dem «erbern manne hern Fridrei- 
chen dem Plathuef ze den zeiten dez hoch- 
geborn fursten herczog Albrechtes chamrer 
in Osterreich» verkauft hat. Dieser hat das- 
selbe Haus, von dem man alljährlich Herrn 
«Herborten auf der Seul» 5 Wiener Pfennige 
zu Grundrecht dient, mit Hand des vorge- 
nannten Gnmdherrn zu rechter Morgengabe 

Regesten zur Geschichte der Stadt Wien. III. 



seiner Hausfrau Frau «Christein, hern Hain- 
reichs enynchel des Langen» gemacht und 
gegeben. Die oben genannten Percht, Al- 
brecht und Chunigunde setzen sich zu rech- 
tem Schirm und Gewähr. 

Siegler und Zeugen: Da die Aussteller 
kein eigenes Insiegel haben, der Grundherr 
des Hauses Herr Herbort auf der Seule, Herr 
Hainreich der Lange, Herr Jacob der Maeser- 
lein. 

Datum: Geben ... an sant Pangreczen tag. 

Original, Pergament. Mit drei Siegeln an Perga- 
mentstreifen. 

3052 1340, Juni 24, Wien. 

Schwester Alhait die Lengpechinne, Prio- 
rin, und der Convent «in sande Larentzen 
chloster ze Wienne» verpflichten sich gegen- 
über dem Herzoge Albrechten in Oesterreich, 
für empfangene 3o Pfund Wiener Pfennige 
einen Jahrtag für seinen Bruder weiland 
Herzog Otten in ihrem Kloster am Mittwoch 
in der Chotemper in der Fasten mit Vigilie 
und Seelenmesse nach Gewohnheit ihres 
Ordens zu begehen, und verpfänden dafür dem 
Herzoge Albrecht oder seinen Erben 5 Achtel 
Weingarten zu «Praytensee in der Tevffe ze 
nest des pharrer Weingarten von Ort». 

Siegler: Die Ausstellerin. 

Datum: Geben ze Wienne ... an sande 
Johans tage ze svnnebenten. 

Original, Pergament. Mit Siegel an Pergament- 
streifen. 

Lichnowsky, Bd. III, S. 446, Nr. 1 340. 

3053 1340, September ly, Wien. 

Gotfryde von Newenbvrch, Eidam des 
verstorbenen alten Nuzdortfer, und seine 
Hausfrau Margret beurkunden, dass sie ihres 
rechten anerstorbenen Erbgutes, Kaufgutes 
und Eigens 3^2 Pfund Wiener Pfennige Gelts 
und 24 Pfennige Gelts um 39 Pfund Pfen- 
nige Wiener Münze dem erbern Ritter Herrn 
Chunraten dem Nuzdortfer und Frau Chvni- 
gunden, seiner Hausfrau, verkauft haben. 
Von den Gülten liegen 12 Schillinge und 
24 Pfennige Geltes zu Nuzdorff auf drei 
Holden, zu Stroblinsdorf auf zwei Holden 
und zu Vczeinsse auf einem Holden und 

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K. und k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien. 



2 Pfund Gelts ihres Kaufeigens zu Nuzdorff 
auf vier Holden und zu Heyligenstat auf zwei 
Holden. 

Siegler: Der Aussteller und die Zeugen. 

Zeugen: Die erbern Ritter Herr Diet- 
reich der alte Schifer und sein Sohn Herr 
Mychel der junge Schiefer, und der Oheim 
des Ausstellers Nychlos von der Heyligenstat. 

Datum: Geben ze Wienne ... an sand 
Lamprechtes tage. 

Original, Pergament. Mit vier Siegeln an Perga- 
mentstreifen, deren erstes gut erhalten ist, die anderen 
drei Siegel sind beschädigt. 

3054 1340, November 11, Wien, 

Die Aebtissin Schwester Katrei und die 
Samnung des Klosters zu St. Nyclo ze Wienne 
geloben dem Herzog Albrechten zu Oester- 
reich . . . einen Jahrtag für den seligen Her- 
zog Otten am Mittwoch in der Chotlember 
in der ersten Fastenwoche mit Vigili, Seelen- 
messe und anderem Gebete nach ihres Ordens 
Gewohnheit zu begehen und setzen hiefür 
ihr bei Gerhartzdorf gelegenes Gut zu Saeu- 
ring als Pfand. 

Siegler: Die Ausstellerinnen mit ihren 
Insiegeln. 

Datum: Geben ze Wienne an sant Mer- 
teinstag. 

Original, Pergament. Mit zwei Siegeln an Per- 
gamentstreifen. 

Lichnowsky, Bd. III, S. CCCCXLVIH, Nr. 1258. 

3055 1341, Mä'rs^ i5. 

«Bruder Ott gehaissen abtt ze Zwetel» 
urkundet für sich und seinen Convent, dass 
der Herzog Albrecht von Oesterreich ihnen 
jene 100 Pfund Wiener Pfennige, die ihnen 
der selige Bischof Chünrat von Freysing zu 
einem Seelgeräth geschafft hat und der Edle 
Herr Johans von Chlingberch entrichten sollte, 
entrichtet und sie damit von «Aron dem Juden, 
Pluemen aydem ze Wienn» gelediget hat. Der- 
selbe Herzog hat sie auch von demselben 
Juden Aron um 60 Pfund Wiener Pfennige, 
welche des Herzogs Bruder, der selige Herzog 
Otte ihnen geschafft hat, und um 40 Pfund 
Wiener Pfennige gelediget, wofür sie ihm und 



I seinen Vorderen^) einen Jahrtag nach ihres 
I Ordens Gewohnheit begehen sollen. 
Sie gier: Die Aussteller. 
Datum: Geben ze Wienn an phintztag 
vor dem sunntag, so man singet Letare . . . 
Original, Pergament. Mit Siegel an Pergament- 
streifen. 

Lichnowsky, Bd. HI, S. CCCCXLVIII, Nr. 1263. 

3056 is4h Mär:[ 25. 

Der Abt Bruder Ott und der Convent 
zu Zwetel geloben die Abhaltung eines Jahr- 
tages für den seligen Herzog Ott und setzen 
dem Herzog Albrecht hiefür ihren Hof zu 
Wien als Pfand. 

Siegler: Die Aussteller. 

Datum: Geben ... an vnser vrowen tag 
ze der chundung. 

Original, Pergament. Mit zwei Siegeln an Per- 
gamentstreifen. 

Lichnowsky, Bd. III, S. CCCCXLVIII. Nr. 1264. 

3067 1341, Mai j, Wien. 

Petrus, Bischof von Marchopolis, bek«nnt, 
dass in Vertretung des Bischofs Albert von 
Passau im Jahre 1341 «in die beatorum apo- 
stolorum Philippi et Jacobi cappellam militum 
ex nouo constructam in monasterio fratrura 
heremitarum ordinis sancti Augustini Wienne 
et duo altaria in eadem cappella inclusa vi- 
delicet altare lateris dextri vna cum cappella 
in honore sancti Georij nee non altare lateris 
sinistri in honore sanctissimi corporis Christi 
consecrauimus et ambitum eiusdem monaste- 
rii in crastino diei prefati reconciliauimus» 
und verleiht einen Ablass. 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum: In die beatorum apostolorum 
Philippi et Jacobi, Wienne. 

Original, Pergament. Mit gut erhaltenem Siegel 
an Pergamentstreifen. 

8058 1341, Juni i5, Wien. 

Rudolf der Junge von Liechtenstayn ver- 

I macht dem Prior und den Herren von den 

Augustinern zu Wien auf «sand Georgen 

' chappellen herczog Otten seligen vnd vnserr 

I stiftunge vnd der gesellschaft der Tempel- 

I ') Lichnowsky 1. c. «Bruder». 



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K. und k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien. 



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laise» 2 Pfund Wiener Pfennige Geltes von 
seiner Gülte in dem Dorfe zu Nechsingen, die 
sein Amtmann und sein Pfleger alljährlich 
am St. Michelstage verabreichen soll, so lange, 
bis Rudolf den Herren von den Augustinern 
20 Pfund Pfennige entrichtet hat, welche sie 
«an zway ewige phunt gelts legen schullen». 

Siegier: Der Aussteller. 

Datum: Geben ze Wienne. ... An sand 
Veytes tage. 

Original, Pergament. Mit Siegel an Pergaroent- 
streifen. 

3059 ij42, Januar /, Wien. 

«Albrecht der Liechtchammerer vor Wy- 
demer Tor» und Gedräut seine Hausfrau 
beurkunden, dass sie mit gesammter Hand 
und mit Hand ihrer Grundfrauen, der geist- 
lichen Frauen Schwester Agnesen der Mei- 
sterin und Schwester Elsepethen der Priorin 
des Frauenklosters «von der Hymelporten ze 
Wienne» ihr Haus um 40 Pfund Pfennige 
Wiener Münze dem «erbern manne hem 
Fridreichen dem Plachuffen . . . hertzog Al- 
brechtes chammerer in Osterrich» und Frau 
Christein, dessen Hausfrau, verkauft haben. 
Das Haus liegt «vor Wydemer Tor an dem 
ekche zenaehest Nychlos hause des sneyder». 
Man dient davon alljährlich zu Grundrecht 
den Frauen von der Hymelporten 46 Wiener 
Pfennige und denselben Frauen i Pfund Burg- 
recht. 

Siegler und Zeugen: Die oben genann- 
ten Grundfrauen und der «erbare man her 
Hainrich der Wurffei, purger ze Wienne». 

Datum: Geben ze Wietine ... an dem 
Ebenweich tage. 

Original, Pergament. Das erste an Pergament- 
streifen anhangende Siegel ist ziemlich gut erhalten, das 
zweite Siegel fehlt. 

8060 1342, Juni 28, Wien. 

Vlreich von dem Pukkas und Margret, 
seine Hausfrau, beurkunden, dass sie «wider 
den erbern man hern Fridreichen den Plat- 
hüf» seine Hausfrau Frau Christein und ihre 
Erben mit «hern Herbortes hant auf der 
Söule» ein Haus, welches «da leit in der 
Pechenstrazze ze naehst hern Jansen haus des 



Rogner» und von welchem man alljährlich 
«hern Herborten auf der Seule» 5 Wiener 
Pfennige zu rechtem Grundrechte dient, ge- 
kauft haben mit allen in Burgrechtes Gewär 
hergebrachten Nutzungen und Rechten um 
7 Pfund Wiener Pfennige Geltes Burgrechtes, 
welche sie oder ihre Nachfolger im Besitze 
dieses Hauses dem Fridreich dem Plathuf, 
seiner Hausfrau Christein und ihren Erben 
alljährlich, und zwar am Sand Michelstag, 
zu Weihnachten und am Sand G6rigentage 
je 2 Pfund 80 Pfennige, dienen sollen. Sie 
behalten sich das Recht vor, mit je 20 Pfund 
Wiener Pfennigen 2 Pfund der bedungenen 
Burgrechtsgülte und endlich mit 10 Pfund 
das siebente Pfund der letzteren einzulösen. 
Zu besserer Sicherheit versetzen die Käufer 
den Verkäufern und deren Erben mit ge- 
sammter Hand und mit Hand ihres Berg- 
meisters «hern Chünrades des Schönayhers 
ZV den zeiten phleger vnd verweser des Spi- 
tals gut sand Vrbans vnd sand Merteins vor 
Wydmer Tor unsern Weingarten, der da leit 
an dem Hakenperge, dez anderthalb jeuch 
ist vnd haizzet der Twaerich ze nahst Virei- 
chen der Ninderthaimerinne sun», wovon man 
alljährlich in das genannte Spital 4^2 Eimer 
Wein zu Bergrecht und 9 Wiener Pfennige 
zu Vogtrecht dient, «zu rechter ebentevr 
vnuerschaidenleich zu dem vorgenanten haus» 
insolange, bis in oben beschriebener Weise 
2 Pfund der Burgrechtsgülte abgelöst sein 
werden. 

Zeugen und Siegler: Da die Aussteller 
kein eigenes Insiegel haben, die oben ge- 
nannten Grundherr und Bergmeister Herr 
Herbort auf der Seule, Herr Chünrad der 
Sch6nnayher, Herr Seyfrid der Minngang, 
Oheim des oben genannten Vlreichs von dem 
Pukkas. 

Datum: Geben ze Wienne ... an sand 
Peter vnd sand Pauls abent. 

Original, Pergament. Mit drei Siegeln an Perga- 
mentstreifen. 

8061 1342, August II, Wien* 

Schwester Elspet, Priorin zu St. Maria 
Magdalen zu Wien, und die Samnung des- 
selben Klosters verpflichten sich dem Her- 

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K. und k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien. 



zöge Albrecht zu Oesterreich gegenüber, einen 
ewigen Jahrtag für den seligen Herzog Otten 
am Mittwoch in der Chottember in der ersten 
Fastenwoche mit Vigilie, Seelenmesse und 
anderem Gebete nach ihres Ordens Gewohn- 
heit zu begehen und setzen hiefür ihr Gut, 
das sie «in Alsserstrazz vor Schottentor ze 
Wienn» haben, zum Pfände. 

Siegler: Die Ausstellerinnen. 

Datum: Gegeben ze Wienne . . . des 
nechsten suntags nach sand Larentzen tag 
des hohen marttrer. 

Original, Pergament. Mit zwei Siegeln an Per- 
gamentstreifen. 

Lichnowsky, Bd. III, S. CCCCLIII, Nr. i3o8. 

3063 1342, August 18, Wien. 

Schwester Chlar, Meisterin zu St. Jacob 
zu Wien, und die Samnung machen sich 
dem Herzoge Albrecht verbindlich, am Mitt- 
woch in der Chotemmer in der ersten Fasten- 
woche für den seligen Herzog Otten einen 
ewigen Jahrtag mit Vigilie und Seelenmesse 
nach ihres Ordens Gewohnheit zu halten, und 
setzen dafür 3 Pfund Geltes zum Pfände, die 
sie «auf der Voglin haus in der Schefstrazz» 
haben. 

Siegler: Der Convent mit seinem anhan- 
genden Insiegel. 

Datum Wienne anno domini millesimo 
ccc xlij die dominico infra octauam assump- 
tionis beate virginis Marie. 

Original, Pergament. Mit Siegel an Pergament- 
streifen. 

Lichnowsky, Bd. III, S. CCCCLIII, Nr. i3o9. 

3063 1342, August ig, Wien. 

Schwester Agnes die Snxtzlinne, Meiste- 
rin des Frauenklosters zu der Himelporten zu 
Wien, und der Convent desselben Klosters 
geloben dem Herzoge Albrecht zu Oesterreich 
etc. für die empfangenen 3o Pfund Wiener 
Pfennige in ihrem Kloster alljährlich für des 
Herzogs Bruder, den seligen Herzog Otten 
von Oesterreich, einen ewigen Jahrtag «des 
mittichens in der chottember in der vasten 
mit vigili mit seimesse» nach ihres Ordens 
Gewohnheit zu begehen, und setzen hiefür 
5 Viertel Weingarten, der «an dem Entzes- 
perig» liegt, zum Pfände. 



Siegler: Die Ausstellerin mit ihrerrx an- 
hangenden Insiegel, 

Datum: Ze Wienne . . . dez naehsten rx^aen- 
tages nach vnser vrowen tage der schid "v^Tifit. 

Original, Pergament. Mit Siegel an Perg^xment- 
streifen. 

3064 IJ42, December 8, Wien, 

Chadolt von Pavmgarten und seine lHaus. 
frau Pericht haben ihres rechten Kaixl'^utes 
12 Schillinge Wiener Pfennige Geldes reichten 
Eigens auf einem Hofe, der zu Wetzlei nstorf 
liegt, den Alber der Haendel von ihaon ge- 
kauft hat, um 12^2 Pfund Wiener PFennige 
der Fürstin Schwester Anna, Tochter d^s 
seligen römischen Königs Friedreich, Aebrissii) 
zu St. Chlarn zu Wien, und dem Convenfe 
desselben Klosters verkauft. 

Siegler: Aussteller und Zeuge. 

Zeugen: Der Vetter des Ausstellers, Herr 
Otte von Pavmgarten. 

Datum: Geben zu W^ienne ... dez näch- 
sten svntages nach sant Nichlas tag. 

Original, Pergament. Die zwei Siegel fehlen. 

3065 1342, December 11, Wien. 

Havnolt der Schuechler, Richter zu 
Wien, spricht auf die «in der purger schranne 
ze Wienne vor rechtem gericht» durch Chvn- 
rat, den Anwalt der Frauen von Tvlen, vor- 
gebrachte Klage das «ze Wienne vor dem 
Munssehof» liegende und an «der Seytzer haus» 
anstossende Haus, welches des seligen Chun- 
rats des Schreiber gewesen ist, um ^ , Pfund 
versessenen Burgrechtes und um alle mit 
Recht darauf ertheilten Zwispilde den Frauen 
von TuUn zu, nachdem die beiden Vorspre- 
cher Wernhart und Wernhart das Haus be 
schaut und geschätzt haben. 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum: Gebn ze Wienne . . . des mitti- 
chens nach sande Nyclas tage. 

Original, Pergament. Mit Siegel an Pergament- 
streifen. 

3066 1342, December 2g, Wien. 

Chunrat von Muligne und Chunigund, 
seine Hausfrau, und Hainreich der Vatz und 
Agnes, seine Hausfrau, beurkunden, dass sie 



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189 



ihres rechten Eigens einen Eimer Bergrechtes 
und 3 Pfennige Vogtrechtes, welche gelegen 
sind «dacz Vteldarf» auf 7» Joch Weingarten, 
«daz Albrecht der Chromer von Folchen- 
marcht inne hat vnd leit an dem Vttelberg», 
um 6 Schilling Wiener Pfennige dem «erberen 
manne Wernheren dem Chlam, schenchen 
herczog Albrecht», verkauft haben. 

Siegler: Die Aussteller. 

Datum: Geben ze Wienne an suntag 
vor dem ebeychtag . . . 

Original, Pergament. Beide an Pergamentstreifen 
anhangende Siegel sind gut erhalten. 

3067 IJ4S, Mär:( 2. 

ehünrat der Etzekestörffer, chirichmai- 
ster zu St. Michel zu Wien, bestätigt, vom 
Herzoge Albrecht in Oesterreich ... 40 Pfund 
Wiener Pfennige zu dem Seelgeräthe des 
seligen Herzogs Otten, seines Bruders, em- 
pfangen zu haben, die man «ze pawe an die 
selben chirichen dacz sand Michel legen sol». 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum: Geben ze . . . des svntages in der 
ersten vastwochen, als man singet inuocauit. 

Original, Pergament. Mit sehr schön erhaltenem 
Siegel an Pergamentstreifen. 

Lichnowsky, Bd. in, S. CCCCLIV, Nr. i328. 

3068 IS4J, Mai 12, Wien. 

Haintzman von der Schebnicz, Bürger zu 
Wien, und Dymut, seine Hausfrau, beurkun- 
den, dass sie 5 Pfund Wiener Pfennige Geltes 
ewigen Burgrechtes auf dem Hause der Schwe- 
ster Haintzman's, Frau Elspet der Nychlosinn 
von der Schebnicz, welches «vnder den draech- 
sejn ze hinderist gegen sand Stephans freyt- 
hof vber» liegt, gekauft und von dieser Gülte 
2 Pfund Geltes ihrer Tochter Schwester Mar- 
garetn in dem Kloster zu TuUn so gegeben 
haben, dass derselben alljährlich am St. Geor- 
gentag, am St. Michaelstag und zu Weih- 
nachten je 15 Schillinge zur Besserung ihrer 
Pfründe und ihres Gewandes verabreicht wer- 
den, nach deren Tode aber dieselben 2 Pfund 
Geltes dem genannten Kloster zu Tulln ver- 
bleiben sollen. 

Siegler und Zeugen: Der Aussteller und 
sein Schwager Wolfhart der Mvnsser, Bür- 
ger zu Wien. 



Datum: Geben ze Wienn ... an sand 
Pangraetzn tage. 

Original, Pergament. Mit zwei Siegeln an Per- 
gamentstreifen. 

8069 1343, August 16, Wien. 

«Otakcher der Pogner, zv den zeiten 
purgraf ze Peka», und Dymüt, seine Hausfrau, 
, Urkunden, dass sie 3 Viertel Weingarten um 
j 46 Pfund Wiener Pfennige Herman dem 
Wildenberger, Schneider zu Wien, und Frau 
Elzbeten, seiner Hausfrau, verkauft haben. 
Der Weingarten, ihr rechtes Eigen, liegt zu 
Toblich an der Hohenwart, stosst mit dem 
obern Ende an «des Herczogen Peunt» und 
ist von allem Berg- und Vogtrecht und Dienste 
ledig und frei. Otakcher hat ihn geerbt von 
seinem Vater Herrn Otakchern dem Bier- 
brauer («Pyrbre>V»). 

Siegler: Der Aussteller und die Zeugen. 

Zeugen: Der Edle Herr Graf Vlreich 
von Phannberch, Marschall in Oesterreich 
und Hauptmann in Kärnten, Herr Hainreich 
der Gausrab, Bürger zu Wien. 

Datum: Geben ze Wienne . . . des näch- 
sten samztages nach vnser vrowen tag ze 
der schidunge. 

Original, Pergament. Das erste der an Pergament- 
streifen anhangenden Siegel ist gut, von dem zweiten 
eine Hälfte erhalten, das dritte ist beschädigt. 

3070 1343, September i, Wien. 

«Herman der Wildenwerger der sneyder» 
und Elzbet, seine Hausfrau, Urkunden, dass 
sie zu ihrem und ihrer Vorfahren Seelentroste 
' dem Frauenkloster zu Tüln Predigerordens 
I 5 Wiener Pfennige Geltes Bergrechtes auf 
I ihrem Weingarten, den sie von Otakchern 
I dem Pögner und seiner Hausfrau Diemut ge- 
kauft haben, gewidmet haben. Der Wein- 
garten, 3 Viertel, ist ihr rechtes freies Kauf- 
I eigen. Er liegt zu «Töblikche an der Hochen 
Wart» und stosst mit dem obern Ende «an dez 
Herczogen Päwnt». Die Gülte soll alljährlich 
am St. Michaelstage von dem Weingarten zu 
rechtem Bergrecht geleistet werden. 

Siegler und Zeugen: Herr Hainreich der 
Gausrabe, Herr Seyfrid der Minngang. 



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Datum: Geben ze Wienne ... an sant 
Gyligen tage. 

Original, Pergament. Mit zwei Siegeln an Per- 
gamentstreifen. 

8071 1343, October 16, Wien. 

Jans der Türse von Rauhenekke und 
Katrey, seine Hausfrau, verkaufen mit Hand 
ihres Grundherrn, des hochwürdigen Herrn 
Abtes Nyclas des Gotteshauses Unserer Frauen 
zu den Schotten zu Wien ihr halbes Haus 
um 50 Pfund Wiener Pfennige dem Herrn 
Haertneiden von Lichtenstain, Oheim der vor- 
genannten Katreyn. Das Haus liegt «in der 
Renngazzen ze Wienne zwischen dez edeln 
herren haus graf Chünrades von Schawen- 
berch und hern Otten haus von Haslaw». 
Man dient von dem halben Hause dem Gottes- 
hause zu den Schotten 2 Wiener Pfennige 
zu Grundrecht. 

Siegler: Der Aussteller, der Grundherr 
und die Zeugen. 

Zeugen: Herr Weichart von Winchel 
und der Vetter des Ausstellers Reinprecht 
der Türse. 

Datum: Geben ze Wienne ... an sand 
Gallen tag. 

Original, Pergament. Das erste, dritte und vierte 
an Pergamentstreifen anhangende Siegel sind gut er- 
halten, das zweite Siegel fehlt. 

3072 1343, December 24, Wien. 

Stephan von Meychsawe, obrister Mar- 
schall in Oesterreich, hat seines rechten Eigens 
die Eigenschaft von 3 Pfund Wiener Pfen- 
nigen Geldes und 36 Eimer Wein Geldes 
gewidmet und gegeben der «Chappellen vnser 
vrowen vnd sant Johans in der purch ze 
Wienne» so, dass er oder der jeweilige Be- 
sitzer der vorgenannten Gülte alljährlich da- 
von derselben Kapelle i Pfund Wachs am 
St. Jörgentag zu rechtem Burgrecht dienen 
soll. Die Gülten liegen zu Grintzingen auf 
drei behausten Holden. Der eine heisst Chvn- 
rat der Reysner und dient von einer Bad- 
stube, von einer Mühle und von einer Hof- 
statt 3 Pfund Pfennige und 12 Eimer Wein. 
Der zweite heisst «Jacob des Chovtner svn» 
und dient von einer Hofstatt 12 Eimer Wein, 



der dritte heisst «Nichlas Herweigs svn> und 
dient von einer Hofstatt 12 Eimer Wein. 

Siegler: Der Aussteller und sein Bruder 
Herr Otte von Meychsawe als Zeuge. 

Original, Pergament. Mit zwei beschädigten Siegeln 
an Pergamentstreifen. 

8073 1344, Januar 18, Wien. 

Irnfrit von dem Clemens und Chlar, 
seine Hausfrau, versetzen «vnsers rechten 
aigens an siben vnd zwanczich phenninge 
fümf phunt wienner phenninge geltes di da 
ligent ze Engelreihsdorf an fümf phenning 
dreiczehen Schilling geltes auf '^ber lent vnd 
die ander gült alle leit auf bestiftem gut be- 
hauster holden» für 70 Pfund Wiener Pfen- 
nige dem «erbern ritter hern Purcharten dem 
Chnaeuzzer» und seinen Erben. 

Siegler: Der Aussteller und die Zeugen. 

Zeugen: Bruder Chadolt von Wildekke 
sant Johans orden comiteur ze Harras; der 
Bruder des Ausstellers Jans von dem Clemens; 
Jörig der Hyppleinsdorffer. 

Datum: Geben ze Wienne . . . des näch- 
sten suntags vor sant Agnesen tag. 

Original, Pergament. Mit vier Siegeln an Perga- 
mentstreifen. 

3074 1344, Mä'rs^ ly, Wien. 

Hermann, Chorherr zu Vreysingen und 
Pfarrer zu Graetz, verkauft seinen Zehent zu 
Molestorf bei Lantzendorf Friedreichen dem 
Plathüf und Frau Christein, seiner Hausfrau, 
um 72 Pfund Wiener Pfennige. 

Siegler: Der Aussteller und die Zeugen. 

Zeugen: Herr Dietreich der Flusrhart, 
Richter zu Wien, und Herr Heinreich der 
Lange. 

Datum: Geben ze Wienne ... an sant 
Gedrauten tage. 

Original, Pergament. Die drei Siegel fehlen. 

3075 1344, Mai 3. 

Jeutte, Witwe Herrn Cirfas von Mers- 
wanch, und ihre Enkel die Brüder Jans und 
Virich die Merswancher und deren Schwe- 
ster Preyde, Kinder des sei. Herrn Jans von 
Merswanch, beurkunden, dass sie acht halbe 



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K. und k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien. 



191 



und ein ganzes Lehen, die zu Rauchenwart 
gelegen und ihr rechtes Eigen gewesen sind, 
nachbenannten «frumen leuten, di darauf ge- 
sezzen sind» und ihre behausten Holden 
waren, und zwar: Hainreich dem Schutler 
ein ganzes Lehen und Albrecht dem Mesner, 
Gotfrit, Hainreich dem «GrozzWeizz», Rueger 
dem Trappe, Hainreich dem Haiden, Peter > 
dem Mesner, Otte, Hainreichs des Ammans 
Bruder, Hainreich dem Federler je ein halbes 
Lehen verkauft haben. Dieselben haben von 
einem ganzen Lehen 5 Schilling und 10 Pfen- 
nig und von einem halben Lehen 80 Pfennige 
gedient. Diese Gülte — 3 Pfund und 80 
Wiener Pfennige — haben die Aussteller den 
oben genannten Leuten verkauft und die 
Eigenschaft des Gutes um ihres Seelenheiles 
willen auf «vnser vröuen alter» in die «Cha- 
pellen in der Pürch ze Wienn» so gewidmet, 
dass die vorgenannten Leute und ihre Erben 
ewiglich alljährlich am St. Michaelstag zu 
rechtem Burgrecht von einem ganzen Lehen 
des genannten Gutes 4 Wiener Pfennige und 
von einem halben Lehen 2 Wiener Pfennige 
dahin dienen sollen. 

Siegler: Die obengenannten Jeutte, Jans 
und Vlreich von Merswanch für sich und 
für ihre Schwester Preide, weil diese nicht 
eigenes Insiegel hat, und die Herren Had- 
mar und Mertt die Stuchsen als Zeugen. 

Datum : Gegeben ... an des heiligen 
chreuczes tach, alz ez funden wart. 

Original, Pergament. Mit fönf Siegeln an Per- 
gamentstreifen. 

3076 1344, Mai 12, Wien. 

Nichlas der Wymer und seine Hausfrau 
Elzbet beurkunden, dass sie i Pfund Wiener 
Pfennige Geltes Burgrechtes auf ihrem Hause, 
das zu Grintzing liegt und auf der Hofstatt 
Weingarten «binden dar an», wovon man all- 
jährlich den geistlichen Frauen zu St. Chlarn 
zu Wien 16 Wiener Pfennige zu Grundrecht 
dient «vnd leit zenaehst des spitals haus der 
purger ze Wienne», um 8 Pfund Wiener 
Pfennige den geistleichen Frauen des Klosters 
zu St. Chlarn zu Wien, welche des vor- 
genannten Hauses Grundfrauen sind, verkauft 
haben unter Vorbehalt des Einlösungsrechtes. 



Siegler und Zeugen: Weil die Aussteller 
kein eigenes Insiegel haben, der Ritter Herr 
Jans von Manswerde, obrister Kellermeister 
der Herzoge in Oesterreich, und Herr Hain- 
reich der Poltz. 

Datum: Geben ze Wienne ... an sant 
Pangraetzen tag. 

Original, Pergament. Die zwei Siegel fehlen. 

3077 1344, Juli i-j, Wien. 

Fridreich der Straicher, Goldschmied 
und Bürger zu Wienne, beurkundet, dass er 
«recht vnd redlich gewert» ist «alles des, 
des man mir schuldikch beliben ist an dem 
chreucz daz ich vnser vrawen hincz freysing 
gemacht han, als mein seliger herre her 
Chunrad von Chlingenwerch, pischof ze frey- 
sing an seinen lesten zeiten mit mir schuf». 
Dieses Kreuz kostet «an vier guideine vin- 
gerl, die er auch dar zu schuf vnd di auch 
also ganczew dar in in di dyadem verworicht 
sind, in einem ist ein rubin in dem andern 
ein palays in dem dritten ein saphir in dem 
vierden ein topasion» 3 18 Gulden. Davon 
hat er 200 Gulden von dem sei. Bischöfe 
Chunrad von Freysing erhalten. Der anderen 
118 Gulden hat «mich gewert . . . von des 
capitels wegen ze freysing . . . her Emich 
von Alczay, chorherre ze freysing». Er hat 
das Kreuz diesem Chorherrn überantwortet 
und mit dem Kreuze auch drei «vingerl, di 
auch czu dem chreutz geschaffet wurden di 
mochten sich dar zu nicht gefugen, daz si 
dar in verboricht wären». 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum: Geben ... an sand Alexij tag. 

Original, Pergament. Siegel abgefallen. 

3078 1344, Juli 2-jy Wien. 

Heinrich von Prunne und seine Haus- 
frau Gedräut beurkunden, dass sie ihres rech- 
ten Eigens 7 Pfund Wiener Pfennige Geltes, 
welche zu Lantzendorf bei Mistelbach gelegen 
sind, um 70 Pfund Wiener Pfennige der Aeb- 
tissin Schwester Katrein und der Samnung 
des Frauenklosters zu St. Clarn zu Wien ver- 
kauft haben. 

Siegler: Aussteller und Zeugen. 



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192 



K. und k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien. 



Zeugen: Der Schwager des Ausstellers, 
Wulfing von dem Gerlos, Vetter, der vor- 
genannten Gedrauten, und Haunold der 
Schuchler, Judenrichter zu Wien. 

Datum: Geben ze Wienne . . . dez nah- 
sten eritages nach sand Jacobs tage. 

Original, Pergament. Die drei Siegel fehlen. 

8079 1345, Januar 25, Wien. 

Friedreich der Dreissig Phvnder, Caplan 
und Verweser des Altars in Unser Frauen 
Zeche zu Sant Michel zu Wien, vertauscht 
mit Willen und Gunst der Brüder der Zeche 
das Y2 Pfund Wiener Pfennige Geldes, das 
die ehrbaren Ritter Herr Heinreich der Gaezz- 
1er und Herr Purchhart der Chnaeuzzer und 
ihre Erben zu der ewigen Messe in die ge- 
nannte Zeche Unser Frauen von ihrem bei 
der Burg zunächst dem des «maisters Ortolfs 
haus dez Smits» gelegenen Hause gedient 
haben, gegen ein anderes Va Pfund Geldes, 
welches ihm die beiden Ritter dafür gekauft 
und gegeben haben auf «Hainreichs haus dQz 
Hanpavms», welches «da leit vor Widmer 
Thor in der Fudluchen», zunächst dem Hause 
der Zymaeninne, der Hofmeisterin. 

Siegler: Der Aussteller und der Zeuge. 

Zeuge: Meister Leupolt in der Schaufel- 
lukchen, ein Zechbruder der vorgenannten 
Zeche. 

Datum: Geben . . . ze Wienne an sant 
Pauls tag, alz er bechert warde. 

Original, Pergament. Mit zwei an Pergament- 
streifen hangenden Siegeln, deren zweites sehr beschä- 
digt ist. 

3080 1345, Februar 20. 

Margrete, Witwe Weikcharts, Bürgerin 
zu Wien, gesessen an dem alten Fleischmarkt, 
beurkundet, dass sie den Weingarten, den ihr 
Gatte ehemals dem Gotteshause zu Paum- 
gartenperig zu ihrer beider Seelenheile ge- 
geben hat, von demselben Gotteshause um 
3 Pfund Geltes Wiener Pfennige, welche sie 
oder ihre Erben dem Kammeramte zu Pavm- 
gartnperig jährlich, und zwar an St. Chol- 
manstag, an Unser Frauentag zu der Liecht- 
messe und an St. Görgentage je i Pfund als 



Bergrecht dienen sollen, wieder gekauft hat. 
Der Weingarten liegt zu Gundramsdorf an 
dem Wartperg und heisst «der Swendezgut>. 
Man dient von ihm jährlich in dem Lesen 
. . .^) Eimer Wein und ein Vaschanchhuhn 
zu Bergrecht. Margret setzt «ainer pezzern 
sicherhait . . cze ainer ebentevrung» mit 
diesem Weingarten ihren anderen Wein- 
garten, welcher an demselben Berge liegt 
und «der Czwikchel» heisst, mit Hand ihres 
Bergherrn, des «erbern Ritter hern Jansen 
von Manswerd» und wahrt sich das Ablö- 
sungsrecht der 3 Pfund Geltes um 3o Pfund 
Wiener Pfennige, womit beide Weingärten 
gelediget würden. 

Siegler: Der Bergherr, Herr Jans von 
Manswerd, Herr Hag und der Bruder der 
Ausstellerin Chunrad in dem Himel, weil die 
Ausstellerin selbst eigenes Insiegel nicht hat. 

Datum: Geben ... an dem andern sun- 
tag in der vasten. 

Original, Pergament. Das erste Siegel fehlt, die 
beiden übrigen an Pergamentstreifen anhangenden Siegel 
sind gut erhalten. 

8081 1345, Juni i5, Wien. 

Herzog Albrecht zu Oesterreich bewilligt 
dem Rathe und den Bürgern «gemayner 
vnserer stat ze Wienne» und auch ihrem 
Spitale, «auz vnserm aygen ze Lauchse» zehn 
Lehen und eine halbe Hofstatt, gelegen «in 
dem Nydern Aygen, daselbs an der Zeil von 
der Chirchen», welche jährlich 27 Mut Wei- 
zen dienen, um 400 Pfund Wiener Pfennige 
von Chadolten von Waehingen^) und dessen 
Erben einzulösen. Diese zehn Lehen und 
halbe Hofstatt hatte des Herzogs Bruder, der 
römische König Friedrich, um die gleiche 
Summe, die er für geleistete Dienste dem 
Grafen Wernharten von Schawenberch schul- 
dig geworden war, diesem und Graf Wern- 
hart dem Chadolt von Waehingen verpfändet. 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum: Geben . . . ze Wienne an sand 
Veyths tag ... 



^) Unbeschriebener Raum für etwa sechs oder 
sieben Buchstaben. 

^ Lichnowsky 1. c. «Wesingen». 



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K. und k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien. 



193 



Original, Pergament. Mit unversehrtem Siegel an 
Pergamentstreifen. 

Vollständig abgedruckt von Hormayr, Geschichte 
Wiens, Bd. II, ÜB., S. LXXIII u. ff., Nr. 71. — Lich- 
nowsky, Bd. III, S. CCCCLX, Nr. i393. 

3082 1345, Juni i5, Wien. 

Chadolt von Wächingen, seine Hausfrau 
Katrey und beider Sohn Chadolt verzichten 
auf alle Ansprüche auf die 27 Mut Waizen 
Geltes, die zu Lauchsse in dem Nidern Aigen 
an der Zeil von der Chirichen auf zehn Lehen 
und auf einer halben Hofstatt, welche sie als 
Pfand für 400 Pfund Wiener Pfennige vom 
Grafen Chönraden von Schawenberch inne- 
gehabt haben, liegen, zu Gunsten des Rathes 
und der Bürgergemeinde der Stadt zu Wien 
und auch ihres Spitals daselbst. 

Siegler: Die Aussteller. 

Datum: Geben . . . ze Wienne ... an 
sant Veyts tage. 

Original, Pergament. Mit zwei sehr schön er- 
haltenen Siegeln an Pergamentstreifen. 

8083 1346, Juli 8, Wien, 

«Wolf hart der Lesentrit, der pürger 
pekche ze Wienne» beurkundet, dass er nach 
seiner Kinder und nächsten Freunde Rath 
und mit Hand seines Grundherrn des hoch- 
würdigen Herrn Abtes «Philippes dacz den 
Schotten ze Wienne vnd besünderleichen von 
den ebaften nöten dez gelts darinne mich 
mein hausurowe Elspet der got genade ze 
gelt lozzen hat . . . mein haus, das ich vnd 
mein hausurow Elspet mit gesampter hant 
an die Juden versazzet haben, daz da leit ze 
Wienne in der Verberstrazzen ze nechst des I 
edeln herren haus hern Chunratz von Liech- ' 
tenekke, der darauf gehabt ayn phunt gelts 
purchrechts», und von welchem man noch 
alljährlich dient dem Gotteshause zu den 
Schotten zu Wien 5 Pfennige zu Grundrecht 
und Herrn Andren dem Chronnest V2 Pfund 
und den Predigern V2 Pfund, alles zu Burg- 
recht, um i3 Pfund und 60 Pfennige Wiener 
Münze dem obengenannten Edeln Herrn 
Chunraden von Liechteneke verkauft hat. 

Siegler: Da der Aussteller kein eigenes 
Insiegel hat, die Zeugen. 

kegesten zur Geschichte der Stadt Wien. III. 



Zeugen: Der Grundherr und der erber 
Ritter Herr Reynprecht der Zaünrüd, Bürger- 
meister zu Wien. 

Datum: Geben ze Wienne . . . des sampcz- 
tages nach sande Vlreiches tage. 

Original, Pergament. Mit zwei Siegeln an Per- 
gamentstreifen. 

3084 1346, September 20, Wien. 

Bruder Hans von Rinkenburch, «Comi- 
tewr» der Deutschen Herren zu Oesterreich, 
zu Steyer und zu Kärnten, und Bruder Ernst 
der Ochsse, «Comitewr» in dem Deutschen 
Hause zu Wien, und die Brüder gemein des- 
selben Hauses geben 3 Pfund W^iener Pfennige 
Geltes Burgrechtes, welche Herr Friedrich 
von Auuenstain, Marschall in Kärnten, und 
sein Bruder Herr Chunrat dem Deutschen 
Hause zu Wien von ihrem «auf der Hoch- 
strazze ze Winn ze nächst der herren haus 
der Stuchsen von Trautmansdorf» gelegenen 
Hause gedient haben, den genannten beiden 
Herren um 24 Pfund Wiener Pfennige ab- 
zulösen. 

Siegler: Der oben genannte Bruder Hans 
von Rinkenburch mit seinem und mit des 
Deutschen Hauses zu Wien anhangendem In- 
siegel. 

Datum: Geben ze Winn ... an sand 
Matheus abent. 

Original, Pergament. Das erste der beiden Siegel 
ist abgefallen, das zweite gut erhalten. 

3085 1346, November 11, Wien. 

«Vlreich der Pawer ze Töblich auf dem 
Perge» und Margret und Elzbet, seine Töch- 
ter, beurkunden, dass sie mit Hand Herrn 
«Hainreichs dez Pogner dez Meter», Schaffers 
und Pflegers der geistlichen Frauen zu Tulln 
Predigerordens, ihre halbe Hofstatt Wein- 
garten um 5^/2 Pfund und 3o Pfennige Wiener 
Münze «dem beschaiden manne Andren dem 
Cholbener ze Töblich auf dem Perge» und 
seiner Hausfrau Frau Leukarten verkauft ha- 
ben. Der Weingarten liegt «ze Töblich auf 
dem perge an dem dorf, zenähst Jacoben dem 
Gaylen». Man dient von der ganzen Hof- 
statt Weingarten alljährlich den geistleichen 
Frauen zu Tulln 7 ^/g Eimer Wein zu Berg- 

25 



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194 



K. und k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien. 



recht und 6 Wiener Pfennige zu Vogtrecht 
und 3 Pfennige in das Mal. Da die oben- 
genannten Jungfrauen Margret und Elzbet 
noch nicht vogtbar sind, so setzen sich der 
zu vorgenannte Ulrich der Pawer und «Helm- 
weig sein gesweyer zv den Zeiten zv geselle 
datz sand Mertein ze Newenburch chloster- 
halben, vnd Geysel chlosterurow dacz sand 
Marein Magdalen vnd Hainreich sein oheim» 
zu Gewär und Schirm. 

Siegler: Da die Aussteller nicht eigenes 
Insiegel haben, der obengenannte Herr Hain- 
reich der Pogner der Meter und Herr Chun- 
rad von Prunne als Zeugen. 

Datum: Geben ze Wienne ... an sand 
Merteins tage. 

Original, Pergament. Mit zwei Siegeln an Per- 
gamentstreifen. 

3086 1347, Februar ig, Wien. 

Albrecht, Herzog zu Oesterrcich etc., 
schirmt Wernher, seinen Forstmeister, um 
17 Eimer und i Viertel Wein Bergrechtes, 
gelegen zu Povmgarten, und 18 Schilling 
Pfennige Geldes «minner dreyr phenning 
Wienner», gelegen auf i3 Hofsteten zu Povm- 
garten, welche der genannte Forstmeister von 
Maruschen, dem Juden, Mörleins Sohn, ge- 
kauft hat. 

Datum: Geben ze Wienn, an mentag 
vor sand Peters tag ad kathcdram . . . 

Original, Pergament. Mit sehr gut erhaltenem 
Siegel an Pergamentstreifen. 

3087 1347, Mär^ /;, Wien. 

Albrecht, Herzog zu Oesterreich, beur- 
kundet, dass Perchtold der Satler, Bürger zu 
Wien, mit seinem Willen und Gunst den 
herzoglichen Zehent zu Chressenbrunne von 
Meinharten von Marichek gelöst hat, welchem 
er von des Herzogs Bruder, dem weiland rö- 
mischen Könige Friedrich, versetzt war, für 
60 Pfund Wiener Pfennige «darumb er dem- 
selben vnserm bruder chvnig Friderich ein 
ros vnd einen hengst ze chouffen gab, die 
dem Warten uelser geben worden, also daz 
. . . Perchtold der Satler vnd sein erben den- 
selben zehend ze Chressenbrunn mit allen 
nuczen . . . fürbaz von vns in phandes weis 



innhaben vnd niezzen sullen an abslag als 
lang vntz» dass der Herzog oder seine Erben 
denselben Perchtold oder seine Erben dieser 
60 Pfund Pfennige «geneglich verrichten vnd 
gewern». 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum: Geben ze Wienne ... an sand 
Gerdruten tag. 

Original, Pergament. Mit beschädigtem Siegel an 
Pergamentstreifen. 

Lichnowsky, Bd. III, S. CCCCLXV, Nr. 1444. 

3088 i347y Juli 16, Wien. 

Jörige der Zaendel und sein Bruder Or- 
tolf der Zaendel verkaufen mit Hand Bene- 
dicten, des Ammans und Pflegers der geist- 
lichen Herren zu den Schotten zu Wien, i3 
Pfund Wiener Pfennige Geltes ewigen Burg- 
rechtes auf der «padstuben, die da leit hinder 
sant Pangraetzen ze Wienne vnd haizzet des 
Hertzogen padstuben», um 91 Pfund Wiener 
Pfennige an «Jansen zu den zeiten chlainer 
scheuch» des Herzogs Albrecht zu Oesterreich, 
so dass der jeweilige Besitzer der Badstube 
alljährlich am St. Michaelstag, zu Weihnach- 
ten und am St. Jörgentag je 4 Pfund 80 Pfen- 
nige dienen soll. 

Siegler: Die Aussteller und die Zeugen. 

Zeugen: Benedict, der Schotten Amman; 
Herr Wernhart der Druchsaetze, Schwager 
der beiden Aussteller; Herr Nichlas der Dres- 
sedler, Chünrat der Schönnaicher. 

Datum: Geben ze Wienne . . . des näch- 
sten maentags nach sant Margareten tage. 

Original, Pergament. Mit sechs gut erhaltenen 
Siegeln an Pergamentstreifen. 

3089 1347, October i5, Avignon. 
Indulgenz- und Ablassbrief von neun- 
zehn in der Urkunde genannten Bischöfen 
für die in der Burg zu Wien gelegene Ka- 
pelle der heil. Jungfrau Maria, der Heiligen 
Johannes des Evangelisten, Georg des Mär- 
tirers und Pankratius. 

Siegler: Die neunzehn Bischöfe. 

Datum: Auinioni XV die mens, octob. 

Original mit schön erhaltener in Farben mit figu- 
raler Ausschmückung ausgeführter Initiale auf Perga- 
ment. Von den an grünen, rothen und gelben Seiden- 
schnüren anhangenden Siegeln sind fünf gut erhalten, 
zwölf beschädigt. Zwei Siegel fehlen. 



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K. und k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien. 



195 



8090 1347, November 11. 

Andre der Maschel von Grintzinge und 
seine Hausfrau Pravnhilt beurkunden, dass 
sie I Pfund Wiener Pfennige Geltes Burg- 
rechtes auf ihrem Hause zu Grintzing und auf 
dem Garten hinten daran, dessen rechte Grund- 
frauen die geistlichen Frauen zu St. Chlarn 
zu Wien sind, denen man alljährlich davon 
3o Wiener Pfennige zu Grundrecht dient, 
um 9 Pfund Wiener Pfennige der Aebtissin 
Schwester Maechthilten und dem Convente 
zu St. Chlarn zu Wien verkauft haben und 
sich das Ablösungsrecht vorbehalten. Das 
Haus liegt zunächst Wolfharten dem Grillen. 

Siegler: Beide Zeugen, da die Aussteller 
nicht eigenes Insiegel haben. 

Zeugen : Herr Nychlas im Perchhof dacz 
der Heiligenstat, Herr Jörig von Nuzdorf, 
Amtmann der Herren von Meichsaw. 

Datum: Geben ... an sant Merteins 
tage. 

Original, Pergament. Die zwei Siegel fehlen. 

3091 1347, December 6. 

Elspet, Witwe des Herrn Stephan, wei- 
land Kammerschreiber zu Wien, verkauft mit 
Hand ihres Bergmeisters Herrn «Hainreiches 
des Meter des Pogner», Amtmannes und Ver- 
wesers des Gutes der geistlichen Klosterfrauen 
von Tulln, i Joch Weingarten um 40 Pfund 
Wiener Pfennige dem ehrbaren Manne Ste- 
phanne, Herzog Albrechts Küchenschreiber. 
Der Weingarten liegt «an der Hohenwort», 
zunächst dem Weingarten Ernsten des Flotzer. 
Man dient von ihm alljährlich den obenge- 
nannten Frauen zu Tulln 3 Eimer Wein zu 
Bergrecht und 3 Wiener Pfennige zu Vogt- 
recht und auf «der zwelif poten alter hincz 
vnser vrown^ 3 Pfund Wiener Pfennige zu 
Burgrecht. Der Weingarten ist ihr mit Ver- 
zicht und Los in rechter Theilung gegen ihre 
Kinder zugefallen. 

Siegler: Der obengenannte Bergmeister 
und die Zeugen. 

Zeugen: Herr Dietreich der Vrbaetsch 
und der Schwager der Ausstellerin Otakcher 
von Prunne. 

Datum: Gegeben ... an sand Nyclas tag. 



Original, Pergament. Das erste der an Pergament- 
streifen anhangenden Siegel ist nur mehr theilweise, 
die beiden anderen sind gut erhalten. 

3093 1348, Januar^ 16, Wien. 

Herzog Albrecht zu Oesterreich bestätigt 
und erneuert die eingeschaltete Handfeste, 
welche sein Bruder der weiland römische 
König Friedrich noch als Herzog zu Oester- 
reich am 8. September i3i2 den Bürgern, 
Kaufleuten und Krämern zu Wien gegeben 
hat, und fügt auf deren Bitten bei, dass die- 
selben Bürger und Kaufleute sechs «vnder- 
keuffel» und nicht mehr einsetzen sollen, die 
«erber vnd getrew biderb lewt sein, die auf 
jr chaufmanschafft geen vnd chain ander mer 
vnd die gesten vnd purger getreuleichen 
dienen jn den rechten als vorgeschriben ist 
vnd der yegleicher auf funfftczigch phunt 
phennig wert hat vnd ob ir ainer der nicht 
gehaben möchtt, mag der ainen piderben man 
für sich gehaben, der jn vergwissert fuer fünff- 
czig phunt phennig, der ist auf ze nemen». 
Jeder Uebertreter dieser Verordnung ist zur 
Busse in die herzogliche Kammer 10 Pfund 
Pfennige und dem Stadtrichter zu Wien 2 
Pfund Pfennige Wiener Münze verfallen. 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum: Geben . . . ze Wienn . . . am 
mitichen vor sand Agnesen tag. 

Abschrift aus dem 1 8. Jahrhundert. Die Handfeste 
vom 8. September i3i2 ist in der vorliegenden Ab- 
schrift, wie eine angefügte Bemerkung sagt, weggelassen, 
weil sie in v. Senkenberg, Select. jur. et hist., Tom. IV, 
p. 461 gedruckt zu finden ist. 

Lichnowsky, Bd. III, S. CCCCLXVIII, Nr. 1475. 

3093 1348, Mai 12, Wien. 

Hainreich der Chriech, seine Hausfrau 
Margret, sein Schwager Nychlas von Hunts- 
haime und dessen Hausfrau Elzbet verkaufen 
ihres rechten Eigens 28 Joch Aecker zu Se- 
barn um 114 Pfund und 6 Schilling Pfennige 
Wiener Münze der Aebtissin Schwester Chü- 
nigunde von Ratpach und dem Convente des 
Frauenklosters zu St. Chlarn zu Wien. 

Siegler: Aussteller und beide Zeugen. 

Zeugen: Die Vettern der obengenannten 
Geschwister Hainreich und Elzbet: Vlreich 
der Chriech und Vlreich der Sweinwarter. 

25» 



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Datum: Geben ze Wienne ... an sand 
Pangr&tzen tage. 

Original^ Pergament. Die vier Siegel fehlen. 

3094 134^, August i5, Wien. 

Perchtold derGeuchramer, Kirchenmeister 
zu St. Stephan zu Wien, beurkundet, dass er 
den geistlichen Frauen «hincz sand Pernhart» 
I halbes Pfund Geltes geschafft und gegeben 
hat. Dasselbe liegt auf «Gotfritz Stadel des 
Vleischalicher in dem geraeutt vor Stuben 
pürger tor>. Er hat es gekauft von Hain- 
reichen von Brünne und seiner Hausfrau Frau 
Chlaren, denen beiden Gott Gnade. 

Siegler: Der Aussteller selbst und der 
ehrsame Mann Herr Jans der Polle. 

Datum: Geben ze Wienne ... an vnser 
vrowen tag ze der schydung. 

Original, Pergament. Mit Resten der beiden Siegel 
an Pergamentstreifen. 

3095 IJ4S, September 2f), Wien, 

Jans von Merswanch und Ulreich, sein 
Bruder, haben um ihres Seelenheiles willen 
drei ganze zu Rauhenwort gelegene Lehen, 
ihr rechtes freies Eigen, der Kapelle «vnser 
vrawen vnd sand Johannes in der puerch ze 
Wienn» so gewidmet und gemacht, dass der 
jeweilige Besitzer dieser Lehen alljährlich 
davon 4 Wiener Pfennige von jedem ganzen 
und 2 Pfennige von jedem halben Lehen am 
St. Michaelstag zu Burgrecht dienen soll. 

Siegler: Die beiden Aussteller und 'Herr 
Mert der Stüchss von Trautmansdorf als Zeuge. 

Datum: Geben ze Wienn ... an sand 
Michels tag. 

Original, Pergament. Mit drei Siegeln an Pcr- 
gamentstreifen. 

3096 1348, November ip, Wien. 

Anna, Hausfrau Herrn Seybots von 
Missingdorf, bekennt, dass ihr «erer wiert 
her Marichart der Jan» lediglich «gemacht 
vnd geben» hat: 9 Dreilinge Weines Geltes 
Bergrechtes, i Pfund Wiener Pfennige Geltes, 
8 Pfennige Geltes, 4^/2 Pfund Pfeffer und 
fünf gemästete Gänse. Das Alles, welches ihr 
rechtes Eigen ist und «ze Grinczing vnd ze 
Svfring vnd in dem Svnnperg vnd in dem 



Chezwassers Graben vnd in dem Schenchen- 
perg» liegt, soll mit Allem, was dazu gehört, 
zu Feld, zu Dorf etc. nach ihrem Tode ihrem 
Gatten, Seybot von Missingdorf, freieigen zu- 
fallen. 

Siegler: Die Ausstellerin und die Zeugen. 

Zeugen: Die Ritter: Herr Weychart und 
Herr Vlreich bey den Minnern prüdem ze 
Wienne; die Oheime der Frau Anna: Mertt 
des Hermendleins Sohn, Judenrichter zu 
Wienne, Jans in dem Strohof, Jacob an dem 
Chyenmarcht. 

Datum: Geben ze Wienne ... an sande 
Elspeten tag. 

Original, Pergament. Mit zwei Siegeln an Per- 
gamentstreifen. Das erste, zweite, fQnfte und sechste 
Siegel befinden sich nicht mehr an der Urkunde. 

3097 1349, Mär^ 10, Wien. 

Perchtolt von Pergaw und seine Hausfrau 
Gedräut verkaufen ihres rechten Eigens «an 
neun phennig dreiczehen Schilling Wienner 
phennig geltes», die zu Nydern Leizze liegen, 
7 Schilling Pfennige Geltes auf zwei Lehen 
und 57 Pfennige Geltes auf 3*/a Jeuch Wein- 
garten, gelegen an dem Zigoltsperch und 
^/g Pfund «an sechs phennig» Geltes auf 11 
Jeuchart Aecker, gelegen an dem Hag, um 
22 Pfund Wiener Pfennige dem ehrbaren 
Priester Herrn Veit, Hainreichs Sohn von 
Nydern Leizze. Dieser hat die Gülten zu der 
ewigen Messe gekauft, welche die ehrbare 
Frau Peters Pauln Witwe des Maeren auf dem 
Altar der heil, drei Könige zu der Himel- 
porten zu Wien gewidmet hat. Der genannte 
Priester Herr Veyt soll diese Gülte lebensläng- 
lich innehaben, nach seinem Tode der jeweilige 
Caplan und Verweser dieser ewigen Messe. 

Siegler: Der Aussteller und der Zeuge. 

Zeuge: Der Vetter des Ausstellers Herr 
Vlreich von Pergawe. 

Datum: Geben ze Wienne . . . des eri- 
tags in der andern gan^zen vastwochen. 

Original, Pergament. Mit einem an Pergament- 
Streifen anhangenden Siegel, das zweite Siegel fehlt. 

3098 134g, Märi 22, Wien. 

«Jans der Hermarchter, purger ze Neun- 
burch chlosterhalben» und Chvnigunt, seine 



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197 



Hausfrau, beurkunden, dass.sie «vnsers rech- 
ten aygens vnsern Weingarten gelegen ze 
Grinczing hinder dem dorf gegen dem Wein- 
garten ^ber der da haizzt der Lannsse vnd 
der da haizzet der Praitenuelder, dez wir selb 
recht gruntherren sein ze stiften vnd ze stö- 
ren ze naehst hern Sygharts Weingarten des 
Prunner, der mich vorgenanten Jansen den 
Hormarchter mit furczicht vnd mit los ze 
rechtem erbtail angevallen ist gegen meinen 
geswistereyden do wir mit ein ander getaylt 
haben,» um 46 Pfund Wiener Pfennige dem 
«erbern manne R^gern dem Glaser, purger 
ze Wienne» und seiner Hausfrau frau Mar- 
greten verkauft haben. 

Siegler: Aussteller und Zeugen. 

Zeugen : Der Bruder des Ausstellers Chri- 
stan der Hormarchter, der Oheim des Aus- 
stellers Gerung der Chol und Herr Herman 
der Syrueyer, Bürger zu Wien. 

Datum : Geben ze Wienne . . . des sun- 
tags ze Mitter uasten. 

Original, Pergament. Mit vier Siegeln an Perga- 
mentstreifen. 

3099 1349, Juni 24, Wien. 

Agnes die Marchpurgerinne beurkundet, 
dass der Theil «des gutes allez daz hernach 
geschriben stet, daz mir mein sun Gotfrit 
von Marichpurch gemacht vnd geben hat» 
zu rechtem Leibgedinge «des ersten an dem 
Weingarten der da leit ze Nuzdorf in der 
hofstat vnd an den hofsteten, die da ligent 
ze der Heiligenstat vnd an dem perchrecht 
ze Grintzing» und dazu alles Gut, das dem- 
selben ihrem Sohne Gotfriden von Marich- 
purch anerstorben ist daselbst von seiner 
Muhme Frau Katrein, Herrn Chrafts Witwe 
von Sunnberch . . . nach ihrem Tode auf 
ihren oben genannten Sohn oder seine Erben 
fallen soll. 

Siegler: Ausstellerin und Zeuge. 

Zeuge: Der erbere Herr her Herman 
von Wolfkerstorf. 

Datum: Geben ze Wienne ... an sande 
Johans tag ze svnwenten. 

Original, Pergament. Mit zwei Siegeln an Per- 
gamentstreifen. 



3100 1349, August 8, Neuburg. 

Guido, Cardinalpriester sancte Cecilie, 
Legat des apostolischen Stuhles, hat aus einer 
Petition des Pfarrers der Kirche zu St. Ste- 
phan in Wien, Passauer Diöcese, erfahren, 
dass «duo cimiteria in eodem loco Wyenne 
propter mortalitatis pestem sunt nouiter auc- 
toritate nostra consecrata, in quibus sepeli- 
untur Corpora mortuorum et quod non nuUi 
parochiani eiusdem ecclesie sancti Stephani 
in eiusdem ecclesie dampnum non modicum 
primum septimum et triccsimum vt moris 
est eidem ecclesie denegant exhibere; quotque 
religiös! eiusdem terre Wyenne exempti et 
non exempti corpora quorumlibet mortuorum 
siue apud eos sepulturam elegerint siue non 
indifferenter recipiunt et sepeliunt absque 
eiusdem plebani licencia portionem canoni- 
cam eidem debitam denegantes commode 
ministrare». Er erklärt nun, dass dies nicht 
seinen Intentionen entspreche, und droht jenen 
Wiener Priestern, welche solche Begräbnisse 
ohne Licenz des Pfarrers von St. Stephan 
vornehmen, mit kirchlichen Strafen. 

Datum: Apud Newburg pat. dioc. die 
VI. id. Augusti . . . 

Gleichzeitige Aufschreibung auf Papier. 

3101 ijSo, Mai II. 

Chadolt von Pavngarten beurkundet, dass 
er mit Willen und Gunst des Herzogs Albert 
von Oesterreich seines rechten freien um sein 
Geld erkauften Eigens 6 Schilling Geltes Wie- 
ner Pfennige, das zu Weczleinstorf auf einem 
halben Lehen zunächst Albrecht dem Per- 
nekker liegt, um 7 Ys Pfund Pfennige Wiener 
Münze der Aebtissin Schwester Chunigunt 
von Rappach und der Samnung des Klosters 
zu St. Chlaren zu Wien verkauft hat. 

Siegler: Der Aussteller und der Zeuge. 

Zeuge: Der Edle Herr Graf Vlreich von 
Phanenberch, des Herzogs Albrecht Obrister 
Marschall in Osterrich und Hauptmann in 
Kärnten. 

Datum: Geben . . . des erigtages vor 
phingsten. 

Original, Pergament. Beide Siegel fehlen. 



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igS 



K. und k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien. 



3103 is5o, Mai 23. 

Haindenrich von Poystorf, seine Haus- 
frau Katy und sein Bruder Hertneid beur- 
kunden, dass sie ihres «rechten verlehenten 
guetes» I Pfund Wiener Pfennige Geltes auf 
zwei halben Lehen zu Poystorf den Kloster- 
frauen zu St. Chlaren zu Wien um 10 Pfund 
und 60 Pfennige Wiener Münze verkauft und 
vor dem erbern Herrn Wulfingen, Hubmeister 
des Herzogs Albrecht in Oesterreich, der eben 
nicht «an haim waz ze Wienn», aufgegeben 
haben. 

Siegler: Aussteller und Zeuge. 

Zeuge: Herr Wulfing, Hubmeister. 

Datum: . . . des suntages nach phingsten. 

Original, Pergament. Die drei Siegel fehlen. 

3103 JjSo, Mai 2j, 

Haindenrich von Poystorf und seine Haus- 
frau Katy und sein Bruder Hertneid beur- 
kunden, dass sie mit Hand ihres Lehensherrn, 
Herzogs Albrecht in Oesterreich, i Pfund 
Wiener Pfennige Geltes auf behausten Hol- 
den, gelegen zu Poystorf auf zv^ei halben 
Lehen, um 10 Pfund und 60 Pfennige Wiener 
Münze der Aebtissin Schwester Chunigunt 
von Rappach und der Samnung des Frauen- 
klosters zu St. Chlarn verkauft haben. 

Siegler: Ausstelfer und Zeuge. 

Zeuge: Herr Wulfing von Getzendorf, 
Hubmeister des Herzogs Albrecht in Oester- 
reich. 

Datum: Geben . . . des suntages nach 
phingsten. 

Original, Pergament. Die drei Siegel fehlen. 

3104 ijSo, December 23, Wien, 

Rüedolf, Pfarrer zu Gütenstain, beur- 
kundet, dass er mit Hand seines Grundherrn 
Herrn «Jansen zu den zeiten chapplan sant 
Paulsalter dacz der Hymelporten ze Wienne» 
sein Haus, gelegen «in der Laderstrazze ze 
Wienne, daz ich vmbe mein aygenhaft varunt 
gut gechauft han, da man alle jar von dient 
an sant Margreten tage der pfenninge die gen- 
gich sint des selben jars auf den egenanten 
alter sant Pauls» 59 Wiener Pfennige zu 



Grundrecht und «hintz den predigem ze 
Wienne» V2 Pfund Wiener Pfennige zu Burg- 
recht, welches man zu drei Zeiten im Jahre, 
und zwar an sant Michelstage, zu Weihnachten 
und an sant Jörgen Tage je 40 Pfennige 
reichet um 44 Pfund Wiener Pfennige dem 
«erbern priester hern Wernharten zu den 
Zeiten pharrer datz der Newen stat vnd Vi- 
reichen von Haynwurch» verkauft hat. Das 
Haus liegt zunächst «Ortolfes haus des fueter- 
schreiber.» 

Siegler: Aussteller, Grundherr und Zeu- 
gen. 

Zeugen: Herr Dietreich der Fluschart, 
Bürgermeister zu Wien, und Herr Sighart 
der Prunner. 

Datum: Geben ze Wienne . . . des naeh- 
sten phincztages vor Weyhenn achten. 

Original, Pergament. Mit vier Siegeln an Perga- 
menistreifen. 

3105 13^1, Januar ij, Wien, 

Albrecht, Herzog zu Oesterreich etc., be- 
urkundet «vmb das haw^s gelegen ze Wienn 
in der Faderstrass», v^elches sein Caplan 
«Andre seiger der Chrannesi weilend chorherr 
ze Passaw vnd pfarrer zu Ruprechteshofen» 
bei seinen Lebzeiten dem Prior und dem Con- 
vente «zu vnser stift ze Sand Marien Thron 
ze Gemnyk des ordens von Carthus» frei 
gegeben hat, «das wir wellen, das dasselb ir 
haws vnd ir wirth», welchen diese in dem 
Hause haben, von aller «stewr, losung, zoll 
pet vorderung lelen vnd gab, von aller wacht, 
dienst gastung vnd beswerung» etc. frei und 
ledig sein sollen. Der Prior und Convent 
und ihr Wirth mögen auch in demselben 
Hause in der Stadt und allenthalben Wein 
schänken, kaufen und verkaufen. Wenn die 
geistlichen Herren von Gamnyk für dieses 
Haus ein anderes erwerben, so soll diese 
Freiung und Gnad auf das neu erworbene 
Haus übergehen. 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum: Geben ze Wienn an sand An- 
thony tag . . . 

Vidimus des Schottenabtes Mathias zu Wien am 
22. Octobcr 1470. 

Lichnowsky, Bd. UI, S. CCCCLXXllI, Nr. 1531. 



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199 



8106 ijSi, Märi jo, Wien. 

Aspein der Haering von Poystorf, Michel 
sein Sohn, Anna seine Hausfrau, Symon, 
Nichlas und Janns, auch seine Söhne, beur- 
kunden, dass sie «an zwen phenninge fümf 
Schillinge wienner phenninge geltes auf ihrem 
lehen gelegen ze Poistorf ze naehst Diet- 
reichen dem ChnoUen . . ., des die erbern 
gaestleichen vrowen dacz sant Chlarn ze 
Wienne recht stifterinne und störer sint, 
wand dacz selbe lehen ir behaustes gut ist» 
und wovon diesen alljährlich 32 Wiener Pfen- 
nige zu rechtem Dienste geleistet werden, 
der Aebtissin Schwester Chunigund und dem 
Convente des Frauenklosters zu St. Chlarn 
zu Wien zu den 32 Pfennigen Geltes, «die 
si vor auf dem egenanten vnserm lehen ha- 
bent» um 6 Pfund Wiener Pfennige verkauft 
haben so, dass der jeweilige Besitzer dieses 
Lehens den Klosterfrauen die 6 Schillinge 
Wiener Pfennige Geltes alljährlich und zwar 
an St. Jörgentag und an St. Michelstag je 
die Hälfte davon dienen sollen. 

Siegler und Zeugen: Da die Aussteller 
selbst kein eigenes Siegel haben, Herr Ste- 
phan, Pfarrer zu Poystorf, und Herr Wern- 
hart von Mezzenpach. 

Datum: Geben ze Wienne . . . des naeh- 
sten mittichens nach mitter vasten. 

Original, Pergament. Beide Siegel fehlen. 

3107 ijSi, Mai ij, Wien. 

Albrecht, Herzog zu Oesterreich etc., 
erneuert das Stapel- und Niederlagsrecht 
für Wien, wie die Handfeste des römischen 
Königs Rudolf es besagt, welche die Bürger 
von Wien besitzen. 

Datum: Geben ze Wienn an eritag nach 
sand Pangraczien tag . . . 

Abschrift des 1 8. Jahrhunderts. 

Rauch, Script. III, 73—74. — Tomaschek J. A.. 
Rechte und Freiheiten, Bd. I, S. 125, Nr. XLIV. 

3108 ijSi, September ij, Wien. 

Niclas der Wurffei, Richter ze Wienne, 
vor den «in die purger schranne ze Wienne 
vor rechtem gericht der erber man Jacob 
der Chetner» gekommen ist und geklagt hat 



«mit vorsprechen auf Vlreichs prantstat des 
Pölsterleins, die do leit in der Sunicherstrazze 
ze Wienne ze nest der Petrinne prantstat 
der Verberinne», um i Pfund Wiener Pfen- 
nige versessenen Burgrechtes und «umb alle 
die zwispilde, die mit recht dar auf ertailt 
sint als wir daz ich in mit recht poten dar 
auf gab Niclasen den Chiener vnd Hain- 
reichen den Piermeyder die zwen vorspre- 
chen», nachdem diese ausgesagt haben, dass 
sie die «vorgenanten prantstat mit sampt den 
vmbsezzen haben beschaut und geschaczt, 
das si so te^r nicht en ist, als das versezzen 
purchrecht vnd die zwispilde, die mit recht 
dar auf ertailt sint» macht den vorgenanten 
Jacoben den Chetner «... in der egenanten 
prantstat gewaltich» und setzt ihn an die 
Gewähr. 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum: Geben ze Wienne . . . des nasten 
freytags vor sande Matheus tag. 

Original, Pergament. Mit einem Insiegel an Perga- 
mentstreifen. 

3109 1351, September 21, Wien. 

Ortolf der Rosengärtel und Percht, seine 
Hausfrau, beurkunden, dass sie «mit gesamp- 
ter hant . . . vnd mit vnsers gruntherren hant, 
dez erbern ritter hern Jansen dez Greiffen . . . 
vier strich semelmelbs ewigs gelts dienst auf 
vnserm haws gelegen an dem alten Fleisch- 
marcht ze Wienn ze nächst Michels haws 
dez Chünrainer do man alle iar von dienet 
hern Jansen dem Greiffen» 6 Wiener Pfen- 
nige zu Grundrecht und «hern Wernharten 
bey den Minnern Brödern» i Pfund und 
«hern Jansen dem Stainpekchen» i Pfund 
zu Burgrecht, um 5 Pfund Wiener Pfennige 
verkauft und gegeben haben dem «vorgenan- 
ten Jansen dem Stainpekchen, der die ege- 
nanten vier strich semelmelbs ewiger gülte 
gechauft vnd gegeben hat lauterleich durch 
got der pharchirchen dacz sant Stephan ze 
Wienn zö den oblayn, die man pacht zu 
vnsers herren gots leichnam» so, dass die je- 
weiligen Besitzer dieses Hauses diese 4 Strich 
Mehl ewiger Gülte alljährlich dienen sollen 
«hern Mycheln dem Gaewchramer zu den 
Zeiten chirchmaister dacz Sand Stephan ze 



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K. und k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien. 



Wienn» oder dem jeweiligen Kirchen meister 
daselbst, und zwar an sant Katreyn tag und 
zu Mittervasten je 2 Strich. 

Siegler: Weil die Aussteller kein eigenes 
Insiegel haben, der Grundherr und die 
Zeugen. 

Zeugen: Herr Sighart der Prunner und 
Herr Hainreich von der Neizz. 

Datum: Geben ze Wienn ... an sant 
Matheus tag. 

Original, Pergament. Mit drei Siegeln an Per- 
gamentstreifen. 

3110 /j5/, October ji, Nieder-Leiss. 

Ortolf Pirpawmer, seine Hausfrau Elspet 
und beider Erben beurkunden, dass sie ihres 
rechten Eigenthums ihren Hof zu cPvrsten- 
dorf an dem ort dez da sint an zwo fvntzig 
jevch» Aecker und S^'g Tagwerk Wiesmad 
und einem Baumgarten und allem Zugehör 
um 33 Pfund Wiener Pfennige dem Seydeln, 
Obrechts Sohn, und der Frau Peters Pauln 
Witwe des Maeren zu Nider Leizze verkauft 
haben; «vnd wan Seidel Obrecht svn aigen- 
schaft nicht gehaben mag», so hat die ge- 
nannte Frau Peters Paulen Witwe von Nider 
Leisse diesen Hof mit allem Zugehör ge- 
widmet und gegeben zu der ewigen Messe, 
die sie auf dem Altar der heil, drei Könige 
«dacz der Himelporten zv Wienne». Der ge- 
nannte Seidel, Obrechts Sohn, oder wer den 
ehegenannten Hof besitzt, soll dem Priester 
Herrn Niclas, dem Caplan und Verweser 
dieser ewigen Messe, und allen seinen Nach- 
folgern, von dem Hofe i Pfund Wiener Pfen- 
nige, und zwar: am St. Jerigentag und am 
St. Michaelstag je ^/^ Pfund geben. Der je- 
weilige Verweser der ewigen Messe soll des 
genannten Hofes und aller Zugehör «Stifter 
vnd sterer sein, alz purchrechtz recht ist» in 
Oest erreich. 

Siegler: Die Aussteller und die Zeugen. 

Zeugen : Des Ausstellers Vater Fridreich 
Pirpawmer, Jans der Maere, Niclas der Tanner 
von Nider Leizze, Jans von Greschenstetn. 

Datum: Geben ze Nider Leisse ... an 
aller hailigen abent. 

Original, Pergament. Mit fünf Siegeln an Per- 
gamentstreifen. 



8111 135 1, November 22, Königsfelden. 

Agnes, Königin zu Ungarn, schafft, dass 
man von dem Gute, «so wir da nidenan ze 
Oesterreich haben, alz vil vns denne geuallen 
ist, ez si von einer quatemper, oder von 
zwein, oder waz denne vsse stat, ez si an 
Silber, an golde, an wine oder an körne dauon 
geben sol den Minren brüdern ze Wiene» 
10 Mark. Von dem, was dann noch übrig 
bleibt, soll man geben «einen teil allen den 
cl6stern, so in dem lande ze Österr. gelegen 
sint, daz si vns in iren clöstern emphelchen 
vnd got für vns bittent> und einen Theil 
den «geistlichen fröwen ze sant Ciaren ze 
Wiene daz si got für vns bitten vnd aber 
einen teil prediger, Minren brüder vnd Augu- 
stiner Ordens in dem lande ze Oster. . . . 
vnd den vierdenteil dem spital ze Wiene vnd 
allen den spitalen und vssetziger husera» 
in Oesterreich. Sie empfiehlt alle diese An- 
ordnungen und Vermächtnisse und deren Voll- 
ziehung ihrem Bruder Albrecht, Herzog zu 
Oesterreich, und ihrem jeweiligen «amman 
ze Wittenegge», und dem jeweiligen «minister 
. . . der Minren Brüdern» und ihrem getreuen 
Sygharden, Bürger zu Wien. 

Datum: Gegeben ze Chungesvelt an dem 
nechsten zistag vor sant Katherinen tag . . .^) 

Original, Pergament. Das Siegel ist abgeschnitten. 

Diese Urkunde befand sich ursprüngUch im Ar- 
chive des ehemaligen Nonnenklosters St. Clara, wurde 
mit diesem vom Jesuitencollegium in Wien übernom- 
men und gelangte nach dessen Aufhebung in das bei 
der k. k. niederösterreichischen Regierung bestandene 
Klosterraths- Archiv und von dort im Jahre 1844 in 
das k. und k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv. 

3113 1352, Januar 21, Wien. 

Herzogs Albrecht von Oesterreich Schirm- 
brief für Otto von Meisso'vV und seine Erben 
um 4 Pfund Wiener Pfennige Geltes, «ge- 
legen ze Nuzdorf> auf elf Holden, zwei Wein- 
gärten «gelegen an dem Stainpuhel», ein Haus 
zu Nuzdorf, einen Baumgarten, an demselben 



^) Herzog Rudolf IV. bestätigte fQr sich und seine 
Brüder die Erklärung seines Vaters, des Herzogs Al- 
brecht II., rücksichtlich dieser frommen Vermächtnisse 
seiner Tante und versprach dieselben auch seinerseits 
genau in Erfüllung zu bringen. Vgl. Lichnowsky, Re- 
gesten, Bd. IV, S. DLXXXIII, Nr. 48. 



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K. und k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien. 



20I 



Haus gelegen, und einen Weingarten, gelegen 
im Mukkental, «daz allez Dauiden dem Steuz, 
unserm Juden ze Wienn, Händleins sun von 
Newmburch vnd seinen erben veruallen vnd 
verstanden ist» von Chunigunden, Witwe 
Otto's von Wultzendorf, und ihren Erben und 
welche Ott von Meissov von demselben Juden 
David gekauft hat. 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum: Geben . . . ze Wienn ... an 
sand Agnesen tag 1352. 

Original. Pergament. Mit unversehrtem Siegel an 
Pergamentstreifen. 

8113 1^52, April 24, Wien. 

Hainreich der Chörsner und Elzbet, 
seine Hausfrau, beurkunden, dass sie «mit 
gesampter hant . . . vnd mit vnsers grunt- 
herren hant des erbern herren hern Otten 
von Volchestorf . . . vnser haus gelegen in 
der Maentlerstrazze ze Wienne zwischen Frid- 
reichs haus des Goltslaher vnd des Wünder- 
leins haus, da man von dem selben vnserm 
haus alle iar dient dem egenanten erbern 
herren hern Otten von Volchestorf» 6 Schil- 
linge Wiener Pfennige «mit ein ander an 
sant Michels tage ze gruntrecht vnd ze purch- 
recht», um 4 Pfund und 20 Pfennige Wiener 
Münze «dem beschaiden manne Cholman 
dem Maentler» und seiner Hausfrau Frau 
Christeinen verkauft haben. 

Siegler: Da die Aussteller kein eigenes 
Insiegel haben, der Grundherr und der Zeuge. 

Zeuge: Herr Hainreich der Waekcherlein. 

Datum: Geben ze Wienne ... an sant 
Jörgen tage. 

Original, Pergament. Beide an Pergamentstreifen 
anhängende Siegel sind beschädigt. 

3114 1352, November 14. 

An diesem Tage starb «Joanna . . . Al- 
berti ducis Austriae . . . ducissa, que sepulta 
est apud Wiennam». 

Auszug im Nachlasse v. Birk*s aus dem Necrolog. 
cathed. Basil. — Trouillat, Monuments de V€vtc\i€ de 
Bälc IV, 658. 

8115 JJ^Sf Januar 8, Wien. 

Leutolt von Chünringen, obrister Schenk 
in Oesterreich, beurkundet, «vmb die gölt 

Regesten zur Geschichte der Stadt Wien. 111. 



die Michel der Vierdunch ze chauffen geben 
hat mit meiner hant Fridreichen von Tirnach, 
purger ze Wienne vnd seinen erben, dev 
gelegen ist ze Scharndorf auf siben halben 
lehen vnd auf drin z^ lehen . . ., daz ich 
die selben gölt alle . . . demselben Fridreichen 
von Tirnach vnd allen seinen erben baidev 
sönen vnd töchtern . . . verlihen ze rechtem 
lehen han ...» 

Siegler: Aussteller und Zeuge. 

Zeuge: Herr Stephan von Meychsawe, 
obrister Marschalich in Osterreich. 

Datum: Geben ze Wienne ... an sant 
Erharts tage. 

Original^ Papier. Mit zwei Siegeln an Pergament- 
streifen. 

3116 1353, April 22, Wien. 

Die Aebtissin Schwester Chvnigunt von 
Ratpach und der Convent des Frauenklosters 
zu St. Chlarn zu Wien beurkunden, dass sie 
mit Hand ihres Grundherren, des «gaistlei- 
chen herren prüder Ernstz des Ochssen z^ 
den Zeiten commentewer dez havs dacz dem 
Teutschen haus zu Wienne», das hinter dem 
«Newenmarkt ze Wienne in der Laderstrazz» 
zunächst dem Hause Herrn Wernharts, des 
Pfarrers von der Nevnstat, gelegene Haus, 
das «weilnt Ortolfs dez Fuetersch reiber ge- 
wesen ist, dem got gnade», dem ehrbaren 
Herrn Stephann, Pfarrer zu Melkch und 
Schreiber des Herzogs Albrecht in Oester- 
reich etc., zu Grundrecht und Burgrecht 
um 2 Pfund Wiener Pfennige verkauft ha- 
ben. Man dient von dem Hause alljährlich 
den geistlichen Herren «dacz dem Teutschen 
havs» 2 Wienner Pfennige zu Grundrecht 
und I Pfund Wiener Pfennige zu Burgrecht 
und dem Kloster zu St. Chlarn 3 Pfund 
Wiener Pfennige zu Burgrecht. Dieses Frauen- 
kloster hat das Haus durch gerichtliches Ur- 
theil in der Bürgerschranne zu Wien für 
versessenes Burgrecht und alle Zwispilde er- 
langt. 

8117 13^3, April 23, Wien. 

Eberhart von Walsse, Hauptmann ob 
der Enns, «zu den zeiten lehentrager und 

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202 



K. und k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien. 



Verweser meines öheims Seyfrits hern Jansen 
sün von Chünring von Seuelde, dem Got 
gnade», beurkundet, dass vor ihn gekommen 
ist «Michel der Vierdünch, pürger Wienn» 
und ihm an seines oben genannten Oheims 
statt aufgegeben hat «seines rechten lechens 
. . . dez ersten ein halbes lehen gelegen 
ze Schorndorf ze nächst Lewpolden dem 
Weyzzen . . .') vnd aber ein halbes lehen ge- 
legen da selbes ze Schorndorf ...»') Er 
verleiht an seines genannten Oheims statt 
beide Lehen «dem erbern mann Fridreichen 
von Tyrna vnd seinen erben baydew sünen 
vnd töchtern . . . ». 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum: Geben ze Wienn ... an sand 
Jörigen abent. 

Original, Pergament. Das an Pergamentstreifen 
anhängende Siegel ist gut erhalten. 

3118 iJ'Sj, September /, Wien. 

Perichtolt, des verstorbenen Herrn Pe- 
richtolts Sohn des Pollen, beurkundet, dass 
er eine Brandstätte, die er «mit rechten not- 
taydingen in der purger schranne ze Wienne 
vor rechtem gericht» für sein versessenes 
Grundrecht und Burgrecht und für alle Zwi- 
spilt laut Gerichtsbriefes als sein rechtes Eigen 
erlangt hat und welche wxder Grundrecht 
noch Burgrecht dient, um 15 Pfund Wiener 
Pfennige der Aebtissin Schwester Chünigun- 
den von Ratpach und dem Convente des 
Frauenklosters zu St. Chlarn zu Wien ver- 
kauft. Diese «Prantstat» ist «weiln des Lan- 
gen Vleins» gewesen und liegt in der «Chaer- 
nerstrazze ze Wienne» zunächst dem Hause, 
das «Paertelmcs des Vierdungs» gewesen ist. 

Siegler: Die Zeugen, da der Aussteller 
kein eigenes Insiegel hat. 

Zeugen: Der Vetter des Ausstellers Herr 
Jacob der Polle, Caplan der Kapelle «Vnser 
Vrowen in der purger rathaus ze Wienne, 
hern Otten Haymen Stiftung»; Herr Walther, 
Caplan der Kapelle St. Thomas im Hause des 
Ausstellers; der Vetter des Ausstellers Herr 
Jans der Polle; Chunrat der Raeuzzenprukker. 

*) Folgt die Aufzählung der jährlich davon zu 
leistenden Dienste. 



Datum: Geben ze Wienne ... an sant 
Gylgen tage. 

Original, Pergament. Die vier Siegel fehlen. 

3119 ij-^j, December ij, Wien. 

Albrecht der Scheuch, Thürhüter des 
Herzogs Albrecht zu Oesterreich etc., Mathes 
von der Ygla und Stephan von Pechlarn Ur- 
kunden, dass sie 14 Schillinge Wiener Pfen- 
nige Geltes Burgrecht auf 5 Viertel Wein- 
gärten Michels des Dreschers mit Hand des 
Bergherrn Bruder «Nichlas von Wildungs- 
maur», obristen Meisters des Hauses zu 
Mauwerperge und «comiteur des haus datz 
sant Johans in der Chernerstrazze ze Wienne», 
dem man von dem Weingarten alljährlich 
I Viertel Wein zu Bergrecht und i Helbling 
zu Vogtrecht dient, Micheln dem Drescher und 
seiner Hausfrau Frau Elzbeten um 15 Pfund 
Wiener Pfennige verkauft haben. Diese Burg- 
rechtsgülte haben Mathes von der Ygla, Ste- 
phan von Pechlarn und Janns der Slozzer, 
des vorgenannten Albrechts Oheim, der ausser 
Landes ist, geerbt von ihrem sei. Vetter Bru- 
der Janns dem Slozzer, Predigerordens, aus 
den 5 Pfund Geltes, welche ihm seine Schwe- 
ster Frau Katrey die Newmaisterin, ihre sei. 
Muhme, für seine Lebenszeit vermacht hat. 
Der Weingarten liegt bei der «Heyligenstat 
in den Langen xkchcrn» zunächst dem Wein- 
garten Wolfharts des Grillen. 

Siegler: Die Aussteller und der Zeuge. 

Zeuge: Der obengenannte Bergherr Bruder 
Nichlas von Wildungsmaur. 

Datum: Geben ze Wienne ... an sand 
Lutzein tage. 

Original, Pergament. Die vier Siegel fehlen. 

3120 1354, Januar 5. 

«Gerbort dez alten Slözzler sun von 
Ne^Vnbürch chlosterthalben» und Margret, 
seine Hausfrau, beurkunden, das sie sich 
«vmb die ansprach der zwelif Schilling wien- 
ner phenning gelts pörchrechts, die wir ge- 
habt haben auf Rogers Weingarten d^z Glaser, 
purger ze Wienne, der da leit ze Grintzing 
hinder dem dorff gegen den Weingarten ^ber, 
der da haizzet der L&msse, den er gechauÖt 



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K. und k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien. 



2o3 



hat wider Jansen dem Harmarkchter, wider 
sein hausurown vron Chunigunden vnd der 
rechts aygen ist, vnd haizzet der Prayten- 
uelder,> wie der Kaufbrief besagt, den er 
darüber hat, «mit gesampter hant vnd nach 
mein Gerbortes pesten vrewnt rat . . . gar 
vnd g&ntzleich verebent vnd verriebt haben 
mit dem vorgenanten Rügern, dem glaser, 
vnd mit seinen chinden, die er hat, mit 
seiner ereren hausurown vro'Ä^n Margreten sä- 
lig .. . also daz wir» ihnen dieselben 12 Schil- 
linge Geltes «ab irra Weingarten ze ledigen 
vnd ze lösen ^ gegeben haben um 8 Pfund 
Wiener Pfennige. 

Siegler und Zeugen: «Wand wir selber 
nicht aygens insigels enhaben . . . versigelten 
mit meiner zawyr prüder insigeln: Wisents 
vnd Jacobs zv den zeiten richter ze Newn- 
bürch chlosterthalben vnd mit hern Hainreichs 
insigil dez öler vnd mit hern Lucas insigil 
dez Popphinger seins aydems zv den zeiten 
hansgraf ze Wienne». 

Datum: Geben ... an dem Percht abent. 

Original, Pergament. Mit vier Siegeln an Per- 
gamentstreifen. 

8121 1354, Januar 6. 

Abt Christan und die Samnung zu Pavm- 
gartenperg Urkunden, dass ihr Vogt, der «edel 
erwürdig herr her Jans von Chapell», zu einem 
ewigen Seelgeräth «geben hat di gotsgab vnd 
die chirchen ze Gvmppendörf». Zwei Priester 
des genannten Klosters sollen stetig an der- 
selben Kirche sein und den Gottesdienst 
dort versehen. Das Kloster macht sich ver- 
bindlich, dass täglich zwei Messen in der 
Kapelle gelesen werden, in welcher des 
Spenders Vater Herr Ulreich von Chappelln 
bestattet ist, und für die nöthige Besserung 
an Messgewand, Büchern, Altartüchern, Glä- 
sern, Tüchern zu sorgen, und wenn es damit 
nach geschehener Mahnung noch einen Monat 
säumt, so kann Herr Jans von Chapell oder 
seine Erben ihm die Kirche zu Gvmppen- 
dörf ohne Entschädigung dessen, was das 
Kloster inzwischen für sie ausgelegt hat, ent- 
ziehen. Herr Jans von Chapell und seine 
Erben sind auch die beständigen Vögte über 
die Kirche, nach laut der Urkunde, die sie 



darüber mit dem grossen Insiegel vom Her- 
zoge Albrecht von Oest erreich haben. 

Siegler: Die Aussteller und der Zeuge. 

Zeuge: Abt Chvnrat von dem heiligen 
Chraevcz. 

Datum: Geben ... an dem Prehentag. 

Original, Pergament. Mit drei beschädigten Siegeln 
an Pergamentstreifen. 

3133 1354, Februar 2, Wien. 

«Orttolf von Chulewb, . . . c hei 1er ma ister 
. . . herczog Albrechts ze Oesterreich . . . , 
vnd Anna, sein hausfrau,» verkaufen um 
62 Pfund Wiener Pfennige «Albrechten dem 
Ramppertstorflfer, purger ze Wienne», mit 
Hand der Grundfrau «Swester Katrein . . . 
Äbtissin dacz sand Nichlas ze Wienne», ihr 
«auf der Alsserstrazze vor Schotten tor ze 
Wienne» zunächst dem Hause Hainreichs 
des Profmer gelegenes Haus und den Garten 
zunächst niederhalb neben daran und die 
«hofstat Weingarten binden daran», wovon 
man jährlich den geistlichen Frauen «hincz 
sand Nichlas ze Wienne» 60 Wiener Pfen- 
nige am Georgstage zu Grundrecht dient, 
ferner mit Hand des Grundherrn «Chunrats 
ze den zeiten chapplan der chapellen dacz 
dem Geraewt» ihr Haus gelegen «da selbs 
auf der Alsserstrazze ze naechst an ainem tayl 
niderhalb d^z vorgenanten garten vnd an 
dem andern tayl ze naechst Vlreichs haws dez 
Prunner», wovon man jährlich der Kapelle 
«dacz dem Geraewt» 20 Wiener Pfennige 
auf St. Michaelstag als Grundrecht dient. 
Diese Häuser etc. sind dem obengenannten 
Ortolff von Chulewb lediglich «an erstorben 
und an geuallen» von seinem Bruder «hern 
Otten von Chulewb selig, weiln hofmaister 
. . . herczog Albrechts ze Österreich». 

Siegler: Der Aussteller; die Aebtissin zu 
St. Niclas in Wien Schwester Katrein; Kon- 
rad, Caplan der Kapelle «dacz dem geraewt»; 
des Ausstellers Schwager Jans von Ybs und 
Dietreich der Fluschart, Bürgermeister ze 
Wienne. 

Datum: . . . ze Wienne ... an vnser 
vrowen tag ze der liechtmesse. 

Regest V. Birk. — Das Original auf Pergament 
mit anhangendem Siegel befand sich im Octobcr 1852 
im Besitze des Antiquitätenhändlers A. Kaff. 

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204 



K. und k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien. 



3128 1354, Februar 6, Wien. 

Jörg von Sultze und seine Hausfrau 
Anna und sein Oheim Chadolt der Has be- 
urkundeq, dass sie mit gesammter Hand 
18 Schillinge Wiener Pfennige Geltes, gele- 
gen zii Walchunschirichen auf zwei ganzen 
Lehen, wovon i3 Schillinge Geltes Lehen 
vom Herzoge Albrecht, mit dessen Hand sie 
auch diese Gülten aufgegeben haben und die 
übrigen 5 Schillinge ihr rechtes Eigen sind, 
zu Walchunschirchen um 22 Pfund Wiener 
Pfennige der Aebtissin Schwester Chüni- 
gunden von Ratpach. und dem Convente des 
Frauenklosters zu St. Clara zu Wien ver- 
kauft haben. 

Siegler: Die Aussteller. 

Datum: Geben ze Wienne ... an sand 
Torathe tage. 

Original, Pergament. Die zwei Siegel fehlen. 

3134 1354, Märi 6, Wien. 

Jans der Chiener und seine Hausfrau 
Chünigunt beurkunden, dass sie mit gesamm- 
ter Hand und mit Hand ihres Burgherrn 
Herrn Jansen des Chirichenchnophs, Caplan 
der Kapelle Unser Frauen und St. Johanns 
in der Burg zu Wien, 4 Pfund Wiener Pfen- 
nige Geltes Ueberzins auf ihrem Hofe, ge- 
legen zu Staemestorf zunächst Göschlein dem 
Edlinch, um 32 Pfund Wiener Pfennige 
Merten dem Pfefferwein verkauft haben. Man 
dient von dem genannten Hofe alljährlich der 
Kapelle in der Burg zu Wien 12 Wiener Pfen- 
nige zu Burgrecht. Die beiden Aussteller 
und Ortolf der Amman von Grintzingen und 
seine Hausfrau Elzbet geben bezüglich der 
4 Pfund Ueberzinsgülte Schirm und Gewär 
für sich und für Torathen, des obgenannten 
Jansen Tochter, die noch nicht vogtbar ist. 

Siegler und Zeugen: Weil die Aussteller 
kein eigenes Insiegel haben, der vorgenannte 
Burgherr Herr Jans der Chirichenchnoph; 
Herr Eberhart, Pfarrer zu Mediich, der vor- 
genannten Chünigunden Bruder; Herr Leu- 
polt der Gundramstorffer; Herr Jacob von 
Seuelde. 

Datum: Geben ze Wienne . . . des 
phincztages in der Chottember in der vasten. 

Original, Pergament. Alle vier Siegel fehlen. 



3135 1354, Märi 8, Wien. 

Bruder Vlreich von Wittauwe, Prior, und 
der Convent der geistlichen Brüder zu den 
Augustinern zu Wien Urkunden, dass der 
ehrbare Ritter Herr Purchart der Chnaeuzzer 
10 Pfund Wiener Pfennige Geltes Burg- 
rechtes, die er um sein «aygenhaftes varunt 
gut», wie die Briefe, welche er ihnen ein- 
geantwortet hat, besagen, gekauft hat, zu 
seiner Stiftung St. Achhatzialtar in St. Jör- 
genkapellc in ihrem Kloster zu Wien ge- 
widmet und ihnen auch 32 Pfund Wiener 
Pfennige für 4 Pfund Geltes gegeben hat. 
Sie verbinden sich, hievon ihm und seinen 
Vorfahren das Seelgeräth alljährlich folgender- 
massen zu begehen: Sie sollen von i Pfund 
Geltes ein ewiges Licht haben vor dem ge- 
nannten Altar St. Achhatzi und von i Pfund 
Geltes alljährlich sein Glas in derselben Ka- 
pelle und was am selben Altar nöthig, bessern; 
eine Messe soll auf demselben Altar täglich 
gelesen und dem Priester sollen hiefür 4 Wiener 
Pfennige gereicht werden; sie und ihre Nach- 
kommen sollen alljährlich in ihrem Kloster 
zu Wien einen Jahrtag für seine verstorbe- 
nen Eltern, nämlich Herrn Friedreich den 
Chnaeuzzcr und Frau Anna, desselben Herrn 
Friedreichs Hausfrau, am Aller Heiligentage 
und für Frau Anna, Herrn Purcharts ver- 
storbene Hausfrau, und deren verstorbene 
Eltern, Herrn Heinrich von Saechssenekke und 
Frau Jeuten, seine Hausfrau, denen allen 
Gott gnade, einen Jahrtag an St. Pangratzen- 
abend, endlich für Herrn Purcharten den 
Chnaeuzzer selbst einen Jahrtag und zwar, 
so lange er lebt «an vnser vrowen tage der 
schidunge» und in der Folge stets an seinem 
Todestage begehen, und zwar jeden Jahrtag 
mit Vigili, Seelenmesse und anderem Gebete 
nach ihres Ordens Gewohnheit. Um 4 Pfund 
sollen sie alljährlich Hausen kaufen und in 
der Fasten unter die Brüder des Conventes 
vertheilen. 

Siegler: Beide Aussteller. 

Datum : Diser brief ist geben ze Wienne . . . 
des Samstages in der chottember in der vasten. 

Original, Pergament. Das erste der beiden an Per- 
gamentstreifen anhangenden Siegel ist beschädigt, von 
dem zweiten sind noch Reste vorhanden. 



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K. und k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien. 



205 



8136 1354, Afän^ 10, Wien. 

Herzog Albrecht zu Oesterreich ordnet 
aus Anlass eines zwischen den Kaufleuten, 
Bürgern und Gästen einestheils und seinem 
Amtmanne Niclas in der Schefstrass zu Wien, 
Hanns, seinem Bruder, und Hawg, ihrem 
Vetter, anderntheils um deren Wasserrecht 
entstandenen Streites an: 

Die vorgenannten Niclas, Hanns und 
ihr Vetter Hawg und ihre Erben sollen von 
jedem geladenen Schiff, das hinabgeht und 
das 6 Schuh «dwericht vber zu messen mitten 
in dem sestall des schefs» oder mehr als 6 
bis an 12 Schuh hat, 40 Wiener Pfennige 
von jedem Schuh nehmen. Wenn ein Schiff 
aber mehr als 12 Schuh hat, sollen sie nicht 
mehr nehmen als von 12 Schuh. Wenn sie 
von einem leeren Schiffe ihren Lohn em- 
pfangen haben, so ist ihnen von kleinen 
Zillen zwischen Wien und Hainburg, welche 
dem Schiffe die Ladung zuführen, nichts 
zu bezahlen. Von kleinen Zillen, die unter 
6 Schuh haben und mit «kawfmannschaft» 
geladen bei Hainburg aus dem Lande ge- 
führt werden, sollen nach oben angegebenem 
Satze für jeden Schuh gelohnt werden. Haben 
sie ihren Lohn erhalten, so haben sie mit 
den Bürgern, Gästen, Schiffleuten, «Verttigern 
noch nawferigen» des Lohnes wegen nichts 
mehr zu schaffen. 

Die Kaufleute, Bürger und Gäste können 
unbeirrt von Niclas, Hanns und Hawg und 
ihren Erben frei die «Verttiger», Schiffleute 
und Naufergen wählen, denen sie ihr Gut an- 
dingen wollen. Ueber Klagen zwischen ihnen 
wegen Verwahrlosung oder Beschädigung der 
angedingten Güter kann nur vor dem, der 
das Wasserrecht hat, zu Wien auf dem Mauth- 
hause gerichtet werden. Wer Schiffe zum 
Verkaufe herbringt, soll sie und das Geschirr 
vorerst dem Niclas, Hanns und Hawg an- 
bieten. Bürger oder Gäste mögen Schiffe zu 
ihrer Ladung frei kaufen. Die Schiffleute 
sollen auch den Befehlen der genannten Ni- 
clas, Hanns und Hawg und ihrer Erben nach 
altem Herkommen an des Herzogs statt ge- 
horchen, denen übrigens alle anderen von 
dem weiland römischen Könige Albrecht und 



den Brüdern des Herzogs erhaltenen Rechte 
und Freiheiten gewahrt bleiben. 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum: Geben zu Wienn ... an monn- 
tag vor Gregory 1324. (sie!) 

Abschrift des Vidimus durch Abt Johann von den 
Schotten vom 1 3. December 1510. 

3137 1354, Märi II, Wien. 

Friedreich der Treter und Agnes, seine 
Hausfrau, Partelme, sein Sohn, und Katrey, 
seine Hausfrau, verpflichten sich der Aebtissin 
Schwester Chunigunden von Ratpach und 
dem Conventc zu St. Clara zu Wien für den 
Fall, dass die 6 Pfund Wiener Pfennige Geltes 
Burgrecht auf dem «hinder sant Pangrajtzen 
ze Wienne ze naehst Chönen haus des Smits» 
gelegenen Hause Stephans des Eysner, welche 
der vorgenannte Partelme und seine Hausfrau 
Katrey den obengenannten geistlichen Frauen 
verkauft haben, abgelöst würden, diesen um 
die Ablösungssumme eine gleichwerthige Gülte 
zu kaufen. 

Siegler: Fridreich der Treter. 

Datum: Geben ze Wienne ... an sant 
Gregorien abent. 

Original, Pergament. Das Siegel fehlt. 

3128 is54, Mär:{ 2j, Wien, 

Herzog Albrecht zu Oesterreich thut 
kund, dass Johans von Chappell die Lehen- 
schaft und alle seine Rechte an der Kirche 
ze Gumpendorf», jedoch mit Vorbehalt der 
Vogtei über dieselbe, dem Gotteshause zu 
Paumgartnperig für sich und seine Erben 
unter der Bedingung übergeben hat, dass der 
Abt und Convent zu Paumgartenperig dem 
genannten von Chappeller und seinen Erben 
den Gottesdienst gänzlich vollführen. Wenn 
sie darin sich säumig zeigen würden, so soll 
der genannte Chappeller und seine Erben 
die Kirche zu Gumpendorf wieder an sich 
ziehen. Das bestätiget der Herzog auf Bitte 
des Chappeller, «wann wir obrister vogt sein 
in dem land ze Osterreich». 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum: Geben ze Wienn an sand Ruep- 
prechts tag in der vasten . . . 



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2o6 



K. und k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien, 



Original, Pergament. Mit ganz unversehrtem Siegel 
an Schnüren. 

Lichnowsky, Bd. lU, S. CCCCLXXXVI, Nr. 1671. 

3129 1354, April 3, Wien. 

Jans von Palterndorf und seine Haus- 
frau Anna beurkunden, dass sie mit gesamm- 
ter Hand und mit Einwilligung ihres Lehens- 
herrn, des Herzogs Albrecht zu Oesterreich, 
3 Pfund 39 Pfennige Wiener Münze Geltes 
gelegen zu Poystorf . . . um 40 Pfund Wiener 
Pfennige der Aebtissin Schwester Chunigun- 
den von Ratpach und dem Convente zu 
St. Clara zu Wien verkauft haben, und sind 
ihnen dafür lehenrechtlich Schirm und Gewär. 

Siegler: Der Aussteller und die Zeugen. 

Zeugen: Herr Wernhart der Mezzen- 
pekch, Vlreich von Cisteinstorf. 

Datum: Geben ze Wienne . . . des näch- 
sten phincztags vor dem palm tage. 

Original, Pergament. Die drei Siegel fehlen. 

3180 1354, Mai 16, Wien. 

Albrecht, Herzog zu Oesterreich, . . . 
nimmt das Kloster zu St. Clara zu Wien 
und alle Leute und Güter desselben in seine 
und seiner Nachkommen besondere Gnade, 
Freiung, Schirm und Vogtei. 

Datum: Geben ze Wienn an freytag 
vor dem heiligen aufferttag . . . 

Original, Pergament. Siegel fehlt. 

3131 1354, Mai ij, Wien. 

Hawnolt, Bürgermeister, und der Rath 
der Stadt zu Wien und Thoman der Swam- 
bel, obrister Spitalmeister des Bürgerspitals 
zu Wien, verkaufen an des vorgenannten 
Spitals statt allen Zehent, den dieses in «Hirs- 
dorflfer velde, gelegen bei Weygleinstorf, daz 
alles getrayd zehent ist», hat und der rechtes 
Eigen ist, um 29 Pfund Wiener Pfennige dem 
ehrbaren Herrn Leutolden von Potendorff 
und seinen Erben. 

Siegler: Das Spital mit seinem anhan- 
genden Siegel. 

Datum: Geben zu Wienne ... an dem 
heyligen auffert abent vnsers herrn. 

Original, Pergament. Mit Siegel an Pergament- 
streifen. 



3132 1354, Mai 18, Wien. 

Albrecht, Herzog zu Oesterreich etc., ver- 
ordnet als Stifter der Kirche «ze sand Tybolt 
vnd des haus da bei, da die zwelf vro^n 
inne sind», dass «fr zwelf yxo^n den orden 
sand Franciscen, der da haizzet der puezzer 
Orden mit gehörsam fürbaz traget vnd in den- 
selben orden in e^Vr samnung niemant nemt, 
nur mit vnserr gunst vnd willen; . . . daz ev 
genüg des gotes dienst, den fr habt in ewr 
chirichen mit messen vnd mit anderm gotes- 
dienst vnd anderswo nicht ze chirichen get 
. . . ; daz Ir daz gotes wort ze e"Ä^rr chirichen 
höret vnd wann daz ist, daz ewr pharrer pre- 
digen wil, daz mag er wol getün vnd sol in 
dar an niemant engen, wer aber, daz er selber 
nicht wolt predigen so sollen ew die minner 
prüder predigen wi oft in got gnad geit, vnd 
des sol in niemant wider sein; . . . daz fr 
ev, welich die gnad haben, dreistunt im iar 
berichtet mit Gotes leichnam von ewerm 
pharrer ze Weichnachten, ze Ostern vnd ze 
Phingsten, ander zeit, swann ir gnade habt, 
so sult Ir ev berichten von ewerm maister 
dem minner prüder vnd in e>Vrr chirichen; 
. . . swenn !r, als e>Vr regel sagt ewr gescheft 
schaffen sult, daz Ir dann schaft, waz ir 
habt, inwendig vnd niemant ander, der e^T 
samnung nicht ensei, nur alain zu ewr be- 
grebnusse . . . vnd daz selb gescheft sol vol- 
fuern e-sVr maisterinn ; . . . daz ir auz ewerm 
hous vnd von e>Vr samnung an nötdurft 
nindert get, swanne Ir aber durch nötdurft 
willen auzget, so sol ev die maisterinn aine 
oder zwo geben mit ev, di Ir, vnd nicht ev 
geuallen, die suUen ev auz vnd in belaitten; 
. . . daz Ir niemant lazzet gen in e\Vr hous 
noch zu Q^'VT samnung mannes pilde geistlich 
noch weltlich, nur alain arbaitter, swenn si 
arbaitten suUen, vnd ewr maister zu den 
siechen swestern vnd an oftener nötdurft vnd 
sust nicht; wer aber daz ainer e'^r vreunt, 
geistlich oder weltlich, wolte zu ev gen, di 
mugt ir zu ev gen lazzen vnd zu cät sam- 
nung; wir wellen ouch, daz Ir fürbaz ein 
gemain person habt zu einer puchsen, ver- 
spart mit drin vnglichen slozzen». In die 
Büchse soll man alle Opfergelder legen, die 



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K. und k. Haus-) Hof- und Staatsarchiv in Wien. 



207 



zum Altar zu allen in der Woche gespro- I 
ebenen und gesungenen Messen kommen. Der 
Pfarrer von St. Michael, der Pfleger der 12 
Frauen und die Meisterin sollen je einen 
Schlüssel zu der Büchse haben und wöchent- 
lich einmal zusammenkommen, der Inhalt der 
Büchse soll in drei gleiche Theile getheilt 
werden. Was aber an Wachs oder Kerzen 
oder anderen Gaben in die Kirche oder auf 
den Altar einkommt und was man cmit der 
tafeln sament vnder den messen vor oder hin 
nach, das sol sich die maisterinn vnderwin- 
den» und verwenden zur Beleuchtung und 
Ausbesserung der Kirche und des Hauses 
«nuczlich vnd mit gewizzen der andern swe- 
stern». 

Siegler: Der Herzog. 

Datum: Geben ze Wienn an sunntag 
vor dem aufferttag . . . 

Original, Pergament. Siegel fehlt. 

Am unteren Rande der Urkunde ist vermerkt: 
cdominus dux Alb. ordinauit illam literam schribi in 
hec verba. Sweblinus nuncius». 

$133 1354, Mai jo, Wien. 

Bruder Greyffe, Meister, und die Brüder 
des Hauses «datz dem Heyligen Geyst, en- 
halben der Wienn Prukke zc Wienn» beur- 
kunden, dass sie «mit gemaim rat vnsers 
conuents . . . vnsers rechten aygens vnser 
holcz gelegen an dem Vtelperge ze nächst der 
gemain vnd von der gemain vncz an den 
wege vnd von dem wege nach vmhin vncz 
an die Sulczleitten in den Graben vnd nach 
der Sulczleitten auf vncz an die Chamer- 
leitten vnd nach der Chamerlcitten ze tal 
vncz an den Vtelgraben in den pach vnd von 
der Chamerleitten vncz an den hintern perge 
an die Weingarten vnd nach den Weingarten 
auf vncz an daz Chranwittach, als verre das 
holcz geraicht vncz an daz Chranwittach» 
mit allen in Eigens Gewär hergebrachten 
Nutzungen und Rechten um 120 Pfund Wie- 
ner Pfennige dem Herzog Albrecht zu Oester- 
reich etc. verkauft haben, der diesen Wald 
zu seinem und seiner Vorderen Seelenheil^ 
der Aebtissin und dem Convente zu St. Clara 
zu Wien gegeben hat. 

Siegler: Die Aussteller. 



Datum: Geben ze Wienn ... an dem 
nächsten vreytag vor dem phingstagc. 
Original, Pergament. Beide SiegeU fehlen. 

3134 ij54, November 2g, Wien. 

Gebhart der Hänikein, Bürger zu Wien, 
und Margret, seine Hausfrau, beurkunden, 
dass sie mit gesammter Hand und mit Hand 
ihres Bergmeisters, «dez erbern ritter hern 
Hangen dez Floyts zu den zeiten amptman 
dez chlosters ze Newnburch», 4 Pfund Wiener 
Pfennige Gelts Burgrechts «auf vnserm Wein- 
garten gelegen ze Ötakchrinne an dem Lieb- 
harts, dez dre^Är viertail sint, ze nächst dem 
Weingarten, der dez Höbschen gewesen ist, 
da man auch von dem egenanten vnserm 
Weingarten, der mich vorgenanten Margreten 
mit fürczicht vnd mit loz ze rechtem erb- 
tail an genauen ist gegen meiner möter vnd 
gegen meinem prüder, do wir mit ein ander 
getailt haben, alle iar dient dem chloster ze 
Newnburch achthalb viertail weins ze perch- 
recht vnd fünfthalben wienner pfenning ze 
voytrecht vnd nicht mer», um Sg Pfund Wie- 
ner Pfennige dem «erbern mann hern Rüegern 
dez Wenigen hern Lewpolts sün, purger ze 
Wienne», verkauft haben. (Folgen Bestim- 
mungen über die Leistung der jährlichen 
Dienste, Ablösung der Gülte u. dgl.) 

Siegler: Der Aussteller und die Zeugen. 

Zeugen: Der oben genannte Bergmeister 
Ritter Ha^Ärg der Floyt; Herr Sighart der 
Prünner. 

Datum: Geben ze Wienne ... an sand 
Andres abent. 

Original, Pergament. Alle drei an Pergament- 
streifen hängende Siegel sind beschädigt. 

3135 1355, April 20, Wien. 

Janns der Smauzzer, Bürger ze Wienne, 
und Vrsel, seine Hausfrau, beurkunden, dass 
sie mit gesammter Hand und mit Hand ihres 
Lehensherrn, des Herzogs Albrecht zu Oester- 
reich etc., die in der Urkunde beschriebenen 
Zehenten und Pfenniggülten zu Ruprechts- 
torf dem Prior Bruder Jansen und dem Con- 
vent des Klosters zu Allerheiligenthal zu 
Mauerbach um 869 Pfund Wiener Pfennige 
verkauft haben. 



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208 



K. und k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien. 



Siegler: Die Aussteller und die Zeugen. 

Zeugen: Lamber in dem Strohof, Bruder 
der oben genannten Vrsel, und Herr Jans 
von Tirnach, Münzmeister zu Wien. 

Datum: Geben ze Wienne . . . des naech- 
sten maentages vor sant Jörgen tage. 

Original, Pergament. Das erste der an Pergament- 
streifen anhangenden Siegel ist beschädigt, die beiden 
anderen sind gut erhalten. 

3136 [1355,] April 28, Venedig. 

«Johannes Gradonico . . . Venetiarum 
. . . dux . . • nobilibus viris . . . regiminibus 
et consilio ciuitatis Viene . . . Bartholomeus 
de Gallarate natus condam Jacobi imperiali 
auctoritate notarius et scriba curie nostre» 
hat ein «instrumentum procurationis» am 
27. April 1355 ausgefertigt, vermöge welchem 
«Vgolinus Scorticha filius condam Petri ciuis 
Venetiarum . . . constituit suum procuratorem 
specialem Laurentium Theutonicum habita- 
torem Venetiarum et familiärem Pauli Pa- 
ruta» etc. Da der genannte Vgolinus Scor- 
ticha durch seinen Procurator Laurentium 
«coram vobis in certa quantitate pecunie con- 
dam Jacobi Pulcre Theutonici penes vos de- 
positam» sein Recht suchen will, wird der 
Procurator empfohlen. 

Datum in nostro ducali palatio die 
XXVIII Aprilis VIII indictione. 

Abschrift aus dem 18. Jahrhundert auf Papier. 

3137 1355, Mai i, Wien, 

Jans von Liechtenekke beurkundet, dass 
er mit Hand seines Lehensherrn, des Her- 
zogs Albrecht zu Oesterreich . . . , Gülten zu 
Walchunschirichen und «in Paumgartner 
velde» und zu Maechsendorf um 37 Pfund 
Wiener Pfennige der Aebtissin Schwester 
Chünigunden von Ratpach und dem Con- 
vente des Frauenklosters zu St. Clara zu 
Wien verkauft hat. 

Siegler: Der Aussteller und die Zeugen. 

Zeugen: Der Vetter des Ausstellers Herr 
Alber von Liechtenekke, der Bruder des Aus- 
stellers Herr Herman von Liechtenekke, der 
Vetter des Ausstellers Vlreich von Liechten- 
ekke. 



Datum: Geben ze Wienne .... an sant 
Philips vnd sant Jacobs tage der heiligen 
zwelfpoten. 

Original, Pergament. Die vier Siegel fehlen. 

3138 1356, Januar 8, Wien. 

Wernhart von Meychsauwe, Agnes, seine 
Hausfrau, und Hans von Meichsauw, Beider 
Sohn, beurkunden, dass sie ihres rechten 
Eigens Sg Pfund iSjPfennige Wiener Münze 
Geltes gelegen zu Waltherstorf bei Staetz, und 
zwar 18 Pfund 76 Pfennige Geltes «auf be- 
stiftem gut behauster holden, vnd daz gantz 
dorfgerichte auf demselben dorffe ze Walthers- 
torf ...» für 5 Pfund Geltes «an daz an den 
Tode get, daz nemen wir besunderleich vor 
auz» und 4 Mut Vogthafer Geltes «an sechs 
Metzen» für 2 Pfund «geltes an vier vnd 
zwainczich phenninge» und 2 Pfund 86 Pfen- 
nige «geltes auf überlent vnd den paumgarten» 
daselbst für i Pfund Geltes und die «hölczer 
ze Chlingenleiten vnd ze Päczental vnd die 
wayde» daselbst für 3 Pfund Geltes und 
den halben Zehent daselbst auf 28 Lehen für 
6^/2 Pfund Geltes und zwei Drittel Zehent 
«an Waltherstorfferperge» für i Pfund Geltes 
und ihren Meierhof daselbst und 89 Jeuchart 
Acker, die dazu gehören, um 700 Pfund Wie- 
ner Pfennige den geistlichen Herren Bruder 
Hansen von Rinkkenburch, Landcomiteur der 
Taeutschen Herren in Oesterreich etc., und 
der «pruderschaft gemain des haus dacz dem 
Teutschen haus ze Wienne» verkauft haben. 

Siegler: Die beiden Aussteller Wernhart 
und Agnes von Meichsauwe und, da Hans 
von Meichsauwe kein eigenes Insiegel hat, 
die Zeugen. 

Zeugen: Die Brüder Wernharts: Herr 
Stephan von Meichsauwe, obrister Marschalich 
in Osterreich, Herr Hainreich, Herr Otte, 
Herr Chunrat von Meichsau>V. 

Datum: Geben ze Wienne ... an sant 
Erharts tage. 

Original, Pergament. Die sechs Si^el fehlen. 

3139 1356, Januar 8, Wien. 

Johanna, Witwe Herrn Reinprechtes des 
Tursen von Sunnberch, verkauft mit gutem 



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K. und k. ?Iaus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien. 



209 



Willen und Gunst ihrer Erben nach Rath 
der nächsten Freunde ihres Sohnes Hansen 
des Türsen und mit Hand Vlreichs des Chin- 
ners, Schaffers und Pflegers «der siehen gut 
dacz sant Lazers ze Wienne», ihr halbes in 
der Schenchenstrazze zu Wien, zwischen 
«Charleins hause vom Gerloz vnd der Min- 
nern prüder freythof» gelegenes Haus um 
7 Pfund Wiener Pfennige dem oben genann- 
ten Charlein vom Gerloz. Man dient von 
dem ganzen Hause alljährlich den Siechen zu 
Sant Lazers i Wiener Pfennig zu Grundrecht. 

Siegler: Die Ausstellerin, das Haus «der 
Siehen dacz sant Lazers», die Schwäger der 
Ausstellerin: Herr Jans der Türs von Rauhen- 
ekke und Hadmar von Svnnberch. 

Datum: Geben zu Wienne ... an sant 
Erharts tage. 

Original, Pergament. Mit dem i., 2. und 4. Siegel 
an Pergamentstreifen. Das 3. Siegel fehlt. 

3140 1356, Mäni ^2, Wien. 

Albrecht, Herzog zu Oesterreich etc., 
gibt dem Grafen Vlrich von Schaunberch 
und seinen Erben das «in der Walichstrazz 
zu Wienn» gelegene Haus, welches vom Bi- 
schof «Johannsen seligen von Kostens, wei- 
lent vnserm chanzier» an den Herzog ge- 
fallen ist. 

Datum: Geben ze Wienn an sand Gre- 
gory dezz heyligen lerär . . . 

Regest in v. Birk's Nachlass. — Aus Strein's genea- 
logischen Handschriften. — Vollständig gedruckt im 
Urkundenbuch des Landes ob der Enns, VH, S. 441 bis 
442, Nr. 635. 

3141 ijSö, Mai ig, Wien. 

Perichtolt von Ebergözzingen beurkun- 
det, dass er mit Hand seines Grundherrn 
Herrn Jacobs von Eslarn seine «prantstat ge- 
legen in der Chrügstrazze ze Wienne ze 
nächst Hainreichen dem Prustel», von welcher 
Brandstätte man alljährlich 14 Wiener Pfen- 
nige zu Grundrecht dient, mit allen in Burg- 
rechts Gewär hergebrachten Nutzungen und 
Rechten um 8 Pfund Wiener Pfennige Witti- 
gen dem Hakcher und seiner Hausfrau Elz- 
beten verkauft hat. 

Siegler: Aussteller und Zeuge. 

Regesten zur Geschichte der Stadt Wien. 411. 



Zeuge: Der Grundherr. 
Datum: Geben ze Wienne . . . des näch- 
sten phincztages vor sant Vrbans tage. 
Original, Pergament. Beide Siegel fehlen. 

3143 1356, Juni 28, Wien. 

Herman von Eslarn, Bürger zu Wienne, 
beurkundet, dass er gelobt hat, seiner Haus- 
frau Frau «Katreinn hern Jansen tochter hern 
Hermans sun sun der Ruedolfinne eninchel 
von sand P61ten selig» 400 Pfund Wiener 
Pfennige «an erb ze rechter margengab^ zu 
geben, und ihr davon für 210 Pfund Wiener 
Pfennige folgende Güter gegeben hat: i. mit 
seines Grundherrn Hand des geistlichen Herrn 
Bruder «Niclas von Wildungsmavr, ze den 
Zeiten obrister maister dez haws sand Johans 
ze Mawrperig vnd comiteur des havses sand 
Johans in der Chaernerstrazze ze Wienn», 
sein Haus, gelegen bei «sand Stephans freit- 
hof ze Wienne in des Ravber gaezzlein ge- 
gen Fridreichs haus des Bueschleins vber 
ze nächst hern Vlreichs havs ze den Zeiten 
charmaister dacz sand Stephan ze Wienne», 
wovon man alljährlich dient in das vorge- 
nannte Haus St. Johans 18 Wiener Pfennige 
an St. Merteinstag zu Grundrecht und Herrn 
Jansen von Tyrnach, Hubmeister in Oester- 
reich und Münzmeister zu Wien, 2 Pfund 
Wiener Pfennige zu Burgrecht; 2. mit Hand 
I seines Bergherrn des erbern Ritters Herrn 
I Seybots von Mizzingdorf seinen Weingarten, 
I gelegen «an dem Chaeswazzergraben vnd 
j haizzet daz Chriechel ze nächst Andres wein- 
I garten des Huetstokchs», wovon man alljähr- 
lich dient dem Herrn Seyboten von Mizzing- 
; dorf und seiner Hausfrau Frau Annen i ^ ^ 
Eimer Wein zu Bergrecht und 3 Helbling zu 
I Vogtrecht; 3. mit Hand seines Bergmeisters 
' Herrn Gerungs dez Choln, Amtmannes des 
i Klosters zu Nevnbürch, seinen Weingarten, 
I gelegen «ze Grinczing in dem Geraeut, dez 
I ein halbs Jeuch ist ze nächst Seydleins wein- 
I garten dez Pawren ze Grintzing», wovon man 
; alljährlich dient dem Kloster zu Nevnbürch 
. 5 Viertel Wein zu Bergrecht und 3 Helbling 
' zu Vogtrecht. Alle diese Erbgüter sollen nach 
I dem Tode beider Ehegatten an sie über- 
lebende Kinder als Erbgut fallen. W^enn 

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210 



K. und k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien. 



Frau Katrein ihren Gatten kinderlos überlebt, 
so soll sie dieselben Güter nutzen und inne- 
haben, so lange sie lebt; nach ihrem Tode 
sollen sie aber an seine nächsten Erben fallen. 

Siegler: Der Aussteller und die Zeugen. 

Zeugen: Der Grundherr, der Bergherr 
und der Bergmeister und der Oheim des 
Ausstellers Herr Jans von T^'rnach und der 
Vetter des Ausstellers Herr Jacob von Eslarn. 

Datum: Geben ze Wienn ... an sand 
Peter vnd sand Pauls abent der heyligen 
zwelifpoten. 

Original, Pergament. Das erste, dritte, vierte und 
fünfte Siegel sind gut, von dem zweiten Siegel ist nur 
ein Rest an Pergamentstreifen erhalten. 

3143 1356, Juli 8, Wien. 

Herzog Albrecht zu Oesterreich beurkun- 
det «vmb den Weingarten, den wir dem edeln 
mann dem Hasen von Pehem geworben haben 
von vnserm getrewn Jacoben von Tyrnna, 
purger ze Wien», dass er demselben Jacoben 
für diesen Weingarten 3oo Pfund Wiener 
Pfennige gelten soll und verpfändet ihm dafür 
die 2 Mark Goldes, die man jährlich von 
«vnserm gericht ze Wienn ze leitkouf» gibt, 
für 42 Pfund Pfennige, die man dem Herzoge 
vom Marschallamte gibt und welche «vnser 
richter ze Wienn» jährlich in solange dem 
Jacob von Tyrna verabreichen soll, bis der 
Herzog oder seine Erben die 3oo Pfund be- 
zahlt haben werden. 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum: Geben ze Wienn an vreytag 
nach sand Virichs tag , . . 

Original, Pergament. Mit beschädigtem Siegel an 
Pergamentstrei fen. 

3144 1356, Juli 12, Wien. 

«Vlreich bei den Minnern Prüdern ze 
Wienne» beurkundet, dass er seines rechten 
Eigens seinen Antheil an dem seiner ver- 
storbenen Hausfrau Chunigunde und ihrer 
Schwester Frau Margreten nach ihrem Vater 
Herrn Dietmarn vom Rör durch Erbschaft 
angefallenen Theile des «zu dem Rör bey 
Paden» gelegenen Hauses mit allen zu seinem 
Antheil gehörenden Fischweiden, Aeckern, 
Baulichkeiten, Wiesen, Gülten im Urbar zu 



Feld und zu Dorf etc. um 150 Pfund Wiener 
Pfennige dem Wolfgangen von PoUnhaim 
und seinen Erben verkauft hat. Er bleibt 
dem Käufer für den ganzen verkauften An- 
theil auch namens seiner Kinder, des minder- 
jährigen Jansen und der noch nicht vogtbaren 
Katrei, insolange in Gewär, bis diese, voll- 
jährig geworden, selbst die Veräusserung be- 
stätigen werden. 

Siegler: Der Aussteller und die drei 
Zeugen. 

Zeugen: Die zwei ehrbaren Herren Herr 
Jans der Türs von Rauchenekke und Herr 
Perchtolt von Perga^ und Vlreich, der Sohn 
des Ausstellers. 

Datum: Der brief ist geben ze Wienne 
... an sant Margreten abent. 

Original, Pergament. Mit vier Siegeln an Pei^a- 
mentstreifen. 

3145 13S6, September 8, Wien. 

«Wernhardus, magister fforeste silue 
Wiennensis ...» will in Erwägung, dass 
«villa et locus in Vtelndorf ac plebs eius- 
dem» so weit «ab ipsa parrochiali ecclesia 
et matrice in Pentzing» entfernt, die Theil- 
nahme am Gottesdienste, die Ausspendung 
und der Empfang der Sacramente erschwert, 
ja während der Winterszeit und bei Un- 
wetter nahezu unmöglich gemacht seien, in 
«predicta villa Vtelndorf ecclesiam in honore 
sancti Andree apostoli erigere ac deinceps 
parrochialem ecclesiam esse per se et ma- 
tricem». Er will der Mutterkirche in Pent- 
zing, «cuius prius cxstitit filialis», und deren 
Rectoren und Pfarrern alle Einkünfte, welche 
sie bisher jährlich von den Pfarrkindern in 
Vtelndorf bezogen haben, «ad consilium sa- 
pientum, videlicet magistri Vlrici, officialis 
generalis curie Patauiensis, magistri Albertini 
tunc plebani in Valchenstain, magistri Petri 
Fertonis, doctoris decretorum, refundere et 
restaurare itaque demum ad consilium deli- 
berationem et industriam honorabilium et 
discretorum virorum ad hoc per me et do- 
minum Leupoldum de Sachsengang plebanum 
Wienne et Meinhardum tunc plebanum in 
Pentzing communiter electorum consideratis 
considerandis . . . per ipsos cum vicinis ac 



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K. und k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien. 



211 



etiam parochianis plebani eiusdem . . .». 
Diese Kirche des heil. Andreas in Vtelndorf 
soll in Zukunft sein «niatri^ ac parochialis 
ecclesia per se distincta», ausgestattet mit 
dem Rechte des Begräbnisses und allen pfarr- 
lichen Rechten. Meinhardus selbst, zur Zeit 
Pfarrer in Pentzing, und seine jeweiligen 
Nachfolger dürfen keine Zehenten oder an- 
dere Einkünfte und pfarrliche Rechte in 
Vtelndorf beanspruchen, «decimis persona- 
libus et realibus dumtaxat exceptis, que ad 
plebanum Wiennensem libere debeant perti- 
nere». Das Patronat und Präsentationsrecht 
dieser Kirche in Vtelndorf behält Wernhard 
sich und seinen Erben bevor. Der jewei- 
lige Pfarrer in Vtelndorf soll jährlich als 
Zeichen «subiectionis, restauracionis et recom- 
pense» der Pfarrkirche in Penzing 7 Pfund 
Wiener Pfennige, welche Wernhard zu diesem 
Zwecke aus seinen eigenen Einkünften dieser 
Kirche in Vtelndorf gegeben hat, und 
allen Nachfolgern in Zukunft, und zwar 
je 3^2 Pfund am Tage des heil. Märtirers 
Georfi und am Tage des heil. Erzengels Mi- 
chael reichen. Wenn diese Pflicht innerhalb 
sechs Monaten nach dem Zeitpunkte ihrer 
Fälligkeit nicht geleistet werden würde, so 
soll als Busse «redditus et census» 7^2 Pfund 
75 Wiener Pfennige und ausserdem 40 Urnen 
Wein Bergrechtes und über jede Urne 3 Pfen- 
nige «site et posite in villa que dicitur in 
dem Weinhaus», welche er der Kirche in 
Vtelndorf gegeben hat, verfallen sein. Wern- 
hard gibt dem Pfarrer zu Wien, Herrn 
Leupold von Sachsengang, mit dessen Ein- 
verständniss für das bisher diesem zugestan- 
dene Patronatsrecht i Pfund Wiener Pfen- 
nige auf Wernhard s Hause «in antiquo Foro 
Carbonum in acie platee dicte Walchstrazz 
prope domum Herdingi Thoratoris». 

Siegler: «. . . sigilli mei et honorabilis 
viri domini Vlrici officialis generalis curie 
Patauiensis et strenui viri domini Wolfhardi 
dicti Hannawer tunc magistri curie illustris 
domini Alberti ducis Austrie Styrie et Ka- 
rinthie necnon Fridrici dicti Hannawer mei 
generi ac Andrec Havscr tunc magisti camere 
supradicti domini Alberti ducis Austrie Styrie 
et Karinthie.» 



Datum: Wienne ... in die nativitatis 
sancti Marie. 

Original, Pergament. Von den fünf an Pergament- 
streifen anhangenden Siegeln sind die vier ersten be- 
schädigt, das fünfte nur zur Hälfte erhalten. 

3146 ij-^ßf September 14, Wien. 

Gervng der Chol von Nevmbürch und 
seine Hausfrau Anna beurkunden, dass sie 
mit gesammter Hand ihres rechten freien 
Eigens 3 Schilling Wiener Pfennige Geltes, 
welche sie «zu Pr^'nn auf Thomans h6f des 
Stelzer, der do leit zu naehst Fridreichs höf 
des Vösendörfer», gehabt haben, Hansen dem 
Stainpechn zu Perichtolczdorf und seiner 
Hausfrau Elspeten um 4 Pfund Wiener Pfen- 
nige verkauft haben. 

Siegler: Der Aussteller und der Zeuge. 

Zeuge: Der Schwager des Ausstellers, 
Hermann der Junge, «Wilhalms svn auf 
dem Steig zu Wienn». 

Datum: Geben zu Wienn ... an des 
heyligen chreutz tag, als es der höcht warde. 

Original, Pergament. Beide Siegel fehlen. 

3147 1356, December 20, Wien. 

Herbort auf der Seuln beurkundet, dass 
er mit Hand seines Lehensherrn, d6s Herzogs 
Albrecht in Oesterreich etc. sein Holz, gelegen 
bei Pürchartstorf an dem Aichperg und 
60 Wiener Pfennige Geltes auf der Wiese in 
demselben Holz und auf einer Hofstatt zu 
Purchartstorf um 20 Pfund Wiener Pfennige 
dem Herrn Wernhern, Forstmeister des Her- 
zogs Albrecht in Oesterreich, und Frau Mar- 
greten, seiner Hausfrau, verkauft hat. 

Siegler: Der Aussteller und der Zeuge. 

Zeuge: Der erbere Mann Herr Ott von 
Eslarn, Bürger zu Wien. 

Datum: Geben ze Wienn . . . dez näch- 
sten Eritags vor dem Weinacht tag. 

Original, Pergament. Das erste Siegel fehlt. Das 
zweite an Pergamentstreifen ist ziemlich gut erhalten. 

3148 ijSj, (um den 2. Februar). 

«Rex Vngarie cum regina sua Wiennam 
ad ducem Albertum causa solatii adveniunt, 
carnis brivium ibicum caeteris nobilibus per- 

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K. und k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien. 



agentes et Interim iidem principes secreta 
negotia inter se tractantes.» 

Aufschreibung im Nachlasse v. Birk's. — Chron. 
Zwetl. rec. — Pez I, 544. — Fejdr IX, 2, 571. 

3149 ^3^79 ^äri 12, Wien. 

Gotfrit, Bischof zu Passau, beurkundet, 
dass er mit «gemainem rat vnsers capitels» 
und mit Hand seines Grundherrn, «dez er- 
bern manns Jacobs des Hansgrafen, purger 
zeWienne», zwei Häuser, gelegen «ze Wienne 
gegen der Prediger chloster vber vnd gent 
von dem Nidern Steyg vncz an der herren 
haws von Liligenvelde» um 350 Pfund Wiener 
Pfennige, «die wir auch gelegt haben an daz 
grözz haws, gelegen bey vnser vrown auf der 
Stetten ze Wienne, gehaizzen des Greyffen 
ha>Vs, daz wir von hern Jansen dem Greyffen 
gechawft haben, dem erbern mann Nichlasen 
dem Würffei», Bürger zu Wien, und seiner 
Hausfrau Frau Margreten und ihren Erben 
verkauft hat. Man dient von den zwei Häu- 
sern alljährlich dem oben genannten Jacoben 
dem Hansgrafen 36 Wiener Pfennige an 
St. Jörigentag zu Grunddienst. 

Siegler: Der Aussteller, das Capitel des 
Gotteshauses zu Passau, der oben genannte 
Grundherr und folgende zwei Bürger: Diet- 
reich der Fluschart, Münzmeister zu Wien, 
und Jans von Tyrna. 

Zeugen: Die drei zuletzt genannten 
Siegler. 

Datum: Geben ze Wienne ... an sant 
Gregorij tage. 

Original, Pergament. Mit fünf Siegeln an Perga- 
mentstreifen. 

3150 iji;, April 4. 

Hainrich der Straiher, Bürger zu Wien, 
beurkundet, dass der Bischof Albrecht zu 
Freisingen ihm, seiner Hausfrau, Frau Ciaren 
und ihrer beider Tochter Agnesen verliehen 
hat «ze vnser dryer lip daz hüsel, daz da 
gelegen ist an minen hus vnd daz da stozzet 
an die Melberinn vnd get hin hinder für daz 
priffet, alz es mit dem March auz gezaigt 
ist, vnd sol och ich durch die fridmaur, die 
zwischent gelegen ist, kain licht noch venster 
in daz egenant hüsel machen noch haben 



vnd sol och ich vnd die vorgenant dry lip 
alle die wil der ainer lebet» jährlich davon 
3 Pfund Wiener Pfennige, und zwar je ein 
Pfund «an sant Michels tage . . . ze Wihe- 
nachten . vnd ... an sant Georgen tag» zu 
Burgrecht dienen. Wenn der Bischof Al- 
brecht oder sein Nachfolger in der Stadt zu 
Wien ist, so soll Hainreich oder wer von 
den drei Ausstellern dann noch am Leben 
ist «im ain pett lihen». Nach dem Abster- 
ben aller drei Aussteller soll das «huseJ 
mit allem baw » dem Bischof von Freisingen 
ledig und los werden. 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum : Geben ... an sant Ambrosij 
tag des haiigen lerers . . . 

Original, Pergament. Das an Pergamentstreifen 
anhängende Siegel ist gut erhalten. 

3151 13^7, April 21, Wien. 

Jans der Goltstain von Petzleinstorf und 
Christein, seine Hausfrau, beurkunden, dass 
sie mit gesammter Hand und mit Hand ihres 
Bergherrn, Herrn Jacobs des Löflfler, 74 ^^^^ 
Weingarten um 7^2 Pfund Wiener Pfennige 
dem Abte Christan und dem Convente des 
Klosters zu Paumgartenperg verkauft haben. 
Der Weingarten liegt «in der Waligris» zu- 
nächst dem Weingarten der geistlichen Herren 
von Paumgartenperg. Man dient von ihm 
alljährlich 2^/2 Viertel Wein zu Bergrecht 
und 3 Ort zu Vogtrecht. 

Siegler: Der Aussteller, der Bergherr und 
der Zeuge. 

Zeuge: Herr Chünrat der Sch6nnaicher. 

Datum: Geben ze Wienne . . . des näch- 
sten vreytages vor sant Jörgen tage. 

Original, Pergament. Mit drei Siegeln an Perga- 
mentstreifen. 

3152 i35y, Mai /;, Wien. 

Ha>^'nolt der Schüchler, Bürgermeister, 
und der Rath der Stadt zu Wien und Tho- 
man der Schwambel, obrister Spitalmeister 
«der Pürger Spital ze WienA», beurkunden, 
dass sie allen Zehent, den dieses Spital ge- 
habt hat «in Hirsdorffcr vcldc gelegen bey 
Weygleinstorff, daz alles getraid zehent ist, 
auf we>V der gelegen ist, der rechts aygen 



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K. und k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien. 



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ist», mit allen Nutzungen und Rechten um 
29 Pfund Wiener Pfennige dem Herrn Leu- 
tolden von Potendorff verkauft haben. 

Versiegelt mit dem anhangenden Siegel 
des Spitals. 

Datum: Geben ze Wienne ... an dem 
heyligen auffart abent vnsers herren. 

Original, Pergament. Mit gut erhaltenem Siegel. 

3153 ij5j, Juni 6, Wien. 

«Chunrat, Chunrats sun bei dem Prun- 
nen dacz dem Weinhaus, dem got genade» 
beurkundet, dass er mit Hand seines Berg- 
herrn, Herrn «Wernhers des Scheuchen zu 
den Zeiten vorstmaister in Österreich» seinen 
Weingarten, gelegen cdacz dem Weinhaus 
in den geraeuten, des ein halbs jeuch ist, ze 
näehst Hainreichs des Schaeffeins eninchel 
Weingarten, da man von dem egenanten 
meinem Weingarten alle iar dient anderthal- 
ben emmer weins ze perchrecht vnd zwain- 
czich wienner phenninge vnd nicht mer», 
um 17 Pfund Wiener Pfennige dem erbern 
Manne Hainreichen dem Nürnberger, Bürger 
zu Pazzauwe, verkauft hat. 

Siegler und Zeugen: Der oben genannte 
Herr Wernhart der Vorstmaister und Jans 
Reichker, Bürger zu Wienne. 

Datum: Geben ze Wienne . . . des 
naehsten eritages vor vnsers herren Gotes 
leichnam tage. 

Original, Pergament. Beide an Pergamentstreifen 
anhängende Siegel sind beschädigt. 

3154 I3^7> Juni ij, Wien. 

Herzog Albrecht zu Oesterreich beurkun- 
det, «daz chrieg waz vmb der gueter recht, 
die an dem Hewgriez vor Cherner tor ze 
Wienn» gelegen sind und welche «der Halb- 
pek selig» zu einer ewigen Messe «dacz Sand 
Marien Magdalen ze Wien geben vnd gewid- 
met hat» und «vmb den chrieg vragten wir 
den erbern priester . . pharrer ze Hörn, 
wand er dieselben mess dez ersten gehabt 
hat vnd der erst ch aplan da gewesen ist, vnd 
seind er vns sein chuntschaft darumb gesagt 
hat, daz die egenanten gueter alle die recht 
haben, die ander gueter habent auf der Wi- 
dem vnd daz es also von alter sei herchomen; 



dauon wellen wir, daz ez dabei beleih» und 
dass Niemand die Leute, welche auf diesen 
Gütern sitzen, daran beirre. 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum: Ze Wienn, an eritag vor sand 
Veites tag . . . 

Original, Pergament. Mit einem Siegelreste an 
Pergamentstreifen. 

3155 13^7, Juni j5, Wien. 

Albertus, Herzog zu Oesterreich, bestä- 
tigt das vom römischen König Friedrich zu 
Wien am i3. April i3i6 ausgefertigte Privi- 
legium dem Nonnenkloster Cistercienserordens 
Sancti Nicolai ausserhalb der Mauern Wiens 
(vgl. Regest Nr. 2935). 

Datum Wienne in die beati Viti martiris 
gloriosi. 1357. 

Abschrift des 16. Jahrhunderts. «Copey der frey- 
hayttbrieff des Junckfrawn Chlosters zu sannd Niclas 
in Wienn». 

3156 1357, Juni i5, Wien. 

Nichlas der Radeprunner und seine Haus- 
frau Elzbet verkaufen die in der Urkunde 
aufgezählten Lehen- und Burgrechtswälder 
ihres rechten Kaufgutes zu Sebarn Retzhalben 
um 50 Pfund Wiener Pfennige der Aebtissin 
Schwester Chunigunden von Ratpach und 
dem Convente des Frauenklosters zu St. Clara 
zu Wien. 

Siegler: Der Aussteller und die Zeugen. 

Zeugen: Des vorgenannten Nichlas zwei 
Brüder: Janns und Stephan die Radeprunner. 

Datum: Geben ze Wienne ... an sant 
Veyts tage. 

Originul, Pergament. Die drei Siegel fehlen. 



3157 13^79 Juli 2j, Wien. 

Karolus IV., Rom. Imp., erfüllt die von 

Seite Herzogs Rudolf, seines Schwiegersohnes, 

vorgetragene Bitte «quatenus nouam capellam 

in magno turri castri Wyennensis prope por- 

, tam que wulgariter Widmertor nuncupatur 

; de nouo per ipsum ducem Rudolphum fun- 

I datam et in honore omnium sanctorum sol- 

I lempniter consecratam cum hominibus, bonis, 

libertatibus, priuilegijs, iuribus ac bonis con- 

suetudinibus cum quibus dicta capella per 



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K. und k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien. 



illustrem Albertum Austrie . . . ducem . . . 
auunculum nostrum . . . patrem Rud. ac per 
ips. Rud. et fratres suos dotata et sufficien- 
ter instituta dinoscitur auctoritate imperial! 
approbare ... et consensum adhibere digna- 
remur.» 

«Testes: Arnestus Pragensis archiepisco- 
pus. Johannes Olomucensis et Johannes Lu- 
thomislensis ecclesiarum antistites. Albertus 
Panar. Bolko Swidinicensis, Petrus Borbonie, 
Bolko Falkenbergensis et Primpko Tessinensis 
duces ac . . . Burghardus Madeburgensis 
Burgravius imperialis curie magister. Vlricus 
de Schauwenberg. Meinhardus Gorczensis, 
Albertus de Anhalt et Johannes de Ricz co- 
mites.» 

Datum: . . . Wyenne . . . VI. Kai. Aug. 

Regest von v. Birk aus dem im November 1852 
im Pri-vatbesitze befindlichen Originale auf Pergament, 
dessen angehangenes Siegel damals schon abgefallen war. 

3158 135 j, August 14, Wien, 

Dietreich der Scharnagel von Walchuns- 
chirchen und seine Hausfrau Anna beurkun- 
den, dass sie ein halbes Lehen gelegen «ze 
Walchunschirchen ze naechst Vireichen dem 
Chefer» das sie von dem Herzoge Albrecht 
zu Oesterreich zu Lehen gehabt und ihm 
aufgegeben haben und wrelches der Herzog 
dem Convente zu St. Clara zu Wien gege- 
ben hat, von denselben geistlichen Frauen 
wieder zu Burgrecht und dazu «an sechczich 
phenning» 5 Pfund Wiener Pfennige um ^/^ 
Pfund Wiener Pfennige Burgrechtsgülte em- 
pfangen zu haben. 

Siegler: Weil die Aussteller kein eige- 
nes Insiegel haben, die Zeugen. 

Zeugen: Herr Janns von Merswranch, 
Herr Janns von Tyrna, Hubmeister in Oester- 
reich. 

Datum: Geben ze Wienne ... an vnser 
Vrown abent zÄ der schidunge. 

Original, Pergament. Beide Siegel fehlen. 

3159 13S7, August 22, Wien, 

Albrecht, Herzog zu Oesterreich etc., be- 
urkundet, dass er den Klosterfrauen . . ., der 
Aebtissin und dem Convente zu St. Clara zu 



Wien 200 Pfund Wiener Pfennige gelten soll, 
welche Margret, Hausfrau Seyfrids des Rei- 
cholfs von Grintzing, Bürgers zu Wien, zu 
ihrer Tochter, Jungfrau Kathrein, «die sie 
weilent bei irem wirt Virich sei. von Püchs 
gehabt hat», in das Kloster gegeben hat und 
derselbe Seyfrid und seine Hausfrau dem 
Herzoge berait geliehen haben. Der Herzog 
verbindet sich auch, den Klosterfrauen von 
seinem Gerichte zu Stadlaw 20 Pfund Wiener 
Pfennige alljährlich insolange zu geben, bis 
er diese 200 Pfund gänzlich verrichtet haben 
wird. 

Datum: Geben ze Wienn an eritag vor 
sand Batholomes tag . . . 

Original, Pergament. Siegel fehlt. 

3160 ijSj, October ji, Wien. 

Fridreich der Phefferwein von Poistorf 
und seine Hausfrau Preyde beurkunden, dass 
sie mit gesammter Hand ihres rechten Eigens 
eine «öde hofstat» und 60 Wiener Pfennige 
Geltes auf 14 Jeucharten Ackers gelegen «ze 
Poystorf . . ., in Maechsendorffer velde . . ., 
in den Vreynlüssen . . ., an dem ort ze Rey- 
bemstorff» um 4 Pfund Wiener Pfennige der 
Aebtissin Schwester Chenigunden von Rat- 
pach und dem Convente des Klosters zu 
St. Clara zu Wien verkauft haben. 

Siegler: Der Aussteller und die Zeugen. 

Zeugen: Herr Jans von Merswanch, Herr 
Wernhart der Schober. 

Datum: Geben ze Wienn ... an aller 
heiligen abent. 

Original, Pergament. Die drei Siegel fehlen. 

3161 1358, Februar ig, Wien, 

Nichlas von Eselarn und Anna, seine 
Hausfrau, und Hainreich der Vinkch, sein 
Schwager, und Elzbet seine Hausfrau, beur- 
kunden, dass sie sich gegen den erbern Mann 
Herrn Nichlasen dem Wurffei und gegen 
frau Margreten, seine Hausfrau «genczlichen 
verlubt vnd verpunden haben, vmb vnserr 
swiger insigil vrawen Elzbeten der Schüch- 
lerinn, daz si vns mir Nichlasen von Eselam 
vnd mir Annen seiner hausvrown ze ainer 
gezewgnüsse legen solt an den chawfbrief, 



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den wir* demselben hern Nichlasen dem 
Würffei vnd vrawn Margreten seiner haws- 
urawn gegeben haben vber den Weingarten 
gelegen an dem Alssekk, dez zwai Jeuch 
sint, also daz wir in daz selbe vnser swiger 
insigel an dem vorgeschriben chawfbrief 
pringen vnd an legen suln, zwischen hin 
vnd den phingisten, di nu schienst choment». 

Siegler: Die beiden Aussteller. 

Datum: Geben ze' Vienne . . dez maen- 
tags in der ersten Vastwochen. 

Original, Pergament. Beide Siegel an Pergament- 
streifen sind gut erhalten. 

3163 is5S, Februar 22, Wien. 

Katrey, Haidenreich's Witwe von Pois- 
torf, Haertneit und Wolfkange, ihre Söhne, 
und Perichtolt der Eybeinstaler beurkunden, 
dass sie mit Hand ihres Lehensherrn, des Her- 
zogs Albrecht zu Oesterreich etc., 18 Schil- 
linge und 6 Pfennige Wiener Münze Geltes, 
gelegen zu Poystorf auf vier halben Lehen 
und auf drei Hofstätten, um 26 Pfund Wiener 
Pfennige der Aebtissin Schwester Chönigun- 
den von Ratpach und dem Convente zu 
St. Clara zu Wien verkauft haben. Da die 
obengenannten beiden Kinder Hartnait und 
Wolfganch «noch zu irn jaren nicht ch6men 
sint», so setzen sich ihre Mutter Katrey und 
ihr Oheim Perichtolt der Eybeinstaler über 
die Gülten zu Schirm und Gewähr. 

Siegler: Perichtolt der Eybeinstaler und 
die beiden Zeugen. 

Zeugen: Otte der Schraetenperger und 
Hainreich der Schraetenperger, sein Bruder. 

Datum: Geben ze Wienne . . . des phincz- 
tages in der chottember in der vasten. 

Original, Pergament. Die drei Siegel fehlen. 

3163 1358, Mai 8, Wien. 

Bruder Haynreich, «Gardian der Minn6rn 
prueder ze Wyenn», urkundet, dass mit Gunst 
und gutem Willen Herzog Albrechts die edle 
Frau Agnes Gräfin von Artenburch, Witwe 
Herrn Eberharts von Wallse, «verriebt und 
gewert» hat 8 Pfund Wiener Pfennige für 
das Gut, gelegen zu Weytra. 

Siegler: Der Aussteller. 



Datum: Geben ze Wyenn ... an sand 
Michels tag, der da ist var Pfingsten. 

Original, Pergament. Mit Siegel an Pergament- 
streifen. 

3164 1358, Mai 30, Wien. 

Seybot von Mizzingendorff beurkundet, 
dass er seines rechten Eigens 9 Dreilinge 
Wein Geltes Bergrechtes, i Pfund und 8 Pfen- 
nige Wiener Münze Geltes, 4^3 Pfund Pfeffer 
Geltes und fünf gemästete Gänse Geltes um 
600 Pfund Wiener Pfennige dem Herzog 
Albrecht zu Oesterreich . . . verkauft hat. 
Diese Gülten sind gelegen auf Weingärten zu 
Grintzingen, zu Sufringen, an dem Sunnperg 
in dem Chasswazzersgraben und an dem 
Schenkchen perg. Seybots sei. Hausfrau, Frau 
Anna, hat alle diese Gülten ihm ledig ge- 
macht und gegeben, ob sie miteinander Erben 
gewännen oder nicht. Der Herzog hat die 
Gülten gekauft zu seiner Stiftung, dem Gottes- 
hause zu Gamnikch. 

Siegler: Der Aussteller und folgende Zeu- 
gen: seine zwei Brüder Herr Hainreich und 
Herr Michel von Mizzingendorff, sein Schwa- 
ger Jacob, Sohn des sei. Herrn Hainreichs 
des Langen. 

Datum: Geben ze Wienne ... an vnsers 
herren gots leichnamen abent. 

Original, Pergament. Mit vier gut erhaltenen Sie- 
geln an Pergamentsireifen. 

3165 1358, Juni 4, ^ien. 

Hainreich der Gresel, Bürger zu Wien, 
und Anna, seine Hausfrau, beurkunden, dass 
sie mit gesammter Hand und mit Hand 
ihrer Bergfrau der Schwester Chunigunde von 
Ratpach, Aebtissin des Frauenklosters zu 
St. Clara zu Wien, ihren Weingarten, Va 
Joch, gelegen in dem Nuspach, um 54 Pfund 
Wiener Pfennige Paul dem Mergeben und 
Frau Margreten, seiner Hausfrau, verkauft 
haben. Der Weingarten liegt zunächst dem 
Weingarten Herrn Petreins, des Caplans d^s 
Pröpsten Ortolf zu Newnburkch. Man dient 
von ihm jährlich den geistlichen Frauen zu 
St. Clara 3 Wiener Pfennige zu Bergrecht. 

Siegler: Der Aussteller, die Bergfrau Aeb- 
tissin Chunigunde und die beiden Zeugen. 



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Zeugen: Herr Le^^polt der Polt, Bürger- 
meister zu Wien, und Herr Lucas der Pophin- 
ger, Hansgraf daselbst. 

Datum: Geben ze Wyenne . . . des na- 
sten mantags nach göts leichnamm tag. 

Original, Pergament. Die vier Siegel fehlen. 

3166 1358, Juni 7. 

Hainreich der Regenspurger und Katrey, 
seine Hausfrau, beurkunden, dass sie mit ge- 
sammter Hand und mit Hand ihres Berg- 
herrn, des ehrbaren geistlichen Herrn Bruders 
«Nyclos dezWildungsmauer», obristen Meisters 
des Hauses zu Maeürperig und «commentewer 
in sand Johanns haus in der Chernerstrazz 
ze Wienn», 10 Schillinge Gelts Burgrechts 
auf ihren zwei Weingärten, beide gelegen an 
dem Goldekk, «ains ist anderthalb hofstat 
vnd leit ze nächst der Hainitzerinn Wein- 
garten» wovon man alljährlich «hincz sand 
Johanns in der Chernerstrazz ze Wienn» 
57 V2 Pfennige zu Bergrecht, «dez andern 
Weingarten ist ain halbe hofstat» und liegt 
zunächst «Otten Weingarten des Snaegraer», 
wovon man auch alljährlich «hincz sand 
Johanns in der Chernerstrazz ze Wienn» 
35 Pfennige zu Bergrecht dient, dem Bruder 
Chunrat, Prior, und dem Convente zu Gem- 
nikch um 10 Pfund Wiener Pfennige verkauft 
haben. 

Siegler und Zeugen: Da die Aussteller 
kein eigenes Ihsiegel haben, der Bergherr und 
Herr Chunrat der Prenzzer, Bürger zu Wien. 

Datum: Geben . . . dez nächsten phincz- 
tags nach vnsers herren leichnan tag. 

Original, Pergament. Das erste der an Pergament- 
streifen anhangenden beiden Siegel ist gut erhalten, das 
zweite beschädigt. 

3167 ij58, Juni 2j, Wien. 

Heinreich der Straicher, Chunrat der 
Schönaicher, Andre der Hütstokch und Sey- 
frit der Reichholf von Grintzingen, alle vier 
des Rathes der Stadt zu Wien, und «Nichlas 
der Altamman in der Schefstrazze ze Wienne», 
beurkunden, dass sie, vom Herzoge Albrecht 
zu Oesterreich hiezu bestimmt, zwischen der 
ehrbaren Frau Elisabeth, Witwe Herrn Hein- 
reichs des Schüchler, und ihren Enkeln Jans, 



Heinreich und Elzbet, den Kindern ihres 
verstorbenen Sohnes Lewpolt des Schüchler, 
einerseits und ihren zwei Söhnen Herrn Hein- 
reich und Jans den Schüchlern andererseits 
den Werd und die Güter, die sie in dem 
Werde gegenüber dem Roten Turn zu Wien 
haben, so getheilt haben: Der vorgenannten 
Frau Elzbet und ihren drei Enkeln Jans, 
Heinreich und Elzbet ist zu rechtem Erb- 
theil angefallen: der Hof zu Neydekk mit 
allen zu ihm gehörigen Aeckern, Weiden, 
Wismat, Fischweiden und Vogelweiden, mit 
allen Nutzungen und Rechten und 6 Schil- 
ling Wiener Pfennige Geltes auf einem be- 
hausten Holden bei dem Hof und ein Werd, 
der Chewer geheissen, und alle dazugehörigen 
Nutzungen Holz, Wismat; ein Werd «der 
Gruntter» mit Holz, Wismat, Wayd und allen 
dazugehörigen Nutzungen; ein Werd «die 
Gemayn» mit Holz, Wismat, Fisch weid und 
allen Nutzungen; ein Werd «der Chriehen- 
werder» mit allen Nutzungen recht, «als in 
die zway Wasser vmbuangen habent», deren 
eines «daz Lueg» und das andere «die Prünn- 
ader» heisst, und die Fischweid auf denselben 
beiden Wässern; ein Werd «die J6rigeins 
Schüt» mit Holz, Wismat und Fischweid. 
Dagegen ist den vorgenannten zwei Brüdern 
Herrn Hainreich und Jans den Schüchlern 
zu rechtem Erbtheil angefallen: der Meierhof 
und der Garten dabei und «an sechczich 
Pfenning vier phunt Wienner phenning gel- 
tes» auf bestiftetem Gute behauster Holden, 
die auch dazugehören «vnder der Schilt- 
gruben halber» und alle Nutzungen, die darin 
sind, und das «Lang Holtz» mit Holz, Wis- 
mat und allen Nutzungen und «die Ernstinne 
halbew in dem Schiltgraben»; der Werd «die 
Rorschüt» mit Holz, Wismat, Fischweid und 
allen Nutzungen. 

Siegler: Die Aussteller und die Zeugen. 

Zeugen: Lewpolt der Polt, Bürgermeister 
zu Wien, Herr Hawnolt der Schöechler, «die 
auch bei dem lozz der taylung gewesen sint». 

Datum: Der brief ist geben xe Wienne 
... an sant Johanns abent ze sunebenden. 

Original, Pergament. Mit an Pergamentstreifen 
anhangenden drei ■ beschädigten Siegeln (2, 4 und 6) und 
einem Siegelrest (3); die Siegel i, 5 und 7 fehlen. 



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3168 1358, November 10, Wien. 

Andre der Ha\Vser und Elzbet, seine 
Hausfrau, beurkunden, dass sie mit gesamm- 
ter Hand und mit Hand Chünrats des Chäm- 
rer an dem Cholmarcht, Kirchenmeisters der 
Pfarrkirche zu St. Michael zu Wien, ihr Haus 
zu Wien, welches sie miteinander mit ge- 
sammter Hand gekauft haben, um 95 Pfund 
Wiener Pfennige Fridreich dem Pyber, Schenk 
des Herzogs Rudolf zu Oesterreich, verkauft 
haben. Das Haus liegt in der Ratstrazze 
zunächst dem Hause Friedreichs des Chrews- 
pekchen. Man dient davon alljährlich «hintz 
sant Michel ze Wienne» 18 Wiener Pfennige 
zu Grundrecht und den geistlichen Herren 
zu «Varnpach» i Pfund Wiener Pfennige zu 
Burgrecht 

Siegler: Aussteller und Zeugen. 

Zeugen: Der obengenannte Chunrat der 
Chamrer an dem Cholmarcht ze Wienne 
und Herr Lewpolt der Polt, Bürgermeister 
zu Wien. 

Datum: Geben ze Wienne ... an sant 
Mertteins abent. 

Original, Pergament. Mit drei Siegeln an Perga- 
mentstreifen. 

3169 135g, Januar 5, Wien. 

Vlreich von Pergaw und Zezilia, seine 
Hausfrau, beurkunden, dass sie mit gesamm- 
ter Hand und mit Hand ihres Grundherrn, 
des Herrn Jacob des Pollen, Caplan der Ka- 
pelle «Vnser VroÄn in der purger rathaus 
ze Wienn, hern Otten Haimen Stiftung, dem 
got gnade» ihr Haus um 23o Pfund Pfennige 
Wiener Münze dem Herrn Hermann von 
Lannberch von Greyffense, Marschalich in 
Oesterreich, verkauft haben. Das Haus ist . 
gelegen «auf der Hochstrazze ze Wienn an 
der Augenstiner Vreythof» und ist «Hain- j 
reichs seligen des Neydekker» gewesen. Man ! 
dient von dem Hause alljährlich der oben 
genannten Frauenkapelle 42 Wiener Pfennige • 
zu Grundrecht und von einem «chlainen flekch 
binden dez hofs der pharrchirichen sande 
Michel ze Wienn» 3 Pfennig und in die | 
«eitern chappellen in der purch ze Wienn» 
4 Pfund Wiener Pfennige zu Burgrecht. Diese 

Regesten zur Geschichte der Stadt Wien. III. 



4 Pfund Geldes sind abzulösen mit 20 Mark 
Silber oder mit 40 Pfund Wiener Pfennige. 

Siegler: Die Aussteller, der oben genannte 
Grundherr und die Zeugen. 

Zeugen: Der Vetter des Ausstellers, Herr 
Perichtolt von Pergaw, Hofrichter in Oester- 
reich, und die erberen Leute Wernher der 
Schenkch, Forstmeister in . Oesterreich, und 
Dietreich der Fluschart, Bürger zu Wien. 

Datum: Geben ze Wienn ... an dem 
Prehem abent. 

Original, Pergament. Mit zwei Siegeln an Perga- 
mentstreifen; die Siegel 2, 4 und 5 fehlen. 

8170 13^0, Januar 25, Wien. 

«Andre der Hauser, weilnt herzog Al- 
brechts seligen chamermaister in Osterreich», 
beurkundet, dass er um die 8 Wiener Pfennige 
Geltes Grundrechtes, welche die Pfarrkirche 
«sande Michelz ze Wienn» gehabt hat auf 
der «hofmarich ains hauses, die weilnt Lud- 
weigs dez Sehnest er» gewesen ist und die «da 
leit in der Ratstrazz ze Wienn an dem ekk 
in dem gezzlein, do man get hincz sande 
Michel, die ich zu dem haus geprochen han, 
daz weilnt dez Chastner gewesen ist», wovon 
man alljährlich der eben genannten «sande 
Michelz pharrchirichen» 18 Pfennige zu 
Grundrecht dient und «wand die vorgenant 
hofmarich ains hauses vnd dez Chastner 
haus nv paide ain haus worden sint, vnd 
ich daz nv allez mit einander verchaufft han 
nvr mit achczehen phenning gruntrechts», 
derselben Pfarrkirche andere 8 Wiener Pfen- 
nige Grundrechtes Gülte auf seinem in der 
«Preidcnstrazze gegen sande Michel vber ze 
nächst Vlrcichs haus dez Schreiber» gelege- 
nen Hause, wovon man dieser Pfarrkirche 
ehemals alljährlich 18 Pfennige zu Grund- 
recht gedient hat, «ausgezaigt vnd geben» 
hat, so dass von diesem seinem Hause nun- 
mehr 26 Pfennige Grundrechtes alljährlich am 
St. Michaelstag der St. Michaelspfarrkirche 
gedient werden sollen. 

Siegler: Der Aussteller und der Zeuge. 

Zeuge: Herr Leupolt der Polt, Bürger- 
meister zu Wien. 

Datum: Geben ze Wienn ... an sande 
Paulz tag, alz er bechert wart. 

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K. und k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien. 



Original, Pergament. Mit einem L'eberreste des 
einen Siegels; das andere Siegel ist abgefallen. 

3171 13-^9, Februar 6. 

«Vlreich, ze den zeiten der heiligen 
geister mulner vor Chernertor ze Wienne», 
und Chunigunde, seine Hausfrau, beurkun- 
den, dass sie mit gesammter Hand und mit 
Hand des Herrn Otten des Taenprukker, 
Amtmannes des Gotteshauses zu Neünburch 
klosterhalben, i Joch Weingarten um 20 Pfund 
Wiener Pfennige den geistlichen Herren zu 
Pawngartenperig verkauft haben. Der Wein- 
garten ist gelegen in dem Lerchuelde, zu- 
nächst dem Weingarten Heinreichs des Snei- 
der. Man dient von ihm alljährlich dem 
Gotteshause zu Newnburch 2,^1^ Eimer Wein 
zu Bergrecht und 6 Wiener Pfennige zu Vogt- 
recht. 

Siegler: Da die Aussteller selbst nicht 
eigenes Insiegel haben, der oben genannte 
Amtmann und Herr Thomas der Swaemlein, 
Spitalmeister. 

Datum: Geben ... an sand Dorothe tag. 

Original, Pergament. Das erste Siegel fehlt, das 
zweite an Pergamentstreifen anhangende Siegel ist gut 
erhalten. 

3173 JjSf), Mär:^ i5, Wien. 

Heinrich, Pfarrer der Pfarrkirche St. Gi- 
lygen zu Gumppendorf, beurkundet, dass er 
seinen Weingarten mit Hand seines Berg- und 
Grundherrn Herrn Jacob des Löffler dem 
Abt Johann zu Pavmgertenperig und dem 
Convente desselben Klosters um 15 Pfund 
Wiener Pfennige verkauft. Der Weingarten, 
I Vierteil, ist an der Waligris zunächst dem 
Weingarten der geistlichen Herren von Pawm- 
gartenperig gelegen und dient dem oben ge- 
nannten Herrn Jacob 2V2 Viertel Wein zu 
Bergrecht und 3 Ort zu Vogtrecht. 

Siegler: Der Aussteller und der Bergherr. 

Datum: Gegeben ze Wienne . . . dez vrei- 
tag in der quatember wochen in der vasten. 

Original, Pergament. Das erste Siegel fehlt, das 
zweite an Pergamentstreifen anhangende Siegel ist gut 
erhalten. 

3173 isSf), April 23, Wien. 

Elzbet, Herrn Hainreichs Witwe des 
Schüchler, beurkundet, dass sie mit Hand 



ihres Lehenherrn, Herzog Rudolfs» ze Öster- 
reich, ze Steyr und ze Kernden, «allen 
meinen tail dez werdes vnd der guter, die 
ich han in dem werde gegen dem Röten 
Turn ze Wienne über, dez ersten den Chrie- 
chenwerde vnd daz wazzer halbs, daz da 
haizzet daz Lüeg vnd daz wazzer, das da 
haizzet die Prünnader, vnd einen werde, der 
do haizzet die Gemain mit holcz, mit wis- 
mat, mit vischwaide vnd mit allen nuczen, 
vnd einen werde, der do haizzet die J6rigeins 
Schiit», und dazu alle zu den genannten drei 
Stücken gehörenden Nutzungen, «den selben 
j meinen tail der vorgenanten guter aller, dtz 
I nur ein viertail dez ganzen werdes ist», 
I welcher ihr in rechter Theilung gegen ihre 
Kinder und Enkel zugefallen ist, um 154 Pfund 
I Wiener Pfennige dem «erbern manne hern 
I Andren dem Hutstokch, purger ze Wienne», 
I und seiner Hausfrau Frau Elzbeten verkauft 

hat. 
' Siegler: Die Ausstellerin und die Zeugen. 

I Zeugen: Die zwei Aidem der Ausstellerin, 

I Herr Hainreich der Vinkch und Nichlas von 
j Eslarn; der Enkel der Ausstellerin Jans, Sohn 
I ihres seligen Sohnes Leupolt; die zwei Oheime 
I der Ausstellerin, Herr Hainreich der Würffei 

und Herr Nichlas der Würffei, sein Sohn. 
\ Datum: Geben ze Wienne ... an sant 

j Geörigen abent. 

Original, Pergament. Die an Pergamentstreifen 
I anhängenden vier Siegel sind gut erhalten. Das vierte 
und sechste Siegel fehlen. 

I 3174 ijSg, April 25. 

I «Nyclas von Chautz», Bürger «zu der 

' Newnstatt», und sein Schwager «Jans, Hcr- 
' maendleins sün», Bürger zu Wien, beurkunden, 
I dass sie das halbe Bergrecht an dem «Salich- 
na^perge, dez vierdhalb fueder wein ist, vnd 

! zwai pfunt Wienner pfenning geltz mit dez 

I . . . fursten herczog Ruedolfs von Osterreich 
haut, der sein lehen herre ist, daz wir zu chauf- 
recht müsten nemen von Leben dez Vierdung 
saelig chinder an dem gelt, so er vns mit 
vnsern briefen het versetzt hincz Muschen 
dem Juden», dem Rudolf auf der Grueb um 
100 Pfund und 32 Pfund Pfennige Wiener 
Münze, «di wir auch haben geben dem ege- 



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K. und k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien. 



219 



nanten Juden an vnserm vorgenanten brief», 
verkauft haben. Nyclas von Chautz, Jans, 
Hermändleins Sohn, und Jans des ehegenann- 
ten Leben des Vierdunchs Sohn leisten Schirm 
und Gewär. 

Siegler: «ich Nyclas von Chautz, ich 
Jans Hermändel vnd der egenant Jans der 
Vierdunch . . . mit vnser aller drey anhan- 
gunden insigeln. 

Zeugen: Stephan der Vierdunch, vnser 
swager; her Dietreich der Eysnaer vnd her 
Vlreich der Patz, pürger in der Newen stat, 
mit iren insigeln». 

Datum: Geben ... an sand Marxs tag. 

Original, Pergament. Mit dem ersten, zweiten, 
fünften und sechsten und einem Reste des dritten Siegels 
an Pergamentstreifen, das vierte Si^el ist nicht mehr 
vorhanden. 

3175 13^9, Juni ig, Wien, 

Seyfrit der Slüzzler, Bürger zu «Ne'^Vn- 
burch marchthalben», und Anna, seine Haus- 
frau, verkaufen mit Hand des Burgherrn Ni- 
chlas von Huntshaim ihre Hälfte des zu 
Sebarn gelegenen Holzes, von welcher man 
alljährlich dem vorgenannten Nichlasen von 
Huntshaim 4 Wiener Pfennige zu Burgrecht 
dient, um 29 Pfund Wiener Pfennige der 
Aebtissin Schwester Chunigunden von Rat- 
pach und dem Convente desselben Frauen- 
klosters, welche die andere Hälfte des Holzes 
schon haben. 

Siegler: Der Aussteller, der oben ge- 
nannte Burgherr und die beiden Zeugen. 

Zeugen: Chunrat der Gylig, Stiefvater 
des vorgenannten Seyfrit, Bürger zu Newn- 
burch marchthalben, und Jörig von Molmes- 
torf. 

Datum: Geben ze Wienne ... an vnsers 
herren gotes leichnam abent. 

Original, Pergament. Die vier Siegel fehlen. 

3176 13^9» Jun^ 29, Wien. 

Ortlieb von Winchel bei der Tüna'vV 
und Ulreich von Haslavr und seine Hausfrau 
Pendit beurkunden, dass sie ihres rechten 
Eigens 7 Pfund und 72 Pfennige Wiener 
Münze Geltes, gelegen zu Lanczendorf bei 
Mistelbach, um gS Pfund Wiener Pfennige 



der Aebtissin Schwester Chunigunden von 
Rappach und dem Convente zu St. Clara 
zu Wien verkauft haben. 

Siegler: Die Aussteller und die Zeugen. 

Zeugen: Herr Fridreich von Winchel, 
des oben genannten Ortliebs Vetter; Herr 
Chadolt von Haslaw, des oben genannten 
Vlreichs Vetter. 

Datum: Geben ze Wienne ... an sant 
Peter vnd sant Pawls tag der heyligen zwelif- 
poten. 

Original, Pergament. Die vier Siegel fehlen. 

I 

j 3177 1359, Juli 10, Wien. 

Jans der Schüchler und Margret, seine 
Hausfrau, beurkunden, dass sie mit ihres 
I Lehensherrn Hand, des Herzogs Rudolf zu 
I Oesterreich, ihren Theil des Werdes und die 
Güter, die sie im Werd gegenüber dem Raten 
I Turn zu Wien haben, «des ersten den mair- 
hof vnd ain garten da bey vnd an sechczig 
phennig vyer phunt» Wiener Pfennige Geltes 
auf bestiftetem Grunde behauster Holden, die 
auch dazu gehören, den «Schiltgraben halben» 
und alle Nutzungen, die darin sind, das «Lang 
Holcz» mit Holz, Wismat und allen Nutzungen, 
die «Ernstinne halben» in dem Schiltgraben, 
den Werd «die Rorschüt» mit Holz, Wismat, 
Fischweid und allen Nutzungen um 370 Pfund 
Pfennige Wiener Münze dem ehrbaren Manne 
Herrn Seyfrid dem Raicholf, Bürger zu Wien, 
und seinen Erben verkauft haben. Diese vor- 
genannten Lehengüter sind ihm — Jans dem 
Schüchler — nach dem Tode seines Vaters, 
des Herrn Heinreich des Schüchler aner- 
storben, und «mit furczicht vnd mit los» in 
rechter Theilung gegen seine Mutter Frau 
Elzbet und ihre Enkel Jans, Heinreich und 
Elzbet, die Kinder seines Bruders, des Herrn 
Leupolts des Schüchler. 

Siegler: Die Aussteller und die Zeugen. 
Zeugen: Herr Hawnolt der Schüchler, 
Vetter des vorgenannten Jansen des Schüch- 
ler, und die ehrbaren Leute Herr Hainreich 
der Vinckch und Herr Niclazz von Eslarn, 
desselben Jansen des Schüchler Sweher, und 
die zwei ehrbaren Leute Herr Lucas der 
Popphinger, Hansgraf zu Wien, und Herr 
Stephan der Poll, Bürger zu Wien. 

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K. und k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien. 



Datum: Geben ze Wyenne . . . des nah- 
sten raitichens var sand Margreten tag. 

Original, Pergament. \'on den an Pergament- 
streifen anhangenden Siegeln ist das zweite und sechste 
gut erhalten, das dritte gebrochen und sind Reste des 
ersten, vierten und fünften erhalten. 

3178 13^9, October jj, Wien. 

Ott der Pökchel von Walchünschirichen 
beurkundet, dass er mit Hand seines Lehen- 
herrn, Herzog Rudolfs zu Oesterreich etc., 
ein halbes Lehen, gelegen zu Walchüns- 
chirichen zunächst Weicharten dem Schuster 
«an sechczich pfenning vmb zehen phunt» 
Wiener Pfennige der Aebtissin Chunigunden 
von Ratpach und dem Convente des Frauen- 
klosters zu St. Clara zu Wien verkauft hat. 

Siegler: Da der Aussteller kein eigenes 
Insiegel hat, die beiden Zeugen. 

Zeugen: Herr Jans von Merswanch und 
Vlreich der Nustorffer, Bürger zu Wien. 

Datuw: Geben ze Wienne ... an sant 
Cholmans tage. 

Original, Pergament. Beide Siegel fehlen. 

3179 ^3^9, October 21, Wien. 

Bruder Pilgreim, Prior, und der Convent 
der geistlichen Brüder des Klosters bei den 
Predigern zu Wien geloben, um die 10 Pfund 
Wiener Pfennige, die ihnen «der erber ritter 
her Purchart der Chneuzzer durich seiner 
vnd aller seiner vordem sei hail willen ge- 
schah hat, dacz hern Vireichen dem Pollen 
vnd dacz seiner hausurowen vron Engelln 
vnd dacz irn erben die vns alle iar ain phunt 
purchrechts» davon dienen sollen, «alle die 
weil si vns der zehen phunt phenning nicht 
wernt, als si vns besunderleich brief vnd Jn- 
sigil dar Vber geben habent», dem genannten 
Purcharten dem Chneuzzen zum Seelentrost 
einen ewigen Jahrtag am nächsten Montag 
nach den Quatembern vor Weihnachten mit 
Vigil, Seelenmesse und anderem Gebete nach 
ihres Ordens Gewohnheit zu begehen. Wenn 
der oben genannte Vlreich der Polle, seine 
Hausfrau oder ihre Erben ihnen diese 10 Pfund 
geben, dann sollen dieselben auf eine andere 
Gülte angelegt werden. Wenn das Kloster 
seine übernommenen Verpflichtungen wegen 



Begehung des Jahrtages nicht erfüllt, so sollen 
die Herren des Rathes der Stadt Wien die 
Gülte übernehmen und in ihr Spital zu Wien 
geben und soll dort der Jahrtag begangen 
werden. 

Siegler: Die Aussteller. 

Datum: Geben ze Wienne ... an der 
heiligen aindlef tausent maide tage. 

Original, Pergament. Mit zwei Siegeln an Perga- 
mentstreifen. 

3180 13S9, October 21, Wien. 

Fridreich der Pötinger und seine Haus- 
frau Margret beurkunden, dass sie mit ge- 
sammter Hand und mit Chünrats Hand des 
Chamrer an dem Cholmarcht, derzeit Chirich- 
maister der Pfarrkirche «dacz sant Michel ze 
Wienne», ihr in der Ratstrazze zu Wien, 
zunächst dem Hause des Herrn Fridreichs 
des Chreuspekchen gelegenes Hs^us, von wel- 
chem alljährlich zu St. Michael zu Wien 
18 Wiener Pfennige zu Grundrecht und den 
geistlichen Herren zu Varmpach 1 Pfund 
Wiener Pfennige zu Burgrecht gedient wird, 
mit allen Nutzen und Rechten in Burgrechts- 
gewär um 95 Pfund Wiener Pfennige an 
Herrn Otten von Volkchestorf und seine 
Hausfrau Frau Chunigunden und ihre Erben 
verkauft haben. 

Siegler: Aussteller und Zeugen. 

Zeugen: Der vorgenannte Chunrat der 
Chamrer an dem Cholmarcht; Nichlas der 
Wuerffel, Bürger zu Wien. 

Datum: Geben ze Wienne ... an der 
heiligen aindlef tausent maide tage. 

Original, Pergament. An Pergamentstreifen hängen 
die beschädigten Siegel 1 und 2; das dritte Siegel fehlt. 

3181 1359, October 21, Wien. 
Schwester Elzbet von Asparen, Priorin, 

und der Convent des Frauenklosters «dacz 
sant Marien Magdalen vor Schotten Tor ze 
Wienne» geloben, in ihrem Kloster an dem 
achten Tage nach dem Mittichen in den 
Chottembern vor Weihennachten einen Jahr- 
tag mit Vigil, Seelenmessen etc. für das Seelen- 
heil des erbern Ritters Herrn Pürchart des 
Chne^lzzer zu begehen um die 10 Pfund 
Wiener Pfennige, welche ihnen dieser Ritter 
für sein und seiner Vorderen Seelenheil «ge- 



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K. und k. Haus-, Hof- und Staatsarchiy in Wien. 



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Schaft hat dacz hern Vireichen dem Pollen 
vnd dacz seiner hausuron vron Engelln vnd 
dacz iren erben, die vns alle jar ain phunt 
purchrechts da von dienen sullen, alle die 
weil si vns der zehen phunt phenninge nicht 
wernt, als si vns besunderleich brief vnd in- 
sigil dar '^ber geben habent». Wenn sie den 
Jahrtag nicht zur bestimmten Zeit begehen 
würden, dann sollen die Herren des Rathes 
der Stadt zu Wien dieser Gülte sich unter- 
winden und sie in ihr Spital zu Wien geben 
zur Begehung dieses Jahrtages. 

Siegler: Die Ausstellerinnen mit dem 
Convents-Insiegel. 

Datum: Geben ze Wienne ... an der 
heiligen aindlef tausent maide tage. 

Original, Pergament. Das an Pergamentstreifen 
anhangende Siegel ist beschädigt. 

3182 JjSg, October 21, Wien. 

Schwester Gedrawt die Seczerinne, Aeb- 
tissin, und der Convent des Frauenklosters 
«dacz sant Nichlas ze Wienne» geloben, um 
die 10 Pfund Wiener Pfennige, welche ihnen 
der erber Ritter Herr Purchart der Chnawzzer 
zu seinem und seiner Vorderen Seelenheil 
«dacz hern Vireichen dem Pollen vnd dacz 
seiner hausuro^Vn vro'^^n Engeln» und ihren 
Erben, welche den Ausstellerinnen alljährlich 
I Pfund Burgrechtes davon dienen sollen 
«alle die weil sie vns der zehen phunt phe- 
ning nicht wernt», in ihrem Kloster einen 
Jahrtag an dem Montag nach den Chottem- 
bern vor Weihnachten mit Vigil, Seelen- 
messen ... zu begehen. Im Falle der Unter- 
lassung soll die zum Jahrtag gehörende Gülte 
den Herren des Rathes der Stadt zu Wien 
und durch diese dem Spitale der Stadt zu 
Wien zur Begehung des Jahrtages zugewendet 
werden. 

Siegler: Die Ausstellerinnen. 

Datum: Geben ze Wienne ... an der 
heiligen aindlef tawsent maide tage. 

Original, Pergament. Beide Siegel an Pergament- 
Streifen sind beschädigt. 

3183 ijSg, October 21, Wien. 

Schwester Anne die Jansinne, Meisterin, 
und der Convent des Frauenklosters «dacz 



sant Jacob ze Wienne» geloben die Begehung 
eines Jahrtages am nächsten Eritage nach 
den Chottembern vor Weihnachten in ihrem 
Kloster um die 10 Pfund Wiener Pfennige, 
welche der erber Ritter Herr Pürchart der 
Chnaewzzer zu seinem und seiner Vorderen 
Seelenheile geschaft hat und Nvovon Herr 
Vlreich der Polle und seine Hausfrau Engeil 
jährlich i Pfund Burgrechtes dienen sollen. 
Im Falle der Unterlassung sollen sich die 
Herren des Rathes der Stadt zu Wien dieser 
zum Jahrtag gehörenden Gülte unterwinden 
und sie ihrem Spital zu Wien geben zur 
Begehung dieses Jahrtages. 

Siegler: Die Ausstellerinnen. 

Datum: Geben ze Wienne ... an der 
heiligen aindlef tawsent maide tage. 

Original, Pergament. Mit zwei Siegeln an Per- 
gamentstreifen. 

3184 ij-^f), October 21, Wien. 
Schwester Katrey dieMaerinne von Leizze, 

Meisterin, Schwester Margret, Priorin, und 
der Convent des Frauen klosters «dacz der 
Himelporten ze Wienne» geloben um die 
10 Pfund, die der Ritter Herr Purchhart 
der Chnewzzer zu seinem und seiner Vor- 
deren Seelenheil geschafft hat und wofür 
Herr Vlreich der Polle und seine Hausfrau 
Frau Engeil jährlich i Pfund Burgrechtes 
dienen, einen Jahrtag am nächsten Sonntag 
nach den Chottember vor Weihnachten mit 
Vigil und Seelenmessen und mit anderem 
Gebete nach ihres Ordens Gewohnheit zu be- 
gehen. (Der weitere Inhalt der Urkunde ist 
völlig übereinstimmend mit den vorhergehen- 
den Regesten.) 

Siegler: Die Ausstellerinnen. 

Datum: Geben ze Wienne ... an der 
heiligen aindlef tausent maide tage. 

Original, Pergament. Mit Ucberresten des ersten 
Siegels und dem zweiten Siegel an Pergamentstreifen. 

3185 ^3^9, October 21, Wien. 
Schwester Chünigunt die Viuianczinne, 

Priorin, und der Convent des Frauenklosters 
«dacz sant Larenczen ze Wienne» beurkunden, 
dass sie sich um die 10 Pfund Wiener Pfen- 
nige, die ihnen der erber Ritter Herr Purchart 
der Chncewzzer zu seinem und seiner Vor- 



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K. und k. ?iaus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien. 



deren Seelenheile geschafft hat «dacz hern 
Vireichen dem Pollen vnd dacz seiner haus- 
urown vrown Engeln» und deren Erben, 
welche ihnen alljährlich i Pfund Geltes Burg- 
rechtes davon dienen sollen, so lange als sie 
ihnen der lo Pfund nicht «wernt», dem oben 
genannten Ritter Purcharten gelobt haben, 
zu seinem und seiner Nachkommen und Vor- 
fahren Seelenheile einen ewigen Jahrtag in 
ihrem Kloster am Phintztage in den Chot- 
tembern vor Weichennachten mit Vigil und 
Seelenmesse und mit anderem Gebete nach 
ihres Ordens Gewohnheit zu begehen. Thäten 
sie das nicht, dann soll die zu dem Jahrtage 
gehörende Gülte den Herren des Rathes der 
Stadt zu Wien .eingehändigt werden und 
diese sie ihrem Spitale zu Wien zur Be- 
gehung des Jahrtages geben. 

Siegler: Die Ausstellerinnen. 

Datum: Geben ze Wienne ... an der 
heiligen aindlef tawsent maide tage. 

Original, Pergament. An Pergamentstreifen Uebcr- 
reste des ersten und das ziemlich gut erhaltene zweite 
Siegel. 

3186 ijSg, October 21, Wien. 

Jans, Caplan der Kapelle «vnser vrowen 
auf der Stetten ze Wienne», urkundet, dass 
«vmb die zehen phunt Wienner phennig, die 
der erber ritter her Purchart der Chnewzzer» 
zu seinem und seiner Vorderen Seelenheile 
dem Aussteller und der Kapelle «geschaft 
hat dacz hern Vireichen dem Pollen vnd 
dacz seiner hausvrowen vron Engelln vnd 
dacz iren erben, die vns» alljährlich i Pfund 
Wiener Pfennige Burgrecht dienen, «alle die 
weil si vns der zehen phunt phenning nicht 
wernt, als si vns besunderleich brief vnd in- 
sigil dar vber geben habent» und darum hat 
er — Jans — für sich und die ihm nach- 
folgenden Capläne gelobt, für das Pfund 
Geltes einen ewigen Jahrtag am Mittwoche 
in den Chottembern vor Weihnachten mit 
Vigilie, Seelenmessen ... zu des oben genann- 
ten Ritters und seiner Vorderen Seelenheil 
zu begehen. Würde das nicht eingehalten, 
so sollen die Herren des Rathes der Stadt 
zu Wien sich der zum Jahrtage gehören- 
den Gülte unterwinden und sie in ihr 



Spital zu Wien zur Begehung des Jahrtages 
geben. 

Siegler: Der Aussteller und der Zeuge. 

Zeuge: Herr Albrecht der Ramppers- 
\ torffer, Bürger zu Wien. 

Datum: Geben ze Wienne ... an der 
heiligen aindlef tausent maide tage. 

Original, Pergament. Mit zwei Siegeln an Per- 
gamentstreifen. 

8187 /j5p, November 11, Wien, 

Herzog Rudolf zu Oesterreich ... be- 
stätigt und erneut alle Gnaden, Rechte und 
Freiheiten, die sein Vater, Herzog Albrecht, 
dem Prior und dem Convent zu Gemnikh, 
seiner Stiftung, gegeben hat ... Er gibt 
ihnen drei Häuser frei mit ihren Wirthen zu 
Wien, Ybs und Stein, mit vollem Rechte, 
wie das andere Bürger in Geschäft und 
Nutzen geniessen, Mauthfreiheit, Gerichts- 
barkeit u. s. w. 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum: Geben ze Wienn ... an sand 
Merten tag. 

Original, Pergament. Mit ziemlich gut erhaltenem 
Siegel an Pergamentstreifen. 

Lichnowsky, Th. IV, S. DLXXXVII, Nr. 96. 

3188 ij^g, December ij. 

Vlreich, Pfarrer zu Steten, beurkundet, 
dass er auf dem «sand Kathrein alter gelegen 
in der erbern geistlichen vrawn chloster dacz 
der Hymelporten ze Wienn in sand Angnesen 
chirchen in der chappelln die ich selber von 
newn dingen darinne gemacht vnd gepa\vt 
han» eine ewige Messe gestiftet und hiezu 
sein «in der Traibatenstrazze, gegen der 
Hymelporten vber» gelegenes Haus, das wei- 

' land dem Pfarrer von Lausse gehört hat, 
seinen zu Mediich vor dem Winttal gelegenen, 

I «der Gürtenhengst» genannten Weingarten 
und 15 Pfund Wiener Pfennige Gelts ewigen 

I Grund- und Burgrechtes, und zwar 4 Pfund 
Wiener Pfennige Gelts ewigen Burgrechtes 
auf einem zu Wolfpaczzing auf dem Tulner- 
veld in dem Swelchental gelegenen 1 7g Joch 
und I Viertel grossen Weingarten «der Ren- 
ner» zunächst dem Weingarten «dez Sperren- 
peutel», 6 Pfennige Gelts Grundrechtes und 
I Pfund Gelts Burgrechtes auf Otten Haus 



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K. und k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien. 



223 



in dem Greyth, das bei St. Jacob zu Wien, 
zunächst Jansen des Putreich Haus liegt, 
9 Schilling «an» 5 Pfennig Gelts Grundrechtes 
und Burgrechtes auf Christans des Meurleins 
Haus in Sand Johansstrasse zu Wien zu- 
nächst Herworts des Tuechberaitters Haus, 
7 Schillinge «an» 3 Pfennige Gelts Grund- und 
Burgrechtes auf Seyfrides des Schreybers Haus 
in Sand Johansstrazze zu Wien zunächst Chri- 
stans des Eidams des Trunchleins Haus, 60 
Pfennige Gelts Grundrechtes auf Meister Her- 
dings Haus in der Weichenpurch zu Wien 
zunächst Meister Albrechts des Puchartzt 
Haus, 66 Pfennige Gelts Burgrechtes auf Ja- 
cobs des Spanzpaz Haus unter den Segenern 
zu Wien zunächst Hainrichs «dez Vischer» 
Haus; ^^ Pfund Wiener Pfennige Gelts Burg- 
rechtes auf Haymleins des Veriber Haus zu 
Wien in der Weychenpurch an dem Graben 
zunächst Perichtolts des Swerczer Haus, 9 
Schillinge und 12 Pfennige Gelts Grund- und 
Burgrechtes auf zwei «hawslein an dem Alten- 
rossmarcht unter den slozzern ze Wienn ze 
nast» dem «der Lebinturn» genannten Hause, 
6 Pfund Wiener Pfennige Gelts Burgrechtes 
«vor Widmer Tor ze Wienn», 2 Pfund Wiener 
Pfennige Gelts Burgrechtes auf «Seyfrides 
haws des Grueber, welches in der Chremser- 
strazze» zunächst «Jansen haws des Vnslider» 
liegt, I Pfund Wiener Pfennige Gelts Burg- 
rechtes auf «Hainreichs haws des Hanpawms» 
welches «in der Chremserstrazze» zunächst 
«Vlreichs haws dez Cherner» liegt, und 
I Pfund Wiener Pfennige Gelts Burgrechtes 
auf «Vlreichs haws dez GroUn» welches «in 
der Chremserstrazze» zunächst «Vlreichs haws 
dez sneyder» liegt, i Pfund Wiener Pfennige 
Gelts Burgrechtes «auf Ruegers haws dez 
Ayrer vor Widmer Tor ze Wienn vnd haizzet 
in der Fudluchen», zunächst «Ruegers haws 
des Vogeler», i Pfund Wiener Pfennige Gelts 
Burgrechtes «vor Widmer Tor ze Wienn in 
der Laimgrueb auf Vlreichs haws dez Rech- 
nitzer gelegen ze nast Seyfrids haws des 
Schuster». Derselbe Vlreich, Pfarrer zu Steten, 
hat ausserdem zu dieser ewigen Messe in der 
St. Kathreinkapelle zu der Hymelporten ge- 
spendet ein ganzes Messgewand, einen Kelch 
und ein Messbuch. Er behält sich für seine 



Lebenszeit diese Messe mit allen ihren Ein- 
künften und Nutzungen für sich selbst bevor 
und das Recht, sie während seines Lebens 
einem andern Priester oder Schüler zu über- 
tragen. Nach seinem Tode soll die Meisterin 
von der Hymelporten zu Wien mit Wissen 
des Convents die Messe verleihen, zuerst 
seinem Oheim Nycolaus, er sei Priester oder 
Schüler. Weiterhin soll bei jeder Erledigung 
die Meisterin binnen Monatsfrist einen Welt- 
priester zum Verweser der Messe ernennen, 
der sich, nur wenn hohes Alter etc. ihn dazu 
nöthigt, einen Caplan zugesellen darf. Die 
Messe soll an jeden Morgen gesprochen und 
ein Seelenamt an jedem Montage auf dem- 
selben Sand Kathreinaltar gesungen werden. 
Den anderen Gesang sollen die Klosterfrauen 
singen. Für jeden Tag, an welchem der Messe- 
verweser oder der Caplan nicht ordnungs- 
gemäss die Messe hält, sollen 12 Wiener 
Pfennige in die Gusterey zu der Hymelporten 
für Wachslicht gezahlt werden. So oft die 
Meisterin die Messepriesterstelle länger als 
einen Monat unbesetzt lässt, soll der Rath 
der Stadt Wien das Verleihungsrecht ausüben. 
Wenn aber die geistlichen Frauen die Mess- 
stiftung in einer Weise verkürzen oder be- 
lasten wollten, dann soll das Verleihungsrecht 
für immer und gänzlich an den Stadtrath 
zu Wien übergehen. Der jeweilige Caplan 
der Messe soll mit Wissen und Rath der 
Meisterin zu der Hymelporten für den Pfarrer 
Vireichen zu Steten und alle Stifter und 
Förderer einen ewigen Jahrtag begehen, zu 
dem er 2 Pfund Wiener Pfennige von den 
Gütern, die zu derselben Messe gehören, neh- 
men und zuerst den geistlichen Frauen zu 
der Hymelporten i Pfund Wiener Pfennige, 
damit sie lesen und singen nach ihres Ordens 
Gewohnheit, ^ g Pfund Wiener Pfennige der 
Gustrin auf Wachs zu Kerzen und V 2 Pfund 
Wiener Pfennige zwölf Priestern, die an dem- 
selben Tage in der St. Angnesenkirche und 
in der St. Kathreinkapelle Messe lesen, geben 
soll. Die geistlichen Frauen sollen auch den 
Altar und die Messe zieren und beleuchten. 
Siegler: Der Aussteller selbst und Herr 
Chunrat von Schinta und Herr Nyclas der 
Wirsing, beide Bürger zu Wien. 



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K. und k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien. 



Datum: Gegeben ... an sand Lucein tag. 
Original, Pergament. Mit zwei ziemlich gut erhal- 
tenen Siegeln und einem Siegelreste an Pergamentstreifen. 

3189 1360, Januar ij, Wien, 

Hainreich der Tra^Vnisdröm und Katrei, 
seine Hausfrau, beurkunden, dass sie mit 
Hand ihres Bergherrn Herrn Thomans des 
Swaembleins i Pfund Wiener Pfennige Geltes 
Burgrecht auf ihrem Weingarten, der, ^/^ Joch, 
zu Praitense in Gern zunächst Seyfrits Wein- 
garten des Choler gelegen ist, um 9 Pfund 
Wiener Pfennige der Aebtissin Schwester 
Chunigunden von Ratpach und dem Con- 
vente des Frauenklosters zu St. Clara zu 
Wien verkauft haben. Man dient von dem 
Weingarten alljährlich Herrn Thomann dem 
Swaemblein 3 Schillinge und 77» Pfennige 
Wiener Münze für Bergrecht, Zehent und 
Vogtrecht, und zwar am Sant Jörgentag, am 
Sant Michelstag und zu Weihnachten je 
80 Wiener Pfennige. 

Siegler: Der Aussteller und die Zeugen. 

Zeugen: Der oben genannte Bergherr 
und Herr Paldwein der Vierdung. 

Datum: Geben ze Wienne . . . dez naech- 
sten vreytags vor sant Agnesen tag. 

Original, Pergament. Die drei Siegel fehlen. 

3190 ijGo, April jo, Wien, 

Schwester Chunigunt von Ratpach, Aeb- 
tissin, und der Convent des Frauenklosters 
zu St. Clara zu Wien Urkunden wegen des 
Pfundes Wiener Pfennige Geltes Burgrecht, 
das ihre Conventsschwester Anna die Usun- 
ginne, oder wem diese es gibt, auf «Wern- 
harts Weingarten des vnderchaeuffels von Augs- 
purch gelegen ze Otachrinne in dem Hindern- 
perg», ^2 Joch, hat, dass der vorgenannte 
Wernhart der Vnderchaeuffel und Frau Agnes, 
seine Hausfrau, oder wer sonst den Wein- 
garten besitzt, das Recht haben soll, diese 
Gülte gegen eine andere von gleicher Güte 
und Sicherheit abzulösen. 

Siegler: Die Aussteller in. 

Datum: Geben ze Wienne . . . dez naech- 
sten vreytags nach dem heiligen Ostertag. 

Original, Pergament. Siegel fehlt. 



8191 ijGo, Juni i5, Wien. 

Johannes, Bischof zu Gurk, Kanzler des 
Herzogs Rudolf von Oesterreich, urkundet, 
dass «vns Dauid der Steuz, ein jud von 
Wienn, verlihen vnd für vns gesetzet hat 
sine pfant» um 100 Gulden, die «wir Chun- 
raten von Rauenspurg, vnserm Schreiber, ze 
zerung gen Auion» gegeben haben. «Darumb 
schlahen wir dem egen. Juden die selben 
hundert guidein auf vnser haus ze Wienn in 
aller der mazze, als ander sin gelt, daz er 
vormals dar auf hat.» Doch will er alles 
innerhalb der nächsten vierzehn Tage be- 
richtigen. 

Datum: Geben ze Wienn an sand Veits 
tag . . . 

Original, Pergament. Mit einem Siegel an Perga- 
mentstreifen. 

3192 1360, Juli 7, Wien. 

Rudolf IV., . . . Erzherzog zu Oester- 
reich, . . . nimmt das Kloster zu St. Clara 
zu Wien und alle Leute und Güter desselben 
in seine und seiner Nachkommen besondere 
Gnade, Freiung, Schirm und Vogtei. 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum: Geben ze Wienn an eritag nach 
sand Vlreichs tag . . . + wir der vorgenant 
herczog Ruodolf Sterken disen prief mit dirr 
vnderschrift vnser selbs hant +. 

Original, Pergament. Siegel abgefallen. 

Abschrift aus dem 17. Jahrhundert. 

Lichnowsky, Th. IV, S. DXCVII, Nr. 190. 

8193 1360, Juli 22, Wien. 

Jacob der PoU, Caplan in der Kapelle 
«Vnser Frowen in der purger rathaus ze 
Wyenn hern Otten Haimen Stiftung» urkun- 
det, dass der ehrbare Herr Herman von 
Landenberch von Greyffense 42 Pfennige 
Grundrecht, welche dieser derselben Kapelle 
von seinem auf der Hochstrazz zunächst der 
Augustiner Freythof gelegenen Hause gedient 
hat, mit 1 1 Schilling Wiener Pfennige von 
ihm abgelöst hat. 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum: Geben ze Wyenn an sant Marie 
Magdalene tag anno domini m"* ccc** lx"°. 

Original, Pergament. Mit dem an einem Perga- 
mentstreifen anhangenden Ueberreste des Siegels. 



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K. und k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien. 



225 



3194 1360, Juli 2g, Wien. 

Ott, der Propst, Hainreich, der Dechant, 
und der Convent des Gotteshauses St. Andres 
bei der Traysem thuen kund, dass sie wegen 
des vom Herzog Rudolf zu Oesterreich in der 
Stadt Wien erlassenen neuen Gesetzes «Her- 
mann dem Newnchiricher, dem pader ze 
Wienne und Frau Gedrawten», seiner Haus- 
frau, 2 Pfund Wiener Pfennige Geltes Burg- 
recht, welche diese auf ihrer «vor Stuben 
tor ze Wienne auf dem Graben zc naschst 
Mathes haws des Smits» gehabt haben um 
16 Pfund Wiener Pfennige abzulösen gegeben 
haben. Jene 2 Pfund Wiener Pfennige Geltes 
Burgrecht hatte der verstorbene Nichlas, Sohn 
des verstorbenen Nichlas des Maeserleins, in 
«vnser siechaws in dem vorgenanten gots- 
haws sand Andres» zu einem Seelgeräthe 
gewidmet. 

Siegler: Der Propst Ott und der Convent. 

Datum: Geben ze Wienne, . . . des 
naechsten mitichens nach sand Jacobs tag 
des heiligen zwelifboten. 

Original, Pergament. Mit zwei gut erhaltenen 
Siegeln an Pergamentstreifen. 

8195 13 Oo, August 13, Wien. 

Jacob, Hansgraf zu Wien, und seine 
Hausfrau Margarethe Urkunden, dass Niclas 
der Würffei, Bürger zu Wien, 36 Wiener 
Pfennige Grundrecht, welche sie auf dem bei 
den Predigern zu Wien auf dem Steyg ge- 
legenen Hause, das weiland dem Bischöfe 
Gotfrid von Pazzaw gehört hat und derzeit 
dem vorgenannten Niclas dem Würfel ge- 
hört, haben, um 9 Schilling und 18 Wiener 
Pfennige abgelöst hat, in Befolgung der Ver- 
ordnung des Herzogs Rudolf in Oesterreich, 
dass fürderhin alles auf Häusern und Hof- 
stetten in der Stadt zu Wiön liegende Grund- 
recht und Burgrecht für je i Pfund Geldes 
mit 8 Pfund Wiener Pfennige abzulösen sei. 

Siegler: Die Aussteller und der Zeuge. 

Zeuge: Herr Lucas der Pophinger, Bürger 
zu Wien. 

Datum: Geben ze Wienn ... an sand 
Polten tag. 

Q>llationirte Abschrift des 18. Jahrhunderts. 
Rcgesten zur Geschichte der Stadt Wien. 111. 



8196 1360, August 31, Wien. 

Schwester Chunigund von Rappach, Aeb- 
tissin im St. Clarakloster zu Wien, beurkundet, 
dass sie infolge des vom Herzoge Rudolf 
wegen Burgrechtsablösung in der Stadt Wien 
ergangenen Gebotes dem «erbern mann Or- 
tolfen dem Füttrer» und Frau Annen, seiner 
Hausfrau, und ihren Erben die 3 Pfund 
Wiener Pfennige Geltes Burgrecht, die sie 
auf einem «an dem Newnmarkcht ze Wienne» 
Niclas des Reschleins Hause zunächst gele- 
genen Hause gehabt hat, um 24 Pfund Wie- 
ner Pfennige abzulösen gegeben hat. 

Siegler: Die Ausstellerin selbst und die 
Zeugen. 

Zeugen: Die zwei Brüder der Ausstel- 
lerin: Herr Hainreich von Rappach, Hof- 
meister der Herzogin Kathrein zu Oesterreich, 
und Herr Jans von Rappach. 

Datum: Geben ze Wienn . . . des nasten 
I mantags vor sand Gilgen tag. 
) Original, Pergament. Mit zwei ziemlich gut er- 

haltenen Siegeln und einem Reste des dritten Siegels an 
Pergamentstreifen. 

3197 1360, September g, Wien. 

Michael der Vierdung, derzeit Stadt- 
richter zu Wien, urtheilt über die Klage, 
welche der Priester Herr Niclas anstatt Herrn 
«Jansens ze den zeiten chapellan vnser vrowen 
chappelln, gelegen auf der Stetten ze Wienne 
vnd an derselben chappelln stat> in der 
«Purgerschrann ze Wienne do ich sas an 
offem gericht» erhoben hat auf das bei Unser 
Frauenkapelle auf der Stetten zu Wien gegen- 
über dem Hause des Bischofs von Pazzaw 
gelegene Haus Fridrich des Treter des Chürs- 
ners, dass die genannte Kapelle und Herr 
Jans ihr Caplan 2 Pfund Wiener Pfennige 
Geltes Burgrecht hätten auf das Haus des 
oben genannten Friedrich des Treter, «der 
wern in an zehen aindlef Schilling Wienner 
Pfenning versessen». Nachdem Otto der 
Schawr und Peter der Hendlein das Haus 
beschaut und geschätzt haben, wird dasselbe 
dem oben genannten Herrn Jans anstatt 
seiner Kapelle zugesprochen. 

Siegler: Der Aussteller. 

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226 



K. und k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien. 



Datum: Geben ze Wienn . . . des nasten 
mitichens nach vnser vrownn tag, als si 
geparn ward. 

Original, Pergament. Mit Siegel an Pergament- 
streifen. 

3198 1360, December 12, Avignon, 

Papst Innocenz an . . . den Prior, Pro- 
vincial und die Brüder des Ordens der heil. 
Maria vom Berge Carmel der oberalamani- 
schen Provinz. Er bewilligt auf ihre Bitte, da 
sie keine Niederlassung («locus») ihres Ordens 
in der Passauer Diöcese besitzen, die vom 
Herzog Rudolf von Oesterreich beabsichtigte 
Stiftung eines Klosters ihres Ordens in der 
Stadt Wien, welches aus des Herzogs eigenen 
Gütern begabt für zwölf Ordensbrüder er- 
richtet werden soll. 

Siegler: Der Papst. 

Datum: Auinioni 11. jd. deccmbr. ponti- 
ficatus nostri anno octauo. 

Original, Pergament. Die Bulle fehlt. 

3199 1360, December 23, Avignon. 

Indulgenzbrief von vierundzwanzig be- 
nannten Erzbischöfen und Bischöfen für das 
Kloster der Brüder des Ordens der heil. Jung- 
frau Maria vom Berge Carmel in der Stadt 
Wien. 

Siegler: Die Aussteller. 

Datum: Auinioni die XXIII. mcnsis de- 
cembris . . . 

Original, Pergament. Mit beigefügter Bestätigung 
des Passauer Bischofs Albert vom 27. September 1370. 
Alle 24 Siegel fehlen. 

330Ö 13 61, Märi (V, Wien. 

Gerunkch der Cholb von Töblikch und 
seine Hausfrau Chünigunt und Paul der 
Cholb, sein Bruder, beurkunden, dass sie 
mit Hand ihrer Bergfrau Schwester Chuni- 
gunden von Ratpach, Aebtissin zu St. Clara 
zu Wien, ihren Weingarten, ^4 Joch, ge- 
legen «in dem Nuzpach in den Schreibern», 
welcher ihnen von ihrer sei. Muhme Gedräut, 
Hausfrau weiland Chunrats des Muesolts, mit 
Verzicht und Los in rechter Theilung mit 
den nächsten Erben ihres Schwagers Chun- 
rats des Muesolts als Erbtheil zugefallen ist, 
um 36 Pfund Wiener Pfennige Janns dem 



Plödlein von Nustorff verkauft haben. Der 
Weingarten liegt zunächst dem Weingarten, 
der «weiln Leben des Zwaiswerts» gewesen 
ist. Man dient von ihm den geistlichen Frauen 
zu St. Clara einen halben Eimer Wein zu 
Bergrecht und i Helbling zu Vogtrecht. 

Siegler: Die Zeugen, weil die Aussteller 
selbst kein eigenes Insiegel haben. . 

Zeugen: Die obengenannte Bergfrau, Herr 
Jacob von Seuelde, Jörig bei dem Tor, 
Bürger zu Newnburch chlosterhalben. 

Datum: Geben ze Wienne . . . des nsech- 
sten maentags nach mitter vasten. 

Original, Pergament. Die drei Siegel fehlen. 

3201 136J, Märi 22, Wien. 

Vlreich bei den Minnern Prüdem zu 
Wien und seine Hausfrau Gedrawt beurkun- 
den, dass sie mit Hand ihres Lehensherm, 
des Herzogs Rudolf zu Oesterreich . . ., 
19 Schilling und 10 Pfennig Wiener Münze 
Geltes mit einem «voithuen geltes», das 
4 Pfennige wert sei, alles gelegen «dacz 
Steten bey sand Vlreich» auf den in der Ur- 
kunde bezeichneten Gütern um 25 Pfund 
3o Pfennige Wiener Münze der Aebtissin 
Schwester Chünigunden von Ratpach und 
dem Convente zu St. Clara zu Wien verkauft 
haben. 

Siegler: Der Aussteller selbst und die 
beiden Zeugen. 

Zeugen: Herr Jans bey den Minnem 
Prüdem ze Wienne, des vorgenannten VI- 
reichs Vetter, Herr Jacob von Chrüt, des- 
selben Vlreichs Oheim. 

Datum: Geben ze Wienne . . dez moen- 
tags in der marterwochen. 

Original, Pergament. Die drei Siegel fehlen. 

3202 13 61, Juli 2, Wien. 

Jans der Greyff beurkundet, dass er 
wegen des vom Herzoge Rudolf zu Oester- 
reich etc. wegen Grund und Burgrechtsab- 
lösung in der Stadt zu Wien ergangenen 
Gebotes dem Bruder Symann, Hofmeister des 
Hauses der geistlichen Herren von Pavm- 
gartenperig — gelegen an dem «Alten Fleisch- 
markcht ze Wyenne» zunächst dem Hause 
des Herrn Hainreichs von der Ncyzze — die 



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K. und k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien. 



227 



6 Wiener Pfennige Geltes Grundrecht, welche 
er auf diesem Hause gehabt hat, um 48 Wiener 
Pfennige abzulösen gegeben hat. 

Siegler: Der Aussteller und der Zeuge. 

Zeuge: Herr Hawnolt der Schuchler, 
Bürgermeister zu Wien. 

Datum: Geben ze Wyenne . . . des frey- 
tages vor sand Vlreichs tag. 

Original, Pergament. Mit zwei sehr beschädigten 
Siegeln an Pergamentstreifen. 

3308 1361, Juli 6, Wien. 

«Nychlas der Lange in dem Teuffen 
Graben ze Wyenne vnd ich Hainreich des 
Vdunchs svn saelig ze den zeiten paid zech- 
mayster vnd wir die zechbrueder gemain der 
fleischaker zech ze Wyenne» beurkunden, dass 
sie nach dem Gebote des Herzogs Rudolf zu 
Oesterreich etc. dem geistlichen Herrn Bruder 
Symann, Hofmeister des an dem «Altem 
Fleischmarcht ze Wyenn» zunächst dem 
Hause des Herrn Hainreichs von der Ncyzze 
gelegenen Hauses der geistlichen Herren von 
Pawngartenperg, 40 Wiener Pfennige Burg- 
rechtsgülte um «an zehen ayndlef» Schillinge 
Wiener Pfennige abzulösen gegeben haben. 

Siegler: Da die Aussteller nicht eigene 
Insiegel haben, die ehrbaren Leute: Herr 
Michel der Chünreuter und Herr Seyfrid der 
Amman, die derselben Fleischerzeche Zech- 
brüder sind, als Zeugen. 

Datum: Geben ze Wyenne . . . des eri- 
tags nach sand Vlreichs tag. 

Original, Pergament. Mit zwei Siegeln an Perga- 
mentstreifen. 

3204 13 61, Juli i5, Wien. 

«Jans, herrn Hermans sun selig, der Rü- 
dolfin eninchel von sand Polten . . . obrister 
spitalmayster der purger spital ze Wyenne» 
beurkundet, dass er wegen des Gebotes des 
Herzogs Rudolf zu Oesterreich etc. «nach 
rat des rats der stat ze Wyenne» dem Bruder 
Symann, Hofmeister des an dem Alten Fleisch- 
markt zu Wien zunächst dem Hause Herrn 
Hainreichs von der Neyzze gelegenen Hauses 
der geistlichen Herren von Pawmgartenperig, 
46 Wiener Pfennige Geltes Burgrecht, welche 
das oben genannte Spital auf dem Hause 
gehabt hat, «da auch der selben gult sechs 



Wyenner pfenning gelts jaerleich geuallen 
vnd geraicht sint für zway herbsthönr», uni 
zwölf Schilling Pfenning und um acht Pfen- 
ning Wiener Münze, abzulösen gegeben hat. 

Siegler: Das Spital und der Zeuge. 

Zeuge: Herr Chunrat der Schonnaycher. 

Datum: Geben ze Wyenne . . . des 
nasten phintztages nach sand Margretn tag. 

Original, Pergament. Mit einem Siegel, das an- 
dere fehlt. 

3305 136 1, Juli 24, Wien. 

Michel der Starhant von Otakchring be- 
urkundet, dass er mit Hand seines Lehen- 
herrn, des hochwürdigen Herrn «Ortolfs von 
Volkcheinstorf» , Propst des Gotteshauses 
«Vnser Vrown ze Newnburch chlosterhalben^ 
seines rechten Lehens von diesem das Pfund 
Wiener Pfennige Geltes — «daz ich zu meiner 
besonder gehabt han» aus den 3^2 Pfund 
Wiener Pfennigen «gelts, gelegen auf Wein- 
garten in dem Amaizpache, der hern Wern- 
hern den Schenkchen, zu den zeiten vorst- 
maister in Osterreich, ze seiner besunder 
dritthalb phunt gelts an gehörnt» — um 
10 Pfund Wiener Pfennige dem zuvorge- 
nannten Wernhern dem Schenkchen und 
Frau Weiblein, seiner Hausfrau, verkauft hat. 

Siegler: Der Aussteller und der Zeuge. 

Zeuge: Der obengenannte Lehenherr. 

Datum: Geben ze Wienn ... an sande 
Jacobz abent dez heiligen zwelifpoten. 

Original, Pergament. Mit zwei Siegeln an Perga- 
mentstreifen. 

3206 136 1, December 4, Wien. 

Rudolf, Herzog zu Oesterreich etc., be- 
urkundet, dass, nachdem «Niclas der Drat- 
lauf, purger ze Wienn, vns an genanten 
stukchen» bewiesen hat, dass die Hannawer 
aus der Feste Hornberg ihm rechtes Haupt- 
gutes, «das kostet vnd triffet» 1691 Gulden, 
genommen haben und er zu Wiedergewin- 
nung des ihm genommenen Gutes 70 Gulden 
verbraucht hat, für die Gesammtsumme von 
1761 Gulden dem Niclas eingegeben und 
eingeantwortet wird : die zwei Höfe zu Wil- 
dendorf, welche den Hannawern gehören, mit 
folgenden Zinsen, Nutzungen und Zugehörun- 

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228 



K. und k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien. 



gen: 8 Pfund Pfennige Geltes auf behausten 
Holden in demselben Dorfe, 84 Tagwerk 
Wiesmad und alle in die Höfe gehörenden 
Aecker, die «spehe mul vnd ein weingart, 
gelegen binden dar an», ein «chlaines höl- 
czel», das er von dem Greiffen gekauft hat, 
zwei kleine Weingärtchen, die auch zu den 
Höfen gehören und deren einer zu Medlikch 
an dem Hawbwots und der andere zu Engel- 
schalichstorf liegt. Leutolt von Stadekk, Land- 
marschall in Oesterreich, soll den vorgenann- 
ten Bürger und seine Erben von des Herzogs 
wegen darauf schirmen, bis die Hannawer in 
das Land kommen und ihre Schuld berich- 
tigt haben. 

Datum: Geben ze Wienn an samcztag 
vor sand Niclas tag . , . 

' Original, Pergament. Mit gut erhaltenem Siegel 
des Herzogs an Pergamentstreifen. 

Lichnowsky, Th. IV, S. DCVII, Nr. 3 12. 

3307 1362, Februar j. 

Stephan der Pleintinger und Hainrich 
der Neunhauser, Pfleger zu Dornpach, be- 
urkunden, dass sie einen Weingarten Chün- 
raten dem Leitgeben zu Dornpach und Frau 
Chlarn, seiner Hausfrau, verliehen haben. 
Diese sollen alljährlich 3 Schillinge Wiener 
Pfennige an St. Mertentag zu Grundrecht und 
Burgrecht in den Hof zu Dornpach dienen 
und den Weingarten verwesen mit Zehenten 
und ihn bauen «mit guetem mittern paw, 
als paws recht ist». Der Weingarten liegt 
«da selbs ze Dornpach hinder dem dorff gegen 
Hainrlchen an der mitstat vber» und heisst 
«der Chelner». 

Siegler: Die beiden Aussteller. 

Datum: Gegeben ... an sand Wlasij tag. 

Original, Pergament. Mit einem Siegel an Perga- 
mentstreifen, das andere Siegel ist abgefallen. 

3308 1362, April 17, Wien. 

Gotfrid, Bischof zu Passau, empfiehlt 
allen Geistlichen seiner Diöcese, die Brüder 
des Ordens der heil. Marie von Carmel zu 
Wien im Sammeln von Almosen für ihr vom 
Herzoge Rudolf zu Oesterreich gestiftetes 
Kloster zu fördern. 

Datum: Wienne die Pasce ... 

Original, Pergament. Siegel fehlt. 



3309 IJ62, April 20, Wien. 

Michel der Zieher und Wölfing und sein 
Bruder Niclas, des Wulfings Söhne, Bürger 
zu Ofen, sind mit Herzog Rudolf zu Oester- 
reich etc. so übereingekommen, dass ihnen 
derselbe für das Erbe, das weiland Wölfing 
der Nagel, Bürger zu Ofen, in Oesterreich 
gehabt hat, und das ihnen von ihm ange- 
storben ist, 800 Pfund Wiener Pfennige an 
der Bürger Schatzsteuer zu Wien geschafft 
hat, die ihnen vom nächsten St. Jörigentag 
an innerhalb zweier Jahre gezahlt werden 
sollen. 

Siegler: Die Aussteller und der Zeuge. 

Zeuge: Der weise feste Ritter Rudolff 
der Chratzer. 

Datum: Geben zc Wienn . . . des miti- 
chens in der ostcrwochen. 

Original, Pergament. Mit einem anhangenden Siegel 
an Pergamentstreifen, das andere Siegel fehlt. 

3310 1362, Mai 26, Wien. 

. Lehenrevers von Gerung dem Slitt von 
Wien und seiner Hausfrau Kathrei für sich 
selbst und für Gerungs Lehenserben auf Her- 
zog Rudolf zu Oesterreich, um den Hof zu 
Himperch, genannt «des Potschacher Hof», 
den sie von Chönraten dem Praitendorffer 
gekauft haben. 

Siegler: Gerung selbst. 

Datum: Geben . . . ze Wienn ... an 
dem heiligen Auffarttag . . . 

Original, Pergament. Mit sehr gut erhaltenem 
Siegel an Pergamentstreifen. 

Lichnowsky, Bd. IV, S. DCXIII, Nr. 385. 

3311 13^2, Juni 3, Wien. 

Ott der Hcspekch und Gedrawt, seine 
Hausfrau, Chünrat der Perneker, ihr Eidam, 
und seine Hausfrau Kathrei, ihre Tochter, 
beurkunden, dass sie ihren Weingarten um 
40 Pfund Wiener Pfennige Ekcharten dem 
Richter von Walthersdorf und seiner Haus- 
frau Frau Margreten verkauft haben. Der 
Weingarten ist ihr rechtes Eigenthum und 
der obengenannten Frau Gedrawten Morgen- 
gabe, heisst der Gresler und liegt «in der 
Sezz» zunächst dem Weingarten der geist- 
lichen Frauen von St. Clara zu Wien. 

Siegler: Aussteller und Zeugen. 



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K. und k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien. 



229 



Zeugen: Herr Vlreich von Perga>V und 
Herr Fridreich der Chreuspekch. 

Datum: Geben ze Wienn . . . des nästen 
vreytags vor phingsten. 

Original, Pergament. Die vier Siegel fehlen. 

3312 1362, Juni 10, Wien. 

Bruder Matheus, Generalprior des Ordens 
der Eremiten des heil. Augustinus, macht 
den Nycolaus Ratgeb und dessen Gattin Ka- 
therina aller geistlichen Verdienste des Ordens 
theilhaftig. 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum: In Wyenna in nostro capitulo 
generali ibidem celebrato . . . infra octauam 
penthecostes quarto ydus junij. 

Original, Pergament. Mit Siegel an rothen Seidcn- 
schnOren. 

3318 ^3^2, Juli 6, Pressburg, 

Herzog Rudolf IV. beurkundet, dass der 
König Kasimir von Polen an einem und er 
am andern Theile wegen der Kriege, Stösse 
und Aufläufe zwischen den Bürgern von 
Wien und Krakau sich dahin geeinigt haben, 
dass die Krakauer mit ihrer Kaufmannschaft 
sicher nach Wien ziehen mögen, desgleichen 
die Wiener nach Krakau. Würden die von 
Wien und die von Krakau gegen einander 
Forderungen haben, so sollen die Wiener 
zu Krakau, die Krakauer zu Wien ihr Recht 
suchen und es erhalten. 

Datum, . . . Presburg . . . Mittwoch nach 
Vlreichstag. 

Regest im Nachlasse v. Birk's. — Krakauer Uni- 
versitäts-Bibliothek, Codex Bahhasar Behem's fol. 19. 

3214 1362, Juli 10. 

Kazimir, König in Polen, beurkundet, 
dass er «ex parte ciuium nostrorum Craco- 
uiensium» einerseits und Rudolf IV., Her- 
zog von Oesterreich, «ipse quoque ex parte 
ciuium suorum Wiennensium» andererseits, 
um allen bisher vorgekommenen Misshellig- 
keiten, Irrungen etc. in Zukunft vorzubeugen, 
sich darüber geeinigt haben, dass «quot 
ciues Wienenses prefati fratris nostri caris- 
simi domini ducis Austrie cum omnibus 
eorum bonis et rebus mobilibus et merciona- 
libus quibuscumque et cuiuscumque fuerint 



conditionis aut quocumque nomine nuncu- 
pentur secure sine omni impedimento nostro 
et nostrorum in regnum nostrum Polonie et 
specialiter in ciuitatem nostram Cracouiensem 
transire valeant prout alii mercatores et ho- 
spites pro eorum mercemoniis emendis et 
vendendis ad eandem ciuitatem Cracouisensem 
transire consueuerunt», und dass dagegen in 
gleicher Weise die Bürger von Krakau und 
Andere aus dem Königreiche nach Oester- 
reich und «specialiter ad ipsam ciuitatem 
Wiennensem» Handel betreiben können. In 
Streitfällen soll den Wiener Bürgern der von 
ihnen beanspruchte Rechtsschutz «a consuli- 
bus Cracouiensibus» gewährt sein, wie auch 
umgekehrt den Krakauer Bürgern von den 
«consulibus Wiennensibus». 

Siegler: Der Aussteller. 

Actum et datum in Tornauia die decima 
mensis julij, que fuit dies dominica ante diem 
beate Margarethe virginis gloriose. 

Transsumt des Propstes Bernhard zu St. Dorothea 
zu Wien, i. April 1508. 

3315 1362, Juli 18, Wien. 

Agnes, Witwe Janses des Tetschan, ihr 
Sohn Andre der Tetschan, Marchart der 
Purchdorffer und Hainrich der Wulczen- 
dorffer an einem Theil, Niclas der Valbacher 
an seiner Kinder statt, Friderich von Hannaw 
anstatt seiner Hausfrau Ann^n, Tochter des 
Hager, am andern Theil, Dietreich der Hüt- 
stokch anstatt seiner Hausfrau Margret, Toch- 
ter Offens von Praitsteten, Hertel der Haym- 
pekch und Jans der Chrüger anstatt seiner 
Hausfrau Elspet, Tochter des ehegenannten 
Offen, auch an einem Theil, beurkunden, 
dass sie dem Herzoge Rudolf zu Oesterreich 
etc. zu seinem, seiner Brüder und ihrer Erben 
Händen alle wo immer gelegenen und wie 
immer genannten eigenen Güter, die sie von 
Leutolten von Wildekk, dem alten Forst- 
meister, und von Leutlein, seinem Sohne, 
ererbt haben, aufgegeben und vom Herzoge 
wieder als Lehen empfangen haben. 

Sie gier: Die Aussteller. 

Datum: Geben ze Wienn an mentag vor 
sand Marien Magdalen tag . . . 

Beschädigtes Original, Pergament. Mit acht un- 
versehrten Siegeln an Pergamentstreifen. 



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K. und k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien. 



3316 1362, August 2g, Wien. 

Stephan Pleyntinger beurkundet für sich, 
seine Hausfrau, seinen Bruder und alle seine 
Erben, dass er die Güter zu Svfring, nämlich : 
zwei Fuder Wein Geltes Bergrecht auf Wein- 
gärten zu Nydern Sufring, i3 Schillinge und 
4 Pfennige Wiener Münze Geltes daselbst zu 
Svfring auf dem Ampthof und auf einer Hof- 
statt und auf Weingärten, ein Holz daselbst, 
das eine ganze Leyten ist, eine Steingrube 
vor dem Holz, wovon man alle Jahre zwei 
Hühner dient, 5 Viertel Weingärten zu Su- 
fring und 16 Wiener Pfennige Geltes auf 
Krautgärten, welche er von weiland Herrn 
Hainrichen von Hakenberch gekauft hat, von 
dem Herzoge Rudolf zu Oesterreich etc. zu 
Lehen empfangen hat. 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum: Geben ze Wienn des montags 
vor sant Gylgen tag . . . 

Original, Pergament. Mit gut erhaltenem Siegel 
an Pergamentstreifen. 

3317 1362, November 24, Wien. 

Rudolf, Herzog zu Oesterreich etc., hat 
die Berichte des Münzmaisters und auch der 
Hausgenossen in Oesterreich über die gros- 
sen Nachtheile und den Schaden, welche Land 
und Städte dadurch erlitten, dass «an vnser 
münsse an Wiennern in vnserm lande were 
von falscher vnd fremder münzze, die dar- 
under gengig was worden», und «wie wir 
ain merung der münzz machten nach der 
teurung silbers» erwogen, und verordnet nun 
mit seinem obristen Kämmerer, seinem Münz- 
meister und seinem Anwalte: Pfennige im 
Gesammtgewichte von 2 Mark sollen in zwei 
Theile getheilt werden, die eine Hälfte ver- 
siegelt mit dem Siegel des Herzogs und dem 
des Anwaltes soll der Oberstkämmerer, die 
andere mit den beiden Siegeln des Herzogs 
und des Oberstkämmerers soll der Anwalt 
übernehmen. Diese beiden Mark sollen zur 
Richtung dienen bei etwaigen Klagen «es 
gienge an aufczal oder an brannte. Niemand 
als die Hausgenossen sollen darüber Recht 
sprechen, wie das von Alters herkommen ist. 

Siegler: Herzog Rudolf. 



Datum: Geben ze Wienn an phincz- 
tage vor sant Kathrein tag . . . 

Vollständig eingeschaltet in der Bestätigung durch 
Herzog Albrecht IV. zu Wiener-Neustadt am 18. Sep- 
tember 1399. 

Gedruckt: Rauch, I. III, p. io3. — Tomaschek, 
Dr. J. A., Die Rechte und Freiheiten der Stadt Wien 
(Geschichtsquellen, Abth. 1), Bd. 1, S. 155, Nr. LXV (au* 
der Seitenstettncr Handschrift, f. 149*— 150, datirt: «am 
phinztag nach sand Kathreintage»). — Regest: Lich- 
nowsky, Bd. IV, Nr. 415. 

8218 1362, November 24, Wien. 

Lehenrevers: Kathrey, Witwe Chönrats 
von Waltherstorff beurkundet, dass ihr der 
Herzog Rüdolff von Österreich iV/^ Schilling 
und I Pfennig Wiener Münze «geltes perch- 
rechts gelegen dacz sand Veyt in der Svmer 
Hagenaw» auf 3^8 Jeuch Weingarten und 
i^g Emmer Wein Geltes Bergrechtes auf 
V2 Jeuch Weingarten, gelegen daselbst und 
den «zehent ganczen auf demselben Wein- 
garten der lehenschaft von des koufs wegen 
der vest ze sand Veyt an in von Friderich 
von Topel geuallen was», verliehen hat. 

Siegler: Da die Ausstellerin kein eigenes 
Insiegel hat, «versiegelt mit Janses des Püt- 
reichs, meins mannes insigeb. 

Datum: Geben ze Wienn an Phincz- 
tag vor sand Kathrein tag . . . 

Original, Pergament. Mit unversehrtem Siegel an 
Pergamentstreifen. 

Lichnowsky, Bd. IV, S. DCXVI, Nr. 419. 

8319 J362, December 6, Wien. 

Jörig der Maer und seine Erben beur- 
kunden, dass sie Z^\ Pfund Wiener Pfennige 
in der Urkunde ausführlich bezeichnete Gülten 
und Güter zu Nydern Leyzze, ihr rechtes 
Eigen, um 57 Pfund Wiener Pfennige dem 
Priester Nichlasen von Veltsperch verkauft 
haben, welcher diese Gülten zu der ewigen 
Messe gekauft hat, welche die Mutter des Aus- 
stellers, die sei. Frau Peters, gewidmet hat 
auf «der heiligen dreyr chunig alter dacz 
der Himelporten ze Wienn». 

Siegler: Der Aussteller und der Zeuge. 

Zeugen: Der Vetter des Ausstellers Herr 
Jans der Helffant und sein Schwager Stephan 
der Pürssenprunner. 



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K. und k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien. 



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Datum: Geben ze Wienne ... an sand I 
Nichlas tage. 

Original, Pergament. Mit zwei Siegeln an Perga- 
mentstreifen. 

3220 1362. 

Alber von Pucheim vertauscht sein Haus 
zu Wien, gelegen auf der Renngasse bei den 
Schotten, gegen das des Eberhard von Dachs- 
berg auf der Hochstrasse zu Wien, das weilen 
der Stochsen Trautmannsdorfe gewesen ist, 
zunächst dem Hause derer von Aufenstein. 

Regest von v. Birk. — Vgl. Hormayr, Taschenb. 
f. d. vaterl. Gesch., Jahrg. X, 1829, S. 25. 

3321 1363, Februar 14, Avignon, 

Papst Urban V. ertheilt dem Herzoge 
Rudolf zu Oesterreich etc. die von diesem erbe- 
tene Bewilligung, ein Frauenkloster St. Clara- 
ordens «extra muros opidi Wiennensis prope 
Sanctum Theobaldum Patauiensis diocesis in 
loco ad hoc congruo et honesto cum ecclesia 
cimiterio domibus campanili campana et aliis 
necessariis officiis fundare construere et edi- 
ficare ac de bonis propriis a deo tibi collatis> 
für den Unterhalt der Aebtissin und zwanzig 
Nonnen hinreichend zu begaben. 

Datum: Auinioni XVI kalendas martij 
pontificatus nostri anno primo. 

Original, Pergament. Mit anhangender ßleibuUe. 

Vollständig gedruckt in Wadding, Annales Mi- 
norum, Editio II, tom. VIII» pag. 493 ff., Nr. IX (aus 
Reg. Vatic. ex libro an. 2 et 3, apost. 3o7). 

Lichnowsky, Bd. IV, S. DCXIX, Nr. 447. 

3232 1363, April 26, Wien. 

Michel der Starichant und Ott der Stari- 
chant, sein Bruder, beurkunden, dass sie mit 
Hand ihres Lehensherrn, des Herzogs Rudolf 
zu Oesterreich, 4^'g Pfund und 7 Pfennige 
Wiener Münze Geltes, gelegen auf den in 
der Urkunde benannten Gülten zu Steten, um 
52 Pfund Wiener Pfennige der Aebtissin 
Chunigunden von Ratpach und dem Con- 
vente zu St. Clara zu Wien verkauft haben. 

Siegler: Aussteller und Zeugen. 

Zeugen: Die Oheime der Aussteller Alber 
der Trew und dessen Bruder Vlreich der Trew. 

Datum: Geben ze Wienne . . . des näch- 
sten mittichens nach sand Jorigen tage. 

Original, Pergament. Die vier Siegel fehlen. 



3333 1363, Juni 8, Wien. 

Jans von Ybs und Elzpet, seine Haus- 
frau, beurkunden, dass sie in Befolgung des 
vom Herzoge Rudolf zu Oesterreich wegen 
Burgrechtsablösung erlassenen Gesetzes «dem 
beschaiden manne Hermanne dem Ne>Vn- 
chiricher, dem pader, und Chunraten», seinem 
Sohne, 2 Pfund Wiener Pfennige Geltes Burg- 
recht auf «Irr padstuben gelegen vor Stuben - 
tor auf dem Graben ze Wienne, ze nast 
Jacobs hawz des smits», die man «weilen 
gedient hat der chappellen vnserr vrown auf 
der Stetten ze Wienne in dem paw, die 
Nyclas, Nyclas svn des Maeserleins, den pay- 
den Got genad, darczu geschaft» und Jans 
von Ybs von derselben Kapelle gekauft hat, 
um 16 Pfund Wiener Pfennige abzulösen 
gegeben haben. 

Siegler: Die Aussteller und Herr Leu- 
polt der Polt, Judenrichter zu Wien, als 
Zeuge. 

Datum: Geben ze Wienne . . . des naech- 
sten phincztages nach Gotesleichnamm tage. 

Original, Pergament. Mit zwei Siegeln an Perga- 
mentstreifen. 

3334 1363, Juli 31, Wien. 

Jacob, Kammerschreiber der Herzogin 
Kathrein zu Oesterreich etc., und Kathrei, 
seine Hausfrau, beurkunden, dass sie mit 
Hand des Herrn Jansen von Tyrna, Bürger- 
meister und Münzmeister, und des Rathes 
der Stadt zu Wien ihr Haus um 32 Pfund 
Wiener Pfennige dem Otten von Mürbach, 
Diener des Herrn Leutolts von Stadekke, 
Landmarschall in Oesterreich, verkauft haben. 
Das Haus, ihr rechtes Kaufgut, ist gelegen 
in der «Rayfstrazze ze Wienne hinder dem 
Newnmarcht ze nechst dez Stikchelperger 
haws». Man dient von dem Hause alljährlich 
dem Gotteshause «vnser vrown ze Newn- 
burch chlosterhalben» 2 Pfund und zu dem 
ewigen Jahrtage, den die Frau «Torathe 
weiln Jacobs hawsvrow dez Toppeleins, dem 
Got genade», gestiftet hat in die Pfarrkirche 
«dacz sand Stephann ze Wienne» 3 Pfund, 
alles in Wiener Pfennigen, zu Burgrecht. 

Siegler: Da die Aussteller eigenes Siegel 
nicht haben: Grundinsiegel der Stadt zu 



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K. und k. Haus-y Hof- uod Staatsarchiv in Wien. 



Wien und Herr Leupolt der Polt, des Rathes 
und Judenrichter zu Wien, Albrecht der 
Rampperstorffer, des Rathes der Stadt zu 
Wien, Herr Hainreich der Holfues, Stadt- 
mauthner zu Wien, als Zeugen. 

Datum: Geben ze Wienne . . . dez nech- 
sten mentags nach sand Jacobs tage des hei- 
ligen zwclifpoten. 

Original, Pergament. Mit vier Siegeln an Perga- 
mentstreit'en. 

3325 ijOj, August g, 

Chuenrat der Gauershuemer und Ge- 
dräut, seine Hausfrau, beurkunden, dass sie 
dem Bruder «Merten sand Augustins örden 
ze Newnburch marchthalben» 4 Pfund Wie- 
ner Pfennige gelten und ihm darauf alljähr- 
lich ^/g Pfund Wiener Pfennige Geltes Burg- 
recht auf St. Michelstag dienen sollen. Sie 
verpfänden ihm für Zwispild, Hauptgut und 
Dienste mit Hand ihres Grundherrn Herrn 
Hainreichs am Ekk, Stadtrichters zu Newn- 
burch marchthalben, ihr «auf der Hochstraz» 
zunächst dem Hause des «Vlreich auf dem 
Prun» gelegenes Haus, von welchem man 
alljährlicii dem Herzoge in Oesterreich 3 Wie- 
ner Helblinge zu Grundrecht dient. 

Siegler und Zeugen: Da die Aussteller 
selbst nicht eigenes Insiegel haben: der oben- 
genannte Grundherr und Seyfrid der Rai- 
bekch, Bürger und Judenrichter daselbst zu 
Newnburch. 

Datum: Geben . . . des mitichens vor 
sand Larenczen tag. 

Original, Pergament. Mit zwei Siegeln an Perga- 
mentstreiten. 

3326 136 j, October 21, Wien. 

Praswnreich der Schentel von Mediich 
und seine Hausfrau Margret beurkunden, dass 
sie mit Hand ihres Bergherrn Herrn Wolf- 
gangs von Winden ein Pfund Wiener Pfen- 
nig Gelts Burgrechts auf ihrem Weingarten 
zu Engscheinstorf an dem Stainvelde zunächst 
dem Weingarten Hainreichs des Pasinger von 
Mediich um 8 Pfund Wiener Pfennige den 
geistlichen Frauen zu St. Clara zu Wien ver- 
kauft haben. 



Siegler: Die beiden Zeugen, weil die 
Aussteller kein eigenes Insiegel haben. 

Zeugen: Der Bergherr Herr Wolfgang 
von Winden und Herman der Raumer von 
Mediich. 

Datum: Geben ... an der aindlef tau- 
sent magt tag. 

Original, Pergament. Beide Siegel fehlen. 

3327 1364, Januar 21, Wien. 

Niclas der PöUe, Bürger zu Wien, be- 
urkundet, dass er mit Hand seiner Bergfrau, 
Schwester Chunigunden von Ratpach, Aeb- 
tissin zu St. Clara in Wien, seiner Hausfrau 
Frau Kathreyn, Tochter Herrn Vlreichs des 
Pollen, zu rechter Morgengabe nach der Stadt 
Recht zu Wien und nach des Landes Ge- 
wohnheit zu Oesterreich seinen Weingarten 
gegeben hat, der ihm mit Verzicht und mit 
Los an rechter Theilung gegen seine Ge- 
schwister als Erbe angefallen ist. Der Wein- 
garten, 3 Viertel, ist gelegen zu «Grinczing 
in den Sasntlein», zunächst dem Weingarten 
des Herrn Jansen von Ybs und heisst «das 
Vaerl». Man dient von ihm alljährlich den 
geistlichen Frauen zu St. Clara 7« Eimer 
Wein zu Bergrecht und i Helbling zu Vogt- 
recht. Folgen Verfügungen für seinen und 
seiner Hausfrau Todesfall. 

Siegler: Der Aussteller und die Zeugen. 

Zeugen: Die obengenannte Bergfrau und 
der Oheim des Ausstellers Jacob der Lange, 
Sohn des sei. Herrn Hainreichs. 

Datum: Geben ze Wienne ... an sand 
Agnesen tag. 

Original, Pergament. Die drei Siegel fehlen. 

3338 1364, Märi 16, Wien. 

Jans der Ratgeb und Engel, seine Haus- 
frau, beurkunden, dass sie mit Hand ihres 
Bergherrn Herrn Hainreichs des WCirfifels, 
Amtmannes des Klosters «ze Newnburch», 
ihren Weingarten um i32 Pfund Wiener 
Pfennige Thomann dem Rsedler, Bürger zu 
Wien, verkauft haben. Der Weingarten, wel- 
chen der obengenannte Jans der Ratgeb, als 
er noch ein lediger junger Mann gewesen 
ist, um sein «aigenhafts varundgut» gekauft 



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K. und k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien. 



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hat, ist I Joch gross. Er liegt «ze Otachrin, 
an der Roten Erd» zunächst dem Weingarten 
des Jansen, des Sohnes der Jacobinn, und 
heisst «der Chemphinn ger». Man dient von 
ihm alljährlich dem Kloster «ze Newnburch» 
2^2 Eimer Wein zu Bergrecht und 6 Pfen- 
nige zu Vogtrecht. 

Siegler: Da die Aussteller selbst eigene 
Siegel nicht haben: der obengenannte Berg- 
herr und die Zeugen. 

Zeugen: Herr Nichlas der Würffei, Herr 
Stephan der Raedler. 

Datum: Geben ze Wienne ... an dem 
Palm abent. 

Original, Pergament. Mit drei Siegeln an Perga- 
mentstreifen. 

3229 1364, April 12, Wien, 

Rudolf IV., Erzherzog zu Oesterreich etc., 
verspricht dem Bürgermeister und dem Rathe 
seiner Stadt Wien, «zu der wir vor andern 
vnsern steten besunder lieb und pegir haben», 
dass «all gescheft», w^elche zu Wien vor dem 
Rathe und vor ehrbaren Leuten zu rechter 
Zeit oder dem Stadtrechte gemäss vor ehr- 
baren Leuten oder mit besiegelten Briefen 
abgemacht werden, stets und unverrückt auf- 
recht bleiben sollen. «Wer aber daz yemant 
an vns mit pet chöm von derselben geschafft 
wegen, daz wir den nicht erhörn wellen, 
sunder daz die geschafft ewichleich peleiben 
als sie geschafft sind durich aufnemung willen 
vnserr stat ze Wienn, als davor geschriben 
stet.» Er gelobt ferner der Bürgerschaft, dass 
er weder ihre Kinder noch ihre Freunde, es 
sei Mann oder Weib, Jungfrau, Knabe oder 
Witwe, je zu einer Heirat gegen ihren Wil- 
len nöthigen werde. «Geschech aber, daz 
wir si dar umb in thainen wegen pöten vnd 
vns darinn versagt wuerd, daz wir daz denn 
gnedichleich aufnemen sullen vnd in darumb 
chain vngehad nicht erczaigen.» Er bestätigt 
auch alle «irew recht, die in dem rat vnd 
in der statschrann ze Wienn geschehent oder 
die mit frag vnd mit vrtheil da geuallent 
daz die stßt vnd vnczebrochen beleiben sullen 
vnd daz weder wier noch ander yemant da- 
wider tuen sullen noch wellen». 

Regesten zur Geschichte der Stadt Wien. 111. 



Siegler: Der Aussteller mit seinem grossen 
fürstlichen Insiegel. 

Datum: Geben ze Wienn ... an freitag 
vor sand Tyburcij und sand Valerian tag. 

Collationirte Abschrift aus dem 18. Jahrhundert. 

Lichnowsky, 4, Nr. 591. — Rauch, III, 97. 

3230 1364, ^^ai 16. 

Peter der Maenseber, Amtmann Unser 
Frauen Gotteshauses «ze Newnburch chloster- 
halben», beurkundet, dass er i Viertel Wein- 
garten dem Wentzla von Velsperch und seinen 
Erben gegeben hat gegen jährliche Entrich- 
; tung von V2 Eimer Wein zu Bergrecht und 
3 Ort zu Vogtrecht an das genannte Gottes- 
haus. Der Weingarten, gelegen zu «Grintzing 
in der obern Sumeraw» zunächst «Rudiein 
Fürvnsvber», war manche Jahre baulos ge- 
legen, das Berg- und Vogtrecht von ihm nicht 
I geleistet und derselbe sodann mit anderen 
I Weingärten in rechtem Bergtaiding «ze reise 
j gesagt» worden. 

Siegler: Der Aussteller und der Zeuge. 
Zeuge: Jans der Gna^uzze zu Nuzdorf. 
Datum: Geben . . . dez phintztags in 
der heiligen phingst wochen. 

Original, Pergament. Beide Siegel fehlen. 

3231 1364, Juni 4, Wien. 

Rudolf IV., Erzherzog zu Oesterreich 
etc., an Bürgermeister, Richter, Rath und 
Bürger zu Wien «um meister Venden haus 
gelegen in St. Michaels freydhof zu Wienn, 
das in vnser gewalt gekommen vnd vor allem 
. . . unterweiset seyn, dass das selb haus vor 
alter zu der vorgenannten kirchen dacz St. Mi- 
chael gehöret und das es zu einem pfarrhof 
allerbest gelegen ist». Er gibt es zu St. Mi- 
chael zu einem Pfarrhofe und eignet es da- 
zu so, dass es alle Gnaden, Rechte und Frei- 
heiten haben soll, die andere Widem und 
Pfarrhöfe haben. Insbesondere soll sein Vicar 
oder Verweser von dem, was er Weines und 
Getreides darinnen hat, das seine Gesellen 
und sein Gesinde zu ihrer Pfründe bedürfen, 
nicht mit der Stadt Wien leiden. «Wann 
wir hiergegen von der obgenanten kirchen 
genomen haben das haus gelegen gegen 
den freydhof das etwelang ein pfarrhof ge- 

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K. und k. Haus-, Ho{- und Staatsarchiv in Wien. 



wesen . . . vnd das wir . . . dem Friedinger, 
dem von Schön und dem Lobinger, vnseren 
dienern, gegeben haben.» 

Regest in v. Birk's Nachlass, Nr. 6, aus dem Pfarr- 
protokoll der Michaelskirche zu Wien von 1776, Bd. I, 
pag. 106 — 108. 

3332 1364, Juli p, Wien. 

Pernolt der Fuetrer und Chunigund, 
seine Hausfrau, verkaufen mit Hand Herrn 
Fridreich des Ruschleins, Bürgermeister, und 
des Rathes der Stadt zu Wien ihr Haus 
um 45 Pfund Wiener Pfennige dem Herrn 
Eberharten dem Altenburger. Das Haus, ihr 
mit einander mit gesammter Hand erarbei- 
tetes rechtes Kaufgut, liegt an dem «Newn- 
marcht ze Wienne» zunächst dem Hause 
Niclas des Raeschleins. 

Siegler: Das Grundinsiegel der Stadt zu 
Wien, Herr Albrecht der Rampestorfer, des 
Rathes der Stadt zu Wien, Herr Niclas der 
Stainer, Bürger zu Wien. 

Datum: Geben ze Wienne . . . des näch- 
sten eritages vor sand Margreten tag. 

Original, Pergament. Mit drei Siegeln an Perga- 
mentstreifen. 

3333 1364, October 16, Wien. 

Jacob der Jude, Schalams Sohn des 
Juden von Velsperg, beurkundet, dass er mit 
Hand seines Bergherrn, des Herrn Niclas von 
Eslarn, seinen Weingarten, gelegen «zu Mecz- 
leinstorf in der Langen Gazzen, des ain 
ganczeu hofstat ist», zunächst dem Wein- 
garten Petrinne von Meczleinstorf, welchen 
er im rechten Bergtaidinge vor offenem Ge- 
richte vor dem obengenannten Bergherrn 
erlangt hat für das Geld, welches ihm Pern- 
hart der Chramer und seine Hausfrau Chlar 
schuldig gewesen sind, um 28 Pfund Wiener 
Pfennige dem Thomann von dem Albrech 
und Frau Christein, seiner Hausfrau, verkauft 
hat. Man dient von dem Weingarten all- 
jährlich dem Herrn Niclasen von Eslarn 
8 Wiener Pfennig zu Bergrecht. 

Siegler und Zeugen: Da der Aussteller 
selbst kein eigenes Siegel hat, ausser dem 
oben genannten Bergherrn Herr Lewpolt der 



Poltz, Judenrichter zu Wien, und Herr VI- 
reich der Gunczpörger. 

Datum: Geben ze Wienne ... an sant 
Gallen tage. 

Original, Pergament. Die drei Siegel fehlen. 

3334 1364, November 18. 

Mert an dem Ort von Stesdorf und Els- 
pet, seine Hausfrau, beurkunden, dass sie mit 
gesammter Hand und mit ihres rechten Grund- 
herrn Hand, des Bürgers «ze Tüllen hern 
Chünrad des Salczer» auf ihren zwei Hof- 
stätten, gelegen «dacz Stesdorf», und auf allem 
Gut, das sie von demselben Herrn Chünratea 
dem Salczer haben, welches «wol dreisk 
phunt wert ist», ^f^ Pfund Wiener Pfennige 
Geltes Burgrechtes «abzeledigen» mit 4 Pfund 
Wiener Pfennige, welche sie zu zwei Tagen 
jährlich, und zwar zu Pfingsten und zu sand 
Cholmans Tag je 60 Wiener Pfennige, die- 
nen sollen, den geistlichen Frauen im Kloster 
«ze Tüllen swester Elspeten von Wienn vnd 
swester Magdalen der Goltsmidinn» um 4 Pfund 
Wiener Pfennige verkauft haben. 

Siegler: Da die Aussteller kein eigenes 
Insigel haben, der Grundherr und der Zeuge. 

Zeuge: «Herr Vlreich der Stamphmaister.> 

Datum: Geben ... in octaua Martini. 

Original, Pergament. Ein Siegel und ein Siegel- 
rest an Pergamentstreifen. 

I 3335 J364, November i8, Wien. 

I In der zwischen den Herzogen Rudolf, 

I Albrecht und Leopold von Oesterreich ge- 
j schlossenen Hausordnung sind dieselben unter 
j Anderem aus besonderer Treue und Liebe zu 
I ihrem ältesten Bruder, dem Herzoge Rudolf, 
I «durch seiner fleizziger vnd ernsthafter bette 
I willen» übereingekommen und haben gelobt, 
I «daz wir ze lob vnd ze eren der heiligen 
I dryualtikait des kostpern leichnamen vnsers 
I herren Jhesu Kristi der rainen keuschen magt 
j sand Marie seiner heiligen matter vnd aller 
1 gotes heiligen vnd seiner heiligen engel ge- 
I mainlich die kilchen ze sand Stephann ze 
I Wienne, die in ir aller namen vnd ere in 
! ain wirdig tum aufgerichtet vnd pracht wer- 
! den sol, volbringen sullen vnd wellen voUek- 
j lieh mit paw, mit wydem mit gulte vnd mit 



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K. und k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien. 



235 



allen wirden vnd eren freyhaiten rechten vnd 
guten gewonhaiten als das der vorgenant vnser 
prüder herczog Rüdolff bedacht angeuangen 
vnd geordent had vnd noch furbazzer ordent 
vnd bedenket vnd wie er vns des weiset mit 
Worten oder mit seinen versigelten briefen nv 
oder hinach one alles geuer ...» 

Siegler: Die drei Herzoge. 

Datum : Geben ze Wienn an mentag vor 
sand Elspeten tag . . . 

Original, Pergament. Mit drei sehr schön erhal- 
tenen Siegeln an blau-roth-grünen Seidenschnüren und 
den Unterschriften der drei Herzoge. 

Steyerer Com. add. 401, dd. v. S. Eizbeth. 

Lichnowsky, Theil 4, Seite DCXXXIV, Regest 
Nr. 624. 

Jahrbuch der kunsthistor. Sammhmgen d. AUerh. 
Kaiserhauses, Bd. I, Seite U, Regest Nr. 1 1 . 

8286 1365, Januar 17, Wien. 

Nyclas, Caplan des «hern Jansen an dem 
Chienmarkcht ze Wienne», beurkundet, dass 
er infolge des von dem Herzoge Rudolf zu 
Oest erreich etc. wegen der Burgrechtsablösung 
in der Stadt und in den Vorstädten zu Wien 
erlassenen Gebotes dem Herrn Jansen von 
Haslach, Bürger zu Wien, 18 Wiener Pfen- 
nige Geltes Burgrecht, die er auf dessen in 
der «Hyespewnt vor Stuben Tor ze Wienne» 
gelegenem Hause, das «weiln des Chaltsmides 
gewesen ist», gehabt hat, um ^g Pfund und 
24 Wiener Pfennige abzulösen gegeben hat. 

Siegler: Der Aussteller selbst und der 
oben genannte Herr Jans am Chienmarkcht 
als Zeuge. 

Datum : Geben ze Wienne ... an sant 
Antonij tage. 

Original, Pergament. Mit einem Siegel an Perga- 
mentstreifen, das zweite ist nicht mehr vorhanden. 

8337 1365, Januar 18, Wien. 

Haedweig, Herrn Reimprechts Witwe 
von Pilichdorf, beurkundet, dass sie ihres 
rechten Eigens 12^2 Pfund und 7^2 Pfennig 
Wiener Münze Geltes «mit Weisat mit alle 
gelegen ze Marichgrafennewsidel auf 6^/^ Le- 
hen und I Vierteil um 150 Pfund Wiener 
Pfennige der Aebtissin Schwester Chunigun- 
den von Ratpach und dem Convente zu 
St. Clara zu Wien verkauft habe. 



Siegler : Die Ausstellerin und die Zeugen. 

Zeugen: Die folgenden nächsten und 
besten Freunde der Ausstellerin: ihre Schwe- 
ster Frau Gedräut, Witwe Herrn Albers von 
Sunnberch, und deren Sohn Hans von Sunn- 
berch für sich selbst und für Fridreichen von 
Sunnberch, deren anderen Sohn; Vlreich von 
Eberstorf für sich selbst und für seinen Bruder 
Rüdolffen; Herr Fridreich von Potendorf für 
seine Hausfrau Dorothea, Muhme der Aus- 
stellerin; Herr Otte von Ernuels für seine 
Muhme Jungfrau Offmein, auch Muhme der 
Ausstellerin, Schwester der vorgenannten Frau 
Dorothea, die noch nicht vogtbar ist, beide 
Töchter des sei. Herrn Vlreichs von Pergau, 
Bruders der Ausstellerin; Herr Perichtolt von 
Perga^V, Hofrichter in Oesterreich, Vetter der 
Ausstellerin. 

Datum : Geben ze Wienne . . . des näch- 
sten sambstags vor sand Agnesen tage. 
Original, Pergament. Die sieben Siegel fehlen. 

8338 1365, Februar 16, Wien. 

Rüdolff, Herzog zu Oesterreich, . . . ur- 
kundet, dass Hßdweyg, Witwe Reinprechts 
von Pilichdorff, die «syben lehen ains vier- 
tail minder, die gelegen sind ze Margraf 
Newsidel, der fünf lehen vnd ein viertail 
bestift sind mit behausten holden vnd die 
anderthalben lehen ze v^lde», wovon man 
jährlich la^a Pfund und 7^/^ Wiener Pfen- 
nige dient, und den Hof, gelegen «daselbs 
ze Margraf-Newsidel da zway lehen vnd ein 
zehant», welche ihr von ihrem verstorbenen 
Gatten für 200 Pfund Pfennige verstanden sind, 
der Aebtissin und dem Convente St. Chlaren- 
Ordens zu Wyenn verkauft hat, und will die 
Klosterfrauen im Besitze dieser Kaufgüter 
schirmen. 

Datum : Geben ze Wyenn an svntag nach 
sant Valenteins tag in dem hornvng . . . 

Original, Pergament. Siegel fehlt. 

8339 1365, Februar 18, Wien. 

Nychlas von Hauspach und seine Haus- 
frau Anna beurkunden, dass sie ihres rechten 
Eigens 5 Pfund und 32 Pfennige Wiener 
Münze Geltes Bergrecht, «gelegen ze Praytense 

3o* 



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236 



K. und k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien. 



im Amaispach» auf Weingärten, um 65 Pfund 
Wiener Pfennige der Frau Dyemuten, Witwe 
des Herrn Hermans von Lanndenperg und 
Hofmeisterin der Herzogin Kathrein zu Oester- 
reich, verkauft haben. 

Siegler: Der Aussteller und beide Zeugen. 

Zeugen : Der Vetter des Ausstellers Pern- 
hart von Hauspach und Herr Hans der 
Doczenpekch, Hofmeister der Herzogin Ka- 
threin zu Oesterreich. 

Datum: Geben ze Wienne ... an dem 
achten tage vor dem Vaschange tage. 

Original, Pergament. Die drei Siegel fehlen. 

3240 1365, Märi 18, Wien. 

Rudolf, Herzog zu Oesterreich . . ., be- 
freit die geistlichen Klosterfrauen, die Aeb- 
tissin und den Convent, zu St. Clara zu Wien 
auf Bitten seiner Gemalin, der Fürstin Kath- 
reyn, bis auf seinen und seiner Brüder Wider- 
ruf von der Entrichtung des Ungeltes für 
ihren Bauwein, den sie in ihrem eigenen Keller 
zu St. Clara zu Wien ausschenken. 

Datum : Geben ze Wienne an eritag vor 
dem svntag Letare . . . 

Original, Pergament. Mit Siegel an Pergament- 
streifen. 

Lichnowsky, Th. IV, S. DGXXXVIII, Nr. 658. 

3241 1365, Mär:{ 23, Rein. 

Bruder Seyfrid, Abt dacz Re>Vn, Bruder 
Ott, Prior, Bruder LarSntz, Unterprior, Bruder 
Vlreich, oberster Kellner, und der Convent 
zu Rewn beurkunden, dass sie sich dem Her- 
zog Rudolf IV. zu Oesterreich etc. verbind- 
lich gemacht haben, die von ihm gestifteten, 
in der Urkunde näher bezeichneten geist- 
lichen Gutthaten zu vollführen. Unter diesen 
erscheint: alljährlich an Unser Frauentag zu 
der Lichtmesse dem Propste zu Allen Heiligen 
zu Wien «zwen löt chses pey vnserm poten» 
zu geben. 

Siegler: Der Abt und der Convent. 

Datum : Geben ze Raewn . . . am svntag 
in der vasten als man singet Laetare. 

Original, Pergament. Mit zwei gut erhaltenen 
Siegeln an Pergamentstreifen. 

Lichnowsky, Bd. IV, S. DGXXXVIII. Nr. 663. 



3243 X365, Juni 11, Wien. 

Meister Ortolf, des sei. Herzogs Albrecht 
von Oesterreich Hufschmied, und sein Sohn, 
Jans der Sattler von Prespurch, beurkunden, 
dass sie für die von dem genannten Meister 
Ortolf den geistlichen Frauen zu St. Clara 
zu Wien verkauften 3 Pfund Wiener Pfennige 
Burgrechtsgülte auf seinem Hause, gelegen 
«bei der purkch ze Wienne ze nechst hern 
Jansen haws des Chnewzzer» einestheils und 
«ze nechst maister Christans haws des smits» 
anderntheils, dem Herrn «Jansen dem Chiri- 
chenchnoph, chapplan der chappellen vnser 
vrown vnd sant Johans in der purch ze 
Wienne», als dem Grundherrn desselben zu 
besserer Sicherheit mit Hand ihres Bergherrn, 
des Herrn «Hawnolts des Schüchler, purger 
ze Wienne», ihren Weingarten, ^/j Joch und 
gelegen «in dem Mittern Harde» zunächst dem 
Weingarten Petreins des Gerngros, «ze rech- 
tem ebentewr gesaczt haben». Man dient 
von diesem Weingarten dem Herrn Haw- 
nolten dem Schüchler i Eimer Wein zu Berg- 
recht und 3 Wiener Pfennige zu Vogtrecht. 

Zeugen und Siegler: Der vorgenannte 
Bergherr Herr Hawnolt der Schuechler und 
Herr Lucas der Popphinger, Bürgermeister 
zu Wien. 

Datum : Geben ze Wienne ... an unsers 
herren Gots leichnamen abent. 

Original, Pergament. Beide Siegel fehlen. 

3243 1365 y November 20. 

Ortolff, Propst, Cholman, Dechant, und 
der Convent des Gotteshauses «Vnser vro\Vn 
ze Newnburch chlosterhalben» beurkunden, 
dass sie dem «erbern mann Otten von 
Muerbach», Diener Herrn «Lewtolts von 
Stadek, lantmarschalich in Oster.», und seinen 
Erben laut deren Briefes 2 Pfund Wiener 
Pfennige Geltes Burgrechtes, die sie auf «irn 
haws, gelegen in der Raifstrazz hinder dem 
Ne-vVnmarcht ze Wienn zenäst hern Wulfings 
haws des Stichelperger» gehabt haben, um 
14 Pfund Wiener Pfennige, «der sew vns 
gar vnd gantz verriebt vnd gewert habent», 
abzulösen gegeben haben. 

Siegler: Der oben genannte Propst mit 
seinem Insiegel und mit dem seines Conventes. 



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K. und k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien. 



237 



Datum: Geben . . . des nasten mantags 
vor sand Andres tag. 

Original, Pergament. Mit zwei an Pergament- 
streifen anhangenden Siegeln. 

3244 1366, Jänner 5, Wien. 

Jacob der Chetner, des Rathes der Stadt 
«zu Wienne», und seine Hausfrau Anna, Al- 
brecht der Rampperstorffer und seine Haus- 
frau Mechthilt, Chvnrat der Zistel und seine 
Hausfrau Chunigund beurkunden, dass sie 
ihres rechten freien Eigen ein halbes Jeuch 
Weingarten «ze Grinczingen in den Langen 
Lüzzen» um 60 Pfund Wiener Pfeninge 
dem «erbern manne hern Stephann dem 
Leytner», des Rathes der «Stadt ze Wienne», 
und der Frau Engeln, seiner Hausfrau, ver- 
kauft haben. Der Weingarten heisst «der Ger» 
und liegt zunächst «Gebharts Weingarten von 
Lawtterbach, dez chramer an dem Liechten- 
steg ze Wienne». Er war nach dem Tode 
ihres Oheims, des Herrn Otten von Eslarn, 
halb an die oben genannte Anna die Chetne- 
rinne und an ihre zwei Schwestern, Mechthil- 
ten die Ramperstorferinne und Chunigunde 
die Zistlinne auch zur Hälfte gefallen. 

Siegler: Die drei Aussteller und der Zeuge. 

Zeuge: Herr Jans von Tyrna, Hubmeister 
in Osterreich und Münzmeister zu Wienne. 

Datum: Geben ze Wienne an dem Pericht 
abent. 

Original, Pergament. Alle vier Siegel fehlen. 

3345 1366, Mai 6, Wien. 

Hans der Chnewzzer und Anna, seine 
Hausfrau, und Joachim der Chnewzzer, sein 
Vetter, beurkunden, dass sie ihres rechten 
Eigens «fümf phunt an viertzehen phenning 
wienner münzze geltes . . . gelegen ze Engel- 
reichstorf . . . ouf ^berlent . . . vnd . . . ouf 
behoustem gut ...» um 65 Pfund Wiener 
Pfennige der Aebtissin Schwester Chünigun- 
den von Ratpach und dem Convente zu Sand 
Ciaren zu Wienne verkauft haben. 

Siegler: Beide Aussteller und beide 
Zeugen. 

Zeugen: Herr Hans bei den Minnern 
Prüdern ze Wienne. Herr Hans von Haselaw\ 



Datum: Geben ze Wienne . . . des nech- 
sten Mittichens nach des heiligen Chrewtzes 
tage, als es funden ist. 

Original, Pergament. Alle vier Siegel fehlen. 

3346 J366, Mai 23. 

Jacob der Humel, der fleischakcher, und 
seine Hausfrau Ann beurkunden, dass sie mit 
Hand ihres Amtmannes Niklas des Tutzen, 
Amtmannes des Gotteshauses unserer Frau 
zu Newnburch, ihr zu «Newnburch» in der 
«Fülsinggazzen» zunächst dem «Piber, dem 
letzelter» gelegenes Haus um 14 Pfund Wie- 
ner Pfennige dem Prior Witigen und dem 
Convente «Vnser Vrowen prüder von dem 
perge Karmely in dem chloster ze Wienn» 
verkauft haben. Das Haus ist an die vor- 
genannte Anne durch Theilung gegen ihre 
Tochter Jungfrau Elspeten aus ihrer ersten 
Ehe mit Chunrat, dem Fleichhacker, ge- 
kommen. Man dient von ihm alljährlich dem 
oben genannten Gotteshause 20 Wiener Pfen- 
ninge Grundrecht. 

Siegler: Die drei Zeugen, da die Aus- 
steller kein eigenes Insiegel haben. 

Zeugen: Der oben genannte Amtmann 
Niklas der Tucz, Herr Jacob, des alten Slüzler 
Sohn, und Jörg pei dem Tor. 

Datum: Geben ... an dem heiligen 
Phingst abent. 

Original, Pergament. Alle drei Siegel fehlen. 

3247 1366, Juni g, Wien. 

Hainreich von Rapach beurkundet, dass 
er infolge der die Burgrechtsablösung be- 
treffenden Verordnung des sei. Herzogs Rue- 
dolf «dem erbern manne Jacoben, dem cha- 
merschreiber . . . der . . . fürstinn Katherina, 
der herzoginne zu Ost erreich ...» 12 Schil- 
ling Wiener Pfennige Geltes Burgrechtes, 
«daz wir gehabt haben auf irm haws, daz 
gelegen ist in der Maentlerstrazze zu Wienn», 
zunächst «Merleins haws des fleischakcher an 
ainem tail vnd zu nächst des Taechler haws 
an dem andern tail» um 12 Pfund Wiener 
Pfennige abzulösen gegeben haben. 

Siegler: Der Aussteller und der Zeuge. 

Zeuge: Mertlein der Metsakch, Bürger zu 
Wienn. 



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K. und k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien. 



Datum: Geben zu Wienn . . . des eritags 
nach Goczleichnamps tag. 

Mit dem besiegelten Originale coUationirte Ab- 
schrift auf Papier, saec. XVIII. 

3248 1366, August 2cV, Wien. 

«Hainreich, weiln chamrer der . . . her- | 
zoginne Kathrein, weiln herzog Rudolfs witibe ! 
von Osterreich selig», und Anna seine Haus- : 

frau, beurkunden, dass sie mit Händen <ihern 

I 
Thomans des Swembleins», Bürgermeisters, ' 

und des Rathes der Stadt zu Wienne, ihr | 

lediges und von allen Diensten freies Haus ■ 

um 40 Pfund Wiener Pfennige dem «erbern j 

mann maister Nichlasen dem smit von Abpts- 

torff» und seiner Hausfrau Frau Agnesen und ' 

ihrer beider Erben verkauft haben «also mit 

der beschaidenhait, daz alle die liecht, die 

do gent aus dem haws daz dez vorgenanten 

hern Mertten dtz chamrer gewesen ist, in 1 

dez egenanten maister Nichlas hof dez smits 

ewichleichen vnuerpawt beleiben sullen vnd 

sullen fürbas beleiben in aller der weys, als ] 

si hewt ze tag Stent». Das Haus, welches | 

der oben genannte Hainreich um «aigenhaftes I 

ledigs varund gut» gekauft hat, liegt «an 

dem Sweinmarcht ze Wienne» zunächst dem | 

Hause, welches «weilen hern Mertten ge- , 

wesen ist, weiln Herzog Albrechts von Oster- ' 

reich selig chamrer». 1 

Siegler: Die Aussteller; die Stadt Wienne j 

mit dem Grundinsiegel und der Zeuge. ' 

Zeuge: Der Schwager der Aussteller, | 

Jan der Putreich. | 

Datum: Geben ze Wienne ... an sand | 

Augustins tage. | 

Original, Pergament. Das zweite der drei an Per- | 

gamenistreifen anhangenden Siegel ist sehr beschädigt. | 

— Rückwärts ein hebräischer Vermerk. ' 

3349 13G6, November 2, Wien. I 

i 
Chünrat von Velben und seine Hausfrau i 

Margret und Hans der Idungspeuger beur- 
kunden, dass sie «gelten sullen Dauiden dem 
Steuzzen, dem Juden ze Wienne, Hennlein 
sun von Newnburch, vnd seinen erben» 54 
Pfund Wiener Pfennige, welche sie vom 
nächstkommenden sant Merteins Tage an über 
zwei Jahre zahlen sollen. Thäten sie das 
nicht, so sollen sie fürderhin jedes Pfund mit 



6 Schilling wöchentlich verzinsen. Während 
der zwei Jahre sollen sie jährlich 10 Pfund 
miteinander am sant Michels Tage Zinsen 
zahlen. Thun sie das nicht pünktlich, so 
sollen sie Capital und Zinsen mit 6 Pfen- 
nig für jedes Pfund wöchentlich verzinsen. 
Chunrat und seine Hausfrau Margret ver- 
pfänden dem Juden ihren Hof zu Velben und 
Alles, was dazu gehört. Will dieser nach Ab- 
lauf der oben gesetzten Frist nicht länger 
zuwarten und können sie dann auf seine 
Mahnung nicht ihre Schuld voll begleichen, 
so muss der von ihnen, welchen David be- 
nennt, selbander mit einem ehrbaren Knechte 
und zwei Pferden am nächsten Tage mit 
zwei Pferden nach Wien kommen und in 
einem vom Juden zu bezeichnenden ehrbaren 
Gasthause Einlager leisten. 

Siegler: Die Aussteller. 

Datum: Geben ze Wienne ... an aller 
sei tage. 

Original, Pergament. Mit zwei an Pergament- 
streifen anhangenden Siegeln. 

3250 1366, December 6, Wien. 

Engelhart von Sultz und Kathrey, seine 
Hausfrau, beurkunden «vmb alle die chrieg 
vnd ansprach, die wir hincz Vireichen mit 
der Pettziehen vnd hincz seinem prüder 
Petrein» und deren Erben wegen der Mühle 
zu Ha>^skirichen gehabt haben, «daz wir des 
mit gütleichem willen ze schidung gegangen 
sein hinder Stephann von Paaerndörff». Dieser 
hat «gesprochen vnd beschaiden für alle an- 
sprach, die wir hintz in gehabt haben, aindlef 
phunt Wienner phenning, der vns der egenant 
Vlreich vnd sein prüder Peter . . . gancz vnd 
gar verriebt vnd gewert habent». Sie verzichten 
darum auf alle Ansprüche wegen der Mühle. 

Siegler: Aussteller und Zeuge. 

Zeuge: Hartrad von Leizze. 

Datum: Geben zu Wienn ... an sant 
Niclas tag. 

Original, Pergament. Das erste an Pergament- 
streifen anhangende Siegel ist gut erhalten. Das zweite 
Siegel fehlt. 

3251 1367, Februar 12, Wien. 

Alber der Scheuch, Kellermeister weiland 
Herzogs Albrecht von Oesterreich, beurkun- 



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239 



der, dass er mit dem genannten Herzoge 
«vmb mein haus, auf der Hochstrazze zeWienn 
gelegen, das weilent des Grafen von Ötjng 
gewesen ist», wegen seiner dem Herzoge 
Albrecht und dessen Vater und Bruder (den 
Herzogen Albrecht und Rudolf) geleisteten 
Dienste und für Kost und Zehrung aus der 
Zeit, da er weiland Herzog Rudolfs Keller- 
meister war, und bezüglich aller anderen 
seiner Forderungen und Ansprüche so über- 
ein gekommen ist, dass der Herzog ihm nicht 
mehr als 1000 Pfund Wiener Pfennige schul- 
det. Der Herzog hat ihm davon 400 Pfund 
Pfennige «bericht und gewert ... an berait- 
schaft» und für die übrigen 600 Pfund die 
«veste Arberg» versetzt, so, dass er dieselbe 
auf Lebenszeit innehaben soll. Nach seinem 
Tode sollen 3oo Pfund Pfennige auf dieser 
Feste dem Herzoge frei werden, die übrigen 
3oo Pfund soll seine Witwe Frau Kathrein 
pfandweise darauf behalten solange, bis diese 
Summe ihr bezahlt wird. 

Siegler: Der Aussteller und der Zeuge. 

Zeuge: Herr Hans von Tierna, Hub- 
meister in Oesterreich und Münzmeister zu 
Wienn. 

Datum: Geben ze Wienn, an freitag 
nach sand Scolastice tag . . . 

Original, Pergament. Von den beiden anhangenden 
Siegeln ist das Alberts unversehrt, das Herrn Hansens 
sehr arg beschädigt. 

Lichnowsky. Bd. IV, Regest Nr. 789. 

8352 1367, Februar 20, Wien. 

Thoman der Swembel, Bürgermeister zu 
Wienne, und Nichlas, sein Sohn, Urkunden, 
dass sie mit Hand ihres Lehensherrn Herzog 
Albrechts zu Oesterreich ... 10Y2 Pfund 
Wiener Pfennige Geltes, die sie von dem 
Herzoge zu Lehen gehabt haben, um 147 
Pfund Wiener Pfeninge der ehrbaren Frau 
Dyemuten, Witwe Herrn Hermans von Lan- 
denberg, Hofmeisterin der Fürstinnen Frau 
Eisbeten von Behaim und Frau Viridis von 
Maylan, beide Herzoginnen von Oesterreich, 
verkauft haben. Die Gülte ist gelegen «ze 
Praytense in dem Gern» auf zwanzig Jeuch 
Weingarten. Man dient davon alljährlich 
10 Pfund am sand Michels tag für Bergrecht 



und für Zehent und das halbe Pfund für 
Vogtrecht. 

Siegler: Der Aussteller Thoman und die 
Zeugen, da Nichlas, Sohn des Herrn Thoman, 
kein eigenes Insiegel hat. 

Zeugen: Die beiden Eidame des Aus- 
stellers: Philipp von Lengpach und Fridreich 
der Dietram, beide Bürger zu Wienne, und 
Herr Nichlas der Wörffel, auch Bürger zu 
Wienne. 

Datum: Geben ze Wienne . . . dez nech- 
sten sampstags vor sand Mathias tag des 
heyligen Zwelifpoten. 

Original, Pergament. Alle vier Siegel fehlen. 

3253 1367, April I, 

Abt Jans und der Convent des Klosters 
zu Paumgartenperg, welchen Niclas der Pölle, 
Bürger zu Wienn, um sein eigen Gut 2 Pfund 
Pfennige Geltes Burgrechtes auf «Vlreichs 
Weingarten dez Stüchssen gelegen in dem 
Harde pei dez Smelczer Stainhauffen, des ein 
halbes jeuch ist, zenechst Hainreichs Wein- 
garten dez Prunner» gekauft hat, geloben, 
dass sein Oheim, Bruder Jans der Pehaim, 
ihr Conventbruder, bis zu seinem Tode diese 
2 Pfund Geltes einnehmen und nutzen soll 
zur Besserung seiner Pfründe und seines Ge- 
wandes und, so lange er lebet, alle Jahre 
an «sand Johans tag, alz er in daz 61 gesaczt 
ward, da von haben in dem egenanten vnserm 
chloster messe, als vil er der in dem convent 
gehaben mag, an demselben tag». Nach dem 
Tode des Bruders Jans fallen die 2 Pfund 
Geltes an den Convent zur Besserung der 
Pitanz. Der Pitanzmeister wird sie einnehmen 
und dem Convent in daz «Refent» alle Sams- 
tage Fische geben. Der Convent soll aber 
ewiglich der Seele des genannten Niclas des 
Pollen und seiner Vorderen im Gebete ge- 
denken. Wenn aber der Convent jemals diese 
2 Pfund der Pitanz entziehen und anders ver- 
wenden würde, dann mag Niclas der Pölle 
oder seine Erben sie so lange innehaben, bis 
das Versäumte gutgemacht worden sein wird. 

Siegler: Die Aussteller. 

Datum: Geben . . . dez nächsten phincz- 
tags nach mitteruasten 



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K. und k, Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien. 



Original. Pergament. Das erste Siegel fehlt, das 
zweite, an Pergamentstreifen anhangende Siegel ist be- 
schädigt. 

3254 /J^7, April 2j, Wien. 

Die Brüder Albrecht und Leuppolt, Her- 
zoge zu Oesterreich, etc. bekennen, dass sie 
in Anbetracht der getreuen Dienste, welche 
Dyemöt von Landenberg, «vnser üben her- 
zoginnen vnd gemaheln hofmaisterinne», ge- 
leistet hat, ihr «die aygenschaft» von 10 Pfund 
Wiener Pfennigen Bergrechtsgülte und eines 
halben Pfundes Vogtrechtsgülte, gelegen «ze 
Praytensee in dem Gern» auf zwanzig Jeuch- 
hart Weingarten, welche «Thomas der Swembel 
vnser purger ze Wyenne» ihr verkauft hat 
und welche von den Herzogen zu Lehen ge- 
wesen sind, gegeben haben, so dass nun die 
genannte Hofmeisterin diese beiden Pfennig- 
gülten zu einem Gotteshause oder zu einer 
ewigen Messe um ihrer Seele willen gleich an- 
deren eigenen Gütern beliebig verschaffen mag. 

Siegler: Die Herzoge. 

Datum: Geben ze Wyenne an erichtag 
nach sand Jörigen tag . . . 

Original, Pergament. Beide Siegel fehlen. 

3255 ijGj, Mai ig, Wien. 

Vlreich bei den Minnernprödern ze Wienne, 
und Gedra-^Vt, seine Hausfrau, beurkunden, 
dass sie «mit banden hern Thomans dez 
Swembleins zu den zeiten purgermaister vnd 
dez rates gemain der stat ze Wienne ver- 
chawfft haben vnser haws, daz mein vorge- 
nanten Vlreichs anerstorben erbe ist», und 
welches «auf der Hochstrazze ze Wienne» 
zunächst «meines vettern haws hern Jansen 
bei den Minnernprödern ze Wienne» liegt, 
und «da vor chain gruntrecht noch chainerlai 
ander dienst nicht auf gewesen ist vnd daz 
die stat ze Wienne mit der stat grünt jnsigil 
versigilt hat», um 172 Pfund Wiener Pfen- 
nige dem «erbern herren hern Otten von 
Stubenberch» verkauft haben. 

Siegler: Die Aussteller; die Stadt Wien 
mit ihrem Grundsiegel und die Zeugen. 

Zeugen: Der Schwager der Aussteller 
Wolfkang der Cheyawer von Ydoltsperg; der 
oben genannte Vetter Herr Jans bei den 



Minnernprödern; Herr Chunrat der Vrbetsch, 
des Rathes der Stadt zu Wien. 

Datum : Geben ze Wienne . . . des miti- 
chens an dem achten tag nach sand Pan- 
gretzen tage. 

Original, Pergament. Alle fünf Siegel fehlen. 

3256 13 67, Mai 21, Wien. 

Vlreich bei den Minnernprüdern zu 
Wienne und seine Hausfrau Gerdrout beur- 
kunden, dass sie ihres rechten freien Eigens 
9 Pfund und 42 Pfennige Wiener Münze 
Geltes mit allem Dienst auf folgenden Gütern 
mit den Holden, die darauf sitzen: — auf 
dem «Zechhof» gelegen in Mancher Pfarre, 
worauf Fridreich und Symon, sein Gemainer 
sitzen, 2 Mut Korn, 2 Mut Hafer, 12 grosse 
Käse, alle hohen Zeiten 4, deren jeder 18 
Pfennige wertl^ sei, 2 Gänse für je 10 Pfen- 
nige, 2 Schot Erbsen, jedes für 12 Pfennige, 
I Schwein oder 6 Schilling Pfennige, i Wein- 
fuhr oder I Pfund Pfennige, 4 Herbsthühner 
zu 3 Pfennigen, 4 Faschinghühner zu 4 
Pfennigen und 60 Eier zu Ostern oder je 
für 10 Eier i Pfennig; — auf einem Gute, 
gelegen «in dem Ouenpach in den Gräben 
in sant Lienharts» Pfarre, worauf Seyfrid 
sitzt, Va Pfund Pfennige, 12 grosse Käse, 
alle hohen Zeiten 4, oder für jeden Käse 
16 Pfennige, 4 Herbsthühner zu 3 Pfen- 
nigen, 4 Faschinghühner zu 4 Pfennigen 
und 40 Eier, oder je für 10 Eier i Pfennig; 
— auf zwei Gütern «in der Leizz in der 
Grob in sant Lienharts» Pfarre, wo auf einem 
Lehen Mertt und auf einer Hofstat Chunrat 
sitzen und alle Jahre 70 Pfennige und 21 grosse 
Käse oder je für den Käse 16 Pfennige, 
6 Herbsthühner zu 3 Pfennigen und 6 Fa- 
schinghühner zu 4 Pfennigen dienen; — 
um 160 Pfund Wiener Pfennige den geist- 
lichen Herren Bruder Gotfrid, Prior, und dem 
Convent des Klosters zu sant Marie Thron 
zu Gamnikch, Karthäuser Ordens, verkauft 
haben. 

Siegler: Die Aussteller und die Zeugen. 

Zeugen: Herr Jans von Pellndorff, Bruder 
der oben genannten Frau Gerdrout; Herr 
Jans bei den Minnernprüdern ze Wienne, Vetter 



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K. und k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien. 



241 



des oben genannten Vlreich; Herr Christan 
der Stayner; Herr Jörig der Ha'Ä^sler. 

Datum: Geben ze Wienne . . . dez näch- 
sten freytages vor vnsers Herren auffart tage. 

Original, Pergament. Mit fünf an Pergament- 
streifen anhangenden Siegeln. 

3357 ^367, Juni 4, Wien. 

Ortolf von Wolchenstorf beurkundet, dass 
er seines rechten freien Eigens 4^2 Mut 
Waizen Chrutter Mass, 12 Schilling Wiener 
Pfennige, 27^/3 Käse, deren jeder 6 Pfennige 
werth ist, 90 Eier und 9 Hühner Geltes, Alles 
gelegen cze Poystorff, ze Alten Liechtenwart, 
ze Hausprunne vnd ze Ringleinstorff auf ge- 
stiftem gut behauster Holden an fumf pfennig 
geltes di ligent auf vber lent», und 10 Pfund 
Wiener Pfennige Geltes, gelegen cze Eben- 
tal vnd ze Reichental auch auf gestiftem gut 
behauster holden vnd auf vberlent», so wie 
er es in Eigens- und in Lehensgewähr ^) frei 
von aller Vogtei beigebracht hat, «Dauiden 
dem Stewzzen dem Juden ze Wienn Hennleins 
sun von Newnburch» um 200 Pfund Wiener 
Pfennige verkauft hat.^) 

Siegler: Der Aussteller und die Zeugen. 

Zeugen: Der Bruder des Ausstellers Herr 
Jorig von Wolkchenstorff; der Vetter des Aus- 
stellers Herr Otte von Wolchenstorff; der 
Schwager des Ausstellers Herr Chadolt von 
Hasela"\V. 

Datum: Geben ze Wienne . . . des näch- 
sten vreitags vor dem pfingst tag. 

Original, Pergament. Mit drei an Pergament- 
streifen anhangenden Siegeln. Das vierte Siegel fehlt. 
Auf dem ersten Siegelstreifen ist hebräisch geschrieben: 
«Ortulf Wolkinstorfer9. Desgleichen auf der Rückseite 
der Urkunde: «Und die Urkunde des Herzogs und des 
Bischofs.» 

3358 ytfj, Juni 4, Wien. 

Jörig von Volkchestorff und Agnes, seine 
Hausfrau, beurkunden, dass sie die in der 
Urkunde bezeichneten Gülten zu Poistorfif, 
zu Altenliechtenwart, zu Hausprunne und zu 
Ringleinstorff frei eigen um 100 Pfund Wie- 



') Das Gut zu Ebental und zu Reichental ist Lehen 
vom Herzoge Albrecht. 

*) Vgl. Regest Nr. 3258 von i367, Juni 4, Wien. 
Regesten zur Geschichte der Stadt Wien. III. 



ner Pfennige Dauiden dem Steuzzen dem 
Juden zu Wienn, Sohne des Hennlein von 
Newnburch, verkauft haben. 

Siegler: Die Aussteller und die Zeugen. 

Zeugen: Herr Ortolff von Volkchestorff, 
des oben genannten Jörigen Bruder; Herr 
Otte von Volkchestorff, Vetter desselben Jöri- 
gen; und Herr Chadolt von Haselow, Schwa- 
ger Jörigens. 

Datum: Geben ze Wienne . . . des nech- 
sten freytages vor Pfingsten. 

Original, Pergament. Mit drei an Pergament- 
streifen anhangenden Siegeln und einer Aufschreibung 
in der hebräischen Quadratschrift auf der Rückseite der 
Urkunde, welche besagt: Diese Urkunde lautet auf 
9 Metzen Weizen, die 12 Schillinge werth sind, 27*/, 
Laib Käse, 90 Eier, 9 Hühner von den Holden in 
Poyzdorf. 

3359 136^, Juni 10, Wien. 

Kadolt von W^hing hat den Herzogen 
Albrecht und Leupolt zu Oesterreich die Feste 
und das Dorf Michelstetten mit allen Zu- 
gehörungen, die er bisher als Eigengut be- 
sessen, aufgegeben und von den Herzogen 
als Lehen empfangen. Nur «den Altenhof 
daselbs ze Michelstetten» hat er nicht auf- 
gegeben, «wan der ze purchrecht ist von der 
kappell in der purg ze Wienn». 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum: Ze Wienn . an phincztag vor 
sand Veits tag > . . 

Original, Pergament. Mit unversehrtem, an einem 
Pergamentstreifen hangendem Siegel. 

Lichnowsky, Bd. IV, Regest Nr. 802. 

8360 1367, Juni 16, Wien. 

Die Brüder Albrecht und Leupolt, Her- 
zoge zu Oesterreich, bekennen, dass sie mit 
ihren »judenmeister Baruchen von Wienn, 
Muschen von Perchtoltstorff, Isserlein von 
Ne^nburg marchthalben, Isserlein von Oeden- 
burg, Tröstlein, Steuzzleins aidem, und Jeklin, 
desselben Steuzzen svn» über die Bürgschaft 
von 20.000 Gulden, welche diese für den 
flüchtigen Juden Muschen, den Sohn Scheb- 
leins von Cili, übernommen haben, überein- 
gekommen sind, so dass dieselben Hab 
und Gut des oben genannten c Muschen 
und Chatschins der flüchtigen Juden» ein- 

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242 



K. und k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien. 



nehmen und empfangen und davon die j 
20.000 fl. bezahlen sollen. Die Herzoge 
haben den Judenmeistern auch versprochen, ' 
dass sie den Juden Muschen ohne deren Ein- 
willigung in «vnsere land nicht nemen noch | 
empfahen wellen, noch chain Wandlung dar- 1 
inn lazzen haben an der egenanten vnserr 
Juden willen vnd gunst». ' 

Siegler: Die beiden Herzoge. I 

Datum: Geben ze Wienn . an mittichen 
vor Gott Leichnam tag. . . . 

Original, Pergament. Mit 2 unversehrten Siegeln. 

Lichnowsky, Bd. IV, Regest Nr. 804. 

3361 ijöy, August 2, Wien. 

Jans von Haselow und Vrsula, seine 
Hausfrau, und Jans der Hemler und Dorothe, 
seine Hausfrau, beurkunden, dass sie mit 
Hand des Bergmeisters «Otten von Teben 
ze Grinczing», Bergmeisters der geistlichen 
Herren von Gaemnikch zu sant Marie Thron 
des Karthäuserordens, für sich selbst und 
anstatt der Jungfrau Katrein, der noch nicht 
vogtbaren Tochter der eben genannten Frau 
Dorothen, von ihrem früheren Ehegatten, dem 
sei. Perichtolten dem Pollen, dem Bruder 
der oben genannten Vrsula, Ya Jeuch Wein- 
garten um 28 Pfund Wiener Pfennige dem 
Wisenten von Frueling, Bürger zu Wienne, 
verkauft haben. Der Weingarten ist der 
Frau Katrei, Vrsulen Mutter, Morgengabe 
von ihrem früheren Gatten, dem sei. Herrn 
Perichtolten dem Pollen, Vrsulen Vater, 
gewesen. Frau Katrei hat ihnen den Wein- 
garten aufgegeben, «wand si in nicht ze 
pawen vnd ze verwesen het». Der Wein- 
garten liegt «an dem Schenkchenperg ze 
Grinczingen» zunächst dem Weingarten Tho- 
mans des Grillen. Man dient von dem Wein- 
garten alljährlich den geistlichen Herren zu 
Gaemnikch anderthalb Eimer Weines zu Berg- 
recht und drei Helbling zu Vogtrecht. 

Siegler: Die Aussteller und die Zeugen. 

Zeugen: Der oberste Bergherr Bruder 
Gotfrit, Prior des Klosters zu Gaemnikch; 
Herr Jacob der Polle, Capellan der «capellen 
Vnser Vrowen in der Purger rathaus ze Wienne, 
hern Ottenhaymen seligen stififtunge«; Herr 
Vllreich der Polle. 



Datum: Geben ze Wienne ... an sand 
Stephanns abent, als er funden ist. 

Original, Pergament. Die drei ersten und das 
fünfte der an Pergamentstreifen anhangenden Siegel sind 
gut, von dem vierten Siegel sind nur Ueberreste erhalten. 

3363 1367, September 7, Wien. 

«Ott der Pergmaister von Vtelndörff», und 
Kathrei, seine Hausfrau, beurkunden, dass sie 
mit «des erbern manns hant Jansen, z5 den 
Zeiten richter ze Hindperch vnd phleger vnd 
Verweser des ... herzog Albrechts ze Oster- 
reich . . . der guter ze Vtelndörfif», ihre Wiese 
um dritthalb Pfund Wiener Pfennige dem 
Herrn Niclasen dem Tanner verkauft haben. 
Dieser hat die Wiese um sein eigenes lediges 
fahrendes Gut gekauft zu der Pfarrkirche zu 
Vtelndorfif, bei der sie ewig bleiben soll. Die 
Wiese ist «am Prehem zu Vtelndörff » zunächst 
der Wiese des oben genannten Herrn Nichlas 
des Tanner, Pfarrers zu Vtelndörff, gelegen. 
Man dient von der Wiese alljährlich in die 
2 Jeuch Weingarten, welche, «am Prehem» 
gelegen, demselben Herrn Niclas dem Tanner 
gehören, 5 Wiener Pfennige zu Grundrecht. 

Siegler: Da die Aussteller selbst kein 
eigenes Insiegel haben, die Zeugen. 

Zeugen: Der oben genannte Jans, Richter 
zu Hindperg, und Herr Wolfgang von Chrut. 

Datum: Geben ze Wienne ... an vnser 
vro'\Vn abent, als si gep6rn ist. 

Original, Pergament. Mit zwei an Pergament- 
streifen anhangenden Siegeln. 

S363 1367, October 28, Wien. 

Fridreich, «hern Hainreichs sön, des 
alten schrannschreiber, dem Got genad, pürger 
ze Wienne» und Elzpet, seine Hausfrau, be- 
urkunden, dass sie mit Hand ihres Grund- 
herren Clemens, Abtes des Gotteshauses Un- 
serer Frau bei den Schotten zu Wien, ihr 
Haus, ihr rechtes Kaufgut, das sie mitein- 
ander mit gesammter Hand erarbeitet und 
gekauft haben, um i32 Pfund Wiener Pfen- 
nige der Edlen Frau Kathreyn, Witwe Herrn 
Hainreichs von Waltse von Drosendorf, verkauft 
haben. Das Haus ist gelegen «in der S^ninger 
strazz ze Wienne» zunächst «maister Chvnrats 
haus des mawrer». Man dient von dem Hause 



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K. und 1l Haus-, Hof- unjd Staatsarchiv in Wien. 



243 



und Allem, was dazu gehört, alljährlich den 
geistlichen Herren zu den Schotten zu Wien 
4 Wiener Pfennige zu Grundrecht und 

1 Pfund Wiener Pfennige zu ewigem Burg- 
recht, und den Deutschen Herren zu Wien 

2 Pfund, die abzulösen sind mit 16 Pfunden, 
xmd «hern Hainreichen dem chapplan dacz 
sand Stephan auf sand Katrein alter» 3 Pfund, 
die mit 24 Pfunden abzulösen sind, und in 
«der Flemming zech ze Wienne» i Pfund, 
das mit 8 Pfunden abzulösen ist, alles Wie- 
ner Pfennige, zu Burgrecht. 

Siegler: Die Aussteller und die Zeugen. 

Zeugen: Der oben genannte Grundherr; 
Herr Thoraan der Sw^mlein, Bürgermeister, 
und Herr Herman von Eselam, des Rathes 
der Stadt «ze Wienne». 

Datum: Geben ze Wienne ... an sand 
Symans und sand Judas tag der heiligen 
zwelfpoten. 

Original, Pergament. Mit den zwei ersten und 
dem vierten an Pergamentstreifen anhangenden Siegeln. 
Das dritte Siegel fehlt. 

3264 136^, December 21. 

Hans der Gräsel aus dem Grassertol und 
seine Hausfrau Magdalena beurkunden, dass 
sie Otten dem Sebrukkar, Bürger zu Metlich, 
und seiner Hausfrau Anna % Weingarten, 
gelegen zu Wien «an dem Jeus» verkauft 
haben, und sollen ihnen diesen Weingarten 
auch «ausrichten, als dez landesrecht ist zfi 
Osterreich mit perkch herren insigel. Wir 
haben in auch verschaft» 5 Pfund und 3 Schil- 
ling Wiener Münze, welche «man vns ge- 
dient solt haben» von diesen 3 Vierteln Wein- 
garten. 

Siegler: Vlreich der Perger, Richter zu 
Oting; Heinreich der Feyertag. 

Zeugen: Vlreich Ellinger; Chfinrat Senf- 
tel; Jacob der goltsmit und Hans der Wolf. 

Datum: Geschehen ... an sand Thomens 
tag, dez heyligen zwelifpoten. 

Original, Pergament. Beide Siegel fehlen. 

8365 1368, Februar 7, Wien. 

Michel der Vierdung, Stadtrichter zu 
Wien, urkundet, dass in der «Purgerschrann 
ze Wienn», da er «sas an qffem gericht». 



Frau «ChAnigund, Hainreichs hausvro^V von 
Hof des chürsner» geklagt hat «mit vor- 
sprechen gegen einem haws, das ir gelter, 
Jacob weilnt pratschreiber ze Hof» hinter- 
lassen hat . . . und gegen alles andere von 
diesem hinterlassene Gut. Er spricht ihr für 
60 Pfund Wiener Pfennige, welche derselbe 
«Jacob der pratschreiber» ihr schuldet, das Haus 
und, soweit es zur Begleichung ihrer Forde- 
rung nöthig ist, den ganzen übrigen Nachlass 
ihres Schuldners zu. Das Haus liegt «in der 
Mentlerstrazz ze Wienn» zunächst «Jansen 
haws des Techler». 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum : Geben ze Wienne . . . des nästen 
montags nach Vnser VroiVn tag ze der Liecht- 
messe. 

Original, Pergament. Mit dem an Pergament- 
streifen anhangenden SiegeL 

3366 1368, April ig, Wien. 

«Wir Albrecht vnd Leopold gebrieder 
von Gottes genaden Herzog zw Össterreich 
etc. . . . embietten . . . Berchtolden von Gufi- 
daun, hauptman vnserer herrschafft zw Tirol 
, . . das du ... mit vns dem ehegenannten 
herzog Albrechten ziechest geen Lomparden 
vnd geen Rohm . . . Darumben gethrauen 
wür dür wol, das du vnns mit demselben 
diennst nicht saumbest an fürzug geen Badua, 
wann wür vnns mit vnnserm gessünde hie 
zu Oesterreich auf dasselb geuerde erheben 
von Wien on alles verziechen auf den sontag 
vierzehen tag nach Osstern, da man singet 
misericordia am tag, das ist der sontag vor 
sännet Georgen tag vnd ziechen für sich 
vnnsern herrn dem Kaiser nach ...» 

Datum: Geben zu Wien am Mitwochen 
vor sanct Georgen tag. 

Regest im Nachlasse von Birk*s, Nr. 6. 

Vollständig gedruckt in Brandis, Die Geschichte 
der Landeshauptleute von Tirol, (hinsbruck 1850, 
Seite 117.) 

3367 1368, April 23, Wien. 

Johans, Pfarrer zu Meczleinstorf, beur- 
kundet, dass er namens seiner Kirche mit 
Zustimmung des Lehensherrn derselben, des 
Herrn Chunrat, Pfarrer zu Melk, und 

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244 



K. und k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien. 



mit Hand seines Bergmeisters, des Herrn 
Otten von Theben zu Grinzing, Bergmeisters 
der geistlichen Herren zu sant Marien Thron 
zu Gempnikch Karthäuserordens, '/^ Jeuch 
Weingarten «gelegen an dem Schenkchen- 
perge» mit allen in Bergrechtes Gewähr her- 
gebrachten Nutzungen und Rechten dem 
Wysent von Frueling, Bürger zfi Wienne, und 
dessen Erben um dritthalb und 20 Pfund 
Wiener Pfennige, welche zum Nutzen der 
Meczleinstorfer Kirche angelegt werden sollen, 
verkauft hat. Der Weingarten, welchen Herr 
Stephan, weiland Pfarrer zu Melk, zu der 
Meczleinstorfer Kirche um seines Seelen- 
heiles willen geschafft hat, liegt zwischen den 
Weingärten des oben genannten Otten von 
Theben und des Wysent von Frueling. Man 
dient davon alle Jahre den geistlichen Herren 
zu Gempnikch anderthalb Eimer Wein zu 
Bergrecht und 3 Helbling zu Vogtrecht. 

Siegler: Der Aussteller und die Zeugen. 

Zeugen: Der Lehensherr Herr Chunrat 
der Pfarrer zu Melk, und der obriste Berg- 
herr Bruder Gotfrid, Prior des Klosters zu 
Gempnikch. 

Datum: Geben ze Wienn ... an sant Jo- 
rigen abent. 

Original, Pergament. Mit drei an Pergaoaent- 
streifen anhangenden Siegeln. 

3368 1368, April 24, Wien. 

Die beiden Herzoge Albrecht und Leupolt 
zu Oesterreich etc., «Johans . . . byschof ze 
Brichsen, des ob genanten . . . herzog Albr. 
kanczler, . . . graf Vlreich von Schownberg, 
. . . Fridreich von Walsee, . . . lantmarschalich 
in Oster., . . . Haidenreich von Meisso^V, obri- 
ster schenk in Oster., . . . Hans von Liechten- 
stain von Nikolspurg, , . . Wolfgang von 
Winden, . . . des egenanten herczog Albr. 
hofmaister, . . . Stephan von Topel, . . . des 
vorgen. gnedigen herren herczog Leupolts 
hofmaister vnd . . . Reinhart der Wehinger 
. . . des vorgenanten herren herczog Albr. 
kamermaister ...» beurkunden, dass sie «Da- 
uiden dem Steuczzen, dem Juden ze Wienne, 
Heimlein svn von Ne^nburg», und seinen 
Erben 3ooo Gulden viererlei Münze: Unga- 
rischer, böhmischer, Judenburger und Ducaten 



gut und wol gewogen und 700 Pfund Wiener 
Pfennig schulden, welche vom Tage der Aus- 
fertigung dieses Schuldbriefes ab in einem Jahre 
getilgt werden sollen. Geschähe dies nicht, 
so soll fürderhin jeder Gulden der Schuld- 
summe mit I Wiener Pfennig und jedes Pfund 
Wiener Pfennige mit 4 Pfennigen Wiener 
Münze allwöchentlich verzinst werden. Wenn 
der Gläubiger aber nach der genannten 
Frist nicht länger zuwarten will, so soll die 
Schuld gänzlich berichtiget werden, widrigen- 
falls derjenige aus den Schuldnern und Bürgen, 
welchen der Gläubiger hierzu benennt, un- 
weigerlich einen ehrbaren Knecht selbandern 
mit 2 Pferden am nächsten Tage darnach in 
einem ehrbaren Gasthause, welches der Gläu- 
biger ihm anweist, in Wien so lange Einlager 
halten, bis die Forderung des genannten 
Gläubigers voll befriediget ist. Die Zinsen 
wachsen aber in der oben angegebenen Weise 
auch während der Zeit des Einlagers zu. 
Die beiden Herzoge Albrecht und Leupolt 
geloben für sich und ihre Erben die oben 
genannten «vnser'mitgulten vnd purgeln vnd 
ir erben von allem schaden, darin sie von 
des egenanten gelts wegen chömen mochten 
genczlich ze bringen an alle geuerde». 

Siegler: Die Aussteller. 

Datum: Geben ze Wienn ... an sand 
JÖrigen tage. 

Original, Pergament. Mit an Pergamentstreifen 
hangenden zehn Siegein, deren fünftes und zehntes be- 
schädigt sind. 

Lichnowsky, Bd. IV, Regest Nr. 857. 

8369 1368, April 2g, Wien. 

Die Brüder Albrecht imd Leupolt, Her- 
zoge zu Oesterreich, verleihen, da ihr Bruder 
Herzog Rudolf von Oesterreich eine Propstei, 
einen Dom und 24 Chorherren in der Kirche 
«sand Stephan zu Wienn» errichtet hat, jedoch 
gestorben ist, bevor er Pfründen für diese 
Chorherren gestiftet hatte, dem Capitel der 
genannten Chorherren die Mauth zu Maut- 
hausen mit dem Mauthamte daselbst und 
mit allen Nutzungen, Rechten etc., welche 
die Herzoge von dem Reiche zu Lehen haben. 

Siegler: Die beiden Herzoge mit ihren 
grossen fürstlichen Insiegeln. 



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K. und k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien. 



245 



Zeugen: Dominus cancellarius; comes 
Vlricus de Schownberg; Fridericus de Walsse, 
marsch, provincialis; Albertus de Pücheim; 
Heidenricus de MeissovCr; Johannes de Liech- 
tenstein de Nikolspurg et plures alij de consilio. 

Datum: Geben ze Wienn an samztag 
vor sand Philipps vnd sand Jacobes tag, der 
heiligen zwelf botten . . . 

Original, Pergament. Mit zwei an roth-grünen 
Schnüren hangenden Siegeln, deren erstes gut erhalten, 
deren zweites sehr beschädigt ist. 

Pez Thes. Ill, 50. 

Lichnowsky, Theil 4, Regest Nr. 859. 

S270 1368, Mai 3. 

Fridreich von Waltse, Landmarschall in 
Oesterreich, Ott der Floyt und Jans der 
Friczestörffer beurkunden, dass sie «gelten 
suUen Judmann, dem Juden ze Wienn», 
50 Pfund Wiener Pfennige am nächsten 
sand Michels tag. Thuen sie das nicht, so 
sollen sie ferner jedes Pfund mit 3 Wiener 
Pfennigen allwöchentlich verzinsen. Sie ver- 
pfänden dafür all ihren Besitz in Oesterreich. 

Siegler: Die Aussteller. 

Datum: Geben ze Wienne ... an des 
heiligen chreuczs tage, als es funden ist. 

Original, Pergament. Die beiden ersten der drei 
an Pergamentstreifen anhangenden Siegel sind beschädigt. 

3271 1368, Mai 4, Wien. 

€ Johannes, . . . prepositus, Jacobus, . . . de- 
canus, . . . totumque capitulum ecclesiae om- 
nium sanctorum alias sancti Stephani Wien- 
nensisPataviensis dyoces. sancte sedi apostolice 
immediate subiecte» geben die von Kaiser 
und Reich zu Lehen rührenden Grafschaft 
und Schloss in Weytenegg und in Rechperg, 
das Schloss in Persenbeug mit den Mauthen 
in Ibs und in EmerstorfT, das Schloss in 
Schranwatt, Ortschaften und Höfe daselbst 
und in Vtelndorf und in Pavmgarten und 
einige vom Forstmeister Wernhard hinter- 
lassene Güter, welche weiland Herzog Ru- 
dolf zu Oesterreich ihnen geschenkt hatte, 
ohne die kaiserliche Bestätigung dieser Schen- 
kung zu erlangen, zurück. Die Herzoge 
Albrecht und Leupolt haben ihnen dafür mit 
Genehmigung des Kaisers die Mauth in Maut- 
hausen zur Erhöhung ihrer Prebenden ge- 



geben. Die Restitution bezieht sich aber nicht 
auf Sanct Veit und andere Güter, welche 
Propst, Dechant und Capitel noch besitzen. 

Siegler: Propst und Capitel Aller Hei- 
ligen in Wien. 

Datum et actum Wienne in loco nostro 
capitulari in die sancti Floriani Martyris ... 

Zwei Originale, Pergament. Mit je zwei an Per- 
gamentstreifen hangenden gut erhaltenen Siegeln. 

Kurz, Albr. III, I, S. 214. — Lichnowsky, Bd. IV, 
Regest Nr. 861. 

3373 1368, Juni 21, Wien. 

Albrecht, Herzog zu Oesterreich . . . be- 
kennt, dass er den Klosterfrauen «dacz sand 
Marien Magdalenen vor Schotten tor ze 
Wienn» die Eigenschaft des grossen und 
kleinen Getreidezehents zu Leubendorff und 
der 3 Schilling und 18 Wiener Pfennige 
Geltes daselbst auf drei behausten Holden, 
welche Niclas der Pöll, Bürger zu Wien, 
vom Herzoge zu Lehen gehabt und den 
Klosterfrauen verkauft hat, zu seinem und 
seiner Vorfahren und Nachkommen Seelen- 
trost gegeben hat. 

Datum: Geben ze Wienn an mittwochen 
vor sand Johans tag ze Svnwenden . . . 

Original, Pergament. Mit dem an Pergament- 
streifen anhangenden Ueberreste des Siegels. 

Lichnowsky, Bd. IV, Regest Nr. 866. 

8373 136 8 j August 22, Wien. 

Haug von Liebenberch beurkundet, dass 
er mit Händen des Bürgermeisters Nichlas 
des Würffels und des Rathes der Stadt «ze 
Wienne» sein Haus um 150 Pfund Wiener 
Pfennige Herrn Hansen von Liechtenstein 
von Nycolspurg verkauft hat. Das Haus ist 
«an dem Cholmarcht ze Wienne» zunächst 
dem Hause Thomanns des Marstaler eines- 
theils und dem Hause Seydleins des Wagen- 
chnechts anderntheils gelegen. 

Siegler: Der Aussteller; die Stadt Wien 
mit ihrem Grundinsiegel und der Zeuge. 

Zeuge: Vlreich von Lichtenekke. 

Datum: Geben ze Wienne ... des Eritags 
vor sant Bartholomeus tag. 

Original, Pergament. Das erste und das drine 
an Pergamentstreifen anhangende Siegel sind sehr be- 
schädigt. Das zweite Siegel fehlt. 



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K. und k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien. 



3374 1368, September i. 

Johans, Pfarrer zu Maetzleinstorff, beur- 
kundet — «vmb den Weingarten gelegen an 
dem Schenkchenperge zwischen Wisents Wein- 
garten vnd Otten Weingarten von Teben, des 
ein halbs jeuch ist, den ich an der egenanten 
meiner chirichen stat nach rat meiner pharr- 
lewt gemain ze chouffen geben han dem er- 
barn mann Wisenten von Frueling, purger ze 
Wienne vnd seinen erben vmb dritthalbs vnd 
zwaintzig phunt Wienner phenning, der si 
mich gantz vnd gar gewert habent vnd die 
ich euch nach rat der egenanten meinen 
pharrlewt gelegt han an einen Weingarten 
gelegen ze Leydem an dem Awttenperge, der 
weiln H^rtleins des mullner von Awttental 
gewesen ist», und der Burgrecht ist von dem 
Herrn «Chunraten von Meichsso^V», welchem 
man davon alljährlich 60 Wiener Pfennige 
an sand Cholmans tag zu Burgrecht dient 
— dass er mit Gunst und Rath seiner Pfarr- 
leute und mit des ehegenannten Burgherrn 
Hand demselben «Wisenten von Frueling vnd 
seinen erben den^) obgenannten Weingarten 
gelegen an dem Schenkchenperig zu rechtem 
ebentewr vnd ze scherm gesatzt han den vor- 
genanten Weingarten gelegen ze Leydem an 
dem Awtenperig». 

Siegler: Der Aussteller und der Zeuge. 

Zeuge: Der oben genannte Burgherr. 

Datum: Geben ... an sand Giligen tag. 

Original, Pergament. Vermerk auf der Rückseite : 
«super uinea Schenkchenperig empta in SufTring9. Mit 
zwei Siegeln an Pergamentstreifen. 

3375 1368, September i5, Wien. 

Bruder Peter, Bischof zu Markopel, be- 
urkundet, in welcher Weise für den Fall seines 
Todes über seine gesammte Habe verfügt 
werden soll. Unter Anderem bedenkt er seine 
«arme diener alsuil der sint vnd schaffen 
den von erst prüder Hainreichen, vnserm 
chappellan, zwei gewant vnd ^nserr metten- 
püech ains» nach dessen Wahl, das andere 
Mettenbuch dem Bruder Chunraten, dem 
alten Prior bei den Augustinern zu Wienne, 
nach dessen Tode es den «Sieben prüdern» 



') So; 1. cdes»? 



daselbst verbleiben soll, damit sie darin die 
Tagzeit lesen. Er schafft ferner seinem 
Caplan, dem vorgenannten Bruder Hainreich, 
was er an Büchern, Bettgewand und «chlai- 
naten» haben will; sodann Jansen dem Newn- 
dorffer das Pferd, genannt «das Tarentel». 
Dem Letztgenannten, der ihm 19 Schillinge 
und 10 Pfennige gelten soll, schafft er dazu 
12 Schillinge und 20 Pfennige, so dass dem- 
selben 4 Pfund Wiener Pfennige zufallen. 
Er schafft sodann Merten, seinem Diener, zu 
dem Fasse Wein, welches er demselben ge- 
geben hat, das Pferd, geheissen «das Plesel», 
und 3 Pfund Wiener Pfennige; weiters seinem 
Oheim Herwerten 10 Pfund; Meister «Hain- 
reichen dem choch» 2 Pfund; «Petrein, vn- 
serm Marstaller» 2 Pfund; «Micheln, vnserm 
hauschnecht» 2 Pfund; «Giligen in der chu- 
chen» V2 Pfund; «Christlein ob sie staet wil 
sein» 5 Pfund; «hem Wolfharten dacz Sant 
Polten zwo chappen» und 2 Pfund, Alles 
Wiener Pfennige, «vnd schaffen ouch dem- 
selben hern Wolfharten vmb ein puch die 
zwai phunt phenning, die vns der techant 
ze Sant Polten gelten sol». Der Bischof 
schafft ferner «zu vnserr capellen dacz den 
Augustinern ze Wienne, dar inne wir vnser 
begrabnüzze erweln», 100 Pfund Wiener 
Pfennige zum Ankaufe einer Gülte zu der- 
selben, von welcher eine tägliche Messe ge- 
lesen und zwei Jahrtage — der eine am 
nächsten Eritag vor den Quatembern in dem 
Advent und der andere des nächsten Eritags 
nach den Quatembern in den Fasten — mit 
Vigili, Seelenmessen und anderem Gebet nach 
des Augustinerordens Gewohnheit begangen 
werden sollen. Sein Capellan, der vorge- 
nannte Meister Hainreich, soll die Gülte, 
welche um diese 100 Pfund gekauft wird, 
innehaben, nutzen und die vorgenannte Ca- 
pelle des Bischofs mit Messen und Jabrtagen 
versehen, so lange er lebt. Nach seinem 
Tode soll die Gülte mit denselben Rechten, 
Nutzungen und Pflichten auf den Convent 
des genannten Klosters bei den Augustinern 
übergehen. Wollen die Augustiner oder ihre 
Nachfolger dieses Vermächtniss nicht anneh- 
men oder die Messe und Jahrtage nach 
Hainreichs Tode nicht begehen, so fällt die 



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K. und k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien. 



247 



Gülte den «dürfftigen in der purger spital ze 
Wienne» für ewige Zeiten zu. Der Bischof 
schafift ferner «vnser alte curuatur, vnser 
silbrein löffel vnd was man chlains silber- 
geschierrs in vnserr gewalt nach vns vindet, 
zu einem ehelich in die egenanten vnser 
chapellen vnd vmb ein messpuch in derselben 
chappellen» 12 Pfund Wiener Pfennig. Er 
bittet diejenigen, welchen er seine letztwilli- 
gen Anordnungen empfohlen hat, aus dem 
etwaigen Ueberschusse ein Messgewand er- 
zeugen zu lassen «in den sagrer hincz dem hei- 
ligen herren sant Stephan gen Pazzau». Was 
dann noch erübrigen würde, das empfiehlt er 
dem Pfarrer Herrn Thomann zu Weytra zur 
Vertheilung unter «vnser arme freunde». Er 
empfiehlt die ganze Durchführung dieser seiner 
letztwilligen Anordnungen seinen Freunden: 
Herrn Hainreichen, Pfarrer zu Tulln, dem 
vorgenannten Herrn Thomann, Pfarrer zu 
Weytra, Herrn Jansen von Tirna, Hubmeister 
und Münzmeister in Oesterreich, und Jansen 
dem Phuntimaschen, Bürger zu Wien. 

Siegler: Der Aussteller und die beiden 
Zeugen. 

Zeugen: Die «erbern volchomen maister 
Luder . . ., schulmaister dacz Sant Stephan 
ze Wienne vnd verweser des officialamptes 
des hochwirdigen vaters in got meins herren 
bischof Albrechts ze Pazzaw in geistleichen 
Sachen in Österreich», und Herr Vlreich, Vi- 
cari der Pfarrkirche «dacz sand Michel ze 
Wienne». 

Datum: Geben ze Wienne an dem achten 
tag nach vnserr vrown tag als si geborn 
ist ... 

Original, Pergament. Das zweite der an Perga- 
tnentstreifen anhangenden Siegeln ist gut erhalten, das 
dritte beschädigt. Das erste fehlt. 

3376 J368, November 11, Wien. 

Albrecht, Herzog zu Oesterreich, bestä- 
tigt und erneuert auf die Bitten der Aebtissin 
und des Conventes des Frauenklosters «dacz 
sand Nicla ausserhalb der Stadt ze Wienn» 
die in deutscher Uebersetzung eingeschaltete, 
durch weiland seinen Vater Herzog Albrecht 
zu Wien am 15. Juni 1357 ausgefertigte 
Bestätigung der Privilegien des genannten 



Gotteshauses Cistercienserordens. (Vgl. Regest 
Nr. 3155.) 

Siegler: Der Aussteller mit seinem fürst- 
lichen Insiegel. 

Datum: Geben ze Wienne . an sand 
Marteins tag . . , 

Abschrift des 16. Jahrhunderts: «Copey der frey- 
haytt brieff des Junckfrawn Chlosters zu sannd Niclas 
in Wienn.» 

3277 1369, Januar 18, Wien. 

Albrecht, Herzog zu Oesterreich, beur- 
kundet, dass er seinen Hofmarschall Hansen 
den Kneuzzer um der treuen Dienste willen, 
welche ihm derselbe geleistet hat, von «Mu- 
schen, dem Juden zu Berchtolczdorf, und von 
Jvdmann, vnserm Juden ze Wienn, vmb fvmf 
brief, die si von im gehabt habent», deren 
erster auf 347 Pfund, der zweite auf 66 Pfund, 
der dritte auf 66 Pfund, der vierte auf 7 Pfund 
und der fünfte auf 4 Pfund, alles Wiener 
Pfennige Hauptgutes und darauf gegangenen 
Schadens lauteten, geledigt hat. Die fünf 
Schuldbriefe, für welche «Joachim der Kneu- 
sser, Kristoff von Wulkendorf, Niclas von 
Eslarn, Eberhart der Negl, H^nsl der R^- 
kelstorffer vnd Jorig von Cell mit sampt im 
selbgeschol vnd purgel sind», sollen dem 
Kneuzzer und den ebengenannten Bürgen 
und Selbstschuldnern nicht zum Schaden 
gereichen und den genannten Juden nicht 
frommen. 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum: Geben ze Wienn, an Phinztag 
nach Antonij. . . . «Dominus dux Comes VI- 
ricus de Schawenberg et magister curie de 
Liechtenstain». 

Original, Pergament. Mit unversehrtem, an einem 
Pergamentstreifen hangendem Siegel. 

Lichnowsky, Bd. IV, Regest Nr. 890. 

3378 136g, Februar 20, Wien. 

Christoffer von Wulkendorf, Goschel der 
Inprukker und Anna, seine Hausfrau, beur- 
kunden, dass sie mit Händen Niclas des 
Würffels, Bürgermeisters, und des Rathes der 
Stadt zu Wien für sich und für Jungfrau 
Chunigunden, die noch nicht vogtbare Toch- 
ter des oben genannten Christofifers, «vnser 



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248 



K. und k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien. 



haws vnd stadel vnd den garten binden dar- 
an, gelegen in der Froschawe vor Stubentor 
ze Wienn» zunäcbst «der beilig-geister baws 
vnd garten» mit allen in Burgrecbtes Gewäbr 
bergebracbten Rechten und Nutzungen um 
42 Pfund Wiener Pfennige dem «erbern 
manne Jacoben dem Pogenstainer», Frau 
Elzbeten, seiner Hausfrau, und ihrer beider 
Erben verkauft haben. 

Siegler: Beide Aussteller; die Stadt Wien 
mit ihrem Grundinsiegel und der Zeuge. 

Zeuge: Herr Niclas von Eslarn, Schwa- 
ger des oben genannten Christoffer. 

Datum: Geben ze Wienne ... des Eri- 
tages in der ersten Vastwochen. 

Original, Pergament. Alle vier Siegel fehlen. 

3379 136g, Märi g, Wien. 

Friedrich, Bischof von Chur, Kanzler 
des Herzogs Leupolt zu Oesterreich, und 
Johannes, Pfarrer in Ehingen, Notar des 
Herzogs Albert zu Oesterreich, schlichten 
als Schiedsrichter den zwischen dem Prior 
und Convente des Karthäuser Klosters in 
Gemnik einer- und dem Dechant, Gustos und 
Capitel der Kirche Sanct Stephan in Wienn 
anderseits wegen der Mauth in Mauthausen 
und gewisser Nutzungen entstandenen Streit 
folgendermassen : 

Als die vorgenannte Mauth in Maut- 
hausen von den Herzogen Albert und Leu- 
polt als Dotation dem Dechant, Gustos und 
Gapitel angewiesen wurde, hätte dem Prior 
und Convente der Karthause Gemnik in 
Gemässheit der testamentarischen Anordnung 
weiland des Herzogs Albert zu Oesterreich 
noch der zweijährige Genuss des Erträg- 
nisses dieser Mauth gebührt. Dechant Gu- 
stos und Capitel werden daher verhalten, 
die entsprechende Summe, d. i. 1400 Pfund 
Wiener Pfennige dem Prior und Convente 
zu bezahlen. 

Dechant, Gustos und Capitel werden dem 
Prior und Convente 900 Pfund Wiener Pfen- 
nige schuldig bleiben «ratione domus quon- 
dam Stiborii site in ciuitate Wiennensi et 
aliorum debitorum», wie dies der Brief des 
weiland Herzogs Rudolf, welchen sie über 
diese Summe gehabt haben, darthut. 



Sie schulden ferner dem Prior und Con- 
vente 800 Pfund derselben Münze, welche 
«idem prior et conuentus in prompta pecunia 
ad edificium et structuram dicte ecclesie sancti 
Stephani tradiderunt, prout de hoc docuerunt 
per literas et registra magistrorum fabrice 
ecclesie sancti Stephani antedicte». 

Sie werden ferners verhalten, dem Prior 
und Convente iio Pfund zu leisten als Ent- 
schädigung für Ankauf- und Baukosten des 
Mauthauses und Thurmes in Mauthausen. 

Die Gesammtsumme aller früher erwähn- 
ten Leistungen, zu denen Dechant, Gustos 
und Capitel dem Prior und Convente ver- 
pflichtet bleiben, beträgt 32 10 Pfund Wiener 
Pfennige und soll in 16 gleichen Jahresraten 
von je 200 Pfund, und im 17. Jahre der Rest- 
betrag von 10 Pfund getilgt werden. 

Dechant, Gustos und Capitel sollen auch 
dem Prior und Convente für die Einhaltung 
ihrer Verbindlichkeiten hinreichende Sicher- 
stellung leisten, sowohl durch eigene Briefe 
als auch durch. Briefe der Herzoge Albert 
und Leupold. Prior und Convent sind ver- 
pflichtet, dem Dechant, Gustos und Capitel 
alle Documente, welche sie bezüglich der 
Mauth und der vorgemerkten Schulden haben, 
vorzuweisen. Alle Documente, welche jetzt 
oder später gefunden würden, sind, insofeme 
sie den hier zugesprochenen Rechten und 
Ansprüchen des Wienner Domcapitels prä- 
judicieren, null und nichtig. 

Siegler: Die Aussteller. 

Datum et actum Wienne die IX mensis 
Marcij. . . . 

Original, Pergament Mit zwei anhangenden, gut 
erhaltenen Siegeln. 

3280 136g, Mai 7, Wien, 

Die Brüder Albrecht und Leupolt, Her- 
zoge zu Oesterreich etc., beurkunden, dass 
dem Prior und dem Convente zu Gemnik 
Karthäuserordens, von der Mauth zu Maut- 
hausen, welche die Herzoge den «erbern 
vnsern getrewen andechtigen . . . dem techan 
vnd den korherren ze sand Stephan ze Wienn 
vnser stift» zu ihren Pfründen gegeben haben, 
noch 3210 Pfund Wiener Pfennige gebühren, 
welche ihnen der genannte Dechant und die 



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K. und k* Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien. 



249 



Chorherren in 16 Jahresraten von je 200 
Pfund und einer 17. von 10 Pfund in Ge- 
mässheit des Schiedspruches des Bischofs 
Fridreich von Chur, Kanzlers des ehegenann- 
ten Herzogs Leupolt, und des «ersam Hans 
Kirchherre ze Ehingen», obristen Schreibers 
des Herzogs Albrecht bezahlen sollen. Die 
Herzoge gebieten, diesen Schiedspruch zu 
befolgen. 

Siegler: Die beiden Aussteller. 

Datum: Geben ze Wienn . am mentag 
vor dem heiligen Aufuart tag. . . . 

Original, Pergament. Mit zwei an Pergament- 
streifen hangenden unversehrten Siegeln. 

Kurz. Albr. III., Bd. i, S.. 58. — Lichnowsky, 
Bd. IV, Regest Nr. 897. 

3381 136g, August 6. 

Rueger «des Wenigen herrn Leupolts sun, 
-purger ze Wienn» beurkundet, dass er seiner 
Tochter, Schwester Elspeten in dem geist- 
lichen Frauenkloster zu Tulln Predigerordens,, 
die 4 Pfund Wiener Pfennige Geltes, die er 
auf drei Viertel Weingarten, «gelegen ze Ötak- 
chun an dem Liebharts», hat, nach Laut 
seines Kaufbriefes mit Rainen, Diensten, 
Burgrecht und Bergrecht gegeben hat. Seine 
Tochter soll denselben Brief innehaben, so 
lange sie lebt, und auch die Dienste, Fech- 
sung und Einnahmen zur Besserung ihrer 
Pfründe. 2 Pfund Wiener Pfennige Geltes 
bleiben nach ihrem Tode bei dem Kloster. 
Die anderen 2 Pfund Geltes fallen dagegen 
wieder als Erbe an ihn oder seine Erben. 

Siegler: Der Aussteller und die Zeugen. 

Zeugen: Die Bürger zu Tulln: Herr 
Eberhart der Braitter und Chunrat der Schrei- 
ber, Schaffer desselben Klosters. 

Datum : Geben . . . Sixti pape et Martiris. 

Original, Pergament. Mit drei an Pergament- 
streifen anhangenden Siegelüberresten. 

3S82 13699 August 20, Wien. 

Michel der Füchsel, Bürger zu Wien, 
und Elzbet, seine Hausfrau, beurkunden, dass 
sie ihres rechten Eigens i Mut Weizen, 
j Pfund Wiener Pfennig rechten Dienstes 
und 34 Wiener Pfennige «weisat geltes» auf 
einem ganzen Lehen gelegen «ze Engelreichs- 
torff, worauf Cholman der Scherg auf ^2 Le- 

Regesten zur Geschichte der Stadt Wien. III. 



hen, Ott der Grablokch auf ^4 und Michel 
der Granter auf V^ gesessen sind», und 
5 Schillinge Wiener Pfennige Geltes auf 
Yg Lehen gelegen «ze Saewring», worauf 
Chunrat, Chadolts Bruder, gesessen ist, und 
Yj Pfund Wiener Pfennige Geltes auch auf 
Yj Lehen gelegen «ze Saewring», worauf 
die Witwe Vlreichs des Vaeulscherns gesessen 
ist, um 46 Pfund Wiener Pfennige den geist- 
lichen Frauen, der Aebtissin Schwester Chu- 
nigunden von Ratpach und dem Convente 
des Klosters zu sant Chlarn zu Wienn, ver- 
kauft haben. 

Siegler: Da die Aussteller kein eigenes 
Insiegel haben, die Zeugen. 

Zeugen: Herr Nichlas der Wurffel, Bür- 
germeister zu Wienn, Herr Jacob der Chetner, 
des Rathes der Stadt zu Wienn. 

Datum: Geben ze Wienn ... des nech- 
sten montags nach vnser Vrown tag ze der 
Schidung. 

Original, Pergament. Beide Siegel fehlen. 

3388 X370, Februar 12, Wien, 

Jorig von Sizzenperig und seine Haus- 
frau Dorothe, Tochter des sei. Giligen von 
Florenz, beurkunden, dass sie mit Hand des 
Bergmeisters Petreins des Mannseber, Amt- 
manns und Bergmeisters des Klostergutes 
zu Ne^nburkch, Y« Jeuch Weingarten um 
32 Pfund Wiener Pfennige dem Herrn Ste- 
phan dem Pollen und Frau Annen, seiner 
Hausfrau, und ihrer beider Erben verkauft 
haben. Der Weingarten ist gelegen «ze 
Grinczing an der Wagensperre ze nächst hern 
Anthoni Weingarten, die zeit pharrer ze dem 
Challenperig». Man dient von dem Wein- 
garten alljährlich dem Kloster ze Newnburkch 
^U Wein zu Bergrecht und 3 Helbling zu 
Vogtrecht. 

Siegler: Weil die Aussteller kein eigenes 
Insiegel haben, der oben genannte Bergmeister 
Petrein der Mannseber und der Zeuge. 

Zeuge: Herr Albrecht der Ramppers- 
torffer, Bürger zu Wien. 

Datum : Geben ze Wienne . . . dez nech- 
sten Erich tags nach sand Dorothe tag der 
heiligen Junkchurown. 

Original, Pergament. Beide Siegel fehlen. 

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K. und k. Haus-, Hof- uod Staatsarchiv in Wien. 



3284 1370, Juni g, Wien. 

Die Brüder Albrecht und Leupold, Her- 
zoge zu Oesterreich etc., beurkunden, dass 
sie «von der grozzen not gelt schuld wegen, 
damit wir beladen sein» und um anderer 
«ehaften notdurft» willen «vnsern getrewen 
sondern lieben Hansen von Liechtenstain von 
Nicolspurg, vnserr obgenanten herzog Albert 
hofmaister, Reynharten von W^hingen, vnserr 
egenanten herzog Levppolts hofmaister, Jan- 
sen von Tyerna, vnserm höbmaister vnd 
m^nzzmaister in Osterreich, Christoffen dem 
Syrueyer, vnserm kellermaister, vnd Niclasen 
dem Stayner, vnsern pürgern ze Wyenn», die 
Verwesung aller ihrer Lande und Herr- 
schaften vom Tage der Ausstellung dieser 
Urkunde an bis Weihnachten 1370, und dann 
weiters auf 4 Jahre übertragen haben. Diese 
genannten Landpfleger sollen alle Steuern, 
Lehen etc. einnehmen, alljährlich zu Weih- 
nachten darüber den Herzogen Rechnung 
legen, jährlich 17.000 Pfund Wiener Pfen- 
nige den Herzogen für ihren und ihrer Ge- 
mahlinnen Unterhalt abführen, den Rest aber 
zur Schuldentilgung verwenden . . . 

Siegler: Die beiden Aussteller mit ihren 
grossen fürstlichen, anhangenden Insiegeln. 

Datum: Geben ze Wyenn an svntag vor 
Gotzleichnam tag . . . 

Original, Pergament. Mit zwei an Pergament- 
streifen anbangenden Siegeln, deren zweites beschädigt ist. 

Licbnowsky, Bd. IV, Beil. D, Nr. II, S. DCCCXVII. 

3385 1370, Juni i5, Wien. 

«Friedreich von Waltse, hern Eberharts 
seligen svn von Waltse, weilent houptman 
ze Drosendorf», verkauft seinem Vetter, Herrn 
Hainreichen von Waltse, Hauptmann zu Dro- 
sendorf, und dessen Brüdern und Vireichen 
von Waltse, ihrem Vetter, Sohne des seligen 
Herrn Hansen von Waltse, um 6000 Pfund 
Pfennige Wiener Münze, welche sie «hincz 
Christen vnd hincz Juden an der geltschulde, 
bayder houptgut vnd schaden, damit ich be- 
chumert vnd beladen pin gewesen für mich 
gegeben vnd vergolten habent», die in der 
Urkunde beschriebenen Eigengüter, Lehen, 
Burgrechte, Bergrechte und Sätze. Er benennt 
unter den Gütern seines rechten Eigens auch 



seinen ganzen Antheil an dem «ze Wienne 
gegen der purkch über» gelegenen Hause 
und an dem «ze Dornpach» gelegenen und 
«der Chöppherl» genannten Weingarten, 
welcher Burgrecht ist. 

Siegler: Der Aussteller selbst; seine 
beiden Eidame Hainreich von Zelkingen und 
Jan, Sohn des Herrn Janen von Mezerietzsch; 
sein Oheim, Graf Hermann von Zily; sein 
Schwager Wernher von Meichsow, Obrister 
Marschall in Oesterreich ; seine Oheime Hay- 
denreich von Meichsow, Obrister Schenk und 
Landmarschall in Oesterreich, und Seycz von 
Künringen von Seuelde; seine Vettern: Hain- 
reich von Waltse von Ens und Rudolff von 
Waltse; seine Oheime Wolfgang von Winn- 
den, Sohn Stephans von Toppel, und Hain- 
reich von Liechtenekke; die Ritter: Vb-eich 
von Neydekke und Chunrat von Wejrtra. 

Datum: Geben ze Wienne . . an sand 
Veyts tage. 

Original, Pergament. Die ersten fünf und das 
neunte der an Pergamentstreifen anhangenden Siegel 
sind gut erbalten, das secbste, elfte, zwölfte und drei- 
zehnte Siegel beschädigt, das siebente, achte und zehnte 
Siegel befinden sich nicht mehr an der Urkunde. 

8386 1370, Juni 22. 

Hainreich von der Schebnicz und Bar- 
bara, seine Hausfrau, beurkunden, dass sie 
«dem erbern mann Chunraden dem leynbater, 
purger ze Wyenn» und Frau Preyden, seiner 
Hausfrau, 14 Schillinge Wiener Pfennige 
Geltes Burgrechtes, welche «wir gehabt haben 
auf im halben jeuch Weingarten gelegen in 
sand Stephans perg ze Pawngarten, daz ge- 
nant ist der Gausrab, ze nllst der geistlichen 
vro■^Vn Weingarten in dem dritten orden ze 
Wienn», um 14 Pfund Wiener Pfennige ab- 
zulösen gegeben haben. 

Siegler: Der Aussteller und die Zeugen. 

Zeugen: Der Oheim des Ausstellers Herr 
Jörg der Pörnitzer und Herr Lienhard der 
Loffler, Bürger zu Wien. 

Datum: Geben ze Wienn . . . des n&sten 
sampstags vor sand Johanns tag ze sunn- 
benden. 

Original, Pergament. Mit drei Siegeln an Per- 
gamentstreifen. 



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K. und k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien. 



251 



3287 isjo, September 27. 

Der Passauer Bischof Albert bestätigt 
den von 24 Erzbischöfen und Bischöfen für 
das Carmeliterkloster in Wien zu Avignon 
am 23. December i36o ausgefertigten Indul- 
genzbrief. 

Datum: ... die XXVII, mensis Sep- 
tembris. 

Original auf dem Indulgenzbriefe. 

3388 1370, October 13, Wien. 

Die Brüder Albrecht und Leupolt, Her- 
zoge zu Oesterreich etc., bekennen, dass sie 
dem Grafen Meinharten und seiner Gemahlin 
Gräfin Kathrein 6000 Pfund Wiener Pfennige 
schulden. Sie verpfänden ihm dafür jährlich 
600 Pfund Wiener Pfennige cauf der purger- 
stewr vnsrer stat ze Wienn», welche bis zur 
gänzlichen Begleichung der Schuld den ge- 
nannten Gläubigern, und zwar an den 4 Qua- 
tembern je 150 Pfund, gezahlt werden sollen. 

Siegler: Die beiden Herzoge, 

Datum: Gegeben ze Wienn an sand Kol- 
mannes tag . . . 

Original, Pergament. Mit zwei unversehrten, an 
Fergamentstreifen hangenden Siegeln. 

Kurz, Albr. III, i, S. 228. — Lichnowsky, Bd. IV, 
Regest Nr. 1800. 

3289 1370, October 28, Wien. 

Thoman der Swaemel, Bürgermeister und 
der Rath sammt der Gemeinde der Bürger 
der Stadt zu Wienne beurkunden, dass sie 
sich dem Grafen Meinharten zu Görz und 
seiner Gemahlin Gräfin Kathrein verpflich- 
tet haben, alljährlich in der Stadt Wien 
600 Pfund guter Wiener Pfennige — je 
anderthalb 100 Pfund an den 4 Quatembern 
— bis zur Tilgung der Schuldforderung des 
genannten Grafen an die beiden Herzoge im 
Betrage von 6000 Pfund Wiener Pfennige zu 
bezahlen «von der schatzstewr der egenanten 
stat ze Wienn» in Gemässheit der von den 
beiden Herzogen darüber ausgestellten Ur- 
kunde. (Vgl. Regest Nr. 3288.) 

Siegler: Die Stadt Wien mit ihrem 
grossen, anhangenden Insiegel. 

Datum: Geben ze Wienn ... an sant 
Symons vnd sand Judas tag der zwelifpoten. 



Original, Pergament. Mit einem Siegelreste. 
Kurz, Albr. III., i, S. 23o. — Lichnowsky, Bd. IV, 
Regest Nr. 1002. 

3290 1370, December 13, Wien. 

Dyemut, Witwe des Herrn Herman von 
Landenwerkch, Hofmeisterin der Fürstinnen 
Frau Elzbeten von Pehayen und Frau Viridis 
von Maylan, Herzoginnen zu Oesterreich, ur- 
kundet, dass sie 15 Pfund, 7 Schillinge 
xmd 2 Pfennige Wiener Münze Geltes um 
200 Pfund Wiener Pfennige der Aebtissin 
Schwester «Chlaren der Reichinne» zu sand 
Chlaren zu Wienne und dem Convente des- 
selben Klosters verkauft hat. Sie hatte sich 
diese Gülte «witiben weise» um ihr c lediges 
verdientes varund gut» gekauft. Diese Gülte 
ist €ze Praitense», 5 Pfund und 32 Pfennige 
Bergrechtes und 60 Pfennige Vogtrechtes auf 
Weingärten «in dem Amaizpach» und elft- 
halb Pfund Geltes «in dem Gern» auf 
20 Jeuch Weingarten gelegen. Man dient 
davon 10 Pfund an sand Michels tag für 
Bergrecht und für Zehent und das ^/^ Pfund 
für Vogtrecht. 

Äeg-Z^r; Die Aussteller in und beide Zeugen. 

Zeugen : Der Sohn der Ausstellerin Rü- 
ger von Landenwerch und der ehrbare Herr 
Haydenreich von Meisso^V, obrister Schenk 
und Landmarschall in Oesterreich. 

Datum : Geben ze Wienne ... an sand 
Lutzein tag der heiligen junkchuro^n. 

Original, Pergament. Alle drei Siegel fehlen. 

8391 1370, December 14, Wien. 

Vlreich mit der Pettziechen, Bürger zu 
Wien, beurkundet, dass er mit der Hand 
Herrn Thomanns des Swembleins, Bürger- 
meisters, und der Rathsgemeinde der Stadt 
Wien, sein Haus um 40 Pfund Wiener 
Pfennige «Isserleins dem Juden, Arons sun, 
von Wienne» verkauft hat. Das Haus ist 
«weilnt Schalams des Juden . , . Jösleins sun», 
darnach «Muschen von Marcpurch» und «Hat- 
schim von Zil» auch einige Zeit gewesen, 
und gerichtlich «in der purgerschranne ze 
Wienne» für versessenes Burgrecht etc. dem 
Vlreich zugesprochen worden, laut Gerichts- 
brief und des Marschalls Brief. Es ist ge- 

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K. und k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien. 



legen «vnder den Juden ze Wienne bind er 
dem haws das weilnt Josleins des Juden ge- 
wesen ist» und an dem Hause, das Herrn 
«Jacobs des .Chettner ist». 

Siegler: Versiegelt mit des Ausstellers 
Insiegel und mit der Stadt Wien Grund- 
insiegel und mit den Siegeln der Zeugen. 

Zeugen: Herr Vireicb der PoUe, des 
Ratbes der Stadt zu Wien; Herr Leuppolt 
der Polcz, Judenricbter zu Wien; und Petrein 
mit der Pettziecben, Bürger zu Wien, des oben 
genannten Vlreicbs Bruder. 

Datum: Geben ze Wienne , . . des Sambts- 
tags nach sand Lutzein tage. 

Original, Pergament. Mit fünf Siegeln an Per- 
gamentstreifen, deren erstes beschädigt ist. 

3393 1371, Januar i, Wien. 

Albrecht, Herzog zu Oesterreich etc., 
beurkundet, dass er dem Juden Isserlein von 
Ne'Ä^mburg erlaubt hat, das Haus, welches 
«Musch und Katschim gebrüder die Juden 
ze Wienn habent», einzunehmen auf Grund 
der Geldschuldbriefe, die er von ihnen hat. 

Datum : Geben ze Wienn . an dem hei- 
ligen Ebenweichtag. . . . 

Original, Pergament. Mit unversehrtem, an einem 
Pergamentstreifen hangenden Siegel des Herzogs. — 
Auf der Rückseite der Urkunde ist ein hebräischer 
Vermerk. 

Lichnowsky, Bd. IV, Regest Nr. 1021. 

3393 1371, Januar 2, Wien. 

Albrecht, Herzog zu Oesterreich etc., 
beurkundet, «daz krieg waz vmb der guter 
recht, die gelegen sind an dem Hewgriezz 
vor Kerner Tor ze Wienn» und welche der 
«Halbpekch selig» zu einer ewigen Messe 
cdacz sand Marien Magdalenen daselbs ze 
Wienn» gegeben und gewidmet hat, und 
«darvmb sich bei vnsers liben herren vnd 
vatters hertzog Albr. seligen zeiten mit dem 
rechten erfunden hat, daz die egenanten 
guter alle die recht haben solten, die ander 
guter habent auf der Widem». Niemand soll 
die Leute, welche darauf sitzen, irren oder 
beschweren. 

Datum: Geben ze Wienn . an Phincz- 
tag nach dem h . . . eich tag. . . . 



Original, Pergament. Mit dem unversehrten, an 
einem Pergamentstreifen anhangenden Siegel des Herzogs. 
Lichnowsky, Bd. IV, Regest Nr. 1022. 

3394 1371, Februar 5. 

Elzpet, Witwe Chunratz von Eger, und 
Christan, ihr Sohn, beurkunden, dass sie ein 
Haus, €ze Nöstorf» gelegen, von der geist- 
lichen Schwester Ann, Priorin in dem Frauen- 
kloster zu Tuln, und dem Convente des- 
selben Klosters um 12 Pfund Wiener Pfennige 
verkauft haben, und sollen den Klosterfrauen 
davon 12 Schilling Pfennige Wiener Münze 
alljährlich zu rechtem Burgrecht, und zwar an 
sand Jörgen Tag, an sand Michels Tag und 
zu Weihnachten je ^2 Pfund dienen. Das 
Haus liegt zunächst dem Hause «Hainreichz 
Abans», das früher «dez Reusen ist gewesen». 

Siegler und Zeugen: Seyfrid der Schife 
von der Heyligen stat und Peter Hadmar 
von Nustorf. 

Datum: Gegeben ... an sand Agatha tag. 

Original, Pergament. Von den beiden Siegeln sind 
nur Ueberreste erhalten. 

3395 J37'iy Mär^ 12, Wien. 

Herzog Albert zu Oesterreich bestätigt 
auf die Bitte der «honorabiles et religiös! viri 
fratres Hospitalis sancti Spiritus in Wienna» 
das vollständig eingeschaltete, vom Könige 
Otakar von Böhmen in Klostemeuburg am 
16. Mai 1274 ausgefertigte Privilegium. (Vgl. 
Regest Nr. 281 3.) 

Siegler: Der Aussteller. 

Datum: Wienne . in die sancti Grego- 
rij. . . . 

Original, Pergament Das Siegel fehlt. 

Lichnowsky, Bd. IV, Regest Nr. io32. 

3396 1371, Juni 28, Wien. 

Janns, des verstorbenen Jörgen des Pörst- 
leins Sohn, beurkundet, dass er seine Erb- 
rechte und Anwartschaft auf 2 cfleischpenkch 
gelegen vnder den obern fleischpenchen bey 
dem Liechtensteg ze Wienne nebeneinander 
auf dem Lüeg an einem tail zen^chst Frid- 
reichs fleischpanch von Minchendorf, vnd 
zenächst des schilichunden Ludweigs fleisch- 
panch an dem andern tail, vnd diselben zwo 



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K. und k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien. 



253 



fleischpench der vorgenant mein vater J&rg 
mit seiner andern hausurowen,* vrown Chri- 
stein, meiner steufmüter mit gesambter band 
erarbait vnd gechawfft hat, und der ich nach 
derselben vrown Christein tode meiner steuff- 
mutter rechter nächster erbe vnd wartunde ge- 
wesen w^r», mit Händen Herrn Thomanns des 
Swembleins, Bürgermeisters, und des Rathes 
der Stadt zu Wienn um 10 Pfund Wiener 
Pfennige «Fridreichen dem Meinharten», 
Bürger zu Wienne, Frau Christein, dessen 
Hausfrau, des genannten Jannsen Stiefmutter, 
und ihrer Beider Erben, verkauft hat. Man 
dient von den 2 Fleischbänken alljährlich 
chincz aller heiligen tumchirchen dacz sande 
Stephan ze Wienne» 2 Pfund und den geist- 
lichen Frauen «ze Tirnstain» Y» Pfund, Alles 
Wiener Pfennige, zu Burgrecht. 

Siegler: Weil der Aussteller kein eigenes 
Insiegel hat, die Stadt Wien mit ihrem 
Grundinsiegel und beide Zeugen. 

Zeugen: Herr Stephan der Leytner, des 
Rathes der Stadt Wien, und Andre der 
Schuczenmaister, Bürger zu Wien. 

Datum: Geben . . . ze Wienne. 

Original, Pergament. Alle drei Siegel fehlen. 

3297 1371, August II, Wien. 

Albrecht, Herzog zu Oesterreich, urkun- 
det, dass die Güter zu Vlreichskirchen, ein 
Achtel der Veste zu Pilichdorf und ein Theil 
des Hauses zu Newsidel, welche «vnserm 
Juden Dauid Steuzzen von Wienn Kysanen 
Judmans kinder der Peltlinn vnd etleichen 
andern vnsern Juden gestanden sind von 
Wolfgangen vnd Hannsen gebrüdern den 
Sträwnn», und theils vom Herzoge zu Lehen, 
theils Eigengüter sind, von den genannten 
Streun und von den Juden an die Brüder 
Wolfgern, Ulreichen und Hannsen von Dachs- 
pergk verkauft worden sind. Er bestätigt 
diesen Verkauf und belehnt in seinem und 
seines Bruders, des Herzogs Leupolten, Namen 
die Käufer mit den Lehengütern. 

Datum: Geben ze Wien . an Montag nach 
sant Laurentzen tag . . . 

Eingeschaltet in dem Transsumpt des Propstes 
von St. Stephan zu Wien am i. December hSo. 

Lichnowsky, Bd. IV, Regest Nr. 1050. 



3398 1371, October 5, Prag. 

Der römische Kaiser Karl bestätigt, nach- 
dem die Herzoge Albrecht und Lupolt zu 
Oesterreich etc. «der pr&bstey vnd der stifte 
in sand Stephans kirche ze Wienn . . . dem 
probste . . . den korherren vnd dem capitel 
daselbs gegeben gefüget vnd veraint haben 
zu einer ewigen steten vnd vnwiderrüfflichen 
gäbe ir maut ze Mautthausen mit dem mautt- 
hause daselbs», welche vom Kaiser und vom 
Reiche zu Lehen rühren, auf die Bitten der 
beiden Herzoge diese Begabung als römischer 
Kaiser und obrister Lehensherr und gibt dem 
Propste, den Chorherren und dem Capitel 
«die eygenschaft derselben mauthe vnd des 
mautthauses». 

Siegler: Der Aussteller mit seinem kaiser- 
lichen Majestätssiegel. 

Datum: Geben zu Prag . an Sonntag 
nach sand Michelstag. 

Original, Pergament. Mit unversehrtem, an einem 
Pergamentstreifen anhangenden Siegel. 

3299 1372, Mär:^ g, Wien. 

Vlreich der Püchler beurkundet, dass er 
mit Hand seiner Bergfrau, Schwester «Chlarn 
der Reichinne, zu den zeiten abttessinne dacz 
sand Chlarn ze Wienne», ein halbes Jeuch 
Weingarten um 28 Pfund Wiener Pfennige 
dem «erbern manne Christann von Trebense», 
Frau Elzbeten seiner Hausfrau und ihrer 
beider Erben verkauft hat. Der Weingarten ist 
«in dem Nuspach . . . zenächst hern Petreins 
Weingarten des probsts chapplan von Newm- 
bürch» gelegen. Man dient von dem Wein- 
garten alljährlich den geistlichen Frauen «dacz 
sand Chlaren ze Wienne» 3 Wiener Pfennige 
zu Bergrecht. Derselbe Weingarten ist an den 
oben genannten Vlreich aus der Verlassen- 
schaft seines Bruders Fridreich des Püchler 
nach erfolgter Abrechnung mit dessen Witwe 
Frau Elzbeten anerstorben. 

Siegler: Da der Aussteller kein eigenes 
Insiegel hat, die oben genannte Bergfrau und 
beide Zeugen. 

Zeugen: Herr Stephan der Polle und 
Herr Michel der Ga^chramer, beide des 
Rathes der Stadt Wien. 



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254 



K. und k, Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien, 



Datum: Geben ze Wienne . . . des nech- 
sten erichtags nach Mitterruasten. 

Original, Pergament. Alle drei Siegel fehlen. 

8800 1372, April 14, Wien. 

cPerichtolt der Dorfaengstel der pinter» 
und Elzbet, seine Hausfrau, beurkunden, dass 
sie mit gesammter Hand und mit Händen 
«hern Vlreichs des Rözzleins, zu den zeiten 
purgermaister vnd des Rats gemaine der stat 
ze Wienne» i Pfund Gelts Burgrechtes auf 
«vnserm hows, gelegen vnder den Drechseln 
ze Wienn auf dem hindern stokch, der wei- 
lent Chunrats des Rotenlaymer gewesen ist, 
der do st&zzet an Stephans garten des Pollen 
vnd auf dem vordem tail der darczue ge- 
höret, der do leit gegen sand Stephanns 
freythof ^ber ze nechst Michels hows des 
pinter» und auf allem, was zu diesem Hause 
von Alters her gehört, um 8 Pfund Wiener 
Pfennige Chunraten dem Poschen und Frau 
Dorothen, seiner Hausfrau, verkauft haben. 

Siegler: Da die Aussteller nicht eigenes 
Insiegel haben, die Stadt Wien mit ihrem 
Grundinsiegel und der Zeuge. 

Zeuge: Herr Wilhalm der Schenkch von 
Liebenberch. 

Datum: Geben ze Wienne ... an sand 
Tiburtij und Valeriani tag. 

Original, Pergament. Mit zwei an Pergament- 
streifen anhangenden Siegeln. 

8801 1372, Mai 28, Wien. 

Seybot von Missingendorf beurkundet, 
dass er mit Händen ehern Vlreichs des Rözz- 
leins, zu den zeiten purgermaister und des 
rates gemaine der stat ze Wienne», sein «an 
dem Sweynmarkcht ze Wienne hinder Hann- 
sen haws des Saefn^r vnd zen^chst Perngers 
haws des Dümerstorffer» gelegenes Haus mit 
allen Nutzen und Rechten in Burgrechts Ge- 
währ um 70 Pfund Wiener Pfennige dem 
vorgenannten «Hannsen dem Saefner», Kam- 
mermeister des Herzogs Albrecht zu Oester- 
reich, und seinen Erben verkauft hat. 

Siegler: Der Aussteller selbst, die Stadt 
Wien mit dem Grundsiegel und der Zeuge. 

Zeuge: Niclas d^r Würffei. 



Datum: Geben ze Wienne . . . des nech- 
sten freytags vor sand Peternellen Tag. 

Original, Pergament. Mit drei Siegeln an Per- 
gamentstreifen. 

8802 1372, Juni 26, Wien. 

Bürgermeister und Rath der Stadt Wien 
danken dem Grafen Meinharten zu Görtz, 
dafür, dass er ihnen mit Einwilligung und 
auf Ersuchen der Herzoge zu Oesterreich 
und auf ihre eigene Bitte die Leistung der 
ihnen auferlegten Geldzahlung bis nächste 
Weihnachten gefristet hat und versprechen 
sodann die Zahlung pünktlich zu leisten. 
Den vom Grafen darüber begehrten, von der 
Stadt besiegelten Brief nach der von ihm 
eingesandten «abschrift» können sie aber 
nicht anfertigen «von der gemain der pur- 
ger, wannd si vns mit nichte des gestatten 
wellent». 

Siegler: Besigelt mit der stat ze Wienne 
chlainem aufgedruckchtem Insigil. 

Datum: Geben ze Wienne . des nächsten 
sambztags nach sand Johanns tage zu Svnn- 
wenden. . . . 

Original, Pergament. Ohne Siegel. 

8308 1372, September 2, Wien. 

Peter der Pöchler, Bürger zu Wien, 
und Margret, seine Hausfrau, beurkunden, 
dass sie mit Händen «Vlreichs des R&sseleins, 
zu den zeiten purgermaister vnd des rates 
gemain der stat ze Wienne», den «hindern 
tail des hauses, das m!r egenanten Margreten 
mein vater, her Jacob s^lig der Reifenperger, 
geschafft hat . . . vnd darnach auch mir gegen 
der purger spital ze Wienne für das gelt, 
das mir der vorgenant mein vater her Jacob 
ist schuldig gewesen, ledichleichen gespro- 
chen» ist laut besiegelten Spruchbriefes, — 
gelegen «in der satlergazzen ze Wienne ze 
nächst Petreins haws des Hoewninger des 
goltsmides, des ersten das presshaws neben 
dem pheyler da man yeczund in die presse 
get entrichs vber vncz an die gegenmawr 
hinder dem priuet vnd die Stuben oben auf 
dem presshaws übersieh durchlang auf durch 
alle podem vncz durich das Ziegeldach vnd 



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K. und k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien. 



255 



alle gemeche nach dem presshaws gwelib 
vnd chemmneten vnden vnd oben wie die 
genant sind hinhinder vncz an den garten 
vnd auch den garten», — um anderthalb 100 
Pfund Wiener Pfennige cDauiden dem Stewz- 
zen, dem Juden ze Wienne, Heundlein sun von 
Newnburch» verkauft haben mit der Bedin- 
gung, dass der «vorgenant Dauit der Stewzze 
der Jude neben dem egenanten pheyler bey 
dem turlein in der presse entrichts vber vncz 
an die gegenmawr hinder dem vorgenanten 
prifet vnd vbersich auf durch alle p&dem oder 
desselben Dauits erben mit irm gelt ein 
schidmawr mawrn sullen auf vncz durch das 
Ziegeldach an vnsern schaden, aber die tam 
von dem prifet sullen vnuermawrt beleiben, 
als si emaln gestannde sind, vnd ist auch das 
das Ziegeldach ob dem presshavsrs also unuer- 
renchet vnd ganz beleibet so sol die eysnein 
rinne an dem Ziegeldach auf der stuben also 
beleiben vnd das regen wazzer abe dem dache 
in vnsem hof rinnen wer aber das der vor- 
genant Stewzze der Jude das Ziegeldach 
verchern vnd abtragen wolt, so sol er das 
regen wazzer ab demselben dache in sein- 
selbers hof lauten». Derselbe Jude soll auch 
alle «gemeche nach dem presshaws hinhinder 
vncz an den garten aufmawern als hoch die 
gipelmawr hinden ist auf der gartenmawr 
vnd auf dieselben gemeche ein schuphdach 
machen» so, dass alles Regenwasser von 
demselben Dache in den Hof des Juden fällt. 
Er soll auch die Gartenmauer um andert- 
halb «lafter» höher mauern, als sie jetzt ist. 
Der «siez des prifets vnder der gartenmawer» 
soll aber so «vnuerrenkcht beleiben mit den 
tamluegern als er yeczunde stet». Er soll 
auch alle kleinen und grossen «tür venster 
lueger» an dem Presshause und an allen 
«gemechen hinhinder vncz an den garten 
vnd auch an dem garten vermawern vnd 
chain liecht grozz noch chlains in vnsern 
hof nicht enhaben. Wir mögen auch wol an 
dieselb mawr pawn, was wir wellen, aber in 
dieselb mawer sullen wir dhain recht hab^n 
ze pa'Ärn weder mit tremen noch mit dhainen 
andern Sachen». 

Siegler: Die Aussteller; die Stadt Wien 
mit ihrem Grundinsiegel und die Zeugen. 



Zeugen: Michel der Vierdung, Stadt- 
richter zu Wien; Michel der Gewchramer, 
Judenrichter zu Wien, und Vlreich der Pa- 
rawer, Bürger zu Wien. 

Datum: Geben ze Wienne . . . des phincz- 
tags nach sand Giligen tag. 

Original, Pergament. Mit den drei ersten und 
dem fünften an Pergamentstreifen anhangenden Siegeln. 
Das vierte Siegel ist nicht mehr vorhanden. 

3304 137^, November 26, Wien, 

Hans der Tuers von Rawchenekke be- 
urkundet, dass er «Lieblein der Jüdinne ze 
Wienne, Paeltleins des Juden witib» 20 Pfund 
und 100 Pfund, Alles Wiener Münze, schul- 
det, welche er von nächsten Weihnachten 
über einem Jahr bezahlen oder fürders mit 
6 Wiener Pfennigen allwöchentlich jedes 
Pfund verzinsen soll. Wenn er aber zu der 
Zeit von der Jüdin ziir Zahlung aufgefordert 
wird und sie nicht leistet, so soll er ausser der 
Verzinsung durch zwei ehrbare rittermässige 
Knechte mit vier Pferden in Wien Einlager 
leisten. Wenn der Aussteller das unterlässt 
oder zu lange Einlager leisten wollte, so 
«daz dos die Judin verdruzze», so soll alles 
Gut des Ausstellers derselben pfandweise 
überantwortet werden bis zur völligen Be- 
gleichung der Schuld. 

Siegler: Der Aussteller und der Zeuge. 

Zeuge: Nyclas der Lybentzer. 

Datum: Geben ze Wienne . . . des noch- 
sten vreitages nach sand Katreyn tag. 

Original, Pergament. Mit zwei an Pergament- 
streifen anhangenden Siegeln. 

3305 137^9 December 11, Wien. 

Vlreich der Rössel, Bürgermeister, be- 
urkundet, dass er wegen des vom seligen 
Herzoge Rudolf von Oesterreich wegen Ab- 
lösung von Grund- und Burgrecht erlassenen 
Gebotes «Jacoben dem Virdunge pürger ze 
Wienne, die vnzehen Wiener pfenninge gelts 
gnmdrechts, die ich von Jannsen dem Pollen 
pürger ze Prespurkch, in dem hoftaiding ze 
Wienne in mein gewalt anerlangt vnd be- 
habt han laut behabbriefes, auf irem haws, 
Stadel vnd garten hinden daran gelegen in 



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256 



K. und k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv m Wien. 



dem gera-A^t vor Stubentor ze Wienne vnder 
den ledrern ze nast Jacobs haws des ledrer» 
um 3 Schilling und 22 Pfennige Wiener 
Münze abzulösen gegeben hat. 

Siegler: Der Aussteller und der Zeuge. 

Zeuge: Leuppolt von Veltsperkch, Stadt- 
schreiber zu Wien. 

Datum: Geben ze Wienne . . . des nasten 
sambstags nach sand Nichlas tage. 

Original, Pergament. Mit einem an Pergament- 
streifen anhangenden Siegel. Das andere Siegel fehlt. 

3306 1372, December 12, Wien. 

Nichlas der Würffei, Bürger zu Wien, 
dessen Stiefmutter Frau Kathrey, Witwe sei- 
nes Vaters, Hainreichs des Würffels, ihr Haus 
den geistlichen Herren von Gemnikch ver- 
kauft hat, erklärt diesen Kauf in gleicher 
Weise, wie es im Kaufbriefe steht, und wie 
sein Bruder Hainreich der Würffei und sein 
Schwager Chönrat der Reicholf es zu thuen 
schon versprochen haben, schirmen zu wollen. 

Siegler: Der Aussteller und der Zeuge. 

Zeuge: Herr Vlreich der Polle, Bürger 
zu Wien. 

Datum: Geben ze Wienne ... an sand 
Lutzein abende der heiligen jungurown. 

Original, Pergament. Mit zwei an Pergament- 
streifen anhangenden Siegeln. 

8807 1372, December 17, Wien, 

Mertt der Choteyner, Bürger zu Chrems, 
und Katrey seine Hausfrau, Tochter des 
verstorbenen Jannsen von Segenberkch, beur- 
kunden, dass sie mit Hand «Niclas des Chlet- 
ten von Gumppoltzchirihen», der Herzoge 
von Oesterreich Bergmeister daselbst, einen 
Weingarten zu Gundramstorf um 52 Pfund 
Wiener Pfennige dem c erbern manne hern 
Jacoben von Tfrna, zu den zeiten müns- 
maister ze Wienne», und seiner Hausfrau 
Elzbet verkauft haben. Der Weingarten heisst 
«der Ruernpheffer» und liegt an dem Wart- 
perg, zunächst dem Weingarten Paulen des 
Holtzchowffels. Man dient von dem Wein- 
garten alljährlich den Herzogen in Oester- 
reich 2 Eimer Wein zu Bergrecht. Der 



Weingarten ist an dieselbe Kathrein gefallen 
mit «forczicht vnd mit lozze» zu rechtem 
Erbtheil «gegen meiner steufmüter vrown 
Gedrowten» und den Kindern, welche die- 
selbe von dem oben genannten Vater Ka- 
threy's hatte, als sie alle von Kathrey's Enen, 
dem verstorbenen Hainreichen dem Gaws- 
raben, hergekommenen Güter mit einander 
getheilt haben laut der Theilbriefe. 

Siegler: Die Aussteller; der oben ge- 
nannte Bergmeister und die Zeugen. 

Zeugen: Herr Jacob der Chetner, des 
Rathes der Stadt Wien, und Herr Her- 
mann von Eslarn, Bürger zu Wien. 

Datum: Geben ze Wienne . . . des frey- 
tags in den Quatembern vor Weihnachten. 

Original, Pergament. Alle vier Siegel fehlen. 

3308 1373, Jänner 5, Wien. 

Niclas der Würffei beurkundet, dass er 
«meiner muemen fröwn Annen Stephanns 
housurown des Pollen» für 40 Pfund Wiener 
Pfennige, wegen der Morgengabe, die er zu 
ihrem «erern wIrt Niclasen dem Haihenpek- 
chen, meinem swager, dem got gnade», ge- 
geben hat, seinen Weingarten, dessen rechter 
Bergmeister von des Klosters ze Newnburch 
wegen er ist, für die Zeit ihres Lebens über- 
geben hat. Dieser Weingarten, drei Viertel 
eines Jeuchs, liegt «ze Otakchrlnn an dem 
Liephart» zunächst «Fridreichs Weingarten 
des hofmaisters in der Ch&tweiger hof ze 
Wienne». Man dient von diesem Weingarten 
alljährlich dem Kloster ze Newnbörch acht- 
halb Viertel Wein zu Bergrecht und fünft- 
halb Pfenning zu Vogtrecht. Der Wein- 
garten soll nach Annas Tode an Niclas den 
Würffei oder seinen nächsten Erben zurück- 
fallen. 

Siegler: Der Aussteller und die Zeugen. 

Zeugen: Der Bruder des Ausstellers Hain- 
reich der Würffei, des Rathes der Stadt 
Wien, und der Schwager des Ausstellers 
Chunrat der Reicholf. 

Datum: Geben ze Wienne ... an dem 
heyligen Prehem abent. 

Original, Pergament. Mit Resten der zwei ersten 
Siegel. Das dritte Siegel ist ganz abgefallen. 



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K. und k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien. 



257 



8309 'J7J, Februar i, Wien. 

Göschel der Inprukker und Anna, seine 
Hausfrau, Wolffhart der Inprukker, sein Bru- 
der, und Chunigunt, seine Hausfrau, Schwe- 
ster der eben genannten Anna, beurkunden, 
dass sie um 250 Pfund Wiener Pfennige an 
Frau Annen, ihres Oheims Herrn Jansen 
von Tyrna Hausfrau, verkauft haben: ihren 
Hof, gelegen «ze Maeczleinstorf, des weilent 
zwen höf gewesen sint»; 16 Jeuch Acker, 
gelegen bei dem «Mäwrlinger holtze», welche 
Burgrecht von dem Propst von Newnburch 
sind, dem man alljährlich davon 3 Schillinge 
und IG Pfennige Wiener Münze dient; 11 
«tagwerich wismads, gelegen ze Aychau», 
welche Burgrecht sind vom Herrn Hain- 
reichen von Radpach und wovon man all- 
jährlich 29 Wiener Pfennige dient; ihren vor 
dem ehegenannten Hofe gelegenen Wein- 
garten; 4 Pfund und 61 Pfennige Wiener 
Münze Geltes, «gelegen daselbst zu Maecz- 
leinstorf» auf bestiftetem Gut behauster Hol- 
den, und Alles, w^as dazu gehört und die 
beiden oben genannten Schwestern Anna und 
Chunigunde von ihrem «enen hern Jacoben 
von Eslarn> geerbt haben. Man dient von 
dem Hofe, «des weilent zwen höf gewesen 
sint», alljährlich, und zwar von dem oberen 
Hofe den Herren von Stadekke i Pfund 
Wiener Pfennige und von dem «niderern 
hof» dem Gotteshause «ze Gumppendortf» 
auch I Pfund Wiener Pfennige zu Burg- 
recht. 

Siegler: Die Aussteller und die Zeugen. 

Zeugen : Herr Christoffer von Wulchen- 
dorf, der oben genannten zwei Schwestern 
Annen und Chunigundens Vater; ihr Oheim 
Herr Niclas von Eslarn; ihr Vetter Her- 
mann von Eslarn; ihre *güten frewnt»: Herr 
Jacob von Tirna, Münzmeister zu Wien, 
und Fridreich von Tirna, sein Bruder. 

Datum: Geben ze Wienne ... an vnserr 
vrown abent ze der Liechtmesse. 

Original, Pergament. Alle sieben Siegel fehlen. 

3310 1373, Februar 2, Wien. 

Diemüt, Herrn Hermans von Landen- 
berkch Witwe, der Fürstin Frau Elzbeten 

Regesten zur Geschichte der Stadt Wien. III. 



von Pehaim Herzogin zu Oesterreich Hof- 
meisterin, beurkundet, dass sie ihren Wein- 
garten, dessen Bergfrau sie ist, gelegen «auf 
dem Amaispach, des drew achtail sint, der 
mir mit recht veruallen ist für meinen ver- 
sezzen dienst vnd auch darumbe, das der- 
selb weingart alslang vrpa'Ä^ gelegen ist vncz 
daz er nach des lanndes vnd des perges 
recht mit recht ze reys gesagt ist vor offem 
gericht, vnd leit derselb weingart zenast 
Vlreichs Weingarten des Speten», und von 
welchem man ihr alljährlich 45 Wiener Pfen- 
nige für Bergrecht und für Zehent und 9 Ort 
zu Vogtrecht dient, um 2 Pfund Wiener 
Pfennige dem «erbern manne Nichlasen dem 
chramer von Zwclefochsing, vrown Gedraw- 
ten», seiner Hausfrau, und ihren Erben ver- 
kauft hat. 

Siegler : Die Ausstellerin und der Zeuge. 

Zeuge: Roger von Schiltarn, der oben 
genannten Herzogin Kammerschreiber. 

Datum: Geben ze Wienn ... an vnser 
vrow^n tage zu der liechtmesse. 

Originale, Pergament. Beide Siegel fehlen. 

Rückwärts von späterer Hand : «Khauflfbrief Dye- 
mut Hermans Landenberckh witib eines Weingarten zu 
Praitnsee am Amaispach . . .» 

3311 1373 f Februar 21, Wien. 

Bruder Fridreich von Zwetel, «Prior der 
geistlichen prüder chloster dacz den Augu- 
stinern ze Wienne», und der Convent des- 
' selben Klosters verpflichten sich zur Abhaltung 
1 eines Jahrtages für den verstorbenen Peter, 
I Bischof von Marcopolis, und für Thomas, 
Pfarrer zu Weytra. 

Folgende zu Pilichdorf gelegene Güter: 
I auf 9 halben Lehen bestifteten und behausten 
Gutes 99 Metzen Weizen und 3 Pfund und 
3 Schilling Wiener Pfennige Geltes, und auf 
I jedem halben Lehen 19 Pfennige Geltes für 
I Käse und für Eier und zu Weihnachten von 
I jedem halben Lehen i Huhn oder 4 Pfennige, 
i und ^2 Pfund und 4 Pfennige Geltes, gelegen 
auf 4 Hofsteten, und 32 Eimer Weins Geltes 
1 Bergrechtes, gelegen auf 32 Jeucharten, und 
I auf jeder Jeuchart 2^2 Pfennig Geltes Vogt- 
rechtes, und auf 32 Jeucharten je ySg Pfennig 
I Geltes, welche alle rechtes Eigen sind, haben 

33 



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258 



K. und k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien. 



die oben genannten beiden geistlichen Herren 
mit einander um ihr «lediges varund gut» 
gekauft, und der Bischof hat seinen Theil 
daran «zu sand Lienharts cappellen gelegen 
in dem vorgenanten vnserm chloster in dem 
chrewczgang» geschafft. Der Pfarrer Thomas 
hat des Bischofs Vermächtniss und letzten 
Willen bezüglich dieser Sache getreulich voll- 
bracht und die oben beschriebenen Güter 
ganz und gar, seinen sowohl als des Bischofs 
Theil, zu ihrer Beider und aller ihrer Vor- 
deren etc. Seelen Heil zu der oben genannten 
Kapelle gegeben. Darum verpflichten sich 
Prior und Convent, ewig in dieser Kapelle 
eine tägliche Messe zu halten, die Kapelle 
mit einem ewigen Lichte zu beleuchten, mit 
Gläsern, mit Messgewändern und anderen 
zum Gottesdienste nothwendigen Sachen nach 
Billigkeit zu versehen und zu bessern und 
Beiden, dem Bischöfe Peter und dem Pfarrer 
Thomas, zwei Jahrtage zu begehen im Klo- 
ster, den einen Freitags in den Quatembern 
in den Fasten und den andern des nächsten 
Freitags nach Maria Geburt, beide mit Vigilic, 
Seelenmessen und Anderm nach ihres Ordens 
Gewohnheit. An demselben Jahrtage sollen 
sie auch ihrem Convente seine Pfründe bessern, 
jedem Bruder «mit zwein ezzen, der ayns von 
vischen sol sein», zur gewöhnlichen Pfründe, 
und mit einer Pfründe besseren Weins, und sie 
sollen bei denselben Jahrtagen zwei «minnor- 
prüder von sand Clarn ze Wienne» haben 
und diesen desselben Tages das Mahl geben. 
Der Pfarrer Thomas hat der Aebtissin «dacz 
sand Ciaren ze Wienne» volle Gewalt ge- 
geben, von der pünktlichen und vollständigen 
Vollführung des Seelgeräthes durch Hin- 
sendung ihres Schaffers sich zu überzeugen 
und im Falle einer Unterlassung die Säumi- 
gen zu mahnen. Nach dreimaliger vergeb- 
licher Mahnung sollen alle oben genannten 
Güter dem Convent des Frauenklosters «dacz 
sand Chlaren» verfallen sein, welcher fortan 
das Seelgeräthe zu vollführen habe. 

Siegler: Die Aussteller mit ihren beiden 
anhangenden Insiegeln. 

Datum: Geben ze W^ienne . . . des sambs- 
tages in den ersten vier tagen in der Vasten. 

Original, Pergament. Beide Siegel fehlen. 



3313 1373, Februar 23, Wien. 

Ott von Teben, gesessen zu Grinczing, 
Bergmeister der geistlichen Herren zu sand 
Marien Thron zu Gemnikch des Karthauser- 
ordens, beurkundet, dass er, als er «an offem 
gericht» sass auf «des egenanten seiner 
herren gut» die Klage des Mathes, ihres 
Dieners, als dazu von seinen Herren Beauf- 
tragtem, «auf vra"\^n Kathrein der Judenbur- 
gerinne in dritten orden Weingarten» um 
3 Eimer Weines versessenen Bergrechtes und 
um 3 Wiener Pfennige versessenen Vogt- 
rechtes und alle Zwispilde darauf entgegen- 
genommen hat. Der Weingarten, ein halbes 
Jeuch, liegt «an dem Schenchenperch» zunächst 
dem Weingarten «Otteins von Teben». Er 
(der Aussteller) ist von seiner Herren wegen 
rechter Bergmeister desselben Weingartens. 
Nach der auf sein Gebot von den «vier, die 
auf den perkch gesaczt sint, Nyclasen dem 
Schönn vnd Thomann dem Snabel, paid 
gesezzen ze Süffring, und Nyclasen dem 
Raetenperger und Engelprechten den Pa>T, 
gesezzen ze Grinczing», vorgenommenen 
Schätzung und ihrer Aussage darüber spricht 
er den Weingarten den geistlichen Herren zu. 

Siegler: Weil der Aussteller selbst kein 
eigenes Insiegel hat und auch «die vorge- 
nanten seine herren mit irm insigil in selber 
nicht besteten mügen»: Herr Jacob der Chet- 
ner, des Rathes der Stadt zu Wien, und 
Wolfhart von der Schaebnitz, Bürger zu 
Wien, «die des tags des gedings gewesen 
sint». 

Datum: Geben ze Wienne ... an sand 
Mathie abent des zwelefpoten. 

Original, Pergament. Das erste der beiden an 
Pergamentstreifen anhangenden Siegel ist gut erhalten, 
das zweite beschädigt. 

3313 K?73f ^^^l i'^f Wien, 

Dyemüt, Witwe Herrn Hermanns von 
Lanndenberch, Hofmeisterin der Fürstin Frau 
Elzbeten von Behem, Herzogin ze Osterreich, 
beurkundet, dass sie tauschweise den geist- 
lichen Frauen, der Priorin und dem Con- 
vente zu Tüllen Predigerordens, ihres rechten 
freien Eigens einen halben Eimer Weines 
Geltes Bergrechts und einen Helbling Geltes 



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K. und k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien. 



259 



Vogtrechtes, das «sie gehabt hat auf irm 
Weingarten, gelegen ze Töblich enhalb des 
paches, des vierdhalb jeuch sint, vnd heizzet 
die Chünigspewnt ...» gegeben hat. Die 
geistlichen Frauen haben ihr dagegen ihres 
rechten Eigens 2 Eimer Weines Geltes Berg- 
rechtes und 2 Wiener Pfennige Geltes Vogt- 
rechtes, gelegen auf 2 halben Jeuchen Wein- 
garten, gegeben. Das eine halbe Jeuch, welches 
Niclas der Schwam inne hat, liegt «in dem 
Chrotenpache» zwischen «der Daenkchlinn 
Weingarten der Ledrerin» und dem Wein- 
garten, der «weilent Niclas Eysenreichs ge- 
wesen ist». Das andere halbe Jeuch, welches 
«Perichtolt, des Drischöfler aidem» innehat, 
liegt «ze T6blich bei der prukk» zunächst 
«Niclas Weingarten des lepptzelter» und heisset 
«der Ger». 

Siegler: Die Ausstellerin und die Zeugen. 

Zeugen: Der Sohn der Ausstellerin Rüe- 
ger von Landenberch und ihr Oheim Herr 
Wolffgang von Wynnden. 

Datum: Geben ze Wienn ... an sand 
Gregorigen Tag in der Vasten. 

Original, Pergament. Mit drei an Pergament- 
streifen anhangenden Siegeln, deren zweites beschä- 
digt ist. 

3314 1373, April I, Wien. 

Philipp von Lengpach, Bürger zu Wien, 
und Katrey, seine Hausfrau, beurkunden, dass 
sie mit Händen Herzog Albrechts zu Oester- 
reich etc. verkauft haben: «des ersten vnsers 
rechten lehens, das wir von im ze lehen 
gehabt haben, vnsern hof gelegen bei Pur- 
chartzdorf, der do haizzet der Rüdolffweyer, 
vnd den perkch ob demselben hof gelegen, 
der do haizzet sant Jörigenperch vnd der sich 
anhebt in dem pach genant der Gellnpach 
^ber sich auf nach dem graben vncz an den 
hals, der do stozzt an den Gellenperg, vnd 
nach dem hals ab zetal in den graben, der 
do haizzet der Chalichgrab, vncz ouf die 
Wienn vnd nach der Wienn bescheibt vmb 
nach dem perg Sant Jörigenperg, als das 
holcz sayt daselbs zering vmb vnd darczu 
den graben mit dem weyer vncz wider an 
den Gellenpach», dazu alle zu dem Hofe 
gehörigen Aecker und Wismat, wie es mit 



«marichen aufgezaigt» und alles Burgrecht 
von dem Herzoge ist, um 150 Pfund Wiener 
Pfennige an den Herrn Hannsen von Liech- 
tenstain von Nicolspurch. Man dient von 
diesen Aeckern und dem Wismat alljährlich 
zu dem Hause zu Pürkcharczdorf 2 Pfund 
und 22^2 Pfennig Wiener Münze an sant 
Jörigen tag und an sant Michels tag zu Burg- 
recht und zu Vaschang 11 Hühner und zu 
Ostern 11 Schillinge Eier. 

Siegler: Die Aussteller und die Zeugen. 

Zeugen: Herr Thoman der Swemmlein, 
des Rathes der Stadt zu Wien, Vater der 
oben genannten Katreyn, und J&rig von 
Nicolspurch, des Rathes der Stadt zu Wien. 

Datum: Geben ze Wienne . . . des nech- 
sten freytages nach Mitteruasten. 

Original, Pergament. Mit drei Siegeln an Perga- 
mentstreifen. 

3315 1373, April 2, Wien. 

Niclas der Rawscher und seine Hausfrau 
Ann beurkunden, dass sie verzichtet und 
«aller sach geaussent haben gegen» den 
Herzog Albrecht zu Oesterreich etc. «des 
Weingarten gelegen an dem Hekenperg, der 
do haist der Slozzer, ob sand Veyt», wofür 
der Herzog ihnen 24 Pfund beraiter Wiener 
Pfennige gegeben hat. 

Siegler: Niclas Rawscher und der Zeuge. 

Zeuge: Herr Hainreich von Zelking. 

Datum: Geben ze Wyenn . . . des nästen 
sampstags nach mitteruasten. 

Original, Pergament. Mit zwei an Pergament- 
streifen anhangenden Siegeln. 

3316 J373, April 6, Wien. 

Hans der Tuers von Rawchenekk beur- 
kundet, dass er «Dauiden Steuzzen dem 
Juden ze Wienne, Hendleins sun von Newn- 
burch», 22 Pfund und 200 Pfund, Alles 
Wiener Pfennige, schuldet, welche er in einem 
Jahre nach dem nächsten sand Jörgen tag 
bezahlen soll. Wenn er das nicht thut, so 
sollen auf jedes Pfund 6 Wiener Pfennige 
allwöchentlich «furbaz gesuech dor auf gen». 
Wenn er dann aber von dem Juden gemahnt 
wird und nicht bezahlt, so soll er am näch- 
sten Tage darnach zwei ehrbare Knechte jeden 

33* 



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K. und k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien. 



selbander mit vier Pferden nach Wien in die 
Stadt in ein von den Juden bezeichnetes 
ehrbares offenes Gasthaus senden, dort Ein- 
lager zu leisten . . . 

Sie gier: Der Aussteller und der Zeuge. 

Zeuge: Der ehrbare Knecht Nyclos der 
Lybenczer. 

Datum: Geben ze Wienne . . . des näch- 
sten mitichens var dem Palmtag in der Vasten. 

Original, Pergament. Das erste der beiden an 
Pergamentstreifen anhangenden Siegel ist gut erhalten, 
das zweite beschädigt. 

3317 J373, April 6, Wien. 

«Hans der Tuers von Rawchenekke» be- 
urkundet, dass er «Jaeklein dem Juden Dauid 
Steuzzen sun ze Wienne» loi Pfund Wiener 
Pfennige schuldet und ihm vom nächsten 
sand Jörgentag über ein Jahr «richten vnd 
weren» soll. Wenn er das nicht thut, so 
soll «förbaz gesuech dorauf gen» auf jedes 
Pfund allwöchentlich 6 Wiener Pfennige. 
Wenn er dann, vom Juden gemahnt, die 
Schuld nicht begleicht, so soll er am näch- 
sten Tage einen ehrbaren Knecht selbandern 
mit zwei Pferden nach Wien in ein ehrbares, 
von dem Juden näher bezeichnetes Gasthaus 
senden und Einlager leisten. Er verpfändet 
hierfür sein ganzes Gut im Lande zu Oester- 
reich. 

Siegler: Der Aussteller und der Zeuge. 

Zeuge: Der ehrbare Knecht Nyclos der 
Lybenczer. 

Datum: Geben ze Wienne . . . des noch- 
sten mitichens var dem Palmtag in der Vasten. 

Original, Pergament. Die beiden Siegel an Per- 
gamentsireifen sind ziemlich gut erhalten. 

3318 ijjs, Mai 4, Wien, 

Die Brüder Albrecht und Leupolt, Her- 
zoge zu Oesterreich etc., beurkunden, «vmb 
die drew heüser an dem Kyenmarkt gelegen 
ze Wienn», welche sie von der Witwe Hain- 
richs des alten Würffels gekauft und zu aller 
ihrer Vorvorderen und Nachkommen Seelen- 
trost «zu vnserr stift Vnser frown Thron ze 
G^mnikch» dem Prior und dem Convente 
daselbst des Ordens von Cartus als Eigengut 
gegeben haben, dass «dieselben geistlich leut 



von Gemnikch vnd ir wirt, der die vorge- 
nanten heuser von iren wegen innehat», von 
allen Steuern und anderen Forderungen be- 
freit sein und diese Gnade und Freiung in 
derselben Weise geniessen sollen, wie Herzog 
Albrechts Vater und Brüder, die Herzoge 
Albrecht und Rudolf, die andern Häuser des- 
selben Klosters in Wien befreit haben. 

Siegler: Die beiden Aussteller. 

Datum: Geben ze Wienne an mitichen 
nach des heiligen chreucz tag ze Mayen . . . 

Original, Pergament. Mit zwei an roth-weisseo 
Schnüren anhangenden verletzten Reitersiegeln. 

Lichnowsky 4, Reg. Nr. 1119. 

3319 /?7,?, Mai (), Wien. 

Peter von Eberstorff, Obrister Kämmerer 
in Oesterreich, beurkundet, dass er «alle die 
gericht, nucz vnd dienste, rechtung, freyung 
vnd alle alte gewonhait, die mein vordem 
vnd ich dhains weges gehabt haben auf den 
sneydern vnd den flcmmyngen in der stat 
ze Wienn» an den Herzog Albrechten zu 
Oesterreich etc. und dessen Erben um 200 
Pfund Wiener Pfennige verkauft hat. 

Siegler: Der Aussteller und die Zeugen. 

Zeugen: Die Vettern des Ausstellers, Vi- 
rich und Rüdlein von Eberstorf, und die ehr- 
baren Herren : Herr Haidenreich von Meissow, 
Landmarschall in Oesterreich, und Herr Alber 
von Püchheim, Obrister Truchsess in Oester- 
reich. 

Datum: Geben ze Wienn . an freytag 
nach des heiligen Chreüczs tag ze Maien . . . 

Original, Pergament. Die an Pergamentstreifen 
hangenden Siegel i, 2, 4 und 5 sind gut erhalten, das 
dritte Siegel fehlt. 

Lichnowsky 4, Reg. Nr. 11 20. 

3330 i373> ^^^' 7> ^V'^^- 

Peter von Eberstorff, Obrister Kämmerer 
in Oesterreich, beurkundet, dass er dem Her- 
zoge Albrecht in Oesterreich versprochen hat, 
die 200 Pfund Wiener Pfennige, die er 
als Kaufpreis für alle Rechte, welche seine 
Vorvorderen, er selbst und seine Erben «auf 
den sneydern vnd den flemming in der stat 
ze Wyenn» gehabt haben, vom Herzoge em- 
pfangen hat, in einem anderen Erbgute an- 



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K. und k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien. 



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zulegen, da die verkauften Rechte zu dem 
Kammeramte in Oesterreich gehören, und 
dass er nun «das halb dorff ze dem Newn- 
sidel auf der Vischach gelegen» dem Herzoge 
«geslechnklich . . . ze Widerlegung» aufge- 
geben und von dem Herzoge als Erblehen 
wieder empfangen hat. 

Siegler: Der Aussteller und die Zeugen. 

Zeugen: Die Vettern des Ausstellers, VI- 
rcich und Rüdiger von Eberstorff, und die 
ehrbaren Herren : Herr Haydenreich von Meys- 
sow, Landmarschall in Oesterreich, und Herr 
Albrecht von Püchhaym, Obrister Truchsess 
in Oesterreich. 

Datum: Geben ze Wyenn . an samztag 
nach dez heiligen Chreucztag ze Mayen, als 
es fvnden ward . . . 

Original, Pergament. Das erste, vierte und fünfte 
Siegel hangen sehr gut erhalten an Pergamentstreifen; 
das zweite und dritte Siegel fehlen. 

Lichnowsky 4, Reg. Nr. 1121. 

3321 1373, Mai 2(). 

Hans der Türs von Rauhenekk beur- 
kundet, dass er «Lieblein der Jüdin, W61t- 
leins witib ze Wienn», 100 Pfund Wiener 
Pfennige schuldet und davon jährlich 9 Pfund 
Pfennige zu Pfingsten dienen soll. Bleibt er 
damit im Rückstande, so soll fürder auf jedes 
Pfund allwöchentlich 6 Pfennige «gesuech 
auf hauptguet vnd auf dienst» gehen. Wenn 
er nach geschehener Mahnung die Schuld 
nicht berichtigt, so soll er einen ehrbaren 
Knecht mit zwei Pferden gegen Wien senden, 
in einem von der Jüdin bezeichneten Gast- 
hause Einlager zu leisten. 

Siegler: Der Aussteller und der Zeuge. 

Zeuge: Der Schwager des Au^tellers, 
Albrecht von Ottenstain der Aeltere. 

Z)a/ww:Geben ... des suntag vor Pfingsten. 

Original, Pergament. Mit zwei Siegeln an Per- 
gamentstreifen. 

3332 i373> *^«'' ^9> ^^'^w- 

J6rig und Hainreich, Gebrüder von Chra- 
nichperkch von Murekk, beurkunden, dass 
sie mit Hand ihres Grundherrn, des ehr- 
würdigen geistlichen Herrn «hern Donaten, 
abtt des goczhoüses vnser frown dacz den 



Schotten ze Wienne», ihr Haus um 32 Pfund 
Wiener Pfennige dem «beschaiden manne 
Lewppolten dem Choch» und Frau Elzpeten, 
seiner Hausfrau, verkauft haben. Das Haus 
ist gelegen in der «Tünuoltstrazze ze Wienne, 
das ekchows gegen der rynchmawer, ze nechst 
maister Dietreichs hovVs, des zimermans vom 
Newnperg». Man dient von dem Hause all- 
jährlich den Herren bei den Schotten 3 Schil- 
ling Wiener Pfennige zu Grundrecht. 

Siegler: Die beiden Aussteller und die 
Zeugen. 

Zeugen: Der Grundherr; der Oheim der 
beiden Aussteller, Herr Chunrat der Pernek- 
ker, und ihr Vetter Fridreich von Chranich- 
perch. 

Datum: Geben ze Wienne . . . des nech- 
sten erichtags vor sand Jacobs tag des hey- 
ligen zwelefpoten. 

Original, Pergament. Alle fünf Siegel fehlen. 

3323 1373, August 9. 

Wolfhart der Fleischhakcher und Chri- 
stein, seine Hausfrau, Vlreich der Veldner 
und Christein, seine Hausfrau, Vlreich, des 
Frankchen Sohn, und Tugentleich, sein Sohn, 
Chünrat der Ladner und Kathrey, seine Haus- 
frau, Janns der Mawrer und Margret, seine 
Hausfrau, Janns der Lewbser, Fridreich im 
Lueg und Margret, seine Hausfrau, Peter der 
Arbaistaler und Geysel, seine Hausfrau, be- 
urkunden, dass sie «ouf genomen haben von 
. . . der priorinne vnd dem conuent gemaine 
ze Tüllen prediger ordens ze rechtem erb 
!rn Weingarten gelegen ze Toblikch enhalben 
des pachs, des vierthalb jeuch ist vnd haizzet 
die Chunigspewnt, also», dass sie und ihre 
Nachfolger im Besitze des Weingartens den 
geistlichen Frauen und deren Kloster all- 
jährlich «in dem lesen» von jedem ^4 Jeuch 
5 Viertel Weines zu Bergrecht und 5 Ort zu 
Vogtrecht dienen sollen. 

Siegler: Weil die Aussteller keine eige- 
nen Insiegel haben, die Zeugen. 

Zeugen: Herr Seyfrit der Schiuer von 
der Heiligen stat und Ruger der Münich, 
Bürger zu Wien. 

Datum: Geben ze Wienne ... an sand 
Larentzen abent des heiligen martrer. 



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K. und k. Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien. 



Original, Pergament. Mit einem Reste des ersten j 
Siegels; das zweite ist abgefallen. 



3324 1374, Mär\ 20, Neumarkt in der 
Metlikh, 

Kathrey, Gräfin zu Görcz und zu Tirol, 
macht ihrem getreuen Chöllen von Lawant, 
Burggrafen zu Waidenberg, zu wissen, dass 
ihr Bruder, Graf Meinhard zu Görcz und zu 
Tirol, die Veste Waidenberg und Alles, was 
dazu gehört, von ihrem seligen Gatten Graf 
Albrecht und von ihr gelöst und ihr «dar 
an eczwinis beraiter phenning» gegeben hat. 
Das Uebrige hat «er vns geschaft auf die 
pürgerstewer gen Wienn die von vnsern her- 
ren den herczogen sein satz ist, vnd hat vns 
darvm sein prief an die selben purger geben, 
daz si vns da von richten sullen» . . . 

Datum: Geben zem Neummarcht in der 
Metlik am montag vor vnser vrawen tag der 
Chündnüsse . . . 

Original, Papier. Mit den Resten eines aufge- 
drückten Siegels. 

3335 1374* September (j, Wien. 

«Chunrad Seyfrids sun des Reicholtfs, 
pürger ze Wienn, dem got genad», und Ka- 
threi, seine Hausfrau, und Lamber, sein Bru- 
der, beurkunden, dass sie mit Hand ihres 
Lehenherrn, des Herzogs Albrecht zu Oester- 
reich etc., wegen der Geldschuld beider 
Brüder «hincz Christen und hincz Juden» 
ihres rechten väterlichen Erbes Vj^ Fueder 
Weins Gelts Burgrechtes gelegen auf Wein- 
gärten «an dem Solchenawerperg» und 2 Pfund 
Wiener Pfennige Gelts daselbst «oben auf 
dasselb perchrecht . . . vnd daz alles ze lehen 
ist» von d«m Herzoge, um 90 Pfund Wiener 
Pfennige dem Rudolffen auf der Grueb, 
Bürger in der Newnstat, verkauft haben. 

Siegler: Die oben genannten beiden 
Brüder und die Zeugen. 

Zeugen: Herr Jacob der Polle, «chap- 
pellan der chappellen hern Ottenhaim stiff- 
tung selig gelegen in dem alten Rathaus 
ze Wienn»; Herr Hainreich der Würffei, 
des Rathes der Stadt zu Wien; Herr Nic- 
las der Würffei, sein Bruder, Bürger zu 



Wien, beide des oben genannten Chunrads 
«sweger». 

Datum: Geben ze Wienn . . . des nasten 
sampstags nach Vnser Vrown tag ze der ge- 
pörd. 

Original, Pergament. Die drei ersten der an Per- 
gamentstreifen anhangenden Siegel sind beschädigt, das 
vierte und fünfte Siegel gut erhalten. 

3326 1374, October 13, Wien. 

Hanns der Segenser von Meilingen be- 
urkundet, dass er dem Herzoge Albrecht den 
Hof «ze Vtelndorf» mit Allem, was dazu ge- 
hört, um 500 Pfund Wiener Pfennige ver- 
kauft hat. 

Siegler: Aussteller und Zeugen. 

Zeugen: Die edlen Herren: Herr Wolf- 
ganng von Winden und Reinher der Wehinger. 

Datum: Geben ze Wienn an sand Kol- 
mans tag . . . 

Original, Pergament. Die drei Siegel an Perga- 
mentstreifen sind gut erhalten. 

Lichnowsky 4, Reg. Nr. 1 189. 

3327 1374, December 7, Wien. 

«Janns an dem Chienmarkcht, ze den 
Zeiten purgermaister, vnd der rat gemain der 
stat ze Wienne» Urkunden, dass vor den 
Rath der Stadt Wien gekommen ist «vrow 
Chunigund, Jannsen selig wutib des Her- 
mendleins, an aine