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Full text of "Quellen zur geschichte der stadt Wien"

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QUELLEN 



ZUR 



GESCHICHTE DER STADT WIEN 



HERAUSGEGEBEN 
MIT UNTERSTÜTZUNG DES GEMEINDERATES 

DER 

K. K. REICHSHAUPT- UND RESIDENZSTADT 

VOM 

ALTERTUMS-VEREINE ZU WIEN 

I. ABTEILUNG. 

V. BAND. 

REGESTEN N« 4732 — 6274. 

REDIGIERT VON D«' ALBERT STARZER. 




WIEN, 1906. 
VERLAG UND EIGENTUM DES ALTERTUMS-VEREINES ZU WIEN. 

IN KOMMISSION BEI KARL KONEGEN 

WIEN, I., OPERNRING 3. 



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QUELLEN 



ZUR 

GESCHICHTE DER STADT WIEN 

HERAUSGEGEBEN 
MIT UNTERSTÜTZUNG DES GEMEINDERATES 

DER 

K. K. REICHSHAUPT- UND RESIDENZSTADT 

VOM 

ALTERTUMS-VEREINE ZU WIEN 

REDIGIERT 
VON 

D«- ALBERT STAR Z E R. 

V. BAND. 

REGESTEN N© 4732—6274. 




WIEN, 1906. 
VERLAG UND EIGENTUM DES ALTERTUMS-VEREINES ZU WIEN. 



IN KOMMISSION BEI KARL KONEGEN 
WIEN, 1., OPERNRING 3. 



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QUELLEN 



ZUR 

GESCHICHTE DER STADT WIEN 

L ABTEILUNG. 

REGESTEN 

AUS IN- UND AUSLÄNDISCHEN ARCHIVEN 

MIT AUSNAHME DES ARCHIVES DER STADT WIEN. 

V. BAND. 

REGESTEN N» 4732 — 6274. 




WIEN, 1906. 
VERLAG UND EIGENTUM DES ALTERTUMS-VEREINES ZU WIEN. 

IN KOMMISSION BEI KARL KONEGEN 

WIEN, I., OPERNRING 3. 



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Druck von ADOLF HOLZHAUSEN in Wien, 

K. UND K, HOF- UND UNIVBRSITItS-BUCMDRUCKBK. 



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VORWORT. 




er vorliegende Band bringt Auszüge oder Regesten aus dem 
Archive des regulierten Prämonstratenser - Chorherrenstiftes 
Geras, aus dem Archiv der Stadt Drosendorf und aus dem 
k. k. Archiv für Niederösterreich. Über die Auszüge aus 
den an erster Stelle genannten zwei Archiven hat mein Vor- 
gänger in der Redaktion, Herr Landesarchivar und Bibliothekar Dr. Anton 
Mayer, im Rechenschaftsbericht des Altertumsvereines für 1904 (vgl. Berichte 
und Mitteilungen des Altertumsvereines zu Wien, Band 38, Seite XXV) sich 
geäußert; nebst dem Mitarbeiter bin ich für deren Fassung verantwortlich. 
Nach dem Grundsatze, daß in die vom Altertumsverein dank der hoch- 
herzigen Subvention des verehrlichen Wiener Gemeinderates herausgegebenen 
«Quellen» bisher ungedrucktes sowie an verschiedenen Stellen zerstreutes 
archivalisches Material aller Art aufgenommen werden soll, mag es im 
Original, im Konzept oder abschriftlich erhalten sein, mag es Urkunde, 
Akt, Erlaß oder wie immer heißen, soweit es für die Geschichte der Stadt 
Wien, d. i. der Stadt mit ihren 21 Bezirken von Belang ist, und zwar nicht 
nur vom Standpunkte der politischen Geschichte etwa, sondern auch von dem 
des Kulturhistorikers, der Wirtschaftsgeschichte, des Bearbeiters des Privat- 
rechtes, des Sprachforschers usw., finden sich in den «Quellen» neben Ur- 
kunden-Regesten auch mehr oder weniger lange Auszüge aus den ver- 
schiedensten «Ordnungen» dann Inventare, Mauttarife usw. abgedruckt. 

Erscheint Wien lediglich als Ort der Handlung oder Beurkundung, so 
wurde die betreffende Urkunde in vielleicht dem einen zu knappem, dem andern 
zu weitem Auszuge aufgenommen, und zwar bis zum Jahre 1500; von da ab 
hatte ich für den vorliegenden Band nur amtliche Erlässe, und da traf ich 



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YI Vorwort 

dahin die Auswahl, daß nur jene aufgenommen wurden, bei welchen der 
Landesfürst irgendwie beteiligt war. Seit Kaiser Ferdinand II. ist Wien die 
ständige Residenz der Landesfürsten, sie ist «Haupt- und Residenzstadt» ge- 
worden, wie man schon zu Anfang des 17. Jahrhunderts liest (vgl. Nr. 5810). 

Von Kaiser Ferdinands II. Zeiten ab ist also kein amtliches Schriftstück 
mehr aufgenommen, wenn darin Wien nur als Ausstellungsort erscheint. 

Die von dem Regimente der niederösterreichischen Lande oder der nieder- 
österreichischen Regierung, wie man später sagte (und wie diese Behörde in 
dem vorliegenden Bande der Kürze halber stets genannt wird, waren nicht 
besondere Gründe vorhanden, den genauen Wortlaut der Vorlage zu zitieren; 
vgl. Nr. 5274), von Wien aus erlassenen Verordnungen fanden keine Berück- 
sichtigung, war doch in Wien seit 1523 ununterbrochen der Sitz des Regimentes, 
ausgenommen bei Pest- und Feindesnot. 

Diese Verordnungen, Patente genannt, glaubte ich nicht nach Uhlirz' Vor- 
gang im 17. Bande der Jahrbücher der Kunstsammlungen des Allerhöchsten 
Kaiserhauses, noch nach Schuster im 2. Bande dieser Abteilung publizieren 
zu sollen. Beide Editionsweisen entsprechen nicht; doch bin ich weit entfernt 
zu meinen, daß die von mir gewählte die einzig richtige ist. Anzugeben, 
welche Mitglieder des Regiments oder der Hofkanzlei ihre Unterschrift auf 
die einzelnen Patente gesetzt haben, hielt ich, obwohl aus den Unterschriften 
bisweilen einzig und allein auf die Dauer der Zugehörigkeit des einen oder 
anderen zum «Regimenter geschlossen werden kann, für überflüssig; denn trotz- 
dem sich die Patentensammlung des k. k. Archivs für Niederösterreich, dank 
der überaus großen Fürsorge Sr. Exzellenz des Herrn Statthalters Erich Grafen 
von Kielmansegg für das von ihm geschaffene Archiv, seit 1897 bedeutend 
vermehrt hat, würde eine solche nur auf die Wiener Stücke sich beschränkende 
Namensaufzählung die Resultate nicht ändern, die ich im Verzeichnis der Räte 
der niederösterreichischen Landesstelle in den «Beiträgen zur Geschichte der 
niederösterreichischen Statthalterei» (Wien 1897) niedergelegt habe. 

Hinsichtlich der typographischen Ausstattung wurde dieser Band und 
werden die folgenden dieser Abteilung mit denen der 2. Abteilung in Ein- 
klang gebracht. 

Wien, im März 1906. 

Dr. Albert Starzer. 



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INHALT. 



Seile 

Vorwort V 

Regesten aus dem Archive des reg, Prämonstratenser-Chorherrenstiftes Geras. Von Alfons 2äk i 

Regesten aus dem Archive der Stadt Drosendorf. Von Alfons 2äk 8 

Regesten aus dem k. k. Archiv für Niederösterreich. Von Dr. Albert Starzer (Fortsetzung) ii 

Namenregister 397 

Sachregister 447 



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REGESTEN 



AUS DEM 

ARCHIVE DES REG. PRÄMONSTRATENSER-CHORHERRENSTIFTES 

GERAS- 

VON 
ALFONS :2ÄK, O. PRAEM., 

PFARRVERWESER ZU PERNEGG. 



4783 ca. 1232 — 1246, Dezember 18, 

bei Wien. 

* Schirmbrief Herzog Friedrichs II. für 
den Abt (Florian) von Geras und für die 
Besitzungen dieses Stiftes, besonders für die 
Pfarre Wichartslage. — Siegler der Aussteller. 
Datum apud Wiennam XV. Kai. Januarii. 

Orig., Perg. (y\f. y 25, keine Falte). Mit ange- 
hängtem Siegel, gan:; zerbröckelt. 

Mayer im € Archiv für Kunde österr. Geschieht s- 
quellen* iS^p, i.Heft, 20, Nr. 6. — Meiller, Babenberger 
Regesten 158, Nr^^^. 

4738 1269, März 18, Wien. 

* Heinrich Graf von Hardekke bezeugt 
die Schenkung eines bei Pulka gelegenen Wein- 
gartens durch seinen ihm untertänigen Bürger 
von Pulka Arnold an das Stift Jerus. — Be- 
siegelt vom Aussteller. — Zeugen: Dominus 
Ulricus de Grunenpach. Dominus Chvnradus 
de Pvrchdorf, Dominus Meinhardus de Dvrren- 
pach. Dominus Otto Grecus de Freitschiaren, 
Perhtoldus de Enchenprunne. Heinricus de 
Voitsprunne. Chvnradus judex de Pulka, 
Grifo. Gerhardus. Sifridus Lemberslint. Hein- 
ricus Hevnger et alii quam plures. — Datum 
Winne anno domini M^ . CC^. LX . VIIIP, 
proxima feria II* post dominicam pal- 
marum. 

Orig., Perg. (18 X /p, F^^te 3). Mit Siegel an 
rotseidener Schnur. 

Mayer, a. a. O. 3y, Nr. 18. 
Regesten zur Geschichte der Stadt Wien. V. 



4784 I2g3, Dezember 10, Wien. 

* König Wenzel von Böhmen räumt viris 
religiosis ordinis premonstratensis ecclesie in 
Gerusch et dominabus eiusdem ordinis in 
Pernech das Heimfallsrecht von ihren zum 
Tode verurteilten Untertanen ein. — Siegler 
der Aussteller. — Datum Vienne anno do- 
mini MO . CCo . LXXXIXIII. quarto idus De- 
cembris. 

Das Original ist verloren gegangen. Eine be- 
glaubigte Kopie trägt den Beisat:^: Apud excelsi regi- 
minis austrie inferioris cancellariam copia haec coUa- 
tionata et originali in omni consonans reperta est. 
Actum Viennae, 20. Febryarii 1686. Joannes Moyses 
Schwiker, Expeditor. 

Marian, österr. Clerisey IX, i3§. — Boc^ek, Cod. 
dipl. Moraviae IV, ^11, Nr. CCCXXIII. — Mayer, 
a. a. O. ^i, Nr. 28. — Waldpiertier Kalender (Hörn 
1896), S. pö-p7. 

4785 i3o3, Juli 12, Wien. 

* Herzog Rudolf nimmt religiosos in 
Christo abbatem et conuentum monasterii 
Yerus nee non magistram et conuentum 
sanctimonialium in Pernekke ordinis pre- 
monstratensis regule sancti Augustini in 
seinen Schirm, er bestätigt ihre Freiheiten 
sowie das Asylrecht und entzieht ihre Kleriker 
und Konversen der jpeltlichen Gerichtsbar- 
keit. — Besiegelt vom Aussteller. — Datum 
Wienne anno domini millesimo trecentesimo 
tercio in die beate Margarete virginis et 
martiris. 

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Archiv des reg. Prämonstratenser-Chorherrenstiftes Geras. 



Oriff., Pcfg. (iS'SX^rs, Falte ^). Mit an- 
hängendem, stark beschädigtem Siegel. 
Mayer, a. a. O. ^2, Nr. 2p. 

4786 i3i7, Mai 8, Wien. 

* König Friedrich wiederholt die von 
Herzog Rudolf IIL erteilte Bestätigung der 
Privilegien der beiden Stifte Geras und Per- 
negg (s, Nr, 4785). — Besiegelt vom Aussteller. 

— Datum in Wienna VIII. Idus Maij. anno 
domini millesimo trecentesimo decimoseptimo. 

Orig, Perg. (146 X Si'S, Falte 16). Mit ange- 
hängtem, beschädigten Siegel. 

Vgl Mayer, a. a. O. ^3, Note i. 

4737 iSiy, Juli 3o, Wien. 

* Johannes de Chlingenberch miles an- 
erkennt das Patronatsrecht des Stiftes Jeruz 
über die Pfarre Vreting und verspricht, daß 
weder er noch seine Nachkommen dieses Recht 
nach dem Tode oder nach der Abdankung des 
gegenwärtigen Pfarrers von Fratting Johannes 
antasten oder beeinträchtigen lassen werden. 

— Besiegelt vom Aussteller. — Datum Wienne 
anno domini millesimo trecentesimo decimo- 
septimo 111° kal. Augusti. 

Orig., Perg. (g\f X 21, Falte 1-5). Mit ange- 
hängtem Siegel. 

4788 /5/p, Mai i, Wien, Göttweigerhof 

* Matthias, Abt von Göttweig, bestätigt, 

die Originalurkunde eingesehen zu haben, 

kraft welcher eine vornehme Frau, namens 

Bohuzlawa, Tochter einer gewissen Frau 

Zvdne, vor dem Markgrafen von Mähren und 

dem Olmützer Bischöfe Reynold den Hof 

Pichicz samt Zubehör zu ihrem Seelenheile 

dem Stifte Jerus geschenkt hat. — Besiegelt 

vom Aussteller. — Datum anno incarna- 

cionis domini Mo.CCCo.XIXo . VIP. Nonas 

Mai Wienne in domo nostra. 

Orig., Perg. (9 X ^P» ^«'"^ Falte). Mit einem 
beschädigten, angehängten Siegel. 

4739 i3i9, Mai /, Wien, Schottenstift. 

* Johannes, Abt des Schottenklosters, stellt 
dasselbe Vidimus aus wie Matthias, Abt von 
Göttweig (s. Nr. 4j38). — Besiegelt vom 
Aussteller. — Datum anno incarnacionis 



domini millesimo trecentesimo XIX°.VII°. 
Nonas Mai Wienne in domo nostra. 

Orig., Perg. (lO X ^3 6, keine Falte). Mit an- 
gehängtem Siegel. 

4740 i3i9, Juni 3, Wien. 

* König Friedrich gestattet dem Stifte 
Jerusch, dem Herrn Stephan, genannt Go- 
gasch, einige Güter abzukaufen. — Siegler 
der Aussteller. — Datum in Wienna III. 
Non. Juny. anno domini M . CCC . XIX. 

Kopie, Westhaus, Privil. Mon. Gerac. (Msc), /?.^p. 

4741 i322, Juli 23, Wien. 

* König Friedrich widmet von seinen in 
Österreich und Steiermark gelegenen Be- 
sitzungen sechs Pfund Einkünfte dem Stifte 
Jerus, wofür dort in gleicher Weise wie in 
Zwettl, Heiligenkreuz, Lilienfeld und an- 
deren österreichischen und steirischen Klö- 
stern eine ewige Messe gefeiert werden sollte. 
— Besiegelt vom Aussteller. — Datum in 
Wienna X°. Kind. Augusti anno domini 
MCCCXXII. 

Orig., Perg. (i3'5 X /2 5, Falte Sß). Mit einem 
angehängten Siegel. 

Mayer, a. a. O. ^8, Nr. 3§. 

4742 i322, Juli 25, Wien. 

* König Friedrich verleiht dem Abte und 
Konvente zu Jerus sechs Pfund Einkünfte, 
gelegen an dem durch das Stift von Wern- 
hard Tumbriczer erworbenen Dorfe Pingen- 
dorf, die dem Landesfürsten gehörten. — 
Besiegelt vom Aussteller. — Datum in Wienna 
VIII ° Kaien. Augusti. 

Orig., Perg. (777 X 26, Falte ^2). Das ange- 
hängte Siegel ist etwas beschädigt. 

Marian, Österr. Clerisey IX, i3j. 

4743 1324, November 2y, Wien. 

* Herzog Albrecht II. widmet mit Zu- 
stimmung seiner Brüder den Prämonstraten- 
serinnen von Pernekk die zwei dem Landes- 
fürsten gehörigen Talente Einkünfte, welche 
das Kloster von Liebhard Tumbriczar zu 
Pingendorf erworben hatte. — Besiegelt vom 
Aussteller. — Datum in Wienna proxima 
tercia feria post diem beate Katherine 



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Archiv des reg. Prämonstratenser-Chorherrenstiftcs Geras. 



anno domini millesimo trecentesimo vicesimo 
quarto. 

Orig., Perg. (i3 X 2^ t^^^te 3). Mit angehäng- 
tem Siegel. 

Marian, Osterr. Clerisey IX, i380. — Mayer, 
a. a. O. ^p, Nr. 3y. 

4744 1824, November 27, Wien, 

* Die Herzoge Albrecht IL und Hein- 
rich verzichten auf den Graben und die Mühle 
in Villa ByngendorfF zugunsten des Stiftes 
Jerus. — Besiegelt von H, Albrecht. — Datum 
Wienne anno domini MCCC vigesimo quarto 
tercia feria ante festum beati Andree apo- 
stoli. 

Orig., Perg. (125 X 22-6, Falte 3-5). Mit ;fer- 
brochenem Siegel. 

Marian, österr. Clerisey /-Y, i3yM. — Mayer, 
a. a. 0. ^p, Nr. 36. 

4745 i32S, Juli 23y Wien. 

* Die Herzoge Albrecht H., Heinrich 
und Otto bestätigen den Stiften Jerus und 
Pernegg alle Privilegien. — Besiegelt von 
Herzog Albrecht. — Datum in Wienna in 
crastino beate Marie Magdalene. 

Orig., Perg. (21 X H Falte 3). Mit :{erbroche- 
nem Siegel. 

4746 i32yj Juni 2p, Wien. 

König Friedrich bestätigt dem Abte von 
Jerus und dem Propste von Pernek die von 
ihnen vorgelegten Privilegien der beiden Klö- 
ster. — Besiegelt vom Aussteller. — Geben 
ze Wienne, da von Christs gepuerd waren 
ergangen dreuczehenhundert jar darnach in 
dem siben und zwainzigisten jar an sant 
Peter vnd Pauls tag. 

Orig., Perg. (10 X ^3 5, Falte i). Mit ange- 
hängtem Siegel. 

Marian, Österr. Clerisey IX, r3pP. — Mayer, 
a. a. O. ^p, Nr. 38. 

4747 1350, April 75, Avignon. 

* Papst Klemens VI, gibt Abbati Jerocensi 
et Priori Porteceli in Wiena ac Preposito 
Pernecensi . . , Pataviens. dioc. den Auftrag, 
den Streit znnschen dem Abte von Strahow 
in Prag und dem Stifte Obrou^itz (Zabbardu- 
wicensis) bei Brunn bezüglich der Abtwahl 
zu entscheiden. Es hat nämlich Theodoricus 



de Bysa, Chorherr von Obrowitz O. Praem., 
in Rom angezeigt, daß sein Stift nach dem 
Tode des Abtes Gottschalk durch Stimmen- 
mehrheit den Stifts kapitular Hermann de 
Rennenberch zum Abte erwählt, der Vaterabt 
jedoch, Petrus, Abt des Stiftes Strahow (Stra- 
homensis), dem Neugewählten nicht nur die 
Bestätigung versagt, sondern auch den Chor- 
herm von Selau, Hinco de Blaschyn, eigen- 
mächtig zum Abte von Obrowitz gemacht und 
ihn sogar durch weltliche Gewalt in sein Amt 
eingeführt habe; Hinco würde jedoch durch 
seine schlechte Wirtschaft das Stift geistlich 
und materiell zugrunde richten. Und da der 
Generalabt von Premontre, an welchen die 
Obrowitzer Chorherren appellierten, und der 
sofort an den Strahower Abt einen diesbe- 
züglichen Brief geschrieben, nichts ausgerichtet 
haty ernannte der Papst über inständige Bitten 
des Chorherm Theodoricus die obengenannten 
drei Klostervorstände zu Schiedsrichtern in 
jenem Streite, 

Datum Avinione XVII Kalendas Maii 
anno octavo. 

Kopie auf Papier. 

Brandt, Cod. dipl. Mor, VIII, i^, Nr. 20. 

4748 1351, Dezember 2, Prag. 

* Heinrich, Kanoniker von Prag und 
Olmütz, Offizial der erzbischöflichen Kurie 
von Prag, leitet die Appellverhandlung und 
fällt das Urteil in der Streitsache wegen der 
Pfarre Hostings, /z/r welche einerseits Johann 
von Bukowin angeblich als Pfarrpatron den 
Friedrich, Pfarrer von Lellekowitz, anderer- 
seits aber Johann, Propst, Elisabeth, Priorin, 
Sophie, Suppriorin und der ganze Konvent 
von Pernegg, die das Pfarrpatronat von Hosting 
für sich beanspruchten, anfangs den Diakon 
Otto, Kaplan an der Kapelle zum heil. Jo- 
hannes Bapt. im Münzhofe zu Wien (in curia 
monete in Vyenna) und nach dessen Resigna- 
tion den Magister Günther von Erfurt aus der 
Mainzer Diözese präsentierten. Weil der 01- 
mützer Bischof Johannes die letzte Präsen- 
tation annahm, während Friedrich, Pfarrer 
von Lellekowitz, die endgültige Entscheidung 
seiner Klage gegen das Kloster Pernegg bei 
dem Brünner Propste Hermann, damals Ge- 

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Archiv des reg. Pramonstratenscr-Chorherrenstiftes Geras. 



neralvikar des Olmützer Bischofs, und bei 
dessen Stellvertreter Johann von Lindau nicht 
erreichen konnte: so protestierten die Herren 
von Bukowin dagegen und appellierten an die 
zweite Instanz, den Erzbischof Emest von 
Prag, der beide Parteien vor sein Konsistorium 
zitierte. In der Sitzung vom 2, Dezember i3si 
u^urden beiderseitige Beweisgründe untersucht, 
schließlich wurde Magister Günther als recht- 
mäßiger Pfarrer von Hosting anerkannt 
und Friedrich, Pfarrer von Lellekowitz, ab- 
gewiesen. — Besiegelt mit dem Offizialat- 
siegel der erzbischöflichen Kurie in Prag, — ' 
Zeugen: Magister Wernherus de Misna aduoca- j 
tus, Petrus, notarius actorum, ac Thomas, 
Martinas et Jacobus procuratores consistorii | 
Pragensis et alii plures fide digni, — Datum | 
Präge die secunda mensis Decembris. 

Orig., Perg. (3^ X 49, Falte 3). Mit ange- 
hängtem Wachssiegel. 

4749 1353, Dezember 3o, Wien. 

* Johannes Abbas Bellevalis in Argona, | 
Generalvikar des Abtes von Pr4montr4, ge- 
stattet dem Stifte Geras den Verkauf des ent- 
legenen Zehentes in Tyfnpach, jährlich zirka 
12 Pfund, behufs Einlösung eines anderen 
stiftlichen Zehentes in Cokycz, der an einen 
Ritter [GeorgVreysinger?] verpfändet war, — 
Besiegelt von dem Aussteller. — Datum in 
Vienna tricesima die mensis Decembris. 

Ong., Perg, (75 X H'5t ^^ne Falte). Mit ange- 
hängtem Siegelf wovon nur ein Bruchstück erhalten ist, 

4750 /55p, Jänner 8, Wien. 

* Herzog Rudolf verleiht dem Stifte Geras 
die besondere Begünstigung, 40 Fuder Salz 
unentgeltlich und mautfrei aus der Saline zu 
Hallstatt zu beziehen, — Besiegelt mit dem 
Siegel des Ausstellers, — Datum Wienne feria 
tercia post Epiphaniam. 

Vidimus des Abtes Martin von den Schotten; vgl. 
Nr. 475g. — Marianj a. a. O. p, I^OQ. — Mayer, 
a. a. O. 51, Nr. ^i. 

4751 i35p, Oktober 8, Wien, 

Herzog Rudolf IV, bestätigt in seinem 
und seiner Brüder Friedrich, Albrecht und 
Leopold Namen die Privilegien des Stiftes 



Geras, — Besiegelt mit dem Siegler des Aus- 
stellers, — Datum : ze Wienn an dem nech- 
sten eritag vor sand Colomans tag nach 
Christs gepurd dreutzehenhundert jähre dar- 
nach in dem newn und fünfzigisten jare. 

Orig., Perg. {25 X 42, Falte 3). Mit angehäng- 
tem Her:{Ogssiegel. 

Kürschner im € Archiv für österr. Geschichte^ 4^,82. 

4753 a /57p, August /p, Wien. 

Herzog Leopold IIL bestätigt die Stiftung 
einer ewigen Messe, u^elche Jörg der Tum- 
briczer aus seinen Gütern in Langnow, die 
sein Eigen sind, mit p Pfund Geldes Wiener 
Pfennig zu dem Gotteshause in Jerus gewid- 
met hat, — Siegler der Aussteller, — Ze 
Wienn, an Freytag vor sand Bartholomeus 
tag des heiligen zwelf boten nach krists geburt 
dreuzehenhundert jar darnach in dem newn 
und sibntzigistem jar. 

Orig., Perg. (lO X 20, Falte 2"j). Mit ange- 
hängtem Siegel. 

4753 b /^/p, August /p, Wien, 

Herzog Leopold III, bestätigt die Stif- 
tung eines ewigen Lichtes, welche Jörg der 
Tumbriczer aus seinen Eigengütem in Lang- 
now mit ^l2 Wiener Pfennig zu dem Gottes- 
hause zu Jerus gewidmet hat, und zwar vor 
dem Altare, wo er die ewige Messe gestiftet 
hatte, — Siegler der Aussteller, — Ze Wienn 
usw, wie in Nr. 47S^<^* 

Orig, Perg, (11 x 25, Falte 3). Mit angehäng- 
tem Siegel. 

Mayer, a. a. O. 5/, Nr. ^. 

4758 1417, März i3, Wien, 

Herzog Albrecht 7., der seinerzeit ver- 
ordnet hatte, daß alle Handwerker in der 
Herrschaft Drosendorf nur in der Stadt 
Drosendorf ansässig sein dürfen, gestattete 
dem Stifte Gerus, einen eigenen Schneider, 
Binder und Schmied, die vormals allezeit bei 
dem Gotteshause wohnhaft gewesen, auch 
künftig halten zu dürfen, — Siegler der Aus- 
steller, — Geben Wyenn an sambstag nach 
sant Gregorientag. 

Orig., Perg. (20 X ^5, Falte 3). Mit angehäng- 
tem Siegel. 



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Archiv des reg. Prämonstratenser-Chorherrenstiftes Geras. 



4754 /-#//, Juli 2, Wien, 

Jorig der Dressidler zu Dressidel bekennt 
für sich und alle seine Erben, daß ihn Tyl- 
man, Abt zu Geras, im Namen seines Stiftes 
vor den Herzog Albrecht geladen habe, und 
zwar wegen eines Dritteiis Getreidezehent, 
gelegen auf den Feldern und Breiten, die zu 
seiner Veste Drösiedl gehören, und wegen 
eines Dritteiis Getreidezehent auf den Feldern 
desselben Dorfes zu Drösiedl, welcher Ge- 
treidezehent dem Stifte Geras gehört und in 
der Japonser Pfarre liegt. Den letzteren 
Zehent hat sich Jorig der Drezzidler wider- 
rechtlich angeeignet und persprach nun, das 
Recht des Stiftes Geras für immer anerkennen 
zu wollen, — Siegler: Jorig der Dressidler, 
dann der edle und weise Jobst der Hof- 
kircher gesessen zu Kolmuntz und Jorig von 
Treuen, gesessen zum Sigharts. — Zeugen: 
dieselben. — Geben ze Wienn am freitag vor 
sand Vlreichs tag. 

Orig., Perg. (ig X 33, Falte ^f-ß). Mit drei an- 
gehängten Siegeln. 

4755 1430, Juli 23, Wien. 

* Paulus de Praga, Kanoniker von Prag 
und Olmütz, Offizial der bischöflichen Kurie 
von Olmütz, bestätigt über Vorschlag des Ge- 
raser Abtes Tilmann den Fr, Johannes, Chor- 
herm von Geras, zum Pfarrer an der 
Pfarrkirche des heil. Wenzeslaus in Mislaw 
(Kirchmislau) in Mähren, welche Pfarre seit 
dem Tode des letzten Pfarrers Hermann va- 
kant war, — Besiegelt mit dem Insiegel des 
Vikariats der Kirche Olmütz. — Datum 
Wienne pathauiensis diocesis die XXIII. men- 
sis Juli). 

Orig.y Perg. (125 X ^0-5, Falte 5). Mit ange- 
hängtem, beschädigten Siegel. 

4756 1437, Mai 28, Wien. 

Herzog Albrecht V. gewährt dem Abt 
Wilhelm zu Jerus und Verweser des Frauen- 
klosters zu Pernegg, der Kathrey Priorin und 
Dorothe Suppriorin zu Pemegg mehrere nahe- 
gelegene Güter anzukaufen und dafür ent- 
ferntere zu veräußern. — Siegler: Der Aus- 
steller. — Geben ze Wienn an eritag vor 
Gotleichnamstag. 



Nach einer Kopie in den ^Annalen des Stifts 
Geras* y Msc. von Hier. Jos. Alram iyp2, p. 222, der 
noch die von den Motten stark angefressene, schon 
dem Untergange nahe Originalurkunde in Geras sah. 
Cf Westhaus, Privil.Mon. Gerac.(Msc.),p.3i und Blätter 
des Vereines für Landeskunde von Niederösterreich 33 
(jSpp), S. 162. 

4757 1489, Juni 20, Wien. 

Paul Stokchel, derzeit Sehr anns ehr eiber 
und Bürger zu Wien, stiftet zu seinem Seelen- 
heile und zu dem seines Ahnherrn Konrad, 
seiner Hausfrau Agnes, des Hans Stokehel, 
der Katharina, seiner Sehwester und aller Vor- 
fahren und gläubigen Seelen mit Einwilligung 
seines Burgherrn, des edlen Wilhelm Eyben- 
stainer, einen Jahrtag bei der Pfarrkirche zu 
Eibenstein, die damals der ehrbare priester 
herr Erhart Fiedrein als Pfarrer verwaltete. 
Der Stifter vermachte hierzu zu Wumans- 
torf eine Fisehweide auf der Thaya nebst 
Wiesen und Waldung, die dabei gelegen sind, 
ferner auf dem Goldhan, gelegen zwischen 
Raabs und Reith^ etliche Äcker und einen 
Wiesflecken, der ihm von dem obgenannten 
Ahnherrn und seiner seligen Mutter erblich 
gehörte. Von allem diesen hatte der Pfarrer 
von Eibenstein dem Burgherrn nicht mehr 
als 6 Wiener Pfennige Miehaelidienst zu 
bezahlen. Für den freien Genuß dieses 
Stiftungsgutes hätten die Pfarrer zu Eiben- 
stein alljährlich am Abend des nächsten 
Sonntag nach Ostern eine gesungene Vigil und 
tags darauf ein gesungenes Seelenamt zu 
halten, mit aufgerichteter Bahre und brennen- 
den Steckkerzen, worunter zwei stille Messen 
zu lesen sind. Femer ist der Pfarrer schuldig, 
allwöchentlich eine Seelenmesse auf dem St. 
Katharina-Altar an einem beliebigen Tage zu 
lesen, wie auch alle Sonn- und Feiertage 
und am Jahrtage das Volk von der Kanzel 
zum Gebete für die Stifter zu ermahnen. 
Würden jedoch der Jahrtag und alle übri- 
gen Verpflichtungen nicht erfüllt und nach 
vorgeschriebener Meinung nicht abgehalten 
werden, so sollen alle Stiftungsgüter an seine 
Freundschaft zurückfallen. — Siegler der Aus- 
steller, Wilhelm Eibensteiner, sein burgherr 
und Stephan der Newnhauer, bürger zu 
Wien. — Zeugen: Die zwei letzteren. — 



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Archiv des reg. Prämonstratenser-Chorherrenstiftes Geras. 



Gebea ze Wienn an Sambstag nach sand 
Veits tag. 

Orig., Perg. (22 X 3g, Falte ^). Mit drei ange- 
hängten Siegeln. 

Blätter des Vereines für Landeskunde von Nieder- 
österreich 2p (iSpß)f S. 302. — Von dieser Urkunde 
existiert noch eine ^weite Ausfertigung mit dem Zu- 
satz : der hantprief der gegenwärtigen copi von wart 
zu wart liegt pcy dem edeln vesten Bernhart Eyben- 
stainer, des zu ausweysung er sein aygen anhangunden 
insigl an di dasig copi verpunden hat; darauss sich ein 
yglicher pharrer zu Eybenstain verrichten müg. — Be- 
siegelt mit dem Siegel des Bernhart Eibensteiner. Perg, 
(23 X ^7» P^^i^ 5) ^i^ anhängendem Siegel: vgl. 
Blätter, a. a. O. 3o^.) 

4758 1449, ^P^il 2^f ohne Ort. 

Gerhart, Propst zu Pernegg, und der 
ganze Konvent der geistlichen Frauen ebenda 
bekennen, daß sie sich nach Rat des Abtes 
Konrad von Altenburg, des Ritters Bernhard 
Drukchsess von Grueb, derzeit Hauptmannes 
von Eggenburg, des Herrn Augustin, Kaplans 
im Spital, der ehrbaren Wolfgang Gang, 
Hans Kelbl und Georg Winther, Bürger und 
des Rates zu Eggenburg, die alle vom Landes- 
fürsten zu Kommissären ernannt worden 
waren, mit dem Abte Friedrich von Geras 
und dessen Stifte in allen ihren strittigen 
Sachen ausgeglichen haben. Demnach ver- 
zichtete das Kloster Pernegg auf alle Forde- 
rungen an das Stift Geras und gelobte ihm 
den Gehorsam in allem nach Vorschrift der 
Ordensstatuten und Stiftbriefe; ausgenommen 
war nur das Privilegium, das irgend ein Kar- 
dinal dem Kloster Pernegg gegeben hatte, 
worüber jetzt die Meisterschaft der hohen 
Schule zu Wien entscheiden sollte, ob es mit 
dem Gehorsam bestehen könne oder nicht. 
Es wurden ferner wegen der Güter und 
Untertanen des Klosters Vereinbarungen ge- 
troffen. Die Privilegienbriefe, welche die 
beiden Ordenshäuser Geras und Pernegg be- 
trafen, sollten abgeschrieben und die Origi- 
nale im Kloster zur Himmelpforte in Wien 
zur beiderseitigen Sicherheit aufgehoben wer- 
den, wozu der Abt, der Propst und die Priorin 
zur Himmelpforte je einen Schlüssel haben 
sollte. Das Konventsiegel von Pernegg sollte 
künftig versperrt bleiben. Wegen des alten 
Schlosses Pernegg sollten der Vaterabt und 



der Propst binnen vier Wochen (bis zu Pfing- 
sten am I, Juni) zum Landesfürsten nach 
Wien reisen und dessen Entscheidung ab- 
warten, bis dahin soll der Propst, wie bisher, 
im Besitze desselben bleiben. Im Falle einer 
Übertretung dieses Übereinkommens sollte das 
Kloster Pernegg in Strafen verfallen. — Besie- 
gelt von a) dem Propst von Pernegg, b) Frauen- 
konvent ebenda, c) Konrad, Abt von Alten- 
burg, d) Bernhard Druchseß und e) Stadtrat 
von Eggenburg, — An mantag nach sannd 
Georgen tag. 

Orig, Perg. (27-5 X 5^, Falte 7). Fünf an- 
hängende Siegelf von denen die :{wei let:(ten beschä- 
digt sind. 

Blätter des Vereines für Landeskunde von Nieder- 
österreich 33 (i8pp)f S. 166. 

4759 ^459f März 2, ohne Ort. 

Vidimus des Abtes Martin zu den Schot- 
ten in Wien der Urkunde Herzog Rudolfs TV. 
vom 9. Jänner 1S59 (^^* 475^)* — Besiegelt 
vom Aussteller. — Geben an freitag vor dem 
suntag Letare zu mittervasten. 

Orig.y Perg. (20 X ^9* ^^^^^ 5)- ^i^ anhängen- 
dem, zerbröckeltem Siegel. 

4760 1459, September 10, Wien. 

Kaiser Friedrich III. bestätigt dem Abte 
Hannss von Jenas alle Privilegien der Stifte 
Geras und Pernegg. — Siegler der Aussteller. 
— Geben zu Wienn an montag nach unserr 
lieben frawntag nativitatis. 

Orig.y Perg. (24 X Sgs, Falte ys). Mit ange- 
hängtem Siegel. 

4761 1470, Oktober i, Wien. 

Achaz Waser und Magdalena, seine Haus- 
frau, des edlen Wolfgang von Oed zu Ravels- 
bach seligen Tochter, verkauften ihr landes- 
fürstliches Lehen Nev^^ndorff dem Frauenkloster 
Pernegg. — Besiegelt von Achaz Waser, 
Hans Hager dessen Schwager, Stephan Eyt- 
zinger von Pernestorf und Hainreich Prymi- 
storffer. — Zeugen: Die drei letzteren. — 
Geben zu Wienn an montag nach sannd 
Michels tag des heiligen ertzenngels. 

Orig., Perg. (265 X ^0, Falte 6-5). Alle vier 
Siegel fehlen. 

Blätter 33 (j8pp), S. 777. 



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Archiv des reg, Pramonstratenser-Chorherrenstiftes Geras. 



4763 ^47^ 9 November ip, Wien. 

Kaiser Friedrich IIL bestätigt den Kauf 
des landesfürstlichen Lehens Nondorf an der 
Wild und belehnt das Kloster Pemegg mit 
demselben. — Besiegelt von dem Aussteller. — 
Geben ze Wienn an eritag sannd Eisbetentag. 

Orig., Perg. (ij X ^5, F^ite 6). Mit angehängtem, 
beschädigtem Siegel. 

4763 1514, September 5, Rom. 

* Leo X. beauftragt den Propst von St. 
Dorothea in Wien und Georg Hubert, Kanoni- 
kus und Offizial in Wien, die Klage des Geraser 
Abtes Paulus und Bemardins, Chorherrn des- 
selben Stiftes zu untersuchen, die sich bei 
dem heiligen Stuhle beschwerten, daß Georg 
Preuer und andere Kleriker und Laien in 
Wien angeblich als königliche Kommissäre in 
das Frauenkloster zur Himmelpforte, welches 
vom Stifte Geras abhängt, gewaltsam ein- 
drangen, dem genannten Chorherm Bernardin, 
der rechtmäßiger Beichtvater und Verwalter 
des Frauenklosters gewesen, die Klosterschlüssel 
entrissen, ihn aus dem Kloster vertrieben und 
das Kloster selbst arg beschädigten. Die beiden 
Richter sollten gegen die Schuldigen mit aller 
Strenge vorgehen. — Datum Rome apud 
Sanctumpetrum A. I.d. 1514 Non. Septembris. 

Orig.y Perg. (205 X 36, Falte 7). Mit Bleibulle 
an einer Hanfschnur. 

4764 1541, Mai 10, Wien. 

König Ferdinand bestätigt den Stiften 

Geras und Pemegg nach dem Vergleiche mit 

den Erben des Ihan Marexi ddto. 9. November 

1536, daß sie beide von der angeblich durch 

dreißig Jahre ausständigen Steuerschuld ihrer 

Holden ganz frei seien. — Besiegelt mit dem 

landesfürstlichen Siegel. 

Ong., Perg. (25-5 X 46, Falte y). Mit angehäng- 
tem Siegel. 

4765 1542, Juni 22, Wien. 

König Ferdinand verleiht dem Stifte 
Geras, welches bis jetzt kein Wappen besaß, 
auf Bitten des Stiftsabtes Erhard ein eigenes 



Wappen. — Besiegelt mit dem landesfürst- 
liehen Siegel. 

Orig.j Perg. f^i X ^-f» Fa/fe i3). Mit angehäng- 
tem Siegel. 

Marian, a. a. O. IX, 1^2—1^. — Jahrbuch der 
k.k. heraldischen Gesellschaft ^ Adler» rSpSy S. 282—283. 

4766 1542, Juni 23, Wien. 

König Ferdinand erteilt dem Stifte Geras 
die Freiheit, Geburts- und Lehrbriefe auszu- 
stellen. — Besiegelt mit dem landesfürstlichen 
Siegel. 

Orig., Pergf mit angehängtem Siegel. 

4767 i6o3, Februar 20, Wien. 

* Johannes Beyrer, Abt von Geras be- 
richtet an Sebastian Chotiebor, Abt von Kloster- 
bruck und Generalvikar des Prämonstratenser- 
ordens, was über das Himmelpfortkloster in 
Wien von Khlesel, den Klosterräten und der 
Suppriorin des Jakobsklosters verhandelt wur de ^ 
weiß jedoch nicht, was er selbst weiter unter- 
nehmen solle \ damit jedoch der Prämonstra- 
tenserorden vor Schande durch den Verlust 
der Himmelpforte bewahrt bleibe, glaubt er 
nach Rom appellieren zu müssen, namentlich 
da die Observanz der jetzigen Klosterfrauen 
viel laxer ist als die der Prämonstratense- 
rinnen, und die Änderung der strengeren 
Observanz in eine laxere nicht leicht geneh- 
migt wird. Er bittet daher um möglichst 
schleunige Auskunft. — P. S. Heri iterum 
diuiserunt ambo monasteria, ad quem actum 
me non (uti par fuisset) vocauerunt. Fui 
quidem ante dictum actum ibi locutusque 
cum custrice (sie enim appellant magistram 
seu supremam), quae sub excommunicationis 
poena illis prohibitum ne intromittar dicebat. 

Kon\ept. 

Alram, Annalen des Stiftes Geras Msc. III. Anh., 
p. XUI. 

4768 1610, Februar 25, Wien. 

K. Matthias bestätigt die Privilegien der 
Stifte Geras und Pemegg. — Besiegelt mit 
dem landesfürstlichen Siegel. 

Orig, Perg. (415 X 5<^7» ^^^'^ H)- -^^»' ^i^S^^ 
an weißroter Seidenschnur. 



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REGESTEN 

AUS DEM 

ARCHIVE DER STADT DROSENDORF. 

VON 
ALFONS 2AK, O. PRAEM., 

PFARRVERWESER ZU PERNEGG. 



4769 i3io, Februar 23, Wien. 

Herzog Friedrich bestätigt alle Rechte 
der Stadt Drosendorf, die auch die Bürger 
von Laab, Eggenburg und Newenburg Statt- 
halb an Maut und anderen Dingen geniessen. 
— Siegler der Aussteller. — Gebn ze Wien 
an St. Matthias abendt. 

Original verloren. 

Nach einer beglaubigten Kopie. — Vgl, Melly, 
Beiträge 3[ur Siegelkunde^ Anhang, S. 3o, Nr. 33. 

4770 i362, November 2, Wien. 

Herzog Rudolf erlaubt den purgern ge- 
mainlich ze Drosendorff durch irr vleizzigen 
pett willen, daz si ze Pernek durch die graf- 
schaft daselbs ze Pernekk von ainem ieglichen 
geladenn geuasten wagen in vnd auzz von 
dem phert nemen sullen ainen helbling ze 
zol vnd nicht mer bis auf Widerruf. Für 
diesen Zoll haben sie ablazzen die mautt 
vnd zoll, die si in der stat ze Drosendorff in 
der rinchmawr vor genomen haben. — Siegler 
der Aussteller. — ZeWyenn an Aller Selen tag. 

Orig., Perg, (i3 X 27, Falte 3). Mit angehäng- 
tem Siegel, 

4771 /J/p, Juli 5, Wien. 

Die Herzoge Albrecht und Leopold be- 
willigen der Stadt Drosendorf alljährlich den 
Herbstjahrmarkt yedes naechsten Suntags 
nach vnser Frawn tag ze Herbst. — Siegler 
die Aussteller, — Ze Wienn an suntag vor 
sand Vlreichs tag. 

Orig.y Perg. (i8*s X 2<J-5, Falte ^5). Mit :{wei 
angehängten Siegeln. 



4772 /5p6, Jänner 17, Wien. 

Die Herzoge Wilhelm und Albrecht be- 
lassen den Bürgern zu Drosendorf ihren 
Weinungelt ebenda mit allem Zubehör auf 
zwei Jahre, d. i. von Weihnachten i3p6 bis 
i3g8, jedes Jahr um 80 Pfund Wiener Pfen- 
nige, die alljährlich zu den vier Quatembern 
zu entrichten sind. — Siegler die Aussteller. 

— Ze Wien an sand Anthonientag. 

Orig., Perg. Ci^-^ X 26, Falte ^). Mit pvei an- 
gehängten Siegeln. 

4778 1398, März 10, Wien. 

Die Herzoge Wilhelm und Albrecht be- 
lassen den Bürgern zu Drosendorf ihren 
Weinungelt ebenda mit allem Zubehör auf 
weitere zwei Jahre, d. i. von Weihnachten i3g8 
bis 1400, jedes Jahr um 8$ Ff und Pfennig, 

— Siegler die Aussteller. — Ze Wien an 
suntag als man singt Oculi in der vasten. 

Orig., Perg. (i^ X 27, Falte §). Mit 3[wei ange- 
hängten Siegeln. 

4774 i3pp, Dezember 16, Wien, 

Die Herzoge Wilhelm und Albrecht er- 
neuem die Privilegien der Stadt Drosendorf, 
da ihre Privilegienbriefe in einer allgemeinen 
Feuersbrunst verbrannt sind. — Siegler die 
beiden Aussteller, — Ze Wienn an eritag 
nach sand Lucein tag der heiligen junkfrawn. 

OHg.y Perg. (32 X 5^, Falte 8). Mit i(wei ange- 
hängten Siegeln. 

Blätter des Vereines für Landeskunde von Nieder- 
österreich 15 (1881), s. 375-^378. 



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Archiv der Stadt Drosendorf. 



4775 1407, Juli s, Wien. 

Herzog Leopold gibt den Bürgern von 
Drosendorf, da sie yetzund vnd auch vor- 
maln in solher mass gewüst vnd verderbet 
sind, dass sy sich an vnser hilff daselbs 
nicht enthalten mügen . . ,, ze dem paw 
vnd widerbringung derselben stat seinen 
Weinungelt in Drosendorf auf drei nächst- 
kommende Jahre j daz sy mit guter kunt- 
schafft dieselben vnser stat damit pawen vnd 
pessern an den stetten vnd enden, da sein 
denn nottdurfft ist. — Siegler der Aussteller. 

— Geben ze Wyenn an eritag nach sand 
Vleichstag. 

Orig., Perg. (ry X 28, Falte 6-5). Afit ange- 
hängtem Siegel. 

4776 1419, Mai 6, Wien. 

Herzog Albrecht V. bestätigt den Bürgern 
von Drosendorf ihr Stadtrecht vom Jahre 
i3gg auch durch irer dienst willen, die sy 
vns mit hut vnd in ander wege in der 
egenanten stat, die an den gemerken ligt, 
vnd vleissiger hut bedarff, getan habent vnd 
noch hinfür wol getun mügen vnd süUen. 

— Siegler der Aussteller. — Ze Wienn an 
samstag nach des heiligen Kreuczs tag als 
es erfunden ward. 

Orig., Perg. (18 X 36, Falte 6). Mit angehäng- 
tem Siegel, 

4777 1446, März IS, Wien. 

König Friedrich gestattet und bestätigt 
den Bürgern von Drosendorf, in Anbetracht 
ihres Schadens, den sie in jener Zeit durch 
den Feind erlitten, und wegen ihrer fleißigen 
Dienste, die sie dem Landesfürsten geleistet 
haben, alle Jahre am St. Peter- und Pauls- 
tage, acht Tag vorher und acht Tage nachher 
einen Jahrmarkt in Drosendorf mit allen 
Rechten. — Siegler der Aussteller. — Ze 
Wienn an eritag nach dem suntag Remi- 
niscere in der Vasten. 

Orig., Perg. (20 X 49y Falte y). Mit angehäng- 
tem Siegel, 

4778 1448, September ii, Wien. 

König Friedrich beurkundet, daß sein 
Vetter weiland König Albrecht der Stadt Dro- 

Regesten zur Geschichte der Stadt Wien. V. 



sendorf an allen Mautstätten im fürstentum 

Österreich die Mautfreiheit gestattet habe. 

Da nun die Bürger dieser Stadt gegenwärtig 

mit der Grenzwache schwer beladen sind, 

gestattete ihnen Friedrich wie zur Hilfe und 

zum Lohne für ihre treuen Dienste, daß sie 

nu hinfur jarlich fümf phund küffen salcz 

Schellenperger vnd Malbacher des großen 

pannts vnd dartzu fumfczhen phund küffel 

in dem benantten vnserm fürstentumb Oester- 

reich an allen vnsern mautsteten mautfrey 

vnd an all ander irrung vnd hindernuss für- 

fürn mügen bis auf Widerruf. — Siegler 

der Aussteller. — Ze Wienn an mittichen 

nach vnserr lieben frawen tag natiuitatis. 

Orig., Perg. (ig X % Falte 6). Mit beschädig- 
tem Siegel. 

4779 1494, Dezember 2p, Wien. 

König Maximilian bestätigt die Rechte 
und Privilegien der Stadt Drosendorf. — 
Siegler der Aussteller. — Ze Wyenn an monn- 
tag nach den heiligen weyhennachten. 

Orig, Perg. (20 X % Falte 6). Mit angehäng- 
tem Siegel. 

4780 1559, Juni 3, Wien. 

Kaiser Ferdinand I. überträgt der Stadt 
Drosendorf die Erledigung sämtlicher Krimi- 
nalsachen im Stadtgebiete. 

Orig,, Perg. (32 X 5^, Falte 8). Mit angehäng- 
tem, beschädigten Siegel. 

4781 1560, Oktober 3o, Wien. 

Kaiser Ferdinand I. gestattet der Stadt 
Drosendorf, ihre Briefe mit rotem Wachs zu 
siegeln. 

Ong., Perg. (38 X 54, Falte 15). Mit Siegel an 
schwar^gelber Seidenschnur. 

4783 1560, Oktober 3i, Wien. 

Kaiser Ferdinand I. verleiht der Stadt Dro- 
sendorf in Anerkennung der steten Treue und 
Anhänglichkeit anstatt des bisherigen Wappens, 
nämlich ein plaw oder lasurfarber schildt 
darinnen vom grundt biß in die mitte des 
schildts ein w^eisse oder silberfarbe maur 
oben mit außgeschwaifften zynnen vnnd dar- 
under in gleicher weite von einander vier 



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Archiv der Stadt Drosendorf. 



schießlöchern, in der mitte mit offnem thor 
vnnd darob aufgetzognem schutzgattern vnnd 
auf jeder seilen neben dem thor in gleicher 
hohe erscheinend zwen rvnde thürn jeder 
ober vnnder ainer roten oder rubinfarben 
spitzigen tachung mit dreyen außgeschwaiff- 
ten erhabnen zynnen vnnd darunder triangels- 
weise drey liecht fenster oben zway vnnd 
vnnden ains vnnd ob oder zwischen letzge- 
dachten thurnen ein klains rot oder rubin- 
farbs schildtlein mit einer in der mitte yber 
zwerch weissen oder silberfarben Strassen, 
ein verbessertes Wappen, nämlich ainen 
schildt in der mitte vber zwerch in zwen 
gleich thail gethailt das vnnder plaw oder 
lasurfarb, darinnen obangeregt ir alt wappen 
mit der maurn thor thürnen zynnen vnnd 
dem kleinen schildtlein vnnd des oberthail 
des schildts gelb oder goldtfarb darinnen ein 
schwartzer adler mit zweyen kopffen vnnd 
baiderseits aufgethanen fluegeln. Alsdann 
solich wappen inmitte diß vnnsers kaiser- 
lichen briefs gemalet vnnd mit färben ^ligent- 
licher außgestrichen sein. — Siegler der Aus- 
steller. 

Orig.y Perg.f mit angehängtem Siegel. 
Berichte und Mitteilungen des Altertums -Vereines 
;fM Wien 20, 3. 

4783 1563, November 16, Wien. 

Kaiser Ferdinand L befreit das Alaun- 
bergwerk zu Drosendorf von den üblichen 
Steuern. 

Eine nicht beglaubigtef alte Kopie auf Papier. 

4784 156s, Mai 4, Wien. 

Kaiser Maximilian IL bestätigt die Rechte 
und Privilegien der Stadt Drosendorf 

Orig., Perg. (32 X 55-5, Falte 12). Mit ange- 
hängtem Siegel. 



4785 i6j3, Apnl j3, Wien. 

Kaiser Matthias bestätigt die Rechte der 
Stadt Drosendorf. 

Orig., Perg. (3i X ^, P'alte iij. Mit angehäng- 
tem Siegel 

4786 i6i3, Juni 3, Wien. 
KaiserMatthias bewilligt der Stadt Drosen- 
dorf einen neuen (vierten) Jahrmarkt am Sonn- 
tage Oculi in der Fasten, wie auch am Vortage 
aller Jahrmärkte einen Roß- oder Viehmarkt. 

Orig., Perg. (3^ X ^5, Falte i3). Mit ange- 
hängtem Siegel. 

4787 i6iy, Juni 5, Wien^ Maria Stiegen. 

* Karl von Kirchberg, Domherr von 
Passau, Offizial und Generalvikar des Pas- 
sauer Bischofs in Österreich unter der Enns, 
investiert den Georg Gruenerml auf das va- 
kante Spitalbenefizium in Drosendorf über Vor- 
schlag des dortigen Stadtrates, dem das Prä- 
sentationsrecht zusteht. — Siegler das Passauer 
Offizialat. 

OHg, Perg. (28 X 3$, Falte 7). Mit angehäng- 
tem Siegel, 

4788 162J, September 10, Wien. 

Kaiser Ferdinand II. bestätigt die Rechte 
der Stadt Drosendorf. 

Orig., Perg. (3i X ^5i Falte i3). Mit angehäng- 
tem Siegel. 

4789 1640, Jänner 27, Wien. 

Kaiser Ferdinand III. bestätigt auf Bitten 
des Ferdinand Siegmund Grafen Kurz von 
Senftenau, Herrn auf Drosendorf und Kautzen, 
Reichs Vizekanzlers, Reichshofrats und Käm- 
merers, das Bürgerspital zu Drosendorf. 

Kopie. — Eine Kopie auch im Schloßarchive 
^u Hörn, 



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REGESTEN 



AUS DEM 

K. K. ARCHIV FÜR NIEDERÖSTERREICH. 

VON 

D» ALBERT STARZER. 



4790 1297, . . ., Wien, 

* Heinrich von Pottendorf und seine Ge- 
mahlin Kunegund schenken die auf ihren Be- 
sitzungen in Baden gelegene Kapelle den Au- 
gustinern in Baden, — Siegler der Aussteller, 
— Zeugen: Leudold von Chunring, Stephan 
von Meißau, Albert von Trautmannsdorf, 
Ulrich von Wolkersdorf. — Viennae ab in- 
carnatione domini anno MCC nonagesimo 
septimo. 

Viditnus des Priors Albert Maillard (Anfang des 
ig. Jahrhunderts), aus dem alten Stiftprotokolle. — 
Rollety Abt Othmar Helferstorfer (Baden bei Wien 1881) 
68; Wiener DiÖ!{esanblatt i8p^, S. i, Nr. i. — Vgl. 
Trauttmansdorfff Beitrag ^ur niederösterreichischen 
Landesgeschichte, Regest Nr. 62, Anm. i. 

4791 i3o6, Februar 2, Wien. 

Otto von Zelking, Stadthauptmann zu 
Brück an der Leitha, und Elzbet seine Haus- 
frau stiften sich zu Heiligenkreuz einen Jahr- 
tag mit Gütern zu Maustrenk, — Zeugen: 
her Stephan von Meyssawe, her Winhart von 
Paumgarten, her Chadolt sein bruder, her 
Greiffe von Wienne, her Otte hern Haymen 
prüder, her Chunrat der hubmeister, her Ul- 
rich bei den minern prudern. — Siegler der 
Aussteller, — Geben ze Wienne ... an unser 
frowen tage der liehtmesse, 

Vidimus, — Fontes rer. Austr., 2. Abteil, Bd. 16, 
Nr. 23, daraus Kern in heraldisch-genealogische Zeit- 
schrift €Adler» i8y3, S. 7^7, Nr. loy. 

4793 i3og, Februar 24, Wien, 

Sophie Hermanns wittibe von Chranich- 
berch stiftet zu ihres Gatten, ihres Sohnes 
Hermann und ihrer selbst und all ihrer Vor- 



fahren Seelenheil nach St, Klara in Wien ihr 
rechtes anerstorbenes Eigen ij Schilling Geldes 
zu Haizendorf, zu Aurorfelstadt 12 Pfennige^ 
zu Pillidorf 12 Schillinge Geldes, femer 
ly Schillinge zu Heitzendorf, die sie ausge- 
wechselt hat von ihrem Sohne Rudolf um 
ihren anerstorbenen Weingarten zu Lostorf, 
der ihr geraitet ist für vier pfund geldes; 
die Äbtissin Alheid und der Konvent zu St. 
Klara sollen dafür alle Jahre den mindern 
brüdern zu Wien zwei pfund pfennig an 
dem antlastag und zwei pfund an sanct Maria 
Magdalenatage geben, die dafür einen Jahr- 
tag begehen sollen; der Rest gehört dem 
Frauenkloster zu St, Klara. — Besiegelt mit 
I, dem Siegel der Ausstellerin, 2. ihres Sohnes 
Rudolf, 3. des Ulrich von Pillichdorf. — Zeugen: 
Dietrich von Pillichdorf, Hofmarschall, Otto 
sein bruder. Alber von Pottendorf, her Greiffe, 
her Conrad der hofmeister, Ulrich bei den 
mindern brüdern. — Geben zu Wien ... an 
sanct Mattias tage. 

Vidimus. — Lind in ^Berichte und Mtteilungen 
des Altertums -Vereines ^u Wien» 5, i33 und 22, 2, Nr. 2. 

4798 i3i3, März 12, Wien. 

Herzog Friedrich eignet den Nonnen zu 
St, Jakob das ihnen von Ott von nidern 
Schatternle und dessen Hausfrau zu ihrem 
Seelenheil gegebene Pfund Geldes auf einem 
ganzen Lehen zu Schaternle, »welches landes- 
fürstliches Lehen ist, — Siegler der Aussteller. 
— Geben zu Wienn nach Christes geburt 
über tausend dreihundert jähr in den drei- 
zehenden jar an sant Gregorentage. 

Vidimus. 

2* 



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12 



K. k. Archiv für Niederösterreich. 



4794 iSij, Mai 25, Wien. 

Gerlach pharrer ze Dresskirchen stiftet 
in Maurbach zu dem closter zu Allerheiligen- 
thal ein Siechhaus mit sechs Priestern aus 
dem Karthäüserorden , einem Laienbruder 
sowie zwei Dienern und widmet dazu u, a,: 
auf fünf kelern zu Wienn an dem hochen 
markt, da man das gras fail hat, 18 Pfund 
Pfennig, die er von den Schotten gekauft 
hat mit Grund- und Bergrecht; 5 Pfund 
gelts auf Julians haus Ortolfs son der weilnt 
Stattschreiber, das da leit in der Farberstraß 
bei dem brunnen gegen der Haugin haus 
über; 18 Pfund Burgrecht auf Dietreichs haus 
under den lauben, das da leit auf sant Peters 
freidhof; 2 Pfund Burgrecht in der Cherner- 
straß auf der alten Tenrünen haus; i^^j 2 Schil- 
ling Burgrecht auf dem haus, da Conrad der 
Gemach inen ist, das da leit auf der Hoch- 
straß zwischen der padstuben und des Holz- 
apfels haus; lo Schilling von dem pachhaus 
das binden daran leit; 12 Pfennige Burgrecht 
in der Hochstraß, das der Pyberin ist gewesen, 
zunächst seinem Hause; 12 Schilling Burg- 
recht auf Wolfgers haus, des messrer bei dem 
Peurer purchthor; 2 Pfund Burgrecht von der 
Praitenfelderin haus in der Bognerstraß bei 
dem thor, da man gehet auf des herzogen 
hof ; ^Ig Pfund Burgrecht auf Ludweigs haus 
des schilter an dem eg, da man gehet zu den 
Schotten; ^fg Pfund Burgrecht von Walthers 
haus des renner, das da leit bei des Wizen 
haus; 3 Schilling Burgrecht von Perchtholdes 
des Zimmermanns haus auf dem Graben; 
2'/jg Pfund Burgrecht von dem haus und von 
dem paumgarten, das der Schüz hat in der 
Landstraß; // Schilling und 18 Pfennig von 
Perner des vischers haus, das da leit in dem 
Werd; i Pfund Burgrecht von Rüdleins des 
Waltmanperg haus, das Niclas des vischers 
ist gewesen ; 3o Pfennig Burgrecht von Hain- 
richs haus des Tragers vor dem Werderthor 
bei Wolfleins haus des vloezer; 2 Ff und Burg- 
recht zu Dresskirchen von dem haus darin 
Jacob, Wernharts bruder des richters ist; zu 
Dresskirchen 12 Schilling Burgrecht von der 
Mühle, die er gekauft hat von Heinrich von 
Sultz; 32 Joch acker mit der wiese, die da 



heißt die Scherdingerin, und ein holz das 
darzu gehört, das bei dem Widemholz leit 
und ein wisen, die da heißt die Tratwiesen, 
die er von dem Sachsenganger gekauft hat; 
zu Baden einen Weingarten der heißt der 
Tobliker, den er aber Zeit seines Lebens ge- 
nießen will; femer bestimmt er seine ganze 
Hinterlassenschaft und seine Bibliothek für 
diese seine Stiftung; nach seinem Tode sein 
Haus in der Hochstraß; für diese Gülten soll 
auch ein Weltpriester angestellt werden, der 
die Seelsorge in Mauerbach und im Spital 
versehe; sein Begräbnis wählt er in Mauer- 
bach. — Siegler der Aussteller. — Geben zu 
Wienn in meinem haus ... an sant Urbanstag. 
Kopie des ij. Jahrhunderts. — Keiblingen Ge- 
schichte des Benediktinerstiftes Melk 2, /, 5. 8o3. — 
Wiedemann in €Berichte und Mitteilungen des Alter- 
tums -Vereines :{u Wien* /5, 7^, aus Kodex 3ßps, des 
k. u. k. Haus-j Hof- und Staatsarchives (lückenhaft). 

4795 i322, November 11, Wien. 

Sophia Hermanns wittiben von Chranich- 
berg stiftet zu ihres Mannes^ ihrer Söhne und 
all ihrer Vorfahren Seelenheil zwei Jahrtäge 
und gibt dazu den frauen darzu St. Ciaren 
zu Wienn ihr rechtes anerstorbenes Eigen, 
als: zu Haitzendorf 4 Pfund 16 Pfennig Gül- 
ten; zu Pillichdorf an einer statt 6 Schillinge 
Pfennig Gülten und 20 Metzen Weizen für 
ein Pfund Pfennig; ^/g Muth Weizen für 12 
und 6 Schilling Pfennig, % Muth Habern 
64 Pfennig und 65 Pfennig geldes dasselbens 
und 2 Käse für 8 Pfennig, i Henne für 
4 Pfennige 3o Eier für 3 Pfennig; von 2 Hof- 
stätten dient man 3o Pfennig, 2 Hennen für 
8 Pfennig, 4 Käse für 12 Pfennig, 60 Eier 
für 6 Pfennig; zu Aurolstall 12 Schilling 
Gülten und 12 Pfennig, alles Wiener Münze. 
Davon haben die genannten Nonnen den min- 
dern brüdern zu Wien jährlich 4 Pfund Pfen- 
nig für die zwei Jahrtage zu geben, deren 
einer am Todestage der Stifterin, der zweite 
für ihre Söhne am nächsten Montag nach 
dem Perchtage zu halten ist; die Nonnen von 
St. Klara haben außerdem zu geben denen 
mindern brüdern da zu Laa ein pfund pfen- 
nig an St. Paulus tag der "bekehrung zu dem 
mahl ihres (der Stifterin) vaters jahrtag und 
denen mindern brüdern darzue der Neustatt 



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i3 



ein pfund pfennig an St. Cathareintag zu dem 
mahl ihres (der Stifterin) wirthes jahrtag; 
das Klarenkloster selbst erhßilt an beiden Jahr- 
tagen je 6 Schilling Pfennig; der Rest von 
i3 Schilling ist auf Messen für die Stifterin 
bei den mindern brüdern zu Wien zu ver- 
wenden. Erfüllen die Nonnen von St, Klara 
die Stiftung nicht, sollen die Kinder der Stif- 
terin oder ihre nächsten Erben sie nach der 
mindern brüder rat zu Wien in ein anderes 
Kloster übertragen. — Besiegelt mit dem 
Siegel I. der Stifterin, 2. ihrer tochter frauen 
Alheiden herrn Otten wittiben des Zelginger 
von Schenkhe und 5. frauen Anna von Chra- 
nichberg, 4. des Konventes der mindern brüder 
zu Wien, 5. Dietrichs von Pillichdorf und 6. 
Ulrichs seines brudern. — Geben zu Wienn 
an St. Martinstag. 

Viäimus. — Maurer in « Berichte und Mitteilun- 
gen des Altertums 'Vereines {u Wien» 26, ^6. 

4796 i32y, März 15, Wien. 

* König Friedrich übergibt mit Zustim- 
mung seiner Brüder Albert und Otto den 
Augustiner-Eremiten das bisher dem Kloster 
Mauerbach gehörige^ in der Hochstraße ge- 
legene Haus samt Zugehör, damit sie daselbst 
ein Kloster mit Chor^ Kirche und allen not- 
wendigen Wirtschaftsgebäuden aufführen; da- 
rin sollen aus ihrem bisherigen Kloster außer- 
halb des Werdertors i3 Priester wohnen auch 
mehr, wenn es die Almosen der Gläubigen 
ermöglichen; er gibt dem neuen Kloster alle 
Freiheiten und Rechte, deren sich andere 
Klöster, von römischen Königen und anderen 
Fürsten gegründet, erfreuen. — Besiegelt mit 
dem königlichen Siegel und denen der Herzoge 
Albert und Otto. — Datum Viennae Idus 
Martii anno domini millesimo trecentesimo 
vigesimo septimo. 

Kopie aus Jj83. — Fischer, Brevis notitia urb. 
Vind. suppl. J, i83. — Lichnowsky 3, Nr. ^28. — 
Lind in «Berichte und Mitteilungen des Altertums- 
Vereines :{u Wien» 5, ißS. — Wiener Diö^esanblatt i88pj 
S. 18, Nr. I. 

4797 i32j, Juni 20, Wien. 

König Friedrich urkundet für die Kart- 
hause Mauerbach. — Geben zu Wienn an dem 
zwelfen Kalender des monads Julii nach 



Christi gepurd tausent dreihundert und sieben- 
undzwainzigist jar. 

Kopie. — Lichnowsky 3, Nr. y3y. 

4798 1327, Juli 75, Wien. 

Herzog Otto bestätigt die Stiftung seines 
Bruders Friedrich in Mauerbach. — Siegler 
der Aussteller. — Zu Wienn da man zeit 
nach Gottes geburt dreizehenhundert jähr dar- 
nach in dem sibenundzwainzigisten jähr des 
mittwochs nach sand Margaretha tag. 

Kopie des 18. Jahrhunderts. — Lichnowsky 3, 
Nr. 750. 

4799 i32T, August 24, Wien. 

Herzog Albrecht H. bestätigt die Stiftung 
seines Bruders in Mauerbach. — Siegler der 
Aussteller. — Geben zu Wienn da man zeit 
von Gottes geburt dreizehenhundert jähr dar- 
nach in dem siben und zwainzigisten jähr ao 
sand Bartholomes tag. 

Kopie des 77. Jahrhunderts. — Lichnowsky 3, 
Nr. y52. 

4800 132.8, April 24. 

Testament der Königin Elisabeth: Sie be- 
stimmt a) begraben zu werden datz den min- 
nern prudern ze Wienne in sant Ludweiges 
chapellen, die sie erbaut hat; b) daß den 
vrauen datz sant Ciaren zu Wienne 400 Mark 
Silber Wiener Gewicht gegeben werden, und 
zwar soll man 100 Mark nehmen von ihrer 
Morgengabe und 3oo Mark von ihren silber 
vazzen und swas des gebreste, daz sol man 
erfüllen von ihren guidein chlainoten; um diese 
400 Mark sind Gülten zu kaufen, di sol man 
dienen auf sant Ludweiges chapellen als lang 
uncz si gar berait werde an maur, an dache 
und an glesern furbaz, so sol man der halben 
gult alle jar 40 Ff und Pfennig Wiener muntz 
geben den minern prudern an sant Ludwei- 
ges tag umb ain mal und 2 Pfund umb ain 
mal an ihrem (der Stifterin) Jahrtag und 
2 Pfund umb zwai ewige Hecht eines vor 
St. LudwigS'Altar, das andere oberhalb ihres 
Grabes; es sollen di vorgenanten vrauen alle 
jar geben 4 Pfund, damit man pezzer die 
gleser an unser chapelln und waz anders 
daran ze pezzern ist; was nach Abzug aller 



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K, k. Archiv für Niederosterreich. 



dieser Ausgaben von den Gülten noch übrig- 
bleibt, gehört dem St. Klarakloster; werden 
die Erträgnisse der Gülten geringer, so trifft 
der Verlust die Nonnen und nicht die Mino- 
riten; weder dies£ noch jene haben ein Recht, 
die Güter zu verkaufen oder mit ihnen irgend- 
welche Veränderungen vorzunehmen; c) einen 
Jahrtag zu Königsfeld; d) hintz Mauerbach 
100 Mark von ihrer Morgengabe für einen 
Jahrtag; e) 400 Mark sind zu verteilen, und 
zwar a) den predigern ze Wienn 8 Pfund, 
den Augustinern und Schotten je 3 Pfund, den 
vrauen hintz sant Marien Magdalenen 2 Pfund 
und ebensoviel hintz der Himraelporten, hintz 
sant Laurencen, den Predigerinnen, den Frauen 
zu St, Jakob und zu St, Nikla, der Bürger Spital, 
dem heiligen Geistspital; je ein Pfund ist zu 
geben: hintz sant Johanns den sundern 
siechen . . . dem clagbaum den sundern sie* 
chen . , . hintz sant Lazers; der Pfarre St, 
Stephan 5 ffund, die man teilen soll under 
die priester, daz sie Got für der Stifterin 
Seelenheil bitten; hintz sand Michel 3 Pfund, 
die man auch tailn soll under die priester, 
daz sie Got für die Stifterin bitten; ß) einer 
Reihe von (angeführten) Klöstern in Österreich 
ob und unter der Enns, Steiermark, Kärnten, 
Tirol und der Vorlande eine bestimmte Summe, 
— Sieglerin die Ausstellerin, — Gegeben do 
von Christes geburd ergangen worden dreu- 
zehenhundert jar in deni acht und zwainzki- 
sten jar darnach an sant Georii tag, 

Vidimus. — Lichnowsky 5, j63, — Urkunden- 
buch des Landes ob der Enns 5, Nr. ßii. — Maurer 
in € Berichte und Mitteilungen des Altertums -Vereines 
\u Wien* 26, ^ und 46, 

4801 i33o, Februar 2, Wien, 

Wolfhart Stainpekch und Salome seine 
hausfrowe von Gumpendorf geben dem Prior 
Gotfried und dem Konvent in aller heyligen 
tal ze Maurbach ihre Hofstatt und den Wein- 
garten dabei auf, erhalten diesen Besitz auf 
Lebensdauer zu Lehen, entrichten jährlich 
18 Pfennig Grunddienst, wofür die Karthause 
einen Jahrtag halten wird; die beiden Ehe- 
leute geben so lange sie leben zu diesem Jahr- 
tage noch 40 Pfennig jährlich, damit auch 
die Eltern Stainpekchs Konrad und Elisabeth 



sowie seine Brüder Ulrich, Koloman und 
Heinrich an demselben Anteil haben. — Be- 
siegelt mit Albrehtes insigel pfarrer ze Gum- 
pendorf. Zeugen: Wolf hart der Amman, 
Leupolt der Stuhss, Ortolf der Pawer. — 
Ze Wien ... an unser frowen tag ze der 
lichtmesse. 

Orig., Perg. (p X 23'5, Falte i). Mt an der 
Pressel anhangendem Siegel (Fig. i). 

4803 i33i, Juni 29, Wien. 

Elsbeth Dieters wittib von Himperch 
stiftet für sich und die Ihrigen einen Jahr^ 
tag bei den Augustinern zu Baden und gibt 
dafür mit Zustimmung ihres Sohnes Albrecht 
des Hager, dem Prior Ulrich und dem Kon- 
vent einen Weingarten zu Pfaffstetten an dem 
Heuchobel und heisset der Haidenreichsteiner, 
von dem man jährlich vier Eimer Wein Berg- 
recht dem Landesfürsten dient und den sie 
nach dem Tode ihres ersten Gatten Konrad des 
Hager gekauft hat. — Besiegelt mit dem Siegel 
a) der Ausstellerin, b) ihres Sohnes, c) ihres 
Bruders Leutold von Wildeck, Forstmeister in 
Österreich, und d) Heidenreichs von Tochen- 
stein. — Geben zu Wien ... am St. Peter 
und Paulstage. 

Kopie des beginnenden /p. Jahrhunderts. 

4808 i338, November 19, Wien. 

Herzog Otto stiftet mit Zustimmung sei- 
nes Bruders Albrecht und seiner Söhne Fried- 
rich und Leopold und seines Oheims Albrecht, 
Bischofs von Passau, sowie der Kurie zu Kor- 
neuburg ein Kloster der Augustiner-Eremiten. 
— Geben zu Wien nach Cristus gepurd drei- 
zehenhundert jar darnach in dem achtund- 
dreiczigisten jar an sant Eisbeten tag. 

Vidimus des Virgili von Unkhr echtster g, röm. 
kais. Maj. Rat^ n.-ö. Reg. sekretarien und registrator 
aus 1668, nach Orig, — Vgl. Star:{er, Geschichte der 
Stadt Korneuburg §8g. 

4804 1340, Oktober 28, Wien. 

Heinrich von Brunne burger zu Wienne 
und Clara sein hausfrau setzen Elisabeth der 
Gundackerinne von Passau, meisterin des 
frauenclosters dazu St. Jacob zu Wienn und 
dem convent daselbens um 4 Pfund Pfennige 



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15 



Bergrecht durch zwei jare zu rechtem satz 
ihren weinzehent in dem Weichselthal, der 
zur Hälfte ihr Eigentum ist, zur Hälfte dem 
Pfarrer von Wien gehört und den sie zu 
Lehen haben von Ditmars Sohn von dem 
Rohr. Will das Kloster den Zehent nach 
Ablauf der zwei Jahre behalten, so steht es 
ihm frei; will es ihn nicht, so übernimmt ihn 
Heinrich von Brunne gegen 4 Ff und Pfennig 
ewiges Burgrecht. — Besiegelt mit dem Siegel 
des Ausstellers und der burger Hörman des 
Schwätzleins und Hörmans der Rudolphine 
eninchel von St. Polten. — Geben zu Wienn 
an St. Simonis und Judas tage zweier zwölf- 
botten. 

Vidimus. 

4805 1846, April 24, Wien. 

Maister Albrecht zu den zeiten pucharzt 
des ... herczoge Albrechtes ... und pfarrer 
ze Valchenstain stiftet zu seinem Seelen- 
heile eine tägliche Messe in der teutschen 
herren chirichen ze Wienne und bestimmt 
dazu: 4 Pfund Wiener Pfennige Burgrechtes 
auf Ulreichs Weingarten des smits von Med- 
iich, der da leit ze Mediich hinder dem 
marchte ze nächst Leupolts Weingarten des 
verber; i Pfund auf Chunrats haus des 
maentler, daz da leit ze Wienne gegen der 
Himmelporten über; 3 Pfund gtilts auf Jan- 
sen haus des Chumerschut des vischer, das 
da leit vor Chaernertor in dem obern harde; 
/ Pfund geltes auf seinem Haus, das er selbst 
bewohnt, daz da leit hinder dem Newen- 
marchte und das er gekauft hatte von Her- 
ranten den Tekchenschaden; femer sein 
zweites Haus ebenfalls hinder dem Newen- 
marchte zwischen dem erstgenannten seinem 
Hause und Otten haus des Raeschleins ge- 
legen, von welch letzterem man jährlich den 
herren daz dem teutschen haus 4 Wiener 
Pfennige Grundrecht dient; endlich seinen 
Weingarten der da leit ze Otachrinne, des 
ain halbs jeuch ist ze nächst des Swaemleins 
Weingarten. Das Verleihungsrecht der täglichen 
Messe steht nach des Stifters Tod dem je- 
weiligen Pfarrer von Hainburg zu; ernennt 
er bei eingetretener Vakanz nicht innerhalb 
eines Jahres einen Priester, so geht das Ver- 



leihungsrecht auf den comitevr daz dem 
teutschen haus ze Wienne über; der Komtur 
kann auch das Haus oder den Weingarten 
an sich nehmen, wenn der bestellte Kaplan 
der Messe säumig ist; wäre aber daz die 
herren dacz dem teutschen haus der messe 
in irm gotshaus nicht haben wollten lazzen, 
soll der Pfarrer von Hainburg die messe 
legen in ein ander gotshaus ze Wienne inner- 
halben der rinchmaur, doch verlieren die 
herren daz dem Teutschen Haus dann alle 
Rechte auf die Stiftmesse. Besiegelt mit dem 
Siegel des Ausstellers, mit herrn Reymprech- 
tes insigil des Zaunruden zu den Zeiten pur- 
germaister ze Wienne und mit herrn Hagens 
insigil von Spilberch und mit herrn Hain- 
reichs insigil des Würffels, die dieser sache 
gezeuge sint. — Geben ze Wienne ... an 
sant Görgen Tage. 

Orig., Perg, (85 X Si-'S^ P'^^te fs). Die vier 
Siegel abgefallen. 

4806 1346, Juli 3. 

Graf Ludwig von Öttingen der elter und 
graf Albrecht sein Sohn beurkunden, sie haben 
mit Zustimmung des Bischofes von Passau 
Gottfried in ihrem Hause zu Wien eine Ka- 
pelle gestiftet und dazu a) 18 Pfund Pfennig 
Burgrecht gewidmet, das sie gekauft haben 
von Cunraden den Karelspekken purger ze 
Neunburg closterhalben und von seinen erben 
auf den wingarden und auf dem hus und 
erbe, als: '/^ Weingarten in der langen gassen 
zenechst WolfHin den messner, davon man 
dem gotshus zu Neunburg anderhalb viertail 
wins ze perkrecht und einen helbling ze voit- 
recht dient; einen Weingarten in der Reyn, 
des ein rahen ist zenechst Denchlin in der 
Premgassen, davon man dem gotshaus zu 
Neunburg anderthalb virtail wins ze perk- 
recht und einen helbling ze voitrecht dient; 
ein Viertel Weingarten in den Vahengraben 
zunächst Sifried dem Slaher, davon man dem 
genannten Stifte einen emer wins ze bergrecht 
und einen pfennig ze voitrecht dient; ein 
Viertel Weingarten bei der camer beiwend, 
haist der Gugel, wovon man dem genannten 
Gotteshaus ^/^ Wein zu Bergrecht und drei 
Helbling zu Voitrecht dient; das Haus auf 



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i6 



K. k. Archiv för Niederösterreich. 



dem ainsidel und einen Weingarten binden 
daran zenechst Dyetrichen dem phistermeister, 
davon man dem Herrn Dyetrichen von Kritzen- 
dorf 10 Pfennig zu Grundrecht dient; b) das 
Haus, das sie von Isenburg kauft baben und 
an ihr hus ze Wienn stosset; das Verleihungs- 
recht behalten sich die Stifter vor, nach ihrem 
Tode steht es dem Pfarrer zu Wien zu; übt 
er dieses Recht nicht aus, geht es an den 
Landesfürsten über. Der Kaplan dieser Ka- 
pelle hat an den Pfarrer zu St. Stephan und an 
den zu St. Michael je 3 Pfund Pfennig für das 
in der Kapelle eingegangene Opfer zu zahlen. 
— Siegler die Aussteller. — Geben ... an 
sanct Ulrichs abent. 

Vidimus des Josef Zellermayr, hochfürstL Liechten- 
stein. Registratur, aus lyöp nach dem Orig. — Fischer, 
Brevis notitia Vind. (2. Ausg.) i, 205. 

4807 1849, Oktober 28, Wien. 

Herzog Albrecht urkundet für die Pfarr- 
kirche ze Haimburch. — Geben ... an sand 
Symon und Judas tag ze Wienn nach Chri- 
stes geburd dreuczehen hundert jar darnach 
in dem neun und vierczigisten jar. 

Orig., Perg. (14 X 25, Falte $-5). Siegel abge- 
fallen. 

4808 i3so, September 8. 

Chunrat pfarrer ze Ruegerspurch stiftet 
zu seinem Seelenheil nach St. Michael zu 
Wien in sand Georgen capell hinten in der 
kirchen eine tägliche Messe und einen Jahr- 
tag mit seinem rechten Erbe a) einem Wein- 
garten, der an dem Aiseck gelegen ist, ein 
Joch umfaßt, die Wiegen heißt und der in 
den hof zu Dornpach an Bergrecht 50 und 
an Vogtrecht 3 Wiener Pfennig dient; b) einem 
Hause zu Wien in der Stadt in der Laderstraz 
zunechst des verstorbenen Heinrichs des 
Linsker Haus, von dem man 5 Wiener Pfen- 
nig Grunddienst den Sundersiechen datz St. 
Johanns vor Schottenthor dient; c) Burgrecht 
und Zehent von etlichen Weingärten an dem 
Aiseck; d) einem halben Pfund Geld Wiener 
Pfennig auf einer Hofstatt vor dem Schotten- 
tor ze Wienn gen sanct Mareyn Magdalen 
über und gewesen ist Perchtholds auf der 
hoch, dem gott genad; der erste Inhaber 



dieses Benefiziums ist Seifried, seines Bruders 
Friedrich Sohn. Der Jahrtag ist zu begehen am 
Tage nach Maria Lichtmeß: der Pfarrer von St. 
Michael erhält 60, seine zwein geselln je 32^ 
sein gracianer, der alle tag messe auf unser 
Frauen altar singet, 24 Wiener Pfennig; alle 
vier haben am 5. Februar eine Messe zu lesen; 
der Schulmeister erhält 24 Pfennig, daz er 
mit sein schuelern selemesse und vigil des- 
selben tag singe, und 12 Pfennig umb ein 
viertail wein, daz die schuler in der vigil 
trinchen; der Kirchmeister erhält 3 Schilling 
Pfennig, damit er ein gut erber tuch und 
12 Kerzen zur Messe gebe; der Meßner er- 
hält i6y sein Knecht 6 Pfennig für das Ge- 
läute und Anzünden der Kerzen; femer sind 
an diesem Tage 12 Priester einzuladen, die 
für die freundt des Stifters je eine Messe 
lesen, wofür jeder 12 Pfennig erhält; an die 
Armen ist um 40 Pfennig Brot auszuteilen. 
— Den Weingarten zu Acha, gelegen in dem 
pfening vermacht der Stifter seinem Bruder 
Konrad; dem Sohne seines Bruders Friedrich, 
Hdinreichen dem Schullen, ein Viertel Wein- 
garten in dem Lerchfeld und ein Fuder Wein 
aus dem Weingarten im Aiseck auf Lebens- 
zeit. Sein Ornat, Meßbuch, Kelch vermacht 
er der täglichen Messe, alle übrige Habe soll 
verkauft und der Erlös unter die armen freunt 
verteilt werden. Exekutoren dieses letzten 
Willens sollen sein Meister Jans, Herzog 
Albrechts obrister Schreiber, Meister Niklas, 
der Herzogin obrister Schreiber, sein (des 
Erblassers) Oheim Bernhard, Forstmeister in 
Österreich, und sein (des Erblassers) Bruder 
Friedrich bei Chernertor. — Besiegelt mit dem 
Siegel a) des Ausstellers, b) Alberts des 
Herzogs puecharzt, c) Ulrichs von Iseneck, 
Passauer Offizials. — Geben ... an unser 
frauentag als sie geboren ward. 
Vidimus. 

4809 1354, Jänner 2j, Wien. 

Hainreich und Leutold die prüder von 
Potendorf verkaufen Gülten ze Chumersleins- 
torf . . . und datz dem Razzen an Stephan 
von Hohenberch an drey phennige umb zway 
und neunczich phunt Wienner phenninge. — 
Besiegelt von den beiden Ausstellern und deren 



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17 



Brüder Seibot, Ulrich und Wilhelm von Poten- 
dorf. — Geben ze Wienne . . . nächsten maen- 
tages vor unser vrowen tage der liechtmesse, 
Orig., Perg, (2^ X 40, Falte ^-5). Siegel i er- 
halten (Flg. 2)y 2, 3 und 5 Fragment, ^ abgefallen, 

4810 1357, •^"«^' ^*> ^i^^' 

Herzog Albrecht IL verordnet, nachdem 
er angesehen die gebresten, die die Nonnen zu 
St. Jakob zu Wienn haben gehabt um ihr 
burgrecht, a) daß die 3o Pfund Pfennig Gel- 
des Burgrecht, die Mergard selig weiland 
Rudolf wittib von St. Polten zu dem ge- 
nannten Kloster gegeben hat, bei demselben 
bleiben sollen, wie Mergards Brief aussagt, 
den Jans des Hörmändleins söhn jezund in- 
hat; sollte dieser brief von versäumung oder 
anderer sache wegen zu fremder band kom- 
men oder verloren werden, soll das Kloster 
davon keinen Schaden haben; b) daß alle an- 
deren Gülten des Klosters, es seien weingülten 
oder pfenninggeld, bei dem Kloster bleiben; 
erlauben die betreffenden Briefe ein Ablösen^ 
soll das Kloster sie abzulösen geben; sagen 
die betreffenden Briefe nichts vom Ablösen 
oder sind keine Briefe vorhanden, steht es im 
Belieben des Klosters, die Gülten abzulösen 
oder nicht, — Siegler der Aussteller, — 
Geben zu Wienn an St. Peters und Pauls 
abend der heiligen zwölf botten nach Christes 
geburde dreizehenhundert Jahr darnach in 
dem siben und fünfzigisten jähr. 

Inseriert in Nr, ^818. 

4811 1358, April 12, Wien, 

Herzog Albrecht II, erlaubt dem Kloster 
St, Marienzell, von dem Bauwein 14 Faß steuer- 
frei nach Wien einzuführen und im stiftlichen 
Hause daselbst zu verschenken, — Siegler 
der Aussteller, — Geben zu Wienn am 
pfingstag vor St. Tiburtii tag nach Christi 
geburt dreizehenhundert jähr darnach in dem 
acht und fünfzigisten jähr. 

Inseriert in Nr. 4815. — Lichnowsky 3, Nr. 2008. 

4813 135g, März 22, Königsfeld, 

Agnes wilent kunginn ze Ungern, welche 
von ihrem Vater chunig Albrecht säligen von 
Rom und von ihren Brüdern das Recht er- 
halten hat, mit all ihrem Gute nach Belieben 

Rcgcsten zur Geschichte der Stadt Wien. V. 



zu verfügen, verschafft 1500 mark silbers 
Wiener gewicht zu ihrem und ihrer vordem 
Seelenheil, Darunter: 100 Mark in den spital 
ze Wiene vor Werdertor vff der Augustiner 
hofstatt, daz unser lieber bruder gestift hant, 
damit man den dürftigen ir gewant besseren 
soll; . . . den frowen da ze Wiene ze sant 
Ciaren 3oo Mark silbers an ir buwe und daz 
och der frawen phrund davon gebessert wer- 
den und umb dieselben druhundert mark 
wollen wir, daz si die zehenden ze Gerharcz- 
dorf und ze Alptawe inne haben mit allen 
nuczen und rehten als wir si unczher gehabt 
haben und die uns gegeben sint für drizzig 
mut weizzen und drizzig mut habern oster 
mütte. — Besiegelt mit dem Siegel der Aus- 
stellerin und dem dez aptes von Wettingen . . . 
ze Kungsvelt in dem jar . . . druzehenhun- 
dert und nun und fünfzig jar an dem nähsten 
fritag nach sant Benedictus tag. 

Orig., Perg. (2^5 X 4^j Fa/fe 4.2), Beide an der 
an der Presset angehängte Siegel abgerissen. — Kirch- 
liche Topographie 11, 32 j. 

4813 i36o, Juni i3, Wien, 

Herzog Rudolf IV, bestätigt das Privileg 
seines Vaters für das Kloster St Jakob vom 
28, Juni i3sj (Nr. 4810), — Siegler der Aus- 
steller mit dem großen Siegel. — Zeugen: 
Adolf Erzbischof zu Salzburg, Legat des Stuls 
zu Rom; Paul Bischof zu Freisingen, Gott- 
fried Bischof zu Passau, Johannes bestätter 
bischof zu Gurk unser Kanzler; Bischof Ott 
von Chiemsee; bischof Ulrich von Seccau, 
bischof Peter von Lavent; des Ausstellers 
Oheime graf Albrecht von Görz, pfalzgraf in 
Kärnten; Graf Otto von Orten bürg; die Ge- 
treuen: graf Ulrich von Cili, graf Johannes 
von Pfannberg, Friedrich von Aufenstein, 
marschall und hauptmann in Kärnten, Fried- 
rich von Wallsee auf der Steuermarch ; Eber- 
hard von Wallsee, unser hauptmann ob der 
! Enns; Eberhard von Wallsee unser haupt- 
! mann in Steuer; Rudolf von Liechtenstein 
! camerer daselbst in Steuer; Ulrich von Stuben- 
I berg, Leudolt von Stadegg unser haubtmann 
I in Krain; Herman von Landenberg unser 
! landmarschall in Österreich, Heinrich von 
Haggenberg unser hofmeister, Johannes von 
I Prunne unser kammermeister, Pilgrim der 

3 



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Streun unser hofmarschall, Albert der Otten- 
steiner unser kuchelmeister. — Geben zu 
Wienn des sambstags vor St. Veitstage nach 
christes geburd tausend dreihundert jähr dar- 
nach in dem sechzigsten jar unsers alter in 
den einundzwanzigsten. 
Inseriert in Nr. ^8i8. 

4814 i363, Mai 23, Wien, 

Erzherzog Rudolf für den Kaplan der 
Stiborikapelle; vgl. Bd. /, Nr. 1006, wo irrig 
i366^ Mai 26 statt obigen Datums. 

4815 i36s, Jänner 30j Wien. 

Herzog Rudolf IV. bestätigt dem Kloster 
Marienzell das Privileg Herzogs Albrechts U. 
(Nr. 48 11) und erlaubt weitere vier Faß 
Wein steuerfrei nach Wien einzuführen, 
doch hat dafür das Kloster am Sonntag vor 
Allerheiligen^ so lange er lebt, für ihn seine 
Schwester Katharina und die anderen Ge- 
schwister ein meß und amt das genant ist 
umb hail der lebendigen zu singen^ und 
der Abt dem Konvent an diesem Tage eine 
pitanz mit Fischen zu geben. Nach dem Tode 
des Herzogs ist für ihn ein Jahrtag zu feiern. 

— Zeugen: Agapit von der Colump bischof 
ze Estulan, legat des stuls ze Rom unser 
lieber ohem; Paul bischof ze Freisingen; 
Albrecht bischof ze Passau, Johans bischof 
zu Brichsen, unser lieber fürst und canczler, 
Johans bischof zu Gurk und die edeln unser 
lieber ohem Graf Rudolph von Habspurk, 
graf Simon von Tirstain und graf Ott von 
Ortenburch und unser lieber getrewen Stephan 
von Meissaw obrister marschalh, Albrecht von 
Pucheim obrister druksecz, Haidenreich von 
Meissaw obrister schenk, Peter von Eberstorf 
obrister kamrer und Wilhalm der Chrewspek 
obrister Jägermeister in Österreich, Heinrich 
und Friedrich von Walsse und Drosendorf, 
Leutold von Stadekk, landmarschall in Öster- 
reich, Kadolt von Eckarczaw von Greut, 
Hainreich von Rappach, unser hofmeister, Nik- 
las der Schek, Chraft und Andre die Hauser. 

— Geben zu Wienn am pfingstag vor unser 
frauentag zu der liechtmeö nach Christi ge- 
burt druzehenhundert jar und darnach in dem 
fünf und sechzigisten jar. 



f Wir der vorgenannt herzog Rudolph 
schreiben disen brief mit der Unterschrift 
unsers selbs band f. 

Vidimus. — Lichnowsky ^ Nr. 638, 

4816 1365, November ig, Wien. 

* Bischof Gottfried von Passau bestätigt 
die Stiftung des Magisters Albert, Kanonikers 
von Passau^ Pfarrers in Gars und Arztes des 
Herzogs Albrecht HL — Datum Wienne die 
beate Elizabet anno domini millesimo tre- 
centesimo quinquagesimo sexto. 

Orig.y Perg. Das an der Presset angehängte 
Siegel fehlt. 

4817 i366, März 19, Wien. 

Jans herrn Otlen sun von Meynedorf 
seelig . . . chappelan gotsleichnam chappellen 
ze La verkauft mit Zustimmung seiner Schwe- 
ster Elspeten und deren Gemahles Jannsen 
des Haydens mit seines pergmaister hant . . . 
Jansens des Goltstains von Petzleinstorf . . . 
pergmaister . . . Annen hern Jansen wittib 
von Chunring von Seveld den von seinem 
Vater ererbten Weingarten (gelegen an dem 
undern Schofperg ze Dornpach des ein gantzes 
jeuch ist und haizzet der Teufel ze nast der 
geistlichen herren Weingarten von Perchtolcz- 
gadem, von dem man dritthalben emer weins 
ze perchrecht und drey wienner phennig ze 
voytrecht dient), dem Jörgen dem Waltzen, 
purger ze La und Cristinen seiner hausvrowen 
umb hundert pfunt phenning und umb newn 
phunt phennig alles wienner munsse. Die 
Käufer stiften mit dem Weingarten eine ewige 
Messe bei der Gottesleichnamskapelle in Laa 
und maister Albrecht di zeit obrister schul- 
maister ze sand Stephan ze Wyenn und 
pharrer ze La hat zu dieser ewigen Messe 
geben newn phunt wienner phennig, die auch 
liegent an dem egenanten Weingarten. — Be- 
siegelt mit Jansens des Goltstains von Pecz- 
leinstorf, . . . Jansens des Hayden, . . . Lucas 
des Pophinger') purgermaister ze Wyenn, . . . 
Leupolt des Poltzs statrichter ze Wyenn, . . . 
Friedrichs des Ruschlein des rats der stat ze 
Wyenne, . . . Hainreich des Würffei ') burger 



^) Die Lesung etwas unsicher wegen Stockflecken. 



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19 



ze Wyenn ... — Geben ze Wyenn . . . des 
nagsten phincztags nach sand Gedrawten tag. 
Oi^., Perg. (285 X 5/'5i F^^^ie 6). Alle Siegel 
abgefallen. 

4818 i36g, Juni 15, Wien. 

Herzog Albrecht IIL bestätigt die Privi- 
legien Albrechts IL und Rudolfs IV. für das 
St. Jakobskloster in Wien (Nr. 4810 und 4813). 

— Siegler der Aussteller. — Zu Wienn an St, 
Veitstage nach Christes geburde dreizehen- 
bundert jähr und darnach in dem neun und 
sechzigsten jare. — dominus cancellarius; 
comes Ukicus de Schaumberg; de Meissau 
marscalcus, de Liechtenstein magister curiae, 
Wehinger magister camerae. 

Vidimus. 

4819 i3jo, Dezember 5, Wien. 
Hainreich von Waltse von Drosendorf 

urkundet wegen einer Stiftung zu Ensches- 
velde. — Besiegelt i. vom Aussteller, 2. von 
seinem Oheim Heinreich von Liechtenekke, 
3. von Erchenger von Atzenprukk und 4. von 
Ulreich dem Neydekker ... — Geben ze 
Wienne ... an sand Nyclos abunde. 

Orig, Perg. (21-5 X 30'5, Falte 3). Siegel /, 
3 und ^ abgefallen, 2 Fragment an der Pressel. 

4830 i3^2, Februar 14, Wien. 

Thomas, Pfarrer zu Weitra, bekennt, daß 
er und Petrus, Bischof zu Marchoppel, gekauft 
haben zu Pillichsdorf auf 9 halben Lehen ge- 
stiften und behausten Gutes gg Hetzen Weizen 
und 3 Pfund 3 Schilling Wiener Pfennig 
Geld; ferner auf jeden halben Lehen ig Pfen- 
nig Geld für Käse und Eier und zu Weih- 
nachten von jedem halben Lehen ein Huhn 
oder 4 Pfennig; ^Jb Pfund und 4 Pfennig 
Geldes, gelegen auf 4 Hofstätten, auf 32 Joch 
32 Eimer Bergrecht und dritthalbe Pfennig 
Voigtrecht von jedem Joch; auf anderen 32 Joch 
von jedem Joch achthalbe Pfennig Voigtrecht. 

— Peter hat seinen Teil zur St. Leonhards- 
kapelle im Augustinerkloster zu Wien in dem 
kreuzgang, da er begraben liegt, geschaft 
und ihn (Thomas) zum Vollstrecker seines 
letzten Willens eingesetzt. Als solcher bestimmt 
er nun auf rath . . . Heinreichs pfarherrn 
zu Tulln, Johannsen von Tyrna huebmeister 
in Österreich und Johannsen des Pfundt- 



maschen des raths der Stadt zu Wien, den 
der vorgenannte bischof Peter sein geschäft mit 
samt Thomas auszurichten befohlen hat, daß 
der ganze oben angeführte Besitz in Pillichs- 
dorf an das Augustinerkloster in Wien fallen 
solle, wofür täglich für beider Stifter und ihrer 
Verwandten Seelenheil in der St. Leonhards- 
kapelle eine Messe zu lesen und zwei Jahr- 
tagej den einen am Freitag in der Quatember- 
woche in der Fasten, den anderen am Freitag 
nach Maria Geburt zu halten ist: an beiden 
Tagen wird den Konventualen ihre Pfründe 
aufgebessert, am zweiten Jahrtage sind durch 
das Kloster zu St. Klara zwei Minoriten- 
brüder zu Tische zu laden. Die Äbtissin von 
St. Klara hat das Aufsichtsrecht über diese 
Stiftung; erfüllen die Augustiner die Bedin- 
gungen nicht, geht die Stiftung an das St. 
Klarakloster über. — Besiegelt von i. dem Aus- 
steller, 2. Heinrich Pfarrer zu Tulln, 3. Johann 
von Tyrna und 4. Johann dem Pfundmaschen. 
— Geben zu Wien . . . des samstags in den 
ersten vier tagen in der fasten. 

Kopie des ausgehenden 18. Jahrhunderts. — Am 
2. April iy6^ stellte der Konvent einen Stiftbrief dar- 
über aus. — Lind in ^Berichte und Mitteilungen des 
Altertums-Vereines ^m Wien* 5, i3y. 

4831 i3^4, November 3o, Wien. 

Wolfgankch von Waltsee von Drosen- 
dorf und Ulreich von Waltsee sein vetter, 
seins prüder sun hern Hannsen seligen von 
Waltsee, Urkunden für die Kirche ze Engel- 
schalichsvelde wegen einer ewigen Messe. — 
Besiegelt mit mein obgenannten Wolfgangs 
insigl von Waltse und mit unsers vettern 
insigil herrn Hainreichs von Waltse von Ens 
und mit unsers oheims insigil herrn Wolf- 
gangs von Winnden . . . wannd ich obge- 
nannter Ulreich von Waltse selber noch nicht 
aigens insigil han. — Ze Wienne ... an 
sand Andres tag des zwalefpoten. 

Orig., Perg, (i8'2 X ^'2, Falte 58), Siegel i 
und 2 abgefallen, Siegel 3 in ungefärbter Schüssel an 
der Pressel (Hg. 3). 

4833 13^5, März 27, Wien. 

Chadolt von Ekartsau der elter bekennt, 
dem convent gemain der minor brüedern zu 
Wienn und ihren schaffer, der er selber 

3* 



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jezund durch irer fleissigen bitt willen ist, 
sein rechtes Eigen gewidmet zu haben^ nämlich 
ein pfund pfennig geldes gelegen zu Ringen- 
dorf auf einem ganzen leben bebausts guts, 
da zu den Zeiten der Scbrautel aufgesessen 
ist und 7 pfund Wiener pfennig gelds zu 
Erlach bei Azkenstorf gelegen auf behausten 
gut und überlend, die auch aigen seindt, und 
die die hernach benannten holden dienen: 
Dietrich der Plankh von einem ganzen leben 
6 Schillinge Mört der Weinberger und sein 
bruder von einem lehen 6 Schilling, Fried- 
rich, Philipp, Ulrich der Pauseydel, der Pen- 
zinger, Wolfl der Lederer, Ortolph der Ma- 
gueer (!) und Dietl der Krembser jeglicher 
von ainem halben lehen 3 Schilling, Seydel 
der Mayr und der Merword Eberl ingleichen 
von einem halben lehen ein halb pfund; 
Dietl der Weinberger von einem halben lehen 
überlend ain halb pfund und auf den vor- 
genannten lehen 20 käs, deren jeglicher 
4 pfennig werth sei und 6 Faschinghennen 
und 60 Eier; auf 12 Krautgärten, die zu den 
genannten lehen gehören 68 Pfennig; auf 11 
ganzen sätzen Weingarten gelegen bei dem 
Lotersteig ain halb pfund und 20 pfennig 
geldes, auf 8 sätzen Weingarten gelegen gegen 
der mül in dem inpfatz (!) 29 pfennig gel- 
des; auf Hofstätten: Andre der Payr von 
einer hofstatt i3 Pfennig, Dietel der Wein- 
berger und Bernhard der Pinter ingleichen 
von einer hofstatt 25 Pfennige Niclas Dröschl 
von einer hofstatt 10 Pfennig. Für diese 
Gülten sollen die Minoriten zu seiner Vor- 
fahren, seiner verstorbenen Gemahlin Kuni- 
gunden von Chapell und seinem Seelenheile 
einen Jahrtag halten in der Kapelle, u^o er sein 
Grab gewählt hat, wozu er auch eine Messe mit 
So ff und Wiener Pfennig gestiftet hat; von den 
obigen 8 Ff und Gülten sind zu dem Jahrtage 
um 2 Ff und Ffennige Wachs zu kaufen sowie 
um 5 Ffund Hausen zur Aufbesserung der 
Kost der Brüder, endlich ist in der Kapelle 
ein ewiges Licht zu brennen, — Besiegelt mit 
des Ausstellers, seines bruders Chadolts von 
Eckertsau des Jüngern und seines vetters insigl 
Ulrichs von Eckertsau. — Geben zu Wienn . . . 
den nächsten ertag vor mitterfasten. 
Vidimus. 



4833 1875, August 10. 

Chadolt von Eckertsau der elter ur- 
kündet mit den brief urab die zweien altar, 
die er in seiner capellen daz den mündern 
brüdern zu Wien bei der porten gestiftet hat, 
einen in ehrn sanct Thomas des zwölfpotten 
mit einer ewigen Messe und den andern in 
ehrn sanct Sigismunds, den er aber noch 
nicht dotiert hat; er bestimmt für letzteren^ wie 
seinerzeit für den St. Thomasaltar, 80 Pfund, 
welche Summe, sollte er früher sterben, seine 
Erben innerhalb vier Wochen nach seinem 
Tode auszahlen sollen; er bittet den Herzog 
zu sehen, daß diese Bestimmung erfüllt wird. 

— Besiegelt mit des Ausstellers, seines Bru- 
ders Chadolt von Eckertsau des jungem und 
seines vetters insigl Ulrichs von Eckertsau. 

— Geben an sanct Laurenzentag. 

Vidimus. — Und in ^Berichte und Mitteilungen 
des Altertums-Vereines {"m Wife«» 5, i3y. 

4834 iSyj, Juli 29, Wien. 

Janns der Derr und Andre der Derr sein 
prüder schenken der Kartause Mauerbach 
ihren Hof zu Lewtzesprunn samt Zugehör. 

— Besiegelt mit den Siegeln der Aussteller, 
ihrer vettern Jörgen des Derrn und Andres 
des Derrn und ihres Oheims Jannsens des 
Ydungspeuger. — Geben ze Wienn . . . des 
nasten mytichens vor des heyligen herrn 
sand Stephans tag im snit. 

Orig., Perg. (18 X 33^ Falte 45). Siegel i ab- 
gefallen y 2, 3 und ^ erhalten, 5 Fragment. Vgl. 

4835 1378, Mai /, Wien. 

Die Herzoge Albrecht und Leopold bestäti- 
gen Friedrichs Brief von 1S2J, Juni 20, Wien 
(Nr. 47^7), den sie in latein geschrieben zw 
tewsch verkheren hiessen. — Zu Wienn an 
sand Philips und sand Jacobstag nach Christi 
geburd dreytzehenhundert jar und darnach in 
dem acht und sybentzigisten jare. 

Kopie des 18. Jahrhunderts. — Lichnowsky ^ 
Nr.* 1 3 56 (vgl. Nr. Siy6). 

4836 1879, März II, Wien. 

Agnes, Cholmanns des Sebekchen haus- 
vrow, verkauft ihr zu Gors gelegenes, der 



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Pfarre daselbst mit 12 Pfennigen dienstbares 
Haus um 10 Pfund Pfennige dem Haiden- 
reichen von Meissaw. — Besiegelt von Chol- 
mann dem Sebekchen und von dem Oheim 
der Ausstellerin HsLinreich dem Dachpekkh . . . 
— Geben ze Wienn . . . des nästen freytags 
vor sand Gregorii tag. 

Orig.y Perg. (16 X i3y Falte 3-^)y mit J^wei stark 
abgenützten Siegeln. 

4837 i38o, Jänner 14, Wien. 

Heidenreich von Meissau, oberster Schenk 
und Landmarschall in Österreich, und Anna 
seine Hausfrau statten ihre Stiftung, die 
Karthause in Aggsbach, mit Gütern aus. — 
Besiegelt mit den Siegeln des Ausstellers, 
seiner Söhne Leutold, Hans und Jörg, seines 
Bruders Ulrich, seines Vettern Wemhart, ober- 
sten Marschalls in Österreich, und Konrad. — 
Geben ze Wienn ... an dem achten tag nach 
dem heiligen Prehemtag. 

Vidimus des Rektors der Karthause Aggsbach Au- 
gustin Damaser aus ij66. — Afarian, Geschichte der 
ganzen österreichischen Clerisey 9, 203 — 207. 

4838 i38o, Dezember 20. 

Eva Ekcharts witib von Retz stiftet in 
der pharrkirchen ze La einen Jahrtag. — 
Besiegelt von der stat ze La und mit den In- 
siegeln des herrn Stephans des Leytner und 
herrn Thomans des Swßmleins zu den zeiten 
paid des rates der stat ze Wienn. — Geben 
... an sant Thomans abent des zwelif- 
poten. 

Orig, Perg. (215 X ^07, Falte ^'3). Siegel ab- 
gefallen, 

4839 1384, Februar i, Wien. 

Niclas der Drotlauf burger zu Wienn ver- 
kauft Margarethen der Schnurbeckin mei- 
sterin und dem convent gemain des geistlichen 
frauenclosters da zu sand Jacob auf der Hülmb 
sein rechtes Eigen um 250 Ffund Wiener 
Pfennig, nämlich: a) 11 Mut und 20 Metzen 
Weizen sowie 12 Schilling 20 Pfennig zu 
Herzogbierbaum auf behausten Gütern: Lien- 
hard der Schwab von 'I2 Lehen 24 Metzen 
und fünfthalben und dreissig pfennig; Mendel 



der Nagel von 'js Lehen 24 Metzen Weizen 
und fünfthalben und dreissig pfennig; Niclas 
der Schalhaß, Dunkl der Nagl, Pilgram Wölf- 
leins söhn, Jans der Schmid, Jans der Mayr, 
Jans Schalhaß, Mert Schalhaß und Andre der 
Kren von je ^[2 Lehen einen Mut Weizen und 
fünfthalben und dreissig pfennig; Denkl der 
Nagel von ^jg Lehen fünfthalben und 3o pfen- 
nig und I Mut Weizen; Niclas der Splendt 
von ^jg Feldlehen ij Metzen Weizen; Lindel 
der Schwab und Niclas der Mert jeder von 
7^ Feldlehen S^jg Metzen Weizen; b) 6 Schil- 
ling 16 Pfennig gelegen daselbst zu Herzog- 
bierbaum auf Hofstetten, und zwar Michael 
der Nagel dient von i Hofstatt 34 Pfennig, 
Janns auf der Lacken ebenso, Ulrich Dro- 
findheit (?) von i Hofstatt 12 Pfennig; Con- 
rad der Amtmann von Krel (?) 8 Pfennig von 
einem Weingarten; Conrad derGastgeb 6 Pfen- 
nig von einem Weingarten; Niclas der Schwarz 
4 Pfennig von ^J4 Weingarten; Niclas Ebran 

3 Pfennig von ^ji Weingarten und 15 Pfennig 
von einem Acker; Mert der Schalhaß 10 Pfen- 
nig von einem Acker; Paulin die Mertin 

4 Pfennig von einem Joch Acker und Ulrich 
Ebran 4 Pfennig von einem Joch Acker; c) den 
Dienst von Krautgärten. — Besiegelt mit dem 
Siegel des Ausstellers, des Jörgen bei dem 
brun des rats der stat zu Wienn und Niclas 
von der Schebnitz, seines Eidams und Bür- 
gers von Wien. — Geben zu Wienn ... an 
unser frauen abend zu der liechtmeß. 

Vidimus. 

4880 1384, November 26, Wien. 

Jacob der Goldstain und sein Sohn Kon- 
rad verkaufen mit ihres Bergherrn Hansen 
comiter der zweien häuser zu Lach und dazu 
sanct Johanns in der Cärnerstraßen zu Wien, 
und ihrer Bergfrau Clara der Reychnün ab- 
tissin da zu sanct Clara zu Wien Händen^ 
ihren Weingarten zu Grinzing in der Ar- 
noltsau, der ein sechstheil eines jeuchs ist 
und heisset die peint, zunächst dem Wein- 
garten der Minoriten zu Wien gelegen, wovon 
man zu sant Johann in der Cärnerstraß zu 
Wienn ein stauf weins zu bergrecht und ein 
sechstail eines orts zu voytrecht und nach 
St, Klara ein sechstail eines eimer wein und 



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sibenthalbe Wiener pfennig und ain sechstail 
eines pfennings zu pergrecht und ein sechs- 
tail eines pfennings zu voigtrecht dient, um 
25 Pfund Pfennig dem Valentin dem Rayd- 
lein, der Minoriten in Wien Schaffer, der 
auch ein ander sechstail Weingarten dabei 
gelegen gekauft hat für die genannten Mino- 
riten zu einem ewigen Jahrtag um 40 Pfund 
Pfennig für frau Margaretha die Pölsin. — 
Besiegelt mit des Grundherrn und der Grund- 
fr au sowie Petern des Hadmans von Nuß- 
dorf insigl. — Zu Wien ... des negsten 
sambstags nach sant Catharinae tag der hei- 
ligen Jungfrauen. 
Vidimus. 

4831 1887, März 3o, Wien. 

Haug Hipp maister Albrechten seligen 
swester sun und Chlara sein hausvrovr per- 
kaufen mit ihres lehensherren hant des ... 
herczog Albrecht . . . ihr Lehen dritthalb 
phunt und zwanczig phennig Wienner raünzz 
gelts gelegen ze Aychastauden auf vier halben 
lehen, um 22 Pfund Wiener Pfennige an 
Friedreich . . . pharrer ze Gars. — Besiegelt 
von dem Aussteller und mit des erbern manns 
insigl herrn Paulen des Holzchouffel zu den 
Zeiten des rats der stat ze Wienn ... — 
Geben ze Wienn ... an dem palmabend. 

Orig., Perg. (j8'5 X 26S^ Falte 3'$), mit :{wei 
Siegelfragmenten . 

4833 1387, März 3i, Wien. 

Herzog Albrecht macht dem Friedreich 
pharrer zu Gors die von diesem von Haugen 
Hippen burger zu Wienn gekauften dritthalb 
phunt und czwanczig phennig wienner munss 
gelts gelegen ze Aichenstauden auf vier hal- 
ben bestiften lehen, die landesfürstliche Lehen 
sind, zu freiem Eigen, damit Friedreich sie 
zu einer Stiftung in sand Symon cappeln an 
dem markt ze Gors verwende. — Geben ze 
Wienne an dem palmtag nach Christs gepurt 
dreuczehenhundert jar darnach in dem siben 
und achczigisten jar. 

Orig., Perg. (17 X 355, Falte 45). Siegel fehlt. 

4833 i388, Jänner 23, Wien. 

Johann, Bischof von Gurk, Vormund des 
Grafen Heinreichs und graf Johann Mein- 



harts von Gorcz gibt in die Oblay des Stiftes 
Klostemeuburg Zehente im Tullnerfelde, damit 
für Graf Meinhard von Görz, seine Vorfahren 
und Nachkommen ein Jahrtag gehalten werde. 
— Siegler der Aussteller. — Geben ze Wienn 
am phincztag vor sand Paulstag der beche- 
rung anno domini millesimo trecentesimo 
octuagesimo octavo, 

Vidimus. — Fischer, Merkwürdigere Schicksale 2, 
Nr. 184. 

4834 i388, Dezember 16, Wien. 

Stephan der Sürich bürger zu Wienn 
stiftet durch seines Bergherrn Ulrich des 
Pokhen prior zu den predigern zu Wienn 
Händen zu den minorn brüdern zu Wienn 
für einen Jahrtag und auf ein ewiges Licht 
von unsers herrn marter in chor sein lediges 
Erbgut, einen Weingarten gelegen zwischen 
Prunn und Perchtolstorf und haisset der Beiß 
und stosset auf Prunner pach, davon man 
den Predigern 3 Eimer Weins Bergrecht und 
3 Wiener Pfennig Vogtrecht dient. — Besie- 
gelt, da der Aussteller kein Siegel hat, mit 
den Siegeln des Grundherrn und Friedreichs 
des Dietmans purger zu Wienn. — Zu 
Wienn . . . des nechsten mitwochens nach 
sant Luciae tag der heiligen Jungfrauen. 

Vidimus. — Vgl. Maurer in € Berichte und Mit- 
teilungen des Altertums-Vereines ^u Wien» 26, ^6. 

4835 1390, Oktober 2, Wien. 

Herzog Albrecht gewährt seinem Kaplan 
Friedrich, Pfarrer zu Gars, all sein Hab und 
Gut auf die Stiftung einer ewigen Messe in 
sand Symons kapellen ze Gors und andern 
gotzdienst zu verwenden. — Siegler der Aus- 
steller. — Geben ze Wienn an suntag nach 
sand Michelstag nach Kristes gepurd drew- 
czehenhundert jar darnach in dem newnczgi- 
sten jare. 

Unter der Falte: dominus dux per se et 
dominus Stephanus de Lachsendorf. 

Orig., Perg. (i§-3 X 2p 5, Falte 4:5). Siegel ab- 
gerissen. 

4836 1393, Februar 6, Wien. 

Hans von Meissau verzichtet auf alle 
seine Rechte an einem Hause in Gars, welches 
Pfarrer Friedrich von Gors zur Stiftung einer 



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23 



ewigen Frühmesse verwenden will. — Siegler 
der Aussteller. — Geben ze Wienn an sannd 
Dorothentag. 

Orig., Perg. (165 X 27» ^^^^^ fS)- -^'' •^'«^'- 
fragment. 

4837 1895, Juli /, Wien. 

Chunrat der Varichaimer von der Newn- 
stat und Magdalena sein hawsfraw verkaufen 
ihren Weingarten ze Praitensee in dem Gern 
des fünff viertail sind, zenechst Niclas Wein- 
garten des Poten aydera von Ottakrinn dem 
Petrein dem Dennkchlein und seiner haws- 
frawn Elzpeten um 32 Pfund Pfennig mit 
der Zustimmung der Bergfrau swester Jo- 
hanna von Sunnberg zu den zeiten abttessin 
dacz sand Chlarn ze Wienn. — Besiegelt 
vom Aussteller und von Kristan Platner pur- 
ger ze Wienn ... — Geben ze Wienn . . . 
des nechsten phincztages nach sand Peters 
und sand Pawls tag der zwelifpoten. 

Orig., Perg. (i3 X 32, Falte 3), Siegel abge- 
fallen. 

4838 /5p5, August 26, Wien. 

Ulreich von Waltsee des . . . herczog 
Wilhelms ze Osterreich etc. hofmaister gibt 
der pharrkirchen ze Engstesveld wegen der 
ewigen Messe einen Brief besiegelt mit 
seinem Siegel und mit dem seiner vettern 
insigiln . . . Hainreichs von Waltsee und . . . 
Rudolfs von Waltsee diezeit lanntmarschalich 
in Österreich ... — Ze Wienn . . . des 
nechsten phincztags vor sand Gilgentag. 

Orig.. Perg. (25 X 36'5, Falte 6). Alle drei 
Siegel abgefallen. 

4839 1398, März 10, Wien. 

Herzog Albrecht bestätigt den Spruch des 
Landmarschalls in dem Streite zwischen Fried- 
reich von Gors unserm rat und Casparn von 
Waltreichs von ains halben phunt phennig 
gelts wegen. — Geben ze Wienn an suntag 
als man singet Oculi mei in der vasten anno 
domini millesimo trecentesimo nonagesimo 
octavo. Dominus dux in consilio. 

Rückwärts aufgedrücktes Siegel unter 
Papierdecke; vgl. Sava, Siegel 212. 

Orig,, Perg. (ip'S X 2&s). 



4840 1400, Februar 20, Wien. 

Maister Andre . . . des . . . herczog Al- 
brechts ze Osterreich etc. koch und Kuni- 
gund sein hausfraw verkaufen mit der grunt- 
frawn band der . . . swester Dorothen vom 
Gerlas . . . maistrinn und des convents ge- 
main des klosters zu sand Jacob auf der 
Hulben ze Wienn ihren akcher gelegen in 
dem Reynsperg des newn viertail Weingartens 
sind gewesen zenegst Frenczleins Weingarten, 
davon man jährlich dient unserer Frawn altar 
gelegen ... zu sand Jacob ... 72 Wiener 
Pfennig zu Grundrecht um 20 Pfund Wie- 
ner Pfennig dem Hainraichen dem Trat- 
wender . . . pharrer zu sand Ulreich bei 
Wienn. — Besiegelt mit der lehenfrawn in- 
sigln swester Dorothen vom Gerlas maistrinn 
dacz sand Jacob und des convenls daselbs. 
— Ze Wienn . . . freitags vor sand Peters tag 
als er ze Rome auf dem stuel gesaczt wurde. 

Orig., Perg. (23 X 37, Falte 4). Beide Siegel 
abgefallen. 

4841 i4oiy September 11, Wien. 

Bertold Bischof von Freisingen und sein 
Vetter Leupolt von Wehingen erbauen im 
Kreuzgange des Stiftes Klosterneuburg eine 
Kapelle mit zwei Altären und stiften auf 
jedem derselben eine Messe. — Siegler die 
Aussteller. — Geben ze Wienn an sunntag 
nach unser frawen tag Nativitatis Marie. 

Viäimus. — Fischer, Merkwürdigere Schicksale 
des Süßes und der Stadt Klosterneuburg 2, Nr. 188, 

4843 1404, Februar 5, Wien. 

Maister Antony des Herzogs von Öster- 
reich Wundarzt stiftet zu seinem Seelenheile 
eine tägliche Messe auf dem Allerheiligenaltare 
in der St. Michaelspfarrkirche mit von den 
von Pyrra gekauften landesfürstlichen Lehen, 
welche der Herzog der genannten Messe 
geaignet hat^ nämlich: 56 Eimer und drit- 
halb virtail weins bergrecht pergmasse, da 
ain emmer bringt fünf virtail Übermaß; 
S 6 Wiener Pfennig und dritthalbat gelts voygt- 
recht alles gelegen ze Perchtolzdorf an dem 
Obern Lintperg in der Summerhagenau, in 
der Winderhagenau und in der niedrn Hagen- 
au, in der Künegundperg und sunderlich 



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auf zwain Weingarten am Prunnerperg und 
bei dem Hüttlein; 25 Wiener Pfennig Berg- 
recht zu Perchtolztorf. Zum ersten Kaplan 
ernennt er den Priester Fabian, Lehensherren 
sollen sein seine nächsten Erben, nach deren 
Aussterben der Kirchmeister von St. Michael; 
sollte dieser die Kaplanstelle acht Tage un- 
erledigt lassen, Bürgermeister und Rat der 
Stadt Wien. — Besiegelt mit dem Siegel des 
Stifters, Stephan des Leutner, Jörgen von 
Nikolspurchk und Friedreich des Dytrams 
purger zu Wienn. — Ze Wienn . , . des näch- 
sten eritag nach unser Frauentag ze den Licht- 
messen. 

Vidimus. 

4843 1407, März 3, Wien. 

Wilbirig von Dachsperg und Dorothea 
von Liechtenstain baid geborn von Kapellen 
Urkunden im Sinne des Testaments ihres Va- 
ters Eberhart von Chapellen für die Ffarre 
Fridreichspach. — Besiegelt mit der Aus- 
stellerinnen und mit ihrer lieben frewnt in- 
sigiln hern Otten von Meyssaw . . . und herrn 
Leupoltes von Ekkartzaw ... — Geben ze 
Wienn . . . des phincztags ze mittervasten. 

Orig., Perg. (166 X 38 5, Falte S'5)y die an der 
Pressel angehängten Siegel abgefallen. 

4844 140/, Dezember 10, 

Die Brüder Hans, Mert und Christof 
von Rappach teilen die von ihren Eltern 
Christof und Chrisentzen ererbten Güter so, 
daß Christof von Rappach den satz in dem 
Ennsthal zu Walkenstain, Hans den satz zu 
Chlaun, den Besitz in Steiermark und das 
guet an der Etsch, das von ihrer Mutter her- 
kommen ist, nebst 400 Pfund Wiener Ffennig 
erhält, darum Christof von Rappach den 
Weingarten gelegen an den Nussberg ver- 
kauft hat; Martin erhält Aichaw und alle 
anderen Güter in Österreich, ausgenommen 
das Haus zu Wien und die i§ ^/g Ff und Wie- 
ner Pfennige, die ihr Vater zu einer Messe 
und zwei Jahrtagen hincz den mündern brü- 
dern zu Wienn geschaft hat auf dem dorf 
zu Pentzing, wovon die drei Brüder Erbvögte 
sind; die Überteurung über diese 15 'I2 Pfund 
gehört ebenfalls Martin, — Besiegelt mit den 



Siegeln des Hans und Mert von Rappach und 
Leopolten von Eckartsau. — Geben . . . 
sambstags vor sant Luczen tag. 
Vidimus. 

4845 140S, November 2j, Wien. 

Herzog Leopold bekennt für sich und 
seinen vettern herczog Albrechten, den wir 
ynnhaben und der zu seinen jaren nicht 
komen ist, daß er den Erasmus Reintaler 
zum Pfarrer von Hainburg gemacht hat und 
um der Verdienste seines Vetters Ernst Awer 
unsers Schreibers die Erlaubnis gegeben hat, 
im Pfarrhofe zu Hainburg Eigenbauwein 
ohne Umgeld zu bezahlen, ausschenken zu 
können. — Ze Wienn an eritag nach sand 
Kathrein tag nach Cristi gepurde vierczehen 
hundert jare darnach in dem achten. — Unter 
der Falte rechts von anderer Hand: dominus 
dux in consilio praesentibus magistro Cun- 
rado Neidegker et Tibold Floyt. 

Orig., Perg, (185 X 30'5, Falte 57). Siegel 
abgefallen. — Maurer, Geschichte der landesfürstlichen 
Stadt Hainburg, 5. /05. 

4846 1412^ August 10, Wien. 

Herzog Albrecht V. bestätigt den Tausch 
von Zehenten usw. zwischen seinem Kanzler 
Andreas Pfarrer zu Gors und Ott von 
Meyssaw. — Geben ze Wienn an sant Lau- 
renczentag nach Kristi gepurd vierczehenhun- 
dert jar darnach in dem zweliften jar. — 
Unter der Falte von gleicher Hand: domi- 
nus dux. 

Orig.y Perg. (i3 X 252, Falte 3). Das an der 
Pressel angehängte Siegel abgeschnitten. 

4847 141 3, Februar 24, Wien. 

Herzog Albrecht V. bestätigt der Karthause 
Mauerbach ihre Freiheiten. — Besiegelt mit 
dem Siegel des Ausstellers. — Geben ze Wienn 
an sant Mathias tag der heiligen zwelifboten 
nach Cristi geburd vierczehenhundert jähr 
darnach in dem dreyzehenden jare. 

Transsumpt; vgl. Nr. ^Syi. — Lichnowsky ^ 
Nr. i38o. — Wiedemann, a. a. O., S. 97. 

4848 1414, August /p, Wien. 

Leopolt von Eckartzaw verkauft Wein- 
und Getreidezehent zu Lynndenberg, landes- 



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fürstliches Lehen^ der Stadt Eggenburg, welche 
damit ein Frühamt in der Pfarrkirche stiftet. 
— Besiegelt mit dem Siegel i. des Ausstellers, 
2. seines Vetters Kadolten von Eckertzaw und 
5. des erbern knechten Hannsen des Gottes- 
prunner, her:{Ogl. kleinen schenkhen. — Geben 
zu Wienn am suntag nach unser frawentag 
assumpcionis. 

Orig,, Perg. (1^-7 X ^^7» P'^^te t6). Siegel ab- 
gefallen. 

4849 1414, August ip, Wien, 

Herzog Albrecht verzichtet auf die Lehen- 
Schaft des Getreide- und Weinzehents zu Lynd- 
berg, welchen die Stadt Eggenburg von Leu- 
polten von Ekhartzaw gekauft hat. — Geben 
ze Wienn an sunntag vor sant Bartholoraes- 
tag. — Unter der Falte rechts von gleicher 
Hand: dominus dux in consilio. 

Orig.y Perg. (i^3 X 27, Falte ^3). Siegel ab- 
gefallen. 

4850 141 5> März ly, Wien. 

Herzog Albrecht verbietet, Mauerbacher 
Untertanen einzuziehen oder zu pfänden. — 
Geben ze Wienn an sunntag Judica in der 
vasten anno domini etc. quadringentesimo 
quintodecimo. — Unter der Falte rechts von 
gleicher Hand: dominus dux in consilio. 

Orig., Perg. (185 X 33'5, Falte ^8). Siegel 
abgeschnitten. — Wieäemann, a, a. O., S. py. 

4851 14159 Juni 24, Wien. 

Chunrat der Strasser, den man nennt 
Gengel, des Herzogs Kellerschreiber, gibt 
mit banden und willen Wernharten des Haw- 
gen, burgermaister ze Berchtoltzdorf, als Berg- 
herrn der Pfarre Berchtoldsdorf, und mit 
banden und willen Hannsen des Voytsperger 
pfarrer ze Berchtoltzdorf seinen Weingarten 
genannt der Durchlang gelegen in dem nidern 
Hedreinsperg der drew rehel sind, zenagst 
Niclasen Weingarten der Lebel und zur ge- 
nannten Pf arre jährlich einen Eimer Bergrecht 
dient, dem Stifte St. Dorothe zu Wien, behält 
sich aber den lebenslänglichen Nutzgenuß vor. 
Er hat diesem Stifte bereits 100 ff und Pfennig 
übergeben, damit die Chorherren an seinem 
Todestage einen Jahrtag halten und in iren 

Rcgcstcn zur Geschichte der Stadt Wien. V. 



messen und in andern gebeten seiner gedenken. 
— Besiegelt mit des egenannten pergmaister in- 
sigel, da der Aussteller kein eigenes Siegel hat, 
und mit des Niclasen Weispacher burger hie 
ze Wienn. — Geben ze Wienn an sant Johans 
tag ze sun wenden. 
Vidimus. 

4853 141S, Juli 4, Wien. 

Christof, Hans und Mert gebrüder von 
Rappach geben den mündern brüdern zu Wienn 
12 Pfund Pfennige gelegen in ihrem dorf zu 
Pentzing auf behausten gut und auf überländ 
zu einer täglichen Messe und zwei Jahrtagen 
für ihrer Vorfahren und Nachkommen Seelen- 
heil auf unsern altar, den weilant unser lieber 
ahn herr Hainreich von Rappach in . . • 
ihren doster gestift hat zu Ehren des hei- 
ligen Christof und zu seinem, seiner Vor- 
fahren und seiner Hausfrau Katharina Seelen- 
heil, bei unsers uren seeligen begräbnus, und 
da auch derselb unser ahn seeliger begräb- 
nusse hat, gelegen vor sanct Ludwigs capel- 
len; würden der Stifter Erben die 12 Pfund 
vorenthalten, so sollen sich die Minoriten an 
den Herzog oder wer sein gewalt hat, um 
Abhilfe wenden. — Siegler die Aussteller und 
Hanns von Neydeck. — Geben zu Wienn . . . 
des nechsten montags nach sant Peters und 
sant Paulstag der zwelifpoten. 

Vidimus. — Salvadori, Die Minoritenkirche und 
ihre älteste Umgebung^ S, 82. 

4853 1418, August 22, Wien. 

Herzog Albrecht eignet der Karthause 
Mauerbach die von derselben dem Jakob dem 
Sebeckhvon Rapotenkirchen abgekauften Gül- 
ten zu Pawngarten auf dem Tullnerveld. — 
Geben ze Wienn an mentag vor sand Ber- 
telmes tag nach Kristi gepurde vierczehen- 
hundert jar darnach in dem achczehenten 
jar. Unter der Falte von gleicher Hand: 
dominus dux in consilio. 

Orig., Perg. (i3 X 26, Falte ^-5). Siegel abge- 
9chnitten. 

4854 141S, September i, Wien. 

Pilgreim von Puchaim, landmarschalich 
in Osterreich, urkundet für die Pfarrkirche 



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in Roseidorf. — Besiegelt vom Aussteller. — 
Geben ze Wienn an sand Gilgentag. 

Ong., Perg. (p2 X ^57, Falte 33). — Siegel- 
fragment an Pressel. 

4855 ^4^9f Juni i6, Wien. 

Hans Füllensackh verkauft an Sigharten 
pfarrer zu Mistlbach und korherr zu sanct 
Stephan zu Wienn und der ganzen gemain 
daselbs zu Mistlbach einen Zehenten in Mistel- 
back, der von Hertlein von Liechtenstein zu 
Lehen rührt, um jj Pfund Wiener Pfennig, 
damit sie ihn zum St, Johannisaltar in der 
Pfarrkirche zu Mistelbach legen. — Besiegelt 
mit dem Siegel des Verkäufers und des Tho- 
man Hager. — Geben zu Wienn . . . des 
negsten freytags nach sanct Veitstag. 

Kopie. 

4856 1420, März II, Wien. 

Herzog Albrecht V. bestätigt auf Bitten 
Andreen pfarrer zu Gors herzoglichen Kanz- 
lers, dem Kloster St. Dorothe zu Wien, zu 
welchem der halbe Weingarten genannt der 
Kessler gelegen an dem Brunnerberg von 
weiland Andreas von St. Petersfreithof, her- 
zoglichen kellermeisters geschäfts wegen ge- 
kommen ist, den Besitz des anderen halben 
Teiles dieses Weingartens, welchen das Stift 
um 200 Pfund Pfennig gekauft hat. — Sieg- 
ler der Aussteller. — Geben zu Wienn am 
montag nach Oculi in der fasten nach Christi 
geburt vierzehenhundert jar darnach in dem 
zwainzigsten jare. — dominus dux per se 
praesente domino Jo. de Puch. 

Vidimus. — Vgl. Bd. III, Nr. 2840. 

4857 1420, Mai 18, Wien. 

Herzog Albrecht V. bestätigt die ins Deut- 
sche übersetzte Gründungsurkunde K. Fried- 
richs von Mauerbach. — Besiegelt mit dem 
großen fürstlichen, angehangen insigl. — 
Geben . . . ze Wienn an samstag nach unsers 
herrn auffartsag nach Kristi gepurd vierczehen- 
hundert jar darnach in dem zwainczigisten jare. 

Origy Perg. (85 X 7^» ^^'^^ 45^- ^i^g^^ einge- 
rissen. — Vgl. Bd. III, Nr. 2p36 und Wiedemann in 
€ Berichte und Mitteilungen des Altertums -Vereines ^u 
Wien» i3, 70, Anm. 2. 



4858 1420, Mai 21, Wien. 

Maister Perichtold von Wasl . . . des . . . 
herczog Albrechts . . . pucharzt . . . gibt mit 
purkchherrn banden des . . . hern Hertneids 
von Pottendorf . . . sein Haus in der Stadt 
Zwettl am Neunmarkt nach der Pfarre zu Alt- 
pölla. — Besiegelt i. von dem Aussteller, 2. von 
Hertneid von Pottendorf und 3. Os walten den 
Oberndorffer diezeit huebschreiber ze Oster- 
reich. — Geben . . . ze Wienn am eritag 
vor sand Urbanstag . . . 

Orig.f Perg. (24 X 3i, Falte ^5). Siegel i und 3 
abgefallen, Siegelreste von 2 an Pressel. — Vgl. Ge- 
schicht liehe Beilagen ^w den Konsistorial - Kurrenden 
von St. Polten ^ 3<^s. 

4859 1421, März 2, Wien. 

Herzog Albrecht V. bestätigt die Stiftung 
Andreas von Polheim von 16 Pfund 16 Schil- 
ling ewiger Gülte zur Pfarrkirche St. Peter 
in der Au für einen Kaplan. — Siegler der 
Aussteller. — Geben zu Wienn an sonntag 
vor Judica in der fasten nach Cristi geburt 
vierhundert darnach in ainundzwainzigi- 
sten jar. 

Kopie. — Eine andere Kopie im Pfarrarchive 
St. Peter in der Au. 

4860 1423, Juni 25, Wien. 

Hans Göttlesbruner, Herzog Albrechts 
Schenk, und Anna seine Hausfrau bekennen, 
sie haben mit Händen ihres Lehenherrn Niklas 
Abtes und des Konventes zu Melk den vom Stifte 
Melk zu Lehen gehenden Weinzehent, den sie 
von ihrem seh weher und enen Herbarten in 
der Scheffstraß geerbt hatten und der gelegen 
ist bei Perchtholdstorf in der Sumerhagnau 
auf fünfzig rächlein Weingarten, die sich an- 
hebend auf der Kötzleinsgrub zunägst des 
von Zelking zehent und endet sich bei des 
von Pottendorf zehent, r^rAraw/V demPilgram- 
haus gelegen in sanct Johannesstraß zu Wienn 
um 23o Pfund Wiener pfennig der schwarzen 
münz, die ihnen Wenzlaus Neunhoffer, keller- 
meister in Österreich und zu den zeiten Ver- 
weser desselben Pilgramhaus ausbezahlt hat. 
— Besiegelt von Hansen von Rorbach, herzog- 
lichem Hof mar schall, und von Hansen Pan- 
halm, herzoglichem Kämmerer, als Zeugen. — 



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Geben zu Wienn am freytag nach sant Jo- 
hannestag zu sunnbenden. 
Vidimus. 

4861 1425, Mai 11, Wien. 

Bruder Sigmund guardian des closters 
sanct Franciscen ordens zu Wienn und der 
ganz convent gemainiglich desselben doster 
verpflichten sich mit Zustimmung ihres vatters 
bruder Jacobs von Clausen, minister in Öster- 
reich, gegen die grafen Herrmann und graf 
Stephan von Mondfurth und zu Bregenz, ein 
ewiges licht von öl auszerichten in ihrem 
Kloster in den chor von gottsleichnamb ob 
graf Wilhelm von Mondfurt gedechtnusgrab, 
darin er leit, und auch denselben graf Wil- 
helm järlich des nächsten tags nach sanct 
Lucas tag des evangelisten ain jahrtag zu be- 
gehen mit Vigil, gesungenem Seelenamte und 
soviel Messen als vil dann die zeit brüder 
in den closter sind, in Predigen und Gebeten 
desselben graf Wilhelm von Mondfurt und 
graf Habichen von Mondfurth, der sein söhn 
gewesen ist, und all ihrer Vorfahren Seelen- 
heil zu beten; dazu haben die genannten Grafen 
Hermann und Stephan jo Ff und Pfennig er- 
legt, als das Harwig obbenenter ir een und 
vater an seinen geschäftbrief nemblich ge- 
schaffen hat; um diese jo Ff und Pfennig hat 
der Konvent die Minichswiese zu Achau, 
32 Tagwerk^ gekauft, die zum Kloster Heiligen- 
kreuz 3o Ffennige dient. — Besiegelt mit dem 
Siegel des Guardians, des Konvents und Ja- 
cobs von Clausen. — Geben zu Wienn . . . 
des freitags vor ascensionis. 

Vidimus. — Salvador! , Die Minoritenkirchej S, 82, 

4863 1427, Juli 8, Wien. 

Niklas von Dingkespuhel lerer der hey- 
ligen geschrift und des gotzhaws ze Passaw 
geistlich und weltlich in des . . . herczog 
Albrechts . . . herscheften und gepieten Ver- 
weser stellt für die Ffarre Enczesfeld den 
Stiftbrief aus. — Besiegelt vom Aussteller. — 
Geben ze Wienn an erchtag Kyliani etc. 
anno domini millesimo quadringentesimo 
vigesimo septimo. 

Orig, Perg, (ip3 X 40'3, Falte 6"j). Siegel ab- 
gerissen. 



4863 1428, August 22, Wiener-Neustadt 
Konrad von Stickelberg stiftet einen Jahr- 
tag für sich und seine Familie zu den minor- 
brüdern in der Neustadt mit Gülten in Gum- 
poldskirchen, darunter: Rienerin von Wien 
dient von einen Weingarten genannt der Rag- 
ler ^l4Wein. — Besiegelt mit dem Siegel i. des 
Ausstellers^ 2. seiner Vettern Josten und Leonar- 
den von Stickelperg und 3. seines Oheims 
Niclasen Sebekhen. — Zu der Neustadt am 
Sonntag vor S. Bartolomaeitag des heiligen 
zwölfboten. 

Vidimus. 

4864 142p, Mai 3i, Wien. 

Bernhard Braun bekennt als Gewaltträger 
und anstatt Jörgen des Forstner und Ernsten 
des Freysinger seiner Oheimen, die mit Sig- 
munden den Tumerstorfer seligen rechte ge- 
schwistreidkind gewesen sein von vatter und 
von mutter, als sie dieselb ihr frcundschaft 
vor dem rath der Stadt zu Wienn beweist 
haben, er habe der von dem verstorbenen 
Tumersdorfer unterlassenen Geldschuld wegen 
die von Margrethen, Lienharts des Ursch- 
becken seligen tochter, dem Tumersdorfer als 
Mitgift gebrachten Gülten um jo Ff und Pfen- 
nig Margrethen der Geyrinn, meisterin des 
frauenklosters zu sanct Jacob auf der Hilm 
zu Wienn sant Augustinsordens und dem Kon- 
vent daselbst verkauft. Diese Gülten sind: 
in dem Neunberg zu Pentzing auf Weingärten 
5 Schilling 22 Pfennig und i Helbling Grund- 
dienst; zu Gumpendorf auf Äckern und Wein- 
gärten ^Is Ff und und 10^ Jg Ffennig Grund- 
dienst; in hangenden Lüß überhalb Gumpen- 
dorf auf Weingärten 7 Schilling 6 Ffennig 
Grunddienst; in Reinsperg außerhalb sant 
Tibold auf Weingärten 3 Schilling Ffennig 
Grunddienst; vor Stubenthor am Liechten- 
stein und auf der Tunkgrub auf Äckern und 
Weingärten p Schilling und ij^Jb Ff^^^ig 
Grunddienst. — Besiegelt mit dem Siegel /. des 
Ausstellers, 2. des Lienhard Neuhofer des rats 
der Stadt zu Wienn und kirchenmeister St. 
Michels pharrkirchen daselbs; 5. ^^^ Wolfgang 
Egger. — Geben zu Wienn an sant Petro- 
nellentag. 

Vidimus. 

4» 



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4865 14^9» Juni 25, Wien. 

Walpurga weilent Georgen des Hausser 
tochter und Sigmund von Polheim wittib, 
stiftet zu ihrem, ihres Vaters und ihrer Mutter 
Magdalena, ihres Gatten und ihrer beiden Vor- 
fahren Seelenheil ein tägliches Frühamt auf 
unser lieben frauenaltar in der kirchen daz 
den mindern brüdern zu Wienn und gibt 
dazu ihr freies Eigen und väterliches Erbe, 
nämlich das dorf Baumgarten gelegen auf 
dem Tulnerfeld nebst allen Diensten und 
Gülten als: 

Niclas Harr von Baumgarten von */^ Wein- 
garten 3 Bergviertel Bergrecht. 
Mertl Schonperger von Baumgarten von i Joch 

Weingarten i Bergeimer zu Bergrecht. 
Hainzel Straucher von Rohr von '/^ Joch 

Weingarten ^/g Bergeimer. 
Jacob Lautterwein von Judenau von 7« Joch 

Weingarten ^jg Bergeimer. 
Chunz Ofner von Judenau von 'I2 Joch Wein- 
garten 'jg Bergeimer. 
Pader von Neusiedl von ^ji Weingarten V;? 

Gibeimer. 
Mert Häckl von Neusiedl von ^jg Joch Wein- 
garten '/;? Bergeimer. 
Erhard von Pistholstdorf von ^/s Joch Wein- 
garten ^jg Bergeimer. 
Thoman Weber von Rohr von ^jg Joch Wein- 
garten 'Ig Bergeimer. 
Hans Mader von Baumgarten gibt von '{4 Wein- 
garten I Bergviertel und 'Jg Gibviertel zu 
Bergrecht. 
Der Bader von Baumgarten von 'I4 Wein- 
garten I Bergviertel. 
Pertl Bayr von Baumgarten von i'jg Viertel 

Weingarten i'jg Viertel. 
Hans Polwein von Schönpichl von 'jg Joch 

Weingarten 'jg Bergeimer. 
Pertl Summer von Baumgarten dient von einer 
Peuntund einem Garten 5 Schilling i o Pfennig. 
Mert Vestherrn von Baumgarten von 'jg Joch 

Weingarten 'jg Bergeimer. 
Peter Colman von Rust von 'jg Joch Wein- 
garten 'Ig Bergeimer. 
Nickel Fux von Azenbruch von i Joch Wein- 
garten I Bergeimer. 
Hans Stollberger von Asparn von 'Ig Joch 
Weingarten 'jg Bergeimer. 



Simon Gibhart von Rohr von 'jg Joch Wein- 
garten 'Ig Bergeimer. 

Hans Peham von Rohr von 'Ig Joch Wein^ 
garten 'jg Bergeimer. 

Ruprecht von Judenau von i'lg Viertel Wein- 
garten i'lg Bergviertel. 

Ulrich Hold von Goldern von 'jg Joch Wein- 
garten 'Ig Bergeimer zu Bergrecht. 

Peter Mayer von Oberschönpichel von 'Ig Joch 
Weingarten 'Ig Bergeimer und 'Ig Berg- 
viertel. 

Georg Händl von Baumgarten von 'I4 Wein- 
garten I Bergeimer. 

Christian PröU von Rohr von 'Ig Joch Wein- 
garten 'Ig Bergeimer. 

Lucas Remmel von Baumgarten von 'Ig Joch 
Weingarten 'Ig Bergeimer. 

Nickel Hagenauer von Baumgarten von i Joch 
Weingarten i Bergeimer. 

Hans Lauterwein von Gesering von i Joch 
Weingarten i Bergeimer. 

Ulrich Ruepel von Baumgarten von 'Ig Joch 
Weingarten 'Ig Bergeimer. 

Kunz Ruepl von Baumgarten von 'Ig Joch 
Weingarten 'Ig Bergeimer. 

Ulrich Bayr von Baumgarten von 'I4 Wein- 
garten I Bergviertel. 

Michel Gungl von Baumgarten von 'Ig Viertel 
Weingarten 'Ig Gibeimer. 

Mert Dietmeyr von Rohr von 'Ig Joch Wein- 
garten 'Ig Bergeimer. 

Simon Schreiber von Baumgarten von '/g Joch 
Weingarten 'Ig Bergeimer. 

Janus Rath von Schönbigl von ^l4 Weingarten 
3 Bergviertel. 

Colman Binder von Baumgarten von 'Ig Joch 
Weingarten 'jg Bergeimer. 

Pfarrer von Michelhausen geiht von i Joch 
Weingarten i Bergeimer zu Bergrecht. 

Greng Herding von Rohr von i Joch Wein- 
garten I Bergeimer. 

Poster von Rohr von 'Ig Joch Weingarten 
'Ig Bergeimer. 

Mert Zöderl von Rust von 'Ig Joch Weingarten 
'Ig Bergeimer. 

Mert Gundacker von Baumgarten von 'l4Wein- 
garten i Bergviertel. 

Mert Brügl von Baumgarten von 'jg Joch 
Weingarten 'Ig Bergeimer. 



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29 



Stefel Prunnern von Neusidl von '/^ Joch 
Weingarten ^Ig Bergeimer, 

Mert Amtmann von Rust von i Joch Wein- 
garten I Bergeimer. 

Hans Körbel von Rust von i Joch Weingarten 
I Bergeimer, 

Ottel Punter von Rust von i Joch Weingarten 
I Bergeimer, 

Pertl Zeinhart von Baumgarten von ^J4 Wein- 
garten ^Is Gibeimer. 

Peter Potzmann von Baumgarten von ^jg Joch 
Weingarten ^jg Bergeimer, 

Gillig Radi von Schönpichl von ^jg Joch 
Weingarten ^/g Bergeimer, 

Ulrich Schmid von Baumgarten von 7* Wein- 
garten I Bergviertel, 

Stefel Pendorfer von Schönbichel von ^jg Joch 
Weingarten ^jg Bergeimer, 

Erhard Griesmiller von Elspach von ^fg Joch 
Weingarten ^jg Bergeimer, 

Hans Hacker von Rohr von ^{4 Weingarten 
I Bergviertel und ^jg Gibviertel, 

Mert von Baumgarten von ^(4 Weingarten 
3 Bergviertel. 

Stefan Geyer von Schönbüchl von ^jg Joch 
Weingarten ^jg Bergeimer und ^jg Berg- 
viertel. 

Peter Geyer von Schönbüchl von ^jg Joch 
Weingarten 'jg Bergeimer, 

Die Chunzleins Meyrer von Asparn von 
^jg Joch Weingarten 'jg Bergeimer. 

Janus Feyrtag von Baumgarten von ^J4 Wein- 
garten I Bergviertel. 

Stefel Gebhart von Baumgarten von ^jg Joch 
Weingarten ^jg Bergeimer. 

Lorenz Bereiter von Tuln von i Joch Wein- 
garten I Bergeimer zu Bergrecht. 

Stefel Füchsel von Freydorf von ^/^ Wein- 
garten i^jg Viertel Bergrecht. 

JacknuUin von Schönbigl von 'Jg Joch Wein- 
garten ^jg Bergeimer. 

Hans Tolderl von Baumgarten von ^jg Joch 
Weingarten ^jg Eimer Bergrecht. 

Nickel Prostmel von Baumgarten von ^jg Joch 
Weingarten ^fg Bergeimer, 

Jorig SchÖnberger von Rohr von ^jg Joch 
Weingarten ^fg Bergeimer. 

Nickel Lauterwein von Gössering von i Joch 
Weingarten i Bergeimer. 



Michel Trätzl von Baumgarten von ^fg Joch 
Weingarten ^jg Bergeimer. 

Stephl Gassmer von Gestring von ^jgJoch Wein- 
garten ^jg Bergeimer und 'jg Bergviertel. 

Hans Heust von Rohr von i^Jg Viertel Wein- 
garten i^jg Bergviertel. 

Simon Rappold von Schönbichl von i^fg Viertel 
Weingarten i^jg Bergviertel, 

Ulrich Chussmer von Baumgarten von ^l4 Wein- 
garten I Bergviertel. 

Hans Lamp von Michelsdorf von i Joch Wein- 
garten I Bergeimer. 

Hans Treutl von Baumgarten von ^jg Joch 
Weingarten ^jg Bergeimer und i Bergviertel. 

Nickel Mur aus der Kranau von i Joch Wein- 
garten I Gibeimer. 

Pfarrer von Baumgarten von ^/< Weingarten 
I Bergviertel. 

Peter Stemel von Baumgarten von ^jg Joch 
Weingarten ^jg Bergeimer, 

Thoman Schewchnpflueg von Baumgarten von 
I Joch Weingarten i Bergeimer und von 
einem Hause i Bergeimer, 

Friedl Muer aus der Kranau von i Joch Wein- 
garten I Bergeimer, 

Jacob Chulber von Baumgarten von ^jg Joch 
Weingarten ^jg Bergeimer. 

Mert Plank von Gessering von i Joch Wein- 
garten I Bergeimer, 

Janus Chaltschmidt von Baumgarten von 
^/g Joch Weingarten ^jg Bergeimer. 

Chatry der Wolfl Payrin tochter von Baum- 
garten von i^jg Viertel Weingarten i^Jg Berg- 
viertel. 

Görg Vorl von Ror von i Joch Weingarten 
I Bergeimer, 

Stefel Ramknecht von Baumgarten von ^/^ 
Weingarten i Bergviertel. 

Kunz Freysam von Ober-Judenau von ^jg Joch 
Weingarten ^jg Bergeimer. 

Hans Willhorn von Gessering von ^jg Joch 
Weingarten ^jg Bergeimer. 

Der Pfarrer von Freindorf von i Joch Wein- 
garten I Bergeimer. 

Der dienst zu Baumgarten auf be- 
hauseten holden. 

Nickel Har von Baumgarten dient 4 Metzen 
Hafer und 84 Pfennig, 



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Lang Mert dient 4 Metzen Hafer und 

34 Pfennig. 
Ottel Chlampf von Baumgarten dient 4 Metzen 

Hafer und 84 Pfennig. 
Jennsel Kaltschmid von Baumgarten dient 

4 Metzen Hafer und 84 Pfennig. 
Ulrich Payr von Baumgarten dient 4 Metzen 

Hafer und 84 Pfennig. 
Pertl Payr von Baumgarten dient 4 Metzen 

Hafer und 84 Pfennig und von einem 

Garten S^jg Pfennig. 
Nicki Payr von Baumgarten dient 4 Metzen 

Hafer und 84 Pfennig. 
Ulrich Khufner von Baumgarten dient 2 Metzen 

Hafer und ij Pfennig und von einem Gar- 
ten 4 Ffennig. 
Jensl Küfner von Baumgarten dient 4 Metzen 

Hafer und 84 Ffennig. 
Hans Schwarzmann von Baumgarten dient 

4 Metzen Hafer und 84 Pfennig. 
Nicki Trautl von Baumgarten dient 4 Metzen 

Hafer und 84 Pfennig. 
Jennsl Trautl von Baumgarten dient 4 Metzen 

Hafer und 84 Ffennig. 
Ulrich Trautl von Baumgarten dient 4 Metzen 

Hafer und 84 Ffennig. 
Thoman Scheychenschling von Baumgarten 

dient 4 Metzen Hafer und 84 Ffennig und 

von einer Hofstatt i Bergeimer. 
Chunz Ruppel von Baumgarten dient 4 Metzen 

Hafer und 84 Ffennig. 
Paul Strobel von Baumgarten dient 4 Metzen 

Hafer und 84 Ffennig. 
Uli Schmidt von Baumgarten dient von einer 

Hofstatt 4 Ffennig. 
Thoman Summer von Baumgarten dient von 

einer Hofstatt 12 Ffennig. 
Hans Feyertag von Baumgarten dient von 

einer Hofstatt 4 Ffennig. 
Simon Schreiber von Baumgarten dient von 

^ji Lehen 2 Metzen Hafer und ij Pfennig. 
Ulrich Rumpel von Baumgarten dient von 

^J4 Lehen 2 Metzen Hafer und ij Ffennig. 
Pertl Summer von Baumgarten dient von 

^\2 Lehen 4 Metzen Hafer und 84 Ffennig. 
Ulrich Khulber von Baumgarten dient von 

^js Lehen 4 Metzen Hafer und 84 Pfennig. 
Hanns Tölderl von Baumgarten dient von 

^l4 Lehen 2 Metzen Hafer und ij Ffennig. 



Tonnl Tölderl von Baumgarten dient von 

^js Lehen 4 Metzen Hafer und 84 Ffennig. 
Stefan Schönberger von Baumgarten dient von 

^jg Lehen 4 Metzen Hafer und 84 Ffennig. 
Peter Meinhardt von Baumgarten dient von 

^J4 Lehen 2 Metzen Hafer und ij Ffennig. 
Görg Perktold von Freindorf iienf von ^/^ L^hen 

2 Metzen Hafer und ij Ffennig. 
Jörg Schuester von Freindorf dient von ^jgF^hen 

4 Metzen Hafer und 84 Ffennig und von 

einer Wiese 6 Pfennig. 
Ulrich Stambl von Freindorf dient von einer 

Wiese 6 Pfennig. 
Ulrich Fleischhacker von Freindorf dient von 

einem Krautgarten 8 Ffennig. 
Michael Pader von Baumgarten dient von der 

Badstube 8^l8 und 60 Ffennig. 
Stepfl Rainknecht von Baumgarten dient von 

einem Acker 8 Pfennig. 
Janns Potzmann von Freindorf dient von 

einem Krautgarten 8 Ffennig, für das Weg- 

staydl 10 Pfennig, die weinfuhr zu St. 

Merten tag oder dafür ein pfund pfennig. 
Davon sind dem priester und denen die 
das amt helfen singen, alle Jahr 8 Ffund 
Ffennige zu geben. — Besiegelt mit dem 
Siegel I, der Ausstellerin, 2. Hansen von Ebers- 
torf camerer und landmarschal in Österreich, 
8. Leopold von Eckartsau, 4. Hans von Puchaira, 
5. Reinprecht von Polhaim, 6. Ulrich von Has- 
lau, 7. Georg von Rappach. — Geben zu Wienn 
an sambstag nach sant Johannstag gotstaufers 
zu suniwenten. 
Vidimus. 

4866 142p, August 24, Wien. 

Herzog Albrecht V. bestätigt die Stiftung 
^erWalpurga weiland Jörgen des Hausner und 
Sigismund des Polhaimer wittib (Nr. 4865). 
— Geben zu Wienn an St. Bartholomeustag 
nach Christi geburt vierzehenhundert jar dar- 
nach in den neun und zwainzigisten jare. 

Vidimus. 

4867 1480, Februar 8, Wien. 

Lewpolt Gerngross gesessen zu Wolken- 
storf und Cristein sein hausfrau übergeben 
mit hannden des Stephanns des Wirsing die- 
zeit des rats der stat ze Wienn und kirch- 



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3i 



maister allen "heiligen tumbkirchen dacz sand | 
Stephan daselbs und ambtman unser frawn 
gotshaus zu kloster Newnburg ihren Wein- 
garten gelegen an der Weissenleytten des 
zway achtail und ain sechstail ist zenagst der 
Schotten Weingarten, davon man jährlich dem 
Stifte Klostemeuburg ain eimer und ain stauff 
weins als Bergrecht und i Pfennig als Vogt- 
recht dient, dem . . . Perchtolden diezeit phar- 
rer sand Margreten pharkirchen zu Wolkers- 
torff ... zu der fruemess daselbst. — Besiegelt 
mit des ambtmans Stephanns des Wirsing . . . 
und des Lienharten des Newnhofer diezeit 
statrichter ze Wienn insigel. — Geben ze 
Wienn an sand Blasientag . . . 

Orig., Perg. (20 s X ^9 7* ^^^^^ 4'5)- -ß^'^^ 5/e^e/ 
etwas beschädigt. — Das Siegel Wirsings bei Uhlir:^, 
Die Rechnungen des Kirchmeisteramtes von St. Ste- 
phan :{u Wien, S. ^63; das Newnhofers s. Fig. 5. 

4868 1482, Mai 5, Wien. 

Maister von Haselpach lehrer in der hei- 
ligen geschrift und korherr allerheiligen tumb- 
kirchen dacz sand Stephan ze Wienn, maister 
Petter Etter, briester Passauer bistumbs die 
zeit baide aufrichter und volfürer des geschäfts, 
so maister Ulrich Grünwalder lehrer in der 
erzney weilent getan hat, bekennen, es haben 
maister Peter von Pulka, maister Dietreich 
von Hamelburg baide lehrer der heiligen ge- 
schrift und ich egenanter maister Thoman 
mit sambt in das haus gelegen zenagst der 
Prediger freythof an einem tail und an dem 
andern zenagst den seelhäusern daselbs ge- 
nannt des Wagendrussels haus zu einer ewigen 
wonung und aufhaltung armer Studenten und 
Schüler, die di maister in der hohen schul 
zu lernung und aufnemung in dasselb haus 
nehment, gekauft und wann aber . . . Niclas 
unterm Himmel münzmaister in Osterreich 
und des rats der statt ze Wienn . . . von 
seinem gut das zimer zenagst der Prediger 
freythof ganz hinhinder zu der ringmauer 
oben mit neuem gebäu erhebt und mit zieglen 
gedecket und die gült, so . . . hertzog Al- 
brecht . . . auf seiner wasser maut hie ze 
Wienn zu derselben stift hat zu kaufen ge- 
geben auch halbe bezahlt hat und die fürbas 
mit seinem gut noch vas maint zu begaben; 



sie haben nun mit Händen des Bürgermeisters 
Thomas des Holtzler und des Rats der Stadt 
Wien das genannte Haus mit allen Zuge- 
hörungen, den vier Studenten und schulern, die 
der egenant münsmaister yetzund aufgenom- 
men und mit unsern willen darin gesatzt hat, 
... zu halben tailen zugeaignet und verschrie- 
ben, und zwar so, daß alle acht Studenten 
die Nutzungen dieses Hauses ohne Unterschied 
genießen, das Haus von Steuern und Abgaben 
befreit sei. — Besiegelt mit i. maister Thomans 
von Haselpach anhangenden insigl, 2. mit dem 
Grundinsigel der Stadt Wien, 3. mit dem des 
Thoman Hadmar, Dechants von St. Stephan, 
der für Petter Etter siegelt, welcher diezeit 
gegrabens insigl nicht gehabt hat. — Ze 
Wienn an montag nach des heiligen kreuz- 
tag invencionis. 

Kopie. — Schrauf in €\fitteilungen der Gesell- 
schaft für deutsche Er^iehungs- und Schulgeschichte* 5, 
/50, AV. ^ aus Orig. 



4869 1433, April 20, Wien. 

Wilburg, Tochter des verstorbenen Eber- 
hartn von Capelln und Jörgen von Dachs- 
perg wittib, schenkt dem Niclasen propst und 
dem convent datz sand Dorothe ze Wienn 
ain wisen, ihr freies Eigen und der 32 tag- 
werch ist zu Wienerherberg zunächst der 
brugk gelegen und einenW eingarten, der 2 jeuch 
ist zu Pilichdorf an dem Klechelperg mit 
ain ort an ihrem Weingarten genant der Pokh 
und mit dem andern ort zunächst Niclasen 
des Pintter Weingarten gelegen, davon man 
jährlich dem Propst zu St. Polten 16 Pfennig 
Bergrecht dient; dafür soll das Stift für ihren 
Gemahl und sie ain ewiges licht halten, daz 
da in dem kor desselben irs gotzhaus stätigs 
zu eren Gott . . . und zu trost und hilf ihrer 
beider und ihrer vorvordern sein hails willen 
prinne und dasselb gotshaus erleuchte. — 
Besiegelt mit dem Siegel i. der Ausstellerin, 
2. ihrer ohem Hannsen und Wilhalmen vettern 
von Puchaim. — Geben zu Wienn an mon- 
tag vor sant Jörgen tag. 

Vidimus. — Vgl. Drexler in * Berichte und Mit- 
teilungen des Altertums - Vereines jjm U7e>f» 33, 27 
und 32. 



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4870 1433, Juni 21, Wien. 

Conrad von Wildungsmauer verkauft 
mit Zustimmung Herzog Albrechts V. als 
Lehensherm der Elspetten der Schadtauerin 
maisterin des frauenkloster da zu St. Jacob 
auf der HÜlben zu Wien St. Augustins ordens, 
den convent gemein daselbs um ijis Pfund 
6 Schilling Pfennig: a) das haus zu Schön- 
ieithen und einen baumgarten hinter dem 
mayrhof dabei gelegen mitsambt denselben 
mayrhof, drei krautgärten und ein safran- 
garten oben bei dem haus und zwei welder 
und drei höltzer, einer genannt der Fuß- 
mäusl, der andere die Steinleiten; die zwei 
welder sind gereint an des von Walsee holz 
und wald mit einer selten; das holz in Au- 
bach, das holz in der Hell, das holz genannt 
in dem Graben; die weld und holzer sind an- 
geschlagen um 4 Ff und Geldes, b) gült, nutz 
und vogtey, die zu dem vorgenannten haus 
Schönleithen gehören, nämlich: das behaust 
gut Ulreich im mayrhof dient 12 Schilling 
Pfennig; Christan Pöckh an mittern hof 
dient 18 Schilling Pfennig; Rühret im 
schenkhaus dient 60 Pfennig; Fabian in der 
hofstatt dient 4 Schilling 24 Pfennig; der 
mulner im mültal dient 7 Schilling, p Pfennig 
und 4 Hühner; Hanns von Lehen dient 
12 Schilling Pfennig; Heinreich von Lehen 
dient 14 Schilling Pfennig; Andre im Graben 
dient 6 Schilling Pfennig; der Schuster auf 
dem Bigl dient 3 Schilling und 10 Pfennige j 
der Reisner an der Hueb dient i Pfund Pfen- 
wigr, 8 Hühner und 2 Gänse; Jans da zu den , 
Höfen dient g Schilling Pfennig und 3 Hüh- | 
ner; Stephel Müllner unter der Leiten dient ! 
5 Schilling Pfennig; Christan Scheug im 
Holtz dient 10 Schilling Pfennig; Michael 
im Reith dient 3 Schilling, 22 Pfennig und 
4 Hühner; Heinzel im Reith dient 3 Schil- ' 
lingy 22 Pfennig und 4 Hühner; Johannes 1 
auf der Eben dient 6 Schilling Pfennig und 
4 Hühner; Jans an der Brandstatt dient 1 
/ Pfund 26 Pfennig; Mert zu Strauchau 
dient 6 Schilling Pfennig; die Seidlin zu 
Strauchau dient 6 Schilling Pfennig; Uli | 
Fischer zu Oberndorf dient 38 Pfennig und ' 
von der Fischweid 3 Pfund Pfennig; der 



Müllner an der Summermühl dient ^Jb Pfund 
Pfennig'^ Jörg zu Wildengraben dient 10 Schil- 
ling Pfennig; Ott in Lehenfeld dient ^1$ Pfund 
Pfennig; der Schneider in Baumgarten dient 
32 Pfennig; von der waid in Fußmäusl dient 
man ^Jg Pfund Pfennig; Gilig Wöber unter 
dem haus dient 16 Pfennig, c) Von den 
Wäldern dient: Nikel aus Gugusleiten 5 Schil- 
ling 2 Pfennig; Jans Guckuck am Rigl 
^jg Pfund 10 Pfennig; Jans Possakter 6 Schil- 
ling Pfennig; Jans am Zwifelsperg 6 Schil- 
ling 10 Pfennig; Heinrich an der Hueb 
10 Schilling 18 Pfennig; Ulreich an Riban- 
seglich 7 Schilling 2 Pfennig; Graf am Eck 
p Schilling 11 Pfennig; Jans unter dem Tax- 
berg p Schilling 8 Pfennig; Ulreich am Eck 
60 Pfennig, d) Burgrechtdienst: Paulin im 
Griblein von dem Grasberg 15 Pfennig, 
4 Hühner; Stephel Keifer von einer Wiese 

2 Pfennig; derLeutgeb zu Kirnberg von einer 
Hofstatt 2 Vogthühner; Ruedel Schick von 
Menck von einem Acker 2 Pfennig; Hein- 
reich am Ungemach von einem Holz 32 Pfen- 
nig; Gilig am Taxberg von einem holz an 
Stats 20 Pfennig; Heinreich im Harwarth 
dient in die capein zu Schönleithen / Pfund 
Wachs zu Maria Scheidung und zu Weihnachten 
12 Schilling, e) 3 Mut und 3 Metzen Forst- 
hafer sind angeschlagen auf 4^lg Pfund 
Pfennig, f) alles bau, das zu dem vorge- 
nannten haus gehört, das wirdet gebaut und 
gearbeit von den leuten daselbs mit robbat 
on den samen; den soll man von dem haus 
dazugeben; bringt das bau jährlichen 2 Mut 
Korn und 3 Mut Hafer, ersteres gleich 
4 Pfund Pfennig, letzteres gleich 3 Pfund 
Pfennig, g) der harr, den man auch mit 
robbath zu dem egenanten haus baut, ist 
angeschlagen für 2 Pfund Pfennig, h) die 
wiese ob dem Fußmäusl ist angeschlagen für 

3 Pfund Pfennig; die Auwiese ist ange^ 
schlagen für 2 Pfund Pfennig, die Frauen- 
wiesen für 5 Pfund Pfennig. — Siegler t. der 
Aussteller, 2. Pilgrim von Pucheim, 3. Christoph 
von Inzendorf, des Ausstellers Oheim, und 
4. Sigmund von Wildungsmauer, des Ausstel- 
lers Vetter, — Geben zu Wienn an sonntag 
vor Johannstag zu sunbenden. 

Vidimus. 



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33 



4871 1436, Juli 4, Wien. 

Hans von Eberstorf obrister kammerer 
in Österreich und Hanns von Puechaim 
obrister druchseß in Österreich und . . . Eli- 
zabethen herczogin zu Österreich hofmaister 
transumieren Herzog Albrechts V. Bestätigung 
der Freiheiten Mauer bachs (Nr. 48 4^). — 
Geben zu Wien ... an sand Ulreichs tag 
des heiligen bischoff. 

Orig., Perg. (23 X -^^ P^lte 3p). Die beiden 
an der Pressel angehängten Siegel abgerissen. 

4872 143;^, Juni 3, Wien. 

Reinprecht von Wallssee, haubtmann ob 
der Enns, gibt wegen des geschefts seines 
Vettern Ulreich von Wallssee mit der Kart- 
hause Mauerbach derselben zu einem Jahr- 
tage für sich, seine Vorfahren und Nach- 
kommen seinen Hof zu Rietental. — Besiegelt 
mit dem Siegel des Ausstellers und seines 
getrewen Jorig Stayner. — Geben zu Wien 
an mantag nach gotsleichnamtag. 

Orig., Perg. (16 X 2^, Falte 4:5). Siegel ab- 
gefallen. 

4873 1438, Mai 5, Wien. 

Niclas underm Himmel münzmeister in 
Österreich und des rats der Stadt Wien be- 
urkundet von wegen der 60 Pfund Wiener 
Pfennig jährlicher Gülte, die er auf den Ren- 
ten und Nutzen des Ungelds zu Mödling von 
König Albrecht //. um 3ooo Pfund Pfennig 
gekauft hat nach laut des briefs, femer wegen 
der 3oo Pfund Pfennig, die weilent meister 
Peter der Etter den Studenten in des Wagen- 
drüssels haus bei den Predigern hie ze Wienn 
gelegen, geschaft hat und die er (Niklas) auch 
an den egenanten kauf gelegt hat, daß diese 
Gülte von 60 Pfund Pfennigen alljährlich ge- 
geben werde den Studenten in des egenanten 
W^agendrüssels haus, und zwar 40 Pfund im 
gleichen tail und 4 Pfund Pfennig dem . . . 
maister Thoman von Haselbach, lehrer der 
heiligen geschrift, korherr aller heiligen tumb- 
kirchen dacz sand Stephan ze Wienn und 
pfarrer von Berchtholdsdorf, dem maister 
Andreen von Weytra und maister Stephan 
von Egenburg baide baccalauren in der hei- 
ligen geschrift, die jetzt mitsambt ihm (Niklas) 

Regesteo zur Geschichte der Stadt Wien. V. 



des egenanten haus und der Studenten darin 
Vormund und hanthaber sein; nach seinem 
(Niklas) Tode sollen die drei Meister oder 
ihre Nachfolger ainen frumen gotvörchtigen 
gesessen burger hie erwählen, der auch glei- 
chen tail sol haben in den egenanten 4 Pfun- 
den und mitsambt in des egenanten haus und 
der Studenten darin vormunder sei; stirbt 
einer der Meister, so kooptieren die beiden 
anderen Meister und der Bürger einen dritten 
Meister und alle zusammen sorgen um das 
Haus. Löst der König oder seine Nachfol- 
ger die Gülte ab, so soll das Geld wieder 
angelegt werden. Die restlichen 16 Pfund 
Pfennig der Gülte bestimmt Niklas zu seiner 
Stift des Salve regina hinder sand Steifan 
hie ze Wienn; und ob das mit geleut und 
singen als das sein gescheft begreifet nicht 
ordentlich gehalten oder begangen wurde, 
so fallen diese 16 Pfund Pfennig Geldes auch 
an die egenanten Studenten in glaichen tail. 
— Besiegelt mit dem Siegel des i. Niclas un- 
derm Himmel, 2. Konraden des Holtzler und 
3. Stefan des Wiersing, beide des rares der 
Stadt ze Wienn. — Geben ze Wienn ... an 
des heiligen Creutzs tag als es erfunden ist. 

Kopie, — Sehr auf in < Mitteilungen der Gesell- 
Schaft für deutsche Er^^iehungs- und Schulgeschichte* 5, 
/50, Nr. 5. — Herzog Albrecht V. bestätigte diese Ver- 
gabung 1^8, Mai 16, Wien (Lichnowsky 6, Nr. 3p20b). 

4874 1441, Februar i3, Wiener- Neustadt. 

König Friedrich IV. belehnt Hans von 
Ebersdorf obristen Kämmerer von Österreich, 
als den älteren für sich und seine Vettern 
Sigmund, Reinprecht und Albrecht geprüder 
von EberstorfF unter anderen mit dem camer- 
ampt in Österreich mit seinen rechten und 
zugehörungen, die werd und vischwaid und 
alles geiayd von allerlei wild und gefügel 
in der Tunaw und grünten die sich mynnert 
und merent; gefürste freyung daselbs zu 
Eberstorf umb erber sach als verr der von 
Eberstorff gemerkch daselbs geent als die von 
alter herkomen bt; dem dorf zum Albereth, 
da die vischer siezen; dem todgerichte in dem 
dorf Eberstorff und darumb als verre der 
burkfried imd gefürste freyung des sloss Ebers- 
torff gelanget und raichet. — Geben zu der 

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Newnstat an montag vor sand Valentinstag 
des martrer anno domini etc. XL primo. 

Lehenbuch, i^^—i^a, /p. — Chmel, Regesta 
Nr. 228 mit Februar 75. — Uchnowsky, Regesten 5, 
Nr. ipi. — Vgl. Chmel im € Noti^enblatt » 1858, 
S. 421, Nr. 60. 

4875 1441, Februar 14, Neustadt 

König Friedrich IV. belehnt den Propst 
Andreas von Klostemeuburg mit mehreren 
landesfürstlichen Lehen ^ darunter ain grünt 
genant in. dem alten urfar an ainer seythen 
gen dem land über genant den HeczelstorfF 
und zu den andern seiten gegen den Wein- 
garten über genant der Gaisrukger bei Nus- 
dorff; ain grünt genant im Tanczer neben 
dem land genant die new vorschütt neben 
Nustorff; ain grünt genant im Schiltgraben 
an ainer seiten gegen dem land über genant 
die Keraw und zu der andern seiten gegen 
Wienn weiter über genant zu Altentunaw; 
mit diesem Lehen hatte König Albrecht Han- 
sen von Eberstorff obristen camerer in Öster- 
reich und Stefan von Hohenberg belehnt; der 
Propst von Klostemeuburg bewies aber, daß 
diese Stücke dem Stifte Klosterneuburg ge- 
hören, worauf sie ihm des Königs Albrecht 
Lehenbrief übergaben, — Geben zu der Newn- 
statt an sand Valentinstag anno XLF. 

Lehenbuch, i^O—i^Oa, 18, 

4876 1441, April 3. 

Leopold von Eckartsau und seine Erben 
bekennen, zu der Grabstätte und dem Jahr- 
tage bei den minorn brüdern zu Wienn dem 
Konvent daselbst einen Weingarten, des ein 
guets jeuch ist, gelegen in der Mauer am 
Kreusperg mit ain rain zunegst sand Andreas 
capellen in der Mauer Weingarten und mit 
dem andern rain zunecht Michels des Aus- 
laufs von Wien seeligen Weingarten und der 
etwan gehaissen ist der Greul und jetzt än- 
derst genant der Starchenberger, dessen die 
von Eckartsau recht grundherrn sind, gege- 
ben zu haben zu einem weiteren Jahrtage für 
ihn (Leopold), seine Hausfrau und Kinder 
sowie seine Eltern Kadolt von Eckartsau und 
Agnes, — Besiegelt mit dem Siegel des Aus- 
stellers, seines Vettern Ludwig von Eckartsau 
und des Antoni Bottespruner , pfleger zu 



Eckartsau. 
palmtag. 

Vidimus. 



Geben an montag vor den 



4877 1441, Juni 6, Wien, 

König Friedrich VL belehnt mit den 
durch den l^inderlosen Tod des Heinrich 
Herdrer heimgefallenen Lehen in Tirol Ytel 
Krafft von Gamarschwangk. — Geben zu 
Wienn an eritag in den pfingstveiertagen anno 
domini etc. XLF. 

Lehenbuch, /^o — i^oa, 33. 

4878 1441, Juni 6, Wien. 

König Friedrich IV. belehnt Wilhelm den 
Ebser, seinen rat und phleger zu Prugk auf 
der Lytta mit dem von Hanns von Pucheim 
aufgesandten und ihm verkauften wochen- 
markt zu Seyfriczdorff, den zehenden von 
dreyn lehen, die vischwaid und das halb 
gericht daselbs mit stock und galgen. — 
Geben zu Wienn am eritag in den pfingst- 
veiertagen anno etc. XLI. — Rex cancellar. 

Lehenbuch, 1^^—1^800, 3§. 

4879 1441, Juni 7, Wien. 

König Friedrich IV. belehnt Hans den 
Neydegker von Rena, pfleger zu Steir mit 
einer schewhub in Waldneukircher pharr und 
ainem mayrhoff in Warperger pharr, die nach 
dem Tode Kunraten des Pcrnischer, Bürgers 
zu Steyr, ledig und vermant sein worden. — 
Geben zu Wienn an mitichen nach dem hei- 
ligen pfingstag anno domini etc. quadra- 
gesimo primo. — Rex cancellar. 

Lehen buch f 1^40 - i^8oa, 3§. 

4880 1441» Juni 10, Wien, 

König Friedrich IV. belehnt Pangreczen 
Strewchlin mit dem von Hanns Walich auf- 
sandten und ihm verkauften haus zu Prunczen- 
dorff gelegen mitsampt dem pawhofF, den 
zehenten, grünen holczern, nuczen, gulten, 
pangerichten und dem wochenmarkt daselbs, 
zu Mawstrenkh gefurste freyung, das pan- 
gericht, drew pantaiding und drew nach- 
taiding daselbs. — Geben zu Wienn an 
sambstag nach dem heiligen pfingstag anno 
domini XLI°. — Rex cancellar. 

Lehenbuch, 1^0 — i^Soa, 36'. 



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4881 ^441 f Juni 12, Wien. 

König Friedrich IV. belehnt Hermann 
den Schaden mit den von Niclas Pielacher 
aufgesandten und ihm verkauften Lehen bei 
Gefell und zu Lewbs. — Geben zu Wienn 
an montag nach trinitatis anno XLF. — Rex 
cancellar. 

Lehenbuch, i^o—i^oa, 36. 

4882 1441, Juni i3, Wien. 

König Friedrich IV. belehnt Hannsen von 
Eberstorff mit dem Wildbann zu Fendorf auf 
allen grünten, die zu der kirchen zu Ebers- 
torff gehörent. — Geben zu Wienn an eritag 
vor gotzleichnamstag anno etc. XLF. 

Lehenbuchf 14^ — i/fSoa, 3i'. 

4883 1441» Juni 14, Wien. 

König Friedrich IV. belehnt Anna, Hann- 
sen des Aygner elichen hausfrau mit ihrem 
Erbe in Österreich ob der Enns. — Geben 
ze Wienn an mittichen vor goczlichnamstag. 

Lehenbuch, i^o—i^Soa, 3^. 

4884 ^44^1 Juni 16, Wien. 

* König Friedrich IV. präsentiert für die 
durch den Tod Nikolaus' erledigte Pfarrkirche 
in Grein den Wolf gang Crewzer. — Datum 
Wienne die decima sexta mensis junii anno 
domini etc. XLI. — Rex cancellar. 

Lehenbuch, i^o—i^Oa, 3s' - 

4885 ^44^9 Juni 23, Wien. 

König Friedrich IV, belehnt Friedrich 
Schawhinger mit den j'Om Wolfgangen Schaw- 
hinger geerbten Lehen zu Reichenstorff, Nop- 
pendorf, Topl, welche früher die vonMeissaw 
zu Lehen hatten und mit denen dann König 
Albrecht den genannten Wolf gang Schaw- 
hinger belehnt hat. — Geben zu Wienn an 
sant Johannes abent zu sunewenden anno 
domini etc. XLI°. 

Lehenbuch, i^ — i^Oa, 3S . 

4886 ^44^ 9 Juni 25, Wien. 

König Friedrich IV. belehnt als Vormund 
Königs Ladislaus Lienhart und Caspar vettern 
die Keser mit dem ihnen von König Albrecht 
verliehenen obern hof zu Etzelsdorf in Pühler 



pfarr. — Geben zu Wienn an suntag nach 
sand Johanstag zu sunnewenden anno etc. 
XLI. — Rex cancellar. 

Lehenbuch, i^ — i^oa, 3i\ 

4887 1441 [Juni], Wien. 

König Friedrich IV. bestätigt als Vormund 
König Ladislaus die Überlassung mehrerer 
Allodgüter und Lehen bei Perchtolztorff und 
Entschestorff durch Hanns den Würffei an 
Jörgen den Stainrewter. — Geben zu Wienn 
etc. — Ad mandatum domini regis Conradus 
praepositus Wiennensis. 

Lehenbuch, i^o—i^Oa, 32. 

4888 1441, Juli 9, Wien. 

König Friedrich IV, belehnt Hannsen den 
Walich unseren anwalt in unsrer bürger rat 
zu Wienn mit dem haus zu Hecking enhalb 
Hyeczingen gelegen, das Graf Johann von 
Schawmberg als der Sachen gesetzter Richter 
Andre dem Polirer (?) Bürger zu Wien, 
wegen einer Schuld Kaspars genant von 
Heckhing zugesprochen hat, das Polirer (?) 
dann Jacoben dem Kaschav^er, Bürger von 
Wien, und Margreten seiner hausfrawen ver- 
kauft hat, welcher letzterer dieses Haus an 
Walich verkauft und deshalb aufsagt. — 
Geben zu Wienn an suntag vor sant Margre- 
ten tag nach Cristi gepurdt etc. anno XLI°. 
— Rex cancellar. 

Lehenbuch, 1^0 — i^Oa, 33. 

4889 1441, Juli II, Wien. 

König Friedrich IV. belehnt Friedrich 
den Samner mit den von ihm gekauften Lehen 
in Chamer gericht gelegen. — Geben zu 
Wienn an eritag vor sand Margretentag anno 
etc. XLF. — Rex cancellar. 

Lehenbuch, i^f^fO—i^fSoa, 33*. 

4890 1441J Juli 12, Wien. 

König Friedrich IV. belehnt mit dem 
nach dem Erlöschen des Mannsstammes der 
Hophenbacher zum Teile heimgefallenen veste 
Hophenbach in der Windischen Mark Jörgen 
von Tschernömel vitztumb in Krain. — 
Geben zu Wienn an sant Margareten tag 
anno domini etc. XLI. 

Lehenbuch, j^o^i^Soa, 3^. 

5» 



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4891 1441, Juli 16, Wien. 

König Friedrich TV. belehnt Jacob Oheim 
burger zu Bybrach mit dem von Hannsen 
Jäken von Bibrach aufgesandten und ihm 
verkauften Lehen zu Umendorff, — Geben 
zu Wienn an suntag nach Margareta anno 
etc. XLP. 

Lehenbuch, i^—i^Oa, 38. 

4893 J441, Juli 18, Wien. 

König Friedrich IV. belehnt Wernhart 
von Lannczperg mit Lehen, die früher von 
den Grafen zu Pfirt und Landgrafen in El- 
saß zu Lehen gingen. — Geben zu Wienn 
an eritag vor sand Marien Magdalenentag 
anno domini etc. XLI^. — Ad mandatum 
domini regis Conradus praepositus Wiennen- 
sis cancellarius. 

Lehenbuch, i^^ — i^Soa, 3p. — Chmel, Regesta 
Friderici IV., Nr. 3ip und 320. 

4893 1441 [Juni— Juli?], Wien. 

König Friedrich IV. belehnt Stephan den 
Lederer, Bürger zu der Freinstatt und Elspeten 
seine hausfrawn mit den von ihnen gekauften 
Lehen bei der Freinstat in Lasperger und in 
Grienpeckhn pharr. — Geben zu Wienn. 

Lehenbuch, i^f^—i^8oa, 3^'. 

4894 [1441 Juli], Wien. 

König Friedrich IV. belehnt Dorotheen 
v^eilent Albrechts des Prawnstorffer tochter 
und Erharten des Puchler hausfrau mit dem 
von Jörg dem Prantner aufgesandten und ihr 
verkauften Hause zu Otten in Glogniczer 
pfarr. — Geben zu Wienn etc. — Rex can- 
cellar. 

Lehenbuch, i^o—i^Soa^ 33. 

4896 [i44i],Wien. 

König Friedrich IV. belehnt Albrechten 
im Pawngarten und Katherein sein haus- 
frawen mit den von ihren (Katherein) Schwe- 
stern Anna, Margareth und Barbara weilent 
Niclasen des Trattlehen tÖchter aufgesandten 
und ihnen verkauften Lehen. — Geben zu 
Wienn ... — Rex cancellar. 

Lehenbuch, 14^0— 1480a, 36'. 



4896 [i44i]y Wien. 

König Friedrich IV. belehnt Cristan den 
Khuntheimer seinen mautner zu Emerstorff 
mit den von Wolf gang dem Redler auf ge- 
sandten und ihm verkauften Lehen in Öster- 
reich unter der Enns. — Geben zu Wienn . . . 

Lehenbuch, 1440 — 14800, 36. 

4897 1443, Mai 26. 

Reinprecht von Polheimb verweser haubt- 
manschaft ob der Ennss bekennt, es habe 
Walburga, seines Bruders Siegmund Witwe, 
seiner Schwester Walburga, Witwe nach Han- 
sen dem Schenken von Riedt, das Dorf Rohr 
abgetreten, so, daß er (Reinprecht) oder seine 
Erben es an sich lösen können um 4000 fl. ; 
poo ff und Pfennig davon sind zum täglichen 
Amt auf unser lieben frauenaltar bei den 
mindern brüdern anzulegen; stirbt Reinprecht 
von Polheim vor seiner Schwester, so hat 
diese den lebenslänglichen Nutzgenuß von 
Rohr; nach ihrem Tode fällt es an Reinprecht 
von Polheims Erben. — Besiegelt mit dem 
Siegel I. des Ausstellers, 2. des Wolfgang von 
Traun und 3. des Reicher Walich. — Gegeben 
am Sonntag nach Urbanitag. 

Vtdimus. 

4898 1443, Juni 10, Wien. 

König Friedrich IV. bewilligt dem Mert 
Ponndorfer den Verkauf mehrerer Lehen bei 
Steyr, — Geben zu Wienn an montag in den 
heiligen phingstfeyertagen anno domini etc. 
XLIII. 

Lehenbuch, 1440— 1480a, 2p', 

4899 1443, September 4, Wien. 

Erhart Grießer des rats zu Wienn schenkt 
Niclausen priorn des closters dacz den Au- 
gustinern hiezu Wienn und dem Konvent da- 
selbst^ damit seine wöchentliche ewige Messe 
in St. Barbaracapellen in seinem und seiner 
hausfrau Margrethen haus am Graben gelegen 
von den Augustinern gelesen werde, sein haus 
gelegen zu Altmanstorf zunächst Thoman 
dem Lentzen an einer seiten,und an der andern 
Seiten nächst Ulrichs des Huebers haus mit 
samt den gärtlein hinten dran gelegen und 



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37 



gehöret in das benannte haus die hienach 
benannten stück und gut: 2 jeuch ackers in 
den obern feld gelegen mit einer Seiten zu- 
negst Thomas des Lentzen acker, und an 
der andern zunechst der vorgenannten Augu- 
stiner acker; anderhalb tagwerk wissmath 
die mit dem obern fürhaupt gerainet seind 
an die ehegenanten acker und mit dem 
untern vorhaupt gegen die geistlichen herrn 
von St* Dorotheen wisen ; ein setz Wein- 
garten gelegen in den setzen zu Altmansdorf 
neben Thomas des Lentzen setz an einer 
Seiten, und an der andern zunächst der setz 
die zu St. Oswalds capellen zu Altmansdorf 
gehört, und daselbs gegen der setz über in 
den feld ein joch acker hinab gegen die 
Liessing zunägst der Augustiner äcker und 
Thomas des Lentzen äcker zu der ainen 
Seiten; ein tagwerk wissmath, daran das mit 
ein ort an das obbemelte halbe joch stosset 
und mit dem andern ort hinab auf die Lie- 
sing; ein krautgarten gelegen zunegst Ulri- 
chen den Hueber und zunägst der gemain 
anger; zwei tagwerk wissmath nyderhalben 
des dorfes zunächst der Viehtrift, die etwan 
Wolfgangen Griesers meins brudern seligen 
gewesen sind; ein tagwerk wissmath unten 
dran, die also mit ihren örtern auf die zwo 
wiesen und auf der herrn von St. Dorotheen 
wiesen rühren; so gehören auch in das ob- 
genannte haus 25 Pfennig gelts grund diensts, 
die man dienet von einer setzen zu Altmans- 
dorf über gelegen zunechst der setzen die in 
das ehegenannte haus gehöret, und dieselbe 
25 Pfennig gelts soll jährlich ausrichten ein 
jeder zehmaister der ehegenanden St. Oswalds 
kapelln, oder wer die gült derselben cappelln 
einnimmt; und von den ehegenannten haus 
und allem deme so darzugehört, als vorge- 
meldet ist, hat man den obgenannten geist- 
lichen herrn hinz den Augustinern alle jähr 
zu dienen in ihren hof gen Altmansdorf -^'/;e 
Schilling Pfennig und von den zwei obge- 
nanten tagwerken wissmath die bei der Vieh- 
trift liegen 48 Pfennig alles an St. Michaels 
tag zu freien burgrecht und nicht mehr, und 
dem ehegenannten haus und aller seiner zu- 
gehörung als vorbegriffen ist, hab ich über 
den grunddienst jährlichen gehabt 18 Schil- 



ling pfening, die mir der bauer der darauf 
gesessen ist jährlichen davon gedient hat. 
auch so hab ich den obgenannten geistlichen 
herrn hinz den Augustinern gegeben 38 pfund 
Wiener pfening die sie an ein haus und setz 
Weingarten daran gelegen zu Entzisdorf un- 
tern Liechtenstein, das jetzo Michael Strobner 
innen hat zunächst des Mathesen des Schmids 
haus gelegt haben, da man von denselben 
haus und der setz Weingarten, daran alle 
jähr dient den obgenannten geistlichen herrn 
hinz den Augustinern zu Wienn 20 Pfennig 
zu grunddienst und 2 pfiind pfening ewig 
gelts. — Besiegelt mit dem Siegel des /. Aus- 
stellers, des 2. ritter Hanns des Steger burger- 
maister hie zu Wienn, 5. Ulrich Hirschauer 
Stadtschreiber daselbst. — Geben zu Wienn 
am mittwochen vor unser frauentag als sie 
geboren ist. 

Vidimus. — Vgl. Nr. ^p38 und 5022. — Fischer^ 
Brevis notitia /, 206. 

4900 1443, Oktober 11, Wien. 

König Friedrich IV. belehnt Niclasen den 
Prugsetzen mit dem von Scolastica weilent 
Wolfgangs des Ecker wittib gekauften Ge- 
treidezehent zu Paczmannstorff. — Geben zu 
Wienn an freitag vor Colman anno etc. XLIIF. 

Lehenbuch, 1440— 1480a, 2p'. 

4901 1443. 

Die vischkeuffl zu Wienn haben ein be- 
stetung über solich artikl in derselben bestet- 
tung begriffen, daz si visch auf wasser oder 
auf land haben oder von Ungern herauf zu 
der stat zu Wienn notturften füren oder brin- 
gen mögen mautfrei; wenn gest visch gen 
Wienn bringen zum, Verkauf, sollen sie am 
ersten Tage verkaufen; was sie nicht an 
Mann bringen, können am zweiten Tage diese 
vischkäuffl kaufen. — Anno MCCCCXLIIP. 

Lehenbuch, 144O—1480, 28. 

4902 1443. 

König Friedrich IV. belehnt Wygeleys 
[Gradner] und seine Brüder mit der Feste 
Mitterdorf, dem Dorfe Prodestorf, Getreide- 
zehent zu Geroltstain, dem Hofe und Dorfe 



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Eczkestorf und dem Gerichte daselbst, gülten 
und guter zu Loncz, zu Liesing und zu Spei- 
sing, mit dem Dorfe Molestorf und dem Ge- 
richte daselbst auf der Straße und mit einer 
Wiese gelegen bei Loencz genant Templ- 
bysen. 

Lehenbuch j i^f^—i^Soa^ 33'. — Keiblinger, Ge- 
schichte . . . .\felk 2, /, ^^ nach €Noti^enblattp ^ 0^5^), 
yOf wo Tamp/wiese. 

4903 1443, , Wien. 

Maister Stephan Pöck, des römischen Kö- 
nigs Friedrich IV. Büchsenmeister, verkauft an 
Nikolaus, Prior zu den Augustinern in Wien, 
und an den Konvent daselbst so Eimer Berg- 
recht auf 35 Joch Weingärten an den Stranzen- 
berg bei Lainz gelegen, die ehemals landes- 
fürstliche Lehen waren, von König Friedrich IV. 
aber den Augustinern geeignet worden sind, 
um 210 ff und Wiener Pfennig und zwei un- 
garische Gulden zum leykauf; 125 Pfund 
Pfennig von diesem Gelde stammen von Han- 
sen von Winden, die er den Augustinern von 
Oswalden des Hacker todschlags wegen geben 
hat um fünf pfund pfennig gelds anzulegen, 
darum für Hacker ein Jahrtag zu halten ist. 
— Besiegelt mit den Siegeln des Hansen 
Scharpfenberger des rats der Stadt zu Wien 
und Hansen des Ravenspurgers urtheilschrei- 
bers daselbsten. — Geben zu Wienn. 

Kopie. 

4901 ^444j Jänner 10, Wien. 

Hanns Pöckel von Mitterndorf verkauft 
sein rechtes eigen vierthalb lüssen gelegen 
im Prater und sind genannt die Herrnlüssen 
gegen Altenauer über mit einer seite und mit 
der andern zunächst der aue genannt der 
Seegengrund, und stossen an das jung Mager 
eigen , an bruder Nicolaus prior und den 
convent des klosters zu den Augustinern zu 
Wien um 5/ Pfund Wiener Pfennig, davon 
sie mir 24 pfund pfennig abgezogen haben 
für ein pfund gelds, so sie auf meinen hof 
zu Mitterndorf gehabt haben wegen eines 
jahrtages für meine vettern Philippen den 
Böckel, Breyden seine hausfrau und Petern 
den Wechsenwerder. — Besiegelt mit des 
edlen Christoffen Greiffen und des Ulrich 



Hirschauer Stadtschreibers zu Wien insigln . . . 
wann ich die zeit selber gegraben insigl nicht 
gehabt hab. — Geben zu Wien am freytag 
nach St. Valentinstag. 
Kopie. 

4905 1444* Mai 5, Wien. 

Hans Haringseer zu den Zeiten burger- 
maister und der rat gemain der stat zu Wienn 
und Thoman Swartz diezeit spitalmaister der 
burger spital vor Kernertor daselbs bekennen, 
es habe Mert vor Gurkfeld pfarrer zu Tifer 
unsers gnedigen herrn von Cili cantzler, auf 
des egenanten spitals gütern, nutzen und 
gülden fünftzigk ungrisch guidein ewiger gült 
oder aber für jeden guidein 6 Schilling und 
20 Wiener Pfennig im sein lebtag und dar- 
nach den armen lewten in dem Bürgerspital 
zu pesserung irer pfründt gewant und andrer 
irer notdurft alle jar ewiglichen ze raichen 
gekauft, nach laut seins briefs, demselben 
hern Merten von dem spital unter des spitals 
und der Stadt klainem insigln darüber ge- 
geben. Nun hat der vorgenant herr Mert 
den jezt genannten brief dem Propst Nikolaus 
von St. Dorothea übergeben und eingeant- 
wortet, damit dieser und sein Konvent die 
egemelten 50 fl. ewigs gelt anstatt des vor- 
genanten hern Merten von einem jeden spital- 
maister einnehmen und verwenden nach In- 
halt des obgenanten spitals briefs und auch 
nach begreifung des benanten hern Merten 
ordnungbrief. — Besiegelt mit dem klainen 
statinsigl und mit des Bürgerspitals Siegel. 

— Geben zu Wienn am eretag nach des hei- 
ligen crewtzs tag als es erfunden ist. 

Vidimus. — Vgl Bd. J, Nr. 2878. 

4906 1444» Mai 27, — . 

Walpurga, Georgen des Hauser tochter 
und Sigmund von Polheim wittib, hebt den 
Artikel ihres Stiftbriefes von 142p, Juni 25 
(Nr. 4865) auf, nach welchem dem das Früh- 
amt haltenden Priester und seinen Assistenten 
jährlich 8 Pfund Pfennig gegeben werden 
sollen^ da sie nun underweist ist, das ein 
geistlich man nicht eygenschaft haben soll. 

— Besiegelt mit dem Siegel der Ausstellerin, 
des Stefan des Kolb (?) und des Ulrich 



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39 



Hirschauer statschreiber zu Wienn. — Geben 
am mitwoch vor dem heiligen pfingstag. 
Vidimus. 

4907 [1444]' 

König Friedrich IV. belehnt Hannsen 
Ungnad kamermeister t/«i Wolfgangen seinen 
bruder mit der Hälfte der Feste, Dorf und 
DorfgerichtRadsiwny dem halben Dorf eEnzes- 
veld, einem Viertel des Urfars zu Nustorf und 
dem halben Dorfe Edleinstorff. 

Lehenbuch, i^^i^oa^ ^. 

4908 [1444]. 

König Friedrich IV. belehnt Cristoff In- 
prukcher mit der Feste Newnhaus, und einem 
gut zu Pentzing; zu Geygelperg 10 Pfund Gül- 
ten auf der Hagenaw und einen Getreidezehent 
daselbst; zu Kogel einen Getreidezehent, ebenso 
an dem Ausperg, zu Reypotenpach; zu Michel- 
hausen 7 Pfund Pfennig Gülten; dem holz 
genant die Hampekchin, einer Wiese an dem 
Edelparcz, einem weinczehent umb die stat 
zu Wienn in dem Grieß nächst umb Matz- 
leinstorfferperg, an dem Matzleinstorfferperg, 
im Vohental, an dem Mitterntal, an dem 
Praitenaich, an sand Johanns pewten, an dem 
nydern Aygen und 21 Pfund 52 Pfennig Gülten 
und 3 Mut Getreidezehent zu Broderstorfif. 

Lehenbuch, i^—i^oa, 40. 

4909 I445> Dezember i3, Wien. 

Oria geborne von der Leiter des Tol- 
berten grafen zu Prota eheliche gemahlin 
stiftet mit Zustimmung ihres Gatten zwei 
Jahrtage bei den Augustinern in Wien und 
übergibt dazu dem Prior Walter und dem Kon- 
vent ein haus und stadl, einen baumgarten 
und safrangarten, daran auch ein Weingarten, 
dessen acht joch ist und etwoviel ander 
zugehörungen dabei, das nicht gefridt ist, 
alles gelegen zu Erdberg unterhalb St. Paul 
und rührt an einem ort unten an den landes- 
fürstlichen Garten; von dem Hause und dessen 
Zugehör dient man 48^/2 Pfennig, von dem 
Baum- und Safrangarten 5 Schilling Pfennig 
und von dem Weingarten i Pfund Pfennig 
alles Wiener Münze an den Landesfürsten. 
Ein Jahr von Datum dieses Briefes sollen 



die Augustiner den Besitz übernehmen^ den 
einen Jahrtag für den Bruder der Stifterin 
Nikodemus Bischof von Freising am Montag 
nach Maria Himmelf ahrt, den zweiten für der 
Stifterin und ihrer Vorfahren Seelenheil am 
Sonntag Lätare halten. — Besiegelt mit den 
Siegeln /. der Ausstellerin und 2. ihres Gatten, 
3. des Franciscus von Rößling grafen zu Urs 
und 4. des Jacobus Johannis de Ladroco lehrer 
in der arzney . . . des romischen königs phy- 
sicus. — Geben ze Wienn an sanct Lucientag 
der heiligen Jungfrauen. 

Kopie aus dem Beginne des ip. Jahrhunderts. — 
Diese Stiftung war nach Verkauf des sogenannten 
Klosterwaschhauses und der da:{ugehörigen Gründe 
um 5000 fl. :{um Teile in einer Obligation vom 4. Ok- 
tober 1800 per yooo fl. enthalten, teils bestand sie in 
den verpachteten sogenannten wälschen Kuchelgärten. 

4910 [1445]' 

König Friedrich IV. belehnt Ulreich 
Würffei mit seinem väterlichen Erbe: 11 Pfund 
7 Schilling Gülten auf Äckern zu Perchtholds- 
torff sowie 3o Eimer Burgrechts daselbst; 
dem Urfar ze Nustorff, 26 Pfund Ffennig 
Gülten und dem Dorfgerichte ze Enzesfeld 
under dem Pusenperg, der newmül auf der 
Leyta mit der aw daselbs. . 

Lehenbuch, 14^10'- 1480a, 6§\ — Vgl. Winter, 
Niederösterreichische Weistümer /, ^24, Anm. 

4911 1446, August I, Wien. 

König Friedrich IV. belehnt Ulrich Ey- 
czinger von Eytzing mit der von graf Ulreichen 
von Schawnberg und Sigmunden von Ebers- 
torff aufgesandten Feste Zuntgrub. — Geben 
zu Wienn an montag vor sand Stephanstag 
invencionis anno MCCCCXLVI. — Com- 
missio domini regis in concilio. 

Lehenbuch, 1^0— 1480a, 68>. 

4912 1446, Oktober 28, Wien. 

König Friedrich IV. belehnt Wolfgang 
von Kreig mit dem durch seines Vaters Kon- 
rad von KreigTod erledigten Erbkämmereramt 
in Kärnten. — Geben zu Wienn an suntag 
nach der aindleftausenmaydtag nach Cristi 
gepurd im vierczehenhundert und in dem 
sechsundvierczigisten jar. 

Lehenbuch, 1^0 — i^Soa, 70'. 



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4913 i447> J^^^^ ^3, Wien. 

Maister Hanns von Meirs, pharrer zu 
Gors, überläßt einen öden Hof bey Stifen 
enhalb des Kamps mit Zustimmung des Bi- 
schofs Leonard von Passau dem Ulreichen 
Harttner gesessen zu Stifen. — Besiegelt von 
dem Aussteller und von maister Casparn Horn- 
perger des hoffs ze Passaw official ze Wienn, 
mit dem größeren Insiegel des Offizia- 
lates ... — Geben ze Wienn an montag 
vor sand Pauls tag conversionis. 

Orig.y Perg. (777 X ^^'^j ^^^^te §p), mit dem an 
der Presset hängenden Siegel i von grünem Wachs in 
ungefärbter Schale (Flg. 6); von Siegel 2 Bruchstücke. 

4914 [1447]- 

König Friedrich IV, belehnt Reinprechtn 
von Eberstorff mit mehreren Lehen, die Kri- 
stoff von Potendorf aufgesandt und ihm 
verkauft hat, darunter ain drittail aus den 
zehenden zu Heczendorf weins und getraids. 

Lehenbuch, i^—i^oa, 8^'. 

4915 [1447]- 

König Friedrich IV, belehnt Friedreich 
vom Graben mit den durch Ulreichs des 
Würffei kinderlosen Tod erledigten Lehen, 
darunter den vordem tail des urfar zu Nus- 
dorf. 

Lehenbuch, 1^ —i^Oa, 83. — Vgl.Nr.^piO und 
Winter, Niederösterreichische Weist ümer /, p2^, Anm. 

4916 [1447]- 

König Friedrich IV, belehnt Peter Raw- 
schen burger zu Wienn mit einer öden hof- 
march zu Stadlaw, darauf etwen ein gepawter 
hof gewesen ist, wann die von Hannsen 
Pöckel mit kauf an in komen were und mit 
zween herrnlwss holtzs gelegen in der aw 
genannt der Pratter gegen Altunnaw über 
wan die sein veterlich erb wern. 

Lehenbuch, i^—i^oa, p3. — Vgl. Chmel in 
*Noti^enblatt9 p (185^), ipo und ^ (r8s^)y 260. 

4917 [1447]' 

Richter und gantz gemain zu Stadlaw 
haben zu lehen ain awn genant die Kriegaw, 
drey awen aine genant die Scheyben, die 
annder der Segengrundt und die dritt der 
Prater gelegen in der Tunaw bey Stadlaw; 



ain aw gelegen niderhalb Stadlaw genant in 
dem Hetzengang, welche Stücke ihre Vor- 
fahren von Österreichs Fürsten auch zu Lehen 
hatten, 

Lehenbuch, i^^i^Oa, p5'. — Vgl. Chmel in 
*Noti^enblatt» p (iS^p), ipo und ^ (185^), 332. 

4918 1448, November 3o, Wien, 

Maister Hannsen von Mairs pharrer ze 
Gors bestimmt die Naturalleistungen zu dem. 
Hofe in Wolfpaissing in sand Ayttenpharr 
gelegen, den er von dem von Meissau ge- 
kauft hat, — Siegler der Aussteller; maister 
Caspar Hörnperger licentiat geistlicher rechten 
zu den zeiten . . . Leonharts bischofen ze 
Passaw official ze Wienn mit dem amptin- 
sigl und die edeln Caspar Schifer und Stefan 
Kolb. — . . . ze Wienn an sannd Andres 
tag des heiligen zwelfpoten. 

Orig., Perg. (285 X ^7, F^lte 7), mit vier an 
Pressein anhängenden Siegeln; vgl Fig. 7—9. 

4919 X450, März 3i, Wien. 

Meister Dietmar Hindterbach lehrer in 
der arzney, domher zu Passau bekennt, er 
habe p Schilling i3 Pfennig Grunddienst, das 
sein freies Eigen ist, dem bruder Erharten 
von Weitra prior zu den Augustinern zu Wien 
und dem Konvent daselbst übergeben^ damit 
sie wöchentlich eine Messe für ihn lesen. 
Dieser Grunddienst liegt a) zu Hernais in 
den langen halben jochen, und zwar : Hanns 
Gintreich haubmer zu Wien dient von 'IsJoch 
Weingarten gelegen zunächst Peter des Purch- 
velder Weingarten und dem Weingarten, der 
zur ewigen messe auf Gottes leichnamsaltar 
zu St. Jakob auf der Hülben zu Wien gehört, 
60 Pfennig; Hanns Pänkel zu Währing dient 
von 'I4 Weingarten, der oben an des pfarr- 
herren von St. Marks Weingarten und auf der 
andern seite zunächst Simon des Kieöling 
Weingarten gelegen ist, 3o Pfennig; Simon 
Kieöling und Margareth seine hausfrau dient 
von 'I2 joch zunächst an einem theil der 
kirche zu St. Bartholomae zu als Weingarten 
und an dem andern theil zunächst Hansen 
des Pänkels Weingarten 60 Pfennig; die zech 
zu St. Bartholomae zu Alls dient von '/^ Wein- 
garten, an einem theil zunächst Petern Znaimer 



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des münzers Weingarten und an dem andern 
zunächst Simon des Kießling Weingarten 
So Pfennig, b) in den Fronbergen, und zwar 
dient Mörth Ladner zu Alls und Cathrein 
seine hausfrau von einer Hofstatt an einem 
drittheil zunächst Ulrich Linzers hofstatt und 
an dem andern theil zunächst der gasse 
3o Pfennig; Ulrich Linzer dient von einer 
hofstatt zunächst Mörthen dem Ladner 3o Pfen- 
nig; die Deutschherren zu Wien dienen von 
einer Hofstatt an einem theil zunächst Ul- 
rich des Linzers hofstatt 3o Pfennig; Peter 
Wittingauer und Margareth seine hausfrau 
dient von ^j^ hofstatt gelegen in dem Grieß 
unter den Fronbergen zunächst Mörth des 
Bibersteins Weingarten i3 Pfennig. — Be- 
siegelt mit dem Siegel i. des Ausstellers, 2. mei- 
ster Peter Felician lehrer in der arzney, 3. Ul- 
rich Menkhofer. — Geben zu Wien am erchtag 
nach dem palmtag nach Christi geburt vier- 
zehenhundert jar darnach in dem fünfzig- 
sten jare. 

Kopie aus dem Ende des 18. Jahrhunderts. 

4930 [1450]. 

Ulrich Eytzinger hat zu Lehen unter 
andern auch das urfar zu Nustorff, die er von 
Friedreichen von Graben gekauft hat. 

Lehenbuch, 1^0 — i^Oa, 102. — Vgl. Winter, 
Niederösterreichische Weistümer i, p2^ Anm. 

4931 [1451]' 

König Friedrich IV. belehnt Hans Rap- 
pach anstat sein selbs und Cristofs seins 
bruders mit ihrem väterlichen Erbe: dem 
vierdentail getreidzehend , dem vierdentail 
viechzehend und den weinzehend in der eben 
zu Symoning; zu Swechant in unser frawen 
feld den vierdentail getraidzehent; zu Gle- 
tarn vierdentail getraidzehent und den viech- 
zehent; zuLanntzendorf auf vier lehen halben 
getraidzehent; zu Eczkestorff vierdentail ge- 
traidzehent, vierdentail weinzehent in der 
eben und den viechzehent daselbs; zu Alt- 
manstorff vierdentail getraidzehent, vierden- 
tail weinczehent und vierdentail viechzehent; 
den vierden tail weinzehent zu Wienn in den 
weingerten, die gelegen sind in den zwein 
ambtern in der Ottakrynn und in dem Kraut- 
Regesten zur Geschichte der Stadt Wien. V. 



! geb und vierdentail getraidzehent; ain kraut- 

zehent halben gelegen zu Erdpurg bey der 

Tunaw genannt im Güssen; ferner Lehen zu 

Aichaw, Schaidwien und in der Klamer pharr, 

Lehenbuch, 1^0 — i^oa, ij&. 

4933 [145^1 

König Friedrich IV. belehnt Erasm Pon- 
haimer burger zu Wienn mit dem zehent 
großen und klainen ze veld und zu dorff zu 
Margrafnewsidel auf newn behausten lehen 
und Überlenden, wan der mit kauf von Hai- 
denreich und Wolfgang den Linntzer an in 
komen wer; ferner mit dem dorf Endleins- 
torff mit sambt den dorfgericht daselbs sowie 
dem Zehent und der Mühle auf der Leyta 
nebst der Au, das alles er von Ulreichen 
Eyczing gekauft hat, 

Lehenbuch, 1^0 — i^Oa, uS'. 

4933 [1451]' 

König Friedrich IV. belehnt Erasm Pon- 
haimer und Dorothea seine hawsfraw mit 
Gülten auf behausten Gütern zu obern Ror 
auf dem Tullnerfeld, das alles er von Wi- 
galsen VolkenstorfF und Susannen seiner 
hawsfraw gekauft hat. 

Lehenbuch, 1^0 — 1^80 a, iip. 

4934 1452, Juni 12, Wien. 

Agnes, Jörgen Gredinger mitburger zu 
Wienn hausfrau, verleiht als Lehenfrau, wel- 
ches Recht sie von Jacob Katterer irem een 
geerbt hat, die wöchentliche Messe auf St. 
Maria Magdalena altar in dem frauenkloster 
vor Schottenthor hie zu Wien, nach dem 
Tode des bisherigen Kaplans Merten von 
Weikharzschlag dem Hannsen Hofmüller von 
Weitra, achter zu St. Stephan hie zu Wienn, 
nebst den dazugehörigen zwei Weingärten, 
einer gelegen zu Entschestorf untern Liech- 
tenstein genant die Schüt, davon man Jörgen 
Schecken von Wald vier eimer weins zu berg- 
recht und vier pfennig zu voitrecht dient; 
der andere enthalb des Wienerbergs bei denn 
Heigässlein, des ein halb joch ist, den der 
genannte Katterer zu dieser Messe gestiftet 
hat. — Besiegelt mit dem Siegel ihres manns 
Jörgen des Gredinger und Ulrichen des Kerner 



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derzeit des rats der statt zu Wienn. 
Wienn an montag vor St, Veitstag. 
Vidimus. 



Zu 



4935 i454> Oktober lOj Wien. 

Purchkhart von Kienbergk verkauft den 
als Leibgeding vom Stifte Erbersperigk seiner- 
zeit erworbenen Hof zu Slikchendorf dem 
genannten Stifte. — Besiegelt durch den 
edlen Cristoffen den Stoytzendorifer . . ., 
Erharten den Puschendörifer purger zu Wienn 
... — Geben do man zalt . . . des phinztag 
vor sand Coiomannstag. 

Orig.j Pap. Von den s^wei rückwärts aufgedrück- 
ten Siegeln ist das erste abgefallen^ das {weite unter 
Papierdecke. — Kein Wasserj^eichen. 

4926 1455, März lo, Wien. 

König Lasslaw belehnt Peter Schuechier 
burger zu Wien nach dem Tode seines Bru- 
ders Jörgen Schuchler, der von Herzog AU 
brecht V. belehnt worden war, mit dem Erbe: 
ganzen zehent auf 26 ganzen leben mynner 
ains virtails großer und klainer zu veld und 
zu dorf, der fünf leben gelegen sind zu großen 
Entzersdorff und fünf leben zu Nottendorf 
in Krotendorfer veld und zu Urlestorf zwai 
leben, vier leben zu Utzesse und zu Ring- 
leinssee; secbs leben zu Utzesse und 4 leben 
mynner ains virtails zu Ringleinsse; ain 
zebent auf 6 ganzen leben zu Perblestorf; 
20 Eimer Wein Bergrecht und 20 Wiener 
Pfennig Vogtrecht zu Medling und daselbs- 
umb gelegen, mit dem Rechte, diese Stücke 
auch auf die Töchter zu vererben. — Geben 
zu Wienn an montag nacb dem suntag Oculi 
in der vasten nacb Cristi geburd XIIIK dar- 
nach in dem LV^^^" jar. 

Lehenbuch, 14^—i^oa, ip8. — ^Noti^enblatt* ^ 
(185^), 307. 

4927 1455, März 2g, Wien. 

Margretb Stepbans des Smuczen etwen 
gesessen zu Grinczing seligen witib verkauft 
mit ihrer gruntfraun banden der geistlichen 
fraun swester Susannen der Sweinwarterinn 
dieczeit abbtessin dacz sant Clarn zu Wienn 
ihr Haus und die zwen flekcb vor demselben 
haus, darauf yecz zwen stedl gepaut sind ge- 
legen zu Grinczing zunagst weilent Niclasen 



des Prunner haws, da man alle Jar dient den 
geistlichen fraun hincz sant Clarn zu Wienn 
von dem Hause 24 Pfennig zu Michaeli als 
Grunddienst und 12 Pfennig zu Georgi in das 
mal, von den zwain stedln vor dem haws 
18 Pfennig zu Michaeli als Grunddienst, um 
105 Pfund Pfennig dem Jörgen dem Steirer, 
Dorothea seiner bausfrawn und irn baider 
erben. — Besiegelt von der Äbtissin Susanna 
der Sweinwarterinn und von Hainreich Ravens- 
purger. — Geben zu Wienn am palmabent. 
Orig, Perg. (1&5 X ^57, F^^te 38). Beide 
Siegel abgeschnitten. 

4928 1455, April 26, Wien. 

König Ladislaus belehnt Erhard Zech 
mit der öden Feste zum Poppen. — Geben 
zu Wienn am sambstag nach sand Marcus 
tag nach Kristi gepurde vierczeben hundert 
darnach im fünf und fünfczehenden jar. 

Gleichzeitige Kopie. — *Noti\enblatt» ^ (185^)^ ^8. 

4929 1455, November ip, Wien. 

König Lasslaw belehnt graf Pernhard 
von Schawnberg, Landmarschall in Österreich, 
mit den von den Meissauem ererbten Lehen. 
— Wienn an sant Elspetentag. 

Lehenbuch, 1^81—1^88, 63. 

4930 1456, März i3, Wien. 

Margareth, Leopolts des Weissen wittib 
burgerin zu Wienn gibt zu St. Lorenz am alten 
fleischmarkt zu Wienn folgende Güter: ihr 
haus gelegen zu Prunn und ein weingartsetz 
hinten daran zunägst Erhart des Gneussen 
haus; eine hofstatt mit einer weingartssetz 
hinten daran und sind vor zwey häuser ge- 
wesen und nun ist es alles ein Weingarten, 
davon man dient zu der vesten Liechtenstein 
5 Schilling 28 Pfennig Grunddienst; zwei 
Weingärten gelegen am Brunnerberg, einer 
genannt die Plumen und der ander das Reutl, 
die nun beide zu einander gegrubt und ein 
Weingarten sind, davon man dient Wolfgangen 
von Winden i^l2 Eimer Most Bergrecht und 
3 Helbling Vogtrecht; ein Weingarten gelegen 
daselbst am Brunnerberg genannt das Pern- 
hartl zunächst dem Weingarten genant Tötter, 



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davon man auch dient dem benannten von 
Winden ^jg Eimer Most zu Bergrecht und 
I Helbling zu Vogtrecht; ein Weingarten, des 
weilent zween Weingarten gewesen sind, ge- 
legen bei dem Lutzelstam, davon man dient 
in das bergamt zu Medling / Eimer Most 
Bergmaß zu Bergrecht und i Pfennig Vogt- 
recht, Dafür sollen die geistlichen frauen 
zu St. Lorenz zu jeder Quatember 3 Pfund 
Pfennig einem Kaplan reichen, der von der 
maisterin des benannten frauenklosters nach 
rath des ältesten lehrer in der heiligen schrift 
und des ältesten meister unter den zwölf 
artisten in dem fürstlichen collegio bei den 
Predigern zu Wien aus demselben collegio 
oder aus dem collegio genannt zu der rothen 
rosen, der ein meister in den sieben freien 
künsten sei, beruft soll werden; dieser Kaplan 
hat entweder selbst oder durch einen andern 
erbarn priester in dem Frauenkloster zu St, 
Laurenz wöchentlich drei fronamt zu singen 
und zu Weihnachten, an dem Ebenweichtag 
an dem Prechentag, zu Ostern, zu Pfingsten, 
an den frauentagen annunciationis, assumtio- 
nis, nativitatis, purificationis, zu Laurenzi 
und am Kirchweihtage entweder selbst zu 
predigen oder durch einen ehrbaren Priester 
predigen zu lassen. Wird eines der Güter 
verkauft, da es zu der meß nicht füglich 
noch nützlich war, so soll es zuerst den Er- 
ben der Stifterin zum Kaufe angeboten wer- 
den. Sie bestimmt femer für den genannten 
Kaplan 60 Pfund Pfennig, die angelegt wer- 
den sollen. Mit der Aufsicht über die Stif- 
tung betraut sie meister Thoman Ebendorfer 
von Haselbach, lehrer in der heiligen schrift 
Chorherr zu St. Stefan zu Wien und pfarrer 
zu Pertholdstorf, meister Wolfgang von Egen- 
dorf formaten baccalar in der heiligen schrift 
und coUegiaten des fürstlichen collegii zu 
Wienn, und Thoman den Schwarzen derzeit 
des rats der statt daselbs; sie ernennen ihre 
Nachfolger aus der Universität, — Besiegelt 
mit dem Siegel des maister Pongratz Kreutzer 
lehrer in der arznei, Hansen des Ravenspur- 
ger urtheilschreiber und burger zu Wienn. 
— Geben zu Wienn am samstag vor dem 
Sonntag Judica in der fasten. 
Vidimus. 



\ 4931 [145S]. 

Kaiser Friedrich IIL belehnt Hanns 
Smeltz burger zu Wienn mit einer wisen ge- 
nant die Amaysserin bei Gramansnewsidl bey 
der mül enhalb des pachs gelegen und sein 
erb wer. 

Lehenbuchf i^o—i^Oa, I2§. 

4983 1460, Februar 2j, Wien. 

Kaiser Friedrich III, erneuert dem prior 
und convent sannd Aügustin petler ordens 
hie zu Wienn die ihnen von Albrechtj da er 
noch herzog war, durch Vermeidung des ge- 
main petl und almusen bewilligte gab von 
4 Pfund Wiener Ffennig jede Woche aus dem 
Ungelt von Wien. — Besiegelt mit dem kais. 
Siegel, — Geben zu Wien an phincztag vor 
sand Matheustag des heiling zwelfpoten nach 
Kristi gepurd vierczehenhundert und in dem 
sechczigisten jar. Unter der Falte rechts von 
anderer Hand: Commissio domini imperatoris 
propria. 

Orig.y Perg. (28 X 505, Falte I2'2). Siegel ab- 
gerissen. Vgl Nr. 5235. 

4983 1460, April 23, Wien. 

Lienhard Schermitz bekennt, es haben 
seine Vorfahren auf dem Allerheiligen altar 
zu St. Stefan eine wöchentliche Messe gestiftet 
und dazu einen Weingarten gegeben, genannt 
das Panczir, des fünf achttail ist gelegen zu 
Ottakrin oberhalb sant Lamprechtskirchen zu- 
nechst des pfarrer von unser frauen Wein- 
garten auf der Stetten zu Wienn an ainem 
tail und zenachst weilent Hannsen des Scharf- 
fenberger purger daselbst Weingarten an dem 
andern teil, davon man dient unsern frauen 
gotzhaus ze Klosterneuburg sechs viertail und 
zwo stauf mosts im lesen ze bergrecht und 
drei pfennig ze voitrecht; Stift- und Lehen- 
herren dieser Messe, worüber kein Stiftbrief 
vorhanden ist, waren die Schermitzer; damit 
nun die Messe nit abgehe, überträgt er alle 
seine Rechte auf diese Messe an Julianna 
Stumbritzerin, meisterin des frauenklosters 
zu St. Lorenz zu Wien, dem convent gemain 
daselbs mit Zustimmung des Kaplans der ge- 
nannten Messe Jörgen Gienger, lehrer der 
heiligen schrift, iem er angezaigt hat 24 Pfund 

6» 



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Pfennig haubtguts, die auf einen haus zu* 
nächst der canterei bei St. Stephansfrey thof 
gelegen, das Micheln des Anthofer gewesen 
ist, gelegen sind; auch weilent Peter Mayr 
etwan Vorleser der egenannten meß, hat der- 
selben meß zu hilf geschaft i8 Pfund Pfennig, 
die anzulegen sind an ein erb, und ein Meß- 
buch; dafür ist täglich ein amt in der Kirche 
zu St. Laurenz zu lesen; erlaubt es Bischof 
Ulrich von Passau, so ist auch die Messe am 
Allerheiligenaltar zu St. Stephan nach St. Lau- 
renz zu übertragen. — Besiegelt mit dem 
Siegel des Ausstellers und des Jörgen von 
Giengen. — Zeugen: Stephan brobst des 
gotteshaus zu St. Dorothe und Simon Lempl. 

— Geben zu Wienn an mittichen vor St. 
Jörgentag. 

Vidimus. 

4934 1460, November 12, Wien. 

Kaiser Friedrich IIL belehnt seinen Rat 
Haydenreich Drugsatz als den älteren für 
sich und seinen Bruder Wernharten mit Lehen 
in Österreich unter der EnnSj ihrem Erbe. 

— Geben zu Wienn an mitichen nach sand 
Mertentag . . . 

Lehenbuch, i^ffO — i^Ob, ly und Lehenbuch, 
1^0 — i^^Sa, 2^^. — Vgl. Chmel in *Noti\enblatt* ^ 
(1858), 420, Nr. 56. 

4935 1460, Dezember 10, Wien. 

Kaiser Friedrich IIL belehnt den Hay- 
denreich Drugsatz seinen Rat als den älteren 
für sich und seinen Bruder Wernharten mit 
den von letzteren von weilend Ulreichen 
Eyczinger von Eyczing gekauften Lehen in 
Österreich unter der Enns. — Geben zu Wien 
an mitichen nach sand Niklas tag. 

Lehenbuch, i4^o—r^8ob, 15. 

4936 1460, Dezember 10, Wien. 

Kaiser Friedrich III. belehnt Heidenreich 
Drugsetz mit Lehen in Österreich unter der 
Enns. — Geben zu Wienn an mittichen nach 
sand Niclastag anno etc. LX^. 

Lehenbuch, 14^0— 1480a, 2^. 

4987 1460, Dezember II, Wien. 

Kaiser Friedrich III. belehnt seinen Rat 
Heidenreich Drugksatz als den älteren für 



sich und seinen Bruder Wenharten mit Lehen 
in Österreich unter der Enns, ihrem Erbe. — 
Geben zu Wienn an phincztag vor sand Lu- 
ceintag. 

Lehenbuch, 1440 — 1480b, i3 und Lehenbuch, 
I440^i48oa, 248". 

4938 1462, März 2p, Wien. 

Margreth Erharts Griessers des raths der 
Stadt Wien wittib und burgerin in Wienn 
stiftet zu ihrem, ihres Mannes und ihrer 
Kinder Seelenheil mit jenen 200 Ffund Pfen- 
nigen, die ihr Erasm Leroch und sein haus- 
frau und ihre erben nach laut eines briefes 
schuldig sein, und mit weiteren 50 Pfennig 
zu den Augustinern in Wien eine wöchentliche 
Messe, die sie alle pfingstag in St. Barbaren 
capellen in der Stifterin Haus am Graben 
lesen sollen; erfüllen sie die Stiftung nicht, 
soll der Stifterin Vetter Ernreich der Koppel 
die Stiftung einem anderen Kloster übertragen. 
— Besiegelt mit i. der Stifterin, 2. Hansen 
Schallauzer, 3. Georgen Thalhammer und 
4. Veiten Hinterberger burgern allhie zu Wienn 
insigeln. — Geben zu Wienn an montag nach 
den Sonntag Laetare in der fasten. 

Vidimus. — V^L Nr. ^8pp und Nr. 5021. 

4939 1463, November 12, Wien. 
Erzherzog Albrecht VI. gibt dem Stifte 

Klosterneuburg jährlich 200 Fuder Salz aus 
Hallstatt. — Besiegelt mit dem fürstlichen 
großen anhangunden insigl. — Geben zu 
Wienn am sambstag vor sand Elsbethentag 
nach Christi gepurde vierczehenhundert dar- 
nach in dem drew und sechczigisten jar. 

Vidimus. — Sfax Fischer, Merkwürdigere Schick- 
sale 2, Nr. ipS. 

4940 Z46S, , — . 

Kaiser Friedrich III. belehnt Hanns Lem- 
pekch burger zu Wienn mit ain halben tail 
wein und getraidzehent auf sechs gantzen 
lehen zu Pirhembart und halben tail zehent 
auf aim drittail ains lehen großen und klain 
zu veld und zu dorf in der praitten gelegen, 
wann im die Anna sein hausfraw durch iren 
offen brief übergeben hat. 

Lehenbuch, I4p—J^80a, 158. — Vgl. Bd. i, 
Nr. 1026. 



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4941 146s» September 2j^ Breslau. 

* Stanislaus Abt des Marien-Chorherren- 
Stiftes zu Breslau, bestimmt als Testaments- 
exekutor des Nikolaus Gleywicz, Chorherm 
in Breslau und Stifter der Schlesier Bursa 
in Wien: a) Aufnahme in die genannte Bursa 
finden nur jene, die von den Doktoren der 
juridischen Fakultät als Stellvertreter des 
Testamentsvollstreckers präsentiert werden und 
Schlesier sind; b) die Stipendien werden auf 
fünf Jahre verliehen; doch können sie früher 
entzogen oder für längere Zeit verliehen wer- 
den; c) die Stipendisten haben in der Bursa 
zu wohnen; d) sowohl die Stipendisten wie die 
übrigen Bewohner der Bursa unterstehen dem 
Rektor der Bursa; dieser kann auch Fremden 
unbenutzte Zimmer einräumen und zur Er- 
leichterung der Lasten der Bursa ihnen Kost 
geben; sie haben sich aber der Hausordnung 
zu fügen gleichwie die Stipendiaten; e) diese 
sollen für den Stifter wenigstens viermal im 
Jahre in den Vigilien die 'neun Lektionen an- 
dächtig beten; f) wer drei Monate ohne Er- 
laubnis von der Bursa fernbleibt, verliert das 
Stipendium. 

Vidimus, 

4942 1466^ Dezember 16, — . 

Johann Propst, Kaspar Dechant und der 
convent gemain unser lieben frauen gottes- 
haus zu Klosterneuburg bekennen,es habeWoU- 
gang [Pichler] bischof zu Yppoma und auch 
etlich andere andächtige menschen zu einem 
Jahrtage 84 gute ungarische Gulden gestiftet; 
später habe Bischof Wolf gang noch 2^2 gute 
ungarische Gulden gegeben, wofür das Stift 
jährlich 7^/^ ff und Pfennig Landeswährung 
den dreien petlorden zu Wien zu geben hat, 
und zwar den geistlichen brüedern der mi- 
norum, zu den Augustinern und zu den Car- 
melitern je 2 ^jg Pfund; diese Summe können 
die genannten drei Orden nach zehn Jahren 
entweder einzeln zu 84 oder gesamt zu 252 
guter ungarischer Gulden ablösen. — Siegler: 
Propst und Konvent. — Geben . . . am 
erchtag nach S. Lucientag der heiligen Jung- 
frauen. 

Vidimus des H. Mayer, der sämtlichen Rechte Dr. 
und Hofrichter aus i8o3 nach einer uralten abschrift. 



4943 1467, Jänner 3iy — . 

Lienhart zu Weißenhorn guardian des 
closters datz den minorn brüdern, Jörig von 
Hintberg prior sant Augustinsgottshaus und 
Hans Marthdorfer prior des gottshaus zu den 
weißen brüdern unser lieben frauen bruder 
Ordens vom berg Carmelo zu Wienn und 
ihre Konvente stellen einen Revers aus wegen 
des Jahrtages in ihren Klöstern für Wolf- 
gangen bischof von Ippona. — Besiegelt mit 
den Siegeln der genannten Prior en und Kon- 
vente. — Geben ... an dem nächsten sambs- 
tag vor unser lieben frauen tag zu der Liecht- 
messen. 

Vidimus. — Salvadori, a. a. O. 88, 8p und i§6. 

4944 1467, Februar 2§, Wien. 

Magdalena weil. Oswalden des Dechsen- 
becken tochter und Ehrenreichs Deren ehe- 
liche hausfrau bekennt, es habe ihr Jobst 
Rietenthaler ihr vorder mann seeliger ge- 
dächtnus unter andern geschaft und voll- 
komen gewalt geben, eine ewige meß in dem 
kloster dacz den Augustinern zu Wienn auf 
dem St. Katharinenaltar, da unser begräbnuss 
ist, zu stiften und dafür das beiden gemein- 
sam gehörige haus in der Krugerstraße da- 
selbst zu Wien bestimmt; sie erfüllt nun den 
Wunsch des Verstorbenen mit Zustimmung 
ihres jetzigen Gatten und übergibt dem Prior 
Georg von Hinperg und dem Konvent der 
Augustiner für die ewige Messe sowie zur 
Haltung von vier Jahrtagen am pfingstag in 
jeder Quatemberwoche , und zwar zu nacht 
mit einer ganzen gesungen vigili mit aufge- 
richteter baar, 16 brennenden kerzen dabei 
und mit prozeß auf das grab gehen, zu mor- 
gen mit gesungenem seelenamt auch aufge- 
richteter baar und 16 brennende kerzen dabei; 
a) das genannte Haus in der Krugerstraße 
gelegen zunächst weil. Ulrichs Büchsenmeislers 
haus, genannt die alte kanzlei an einem theil 
und an dem andern zunächst weil. Oswalden 
Reinholfs stadl und mit dem hintern teil 
stossend an weil. Konrad des Schweinbarters 
haus in der Püppinger straß, das auf 500 
Pfund Pfennig geschätzt ist; b) 10 Pfund 
6 Schilling Pfennig Gülten zu Kummerleins- 



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torf auf behaustem Gute und Überländen, 
die sie und Rietenthaler gekauft haben und 
die vom Bistume Freising zu Lehen rühren; 
außer der Messe und den Jahrtagen haben 
Prior und Konvent die Verpflichtung, für die 
überwiesenen Besitzungen innerhalb Jahres- 
frist nach dem Tode der Ausstellerin machen 
zu lassen: ein glas im Chor um 150 Pfund 
Pfennig, darinnen Ehrenreich Behrens^ Jobst 
Riedenthaler s, der Ausstellerin und Marga- 
retha Riedenthalerins, Schwester Jobst Rie- 
denthalers, personen und wappen stehen; 
eine tafel auf dem St. Katharinenaltar für 
50 Pfund Pfennig auch mit unsern personen 
und wappen darinnen gemahlet und ein mar- 
morstein, darauf unser beider wappen seye 
mit Schrift unsers abgang für S2 Pfund 
Pfennig auf unser grab zu legen; ein ewiges 
licht tag und nacht brennend auf unsern grab 
jährlich 5 Pfund Pfennig; sollte aber die 
Ausstellerin das glas selbst machen lassen, 
hat ihr der Konvent die Kosten zu ersetzen; 
die Ausstellerin behält sich auch den lebens- 
länglichen Nutzgenuß des Hauses und der 
Gülte vor; sollte Freisings Bischof die Gülte 
zu der Stiftung nicht leihen oder die Stadt 
Wien das Haus dazu nicht fertigen^ so soll 
Gülte oder Haus verkauft werden und Ehren- 
reich Dehren das Vorkaufsrecht haben. Die 
Aufsicht über die Stiftung führt Margareta 
die Zellerin priorin des frauenklosters zu der 
Himmelporten in Wien und ihre Nachfolge- 
rinnen; sollten die Augustiner die Stiftung 
nicht entsprechend persolvieren, geht sie an 
das Kloster zur Himmelpforten über, — Be- 
siegelt mit den Siegeln des Ehrenreich Dehren, 
Bernhard Floyt wni Erhard Rieder. — Geben, 
da man zählt nach Christi geburt . . . mitt- 
woch nach sanct Mathiastag des heiligen 
zwölf boten. 

Kopie des ausgehenden 18. Jahrhunderts. — Vgl. 
Bd. 3, Nr. j88i und 1888. 



4945 146J, Mai g, Baden, 

Kaiser Friedrich III, belehnt die Augu- 
stiner von Wien mit den durch den kinder- 
losen Tod des Peter Schuchler erledigten, in 
Nr, 4^26 genannten Lehen, — Geben zu 



Paden an sambstag nach dem heiligen auf- 
farttag anno domini LXVII. 

Lehenbuch, j^^—j^a, ip8', — Am 12. Mai 
i^6y stellten Jörg von Hindperg Prior und der Kon- 
vent jfM St. Augustin in Wien den betreffenden Revers 
aus (ip8'J. 

4946 ^467, November 7, Ebenfurt. 

Jörg von Pottendorf schreibt an den 
Kirchmeister von St. Michael Leonhard Perger 
und an Nidasen Forstlein, beide Bürger von 
Wien, daß die Äbtissin von Schlierbach bei 
ihm gewesen sei und in Angelegenheit des 
Erbes der Schwestern Pruckners geklagt habe; 
er wäre darüber verwundert gewesen, da er 
doch ihm (Kirchmeister) geschrieben habe, 
die Truhen zu öffnen und den Schwestern ihr 
Erbteil auszufolgen. Sollte nicht so viel bares 
Geld vorhanden sein, so solle Perger an die 
Stadt Wien herantreten, damit sie einen Teil 
ihrer Schuld an den Erblasser begleiche^ auf 
daß es möglich werde, die frauen fürderlich 
abzefertigen. — Geben zu Ebenfurt am sambs- 
tag nach Leonardi . . . 

Inseriert in Nr. Si8§. 

4947 1468, Jänner ij, — . 

Wolfgang Wieser gesessen zu Grinzing 
. , . der . . . closterfrawn zu sand Klarn zu 
Wienn ambtmann und perigmaister bekennt, 
das für mich kam. der . . . Ulreich Strobl burger 
zu Closternewnburgk anstat des . . . Johannsen 
brobst unser lieben frawn goczhaus zu Clo- 
sternewnburgk des convents gemain daselbs, 
der gewalt er het, der vor offem rechten 
verhört und gelesen ist, und clagt daselbs 
vor mein und dem erbern geding, als ich 
zu recht in meinem haws gesessen pin, auf 
ein virtail Weingarten gelegen zu Grinczing 
in dem kirichgraben zunagst Kuntz Reyff 
Weingarten, davon man den Nonnen zu sand 
Clarn zu Wienn zu sand Michelstag 7 Pfen- 
nig Grundrecht dient, das do pfantleich ver- 
satzt ist, dem Propst Simon und dem Konvent 
und iren nachkommen zw Closternewnburgk 
um 8 Pfund Pfennig nach innhaltung ainer 
saczzedel aws dem puech, dy auch vor offen 
rechten gelesen und gehört ist, das do Niclas 



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Lantz und Anna sein hausfraw gesessen zu 
der Heilingstadt phantlich versaczt haben, 
und rufft mich der vorgemelt Ulreich Strobl 
als gewalttrager darauf an umb recht und 
melt dapey, was mit recht darauf gieng; do 
fragt ich umb in das erber geding, da ward 
zu recht erkanndt, ich solt mich darumb 
hören lassen, wie offt Niclas Lancz und Anna 
sein hausfraw geladen wem; do sagt ich 
umb vor offem rechten, als ich zu recht solt, 
das der Niclas Lancz und Anna sein haus- 
fraw zu der ersten ladung zu haus und zu 
hof geladen und funden hab, dabey der ge- 
sworen und annder frum lewt gewesen sind 
und nachmaln zu der annder und dritt la- 
dung an das haus gesagtt, do ichs mit der 
ersten ladung vor pegriffen hab, auch mit 
wissen frumer nachtpawrn; auf das rufft 
mich der obgemelt clagtrager verrer an umb 
recht, do fragt ich umb, do wart zu recht 
erchannt, der ladung wer zu recht genueg. 
es solt auch der obgemelt Niclas Lancz, 
Anna sein hausfraw auf antwurt beruft wer- 
den, vor offen rechten, das auch also ge- 
schehen ist; do begert der clagtrager aber 
verrer, was recht wer, do wardt verrer zu 
recht derkanndt: kemen nun die daigen, dy 
weil ich und das erber geding seß an dem 
rechten, dy do versaczt haben und geladen 
sind unnd beruefft an der schrann und geben 
ein anttwurtt, dy wuerden pilleich gehört 
und geschech nach clag und anttwuert, was 
recht wer; kemen sy aber nicht, dy weyl 
gericht zeyt ist, noch nyemant von irn wegen 
mit volgemochtiger gewalt, des zu recht ge- 
nueg ist, so hab der anclager seyn clag er- 
langt und behabt und was mit rechten dar- 
auf geet und solt die gwer virzehentag pei 
meinen banden haben und darauf geben; die 
gesworn schawer und scheczer dy sullen dann 
auf den nagsten rechtag gehört werden als 
über virzehen tag und darnach verrer ge- 
schehen, was recht sey. do cham der offt- 
genannt Ulreich Strobel klagtrager aber für 
mich und offens gericht und melt sein clag 
als vor und begert nach erkanntnuss des 
rechten, das dy gesworen gehört schul- 
ten werden, wie si den grundt gescheczt 
bieten und darnach verrer geschech was recht 



wer; do fragt ich die gesworn bey dem ayd 
als sy gesworn synd, wie sy den weingartten 
gescheczt bieten; dy sagten als sy zu recht 
schulten, das si das virtail Weingarten bieten 
gescheczt trewleich und ungeverlich als yetz- 
und by acht pfunt pfennigen werd beraits 
gelts und nicht tewrer; auf das ruefft mich 
der clagtrager verrer an umb recht, do ward 
zu recht erkannt, dy Schätzung dy solt an- 
poten werden Niclasen Lanczen und Anna 
sein hausfraun, dy darumb geladen und für 
gericht berufft sind, und sol aber geschehen 
was recht wer das auch also geschehen ist, 
an die endt, do dy ladung normaln hin er- 
kandt und gangen sindt. verrer ruft mich 
der clagtrager an umb recht, do fragt ich 
umb, do ward zu recht erkanndt: seid alle 
fürpot bewert sind und anttwurter und sein 
hausfraw für offens gericht auf anttwuert er- 
vordert ist als grünt und perig und landts- 
recht ist und auch anpoten nach inhaltung 
der gesworen sag auch als recht ist, kemen 
nun dy da geladen und anpoten sind hewt 
des tags und begriffen des clagtrager huld 
nach inhaltung seiner clag, das mocht er 
pilleich aufnemen. komen sy aber nicht noch 
nyemant von irn wegen hewt des tags, so hab 
der clagtrager nach innhaltung seins gewalts 
sein anclag erlangt und behabt und was mit 
recht darauf get und sol auch den clagtrager 
zu seiner herren hanntten gwaltig machen, 
nutz und gwer setzen, damit er seiner an- 
stennden geltschult und was mit recht darauf 
get, bekom. des gesprochen rechtens begert 
der clagtrager sein gerichtbrief, der im mit 
frag und urtail erkannt ist, und darumb 
nemen mein gerechtigkait. das hab ich also 
getan mit urchund des brieff besigilt, wenn 
ich aber diezeit aigen insigl nicht gehabt 
han, so hab ich mit vleis gepeten den er- 
bern Philipp Weißen burger zu Closternewn- 
burgk, das er sein insigl an meiner stat an 
den prief gedruckt hat im und sein erieben 
an schaden, darunder ich des gerichts bechenn 
als vor an dem brief geschriben ist. geben 
des suntag vor sand Fabian und Sebastian 
tag der heiligen marttrer. 

Orig,, Papier. Kein Wasser :{eichen. Rückwärts 
Spuren von au/gedrücktem Siegel aus grünem Wachs. 



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K. k. Archiv fiir Niedcrostcrreich. 



4948 1468, , — . 

Kaiser Friedrich IIL belehnt Veit von 
Eberstorff anstat sein selbs Reinprechten und 
Benedicten von Eberstorff seiner vettern mit 
ihrem Erbe, darunter das Erbkammeramt, 
mit werd, vischwaid und allem gejaid von 
allerlai wild und geflügl in der Tunaw 
und auf den grünten, die sich mynnern oder 
mern; die vischwaid zu Eberstorff; der ge- 
traidzehent zu Eberstorff ausgenomen den 
zehent in Sabarnerveld und in dem kraut- 
garten; gefurste freyung daselbs zu Ebers- 
torff über erber sach alsver der von Ebers- 
torff gemerk daselbs geen, als die von alter 
herkommen ist; das dorf zum Albrech, da 
die vischer siezen; das dorf Rutzendorf; das 
todgericht in dem dorf Eberstorff und dar- 
um b als ver der purgfried und gefurste 
freyung des geslos Eberstorff gelangt und 
raichet, die König Albrecht weilent Hansen 
von Eberstorff und seinen erben geben hat; 
der weinzehent zu Otakhrin, wovon der 
brobst zu sand Steffan zu Wienn halben tail 
hat. — Anno domini LXVIII. 

Lehen buch, i^f^ — r^Oa^ 216. — Vgl. Chmel, 
Regesta Friderici Nr. S^ff^S* 

4949 146g, Dezember 6, Wien, 

Kaiser Friedrich IH. belehnt Eber hart 
Sebacher als Gerhaben Kunigunden und Mag- 
dalen weilent Steffan des Raten Kinder mit 
zwai tail des sitz in Krembsekg in Khirch- 
perger pharr. — Actum zu Wienn an miti- 
chen Nicolai anno etc. LVIIII. 

Lehenbuch, 1^0 — i^Soa, 21g. 

4950 146g, Dezember S, Wien. 

Kaiser Friedrich IIL belehnt Jörg Prugk- 
ner mit den von Hansen Prugkner seinem 
Bruder geerbten Gülten zu Gerestorf. — Ac- 
tum zu Wienn an freitag nach Nicolai anno 
ut supra (Nr. 4949). 

Lehenbuch, i^O— 1480 a, 2/p. 

4951 1469, Dezember 11, Wien. 

Kaiser Friedrich IIL belehnt Hanns Kater 
mit den von Margreth etwan Conradts Walh 
tochter und weilent des Lienharten Werthai- 
mer wittib gekauften zehent zu Viechhaws in 



Gamparer pharr im lantgericht Kamer in 
Atersee. — Actum zu Wienn an montag vor 
Lucie virginis anno LVIIII. 
Lehenbuch, i4^^i^Soa, 21p. 

4952 146p, Dezember 11, Wien. 

Kaiser Friedrich III. belehnt Sigmund 
von Volkenstorf mit den von seinem Vater 
Wigul eisen von Volkenstorf ererbten Lehen. 
— Actum zu Wienn an montag vor Lucie 
ut supra (Nr. 4951), 

Lehenbuch, 1440— i^Oa, 219. 

4953 1469, Dezember 15, Wien. 

Kaiser Friedrich IIL belehnt Ülreich 
Rochlinger mit den von Margreth Achatzen 
Vinkhenhaimer wittib anstat ir selbs und Bar- 
baren und Kathrein irer tochter aufgesandten 
und verkauften Wein- und Getreidezehent zu 
Nidern Sleintz in Egemburger pharr. — Ac- 
tum zu Wienn an freitag nach sand Lucein - 
tag anno domini etc. LXVIIII. 

Lehenbuch, 141^0 ^i^Soa, 219'. 

4954 1469, Dezember 75, Wien. 

Kaiser Friedrich III. belehnt Cristof 
Sintzendorfer mit den von seinem Vater Sig- 
munden Sintzendorffer ererbten Lehen in 
Pharrkircher pharr. — Actum zu Wienn an 
freitag nach Lucie anno domini etc. LXVIIII. 

Lehenbuch, i^O—i^oa, 221'. 

4955 1469, Dezember 19, Wien. 

Kaiser Friedrich III. belehnt Pernhart 
Inprugker mit seinem in Österreich unter der 
Enns gelegenen Erbe. — Actum zu Wienn 
an eritag vor sand Thomas tag apostoli anno 
domini etc. LXVIIII. 

Lehenbuch, 1^0 — i^Oa, 221. 

4956 1469, Dezember 20, Wien, 

Kaiser Friedrich IIL belehnt PtterPrcw^r 
mit seinem Erbe. — Actum zu Wienn an 
mitichen sand Thomans abend apostoli anno 
etc. LXVIIII. 

Lehenbuch, i^O — i^8oa, 220. 

4957 1469, Dezember 20, Wien. 

Kaiser Friedrich III. belehnt Hans Kastl 
mit einem Gut. — Actum zu Wien an miti- 



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chen sand Thomas abend apostoli anno etc. 
LXVIIII. 

Lehenbuch, i^O—i^Soa, 2ip'. 

4958 146p, Dezember 20, Wien. 

Kaiser Friedrich IIL belehnt Hanns Eder 
mit ^Is Gut. — Actum zu Wienn in vigüia 
Thome apostoli anno ut supra (Nr. 4957). 

Lehenbuch, i^o—i^8oa, 21g'. 

4959 1469, Dezember 20, Wien. 

Kaiser Friedrich IIL belehnt Hanns Tein- 
dorffer mit den von seinem Vetter Jörgen Tein- 
dorffer geerbten zwei tail zehents gelegen zu 
dem Chunrats in Waidhofer herrschaft. — 
Actum zu Wienn in vigilia Thome apostoli 
anno etc. LXVIIII. 

Lehenbuch, 1^0 — 1480 a, 221', 

4960 i4(>9f Dezember 21, Wien. 

Kaiser Friedrich IIL belehnt Michel Rew- 
ter anstat sein selbs und Wolfgangen Rewter 
seins bruder mit dem von ihrem Bruder Her- 
mann Rewter geerbten Hofe zu nidern Fled- 
nitz. — Actum zu Wienn an sand Thomans 
tag anno etc. LXVIIII. 

Lehenbuch, i^o—J^oa^ 221. — Lichnowsky, 
Regesten 7, Nr. i^y mit De^^ember 28, 

4961 1469, Dezember 22, Wien. 

Kaiser Friedrich III. belehnt seinen Rat 
Ruediger von Starhemberg mit den von Flo- 
rian Halberpekh und Kathrey seiner hausfrau 
auf gesandten und ihnen verkauften zwei Höfen 
zu Enntzesfeld. — Geben zu Wienn an frei- 
tag nach Thome apostoli anno domini etc. 
LXVIin. 

Lehenbuch, 1^0 — 1480a, 220. 

4962 1469, Dezember 22, Wien. 

Kaiser Friedrich IIL belehnt seinen Rat 
Ruediger von Starhemberg mit den von Mar- 
greth weilent Wernharts von Haselaw wittib 
gekauften Lehen zu Prattes. — Geben zu 
Wienn an freitag nach sand Thomas tag 
apostoli anno domini etc. LXVIIII. 

Lehenbuch, i^o — i^a, 222. 
Rcgcstcn zur Geschichte der Stadt Wien. V. 



4963 1469, Dezember 22, Wien. 

Kaiser Friedrich IIL bestellt nach dem 
Tode seines Rates Ruediger von Starhemberg 
für dessen gleichnamigen minderjährigen Sohn 
den Großvater des letzteren Jörigen von Star- 
hemberg zum Vormund. — Geben zu Wienn 
an freitag nach sand Thomans tag apostoli 
anno etc. LXVIIII. 

Lehenbuch, i^f^fO—j^oa, 220'. 

4964 1469, Dezember 22^ Wien. 

Kaiser Friedrich IIL belehnt Hannsen 
von Hohenberg mit Lehen in Österreich unter 
der Enns. — Actum zu Wienn im rat von 
kaiser Friedrichs an freitag vor dem heiligen 
Weihnachtag anno domini etc. LXVIIII. 

Lehenbuch, i^^ — i^8oa, 222. 

4965 1469, Dezember 23, Wien. 

Kaiser Friedrich IIL belehnt Hanns von 
Krainperg mit der Fischweide auf der Pers- 
nikh in Capeller pharr. — Actum zu Wienn 
am sambstag vor Nativitatem Christi anno ut 
supra (Nr, 4964). 

Lehenbuch, j^f^—j^8oa, 219'. 



1469, Dezember 28, Wien. 

Kaiser Friedrich III. belehnt Albrecht 
von Ror mit allen den Lehen, die ihm König 
Lasslaw verliehen hatte. — Geben zu Wienn 
an phincztag allerkindlein tag anno LXX"^°. 

Lehenbuch, 14^ — i^oa, 223'. 

4967 1469, Dezember 28, Wien. 

Kaiser Friedrich IIL belehnt Albrecht 
von Ror mit ererbten und gekauften Lehen 
in Österreich unter der Enns. — Actum 
zu Wienn an phincztag innocentium anno 
domini LXX«"«. 

Lehenbuch, i^o—i^oa, 22^. 

4968 1469, Dezember 29, Wien. 

Kaiser Friedrich III. belehnt Jeronime 
Rorbacher mit seinem Erbe in dem newen 
stattlein bei Sewsenegk usw. — Actum zu 
Wienn an freitag post natalis Christi anno 
LXX. 

Lehenbuch, 1^0 — 1480 a, 228. 

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4969 146g, Dezember 3o, Wien. | 
Kaiser Friedrich III, belehnt Marx Kholb 

mit dem von seinem Vater Thaman Kholb er- 
erbten Lehen bei Allentsteig. — Datum zu 
Wienn an sambstag vor dem newnjarstag 
anno domini etc. LXX™^ 

Lehenbuch, i^^^i^a, 22^'. 

4970 1470J Jänner i, Wien. 

Kaiser Friedrich III. belehnt Hanns von 
Kranichperg mit dem aufgesandten und ihm 
als ihrem Vetter von Elspeth weilent Thomas 
von Stubenberg wittib übergebenen Schloß 
Haselaw gelegen bei der Tunaw mitsampt 
dem urfar, awen, vischwasser und anderem 
Zugehör. — Actum zu Wienn in die circum- 
cisionis anno domini etc. LKK»"®. 

Lehenbuch f i^^ — i^fSoa, 228 \ 

4971 1470, Jänner 3, Wien. 

Kaiser Friedrich III. belehnt Hanns von 
Kranichberg mit dem von seiner Mutter Do- 
rotheen etwan Sigmunds von Kranichperg 
witiben geerbten dorf zu Zisterstorff in Haws- 
lewter pharr gelegen mitsambt dem gericht 
an was den tod beruert. — Actum Wienne 
an mitichen vor der heiligen dreyr kunig tag 
anno etc. LXX™^. 

Lehenbuch, j.f^ — i^Soa, 22S. 

4973 ^470^ Jänner 6, Wien. 

Kaiser Friedrich III. belehnt Dorothea 
weilent Mertens Haimstainer wittib mit zwei 
Äckern vor der stat Stain in Krain. — Actum 
zu Wienn an sambstag trium regum anno ! 
domini LXX"^°. 

Lehenbuch, i^O — i^Sob, 8y. \ 

4973 ^470, Jänner 8, Wien. 

Kaiser Friedrich III. belehnt Wenntzlaw , 
Stainberger von Menkh mit den von Jörgen ' 
Sewsenegker gekauften sitz genant Khelber- 
schadt mitsambt dem pawhof und drein 
hofsteten. — Actum zu Wienn an montag 
nach der heiligen dreyr kunig tag anno etc. 
LXX'n«. 

Lehenbuch, i^o— 1480a, 223. 



4974 1470, Jänner 8, Wien. 

Kaiser Friedrich III. belehnt seinen Käm- 
merer Wilhelm Awrsperg mit den von Els- 
peth weilent graf Bertlmens von Frangepan 
und Modrusch wittib aufgesandten und ihm, 
verkauften Lehen in Österreich unter der 
Enns. — Geben zu Wienn an montag nach 
der heiligen dreyr kunig tag anno domini 
etc. LXX'"«. 

Lehenbuch, i^—i^a, 223'. 

4975 ^470, Jänner p, Wien. 

Kaiser Friedrich III. belehnt Hanns Kho- 
dawer mit den von Wilhalmen Pebringer ge- 
kauften Gülten zu Rokendorf und Vetzesdorf. 
— Actum zu Wienn an eritag nach den hei- 
ligen dreyr kunig tag, anno domini LXX"^°. 

Lehenbuch, 14^— 1480a, 228. 

4976 1470, Jänner 10, Wien. 

Kaiser Friedrich III. belehnt Hanns Red- 
1er anstat sein selbs und Simon Redler seins 
bruders mit den von ihrem Vater Wolfgangen 
Redler ererbten sitz genant zu Od in Hurber 
pharr. — Actum zu Wienn an mitichen nach 
der heiligen dreyer kunig tag anno domini 
LXX"^«. 

Lehenbuch, 1440— 1480 a, 22§. 

4977 1470, Jänner 10, Wien. 

Kaiser Friedrich III. belehnt Marxn Nus- 
torffer als ältesten des Geschlechtes mit dem 
von seinem Vetter Walthasarn Nustorffer er- 
erbten Erbmarschallamt des Stifts zu Salz- 
burg, so von uns und unserm fürstenthumb 
Österreich zu lehen rürt. — Geben zu Wienn 
an mitichen nach der heiligen dreyr kunig 
tag anno domini etc. LXX. 

Lehenbuch, 1440 — 1480a, 225'. 

4978 i470y Jänner 11, Wien. 

Kaiser Friedrich III. belehnt Erhart Main- 
berger mit seinem in Österreich unter der 
Enns gelegenen Erbe. — Actum zu Wienn 
an phincztag nach sand Erhartstag anno do- 
mini etc. LXX. 

Lehenbuch, 1440 — 1480 a, 22§. 



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4979 1470, Jänner /2, Wien. 

Kaiser Friedrich IIL belehnt Lienhart 
Schermitzer mit seinem Erbe Gülten zu Perb- 
leinstorff und das Aichholz im Khirchperg 
bei Meyrling in Alachter pharr gelegen. — 
Actum zu Wienn an Freitag nach Erhardi 
anno domini etc. LXX. 

Lehenbuch, /-f^ — i^fSoa, 225. 

4980 1470, Jänner 15, Wien. 

Kaiser Friedrich IIL belehnt Lienhart 
Schermitzer als Lehenträger des krankenFned- 
reich Bischoff mit dessen in Olachter pharr 
gelegenem Erbe. — Actum zu Wienn am 
montag vor sand Anthonientag anno domini 
etc. LXX. 

Lehen buch, i^f^—i^fSoa, 22§. 

4981 1470, Jänner 75, Wien. 

Kaiser Friedrich IIL belehnt Mert und 
Niclas die gepruder die Druchsessen mit den 
von Jörg Hohenperger Pfleger zu Laa auf- 
gesandten und ihnen verkauften Lehen in 
Österreich unter der Enns. — Actum zu 
Wienn an montag vor sand Anthonientag 
anno domini etc. LXX°. 

Lehenbuch, i^^—i^Soa, 226, 

4983 ^470, Jänner 22, Wien. 

Kaiser Friedrich III. belehnt Symon Derr 
mit den von seinem Vater Jörgen Derr er- 
erbten Lehen bei Hainburg. — Datum zu 
Wienn an montag vor Pauli conversionis 
anno etc. LXX. 

Lehenbuch, i^O — i^8oa, 227. — Chmel, Regesta 
Friderici, Nr. ^Spy. 

4983 1470, Jänner 28, Wien. 

Kaiser Friedrich III. belehnt Mert Schach- 
ner mit seinem in Österreich ob der Enns 
gelegenen Erbe. — Actum zu Wienn an 
eritag vor Pauli conversionis anno etc. LXX. 

Lehenbuch, i^o—i^oa, 228'. 

4984 1470, Jänner 28, Wien. 

Kaiser Friedrich III. belehnt Achatz 
Waser mit den von seinem Bruder Melchior 



Waser aufgesandten und ihm verkauften 
Lehen um Drosendorf. — Actum zu Wienn 
an suntag nach Pauli conversionis anno LXX°, 
Lehenbuch, i^^ — i^Oa, 22 j. 

4985 1470, Jänner 2p, Wien. 

Kaiser Friedrich IIL belehnt Hanns 
Gruber burger zu Tulln mit dem urfarrecht 
an dem urfar daselb zu Tulln, seinem Erbe. 
— Datum zu Wienn an montag vor unser 
lieben frawen tag purificationis anno domini 
etc. LXX«. 

Lehenbuch, 1^0— 1480a, 22^'. 

4986 ^470^ Jänner 3i, Wien. 

Kaiser Friedrich IIL belehnt Achatz 
Hertenfelser mit einem Hofe zu Stermol. — 
Datum zu Wienn an mitichen vor unser 
lieben Frauentag purificationis anno domini 
etc. LXX^n«. 

Lehenbuch, i^o — 1480 b, 8y. 

4987 1470, Jänner 3i, Wien. 

Kaiser Friedrich III. belehnt den Tho- 
man Hewsser mit dem von dessen Vater 
Alexander Hewsser aufgesandten und ihm 
verkauften Lehen in Khuchlhub bei Amstetn 
in Zeylinger pharr. — Datum zu Wienn an 
mitichen vor purificationis beate Marie vir- 
ginis anno etc. LXX*^. 

Lehenbuch, 14^— 1480a, 226'. 

4988 ^470, Februar 5, Wien. 

Kaiser Friedrich IIL belehnt Gabriel 
Smitzperger mit dem von seinem Vater ge- 
erbten gütl genant in der Rewt in Lach- 
khircher pharr. — Actum zu Wienn an mon- 
tag sand Agatha tag anno domini etc. LXX*^, 

Lehenbuch, 144O '-'1480a, 226. 

4989 1470J Februar 5, Wien. 

Kaiser Friedrich III. belehnt Jörg von 
Jewspitz mit seinem in Österreich unter der 
Enns gelegenen väterlichen Erbe. — Actum 
zu Wien an montag Agathe 70. 

Lehenbuch, I440^i48oa^ 226'. 

7* 



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4990 ^4709 Februar 5, Wien. 

Kaiser Friedrich IIL belehnt Augustin 
Erdinger mit einem Erbe in Talhaimer pharr, 
— Datum zu Wienn an montag nach puri- 
ficationis beate Marie virginis anno etc. LXX. 

Lehenbuchf i^-~i^8oa, 22p'. 

4991 ^470t Februar 6, Wien. 

Kaiser Friedrich IIL belehnt Wolfgang 
GrüU mit den von Peter Swertzl und Elspet 
seiner hausfrau aufgesandten und ihm ver- 
kauften Wiesen in Valentiner pharr. — Ac- 
tum zu Wienn an eritag sand Dorotheentag 
anno domini etc. LXX. 

Lehenbuch, i^—i^Oa, 226. 

499*3 1470, Februar 6, Wien. 

Kaiser Friedrich IIL belehnt Mert Fuchs 
zu Grueb mit dem von ihm gekauften Hofe im 
Khirchdorf in Valentiner pharr gelegen. — 
Actum zu Wienn an eritag ut supra et anno. 

Lehenbuchf i^O—i^8oa, 226. 

4993 ^470f Februar 7, Wien. 

Kaiser Friedrich IIL belehnt Hanns von 
Trawn anstat sein selbs und Michel seins 
bruders mit den von ihrem Vetter Hartman 
von Trawn ererbten Fischweiden usw. — 
Datum zu Wienn an mitichen nach Dorothee 
anno domini LXX*^. 

Lehenbuch, i^^—i^oa, 226'. 

4994 1470, Februar 7, Wien. 

Kaiser Friedrich III. belehnt Caspar 
Schawl mit Gülten zu grossen Newndorf, — 
Datum zu Wienn am Mitichen nach sand 
Dorotheen tag anno etc. LXX. 

Lehenbuch, i^o — i^Soa, 23o, 

4995 1470, Februar 8, Wien. 

Kaiser Friedrich IIL belehnt Hanns 
Matseber mit den von Pernhart von Tiern- 
stain und Larentz Haiden, burger zu Wienn, 
aufgesandten und ihm verkauften Lehen, näm- 
lich: das haws Grevendorf; zwai tailzehent 
zu Karcharn auf dem Tulnerfeld und 24 emer 
perkrecht daselbs; ein hof zu Mugkendorf in 
sand Andres pharr vor dem Hegkental; das 



dorf zu Spilarn mitsamt den gericht und 
panteding daselbs, so in kaufweis von dem 
obgenanten Tiernstain an den Matseben komen 
ist. — Datum zu Wienn an phinztag nach 
Dorothee LXX. 

Lehenbuch, i/f^— 1480a, 22p. 

4996 ^470, Februar 10, Wien. 

Kaiser Friedrich III. belehnt JörgRukhen- 
dorffer mit dem Hofe zu Stranegk. — Datum 
zu Wienn an sambstag sand Scolastica tag 
anno LXX. 

Lehenbuch, 144O— 1480a, 22p'. 

4997 1470, Februar i3, Wien. 

Kaiser Friedrich III. belehnt Jeronimus 
Rorbacher mit den Lehen, die ihm kunig 
Lasslaw verliehen haUe. — Actum zu Wienn 
an eritag nach Scolastice anno etc. LXX°. 

Lehenbuch, 1440— 1480a, 22 f. — Vgl Chmel im 
^Noti^enblatt* 4 (1854), 281, Nr, 214. 

4998 1470, Februar i3, Wien. 

Kaiser Friedrich III. belehnt Sigmund 
Eytzinger von Lasdorf mit einem Hofe zu 
Nidernstinkhenprunn. — Datum zu Wienn 
an eritag nach sand Scolastica tag anno 
domini LXX. 

Lehenbuch, 1440— 1480a, 22p', 

4999 1470, Februar 18, Wien. 

Jörg von Pottendorf, oberster Erbschenk 
und Landmarschall in Österreich, bekennt, er 
habe Lienhart Perger, Kirchmeister zu St. Mi- 
chael und Bürger zu Wien^ all sein innemen 
und ausgeben, so er von St. Cathreinambt 
des sechsunddreissigsten jahrs von Hannsen 
Prugkner wegen bis auf den heutigen Tag 
gehabt habe, mit ihm vollständig verrechnet. 
— Geben zu Wienn an suntag vor St. Mathias 
tag des heiligen zwelifpotn nach Christi ge- 
burt vierzehenhundert und im siebenzigisten 
jähre. 

Inseriert in Nr. 5185. 

5000 1470, Februar ip, Wien. 

Kaiser Friedrich IIL belehnt Jörg Te- 
nycher mit dem von seinen Eltern Hannsen 
Tenycher und Weilpurgen ererbten Hofe zu 



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Paltemdorf, — Actum zu Wienn an montag 
vor Petri ad Kathedram anno domini etc. 
LXX«. 

Lehenbuchy i^O — i^Soa, 22p'. 

5001 1470, Februar 21, Wien. 

Kaiser Friedrich IIL belehnt Hans La- 
dendorf mit seinem väterlichen Erbe gelegen 
zu sand Cristoffen. — Actum zu Wienn an 
mitichen vor Petri ad Kathedram anno LXX. 

Lehenbuchj i^f^fO -i^Soa, 22/. — Vgl. Chmel in 
*Noti:{enblatt* ^ (j8§^), 162, Nr. iiy. 

5003 ^470, Februar 21, Wien, 

Kaiser Friedrich IIL belehnt Andre 
Snegkenrewter mit Lehen der Herrschaft 
Ort, — Datum zu Wienn an mitichen vor 
sand Mathias tag apostoli anno LXX. 

Lehenbuchf j^^^j^oa, 280. — Vgl. Chmel in 
•Noti^enblatt» ^ {^854), 32p, Nr. 250. 

5008 1470, Februar 28, Wien, 

Kaiser Friedrich ILL, belehnt Andre Le- 
derer, Bürger zu Wels, und Kathrey, sein 
hausfrau, mit Lehen in Österreich ob der 
Enns, — Datum zu Wienn an mitichen nach 
sand Mathiastag apostoli anno etc. LXX. 

Lehenbuch, 1^0— 1480 a, 2S0' . 

5004 i470y März 5, Wien, 

Kaiser Friedrich III, belehnt Wilhalm 
Wultzendorffer und Jörg Derr mit einem 
Teile von Flendorf bei Kornnewenburg. — 
Datum zu Wienn an sambstag sand Kuni- 
gunden tag anno LXX®. 

Lehenbuch, 1440— 1480a, 280. — Vgl. Chmel, 
Regesta Friderici, Nr. §p4S- 

5005 1470, März 7, Wien, 

Kaiser Friedrich III, belehnt Pernhart 
von Tiernstain mit seinem in Österreich ob 
der Enns gelegenen Erbe. — Actum Wienn 
an mitichen dem aschtag anno domini LXX°. 

Lehenbuch, 144O — 1480a, 228. — Vgl. Chmel, 
Regesta Friderici, Nr. 5^48, 

5006 1470J März p, Wien, 

Kaiser Friedrich IIL belehnt Christof von 
Zelking mit dem Schlosse Lenstain. — Ge- 



ben zu Wienn an freitag vor dem suntag 
Invocavit in der vasten anno etc. LXX. 
Lehenbuch, 1440— 1480 a, 282. 

5007 1470, März 11, Wien, 

Kaiser Friedrich IIL belehnt Erhart von 
Zelking mit einem halben Zehent zu Straß usw, 
— Datum zu Wienn an suntag Invocavit in 
der vasten anno etc. LXX. 

Lehenbuch, i440^i48oa, 280*. 

5008 1470, März i3, Wien, 

Kaiser Friedrich III, belehnt Lorentz 
Erendorffer anstat sein selbs, Merten Eren- 
dorffer seins bruders und Wolfgangs und 
Merten w^eilent Wolfgangs Erendorfer sun 
seines vettern mit ihrem um Weitra gelegenen 
Erbe, — Actum zu Wienn an eritag nach Gre- 
gori pape anno LXX°. 

Lehenbuch, J440—J48oa, 228'. 

5009 1470, März 15, Wien, 

Kaiser Friedrich IIL belehnt Lienhart 
Hering mit den von Sigmund Hager auf ge- 
sandten und ihm übergebenen 6 Pfund Pfennig 
Gülte zu Pesendorf. — Datum zu Wienn 
an phinztag nach Invocavit in der vasten 
anno etc. LXX. 

Lehenbuch, 1440— 1480a, 227', — Vgl. Chmel, 
Regesta Friderici, Nr. Spsp, mit Pesdorf. 

5010 1470, März IS, Wien, 

Kaiser Friedrich IIL belehnt Leopolt 
Eybenstainer mit seinem bei Korneuburg ge- 
legenen väterlichen Erbe, — Actum zu Wienn 
an phinztag vor dem suntag Reminiscere in 
der vasten anno etc. LXX°. 

Lehenbuch, 1440 — 1480a, 228'. 

5011 1470, März 16, Wien. 

Kaiser Friedrich III, belehnt Albrecht 
Neidegker mit Lehen in Österreich unter 
der Enns, — Datum Wienn an freitag vor 
den suntag Reminiscere in der vasten anno 
etc. LXX. 

Lehen buch, 1440— 1480a, 280'. 



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5013 1470, März 16, Wien. 

Kaiser Friedrich IIL belehnt Ludwig 
Weytmüllner, seinen phleger zu Lempach, mit 
der Feste Michelstetten. — Datum Wienn 
feria sexta ante dominiciam Reminiscere in 
quadragesima anno etc. LXX. 

Lehenbuch, j^f^ — i^Soa, 23o'. 

5013 1470, März j6, Wien. 

Kaiser Friedrich IIL belehnt Jörg Prawn- 
storffer mit Lehen der Herrschaft Orth. — 
Datum zu Wienn an Freitag vor dem suntag 
Reminiscere anno LXX. 

Lehenbuch, i^^ — i^fSoa, 280. 

5014 1470, März 17, Wien. 

Kaiser Friedrich IIL belehnt Veit von 
Eberstorff, obristen camerer in Osterreich, mit 
der von der Tunaw underhalb Enntzestorff 
zwischen zwain awn aine genant des Sannts 
und die andere der Eslarern awn auf unsern 
grünten angeschütteten Wiese. — Actum zu 
Wienn an sambstag vor dem suntag Remi- 
niscere in der vasten anno etc. LXX. 

Lehenbuch, i^o—J^8oa, 23 1. 

5015 ^470, März 21, Wien. 

Barbara Heinrichs von HoUnekch wittib 
stiftet im Frauenkloster zu St. Maria Magda- 
lena vorm Schottenthor zu Wienn für sich 
und ihr Geschlecht einen Jahrtag in der 
Wochen nach sant Simons und sand Judas 
tag und ein ewiges Licht vor dem Frauenaltar 
in dem genannten Kloster und übergibt dazu 
mit Vorbehalt des lebenslänglichen Nutzge- 
nusses der Priorin des genannten Klosters 
Barbara Hirssin ihr väterliches Erbe und 
freies Eigen 2^1 2 Ff und Pfennig auf ihrem 
Gute zu Ottenslag, ferner mit Zustimmung 
des Landesfürsten als Lehensherrn: 3 ff und 
Pfennig Gülten auf behausten Gütern zu Otten- 
schlag, allen Zehent zu Ottenschlag; femer 
hat sie bereits dem genannten Kloster gege- 
ben 40 Pfund Pfennig, die an das Haus, das 
Ulrichen des Völklein gewesen ist, gelegt 
sind. Erfüllen die Nonnen die Stiftung nicht, 
haben sie 10 Pfund Wachs zu jeder Quatem- 
ber unser frauen gottshaus zum Schotten zu [ 
Wienn zu geben. — Besiegelt mit dem Siegel \ 



j. der Ausstellerin, 2, ihres Vetters Stephan 
Eytzinger von Stoyzendorf, und 3. des Hanns 
Harracher von Gotkasch. — Geben zu Wienn 
am mitichen nach dem sontag daran man 
singet Reminiscere in der fasten. 
Vidimus. 

5016 1470 [März 21], Wien. 

Kaiser Friedrich IIL belehnt priorin und 
convent zu sant Magdalen vor Schottentor 
zu Wienn mit 3 Pfund Pfennig gelts auf be- 
hausten gütern zu Ottenslag und großem und 
kleinem Zehent auf neun ganzen Lehen daselbst, 
das alles Barbara Hainreichs Hollnegker wittib 
aufgesandt und den bemelten closterfrauen 
geben biet, — Actum zu Wienn anno do- 
mini etc. LXX. 

Lehenbuch, i^^ — i^Soa, 282, — Das Tages- 
datum nach Chmely Regesta hlriderici, Nr. Spy3. — 
Lichnowsky, Regesten 7, AV. 1^6. 

5017 1470, März 21, Wien. 

Kaiser Friedrich IIL belehnt Jörg Mitter- 
müllner und Agnes sein hausfrau mit Zehent 
in Weissenkircher pharr. — Actum zu Wienn 
an mittichen vor unser frawentaganunciacionis 
anno etc. LXX"^«. 

Lehenbuchy j^o—i^oa, 2^0. 

5018 1470 [März 16— 23], Wien. 

Kaiser Friedrich IIL ^e/eÄnf Achatz Strass- 
perger mit dem von seinem Vater Ulreichen 
Strassperger ererbten Lehen in Niederslewntz, 
— Actum zu Wienn LXX. 

Lehenbuch y i^o—i^Boa^ 23 1\ — Das Tages- 
datum ergibt sich daraus^ daß Kaiser Friedrich III. 
am 2^. Mär:( i^jo bereits in Baden urkundet. 

5019 1470 [März 16— 23], Wien. 

Kaiser Friedrich IIL belehnt Steffan 
Eytzinger von Pernestorff mit einem holtz in 
Egkendorf. — Actum zu Wienn LXX®. 

Lehenbuch, 1^0— 1^80 a, 23 1'. 

5020 1470, April 6, Wien. 

Kaiser Friedrich IIL belehnt Wolfgang 
Gaishover mit Lehen in Österreich ob der 



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Enns, Actum zu Wienn an freitag vor dem 
suntag Judica in der vasten anno etc. LXX. 

Lehenbuchf i^o — i^Soa, 282'. — Uchnowsky, 
Regesten 7, Nr, 1606. 

5021 1470, Juli p, Wien. 

Brueder Jörig von Hindperg prior und 
der convent gemain hinncz den Augustinern 
zu Wienn bekennen, es habe Margreth Erharts 
des Grießer burger daselbs zu Wienn wittib 
2^0 ff und Pfennig, so ir weilend Erasm 
Leroch burger zu Enns und . . . seine Haus- 
frau schuldig sein, und darzu 50 Pfund Pfen- 
nig zu einer Wochenmesse in der Barbara- 
kapeile in ihrem Hause am Graben gestiftet, 
das jetzt ihr Testamentsvollstrecker und Vetter 
Ernreich Köppl bewohnt, welcher den Schuld- 
brief über die 250 Pfund Pfennig ihm (dem 
Prior) ausgefolgt und die 50 Pfund bezahlt 
hat, — Besiegelt mit des Priors und des Kon- 
vents Siegel, — Geben am montag vor sant 
Margrethentag der heiligen jungfraun. 

lldimus. — Vgl. oben Nr. ^pp und ^p38. 

5022 1470, , Wien. 

Kaiser Friedrich IIL belehnt den Peter 
Fleischhakcher, Bürger zu Muraw. — Anno 
domini etc. LXX™°. 

Lehenbuch, /^^ — i^Sob, ip, — Starier, Die 
landesfürstlichen Lehen in Steiermark, Nr. y8l§. 

5028 1471, Oktober 17, Wien. 

Kaiser Friedrich III. belehnt Ulrich von 
Starhemberg mit Lehen in Günskircher pharr. 
— Geben zu Wienn am phincztag nach sand 
Gallentag anno domini etc. LXXF. 

Lehenbuch, /^^ — 1480a, 288'. 

5024 1471, Oktober 24, Wien. 

Kaiser Friedrich III. belehnt Gilg Swaben 
von sannd Jörgen mit den von weilent Jörgen 
Swaben ererbten Lehen der Herrschaft zum 
Rabenstein. — Actum Wienn an phintztag 
nach undecim milium virginum LXXI. 

Lehenbuch, i^O—i^8ob, 60. 

5025 147^ f November 20, Wien. 

Kaiser Friedrich III. erneuert die Stif- 
tung des Absolonn Ynntzinger, welche der- 
selbe in der von ihm gegründeten neuen 



Kapelle in dem frawncHloster zu den Himel- 
portn hie zu Wienn errichtet hat und dazu 
ain Haws Hie in der Weichenburgk gegen 
sannd Jeronimus über gelegen und acht pfunt 
phenning gelts von der stat Hie kauft und ge- 
ordennt Hat, daz in derselben capellen wöchent- 
lich drey meß gehalten solten werden und aber 
derselb Absolon ee und er dieselb stift ganntz 
vollbracht hat in vrlewt und vennkhnuß komen 
und darumb aus dem bistumb zu Passau ge- 
sprochen und uns all sein gut angevallen ist. 
— Geben zu Wien an mittichen nach sannd 
Elsbethen tag nach Cristi geburde im viertzehen- 
hundert und ain und sibentzigisten. — Auf der 
Falte von anderer Hand: Commissio domini 
imperatoris propria; daneben von derselben 
Hand: per dominum Sig. de Nid. camer. 

Orig.y Perg, (2^7 X 5^» F<ilte 8§). Mit Siegel 
an roter Seidenschnur. 

5026 ^47^f Dezember 18, Wien. 

Elsbeth, des Ritter Hannsen von Pellen- 
dorf Witwe, stiftet im Sinne ihres verstorbenen 
Mannes zu den Augustinern in Wien, wo er 
begraben liegt, für vier Jahrtage A^vi halben ge- 
traidzehent zu Hautzenthall, die überländ und 
allen kleinen zehent daselbst, das alles vom 
Landesfürsten zu Lehen geht. — Besiegelt mit 
den Siegeln i. ihres Vettern Jobsten Hauser, 
2. des Ritter Leopold von Wulzendorf, Unter- 
marschall in Österreich, und 3. Hanns des Mül- 
velder. — Geben zu Wienn in mittichen vor 
sand Thomastag des heiligen zwelfpotten. 

Vidimus. 

5027 1472, Februar 3, Wien. 

Kaiser Friedrich III. belehnt Cristoff 
Malzkasten mit Lehen in Österreich unter der 
Enns. — Geben zu Wienn an muntag nach 
unser lieben frawentag der liechtmeß LXXII. 

Lehenbuch, i^^ — i^Soa, 288*. 

5028 1472, März, 3 Wien. 

Kaiser Friedrich III. belehnt Wolfgang 
Lewtzestorffer mit Lehen in Österreich unter 
der Enns. Geben zu Wienn an eritag nach 
dem suntag Oculi in der vassten anno domini 
LXXII^*^" jare. 

Lehen buch, i^^i^Oa, 258. 



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5029 1472^ März ig, Wien. 

Kaiser Friedrich IIL belehnt Caspar Her- 

leinsperger mit dem halben Sitze zu Herleins- 

perg. — Actum zu Wienn an phincztag vor 

dem heiligen palmtag anno domini LXXII. 

Lehenbuch, i^^o—i^fSoa, 233. 

5030 1472, Oktober 3, Wien. 
Testament des Niclas Vörstl, bürger zu 

Wienn; a) er will bei St. Michael begraben 
sein, wo 200 Messen zu lesen sind; b) zu 
St. Michl zum bau, zu den Augustinern, 
minorn brüdern, weissen brüdern Predigern, 
zu Sand Wernhardin zu bessrung irer speis, 
zu den Himelporten, zu Sand Jacob, zu Sand 
Lorentzn und zu Sand Niclas vor Stubentor 
in jedes bemeltes gotshaus fünf pfund pfen- 
ning. zu sand Stephan zum bau zwanzig 
pfund Pfenning, der meistrin in der burger 
spittal vor kernertor, damit sie den armen 
leuten ir pfrünt und mal besseren soll, 10 Pfund 
Pfennig, den büsserin zu sand Jeronimus 
zehen pfund pfening. den sunder siechen zu 
sand Marx, auch bey dem Klagbaum und 
zu sand Johanns in der Siechen Alß gleich 
unter sie umb mal und päd auszetailen und 
zegeben zehen pfund pfening. in den dritten 
ordn vier pfund pfenning. drey Romfart aus- 
zerichten, und einen kelich zemachen, den 
er aus seiner Hausfrauen geschafft schuldig 
ist zu St. Michel und die vier meßgewanndt, 
mit ihren zugehörungen, die er hat machen 
lassen sullen, auch bey derselben sand Michels- 
kirchen beleiben und davon nicht geben 
noch enphrömbt werden, in der pekn-knecht- 
zech zu den Augustinern seinen Weingarten 
gelegen zu Grintzing im Fendleinsbrunn, 
davon sullen sie täglich und ewiglich be- 
leuchten und halten zwey Hecht, eins in un- 
ser lieben frauen abseytten in der obgemelten 
sand Michels kirchen, und das ander auf dem 
freithof daselbs bey der kirchtür, wie er das 
fürgenommen, und nu ein zeit beleucht hat^ 
und ob man dieselb sand Michels kirchen 
weyter baun wurde, so sullen sie dasselb 
Hecht auch in die kirchen setzen und ewig- 
lich halten an allen abgang. den geist- 
lichen fraun zu Maria Magdalen vor Schot- 
tentor sei nachzulassen die geldschuld, die 



sie ihm von seinen steufeindlen wegen schul- 
dig belieben, dem dienstvolk jeden fünf 
pfund pfening. den knaben Mathesen, den 
er von der Krembsier mit sich herbracht 
hab, fünfzig pfund pfening, wann er vogtper 
würdet. Seinen gfatern und der Garausin 
durch irer treuen dienst willen den Wein- 
garten zu Perchtoltzdorf, genannt der Schützen- 
graben lediglich, den Weingarten gelegen an 
der hochenwart zenägst Hannßen Steger seeli- 
gen Weingarten zu der meß, so Jörig Pruck- 
ner zu sand Michel zu stiften geschafft hat, 
also dass derselb Weingarten für die hundert 
ungrisch guidein, die er dahin schuldig ist, 
ewiglich bey derselben meß beleyben sol. dem 
bruder Hansen Vörstl, seinem vettern con- 
vent bruder in Neunberg, zehen pfund pfe- 
ning und sein Weingarten, so er (Erblasser) 
von seinen wegen inngehabt hat. dem bru- 
der Pauln Schaffer zu den minorn brüdern 
zu Wienn zwelff pfund pfening, die er ihm 
für Messen schuldig ist. Casparn Hulger, 
seinem Stiefsohne, 50 Pfund Pfennig, seinem 
Vetter Pauln Fuchs die 400 Pfund Pfennig, 
die der jetztgenannt Caspar Hulger nach 
laut ains spruch briefs ihm (Erblasser) schul- 
dig ist, und dazu seine gesamte Hinter- 
lassenschaft. Schließlich stiftet er zu seinem 
Seelenheile 4 Wochenmessen mit 400 Ffund 
Pfennig zu der Kirche St. Michael; deren 
Lehenherr soll der jeweilige Kirchmeister von 
St. Michael sein. Zu Testamentsexekutoren 
bestellt er den ritter Lorentzen Haiden, Ehren- 
reichen Kopl und Hannsen Costhenprant, bür- 
ger zu Wienn, die für ihre Mühe je 10 Pfund 
Pfennig erhalten, und auch das Gut des Pauln 
Fuchs bis zu seiner Großjährigkeit zu ver- 
walten haben, — Besiegelt mit dem Siegel des 
Ausstellers und dem des Zeugen Maister Veit 
Griessenpeckh, Stadtschreiber zu Wien. — Ge- 
ben zu Wien am sambstag nach sand Mi- 
chelstag. 

Vidimus von ryöj nach einer Abschrift aus dem 
stattbuch zu Wien, in das es i^y3y April 12 eingetragen 
worden war. 

5031 1472, Oktober 8, Wien. 

Jakob von Stubach, lehrer der heiligen 
geschrifr, Prior des Klosters zu den Predigern 



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57 



ZU Wien, und der Konvent daselbst, Menhard 
guardian und der Konvent des klosters zu 
den Minornbrüdern zu Wien, Jörg von Hind- 
berg, prior St. Augustinsgottshaus zu Wien, 
Menhard Preu, prior des gotteshauses zu den 
weissen brüdern unser lieben frau bruder- 
ordens von dem berg Carmelo und der Kon- 
vent daselbst bekennen, es habe Wolfgang, 
bischof von Yponia, vier Jahrtage, und zwar 
je einen in den oben genannten Klöstern ge- 
stiftet^ so daß jedem Kloster das Stift Kloster- 
neuburg 2^(2 Pfund Pfennig jährlich des- 
wegen reichen soll; da aber Bischof Wolf gang 
jedem der genannten vier Klöster 100 unga- 
rische Gulden in Gold gegeben hat, so ver- 
pflichten sich dieselben 14 Tage nach dem 
Jahrtage noch einen zweiten Jahrtag zu halten 
und davon den Abt zu den Schotten jedesmal 
zu verständigen, — Besiegelt von den 4 Or- 
densvorstehem und ihren Konventen, — Ge- 
ben zu Wien am pfingstag vor Kollmanstag. 

Kopie aus dem Ende des 18. Jahrhunderts. —- 
Damals :{ahlte das Stift Klosterneuburg für die vier 
Jahrtage 2 fl, 3o kr. — Vgl. Nr. 4^42 und 4p43. 

5082 1472, Oktober p, Wien, 

Kaiser Friedrich III, belehnt Paul Waser 
und seine Schwestern mit der Feste Wildegk. 
— Actum zu Wienn an freitag vor sand 
Cholmanstag LXXII. 

Lehenbuch, J44O—j^80a, 233'. 

5088 1477p Februar 26, Wien, 

Kaiser Friedrich III, belehnt Jörg Sawer 
für sich und seine Geschwister mit Lehen in 
Krain, — Actum zu Wienn an mittichen vor 
Reminiscere LXXVII. 

Lehenbuch, 14^0 — 1^80 b, p3. 

5084 1477, Februar 26, Wien, 

Kaiser Friedrich III, belehnt Fridrichen 
Rauscher als den altem anstatt sein selbs und 
Kristoffen seins bruders mit ihrem Erbe, dem 
Urfar und der klain schiffung zu Stadlaw 
und in der Scheffstraß daselbs zu Wienn. — 
Geben zu Wienn an mittichen vor dem Sonn- 
tag Reminiscere in der vasten anno domini 
etc. LXXVII. 

Lehenbuch, i^O —1480a, 271. 
Regesten zur Geschichte der Stadt Wien. V. 



5035 i477> März 6, Wien, 

Kaiser Friedrich III, belehnt den Bürger 
von Altenhof en Lienhart Halbpekch mit Lehen 
in Kärnten, — Actum zu Wienn an phinz- 
tag vor Oculi anno LXXVII. 

Lehenbuch, 1^0 ^1480 b, 62. 

5086 1477, ^^^^ 6, Wien, 

Kaiser Friedrich III, belehnt Niclas 
Peuntner für sich und seine Geschwister mit 
den von ihrem Vater ererbten Lehen in Kärnten, 

— Actum zu Wienn an phincztag ante Oculi 
anno etc. LXXVII^. 

Lehenbuch, 1440— '1480b, 62. 

5087 1477, März IS, Wien, 

Kaiser Friedrich III, belehnt Mert Kobrer 
mit den von seinem Vater Hansen Kobrer er- 
erbten Lehen in der herrschaft Hollenburg. 

— Actum zu Wienn an sambstag vor dem 
suntag Letare zu mittervasten anno etc. 
LXXVII. 

Lehenbuch, 1440— 1^80 b, 82'. 

5088 1477, [^^^^ ^7> ^i^n], 

Kaiser Friedrich III, belehnt Mathes 
Grassen phleger auf dem Kallenperg mit der 
vesten Hornsperg mitsambt den dorf Pirchach 
samt Zugehör, nachdem sie Sebold Reichen- 
awer auf gesandt und ihm verkauft hiet. — 
anno domini etc. LXXVII. 

Lehenbuch, 1440— 1480a, 23y. — Tagesdatum 
und Ausstellungsort nach Chntel, Regesta Friderici 
Nr. 7100. 

5089 1477, ^^^^ ^9> ^i^^- 

Kaiser Friedrich III, belehnt Stephan 
Utendorfer mit Lehen in Österreich unter der 
Enns, — Geben zu Wienn an mittichen nach 
dem suntag Letare anno etc. LXXVII™°. 

Lehenbuch, i4ifO—i48oa, 287. 

5040 14779 März ig, Wien, 

Kaiser Friedrich III, belehnt Michel Pe- 
titschek richter zu Krainburg mit Lehen in 
Krain, — Actum Wienn an mitichen nach 
Letare in der vasten anno etc. 77"^°. 

Lehenbuch, 1481 — 1<^88, 3. 



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6041 ^477* April 14, Wien, 

Kaiser Friedrich IIL belehnt Heinrich 
Vischmaister mit Lehen in Österreich ob der 
Enns, — Geben zu Wienn an montag nach 
dem suntag Quasimodogeniti anno domini 
etc. septuagesimo septimo. 

Lehenbuch f i^^ — i^Soa, 238. 

6042 1477^ April 21, Wien. 

Kaiser Friedrich IIL belehnt Walthezar 
von Kunring mit Lehen in Österreich unter der 
Enns, — Actum zu Wienn am montag vor 
sand Jörgentag anno domini etc. septuagesimo 
septimo. 

Lehenbuch, i^^i^Oa, 2^0. 

6043 ^477f ^^i ^f Wien. 

Kaiser Friedrich IIL belehnt Walther 
Hawser mit dem Schlosse Swertperg usw. 
— Geben zu Wienn an eritag nach sand 
Florianstag anno etc. LXXVII. 

Lehenbuch, i^—i^oa, 23g. 

6044 i477f ^^^ ^7f Wien. 

Kaiser Friedrich IIL belehnt Stephann 
Mentzinger mit dem halben Schlosse Gruenen- 
pach. — Geben zu Wienn an sambstag nach 
dem heiligen auffahrtag anno etc. LXXVII. 

Lehenburg, 1^0 — 1^0 a, 23p'. 

6046 1477t Juni ij, Wien. 

Kaiser Friedrich III. eignet dem Ru- 
prechten KÖrbler burger zu Wien ain gut 
gelegen zu Harndorf, das bisher Lehen war. — 
Geben zu Wienn an eritag nach sand Veits 
tag anno etc. LXXVIP. 

Lehenbuch, i^ — i^ob, 3i. 

6046 i477ß Juni ij, Wien. 

Kaiser Friedrich III. eignet dem Ru- 
prechten Korbler burger hie zu Wienn zwen 
hof gelegen zu Zeltschach auf dem ainen 
Hanns Zwakher und auf dem andern Jörg 
des Herwitzer sun sitzent und ain hüben ge- 
legen an den Zumitz genannt die Jegerin, die 
yecz der Ofner innhat, Lehen aus der Stuben- 



berger Verlassenschaft. — Geben zu Wienn 
an eritag nach sand Veitstag anno domini 
LXXVII. 

Lehenbuch, i^fO—i^b, 32. 

6047 1477, Juni 20, Wien. 

Kaiser Friedrich III. bekennt, es habe 
Jacob Rehwein burger hie zu Wienn anstat 
weilent Elsbethen seiner hawsfrawn und . . . 
Ulrich Huber licentiaten geistlicher rechten 
korherrn zu Laibach und . . . Pangretzen Hu- 
ber burger zu Radkerspurg seiner sweger, von 
ains haws wegen hie zu Wienn gen dem 
brobsthoff über gelegen, so weilent Cristoffen 
Epishawser burger zu Grecz gewesen ist, mit 
weilent Pangretzen Pedderdorfer als gwalt- 
trager der Ursula, Erharten Lenbacher haws- 
fraw, so denselben Epishawser vormals auch 
eelich gehabt hat, vor . . . dem burgermaister, 
richter und rat zu Wienn in recht gestanden 
und ain urtail die zu erklern durch den be- 
nannten Pedderdorfer an uns gedingt, daz 
dieselb urtail durch unser rete also erledigt 
und erklert ist unser brieve, so der benant 
Lembacher des rechten halben hat fürbracht, 
beleiben pillich bei irn kreften und wierden; 
haben dann die bemelten von Wienn, der 
benannt Jacob Rechwein oder sein miterben 
ichts dawider furzebringen, es sey irer statt 
freihält, geschefftbrieve, gerichtsbrieve oder 
ander, darauf sy irn rechtspruch tan haben, 
das mugen sy uns furbringen, das werde ge- 
hört und bescheche verrer was recht ist. — 
Geben zu Wienn an freitag nach sand Veits- 
tag anno domini LXXVII. 

Lehenbuch, i^o—i^ob, 32. 

5048 1477, Juli 12, Wien. 

Kaiser Friedrich IIL belehnt Thoman 
Drechsler und seine Brüder mit ihren er- 
erbten Lehen in Steiermark. — zu Wienn an 
sambstag sand Margretentag anno domini 
LXXVIL 

Lehenbuch, 1^0 — i^Soa, 33. — Da die guter 
nit recht in die kantzley angeben worden, wurde dieser 
Lehenbrief umgeschrieben und in Gra\ am 5. Mai i^jS 
ausgefertigt (ebenda fol. ^). — Vgl. Star:{er, ^Die lan- 
de sfür st liehen Lehen in Steiermark», Nr. 52J^ 



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5049 i477y November 3, Wien. 

Kaiser Friedrich III. belehnt Conrat 
Schiermer mit Lehen in Österreich ob der 
Enns. — Actum zu Wienn an montag nach 
Allerheiligentag anno domini LXXI. 

Lehenbuch, i^o — i^fSoa, 23j. 

5050 147S, November 10, — . 

Christof von Rappach übergibt Erharten 
Hasen guardian zu den mündern brüdern 
und dem convent daselbs . . . ain rot goldin 
meßgewand und zwei levitenröck und auch 
einen Weingarten gelegen bei Pentzing in 
Satz zunechst Conraten Öczestorfer von Wien 
Weingarten an ein theil und mit dem andern 
theil stossent an die oberen landstraä, damit 
sie zu seinem, seines Bruders und ihrer Vor- 
fahren Seelenheil ewiglichen wöchentlichen 
auf den altar, den sein verstorbener bruder 
Hanns von Rappach in ihren closter neben 
sanct Helena altar an der mauer gegen den 
creutzgang werts hat machen lassen, an jeden 
pfingstags ein ambt in den ehren gotsleich- 
nams halten und singen, darbei sie zwo 
brennend Steckkerzen aufstecken und haben 
sollen und auch das heilig sacrament gotts- 
leichnamb zu solchen ambt aus und in den 
sagrer mit gesang und zwei windlicht voran 
tragen; an jeden montag ein gesungenes seel- 
ambt auf den gemelten altar auch ausrichten 
und vollbringen und zu einem jeglichen qua- 
tember pfingstag; so man zu dem oberürten 
gottsleichnambsambt greifen will, sollen sie 
gottsleichnamb durch sanct Christofs capellen 
und den ganzen creutzgang hinumb durch 
die unter thür zu dem gemelten altar und 
ambt tragen. — Besiegelt mit dem Siegel des 
Ausstellers und des edl Gottharten Hindorfer. 
— Geben an eritag vor sant Martinstag des 
heiligen pabsts. 

Vidimus. — Und in ^^Berichte und Mitteilungen 
des Altertums -Vereines :{u Wien» 5, i3p. 

5051 ^47^, November 21, Graz. 

Maister Hans Rebwein, lerer beyder 
rechten und des . . . Fridreichen . . . römi- 
schen kayser und herczogen zu Osterreich etc. 
chantzler und pharrer zu Gorß verpflichtet 



sich, die ewige Kaplanstiftung des Peter Mein- 
del, Bürger zu Egenburgk, zu halten. — Be- 
siegelt vom Aussteller. — Geben zu Grecz 
am sambstag nach sand Elizabeth tag. 

Orig., Perg. (Si'S X 4h Falte 6). Siegel abge- 
fallen. 

5053 1480, Februar 4, Wiener-Neustadt. 

Kaiser Friedrich III. belehnt Ernreich 
Koppl burger zu Wienn mit den Lehen, die 
nach dem Tode seines Vetters Wolfgangs von 
der Lewten, der ohne männliche Erben ge- 
storben ist, ledig sind, nämlich: 4 Ff und 
Pfennig Gülten am Dornperg; 4 Pfund Pfen- 
nig Gülten zu Erlach in Sighartzkircher pharr; 
17 Schilling und 8 Pf ennig Gülten in Markhers- 
torffer pharr; 4 Schilling und 7 Pfennig Gülten 
in Enntzespacher pharr; den zehend zu Roren- 
pach, wein- und getraidzehent in Sighartz- 
kircher pharr; 8 Pfund und 3o Pfennig Gül- 
ten auf lehengütern und lehen zu Ruepolten- 
kirchen und zu Stretzing und 16 Schilling 
Pfennig Gülten daselbst auf Oberland. — 
Geben in der Newnstatt an freitag nach sand 
Blasientag anno domini LXXX™°. 

Lehenbuch f 14^ — i^oa, 268'. 

5053 1480, März 2j, Wien. 

Kaiser Friedrich III. fte/eÄnf JeorgSchodl 
phleger zu Weyßenfels mit Lehen in Kärnten. 
— Geben zu Wienn am montag nach dem 
heiligen Palmtag anno domini etc. LXXX°. 

Lehenbuch, 1481— i^Sy, 86. 

5054 1480, März 29, Wien. 

Kaiser Friedrich III. belehnt Mathes Oder 
mit Lehen in Österreich ob der Enns. — Ac- 
tum Wienn an mittichen vor dem heiligen 
Antlastag. 

Lehenbuch, 1481^148^, 7'. 

5055 1480, April 8, Wien. 

Kaiser Friedrich III. belehnt Mathesen 
Swartzenegker mit Lehen zw Velbem. — Geben 
zu Wienn am sambstag vor dem sonntag 
Quasimodogeniti anno domini etc. LXXX'"*'. 

Lehenbuch, 1440— 1480a, 268. 

. 8* 



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5056 1480, April 8, Wien. 

Kaiser Friedrich IIL belehnt Albrecht 
Ror mit Lehen um Dietreichs. — Actum zu 
Wienn an sambstag vor dem suntag Quasi- 
modogeniti anno domini etc. LXXX"»**. 

Lehenbuch, i.^ — i^Soa^ 26p'. 

5057 1480, April 10, Wien. 

Kaiser Friedrich III. stiftet das Kloster 
der Paulaner in Wiener-Neustadt. — Besie- 
gelt mit dem kais. Siegel. — Geben zu Wienn 
am montag nach dem sonntag Quäsimodo- 
geniti nach Christi geburde vierzehenhundert 
und im achtzigisten. 

Vidimus des Stadtgerichtsschreibers von Wiener- 
Neustadt Ferdinand Landsteiner von 1764 nach dem 
Originale. — Lichnowsky, Regesten 8, Nr. 24J. 

5058 1480, April 75, Wien. 

Kaiser Friedrich III. belehnt Ruediger 
am Perg mit Fischwässem in Niederöster- 
reich. — Actum zu Wienn am sambstag vor 
dem sunntag Misericordia domini anno etc. 
LXXX"^o. 

Lehenbuch, i^fO — 1480a, 26p. 

5059 1480, April 16, Wien. 

Kaiser Friedrich III. belehnt Ott Fewch- 
ler als den älteren anstatt sein selbs und Veiten 
Fewchter seins vettern mit dem von Erasmen 
Fewchter iren vetter in gmechtweis erhaltenen 
Lehen, als: S5 Eimer Wein Bergrecht zu 
Praittensee bei Wyenn in Newnperg und 
Newnperglein auf 18 ^js Joch Weingarten; 
von aim jeden joch dient man 3 eimer weins 
perkrecht und 6 Pfennig voitrecht jerlich in 
lesen. — Actum zu Wienn an sunntag Miseri- 
cordia domini anno etc. LXXX'"^ 

Lehenbuch, 1^40 — i^8oa, 268, 

5060 1480, April 17, Wien. 

Kaiser Friedrich IIL belehnt Hanns und 
Wolfgang gebrueder die Kienberger mit der 
Feste Merlenistorff usw. — Actum zu Wienn 
an montag nach dem suntag Misericordia 
domini anno LXXX°. 

I^henbuch, i^f.p—i^)ay 270,— Chmel, Regesta 
Friderici, Nr. j36p. 



5061 1480,, April 20, Wien. 

Kaiser Friedrich III. belehnt Conrad 
Weittraher mit der Feste Sweinbart. — Ac- 
tum zu Wienn an phincztag nach den sun- 
tag Misericordia domini etc. anno LXXX°^^. 

Lehenbuch, 14^0— 1480a, 268'. 

5062 1480, April 21, Wien. 

Kaiser Friedrich IIL belehnt Jeorg Vin- 
khanewssl mit einem Hofe zu Hadres. — 
Actum zu Wienn an freytag vor sand Jeor- 
gentag anno domini etc. LXXX®. 

Lehenbuch, i^f^^i^oa, 2yi'. 

5063 1480, Apnl 28, Wien. 

Kaiser Friedrich IIL belehnt Simon Derr 
zu Huntzhaym mit Lehen um Huntzhaym. — 
Actum zu Wienn an freytag nach sand Marx- 
tag anno etc. LXXX"»^. 

Lehenbuch, 1^40 — i^fSoa, 2yo'. — Chmel, Regesta 
Friderici, Nr. ySyi. 

5064 1480, April 3o, Wien. 

Kaiser Friedrich III. belehnt Jörg Va- 
schang burger zu Gmunden und Sibilla sein 
hausfrau mit Lehen in Österreich ob der Enns. 

— Actum zu Wienn an suntag vor Philippi 
und Jacobi apostolorum anno etc. LXXX*"^. 

Lehenbuch, i^fjfo — i^^Soa, 26p. 

5065 1480, Mai 3, Wien. 

Kaiser Friedrich IIL belehnt Hanns Wil- 
derstorffer mit Lehen in Österreich unter der 
Enns. — Actum Wienn an mittichen nach 
Philippi et Jacobi apostolorum anno etc. 
LXXX"^o. 

Lehen buch, 1^81— 148 j, 7. 

5066 1480, Mai 4, Wien. 

Kaiser Friedrich III. belehnt Peter Flus- 
hart mit Lehen in Österreich ob der Enns. 

— Actum zu Wienn an phinztag sand Florians- 
tag anno LXXX'^o. 

Lehenbuch, /.^ — i4f8oa, 268'. 

5067 1480, Mai 7, Wien. 

Kaiser Friedrich III. belehnt Wolfgang 
Krewtzer pharrer zu sant Veit in Kernden 
mit Lehen in Kärnten. — Geben zu Wienn 



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an Sonntag nach sand Florians tag anno do- 
mini LXXX"™o. 

Lehenbuch, i^f^-^i^Ob, 86'. 

5068 1480, Mai 15, Wien. 

Kaiser Friedrich IIL belehnt Wilhalm 
Weichenpuchler mit einem Hofe zu Lab in 
Wienner Wald, den Friedrich Hechelhaymer 
aufgesandt und ihm verkauft hat, — Geben 
zu Wienn vor montag nach sand Pangreczen 
tag anno domini etc. LXXX. 

Lehenbuch f i^^^i^Soa, 27/. 

5069 1480, Mai 15, Wien. 

Kaiser Friedrich IIL belehnt Wilhalm 
Grantinger phleger zu Newenattersee mit 
Lehen in Österreich ob der Enns. — Actum 
zu Wienn an montag nach dem heiligen auf- 
farttag anno etc. LXXX"^^. 

Lehenbuch, 14^—i^oa, 270, 

5070 1480, Mai 18, Wien. 

Kaiser Friedrich III. belehntVcit Wagner 
mit einem Hofe zu Harmansleg. — Actum 
zu Wienn an phintztag vor dem heiligen 
Phingstag anno domini LXXX°. 

Lehenbuch, 1440— 1480a, 2yo. 

5071 1480, Mai 3i, Wien. 

Kaiser Friedrich III. belehnt Jörg Rüd 
mit Lehen in der Nochlinger pharr. — Ac- 
tum Wienn an mitichen vor corporis Christi. 

Lehenbuch, 1481—148'j, yi. 

5072 1480^ Juni 2, Wien. 

Kaiser Friedrich III. belehnt Wilhalmen 
Missingdorfer mit Lehen bei Altpölla usw. — 
Geben zu Wienn an freytag nach Gotzleich- 
nambstag anno domini etc. LXXX°. 

Lehenbuch, 1440— 1480a, 2J2. 

5073 1480, Juni 7, Wien. 

Kaiser Friedrich III. belehnt Wilhalm 
Wultzendorffer mit Zehent zu Rawhenwart. 
— Actum zu Wienn an mittichen nach sand 
Erasems tag anno domini etc. LXXX'"^. 

Lehenbuch, 1440— 1480a, 2'J2. 



5074 i48oy Juni 8, Wien. 

Kaiser Friedrich IIL belehnt Elspeten, 
Oswalden Gembssen burger hie zu Wienn 
eeliche hawsfrawen anstat ihr selbs Dorothen 
und Kathrein und Kathrein irer swestern 
Wentzlawen Mayrhovn hausfrawn, dann den 
Thoman Fleischakher von Walthawsen anstat 
sein selbs und Kathrein seiner swester, irer 
mumen, mit den von weilent Hannsen Leysen- 
trit burger zu Ybs erblich an sie gekommenen 
Lehen, indem Gembs zum Lehenträger be- 
stimmt wird; die Lehen sind: der Krautzehent, 
großer und kleiner Zehent zu Khodmar und 
auf den fünf lehen an der Hagenlewten, 
Zelmsgrub und zu Reysach ain pewnt by 
der Tunaw; am Zerhof ain pewnt an der 
Tunaw; auf dem hof zu Lassitz, auf dem 
hove in der Saß, auf dem lehen datz dem 
Gugelein und zu Hiertschaw in dem dorf, 
ausgenommen ain gwanten; auf Weydenpurg 
datz dem Jannsen under dem Hardt auf dem 
ganzen hove an beiden leitten und an dem 
klain hemat; an der öden das dritt veld, 
wann das geset ist; ain gwanten zu Harrant 
und ain gwannten dacz Hemedekh. — Geben 
zu Wienn am phincztag nach sand Erasmen 
tag anno etc. LXXX»"«. 

Lehenbuch, 144O— 1480a, 274'. — Vgl. Bd. I, 
Nr. 1084. — Lichnowsky, Regesten 8, Nr. 265. 

5075 1480, Juni ip, Wien. 

Kaiser Friedrich III. belehnt Johann Mur- 
haymer mit Lehen um behemischen Krud usw. 
— Geben zu Wienn an montag nach sand 
Veitstag anno domini LXXX°. 

Lehenbuch, 14^0 — 1480a, 2'J2. 

5076 1480, Juni 21, Wien. 

Kaiser Friedrich IIL belehnt Laurentzen 
Saumarkhter, Jeorgen Helbling und ir beder 
hausfrawn mit Lehen an der Isper. — Geben 
zu Wienn an mitichen nach sand Alexientag 
anno domini etc. LXXX'"®. 

Lehenbuch, 144O— 1480a, 2J4. 

5077 1480, Juni 21, Wien. 

Kaiser Friedrich III. belehnt Hanns Pan- 
holtzer zu Grieskirchen und Magdalen sein 



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hausfraw mit Lehen in Österreich ob der Enns. 

— Actum zu Wienn an mitichen nach sand 
Alexientag anno domini etc. LXXX*"^. 

Lehen buch f i^f^fO^i^Soa, 2y2. 

5078 1480, Juni 2, Wien. 

Kaiser Friedrich IIL belehnt Cristofen 
Strewn mit dem dorf zum Poppen usw. — 
Geben zu Wienn an freytag nach Gotzleich- 
nambstag anno domini etc. LXXX®. 

Lehenhuchy i^f^o—i^Soa, 2ji\ — Chmel, Regesta 
Fridericij Nr. 7878; Lichnowsky 8, Nr. 262. 

5079 1480, Juli 2j, Wien. 

Kaiser Friedrich III. belehnt Erharden 
am Graben und Chunraden den Riessteyg 
und Barbaren und Annen ire hausfrawen mit 
Lehen in Österreich ob der Enns. — Geben 
zu Wienn am phintztag nach Jacobi im snidt 
anno etc. LXXX^. 

Lehenbuch, i440^i^8oa, 2y§. 

5080 1480, August 4, Wien. 

Kaiser Friedrich III. belehnt Gotharden 
und Ulrichen gebrüder der von Starhemberg 
mit Lehen in Österreich ob der Enns. — 
Geben zu Wienn an freitag nach sannd Stef- 
fanstag invencionis anno etc. LXXX*^. 

Lehenbuch f 14^0 ^i^Oa, 276 \ 

5081 1480, August 7, Wien. 

Kaiser Friedrich III. belehnt Kreym- 
hildem burger zu Gmunden mit Lehen in 
Österreich ob der Enns. — Geben zu Wienn 
am montag sand Affratag anno etc. LXXX*^. 

Lehenbuch, i4^0^i48oaf 2yß'. 

5083 1480, August 8, Wien. 

Kaiser Friedrich III. belehnt Leopold 
Schramph und seine Brüder mit ererbten 
Cillier Lehen. — Actum zu Wienn an eritag 
nach sannd Affratag anno domini LXXX. 

Lehenbuch, /./^ — 1^80 b, 106, 

5083 1480, August 14, Wien. 

Kaiser Friedrich III. belehnt Hans Schir- 
mer mit Lehen in Österreich unter der Enns. 

— Actum zu Wienn an montag unser lieben 
frawn abend assumcionis anno etc. LXXX*^. 

Lehenbuch, i^p^j^Soa, 27s'. 



5084 1480, August 24, Wien. 

Kaiser Friedrich III. belehnt Andreen 
Stockharner mit der brochen vessten Walkuns- 
kirchen. — Geben zu Wienn an phintztag 
sand Bartolomeustag der heiligen zwelifpoten 
anno domini etc. LXXX*^. 

Lehenbuch, 1^40— 1480a, 2y6. 

5085 1480, Oktober 21, Wien. 

Kaiser Friedrich III. belehnt Bernhard 
Wolfrewtter mit Lehen um Emmerberch. — 
Geben zu Wienn an sambstag sannd Ursula- 
tag anno domini etc. LXXX^. 

Lehen buch, 1440—i^a, 2jj. 

5086 1480, November 20, Wien. 

Kaiser Friedrich III. belehnt Jeorg Well- 
ser zu Pupping und Margreth sein hausfraw 
mit Lehen in Österreich ob der Enns. — 
Actum zu Wienn an montag nach sand Els- 
petentag anno domini LXXX°. 

Lehenbuch, i^fo^i^a, 2yy\ 

5087 1480, November 2p, Wien. 

Kaiser Friedrich III. belehnt Bernhardin 
Sparsgut mit Lehen in Österreich ob der Enns. 
— Actum zu Wienn an mitichen sand An- 
drees abend der heiligen zwelifpoten anno 
etc. LXXXo. 

Lehenbuch, 1440 — 1480 a, 2y8. 

5088 1480, November 2p, Wien. 

Kaiser Friedrich III. erlaubt den Paula- 
nern in Wiener-Neustadt, aus den landesfürst- 
lichen Waldungen wöchentlich 5 Fuder Holz 
zu führen. — Geben zu Wien an mittichen 
h. Andreas abent der heiligen zwelfboten 
anno domini 1480. 

Vidimus wie Nr. 505 J. 

5089 1480, November 3o, Wien. 

Kaiser Friedrich III. belehnt Hanns Zel- 
ler mit Lehen an der Nern. — Actum Wienn 
an phintztag sand Andrees tag der heiligen 
zwelifpoten. anno etc. LXXX°. 

Lehenbuch, i^—i^8oa, 2j8. 

5090 1480, Dezember 5, Wien. 

Kaiser Friedrich IIL belehnt Sigmund 
Arbaitter burger zu Gmunden und Dorothee 



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sein hausfraw mit Lehen in Österreich ob der 
Enns. — Actum zu Wienn an eritag nach 
sand Barbaren tag anno domini etc. LXXX*"°. 
Lehenbuch, i4f^—i^0a, 2j8\ 

5091 1480, Dezember 21, Wien. 

Kaiser Friedrich IIL belehnt Jeorg und 
Wolfgang gebruder die Rukhenstainer, Fet- 
tem Rukhenstainer burger von Weyer sun, 
mit der von ihrem Großvater Coloman Setzen- 
nagl ererbten Schrottschmiede bei Steyr, — 
Actum Wienn an phincztag sand Thomans 
tag apostoli anno LXXX. 

Lehenbuch j 14^0 — i^Sob, 5^. 

5093 1481, Jänner 4, Wien. 

Kaiser Friedrich IIL belehnt Bernhard 
Stadler mit Lehen in Steiermark. — Actum 
Wienn an phintztag vor Trium regum. 

Lehenbuch, i^Si — i^j, 21. — Stander, Die 
landesfürstlichen Lehen in Steiermark, Nr. 804. 

5093 1481, Jänner 11^ Wien. 

Kaiser Friedrich IIL belehnt Hanns Mull- 
ner burger zu Weitra mit seinem väterlichen 
Erbe, um Weitra gelegen. — Actum zu Wienn 
an phintztag nach sand Erhardstag anno 
domini etc. LXXXI. 

Lehenbuch, 1481^ 148 j, /. 

5094 1481, Jänner 11, Wien. 

Kaiser Friedrich IIL belehnt Jeorig 
Schuster, burger zu Weitra, mit Lehen um 
Weitra. — Actum zu Wienn an phintztag 
nach sand Erhards tag anno domini etc. 
LXXXI. 

Lehenbuch, 1481—148^, 1. 

5095 1481^ Jänner ji, Wien. 

Kaiser Friedrich IIL belehnt die bruder- 
schaft der layen unser lieben frawnzech zu 
Weitra mit Lehen um Weitra. — Geben zu 
Wienn an phintztag nach sand Erhards tag 
anno domini etc. LXXXI. 

Lehenbuch, 1481—148^, /'. 

5096 1481, Februar p, Wien. 

Kaiser Friedrich IIL belehnt Wolfgang 
Schallenberger mit seinem Erbe in Österreich 



ob der Enns. — Actum Wienn an freitag 
nach sand Dorotheen tag anno domini etc. 
LXXXI. 

Lehenbuch, 1441 — 148^, i, 

5097 1481, Februar 26, Wien. 

Kaiser Friedrich III. belehnt Wildpolden 
Starch mit Lehen in Österreich ob der Enns. 
— Geben zu Wienn an montag nach sand 
Mathiastag der heiligen zwclifpoten anno 
domini LXXXI"^^ 

Lehenbuch, 1481 — 148J, f. 

5098 1481, März 12, Wien. 

Kaiser Friedrich III. belehnt Christof 
Jeörger phleger zu Rewt mit seinem väter- 
lichen Erbe in Österreich ob der Enns. — 
Geben zu Wienn an montag nach Invocavit 
anno domini etc. LXXXI. 

Lehenbuch, 1^81— 148^, 2. 

5099 1481, März 12, Wien. 

Kaiser Friedrich IIL belehnt die große 
bruderschaft unser lieben frawn zu Weitra 
mit Lehen um Weitra. — Geben zu Wienn 
an montag vor Reminiscere in der vassten 
anno domini etc. LXXX°. 

Lehenbuch, 1481^148'], 3. — Plesser in ^Ge- 
schichtliche Beilagen ^um St. Pöltner Diö^esanblati» 6, 
S. 561. 

5100 1481, März 14, Wien. 

Kaiser Friedrich III. belehnt Michaeln 
Petitschekh burger zu Krainburg mit Lehen 
in Krain. — Actum Wienn an mittichen 
vor Reminiscere in der vasten anno domini 
LXXXI. 

Lehenbuch, 1481— 148^, /'. 

5101 1481, März ip, Wien. 

Kaiser Friedrich IIL belehnt Richter, 
Rat und die spitallewt zu Weitra mit Lehen 
bei Weitra. — Actum Wienn an montag nach 
Reminiscere in der vassten anno LXXXI. 

Lehenbuch, i^i—i^j, 3\ 

5103 1481, März 20, Wien. 

Kaiser Friedrich IIL belehnt Wolfgang 
Thalhaymer mit Lehen in Österreich ob der 



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Enns. — Actum zu Wienn an eritag nach 
dem Sonntag Reminiscere in der vassten anno 
domini LXXXI. 

Lehenbuch, 1^1—1488, 3. 

5103 1481, März 22, Wien. 

Kaiser Friedrich IIL belehnt Mert Fuchs- 
perger burger zu Steyr mit Lehen in Öster- 
reich ob der Enns. — Actum zu Wienn an 
phintztag vor Oculi in der vassten anno do- 
mini etc. LXXXI. 

Lehenbuch, 1481—1487, 4, 

5104 1481, März 28, Wien. 

Kaiser Friedrich IIL belehnt Andre Rempl 
mit Cillier Lehen. — Actum Wienn an miti- 
chen nach Oculi in der vasten anno domini 
etc. LXXXI. 

Lehenbuch, 1481—1487, 4, 

5105 1481, April 12, Wien. 

Kaiser Friedrich IIL belehnt Pilgreim 
Sachsen mit Lehen in Österreich ob der Enns. 
— Geben zu Wienn an phintztag vor dem 
heiligen Pallmtag anno domini LXXXI. 

Lehenbuch, 1481—1487, 4. 

5106 1481, April 12, Wien. 

Kaiser Friedrich III. belehnt Paul Huntz- 
haimer mit seinem väterlichen Erbe, Lehen der 
Herrschaft Ort. — Actum Wienn am phintz- 
tag vor dem heiligen Palmtag anno domini 
LXXXI. 

Lehenbuch, 1481—1487, §'• 

5107 1481, April 27, Wien. 

Kaiser Friedrich III. belehnt Leonard 
und Hannsen gebrüder die Ponhalm mit Lehen 
in Österreich ob der Enns. — Actum Wienn 
an freitag nach resurrectionis domini anno 
LXXXI«. 

Lehenbuch, 1481—J485, 5. 

5108 1481, Mai 7, Wien. 

Kaiser Friedrich IIL belehnt Hanns 
Hohenegker zu Praittenprugk mit Lehen in 
Österreich ob der Enns. — Actum Wienn an 
montag nach Floriani. 

Lehenbuch, 1481—1487, 10. 



5109 1481, Juni I, Wien. 

Kaiser Friedrich IIL belehnt Hanns Gew- 
mann mit Lehen in Österreich ob der Enns. 
— Actum Wienn an freitag nach dem hei- 
ligen auffarttag anno domini etc. LXXXI. 

Lehenbuch, 1 481—1487, §'. 

5110 1481, Juni 5, Wien. 

Kaiser Friedrich IIL belehnt a) Caspar 
Hoffleischhagker burger zu Weitrach, b) Doro- 
thea weilent Hannsen Härder wittibe, c) Hans 
Klewber burger zu Weitra und Margaretha 
sein hausfrau mit Lehen bei Weitra. — Ac- 
tum Wienn am eritag nach Erasmi anno do- 
mini etc. LXXXI. 

Lehenbuch, 1 481— 1487, 6'. 

5111 1481, Juni 6, Wien. 

Kaiser Friedrich IIL belehnt Thoman 
Praunstorffer von Reichenpach mit Lehen um 
Weitra. — Actum Wienn an mittichen vor 
dem heiligen phingstag anno domini etc. 
LXXXI. 

Lehenbuch, 1481—1487, 6. 

5113 1481, Juni 8, Wien. 

Kaiser Friedrich IIL belehnt Urbsin Moser 
burger zu Villach mit Lehen in Kärnten. — 
Actum Wienn an freitag vor dem heiligen 
phingstag anno etc. LXXXI. 

Lehenbuch, 1481—1487, 7. 

5113 1481, Juni IS, Wien. 

Kaiser Friedrich III. belehnt Ursula, 
Laurent7,n Khurnigk gesessen zu Velben 
undcr Sternberg hausfraw, Tochter Heinrichen 
Teyninger mit ihre Erbe um Velben. — Ac- 
tum Wien an freitag sannd Veitstag. LXXXI. 

Lehen buch, 1481—1487, 7'. 

5114 1481, Juni 22, Wien. 

Kaiser Friedrich III. belehnt Michel Zeh- 
ner zu Nidernpuchlarn mit Lehen der Herr- 
schaft Loschental und Rabenstein. — Actum 
Wienn an freitag vor Johannis waptiste. 

Lehenbuch, 14S1 — 1487, 8. 



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5115 1481, Juli 6, Wien. 

Kaiser Friedrich IIL belehnt Valentin 
Hohenegker zu Praittenprugk mit Lehen in 
Österreich ob der Enns. — Actum Wienn an 
freitag nach Udalrici. 

Lehenbuch, 1^81—1^87, 10. 

5116 1481, August 6, Wien. 

Kaiser Friedrich IIL belehnt Hannsen 
Heritsch mit Cillier und Ortenburger Lehen. 
— Geben zu Wienn an montag vor Laurenti* 

Lehenbuch, 1481—1487, p'. 

5117 1481, August j, Wien. 

Kaiser Friedrich III. belehnt Hainrich 
Leyttner burger zu Enns mit Lehen in Öster- 
reich ob der Enns. — Geben zu Wienn an 
eritag nach Oswaldi. 

Lehenbuch, 1^81— 1^7, 8\ 

5118 1481, August 7, Wien. 

Kaiser Friedrich III. belehnt Jacob Ko- 
billikar mit Lehen in Krain. — Actum Wienn 
an eritag nach sannd Oswaltstag. 

Lehenbuch, 1481 — 1487^ 12. 

5119 1481, August 8, Wien. 

Kaiser Friedrich III. belehnt Wolfgang 
Wienner gesessen zu Steir mit Lehen in 
Hedershover pharr. — Actum Wienn an 
mittichen vor Laurenti. 

Lehenbuch, 1481 — 1487, p. 

5130 1481^ August 14, Wien. 

Kaiser Friedrich III. belehnt Wolfgang 
Wienner zu Steir gesessen mit Lehen in Öster- 
reich ob der Enns, — Actum Wienn an eri- 
tag unser lieben frawn abend assumptionis. 

Lehenbuch, 1^81—1487, p. 

5131 1481, August 16, Wien. 

Kaiser Friedrich III. belehnt Hanns 
Vischmaister mit dem sitz zu Hynndperg am 
Wald. — Actum Wienn an phintztag nach 
assumtionis Marie. 

Lehenbuch, j ^81— 148g, p. 

5133 1481, August 18, Wien. 

Kaiser Friedrich III. belehnt Hiliprannt 
Jöriger mit Lehen in Osterreich ob der Enns. 

Regesten zur Geschichte der Stadt Wien. V. 



— Actum zu Wienn an sambstag nach unser 
lieben frawntag assumpcionis. 

Lehenbuch, 1^81—1484, p. 

5133 1481, September 12, Wien. 

Kaiser Friedrich IIL belehnt Hannsen im 
Pemach burger zu der Freystat mit Lehen in 
Osterreich ob der Enns. — Actum Wienn 
an mittichen vor des heiligen kreutztag ex- 
altacionis. 

Lehenbuch, 1481 — 1487, 12. 

5134 1481, September 14, Wien. 

Kaiser Friedrich III. belehnt Margareth 
weilent Hannsen Aicher tochter und yetz 
Leonards Rawmschüsl hausfrawr mit Lehen in 
Krain. — Actum Wienn an freitag exalta- 
cionis crucis. 

Lehenbuch, 1^1-1^87, 11. 

5135 1481, Oktober 4, Wien. 

Kaiser Friedrich III. belehnt Stefan 
Plannkhner mit Lehen im Ennser landgericht. 

— Actum Wienn an phintztag Francisci. 

Lehenbuch, 1481— 1487, u. 

5136 1481, Oktober p, Wien. 

Kaiser Friedrich III. belehnt Niclas Wil- 
denstainer mit Lehen in Kärnten. — Actum 
Wienn am eritag vor Colomani. 

Lehenbuch 1^1—1^87, ^^' 

5137 1481, Oktober 10, Wien. 

Kaiser Friedrich III. belehnt Mathes Pem- 
kircher mit Lehen bei Klagenfurt. — Actum 
Wienn an mittichen vor Colomanni. 

Lehenbuch, 1481—1487, 11. 

5138 1481, Oktober 11, Wien. 

Kaiser Friedrich III. belehnt Hannsen 
Sluga burger zu Krainburg mit Lehen in 
Krain. — Actum Wienn an phintztag vor 
Colomani. 

Lehenbuch, 148 1— 1487, 11'. 

5139 1481, Oktober 18, Wien. 

Kaiser Friedrich III. belehnt Hanns Cam- 
rer mit Lehen in Österreich ob der Enns. 

— Actum Wienn an phincztag nach Galli. 

Lehen buch, 1 481— 1487, 12. 

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5130 1481, Oktober 27, Wien. 

Kaiser Friedrich IIL belehnt Hanns 
Sintzendorffer mit Lehen in Österreich ob der 
Enns. — Geben zu Wienn an sambstag 
sand Symon und sannd Judas abendt des 
heiligen zwelfpotten. 

Lehen buch, i^i — j^fSy, 12. 

6181 1481, Oktober 3i, Wien. 

Kaiser Friedrich IIL belehnt Wolfgang 
Freyer mit Lehen in Österreich ob der Enns. 
— Actum Wienn an mittichen vor aller 
heiligen tag. 

Lehenbuch, 1^1^1487, 12'. 

6133 1481, November 8, Wien. 

Kaiser Friedrich IIL belehnt Anndre Perol 
mit Cillier Lehen. — Actum Wienn an phintz- 
tag vor Marttini. 

Lehenbuch, 1^1—148^, i3. 

6133 1481, November i3^ Wien. 

Kaiser Friedrich III. belehnt Elzbeth und 
Magdalen weilent Hannsen Gemninger zu 
E verding töchter mit Lehen in Österreich ob 
der Enns. — Actum Wienne an eritag nach 
sand Mertten tag. 

Lehenbuch, 1^1—1487, i3. 

6134 1481, November 2^, Wien. 

Kaiser Friedrich IIL belehnt Lienhard 
Stadler gesessen am Presen mit Rabensteiner 
Lehen. — Actum Wienn an sonntag sand 
Kathreintag. 

Lehenbuch, 1481 — /^7, i3. 

5136 148 1, Dezember 4, Wien. 

Kaiser Friedrich III. belehnt Gamarethen 
Frannawer mit Lehen zu Dümkrut, Jeden- 
speigen, Fischamendy Orth, Aichaw, Wieden, 
Geiselberg und mit dem weinzehent bey 
Wienn gelegen in dem Mittertal, in dem 
Vachental, in dem Weichssltal, in der Jo- 
hannspaunt, in dem Gespött und hinder 
Metzleinstorff, in der langen gassen und am 
Metzleinsberg und am Griess, oberhalb der 
von Wienn spital auf zwelif hofstetten und 
in dem aigen Symoning an der breiten aich 
und am niedern aigen gelegen. — Actum 
Wienn an eritag vor Nicolai. 

Lehenbuch, 1^81^1487, i3. — Vgl. Nr. 5178. 



6136 1481, Dezember i3, Wien. 

Kaiser Friedrich III. belehnt Sigmund 
und Hainrich die Prüschinkhen mit Lehen 
bei Weiteneck. — Geben zu Wienn an phintz- 
tag nach sannd Niclastag anno etc. LXXXI. 

Lehenbuch, 2481—1487, 10'. 

6137 1481, Dezember 24, Wien. 

Kaiser Friedrich III. belehnt Gregorien 
brobsts und des convents zu sand Dorothee 
hie zu Wienn mit den von Wilhalm Wultzen- 
dorfer aufgesandten und ihnen verkauften 
Lehen ain zehend auf hundert jewch agkers 
in Swabdorfer urbar in Rawhenwartter veld. 

— Actum Wienn an montag dem heiligen 
weichnacht abendt anno etc. LXXXI. 

Lehenbuch, 1^81— i^8j, 15'. 

5138 1481^ Dezember 2p, Wien. 

Kaiser Friedrich III. belehnt Jeorg Fleisch - 
hacker burger zu Pleiburg mit Lehen in Kam- 
ten. — Actum Wienn an Sambstag vor Cir- 
cumcisionis domini anno 82. 

Lehenbuch, 1481—1487, 15. 

6139 1482, März 7, Wien. 

Kaiser Friedrich III. belehnt Thoman 
und Hansen die Pechler mit Lehen in Öster- 
reich ob der Enns. — Actum Wienn an 
phincztag vor dem sonntag oculi in der 
vassten anno domini etc. LXXXII. 

Lehenbuch, 1^1—1487, 15. 

6140 1482, März p, Wien. 

Kaiser Friedrich IIL belehnt Caspar Mor- 
genstern mit Cillier und Ortenburger Lehen. 

— Geben zu Wienn an sambstag vor Oculi 
in der vassten. 

Lehenbuch, 1481^1^87, 17. 

5141 1482, März II, Wien. 

Kaiser Friedrich III. belehnt Sigmund 
und Hainrichen Pruschink mit Lehen in Öster^ 
reich ob der Enns. — Geben zu Wienn an 
montag nach Oculi in der vassten. 

Lehenbuch, 1^81—1^7, 16. 

5143 1482, März 20, Wien. 

Kaiser Friedrich III. belehnt Leonhard 
Herberstainer mit Lehen in Steiermark. — 



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Geben zu Wienn am mittichen nach Letare 
zu Mittervasten. 

Lehen buch, i^i—i^y, ly. — Chmel, Regesta 
Friderici, Nr. 752^, — Star:(er, Die landesfürstlichen 
Lehen in Steiermark^ Nr. i^lß. 

5143 1482, März 24, Wien. 

Kaiser Friedrich IIL belehnt Wilhalmen 
Dolacher. — Geben zu Wienn an sonntag 
Judica in der vassten. 

Lehenbuch, 1^81 — 1487, if . — Starker, Die 
landesfürstlichen Lehen in Steiermarkf Nr. §0. 

514-1- 1482, Mai 7, Wien. 

Kaiser Friedrich IIL belehnt Leopold von 
Wehing mit Schloß Sitzenperg. — Geben zu 
Wienn an eritag nach Floriani. 

Lehenbuch, r^i — i^y, 18. — Vgl. Chmel, Re- 
gesta Friderici, Nr. 7545. 

5145 1482, Mai 10, Wien. 

Kaiser Friedrich III. belehnt Jeorg Mar- 
dachs mit Lehen in Krain. — Actum Wienn 
an Freitag vor Pangraty. 

Lehenbuch, 1481—1487, 20. 

5146 1482, Mai 21, Wien. 

Kaiser Friedrich III. belehnt Anndre Ga- 
lientz mit Cillier Lehen. — Actum Wienn an 
eritag vor Urbani. 

Lehenbuch, i^i — 1487, /p'. 

5147 1482^ Mai 21, Wien. 

Kaiser Friedrich IIL belehnt Andres und 
Michaeln die Snaren mit Cillier Lehen. — 
Geben zu Wienn an eritag vor Urbani. 

Lehenbuch, i^i — 148"/, 20. 

5148 1482, Mai 21, Wien. 

Kaiser Friedrich IIL belehnt a) Nicki 
Jannket, b) Anndre und Lienhard die Jennsl, 
c) Hans Perchtundl mit Lehen in dem von 
den Görzem erworbenen Gebiete. — Actum 
Wienn an eritag vor Urbani. 

Lehenbuch, 1^81— j^j, 3§'. 

5149 1482, Mai 21, Wien. 

Kaiser Friedrich IIL belehnt Paul Haus- 
ner mit Lehen bei Sand Machor. — Actum 
Wienn an eritag vor Urbani. 

Lehenbuch, 1^81—1487, 36. 



5150 1482, Juni 4, Wien. 

Kaiser Friedrich III. belehnt Bernhard 
Wintter mit Lehen in Österreich ob der Enns. 
— Geben zu Wienn an eritag vor gots- 
leichnamstag. 

Lehenbuch, i^i—i^y, 22. 

5151 1482^ Juli 5, Wien. 

Kaiser Friedrich IIL belehnt Wolfgangen 
Gravenwerder mit Lehen im Tullnerfelde. — 
Geben zu Wienn an freitag nach Udalrici. 

Lehenbuch, 1^81— i^8j, 21. 

5153 1482, September i, Wien. 

Kaiser Friedrich III. belehnt Thoman 
Prawnstorffer mit Lehen um Weitra. — Ge- 
ben zu Wienn an sonntag sand Egidien tag. 

Lehenbuch, j^j^i^8j, 21*. — Vgl. Chmel, Re- 
gesta Friderici, Nr. J566. 

5153 1482, September 2, Wien. 

Kaiser Friedrich III. belehnt Blasy La- 
zarin mit Lehen in Krain. — Actum Wienne 
an montag nach Egidii. 

Lehenbuch, i^i—i^j, 22'. 

5154 1482, September 28, Wien. 

Kaiser Friedrich III. belehnt Sigmund 
Prüschinkh und seinen Bruder Heinrich mit 
dem Landgericht Volkhenstorff. — Geben zu 
Wienn an montag vor sand Michelstag anno 
domini LXXXII jar. 

Lehen buch, i^8j — 1498, 6. 

5155 1482, September 28^ Wien. 

Kaiser Friedrich III. belehnt Thoman 
StoU mit seinem Erbe in Österreich ob der 
Enns. — Actum Wienn an sambstag vor 
Michaelis. 

Lehenbuch, 1^81 — 1487, 22'. 

5156 1482, November 4, Wien. 

Agnes geborne von Hochenberg, Christof 
von Pottendorf wittib, stiftet zu ihrem und 
ihrer Vorfahren Seelenheil vier wöchentliche 
Messen^ von denen drei auf dem Fronleich- 
namsaltar zu St. Michael, die vierte alle 
Samstag in unser lieb frauen kirche auf der 
Gstetten gelesen werden sollen; sie bestimmt 
dazu Gülten und Güter, die sie von Amellein 

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Hansen Mühlfelder wittib gekauft hat, näm- 
lich: a) ein Hof zu Währing, i^Jb Joch Wein- 
garten in der äussern Hochenward unter des 
Gersthofes gelegen; cJ'/j? Joch äcker und das 
ganze holz bei Währing; einen baumgarten 
zu Währing, 2 Joch Äcker, deren eine 3 Helb- 
ling, die anderen 14 Pfennig in den genannten 
Hof dienen; eine Wiese zu Hindberg und eine 
zu Münkendorf, 24Tagwerk zusammen; einen 
Hof zu Währing, den sie von Hannsen Hueber 
und Helena seiner hausfrau gekauft hat; 
^l2 Joch Weingarten in der unteren Hochen- 
ward zunächst Ulrichen Pesoldten Weingarten 
gelegen und 6^/^ Joch Äcker, davon man 

I Pfund Pfennig dient; b) die grunddienst 
und überlend auf behausten gütern und ackern 
zu Währing, und zwar : Sigmund Totter von 
einem Joch Acker i Pfennig, Ulrich Stetter 
von ^Ib Hofstatt 2 Pfennige Hanns und 
Thoman sein bruder von ^js Weingarten 

II Pfennig und ein orth, Niclas Reischl zu 
Wienn von '/;? Hofstatt 2 Pfennig, Georg 
Porl von ^\2 Hofstatt 2 Pfennig, Peter von 
Steyreck von ^jjg Weingarten 8 Pfennig und 
drei örter zu voitrecht, Ulrich Aichinger von 
^ji2 Weingarten 8 Pfennig und drei örter zu 
voigtrecht, Andre Schreiber von ^{4 Wein- 
garten 15 Pfennig, Georg Kirchdorf er von 

1 Joch Weingarten 75 Pfennig, Bernhard 
Maiführer von 3 Joch Äcker 32 Pfennig, 
Ambrosi Kirchheimer von 2 Joch Äcker 
IS Pfennig, Georg Rattsmid von ^jg Weingar- 
ten II Pfennig und ein halb orth voigtrecht, 
Peter Ketzinger (^?) von ^4 Weingarten 12 ^Jg 
Pfennig, Sigmund Todter von seinem Hause 
8 Pfennig und von 2 Joch Äcker 10 Pfennig, 
Gilig Schlacheimber von 2 Joch Äcker 4 Schil- 
ling 4 Pfennig und von ^fg Joch Acker i§ Pfen- 
nig, Hans Rath von 'jg Hofstatt Weingarten 

2 Pfennig, Hanns Wiesinger von ^jg Wein- 
garten 2 Pfennig, Mert Nadlstumpf von einem 
Hause 24 Pfennig, Peter Verzinger von einem 
Hause 16 Pfennig, Heinrich Leimbatter von 
^ji Weingarten dritthalb und zwanzig pfen- 
ning, Wolfgang Leederer von einem Hause 
32' Pfennig, Sigmund Tötter von ^/^ Hof- 
statt 2 Pfennig, Mert Nadlstumpf von i Joch 
acker fünf halben und dreissig pfennig, Anna 
Kirchhammerin von 2^jo Joch Acker 3 Pfen- 



nig, Wenzel Göttinger von ''s Weingarten 
22 Pfennig, Georg Kirchdorfer von '/« Joch 
Weingarten 3 Helbling, Ulrich Höflich von 
'/ö Weingarten j^jg Pfennig, Mert Nadel- 
stumpf von ^jg Joch Acker 22 Pfennig und 
I Helbling Voigtrecht, Peter Herzinger von 
'Ig Achtl Weingarten i Pfennig, Leonard 
Zentner von 'jg Weingarten i Pfennig, Mi- 
chael Prueschinkh von 'jg Achtl Weingarten 
I Pfennig, Wolfgang von 'jg Achtl Wein- 
garten I Pfennig, Wolfgang Pestingher von 
'lg Achtel Weingarten i Pfennig, Wolfgang 
Jungwürth von 'jg Achtel Weingarten i Pfen- 
nig, Wolfgang Prindorfer (?) von 'js Wein- 
garten I Pfennig, Michael Baumgartner von 
'js Weingarten i Pfennig, Lorenz Maixner 
von einem Hause 8 Pfennig, Michael Holtz- 
haimer von einem Hause 12 Pfennig, Er- 
hart Pürchenauer von einem Joch Weingarten 
6 Pfennig, Heinrich Gundram von zwei 
Wiesflecken 12 Pfennig, Georg Aichtner von 
'Is Weingarten 40 Pfennig, Caspar Heunin- 
ger von einer Wiese 12 Pfennig, Jacob Strasser 
von einem Hause 21 Pfennig, Hanns Pusinger 
drithalb virtail most bergrecht und dritthalb 
örter voigtrecht, Peter Verzinger f?> von 
'I4 Weingarten 20 Pfennig, Stadel zu Pe- 
zelstorf von einem Hause drithalb virtail 
most, Hanns Aigner von sein ackern 43 Pfen- 
nig; Hanns Nürnberger ron einem Joch Acker 
4S Pfennig, Niclas Freydenberger von seinem 
haus und zugehörung 3y Pfennig, Michael 
Pantzier von einem Hause 52 Pfennig, 
St. Gertraudenpfarrkirche von einem Hause 
24 Pfennige, Niclas Freidenberger von zwei 
Joch Äcker 2 Pfennig, Wolfgang Schnabl von 
'Ig Joch Acker 16^ Ig Pfennig, Christoph 
Steeger von zwei Joch Äcker 64 Pfennig und 
zwei örter voigtrecht, von ^l4 Weingarten ge- 
hören zu St. Stephan auf den Kamer 60 Pfen- 
nig; Georg Regenspurger soll dienen von 
einer öden hofstatt 12 Pfennig, Georg Fallen- 
hals von einer öden Hofstatt 12 Pfennig, 
Christian Lausser von 'Is Weingarten 12 Pfen- 
nig, Hanns Ottenrieder und Thoman Pogner 
von 'Iß Weingarten 10 Pfennig, Die Jnhaber 
dieser Messe sollen einem Pfarrer von St. Mi- 
chael in der Kirche helfen; Pfarrer, Kirch- 
meister und Zöchmeister der Gottesleichnams- 



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69 



zeche sollen Lehensherren der Stiftung sein. 
— Besiegelt mit dem Siegel a) der Ausstelle- 
rin, b) ihres Bruders Stephan Herrn zu Hohen- 
berg, c) Veit von Eberstorf, obristen Erbkäm- 
merers in Österreich, — Geben zu Wienn an 
montag nach allerheiligen tag. 

Vidimus, — Lindy Die St. Michaelskirche in Wien 
in «Berichte und Mitteilungen des Altertums- Vereines 
:(u Wien* 3, p. 

5157 1483, Februar i, Wien. 

Kaiser Friedrich III. belehnt Hanns Pin- 
ter burger zu Gmunden mit Lehen bei Gmun- 
den. — Actum Wienne an samstag vor Do- 
rothea anno domini etc. LXXXIII. 

Lehenbuch, 1^81 — i^Sy, 23. 

5158 1483, Februar 22, Wien. 

Kaiser Friedrich HI. belehnt Magdalena, 
Hannsen Sunthaym burger zu Muraw haus- 
frau, mit Lehen um Murau. — Geben zu 
Wienn an sambstag vor Reminiscere in der 
vasten. 

Lehenbuch j i^8r-'i48jy 23'. — Star:(er, Die 
landesfürstlichen Lehen in Steiermark, Nr. 3i2j^. 

5159 1483, Februar 25, Wien. 

Kaiser Friedrich HL belehnt Dorothe 
weilent Hannsen Reschen burger zum Roten- 
mann mit ihrem Erbe. — Actum Wienn an 
eritag nach Reminiscere in der vassten. 

Lehenbuch, 1481 — 148^, 28 \ — Starker, Die 
landesfürstlichen Lehen in Steiermark, Nr. 251 12. 

5160 1483, März 3, Wien. 

Kaiser Friedrich HL belehnt Wolfgangen 
Tetzgern mit Lehen bei Linz. — Actum 
Wienn an montag nach Oculi in der vasten. 

Lehenbuch, 1^81 — 148J, 2^. — Chmel, Regesta 
Friderici, Nr. j6oi. 

5161 1483, März 5, Wien. 

Kaiser Friedrich HL belehnt Thoman 
Grednegker mit Ortenburger Lehen. — Ge- 
ben zu Wienn an mittichen nach Oculi in 
der vasten. 

Lehenbuch, i^8j—i^8j, 2^. 

5162 J483, März 7, Wien. 

Kaiser Friedrich ///. belehnt Jörgen 
Matseber und seine Vettern mit ihrem um 



Stocker au, Judenau usw. gelegenen Erbe. — 
Geben zu Wienn an freitag vor dem Sonn- 
tag Letare in der vassten, 
Lehenbuch, 1^81 — 1487, 24. 

5163 1483, März 10, Wien. 

Kaiser Friedrich HL belehnt Leopolden 
Hauser mit seinem Erbe in Österreich unter 
der Enns gelegen. — Geben zu Wienn an 
montag nach dem sonntag Letare in der 
vassten. 

Lehenbuch, 1^1—1^87, ^5- 

5164 1483, März 18, Wien. 

Kaiser Friedrich III. belehnt Wolfgang 
Sneperger mit Cillier und Krainer Lehen. — 
Actum Wienn an eritag nach Judica in der 
vasten. 

Lehenbuch, 1^81—1487, 26. 

5165 1483, März 18, Wien. 

Kaiser Friedrich III. belehnt Leonard 
Hadoltinger mit seinem in [Österreich ob der 
Enns gelegenen Erbe. — Geben zu Wienn 
an eritag nach Judica in der vasten. 

Lehen buch, 1^81^1^87, p3. 

5166 1483, März 26, Wien. 

Kaiser Friedrich III. belehnt Cristoff 
Strasser mit Lehen in Österreich ob der 
Enns. — Actum Wienne an mittichen in der 
Antlaswochen. 

Lehenbuch, 1^81—1487, 26. 

5167 1483, März 26, Wien. 

Kaiser Friedrich III. belehnt Virgili 
Ubereckher mit seinem Erbe in Österreich 
ob der Enns gelegen. — Actum an mittichen 
in der Antlaswochen. 

Lehenbuch 1481—1487, 26. 

5168 1488, Mai 16, Wien. 

Maister Hanns Goldberger, in heiligen 
geschrift licentiat, Schulmeister zu St. Stephan, 
und Erhardt Fuchsperger von Grünzing, prie- 
ster zur zeit zu St. Michael in Wien, stiften 
als Testaments exekutoren des Simon Resch 
von Grünzing zu dessen sowie seiner Vor- 
fahren Seelenheil drei wöchentliche Messen 
auf unser lieben frauen altar zu St. Michael 



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in Wien mit: seinem haus hier zu Wien ge- 
legen in der Praidenstraß das Frey eigen ist, 
einem Weingarten am Nußberg genant Schina- 
weis, zu^ei Weingärten zu Grüntzing in der 
Wagenspör, '/s Joch daselbst zu Grünzin in 
dem Kaßgraben, sowie mit 3oo Pfund ff ennigy 
die sie auf folgende Weise angelegt haben : 
5 Pfund auf dem Remhaus auf dem hohen 
markt um loo Pfund Pfennig; 5 Pfund Pfen- 
nig auf ^ji Weingarten in Stainberg an der 
Summerleuthen zu Grünzing gelegen zunächst 
der geistlichen brüder St. Francisci ordens 
zu Wienn Weingarten und ^l4 Weingarten da- 
selbst in Stainberg gelegen zunächst Georgen 
Floch Weingarten auch um 100 Pfund Pfen- 
nig; 5 Pfund auf der padstuben genannt die 
Canzlerin ebenfalls um 100 Pfund Pfennig; 
ferner haben sie nach Anordnung des Testa- 
tors I Meßbuch, i Kelch und 2 Ornate einen 
weißen von damaschk und einen roten von 
samt gekauft; zu Lehensherren der Messe 
werden Bürgermeister und Rat der Stadt Wien 
bestellt; der erste Kaplan der Messe ist Erhard 
Fuchsberger. — Besiegelt mit dem Siegel des 
I, Erhart Pirchenauer, 2. Hannsen Haugen und 
5. Hannsen Mühlhauser alle drei bürger zu 
Wienn. — Geben zu Wienn am freytag nach 
der auffahrt unseres lieben herrn. 
Vidimus. 

5169 1491, März 25, — . 

Margareth, Stephans des Ludmannstorffer 
wittib, und Oswald der Ludmannstorffer ihr 
söhn verkaufen die ihnen frei eigentümlichen 
Gülten, die zu ihrer vesten Liechtenstein ge- 
hört haben, Petronellen der Pöcklin meiste- 
rin des frauenclosters dazu sant Jacob auf 
der Hilmb zu Wienn und dem convent da- 
selbst . . . um ein summe pfennings, der sie 
ganz verriebt und gewährt sein und von 
einer ehrbaren person herkommen und in 
durch Gottes willen geben sind, darumb 
sie dann derselben person und irer seel zu 
hilf und trost mit meßlesen einer Widerle- 
gung auch schuldig und pflichtig sind und 
nit verfangen haben zu thun. Die Gülten 
sind a) 7 Pfund 82 Pfennig auf behausten 
Gütern zu Mödling und zu Guntramsdorf 
und zwar zu Mödling: Elsbet Rabenkroplin 



14 Pfennig; Erhart Demel 58 Pfennig; CoU- 
mann Zehender untern Freyenstein mit dem 
zwey Sätzen dabei 14 Schilling Pfennig, 
Mathes Edlinger 12 Pfennig, Peter Möllner 

15 Pfennig, Thoman Buckel 14 Pfennig, 
Michael Auslauf von Wien 24 Pfennig, Peter 
Diener 24 Pfennig, Niclas Oestreicher 52 Pfen- 
nig, Wolfgang Pürkl 32 Pfennig, Hansel Zu- 
richter 6 Pfennig, Jörg Bogner 6 Pfennig, 
Hanns Schottel an Neusiedl 24 Pfennig, Ja- 
cob Stecher 24 Pfennige Andre Ratt 18 Pfen- 
nig, Andre Fleischhacker 52 Pfennig, Wolf- 
gang Pürkhl Fleischhacker 72 Pfennig, Erhard 
Sigl 80 Pfennig, Alexi von Tingolfing toch- 
ter 4^12 und 3o Pfennig, Michael Frauen- 
schuchel 18^ fs Pfennig, Anna Reinlin 3^ Pfen- 
nig, Wolfgang, Dorothe, Radigundis des Alt- 
hofler kinder 52 Pfennig, Mert Kupberger 
52 Pfennig, Andre Kherer 52 Pfennig, An- 
dre Korbheimer 52 Pfennig, Hans Bäyerl 
52 Pfennig, Pangraz Fleischhacker 26 Pfen- 
nig, Hans Rech 52 Pfennig, Margareth Si- 
mons Strobels lederer hausfrau von Walters- 
torf 52 Pfennig, Hans Leb 26 Pfennig, Pangraz 
Schottel iy^i'2 Pfennig, Niclaus und Merten 
des Kazberger kinder 4^J2 und 3o Pfennig, 
Elsbeth Wagenhelblingin ^2 Pfennig, die bur- 
ger zech von der niedern baadstuben 20 Pfen- 
nig, Mathes Vierthaller 16 Pfennig, Philipp 
Hessler 16 Pfennig, Thoman Egelhaimer 
20 Pfennig, Ulrich Grasshauer 75 Pfennige 
Hedweich Hanns des Pauern tochter 40 Pfen- 
nig, Niclas Scherhäufel 75 Pfennig, Niclas 
Hansl von Burgstall von der obern Draus- 
nicht 12 Pfennig, Mert Schober zu Gun- 
dramstorff von seinem hof daselbst 24 Pfennig; 
b) darnach 3^ pfening geldes auf den brodt 
bänken zu Mödling, die hernach benannten 
leut jährlich davon dienent: Ulrich Zeller 
2 Pfennig, Cunz Ottinger 12 Pfennig, die 
burger zech zu Mödling 2 Pfennig, Hans 
Scheindl von ein insetz am Mühlgraben in 
der Axenau 12 Pfennig, Paul Bundschuh von 
einem joch acker zu Pittermanstorf gelegen 
8 Pfennig; cj darnach 5 schiling und i pfening 
geldes gelegen zu Mödling auf krautgärten 
und Überlände, die die hernach genante leuth 
jährlichen davon dienen: Hans Weidtinger 
und Mert Kirchmeister 10 Pfennig, des Alt- 



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71 



hoffer kinder lo Pfennig, Peter Stubmer 
10 Pfennig, Georg Zimmerman lo Pfennig, 
Jacob Müllner lo Pfennige Hanns Zimmer- 
hackel lo Pfennig, Veit Strasser i Helbling, 
Eduard Zimmermann 2 Pfennig, Erhard Khu- 
berger / Helbling, Hans Hauer / Pfennig, 
Margareth Schönhaberin von Neudorf 4^J2 
Pfennig, Kunigund Ulrichs Zeller hausfrau 
5 Helbling, Christian Bayer 5 Pfennig, Ul- 
rich Payerl in der Axenau / Pfennig, Jörg 
Bauern treppel 3 ^js Pfennig, Mathes Vierthaler 
5 Pfennig, Perthold Salestorfer / Helbling, 
Ernst Frud 5 Pfennig, Rudel Müllner 2 Pfen- 
nig, Conrad Pauer / Pfennig, Jörg Pauer 
/ Pfennig, Cunz Zartgott von Neudorf ^^/jp 
Pfennig, Michael Lainer von einer wiesen in 
PrüU 8 Pfennig, und von einer wiesen und 
von einen krautpett auch gelegen in der PrüU 
5p Pfennig und i Helbling; d) darnach 54 pfe- 
ning gelds gelegen auf Weingärten in Neudorfer 
ackern, die auch die hernach gemelten leut 
izt enhabend und jährlich davon dienent: die 
capellen zu Neudorf 8^1$ Pfennig, Elsbeth 
Albrechts von Weitra hausfrau / Helbling, 
Stefan Lentz 2 Pfennig, Hans Haiml 3 Helb- 
ling, Hanns Neudorfer 7 Pfennig, Paul Bund- 
schuh 3 Helbling, Paul Kogl / Pfennige 
Christian Honestorfer 4 Pfennig, Hanns Putz 
I Helbling, Anna Fluderin / Helbling, Peter 
mit der Khur 3 Helbling, Anna Purklin 
/ Helbling, Hanns Paltauf 2 Pfennig, Ste- 
phan Neunhorn 3 Pfennig, Hanns Baldel von 
Pittermanstorf / Helbling, Elsbeth Schwarz 
Conradin i Pfennige Mathes Kaunberger 
12 Pfennig, Mert Piazinsgut 3 Pfennige Er- 
hard Glebs 2 Pfennig, des Tulmetschen kin- 
der / Helbling, Hans Arbeiter / Pfennig; 
e) darnach 3 pfund und 70 pfening geldes ge- 
legen zu Pertholdstorf auf behausten güttern 
so die hernach benannten leut izt inhabend: 
Georg und Peter die Stettner von einen haus 
3p Pfennig, Hans Amstetter von einem haus 
69 Pf^^^^8> Hanns Storckl von einem haus 
69 Pf^^^^gf Niclas Bierbaum von '/^ haus 
S ^/g und 3o Pfennig, Dorothea Eisnaglin von 
ihrem haus zunächst Hannsen des Weißen 
haus gelegen 10 Schilling Pfennige Paul Hahn 
60 Pfennig, Paul Pendel ^j Pfennig und 
Caspar Honestorfer 6p Pfennig; f) darnach 



49 pfening und / helbling geldes gelegen auf 
Weingärten zwischen den wassern zu Mödling 
bei der Drausenicht, so die hernach benannten 
leut jetzt inhabend und jährlich davon die- 
nent: Schwarznickel 6^ jg Pfennig, Jörg Her- 
bath 16 Pfennig, Agnes Hardeckerin 5 Pfen- 
nig, Mathes Vierthaler // Pfennig, Ulrich 
Zeller 3 Pfennig und Hanns in Ruthen 8 Pfen- 
nig; g) und aber 39 pfening geldes auf Wein- 
gärten in den Wiessätzen an Stainfeld zu 
Mödling, die die hernach benannten leut jetzt 
inhabend und jährlich davon dienent: Hanns 
Haubtmann 10 Pfennig, die herren von hei- 
ligen Kreutz 2 Pfennig, Ulrich Spendling 
5 Helbling, St. Cunigundenzech zu Brun 
5 Helbling, Erhard Weitracher von Neudorf 
5 Pfennig, Hanns Zimmerhäckel 5 Helbling, 
Hansel Haas von Laxendorf 5 Helbling und 
Thoman Low 12 Pfennig. — Besiegelt mit 
I. der Ausstellerin und 2. ihres Sohnes Siegel, 
dann 3, des Ulrichen Eitzinger von Eitzing 
unser lieben bruder und oheim und 4. des 
Ritters Hansen der Steyer einer des rats der 
Stadt zu Wienn. — Geben am freytag vor 
dem heiligen Palmtag in der fasten. 
Vidimus. 

5170 1492, März 8j Linz, 

Kaiser Friedrich PPP. belehnt den brobst 
zu sannd Dorothee zu Wienn und seinen 
convent mit dem von Walthesarn Weichen- 
puchler aitfgesandten und ihnen verkauften 
hof gelegen zu Lab mitsampt vier dienstpern 
hofstetten, 18 lehen ackers und 35 tagwerch 
wismads, so in denselben hof gehörn. — 
Actum Lynntz an phinztag vor Invocavit in 
der vassten anno etc. 92. 

Lehenbuch, 1^88—14^, g6\ 

5171 1492, März ij, Linz. 

Kaiser Friedrich PPP. bestätigt den 1491 
ergangenen Spruch des Lorenzen Taschen- 
dorfer, burger zu Wienn als angesetzten 
richter, wonach etlich grund, Weingärten und 
aker, darauf der Konvent zu St. Jacob da- 
selbs zu Wienn grunddienst, bergrecht und 
vogtrecht hat, nach Berg- und Grundrecht- 
ordnung zu reis gesagt seyen sou^ie ein haus 
daselbs zu Wienn in Kumpfgäßlein als ein 



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K. k. Archiv fQr Niederösterreich. 



verfallenes Gut dem genannten Kloster zu- 
gesprochen hat. — Siegler der Aussteller. — 
Geben zu Lioz am sambstag vor dem sontag 
Reminiscere in der fasten nach Christi ge- 
bärde vierzehenhundert und im zwei und 
neunzigisten jähr. — Commissio domini im- 
peratoris propria. 
Vidimus. 

5173 1493, April 12, Linz. 

Kaiser Friedrich III. belehnt Lasslaw 
Prager mit den von Egid Tettenheimer seinem 
Türhüter aufgesandten und ihm (Prager) ver- 
kauften Lehen in Österreich^ darunter: ain 
yveingarten bei Pawngarten bei Wienn enhalb 
des walds genannt der Schreiber, ain Wein- 
garten bey Sand Veyt genannt der Maysenpögl, 
zwen Weingarten am Hegkenperg stosst auf das 
gslos Hegking. — Geben zu Lynntz an freitag 
nach dem heiligen Ostertag anno LXXXXIII. 

Lehenbuch , i^8—i^p3f i$y. 

6173 1494, Februar 3, Wien. 

König Maximilian I. urkundet für die 
Propstei Zwettl. — Geben zu Wienn an sand 
Blasientag nach Christi geburd viertzehen- 
hundert und im vierundnewntzigisten. — Auf 
der Falte rechts oben: Comissio domini regis 
propria; darunter von anderer Hand: Con- 
radus Stritzel de Buchen doctor et miles 
cancellar. 

Orig., Perg. (285 X ^''5, Falte lO). — Siegel 
abgefallen. 

5174 ^494> Februar 3, Wien. 

Das niederösterreichische Regiment ur- 
kundet für die Propstei Zwettl. — Besiegelt 
mit dem landesfürstlichen Siegel. — Geben 
zu Wien an sand Blasientag nach Christi 
gepurde viertzehenhundert und im vierundt- 
newnzigisten. — Auf der Falte rechts: Com- 
missio domini regis in consilio. 

Ong.y Perg. (sy X 5^» ^^''^ ^)- ^^^g^^ abgefallen. 

5175 1494* März //, — . 

König Maximilian I. belehnt Nicolaschen 
Zwittar mit der vessten Hekhing bei sannd 
Veit auf der Wienn gelegen mitsambt den 
holden daselbs auch den awen, wismaden, 
gerten und drei tagwerch wiesmad daselbs zu 



Hegking gelegen, die ihm (Zwittar) Christof 
Stainperger verkauft hat. — Geben an raon- 
tag nach dem suntag Judica. 
Lehenbuch, i^f^—i^pö, 8. 

5176 149s, April 7, Wien. 

Johannes Khaltenmargkter arcium et sacre 
theologie magister sacrique juris pontificii doc- 
tor, canonicus ecclesie ac curia Pataviensis 
infra Onasum officialis generalis stellt durch 
den öffentlichen kaiserlichen Notar Georg 
Porler ex Prugkh supra Leitta, clericus Pata- 
viensis, ein Vidimus der Urkunde der Herzoge 
Albrecht und Leopold für Mauerbach von 
i3j8y Mai I, Wien (Nr. 4825) und der darin 
inserierten Urkunde K. Friedrichs von i32jf 
Juni 24, Wien (Bd. 3, Nr. 29J1) aus. — Be- 
siegelt mit dem großen Offizialatssiegel. — 
Datum et actum Wienne anno domini mille- 
simo quadringentesimo nonagesimo quinto in- 
dictione decima tercia die vero martis septiraa 
mensis Aprilis . . . magistro Gabriele Guetrater 
ex Lauffen decretorum licentiato et Christo- 
phoro Zach ex Khamer clericis Salzeburgensis 
diocesis testibus . . . 

Orig., Perg (445 X 4^'^> ^^^^^ 9'5)' Siegel an 
grüner und gelber Schnur abgefallen. 

6177 I495j Mai 12, Wien. 

Hans Lederer von Landtsperg, meister 
in den sieben freien künsten der hochwür- 
digen Universität und schuU zu Wienn und 
pfarrer zu Nelib, bekennt für sich und an 
Stelle Merten von Eyzing als seinem Mit- 
exekutor des Testaments Hannsen Prugkner 
des jüngeren einerseits nne Michael Veucht- 
wanger derzeit kirchenmeister S. Michaels 
Pfarrkirchen, burger zu Wienn, und die ganze 
pfarrmening daselbst als Testamentsexekuto- 
ren Hannsen Prugkner des älteren anderer- 
seits bekennen, es habe Hans Prugkner der 
ältere einen Altar zu Ehren des heil. Wolf gang 
zu bauen und darauf fünf wöchentliche Messen 
sowie ein ewiges licht darauf zu brennen ge- 
stiftet und dazu sein ganzes Hab und Gut 
verwendet wissen wollen; Hans Pruckner der 
Jüngere hat nun die 1200 ungarischen Gulden, 
die ihm der ältere Pruckner sein lieber herr 
aus der schuld, so ihm die statt Wienn schul- 



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dig worden ist, gegeben hat, nebst seinem 
Hause auf der Hochstraße zu dieser Stiftung 
des älteren Pruckner gegeben, und zwar so, 
daß noch ein Jahrtag an S. Clemententag 
des heiligen pabsten gefeiert wird nebst sie- 
ben Messen darunter. Da nun des Hans 
Pruckner des Älteren gelassen gut durch 
Georgen von Pottendorf dazumal landmar- 
schall in Österreich und anderen in ver- 
gangenen kriegsläufen in erstreuung komen 
und genommen ist, so widmen und stiften 
sie die fünf wöchentlichen Messen, ein ev^iges 
licht in einer lampen und einen Jahrtag in 
der St. Michaelspfarrkirche mit a) dem Hause 
auf der Hochstraße, davon man den Schotten 
S^ls Wiener Pfennig Grunddienst dient, b) 52 
ungarischen Gulden Gült, die um 1200 ungari- 
sche Gulden in der Stadt gekauft ist worden. 
Lehensherren dieser Stiftung sind Mert von 
Eizing und seine männlichen Erben abwech- 
selnd mit dem Kirchmeister von St. Michael. 
Nach dem Aussterben der Eizing ist letzterer 
alleiniger Lehensherr; der erste Kaplan ist 
Hans Lederer von Landsperg. — Besiegelt 
mit den Siegeln i. der St. Michaelspfarrkirchen, 
2. unsers lieben frauen gotteshaus zu den 
Schotten anhangunden grundinsigl, 3. da Hans 
Leder er kein eigenes Siegel hat, Wolfgang 
¥oxchX.&A2intT ^Propst zu Ray d(!) inKämten und 
Domherr zu St. Stephan, 4. Heinrich Schattauer, 
Bürger von Wien. — Geben zu Wien am erchtag 
St. Pongraczen tag des heiligen märtyrers. 
Vidimus. 

5178 1495, Dezember 3, — . 

König Maximilian L belehnt seinen Rat 
Casparn von Rogendorff mit den von Gama- 
reth Fronnawer aufgesandten und an den 
Rogendorf er verkauf ten weinzehent bey Wienn 
in dem Mitterntal, in dem Fahental, in dem 
Weichseltal, in der Johennsbewnt, in dem 
Gespött und hinnder Metzleinstorf in der 
langen gassen an dem Metzleinsberg, an dem 
Gries oberhalb der von Wienn spital auf zwelf 
hofstetten, in dem aigen Symonig an der 
praitten aich und an dem nydern aigen ge- 
legen. — Geben am phinztag vor sant Bar- 
baren tag anno domini etc. LXXXXV. 

Lehenbuch, 14^—1497^ 206. — Vgl. Nr. §i3§ 

und 5^^^' 

Regesten zur (beschichte der Stadt Wien. V. 



5179 I4p6, September 26^ — . 

König Maximilian L belehnt Hanns Grad- 
ner mit seinem Erbe (vgl. Nr. 4^02). — 
Geben an montag vor Michaelis. 

Lehenbuch, 14.^—14^1, 246. 

5180 i497f Februar 26, Mistelbach. 
Hans Schrembs Richter zu Mistelbach 

und Margaretha seine Hausfrau stiften einen 
ewigen Jahrtag zum Allerseelenaltar in der 
Gruft zu Mistelbach und widmen dazu unter 
anderem 24 pfund pfennig landtswerung in 
Österreich, die jeder Abt des Schottenklosters 
in Wien dem jeweiligen Kaplan der Messe 
jährlich verehren soll. — Besiegelt mit den 
Siegeln i. des Veytten Fünfkirchner haubt- 
man auf Falkenstein, 2. Christophen truch- 
sässen auf Stätz, 3. Sigmunden Greyllen zu 
Enzerstorff undter Stätz. — Geben zu Mistl- 
bach am suntag nach S. Mathäus tag des 
heiligen zweifboten. 

Kopie aus dem Ende des 18. Jahrhunderts nach 
einer Kopie aus 1661. 

5181 i497f *^^^^ ^> Wien. 

Heiratsbrief des Jörg von Herberstain 
mit Margret Cristoffen von Rottal seelig 
tochter. — Besiegelt mit dem Siegel i. des 
Wenuschen von Eberstorf erbcamerer in Öster- 
reich an Stelle Jörgs von Herberstein, der 
ditzmal gegraben insigl nicht gehabt, 2. des 
Leonhart von Herberstain, Vaters des Jörg 
von Herbersteinj 3. des Cristoffen Oberhaimer 
und 4. des Zacharias Stainberger von Albrechts- 
perg. — Geben zu Wienn am phintztag nach 
sand Ulrichstag. 

GIeich:(eitige Kopie. 

5183 ^497, Juli 27, Wien. 

Paul Kech burgermeister und der rath 
gemain der Stadt Wienn bekennen, es sei in 
ihren offnen rath gekommen Michael Veicht- 
wanger ihr mitgeschworner des rats und kirch- 
meister St. Michaels pfarrkirchen hie und gab 
zu erkennen, daß Hanns Prugkner der ältere 
seinen Schwestern Anna und Barbara, die in 
dem frauenkloster zu Slyerbach phruntnerin 
gewesen waren, 200 Pfund Pfennig vermacht 
\ hatte, all seine übrige Hinterlassenschaft aber 

10 



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K. k. Archiv für Niedcrösterrcich. 



der Pfarre St Michael zur Errichtung einer 
Stiftung, womit er speziell Jörgen von Pötten- 
dorf und den damaligen Kirchmeister von 
St. Michael Lienhart Perger, Mitbürger von 
Wien, betraut habe; Perger habe die Durch- 
führung allein übernommen und den Schwe- 
stern Pruckners 68 Ff und Pfennig und klainat 
für 50 Pfund Pfennige übergeben, so daß ihn 
(Veichtwanger) als Kirchmeister die Schwe- 
stern um die restlichen 82 Pfund Pfennig 
von den königlichen regenten darum schwer- 
lich ersucheten; nun habe aber Perger von 
der ganzen Hinterlassenschaft Pruckners gar 
nichts an die Kirche abgeliefert und habe bis 
auf den heutigen Tag keine Rechnung ge- 
legt, wolle auch keine legen. Um klar zu 
sehen, hat Bürgermeister und Rat das Inven- 
tar nach Pruckner vorgenommen und darin 
gefunden: a) vermerkt die brief, so in des edln 
Hannsen Prugkner selig truchen gefunden 
und gelesen sind worden in Gegenwart des 
von Jörgen von Pottendorf dazu bestimmten 
PeterWildhofer, pfleger zuAichau, und Stefan 
Paulser sowie in Gegenwart des Pfarrers von 
St. Michael Thoman, des Kirchmeisters Lien- 
hart Perger, des maister Niclasen Forstlein 
und Jörgen Goldpergers: sein offens geschafft 
mit anhangunden insigln besiglt; ein brief 
mit anhangunden insigln, der unter andern 
artikeln inhelt, daß die von Schlyrbach inen 
zweyen Schwestern Barbaren und Annen jeder 
ihr lebtag zu besserung ihrer pfrund ein pfund 
pfening unverzogenlich geben soll; einen 
quitbrief mit anhangunden insigln von Schwe- 
ster Magdalena Jörgerin diezeit abbtessin zu 
Slyrbach anstatt Annen und Barbaren, des 
ehegenannten Hanßen Prugkner Schwestern, 
über etlich guter und brief darüber und acht 
und sechzig pfund pfening, die sie bereit 
haben empfangen; einen geldbrief auf ge- 
meine Stadt zu Wienn, mit der Stadt insigl 
besiglt, lautten auf sechtzehen hundert gui- 
dein; aber einen besigelten geldbrief auf die 
benant Stadt lauttend um drey hundert gui- 
dein; ein vidimus auf den benanten geld- 
brief der sechtzehen hundert guidein; ein 
geldbrief lauttend auf vierzig guidein, so ihm 
herr Hannß von Rorbach schuldig worden 
ist; ettlich sendbrief zu einander in ein pa- 



pier gebunden, etliche brief gehörund zu 
seiner stifft zu Ebenfurth versbert in einem 
schwarzen trichtlein; einen brief lautend über 
einem weingartten in der Mauer, den ihm 
der künig Lasslau geben hat, mit dessen an- 
hangunden insigl besigelt; einen gemechtbrief 
über sein hauß auf der Hochstrass; einen 
auszug aus des Jörgen von Egkhartzau satz- 
buch in der Mauer lautend achtzehend pfund 
pfening; einen spuchbrief gehörund zuseinerti 
hauß auf der Hochstraß von wegen eines 
höflein, besigelt mit des graf Pernharts von 
Schaumburg insigl; und etlich ander brief 
pergamenin und papierin die nicht fast nutz 
seyn; b) vermerkt was in des Prugkner gewölb 
ligt: drey versbärrl truchen und ein lad, 
aindleff große zünn schüssin und vier klein, 
in der dreyen truchen, die ein ist voller haubt- 
polster, khüß und seydiner gülter; c) in seiner 
kammer: ein verspörte almar, darin sein ge- 
wand ligt; ein steichel darin ligend vier 
panntzier, vier kregl und drey eysenhuet. 
ein versbörter Schreibtisch; ein truchen, da- 
rin liegend etliche güUter und ein fuchsseine 
deckh; aber ein almar, darin ligend sein 
Joppen und auch anders seins gewandts, acht 
bett-, kleine und grosse, vier haubt-polster, vier 
gemeine küß, an die daigen, die in der tru- 
chen ligent, ein duchen und drey lidrein 
polster; zwo kisten in der langen kammer, 
in der ein ligt des knaben gewanndt und in 
der anderen sein fuchsseiner peltz; in einen 
lidren ledlein, das in dem Schreibtisch steht, 
in dem klein stüblein, da ligent achtzehen 
guidein und bey vier pfund pfening, drey 
groß zünn kandln und sechs kleine als halb 
kendl und seytl, zwo achterin kandl und ein 
stanetner; d) vermerkt die wein: zwey fueder 
firtig wein und eins zu zwein und zwanzig 
emern, zwey vassl viertiges weins, jedes bey 
acht emer, drey vassl heuriges weins, habend 
alle drey als bey neun emern; in einer bo- 
ting die ist leicht das drittail mel und ain 
poting halb mit traid; e) vermerkt plosse geld- 
schuld: Weydinger in der Mauer viertzehen 
pfund pfening; Frischauf ein halb pfund; der 
jung Steinnwennter ein halb pfund pfening; 
Uli Hannß des Pellndorfer marstaller ein 
halb pfund pfening; der Knab dreu pfund 



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dreyssig pfening und aindlefif Schilling zehen 
pfening; Aindleser, der ein burger zu 
Perchtoltzdorf gewesen ist, bleibt ihm schul- 
dig vier und achzig pfund pfening;/) rechtes 
jerlichs dinsts: alle jähr vierzehen pfund 
pfening zu dienen und zu reichen, bringt die 
sechs jähr vier und achzigk pfund pfening, 
darum auch der Hassenwasser den geldbrief 
und gev^alt hat einzubringen; g) vermerkht die 
geldschuldbrief : ein redlichen aufrichtigen 
Kaufbrief auf widerkauf von gemeiner Stadt 
hie zu Wienn umb sechtzehen hundert gül- 
den gerecht in gold und wag; aber einen 
brief von gemeiner Stadt umb dreyhundert 
gueter hungerischer guidein gerecht in gold 
und wag; von herrn Hannßen von Rorbach 
ein besigelten brief umb vierzig guidein; von 
dem Wolfganng Heuninger ein brief umb 
neun guidein und umb neun pfund pfening, 
daran hat er ettwevil ausgericht; von dem 
Mertt Aindlefifer zu Perchtoltzdorf ein besi- 
gelten brief umb zehen pfund pfening, den 
hat jetz der Hassenwasser in seiner gewalt 
und soll das geld damit und darauf ein- 
bringen; der prior von weissen brüdern und 
das ganze convent hundert pfund pfening 
auf ein brief mit des prior sigil. Veichtwanger 
bittet nun, dem Perger aufzutragen, Pruck- 
ners Schwestern unklaghaft zu machen, die 
Kirche vor Schaden zu bewahren ; auf Jörg 
von Pottendorf könne er sich nicht ausreden, 
denn es liege ein Schreiben des Pottendorfer 
vor, das das Gegenteil erweise (Nr, 4946), 
Perger hinwieder behauptet, ihn kümmere 
Veichtwangers Klage nicht, denn er habe 
Pruckners Gut im sagrer in einer truhen alles 
verpetschaft und verspert deponiert, die tru- 
hen wären im sagrer aufgetan worden und 
das Silber geschirr, so darin gewesen, den von 
Slyerbach in beiwesen des von Volkenstorf, 
derselben zeit inhaber der burk, und andrer 
viel edler leut auch sechs oder acht herren 
des rats ungefeverlich überantwurt, worauf 
die Truhen in Gegenwart der eben Genann- 
ten wieder versperrt worden seien und so 
geblieben sind, bis Jörger Kirchmeister ge- 
worden ist. Damals sei er mit Jörger zum 
Pottendorfer gegangen und habe ihm die 
Truhen verschlossen und versiegelt überant- 



wortet; wegen der Prucknerschen Hinter- 
lassenschaft habe er sich mit dem Potten- 
dorfer verrechnet laut vorliegenden Briefes, 
Somit hoffe er, dem Kläger nichts schuldig 
zu sein; habe der Kirchmeister in der 
Prucknerschen Angelegenheit etwas zu for- 
dern, soll er sich an den Pottendorfer oder 
an Jörgers Erben, wenden. Darauf entschei- 
det Bürgermeister und Rat: Perger hat dem 
Kirchmeister und der Pfarre zu St. Michael 
wegen der Prucknerschen Hinterlassenschaft 
raittung und unterrichtung zu thun. — Be- 
siegelt mit der Stadt insigl. — Beschehen an 
pfingstag nach St. Jacobstag der heil, zwelf- 
potten. 

Vidimus. 

5183 1498, April 4, — . 

König Maximilian I. beurkundet, es habe 
Georg Wisinger, unser schettermaister, den 
Sweitzerhof under dem Wiennerperg und ain 
haus in unser stat Wien gelegen, so von uns 
zu lehen rurn und von den von Fern in 
kaufweis an in komen sein, den Micheln 
Dörff 1, Hansen Klötzl, Pangretzen und Paulen 
den Englharten, Georgen Tennken, Hansen 
Kragler und Leonharten Payrn burgern zu 
Prawnaw um 600 fl. rhein., darum sie ihm 
(Wisinger) Bürgen sind, pfandweise verschrie- 
ben; von hawbtman, siathalter und regen ten 
zu Wienn sind die genannten Bürger von 
Prawnaw in die beruerten haus und hof als 
ir fürphandt eingesetzt worden; sie erhalten 
zur Belehnung einen einjährigen Urlaub. — 
Geben an mitichen nach dem sonntag Judica 
anno domini etc. LXXXXVIII. 

Lehenbuch, /^pj— /^pj, 6', 

5184 1498, April 25, Wien. 

Anna, Thoman Schachner des Oler bür- 
gers zu Wienn hausfrau, die emaln Melchio- 
ren Funkchen den sneider mitburger daselbs 
auch elichn gehabt, stiftet zum Seelenheile 
dieses ihres ersten Gatten mit jenen 140 Pfund 
Pfennig, die Funk dem Jeronimeen marschalh 
von Reichenau auf ainen hof zu Prunn ge- 
liehen hatte, eine wöchentliche Messe in sand 
Michels pfarrkirchen hie zu Wien auf dem 
St. Ulrichsaltar, nachdem die Summe zurück- 



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gezahlt und von ihr auf das Haus des Mi- 
cheln Feuchtwanger, ainer des rats der stat 
Wienn und Barbaren seiner hausfrau am 
alten Kolmarkt mit einem theil zunächst 
Veiten Gätringer und dem andern zunächst 
weilent Christoffn Khoblspacher heuser ge- 
legen, zu 6 Pfund jährlicher Gült angelegt 
worden sind; sie verleiht die Messe dem 
Hansen Gurtner und bestimmt zu Lehensherm 
Bürgermeister und Rat der Stadt Wien, — 
Besiegelt mit Jörgen Jordans diezeit anwald 
in der münß und Wolfgangen Rieder stat- 
schreiber beder burger zu Wien anhangunden 
insigln. — Geben zu Wienn an mittichen 
sand Marx des heiligen evangelisten tag. 
Vidimus. 

5185 149S, Apnl 28, Wien. 

Jörg Scherdinger huefschmid, mitbürger 
zu Wienn und Dorothee sein hausfrau be- 
kennen, daß sie von Hainreichen Rigl und 
Larentzenn Pawrn bürgern zu Wien dieczeit 
zechmaistern sand Peters bruderschafft zu 
sannd Peter in sand Valentinscapelln daselbs 
auf Leibgeding ain haws das zu der egenan- 
ten bruderschaft gehört mit aller seiner ge- 
rechtigkait, gemechen und zugehörungen ge- 
legen am Saltzgries zu Wienn und stosset an 
der geistlichen herrn von Gemnikhhof mit 
einem teil, davon man denselben geistlichen 
herren zween wienner phennig an sand Michels- 
tag zu grunddienst dient, erhalten haben. 

— Besiegelt mit des Pangretzen Kemnatter 
dieczeit des rats und mit des Erharts Hierts 
baider burger zu Wienn anhangunden insigln. 

— Geben zu Wienn am sambstag nach sand 
Jorgentag des heiligen ritter und marttrer. 

Orig., Perg. (27 X 5P» ^^'^^ 9'5)y fnit Siegel- 
resten. 

5186 1499, Juni 3, — . 

Hanns Eybenperger hat das lehen auf 
dreyen tagwerch v^ismad in Crewtzer pharr 
gelegen . . . bey . . . des römischen kunig etc. 
hawbtman, stathalter und regennten zu Wienn 
ersucht, ist durch dieselben hawbtman, stat- 
halter und regenten in der ku. Mt. lehenbucher 
in der cantzley einzuschreiben bevolhen. — 



Actum an montag nach dem heiligen auffart- 
tag anno domini etc. LXXXXVIHI. 
Lehenbuch, i^gj—1508, 18. 

5187 1499, Juli 10, — . 

Die in Nr. 5183 genannten Bürger von 
Brauau erhalten einen weiteren Urlaub jvegen 
des swcitzerhof und des Hauses in Wien. — 
an mitichen vor sand Margrethen tag anno 
domini LXXXXVIHI. 

Lehenbuchy 1^^7—1508, 19. 

5188 1499, August ly, — . 

König Maximilian L belehnt seinen Rat 
und phlcger zu Tirnstain Casparn von Rogen- 
dorlT mit dem von Wenusch von Eberstorlf 
und Veiten und Wolfganngen gebrudern von 
Eberstorff seinen vettern aufgesandten und 
ihm verkauften halben tail weinzehent zu 
Atterkrynn in dem phenningelt gelegen, da- 
entgegen der bischove zu Wienn auch hal- 
ben tail zehennt hat. — Geben am sambs- 
tag nach assumpcionis Marie anno domini etc. 
LXXXXVIIIF. 

Lehen buchf i^<^j - 1508, 21. 

5189 i499f August, 29, — . 

König Maximilian L gewährt Hansen 
Schirmer einen einjährigen Urlaub für die 
von Jhan von Dachaw gekauften Lehen und 
befiehlt ihm, während dieser Zeit die Lehen- 
briefe im Original oder glaub wird iger ab- 
schrift hawbtman stathaltern und regenntn 
zu Wienn vorzulegen. — Geben an phintz- 
tag nach Augustini anno domini 99. 

Lehenbuch, 1^9^ — 1508, 27. 

5190 ^499* November 14, Innsbruck. 

König Maximilian L befiehlt dem obri- 
sten hawbtman, stathaltern und regennten der 
niederösterreichischen Lande, so zu Wien sein, 
der Benigna Reykerstorfferin einen Lehenbrief 
auszustellen. — Geben zu Ynnspnigk am 
donnstag nach sand Martinstag anno domini 
etc. LXXXXIX. — Per regem per se. — 
Commissio domini regis propria. 

Lehenbuch, i^gy—j§oSy ^. 



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6191 1500, Jänner 10, — . 

Wolfgang Tobler burger zu Wienn hat 
des Viechtenstainer lehengüter von den herren 
als hawbtman, stathaltern und regenten be- 
gert, ime dieselben als einem erben zu ur- 
laubn. — Actum an freytag nach Erhardi 
anno domini im XV®. 

Lehenbuch y i^fgy — 'SOSy 3$. — i^pöy Juli 28 
war Apollonia weilent Andreen Viechtenstainer verlassen 
wittib mit ihrem Erbe :^wei Hüben zu Leopoltsberg und 
ain gut zu Friesenegk in Schawnberger gericht (Walheer 
Lehen) belehnt worden (Lehenbuch, i^py^i^oS, 282). 

5193 1500, August 5, — . 

König Maximilian L befiehlt dem Cristoffen 
von Liechtenstain von Nicolspurg seinem Rate 
und Landmarschall in Österreich^ den Spruch 
des hav^btman, Statthaltern und regenten zu 
Wienn in der Streitsache der holden zu Val- 
kenstain wider Veiten Funfkircher, Pfleger zu 
Valkenstein, durchzuführen. — Geben an 
mitichen nach sand Stefanstag invencionis 
anno domini etc. 

Lehenbuch, i^fgy—isoS, 4f8. 

5193 1500, Dezember 2, Wien. 

Christoph von Liechtenstain von Nicols- 
purg, landmarschall in Österreich, tauscht mit 
Lucia Trautmannstorferin, maisterin zu St. Ja- 
cob zu Wien, Güter; er gibt seinen Getreide- 
zehent zu Hasslbach, nämlich: ein ganzes 
Ichen, darauf Bernhard Gaph richter daselbs 
zu Hasslbach sitzet, dann den ganzen 
zehent, den Thoman Kreyer von einem 
ganzen lehen, Peter Pilleraugen von einem 
ganzen lehen, Valentin Eissenreich von einem 
halben lehen, Peter Wöber von einem halben 
lehen, Wolfgang Seyauss von einem ganzen 
lehen, Hanns Dorner von einem ganzen 
lehen, Erhard Bauer von einem ganzen lehen, 
Peter Sibenayr von einem halben lehen, 
Osswald Kronhoffer von einem halben lehen, 
Oswald Schwab von einem halben lehen, 
Hanns Welser von einem halben lehen, Ste- 
phan Hoffstetterin von einem halben lehen 
und drei Teile Zehent auf Michaeln Hatzen- 
dorfer ganzen lehen. Das Kloster zu St, Jakob 
gibt Holden zu Wülferstorff, als: Oswald Pock 



dient von einem halben lehen 7 Schilling pfening 
und von '/^ lehen 4 Schilling pfening, Christen 
Fröchel von einem '/^ lehen 9 Schilling pfe- 
ning, Benedict HafFner von einem halben lehen 
5 Schilling 2 pfenning und von einer öden 
hofstatt dargegen über 42 pfening, Niclas 
Hutter von einem feldlehen 3 Schilling pfe- 
ning, Bernhard Startzhauser von einem feldt- 
lehen 5 Schilling pfenning, Mattl Khollman 
von einem halben tagwerch wismats 16 pfe- 
ning, Glaussen daselbs zu Wülfenstorf von 
einem halben tagwerch wissmaths 16 pfening, 
Mörth Fleischhackher von einer hofstatt 
33 pfening, Wolfgang Rössler fleischhacker 
von einer hofstatt 32 pfening, Mert Wöber 
von einer hofstatt 32 pfening. — Besiegelt mit 
dem Siegel des Ausstellers und des Zacharias 
Steinberger beisitzer des landrechts in Öster- 
reich. — Geben zu Wienn an mittwoch nach 
St. Andreas des heiligen zwelfbotten tag. 
Vidimus. 

5194 1502, Juli 23, — . 

Pangratz Wolbekannt burger zu Prunn 
wird mit dem von Hans Poschendorfer bur- 
ger zu Wienn aufgesandten und ihm ver- 
kauften Weingarten, genant das klein wein- 
gertl gelegen bei Brunn in der Hewgassen 
belehnt. — Geben am sambstag nach sand 
Maria Magdalenen tag anno domini XV*^ und 
im änderten jare. 

Lehenbuch, 1497— 1508, 58^. 

5195 1503, September 4, — . 

Heinrich Arnnolt wird mit den von 
Hans Fenawer bürger zu Wienn als gerhab 
Sebastian, Efemien, Elenen und Margarethen 
weilent Thoman Stewffenberger kinder und 
Barbara des yecz genanten Stewffenberger 
gelassen wittib, der genannten geswistert 
mutter aufgesandten und ihm verkauften 
Lehen, einem Hofe zu Velm nebst Wiesen, 
Äckern, Baumgarten, drei Weingärten, einem 
Fischwasser, einer Mühle auf dem Kalten- 
gang und einer Au belehnt. — Geben am 
montag vor unser lieben frawentag der ge- 
burde anno domini XV und im dritten jare. 

Lehenbuch, 14^7 — 1508, 7/'. 



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5196 1504, Mai 3i, — . 

Wentzla von Winden wird mit seinem 
väterlichen Erbe, darunter das urfar zu Stadlaw 
auch mit seiner zugehörung belehnt. — Ge- 
ben am freytag vor dem sonntag trinitatis. 

Lehenbuch, i^gy —i§o8, y8. 

5197 ^504, November 2, — . 

Johann abt zum Schotten zu Wienn wird 
mit folgenden kaufweis an sein gotzhaus ge- 
kommenen Stücken belehnt: Der Hof mitsambt 
dem turn darin und aller seiner zugehörung zu 
Stamestorf gelegen; jährlichen dinst von be- 
hausten gütern zu Stemestorf 16 Pfund 
22 Pfennig; jährlichen dinst von veldlehen 
daselbst 18 Schilling 75 Pfennig; auf dreyen 
setz Weingarten vorm valthor daselbst den 
weinzehent und 12 Ffennig Grunddienst; 
dinst von weingerten im kirichperg andert- 
halben und zweintzig phennig; dinst in Wein- 
gärten in Gruschen 18 ffennig; auf wein- 
gartsetzen vorm dorff 5p ffennig i Helbling 
Grunddienst; den vorzehent und zwen phen- 
nig im Grutschen von i3 Viertel Weingärten ; 
von 7 Viertel Weingärten in der Gartleytten 
den weinzehent und von jedem viertail 4 ffen- 
nig Grunddienst; dinslweicz zu Stemestorff 
80 Metzen Weizen und 8 Metzen körn und 
achthalben und vierzig metzen dinsthabern; 
70^ Is Metzen vogthabern; pan und gericht 
auf ganntzen hof mitsambt den pharrhof 
daselbst; 7 Schilling Pfennig Grunddienst 
auf weingerten am Pusenberg und daselbst- 
umb gelegen und den weinzehent an dem- 
selben perg des gegenteil die von Schotten 
vorhaben; ^fs Getreidezehent, die andern tail 
haben die frawen zu sand Jacob zu Wienn 
und der pharrer von Lewbendorf; in jedem 
veld den vorzehent; in Strebleinstorffer veld 
auf 6^/2 Joch Acker i3 Pfennig und von 
ainer setz 2 Pfennig Grunddienst; ain holtz 
in der Gartleytten mitsambt den grund; ain 
leytten holtz an der praitten mitsambt den 
grund, so sy von Georigen Sweinpeckhen 
kaufft haben; drey phundt mynner acht 
phening ewigs gelts, die man alle jar dient, 
2 Pfund 6 Schilling ffennig an sand Michels- 
tag, 52 Pfennig zu vaschang für huener, die 
da liegen auf egkern zu Stemestorf im obern 



pruch und bey der hayd und auf dem Ganser- 
veld und im Gern und hinder der kirichen in 
dem Nidernfeld von Leopolten von Wehing 
herrürend; die gerechtigkait des ambts, der 
leut, gult und gütter, so er zu Stemestorf 
gehabt hat, ... so weilent Georig von Ror 
dem obbestimbten gotshaus zu den Schotten 
verkauft hat. — Geben an sambstag aller 
Seelen tag nach Cristi unnsers lieben Herren 
gepurde XV'' und vierden jaren. 
Lehenbuch, i^py - 1^08, 80, 

5198 1505, Jänner 11, — . 

Christof Rawscher n^ird belehnt a) mit 
zwei herrenlüss holtz gelegen in der aw ge- 
nant der pratter gegen alten Tunaw über, 
b) mit dem Zehent zu Stadlaw und einer 
öden hofmark daselbs zu Stadlaw, darauf 
etwan ain gepawtter hof gewesen ist mit- 
sambt den vischwassern, awcn und andern 
zugehörungen, ... so sein erb sein. — Ge- 
ben an sambstag nach sand Erharts tag. — 

Lehenbuch, 752^ — /52p, 83. 

5199 1505t Mai 24, Köln. 

Der convent prediger Ordens zu Wien 
erhält die Erlaubnis, jährlich für 6 fl. rhein, 
Salz aus dem Salzamte zu Gmunden zoll- und 
mautfrei einzuführen als Ersatz für jenes 
Quantum Haller Salz, welches der genannte 
Konvent vom Salzburger Erzbischof hatte und 
das aus merklichen Ursachen, dieweil uns 
und unseren Österreichischen erblanden sol- 
ches pösen eingang bracht und zu nachtail 
gereicht hat, einzuführen verboten wurde. — 
Commissio domini regis. 
Vidimus. 

5300 i505f Juli 7, — . 

Wolfgang Kallenperger, landesfürstlicher 
Pfleger zu Kallenperg, wird mit den nach dem 
Aussterben der Missingdorfer heimgefalle- 
nen Lehen bestehend in dem Hause zu 
Steinaprunn, Höfen, Weingärten, Wiesen, 
Gärten, Zehenten zu Praittenwaidach, Ciain 
Wetzleinstorf, auf der Smida in Klauben- 
dorfer pharr gelegen, zu Praitensee, Camer- 
reut, Gundorf in Eggen burger gericht gelegen, 
zu Eberstorf an der Taya, zu Peygarten, zu 



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Holfannt, zu Ressing, zu Freindorf, zu Paum- 
garten und zu Freindorf das gericht auf den- 
selben leutten inner haus, das den tod nicht 
beruert; Zehente zu Leitzersdorf, zu Zisters- 
dorf, zu Steinestorf, zu Lewtzenbrunn be- 
lehnt — Geben an montag nach sand Ul- 
reichstag. 

Lehenbuchj i^gy — iso8, p2. 

5201 1506, Mai 11, — . 

Christof Meminger wird mit den von ihm 
erkauften Lehen belehnt darunter ain mül- 
hof gelegen zu Kagran, mit denen ihn auch 
Kaiser Friedrich IIL belehnt hat — Geben an 
montag nach dem suntag Cantate. 

Lehenbuch j i^gy — J508y 105. — Der Lehen- 
brief aus der Zeit Kaiser Friedrichs IIL findet sich 
nicht vor. 

6303 1506, Juni //, — . 

Leonharten Schober wird für sich und 
seine Brüder mit den von Wolfgang Kallen- 
perger unserm phleger zu Kallenperg und vorst- 
meister in Österreich und Wolfgang Hohen- 
lewter unsern secretari auf gesandten und ihnen 
verkauften Zehentim Etzkerstorffer und Ganser 
feld bei ... Chornewnburg gelegen belehnt, 
— Geben an mittichen nach sannd Veitstag. 

Lehenbuchf i^j — ißOSb^ lOf. 

5203 1507, April 3o, — . 

Sigmund von Rogendorf als der ältere 
wird für sich selbs und als lehentrager Wil- 
halmen unsers rats. Wolfgangen und Geor- 
gen seiner gebruder von Rogendorf mit den 
von ihrem Vater ererbten Lehen^ die von den 
von Walsee und Potendorf an Kaiser Fried- 
rich IIL gefallen waren^ belehnt, darunter 
ein Hof zu Herrenalls, 21 Pfund Pfennig 
Geldes auf behaustem gut und Weingarten und 
das kirichlehen daselbs; das Kriechenholtz 
dabey gelegen; halben weinzehent undetwonn 
getraid zehennt daselbs; ain haus mit dem 
weyr und garten auch daselbst gelegen; iren 
tail weinzehent bei Wienn in dem mittern 
tal, in dem Fahental, in dem Weichseltal, 
in der Johannsbewt, in dem Gespött und 
hinder Metzleinstorf in der Langengassen an 
dem Metzleinsperg, an dem Griess oberhalb 



der von Wienn spital, auf zwölf Hofstätten 
in dem aigen Symonig, an der Praitenaich 
und an depn nidern aigen gelegen mit iren 
zugehörungen; wein und traidzehent zu 
Pestorff mit seinen zugehörungen; ainen 
halben tail weinzehent zu Atterkrynn in dem 
phenniggelt gelegen, da entgegen der bischof 
zu Wienn auch halben tail zehent hat. — 
Geben an freitag nach dem suntag Jubilate. 
Lehenbuchf i^py — isoS, 11^. 

5204 150S, Mai 5, Wien. 

Ursula, Hannsen Khefer burger zu Wienn 
nachgelassene wittib, stiftet zum Seelenheile 
ihres Gatten, ihrer selbst und ihrer beiden 
Vorfahren und Nachkommen in sanct Mi- 
chaels Pfarrkirchen zwei Wochenmessen, eine 
alle Freitag auf dem Dreifaltigkeitsaltar, die 
andere alle Samstag auf dem Allerheiligen- 
altar zu lesen^ mit 200 Pfund Pfennig auf 
ihrem Hause am alten Khollmarkt; Lehen- 
herr dieser Messen soll der jeweilige Kirch- 
meister von St. Michael sein. — Besiegelt mit 
den Siegeln i. Hannsen Syess ainer der Ver- 
weser des rats, 2. Pangraczen Rembrater und 
3. Hainrichen Frankhen burger zu Wienn 
insigeln. — Geben zu Wienn am freytag vor 
dem suntag Misericordia Domini. 

Vidimus. 

5305 1509, Mai ly, — . 

Heinrich Horstet zu Kadau und Elisa- 
beth weilend des edln Christoph Inprucker 
ehelich tochter sein hausfrau übergeben zu 
ihrem, ihrer Vorfahren und ihrer Nachkommen 
Seelenheil dem St. Lorenzen gotteshaus am 
alten fleischmarkt zu Wienn nachfolgende 
Güter als freies Eigen; gült und guter zu 
Sebs mitsamt dem drittel zehent daselbst; 
die guter zu Grassau; Zettlitz das dorf mit 
aller seiner zugehörung an den hof so gegen 
Drosendorf gehört; die gült und guter zu 
Raistorf, wie dieselben in einem besigelten 
Urbarregister, so sie hiemit überantworten 
nach der läng klärlichen begriffen sein. Doch 
behalten sie sich den lebenslänglichen Nutz- 
genuß vor. — Besiegelt mit dem Siegel i. des 
Heinrich Florstet; 2. an Stelle seiner Haus- 
frau mit dem ihres Sohnes; 3. Hans Krachen- 



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berger zu Michsnitz; 4, des Sigmund Hager 
ritter und 5. des Michael Aunberger zu Rein- 
prechtspoUan. — Geben am pfingstag gotts- 
auffahrstag. 
Vidimus. 

5306 1509» . 

ApoUonia des Anthonien freyherrn zu 
Yfan eelichen Hausfrau und Barbara baid 
swestern von Winnden werden mit dem durch 
den kinderlosen Tod ihres Bruders erledigten 
Lehen belehnt (Nr. S196). 

Lehenbuchf 1521—152^^ 121. 

5207 iSiOy April 5, Wien. 

Leonhard Pidmonstorffer ainer des rats 
der stat Wienn und kirchmaister sand Michels 
pharrkirchen daselbst bekennt, es habe Ga- 
briel Rankh pfarrer in der burger spital vor 
Kernertor und Hans Unverdorben der Oler 
mitburger zu Wienn als Testamentsexekutoren 
des Hannsen Gürtner des briester etwann be- 
neficiat zu sand Michel daselbst zu Wienn 
zu einem Jahrtage für Gürtner übergeben 
i3o Pfund Pfennig und alle seine Bücher, 
welch letztere stets bei der Kirche St. Michael 
zu bleiben haben. Pidmonstorffer erklärt nun 
für sich und seine Amtsnachfolger in Gegen- 
wart der beiden Stadträte Stefan Een und 
Hannsen Graven, des Pfarrers von St. Michael 
Hannsen Beyster und des Zechmeisters der 
Gottsleichnamszeche Hannsen Straubinger, 
diesen Jahrtag zu feiern, dem Pfarrer zu 
St. Michael i Pfund 2 Schilling, den dreyen 
gesellen im pfarrhof jedem 4 Schilling 15 Pfen- 
nig, dem Schulmeister 6 Schilling 20 Pfennig, 
dem succentor 60 Pfennig und ebensoviel dem 
guster sowie dem Meßner j^ Pfennig zu geben. 
— Besiegelt mit der obbestimmten sand 
Michels pharrkirchen anhangenden insigl und 
mit dem des Ausstellers. — Geben zu Wienn 
am freitag nach sand Ambrosientag. 

Vidimus. 

5308 151 1, Februar i, — . 

Christof Rueber wird mit dem von Larenz 
Sawer, der kais. Majestät rat und vitztumb 
in Österreich unnder der Enns, und Wolf- 
gang Kaltnperger vorstmeister daselbst und 



phleger zum Kallenperg aufgesandten und 
ihm verkauften Zehente bei Ennzing umb 
Bürmla belehnt. — Geben an samstag am 
abend unser lieben frawen liechtmeß. 
Lehenbuchy 1511— 15 ig, 10. 

5309 [Vor 1512]. 

Johann von Trautmanstorff stiftet zwei 
Weingärten zu Enntzesdorf ainer genannt 
die Prunnsetz und der ander Schonawer in 
das predigercloster zu Wienn zu einer ewigen 
mess. 

Lehenbuch, 752^—7529, 72p'. 

5310 1512, Oktober 28, Wien. 

Georg Jordan zu Weidingsau obrister 
münzmeister, Verwalter der münz zu Nieder- 
österreich, Steyer, Kärnten und Krain und 
burger zu Wienn, bekennt, er habe mit Ein- 
willigung seiner beiden Söhne Leopold Jor- 
dan der sieben freien künste meister und 
Hannsen Jordan der geschrifte halber meister 
und mit Zuziehung des Dietrichen Kauer 
provincial minister der mindern brüder sant 
Franciscen orden in Osterreich, der heiligen 
Schrift doctor, sowie mit Wissen und Willen 
des Conrad Lorcher guardian des heiligen 
creuz gottshaus minder brÜder ordens zu 
Wienn und des ganzen convents daselbs in 
sant Joannes capell in ihren creuzgang zu 
seinem, seiner Vorfahren und Nachkommen 
Seelenheil eine tägliche Messe, in jeder 
Quatemberwoche ein Seelenamt, am 10. Mai 
einen Jahrtag, alle samstag auch alle unser 
frauen abend durch drei oder vier junge brü- 
der ires Ordens in obgedachter capelln ein 
Salve regina mit versicl und coUecten gestiftet; 
femer hat er oder seine Erben das Recht, im 
Sagrer des Klosters einen almar zu bauen, 
darin kleinod, ornat und zierung für die 
Stiftung zu verwahren; will er oder einer 
seiner Erben zu bequeml icher zeit eine Messe 
haben, ist der Konvent verpflichtet^ sie zu 
lesen gegen einen böhmischen Groschen, der 
24 eines rheinischen gülden werth seyn; 
wird ein lobamt mit der orgel begert, hat 
der Konvent es zu singen gegen 3 böhmische 
Groschen ; der Stifter und seine Erben haben das 
Recht die Johanneskapelle, darin er (Stifter), 



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8i 



seine Begräbnisstätte erwählt hat, mit Tafeln, 
Steinen, Wappen, Gemälden oder anderer 
Zierde auszuschmücken; was an ornat, meß- 
gewand, kleinod, silberne oder goldene oder 
andere löbliche zierung zur Johanneskapelle 
von ihm und seinen Nachkommen gegeben 
wird, hat dabei zu verbleiben; dafür widmet 
er zu dem Kloster: i^l2 Joch Weingarten, 
genannt der Straussdorfer gelegen zu Höflein 
in den Reuttern zunächst weiland Hannsen 
Kötzler zu Stockerau Weingarten an einen 
rain, davon man dient dem Stifte Klosterneu- 
bürg I ^J2 Eimer Wein und 3 Pfennig darauf 
in lesen zu bergrecht und 4^! 2 Wiener Pfen- 
nig; 16 Joch Acker, der zehen die Scheiben 
genannt und gelegen an dem Wienerberge, 
stossen mit dem obern rain an der burger 
spital zu Wienn auch Stephan Een und des 
Rauscher acker und die andern sechs joch 
auch an Wienerberge zwischen desselben spitals 
und des bemelten Rauscher acker gelegen und 
stossen mit dem obern ort an die ehgemelte 
Scheiben und mit dem andern ort auf den 
weg, als man gen Meidling fahrt; die 10 Joch 
dienen der sant Gilgen kirchen zu Gumpen- 
dorf 15 Wiener Pfennig, die 6 Joch eben- 
dahin 3p Wiener Pfennig. — Besiegelt mit 
dem Siegel des Ausstellers und Petern Tan- 
hauser beiderlei rechten doctor, Lucas Lam- 
prechtshauser Herzog Wilhelms in Bayrn 
rath und zollner zu Wasserburg. — zu 
Wien an St. Simon und Judas der heiligen 
zwölf potten tag. 

Viäimus. — Am gleichen Tage stellte Guardian 
Konrad Locher und der Konvent unter Zustimmung des 
Provin:{ials Dietrich Kauer den von Jordan verlangten 
Revers aus (Vidimus). — Lind in ^Berichte und Mit- 
teilungen des Altertums 'Vereines :{u Wien* 5, i^O (mit 
1513) und 22, p, Nr. 23. 

5311 15^3» September 5, — . 

Vincentz Rogkner, kais. Sekretär, wird 
als lehentrager weilend Bertlmeen Freysleben 
gelassen kinder mit dem Schlosse Liechten- 
stain und dem wasserrecht an der Tunaw in 
der Schefstraß zu Wienn, das man nennt das 
Larenpecheramt, belehnt. 

Lehenbuch, 151O—1518, 83. — Vgl. Bd. 2, 
Nr. i320. 

Rcgestcn zur Geschichte der Stadt Wien. V. 



6312 isi3, Oktober 27, Wien. 

Gorg Zechmaister zw Nidernsufring ge- 
sessen gibt seinem Grundherrn, dem Kloster 
Mauerbach, zu einem Jahrtage für sich, seine 
Vorfahren und Nachkommen einen Weingarten, 
des ein jeuch und gelegen ist daselbs zu 
Nidernsufring in dem Hornsperg mit ainem 
rayn zenagst seines jeuchweingarten genant der 
Würffl. — Besiegelt mit Hainrichen Vorsters 
und Wolfgangen Trewen beder burger und 
des rats der stat zu Wienn anhangunden in- 
sigilln. — Zeugen: Johannes Khatzhaimer 
und Sigmund Prauhinger bed mitburger zu 
Wienn. — zu Wienn an sand Symon und 
Judas abent der heiligen zwelffpoten. 

Orig., Perg. (21 X ^5, Falte 6). Siegelfrag' 
mente an Presset. 

5313 151 3, November 28, Wien. 

Maister Thaman Wiener thumbherr aller- 
heiligen thumbkirchen zu sand Steffan zu 
Wienn und Wernhard Tennk rats burger 
daselbs zu Wienn stiften als Testaments- 
exekutoren des Wolfgangen Fuchsperger für 
dessen Seelenheil a) drei wöchentliche Messen 
in der St. Michaels Pfarrkirche auf sand 
Kathrein altar in der capelln daselbst mit 
14 Pfund Pf ennig Burgrecht, die mit 280 Pfund 
Pfennig abzulösen sind und jetzt auf des Ste- 
fan Schlachynweit burger zu Wienn haus 
genannt im langen . keller gegen dem hueb- 
haus über liegen; b) einen Jahrtag an des 
heiligen creutz tag der erfindung mit 5 Pfund 
Pfennig, ebenfalls auf dem Hause des 
Schlachyntweit gelegen. Sie verpflichten den 
Kirchmeister von St. Michael Sebastian Salz- 
beckh ratsbürger und seine Amtsnachfolger^ 
für die Einhaltung der Stiftung zu sorgen. 
— Besiegelt mit Hannsen Suess und Wolf- 
gangen Treu baider des rats burger zu Wienn 
anhangunden insigl. — Geben zu Wienn an 
montag nach sand Kathreintag. 

Vidimus. 

5314 I5i4y April 10, Wien. 

Blasi Lazarin burger zu Wien stiftet 
auf den St, Barbaraaltar der Katharinen- 
kapelle im gottshaus zu den mündern brüder 



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82 



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ZU den heiligen creuz zu Wienn ein täg- 
liches Amt zu seinem, seiner verstorbenen 
Frauen Katharina und Apollonia Seelenheil 
und bestimmt dazu a) jene 20 Pfund Pfen- 
nig, die der spitlmeister zu Villach ainen 
guardian daselbst zu den mündern brüdern 
jährlich von den geld zu Nürnberg laut Stift- 
brief geben soll; der Guardian von Villach hat 
diese Summe an den in Wien abzuführen, 
das Minoritenkloster in Villach erhält dafür 
41 Pfund Pfennig von weinmost zu Rot- 
tein; b) So Pfund Pfennig Gülte, die auch der 
spitlmaister zu Villach ainen guardian hie zu 
Wienn von den gelt zu Niernberg aus den 
3oo fl. rhein. laut Stiftbrief geben soll, — 
Besiegelt mit dem Siegel i. des Ausstellers, 
2. des Hanns Kuchler und 5. des Hans Suess 
beede burger und des rats zu Wienn, 4. des 
HannsStuelpacher röm. kais. Maj. beisitzer des 
ungelts im huebhaus zu Wienn, 5. Andre 
Meichsner auch burger daselbs zu Wienn. 
— Geben zu Wienn am montag nechst nach 
den sontag Palmarum. 
Vidimus. 

5315 15179 September 12, Wien. 

Bernhard brobst, Cristof dechant und 
der ganz convent sand Dorotheen gotzhaus 
zu Wienn bekennen, es habe ihnen maister 
Johannes Hegkmann licentiat der heiligen 
geschrift und tumbherr sand Stefanstumb- 
kirchen zu Wienn alle seine Bücher vermacht, 
wofür sie aus Dankbarkeit seinen Namen in 
ihr todtenbuch, das wir in latein morti- 
logium nennen, zu ewiger gedechtnus ein- 
schreiben und im zu dem erstn, sibentn und 
dreissigsten mit vigili und seelamt begeen 
auch an seinem Todestag einen Jahrtag 
feiern werden. Superintendent dieser Stiftung 
ist Georg Swenitzer, Domherr zu St. Stephan, 
und nach seinem Tode maisterin und convent 
zu sand Jeronimo hie zu Wien. — Siegler 
Propst und Konvent. 

Vidimus. 

5216 151S, Juli 27, Wien. 

Georg Formoser briester Wiener bis- 
tumbs, beneficiat bei sand Michels pharr- 
kirchen zu Wienn, stiftet zu seinem Seelen- 



heile einen Jahrtag zu Georgi und übergibt 
dazu dem Kirchmeister Pauln Seh wartzn hofer 
60 Pfund Ff ennig, die im Burgfrieden von Wien 
auf Gülten anzulegen sind; von dem Einkommen 
erhält der Kustos 36 Pfennig, der Meßner 
12 Pfennig. — Besiegelt mit Andreen Meichs- 
ner des rats der Stadt Wienn und Ulreichen 
Widmann burger daselbs anhangunden in- 
sigln. — Geben und beschehen zu Wienn 
an eritag nach sand Jacobstag im snit. 
Vidimus. 

5317 1518, August 23, Wien. 

Ulrich Storch, röm. kays. Maj. verweser 
zu Awssee bekennt, 100 Pfund Pfennig, die 
auf Burgrecht im Burgfrieden von Wien so 
anzulegen sind, daß sie 5 Pfund jährlich 
tragen, der bruderschaft unsers lieben herrn 
frohnleichnam, so zu St. Michaels pfarrkirchen 
hier zu Wien aufgerichtet und gehalten wird, 
übergeben zu haben, damit sie alle freitag 
nach dem hochamt das Tenebre in bemeldter 
kirche singen, dazu wie gewöhnlich läuten 
lasse und davon einem jeden kirchenmaister 
St. Michaels pfarrkirchen alle jähr 3 pfund 
pfennig gebe; auch einen jahrtag hat sie 
zu unterhalten, der ungefähr 10 Schilling 
pfennig kosten soll; was von den 5 Pfund 
erübrigt wird, gehört der genannten Bruder- 
schaft. — Besiegelt mit dem Siegel des Stif- 
ters und dem des Wernharden Tennkh bur- 
ger zu Wien. — Gegeben zu Wien an 
montag St. Bartholomäi abent des heiligen 
zwelfpoten. 

Kopie. 

5318 151S, ~ — , — . 

Johann Schnaitpeck wird mit 6 Ff und 
Gülten auf behausten Gütern und Überländ 
zu Kagran zwischen Gross-Entzesdorff und 
Elpeltaw belehnt, die er von Wolfgangen 
Grafenwerder gekauft hat. 

Randbemerkung im Lehenbuch ^ 752/ — 152^ p§'. 

5319 1519, November u, Mailberg. 
Hincko Popel von Lobkowicz . . . comen- 

dator der styfft zw Maylperg des heyligen 
Orden sand Johanns von Jerusalem vertauscht 
zwei Wiesen mit Zustimmung deren Grund- 



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herren des . . . Johannsen Störll . . . pharrer 

zu Laa und des . . . Christophen Dengler 

doctor und officiall des pystumb Passaw in 

Ostereich. — Siegler: Der Aussteller und 

der Konvent zw Meylperg. — ... zw Mayl- 

perg am tag des heyligen sand Merten. 

Orig., Perg. (32 X 45'5> ^^'^^ ^'^)' ^^^S^^ ^^ 
gefallen. 

5330 /5/p, August ig, — . 
Burgrechtbrief des Wolfgang Stainperger. 

— zu Wienn am freitag nach unser lieben 
frawen himelfart tag. 
Erwähnt in Nr. 5222. 

5331 1520, Mai i3, Wien. 

Simon Peyrer, Andre Thuermirnit, Hanns 
Weginger, Christoph Brandstetter die zech- 
meisterund die gantz bruderschaft unser lieben 
frauen der bekenknecht gemein zu Wienn 
bekennen, von Ulreich Gering, Veit Wagner 
und Fritz Mayr mitburgern zu Wienn und 
geschäftherren der Barbara des Jörgen Ryeder 
raitburger daselbs zu Wienn wittib 10 Pfund 
Pfennig und ^/^ Weingarten genannt in den 
hangunden Lüssen vor Bernhardiner thor 
gelegen, erhalten zu haben, damit sie zum 
Seelenheile der Stifterin und ihrer Vorfahren 
einen Jahrtag in St. Michaels pfarrkirchen 
hier zu Wienn mit zweyen schulern am 
Sonntag nach Bartholomäus in der Kapelle 
der Zeche auf dem St. Annaaltar halten und 
nach dem Seelenamte zum Grabe der Stifterin 
beim St. Sebastianialtar gehen. — Besiegelt 
mit dem Siegel der Zeche. — Geben zu 
Wienn am sonntag nächst vor Ascensionis 
Domini. 

Vidimus. 

5333 1520, September /, Wien. 

Leonhart Heypeckh, burger zu Wien, 
bekennt, es habe Gabriel Swartzl, et wo pfar- 
rer zu Ernnsprunn auf dem Marchfeld in 
Österreich, in seinem Testamente vom p. Mai 
1514 ihn neben anndern zu seinen testa- 
mentarien und volziehern seins geschäft für- 
genomen, besonders hinsichtlich seiner Stif- 
tungen zur Kirche in Ernnsprunn; ... so 
aber ander . . . mittestamentarii vor aufrich- 
tung solcher stift mitlerzeit auch mit tod 



abgangen seien, so errichtet er (Heypeckh) 
die Stiftung und legt die dafür bestimmten 
200 Pfund Pfennig um 10 Pfund Pfennig 
jerlichs burgkrecht gelts auf der behausung 
hie zu Wienn in der Munerserstraß zunagst dem 
gaslein als man hinen auf den Camerhof geet 
zu der rechten selten gelegen, von dem ersamen 
weisen herrn Wolfgangen Stainperiger dietzeit 
ainer des rats der Stadt Wienn erkauft, an, 
wie des gemelten Stainperigers burgkrecht- 
brief, der mit der stat Wienn anhangundem 
grundt insigil und des gedachten Wolfgang 
Stainpergers anhangunden insigil verfertigt, 
auch inhalten thuet; (Nr. 5220) ... und darauf 
hab ich obgedachter Leonhart Hewpekh als 
testamentarius . . . Gabrielen Swartzls in seinem 
namen und von seinen wegen in craft seins 
vorberurten testaments auch mit wissen gunst 
und willen des . . . Christophen Tenngier 
doctor und des bistumbs zu Passaw unnder 
der Enns official als ordinari auch des . . . 
Johannsen Sterl chorherrn zu sand Stephan 
zu Wien und dertzeit kirichherr der phar zu 
Ernsprunn und der . . . zechmeistern oder 
zechleut und gemaine daselbs zu Ernsprunn 
. . . diese Stiftung errichtet. — Besiegelt mit dem 
Siegel des Ausstellers und des Johanns Sterl 
als derzeit kirichher der pharr zu Ernsprunn. 

Orig.y Perg. (^i X 73, Falte 6$). Siegel i ab- 
gefallen, Siegel 2 vgl. Fig. 10. 

533S 1520, Dezember 27, Wien. 

Hans Angrer mitburger zu Wienn stiftet 
am Totenbette zu seinem Seelenheile zwei 
wöchentliche Messen in sand Michelspharr- 
kirchen auf sand Catharina altar und über- 
gibt den Kirchmeister Pauln Swartznhover 
200 fl. rhein. all guet und gerecht in 
goldtschlag und wage, die im Burgfrieden 
von Wien auf eine jährliche Gült von 10 fl. 
oder für jeden Gulden 8 Schilling anzulegen 
sind; Lehenherr der Messen ist der jeweilige 
Kirchmeister zu St. Michael; der erste Kaplan 
der Messen ist Hans Neubirth. — Besiegelt 
mit den Siegeln des Wilhalm abbt zu dem 
heiligen Kreuz und Bernharden propst zu 
sand Dorothe. — zu Wienn ... an sand 
Johannstag in den weihnachtfeiertagen. 

Vidimus. 

II* 



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84 



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5334 1521, März 5, Wien. 

Georg Ernpeckh von Harras stiftet für 
sich und seine Gemahlin Ursula Schalln- 
bergerin in sand Michels pharrkirchen zu 
Wienn ainen ewigen jartag . . . mit dem 
schulmaister und dem chorgesang der schuler 
und darunder 15 gesprochene seelmessen 
und übergibt dazu dem Kirchmeister Pauln 
Swarzenhofer 100 Pfund Pfennig, die er im 
Burgfrieden zu ^^js Pf und Gült anlegen soll. — 
Besiegelt mit dem Siegel des Ausstellers und 
mit des Friederich von Piesch ainer des rats 
der stat zu Wien. — Geben zu Wienn am 
erichtag nach dem suntag oculi in der heili- 
gen vastn. 

Vidimus. 

5335 1521, August 25, Graz. 
Jeronimus Hamerl unser gegenschreiber 

unsers vitzthumbsambtes in Österreich under 
der Enns wird mit seinem väterlichen Erbe 
belehnt, nämlich: mit zwen herrn lüssholtz, 
gelegen in der aw genannt der Pratter 
gegen altenaw über; den teil zehents zu 
Stadlaw grossen und kleinen zu dorf und 
zu veld; ein öd hofmarch daselbs zu Stadlaw, 
darauf etwo ain gepauter hof gewesen ist 
mit sambt den vischwassern, awn und andern 
zugehörungn, desgleichen das urfar und die 
klain Stiftung zu Stadlaw und an der Scheff- 
strass zu Wienn, sowie es seinem Vater 
Wolfgangen Hamerl um seiner Verdienste 
willen Kaiser Maximilian verliehen hatte. 
Lehenbuch, 1^21—152^ 40. 

5336 1521, Oktober 2, Graz. 
Erzherzog Ferdinand bewilligt Bartlmeen 

Freysleben und Katharina seiner hausfrawen 
gelassen erben einen einjährigen Urlaub. 
Lehenbuch, 752/— 152^, ^\ 

5337 1521, Oktober 16, Graz. 
Erzherzog Ferdinand belehnt Wilhalm 

Freiherrn von Rogendorf und Mollenburg, 
seinen Rat, als den älteren für sich und seine 
Brüder Wolfgangen und Jörgen mit ihrem 
väterlichen Erbe (Nr. 5208). 

Lehenbuchy 1521 — 152^ 0. — Im Lehenbriefe 
von 1551, Dezember 5 (Lehenbuch, 1552 — 156^ 150) 
werden die Lehen bei Wien nicht erwähnt. 



5338 1522, Juni p, Wien. 

Johann Snaittpekh herr zu Schönkirchen 
wird mit 6 Pfund Gülten auf behausten Gütern 
und Überländ zu Kagran belehnt. 

Lehenbuchy 1521 — 752^ ^. 

5339 1522, August 14, (Wiener-) Neustadt. 
Erzherzog Ferdinand belehnt den Doktor 

Johann Cuspinian seinen rat und anwald des 
statrats zu Wienn mit ainen hof mit namen 
sand Ulrichs hof bei Wien gelegen, wann der 
durich ain übergab von weilend Ulrichen 
Putschn seinen sweher an in komen und 
vormals von . . . kaiser Carolen auch ver- 
üben worden were, sonderlich für und zu 
ergetzlichait seiner dienste, so er weilend . . . 
Maximilian . . . getan, darumb sein Mt. ime 
auf ain künftig fellig lehen ungeverlich tawsent 
gülden rheinisch werd schriftlich zuesagen 
getan hat. 

Lehenbuchy i§2i—i524, 120' . 

5330 iS^^f August i5, — . 

Gabriel SalsimancsL Erzherzog Ferdinands 
Rat, obrister Sekretär und Schatzmeiter, Fe- 
lician Potschacher und Marx Treitzsawrwein 
Erzherzog Ferdinands Sekretär und Pfleger zu 
Stuxenstain, beide des Erzherzogs Räte, wer- 
den nach dem kinderlosen Tode der Schwestern 
von Wynnden mit deren Lehen belehnt, dar- 
unter das Urfahr zu Stadelaw samt Zugehör. 

Lehenbuchy 1521—152^ I2J. 

5331 1522, August IS, {Wiener-) Neustadt. 
Erzherzog Ferdinand belehnt Hannsen 

Tetzgern unsern burger zu Wienn mit dem 
lawbenrecht dasselbs wie annder unser bur- 
ger, so daselb lawbenrecht von unsern vor- 
faren fürsten von Osterreich in erlaubnus 
brauchen und üben. 

Lehenbuch, 7527 — 752^ 722. 

5333 1522, August 24, — . 

Christof Meminger wird neuerdings mit 
den Nr. s^oi genannten Lehen belehnt. 

Lehenbuchy 1521 — 1524, 126. 

5333 1522, September 28, Wiener-Neustadt. 

Erzherzog Ferdinand macht dem con- 

vent zu sannd Maria Magdalena vor Schot- 



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tenthor zu Wienn die 3 Pfund Pfennig Gülten 
auf neun Lehen zu Ottenthai und den kleinen 
und großen Zehent daselbst, das alles landes- 
fürstliches Lehen ist, zu freiem Eigen mit 
der Bestimmung, daß diese Gült und Zehent 
wieder zu Lehen zu nehmen sind, wenn sie 
von dem Kloster verkauft würden, 
Lehenbuch, i$2i—i§2^ i3i'. 

5234 1522, September 27, Neustadt, 
Weilennd Bertlmeen Freysleben und 

Katherina seiner hawsfrawen gelassen erben 
erhalten einen einjährigen Urlaub für alle 
ihre landesfürstlichen Lehen. 
Lehenbuch, 1521—152^ 182'. 

5235 1522, Dezember 14, — , 

Abt und Konvent zum Schotten zu Wienn 
erhalten für den sitz genannt Stamesdorf 
einen einjährigen Urlaub, 

Lehenbuch, 1521—152^, 150'. 

5236 J523, Jänner 26, Wien. 

Das Regiment der niederösterreichischen 
Lande bestätigt dem prior und convent sand 
Augustin Ordens zu Wienn die ihnen von 
Herzog Albrecht V. aus dem landesfürstlichen 
Ungelt zu Wien verschriebenen 4 Ff und Pfen- 
nig, wie auch Kaiser Friedrich IIL und Maxi- 
milian L die gab bestätigt haben. 

Orig., Perg. (26-2 X 47, Falte 8-5). Siegel ab- 
gerissen. — Vgl. Nr. 4p32. 

5237 1523, September 12, — . 

Vitzentz Rokhner landschreiber in Öster- 
reich unter der Enns erhält als Lehenträger 
weilent Bertlme Freysleben gelassen erben 
einen Urlaub auf ein Jahr. 

Lehenbuchf 1521 — 152^^, 184'. 

5238 1523, Oktober 24, —. 

Marx Treitzsaurwein unser rat und Ver- 
weser unser niederösterreichischen kantzley 
und pfleger zum Suchssnstain hat einen Lehen- 
brief von Kaiser Maximilian L vorgebracht 
des Inhalts, daß ihm um seiner getrewn dienst 
der Kaiser seiner Mt. garten, der zu Wienn 
hindter dem heiligen Geist und in derselben 
vorstat innerhalb der stat zawn in dem winkhl 
ligt und an der statt zawn stosst und derselben 



zeit nichts darauf erpawte, sondern nur ein 
plosser grundt und wismad gewesen, ver- 
liehen hat mit der Erlaubnis, diesen Garten 
als ein lehen seiner hawsfrawen zu vermachen. 
Dieser Lehenbrief Kaiser Maximilians I. wird 
nun erneuert. 

Lehenbuch, 1521 — 1524, ipo. — Der Lehenbrief 
Kaiser Maximilians L findet sich nicht eingetragen. 

5239 i5^4y August 12, Wien. 
Erzherzog Ferdinand erläßt ein Mandat, 

wonach verswigen und vermant Lehen, die 
innerhalb der nächsten zwei Jahre nicht an- 
gezeigt werden, verfallen sind. 
Lehenbuch, 1521—152^ 266 

5240 1524, September i3, — . 
Vincenntzen Rokhner, lanndtschreiber in 

Österreich undter der Enns als lehentrager 
weilent Bartolomeen Freysleben gelassen er- 
ben wird ein einjähriger Urlaub bewilligt. 
Lehenbuch, 1521—1524, 250'. 

5241 1524, Oktober 3, Wien. 

Wolf gang von Eberstorf wird als der 
Ältere mit dem obrist chamerambt in Öster- 
reich belehnt. 

Lehenbuch, 1521—152^ 256. 

5242 1524, November 4, Wien. 

Wolf gang von Eberstorf der Ältere wird 
für sich und seine Vettern Wolfgang den 
Jüngeren, Sigmund und Reimprecht von 
Eberstorf belehnt mit: a) werd und visch- 
waid und allem geiaid von allerlai wild und 
gflügl in der Thunaw und auf den grund- 
ten, die sich mindern oder mern; b) dem 
Dorfe Pettendorf und dem ganzen gericht 
daselbs über den tod und sunst gefuerste 
freyung; c) den Gütern zu Wolfpaissing und 
dem ganzen gericht daselbs über den tod und 
sonnst; d) der vischwaid zu Eberstorff; e) dem 
Zehent auf 24 Halblehen zu Eslarn;/j Ge- 
treidezehent zu Eberstorff ausgenommen den 
zehennt in Sebarner veld und in den kraut- 
gerten; g) der gefürsten freyung daselbs zu 
Eberstorff über erber sach als verr der von 
Eberstorff gemerk daselbs geen; h) dem dorf 
zum Albrecht, da die vischer sitzen mit dem 
dorf Ruetzendorf und dem todgericht in dem 



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dorff Eberstarf und darumb als verr der 
burkfridt und gefuerste freyung des sloss 
Eberstorff gelangt, die kunig Albrecht . . . 
Hannsen von Eberstorff und sein erben ge- 
ben hat; i) Gülten und Marchfurter, und zwar: 
Hanns Gugrel dient von seinem hof 6 Schil- 
ling Pfennig; Steffi Mullner von seiner mül 
undter dem Aichperg ^fs Pfund Pfennig; und 
das holtz bei Hederstorff an dem Hedreins- 
perg mitsambt den grünt, als das mit marchen 
umbfangen ist; darnach das marchfueter: Mert 
von Letschen i3 Metzen Hafer; Hanns im 
Puchpach i3 Metzen Hafer; Ulrich Maurroch 
an der Sunleuten lö^f^ Metzen Hafer; Cri- 
stan aus dem obern Dachspach i3 Metzen 
Hafer; Michel im nidern Dachspach 1 3 Metzen 
Hafer; StefFan im obern Guntzespach 26 Metzen 
Hafer; Weber von Mitterfeld 5 Metzen Hafer; 
Jorig Krepp von Mitterfeld / Metzen Hafer; 
zway tail wein und getraidzehendt großer 
und klainer zu veld und zu dorf zu Frein- 
gaw, Pergarn und Mairhofen in Melker und 
zu Metzlenstorff pharr gelegen; ain drittail 
wein und getraidtzehent zu Stammerstorff 
großer und klainer zu veld und zu dorf und 
ain vorzehent daselbs weins und getraids; 
auf aim hof daselbs 3o Pfennig, den Caspar 
Matseber innhat und die davon dient; Hann- 
sen des Ladendorfer tail wein und getraidt- 
zehent zu Haderstortf bei Waltherskirchen; 
das landtgericht mit stock und galgen, so 
aus dem landtgericht zu Peckstal komen ist; 
halber weinzehent und getraidtzehent zu 
Metzleinstorff, Freingaw, Pergarn und Mair- 
hoffen großer und klainer zu veld und zu 
dorf; kj dem Schlosse Arberg nebst dem ge- 
richt, stock und galgen auch dem wegrecht 
und andern sachen und zugehörungen; l) zu 
Syffring i^ ff und Pfennig Gülten; m) dem 
Dorfe Gaislbrechts mit aller seiner zuegehö- 
rung; zu Naperstorff auf des abts zum Kot- 
weig guet 2 Pfund Pfennig; zu Vischamindt 
ain werdt genant der Seglgrunt mit visch- 
waid und vogelgejaidt; zu Geresten halben 
tail zehents; zu dem Gormans und zu Egkhn- 
dorf etlich nutz und gült; zu Vischesstal auf 
behaustem guet und überlenndt 3 Pfund 
14 Pfennig; das haus zu Wienn in der Prei- 
denstraß zunächst dem pharrhof gelegen; zu 



Obern Sulltz halber weinzehent und getraidt- 
zehent großer und klainer; daselbst auf be- 
haustem guet 6 Schilling und 22^12 Pfennig] 
zu Nidern Sulltz auf behaustem guet zway 
phunt minus sechs phening; n) dem Schlosse 
Prellenkirchen, das Kaiser Maximilian L We- 
nuschen von Eberstorff als Weiherlehen ver- 
liehen hat; die hernach benannten güeter seind 
verkauft: der weinzehent zu Atterkhrin in 
der Phenninggelt gelegen, da entgegen der 
brobst zu sand Stefan zu Wienn halben tail 
hat; zu Herrnalls ain hof mit 21 Ffundgtlts 
auf behaustem guet und weingartn und das 
kirchlehen daselbs; das kirchenholz dabei 
gelegen; halber weinzehent und etwan vil 
traidzehent daselbs; ain haus mit dem weyer 
und gartn auch daselbs gelegen ; das dorf zu 
Kadoltz mit aller seiner zuegehörung; zu 
Reinprechtspolan / Pfund Pfennig auf be- 
haustem guet; alles das, so Lasslaw der 
Hering Plastawden, zu Schenstraß und zu 
Gerestorf gehabt hat; zu Didorfstatt, zu Ebm- 
feld mit irer zugehorung; zwei Hüben und 
zwei Hofstätten zu Hoffern ; ain guet auf dem 
Vogl; ain guet in dem Werd; ain guet an dem 
Damasperg; ain guet auf der obern Purgs- 
leuten und ain guet in der mittern Purgs- 
leutten; ain guet am Rosenperg; ain guet am 
Pawsserperg; ain guet am Kitzperg; ain guet 
auf der Hinteröd genannt und ain holtz in 
Kirchdorfer pharr gelegen; Michelhausen mit 
seiner zuegehörung; zu Lewtznstorff 32^ fs 
Pf und Pf ennig aui bcheiustem guet; ain zehent 
zu Reintal unser lehenschaft, so von dem von 
Maidburg an uns komen ist. 
Lehenbuch f i$2i — 752^, 2^8. 

5343 1525, September 6, Wien. 

Vincenntzen Rokhner landtschreiber in 
Osterreich unndter der Enns als lehentrager 
weilent Bartholomeen Freysleben gelassen 
erben wird ein einjähriger Urlaub bewilligt, 

Lehenbuchy i^2^—i§2p, §3. 

6344 1S2S, Oktober 18, Wien. 

Abbt und convent zun Schotn zu Wien 
wird ein einjähriger Urlaub wegen des sitz 
genannt Stamestorff bewilligt. 

Lehenbuchf T§2^ — r^2p, 5^. 



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5345 1526, September 12, Wien, 

Hanns Memminger nnrd für sich selbst 
und als lehentrager Maximilian seines bru- 
dern unter anderem belehnt mit einem mül- 
hof gelegen zu Kagran. 

Lehenbuch, 1525— 152g, JO^'. 

5346 1526, Oktober 10, Wien. 
Vincentzen Rokhner lanndtschreiber in 

Österreich undter der Enns als lehentrager 
weilent Bartlmeen Freisleben gelassen erben 
wird ein weiterer einjähriger Urlaub bewilligt. 
Lehenbuch, 752^ — /52p, 106. 

5247 1526, November 15, Wien. 

Abbt und convent zun Schotten zu Wienn 
wird ein weiterer einjähriger Urlaub wegen 
des sitz genannt Stamestorff bewilligt. 

Lehenbuch, 152^—152^, 11 1. 

5348 1526, Dezember 20, Wien. 

Jörg Khiembseer, eynnember general und 
vitzthumb in Osterreich unnder der Enns, 
wird mit dem durch den Tod der Margrethen 
Wisingerin heimgefallenen Sweintzerhof under 
dem Wiennerperg und dem Hause in der 
Stadt Wienn in der Praydenstraß zwischen 
Mareinzellerhof und Hannsen Schiltl haus 
gelegen, womit zuerst er und Niclas Raben- 
haupt von Suche, hofcammer secretaren und 
phleger zu Wechsenberg belehnt waren, allein 
belehnt, nachdem Rabenhaupt seinen Anteil 
zugunsten Jörgen Khiembseer auf gesandt hat. 

Lehenbuch, 1525—152^, 116. 

5349 1527^ Jänner ij, Wien. 

Andreas Ericius, den man nennt Schwar- 
dalath, wird mit dem Sweitzerhof under dem 
Wiennerperg und dem Hause in der Stadt 
Wienn in der Preydenstraß zwischen Marein- 
zellerhof und Hannsen Schiltl haus gelegen, 
die ihm Jörg Khiembseer verkauft hat, be- 
lehnt. 

Lehenbuch, i §25— 152^, 128. 

5350 1527, März 21, Wien. 

Lassla von Ratmannstorf gab zu erken- 
nen, wie Kaiser Maximilian weilent Blasien 
Hölltzl und wie weillent Hannsen Gradners 



und Ludwig seines sons, der letzten des namen 
Gradner, derselben Gradner lehengüter im 
lannd Österreich unnder der Enns gelegen . . . 
nemblichen ain hof und das dorf zu Etzkhes- 
torff mit ihrer zugehörung und das gericht 
daselbs, die gült und gütter zu Laintz, Lies- 
sing und Speising mitsambt allen zehenten, 
pergrechten und iren zugehörungen, das dorif 
zu Mollesdorf mitsambt den gericht auf der 
Straßen und in dem dorf daselbs zu MoUes- 
torff alles mit irer zugehörung und ain wisen 
genant die Tamphwisen bey Laintz gelegen, 
verliehen hat; Blasi Höltzl hat seinen halben 
Teil an diesen Gütern an ihn (Radmannsdorf) 
verkauft, so daß er jetzt mit dem Gesamt- 
besitz belehnt wird. 

Lehenbuch, 1524.-152^, I2y. — Vgl. Xr. ^g02, 

5351 152JJ März 3i, Wien. 

Die niederösterreichische Regierung be- 
fiehlt, da in kurzer zeit aus Unordnung vil 
greiften und new weingartsätz gemacht und 
noch täglichen machen, deshalben dann durch 
dieselben weinzierl und ledigen hawerknecht 
die lön auf das bögst gepracht auch dadurch 
Bürgern und inwonner allt und guet Wein- 
garten in Verödung gelegt, darzue die agkher 
und waid, daran den armen zu irer narung 
nit wenig gelegen, in große mynderung 
khumben, dem Bürgermeister, Richter und 
Rat der Stadt Wien entsprechend der neuen 
Weingartenordnung darauf zu sehen, das hin- 
füran umb die stat Wienn umbzeraitten als 
weit das statgericht alda reicht und von 
obrigkhait wegen zu greiffen hat, khain wein- 
zierl oder hawer khain grefften noch new 
weingart sätz mache bei Strafe von i Pfund 
Pfennig für jede Grefte oder der entsprechenden 
Leibesstrafe; neu angelegte Wdngärten sind 
auszurotten; Weingärten, die noch nicht län- 
ger als ein Jahr angelegt sind, sind bei Ver- 
meidung einer Strafe von 50 Pfund Pfennig 
oder ainer merklichen leibstraff ze stundan 
auszurotten. 
Patent. 

5353 1527, April 30y Wien. 

David von Trautmansdorf wird als der 
ältere für sich und Seyfriden, Bernhardten, 



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Erenreichen und Lienharten von Trautmans- 
torff seiner gebrueder mit mehreren Lehen in 
Österreich unter der Enns belehnt, darunter: 
ein Weingarten bey Pawngarten bey Wienn 
enhalb des walds genannt der Schreiber; ein 
Weingarten zu sannd Veit genannt Maissen- 
puegl, zwei Weingarten am Hagkhenperg 
stossend auf das sloÖ Hagking. 
Lehenbuch, 152^ —152g, 12p, 

5253 1527, Dezember 12, Wien, 

Abbt und convent zun Schotten zu Wienn 
erhalten einen weiteren einjährigen Urlaub 
zum Empfange der Belehnung mit dem sitz 
genannt Stamestorff. 

Lehenbuch, 152^ — 152p, 158'. 

5354 1528, März 24j Wien. 

König Ferdinand L verordnet, da die 
verfüerlichen verdambten leeren, secten und 
opinionen je lennger je mer einwurtzeln und 
überhandt nemen wellen, in den niederöster- 
reichischen Landen ain gemaine Visitation 
und inquisition zu halten. 

Patent. — Codex Austriacus, /, 6^5. 

5355 1528, Mai 20, Wien. 

Sigmund von Eberstorf wird als der 
ältere anstatt sein selbst und seines Bruders 
Reinprechten von Eberstorf mit dem Kammer- 
amt und den in AV. 52-^2 unter a) bis n) ge- 
nannten Lehen belehnt. 

Lehenbuch, 1524 — iS^9t ^^4- 

5356 1528, August 21, Wien. 
Vincentzen Rogkner lanndschreiber in 

Österreich under der Enns als lehentrager 
Bertlmeen Freysleben gelassen erben wird 
Urlaub auf ein weiteres Jahr bewilligt. 
Lehenbuch, 152^ — 1529, ij3'. 

5357 1528^ Oktober 25, Wien. 

König Ferdinand I. an die niederöster- 
reichische Regierung, daß er Hansen Hof- 
mann zum Gruenpüchl, seinen Schatzmeister 
general und haubtman zu der Newstat mit 
den Lehen belehnt habe, die durch den Tod 
des Wilhalmb Zoller ledig worden. 

Lehenbuch, 152^ — 1529, 188. — Vom gleichen 
Tage ist auch der Lehenbrief datiert; die Lehen sind 
in Österreich ob der Enns gelegen. 



5358 1528, November ij, Wien. 

Abbt und convent zu den Schotten zu 
Wien erhalten einen Urlaub auf ein weiteres 
Jahr wegen des sitz genannt Stamesdorf. 

Lehenbuch, 152^^ 152g, 182. 

5359 1528, November 3o, Wien. 

König Ferdinands L erklärung, volzie- 
hung und newe fürsehung der landesfürst- 
liehen Lehen. 

Lehenbuch, 152^— 152g, 215. 

5360 152g, August 10, Wien. 

Sebastian Rigl doctor wird mit dem von 
; Conraden Hindtperger aufgesandten und ihm 
verkauften öden hof zu Pidermannstorff mit 
I 3o Joch Äckern in dreien velden daselbs ge- 
legen und 3o Joch Äcker zu Krottendorf, 
ainer setz Weingarten hindern dorf und zwei 
Tagwerk Wiesen bei Laxenburg belehnt. 
Lehenbuch, i^2^ — i§2g, 2/3. 

5361 152p, August ig, Wien. 

Vincentz Rogkhner, Landschreiber in 
Österreich unter der Enns, erhält als lehen- 
trager weilent Bertlmeen Freisleben gelassen 
erben einen weiteren einjährigen Urlaub. 

Lehenbuch, 152^— 152g, 2i3. 

5363 152p, September 2, Wien. 

Barbara weilent Marxen Treitzsaurwein 
gelassen wittib erhält zum Empfange der Be- 
I lehnung mit dem dorf Kunigsbrunn und den 
, garten ausserhalb der Stadt Wienn beim hei- 
ligen geist gelegen einen einjährigen Urlaub. 
Lehenbuch, 152^— 152g, 21 §. 

5363 /52p, Dezember 12, Wien. 

Joachim Marschalh Rat König Ferdi- 
nands I. und cammerprocurator der nieder- 
österreichischen Lande wird aufsein Ansuchen, 
diweil er aber under seinen brieflichen Ur- 
kunden nicht befinden konnte, ob die bemel- 
ten gueter freis eigen oder lehen weren, dar- 
durch er bey (!) sorg truege dieselben möchten 
landesfürstliche Lehen sein, belehnt mi^'ainem 
drittail aus 55 emer weins pergkrecht auf 
18 jeuchen und ainem vierttail ains jeuch 
Weingarten gelegen am Neuperg und Neu- 
perglein zwischen Praittensee und Penntzing 



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außerhalb Wienn und den dritten tail an 
phenningdienstes auf jedem jeuch derselben 
Weingarten sechs phennig gelts, so man das 
voitrecht nennt; zwai holtzer ains genannt 
das Hollertal gelegen am Kallenperg, das 
andere gelegen bei Gaden, ferner Gülten bei 
AUait, darunter 2 Joch Äcker im Schachen, 
des Khienberger hofäcker, so Wolfgang zu 
Meidling innenhat. 

Lehenbuch f i§2p — 1§38, i. 

5364 Js3o, Mai 18, Wien. 

Sebastian Spießhamer burger zu Wienn 
wird als der ältere für sich und seinen Bru- 
der Niclasen Spießhamer mit ainem hof na- 
mens sand Ulrichs hof bei der stat Wienn 
gelegen, den sie von ihrem Vater Johann 
Cuspinian (Nr. 522g) ererbt haben, belehnt. 

Lehenbuch, i§2p—i§38, i3'. 

5365 1530, August 26, Wien. 

Vicentzen Rogkhner, Landschreiber in 
Österreich unter der Enns, wird als Lehen- 
träger weilent Bertlmeen Freisleben gelassen 
erben ein weiterer einjähriger Urlaub be- 
willigt. 

Lehenbuch f i^2p—i§38, 21. 

5366 1530, September 23j Wien. 
Barbara weilent Marxen Treutzsaurwein 

Witwe erhält einen weiteren einjährigen Urlaub. 
Lehenbuch, 152^ — 1538, 23. 

5367 1531, März 26, Wien. 

Hanns Christof von Rappach weilent 
Hannsen Rappach gelassener eelicher son 
wird mit seinem väterlichen Erbe belehnt als: 
vierten tail getraidtzehent, den vierten tail 
viechzehent und den weinzehent in der eben 
zu Symoning; zu Swechant in unser frauen- 
veld den vierten tail getraidzehent; zu Gletarn 
vierten tail getraidzehent und den viechzehent; 
zu Lannzendorf auf vier lehen; zu Egstorf 
vierten tail getraidzehent, vierten tail wein- 
zehent in der eben, und der viechzehent da- 
selbst; zum Altmannstorf vierten tail getraid- 
zehent, vierten tail weinzehent und viertail 
viechzehent; den vierten tail weinzehent zu 
Wienn in den Weingarttn, die gelegen sein | 

Regesten zur Geschichte der Stadt Wien. V, 



in den zwayen ambten in der Ottakrynn und 
in dem Krautweg und vierten tail ^getraid- 
zehent; ain krautzehent halben gelegen zu 
Erdburg bey der Thunaw genant in Güssen; 
die halbe vischwaid zu Aychaw und fünf 
Metzen Vogthafer; Gülten zu Schadwienn, 
Klammer pHarr. 

Lehenbuch, 152p— 1^38, 36. — Vgl. Nr. $330. 

5368 1531, September i^, Wien. 
Vicenntz Rogkhner, Landschreiber in 

Österreich unter der Enns, erhält als Lehen- 
träger weilent Bartlmeen Freislebens gelassne 
erben einen weiteren einjährigen Urlaub. 
Lehenbuch, i§2g—i§38, ^. 

5369 1532, Februar ij, Wien. 

Die niederösterreichische Regierung ver- 
ordnet zur Abwendung von Krieg, Teuerung, 
Sterben und anderen Übeln, die nur deshalb 
Gott verhängt haben mag, da an vil orten 
gottes lob und eere gefallen und dargegen 
vill laster und großes übel als mit füllerey, 
gotslesterung und dergleichen überhand ge- 
nomen, darzu die heyligen sacramenten und 
gotsdienst enteeret und in vergessen gesteh 
und unerhört auch unzallpar ketzereien ent- 
standen, daß die ^otägigen Fasten mit christ- 
licher andacht, fasten, peiten und andern 
guten werckhen geleicher gestalt wie von 
unsern vorfodern und gemainer christenhait 
nach Ordnung christenlicher kirchen von alters- 
heer bis auf uns beschehen noch gehalten und 
sonderlich, das in allen pharren procession, 
Station und gemaine gebet umb ainen ge- 
mainen friden . , . furgenomen werden. Da 
ettliche laichtfertige leutt an verbotenen Tagen 
Fleisch essen^ so sind diese entsprechend den 
ausgegangenen Generalmandaten zu bestrafen 
und bei Hof anzuzeigen; da femer an einigen 
Orten manche jar und tag und villeicht noch 
lenger weder gebeichtet noch kommuniziert 
haben, so sind in allen Pfarren auch in den 
clostern darinnen man peicht zu hören pfligt 
alle Personen, die zur österlichen Zeit beichten 
und kommunizieren, in ordentliche register 
mit iren namen und zunamen zu verzeichnen; 
auch die, welche nicht beichten und kommu- 
nizieren sind aufzuschreiben; beide Register 



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sind nach Hof oder an den canzler und re- 
genten Her n.-ö. lande etwa 14 Tage nach 
Ostern zu senden. 

Patent. — Erwähnt Codex Austriacus, 2, uß 
mit Februar 7. 

5270 1532, Mai 11, Wien. 

Barbara weilent Marxen Treutzsauerwein 
gelassen wittib erhält einen weiteren einjäh- 
rigen Urlaub. 

Lehenbuch, i §2^—1 §38, 7^'. 

5871 1532, Juni I, Wien. 

Barbara geborne Haiin, Witwe des Wolf- 
gangen Volkhra zu Steinaprunn ritter . . . 
khuniglicher maiestat ratt und obrister hof- 
marschalch, erklärt sich in ihrem Namen und 
in dem ihrer ungevogten kinder mit namen 
Joachim, Anndreen und Agabitn als dersel- 
ben voUmechtige vormundtin und gewalt- 
haberin mit Zustimmung der Testaments- 
exekutoren Leo von Schneckhenreit und Veit- 
ten von Entzestorff meines lieben sun, mit 
dem durch Vermittlung Marxen Beckh von 
Leopoldstorff ritter und doctor . . . kn. Maj. 
rat und vitzthumb in Österreich unnder der 
Enns gemäß der Relation kn. Maj. carstners 
hie zu Wienn Mathesen Harpfer zwischen ihr 
und Johann Sterl chorherrn des thumbstiffts 
zu sannd Stephan zu Wien und pharrer zu 
Ernspriinn getroffenen Vergleich über mehrere 
Gülten einverstanden. — Besiegelt mit dem 
Siegel des i. Leo von Schneckhenreit, 2. Marxen 
Beckh von Leopoldstorff ritter und 3. meinen 
sun Veitten von Entzesdorff. 

Orig., Perg. (50 X ^85, Falte 12). Alle drei 
Siegel abgefallen. 

6272 1533, Jänner 9, Wien. 

Vicentz Rogkhner, Landschreiber in Öster- 
reich unter der Enns, erhält als Lehenträger 
weilent Bertlmeen Freisleben gelassen erben 
einen einjährigen Urlaub. 

Lehenbuch, iß 2p ^i §38, 8^. 

5273 1533, Februar 14, —. 

Die niederösterreichische Regierung be- 
lehnt Conradt abt zun Schotten zu Wienn 



und N. den convent daselbst mit den in 
Nr. S^97 genannten Lehen. 
Lehenbuch, 152(^—1538, Äf 

5274 1533, März 25, Wien. 

König Ferdinand L an Statthalter, cantz- 
1er, regennten und cammerräte der nieder- 
österreichischen lande Lehen des Erasm 
Greisenegkh am Hausruck betreffend. 

Lehenbuch, 152^—1588, lOy. 

5275 1533, Mai i3, Wien. 

König Ferdinand L an die niederöster- 
reichische Regierung, daß er Helfridn von 
Megkhaw mehrere Lehen in Osterreich ob 
der Enns eignet. 

Lehenbuch, 152^—1588, JO4. 

5276 1533, Mai 22, Wien. 

König Ferdinand L an die niederöster- 
reichische regierung und cammerräte die durch 
den des Tod Andree Prukhner erledigten Lehen 
in Österreich ob der Enns Hannsen Hoff- 
mann unserm rate und secretarien zu ver- 
leihen. 

Lehenbuch, 152p — 1588, p^'. 

5277 1533, Mai 27, Wien. 

König Ferdinand L an die niederöster- 
reichische Regierung, die Lehen des verstor- 
benen Hanns Harrocher seiner Tochter Anna, 
Leonharden Sinzendorfers eeliche hausfrau, 
zu verleihen. 

Lehenbuch, 152^^1588, p3. — Vgl. Nr. 52yp. 

5278 1533, Mai 28, Wien. 

König Ferdinand L an die niederöster- 
reichische regierung und camerräte die durch 
den Tod des Sigmund Titenhaimer erledigten 
Lehen in Österreich ob der Enns an dessen Er- 
ben Paul Leonhard Tietenhaimer zu verleihen. 

Lehenbuch, 152^^1588, pf. 

5279 1533, Mai 3o, Wien. 

Anna, Lienhardten Sintzendorfers eeliche 
hausfrau, wird als einzige Tocf^ter und Erbin 
Hannsen Harrocher mit dem von ihrem Vater 
besessenen Lehen, obwohl sie Mannslehen 



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sind, mit Rücksicht auf die Verdienste des 
Hofkanzlers Leonhard Harrach belehnt^ dar- 
unter zu Utlass gegen Nussdorf über auf be- 
hausten gut 5 Pfund Pfennig Geldes sambt 
den dorfgericht daselbst und das urfarrecht 
und stegrecht auf der Thuenaw von dem 
kirchbach under Enntzesdorf bey dem Pisem- 
berg bis gegen der Birbisgstetten bei Tobling 
über und seine zuegehörung in sandt Jörgen 
pharr zu Khagran und Greitzenstainer land- 
gericht. 

Lehenbuch, 152^—1538, p3\ 

6280 1533, Juni 5, Wien. 

König Ferdinand L an die niederöster- 
reichische regierung und camerräte die Lehen 
des Andreen Adler zu Gurniz vitztumb in 
Kärnten dessen tochtermann Hannsen Tynn- 
ser zu verleihen, 

Lehenbuch, 152^—1538, p<?'. 

5381 1533, Juli 15, Wien. 

König Ferdinand L an die niederöster- 
reichiche regierung und camerräte, dem Wil- 
halm von Zelking unserm rat und haubtmann 
zu Hainburg ein Fischwasser zu Ebreichs- 
dorf zu verleihen. 

Lehenbuch, i§28'^i£3p, JOp\ 

5383 is33, Juli 15, Wien. 

König Ferdinand I. an die niederöster- 
reichische regierung und camerräte, dem Carln 
Haydn das underschenkenambt in Osterreich 
under der Enns zu verleihen. 

Lehenbuch, i£2p—i§38, ii3\ 

6383 1533, Juli 24, Wien. 

Jörg Freisleben wird als der Ältere für 
sich und Cristoffen Freisleben, seinen Bruder, 
mit dem von ihrem Vater Barthlmeen Freys- 
leben ererbten wasserrecht in unser statt 
Wienn bei der Thuenaw in der Scheffstrass, 
das man nennt Larenpecherambt mitsambt 
aller freihält, gerechtigkait, nutzung und gul- 
ten, wie die von alter darzue gebraucht wor- 
den sein, belehnt mit der Begünstigung, es 
auf die älteste eheliche Tochter zu ver- 
erben. 



Lehenbuch, i£2p—i§38, iiO\ — In dem Lehen- 
briefe i$33, Juli 23, Wien, betreffend das i§2p durch 
den grausamen veindt der Christenheit den türken ver- 
prennt, verderbt und in Verwüstung kumen . . . sloss 
Liechtenstain, heißt es von Cristoffen Freysleben, daß er 
in Turgkhey geföert worden. — Vgl. Bd. 2, Nr. i3o3, 
i3af, i3ip und i320. 

5384 1533, Juli 24, Wien. 

König Ferdinand L an stathalter, cantzler, 
regennten und camerräte der niederösterreichi- 
schen Lande dem Wolfgangen Pernstorfer die 
veste Lymburg zu verleihen. 

Lehenbuch, 152^-^1588, ij6'. 

5385 1533, Juli 26, Wien. 

König Ferdinand I. an die niederöster- 
reichische regierung und camerräte, dem Wil- 
halm von Rogendorf wein und traidzehent 
zu Gennsterndorf zu verleihen.^ 

Lehenbuch, 152^^1588, iif. 

5386 1533, Juli 28, Wien. 

König Ferdinand I. an Statthalter, canntz- 
1er, regenten und cammerräte der niederöster- 
reichischen lande, daß er dem Marchsen 
Beckhen von Leopoldstorff, vitzthumb in 
Osterreich unnder der Enns, das Dorf Mol- 
lersdorf eignet. 

Lehenbuch, i§2p — 1538, J0^\ 

5387 is33, September 4, Wien. 

König Ferdinand I. an die Räte der 
niederösterreichischen Regierung und Kammer^ 
mit dem durch Christoffen von Goldgeb er- 
ledigten halben Hof zu Wolfpaissing bei 
Hausleiten seinen kuchenschreiber Bertlmeen 
Haunolt zu belehnen. 

Lehenbuch, 152^—1538, I2p\ 

5388 1533, September 10, Wien. 

König Ferdinand I. an die niederöster- 
reichische regierung und camerräte, dem Jo- 
hann Ferenberger unseren rat, obristen secre- 
tarii und vitzthumb in Österreich ob der Enns, 
Vorchdorf in Österreich ob der Enns zu 
verleihen. 

Lehenbuch, 152^—1588, 128'. 

12» 



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6389 1533, Oktober //, Wien. 

König Ferdinand L an die niederöster- 
reichische Regierung, Conradt abbt und der 
convent zun Schotten zu Wienn haben um 
die befreiung der Lehenschaft des thurns zu 
Stamesdorf mit Zugehör gebeten, mit dem 
Erbieten^ dagegen zwei Kirchenlehen als 
nemblicb zu sandt Peter und Rueprecht 
alhie zu Wienn, davon wir zwen caplan 
zimblich wol versehen mugen, zu übergeben; 
die Regierung soll den entsprechenden Frei- 
brief ausfertigen und darin erwähnen, daß 
das gotzhaus den oftvermelten thurn zu Sta- 
mestorf mit seiner zugehörung außer mit 
landesfürstlicher Bewilligung in ewig zeit nit 
verkhauf. 

Lehenbuch, isSp—i^^ö, 222. 

5390 1533^ November 20, Wien. 

König Ferdinand I. an die niederöster- 
reichische Regierung und Kammerräte, daß 
er dem Eustachi Stodolickh die Feste Wald- 
reichs eignet. 

Lehenbuchy 152^—1538, 182'. 

5391 1534, Jänner 15, Wien. 

Hanns Fünfkircher perkauft dem Petrus 
Schreinperger guardian und convent der my- 
nor brueder closter zu Lach . . . mit bewilli- 
gung des . . . Sigmundtn Gärtner, diezeit 
custos und guardian zu den mynor bruedern 
zu Wienn Gülten zu Drasnhofen, Steineprunn, 
Patzmannstorff, Gauwitz. — Besiegelt vom 
Aussteller und seinem Schwager Asm von 
der Hayd. 

Orig., Perg. (38 -j X 59' 5^ ^^^'« ^9)- ^^^g^^ ^ ^^ 
gefalleriy Siegel 2 Fragment. 

5393 1534, Juni 10, Prag. 

König Ferdinand I. den verordneten 
reten der niederösterreichischen raitkammer, 
der Helena weillent Danielen Swardelatten 
gelassen wittib die von ihr, ihrem hauswirt und 
seinem Bruder Hanns Andreen Swardelaten 
gegen Schuldschein geliehenen 800 fl. ungar. 
auf den Sweitzerhof unnderm Wiennerperg 
und auf dem Hause in Wien, die beide lan- 
desfürstliche Lehen sind, sicherzustellen und 



zu erforschen, ob die Swardelat nicht andere 
Besitzungen in den österreichischen Landen 
haben, damit auf diese die Schuld sicher- 
gestellt werde. 

Lehenbuch, 152p— j §38, 146. — Die Sicherstel* 
lung wurde am So. Juli i§34 ausgefertigt; Daniel Swar- 
delat war durch Straßenräuber ermordet worden (ebenda 
/. 146'). 

5393 1534, Juli 8, Wien. 

Barbara weillent Marxen Treitzsaurwein 
gelassen wittib erhält Wolfhartn Strein zu 
Schwartzenau iren aiden zu ainem lehen- 
trager und wird mit einem Garten außerhalb der 
Stadt Wien, den ihr Gatte auch zu Lehen hatte 
und den er ihr testamentarisch hinterlassen 
hat, belehnt. 

Lehenbuch, i §2(^—1538, 14p. 

5394 1534, November 4, Wien. 

König Ferdinand L an Niclasen Raben- 
haupt niedrösterreichischen canntzler, er 
habe Wilhalmen Putschen die vest Hakhing 
verliehen laut zweier im darüber in unser 
hofcamern-canzlei verfertigten Lehenbriefe, 
die er (Rabenhaupt) als niederösterreichi- 
scher cantzler unterschreiben und registrieren 
lassen soll. 

Lehenbuch, i§2p-'i§38, ip2. 

5395 i535f Apnl 7, Wien. 

König Ferdinand L an die niederöster- 
reichische regierung wegen Zehenten zu ahn 
Waidhofen. 

Lehenbuch, 152^-^1538, ijp'. 

5396 1535, Juni 22, Wien. 

Matheus Harpher landesfürstlicher cast- 
ner zu Wienn sendet anstat und als lehen- 
trager Hedwigen seiner hausfrauen 4 Pfund 
Gülten in Hag bei Lempach auf die sie 
Blasien Notlisch verkauft haben. 

Lehenbuch, 152^^1588, i83'. 

5397 1535, August 25, Wien. 

Wilhalm Putsch königl. rat und secretari 
wird in Anerkennung seiner Verdienste mit 
der vessten Hackhing auf der Wienn gelegen. 



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SO vormals des erzherzogthumbs* Österreich 
lehenschaft gewesen, durch Kaiser Maximilian 
weilenndt Niclasen Prundler als ein felliges 
lehen verlihen worden und von demselben 
widerumb an sein majestat gewachsn und 
seider heer von seiner majestat und uns durch 
unsere phleger als unnser aigenthumb inn- 
gehabt worden ist, mit allen irer zuegehorung 
von newen widerumb zu lehen gemacht und 
auf sun und tochtern zu lehen, belehnt Fer- 
ner wird ihln zu ergetzlichait des paugelts, 
dieweil bemelte vessten vor sechs jarn durch 
die turggen ausgeprennt worden und bisher 
öd und ungedeckt gestanden ist und das er 
sich mit unserm gewesnen phleger zu Hackhing 
Sebastian Kiembseer seiner phlegsverschrei- 
bung halben guetlichen oder rechtlichen ver- 
tragen soll, weiter die gnad gethan, wann 
seine leibserben und stamen manns- und 
Weibspersonen . . • gar abgeen, das dann dits 
lehen auf seiner swestern kindern und der- 
selben erben fallen soll, 

Lehenbuch, i§2p—is38, ip2. 

5298 1536, März 2p, — . 

Joachim Marschalh erhält einen neuen 
Lehenbrief, da mehrere in den Lehenbrief 
vom 12. Dezember 152g (Nr. 5268) aufge- 
nommene Lehen von den Grafen von Mort- 
fort ausgehen, 

Lehenbuch, 152^-^1538, 215'. 

5399 1536, Juli 10, Wien. 

Die niederösterreichische Kammer be- 
kennt, es haben die Herzoge Albrecht und 
Otto zu ihrem Seelenheile den mindern brü- 
dern zu dem heiligen creuz alhier 3o Pfund 
Pfennig auf dem urfar oberhalb der Stadt 
Stein zu zweien häusern daselbst gestiftet; 
letztere sind aber zur notturft der brücken 
eingezogen worden und dem Konvent dafür 
aus der Maut in Stein wöchentlich i Pfund 
Pfennig bezahlt worden. Da der Konvent 
für solche Gült um eine anzal gottszal salz 
gebeten hat, werden ihm aus den landesfürst- 
lichen salzsieden zu Gmunden jährlich 40 Fu- 
der Salz verabfolgt und die mautfreie Ein- 
fuhr gestattet. 

Vtdimus. 



5300 1536, August 3, Wien. 

Christoff Entzianer wird mit dem in 
Nr. 5260 genannten öden Hofe zu Pider- 
mannsdorf samt Zugehör belehnt, der durch 
Rigls Erben nicht nach Ordnung und lehens- 
art emphangen, halber tail widerumben haim- 
gefallen und ledig worden ist, während die 
zweite Hälfte im Gnadenwege Diego de 
Scheraua, unserer edlknaben hofmaister, er- 
halten hat; die Erben nach Dr. Rigl, näm- 
lich Sebastian Schrantz, ober stadtcamerer zu 
Wienn, doctor Johann Entzianer und Wolf- 
gang Magerl • burger daselbs haben ihre ge- 
rechtigkait des halben tail an Entzianers Sohn 
Cristof übertragen, der Scherauas Anteil ent- 
sprechend der Schätzung um 32 Pfund Pfen- 
nig ablöste. 

Lehenbuch, 152^^1538, 244. 

6301 xs36, September 7 (Wien). 

Wolfgangen Trew, römischer khünig- 
licher maiestat etc. . . . rate und burgermai- 
ster zu Wien, Paulsen Pernfüs statrichter und 
dem stat rate daselbst, ist fürkhomen und 
befunden, das durch die brtider sand Oswalds 
bruederschafiEt daselbst zu Wienn, benenntlich 
durch öeler, greysler, wildpräter, gänsler, härin- 
ger, hüenerayrer, khässtecher und schmältz- 
1er, der fürkbauff so weit und gros erwachsen, 
auch die phenwerd der massen erstaigert 
sein, das weder reich noch arm khainerlay 
zymlich oder gleich phenwerd bey inen er- 
langen khonnden, und so dann solches wey- 
ter zu gedulden gannz beschwärlich und khains 
wegs lennger zu gestatten sein wil, ist darvon 
geratslagt und mit vorwissen und bewilligen 
hochernennten kü. Mai. hochloblichen stat- 
halter, cantzler, regenten und camerräten der 
niederösterreichischen lande beslossen, dass es 
hierin nun füran gehalten werden sol, wie her- 
nachvolgt: a) burger, so khain anndern handl 
oder hanndwerch treiben und sich des öel- 
werchs oder greysslerey gebrauchen wellen 
auch mit der bruederschafft sand Oswalds 
nach vermög irer Ordnung darumb vergleicht 
sein, sollen füran weder wildprät, geflügl, 
hüener, ayr, khäss, schmaltz, milchräem, ha- 
ring, stochvisch, plateissen, aln noch annder 



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dergleichen waar oder gattung fayl haben, 
sonnder die oeler alain was den ölhanndl 
und die greyssler allain was den greissler 
hanndl betrifft, wie von alter herkhomen, in 
iren aigen oder bestandläden, der jeder nur 
ainen haben sol, fayl haben und verkhaufTen 
bei verlierung der phenwerd, wie inen dann 
von burgermaister, richter und rate zu jeder 
zeyt Ordnung und mass gegeben wird; b) der 
wildpräter, gänsler und häringer sollen füran 
nit mer sein als sechtzehner, und ir jedem 
so darzue teuglich das recht von burger- 
mayster, richter und rate verlihen und ver- 
khaufft werden umb zehen phund phenning, 
also das der wildpräter, gänsler und härin- 
ger handlung nur für ain hanndtierung ge- 
halten und dieselben nichts anders noch an 
andern ennden als an dem Hohenmarckht 
jeder auff ainen tisch fail haben und ver- 
khauffen als wildprät, geflügl, gens, äenndten 
aufgeschroten spensau, plateyssen, stochvisch, 
häring, alln und dergleichen gesaltzen waar 
bey verlierung der phennwert, doch alles mit 
Ordnung und mass so inen von burgermaister, 
richter und rate zu jeder zeyt gegeben wirdet; 

c) und wann ir aines eheliche hausfrau ver- 
wittibt wirdet, so soll und mag sy sich in 
irem witibstanndt jetzermeltes rechten wievor 
gebrauchen, wann sy sich aber weyter ausser 
angezaigter bruederschafft verheyrat und be- 
ruftes rechten lennger gebrauchen wolte, so 
sol irem hauswirt so ferr es ermelte anzall 
nit verhindert das recht umb fünff phund 
phenning von gemainer statt vergünt werden; 

d) der hüenerayrer, khässtecher und schmältzler 
sollen füran nit mer sein als vierundzwaintzig 
und ir jedem, so darzue teuglich, das recht 
vom burgermaister und rate verlihen und 
verkhaufft werden umb zehn phund phen- 
ning. es sol auch ir khainer fayl haben noch 
verkauffen ainicherlay gattung, damit die 
oeler, greysler, wildpretter, gänsler, häringer, 
wie vernomen hannttieren, bey verlierung der 
selben waar oder gattung ; e) damit auch menig- 
clich abnemen und erkhennen mög, ob er von 
ir ainen oder von ainem frömbden khauff, 
soll inen denen hüenerayrern, khasstechern 
und schmaltzlern mit ernnst eingebunden 
und geboten sein, das sie sich weder an jar- 



marckten, wochenmarckten, feyrtagen noch 
anndern tagen mit iren phennwerden fayl 
zuhaben, under die frömbden vermischen, 
setzen oder einschmucken, sonnder allein in 
iren aigen oder bestanndläden, der ir jeder 
auch nur ainen haben soll, und sonnst nin- 
dert, auch nichts anders als hüener, ayer, 
khäss, schmalz und milchräm mit Ordnung 
und mass, so inen zu jeder zeit von burger- 
maister und rate gegeben wirdet, fayl haben 
und verkhauffen ; f) die wildpräter, gänsler, hä- 
ringer, hüenerayrer, khässtecher und schmältz- 
ler sollen furan weder in der stat noch vor 
denen thorren kainerlay fürkhauff understeen, 
sonnder menigklich, wer ichtes herzuebringt, 
seine phenwerd an denen gewondlichen platzen 
in der statt selbst fayl haben, und dem rei- 
chen und armen zu seiner nottdürfft ver- 
khauffen; g9 welcher aber solches überfüer, der 
soll umb zwaytausent ziegl gestrafft, und 
nichts destweniger die phenwert unnder die 
gemain verkhaufft werden, auch dem statt- 
richter aus jetzermelter straff der halb taill 
ervolgen; h) ermelten wildprettern, gännslern, 
haringern, hüenerajrren, khasstechern unnd 
schmaltzlern soll auch ernnstlich geboten sein, 
das sie an denen gewonndlichen marcktägen 
vor auffsteckung des fan, den man somer- 
zeiten umb acht ure, und im wintter umb 
zehen ure auffzustecken phligt, weder in der 
statt noch vor den thörren nichts khaufen, 
noch ainischen khauff abreden oder be- 
schliessen in kain weiß; wann aber der fan 
auffgesteckt ist, so sol inen erlaubt und ver- 
günt sein irer notturfft nach zu khauffen, 
doch mit der beschaidenhait, das sie die 
phenwerd nit verteuren, und wann sie ganntz 
oder halb wägenschwär khauffen wurden, 
das sy die selben under sich tailen imd mit- 
ainander bezallen sollen, wie sich gebürt; 
i) wann Beham, Marher oder auswoner ire 
pfennwerd an denen märckht oder anndern 
tagen auff wägen alher bringen unnd auf denen 
gewondlichen platzen die süechung, das ist 
ungeverlich anderthalben tag, fayl gehabt 
haben, aber mitler zeit nit verkhauffen khonn- 
den, oder so teur auffailen wurden, das sie 
niemands khauffen wolte, so sollen sy die 
selben pfenwerd ausser burgermaister, richter 



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und rats vergonstung nit einsetzen noch da- 
mit ab denen platzen verrücken; k) aber denen 
huenerayrern, schmaltzem und khässtechern 
soll nach verscheinung der dreyen ersuechung 
zuegelassen sein, dieselben phennwerd mit 
vorwissen der aufseher miteinannder zu khauf- 
fen und unnder sich zu tayln, wie oben ver- 
nommen ist, wo aber in solchem khaufslag 
ain tail der anndern zubeschwärnn unnder- 
stüende, so sollen es die aufseher burger- 
maister, richter und rate anzaygen und als- 
dann einsehung beschehen, damit kain tayl 
wider die pilligkayt beschwärt werde; l) denen 
wildprätern, gänslern, huenerayrern, khäs- 
stechern und schmaltzlern soll auch vergönnt 
sein, in denen gewonnd liehen jar- und wochen- 
märckhten auf dem lannd einzukauffen und 
yre phenwerd alhie wiederumb zuversilbem, 
doch in zimlichen leidenlichen werde, und 
das sie derhalb zu hausieren noch sonst 
ainicherlay fürkheüff zu treyben oder abzu- 
reden nit understeen bey Vermeidung swärer 
straff; wann es auch zu todsfällen khomet, 
so soll es mit iren wittiben gehalten werden, 
inmassen oben von der willdpräter, gannsler 
und häringer wittibben vermeldet ist; tn) und 
fürnemblich sollen es die benannten oeler, 
greyssler, willdpräter, gannsler, hüenerayrer, 
khässtecher und schmältzler mit einkhauffung 
in berürte sand Oswalds bruederschafft dess- 
gleichen mit volziehung des gotsdiennst hal- 
ten, wie bisher yr gebrauch gewest, unnd 
von alter herkhommen ist. und alweg sol 
in benanter burgermaister, richter und rats 
wolgefallen steen, angezaygte Ordnung nach 
gelegenhait der zeit ze mindern, ze meren, 
aufzuheben und in annder weg zustellen, 
wie sie zu jeder zeyt für nutz und guet an- 
sehen will, alles treulich ongever. 
Gleich:{eitiger Druck. 

5303 I53jf Jänner p, Wien. 

König Ferdinand 1. an die niederöster- 
reichische Regierung, die Lehen Cristoffen 
herrn von Traun betreffend. 

Lehenbuch, 152^^1 §38, 2ߧ\ 

5303 1537, März 23, Wien. 

Niclas Crisostomus Spiesshaimer, burger 
zu Wienn, wird nach dem Tode seines Bru- 



ders Sebastian Spiesshaimer mit dem sandt Ul- 
richshoff, bei der Stadt Witnn gelegen, belehnt. 
Lehenbuch, J§2p—Js38, 268, 

5304 1537, Oktober 29^ Wien. 

König Ferdinand I. an canntzler, regen- 
ten und camerräte n.-ö. lande, die durch den 
kinderlosen Tod Hannsen Karl erledigten 
Lehen dem Hofkanzleischreiber Jobsten Rot- 
tenpurger zu verleihen. 

Lehenbuch, i§2p—J538, 281'. 

5305 1537, November j, Wien. 

König Ferdinand /. an Sigmunden von 
Eberstorff und Casparn Pranndtn zu Greitzn- 
stetn, dem Hoßcanzleis ehr eiber Jobsten Rotten- 
burger den Hof zu Ernsprunn einzuant- 
worten. 

Lehenbuch, 152^—1538, 283. 

5306 1538, Juli 22, Nikolsburg. 
Theodor Mandl jud zu Nicolspurg ver- 
kauft die von dem verstorbenen Wolfgangen 
Thanner zu Poesdorf an ihn von wegen 
ainer schuld gefallenen zwei Viertel Weingärten 
an Johann Sterl, römischer königlicher ma- 
jestat secretari, tumbherr zu Wienn und 
kirchherr sannt Veiten pfarrkirchen zu Laa 
und seine Nachfolger an obermelter pfarr- 
kirchen um po Pfund Pfennig lanntswerung, 
albegen sechzigkh kreutzer für ein pfundt 
gerait, und ain ungarischen golt guldin ley- 
kauff. — Siegler: Asm Oberhauser der ältere, 
Stadtschreiber zu Nicolspurg. — Zeugen: Se- 
bastian Hagen burgermeister zu Laa, Mansch 
Rasch schwertfeger, Leonhart Pruner imd 
Bartlme Lintzer pader, alle mitpurger zu 
Nicolspurg. — Nicolspurg . . ^ an montag 
Maria Magdalene den zwen und zwaintzi- 
gisten tag Julii als man zeit nach Cristi un- 
ser lieben herrn gepurt fünffzehenhundert 
und darnach im acht und dreissigisten jare. 

Orig., Perg. (23-8 X ^7, Falte 3p) Siegel abge- 
fallen. 

5307 1538, August 24, Wien. 

König Ferdinand I. an die regierung und 
camer in Österreich under der Enns, Diet- 
marn von Losenstein Lehen zu verleihen. 

Lehenbuch, i§2p-'i§38, 3oo. 



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5308 153p, Jänner 6, Straning. 

Die Zechmeister unser lieben frauen 
zech und genannten des dorffs Straning be- 
kennen für sich und die gantzen gemain, 
dero vollmacht sie haben, dass Christoff Pöt- 
tinger thumbdechant zu Wienn, thumbherr 
zu Passaw und diser zeit confirmirter phar- 
rer zu Egenburg . . . die begrebnus des 
dorffs Straning, so bis auf dato in die pharr 
Egenburg gehört, abgethan und sie von der- 
selben gefreit . . . hat, wofür die Gemeinde 
Straning an die Pfarre Eggenburg drei Viertel 
Weingarten überläßt» — Siegler: Wolfgang 
Feirtager hofmaister zu Rafelspach und Veit 
Salchinger zu Egennburg. — ... zu Straning 
an dem heiligen obersttag. 

Orig., Perg. (32 X 57t Falte y). Siegel i teil- 
weise noch erhalten, Siegel 2 abgefallen. 

5309 /55p, März 26, Wien. 

Franz Ficien wird mit dem von Hanns 
Andre Ericius, den man nennt Swardalat, 
aufgesandten und ihm verkauften Sweitzerhof 
under dem Wienerperg und einem Hause in 
der Stadt Wienn in der Praidenstrass zwischen 
Mareinzellerhof und Hannsen Schiltt hof ge- 
legen, belehnt, 

Lehenbuch, 153^—15^6, lO'. 

5310 /jJp, März 28, 

Schloß zu St. Veit ob der Wien. 
Johann, Bischof von Wien, bekennt, es 
habe ihm König Ferdinand L laut Gabbrief 
gegeben das haus zu sand Nicola allhie zu 
Wienn in der Sinigerstrass sambt seiner zu- 
gehörung, darin wir etlich jar her und noch 
ein anzal armer Studenten erhalten und das- 
selbig mit allerlay gebessert auch solchs von 
den swestern zu sand Maria Magdalena mit 
ainer summa gelts erledigt und allweg des 
willens gewesen, daselbst ein anzahl Studen- 
ten zu stiften aus dem Einkommen, das in 
ain andern nebenbrief benennt ist. Damit aber 
nach seinem (Johanns) Tode das Kolleg erhalten 
bleibt, bestimmter: a)es sollen stets wenigstens 
zwölf Studenten und ain president, der auf 
das wenigist magister sei, darin erhalten wer- 
den; b) jeder Student muß mindestens 18 Jahre 
alt sein, sechs davon Wiener kinder, die 



übrigen von der reichsstadt Leukhirch, dar- 
von wir auch geborn seynd; c) sie sollen 
principia, grammatic und dialectic auf das we- 
nigist haben auch regulariter latein schreiben, 
lesen und reden; d) ist ein locus der Wien- 
ner ledig, so mögen und sollen . . . ain bi- 
schoff, darzu ein rector und derselben zeit 
burgermeister zu Wienn ainen aus den 
Wiennern mit merer stimm fürnemen und 
erwöllen; ist kein bischof vorhanden, tritt 
desselben Ofßzial an seine Stelle; wird ein 
Leukhircher Platz ledig, so soll daselbst zu 
Leukhirch ain pfarrer und burgermaister auch 
der statt aman daselbst einen ernennen und 
dem Wiener Bischof und dem Präsidenten des 
Kollegs präsentieren; e) findet sich kein 
Wiener, können die genannten Präsentanten 
einen andern frumen und erbern jungen, der 
den Bestimmungen entspricht, annehmen; 
ebenso verhält es sich in Ermanglung von 
Leukhirchern ; f) ist ein Leukhircher Platz 
drei Monati unbesetzt und wird kein Student 
präsentiert, ernennen der Wiener Bischof, 
Rektor und Bürgermeister irgend einen Studen- 
ten; g) der Genuß des Stipendiums dauert 
6 oder 7 Jahre; die Wahl der Fakultät steht 
den Stipendiaten frei; h) den Präsidenten er- 
nennen Bischof, Rektor und Bürgermeister 
von Wien; der Präsident muß kein Wiener 
oder Leukhircher sein, wohl aber Magister; 
ihm sind zwei Wiener und zwei Leukhircher 
als Ratgeber an die Seite zu geben; ist ihnen 
eine Angelegenheit zu schwer, so können sie 
zwei andere optieren; diese fünf haben die 
Schlüssel zu dem gewelb, zu der librey und sol- 
len darob und daran seyn, dass die brief, bücher 
und was zum collegio und Stiftung gehört, 
ordentlich versehen und nit verändert oder 
verloren werden; i) wer Präsident wird, soll 
sich in dem dazu bestimmten Buche wie seine 
Vorgänger verschreiben; k) ist die Haltung 
eines Stipendiaten nicht entsprechend, zeigen 
ihn Präsident und seine vier deputaten bei 
den betreffenden Präsentanten an, die ihn 
entlassen; l) Präsident und Stipendiaten sollen 
sich mit dem höchsten befleissen zu kirchen 
und in andere weg; besonders zur Lesens- 
zeitj aber auch sonst im Jahre sollen sie dem 
Bischöfe als Schreiber helfen, doch dag sy 



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die gemain studia ausserhalb der vacanz nit 
negligirend ; m) dagegen zweifelt uns nit, ist 
auch unser ganz ernstlich und fleissig beger, 
dass unsere nachkummende bischoff beden- 
ken wollen, wie wir das bistumb, so ganz 
verdorben gewesen, wider von gnaden gottes 
erhebt, und dass wir zu solcher widerauf- 
richtung des bistumb unser aigen guet und 
einkumen in disen schwören türkenzügen und 
böse zeit dargestreckt, darzu von diesem un- 
serem collegio je zu Zeiten mögen leut er- 
zogen werden, die ain bischof in viel weg 
brauchen und dem bistumb zu gut kumen 
mögen; deshalb soll der Bischof das Kolleg 
persönlich visitieren und für die Erhaltung 
der Stiftung sorgen; n) die Stipendiaten erhalten 
entweder den Betrag in gleichen Teilen auf 
die Hand, der Präsident den doppelten, oder 
aber unrd die Einrichtung getroffen, dass sie 
mit ainander essen und trinken mit guter 
heuslicher Wirtschaft und Ordnung und dass 
sie also ainen pater familias oder dispensator 
fürnemen, der inen umb ain genannts essen und 
trinken gebe. Doch steht es ihnen frei, alles so 
einzurichten, wie es in dem fürstlichen collegio 
die collegaten tun; o) die gegebenen Statuten 
sind genau zu beobachten, alle Jahre vier- 
mal den Stipendiaten vorzulesen und glauben 
sie, daß etwas daran zu bessern sei, haben 
sie die entsprechenden Vorschläge an Bischof, 
Rektor und Bürgermeister zu machen; p) kein 
Buch der bibliothec soll ausserhalb des col- 
legii ausgeliehen oder getragen werden, dann 
was ein jeder nothdürftig, das mag er in der 
librey oder doch im collegio brauchen und 
sollen allweeg zween bibliothecarii seyn, die 
die bibliothec versehen sollen, damit sie auf- 
recht bleib und ungestört; q) mit den habi- 
tationen soll es also gehalten werden, nem- 
lich es sein bei dem hintern gartl zwo 
habitationen : in den obern soll und mag 
allweg ein president wohnen; aber in dem 
untern stübl und camer der pater familias, 
dispensator und küchenmaister wonen; r) die 
Leukhircher sollen wonen und innhaben in 
der großen Stuben, da der underschlag ist 
und zwo cammer nebeneinander, und soll in 
dem underschlag allweg wonen der eltist und 
geschicktist unter den Leuckhirchern, den sie 

Regosten zur Geschichte der Stadt Wien. V. 



selb doch mit wissen und willen aines Pre- 
sidenten erwöUen werden; die anderen Sti- 
pendiaten sollen ir wonung haben in dem 
neuen hohen zimmer; der Speisesaal ist im 
Winter in der undern communitet, im sumer 
im andern gewelbe, das darzu im summer 
geordnet ist; kein teil soll den andern irren 
oder hindern; mit Zustimmung des Bischofs, 
Rektors und Bürgermeisters von Wien können 
die Stipendiaten die Wohnungen vertauschen; 
s) der Präsident hat zu sehen, daß weder 
Würfel noch Karten gespielt werde, kein zu- 
trinken, mumerei, hurerey oder dergleichen 
leichtfertig weis vorkomme; er soll auch alle 
tag ain gemainer lection thun, der alle 
Stipendiaten beizuwohnen haben: es sei aus 
dem Cicerone, Tito Livio, Quintiliano, Seneca 
oder andern gueten autoren; alle Sonntag 
soll jeder Stipendiat dem Presidenten und 
senioribus das ist Wiener oder Leukhircher 
eine epistel fürbringen; alle Sonntag haben 
sie bei Strafe der Entlassung der Predigt und 
dem Amte bei St. Stephan beizuwohnen; geht 
der Bischof an Sonn- oder Festtagen morgens 
oder zur Vesper in die Kirche, sollen sy mit 
ainander alle dreizehn ime auf den dienst 
warten; wird ein neuer Rektor gewählt, sollen 
sie vor demselben erscheinen und ihm ihr 
Kolleg empfehlen; wird bürgermaister, richter, 
rath und gericht wie von altersher zu Weih- 
nachten gesetzt, sollen si in erlichen kleidern 
erscheinen und daselbst bürgermeister, rich- 
ter und gericht in der kirchen, wann das ambt 
aus ist, auch bitten, dem Kolleg günstig ge- 
sinnt zu sein; zu Neujahr sollen sie einen 
regierenden Bischof bitten, daß er als oberst- 
superintendent das Kolleg fördere und schirme; 
sie sollen mandat und Statuten gemeiner uni- 
versitet gleichförmig halten und deshalb sich 
bei processionen, orationen und sonst wie 
gehorsame Studenten, die gern weiter kumen 
wollten, erzeigen, alljährlich circumcisionis 
sollen sy zwischen ain und zwayn uren lesen 
dis unser Stiftung auch Statut in beisein irer 
aller und dem Präsidenten in die Hand ge- 
geloben, alles treulich und erberlich zu hal- 
ten; am Ostermontag sollen sie repetirn die 
zwei inventaria der bücher und hausrat, 
ob die noch vorhanden sein und was ge- 

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K. k. Archiv für Nicderösterrcich. 



bössert oder gebösert und demnach die biblio- 
thecarios und die, so den Hausrat verwalten 
sollent, und was die andern ämbter sind, laut 
der statuta verändern und zu bessern je nach 
Umständen; t) Ämter sind folgende: zwei 
Bibliothekare, einer aus den Wienern, einer 
aus den Leukircher Stipendiaten; in gleicher 
Weise zwei, so auf den hausrath und was 
demselben anhangt aufmerken und fleis haben 
sollen; zwei Baumeister, damit das Kollegin 
gutem baulichen zustand verbleibe; zwei 
lignarii, die das holz und lichter versehen 
und verwaren, aus jeder Partei einer zu 
wählen; zwei so die beschliessung der Stuben 
und kammer verwalten; kein Weib darf im 
Kolleg wohnen oder eingang oder unterhalt 
haben weder zu küchen oder keller, sie wäre 
denn über 40 Jahre alt; u) in allen ämtern 
soll der president allweg der oberst sein ; er 
und die 4 altisten von baiden tailen sollen 
und mögen das einkumen einnemen, doch im 
jar viermal vor inen allen raitung thuen, 
nemlich auf Joannis Baptistae und Joannis 
Evangelist, sand Michel und sand Jörgen tag 
und wann die raittung beschicht, so sollen 
derselben raittung drei gleich lautunde regi- 
ster aufgericht werden, das ain aim bischof 
zu Wien, und wo derselbig nicht zugegen, 
seinem hofmeister oder official gegeben wer- 
den, das zweite behält der Präsident, das 
dritte sol gelegt werden in das gewölb, da 
andere brief liegen. Wird eine Gülte abge- 
löst, sollen Präsident und die vier Ältesten 
mit Vorwissen und nach Rat von Bischof^ 
Rektor und Bürgermeister das Geld neuer- 
dings anlegen; v) dieweil wir die von Wien 
und derselben burger dermassen bedenken, 
dass ihre kinder zu frumen und gelerten 
leuten gezogen werden, das sy dann treulich 
mit allem vleiss darob sein werden, damit 
solch unser Stiftung in allen, so in puncten 
und mainungen gehalten, darumb wir sy 
dann hiemit und in craft dies briefs ganz 
väterlich und freundlich bitten und ermah- 
nen; dieweil die universitet von unser für- 
derung in vil jar nit wenig frumen und nutz 
empfangen, so begern wir, daß die gesamte 
Universität diese Stiftung fördere^ und zu an- 
zaigung unsers guten willens und damit ein 



rector und burgermaister irer arbeit und fleiss 
etwas ergötzung haben und empfahen mögen, 
so wollen wir, dass unser president in bey- 
sein der zweyer elter alle jar jerlich ein jeden 
rector von dem einkhumen des coUegii für 
sein müe ain hungarischen ducaten in golt zu 
stellen und jeder Bürgermeister am Christtag 
vormittag zu kirchen oder im haus ebenfalls 
einen ungarischen Dukaten erhält; des Bi- 
schofs Official erhält zu Neujahr einen Du- 
katen in Gold, ebenso dessen Hofmeister; 
w) das von König Ferdinand L geschenkte 
sand Nicolaen haus, das wir nun etlich jar 
für die Studenten ingehabt . . . haben wir 
ganz ausgeprennt angenommen; die Schwestern 
von sand Marie Magdalen, was sie dazu er- 
pauen, haben wir vergnügt imd haben doch 
kein einkumen von diesem Hause erhalten, 
sondern diese Stiftung aus unseren aigen guet 
aufgereicht, ausgeben und bezalt, wie wir 
dann vor vil jaren bei den fürsten und herren 
und zu vordrist bei der römischen kuniglichen 
majestat, deren wir zu hof sovil jar gedient, 
erobert und erspart; wir haben auch vom 
bistumb Wienn weder wenig noch viel 
liegends oder fahrend guet solch Stiftung, 
Presidenten und Studenten zugeaignet unan- 
gesehen, dass wir nit nur allein das bistumb, 
so durch unser vorfaren verderbt und von 
dem türken verwüst und verödet, wieder auf- 
gericht, sondern auch viel gueter dazuge- 
bracht und das schloss zu St. Veit, den 
bischofhof und andere von neuen dingen und 
des merern tail alles aus unserm einkumen 
wieder aufgebauet und gebessert, weshalb 
wir uns versehen, Bischof, Rektor, Bürger- 
meister und Rat von Wien werden sich der Stif- 
tung stets annehmen und insbesondere achten, 
dass kain scismaticus oder hereticus in unserm 
collegio zugelassen werde, sondern sobald 
einer oder mer von der christenlichen re- 
ligion abgefallen, von stund aus ausgeschaft 
werde als ein fauls und stinkunds glid des 
leibs Christi, das ist die kirch, ausserhalb 
welcher niemand seelig werden kann noch 
mag. — Datum in unserm schloss zu sand 
Veit ob der Wienn auf freytag vor dem hei- 
ligen Palmtag ... — Siegel und Unterschrift 
des Stifters. — Vermerk des Notars Syne- 



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K. k. Archiv für 

sius (?) Vorster, des bistums Wien geschwor- 
ner gerichtsschreiber, und des Herbert Din- 
klaghe, Kleriker der Diözese Osnabrück, vom 
21, April i^Sp. Unterfertigt von Dr. Johann 
Gaudenz Anhauser der heiligen gottlichen 
Schrift ordinari lector an der Universität, Si- 
mon Thaddaeus Eck beider rechten dr. und 
des bistums Wien in geistlichen Sachen gene- 
ralvicar und offizial, Mathias Payr und Se- 
bastian Sigmar bischöfliche kanzleischreiber. 
Kopie. 

5811 1539, Juni 3, Wien. 

Hermes Schalauzer burgermaister und 
der rath der Stadt Wien bekennen, sie haben 
ein haus zu Mödling gelegen und sieben Wein- 
gärten benentlich ein hofstadt zu Gumpen- 
dorf, einen Weingarten zu Grinzing genant 
Krumpöckh, einen Weingarten im Schreiber 
genannt Fori, ^J2 Joch im Mitterperg, einen 
Weingarten zu Sifring genant der Kratzer, 
einen Weingarten zu Mödling genant Hoch- 
prunn, femer einen Weingarten zu Mödling 
in Wasser gelegen, so unserm Pilgramhaus 
gehört, unserm burgerspital daselbst zu Wien 
übergeben und eingeantwortet, dargegen man 
nun füran in demselben unsern spital die her- 
kommenden pilgram beherbergen und unter- 
halten sol: sie bitten die betreffenden Grund- 
herren, die Gewähr entsprechend zu ändern, 
— Besiegelt mit gemainer Stadt Wien kleinern 
hierfürgedruckten insigl. 

Vidimus. 

5312 1539, Juli 29, Wien. 

König Ferdinand L an die n.-ö. regie- 
rung und camer • . . dem Joachim Marschalln 
von Reichennaw einen frey- und einen lehen- 
brief zu fertigen, 

Lehenbuchy i§38—i5^6f 3o'. 

5313 1539, September j, Wien, 

König Ferdinand I, an die niederöster- 
reichische regierung und camer, Cristoffen 
Gerler, registrator der niderösterreichischen 
cantzlei, mit dem nach Barbara Marxen Treitz- 
sauerwein gelassen wittib Tod erledigten dorf 
Kunigsprunn zu belehnen. 

Lehenbuch, j^38—/§^6f 28. 



Niederösterrcich. 99 

/ 

5314 1539, September 21, Wien, 

König Ferdinand /.an die regierung und 
camer der n.-ö. lande, dem landsverweser und 
vitzdomb in Crain . . . Josefen von Laraberg 
Lehen zu verleihen, 

Lehenbuchf 1588—15^6, S2' . 

5315 ^539, November 5, Wien, 

König Ferdinand I, an Verwalter Statt- 
halter ambts, cantzler, regenten und rate des 
regiments der n.-ö. lande, den Andre Schmitz- 
perger zu belehnen. 

Lehenbuch f 1588 — 1546, ^. 

5316 1539, November 28, Wien, 

König Ferdinand I, an Verwalter stat- 
halterambts, canntzler, regenten und rät des 
regiments der n.-ö. lande, den Dietmarn herrn 
von Losenstain zu belehnen, 

Lehenbuch, 1588—15^6, 87. 

5317 15399 Dezember 20, Wien. 

König Ferdinand I. überläßt auf Bitten 
von Bürgermeister und Rat der Stadt Wien, 
deren Bürgerspital in der vorstadt vor dem 
Kärtnerthor durch die Türkenbelagerung 1529 
ausgebrennt und folgend im 32. jähre nieder- 
geworfen und gerissen worden, zu einem an- 
dern burgerspital das kloster zu St. Clara zu 
Wienn mit allem Zugehör, nachdem sonst in 
der Stadt Wien kein bessere gelegenheit ge- 
funden werden möge, da auch angeregter 
läuff halben in selben closter dazumalen 
wenig closterfrauen vorhanden gewest, und 
bishero etliche Jahr als Burgerspital bereits 
gebraucht unrd. 

Vidimus. 

5318 1540, Jänner 2, — . 
Bürgermeister, richter und rath der Stadt 

Wienn gebieten auf Anordnung der Regierung 
a) allen und jeden irer Jurisdiction Unter- 
worfenen, von nun an allen und jeden unflat, 
mist und gestank, dadurch ainich infection 
oder Vergiftung entsteen möcht, vor und in 
den hewsern allenthalben on alles verziehen 
wegzuräumen, darzu weder krautwasser, häring 
und ander gesalzen vischwasser noch ander 
dergleichen unflat auszugießen sondern stracks 

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in die Thuenaw oder Wienn zu tragen, auch 
weder in der stat noch in deren heusern 
kainsweg waschen zu lassen und fürnemblich 
nach ausgang aines monats kain schwein in 
der stat weiter zu halten oder zu dulden, 
auch dieselben mittler zeit nit ausgeen zu 
lassen; wo man die aber auf der gassen be- 
treten wurde, man die on mittel in den bur- 
gerspital nemen und darin niemandts ver- 
schonen, b) das ain jeder wiert sein dienst- 
poten und alle die bei ime inficiert oder 
vergift werden dem petlrichter oder seinem 
diener, so allweeg in der burgerspital mit 
ross und wagen zu finden, von stund an 
anzayg; der wierdet alsdann die kranken 
personen fuern gen sandt Nicla oder sanct 
Johanns in der sichen Als, da inen wonung 
auch denen burgerspersonen und irem dienst- 
volk underhaltung, Wartung und arzt verord- 
net sein, wo aber ein wiert, sein hausfraw, 
kinder oder ander ansenlich personen mit 
solcher krankhait beladen wurden, so sollen 
sy sich sambt denen personen, die inen aus- 
warten im zimer und haus enthalten und on 
sondre erlaubnus der oberkait daraus nit 
komen oder geen in kain weis; es soll auch 
an solches zimmer und haus, darein die in- 
fection komen, ain zaichen mit einem weissen 
kreutz gemacht und dardurch bedeut werden 
und gepotten sein, daz sich menigklich vor 
der geferligkait der infection verhüet und in 
solch zymer oder haus nit gee, so lange 
dieses weiße Kreuz nicht durch die oberkait 
oder derselben aufseher hinweeg getan sey. 
Wer diese Artikel überfaren oder verachten 
werdet, wird schwere straf leibs und guets 
gedulden müssen. 
Patent. 

5319 1540, Jänner 8, Wien, 

König Ferdinand L an die niederöster- 
reichische Regierung, Niclasen Traunsteincr 
zu belehnen. 

Lehenbuch, 1538—15^6, ^. 

5320 1540, August 26, Wien, 

König Ferdinand L an die niederöster- 
reichische Regierung, i^w Wolfgangen Flasch- 
perger zu belehnen, 

Lehenbuch, j^3S—jß^6j 66. 



5331 1540, August 26, Wien. 

König Ferdinand L an die niederöster- 
reichische Regierung^ Manen Bekn canntzler 
zu belehnen. 

Lehenbuch, 1538—154$, 68. 

5323 1540, August 28, Wien. 

Maria Streinin des Wolf hartn Strein zu 
Swartzenaw eeliche hausfraw wird mit dein 
von ihrer Mutter Barbara Treitzsaurwein ge- 
erbten Garten außerhalb der Stadt Wien beim 
heiligen Qeist gelegen, belehnt. 

Lehenbuch, 1538—15^6, 66. 

5323 1540, Dezember 18, Wien. 

Hanns Mäminger wird nach dem Tode 
seines Bruders Maximilian allein belehnt, 
unter anderem mit dem Mühlhof in Kagran. 

Lehenbuch, i§3^ — ^54^t 78. 

5324 1541, Mai 6, Wien. 

Johannes Gastgeb der sieben freien kün- 
sten und erzney doctor, maister Mert Edlin- 
ger und maister Ambros Salczer beid der 
heiligen geschrift licentiaten und thumbherren 
aller heiligen thumkirchen zu sand Steffan 
zu Wien, all drey als ausrichter und volfürer 
des . . . maister Steffan Maus von Gunderstorff, 
priester, der heiligen geschrift baccalaureus for- 
matus, beneficiaten zu Wien, testamentsge- 
schaffts und Icssten willen bekennen, es habe 
Mauß in einem Artikel seines Testaments be- 
stimmt, was über Vollziehung desselben seines 
geschäfts und gelassen güttern überbleibt, soll 
nach gutbedunken und zeitlicher vorbetrach- 
tung seiner gescheftleut armen leuten und 
Studenten seines geschlechts, wo man die 
gehaben mag, zu gut angelegt werden; dem- 
nach haben sie 15 Pfund Ffennig guter lands- 
werung in Österreich jerlicher gült burgrechts- 
geld um Soo Ff und Pfennig bemelter werung 
hier in der stat erkauft, Inhalts und vermög 
brieflicher urkund darüber ausgangen, die sie 
dem maister Wolfgangen Zoyß, maister Kon- 
raden Puhlacher diezeit auch beide obver- 
melter sand Steffans tumbkirchen zu Wien 
thumbherren, Sebastian Sultzbeckh und Diony- 



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sien Keckh bede des Innern statraths daselbs 
zu Wien, allen vieren als verordneten und 
fürgesetzten Superintendenten des stipendi 
Burse rose alhie zu Wien und der gestiften 
Stipendiaten übergeben haben in der beschai- 
denheit, daß dieselben vier herren Super- 
intendenten und all ir nachkommen diese 
IS Pfund Pfennig Gülte ainem besonder 
tüglichen und geschickten Stipendiaten, der 
aines gebornen Österreicher under der Enns 
sun . . . verleihen; doch haben die aus dem 
geschlecht der Maussen den Verzug. Der 
Stipendiat hat die Wiener Universität sechs 
Jahre zu frequentieren, die ersten vier Jahre 
soll er in den sieben freien künsten studiren 
und grad emphahen, aber die andern zway 
jar soll er nach freiem Ermessen eine Fa- 
kultät wählen; ist er besonders fleißig, kann 
ihm das Stipendium auf zwei weitere Jahre 
erstreckt werden. Der Stipendiat soll in der 
Rosenbursen in ainer chamer umbsonst sein 
wonung haben, wofür dem Superintendenten 
der genannten Burse von des Mauß nach- 
gelassenen Gütern ein halbes Joch Weingarten, 
genannt der Heiligsteter in den Kirchharten 
bei der Heiligenstätt mit einem rain zunägst 
der geistlichen closter junkfrawen zu sand 
Niclas zu Wien vsreingarten gelegen, übergeSen 
worden ist. Sollte der Superintendent die 
Stiftung nicht genau erfüllen oder keinen 
Stipendiaten aufnehmen, dann soll ein jeg- 
licher spitalmaister der bürger spital zu Wien 
das Burgrecht an sich nehmen und für das 
Bürgerspital verwenden; errichtet die Uni- 
versität widerumb ain spital, ist das Geld 
zwischen beide Spitäler zu teilen, und zwar 
so lang, bis wieder ein Stipendiat aufgenom- 
men wird. — Besiegelt mit den Siegeln des 
Abtes Konrad zum Schotten und des Abtes 
Johann von Heiligenkreuz. — Geben ist zu 
Wienn am freytag nach sand Florianstag des 
heiligen martrer. 
Kopie. 

5325 1541, Mai 15, Wien. 

König Ferdinand I. an die niederöster- 
reichische Regierung, Achatzen Schrott zu 
belehnen. 

Lehenbuch, i §38 ^15^6, 150. 



5826 1541, Mai 21, Wien. 

Cristoflf von Radmannstorff wird für sich 
und anstat weillendt seines brudern Erasmen 
von Radmannstorff gelassen sun mit namen 
Balkham von Ratmandorf mit den in Nr. 5252 
genannten Lehen belehnt. 

Lehenbuch, i§38—i§^, p8. 

5327 1542, März 20, Wien. 

Das Regiment der niederösterreichischen 
Lande trifft einen Vergleich zwischen dem 
provinciall, guardian und convendt derMinorn 
zu Wienn an ainem und Richter und Rat zu 
Laa andern teils von wegen des verödten 
nidergefallen und abkhomen minorn closters 
zu Laa auch aller deselben zugehörung und 
Verrichtung des gottsdienst, in welichem clo- 
ster sich dann ain zeitheer weiter kain bruder 
enthalten kunnen und über welches zwischen 
den genannten Parteien irrung und Zwietracht 
gehalten dahin, daß a) den obberürten der 
minores zu Wienn von des bestimbten clo- 
sters zu Laa guettern zwen holden zu Neuen 
Ruepersdorf und der traidzehent auf zehen 
lehen dabey, so alles von der Falpachischen 
Stift herrürt, volgen sollen; b) die 15 fl. rhein., 
die Hannss Fünfkircher an dem auswechsl 
der Falpacherischen stifft holden schuldig 
beliben sambt den puechern, so richter und 
rat zu Laa zu iren banden verwarungsweise 
genomen, den obbemelten closterleuten gege- 
ben und zuegestellt werden; c) der halb tail 
des ringen und schwären getraidts, so von 
dem obberürten Falpacherischen zehennt ge- 
fechscnt und zum tail in grueben ligt, und 
dann noch etlichs ungetroschen ist, den clo- 
sterleuten zu Wienn zuegestellt und geben 
werden solle; d) die closterleut zu Wienn 
die Falpacherische stifft in allermass wie der 
stifftbrief vermag, in irem closter verrichten 
und das sy solichem vleissig und trewlich 
nachkommen wellen, sollen sy der burger- 
schafft zu Laa als gemelter Falpacherischen 
stifft Superintendenten . . . einen Revers geben; 
e) das Kloster zu Laa samt allem anderen 
Zugehör der Stadt Laa zu pesserung der stat 
verbleibe. 

Orig., Perg. (27 X 3^8, Falte ys). Siegel abge- 
fallen. — Vgl. Bd. /, Nr. 363. 



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5338 1542, Juni ijy Wien. 

König Ferdinand I. an stathalter, cantz- 
ler, regenten und camerräte der nideröster- 
reichischen lande des Wolfgangen Rädters 
und seines sun leben zu beschreiben und zu 
schätzen und Joachim Marschalh zu verleihen. 

Lehenbuch, 1538—15^6, i^. 

5339 1542, Juni 24, Wien. 

Da König Ferdinand L hievor zu under- 
halltung und bezalung des heyligen reichs 
kriegsvolckhs, so sich zu der ftirgenomen 
christlichen expedition wider den Türgkhen 
geprauchen lasset, die guldin und silberen 
müntzen, so allenthalb im heyligen reich 
teutscher nation genug und gäbe sein, auf 
gemainer stennde vergleichung valviern und 
derhalben wie die hin und wider ausgegeben 
und angenomen werden sollen, bestimmt hat, 
und aber daneben bedacht, das nit weniger 
von nötten sein wolle die behemischen und 
wellischen müntzen, so in unsern künigreichen 
und erblanden gangbar sein und die zeyt 
diser weerenden expedition in den bezalun- 
gen fürkhomen möchten, auch in ainen gleich- 
messigen zimblichen werde ze bringen, so wird 
der Wert dieser Münzen folgendermaßen fest- 
gesetzt: 

I böhmischer Groschen = 3 Kreuzer, 
3 budtsch&ndl oder 6 kätersinckhen = 

I Kreuzer, 
I welscher toppelzwelfer = 24 Kreuzer, 
I einfacher zwelffer = 12 Kreuzer, 
I Mozanigo oder toppel marzell = 16 

Kreuzer, 

1 einfacher marzell = 8 Kreuzer, 

2 ganze oder ^ halbe venezianische oder an- 
dere welsche Sechser =12 Kreuzer, 

5 öttsch fierer = / Kreuzer, 

und wiewohl in den hievor ausgangen gene- 
ral die hungerischen ducaten umb hundert 
kreuzer und der sechssischen oder meychs- 
nischen groschen 21 für 15 patzen beruefft 
worden, so sollen allem wesen zu guet und 
sonderlich dem kriegs volk zu gnaden . . , 
ain jeder gerechter und gewichtiger hungeri- 
scher ducat um 105 kreutzer und obbestimb- 
ter groschen 20 neben den behemischen gro- 



schen für 15 patzen gegeben und genommen 
werden. 

Patent. 

5330 1542, August 28, Wien. 

Haimeran Khembnater burger zu Wienn 
als furgenomen spitalmeister . . . des spitals 
daselbst wird mit den von Hanns Cristof von 
Rappach aufgesandten und dem Bürgerspitale 
verkauften in Nr. 526J, genannten Lehen be- 
lehnt sowie auch mit folgenden Stücken, die 
in dem vorigen lehenbrief nit begrififen sein: 
zu Hietzing, Laintz und Speising den viertn 
tail traidt und weinzehent; zu Pentzing ain 
viertail wein und traidt zehent und den 
vierten tail wein und traidt zehent im Schafer- 
nackh vor dem Schottenthor zu Wienn. 

Lehenbuch, 1538— i £^6, i32. 

6331 1542, Oktober 16, Wien. 

König Ferdinand I. an die niederöster- 
reichische Regierung und Kammer, wie es 
hinfür mit den gnaden lehen zu halten ist. 

Lehenbuch, 1538-1546, 1^5'. 

5333 1542, Oktober jp, Wien. 

König Ferdinand I. an die niederöster- 
reichische Regierung, Cristoffen Innderseer 
sunen zu belehnen. 

Lehenbuch, 1538—15^6, J^'j'. 

5333 i543y Oktober 26, Wien. 

König Ferdinand I. an die niederöster- 
reichische Regierung^ Hannsen Prugkher, Tür- 
hüter bei der niederösterreichischen Regierung, 
zu belehnen. 

Lehenbuch, 1538—15^6, 182'. 

5334 1543, Oktober 3i, Wien. 

König Ferdinand I. an die regierung und 
camer zu Wienn, den Georgen Gienger der 
rechten doctor, unsern rat und hofvicekanz- 
1er mit den Rueßdorferischen Lehen zu be- 
lehnen. 

Lehenbuch, 1538—15^6, 21 j. 

5335 1543^ Dezember 18, Prag. 

König Ferdinand L an die niederöster^ 
reichische Regierung, gemäß dem Ansuchen 



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io3 



der Stadt Wien soll in Zukunft mit den Lehen 
des Bürgerspitals nicht der jeweilige Spital- 
meisterj sondern eine von der Stadt nam- 
haft gemachte Person auf Lebenszeit belehnt 
werden. 

Lehenbuch, 1588 — 15^6, ipi. 

5886 1544, Februar i3, Wien, 

Stephan Tenncker, Bärgermeister der 
Stadt Wien, wird als Lehenträger des Bürger- 
spitals mit den in Nr, s33o genannten Lehen 
belehnt, 

Lehenbuch, 1538—1546, ip2. 

6337 i544j März g, Wien, 

Ludwig Mamminger, Achatz und Leon- 
hard die Enickhl gebrüeder werden anstat 
und als geordnete gerhaben weilendt Hann- 
sen Mämmingers gelassen ungevogten suns 
mit namen Wolf Cristofifen Mäminger belehnt, 
unter anderen mit dem Mühlhofe in Kagran. 

Lehenbuch, 1538—1546, 7^7. 

5888 1544, Mai 3o, Wien, 

Wolfgang abbt und der convent gemain 
unser lieben frauen gotzhaus zum Schotten 
zu Wienn verzichten gegen die Eignung des 
Turmes zu Stemesdorf nebst Zugehör doch 
so, daß er stets bei ihrem Gotteshause ver- 
bleibt, auf die lehenschaft ihrer zwei Pfarren 
die aine zu sandt Peter, die ander zu sandt 
Rueprecht alhie zu Wienn gelegen, also das 
nun hinfüro ir k. Maj. und derselben erben 
angeruert zwo pharren ... als lehensherrn 
verleihen sollen. — Siegler Abt und Konvent. 

Lehenbuch, 1588—1546, 228. — Hauswirth, Ab- 
riß einer Geschichte der Benediktinerabtei U. L. F. lu 
den Schotten in Wien 63. 

5839 i544> September 26, Wien, 

König Ferdinand L an die Regierung 
und Kammer der nieder österreichischen Lande, 
Adam von Trautmanstorf betreffend, 

Lehenbuch, 1588—15^6, 286 \ 

5840 I544f Oktober 22, — . 

Die niederösterreichische Regierung stellt 
dem abbt Wolfgang und dem convent zum 



Schotten den Freibrief betreffend den thurn 
zu Stamesdorf aus. 

Lehenbuch, 158^^1546, 222*. 

5341 1544, Dezember 6, Wien. 

König Ferdinand L verbietet das Herum- 
ziehen der cramer und hausierer in den fünf 
niederösterreichischen Landen und in der Graf- 
schaft Görz, wenn sie nicht in den Erblanden 
angesessen oder hofcramer sind oder von ihrer 
Obrigkeit mit pasporten notturftigclichen ver- 
sehen sein. 

Patent. 

5343 1545, November 12, Wien. 

König Ferdinand L an die niederöster- 
reichische Regierung des Leonhardten Guggen- 
berger und Hansen Freuen Lehen in Öster- 
reich ob der Enns betreffend. 

Lehenbuch, 1588-15^6, 28p \ 

5848 i545f November i3, Wien, 

König Ferdinand L an die niederöster- 
reichische Regierung, die Lehen Adamen 
Schweinpeckhen den Gerhaben seiner unge- 
vogten Tochter zu verleihen. 

Lehenbuch, 1588— 1546, 28'j' , 

5844 1545, November 2g, Wien. 

König Ferdinand L an die niederöster- 
reichische Regierung, Lorenzen Schwaiger zu 
belehnen, 

Lehenbuch, 1588 — 15^6, 286'. 

5845 I545f Dezember 20, Wien. 

König Ferdinand L an die niederöster- 
reichische Regierung und Kammer, den Wolf- 
gangen Gruentaller mit Lehen in Österreich 
ob der Enns zu belehnen. 

Lehenbuch, 1588—1546, 2p3, 

5846 1545, Dezember 28, Wien. 

König Ferdinand L an die niederöster- 
reichische Regierung, Cristoffen Georger zu 
Tollet zu belehnen, 

Lehenbuch, 1588 — 1546, 84^. 

5847 1546^ Jänner 24, Wien. 

Mit Rücksicht darauf, daß Personen auf 
Grund von vermainten freyhaiten, deren sie 



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sich berümen, den bungerischen kaufleuten, 
so sich des ochsentribs gebrauchen, nicht 
allain unnderhalb Altenburg und Newsidler 
see sondern gar in Hungern entgegenziehen, 
von denselben ausserhalb den gewöndlichen 
jar- und wochenmärkten auf dem gew, Straßen 
und sonst kauffen und aintziger weis die 
ochsen kaufen und annemen und dardurch 
allerlay con^rabanda und aigennützigen für- 
kauf üben und gebrauchen, also das nicht 
allain daraus ervolge, das zuvor und ehe ain 
ochs auf die gewöndlichen jar- und wochen- 
märkt gebracht wirdet, in die dritt, vierdt 
oder fünft band khumen, dardurch dann der 
fürkauf höchlich gestaigert sondern auch ur- 
sach geben solle, das man das viech und 
fleysch zu der notturft nit bekhumen noch 
zu wegen bringen müge, hebt König Ferdi- 
nand L all und yeglich privilegia und frey- 
haiten, so . . . etlich geselschafrern oder sondern 
personen des ochsen oder fürkaufs halben 
gegeben sein möchten, soweit sie der nach- 
folgenden Satzung zuwider sind, auf und per- 
ordnet: niemand, er sei aus Wien oder einer 
anderen Stadt, Markt oder Flecken Öster- 
reichs unter der Enns, oder aus Ödenburg, 
Altenburg, Güns oder anderen Orten solle 
über Altenburg oder Neusiedel am See den 
hungerischen ochsentreibern entgegenziehen 
und ihnen das Vieh abkaufen, sondern die 
hungrischen handelsleut und ochsentreiber 
sollen selbst das Vieh auf die Märkte bringen; 
sind nun die ochsen oder das viech also auf 
die gewöndlichen wochen- oder jarmärkt gen 
Altenburg, hieher gen Wienn an den Gries oder 
an andere ort gebracht, so sollen die Fleisch- 
hauer von Wien oder von anderen Orten 
allain zu notwendiger fürsehung irer aignen 
pänkch und zu kainem verrern fürkauf den 
Vorgang im kaufen haben. Was an Vieh nicht 
verkauft wird, soll entweder wieder zurück- 
getrieben oder aber auf andere Märkte ge- 
bracht werden, doch steht es den Handels- 
leuten frei, in Orten, die sie passieren, Vieh 
an die daselbst ansässigen Fleischhauer zu 
verkaufen. Wer im fürkauf betretten oder 
desselben sonst gnuegsam überwisen wurde, 
dem soll das Vieh weggenommen und auch 
sonst mit ernstlicher straf gegen inen ver- 



faren werden; 7» ^^^ ^^ konfiszierten Viehes 
und ^Is der eingegangenen Straf summe gehört 
dem Anzeiger, 

Patent. — Vgl. Bd. 3, Nr. 1414. 

5848 1546, Jänner 2j, Wien. 

König Ferdinand L an die regierung und 
camer der n.-ö. lande, Lehen des Hainrichen 
Strein betreffend, 

Lehenbuchy i§38—jß^6, 3ii\ 

5349 1546, März 14, Wien, 

König Ferdinand L erneuert das Mandat 
betreffend die Ausweisung der Zigeuner aus 
den niederösterreichischen Landen, besonders 
mit Rücksicht, daß der Türke den Erblanden 
so nahent an die selten khumet. 

Patent. 

5350 1546, März 14, Wien. 

König Ferdinand L verordnet, daß Ap- 
pellationen binnen sechs Wochen an die nieder- 
österreichische Regierung überreicht werden. 

Patent. 

5351 1546, März 14, Wien, 

König Ferdinand L verordnet, daß die 
hauptsächlich im Viertel unter dem Wiener- 
Walde gebrauchten Antzenwagen, durch welche 
die Straßen dermaßen verfürt und verderbt 
werden, daß man mit den teichsellwägen 
Hindert fortkommen kann, binnen Jahresfrist 
abgestellt werden, 

Patent. — Codex Austriacus /, 6^ ausptgsweise. 

5352 1546, Juni 25, Wien. 

Da es niemandem unverporgen, weicher- 
maßen der türkh die Erblande nur zu mer- 
malln gewaltigklichen ubertzogen, diselben an 
vil orten verprennt, verwuest, vil christen- 
liches volckh verfüert und nun laider dahin 
komen, das er mit seinem beleiblichen wesen 
gar unser nachpawr worden, dermaßen daß 
unser stat Wienn vaßt ain gränitz stat gegen 
ime ist und des türkchen halben nicht in 
klainer gefährlichkeit steht, derhalben die 
hoch notturft erfordert, das Wienn daran 
nicht allain den Erblanden, sondern der ganzen 
gemainen christenhait und teutschen nation 



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hoch und vil gelegen notturftigklich und so- 
vil imer möglich ist, erpawt und befesstigt 
werde; da ferner zu widerstandt dises ge- 
waltigen veindt das ganze Kammergut ver- 
wendet worden, so müssen, wo andere Mittel 
fehlen, landleut, underthanen und inwoner 
in den Erblanden helfen, damit dann solch 
gepew nicht gar erlig: zu diesem Zwecke 
empfiehlt die niederösterreichische Regierung 
allen Kirchmeistern und Zechpröpsten, das 
sy truhen machen und dieselben wol ver- 
schlossen (dartzue der pharrer und der kirch- 
maister oder zechbrobst yeder ainen Schlüssel 
haben solle) in die kirche setzen lassen . . . 
das ain sonndere person alle feyrtag, wann 
das volkh auf der cantzel vermant wirdet, 
in der kirchen herumbgehe und zu dem paw 
samel . . ., welche truhen durch die kirch- 
maister oder zechbrobst mit und neben dem 
pharrer oder ander erberer personen zwier 
im jar nemlichen zu Michaeli und Georgi 
eröffnet und das eingegangene Geld binnen 
14 Tagen an die niederösterreichische Kam- 
mer oder den landesfürstlichen Vizedom ab- 
geliefert werden, 

Patent. — Codex Austriacus, Bd. 2, S. ^py. 

5353 1546, November ip, Wien, 
Heinrich Wolf Kneysl kriegssecretari wird 

mit der von Wilhelm Putsch aufgesandten und 
ihm verkauften vessten Hacking belehnt. 
Lehenbuch, i§38—Jß^6, 33p, 

5354 1548, Apnl 18, Wien. 

Die nieder österreichische Regierung er- 
läßt folgende Lohnordnung der Weingarten- 
arbeiter für 1548, die entsprechend der Wein- 
gartenordnung aus 1584 (Bd, 2, Nr. i3pi) 
am 6, Februar 1548 von den Vertretern der 
nachgenannten Orte im Vereine mit Bürger- 
meister und Rat der Stadt Wien ausgearbeitet 
worden ist. Die vertretenen Gemeinden waren : 
Gunkhendorf, Sand Ulrich, Herrnalß, Otta- 
crinn, Dornpach, Praitensee, Pentzing, Meld- 
ung, Hietzing, Laintz, Paungarten, Sand Veit, 
Hägging, Hüetldorf, Hetzendorf, Altmanstorf, 
Edla, Atzgestorf, Maur, Khalspurg, Radaun, 
Liesing, Siebenhirten, Paden, Rauhenstein, 
Engstmfelden , Leobersdorf , Weickersdorf, 

Rcgcstcn zur Geschichte der Stadt Wien. V. 



Soß, Gainfarn, Grossa, Lindaprunn, Veslaw, 
Merckhenstain,Perchtholdsdorf,Prunn,Entzes- 
dorf, Medling, Neundorf, Gunderstorf, Gum- 
poltzkirchen, Träskirchen, Phaffsteten, Vesenn- 
dorf, Inntzesdorf, Ober- und Nider-Lach, 
Simoning, Erdperg, Enntzesdorf auf der Vi- 
scha, Eberstorf, Schwechat, Wäring, Wein- 
haus, Gersthof, Petzistorf, NeustifFt, Salmans- 
dorf, Ober- und Under-Sifring, Under- und 
Ober-Töbling, Grintzing, Heilingstat, Nus- 
dorf, Khallnperg, Closterneuburg, Cornneu- 
burg, Höflein, Kirlin, Tullnerfeldt, TuUn, 
Sand Anndre, Werding, Wolfpaissing, Khu- 
nigstetten, Thulbing, Zeisslmaur, Altenperg, 
Freindorf, Schleinpach, Pillesdorf, Kritzn- 
dorf, Weidling, Wolckersdorf, Ulrichskirchen, 
Stamlsdorf, Stroblstorf, Lesdorf, Tribas- 
winckhl, Rorr im Dörffl, Khatingprunn, Wy- 
nenstorf, Thrumbaw, Potenstain, Garn, Nider- 
walthersdorf, Praitten und ander mer fleckhen, 
so hirinnen nit all benent und doch wein- 
gart gewächs und paw in disen gegendten 
und gezirken haben. Der Lohn für Männer 
und Frauen ist gleich dem für 1584 festge- 
setzten. Außer diesem Lohne erhält kein 
Weingartenarbeiter oder -Arbeiterin jhausen, 
essen noch drincken, dieweill soliche sonnder- 
gaben den gemainen armen und unvermügi- 
gen weingartpauherrn zu nachtail und ent- 
züehung der arbaitter raicht. In den ge- 
nannten Orten sind zu übergeern erber frumb 
personen, so der weingartarbeit verstendig 
und dartzue teuglich sein, zu bestellen, die 
solanng die weingartarbeit weret, wochenlich 
all Weingarten vleissig übergeen, treulich be- 
sichten und beschauen und so paldt sy nun 
ainnichen falsch oder untreue arbait in den 
Weingarten spüeren, sehen und befinden, die- 
selben Weingarten von wegen der angeregten 
betrüeglichen, bösen schedlichen arbait mit 
aufgeschlagnen hultzen kreuzen vermerken 
und bezaichen; die Übergeher erhalten von 
den Besitzern für ihre Mühewaltung von je- 
dem Viertel Weingarten zu weinlesenszeit jedes 
Jars ain creutzer. Die Weingartenordnung von 
1584 sowie dieses Generalmandat ist auf den 
cantzlen oder vor denen kirchen menigclich 
I öffentlich alle feyrtag vorzulesen; die Hauer- 
I knechte haben sich vor spill, muessigang, 

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gotslesterung, übertrinken, bei dem wein 
sitzen und anderer leichtfertigkait zu ent- 
halten, dürfen nit wer tragen und haben sich 
menigclich vor helberten und phennigbcrten 
im grueben zu enthalten. Wenn eine Stadt 
gegen diese Weingartenordnung handelt, zahlt 
sie 50 Pfund, ein Markt 25, ein Eigen oder 
Dorf 10 Pfund Pfennig Strafe; zwei Drittel 
davon sind an Cristoffen Poldt, königl, Rat 
und Vizedom zu Wien, abzuführen, das letzte 
Drittel gehört dem Anzeiger. 
Patent. 

5355 154S, April ip, Wien, 

Niclas Polites wird anstat und als lehen- 
trager seiner hausfrau Margareta mit einem 
hof samt seiner zuegehörung und ainen Wein- 
garten gelegen zu Prunn mit ainem rain zu- 
nächst dem Khesslhof, so zu dem closter 
sandt Dorothea zu Wienn gehört, aus der 
lehenschaft derer vor Weynnden herrührend 
belehnt, wann die auf egenannt sein haus- 
frau von weilent Jörgen Krall und Margareta 
seiner hausfrau irem endl und andl, welche 
beruerte lehen von weilendt Joachim Schottel 
käuflich an sich bracht, gefallen sind. 

Lehenbuch f 15^7—1551, Sj', 

5356 1548^ August I, Wien. 

Sewastian Schrantz, königl. Rat und Bür- 
germeister von Wien, wird nach dem Tode 
des Stefan Trennckhen mit den in Nr, §336 
genannten Lehen als Lehenträger des Bürger- 
spitals belehnt. 

Lehenbuch, 15^7^1551, sf. 

5357 154S, August p, Wien. 

König Ferdinand I. an die niederöster- 
reichische Regierung, Jörgen von Baseyo mit 
der vessten Rapoltenkirchen zu belehnen. 

Lehenbuch, 75^7 — 155^9 ^^' 

5358 1548, August II, Wien. 

König Ferdinand L an die niederöster- 
reichische Regierung, Hannsen Fuxen zu be- 
lehnen. 

Lehenbuch, 1547 — 1551 y 60'. 



5359 1548, August 12, Wien, 

König Ferdinand L an die niederöster- 
reichische Regierung und Kammer, Hansen 
von Karling mit den Lehen zu Parz und 
Stockstall in Kirchperger pharr under dem 
Wagram zu belehnen. 

Lehenbuch, i§^j—j§5J, 72'. 

5360 1548, August i3, Wien. 

König Ferdinand L an die niederöster- 
reichische Regierung, Hannsen Ternickho 
mit dem vischwasser an der Schwechat ge- 
legen, zu der vessten Achau gehörig zu be- 
lehnen. 

Lehenbuch, 1547— 155T, 63. 

5361 1548, August 2j, Wien. 

König Ferdinand I. an die niederöster- 
reichische Regierung und Kammer, seinen Rat 
Wolfgang Gruentaler mit gekauften Gütern 
in Österreich ob der Enns zu belehnen. 

Lehenbuch, 15^7 — 7557, 71. 

5362 1548, Oktober 21, Wien. 

König Ferdinand I, an die niederöster- 
reichische Regierung, dem Hansen von Thurn 
die crainerischen und görtzerischen Lehen zu 
verleihen. 

Lehenbuch, 15^7 — 7557, 1^2. 

5363 1549, Oktober 22, Wien. 

Die niederösterreichische Kammer be- 
kennt, daß auf Bitten des Maximilian Casten- 
hoffer als derzeit vater der armen blatrigen 
leut des spitals zu St, Marx dem genannten 
Spital das Recht eingeräumt ist, alle Jahre 
in Ungarn 52 Ochsen zu kaufen und ohne 
Entrichtung irgend einer Maut nach Wien zu 
führen. 

Vidimus. 

5364 1550, Jänner 21, Wien. 

Mathias Zeller, königl. Rat und hoicBvaQX- 
secretari, wird mit dem nach demTode Marias, 
Wolfharten Strein zu Schwartzenau unsers 
rats und beisitzer unsres landsrechten in Öster- 
reich under der Enns Hausfrau, erledigten 



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Garten außerhalb der Stadt Wien beim hei- 
ligen Geist gelegen, belehnt. 
Lehenbuch, i^38—i§^, loy. 

5365 1550, März 12, Wien, 

Carl Hayden und Cristoff Concin werden 
als gerhaben und lehentrager weillendt Joa- 
chim Marschalchs zu Reichenaw gelassen un- 
gevogten sun mit namen Ernreich Marschalch 
mit den in Nr. 5263 genannten Lehen belehnt, 

Lehenbuch f 1547^1551, i6p. 

6366 1550, Apnl 18, Wien. 

Niklas Engelhardt, zu Korneuburg ge- 
boren, priester Passauer bistums, des thumb- 
stiftes zu Wien in aller heiligen sand Stefans 
thumkirchen canonicus, widmet eine Gülte von 
150 fl. rhein. in Wien zu einem Stipendium 
für zwei Bürgerssöhne von Komeuburg (wo- 
bei seine Verwandten den Vorzug haben) und 
für zwei Bürgerssöhne aus Wien, die das 
75. Lebensjahr bereits erreicht und die prin- 
cipia grammatices begriffen haben; der Ge- 
nuß des Stipendiums währt sechs Jahre, aber 
nicht über das 25. Lebensjahr. Zu Super- 
intendenten seiner Stiftung bestellt er den 
Domdechant zu St. Stephan in Wien, den 
ältesten Kanoniker bei der Universität, so ein 
Österreicher und aus dem fürstlichen collegio 
in das capitel kumen, auch den ältisten doc- 
toren in theologia, so derzeit rector Ordina- 
rius bei der Universität in collegio principis, 
und den ältisten herrn des innern raths bürger 
ZU Wien, so allezeit der nächst nach dem 
herrn burgermeister sitzt. — Besiegelt mit 
dem Siegel i. der Universität, 2. des Domkapi- 
tels, 3. der Stadt Wien und 4. der Stadt Kor- 
neuburg, unterfertigt vom Stifter. 

Kopie. 

6367 1550, Mai 3i, Wien. 

König Ferdinand L an die niederöster- 
reichische Regierung und Kammer, Jacoben 
Campana seinen kanzler der fürstlichen graf- 
schaft Görtz zu belehnen. 

Lehenbuch, 75^7 — 755/, 7^7. 

5368 ^SSOy Juni lo, Wien. 

König Ferdinand L an die n.-ö. regie- 
rung und camer Wilhelm Hohentanner, seinen 



obersten mundkoch und vischmaister in Öster- 
reich ob der Enns, zu belehnen. 
Lehenbuch, 1547—15519 1^3'. 

5369 1551, Jänner 2, Wien. 

König Ferdinand L an die n.-ö. regie- 
rung und camer, den Benedicten Utz Orn- 
berger und seine Hausfrau Veronica mit 
Lehen bei Baden zu belehnen, 

Lehenbuch, jß^y—i^ßj^ i3p', 

5370 iSS^y Juni 5, Wien. 

König Ferdinand I. an die regierung und 
camer der niederösterreichischen lande, den 
Philippen Steinauer . . ., Maximilian kunigen 
zu Behaim . . . camerdiener mit Fursprunn, 
das durch den Tod seines Bruders Augustin 
Steinauer ledig ist, zu belehnen. 

Lehenbuch, 1552—1564, 6. 

5371 1531, Juni p, Wien. 

König Ferdinand L an die n.-Ö, regie- 
rung und camer, Leonhardten Sintzendorfer 
etliche lehen in Österreich unter der Enns 
zu verleihen. 

Lehenbuch, 1547 ^1551 1 144. 

5373 1551, September 12^ Wien. 

König Ferdinand L ordnet zur Hintan- 
haltung der Türkengefahr an, daß in allen 
Pfarren wöchentlich an dem freytag ain pro- 
cession mit der letaney andechtigklich ge- 
halten volgends darauf, wo der priester und 
kirchendiener sovil bey den pfarrn vorhanden, 
ain ambt der heiligen meß zum wenigsten 
andechtigklich gelesen und darunder das Volk 
ermahnt werde. 

Patent. — Codex Austriacus 2, 184, Auszug. 

5373 i55if Oktober 28, Wien. 

Infection-ordnung der stat Wienn. 

Gedruckt zu Wienn in Österreich durch 

Hanns Syngriener. 

Da sich die infection des Sterblaufs in 

etlichen dorfern und flecken undter dem ge- 

pirg und zum thayl hie in der stat Wienn 

' auch erhaben und erzaigen will, errichtet die 

I niederösterreichische Regierung und Kammer 

I folgende Ordnung: a) alle haben sich eines 

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frommen Lebenswandels zu befleißen, weshalb 
b) allen predicanten in diser statt Wienn 
aufgelegt sei, in ihren Predigten das Volk zu 
ermahnen; c) jeder Hausvater soll sehen, daß 
in seinem Hause Zucht und Ordnung herrsche; 

d) burgermaister und rat der stat Wienn 
sollen Verordnung thuen, das khain medt- 
keller, pierkeller, sueö- noch andere Wein- 
keller an den suntagen und andern Feiertagen 
vor Verrichtung des gotzsdienst nit geöffent 
und zu nachts über pierglocken zeit kaines- 
wegs offen gehalten noch des nächtlich er- 
gerlich sitzen darinnen jemandtsgestat werde; 

e) zu dem ist offenbar, das sonderlich der 
prantwein den menschen vast erhitzt und zu 
der Vergiftung ursachet; deshalb ist verboten, 
Branntwein öffentlich feilzuhalten; f) da 
die Infektion gemainklich von den markten, 
dörfern und flecken in die Stadt gebracht 
wird, ist bei den Stadttoren jeder zurückzu- 
weisen, der aus einem infizierten Orte kommt; 
er hat sich außer der statt an ainem geleg- 
nen ort, das die von Wienn yetzt von stund 
an darzu auszaigen sollen, zu begeben und soll 
nicht vor 3o Tagen in die Stadt hereingelassen 
werden; g) dieweyl man sich auch von den pet- 
lern, so allenthalben in der Stadt umblaufen, 
der infection nit wenig zu besorgen hat, 
demnach sollen die von Wienn die frembden 
umbschwaifenden pettler von stund an aus 
der statt schaffen, was aber hieyg petler und 
armb leut sein, die sich des almuessens be- 
tragen müssen, die sollen sy ins burger spital 
verordnen und inen daselbst die undterhalt 
geben lassen, bis die infection widerumben 
aufhört; h) nachdem auch die unsaubrig- 
kayten hin und wider in der statt zu der 
infection nit wenig ursach geben, derhalben 
solle hiemit in der stat Wienn menigklich 
nyemandt ausgenomen mit ernst bevolhen 
sein, das ain yeder yetzo stracks und hinfüro 
allweg seine inleut, knecht und dienerin 
dartzue halte, das sy allen unflat, mist, todt- 
viech, kerach, petstro, alt hadern und all 
andere unrainigkeit und gestank vor und in 
den heusern, bstannt zimern, laden, kuchen, 
gewelben, krautkellern, stallen und höfen 
hinwegräumet, in pütten oder auf karren und 
wägen gewißlichen gantz aus der stat bringen 



lassen und das insonderhayt den pueben und 
diernen mit bedroung ernstlicher straff under- 
sagt und ge^ert werde nun hinfüro das kerach 
oder andern unlust auf der gassen und in 
winckeln niderzuschüten wie bisher oft und 
vil gesehen worden, darzu das nyemandt 
weder menschenharm , krautwasser, häring 
oder ander gesaltzen vischwasser noch der- 
gleichen unflat und ungeschmackh nindert 
in der stat nider giesse, sondern yederzeit 
strackhs in die Thonaw oder möring trage, 
auch weder in der stat noch in den heusern 
kainswegs wasche und sonderlich kain schwein 
in der statt halte; dann wo und so oft man 
schwein auf den platzen oder in gassen all- 
hie betritt, sy gehörn gleich zu wem sy wel- 
len, demselben werden sy neben anderer straff 
on ainiche bezalung genomen; i) solche seub- 
rung in der statt und in den heusern dest 
stattlichen zu volbringen, sollen burgermeister 
und rat von stunden Ordnung geben zwier 
in der wochen, nemblich an mitwoch und 
sambstag umb viere gegen dem abent, in den 
pädern die wassercästen und sonderlich die 
rörprunnen auf den platzen alhie rinnen zu 
lassen ; auf die yetz benanten tag und stund 
solle menigklich seine grosse poting, secht 
und andere schäffer, prunstain, vischbehalter 
und andere assach oder geschier vol wasser 
anschöpfen, und wann nach vermüg negst 
obengestelts artickls als kot, mystt gestank 
und unsaubrigkaiten wie die imer genennt 
werden mügen in und vor den heusern auch 
auf den platzen und in den gassen aus den 
rinslen ain yeder vor seinem haus mit ain- 
ander vleissig aufgekert und aus der stat ge- 
bracht ist, alsdann angeregt wasser ordenlich 
und aufs vleissigist in die benannten runsen 
giessen und solchen schedlichen geschmach 
und über belibne unsauberkayt durch die mö- 
ringen ganz und gar aus der stat in die 
Thonaw fletzen und durchwaschen; k) nach- 
dem auch hin und wider in den gassen und 
auf den platzen, insonderhait so nit gepflastert, 
große sümpf und gruben sein, darinnen sich 
allerlai unsauberkayt zusamensambt und ferrer 
nit ausrinnen mag, sollen die von Wienn 
solche sümpf und grueben onverzug ausschüt- 
ten, einziehen und zurichten lassen, das das 



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obgemelt wasser mit sambt der unsauberkayt, 
so es mit sich Hetzen und ziehen wirdet, 
darüber hinwegrinnen und sich nimer darein 
legen müge; l) es soll auch yetzo und weil 
sich die infection noch erzaigen thuet, nye- 
mandt ainich privet, haimblich gmach oder 
sinckgruben offnen, räumen oder bewegen 
lassen, sonder dasselb aygentlich bis in die 
kelten lassen ansteen, es were dann solches 
zu verhuetung schaden und nachtayls nicht 
umbgangen werden mochte, daß solche zu- 
vor dem burgermaister anzaigt und durch ime 
Ordnung geben werden, das solches in der 
nacht auf ain stundt beschehe, wann am 
wenigsten volk umb die weg ist; m) die 
offnen faylpäder alle sollen die von Wienn 
von stundan abschaffen und versperrt zu hal- 
ten bevelhen, bis auf der regierung und ca- 
mer weitern beschayd in erwegung, das sich 
die Vergiftung nindert mer ausbraiten und 
einreissen mag, als wo vill volk zusamen 
kombt und mit dem gesicht, atm und schwayss 
aneinander berueren thuet; darumben wirdet 
nach göttlicher hilf die bösst und sicherist 
rettung und ertzney sein, das sich ain jeder 
mensch sovil müglich selbst hüte und on 
sondere merkliche ehaft und ursach zu den 
inficirten nit gee noch sich müetwillig und 
on AOt under das volk mische; n) die spitl- 
maister im hof- und bürgerspital haben in- 
filierte Personen des Spitals on alles verziehen 
abzusondern und in das Lazareth führen zu 
lassen; o) der schulen halben wellen regie- 
rung und camer nach gelegenhait des laufs, 
wie derselb abnemen oder weiter eingreifen 
wirdet, selbst Verordnung thuen; p) und die- 
weil nach anzaigen der arzt die infection 
durch den rauch der crainbeten Stauden und 
holtz nit wenig getempft werden mag, soll 
hiemit den hausherrn oder Inhabern der heu- 
ser, darinnen die infection angrififen hat, be- 
volhen und aufgelegt sein, das sy dieselben 
heuser und fürnemblich die zimber darinnen 
die infection gewesen ist, yedestags drey-, vier- 
oder mermaln mit bemelten rauch ausrauchen, 
die zimer mit essig besprengen und wo sonst 
yemandt andrer in seinen heusern und höfen 
cranibetenstauden oder ander fewer prenen 
wolt, denen soll es, sovill gefars halben des 



fewrs und winds beschehen kan, zugeben 
sein; insonderheit ist der regierung und camer 
bevelch, das solch rauchen und besprengen 
der zimer in den schulen und spit&lern yetzt 
von stundan angefangen und täglich gebraucht 
werde, bis der almechtig Gott gnad gibt, das 
die infection widerumben abläßt, doch das 
ain yeder mit trewisten vleyss auf solches 
fewrprennen guete achtung habe, auf daß 
gemainer stat und sonst yemandts anderm 
dadurch kain schaden zuegefüegt werde; und 
wo aber der sterblauf gar überhand nemben 
wolt (das der almechtig barmherzigklich ver- 
hüeten well), so sollen alsdann die von Wienn 
Ordnung geben, das auf den offnen platzen 
von crainbetstauden und anderm guten dürren 
holz grosse fewr geprennt werde, so lang bis 
sich der lauf widerumben zu nachlassung 
schickt, und das solches mit jeniger vleyssi- 
ger achtung und gewarsame beschehe, damit 
kain schaden daraus entstee; zu solchen fewr- 
prennen sollen die darumb gelegnen heuser 
mit cranibet Stauden und anderm guetem 
duenrem holz nach gelegenhait der darin 
wonenden personen vermügen hilf und handt- 
raichung thuen und das nit waygern in an- 
sehen, das solch prennen menigklich zu gue- 
tem beschicht; q) es soll auch zu merer 
fürkümbung diser geschwinden krankheit ain 
yider hausherr, burger und inwoner der doc- 
tores und arzt buechl und Ordnungen im 
viertzigisten jar auch noch etliche mer davor 
aufgericht, darinnen maß und leer gegeben wir- 
det, wie sich ain yeder mit essen, trinken 
und in ander weg zu halten und vor dem 
gift zu verhüeten habe, bey dem Singriener 
und andern buchfüerern und buechdruckern 
hie kaufen, vleissig lesen oder lesen lassen 
und denselben sambt seinen gesind sovil müg- 
lich nachkomen; r) wird jemand krank, ist 
sofort dem magistro sanitatis und dem Wund- 
arzt die Anzeige zu erstatten, welche die Über- 
führung des Kranken, ist er infiziert, an 
Verzug geen Siechenais in das lasaret veran- 
lassen; s) wo dann ain hausvater oder wierdt 
selbst, sein hausfrau, kinder, iere freundt oder 
ander ansehnlich personen mit diser krank- 
hait beladen wurden und sich in das lasa- 
reth nit füeren, noch in ieren heusern oder 



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wonungen (als hernach folgt) versperren lassen 
wolten, denen ist erlaubt, 2 oder 3 Meilen 
von der Stadt hindanzuziehen, müssen aber 
daselbst 40 Tage bleiben; wer aber in seinem 
Hause bleiben will, darf nebst den Personen, 
die zu seiner Pflege bei ihm bleiben, vor 
40 Tagen nicht auf die Gasse gehen; er hat 
Leute zu bestellen^ die seine Angelegenheiten 
in der Stadt besorgen, Speise, Trank, Arz- 
neien usw. zubringen und für die haustür 
nidersetzen; werden arme Personen in infi- 
zierten Häusern versperrt, die sich Speisen, 
Arzneien usw, nicht kaufen können, denen 
sollen es burgermaister und rat aus dem 
burgerspital raichen und mittailen lassen und 
insonderhait personen verordnen und bestel- 
len, die nit allain den armen kranken in den 
versperrten heusern auswarten, sondern auch 
inen alle notturft für iere hausthürn bringen; 
t) in welchem Hause die Infektion ausbricht, 
das hat der Bürgermeister sofort auf 40 Tage 
zu versperren und auf die Haustür ein weißes 
Kreuz zeichnen zu lassen; nur der Magister 
sanitatis, der verordnete Wundarzt oder wo 
andere doctores, wundärzt, pader oder hal- 
blerer insonderhait beruft werden, die können 
hineingeen; sie haben umb ziemblich belo- 
nung die krancken zu besuchen, ihre Instru- 
mente guet sauber und rain zu halten; es 
soll auch der inficirten heuser und zimer 
kaines eröffendt werden, es sey dann zuvor 
nach aller notturft gerainigt, geseubert und 
ausgeraucht; wenn aber die infection von 
newen widerumben darinnen eingreifen wolt, 
soll es neuerdings gesperrt und mit einem 
weißen kreuz bezeichnet werden; u) vor allen 
dingen sollen die von Wienn das lasareth zu 
Siechenais mit Stuben, camern und andern 
notturftigen gemächen dermaßen zuerichten 
lassen, damit die kranken personen nit haufen- 
weis obeinander ligen und stecken müessen, 
sondern irn zimblichen geraumb haben mügen, 
wie es dann sonderlich in dieser krankhait 
ein grosse notturft ist; und wann ain infi- 
zierte person anfacht zu haylen und gesundt 
zu werden, das man dieselb von den kranken 
absündern und in ain ander sauber gemach 
thuen müg, auf daz dieselb nit zum andern 
mal vergift werde, die von Wienn sollen 



auch mit höchstem vleiß Verordnung thuen, 
das den personen im lasareth mit essen, trin- 
ken, ligerstat, ertzneyen embsiger ausrauchung 
mit cranebetstauden, seuberung und bespren- 
gung mit essig der zimer und aller anderer 
notturftiger handtraichung zum hosten, sovill 
müglich sein kann, ausgewart werde; für 
die Armen ist bei den Kirchen, in den Gassen 
und unter den Stadttoren zu sammeln; was 
man in das Lazareth schicken will, ist auf 
einem durch die von Wien ausgezeigten Platze 
zu hinterlegen, von wo es der wierdt oder 
siechmaister im lasareth durch seine Leute 
abholen läßt; diese dürfen die Stadt nicht 
betreten; v) der Magister sanitatis, die Wund- 
ärzte und ihre Diener sollen nindert under 
das volk geen, damit ierenthalben nyemandt 
kain scheuch und geferlichayt zustee; w) keine 
an der Infektion verstorbene Person darf 
innerhalb der Stadt Wien, besonders aber nicht 
bei sand Stefan begraben werden; x) der 
fuerman, roß und wagen, durch die man die 
inficirten personen ins lasareth fürt, haben 
ihre herberg und undlerhalt im lasareth und 
dürfen nur in die Stadt kommen, um Kranke 
in das Lazareth zu überführen; der Wagen 
ist mit einem weißen Kreuze zu bezeichnen. 
Patent. 

5374 1552, März II, Wien. 

Joachim Schnaidtpeck herr zu Schön- 
kirchen wird mit den in Nr. 5228 genannten 
Lehen belehnt. 

Lehenbuch, i §52— 156^ 3'. 

5375 1552, Juni 21, Wien. 

Bernhard Hämerl, landesfürstlicher Zeug- 
wart in Wien, wird mit dem von Mathias 
Zeller von Puechperg königl. Rate aufge- 
sandten und ihm verkauften Garten außer- 
halb der statt Wienn beim heiligen Geist 
gelegen, belehnt. 

Lehenbuch, 15 §2— 156^ i^ 

5376 1552, August p, Wien. 

König Maximilian II. an die regierung 
und camer der niederösterreichischen lande, 
dem Cristoffen herrn von Zelking Walseeri- 
sche Lehen zu verleihen. 

Lehenbuch, 1552—156^ ^. 



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III 



5377 1552, Oktober i3, Wien. 

König Ferdinand L erlaubt den Obrig- 
keiten, ihren Untertanen in gegenwärtiger be- 
schwerlicher kriegsleuff . . . geschoss von 
püchssen stahel und anderm zu gestatten, 
damit sie in zeyt der feindts not damit ge- 
fast sein mügen, doch haben sie sich jeg- 
licher Jagd zu enthalten. 

Patent. 

5378 1553, März 3, Judenburg. 

Sebastian Huetstockher , königl. Rat 
von Wien, wird nach dem Tode Sebastian 
Schranntzen mit den in Nr, 5356 genannten 
Lehen als Lehenträger des Bürgerspitals be- 
lehnt. 

Lehenbuch, 1552^156^ 26. 

5379 1553, Juni 8, Wien. 

Die niederösterreichische Regierung er- 
läßt an alle der Wiener Weingartenordnung 
unterworfenen Städte, Märkte, Aigen und 
Dörfer (Nr. 5^54) ^^^ ^^^^ Ordnung, ver- 
bietet den Weinzierl, Hauerknechte ohne or- 
denlich passporten aufzunehmen, die Hauer- 
knechte abzureden^ den Lohn zu steigern 
und dazu noch den Weingartenarbeitem essen 
und trinken dazu zu geben, so doch ver- 
mitels göttlicher gnaden wein und prot zu 
taglicher underhaltung heuer vil wolfailer 
zu bekommen als etwo hievor etlich jar beer. 

Patent. — Codex Austriacus 2, ^5. 

5380 1554, Februar 20, Wien. 

König Ferdinand I. verordnet, daß die 
Obrigkeiten sich bei den ordinari pfarrern 
und priesterschaft erkundigen und wo sy je- 
manden befinden, der nicht nach der heyligen 
christlichen kirchenordnung und löblichen ge- 
brauch gepeicht und das hochwürdig sacra- 
ment under ainerlay gestalt emphangen hette, 
denselben vorladen und ihm befehlen, binnen 
vier Wochen altem christlichen gebrauch und 
Ordnung nach zu peichten und das hochwir- 
digsacrament under ainer gestalt zuempfahen; 
wer nicht folgt, ist anzuzeigen. 

Patent. — Codex Austriacus /, 2§0. 



6381 1554. Mai 9, Wien. 

Die niederösterreichische Regierung er- 
neuert das Verbot der Ausfuhr von Unschlitt 
(Bd. 3, Nr. 1^22) und beauftragt die mautner, 
Zöllner und aufschlager oder derselben Ver- 
walter, all furleut und ander personen am 
durchfüeren anzuhalten, ob sy inslit fueren, 
dergleichen auch auf iren wägen die gat- 
tungen, so sy in stertin, weinvässern und 
anderm füeren, aigentlichen zu beschauen; 
haben sie für miigeführtes Unschlitt kainen 
baßbrief oder wollen sie dasselbe in vassern 
oder anderweg aus dem land füeren, ist es 
ihnen on vertzug zu nehmen, davon dem 
nemer der drittal und die andern zwen thail 
unns inen bleiben, 

Patent. 

6383 1554, November 14, Wien. * 

König Ferdinand I. an die niederöster- 
reichische Regierung^ seinem Rate Veit Hager 
zwei Lehen in der Petzenkircher Pfarre zu 
verleihen. 

Lehenbuch, 1552 — j§6j, lOj. 

6383 1554, November 26, Wien. 

König Ferdinand I. ordnet die Anzeige 
der Ortenburger Beutellehen an. 

Patent. — Codex Austriacus i, 161, Aus:{ug. 

5384 1555, Jänner 4, Wien. 

Ott von Ratmannstorff wird als der Äl- 
tere für sich und seinen Bruder Alban und 
weilent Erasmen von Ratmanstorflf gelassen 
sun mit namen Baikam mit den in Nr. 5326 
genannten Lehen belehnt. 

Lehenbuch, t§§2—i§6^ y8. 

5385 1555, Oktober 4, Wien. 

Egid Kemptner bürger zu Wienn wird 
als Lehenträger seiner Gemahlin Margareta, 
Witwe nach Niclasen Polites, mit den in Nr. 
5355 genannten Lehen in Prunn belehnt. 

Lehenbuch, 1552 — 1564, p2'. 

6386 1555, November 2p, Wien. 

König Ferdinand L erläßt in Ausführung 
des Reichstagsbeschlusses von Augsburg, ein 
Generalmandat gegen die gartenden knechte. 

Patent. 



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112 



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5387 1556, April p, Wien. 

König Ferdinand L erlaubt den Juden, 
noch ein weiteres Jahr, d. i, bis zum 2^, Juni 
^557 ^^ Österreich unter der Enns bleiben zu 
können, 

Patent, 

5388 1556, September 10, Wien. 

Hanns von Greiß, Corneli von Lappitz 
und Pilgram Sintzendorffer werden als vor- 
munder und gerhaben der Söhne des Davit 
von Trautmanstorff, Hans, David, Wolf Diet- 
rich, Job Hartmann und Hans Friedrich mit 
den in Nr, 5252 genannten Lehen belehnt, 

Lehenbuch,' t§§2 — i^ö^ff ij8, 

5389 1556, September 14, Wien, 

König Ferdinand I, an die niederöster- 
reichische Regierung, die Brüder Hanns Joa- 
chim und Ferdinand Henion mit der Mitter- 
mül in der Ippser phar zu belehnen, 

Lehenbuch, 1552— 1564, 115. 

5390 1556, September ij, Wien, 

König Ferdinand L an die Regierung 
der niederösterreichischen Lande, Leopolden 
PÖttinger zu belehnen, 

Lehenbuch, J§ß2 — 156^ 121. 

5391 1556, September 28, Wien, 
Ferdinand grave zu Orttenburg Freiherr 

zu Freynstain und Karlspach, königl, Rat, 
wird als der Ältere für sich selbs und als 
lehentrager Bernharden Ernsten und Ernfri- 
den seiner gebrüeder mit den von ihrem Vater 
Gabrielen grafen zu Ortenburg geerbten Lehen, 
der damit laut Lehenbrief gegeben zu Augs- 
burg 1526, Jänner 12 belehnt worden ist und 
die in Nr, 5280 genannt sind, belehnt, 
Lehenbuch, j§S2 — i§6^, ij2. 

5393 1556, November 8, Wien, 

König Ferdinand I, entbietet allen Obrig- 
keiten, die aygen ungelt haben oder darfür 
befreyt und in Österreich unter der Enns 
gesessen sein, das Ungelt in der bisherigen 
Weise einzuheben und nicht etwa die auf den 
letzten Landtag zu Wien ihm bewilligte Hilfe 
für sich zu nehmen, 

Patent. 



5393 1556, November 8, Wien, 

König Ferdinand L verordnet, daß alle 
die durch den Landtag zu Wien am ig, Ok- 
tober bewilligten Abgaben bis zum i, Jänner 
iSSy pünktlich leisten, 

Patent. — Vgl. Bd. 2, Nr. i^p. 

5394 1557^ M^r^ 3^> ^i^^' 

König Maximilian H, verordnet, daß die 
bereits durch Mandat vom 3o. Mai 1556 ver- 
rufenen hungrischen dreyer zwei Monate vom 
Datum dieses brieffs keinen Kurs mehr haben, 

Patent. 

5395 1557, April 26, Wien, 

Die nieder österreichische Regierung ver- 
ordnet die Einhaltung der in der Wienneri- 
schen weingartenordnung festgesetzten Löhne 
an, erinnert, daß diese Weingartenordnung 
bey Hansen Syngriener buchtrucker allhier 
zu ersuchen und bekhumen ist, stellt als Ter- 
min der nächsten Zusammenkunft der Ver- 
treter der dieser Weingartenordnung unter- 
worfenen Orte im Rathause zu Wien den 
Sonntag nach heil, Dreikönige fest, befehlt, 
alle Übertreter dieser Ordnung dem Vizedom 
in Österreich unter der Enns Hans Wider- 
peuntner anzuzeigen, 

Patent. 

5396 1557, August 18, Wien, 

Kaiser Ferdinand L befreit alle Proviant- 
fuhren für das kriegswesen in Ungarn von 
jeglicher Maut, 

Patent. 

5397 1557, September 22, Wien, 
Bartholome Freysleben, landesfürstlicher 

Zeugdiener, wird als der Ältere für sich selbst 
und als lehentrager Gristoffen Freysleben sei- 
nes bruders und seiner vettern mit dem laren- 
pecheramt belehnt, 

Lehenbuchf 1552^156^ J2p. — Oherleitner in 
*Noti\enhlattf Beilage :{um Archiv für Kunde österr. 
Geschichtsquellen* 8, 22. 

5398 1557, Oktober 7, Wien. 

Hanns Übermann unser rat und dieser 
zeit unser stat Wienn burgermeister wird mit 



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ii3 



den in Nr. s3^8 genannten Lehen nach dem 
Tode des Sebastian Huetstoker belehnt 
Lehenbuch, 1552— i §6^, i3^. 

5399 1558 [nach Jänner 8, Wien]. 
Gepot und vermonung denen khünig- 

lichen general mandaten zugeleben. Burger- 
maister, richter und rate der statt Wienn 
gepieten ernstlich bei Vermeidung schw&rer 
straff, das all und yed burger denen ange- 
slagen küniglichen general mandaten und dar- 
auf gethanem berueff gehorsamlich nachkomen, 
auch des ire gesst, inwoner und gesynd treu- 
lich erynndern und ermanen; wo sy aber 
darüber yemands ungehorsam und an ainicher 
gotslestrung, öffentlichem oder leichtfertigem 
spil, frässerey, unordenlichem trincken oder 
zutrinken, fleyschessen, eebruch oder andern 
lasstern befunden, das sy den oder dieselben 
Übertreter unverzogenlich der oberkait an- 
zaigen, damit gegen denselben Übertretern 
nach ausweisung angezaigter general mit straf 
verfaren werden m6g. 

Gleich:{eitiger Druck. — Dieses «gepot» dürfte 
nach dem Mandat König Maximilians IL vom 8. Jän- 
ner i§§8 erfolgt sein; vgl. Bd. 2, Nr. i^§^. 

5400 1558, Jänner 3i, Wien. 

Da die 1534 erschienene Weingar tenord- 
nung trotz ihrer fast alljährlichen Erneuerung 
nicht beobachtet wird, schärft die niederöster- 
reichische Regierung dieselbe neuerdings ein 
und gibt bekannt, daß sie bey Michael Zim- 
mermann buchtrucker allhie in der Stadt 
Wienn zu ersuchen und bekommen ist. Die 
Regierung verordnet weiter, daß a) diese Wein- 
gartenordnung alle wochen oder doch zum 
lengsten alle 14 tagen oder vier wochen ainmal 
an denen sontägen oder andern heyligen feyr- 
tägen in stetten und markten auf der kantzel 
öffentlich verkündet und dann in denen dörf- 
fern und aigen nach beschlossnem gottes- 
dienst der gemain vor denen kirchen vorge- 
lesen werde; b) hauerknecht on passporten 
dermaßen wie bisher dürfen verner nit mehr 
aufgenommen werden; c) den Weinzierln ist 
nicht zu gestatten, in Bestand genommene Wein- 
gärten an Hauerknechte in Bestand weiter zu 
geben; d) die in der Weingartenordnung für den 

Regesten zur Geschichte der Stadt Wien. V. 



y. Jänner jeden Jahres anbefohlene Zusammen- 
kunft zu Wienn in rathaus soll künftig am 
Sonntag nach heil. Dreikönige abgehalten wer- 
den; e) Übertreter der Weingartenordnung sind 
dem königl. Rate und Vizedom in Österreich 
unter der Enns Hannsen Widenpeuntner an- 
zuzeigen. 
Patent. 

5401 i558y Juli 6, Wien. 

Egid Khembtner burger zu Wienn wird 
mit den in Nr. ^385 genannten Lehen zu 
Prunn, nachdem sie seine Gemahlin aufge- 
sandt hat, belehnt. 

Lehenbuchf jߧ2 — 156^ j^§\ 

54Ö3 1558, Oktober 26, Wien. 

Kaiser Ferdinand I. an die niederöster- 
reichische Regierung, er habe dem Joachim 
von Schönkirchen, unsern rat und profant- 
meister in Hungern, den sitz Angern an der 
March zu einem Weiberlehen gemacht. 

Lehenbuch, i§§2—i§6^, 151'. 

5403 1559, Jänner 12, Augsburg. 

Kaiser Ferdinand I. an die niederöster- 
reichische Regierung, Sebastian Pöttinger als 
verordneten Gerhaben der Khreislischen erben 
mit der vesten Hakhing zu belehnen. 

Lehenbuch, i§§2—i§6^ 757'. — Vgl. Nr. §^p. 

5404 1559, Jänner 24, Wien. 

Die niederösterreichische Regierung er- 
neuert das Verbot der Unschlittausfuhr vom 
p. Mai 1554 (Nr. 538o), zumal die geyfleisch- 
hacker, so durchs ganz jar in der stat Wienn am 
Graben fleysch hakchen, zuwider des alten her- 
khumen und gemelter statt Wien oler Ordnung 
sich unterstehen, ihr insslytt allain von aigens 
nutz und merers gewinss wegen den für- 
khauffern allenthalben aus dem land zu ver- 
kaufen und^ nit mehr nach Wien zu bringen, 
wodurch nicht allein landesfürstliches kam- 
mergut entzogen, sundern winter- und herbst- 
zeiten an den kerzen und insslytt bey der 
statt großer mangel erscheint. Die geyfleisch- 
hacker, die durchs jar herein nach Wien 
kommen, werden Inhalt des alten herkhumen 
und der oler Ordnung angewiesen, ihr Un- 

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114 



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schlitt den Ölem der StadtWien umb gepürliche 
bezallung zu überlassen, bei Vermeidung der 
straf in obgeraelten Verbot 
Patent. 

5405 i559f Jänner 3o, Wien. 

Die niederösterreichische Regierung schärft 
den der Wiener Weingartenordnung Unter- 
worfenen (Nr, 5354) dieselbe neuerdings ein, 
setzt die Löhne für Weingartenarbeit fest, 
und zwar: ainer jeden mansperson von erster 
vaslvvochen bis auf sant Georgentag 28 Pfen- 
nig, von Georgii bis auf sant Johannestag 
I Schilling Pfennig, von Johannis bis aufs 
lesen 28 Pfennig, vom Weinlesen widerumb 
auf die erst vastwochen 24 Pfennig; ainem 
weibspild von Liechtmessen auf sant Georgen- 
tag 16 Pfennige die grüen arbeit hinumb 
20 Pfennig und von der grüen arbait bis 
widerumben auf Liechtmessen 16 Pfennig; 
Übertreter der Weingartenordnung sind dem 
königl, Rate und Vizedom von Österreich unter 
der Enns Hannsen Widerpeuntner anzuzeigen. 
Patent. — Vgl. Bd. 2, Nr. i^sj. 

5406 1559» Apri^ ^5» Wien. 

Die niederösterreichische Regierung be- 
fiehlt den markten und aigen um Wien, welche 
ihre eigenen Fleischhauer früher gehabt ha- 
ben, wo aber jetzt wenig fleischhackher die 
sich des handwerks gebrauchen verbanden, 
also das die betreffenden Orte nach Wien 
täglich um fleisch kommen und daselbst das 
Fleisch aufkaufen, wodurch in Wien zu mer- 
maln an fleisch mangel erscheinet, ihre eige- 
nen Fleischhauer zu halten und sich auf 
Wien nicht zu verlassen. 

Patent. — Codex Austriacus /, 36p. 

5407 1559, Mai 12, Wien. 

Sebastian Pottinger, passauerischer ränt- 
meister auf dem Tullnerfeldt, wird als Ger- 
hab und Lehenträger der ungevogten Söhne 
des Hainrich Wolffen Khreißl, Hanns Wolf 
und Hainrich Wolf, obwohl er in gebüerlicher 
zeit nit ersuecht hat, mit der vesten Häckhing 
auf der Wienn gelegen, belehnt. 



5408 1559$ Oktober 26, Wien. 

Kaiser Ferdinand I. gebietet, die rotti- 
rung, gartung und besamblung der Lands- 
knechte in Österreich unter und ob der Enns 
abzustellen. 

Patent. 

5409 1560, Jänner 5, Wien. 

Kaiser Ferdinand I. verbietet den Schnei- 
dern, Kleider gegen die 1542 ergangene, 1552 
erläuterte Polizeiordnung anzufertigen. 

Patent. — Codex Austriacus 2, lyö. — Vgl. Bd. 2, 
Nr. i^fOS und i^fSy. 

5410 1560, Jänner ip, Wien. 

Die niederösterreichische Regierung er- 
neuert das Patent vom 25. April 155p (Nr. 5^o6\ 
damit das volkh auf dem gey nit ursach hab, 
dermaßen haufenweis in die Stadt Wienn umb 
fleisch zu laufen. 

Patent. 

5411 1560, Jänner 2p, Wien. 

Die nieder österreichische Regierung er- 
neuert das Patent vom 3o. Jänner vorigen 
Jahres (Nr. 5405) und bestimmt, daß die Über- 
geher überall zu bestellen sind; Übertreter der 
Weingartenordnung sind dem Rate undVizedom 
in Österreich unter der Enns Hannsen Wider- 
peuntner anzuzeigen. 

Patent. 

5412 1560, April 16, Wien. 

König Maximilian II. nimmt zu hayung 
und Pflanzung des landesfürstlichen lusts- 
und wildbans im Prater bei der hiesigen 
Stadt Wienn alle und jede augehölz und 
wiesmaden daselbst hinnen gelegen von den- 
jenigen partheyen, welche sie bishero eines- 
theils für sich selbsten genutzet und genossen 
oder andern um jährlichen bestand oder auf 
leibgeding verlassen und übergeben haben, 
durch gebührliche gütliche Unterhandlung und 
vergleichung einer jährlichen summa gelds 
bestandweis und so lang er deren bedürftig 
an sich, darunter auch der klosterleute sancti 
Augustini ordens alhie zu Wien . . . auge- 
hölz und wiesmath daselbsten im Prater ge- 



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K, k. Archiv für Nicderösterrcich. 



115 



legen, um 55 fl> rhetn, jährlich vom nächsten 
Georgentage an zu rechnen. 

Kopie aus dem Ende des j8. Jahrhunderts. 

5413 1560, April ip, Wien. 

Kaiser Ferdinand L an die niederöster- 
reichische Regierung, Hansen Knoblstorffer 
zu belehnen. 

Lehenbuch, 1552—1^6^ ryS'. 

5414 1560, Juni I, Wien. 

Da etlich fleischhagkher auf dem landt 
in Österreich unter der Enns zuwider der 
Wiennerischen aufgerichten fleischordnung 
das phundt rinndtfleisch über sechs pfenning 
geben, aber solche staigerung ain gemaine 
landtbeschwärung und ainen newen eingang 
zu desto meerer thewrung geperen wurde, so 
verordnet die niederösterreichische Regierung, 
daß die Fleischhauer die Wiener Fleischord- 
nung und Satzung halten. 

Patent. 

5415 1560, Juli 2y Wien. 

Es ist durch offne außgangne general me- 
nigclich verkhündt und zuegelassen, frembde 
wein desgleichen pier nach Wienn zu füeren 
und one ainiche Satzung bis auf nechstkhu- 
mende Martini auszuschenken, doch das von 
allem wein und pier, so allhier vor und in 
der stat ausgeleutgebt wirdet, der gepürlich 
ungelt und zapfenmaß gegeben und geraicht 
werden solte; nun wird aber durch Caspam 
Erlbecken, zeügscommissarien bei denen lands- 
rechten in Osterreich under der Enns, als 
bestand Inhaber des ungelts und zapfenmaß 
Beschwerde geführt, das sich der merer thail, 
so wein und pier in die stat kaufen und 
ersteen solle, dieselben haimblicher wais in 
winkheln in die vässl und sonsten auszu- 
geben, das auch etliche, so auf den platzen 
wein und pier schenken, sich verlaugnen 
lassen, und wann gleich bemeltes bestanndt 
Inhabers diener ainen antretten und visiern 
wollen auch davon beede gefell den ungelt 
und zapfenmaß zu bezalen begern, so fahren 
sy mit denen lären vässern haimlichen hin- 
weg und raichen weder ungelt noch zapfen- 



maß, wodurch der Bestandinhaber desselben 
geschädigt wird; um dies hintanzuhalten, ver- 
ordnet die nieder österreichische Regierung, 
Wein und Bier, das bis Martini nach Wien 
gebracht wird, bey verlierung derselben dem 
Bestandinhaber anzuzeigen, ebenso Wein und 
Bier, das under den raiffen verkauft wird, 
obwohl davon weder Ungelt noch Zapfenmaß 
zu reichen ist; die mautner under den thorn 
Wiens dürfen niemandem, der Wein oder Bier 
in die Stadt gebracht haty durch die thore 
hinaus faren lassen, er habe dann von ge- 
melten bestanndt inhaber ain zedl, das er 
den gepürlichen ungelt und zapfenmaß bezalt 
habe. 

Patent. 

5416 ^560, September 10, Wien. 

Leopold Weinberger zu Grinzing gesessen, 
hat in das hofspital allhier zu Wien ^000 i^wni 
Pfennig an barem geld legirt, damit von der 
nutzung der spitalmaister jährlich und ewig- 
lich acht arme knaben, so der nachbarschaft 
zu Grinzing oder wo deren nit soviel vor- 
handen, anderer ehrlicher leut kinder wären, 
zum Studiren verlegt und jedem alle jähr 
25 Ff und Pfennig gereicht und gegeben wer- 
den sollen. Kaiser Ferdinand will nun des 
Weinbergers letzten willen und testament in 
würkliche execution bringen, auch dasjenig, 
so etwa durch ihne aus unbedacht oder ein- 
falt unterlassen worden, zur beförderung sol- 
ches . . . Werks aus angebohrnen kayserlichen 
gnaden und mildigkeit erstatten und ergän- 
zen, daß demnach solch 4000 Ff und Pfennig 
in das vizedomamt allhier genommen und 
das hundert mit sechs gülden aus den ge- 
föUen und einkommen des hieigen salzambts 
... zu verzünsen, damit acht Knaben davon 
auf der universitaet allhier unterhalten wer- 
den. Die gemeind zu Grinzing schlägt die 
acht Knaben, die darzu tauglich und bonae 
spei auch bei 17 oder 18 jähren auf wenigst 
alt seyn, den Superintendenten des Hof- und 
des Bürgerspitals vor; finden sich nicht genug 
Kandidaten, so sollen die Superintendenten 
dieselben allzeit aus dem Goldberg allhie 
nehmen . . ., auch einen jeden fünf jähr lang 
im studio unterhalten; diese acht Studiosen 



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sollen nur facultatem theologicam studiren, 
die dann mit pfarren und andern beneficien 
bedacht werden sollen. — Besiegelt mit dem 
kaiserlichen anhangenden insigl. 
Kopie, 

5417 1560, September //, Wien. 

Kaiser Ferdinand L an die niederöster- 
reichische Regierung, seinen Rat und nieder- 
österreichischen Gerichtssekretär Hans Ulrich 
Aphelbeck mit seinem väterlichen Erbe, einen 
paufälligen abgeödeten edelmannshof Leon- 
tzendorf genannt in Weitner pharr gelegen, 
zu belehnen. 

Lehenbuchy 1552^156^ 188'. 

5418 1560, Oktober i, Wien. 

Kaiser Ferdinand L erneuert die Be- 
stimmungen der Polizeiordnung von 1542 be- 
treffend aigennützigen fürkauf und wuecher- 
lich fürlehen auf künftige frucht, wie es haupt- 
sächlich um Wien herum in Übung ist. 

Patent. 

5419 1560, November 3o, Wien. 

Kaiser Ferdinand I. befiehlt, die rottie- 
rung, gartung und besamblung der Lands- 
knechte in Steiermark abzustellen. 

Patent. — Codex Austriacus /, y§2. — Krones in 
€ Beiträge ^ur Kunde steiermärkischer Geschichtsquellen* 
20, §8j Nr. ^66. 

5420 1561^ Jänner 2j, Wien. 

Die niederösterreichische Regierung er- 
neuert die Weingartenordnung von 1559 
(Nr. S405), welche bei Michael Zimmerman 
buchdrucker allhie in der Stadt Wien gedruckt 
zu erhalten ist, und befiehlt^ alle Übertreter 
derselben dem Hansen Wiederpeuntner, vitz- 
domb in Osterreich unter der Enns anzu- 
zeigen, 

Patent. 

5421 1561, Februar 25, Wien. 

Kaiser Ferdinand I. an die niederöster- 
reichische Regierung, Georg Teufl einen 
Untertanen zu Glockhnitz zu verleihen. 

Lehenbuch, i§§2^j^6^ ip8. 



5433 1561, März 12, Wien. 

Kaiser Ferdinand I. an die niederöster- 
reichische Regierung, Sebastian von Windisch- 
grätz mit Plankenstein und Dobra zu be- 
lehnen. 

Lehenbuch, 1552 — 156^ i8p'. 

5433 1561, März i3, Wien. 

Kaiser Ferdinand I. bewilligt den armen 
leuten bei St. Marx allhier in ansehung, daß 
ihnen hievor aus dem salzamt zu Gmundten 
jährlich bewilligten 20 fuder salz von wegen 
der armen leut menge daselbst nicht erkleken, 
noch 20 fuder salz jährlich. 

Vidimus. 

5434 1561 f März 17, Wien. 

Wolfgang Püdler doctor, Cristoffen 
Entzianer kaiserlicher diener und Herman 
Stopfer als weilannd Johann Baptista Pache- 
leb doctors testaments executors erhalten 
zum Empfange der Lehen einen einjähri- 
gen Urlaub. 

Lehenbuch, 1552 — 1$6^ i8p\ 

5435 1561, März 24, Wien. 

Die niederösterreichische Regierung er- 
neuert das Patent vom ip. Jänner 1560 
(Nr. 5410) hinsichtlich der Fleischbänke in 
den Orten auf drei meilen wegs umb die 
Stadt Wien gelegen und befiehlt den Herr- 
schaften neuerdings, durch peenfäll und an- 
dere ernsthafte weeg darob zu sein, daß diese 
Orte ire aigne fleischhacker, die ire fleisch- 
penckh mit fleisch notturftigclich versehen, 
gewisslichen halten. 

Patent. — Codex Austriacus 2, ^8. 

5426 1561 März 28, Wien. 

Kaiser Ferdinand I. an die niederöster- 
reichische Regierung und Kammer, Cristoffen 
freiherrn zu Eytzing mit dem obrist camerer 
ambt in Österreich under der Enns zu be- 
lehnen. 

Lehenbuch, i§^2—i§6^ 220. 

5427 1561, Mai 12, Wien. 

Kaiser Ferdinand I. begehrt, da das 
hofspital alhier mit wismätten gar übel ver- 



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117 



sehen und begabt ist, von zechmaister und 
bruderschaft unsers herrn frohnleichnams bey 
sant Michael zu Wienn, n^enn mit der ihnen 
gehörigen, zunächst unserm arschenall gelege- 
nen Wiese, welche yemants leibsgedingweise 
verschrieben ist, es zu einer Veränderung 
kommen möchte, diese Wiese dem genannten 
Hofspitale umb den gebürlichen zins vor 
allen anderen widerfaren zu lassen. 
Inseriert in Nr. §^^. 

5438 1561, Mai 15, Wien. 

Kaiser Ferdinand L erneuert das Patent 
gegen die gartenden landsknechte in Öster- 
reich unter der Enns. 

Patent. 

5439 1561, Juni 3, Wien. 

Kaiser Ferdinand I. an die niederöster- 
reichische Regierung, seinem Hefkammerrate 
Georg Teufl und dessen Brüdern Cristof und 
Andre die herrschaft Gunderstorff zu ver- 
leihen. 

Lehenbuch, 1552—156^ i^-j'. 

5430 1561, Juni 18, Wien. 

Kaiser Ferdinand I. bestimmt, da Kaiser 
Maximilian I. die begräbnus, so hiervor in und 
allwegen auf St. Michaels freythof in Wien 
gewesen, aufgebebt, dargegen einem Jeden 
pfarrer daselbst zu ergözung seines Schadens 
und abganges aus dem nieder österreichischen 
Vizedomamte jährlich 20 Pfund Pfennig und 
I Mut Korn verschrieben hat bis zu ge- 
dachter Pfarrkirchen ein pfarr- oder ander 
gottesgab landesförstlicher Lehenschaft von 
100 fl. jährlichem Einkommen inkorporiert 
würde, seither aber der Pfarrhof bei St. Mi- 
chael abgebrannt, der pfarrer samt seinen 
zuegesellen sich mit dem ernennten einkom- 
men aus dem Vizedomamte nicht erhalten 
könnte, das donnerstägige Lobamt zu Ehren 
des Fronleichnams, welches alles sein ein- 
kommen auf häusern in der vorstadt vor 
dem burgthor, die doch anjetzo abge- 
brochen, gehabt, aufzuhören droht, daß a) 
der Pfarrer von Mistelbach 100 fl. rhein. 
dem Ffarrer von St. Michael jährlich zu 
zahlen hat, wogegen die Leistungen aus dem 



Vizedomamte sistiert sind; b) alles Einkom- 
men der Pfarre St. Johanns vor dem Wer- 
derthor für das Lobamt angewiesen werde; 
es sind: vier Viertel Weingarten enthalb der 
Thonau zu Stramanstorf neben dem Pissen- 
berg in Sechsern genannt, unter deren Rei- 
chenburg grundbuch gewehr-fertigung ge- 
hörig; ^/jg Joch Weingarten bei St. Ulrich vor 
der Stadt Wien in den Flacken, davon man 
jährlich i Eimer Most Bergrecht und 3 Pfen- 
nig Grundrecht dient; ^js Joch Weingarten 
bei Breyttensee im Gehrn, so zehent und 
perkrecht frey und unter der Jungfrauen bei 
St. Clara grundbuch fertigung gehörig, davon 
man jährlich grunddienst gibt 2 Schilling und 
Vogtgelt 3 Pfennig; ^U Weingarten zu Med- 
ling, so im Mühlfeld genannt und dem bis- 
tumb zu Wien zehent gibt; ein Krautgarten 
bei St. Johannes im Werdt zunächst dem 
arschanahl gelegen; truckens geld nemblich 
auf Hannsen Reifinger haus am alten fleisch- 
markt jährlich burgrechts zins 20 Schilling 
Pfennig; auf Hannsen Schumachers stein- 
metzens haus an Unser lieben frauen Stiegen 
auf der Gestetten jährlichs burgrechts zins 
i3 Schilling und 18 Pfennig und dann 
160 Pfund, so von verkaufung eines haus in 
der Waichen burck herrühren und auf Wolf- 
gangen WoUmuth kerzlers haus unter den 
tuchlauben jährlich mit 8 Pfund Pfennig Ver- 
zinsung sazweis verschrieben seyn ; 3 Holden 
zu Streblesdorf enthalb der Donau, welche 
dem Landesfürsten die Urbarsteuer geben, 
dem Kaplan des Lobamtes aber i Pfund 
Ff ennig jährlich Grunddienst und 6 tagwerk 
robot im joch Weingarten, der Sechser ge- 
nannt, schuldig sind. 

Vidimus. — Vgl. Bd. i, Nr. 1OJ5. 

5431 1561, Juli 10, Wien. 

Kaiser Ferdinand /. erneuert das im 
Sinne der Beschlüsse des Reichstages zu 
Augsburg IS5P erlassene Münzpatent. 

Patent. 

5433 1561, August I, Wien. 

Die niederösterreichische Regierung ver- 
ordnet zur Hintanhaltung der Infektion in 
der Stadt Wien, das von den ortten, da die 



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sterbleuif regiern, khainer er sei hoch oder 
nieder Stands in die Stadt Wienn gelassen 
werde, er bringe dann von seiner grundt 
oder dorffobrigkait oder von dem pharrer, 
der ortten er wonhafFt oder sesshafft ist, 
ain zetl oder urkhundt, das es daselbs an 
solcher khrankhait nit sterbe oder aber inner 
ainer mail wegs in dreissig tagen daselbs an 
der infection niemandts gestorben seye; wo 
sich aber yemandts in die Stadt hieüber ein- 
schlaiffen oder mit falsche zedl zu geben oder 
zugebrauchen understünde, gegen den wird 
mit leibstraf verfahren. 
Patent. 

5433 1561, September i, Wien. 

Kaiser Ferdinand L gibt bekannt, daß 
vom I, Jänner 1562 ab in den niederöster- 
reichischen Landen und der Grafschaft Görz 
um gute deutsche grober und klainer 
müntz die geringen bösen welschen und an- 
dern auslendigen guldin umgewechselt wer- 
den; den halben Verlust übernimmt die landes- 
fürstliche Münze. 

Patent. 

5434 1561, , -. 

Die niederösterreichische Regierung er- 
läßt eine Infektionsordnung. 
Erwähnt in Nr. s^p. 

5435 /5Ö2, Februar 12, Wien. 

Die nieder österreichische Regierung er- 
neuert das Patent hinsichtlich der Ausfuhr von 
Unschlitt (Nr. 5404)9 das in jüngster Zeit in 
Krems und Stain,Weissenkirchen,Spitz,Melckh, 
Ybbs, Waidhoven an der Ybbs, Greyn, Ennss, 
Wälss, Steyr, Sant Polten, Hertzogburg und 
Mautern one genuegsamen schein oder pass- 
brief aufgekauft und aus dem Lande verführt 
wird, dardurch nit allain in der statt Wienn 
an ynnslit sondern auch bey den perck- 
werchen der nieder österreichischen Lande 
grosser mangl und abbruch erscheint. 

Patent. 

5436 1562, März 6, Wien. 

Die niederösterreichische Regierung er- 
neuert das Patent vom 24. März 1561 (Nr. 5425) 



hinsichtlich der Fleischbänke auf dem flachen 
Lande. 

Patent. 

5437 1562, März i3, Wien. 

Wolfgang Püdler, Doktor und Rektor 
der Wiener Universität, Christof Entzianer, 
kaiserl. Diener, und Hermann Stopfer er- 
halten als Testamentsexekutoren des Johann 
Baptist Pacholeb auf ein weiteres Jahr Urlaub. 

Lehenbuchy ißS2—i§64, 21^. 

5438 1562, März 23, Wien. 

Wolf Rentz und Elias Freysleben bur- 
ger zu Wien erhalten als Gerhaben der 
Tochter weilendt Niclas Crisostomusen Spiess- 
hamers gelassne tochter mit namen Magdalena 
wegen des Hofes St. Ulrich einen einjährigen 
Urlaub. 

Lehenbuch, 1552— i $6^, 21^*. 

5439 1562, August 28, Wien. 

Die nieder österreichische Regierung gibt 
allen zu vernemen, daß sie und die Kammer 
anjetzo ain newe infection otAn\ing für die Stadt 
Wien und derselben Burgfrieden erlassen habe, 
in welcher unter anderm ain articl begriffen, 
das sich niemand von den sterbenden orten all- 
heer gen Wienn oder in den purkfridt es seye 
mit essender speiss oder anderm nichts aus- 
genommen verfüge, er habe denn von seiner 
Obrigkeit ain kundschaft oder ainen glaub- 
wirdigen schein (der von der Obrigkeit un- 
entgeltlich auszufolgen ist), daß er von sichern 
ortten hieher kume; wer einen solchen Schein 
den verordneten über die infection Ordnung 
an den ausgezaigten orten, als bey den 
schranken vor den thorn und andern orten 
mer, so dazue fürgenomen werden, nicht vor- 
weisen kann, wird nicht in den Burgfrieden 
gelassen, auch niemand zu verkaufen oder 
kaufen gestat. Wer ohne glaubwirdigen schein 
im Burgfrieden angetroffen wird, soll das 
erstemal am leib oder guet nach gelegenhait 
der person und grosse des verprechens ge- 
straft werden; wer wiederholt betreten wirdj 
ist an den Pranger zu stellen und wird der 
Stadt ain Zeitlang verwisen; wer einen Über- 
treter der Infektionsordnung anzeigt, erhält 



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iig 



die Hälfte der Geldstrafe und er soll aller- 
dings unvermeldt bleiben; die Obrigkeiten 
sollen bei Ausfolgung der schein gewissen- 
haft vorgehen; prelaten, herrn, die vom adel 
und die obrigkeiten von stetten aller nieder öster- 
reichischen Lande sollen auf ir trauen und 
glauben, das sy noch die irigen, so sy bei 
inen haben werden, von sterbenden orten nit 
kumen noch daselbsten sich aufgehalten haben 
in den purkfridt und in die Stadt gelassen 
werden, — Die Verordnung von 1561, daß 
die belaittung der todten vergiften personen 
zu den grebern, desgleichen auch die gemain 
päder, prantwein und die betrinkung der 
todten ein- und abzustellen sind, daß die- 
jenigen personen, so an der vergiften krank- 
hait sterben an den negsten orten oder 
kirchen, alda begrebnuss sein, begraben wer- 
den, daß keine Jahrmärkte und Kirchtage 
während der Infektion gehalten werden, bleibt 
aufrecht; Pfarrer und Prädikanten haben von 
den Kanzeln zu einem frommen Lebenswan- 
del aufzufordern. Die Obrigkeiten und Grund- 
herrschaften haben selbst die Infektionsord- 
nung einzuhalten und für ihre Durchführung 
zu sorgen, 

Patent, — Vgl. Bd. 2, Nr. i^go. 

5440 1562, Oktober 7, Wien. 

Die niederösterreichische Regierung ver- 
ordnet zur Durchführung des Münzpatents 
vom I, September 1562, daß die Auswechs- 
lung der bösen und geringen müntzen in 
Österreich unter der Enns durch den münz- 
maister und seinen zugeordneten gegen- 
schreiber in der stat Wienn beschehe; damit 
aber solche auswechslung mit guter Ordnung 
fürgenommen werde, ergeht an die Obrig- 
keiten der Städte in den vier Vierteln Wien 
und Newstat, S. Polten und Ybs, Retz und 
Cornewburg, Krembs und Stain sich an den 
Münzmeister und seinen Gegenschreiber in 
Wien zu wenden, damit er eine bestimmte 
Summe Geldes zur Auswechslung zustelle; 
die Umwechslung wird nur in den nächsten 
vier Wochen vorgenommen. Da die ganzen 
taller, so im reich gemüntzt und auf 
68 kreuzer gesetzt, desgleichen die halben 
und viertl taller derselben sort und dann die 



behamischen groschen zu 10 pfennig, des- 
gleichen die sächsischen oder schwerdgroschen 
zu aindlif pfennig, auch die hungerischen 
gröschl zu 12 pfennig neben der newen 
müntz gangpar sein werden, werden sie nicht 
zur Auswechslung angenommen, sondern ain 
yeder mag dieselben in dem obgmelten weerdt 
seiner gelegenheit nach selbst ausgeben. 
Patent. 

5441 1563, März 5, Wien. 

Die niederösterreichische Regierung er- 
neuert das Patent vom 24, März 1561 (Nr, 5425) 
hinsichtlich der Fleischbänke auf dem flachen 
Lande, 

Patent, 

5443 1563, März 26, Wien, 

Wolf Renntz und Elias Freysleben, Bür- 
ger zu Wien, erhalten als Gerhaben der Tochter 
weilend Nicla Chrisostomusen Spiesshamer 
gelassner tochter Magdalena wegen des St, 
Ulrichshofes einen Urlaub auf ein weiteres 
Jahr. 

Lehenbuch, 1552— 1564, 23 j. 

5443 1563, Apnl 5, Wien. 

Wolf ChristofiFMäminger wird mit seinem 
väterlichen Erbe belehnt, darunter ein mühl- 
hof in Kagran. 

Lehenbuch, j§§2'-'i§64f 241. 

5444 1563, April 28, Wien, 

Wolfgang Püdler, Doktor, Christof Entzia- 
ner, kaiserlicher Diener, i/ni Hermann Stopfer 
als Testamentsexekutoren des Johann Baptista 
Pachaleb erhalten auf ein weiteres Jahr Urlaub. 

Lehenbuch, i §§2 — 1564, 24$. 

5445 1563, November 2, Wien, 

Die niederösterreichische Regierung er- 
neuert das Patent vom 12. Februar 1562 
(Nr. 5435) hinsichtlich des Ausfuhrs von Un- 
schlitt. 

Patent. 

5446 1564, April i3, Wien. 

Kaiser Ferdinand I. an die niederöster- 
reichische Regierung, Balthasarn Gleichmüller, 



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unserm haubtmann über das teutschfändl 
knecht zu Caschaw, das zehentl zu Obern 
Vellaprunn zu verleihen, 

Lehenbuch, 155z— 1564, 2yy\ 

5447 is^4f ^^^ ^^y Wien. 

Die niederösterreichische Regierung ver- 
ordnet auf Bitten der Städte Neustadt und 
Baden, daß die Fleischhauer auf dem land 
sowie die Fleischhauer zu Wienn über die 
Schwartza auch enhalb der Thuenaw bis an 
die March soweit sich das österreichisch ge- 
merket erstreckt, das landtviech ciain und 
gross zur versehung irer pennckh und kainer 
weitern verhandtierung erkauffen mügen; doch 
solle inen über die österreichischen gränitzen 
gegen Hungern, Steyr oder Märherrn zu ziehen 
oder daselbst her auslendisch viech zu brin- 
gen oder von andern anzunemen bei ver- 
lierung desselben viechs verboten sein; nur 
den maistern in der stat Wienn gesessen 
wird der Paß nach Ungarn, sowie sie ihn 
bisher gehabt^ noch bevor gelaseen. 

Patent. — Vgl. Codex Austriacus 2, 3y§. 

5448 1564, Juni 2, Wien. 

Kaiser Ferdinand L hat im Sinne des Testa- 
ments Kaiser Maximilians L sieben Spitäler 
gestiftet und aufgerichtet, neben anderen auch 
ein spital in unser Stadt Wien zu der heiligen 
barmherzigkeit, so sonst unser hofspital ge- 
nennet würdet, neben weil, unser . . . ge- 
mahl Anna . . . getreuen hilf und handrai- 
chung von neuen und grund auf mit an- 
sehnlichen gehauen und trefflichen^ großen 
Unkosten und darneben mit ansehnlichen gu- 
tern, renten, gülten, nutzungen und einkom- 
men, auch allerlei freiheiten und Privilegien 
gewidmet, fundirt, gestift. Damit nun zu 
ewigen zeiten in solchem spital 80 betagte 
und alte manns- und Weibspersonen, so ihr 
brod und nahrung mit arbeit nimmer ge- 
winnen mögen und sonsten von jedermann 
verlassen, dergleichen auch 20 armer leut 
verwaiste kinder, so madl seyn, sambt einer 
lehr- und zuchtmeisterin über dieselben, und 
darzu 40 arme prechenhafte kranke personen, 
die man peregrinos nennet, auch mit speiß, 
trank, kleidung, arznei und anderer notturft 



unterhalten werden sollen, doch nicht länger 
bis sie wiederum ihren gesundt erholen, und 
nach erlangung desselben sie wiederum hin- 
wegschaffen . . .; aber die armen madl sollen 
unterhalten und erzogen werden, bis sie ihr 
brod selbst gewinnen mögen, worauf sie 
durch den Superintendenten des Spitals zu 
edlen oder unedlen ehrsamen personen und 
frauen mit diensten befördert und bei den- 
selben in guter zucht gehalten, wenn aber 
eines in ein kloster treten wollte, daran nicht 
gehindert sondern befördert werde. Und wie- 
wohl bei vielen spitälern ansehnliche große 
wirthschaften seyn, so haben wir doch aus 
allerley beweglichen Ursachen nit vor ratsam 
und thunlich befunden, bey solchem unserem 
gestifteten spital dergleichen große wirtschaften 
anzurichten und zu verordnen, sondern unser 
willen und meinung ist, daß allein eine solche 
wirthschaft gehalten werden, so bei den armen 
leuten von wegen hoher unvermeidentlicher 
notdurft nit umbgangen werden mag. zu 
Unterhaltung berührts unsers spitals haben 
wir die rent, gült, gütter und einkommen 
auf den hernach benanten stucken, gütern 
und geföUen mit gnaden gewidmet, gestift 
und verordnet, qemblichen: aus unserem salz- 
amt allhier zu Wien jährlich iioo fl., aus 
dem Salzamte zu Aussee jährlich 400 fl., aus 
unserm aufschlag zu Engelhartszell jährlich 
550 fl., von dem ungelt allhie zu Wien jähr- 
lich 250 fl. rhein. den gülden zu 60 kreuzer 
gerechnet, ohne allen abgang gereicht und 
bezahlt werden. 

Nachdem zum Unterhalte der 20 armen 
madl weiland . . . unser gemahl ... die herr- 
schaft Wolkerstorf mit aller derselben ein- 
kommen und nutzungen . . . testirt und ver- 
ordnet und sich aber von wegen angeregter 
herrschaft viel und allerley beschwerliche 
rechtfertigung zugetragen , darüber großer 
Unkosten aufgelofen, daraus dann auch große 
mühe und arbeit entstanden, zusambt dem, 
daß auch angeregte herrschaft für sich selbst 
ein große und mühsame Wirtschaft hat und der- 
halben unsere Superintendenten mehr bemelts 
unsers spitals an handlung und befürderung 
anderer des spitals und der armen leut not- 
durft zum höchsten verhindert und viel dem 



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121 



spital zum nachtheil verabsäumet war wor- 
den, so wird diese Herrschaft Wolkersdorf 
mit allen derselben einkommen, nutzungen, 
purten und beschwerung ... in unser vice- 
dombambt allhier genommen . . ., doch solle 
in allweg gemelte herrschaft Wolkerstorf bei 
unserm hofspital incorporirt bleiben, wie die 
dann auch von Königin Anna testirt und ge- 
ordnet worden, und für solche der herrschaft 
einkommen den armen leuten in berührtem 
unsern spital auf vor bemeltem unserm saltz- 
ambt allhier 1600 fl. jährliches einkommen 
verordnet, vergwist und versichert, die ihnen 
auch Jährlichen zugestellt und gereicht werden 
sollen. Ferner haben wir das urbar-einkom- 
men sandt Marten-stift vor dem Widmerthor 
allhier auf der Laimgrube, so durch unsere 
vorfahren ertzherzogen zu Österreich gestifft 
worden, soviel desselben noch vorhanden, , 
berührtem unserm spital incorporirt und ein- 
geleibt , so an grunddiensten auf etlichen 
häusern allhir zu Wien jährlich 10 fl, rhein, 
und 16 Pfennig trägt, mehr 2 viertl Wein- 
garten am Grieß bei sanct Margaretenhof, 

1 viertl am Ochsengrieß, i viertl an der 
Rabengstetten, 2 viertl an der Rabengstetten, 

2 viertl in Wätzelsberg, 3 viertl in guten 
Hörten, 2 viertl in Lämpelsbrunn, i viertl 
zu Praitensee, 3 viertl in Gaißberg, 3 rächel 
in der Mauer in Sauzagl, 6 viertl am Ha- 
genberg, der Pilgramb genannt, 2 viertl in 
Grasinweg oder Grienlacken und Staingassen 
vor Sanct Tibolt bei der Angst, 12 joch 
acker amReisscnberg; by der Huetseyl 10 joch, 
gegen derselben Huetseyl über 2 joch äckerl; 
zu Himberg 32 tagwerk wismat, i wißfleck 
bei Sanct Ulrich, so ein krautgärtl gewesen, 
zu welchen noch ein wißfleck in gleicher 
groß darneben durch unsere Superintendenten 
erkauft worden, den dritten theil großen und 
kleinen zehent zu Lassee; zu Hütteldorf ein 
höltzl Sanct Martin - hölzl, ein höltzl dar- 
neben, die Schuhprecherin genannt, auch von 
unsern Superintendenten darzu erkauft; von 
unsern salzstetten zu Haistadt 60 fuder gna- 
den oder gottssail salz jährlich; 109 urn und 
ein viertl und vierthalb achtl bergrecht zu 
Sanct Veit am Haggenberg bey der Wienn, 
und zu Perchtholdsdorf und Prunn; mehr . . . 

Regesten zur Geschichte der Stadt Wien. V. 



nachfolgende Weingarten: vom regelhaus der 
bettschwestern zum dritten orden ein viertl 
zu Atzgersdorf in Mitternberg, 2 halbe joch 
zu Grinzing in vordem Reisenberg, ^2 J^^^ 
zu Nußdorf, der rothe Weingarten genannt, 
ein rachel zu Entzersdorf bei Mödling, zu 
Hütteldorf ein kleines ödes bürgl mit 5 ^/j joch 
Weingarten große maß. Für das Spital ist 
eine Instruktion erflossen, darin bestimmt ist, 
daß zwei ehrbare aufrichtige und der wirth- 
schaft verständige personen, auch die sonder 
lieb und neigung zu den armen leuthen tra- 
gen, zu Superintendenten fürgenommen und 
verordnet werden, die das Recht haben, mit 
unsern, unserer erben und nachkommen oder 
in unserm und derselben abwesen mit unserer 
niederösterreichischen regierung und camer 
vorwissen einen spitalmaister, 2 capläne zur 
Verrichtung der armen leuth gottsdienst, i leib- 
arzt, I Wundarzt, i siechmaister, den armen 
zwanzig madlen ein zuchtmeisterin . , , zu 
bestellen und zu beeiden. Die Superinten- 
denten sollen alles und jedes des spitallmai- 
sters einnehmen und ausgebens ain eigent- 
liches wissen haben, auch über des spitals 
officier, als einkaufer, zuschrötter, koch, kell- 
ner, kastner, mayr, mayrin, weingartknecht 
und alle andern des spitals und armer leut 
diener und dienerin ein ordentlichen statt 
aufrichten und einem jeden nach gestaltsamb 
seines diensts und fleiß ein besoldung machen 
und geben. — Besiegelt mit dem kaiserlichen 
anhangenden insigl. 
Kopie. 

5449 1564, August 24, Wien. 

Anndre Dürrnpacher, burger zu Wienn 
und diezeit zechmaister und die gantz brue- 
derschafft gemain unsers lieben herrn fron- 
leichnambszech oder bruederschafft in sannt 
Michaelspfarrkirchen allhie zu Wienn, beken- 
nen, die Zeche besitze eine wisen so etwan 
ain paungarten gewesen, vor Schottenthor 
bey den Khrottenprunn zunechst weillendt 
Andreen Schonprugkhners garten gelegen, der 
Sollschneider genant, davon man järlichen 
diennt . . . unser lieben frauen gotshaus zu 
den Schotten 5 Schilling ij Pfennig zu Mi- 
chaeli als Grunddienst und den geistlichen 

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Schwestern zu sant Maria Magdalen yetzt zu 
sand Larentzen am allten vleischmarkt 6 Pfund 
Wachs zu einem ewigen selgerädt von weil- 
lendt . . . Maximilian Kastnhofer gewesenen 
burger zu Wienn und Barbara seiner eelichen 
hausfrauen. Da der verstorbene König Fer- 
dinand 1561 , Mai 21 . (Nr. 542J) diese 
Wiese für das neue Hofspital vor allen an- 
dern umb gebürlichen zins zu verlassen . . . 
bevolhen, so perläßt die Zeche dem Georgen 
Gmöchl und Matheusen Pfaben beeden Super- 
intendenten und Hansen Freiperger spitl- 
maister des neuen kaiserlichen hofspitals zu 
Wienn und iren nachkomen diese Wiese be- 
standweise um jährliche 4 Pfund 4 Schilling 
Pfennig und 2 ff und Wachs so, daß das 
Spital den Nutzgenuß der Wiese hat, der Zeche 
daraus keine uncosten erwachsen, sie jedoch 
den järlichen grunddienst zu den Schotten 
und das wachs zu Maria Magdalena järlichen 
selbst ausrichten und bezalen. — Besiegelt 
/. mit gmainer bruderschaft gewönlichen ge- 
mainen und 2, Andreen Dürrnpacher als zech- 
maister, 3. auch Pauln Woltzogen röm. kais. 
MaJ. hofmaisters, 4, Hannsen Fochter kais. 
Maj. rath und der stat richters und 5. des 
Laslauen Prockh beysitzer des kayserlichen 
Stadtgerichts auf der burgerschrann zu Wienn 
als eingeleibter brueder oft berurter zech 
aignen hieranhangunden insigln. 

Indorsat a) von einer Hand des ausgehenden 16. 
oder beginnenden 77. Jahrhunderts: Nr. ^ bestandt- 
brieff von der bruderschaft Goqjoris Christi bei St. Mi- 
chael wegen der wiesen auf der schießhütten ; b) von 
einer Hand des 18. Jahrhunderts: bestandbrief ddto. 
24. August 1564 über eine wiese in der dermaligen 
Schießstätte zum nutzen der Corporis Christi bruder- 
schaft bei St. Michael. 

Orig., Perg. (3o X 35, Falte 6). Die 5 Siegel 
fehlen. 

5450 1565, Jänner 2g, Wien. 

Ott von Ratmanstorff wird als der Ältere 
für sich und als lehentrager seines brudern 
Alban und weillend Erasmen von Ratmanns- 
torff seines vettern gelassen suns mit namen 
Walckam von Ratmannstorf mit den in 
Nr. 5384 genannten Lehen belehnt. 

Lehenbuch, 1564— 1566, 3o. 



5451 1565, Jänner 29, Wien. 

Die niederösterreichische Regierung er- 
neuert das Verbot, neue Weingärten um Wien 
und anderen Orten anzulegen. 

Patent. — Codex Austriacus 2, 424. 

5452 156s, Jänner 3i, Wien. 

Kaiser Maximilian II. bestätigt den leuten 
und holden in unnser ambte Neustifft und 
Phuerenreitt gehörig, ihre Privilegien. 

Orig, Perg. (32'S X 43-5y Falte ir3). Siegel ab- 
gerissen. 

5453 1565, Jänner 3i, Wien. 

Kaiser Maximilian II. bestätigt die Pri- 
vilegien der Karthause Gaming. 

Orig., Perg. (Si'S X S^'S* Falte irS). Siegel- 
fragment, 

5454 1565, Februar 12, Wien. 

Joachim herr von Schönkirchen, obrister 
erbthurhuetter in Österreich under der Enns, 
unser rath, Statthalter unser niederösterreichi- 
schen lande und obrister profantmeister in 
Hungarn wird als der Ältere für sich selbs 
und als lehentrager Ludwigen auch herrn 
von Schönkirchen seines bruders belehnt, 
unter anderem mit den in Nr. 53 J4 genann- 
ten Lehen. 

Lehenbuch, i §64— 1566, 34. 

5455 1565, März 12, Wien. 

Die nieder österreichische Regierung er- 
neuert die Weingartenordnung von 1534, 
April 24 (Bd. 2, Nr. i3p2), vom 3o. Jänner 
1559 (Nr. 5405), setzt die Löhne in derselben 
Höhe fest wie 155g und 1560 ; welche Stadt 
diese Ordnung nicht einhält, zahlt 50 floren, 
ein Markt 20, ein Dorf 10 floren Strafe an 
den Vizedom in Österreich unter der Enns. 

Patent. 

5456 1565, März 26, Wien. 

Leonhard von Harrach freiherr zu Roraw 
der elter, obrister erbstallmeister unsers ertz- 
herzogthumbs Österreich under der Enns, 
unser gehaimer rat, obrister hofmeister und 
obrister cammerer wird mit seinem väterlichen 
I Erbe belehnt, darunter die manschaft, so 



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123 



weilent die grafen von Phannberg und N. 
die von Stadegg in unsern fürstentumb Öster- 
reich haben gehabt und die weilent unser 
vorforder kunig Albrecht . . . graf Hermann 
des obgenanten (!) graf Hermans anher an- 
stat sein selbs und graf Stefans seins vettern 
auf sun und töchter von sundern gnaden ge- 
liehen hat, doch ausgenomen die lehen der- 
selben mannschaft, so zu dem gotshaus zu 
sand Dorothee zu Wienn geaignet sind. 
Lehenbuch, i §6^—1 §66, §8. 

5457 1565, April j, Wien, 

Hanns von Sintzendorf wird auf Bitten 
seines Vaters Leonhardt von Sintzendorf als 
der Ältere für sich selbs und lehentrager 
Friderichen, Tiburtzien und Joachim von 
Sintzendorf seiner gebruedern unter änderen 
mit den in Nr. S2^p genannten Lehen belehnt, 

Lehen buch, 156^—1566, 66. 

5458 iSÖSf April 11, Wien. 

Adam Khemptner burger zu Wienn wird 
mit dem in Nr. 5401 genannten Hofe und 
Weingarten zu Prunn belehnt, die durch Tei- 
lung mit seinen Geschwistern an ihn gefal- 
len sind, 

Lehenbuch, 1564—1566, 'j8, 

5459 i5(>5y Juni 2, Wien. 

Wolf Christoff Mäminger wird mit sei- 
nem väterlichen Erbe, darunter ein mühlhof 
in Kagran, neuerdings belehnt, 

Lehenbuch, 1564—1566, 10 f. 

5460 1565, August II, Wien. 

Frentzen Fitzin, unserm phleger auf 
Merckhenstain, wird ein hof genannt der 
Sweintzerhof mit seiner zuegehörung und ein 
haus hie in unser statt Wienn gelegen, so 
von uns zu lehen ruern und inen zu em- 
phahen gebüren . . . auf ein jähr lang ge- 
urlaubt. 

Lehenbuch, 1564— 1566, 155'. 

5461 1565, September 20, Wien. 

Hanns David von Trautmanstorif wird 
als der Ältere für sich und als lehentrager 
seiner gebruedern mit namen Wolff Dietrich, 



Job Hartmann und Hanns Friedrich von 
Trautmanstorf mit ihrem väterlichen Erbe, 
darunter die in Nr. 5252 genannten Wein- 
gärten belehnt. 

Lehenbuch, 1544— 1566, ^<^^- 

5463 1565, Oktober 12, Wien, 

Kaiser Maximilian IL erneuert das Man- 
dat Kaiser Ferdinands I. hinsichtlich der Jagd 
und des Haltens von Waffen seitens der Un- 
tertanen (Nr. sSjy). 

Patent. 

5463 i5(>6, Jänner 11, Wien, 

Sebastian Pöttinger wird als Gerhab und 
Lehenträger weillend Hainrichen Wolifen 
Kneissels gelassen ungevogten sun mit namen 
Hanns Wolff und Hainrich Wolff mit der 
vessten Häckhing auf der Wienn gelegen, 
belehnt. 

Lehenbuch, 1564—1566, 256'. 

5464 1566, Februar ip, Wien. 

Bartlmee Freysleben erhält wegen des 
lärenpecherambts einen einjährigen Urlaub, 
Lehenbuch, 156^—1566, 75. 

5465 1566, April ij, — . 

Hector Geyr wird als der Ältere für sich 
selbs und als lehenträger seiner vettern mit 
namen Wilhalmen weilend Roman Geyrns 
gelassen suns, Adamen und Nicasy weillend 
Euchariusen Geyrns sünen, Hannsen, Wil- 
halmen und Cristoffen weillend Hannsen 
Geyrns sünen, Sebastian und Joachimen weil- 
lend Iheronimussen Geyrn gelassen sünen 
belehnt, unter anderen mit dem kirchlehen 
und die zehendt zu Herrnalß zunägst bey 
Wienn gelegen mitsambt allen behausten 
guettern und holden, pfennigdiensten und 
allen andern vordrungen, nutzungen und zue- 
gehörungen, obrigkaiten, herkommen rechtes 
und gerechtigkaiten. 

Lehenbuch, 1564— 1566, 3op\ 

5466 1566, April 20, Wien. 

Richter und gemain zu Stadlau werden 
mit der Khriegau, Scheiben, den Segengrundt, 
den Prater und Hertzngrundt belehnt mit der 

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besonderen Verpflichtung, auf das wildprät 
aller derselben auen alles vleiß zuesehen, 
auch dasselb pesster müglichait zu hayen, 
desgleichen in denselben auen auf Ordnung 
und maß wie inen solches yederzeit durch 
unsern obrist Jägermeister anzaigt wirdet zu 
holtzen, das nidergehackt holtz zu dest statt- 
licher widererwachsung anders holtz und da- 
mit die auen des paß geraumer sein und 
bleiben mit allem vleiß aufzuräumen und ob 
si ainichen derselben articl und puncten über- 
treten, so sind sie des Lehens verlustig. 

Lehenbuch, 156^^1566, 322. — Am 22. April 
iß66 stellt die Gemeinde Stadlau einen entsprechenden 
Revers aus (ebenda S22'). 

5467 1566, Mai 4, - . 

Christoff Entzianer mrd mit dem öden 
Hofe zu Pidermannstorf belehnt (vgl.Nr.sSoo). 
Lehenbuch j 1^66 ^i^öp^ 2. 

5468 1566, Mai 24, Wien. 

Lorenz Ostermair, Bürger von Wien, ipird 
als Lehenträger seiner Gemahlin Maria Mag- 
dalena, Tochter des verstorbenen Niclasen 
Chrisostomusen Spießhaimers, mit dem sanct 
Ulrichshof bei Wien belehnt. 

Lehenbuch, 1566—156^, 20. — Ostermeyer, Die 
Ostermeycr alias Ostermqyr (Königsberg i. Pr. ipo3), 5. 

5469 1566, Juli 2, Wien. 

Kaiser Maximilian IL erläßt auf Grund 
der Ordnung und fürsehung des letzten Reichs- 
tages zu Augsburg bei vorsteender kriegsexpe- 
dition wider gemainer christenhait erbfeindt 
den Türggen, damit zu versönung des ge- 
rechten zorn gottes die überhandt genomne 
laster abgestellt, merer zucht, erber, frumb- 
khait und gottesforcht gepflanzt und daneben 
die sehr erloschne invocation und gemain in- 
prünstig rueffen und bitten zu Gott dem 
allmechtigen in disen schwebenden gemainen 
nöten und letzten zeiten sovil immer müg- 
lich bei allen und jeden stenden, sonderlich 
dem gemainen man widerumb zu Übung ge- 
bracht und getriben werden möchte, für die 
Stadt Wien und die niederösterreichischen 
Lande folgende Ordnung: die obgedacht ge- 



main invocation betreffend ist in stetten, 
markten und auf dem lanndt in pharrkirchen 
alle tag im sommer des morgens frue zu 
sechs und wintterszeiten umb siben uhrn 
allhie zu Wienn die Sturmglocken und an- 
derer orten auch ain besondere käntliche und 
wol vernemliche glocken ain viertl stund lang 
anainander stark geleutet und aber sonst zur 
selbigen zeit in allen andern kirchen, clostern 
und pharren ain halbe stundt vor und ain 
halbe stund hinnach kain andere glocken 
(auf das menicglich und sonderlich der ge- 
main arbaitend man wol versteen müge, wel- 
ches das berüert türkhen geleut seie) ange- 
zogen und geleuttet werden und sobald jetzt- 
bemelte glocken gehört wirdet, so sol jeder- 
meniclich was standts auch der seye, baide 
mans- und Weibspersonen sambt den kyndern 
und gesynd an allen orten und stellen die 
Arbeit ruhen lassen, niederknien und beten, 
und zwar die des Lesens Kundigen das hierzu 
bestimmte im Drucke erschienene Gebet, wel- 
ches sie den andern vorsprechen sollen; die 
des Lesens Unkundigen sollen das Vaterunser 
und den Glauben beten; Pfarrer, Prediger 
und Seelsorger sollen in ihren Sonn- und 
Feiertagspredigten das volk zur rew, büß und 
besserung und sonderlich auch zu andächti- 
ger täglicher Übung des Türkengebetes er- 
mahnen; alle Freitag, und zwar im Sommer 
um 6, im Winter um 7 Uhr ist nach dem 
Läuten der Türkenglocke eine erpawliche 
kurtze bueßpredigt zu halten, das gedruckte 
Gebet von der Kanzel herab vorzulesen, wie 
denn auch am kays. hof gleiche freytägliche 
predig und andachl (wils Got) gehalten wird, 
der soviel möglich der Kaiser in aigner per- 
son beiwohnen wird; alle Obrigkeiten haben 
diesen Predigten beizuwohnen, damit dardurch 
der gantzen gemain ain gotseelig gut exempel 
zu christlicher nachvolg fürgetragen werde; 
nach der Predigt wird ain kurtzer gottesdienst 
mit ainem gesungnen ambt bey allen kirchen 
gehalten, während dieser Predigt und Gottes- 
dienst darf kein Laden geöffnet sein ; während 
dieser trübseligen leuffen und vorsteenden 
nöten sind alle weltlichen freuden und täntz, 
außerhalb der hochzeiten, einzustellen. 
Patent. 



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125 



6470 1566, Juli 3i, Wien. 

Kaiser Maximilian IL erneuert die Polizei- 
ordnung vom I. April 152J, Mit röm. kays. 
Maj. etc. gnad und Privilegien gedruckt zu 
Wienn in Österreich durch Caspar Stainhofer 
in S. Anna hof. 

Druck, 8 Seiten. — Vgl Bd. 2, Nr. 1^8, i^j. 

5471 1566, September 11, Wien, 

Ott von Ratmannstorff wird als der 
ältere für sich selbs auch anstat und als 
lehentrager seines brueders Alban, nachdem 
ihr Vetter Baikam den ihm gehörigen Teil von 
den in Nr, 5450 genannten Lehen ihnen ver- 
kauft hat, damit belehnt, 

Lehenbuch, 1566 — 156^, 7^'. 

5472 1566, Oktober /, — . 

Hans Obermann burger, des innern rats 
und oberstatcamerer auch Bürgermeister von 
Wien wird mit den in Nr, S^9^ genannten 
Lehen für das Bürgerspital belehnt, 

Lehenbuch, i§6^ — ^5^^f ^9^- 

6473 1566, , -. 

Verzeichnis der holden zu Grinzing, 
angelegt von dem richter zu Grinzing Lienhart 
Mayrhofer auf Veranlassung der Exekutoren 
des Testaments des Leopold Weinperger, 
Hans Krieger, Bürger zu Wien., und Hans 
Trampl, sesshaft zu Grinzing: 

underthonen 
Erstlichen die geistlichen Junkfrauen 

zu S.Anna in Wien haben die dorf- 

obrigkeit und 32 

Der herr brobst zu Closterneuburg . lo 
Item des Weinperger seligen hof und 

zway zueheisl. 
Item zu S. Johanns in Wien ... 2 
Der herr abbt zum Schotten ... / 
Der herr brobst zu St. Polten ain hof. 

Die herrn von Zelking 2 

Die herrn von Wien / 

Der herr pharherr in der kayserlichen 

purgk zu Wien 2 

Item gemainer stat Wien beneficium 4 
Das bistumb Wien / 



underthonen 
Die frau Paldaufin zu Prunn ... 2 
Der herr pharherr von Loissenperg . 2 
Der herr pharherr von Hietldorf . . / 

Der herr von Ebersdorf 3 

Das burgerspital zu Wien ain hof und 8 
Der herr pharrherr von Kronperg . 6 
Die herren von S. Nicla zu Passaw ain hof. 
Die gemein von Grinzing ein heussl. 

Verzeichnis der höfe und herrengüter in 
Nussdorf angelegt auf Verlangen der Testa- 
ments exekutoren des Leopold Weinberger, 
Hans Krieger, Bürger zu Wien, und Hans 
Trombl zu Grinzing: 
Erstlich der herrn von Ebers- 

torfferische erben, so die dorf 

obrigkait haben , derselben 

holdten sein 24, 

Der herrn pharherr in der bürg 3 holdten 
Dem bistumb von Passaw , , 4 » 
Dem Vitztumbamt gen Wien . p » 
Der frauen Johamin Marschalkhin 

von Raichenaue ain hoff und 6 » 
Dem gotshaus Gambing ain 

hoff und / » 

Dem gotshaus Gasten ain hoff und o > 
Dem gotshaus Klosterneuburg . p * 
Dem gotshaus S. Dorathe zu Wien 3 » 
Dem herrn Jörgen Hartmann von 

Liechtenstein 5 » 

Der frauen Paltaufin von Prun 4 » 
Dem bistumb Wien .... 6 > 
Dem Ernsten von Krembs ain 

hof und o » 

Dem herrn Fiffichen, Röm. Kais. 

Maj. caplan 3 > 

Dem herrn Saltzer, thumherr zu 

Wien / » 

Der herr von Neidegg . , . / » 
Das burgerspital zu Wien . . / » 
Das frauenkloster von Tuln . / » 
Dem herrn prelaten zum Schot- 
ten zu Wien 2 » 

Gmainer stat Wien 3 » 

Herr Pfefferlein von Steyr hat 

ainen hof und o » 

Der Urban Sues ain hotf und . o > 
Mer vier edl heuser, so dem Raiz und Zau- 

nerischen erben zugehoren. 



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Auch des herrn Entzianer von Wulcherstorf 
zu der urfuer ain edlen hof. 

Verzeichnis der holden in Heiligenstadt: 

Erstlichen die holden meines genedigen 

brobst von Closterneuburg .... 20 

Zum andern der herr von Engenzell hat / 

Zum dritten Joachim Marschalkh hat . / 

Zum vierten der herr von Rogendorf an- 

Stadt des herrn von Eberstorff hat . 12 

Brobst zu S. Dorathe hat / 

Der herr von Liechtenstain hat ... 4 

Kais. Maj. zu Wien hat 2 

Mein genediger herr bischof zu Passaw hat / 

Der pharherr in der purg hat .... / 

Christof Paltauf hat / 

Unter-Tobling 

Dreissig hoUn, so dem probst von Kloster- 
neuburg zuegehörig sein. 

Eindlef hoUn, so dem herrn Uberman zu 
Wien zuegehörig sein. 

Mer der hof von Siering. 

Ain hehausung zu den weissen brudern ge- 
hörig. 
Orig. 

5474 1567 [August 3o], Klosterneuburg. 

Propst Leopold von Klosterneuburg be- 
richtet der niederösterreichischen Regierung 
und Kammer, daß er die Bestimmungen des 
Testamentes des zu Grinzing gesessenen seeli- 
gen Leopold Weinberger, wornach den dritten 
Teil seiner Verlassenschaft die Armen be- 
kommen sollen, ausgeführt habe, und zwar 
gemäß kaiserlichen Befehles derart, daß er die 
ganze Summe, 240 Pfund Pfennig, dem neu- 
erbauten Spital der vier Dörfer der Ffarre 
Heiligenstadt, nämlich Grinzing, Nußdorf, 
Unter- Döbling und Heiligenstadt, überwiesen 
habe mit dem Bedeuten, daß von den jähr- 
lichen Interessen die armen und haussarmen 
leutte der genannten vier Dörfer zu under- 
schiedlichen zeiten im jar beteilt werden sollen, 
xvas übrig bleibe, für die Armen im neuen 
Spitale oder Bruderhaus verwendet werde, 

Orig., undatiert. — Obiges Datum ist das des 
Einreichens. 



5475 156J, September 16, Wien, 

Frantz Ficin unser phleger auf Merken- 
stain wird mit den in Nr, 5460 genannten 
Lehen belehnt, 

Lehenbuch, 1566— 156g, 152. — Der Schwetj^er- 
hof wurde ißSy um 2400 fl. an Wolf Stubenvoll, das 
Wiener Haus an David Hager verkauß (Rand- 
bemerkung). 

5476 1568, September 8, Wien. 

Kaiser Maximilians IL Lehengnade für 
die Stände Österreichs unter der Enns, 
Lehenbuch, 156^—15^2, 6^. 

5477 1568, September 10, Wien, 

Die niederösterreichische Kammer er- 
neuert die im März 1556 sowie die 1559, 
März 3i erschienene Holzordnung für alles 
Holz, das nach Wien und in all ander läd- 
st ett ob Wien gebracht wird, 

Ordnung und mass alles holtzwerchs. 

Traunisch lang flöss, so zu remling und 
tramen tauglich sein, und 40 pämb halten, 
sollen 23 werchschuech lang und am klainern 
ort 10 zollung dickh sein. 

Lang halbpämb flöss, so 40 stämb halten 
sollen 23 werchschuech lanng unnd am klai- 
nern ort ain schuech prait sein. 

Gemaine gaden, so 40 pämb halten, 
sollen 19^2 werchschuech lang, und am 
klainern ort acht zoll dückh sein. 

Gmain halbpämb zu 40 pämen, sollen 
19V2 werchschuech lang, und am klainern 
ort 10 zollung dückh sein. 

Zwistöss so 32 pämb haben und zu 
tächern rafen taugen, sollen 32^/2 schuech 
lang sein. 

Verierrt zwistöss, so 60 pämb halten 
und zu rafen zugebrauchen, sollen 23 werch- 
schuech lang sein. 

Khörholtz so 12 oder i3 pämb halten 
und die gross zu maurpenckhen der schintl- 
dächer haben, sollen 52 werchschuech lang 
sein. 

Die grossen almischen khör, so grösser 
dann die andern unnd ain floss zehen pämb 
helt, auch zu maurpenckhen zugebrauchen 
sein, sollen 49 werchschuech lang sein. 



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127 



Gemaine laden, sollen ausserhalb der 
pämbwoltz II werchschuech lang, unnd ain 
zollung dückh sein. 

Rafen, so auf die schintldächer zuge- 
brauchen, sollen 23 werchschuech lang sein. 

Geschnitten latten, sollen 19 V2 werch- 
schuech lang unnd anderhalbe zollung dückh 
sein. 

Was aber ander rafen und latten, so von 
andern orten hieheer gebracht, so pesser oder 
schlechter, als die obbemelten rafen und latten 
sein, die sollen beschaut, und alsdann nach 
gelegenhait ires werts geschätzt, und bezahlt 
werden. 

Spitzer, Marbacher, Balthauser und Ser- 
minstainer oder von andern orten reichladen, 
sollen 1972 wiener werchschuech lang, und 
anderthalb zollung dückh, unnd auf das we- 
nigst aines werchschuech breit sein. 

Pankladen sol 19V2 schuech lang, ander- 
halben schuech prait und auffs wenigst zwo 
zollung duck sein. 

Schintln, dieweil sie nit ain leng unnd 
prait haben, die sollen von stundan, wans 
alheer gebracht, beschaut und hernach des 
khauf nach gelegenhait von unsern bürger- 
maister und rath, wie von alter beer der ge- 
brauch gewesen, gesetzt werden; solle aber 
die recht leng sein ain werchschuech unnd 
zehen zollung. 

Weinstecken, soll ain jeder vier schuech 
und sieben zollung lang, und in der vierung, 
ain wenig dückher als ain zollung ungefär- 
lich lang sein. 

Was aber ander frembd, als schwäbisch, 
payrisch flöss, auch Schachentüln, Steyrer 
pöden und waldschrägen, nachdem sie nit 
in ainer gross noch gute sein, so hieher ge- 
bracht, die sollen beschaut und nach irem 
wert bezahlt werden. 

Satzung des holz wie das durch die 

Welser flötzer alhie verkaufft werden 

soll. 

Wir haben auch darauff aus denen bey 
unns bewegunden und sunsten fürkhumnen 
Ursachen denen Welser fletzern oder holtz- 
handlern gnadigist bewilligt, das sie nun 



hinfüro das pfund gmain laden umb vier 
floren vier Schilling phenunng; 

die 14 elligen halbpämb per drei floren 
sieben Schilling phenning; 

die 12 elligen halbpämb, auch gaden 
zwistoss, veriert unnd gmain khorfless umb 
zwen floren ain Schilling phenning; 

die langen almischen khor, per zwen 
floren drey Schilling phenning; 

das phundt rafen, per acht floren vier 
Schilling phenning; 

und das pfundt latten umb drey floren 
zwen Schilling phenning, und nit höcher ge- 
ben mugen. 

Die hiesigen wiennerischen fletzer 
unnd holtzhandler Satzung. 

Die hieigen flötzer sollen auch nun 
hinfüro das pfundt gmain laden auff dem 
wasser umb vier floren vier Schilling phen- 
ning, und auf dem landt umb vier floren 
sieben Schilling phenning; 

auch die 14 elligen halb pämb und 
langen gaden am wasser umb vier floren drey 
Schilling phenning; 

die 12 elligen halb pämb unnd gaden, 
auch zwistoss auff dem wasser umb zwen 
floren zwen Schilling phenning. aber auf dem 
landt per zwen floren fünf Schilling phenning; 

die langen köhr am wasser per zwen 
floren vier Schilling phenning. und am landt 
umb zwen floren sieben Schilling phenning; 

das pfund rafen umb neun floren. und 
ain pfundt latten per drey floren sechs 
Schilling phenning verkhauffen. 

Zur Durchführung dieser Holzordnung 
werden zwei Beschauer bestellt, und zwar 
der eine auf landesfürstliche, der andere auf 
Kosten der Stadt Wien; kommt Holz nach 
Wien, so hat die Regierung am ersten Tage 
das alleinige Recht, Holz zu kaufen^ am 
zweiten Tage die Stadt Wien zu gemeiner 
statt gepeuen; am dritten Tage deckt die 
Bürgerschaft ihren Bedarf, aber nicht mehr; 
was noch verbleibt, ist alsdann den Wienner 
flötzern fürzukaufen erlaubt. Wer diese Ord- 
nung übertritt, wird um Geld gestraft, wovon 
die Hälfte in der von Wien burgerspital zu 



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pesserer underhaltung der armen daselbst 
geraicht mrd. 

Patent — Vgl. Bd. 2, AV. i^63. 

5478 1569^ März g, Wien. 

Kaiser Maximilian IL an die nieder- 
österreichische Regierung^ die Kinder des 
Thoman Luntzinger mit ihrem väterlichen 
Erbe bei Isper gelegen zu belehnen. 

Lehenbuch f iß66—i§6p, 323'. 

5479 1569, März 3o, Wien. 

Kaiser Maximilian IL an die nieder- 
österreichische Regierung und Kammer, er 
habe dem Volkarten von Aursperg bewilligt, 
über sein Lehen nach Belieben zu verfügen. 

Lehenbuch, i570—i§y6, -f?. 

5480 1569, Dezember 7, Wien. 

* Der Universitätsrektor Dr. Georg Eder, der 
kais. Superintendent, die Dekane, die Assessoren 
und die Prokuratoren der Nationen sowie das 
gesamte Konsistorium an der Wiener Univer- 
sität bekennen, es sei vor ihnen der Medicinae 
Doktor Ladislaus Stuff aus Siebenbürgen er- 
schienen und habe erklärt, Grans Erzbischof 
Nikolaus Olah habe in seinem Testamente 
1000 fl. Ungar, zu einer Stiftung für solche 
Studierende bestimmt, qui sacris initiari et 
sacerdotes esse volunt. Die Exekutoren seines 
Testaments haben nun diese Stiftung der 
Wiener Universität übergeben mit der Be- 
stimmung, a) daß sie stets erhalten bleibe; 
daß von den Interessen des Kapitals,^) das 
gleich ii33 fl. 20 kr. rhein. ist, zwei Stipen- 
dien an Siebenbürger oder in deren Ermang- 
lung an Ungarn, Dalmatiner, Kroaten oder 
Slavonier, qui sub Corona Hungariae com- 
prehenduntur, verliehen werden; c) der Super- 
intendent der Stiftung ein Siebenbürger oder 
in dessen Ermanglung ein Ungar, Dalmatiner, 
Kroate oder Slavonier sei, doch muß er einen 
akademischen Grad erlangt haben; d) die 
Wahl des Superintendenten dem Graner Dom- 
kapitel zusteht; e) daß die Stipendisten vom 
Superintendenten der Stiftung ernannt werden, 

^) Dasselbe wurde an Martin Carpinus vulgo 
Siebenbürger, Bürger und Gerichtsbeisitzer in Wien, 
verliehen. 



doch müssen sie in den Trivialschulen bereits 
so weit sein, daß sie mit Erfolg den öffent- 
lichen Vorlesungen an der Universität folgen 
können ; eine Ausnahme ist nur bei Verwandten 
des Stifters zu machen; f) nach sieben Se- 
mestern der Genuß der Stiftung erlischt, außer 
Superintendent, das Graner Domkapitel und 
die Verwandten des Stifters gewähren eine 
Verlängerung; g) die Stipendisten, welche 
Theologie studieren, den Vorzug haben; h) die 
Stipendisten sich befleißen, die lateinische 
Sprache gründlich zu erlernen, weshalb ihnen 
verboten ist, eine andere Sprache zu sprechen. 
— Besiegelt mit dem Siegel der Universität. 
Kopie. 

5481 1570, Jänner ip, Wien. 

Die niederösterreichische Regierung be- 
fehlt allen Obrigkeiten in Österreich unter 
und ob der Enns, da sich vil frembder petler 
und petlerin in der hauptstatt Wienn und 
derselben burckfrid aufhalten und des petlns, 
hausierens und gastierens gebrauchen, dadurch 
den hausarmen leuten und petlern alda das 
almusen entzogen wirdet, ihre Armen zu er- 
halten und sie nit so labloser ding abziehen 
zu lassen; sollten sie nicht bleiben wollen, sind 
sie mit ernst dazu anzuhalten; alle fremden 
petler, störtzer, landtfarer, reimsprecher, singer 
und kirchtagkaufleute, die doch durchaus in 
kein spital kommen noch sich hauen lassen 
wellen, sondern inen vielmehr offne schaden 
machen, abzuschaffen und nirgends zu dulden. 

Patent. 

5483 1570, März 10, Wien. 

Die niederösterreichische Regierung er- 
neuert die Weingartenordnung vom 3o. Jän- 
ner IS59 i^r^ 5405)' 

Patent. — Gleichlautend mit der vom 12. ^fär:^ 
J5^5 0^>' 5455)' 

5483 1570, Juni 6, Wien. 

Die niederösterreichische Regierung er- 
läßt eine Müllerordnung deren von Sanct 
Polten, Hertzogburg, Trässmaur und Wil- 
halmspurg auf dem wasserstram der Traisen. 
Mit röm. khays. May. etc. gnad und privi- 



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legien gedruckt zu Wienn in Osterreich durch 
Caspar Stainhofer in Sanct Anna hof. 
Druck, 6 Blätter. 

5484 1570, Juli 12, Wien. 

Die nieder österreichische Regierung er- 
neuert das Verbot der Ausfuhr von Unschlitt, 
Patent. — Vgl. Nr. 5485. 

5485 1570, Dezember /, Korneuburg. 

Der nieder österreichischen Regierung ge- 
neral und Ordnung, wie es hinfüro mit der 
traid, koll- und kalchmass auch elen und 
gewicht und dann der goldschmid und zin- 
giesserprob in dem ertzhertzogtumb Öster- 
reich ob der Enns gehalten werden solle. 
Mit rö. khay. May. gnad und Privilegien ge- 
druckt zu Wienn in Osterreich durch Caspar 
Stainhofer in Sanct Anna hof. 

Druck, 6 Blätter. — Codex Austriacus 2, 3^. 

5486 1571, Februar 16, Wien. 

Die niederösterreichische Regierung er- 
neuert die Weingartenordnung vom 10. März 
1570 (Nr. 5482) und setzt auf Grund des Berich- 
tes^ den der Bürgermeister und Rat der Stadt 
Wien über die von den Gesandten der der Wie- 
ner Weingartenordnung unterworfenen Orte ge- 
faßten Beschlüsse erstattet hat, mit Rücksicht 
auf des gemainen hawer volks augenschein- 
liche große armut und yecziger zeit miss- 
rattung des getraid und weins auch die 
picklemigkait und theurung, so fast in allen 
victualien und was sunst dem menschen zu 
seiner täglichen underhaltung und zeitlichen 
narung notwendig ... die taglon, doch nur 
für dieses Jahr 1571 folgendermaßen fest: 
ainer mannsperson von der erst fastwochen 
bis gar hinumb aufs Weinlesen von jeder 
weingart arwait des tags 8 Kreuzer und dann 
vom lesen oder sanct Michaelis tag den herbst 
und winter hinumb bis wieder zu ersten fast- 
wochen 7 Kreuzer^ einer weibsperson von 
Lichtmessen bis auf Georgi und von der 
grüenen arbait bis auf Lichtmessen ains tag 

5 Kreuzer, aber in der grüenen arbait 

6 Kreuzer. 

Patent. 
Regesten zur Geschichte der Stadt Wien. V. 



5487 157I9 März jp, Wien. 

Der niederösterreichischen Regierung Ord- 
nung und generalmandat zu abstellung des 
schedlichen fürkaufs im ertzherzogthumb 
Österreich ob der Enns. Gedruckt zu Wienn 
in Osterreich durch Caspar Stainhofer in Sanct 
Anna hof. 

Druck, 16 Blätter. 

5488 1571, Mai 17, Wien. 

Hans Vochter, Bürger zu Wien, des in- 
nern rath und ober statcamerer wird nach 
dem Tode Hannsen Über mann als Lehen- 
träger des Bürgerspitals mit den in Nr. 5472 
genannten Lehen belehnt. 

Lehenbuch, 156p— 15 j6, 83. 

5489 1571, Juni 14, Wien. 

* Vectigal regium, gedruckt in Wien bei 
Kaspar Stainhofer. 
Druck, 20 Blätter. 

5490 1571, Juni 25, Wien. 

Kaiser Maximilian IL gestattet, daß dem 
Christof Schnätterl die den Ornbergern ge- 
liehenen 2000 fl. auf die Lehengüter der 
Omberger versichert werden. 

Lehenbuch, 1566^15^2, 102. 

5491 1571^ November 27, Wien. 

Hanns von Sinzendorf, n.-ö. cammerrath, 
wird für sich selbs auch anstatt und als 
lehentrager Fridereichen, Tiburtzien und 
Joachimen, Rat des niederösterreichischen Re- 
giments, mit ihrem väterlichen Erbe, darunter 
das Urfar zu Jedlosse usw., wie in Nr. 5457 
nachdem sie sich mit den Erben des Joachim 
Marschalch zu Reichenau verglichen^ belehnt. 

Lehenbuch, 1570—1576, 116'. 

5492 I57if Dezember 7, Wien. 

Joseph Entzianer wird mit seinem väter- 
lichen Erbe, dem Hofe in Pidermannstorf, be- 
lehnt (Nr. 5467). 

Lehenbuch, 1570—1576, 222. 

5493 i572y Jänner 4, Wien. 

Die niederösterreichische Regierung hat 
durch offen rueff bei der statt Wienn die 

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fleischsatzung von allerlei sorten* aufs new 
publiciern und den übertrettern, sie seien 
gleich hieige oder zuefarende fleischhacker, 
ernstliche straf an leib und guet betroen 
lassen; trotzdem kommt es vor, dass die aus- 
wendigen fleischhacker, so im sommer und 
wann das viech in zimlichen gelt zu be- 
kommen, das fleisch herein auf den markt 
füeren, zu gegenwirtiger zeit, da bemeltes 
fleisch etwas thewrer, ausbleiben, und ob- 
schon ainer oder mehr nach seiner gelegen- 
heit viech schlachtet, verkauft er doch das- 
selbe seines gefallens zuwider der Ordnung, 
dadurch der arme gemaine auswendig bur- 
ger und bauersmann verursacht würdet, 
hieiger statt, bey der ob der Satzung mehrers 
gehalten, zuezulaufen, daraus auch erfolget, 
dass die frembden fleischhacker desgleichen 
die bauren, so je zu zeiten hiehero mit 
fleisch faren, dasselb nicht nach der Satzung 
wie die hieigen bürgerlichen fleischhacker, 
sonder ires gefallens zu geben vermainen. 
Um nun da Ordnung zu schaffen und damit 
die Fleischsatzung nicht nur in Wien, sondern 
im ganzen Lande ernstlich gehalten wird, so 
befiehlt die nieder österreichische Regierung 
den Obrigkeiten aller Orte innerhalb dreier 
meil wegs umb die Stadt Wien bei unab- 
lässiger ernstlicher leib und guet straf, daß 
sich die bei ihnen ansässigen Fleischhauer 
jetzto sowohl als zu den gelegenen zeiten 
also und dermassen mit allerlay sorten fleisch 
versehen, auf dass das gemaine volk sollicher 
orten wonendt, hieiger statt zuezulaufen 
nicht ursach hat: wer von den Fleischhauern 
der umliegenden Orte bis auf die erst fast- 
wochenzeit wöchentlich nicht Fleisch nach 
Wien führt, darf auch dann keines bringen, 
Patent. 

5494 1572, Februar 6, Wien, 

Die niederösterreichische Regierung er- 
neuert die Weingartenordnung vom 16. Fe- 
bruar 1571 und bewilligt für die Weingarten- 
arbeiter dieselben Löhne wie i^ji (Nr. 5486), 
Patent. 

5495 1572, April 2, Wien. 

Caspar von Lindegg zu Lisana, unser 
rath, eltister secretari und Stattanwalt zu 



Wienn wird als Lehenträger der hinter- 
lassenen Söhne des Johann Ulrich Zasy, doc- 
toris unsers gehaimen raths und reichs- 
hofvicekanzlers, mit dem Schloß Rabenstein 
belehnt. 

Lehenbuch, i570—i§y6, i3p. 

5496 1572, Mai 6, Wien. 

Die niederösterreichische Regierung ver- 
bietet den Fleischhauern in Wien und auf 
dem Lande, das Schweinfleisch nach dem 
gesiebt zuwider der aufgerichten Satzung zu 
verkaufen; gegen den Übertreter dieser Ver- 
ordnung wird mit ernstlicher leibesstraf ver- 
fahren. 

Patent. 

5497 1572, Juli 4, Wien. 

Kaiser Maximilian IL an die nieder- 
österreichische Regierung, Reicharten Strein 
hofcamerpresidenten die Herrschaft Tiern- 
stain zu verleihen. 

Lehenbuch, i^yo-^i^yö, 757. 

5498 1572, September 11, Wien. 

Kaiser Maximilian IL an die nieder- 
österreichische Regierung, dem geheimen 
rath, obristen hofmaister, Hannsen Trautson 
freyherrn zu Sprechenstain die Herrschaft 
Falkenstain zu verleihen. 
Lehenbuch, 1 570— 15^6, i§3. 

5499 1752, November i, Wien. 

Kaiser Maximilian IL setzt in den nieder- 
österreichischen Landen die zwölfer, so man 
Pauliner und Bononier nennt, desgleichen die 
Schweitzer groschen als Khurer, Züricher, 
der statt Gallen, Schaffheuser, Underwalder 
und Soloturn vom i. Jänner 157 3 außer 
Kurs und bestimmt als Wechselplätze Wien, 
Krems und Linz. 

Patent mit Abbildung der verrufenen Müm^sorten. 

5500 1572, November i, Wien. 

Georg Brantstetter, 65 Jahre alt, be- 
stimmt in seinem Testamente, publiziert am 
8. Mai 1574: a) zur Beförderung und Er- 
haltung der wahren katholischen und allein 
seligmachenden Religion 3ooo fl. rhein. aus 



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jenen 20,000 fl,, welche er der röm, kais, 
Majestät geliehen hat; b) die von ihm be- 
stellten Testamentsexekutoren haben um diese 
Sooo fl. eine Gülte von 200 fl* zu kaufen^ 
jedoch so, daß die röm. kais. Majestät die 
Hauptsumme selbst innbehalten, dieselben 
auf gewisse Gefälle eines richtigen Amts ver- 
sichern und verweisen und verschreiben soll; 
die 200 fl. sind den Jesuiten in Wien aus- 
zufolgen, damit sie vier arme Studenten er- 
halten; c) diese müssen von katholischen 
Eltern stammen. Verwandte des Stifters oder 
Österreicher, endlich auch andere deutscher 
Nation sein, bereits das 20. Lebensjahr er- 
reicht haben, baccalaurei artium oder in fun- 
damentis dermaßen wohl bestellt sein und 
eine gute Aussprache haben, daß zu hoffen 
ist, sie werden gute Prediger; d) der Genuß 
des Stipendiums währt fünf Jahre; nach Ab- 
lauf derselben sollen die Stipendiaten zum 
Predigeramt tauglich sein; jeder hat einen 
Eid zu leisten^ stets katholisch und im geist- 
lichen Stande bleiben zu wollen; bevor er 
den Eid ablegt, hat er ein Jahr Zeit zu über- 
legen; kann er den Eid nicht leisten, ist er 
von der Stiftung ausgeschlossen; e) welche 
den Eid leisten, sollen sich der Stadt Wien 
anbieten und hauptsächlich bei St. Hierony- 
mus sich verwenden lassen; wer nach Ab- 
legung des Eides zur Augsburgischen Kon- 
fession übertritt oder zu den zwei Ständen 
einer Landschaft Agenden oder zu einer an- 
deren Konfession sich bekennt, hat der Stif- 
tung Ersatz zu leisten; f) wer innerhalb der 
Zeit des Stipendiums genusses mit einer un- 
heilbaren Krankheit behaftet ist und in das 
Bürgerspital, zu St. Marx oder ins Lazareth 
aufgenommen werden muß, oder sich nicht 
entsprechend verhält, wird ausgeschlossen und 
hat der Stiftung Ersatz zu leisten; g) erledigte 
Plätze sind stets möglichst rasch zu besetzen; 
h) wird das Jesuitenkolleg an einen anderen 
Ort verlegt, nimmt es auch diese Stiftung mit 
sich; i) sollte die Stiftung aus irgend einem 
Grunde nicht vollzogen werden können, sind , 
die 200 fl. jährlich zum Loskaufe gefangener 
Christen bei den Türken durch Bürgermeister 
und Rat der Stadt Wien zu verwenden; k) zu 
Superintendenten dieser Stiftung ernennt er 



den jeweiligen Bischof, Dompropst und De- 
chant von Wien. 

Kopie des ij. Jahrhunderts. 

5501 -^57-2, Dezember 1, Wien. 

Kaiser Maximilian IL befiehlt allen Juden, 
das Land Österreich unter und ob der Enns 
bis zum Palmsonntag i^yS zu verlassen*^ welche 
zum Christentume übertreten, dürfen bleiben. 

Patent. — Vgl. Bd, 2, Nr. I^OO. 

5502 1572, Dezember 3j, Wien. 

Die nieder österreichische Regierung be- 
stimmt als Orte zum Auswechseln der durch 
kaiserliches Mandat vom i. November 1^72 ver- 
botenen Münzen, da die dort genannten drei 
Städte als Wechselstellen zu weit voneinander 
entfernt sind, noch Neustadt, St. Polten, Yps, 
Retz, Korneuburg und Eggenburg sowie Frei- 
stadt und Steynr; der Termin des Umwechseins 
währt bis zum i. Februar isyS. 

Patent. — Aus:{ug in Codex Austriacus /, 1^5. 

5503 157S, Jänner 20, Wien. 

Inventarium zu der pharr in der kais. 
purch alhie zu Wienn gehörig. 

Anno domini tausent fünfhundert drey- 
undsiebenzig am sambstag den zehenten Ja- 
nuarii auf der hochlöblichen n.-ö. regierung 
bevelch haben wir Caspar Christian, official 
des Wiener bistums, und Caspar von Lindegg 
zu Lisana röm. kais. Maj. rath, Stattanwalt 
alhie zu Wien und eltist er secretary, der pfarr 
in der kayserlichen purgk alhie zugehörung 
inventirt, beschriben und zway gleichlauttende 
inventari unnder unsern handtzeichen und 
petschaften aufgericht, das ain dem ehrwür- 
digen Hieronimo de Leonibus, höchsternenn- 
ter kais. Maj. hofcaplan und pfarrern in ge- 
melter kais. purch, zuegestellt und das ander 
der hochlöblichen n.-ö. camer neben und 
sambt ernennts herrn pfarrers gefertigten re- 
verß übergeben wie volgt. 

In ainem schwarzen kandlier zwelf per- 
gameen stifft und bestättbrief der erzherzogen 
zu Österreich und römischen kaiser. 

Ain purgkrechtbrieff umb 200 fl. gelts 
auf des Khätzers haus zu Wien anno 1552. 

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Steurbrieff und quittungen bis auf das 
72. jar. 

Vier schwarze kandlier mit allerlay grundt- 
buechs Handlung, gefertigt und ungefertigt, 
acten und Schriften wie dieselben täglich für- 
kumen. 

Zwo schachtl mit allerlay acta und 
grundtbuechs hanndlungen, so bey dem herrn 
Preuner gehandelt worden. 

Ains klain stibich voll allerlay Sachen. 

Ain purgkrechtbrief umb 100 fl. auf 
Hanns Heranden behausung auf der Renn- 
gassen, des datum den 23. Novembris anno 
1564. 

Ain reversbrieff von Anna Taxenpeckin 
umb etliche verwechslete überlendt guetter 
zu Hetzmannsdorf anno 15 16. 

Ain stiftbrieff umb ain halbs joch Wein- 
garten am Heckenperg von denen von Eslern 
anno 1354. 

Ain steurbrieff von hertzogen Albrechten 
umb den hof zu Hymberg anno 1393. 

Ain kaufbrieff umb das hauß in der 
Preittenstraß zu Wien zu der purgk gehörig 
des datum am montag vorpfingsten anno 1435 
(Mai So), 

Ain consens über den hof zu Gunzen- 
dorf von kaiser Fridrichen außgehenndt, des 
datum erichtag nach Invocavit anno 1446 
(März 8). 

Stifftbrieff künig Albrechts umb 32 pfen- 
nig burgkrecht zinns des datum anno 1439. 

Ain wechslbrief umb neundthalben acker 
zu Gaunerßdorf gelegen des datum suntag 
Quasimodogeniti anno 1391 (April 2), 

Pergrechtbrieff von Ulrich Georgen umb 
ain pfundt pfenning des datum sambstag vor 
der heiligen drei künig tag anno 1505 
(Jänner 4). 

Ain stiftbrieff unib die behausten güetter 
zu Ladendorf anno i388. — sub littera A. 

Dise brieff deren überall vierzehen ge- 
siglte pergameen brieff sein, so weingartten 
und andere guetter zu der pfarr gehörig 
betreffendt seindt jetzt in ainem schwarzen 
kandlier, — sub litera B. 

Item in ainem schwarzen kanndlier sub C 
ainunddreißig alte gesiglte brieff, so der pfarr 



dienst und holden und was sonst bey dem 
grundtbuech gehanndelt wirdet, betreffendt. 

In ainem schwarzen kandlier achzehen 
gesiglete brieff, Privilegien und Urkunden. — 
sub litera D. 

Item in ainem schwarzen kanndlier vir 
und sibenzig gesiglte pergamenbrief, Wein- 
garten, Urkunden auch ander gerechtigkaiten 
zu der pfarr gehörig, darin auch der brieff 
gefunden ain halbs joch weingartten betref- 
fendt am Heckenberg genannt, so in dem 
alten inventario vermelt wird. — sub litera E. 

Item in ain alten sechl par gelt benent- 
lich 17 gülden 34 kreuzer und drey pfennig, 
so etwan zu weillandt Granndt Johann ge- 
wesnen pfarrern zeitten zum grundtbuech er- 
legt worden. 

Ain newer index über alle grundtbuecher 
in arcula in rot leder mit pretter und clau- 
suren eingebunden, helt 227 platt. 

Ain grundtbuech in gelb pergameen mit 
ainem rincken eingebunden, mit buchstaben D, 
helt 117 platt. 

Sechs und zwanzig dienst und perg re- 
gister über Grinzing, Wetzlsdorf, Heiligstatt, 
Nußdorf, Döbling, Sifering und Closterneu- 
burg. 

Ain alts grundtbuech über alle grundt 
und guetter in pretter eingebunden und mit 
messingen spangen und clausuren beschlagen, 
helt 274 platt. 

Mer ain grundtbuech in rott leder ein- 
gebunden mit buchstaben B, helt 194 platt. 

Mer ain grundtbuech in gelb pergameen 
eingebunden mit buchstaben C, helt 258 platt. 

Mer ain index über die grundtbuecher 
in gelb pergameen mit nr. i. 

Mer ain groß new grundt- und satzbuech 
in rott leder und messingen spangen und 
clausurn beschlagen mit buchstaben D, helt 
489 platt. 

Ain dienst püchl über Simering. 

Ain alt urbarbuech in weiß pergameen 
eingebunden. 

C. V. Lindegg. 

Casp. Christiani, Hieronymus de Leonibus. 
officialis Vinnensis. 

Orig.y mit 3 Siegeln. 



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5504 1573, Jänner 28, Wien, 

Kaiser Maximilian IL an die nieder- 
österreichische Regierung, die Lehen der Jör- 
ger immer dem Ältesten des Hauses zu ver- 
leihen. 

Lehenbuchy 1570—1 576, iy2, 

5505 1573, Jänner 3i, Wien. 

Kaiser Maximilian IL an die nieder- 
österreichische Regierung, die vesste Haugs- 
torf dem Hainrichen herrn zu Starchemberg 
zu perleihen. 

Lehenbuch, 1570—1576, 177'. 

5506 1573, Februar 3, Wien. 

Kaiser Maximilian IL an die nieder- 
österreichische Regierung, Jacoben Hueber 
hofcammer secretarien und Fridrichen Egk- 
stain unsern diener den Muckenhof am Tull- 
nerfeldt gelegen zu verleihen, 

Lehen buch, 1570^1576, 18^. 

5507 1573, Februar 6, Wien. 

Kaiser Maximilian IL erneuert die Münz- 
ordnung vom I. Juli 1560 und vom i. No- 
vember 1562, womach außerhalb deren taller, 
behaimischen groschen, Schreckenberger oder 
sächsischen zehner und schwertgroschen kain 
andere ... in specie aber die verbotnen 
Stolpergischen zweifer dreierlai sorten, die 
schweitzerische Oswalder zweifer, Khurer 
zehner dreierlay sorten, die praiten nie- 
derländischen zehner, die Khurer halbpatzen 
oder zwikhkreutzer und Khurer kreutzerl in 
Österreich eingeführt werden dürfen. 

Patent mit Abbildung der verbotenen Mün^sorten. 
-T- Vgl Dd. 2, Nr. 1^75. 

5508 1573, Februar 6, Wien. 

Kaiser Maximilian IL verbietet die Aus- 
fuhr gemünzten und ungemünzten Goldes und 
Silbers. 

Patent. 

5509 1573, Mai i, Wien. 

Die niederösterreichische Regierung er- 
neuert die Weingartenordnung von 1572, Fe- 
bruar 6 (Nr. 5494). 

Patent. 



5510 1573, Mai 22, Wien. 

Kaiser Maximilian IL an die nieder- 
österreichische Regierung, Matheusen Grund- 
rechinger mit Lehen bei Zeillern und Stefans- 
hart zu belehnen. 

Lehenbuch f 1570—1576, 186. 

5511 1573, Mai 25, Wien. 

Kaiser Maximilian IL an die nieder- 
österreichische Regierung, Cristoffen von Lam- 
berg das dorf Gaislberg zu verleihen. 

Lehenbuch, 1570 — 1576, 188'. 

5513 1573, Juni 16, Wien. 

Kaiser Maximilian IL an die nieder- 
österreichische Regierung, Georgen Teufl frei- 
herrn auf Gundersdorf, geheimen Rat und 
Präsidenten des Hofkriegsrates, mit Lehen bei 
Ort und Fframa zu belehnen. 

Lehenbuch, 1570— 1576, i8p. 

5513 1573, Juli 3i, Wien. 

Kaiser Maximilian IL an die nieder- 
österreichische Regierung, er habe Wolff Sei- 
fried von Trenbach bewilligt, auf die Lehen 
die nutzung seiner ehewirthin auf lebenslang 
anzuweisen. 

Lehenbuch, 1570—1576, 1^7. 

5514 1573, August 5, Wien. 

Die niederösterreichische Regierung er- 
neuert das Verbot des Viehkaufes jenseits der 
March für alle Fleischhauer, ausgenommen 
so allhie zu Wien burger sein und das hant- 
werch arbaiten, so dissfalls in sonderhait 
begnadet und befreit sind. 

Patent. — Codex Austriacus i, 865. 

5515 I574f Februar 26, Wien. 

Die niederösterreichische Regierung er- 
neuert die Weingartenordnung und beläßt die 
für das Jahr 1578 festgesetzten Löhne auch 
für 1574 (Nr. 5509). 

Patent. 

1 5516 1574, Juli 9, Wien. 

Kaiser Maximilian IL an die nieder- 
. österreichische Regierung, er habe dem Hiero- 



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nymus Camerer bennlligt, seiner ehewirthin 
Barbara Petterpeckhin Heiratsgut auf die 
Lehen zu versichern. 

Lehenbuch, 1570—1576, 282. 

5517 ^574, Oktober 22, Wien. 

Die niederösterreichische Regierung gibt 
allen bekannt, so alhie und in denen an der 
Wienervvaldt march gelegenen steten, markten 
und flecken gesessen, daß zu abstellung der 
ain zeit herumb bei der Stadt Wienn einge- 
rißnen staigerung und mangls des prenn- 
holtz alle landesfürstlichen wäld nahen und 
fern, darinnen noch ainich prennholtz Zuge- 
winnen außer des TuUnerpachs, so dem Lan- 
desfürsten vorbehalten bleibt, allen und jeden 
die zu berüerter Stadt Wienn und auf dem 
markt alher holtzfüeren wollen, ausgenommen 
den Bäckern, bewilligt sei, gegen bezalung des 
gebürlichen stamgelts und nach auszaigung 
der landesfürstlichen waldambtleut holtz zu 
maissen und abzufüren, so jedoch^ daß kain 
burger alhie ainich prennholtz außer seiner 
hausnotturft in die städl oder an andere ort 
zu erwartung und tewrung und Verursachung 
mangls einlege oder behalte, sondern stracks 
an markt füre und verkauife. Wer Holz auf 
fürkauf und erwartung der theurung und 
picklem einlegt, dem wird selbes weggenommen 
und er außerdem noch bestraft; die Waldamts- 
Untertanen und Holzhacker sollen nit allain 
lautter scheitter, sondern auch das wippfei 
und reysach aufhacken und zu pürtel machen, 
die sie für ihren Hausgebrauch verwenden 
oder verkaufen können, worauf der landes- 
fürstliche waldmaister Urban Meisinger zu 
achten hat; er hat auch zu sorgen, daß die 
weg im wald bis hieher gebessert werden. 

Patent, — Codex Austriacus /, 225. 

5518 1574, November 16, Wien. 

Kaiser Maximilian //. an die nieder- 
österreichische Regierung, er habe Wolf harten 
Strein bewilligt, das Lehen Pellendorf zu ver- 
pfänden. 

Lehenbuch, 1570 — 1576, 2^7. 

5519 I575> März 15, Wien. 

Daniel Lunzer, Bürger von Wien, des 
inneren rats und ober statcamerer daselbs, 



xpird nach dem Tode des Hannsen Fochter 
als Lehensträger des Bürgerspitals mit den in 
Nr. 5488 genannten Lehen belehnt. 
Lehenbuch, 1570— 1576 ^ 268. 

5520 1575, Dezember 8, Wien. 

Daniel Lunzer, Oberstadtkämmerer und 
Ratsfreund von Wien, wird im Namen der 
Stadt Wien mit den von dem Hof kammerrate 
Hannsen Sintzendorfer, Hannsen und Tiburz 
von Sintzendorf und dem rath des regiments 
der n.-ö. lande Joachim von Sinzendorf, alle 
Brüder^ aufgesandten und der Stadt Wien 
verkauften gült, güetter, underthonen und 
urfar zum halben tail belehnt, als: in dem 
dorf Yedlase gegen Nußdorf auf behaustem 
gut 15 Pfund Pfennig Gülten samt den dorf- 
gericht daselbs und das urfarrecht und steg- 
recht auf der Thuenaw von dem Kirchpach 
under Ennzerstorf bei dem Pisenberg bis 
gegen der Pierbißgestetten bei Töbling über 
und seiner zuegehörung in sannt Georgen- 
pharr zu Khagran und Greitzensteiner land- 
gericht gelegen. 

Lehenbuch, 1570—1576, 285'. 

5521 1575, Dezember ip, Wien. 

Kaiser Maximilian H. an die n.-ö. re- 
gierung und camer den camer secretarien 
Thimotheen Granleuttner Lehen in Österreich 
ob der Enns zu verleihen. 

Lehenbuch, 157O — 1576, 3op. 

5533 1575, > —• 

Die niederösterreichische Regierung ver- 
bietet zur Hintanhaltung der Infektion das 
Baden in offnen failbadern in Wien und auf 
dem Lande zwei Meilen um Wien. 

Erwähnt in Nr, 5580. 

5538 1576, Jänner 26, Wien. 

Michael Hamerl wird nach dem Tode 
seines Vaters Bernharden Hämerl für sich 
und als Lehensträger weilend ApoUonia seiner 
swester gelassen sun mit namen Hannß, 
Franzen und Bernhardten der Steinegker ge- 
brüeder seiner vettern mit dem in Nr. 5875 
genannten Garten belehnt. 

Lehenbuch, 1570^1576, 815. 



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5534 1576, März I, Wien. 

Müllerordnung für Österreich ob der 
Enns. 

Mit röm. kay. Mt. etc. gnad und Privi- 
legien gedruckt zu Wien in Österreich in 
S. Anna hof durch Caspar Stainhofers erben. 

Druck, 18 Blätter. Auf dem ersten Blatte unter 
dem Titel das obderennsische Wappen. Am unteren 
Rande ist folgender handschriftliche Vermerk: Dises 
exemplar ist nach der geschribnen rapulatur, so von 
hof herzuekhumen bei der n.-ö. regierungs-registratur 
collationirt und corrigirt worden. 

Auf der let:{ten Seite steht: Diser Ordnung exem- 
plar sollen ainhundert und funffczig druckt werden. 
II. Februar a° 76. Unverzagt. 

5525 1576, März 17^ Wien. 

Die niederösterreichische Regierung er- 
neuert die Weingartenordnung von 1575 und 
beläßt die 1578, März i festgesetzten Löhne. 

Patent. 

5536 1576, Juni 4, Wien. 

Die niederösterreichische Regierung be- 
stätigt zufolge kais. Dekrets vom 15. Mai 1^76 
die von den Zechmeistern der müllner bei der 
haubstat Wienn und beeden steten Krembs 
und Stain auch derselben zuegethonen flecken 
und verwanten auf Grund der Müllnerord- 
nung vom 14. Februar 1572 von ihnen ver- 
faßten Artikel: 

1. Diese Ordnung ist jährlich in der Ver- 
sammlung aines handwerchs öffentlich vor- 
zulesen; 

2. jeder mülljunger muß seinen geburts- 
brief ainem handtwerch fürbringen und sich 
verbürgen auch undter dreyen jaren zu ainem 
ehrlichen maister nicht verdingt werden ; wird 
er als Lehrjunge bestätigt, hat er in die lad 
zu geben / Schilling 4 ff ennig, der Lehrmeister 
2 Schilling 4 Pfennig; 

3. verhält sich der Lehrjunge während 
der lehrjahr erbar und gebürlich, hat ihm 
der lehrmaister zu ausgang der dreyer jar 
ein lehrklaidt zu geben auch anders, so die 
gemelt Ordnung mitbringt; 

4. ist ein Lehrjunge während der lehr- 
jahr oder gar auf die letzte zeit unerbar oder 
gar ungebürlich, so soll sein erstreckte lehr- 
zeit gefallen sein und nichts gelten; 



5. nachdem bishero zu mehrmalen ja in 
täglicher erfarung befunden ist worden, das 
etliche müUknecht oder junger, wenn sie von 
ainem mülhern oder maister ausgestanden, 
demselben die Bäcker, welche bisher ihr Mehl 
bei ihm bezogen, aufgeredt und abwendt 
haben, ist beschlossen, daß ein solcher knecht 
oder junger das erstemal zu straf dem hand- 
werch in die lad erlegen ain gülden, wird 
er wieder betreten, soll ihm one alle begna- 
digung sein handwerch sein lebenlang nieder- 
gelegt werden; 

6. wird ein mühlknecht oder junger fey- 
rendt begriffen, während genuegsam arbait 
vorhanden war, oder wollte er täglich andere 
von der arbait zum wein füeren und verhindern, 
denselben soll sein handtwerch, damit er ge- 
nuegsamb ausfuern mag, auf ain quottember 
nidergelegt und verboten sein; 

7. geht ein müUknecht oder mühljunge 
one erlaubnus seines maisters oder müUherrn 
zum wein oder [zu] andere leichtfertigen un- 
zimblichen handeln, der soll bei der lad 
angezaigt und nach gelegenheit des Verbre- 
chens gestraft werden; hat er Schaden ver- 
ursacht, hat er denselben nach billiger mässi- 
gung zu ersetzen; 

8. kain müUknecht, kain mülljunger soll 
one vorwissen oder erlaubnus aines mülherrn 
oder maister aus dem haus noch zu den wein 
füeren; tut er es aber, wird er nach erkant- 
nus des handtwerchs darumben gestraft; 

p. wird ain müUknecht oder junger von 
einem ersamen handtwerch erfordert und des- 
wegen one genuegsamb Ursachen über ain 
tag oder nacht ausbleiben oder bei dem wein 
sitzen und feyren, so verliert er seinen Wochen- 
lohn, den sein Herr in die püchsen erlegt; 

10. die müUherrn oder maister sollen 
bei Strafe von i fl. in die lad niemanden 
aufnehmen, der nicht poßpart oder abschied- 
brief vorweisen kann; 

11. da sich ain müUknecht oder junger 
umb ainicher ursach willen wider seinen herrn 
oder maister sein selbst richter zu sein und 
sich fräventlich understüende, der soll durch 
die nächst landtgerichtsobrigkeit gefänklich 
eingezogen und entsprechend gestraft werden; 



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12, sol auch (wie vor alter gebräuchig 
gewest) kain müllknecht oder mülljunger, 
der nit umb sein handtwerch aufzulegen, in 
der zeit nit zuegelassen noch geduldet, son- 
dern soweit sich dieselb erstreckt, abgeschaft 
werden ; 

i3. ain jeder müllknecht oder mülljunger 
sol sich alle monat zu dem zechmaister, der 
von ainem handtwerch verordent und dem 
die püchsen bevolhen, verfüegen und in die 
püxen seinen sontag pfennig erlegen; doch 
kann diese Zahlung auch monatlich oder zu 
Weihnachten und am Fronleichnamstage er- 
folgen; 

14. sol ain jeder müllknecht oder müll- 
junger alle sambstag abendt umb vier uhr 
nach mittag zuefahen (ausgenomen es be- 
schähe den aus sonderer noth, das das zue- 
fahen nit vollzogen kundt werden) bei einer 
Strafe von 24 Pfennig in die püchssen; wo 
es aber ain maister oder mülherr nit thuen 
wolt, hat er jedesmal / fl. als Strafe zu 
zahlen ; 

15. sol auch kain müUherr noch maister 
am Sonntag und andern feyrtag vor vier uhr 
nachmittag kain malter nicht ausgeben noch 
einnemen, auch ausser der obgesetzten stundt 
one genuegsambe Ursachen oder one vorwis- 
sen seines zechmaisters nit umblassen noch 
solches seinem gesindt gestatten bei der ge- 
bürlichen straf nach erkandtnus des handt- 
werchs; 

16. die Meister haben zu sehen, daß ihr 
Gesinde alle Sonn- und Feiertage in die Kirche 
gehen; ist einer ungehorsam, soll er am auf- 
legtag bey der lad oder püchssen anzaigt und 
nach gelegenhait darumben gestraft werden; 

//. weder maister, müllknecht noch müll- 
junger solle bey dem zechmaister oder auf 
der herberig mit wehr, waffen oder hacken 
für ain handtwerch kommen, sondern die- 
selben von inen geben und sich aller beschai- 
denhait gebrauchen; wer dawider handelt, 
zahlt jedesmal in die püchsen zu straf ain 
halben gülden; 

18. wer sich an die Strafen nicht kehrt 
und zum drittenmale die Satzung übertritt, 
dem soll ain zeit lang die arbait in der zech 
das handtwerch verboten sein; 



ig. fügt ein Mühlknecht oder Mühljunge 
einem Meister oder sonst jemandem Schaden 
zu, so ist er ersatzpflichtig; vermag er das 
nicht, hat er so lange dem Meister zu arbei- 
ten, bis der Schaden gutgemacht ist; entzieht 
er sich durch Flucht der Verpflichtung, soll 
ihm durch ain handwerch nachgeschrieben 
und derselbe von ainem ort zum andern so 
lang getriben und nicht für redlich gehalten 
werden, bis er sich gestellt und den Schaden 
bezahlt hat; er wird auch noch von ainem 
handtwerch gestraft werden; 

20. allen müllknechten und jungern ist 
verboten, von den müUeuten oder denjenigen, 
so mahlen oder schrotten lassen, aus gerech- 
tigkait oder für sich selbst ainiches trinkgelt 
zu fordern oder zu nemen, bei Strafe von 
I fl,; gestattet dies ein Meister, zahlt der 2 fl. 
als Strafe in die püchsen; 

27. kain müllknecht oder mülljunger soll 
von denen, die mahlen oder schrotten lassen, 
sei es zu eigenem Vorteile oder zu dem des 
Meisters mehr nehmen, als die Ordnung er- 
laubt; 

22. Klagen gegen Mühlknechte und Jun- 
gen sind von den Meistern am auflegtag dem 
zechmeister vorzubringen; 

23. ain jeder müllknecht oder mülljunger 
soll für allen dingen allen müllzeug inner 
oder ausser der müll, doch was er mit der 
hacken richten kann, selbst zuerichten und 
bessern und dasselbig one entgelt aines mai- 
sters oder müllherrn vleissig versehen; 

24. wer bei einem Meister ausgelernt 
hat, soll nach der Lehrzeit noch zwei Jahre 
bleiben; 

25. die Meister haben ihr Gesinde or- 
dentlich zu bezahlen, auch Speise und Trank 
(wie es gehört und breuchig ist, zu recht 
weil und zeit) zu geben; 

I 26. Mühlknechte und Jungen sowie die 

\ Meister sollen bei Strafe auf der Herberg 
I und sonsten fein erbar und züchtig sich ver- 
I halten; 

2j, wer nit sein poßpart hat oder red- 
lich ist, findet keine Herberge; wer aber dem 
handwerk gemäß und auf die herbrig kommt 
und derselb nit zu bezalen hette, den soll 



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der Herbergsvater um 4 Kreuzer gewierten, 
die dann aus der Lade ersetzt werden; 

28. kommt ein Mühlknecht oder Junger 
durch krankheit oder sonst durch gefär in 
armut, dem soll aus der lad nach gelegenheit 
des vermügen geholfen und gelihen werden; 

2 p. es sind je vier Zechmeister zu bestellen ; 

3o, am WeihnachtS' und Fronleichnams- 
tage sollen alle maister und müllknecht sampt 
den mülljungern so in diser zech sein, bei 
dem zechmaister oder auf der bestellten her- 
brig als zu Wien und zu Krems zusamen 
komen, wo diese Ordnung vorgelesen und 
über alles, was sonst die notturft im handt- 
werch erfordert, gehandelt wird; 

3i, jeder maister, müllknecht oder junger 
hat, wird er gerufen, vor dem verordneten 
Zechmeister zu erscheinen; ist er verhindert, 
soll er genuegsambe kundschaft durch einen 
seiner nächsten werchgenossen fürbringen 
lassen; wer ungehorsamb aussen blib, zahlt 
Strafe, ist er Meister i fl., ist er ein MühU 
knecht ^Jb fl.; ist er ein mül junger ain ort 
aines gülden, das ist fünfzehen kreuzer; 

32. diese Strafe wird bei neuerlichem 
Ungehorsam verdoppelt; 

33. hawer, bawren imd andere, die sich 
nur winkelmül aufzurichten und zu mahlen 
understehen, sollen im handtwerch nit pas- 
sirt werden, sondern dieselben sollen nach 
der müllerordnung mit hilf der obrigkait 
abgestellt und kainem kain gesindt befürdert 
werden; 

34. nachdem auch vor jähren imd gar 
newlicher zeit die auslendigen müllner umb 
Wien, Spitz und auf der Krembs in dreyen 
meil wegs weit und breit auch andrer umb- 
ligunden orten herumb zu der zech zu Wien 
und Krembs gehört, sich aber ain zeit her 
desselben gewaigert und doch nit weniger 
bißhero und auf dato an wochenmärkten und 
sonsten bei den stötten im traid, brod, grieß, 
meel und andern nit kaufen und verkaufen 
iren nutz und frummen schaffen und sue- 
chen, derhalben sollen dieselben umbligun- 
den müllner (ausser der landleut und müll- 
herrn müllner, so darein nit zu verstehn) 
sich widerumben in die zech zu Wienn und 
Krembs ergeben und mit ainem ersamen 

Regesten zur Geschichte der Stadt Wien. V. 



handwerch inhalt der hirobgeschribnen handt- 
werchs (und zuvordrist) der müUnerordnung 
gemäß handien und gleiches mitleiden tragen; 

3s. wer dies nicht tut, der soll mit 
Kauf und Verkauf in den Städten ausge- 
schlossen sein, ihm weder Mühlknechte noch 
Jungen zugeschickt werden; 

36. die Zechmeister haben die Schlüssel 
zu der Lade; von den vier Zechmeistem einer 
Lade sind zwei in Wien, beziehungsweise in 
Krems und je zwei außerhalb dieser Städte. 

Druck, 14 Blätter. 

5537 1576, Juni 25, Wien. 

Hans Jacob von Greiß stellt einen Re- 
vers hinsichtlich des Schlosses Wald aus. 

Lehenbuch, ißyo — i^yö, 3 11'. 

5528 1576, August 6, Wien. 

Die niederösterreichische Regierung be- 
fiehlt zur Hintanhaltung der erschröcklichen 
infection nicht nur in Wien, sondern auch in 
gemain die infection-ordnung alles vleiß ins 
werk zu richten ; sie verbietet a) Kirchtage und 
Jahrmärkte zu halten außer die Ochsenmärkte, 
so Laurenti, Crucis und sonsten zu Himperg, 
Laxenburg und der enden gehalten werden 
wie auch den Simonis- und Jude -Markt in 
Krems; b) Kirchtage und Jahrmärkte zu be- 
suchen; femer c) daß jemand von inficirten 
orten sich alher in die Stadt Wienn oder in 
die vorstett und gantzen purgfried begebe . . . 
bei ernstlicher leibstraff. 

Patent. 

5529 1576^ August 18, Wien. 

Die nieder österreichische Regierung er- 
neuert die Unschlittpatente von 1550, 1554, 
i559j 1562, 1563 und 1570 da solchen gene- 
raln gar wenig gelebt, sondern das imschlit 
durch die wälhischen, item durch die Juden, 
die den centen umb sechs gülden und sechs 
taler annemen, fast vertheurt auch allerlai 
contrabant damit getriben und verrer zum 
saiffensieden ain große anzal nach Böhmen 
verführt und im ertzherzogthumb Österreich 
verbraucht, fürnemlich aber in disem land 
one genuegsame schein oder paßbrieff zu 
schmelerung und entziehung unsers camer- 

18 



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guets vortailiger weiß aufkauft und sonst 
anderswohin verfürt werde, . dadurch nit al- 
lain in der statt Wienn am unschlitt sondern 
auch bei landesfürstlichen aignen sowol auch 
des Erzherzogs Ferdinand bergwerchen großer 
mangel und abbruch erscheinet; den cenntn 
gerechts, guets und weißes ausgelassen un- 
schlitt umb fünf gülden zwen Schilling pfen- 
nig zu verkaufen wird bewilligt, das saitfen- 
sieden aber in disem land allerdings und 
gäntzlich aufgebebt und allen Fleischhauern 
befohlen, das Unschlitt, das sie zu jedes orts 
notturft nit gebrauchen gewißlich alher in 
die statt Wienn zu bringen und sonst nirgent 
hin zu versilbern, widrigenfalls das Unschlitt 
als ain verfallen guet zu Gunsten der landes- 
fürstlichen Kammer und zu Gunsten des An- 
Zeigers eingezogen wird. Den Ölem und 
Fleischhauern Wiens wird, da aus dem bösen 
gestank beim Auslassen des Unschlitts infec- 
tion oder ander übel ervolgt, das Auslassen 
des Unschlitts wie schon vor Jahren auch 
fernerhin alhie und im burckfried abgestellt 
und ihnen anbefohlen, das rohe unschlitt auf 
die gewöhnliche schmeltz, die derhalb enhalb 
der schlagpruggen erbawt worden, zu führen. 
Die geyfleischhacker, so durchs jähr herein in 
die statt Wienn fleisch hacken, sollen inhalt 
des alten herkommen und der oeler Ordnung 
ir unschlit bei der statt Wienn den oelern 
umb gebüerliche bezalung ervolgen lassen. 
Patent. 

6580 1576, August 18, Wien, 

Die niederösterreichische Regierung ver- 
bietet, wie schon verschines jars beschehen, zur 
Abwehr der schrecklichen infection, die meh- 
rer orte in Österreich unter der Enns haimb- 
gesuecht, und die sich allgemach weiter ein- 
reist, das baden in offnen failbädern nit 
allain in der statt Wienn, sondern auch in 
zwayen meilen zu rings herumb sowie den 
Besuch von solchen Bädern außer der zwayen 
meilen bevorab an inficirten orten. 

Patent. 

5581 1576, September 10, Wien, 

Ludwig herr von Schönkirchen wird mit 
den in Nr. 5454 genannten Gülten belehnt, 

Lehenbuch, 1570—1576, 3/8. 



5533 ^577» Septetnber 28, Wien, 

Die niederösterreichische Regierung er- 
neuert die Infektions Ordnung von 1562 (Bd, 2, 
Nr, 1490) und befiehlt vor allem a) ein from- 
mes Leben, b) Mäßigkeit besonders imTrinken, 
weshalb meth, hier, süeß- noch andere Wein- 
keller an Sonn- und Feiertagen vor p Uhr 
nicht geöffnet werden dürfen, um 8 Uhr 
abends aber zu schließen sind; c) nur Per- 
sonen aus nicht infizierten Orten dürfen in 
die Stadt aufgenommen werden, inmassen 
undter den Stadt thorn desthalber nothwen- 
dige fürsehung beschehen; d) auch die Leser 
sind nicht in die Stadt zu lassen; Fuhrleute, die 
Maisch oder Most in die Stadt führen, haben, 
sobald ihre Fracht abgesetzt ist, sofort die 
Stadt zu verlassen; die tröstern sind täglich 
aus der Stadt zu führen; e) hochzeiten, kindl- 
mahl, ladschaften, sitzen in heusern und kel- 
lern ist verboten; f) da die erfarung bishero 
gegeben," das die unsaubrigkait in und vor 
der Stadt die infection nit wenig ursacht, ist 
demnach menigklich alles ernst hiemit be- 
volhen, das ein jeder jetzo stracks und hin- 
füro alle zeit sein inleuth, knecht und diern 
darzue halte, das sie alle unsaubrigkaiten, 
mist, todt viech, kherach, pötstro, althadern, 
todt krebs und alle andere unrainigkait und 
gestank vor und in den heusern, bstandt- 
zimmern, laden, kuchen, gwelbern, kraut- 
kellern, Ställen und höfen hinweg räumen, 
in putten oder auf kharren und wägen ge- 
wißlich gar aus der stat bringen, und das 
insonderheit dem gesind bei ernstlicher straf 
undtersagt und gewert werde, nun hinfüro 
das kerach oder andern unlust auf die gassen 
und in den winkeln niederzuschütten, wie 
bishero oft und viel beschehen; darzu das 
niemandt weder menschenharen, krautwasser, 
häring oder ander gesalzen vischwasser noch 
dergleichen ungeschmach nindert in der stat 
niedergieße, sondern jederzeit stracks in die 
Thonaw oder mörung trage; das auch in der 
statt noch in heusern keineswegs gesechtelt 
noch bey offnen rör- und andern prunnen 
gewaschen und kain schwein gehalten werde, 
dann wo und sooft man schwein auf den 
gassen oder platz betritt, si gehören zue wem 



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iSg 



sie wollen, sollen sy one ainiche bezalung 
neben anderer straf genommen werden; und 
damit die seuberung der statt in und vor 
den Heusern desto stattlicher zu vollbringen, 
sollen zwir in der wochen, am miltwoch und 
sambstag um vier uhr gegen den abendt, in 
den bädern die wasserkästen sonderlich die 
rörprunnen auf den platzen rinend gemacht 
werden ; so jetzt benennten tag und stunden 
solle meniglich sein große potung, secht und 
andere scheffer, prunstain, vischbehalter und 
dergleichen geschirr vol wasser anschöpfen, 
und wenn alles kot und unsaubrigkait, wie 
die genant werden kann, in und vor den 
heusern auch auf den platzen und gassen 
aus den rinslen vor jedes haus auf heufl zu- 
samen kert oder aus der stat gebracht wor- 
den, alsdann angeregt wasser fleissig in die 
runsen gießen und die überbliben unsaubrig- 
kait samt dem üblen gestank hinweg und gar 
in die mörungen fletzen und waschen lassen; 
gj weiln nach antzaigung der arzt die infec- 
tion durch den rauch der cronabit Stauden 
und des holz nit wenig gedempft werden 
mag, solle hiemit den Hausherrn und in- 
wonern deren Heuser, darein die infection 
griffen hat, bevolhen und auferlegt sein, daß 
sie dieselben Heuser, bevorab die zimer, dar- 
• innen die infection ist gewesen, jedes tags 
drei-, vier- oder mermal mit cronabiten aus- 
rauchen, die zimmer mit essig besprengen 
und wo sonst jemand in Heusern und höfen 
cronabitstauden oder ander feur prenen wolte, 
denen solle es sovil gefar halben des feurs 
und windts beschehen kann, zugelassen sein; 
h) Verbreitung der erzney büchel aus 1540 
und Gebrauch von gemainen preservativa als 
weinrautten, cranipör, nuß, feigen, essich, 
tiriac; Meidung inficirter personen also auch 
derselben klaider, petgewandt und dergleichen; 
i) Anzeige jedes Krankheitsfalles an den Ma- 
gister sanitatis oder den Wundarzt, Über- 
führung der Erkrankten in das Lazareth, 
oder wer ein Haus in der Vorstadt besitzt 
dahin, oder 2 — 3 Meilen fern von der Stadt; 
wer in seiner Wohnung bleiben will, darf 
40 Tage dieselbe nicht verlassen; k) Bezeich- 
nung der wegen Infektion gesperrten Häuser 
mit einem weißen Kreuz. 



Patent mit dem Vermerk der Kanzlei: sein auf 
deren von Wien unchosten gedruckt worden. — Vgl, 
Bd. 2, Sr. i^pO. 

5533 ^577f November 10, Wien, 

Die niederösterreichische Regierung ver- 
ordnet in Wiederholung der am 24. Oktober 
dieses Jahres ergangenen Infektionsordnung 
a) an denen orthen alda sich die infection 
erzaigt die 1562 destwegen verfaßte und 
publicirte Ordnung alles vleiß und ernsts in 
werk zu richten und das Zusammenkommen 
vieler Leute sowie die ofnen failpäder zue 
infectionszeiten abzustellen, b) daß innerhalb 
2 Meilen um die Stadt Wien, Korneuburg und 
Klosterneuburg inbegriffen, alle und jede kirch- 
täg desgleichen die offnen failpäder abgeschafft 
\ und der Besuch derselben an anderen orten 
verboten werde. Sollte die Infektion außerhalb 
dieses Distrikts einreißen, sind daselbst Kirch- 
tage^ Feilbäder und Jahrmärkte einzustellen, 

Patent. 

5534 157S, Jänner 20, Wien, 

Kaiser Rudolf IL ernennt Kommissäre 
zur Grenzregulierung zwischen Österreich und 
Mähren, 

Orig., Papier. 

5535 157S, Mai 3, Wien, 

Philipp Person, des äussern rats burger 
zu Wienn und derzeit kirchmeister sannd 
Petterskirchen daselbs, und Elisabeth seine 
eeliche Hausfrau bekennen, es haben ihnen die 
brueder der sannd Petersbruederschaft gegen 
jährlich 5 Pfund Pfennig 100 Pfund Pfennig 
guter landswerung in Österreich unter der 
Enns geliehen, wofür sie ihnen mit Vorwissen 
von Bürgermeister und Rat verpfändet haben 
die übertheurung ihres Hauses am Khien- 
markt mit sambt den thurn im winkl zwischen 
weillend Steffan Scherr und Hannsen Profie 
heusern gelegen, nemblichen soviel über die 
100 Pfund Pfennig, so Herrn Ambrosien 
Mansuetus, pharrer ad Salvatorem, über die 
z^vaihundert phund phennig ainem jeden 
caplan Herrn Fridrichen von Ennzesdorf stifft 
und über ainhundert phund phennig gotz- 
leichnambs bruderschaft zu sannd Steffan 
vorhin darauf verschriben sein und bleiben. 

iS* 



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— Besiegelt mit gemainer Stadt Wienn an- 
hangunden grundinnsigl und den insigln 
Hannsen Holzraann und Georgen Schilher 
beeder des äussern rats alhie. 

Orig., Perg. (28 X S8'5y Falte &§). Alle drei 
Siegel abgerissen. 

5536 J579, Februar 7, Wien, 

Die niederösterreichische Regierung er- 
neuert die Weingartenordnung von 1565, 
28. Februar 1575, //. März 1576 und stellt 
die Taglöhne für das Jahr i^jg auf Grund 
der Vereinbarung der der Wiener Weingarten- 
Ordnung unterworfenen Orte, worüber Bürger- 
meister und Rat der Stadt Wien berichtet 
haben, mit Rücksicht auf die gelegenheit der 
jetzigen gottlob wolfailen zeit, in dero für- 
tiemlich das liebselig brot, dessen der mensch 
zu aufenthaltung des zeitlichen lebens am 
allerwenigsten entrathen kann, sambt den 
wein umb einen ziemlichen pfenning wol zu 
bekomen, so daß sich der gemain hauersmann 
bei obangezogner wolfailen zeit etwas leichter 
als die vergangne jar erhalten und in denen tag- 
löhnen ain ringerung billich fürgenomen wer- 
den mögt j folgendermaßen fest: ainer manns- 
person von erster vastwochen den summer 
hinumb von jeder gemainen weingartenarbeit 
des tags ein Schilling pfenning und vom gru- 
ben acht kreutzer, im winter aber von der 
gemainen arbait siben kreutzer und vom 
herbstgruben einen Schilling pfenning; ainer 
Weibsperson von jedem tagwerch sowol Sum- 
mers- als Winterszeiten sechs kreutzer. Da 
das peernanbinden, hinwegtragung und entra- 
gung des entlechneten gelts der ledigen hauer- 
knecht von ihren wirten und weinzierl kein 
aufhören, viel weniger die geringen strafen, 
so man ihnen allhie zu Wienn und andern 
orten bisher angetan, bei ihnen ainisches an- 
sehen haben, so ist mit aller Strenge gegen sie 
zu verfahren, peernanbinder, die in Wien be- 
treten werden, sind dem pawsuperintendenten 
in den stattgraben zu der arbait geschmidet 
zu überantworten, auf dem lande aber öffent- 
lich an pranger und creutz (so lang bis jeder 
seinem verprechen nach genuegsamb abge- 
buesset) zu spannen. 

Patent. 



5537 ^579, März 10, Wien. 

Maria Magdalena, Gemahlin des Larenzen 
Ostermair zeugscommissari unserer landts- 
rechten in Österreich unter der Enns, wird 
mit dem St. Ulrichshofe bei Wien belehnt und 
ihr ihr Gatte als Lehenträger gegeben. 

Lehenbuch, ißyy—ißSj, 26. 

5538 1579, März 23, Wien. 

Leonhard von Harrach, freiherr zu Roraw 
der elter usw. wie in Nr. 5456 wird mit den 
daselbst genannten Lehen belehnt. 

Lehenbuch, i^yy—ißSö, 38. 

5539 i579f Juni i, Wien. 

Wilhelm von Ratmannstorf und Wilhelm 
von Rottal erhalten als weillent Otten von 
Ratmannstorf gelassner erben verordneten 
gerhaben einen einjährigen Urlaub. 

Lehenbuch, 15JJ—1586, 6^. 

5540 1579, Juni 12, Wien. 

Christof Pirkhamer der rechten doctor, 
reichshofrath, wird als Lehenträger weilent 
Adamen Khemptners nachgelaßnen sons mit 
namen Hansen seins stiefsuns mit den in 
^^' 545^ genannten Lehen belehnt. 

Lehenbuch, 15JJ—1586, 285'. 

5541 1579, August 8, Wien. 

Hector Geyer wird als der Ältere für 
sich selbs und als lehentrager seiner vettern 
mit namen W^ilhalmen weillent Roman Gey- 
erns sunen, Balthasern und Nicasy weillendt 
Euchariusen Geyerns sunen, Balthasarn und 
Siman weillent Melchiorn Geyerns sunen, 
Hannsen, Wilhalbmen und Christoffen weil- 
lendt Hannsen Geyrns sunen Sebastian und 
Joachimen weillendt Iheronimusen Geyern 
gelassen sunen mit den in Nr. 5465 genannten 
Lehen belehnt. 

Lehenbuch y 7577 — 158^, lOO'. 

5543 ^579f September ig, Wien. 

Steffan Römer burger zu Wienn wird 
als Lehenträger weilendt Adamen Khempt- 
ners nachgelassen sun mit namen Hannsens 
seines vetters mit den in Nr. 5540 genannten 
Lehen belehnt. 

Lehenbuch, 1577^1586, iii. 



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5543 i579f Oktober 28, Wien. 

Die niederösterreichische Regierung er- 
neuert die Polizeiordnung Kaiser Ferdinands 
sowie die Kaiser Maximilians IL von 1568, 
endlich das Generalmandat vom 3i, Oktober 
i^j8 und schärft neuerdings das Verbot des 
schödlich fürkauf in allerlay getraid und 
victualien ein, daher alsdann erscheindt, das 
die keuf auf offnem markt allenthalben im 
landt und sonderlich in unser statt Wienn, 
da wir unsere hofhaltungen haben, zuwider 
der Ordnung ohne alle noth erhöcht und zu 
menigklichs beschwärung fürsetzlich gestai- 
gert werden. 

Patent. 

5544 1579, November i3, Wien. 

Daniel Lunzer, Bürger, Oberstadtkäm- 
merer und des Rats der Stadt Wien, wird als 
Lehenträger des Bürgerspitals mit den in 
Nr. 5519 genannten Lehen belehnt. 

Lehenbuch, 15J6—1586, 125'. 

5545 ^579» November 28, Wien. 

Hans Wolf Kneisl wird für sich und 
seinen Bruder Heinrich Wolf mit ihrem unter 
Nr. 5407 genannten väterlichen Erbe belehnt. 

Lehenbuch, 7577 — 1586, i33', 

5546 1579, Dezember 2, Wien. 

Wilhalm von Ratmannstorf ww^ Wilhalm 
von Rottal werden als Ger haben weilent Al- 
ban von Ratmannstorf hinterlassenen zwei 
ungevogten Söhnen Christoff und Ott mit den 
unter Nr. $4.71 genannten Lehen belehnt. 

Lehenbuch, 1577—1586, 135. 

5547 1579, Dezember g, Wien. 

Bernhard Walther, spitalmaister und gegen- 
schreiber unsers kays. hofspitals, hat etliche 
lehenstuck dem Hofspitale vollmechtiglichen 
übergeben und donirt; da die ordentliche 
lehensersuech und emphahung aber aus für- 
brachten Ursachen derzeit nicht beschehen 
kundt, erhält er einen einjährigen Urlaub. 

Lehenbuch, 1577-^1586, 147'. 



5548 ^579» Dezember 10, Wien. 

Michael Hämerl wird für sich und seine 
Neffen mit den in Nr, 5523 genannten Lehen 
belehnt. 

Lehenbuch, 1577— 1587, 154'. 

5549 1580, April 25, Wien. 

Daniel Lunzer wird namens der Stadt 
Wien mit dem halben Teile des unter Nr. 5520 
genannten Urfars zu Jedlassee belehnt. 

Lehenbuch, 1577 —1586, 208. 

5550 1580, Juni I, Wien. 

Kaiser Rudolf IL an die niederöster- 
reichische Regierung, Eraßmen herrn von 
Scharfenberg die Herrschaft Emmerberg zu 
verleihen. 

Lehenbuch, 1577— 1587, 224'. 

5551 1580, August ij, Wien. 

Benedict Ehn wird mit dem in Nr. 5523 
genannten Garten belehnt, nachdem denselben 
ZachariasStainecker, unser zeugwart, und Wolf 
Kholl im namen irer beeden ehewirthin wei- 
lent Bernhardten Hämerls gelassen töchter 
und derselben kinder und Michael Hämerl 
unser zeugdiener für sich selbst aufgesandt 
und ihm [Ehn] verkauft haben. 

Lehenbuch, 1577— 1587, ^^7- 

5553 1580, August 29, Wien. 

Wolf Dietrich von Trautmannstorf wird 
als der Ältere für sich und als lehentrager 
seiner gebrüder mit namen Job Hartmann 
und Hanns Friderichen von Trautmannstorf 
mit ihrem väterlichen Erbe, darunter die in 
Nr, 5461 genannten Weingärten belehnt, 

Lehenbuch, 1578—1587, 227. 

5553 1581, Februar 16, Wien. 

Wilhalm Geyer wird als der Ältere für 
sich selbst und als lehentrager seiner vettern 
mit namen Adamen und Nicasy weilend 
Euchariusen Geyerns sönen, Balthasarn und 
Simon weilend Melchiorn Geyers sönen, Han- 
sen Wilhelmen und Christoffen weilend Han- 
sen Geyers sönen, Sebastian und Joachimen 



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weillend Iheronimusen Geyern gelassen sönen, 
auch Ferdinand Christoffen weilend Hectorn 
Geyers sönen mit den in Nr, 5541 genannten 
Lehen belehnt, 

Lehenbuch, 1577— 15S7, 272'. 

5554 1581, April 10, Wien. 

Richter und gemain zu Stadlau iperden 
mit den in Nr, 5466 genannten Lehen belehnt, 

Lehen buch, 2^77 — 1587, 2^p'. — Am gleichen 
Tage fertigt die Gemeinde den Rev&p^ hinsichtlich des 
Holmes usw. aus (ebenda). 

5555 15S2, Dezember 20, Wien, 

Die niederösterreichische Regierung er- 
neuert, weillen sich die infection nit allain 
hie in der stat und auf dem landt, sondern 
auch an villen andern orten erzaigt, die 1551 
und 1562 publizierte Infektionsordnung, ver- 
bessert nach gelegenheit jetziger zeiten et- 
liche articl darin, läßt sie in druck vertigen 
und zu menigclichs nachrichtung öffentlich 
verrueffen; außerdem befiehlt sie a) ein from- 
mes Leben zu führen, sich aller Unmäßig- 
keit zu enthalten: keinen möt-, pier- oder 
Weinkeller in oder vor der stat an sonn- 
und feiertagen zu versaumbnus des gottes- 
dienst morgens vor neun uhr eröffnet und 
abends zu Verhüttung ergerlichen sitzens oder 
anderer laster über acht uhr offen zu halten; 
b) wf die offen oder haimblich verkauffung des 
prandtweins als der zur Vergiftung nit wenig 
ursach gibt, derzeit verbotten; c) wann auch 
die übermäßigen Zusammenkünften, auf was 
weis die immer beschehen mügen, zur infec- 
tion nit wenig ursach geben, so werden die 
offnen failpäder, alle offne spil, fechtschuelen 
und dann die gemainer particular schneien 
von knaben und maidlein ain Zeitlang und 
bis man sieht, wie die infection sich anlassen 
will, eingestelt; mit der universitet aber 
verbleibe es noch diesmals bei dem bisher 
erhaltnen gebrauch; d) alle hochzeiten, kindl- 
mal und ladtschaften seien aufs engist ein- 
gezogen und sind in weiten lüftigen gemächen 
zu halten, auch sollen die leut an kain enges 
noch dempfiges ort zusammengesetzt werden; 
e) da die infektion von andern orten, sonder- 
lich aber aus Böhmen, alda solche erschreck- 



I liehe sucht vorderzeit gar überhand genumen 
I hat, hereingebracht worden, so ist das Zu- 
' reisen aus infizierten orten verboten; wer 
j dabei betreten wird, wird das erstemal an 
1 Leib und Gut gestraf t, das zweitemal an offnen 
I pranger gestelt, auch der stat ain zeit lang 
verwiesen ; f) damit jede Verschleppung in die 
] Stadt hintangehalten werde, sollen die pre- 
laten auch des herrn- und ritterstandtspersonen 
desgleichen die Obrigkeiten unter denen stadt- 
thören durch sonder darzu bestehe leute auf 
ir trawen und glauben zuegesprochen, der 
gemaine mann aber beaidigt werden, das ain 
jeder aigentlich anzaige, ob er von unver- 
dechtigen und der infection halber sichern 
orten herraise; bei dieser besprachung und 
beaydigung hat sich jeder gegen denen ver- 
ordneten personen beschaidenlich zu verhal- 
ten und bei vermaidung höchster straf da- 
wider nichts fürzunehmen; g) denen, so heuser 
in vorstetten haben, ist es nicht verwehrt, 
für sich und die irigen mit der maß und be- 
schaidenheit darinnen zu bleiben, das si bei 
angeregter straf vor ausgang 40 tag oder 
6 Wochen, von der letzt inficirten person an- 
zuraitten, under die leut nit kumen noch an- 
dere kranke personen daselbst zu sich nemen; 
h) die petler und pettlerin sollen sich von- 
stundan aus der Stadt begeben; i) und wei- 
len in der inficierten personen gewandt und 
andern! gerümpl die infection gern haftet, 
welches gemainclich auf die prandstatt gelegt 
oder sonsten zum verkauf umbtragen wierdet, 
so darf hinfüro nichts mer dergleichen ver- 
kauft oder fürgelegt sondern solches gewandt 
und gerümpl, wann die inficirten zimer ge- 
raumbt, durch die darzu bestellten personen 
vor der stat verbrennt werden; k) nachdem 
auch die unsaubrigkaiten zur infection nit 
geringe ursach geben, so ist hiermit ernstlich 
befohlen, daß alle unsaubrigkaiten und un- 
rainigkaiten, so gestanken oder andern unrat 
in heusern, zimern, laden, kuchen, kellern, 
gewelbern, stallen und höfen gebieren mechte, 
hinwegräumen und dasselbig in putten oder 
auf karren und wagen gewißlich gar aus der 
stat bringen lassen; besonders ist verboten, 
daß hinfüro niemandt ainichen unlust oder 
unsaubrigkait haimblich oder öffentlich bey 



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143 



tag oder nacht auf die gassen gießen oder 
in winkln niderschütte; l) jeder soll seine 
zimer und heuser des tags über etlichmal 
mit guettem rauchen und anderer notturft 
versehen, inmaßen wir der gemainen stat 
seuberung halber auch die gebier verordnet; 
m) wird jemand krank und ist dabei ain in- 
fection zu besorgen, so muß er von stundan 
ordenlich besichtigt werden; wird die Infek- 
tion konstatiert, so ist der Kranke unver- 
zogentlich aus der stat hinweg und in das 
lazaret zu führen; wer aber in seinem zim- 
mer und haus sich versperren lassen wolte, 
denen ist, wann sie aigne heuser in vorstet- 
ten oder sonsten haben, unverwert sich in 
denselben aufzuhalten oder von der stat auf 
ain mail oder zwo zu ziehen und daselbst 
40 Tage oder 6 Wochen zu verbleiben; welche 
aber nit aus iren zimern in der stat kumen 
wolten, denen sol berüert zimer oder stock, 
darein die infection griffen, verspert, ain 
weißes creutz daran gemacht auch daran ge- 
schriben werden, in welchem zimer sich die 
infection erzaigt, und ist denen, so also ver- 
sperrt werden, verboten, vor 40 Tagen allzeit 
von der lesstern inficirten person anzuraitten 
unter die Leute zu gehen; n) damit diese In- 
fektions Ordnung besser gehandhabt iperde, sind 
Kommissarien ernannt 

Patent. 

Vom 20. Dezember J5S2 datiert auch eine reforma- 
tion und Verbesserung der jüngst vom 62. jar publicierten 
infectionordnung 1582. Mit röm. kay. Maj. etc. gnad und 
Privilegien gedruckt zu Wienn in Österreich durch Michael 
Apffel zum grünen röflle in der Schuelstraßen, 6 Blätter 
mit den Wappen der niederösterreichischen Lande. 
Nach dieser reformation war auch Mähren infiziert, — 
Von den Stadttoren wurden das Burg- und Neuetor 
gesperrt und die übrigen vier offen gelassen; daselbst 
hatten ein oder zwen burger, welche die leut ungefär- 
lich kennen, :{u sein, welche die Angaben^ be:{iehungS' 
weise den Eid der oben unter f) genannten Personen 
abnehmen sollten; hinsichtlich der Bettler wird näher 
bestimmt, daß sie in die Vorstädte :{u schaffen sind, da- 
selbst durch etliche von der bürgerschaft dazue geordnete, 
Untersuchung gepflogen werde, damit die jungen und 
starken und die, welche keines Almosens würdig sind, 
ferner auch die, welche nicht im Spitale bleiben wollen, 
aus dem Lande geschafft werden; preßhafte und des 
Almosens würdige sollen in das spital oder andere ort 
eingenommen werden und ihnen das in und vor den 
Kirchen gesammelte Almosen verteilt werden, auch 
sollen sie aus gemainen cassen wöchentlich während der 



Dauer der Infektion Almosen erhalten. — Wegen der 
Stadt Säuberung war an Bürgermeister und Rat der 
Befehl ergangen, den Stadtunterkämmerer i^u beauf- 
tragen, daß die kärler und andere, so zu ausfüerung 
der unseubrigkaiten bestellt, wöchentlich zway- oder 
dreymal das phlaster und die gassen seubern und das- 
selb nit mehr so lang, als bisher beschehen, anstellen. — 
Die Untersuchung der kranken Personen hatte durch 
den Magister sanitatis und seine Wunddr:{te :{u ge- 
schehen. — Mit der Schließung der universitet aber, da 
die auditores nit heufög und an lüftigen orten zusammen- 
kommen, wollen die röm. kays. Maj. . . . noch dissmals 
temporisieren. 

5556 15S2, , Wien. 

Die niederösterreichische Regierung ver- 
ordnet zur Abstellung der ungelegenheit a) daß 
um Wien und und er dem gebürg sowohl dem 
Landesfürsten als dem Bistume Wien und an- 
deren von ainer laid maisch, die auch wol 
16, 17, 18 und gar die 19 emer helt, nit mehr 
als ain uhrn zehent geraicht wird, es sei von 
ainer laid, so nit mehrers als 16 uhrn hält 
ain eimer zu zehent, von denen aber so dar- 
über als 17, 18, 19 und mehr emer halten 
auch ain uhrn und von jedem übrigen emer 
2 achtering zu geben; b) daß im Sinne des 
Mandats von 1566 jeder den Zehent in most 
oder gelt bis Weihnachten bei einer Strafe 
von 2 Schilling Pfennig von jedem Eimer zu 
leisten hat, 

Kon\ept, 

6557 1583, Jänner 5, — . 

Lorenz Ostermair, der als Lehensträger 
seiner Gemahlin Maria Magdalena mit ainen 
hof vor unser statt Wien bei S. Ulrich ge- 
legen, belehnt worden war und selben von 
seiner kinder wegen possedirt und genießt, 
erhält mit Rücksicht darauf daß der hof 
vermüg der fürgebrachten Schätzung anfangs 
etwas schlechts und er denselben nit allain an 
gebeuen sondern auch in ander weg ziemblich 
gebessert und nit wenig seines aignen Ver- 
mögens darein gewendt, einen Lehenschein, 
mit diesem Hofe belehnt zu werden, ivenn 
die ihm von seiner Gemahlin gebomen fünf 
Kinder Paulus, Niclas Chrisostomus und 
Melchior, auch Maria Catharina und Marusch 
vor ihm stürben und er die von Spießhamer- 



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144 



K. k. Archiv für Ni^derösterreich. 



scher Seite etwa gestellten Anforderungen be- 
friedigt. 

Lehenbuch j i^jj—ißSy, 2p8. — Am 6. Februar 
i§83 stellte Lorenz Ostermair den erforderlichen Re- 
vers aus (ebenda 2p8'). 

5558 15S3, Oktober i, Wien. 

Ordnung und general mandat wegen ab- 
stellung des schödlichen fürkaufs in Öster- 
reich ob der Enns. Mit röm. kay. Maj. etc. 
gnad und Privilegien gedruckt zu Wienn in 
Osterreich durch Michael Apffel zum grünen 
rößle in der Schuelstraßen. 

Druck, 6 Blätter. 

5559 1583, Oktober 12, Wien. 

Die niederösterreichische Regierung gibt 
bekannt jeden, die umb die statt Wienn und 
underm gebürg Weingarten haben, daß der 
Weinzehent für dieses Jahr mit 10 Schilling 
Pfennig für einen Eimer Most abgelöst wer- 
den kann; wer aber den weinzehent mit most j 
entrichtet, hat guten, unverfälschten zu geben \ 
und nicht verlegen, arg wein under den most 1 
zu mischen; die Ablösung hat bis künftige j 
Weihnachten durchgeführt zu sein; die seit \ 
mehreren Jahren rückständigen Ablösungs- 1 
summen sind bei Strafe der spör und pfän- j 
düng endlich zu bezahlen. | 

Kopie. 

5560 1584^ Jänner 20, Wien. 

Kaiser Rudolf II. ordnet die Einführung 
des neuen Kalenders an. 

Patent. — Codex Austriacus /, 241 und 2, 50. 
— Kaltenbrunner in *Sit:{ungsbenchte der kais. Aka- 
demie der Wissenschaften» Sjy 511. — Uhlir:{ in ^Mit- 
teilungen des Instituts für österr. Geschichtsforschung» 
12, 63g. 

5561 1584, März 17, Wien. 

Ludwig herr von Schönkirchen wird 
unter anderen mit den unter Nr. 5581 ge- 
nannten Lehen belehnt. 

Lehenbuch, 1577— isSy, 822'. 

6563 1584, April 23, Wien. 

Hanns Clambhofer, der röm. kays. Maj. 
camerdiener, bestimmttestamentarisch : a) 20ofl. 
für sein Leichenbegängnis zu^ St. Michael; 



50 fl. zur Verteilung an die Armen am Tage 
seines Leichenbegängnisses oder am folgenden 
Tage; c) 100 fl. für die Kirche St. Michael; 
d) 150 fl. für ein epitaphium; e) seinem Die- 
ner Hans sein heusl an der Wienn gelegen 
sambt aller zugehörung, auch was von wein 
und andrer varnus vorhanden ist, den Wein- 
berg im Goldegg und 50 fl. Bargeld; f) seiner 
Dienerin Elisabeth das Küchengeschirr und 
nebst dem Lohne 20 fl.; g) dem Kammerdiener 
der Königin von Frankreich, Georg Pockh, 
zwei Weingärten, ain im Saugraben und den 
andern im Schiff genannt sowie 100 fl.; 
h) dem Oberguadaroba des Erzherzogs Ernst, 
Johann Spiller,' 100 fl.; i) dem kaiserlichen 
Kellermeister im Huebhaus, Jacob Teubl, 
100 fl.; k) die 3ooo fl., welche er (Chlamb- 
hofer) auf der kais. Maut zu Mauthausen 
liegen hat, bittet er kais. Maj. mit 5% jähr- 
lich zu verzinsen; von den Interessen erhalten 
die Verwandten Clambhofers jährlich 100 fl., 
das kais. Hofspital 40 fl., ein jeweiliger Maut- 
ner in MauthaUsen 10 fl.; melden sich keine 
Verwandten, fallen die 100 fl. dem Hofspitale 
zu; l) zu Testaments exekutoren bestimmt er: 
den genannten Georg Pockh und den Jacob 
Teubl. — Besiegelt i. mit der gewöhnlichen 
petschaft des Erblassers, 2, der beiden Testa- 
ments exekutoren und 3. des Johann Spiller, 
unterfertigt vom Erblasserund den dreiSieglem. 
Kopie. 

5563 1584, Juni 7, Wien. 

Die niederösterreichische Kammer ver- 
bietet, daß Kaufmannswaren aus Wien über 
die lang Thuenaw prucken nach Ungarn oder 
umgekehrt, zu Vischa am endt und Haßlau 
auch Teutschen Altenburg und Toben über 
die Thuenaw auf das Marchvelt hieher über 
bemelt lange Thuenaw prucken, das doch 
von alterher nie beschehen noch gestat wor- 
den, geführt werden; es ist der alte Weg 
über Preßburg, Hungerischen Altenburg durch 
Schwechendt als die alten und gewöndlichen 
und gebreuchigen Straßen zu nehmen; andere 
Straßen dürfen nur mit Bewilligung der nieder- 
österreichischen Kammer und gegen Bezahlung 
der Schwechater Maut gefahren werden. 

Patent. — Codex Austriacus /, 641. 



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K. k. Archiv für Niederösterreich. 



145 



5564 1584, September 20, Wien. 

Die niederösterreichische Regierung ver- 
bietet die ungerischen dreyer oder die hun- 
gerisch weiße müntz, die hauptsächlich in 
den Vierteln unter dem Wienerwalde und 
unter dem Manhartsberge ja soweit gangbar 
werden wollen, das nit allain schier kein oder 
doch wenig ander teutsch gelt derselben orten 
zu befinden, sondern auch in und um die 
Stadt Wien durch solche hungerische weiße 
müntz, unter wellicher je lenger je mehr 
falsche und ungerechte, vielleicht aus der 
Türkei oder derlei orten herrührende dreyer 
befunden, die gute güldene reichsmüntz in- 
sonderheit die guten gültigen taller aufge- 
wexlet und ohne zahl zum Schaden des Lan- 
des ausgeführt werden: binnen drei Monaten 
haben alle ungarischen Dreier ausgewechselt 
zu sein, und zwar ist ein ungarischer Dreier 
gleich 2^l2 Wiener Pfennige, 12 derselben 
einem österreichischen Schilling; daß den un- 
garischen Viehhändlern ihr in Wien verkauftes 
Vieh halb mit hungerischem weißen gelt und 
der Überrest mit tallern und anderer gutten 
reichsmüntz ausbezahlt wird, mag fernerhin 
noch gestattet sein; daß aber solch weiß gelt 
alsdann durch mitl ainer sondern aufgab 
auch in taller umgewechselt wirdj ist ver- 
boten. 

Patent. 

5565 ^5^5, Juli 10, Wien. 

Auf Bitten des Bernhard Walther wird 
Mathes Purkhram, unser spitlmaister unseres 
hofspitals zu Wienn, an seiner statt und als 
sein (Walthers) geordneter gerhabe mit den vier 
öden lehen zu Aichstauden gelegen, unserer 
lehenschaft unserer herrschaft Wolckherstorff, 
davon man jährlich ain halb mut waiz, ain 
halb mut körn und ein muth habern dient, 
belehnt. 

Lehenbuch, i§y6—i§86, 25^', — Dr. Bernhard 
Walther, niederösterreichischer Kan:{ler, war i§6^ 
November 2y mit diesen Lehen, nachdem sie durch den 
Tod Christoph Paldaufs erledigt und sich Dr. Wal- 
ther mit dessen Schwester und Erbin verglichen hatte, 
belehnt worden (Lehenbuch, 156^^1 §66, p'J. 

5566 isSs, Juli 10, Wien. 

Mathes Puckram wird als Lehenträger 
des kaiserlichen hofspitals mit den von Dr. 

Regesten zur Geschichte der Stadt Wien. V. 



Bernhard Walther, Rat und Kanzler Erzher- 
zog Karls, dem kaiserlichen Stattgericht zu 
Wienn aufgesandten vier öden Lehen zu 
Aichstauden (vgl. vorige Nummer) belehnt. 
Lehenbuch, 1577— isSj^ 245*. 

5567 15S5, August ip, Wien. 

Christoff von Ratmanstorf wird als der 
Ältere für sich und als Lehenträger seines 
Bruders Ott mit den unter Nr. 554^ genann- 
ten Lehen belehnt. 

Lehenbuch, 1577— 1586, 3^6. 

5568 1585, Oktober i, Wien. 

Die nieder österreichische Regierung er- 
neuert die Infektionsordnung von 1^62 und 
verordnet ipeiter: und dieweil man bishero 
allain die personen, so allhie begraben oder 
in das lazaret gefürt werden, in die täglichen 
todenzettel eingeschriben, die andern aber so 
inlicierten in den heusern allhier curiert auch 
aus der statt in die vorstatt oder andere ort 
lebendiger oder todter gefürt werden, gar 
nit angesagt noch beschriben hat und in 
allweg eine große notturft ist, daß die In- 
fektionsordnung genau beobachtet wird, so 
müssen alle doctores, wundartzt, halblerer, 
bader, auch andere personen, so inner oder 
außer der statt, es sey mit oder one erlaub- 
nus sich des ertzneyen unterfahen, wann sie 
eine kranke person . . . inficiert erkennen, 
dem hausherren oder inwohner desselben haus, 
Stocks oder zimers von stundan namhaft ma- 
chen und ermahnen, davon noch am selben 
Tage bei dem haylthumb stuel und denen 
dazu verordneten personen Tauf- und Zunamen 
sowie Alter des Kranken, die Zeit der Er- 
krankung und wer sie curiere, angeben; den 
Balbierer und Bader, die für sich selbst oder 
durch ire gesellen inficirte patienten hetten 
und dieselben haimblich oder öffentlich curir- 
ten, sollen in die gesunden heuser zu köpflen, 
zwagen, haarabschneiden, aderlassen oder an- 
dere schaden zu hauen nit gehen oder schicken, 
damit sie die Infektion nicht verschleppen. 

Patent. 

5569 1585, Dezember 4, Wien. 

Wolf Unverzagt, der röm. kais. Maj. etc. 
rath, bekennt, er habe zu seinem, seiner Vor- 

«9 



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K. k. Archiv für Niederösterreich. 



fahren und Nachkommen Seelenheile vier 
Seelenmessen auf dem altar in unser lieben 
frauen kirchen zu den Schotten in Wien auf 
derselben unser frauen abseiten nächst gegen 
den untern kreuzgangthor über, welchen 
Altar er (Unverzagt) mit Zustimmung des 
Abtes und Konventes errichtet hat, gestiftet, 
deren eine am Montag nach Invocavit, die 
zweite am 23, Juni, die dritte am 27. Septem- 
ber und die vierte am 4, Dezember, dem 
Todestage seiner Gemahlin Johanna, eine ge- 
borene Reicherin, zu lesen ist; das Stiftungs- 
kapital von 200 fl, rhein. soll stets und un- 
ablöslich auf seinem freihaus allhie zu Wienn 
am Herzoghof gelegen, liegen bleiben, — 
Siegel und Unterschrift des Stifters, 

Inseriert in dem Stiftbriefe des Hans Christoph 
Unven^agt von 1614, De:{ember 4. — ^Volf Unver:{agt, 
Reichshofrat und Hofkammerpräsidentj hinterließ aber 
so viele Schulden, daß sein eineiiger Sohn Hans Chri- 
stoph Unver:{agt Freiherr auf Ret:{ und Ebenfurt h, das 
Freihaus an Georg Thur:{0 de Bethlehemfalva ver- 
kaufen mußte, wodurch das Freihaus aus den katholi- 
schen händcn und gewaltsarob kommen ; Thur^^o wünschte 
die Ablösung der darauf haßenden Summe und Hans 
Oiristoph Unver:{agt übertrug sie mit Zustimmung des 
Abtes und Konventes der Schotten laut Stißbrief vom 
^. De:{ember 161^ auf das ihm frei eigentümlich ge- 
hörige, von den Jesuiten in Gra^ gekaufte Gut Petro- 
nell. Doch auch Petronell blieb nicht im Besit:{e der 
Unver:{agt, weshalb Wolf Albrecht, Wolf Philipp Jacob 
und Ferdinand Christoph Unverzagt freiherren respective 
brüder und vetter mit dem Schottenstifte 16 §8, De^em- 
ber /f, Wien, nachdem die Schottenkirche neu erbaut 
und der Unveri^agt voreltcrn sarchen und truchen, allcr- 
maßen sie in der alten kirchen gestanden, in die neue 
nicht haben eingefangen werden können, folgenden Ver- 
trag schlössen: a) das Stift räumt der Familie Un- 
ver:{agt als Begräbnisstätte in der neuerbauten Kirche 
die Gruft unter der Kapelle des heil. Gregor wie auch 
die nächst gelegene unter dem thor zum kreuzgang ein; 
b) die Freiherren von Unver:{agt erlegen 33oo fl., wo- 
für das Stift die Gregorkapelle mit stuckator- arbeit, 
mahlerei, marmelstainenaltar samt einem zinnernen altar- 
blatt und marmelstainen gelasirter husch und sauber 
fertigen und zieren und das Wappen der Unver:{agt 
beifügen läßt; c) das Stift läßt die vier Seelenmessen, 
die ihr ahn und urähn gestißet hat, lesen. — Siegel und 
Unterschrift der Aussteller. 

Vidimus. 

5570 isSSf Dezember i3, Wien. 

Wolf Rumph zum Wulroß freiherr röm. 
kays. MaJ. obrister camerer stellt einen Revers 



aus, betreffend die Herrschaft Weitra, mit 
der er am selben Tage belehnt worden war, 
Lehenbuch, 1577— ^sSj, 270. 

5571 1586, Jänner 7, Wien, 

Fleischordnung und Satzung zu Wien, 
das pfundt ochsenfleisch nit über 6 pfenning, 
das pfundt castraunen und schaffleisch nit 

über 6 pfenning, 
das khalbfleisch nit über 8 pfenning, 
das lemmeren und kitzenfleisch von lämblein 
und kitzlein, so bis in die 12 pfund und 
nit darüber wegen, nit über 8 pfenning, 
das alt schweinenen nit über 10 pfenning, 
lauter speck nit über 10 pfenning, 
neu gesulzen pachfleisch nit über 10 pfenning, 
neu Schweinenfleisch nit über 6 pfenning, 
Schweinen siedfleisch nit über 6 pfenning, 
Schweinen bratfleisch nit über 8 pfenning. 

Doch welcher fleischhacker der bemel- 
ten fleisch aines oder mehr wohlfailer geben 
und verkauffen wolt, dem soll es mit dieser 
Satzung unbenomen sein. 

Zudem sollen sie nun hinfüran, jeder- 
man seinem begeren nach fleisch, doch in 
ainer gleichait geben, und dieselbigen wider 
ihren willen mit kreb, kalbsköpfen oder an- 
dern Sorten, die sie zu dem begerten fleisch 
nemen sollen, auch über die Satzung nit be- 
schwären noch dringen. 
Patent. 

5573 isS6, Februar 6, Wien. 

Carl Pacheleb, Andre Schnatterl, Wolf- 
gang Schwansser und Wilhelm Kugl als 
weilendt Lorentzen Ostermairs nachgelassen 
kinder verordnete gerhaben werden für die 
drei Söhne mit dem unter Nr, 5S57 genann- 
ten Hofe belehnt und Christian Thalhamer 
zu deren Lehenträger bestellt, 

Lehenbuch, i §77—1 §86, 36o. 

5578 15S6, Dezember 4, Wien, 

Die niederösterreichische Regierung er- 
neuert das Verbot vom i, November 1^72 und 
vom 6, Februar 157 J, alte doplete und ain- 
fachn Sechser, rübler und andere alte patzen, 
alte ötschkreuzer und dergleiche hoche mün- 



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147 



tzen auszuführen^ altes Gold und Silber zum 
Zwecke des Ausführens zusammenzukaufen, 
was fürnemblich aber bei hieiger statt Wienn 
unter dem schein schlechter cramereyen oder 
anderer klainen hantierungen betrieben wird; 
wer altes Gold und Silber, Geschmeide usw. 
verkaufen will, hat es auf die landesfürst- 
liche hieige müntz zu bringen. 
Patent. 

5574 15^^, August ij, Wien. 

Die niederösterreichische Regierung er- 
neuert die Wiener Fleischsatzung vom 22. Au- 
gust 1582 und vom 7. Jänner 1586 und ver- 
bietet allen Fleischhauern auf vier meyl wegs 
um Wien, das Pfund Ochsen- oder Rindfleisch 
um 7 Pfennig oder gar zu 2 Kreuzer aus- 
zuschrotten, das junge und Schweinen fleisch 
aber nit nach der wag oder im gesetzten 
werth sondern nach dem gesicht zu verkaufen, 

Patent, 

5575 1587, September 2g, Wien. 

Anna von Molar, geborne Castolamphin 
freiin auf Ramegg und Tressendorf wuttib, 
macht mit Zustimmung des Bischofs Johann 
Kaspar von Wien eine Stiftung, damit alle 
pfingstag in St. Michaelskirchen die angst 
gesungen iperde; sie bestimmt dazu 100 Pfund 
Pfennig, die auf dem Hause des Adam Mor- 
lacken, der königin von Frankreich liecht- 
cammerer, und seiner hausfrau Elisabethen 
gelegen im Haarhof zunächst Paulen WoU- 
zognerischen erben burgrech tsweise anliegen; 
der Pfarrer erhält 12 Schilling, der Schul- 
meister von wegen der knaben, welche die 
responsoria, in monte Oliveti und tristis est 
anima mea singen, 12 Schilling, der Meßner 
und Kirchendiener 4 Schilling Pf ennige ; es sind 
i3 Kerzen zu kaufen, welche während der re- 
sponsoria zu brennen haben. — Besiegelt mit 
dem Siegel i. der Stifterin, 2. des Sigmund von 
Ödt^niederösterr eichischen Regierungskanzlers y 
3. der Universität Superintendenten, Dr. 
Michael Ehamb, nieder österreichischen Re- 
gimentsrats, 4. Egidien Gattermayer ihrer kays. 
Maj. auch der königl. May. in Pohlen rath 
und hofkriegszahlmeister in Hungarn. Unter- 
schrieben von der Stifterin. 

Vidimus. 



5576 158J, November 2, Wien. 

Die niederösterreichische Regierung er- 
läßt eine neue Bäckerordnung, da seit der 
auf Anordnung der niederösterreichischen Re- 
gierung 1584 durch Bürgermeister und Rat 
der Stadt Wien verfaßten und publizierten 
Müller- und Bäckerordnung die keuf des ge- 
traids gestigen, die Bäcker daraus Vorteil 
gehabt und der gemaine mann wider die ge- 
bür und über den werth, in dem das getraid 
jederzeit gangen, hoch beschwärt worden. 

Vermerkt wie die becken in unser Stadt 
Wienn hinfüro das brodt, so ihnen auf einen 
muth waitz über das kaufgelt für ihr lohn 
und allen auflaufenden uncosten 5 fl* 4 Schil- 
ling Pfennig passirt und gelegt wirdt, nach 
dem gewicht bachen und wie viel sy für ein 
Wienner pfenning brodt geben sollen. 

Semmelgebäck oder brodt, 

so der kauf des schrodtwaitz ein muth gilt 
und erkauft wird umb 4 pfund 

gebürt um i pfenning. . . 18 loth 



5 pfund 



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Pollen gebäch oder brodt, 
so der kauf des weitzs oder getraidts daraus 
pollenbrodt gebachen wird, gilt und erkaufft 

wird 
um 4 pfund pfennig sol das pfeningwert 
pollenbrodt halten 23 loth 
um 5 pfund ... 20 » 3 quintel 

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Oblass oder rocken gebäch und brodt, 
so der kauff des gedraidts, daraus oblass oder 
rockenbrodt gebachen wird, gilt und erkaufft 

wird 
um 4 pfund gebürt umb ein pfenning zu 
bachen 26 loth 2 quintel 



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Zugleich werden die Müllerordnungen 
von is'j2 und i$j6 in Erinnerung gebracht. 



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K. k. Archiv für Niederösterreich. 



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den Bäckern aufgetragen, den Semmeln die 
rechte weißen zu geben, unter das Semmel- 
mehl kein anderes Mehl zu mischen, wie bis- 
hero beschehen, darzu altem gebrauch nach ein 
jeder sein besonders zaichea aufzudrücken; 
die Bäcker dürfen kein Mehl aus Mähren 
oder anderen Orten kaufen, sondern haben 
das Getreide entsprechend der Müllerordnung 
schroten und mahlen zu lassen: die von Wien 
sollen bei ihren metzenleichern und sonsten 
auf der mehlgrueben bei den mehlmessern 
die notdurft verordnen. Diese vorliegende 
Bäckerordnung gilt nicht nur für die Stadt, 
sondern auch für das aufs land verkaufte 
Gebäck, Brot, das etwo aus übersehen ver- 
gossen, verbrennt, am gewicht oder weißen 
nicht gerecht were, können die Bäcker altem 
herkommen nach am kalten marck verkaufen. 
Welcher Bäcker gegen diese Ordnung sich 
vergeht, gegen den soll Bürgermeister und 
Rat nach der Verordnung Erzherzogs Ernst 
mit leibsstraf als der schupfen und nach ge- 
legenheit des Verbrechens mit merer schärpf 
vorgehen; wird die stadtobrigkeit in der Hand- 
habung dieser Ordnung nachlässig befunden, 
so wird gegen sie oder ihme burgermaister 
gezimende straff fürgenomen werden. 

Patent, 6 Blätter. Gedruckt zu Wienn in Öster- 
reich durch Michaeln Apffl zum grünen rößl in der 
Schuelstraßen. 

5577 1588, März 9, Wien. 

Die niederösterreichische Regierung er- 
neuert die Weingartenordnung vom 2. März 
1565, 28. Februar 1575 und ij. März 1576 
und setzt entsprechend dem Beschlüsse der 
der Wiener Weingartenordnung unterworfenen 
Orte, den Bürgermeister und Rat der Stadt 
Wien mitgeteilt haben, mit Rücksicht auf die 
gottlob wolfailn Zeiten in dero fürnemblich 
das liebselige brot, dessen der mensch zu 
aufenthaltung des zeitlichen lebens am aller- 
wenigsten entraten kan, sampt den wein umb 
ein zimlichen pfenning wol zu bekommen, 
den Taglohn für das Jahr 1^88 folgender- 
maßen fest: einer mannsperson von erster 
fastwochen den summer hinumb von jeder 
gemainen weingartarbeit des tags / Schil- 
ling Pfennig und vom grueben 8 kreuzer. 



im winter aber von der gemainen arbait 
7 kreuzer und vom herbstgrueben / Schilling 
Pfennig; ainer weibsperson von jedem tag- 
werch so wol summers- als Winterszeiten 
6 kreuzer. 

Druck, ^ Blätter. 

5578 1588, März 16, Wien. 

Friedrich Graff des äußern rats, gemai- 
ner statt Wien grundtbuchshandler und 
burger daselbs, verkauft 60 Ffund Pfennig 
Burgrecht auf seinem Hause alhie zu Wienn 
am alten fleischmarkt mit ainem tail zunegst 
weillent Mathesen Schmabizen haus gelegen, 
dem Thoman Paumgarttner röm. kays. Maj. 

j rath und landschreiber in Österreich unter 
der Enns, anstatt seiner ungevogten kinder 
Carl, Maria, Salome und Margaretha, welche 

I er bei seiner verstorbenen hausfrauen Doro- 
thea geborene Seherin ehelich erzeugt hat 
und als gewalttrager Stephan und Bernhardt 
die Walther gebrüeder, so weillandt herr 
Bernhardt Walther, der rechten doctor auch 
der fr. durchl. erzherzogen Karl zu Osterreich 
rath und n.-ö. canzler seeligen bey seiner 
hausfrauen Barbara auch geborene Seherin 
ehelichen erworben, als ausrichter und voU- 
füerer weillandt frauen Ursula herrn Stephan 
Seher etwo des innern raths alhie zu Wienn 

! gelassene wittib obernanntes Paumgarttners 
und Walters kinder andl, um 1200 Pfund 
Pfennig guter Landswährung in Österreich, 
welche Summe Geldes Ursula Seherin zu einer 
ewigen gült Verzinsung 5 von 100 anzulegen 
und dann solchen zins järlichen den armen 
leuten im bürgerspital allhie zu Wienn und 
den platterigen zu St. Marx auch den sunder- 
siechen zum Clagpaumb, dann den armen im 
amthaus und andern hausarmen leuth lad zu 
dreyen tagen (zu Mittfasten, am 25. Mai und 
zu Weihnachten) auf die Hand auszuteilen 
geschaft hat. 
Vidimus. 

5579 1588, August 19, Wien. 

Die niederösterreichische Regierung ver- 
ordnet, daß in Österreich .unter der Enns ein 
Monat vom Datum dieses Mandats ab mit 
Ausnahme von Wien nur der Kremser Metzen 



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K. k. Archiv für Niederösterreich. 



gebraucht werde, bei Längenmaßen und Ge- 
wichten usw. die Wiener Elle, Wiener Gewicht, 
Wiener Klafter, 

Patent, — Äus:{ug im Codex Austriacus i, 2^6. 

5580 isSp, Februar 8, Wien. 

Die niederösterreichische Kammer er- 
neuert das Verbot, mit Kaufmannswaren aus 
Ungarn oder nach Ungarn zur Umgehung der 
Maut-, Zoll- und Dreißigiststätten den Weg 
über die lang Thonaw brücken zu nehmen, 
dessgleichen zum Anger an der March ober- 
halb Marcheckh über die brücken, so zwischen 
Stampfa und Geyrn, zu fahrn, oder an unge- 
wöndlichen urfarn über die Thonaw die Lange 
Brücke zu erreichen, bei nächtlicher weil 
unter- und oberhalb der beiden mcut Schwe- 
chat und Himberg unvermaut durchzukommen 
suchen; nur in Winterszeiten ist es erlaubt, 
über die Lange Brücke mit Waren von und 
nach Ungarn zu fahren, doch gegen Entrich- 
tung der Schwechender maut am Töber. 

Patent. — Vgl. Codex Austriacus 2, 32i. 

5581 158g, Februar 24, Wien. 

Mathias Schwarz, burger und des äußern 
raths zu Wien, bekennt, er habe zu sein und 
seiner hausfrau Ottilia sowie ihrer verstor- 
benen befreundten Seelenheil im St. Ulrichs- 
gotteshaus zu St. Ulrich gelegen auf St. Ma- 
thias altar eine wöchentliche Messe, zu lesen 
durch ein Mitglied des Schottenstiftes, gestiftet^ 
wofür er dem Georg Strigl, Abt unser lieben 
frauen gotteshaus und dem convent gemain 
zum Schotten in Wien übergeben hat a) seine 
behausung gelegen bei St. Ulrich auf dem 
Anger gegen der kirchen über, die ermelten 
gotteshaus jährlich mit zween Schilling 24 pfen- 
nig dienstbar und aller obrigkeit zugethan 
ist, mit der Bedingung, daß das Stift das 
Haus mit einer tauglichen geistlichen person 
aus dem convent und mittl wie bisher durch 
den . . . Hansen Strainstorfer besorgen lasse 
und zu einem pfarrer (in erwägung, daß bis- 
her nicht ein geringer abgang, daß die pfarr- 
menig mit keinem Seelsorger versehen ist), 
welcher draußen bei St. Ulrich in eigner per- 
son wohnen und seinen geistlichen stand und 
amt nach versehen solle, einsetze; b) 100 fl. 



ewiges Burgrecht, gelegen auf seinem Hause 
am Kollmarkt, wovon der jeweilige Inhaber 
jährlich am Matthiastage dem Pfarrer bei 
St. Ulrich 5 Pfund Pfennig reichen soll; der 
Pfarrer hat am St. Matthiastage 20 Schilling 
Pfennig unter die Hausarmen oder andere 
arme Leute zu verteilen; der Stifter behält 
sich aber in diesem Hause zu St. Ulrich ein 
Zimmer sowie von dem Erträgnisse des Hauses 
100 fl. lebenslänglich vor. — Besiegelt von 
I. dem Aussteller, 2. Johann Abtzuva heiligen 
kreuz und 3. Christoph Propst zu St. Dorothea 
in Wien; unterschrieben von den beiden Äbten. 
Vidimus. 

5583 1589, April 8, Wien. 

Die niederösterreichische Regierung ver- 
ordnet, da sich die Müller auf der Wien, 
Schwechat, Kaltengang, Vischa, Mödling, 
Perchtholdstorf und Liesingerbach wider die 
Bäcker der Stadt Wien, diese wider die Mül- 
ler beschwert haben, daß es bei der mit Vor- 
wissen der Landstände isj2 publizierten Mül- 
lerordnung und bei der jüngst hinausgegebenen. 
Bäckerordnung (Nr. 5576) zu verbleiben habe, 
die Bäcker den Weizen lauter und gereittert 
in rechter maß in die Mühle zu bringen haben, 
die Müller aber außer der schuldigen be- 
dürfnus nichts nehmen. 

Patent. 

5588 1589, Mai 9, Wien. 

Die niederösterreichische Regierung ver- 
bietet neuerdings den auf vier meil wegs um 
die Stadt Wien seßhaften Fleischhauern, die, 
obwohl nicht Bürger, doch in Wien offene 
Fleischbänke haben, das Fleisch teurer als 
in der Fleischordnung festgesetzt zu verkau- 
fen, daneben die, so fleisch nemen mit ver- 
bottener zuewag also auch zu annemung des 
jungen fleisch zu dringen. 

Patent, 

5584 158g, Juni 2, Wien. 

Die niederösterreichische Regierung er- 
neuert das Verbot des Aufenthalts fremder, 
besonders wälscher Hausierer und Kramer 
in Österreich unter der Enns, die keine Steuer 
reichen und die Niederlagsordnung der Stadt 



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151 



Wien durch ihren Handel mit bösem und 
geringen tuch, so gar nit für kaufmannsguet 
zu halten, schmälern. 
Patent 

5585 15S9, Juni 20, Wien, 

Thomas Paumgarttner wird zum Lehen- 
träger der drei minderjährigen Söhne des 
Lorenz Ostermair nach Christian Thalhamers 
Tod bestellt. 

Lehenbuchf i^Sy^-iöiOf 28. 

5586 1590, September /, Wien. 

Die nieder österreichische Kammer er- 
neuert die Holzordnung von 1568, Septem- 
ber IG. 

Patent 

5587 1590, September 22, Wien. 

Die niederösterreichische Regierung ver- 
ordnet, da die Stände Beschwerde führen, 
daß in Krems zweierlei Metzen gebraucht 
werden, einer für den Hafer und ein klei- 
nerer für das schwere Getreide, daß im 
ganzen Lande, ausgenommen die Stadt Wien, 
der neue Kremser Metzen, von dem 3o auf 
ein Mut gehen, beim Kaufe und Verkaufe zu 
gebrauchen ist. 

Patent 

5588 1591, März I, Wien. 

Mathias Schwarz gewester burger und 
des äußern rats alhier macht eine Stiftung 
von 100 ß., gelegen auf seinem Hause am 
Kohlmarkt zu ^^jo, für die Armen zum Klag- 
baum, Siechenais und zu der hausarmenlad. 

Vidimus. 

5589 1591, März 12, Wien. 
Erneuerung der fleischordnung und 

Satzung von i§86 (Nr, SSji). 
Patent 

5590 1591^ August 28, Wien. 

Mathias Schwartz burger allhier zu Wienn 
stiftet zu seinem und seiner Vorfahren und 
Nachkommen Seelenheile ain jährliche ewige 
seel-meeß bei denen nachfolgenden siben kir- 
chen und altären: a) auf d^r heiligen zwölf 



Apostel- Altar in unser lieben frauen kirchen 
zun Schotten allhier zu Wien; b) zu St. Ulrich 
auf ^^memgestüfften altar; c) in der pfarrkirche 
St. Michael; d) bei Sant Stephan, e) bei den 
Parfotten, f) in gemeiner statt burger spital, 
g) bei den herrn Jesuiten; die Messe soll am 
Matthiastage gelesen werden. Er bestimmt für 
jede 5 fl, rhein. also daß 700 fl. rhein. haubt- 
summa auf seinem haus allhie zu Wienn am 
Kholmarkt gelegen immer und ewig liegen 
bleiben; würde das Haus von seinen Erben 
verkauft, so sollen allwegen dise gestüffte 
700 ß. auf dem haus und in des kaufers 
band bleiben, er seye was religion er wolle, 
doch ist er verpßichtet, die 85 fl. rhein. an 
die genannten Gotteshäuser abzuführen, — 
Besiegelt mit dem Siegel des Ausstellers und 
mit dem des Abtes Georg von den Schotten; 
unterschrieben von letzterem. 
Vidimus. — Vgl Nr. 5599. 

5591 1591, September 10, Wien. 

Bartolome Prandtner ratsfreund der Stadt 
Wien und irs spitals fürgestellter lehenträger 
wird mit den in Nr. S544 ^^^ 4549 genann- 
ten Lehen belehnt. 

Lehenbuch, 1^88—1610, 50'. 

5593 i59iy September 16, Wien. 

Königin Elisabeth zu Frankreich geborne 
erzherzogin zu Österreich und stifterin des 
königlichen Neustift unserer lieben frauen 
und zu allen heiligen engein vermacht unter 
anderem den patern in der gesellschaft Jesu 
allhier in Wien 700 fl. für 10 alumnen, die 
unserm herrn dienen, in welchem orden es 
einen jeden Gott eingeben wird. 

Test amen tsaus^ug. 

5593 1591, November 25, Wien. 

Mathias Schwarz burger und des äußern 
raths in Wien hat in seinem Testamente der 
gottesleichnam bruderschaft bei St. Michael 
Pfarrkirchen allhier 100 ß. vermacht, welche 
auf seiner behausung am Kollmarkt gegen 
reichung 5 fl. jährlich angelegt werden sol- 
len; der zechmeister oder verweser der bru- 
derschaft oder die bruderschaft selbst soll 
sorgen, daß die ämter und gottesdienste, die 



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er in den verschiedenen Gotteshäusern ge- 
stiftet hat, gehalten werden. 

Kopie. — Das Haus gehörte ijog dem Friedrich 
von Wennich und hieß !{um Samson; der entsprechende 
Satibrief datiert von i/O^. 

5594 159I9 Dezember 18, Wien. 
Bürgermeister und rath der statt Wien 

bekennen^ es habe Georgius Scherer, rector 
des kays. coUegii societatis Jesu allhir in Wien, 
die 1000 pfund pfennig guter landswerung 
in Österreich unter der Enns, welche Katha- 
rina, Witwe nach Albrecht Trinko, Bürger 
und des äußern Rats, testamentarisch den 
Jesuiten unter der Bedingung vermacht hat, 
daß alljährlich, so lange das coUeg stehet, 
es 50 pfund pfennig 4 alten betagten catho- 
lischen wittfrauen austeilet, bei gemeiner 
Stadt obercammeramt erlegt, so daß das Kol- 
leg alljährlich am 18, Dezember die Zinsen 
behebt. — Besiegelt mit gemeiner Stadt klei- 
nem insigl. 
Kopie. 

5595 1592, Jänner 27, Wien. 

Die niederösterreichische Regierung er- 
neuert die Weingartenordnung und setzt den 
Taglohn entsprechend den Beschlüssen der 
Vertreter der derselben unterworfenen Orte, 
die Bürgermeister und Rat von Wien be- 
richtet haben, folgendermaßen für das Jahr 
1592 fest: ainer mansperson von erster fast- 
wochen den somer hinumb von jeder ge- 
mainen weingartarbeit des tags ain Schil- 
ling pfenning und von grueben acht kreutzer, 
im winter aber von der gemainen arbait si- 
bcn kreutzer und vom herbstgrueben ain 
Schilling pfenning; ainer weibsperson von 
jedem tagwerch sowol sommers- als Winters- 
zeit sechs kreutzer. 

Patent. 

5596 1592, Februar i, Wien. 

Die niederösterreichische Regierung er- 
neuert das im April 1591 erschienene Patent, 
wonach nit allain alles herrn- und dienstlos 
müßiggehende gesindt, desgleichen die strei- 
chenden petler sondern auch diejenigen per- 
sonen, welche anderer landt und orten irer 



verprechen halber ausgeschafft, vertrieben und 
bandisiert w^orden, sich alsbald aus der statt 
Wienn und dem purckfridt begeben und von 
niemandem aufgenommen werden sollen; es 
finden sich nämlich viele solcher Leute im 
Lande, die mit kurzen und langen geladnen und 
gespanten röhrn und kleinen hosenpüxlein 
sich zusamen rotirn, so daß auf dem Lande 
wie hier in der Stadt ehrliche leut in iren 
aignen wohnungen nit sicher sind; es ergeht 
daher der Befehl a) alle solche herren- und 
dienstlose Leute haben binnen 14. Tagen das 
Land Österreich ob und unter der Enns zu 
verlassen; b) alle Personen hohen oder niedern 
Standes sollen bei Strafe von 1000 Dukaten, 
auf ain jede solche bandisirte person zu ver- 
stehen, solche Leute nicht in Dienst nehmen; 
c) sollen die wierth und burger in und 
außer der statt, sowol die so costgeber halten 
und pät und ligerstatt verleihen bei höchster 
leibs- und gutsstraf solchen leuten weder 
! Kost noch Unterstand gewähren, und wenn 
! sie weiter zu inen kämen, dieselben in still 
; und gehaimb bei iren pflichten der obrigkait 
j anzeigen; jeder wirth, gastgeb und bürger 
, in und außer der allhieigen Wienn statt ist 
' verpflichtet, die täglich ankommende gast 
, oder leut, wo nit den ersten doch stracks 
und gewißlich den andern tag mit allen 
umbständen, die aber so in der statt sein 
alle abent ire gässt dem Bürgermeister alhie 
anzeigen und nambhaft zu machen; auf dem 
Lande in Österreich ob und unter der Enns 
hat diese Anzeige an die Obrigkeit zu erfol- 
gen; auch in den Klöstern dürfen solche 
Leute nicht aufgenommen werden. 

Patent. — Auszug im Codex Austriacus i, 151. 

5597 1592, Februar 20, Wien, 

Leonhard von Harrach wird mit den in 
AV. 555c? genannten Lehen belehnt. 
Lehenbuchy i§Sy — i6i0j §y. 

5598 1592, Februar 28, Wien, 

Die niederösterreichische Kammer er- 
neuert das Verbot von i^jS (Nr. 5514), be- 
treffend den Viehkauf jenseits der March durch 
die Fleischhauer; ausgenommen sind nur die 



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153 



der Stadt Wienn, die diesfalls sondere be- 
willigung haben. 

Patent. — Vgl. Codex Austriacus i, 565. 

5599 1592, Juni 12, Wien, 

Christoph Hedeneckh goldschmidt, bur- 
ger zu Wienn, und Martha seine hausfrau, 
bekennen, sie haben mit Zustimmung von 
Bürgermeister und Rat die 100 Pfund Pfen- 
nig, welche Mathes Schwartz burger und des 
äußern rats allhier zu einem Jahrtage in der 
Schottenkirche bestimmt hat, auf die über- 
theuerung ihres haus allhier am alten Khol- 
markt zwischen Michael Tham und Veit 
Schindler, beede der rechten doctoren, nider- 
österreichischen regimentsräthen gelegen, an- 
genommen. — Besiegelt i. mit gemainer statt 
Wienn anhangundtem grund insigl, 2. mit 
des Hedeneckh und (für Hedeneckhs Ge- 
mahlin) 3. des Hannsen Lämbl burger und 
des äußern raths allhier. 

Vidimus. — Vgl. Nr. 55^0. 

5600 1592, Juli 14, Wien. 

Georg Khottler wird zum Lehenträger 
der drei hinterlassenen Söhne des Lorenz 
Ostermair bestellt. 

Lehenbuch, i§88—i6io, 62'. 

5601 1592, August 14, Wien. 

Die nieder österreichische Regierung er- 
neuert das 1566 erflossene Mandat (Nr. 5469) 
hinsichtlich des Gebetes zur Abwendung der 
Türkengefahr und verordnet, daß die camerbot- 
ten neben diesem Generale auch das getruckte 
gebet, welches Johann Kaspar, Bischof von 
Wien, wider die erdbiden und den erbfeindt 
auf der cantzel verlesen lassen, in gueter an- 
zal austragen, austailen und meniglich zu 
anraitzung andachts und gebets miltailen 
sollen. 

Patent. 

5603 1592, September i, Wien. 

Die niederösterreichische Regierung er- 
neuert auf Vorstellungen von Bürgermeister 
und Rat der Stadt Wien das Verbot Erzher- 
zogs Ernst vom 29. Mai 1592, wonach alle 
die nicht geschworne bürger oder mit burger- 
Regesten zur Geschichte der Stadt Wien. V. 



liehen heusern begütert sein, nicht Wein und 
Bier leutgeben sollen; was aber des Kaisers 
und der Erzherzoge sowie Fürsten etc. würk- 
liche besoldte diener und officir zu ir und 
irer hausgenossen unvermeidenlichen aignen 
hausnotturft (außer der costgenger zu verstehen, 
die den w^ein vom zapfen trinken sollen) be- 
dürftig sein werden, mögen dieselben solches 
an Erzherzog Ernst oder wer an des Kaisers 
statt in Wien residirn würdet, supplicando 
gehorsambist gelangen lassen, worüber jedes- 
mal eine Entschließung erfolgen wird. 
Patent. 

5603 1592, Oktober 16, Wien. 

Die nieder österreichische Regierung ver- 
bietet auf Grund der Beschwerden der Wiener 
Weißgerber und der des Landes neuerdings 
das Hausieren mit Fellen. 

Patent. 

5604 ^593, Jänner i, Wien. 

Die nieder österreichische Regierung er- 
neuert das mandat der weingartpaw löhn 
halben, läßt es bei ferndiger Satzung und 
publicierter weingartordnung aus sondern 
bedenken nochmallen allerdings verbleiben, 
rügt a) daß neben vilen schimpflichen reden 
nichts desterweniger diejenigen, so weingar- 
tenpaw haben, mit allerlai sommer- und herbst- 
arbait der im general gesetzten maß und 
Ordnung zuwider mit den lönen über die 
maßen staigern, also daß man im verschinen 
herbstgrueben, da änderst ainer mit demsel- 
ben fortkommen wollen, ainer mannsperson 
zu neun, zehn, ja wol ailf kreutzer geben 
müssen, so ime doch merers nit als / Schil- 
ling ffennig gebührt, sie auch bey Gott lob 
so wolfeiler zeit sonderlich des lieben brots 
gar wol bestehen können; wer über den ge- 
setzten lohn begehrt, ist unverschont am leib 
ernstlich zu strafen; es sollen auch die paw- 
herrn selbst, welche unter dem schein ihrer 
weingart knecht, wann das grueben im herbst 
oder sommer genötig, den lohn steigern und 
also die arbaiter denen andern dardurch ab- 
wendig machen, durch den vitzdomb in Öster- 
reich under der Enns unverschont gestraft 
werden; ihm 5m<f ungehorsame pawherrn oder 



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derselben weingartknecht zu geziemender be- 
strafung anzuzeigen; dieaufnemung derknecht 
gar ohne oder doch mit verdächtlichen und 
zu sonderer gefähr aufgerichteten paßporten 
ist perboten; b) daß die Dorfrichter den 
Hauerknechten gestatten, im grueben nicht 
zu rechter weil und zeit, sondern morgens 
am tag manichsmal erst umb acht uhr in 
den Weingarten gehen und das mittagbrot 
nicht mehr wie sonsten von alter her ge- 
breuchig vor dem Weingarten essen, sondern 
anjetzt damit in die leutgebheuser begeben 
und sich alldorten, so lang es ihnen gefellig 
aufhalten; c) daß die knecht an andere ort, 
als auf das hungerisch, mährerisch und an 
den See, da ihnen ihres mutwillens räum 
gegeben wirdt . . . ohne ainige paßporten 
aufgenommen werden. 
Patent. 

5605 1594» Jänner lo, Wien. 

Die niederösterreichische Regierung er- 
neuert das mandat der weingartpaw lohn 
halben pom i. Jänner isp3. 

Patent. 

5606 ^594> Jänner i8, Wien. 

Hanns Bernhard von Maming mrd mit 
dem in Nr. S459 genannten Müllhof gelegen 
zu Khagran belehnt. 

Lehenbuch, i^SS—iöiOj 8i. 

5607 1594* Februar 20, Wien. 

Die niederösterreichische Regierung ver- 
bietet den Mautinhabern zunechst vor der 
schlagprucken, under dem rothen thurn dann 
auch in gemeiner statt Wienn mauthaus all- 
hie von dem, was ein prelat, herr oder land- 
mann im jar zu seiner hausnotturft von seinen 
gütern nach Wien bringt, eine Mautgebühr 
einzuheben; verordnet aber, genau zu achten, 
daß nicht under diesem schein der hausnot- 
turft wol allerley victualien sonderlich wein 
und treidt in die statt gebracht werden ; zur 
abstellung derlei unzulässigen einschwertzun- 
gen haben die Mautinhaber monatlich ordent- 
liche auszüg zu übergeben, darinnen alles 
fleißig verzeichnet, damit man daraus sehen 



mög, was ein und der ander landtmann zu 
seiner hausnotturft eingeführt hab. 
Patent. 

5608 1594, Juni 22, Wien. 

Die nieder österreichische Regierung macht 
allen Städten und Märkten an der Donau im 
ertzherzogthumb Osterreich unter und ob der 
Enns kund, daß das Feldlager in Ungarn 
nicht abgebrochen sei; deshalb ist noch fer- 
nerhin Proviant zuzuführen und das nötige 
Personal beizustellen, damit es nicht wieder 
geschehe, daß die nötigen schiffleuth und 
naufergen (weilen dieselben theils in unser 
kayserlich arsional zu Wienn zur fortbringung 
der hinderblibnen galeen genommen und des- 
wegen aufgehalten worden) zur fortfürung 
der profandt füren nicht verbanden sind. 

Patent. 

5609 1594, Juli 24, Wien. 

Die nieder österreichische Regierung ver- 
ordnet mit Rücksicht auf die Kriegsgefahr, 
daß jeder nit allein sein altes sondern auch 
sein newes getraid, sobald es gedroschen ist, 
den verwarten statten und schlossern sonder- 
lich in die zueflucht statt und Schlösser der 
vier viertln des lands wie auch nicht weniger 
in unser hieige hauptstatt Wienn, dann denen 
Stätten Krembs und Stain, Closternewburg, 
Newstatt, Prugg an der Leytha, Hainburg, 
Ebenfurth und enthalb der Thunaw Cohrnew- 
burg, Großen Entzerstorff und Marchegg zue- 
füret, sovil müglich zu mel machet, damit 
maus nit allain dem christlichen feldleger zu 
guetem bei der Thanaw an der handt habe, 
sondern auch vor des feinds streifen ver- 
sichert seye; die Städte haben eusseristen fleiö 
fürzuwenden, daß jede derselben und alle 
andere statt mit profiant, trayd, mehl, haber, 
fleisch, saltz, holz zum bawen und bachen 
auf alle zutragende fäl gefast sein und welche 
sich etwo bißhero durch die profiant zuefur 
entblößt hetten, daß sie es alsbald wider 
erstatten ; weil auch sowol bey gemelter un- 
serer hauptstatt Wienn als anderer orten in 
den vorstätten und pfarrhöfen viel getraid 
und mehl in städeln und heusern ligt, des 
aber sicherer in den statten ist, so ist solcher 



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Proliant in die Städte zu bringen und von 
den Obrigkeiten der erforderliche Platz oder 
cästen zu verschaffen; jede Stadt soll sich 
mit pulver, kugln, munition und tauglichen 
pixenmaystern versehen, nit allain zu irer 
notturft, sondern auch, wann man deren per- 
sonen etliche in das feldleger bedürfte, wie 
auch sonderlich die statt ire offne stattgebew 
acht haben und bei jetzigem feindswesen 
sich selbs verwaren und dieselben bessern 
sollen. 

Patent. 

5610 I594f Oktober i, Wien. 

Die niederösterreichische Regierung er- 
neuert das Mandat vom i, Oktober i^pi wegen 
verfuerung des inßlet auch des schedlichen 
und heifigen saiffensiedens, da nach ainem 
als den andern weg nicht allain das inBlet 
haimlich verfürt und verhandirt auch . . . 
zue unserer statt Wienn noch auf die ge- 
wendliche schmelz nicht gebracht, sondern 
auch das saifTensieden vast in allen stetten, 
markten und flecken diß landts ohne scheich 
getrieben und also dadurch das maiste inßlet 
verschwendet, also auch der große mangel, 
teyrung und püeklemb in denen inßlets ker- 
zen fürnemblich daher causiert und verur- 
sacht wirdet; ganz besonders aber heißt es, 
a) daß die seiffensieder das inslet auf- und 
fürkaufen auch also vertheyren und staigern, 
das die bürgerlichen öller unserer statt Wienn 
der bestimbten Satzung nach vast gar kaines 
bekumen mügen; b) daß die maisten be- 
vorab die vermüglichen fleischhacker ir inß- 
let selbst beisammen behalten und kerzen 
daraus machen, die sy hin und wider auf 
dem landt zu 6, 7, auch 8 kr. verkaufen, 
welches dann auch vil befreyte und unbe- 
freyte welische kerzenmacher, die in und bei 
unserer statt Wienn wohnen, ebenmäßig thuen, 
deshalb ist i. die weitere ausfur und ver- 
handtirung des inßlet und der inßletskerzen 
ohne paßbrief verboten; wer Unschlitt wider 
die bestimbte Satzung verkauft, verwirkt es 
nicht nur, sondern wird auch bestraft; 2. sol- 
len alle und jede fleischhacker in stetten, 
markten und flecken diß lands das inslet, 
sovil sy dessen aus dem geslächtem viech 



I lesen und zue jedes orts notturft nicht ge- 
I braucht wirdet, nach Wien bringen und allda 
1 denen bürgerlichen öUern oder wer dessen 
sonst befuegt, der Satzung nach verkaufen; 
I 5. Seifensieden ist im ganzen Lande verboten; 
I wird Seife auf den Markt gebracht, ist sie 
zu konfiszieren; nur jene dürfen Seifen sieden 
und damit handeln, welche entweder einen 
kaiserlichen oder von der niederösterreichi- 
sehen Regierung einen frey- und paßbrief 
haben; dann auch die, welche aus Böhmen 
oder Mähren mit seifen in diß land handti- 
ren; 4, da beim Seifensieden ein centen un- 
ausgelassenes inßlet, so in die seifen versotten 
wirdet, mit dem schweren zusatz des salz, 
aschen und anderer materi für zwen centner 
hinausgebracht und versilbert werden kann, 
so ist das Pfund Seife, so durch die be- 
freyten in diesem land gesotten wirdet, um 
12 — 14 Pfennig zu verkaufen; 5. entsprechend 
der Satzung und Ordnung für Wien ist das 
Pfund Kerzen von baumwolle um 5 Kreuzer 
und die andern von gemainen gaden um 
4 Kreuzer zu verkaufen; 6. den in Wien woh- 
nenden welischen und andern unbefreiten 
kerzenmachern ist das Kerzenmachen ver- 
boten; 7. die befreiten kerzenmacher haben 
die Kerzen gleich den Ölem in den laden und 
ge weihen öffentlich feilzuhalten; 8. alle bür- 
gerlichen öler und kerzenmacher alhie wie 
auch die befreiten welischen und anderen 
haben sich alsbalden umb ain guette anzal 
inßlet umzusehen, nach Wien zu bringen, bei 
Zeiten schmelzen und leittern zu lassen und 
die Stadt mit guten inßlet kerzen zu versehen 
und nicht wie es ain zeit herumb beschehen, 
unraine und übelschmeckende zu liefern. 

Kon:{ept. 

Nach einem Rückenvermerk sind von diesem ge- 
neral 200 Exemplare gedruckt worden. 

5611 1595, Februar 10, Wien. 

Job Hartmann von Trautmannstorf wird 
als der Ältere für sich selbst und als lehen- 
trager Hans Friderichen seins bruders und 
jungen vetters Hanns Andre von Trautmanns- 
tor ff unter andern belehnt mit den in Nr. 5552 
genannten Lehen, 

Lehenbuch j i§8y—i6io, 88'. 



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5613 1595, Februar 25, Wien. 

Die niederösterreichische Regierung be- 
fiehlt, jeder solle sich wegen des Türkenkrieges 
eines ordentlichen Lebenswandels befleißen. 

Erwähnt in dem Patent vom i. Juli I§p6 und 
im Codex Austriacus 2, ^02. 

5613 1595, Mai 3, Prag. 

Kaiser Rudolf stellt es dem Erzherzoge 
Matthias frei, die Pfarre St. Michael in Wien 
dem official und prediger in der Neustadt 
doctor Johann Pollinger zu verleihen oder 
einem anderen, verordnet aber, daß das 
Bruggnerische beneficium nochmals bei der 
pfarr verbleibe. 

Vidimus. 

5614 1595, Mai 29, Wien. 

Die niederösterreichische Regierung ver- 
ordnet, daß die neu Nobilierten und Geadel- 
ten, die nicht landtleut oder in dem gültbuch 
belegt sind, mit Rücksicht auf die Türken- 
gefahr an den Vizedom in Wien Wolffen 
Furthen binnen drei Wochen je 100 fl. rhein, 
in müntz erlegen, worum ein gerüstetes Pferd 
sieben Monate im Felde unterhalten werde. 

Patent. — Codex Austriacus 2, ^2, Aus:(ug. 

5615 1595, September 11, Wien. 

Die niederösterreichische Regierung ver- 
ordnetj an den passen nach Steyr als auf 
Schadwienn, Hardperg und dann nach dem 
land ob der Enns aller orten und flecken, 
wo etwan durchgeraiset werden mag, des- 
gleichen Hainburg, Pruck an der Leytha, 
Schwechat, Täber alhie, Traißkirchen, New- 
statt, Newkirchen, Glocknitz, Closter- und 
Cornewburg, Krembs, Stain, S. Polten, Ybbs, 
Enns und Linz keinen entlofenen Italiener 
passieren zu lassen (entsprechend dem Über- 
einkommen Erzherzog Matthias' mit dem Ge- 
neral des italienischen Kriegsvolkes Joan 
Francisco Aldobrandino), er hab dann ein 
kundtschaft von ime herrn Aldobrandino mit 
seinem selbst petschaft verfertigt; auch wenn 
sie paßporten von dem obrist leytenambt 
Pauln Sforzia brächten, sollen sie doch dar- 
auf nit passiert werden, sondern entweder 
verwarlich in unser christlich leger oder aber 



hieher in unser statt Wienn geschickt werden; 
auch deutsche gartende Landsknecht sind ein- 
zuziehen. 
Patent. 

5616 1596, Juli I, Wien. 

Die niederösterreichische Regierung er- 
neuert das wegen des offnen kriegs wider ge- 
mainer Christenheit erbfeindt ausgegangne ge- 
neralmandat vom 25. Februar 1595 (Nr. 5162) 
und verordnet ferner, daß für die verwundeten 
Soldaten die spitäler und siechhäuser zur not- 

i turft zuegericht und versehen, Spitäler, die 
abgekommen, wieder erneuert werden^ daß 
alle Obrigkeiten und herrschaften geistlich 
und weltlich aller orten bei denen clöstern, 
schlossern, statten, markten und flecken aigne 
trühel und geldtstöck zu ersammlung eines 
ergäbigen allmosens für die armen kranken 
und geschädigten kriegsleut aufrichten und 
das Volk, sonderlich die sterbenden, so eines 
vermügens sein, durch die pfarrer und pre- 

j diger zu einer christlichen stewr und hilf, 
bevorab alle sonn- und feiertag embsig ver- 
manen lassen, auch sonst die geist- und welt- 
lichen obrigkaiten in gemain mit allerhand 
gelegenhaiten und mittein zu samblung eines 
erschießlichen almosens verhelfen, darzu sie 
dann aller orten etliche sundere gewissen- 
hafte, angesessne personen aufstellen, die von 
Haus zu Haus sowie bei festlichen Anlässen 
um eine Gabe ersuchen; das so gesammelte 
Geld ist im Lande ob der Enns monatlich 
dem Anwalt der Landeshauptmannschaft Vei- 
ten Spindler der rechten doctorn, im Lande 
unter der Enns zu Händen Augustin Haff- 
ners des inneren raths von Wien gegen Quit- 
tung abzuliefern, 

Patent. — Codex Austriacus 2, 3oy. 

5617 1S96, August 23, Wien. 

Die niederösterreichische Regierung er- 
neuert die <im i. September und 7. November 
1594 erlassenen Mandate hinsichtlich der Zu- 
fluchtsorte bei herannahender Türkengefahr, 
verbietet neuerdings, in Wäldern Zuflucht zu 
suchen oder aus einem Viertel ins andere zu 
fliehen, sintemal menigklich unverborgen als 
anno etc. 29 verschinen der türck in diß 



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landt und gar hieher geen Wienn gelanget, 
der gemaine mann aber dazumal auf die 
hohen gepürg und in die wälder sich be- 
geben, daß sie doch derselben orthen nit 
sicher gewesen, sondern von dem feindt zu- 
vorderist aber durch die mardalosen jämmer- 
lich nidergehaut und erschlagen worden und 
dahero an ihrem unhail und verlierung leibs 
und lebens selbst ursacher gewesen sein. Ge- 
treide und Lebensmittel sind schon jetzt nach 
den Zufluchtsorten zu schaffen, besonders aber 
sollen in Wienn, Newstatt, Prugg an der 
Leytha, Hainburg, Closter Newburg, Cornew- 
burg, Krembs und Thuln jedes Haus und 
jeder Hausherr sowie die Inwohner jeder be- 
sonder ain gwisse specificierte anzal meel, 
gebachne pißcoten in fässern eingeschlagen, 
gersten, arbeß, linsen, prein, kraut, speck, 
gesaltzen und geselchtes fleisch, traidt, habern, 
hew und strey für reutterey und viech nach 
gestalt jedes vermügen nicht bloß für die 
eigenen Leute, sondern auch für das Kriegs- 
Volk in Vorrat kaufen. 
Patent. 

5618 1596, September 2, Wien. 

Hans Wilhalm herr von Schönkirchen 
obrister erbthürhüeter in Österreich under 
der Enns und niederösterreichischer Kammer- 
rat, wird als der Ältere für sich selbst und 
anstatt Stanislauen und Georgen Ludwigen 
seiner vettern mit den in Nr, 5561 genannten 
Lehen belehnt. 

Lehenbach, 1588^1600, JO4. 

5619 1596, September 16, Wien. 

Die niederösterreichische Regierung er- 
neuert das Mandat vom 29. Mai 1595 (Nr. 5614) 
und verordnet, daß alle alt und new geadle- 
ten und nobilitierten geistlichen und welt- 
lichen, welche in einer ersamen lanndtschaft 
gültbuch nicht einverleibt oder in dem gült- 
buch belegt sein, 14 Tage nach Proklamie- 
rung dieses Generals gen Wienn erscheinen 
und sich in der kayserlichen burgk vor der 
nieder österreichischen Regierung oder dazu 
verordneten Kommissarien anmelden und das- 
jenige, so ihr zur rettung des vaterlandts 
auch christlichen namens und glaubens hal- 



ber schuldig seyt, gezimmender gleichhait und 
ewren vermögen nach (darüber ihr auch nicht 
beschwerdt noch gedrungen werden sollet) 
hülfflich laistet und vollziehet; welcher no- 
bilitierte dises in solicher noth dem Vater- 
land zu schütz nicht laisten, sich nicht an- 
melden oder diser hülf zu ungleichhait gegen 
andern haimblich oder öffentlich exempt ma- 
chen, verwaigern oder verschweigen und doch 
das vermögen wol haben wirdet, ist hernach 
unverschondt in die verwürckung der nobi- 
litet ipso facto gefallen. 
Patent. 

5620 15979 Februar 15, Wien. 

Erzherzog Matthias erläßt ein oS^n glaidt 
für die aufständischen Bauern. 

Patent. — Codex Austriacus 2, 206. — Frieß, 
Der Aufstand der Bauern in Niederösterreich (Wien 
i8py), S. 2pp, Nr. 54 

5631 1597, ^drz 21, Wien. 

Erzherzog Matthias an die paurschaft 
im viertel ob Manhartsberg sein glayd an- 
zunemen. 

Patent. — Codex Austriacus 2, 20y. 

5622 1597, «^""^ 7> ^ien. 

Aus bevelch der röm. kay. Maj. . . . wirdt 
hiemit menigklich erindert, wie dann hievor 
auch durch offnen rueff und angeschlagne 
mandata alles herrn- und dienstlose gesindt, 
banditen und spiler, so dem müessiggang und 
freyen leben nachgehen, von der statt auch 
vorstett und dem purckfridt weck geschafft 
worden; also wird demselben jetzo zum Über- 
fluß und letstenmal ausgebotten, und sollen 
sich alle herrenlose, leichtfertige leuth, so 
nicht herendienst, bürgerliche nahrung, oder 
ihres allhie sein erhebliche ursach haben, von 
heut dato inner acht tagen gewisslich aus 
der statt, vorstatt und purckfridt, darunter 
auch Sanct Ulrich zuverstehen ist, weck- 
machen, sonderlich und in specie, die so aus 
andern landen bandisiertund ausgeschafft sein; 
item die so in winkeln, clöster, heren und 
heimblichen wirtssheusern, gastgebschafft und 
khostgenger halten und ihrer Mt. etc. der 
landschafft und der burgerschafft ungelt, tätz, 



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steür und bürgerliche nahrung verderben; 
da nach denen acht tagen solche leut be- 
tretten, sollen sie und ihre wirth am leib, 
und welcher einen banditen zu einem diener 
oder sonsten auffhelt, um tausent ducaten un- 
ablässlich gestrafft werden, und wirdt man 
kaines khayserlichen noch fürstlichen raths, 
diener, landtman, geistlich oder weltliches 
standts verschonen, und von solchen tausent 
ducaten solle dem der einen herenlosen und 
banditen anzeigen wird, ein ehrliche Verehrung 
folgen, und er unvermeldt bleiben; also ist 
auch geordnet, wo einer bey tag oder nacht 
in der statt ein rumor und fechthandl an- 
facht, das er solle am leib, wer sich aber der 
stadtwacht und des gerichts setzt, und die- 
selb angreifft, alsbaldt am leben ohn alle 
verschonung gestrafft werden; item soll jeder 
wirth, gastgebund burger täglich seine frembde 
gest verzeichnen und dem herrn statt guardi 
obristen und dem bürgermaister die zettln 
übergeben, vermüg der gemachten druckten 
Ordnung; der es nicht thuet, soll sein burger- 
recht verwürckt und gestrafft werden; letzt- 
lich ist verboten, das niemandts unbekandter 
oder verdächtiger, so under die statt guardi 
nit gehört, auff die pasteyen, cortina oder 
wehren der statt gehe oder sich betretten 
lasse bei höchster straff; darnach hat sich 
menigklich zurichten und vor schaden zu 
hüeten; sag es einer dem andern. 

Patent. — Codex Austriacus /, 752 und er- 
wähnt 2, 3o§. 

5638 15979 August I, Wien. 

Die niederösterreichische Regierung er- 
neuert die Infektionsordnung von 1551, 1562, 
15S2 und 1585. Den Obrigkeiten hat gegen 
Übertreter dieser Infektionsordnung unser be- 
stelter obrister und jetziger stattguardi haupt- 
mann allhier zu Wienn auf begern alle guete 
assistenz und beistand zu leisten. 

Patent. 

5624 i597f August 4, Wien. 

Die niederösterreichische Regierung er- 
neuert das Patent vom 25. Februar 1595 und 
vom I. Juli 1596 (Nr. 5612 und 5616). Die 



eingehenden Gelder sind im Lande ob der 
Enns zu Händen Georgen Haiden unsers visch- 
maisters ob der Ennß und Paulen Mändls 
unsers saltzamptmanns zu Lyntz als geord- 
neten einnembern und commissarien solcher 
spitalhilf, under der Enns aber in unser statt 
Wienn . . . Lucasen Lausser und Augustin 
Haffners beyder des innern raths daselbst 

I gegen Quittung zu erlegen. 

I Patent. — Erwähnt im Codex Austriacus 2, ^2. 

5625 J^597y September 5, Wien. 

Die niederösterreichische Regierung er- 
I neuert das Patent von 1595, September 11 
i (Nr. 561 5)y da nach eroberung von Pappa 
I thails mit rossen und andern raub, den sie 
I allda bekommen, allerlai kriegsvolk von 
I Italianern, Balonen und Frantzosen hauffen- 
I weis ohne erlaubnus und polleten aus dem 
I christlichen Feldlager entlaufen ist; sie ver- 
I ordnet a) den gegen Steyr, Osterreich und 
' Märhern gelegenen statt und markt, beson- 
\ ders den Städten Newstat, Prugg, Hainburg, 
I Eysenstalt, auch denen flecken Vischamendt, 
I Schwechet, Traißkirchen , Trautmanstorff, 
[ Getzendorff, Ebenfuerth, Newkirchen, Glock- 
I nitz, Schadtwienn und gegen under Steyer- 
markt Hardtberg, Aspan, Pernstain, Kirch- 
schlag und andern, kein italianisch, wallonisch, 
teutsch oder andern kriegsvolk passieren zu 
lassen, er habe dann eintweder von unserm 
general oder seinem obristen^ sonderlich aber 
das wällisch kriegsvolk von der bäbstlichen 
heiligkeit vettern und generalen Don Joan 
Francesco Aldobrandino selbsten mit dessel- 
ben größern oder kleinern siegel (inmaßen 
euch, denen obrigkaiten ein form derselben 
berait hievor überschickt worden) gefertigte 
poßparten. Solche entlaufende, trewlose kriegs- 
leut sind nach Wien zu schicken, die Hälfte 
der Habe, die sie bei sich führen, gehört dem 
Verhaftenden; b) denen wirthen und inwonern 
in- und außer der Stadt Wien, keinen der- 
gleichen kriegsmann ohn solchen hieoben an- 
gedeuten schein oder poßparten zu beherbergen, 
sondern anzuzeigen oder da es im purckfridt 
were, sie zuvor zum Stadtguardia-Obristen zu 
weisen. 

Patent. 



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5626 1598, Jänner 22, Wien. 

Die niederösterreichische Regierung ver- 
bietet a) die haimblich aufkaufung und ver- 
füerung aus dem land der rüstmäßigen und 
anderer gueten roß durch die Bayrn und an- 
dere ausländer, besonders vor den Kremser 
Jahrmärkten zu Jakobi und Simonis und Ju- 
dae; b) daß die hieigen Wiennerischen roß- 
händler auf dem flachen Lande die Pferde 
zusammenkaufen, so daß keines auf einen 
Jahrmarkt kommt, n^odurch das ambtsgeföll 
beeinträchtigt und die Pferdepreise gesteigert 
werden. 

Patent. 

5637 1598, Februar 9, Wien. 

Die niederösterreichische Regierung ge- 
stattet, daß die Stadtklafter Brennholz vorm 
Khärnerthor um 2 Schilling teurer perkauft 
werde als die klafter und sorten beim wasser 
gesetzt sind. Die Stadt Wien ernennt zwei 
geschwome Schätzer und Abmesser, welche 
von einer ganzen, halben oder viertel Klafter 
vom Käufer und Verkäufer je i Kreuzer er- 
halten. Holz einzustellen ist verboten. 

Patent. 

5638 159S, Februar 10, Wien. 

Die nieder österreichische Regierung ver- 
ordnet, a) die von der Stadt Wien bestellten 
geschwomen Holzbeschauer und Setzer haben 
zu sehen, daß das Brennholz, welches am 
wasser alher kumbt, nach Sorten ausgeschos- 
sen und alsdann nach der stattklafter ordent- 
lich gelegt und abgemessen werde; b) diese 
Holzbeschauer und Setzer haben zu sehen, 
daß das Holz nicht über die Satzung ver- 
kauft werde; c) sie haben auch zu achten, 
daß kein Für kauf vorkommt. 

Patent. — Codex Austriacus /, 22§ ein ähnliches 
Patent. 

5639 1598, März 2, Wien. 

Die niederösterreichische Regierung ver- 
ordnet, daß zur Hintanhaltung von Steige- 
rungen des Heu- und Strohpreises Bürger- 
meister und Rat der Stadt Wien aus der 
Bürgerschaft zwo taugliche personen, so ihnen 
destwegen insonderhait geschworn sein, be- 



stellen, welche alle Werktag hinaus fürs 
Khärnerthor gehen und alles hew und stro 
so alda vorhanden sein würdet, taxieren und 
setzen, auch die tax oder den werth allweg 
an die wagenkipfFen oder wo es sich am 
besten füegt, mit ainer kreidt oder rötelstain, 
damit mans sehen könne, verzaichnen. Die 
Taxierer und Setzer erhalten von jeder Fuhr 
Heu oder Stroh ain kreutzer als vom ver- 
kauffer zwen pfennig und vom kauffer auch 
soviel. 

Patent. — Codex Austriacus /, äfjS. 

5680 159S, März 9, Wien. 

Die niederösterreichische Regierung er- 
neuert das Mandat vom i. Juli 1596 und 
vom 4. August 1S9J (Nr. 5616 und 5624). 

Patent. — Erwähnt Codex Austriacus 2, 402. 

5681 1598, März 17, — . 

Oswald Santner burger zu Wienn und 
Jeronimeen Buroner und gebrüeder handels- 
leith zu Augspurg factor bekennt für sich, 
seine Erben und anstatt gedachter seiner 
Herren, daß er die 18 Pfund Pfennig, so 
ainem yeden capelan der ewigen wochenmeß, 
so die ersamb frau Helena, weillendt Andreen 
Freinberger huetter, mitburger zu Wienn 
wittib seelige in kraft Wolfgangen Freiich 
ires vorigen hauswirts seeligen geschäfts in 
sanct Leonhartscapeln zu St. Stephan auf 
irem haus an der herzogen hof zunögst 
sanct Pangratzen kürchen gelegen, darinnen 
Valtin Lechner gewohnt, gestieft hat, auf 
der übertheurung ermelter seiner herrn haus 
allhie zwischen der von Heilingereiz und 
des Khellner hof gelegen, satzweis verschri- 
ben gewest, mit Bewilligung von Bürger- 
meister und Rat jetzo von neuem darauf 
genumben und verschriben hat, nemlich sovil 
über die 100 Pfund Pfennig, so dem bürger- 
spittal und über die 100 Pfund Pfennig, so 
ainem jeden kürchmaister zu sanct Steffans- 
thumbkürchen vorhin darauf verschriben sein 
und bleiben, so daß jeder seiner Erben in 
namen der Buroner gebrüeder ainem Jeden 
caplan bemelter meß und allen, die gemelts 
hauß hinfüran innhaben und besitzen wer- 
den, jährlich 4 Pfund Pfennig dienen soll. 



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— Besiegelt mit gemainer statt Wienn an- 
hangundten grundtinsigl und mit dem des 
Georgen Höcben burger und des äußern rats. 

Orig,, Perg. (268 X 3^3, Falte 62). Beide Siegel 
abgerissen. 

5632 1598, April 4, Wien. 

Wolf Stubenvoll wird als der Ältere für 
sich selbst und seinen ungevogten brudern 
Urban mit den von weilent Wenzla von Wun- 
den herrührenden Lehen: der vischwaid zu 
Zwelfechsing, dem zehent an dem Wienner- 
perg zu Inzeßdorf von getraid und wein 
großen und clainen und das dorfgericht da- 
selbs zu Inzestorff belehnt, nachdem sie Ernst 
grave zu Orten bürg auf gesandt hat. 

Lehenbuch, i§88—i6iOy 125. 

5633 1598, Juni 27, Wien. 

Die niederösterreichische Regierung pu- 
bliziert die kaiserliche Resolution, nach der 
es im Streite zwischen den Sattlern und Kum- 
metmachem bei der am 23, März 1596 (von 
der niederösterreichischen Regierung am 5. Mai 
1596 publiziert) erflossenen kaiserlichen Re- 
solution verbleibt, daß nemblich unserer statt 
Wienn anno etc. 1451 auf wolgefallen und 
vviderrueffen gemachte khumet Ordnung und 
das anno etc. 70 darüber ausgangne general 
dahin limittiert sein soll, daß gleichwol das 
khumetmacher-handtwerch sich ihrer erlang- 
ten Ordnung für ihren thail betragen und 
durch das sattlmacher-handtwerch zu lernen 
unverwöhrt sein solle; dagegen aber daß die 
Sattler gleichfals beede handtwerch zugleich, 
so sie bey einem meister allain oder bei un- 
derschiedlichen meistern ausgelernt haben 
oder noch künftig auslehrnen und dessen 
kundtschaften und lehrbrief haben, auch un- 
verhindert gebrauchen sollen und mügen; 
und solle die damals in berürter resolution 
angehengte clausul, daß nemblich sie beeder- 
seits zu solchen zwayen underschiedlichen 
handtwerchen underschiedliche und sondere 
laden halten und von jedem insonderheit die 
gebürliche steurn und auflagen raichen sollen, 
hiemit wieder aufgebebt und nun hinfüro das 
Sattler und kumetmacher handtwerch sowol 
in unserm ertzhertzogtumb Osterreich als im 



heiligen reich und andern unsern erblanden 
für ein handtwerch gehalten werden. 
Patent. 

5634 1598, August 20, Wien, 

Die niederösterreichische Regierung be^ 
stimmt den Preis des Pfund Rindfleisches mit 
8 — 10 Pfennig, da nun etliche markttäg nach- 
einander die viechmarkt und ochsenkäuf auf 
dem Ochsengrieß allhie mehr besucht waren 
als früher. 

Patent. 

5635 15989 August 21, Wien. 

Die niederösterreichische Regierung läßt 
das Mandat, daß Soldaten nur dann passieren 
dürfen, wenn sie eine mit der Adolfen frei- 
herrn zu Schwartzenberg hofkriegsrath und 
bestellten obristen feldtmarschalchen Petschaft 
versehene Bollette haben, nicht allein durch 
einen offnen ruf allhier in unsrer statt Wienn 
an den gewöhnlichen platzen publizieren und 
hin und wider auf dem landt bei allen pfarn 
und cantzln sowol zur obrigkait als der un- 
derthonen Wissenschaft und nachrichtung 
ofFentlich verlesen, sondern auch in den Städten 
Preßpurg, Vywar, Cumorn, Gran, Raab und 
bei allen schiff- und andern brücken an- 
schlagen. 

Patent. 

5636 1598, September 12, Wien. 
Erzherzog Matthias befiehlt den Kloster- 
räten die Zustellung des Originalkonsenses an 
den Pfarrer von St. Michael Johann Pollinger, 
der heil. Schrift Doktor, wegen der leib geding- 
weisen Hintangabe dreier Achtel Weingarten 
zu Ottakring, in der Ried Staritzaigen gelegen, 
an Hans Polhaimber und seine Gemahlin Su- 
sanna sowie an dessen Schwester Ursula gegen 
Reichung von 12 Schilling jedes Jahr. 

Orig 

5637 159S. , -. 

Ordnung welcher nach das viertzigstündige 
gebet, als auf den künftigen erichtag, den 
21. septembris widerumb in sanct Steffans 
thumbkirchen angefangen und also alle son- 



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tag wöchentlichen ainmal wider den erbfeindt 

christlichen namens gehalten und continuirt 

werden soll. 

Und haben umb christlicher nachfolg und 
gehorsambs willen die fürstl. durchl. unser 
gnedigster herr die erste stundt mit dem hohen 
ambt für sich gnedigist deputirt und fürge- 
nommen, andere stunden aber sein nachfol- 
gender Ordnung nach fürzunemen, als anfangs 
auf den gemelten 21, September zwischen 
2 und 3 uhr nach mittag und also alle son- 
tag hernach solle sich menniglich mit an- 
dacht bei diesem gebet, welches umb 3 uhr 
nach gehaltner vesper angefangen wird, er- 
zaigen. 

Die erste stund von drey uhr nach mittag bis 
auf vier uhr 
werden und sollen haben alle geistliche, 
soviel deren allhie und darunder das hof- 
und burgerspital und deren officier begriffen 
sein. 

Die andere stund von vier bis auf fünf uhr 
sollen haben alle kaiserliche und fürst- 
liche räth, officier und diener und mennig- 
lich so in ihrer Mt. und fürstl. durchl. be- 
soldung auch den dienst titul haben sampt 
allen den ihrigen. 

Die dritte stund von fünf bis auf sechs uhr 
der rector, superintendens, consistorium 
und die ganze universitet sampt dero mem- 
bris und zuegethanen, darunder auch in specie 
alle advocaten, procuratores und schriften- 
macher, lateinisch und teutsche schuel- und 
rechenmaister und schuelmaisterin verstanden 
sein. 

Die vierdte stund von sechs bis auf sieben uhr 
burgermaister, richter, inner und ausser 
rath, beisitzer des Stadtgerichts und deren 
officir, diener und amptleut. 

Die fünfte stund von sieben bis auf acht uhr 
alle inn- und auslendische, angesessene 

und unangesessene, befreyte und unbefreyte 

kauf- und handelsleuth und deren factor und 

diener. 

und wird alle abent nach dieser stund 

das gebet geschlossen. 

Regcstcn zur Geschichte der Stadt Wien. V. 



Montag am morgen frue. 

Die 6. Stunde von 5 — 6 Uhr 

alle burger und besitzer der bürgerlichen 

heuser in und außer der Stadt, so nit handt- 

wercher sein, sie seyn geschworne burger 

oder nit. 

Die 7. Stunde von 6—7 Uhr 
des zimmerhandtwerks maister, gesellen, 
lehrjungen, weib, kind und dienstboten. 
Die 8. Stunde von 7 — 8 Uhr 
die maurer, Steinmetzen, ziegeldecker 
mit allen den ihrigen. 

Die p. Stunde von 8 — p Uhr 
die Schlosser, sporer, flaschner, griflfel- 
schmidt und nagler. 

Die 10, Stunde von g — 10 Uhr 
die bürstenbind er, kämpelmacher und 
sieber. 

Die II. Stunde von 10 — // Uhr 
die greißler, häringer, käßstecher, oeller 
füetterer. 

Die 12. Stunde von 11^-12 Uhr 
die koch, kolträger und tuechschärer. 

Die i3. Stunde von 12 — / Uhr 
das wagner handwerch. 

Die 14. Stunde von i — 2 Uhr 
die drächsler, schöffleuth, fuhrleut und 
faßzieher. 

Die 15, Stunde von 2 — 3 Uhr 
die apotheker, barbierer, wundärzt und 
bader. 

Die 16. Stunde von 3 — 4 Uhr 
die sayller und huetter. 

Die ij. Stunde von 4—5 Uhr 
die haffner. 

Die 18, Stunde von 5 — 6 Uhr 
die spängler und leinweber. 

Die ip. Stunde von 6 — 7 Uhr 
die lebzelter und melmesser. 

Die 20. Stunde von 7 — 8 Uhr 
das becken handtwerch. 

Erichtag am morgen frue. 
Die 21. Stunde von 5 — 6 Uhr 
das schneiderhandwerk, darunter auch 
die hofschneider. 



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Die 22. Stunde von 6 — 7 Uhr 
das fleischhackerhandwerch. 

Die 23. Stunde von 7 — 8 Uhr 
die weißgerber und lederer. 

Die 24. Stunde von 8 — p Uhr 
die gürtler und nestler. 

Die 25. Stunde von p — 10 Uhr 
die Sattler, riemer, kumetmacher und 
zaumbstricker, welches auch von den hoff- 
sattlern, riemern und zaumbstrickern zu ver- 
stehen. 

Die 26. Stunde von 10 — 11 Uhr 
die leinwater und zinngießer. 

Die 2j. Stunde von 11 — 12 Uhr 
die schwerdtfeger, messerschmidt und 
püxen kaußeuth. 

Die 28. Stunde von 12 — / Uhr 
die binder. 

Die 2p. Stunde von i — 2 Uhr 
die fischer, fischkäufler und obstler. 

Die 3o. Stunde von 2 — 3 Uhr 
die handtschuechmacher, taschner und 

beutler. 

Die 3i. Stunde von 3—4 Uhr 
das schusterhandwerch, burger und hof- 
befreite. 

Die 32. Stunde von 4 — 5 Uhr 

die Schmidt. 

Die 33. Stunde von 5—6 Uhr 
die kramerzech. 

Die 34. Stunde von 6 — 7 Uhr 
die kirschner. 

Die 35. Stunde von 7 — 8 Uhr 
die berlheffter, mahler und glaser. 

Mittwoch am morgen frue. 
Die 36. Stunde von 5—6 Uhr 
die goldtschmidt, burger und befreite. 

Die 3j. Stunde von 6 — 7 Uhr 
die branntweiner und kartenmaler. 

Die 38. Stunde von 7—8 Uhr 
die tuechmacher, kotzenmacher, buch- 
binder und tändler. 

Die 3g. Stunde von 8 — p Uhr 
das tischlerhandwerch. 

Die 40. Stunde von p — 10 Uhr 
soll ohn unterschied menniglich zu dem 
gebet kommen und wie sie dasselb besampt 



I angefangen also ainhellig mit ainander an- 
I dechtig beschließen und das hochwürdig sacra- 
ment des altars wider an sein ort belaitten 
lassen. 

An diesem Gebete hat jedermann, er sei 
was Stands condition der religion er wolle, 
ausgenommen Kranke, teilzunehmen, widrigen- 
falls er an leib und gut gestraft mrd. Wer 
bei solchem gebet in oder außer der kirchen 
muetwillen erzeigte oder Ärgernis gibt, wird 
in die prechen gespant oder sonst ernstlich 
gestraft. 
Patent. 

5638 1598, Dezember 14, Wien. 

Die niederösterreichische Regierung wie- 
derholt wegen der Infektion in Böhmen und 
Mähren das wegen der Infektion i^pj er- 
flossene Mandat und verbietet neuerdings, daß 
sich jemand von inficierten orthen bevorab von 
der behaimischen und mährerischen gränitzen 
allher in Wien und derselben vorstätt zu rai- 
son und daselbsten haimblich oder öffentlich 
einzuschlaifen und zu beherbrigen sich un- 
derstehe. 

Sie verordnet ferner mit Rücksicht auf 
die Viehseuche, daß das umbgefallene viech 
in den Orten an der Donau alsbalden und 
unausgezogen in das wasser geworfen, ander- 
werts aber in aigne tieffe gruben vergraben 
und mit erdreich bedeckt, an Orten aber, 
wo viel Holz vorhanden ist, verbrannt werde 
zur Verhüttung allerhand gefährlichen unge- 
legenheiten. 

Patent, 

5689 i599f Juni 12, Wien. 

Oswald Hüttendorf er, Bürgermeister von 

Wien, wird nach dem Tode des Bartolome 

Prandtner als des spitals fürgestellter lehen- 

I träger mit den in Nr. 5591 genannten Lehen 

I belehnt. 

Lehenbuch, i§88 — 1610, i3p. 

' 5640 1599, August 5, Wien. 

Die niederösterreichische Kammer er- 
I neuert das Verbot von 1589, ungewöhnliche 
I verbotene Straßen und Urfahr zu benützen. 

Orig.y Papier. — Vgl. Nr. 5580. 



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K. k. Archiv für Niederösterrcich. 



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5641 1599, August 14, Wien. 

Die niederösterreichische Regierung er- 
neuert die Infektionsordnung von 159J und 
verordnet, besonders achtzugeben auf die aus 
Böhmen und Mähren einwandernden Juden 
oder andere verdächtige streifende personen. 

Patent, — Konzept, 

Rückenvermerk: Dieser general solle alsbalden 
drei- oder vierthalbhundert gedruckt werden, 17. Augusti 
1599. Fiat und soll dis general alsbalden in formb eines 
ruefies ausgezogen und denen von Wienn durch decret 
hinausgeben auch auferlegt werden, daß sy solch noch 
heut vormittag gewißlich wie gebräuchig publicirn. 

5643 1600, Jänner i3, Wien. 

Erzherzog Matthias befiehlt dem Kloster- 
rate, Johann Pollinger, beider Rechte Doktor, 
und Adam von Allentsteig zu veranlassen, daß 
jenes heusl bei Weidlingau mit 4. Schilling 
Dienst sarabt etlichen ackern und 15 Tag- 
werk Wiesen der frau von Hochfeld um den 
ortsüblichen Zins gegeben werde, da sich 
herausgestellt hat, daß dieses heusl nicht zu 
den grundt und gütern der pfarre Weidlingau 
gehört, welche mit Hutteldorf jetzt ver- 
einigt ist. 

Orig, 

5643 1600, Jänner 18, Wien. 

Die nieder österreichische Regierung ver- 
ordnet, alle gartenden Knechte und solche, 
die dem fändel ohne postparten entlaufen 
sind, einzuziehen und allher in unser Stadt 
Wienn verschraidter zu banden der nie- 
derösterreichischen regierung und cammer 
samt den inditien zu schicken, allda dieselben 
dem articklsbrief gemäß am leben gestraft 
oder zum wenigisten auf die galeen oder in 
die eysen geschmidt und entweder allhie oder 
aber auf der gränitz zu arbeit angehalten 
werden sollen. 

Kon:^ept. — Nach einem Rückenvermerk wurde 
dieses Mandat denen von Wien :(um truecken hinaus- 
gegeben. 

5644 1600, März 20, Wien. 

Georg Ludwig von TrautmannstorfF M'/rJ 
als der Ältere und als lehentrager Hannß 
Friderichen seines vettern, Hanns Joachims 
und Carls seiner gebrüeder und Hanns Andre 



auch seines vettern deren von Trautmanns- 
torff mit den in Nr. 561 1 genannten Wein- 
gärten belehnt. 

Lehenbuch, 1587— 16 lO, 150. 

5645 1600, März 24, Wien. 

Da sich die bürgerlichen fleischhacker 
von Wien beschweren, auch des fleischhackens 
gar zu erlassen begert, daß a) von den fleisch- 
hackern auf dem landt und gey das fleisch 
und inslet nicht in dem werth als sich sol- 
ches hieiger wienerischer Satzung nach geben 
müssen, verkauft und hingeben und also kain 
gleichhait gehalten werde; daraus erfolget das 
die land- und geyfleischhacker, weil sie das 
pfund rindfleisch über 12 auch 14 Pfennig ver- 
kaufen, sowol den centen inslet höher als sie 
hinausbringen kunnen, die ochsen um etlich 
taller teurer erkaufen und sie also zu kainem 
rechten kauf kumen mügen; b) daß ihnen, ob- 
wohl durch Patent die Pässe für sie allent- 
halben offen erklärt sind, an mehreren Orten 
besonders gegen Steiermark die Pässe gesperrt 
und das Vieh als contraband weggenommen 
wird; c) daß manche Herrschaften ihnen nicht 
gestatten Vieh einzukaufen, so setzt die nieder- 
österreichische Regierung folgende Ordnung 
fest: 

1. Erstlichen das pfund rindfleisch solle 
ohne alle zuewag meniglichen armen und 
reichen per 10 pfenning verkhaufFt werden. 

2. Das khelberen, khastraunen auch 
schaffleisch per 12 pfenning. 

3. Und sollen die fleischhacker noch ir 
gesindt durchaus niemandt mit ainiger zue- 
wag oder annembung des jungen lemberen 
fleisch tringen noch beschweren. 

4. Das junge lemberen fleisch von tay- 
lämbln und dergleichen, was unter 12 pfund 
im gantzen stuckh und nicht darüber wigt, 
mag nach dem gesicht, in bilichem werdt 
verkaufft werden, es sollen aber die fleisch- 
hacker, wie bis hero beschehen durchaus nie- 
mandt tringen, dasselbe junge fleisch zu dem 
rindern oder anderem fleisch, in hohen werdt 
anzunemben. 

5. Es sollen auch die fleischhackher schul- 
dig sein, da jemandt solich jung lemberen 
fleisch, wann es zu gross scheindt, zu wegen 

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begert, dasselbe ganz, halb oder viertelweiss 
zu wegen, damit man sehen khune, ob es 
aigentlich under oder ober 12 pfundt im gan- 
zen stuckh halte. 

6. allerlay khopf, füess, peuschl, gereb 
und dergleichen fleisch sorten, sollen sie in 
billichem treulichem werdt geben, und wie 
vermeldt, niemandts zuewegen, noch die leuth 
damit beschweren. 

7. die wiennerischen fleischhackher mü- 
gen auch das junge viech, weliches auff denen 
märckhten und Stattplätzen biss auf zwölff uhr 
mittags nicht verkaufFt wirdet, selbst auff- 
kauffen und verschlachten. 

8. alle pesenbinder in und bey der statt 
sowol im gantzen purckhfridt seindt abge- 
schafft, ist auch inen und allen anderen der 
haimblich und öffentlich aufkauff, schlachten 
und herumb tragen des jungen fleisch bey 
straff hiemit allerdings verbotten und eingestelt. 

g, dagegen aber sollen die bürgerlichen 
fleischhackher die statt und menigkhlich mit 
altem und jungem fleisch zu gueter notturfft 
versehen und dasselbe jederman armen und 
reichen allen betrug, hindterlist und beschwer 
ervolgen lassen. 

10. der centen insslet solle per neun 
gülden und nicht theurer verkaufft werden. 

//. dieser Satzung und Ordnung sollen 
die bürgerlichen fleischhacker alhie zu Wienn 
sowol die in vorstetten und gantzem landt 
samt ihren penkknechten und gesindt bei Ver- 
meidung öffentlicher auch ernstlicher leibs 
und guets straff gewisslich nachgeleben. dann 
welicher hierüber betretten wirdet, es sei 
maister oder khnecht, gegen demselben und 
ainem jeden schuldigen und ungehorsamben 
solle mit unverschonter leibs und guetts straff 
fürgangen und sonderlich an dem ersten ein 
solich exempl statuirt werden, dass die an- 
dern ursach haben sollen, ihnen dasselb ain 
Warnung sein zulassen. 

12. wo aber und welicher orten auff 
dem landt solich fleisch und insslet wolfailer 
als alhie in der statt Wienn, und derselben 
Satzung bishero verkaufft worden, auch noch 
bei solichem kauff erhalten werden khan, solle 
denselben herrschafften und obrigkaiten hier- 
durch nit allein nichts benomen, sundern 



krafft der general hiemit auferlegt sein, dass 
sie mit gebürlichen ernst darob handthaben 
und alle unzimbliche staigerung verhüeten. 

Da wegen der jetzigen schweren kriegs- 
leuf unsicherhait halber in unserm küngreich 
Hungern zuweilen wenig viech auf die ge- 
wonlichen ochsen- und viechmarkt herauf- 
getrieben würdet, muß an anderen Orten Vieh 
eingekauft werden, um die statt mit fleisch zu 
versehen; deshalb können die Wiener Fleisch- 
hauer überall passieren und ist ihnen ge- 
stattet, überall Vieh einzukaufen. 

Konzept. 

5646 1600, April 8, Wien. 

Der Klosterrat schlägt für die erledigte 
Stelle an der Burgkapelle Thomas Rueff als 
ein graduirter, glerter und exemplarischer 
priester, welcher eine zeit her in predigten 
sich dermaßen erzaigt, daß er hoffentlich an- 
sehnliches nun mit der zeit wiert schaffen 
können, vor. 

Konzept. 

5647 1600, April i2y Wien. 

Die niederösterreichische Regierung er- 
neuert das mandat der weingartpaw löhn 
halben von i§p8 für 1600 und bestimmt den 
Taglohn für einen Mann während der Win- 
terszeit von Michaelis an bis auf Georgi mit 
10 und dann bis widerumb Michaelis summers- 
zeit mit 11, für die Weiber aber das ganze jähr 
mit 6 Kreuzer, darunter auch das grueben, 
erdtragen und dergleichen verstanden. 

Kon:(ept. 

5648 1600, Mai 6, Wien. 

Dr. Wolfgang Schwanser, niederöster- 
reichischer Kammerprokurator, legt nach dem 
Tode des Kanonikers und pfarrers in der 
burgh Thomas Landrichter die brieflichen 
Urkunden, nämlich zehn Stift- und bstätbrief 
über die einkomen und freyhaiten der pfarr 
und ihrer underthanen und absonderlich über 
die müU zu Winßdorf,') so zu der pfarr 
dienstbar ist, dem Klosteprate vor. 

Orig. 

^) Diese Mühle besaß seit drei Jahren Wolfgang 
Rephan, kais. Majestät Diener; jährlich waren 12 Pfen- 
nige Burgrecht an den Pfarrer in der kaiserlichen bürg 
^u leisten. 



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5649 1600, Mai ij, Wien. 

Der Klosterrat beantragt bei Erzherzog 
Matthias die Abweisung der Supplik des 
Hieronymus Ramirez (der dem hochlöblichen 
hauß Osterreich dreissig jar lang als ein 
musicus . . . gedient habe und nun im Alter 
von jo Jahren stehe), betreffend eine Ex- 
spektanz auf das Benefizium des St, Georgs- 
altars, welches von St. Theobald in die Burg 
transferiert ist worden, und welches seit 
2g Jahren Matthias Fletscha, gewesener Hof- 
kaplan und jetzt Abt della Portella in Spa- 
nien, dergestalt innehat^ daß er den Gottes- 
dienst verrichten, die Weingärten und zue- 
gehörung abwarten läßt. Gründe der Ab- 
weisung sind: Ramirez als Laie sei unfähig 
für geistliche Benefizien, Fletscha lebe noch 
und forderist ist in geistlichen rechten sub 
gravissimis censuris verboten, derlay expec- 
tanzen zu erteilen. 

Orig. 

5650 1600, Juni 10, Wien. 

Die nieder österreichische Regierung er- 
neuert das Mandat vom 18. Jänner 1600 
(Nr. 5643) wegen der gartenden Knechte und 
bestimmt, daß denen geworbenen und nach 
dem musterplatz laufenden knechten, so ihre 
polleten fürzuweisen im Stande sind, es sein 
derselben viel oder wenig zugleich allen mit- 
einander mehres nit als zwen pfenning von 
hauß gegeben werden mag. 

Patent. 

5651 1600, Juli 2j, Wien. 

Der Klosterrat schlägt dem Erzherzoge 
Matthias vor, da sich die sachen mit ersetzung 
der burgcapellen bishero verzogen und sich 
bei der vorstehenden fechsung niemandt der 
temporalitet ordentlicher weis underfangen 
xmll, den Klosterrat Ciprian Maninchor und 
den Kanonikus Johann Harrer als Kommis- 
säre zu bestellen. 

Kon:{ept. 

565S 1601, Februar 28, Wien. 

Paul Ostermair wird als der Ältere für 
sich und als Lehenträger seiner Brüder Nicla- 
sen, Crisostomi und Melchiorn mit ihrem 



mütterlichen Erbe, dem sanct Ulreichshof bei 
Wien belehnt. 

Lehenbuchf 1588—1610, 161. 

5653 1601, April 10, Wien. 

Die niederösterreichische Regierung ver- 
bietet allerley fürkäufl von Teutschen und 
Hungern sonderlich aber denen Crabaten, 
welche hin- und wider auch gar in das land 
ob der Enns sich begeben, daselbst mit ihren 
verbotnen für- und aufkauf sowol am lie- 
ben getraidt als andern victualien von käs, 
schmaltz, ayrn und dergleichen, so zu des 
menschen aufenthalt notwendig ist, ain un- 
nöthige thewrung und entblösung ganz un- 
leidlich erwecken und anrichten, indem sie 
nicht allein auf ermelte victualien sonderlich 
aber das getraydt überbot thuen, sondern 
auch dasselb noch unausgedroschener erkau- 
fen, solches nacher selbst ausdreschen helfen 
und volgundts ohne paßbrief nicht der statt 
Wienn oder dem christlichen feldtleger nach 
dem am 3i. März 1601 ergangenen Mandate, 
sondern aus dem land anderer orten hin in 
Hungern, Crabaten wol gar dem erbfeindt 
gemainer christenhait dem Türgken selber 
verkaufen. 

Patent. — Codex Austriacus /, 268. 

5654 1601, April ij, Wien. 

Die niederösterreichische Regierung er- 
neuert die 1600, März 24 (Nr. 564s) er- 
flossene fleisch und inslet Satzung, da sich 
die Wiener Fleischhauer wider die land- und 
geyfleischhacker abermalen höchlichen be- 
schwärdt haben: letztere verkauften nämlich 
Fleisch und Unschlitt ihrem wolgefallen nach 
in allen sorten theurer und höcher als die 
Satzung vermag, bevorab das rindfleisch um 
4 Kreuzer, so daß sie das Paar Ochsen um 
5, 6 und mehr thaler höcher kaufen können, 
also ihnen den stattmetzkern die staigerung 
des viechkaufs höchlichen verursachen. 

Patent. — Codex Austriacus /, 36^. 

5655 1601, Mai 22, — • 

Hans Khemptner zeugcommissari bei 
unser n.-ö. regierung wird mit den in Nr. SS40 
genannten Lehen belehnt. 

Lehenbuch j i§8y — 16 10, i6§'. 



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5656 1601, Juli 20, Wien. 

Erzherzog Matthias kassiert die Ver- 
fügung des Wiener Konsistoriums, nach wel- 
cher Mathias Fletscha, Hof kaplan und Bene- 
fiziat in der kaiserlichen Burgkapelle, seines 
Beneßziums per sententiam privirt worden; 
denn der Kaiser habe Fletscha, der 60 Jahre 
dem Hause Österreich gedient habe, dieses 
Benefiz auf Lebensdauer übertragen^ wofer 
Fletscha den gestifteten gottesdienst laisten 
lasse; der Kaiser habe ihm die Erlaubnis 
gegeben, nach Spanien zu gehen. Fletscha 
komme seinen Verpflichtungen nach und nach 
geschehener verglaichung mit dem bistum 
Passau kann keine Privation ohne Wissen und 
Zustimmung des Kaisers geschehen. Diese 
Vergleichung gelte auch für das Wiener Kon- 
sistorium. 

Orig. 

5657 1601, September 5, — . 

Ordnung, welcher nach das vierzigstündig 
gebett den 8. septembris widerumb in Sanct 
Steffans thumbkirchen angefangen und also 
alle sontag wöchentlich ainmal wider den 
erbfeindt christlichen namens gehalten und 
continuiert werden soll. (Vgl. Nr. 563 j.) 

5658 1601, September 25, Wien. 

Die niederösterreichische Regierung er- 
neuert, da die infection so wol in als vor der 
Stadt Wien Je lenger je mehr einreißen und 
sich erzaigen will, die 1597, August i publizierte 
Infektionsordnung (Nr. 5623). 

Patent. 

5659 1602, Jänner 15, — . 

Die nie der österreichische Regie- 
rung erläßt eine fürgenommene und 
renovierte Ordnung, wie es hinfüro mit 
den apoteckern und ihren apotecken 
alhie zu Wienn gehalten werden solle 
anno MDCII. Gedruckt zu Wienn in 
Österreich bey Leonhardt Formica. 

I. Kein Apotheker soll eine Apotheke in 
Wien aufrichten oder an sich bringen, es sey 
dann derselb zuvor durch die hierzu verord- 
neten examinatores der notdurfft nach, ob er 
geschickt genueg vnd ainer apotecken not- 



dürfftigklich und wol vorstehen könne, exa- 
miniert und für tauglich und genuegsam be- 
funden, und solle solches examen durch 
zween gelehrte doctores und durch zween der 
eltisten tauglichisten und geschicktisten apo- 
tecker beschehen; darzu die facultaet medi- 
cinae allhie die herren doctores aus ihrer 
facultaet und die apotecker samentlich, zween 
die geschicktisten apotecker aus ihrem mittl 
mit jährlicher Veränderung derselben für- 
nemen, vnd dieselben der niederösterreichi- 
schen Regierung anzaigen und benennen; 
die wirdet alsdann bemeldte examinatores 
verordnen und bevelch geben, dass beruerte 
examination neben und in beyseyn der ver- 
ordneten Visitation beschehe, auf was form 
aber solches examen fürzunemen, solle die 
facultaet der ertzney allhie derhalben artikl 
verfassen, oder denen verordneten examina- 
toribus hierinnen vertraut werden, die per- 
sohnen der apotecker der notdurfft nach zu 
examinieren und sich gegen der jedem der 
gelegenhait nach zu verhalten, es sollen die 
examinatores aber das examen nicht allain 
oretenus, sondern auch im werck und mit 
gründtlicher Verfügung mit etlichen den für- 
nehmisten compositionen und ertzneyen, wie 
dieselben in ponderibus und quantitatibus 
praepariert, und nit zu viel oder zu wenig 
genommen werde, thuen noch in ainer stunde 
oder tag, sondern der notdurfft nach solches 
examen verrichten, sie sollen auch kainen 
zum examen admittiern, er bring ihnen dann 
genuegsame kundschafft für, dass er sechs 
jähr lang in ainer apotecken die apoteckerey 
gelernet, oder doch sonst ain guete zeit in 
medicina gestudieret hab, darinnen gegründet 
und der lateinischen sprach zimblich wol 
kündig, aines erbarn gottseligen wandeis 
auch aines solchen vermügens an guet sey, 
dass er die apotecken mit allerlay notdurfften 
jederzeit stattlich verlegen müge. 

2. sollen auch alle apotecker, so jetzo 
allhie seyn, oder diejenigen, so künfftig aufT- 
genommen, durch die verordneten examina- 
tores examiniert und approbiert und ihr jeden 
nach gewöhnlicher anglübung, so facultati 
medicae beschehen solle, ain kundtschafft 
seines examinis approbation von den verord- 



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neten examinatorn verfertigt werden; dieselb 
ihr jeder alsdann dem burgermaister und 
rath allhie zu Wienn fürbringen und durch 
bemeldten burgermaister und rath neben oder 
ausser ihres bürgerlichen ayds besonderlich 
beaydigt werden solle, nemblichen, dass sie 
ihr kunst mennigklich, bevoraus den krancken 
personen, reichen und armen, zu guetem ge- 
brauchen, und derselben mit allen müglichen 
sonderm fleiss auswarten, niemandt wider die 
gebühr und ordentliche tax nit beschwärn 
noch ubernemmen, die verordneten ertzneyen 
mit sonderlicher aufachtung recht und guet, 
als vil das immer seyn mag, zu beraiten und 
machen, und sonsten dieser Ordnung in allen 
und jeglichen hernach begriffnen artikeln 
fleissig, trewlich, erbarlich und ungefärlich 
nachkommen wollen, und insonderhait solle 
ihnen in solcher aydspflicht eingebunden 
werden, die schädlichen materialia und vene- 
nosa ohne vorwissen aines doctors (wie her- 
nach in ainem sondern artikl begriffen) nit 
auszugeben. 

Und solle kainer weder zu antrettung 
noch zu Verwaltung ainiger apotecken auff- 
oder angenommen werden, er habe dann zu- 
vor diesem und obberürtem artikl ein völ- 
liges benügen gethan. Sollte ermeldte or- 
dentliche angenommene apotecker mit todt 
abgehen und die Witwen oder die Erben die 
Erlaubnis erhalten, auf ain zeit solche apo- 
tecken offen zu haben und zu geniessen, 
sollen sie sich diesem artickl gleichsfals ge- 
mäss verhalten und ihnen nicht gestattet 
werden, dass sie mit ihrem gesindt öfftere 
Veränderung fürnemen und newe leuth dingen, 
so etwan niemands bekandt, oder mit zube- 
raittung der ertzneyen nicht können umb- 
gehen, sondern sie sollen sich umb ainen 
tauglichen provisorem bewerben, denselben 
der medicorum facultaet fürstellen, der glei- 
chermassen examiniert, und da er qualificiert 
befunden, in^ beruerten apotecken ain guete 
zeit erhalten werden müge. 

5. nachdem nun auch das thun und 
handel der apoteckerey nicht allain ainen 
geschickten erfahrnen menschen erfordert, 
sondern dass derselb auch fleissig, unver- 
drossen und von andern geschafften oder 



sorgen frey mit viel hin und widerraisen, ge- 
sellschafften und trincken nicht beladen noch 
überlegen sey, derhalben die apotecker sich 
selbst, so vil müglich, obbegriffner Verhinde- 
rungen, sonderlich der trunkenheit enthalten 
und ihren dienern solchs nicht gestatten sol- 
len. Wo aber je ainer mit ainem übrigen 
trunck oder wein beladen, so soll er auf 
dieselbe zeit artzney zu machen unterlassen . . . 
darauff auch die verorndten visitatores ihr 
fleissig aufmercken haben und die füUerey 
und unordentlichs leben, obs bey den apo- 
teckern oder ihren dienern befunden würde, 
zu untersagen, vor straff warnen . . . ; wo 
aber solche warnung nicht verfänglich seyn 
wolte, alsdann die Verbrecher ihrer ordent- 
lichen obrigkait zur straff anzaigen. die apo- 
tecker sollen sich auch mit geschickten, in 
der kunst erfahrnen, tauglichen, fleissigen 
und nüchtern dienern oder apotecker-gesellen 
jederzeit versehen . . ., auch kainen annemen 
noch dingen, sie haben ihn dann zuvor acht 
oder viertzehen tag in mancherlay arbait und 
zuberaittung der artzney in ihrer apotecken 
selbst gebraucht und versuecht, und dass der- 
selb seine lehrjahr ordentlich und wie sichs 
gebührt, vollstreckt hab. wo aber die apo- 
teker solches nit thäten und durch unschick- 
ligkait und unfleiss ihrer diener jemand et- 
was nachthailig zustünde, so sollen sie sambt 
ihren dienern dasselb verantworten, ausstehen 
und entgelten. 

4. so sollen alhie derzeit zehen apotecken 
und nicht mehr gehalten werden. 

5. solle kainem apotecker zugegeben 
werden, zwo apotecken allhie zu halten, son- 
dern nur aine, damit er derselben desto statt- 
licher und fleissiger ohne Verhinderung der 
andern auswarten könne. Wofern aber ain 
apotecker zwo apotecken hette, solle alsbald 
die ain gar abgethan, oder aus denen baiden 
ain corpus gemacht werden. 

6. wiewol die facultaet der ertzney all- 
hie verfechten, dass kainem gestattet werden 
solle, ain medicus und apotecker mitainander 
zu seyn, dieweil es aber nicht wol müglich 
noch tauglich seyn kann, dass ain doctor 
diesen bayden Sachen seiner kunst und der 
apoteckerey, welche bayde grossen fleiss, mühe 



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und arbait bedürffen, mitainander genuegsam 
und stattlich auswarten oder obligen möge, 
sonder ainer mit deren jeglichen allain zu 
thuen genueg hat, so ist perboten, daß ein 
doctor von ainiges nutz wegen zuegelassen, 
ainige apotecken zu halten noch auffzurich- 
ten gestattet werden solle, wo aber ain doc- 
tor je ain apotecken auffrichten und halten 
wolte, so solle ihme solches unverwehrt seyn, 
doch dass er der apotecken allain auswartte, 
vnd sich der ertzney und doctorey enthalte 
und allermassen der apotecker Ordnung nach 
gelebe und darwider nicht handle, entgegen 
soll kain apotecker für sich selbs und ohne 
Verordnung aines doctors den leuthen ertzney 
ausgeben; so aber jemand ain recept für ain 
oder andere kranckhaiten hette, und dasselb 
allain für sich selbs und seine hausgenossen 
zu praepariern begern, doch nicht für frembde 
leuth gebrauchen und denselben adhibiern 
wollte, so mag alsdann der apotecker die- 
selb ertzney ausser vorwissen oder Verord- 
nung aines doctors wol machen, und der 
person, so es bestellt, hinausgeben. 

7. die apotecker sollen die materialia in 
ihren apotecken jederzeit frisch, gerecht und 
guet haben, und ains für das ander als ain 
quid pro quo nicht ausgeben, noch in den 
ertzneyen verbrauchen, wo aber ainem apo- 
tecker je zu Zeiten ain stuck abgieng, soll er 
dasselb von ainem andern apotecker zuwegen 
bringen, oder aber mit rath des doctors, so 
das recept geschrieben, ain anders darfür 
nemen oder substituiern. es sollen auch 
die apotecker die electuaria und conserva, 
auch die confectiones der jedes mit seinem 
gueten zucker machen, allerlay simplicia, 
kräuter, wurtzen, rinden und anders zu rech- 
ter ordentlicher zeit colligiern und einkauffen, 
die brendten und destillierten wasser sampt 
den succis ihrer kunst nach in säubern ge- 
schirrn behalten, dass sie nicht verderben, 
dieselben jährlich vernewrn; wo aber der- 
selben etliche lenger bey kräfften bleiben 
möchten, sollen sie es verzaichnet besunder 
halten, und nicht unter die newen vermischen 
oder mengen, auch auff jegliche simplicia, 
succos und brendte wasser, zu was zeit, tag, 
monat und jähr die coUigiert, gemacht und 



destilliert worden, fleissig verzaichnen, dar- 
bey man lauter erkennen müge, wie lang ihr 
jedes in und bey guetten kräfften bleiben 
müge, und die alten brendten wasser, kräu- 
ter und andere materialia, so alt und krafft- 
los seyn, gar hinweck werflen und nicht ver- 
brauchen, damit ain solche verlegne materi 
in der Vermischung die andern frischen nicht 
unkräfftig mache. 

8. Da etliche apotheker allhie mit aller- 
lay materialia, simplicia und composita in 
ihren apotecken als zimetwasser, unicornu, 
alhermes und anders dergleichen, so thewer 
und viel gelt kost, haben und sich auf an- 
dere apotecker, diese stuck von ihnen erst 
zu wegen zu bringen, verlassen oder gar 
nicht von andern nemen wollen, dardurch 
oft ain krancker verkürtzt wirdet, und etwo 
in ain, zwo oder drey apotecken laufen 
muess, so solle allen apoteckern mit ernst 
und bey straff aufferlegt seyn, dass sie aller- 
lay gebräuchige materialia, nicht allain die 
gemainen, sondern auch die fürnembsten, 
wie obbemeldt, darmit ainem krancken in 
zeit der noth geholffen werden müg, in ihren 
apotecken, sie seyen thewer oder wolfail, 
haben, und dieselb nach gemainer ordent- 
licher tax zu menniglichs verordneter not- 
durfft geben und brauchen. 

p, wann die apotecker die solutiva zu 
den ertzneyen gebrauchen wollen, sollen sie 
dieselben wol und genuegsamblich fermen- 
tieren lassen und nicht eröffnen ohne vor- 
wissen der verordneten examinatoren und 
visitatorn. 

10, die composita sollen durch die apo- 
tecker in ihren apotecken selbs gemacht wer- 
den und kain compositum haben oder hin- 
geben, das etwo an andern orten gemacht 
worden ist, doch darunter ausgenomen den 
tyriack und medridat, so zu Venedig und 
sonsten in Welschland gemacht wirdt, den- 
selben mögen sie ausgeben und gebrauchen, 
aber sonst andern tyriack und medridat, so 
an andern orten gemacht worden, solle ihnen 
verbotten seyn auszugeben. 

//. wann nun ain apotecker ain com- 
positum machen will, soll er alle ingredientia 
jedes sonderbar auff ain papier legen und 



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dieselben nicht durchainander mischen, es 
haben dann die verordneten examinatores 
oder ain doctor medicinae dieselben simpli- 
cia und ingredientia alle zuvor genuegsamb 
besichtiget, ob sie guet, gerecht und nicht 
verlegen seyn; vnd so die stuck also für 
guet und recht befunden, sollen die exami- 
natores dieselben nach rechter Ordnung und 
mass vermischen, und der apotecker alsdann 
solches angefangen compositum und ertzney 
fleissig und nach art der kunst ausmachen 
und bemeldte examinatores sollen mit ihrer 
aignen hand in ain register (so ain jede apo- 
tecken sonderlich haben solle) auch auf ain 
zettl an die püchsen, darinn angeregt com- 
positum ist, den tag, monat und jähr, daran 
die ertzney gemacht worden ist, schreiben, 
und sich mit tauff- und zunam unter- 
schreiben. So aber ain apotecker ain medri- 
dat oder tyriack in seiner apotecken selbs 
machen wolte, solle er nicht allain die exa- 
minatores, sondern auch die kaiserlichen hoff- 
doctores und die gantze facultaet der ertzney 
allhie sambt allen oder den maisten ge- 
schicktsten apoteckern zu solcher praepara- 
tion brueffen und in ihrer gegenwert solche 
praeparation anzaigen und die simplicia und 
composita dieselben besehen lassen und solch 
compositum ohne vorwissen der dabey ge- 
wesenen doctorn nicht dispensiern noch in 
ihrem abwesen misciern noch vor ordent- 
licher und gewisser zeit nicht ausgeben. Was 
aber die apotecker sonsten auff der doc- 
torn Verordnungen und recept den krancken 
für ertzney praepariern, weil nicht wol müg- 
lich ist, dass ain doctor jederzeit darbey seyn 
müge, dann offt ain krancker dardurch ver- 
kürtzt werden möchte, derhalben den apo- 
teckern, welche dann mit der aydspflicht 
(wie obbegrififen) hierüber verbunden und ge- 
schworn seyn, vertraut werden solle. Doch 
wo ain doctor zu der confection ainer arzt- 
ney selbs kommen oder darbey seyn will, 
soll ain jeglicher apotecker dasselb billich 
statt thuen, aber die ertzney, darein pisen, 
ambra oder edelgestain genommen wirdet, 
sollen dieselben stuck in und nicht ausser 
beyseyn des doctors, so solches recept ge- 
schrieben und verordnet hat, beschehen, ge- 

Regesten zur Geschichte der Stadt Wien. V. 



stossen und vermischt werden, es soll auch 
kaines compositi zu vil auf ainmal gemacht 
werden, sonderlich von den electuariis, solu- 
tivis, pillulis und speciebus aromaticis, damit 
dasselb von wegen der mennig nicht verlig 
und dann nicht verbraucht werde, sonder 
dass man zu jeder zeit frische und unver- 
legne ertzneyen finden möge, was aber zu 
alt, verlegen und verdorben war, soll nicht 
mehr gebraucht, sonder gar hinweggethan 
werden, wie dann dissfalls die zur Visitation 
deputierte commissarien ihr fleissiges auf- 
sehen darauff haben sollen. 

12. Wenn sich die medici in ihren re- 
cepten mit dem gewicht und dosi im schrei- 
ben zu Zeiten aus eyl oder unbedacht irren 
und sich vergessen möchten, wo nun ain 
apotecker dasselbig befindt, soll er ain medi- 
cum dessen erinnern und die ertzney zuvor 
und ehe nicht machen noch hinausgeben. 
Wann auch ain apotecker in dem dispensario 
im gewicht oder sonst ain irrthumb befindet, 
solle er solches ainem medico anzuzaigen 
nicht unterlassen und desselben rath dar- 
innen pflegen und die ertzney mit rechtem 
gebührlichem gewicht machen. 

i3. wiewol durch die apotecker die de- 
coctiones nicht in küpffern oder messingen 
gefässen, wie bisher beschehen, sondern in 
irrdnen oder vberglasurten reinen geschirrn 
in bedenkung, dass das kupffer und messing 
zu den ertzneyen schädlich ist, besonderlich 
wann dieselben in solchen gefässen lang ge- 
sotten und stehen bleiben, dass der messing 
und kupffer die bittrigkait und schärpffe des 
Vitriols heraus in die ertzney geben und die 
ertzneyen anzuck- und acetosisch werden, 
gemacht und coquiert werden solten. weil 
aber solches nicht seyn mag oder zu be- 
schehen nicht müglich, so soll solche decoc- 
tiones in den messingen und küpfferen ge- 
schirrn beschehen, doch dass dieselben ertz- 
neyen alsbald, die nun genuegsam kocht, aus 
angeregten küpffern und messingen geschirrn 
in saubere irdene und glasurte gefass umb- 
gefasst werden. In solchem solle auch jeg- 
licher apotecker die discretion zu halten 
wissen, dass er zu jeglicher ertzney taugliche 
gefäss brauche, oder es möchten auch die 

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doctores zu ihren recepten schreiben, in was 
gefässen ertzneyen coquiert und gemacht wer- 
den solten. 

14. es sollen auch die apotecker bey 
allen praeparationibus, sovil immer müglich, 
jederzeit selbs persönlich seyn, und sich nicht 
auff ihre diener verlassen. 

15. auch so solle den apoteckern verbotten 
seyn, dass sie niemandt venenata und der- 
gleichen ander schädliche ding, so zu ver- 
derben der menschen von bösen leuten miss- 
braucht werden möchten, aus ihren apotecken 
ohn vorwissen aines medici oder der verord- 
neten examinatorn weder umb gelt noch 
sonst ausgeben; und ob es von den exa- 
minatorn oder ainem medico schon zuege- 
lassen und bewilligt wurde, sollen demnach 
die apotecker der persohn nahmen, die sol- 
ches giflft kaufft, für wen sie es begehrn und 
zu was Sachen sie es brauchen wollen, auch 
wo sie sich auffhelt, und an was tag und 
jähr sie das gifft kaufft, aigentlich aufschrei- 
ben, wie dann auch destwegen die zur Visi- 
tation deputirte commissarien ihr fleissige 
achtung darauff haben sollen. 

/6. denen doctoren der ertzney solle 
auch gentzlich verbotten und verwehrt seyn, 
in ihren häusern ausser ihres hausgesinds 
frembden persohnen oder über land ertzney 
auszugeben, noch ertzney aus den apotecken 
zu kauffen, die sie alsdann den patienten 
umb gelt zu ihrem aigennützigen gewinn 
widerumb hingeben wollen; sonder wann ain 
doctor zu ainem patienten über landt reisen 
will, soll er die ertzney aus ainer apotecken 
praepariert und taxiert mit ihm nemmen 
oder aber, wo es der doctor oder patient be- 
gert, ainen diener mit ihm aus der apotecken 
dahin führen, der dem patienten die ertzney 
daselbs mit rath und beyseyn des doctors 
eingebe und die gebührliche tax darumb 
nemme. 

77. die doctores sollen auch von den 
apoteckern kain gab oder schäncknuss nem- 
men noch mit ihnen ainigen thail haben oder 
mit den Juden, kräutlartzten oder ertztin 
ainigen pact umb gewinn nicht machen noch 
verschreiben, wie etwo zuvor beschehen, dar- 
durch die patienten übernommen, vervor- 



thailt und beschwärt würden. Doch sollen 
nicht die Verehrungen zum newen jähr oder 
Weinlesen unter obbemeldten schanckungen 
verstanden werden noch verbotten seyn, son- 
dern die apotecker werden sich dem alten 
gebrauch nach sich mit solchen Verehrungen 
zu halten wissen. Dagegen sollen die doc- 
tores ihre patienten, sonderlich die armen, 
zuwider der ausgangnen policey mit der be- 
lohnung allain was jeglicher patient aus gue- 
tem freyen willen selbs gern geben will, bey 
straff nicht beschwärn und von den armen 
unvermüglichen patienten gar kain belohnung 
nemmen, auch ihrem aignen erbieten nach, 
so offt sie berueffen und es von nöthen seyn 
würde, zu menniglich guetwillig erscheinen. 

!(?. es soll auch kain doctor ainen apo- 
tecker bey den patienten von gunst oder 
schanckung wegen fürdern, entgegen auch 
kainen patienten von ainem apotecker, den 
der patient brauchen wollte, abweisen. Wann 
aber ain doctor befinden wurde, dass ain 
patient mit ainem apotecker nicht versehen 
were, so mag der doctor ainen patienten zu 
ainem tauglichen und geschickten apotecker 
rathen, auch den verordneten examinatorn 
oder visitatorn anzaigen, was die mängl und 
föhl seyn obbemeldtes untauglichen apo- 
teckers, damit alsdann darinnen fürsehung 
beschehen müge. 

ig, wann nun auch ain doctor zu Zeiten 
sonderliche verborgne oder haimbliche com- 
positiones, die sie nostrum haissen, hette 
und dieselben den patienten zu guetem ge- 
brauchen wolte, soll er solche compositiones 
nicht ainem apotecker allain, sonder allen 
apoteckern allhie mitthailen und zuestehen 
lassen, damit darinnen nicht aigner nutz 
gesuecht und niemands darunder veracht 
würde. 

20. es solle auch ain gemain dispensa- 
torium, wie dasselb allhie zu Wienn gebräu- 
chig, durch zween doctores medicos, zween 
apotecker und zween materialisten in specie 
jeglichs nach seinem werth zu geben, verfast, 
taxiert und dasselb der facultaet und den 
verordneten examinatorn allhie fürgebracht 
werden, welches sie mit sonderm fleiss er- 
sehen, verbessern und approbiern sollen. 



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171 



Und da die apotecker sich mit denen 
materialien wegen der ordentlichen Satzung 
nicht vergleichen kündten, weiln die mate- 
rialisten auch ain staigerung fürgenommen, 
so sollen dieselben materialisten, gleichfals 
visitirt und von denjenigen orten, da sie 
ihre materialien erkauffen, erkündigung ein- 
gezogen und sie die materialisten auch son- 
sten sowol als andere apotecker visitiert und 
ihnen samentlich ain leidenliche tax gesetzt 
werden. 

21. den dosterleuthen und sonst mennig- 
lich geistlichen oder weltlichen ausser der 
apotecker solle nicht gestattet werden, öffent- 
lich oder haimlich apoteckerey oder ertzney 
umb geldt oder gelts werth auszugeben oder 
zu verkauffen. doch wo ain ansehenlicher 
herr praelat oder closter für sich selbs und 
sein gesind ain aigne apotecken halten wol- 
ten, das soll ihnen unverwehrt seyn, doch 
dass sie aus solcher apotecken jemands an- 
dern weder haimblich noch öffentlich nichts 
verkauffen. aber den hieigen und auslendi- 
schen kauffleuthen, so von Venedig und der- 
gleichen orthen simplicia daher bringen, denen 
solle unbenommen seyn, dieselben zu ver- 
kauffen, doch dass solche simplicia und com- 
posita gerecht und guet seyn, und alsbald 
sie die allher bracht, sollen sie es den apo- 
teckern allhie anzaigen, welche alsbald die 
verordneten examinatores und visitatores da- 
hin führen und die simplicia, ob sie frisch, 
gerecht und guet seyn, mit fleiss besichtigen 
und den apoteckern dieselben zuestehen lassen, 
sie die kauffleuth sollen solchen simplicia 
loth oder pfenwerthweis andern personen 
bey straff nicht verkauffen noch hingeben, 
die composita aber zu führen sollen sie sich 
gäntzlich enthalten, allain tyriack und me- 
dridat, so zu Venedig oder andern orten in 
Welschland gemacht werden; auch allerlay 
candita auff den kauff allher zu bringen und 
zu führen soll ihnen erlaubt seyn. Wo aber, 
wie hie obbemelt, die simplicia durch der 
verordneten besichtung unrecht befunden 
würden, sollen sie dieselben mit vorwissen 
der obrigkait hinweg thuen. und nachdem 
sich die apotecker allhie beschwärn, dass die 
hoffapotecker hin und wider in der Stadt 



ertzney umbs gelt ausgeben, welches den 
hieigen apoteckern als burgersleuten und die 
von ihrem handel stewer geben müssen, zu 
abbruch ihrer nahrung geraichen thue, dem- 
nach solle ihnen denen hofifapoteckern ver- 
botten seyn, ainige ertzney in abwesen xmser 
hoffhaltung, wann wir dieselb wesentlichen 
an andere ort transferiern würden, allhie 
auszugeben. 

22. nachdem auch die tyriack, wurtz- 
kramer und landtfahrer von leuthen schäd- 
liche ertzneyen, laxativa, venenata als da 
seynd scaleten, thurbith, seamonea, coloquin- 
tida, euphorbium, mercurium, sublimatum, 
auripigmentum, seidlpast, esula, apium, ar- 
senicum, grosse und klaine springkörner, 
rothe imber und dergleichen rauchkertzen 
und anders ausgeben, solle denselben solches 
hinführo nicht gestattet noch zuegelassen 
werden; viel weniger auch die kramer und 
landtfahrer in offnen märckten simplicia oder 
composita fail haben oder in die häuser hin 
und wider tragen, wie dann mit musco, am- 
bra, unicornu, terra sigillata, rebarbarum, 
piper longum, thuria, alraun und dergleichen 
mehr beschiecht, sondern wann sie simplicia 
herbringen, wie ob bemeldt, den apoteckern 
anzaigen und ihnen dieselben verkauffen, 
darauff dann die apotecker guette und fleis- 
sige auffmerckung halten und ob sie der- 
gleichen erführen, dieselben den verordneten 
anzaigen, damit solches abgestellt und die 
Verbrecher mit hülf deren von Wienn ge- 
strafft werden. 

23. den zuckermachern , so in dieser 
Stadt burger und innwohner seyn, solle ver- 
botten seyn, falsch confect, strützl und an- 
ders mit krafftmehl, ungestossen reiss zu 
machen; desgleichen soll auch den frembden 
und ausländem nicht gestattet werden, dass 
sie solche falsche gattung herbringen und 
bey der burgk, vor sanct Steffan, am Hohen- 
marckt oder an andern orten fail haben, 
dann dardurch das arm gemain volck, so 
solches confect, sonderlich zu besterckung 
und labung der krancken kauffen, sehr be- 
trogen werden und kumbt ihnen mehr zu 
schaden und nachthail dann zu kräfftigung 
und nutz; derhalben menniglich, so confect 

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machen oder fail halten, mit ernst und bey 
straff einzubinden, dass sie ainig confect nicht 
verkauflfen, es sey dann dasselb durch die 
verordneten zuvor besichtiget, obs guet und 
gerecht sey. 

24. den balbierern, hadern und winckl- 
ärtzten solle auch mit ernst hiemit aufferlegt 
seyn, dass sie nicht cristier, laxativa noch 
andere dergleichen ertzney, holtzwasser und 
tränckl ausgeben, sonder sollen sich allain 
der wundt artzney gebrauchen, wann es aber 
die notdurfft erfordert, dass ainem verwund- 
ten oder der sonst in der balbierer oder 
bader chur ligt, ain vsmndtranck oder laxa- 
tif eingeben vrerden muss, soll der balbierer 
oder bader ainen doctor darzue berueffen, 
der alsdann die notdurfft verordnen mag. 
dessgleichen solle auch den weibern, heb- 
ammen, ammen, beseherin und andern bey 
straff verbotten seyn, den leuthen ertzney in 
gemain zu machen oder einzugeben, es sey 
dann den kindtbetterin und kindern; dasselb 
soll ihnen den hebammen oder den muetern 
ihren kindern, für sich selbs ertzney zu ma- 
chen oder in den apotecken machen zu lassen, 
unverbotten seyn. 

25. ain Jeder apotecker soll schuldig 
seyn, wann der patient oder jemands von 
seinetwegen mit ihme abraiten will, auff ain 
jeden recept oder zetl insonderhait die tax 
zu schreiben und dem patienten auff sein 
begehrn das recept oder zetl sampt der dar- 
auff geschriebnen tax zuezustellen. wo ain 
patient vermaint, dass er solcher tax beschwärt 
sey, sol ihm bevorstehen, dasselb an die ver- 
ordneten (von denen hernach meidung ge- 
schieht) zu bringen, welche darinnen gebühr- 
liche mässigung thuen sollen. Es sollen auch 
die doctores der ertzney ihre patienten, son- 
derlichen die armen zuwider der ausgangen 
policey mit der belohnung allain, was ihnen 
der patient aus guetem freyem willen geben 
wil, bey straff nicht beschwärn. 

26. im übrigen soll es bei der Apotheker- 
Ordnung von 156g und bei den vor der zeit 
dem decano und facultati niedicae erthailten 
privilegiis noch ferrer verbleiben, krafft der- 
selben solle jetzt beruertem decano und me- 
dicae facultati bevorstehen, als oft es ihnen 



im jähr gelegen, die officinas unversehens 
und bisweilen nach mittag zu visitiern und 
diejenigen, die sie, sovil die kunst belangt, 
straffmässig befinden, vermög ihrer habenden 
Privilegien (deren abschrifft zur nachrichtung 
bey der nider österreichischen regierung be- 
halten werden soll) in gebührliche bestraffung 
zu nemen. Die straff aber solle dem decano 
et facultati medicae und denen von Wienn 
zugleich erfolgen, wie auch die von Wienn 
dem decano et facultati auf anbringen ge- 
bührliche und guete assistenz zu laisten 
schuldig seyn ... Zu Visitierung der Apo- 
theken können auch von der niederöster- 
reichischen Regierung und Kammer gewisse 
commissarien verordnet und jährlich oder 
nach gelegenheit verändert werden^ auch kann 
dazu von der Regierung nach ihrer discretion 
etwann ain persohn von denen von Wienn, 
aine aus den apoteckern und aine aus den 
materialisten erfordert und beigezogen werden* 
Druck, 10 Blätter. 

5660 1602, März 5, Wien. 

Jakob Gramblinger, Pfarrer zu Hüttel- 
dorf bittet den Erzherzog Matthias um den 
Konsens, die seiner Pfarre durch den Tod des 
Leonhard Intinger, Untertans des kais. Wald- 
amts zu Hütteldorf heimgefallenen drei Tag- 
werk Wiesen im Wiener wald in der grünen 
Au gelegen, wiederum verlassen zu dürfen. 

Gleich:{eitige Kopie. 

5661 1602, Mai 3i, Wien. 

Die niederösterreichische Regierung be- 
willigt, ungeacht dises lands wie auch in 
specie hieiger unserer Stadt Wienn habenden 
Privilegien mennigklichen ohn allen under- 
schied, baydes die zue- und einfuhr aller 
in- und auÖländischen weinen und alles 
andern getrancks ins land; gleichfals denen 
frembden handtwerchsleuten ihr gemachte 
arbait allher auff die öffentlichen wochen- 
märcktstäg zuführen, allda fail zuhaben und 
zuverkauffen umb der allhieigen bürgerlichen 
handtwerchsleuth großen überschätz und dar- 
durch verursachten thewrung und andern Ur- 
sachen willen . . . also und der gestalt, daß 



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173 



indiflferenter und in gemain mennlgklichen 
die freye ein- und zuefuhr der hungerischen, 
oesterreichischen und allerlay ober- und auß- 
ländischen wein deßgleichen alles ander ge- 
tranck allher zubringen, diselben auch öffent- 
lich fail zuhaben und undter denen raiffen 
ohne Satzung zuverkauffen, das außschencken 
oder leytgeben undter dem zapffen aber allain 
denen jenigen, so dessen bißhero befuegt und 
niemandt anderm ; . . . dabey solle aber dan- 
noch auch fürgesehen seyn, damit uns und 
gemainer unserer landtschafft am tätz und 
ungelt nicht schaden zuegefuegt werde; also 
ist auch hiemit allen außländischen handt- 
werchsleuthen umb dise unser Stadt und ganzen 
landt Osterreich undter und ob der Ennß, 
die aines ehrlichen namens und ihr handt- 
werch redlich gelernet haben, erlaubt und be- 
willigt, an denen wochenmärcktstägen und ge- 
wöhnlichen orten allerlay wahren und handt- 
arbaiten ain jeder in seinem handtwerch 
öffentlich herein in die Stadt zufueren und 
zuverkauffen; doch solle denen handtwerchs- 
leuthen, so in Städten, märckten und deren 
burgfrieden wohnhafft, von denen außländi- 
schen und einführenden handtwerchern der- 
gleichen waren und Sachen, wie die namen 
haben mögen, zuverhuetung deß fürkauffs 
und anderer darauff beruhenden üblen conse- 
quentz und nachfolg haimblich noch öffent- 
lich abzukauffen oder einzuwechsslen bey 
straff verbotten seyn, daneben aber mennig- 
lich bewilligt, welcher maurer, zimmerleuth 
und dergleichen bedürfftig, ihme von an- 
dern orten derley handtwercher in die Stadt 
zuberueffen und sein arbait verrichten zu- 
lassen, bevorstehen, doch diß alles sowol die 
bewilligung der wein zuefuhr, als der auß- 
ländischen handtwercher bewilligung allain 
auff ain zeit und so lang es die notturfft 
erfordert. 

Patent. — Codex Austriacus /, ^ßy. 

5663 1602, August 7, Wien.. 

Die nieder österreichische Regierung ver- 
bietet den Braumeistern, sonderlich denen so 
zunechst auf etlfche meyl wegs umb Wien 
gesessen, a) den Eimer Bier, bei so guten 
traidgewächs, da sonderlich die gersten jetzi- 



ger zeit und bei publicirter öffentlicher freier 
zufuhr in gar rechten und leidentlichen werth 
zu bekommen, teurer als um 4, 5 oder 6 Schil- 
ling Pfennig zu verkaufen, b) und das Bier 
so schlecht zu brauen, dass man von ainem 
eimer oftermahls kaumb den halben tail ge- 
nießen kann. 

Kon:{ept. — Codex Austriacus /, 218. 

5663 1602, August p, Wien. 

Die niederösterreichische Regierung gibt 
in Wiederholung des im Vorjahre erschienenen 
Mandats allen Obrigkeiten insonderheit aber 
unser haubtstadt Wienn, auch Newstadt und 
denen zunägst der Thonaw gelegenen Städten 
in Österreich undter der Ennß als Haimburg, 
Prugk, Corneuburg, Closterneuburg, Thuln, 
Krembs, Stain, Mautern, wol auch denen 
clöstern, spitälern und andern, die in Öster- 
reich unter der Enns wißmat und feldbaw 
haben, bekannt, um auf alle zuetragenden 
fäll zeitliche fürsehung zu thuen und des 
erbfeindts der christenhait beysorgendes für- 
brechen in dis land zu verhüten, es sei nie- 
mand verwehrt, zu seiner handtierung und 
künftigen widerverkauf getraid, meel, gersten, 
habern und andere victualia zu kaufen und 
in die genannten Städte einzulegen; im Gegen- 
teil sei jedermann darin zu fördern; die clöster 
und andere, so wißmäth und feldbaw haben, 
sollen eine guete anzahl hew und stro, zum 
notfall viech zu erhalten, in die genannten 
Städte an gewahrsame ort, da es iewers hal- 
ben kain gefar bringt, schaffen, in den Städten 
menigklich sich mit paw- und brennholz zeit- 
lich versehen und getraid, meel, pißkoten, 
habern, gesaltzen fleisch, speck, schmaltz, 
khäs, arbaiß, gersten und dergleichen wesent- 
liche notturften nicht bloß für sich selbst 
und ihr hausgesindt sondern auch zum not- 
fal fremden kriegsvolk ain vorrath haben. 

Patent. 

5664 1602, August 28, Wien. 
Ordnung, welcher nach das viertzigstündig 
gebett als auff den mittwochen den 28. mo- 
nats augusti in Sanct Steffans thumbkirchen 
angefangen, folgunts alle sontag wöchent- 
lichen ainmal wider den erbfeindt christ- 



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174 



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liehen namens fortgesetzt und continuiert 
werden soll. 
Patent. — Vgl. Nr. ßöSy. 

5665 1602, November 20, Wien, 

Die niederösterreichische Regierung ver- 
bietet mit Rücksicht darauf, daß 1600 und 
1601 der Wein vast mißrathen ist, der von 
1602, wenn er auch etwas zeittiger und besser 
gewachsen ist, doch abermaln layder gar 
nichts außgeben auch zur notturft gar nicht 
erklecken würdet, n^eshalb die freie Einfuhr 
fremden Weines sowohl nach Wien als auch 
in das Land trotz entgegenstehender uralter 
Privilegien auf einige Zeit gestattet werden 
mußte, diesen heurigen Wein außer Landes 
zu führen. 

Patent. 

5666 1602, Dezember i3, Wien. 
Christof Huetstocker wird als Lehen- 
träger des Wiener Bürgerspitals mit den in 
Nr. s63g genannten Lehen belehnt. 

Lehenbuch, 158^ — 1610, i83. 

5667 i6o3, , -. 

Ordnung und Satzung, wie thewer ein iede 
Sorten fisch nach dem gewicht verkaufft wer- 
den solle in dem i6o3. jähr. 

Lebendige fisch. 

erstlich sollen die guten thonaw-, march- 
und teuch-hechten, welche über 2 pfundt 
halten . . ., dem gewicht nach das pfundt 
umb 5 kreutzer, was aber 2 pfundt und 
darunder helt, das soll nach dem gesiebt 
verkaufft werden . . . . . 20 pfennig 

die grossen seehächten, so über 
2 pfundt halten, das pfundt 
umb 4 kreutzer, die kleinen 
unter 2 pfundten nach dem 
gesiebt i6 » 

die kharpffen in gemain das 

pfundt 12 » 

thonaw- und marchsehaiden das 

pfundt 16 » 

seeschaiden das pfundt ... 14 » 

huechen das pfundt .... 24 » 

schilln das pfundt 16 » 



Gesalzen fisch. 

hausen 22 pfennig 

stier oder tück 22 » 

weiß lax 28 » 

stock lax 20 » 

Lemperger höchten .... 24 » 

ädern höchten 20 » 

ungerisch und ander gemein 

höchten 12 » 

gross Tayssa kharpffen ... 14 » 

gemein kharffen 10 » 

schüUn und präxen .... 12 » 

scheiden und schiein .... 10 » 
Patent. 

5668 i6o3, Februar i, Wien. 

Die niederösterreichischeRegierung, welche 
mit Rücksicht darauf daß der wein in disem 
land nun drei jähr nach einander vast miß- 
raten, daraus dann großer mangl und pück- 
lemb forderist aber unerhörte und unmäßige 
hohe Steigerung erwachsen, die freie einfuhr 
auch außleitgebung allerlay frembder wein 
in unser statt Wienn, doch allain auf ain 
zait gestattet hat, bestimmt, daß der Termin, 
fremden Wein frei einzuführen, mit i. März 
i6o3 endigt. 
Patent. 

5669 i6o3, April 8, Wien. 

Ott Cyriak Weber zum Pisenperg wird 
mit den von den Gebrüdem Ernst und Hein- 
rich Haiden gekauften Lehen, darunter ainen 
dritthail aus 55 emer weins perkrechts auf 
18 Jochen und ainen vierttail aines jeuch 
Weingarten gelegen am Neuperg und Neu- 
perglein zwischen Braitensee und Pentzing 
außerhalb Wienn und den drittenthail an 
Pfenningen dienst auf jedem joch derselben 
Weingarten \ femer 6 Pfennige Vogtrecht davon ; 
und . . . das Hollerthal am Khalenperg, be- 
lehnt. 

Lehenbuch, 1587—1610^ j8j. 

5670 i6o3, April i3, Wien. 

Cyprian Manichor bittet denGrafen Traut- 
son um seine Intervention, daß er nebst der 
ihm jüngst übertragenen Burgkapelle auch 
sein bisheriges Benefiz ad Salvatorem behal- 



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175 



ten könne, welch letzteres die Klosterräte dem 
Hof kaplan Franz Mengazi perleihen wollen, 
indem sie erklären, k^in Geistlicher dürfe 
nach kanonischem Rechte mehr als ein Bene- 
fiz haben. Dies sei aber unrichtig, denn in 
Italien und in Rom haben viele zwei, drei 
und mehr Benefizien sine cura animarum oder 
eines cum cura, die anderen sine cura ani- 
marum. In seinem Falle seien beide sine 
cura und außerdem haben die herren von 
Wien als Lehensherren von St. Salvator das 
Benefiz bereits dem Pfarrer von Hausleithen 
versprochen, falls er (Manichor) resigniere, 
als in ihrem prothocoU zu sehen, darauf sie 
hart schreitten werden. 
Orig. 

5671 i6o3, April 3o, Wien. 

Erzherzog Matthias verleiht die vakante 
Pfarre Hütteldorf dem bisherigen Pfarrer 
von St. Veit, Kaspar Heller. 

Ong, 

5673 i6o3, Mai So, Wien. 

Die nieder österreichische Regierung wie- 
derholt das Patent vom 14. Mai 1602 wider 
das herumstreifende Gesindel und befiehlt, 
selbes nach Wien zur Bestrafung zu über- 
senden. 

Patent. 

5673 i6o3, Juni 4, Wien. 

Die niederösterreichische Regierung er- 
neuert das Münzpatent vom i. November 1572, 
6. Februar I5j3, 4. Dezember 1586 (Nr. 549p, 
5507 und 5573). 

Patent. 

5674 i6o3, Juni 26^ Wien. 

Hans Ludwig Khirchperger wird für sich 
selbst, Georg Bernhardten und Hans Sig- 
munden seiner gebrüeder, dann Hanns Hain- 
richen und Hanns Wilhalmen gevettern 
Khirchperger mit den durch landmarschalli- 
sche gerichtsverordnung keufflichen an sie ge- 
kommenen Wallseer Lehen belehnt, mit denen 
1594, Jänner 18 (Nr. 5606) weillendt Hanns 
Bernhardt von Mamming belehnt worden war, 
darunter ein Mühlhof in Kagran. 

Lehenbuch, 158^—1610, i8p. 



5675 i6o3, Juli i, Wien. 

Die niederösterreichische Regierung er- 
neuert das Patent vom p. März 1598 (Nr. 563o) 
und betraut mit der Empfangnahme des durch 
Sammlungen eingegangenen Geldes für die 
Spitäler in Österreich ob der Enns den Salz- 
amtmann in Linz Paul Mandl und den Ka- 
spar Pürner, in Österreich unter der Enns 
Augustin Haffner und Hans Pauer beide des 
innern stadtrathes von Wien. 

Patent. 

5676 1604, Jänner 8, Wien. 

Johann Baptista Pachaleb wird mit dem 
Sant Ulrichshof bei Wien, der durch die Oster- 
maier gebrüeder nunmehr keuflichen hingeben 
und öffentlich aufgesandt worden, belehnt. 

Lehenbuch, ißSy—iöiO, ip6. 

5677 1604, März 10, Wien. 

Die niederösterreichische Regierung er- 
läßt, da trotz der Mandate vom i. Oktober 15^4 
(Nr. 5610) und vom 12. Dezember I5py aber- 
maln an kertzen und inslet ein solche pi- 
klemb und unzimbliche staigerung fürnemb- 
lich alhie bei unser Stadt Wienn eingerissen 
ist, nachdem die landts verordnete, der Re- 
gierung räthe und officier sowol auch die 
von Wienn, die zechmaister der allhieigen 
bürgerlichen fleischhacker und oeler, auch 
andere befreit und unbefreite kertzenmacher 
bey unserer Stadt Wienn mit iren beschwe- 
rungen vernomben wordeUj folgende Ordnung: 

1. Es hat bei dem 1602 bestimmten Preise 
des Zenten Unschlittes von 8 fl. rhein. zu 
verbleiben; 

2. die Bestimmungen vom 12. Dezember 
^597 hinsichtlich der Ausfuhr bleiben auf- 
recht; 

3. da durch das übermässige saifensieden 
in diesem land bisher, wie es die erfahrung 
geben, ein große menig inslet verbraucht und 
verderbt würdet, da man doch aus Märhern, 
von Venedig und andern orten her guete und 
gerechte saifen umb ain zimlich wert genueg- 
sam haben kann, so sollen sich die, welche 
des saiffensiedens nicht in specie befreit und 
für sich Selbsten darzue newe Werkstatt an- 
gestellt, des saiffensiedens hinfüro gäntzlich 



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176 



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und bei Straf enthalten; desgleichen soll auch 
den andern, so hierumb ire freihält haben, 
auf drey meil wegs umb unser Stadt Wienn 
inßlet zu ihrem saiffensieden zu kaufen bei 
Verlust des gekauften Unschlitts und anderer 
ernstlichen straf verboten sein; 

4, nachdem sich eine zeithero die bürger- 
lichen oeler alhie wider etliche wälsche un- 
befreitc auch andere unburgerliche personen 
under anderm höchlich beschwert, daß die- 
selben inen das inslet in höherm wert als 
die gemaine Satzung vermag, heimblich aus 
den bänden kaufen, dasselb weder auf die 
ordenliche wag noch schmeltz, weniger die 
kerzen in die Stadt zum verkauf bringen, 
sondern maistentails in hohem wert auf das 
land zum fürkauf verschicken, neben diesen 
auch etliche pomerantzen kramer und andere 
sein sollen, welche eine große anzal inßlet 
von denen fleischhackern das jar über nemen, 
die kertzen aber selbst nit machen, sondern 
solch inßlet andern unbefreiten zum verarbei- 
ten geben, nachmals im sommer ihre laden 
vollhengen, im winter aber keine kertzen in 
die Stadt bringen, oder da sie deren gar 
haben mit herumb hausiren, verschwertzen, 
oder dieselben zu 2 pfennigen aintzig ver- 
kaufen, da ir wol 14 oder 16 an ain pfundt 
giengen, neben solchen aintzigen kertzen auch 
nichts weniger die leut mit nembung ge- 
würtz und anderer kramerey zu kaufen be- 
schwärn, sowol durch ire aigene bestellte 
personen solche kertzen unter das gebürg 
und an andere ort auf wochenmärkt ver- 
schicken und dieselben umb doppelt gelt 
verkaufen lassen, werden die Obrigkeiten 
aufgefordert, allen Ernstes dagegen einzu- 
schreiten, 

5. alle Fleischhauer um Wien, welche 
ihr fleisch herein in die Stadt füren, haben 
ir gelestes inßlet niemand andern dann allain 
denen wiennerischen bürgerlichen oder be- 
freiten kerzenmachern zu geben; ehe und zu- 
vor sie solches in die Stadt und auf die wag 
bringen, inmaßen vor jaren beschehen, sollen 
sie es nottürftig und sauber trucknen, sowol 
auch die oeler mit dem lehen und der müntz 
nit beschweren, viel weniger das gelöste inß- 
let verhalten und denen wälschen oder an- 



dern befreyten und unbefreyten kertzen- 
machern theurer als die Satzung vorschreibt, 
verkaufen. 

6. In und bei der Stadt Wien wie auf 
8 Meilen Weges um die Stadt sind die Kerzen 
nach der Wiener Satzung zu verkaufen, näm- 
lich das Pfund garnkerzen um j, die von 
paumbwoUendocht aber um j^\2 Kreuzer, 

7. Da wälsche und andere fremder na- 
tionen zu hof kerzenmachern angenommen und 
darauf befreit worden, sie aber weder den 
kaiserlichen Hof noch den des Erzherzogs 
Matthias mit Kerzen nach der Satzung ver- 
sehen, sondern zum Schaden der bürgerlichen 
Öler mit den Kerzen handeln, dürfen fortan die 
Hofkerzenmacher ihr Unschlitt nicht mehr zu 
Hause schmelzen, sondern müssen es gleich den 
bürgerlichen ölern auf gemainer statt Wienn 
schmeltzhütten, darzue sie sonderliche schmelz- 
kessel machen zu lassen erbetig; der bürger- 
lichen Öler Zechmeister sowie der Schmelzer 
hat zu sehen, daß das inßlet, so zu ver- 
schmelzen gerecht befunden, allerlay vor- 
täligkeit und verschwertzung verhüt werde. 
Unbefreite Kerzenmacher dürfen im geheimen 
keine Kerzen machen; das Hausieren mit 
Kerzen ist verboten. 

8. Die bürgerlichen Öler sowie die be- 
freiten Kerzenmacher haben zu sorgen, daß 
sie genügenden Vorrat an Unschlitt haben; 
selbes ist rechtzeitig zu schmelzen und zu 
läutern und die Stadt dann mit gueten inß- 
letkerzen (darzu sie das garn zuvor wol 
ployen, recht trähen und streichen sollen), 
so nicht also unrein übel schmeckent und 
znichtig sein, zu versehen, 

Patent. 

5678 160S, Jänner 3, Wien. 

Die niederösterreichische Regierung er- 
läßt eine newe eysen- und satz-ordnung auf 
eysen und stahl, so von der verlagstadt Steyr 
und der eysen compagnia in Osterreich unter 
und ob der Enns in die auszeigten eysen- 
legort verhandlet, wie solch eysen, stahl dann 
auch die steyrischen negl, so lantwerch ge- 
macht und verkauft werden solle. Gedruckt 
zu Wienn in Osterreich bei Leonhardt For- 
mica. 



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177 



A) In der hauptstadt Wienn sollen die 
von Steyr stahel vnd eysen geben, wie folgt: 

gmain waich stangeysen^ das man auch 
klobeysen nendt, flamb- vnd gefiert stang- 
eysen den centen umb 2 Gulden 5 Schil- 
ling 26 Pfennig i Heller; kumpt die purt 
umb 3 Gulden 3 Schilling lo^js Pfennig 
und das pfundt umb 7 Pfennig. 

Gezaint eysen, so man knopper eysen 
haist, schmal und brait stegraiff eysen, so 
leisten und bandt eysen genent wird, gätter- 
eysen, schäreysen, das man ringleysen haist, 
den centen umb 2 Gulden 7 Schilling 1 1 Pf en- 
nig I Heller; kumpt das pfundt umb 7 Pfen- 
nig und I Heller. 

Fluegblech und die gemainen vy^aichen 
wagenschien den centen auch umb 2 Gulden 
7 Schilling 11 Pfennig i Heller; kumpt das 
pfundt umb 7 Pfennig i Heller. 

Die zwizachschin aber, alß ain tewere 
und stahel gattung, den centen umb 3 Gul- 
den 4 Schilling ij Pfennig; kumpt das pfundt 

umb p'/s ^^^^^g* 

Zieher- oder tradteysen den centen umb 

3 Gulden 18 Pfennig i Heller; kumpt die 
purt umb 3 Gulden 6 Schilling 23^ fs Pfen- 
nig und das pfundt in der außwag umb 
fla Pfennig. 

Zwizach, so man auch hamereysen nendt, 
den centen umb 2 Gulden 5 Schilling 26 Pfen- 
nig I Heller; kumpt das pfundt umb 7 Pfennig. 

Väßl stahel, so man mittel stahel nendt, 
den centen umb 2 Gulden 6 Schilling 26 Pf ennig 
I Heller; kumpt das pfundt um ^^^jg Pfennig. 

Gezainten und geschlichten gemainen 
hackenstahel und schwerdtstahel <len centen 
umb 3 Gulden i Schilling 26 Pfennig i Heller; 
kumpt das pfundt umb c?^/^ Pfennig. 

Vorder gezaichneten hackenstahel, ge- 
zainten frümb- oder gemainen scharsachstahel 
den centen umb 3 Gulden 5 Schilling 16 Pfen- 
nig I Heller; kumpt das pfundt umb g Pfen- 
nig I Heller. 

Vordem scharsachstahel den centen umb 

4 Gulden 2 Schilling 16 Pfennig i Heller; 
kumpt das pfundt umb /o*/< Ff ennig. 

Gestreckten stahel den centen umb 4 Gul- 
den I Schilling 20 Pfennig i Heller; kumpt 
das pfundt umb lo^js Pfennig. 

Regesten zur Geschichte der Stadt Wien. V. 



Mockstahel den centen umb 3 Gulden 
j Schilling 20 Pfennig i Heller; kumpt das 
pfundt umb (?^/< ff ennig. 

Zu Wienn in der Stadt sol das steyrisch 
eysen und stahel durch die eysen handler da- 
selbs zu Wienn nun hinfüran mit sampt ein- 
raittung ihrer new verwilligten staygerung 
der acht pfenning verkaufft und außgewogen 
werden, wie folgt: 

Gmain weich stangeysen, das man auch 
klobeysen nendt, flamb- vnd gefiert stang- 
eysen den centen umb 2 Gulden 6 Schilling 
2p Pfennig i Heller; kumpt die purt umb 
3 Gulden 4 Schilling 21 ^jg Pfennig und 
/ Pfund mit zuraittung 6 Pfund, für den 
hindangang in der außwag umb 7^/5 Pfennig. 

Gezaint eysen, so man knoppereysen 
haist, schmal und brait stegreyffeysen , so 
leisten- und bandteysen genendt wird, gät- 
tereysen, auch schäreysen, so man ringleysen 
haist, den centen umb 3 Gulden 14 Pfennig 
I Heller und das Pfund per 7^/5 ff ennig. 

Pfluegplech und die gemainen weichen 
wagenschien den centen auch umb 3 Gulden 
14 ff ennig i Heller; kumpt das pfundt per 
fls Pfennig. 

Die zwizachschin aber alß ain tewere 
und stahelgattung, den centen umb 3 Gul- 
den 5 Schilling 20 Pfennig; kumpt das pfundt 
in der außwag umb p ff ennig und i Heller. 

Zieher- oder tradteysen den centen umb 
3 Gulden i Schilling 21 Pfennig i Heller \ 
kumpt die purt umb 4 Gulden und 4^ls ff en- 
nig und ain pfundt in der außwag per (?^/< 
Pfennig. 

Zwizach, so man auch hamereysen nennt, 
den centen umb 2 Gulden 6 Schilling 2g Pfen- 
nig I Heller; kumpt das pfundt per 7^/5 
ffennig. 

Väßlstahel, so man mittelstahel nent, 
den centen umb 2 Gulden 7 Schilling 2p Pfen- 
nig I Heller; kumpt das pfundt in der auß- 
wag per 7^/s ffennig. 

Gezainten vnd geschlichten gemainen 
hackenstahel vnd schwerdtstahel den centen 
umb 3 Gulden 2 Schilling 2g Pfennig i Heller; 
kumpt ain pfundt in der außwag per S^js 
Pfennig. 

23 



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Vorder zaichenten hackenstahel, auch 
gezainten frümb- oder gemainen scharsach- 
stahel, den centen umb 3 Gulden 6 Schilling 
ig Pfennig i Heller; kumpt ain pfundt in 
der auflwag per p^/< Pfennig. 

Vordem scharsachstahel den centen umb 
4 Gulden 3 Schilling ig Pfennig i Heller; 
kumpt das pfundt in der außwag per ii^fa 
Pfennig. 

Gestreckten stahel den centen umb 4 Gul- 
den 2 Schilling 23 Pfennig i Heller; kumpt 
das pfundt per // Pfennig. 

Mockstahel den centen umb 3 Gulden 
2 Schilling 23 Pfennig i Heller; kumpt das 
pfundt per S^js Pfennig. 

B) Von dem steyrischen eysen vnd stahel, 
auch den sortten Scheibser eysen, das dessen 
derzeit khaines in Hungern von Wienn auß 
solle verhandlt oder verführt werden, dem- 
nach derzeit am steyrischen und Seibbser 
eysen in Österreich ob und unter der Enns 
sonder großer mangl und abgang ist auch 
auff die noch verschienen jahrs nevsr einge- 
fallne wassergüssen die radt- und hamer- 
werchsarbaiten also geschaffen, dass so baldt 
der zeugsmangl nicht zu ersetzen und da- 
her notwendig ist, sonderlich von unserer 
hauptstadt Wienn in unser cron Hungern, 
derzait khain steyrisch eysen, so von Steyr 
und aus dem Scheibbser crais daher gelifert 
wird, zulassen, zumal das Vorderberger oder 
Leobmisch eysen und stahel dahin in Vngern 
von alters mit seiner maß und Ordnung, 
wie solches durch Kaiser Maximilian H. den 
20. April I5J4 publiziert worden, sein ver- 
schleiß hat. Also sollen derzeit biß auf 
verrere gelegenhait und man mehrern stey- 
rischen vnd scheibbserischen zeug von eysen 
und stahel haben kan, nach Ungarn von hie 
auß oder andern ortten auß Österreich nicht 
gelassen werden, sonder die Wiennerische 
und Neustetterische eysenhandler oder welche 
mit Leobmischen eysen und stahel zu hand- 
ien befuegt, sollen sich umb so viel mehr 
umb den Leobmischen zeug bewerben und 
denselben in Hungern der Ordnung gemeß 
und anderer gestalt nit verschleissen, damit 
also der wölfler zeug, Steyrisch und Scheibb- 
serisch stahel und eysen zu mehrer ver- 



sehung des Erzherzogtums Österreich und der 
hauptstadt Wienn im landt erhalten werde. 

C) Der naglhandler zu Steyr Satzung, wie 
sie zu Wienn, Krembß, Lintz, Weiß, Ennß 
und Freystadt, dahin sie die negl auff ihren 
Unkosten und wagnuß führen, allda die negl 
verkauffen sollen. 

Zur Bestreitung aller Unkosten dürfen 
die Nägelhändler über den kauf bey dem 
stock auf das tausent lattennägl / Schilling 
8 Pfennig, auf das tausent vorschlagnegl 

1 Schilling 2 Pfennig, auf das tausent zwilch 
vnd behaimbische negl 24 Pfennig, auf das 
tausent große schindlnegel 26 Pfennig und 
auf das tausent klaine schindlnegel 18 Pfen- 
nig einraitten lassen, kompt also: 

Das tausent lattennegl per i Gulden 

2 Schilling. 

Das tausent verschlagnegl per 6 Schilling 
20 Pfennig. 

Das tausent zwilch oder behaimbische 
negl per 5 Schilling 2 Pfennig. 

Das tausent große schindlnegel per 
4 Schilling. 

Das tausent kleinere schindlnegel per 

3 Schilling 6 Pfennig. 

D) Wie die nagelhandler zu Wienn, 
Krembß, Lintz, Weiß, Ennß vnd Freystadt 
alda in der Stadt solche negel wider verkauffen 
sollen : 

Das tausent lattennegl per i Gulden 

3 Schilling. 

Das tausent verschlagnegl per 7 Schilling 
14 Pfennig. 

Das tausent zwilch oder behaimbische 
negel per 5 Schilling 26 Pfennig. 

Das tausent große schindlnegel per 

4 Schilling 16 Pfennig. 

Das tausent klaine schindlnegel per 
3 Schilling 18 Pfennig. 

Das also über der Steyrer nagelhandler 
obgesetzten kauff den nagclhandlern in ob- 
bemelten legstedten zu bürgerlichen gewin 
auf das so inlendig verkaufft würdet, auf 
das tausent verschlagnegel, das tausent zwilch 
oder behaimische negel 6 Kreuzer und auf 
das tausent klain schindlnegel 3 Kreuzer 
eingerechnet. 



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179 



Auf diejenigen Sorten Nägel, so im landt 
nicht gebraucht, sondern außer landt im 
sambkauff verhandelt werden, bezieht sich 
diese Nagelsatzung nicht und werden die 
Nagelhändler nur ermahnt, daß sie die auß- 
lender mit unzimblichen ubersatz auch nicht 
beschweren und dem verschleiß nichts zu 
nachthail handien. 

Patent. — Die frühere eysensatzung datiert vom 
J. Afär:( 757^. 

5679 7 605, März p, —. 

Ordnung, welcher nach das 40 stündige Gebet 
als auff den künfftigen witwochen den 9. tag 
monats martij diss lauffenden 1605. jahrs 
widerumb in sanct Steffans thumbkirchen 
angefangen und also hernach alle sontag 
wöchentlichen ainmal wider den erbfeindt 
christlichen namens und die rebellen reite- 

niert und continuiert werden soll. 

Patent, — Vgl. Nr. 5687. 

5680 1605, April 2, Wien. 

Vermerckt die Ordnung und fleischsatzung, 
wie nun fürohin ain und die andere sorten 
fleisch sampt den centen insslet allhie in der 
Stadt Wienn und auch im gantzen landt ver- 
müg deswegen ausgangnen khayserlichen ge- 
nerals, datirt Wienn den 2. aprilis des 1605. 
jahrs, bis auff weittere resolution und Ver- 
ordnung hingeben und verkaufft, auch durch 
die obrigkaiten aller orten würcklich und 
ernstlich darob handt gehabt werden solle. 
/. Das pfundt rindtfleisch solle, doch 
ohne alle zuewag oder zuegab, menniglichen 
armen und raichen per 14 pfenning verkauft 
werden. 

2. Das khelbere dem gewicht nach in 
vorigem werth das pfundt per 4 kreutzer 
jedermenniglich, der es begert, und gar nicht 
nach dem gesicht, wie bishero beschehen, 
und das khastraunen auch schaffleisch per 
14 pfenning. 

3, Und dann das lembere, was die dey- 
lämpl, so unter 10 oder 12 pfundt haben, 
anlangt, nach dem gesicht in billichem werth 
das andere aber, so drüber wigt, auch pfundt- 
weiss das pfundt wie das khelbere umb 
4 kreuzer. 



4. Item es sollen auch die fleischhacker 
schuldig sein, da jemand solich jung lembern 
fleisch, wann es zu gross scheindt, zu wegen 
begert, dasselbe gantz, halb oder viertlweiss 
zuwegen, damit man sehen künne, ob es 
aygentlich undter oder über 12 pfundt im 
gantzen stuck halte. 

5. Allerley köpff, fuess, peuschl, gereb 
und dergleichen fleischsortten sollen sie in 
billichem treulichem werdt geben und wie 
vermeldt, niemands zuewegen noch die leut 
damit beschweren. 

6. Die Wiennerischen fleischhacker mü- 
gen auch das junge viech, welches auf denen 
märckten und stadtplätzen bis auf 12 uhr 
mittags nicht verkauft würdet, selbst auf- 
kaufen und verschlachten. 

7. Alle pesenbinder in und bey der 
Stadt sowol im gantzen purgkfried seind ab- 
geschafft, ist auch ihnen und allen andern 
der haimblich und öffentlich auf kauf, schlach- 
ten und herumbtragen des jungen fleisch bey 
straf hiemit allerdings verbotten und ein- 
gestelt. 

8. Dagegen aber sollen die bürgerlichen 
fleischhacker die Stadt und menniglich mit 
altem und jungem fleisch zu gueter notturft 
versehen und dasselbe jederman, armen und 
reichen ohn allen betrug, hinderlist und be- 
schwer in obgesetzten werth erfolgen lassen. 

p. Der centen insslet solle per 10 gülden 
und nicht theurer derzeit zu verkaufen zue- 
gelassen seyn. 

Dieser Satzung und Ordnung sollen die 
bürgerlichen fleischhacker allhie zu Wienn, 
sowol die in Vorstädten und gantzem landt 
sambt ihren benckknechten und gesind bey 
vermeydung öffentlicher auch ernstlicher leibs-, 
ehr-, guets- und lebens-straff gewisslich nach- 
geleben. 

Wo aber solich fleisch und insslet wol- 
fayler als allhie in der Stadt Wienn und der- 
selben Satzung bishero verkaufft worden, soll 
es auch nachher noch verkauft werden, 

Patent. 

5681 1605, September g, Wien, 

Die niederösterreichische Regierung er- 
neuert das Mandat vom 20, Mai 1599* 

Orig. 

23* 



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i8o 



K. k. Archiv für Niederösterreich. 



6683 1605, November 15, Wien, 

Mathes Wolmuth rom. kays. maj, diener 
stiftet zu seinem, seiner Gemahlin und seiner 
verstorbenen Eltern, Geschwister und ganzen 
freundschaft vier Seelenmessen auf den Got- 
tesleichnambsaltar in St. Ciarenkirchen auf 
der linken Seiten negst dem untern creutz- 
gang im burgerspital alhie zu Wienn, welches 
altar mit Bewilligung Georgen Prigl und La- 
zarusen Henkl, beeden des innern stadtraths 
und Superintendenten und auch des Adamen 
Prunckhoflers des äußern rats und spitlmai- 
sters desselbigen spitals alda, er oder seine 
Erben inner Jahresfrist renoviern lassen; die 
Seelenmessen sind an seinem Geburtstage, 
22, Februar, an dem seiner Hausfrau Sibilla 
gebornen Meznerin, //. Dezember, und an 
seinem und seiner Gattin Sterbetage zu lesen, \ 
Er bestimmt dafür jährlich 10 fl,, also daß ' 
200 Pfund Pfennig hauptsumma auf seinem 
haus sonst der Tempfingerhof genannt, am 
Khienmarkt alhie immer liegen bleiben, es 
sei der Besitzer was religion er wolle. Er 
will auch in der St, Klarakirche bei dem 
hochen creutz Just mitten in der kirchen die 
begräbnus für sich und seine Frau haben. — 
Besiegelt und unterschrieben von dem Aus- 
steller, von Veit Reschen oberstadtcamerer und 
[Lücke] beide des innern Stadtrathes, 
Vidimus. 

Nach Rückenvermerk ist des Stifters Sterbetag 
der i^. De:(ember, der seiner Hausfl'au der 75. Juni. — 
Herr Nielaß Durlandt kais. Schatzmeister executor zahlt 
den zins anno i623. 

6683 1606, Jänner i, Wien. 

Hanns Christof herr von Pucheim frei- 
herr auf Göllerstorf, Neuaygen und Mülburg, 
erbtruchseß in Oesterreich, röm. kays. maj. 
kriegsrath und obrister, auch einer ehrsamben 
landschaft des erzherzogthums Oesterreich 
unter der Enns derzeit bestellter obrister über 
1000 wohlgerüster archibusier reiter bekennt, 
er habe aus sonderlichem eifer, affection und 
liebe gegen die uralte christliche kirchen des 
catholischen wahren glaubens, zur fortpflan- 
zung der ehre gottes und beförderung der 
rechten wahren gottesdiensten, zu erhaltung 
der ehrwürdigen väter und brüder francis- 
caner-ordens des ehrwürdigen convents und 



gotthaus der minores zum heiligen creuz 
allhier zu Wienn hinter dem landhaus, zu 
denen er eine sonderliche Zuneigung, weilen 
derselben proventus und jährliches einkom- 
men geringe, gestiftet: i Mut manng- oder 
halbtraid, 16 Eimer Wein, wie es jedes jähr 
pfleget zu wachsen; diese aus guten willen 
concedirte contribution wird alle jähr von 
den Pucheimischen unterthanen zu Eggendorf 
ohne Unkosten der Minoriten hereingeführt 
und ins closter eingeliefert. Sollten seine 
Nachkommen diese Stiftung nicht erfüllen oder 
gar abzuschaffen sich unterstehen, so soll der 
Konvent bei dem landsfürsten oder wo es 
von nöthen um schuz, hilf und ausrichtung 
hierinnen gerichtlich anzuhalten guet fueg, 
macht und recht haben. — Siegel und Unter- 
schrift des Stifters, 
Vidimus aus iy6i. 

6684 1606, Jänner 10, Wien. 

Georg Saurer von Saurburg erhält für 
die von weillendt Maximus Saurer zu Lehen 
getragenen Gülten zu Sifring einen halbjähri- 
gen Urlaub, 

Lehenbuch, I§y8^i6ii, 238. 

5685 1606, Februar 18, Wien, 

Die niederösterreichische Regierung er- 
läßt ein Mandat der weingartbaw-löhn hal- 
ben für das Jahr 1606, 

I, daß ain mannssperson Winterszeit als 
von sanct Michaels tag an biß auff Georgij 
10 kreutzer und von dannen biß wider Mi- 
chaelis den Summer über 12 kreutzer, den 
weibern aber das gantze jähr 7 kreutzer, und 
mehrers nit zum taglohn (darunter alle extra 
ordinari weingart arbeiten verstanden) ge- 
raicht auch mehrers nit begehrt werden solle, 
es sol auch daneben das ehr-trinck-jaußen- und 
nachtessen geben, welches nit zu ainer freyen 
gaab oder geschenck, sonder zu ainer erstei- 
gerung des taglohns oder befürderung der 
arbeit, dardurch der nechste, sonderlich die 
Wienner mit ihrem nothwendigen gebäw 
und arbeit zurück gehalten und wol gar 
gesaumb würdet, angeschen und gemaint ist, 
gäntzlich abgestellt und verbotten seyn, wie 
dann hiemit jedes ohrts obrigkait, richtern, 



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bergmaistern, geschwornen und ubergehern 
bey schwärer straff aufferlegt sei, daß sie 
sowol den geber als den nemer, wo sie die 
in der gleiches vorthailligkaiten betretten, 
ohne alle ferrere Verwarnung oder nachlaß 
nach ihrer discretion und wolgefallen un- 
verschont aines oder deß andern mit ge- 
fängnuß und am gelt straffen; da auch 
etliche die aufferlegte straff nicht erlegen 
wollten, sich an der fechsung mit auffhal- 
tung derselben vor dem weingartten pfenden 
und bezahlt machen sollen. 

2. an denen orthen, wo viertlbäw seyn, 
vom viertl weingartten stecken zu ziehen, 
auch das tausent newe stecken zu spitzen 
und einzutragen nit mehr ain Schilling pfen- 
ning genommen, sondern nuer alles auffs 
pfundt, das ist sovil auff rabisch geben wir- 
det, von jedem gülden ain kreutzer zuraichen 
getrungen werden will; solche staigerung 
solle hiemit gleichermassen gäntzlich ein- 
und abgestellt seyn, und soll es bey dem 
alten herkommen vom viertl stecken ziech- 
gelt ain Schilling pfenning und dann von 
dem tausent new stecken zuspitzen, einzu- 
tragen und auffzuschlagen auch ain Schilling 
pfenning. wo es aber pfundtbaw hat, wie 
gebräuchig, vom pfundt ain kreutzer aller- 
dings verbleiben, und kain bawherr darüber 
beschwärt, er auch mehrer zu raichen nicht 
schuldig seyn. welcher auch damit nicht be- 
nuegt seyn will, derselb, wie vorgemeldt, 
unablässlich gestrafft werden solle. 

5. da das pfenning oder hellwerth gru- 
ben also auch das new grefften setzen und 
machen mit verlaß und Verödung gutter 
gelegener grundtstuck, als von alters hin 
verbottne hochschädliche arbeiten, sehr ein- 
reißen thuen, so wird es hierdurch noch- 
mahlen bei Strafe verboten. 

4, da die weinzierl, hawer und andere 
leuth die weinstecken alß vberstück über 
die von alters hin bestimpte leng vnd maß 
hauffenweiß haimtragen, also auch die ge- 
mainen weingart plancken gegen dem waldt, 
welche mit schwären Unkosten gemacht und 
erhalten werden müssen, sehr zerrissen, pä- 
stall vnd laden zu hauß tragen, dieselben 
änderst wohin verbrauchen oder wol gar 



verbrennen, wird solche haimtragung nicht 
allain hiemit gäntzlich verbotten und ein- 
gestellt, sondern, wie oben angedeut, jedes 
orths richtern , geschwornen , bergmaistern 
oder Übergehern bey aigner straff hiemit 
alles ernsts eingebunden und bevolhen, daß 
sie zu verhuettung dergleichen Schadens an 
ihrer fleißigen auffachtung bey tag und nacht 
nichts erwinden lassen, auch noch darzu zum 
Überfluß alle monat, oder wann es gespuer- 
ten Verdachts halben von nöthen thuet, alle 
häuser oder nach gelegenhait nur ainsthails 
unversehens überfallen, allen fleiß durch- 
suechen, und da sie was von dergleichen 
gehültz finden, gegen denen nemmern und 
behaltern desselben mit ernstlicher gelt- und 
öffentlicher leibßstraff oder gar hinwegschaf- 
fung unverschont aines nach deß andern ver- 
fahren sollen. 

5. da viel weinzierl und hawer baw 
auffnemmen, gelt halb oder gar darauf hin- 
auß empfahen und die arbeit zu rechter 
weil und zeit nicht verrichten, item, dass 
sie auch die zu gewöhnlicher zeit genomme- 
nen rabisch, denen bawherrnen mit vermel- 
den, weil sie halbe arbeit verriebt, dessen 
fueg betten, haim zu hauß tragen oder 
schicken, dannenhero die übrige halbe arbeit 
hinterstellin verbleiben, oder aber durch deß 
bawherrn uberflüßige bezahlung durch an- 
dere verrichtet werden mueß; neben diesem 
sich noch andere finden, welche die rabisch, 
damit sie nuer nicht mit ihren bawherrn 
umb deß hinauß empfangnen gelts und der 
nicht verrichten arbeit willen Verantwortung 
oder raittung thuen dörffen, bey sich behalten, 
und diesselben zu gewöhnlicher zeit, als un- 
lang nach dem vierdten hawen zum lesen 
oder auffs lengist zu sanct Martintag nicht 
zu hauß bringen, dardurch also der bawherr, 
umb dass er sich umb kain andern weinzierl 
umbsiehet und auch sonsten in unwider- 
bringlichen schaden eingeführt würdet, so 
sind dergleichen ungetrewe weinzierl und 
hawer nicht allain von ihrer ordinari obrig- 
kait, richter und geschwornen, sondern wo 
sie betretten, allhie zu Wienn oder anderstwo 
gegen erlegung 12 pfenning von denen ge- 
richten durch derselben diener gefänglich 



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einzuziehen, zur vvidererstattung deß zuege- 
fuegten Schadens mit ehe nicht erlassung 
deß verhaffts ernstlich anzuhalten, und da 
sie die weinzierl oder hawer, solches am guet 
nicht haben oder vermügen, sie in mangel 
dessen hieher gen Wienn in Stadtgraben oder 
aber zum wasser gebäw dem Regierungs- 
bawschreiber und desselben untergebnen pro- 
vosen in die eysen zu schlagen geantwortet 
und nach gelegenhait der schuldt und Ver- 
brechens alldortten zur billichen abbueß ain 
guette zeit zur arbeit anzuhalten, 

6. da vil der weinzierl auff die ihnen 
angedingte und vertrawte Weingärten ihren 
hawerknechten zu Verrichtung der ihnen biß 
auf die traidärndt gebührenden arbeiten das 
von alters hin gebührende halbe rabisch gelt 
nicht raichen, sonder ihnen zu ihrem aignen 
nutz vil verhalten, abreißen und innen be- 
halten thuen, welches neben den großen 
schaden, so an den Weingarten durch deß 
hawersknechts unfleiß und schleudern der 
arbeiten beschiecht, allerlay ungelegenhaiten 
verursachen thuet, so wird solcher hoch- 
schädlichen aigen nutz der weinzierl hiemit 
gleichermaßen gäntzlich abgestellt, da auch 
der hawerknecht bevorthailt zu seyn ver- 
maint, mag er sich deß bawgelts bey dem 
bawherrn erkündigen, der ihme dann an 
warem aigentlichen grundt nichts verhalten 
solle, und wenn er den allso erfahren, so 
mag er alsdann seinen wirth oder weinzierl 
bey seiner obrigkait mit klag fürnemen, der 
ihme nicht allain, wie von alters gebreuchig 
gewesen, das recht halb bawgelt völlig richtig 
machen, sondern dergleichen vorthailer, umb 
ihres gesuechten aigen nutz willen in ihrer für- 
gesetzten obrigkait ernsten straff seyn sollen. 

7. da auch das hawergesindt morgens 
und abends nicht mit der sonnen auf- und 
nidergang, wie das von alters hin gewesen, 
zue und von der arbait gehen, sowol auch 
das mittag brodt nit mehr vor denen Wein- 
garten essen, sondern gar anhaimbs in ihre 
Wohnungen oder sonsten zum wein- oder 
bierleutgeben gehen, und über die zwo, drey 
und mehr stundt ja wol gar außen bleiben, 
und doch nicht destoweniger den völligen 
taglohn haben und empfahen wollen, welches 



alles ain unbillich und vnleidentlich ding, 
so müssen hinfüro alle weingart arbeiter mit 
früer tagszeit, so bald sie sehen können, in 
den Weingarten seyn und zur arbait anfan- 
gen, auch zu abendt mit der sonnen nider- 
gang oder wann sie nicht mehr sehen können, 
auß den Weingarten gehen, so wol auch das 
mittag brodt anderstwo nit als bey den Wein- 
garten und lenger nit dann von aylff biß 
auff zwolff uhr essen bei schwerer Strafe, 

8. da mehrmalen fürkommen, daß sich 
das ledige unangesessene hawergesindt, zu- 
mahl diejenigen, welche denen weinzierln 
und ihren wirthen den winter hinumb auf 
dem halß gelegen und ihnen auf künfftige 
sommersarbait von zehen biß in die zwain- 
zig mehr und weniger gülden schuldig 
werden , ungeacht mehrfachen Verbotes in 
krieg schreiben laßt, und doch der weniger 
thail hinab gegen den erbfeindt zeucht, son- 
dern auf denen musterplätzen dem bawers- 
mann auf dem halß ligen thuet, so wird 
solches in krieg begeben oder schreiben deß 
hawergesindts bey unabläßlicher leibßstraf 
und gar bey hencken, wo sie betretten wer- 
den, hiemit nochmahlen alles ernsts verbotten, 
wie dann derhalben an alle kriegs obriste, 
derselben haupt- vnd bevelchßleuth die not- 
turfft besönderlich und noch mehrerm ernsts, 
als das hievor beschehen, außgefertigt wer- 
den solle. 

p. nachdem sie auch nicht weniger der 
beernanbinder viel befinden, welche diesen 
und jenen wirth, hawer und weinzierl auf 
gewisse, fleißig und getrewe arbait gleicher- 
maßen betrieglich ansetzen, und von ainem 
zum andern ohrt herumb störtzen, ja wol 
darüber gar in böse geselschafften gerathen, 
durch welchen betrueg in verderbung der 
weinzierl, Verödung der Weingarten und 
auch sonsten fast unwiderbringlicher großer 
schaden beschiecht, demselben aber, so viel 
i immer müglich, fürzukommen, so soll jede 
I Stadt, marckt oder dorff alßbalt und lengist 
inner monatsfrist von anhendigung diß an- 
zuraiten, ain aigen new pettschaffit mit ainem 
wolerkenntlichen zaichen machen lassen und 
jedes ohrts richter, bergmaister oder über- 
geher in getrewer Verwahrung haben, mit 



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deme allain der hawer kundtschafften, be- 
hewrath vnd vnbehewrath, gegen erlegung 
zween oder drey kreutzer verfertigt werden 
sollen, und welcher hierüber ohne kundt- 
schafft ain und andern ohrts frembt und 
unverkändtlich befunden würdet, solle der- 
selbe, er bring dann seines ehrlichen Ver- 
haltens und abschaidens angedeutter maßen 
richtige uhrkundt oder wahre zeugnuß, kaines 
wegs befürdert noch auffgehalten werden; 
wer ihne auch wissent oder unwissentlich 
darüber auffhielte, der solle jedes ohrts 
obrigkait in dero nothwendigen bestraffung 
als ain Verächter unsers gebots gefallen 
seyn. Damit nun diese anordnung desto 
steyffer bestehen müge, auch mehrers ehr- 
liche mannzucht unter dem hawer gesindt 
gezigelt und erhalten, fürnemblich ange- 
regtem unwiderbringlichen schaden gewehrt, 
und das weingart gebürg vor endtlicher Ver- 
ödung verhütet wxrde, so soll jeden ohrts 
richter, bergmaister, geschworne oder wein- 
gart Übergeher auf dergleichen frembdes 
hawer gesindt ihr fleißigs auffmerken haben 
und nach gelegenhait, wochent- oder monat- 
lich ihre benachtbarten oder unterthanen zu 
hauß visitiern. und da sie dergleichen her- 
geloffnes gesindt oder beernanbinder ohne 
abschiedt betretten dieselben stracks hinweg 
schaffen und dem wirth oder aufhalter der- 
selben, wie oben vermeldt, derwegen strafen; 
da auch in der zeit solcher aufhaltung an 
von ainem oder dem andern wider dise 
strafmäßige personen, umb was sach das 
were, klag fürkäme, solle die obrigkait aller 
orthen darauff ernstliche außrichtung thuen, 
den beklagten gegen erlegung zwölff pfen- 
ning stracks gefänglich einziehen und, da er 
mit dem gueth nicht abtrag zuthuen oder 
zubezahlen, nach gelegenhait am leib straffen 
oder, wie oben gemeldt, allhieher in die eysen 
zur arbait verwarlich antworten, die auff- 
halter und wirth solcher straffwürdigen leuth 
und beernanbinder sind dem klager zu ab- 
trag deß zuegefuegten Schadens und auffge- 
wendten unkostens mit aller scherff anzuhalten 
und außerdem zu bestrafen, 

10, da dieser oder jener wider ainen 
weinzierl oder hawer, behaußt oder unbe- 



, haußt, obvermeltter oder anderer ungetrewer 
oder vortheiliger weingartgebäw Sachen hal- 
ben ansprich hette und ihne allhie zu Wienn 
1 oder anderstwo, welcher ohrten das in Öster- 
reich und am Ungrischen were, anträffe, das 
ihne den beklagten jedes ohrts gericht gegen 
I erlegung zwölff pfenning ohne alles be- 
dencken stracks einziehen, klager und be- 
' klagte nothwendig hören und entschaiden, 
auch obvermeltter maßen nach gelegenhait 
, mit ernster straf procediern nnd hierinnen 
' niemandt ansehen noch verschonen. 
' //. nachdem die weingart arbait biß- 

I hero durch unfleiß und untrew der über- 
geher sehr gefallen und also dannen hero 
' allerlay Unordnungen eingerissen, so u^ird 
' ernstlich geboten, daß aller ohrten alsbaldt 
I erbare, auffrichtige, fleißige und getrewe 
j Übergeher bestellt und dem bergmaister zue- 
geordnet werden, welche auf allerlay wein- 
gart arbaiten, daß die gerecht und guet 
geschehe, auch andere schaden, so denen 
weingartter bey tag und nacht zuegefügt 
werden möchten, fleißigs auffsehen haben 
und untrewe arbait oder aber erstberuerte 
schaden seiner fuergesetzten obrigkhait, rich- 
ter und geschwornen zur ernstlichen bestraf- 
fung, also auch dem jenigen, so solches be- 
schiecht, anzaigen sollen, da aber die über- 
geher untrew und unfleißig befunden und 
aines oder mehr Übersehens überzeugt wur- 
den, so sollen dieselben doppelt am guet 
oder gar am leib gestrafft werden, und auf 
daß sie ihrer mühe und fleiß ergötzlich- 
kait haben, soll ihnen von jedem viertl Wein- 
garten, wie von alters herkommen, ain kreutzer 
zum übergehgelt unwaigerlich geraicht wer- 
den, da sich auch ainer oder der ander sol- 
cher gab widern wollte, sol denselben dero- 
wegen die fechsung vor dem Weingarten 
aufgehalten werden. 

12, ist hiermit an alle der Wiener Wein- 
gartenordnung unterworfene Orte befohlen, 
gegen und mitainander ob diser Ordnung und 
Satzung bey obvermeltter angetraeten straff 
vestiglich handhaben und altem herkommen 
nach den nechsten sonntag nach der heili- 
gen drey künigtag zur widerumb von newem 
berathschlagung der weingart Ordnung durch 



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abgesandte allhie in deren von Wienn rath- 
hauß erscheinen und obvermelte newge- 
raachte pettschafft, damit dieselben ersehen 
und gekendt werden mügen, mitzubringen. 
Wer hierinn verzügig und hinläßig wäret, soll 
ein Stadt 50, ain marckt 20, und ain dorf 
10 gülden Strafe zahlen, welche durch den 
vitzdomb in Osterreich under der Enns oder 
seinen Verwalter eingefordert werden solle. 
Patent. — ^ Blätter. 

5686 1606, Juni 10, Wien. 

Georg Saurer von Sauerburg erhält einen 
weiteren halbjährigen Urlaub, 

Lehenbuch, i£8y-—i6iO, 2^p. — Vgl. Nr. §68^. 

6687 1606, Juli ip, Wien, 

Bürgermeister und rath der Stadt Wien 
als kirchenpatrone und rechte lehensherren 
der St, Michaelspfarrkirche bekennen, sie 
haben auf fleißiges anbringen und begeren 
weilend . . . Hansen Antoni Berchthold zu 
Sachsengang kaiser Ferdinandi, Maximiliani . . . 
und des Jetzigen Kaisers Rudolphi . . . ge- 
wesener camerdiener und pfleger der herr- 
schaft Eberstorf, auch der . . . frauen Susanna 
geborne Mällin seiner ehegemahl beeder seeli- 
ger gelassenen vier söhnen . . , Maximilian 
Berchthold zu Sachsengang , , . niederöster- 
reichischer cammerrath, Hanns Berchthold . . . 
Mathiae erzherzogen zu Österreich . . . cam- 
merdiener, Ernesten Berchthold . . . Maximi- 
liani erzherzog zu Österreich cammerdiener, 
dann Niclas Berchthold für sich und ihre Er- 
ben manns- und weibspersonen mit Zustim- 
mung des Bischofs die St. Georgen- und Erasmi- 
capellen in St. Michaelspfarrkirchen zu ihrer 
begräbnus auf ewig eingeben, dergestalt, daß 
sie die herren Berchtholdischen mann- und 
weibsstammen jetzt und hinfüro diese capel- 
len zur begräbnus allain haben, dieselb mit 
eisernen gättern einfangen, ihres gefallens 
renoviren, zieren, alles auf ihre Unkosten, 
und darein neue epitaphia sezen; doch sollen 
sie die alten zwei epitaphia in berürter ca- 
pellen unverruckt und unverletzt verbleiben 
lassen und zu denen 100 Talern, welche ihre 
Mutter zu widererbauung des von den schröck- 
lichen erdbiden am 1 5, September 1 5 go nieder- 



geworfenen St. Michaeliskirchenthurm treu- 
herzig hergeben noch jo Taler jeden per 
jo kreutzer reinisch gerait und dann auch 
die anderen 100 Taler, die ihre Mutter in 
ihrem testament zur St, Georgs- und Eras- 
mus-Kapelle verschaft, erlegen. Die 100 Ta- 
ler sind von den Kirchenmeistern auf ein 
bürgerliches haus, das unter gemainer Stadt 
grundbuchsfertigung steht, purgrechtsweis an- 
zulegen und dafür ein Jahrtag im Juli zu halten, 
und zwar mit einem amt und zwo seelmessen; 
der Pfarrer erhält 2 Pfund Pfennig, die 
zween caplan, die ministriern 4 Schilling 
Pfennig, die Kirche für 4 Kerzen, die auch 
bei dem altar und standtner bei dem grab 
gebraucht werden wie auch für das gleuth 
I Pfund 6 Schilling Pfennig, der schulmaister, 
welcher das amt figuraliter singen solle, 
/ Pfund 2 Schilling Pfennig, der Kirch- 
schreiber und Meßner je 2 Schilling Pfennig; 
ferner haben sich die herren Berchtholdischen 
noch erklärt, auf den fall einer aus dem 
Berchtholdischen geschlecht abstürbe, auf 
ewig zu verstehen, so zehen jähr erreicht 
10 Pfund Pfennig, was aber darunter wäre, 
5 Pfund Pfennig ins Kirchmeisteramt zu er- 
legen, — Besiegelt mit gemainer Stadt mit- 
term und dann mit dreien herren Berch- 
tholden gebrüder insigl. 
Vidimus aus ij6j. 

6688 1607, Jänner 18, Wien. 

Georg Saurer von Sauer bürg erhält einen 
weiteren halbjährigen Urlaub, 

Lehenbuch, 1587-^1610, 258. — Vgl. Nr. 5686. 

6689 1607, April 6, Wien, 

Urban Stubenvoll wird für sich selbs 
und anstatt Maria seine ehewirthin mit dem 
ödenhof zu Pidermannsdorf mit seiner zuge- 
hörung 3o Joch acker in dreien feldern, 
3o Joch acker zu Krottendorf und ein satz 
Weingarten hinterm dorf und i Wiesen, der 
zwei tagwerch wismat sein bei Laxenburg 
gelegen, die sie von Sebastian von Bloen- 
stein gekauft haben, belehnt, 

Lehenbuch, 1587—1610, 261. — Sebastian von 
Plauenstein und seine Gemahlin Maria Veronika waren 
am ij. August 160^ damit belehnt worden (ebenda 216), 



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6690 1607, Mai ig, Wien. 

Michael Stubenfoll wird für sich selbst 
und seinen ungevogten brudern Urban mit 
den Nr. 5682 genannten Lehen belehnt. 

Lehenbuch, 1587—1610, 275. 

5691 160J, Juli ig, Wien. 

Georg Saurer von Sauerburg erhält einen 
TPeiteren Urlaub auf ein halbes Jahr. 

Lehenbuch, 1587—1610, 268. — Vgl. Nr, 5688. 

569S 1607, August I, Wien. 

Georg Pernhart Khirchberger n^ird für 
sich selbst und Hansen Sigmunden seinen 
brueder, dann Georg Ludwigen, Hans Ada- 
men, Hans Heinrichen und Hans Wilhalmen 
gevettern Khirchperger mit den Nr. 5674 ge- 
nannten Lehen darunter der mülhof in Kagran 
belehnt. 

Lehenbuch, 158^—1610, 26g'. 

5693 1608, Jänner 3, Wien. 

Kaiser Rudolf IL beauftragt die Kloster- 
räte Dr, Christian Schäffler und Magister 
Andreas Prudentius, den Kanoniker zu St. 
Stephan Johann Leuthl auf die ihm nach 
dem Tode Caspar Hellers verliehene Pfarre 
Hietldorf zu installieren. 

Orig, 

5694 1608, Jänner 17, Wien. 

Georg Sauer von Sauerberg erhält auf 
ein weiteres halbes Jahr einen Urlaub. 

Lehenbuch, 1587—1610, 280. — Vgl. Nr. §6^1. 

5695 1608, März 10, Wien. 

Rektor und Kolleg societet Jesu alhier 
erhalten für den von Johann Baptista Weber 
erkauften halben öden Stettenhof einen halb- 
jährigen Urlaub. 

Lehenbuch, 158'j — 161O, 280. 

5696 1608, Juli 3i, Wien. 

Cyprian Manichor, Mitglied des Kloster- 
rates und Pfarrer der Burgkapelle j berichtet 
dem Klosterrate, daß er gemäß der Erlaub- 
nis des Erzherzogs Matthias und des Seifried 
Christoph Freiherrn von Breuner die zwei 
Untertanen der Burgkapelle zu Enzersdorf 
bei Staatz abgetreten habe gegen zwei Unter- 

Regestcn zur Geschichte der Stadt Wien. V*. 



tanen der Herrschaft Staatz in Siebenhierten 
und 50 fl.' rheinisch zur erkaufung eines 
ligundten grundtstueck zur burgcapellen. 

Orig. — Jeder dieser Untertanen diente der Burg- 
kapeile jährlich 2 Pfennige; an Steuern \ahlte jeder 
12 Schillinge, ebensoviel an Robotgeld nebst dem Haus- 
gulden. Hausgründe besaß keiner der Untertanen, 
wohl aber nebst der halben herberig erkaufte urbar- 
äcker, so verschiedenen herrn dienstbar; der eine hat 
3o Joch Äcker und drei Viertel Weingärten und Wiesen, 
der andere 18 Joch Äcker, einen Weingarten. Außer- 
dem be:{Og die Burgkapelle von 2^ Überländäckern und 
:{wei Wiesen in Enzersdorf bei Staate jährlich 3o Pfen- 
nige. Von den :{wei Vogtholden Breuners :{u Sieben- 
hierten :{ahlte jeder jährlich 12 Pfennig Grunddienst. 
{Bericht des Klosterrates an En^her^og Matthias i6o<f 
Angust p. Konzept,) 

5697 1608, August 16, Wien. 

Georg Sauer von Sauerberg erhält auf 
weiteres halbes Jahr einen Urlaub, 

Lehenbuch, 158^—1610, 2po. — - Vgl. Nr. ßöp^. 

5698 i6op, Februar //, Wien. 

Johann Leutl berichtet der niederöster- 
reichischen Regierung, daß der Pfarrhof in 
Hietldorf so baufällig sei, daß man sich darin 
des regens nit erweren und trucken woh- 
nen künde; die Herstellung des Dachwerkes 
koste 100 fl. Da aber die Pfarre keine 
großen Einkünfte habe, so bittet er, daß er 
im Besitze seines Kanonikats zu St. Stephan 
in Wien bleiben könne, bis er die Pfarre 
wieder erhebt, iPas in zwei oder drei Jahren 
sein dürfte. 

Kopie, 

5699 1609, Mai 2, Wien. 

Rektor und Kolleg societet Jesu alhier er- 
halten wegen des halben öden Stettenhof einen 
halbjährigen Urlaub. 

Lehenbuch, i§8y^i6io, 2^6. — Vgl. Nr. ßö^ß. 

6700 1609, Mai ig, Wien. 

Georg Sauer von Sauerburg erhält auf 
ein weiteres halbes Jahr Urlaub. 

Lehenbuch, 1587—1610, 2p6. — Vgl. Nr. 56^7. 

5701 1609, August I, Wien. 

Maruschen Sauerin wittib werden für 
sich und anstatt weylandt Georgen Sauers 

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ires ehewirths seeligen hinderlassenen erben 
die ermelten irem ehewirth dem Saurer noch 
hievon beurlaubten güetter zu Obersiefering 
umb fürgebrachter Ursachen willen vom 
I. Juli dieß Jahrs verrer auf ein halbes jar 
geurlaubt. 

Lehenbuch, i^Sy^iöiO, 2p8. 

5703 i6op, November 12. 

Der Klosterrat berichtet dem Erzherzog 
Matthias, daß gemäß des Befehles vom 
28. September i6og zwei Kommissäre in das 
vom Prälaten von Göttweig gekaufte Haus 
im Seilergäßl gesandt wurden, und diese da- 
selbst folgendes gefunden; der Prälat habe 
kein haupt- oder unnotwendigs gepew an- 
gefangen, sondern allein zu seiner notwendi- 
gen wonung, weilen die zimmer, als er das 
haus erkaufft, nicht völligen ausgepauet und 
außer ainen Stuben sonsten kain Stuben noch 
camer ausgetäfelt auch ohne thür und thür- I 
stellen gewesen, Adaptierungen vorgenommen. I 
In dem vorderen Stockwerke seien über der I 
ersten Stiege zwei Stuben und zwei kammern ' 
daran, und über die andern stiegen gleich- 
falls zwo Stuben und zwo camern, die not- 
wendigerweise ausgebaut werden mußten. Der 
Hof war gar eng und klain, daß man kain 
wagen umbkeren können, sondern allzeit mit 
großer mühe und ungelegenhait widerumb 
rückhling herauß ziehen müssen; der Prälat 
habe nun hindten, da zuvor ain kleine thür 
gewest, ain thor zum durch-, auß- und ein- 
fahrn ausbrechen lassen; er läßt auch zu 
merklichem nutzen und gueter gelegenheit 
das Haus ausbauen und zu seiner Wohnung 
hinten eine alte baufällige Stuben und Kam- 
mer ausbessern; die dabei befindliche kuchel 
bedarf keines Restaurier ens. Im Hofe lasse 
er für seinen Hofmeister ein kleines stübl 
und camerl ausbessern. So bleibe also der 
ganze vordere Stock mit vier Stuben und 
ebensoviel Kammern zur erhaltung des hau- 
ses und zu des gotteshaus nuzen zum ver- 
lassen, wofür er 200 fl. wohl zu bekom- 
men hofft. Gekauft hat der Prälat dieses 
Haus von Ferdinand Freiherm von Herber- 
stein um 5000 fl, und 20 Dukaten Leitkauf, 
den Kaufschilling habe er ganz ausbezahlt. 



Das Haus dient zu den Schotten alljährlich 
22 ^Is Pfennig. 

Ferner meldete der Prälat, daß er bei 
5000 fl, von dem landtsanschlag schuldig war, 
wovon er aber vor kurzem durch seinen 
Hauptmann 1500 fl. im Landhause habe er- 
legen lassen; bis Simon und Juda werde er 
die noch restierende Summe zahlen, zumal 
da ihm dann auch seine Untertanen die rück- 
ständigen Steuern zahlen. 

Der Klosterrat gibt sein Votum dahin ab, 
den Ankauf des Hauses zu billigen, zumal 
der Prälat, wenn er nach Wien kommt, nicht 
mehr in öffentlichen Wirtshäusern mit großen 
uncosten wohnen müsse, sondern in seinem 
Hause ein Quartier habe; femer habe das 
Stift von dem Hause nur Vorteil. 

Konzept. 

5703 i6og, Dezember 3i, Wien. 

Hanns Christof von Wolzogen wird mit 
den Nr, §632 genannten Lehen belehnt, 

Lehenbuch, I§8y—i6i0y 30$. — Vgl. auch Nr. 56^. 

5704 i6iOy Februar 10, Wien. 

Die niederösterreichische Regierung er- 
läßt eine newe fewer Ordnung der Stadt 
Wienn auf das jähr MDCX. Gedruckt zu 
Wienn in Oesterreich bey Michael Christoph, 
wohnhaft zum gülden greyffen in der Römer- 
straßen. 

I, soll ein jeder haußherr oder haußvat- 
ter auf seine rauchfang und fewerstätt be- 
sonder fleißig achtung haben und fürsehung 
thuen, damit dieselben rauchfang und fewer- 
stätt rain, sauber und dermaßen gemacht 
und gehalten werden, das daran khain mangl 
erscheine, noch dardurch oder sonst mit 
khertzen oder anderm liecht, so man in denen 
heusern zugebrauchen pflegt, ainicherlay ge- 
färlichait deß fewers zu besorgen sey, und 
nemblich, das ein jeder wirth oder burgers- 
mann sich zu jeder zeit so viel müglich be- 
fleißen soll, in seinem hauß zu nachts der 
letzte nider und zu morgens der erste auf 
zu sein und allenthalben zu besehen und 
fleißig achtung zu haben, damit durch das 
fewr kain Verwahrlosung beschehe. 



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2, soll ein jeder under seinen dächern 
mit kruken zu abstoßung derselben darzue 
daselbst und sonst allenthalben in seinem 
hauß, wo es am nutzlichisten ist, mit vässern, 
pottingen und schäffern, mit wasser einge- 
fült, gefast sein, damit wo aus übersehen, 
Verwahrlosung oder in anderweeg ein fewer 
angieng, das Gott der allmächtige verhüetten 
wolle, solch von stund an getempfFt, gelöscht 
und mehrer schaden verhüet werden müge. 

3, wo ein fewer Über handt nehme und 
eingienge, also das der thurner auff S. Stef- 
fans thurn oder sein gesindt oder der zwayer 
Wächter ainer, so daselbs bey tag und nacht 
insonderhait darzu bestelt und besoldet wer- 
den, den glockenstraich thuen wurde, so 
sollen alle und jede zimmerleuth, maurer, 
stainmetzen, ziegldecker, schmidt und Schlosser 
sambt ihrem gesindt mit hacken, krampffen, 
hauen und andern der Sachen dienstlichen 
zeug an das ort, wohin der thurner, wo es 
unter tags mit dem rothen fahn, oder wo 
es bey nacht mit dem liecht in ainer latern 
zaigen wurde, unverzogentlich zuelaufFen und 
sich daran nichts verhindern lassen, sondern 
alda trewlich rotten und das fewer zu dempffen 
und zu löschen verhelffen. 

4, sollen die wagner sampt ihren ge- 
sellen und lehrjungen, sich gleichfals bey 
dem fewer finden lassen und wo von nötten 
die laittern und fewerhaggen auflainen und 
anwerffen, auch die wägen mit den lähm 
laidten auß den gassen ziehen, und entgegen 
die volln, so in gassen stehen, hinzue bringen 
auch alles anders, so ihnen von burgermai- 
ster oder Stadt camerern befohlen würdet, 
alles fleiß und unwaigerlich verrichten und 
rotten helfen. 

5, sollen alle vaß zieher und trager auf 
dem Hochenmarckt allhie sich bey denen 
röhrbrunnen, auf denen platzen und fisch- 
brünn finden lassen und mit ihren schapffen 
erscheinen, denen fuerleuthen die laidten als- 
baldt anfüllen und darvon nicht khommen, 
bis das fewer gelescht ist, bey leib und guets 
straff. 

6, damit das hoffgesiadt oder andere zu 
rettung und abbruch des fewers zuelauffen 
können, die aber mit zeug darzue dienstlich 



nicht gefast sind, hat der Stadtrat von Wien 
an denen orthen, wo sich das fewer erhebt, 
laittern, fewrhaggen, krucken, hacken, lidern 
emper und anders dersachen nützlich zuge- 
brauchen um mehrern schaden zuverhütten, 
schaffen zu lassen. 

7. sollen alle bader, maister, knecht 
und lehrjungen, deren jedem maister zehen 
lidern emper von gemainer statt zugestelt, 
mit demselben empern vol wassers eylends 
zulauffen, wasser tragen und das fewer zu 
löschen verhelfen. 

<S. sollen spittlmaister und statt came- 
rer deßgleichen alle fuerleuth, denen laidt 
mit wasser für und für zuhalten aufferlegt 
ist, mit solchen laidten vol wassers bey tag 
und nacht gefast und berait sein, also daß 
sie, wann sich ein fewer erhueb, auf das 
fürderlichist wasser zueführen, und welcher 
fuhrmann mit seiner wasser laidt der erst 
ist, dem soll zu lohn geben werden ain 
pfundt Pfenning, dem andern ein halb pfundt, 
und dem dritten auch nachfolgendt, allen an- 
dern, als offt ainer ein laidt wasser zu dem 
fewer bringt, ihr jedem von der statt guet 
zween Schilling pfenning. 

g. bey dem bischoff allhie zu Wienn, 
denen abbten zun Schotten, S. Dorothea, 
Predigern, S. Lorentzen, S. Jacob und andern 
clöstern ist laut kaiserlichen Befehls verfügt^ 
damit ihr jeder oder jedes closter gleicher- 
weiß für und für mit ainer laidt auf ainem 
wagen vol wassers gefast sey und wo es wie 
ob stehet die notturfft erfordert, von stundt 
an unweigerlich und bey straff zuefuern und 
sich davon nichts verhindern zu lassen. 

10, in angezaigter fewers noth soll we- 
der bey clöstern oder andern khirchen (es 
Ttäme dann die fewers prunst nahent bey 
demselben auß) der glockenstraich beschehen, 
allein zu S. Stefan und zu S. Michael, dar- 
mit das volk dardurch nicht verirret werde, 
nach anderer enden verlauff, sonder stracks 
dem fewer, wie obstehet, zueylen mügen. 

//. wo man zu den Schotten anschlagen 
wurde, so soll meniglich wissen und ver- 
stehen, daß das fewer etwo in der Ainfalt- 
straßen und der enden oder in dem Tieffen 
Graben und Salzgrieß angehe, dann der 

24* 



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thurner auf S. Steffans thurn an denselben 
orten das fewer nicht leichtlich ersehen mag. 

12, sollen die bader zu jeder zeit ihre 
wasser kästen und grändt vol wassers haben 
und bey ihrem gesindt, so viel sie dessen an 
haimbs behalten mügen, bestellen, das sie 
den fuerleulhen, wann die in fewers nöthen 
zu ihnen kommen, ihre laidten und vässer 
fürderlich angießen, auch die fuerleuth dar- 
innen nicht saumblich sein in kain weiß. 

i3, welcher fuhrmann nahendt zu ainera 
badt hat, der soll daselbst sein lähre laidt 
oder vaß fürderlich angießen lassen, und 
darmit zu dem fewer cylen, auch weitter auf 
das allernechst als er immer kan, umb mehr 
wasser fahren, dasselb zu dem fewer bringen, 
sich mit solchem befürdern und nichts ver- 
hindern lassen. 

14, welcher bader, Zimmermann, maurer, 
stainmetz, ziegldöckher, schlosser, wagner, 
vaßzieher, trager oder furmann ungehorsambt 
erschiene und diser Ordnung auf das fürder- 
lichiste, wie obstehet, nicht nachkommen 
wurde, der soll ohne alle gnad an leib oder 
guet nach befundener Sachen gestraft werden. 

15, soll ein jeder hauö vatter seinen 
brunn mit eisen khetten, saylen und empern 
nottürfftigklich bewahren und versehen, da- 
mit, wann es noth beschicht daran, geschppfft 
werden müge; welcher das nicht thäte, soll 
nach gelegenhait gestrafft werden. 

16, welcher jemandts, so fewr leget oder 
machet, anzeigen und in gefenknuß bringen 
wurde, dem soll 100 pfundt pfenning von 
hieiger gemainer statt gegeben und ob der 
anzaiger dem fewerläger oder tätter in der 
that verwandt were, so will man denselben 
anzaiger der straff, so er dardurch verschuldt 
hette, ohne mitl begeben und ihme nichts 
destoweniger die ermelten ainhundert pfundt 
pfenning zustehen lassen. 

//. welcher ainen dieb, so bey dem 
fewer stule, angezaiget und zu gefengnus 
bringt, deme soll ebensfalß von der statt 
geben werden 10 pfundt pfenning. 

18. ob man neben der angehenden prunst 
zu Verhüttung mehrers Schadens ain oder mehr 
hauß oder dächer niderreißen oder abstoßen 
wolt, so soll ein jeder sein hauß öffnen, sol- 



t ches beschehen lassen und nicht verhindern 
in khain weiß bey Vermeidung schwerer straf. 
ig, wer hew, strew, holtz, vässer oder 
ander der gleichen Sachen unter seinem dach 
oder in seinem hauß hat, der solle es sonder- 
lich diser zeit nach gelegenhait seiner be- 
hausung und notturfft an das füglichiste und 
bewarlichiste orth, daran es vor few^er am 
sicheristen sein möge, legen und zu jeder 
zeit selbst auch durch seine dienstboten guet 
auffsehen haben, damit daran khain Ver- 
wahrlosung beschehe; wer aber solches nicht 
thätte und bei denselben ainich nachläßigkhait, 
daraus schaden und nachtail erfolgette, be- 
funden wurde, der soll nach seiner ver- 
brechung ungestrafft nicht bleiben. 

20. wann frembd, unbekandte personen 
allhie ankommen, zu herberg einziehen und 
sich in ihrem wandl, thuen, weßen oder hand- 
lungen etwaß arckwenig glaubwürdig anzai- 
gen geben oder ohne alle außrichtung ihrer 
Sachen bey denen wierthen zehren und sich 
khainer arbait gebrauchen, so sollen ein jeder 
wirth auf diesselben personen sein fleißig 
auffmerken und nachfrag halten, und wo 
er in dießem oder ander weg ainicherlay 
arckwan oder verdächtigkheit befunde, als 
dann dieselbig arckwönig person stracks dem 
burgermaister oder richter ohne alle wahr- 
nung anzaigen und bey vermeydung schwärer 
straff nicht under lassen noch darinnen fleiß 
sparen, auch fürnemblich solches bey seinen 
dienern zu beschehen, aigentlich verordnen. 

21, sollen die gastgeben und wierth ihre 
gast, so bey ihnen zu herberg liegen, sie 
seyen hoch- oder niderstands, wahrnen und 
ihnen zuverstehen geben, daß sie sich in der 
herberg enthalten und ihr khainer, wo sich 
fewersnoth zuetrueg, zu rettung desselben 
zuelauff noch zu dem fewer khombe, er sey 
dan mit wasser, schäffern, fewerhaggen, hacken, 
sprützen oder dergleichen notturfften zu dempf- 
fung des fewers dienstlich gefast oder sonst 
zu rettung genaiget, willig, geschieckt und 
tauglich, das er auch trewlich rette und mit 
seinem müßigstehen andere nicht verhindere, 
bey vermeydung der straff, so man ihme nach 
gelegenhait der Sachen und seyner person 
aufflegen wurde. 



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22. ob jemandes der herren ainem oder 
mehr, so zu rettung deß fewers verorndt, un- 
gehorsamb sein wurde, der soll am leib 
schwärlich gestrafft werden. 

25. sollen alle und jede burger außer 
deren vorbemelten, so zu der prunst gehören, 
wann in fewers noth der glockenstraich be- 
schehen wurde, von stundt an mit ihrer wehr 
und hämisch wol versehen und angethan, 
die andern aber, denen es anbefohlen, mit 
ihren mußgeten ihren verordneten rottmai- 
stern und weiter ihren fürgesetzten viertl 
haupt-leuthen auf die platz, nemblich die 
im Schotten - viertl auf den Hoff, die in 
dem Widmerviertl auf dem Graben, die im 
Stubenviertl an das Lüggeckh und die im 
Khärnerviertl an den Newenmarckht zue- 
laufen und khaines weegs außenbleiben; wel- 
cher aber nicht anhaimbs oder mit schwach- 
hait beladen wäre, das er in aigner person 
selbs nicht erscheinen möchte, der solle bestel- 
len, damit allzeit ain andere weerliche und 
dapffere person an seiner statt (wie vernom- 
men) erscheine, doch sollen die in deren 
viertl solch fewers noth am nächsten wäre 
jetzt gemelter maßen zuerscheinen unver- 
bunden, doch anhaimbs mit wasser und in 
ander weeg wol zuversetzen schuldig sein. 

24. sollen gleicherweiß die burger und 
handtwerchsleuth , so auff die statt thürn 
geordnett, eylendist daselbst hinlauffen und 
darab nicht kommen, unzt sie widerumb ab- 
gefordert werden. 

25. die vorbenanten haupt-leuth, rott- 
maister und burger sollen also in gueter 
Ordnung auf ihren verordneten platzten ver- 
bleiben und bey vermeydung schwerer straf 
und ungnad nicht verrücken, nur allein sie 
werde durch beruerten burgermaister, richter 
und rath selbst erindert, wie und waß ge- 
stalt das fewer gedempfft und gelescht sey, 
oder aber sie werden von inen mitler zeit 
nach gelegenhait an andere orth verordnet 
und zu letzt mit dank abgeschiden. 

26. ob mehr als ain fewer angieng, so 
sol die anzall derselben fewer auf gemelten 
S. Steffans thurn mit zall der rothen fähn 
oder wer es bey der nacht, mit anzall der 



latern bedeut und angezaigt werden, darmit 
sich menigklich darnach zurichten habe. 

27. sol ein jeder in seinem hauß mit 
hand-geschütz, stainen und dergleichen Sachen 
gefast sein, damit ob sich indert ain aufif- 
ruhr, eintrang oder Überfall zutragen wolte, 
dass er und sein gesind dem auffrurigen und 
widerwertigen oder feinden mit schießen und 
werfFen durch die fenster oder under den 
dächern begegnen und solch aufrur, eintrang 
oder Überfall zustillen verhelffen, wie dann 
und ain jeder nach gelegenhait der Sachen 
zu erdencken waiß, solches am fueglichi- 
sten beschehen mag. 

28. sollen die burger und inhaber sol- 
cher häuser, denen fewer pfannen zugestelt 
sein, mit fleiß achtung haben, dass sie die- 
selben fewer pfannen, wo ein fewer bey 
nächtlicher weil angieng oder sich ain auf- 
ruhr zutrueg, unverzogentlich mit den pöch- 
kräntzen anzünden, außhencken und dar- 
innen nicht saumbig sein bey Vermeidung 
schwerer straff. 

2p. entsteht eine Feuersbrunst in einem 
der Stadt Wien nicht unterworfenen Hause, 
so hat der Landmarschall anzuordnen, daß 
der Stadt Wien die Unkosten binnen 4 Wochen 
ersetzt werden. 

Drucke 6 Blätter. 

5705 1610, Februar 18, Wien. 

Die niederösterreichische Regierung er- 
neuert das mandat der weingart baw-lohn 
halben und bestimmt unter anderem, daß 
denjenigen jungen personen aber, .welche 15 
und under 15 jähr alt sein nur halbes taglohn 
geraicht werden soll. 

Patent. — Mit Ausnahme der oben angeführten 
Bestimmung hinsichtlich der jungen personen stimmt 
das Mandat mit dem von 1606, Februar 18, vollständig 
überein (Nr. 5685). 

5706 1610, März 2, Wien. 

*Adam Eusebius Freiherr von Hoyos 
errichtet für sich und seine Familie in der 
von ihm renovierten Ludwigskapelle ^zum 
heiligen Kreuz der Konventualen des Franzis- 
kanerordensy> eine Grabstätte und gibt dazu 
jährlich 150 fl. rhein., die auf seinen Gütern 
sichergestellt werden, mit der Bestimmung^ 



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igo 



K. k. Archiv för Niedcröstenreich. 



daß wöchentlich 2 Messen gelesen und jähr- 
lich am 2, März ein Anniversarium gehalten 
werden. — Besiegelt und unterfertigt von 
I. dem Aussteller, 2. dem Wiener Bischof 
Melchior Kiesel und 3, Fr. Petrus Paulus 
Janiellius de Reate provincialis et commissarius 
generalis Austriae ord. Min. convent. cum toto 
conventu. 

Vidimus aus Ij6i. — Salvadori, Die Minoriten- 
kirche 51. 

6707 1610, März p, — . 

Inventar aller fahrnuß, so sich in des 

gotteshaus Göttweig Behausung alhie 

in Wien befunden. 

In dem untern vordem stock im vorhaus: 

2 Stühle, 4 alte glasfenster. 

In der Stuben auf der linken seite: 
umb und umb mit welschen spalier umb- 
hengt; 

eine runde tafel, darauf ein Viernberger tep- 

pich, von rotem und gelbem garn gewirkt, 
I langeletes tisch 1, 

I schenktischl mit einem marmelstein blatt, 
5 schwarze lederne sessel, i lainpank, 
7 stiel, 
oben auf der stell 7 von öll und Wasserfarben 

gemalte stuck in schwarzen ramen, mit 

vergulten leisten eingefaßt, 
auf der erd ein strohsack, 

3 madratzen-haupt-pölster, i duchet, i alter 

tebbich, i zwiachtring-kandl; 
in den almern in der wandt ain lichtschirm, 
i3 große und kleine gläßer, 2 krensl. 

In der camer daran: 
I stainerner tisch, darauf St. Hieronymus 
bild von Ölfarben gemalt, 

4 reißuhren in messing eingefaßt, 

1 gstadl mit saffran, i pulpret, 2 laist. 

Auf den stellen: 
4 gemalte stuck von Wasserfarben, 

2 blaue taffei, 

1 petstatt mit einem grienen parasen für- 

hang, darinnen i strohsack, 

2 underbet mit gestraiften lainwant über- 

zogen. 



2 haubtpölster, i par leylacher, 
I zinernen scherben. 

In der langen fueßtruchen: 

6 neue mußquetten, i par hosen, 
I wambs, 

item 12 par strumpfe, welches klaidt des 
herrn prelaten seel. gewesten camerschrei- 
ber Casparn Hardeck sol zuegehören; 
an der wand ain blecherner weichkeßl, 
I schöner seßl von gewirfelter arbeit, 
I seßl mit rotem leder überzogen, 
I gefirnißte gewandtdruehen, darinen i stuk 
neue spalier von zwiefacher breiten; helt 
9 eilen, 

1 leinwate zeit über ein peth sambt den 

kränz, 

2 dischduecher, 3 handduecher, 
4 dischfazolette, 2 haubtziechen, 

I kißzwikl mit roter seiden aufgenaht, 

1 grien haraser fürhang, 

9 geschmölzte runde glöserne Scheiben, 

2 langelete geschmölzte glöserne Scheiben. 

In der Stuben gegenüber: 
umb und umb mit schönen welschen Spalieren 
behengt, darauf die romischen kaiser gedruckt, 
I disch, I stuel, 
item in der almer an der wandt 2 glöser. 

In der camer daran: 

1 disch, i3 klain und mitere zinschißl, 

2 zinnerne pecher, i achtring kandl, 

3 zinnere flaschen, 3o hilzerne taller, 

2 plecherne spritzkandl, i kupferner kielkeßl, 
I kupferne wermpfann, 8 plechene hafendeck, 
I messing merser samt den steßl, 2 blecherne 

flaschen, 

1 blechernes drachterl, 

3 pratspieß, 2 eiserne feuerhengst, 

2 eiserne faumlöffel, i blechernes seichpfandl, 

7 hölzerne löffel, 

I groß erdes reindl. 

In dem obern stock im vorhaus: 
I tisch. 

In der stuben auf der linken selten: 
I tisch, 4 penkch, 
I neuer unaufgesetzter offen. 



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In der camer daran: 

1 stuel, I schenktafel, 

2 zerlegte pettstatt. 

In der andern Stuben gegenüber: 
I tisch, darauf ein groß instruraent, 
9 fenstergater mit grienen Ölfarben ange- 
strichen sambt irer zier, 

1 lare petstatt. 

In der camer daran: 

2 lare pettstatt, 

1 klainer stainerner tisch, 2 stiel. 

Auf dem poden: 
bei 20 metzen traidt, 7 groß eiserne gatter, 
32 giöserne fenster, 4 alte hilzerne thier, 
2 lainbenk, 6 fensterkreuz, 
5 thiergericht, 9 pankladen, 
I eiserne thier, 18 alte fensterramen. 

In der kuchl auf dem andern gang: 
I kielkesel, 2 feuerhengst, 
7 zinnerne schüßl, i eiserne pfann, 

3 duzent hilzerne taller. 

Im kochstübl auf der erden: 
I schwarzliederner sessel, 
I strohsack, 
I madrazen. 

In der holzkamer: 
240 weiße marmelstein zum pflastern, 
I radldruchen. 

Im hoff: 
24 neue große und klaine ausgehauen stai- 
neue fensterstüekh, 
7 alte steinerne fensterstüek, 
I weinwagen sambt der laidt. 

Im keller: 
3o eimer heurige und viertige wein in 7 fas- 
sern. 

5708 1610, März 23, Wien. 

Rector und coUegium der societet Jesu 
werden mit dem halben stöttenhof sambt 
seiner ein- und zuegehörung in Greitzen- 
steiner landtgericht gelegen belehnt. 

Lehenbuch, 158J—1610, 3^2. — Vgl. Nr. §6p£. 



6709 1610, April IS, Wien. 

Rom. kais. maj. auch. . . . erzherzog 
Maximilians rat Lazarus Hennkl der elter 
von Donnersmark wird mit den von weillendt 
Wenzl von Wunden herrührenden Lehen, die 
er von röm. kais. maj. rath auch n.-ö. cammer- 
rath Hanns Christof Wolzogen zu Neuhaus 
freiherr gekauft hat, belehnt. 

Lehenbuch, 1587—1610, 33p. — Vgl. Nr. $632 
und 5yo3. 

5710 1610, Mai I, Wien. 

Margaretha Sauerin, ain geborne von 
Haißberg, Witwe nach Georgen Sauer von 
Sauerburg auf Obersifring und executorin 
seines bei dem landmarschallischen Gericht 
alhier zu kräften erkennten testaments vom 
10. Mai i6op bekennt unter Zustimmung des 
Melchiorn nominirten bischoffen, es habe ihr 
verstorbener Ehegemahl testamentarisch in der 
St. Michaelspfarrkirche einen Jahrtag für 
sich und all seines namens und stammens 
mit gottesdienst und almosengeben mit 
1000 fl. rhein. gestiftet, welche Summe mit 
5% bei einer ehrsamen landschaft allhier in 
Österreich unter der Enns anzulegen ist, so 
daß die Zinsen der Pfarrer von St. Michael 
behebt. Im Sinne des Testators bestimmt sie: 
a) jährlich am 26. Mai soll ein figuraliter 
gesungenes amt pro defunctis mit zween mi- 
nistranten auf St. Annaaltar nebst acht ge- 
lesenen messen gehalten, hernacher ein lobamt 
pro vivis auch mit zween ministris cum cantu 
et organo solenniter figurirt und celebrirt 
werden; wenn möglich hat der Pfarrer das 
eine Amt in eigener person zu halten, dem 
priester so das andere amt halt, i fl., den 
4 Ministranten je 4 Schilling, den 8 messe- 
lesenden Priestern je 2 Schillinge dem Schul- 
meister 3 fl., dem Organisten i fl^ 4 Schil- 
ling, der kirchen für das geleut i fl. 4 Schil- 
ling, für die Kerzen i fl. 4 Schilling, der 
bruderschaft Corporis Christi für das bahr- 
tuch / fl., dem custerer 4 Schilling, dem 
Meßner 2 fl. zu geben; 3 fl. soll er den can- 
toribus bei St. Michael erfolgen, // fl. sind 
den armen leuten, so zum obgenannten jahr- 
tag erscheinen, wie auch denen, so zwar 
erscheinen wollten, aber Schwachheit halber 



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nicht können, oder sonsten hausarme, kranke 
leut sein, fleißig und treulich, wie er es vor 
Gott zu verantworten hat, zu spenden, der 
Rest verbleibt ihm. Die Superintendenten und 
spittlmeister des burgerspitals alhier haben zu 
achten, daß diese Stiftung ordentlich erfüllt 
wird; sollte ein versauranus sein, fällt die 
Stiftung an das Bürgerspital und der Pfarrer 
von St. Michael hat nun das Aufsichtsrecht; 
stellt er eine negligenz/^^f, kommt die Stiftung 
wieder nach St. Michael zurück. — Besiegelt 
und unterschrieben von i. der Ausstellerin, 
2. Bischof Melchior Klesl, 3. Hans Heinrich 
von Sallburg zu Aichberg, Hochhaus und 
Altenhof, auf Falkenstein, röm. kay. maj. rath 
auch des zu Hungern regierenden kön. maj. 
erzherzogen Matthiae zu Österreich, regent 
des regiments der niederösterreichischen Lan- 
den, 4. Ferdinand Elbogen von Unterschön feld. 
Vidimus aus 176J. 

5711 1610, Mai 14, Wien. 

Johann Leutl resigniert die Pfarre Hüttl- 
dorf, da er von dem Propste zu St. Polten 
auf die Pfarre Brück an der Leitha promo- 
viert wurde. 

Kopie des ij. Jahrhunderts. 

5713 1610, Juni p, Wien. 

Hans Khemptner wird mit den Nr. 5^55 
genannten Lehen belehnt. 

Lehenbuch, 1587 —1610, 845'. — Vgl. Nr. 5885, 
5401, 5458, 5540 und 5655. 

5713 1610, Juni 12, Wien. 

Hanns Hainrich von Salburg der röm. 
kais. maj. rath, auch König Matthias* rath 
und regent des regiments der n.-ö. Lande 
wird als erkiester lehentrager weilent Georgen 
Saurer hinterlaßner noch ungevogter tochter 
Maria zue Siefering mit 15 Pfund Pfennig 
gelts gelegen auf behausten guet und Wein- 
garten und 4 Fuder Weins Bergrecht daselbst 
belehnt. 

Lehenbuch, 158J--1610, S78' . — Vgl Nr. 5701. 

5714 1610, Juni — , Wien. 

König Matthias verleiht die erledigte Pfarre 
Hutteldorf dem bisherigen Pfarrer von Klein- 
Engersdorf bei St. Veit Christof Polzmann. 



Orig. — Nach dem Gutachten des Klosterrates war 
Pol:{mann ein guter Prediger, auch in tractatione reli- 
gionis mit den leuten favorabilis, habe schon etliche 
Jahre curam animarum gehabt, indem er durch sechs 
Jahre Kaplan war an verschiedenen Pfarren: Gum- 
poldskirchen, Raabs, Tulln, Ober-Laa, Kirchschlag. 
(Kon:{ept.) 

5715 1610, Juli I, Wien. 

Leonhart von Mähming erhält als der 
ältere für sich selbs auch anstatt und als 
lehentrager seiner bruedern und gevettern derer 
von Mäming einen halbjährigen Urlaub. 

Lehenbuch, 1587 —1610^ 418', 

5716 1610, September 14, Wien. 

Karl von Harrach freiherr zu Roraw und 
Pürchenstain, obrister erbstallmeister des erz- 
herzogthums Österreich under der Enns röm. 
kais. maj. rat wird mit den in Nr. 5456 ge- 
nannten Lehen belehnt. 

Lehenbuch, 1587—1610, 333'. — Vgl. Nr. §§38 
und 5597. 

5717 1610, Dezember 2, Wien. 

Urban Stubenfol wird für sich selbst 
und anstatt Maria seiner ehewirthin mit den 
Nr. 568p genannten Lehen belehnt. 

Lehenbuch, i68y-—i6iO, 384. 

5718 1610, Dezember 3, Wien. 

Wolf Stubenfol wird für sich selbs und 
anstatt seines brudern Urban mit dem in 
Nr. 5682 genannten Lehen belehnt. 

Lehenbuch, 1587—1610, 885. 

5719 i6iiy Februar i, Wien. 

Die niederösterreichische Regierung er- 
neuert das mandat der weingart baw lohn 
halben. 

Patent. — Das neue Mandat stimmt mit dem 
von 1610, Februar 18 (Nr. 5705), vollständig überein. 

5720 1611, Februar 28, Wien. 

Der Wiener rathsfreund und des Bürger- 
spitals furgestellter lehentrager Christof Huet- 
stocker wird mit den Nr. 526'/ und s33o 
genannten Lehen belehnt. 

Lehenbuch, 1611—1615, 102. 



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193 



5731 1611, April 26, Wien, 

Fürst Karl regierer des haus Liechten- 
stein wird für sich selbst und anstatt Maxi- 
milian und Gundackhern seiner zweyer ge- 
brüder mit den ihnen von Kaiser Rudolf IL 
am 20. Juli 1596 verliehenen Festen, Märkten^ 
Zehenten usw. belehnt, darunter ain traidt- 
zehent zu Statlaw. 

Lehenbuch, 1611— 1618, ^8. 

5733 161 1, Mai 20, Wien, 

Georg Ludwig von Trautmanstorff wird 
als vollmechtiger lehenstrager Hanns Frid- 
richen seins vettern, Hanns Joachims seins 
bruders und Hanns Andre auch seins bru- 
ders, mit den Nr, 5252 genannten Lehen be- 
lehnt, 

Lehenbuch, 1611—1615, lOy'. — Vgl Nr. 5^61, 
5552r 5^ii "*td 5644. 

5733 161 1, Juni 22, Wien, 

Hanns Wolf Khneisl wird mit der Feste 
Häckhing belehnt. 

Lehenbuch, 1611—1615, 42'. — Vgl. Nr. sSßS, 
S-fOS, 5407 und 5545. 

5734 1611, August 30j Wien. 

Die niederösterreichische Regierung er- 
läßt bey nunmehr gottlob geschloßnem Türg- 
genfried und eröffneten passen um die bey 
etlich Jahren hero in wehrendten feldtzügen 
zuegelaßne fleischstaigerung etwas zu ringern 
und abstellen, eine Fleischordnung für Wien 
und das ganze Land, obwohl sich die fleisch- 
hacker zum höchsten dawider beschwärt: 
a) das pfundt rindtfleisch, kastraunen auch 
schafffleisch, doch ohne alle zuewag oder 
zuegab, mennigklichen armen und reichen 
per zwölff pfennig; b) das kälbern, läm- 
bern und kützen, klein oder groß, alles 
nach dem gewicht und nicht mehr nach dem 
gesicht, das pfundt per vierzehen pfennig; 
c) der centen inßlet ist hinfüro per neun gülden 
zu geben und dann denen oelern das pfundt 
baumwollene kerzen per acht kreutzer und 
die leingärnen umb ain Schilling pfennig zu 
verkauffen anbefohlen, wann aber fürkhombt 
und auch denen alhieigen bürgerlichen fleisch- 
hackhern schwärlich fallen will, daß die ; 

Regeslen zur Geschichte der Stadt Wien. V. 



fleischhackher umb die Stadt herumb gleich- 
falls die auff dem landt, weil sie das pfundt 
fleisch theurer aushackhen und der gemachten 
Satzung in wenigisten nicht nachkomben, die 
ochsen so her getrieben w^erden, vertheuren 
und ihnen denen alhieigen bürgerlichen 
fleischhackhern aus den bänden wegkkhauffen, 
so ist durch diß gantze landt ain gleiche 
durchgehendte Ordnung mit verkhauffung des 
fleisch und inßlet obangedeuter Satzung nach 
zu halten. 

5735 i6iif September 24, Wien, 

Johann Babtista Pacheleb wird mit dem 
Sanct Ulrichshof belehnt. 
Lehenbuch, 1611—1615, yy. 

5736 161 2, Februar 18, Wien, 

Die niederösterreichische Regierung be- 
droht alle jene, welche böse newgeschlagene 
zwykhreutzer, die zu ainer seytten ain ain- 
köpfiger adler, auf der andern seytten aber 
ain cron stehundt haben, so under des kü- 
nigs in Poln praek und namen von andern 
gemüntzt werden, in Österreich einführen mit 
Strafe^ inmaßen vor etlich wochen in unserer 
Stadt Wienn durch ruef beschehen. 

Patent. 

Rückenvermerk: under der Ens: den 4. Marti j 
anno 1612 sein 80 exemplär solche alhie und ander 
statt und fQrnembsten märkcht publiciren zu lassen auf 
die post geben worden; ob der Ens: den 8. Marty 161 2 
ain bevelch sambt 50 exemplär auf die post geben herrn 
landshaubtmann zu überschicken. 

5737 1612, Februar 20, Wien, 

Richter und gemain zu Stadlaw werden 
mit den Nr, ^466 genannten Lehen belehnt. 
Lehenbuch, 1611—1615, 121. — Vgl. Nr. 5554. 

5738 161 2, Mai 2, Wien, 

Da zuwider beschehener ruef, publicierter 
general-mandat und fürubergangener unter- 
schiedlicher Visitation sich noch immer aller- 
lay hin- und widerschwaifendes verdechtigs 
hern loses gesind t in denen vorstetten um die 
Stadt Wien zu großem merklichen überlast 
und beschwerungen der burgerschaft und 
meniglichs mit erschröcklichem, ergerlichen, 
schier unerhörtem leben, gottlestern und an- 



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194 



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dem unchristlichen lästern mehr ainschlaipfen 
und aufhalten, daraus dann allerlay unrat 
und morttaten entstehen, also daß schier nie- 
mand ehrlicher abentszeyt umb die statt 
gehen, in seinem aignen haus wohnen oder 
sonst über landt allain raisen darf, inmaäen 
sich dann unlängst auf der Laimgruben tu- 
mult erhoben und abents umb spörerzeit 
etliche personen herbey der statt beraubt 
worden, befiehlt die nieder österreichische Re- 
gierung richter, geschwornen und ganzen 
gemain vor dem Schottenthor, . . . derglei- 
chen hin- und widerschwaifende, herrnlose 
person, sy sey wer sy wöU, so dergleichen 
oberzeltes ergerliches leben füret, rumor-, 
rauf- und schälthendel anhebet, zu verhaften 
und dem stadtrichter Christophen Lechner 
zur bestrafung zu überantworten; alle Be- 
wohner der Vorstädte werden angewiesen, auf 
Aufforderung des Richters bei Arretierung 
dergleichen herrlosen gesindts zu helfen, 
Patent, gleichi^eitige Kopie. 

5739 i6j2, Juni p, Wien. 

Die niederösterreichische Regierung er- 
neuert die holzordnung des pauholz von isgo, 
Patent. — Die Holzordnung von J§po liegt mir 
nicht vor. Verglichen mit der früheren von 1568 
(Nr. S477) stimmen beide in dem Abschnitt Ordnung 
und maß alles holtzwerks vollständig überein. In den 
folgenden Abschnitten a) Satzung des holtz wie das 
durch die Welser und ander fletzer allhie verkauft wer- 
den solle, bestimmt das Patent von 161 2 : 
das pfund gemaine laden um 5 floren, 
ein pfund Traunisch reichladen per JO floren, 
die I4elling halbbäum per ^ floren 2 Schilling Pfennig , 
die I2elling halbbäum auch gaden, zwystöß, verjärt und 

gemain köhrflöß umb 2 floren 2 Schilling Pfennig, 
die langen allmischen körper per 2 floren 5 Schilling 

Pfennig, 
das pfund Welser rafen per p gülden, 
ain pfund Wachawer latten per ^ floren, 
das pfund Welser latten per ^ floren, 
ein tausend schindel per lO Schilling, 
ein tauscnt weinstecken per lO Schilling, 
ein pfund Spitzer reichladcn per 1^ Gulden, 
ein pfund bankladen per 28 Gulden, 
ein pfund pfaten laden per i^ Gulden, 
ein pfund piedt laden per 28 Gulden; 

b) der Abschnitt der hieigen Wiennerischen fletzer- 
und holzhandlersatzung weist folgende Preissteigerung 
auf: 
das pfund gemain laden auf dem wasser ist um 5 floren, 

2 Schilling und auf dem land um 5 floren 6 Schilling, 



die 14 elligen halbbaum und langen gaden auf dem 
wasser um ^ floren 3 Schilling, auf dem land um 
^ floren 5 Schilling, 

die 1 2 ellig halbbäum und gaden auch zwystöß auf dem 
wasser um- 2 floren ^ Schilling Pfennig, auf dem 
land um 2 floren 7 Schilling Pfennig, 

die langen kör am wasser per 2 floren 6 Schilling 
Pfennig und am land um 3 Gulden, 

das pfund rafen umb p floren ^ Schilling und ein pfund 
latten um 3 floren 6 Schilling Pfennig ^u verkaufen. 

5730 1612, August 21, Wien. 

Die niederösterreichische Regierung er- 
neuert, da um Wien zehendt- und bergherren 
auch derselben leßmaister und currenten hin- 
und wider mit abschöpf- und ablesung des 
jährlichen weinzehends und bergrechts durch 
allerhand staiger- und newerung den gemain 
arme mann arg bedrängen, so daß er bey 
solchen betrangnussen und newerungen die- 
selben gar oed ligen lassen mueß, die Satzun- 
gen von 154g, 1583 und 1595. 

Patent. 

5731 161 2, August 2 j, Wien, 

Hans Christof Wolzogen freyherr, kais. 
Rat, wird mit dem von ihm von Johann Bapt, 
Pachaleb erkauften St. Ulrichshof bei Wien 
belehnt. 

Lehenbuch, 1611 — 1616, i38. 

5732 161 2, September 26, Wien. 

Jacob von Concin wird als Lehensträger 
der Anna Maria von Seraw wittib mit den 
von ihrem Vater Christof von Ratmanstorff 
ererbten Lehen belehnt. 

Lehenbuch, 161 1— 161 5, 140'. — Vgl. Nr. 5250, 
5326, 5884, 5450, 5471, 5546. 

5733 i6j2, November 16, Wien. 

Hanns Wilhelm herr von Schönkirchen 
obrister erbthürhüter in Österreich unter der 
Enns wird für sich und seine Erben mit den 
Nr. 5228 genannten Lehen belehnt. 

Lehenbuch, 1611 — 1615, i^y'. — Vgl. Nr. 5874, 
545^^ 55^h 55^J' 

5734 i6i3, Februar i, Wien. 

Die niederösterreichische Regierung er- 
neuert das mandat der weingartbaw lohn 
halben. 

Patent. — Stimmt vollständig mit Nr. 5705 und 
57 ig über ein. 



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195 



5735 i6i3, März 3o, Wien. 

Die niederösterreichische Regierung er- 
neuert das Patent gegen die Bettler von 161 2, 
Mai 2 (Nr, 5728), 

Patent. 

5786 161 3, Mai 29, Wien. 

Der Kaiser verlangt von den Kloster- 
raten ein Gutachten über die Supplik des 
Pfarrers an der Burgkapelle, Franz Menga- 
cius, gewesenen Kaplans in der Mauer und 
beneficiat des S. Georgs -Altar in der Burg- 
kapelle, betreffend eine Verbesserung seiner 
Einkünfte, da er einerseits auf die beiden 
Beneßzien (welche er während ihres Besitzes 
aus eigenem wieder zu frucht- und nutzbar- 
keit gebracht habe) sogleich nach seiner Er- 
nennung zum Pfarrer habe verzichten müssen, 
andererseits seine Pfarre durch den Vizedom 
in bezug auf das Steuergeld, den Hausgulden 
und das Robotgeld überschätzt werde, dieser 
ferner viele Güter entzogen seien und ihre 
Untertanen von den benachbarten herrn hin- 
und wieder geplagt werden. 

Orig. 

Der Klosterrat gibt am p. Juli 16 13 ein Gut- 
achten über die Supplik des Fran:^ MengaciuSy Pfarrers 
an der Burgkapelle, dahin ab, daß es wohl richtig sei, 
daß der eine oder andere Pfarrer noch ein Benefi:{y ja 
sogar eine Prälatur besessen habe^ daß aber auch 
Mengacius Ebersdorf außer seiner Pfarre besit:{e, wo- 
durch sein Einkommen an Geld, Getreide und Wein 
derart se', daß es zur priesterlichen sustentation ge- 
nüge. Wegen der Beschwerden über den Vi:^edom sei 
dieser ;fw vernehmen. (Kon:{ept.) — Nach einer Beilage 
(gleich:{eitige Kopie) war der phar ainkommen im vitz- 
domambt und sonsten: 
2 mut halbtraidt, verkauft den mut per 10 H. 

bringt 20 fl. 

32 eimer wein jeden für 2 fl. bringt 64 „ 

pergrecht 18 eimer zu Grinzing bringt .... 36 „ 
pergrecht 34 eimer zu Petzlensdorf bringt. . . 08 „ 

der dienst des grundtbuchs ertregt 14 „ 

das grundlbuch iregt järiich ungefehr bey . . lOO „ 

der Weingarten zu Gritzendorf tragt heyer 9 eimer (18 „) 

summa bringt . . . 312 fl. 

Ausgeben darauf: 

das pergrecht einzubringen sambt den furlon . 21 fl. 

den münchen zum heyligen creuiz 24 „ 

steur järiich einer erbarn landschaft 20 „ 

dem procurator wegen der undterthan und der 

pfahr rechtföhrung järiich 22 thaller 

dem grundschreiber järiich 24 fl. 



wegen des Weingarten zu bauen, leesen und 

maisch ainzebringen bringt miteinander . . 45 fl. 
summa . . . 165 fl. 
Vitzdombs vemer capelln ausgab: 

für die priester und münch 60 fl. 48 kr. 

für den custos 84 ^ 24 „ 

für den singer 52 „ 

umb öUicht, wascherlon und ander not- 

turft extra 40 „ 

summa . . . 237 fl. 
Hergegeo nimmt der vitzdomb die landsteur, robot- 
gelt, haus-, rauchfanggelt in die järiich 100 fl., die pfahr 
hergegen nichts. 

5737 161 3, Juni 4, Wien, 

Veit Resch rathsfreund und des Bürger- 
spitals fürgestellter lehentrager wird mit den 
Nr, S26j und sSSo genannten Lehen belehnt, 

Lehenbuch, 1611—1615, ijS. — Vgl. Nr. §336, 
5356, 5378, 5398, 5472, 5^88, 5519, 5544, 559h 5^^6, 
5720. 

5738 161 3, Juni 11, Wien. 

^Graf Georg Basta hat der Heiligen- 
kreuzkirche der Minoriten in Wien 200 fl. 
rhein. in seinem Testament vermacht und 
femer 2000 fl. rhein. zur Errichtung eines 
Altares bestimmt; da aber sein Erbe infolge 
von Schulden diese Bestimmung nicht erfül- 
len konnte, hat der spanische Gesandte in 
Wien Balthasar de Zuniga als Prokurator des 
Erben mit dem Provinzial Peter Paul Joanelli 
de Reate, Magister der Theologie, und dem 
Minoritenkonvent am 4. September 1612 in 
Gegenwart der Notare Jodok de Cugle und 
Jakob Bouchout dahin einen Vergleich ge- 
schlossen, daß der genannte Konvent 1000 fl. 
rhein. erhält, wofür er zum Seelenheile des 
Grafen Basta und seiner Familie jährlich 
6 Messen und einen Jahrtag feiert. — Siegel 
und Unterschrift des Zuniga und des Orators. 

Vidimus aus 1761. 

5739 i6i3, September 20, — . 

Karl von Harrach bittet den König Mat- 
thias, dem jetzigen Pfarrer von Brück an der 
Leitha, Johann Leuthl, auch noch die Pfarre 
Hutteldorf, welche wieder erledigt sei, zu 
verleihen, damit die durch ihme fortgepflanzte 
catholische religion und gottesdienst nicht 
widerumben thett abgehen. 

Orig, 



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5740 i6i3, . 

Fischordnung für i6i3. 
Lebendige visch. 

Erstlich sollen die guten Thonaw-, March- 
und teuch - höchten, welche über zwey 
pfundt halten, einem jeden der es begert, 
dem gewicht nach, das pfundt umb siben 
Kreutzer, was aber zwey pfundt und dar- 
under helt, das sol nach dem gesicht ver- 
kaufft werden 28 pfenning 

Item, die großen see- höchten, 
so über zwey pfundt halten, 
das pfundt umb sechs kreutzer, 
die kleinen under zweyen 
pfunden nach dem gesicht 24 » 

die karpffen in gemein das 

pfundt 20 » 

Thonaw- und March-schaiden 

das pfundt 16 » 

see-schaiden das pfundt . . 14 » 

huechen das pfundt .... 24 » 

schilln das pfundt .... 16 » 

Gesaltzen visch. 

hausen 22 pfenning 

stier oder tück .... 22 » 

weiß lax 28 » 

stock lax 20 > 

Lemberger höchten . . 24 » 
Adern höchten .... 20 » 
Ungerisch und ander ge- 
mein höchten. ... 12 » 
Groß Tayßa karpffen . . 14 » 
gemein karpffen .... 10 > 
schüUn vnd präxen . . 12 » 
schaiden und schiein . . 10 » 
Patent. 

5741 1614, Jänner 75, Wien. 

Andre Radolt im Hofspital spitlmeister 
wird als des spitals lehentrager mit den in 
^^* 55^5 genannten Lehen belehnt, 

Lehenbuch, 161 1 — 76/5, /p^. 

5742 1614, Jänner 24, Wien, 
Testament des Martinus de Quenza, Kai- 
ser Rudolfs IL gewester kapell- und kammer- 
musicus, der nation und geburt ein Spanier 
aus der Stadt Quenca: a) er will christlichen 
catholischen glauben und gebrauch nach nach 



St. Michaelskirche allhier in Wien ehrlich 
und kristlich bestättiget und konduziret wer- 
den ; es sind drei Jahrtage für ihn zu halten 
und am ersten unter die Armen 20 fl, zu 
verteilen; b) er vermacht der Gottesleich- 
nambruderschaft zu St. Michael, deren Mit- 
glied er ist, 2000 fl, rhein., welche er bei 
Hansen Unterholtzer von Kranichburg, n.-ö. 
kammerrat und rat erzherzog Maximilians, 
jezo mit 7^/^ laut Schuldschein vom i. Jän- 
ner 161 4 angelegt hat; doch behält er sich 
den lebenslänglichen Nutzgenuß vor und be- 
stimmt femer, daß ys fl. von den jährlichen 
Interessen seiner Dienerin Margaretha Trägerin 
von St. Annenberg aus Meißen lebenslänglich 
von der Bruderschaft ausgefolgt werden; 
c) all seine sonstige Habe gehört der genann- 
ten Bruderschaft, ebenso auch die noch aus- 
stehende und verordnete hofbesoldung über 
1000 fl. rhein. und jene ipoofl,, welche Laza- 
rus Hempel der Jüngere laut Schuldschein vom 
12. Mai 1608 ihm schuldet, wovon bis jetzt aber 
20 Dukaten ä 2fl,20 kr, rhein. = 46 fl. 40 kr. 
bezahlt sind; endlich die bei dem propst zu 
Herzogburg von etlichen jähren ausständige 
pension; d) etwa sich innerhalb drei Jahren 
meldende Verwandten erhalten zusammen 
100 fl, rhein,; e) er behält sich vor, noch 
gute freunde und die, welche ihm als einem 
ausländer in solchem hohen alter gutes thun 
werden, zu bedenken. Unterfertigt von i, dem 
Erblasser, der nie kein petschaft gehabt und 
bey seiner nation die pettschaft nicht in ge- 
mein gebrauchet werden; 2, Georg Pucher der 
freien kunst und heiligen schrift doctor, proio- 
notarius apostolicus, pfarrer bei St. Michael 
und der Gottesleichnamsbruderschaft Super- 
intendent; 3, Hans Kaspar Kröpfer hofkam- 
mersekretär ; 4, Lukas Eisenhart röm. kays. maj. 
burggraf, 5. Paul Likeisen hofbuchhalterei rait- 
diener, 6, Hans Loher bürger und des äußern 
rates und der Frohnleichnamsbruderschaft 
zechmeister. 
Kopie. 

5743 161 4, Februar 27, Wien, 

Die niederösterreichische Regierung er- 
neuert das mandat des weingartbaw lohn 
halben. 



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197 



Patent, 
und 5733. 



Gleichlautend mit Nr. 5yo$, §yjp 



5744 161 4, Oktober 3, Wien. 

Die niederösterreichische Regierung be- 
fiehlt entsprechend der Resolution Kaiser Mat- 
thias' vom II. September 1614, daß von dato 
an inner dreien wochen alle und jede Juden 
und Jüdin (außer deren so vom Kaiser in 
specie befreyt) aus Wien und dessen Burg- 
frieden gewißlichen abzihen und sich nach 
verstreichung solches termins bey Vermeidung 
der kaiserlichen höchsten ungnad und straf 
auch einziehung ihrer haab und guter verrer 
nicht betreten lassen, wie sie dann in diser 
Sachen verrer nicht gehört noch jechtes von 
ihnen angenohmen werden solle. 

Patent. 

5745 161 4, Oktober 18, Wien. 

Da die leydige seuch der infection aber- 
mallen in Hungern sonderlich zu und umb 
Thürnaw auch an etlichen orten diß ertz- 
herzogthumbs Oesterreich zu grassiren an- 
fahen solle, verbietet die niederösterreichische 
Regierung, damit das kayserliche hoflager 
vor diser grewlichen seuch umb so viel mehr 
gesichert sein möge und derselben sonsten 
durch zeitliche mitl sovil müglich fürkomben 
werde, daß sich bey hoher unnachläßlicher 
leib- und lebensstraff auch Vermeidung kaiser- 
licher Ungnade von inficierten orten nie- 
mandts in noch zu diser statt oder derselben 
vorstött begebe noch darinnen betretten lasse; 
die stattguardi ist deßwegen beaujtragt^ undter 
denen stadtthoren und sonsten ihr fleißiges 
aufsehen zu haben; den Obrigkeiten wird hier- 
mit befohlen, durch ihre herrschaften und 
gebiet keine dergleichen persohnen durch- 
zihen oder passiren noch weniger daselbst 
losiren zu lassen. 

Patent. 

5746 161 4, Oktober 2g, Wien. 

Die niederösterreichische Regierung be- 
fiehlt allen in Wien Seß- und Wohnhaften, da 
sich die leidige seuch der infection in Hun- 
gern, auch thails orthen in diesem ertzhertzog- 
thumb Oesterreich zu grassiern erzaigen solle. 



derowegen dann neben der geistlichen auch 
auff allerlay zeitliche mitl und weeg zuge- 
dencken, wie doch dießer grewlichen sucht 
sonderlich in und umb diese unser statt 
Wienn bey ainer solchen anzahl volckhs 
allerlay nationen so viel müglich für zu- 
kommen und zu wehren, under welchen 
dann die säubrigkhait so wohl auf den 
gassen als in den heussern der Stadt zuer- 
halten, nit das geringste hierumben, daß alle, 
welche Maisch nach Wien führen und dar- 
innen abzupressen haben, die trästern oder 
träbern davon, so wol aus denen kellern und 
pressen alß von der gassen alßbaldt hinwegg 
und auß der Stadt bringen. Leser aus frem- 
den Orten dürfen nicht aufgenommen werden. 
Patent. 

5747 161S, Februar 6, Wien. 

Die niederösterreichische Regierung er- 
neuert das mandat des weingartbaw lohn 
halben und setzt wegen der eingerissenen 
teurung des lieben getraidts den taglohn für 
eine mannsperson auf 12 kreuzer, für eine 
Weibsperson auf 8 kreuzer, für diejenigen 
jungen personen aber, welche 15 und unter 
15 Jahren alt sein, nur halbs taglohn fest. 

Patent. — Vgl. Nr. 5742. 

5748 161 5, März 2, Hütteldorf. 

Caspar Großspitz, pfarrer von Hüttl- 
dorf, stellt einen Revers aus, diese Pfarre 
der catholischen heilligen christlichen kür- 
chen Ordnung und caeremonien gemäß zu 
erhalten, darauf persönlich zu residiern und 
der verkindigung des göttlichen worts von 
der kanzl auch anderen geistlichen under- 
richt, seelweg und gottesdienst selbst persöhn- 
lich vorzustehn und ermeltem predigamt und 
seelsorg aigner person mit allem höchsten 
getreuen vleiß außzuwartten, auch von dem 
einkommen und aigenthumb der pfarr nichts 
zu alienirn, sondern vielmer die hinweg 
kommenden gütter, sovil irer müglich sein 
würdet, wider darzue zubringen, die landts- 
anlagen zu bezahlen^ den Pfarrhof zu er- 
halten, das Inventar nicht zu verringern. 

Orig. 



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igS 



K. k. Archiv für Niederösterreich. 



5749 1615, September 26, Wien. 

Daniel Mosser rathsfreund und furge- 
stellter lehenstrager der Stadt Wien wird mit 
den Nr, ^26j und 533o genannten Lehen be- 
lehnt. 

Lehenbuch f 161 1 — 161 ßy 26'j' . — Vgl. Nr. 5720. 

5750 161 5, September 26, Wien, 

Die niederösterreichische Regierung er- 
neuert das Patent vom 7. August 1 602 (Nr. 5662) 
wegen des Bierpreises. 

Kon^^ept. — Die Worte und bei publiciertcr öffent- 
licher freyer zufuhr wurden bei der Erneuerung weg- 
gelassen. Dieses Patent wurde laut Vermerk in 
lOO Exemplaren au/gelegt. — Aus:{ug im Codex Austria- 
cus /, 218. 

5751 1615, Oktober /, Wien. 

Die niederösterreichische Regierung er- 
neuert das Patent vom i. Oktober i6o§ be- 
treffend die Einhaltung der gebotenen Straßen. 

Patent. — Das vorliegende Patent stimmt mit 
jenem von i^pp (Xr. §6^0) überein; das von i6o§ liegt 
mir nicht vor. 

5752 161 6, Jänner 21, Mannswörth. 
Richter, geschworne und zechprobst St. 

Johann Baptistae zue Mannswerth bekennen, 
es habe Katharina Schörtingerin mitnach- 
parin in ihrem am 2. Mai 1602 in dem kais. 
Vizedomamt in Wien eröffneten Testament be- 
stimmt: a) zu ihrem und ihres verstorbenen 
Hauswirts Hieronimus Schärdtinger Seelen- 
heil sowie zur Erziehung der Jugend stifte 
sie ein Stipendium von 25 fl. rhein. in die 
Haidenburse bei der Wiener Universität, aus 
der gemain- und zech St. Johann Baptistae 
zue Mannswerth zu verdienen; Anspruch auf 
dieses Stipendium haben ihre Blutsfreunde, 
in deren Ermanglung Knaben aus Manns- 
ivörth; ist der präsentierte Knabe ad lectio- 
nes publicas anfangs nicht geschickt, soll er 
vier Jahre in Wien in schola privata mit 
lernung zubringen, darnach drei Jahre ad 
baccalaureatus und dann in den letzten zwei 
Jahren ad magisterii gradum promoviren; 
hat aber der präsentierte Knabe zum studiren 
nicht lust noch neigung, soll er vier Jahre 
in einer Schule verbleiben, damit er künftig 
besser lesen und schreiben lerne; Exekutoren 



I der Stiftung sind Mathias Püchlmayr und 

' richter und rathsgeschworne zu Mannswerth. 

I — Im Kodizill bestimmte sie dann zum sti- 
pendiathaus noch 200 fl. rhein. — Da die 

I Stifterin über letztere Bestimmung keinen 
Stiftbrief errichtet hat, tun dies Richter und 
Geschworne: die letztgenannten 200 fl. sind 
für ein Zimmer in der Haidenburse zu ver- 
wenden. Dieses Kapital von 200 fl. sowie 
die oben angeführten 25 fl. rhein. sind mit 
Zustimmung der Obrigkeit von Mannswörth, 
Hieronymi de Cocken röm. kais. Maj. die- 
ner und Inhaber deroselben herrschaft Ebers- 
torff an der Donau auf der Stifterin Mühle, 
welche jetzt Hieronymus Girtl als ihr Erbe 
besitzt, unauf kündbar angelegt. — Besiegelt 
von Hieronymus de Cocken und von Richter 
und Geschwornen; unterfertigt von Hierony- 
mus de Cocken und von Richter und Ge- 
schwornen, soviel ihrer schreiben können. 
Inseriert in Nr. 5752. 

5753 i6i6y Jänner 21, Wien. 

Rector, kaiserlicher superintendens und 
consistorium der Wiener Universität bekennen, 
es seien Richter, Geschworne und Zechpropst 
S. Johann Baptistae zu Mannswörth vor ihnen 
mit einem auf Pergament geschriebenen Stift- 
brief der Katharina Schärdinger erschienen, 
dessen Wortlaut sie anführen (Nr. SJSi)^ mit 
der Bitte, diese Stiftung unter ihren Schutz 
zu nehmen und zu sehen, daß die Superinten- 
denten der Haidenburse die Intentionen der 
Stifterin vollziehen. — Besiegelt mit der Uni- 
versität kleinerem Siegel, unterfertigt von dem 
geschworenen Notar der Universität Dr. Mar- 
tin Hafner. 

Kopie. 

5754 161 6, Jänner 2g, Wien. 

Die nieder österreichische Regierung er- 
neuert das mandat der weingartbaw lohn 
halben. 

Patent. — Stimmt vollkommen mit Nr. S'J^^ 



\ ,: 



Üb er ein. 



5755 161 6, Februar 22, Wien. 

Die niederösterreichische Regierung er- 
neuert das Patent vom 22. Februar 1610 be- 



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199 



treffend die Unschlittausfuhr und Maß und 
Ordnung wegen Verfertigung der Unschlitt- 
kerzen, 

Patent, — Vollkommen übereinstimmend mit 
Nr. S^77' ^^^ Patent vom 22. Februar 1610 liegt mir 
nicht vor. 

5756 1616, Juli 26, Wien, 

Silvester Stigler von Mödling prior und 
ganzes konvent des würdigen gotteshauses 
St. Augustini in Wien verpflichten sich, für 
die von Albrecht Herrn von Kollowrat auf 
Petersburg, oberösterreichischen Regimentsrat 
und Erzherzog Leopolds Kämmerer, erlegten 
3oo fl, zum Seelenheile seiner am 23, Juni in 
Wien verstorbenen und in der Augustinerkirche 
konduzierten, alda in dem chor bey der Har- 
rachischen gruft beigesetzten Mutter Katharina 
Frau von Kollowrath, gebomen Frau zu 
Poymundt und Payrsperg, der Jüngst abge- 
leibten röm. Kaiserin . . . gewesten obrist- 
hoftneisterin, am 25. oder 26, Juni ein Anni- 
versar zu halten, — Siegler Prior und Kon- 
vent, Unterschrift der Fratres: Silvester 
Stigler prior; Ambrosius Strizel vicarius; 
Adeodatus Fischer procurator. 

Kopie des 18. Jahrhunderts. 

5757 1616, August 12, Wien, 

Obwohl 1596 durch ein Patent nit allein 
under allhiegiger statt quardi sondern auch 
tails in herrn und andern häusern das ein- 
gerissene unbefuegte brandtweinbrennen . . . 
eingestellt, also auch zur zeit der hitzigen 
fieber und infectionen die öffentliche feyl- 
habung des brandtweins gäntzlich verboten 
worden, benebens alles unbefuegtes brantwein- 
brennen aus getraid, habern, obst, attich und 
andern materien, so in gemain hochschädlich 
abzustellen auch die faylhabung an allen 
orten, gassen und laden außer deren, die es 
befuegt, gäntzlichen abzuschaffen, benebens 
zween aus der alhiegigen bürgerlichen brandt- 
weinerzech zu verordnen, welche die laden 
und stand besuechen, den brandtwein als- 
bald de facto zu nemben, ins bürgerspital 
zu liefern und die personen, welche mit fal- 
schen brantweinen, es sey aus getrayd, habern, 
obst, attich, holler oder andern schädlichen 



kräutern und saraen gemacht und gebrendt, 
betreten, zu bestrafung zu gericht einzuziehen 
und zu strafen anbefohlen worden ist, so zeigt 
sich doch a) daß das Branntweinbrennen von 
unbefugten Leuten als hiegigen Soldaten und 
anderen Personen so betrieben wird, daß der 
Branntwein zu zwei, drei und mehr achtering 
ja gar fäßlweis zum Schaden der bürgerlichen 
Branntweiner verkauft und von Leuten feil- 
gehalten wird, die sich mit abredung und 
zuebringung der dienerin und dienstboten, 
wo nit gar mit der kuplerei nehrn und 
viel jung leut verführn; b) daß das Brannt- 
weintrinken bey dem gemainen mann sehr 
zunimmt; c) daß nicht rechter Branntwein 
von weinläger sondern aus den schon ge- 
nannten materien gebrannt wird, der der Ge- 
sundheit schadet; d) daß bey ausbrenung 
ihres aignen gelegers Feuersgefahr besteht; 
demnach verbietet die nieder österreichische 
Regierung neuerdings das unbefugte Brannt- 
weinbrennen und Ausschenken, 

Patent. — Aus:{ug im Codex Austriacus i, 223. 

5758 161 6, November 3, Wien, 

Die niederösterreichische Regierung ver- 
ordnet, nachdem der Kaiser entschlossen, den 
14, November von Prag aufzubrechen und 
gestrackten weg 'allhero nach der statt Wienn 
zu nehmen, damit nun nicht allein das kai- 
serliche hofgesind sondern auch der auslän- 
dischen potentaten, botschaften und abge- 
sandte der notturft nach einquartiert, daß 
auch vor des Kaisers ankunft alle diejenigen 
Zimmer in der statt Wienn, so in der kaiser- 
lich quartier mit denen newen darzu erbawten 
zimmern gehörig und von denen, so dersel- 
ben nicht fähig seyn, bewohnt alsbald ge- 
räumt werden. Es müssen demnach alle und 
jede person, so nicht würckliches hofgesind 
noch der quartier fähig, sie seyen gleich 
landleut, kayserliche officier und diener oder 
andere, welche in den kayserlichen quartier 
zimmern sitzen, dieselben von dato dits offe- 
nen patents in acht tagen gewißlich räumen 
und sich umb andere gelegenheiten bewer- 
ben, im widrigen fall sie der gebür nach 
unabläßig gestraft werden sollen. Ferner 
müssen alle diejenigen so die quartier ver- 



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baut oder aber mutwilliger weiß dieselben 
nicht ausbawen, darunder auch die stallung, 
gewölber und keller zu verstehen, an deren 
statt andere bey peenfall hergeben, dann so 
solle jedweder, so sein haus erbaut, daß an 
jetzo mehrere zimmer, als wie das quartier- 
buch aufgerichtet worden, verhandten, im- 
mediate den andern gaden in das quartier 
zu geben schuldig seyn, wie auch gleichfalls 
in allen häusern, welche noch nie ordentlich 
erkendt worden, der ändert gaden genomen 
werden. Endlich müssen jene kayserliche 
räth, officier und diener, wann sie gleich 
hofgesindt sein, welche eigne häuser haben 
und die zimmer selbsten nicht bewohnen, 
sondern nach ihrem gefallen andern ver- 
lassen, quartierzimmer hergeben; diejenigen, 
so Wirtschaft treiben und gleichwol ihres 
gefallens inleut hienein nehmen, müssen, weil 
sie andern auf jähr und tag etliche zimmer 
verlassen, auch hofgesind hinein nehmen. 
Patent. — Codex Austriacus 2, ig6. 

5759 läij, Jänner i, Wien, 

Die niederösterreichische Regierung er- 
neuert das mandat der weingart baw lohn 
halben; . . . wegen der eingerissenen thew- 
rung des lieben getraidts ist der Taglohn für 
das Jahr i6ij etwas gestaigert worden, und 
zwar für einen tagwerker oder mannsperson 
auf 12 Kreuzer, für eine weibsperson auf 
8 Kreuzer. 

Patent. — Im übrigen stimmt das Mandat voll- 
ständig mit dem von 161 r, Februar i (Nr. 5705), überein. 

5760 i6iy, Jänner 16, Wien, 

Die nieder österreichische Regierung er- 
neuert die Feuerordnung der Stadt Wien vom 
IG, Februar 1610, Gedruckt zu Winn in 
Oesterreich bey Mattheus Forraica in der 
Rosenburschen. 

Druck, 6 Blätter. — Diese Feuerordnung ist 
wörtlich gleichlautend mit Nr. 57^4- 

5761 161J, August 3o, Wien. 

Der römischen khaiserlichen auch zu 
Hungern und Behaimb etc. khüniglichen 
mayestät etc. ertzhertzogen zu Oesterreich 
unsers allergnedigisten herrn new verbesserte 



infectionsordnung, cum gratia et privilegio 
sacrae Caesareae Majestatis. Gedruckt zu 
Wienn in Oesterreich durch Wolfgang 
Schumppen röm. khays. Maj. hoff buchdrucker. 
12 Blätter. — Vgl. Nr. 565O. 

5762 i6iy, September ig, Wien, 

Da sich unter den viechhandlsleuthen, 
welche ir viech auf die wöchentliche freytags 
oxen- und viechmärkt allhie am oxengrieß 
zu failem kauf treiben, und denen allhieigen 
handlsleuten, Verlegern, verwexlern, auszah- 
lern und in gemain allen einkaufern, mez- 
gern und fleischhackern , . . . unter denen 
hungerischen sowol auch oberlendischen und 
andern teutschen oxenhandlsleuten allerlay 
Unordnung und zerritlichkait erhoben, be- 
stimmt die niederösterreichische Regierung, 
daß I, der alten Ordnung und gebrauch nach 
die alhieigen Wiennerischen sowol auch die 
in Osterreich wohnenden und angesessenen 
fleischhacker den vorkauf unter und nach 
abwerfung der landtgravenambts-fahnen ha- 
ben; 2, nach abwerfung bemelter ambtsfah- 
nen, welches gemainglichen umb 8 uhr be- 
schiecht, die oberlendischen oder im h. Reich 
wohnenden viechhandlsleut und einkaufer den 
nachkauf haben ; der Ochsenmarkt währt von 
morgens frue an bis auf ain oder maist zway 
uhr nachmittag; darnach verfügen sich alle 
und jede viechhandlsleut, hungerische und 
teutsche verkaufer und kaufer samt den 
fleischhackern zum ambt, nehmen ihre dreissi- 
gist zettln wo von nöthen hinaus, und be- 
zahlen ihre Sachen; 3. kein Käufer länger als 
eine Stunde bey oder undter ainen häufen 
viech verweile; vor Anmeldung im Amte darf 
niemand gekauftes Vieh wegtreiben; auch ist 
keine Kaufsumme früher zu erlegen, ehe 
nicht der Verkäufer nachgewiesen hat, daß 
er zu hungerischen Altenburg den dreißigist 
bezahlt habe; 4, die Unordnung, daß sich 
allerlay leuth, sonderlich die Juden, so nicht 
darzugehören , sowol auch die handlsleut^ 
wexl- oder heuthandler unter den oxenkeuf- 
fern aufm grieß befinden und für tolmät- 
schen und Unterhändler gebrauchen lassen,, 
welches ihnen kaineswegs sondern allain denen 
ordentlichen geschworncn handtgrafischen 



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20I 



oxen-undterkäuflern, die Jederzeit alda vor- 
handen, gebüert, ist abgestellt; 5. ein Drittel 
der Kaufsumme mit Dukaten^ das ander mit 
ganzen tallern, der Rest mit hungerischen 
gelt zu zahlen ist, wie i6o3, Juni 21, ange- 
ordnet worden ist; ein ungarischer Taler oder 
100 ungarische Pfennige sind mit jo Kreuzer 
teuschgelt zu berechnen. 
Patent. 

5763 161^, November 3, Wien, 

Hanns Christof graf von Puchaim, herr 
zu Göllerstorf, Krumbach und Kirchschlag, 
erbtruchseß in Österreich, röm. kais. maj, 
hofkriegsrath, obrister feld- und hauszeug- 
meister, bestellter obrister und cammerer, be- 
kennt, er habe zu sondern ehren, Fortpflanzung 
des römischen allein seeligmachenden catho- 
lischen glaubens . . . und zu besserer Unter- 
haltung der ehrwürdigen vätern und convents 
S. Francisci der Minoriten zum heiligen creuz 
in Wien hinter dem landhaus, zu denen er 
eine sonderliche Zuneigung, um willen dero- 
selben proventus und jährliches einkommen 
etwas gering haben und tragen, eine Stiftung 
zu sanct Johanns capellen allda für sich, 
seine Erben und Nachkommen errichtet, daß 
nemlichen fürs erste er diese capelln mit ein- 
willigung und consens des Konvents auf 
eignen Unkosten wiederumben erheben, reno- 
viren, treulich erhalten, einen altar darinnen 
aufrichten, mit allen notwendigkeiten als kel- 
chen, meßgewander, pluvialen, altartüchern, 
lichtem und allen andern sowohl zu denen 
exequiis als andern festen gehörigen kirchen- 
ornaten begaben und versehen wolle; er gibt 
dem Konvent soo fl, rhein., die entweder bei 
der landschaft unter der Enns oder sonst wo 
anzulegen sind; jährlich sind zu Martini 
2 Mut halbgetraid und 82 Eimer Wein, wie es 
jedes jar wachsen werden, von der Herrschaft 
Göllersdorf dem Konvent ohne dessen ent- 
gelt durch Pucheimische Untertanen nach Wien 
zu liefern; sollte sich jemand diese Stiftung 
zu ändern oder gar abzuschafen unterstehen, 
soll der Konvent bei den landsfürsten oder 
wo es von nöthen um schütz, hilf und aus- 
richtung hierinnen anzuhalten berechtigt sein. 
Die Minoriten haben für ihn und alle seine 

Regesten zur Geschichte der Stadt Wien. V. 



Nachkommen, so aus dieser unser linie ver- 
schaiden und der allain seeligmachenden 
römischen catholischen religion zugethan sein 
werden, in der S. Johanneskapelle und der 
allda aufgerichteten kruft unser begräbnus 
und sepultur zu ewigen Zeiten aufzurichten 
bewilligt und sind verpflichtet, wöchentlich 
zwei Messen und am Tage nach Martini 
einen Jahrtag zu halten. — Siegel und Unter- 
schrift I. des Stifters, 2. des Nuntius in 
Deutschland^ Ungarn und Böhmen Ascanius 
Gesualdus, Patriarchen zu Konstantinopel, Erz- 
bischofs zu Parens und Canusin, päpstlichen 
Hausprälatens, 3. Johann Balthasar vonHoyos, 
niederösterreichischen Kammerpräsidenten, 
^. Adam Freiherrn zu Herberstein, 
Vtäimus aus ij6i. 

5764 lOiy, Dezember 4, Wien. 

Die niederösterreichische Regierung er- 
neuert das Münzedikt vom g. Mai 161^ be- 
treffend die vorthlhaftige Verführung des 
hungerischen gelts und die Bestimmung vom 
letzten ig. September, wodurch die alte Ord- 
nung wie es wegen der viechauszahlung mit 
berürter hungerischen müntz gehalten werden 
soll, wieder hergestellt worden ist, nämlich, 
daß für einen hungerischen taller oder hun- 
dert ungrische pfennig jo Kreuzer teuschgelt 
gegeben werde. Es ist daher niemandem, er 
sey Christ oder jud, wer oder was nation der 
sein möchte, erlaubt, aus der Stadt Wien an 
ain ander nahet oder ferne ort berürtes hun- 
gerisches geld zur vortlhaftigen Verwechslung 
oder sonsten auf dergleichen meinung zu ver- 
führen oder zu verschicken. Gegen Dawider- 
handelnde hat der Handgraf Siegmund Attens- 
haimer einzuschreiten, 

Patent. 

5765 i6iy, Dezember 5, Wien. 
Sebastian Albel, pfarrer zu Burgschlei- 

nitz, macht eine Stiftung mit 10.000 fl. rhein., 
damit zehn qualificirte Studenten in domo 
pauperum societatis Jesu in Wien mit kost 
und kleidung erhalten werden; vorzugsberech- 
tigt sind seine Verwandten, in zweiter Linie die 
pfarrkinder der pfarr Burgschleinitz und wird 
mit denen die Zahl nicht erreicht, Bürgers- 

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kinder aus des Stifters Geburtsort Maiburg, 
hernach die burgerskinder des markts Gleisen- 
feld, beide Orte in Bayern gelegen; unrd da- 
mit die Zahl auch nicht erreicht, so können 
andere was landes sie sein, angenomen wer- 
den ; jeder muß aber eines genügsamen und 
zum Studiren proportionirten alters und in 
grammaticalibus, litteris, ex cantu aufs wenigste 
raediocriter unterrichtet sein und jeder, aus- 
genommen die Verwandten, sich verpflichten, 
geistlich zu werden, doch was Standes und 
religion sie wollen und sollen, nachdem sie 
von den patribus societatis mit ehrlicher prie- 
sterlicher kleidung ausgefertigt sein, . . . nie- 
manden zu dienen verbunden, außer dem 
Pfarrer von Burgschleinitz, der aber jeden 
wie andere freie geistliche halten soll Schutz- 
herren dieser Stiftung soll der jeweilige Bischof 
von Wien und der jeweilige Pfarrer von Burg- 
schleinitz sein; sollte durch den leidigen tür- 
ken oder die kötzerei die societet sich aus 
Wien wegziehen, soll die Stiftung in ein 
anders der societät Jesu coUegium, als nach 
Ingolstadt, Dillingen oder anderstwohin nach 
Meinung des Bischof es von Wien und nach 
Gutachten der Societät verlegt werden, — 
Siegel und Unterschrift des Stifters und der 
Zeugen: Wolfgang Weißbrod, beneficiat zu 
Rotz, Wolfgang Erlinger, pfarrer zu Ravels- 
pach, Kaspar Sagl, hofmeister zu Ravelspach. 
Kopie des ij. Jahrhunderts. — Am 23. Mai i6iy 
stellt Florianus Avancinus des kais. collegium der socie- 
taet Jesu in Wien rector einen Revers ausy nachdem das 
Kolleg das Stiftungskapital erhalten und 6000 fl. davon 
bei der Landschaft y ^00 fl. auf des Barts Haus Am 
Hof angelegt hat. (Kopie des 18. Jahrhunderts.) — 
Am 20. August 1620 stellte dann der Provin^ial der 
Jesuiten y Gregor Renner ^ den Stiftbrief aus. (Orig., 
Perg. ^8 X 34) ^^ ^7- Mär:{ j8p8 erhielt ein den 
geänderten Verhältnissen entsprechender Stiftbriefnach- 
trag die stiftungsbehördliche Genehmigung. (Orig.) 

5766 1617, , -. 

Lukas Eisenhart vermacht der S"^' cor- 
poris Christi bruderschaft bei St. Michael all- 
hier in Wien 200 fl,, damit nach jeder qua- 
temberszeit für alle abgestorbenen brüder und 
Schwestern ein choraliter gesungenes amt oder 
auf das wenigste, wann dieses nicht Jeder- 
zeit sein könnte, eine selenmeß gehalten werde, 

Kopie aus 1768. 



5767 1618, , Wien. 

Die niederösterreichische Regierung er- 
neuert das mandat der Weingarten baw-lohn 
halben und setzt den Taglohn für die manns- 
person auf 10 Kreuzer für die Winterszeit 
und auf 12 Kreuzer für die Sommerszeit 
fest; eine weibsperson erhält 8 Kreuzer, 

Patent. — Im übrigen stimmt das neue Mandat 
bis auf Punkt 9, der den Frieden mit der Türkei ent- 
sprechend gekür:{t ist, mit dem aus 1617 (Nr, 575p) 
vollständig überein. 

5768 i6j8, April 5, Wien. 

Die niederösterreichische Regierung ver- 
ordnet, daß bei den wohlfeilen Zeiten ainem 
maurer- oder zimmermannsgesellen von Georgi 
bis Michaeli nicht mehr als i3 Kreuzer, einem 
merterierer // und ainem anderen gemainen 
arbaiter zehn kreutzer, von Michaeli bis Georgi 
ainem maurer- oder zimmermannsgesellen 12, 
dem merterrürer 10 und dem gemainen ar- 
beiter p Kreuzer Taglohn gegeben werde, 

Patent. 

5769 1618, November 12, Wien. 
Kaiserin Anna zediert dem collegio der 

societet Jesu zu Wienn ... zu Unterhaltung 
etlicher jüngling von ihrem Heiratsgut, das 
sie vermüg kaiserlichen heuratsbrief auf der 
grafschaft Tirol zu fordern hat, 20,000 fl, 
rhein,, und zwar so, daß, solange die haubt- 
summa nicht erlegt wird jährlichen vom todt- 
fall ihres Gemahls des Kaisers Matthias oder 
so sich solcher . . . vor dem jähr i63i er- 
eignete von diesem Jahre ab das Kolleg die 
5^lo Interessen erhält, — Besiegelt i, mit dem 
kaiserlichen insigl der Stifterin, 2, Unter- 
schrift der Stifterin, 

Orig., Perg. (41 X 275, Falte 5). Siegel abge- 
rissen. — Am ig. November desselben Jahres set\t die 
Kaiserin die Zahl der in convictu dafür :{u unter- 
haltenden Stipendiaten mit lO fest; anspruchsberech- 
tigt sind Studierende aus den ober- und niederöster- 
reichischen iMnden, die sich der Theologie widmen. Siegel 
und Unterschriß der Stifterin (Orig., Perg. y2 X 5^5* 
Falte 6§, lat. Siegel abgerissen). 

5770 1618, November 24, Wien, 

Die niederösterreichische Kammer er- 
neuert das Patent vom 6. April 1^83, 6. Au- 
gust 1584 und 24, März 1592 wegen des die 



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2o3 



landesfürstliche Kammer und Wien schädi- 
genden Viehhandels aus Ungarn, 

Patent. — Keines der genannten Patente Hegt 
mir vor; das Patent von ißp2 ist abgedruckt im Codex 
Austriacus /, 26g. 

5771 1618, Dezember 14, Wien, 

Hanns Jörger freyherr zue Tollet wird 
als der ältere des Stammes Jörger auf Bitten 
des Helbmhardt Jörger zue Tollet und Köp- 
pach freyherrn auf Khreuspach, erblandhof- 
meister in Osterreich ob der Enns und Rat 
Kaiser Matthias', als lehenträger des ganzen 
namens und Stammes der Jörger mit dem 
Kirchenlehen und Zehent zu Hernais zue- 
negst bey Wienn gelegen mitsambt allen be- 
hausten güettern und holden, pfennigdiensten 
und allen anforderungen, nutzungen, zuege- 
hörungen, Obrigkeiten, herkommen, rechten 
und gerechtigkeiten belehnt, so wie 1581, 
Februar 16 (Nr, 5558), Wilhelm Geyer belehnt 
worden war, 

Lehenbuchy 1616—162^ 88. 

5772 161 9, Oktober 11^ Wien. 

Die nieder österreichische Regierung er- 
neuert das Patent von 161 6, November 3, 
betreffend die Hofquartiere (Nr, 5758), da 
Kaiser Ferdinand II, im Monate Oktober noch 
nach Wien kommen wird, 

Patent. 

5773 1620, April 2, Wien, 

Die niederösterreichische Regierung ver- 
ordnet, daß bei jetziger kriegsgefahr und an- 
dern vor äugen schwebenden ungelegenhaiten 
aller und jeder vorrath von getraid, habern, 
gersten, wein und andern victualien auf dem 
land, damit solcher nicht etwan durch die 
widerwertigen, wie berait an vielen orten be- 
schehen, dem ganzen land zu nachthel und 
schaden hinweggenommen werde, in die al- 
hiesige Stadt Wienn, Corneuburg, Neustadt, 
Krembs, Thuln, St. Polten, Laa und andere 
befestigte clöster und Schlosser gebracht wer- 
den soll. 

Patent. 

5774 1620, April 3, Wien, 

Der Klosterrat berichtet dem Kaiser, daß 
das Benefizium bei unser Frauen prunn, nur 



ein deines weegl von Hieteldorf gelegen, 
seinerzeit von dem Pfarrer Jakob Gremlinger, 
nachdem die Kirche seit der türkischen de- 
vastation ödt gelegen, mit merclichen unco- 
sten wieder erhebt worden ist und ihm auch 
zu seiner Pfarre Hütteldorf verliehen worden 
sei, derart, daß er daselbst Gottesdienst halte 
' und die Sakramente den dahin gewidmeten 
pfarrkindern spende. 
Kon:{ept. 

5775 1620, vor April 20, -, 

Kaspar Großspitz, Pfarrer zu Hüttel- 
dorf, bittet um die Verleihung der erledigten 
Benefiz bei unser lieben Frauen prunnen. 

Gleichzeitige Kopie. 

5776 i620y Juni 16, Wien. 

Die nieder österreichische Regierung ver- 
ordnet , daß bei jetziger Kriegsgefahr in Wiens 
Vorstädten innerhalb der ausgesteckten marck- 
stangen binnen drei Wochen alle gemauerten 
häuser bis auf den grund abgebrochen, die 
keller verschüttet, auch alle diser orten vor- 
handene anhöchung und verdueffung eben 
und gleich gemacht werden) obwolen auch 
ganz billich die planken, hülzerne heuser und 
städl auf dreyhundert schritt von der Stadt 
gleichmeßig weggebrochen sein sollen, so wird 
deren weiteres Bestehen vorderhand aus gna- 
den noch gewährt. Denjenigen, deren gärten 
und heuser bei dem vorzuhabenden gebeu 
und Verbesserung der statt Wien occupirt und 
eingenommen werden müssen, wird auf ihr 
Ansuchen ein anderer Platz ausgezaigt werden. 

Patent. — Da fast niemand diesem Auftrage nach- 
kam, erneuerte die niederösterreichische Regierung am 
7. August 1620 denselben und gab einen weiteren 
i^tägigen Termin :{ur Abbrechung der innerhalb der 
ausgesteckten marckstangen gelegenen gemauerten heuser 
und anderer stainernen gebew sowie :{ur Ebnung von 
Erhebungen und Vertiefungen (Patent. — Vgl. Codex 
Austriacus 2, ^py.) 

5777 1620, August 25, Wien. 

Die niederösterreichische Regierung er- 
läßt eine Verordnung für die Einquartierung 
des Hofgesindes, bis eine general-commission 
wegen der quartiere in Wien durch sonder- 

26* 



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204 



K. k. Archiv für Niederösterreich. 



bare hierzu deputierte commissarien vorge- 
nommen wird. 
Patent. 

5778 1620, Oktober 14, Wien, 

Kaiser Ferdinand IL erklärt, nachdem 
auch der letzte Termin die Huldigung zu 
leisten fruchtlos verstrichen ist, der eine oder 
andere sich zu seinen feinden begeben und 
noch bei denselben sich aufhalten, folgende 
Ständemitglieder für seine und des Vaterlands 
feinde und als Rebellen: Hans Wilhelm von 
Hardegkh, Hans von Puechaimb, Gottfried 
von Puechaimb, Hartmann von Puechaimb, 
Andre von Puechaim der jünger, Wolf Jacob 
von Herberstain, Julius von Herberstain, Ru- 
dolf von Greiß, Hans Dißlawr von Heyssen- 
stain, Georg Ernreich von Prösing, Haug 
von Schafftenberg, Hans Maximilian Jörger, 
Hanns Helffreich Jörger, Reinhardt von der 
Goltsch, Christof Weltzer, Joachim Stock- 
horner, Melchior Khein, Jonas Hilleprandt, 
Ernreich Ernreitter, Joachim Ernreitter, Otto 
Friedrich Geyer, Ulrich Leysser, Hanns Wen- 
zel Poiger, Georg Wopfinger, Wolf Polani, 
Adam Polani, Zacharias Schweinpeck; ferner 
so nicht landleut sind aber in gleichem delicto 
sich befinden: Hanns Stuben voll, Georg Eben- 
berger, Balthasar Praekh, Georg Weisspach, 
Joseph Forest, Christof Haffner, Paul Goldt, 
Carl Sultzbeck, Hans Georg Puchsdorff. 

Patent. 

5779 1620, Dezember 16, Wien. 

Hans Paus Wolzogen zu Neuhauß frey- 
herr auf Arnstein wird als der eltiste und 
als lehentragcr seiner gebrüder Hans Ludwig, 
Hanns Sigmund und Hanns Carl Wolzogen 
freyherrn mit ihrem väterlichen Erbe, dem 
St. Ulrichshofe bei Wien, belehnt. 

Lehenbuchy 1614—1624, I2y. — Vgl. Nr. §y3i. 

5780 1621, Jänner 22, Wien. 

Lazarus Henkhel der eitere von Donners- 
mark wird mit den in Nr. 57^9 genannten 
Lehen belehnt. 

Lehenbuch, 16 j 6 — 1624, i3p'. 



5781 1621, Jänner 28, Wien. 

Wolf StubenfoU wird als gevolmechtig- 
ter lehenträger weilendt seines brudern Ur- 
ban Stubenfolls gelaßne wittib Maria, dann 
ihrer mit ihme erzeugten eheleiblichen kin- 
dern namens Urban, Wolf Ferdinand, Anna 
Catharina, Anna Johanna, Anna Margaretha 
und Anna Elisabetha mit den in Nr. 568g ge- 
nannten Lehen belehnt. 

Lehenbuch, 1616—1624, i38'. — Vgl. Nr, ^yiy. 

5783 1621, Jänner 28, Wien. 

Wolf StubenfoU wird mit den in Nr. 5682 
genannten Lehen belehnt. 

Lehenbuch, 1616—1624, i3p. — Vgl. Nr. syiS. 

6783 1621, Februar p, Wien. 

Reichshofrat . , . Johann Baptist Weber 
wird mit dem landgericht, so zu der herr- 
schaft Greitzenstain gehört hat, auf den her- 
nachbenannten markten, dörfern und aigen 
als nemblichen Pissenperg, Entzerstorf, Jedle- 
see, Flaundorf, Künigsprunn, Enzesfeld, Ha- 
genprunn, Stammersdorf auch Duttendorf und 
Seyring, sofern die baide zu der obbemelten 
herrschaft gehören, belehnt. 

Lehenbuch, 16 16 — 1624, 144'. 

5784 1621, Februar 11, Wien. 

Maximilian Kemptner, K. Ferdinands IL 
rat und rändtmeister zu hungerischen Alten- 
burg, wird mit den in Nr. 5855 genannten 
Lehen belehnt. 

Lehenbuch, 1616—1624, 158' . — Vgl Nr. 5^12. 

5785 1621, März 8, Wien. 

Anna Maria freiin von Seraw erhält 
einen Urlaub auf ein halbes Jahr. 
Lehenbuch, 1616^1624, 182. 

5786 1621, März 22, Wien. 

Die niederösterreichische Regierung er- 
neuert das mandat der weingart baw lohn 
halben. 

Patent. — Wörtliche Erneuerung des Mandats 
von 1618 (Nr. 5767). 



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205 



5787 1621, April 3, Wien. 

Georg Ludwig herr von Trautmannstorf 
wird für sich selbst auch anstatt und als vol- 
mechtiger lehentrager seines bruedern Hanns 
Joachim, dann Hanns Andreen seines vettern 
und Hanns Friderichen auch seines vettern 
gelaßner söhne Sigmund Friderichen, Hansen 
David und Maximilian derer von Traut- 
mannstorf mit den in Nr, 5252 genannten 
Lehen belehnt. 

Lehenbuch, 1616 — 162^ 168'. — Vgl Nr. 5722, 

5788 1621, Mai 23, Wien. 

Kaiser Ferdinands IL rat und regent des 
regiments der n.-ö. lande . . . Hanns Hainrich 
von Salburg wird als erküster lehentrager 
weilendt Georgen Saurers hinterlassenen noch 
ungevogten tochter Maria mit den in Nr. 5713 
genannten Lehen belehnt. 

Lehenbuch, 1616—162^ 156'. 

5789 1621, Juni 10, Wien. 

Veit Rösch, rathsfreundt und des Bürger- 
spitals fürgestellter lehenträger, wird mit den 
inNr.S26'/ und ^33o genannten Lehen belehnt. 

Lehenbuch, 1616 — 162^, 185. — Vgl. Nr. ßySy. 

5790 1621, Juni 12, Wien. 

Wildrich Weinnig, hofcammer registrator, 
wird als benenter und fürgestellter lehentra- 
ger des collegium der societet Jesu mit dem 
in Nr. 56^5 genannten Lehen belehnt. 

Lehenbuch, 1616—162^, 212. — Vgl. Nr. 5708. 

5791 1621, Juni 18, Wien. 

Veit Rösch ratsfreund und des Bürger- 
spitals fürgestellter lehentrager wird mit den 
von Simon Pöltl gutw^illig mit Zustimmung 
künig Laslai . . . laut gefertigten und ertail- 
ten satz- und lehenbrief vom 25. August 1^56 
geschahen Lehen, die aber seithero nit zu 
lehen ersucht, belehnt. Es sind: ein vier- 
tail getraidzehent zu Schwechant auf den 
ackern gelegen in unserer frawen feld; zue 
Simmering ain viertail getraidzehent und den 
weinzehent daselbst in der eben und den 
klainzehent das viertail; zu Pletarn viertel- 
zehent großer und klainer zu veld und zu 
dorf; zue Lantzendorf viertail zehent großen 



und klainen auf vier ganzen lehen zu veld 
und zu dorf; zue Etzkestorf viertail wein- 
zehent und getraidtzehent großen und klai- 
nen; zue Altmannstorf viertail weinzehent 
und getraidzehent großen und klainen zue 
veldt und zue dorf; viertail weinzehent umb 
Wienn, der weylandt Hannsen von Prudern 
gewesen ist und viertail getraidzehent da- 
selbsten, aines genant Nidern Ottakhrin, das 
ander Krautgeben; viertail krautzehent zu 
Erdtpurg bey der Thunaw genannt in den 
Güssen; halbe vischwaid zu Achaw mit ihrer 
zugehörung und daselbst auf des Michel 
Pacher hof fünf metzen vogthabern. 
Lehenbuch, 1616 — 162^ 185'. 

5792 1621, Juli /, Wien. 

Die niederösterreichische Regierung er- 
läßt eine newe eisensatz Ordnung auf eisen 
und stahel, so von der verlagstatt Steyer und 
der eisen compagnia in Oesterreich unter und 
ob der Enns in die ausgezaigten eisenleg ort 
verhandlet, wie solch eisen und stahel dann 
auch die steyrischen negl so landtwerch ge- 
macht und verkhauft werden solle. — Ge- 
druckt zu Wienn in Oesterreich bey Gregor 
Gelbhaar in der Lämbl burschen. 

Schon 161 3 wurden auf freundliches er- 
suchen Erzherzog Ferdinands IL von Steier- 
mark von Kaiser Matthias commissarien er- 
nannt, welche über die Lage der Eisenwerke 
Erhebungen pflegen, worauf der Kaiser am 
8. August 161 8 aus beweglichen und erheb- 
lichen Ursachen auch aus verenderung der 
zeit und lauf sonderlich, weilen die kolen 
auch alle proviant und pfennwerts notturften 
aufs höchste gestigen, große wassergüssen, 
thewrungen, krieg und dergleichen eingefal- 
len, zu erhaltung dieses uralten eisenperg- 
werckswesen die Eisensatzordnung von 1605 
(Nr. 56^8) steigerte, weil sonsten andere weg 
und mittel vor Untergang dieses wesen zu 
erhalten, nicht zu ersinnen gewest; . . . ob- 
wolen solche verglichene newe eisensatzung 
noch bei lebzeiten Kaiser Matthias' ausge- 
fertigt und gedruckt worden war, wurde sie 
wegen des Kaisers Tod nicht publiziert; da- 
mit aber diesem landesfürstlichen uralten 
cammerguetswesen, sondern auch allen und 



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jeden radt- und kammermaistern auch zuge- 
thanen eisenglidern von tag zu tag merk- 
licher und unwiderbringlicher schaden er- 
wächst, wird sie jetzt veröffentlicht: 

A) In der hauptstadt Wienn sollen die 
von Steyr stahel und eisen geben, wie folgt: 

Gmain und waich stangeisen, das man 
auch klobeisen nennt, flamb- und geviert 
Stangeisen den centen umb 3 Gulden 5 Schil- 
ling p Pfennig; kumbt die purt umb p Gul- 
den p Schilling 18^ js Pfennig und das pfundt 
in der auswag umb p^/« Pfennig, 

Schmal und brait stegraiffeisen, so lei- 
sten und bandteisen genennt wird, gättereisen, 
schareisen, das man ringleisen haist, den 
centen umb 3 Gulden 6 Schilling 24 Pfennig; 
kumbt das pfundt umb p^/« Pfennig, 

Zaineisen der centen umb 3 Gulden 6 Schil- 
ling 28 Pfennig; kumbt das pfund umb 
9^18 Pfennig, 

Fluegblech und die gemain waichen 
wagenschin den centen auch umb 3 Gulden 
6 Schilling 24 Pfennig; kumbt das pfundt 
umb p^/g Pfennig, 

Die zwizachschin aber, als ain thewere 
und stahel gattung, den centen umb 4 Gul- 
den 3 Schilling 2p ^jo Pfennig; kumbt das 
pfundt umb //^^ Pfennig. 

Zieher- oder tradteisen den centen umb 

4 Gulden i Pfennig; kumbt die purt umb 

5 Gulden 21 ^js Pfennig und das pfundt in 
der auswag umb /o^s Pfennig, 

Gar klains zaintes eisen und was der- 
gleichen in den kleinen hämmern von ge- 
schmeidiger langen zeug aufgebracht wird 
und die handwerksleut zu der kleinen hand- 
werchsarbeit brauchen den centen umb 4 Gul- 
den 4 Schilling i3^/o Pfennig; kumbt das 
pfund umb ii^js Pfennig, 

Klains gattereisen den centen umb 5 Gul- 
den I Schilling 22 Pfennig; kumbt das pfund 
in der auswag umb i3^ls Pfennig, 

Zwizach, so man auch hammereisen nennt, 
den centen umb 3 Gulden 7 Schilling p Pfen- 
nig; kumbt das pfundt umb p^/« Pfennig, 

Väßl stahel, so man mittel stahel nennt, 
den centen umb 3 Gulden 7 Schilling p Pfennig; 
kumbt das pfundt um 10 Pfennig, 



Geschlichten gemainen hackenstahel und 
schwertstahel den centen umb 4 Gulden 2 Schil- 
ling p Pfennig; kumbt das pfundt umb 
lo^js Pfennig, 

Vorder gezaichneter hackenstahel oder 
gemainen scharsachstahel den centen umb 

4 Gulden 5 Schilling 2g Pfennig; kumbt das 
pfundt umb i2^ls Pfennig. 

Vordem scharsachstahel den centen umb 

5 Gulden 5 Schilling 11 Pfennig; kumbt das 
pfundt umb /-/^/s Pfennig. 

Zu Wienn in der Stadt sol das steyrisch 
eisen und stahel durch die eisenhandler da- 
selbst zu Wienn nun hinfüran mit sampt ein- 
raittung ihrer new verwilligten staygerung 
der acht pfenning verkaufft und außgewogen 
werden, wie folgt: 

Gemain weich stangeisen, das man auch 
klobeisen nennt, flamb- und geviert stang- 
eisen den centen umb 3 Gulden 7 Schilling 
12 Pfennig; kumbt die purt umb 4 Gulden 
7 Schilling j^\2 Pfennig und / Ff und mit 
zuraittung 6 Pfund, für den hindangang in 
der außwag umb 10 Pfennig, 

Schmal und brait stegreyffeisen, so lei- 
sten- und bandteisen genennt wird, gätter- 
eisen, auch schareisen, so man ringleisen 
haist, den centen umb 4 Gulden 2j Pfennig, 
das pfund um 10^ l2 Pfennig, 

Zaineisen den centen umb 4 Gulden 
I Schilling i Pfennig; kumbt das pfundt umb 
lo^ls Pfennig, 

Pfluegplech und die gemainen weichen 
wagenschin den centen umb 4 Gulden 27 Pfen- 
nig; kumbt das pfund umb 10^ I2 Pfennig, 

Die zwizachschin aber als ain thewre 
und stahelgattung, den centen umb 3 Gulden 

6 Schilling 2^1 2 Pfennig; kumpt das pfundt 
umb 12^ ja Pfennig, 

Zieher- oder tradteisen den centen umb 
4 Gulden 2 Schilling 4 Pfennig) kumbt die 
purt umb 5 Gulden 2 Schilling 20 Pfennig 
und ain pfund in der außwag um lo^fsPfennig. 

Gar klain gezaintes eisen . , . den centen 
umb 4 Gulden 6 Schilling 16^ j 2 Pfennig; 
kumbt das pfund umb i^^/g Pfennig, 

Klaines gättereisen den centen umb 
i 5 Gulden 3 Schilling 25 Pfennig; kumbt das 
pfund um 14 Pfennig, 



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207 



Zwizach, so man auch hammereisen nennt, 
den centen umb 3 Gulden 7 Schilling 12 Pfen- 
nig; kumbt das pfund um lo Pfennig. 

Väßlstahel, so man mittelstahel nennt, 
den centen umb 4 Gulden i Schilling 12 Pfen- 
nig; kumpt das pfund in der außwag um 
10^ 1 8 Pfennig. 

Geschlichten gemainen hackenstahel und 
schwertstahel den centen umb 4 Gulden 

4 Schilling 12 Pfennig; kumbt das pfund | 
um II Pfennig. 1 

Vorder gezaichenter hackenstahel oder 
gemainen scharsachstahel den centen umb 

5 Gulden 2 Pfennig; kumbt ain pfund in 
der außwag um I2^ls Pfennig. 

Vordem scharsachstahel den centen umb 
5 Gulden 7 Schilling 14 Pfennig; kumbt das 
pfund in der außwag um iS^js Pfennig. 

B) Von dem steyrischen eisen und stahel, 
auch den sortten Scheibser eisen, das dessen 
derzeit kains in Hungern von Wienn auß 
solle verhandlt oder verführt werden, dem- 
nach derzeit am steyrischen und Scheibbser 
eisen in Österreich ob und unter der Enns 
sonder großer mangl und abgang ist auch 
auf die noch verschienen jahrs new einge- 
fallne wassergüssen die radt- und hamer- 
werchsarbaiten also geschaffen, dass sobald 
der zeugsmangl nicht zu ersetzen und da- 
her notwendig ist, sonderlich von unserer 
hauptstadt Wienn in unser cron Hungern, 
derzait kain steirisch eisen, so von Steyr 
und aus dem Scheibbser crais daher gelifert 
wird, zulassen, zumal das Vorderberger oder 
Leobnisch eisen imd stahel dahin in Hungern 
von alters mit seiner maß und Ordnung, 
wie solches durch Kaiser Maximilian IL den 
20. April ISJ4 publiziert worden, sein ver- 
schleiß hat. Also sollen derzeit biß auf 
verrere gelegenhait und man mehrern stey- 
rischen und scheibbserischen zeug von eisen 
und stahel haben kan, nach Ungarn von hie 
auß oder andern ortten auß Österreich nicht 
gelassen werden, sonder die Wiennerische 
und Neustätterische eisenhandler oder welche 
mit Leobmischen eisen und stahel zu hand- 
ien befuegt, sollen sich umb so viel mehr 
umb den Leobmischen zeug bewerben und 



denselben in Hungern der Ordnung gemäß 
und anderer gestalt nicht verschleissen, damit 
also der wolfailer zeug, Steyrisch und Scheibb- 
serisch eisen und stahel zu mehrer versehung 
des Erzherzogtums Österreich und der haupt- 
stadt Wienn im landt erhalten werde. 

C) Der naglhandler zu Steyr Satzung, wie 
sie zu Wienn, Krembs, Lintz, Weiß, Ennß 
und Freystatt, dahin sie die negl auff ihren 
Unkosten führen, allda die negl verkauffen 
sollen. 

Zur Bestreitung aller Unkosten dürfen 
die Nägelhändler über den kauf bey dem 
stock auf das tausent lattennägl / Schilling 
8 Pfennig, auf das tausent verschlagnegl 
/ Schilling 2 Pfennig, auf das tausent zwilch 
vnd behaimbische negl 24 Pfennig, auf das 
tausent große schindlnegel 26 Pfennig und 
auf das tausent klaine schindlnegel 18 Pfen- 
nig einraitten lassen, kompt also: 

Das tausent lattennegl per i Gulden 

4 Schilling. 

Das tausent verschlagnegl per i Gulden 
14 Pfennig. 

Das tausent zwilch oder behaimbische 
negl per 5 Schilling 2 Pfennig. 

Das tausent große schindlnegel per 
6 Schilling. 

Das tausent klainer gestempfte schindl- 
negel per 3 Schilling 24 Pfennig. 

D) Wie die nagelhandler zu Wienn, 
Krembs, Lintz, Weiß, Ennß vnd Freystatt 
alda in der Stadt solche negel wider verkauffen 
sollen : 

Das tausent lattennegl per i Gulden 

5 Schilling 28 Pfennig. 

Das tausent verschlagnegl per i Gulden 
I Schilling 20 Pfennig. 

Das tausent zwilch oder behaimbische 
negel per 7 Schilling 6 Pfennig. 

Das tausent große schindlnegel per 

4 Schilling 16 Pfennig. 

Das tausent klaine schindlnegel per 

5 Schilling ig Pfennig. 

Patent. 



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5793 1621 y Juli 10, Wien. 

Hanns Wolf Khneiöl wird mit der vesten 
Häckhing auf der Wienn belehnt. 

Lehenbuch, 16 16 — /6z/, 211. 

6794 1621, Juli 21, Wien. 

Susanna Millnerin vermacht dem Bürger- 
spital ihr Haus in der Kärnerstraßen zum 
wilden Mann, so daß am Sus annatage (11. Au- 
gust) jeden Jahres jede Person im Bürger- 
spital mit einem stuck rindfleisch, einem stuck 
khälbernen brätl, einen reis in milch gekocht 
und letztlichen mit gesotnen zwespen abge- 
spaist auch denen eitern jedem ain halbe, 
deren jüngeren und klaineren aber jedem ein 
seidl wein gegeben werde; die Armen haben 
der Messe, welche ein Franziskaner an diesem 
Tage im Bürgerspital liest, wenn möglich bei- 
zuwohnen; die Franziskaner ernennt die Stif- 
terin zu Inspektoren dieser Stiftung und ver- 
macht ihnen: einen Weingarten zu Kloster- 
neuburg in den obern ekern, einen indianischen 
teppich, ihren Brautkranz, den dritten Teil 
aller ausstehenden Forderungen und 10 Eimer 
heurigen Weines. — In einem Kodizill be- 
stimmt sie, daß ihre Schwester Frau Anna 
Maria Landtin den lebenslänglichen Nutz- 
genuß des Hauses haben soll. 

Vidimus aus IJSO. 

6795 1621, Oktober 26, Wien. 
Balthasar Thurner, der Landschaf t Ein- 
nehmer, bekennt vom ambtswegen auf Anord- 
nung der Verordneten auf ewig gegen 6^/0 Zin- 
sen von dem burgerspital alhie in Wienn die- 
jenigen 100 fl. rhein., welche weiland Christof 
Ambrosy gewester meßner aldort wegen hal- 
tung eines jährlichen gottesdienst dorthin ver- 
schaft hat, von dem jetzigen spitlmaister Georg 
Andreen Seidlhueber erhalten zu haben. 

Vidimus aus IJSO. 

5796 1621, November 16, Wien. 

Kaiser Ferdinand II. zeigt der nieder- 
österreichischen Regierung und Kammer an, 
daß er dem Christian Lorenz ab Abrup, 
Dechant bei St. Stephan, nach der Resigna- 
tion des Magisters Kaspar Großspitz die Ffarre 
Hieteldorf sambt den pfärrl unser lieben Frauen 



zum prunn, sonst Weydlingsau genannt, ver- 
liehen habe provisorio modo in absentia ad 
dies vitae, und befiehlt, Abrup daselbst zu 
installieren. 
Orig. 

5797 1622, Jänner 26, Wien. 

Die nieder österreichische Regierung er- 
neuert das mandat der Weingarten baw lohn 
halben und setzt den Taglohn für eine manns- 
person in der Winterszeit mit 12 Kreuzer, in 
der Sommerszeit mit 75 Kreuzer^ für eine 
Weibsperson für das ganze Jahr mit p Kreu- 
zer fest. 

Patent. — Im übrigen ist das Mandat von 1621 
(Nr. 5786) wörtlich wiederholt. 

5798 1622, Juni 24, Wien. 

Ulrich Kherttenkalch des innern statt- 
raths in Wienn, und Anna Maria sein ehe- 
liche hausfrau bekennen, daß sie aus rechtem 
katholischen eifer beherziget diejenige stüf- 
tungen, welche ihre voreitern aus sonderer 
devotion fürgesehen nicht allein sovil müg- 
lich zu erhalten, sondern auch, da solche von 
feinden der heiligen religion devastirt und zer- 
steret worden, widerumben zu erheben schul- 
tig; und weillen dann vor alters alhie nächst 
außerhalb Wienn auf der Windtmühl ein 
closter St. Theobald genannt gestanden, das 
die Türken 152g zerstört haben und also bis- 
hero wegen unterschitlicher denselben orts 
uncatholischer possession unerhoben verbliben 
bis unlängst vor ein jähr sie desselben ort 
darauf besagtes closter gestanden, vom Rate 
der Stadt Wien gekauft haben. Zur Ehre 
Gottes und dedicirung dem h. confessori Theo- 
baldo sowie zu ihretn Seelenheile haben sie 
eine neue kapeile erbaut und mit allen zu- 
gehörungen, die zum Gottesdienste notwendige 
versehen und damit stets Gottesdienst gehalten 
werde, auf ihr Haus und den dazugehören- 
den Grundstücken daselbst bei St. Theobald 
auf der Windmühl liegend, 1040 fl. rhein. 
zu 5^jo sichergestellt, damit wöchentlich zwei 
Messen sowie an Feiertagen eine Messe ge- 
lesen, das Kirchweihfest und der St. Theo- 
baldstag mit Vesper, Amt und Predigt gefeiert 
werden; die Sänger und den Prediger hat 



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209 



der jeweilige Besitzer ihres Hauses beizu- 
stellen, die Ministranten aber der Kaplan von 
St. Theobald; der Besitzer des Hauses hat 
auch die Kapelle instand zu halten. Die Stif- 
tung nimmt am nächsten Michaelstag ihren 
Anfang, Zu Inspektoren und Lehensherrn der 
Stiftung setzen sie den Stadtrath ein. — Sie- 
gel I. des Stifters und des 2. Daniel Moser röm. 
kay. Maj. rat und bürgermeister, 3. Pauln 
Widnaann röm. kais. maj. Stattrichter, 4. Chri- 
stophn Lehner und 5. Veit Reschen beede des 
innern raths alhie. — Unterschrift des Stifters 
und seiner Gattin und der Siegler. 
Notarielles Vidimus aus 1686. 

5799 1622, August 3, —. 

Frau Barbara Müllerin stiftet für sich 
eine Seelenmesse im Bürgerspital mit 400 ft. 
rhein., die auf ihrem Hause zum grilenen lämbl 
in der Kruegstraß liegend zu s^lo versichert 
sind; der Messeleser erhält i fl., der Meßner 
15 Kreuzer, der Rest ist unter die Armen zu 
verteilen. 

Vidimus. 

5800 1622, August 25, Wien. 

Da die gesambte wiennerische bürger- 
schaft . . . mit höchster beschwer suplicando 
angebracht . . . und das clagen und lamen- 
tiern der armen leuth auf dem land dartut, 
daß die nunmehr Gott lob herbeinahende 
heirige weinfexung und anderer frücht in den 
gärtn mehreren teils durch die alhie in und 
außer der statt ligende Soldaten angegriffen, 
die Weintrauben . . . durch sy und ihre wei- 
ber verkauft werden, erläßt die niederöster- 
reichische Regierung dagegen ein Patent und 
bedroht jeden, der diese Verordnung übertritt, 
mit unabläßlicher leib- und guetstraf. 

Konzept. — Nach dem Rückenvermerk sollten 
12^15 Exemplare davon gedruckt werden. 

5801 1622, September 10, Wien. 

Die niederösterreichische Regierung er- 
läßt, da man die notturfft rindt fleisch son- 
derlich von denen alhieigen wiennerischen 
fleischhackern nit haben noch bekhommen 
mügen, und nachdem sie zur Abstellung dieser 
höchst beschwärlichen picleme durch von ihr 

Regcstcn zur Geschichte der Stadt Wien. V. 



und der Kammer bestellte Kommissäre ain 
reiffe consultation und berathschlagung für- 
nemben und halten lassen, wobei sich er- 
geben hat, daß an dem viech so auß dem 
königreich Hungern hieher auf die wöchent- 
lichen marckht getriben wierdet, bißhero 
zwar ainnicher abgang nit erschinen, doch 
aber die Fleischhauer wegen der noch zur 
zeit so hoch gehendten keuff der Satzung 
nach das pfundt per 5 kreutzer ja auch per 
6 kreutzer ohne ihren eußeristen schaden 
und verderben nit außhacken khünnen, und 
dahero der oxenerkauf von ihnen notwendtig 
underlassen werden müessen, darauß dann 
nachmals die picleme und der abgang des 
rindt fleisch erwachsen , bis auf weiteres 
nachfolgende Ordnung: das Pfund Rindfleisch 
muß ohne alle zuegab oder einnöttigung 
des jungen fleisches per 7 kreutzer zwen 
Pfenning, das castraumen aber jedermann 
auf begeren das pfundt per 7 kreutzer und 
das kelberne das pfundt per 12 kreutzer 
außgehackt, das junge lemerne fleisch von 
taylämbl aber nach dem gesicht doch in 
tuelichen und bilichem werth und, wie ge- 
hört, ohne alle einnöttigung; dann der centen 
inschlet höcher nit als per 15 gülden und 
ein oxengeschäll als zungen, fleckh, kreb, 
fueß und das mauU per 3 gülden verkhaufft 
werden, dagegen die bürgerlichen fleckhsie- 
dern alhie das pfundt fleckh, fueß, zungen 
und votzmeuler, doch alles an die statt ge- 
putzt und abersotten per 6 kreutzer und das 
pfundt khreb per 4 kreutzer und nit höcher 
außwegen sollen. Wer sich nicht an diese 
Satzung hält oder welcher Fleischhauer die 
leuth mit ainicher zuewag und einnöttigung 
des jungen, wie auch kelberen und castraunen 
fleisches, wer es nit bedürfftig oder begeret, 
verrer beschwären würde^ dem soll das Fleisch 
weggenommen und er noch darzue anderer 
ernstlicher und unabläßlicher leibs- und guetts 
straff gewißlichen verfallen sein. 
Patent. 

5803 1622, September 12, Wien, 

Die nieder österreichische Regierung ver- 
bietet mit Rücksicht darauf, daß sich ain 
zeithero in disem landt auch an dem lieben 



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2IO 



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getreidt umb willen man in diser gewehrten 
unruehe den wenigem thaill der veldter an- 
pauen kbünen, sich ain zimbliche teurung 
erzaigt und sich die Hoffnung nicht erfüllt 
hat, daß nach einbringung der heurigen traidt- 
fexung es sich widerumben zu ainer unzweif- 
fendtlichen wolfaile schickhen werde, im 
Gegenteile an mehr orth des landts der metzen 
trait berait per 4, woU auch gar zu 5 gülden, 
so vorhin niemalln erhört worden, schon jetzo 
verkhaufift wierdt und leichtlich zuerachten, 
wie es sonderlich gegen dem winter und 
frühling, da es, wann nit zeitliche fürsechung 
beschähe, noch höcher steigen wurde, was der 
arme mann nit erschwingen und sich mit weib 
und khindt hindurch bringen khundte — so 
verbietet die niederösterreichische Regierung 
in Erwägung, daß diße so gäbe und unver- 
sechne verteurung des lieben getraidts allain 
daher kommt, daß die Hungern, sonderlich 
die von Prespurg, von St. Georgen, Pösing 
und derselben orthen herumb auf dem Marh- 
feldt wie auch disseits der Thonaw sonder- 
lich umb Vischa und anderwcrths in disem 
viertl undterm Wienerwaldt alles getraidt 
aufkhauffen und umb doppeltes geldt bezah- 
len, also das sy auch gahr auf die hieigen 
wienerischen traidtmärckht khomben, und weil- 
len man ihnen alda zukhauffen nit erlauben 
wollen, sich etliche ihr guete freundt auß der 
alhieigen burgerschafft und andere soliches 
auf ihren namen zuerkhauffen und nachmalls 
ihnen mit practickh zuezuschickhen under- 
stehn, jeglichen Fürkauf. 
Patent 

5803 1622, November 26, Wien. 

Anna Maria freyin von Seraw wittib wird 
mit den in Nr. 5250 genannten Lehen belehnt, 
Lehenbuch, 1616 — 162^ 2p8. — Vgl. Nr. 5j32. 

5804 i623y Jänner p, Wien. 

Die niederösterreichische Regierung er- 
läßt zur Hintanhaltung von Preissteigerungen 
folgende Ordnung: 

Geflügelwerck : 
einen alten gemästen indiani- 
schen han p. 6 fl. 

ein gemeste indianische henn » 4 » 



ein gemesten kopaun . 
ein ungemesten kopaun 
ein gemeste henn . . 
ein gemaine henn . . 
ein paar tauben . . 
einen gemesten ganßpachen 

sambt der jungen ganß 
ein ungemeste ganß . 
ein gemeste andten . 
ein ungemeste andten 
ein junges huen . . 
zway ayer dieser zeit 



p. 3fl. 
» I » 

» I » 15 
3o 
3o 

» 2 » So 
» I » 15 
» I » 15 
45 
» 20 

» 3 



kr. 



Khaes, butter und schmalz: 
das pfundt khaeß des besten p. 18 kr. 

des mittern > 12 » 

des schlechtem > 8 > 

das pfundt schmaltz ...» 36 » 

das pfundt frischen butter . » 36 » 

den gesaltzenen butter das 

pfundt » 3o » 

ain achtel schmaltz solle auff 
dem marckt höcher nit ver- 
khaufft werden als . . . » 4 fl. 



Honig: 

ain achtering honig . . . p. 

ain spanfährl » 

gelbes wachs das pfundt . > i fl. 

weißes wachs » i > 3o 

Lebendige fisch: 
Tonaw-, Marcht- und teucht- 



36 kr. 
45 » 



höchten das pfundt . . 


P- 


27 


kr 


seehöchten das pfundt . . 


» 


20 


» 


karpfifen in gemein das pfund 


» 


21 


> 


Tonaw- und Marchtscheiden 








das pfund 


> 


16 


» 


seescheiden das pfund . . 


» 


14 


» 


huechen das pfund . . . 


> 


24 


> 


schiin das pfund .... 


» 


16 


» 


Gesaltzene fisch: 






hausen das pfund .... 


p- 


12 


kr. 


stier oder tück das pfund . 


> 


12 


> 


waißlachs das pfund . . . 


» 


28 


» 


Stocklachs das pfund . . . 


» 


20 


> 


Lemperger höchten das pfund 


> 


24 


» 


adernhöchten das pfund. . 


» 


20 


T> 



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211 



ungerische und andere ge- 

maine höchten . . , . p. i2 kr. 

großeTaysakärpffendaspfund > 14 * 

schilen und präxen das pfund > 12 » 
schaiden und scblein das 

pfund ........ 10 » 

Dürre fisch und bäring: 
Stockfisch ein gewässertes 

scheut der größeren, keines 

höher als p. 50 kr. 

die mittern » 45 * 

die kleinern nicht höher als » 40 » 

Ungewässerte Stockfisch : 

das scheut der größern . . p. 45 kr, 

die mittern » 40 » 

die kleinen nicht höher als » 35 » 

ein plateysel der besten . . » 6 » 

der mittern und geringern . » 4 » 

ein brandthäring . . . . » 7 kr. 2 pf. 

das pfund leinöl . . . . » 24 kr. 

Unschlitt und kertzen: 
den centen unschlitt . . . p. 25 fl. 
das pfund baumwollen kertzen » 24 kr. 

das pfund gemeine oder garene 

kertzen > 23 » 

das pfund der gar weißen 

schönen kertzen von vene- 

discher baumwollen . . » 25 » 

sayffen das pfund , . . . > 21 » 



Leinwathwahren : 






braune blaichte und schwartze 






rupffen, die elen höher 






nicht als 


P. 


10 kr. 


mittlere rupffen die elen . 




12 > 


die beste rupffen .... 


» 


15 » 


zwidarn die ein .... 


» 


18 » 


grob härbene futter leinwath 


> 


24 » 


mittlere leinwath die ein von 






6, 5 biß in die .... 


» 


4 schil 


sackzwilch die ein ... 


> 


15 kr. 


grätelzwilch die ein . . . 


» 


24 . 



Allerley tücher: 
die ein mährisch tuch deß 
besten oder durchzogenes 
kherntuch, so schon genetzt p. 4 fl. 



das mitter mährisch tuch 

oder böhaimbisch tuch . p. 3 fl. 3o kr, 

das schlecht » 3 » 

schlesingisch geferbtes futter- 

tuch, zwisigler die ein . » i > 15 » 

schwartz futtertuch ainsigler » ^7 » 

gemaines Meichsner tuch die 

ein > 3 » 

das beste Meichsner tuch die 

ein » 4 » 

Meichsner schwartz futter- 
tuch »5 schil. 

loden die ein » 7 » 

Yeglawer peya unauffgerie- 
ben die ein » 2 fl. 3o » 

Schlesinger pey unauffgerie- 

bener » i > 15 » 

ain wollenes weißgestricktes 

hembdt » 3 » 

ain rauche mit fuchs gefüt- 
terte haubcn » 3 » 

Znaymer socken das paar . > 2 » 3o » 

Ulmützerstrümpfif oder socken » 2 » 

Allerley haut, leder und feil: 

ain paar rauche ochsenhäut 

die besten p. 21 fl. 

die schlechtem so unter 18 pf. 
wie auch küh- und stertz- 
häut das paar . . . . » 14 » 

dem lederer von einem paar 

ochsenhäut zu arbeiten . » 6 » 

von einem paar khüe- oder 

ringe haut » 5 » 

ein paar gearbeite ochsen- 
häut » 27 » 

ein paar ringe khüe- oder 

stertzhäut » 19 > 

ein rauches khalbfell ...» 45 ^r. 

ein roth gearbeites khalbfell » i » 15 » 

ein weiß gearbeites khalbfell » i » 45 * 

ein rauches zäckhel- und un- 
garisch schaaflTell der besten » I » 

weiß gearbeitet . . . . » 2 » 

landschaafffell ein rohes . » 24 » 

weiß gearbeitet » 48 » 

zway lambfell, rauch oder 
gearbeitet, für ain schaaff- 

fell. 

27* 



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212 



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p. I fl. 3o kr. 



I > 5 schil. 



I » 15 
I » I 
I » 



Schuch und stieffei auch andere arbeit von 

leder: 
ein paar geschmierte mannß- 

schuch von khalbfell auf 

zwo sohlen über einen 

Sechser, sibener oder ach- 
ter layst 

ein paar derselben auf ainen 

neuner, zehner, aylff, oder 

zwölffer layst . . . . » 
ein paar weiberschuch von 

obstehendem leder, auch 

auf zwo sohlen, fünffer 

und vierer » 

item dreyer und zweyer . > 
ain paar über den neuner laist » 
ein paar schüchel für einen 

zehenjährigen knaben, auf 

zwo sohlen, zwaymal ab- 

genähet, von jetzt gemeld- 

tem khalbleder . . 
für ainen achtjährigen 
für ainen sechsjährigen 
für ainen vierjährigen 
für ainen zweyjährigen 
ein paar mannsschuch von 

geschmiertem leder oder 

schlutzger juchten , auf 

drey deutschen sohlen, über 

einen sechser, sibener und 

achter » 2 » 

ein paar derselben auf einen 

neuner, zehner, aylff und 

zwölffer laist » 

das paar geschmirte schuch 

von schlutzger juchten, 

auf drey niderlendischen 

sohlen, sechser, siebner, 

achter » 2 » So 

neuner und zehner etc. . . » 
ein paar weiberschuch von 

geschmierten leder oder 

schlutzger juchten auf drey 

teutschen sohlen, fünffer 

und vierer > 

dreyer und zweyer . . . > 

ainer » 

ein paar weiberschuch von 

geschmierten leder oder 





45 kr 




40 » 




32 » 




26 » 




20 > 



2 » 15 



2 » 45 



I » 
I » 



6 schil. 
5 » 
4 » 



schlutzger juchten , auf 
drey niderländischen soh- 
len, fünffer, vierer . . . 

dreyer und zwayer . . . 

ainer 

ein paar mannsschuch von 
delentiner juchten oder 
preußischem leder . . . 

ein paar schuch für ain 
mannspersohn von gutem 
cordawan abgesetzt und 
abgestäpt, mit niderländi- 
schen sohlen, sechser, si- 
bener und achter . . . 

neuner, zehner 

ein paar von cordowan un- 
abgestept deß kleinern 
mannslaist 

des größern oder neuners biß 
auf den zwölffer . . . 

ain paar weiberschuch von 
dantzger cordowan, abge- 
stept und abgesetzt, fünffer 
und vierer 

dreyer und zweyer . . . 

ainer 

ain paar cordowanisch wei- 
berschuch unabgestept . 

dessen dreyer, zweyer 

ainer 

für ainen knaben von zehen 
Jahren ein cordowanisch 
paar schuch abgestept 

ungestept 

für einen knaben von acht 
Jahren abgestept . . . 

unabgestept 

kinder schüchel von 3 oder 
4 jahrn auf ainer sohlen, 
schwartz oder roth . . 

drey- und zweyjähriger kin- 
derschüchl 

ein- und halbjährige . . . 

ein paar stififel von geschmier- 
tem leder oder schlutzger 
juchten 

von khalbfell 

von delentiner juchten oder 
preußischem leder . . . 



p. 2 fl. 15 kr. 
» 2 » 
> I » 45 » 



» 


3 » 


3o 


» 


3 » 


45 


» 


3 » 




» 


3 » 


15 



* 2 » 45 
» 2 » 3o 
» 2 » 15 

» 2 » 15 

» 2 » 

* I » 45 



» I » 15 
» I » 



» I » 



48 



24 » 

20 » 
15 » 



» 6 » 
» 4 » 

» 12 » 



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2l3 



gut dantzger oder cordowa- 

nisch stiffel p. 

mit goUoschen » 

ein paar mannä pantoffel von 

dantzger cordowan . . » 
weiber pantoffel von dantz- 
ger cordowan 
ein gemainer reitsattel . . » 
ein gemainer wagensattel . » 
ein gut starck kummet . . » 
ein schlecht gemaines . . » 
gemaine zuggeschirr oder 
Stangen und hintergeschirr 
in die kumet mit seiten- 
blätter starck und gut . » 
ein paar steigleder . . . » 
ein paar gutschigeschirr auf 

zwey Stangen roß ...» 
auf die vordem roß mit über- 
zinten rinken . . . . » 

auf 6 roß » 

auf die cordowan arbeit ge- 
machte und sauber abge- 
stepte mit blaw angeloffe- 
nen rincken auf 6 roß 
gutschigeschirr . 
ein gemainer zaumb 
paaren halfftern 
ain paar zügel . . 
gemaine halfiter . 



10 fl. 
12 » 

» 2 » 3o kr. 

» 2 * 



15 



40 
90 



3o » 

45 » 
3 schil. 



3o 



150 fl. 
I fl. 15 
I » 15 

5 » 
24 



Schmidt- und schlosserarbeit: 

ein gemaines huffeysen auf- 
zuschlagen von newem 
eysen p. 12 kr. 

ein hengst huffeysen ...» 15 * 

ein klepper huffeysen . . » 11 » 

paumwagen » 36 fl. 

gemaine bawern- odergeringe 

wagen » 24 » 

gearbeittes gattereysen den 

centen » 12 » 

ein gemaines schwartz schloß 
mit geraden banden und 
einem rigel » 2 » 3o » 

ein weiß schloß mit 2 rigel 
und geflambten weißen 
banden, handhaben und 
buckeln » o » 



ein schloß aufzusperren . . p. 6 kr. 

ein schwartz schloß mit einem 
rigel und fallen, geflamb- 
ten banden » 5 fl. 

ein gemainen stueben- oder 

cammerschlüssel ...» 24 » 

Sayller arbeit: 
das claffter zueg- oder wein- 

seyl der größern . . . 

der mittern 

der kleinern 

der längisten streng das paar 

der mittern 

der kleinern 

ochsenstrick die grÖßern das 

paar 

die nächsten an die größern 
die kleinere gattung . . . 

die kleineste 

gewandstrick die claffter der 

größern 

die mittern 

die kleinern 

rebschnur die größern die 

claffter 

der mittern 

der kleinern 

den besten schuster hanff das 

pfund » 24 kr. 

deß kleinen riemer spähet das 

pfund » 40 » 

des mittern » 36 » 

des groben » 3o > 

brieff spaget das knoll . . » 6 » 
prunseyl pastes der größern 

die claffter » 12 » 

der kleinen ein claffter . . » 6 » 

Zimmerleut, maurer und tagwercker: 
einem Zimmermanns- und maurer- 
gesellen solle sampt deß maisters 
groschen den tag zu lohn gegeben 

werden 24 kr. 

einem tagwercker 18 » 

Landtgutschi und ander fuhrleut: 
einem landtgutschi oder an- 
dern fuhrmann solle neben 
futter und mahl auf zwey 



24 


kr. 


20 


» 


12 


» 


24 


» 


20 


» 


15 


» 


9 


» 


"6 


» 


3 


» 


2 


» 


2 


» 


6 


Pfenning 


I 


kr. 


3 


Pfenning 


2 


> 


I 


» 



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214 



K. k. Archiv für Niederösterreich. 



roß des tags gegeben wer- 
den I fl. 3o kr. 

auf vier roß 2 » 3o > 

auf sechs roß 3 > 45 > 

von ainem klepper- oder 

lebenroß den tag . . . i » 15 » 

von ainer claffter holtz oder 
anderer wolgeladenen fubr 
allbie von dem wasser in 
die statt 45 ^r* 

von ainer claffter boltz zu 

backen oder zu klieben . i scbil. 
Patent. 

5805 1623, Jänner ij, Wien. 

Die niederösterreichische Regierung ver- 
lautbart nochmals die kaiserliche Resolution 
vom 4. November 1622 Crembsmünster, wor- 
nach der Kaiser vor seinem abraisen zur 
Hintanhaltung der Fleischnot in den nieder- 
österreichischen Ländern einer landsverleger 
compagnia die Versorgung mit Fleisch über- 
tragen und ihr vollkommene macht und ge- 
walt gegeben hat, daß sie sowol auf denen 
allbie zu Wienn als auch zu Auspitz in Märhern 
und auf anderen Viehmärkten all und jedes 
daselbsthin ankommendes rind- und schlacht- 
viech allain kaufen und mit demselben die 
erbländer und andere anrainendte provincen 
versehen soll; nur die Compagnia darfrsMcht 
ochen-, stier- oder kühhäut in den genannten 
Ländern kaufen und verkaufen. 

Patent. — Dieses Patent erschien auch unter dem 
Titel: Kaiserliches general mandat und freyheit auf der 
herm landsverleger compagnia, darinnen der kauf des 
rind- und Schlachtviehs wie auch die gearbeiteten oxen-, 
stier- und kuhhäut begriffen, den verlag, das nichts aus 
dem land soll geführt, getrieben oder verkauft werden, 
bis das land versehen, in Österreich unter der Enns be- 
treffend. — Gedruckt zu Wienn in Österreich bey Wolf- 
gang Schumppen röm. kay. Maj. hof- und ainer löbl. 
landschaft under Enns buchdrucker. 

Codex Austriacus 2, 3j6. 

5806 J623, Februar 6, Wien. 

Die niederösterreichische Regierung er- 
neuert das Münzpatent vom 2j. Jänner 1622 
und erklärt, daß nur die österreichischen 
kayserischen silbergroscben , die behaimbi- 
schen kayserischen silbergroscben, die steye- 
rischen oder grätzerischen silbergroscben und 



die ertzhertzog Carolische in der Schlesien 
silbergroscben Kurs haben. — Gedruckt zu 
Wienn in Oesterreich bey Wolfgang Schump- 
per, rom. kais. maj. hof- und einer löbl. landt- 
schaft in Österreich unter der Enns buch- 
drucker. 

6 Blätter mit Abbildung der ^berechtigten^ Münzen. 

5807 1623, März I, Wien. 

Da in werenden kriegsjahrn und ein 
zeit herumb die Ordnung der Roßmärkte fast 
gar abkommen sind, so verordnet die nieder- 
österreichische Regierung, daß von nun an 
auch in Wien, wie es in Crembs und an 
andern orten gebreuchig, nebst dem sams- 
tägigen Wochenmarkte jährlich zwei haupt- 
roßmärkt, der eine zu Pfingsten, der andere 
auf Catharina auf dem bewusten ort in der 
statt gehalten werden sollen. Doch sind da- 
selbst nur gemaine, schwere roß zu handeln 
und von jedem Stück 5 Kreuzer und vom Gul- 
den I Kreuzer als roßgefell in das handt- 
grafenampt zu entrichten; ausgenommen sind 
davon nur die drei Stände. Die hohen und 
thewren roß als haupt- oder gutschenroß und 
klepper müssen nicht auf den Markt gebracht 
werden, sondern können auch in den Häusern 
verkauft und vertauscht werden; auch die 
Juden dürfen, da sie Samstag nichts handeln 
können, in den Häusern mit Pferden handeln, 
doch müssen sie stets das roßgefell entrichten. 

Patent, 

5808 1623, Juni 19, Wien. 

Die niederösterreichische Regierung er- 
läßt in Ergänzung der jüngsten Satzung des 
schweren und geringen Getreides sowie ver- 
schiedener Viktualien folgende Ordnung für 
den Gries-, Mehl- und Gemüseverkauf: 
Schön gerechten grieß, das 

achtel per I fl. 

semelmeel des besten, das 

achtel > I » 

mundtmeel des besten, das 

achtel » I » 2 kr. 

waitzenkhern pohl, das achtel » 4 Schilling 
straiff- und kleibenpoll, das 

achtel »2 » 

arbesmeel, das achtel . . »40 kr. 



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K. k. Archiv Ar Niederösteireich. 



215 



gerstesmeel, das achtel . . 


per 


20 


kr 


haidengrieß und meel, das 








achtel 




3o 




gerstengrieß, das achtel . . 




36 




genoite oder gebrochne ger- 








sten, das achtel .... 




48 




linsen, das achtel .... 




So 




gestampfften prein, das achtel 




3o 




arbes, das achtel .... 




3o 




kichern, das achtel . . . 




So 




gebrochnen haiden, das achtel 




15 




hiener prein, das achtel . . 




15 




khimb, das achtel .... 




24 




haniff, das achtel .... 




24 




khranbetbeer, das achtel 




12 




zwifel, das achtel .... 




10 




gedörte weixel, das achtel . 




3o 




guette kletzen, das achtel . 




18 




schlechte kletzen, das achtel 




12 




scherrueben, das achtel . . 




6 




wasser- und steggrueben, das 








achtel 




3 




reibsandt, das achtel . . . 




3 




das pfundt butter .... 




36 




ain besem 




2 





Hey, strey und gehäck. 

den Schober thennstro . . per 6 fl, 
der Schober klein- und bandt- 

stro » 3 » 

ain scheuttfärtl hey ... » 4 » 
ain guette starcke fuhr hey 

mit zway rossen ... » 8 » 
item bey den fuetterern den 

metzen gehäck zugeben . » 6 kr, 
ainen schab stro in gueter 

groß und noch ainmal so 

gros als sy der zeit sein » 4 » 
ain puschen hey, auch noch 

ainmal so groß als sy die 

jetzigen sein » 5 » 

es sollen benebens auch die 

bürgerlichen pecken allhie 

dieweilen der publicierten 

Satzung nach der metzen 

waitz, alß auch das ge- 

strich meel » 5 fl, 

taxirt, hinführo die sembl 

dem kreutzer werth und 



dem gewicht nach auf 4 loth mit gerechter 
weißen, item aus dem pollmeel umb jeden 
kreutzerwerth 6 loth i quintel. dann auch 
umb ain kreutzer rockesbrodt, 6 und ain 
halbes loth bachen. verrer aus jedem ge- 
strich meel gegen raichung des gebürlichen 
pacherlon zehen laib brodt, jeglicher 3 und 
ain halbes pfundt haltent, ohne waigerung 
menniglich zugeben schuldig sein. 
Patent. 

5809 1623, Juli 25, Wien. 

Georg Hawer der n.-ö. landrechten zu 
verordneter gerichtsweisspott wird als Lehen- 
träger seiner ehewirthin Anna Maria mit den 
von Wolf Stubenfoll und seines bruders Ur- 
bani Stubenfoll gelassnen kinder gekauften, 
Nr. 5682 genannten Lehen belehnt. 

Lehenbuch, 1616—162^ 33/. — Vgl. Nr. §y8i. 
— Im Jahre 1626 wird mit diesem Lehen Seifried 
Christof Brenner belehnt. 

5810 1623, Oktober 27, Wien. 
Demnach die fr ied brüchigen mit ihrem 

blutdurstigen anhang einen unversehenen 
straif oder einfall in das Erzherzogtum Oster- 
reich fürnemen und alle auf dem land hin 
und wider vorhanden , . . traidt- und wein- 
fechsung hinwegführen oder verderben möch- 
ten, verordnet die niederösterreichische Re- 
gierung, alle traid-, habern-, wein und andere 
proviSint 'Vorräte in die nächstgelegenen Städte, 
sonderlich aber nach der haupt- und residenz- 
statt Wienn umb mehrere sicherhait willen 
zu führen. 
Patent. 

5811 1623^ Dezember 14, Wien. 

Der röm. kais. maj. . . . general-edict die 
reduction und reformation der müntz be- 
trefifent. — Gedruckt in der kays. hauptstadt 
Wienn in Österreich bey Gregor Gelbhaar 
zum rothen creutz hinter der juristenschuel. 

Patent. — 8 Blätter. 

5813 1624, März 26, Wien. 

Provincial, guardian und ganzes convent 
des heiligen ordens sancti Francisci der min- 
dern brüder beim heiligen creuz alJhier in 



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Wien verpflichten sich, die von Susanna 
Veronika Trautsohn gräfin zu Falkenstein, 
geborne von Meggau, wittib in der St. Mi- 
chaels Pfarrkirchen allhier mit 3ooo fl. rhein. 
gestifteten vier wöchentlichen Messen durch 
einen Priester aus den Minoriten lesen zu 
lassen. — Besiegelt mit dem Provinzialats- 
und Konventssiegel, unterfertigt von Fr. Joan- 
nes Accursius Wolfriser, minister provincialis 
Austriae, Fr. Philippus Alcariensis regens, 
Fr. Joannes Baptista Lagus de Bononia prae- 
sidens sanctae crucis Viennae, Fr. Cornelius 
Sanseverinus sacrae theologiae doctor et apud 
sanctam crucem regens. 
Vidimus aus iy68. 

5813 1624, April 2^, Wien. 

Da die boßhait des hauergesindls der- 
maßen aller orten überhand nimbt, daß sie 
wider alles wissen und billigkait auch nicht 
aus mangel der arbait oder daß die müntz 
noch in vorigen hohen wert gangbar were, . . . 
die leut . . . mit dem taglohn von ainem 
gülden bis auf zehen ja zwölf Schilling und 
in specie auf ainen reichsthaller hinaufgetrie- 
ben haben, dardurch dann mitlerzeit, weilin 
es dergestalt zu erschwingen unmüglich, das 
weingartenpau, welches fast das fürnehmste 
nahrungsmittl diser Stadt und des ganzen 
landts ist, nothwendig darniederliegen, setzt 
die niederösterreichische Regierung den Tag- 
lohn für einen Hauer auf 48 Kreuzer, für 
ein Weib auf einen halben gülden fest und 
verbietet, ihnen Jause, Frühstück, Verehrun- 
gen oder Trinkgeld zu geben. 

Patent. 

5814 1624, Juli 17, Wien. 

Kaiser Ferdinand II. erläßt, da zu jetzi- 
ger zeit allerlay newer zeug nach Österreich 
eingeführt und in höchstem werth verhandlet 
werden, davon aber wenig oder nichts ver- 
mauth wird, folgende Ordnung: 

Wein. fl. kr. pf. 
Land- und ungerische wein, her- 
ein und hinauß zue landt,gibt 

ain emer — — 12 

prandtwein, ain emer ... — i 18 

möth, ain emer — i 18 



fl. kr. pf. 

essig, ain emer — — 12 

bier, ain emer — — 4 

von süßen weinen, wie sie nah- 
men haben mögen, soll von 
jeder lagl oder emer geraicht 
werden — 6 — 

Gold und silber, herein und 
hinauß. 

von allerlay gespunnen gold 
und silber, güldenen und sil- 
bern porten, spitz, gallonen, 
güldenen und silbern stuck 
und tücher, vom samb, so 
drey centen helt, sol mauth 
geben werden 20 — — 

und von pfund — — 16 

Beschlagen guet und derselben 
sortten, herein und hinauß. 

samat, zendldort, schamloth, 
puebmatlaß, taffet, dapelt, jä- 
newätz, samet und gemain 
seiden rupfen, seiden ta- 
maschk, samte und arbey, 
machey, thobin, seidene porte, 
vilasela und andere derglei- 
chen seidene zeug, also auch 
allerley venedische, spanische, 
sürffisch, cärmäsin, fleth und 
andere seiden in gemain, 
dieses beschlagenen guets ob 
specificierter sortten, so jetzt 
geführt oder künfftig in gleich- 
mäßiger wehrung und gat- 
tungen geführt werden möch- 
ten, gibt der samb so drey 
centen helt 10 4 — 

von ainem aintzigen pfund . — — 10 

von ainem aintzigen stuck sa- 
mat, atlaß, tamaschk und der- 
gleichen wie oben genennt . — 2 — 

Goldschmid arbeit, 
von allerlay weiß silber und 

vergulder arbeit, auß und 

ein, gibt die march ... — — 8 
von allerley goldarbeit, mit oder 

ohne edelgestein, und perlen 



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217 



fl. kr. pf. 
versetzt, unversetzte perlen, 
auch anders edelgestain, dar- 
unter die klainodien, ring, 
ketten, halä-, ohrgeheng und 
dergleichen gattungen zu ver- 
stehen, soll von ain hundert 
gülden werth geben werden — 2 — 



Specereyen, aiiß und ein. 

nägel, muscatnuä, imber, langen 
pfeffer, muscatplue, zimet- 
röhren, pfeffer, asand, zucker, 
von jedem samb p. 3 centen 
geraith, soll abgemauth wer- 
den 5 

oder vom pfund — 

saffran, gafifer, gibt das pfund — 



4 
24 



Unbeschlagen guet, herein und 
hinauä. 

galgandt, zibeben, pariskörner, 
welischen khimel , zitwer, 
baummöll, haraägarn, bäum- 
woU, weinbeer, allerley sort- 
ten, coriander, olivy, therpe- 
tin, cäpry, thimian, mandl, 
anneiä , packenholtz , agg- 
stain, petrolium, gumy, san- 
del, gallus, quecksilber, vei- 
gelwurtzen, tadelkörner, call- 
muß, sawer lemony, zinober, 
waidtgarn, berggrün, zipreß- 
holtz, prößler räth, pfeffer, 
in dich, bleyweiß, steppgarn, 
von vorgemelten allerley un- 
beschlagnen guet, so jetzo 
geführt oder künfftiger zeit 
geführt werden möcht, es sey 
auf wasser oder land, gibt 
der samb, so 3 centen helt, 

zu mauth 2 

und von ainem aintzigen pfund — 
eingemachte imber, callmuß,con- 
fect und solche specerey Sa- 
chen, item pasta, allerley ein- 
gemacht und candiertes, gibt 
ain pfund — 

Regesten zur Geschichte der Stadt Wien. V. 



— 2 



— 6 



fl. kr. pf. 
Centen guet, herein und hin- 

auß. 
grünspan, roß- und khuehaar, 

hüttrich, sawporsten, süßholtz 

bockshorn, vogelleimb, tisch- 

lerleimb, rochzün, glocken- 

speiß, messing, allaun, kupffer, 

hanifwerch, salitter, pöfling, 

gemain saiffen, thrüpel, vei- 

gen oder gübbs , winter- 

katzen woll., lorbeer, menig, 

schweffei, spinhaar, kreyden, 

reiß, weinstain, leinöll, bö- 

haimbisch und gemain käß, 

speckh, rosin, rochbley, inß- 

leth, glett, endt, straichwoll, 

zerbrochen glas , scherwoll, 

vischbain, khuenruß, pech, 

härtz, knofflach, tachtgarn, 

sterck , toppelgarn , vitriol, 

saylerwahr, prisil, schmeer, 

puttenpender. dieses gemelt 

centen guet, gibt der samb, 

so auch drey centen helt, zue 

mauth — 4 — 

von jedem centen .... — i 10 
die pärmäsohn , Schweitzer, 

priesamber, degenseer, creutz 

und holländer käß zahlt man 

nach dem gülden werth von 

jedem gülden — — 12 

von ainem centen schmaltz . — — 24 
von ainem achtl schmaltz . . — — 2 
von ainem centen wachs . . — 2 — 
von ainem centen venedische 

saiffen — 2 — 

von ainem centen weiß wachs — 2 20 
von ainem centen allerley ganß- 

federn — 2 20 

vom centen zwespen . . . . — — 16 
von ainer thunen hönig . . — i 18 

Gemacht und ander centen guet, 

auß und ein. 

fürneiß, gmain zwirn, messing, 

härbes garn, zinn, schieß- 

pulver, kupffer, zagen bley, 

trath allerley , huetterwoll. 

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fl. kr. pf. 
obberührter sortten, gibt der 
samb, so auch drey centen 

helt I — — 

und ain centen gibt .... — 2 20 

Pappier. 

zway palln venedisch oder an- 
der gemain schreibpappier, 
sein gemacht wo es wöll, 
ain pällel per 10 riß, ain riß 
per 20 buech, ain buech per 25 
bögen, thuen ain samb, da- 
von zue mauth — 4 — 

von ainem pällel — 2 — 

von ainem aintzigen riß schreib- 
pappier, es sey gemacht wo 
es wöll — — 6 

von ainem riß regal, median 
oder blaw pappier, es sey 
venedisch oder anders . . — 16 

von ainem samb kartten, reiß- 

und hütterpappier .... — 2 20 

von ainem aintzigen solchen riß — — 4 

Glaßwerck, auß und ain. 

von ainer truhen gemainer glaß- 

scheiben — 3 10 

von ainer truhen durchsichtigen 

Scheiben — 4 — 

von ainer krächsen mit gläsern — — 12 

von ainem samb christallen 

gläsern 5 — — 

von hundert gemainen trinck- 

gläsern — — 12 

von hundert Wassergläsern, dar- 
unter die angster auch be- 
griffen — — 24 

Gewandt und wollen tuech, 
auß und ein. 
welsch tücher, wulisch peya, 
granat tücher, rößza, sparla- 
tin, englische tücher, Schar- 
lach, carisee, stameth, lindisch 
scheptuech, scheya,peya,May- 
länder tuech. dieser obbemel- 
ter tücher und sonsten der- 
gleichen sortten raith man 
den wasser samb, per sech- 



fl. kr. pf. 
zehen stuck tuech, davon gibt 
man zue mauth .... 6 — — 
und von ainem aintzigen stuck 

tuech . — 3 — 

Andere gemaine tücher, 

auß und ein. 

Meißnisch, Praunawer, Zwickh- 

awer , Pautzner , Thöberer, 

Schweitzer futertuech, New- 

hauser, Thullner, Iglawer, 

Pöttinger,schlesischer carisee, 

wilßko, schlesischer peya. die- 
ser gemelten sortten thun 

gleichfalls sechzehen stuck, 

ain gantzen wasser samb und 

gibt zue mauth auf wasser 

und land 2 — — 

ain aintzigen stuck tuech . . — i — 
von ainem stuck bawrenloden — — 24 

Paret oder Panet, auß und ein. 
ain hundert ungerische hütel 

geben mauth 

von jedem tutzet gemachten 

oder gefütterten hüten . . 
ungefütterte hüet nach dem 

gülden, vom gülden . . . 

Haraß, sadin, parchant und der- 
gleichen, auß und ein. 
grofgran, Mayländer, machey, 

Sodiser, mässelan, Cremore- 

ser, vorstatt, Augspurger, ha- 

ras, Ulmer, sadin, Peyrer 

parchant, gänßaugen, engel- 

sath, hundtsschotten, peutel- 

tuech, packhaschin, schötter, 

galler und spinath, gmaine 

leinbath, thirmethey, zwilch, 

plahen. diese vor specifierte 

stuck, ein, maß gibt jedes 

stuck zue mauth .... 
gestrickte bawren- oder Müni- 

cher handschuch, sie seyn 

geschärth oder gefingert, item 

glißmeth oder gestrickt hand- 

schuech zum unterfüttern, 

gibt ain tutzet zu mauth . 



16 
18 
12 



— — 4 



— 4 



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fl. kr. pf. 
von ainem tutzet gestrickten 

bawrenhosen, denen zwölfF 

paar für ein tutzet gezählt, 

gibt zue mauth — — 4 

und dann von ainem stuck 

rupffen — — 2 

von ainem schock pergerparthen — 16 
von schock kleinern perger- 

perteln — — 24 

PÖt, ziechwerch, galler, lein- 
bath, gölschen, thöbich, auß 

und ein. 
ein pallel galler leinbath, das 

helt zway und viertzig stuck, 

gibt zue mauth — 6 — 

von ainem stuck packhaschin 

oder regentuech gibt zue 

mauth — — 12 

Ulmer und andere galschen, 

ein vaß zue 3o stuck, gibt 

zue mauth i — — 

von ainem stuck oberländisch 

pothziehen — — 12 

schlessische pothziehen vom 

stuck — — 4 

von ainem stuck pöthparchant — — 24 
von ainem stuck sarschet, scheyet, 

partuan und dergleichen zeug 

gibt man — — 24 

von ainem Nürnbergerischen 

tisch- oder parneckh thöpich — — 8 
von hundert ein roßtöcken . — i 18 
von ainer gefüttert oder ge- 
machten roßtöckhen ... — — 4 

Von pöthtöcken, ungerisch, und 

gemainen kotzen, auch allerley 
thöbich, auß und ein. 

von ainem newen abgenäthen 

gemainen gülden oder töcken — — 12 

von ainem ungerischen kotzen — — 12 

von ainem khepene, er sey ge- 
macht oder ungemacht . . — — 12 

von ainem gmainen kotzen . — — 8 

von ainer englischen weißen 

töcken — — 12 

von ainer türckisch- oder rätzi- 
schen töcken, vom gülden . — — 12 



Allerley kramerey und pfen- 
berthen, auch anders, so nach 
dem gülden angesagt, und ver- 
mauth werden mueß, auß und 

ein. 
ain samb kramerey, wird per 
140 fl. angeschlagen, gibt der 
samb, so 3 centen helt . 
von ainem halben samb 
von ainem viertl samb . . 
von ainem centen . . . 
allerley apoteckerey, als simpli 
cia, Salsa, parila, cassa, senfT- 
bletter, mana und dergleichen 
wird nach dem gülden an 
geschlagen, vom gülden zu 
mauth 3 kreutzer jedes vom 

gülden 

was von spöckhart von truhen, 
item von schönen weißen und 
geschmetten spöckhart auß 
Frankreich oder Venedig ge- 
führt wirdt, spill und spie- 
gelglaß, item die kölbm, so 
man zum schaiden und distu- 
liern braucht, vom gülden 

werth 

tapezerey, spalier, türkische, 
niderländische und andere 
dergleichen thöbich, gemelte 
tücher und gmähl, stanssen, 
khranich- und andere der- 
gleichen federn, badsch wa- 
rnen , elephantenzähn oder 
helffenbain, schlayer, sie sein 
seyden , baumwollen oder 
stauchen , sinewaff , nider- 
ländisch- und wames lein- 
bath , niderländischer und 
Straßburger zwirn, gülden, 
silbern, seiden gestrickte oder 
gewürckte hauben, item sei- 
den und ander gestrickte 
strumpff, von aintzigen ge- 
machten jopen, pfaiden, halß- 
tüchern , halßpfaiden , fur- 
tüchern,facileten,brusttücher, 
frawen hauben und alles was 



kr. pf. 



4 — 
6 — 

2 20 



12 



— — 12 



2g» 



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fl. kr. pf. 

solcher arbeit ist, es sey von 

plaichter oder roher leinbath 

gemacht, und dann gestrickte 

hosen, wird alles nach dem 

gülden angesagt, und vom 

gülden zue mauth genomben — — 12 
maultrumbel werden nach dem 

samb angesagt und ist ainer 

per 40 fl. taxiert, vom gülden — — 12 
von allerley getruckte bücher, 

gemalte brieff, laßtaffel, prac- 

ticten vom gülden .... — — 12 
allerley büchsen, wie die ge- 
nennt werden, sowol spieß, 

helleparten, hämisch, kainen 

außgenomben, so man auf 

den kauff führt, pantzer, alt 

und newe, es sey henckel, 

schürzt, ermbl, kragen, strick 

oder fleck, eysen, rast, trifueß, 

pfanholtz, leichter, heindl, 

krampen, prechhawen, reut- 

hawen, gruebbawen, spör- 

häggen , schalten , schwert, 

creutz, knöpff, hültz, plat, 

schloß, pand, roßpüß, steg- 

raiff, sporn, item klampfer 

arbeit, als plechen, flaschen, 

plechkändl, vischwändl, plech- 

keßl, trächter und seich- 

pfändl etc. solle man vom 

gülden werth nemmen . . — — 12 
was von trächselwerch , hör- 

mändl, röhrkübel, visch- und 

meelwändl, maußfalln, klaine 

sechterl, saltzfäßl, gstättele, 

püchsel , pretspil , klaine 

fläschl, spindl, seich, bader- 

köpff, hoternpfeiffen und der- 
gleichen klaine arbeit, item 

pantoffelholtz und von puchs- 

baumen und sandlen messer- 

schaln, gibt man vom gülden 

zue mauth — — 12 

die gemelten gloggen, schmeltz- 

tögel, alle stainen und hül- 

tzern taffeln oder güldtwerch 

trometen, posaun, clareten. 



clavicordia, possetif, außge- 
hawte grabstain, allda die 
epitaphia, item die stainen 
sailn, thür- und fensterge- 
richt, nach deren werth, vom 

gülden 

von allen andern Nürnbergeri- 
schen gemain pfenberthen, 
als wätschger, taschen, aser- 
peutl , gürtel , paarmesser, 
kamp, pursten, löffelfueter, 
Schreibzeug, campaß, reiß- 
uhren, gewürckte fätschen, 
porten, perteln, nadeln, glu- 
fen und spenadl, häfftringen, 
fingerhuet, huet, nadlbain, 
nestel, handschuech, augen- 
gläser, lidern, jopen, goller, 
lidern pölster und küßziehen, 
wiegenpänder und Scheiben, 
roßgurth, haarflecht, zöpff, 
wollene frantzen , hültzen- 
stainen- erden- oder andere 
bilder und thockhen, auch 
tafel und tafeln, calamol, pe- 
nal, sparberhauben, sparber- 
gefäß, trumein, putschär, kar- 
tätschen, kartten und hueter- 
kartten, zeug auf die roß, 
alles gemachts riemerwerch, 
allerley kräntzlkraut , brieff- 
spaget, das alles wird nach 
dem gülden werth angesagt 
und davon zue mauth ge- 
nommen 

Von allerley schlayrn und an- 
dern wahren, so außer lands 
ohne unterschied geführtwerden, 
als Wiener schlayr, unaußge- 
machte schlayr mit perlen 
und gülden leisten, item gül- 
dene hauben, zändl, gülden 
geflinderte aufsätzund seidene 
hauben, pürströhr,rapier,thol- 
lich, sommerhuet, trometen, 
Säbelklingen , möhrspünern, 
goldtafeln , pantzerhemet. 



a. kr. pf. 



— 12 



12 



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22X. 



fl. kr. pf. 



pantzer ermbel und hand- 
schuech, Nürnberger töpich 
allerley messer und gschmeidt, 
reuttsocken, schuech, straus- 
sen- und andere federn, stau- 
chen, kramb, allerley wälli- 
sche und andere käß, wie 
die nahmen haben mögen, 
sänif, lassur, indich, lorbeer- 
öll, spicköll, quecksilber, ni- 
derländischen zwiern, türck- 
isch und andere töpich, 
allerley huet, sinewaf, thun- 
tuech, geselchte hamen, zer- 
belätywurst, zungen, hopfen, 
saillerwahr, knoflach, frucht, 
bäum, prünerzwespen, laut- 
ten, reißohr und alles anders, 
wie es nahmen hat, und in 
denen dreyßigist zetln nach 
dem gülden werth taxiert würd, 
das soll dits orts auch nach 
dem guldenwerth und von 
ainem jeden gülden auß und 
ein vermauth werden . . . 

Rauchs eysen und stahel, 
auß und ein. 

von allerley rauchen eysen und 
stahel, wie das nahmen hat, 
soll von jedem centen zue 
mauth geben werden . . . 

vom emer huefeysen-, latten-, 
verschlag-, schindlnegl und 
all andern negeln, wie vom 
andern geschmidt eysen . . 

von ainem schockh pfannen . 

Gemacht eysen und stahel. 
von ainem jeden emer eysen 
geschmeidt, es sey hackhen-, 
groß und klain, schär-, nä- 
binger-, zangen-, knöpff-, 
schlossereysen , härtl- oder 
eysenhammer, sursech, raiff- 
messer, fleischmesser, hand- 
sägl, pägn, sagn, schntitzer, 
pandtschaber, schatl, streich- 
eysen, windtzangen, roßpra- 



— 12 



— 12 



3 6 
I — 



ment, kolleysen, hackelmesser, 
zwerchanzugl, schrauffen, an- 
pößl, spießeysen, schäfflmeis- 
sen, pindtmesser, locheysen, 
faimblöffel , Schöpflöffel, 
schnitzerzeug, hobeleysen und 
was solche gattung mehr auß 
stahel und eysen gemacht 
gibt der emer geschmaidt zue 
mauth 

von ainhundert allerley sengsen, 
Stromesser , sätterin- oder 
schabmesser, kirschner- oder 
garbermesser 

ain vaß sengsen, so 8oo halten 
soll, gibt mauth .... 2 

oder von loo — 

von ainem vaß steyrerischen 
messer i 

von ainer pürstlagl, i emer, 
soll geben werden . . . 

ain Stainbacher messerlägl . . i 

ain samb oder emer lagl mit 
messer — 

von hundert sichel thuet die 
mauth 

Von verzündten plechwerch. 

von ainem hundert stürtz oder 
verzündten plechen gibt man 
zue mauth 

ain väßl, darinnen 3oo der- 
gleichen weiße plech seind . 

von ainem schockh schwartzen 
klampfifer plech 

Khürßnerwerch und rauchgfühl 
auß und ein. 

zobel ein zimer oder gantzen 

fuetter zobel 2 

von ainem aintzigen zobel. . 
von ainem zimer mader, deren 
viertzig ain zimer ist . . . 
von ainem aintzigen mader . — 
von ainem zimer härmpalg . - 
vom hundert gantz fuchspalg . i 
vom hundert fechwamben oder 
fuetter 



kr. pf. 



— 3 



— 2 



2 

4 



— i6 



~ 6 12 



— — 24 



— I 6 

— 3 18 



— — 12 



— 4 — 



— I 



3 

10 
10 

lO 



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222 



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fl. 



vom hundert fechruggen oder 
fuetter 

vom hundert fuchswamben oder 
fuetter 

vom hundert fuxruggen oder 
fuetter 

vom hundert fech oder fuetter 

vom hundert eltespolg . . 

vom hundert maderkheln . 

vom hundert würmblein 

vom hundert königpolg oder 
ain königruggen fuetter . 

vom hundert aichhorn . . 

vom hundert pilchmeiöpalg 

von ainer luchshaut . . . 

von ainer jenotten . . . 

von ainer Otter- oder püberhaut 

von ainer bernhaut . . . 

von hundert tachshäuten . 

von hundert zuraschen . . 

von hundert schaaff- und lamb 
fehin 

von hundert wildkatzenpalg 

von hundert weißen hasenpalg 

von hundert grutzenpalg , 

von ainer wolfifshaut . . . 

von ainem villfraß . . . 

von ainem schwartz lämbern 
fuetter 

von ainem zimer aertzt . . 
Von viech und häutten, 
* auß und ein. 

treibt ain burger oder gast ochsen 
herein oder hinauß, in oder 
außer des landts, über die 
Thonawpruggen,der gibt von 
jedem ochsen 

von ainem schwein, herein und 
hinauß 

von hundert schaaff oder läm- 
ber, burger und gast, herein 
und hinauß 

von ainer gearbeiten ochsen-, 
juchten- oder khuehaut, bur- 
ger und gast, gibt herein und 
hinauß 

von ainer ungearbeiten ochsen- 
oder khuehaut 



kr. 


pf. 


I 


i8 


6 


20 


6 


20 


I 


lO 


I 


10 


I 


lO 


I 


lO 


I 


lO 


I 


lO 


I 


lO 


I 


6 


— 


4 


— 


4 


— 


12 


I 


lO 


I 


lO 


I 


lO 


6 


20 


5 


lO 


I 


lO 


— 


12 


— 


6 





20 


I 


6 



— — 20 



— — 4 



von hundert raucher kalb-, 
schaaff-, schuester- und beut- 
lerfehl 

von hundert gearbeiten kalb-, 
lamb- und schaafTehln . . 

von einer rauchen hirschhaut 

von hundert pergameen- und 
coperthäuten 

von ainer gearbeiten hirschhaut 

von hundert gearbeiten bock- 
häut 

von hundert apails, je zween 
zuraitten für ain ochsenhaut 

von ainem muth laach . . . 

von ainer rohen elendtshaut . 

von ainer gearbeiten elendts- 
haut 

von ainer niderländischen haut 
oder ain Hainburger salleter 
gibt man 

von hundert cordaban-,maldau-, 
sadian-, cärmäsinfehl . . . 

Stainwerch. 

I von ainem märblen gefaßten 
stainern tisch 

ain bleystain 

von ainem tauffstain .... 

von ainem grabstain .... 

von ainer stainern banck . . 

von ainem oelstain .... 

von ainem märbelstainen weich- 
brunnkessl ...... 

von hundert pflasterstain . . 

von ainem gelöcherten mühl- 
stain 

von ainem ungelöcherten . . 

von ainem großen schleiffstain 

von ainem klainen schleiffstain 

ain samb lamperterischer wetz- 
stain, deren auch tausent 
stain, der gibt zue mauth . 

von ainem aintzigen hundert , 

ain samb udlpecker wetzstain, 
deren auch tausent ain samb 
thuen 

von ainem aintzigen hundert . 



fl. kr. pf. 

— — 24 

— I i8 

— — 6 

— 36 

— * 12 

— 4 — 

— 3 lo 

— — 24 

— 12 

— — 24 

2 20 

— 4 — 



— 24 

— 6 

12 

— 12 

— 6 

— 12 



- 6 
3 6 



— 12 

— 6 

— 6 

— 3 



6 — 
— i8 



6 — 

— i8 



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223 



Von allerley vischen, auß und 
ein. 

von ainem centen hausen . . 

von ainer thunen lachs, alln, 
häring oder andern gesaltznen 
visch 

von ainem centen eingesaltznen 
hausen , Theußer karpffen, 
hechten oder was es für ge- 
saltzne visch sein .... 

von ainem schock plateysel, es 
sein in stuck eingebunden 
oder nicht 

von ainem jeden hundert stock- 
visch, sie sein gebunden oder 
ledig 

aber von ainem eingebundnen 
stuck stockvisch, das da helt 
i8o scheid, gibt man mauth 

von ainem raiff klainer stock- 
visch, der da helt 3oo visch, 
je vom loo 

von ainer thunen vischschmaltz 

die geselchten visch, nach dem 
gülden von jedem .... 

von sarteli oder andere der- 
gleichen klaine eingesaltzenen 
möhrvischl gibt man von je- 
dem samb zue mauth . . 

von jedem samb austern . . 

Von allerley fruchten, 
von ainem centen khösten . . 
von ainem samb pamerantzen, 

lemony und margrändten 

aepffel 

oder von der truhen . 
von ainem muth nuß 
von ainem metzen nuß 

Notta. 
und wreiln nicht alle mauth- 
bare gütter so bey dieser 
mauth, auß und eingeführt 
werden, in specie oben be- 
nennt werden können, solle 
von allem deme, wie es nah- 
men haben mag, so hierin- 



fl. kr. pf. 



— I 



— I 6 



— I 



— — i6 



— 4 24 



12 



12 



— 6 — 



— — 24 



6 — 

3 — 

2 — 

— 2 



nen nit begrififen, nach dem 
guldenwerth taxiert und von 
jedem guldenwerth, von bur- 
ger und gast, herein und 
hinauß genomben werden . 



fl. kr. pf. 



— 12 



5816 1624, Juli ig, Wien, 

Hans Dietrich freiherr von und zu Reif- 
fenberg, ritter, hofkriegsrath und obrister zu 
Comorn wird mit der vesste Wildtberg mit- 
sambt dem landtgericht, wildpaen, vischwaydt 
und allem Zugehör, wie sie früher Wolf Adam 
Herr von Puecheim innegehabt, nun aber ein 
apertes Lehen geworden ist, belehnt. 

Lehenbuch, 1616 — 162^^10. — Reif en her g wurde 
Ende 162^ obrisler der stattguardi zu Wienn; vgl. Velt:{i 
in ^Berichte und Mitteilungen des Altertums -Vereines* 
36 und Sjy i§i. — WVdberg wurde durch gerichtliche 
erkantnus Adam herm von Praun zugesprochen und 
dieser 1628, April i3, damit belehnt (Lehenbuch, 
1625—1638, poj. 

5816 1624, August 28, Wien, 

Die niederösterreichische Regierung er- 
läßt, da in Wien sowie auf dem Lande ohne 
Rücksicht auf die münzerniedrigung vom 
ig. Dezember 1623 fast so hohe werthe als 
zur zeit der erhöchten müntz verlangt werden, 
folgende Ordnung: 

Die zimmerleuth, maurer, derselben gesellen, 

tagwercher und handtraicher. 
solle ainem Zimmermann deß tags gegeben 

werden 3o kr. 

dem maister von jedem gesellen des 

tags 4 » 

ainem maurergeselle oder pallier des 

tags 3o » 

ainem gemainen maurer .... 26 » 
und dem maister von jedem gesellen 

des tags 4 » 

dem mörtlruerer 26 » 

ainem zuraicher 24 » 

ainem tagwercher in gemain aber . 20 » 

ainer weibsperson 15 * 

ainer wescherin oder außreiberin, so 

mit speiß und tranck versehen wird 

deß tags 12 » 



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Pindter so man auf vorstehendes Weinlesen 
gebraucht. 

ainem Zurichter solle der maister 

wöchentlich raichen . . . 2 fl. — kr. 
ainem abpindter so seyn vaß zu- 

richt I » 45 » 

ainem abpindter i » 3o » 

dem vierdten i > 15 > 

dem fünfften i » — » 

dargegen solle dem maister von 
jedem gesellen ohne unter- 
schied, wann er dieselben ai- 
nem oder anderm ins hauß 
stellt, deß tags zusambt der 
kost bezahlt werden . . . — > 24 » 

Vaß. 

die new völlig abgebundtene vaß 
aber solle der emer verkhaufft wer- 
den per 45 kr. 

und die in acht raiffen per . . . 3o » 

Schuester. 

es solle auch fürohin bis zu erfolgen- 
der general Satzung khain paar 
schuech, es seye nun gemacht wie 
es wolle, über zehen Schilling oder 
maistes ainen reichstaller nicht, die 
andern und gemainen aber so wol 
die stifel nach proportion dieser 
Satzung in billichem werth, darob 
sich niemandt zu beschweren habe, 
verkaufft werden. 

Fuerleut. 

von ainer klaffter puechen- oder au- 
holtz auch andern schweren fuehr 
mit zway oder drey rossen von 
dem wasser herein biß in die halbe 
statt und nähner 36 kr. 

zum Kärnerthor aber und was über 

die halbe statt geführt wird . . 48 » 

ainem fliegenschützen auf ein roß biß 

auf halbe statt 24 » 

über die halbe statt 32 » 

Inßlet, kertzen und saiffen. 

der centen inßlet solle höher nicht 

verkhaufft werden dann per 10 fl. — kr. 



das pfundt paumwollene guete 

und gerechte kertzen per . — fl. 10 kr. 
das pfundt garnene kertzen per — » 8 » 
das pfundt gueter gerechter 

saiffen per — > 10 > 

Der hauer ordinari, weingartbstandlohn. 

von ainem viertl Weingarten 
oder zehen pfundt für ain 
viertl gerechnet solle zu or- 
dinari paw auf dem rabisch 
bezalt werden 12 fl. — kr. 

ainem hauer derzeit deß tags zu 

hauen — » 3o » 

ainer weibsperson — » 20 > 

dargegen solle der bestandthauer 
dz. schneiden, reben klauben, 
fassen, jadt, pandt und wai- 
chen weinhawen sambt jeden 
steckenschlagen, binden und 
abgipfeln zu rechter zeit zu- 
verrichten schuldig sein. 

Extra ordinari oder weingart uberbaw. 

ainer mannsperson zugruben deß tags 24 kr. 
ainem weib erd zutragen . . . . 16 > 
stecken ziehgelt vom viertl .... 15 » 
vom tausent newer weinstecken zu- 
spitzen, einzutragen und unter zu- 
schlagen 15* 

und sollen bey diesem extra ordinari 
oder uberbaw sowol deß pfenbert- 
oder bstandtgrueben, wie auch alle 
andere bißhero gebrauchte vortl- 
hafftige bstand (außer der ordinari 
baw) gäntzlich aufgebebt und ver- 
botten sein. 

Hueter, leser und presser. 

denen huetern solle ins gemain 

von einem viertl Weingarten 

oder zehen pfundt für ain 

viertl geraith huetgelt bezahlt 

werden — fl. 12 kr. 

von einer poding deß tags 6 kr. 

und deß nachts 6 kr. thuet — » 12 » 
ainem presser zusambt der kost 

wöchentlich i » 3o » 

ohne die kost aber .... 3 » — » 



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225 



ainem leser sambt der ganä oder 
gewöhnlichen mittagbrodt 

denen puttentragen und most- 
lern jeden deä tags . . . 



fl. 12 kr. 
» 15 » 



Holtzhacker. 

von ainer waldklaffter holtz allhie in 

der statt zubacken 10 kr. 

von ainer stattklaffter 12 > 

Patent. 

5817 i62jf, September 4, Wien. 

Die niederösterreichische Regierung ver- 
ordnet auf Grund einer kaiserlichen Resolu- 
tion, da die Stadt Wienn, auf welcber die 
conservation des gantzen landts beruebet, 
aucb bey den sicheristen fridenszeiten nie- 
malen ohne gewisse kriegs guardia gelassen 
worden, und man derselben jetzo sonderlich 
wegen allerlay widerwertiger , heimblicher 
practicken und unterschiedlicher ubelinten- 
tionierter gemuetter außer landts, wie nicht 
weniger noch unvolkombentlichen fortifica- 
tions gebew unentbärlicb vonnöten hat, daß 
die alhieige stattguardi, wie solche jetzo ist, zu 
mehrer Versicherung der aignen kayserl. per- 
son und der kaiserlichen Kinder als auch der 
statt selbst und dem gantzen landt zum besten 
lenger zuhalten ist Da aber zur Erhaltung 
der Stadtguardia die landesfürstlichen geföUen 
und einkomben bey so starken . . . kriegsbezal- 
lungen und andern unentbörlichen außgaben 
auch bekannten ruin der königreich und län- 
der nicht ausreichen, so wird zur monat- 
lichen Bezahlung dieser soldatesca auf den 
most oder landtwein, item allerlay süßen 
außlendischen wein, wie auch hier und brandt- 
wein, so in die stött, vorstött, märckt und 
fleckhen oder jedes orths burggfriden von 
Österreich unter der Enns das Jahr hindurch 
eingefüert und nidergelegt, wird, niemand 
davon ausgenommen, auch nicht die Weine 
für die Hofhaltung, ain gewisses gelt wie 
volgt geschlagen: als von jedem emer most 
und landtwein, es sey gleich zehendt, perg- 
recht, kauff-, paw- oder andere heurige und 
vierndige wein 3 kreutzer; von ainem emer 
sueßen außlendischen wein 6 kreutzer, von 

Regesten zur Geschichte der Stadt Wien. V. 



dem emer hier i kreutzer und dann vom 
emer brandtwein auch 6 kreutzer. 

Patent. — Aus:{ug im Codex Austriaca 2, ^2 

5818 1624, September 21, Wien, 

Kaiserliche Verordnung, daß die Güter 
des am 8, August 1624 entsprechend der Ver- 
ordnung vom 2j, Juli 1624 dem Provinzial 
des Franziskanerordens übergegebenen closter 
S. Nikolai alhier, worauf Nonnen daselbst ein- 
zogen und die allda vorhero gewohnte waysen 
mägdl in das allhiesige bürgerspital trans- 
ferirt und untergebracht worden, von der 
Stadt nicht herauszugeben, sondern für die 
Erhaltung der Waisenmädchen zu verwenden 
sind. 

Vidimus aus lySß. 

5819 1624, September 28, Wien. 

Bei der nunmehr fürgangenen münz- 
reduction verordnet die niederösterreichische 
Regierung, daß von nun an in das hand- 
grafenambt von jedem stück ochsen so all- 
hie auf dem Grieß verkauft wird, von deme 
so selbigen auftreibt, / Schilling Pfennig, 
von dem kaufer auch / Schilling und under- 
kaufgelt beede thail ebensoviel; von ainem 
stuck viech von dem, so es aus dem land 
treibt neben obbestimmter gebür / Gulden 
3o Kreuzer; von ainem schaff von dem, 
welcher es auftreibt / Kreuzer und unter- 
kaufgelt auch / Kreuzer und der kaufer 
ebensoviel; von ainem schwein auftreiber 
und kaufer 3 Kreuzer 3 Pfennige unterkauf- 
gelt beede tail gleich soviel zu raichen haben, 
was aber alt und zum andern mal auftriebene 
ochsen und schaf sein, soll kein ambtgelt . . . 
bezahlt werden; von dem viech aber, so in 
der Wochen und außer des Grieß verkauft 
wird, von ainem jeden ochsen vom verkaufer 
und kaufer 3o Kreuzer, von ainem schaaf 
verkaufer und kaufer 4 Kreuzer 2 Pfennig, 
von einem schwein 8 Kreuzer, von einem 
Stück Rindvieh auf dem Samstag - Markt 
10 Kreuzer, von einem Roß 6 Kreuzer ambts- 
gefäll, aus des roß kaufschilling von jedem 
Gulden i Kreuzer, von ainer roßzettel 3 Kreu- 
zer, von ainem roß aus dem land zu passie- 

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ren / Gulden, von ainem paßbrief darauf 
IS Kreuzer, von ainer glaitzettel oder pole- 
ten 6 Kreuzer, von ainer passierzettel auf 
das viech 6 Kreuzer, von ainer relaxierzettel 
5 Kreuzer y von ainem verbot 24 Kreuzer, 
von vernev^erung der verbot 6 Kreuzer, von 
demjenigen rindvieh, so . . . Nev^statt, Prugg, 
Hainburg und Laa vermög ihrer . . . Privi- 
legien aus Ungarn treiben und schlachten, 
ist die handtgrafenambtsgebür von 20 Kreu- 
zer für das Stück zu entrichten. 

Femer ist von jeder kandel groß oder klein 
zu zimentiren 6 Kreuzer, von ainer newen ein 
12 Kreuzer, von ainer alten ein 6 Kreuzer, von 
new einsetzgewicht vom pfund 12 Kreuzer, 
was aber mehr als ain pfund helt, von jedem 
pfund absonderlich 6 Kreuzer, vom alt ein- 
setzgewicht, so vormals auch ziment worden, 
vom pfund 6 Kreuzer, vom pfund newstock- 
gewicht 6 Kreuzer, was aber mehrers dann 
ain pfund helt, von jedem pfund besonder 
3 Kreuzer, vom alten stockgewicht, so vor 
auch ziment worden, vom pfund 3 Kreuzer 
und schließlich von den oelmaßen vom stuck 
groß und klain 3 Kreuzer zu zahlen. 

Weder hofzueschrotter noch die alhieigen 
befreiten fleischhacker sind exemt entsprechend 
dem Patent vom 24, November 1618 (Nr, 5770), 

Patent. 

5830 1624, , -. 

Verzaichnus 
was zu herrn Andreen Pfeiffer des innern 
stattrathes und kirchmaisters St. Michaels 
Pfarrkirchen in Wienn kirchmaister ambts- 
zeiten zur kirchen komben und verehrt wor- 
den, wie volgt: 

den i3. Augusti 161 3 verehrt Lorenz de 
Dominico ein silber und vergultes agnus dei 
an einem seiden schnürl. 

den 14. dits frau Anna Gcrlin, wierthin 
im Dietrichstainer haus, verehrt ein weiße 
überleg mit spitzen zu St. Sebastiani altar. 

den 18. Augusti 161 3 ist ein kelchtüechl 
gestrickt mit allerlay seiden und weißen 
zwiern und mit flünderl geopfert worden. 

ein klain schlayrl mit rot seiden aufge- 
näht auf Unser frawen altar. 



den 24. Decembris vere hat fraw Räzin 
ein feiglblaw topltafet mit weiß gewifleten 
strichen antependium sambt 2 klainen schlayrl 
über der h. Dreyfaltigkeit altar; ein grünen 
tafetn mit seiden, darüber genäheten bluem- 
ben, kelchtüchl, i krönl von gold und wenig 
perl aus federkiel gemacht. 

ist verehrt worden von blaw ainfachen 
tafet mit falschen zändl. 

ist geopfert worden zu Unser lieben frawen 
altar ein guldener ring mit eim schlechten 
demant an einem blaw seiden pändl. 

hab ich ein stoU von roth seiden und 
weiß baumwolle blüembl machen lassen, so 
man zum speisen ausgehen brauchen soll. 

den 26. January 16 14 verehrt fraw Pop- 
lin ein caßl von goldstuck mit gülden und 
silbern porten und roten schotter (!) under- 
füetert sambt stol und manipl. 

den I. Marty verehrt herr secretari Grep- 
per ein messine lampen für den hohen altar. 

frau Anna Gerlin im Dietrichstainer haus 
verehrt auf St. Sebastian altar ein new mes- 
sing par leichter auch ein rot harresen schlayr 
mit weiß gewifleten strichen. 

den 17. May verehrt die fraw von Meg- 
gaw ein rock von blaw und weiß gestraifften 
goldstuck zu Unser frawen bild am hohen 
altar sambt dergleichen klain röckl dem kindl. 
ein rot topltafetes feldzaichen zu St. Michael 
mit gülden portten prämbt. ein stol St. Jo- 
hannes von türkischen goldstuck. 

ein rot topltafetes kelchtüechl mit ge- 
wiflter arbait, darüber auch dergleichen lange 
spitz. 

verehrt herr Arzony ein mäntl von blaw 
bluemten goldstück über das ciborium. 

den 29. Novembris herr GrÖppner ver- 
ehrt 2 klein kindl rökl. 

den 10. Juni verehrt fraw oberst came- 
rerin ain waiß gewiflten schlayr mit roth 
topltafeten flecken über den hohen altar. 

ein roth dopltafeten rock mit weiß spitzen 
umb und umb zu Unser lieben frawen. 

anno 16 16 sein von der kierchen 2 newe 
überleg mit spitzen gemacht worden auf 
liechtmeß. 

Friedrich Peckher verehrt ein mäntl über 
das ciborium von gestraift praun goldstuck 



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227 



mit rothen atlaß gefüetert und gut gülden 
porten prämbt. 

verehrt herr Ferdinand Helfridt von 
Megkhau freiherr etc. ein leberfarb goldstucken 
casula mit einem türgischen bluembten gold- 
stucken strich und blawen tafet gefüetert mit 
stol und manipl. 2 paar messene leichter auf 
3eggeten füeßl und ein überleg mit spitzen; 
dis alles auf St. Lucaßaltar in ir gnaden ca- 
pellen. 

verehrt herr graf Trautson einen messe- 
nen weichbrunnkeßl sambt einen dergleichen 
sprengwadl. 

verehrt fraw gräfin Trautsonin ein mäntel 
über das ciborium von weiß bluembten sil- 
berstuck unden und oben mit perl gestickt. 

fraw Poplin verehrt ain roth ain fachen 
tafeten schlayr mit weiß gewiffelten strichen. 

verehrt N. N. 2 newe tafl mit oelfarben 
Unser lieben herr und Unser fraw in schwarz 
ramen eingefaßt. 

verehrt fraw Siglpeurin ein topeltafeten 
rock mit gülden passaman porten prämbt zu 
Unser lieben frau gehörig sambt einen leib- 
farben tafeten röckl für das kindl. 

den I. Decembris verehrt herr Hannß 
Berchtoldt ein feiglblaw und gelb gestraift 
goldstuckene casula mit eim grün dergleichen 
strich sambt stol und manipl; ein grün atleß 
antipendium mit allerley bluemben. ein sub- 
stratorium von schlayr mit gemalner arbait 
genäht umb und umb mit gülden zändl. ein 
polster auf dem altar von tebich arbait genäht. 

hab ich machen lassen ein rot atlessene 
stoll mit weißen creizl mit blawen schatter 
underzogen. 

ist verehrt worden ein grün atlesses 
mäntl übers ciborium. 

doctor Seidler verehrt ein Unser lieben 
frawen bild die siben schmerzen in ein ver- 
guldte rahm gefaßt. 

ist verehrt worden ein bild oder Ecce 
homo in ein schwarze rahm gefaßt mit oel- 
farben. 

frau Anna Hoffenegkerin verehrt ain 
weißen schlayr mit seiden und gold ausge- 
naht zu St. Anna altar gehörig. 

ist geopfert worden ein kelchtüechl von 
roth und weiß türggischen zeug. 



ain kelchtüechl von weißen schlayr umb 
und umb mit gülden zändl. 

sind gemacht worden 2 schwarz samete 
und 1 rot und weiß tafete corporal taschen 
und 2 schwarz ainfach tafete kelch tüechl. 

verehrt gräfin Trautsohnin zwen weiß 
schlayr umb und umb mit weißen spitzen. 

der behaimbischen canzlerin hofmaisterin 
verehrt 5 schlayr himmelblaw, veigelblaw, 
leilfarb, roth und goldfarb. 

anno 1619 ist zu der kirchen kauft wor- 
den ain new römisch missal in schwarz leder 
gepunden auf dem schnitt vergult, Antorfer 
truek; mehr ain missal in schwarz leder ge- 
bunden aufm schnitt roth, venedischer truck. 

haben die Göpperische verehrt 4 concio- 
nal büecher in groß folio Orlandi de Lasso, 
die 3 in weiß leder gebunden und das 4. in 
schlecht roth pergament. 

Friedrich Pecker verehrt ein klein schlayr 
von roten tafet und gewiflten strichen umb 
und umb mit weißen zändl. 

Peter Discrolier verehrt 5 partes darin 
allerlay muteten, Orlandi de Lasso. 

der behaimbischen canzlerin hofmaisterin 
verehrt ain feigelblaw atlessen rock mit gül- 
den porten prämbt, an das vesper bild. 

sein kauft worden zu der kirchen 2 ge- 
schnitene crucifix auf die altär. 

fraw Anna Hafenegkherin verehrt ein 
weiß leinene überleg umb und umb mit ain 
mädl und weißen spitzen zu St. Anna altar. 
' ist verehrt worden ein weiß leinen sub- 
stratorium umb und umb mit praun zwiern 
genähten spizen. 

ist verehrt worden ein kupferner weih- 
prunnkößl inwendig verzint. 

Anna Hafenegkherin verehrt ein weiß 
tüntiechen kelchtüechl in der mitten das 
osterlämbl und umb und umb mit gülden 
zändl. 

ein weiß schlayrl mit weißen spitzen 
sambt 2 klain kindlpfaidtl zu St. Anna bild 
bei Unser lieben frauen altar mit roter seiden 
ausgenäht. 

verehrt fraw Wereckhin ein feiglplaw 
tafet schlayerl mit weiß gewifeiten strichen 
aufs vesper bild. 

2Q* 



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den i3. Juni sein 2 weiß damaschgene 
meßgewandt mit gülden porten von der kir- 
chen gemacht worden. 

verehrt fraw Maria Luernfelnerin ein 
antipendium von feiglbraun haress und ge- 
wiflten strichen, ein überleg mit spizen, ein 
großen und 2 klain schlayrl alles auf der h. 
Dreifaltigkeit altar. 

fraw Anna Hafenegkherin verehrt ein 
antipendium von gülden leder auf St. Anna 
altar. 

sein auf einer inventur zur kirchen er- 
kauft worden sechs türggische tebich auf die 
stüel. 

ist geopfert worden von weißen atleß 
ein rock zu dem vesper bild mit gülden zändl. 

sein gemacht worden von der kirchen 
zwen überleg mit spitzen auf den hohen 
altar, dan so sein verehrt worden zwo scheue 
überleg mit spitzen. 

Hieronymus Westernacher verehrt ain 
meßgewand von roten samet und von der- 
gleichen zeug ein antipendium für den hohen 
altar, darauf sein wappen auf bceden stucken. 

verehrt fraw gräfin Trautsohnin ein 
großen und vier kleinere weiße schlayrl von 
gewiflten stickl umb und umb mit spitzen; 
von türggischen goldstuck ein pluviale oder 
chorkappen auf dem schild St. Michael mit 
perl gestickt und alles mit blawen taffet 
unterfüetert ; sechs stück niderlendische tape- 
zereien, so allzeit zu den h. festen aufge- 
macht werden. 

verehrt Mang Hafenegkher und Anna 
sein hausfraw ein casula von rot gemossirten 
seidenzeug mit einem dergleichen strich sambt 
stol und manipl. 

verehrt fraw gräfin Trautsohnin von 
schwarzem goldstuck ein ganzen ornat, ca- 
sula und 2 leviten rock cum omnibus; ein 
schwarz samete corcappen. 

verehrt frau Werekhin von gelben gold- 
stuck ein antipendium mit silbern gallonen 
verbrämt und ein röckl in der h. Dreykönig 
altar. 

Hanns Perchtoldt zu Saxengang verehrt 
ain newen canzldepich von gelb und feigel- 
blaw seidenzeug gewürkt; wierdt derzeit im 
stuell auf des herrn pfarrers ort gebraucht. 



fraw Hainonin verehrt auch einen canzl 
depich von purpurfarb und blawer hareß mit 
fransen. 

ist verehrt worden ein new romanisch 
missal in schwarz leder gebunden und auf dem 
schnitt feigelbraun mit clausuren beschlagen. 

verehrt Georg Ritters hausfraw zu der 
kirchen ein weiß topeltafetes kelchtüechel mit 
gemalter arbait und gold, auch harfarben 
tafet gefüetert. 

verehrt doctor Gißbertus röm. kays. maj. 
leibmedicus von gueten pörln und silbernen 
trädlwerch ein petten, hol gemacht, zu Unser 
lieben frawen pildnuß. 

Theophilus Kößl, n.-Ö. regierungs-expe- 
ditor verehrt ein new geschnitten pild Unser 
lieben fraw mit dem kindl und scepter.^) 

fraw Semblerin hat lassen machen 6 newe 
überleg mit spitzen, darvon sy 3 der brueder- 
schaft deputirt. 

Andre Pfeiffer, ober stattcamerer und 
kirchmeister, verehrt ain silber zur bruder- 
schaft überguldten kelch sambt der paten, 
unden am poden sein namen und die jar- 
zal 1624. 

Franciscus von Grienberg hat wegen 
seiner verstorbenen frawen ehegemahl und im 
zur gedechtnus, weil sy alda ruhen wollen, 
machen lassen ein meßgewand mit stol und 
manipl und ein antipendium von blawen silber 
und goldstuck mit gülden schnüren prämbt. 

hat ein jungfraw aus der frawen von 
Harrach frawenzimer zu Unser lieben frawen 
bild im chor verehrt von blawen topltafet 
ein rock und röckl dem kindl sambt einen 
weißen schlayr. 

Hanns Perchtholdt zu Saxengang ver- 
ehrt zur kirchen von künigsfarben oder roten 
blumbten atleß ein meßgewand und ein anti- 
pendium mit gülden schnüren prämbt, ein 
alm und ain humeral. 

ein plaber ornat mit gülden und silbern 
pluembwerch und einen rot adlesen gstickten 
creuz cum omnibus. 

ein casl von rot und gelben zeug sambt 
ein antipendio, so Hanns Praßler hergeben. 

Orig. 



*) Randbemerkung: hats nur hergeüehcn. 



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229 



6831 1625, Jänner 20, Wien. 

Kaiserin Eleonora hat aus sonderbarer 
lieb zu dem geistlichen orden heiligen Cla- 
rae . . . alhier in dieser Stadt Wienn eine 
Stiftung eines closters für 20 Schwestern des 
gemelten geistlichen ordens der heiligen Cla- 
rae in der kirchen und dem geben zu sanct 
Niclas genannt fürgenommen und. nun zwar 
unter solchen 20 Schwestern bereits für die 
12 personen ein ordentlich jährlich einkom- 
men bestimmt und gestiftet, für die andern 8 
aber nichts gewisses und beständiges fürge- 
sehen; sie weist nun die nahrung und Unter- 
haltung auf diese 8 personen bis auf ander- 
weitige fürsehung auf die ihr eigenthümliche 
herrschaft Männerstorf in Unterösterreich ge- 
legen an, und zwar für jedwedere person 
150 fl, rhein. — Besiegelt und unterschrieben 
von der Stifterin. 

Viäimus aus lyöy. 

5833 162s, J^^^ ^7» Wien. 

Lazarus Henkhel zu Tonnersmark auf 
Vesendorf wird für sich und seinen Bruder 
Georg Henkhel mit den in Nr. 370p genann- 
ten Lehen belehnt. 

Lehenbuch, 1625— 1 63 8, 2^. — Vgl. Nr. ßySo. 

5838 1625, Oktober 22, Wien. 

Die niederösterreichische Regierung per- 
ordnet mit Rücksicht auf das Patent vom 4. Sep- 
tember 1624 (Nr. 58 ij) zur höchst notwendi- 
gen underhaltung der besterkten statt guardi 
alhie zu Wienn und zu verhüetung allerhandt 
von der soldatesca aus anstehung der ordent- 
lichen und richtigen bezalung befahrender 
schaden und unthaten, auch abhelfung vieler 
beschwerden und ungelegenheiten einen Auf- 
schlag auf Wein, Branntwein und Bier, und 
zwar auf jeden Eimer Most und Landwein 
3 Kreuzer, von einem Eimer süßen, auslän- 
dischen Wein 6 Kreuzer, vom Eimer Bier 
I Kreuzer, von einem Eimer Branntwein 
6 Kreuzer. 

Dieses Gefälle soll nur zur Erhaltung 
der notwendigerweise verstärkten Stadtguardia 
und zur Verstärkung der Fortißkations bauten 
Wiens, an deren conservation des ganzen 
lajids wolfarth beruhet, verwendet werden. 

Patent. — Erwähnt im Codex Austriacus /, pf. 



6834 1626, Februar 18, Wien. 

Hans Marquard Anfang, zeugscommis- 
sarius der n.-ö. regierung, wird als erkiester 
und gevolmechtigter lehentrager des Andreen 
Eysslers canonici bey St. Stephan allhie, dann 
Wolf Mathesen, Johann Baptista, Thoman 
und Hans Gregoren allen Eyslern gebrüder 
und vetter mit dem von ihrem Vater und 
Vetter geerbten Lehen belehnt, als: 10 Schil- 
ling pfennig gelts auf ainem ganzen hof zu 
Nidern Lanzendorf gelegen; von ainer hof- 
statt daselbst 60 Pfennig; von fünf SQtz Wein- 
garten hinter dem hof zu Lanzendorf gelegen 
je 4 Pfennig, ^{4 Most Bergrecht, 26 Hetzen 
vogthabern von des pfarrers zu Vesendorf 
holden zu Lannzendorf gesessen; wein- und 
traidzehent auf unsern markt Himberg und 
auf 40 Hofstätten klainen zehent und halben 
krautzehent. 

Lehenbuch, 162^— 1 638, 2^. — Die Familie E\)Q- 
ler, Eisaler, Eiseier, Eysseler, Eyßler ist seit i§33 im 
Besit!(e dieser Lehen, welche bis dahin Narciß Stopl 
innegehabt hatte. Am 16. Mär:{ i§33 wurden sie an 
Thoman Eisaler verliehen (Lehenbuch, i§2p — t§38, Sy), 
15^9, Oktober 10, wurden sie an Hannsen von Thaw 
als Lehensträger der Sophia, Thoman Eysalers gelassen 
wittib und deren Töchter Magdalena, ernents von Thaw 
hausfraw, sowie Barbara (Lehenbuch, 1547—155I1 pp) 
verliehen; i§6p, Jänner 2^, wurden damit Wolfgang 
Eysler, nachdem Sebastian, Hanns der elter und Sig- 
mund die Eijsler gebrüder und als lehentrager Hannsen 
und Adamen weillend Hannsen Eyslers ires bruders ge- 
lassen sun, Matheusen, Ambrosien, Balthasarn, Johannesen 
und Augustinus weillend Thoman Eyslers gelassen sün 
diese Lehen auf gesandt hatten, belehnt (Lehenbuch, 
1566-- 156p, 3 10'), 1580, Februar 8, dann Andree 
Eyßler für sich selbst und anstatt Hanns und Sigmunden 
der Eißler seiner gebrüder, auch Adamen Eyßler seines 
vettern und Mattheusen, Ambrosien, Balthasarn, Johan- 
nesen und Augustin weillendt Thoman Eyßlers gelaßner 
sun, Sebastian und Hainrich weillendt Sebastian Eislers 
gelaßner sun und Iheronimusen weillendt Wolflfen Eißlers 
auch gelassen suns, auch aller seiner vettern (Lehenbuch, 
15^6—1586, ip§), i§po, April 24, hierauf Mattheus 
Eyßler für sich und als lehenstrager Balthasar und Au- 
gustin seiner gebrüeder, Adamen weillendt Hannsen des 
eitern Eißlers son, Sebastian und Hainrichen weillendt 
Sebastian Eißlers söhn, Hanns Thoman und Job, weil- 
lendt Hannsen Eyßlers son, Sigmundt weillendt Sigmun- 
den Eißlers der rechten doctoris söhn (Lehenbuch, 
1587—1610, 160), 161 2, November 16, und 1621, 
Juli 10, endlich wurde derselbe Mattheus Eyseller für 
sich und seine r§po genannten Vettern belehnt (Lehen- 
buch, 1611—1615, ^^9' ""^ 1616—162^ 216). 



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23o 



K. k. Archiv för Nicderöstcrreich. 



5836 1626, April 2jf, Wien. 

Johann Baptist Weber freiherr zu Pisen- 
berg und Chraustawitz, herr auf Krumpach, 
röm. kais. maj. kammerer, reichshofrath und 
hofkammerrath wie auch . . . erzherzog Leo- 
poldi zu Österreich cammerer, und Marusch 
frau Weberin frein von Pisenberg und Neu- 
waldegg, eine geborne freyn von Concin zu 
Weißenburg, sein ehegemahl, bekennen, dem 
convent Augustinerordens in Wien 2000 fl, 
rhein., die sie selbst bei der Landschaft in 
Österreich unter der Enns zu ö^jo angelegt 
haben, überwiesen zu haben, damit für ihr 
[der Stifter], ihrer Vorfahren und Kinder 
Seelenheil alle quatember in der Weberischen 
capelln daselbst in ihrer Augustini kirchen 
eine Seelenmesse gelesen und ein gesungenes 
amt gehalten werde, — Unterschrift und Sie- 
gel der beiden Stifter, 

Vidimus aus iy6y. 

6826 1626, Mai 15, Wien. 

Richter und gemain zu Stadlaw werden 
mit den Nr. 5466 genannten Lehen gegen Aus- 
stellung eines Reverses belehnt. 

Lehenbuch y 1616—162^, 824. — Vgl. Nr. sy2y. 

6837 1626, Mai 16, Wien. 

Der magistrat der statt Wien publizirt 
auf sonderbare der . . . n.-ö. regierung im 
Namen des Kaisers erfolgte Verordnung bei 
jetziger ... in allen zu menschlicher under- 
haltungsnothwendigkeiten erzaigender wol- 
faile folgende Satzung; die Übertreter der- 
selben werden das erste Mal mit arrest und 
gefangknus, das zweite Mal mit öffentlicher 
leibsbestrafung, das dritte Mal mit öffent- 
licher ausschaff- und Verweisung des landts, 
der statt und burckfriedens bestraft. 

Eysenhandler. fl. kr. pf. 

Steyrer eysen den centen auf 5 7 — 

Scheipser eysen den centen per 5 19 i^^ 

grueb krampen — 21 — 

fasten hawen — 16 — 

jadhawen — i3 — 

weinmesser sampt dem hefft . — 4 — 

ein karst — 21 — 

große garten hawen. ... — 21 — 

walische garten schauffei . . — 21 — 



per 



kr. pf. 

21 — 

i3 — 

21 — 

16 — 

7 2 

6 — 

9 — 

7 — 
4 — 



7 — — 



4Va - 
I So 



So — 



grab schauffei . . . 
maurer schauffei . . 
khärnerische mäsensen 
gemain e sensen . . 
plat sichel mit hefften 
zandt sichel . . . 
groß hueffeysen . . 
mitters hueffeysen . 
klainers hueffeysen . 

Schlosser. 

ein haupt schloß zu einem zim- 
mer, so palliert ist, sampt 
aller zugehör per. . . . 

ein gewölb schloß mit ainem 
glatten eingericht mit zween 
rigeln, sampt den banden 3, S^j. 

ein mitters verzintes schloß 
mit zween rigeln und ban- 
den 4, 

ein gemaines schloß ohne band 

ein verzintes truhen geschmeid 
sampt aller zugehör . . . 

ein gemain raiß- oder gutschi 
truhen, mit närb und schloß, 
sampt den handheben zu 
beschlagen i — — 

ein kästen beschlägt mit vier 
thürn, sampt aller zugehö- 
rung, wanns verzinnt ist 6 u. 7 — — 

dergleichen beschlagt aber von 

zwo thürn 4 — — 

und ein einfaches kästen be- 
schlägt 2 — — 

von einer fenster rohmb mit 
vier liechtern, sampt den 
winckhelhackhen verzinnt . 6 — — 

von einer schwartzen fenster 

rhomb aber 3 3o — 

vom gätter fenstern solle, wie 
der centner eysen im werth, 
so viel macherlohn genom- 
ben werden. 

von ainem schloß aufzusperren — 3 — 

ein säubern creutz- oder an- 
dern zierlichen Schlüssel . — 24 — 

ein etwas schlechtem und ge- 
mainen Schlüssel .... — 12 — 



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K. k. Archiv für Niederösterreich. 



23l 



Hueff Schmidt. 



fl. kr. pf. 



von einem newen eysen, wann 

der herr das eysen dargibt, 

aufzuschlagen — 4 — 

von einem alten hueffeysen in- 

simili — 4 — 

von einem newen baumb- und 

laitterwagen, wann der herr 

das eysen darzu gibt zube- 
schlagen 10 — • — 

desgleichen von dergleichen 

wägen, wann der herr das 

alte eysen darzu gibt . . 7 — — 

Sporer. 

ein paar walachen Stangen 
oder hengst mundstuckh von 
sauberer arbeit .... i 3o — 

ein gemaines klöpper gebiß . — 50 — 

ein paar verzindte sporen sau- 
ber gemacht — 45 — 

ein gemaines paar sporen. . — 40 — 

ein paar saubere stegraifF mit 

muscheln i 3o — 

der gemain und schlechtem 

stegraiff aber das paar . . — 48 — 

ein fünffachen roßstrigl . . — 45 — 

einen vierfachen roßstrigl . . — 24 — 

ein dreyfachen roßstrigl . . — 15 — 

ein khuestrigl — 10 — 



Messerschmidt. 

einen verguldten degen mit 
einer niderländischen klin- 
gen durchbrochen, mit dem 
creutz 

einen verguldten degen mit 
einer schlechten und gemai- 
nen klingen 

einen verguldten reutterdegen 
mit einer probklingen . , 

einen vergulten dolch sauber 
gemacht 

ein vergulten stillet .... 

ein versilberten reutterdegen 
mit einer probklingen . . 

ein solchen degen mit gemai- 
ner klingen 

versilberten dolchen . . . 



12 — — 

8 — — 

8 — — 

2 So — 

I 3o — 

7 — — 

6 — — 

I 3o — 



versilberten stillet .... 
einen schwartzen balgdegen . 
einen schwartzen reutterdegen 
einen schwartzen säubern dolch 
einen schwartzen stillet . . 
ein doppelte wehrschaiden mit 

dem Überzug 

ein gemaine einfache schaiden 
ein verguldtes ohrbandt . . 
ein versilbertes ohrbandt . . 
ein schwartzes ohrbandt . . 
ein paar verguldte sporn . . 
versilbert 

Kupfferschmidt. 

ein pfundt new verzintes kupf- 
fer allerley arbeit .... 

ein pfundt unverzintes newes 
kupffer mit eysen gefaßt, 
alljerley arbeit 

und sollen die kupfferschmidt 
für drey alte pfundt kupffer 
zwey newe herauß zu geben 
schuldig und verbunden seyn. 

Flaschner. 

ein geschmidte achtering fia- 
schen von schwartzen 
Stareken blech 

ein viertl zenten gestandner 
von Stareken blech . . . 

ein großer fülltrachter . . . 

ein fischwandl der größern . 

der kleinern aber nur . . . 

ein undersetz oder gießfaßl . 

ein leutgeb trachter von schüs- 
selblech 

ein meeldösel der mittern 
gattung 

ein seichpfannen der mittern 

ein milchkessel der mittern . 

ein sibl der mittern gattung 

ein größere schüssel . . . 

der klainern aber der propor- 
tion nach. 

ein mölterl der mittern . . 

ein garten sprützkrueg der 
größern 

der mittern 



fl. kr. pf. 

6 — — 

3 — — 

— 45 — 

1 3o — 

— 24 — 

— 3o — 

— 24 — 

— 12 — 

2 3o — 
2 — — 



— 36 — 



3o — 



— 3o — 



3 


— 


— 


45 


I 


— 


— 


45 


I 


3o 


— 


24 


— 


24 


— 


12 


— 


3o 


— 


20 


— 


24 



— 15 — 

I 3o — 



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232 



K. k. Archiv für Niederösterreich. 



fl. 



der klainern 

ein stall latern 

ein drey achtering knopff von 
hoden oder weißen blech . 

ein große hornene Stangen la- 
tern mit 12 hörn. . . . 

ein leucht kolben von 32 hörn 

ein zwey achtering Haschen 
mit einem großen zinn- 
schrauffen 

ein mitters ribeysen . . . 

ein weiße achtering Haschen 

einen halb knopff .... 

was sonsten andere sorten ar- 
beit, so nicht specificirt wer- 
den können, sollen einem 
billich werth nach verkaufft 
werden. 

Zinngießer. 

newes zinn, Wiener prob, als 
schusseln, teller, schalen und 
kandlen das pfundt . . . 

item gegen außtauschung altes 
Wiener prob zinn, sollen 
sie für 5 pfundt drey pfundt 
newes Wiener prob dafür 
hergeben. 

deßgleichen sollen sie das alte 
zinn Wiener prob das pfundt 
per 16 kr. annemben . . 

dann das geringere und ge- 
maine zinn das pfundt an- 
nemben per 

was aber andere kleine arbeit, 
als Haschen, saltzfäßl, löffel, 
kuchel, kübel und allerley 
bauchender arbeit, so nicht 
specificirt werden kan, sol- 
len sie umb einen leiden- 
lichen und billichen werth 
verkauffen. 

Goldtschmid. 

vom loth Silber, wann man 
dasselbe darzugibt, macher- 
lohn 

auf die zier vergult .... 

gantz vergult 



kr. 

45 
40 



pf. 



3 
4 



3o — 



3o — 



10 
3o 
3o 



24 — 



— 16 — 



12 



16 
20 
24 



So 



45 — 



— 3o — 



— 3o — 

— 24 — 

— 50 — 

— 24 — 

— 15 — 

— 8 — 



Buchbinder. fl. kr. pf. 

von einem buch in regal mit 

Schweinleder einzubinden, 

wann der buchbinder das 

leder und der ander thail 

das papier darzugibt . . 3 — — 
median in weiß schwein leder 

zubinden i 

median in quart weiß schwein- 

leder — 

median in octavo schwein- 

leder 

gemain folio in weiß schwein- 

leder i 

quart in schwein leder . . — 
octavo in schweinleder . . — 
ein buch in folio mit perga- 

ment gebunden .... 
ein buch mit pergament in 

quart 

ein buch in octavo mit per- 
gament 

in duodecimo in pergament . 
was andere arbeit, so nicht 

zu specificiren, in billichen 

werth bey straff. 

Schnürmacher, 
seydene schnuer, darunder die 

galana zuverstehen, wann 

6 oder 7 elen auf ein loth 

gehen darvon zu machen 

vom loth — 6 — 

was aber doppelt und mehrer 

arbeit darauff gehet, als auf 

die pametl vom loth . . — 12 — 
von den ungarischen schnüren 

vom loth zu machen . . — 7 2 
von golt und silber schnuer 

nach gestalt der arbeit vom 

loth zu machen .... — 10 — 
seydene sindes bänder, mit golt 

und Silber eintragen, mit 

spitzen vom loth zumachen — 20 — 
von guet seydene schlingen mit 

fräntzlvomdutzet zumachen — 15 — 
von den harasen schlingen mit 

frantzen zu machen vom 

dutzet — 12 — 



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K, k. Archiv für Niederösterreich, 



«33 



fl. kr. pf. 

von den schlingen mit knöpf- 
fein vom dutzet zu machen — 40 — 

große ungerische schlingen mit 
frantzeln und großen knöpf- 
fen vom dutzet zu machen — 45 — 

frantzen von guter seyden, 
lang oder kurtz, vom loth 
zu machen ungebundener . — 72 

dergleichen frantzen gebunde- 
ner vom loth — 12 — 

was aber im stul mit under- 
schidlichen figuren gemacht 
wirdt vom loth .... — 12 — 

golt, Silber und guter seydene 
frantzen ungebundener vom 
loth zu machen .... — 15 — 

was aber dergleichen frantzen 

und gebunden vom loth . — 24 — 

von harasen frantzen in ge- 
mein sampt dem haras das 
loth per — 7 — 

von großen ungerischen seyden 
knöpffen vom dutzet zu 
machen i — — 

von golt und silber aber . . i 15 — 

seydene ordinari spickadi knöpff 

vom dutzet zu machen . . — 3 — 

von golt und silber aber . . — 4 — 

von den braiten creutz knöpf- 
fen vom dutzet zu machen — 5 — 

ein mandel schlingen umb . — 20 — 

Sattler, 
für einen gemainen fuhrsattl 

von rinderem leder ... 2 3o — 
ein geschmierten schwartzen 

gutschysattl die taschen auß- 

gemacht 3 15 — 

ein gemainer ungarischer reitt- 

sattl mit rindern taschen . 3 45 — 
ein ungarischer reittsattl von 

rothen juchten oder sadian 

außgemacht 5 15 — 

ein schwartzen polster oder 

kleppersattl mit guetem leder 5 3o — 
dergleichen sättl weiß oder 

gelb ainmal verbrembt . . 6 3o — 
und so dann dererley sättl 

jedem seinem werth nach. 

Regesten zur Geschichte der Stadt Wien. V. 



Riemer. fl. kr. pf. 

einen gutschyzaumbmit mundt- 

stuck und zügl .... i 45 — 

ein paar gute khummetgeschirr 
ohne zaumb, mit sejrten- 
blettern 10 — — 

ein paar uberschlagene seyten- 
bletter, starcker und guter 
arbeit 3 — — 

ein fuhrzaumb mit seinem ge- 
hörigen gebiß und zügl . i 3o — 

ein starcke barnhalfifter sampt 

den zügeln — 50 — 

ein gutte raißhalfftern mit zü- 
geln — 3o — 

ein ungarische halfftern . . — 24 — 

ein walischen roßguert mit 
seinem ungarischen ober- 
guert I 15 — 

ein guert mit einem ainfachen 

oberguert i — — 

ein ungarischen guert von ge- 

mainem garn — 3o — 

ein sprengguert mit polstern i — — 

ein khotzenguert — 24 — 

ein hauptstirl und stangen- 

zügl — 40 — 

frantzösischer vorpug und hin- 
derzeug I 3o — 

ungerisch vorder- und hinter- 
zeug I — — 

ein paar Stangenzügel von ge- 

mainem leder — 24 — 

ein zaumbzügl — 12 — 

ein halfifterzügl — 12 — 

ein guertzügl — 8 — 

ein doppeltes laidtsail zu 

6 rossen i 3o — 

ein gespaltenes laidtsail zu 

4 rossen i 15 — 

ein ungarisch laidtsail ... i — — 

sattlstrupffen, rincken, bindt- 

und püglriemen zusamben i 15 — 

Khummeter. 



ein großes khummet 
ein mitters khummet 
ein kleines khummet 



I 22 
I — 

— 50 

3o 



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«34 



K. k. Archiv für Niederösterreich. 



Wagner, 
für ein mitters wagenradt 
ein größers wagenradt . . . 
einem holtzwagen sampt lai- 

tern und leutzen .... 
bäum- oder mäschwägen mit 

aller zugehörung . ... 
für ein schiebtruhen obn under- 

schied 

Sailer. 

ein klaffter hanffen zeug oder 
brunnsail 

dergleichen etwas kleinere die 
klaffter 

ein klaffter groß doppelte ba- 
stene zug- oder brunnsail . 

dergleichen mitter und kleiner 

ein klaffter einfache brunnsail 

ein klaffter große leindl und 
gewandtstrick 

der mittern und klainern aber 

ein klaffter der größern reb- 
schur 

der mittern und klainern aber 

ein paar hinder und vor bindt- 
sail 

ein paar der geringern . . . 

ein paar der mittern auf 2 roß 

der klainern auf 4 roß . . 

der noch klainern das paar . 

ein paar große baucbstrick . 

ein paar der klainern bauch- 
strick 

ein paar größere lange vor- 
streng 

ein paar der mittern vorstreng 

ein paar der hindern streng 
in die seytenbletter . . 

ein paar große ochsenstrick 

ein paar große khuestrick 

kälber- und gaißstrick . . 

ein laidt- oder pfluegstrick 
doppelt 

einfach 

ein claffter puttenbender . 

ein claffter sattelguert . . 

das pfundt schuesterhanff 

das pfund groben spaget . 



fl. kr. pf. I 
I 15 — 



fl. 



10 — — 



lo — — 






— 15 — 

— 12 — 

— 10 — 

— 6 — 

— 4 — 



— 6 
I — 

— 2 

— I 



I 45 — 

I 3o — 

— 45 — 

— 3o — 

— 6 — 

— 4 — 

— 16 — 

— 12 — 

12 

— 6 — 

— 4 — 

— 2 u. 



I — 



8 

4 

2 

6 

18 

i8 



mittern spaget das pfundt 

das pfundt klainen riemer- 
spaget 

brieffspaget das knöllel . . 

das streulpast zum hecken auf- 
binden 

die claffter dremat zun mül- 
peutln 

Maurer, 
dem maister von einem ge- 
sellen deß tags 
dem gesellen deß tags 
pallierer tagwerck . 
mürtelrürer . . . 
tagwercker .... 



pf. 



Stainmetzen. 

den schueh stain, wann der- 
selbe außgearbeitet und zu 
thür- und fensterpfosten ge- 
braucht wirdt 

den doppelten 

das achtel reibsandt . . . 

Zimmerleut. 

dem maister für sein portion 
deß tags 

dem gesellen zu seinem tag- 
werck 

einem tagwercker .... 

dem zimmer pallierer . . . 

Ziegeldeckher. 

einem gesellen deß tags . . 

dem maister von jedem ge- 
sellen, auch daß sie allen 
zeug herleyhen und zur ar- 
beit Selbsten schawen, täg- 
lichen 

einem tagwercker, so bey denen 
ziegeldeckhern arbait , deß 
tags (weiln nicht ein jeder 
zusteigen tauglich) . . . 

Kalch und ziegel. 

die müthl kalch 

das schaffei beym ofen . . 



kr. 
24 

24 
3 






— 4 — 



3 
16 

H 
i3 



18 

27 

4 



— 3 — 

— 16 — 

— i3 — 

— 19 — 

— 22 — 



10 



-- 16 - 



24 
3 



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23s 



tl. kn pf. 
dann ein fuhr mit 2 rossen 

oder 2 ochsen auf dem 

traidtmarck 3 ^ — — 

mawr- und gewölb ziegel, das 

tausent bey dem ziegelofenj 

ohne die fuhr 5 3o — 

die rauchfanckhziegel , * . 4 3o — 
hole oder fiache tachziegel das 

tausent per 10 — — 

Schuster, 

verbleibt allerdings bey d^ 
am 21. April deÖ jüngst ab- 
gewichenen 1625. Jahrs pu- 
blicierter Satzung, deren bey 
unnachläßUcher straff nach* 
gelebt werden solle. 

Schneider. 

erstlichen von seydeozeug ho- 
sen und wammes, zerschnit- 
ten, offen und mit einer 

schnuer %xrbrembt . * . 3 45 ^ 
item von seydenzcug ein man- 

tel mit einem borten die 

nadt abgestept zu machen i 3o — 
item von harasen zeug hosen 

und wammes mit einem 

börtl und stepl . , . . ^ ^5 — 
von gemainem zeug einen 

mantl mit einem stepl . . i — — 
item von ainem klagklaidt, 

hosen und wammes sampt 

dem mantl mit einem stepl 3 — — 
item von einem klagklaidt 

von gemainem thuech oder 

zeug, hosen, wammes und 

mantel abgestept * » , * 2 15 ^ 
von einem seydenzeugen 

frawenrock ohne futter zu 

machen ,.-.,,, 1 ^ ^ — 
von einem gefütterten rockh 

mit einer schnür zu machen i 3o — 
von einem sammet oder sey- 

denen zeugen klaidt, auti- 

geschlagencn wammes mit 

glatten brustleibl und einer 

schnür .,..,.. 2 — — 



n. kr. pf. 
von einem seydenzeugen ge- 
füttertem scheubl mit dreyen 

borten 2 ^ — 

von gemainem zeugrockh und 

fürthuch mit einer gaUoncn 

und blechl gcfast zu machen i 15 — 
item von einem zugethanem 

wammes mit einem börtl . i 3o — 
von einem gefütterten scheubl 

mit einem börtl * . . . i — - — 
item von gemainem zeug einen 

schlaffpeltz mit einem bÖrtl 

ohne schlingen .... i 3o — 
für ein dienerin von rockh 

und fürthuch zu machen * — 50 — 
item ein wammes mit einem 

stepl t ^ — 

item ein gefüttertes scheubl 

mit einem stepl , . . . ^ — 45 — 
für ein gemaine dienst diern 

rockh, Schnürmütter und 

fürthuch zu machen . * . — 45 - — 
item für ein wambsel , * , — 3o ^ — 

Glasen 

ein eckhete oder runde durch- 
sichtige scheubcn * . . * — 2 — 

für ein große gemaine scheuben ^ — 6 

ein klainescheuben einzusetzen — 1 

ein gemaines trinckgläÜI auf 

venedische art -^ 8 — 

dergleichen sorten mitter eines — 6 — 

der klainen und schlechtem 

aber — 3 ^ — 

ein gemain böhemisch trinck- 

gläöl ^ 2 — 

ein khostgläÜl wie es sein mag — 2 ^ 

ein gläsernes laBkÖpffel . . — 3 — ^ 

ein lang gestengletes glaü auf 

ein achtering . ♦ . . , ^ 10 — 

ein halbe achtering . . . . - — 6 — 

ein achtering fiaschen sampt 

einem zinnen schrauflfcn . — t6 ^ 

ein zvvey achtering flaschen , ^ 24 - — 

KürÖner, 
fechhauben, deren mancherley 
Sorten von 3, 4, 5, 6, 7 und 
8 gülden, 

3o* 



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236 



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fl. kr. pf. 

von einem schlaffpeltz zu füt- 
tern wann man das futter 
darzu gibt i biß 2 — — 

wann der kürßner fuchswam- 

men darzu gibt ... 20, 24 — — 

von einem leib röckel mit 

fuchswammen zufüttern 10, 12, 14 — — 

leib röckel von kuenigruckhen 

futter 10 — — 

einen nachtpeltz von fecb- 

futter 3o, 40 — — 

einen nachtpeltz von fech- 
wammen 18, 20 — — 

nachtpeltz von kuenigruckhen 15 — — 

ein frawenmuetzl von kuenig- 
ruckhen futter vorn herab mit 
schwartzenkueniglzufüttern 3u. 4 — — 

ein gemaines kindtspeltzl der 
mittern • . i 

von einem mansröckel zu 
machen i 

von einem frawen muetzl . i 



3o — 



3o — 



Deckhenmacher. 

ein madratzen von parchet mit 

wollen gefüttert sampt dem 

polster 8 

ein solche madratzen auf ein 

person 6 

ein zwilchene madratzen auf 

zwo personen mit wollen 

gefüttert sampt dem polster 
ein zwilchene madratzen auf 

ein person 

ein gemaine madratzen auf 

zwo personen, so mit werck 

gefüttert sampt dem polster 
ein solche madratzen auf ein 

person mit dem polster 
ain deckh mit einem türcki- 

schen blat von schätter mit 

baumbwollen 

ein gemaine deckh von schät- 
ter mit baumbwollen . . 
dergleichen deckh auf ein 

person 

ein ungarischen gepanetz oder 

crabatischen rockh ... 3 3o — 



7 — - 



4 3o — 



3 3o 



15 



6 — 



3 3o — 



3o 



— — 3 

— 3 — 



fl. kr. pf. 
einen doppelten khotzen . . i 45 — 
einfachen khotzen .... — 50 — 

Haffner. 

ein achtering krügel ... — 2 — 

halb krügel — i — 

und so forthan dergleichen 

auch mit den häfen gehalten 

werden solle, 
ein seydel reinl .... 
achtering reinl .... 
ein plutzkrueg von einer halb — — 6 
achtering plutzkrueg ... — 3 — 
von einem gemainen grünen 

ofenstuck sampt der arbeit 

zusetzen — 4 — 

da aber der maister den ofen 

nit darzu gibt vom stuckh — i — 
von einem großen ofen mit 

großen stuckhen zusetzen . 2 3o — 
item von einem schwartzen 

gemainen ofenstuckh sampt 

der arbeit zusetzen ... — 3 — 
ohne den ofen dergleichen zu 

setzen vom stuckh ... — i — 
item von einem schönen ofen 

abzuferben — 12 — 

von einem schlechtem zu 

ferben — 8 — 

Tischler. 

ein gewölbte todtentruchen 

6 schuch lang 2 3o — 

von so viel schuehen für ein 

glatte I 

ein gewölbte 5 und 4 schueige 

todtentruhen 2 

ein gemaine 4 und 5 schueige 

todtentruhen i 

ein 3 und 2 schueige gewölbte i 
ein ungewölbte von so viel 

schuehen 



45 



3o 
3o 



Wachßkertzler. 

gelbes wachs das pfundt . . 
das weiße wachs das pfundt 
ein stecken windtliecht . . 
ein grünes windtliecht . . . 



I — 



34 
50 
18 

15 



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237 



fl. 


kr. 


pt 


ein großes gelbes dem pfandt 






nach zu — 


32 


— 


Käßstecher. 






ein pfundt schmaltz ... — 


15 


^^ 1 


Schweitzer käß das pfundt . — 


la 


— 


böhaimbischen käß das pfundt — 


6 


— 


streichkäß das pfundt , , , — 


4 


^ 


schaffkäß das pfundt . . , — 


9 


- — ■ 


gesaltzen butter . , , , . — 


i3 


— 


Häringer. 






ein großen häring . , , , — 


3 


^- 


ein mittern . . ^ ^ , ^ ^ 


2 


^^ 


ein groß platteißl * , . . — 


3 


— 


der mittern — 


2 


— 


Oehler. 






das pfundt baumbwolkne 






khertzen — 


9 


— ^ 


das pfundt garene khertzen . — 


8 


^— 


das pfundt leunöhl . . . . — 


12 


— 


ein doppelte täckhen . , , _ 


24 


— 


ein einfache täckhen . . , — 


15 


— 


ein einsetzzeckher deren vier 






seyn ....,.,_ 


16 


— 


ein großen zeckher , . , . — 


8 


^^ 


mittern zeckher — 


6 


— 


klainern zeckher — 


4 


— 


Saiffensieder, 






das pfundt gute saifT . , , ^- 


8 


— 


Bader. 






auf den tisch ...... — 


4 


— 


von einer wannen .... — 


6 


— 


von einem dienstbotten haar 






abzuschneiden — 


3 


— 


Siber. 






ein eyserne waitzreutter . , — 


40 


— 


ein eysern meeh-euttern . . i 


— 


— ^ 


ein eysern schrolreuttern . , i 


3o 


^ 


ein dicke haranes meelsieb zum 






mundmeel ...... — 


3o 


— 


ein mitters meelsieb . . . ^ 


24 


— 


ein sieb zum rockhetimecl . ^ 


18 


— 


item der klainern kuchelsieblj 






deren sechßerley sortcn, soll 






das größte ..,..- ^ 


8 


— 



das ander , 

das dritt , 

das viert 

das fünffte 

das sechste 

und höher nicht bezahlt werden, 
ein stadireuttern schsvartz hül- 

tzener arbait 

ein reuttern mit weißen sc hin 
ein scbrol reuttern von holcz 
ein hültzerne mostreuttern mit 

einer hohen zargen . , , 
ein hültzern wait^reuttern 

ein staubreuttern 

hültzerne reutterl in die ku- 

cbel, deren fünfferleyj soll 

das größte 

das ander , , 

das dritte 

das vierdte ,»..,,. 
das fünßte . * p , * . . 
und höher nicht bezahlt werden. 

Bürstenbinder, 

ein große klaider bürsten . 
ein mittere klaider bürsten 
der klainern zu . 
ein große faßbürsten . 
ein klainere faßbürsten 
ein große fra wen bürsten 

sammet beschlagen . 
ein schöne kolbenbursten 
ein mittere kolbenbursten 
ein klainere kolbenbürsten 
eine klaine bartbürsten 
ein khodt bürsten mit der 

klingen , . , , , 
fensterbürsten ♦ , . . 
ein welßwadl , , , * 
weißpcmbsel zum weißen 
ein mittern leimbpembsel 
ein großen stubcn wusch 
ein klainen stubenwüsch 
ein doppelter kehrwüsch 

den bäncken . . . 
ein einfacher kehrwuesch 
ein großer muehlwuesch 
ein klainer muehlwuesch 



mit 



zu 



kr, 

7 
6 

5 

4 
3 



3o 
18 
15 

12 
10 



8 
6 
5 
4 
3 



20 
10 

8 
20 
i5 

24 
3o 

20 

12 

6 

4 

3 
S 
6 

4 
3o 
20 

12 

8 

18 

xo 



pf. 



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238 



K. k. Archiv für Niederösterreich. 



ein roä cartatschen . . . 
ein große reibbürsten . . 
ein klaine reibbürsten . . 
ein doppelte kandelbursten mit 

einem drätenen stiel 
ein einfache kandel bürsten 
ein doppelten weichwadl . 
ein einfache weichwadl 
ein doppelte beulbürsten . 
ein einfache beulbürsten . 
ein großen schwartzpembsel 
der klainern schwartzpembsel 

Allerley schreib- und reiß- 

papier. 

ein rieß regal papier . . . 

ein rieß median papier . . 

ein rieß des besten cantzley- 

papier mit dem gülden 

zeichen 

ein rieß sternl- oder schilt- 



kr. 
12 

4 
3 

8 

4 

15 

10 

6 
4 
4 

2 



pf. 



3o — 



papier 


2 


— 


ein rieß adlerpapier . . . 


I 


3o 


ein rieß gemain adlerpapier . 


I 


15 


ein rieß p. papier .... 


I 


— 


ein rieß schwartz .... 


— 


40 


Nestler. 






von einem paar bockheut 






schwartz zu einem wammes 






zu ferben 


— 


40 


haarfarb vom paar .... 


I 




veygelfarb paar 


I 


— 


ein dutzet nesteln mit weißen 






stefften 


— 


4 


für die doppelten .... 


— 


8 


für ein gemaines dutzet nestel 


— 


6 


ein nestel zwey drittheil elen 






lang 


— 


— 


ein halbe elen lang nestel . 


— 


I 


ein riemen fünff viertel lang 


— 


— 


Wäber. 






von einem 14., 15. und 16. die 






elen zu wuercken. . . . 


— 


2 


von einem 22. und 24. zu . 


— 


3 


von einem 26. biß auf 3o. zu 


— 


4 


von einem 32. biß in die 36. 






zu 


— 


6 



6 
6 



fl. kr. pf. 
von 37. biß auf einen 45. von 

der elen — 8u.io — 

Tuchscherer. 
von einer elen Scharlach zu 

scheren — 6 — 

von einer elen granat ... — 6 — 

von einer elen englischem tuch — 5 — 

gemain englisch von der elen — 4 — 

englischen boya von der elen — 3 — 

Yglauer boya von der elen . — 3 — 

Schlesinger boya von der elen — 2 — 

carasser von der elen ... — 3 — 
durchzogen Yglauer tuch von 

der elen — 3 — 

versigler Yglauer tuch ... — 2 — 
gemain Yglauer und mähre- 

risch — 2 — 

englischen boya aufzureiben . — 4 — 

Yglauer boya aufzureiben . — 3 — 

Schlesinger boya aufzureiben — 2 — 

Weißgärber. 
von einer großen hirschhaut 

zuarbeiten 2 3o — 

von einer mittern hirschhaut i 3o — 
von einem rechheutel nach 

dem sie groß sein, auch 

von bockheuten .... i u. 40 — 
von einem kalbfeil . . . . — 20, 24 — 
lampel- und kitzelfell . . . — 8, 10 — 

Lederer. 

von einer ochsenhaut zuarbei- 
ten von 12 biß in 14 Schilling. 

von einer schlechtem von i gül- 
den biß in 9 Schilling. 

von einer khuehaut von 5 biß 
in 6 Schilling. 

von einem kalbfeil .... — 15 — 

von einem Schaffell .... — 7 2 

Taschner. 

ein tischsessel von 2 gülden 
biß in 18 Schilling. 

ein nidern frawen sessel ohne 
lain von 10 biß in 12 Schil- 
ling. 

ein posttruehel von 14 Schil- 
ling biß 2 gülden. 



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239 



ein gemaines paar büchsen- 
hülfftern umb 12 Schilling, 
ein turbitzen von 6 biß 7 schil- 
ling- 
ein mittelmäßiges felleysen von 
3 felln von je 10 biß in 
12 Schilling, 
und im übrigen andere arbeit 
in bilüchem werth bey straff. 

Fütterer, 
auf einen raetzen gewinn , , 
hew und strew in ein ein bil- 
lichen werth, 

Meelmesser. 
von einem burger für ein muth 

zu messen ..,,,. 
von einem frembden und auß- 

länder aber zu nemben, , 
denen beckhen von einem 

strich brot zu bachen • 

Rauchfangkehrer. 
von einem doppelten rauch- 
fang 



fl. kr, pf. 



\va 



zu 



— 4 



von einem gemeinem rauchfaog — 

Schleyffer, 
von einem großen messer zu 

schleitfen — 

von einem kleinen messer . — 
von einem fleisch hackermesser — 
von einem kuchelhackhmesser ~ 
von einem großen oder mittera 

schrarimesser , . 
von einer fleischparten 
von einer schlachthackhen 

schleitlen , , * , 
von einer handhackhen 
von einem geschirr- oder 

genhäckhl , , , . 
von einer pandthackhen 
von einer klobhackhen 
von einer schlichthackhen 
von einer schneiderschär 
von einer mitternschar 
von einer papierschär , 
von einer schaffschär * 



3 — 

6 — 
6 — 



12 — 
ro — 



Wäscherin. 

einer tagwerckerin deß tags 
zu waschen, reiben oder der- 
gleichen arbeit sampt dem 
essen < , 

von einem paar säubern ley- 
lach zu waschen . , . * 

yon einem schlechtem paar 
leyJach 

von einer großen bethziechen 

von einer langen polsterziechen 

von einer kueßziechen zu wa- 
schen 

von einem säubern manns- 
hemmet 

von einem schlechtem und 
klainern aber 

von einem glatten Überschlag 
und paar tätzl 

von einem paar seh! äff hosen 

von einem paar leinen strümptf 
und stöckhl darzu . » , 

von einer schlaff ha üben . , 

von einem dutzet facinetl zu 
waschen 

Nachtführer, 
von einer laidc für alles und 
jedes , 

Fuhrlohn, 
von einer eiaffter holtz vom 



a. kr* pf. 



— 3 

— 4 

— 2 



— 3 — 

2Ü.I — 

^^2 — 

— 2 — ^ 

— ^ 6 

— — 2 

— 3 — 



— +5 ^ 






i 


wasscr biß in die halbe statt — 


24 




I 


was aber über halbe statt , — 


3o 


I 

1 




einem fiiegenschützen von ei- 






nem roß in die halbe statt — 


15 


Ä 




über halbe statt — 


20 


3 


-^ 1 


Trager, 
von einer trag vom waghaus 




3 


1 


oder Hohenmarckh in die 




2 


— 


halbe statt .,..,,— 
über die halbe statt, als zum 


3 


I 


_ 


Stuben«, khärner-, burckh- 




I 





und schottenthor » , ♦ .— 


4 


2 


, 


von einem emer wein auii- 




4 


— 


oder ein zuziehen , , , — 


'Z 


4 


— 


Holtzhackher, 




2 


— 


von einer statt eiaffter zu- 




t 


__ 


hackhen , — 


8 


3 


— 


waldt eiaffter — 


6 



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240 



K. k. Archiv für Niederösterreich. 



Hawerlohn. 
bleibt bey publicierter wein- 
gart Ordnung. 



fl. kr. pf. 



Binder, 
solle einem binder Zurichter 

bey künftiger nunmehr herzu 

nahender weinfexung von 

8 biß lo Schilling gegeben 

werden wöchentlich ... i 15 — 
einem abbinder ein gülden ge- 

raicht werden i — — 

dem dritten sechs Schilling . — 45 — 
der emer newe faß von dem 

maister an die statt abzu 

binden — 20 — 

der in acht rai£fen aufgesetzte 

faß aber der emer ... — i3 — 
und von jedem emer auf der 

werckstätt abzubinden . . — 5 — 
dann einem maister von einem 

gesellen deß tags im hauß 

zu binden — 10 — 

Raiff und bandt. 
den centner halb füdrich raiff 
halb dreyling centner . . 
anlegraiff den centner . . 
der mittern anlegl auf 5 emer 

der centner 

der klainern auf 3 emer . 
auf schäffer- und butten raiffl 
die burdt bandt der großen 
die klainern die burdt . . 

Faßzieher. 
von einem emer wein einzu- 
legen — 2 — 

und außziehen auch ... — 2 — 

Gedruckt zu Wien in Österreich bey Matthes For- 
mica im CöUner hoff. 
Patent. 

5828 1626, Juli 2, Wien. 

Durch Joseph Türckhen und Caspar Khern 
des äußern raths sambt denen geschwornen 
Werkleuten mrd des Jacoben von Scholzen 
röm. kays. maj. rath und regenten des regi- 
ments der n.-ö. landen behausung in Johannes- 
gassen gelegen sambt prun, gärtl und keller 



5 


— 


3 


45 


2 


15 


I 


3o 


I 


— 


— 


3o 


- 


3o 


— 


22 



auf 2JOO fl, rhein, jetziger gueter österreichi- 
scher wehrung geschätzt; der garten sambt 
deme haus vorm Neuen thor durch richter 
und geschworne alda auf 650 fl. rhein. 
Orig. 

5839 1626, Juli II, Wien. 

Die niederösterreichische Regierung er- 
läßt auf Grund der von ihr, der Kammer 
und dem Bürgermeister und Rat der Stadt 
Wien gehaltene reiffe delibration und berath- 
schlagung eine für Wien und das flache Land 
giltige Ordnung. 

Patent. — Diese Ordnung stimmt vollständig mit 
der in Nr. §82y publi:{ierten, nur ist S. 285 bei kalch 
und ziegel hinzuzufügen : das tausent der großem secbs- 
cggeten pflaster ziegel ßO fl., das tausent der klainern 
sechseggeten 2ß fl , einen hohlzlegel 2 Kreuzer. — 
S. 236 bei kürßner: wann der kürßner fuchswammen 
dazu gibt 20, 2^ und 28 fl. 

5830 1626, Juli 3o, Wien. 

Die niederösterreichische Regierung ver* 
ordnet, a) obwohl Osterreich under der Enns 
noch zur zeit gottlob kain sonder gefahr 
droht, daß alle ihre Getreide in die haub- 
statt und vestung Wienn behaltungsweiß zu- 
führn und allher bringen; b) daß denen zu 
führenden und einflehenden aus ohne das 
schuldiger christlicher lieb und mitleiden zu 
Unterbringung ihrer einführenden sachen guet 
unterkombung und glegenhait umb ainen 
laydenlichen billichen bestandtzins gemacht 
werde. 

Patent. 

5831 1627, Jänner 28, Wien. 
Römischer kayserlicher mayestätt etc. 

landtgerichts Ordnung des erzherzogthumbs 
Oesterreich ob der Enns. Mit röm. kays. maj. 
gnad und freyheit. Gedruckt zu Wienn in 
Oesterreich bey Gregorio Gelbhaar, röm. kay. 
maj. hoff- und ainer löbl. n.-ö. landtschaft 
buchdrucker. 
Patent. 

5833 1627, April 20, Wien. 

Die niederösterreichische Kammer er- 
neuert das Patent von wegen des Ungeld und 
Tatz in und um Wien. 

Patent. 



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241 



5833 1627, Mai 20, Wien. 

Kaiser Ferdimnid IL an den Kurfürsten 
von Bayern^ er habe auf Bitten des Abtes 
Augustin zum Schotten desselben gottesliaus 
zu den jährlichen So Fuder Saiz, weiche 
Königin Elisa beth iSiB dahin vermacht hat 
(Bd. I, Nr, 2gSj, noch ein halben schiliing 
salzes jährlich beiviUigt und ganz erhö blichen 
motiven willen diese neue verwilligung auf 
vier jähre zurück passiren zu lassen derge- 
stalt verwilligt, daß das genannte Kloster 
für das Haus Osterreich einen jährächen 
Gottesdienst halte, 

Vidimus aus ijSö. 

5834 1627, Mai — , Wien. 

Der Kloster rat berichtet an die nieder* 
österreichische Regierung iiber die Supplik 
des Benefiziaten des St. Georgs -Altars in der 
Burgkapelle Franz de Requesens betreffend 
den Konsens um die V^erlassung der zur Burg- 
kapelle gehörigen heußl auf der Lairagrube 
an den befreiten Hoföler und Seifensieder 
Martin Alt und dessen Gemahlin Maria^ 
Witwe nach Peter Wohl auf sechs Iciber gegen 
den jährlichen Zins von öo JL: das heußl 
sei durch den vorigen Benefiziaten und durch 
den früheren Inhaber, Puter Wohl, mit den 
gewerkstätten, gcwölben, stüben, camern und 
andern dermaßen erhebt, daß ein Nachfolger 
viele Jahre hindurch nit not wird haben, 
irgend etwas zu bauen; deshalb sei 60 JL 
jährlicher Zins zu gering* Martin Alt und 
seine Gemahlin seien auch vor die Kommis- 
sion berufen und ihnen die ungleich ei t vor- 
getragen worden, morauf sie sich zu ys fl- 
jährlichen Zins herbeilieöen. Da sie aber 
an Requesens bereits 100 Reichs taler gezahlt 
haben, so habe man sich dahin geeinigt, daß 
sie durch 10 Jahre jährlich 60 JL zahlen 
sollen, dann aber 75 jL 

Konzept. 

5835 162^, Juni ii^ Wien. 

Kaiserin Eleonore bekennt^ daß sie gott 
dem allmächtigen und der a!l erheiligsten 
himmelskönigin und Jungfrau Maria zu lob 
und ehr auch ^u trost, heil und wolfarth, 
ihrer und aller christglaubigen seelen ein 

Regesten zur Geschichte der Stadt Wien. V. 



besonders kapellgebau in form der heiligen 
kapellen unser lieben frauen zu Loreto al- 
hier in dero kirchen des Augustinerklosters 
erbaut und mit jährlich 400 Jh rhein. dotiert^ 
welche Summe auf der herrschaft Walpers- 
torf sichergestellt ist, jedoch abgelöst werden 
kann. Aus dem Kloster ist ein besonderer 
pater zu bestellen^ welcher die inspection und 
aufsehen sowohl über den gouesdienst , , , 
als auch über das gestifte ein kommen , , . 
: führen soll; täglich sind zwei Alessen zu 
I lesen; Tag und Nacht haben zwo brennende 
' ampeln unterhalten zu werden; was an Para- 
menten, Ornaten oder an Geld dafür geopfert 
wird, muß im Sinne der Spender veripendet 
werden und der Kapelle verbleiben ; was sonst 
an Geld und was an W^achs und Viktualien 
geopfert iinrd, ist in erster Linie für Wachs 
der Kapelle zu verwenden und dann für das 
Kloster. So lange sie (Stifterin) lebt, wird 
sie sorgen, daß die Kapelle weder an Para- 
menten noch an Wachs usw. Alangel leide, 
und später eine entsprechende Stiftung machen. 
— Siegel und Unterschrift der Stifter in. 
Kopk des rS. Jährhunderts. 

5836 162J, Juli 8, Wien- 

Die niederösterreichische Regierung macht 
bekannt, daß hin furo das pfund rind fleisch 
umb drey kreuzer gar wol ausgehackt und 
also ain mehrere wolfaile ins land geziglet 
werden konne^ weshalb sie solche Satzung 
allberait allhie in Wienn publiciren lassen, 
sondern auch dem statt-magistrat darob festigk- 
Hch band zu haben anbefohlen, 

PiitenL 

5837 i62y\ August iS, Wien, 

Serapia Fernbergcrin^ ein geborne Wol- 
zogin freyin . , , und ihr ehevogt und be- 
vollmcchtigter lehentrager ... Carl Ludwig 
Fernberger zu Egenberg, obristr erbcammerer 
in Osterreich ob der Enns, kais, Rat und 
Regent des Regiments der niederösterreichi- 
schen Lande, wird mit dem St Ulrichs hof 
bei Wien, den sie Vön ihrem Bruder Hans 
Paul Wolzogen zu Neuhauß freiherr gekauft 
hat^ belehnt (pgL Nr, 5779)- 

Lehenbitch, i62^ — i638j 61. 

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5888 162J, August 3o, Wien. 

New verbesserte infections-ordnung. cum 
gratia et privilegio sacrae caesareae majesta- 
tis. gedruckt zu'Wienn in Oesterreich durch 
Wolfgang Schumppen rom. khays. maj. hoff- 
buchdrucker. 

Patent, 12 Blätter. 

5839 1627, August 3i, Wien. 

Andre Gurlandt stattguardi-fendrich wird 
mit den Nr. 526"/ genannten Lehen, welche 
bürgermeister und rath der Stadt Wien . . . 
der Ordnung nach nicht ersucht daher apert 
worden, als erster anzaiger belehnt. 

Lehenbuch, t62^—j638, 63. 

5840 162'/, September ij, Wien. 

Georg Metzger rathsfreund und des Bür- 
gerspitals furgestellter lehentrager wird mit 
den in Nr. S79^ genannten Lehen belehnt. 

Lehenbuch, 162^ — 1638, 66'. 

5841 162'/, September ij, Wien. 

Georg Metzger rathsfreund und des Bür- 
gerspitals fürgestellter lehentrager wird mit 
den Nr. ^26^ genannten Lehen belehnt. 

Lehenbuch, 1625—1638, 66'. 

5843 162^, September 25, Wien. 

Johann Anton Pestalutz wird mit den 
1621, Mai 23 (Nr. 5j88) Maria Ursula, 
der Tochter Georgen Sawrers verliehenen 
Lehen (Nr. 5'/i3), die er gekauft hat, belehnt, 

Lehenbuch, i62.f--i638, ^2 . — Laut Randbe- 
merkung wurden diese Lehen vermöge resolution vom 
23. September i632 den P. P. Camaldulensern von der 
lehenschart gentzlich auf ewig befreit. — Vgl. Nr. 58'j']. 

6843 i(>2j, November 3, Wien. 

Andre Zeidlhuber, spitlmeister des kais. 
Hofspitals wird als Lehentrager des genannten 
Spitals mit den in Nr. ^j^i genannten Lehen 
belehnt. 

Lehenbuch, 162^— 1 638, y3'. — Laut Randbe- 
merkung wurden die Lehen 162p freigemacht. 

5844 162^, Dezember i3, Wien. 

Die niederösterreichische Regierung, die 
für ein sonderbare notturfft befunden, die- 



weilen der zeit das liebe getraidt, wein und 
andere zu der menschlichen notturfft gehörige 
victualien in ain leydenlichen werth sind, 
den fischkäufflern und fischern in der haubt- 
und residentz statt Wienn ain gewisse Satzung 
zu geben . darnach sich ermelte fischkäuffler 
zurichten und der arme gemaine mann nicht 
beschwärt werde, verbietet allen Teichinhabern 
und Mautamtleuten, besonders denen am Ta- 
bor, die Fischpreise übermäßig zu steigern. 
Patent. 

5845 1628, März i3, Wien. 

Maximilian Khembtner, kais, Rat und 
räntmeister in Mähren, erhält für die Lehen 
zu Brunn, sein väterliches Erbe, ein halbes 
Jahr Urlaub. 

Lehenbuch, i62^ — i638, 8^. 

5846 1628, April I, Wien. 

Hanns Joachim herr von Trautmanstorf 
wird für sich und anstatt seines vettern Hanns 
Andreen, Sigmund Friderichen des eitern, 
dann auch Sigmund Friderichen des jungem 
und Maximilian herrn von Trautmanstorf mit 
den in Nr. 5252 genannten Lehen belehnt. 

Lehenbuch, j62^—j638j 86. 

6847 1628, Juli 3, Wien. 

* Kaiser Ferdinand IL weist zu Ehre 
Gottes und zu seinem Seelenheile dem ver- 
dienstreichen Orden der Kamaldulenser-Ere- 
miten S. Romualdi vom Kronenberge, welche 
als die ersten nach Deutschland und in die 
Erblande von ihm aus Italien berufen wer- 
den und denen er wohlgeneigt und zugetan 
ist, den gewöhnlich Schwinberg genannten, 
unweit von Klosterneuburg gelegenen Berg 
nebst den dortigen Wäldern und Weinbergen 
zu Errichtung eines Eremitoriums an, nach- 
dem die Grenzen festgestellt sind, und widmet 
dazu mit seiner Gemahlin Eleonore zu Ehren 
der allerheiligsten Dreifaltigkeit und der glor- 
reichen Jungfrau Maria, besonders aber zu 
Ehren des heil. Josef 36.ooo fl. Der gegen- 
wärtige Prokurator P. Silvanus aus Venedig 
und alle seine Nachfolger sollen diese Eremie, 
die er (Kaiser) teils auf eigenem Grunde, 



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243 



teils auf dem vom Propste Andreas von Klo- 
stemeuburg eingetauschten Grund erbaut hat, 
allzeit besitzen. Sie haben das Recht in Öster- 
reich und in den Erblanden sowie in Deutsch- 
land zu sammeln, sie sind von allen Abgaben 
befreit. Der Berg Schwinberg soll in Zu- 
kunft Josefsberg heißen, 

Orig., Perg. (^^2 X 7^f ^^^^^ ^2-5/ Siegel an 
Goldschnur abgerissen. 

Vgl, Wolfsgruber, Die Kamaldulenser-Eremie auf 
dem Kahlenberge in * Blätter des Vereines für Larides- 
künde von Niederösterreich» 2^ (iS^O) lOp und 11^. 

5848 1628, August 7, Wien. 

* Kaiser Ferdinand IL und seine Gemah- 
lin Eleonora übergeben den von ihnen ge- 
kauften Grund und das darauf aus beson- 
derer Verehrung der seligsten Jungfrau Maria 
vom Berge Karmel und der heil. Theresia 
desselben Ordens in der Wiener Vorstadt gegen 
den Tabor (in suburbio civitatis nostrae Vien- 
nensis versus Tabor situatum) erbaute Klo- 
ster dem Orden der Karmeliter -Barfüßer, 
damit sie in dieser Gegend die Sakramente 
spenden, die Seelsorge ausüben, Ketzer, Sün- 
der und Ungläubige bekehren; sie dürfen 
nicht nur in Wien, sondern auch in den Erb- 
landen entsprechend ihrer Ordensregel Almo- 
sen sammeln; die Mönche sowie das Klo- 
ster mit allem Zugehör an Grund und Boden 
und Garten bis zur Judenmauer (usque ad 
murum Judaeorum) stehen unter kaiserlichem 
Schutz. Das Kloster ist frei von allen wie 
immer gearteten Steuern und Abgaben. 

Vidimus aus iy3^. 

5849 J628, September i3, Wien. 
Maximilian Khemptner, kais. Rat und 

rentmeister in Mähren, erhält für das Lehen 
zu Brunn bey Entzerstorff, sein väterliches 
Erbe, einen weiteren halbjährigen Urlaub. 
Lehenbuch, i62^^i638, lOO'. 

5850 1628, November 20, Wien. 
Mathias Harman, burger und handls- 

mann alhie zu Wien, und Rebecca seine 
eheliche hausfraw bekennen, sie haben mit 
Zustimmung von Bürgermeister und Rat ver- 
kauft achthalben gülden hungrisch guet und 
gerecht an goldt und waag auf die über- 



theuerung ihres Hauses an dem Herzoghof 
gegen Hanns Wenkhen öllers haus über ge- 
legen, nemblichen soviel über die zwayhun- 
dert pfundt ^, so denen zechmaistern und 
brüdern gemein St. Sigmund bruderschaft in 
dem closter zu den Weißen brüedern genant 
zu ausrichtung der ewigen wochenmeß und 
jahrstag, so weillandt Caspar Hell durch seine 
geschäfftleut im berürten closter gestifft hat, 
vorhin darauf verschriben wirt und bleiben 
um i8y fl. hungerisch, . , . welche specifi- 
cirte münzsorten von herrn pfarherrn auf 
ducaten in gold verstanden werden wollen, 
da doch das Interesse jederzeit mit i3 fl. ain 
Schilling von den inhabern des haus entricht 
und bezalt worden ist, daß sich dan Chri- 
stoph Fridlmayr als verkaufer dieses haus zu 
beschwert befunden, dahero er sein notturft 
bei dem Passauerischen consistorio gehandlet, 
daß ihme solche hungrische gülden münz in 
teutsche silberne münz transferirt und der 
gülden auf 10 Schilling pfennig erkennt wor- 
den; weilen aber diese erkanntnus gegen be- 
zalung jährlichen der i3 fl. i Schilling ver- 
zünsung zu wenig, als hat sich obgedachter 
Harman mit ihme Friedlmayr dahin ver- 
glichen, daß die haubtsumme verbleiben solle 
als das interesse austragt, das ist 262 fl. 
4 Schilling teutscher wehrung fürohin ver- 
bleiben solle ainem jeden pfarherrn von 
Hainburg und Altenburg oberhalb Hainburg 
mitainander zur ausrichtung der ewigen 
wochenmeß ..., welche ewige wochenmeß 
weillandt frau Ephemia, Georgen Frankhen 
burgers zu Haimburg hausfrau selig zu stif- 
ten geschafft hat also und in solcher mei- 
nung, daß wir und unser erben den obbe- 
nennten zway pfarrern jährlichen die be- 
melten achthalben gülden hungrisch oder 
nunmehr i3 fl. i Schilling teutsche werung 
wie es von alter bishero geraicht worden, 
jährlichen gült davon raichen zu dreyen ta- 
gen im jähr zu St. Michaelistag, zu den Weih- 
nachten und St. Georgen zu jedem tag ainem 
derselben pfarherrn ainen gülden hungerisch 
und ain dritl aines halben gülden hungerisch 
oder 4 fl. 3 Schilling teutscher wehrung. — 
Besiegelt i. mit gemeiner statt Wien anhan- 
gunden grundtinsigl; 2. mit des Harman und 

3i* 



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Andre Pfeiffers röm. kais. maj. rath, des innern 
ratbs und oberstatt cammerers insigl. 

Orig.y Perg. (185 Ä., Falte 2^), /p cm br. Siegel 
abgefallen. 

6861 1628, November 26, Wien, 

Der verstorbene Joseph PezoU, burger 
und waxkörzler alhier, hat seine von weyl. 
Johann Antonii Losi gewesten kays. hoffliecht 
camerers see. erben per executionem über- 
khombene vor dem Stubenthor auf der Landt- 
straöe in der weingartgassen daselbst gelege- 
nen behausung zur alhiesigen St. Stephans 
thumbkirchen noch am 8. Jänner 161 5 sol- 
chergestalt gestiftet, daß auf seinen alda beim 
kays. grab gestiffteten altar zum hay. creiz 
genannt täglich gleich nach der frühe meß 
jedesmahls die dritte und zwahr de sanctis- 
sima trinitate durch einen gewissen hiezu 
verordneten priesler gelesen werde, die St. 
Stephans kir che aber mit dem Hause nach 
Belieben verfügen könne, doch daß diese 
tägliche und ewige dritte heyl. meß unnach- 
läßlich gehalten werden soll, ausgenommen 
das Haus würde durch besorgende kriegs- 
gefahr abgebrochen, durch feuersbrunst tota- 
liter zu grundt gehen oder durch den came- 
ral fiscum wegen der Lossischen Unrichtig- 
keit eingezogen und evincirt werden. Dieses 
Haus ist nun zum alhiesigen bürgerspital 
keufflichen auch dergestalt übernommen wor- 
den, daß es zu haltung oft angeregter heyl. 
meß, in welcher jedesmahls der röm. kais. 
maj. und dero hochlöbl. erzhauses, zumahlen 
sie von ihrer auf diesem haus gehabten fisca- 
lischen anforderung und prioritet freywillig 
gewichen, durch den priester fürbittlich ge- 
dacht werden solle, jährlich 226 fl, zahle, 
ausgenommen dieses Haus würde wegen fein- 
desgefahr abgebrochen oder ginge durch feuers- 
gefahr zu gründe. — Siegler: i. Der Kirchen- 
meister von St. Stephan und 2, das Bürger- 
spital mit dem größeren Siegel. 

Orig., Per^. mit 2 Siegeln; Siegel i hat die Le- 
gende FERDINAND. PHI. VON RAIDEGER K. M. RATH. 
Das Siegelfeld :{eigt ein Wappen gekrönt von einer 
dreizackigen Krone^ der Schild in ^ Felder geteilt^ 
I und ^ einen halben gekrönten Adler, 2 und 3 leeres 
Feld mit Querbalken. Siegel 2 hat einen Durchmesser 
von ^y.5'5cm; vgl. die Abbildung in * Geschichte 
Wiens^, Bd. 2, Abt. 2, S. 2. 



5853 1628, Dezember 28, Wien, 

Kaiser Ferdinand //. erneuert das Mandat 
vom 20. April 162^ (Nr. 5882) betreffend Un- 
gelt und Tatz in und um Wien, 

Patent, 

5853 162p, Februar i, Wien. 
Maximilian grave zu Trautmanstorff, ge- 

haimer rath und camerer n^ird mit den in 
Nr. 5252 genannten Lehen belehnt. 
Lehenbuch, 162^ — 1638, ii^ 

5854 162p, März 5, Wien. 

Auf Bitten des Augustin, erwehlten bi- 
schof zu Germanien, weihbischoff beeder stiflft 
Wienn und Neustatt und abbt des gottshaus 
unser lieben frawen zum Schotten alhie, 
»^ird das von ihm für sein Stift von Serapia 
Fernbergerin von Egenberg geborene Wol- 
zogin zu Neuhauß freyin gekaufte gut mit 
nahmen der Oberhoff zu St. Ulrich mit allen 
dessen ein- und zugehörungen, welches vom 
Haus Österreich zu Lehen geht, von aller 
lehens subjection und pottenmeßigkeit auf 
ewig eximiert und zu ainem freien allodgut 
erhoben und befreit. 

Lehenbuch, i62^—i638, lyp. 

5855 162p, April 27, Wien. 

Richter und gemain zu Stadlaw werden 
gegen Revers mit den in Nr. 5466 genannten 
Lehen belehnt. 

Lehenbuch, 1626—1638, 12g. 

5856 1629, April 3o, Wien. 

Gisbertus Vossus von Vossenburg herr 
auf Niederstain und Hillebrandt, der pabst- 
lichen heiligkeit und des apostolischen Late- 
ranensischen hofes graf und ritter auch der 
röm. kay. maj. und des heil. röm. reichs comes 
palatinus, kais. maj. rath und ältester leib- 
medicus auch der zu Poln und Schweden 
königl. may. medicus etc. übergibt der socie- 
tät Jesu 12.000 fl. rhein., auf dem allhiesigen 
österreichischen landhaus liegendt, damit von 
den Interessen (jährlich J20 fl.) alhier zu 
Wien 12 knaben oder Studiosi erhalten und 
ernähret werden, von welchen 6, so änderst 
sein kann, Gratzer kinder, wo aber das nicht, 



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245 



doch in derselben anzahl aus Steiermark ge- 
bürtig, die andern 6 aber, so es sein kann, 
aus Amsterdam in Holland oder doch Nieder- 
land, in deren Ermanglung aber mehr als 6 
der Steirer oder wie man sie haben könnte 
(doch daß die Kinder von Bediensteten des 
Stifter 14 nä dessen Verwandten den Vorrang 
haben) sein sollen. Die Stipendisten sollen 
fürnehm lieh in studio linerar io und musico 
tam vocali quam instrumental] exerciret und 
geübt werden , jyeshaib sie bei ihrer Auf- 
nahme zu erklären haben^ den gottesdienstj 
den der Stifter zeit seines kbens sich jeder- 
zeit zu befördern beflissen, in unser lieben 
frauen kirchen zu denen neun chören der 
englen genant, des profeßhaus der societät 
Jesu am Hof musicando in choro verrichten 
und nicht allein an sonn- und feiertägen 
ämter, der heiligen meß, sondern an sambs- 
tagen oder andern lagen zu gewissen Zeiten 
die gewöhnliche Utaneyen und vesper, wie 
es im Profeßhaus gewöhnlich, wie und so 
oft es die obern, so jenen vorgesetzt, anord- 
nen werden. Wenn die Stifilinge ihre studia 
apud patres societaiis wohl und rühmlich 
absolviret und etwa ad studia theologiae 
keine lust oder Wohlgefallen hätten, sondern 
ihr her;; ihnen vielmehr sagte ad studia medica 
oder juridica, so genießen ^ie die Stiftungf 
so lang sie hier in Wien den Studien oblie- 
gen werden, doch den chor in diesen fahl 
ganz und gahr nichts benomen. Die Stifi- 
linge heißen Gisbertini alumni; das Präsen- 
tationsrecht hat praepositus provincialis socie- 
tatis Jesu per Austriam oder praepositus do- 
mus profcssae societaris Jesu zu Wien. — 
Besiegelt mit des Stifters adeligen großen 
und der sociciat Jesu gewöhnlichen petschaft, 
unterfertigt vom Stifter und von Alfonsus 
Lerdetti praepositus domus professae Vien- 
nensis soc. Jesu. 

Vidimus des rS, Jahrhundet-ti. 

6857 iö^p, Juni 26, Wien, 

* Kaiser Ferdinand IL erlaubt den fratres 
ordinis minimorum sancti Francisci de Paula 
auf ihre Bitte hin^ sich in Wien niederzulassen, 
damit sie die häretischen Untertanen bekehren, 
gibt ihrem Prokurator fr.SebastianusTricorno- 



I tus zum Ankaufe eines Bauplatzes außerhalb 

des Kämtnerpierteis (extra suburbium Carin- 
I thiarum) 1000 //,, zur Erbauung der Kirche 
I lind des Klosters ^oööfl. und bestimmt seinen 
1 Sohn Ferdinand f den Grundstein zu legen; das 
Kloster kann Geld, Grund U7id Boden ertp er- 
ben und besitzen l all sein Hab und Gut steht 
unter kaiserlichem Schutz ^ es ist von allen 
Abgabenfrei und die Mönche können in Wien, 
in den Er blanden und im Deutschen Reiche 
frei und ungehindert Almosen sammeln; der 
Kaiser stiftet zum Heile des Hauses Öster- 
reich (pro augustac domus nostrae Austriacae) 
mit 3oo ß, rhein.t wovon ein Drittel auf das 
Haiidgrafenamt^ ein Drittel auf das Wiener 
Wagamt^ ein Drittel auf das Salzamt sicher- 
gestellt istf eine Alesse. 
Gleichzeitige Kopie. 

58 5S 162p, Juli I, Wien, 

Andre Pfeifl'er, röm* kais. maj, rath, des 
Innern siadtraths und obercammerer zu Wien 
bekennt^ er und seine verstorbene ehefrau 
Helena geborne Ramein haben laut Stift- 
brief i'om 2g, September 1614 zu ihrem Seelen- 
heile eine Stiftung errichtet und dazu auf 
ihre aigenthümliche behausung am Kohlmarkt 
löoo JL burgrech tswcis gegen jährlich 50 fL 
angelegt^ für n^ eiche prior und konvent sancti 
Dom i nie i oder predigerordens alhie in Wienn 
wöchentlich drei Messen^ und zn^ar ztpei in 
ihren kirchen, die dritte in St, Michaels pfarr- 
kirchen auf St. Andreasaltar daselbst, mo er 
Stifter und srifrerin samt denen be freund ten 
die begrabnus haben, lesen. Da Prior und 
Konvent zu verstehen geben, daß sie diese 
drei Messen bei diesen schweren Zeiten um 
die so //. nicht lesen könnten t fügt er (Pfeiffer) 
zu seinem^ seiner i*erstorbenen und seiner der- 
zeitigen Gemahlin Anna Maria und ihrer bei- 
der Kinder Seelenheil nöch Sooo JL rhein, 
hinzu f ivelch letztere Summe zu 6^Jq bei der 
niederösterreichischen Landschaft angelegt istt 
mit der Bestimmung^ a) daß alle pfingstäg 
I unter dem heiligen gottsleichnamsamt in St, 
Michael pfarrkirchen auf St. Andreasaltar eine 
Messet b) alle sonnt äg, unser lieben frauen > 
der heiligen aposteln und Jungfrauen und 
allen von der christlichen catholischen kir- 



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chen aufgesetzten und gebotenen fest- oder 
feiertägen ain meeß zu gemessen stund win- 
ters um 7 Uhr und Sommerszeiten um 6 Uhr 
in sein des Stifters aigenthümblichen behau- 
sung, der CöUnerhof genannt, in der darinen 
den h, aposteln Philippi und Jacobi zu eliren 
geweihten capein pon den Dominikanern ge- 
lesen werde. Es soll auch stets weil nun- 
mehr das Unkraut böser secten aus der Stadt 
Wienn vertrieben und der allain seligmachende 
catholische römische glaub bekennet wird, ain 
jedweder rechtmeßiger inhaber und possessor 
des bemelten Collnerhof und der capelln 
dieser wohlmeinenden fundation vollmächti- 
ger und hiemit instituirter inspector sein. — 
Siegel und Unterschrift des Kardinal Klesl 
und des Stifters, 

Vidimus aus ij66. — Nach dem Inhalte eines 
Vergleiches des Ignaz von Albrechtsburg, k. k. truchseß 
und n.-ö. landrath und Albrechtsburgischen gerhab mit 
dem Dominikanerkonvent vom 18. April lyyi hat Pfeiffer 
noch die oben unter a) genannte Messe nach St, Stephan 
in die Pfeiffersche Kapelle verlegt. Von dem bei der Land- 
schaft angelegten Kapital wurden über 3o Jahre keine 
Interessen ausbezahlt und die Summe endlich aufiooofl. 
reduziert. Im Einverständnis mit dem damaligen Be- 
sitzer des Köllnerhofes, Christoph Hol^nerj Bürgermei- 
ster von Wien, wurde deshalb die Messe bei St. Stephan 
aufgehoben und nur die unter b) genannte Messe per- 
solviert, was auch noch lyyi eingehalten wurde; die 
auf Pfeiffers Haus angelegten lOOO fl. hatte der Kon- 
vent auf das Haus des Glasers Kaspar Frank in der 
Krugerstraße übertragen, dann aber in des convents 
nutzen und guter verwendet (Orig.). 

5859 162^, August II f Wien. 

Die niederösterreichische Regierung ver- 
bietet jenen, die der religion halber das bur- 
gerrecht alhie aufgesagt und sich anderer 
orten begeben, ... in der niderlag unter dem 
praetext der ausländischen handien, auch ihres 
gefallens alher zu- und abreisen, etliche auch 
nach ihrem abzug ihre diener dahin bestellt 
haben, das sy sich in bemelte niderlag unter 
ihrem namen begeben, handlungen aufrichten, 
diese praktiken, da solches zu abbruch und 
schmelerung der bürgerlichen nahrung ge- 
raicht; erklärt diese, da sie weder stewer 
raichen noch anders mitleiden tragen, der 
alhieigen niederlage freyheit wie auch anderer 
handthierung und kaufmanschaft allerdings 
unfähig. Wenn sy aber ander ihrer geschäft 



als schulden oder sonsten erheblichen ehe- 
haften .halber in dis land zu reisen hetten, 
sollen sy sich jedesmal alsbald zu ihrer an- 
kunft bei der n.-ö. regierung anmelden, die 
Ursachen ihrer alherkunft andeuten und dar- 
über nach beschaffenheit der Sachen eines 
gewissen termins und verrer Verordnung er- 
warten. 

Patent. — Codex Austriacus /, 295 und 2, 56. 

5860 162p, Dezember ij, Wien. 
Haubtmann und obrister Wachtmeister 

alhieiger stattguardi Jacob Weißl erhält den 
consens, mit dem ihm wegen seiner Verdienste 
verliehenen Gut Himberg am Walde frei 
disponiren zu können. 

Lehenbuchy 162^— 1 638, i3^\ 

5861 i63o, Jänner 8, Wien. 

Kaiser Ferdinand II. bekennt, nachdem 
weyland Maria Magdalena Pitschin geborne 
Elbognerin einer landschaft des hertzogthumbs 
Schlesien 12.000 fl. zu 6^/0 dargeliehen hat, 
welche Summe sie hernach in ihrem Testa- 
ment dazu bestimmt hat, daß von den jähr- 
lichen Interessen 12 Studenten, welche zu 
Leipzig oder Wittemberg studirn und khünf- 
tig in dem lutherischen ministerio dienen 
sollen, er habe solches legat aus gewissen 
erheblichen Ursachen und als landtsfürst und 
herr auf das seminarium pauperum S. Pan- 
cratii alhie zu Wienn mit einwilligung der 
Pitschischen negsten befreundten auf solche 
weiß transferirt, daß darin järlich etliche ca- 
tholische Studiosi, sovil derselben pro quali- 
tatetemporum sein können, in denen studiis 
unterhalten werden sollen. Damit a^^gleich- 
wol der verstorbenen Pitschin gemachter 
letzter willen (als welcher ihrer lutterischen 
Intention und mainung nach diser gewest, 
das zwelf studiosi ir talentum in denen lut- 
terischen templis anlegen sollen) anyetzo 
auch bei dem catholischen gottesdienst voll- 
zogen werde, so hat das seminarium pau- 
perum mit einer gewissen musica ... in der 
kirchen des profeßhaus societatis Jesu zu 
Wienn an allen Sonn- und Feiertagen und 
so oft es der Pater superior des Profeßhauses 
für nötig erachtet, zu dienen, und zwar muß 



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247 



der Pater praefecfus semtnarii jederzeit 12 
guette musicos als ain Organisten, ain bassi- 
sten, 2 wen tenoristen, zween altisten und 
zween discantisten sanibt zwayen geigern nnd 
zwayen pusaunblasern , . , zu versehung des 
chors der parrum domus professae halten. — 
Ausfertigung der HofkanzleL 

Ort fr,, Per ff, (öy§ X 40, FMte i^-^l Sieget ah- 
gerissen. 

5862 i63oj Februar 25, Wien, 

Die niederösterreichische Regierung er- 
neuert die Patente vom 22, Jänner j 623 und 
vom 22. August 162S, durch welche das Tra- 
gen Von währen und w äffen sowie alle dueüa, 
kämpf, balg*j rauf-rumorhandel und die Teil- 
nahme daran in den landts fürstlichen haupt- 
und residenz stötten Wienn oder Liniz, inner- 
oder auüerlialb derselben burgfrieden und in 
beiden Ländern überhaupt verboten worden 
war, weil so^vol in- als ausländer sich unter- 
stehen, diese aufs höchste verbotenen wöhren, 
v^affen zu tragen^ palg-, rauf- und rumor* 
händelen sogar in dieser unserer haupt- und 
residenz statt Wien 11 auf offenen platz- und 
gassen auszutragen und mit gewaffneter hand 
einander anzusprengen^ wol auch öffentlich 
mit carravatzen, prüglen, spitzrueten, peut- 
schen und anderen dergleichen inslrumentis, 
welche sie ihren einbildungen nach für kaine 
verbotenen Waffen halten^ einander zu ver- 
folgen, als ob sie ihre selbsten aigene richter 
seyn kundten und dürfen. Bei gewiß und 
unausbleiblich würk liehen leib-, iebens- und 
guts-besrraffungen haben sich alle jeder duelln, 
hinausforderungeUj patritten, kempfens, pal- 
gens, rauffens, rumorhandel und in summa 
aller feindseelig- und vervolglichen thatlich- 
kaiten wie auch selbst aygenthatigen gebrauch 
und zuernuettung aller lang- oder kurzen 
röhr pistollen, tcrtzerollen, arm prusten, pögcn, 
pfeyller, pöltze, handc- und vvurf hacken, sä- 
bel, balläsch, pusicanen, zuhäckinen, Schwer- 
ter, wöhren, rapieren, messern, dolchen, stil- 
leten, helleparten, 5piei3en, also auch prüg- 
len, carravätsch, spitzrueten, peutschen, zeh- 
nen, werffkuglen und sonstcn aller andereren 
feindtseeligcn Instrumenten, waffen und wöh- 
ren zum schieben, ha wen, stechen, schlagen, 



stoßen und werfen, welche Namen sie immer 
haben, enthalten. 
Patent. 

5863 i63ö, April ij, Wien. 

Obriste leutnant Rene de Spagne wird 
mit dem von Christoph Wilhelm herrn von 
Zelking gekauften Lehen belehnt; es sind der 
sitz zu Prinzendorf mit seiner zugehörung 
sambt den pauhofj zehenten gründten, hol- 
zern, nutzen, gülten, paangericht und wochen- 
markt daselbst; zu Maustrenkh gefürste frey- 
ung, das paangericht, drei paantäding und 
drey nachtadi ng daselbst. 

LehenhucK 162^ — i63S, i63\ — Durch ümne 
du Spa^e kamen diese Lehen an die P, P; Cairialdu- 
Jensijr auf St» Josephberg und ivurden von der lehen- 
stihafl ganz ewjg freigemacht vcnnüi^ frcibrief datirt den 
15. Novtrmb^r 1631, (Bandnoti^,) — Vgl. Nr. ^S6j urtä 
Wöl/sgruber in < Blätter dt.*s Vereines für Landeskimde 
von Nfederösterreichi 2^ 3ö8, Note /» 

6864 i63o, Juni 14, Wien. 

Die niederösterreichische Regierung er- 
neuert die Infektiönsordnung, Gleichlautend 
mit Nr. s^3S. 

Patent. — In der vorliegenden Ordnung fehlt m 
dem Abschnitte über die Totenbeschau der heilthumb- 
stuehl als Plat^f wo die Verstorbenen an\u^€igen waren. 

5865 i63ö, August 3o, Wien. 

Maximilian Khemptner, kais. Rat und 
rändtmeister in Mähren^ wird für sich und 
als Lehentrager seines Vettern Jiamens Georg 
Wilhelm Kemptner mit seinem i^äterlichen 
Erbe, eijtem Hof und einem Weingarten zu 
Prunn, belehnt. 

Lehenbuchf 162^ — i638j i^i. 

5866 i63o, Oktober 15, Wien. 

Die niederösterreichische Regiei^ng ver- 
ordnet, (nachdem sie vor kurzem durch den 
Überreiter des handtgraffen überall angeordnet 
hat, daß zu Abwendung der hin und wider 
auf dem land einschleichenden abscheihlichen 
seuch der pest aller ort guete nothwendige 
fürsehuog, sowol mit scuberung der gassen 
und platzen als der heusser geschehe^ dar- 
innen täglich guete rauchwerch neben andern 
mitln gebraucht und niemand aus denen 



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umbligenden orten, an welchen die pest ein- 
gerissen, Aufnahme finde, oder auch nach 
unser haupt- und residentz statt Wienn zu- 
raisen, durchpassiern die Erlaubnis erhalte), 
daß zur Sicherung der haupt- und residentz- 
stadt alle obrigkaiten am land ihren Unter- 
tanen, welche von sichern und gesunden 
orten hieher auf die gewohnliche wochen- 
märkt mit wein, traid und andern victualien 
zum verkaufen kommen oder anderer Ver- 
richtungen halber in die statt wollten, . . . 
gewisse zeugnuß oder feda mitgeben, die 
bei den stadtthoren den hiezu bestellten per- 
sonen vorzuweisen sind. Wer aus infizierten 
Orten Waren auf den Markt bringt, wird 
derselben verlustig und wird außerdem noch 
bestraft. 
Patent. 

5867 i63i, Jänner g, Wien. 

Rene de Spaigna erhält den Konsens, 
den sitz Prinzendorf und das dorf Eberstorff 
mit ihren zugehörungen . . . denen patribus 
Camaldulensibus käuflichen zu überlassen, 
wogegen diese verpflichtet sind, sie durch 
einen weltlichen lehenfähigen lehentrager 
wiederum zu emphahen. (Vgl. Nr, 5868.) 

Lehenbuch, i62^--i638, 186. — Vgl Wolfsgruber, 
Geschichte der Kamaldulenser-Eremie auf dem Kahlen- 
berge in ^Blätter des Vereines für Landeskunde von 
Niederösterreich» 2^ 3oy—3o8. 

5868 i63i, Jänner 10, Wien. 

Hanns Wolf Khneißl erhält die Erlaub- 
nis, das lehenbare gut Häckhing bey St. Veit 
an der Wienn mit seinen zugehörungen an 
den kaiserlichen Diener Oßwalt Hundseder zu 
verkaufen, der sich damit belehnen lassen muß. 

Lehenbuch, i62^ — j638, j86\ 

5869 i63i, Jänner 21, Wien. 

Die niederösterreichische Regierung er- 
neuert das mandat der weingart baw lohn 
halben und setzt a) den Taglohn für die 
mannsperson, darunter auch 15 jährige bueben 
begriffen, auf i^ Kreuzer im Sommer und 
auf 12 Kreuzer im Winter fest; auch das 
grueben soll nicht theurer bezahlt werden; 
eine weibsperson und bueben unter 75 Jahren 



erhalten im Sommer 10, im Winter p Kreuzer; 
b) bestimmt, daß das wiennerische hüter-, 
leß-, potting- und anderer lohn proportiona- 
biliter zehn pfund meß viertl zu raitten und 
für ain rahn oder zwo rähel ain viertel zu 
verstehen ist; setzt als Strafe 10 Reichstaler 
fest und verordnet, daß durch die Richter 
und Geschwomen der Dörfer die Hüter fleißig 
kontroliert werden ; c) um die verderbung der 
weinzierl, Verödung der Weingärten und auch 
anderen Schäden vorzubeugen, hat jeder dieser 
Ordnung unterworfene Ort binnen monaths- 
frist ein aygen new petschaft mit einem wol 
erkäntlichen zeichen machen zu lassen und 
jeder ortsrichter, berkmaister oder übergeher 
in getrewer verwarung zu haben, mit deme 
allain der hawer kundschaften beheyrath und 
unbeheyrath gegen erlegung drey kreutzer 
verfertigt werden sollen. Zur handhabung 
dieser Ordnung werden fünf inspectores er- 
nannt, nämlich Georg Metzner von Metzen- 
hoffen des Innern statt raths alhie im Wien- 
nerischen gezirk bis nach Grinzing und Nuß- 
dorf hinauf von dannen bis gen Brunn und 
Laha; oberhalb Nußdorf über das Kloster- 
newburgisch und TuUnerfeldnerisch gebürg 
Melchior Reich stadtrichter daselbsten; ent- 
halb der Thonaw über das Kornewburgisch 
und was in derselben reffier in diese Wiene- 
rische Ordnung gehörig der Stadtrichter Lo- 
rentz Voggten; von Brunn bis nach Pfaff- 
stetten der marktrichter zu Mödling; Casparn 
Underdorffern Stattrichter zu Baden über die 
übrigen orth gegen der Newstat zu; d) alle 
Orte sollen, wo es die notthurft erfordert zu 
Versicherung der Weingärten vor dem wild 
nahend am wald sonderlich ober Kloster- 
neuburg und Kritzendorf zeitlich einplanken 
und mit dem plankengeld wider die alte ge- 
bürnus niemand beschwären, die Wege in den 
Gebirgen fleißig ausbessern, so daß man nicht 
nur zur Lesinszeit, sondern auch sonst wäh- 
rend des Jahres mit roß und wagen füglich 
fahren könne; e) die Steigerung des potting- 
und andern tag und nächtlichen wachtgelt, 
besonders bei ausländem, ist verboten; f) die 
Beratung über die nächste Weingartenordnung 
soll am Sonntag nach Martini stattfinden, 
Patent. 



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6870 i63it Februar jp, Wien. 

Oßwalt Hundtseder nnrd mit der von 
Wolfen Khneiöl gekauften vesren Hack hing 
auf der Wiena belehnt. 

Lth^nbuch, j02^~i63S, iSS. — Vgi Nr. 5<y6.<r. 

5871 i63i. Man 2S, Wien, 

Kaiser Ferdinand IL bekennt, es habe 
Michael Adolf graf von Althan am So. Sep- 
tember 1623 200.000 JL zu 6'^jo zu den da- 
mals vorgefallenen kriegsausgaben dargeliehen, 
unter der Bedin^ung^ daß mit seinen Gläu- 
bigern ein Abkommen getroffen werde. Unter 
diesen befand sich auch das seminarium s, 
Pancratii martyris alhier mit 4000 ß.^ »welche 
zur Unterhaltung etlicher Studenten, die slngeo 
können und den gottesdienst in Unser fraucn 
kirchen zu den neun chÖren der engein der 
patrum societatis Jesu Im profeÖhaus zu ver- 
richten perpflichtet sind. Da nun nach der 
am 23* September i63o gepßogenen Abrech^ 
nung Kapital und Interesse ^oS^ fl* aus- 
machen^ wird dieses auf die landtagscontri- 
butioncn von Böhmen^ Mähren^ Schlesien und 
OsteiTeich unter der Enns in gleichen Teilen 
sichergestellt, 

Vidlmtis iiuA ij6^. — Von i6.^y — i6^ ivurden 
jedoch die htttresserij ivdlch^ ajtf das Drdßigl&t^xmt in 
Ungarisch-Attenburg angeiviesen a^aren, nicht ausbe-^tihlt 
und das Seminar mußte auf sie — et ivaren 10.026 fl. — 
per lichten ; ron i6g^ ab waren die Interessen auf da$ 
Handp'ii/t'namt in Wien angewiesen. (Ortg.) 

5873 i6J/, September 11^ Wien. 

Hanns Balthasar graf von Hoyos über- 
gibt das von ihm gestiftete Kloster und die 
Pfarre in Neunkirchen am Steinfeld dem Mi- 
noritenorden. 

Viäimm aus TJ62. — Am gleichen 7*age stellt 
Fr, Amoldus nrchmann der h. schrift doctor, rüm. kais, 
nrnj, raib und hofp rediger bei St. Michael in Wien den 
betretenden Rei/ers aus. (VidimufJ 

5873 i632, Juli S, Wien. 

Die niederösterreichische Regierung er- 
neuert das Patent von löjo (Mr. S77^h '^^r- 
nach diejenige gemauerte häuser und garten, 
so sich umb allhieige statt vor dem statt- 
graben bis auf Soo schritt und innerhalb der 
dazumahlen ausgesteckten Stangen befündeUj 
zu besserer sicherheic der statt hin weck ge- 
brochen werden sollen; nur von einem Teile 

Regcstcn zur Geschichte der Stadt Wien. V. 



der Inhaber solcher hause r und gärten tpurde 
die Verordnung befolgt j so daß nach viel der- 
gleichen häuser und gärten innerhalb der 
3oü schritt und vormals ausgesteckten Stan- 
gen, noch auf dato nicht aUerdings hinweck 
gebrochen seyn, welches dann in begebender 
feindsgefahr (die gotr gnädig abwenden und 

■ verhüten wolle) der statt sehr schädlich seyn 
und dem feind sich selbiger umb so vil meh- 
rers mit vorti jtunähern, groi3en fürschub und 
befürderung machen wurde; deshalb haben 

I sich alle Besitzer solcher Häuser und Gärten 
gefast zu b alten f sie auf er forderen de nothurft 
alsobalden abzubrechen; alle jene von Bür- 
gern und anderen umb die statt außerhalb 

I der benenten Stangen aufgeführten neuen Ge- 
bäude j die alle der statt in feindsgefahr zu 

I schaden gereichen, dem feind aber zu schan- 
tzen und zu plöckhausern dienen würden^ 
mögen vorderhand stehen bleiben. Wer in Zu- 

I kunft dort bauen nnll, hat die Beunlligung 
des Hofkriegsrates einzuholen. 

potent. — Codejc Ausiriacus 2, ^pÄ 

5874 i6S2, Juli 12, Wien, 

Barbara Khevenhillerin grävin zu Fran- 
khenburg geborne Teufflin freyin nnrd durch 
ihren ehevogt und gevoUmechrigten lehen- 
trager . , » Franz Christophen Khevenhiller 
zu Aichlberg, graven zu Frankhcnburg , , . 
obristen erbsrallmeister in Klirnten^ rittcr vom 
orden des gülden veleris, camercrn^ Ferdi- 
nands HL Königs von Böhmen und Ungarn 
gemahel obrisien hofmeister unter anderem 
mit zwo auen, ain genant der Segengrundt 
stoßt an das Haß lauer werth, die andere ge- 
nant die Ncuschitt, belehnt^ die apert gewor- 
den sind, da sie nach dem Tode des Hanns 
Wilhelm Herrn von Schönkirchen nicht mehr 
angesucht worden, 

Lekenbndty i62§ — i638^ 2/7. 

5875 j632, Oktober 16, Wien. 

Die niederösterreichische Regierung ver* 
ordnet f daß alhier zu Wienn und anderer 
orten des ertzherzogthumbs Osterreich unter 
der Enns das Pfund Rindfleisch um 12 Pfen- 
nig ausgehackt merden solL 

P^mL 

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5876 i632, Oktober 25, Wien. 

Die niederösterreichische Regierung er- 
öffnet allen Obrigkeiten auch pflegern, Ver- 
waltern, richter und andern fürgesetzten auch 
denen underthonen und inwohnern zu Döb- 
ling, Dornbach, Hernais, Ottakring, St. Ul- 
rich und Neubaw, Gumpendorf, Hiedeldorf, 
Häcking, Speising, Hietzing, Meidling, Hunds- 
thurm, Niclßdorf, Erckberg, Simmering, Ebers- 
dorf, Gletring, Underlaach, Oberlaach, Intzers- 
dorf, Newsidel, Altmannsdorf, Hetzendorf, 
Atzgersdorf, Oberliesing, Underliesing, Sie- 
benhirten, Vösendorf, Hennersdorf und Er- 
laa, welche dem Landesfürsten oder dem Bis- 
tum Wien oder andern mitinteressirten den 
weinzehent zu raichen haben, daß die Zehent- 
schranken aufgerichtet, die Kellerbeschrei- 
bungen wieder vorgenommen werden. 

Patent. — Rückenvermerk: dieses general hat der 
Wiennerische bischof oder zehenlherr auf dero uncosten 
ausfertigen lassen. 

5877 i633, Februar 6, Wien. 

Kaiser Ferdinand II. schenkt dem con- 
vent des Camalduenser Ordens auf St. Josephs- 
berg ... das jüngsthin von unserm n.-ö. ca- 
mer procuratorn wider die Pestaluzische ge- 
brüeder berechtigte und allerdings uns füer 
apert zuerkhente landtsfüerstliche lehen Ober- 
Siffering zu desto besserer ihrer underhaltung 
freieigentümlich, inkorporiert es irem closter 
auf ewig und läßt es selben durch ordent- 
liche von unserer n.-ö. regierung hierzue de- 
putirte commissarios sambt allen desselben 
ein- und zuegehörungen wirklichen einant- 
worten. 

Orig., Perg. (Sg-y X 577» ^'^^'^ '0- — •5>/e^c/ 
an schwär :{gelber Seidenschnur abgerissen. — Wolfs- 
gruber f Die Kamaldulenser- Eremie auf dem Kahlen- 
berge in ^Blätter des Vereines für Landeskunde von 
Niederösterreich* 2^ (i8go)y 3 18, Regest. 

5878 i633, März 4, Wien. 

Kaiser Ferdinand IL widerruft die am 
21. März 162g den hartschieren und trabanten 
gegebene Erlaubnis, 50 Eimer Wein und eben- 
soviel Bier auszuschänken, da sie und andere 
Hof bedienstete sowie auch stadtguardisolda- 
ten endlich in geist- und weltlichen freyhäusern 
wohnende hausmcister und diener das be- 



willigte Quantum zu Schaden der Stadt über- 
schreiten, den Wein hereinschwärzen, in den 
Schenken allerlei Unfug getrieben, auch das 
Kammergefälle verkürzt wird. 
Orig. 

5879 j633, März 23, Wien. 

Fleischordnung für die Stadt Wien. 

1. das pfund kalbfleisch ohne eintzige 
zuewag 5 Kreuzer. 

2. das pfund castraunen oder alte schaf- 
fleisch, auch ohne alle zuewag, 3 Kreuzer 

2 Pfennig. 

3. das junge lämbere fleisch, von denen 
jenigen so über zwölf pfund wegen (dar- 
unter aber die dälämpl und kützelfleisch nicht 
verstanden, welche nach dem gesicht umb 
einen billichen pfenning zu verkaufen ver- 
willigt werden), solle wie das castraune um 

3 Kreuzer 2 Pfennig ausgewogen werden. 

4. belangent die kalbsköpf sollen hin- 
füro die kleinern um 8 Kreuzer^ die mittern 
um IG Kreuzer und die größern um 12 Kreu- 
zer verkauft werden. 

5. die alten schaf- und castraunene köpf 
je um 3 Kreuzer. 

6. ein junges schaf- oder kützlein-köpfel 
um 4 Kreuzer. 

7. betreffend die kälbere gereb oder peu- 
schel sollen hinfüro die kleinern eines um 
IG Kreuzer, die mittern zu 12 Kreuzer und 
die größern aufs höchste von 15^16 Kreu- 
zer verkauft werden. 

8. hat es auch mit den kälbern kressen 
die beschaffenheit, das ein kleines gar wol 
umb 6 Kreuzer, ein mitters umb 7 Kreuzer 
und ein großes um 8 Kreuzer und darüber 
nicht verkauft werden solle und muß. 

p. In gleichem die kälberfüß werden hie- 
mit die kleinern einer um i Kreuzer, der 
mittern einer um 6 Pfennig und der größern 
einer um 2 Kreuzer gesetzt. 

IG. ein castraunen oder alt Schaffens ge- 
reb oder peuschel um 5 Kreuzer. 

11. ein alt castraun- oder alt lämbers 
kreßlein um 2 Kreuzer. 

12. ein gereb oder peuschel von einem 
jungen lämblein oder kützlein durch und 
durch umb 4 Kreuzer. 



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251 



i3. solle ein junges lämbl- oder kützel- 
kreßlein nach gelegenheit der zeit, als im 
vvinter umb 6 Pfennig und im sommcr um 
I Kreuzer verkauft nwrden, 

14. würdet alle obvermelte zuew^ig des 
jungen flclschcs^ damit jedermünnigklich bil3- 
hero höchst beschvvard worden ^ hiemit bey 
hernachgesetzter straf alles crnsts verbotten 
und eingestelt, 

i^. die Wiennerischen Hcischhacker mö- 
gen auch das junge viech, welches auf denen 
wochenmärckten und stactplätzen bis auf 
zwölf uhr zu mittagszeit nicht verkauft wür- 
det, nach solch verflossener ^eit Selbsten an- 
kaufen und schlachten* 

16. alle pesenbünder und andere für- 
käuffer inn und bey der statt Wicnn sind 
hiemit alles ernsts abgeschatTt, es ist auch 
denenselben und allen andern, wer die gleich 
seyn mögen, der heirablich und öffentliche 
auf- oder furkauf, das schlachten und her- 
umber tragen des jungen fleischs bey un ab- 
läßlicher gewisser strafe, nemblich einzichung 
ihrer personen . . . und hinw^egnehmung des 
fleisch ins burgerspittal, hiemit scmel pro 
semper gtintzlich verbotten und eingestellet. 

17. sollen aber hingegen die bürgerlichen 
fleischhacker die statt und man nigk liehen mit 
alt- und jungen fleisch zu allen Zeiten nach 
gutter norturft versehen und dasselbige jeder- 
man, so wol dem armen als dem reichen, 
ohne allen betrug, hinderlist und beschwur 
in obgescrzrem werth ireulich und mit guter 
bescheydünheit erfolgen lassen, auch kein 
kalb so under vier wochen alt ist, schlachten 
oder verkaufen, 

PaUnt. 

5880 ibSS, Juni i3, Wien. 

Johann Baptist Pfeiffer von Schallam- 
heimb j* u* doctor, rÖm. kays. maj. rarh und 
des innern Stadtrat hs alhier bekennr, er habe 
mit grundobrigkeit banden verkauft und hin- 
geben 3 Pfund 6 Schilling Pfemiig jährliches 
gelts burgrechtzins auf der übcrt heuer ung 
seiner behausung alhier am eck, als man am 
Petersfrei thof gehet, s^onst der von Eslorn 
haus genannt , nem liehen soviel über die 
2000 Pfund Pfennig gemainer Stadt Wienn, 



über die 100 Pfund Pfennig zu herrn Otto 
und Haimo Stiftung in Unser lieben frauen 
capßllen ad Salvatorem, über die 400 Pfund 
Pfennig tax Margarethcn Friedrichen von 
Entzerstorf Hausfrauen gethaner Stiftung im 
Sl Jacobsgotteshaus alhier, über die 100 Pfund 
Pfennig einer löbL confraternität in St, Ste- 
phan domkirchen alhier und über die loo 
Pfund Pfennig St, Peters bruderschaft zuvor 
darauf verschrieben seindt und verbleiben, 
einem spitlma ister der alhiesigen burgerspital 
in namen und anstatt der armen leuten da- 
selbst um y$ Pfund Pfennig guter landswä- 
rung unter der Enns, welche * * , Wolfgang 
Lazius der artzney doctor, rom. kais. niaj, 
rath und historiographus in seinem testament 
denen armen leuten in berührten burger- 
spital anzulegen verschaft hat und hievor 
auch auf weil. Marhia Capcller der rechten 
doctoris und gewesten stadtsch reiber alhier 
behausung der Latzenhof genannt, verschrie- 
ben gewesen seind und nach ablegung der- 
selben er (Pfeiffer) auf obangezogene seine 
behausung ühertheuerung Übernomen hat, so 
daß die 3 Pfund 6 Schilling Pfennig zu ban- 
den berürter bürgerspitalsverwescrn an die 
Artnen daselbst vcrteÜt werden soliefi^ damit 
sie des Stifters im Gebet gedenken* ~ Be- 
siegelt mit /. gcmainer stadt Wienn hieran- 
hangenden grundin sigl und 2. des Ausstellers 
SiegeL 

Mdimiii aus IJ^O 

58S1 i633, Juli 12, Wien. 

Laut kaiserlicher Verordnung haben un- 
seres raths und hofkuchelmeisters Hans von 
Mezenedt nachgelassene erben als Marga- 
retha Puecherin, Agnes Hcngin und Vero- 
nica Hipellin, sein des von Mensienedt ehe- 
leibliche Schwestern, dann Christoph Hirthotfer 
anstatt dessen abgelcibien mutter Sibilla, und 
Adam und Wolf gang die Mayr gebrüder we- 
gen auch ihrer verstorbenen mutier Ursula 
als dieser bceden bemelts von Nfexeneth gc- 
wester Schwestern söhne umb richtigmochung 
irer gedachtes von Mezenet halber bei uns 
zu fordern habender unterschiedlicher hof- 
praetensionen gebeten j diese Prätensionen 
haben sich nach der bei Mezenedts lebzeiten 

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verfaßten abraittung auf ijg,6ii fl. 41 kr. 
extendiret, sich auch daran über desthalben 
eingeholte bericht und ausstellung der hier- 
unter begriffenen unpassierlichen posten ein 
summa von 8p.o22 fl. 6 Pfennige darumben 
er von Mezenedt in zeit des hofkuchelmei- 
steramts bedienung theils paargeld und theils 
kuchel- und kellernotturften meistens aber 
wein dargegeben als ein rechtmäßige anfor- 
derung ereignet und befunden hat; jedoch 
aber weillen solches vast alles und allain von 
langen geld herrühret mit gedachten Meze- 
nedtischen erben durch dis orts gepflogene 
güetliche tractation dahin gehandlet und 
accordiret worden, daß sie nit allain anstatt 
Jetzt angeregter hofsanforderungen sondern 
auch sein von Mezenedts praetendirter gnaden 
recompens und also wegen Jeder und aller 
von ihme herrührender praetensionen per 
pausch 40,000 fl, rhein. anzunehmen sich er- 
klärt und verrer gebeten, weilen sie hiervon 
gewisser orten 25,500 fl, rhein, anderwerts 
überlassen hetten, daß ihnen für den Rest 
in ermanglung deren baaren geldmittl zu 
ihrer besseren Versicherung und zwar jeder 
dieser obspecificirten erben, absonderlich umb 
den darvon ihme erblich angefallenen ge- 
bürenden fünften thail nemlichen 2goo fl, 
rhein, unsere kaiserl. obligationes verfertigter 
erthailen zu lassen; dabei wurde der Mar- 
garetha Puecherin, ihren Erben oder Inhabern 
dieser kaiserlichen Verschreibung versprochen, 
diese Obligation aus allerhand im heiligen 
römischen reich auch unseren erbkönigreich, 
fürstenthumb- und landen sich eraignenden 
thunlichen mitlen und fölligkeitcn, worauf 
dieselbe inskünftig selbsten zaigen und vor- 
hero nit anderwertshin allberait vergeben sein 
werden, gewiß und wirklichen contentiren 
und befriedigen, inmittls aber und bei zu 
erfolgender dieses capitals abstattung Jähr- 
lichen mit s^jo zu verzinsen, 

Vidimus aus ijäy. — Die Schuldverschreibun- 
gen an die anderen Erben Mezenedts liegen nicht vor. 
— Die Gewalttrager der Met:{enedtschen Erben ^ Mi- 
chael Gnindtner und Paul Khcider, trafen am 26. Sep- 
tember 1634 mit Don Joan Maria Grasso als praeposilo 
des coUcgii clericorum regularium congregationis S. Pauli 
zu St. Michael alhie, sonsten die Barnabiten genannt, das 
Übereinkommen^ daß der Konvent gegen Überlassung der 



Margareta Puecherschen Obligation für Hannsen von Me- 
:(enedt einen ewigen Jahrstag auf dem Altar, daneben 
Mezenedt begraben ist, halten wird. ( Vidimus,) Nach einer 
Erklärung des Propstes von St. Michael Don Nikolaus 
Spenger und des Kan:{lers des Kollegiums Don Thomas 
Kaut!(hammer vom 3. De:{ember lyyg hatte das Kolleg 
weder die Interessen noch das Kapital erhalten, weshalb 
sie nach 148 Jahren sich von diesem Jahrtag exonerieren 
ließen. Da aber 1634 der Konvent von den Mezenedt - 
sehen Erben auch 3oo fl. erhalten hatte, so verpflichten 
sich Propst und Kan:{ler i'Jjg, jährlich eine Messe für 
Mezenedt :{u lesen. (Vidimus.) 

5883 i633, August 23, Wien. 

Infolge der Beschjperde der verordneten 
des erzherzogthumbs Österreich under der 
Enns, daß die Bewohner von Rust, Praiten- 
brunn und Oedenburg wie auch die zur 
graf- und herrschaft Forchtenstein gehörigen 
und die um die königliche statt Eisenstatt 
liegenden underthanen sowie die von Neu- 
siedl und Goys unter dem Vorwand, Privile- 
gien zu haben, wein in dis landt auf der ext 
bringen in und vor der residenzstadt Wienn 
in großer anzahl versilbern, ja gar am Tho- 
nawstromb außführen in und vor der statt 
ab- und in die keller legen, verordnet die 
niederösterreichische Regierung, daß die Pri- 
vilegien für die Weineinfuhr binnen 14 Tagen 
im Original vorzulegen sind. 

Patent. 

5888 1634, Jänner 3i, Wien. 

Die niederösterreichische Regierung er- 
neuert das mandat der weingart bawlohn 
halben. 

Patent. — Gleichlautend mit dem von i63i. Die 
Namen der Inspektoren sind Georg Met^^ner von Met^en- 
hoffen, Wolf Puechenegger fikr das Klosterneuburger 
und TuUnerfelderische gebürge, Loren:{ ^^ogt, Hanns Jle 
Birckhart marktrichter zu Mödling für das Gebiet von 
Brunn bis nach Pfaffstätten und Caspar UnderndorfFer 
für das gegen Neustadt 3[u gelegene Gebiet. 

5884 1634, März 7, Wien. 

Die niederösterreichische Regierung ver~ 
ordnet aus Fürsorge für die Stadt Wien, da 
sich sowol in diser unserer statt als vorstätt 
und burgckfrieden allerhand unnütze auch 
verdächtige personen under dem prätext ge- 
wisser Verrichtung und geschafften einschlaif- 
fen, sonderlich ungehindert unserer vorigen 



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253 



destwegen außgegangenen scharpflen inhibi- 
tionen und patenten mit allerley iinzuläöigen 
handthierungen, gewerben und dem schäd- 
liehen wuecher umbzugehen und nach ihrem 
wolgefallen, bis sie ihre böse machiuationes 
und handlungen ins werck setzen mögen^ 
aufzuhalten und erstehen, daß in der Stadt, 
in den Vorstädten und im Bur^rieden alle 
Hausherren, Wirte oder Inwohner^ auch alle 
übrigen Ben'ohnert welcher Instanz sie immer 
unterstehen f jede ankommende person, wer 
die auch seye, in ihr haus, zimer oder quar- 
tier, sonderlich in die würthshauser bey un- 
ausbleiblicher leibs- und guetsstraf, nicht an- 
aufnemben oder beherbergen, es sey dann, 
daß sie zuvor ihren tauf- und zunamen neben 
ihren vorhabenden thun und lassen, auch 
woher sie kommen und wie lang sie zu ver- 
bleiben willens, ordentlich under ihrer hand- 
Schrift und petschaft von sich geben; oder im 
fall dergleichen personen Schreibens unerfah- 
ren, haben die Gastgeber selbst solches alles 
zu verzaichnen, die verzaichnuti jedcsmals 
alsobalden, denen . . , Wcntzl Hegenmiller 
von Dubenweilern, auf Albrechtsberg etc, und 
Horatlo BuccelUni, J, V, D, . , , räthen und 
regenten des regiments der n.-ö. landen als 
hierzu verordjicten commissarien gewiölich 
einzuhändigen und im fall nach den ge- 
sporten stattihören in denen vorstatten gast 
ankommen^ derselben beschreibungen denen 
richtern in vorstätten zu übergeben^ ii*elche 
sie bevm Cärndter thor an ort, wo die post- 
sachen herein gebracht werden, abzuliefern 
haben. Kein Gastf es sey in oder vor der 
statt, darf länger als eine Nacht behalten 
werden, sondern jeder ist por die genannten 
Kommissäre umb anzaigung ihrer für haben- 
den allhiesigen Verrichtung und geschäften 
zu weisen, nach welcher beschaflenheit^ sie 
commissarien ihme gewisse poleten auf et- 
lieh wenig tag, und da er in solcher zeit 
seine wissentliche ehehatten und geschäft nicht 
verrichten kundte, auf sein weiters anmelden 
verrer erlaubnuÖ und erstreckung des Termins 
zu seinem allhie verbleiben erthailen werden. 
Und weilen nicht weniger auch bey nächt- 
licher weil auf denen gassen in der statt und 
vorstätten mancherlev muth willen verübet 



wir dt, so soll in Zukunft niemandt, er sey 
wer da wöll, bey nachts ohne liecht auf der 
gassen sich betretten lassen, keine püxen, 
pistolen oder ander verbottene waffen bey 
sich tragen, noch ainlge wehr zuentplößen. 
Ferner ist auch das leuthgeben bey der nacht 
über die gewöhnliche zeit und nach verleu- 
tung der gewöhnlichen glocken, das Ist dieser 
zeit umb 8 und im sommer umb 9 uhr ge- 
messen, inhibirt und eingestellt; sonderlich 
aber alle triakstuben, darinnen sich nächt- 
licher weil viel böß und unnützes gcsindl 
mit verübung allerhandt laster aufhalten thut, 
gäntzlich abzuschaffen; desiifcgen hat auch 
die stattguardi nicht weniger das allhie- 
sigen Stattgericht, wann sie jemanden bey 
nachts ohne üecht auf der gassen oder nach 
leutung der glockcn in denen würts- oder 
leuthgebhäusern betretten wurden, solche ohne 
verschon ung in arrest zu bringen und fol- 
gunden tags der nö. regierung, der die band- 
habung dieser Verordnungen ohne underschaid 
der instanzen vermüg destwegen jüngsthin 
underm dato den 25. tag Februarii ausge- 
gangenen absonderlichen patents * , , anver- 
traut ist, zu verrer Verordnung anzuzaigen. 
Nachdem sich auch zu begebenden feors- 
brunsten durch die zulaulfend- und reuttende 
personen, welche doch vermög der feuerord- 
nung nichts dabey zusc halfen noch retten s 
halber dahin kommen, allerley unord-, Ver- 
hinderung und andere ungelegenheiten zu- 
tragen, so sollen die landlcut und vom adel 
auch andere, so bey hof in diensten zu der- 
gleichen fällen entweder gen hof sich bege- 
ben, sich bey haus enthalten ; die schlechtem 
Stands personen aber, so zum retten nicht 
gehören, sollen bey seh wehrer stratf und ar- 
rest sich bey dem feuer nicht betretten lassen. 
So viel aber endlich das unnütze, müßig- 
gehend und herrnlose gesindel, item die bet- 
1er, so mit denen gewöhnlichen stattzaichen 
nicht versehen, und ander frembde, so ihres 
alhie sein obverstandener maßen gebührunde 
erlaubnutJ und poleten nicht erlangt, betrifft, 
gilt für sie der vor wenigen Tagen destwegen 
publicirten rueff, craflt dessen sie von aiui- 
geni hausherrn, burger oder innwohner kai* 
neswegs verrer geduldet noch beherbergt. 



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sondern sich aus dieser unser residenz auch 
vorstätt und burgckfrieden alsobald und bey 
scheinender sonnen gewißlichen begeben sollen. 
Patent. 

5885 1684, Juli 20, Wien. 

Sigismund Geysler von Lubenau, philo- 
sophiae et medicinae doctor, verschafft zu 
einer Stiftung 10,000 fl. rhein.y so meistens 
albereit zu dem endt auf bürgerlichen häu- 
sern alhier zu Wien satzweis . , . angelegt 
sein ; pon diesem Kapital sind 4 unterschied- 
liche Stiftungen aufzurichten, und zwar: a) die 
S^foigcn Zinsen von 2000 fl. sind 2 priestern 
bei St. Stephansthumbkirchen entweder aus 
den kuraten oder thumbherren Selbsten zu 
reichen, damit sie wöchentlich eine Seelen- 
messe für den Stifter und seine verstorbene 
Gemahlin lesen; b) 6000 fl. sind zu Stipen- 
dien für 6 Studenten jeglicher Fakultät be- 
stimmt, welche dieses Stipendium drei Jahre 
genießen können; nur Verwandte des Stifters 
oder Landsleute, so noch jung und also zu 
den höheren studiis noch nicht tauglich we- 
ren, sollen . . . interim humanioribus studiis 
obliegen, bis sie sich zu einer höheren facul- 
tet, welche ihnen auch freistehen soll, resol- 
viren, genießen sie 5 Jahre, doch mit der 
condition, daß sie albereit catholisch sein 
oder daß sy zum wenigisten ain hoffnung 
von sich geben, catholisch zu werden; be- 
freundte oder patrioten oder andere Lusatii, 
Silesii oder derselben anrainenden provincen, 
so Studiren wollen, haben den Vorzug; alle 
Stipendisten haben für den Stifter zu beten; 
c) 2000 fl. rhein. sind bestimmt für Heirats- 
ausstattungen ä 3o fl. zweier dienstmägden, 
welche bei der universitet zugethanen mem- 
bris ein Zeitlang in diensten sich wohl ver- 
halten; auch sie haben für den Stifter zu 
beten; d) von den noch verbleibenden 40 fl. 
jährlichen Interessen erhält die medizinische 
Fakultät und die ungarische Nation die Hälfte, 
damit soll die erstere jährlich die festa S. 
Cosmi et Damiani, letztere das Fest S. Ladis- 
lai nationis hungaricae patronum feierlich 
begehen; e) die Aufsicht über die Stiftung 
soll führen: der Dekan der medizinischen Fa- 
kultät und der Prokurator der ungarischen 



Nation; er widmet dafür der Fakultät nebst 
dem von ihm schon verehrten Zepter noch 
einen silbernen vergoldeten Becher von 2 Mark 
14 Lot, der ungarischen Nation ein Trinke 
geschirr für 2 Mark 12 Lot 2 Quintl; f) In- 
spektoren und Rektoren der Stiftung sollen 
sein: der Rektor und das Konsistorium der 
Universität, welche je einen Superintendenten 
aus der medizinischen Fakultät und der un- 
garischen Nation bestellen; er (Geysler) ver- 
ehrt dafür dem Konsistorium einen vergoldeten 
Pokal von 3 Mark 7 Loth. — Besiegelt i. von 
dem Stifter, 2. der Universität, 3. dem Dekan 
der medizinischen Fakultät, 4. der ungarischen 
Nation; unterfertigt i. von dem Stifter, 2. Geor- 
gius Sieß, philosophiae doctor canonicus Vienn. 
et p. t. archigym. Vienn. rector; 3, Joann. 
Guilielmus Managetta phil. et med. doctor 
facult. med. p. t. decanus; 4. Joannes Henricus 
Strasser j. u. Dr. p. t. viceprocurator nat. 
Hungaricae. 

Kopie aus iy6i. 

5886 1634, August 14, Wien. 

Mathias Stubeckh von Khünigstein wird 
für sich und als Lehenträger Lazari, Johann 
Gottfrieden und Siegmunden Stubecken sei- 
ner gebrüeder mit den Nr. 5jog genannten 
Lehen belehnt, die von den Henkel an ihre 
Mutter weilendt Martha Stubeggin gekommen 
und nun an sie gefallen sind. 

Lehenbuchj 1624—1638, 280. — Vgl Nr, §822. 

5887 1634, August 29, Wien. 
Bürgermeister und Rat der StadtWien ver* 

ordnen mit Zustimmung der niederösterreichi- 
schen Regierung auf Grund der Infektions- 
ordnung von i63o: 

1. sollen sowol geist- als weltliche aigen- 
thumber befreyt- oder unbefreyter häuser zu 
ihrer selbst aignen und aller dero angehöri- 
gen, auch inwohner oder bstandleuth gesunds 
erhaltung die fürderliche bestellung thun, 
damit jederzeit kehrbesen, auch höltzerne 
krucken und schaufeln im vorrath oder be- 
reitschaft aufgehalten werden. 

2. soll ein eigene person in einem jeg- 
lichen haus bestellt werden, welche alle tag 
des morgens frühe umb 5 und abends umb 



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255 



4 uhr den platz der gassen, soweit jedes haus 
hofmarch gehen thut, köhrn und säubern und 
die rinnensall vom anfang bis zum end jed- 
wederer gassen nacheinander, kein haus aus- 
genommen, zu erstbcstimbten stunden mit 
frischen brunnenwasser auL^ßetzen und durch- 
waschen, wie auch, wann sich ein platzrcgen 
eraignet, ihr aufsehen haben, auf daß die zu- 
sammen gekehrte häufen mit schauifchi und 
krucken abgestoßen und also durch den 
schweren und großen wasser verlauf in die 
gemainen mehrungen gelaitet und ausgeführt 
werden. 

5. und ingleichen sollen auch die zmv 
mer und woh nun gen mit täglicher durch- 
kehr auch w^asch- und reibuog derselben, wo 
es vonnöthen, wie auch der hof und rinnen 
im haus sauber und von aüen staub, kott 
und Unlust erhalten werden, 

4. solle das kehrig von denen zimmern 
und gemächern des haus nicht auf die gas&en 
geschüttet, sondern vor die statt hinaus an 
die gehörige und ausgezaigte oerter, sonder- 
lich zu denen wasserflüssen, als Thonau oder 
Wien, getragen oder ausgeführt und abge- 
lähret, nicht weniger auch einiges unsauberes 
wasser weder bey tag noch nacht nicht in 
die rinnen der gassen, sondern in die ge- 
wöhnliche und gemaine rnehrungen ausge- 
gossen werden. 

5. sollen die zimmer taglich des mor- 
gens, mittags und abends mit brinn enden 
granawetholtz oder aber mit andern nach 
rath der herrn mcdicorum hie^su tauglichen 
materialischen raücken nach jedes vermögen 
perfumirt und durchrauckcrt werden. 

6. sollen weder die kranken noch abge- 
storbenen aus denen häusern auf die offene 
platz und gassen twi*^ solches öfters hie vor 
beschehen) verstoßen oder getragen, sondern 
gehöriger orten vorher angemeldet werden, 
damit alsdann dieselben nach gestalt und 
befund ihres zustands entweders zur sorg- 
fältigen hail- und recuperierung ihrer gesund- 
heit oder zur christlichen begräbnuß gebracht 
werden mögen , auf daß der gefährliche 
schröcken, so In solchen fahlen die gesunden 
leut einnehmen können, verhüttet bleibe. 



7* damit auch die menschlichen leiber 
nicht allein durch eußerliche sondern auch 
innerliche mittel von der bösen cantagion 
desto mehrers frey erhalten werden mögen, 
als werden alle und jede eigenthumber der 
häuser, alle ihr angehörigen nach eines jeden 
condition und vermögen mit rath der Herrn 
niedicorum sich täglich morgens frühe mit 
einer praesen^atlva, deren vil und mancherlev 
species von wurtzen, latwergen, tnfection-zeltl 
und andern liquidis verordnet werden kön- 
nen, zu versehen haben, 

^5'. Für die Durchführung: dieser Ord- 
nung ist in jeder Gasse ein Inspektiotiskom- 
missär aitfges teilt 

Patent. 

5SS8 1634, November 4, Wieni 

Regina, obrtste, und gemeiner konvent 
des Jungfrauen closters bei St, Jacob in Wien 
bekennen f es habe ihrem Gotteshaus Susanna 
Fuchsin geborne von Lamberg freün 1000/L 
rhein. für einen Jahrtag vermacht; das Stif- 
tungs kapital hat der Stifterin ehegemahl Karl 
Fuchs graf erhgt. ~ Besiegelt mit dem 
größeren insigl des Konvents und urttersch rie- 
ben von 1. Regina Frankin obriste bei St. Ja- 
kob, 2, Anna Susanna Pischlin. 

Mäinuis ^us jyS3 nach dem Original im gräß, 
Archiv fH Lö\%>enbsrg. 

5889 1635, AVien. 

Anna Teublin geborne Diemin wittib 
bekennt^ es habe Martin Hafner neben seiner 
ehefrawen Helena, ihrer Tochter, die sie mit 
I Jacob TcibI rom. kays. maj, kellermaister im 
huebhaus ehelichen erzaigt, in ihrer aigen- 
thümblichen eckbehausung am Graben die 
uhralte und dann vor 200 jähren zu der 
ehre Gottes und gedechtnus der heiligen 
fuogfrawen und märtvTin Barbara gestifte 
capellen i633 mit bischöflichen consens nider- 
gebrochen, wider von grundt erbauet und er- 
weitert, also das der gottesdienst mit den 
inwohner und aller benentbahren nutzen und 
gelegenheit stattlicher gehalten werden kann. 
Da sie (Teiblin) durch die Fürbitte der heiL 
Barbara 161 4 wieder gesund geworden ist, 
hat sie damaln diese capellen (so vil jähr 



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prophanirt gewest) widerumb einweihen und 
vernewren lassen und sich verbunden , zu 
ihreniy ihrerVorfahren i/n<f freundschaft Seelen- 
heil mit 500 fl. rhein., die zu s^jo auf dem 
Hafnerischen Hause liegen, eine wöchent- 
liche Messe zu stiften, welche die herrn pa- 
tres eremitae des ordens des heil, vatters 
Augustini lesen sollen. — Besiegelt mit dem 
Siegel I, der Ausstellerin, 2. des Christian 
Schäffler beeder rechten doctorn röm. kays. 
maj. rath und cantzlern des regiments der 
niderösterreichischen landen wie auch der löb- 
lichen uhralten universitet kayserl. Superinten- 
denten, 5. des obgemelten Martin Hafner röm. 
kays. maj. rath und regenten des regiments 
der niederösterreichischen landen. — Unter- 
schrieben von den beiden letzteren. — Gesche- 
hen zue Wienn am pfingsstag vor lichtmessen. 
Orig.y Perg. (30$ X ^7, ^aite 8). — Die an der 
Pressel angehängten Siegel abgeschnitten. 

5890 1635, Mai 5, Wien. 

Die niederösterreichische Regierung er- 
neuert die Patente wegen des Fürkaufes in 
und um Wien, da sich allerhand un bürger- 
liche und bürgerliche, darunter auch wol 
fürnembe personen und sogar die kaiserlichen 
hartschier und trabandten, vornemblich aber 
die guardi Soldaten gantz ungescheucht hoch- 
strafmääiger weiß gebrauchen, in deme die- 
selben gesambt und sonders (wann schon die 
statt obrigkait ain ordentliche Satzung machet 
und dardurch ain wolfailigkeit zuerhalten 
vermainet) an der stell allerband victualien, 
also gesetzter denen zuführent- und tragen- 
den abkaufen und gleich am selbigen ort, 
wo die verkaufer abgelöst werden, ihres ge- 
fallens ohne scheuch umb zway- und wol 
gar umb dreyfaches geld widerumben ver- 
kaufen; und obzwar die von Wienn alle 
mittel zu abschaffung solcher schädlicher für- 
käuflerey fürgewendet, doch dergleichen un- 
burgerliche personen (welche des unburger- 
lichen genu6 halber gar für die statt auf 
ain- oder zwo meil wegs hinaus laufen, allda 
denen zuführenden leuthen das, so sie haben, 
entweder mit gewalt nemben oder ihres ge- 
fallen ihnen zuverkaufen nöttigen) thails der- 
selben alsdann von ihrer obrigkeit salviert 



und dardurch in ihrem hoch verbotnen un- 
fueg zu nit geringer beschimpfung der dar- 
wider ausgangnen verbott gesterckt werden, 
thails und die maisten aber mit zusamben- 
rottung ihr deren von Wien officierer mit 
schlagen und seh mach worten übel tractiem 
und sich kaineswegs ainer billichen Satzung 
und marckt Ordnung accomodiren, sondern 
solchen ungebührlichen fürkauf gleichsamb mit 
gewalt hindurchzutrucken sich understehen. 
Patent. 

5891 1635, Mai 23, Wien. 

Susanna Dagua, Witwe des Hans Hein- 
richen von Sämre, kön. maj. in Hispanien 
rechenkammer im herzogthum Brabant ge- 
wester rath wie auch deroselben ambassaden 
im kais. hof sprachsecretarius, verkauft um 
eine summa gelds und kaufschilling dem patri 
Joanni Jacobo Scribae derzeit regenti des 
seminarii S. Pancratii societatis Jesu und sei- 
nen successoribus ihre Mühle, die Membiz- 
mühl genant, welche zunächst zwischen der 
Schwechat und Eberstorf gelegen und in S. 
Nicolai grundbuch denen herrn von Wien 
dienstbar ist, samt allem Zugehör, nämlich 
3 Gärten, 24 Joch Äcker und 21 Tagwerk 
Wiesen, bei der mühl ein schenkhaus, darzu 
einen schönen keller, einen ziegelofen, so 
zwar derzeit nicht bei feuer, darbei zwei ge- 
wölbte keller und eine eisgruben, eine vieh- 
waid und 2 Fischwässer, von denen man 
jährlich der herrschaft Eberstorf ailf florin 
gibt; dann absonderlich einen hof zu der 
Schwechat gelegen, darzue 50 joch acker ge- 
hören, und in das kays. vicedomamt zu Wien 
dienstbar ist, ein schön wiesen, 14 tagwerk 
zu Mannswerth überländ. — Besiegelt mit 
der böttschaft der Ausstellerin und denen der 
beiden Mitunterfertiger: Carolus de Bordey, 
nobilis burgundus 111"™^^ atque Excell™"* dnae 
donnae Carolinae marchionissae ab Austriae 
residiae, Joan Botin, regiae catholicae maje- 
statis secret. 

Kopie aus ijjo. 

5893 1635, August 7, Wien. 

Hieronymus Bonacina zu Obergässing 
und Johann von Hohenzelly kais. Rat und 



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257 



niederösterreichischer Kammerbuchhalter, als 
Testamentsexekutoren des kais. Rates und 
Salzamtmannes in Österreich unter der Enns 
Leopold Kauffmann bekennen, es habe dieser 
in seinem Testament vom 24. Juni 1628 ver- 
ordnet, daß seine ganze verlassung nach Ab- 
zug der Legate und beweislichen schulden 
auf eine geistliche Stiftung und die armen 
solle verwendet werden; demnach wollen die 
Exekutoren zu Vollziehung des letzten Willens 
des Erblassers dem praefecto des allhiesigen 
seminarii der armen Studenten, gegen deme 
gedachter herr Kaufmann noch in seinen 
lebzeiten eine sonderliche lieb getragen und 
dessen großer wohlthäter gewesen, auch dem- 
selbigen in angezogenen seinem testament bei 
dem 6. articul sein eigenthumliche frey-mühl 
zu Himberg vermacht hat, das völlige Kauff- 
mannische verlassene gut, was noch nach 
Abzug der bereits ausbezahlten Legate und 
Schulden vorhanden ist, übergeben, wogegen 
der Präfekt mit Zustimmung seines Provin- 
zials sich verpflichtet, alle noch vorhandenen 
Schulden und Legate Kauffmanns zu beglei- 
chen; weil aber dann noch ein namhaftes 
sonderlich künftig an dem Kauffmannischen 
haus und garten, welche die frau wittib gegen 
baulicher Unterhaltung, so lang sie den wit- 
tibstand führen wird, zu genüßen hat, übrig 
bleibt, solle solche Übermaß . . . dem armen 
haus eigenthumlich verbleiben und . . . da- 
von die armen Studenten erhalten werden. 
Die Einantwortung der Kauffmannschen Ver- 
lassenschaft erfolgt, sobald die kais. ratifica- 
tion und bestätigung dieses Vertrages erfolgt 
ist. — Besiegelt mit dem Siegel des Provinzials 
der Jesuiten und denen der beiden Testaments- 
exekutoren, unterfertigt von Michael Summe- 
racker und den beiden Testamentsexekutoren. 

Kopie aus iy6^. 

Aus der kais. Ratifikation (erfolgt i63§, Septem- 
ber 2^ Ebersdorf) geht hervor, daß unter dem ^Seminar 
der armen Studenten* das Seminarium der armen 
Studenten S. Pancratii in Wien gemeint ist; Regens 
desselben war damals Johann Jakob Scriba. (Kopie des 
ausgehenden 77. Jahrhunderts.) 

5893 j635, August 15, Wien. 

Lorenz Ernst Schwarzmann, röm. kais. 
maj. castner in Österreich unter der Enns, und 

Regesten zur Geschichte der Stadt Wien. V. 



Maria Elisabetha Schwarzmannin eine geborne 
von Polheimb, sein eheliche hausfrau, stiften 
zu ihrem Seelenheile bei den patres sancti 
Dominici ordens im predigercloster allhie zu 
Wienn bei unser lieben Frauen in der rundten 
genannt, eine monatliche Messe mit 3oo fl. 
rhein., welche auf der Stifter haus alhie zue 
Wienn in der Riemerstraßen gelegen, zu s^jo 
sichergestellt sind. — Siegel und Unterschrift 
I. der Maria Elisabeth. Schwarzmannin, wei- 
len mein lieber herr seeliger vor der fertigung 
abgeleibt, habe ich als dessen vollige erbin 
dessen brief mit meiner handschrift und pet- 
schaft bekreftiget; 2. des Christoph Scholtzen 
j. u. doctorn; 3. Hans Lorenz Peidler j. u. 
doctorn; 4. Franciscus Wisend von Wiesen- 
burg röm. kais. maj. rath und dero hofcam- 
mer secretarius. 

Vidimus aus iy66. 

5894 i636, April 26, —. 

David Hayder, Pfarrer von Hütteldorf, 
beschwert sich bei der niederösterreichischen 
Regierung, daß ihm bei seiner Installation 
keine schriftlichen documente, instrumente und 
urbaribücher übergeben worden sind; er bittet 
zu veranlassen, daß der Exekutor des verstor- 
benen Abrup, Dompropsten und Pfarrers von 
Hütteldorf, der Prälat von den Schotten, ihm 
alle vorhandenen schriftlichen urkundt gegen 
Rekognition einantworte. 

Orig. 

i63p, Jänner 8j wird Hayder in einem Schrei- 
ben an die Regierung bereits als gestorben erwähnt. 

5895 i636, Mai 2, Wien. 

Infolge der Beschwerde der Wiener bür- 
gerlichen Goldschmiede, daß i. entgegen den 
1598, 161 1 und 1619 ausgegangenen patenten 
auch darüber ausgefertigten decreten sich in 
und vor der statt, sonderlichen aber bey St. 
Ulrich und deren enden je länger je mehr 
stoerer, Juden und tändler hauffenweis und 
in großer anzahl einschleichen und befunden, 
die thails zu fünf und sechs gesellen befür- 
dern und ihnen durch die Juden, tändler und 
hausierer in die fünfzig, sechzig und gar 
hundert marck gold und silber zum verarbei- 
ten zuegetragen werden solle, dardurch den 
bürgerlichen Goldschmieden^ ihren weib, kin- 

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dern und gesindt, als die alle bürgerliche 
onera raichen und geben müssen, ihre nah- 
rung entzogen werde; an welchem noch nit 
genueg, sondern es solle auch über dis ein 
störer dem andern aus dem reich beschrei- 
ben und abfordern, als daß gewißlich sich 
sambt denen gesellen und bueben diser zeit 
allhie in die hundert personen befinden sol- 
len, dahero leichtlichen zuerachten, was so 
viel stoerer den bürgerlichen armen statt- 
maistern mit ihrer unbillichen und ungebür- 
lichen arbeit nur ain ainige wochen, zuege- 
schweigen ein gantzes jahrlang an ihrer Un- 
terhaltung abschneiden müssen. 

2. laisten die tändler, hausierer und Ju- 
den den vorgedachten ausgangenen patenten 
beschehenes einsehen, verbot und gütigen 
vermahnungen gleichfahls keinen Gehorsam, 
indeme sie frevent- und fürsetzlicher weis 
ohne scheu öffentlich nit allein gold- und 
silbergeschmeid hauffenweis verkauft hetten, 
sondern nit zu geringer schmellerung des 
kayserlichen müntzwesens kauffeten, gold und 
Silber ohne underscheid, es sey darnach ent- 
frembd oder nicht, wie auch alle guete 
schwere müntz aufkäuffeten und dasselbe 
andern, mit denen sie außer lands correspon- 
diren und bey welchen sie ihren gueten pro- 
vit suchen, zuschickten, dardurch alle guete 
schwere und alte müntz aus dem land und 
schlechte geringe hereingebracht, vorderist 
aber denen bösen leuten zur untreu Vor- 
schub gegeben, wie auch mänigklich mit der 
stoerer arbeit überfortheilt würdet, verordnet 
die niederösterreichische Regierung, alle diese 
störer und stimpler abzuschaffen, und zwar 
so, daß die bürgerlichen Goldschmiede die 
Störer sowohl in wie außerhalb der Stadt und 
bei St, Ulrich durch den Profosen der nieder- 
österreichischen Regierung ausheben und so 
lange in Haft halten lassen, bis diese eid- 
lich geloben und genuegsame Versicherung 
geben, sich jeder Störerei zu enthalten, 

Patent. — Codex Austriacus 2, 3iy. 

5896 i636, Mai 2, Wien. 

Die niederösterreichische Regierung er- 
neuert das Patent vom 4. März i636 betreffend 
Wein- und Bierschank, 

Patent. 



5897 i636, Oktober 17, Wien. 

Octavia grafin Strozzi hat in der Au- 
gustiner barfüßer Ordens kirchen allhier in 
Wienn eine capellen und kruften auf ihre 
selbst aigene unkonsten bauen und machen 
lassen, in welche kruft sie ihren ehegemahl 
grafen Jacob Strozzi hat conduciren und begra- 
ben lassen, nach welchens namen die capellen 
S. Jacobi ist genennet worden, derengestalt, 
daß sie und alle ihre nachkommen alle ius auch 
plenariam potestatem darüber und sie sowie 
ihre Nachkommen darin ihre Begräbnisstätte 
haben sollen; zu ihres Gemahls und ihrem 
Seelenheile stiftet sie mit 500 fl. bares gelts 
einen Jahrtag und bestimmt, daß den Augu- 
stinern für jedes Mitglied des Strozzischen 
geschlechts, so noch un vogtbar, 3o fl. rhein., 
für jedes vogtbare 50 fl. rhein. vor die ge- 
wöhnliche ceremonien gegeben werden. — 
Siegel und Unterschrift der Stifterin und des 
Fr. Joannes Chrisostomus a. S. Petronilla 
prior. 

Vtdimus nach ij6§. 

5898 i636, November p, — . 

Anna KrafFm bürgerliche hueterin zu 
Wien bestimmt in ihrem Testament, daß das 
Viertellehen zuStockerau ihrem ehewirth Con^ 
rad Kraffen auf Lebenszeit bleiben, nach sei- 
nem Tode aber an das Augustinercloster zu 
Corneuburg fallen solle, wofür eine wöchent- 
liche Messe für ihr, ihres Ehewirts und ihrer 
beiden freundschaft Seelenheil zu lesen ist. — 
Besiegelt mit gemainer statt Wienn kleinern 
secretinsigl. 

Kopie des 77. Jahrhunderts. 

5899 i63j, Jänner 8, Wien. 

Die niederösterreichische Regierung er- 
neuert das mandat der weingartbaw lohn 
halben. 

Patent. — Stimmt mit der Nr. 586^ überein. 
An Stelle des Loren:{ Vogt erscheint Georg Kratzer 
als Inspektor; Caspar Unterdorffer 1*5/ Stadtrichter {u 
Baden. — Vgl. Nr. 5884. 

5900 i63j, Jänner 2j, Wien. 

Die niederösterreichische Regierung er- 
neuert das Patent vom 28. Jänner 1621 be- 



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259 



treffend Unschlitt', Kerzen- und Seifenord- 
nung. 

Patent. — Codex Austriacus 2, ^ly mit Jänner ly. 

5901 1637, Februar p, Wien. 

Da der Weingartenordnung vornemblich 
in den gesetzten lohn ungehorsamblich nach- 
gelebt, von denen bawherren ein mehrers als 
die Satzungen vermag, wo nit an paaren gelt 
doch sub praetextu einer jausen an wein und 
brodt gegeben, von ihnen hawern auch an- 
genommen werde, dardurch andere hawer 
von ihren herrn abgefiert oder die arbeit der 
ord- und Satzung nach nit verriebt wird, 
woraus dann die große abödung des wein- 
gebürgs erfolge, so dem zehent- und berck- 
herren, ja dem ganzen land zu merklichen 
schaden geraichen thuet, erneuert die nieder- 
österreichische Regierung die Weingartenord- 
nung. 

Patent. 

5903 /6J7, Mai 28, Wien. 
Wiennerische fleischordnung und Satzung. 
Patent. — Gleichlautend mit Nr. 5^79- 

6903 1637, ^^^ ^9> ^'^w- 

Die niederösterreichische Regierung er- 
läßt zufolge der kaiserlichen Entschließung 
vom 16. Mai i63y, durch welche der den 
drei oberen Ständen in Österreich unter der 
Enns am 15. Juli 162p bewilligte Aufschlag 
von 2 Pfennigen auf jedes Pfund Rind- und 
Ochsenfleisch, so allenthalben im land aus- 
gehackt worden, aufgehoben worden ist, und 
mit Rücksicht auf die Vektigalordnung vom 
2. April i636 einen neuen vieh- und traidt- 
aufschlag: von dem rindvieh, so allhie am 
Oxengrieß erkauft wird, der ausländer oder 
so es aus dem land treibt, vom stuck nach 
15 kreuzer; die hiesigen und inländischen 
fleischhacker und andere, wer die auch sein 
mögen, geist- und weltliche niemands aus- 
genommen, auch über vorige gebür vom 
stuck noch ain halben gülden; desgleichen 
auch, was die hiesigen fleischhacker sonsten 
außerhalb des Oxengrieß in Hungarn, gegen 
Steyermark, inn- oder außer lands erkaufen, 
über vorige 15 kreuzer ebenfals noch darzu 



den halben gülden abrichten und wann in 
ermanglung des viechs denen fleischhackern 
im land vom landtgrafenambt passier- zetl, 
daß sie etliche stuck enthalb der Leutha, 
Schwartza, March und Thaya erkaufen mö- 
gen, ertailt werden, neben der vorigen gebür 
der 3o kreuzer auch einen halben gülden 
zuetragen. von demjenigen rindvieh, so et- 
liche Städte in Österreich unter der Enns als 
Neustatt, Pruck, Haimburg und Laa, vermög 
der ihnen beschehenen verwilligung aus Hun- 
garn und Steiermark oder anderwerts treiben 
und verschlachten, solle zu der vorigen ge- 
bür der 20 kreuzer auch der halbe gülden 
erlegt; wie nicht weniger von den verschlach- 
tenden schaaf und Schweinen die gebür und 
aufschläg gewiß und unfälbarlich gereicht 
werden, von denen schaf oder castraunen, 
welche alhie am Grieß oder sonsten inn- und 
außer landts erkauft und verschlacht werden, 
solle der austreiber und kaufer im land bey 
der vorigen gebür der 18 pfennig gelassen 
werden; der, so es aus dem land treibt, noch 
darüber vom stuck / Schilling zu entrichten 
schuldig sein; dann von denen Schweinen, 
die alhie aufgetrieben werden, hat von jeder- 
mann über vorige gebür der 15 pfennig, so 
mit des Verkäufers gebür der 15 Pfennig 
I Schilling bringt, vom stuck ain halber 
gülden, deßgleichen was die hiesigen fleisch- 
hacker oder andere noch darüber selbsten in 
Hungarn und anderwerts inn- oder außer 
lands erkaufen möchten, ebenmäßig von der- 
selben der halbe gülden aufschlag unwaiger- 
lich erlegt werden, als auch solle von dem 
landrindvieh, welches hin und wieder in 
Österreich under der Enns zum verkauf aus- 
gehackt wird, von jedem stuck indifferenter 
ain halber gülden, wie nicht weniger von 
denen schafen oder castraunen, welcher solche 
aushackt, vom stuck 28 Pfennig; auch der 
landschwein halber von jeder 3o kreuzer in 
das handtgrafenambt geraicht werden; dar- 
gegen aber sollen die hiesigen fleischhacker 
die statt und die andern das land mit rind- 
und andern fleisch der notturft nach ver- 
sehen und das pfund rindfleisch umb 12 pfen- 
nig continuirlich ohne zuewag und nöthigung 
mit dem jungen fleisch auszuhacken; das 

33* 



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26o 



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fleisch aber nach dem gewicht der Satzung 
nach zu geben schuldig sein. 

Der den Ständen bewilligte Getreideauf- 
schlag, nämlich vom Metzen schweren Ge- 
treides I Kreuzer und vom Metzen geringen 
2 Pfennige, ist ebenfalls auf das handtgrafen- 
ambt transferiert. 

Patent. 

6904 i63y, August 5, Wien. 

Franz Christoph Khevenhiller zu Aichl- 
berg, grave zu Frankhenburg . . . obrister 
erbstallmeister in Kärndten, ritter vom orden 
des gülden vellus, . . . gehaimber rath und 
cammerer, der Kaiserin obrister hofmaister, 
wird mit den in Nr. 58 J4 genannten Lehen 
belehnt. 

Lehenbuch, 1625^1638, 3^2. 

5905 i63j, August 12, Wien. 
Maximilian grave zu TrautmanstorfF . . . 

würklicher gehaimber rat, cämerer und obri- 
ster hofmaister, wird mit den in Nr. 5252 ge- 
nannten Lehen belehnt. 

Lehenbuch, i62^^i638, 368. — Im Jahre 16^ 
waren diese Lehenstücke nebst mehreren anderen nicht 
jftt erfragen. Graf Trautmanstorf erhielt alle von ihm 
jfM Lehen getragenen Stücke gegen Erlag von 585 fl. 
^ Schilling \ufolge Resolution vom 5. Juni 16^ frei. 
(Randnoti:{.) — Vgl. Nr. 5868. 

5906 i63j, Dezember 14, Wien. 

Johann Baptista Weber freyherr zum 
Püsenberg, n.-ö. regimentsrath, wird mit dem 
in Nr. sy83 genannten Landgerichte belehnt. 

Lehenbuch, 1624— 1638, 5pp. — Nebst diesem 
Landgerichte hatte Weber auch das Landgericht über 
WQrnitz, WoUmannstorf und Rützendorf jjm Lehen, 
welch let:{teres er 1642 freimachte. (Randbemerkung.) 

5907 i63S, Jänner 8, Wien. 

Die niederösterreichische Regierung er- 
neuert das mandat der weingartbaw lohn 
halben. 

Patent. — Stimmt vollkommen mit dem von i63i, 
22. Jänner (Nr. 586g), überein. An Stelle des Wolf 
Puechenegger ist Stephan Fächer Stattrichter [von Klo- 
sterneuburg] und an Stelle des Caspar Underdorflfer ist 
Jakob Vischer stattrichter zu Baden genannt, 

5908 i638, Jänner 19, Wien. 

Da die thurner laut Anzeige des Oberst- 
erbkämmerers in Österreich Seyfridt Christof- 



fen Breinner edlen herrn zu Statz usw. nun 
viel lange jähr hero zuwider destwegen vor- 
hero außgangnen patenten sich hauptloß zu 
machen und in freyheit mit ihrer kunst zu 
stellen suchen und dabei nicht allain für sich 
Selbsten dem obristen erbkammererambt den 
schuldigen respect und gehorsamb zu ent- 
ziehen, sondern auch andere musicanten und 
gmaine spilleut darvon abzuhalten trachten^ 
desgleichen auch die Studenten und allhieigen 
Soldaten in der stadtguardi deß hochzeit- 
und mahlzeiten mit gwalt und gar in ver- 
bottnen zeitten zu bedienen eintringen, wo- 
durch einerseits sie den gehorsamben, so ihr 
einkaufgelt und jahrschilling raichen, ihr ge- 
winnens und brod abschneiden und aus dem 
mund nemben, andererseits dem uhralten 
geistlichen stift S. Nicola die gföll entzogen 
werden, also daß dasselbe mit dem jährlich 
und quatemberlichen gottesdienst sambt dem 
darzu gewidmenden kirchen ornat und an- 
dere requisiten in die lenge nicht mehr er- 
halten werden könnten, wird allen und jeden 
musicanten, thurner, trommeter, Organisten, 
possetifer, klain zimpler, instrumentisten, lau- 
tenisten, harpfenisten, geyger, zitharschlagern 
und dergleichen unter die bruderschaft und 
Stift S. Nicolai gehörige musicanten und spil- 
leuten bei einer Strafe von 50 fl., die jed- 
wederer so oft er sich ungehorsamb erzaigen 
wird, unnachlaßlichen erlegen soll, aufge- 
tragen, die gebühr, einkaufgeld und jahr- 
schilling sambt den außständen dem obristen 
spilgrafenambt, dessen Verwaltern Johan Lin- 
ninger oder mit vollmacht verordneten und 
nachgesetzten viertelmaister zu rechter zeit, 
die bekanntgegeben wird, neben auslösung der 
gedruckten spillzettl, wie von altershero gebreu- 
chig gewest, zu entrichten. Alle Obrigkeiten, 
bevorab die Städte und Orte: Wien, Newstatt, 
Corn- und Closterneuburg, Krembs, Stain, S. 
Pöldten, Tuln, Hörn, Mölckh, Ybbs, Waydt- 
hoven, Paden,Bruckh an der Leytta, Egenburg, 
Laa, Stockerau und Hollaprunn, Lintz, Enns, 
Steyr, Wels, Freystatt, Gmundten, Schwanna- 
statt und Vöklapruckh, auch allen andern und 
unbenanndten statten, märckten und flecken 
Österreichs ob und unter der Enns haben 
bei Strafe von 10 Mark lötigen Goldes alle zu 



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261 



allem gehorsamb, parirung und respect be- 
melten obristen spilgraffen ambts und stiffts 
S. Nicolai anzuhalten und ihnen Schutz und 
Hilfe gegebenenfalls zu leisten, 
Patent. 

5909 i638, Jänner 3o, Wien. 

Die niederösterreichische Regierung er- 
neuert das Patent vom 5, Mai 1635 (Nr.sSgo). 
Patent. 

5910 i638, Februar 27, Wien. 
Maximilian Khemptner auf Garß, kais. 

rath und regent des regiments der n.-ö. lan- 
den, wird mit den in Nr. $865 genannten 
Lehen belehnt. 

Lehenbuch, 162^ — 1638, ^p. 

5911 i638, März 18, Wien. 

Andreas Gurlaodt, stattguardi haubtmann 
alhie, wird mit den in Nr. ^26j und 583g 
genannten Lehen belehnt. 

Lehenbuch, i62^^i638, ^J^. — Diese Lehen 
wurden ihm 16^2 gegen Erlag von 200 fl. freigemacht. 

5912 i638, April 7, Wien. 

Durch kaiserliche Verordnung wird das 
Patent vom 2. Mai i636 erneuert, da Hof gesind 
und Offiziere, Hartschiere, Trabanten, Jäger, 
laggeyen, stallpartheyen, Türhüter, Brunnmei- 
ster, welsche Kramer, Ziegelschaffer, Köche, 
Bader, Winkelwirte und andere derlay personen 
in und vor der Stadt unter allerlei Vorwand 
heimlich und öffentlich Wein, Bier und Met 
ausschenken, wodurch die Privilegien der 
Stadt Wien beeinträchtigt werden, der Bürger- 
Schaft in abbruch ihrer nahrung unwider- 
bringlicher schaden zugefügt, dem landes- 
fürstlichen tatz und ungelt gefäll viel entzogen, 
danebens denen diensibotten und handwerks- 
leuthen mit schädlicher versaumung ihrer 
herrndienst und arbait auch verführ- und 
underschlaiff^ zu allerhand üppigkait, spillen, 
Unzucht, gottslästerung, greinhändl auch an- 
dere sünd, schand und lästern, ja wol gar 
zu todtschlägen nicht wenig ursach und an- 
laß gegeben wird\ die n.-ö. regierung (als 
welcher wir in allen politicis die manuten- 
tion unserer landtsfürstlichen mandaten aller- 



gnädigst aufgetragen) hat wider die über- 
tretter und verschimpfer unsers kays. bevelchs 
mit ernstlicher leib- und gutsbestrafung vor- 
zugehen, denen von Wienn zu manutenirung 
ihrer freiheiten und stattrechten, zu assistiren 
und auf erfordernde noth und anmelden die 
stattguardi verschaffen und zugeben. 
Patent. 

5913 i638, Mai 15, Wien. 

Oswaldt Hundtsöder wird mit den in 
Nr. 58^0 genannten Lehen belehnt. 

Lehenbuch, 162^ — 1638, ^y6. — Gegen Erlegung 
von J^OOfl. wurden ihm 16^2 diese Lehen freigemacht. 
(Randbemerkung.) 

5914 i638, Juni ig, Wien. 

*y. L. Graf Dietrichstein gibt im Sinne 
des Testaments seines verstorbenen Bruders 
Johann Balthasar Grafen Dietrichstein, kais. 
Maj. Kämmerers und Gardekommandants, 
begraben in der Franz Xaverkapelle der Je- 
suitenkirchcy dem P. Wilhelm Lamormain zur 
Förderung des Neubaues der Kirche des Kol- 
legiums 500 fl. und bestimmt 2500 fl., die 
bei den steiermärkischen Ständen zu ö^fo an- 
gelegt sind, zu einem Stipendium für 4 Stu- 
denten, die stipendiarii Dietrichsteiniani ge- 
nannt werden sollen; einer derselben muß 
Priester sein und hat in der Kirche des Kol- 
legs wöchentlich eine Seelenmesse für das 
Dietrichsteinische Geschlecht zu lesen; er er- 
hält jährlich 50 fl., ein zweiter im Orgel- 
spiel oder auf einem anderen Musikinstru- 
ment wohlbewanderter Stipendist erhält 40 fl.^ 
je 3o fl. zwei andere der Musik kundige Stu- 
denten ; sie — ausgenommen der Priester — 
haben auf dem Musikchore der Kirche des 
Kollegs mitzuwirken; die Stipendien verteilt 
der Rektor des Wiener Kollegiums Johannes 
Schega und seine Nachfolger; die Namen der 
Stipendiaten sind dem Stifter und seinen Er- 
ben mitzuteilen. Sollte der jeweilige Rektor 
des Wiener Kollegiums die Summe nicht or- 
dentlich verteilen, haben die Erben des Stif- 
ters das Recht, das Stiftungskapital einem 
anderen frommen Zwecke zuzuwenden. — 
Siegel und Unterschrift des Stifters. 

Orig. 



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202 



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5915 i638, Juni 21, Wien. 

Die niederösterreichische Regierung er- 
neuert die Patente vom 20. April 1628 und 
vom 8. Jänner i63i betreffend die verleit- 
gebung des weines als auch raichung des da- 
von gebtierernden tätz und ungelts in und um 
Wien, da in jüngster Zeit underschiedliche 
winkelwirth, unter ihnen Leute aus dem Hof- 
gesinde als: Musikanten, Hartschiere, Tra- 
banten, Tafeidecker, Jäger, stallparteyen und 
andere dergleichen officire sonderlich aber 
die in denen befreyten häusern wohnende 
hausmaister und diener wie auch andere als 
Soldaten und befehlhaber aus der statt guardi, 
sowohl in als um die Stadt Wien sich des 
leithgebens ungescheuhet gebrauchen, frembde 
gast wider Ordnung beherbergen und in Ab- 
wesenheit des Landesfürsten von ihren wei- 
bern und dienstboten die wein unzehlich 
ausgeben, in und umb die statt schwärzen. 
Hierdurch wird nicht allein dem landesfürst- 
lichen tätz und ungeltsgefäll wie nicht we- 
niger gemeiner burgerschaft höchbeschwärter 
abbruch getan, sondern auch durch derlay 
häufige Zusammenkünften in deren unpassier- 
lichen Weinstuben und winkeln zu einreißung 
der abscheulichen infectionseuch nit geringe 
Ursache gegeben. Es wird nun neuerdings 
dem hofgesind, was condition und diensts 
dasselbe sey niemands ausgenomben wie auch 
allen andern, so sich in geist- und weltlichen 
freyhöfen, herren- und burgers häusern in- 
oder vor der statt sowol auf und bey denen 
pasteyen als auch under denen felbern, denen 
Jägern zusambt denen cantzleyverwandten, 
thürhütern, bawmeistern, welschen cramern, 
zieglschaffern, saltzhandlern und saltzschies- 
sern, kochen, badern und andern dergleichen 
personen befinden, das Leutgeben verboten 
bey hinwegnehmung des betrettenen weins 
und anderer gebürender bestrafung. Zur Ab- 
stellung der beim Leitgeben eingerissenen Miß- 
bräuche wird bestimmt: i. niemand, der des 
leutgeben befugt, darf Wein, Bier, Met oder 
anderes Getränke viel oder wenig umb gelt 
nach der maß weder in noch außer haus aus- 
schenken, er stecke dann einen ordentlichen 
offnen zaiger aus und melde sich vorhero 
wegen des leutgebens im ungelt an; und so 



nun ein oder mehr vaß ausgeleutgebt auch 
der gebürende ungelt bezalt ist, mag der 
leutgeb dasselbe ehe und zuvor aber keines- 
wegs verrücken und durch die brandtweiner 
aufschlagen lassen; in wirthshäusern aber in 
und vor der statt, auch bei denjenigen, so 
ihr nahrung mit haltung kostgeher haben 
und suchen und des jahrs nit eine geringe 
anzahl wein einlegen und ihren kostgehern 
verspeisen, solle all ihr wein gegen raichung 
der gewissen bestandtgelder, so oft es von 
nöthen beschriben und in ein ordentliches 
register vermerket und soviel über derselben 
notturft ausgehet und nit wider under den 
raiffen (destwegen sie sich in dem ungelt 
ambt anzumelden) verkaufen, der ungelt da- 
von gleichsfals bezalt werden. Wer dieser 
Verordnung nicht nachkommt, dem wird das 
erste Mal das leutgeben gäntzlichen gespert, 
zum andern oder dritten mal aber die leut- 
geb wein konfisziert. 2. Der Bürgermeister 
von Wien soll bey denen faßziehern die ge- 
messene Verordnung thun, daß sie niemands 
außer seiner zahl weder wein einlegen noch 
ausziehen, nit weniger das bey thor spören 
gemainer stattmautner nit mehr beym thor 
vor der statt guardi einiger wein durch den 
einlaß passirt werden soll. Weil viele Jahre 
hindurch nit alles getranck, auch nit die- 
jenige, so es mit und ohne zaiger, inn- und 
außer haus umbs gelt geben, in ungelt kom- 
men, so hat in Zukunft alles getranck, es 
sey süßer land-, brand- oder kräutlwein, essig, 
meth, hier, aepfel-, biern- oder andere möst, 
wie das namen haben mag, und nach der 
maß oder auch denen gasten oder kostgän- 
gern umbs geld gegeben wirdet, in ungelt 
gezogen zu werden. 
Patent, 

5916 i638, Juni 28, Wien. 

Johann Gottfried Stubickh von König- 
stain wird für sich und als Lehensträger sei- 
ner Brüder Mathias, Lazarus und Sigmund 
mit den in Nr. Sjog genannten Lehen belehnt. 

Lehenbuch, 1624—1638, ^pS. — Vgl. Nr. 58S6. 

5917 i638, Juli 20, Wien. 

Christoph Eggsteinn von Ernegg, obri- 
ster profiant ambts leutnant, wird mit den 



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263 



von Franz Christof Khevenhiller zu Aichl- 
burg grave zu Frankhenburg gekauften und 
in Nr. 58^4. genannten Lehen belehnt. 

Lehenbuch, 162^ — 1 638, ^p^. — Vgl. Nr. ^po^. 

5918 i638, August 18, Wien. 

Georg Mezner von Mezenhoven wird 
mit den in Nr. g^pi genannten Lehen als 
fürgestellter lehentrager des Bürgerspitals be- 
lehnt. 

Lehenbuch, 162^^1 638, 522. — Vgl. Nr, 58^. 

5919 i638, August 18, Wien. 

Richter und gmain zu Stadlaw werden mit 
den in Nr. 5466 genannten Lehen belehnt. 
Lehenbuch, 1624—1638, 581', — Vgl. Nr. 5855, 

5930 i638, November 20, Wien. 
Christoph Altan graff zu Saurau edler 

herr auf Eppenstein, obrister erblandmarschall 
in Steur, kais. Rat, wird mit den in Nr. 5250 
genannten Lehen, seinem mütterlichen Erbe, 
belehnt. 

Lehenbuch, 1624— 1638, 54p. — Vgl. Nr. 5808. 

— Alle diese Lehen kamen laut Regierungsverordnung 
vom 26. August i6§2 an Johann Matthiae freyherm von 
Goldegg teils gegen erlegung einer gewissen summa gelts, 
theils aber in ansehung seiner treugeleisteten dienst frei- 
gemacht (Randbemerkung). 

5931 i638, Dezember 14, Wien. 

Rector und coUegium der societät Jesu 
alhie werden durch ihren Lehensträger den 
Landschreiber in Österreich under der Enns 
, . . Johann Baptistae Suttingers beeder rech- 
ten doctorn mit den in Nr. S^Sp genannten 
Lehen belehnt. 

Lehenbuch, 1624—1688, 550. — Vgl. Nr. 57 90. 

— Zufolge kais. Resolution vom 12. Mai 16^2 ist dem 
Kolleg dieser Hof gegen Erlag von 150 fl. bares gelt 
freigemacht worden (Randbemerkung). 

5933 1689, Jänner 8, Wien. 

Die nieder österreichische Regierung er^ 
neuert das mandat der weingart bawlohn 
halben, setzt den Taglohn für eine manns- 
person, darunder auch fünfzehnjährige bueben 
zu rechnen, die kinder aber dis orts ausge- 
schlossen, von Georgi bis Michaelis auf 
16 Kreuzer, von Michaeli bis Georgi auf 
14 Kreuzer, darunder auch insonderheit das 



grueben zu verstehen, für eine weibsperson 
und under fünfzehnjährigen bueben über den 
sommer auf 12 Kreuzer und von Michaelis 
bis Georgi auf 10 Kreuzer fest und verord- 
net, daß am Sonntag vor dem Advent die 
nächste Beratung stattfinden soll. 

Patent. — In allen übrigen Punkten gleich dem 
Mandat von i638 beziehungsweise i63^ (Nr. §8po und 
5909)' 

5938 1639, Februar 3, Wien. 

Die niederösterreichische Regierung teilt 
dem Passauischen Offizial in Wien, Bartho- 
lomäus Kobald von Thampach, mit, daß der 
Kaiser die Pfarre Hütteldorf dem Hof kaplan 
Johann Preiß verliehen und zur Verlassen- 
Schaftsabhandlung des verstorbenen Pfarrers 
als Kommissäre Dr. Johann von Hittendorf 
und Laurenz Faber ernannt habe. Sie fordert 
Kobald auf, die darüber verhängte Krida so- 
fort zurückzuziehen, so ihme keineswegs ge- 
hurt. 

Orig. 

5934 i63p, März 5, Wien. 

Christoph Carl Fernberger von Egen- 
berg bestelter obrister leutenant wird als für- 
geschüzter gwalt- und lehentrager weiland 
Wolfen Stubenvohls nachgelassen söhn nam- 
bens Adamen Stubenfohls mit den in Nr. 5632 
genannten Lehen belehnt. 

Lehenbuchy i63p—i6s6, 20'. — Vgl Nr. 5-^81. 
— Im Jahre 1668 wurden diese Lehen als apert an die 
Wiederholtischen Pupillen verliehen (Randbemerkung), 

5935 1639, Oktober /, Wien. 

Die niederösterreichische Regierung ver- 
ordnet, da sich an underschidlichen orthen 
außer lands die laidige seuch der infection 
starck erzaigen thuet, daß derentwegen ein 
sondere hohe notturft seyn will, die statt 
Wienn als in welcher wir unsere kayserliche 
residentz und hof halten in zeitliche obacht 
zunemben, damit nicht irgend von frembden 
orten die seuch daher gebracht und einge- 
führt werde, daß alle obrigkaiten im landt 
ihren unterthanen und angehörigen, die aus 
sicheren und gesunden orten hieher auf die 
gewöhnlichen w^ochenmärckt mit wein, traidt 
und andern victualien zum verkauffen oder 



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264 



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anderer Verrichtungen halber in die statt 
komben, . . . gewisse zeugnuß oder feda mit 
sich bringen und denen bey den statthörn 
hierzu bestelten personen fürweisen oder in 
mangl deren auf begehren äinen cörperlichen 
ayd laisten; die andern aber außer lands des 
herzuraisens von infizirten orten bey unaus- 
bleiblicher leib- und guets straf sich gäntz- 
lich enthalten sollen. 
Patent. 

5936 i63p, Dezember /, Wien. 

Da ein zeit hero allerhand bullati, an- 
derer orten ihrer begangenen missethaten 
halber entwichene, unbekandte, kötzerische, 
auch Juden und wiedertaufferische medici, 
artzney kramer und wundartzt in dis ertz- 
hertzogthumb Oesterreich unter der Enns ja 
so gar in diese unser haupt- und residentz 
statt Wienn heuffig einschleichen und ein- 
reißen, welche ihre artzneyen mit höchstem 
betrug und gefahr der patienten umb theures 
gelt verkaufen und daß sie von der allhiesi- 
gen facultet zu examinirung ihres doctorats, 
ante actae vitae und ersuchung ihrer medi- 
camenten erfordert werden, deroselben nit 
pariren, sondern allerhand ausflücht und 
schütz suchen thun, dardurch nun großes 
unheyl und merkliche Verwahrlosung der 
menschen an ihrer gesundheit und des lebens, 
auch wol gar verderbung an leib und der 
Seelen neben abbruch denen andern in der 
kunst erfahrnen, examinirten und approbirten 
medicis, in gleichem denen bürgerlichen mit 
steur und andern auflagen onerirten apo- 
theckhern, barbierern und hadern an ihrer 
täglichen nahrung zugefügt würdet, so be- 
fiehlt die nieder österreichische Regierung in 
Wiederholung des am 15, Oktober i638 er- 
gangenen öffentlichen ruff, alle solche Leute 
abzuschaffen wie nit weniger die unexami- 
nirte und unapprobierte apoteckher, barbierer 
und bader, so sich albereith bey denen apo- 
theckhen, barbier- und badstuben befinden, 
alsobalden hieher für den decanum und me- 
dicinische facultet der allhiesigen universitet 
zu dem gebührlichen examen zu stellen und 
da sie sich deme verwaigern wurden, also- 
balden zu entfernen und abzuschaffen und 



hinfüro keinen apotheckher, barbierer oder 
bader die Übernahme einer Apotheke, Barbier- 
oder Badstube zu gestatten, der nicht von der 
Wiener medizinischen Fakultät ein genüg- 
sames testimonium vorweisen kann. 
Patent. — Codex Austriacus 2, 511. 

5937 1640, Jänner ly, Wien. 

Verneurte holtz-, satz- und Ordnung, 
was gstalt alle Sorten allhero an die gstetten 
geführt und verkauft werden sollen. Gedruckt 
zu Wienn in Oesterreich bey Gregor Gelbhaar, 
röm. khays. mat. hof- und ainer löbl. n.-ö. 
landtschaft buechdrucker im jähr MDCXL. 

Satzung des bawholtzes 

darob dem vitzdomb under der Enns zu halten 

gebürt. 

Weißer holtz. 

ain traunischer langer floß, so an jetzo 
dopelte traunische trimber genent werden mit 
viertzig bämb, ain jeder zwaintzig schuech 
lang, am großen orth lo, am kleinen aber 
7 zoll dick, von 7 biß 8 gülden. 

ain floß mit langen halb bämben, so 
viertzig stämb hat und ain jeder zwaintzig 
schuech lang, am großen orth 10 und an 
kleinen 7 zoll dick, weillen solche geschnid- 
ten werden, von 8 in 9 gülden. 

ain gemains gaden, so aines viertzig 
stamb hat, ain jeder 20 schuech lang, am 
großen orth 8 und an kleinen 5 zoll dick, 
per 4 gülden. 

ain floß gemaine halbbämb mit viertzig 
stämb, ain jeder zwaintzig schuech lang, am 
großen orth 8 und am kleinen 5 zoll dick, 
per 4 gülden 3o kreutzer. 

ain floß zwystöß mit 32 stämb, ain jeder 
24 oder 25 schuech lang, am großen orth 4 
und am kleinen 2 und 3 zoll dick, per 2 gül- 
den 40 kreutzer. 

ain stamb verrierte zwystöß, weilen solche 
ainschichtig und nicht nach dem floß ge- 
führt werden, so 16 schuech lang, am großen 
orth 3 und an kleinen 2 zoll dick, das stuck 
per 3 kreutzer. 

ain großes allmisch kärt mit 10 stämb, 
42 schuech lang, am großen orth 14 und am 



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kleinen 10 oder n zoll dick, von neun, 
10 biß 12 gülden. 

ain floß große ennßbämb - karr mit 
i3 stämb und 42 schuech lang, am großen 
orth I schuech, am kleinern aber 9 oder 
10 zoll dick, von 8 biß 9 gülden. 

ain mitteres allmisch-kärr mit lo stämb 
und 42 schuech lang, am großen prth 10 
und am kleinen 6 und 7 zoll dick, von 6 biß 
7 gülden. 

ain dopeltes karr mit 10 stämb, 42 schuech 
lang, am großen orth 8 zoll und am kleinen 
4 oder 5 zoll dick, von 3 biß 4 gülden. 

ain ainfaches karr mit 12 bämb, am 
großen orth 3 und 4 zoll und an kleinen 2 
und '/2 zoll dick, von 2 gülden 3o kreutzer 
biß in 3 gülden. 

ain Weißer banckladen mit 18 werck- 
schuech, i3 oder 14 zoll braith und i und 
Y2 zoll dick, das stuck per 8 kreutzer. 

ain doppelten pfostenladen, der 18 schuech 
lang, i3 oder 14 zoll braith und 3 zoll dick, 
per 18 kreutzer. 

ain ainfacher pfosten, der 12 schuech 
lang, II oder 14 zoU braith und 3 zoll dick, 
per 9 kreutzer. 

ain fach- oder fahlladen, so 18 schuech 
lang, 12 oder i3 zoll braith und i zoll dick, 
per 4 biß 5 kreutzer. 

ain Traunischer reichladen, der 12 schuech 
lang, ^/^zoU dick und 10 oder 11 zoll braith, 
jeden per 3 kreutzer, 

ain Weißer gmain laden, der 12 schuech 
lang, I zoll dick und 9 oder 10 zoll braith, 
I per 6 Pfenning, 

ain Weißer schindllatten, so 18 schuech 
lang, I zoll dick und 2 zoll braith, jede per 
7 Pfenning. 

ain Weißer ziegllatten, welcher 18 schuech 
lang, I und ^/^ zoll dick und 2^2 zoH braith, 
jede per 3 kreutzer. 

Wachauer holtz. 

ain banckladen, so 16 schuech lang, 12 
oder i3 zoll braith und i'/^ zoll dick, jeden 
per 7 kreutzer. 

ain pfostenladen, der 10 schuech lang, 
12 oder i3 zoll braith und 3 zoll dick, jeden 
per siben kreutzer. 

Regesten zur Geschichte der Stadt Wien. V. 



ain Spitzer reichladen, welcher 16 schuech 
lang, II oder 12 zoll braith und i zoll dick, 
jeden per 4 kreutzer. 

ain tischlerladen, der 10 schuech lang, 
12 zoll braith und i zoll dick, jeden per 
3 kreutzer. 

ain schindllatten, der 16 schuech lang, 
2 zoll braith und i zoll dick, jeden per sechs 
Pfenning. 

ain tausendt schindl, so jede i schuech 
und 2 zoll lang, 3 oder 4 zoll braith und 
Y2 zoll dick, per 9 Schilling pfenning biß 
10 Schilling. 

raffen, weillen nun dern sorten viel seyn 
und allhero gebracht werden, dahero solche 
beschaut und nach befund derselben verkaufft 
werden können, von 6 biß 10 kreutzer, auch 
der größern von 20 biß 24 kreutzer. 

ain waldschragen mit 3o bämb, 5 oder 

6 klaffter lang, am großen orth 9 oder 10, 
an kleinem aber 2 oder 3 zoll dick, von 6 
biß 9 gülden. 

aichene postall, weiln solche underschied- 
lich allhero gebracht, also können solche be- 
schaut und nach befund oder gute bezahlt 
werden, von 10 biß 15 kreutzer. 

ain aichener roßenstecken, der 6 schuech 
lang und 3 oder 4 zoll dick, von 4 biß 
5 kreutzer. 

ain aichene thorseillen, welche 16 werck- 
schuech lang und 12 zoll braith, von 45 kreu- 
tzer biß I gülden. 

ain ferchene prunröhren, so 16 werck- 
schuech lang und 12 zoll dick, von 24 biß 

3o kreutzer. 

Steyrer holtz. 

ain schachatillenfloß mit 15 stämb, ain 
jeder 8 oder 9 klaffter lang, am großen orth 
16 zoll, am kleinen aber 12 zoll dick, von 
16, 18 biß in 22 gülden. 

ain irerfloß mit 15 stämb und jeder 7 
oder 8 klaffter lang, am großen orth i schuech 
und an kleinern aber 9 oder 10 zoll dick, 
so die große der mittern schachatillen haben, 
von i3 biß 16 gülden. 

ain steyrer podten mit 12 stämb und 6 
oder 7 klaffter lang, am großen orth 14 zoll, 
am kleinern aber 9 oder 10 zoll dick, von 

7 biß 8 gülden. 

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ain banckladen, so 20 schuech lang, 12 
oder 14 zoll braith und 2 zoll dick, jeder 
per 10 kreutzer. 

ain steyrer gmain laden, der 20 schuech 
lang, II oder 12 zoll brait und i zoll dick, 
jeden per 5 kreutzer. 

ain schindllatten, die 20 schuech lang, 

2 ^/j zoll braith und i ^^ zoll dick, jeden per 
10 Pfenning. 

ain ziegllatten, 20 schuech lang, 3 zoll 
braith, 2 zoll dick, jede per 14 pfenning. 

Lerchbaumbes holtz. 

ain lerchbaumbener schachatillenfloß mit 
15 stämb, ain jeder 8 oder 9 klaffter lang, 
am großen 16 und am kleinern 12 zoll dick, 
von 24 biß 26 gülden. 

ain lerchbaumbener irer mit 15 stämb, 
ain jeder 7 oder 8 klaffter lang, am großen 
orth 12, am kleinern aber 9 oder 10 zoll 
dick, von 18 biß 20 gülden. 

ain lerchbaumbener pastall, der 12 schuech 
lang und 7 oder 8 zoll dick, von 12 biß 
15 kreutzer. 

ain lerchbaumbene thorsaillen, die 16 
schuech lang und 12 zoll braith, von 45 kreu- 
tzer biß I gülden. 

ain lerchbaumbener banckladen, der 20 
schuech lang, 2 zoll dick und 12 oder 14 zoll 
braith, per 16 kreutzer. 

ain lerchbaumbener gmeinladen, der 20 
schuech lang, 10 oder 11 zoll braith und 
I zoll dick, von 7 biß 8 kreutzer. 

ain lerchbaumbener Staffel, der 20 schuech 
lang, 3 zoll dick und 3 zoll braith, per 16 
kreutzer. 

ain lerchbaumbene dicke pfosten, so 20 
schuech lang, 12 oder 14 zoll braith und 

3 zoll dick, per 3o kreutzer. 

Satzung deß prennholtz und der weinstecken, 
darob denen von Wienn zu halten zustehet. 

erstlichen guet- und puechenes prenn- 
holtz, deren und allen anderer sorten jedes 
scheidt 2 schuech und 9 zoll lang seyn solle, 
die klaffter per 3 gülden, das schlechtere aber 
per 2 gülden 45 kreutzer. 

aiches oder pürckes holtz per 2 gülden 
15 kreutzer. 



erlan, thennes und ferres per i gülden 
45 kreutzer. 

espes^ felbers und feichtes per i gülden 
15 kreutzer. 

daß pfundt puechene puertl per i gül- 
den 15 kreutzer. 

von aichen- und erlnholtz das pfundt 
per 52 kreutzer 2 pfenning. 

der schlechtem aber von felbernboltz 
das pfundt per 45 kreutzer. 

von einer züln puertl den 2 Schätzern 
jeden 10 kreutzer, per 20 kreutzer. 

dem holtzaußzÖUer von ainer fuehr puertl 
per 15 kreutzer. 

Weinstecken. 

daß tausendt weinstecken sollen 4 schuech 
7 zoll lang und 1^4 zoll dick seyn, per 
I gülden 3o kreutzer. 

von tausendt weinstecken zu zehlen per 
6 pfenning. 

item von tausendt weinstecken an der 
gestötten zuspitzen per 2 kreutzer. 

von ainer großen klozüln außzutragen 
per 6 gülden 3o kreutzer. 

von ainer achterin per 6 gülden. 

von ainer sibnerin per 5 gülden. 

von ainer fünfferin per 4 gülden 3o 
kreutzer. 

von ainer klaffter holtz außzutragen und 
zu setzen per 4 kreutzer. 

darvon dem holtzschätzern per i kreutzer. 

von ainer großen fuehr puertl außzutra- 
gen per 2 gülden 3o kreutzer. 

mittern fuehr per 2 gülden. 

von einer kleinen fuehr per i gülden 
3o kreutzer. 
Patent. 

5928 1640, Februar 7, Wien. 

Die niederösterreichische Regierung er- 
neuert das mandat der weingartbaw lohn 
halben und ernennt zu Inspektoren Georgen 
Hambruner des innern stattrats alhie im 
Wienerischen gezirk und die i63j (Nr, 58^8) 
genannten für die anderen. 

Patent. — In allen übrigen Bestimmungen voll- 
kommen übereinstimmend mit Nr, 5^21. 



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6939 1640, März 24, Wien. 

Die niederösterreichische Regierung er- 
neuert die Fleischordmmg und Satzung i'om 
28, Mai t63j. 

Patent. 

5930 1640, April 3, Wien- 

Christof Eggstain von Ehrnegg erhält 
die Bewilligung^ auf seine landesfürstlichen 
lehen (Nr, _^fSj4 und ^^if) h\% in die 49,000 jL 
verhypothecieren zu dürfen. 

Lehenbudij i03g - i6§6^ jr\ — In den Urlaub- 
briefen aus j6^2 und 1648 werden die beiden Auen 
nicht mehr envälm: (.i a. O. !§iS und 1^2). 

5931 1640, Mai /j, Wien. 

Die niederösterreichische Regierung er^ 
neuert das Patent von i63/t Mai 2g (Nr*^go3)^ 
über fleisch" und traidaufschlag, 

Patent 

5933 1^40, September 5, Wien- 

Auf die Anzeige des Seifrldt Christophen 
Breiner edlen herrn von Stacz usuk, daß sich 
underschiedliche stümpler and stoerer alhic 
in dieser statt Wienn und burckfried als thails 
vermainte smdenten, Soldaten und hand- 
wercksgesellen , deren musicalischen instru- 
menten, welche der bruedersc hofft S, Nicolai 
oder dem obristen spillgraffen ambt nit ein- 
verleibt seind, entgegen den jüngs