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Full text of "Regesten der Markgrafen von Baden und Hachberg, 1050-1515"

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REG ESTEN 



MARKGRAFEN VON BADEN UND HACHBERG 
1050-1515. 

HERAUSGEGEBEN 

TON OKH 

BADISCHEN HISTORISCHEN COMMISSION. 

BEARBEITET 

HEINRICH WITTE. 

/ . ZWEITER BAND 

KEGESTEN DEK MABKGKAFEN VON HACHBERG VON 1422-1503. 

1. LIEFERUNG. 




INNSBRUCK. 



VERLA« DEK WAGNER'gUHEN ONlVERSlTlTS BUCHHANDLUNG. 

1901. 



Vorbemerkung. 



Um v das M. Wilhelm v. Hachberg betreffende Material möglichst vollständig zu bringen und bei- 
sammen zu halten, habe ich auf die früheren im ersten Bande der Regesten behandelten Jahre zurück- 
gegriffen und ausserdem noch einige Stücke gebracht, die inhaltlich mit den folgenden Kegesten in 
Zusammenhang stehen, während alles son9t den M. Rudolf III. noch betreffende Material dem Ergänzungs- 
bande vorbehalten bleibt. 

Die noch von meinem Herrn Vorgänger, jetzigem Universitätsprofessor Dr. Fester zu Erlangen, 
herrührenden Regesten sind mit F. bezeichnet; wo neben dem Regeöt des Herrn Dr. Fester ein solches 
von meinem Mitarbeiter Dr. Hölscher dem Text zu Grunde gelegt wutde, ist zu dem F. ein H. getreten. 
Ebenso sind alle sonst von Herrn Dr. Hölscher herrührenden Regestefc mit H. bezeichnet. Für sämmtliche 
Regesten trage ich die Verantwortung. 

Drucklegung und Korrektur dieser ersten Lieferung vollzogen sich für mich unter den aller- 
schwierigsten Verhältnissen ; wegen einzelner äusserer Mängel darf ich daher wohl um Nachsicht bitten. 
Die ungleiche Orthographie in der Schreibung einzelner Worte soll in den weitern Lieferungen vermie- 
den werden. 

Da der zweite Band der Regesten lediglich den Markgrafen von Hachberg gewidmet ist, erschien 
das im ersten Bande vor den Seitenzahlen und Regestennummern angewandte h überflüssig; es ist daher 
fortgefallen. 

Allen Archiven, die zu den Regesten beigesteuert haben, drücke ich schon jetzt meinen verbind- 
lictatea Dank aus. 

Hagenau im Elsass, im Oktober l!JOO. v 



Heinrich Witte. 



Rudolf III und Wilhelm 1122-1423. 



TST 



(Ravensburg uff der bürg) Johann Truchsess zu Walpurg, reiehslandvogt in Schwaben, gemain 
man in der gütlichait, Hanns Cunrat v. Bödmen, r. Lienliart v. Juugingen u. Ca3par v. Clin- 
genberg, Schiedsleute des gr. Hugo v, Montfort herrn n Progentz u. Pfannonberg , die r. 
Wolff vom Stain vom rechtem St ai u und Cunrat v. Hayinenhofen sowie Gölczcr v. Schellenberg, 
Schiedsleute des gr. Hugo v. Montfort meister des johanntterordens in deutschen Landen u. 
der verwitweten Fran EUsabeth v. Neuenbürg geb. v. Montfort, tochter des gr. Wilhelm v. 
Montfort selig, urteilen in der Streitsache wegen der horrschaft Pregentz. Vidimus ausge- 
stellt von der Stadt Lindau am 14. Mai 1422. Wien St.-A. — Ueber Elisabeth v. Kontfort- 
Bregenz, witwe von Neuenbürg und spatere gemablin M. Wilhelms v. Hachberg, s. h; 1102 — 3. 
1113. — Aus den zusprächen, die Brun v. Lapfen gegen M. Otto v. Hachberg u. gr. Heinrich 
T. Fürstenberg erhob, teile ich nach abs<:hrtft von Hölscher U.Elisabeth betreffend mit; 
Itam Brun v. Lupfen wil zusprechen graff Eberhartz v. Neuenbürg erben oder dem der sin 
gut innhot oder ze versprechen stand von sinsz wibz der marggreffin von Hahberg morgeu- 
gab wegen, das sich wol trifft by funffzeuhen hundert guldin, and amb die näcz die davon 
gevallen sind, als sii dess gwisst ist uff Cünczenberg (Künzenberg OA. Tuttlingen) und uff 
die dörlfer und lüt die darzü gehorent, uud uueb. uff die gut und miib die nuezung ir liain- 
stiier, der sü ouch uff das vorbenempt Cünczenberg gowysst ist und ir zugehört, als das 
erbern lüten wol ze wissen ist und brioff innbalten, der brieff etlich entwert sind von den vor- 
gesebriben nnd die in zii versprechen st'än. und der sie meebtig sind; das doch erfordert ist 
an graff Eberharten, und er maiut. das er ain bysiez daby hau seit sinen lebtag; das socz 
ich (Brun v. L.) zii dem rechten und forder bekerung und wandel dirumb. — Diese »zu- 
spräche* Bruns v.Lupfen füllen einen ganzen foltebaud (Karlsruhe Kopialbuch 417 fol. 151) 
ans und betreffen namentlich auch die M. Hesso und Otto v. Hachberg, weshalb im ergäu- 
zungsband n"ch verschiedene bruchstucke daraus mitzuteilen sind. Zur sache vgl. Riezler, 
Gesch. des Fürstlichen Hauses Fürstenberg p. 315 ff. 1161 

(Ravensburg uff der purg) gr. Hugo v. Montfort herr zu Bregeutz uud moiater St. Johanns i>r- 
dens in deutschen landen u. gr. Hug zu Montfort u. Brogentz u. zu Pfannberg, ersterer auch 
für die verwitwete Elisabeth v. Nellenburg geborue v. Montfort, seines verstorbenen bruJers 
gr. Wilhelms tochtor, schüessen einen bargfrieden auf 20 iahro für schloss und stadt Bre- 
genz. Die aussteller, ihr schwager Jobann Truchsess v. Walpurg reichslandvogt in Schwaben 
uud Töllentzer v. Schellenberg zu Kisslegg (Kyssiegk) siegeln. Or. mb. c. 4 sig. pend. Wien. 
St.-A. — Druck Sitzungsberichte der Wiener Akad. 1853. t, 0. «53 — 55. — Über die ge- 
nenlogie der grafen von Montfort vgl. jetzt, die arbeit von Roller in ZGO. NF. Bd. 14. Der 
Truchsess v. Waldbnrg war vermählt mit Magdalena v. Montfort, der Schwester des johanniter- 
meisters. 1102 

Scblettstadt an M. ßudolf. Drücken in Beantwortung seines Schreibens und auf die Übersendung der 
briefe des königs ihr bedauern über den zngriff auf die von Sennheim aus, aber die sache ist 
ihnen so entlegen, dass sio nicht in solcher weise dazu tbun können, wie der M. schreibt. 
Bchlettstadt St.-A. Missv. 137. — Vgl. h 1054 u. unsere nr. in;:. 1163 

M. Rudolf quittiert seinen söhn Otto hisebof zu Konstauz wegen 2000 gülden, die dieser vor 
Zeiten durch Vermittlung von bürgermeister und rat zu Basel erhalten und wofür sich das 
d'imkapitel zu Konstanz verbürgt hatte, dann wegen 1500 gülden, wofür sich Hans v, ]{■>- 
senegg sei. fry , Hans v. Homburg d. ä. und Bilgery v. Heudorf (Höidorff) verbürgt hatten. 
Siegel des ausstellers. Or. mb. Karlsruhe. — H. 1164 

• Anno domtni MCCCCXX1II uff unser fron wen anbent annuntiationis dominice, d<> gab 

marggraffRudoiff v. H'ichbergotc. dem probst (zu Bürgein) und den anderen herrenbey seinem 
leben xv gülden an iren tisch.« Karlsruhe Kopb. 683, p. 124. — H. 1165 

(Ensisheim) landvogt graf Hans v. Tierstein an Basel. Von des tags wegen, den er und Basel 
zwischen seinem oheim dem markgrafeu (Rudolf) und Thenyen v. Hadstatt von der von 
Sennheim wegen auf den 8. april gen Basel beredet hatten, hat er wegeu ernstlicher Sachen 
von seiner herrschaft von Österreich wogen dem markgrafen geschrieben, das nicht für übel 
zu haben, und ihm einen andern Tag auf 17. april gen Basel anberaumt. Gedenkt den tag 
solbst zu besuchen und hofft die sache mit Basels hülfe gütlich beizulegen. Or. eh. Basel A. 
Briefe IL 277. Vgl. h, 1061, 1002 U. 10)66- 1160 



n der Markgiif-u >oa 




Rudolf III und Wilhelm 1423-1425. 



juli 20 



M. Rudolf t. Hochberg an Freihurg. Trotz des kßnig-1. gebots (h 1054) bat er bisher wenig 
genug hülle bei den Städten gefunden wider Heinrich Greff bastard v. Lützelstein und seine 
helfer, die ihn nnd Sennheim wider gott, ehrennd recht bekriegen. Mahnt Frei bürg von gebot 
des köuigs wegen, dass es wie billig dazu thue nnd weg nnd steg besorge, damit er und die 
seinen nicht mehr geschädigt werden. Or. eh. Freiburg. St.-A. Ältere Kriegsachen. 1167 

M. Rudolf und sein Sohn M. Wilhelm v. Hocnberg etc., kastvögte des gottesbanses zu Bürgein 
(Bürgelen). verleihen den herren zu Bürgein jährlich ein halbes fuder wein an ihren tisch 
BW der markgrtfüehen kelter (»in unser trotten«) zu Haltingen, so lange sie ihre hunde bei 
ihnen haben. Siegel der beiden niarkgrafen. Or.mb. Karlsruhe. — H. — Über diese drückende 
last der »hundsiege* vgl. die nummera bei Albrecht, Rnppoltstein. üb. 3 nr. 651 , 119+ 
a, bu. c. 1168 

(Thuregi) Lienhart Mosciiuart probst zu Zürich und ofTizial zu Costentz lehrer in geistlichen 
rechten antwortet Basel auf die aufforderung sich hinab gen Basel zu fügen von etlicher Sachen 
wegen, so sie mit ihm zu reden hahen. dass er nicht merken kann, dass es andere Sachen 
sind, denn von der bezalilnng wegen des geldes, so seiner base der zum Lufft geschehen soll 
von dem M. v. Röteln. Er kann sich aber in dieser sache nicht anders halten, als dass er 
seiner base behilflich und beraten ist sowie er es mit leib und gut vermag, so dass sie ihrem 
hrief, den sie über solche schuld hat, nachgeht ; thkte sie anders, so erzeigte sie ihm grosse 
nnfreundscuaft, da der widerteil das um seinen lierrn und vetter selig wohl verschuldet hat, 
daz man inen semlich frimtschaft erzüige als sy im getan hami. in allem andern steht er ihnen 
zu diensten nnd will sich gern hin ab fügen. Or. eh. Basel Briefe 11/335- IHM) 

bischof Otto von Konstanz übergibt die Verwaltung des bistums die er, sicut pro! dolor usque 
dum aliquant" tempore in corpore et persona n«stris aliquanter infirmns et debilis fuimus nee 
adhuc plene sumus vigorosi, nicht mehr versehen könne, mit Zustimmung seines vaters M. 
Rudolf v. Hahberg und seines oheims (patruus) M. Bernhard von Baden dem domkapitel 
auf 10 jähre. Mit dem bischof siegeln Haman v. Rinach, Herman v. Randegg, r. Johann 
v. Homburg d. a. und Hermann v. Landenberg alias Schoicb. — Das kapitel gelobt hin- 
gegen am 24. december das bestimmte teibgeding zu zahlen und in allen wichtigeren ange- 
legenheiten den rat des bischofs einzuladen. Heide Urkunden sind inseriert einem vergleich 
zwischen bischof Otto und dem domkapitel von 14. juli 1427- Reg. Ruppert, Chroniken der 
Stadt Konstanz 247. — Vergl. dazu Claus Schultbeiss Omstanzer bisthomschronik im Frei- 
burger Diöcesan - Archiv. Bd. S zum jahro 1 423 : Do gab bischof! Ott seinen gwalt dem ea- 
pittel uff nnd verbrieftt sich gen das eapittel, das er inen den gwalt lassen welle. Darnmb 
gaben sy im 1 200 ll. libding und sunst gnt. Das bestund etwa vil jar, so hot er es gern wie- 
der gehebt, das wolt das eapittel nittbun. Also kam die sach gen Rom für den haiigen vatter 
den bapst. Vor dem ward es erst recht bestett, das es bey dem vertrag solle beliben. Der 
bischoff dacht so vil mit rittern nnd knechten, das sy im das bistumb wider liessend werden 
nnd der dechant nnd das eapittel von regierung desselbigeu abstunden!. Er was ain blöder 
siecher fürst und bracht das bistumb gar in grosse schulden undbuwt gern; santilargrethen 
cappel buwt er und die pfallentz nüw wie sy noch stat. — Ebenda auch genauere angaben 
über die abfindung des bischofs sowie über den streit zwischen bischof Otto und dem ka- 
pitel. 1170 

Elisabeth M. von Hochberg geborne v. Slontfoit und frau zu TJregenz, gemablin des M. Wil- 
helm, und gr. Johann v. Lupfen landgraf zu Stülingen herr zu Hohennagk hofrichter etc. als 
vi>gt und plleger ihrer oheime, der graft-n Hermann und Stefan v. Montfnrt herren za 
Brcgenz und zu Pfannberg, verbünden sich, nachdem Elisabeth als väterliches erbe die eine 
hulfte der herrschaft Ereganz, Hermann und Stefan nach ihrem vater und »eni« Hugo die 
andere übernahmen und graf Hugo »maister zn tutschen landen sant Johanns Ordens« sowie 
die grafen Rudolf und Wilhelm von Montfort gebrüder herren zn Tettuang »uns darinne ge- 
bindert und ze grossem bärlichem schaden prächt hand«, gegen die genannten verwandten 
mit dem gelöbniss, an keinen derselben oder deren erben in irgend einer weise die herrschaft 
Brcgenz oder einen teil derselben gelangen zu lassen ; auch die vögte und anwfilte zu Bre- 
genz sind darauf zu beeiden. Die Pfannberger dürfen das schloss mit bewaffneter macht nur 
dann ungehindert betreten, wenn sie das heutige versprechen erneuern. Sollte einer der be- 






Rudolf m und Wilhelm 1425—1426. 



TIS! 



märz 3 



1426 



sept. 2 



oct. 28 



sitzer seinen anteil versetzen oder verkaufen wollen , so gemessen die mitbesitzer das Vor- 
kaufsrecht; an eine dritte person darf nur dann gegangen werden, sobald sich diese eidlich 
dem obigen gelöbnis anschliesst. — Zeugen: Hans v. Honburg d. ä. und Hermann v. Landen- 
berg von der hohen Landenberg. Wörtlich inseriert in dem vidimus der stadt Kempten von 
1448 octob. 26. — Mitteilung aus dem Wien. St.-A. 1171 

gr. Johanns von Lupfen hofrichter als vogt und pfleger seiner oheime der grafen Hermann und 
Stephan v. Montfort herrn zu Pregentz und Pfannenberg und M. Elisabet v. Hochberg ge- 
borne v. Montfort und frau zu Pregentz vereinigen sich zu wechselseitiger hülfe mit graf 
Friedrich v. Toggenburg und Öffnen ihm die sloss Pregencz bürg und stadt sowie die feste 
Nünburg, die den grafen von Montfort allein gehört, gr. Johann v. Lupfen, Hans v. Honburg 
und Burkart v. Reischach siegeln. Or. mb. München R.-A. Montfort Zum ersten mal wird 
gräfin Elisabeth als markgräfin und gemahlin des M. Wilhelm erwähnt 1424 februar 23 
(h 1102). Ihre wiedervermählung erfolgte demnach in der zeit zwischen 1422 märz 29 
und 1424 febr. 23. Über ihr alter lässt sich zunächst nur sagen, dass sie vor 1399 geboren 
war, während M. Wilhelm am 11. juli 1406 das licht der weit erblickte. Der immerhin 
schon beträchtliche altersuntorschied wächst noch erheblich, wenn man erwägt, dass M. Eli- 
sabeth bereits 1413 aug. 21 als gemahlin des grafen Eberhard v. Neuenbürg erscheint und 
damals ihrem gatten bereits einen söhn geboren hatte , der dann frühzeitig gestorben ist. 
Ob ihre tochter Kunegunde v. Neuenbürg die erstgeborne war , lässt sich nicht feststellen ; 
auf alle fälle gelangt man für den abschluss der heirat in das jähr 1411 und demnach muss die 
M. immerhin schon einige jähre vor 1399 geboren sein. Dass sie als erbtochter von Bregenz 
frühzeitig geheiratet hat, ist möglich; es ist aber zu berücksichtigen, dass ihrehand an wert 
erheblich einbüsste dadurch, dass die herrschaft Bregenz sehr verschuldet war; auch die 
ihrem ersten gatten zugebrachte mitgift (nr. 1161) lässt auf keine glänzenden Vermögensver- 
hältnisse schliessen. Ihr gemahl gr. Eberhard v. Neuenbürg war der letzte seines Stammes ; die 
grafschaft und landgrafschaft Neuenbürg wäre nunmehr wohl an die tochter aus dieser ehe, 
Eunegunde v. Neuenbürg, gelangt, wenn diese nicht zu jung gewesen wäre. Die landgraf- 
schaft, deren bedeutung gerade in der handhabung landesherrlicher befugnisse über die 
ritterschafb im Hegau bestand, verlangte jedoch einen männlichen inhaber, und so lieh könig 
Sigismund am 17. august 1422, nachdem die gebrüder Konrad und Eberhard v. Neuen- 
bürg gestorben waren, die grafschaft und landgrafschaft Neuenbürg dem Hans v. Tengen, 
freiherr zu Eglisau als nächstem magen der beiden verstorbenen grafen (Altmann unter 
diesem datum). Herr Hans v. Tengen war nach Hölschers mitteilung ein schwestersohn der 
beiden letzten grafen; seine mutter Margaretha war eine tochter des gr. Eberhard d. j. 
von Irmengard von Teck, herzog Friedrichs v. Teck tochter. Vgl. auch J. J. Büeger, Chronik 
der Stadt und Landschaft Schaffhausen, herausg. vom historisch-antiquar. Verein des Kantons 
Schaffhausen 1,236. Vgl. auch ZGO. 1, 83. Über den letzten Nellenburger und seine ge- 
mahlin Elisabeth vgl. unsere späteren nummern. 1172 

Burekart ze Eine bm. und rat zu Basel bitten Freiburg, einen des rats am 4. sept. gen Breisach 
zu der botschaft zu fertigen und beizugeben, die Basel wegen der spänne zwischen M. Ru- 
dolf v. Hochberg und Dietrich v. Raczenhusen vom Stein dem Jüngern, woraus dem lande 
gross kummer und schaden erstehen möchte , gen Heidelberg zu pf. Ludwig abordnen will. 
Wollen auch den tag zwischen Junker Hans Wernher von Swartzemberg und dem von Va- 
mergu (== Vaumarcus, kt Neuenburg nö. Grandson) bis zum 15. sept. aufschlagen. Or. mb. 
Freiburg älter. Kriegss. 149. Vgl h 1125. 1173 

M.. Rudolf v. Hochberg an bi. Wilh. von Strassburg. Als ihr mir einen tag von Dietherichs v. 
Batzenhusen wegen genSulcz anberaumbt habt, das ist mir vaste unkomlich von anderer feiud- 
schaft wegen, die ich habe, es sei von Anthonien v. Hatstat umb anderer sache, dann von 
Dietherichs wegen, sodann von Hans 1 v. Hohenstein wegen , der mir auch schreibt und zu- 
redet, dass ich nicht weiss , wie ich mit ihm daran bin, so dann von der Waldener wegen, 
da weiss euer gnaden auch wohl und ich weiss auch nicht, wie ich mit denen daran bin ; wiewohl 
ich das recht darum suche, so nehmen sie nichts desto weniger mir und meinem söhn das unser. 
Dennoch ist er bereit auf einen tag gen Sulz zu kommen, wenn der bischof einen lutorn frie- 
den macht zwischen ihm und dem von Kathsamhausen acht tage vor und nach dem tag. Be- 



1* 



Rudolf m und Wilhelm 1426—1427- 



Ti5fr 



1427 

juli 26 



oct 25 



nov. 11 



Nuwenburg 



dec. 15 



ohne zeit- 1 
angäbe 



züglich der andern bittet er den bischof, das für hant zu nehmen und zn besorgen, auf dass 
er nicht dadurch verkürzt werde. Basel St.-A. Briefe III nr. 1 88. — F., der aber das schreiben ins 
jähr 1428 verlegt, als M. Budolf nicht mehr lebte. — Sulz bei Gebweiler im Oberelsass. 1174 

gr. Heinrich von Fürstenberg beurkundet, dass SmSsmann v. BSppoltstein am 24. juli zu Neuen- 
burg die 80 fl., die herrührten von frau Verenen, M. v. Hochberg, seiner gemahlin selig, so 
sie in estur wyse heimbracht hat, (vgl. h 970) mit 1100 fl. abgelöst hat Or. Karlsruhe. Beg. 
Albrecht, Bappoltstein. Üb. 5 nr. 1568. 1175 

der official der Basler curie urkundet, dass zu Eleinbasel Rudolf Schnider von Neuenburg (Nu- 
wen-), bürger zu Basel, und seine gattin Eisina in gegenwart des Eonrad Hörnli , probst zu 
s. Blasien in Eleinbasel, mit wissen und einwilligung des abts Johann und des convents von 
S. Blasien eine ewige messe in der capelle unserer lieben frau zu Todtmoos, vulgariter 
appellata das Tottmos, gestiftet und sie mit 40 rh. fl. zinses begabt haben, die jährlich am 
2. febr. von M. Budolf, seiner gem. Anna, geborener gräfin v. Freiburg, und beider söhn 
Hl. Wilhelm bezahlt werden sollen, von 800 goldgulden hauptgutes, deren >cyrographum« Kon- 
rad Hörnli in händen hat, mit der bestimmung, dass abt und convent diese einkünfte von 40 fl. 
besitzen und darüber wachen sollen, dass die messe regelmässig täglich und öffentlich cele- 
briert wird, widrigenfalls die einkünfte von 40 fl. der Stadt Neuenburg übergeben und die 
messe am S. Erhardsaltar daselbst gesungen werden soll. Ebenso sollen abt und convent 
ein ewiges licht in der S. Erhardscapelle anzünden und jährlich am feste Mariae reinigung 
(febr. 2) 6 # wachs geben »pro candelis insuper corona in dicta capella sancti Erhardi pen- 
dente.c Wenn auch dieses nicht geschieht, sollen bürgermeister und rat >magister civium 
et consules» in Neuenburg ohne allen widersprach des abts und convents das haus der abtei 
8. Blasien in Kleinbasel an sich ziehen, so lange bis die obengen. bedingungen erfüllt sind. 
Die gründer haben versprochen, die gründung und dotierung nicht zu- widerrufen. Siegel der 
Basler curie. — Bestätigung des vorstehenden durch abt Johann und den convent vom selben 
tage. — Bestätigung und besiegelung durch abt Nicolaus von 1430 sept. 1 8. Kpb. 686 fol. 6 b . 
Karlsruhe. — H. 1176 

LI. Wilhelm v. Hochberg verspricht dem Dietrich v. Batzenhusen vom Stein, mit dem sein vater 
M. Budolf in Spännen steht von des dorfesBrunstat wegen, auf bitte seines oheims des land- 
vogts gr. Hans v. Tierstein und anderer, die in dieser sache gedinget haben, das halbe dorf 
Brunstat mit allem zugehör, wie das die heim von Bötein seine vordem vormals von handen 
geliehen und wie es Friderich vom Huss selig und die von Ilczich genossen haben, nach ab- 
gang seines vaters und auch Fritschemans v. Ilczich zu leihen. M. Wilhelm und gr. Hans v. 
Tierstein siegeln. Cop. eh. coaev. Colmar Bz.-A. — Obiges abkommen schloss also M. Wil- 
helm hinter dem rücken seines vaters, der bis zu seinem tode in fehde mit dem v. Bathsam- 
hausen verblieb. 1177 

M. Budolf und sein söhn M. Wilhelm als Hauptschuldner, Thüring Münch v. Münchenstein 
herr v. Löwenberg, Adelberg und Claus v. Baden , Georg v. Tegernau als mitschuldner ver- 
kaufen an Hans v. Leymen bürger zu Basel und seine Schwester Eisina v. Leymen für 702 
rhein. fl. eine rente von 39 fl. auf dorf Howingen Konstanzer bistums. Leistung in Basel. 
Wiederkauf in rhein. fl. Die beiden markgrafen kommen gegen ihre mitchuldner für allen 
schaden auf. Die aussteiler siegeln. — Or. Colmar St.-A. Zur zeit nicht auffindbar. Herr 
Stadtarchivar Dr. Waldner teilte mir ein französisches regest seines Vorgängers Mossmann mit. 
Nach Mossmann trug das or. auf dem rücken vermerk des Baseler officials Johannes Stehelin 
vom 15. jan. 1439, wonach Peter Husswirt gatte der Elsine v. Leymen deren hälfte obiger 
rente seinem seh wager Hans von Leymen abtrat für das miteigentum an einem hof auf dem 
Leonhardsberg zu Basel. 1178 

(Zabern) bischof Wilh. v. Strassburg an Strassburg. Lehnt einen tag zu Sennheim ab , nach- 
dem die Beger in feindschaft mit gr. Bernhart v. Tierstein stehen und kürzlich auf ihn ge- 
ritten sind und ihn vaste geschädigt haben. Auf diesem ritt ist auch das mehrteil seiner 
diener gewesen und sonderlich die, deren er zu dem tage bedarf. Nun steht aber Sennheim 
in gr. Bernhards freunde (der M. v. H.) hand, ist aber bereit einen tag zu Saarburg oder 
Strassburg zu leisten. Or. eh. Strassburg. St.-A. AA. 1485. — Sennheim war pfandbesitz des 
M. Rudolf. 1179 



Rudolf III und Wilhelm 1428. 



ohne Zeit- 
angabe 



1428 



nach febr. 
8 



febr. 23 



> 26 



März 5 



Bregenz 



> 20 



april 1 



St. Christofs bruderschaft zum unterhalt des hospiz auf dem Arlberg. Graf Wernhart v. Tirstain 
geit alle jar 6 stäbler und nach seinem tod 12; graf Hermann alz vil, graf Otten alz 
vil. Graf Eberhart v. Neinburg geit alle jar 5 ß stäbler und nach seim tod 1 ß. Der edel 
hochgeporn marcgraf Rudolf v. Hochberg her zu Rottelein und Sussenberg geit allt jar 1 gül- 
den, nach seinem tod 20 fl. und der marcgraf zu Padn geit als vil. Bruderschaftsbuch St. 
Christoph am Arlberg. Wien. Geh. Haus- , Hof- und Staatsarchiv, sonst Wien St-A. citieri 

1180 

Im jahrzeitenrodel von Oberbüren (wallfahrtskapelle unserer frau) bei Biel (kanton Bern) stehen 
verzeichnet an zweiter Stelle nach herzog Sigmund von Österreich-Tyrol und seiner gemahlin 
Katharina von Sachsen M. Rudolf, M. Wilhelm sin vatter, M. Philipp sein söhn und all die 
seinen. Bern. A. Mitteilung von Staatsarchivar Dr. Türler. 1181 

Heinzmann Bumann, vogt zu Weil, kauft in M. Wilhelmen amen von des verstorbenen fischers 
Grundellin witwe ein gewerd und vachweid zu Hüningen um 40 fl. cit Sachs, Einleitung in 
die Geschichte der Markgrafschaft Baden 1, 543. 1182 

M. Wilhelm >vieng darnach [d. h. nach M. Budolf III. tod] in demselben jare an zu buwend 
an der bürg Susemberg. Des ersten dachte er uff der muren den umbganck und machte ein 
wachterstubelin und ein ander klein stubelin dahinter by dem thurm, und ein kemerli zer 
andern siten neben dem thurm.« Böteier (haus) chronik. Mone, Quellensamml. 1, 299. — 
Basler Chron. 5, 188 fg. — F. 1188 

Jörg v. Tegernau (-now) oberster vogt M. Wilhelms, besiegelt die Urkunde des Clewin Salm von 
Sitzenkirch, wonach dieser der ehrwürdigen frau Agnes Böttin fünf ß geldes gewonlicher 
Basler münze jährlichen zinses von genannten gutem zu Sitzenkirch verkauft um 5 ff Pfen- 
nige guter gewonlicher Basler münze. Kpb. 699, fol. 50. Karlsruhe. — H. 1184 

Heinzmann Förster, vogt des gerichtes und amtes zu Traubach (Tröb-), urkundet, dass er ge- 
schworen habe, M. Wilhelm jährlich von seinem gericht und amte 67 gülden auszuzahlen. 
Or. Karlsruhe. — F. — Vgl. h. 987. 1185 

Elisabeth M. v. Hochberg geborne v. Montfort und frau zu Bregenz erklärt, wie ihre vordem 
und ganz besonders ihr vetter selig graf Hugo v. Montfort das kloster Weissenau (in der 
mindren ouw by Bavenspurg gelegen) im besitz seiner pfründe zu Bregenz nicht belästigen 
und auf jeden ansprach an die Verlassenschaft eines pfründenpriesters verzichten zu wollen. 
M. Elisabeth sowie ihre dienerMark v. Schellenberg u. Hainrich v. Westerstetten siegeln. Or. 
mb. Urk. 7039. Innsbruck A. — In derselben weise verpflichtet sich gr. Hans v. Lupfen 
erbvogt der gr. Hermann und Stephan v. Montfort 1428 jan. 17 zu Constanz. Gr. H. v. L. 
und Burkart v. Beischach vogt zu Bregenz siegeln. 1. c. Urk. 7038. Die angezogene Urkunde 
des gr. Hugo v. Montfort ist vom 10. sept. 1412. 1. c. Urk. 7037. 1186 

M. Wilhelm verpfändet dem Konrad zem Haupt zu Basel als dem Vormund Ludman Varnowers, 
Hansen V.'s sei. söhn, eine jährliche Gülte von den dörfern Martizell und Lutschibach ffir 
225 goldgulden. Bürgen und siegler: der M., Adelberg v. Baden, Jerg v. Tegernau. ZGO. 
NF.m. nr. 3 0.- — F. — Lutschibach = Lutschenbach gem. Malsburg BA. Müllheim. 1187 

M. Wilhelm v. Hochberg präsentiert im andenken an seinen vater dem bischof von Konstanz * 
für drei altäre in der pfarrkirche zu Röteln (Rotellen) drei priester, nämlich 1. den priester 
Johannes Hümne presbyter zu Bheinfelden für den S. Erhartsaltar »sinistri lateris« ; 2. den 
priester Johannes Twani von Villingen für den altar zum heiligen kreuz ; 3. den priester 
Berhtold Spengeler von Hüfingen für den altar in der neuen an den chor angrenzenden ka- 
peile, wo M. Rudolf und M. Anna, M. Wilhelms eitern, ruhen, genannt S. Georgenaltar, und 
bestätigt die dotation der pfründen mit genannten gutem und Zinsen zu Tegernau, Wies 
(Wiss), Wiserocze (?), Kühienbronn (Kürenbrunnen), Schwand, Ried, Enkenstein (an dem 
Engkenstein), Grenzach (Krencz-), öttlingen (Ottlikon), Binzen, Hiltalingen, Haltingen, Min- 
selu (-seiden), Nollingen u. a. Johannes Sigrist von Binzen (Binczhein), rector der pfarrkirche 
zu Röteln, stimmt zu und siegelt mit Als transfix hängt die bestätigungsurkunde bischof 
Ottos von Konstanz an, dat. 1428 aug. 3. Or. mb. u. cop. eh. Karlsruhe. Unvollständiger 
druck Schöpflin HZB VI, 165. — F. — H. 1188 



THT 



Bischof Johanns von Jtasel belohnt 31. Wilhelm v. Hochberg etc. mit den 1 

vater M. Rudolf selig und graf Conrat v. Freiburg sei. gemeinsam innegehabt haben, näm- 
lich mit mannschaft, wildbanuen und silberbergen im Breisgau (Brissgöw) zu Todtnau (Tot- 
nuw) mit allem Zubehör, nachdem 11. Wilhelm den lehns.;id geleistet. Siegel des ausstellen 
in rotem wachs. Or. mb. Karlsruhe. — F. — Vgl. h 1070 u. ZGO. Mi, BS- Erwähnt Sachs 
1, 543. 1189 

M. Wilhelm reversiert gegen biscliof Johann von Basal über obige leben, ausgeschieden hierin 
jedoch des bisehofs und seines Stiftes Mannrecht, M. Wilhelm siegelt. Or. mb. Karlsruhe. 

UM 

Bischof Johann von Base! belehnt M. Wilhelm mit den dörferu Hattingen und Holstein, den 
unter demselben gesessnen gntteshausleuten des Basler frauenstifts nnd dem korngeld zu 
Tannenkireh, das Richard von Slatto und dessen brüder vom bistum zu leheu hatten. Or. 
mb. Karlsruhe. Revers M. Wilhelms vom gleichen Tage ebenda. — P. 1191 

Kudulf Hofmeister schultheiss zu Bern an Basel. Graf Hans von Freiburg ist heute mit seinem 
zug von land geritten, vermutlich um der herrschaft von Oesterreieh land und leute zu schä- 
digen. Derselbe Hesse sich vielleicht bewogen, den handel gütlich anstehen zu lassen, wenn 
Hans von Famerkü, der von Hadstatt u. a. in etlicher mass werden »abgewiset« , dass sie 
den grafen fernerhin solches Schreibens, das ihn au seiner obre treffe, überheben, Or. eh. 
Basel Briefe HI/312. Über die voraufgeh enden händel dos grafen verweise ich auf den er- 
gänzungsband. Vgl. Sachs p. 23fi n. namentlich ZGO. 30, 8 1 . Der v. Vaumarcus war pfand- 
inhaber der herrschaft Fladenweiler. Die anspräche dos grafen Hans an die herrschaft von 
Oesterreieh gehen mit dem heimfall seiner lande an die 31. von Röteln an diese und von 
ihnen an die M. von Baden über; ich habe daher geglaubt, diese Verhältnisse berücksich- 
tigen zu müssen. 119"2 

Jakob Hertter von Horten eck landvogt zu Mnmpclgart (die Verdeutschung Mönipelgard halte 
ich für falsch) an Basel. Herr Hans von Famerkü und Zschan Loy sind mit etwa liuO pfer- 
den etwa manigen tag bei Luxeuil (Lnsö) gelegen gewesen und band geraiset bis gen Mas- 
münster, und des königa von Frankreich amtleute haben ihnen hevborgo gegeben. Es sind 
auch an 200bogner, und des köuigs v»n Frankreich und beider vwiVergy (Warsse) und an- 
derer herren leute dabei gewesen. Der horr von (Alton ßäd»Unj soll um seine Sache über- 
tragen sein und beabsichtigen, dem grafen von Freiburg alle seine leute, au 200(1 pferde, 
zuzuführen. »Nun vorsteht ihr wohl, sollte herr Hans von Famerkü oderZschan Log dieEn- 
gelschen oder die Burgunder oder die Lotringer "der die Soffoger ins land bringen, dass sie 
dann wohl die minston hoptlüt sein und nur schadeu laufen mochten.' Schlagt vor, dass 
die horrn von staut nnd lindern eine Vermittlung versuchen ; sonst möchte grosser kummer 
davon erstehen. Or. eh. Basel Briefe 111/325. Jehau-Loys sr. de Tbullier lag im streit mit 
der herrschaft Oesterreieh wegen dor herrschaft Froberg , deren besitzer , die den M. von 
Hachberg-Rötelu verwandten herreu v. Hers, im mannstamm ausgestorben waren. Vgl.Trouil- 
lat, Mim. de 1'EvGche de Bäle 5, 778 und Basel Chr. 4, 437. 1193 

(Constautio) bisch« if Otto von Konstanz bestätigt in heurkundung der durch soinon vater M. Ru- 
dolf von Hochberg gestifteten nnd durch seinen bruder M. Wilhelm ausgeführten Stiftung der 
drei pfründen in der pfa.rrkirc.lie zu Röteln (-U-) die ihm von M.Wilhelm präsentierten prie- 
ster Johannes Humne von Rhein fei den für den S. Erhardsaltar, Johannes Ywani von Vil- 
lingen für den altar zum hl. kreuz und Berthold Spengler von Hufingeu für den S. Georgsaltar 
in der kapelle nächst dem chore. Or. mb. Karlsruhe. Transfix an dor Urkunde M. Wilhelms 
von 1428 april 1. Schöpflin HZB. VI, 174. Reg.: Schweiz. Geschieh täfr. IV, 207. (nr. 268). 
— F. 1194 

Freiburg i./Ü. an Basel. Graf Hans v. Freiburg ist mit dem volk, das vor schloss Froberg 
(= Montjuie) lag, von daunen gezogen, was hoffentlich, da Basel stätenklich zum besten ge- 
arbeitet bat, von ladingens wegen geschehen ist. Or. eh. Basel. Briefe III|332. Vgl. ancU 
schreiben Colmars an Basel vom 4. sept. von des volks wegen, so da oben ins land soll gezogen 
sein, dass dasselbe ins amt gen Pfirt gezogen sein soll. Am 31. augnst ist auch ein mächtig 
volk zu ross nnd zu fnss ins tal von Kaysersberg gekommen und haben bürg und Stadt Kay- 



i 



Wilhelm 1428. 



aag. 26 
bis 28 



sersberg uffsetzeclich und ersten Jen { so ihnen das aber gefehleu bat, sind sie von hinnen 
gezogen. Or. eh. 1. c. 334. 11!)5 

Graf Haas v. Freiburg und Neuenbürg sagt dem graten Hans v. Tierstein als landvogt der 
Österreich, herrschaft fehde an. Or. eh. Innsbruck Ä., ebenda fehdebriefe burgumlisc.her und 
savoyiseber herren vom iy. und 31. august. — Über den verlauf der sae.he handelt ein fas- 
cikel des Innsbruck. A. Urk. 6853. Danach hatte zuletzt am 10. febrnar J428 ein tag zu 
Basel stattgefunden, auf dem graf Hans v. Tierstein dem grafen Hans v. Freibnrg recht 
tiot vor dem röm. könig, wogegen der graf v. Freibnrg meinte, dass die Sachen derzeit daselbst 
nicht auszutragen wären, da der konig jetzt diesen landen fern wäre; er wolle die Sachen je- 
doch gern zum rechten briugen vor pf. Ludwig von Bayern vikar des reichs, bischof Johann 
von Basel, grafin Henriette von Wirtemberg oder vor Stadt Basel. Dagegen forderte graf H. 
v. T. bekerung der herrschaft Badenweiler, alsdann wolle die herrschaft von Oesterrebh 
kommen zu rechtlichem oder gütlichem austnige vor einem nachstehender fürsten, dem bi- 
schof von Mainz oder Köln, hz. Ludwig von Baiern graf von Mortey (Mortagne), dura hz. von Berg 
oder M. Bernhard vrni Baden. Der v. Fr. meinte dawider, der konig habe ihm Badenweiler 
gegeben und er wolle gegen anspräche gerecht werden vor einem der vier, dahin er das recht 
geboten. Zuletzt scheiden beide teile unter Vermittlung Basels in der weise, das der gr. v. T. 
die geböte des v. Fr. an seine herrschaft bringen und bis anfang april darüber bescheid geben 
solh); bis dahin sollen alle, die auf die 1300 11. verwiesen sind, den gr. v. Fr. nnbeteidingt 
lassen. — Nach jener absage vom 26. august verwies graf Hans von Tierstein dat. Beffi>rt 
august 2S den grafen H. v. Freibnrg anf die Verhandlungen und tage des Jahres und die 
geböte der herrschaft, denen graf Hans v. Fr. ausgegangen sei, nnd furderte ihn auf, sich 
damit zu begnügen und von seinem vorhaben abzustehen. — »indem sind nun der von Base! 
boten zu dem. landvogt gekommen und haben gesprochen, wolle er eins der von dem grafen 
v. Fr. gebotenen rechte eingehen, so wolle der graf ohne schaden wieder vom lande rücken. 
Solches ist nun der landvogt eingegangen ; das hat aber nicht verfangen, der gr. v. Fr. ist 
mit seiner macht voilezogen und hat nun solchen schaden begangen. Vgl. auch schreiben 
des landvogts an den v. Vergey u. andere haaptleut mit bitte unter Darlegung der Verhandlun- 
gen, den gr. v. Fr. nicht zu unterstützen, »darauf ist aber der v. Vergey mit graf Hans vollezogen 
in das lant.« — Dazu berichtet die anonyme ehr. (Basel. Chr. 5, 4Tö) [von F. angezogen]: 
am 28. august »zugent die Walchen mit gratf Johann vun Fryburg mit 2500 man, als man 
seydt, in des fürsten von Österreichs land by Basel, nnd verbrannten wo] by 1 4 dörffer, nnd 
erstechent ir vil. Und so sy by acht tagen im land warent, du wart ein friden gmacht zwi- 
schen inen durch den margrafen von Rotölen, statt von Basal nnd Bern. Und also zugent sy 
wider heyra.< Vgl. auch anonymus bei Appenwiler 1. c. 4, 436. — Graf Hans v. Tierstein 
liess dat. Altkirch 142* dee, 16{-19) ein zsugen verhör aufnehmen über den durch den ein- 
fall des grafen v. Fr. verursachten schaden. Dasprotokoll hierüber (Innsbruck A. l'rk. 5356) 
liegt nebst zwei andern kundschaften vor in dem grossen notariellen transsumpt, vorge- 
nommen am 30. September 1429 durch Heinrich von Beinheim licentiat decret., official der 
bischöfl. curie zu Basel (Innsbruck Urk. 53 57); das betroffende transsumpt ist 2 m. 23 cm. 
lang, 23 cm. breit. Der bezifferte schaden betragt 24302 fl. Ausserdem liegen zahlreiche 
beurkundungeu vor, um die behauptung der österr. herrschaft zu erhärten, dass graf Konrad 
v. Freiburg seine mannen ihrer lehenspflicbt entlassen nnd an Österreich gewiesen habe, 
nnd nm die Verwendung der einkünfte zur tilgung der auf der herrschaft Badenweiler beru- 
henden schulden nachzuweisen (U. 5360 — 65); sodann ein Verzeichnis burgondischer (50) 
nnd savoyer herren, die an dem einfall des grafen von Freiburg teilnahmen. Diese beteilignng 
burgundi scher nnd savoyischer herren veranlasste herzog Friedrich sowohl zu vergeltungs- 
massregeln wider Burgund, als auch wider Savoyen, und daraus erwuchs die feindschaft mit 
Savoyen, die für die herrschaft Österreich wahrend des Zfirichkrieges so bedeutungsvoll ge- 
worden. HWi 
! M. Wilhelm v. Hochberg, Rudolf Hofemeister schultheiss zu Bern und Henman v. Spiegel- 
I berg bürgermeister zu Solothurn als gemeine tedingslente in dem streit zwischen graf Hans 
j v. Freibnrg herm und grafen zn Neuenbürg nnd der herrschaft von Oesterreich, vertreten 
durch ihren landvogt graf Hans v. Tierstein, vertragen die parteien folgendermassen : Basel 
soll denselben baldigst einen freundlichen un verbundenen tag ansetzen und versuchen die 




spänne in der g-iitlicheit hinzulegen; geschieht das nicht, so soll der graf v. Tierstein dem 
v. Freibarg recht thnn and halten vor Basel, das sich der Sache angenommen hat und recht- 
lichen tag ansetzen wird, und was also zum rechten gesprochen oder in der gütlichkeit be- 
tragen wird, das soll die herrschaft dem grafen von Freiburg ohne eintrag vollziehen: ge- 
schieht das nicht, also dass der brüste an der herrschaft oder ihrem landvogt liegt, so sollen 
die von Basel dem grafen v. Freiburg im namen der herrschaft eine pene von 6000 II bis 
Michaelis übers jähr zahlen, und soll trotzdem graf Hans v. Froiburg bei seinem spracht» 
bleiben und dem nachgäben uud sollen die von Basel von der herrschaft und ihrem lande 
versichert werden. Ist aber der braste an dem grafc-u Haus, als« dass er dem rechten nicht 
nachfolgte und darin säumig wiire, so soll man nicht gebunden sein, ihm vnn den 6000 il. 
etwas zu geben wunig noch viel, und mag trotzdem graf Haus bei setner anspräche bleiben. 
Bis Weihnachten sollen die von Basel die sache erledigt haben ; weiteres hinziehen ist nur 
mit einwilligung der parteien statthaft. Es sollen darauf alle gefangenen geledigt werden and 
ausstehende brandsclmtcung, Schätzung etc. hinfällig sein. Auch soll die herrschaft Antho- 
nien v. Hadstatt von Wilr um hauptgut. und zins in kurzem ausrichten oder falls er es nicht 
nehmen will, es hinter den wehssol zu Basel legen oder wohin seine briefo weisen. Alle an- 
spräche an graf Hans v. Freibnrg um hauptsacheu, kosten und schaden sollen der herrschaft 
vorbehalten sein, und sie mag ihn dämm vor fordern, also dass brand und tndschlag im 
rechten niemand an leib noch glied geht. Und soll darauf graf Hans mit seinem volk vom 
lande rücken and abziehen. Es siegeln die ausstoller sowie der graf v. Freiburg und der v. 
Tierstein im namen der herrschaft. — Or. mb. Innsbruck. Urk. 11/1415, auch er. Karlsruhe 
Druck ZOO. 36, llß — 19. — Notariats in strument von Heinrich von Beinheim 1429 sept. 90. 
Innsbruck. Urk. 5352. — Vgl. auch anunyinus bei Appeuwiler (Basel. Chr. 4, 136): das 
nnterstundend die von Basel und Berne ; es were anders land uud lute verderbet. — M. Wil- 
helm, der hier nicht genannt wird, eignete sich um so mehr als vermittler, als er der zukünf- 
tige erbo des grafen von Freiburg war und ebenfalls dem grafen von Tierstein nahe stand. 
Vgl. auch Wurstisen, Baseler Chr. 247. 1197 

r. ArnoJt von Hatperg, Rudolf Ho ferne ist er, Ut*iim.m v. Spi.^elberg u. andere boten, so gestern 
bei gr. Hans v. Freiburg gewesen , an denselben. So wie sie gestern von ihm geschieden 
sind, dem will man nachgehen und die briefe schreiben. Bitten ihn demnach abzuziehen u. 
keine weitere plünderung zu gestatten. Or. eh. Basel. Briefe 111/339- — Am gleichen tage 
schliesst Johann Loys de TuilHers mit gr. Hans v. Tierstein landvogt und dem abt Peter 
v. Murbach Waffenstillstand bis zum 16. oet. Besiegelt von gr.Hanns v. Freiburg. I.e. 1198 

gr. Hans v, Tierstein landvogt der herrschaft Oestorreich und in deren namen die vögte, schult- 
1) eissen, Schaffner, meiger und gemeindon von Ensisheim, Thann . Massmünster, Altkilcb, 
Tattenriet, Befort, Rosenfels, Prirt, Landser, in der Eschise, zu Trobach und zu Burnhoupten 
beurkunden, dass in dem vergleich, welchen der M. Wilhelm von Hochberg und die schult- 
heissen von Bern und Solothurn zwischen gr. Haus v. Frei bürg und der herrschaft Oesterr. 
beredet haben, die bestimmuug enthalten sei , dass Basel im falle , dass Oesterr. dem ver- 
gleiche nicht nachkomme, dem von Froiburg 600i) II. zahlen solle, und versprechen Basel 
wegen solcher Verpflichtung schadlos zu halten unter Stellung von bürgen. Or. mb. 9 sig. 
Basel. St. Urk. 1062. — Vgl. hierzu auch das schreiben Ensisheims an Basel vom 11. jan. 
1429, wonach es sich weigert den schadlosbrief betreffs der 6000 fl. gemäss der abredung 
zu Altkirch zu besiegeln und zu beschwören. Ensisheims boten seien nicht bevollmächtigt ge- 
wesen, solche Verpachtung einzugehen. Es habe ohnehin genug schaden erlitten uud bittet 
um erlassen solcher anmutung. 1. c. Die Eschise ist das znr herrschaft Belfert gehörige meier- 
tum Assise-sur-1' Eau. 11JMI 

Hans Wafermau gen. Slosser, einnehmer herzog Friedrichs IV. von Oosterreich zu Thaun, ver- 
rechnet für den M. von Röteln von der Matten zu Sennheim 40 11., [fällig auf Martini], des- 
gleichen von der märzensteuer 67 fl. Die gleiche Zahlung an den M. von Röteln wird von 
dem einnehmer für 1429 verrechnet. Register Colmar B.-A. C S«5 mit der Bemerkung in der 
Schlussabrechnung, dass herzog Friedrich die zinse, so uff dem ambt [zu Thann] auf ver- 
gangen Martini [1430 nnv. 1 l] gefallen wafen, nuverrechnet schuldig bleibt, nämlich unter 
andern dem M. v. Röteln von der matte 40 (1. — Vgl. nr. 1185. — Über die frühern zah- 
M. Rndolf III vgl. ergänzungsbd. 1200 



~»Rb~ 



Wilhelm 1428. 



M. Wilhelm und die edelknechte Adelberg v. Berenfels und Rudolf v. Friesen verbinden aich, 
und zwar der markgraf als Verkäufer und hauptschuldner an stell« seines vaters M. Rudolf 
selig, Adelberg als bürge an stell'- seines hruders Lutold selig und Rudolf v. Friesen als 
bürgo au stelle des Basler bürgers Hug zer Sunnen selig, den hauptbrief über die 60 gülden 
giilte, die It, Rudolf selig für 1200 gülden, ablöslich um dieselbe summe, an den Basler 
bürger Lietiliard Sclmukind und dessen erben verkauft hatte, in allen artikein zu halten. Or. 
Basel. St.-A. Cartbaus nr. 106. — F. — Vgl. h 1124. 1201 

M. Wilhelm uud Adelberg v. Baden, Erny v. Berenfels, Georg v. Tegernau und Hans Küug 
v. Tegernan, edelknechte , verbinden sich, und zwar der markgraf als Verkäufer nnd haupt- 
I Schuldner für sich und seine erben au stelle seines vatcrs M. Rudolf selig. Adelberg als bärge 
an stelle Dietzschin Vitztums selig, Berenfels als bürge an stelle ritter Hans Ludmaus von 
Rätperg selig, Georg v. T. als bürge au stelle seines vaters Erhard selig und Hans Küng von 
Tegernan an stelle seines gleichnamigen vaters selig. dass sie dem Basler bürger Hans Spitz 
7 5 gülden jährlichen ziuses, ablöslich um 151)0 gülden, zahlen und deu bauptbrief der ver- 
> storbeneu hauptschuldner und bürgen in allen stücken halten sollen. Siegel der ausstellen 
i Or. Basel. St.-A. St. Peter 905. — F. — Vgl. b, l 154. 1203 

freundlicher tag zu Basel zwischen gr. Hans v. Freiburg nnd gr. Hans v. Tierstein , land- 
vogt der österreichischen herrschaft. tiraf Hans v. Freiburg forderte kehrung der lehen nnd 
manuschaft, da sein vater graf Konrad bei der Übergabe der herrschaft Badeuweiler sich 
solche vorbehalten hatte ; auch sollte man ihm alle jähre eine rechnung thun , und wenne es 
sich abgeiiüsse, so sollte man ihm die herrschaft wieder eingeben. Darauf ward geantwortet, 
'lass der verstorbene graf Konrad von schuld und leistung wegen vast bekümmert gewesen 
sei und herzog Lupolt deshalb um hülfe geboten habe, worauf dieser ihm etlich suma geldes 
geliehen, aber schliesslich ward die schold also gross, dass graf Konrad nicht bei der herr- 
schaft bleiben mochte, und da überkam herzig Lnpolt mit ihm. dass er ihm die herrschaft 
Badenweiler für 28000 ü. ühergah. Und na,cb der überkommnis beschrieb graf Konrad und 
schul' mit dien lehnsmanuen der gral'sehaft Freiburg, dass sie anf einen tag gen Thann kamen, 
und da ward öffentlich ein brief verlesen, wie sie von der gen, herrschaft überkommen wären. 
Daio stand der Breller von Watwilr und Wohfly vom Stain und lasen einen versiegelten ge- 
waltsbrief von graf Konrad vor, und die lehnmanuen schickten zwei hinauf iu das haus, um 
das insiegel zu besehen; in diesem brief sagte gral'Knnrad aber seine lehnmannen von ihrer 
leben wegen ihrer eide ledig und hiess sie dem herzog von Oesterreich von solcher lehen 
«■•gen schwören und huldnng thun von solcher manuschaft wegen. Darauf empfingen sie die 
lehen und schwuren dem herzog öffentlich vor vielen herren, rittern nnd knechten ; seitdem 
hat die herrschaft von Oesterreich solche mannschaft und lehen in ruhiger gewer innege- 
habt, un an gesprochen von gr. Konrad. Danach hat auch herzog Friedrich (IV) zum em- 
pfang dieser und anderer lehen Y»n neuem einen tag berufen gen Freiburg, woraus wohl zu 
verstehen ist, dass die herrschaft Badenneiler nicht gegeben worden ist zu getreweu handeu, 
wie graf Hans meint. So ist auch kundlich, wohin das gut gekommen ist, das für die herr- 
schaft ist gegeben worden. 

Als dann graf Haus kehrung gefordert hat von 1300 fl. wegen mitsamt kosten und 
schaden, so sein vater und er gehabt haben , und sonderlich als die herrschaft Badenweiler 
von Basel verbrannt wurde, während ihn die sache doch nicht berührte, {1410; vgl. Röteler 
ehr. in Baseler Chr. 5, 1 4 1), dazu ihm rechnung zu geben seit einräamung der herrschaft und 
ihm für die 1300 fl. abgegangene Schuldner nnd bürgen zu ersetzen: darauf ward geant- 
wortet, dass die 1300 fl. geschafft nnd gegeben seien an solche ende, wohin graf Konrad selbst 
geschafft habe, da er schuldig war; schaden der herrschaft Badenweiler betreffe lediglich 
der herrschaft laud nud leute etc. 

Auch hat der graf v. Freiburg kehrung gefordert von 130 M. Silber auf der Obern 
Mau tat (im Elsass), wand das alles langest ledig sin und sich selbs abgelöset haben solle : 
daraufist geantwortet, dass die herrschaft der 130 Mk. nie nichs nähme noch genommen 
habe, dann es die so darauf verschafft sind einnehmen. — Als dann graf Hans von Frei- 
burg klage erhoben hat um die 1 mark Silbers, darum Caspar Meinwart anf die wildbänne 
wäre verwiesen, wov*>n demselben aber nichts gelangen mochte: darauf ist geantwortet, dass 
CasparMeinwart, so lange er die herrschaft Baden weiler innegehabt, auch allezeit ausgerichtet sei. 



10 



Wilhelm 1428. 



I42S 



Der landvogt hat nun auf diesem tage TOB dem grafen v. Freiburg einhaltnng des 
abkommens vom 6. September betreffend freilassung der gefangenen begehrt und gemeint, 
dass die Gegenpartei die stücke der rachtung oicht vollzogen habe, weshalb Basel auch nicht 
berechtigt gewesen rechtlich tag zu setzen, and da nun der herrschaft alle rechtlichen an- 
spräche vorbehalten seien und graf Hans v. Freiburg solchen überzog unbillig begangen 
habe, so forderte der landvogt darum und um andere Zuspruch kehrung und wandel oder 
darum an billich gleich end furzekommen zti eren und zu recht. Solches hat der v. Frei- 
burg abgeschlagen und ist also von tag geschieden. Da haben die von Basel einen rechtlich 
tag gesetzt auf nov. 22. 

Auf diesem tag sind gewesen M. Wilhelm als ein gemeiner teidingsman mit der von 
Basel boten: her Burghart M Rine, her Arn- -li v. Batperg rittere, Hans-Thüring Münich 
von Löwenberg, Burkart Zibol, Benimm Offenburg, Henman Tonsei; sodann der abt von Mur- 
bach , r.' Berchtold \. Staufen , r. Walther v. Andlo , r. Burkhart Munich , r. Hans v. 
Mörsperg, K^nrad v. Wehinger, Thüring v. Hallwilr, Rudolf v. Baldeck, Cunraan v. Bulsen- 
lieim, Hans v. Münstml. Stephan v. V-gtspurg, Haus-Ulrich v. Masmünster, Conrad v. Mörs- 
perg, Heinrich v. Oacbuang, Hans TrucWss v. Diessenhofen gen. Molle, Ludwig Brenner, 
Ulrich BAbe, Conrat Fridung, Hans Volker. Innsbruck Uk- 5353. 1203 

Graf Hans v. Tierstein an herzog Friedrich d. ä. von Oesterreicli. Berichtet ihm ausführlich 
über den stand der dinge und bittet um Instruktion für den von Basel auf den 7. dec. anbe- 
raumten tag. Er hat auch M. Bernhard von Baden um rat gebeten , der ihm laut abschrift 
(fehlt) gunstlieh geantwortet hat, und auf das habe er solch gebott und gedinge getban auf 
ein appellieren vor den könig. Da er nun aber besorgt , das solches gebot und geding ?w 
den könig nicht gelangen könnt?, hält er für geraten auf die von Basel zu bieten. — Auch 
ist ihm furkomen, dass graf Hans v. Freibnrg und alle eidgenossen in die acht getban sein, 
und er will sich bemühen, solche achtbrief in seine band zu bringen, wenn sie auch etwas 
kumberhch zu erwerben sind. — Der herzog antwortete ihm Innsbruck nov. 30: der land- 
vngt möge nach dem rat des M. Bernhard handeln und auf dem nächsten tag von den von 
Basel fordern, dass sie darauf erkennen, dass der graf v. Freiburg der richtung vom fi. Sep- 
tember nicht nachgekommen sei; wollen sie das nicht thun. so soll er beifügenden offenen 
brief verlesen nnd darauf fordern, dass Basel sich der sache entschlage, und im Weigerungs- 
fall an den könig appellieren. Innsbruck l'rk. 5354 u. 5355. 1 -"' 

Heinrich v. Erzingen verspricht M. Wilhelm, seine lehensgüter, die er mit dessen einwilligung 
an seinen oheiin Georg v. Tegernau für 200 rheiu. gülden versetzt hat, in den nächsten 
fünf Jahren wieder einzulösen. Mitgülte sein olieim Hans v. Oiteringen (Offtr-) gesessen 
ZU Gurtweil (-wiler), bürgen Heinrich v. Rumlang und Heinrich v. Ofteringen. Mitgülte 
und bürgen siegeln mit. Or. Karlsruhe. — F. 1205 

Walther Hersthräsz bürger zu Basel reversiert als vogt und träger des unmündigen Andreas 
v. Wallbach (Waltp-) gegen M. Wilhelm v. Hochberg über seine belehnung mit gälten zu 
Brunstatt, Kanzweiler (Randolszwilr) und Geberschweier (Gebliszwiler). Or. Karlsruhe- — F. 
— Geberschweier bei Jlatt statt eis. kr. Gebweiler. 120K 

Hans Waltenhein, bürger zu Basel, reversiert für sich und Henmann vom Huse gegen M. Wil- 
helm über seine belehunng mit dem SAIbanszelmten zu Gelterkvndeu (-gen) und mit demplieu- 
ninggelte so jerlicha ab gutern ze ßinfelden gangen, die auch in dasselbe leben gehören , so 
ettwen Cuutzman zetn Niiwenhuse von Rheinfelden (Bin-) selig von M. Wilhelms vordem 
zu lehen gehabt hatte. Or- Karlsruhe. — F. — Gelterkinden in Baselland. 120« 

M. Wilhelm Vorsitzender des kampfgerichts bei dem auf dem münsterplatz zu Basel stattfindenden 
Zweikampfe zwischen dem fahrenden portugiesischen ritter Jobann v. Merlo und dem Ba- 
seler bürger Heinrich v. Ramstein (später Österreich, vogt zu Altkirch); beisitzer (griesz warten 
waren : graf Hans v. Tierstein, Junker Budolf v. Ramstein , herr Egb>f v. Ratzenhusen, Thu- 
riug v. Halwiler (d. ä.) Und worent hieby. als sv v>chtent, B herren, mit nammeu : der 
marggraff von Röteln, die grafen Bernhard nnd Hans v. Tierstein, Friedrich v. Zollern 
'gen. der Oetinger), Hans v. Freiburg herr zu Nuwenburg. herr Konrad i 






Wilhelm 1128—1129. 



11 



mr- 



gr. Hans v. Vallisis, (Johann IV. von Aarberg- Valleogin), Junker Eudulf v. Ramstein sowie 
ritter: Hans v Kuwenburg herr zu Vamercu, Walt her v. Audio, Canrat-Diebolt Waldener, 
Grini v. Grüneuberg, llurehart ze Eine bürge ruie i ster , Hanns Eich v. Eichenstem, Cüntze- 
man v. Eamstein, Heinrich v. Eamstein vater, Henman v. Eamstein, Arnolt v. Ratperg. Ba- 
seler Batsbücher in Baseler Chroniken 4, 40 — 43. Die kampfbedingungen nach einer von 
dem ratschreiber Joh. von Bingen gefertigten abschrift im Liber diversarnm rerum 1. c. 156 
bis 158; es schliefst sich an »der ruf in den kornmarkt«, vom untersch reiber Hans Zwinger 
ins rut'borh eingetragen, 1. c. p. 188 — 1 59, den der rat am Vorabend des kampfes von der 
rathaustreppe herab verkünden Hess. Daraus ist noch zu entnehmen, dass ein >sunder ge- 
riiste« gemacht war, darauf die rette by einander stan söllent und daneben M. Wilhelm, der 
rieht« in der sach sin sol, nnd ander herreu so im zugeben sint. — Es stimmt damit nicht 
ganz genau, wenn der anunymus bei Appenwiler l um jähre 1429 I.e. 436 sagt: des worend 
kempffrer (seeundanten) : M. Wilhelm äff des frömden Sitten, gr. Hans v. Tierstein uff 
her Heinrichs Sitten. — Die hier angeführten personen hat man sich auch wohl gegenwärtig 
zn denken anf dem damals stattfindenden tag zwischen der herrschaft von Oesterreich und 
gr. Hans v. Freiburg. Vgl. die von dem Basler offieial am 1 3. dec. auf anstehen des grafen 
Hans v. Tierstein wegen der herrschaft Badenweiler aufgenommene knndsehaft sowie die 
vom Baseler domdechant Öeryg v. Andlan aufgenommene vom gleichen tag ZGO. 36, 
1 19 bis 122. — F. verweist über Johann von Merlo auf Cervantes, Don Quixote cap. 49: 
»diganme, tarn bien <jue no es verdad cjne fue caballero andante el valiente Lusitano Juan 
de Merlo, que Tue ä Borgoüa, y se cmnbatid en la oiudad de Eas con cl famoso senor de 
Chaml , ilamado Mosen Pierres, y despues en la ciudad de Basilea con Mosen Enrique de Ko- 
mestan ("Ramstein], saliendo de entrambaa empresas vencedor y Ueno de honrosafama.« Vgl. 
ausserdem Basler Taschenb. 1854 S. 192. 1S58 s. 61 ff. — Über den Zweikampf dieses 
Merlo mit Peter von Beaufromont sr. de Charny zu Arras während der friedens Verhandlungen 
1435 vgl. auch chron. de Monstrolet ed.Douet d' Arq. t. 5 p. 139 und Bsrante-Gacbard hist. 
des ducs de Bourgogne 1, 559. 1208 

Nachdem Basel zu recht erkannt hat, als gr, Hans v. Freiburg und landvogt gr. Haus v. Tier- 
stein auf dem letzten rechttag am 23. december zu Basel auf die Stadt geboten haben, dass 
des grafen von Froiburg klage der hauptsachen halb vorangehen und der landvogt dazu ant- 
worten solle, hat gr. Hans v. Freiburg seine klage erhoben und der landvogt dazu geant- 
wortet (am 26. u. 27. dec). Da aber sowohl Thüring von Eiugoldingen als fursprech des 
v. Freiburg nnd Cunman von Bolsenheim als fursprech des landvogts etlicher kundschaften 
entbehrten, beraumte Basel einen neuen tag auf den 10- febr. an. Or. eh. Innsbruck. - — 
Vorhergegangen waren drei rechttage, von denen der am 23. dec. der letzte war: die an- 
wesenheit des M. Wilhelm ist sehr wahrscheinlich, aber nicht besonders erwähnt. 1209 

Dietrich v. Krotzingen edelknecht reversiert gegen M. Wilhelm v. Hochberg über seine be- 
lehnung mit dem banne vor der kirehe zu Müllheim (Mülheim), wo die Strasse nach Hügel- 
heim hinausgeht, und genannten gutem und gälten zu Müllheim. Or. Karlsruhe. — F. 1210 

M. Wilhelm empfängt von herzog Friedrich d. ä. von Oesterreich zu lehen die bürg Bötein und 
die Stadt Schopfheim, die von weiland M. Rudolf erblich au M. Wilhelm gefallen waren. Cod. 
19 p. 28. Innsbruck. . 1211 

Schultheiss, rat, bürger und gemeinde zu Wal-lkirch (Waltkilch) thun kund, als gr. Hermann 
v. Snltz, M. Rudolf, gr. Johans v. Lupfen laudgrnf zu Stülingen und herr Berchtold v. 
Steuffen verkauft haben an Hans v. Blümnecke und Katherine v. Mulnheim seine eheliche 
hausfrau 50 II. um Martini fällige rente, -«iederkäufig mit 600 fl., auf der herrschaft Triberg 
laut des darüber gemachten bauptbriefes ; sodann betreffend 100 fl. rente, so gr. Herman 
v, Sulz und gr. Johans v. Lupfen , herr Dietrich und herr Hanman Schnewlin rittere 
und gebrüder zu kaufen gegeben haben dem Rudolf v. Blümneck, fällig auf 24. august ab 
dem Thal zu Simonswald (Sigmersz-) und ab dem dorf zn Winden (oborn Winden), wieder- 
käufig mit 1100 fl., ebenfalls nach lant des hauptbriefes, die aurh dem Junker Hans von 
Blfimnecke zugebören : dass die ganze gemeinde mit den Schuldnern und Verkäufern überein 
gekummen und mit Zahlung der 150 fl. rente an Hans v. Blümuecke in die rechte und 
pflichten der Verkäufer nach laut der darüber seiner zeit errichteten briefe eingetreten ist. — 



12 



Wilhelm 1429. 



TUS 



juli 4 
aug. 13 

aept. 19 



31t*imnecke. Stadtsiegel. Freiburger 
1818 



Vidimiert von Freiburg auf bitten des bürgers Hans i 
St.-A. Blumeneck l'rk. 1*26 — 30. 

(Presspurg) k. Sigmund belehnt M. Wilhelm v. Hochberg etc. mit der 1 and graf schalt im Breis- 
gan (Brysgow) und den dazu gehörigen landgericliten, hofge richten, mannschaften und wild- 
bännen, nachdem dieser den lehnseid geleistet hat. Majestätssiegel. Or. Karlsruhe. — 
Druck ScüÖpflui HZB. fi, 177. Regest: ZGO. N. F. 3. 442 nr. 658*; Altmann 7269.— 
F. 1818 

<Tres|iurg) k. Sigmund beauftragt den grafen Hans v. Lupfen (-ppf-), landgrafen zu Stühlingen 
(St"l-) und lierrn zuHohenack (-miak), seinen rat und diener, dein M. Wilhelm von Hobberg, 
der geschalte halber nicht selbst kommen kann, im namen des k^'migs die reichslehen zu ver- 
leihen und ihm dafür den lehnseid abzunehmen. Or. eh. Karlsruhe. Begest: ZGO. N. F. 3, 
442 nr. 65$: Altmann 7265. — F. 1814 

M. Wilhelm v. Hoehberg bekundet gegen kloster KI in gentlial, andasvnderv. Tegerfeld wegen 
der Müuch iiofe zuOttliken mit allem zugehör und allen kleinen gerichten und eigenschafteu 
daselbst und der halbe var zu Kleinen Hüningen ankörnen ist, dasser einenteil des gen. vares 
genannt der Cammreriii teil von dem gen. kloster empfangen hat um>jo ll erschatzes und 
hinantbtu jahrlich 3 $ drithalb IS Basler .$, gleich geteilt zu den vier Fronvesten, dem kloster 
davon zu geben, jedoch mit solcher beredung, dass er das kloster bei allen rechten und dem 
berkommen an gen. gutem belassen soll ; namentlich soll er mit seinen leuten an dem var zu 
Hüningen schaffen, dass die letite und das gesind des klosters stets frei übergesetzt werden sei 
es über die Wiese oder über deu Bheiu. Or. Basel Cliugental 1 836. — F. — Cop. eh. saec. 
1 6 oder 1 7 Karlsruhe mit dem archivvennerk : das originale ist in dem Basler kloster zum 
Steinen verwahrt. 131.» 

Frizseheman v. lllzaeht Bezieh), der das ganze durf Brunstat von M.Wilhelm zu lehen trägt, be- 
kennt, dass er für das haltte dort den grafen Haus v. Tiersteiu in lehnsgemeiuschaft genom- 
men hat, doch also dass des M. Wilhelm wille dabei sein soll. Cop. eh. Colmar Bz.-A. 121(1 

r. Hirns Riebe v. Bichenstein reversiert gegen M. Wilhelm v. Hochberg über seine beleh- 
nung mit dem hohen gericht zulnzlingen. den leuten des Basler frauenstifts und den gottes- 
hauslenten von SBlasien und Wettingen, die zu Inzlingen sesshaft sind, und dem wein- und 
kurnzehnteu zu Grenzach (Krentz-). Or. Karlsruhe. — F. — Vgl. h S78. 1217 

Burkard von Burukilch (Sd. bei Illfurt) edelknecht reversirt, dass M. Wilhelm ihn als trager 
für sich und seinen bruder Konrad mit dem kirchensatz zu Burukilch und dem halben wein- 
und k<>rnzehnt«n zu Illfurt, sowie in gemeinschaft mit Fritschman v. Illzach (Ilczicb) mit 
zwölf viertel korugelds zu Weiler, die vorziten bwtent die Kessler, belehnt habe. Or. Karls- 
ruhe- — F. — Vgl. h H07."Weiler bei Tagsdorf ek kr. Altkirch. 1*18 

Hans zur Sunuen genannt Furm>w reversirt gegen M. Wilhelm über seine belehnnng mit den 
gerichten zu Grenzach (Krencz-) als die seine vordem an ihn gebracht haben, ausgenommen 
jeduch das ölutgeriebt. Or. Karlsruhe. — F. 1319 

Haus v. Bühl (Buhel) reversiert gegen M. Wilhelm v. Hochburg über seine belehnung mit 
Zinsen von genannten persnuen zu Biehen, Linde, Weil. Basel etc. Or. Karlsr. — F. 1280 

M. Wilhelm v. Hochberg "belehnt Claus v. Boggenbach (R.'gkem-) für sich und seinen brnder 
Wernlin mit allen gutern und gölten, welche ihr bruder Hans selig als träger für sich und 
für sie zu lehen getragen hatte. Or. Karlsruhe. — Revers Claus' v. B. vom gleichen tage. 
Or. ebenda. — F. 1321 

Bischof Otto von Konstauz gestattet anf bitten seines bruders M. Wilhelm v. Hochberg, dass 
die in M. Wilhelms gebiet hingerichteten beiderlei geschlechts nach obrigkeitlicher geneh- 
migung und wenn kein kirchliches biudernis vorliegt, kirchlich begraben werden dürfen. Or. 
Karlsruhe. — Erwähnt Sachs 1, 543. — F. 1222 

M. Wilhelm urkuudet, dass er gegen Burkard Zibol obersten Zunftmeister zu Basel für 42 gül- 
den jährlichen zinses und TW gülden hauptguts anstatt seines vaters M. Rudulfs selig ein 
hanptschuldner und Adelberg v. Baden und Claus v. Boggenbach anstatt der verstorbnen 
vitter Henman v. Grünenberg und Hans v. Boggenbach bürgen geworden sind. Die bürgen 
siegeln mit. Or. Basel. St-A. st. nrk. 1072. p- B. — Vgl. b 1019. 1223 




Wilhelm 1129—1430. 



13 



1 Eli- 
del. 8 



H. Wilhelm urkmidet, dass der Basler bärger Burkurd Zvbiille den hatiptbrief über die 100 
gülden jährlichen zinses, die ihm sein Tater M. Rudolf schuldig geworden war,(n 1019) dem 
prior und convent des karthäuser klosters zu SMargrethenthal in Kleinbasel übergeben habe, 
und erklärt sich wegen der vorgenannten gälte als bauptschuUik-r gegen das kloster. Eben- 
so erklären sich als bürgen Claus v. Baden an »teile ritter Heinrichs v. Baden selig, Erni r. 
Bernfels an stelle Götzman Miinchs selig und Hans Künig an stelle des Hans t. Boggen- 
bach selig. Mitsiegier die drei bürgen. Or. Basel. St. - A. Karthaas nr. 113. — Es geht 
aus der Urkunde nicht hervor, ob die andern in h lolf genannten bürgen noch am leben 
waren. — F. 1-24 

Gerie v. Tegernow, landvogt des M. Wilhelm und in dessen namen, Claus Murer und Cunrat 
zem Houpt, bürger von Basel, von geheiss eines rates der Stadt Basel, richten und schlichten 
gütlich die zwischen r. Johans Rieh v. Eichenstem und der gehorsame des dorfes Kirchen 
I Kilchem) (BA. Lörrach) im Konstanzer bistum bestehenden spänne betreffend vogt Steuer, hoLz- 
I'uhren etc., dem M, Wilhelm jedoch au seinen gerichten und reihten zu Kilchem unschäd- 
lich. Siegel der ausstellen Or. Basel st. nrk. 1074. 1225 

Adelberg v. Baden reversiert für sieb und als lehnsträger des Ludwig Brenner dem M. Wilhelm 
über seine belehnung mit leben zu Tannenkirch ( Tann enkil Ich), dem halben weinzehnten zu 
Grenzach ( Krentzach). den vormals Huglin zar Sunnen liatte, und dann zu Litten wei ler (Lüten- 
wilr) und Sehertzingen. was da Wernher v. Falkenstein zu leben gehabt hat. Or. Karlsruhe. 
ZGO. 98, 353. — F. — Vgl. h. 1020. 1*22« 

»deune als miD herren ein theil mit dem margrafen von Rötellen zun Narren [in der gerechtig- 
keitsgasse zu Bern] ze nacht assen , hiessen min herren bezaln 1 Ib. 13 sh. ; demselben 

herren dem marckgrafen fi urfer, die man ime schanckte, kostent 12 lb denne zem 

Tistelzwi [ebenfalls in der gerechtig k ei tsgasse] hant min herren verzert mit dem marggrafen 
von Rötellen 1 Ib. 18 4-* Rechnungsbuch des Berner seckel meiste rs von Weihnachten bis 
jobannis 1430. Bern. St.-A. — F. — Vorauf geht noch nach meines freundes Türler mit- 
teiluug: schenkiuen vom win: dem marggrafen Rt> teilen IUI, de(m) von Nüwenburg (gr. 
Hans von Freiburg) III; derselbe belehrt mich, dass urfer Schafböcke sind. 1227 

(Posoni = Pressburg) k, Sigmund verbietet auf klage der M. Elisabeth v. Hochberg geb. v. 
Muntfurt und fraw zu Bregentz und Steffaus graf v. Montfort und herr zn Pregentz, dass 
ihnen etlich stete umb sy in dem reych gelegen »ir eygen lute man und weib und irvogtlute 
von unredheher sache und abweysung wegen zu bnrger und in woner irer stett, merkte und 
dorffer uffnenien und euipfremden* bei pön von 20 mark goldes, halb an die königliche kani- 
nier, halb an die markgräfin und den grafen v. Montfort, solche aufnähme. Wien Eeichs- 
registratur fol. 62, — Vgl. Altmann 7574, wo jedoch nnr Elisabeth (>geb. Markgräfin 
v. Hachberg«) als empfänger angeführt int. Mitteilung des Wien. St.-A. 1228 

M. Jakob v.Baden verpfändet M.Wilhelm die Stadt Sulzberg um SOO rl. Erwähnt Sachs 1,544. 

1229 

M. Wilhelm v. Hochberg bestellt den Beringer von Landenberg ZU seinem rat und diener für 
40 goldgulden. Gabelkhover Collect. I, 334. Stuttgart. St.-A. — F. 1*230 

Wilhelm v. Hungerstein edelknecht reversiert gegen M. Wilhelm über seine belehnung mit ge- 
nannten gutem und gölten zu Brubach (Brtitp-) und Walporczwilr (öd. hei Brubach), welche 
Ludwig und Wilhelm genannt v. Butenheim inne haben. Or. Karlsruhe. — F. — Vgl. 
k 605. Brubach u. Butenheim (abgeg.) bei Landser eis. kr. Mülhausen. 12*11 

M. Wilhelm v. Hochberg leiht Erhart v. Nuwenfels für sich und als träger seiner brüder and 
vettern von Nuwenfels das dorf Auggen tOucken] „mit allen rechten sowie das halbe gericht 
zu Au(Owe), das gut zu Oucken, das bann lein znOwe und das holz gen Lo bei Gutnau (Gut- 
tenow) und sind B juchert sowie den bann ?.u Müllheim. Or. Freiburg. St.-A. Fürsten u. Herrn. 
— Revers (F.) des empfängers von gl. dat. Or. Karlsruhe. 1*232 

M. Wilhelm v. Hochberg belehnt Hans König (Kung) von Tegernan (-ow) für sich und seinen 
hruder Öttlin König mit gälten zu Rheinweiler (Rinwilr). Kaiidern, Holzen (Holtzheimi, 
Grenzingen (Grentz-). Thumringen (Thümer-), Hauiugen (How-). Maulbnrg (Mulberg) und 
Hrunstatt. Or. Karlsruhe. — F. 123» 




Hans König (Küng) von Tegernau (-now) reversieit gegen iL Wilhelm v. Hochberg über seine 
belehnung mit gutem und gälten zu Riehen, Weil (Wil), Lörrach (Lo-), Leimen, Gebersch- 
weier (Gebliszwilr), Liebenzweiler (Dieprechttzwiln und Haagen (Ha-). Or. Karlsruhe, — F. 

— Liebenzweiler nnd Leimen bei Hüningen. I '234 
Heinrich (V) v. Fürstenberg, landgraf in der Baar , bekennt, dass er von Markgraf Rudolf 

selig als ehesteuer seiner verstorbenen gemahlin Verena 2SOO goldgulden erhalten hat, 
welche zur Ablesung genannter thäler, guter und des zolls zu ViUingen verwandt worden 
sind, ferner dass er von M. Wilhelm 1000 goldgulden erhalten hat, »so och in estür wise 
darrürend« und welche wie die 2800 11. für seine kinder angelegt werden und als mütter 
liches erbe versichert werden sollen. Fürstenb. Üb. 3, 154. — F. — Ans dieser ehe ent- 
stammten graf Johans t 1443 märz 30, Verena domfrau in Siiekingen und 1437 äbtissin 
zu Masmünster t 1480 oct. 16 und Beatrix 1440 domfrau in Säckingen. Für die späteren 
Streitigkeiten zwischen M. Wilhelm und Wernher herrn von Zimmern ist es von Wichtigkeit, 
dass Wernher von Zimmern Anna gräfiu von Kircliberg, des grafen Johans witwe, heiratete. 

IMS 

gräfin Johanna v. Tiersteln nnd ihr gemahl und vogt ßurkard Hiinch v. Landskron iLantz-) 
der junge verkaufen M. Wilhelm Johannas oheim für 300 rhein. goldgulden alle leute, steuern, 
zinse, gülteu und guter in den dörfem und bfiuneu zu Holzen iHolt/hein) und Höllstein (Hol-), 
welche an Johanna vnn ihrem verstorbenen gemahl Haus Wilhelm v. Girsperg gekommen 
sind. Die aussteiler siegeln. Or. Kartsruhe. Erwähnt Sachs 1, 544. — F. — Der v. Girsberg 
fiel bei der belagerung seines Schlosses durch graf Haus v. Lupfen und Smaszmau herru 
v. Rappoltstein. Dessen wip fürtend sü uff rtas ander schloss lAUenkasten, später Hohenrap- 
poltstein) zu juncher Werlin von Altenkasten, der hat sü ein zitt. Baseier Chr. 4, 3T9. — 
Barkard Münch ist der vater des 1444 in der Schlacht bei S. -Jakob tötlich verwundeten 
Burkard M. 1*236 

Peterman v. Lutternow urtundet, dass er für sich, seine gemahlin Margrethe und alle seine 
kinder von M. Wilhelm v. Hochborg die hälft« des kimhensatzes zu ilinseln (-seiden) und 
dos laienzehnten auf dem hofe dasalbst, welche mit einwilligung seine swehers Henman v. 
Liobegg (Liebbegk) an ihn gekommen sind, zu maunlehen empfangen habe. Or. Karlsruhe. 

— F. — Liehegg kt. Aargau u. Kulm. 1*237 
Hans v. Flachszlanden reversiert gegen M. Wilhelm über seine belehnung mit der hälfte von 

zwing und bann, grossem und kleinen gericht und dem laienzehnten zu Leymen, dem ganzen 
kirchensatz ze Leymen, »mit dem gezog mit den luten über Bin« und dem kirchensatz ze 
Weissweil (Wiszwilr). Or. Karlsruhe. — F. — ■ Das merkwürdige lehen des gezoges zwischen 
111 Und Sehen- verleihen die M. von Baden als rechtsnachfnlger der M. von Hnchberg. Vgl. 
register zu band I der regesten unter III und später über beide lehen den ergäuzungsbd. 

1238 

Haus v. Wegenstetten reversiert gegen M. Wilhelm v. Hochberg über seine belehnung mit 
der barg zu Lörrach nebst dem weiher und garten dazu gehörig und über 150 goldgulden 
eigenguts, die er dem markgrafen zu lehen gemacht hat auf 22 viernzel korngeldes so er bat 
auf dem hohen Stift zu Basel nach laut eines hauptbriefes, wonach die 22 viernzel abzu- 
sind mit 310 fl. Genannte 1 50 fl- soll er anlegen auf guter zu Lörrach und zur Sicher- 
heit, bis solches geschehen, gibt er dem M. obigen hauptbrief. Or. Karlsruhe. — F. 1239 

M. Wilhelm urkandet, dass ihm die stadt Basel von der gipsgrube zu Grenzach (Crenczach), die 
sie von ihrer bürgeriu Else Sohadelins gekauft hat, einen jährlichen zins von einem pfund 
Basler stebler pfennige gaben soll, und bestätigt diesen kaaf. Or. Basel. St.-A. st. urk. 1 082. 

— F. — Die Verkaufsurkunde vom 29. mai 1430. 1. c. 1081. 1"240 
Andreas Ospemell schultheiss zu Basel beurkundet, dass Mathias von Wahlbach (Watp-) bürger 

ze Basel vor ihm dem durch seinen rat Berchtold Rebngk und seinen obersten vogt Georg 
v. Tegernau edelknecht vertretenen M. Wilhelm für 350 rhein. goldgulden das recht, das 
dorf Nieder Eggeneu (Nidern Eggenhein) und die dazu gehörigen leute zu Auggen (Ogk- 
hein) und Schüengeu von den herrn v. Baden zu lösen . verkauft habe. Mit zeugen. Siegel 
des Basler rats. Or. Karlsruhe. Erwähnt Sachs 1, 544. — F. — Das obige Baselor ge- 






Wilhelm 1430—1431. 



15 



jult 2* 

nov. 25 
— 1431 

nov. 24 



1431 

febr. 9 



schlecht führte nach Wahlbach bei Tagsdorf, eis. kr. Mülhansen, vielleicht aach nach Wall- 
bach n. Säckingen, aber nicht nach Waldbach wirtemberg. OA. Weinsberg den namen. 1241 

irr. Johann v. Lupfen belehnt an könig Sigmunds statt M. Wilhelm mit allen lehen, welche 
dessen vater M. ßudolf selig vom reiche hiitte. Or. Karlsruhe. — F. 1242 

Hans Wafermau, einnelimer des herzogs Friedrich IV, von Oesterreicli zuThann, verrechnet für 
M. von Röteln von der matten zu Sennh«im 40 fl-, desgleichen uff der raerczenstüre 67 ii. 
Register ColmarB.-A. C885 mit der bemerknng, dass herzog Friedrich die auf Martini ver- 
fallenen zinse schuldig blieb. 1243 

(Überlingen) Adam Riff schreibt an den Strassburger ammeister Claus Schanlit u. a. , dass die 
stadt Basel und II. (Wilhelm) v. Röteln sich ihrer sache (mit markgraf Bernhard von Baden) 
annehmen wollten. Vgl. bad. reg. nr. 4358. — F. 1244 

Amuld v. Berenfels edelknecht reversirt dem M. Wilhelm v. Hochberg über seine beleh- 
nung mit dem dorfe Herrischwand (Ilerys wanden') and dem kleinen gerichte daselbst. Or. 
Karlsruhe. — F. — Vgl. b 955. 1245 

Der M. von Rottellen wird als angekommen auf dem reichstag zu Nürnberg erwähnt von Hans 
Ebinger- d. L aus Ulm. RTA. 9, 575. In der ersten Präsenzliste des reichstages ist er ver- 
zeichnet nach den grafen von Schwarzburg, aber vor den übrigen grafeii. 1. c. GOO. In dem 
[zweiten] Verzeichnis aus Tacher, in dem grafen und freie herren nicht unterschieden wer- 
den, steht der »Margraf von Rotel« unter der zweiten halft« aufgeführt I. c. 602. Vgl. 
Endres Tncher Memorial Städtechr. 2, 23. 1246 

(Nuremberg) k. Sigmund erklärt die dem abt und convent von SBlasien (Plasin) von Vögten, 
Städten und gerichten an ihren leuten etc. gegen die kaiserlichen Privilegien zöge fügten ein- 
griffe für nichtig und befiehlt herzog Ulrich v. Teck, Ludwig graf zu Wirtemberg, M. Wil- 
helm v. Hochberg herrn zu Röteln (Rottelhen), Heinrich und Egen, grafen zu Fürstenberg 
(Furstem-) , graf Johannss v. Lupfen , graf Rudolf v. Sulz (Sulcze) , graf Julians v. Tengen 
v. Kellenburg, Jacob Tmcbsess v. Waldburg (Waltp-}, Berchtold vom Stein halbritter, Wolf 
v. Bubenhofen (-hoffen), Melchior v. Blumegg (Blumenegg), Hans, Conrat und Ludwig v. 
Landeck , Fridrich v. Enzberg (Encz-) , Heinrich und Hamman v. Öfteringen (Afftringen), 
Heinrich v. Erzingeu (Enz-), Heinrich v. Rümlang, und den städten Basel, Zürich (Zu-), 
Biberach (-br-). Esslingen, Rottweil (Rotwile) , Villingen (Vili-), Waldshut (Walcz-) nnd 
Baden, dem kloster wieder zu dem seinigen zu verhelfen. Siegel k. Sigmunds. Auf dem bug: 
Ad mandatum dnmini regis Caspar Sligk. Or. mb. Karlsruhe. Reg.: Asciibach, k. Sigmund III, 
430. ZGO. NF. 3, 443. Altmann 8280. — H. 1247 

M. v. Röteln in dem Glefenanschlag des Nürnberger reichstags gegen die Hnssiten aufgeführt 
mit 5 Glefen. RTA. 9, 52s. — F. 1248 

M. Wilhelm v. Röteln zeuge des pfahlbürgerverbots kouig Sigmunds. UTA. 9, 570. — F. — 
Altmann S3S8. — Ea ist nicht gleichgültig, in welcher reihenfolge M. Wilhelm hier geführt 
wird. Während M. Bernhard die reihe der fürsten beschliesüt, eröffnen die 1 and grafen Johann 
uud Leup"U von Leuchtenberg und darauf M. Wilhelm v. Botein die reiho der grafen und 
freien heim. 1249 

(Costentz) gr. Stephan v. Montfort herr zu Pregentz erneuert für sich und seinen vetter graf 
Hermann mit graf Fridrich von Toggenburg die freundliche Vereinung mit Öffnung seines 
teiles von Bregenz borg und stadt auf 10 jähre. Er nimmt jedoch ans den könig, die gesell- 
schaft Ton SGeorgenscbild, die herrschaft Oesterreich etc. Auch soll es bleiben bei dem burg- 
frieden, so er mit den slossen zu Bregentz gegen M. Elisabeth v. Hochberg halten soll, 
Graf St. und Reinhart v. Bischofshaim siegeln. Or. rob. München. RA. Montfort. 1250 

Junker Jörg v. Tegernau (-now), oberster vogt des M. Wilhelm, besiegelt die Urkunde Henny 
Lupolts von Feldberg (Veltperg) , laut welcher dieser der Eisin Vogtin von Schopfheim 
(Schi'pffenn), klosterfrau zu Sitzenkirch, verkauft 8 G pfennige geldes guter gemeiner stebler 
pfennig Basler münze zinses von genannten gutem im Feldberger bann um 8 U stebler Pfen- 
nige Basler münze. — H. 1251 

M. Elsbeth geborne v. Montfort urkundet, dass sie auf einem gütlichen tage zu Konstanz sich 
mit ihrem gemahl M. Wilhelm wegen ihrer spänne verglichen habe. M. Wilhelm übernimmt 



16 



Wilhelm 1431. 



für sie und ihre beiderseitigen kinder die Verwaltung ihres anteils an bürg und stadt Bre- 
geni, Spiogelbergs und Griesenbergs (Gryess-), srhsfirt ihren vottern und oheim den grafen 
Hermann und Stephan v. Montfort einen bargfrieden zu Bragonz und verspricht, vorgenannte 
schlüsser nicht ohne eiuwilligung Elisabeths und der grafen Friedrich v. T>ggenbnrg graf 
im Brettigau und /,u Tavasz, Johann v. Lupfen , Hrmann und Stephan v. Munt f.- r: zu ver- 
pfänden oder zu verkaufen. Erben der Schlösser sind Elsbeths und M. Wilhelms kinder ; über- 
lebt M. Wilhelm seine gemaliliu, so hat er davon bis zu erlangter mündigkeit ihrer kinder 
die nutzniessung. Doch soll diese ueredung der tochter Elsbeths, fraulein Kunigunde v. 
Neuenbürg, an ihrem erbe keinen schaden bringen. Beredet ist auch und gütlich betedinget, 
daäs M. Elisabeth ihren gemahl der bisher verlaufenen Unfreundlichkeit nicht entgelten 
lassen, sondern ihn freundlich und redlich halten soll, wie es einer wohlgebornen trau gegen 
ihren gemahl nach nrdnuag der kirche geziemt, und ihm auch gehorsam, unterthanig und 
gewärtig sein soll, und umgekehrt. Mitsiegler graf St. v. Moutforl. Or. Karlsruhe. Reg. 
Sachs 1 p. 45 — 4fi. — F. 1252 

M. Wilhelm v. Hochberg bestätigt für sich and namens seiner gemahlin Elisabeth geborener 
grafin v. Montfort die freiheiten des ihnen gehöriges teiles von Bregenz. Mitsiegl. Thü- 
ring von Halwil. Vnnotti, Gesch. der grafen von Montfort- Werdenberg 50t) nr. 208. — 
Hummers Bregeuzer Reg. s. 24 in Schriften des Vereins für Gesch. des Bodensees 14. — F. 

1253 



jnli 11 



Stadt uud herrschaft Bregenz huldigen M. Wilhelm. Hummel* Bregeuzer Reg. s, 24 in Schriften 
des Vereins für Gesch. des Bodensees 1+ mit falsch redoc. dat. — - F. 125+ 

Hu;.' Pryat, kircliherr zu Zossiugen, Hans Volker von Sulczbach, vogt zu Beifort (Befort), Hug- 
lin Colin, Wilhelm Kudolff der metzger und Haus Ragörlin, alle bürger zuBolfort, geben M. 
Wilhelm wegen bürgschaft gegen Else Svnuerin, hausfrau des Basler bürgers Just Wartem- 
berg, und deren söhne aus erster ehe Heinrich und Claus Synner, für &0 gülden jährlichen 
zinses einen schadlosbrief. Die aussteller siegeln. Ör. Karlsruhe. — F. 1255 

(Nürnberg) k. Sigmund verkündet die auf klage Kaspar Schlicks über Hans von Hohenstein ver- 
hängte acht [es handelte sich um anspräche desselben auf die Kaspar Schlick verliehene 
feste Limburg] nnd verbietet jede gememschaft mit ihm, insbesondere dem bischof Wilh. 
von Strassbnrg, dem domkapitel daselbst, den pf. bei Rhein Ludwig und Stefan, M. Jakob 
v. Baden, M. Wilhelm v. Röteln, den grafen Ludwig und Ulrich v. Württemberg sowie ihrer 
mutter Henriette, gr. Haus v. Lupfen, gr. Konrad von Freiburg? [war längst gstorben, 
graf Konrad v. Fürstenberg ist gemeint j, Smasman v. Rappoltsteiu , den gebrüdern Konrad, 
Hans und Ludwig v. Landeck. den herren v. Lichtenberg und Ochsenstein, Diepoltv. Gerolds- 
eck und dessen brfl dem, dBrgesellschaft ■ mit den rüden«, u. gen. Städten im Elsass und Breis- 
gaa. Altmann BT39. 1256 

M> Wilhelm v. Hochberg verkauft Hans Erenstein kaplan des SPeterstifts zu Basel JO rhein. 
goldgulden jährlichen zinses von seinem di>rfe Haagen (Hagen under Rotteten) für 200 gül- 
den, wiederkäung um dieselbe summe. Luistungsbürgen uud mitsiegler die edelknechte Ernin 
v. Berenfels, Claus v. Baden, Georg v. Tegenmn (-ow) und Claus v. Roggenbach. Einlager zu 
Basel. Or. (kassiert). Karlsruhe. — Nach einer notariellen notiz in dorso obiger urk. ver- 
kaufte 1507 Hans Truehsäss V"ii Wolhuseu, pfandherv zo Landser, diese gülte für 200 rhein. 
goldgulden an junker Ludwig Kilchman. — F. 12Ö7 

Probst und capitel des stifts SCristuffel ze Beifort (Be-) Bisentzer bistüms versprechen M, Wil- 
helm, der mit ihnen und der gemeinde Beifort gegen Eylse Synnerin, Peter Synners sei. 
wittwe. und Heinrich und Clans, ihre söhne, wegen SO gülden jährlichen zinses, die mit 
lflOO gülden wieder löshar sind, ein hau pt Verkäufer geworden ist, wegen dieser bürgschaft 
schadlos halten zu wollen. Or. Karlsruhe. Desgl. stellen am gleichen tage der bürger- 
meister, der rat, die bürger und die gemeinde der Stadt Belfort dem M. Wilhelm einen Schad- 
losbrief aus. Or. mb. Karlsruhe. — F. 1258 

Das Basier concil (der allgemeine kirchenrath zn Basel) hevullmiiclitigi M. (Wilhelm) von Röteln 
zu Stillstands Verhandlungen zwischen den herzogen [Philipp) von Burgund und (Friedrich) 




Wilhelm 1431. 



17 



ukt 12 



von Ooster reich, Ohne dat. — Reg. Schriften dor Alterthumsv ereine zu Buden und Donau- 
escbingen 2, 239 nach kopio (?) in Wie». — Vgl. Sachs 1,547. Am 16. Januar J432 wurde 
ein stillstand fÜT dio daner des concils zwischen vorgenannten benagen gemacht. Licbnowsky 
5 nr. 8080. Doch füllt dio vollmacht wall rscheinl ich schon vor den provisorischen stillstand 
von J 43 J okt. 1 2. Lichnowsky 5 nr. 303 4. — F. — Die ersten friedensverhandlungen hatten 
bereits vor dem 10. juni 1431 ohne zuthun des concils zuMümpelgart stattgefunden zwischen 
dem grafen Wilhelm v.Montfint-Tettnang als hindvogt herzig Friedrichs von Österreich and 
dem kanilor von Burgund, die zu einem bald wieder gebrochenen Waffenstillstand führten. 
Darauf setzte dor burgundische rat zu Dijon am Hl. juni die Instruction fest für den herrn 
v. Montagu zu erneuton Verhandlungen mit dem grafen v. Montfort auf einem weitem tag zu 
Mümpelgart am 25. juni, ohne dass hierbei der Beteiligung des concils gedacht würde. (Druck 
der iustr. Dom. Plauchor, hist. de Bourgogno t. IV preuvos nr. 78). Vor dem concil suchte 
k. Sigismand die fehde beizulegen (Altmann 8831 sehr, Sigisuiuuds au kardinal Julian). 
Darauf entsandte das concil am 27. September Johannes Pulehripntris (den gesandten der 
Pariser Universität) uu p. Eugen, um diesen zu bestimmen, einen frieden zwischen beiden 
teilen herbeizuführen ; ebenso wandte sich cardinal Julian am h. octoher an herzog Friedrich. 
(Haller, conciliuinBasilienso 11 15 — 17). Derselbe kardinal nahm nun selbst die Verhand- 
lungen in die band und brachto es in der that dazu, dass die bauptieute herzog Friedrichs 
einen Waffenstillstand bis zum 21. december am 12. october abschlössen, den herzog Philipp 
seinerseits im 24. octoher ratifizierte. In dem betreffenden akt (Dom. Piancher, hist. de Eour- 
gogue t. 4 prenves nr. 82) wird M. Wilhelm nicht genannt, aber es ist doch wahrscheinlich, 
dass seine Sendung mit diesen Verhandlungen zusammenhing; sie wäre mithin in den anfang 
oder die mitte october zu verlegen. 1259 

(Feldkirch) k. Sigmund erlaubt gr. Friedrich von Toggenborg für den fall, dass er keine leibes- 
erben habe, seine grafschaft, seine herrschaften und pfandschaften seiner gemahn tHisabet 
geb. v. Matsch, den grafen v. Sargaus, Iliizuns. Hflven (=Howou). den kiudern des grafen 
Wilhelm v. M<>utfort-Bregeiiz, des grafen Eberbart v. Kirchberg, des grafen Wilhelm v. 
Montfort-Tettnang, des grafen Johann v. Snx, des herrn v. BrandiSj des herrn v. Aar- 
barg, uud zwar ihnen allen zusammen oder einzeln zu vererben. Altmann 8012. Demnach 
war ursprünglich auch die gcmahlin M. Wilhelms Elisabeth v, Montfort-Bregenz vom grafen 
Fr, v. T. als erbin in aussieht genommen. 12(54) 

r. Hans Riebe v. Richenstein verkauft dem M. Wilhelm für 1650 rhein. goldgulden die 
dorfer Kirchen (Kilehem), Erringen und Einicldingen ( Eymetingen) mit allem zugebör, welche 
er von dem reiche als pfandlehen innegehabt halte, mit ausnähme einer matte zu Kirchen, 
die nie zu jenem pfandlehen gehört habe, und seiner leibeignen, dio von Riehen (Riebein) 
und Iuzlingen in vorgenannte dörfor gezogen sind. Siegel seines oheims Henman Truchsoss 
von Rheinfolden (Rinv-). Or. Basel St.-A. st. urfc. HiiM). — F, 1261 

(Veitkirch) k. Sigmund an bischof Wilhelm von Strossburg, pfalzgraf Stephan, M. Jakob v. Ba- 
den, gr. Ludwig v. Wirteinborg, M. Wilhelm v. Röteln, Smasman v. Rappoltstein (Rapolt-), 
gr. Komad v. Tübingen, dio stfidte Strassbnrg, Kolmar (Courier), Sehlettstadt (Sletstatt), 
Mülhausen (Mulhus-), Freiburg, Breisacli, Neuenburg (Nuw-) und alle andern reichsstädte 
nnd herrschaften im Elsass. Das durch mancherlei irrungen bisher verzögorte concil m Basel 
hat jetzt wie er hört angefangen nnd wird von dein kardinallegaten des römischen stuhles 
uud andern prälateu besucht werden. Di« segensreiche bedeutung der gemeinen concilieu für 
die Christenheit und die römische kirche ist zuletzt in Konstanz zu tage getreten, und er selbst 
hat manches jähr durch reisen in fremde königreiche und kostspielige Verhandlungen zu der 
endlichen bei legung dos Schismas mitgewirkt. Er ist daher von herzen über das Basler concil 
erfreut, weil er zu gott hofft, dass daselbst gegen die verdammte böhmische ketzerei und an- 
dere gebrechen erspriessUcbc Vorkehrungen getroffen werden, wozu er als vogt nnd schirmer 
der kirche mit ganzem vermögen beitragen will. Obwohl er nun persönlich nicht nach Basel 
kommen kann, da er im begriffe steht, hauptsächlich zur förderung des concils nach wälsch- 
land zu dein papste zu ziehen, bat er dnch, um seine mehinng kundzugeben, seine aus geist- 
lichen und weltlichen forsten und prälaten bestehende botsebaft nach Basel geschickt. Weil 
aber täglich von allen landen viele prälaten, polehrte und andere leuto zuziehen, so müssen 



n liudcn b, Hsdibrrg II 



18 



Willielm 1431. 



die Strassen so gefreiet werden, dass die leute die Sicherheit des friedens empfinden. Er ge- 
bietet daher den vorgenannten, dass sie alle besucher des coucils ohne ausnähme schirmen 
und geleiten und durch entsprechende befehle an ihre nnterthanen für die Verpflegung der 
«nirilitiH sorgen bei Vermeidung seiner und des reiches schwerer ungnade. Sollte einer 
unter ihnen mit andern krieg oder feindscbaft haben, wodurch das cuncil in hezng auf seine 
verproviantierung oder andere dinge gestört würde, so gebietet er dem betreffenden, sollteheii 
krieg und feindscbaft während der daner des concils gütlich anstehen zu lassen. Albrecht, 
Rappoltstein. Üb. 3, 34 8 nach cop. coaev. in Strassburg. St. - A. AA. 1 79. — F. — Hegest 
Altmann 8938. — Bei den vielfachen be Ziehungen des M. Wilhelm zum Baseler concil wer- 
den solche Urkunden etc., die sowohl M.Wilhelm v. Hachberg als M.Jakob v. Baden betreffen, 
unter den Hachberger regestcn aufgeführt. 126*2 

(t'eldktrch) k. Sigmund urkundet, dass er den am 250 mark Silbers (= 1 650 rhein. gülden, cf. 
iir. 1261) gescheheneu verkauf der dörfer Kirchen (Kilchehi), Ef ringen und Eiraeldingen (Ey- 
mettingen) durch r. Hans Riclie v. Bichenstein an M. Wilhelm bestätigt und dem mark- 
grafen vorgenannte dürfer als pfandlchen verliehen habe. Löst das reich diese dürfer ein, so 
soll der markgraf die lüsnngssumme au andere guter anlegen und diese in der gleichen weise 
als pf andienen vom reiche innehaben. Or. Basel. St.-A. st. urk. 1101. — F. — Altmaun 
8946. 1263 

(Fcldkircb) k. Sigmund gestaltet dein r. Hans Reich v. Reichensteiu , nachdem derselbe die 
drei dOrfer Küchen. Kfringeii und Eyineltiugeii, da er sie »von swere seines leibs uud krank- 
heit nit als wol bewaren möge, an könig Sigismunds rat und diener M. Wilhelm v. Hoch- 
berg verkauft hat, dass er nun auch dorf Äugst (0-) dem Hamraan Offemburg von Basel für 
100 mark Silber gegen wiederlüsuug durch das reich verkaufen mag. — Wien Reichsregi- 
stratur J. 1 7U. Altmaun 8947. Mitteilung aus Wien. St.-A. 1261 

(Feldkirch) k. Sigmund genehmigt, dassM. Wilhelm v. Hochberg dem Hans Reich v. Eeicheustein 
die drei dörfer Kikhem, Ef ringen und Eymettingeu nebst der dem M. als reichslehen zustehenden 
hohen gerichtsbarkeit für sybenzehenthalb hundert gülden gegen einen jahreszius von 64 gül- 
den zurückverkauft nnd versetzt hat, nachdem Hans Reich von Beiclienstein diese dörfer, die 
er nnd seine vordem von dem reich pfa ndl eh ons weise innegehabt haben, dem M. Wilhelm 
abgetreten und dieser vom könig die belehnung mit denselben erhalten hatte. Wien. Reicbs- 
registratur J. 170- — v. W. — Altmann 8949. Mitteilung aus Wien. St.-A. 1*265 

(Feldkirch) k. Sigmund beurkundet, dass er auf bitte des Hans Eich, der die dörfer Kirchen, 
Efringen und Kimeidingen mit samt dein dorfe Üngst bisher für 350 mark Silber vom reiche 
als pfandlehen innehatte, jedoch die ptandschaft an den drei ersten dörfern k. Sigmunds rat 
und dioner M. Wilhelm v. Huchberg und die an Ougst an Hamman Offemburg verkauft 
hatte, diese pfandschaft den gen. küufern verliehen habe, dass diese jedueb. solche dörfer 
um den kaufpreis ven 2300 tl. gegen eine ziusung von jährlich am Hylarientag fälligen 
9(1 II. (64 fl. des M. und 2G des Offemburg) neuerdings dem Eich v. Eichenstein gegeu wieder- 
lüsung verpfändet habeu, und verleiht nun diesem die auf den gen. dörfern haftende somiue 
von 2300 fl. mit der davon entfallenden gült von 90 fl. als pfaudlelien , in männlicher nnd 
nach deren erlöschen in weiblicher linie vererblich. — Reichsregistratur J fol. 170 — 71. 
Reg. Altmann 8950. — Mitteilung des Wiener St.-A. — Vgl Heninau Offenburg's ehr. in 
Basel. Chr. 5. 232: Als aber dovor die stat gar vil kummers und intrag mit dem marg- 
grnven von Botelen gehept hat umb die WisenbrugVeu — und suuder des kleinen brügklis 
über den bach (Otterbach jenseits der Wiese), allernechst an dem harnen (netz), als man 
über die Wisen gon Otlicken wil riten — do erwarb ich an unserem herren dem küng, 
das die statt by einer tnil wegs brugken, steg und weg machen mag ... Die selbe fryheit 
kümmerlich gnüg zügieng; beschach in der statt dienst. Ich erwarb auch dürumb ein lechen 
und willhrief und urlobsbrief, als ich Ougst von herr Hans Eychen koufft hab, das ein pfand- 
lechen was. 1*266 

Melchior von Blumegg (Blüuinegk) urkundet, dass zwischen ihm nebst seinen heifern und M. 
Wilhelm bis zum 2. fobruar 1432 stillstand und bis dahin verzielung aller gefangenen statt- 
haben soll. Cop. coaev. wohl die in nr. 1269 genannte ahsclirift. Karlsruhe. — F. 1*267 






Wilhelm 1431 — 1432. 



19 



d«c 11 



1«3 



Hans Waf.Tuuu zahlt dam M. v. R'Jtoln Martini 1431 verfallene 40 fl., desgleichen dem- 
S'lbe:i Martini 1432 fl. 20; WB der ««OttsÜM 1432 Fi 7 tl. and ebenfalls vondermerczon- 
stüre 1433 67 fl. Heister Cdinir B.-A. C ssä. 1268 

Heinrich ron Kiinilang an M. Wilhelm. Wilhelm v. Gränouberg und Rudolf v. Baldegg haben 
ihm M. Wilhelm? Urkunde über den stillstand und eine absehrift des von seinem Schwager 
(Melchior v. Rlumegg) auszustellenden gegenre Verses, welche er diesem, den er in drei oder 
vier tagen erwartet, vorlegen wird, überleben. Beringer v. Landenberg siegelt. Or. Karls- 
ruhe. — F. — Hümlaog kt. Zürich a. Glatt. 1269 

(Mailand) k. Sigmind erteilt den graten Heniun und Stefan v. Huntfort herrn zn Bregenz und 
zu Pfannberg und der mirkgrJRn Elisabith v. Hochberg geb. v. Montfcrt frau v. Bregenz 
die freihuit, dass sie u. ihre erbau nur vor ihm u 1 1 dem k. hofgericht, ihre leute vor den 
gerieh ten, darin sie gesessen sind, belaugt worden dürfen , es wäre denn, dass bei diesen 
»kuntlich und öffentlich re,:iit verjagt wurde.. Auch sollen sie unwissentlich and nngever- 
lich in ihre gebiete komm mde echter beherbergen dürfen; doch haben sie diese, sobald sie 
belangt werden, zu rieht™. Pfln 20 mirk goldos. Wien, Rotchsregistratur. J. 174. — v.W. 
— Hammels Bregenzer Reg. S. 24 in Schriften das Vereins für Gesch. des Bodenseos 14 
nach or. in Bregenz. — F. — Altmina nr. tj!H59. Mitteilung aus Wien. St.-A. 1270 

Graf E^'cn v. Fdr.itonuerg an M. Wilhelm. Er hat Melchior v. Blumegg (-nogk) gebeten zu 
tagen zu kotnmen; der böte ist abar noch nicht zurück; e? scheint aber, die sache wolle sich 
Ungern. Der mirkgraf mjgo einen andern tag nach der hochzit (Weihnachten) ansetzen 
und dies ihm 14 tage vorher melden, damit er Melchior benachrichtigen könne. Or, Karls- 
ruhe. Reg. FQrstenberg. üb. 7, 443. — F. 1371 

(Fryburg im Brisggow) die grafen Heinrich ii'id Egen v. Furjtenberg bereden zwischen ihrem 
schwager M. Willielm und Melchior v. Bluimgg (lllumuegk), dass sie die entscheidung ihrer 
Streitigkeiten Berthold v. S taufen (St-'jiiff-) , Heinrich v. Nuwenfuls und Georg v. Kippeu- 
heim übertragen. Kopb. 105 h Karlsruhe. Reg. Fürstenb. Üb. 7, 443 nr. 315. — F. 1372 

r. Hans Rieh" v. Riclienstüin gibt M. Wilhelm dafür, dass ihn derselbe mit einigen seiner 
eigenloute in dem dorfe lnzling.ni (Iuczl-) belehnt hat, genannte eigeulente zu eigen, die er 
sich bei verkauf der ddrfor Kirchen (Kilchain), Efringen und Eimeldingen (Eymet-) an den 
markgrafon vorbehalten hatte. Or. Karlsruhe. Erwähnt Sachs 1, 546. — F. 137H 

M. Wilhelm v. Hocbherg gestattet, dass Heinrich v. Erzingen (Erez-) d. ä. seiner tochtor 
Clerlin, der hausfrau Peter Offemhurgs von Gase], seino lohen zu Schopfheim (Schöpften) und 
doomb im Wiesenthal zur ehesteuor anweise, Offemhurgs mannschaft jedoch von genanntem 
leben vorbehalten, und unter der bodingung, dass Clerlin, wann ihr vater ohne lehenserben 
stirbt, wegen vorgenannten lehens einen träger stellt. Or. Karlsrahe. — F. — Vgl. die Fa- 
milienchronik Offenbargs ia Basel. Chr. 5, 307. 1274 

M. Wilhelm gönnt der Stadt Basel, die Wiese, in der wegen ihres uns täten laul'es bisher viele 
leute und gut untergegangen sind, zwischen den dörfern Weil fWüe) und llüniugen zu über- 
brücken und zur erhaltung der brücke ein bescheidenes briiekengeld zu erheben, von dem 
jedoch er und die seinen ausgenommen sein sollen, es sei denn, dass die seinen von bette 
wegen holz oder anderes zur ausbes^erung der brücke, wenn sie schadhaft geworden, herbei- 
führen. Or. Basel. St.-A. st. urk. 1 109. — F. — Vidimiert von dein official za Basel 1446 
Aug. 1 st. urk. 1302. Der von dorn bürgermeister r. Henman v. Rainstein und dem rat der 
Stadt Basel ausgestellte revers vom gleichen tage. Mit angehängtem secretsiegel der Stadt, 
Or. Karlsruhe. — Vgl. nr. h 104S u. nr. 1266. 1275 

Hans v. Loffen von Basel urkundet, dass er für sich und seinen bruder Konrad von M. Wil- 
helm v, Hochberg das haus zum Thor auf der Ysengasse, die häuser zum Thorberg gelegen 
in dem gässlem, wenn man von dem fischnnrkt hinauf auf Ysengasse geht, 1 3 '/g S Basler 
Pfennige jährlich vou den zwei Vorderhäusern zum Tborberg, 1 4 gülden jährlich von den drei 
hausem zum Steg und drei & von den zwei häusorn zum Fuchsberg zu Basel in der Fryen- 
strasse zu lehen empfangen habe. Or. Karlsruhe. — F. — Vgl. h 1027, 1276 

r, Henman von Ramstein bürgermeister u. ra t zu Basel an Freiburg. Hanns von Monenhein, gen. 
Goukkeler was vor zeiten sich im bereich des bundes auf der Hart und zu beiden Seiten des 



20 



Wilhelm 1432. 



Rheines bewerbend, so dass auf Freiburgs und anderer bundesgenossen anbringen alle zu rate 
wurden nach ibm zu stellen ; er wurde auch einmal geilet und kam danach zu dein trr. Her- 
mann v. Sulz, dessen diener er ward, wurauf die bundesstiidte ihn ausser sorge liessen. Erin- 
nern auch daran, wie er hingehen wurde von etlichen, die zu Froiburg von libe getban wur- 
den- Jetzt verlangt derselbe von Basel Schadensersatz jener nachilung halb oder er erbietet 
sich zu recht vor Junker Johann v. Liningen lierrn zu Ruxingen oder vor rittcr Fridrich v. 
Dalm (Than) binnen 1 4 tagen nach datum des briefes. Basel beabsichtigte ihm zu antworten, 
dass es gegen ihn zu ehren und recht kommen «olle vor pf. Stephan, M. Wilhelm v. Hoch- 
berg, ritter Berchtold v. SSouffen oder Thüring v. Halwür vogt zu Rufacli. brachte dann aber 
solche anspräche au der von Strasshurg, Breisach und der reichstadte im Elsass Botschaft 
mit einem tag zu Strbg., »sid sy zu den sachon öeh geweront*, uudStrbg. beschickte darauf 
den Gouckeler und vcrmitUlte einen anstand bis mitfasten ; inzwischen sollte Basel zu einem 
gütlichen tag gen Strbg. kommen. Da Freiburg nun mehr von den Sachen weiss, bitten sie 
um auskunft, wes er heseit ist und wie er zu graf Hermann kam etc. Freiburg. St.-A. 1217 

Infrascripti adhoc dabunt salvos conduetns (für die böhmische gesandtschaft zum konzil zu Basel) : 
dominus dui Wilhelmus (v<>n Baiern), dominus eunes doWirtemberg, marchio Badensis, mar- 
cliin de Rotel. — Item quod dominus dux Wilhelmus suo et condnetorum suorum nomine sin- 
gulis nrinoipibus, dominis et cmnmunitatibus scribat, ut salvum conduetum seeundnm formara 
per suum et sacri concilii nuntios exhibendam tradant. Johannis de RagnsinTractatus de re- 
duct'nmo ßohemormn in Honum. conciliorum genoraliiun 1, 192. Vgl, Wnrstisen, Bassler Chr. 
209. tJber dio aussorge wohnliche sicherheitsstellung, wie die Böhmen sie mit geleit und 
gel ei tsh riefen begehrten, gewitzigt durch das Schicksal von Johannes Hus, vgl. auch Joannes 
de Segovia lib. III c. 20 u. 21 in Mon. conciL H, 192 ff. 1278 

Item vicarius {M. Wilhelm) domiui proteetoris (hz. Wilhelm von Baiern) requisivit dutninos 
de concilto, quod procedatur contra illos, qui mediantibus istis processibus (Verhandlungen 
mit Böhmen) intendunt destruere oneiliurn. Haller, concilinm Basiliense II p. ßS. 1279 

(Parma) k. Sigmund vorleihb M. Wilhelm v. Hnchberg als einein lehentrager seiner gemahliu 
Elzbeth von Monlfort deren teil ni) der herschaft Bregentz. Wien. Reichsregistratur J. 183. 
— v. \Y. — Altmann 9113. Or. München. Vgl. 1439 mai 20. 1280 

Nikiaus abt zu St.-Blasien an Basel. Auf ihre mitteilung, dass sie dem M. Wilhelm v. Hoch- 
berg auf seine bitten besnnder hotten auf dem tag zu Schaffhaiisenztigeordnet haben, bittet er, 
dass sie ihm ihren altbürg^nueister hem ßurkart zo Rine sowie den altmnfttneister Hanman 
von Tonsei zuschiebon m%en. Or. Basel Briefe IV nr. 103. 1281 

Coiicilium Basiliense iam uoviter ineeptum nos misit ambasiatores et oratores S'dernpues, prela- 
los scilicet et saneto theologie ac iuris canonici doctores cnm üttera sua eiliortatoria (26. no- 
vember 143 t), ut iuxfa pnsse pestiferos illos horoticos ad gremium ecclesie redueorent. Qui 
venientes cum comitiva decenti et in s;ilvo conduetu prineipum Frederici marchionis de Bran- 
denburg et Wilhelmi marchionis Badensis in urbemEgrensem, reeepti snnt honorißce a eivi- 
bus civitatis prodicte. Folgt die erzilhlung über dio Verhandlungen der gesandten dos k.m- 
zils mit denen der Hussiten, die zu der sc hü esslichen Vereinbarung führten, dass die Hus- 
siton das Konzil besuchen wollten gegen erteilung vnn freiem geleit und von Sicherheit zn Basel. 
Hac spiwsii'ue ab uninibusi approbata elegerunt prineipes Fredoricum et Wilhelmum supra- 
dictos presentes ambos et civitatesNurenbergensem ac Egroiisem, nt hii ipsis Hussitis pacem 
et innductum proinitterent sub fide bona talibns penis vallata, nt si in assumpta via vel eie- 
uiido vel in loco concilii stando nut inde redeundo a quocumque lederentur aut verbis contu- 
meliosis Tel factis offen deren tu r aut captivarenüir vel quovis modo in eorum transitu impe- 
direntur, extuue dicti prineipes esse deberent B-diemorum leyitimi captivi ac si in iusto hello 
essent capti . . . Quo »miiia sigillis prineipum prelibatornm et civitatum sunt roborata et con- 
firmata. Die Chronica Novella des Hermann Korner ed. Jak. Schwalm p. 512 — 13. — Ea 
liegt wohl am nächsten anzunehmen, dass Körner die beiden Zahringer linien verwechselte, 
wie denn auch sonst der M. von Hachberg nach Baden benannt wurde. Vgl. badische Re- 
gesten znm 27. Juli 1432. Anstatt des M. Wilhelm wird sonst pfalzgraf Johann von Neu- 
markt genannt. Vgl. Asch Lach, Geschichte Kaiser Sigmunds IV. p. 144. Auch in dem brief- 
buch der stadt Nürnberg zu diesem jähr (Nürnberg. Kr.-A.) ist cm* von M. Friedrich nnd 






Wilhelm 1432. 



23 



-FTTT 



pf. .] bann die rede. Hei dem Verhältnis dos M. Wilhelm zu dem concil ist die nanhricht 
Körners nicht unwahrscheinlich; jedenfalls ist aber die sendung des M. Wilhelm nicht zur 
ausführung gelang!. 138*2 

fuit tereia sessio nuius concilii Basiliensis solemniter celebrata in ecclesia uiatori civitatis Basi- 
liensis hoc modo, videliret celebrata missn de Spiritn saneto tu puutiflcalibus per epiacopum 
No»arionsem nacionis Italice, dictisqtie letania et suffragiis ac leetu evangelio seeundum Ma- 
tlieuni: »Vos estis sal terrae< etc. et yinno: 'Veni creator Spiritus« decantato, dominisqne 
episcopis et abbatibns numero XXXVII mitratis mittris albis et simplieibns et pluvialibus, . . 
de maiidato dicti concilii, assistentibus et presentibns diclo doniino episcopo Novariensi. . . . 
ac domino duce Willermü prutectore huius sacri concilii, . . episcopus Laudensisascendittha- 
lamum preparatuin ob lioc et positum iuxta gradus churi ad doitram parteui eiusdem et de- 
creta ibidem de verho ad verbum alta voce legit et publicavit. Quibus lectis et publicatis et 
responso per omnes »placet«, ainbo promotores (procuratores) alta et intelligibili voce pecie- 
rimt et quilibet eorum peeiit a uobis notariis et quibusvis alis notariis ibidem presentibus 
sibi fieri atque tradi unam et plura publicum et publica instrumentuiu et instrumenta ad per- 
petuam rei memoriain. Hoc idem dominus vicarius (M. Wilhelm) domiiii ducis protectoris pro 
et nomine regie maiestatis peeiit instrumental. Konzilspro tok-lle bei Haller coiic. Basil. II, 
102 — 3. Vgl. auch Wurstisen , Baseler Chr. 270. Ascuhach 1. c. p. 84- Bezüglich der pro- 
motores und procuratorcs vgl. 0. Richter, Die Organisutii.ni und Lies< hiiftsordnung des Basler 
Cnncils (Leipzig. Diss. 1877), p. 18- Die beschlösse betrafen Vorladung von papst und kar- 
dinalen mit andruhung des processes, wenn der Vorladung nach verlauf von drei moaaten 
nicht folge geleistet wurde. 1283 

dominus epicopus Constancieusis (Philibert bi. von Coutances) reropit a nobis notariis quinque 
originales 'Uteras decreta tercie sessionis kontinentes, quarum una fuit tradita doniino vicario 
domini ducis Bavario protectoris reg! frunanoruui initteiida. Koodlsprotokoll« bei Haller I.e. 
104. 1284 

dochant nnd capitel der hohen stifte zu Basel Urkunden, dnss, nachdem M. Wilhelm v. Hoch- 
berg etc. einen brief über die Stadt Sennlieim (-hein) bei ihnen hinterlegt hat als Unterpfand 
für Heinrich SygeJinan von Neuenburg (Nüweinb-) im Breisgan (Brysgw) wegen 1050 gül- 
den, die Sygelman M. Wilhelm, dessen bmder gr. Johans v. Freiburg (Frib-) herrn und graten 
zu Neuenbürg (Nu wemb-) [am See] und Hans v. Neuenbürg heren zu Vaumarcus (Vammergw) 
bar gegen einen jährlichen zins geliehen hat, sie diesen brief nur mit beider teile vorwisieu 
und willen hinausgehen wollen. Der dechant siegelt auch für das capitel. Or. Karlsruhe. — 
F. — H. 1285 

der offizial der Basler curie transsumiert auf bitten des apothokers und Basler hürgers Rudolf 
Meyemberg h 1115- Der ausstelle!' siegelt mit dem Siegel der Basler curia. Or. mb. Karls- 
ruhe. — H. 1286 

pf. Wilhelm herz, in Baiern, beschimier des h. konzils zu Basel und Statthalter k. Sigmunds, 
setzt in gemässlieit köuigl. kommission uud kgl, gehots, das recht zu besitzen zwischen Hen- 
man Offeniburg und Ludwig dem Meyer von Huningen (Ho-) wegen einer gälte von 1 virnzell 
dinkel auf einem hause auf Sand Peters jierg zu Basel, an das recht zu sich des reiches mannen 
M. Wilhelm zu Röteln, gr. Heinrich zu Fürstenberg, gr. Wilhelm zu Montfort, Reinbold 
herzog zu Urslingen, Tibold berr zu Gerolczegk, Düring v. Arbnrck, Rudolf v. Ramstein, Hans 
Chunrat v. Podmen, Wilhelm v. Grüuenberg, Hans Reich v. Reichenstein, Arnold v. Rotperg, 
Caspar v. Clingenberg, Jorig v. End, Hanns v. Podmen ,■ Chunrat Marschall v. Pappenheim, 
Frisch Hanns v. Podmen, Heinrich v. Sigperg, Chun zum Treublin (zum Trubel?), Hans ze 
Rin und i'tnian zum Haubt. Concept. München. R.-A. Furstensachen V. 1287 

(Basel) Wilhelm (-halm) pfalzgraf bei Rhein (Rein) nnd herzog in Bayern (Beyrn), beschirmer 
des concils zu Basel und Statthalter k. Sigmunds, urkundet, dass, da er wegen des krieges 
und der bedrangnis des concils sich mit einigen weltlichen ständen beraten habe, er sich auf 
deren anraten zu seinem vetter dem pfalzgrafen , seinem schwager dem herzog von Berg 
(vom Berge), herzog Stephan von Bayern, dem bischof von Strasbourg u. a. begehen wolle und 
für die zeit seiner abwesenheit M. Wilhelm v. Hochberg zu seinem verweser einsetzt, and 
bittet geistliche und weltliche, besonders aber bürgermeister und rat zu Base!, dem mark- 



Wilhelm 1132. 



Twr 



grafen beizustellen. — Euth. in einem vidimns des bischöfl. officials zu Basel von 1432 
juli 24 mit abhärig. Siegel. Or. Karlsruhe. Vgl. auch Kopb. 49, f>3 ; GO, 258. Schöpflin HZB. 
fi, 184. — F. — H. 1288 

duminus marcuto. quem dominus dux pmtector Iocm su"l ordinavit lucamtenentem in eius ab- 
sencia, accossit ad duminus doputatus, so offorendo ad queque beneplacita roncilii, cni pro 
parte concilii fuit regraeiatum etc. Protokolle dos konzils bei Haller l. e. p. 153. 1*289 

De matte fuit processio generalis pro telici progressn saeri concilii. pro pace et tranquillitate 
regum et rognorum, in qua processione duniini jirelati cum mittris et pluvialibus et alii do- 
miiti do concilio mute solito incesserunt. Et pmgrcssa est processio ad minores et deinde ad 
maiorem ecclesiam, in qua videlicet in loco sessionis et navis einsdem, fuit celehraia missa 
it Stoeto Spiritu per dominum episcopum (iebenncnsem. Et interfuit marchto i ■; ■: : ■ n- 
domini cumitis Palatini ducis Bavarie protoctoris concilii. Konzilsprotokolle bei Haller II, 
p. 158. 1*294) 

item ein sprochbrtef weyset, wie mnrgraf Wilhelm v. Hochberg zwüschent herrn Hansen Ri- 
ehen und dem v. Löweuberg (Lewenbürg) ein sprach gethon handt antreffend raisssch reiben 
und loistungen, darumb sy in alte vigen schafft stündent und der ehren einander schüldigot- 
deitt. C'ilmar B.-A. Manch v. Münchenstein aus einem urkundenverzeichnis der brüder Hans 
und Conrad Munch v<m München» teilt gen. von Lewenberg. — Vgl- auch register zu band I 
der regesten. 1*291 

fuit missa solemnis in ecclesia maiori llasiliensi, in qua interfnerunt ambo domini cardinales et 
coteri domini de concilio, similiter marchio locumtenens urotectoris concilii, et celebravit mis- 
sam abbas residens cum domiuo Cumano. Konzilsprotokolle bei Haller 1. c. p. 168. 1*29*2 
(vor Castelberg) Rudolf v. Neuenstoin (Nüwen-), Ludwig v. ßlumegg (Blümneck) und Lud- 
wig Küchliu beteidingon, nachdem graf Rudolf v. Sulz sich an Hanns Wernher mm Weiher 
(Wyer) vergriffen hatte, worauf Junker Smahsinan berr zu ßappoltstein (Roppokz-) landvogt 
mit der rittorschaft und den stiidten im ßroisgau (Brisguw) Castelberg einnahm, dass schloss 
Castelberg an die herrscliaft Österreich übergeben wird unter der bedingung. dass der herzog 
von Österreich oder die seinen zwischen 1 4. juli und 1 1 , ttov. mit graf Rudolf und seiner 
Schwester fgralin Anna] t. Zoller n (Zolr) eine abrechnung halten sollen wogen der pfaud- 
schaft der 70uo gülden, wofür schloss und stadt Castelberg und Waldkirch (Waltkilch) mit 
ihrer zugehör dem grafen Herman v. Sulz sei. versetzt waren; und was dieser oder Margred 
von Hohenberg, seine geuiahlin selig, darauf versetzt hatten, solches sull an den 7008 gül- 
den abgehen und das übrige goM soll mau graf Rudolf und seiner Schwester herausgeben bis 
zur bezahlung der 7000 gülden und ihnen auch den ihnen gehörigen hausrat im schloss aus- 
folgen lassen. Sollte Uneinigkeit wegen derrechuung entstehen, so werden beide parteion zur 
entscheidung gebeten vor pfalzgraf Wilhelm, verseher und beschirmet- des hi. concils nnd 
Statthalter des röm. königs, oder M. Wilhelm .1 Hochberg oder bürgormeister und rat zu 
Basel. Bei saumigkoit des herzi'gs soll das schloss dem grafen Rndolf und seiner Schwester, 
bei säumigkeit der letzteren dem herzog übergeben werden. Ferner ist beredet, dass Hanns 
Wernher zum Weiber (Wyger) frei sein und mit graf Rudolf und seiner Schwester v. Zollern 
vor einem der genannten drei Schiedsrichter, vor welchen graf Rudolf oder seine Schwester 
kommoti, kommen soll, um zu erfahren, was ein teil dem andern zu thun schuldig ist. Die 
drei anfangs genannten teidingsleute schworen, diese berodung zu halten und siegeln. Uff 
mentag sant Margarethan tag. Enth. in eiuora zn Basel 1432. okt. 20 auf Veranlassung 
SmasmansvonRappoltstein ausgestellten imtarkitsrnstruraeiit, Or. Karlsruhe.— H. — Vgl. bie- 
zu auch anonymus bei Appenwiler: groff Rudolf von Suite hat Kastelberg zu pfände von der 
herrschaf von Oesterich; der dot Hans Wernher zu Waltkilch. Doramb zoch der lantvogt 
junchor Smaszman, der von Stoffen, die von Friburg und das land für das hus und gewunneus 
vigilia Margarete; do was er do gewichen gen Neckarlnirg (Xcckcr- nördlich Rottweil). Do- 
uoch bekrieg er die berschaf und schuf nütz, endliches, denue er grossen costeu hatte. Basler 
Chr. 4, 491. — ■ Die Kastelberger augelegenheit kommt noch wiederholt zur Verhandlung; 
zur sache ig!, man namemtlich den beriebt Smasmans v. R. an herzog Friedrich von Oester- 
reich vom 1 7. nov. in Reg. der M. v. Baden. — Über die persönlichkeiten vgl. register zu 
band I. 1293 






Wilhelm 1432. 



23: 




item avisentnr dominus h'cnmtenens domini proteetoria et cives, qnod noc dent salvuraconduc- 
tinn nisi de consensu et licencia socri concilii. Item quod scribatur domino duci protectori, 
nt super ista materia sit avisatus. Konzilsprntokolle bei Haller 1. c. II p. 1 70- Die Statt- 
halterschaft des M. Wilhelm erlosch ende des monats; am 26. Juli erscheint herzog Wilhelm 
zum erstenmal wieder in der konzilsaitzuug. 1. c. 177. 1294 

pfteger und meister des spitals dos hl. Geistes in Konstant bekennen, von frau Ehbeth M. von 
Hochberg etc. fran zu Bregenz den hof zu Boman (Bunau bei Woinfetden im Thurgaa) an der 
Thur gelegen als erbzinslehen empfangen zu haben gegen Verpflichtung zu 5 nmtt kernen, 
4 malter hafer Konstanzer niass und 2 if 10 fl jährlichen zinses. Cop. eh. Wink-rthur St.-A. 

1295 

fr. Johannes de Mulembrun au mag. Johann de Ragusio. . . . Htjrzog Wilholm möge in gemein- 
schaft mit den herrn vom konzil sich bemühen, dass schleunigst die geleitsb riefe der herren 
von Wirtemberg, der M. von Baden und IMhliu (sie, wohl leaefehler für Rötilin), des biachofs 
von Konstanz, der Stadt Basel, des herzogs Fridrich von Oesterroich, Jacobs Truchses- vun 
Waldburg n. a. für die böhmische gesandtsebaft nach Nürnberg in das haus des abts vou 
Ebrach oder an den pfarrer von S.-Sebald geschickt würden. Bei Johannes de Kagusio in Mon. 
concil. 1. c. p. 242. Vgl. auch p. 243. 1296 

(Sienai könig Sigmund an M. Wilhelm v. [n.itcluj und Sausenberg. Sein Zerwürfnis mit dem 
papste .sei entstanden, als er seinem »sobne« dem herzog von Mailand, der das riche in 
diesen landen vast enthalten hat, r.n hilfe gezogen sei; der papst, der mit Florenz und Ve- 
nedig im bundesei, bedrtnge. die reichsfinit'» Luceaund Siena: er(S) erwarte ausreichende hülfe 
für den nächsten sommer aus Ungarn, wolle den winter hier zubringen, um diese lande dem 
reiche zu erhalten ; »wann wo wir den nicke kerten, so bedarf in warheit kein römischer kunig 
mer fragen mit macht über gebirg zu ziehen, er wolle dann als ein gast reisen; so wer es 
ouch ein slag dem heiligen conciliu, wann die Walben, die es mit dem concil iu und uns halten, 
alsbald wir umbkerten, zu stund von dem concilio keren wurden.« Er hat daher M.Friedrich 
von Brandenburg und herzog Wilhelm von Baiern beauftragt bezüglich einer Verstärkung von 
2 — 3000 roitern einen tag zu berufen. Begehrt besenduug des tages und eingehen auf seine 
wünsche, »wann wir zu goto hoffen, das wir damit grosso sache schaffen wollen, wann die 
sache alhie also gestalt und die parthie so garmudesein,« dass man jetzt mit tausend mann 
mehr ausrichten kann als vordem und späterhin wenn die lande verloren gehen; zudem haben 
die leute jetzt friedlichen durchzog durch des von Meylon Innd. Mönchen. R.-A. ßeg. Alt- 
mann 9241. Desgl. an Frankfurt und die Städte der Wetterau. Druck Janssen, Frankfurt. 
RK. I, 378 ff. ßeg. Altmann 9240. 1297 

Mancz v. ltoggwil gesessen zu Kasteln bekennt, dass ihm Heinrich Schütter d. ä. bürger von 
Constanz bezüglich des zinses von 36 fl. rhein., welchen ihm der Johannitermeister in Deutsch- 
land graf Hug von Montfort, die M. Elisabeth v. Hachberg frau zu Bregeuz und graf Wil- 
helm v. Montfort herr zu Tettnmig jährlich an den vier temberfasten, genannt fronfasten, 
zu geben verpflichtet sind, anstatt des verstorbenen Töllczcr v. Schellemberg mitgülte ge- 
worden ist. Or. rab. cassiert. Innsbruck. P. 1140 nach freundlicher mitteilung des herrn 
archivdirektor Dr. Mayr. 1298 

M.Wilhelm macht für die dauer seiner abwesenheit als wir ietzund willen h and usser lande ■/.>• 
rittende« Adelberg von Baden zu seinem Statthalter und befiehlt seinen raten, amtlenten und 
dienern demselben wie ihm zn gehorchen. Stirbt der markgraf vor seiner röckkehr, so sollen 
Adelberg und seine rate seine Schlösser, lande nnd leute verwalten »nach unser kinden 
aller besten nutze nud nötdurfte.« Erledigte lehen soll Adelberg bis zu seiner rückkehr zu- 
rückhalten. Mitsiegler unser hmder gr. Johann v. Freiburg nnd Neuenbürg. Or. Karlsruhe. 
— F. — Erwähnt bei Sachs 1. 548, der obige Verfügung damit erklärt, dass M. Wilhelm 
in selbigem jähr herzog Friedrich von Österreich nach Wien begleitete. Darüber ist nichts 
bekanDt. 1299 

Bnsel an gr. Rudolf v, Sulz hofrichter zu Rottweil, seinen Statthalter und die urteil spreebor des 
hofgerichts. Ihre ratsgeseilen, die ritter Hans Rieh v. Richenstein und Aruolt v. Hatperg so- 
wie ihr bürger Hanns Schonkindt der junger haben sich über Vorladungen gerannter ihrer 
armleute nach dem hof zu Rottweil zum 30. September auf klage von Basels bürger Hans 



24 



Wilhelm 1132. 



Sagwar beschwert, und ebenso M. Wilhelm sowie andere ihre umbsessen über solche Vorla- 
dungen genannter ihrer annleute zu demselben tennin auf klage des obigen sowie Hans 
Schön kinds & ä., ebenfalls Basels bürgers; machen gegen solche Vorladungen ibre frei- 
heiten geltend, die ihnen eben erst könig Sigmund bestätigt hat, wovon sie durch ihren 
laufenden boten vidimus übersenden, und bitten um Zurückziehung der Vorladung, ebenfalls 
auch wegen der andern armleute, >so unsern herren und nachgeburen zugehorend, wand wir 
meinen t, die cleger unser burger davor gouant haben die sa eben uit wol bedacht, und inen möcbt 
darurab widerfaren, daz ineenitoben wer««, während ihre nachbarn ebenfalls bereit sind die- 
selben annleute an gebührenden enden zu recht zu stellen. Basel A. Urkundenbuch I fol. IS 
bis 16. — An Hottweil; bitte um fo'rdcruug des boten. Als unibsessen wird hier genannt mit 
namon irrtümlich anstatt M. Wilhelm sein vater M. Rudolf, ausserdem Junker Rudolf v. Ram- 
steiu. Desgl. gebot von Zunftmeister und rat an die beiden kläger, die klage zu Rottweil zu- 
rückzuziehen und an gebührender stelle klage zu erbeben 1. c. 1300 

M. Wilhelm v. Hochborg trifft den vergleich, dass die M. wittwo Anna v. Baden von ihrem söhne 
M. Jakob statt 150Ü ti. jährlich scbloss Hochberg und die zu don herrschaften Hochberg und 
Ilsenberg gehörigen dOrfor mit zubehor auf lebenszeit erhält. Der aussteiler, M. Anna and 
M. Jakob siegeln. Oh in duplö. Karlsruhe. — F. — Vgl. badische regesten. 1301 

Elisabeth M. v. Hochberg geborne v. Montfort und frau zu Pregentz an herzog Willialm pfalz- 
grafen bei Rhein und herzog zu Baiern. Ihr stadtauimau zu Pregentz Ulrich Eggar hat sich 
beklagt, dass ihn sein bruder Bartholouie Taldorf mit dorn hat Igen !'ry kuniggerichte vorge- 
nommen habe, ohne dass sie weiss, warum denselben sein bruder so liertenklich vorklekt hat, 
denn denselben Ulrich Eggar hubent min herr und vatter und ouch min frow und mutersaol- 
ger gedaechtnüss von jugent uff erzogen und hat ouch by iu und by mir allweut gewandelt 
und sich so treu erwiesen, dass sie nie etwas unredliches von ihm gesehen oder gehört hat; 
sie weiss auch nicht, dass er seinem bruder je etwas getban oder ihm etwas entwort oder 
vorenthalten bat, sondern dass sie allweut gütlich und als bruder mit einander gelebt haben. 
Bittet ihn daher, denselben Ulrich gnädig zu bebandeln und seinen güeten lümdenund seine 
l'riiiukiiit anzusehen, dass er gütlich von der sache komme und ihm das nicht verzogen and 
er förderlich ussgericht werde; denn er von amts wegen viel zu schaffen hat und nicht lange 
ausbleiben mag. Or. eh. ttÖMhen.R.-A. Hz. Willi. StattliyUersdiiiH-sK'-hen. — Am 9. okt. 1432 
hatten sich Hans v. Honburg vogt uud rate zu Pregentz in demselben sinne geäussert. Hier 
wird auch betout, dass noch in kurtzer zeit derselbe Taldorf bei seinem brudor in Bregenz 
verkehrt habe. 1. c. or. eh. Vgl. auch das zeugnis Fridrichs von Hewen fry, der sich eben- 
falls in derselben weise vorteilhaft über den lonmimd Eggers, speziell über dessen verhalten 
gegen seineu bruder äussert. 1. c. or. eh. Aus dem vorliegenden material geht hervor, dass 
Bartelme Talldurf anspräche erhob gegen Ulrich Egger wogen oines hofes zu Albikon und 
seinen bruder deshalb vor das heimlich gericht gen Westfalen gefordert hatte. Beide teile 
gingen dann aber bezüglich ihrer iweinug gänzlich hinder herzog Wilhelm und dieser wies 
den streit dat. Basel !432 oct. 16 vor den grafon Fridrich v. Toggenburg, von dem der 
hof za lehen rührte 1. c. 1302 

Smasmau herr zu Rappoltstein schlägt in seinem amtlichen bericht an herzog Friedrich von 
Oesterreich betreffs der anspräche Georgs von Geroldseck herrn zu Sulz und seiner gesellen 
um rückständigen sold aus dem kriego des beizogs wider den herzog Philipp von Burgund, 
als ihnen COO 11. durch Erhard v. Falkenstein (V-), pfleger zu Thaun, vertedinget worden 
sind, rechtlichen austrag vor einem der nach benannten, herzog Wilhelm v. Baiern protektor 
des concils zu Basel, AI. Wilhelm, den v. Tengen, seinen ohoimen v. Fürstenberg oder Caspar 
v, Kliugenbergvor. — H. — Der übrige teil dieses Imcb wichtigen verwaltungsbericbtsdesland- 
vogtes Smasman v. Rappoltstein wird in den badiseben regesten mitgeteilt werden. 1303 

Bertbold vom Stain zu Ro-nsperg, Hans Konrad v. Bödmen, beide ritter, und Friedrich v. Zipp- 
lingen derzeit bauptleuto und die gemeine rittorschaft in Schwaben mit SGeorgenschild Ur- 
kunden, dass SH von M. Wilhelm seiuen antoil an den kosten der ihnen von konig Sigmund 
gegebnen guldenen bulle erhalten haben, und versprechen ihm dieselbe nebst dem >abkünd- 
briefe', wenn er ihrer bedarf, auf einen irmnat zu leihen, doch uff tmstuug und Sicherheit in 
gostalt eines ent sprechen den roverses. Siegel der drei hauptleutc. Or. Karlsruhe. — F. 1304 




«pril 20 
23 



Wilhelm 1432—1483. 



25 



M. Wilhelm v. Hochberg vidimiert don vergleich zwischen M. Anna zu Baden wittwe, seiner 
i lieben Schwester, und M. Jak*jb zu Baden, seinem lieben vetter. vom gleichen tage and ver- 
spricht, wenn die dort vorgesehenen bedingungou zutreffen, die arkanden (badische regeäten 
1431 juli 12) aber die 15im golden leibgeding der II. Anna auszuliefern. Der aussteiler 
siegelt. Or. in dnplo Karlsruhe. — II. 1305 

(Senis in Tnscbcanien.) König Sigmund erneuert und bestätigt M. Wilhelm auf eine durch dessen 
botschaft vorgetragene bitte alle Privilegien. 2 or. Karlsruhe. Schöpfiin, HZB. 6, 181. — 
Citirt ZOO. N. F. 3, 444 nr. 687 irrig zn 1431 Altmann »331. — F. — In der Reichs- 
| registratnr J, 1»» zum 26. December (die veneria sequente post festum thome apostoli), 
I wo also post statt ante verschrieben ist. Sachs 1,548 hat den «ortlaut obiger Urkunde nicht 
gekannt und so kommt er zu der Vermutung, dass M. Wilhelm vielleicht kg. Sigmund auf 
I seiner reise nach Italien begleitet habe. 1306 

I Der markgraf von Baden, der von Röteln im gefolge Sigismunds zn Strassburg. Specklin. Collect. 
ed. R.Heuas 14,2fi0. — Von einem anfenthalt Sigmunds ist weder in diesem noch in dem vor- 
1 hergehenden oder folgenden jähre etwas begannt. Der herausgeber hat sich darauf beschränkt, 
die nutizen Specklins gedankenlos abzudrucken. 1307 

(Siena) M. Sigmund empfiehlt der fürsorge des M. Wilhelm v. Hachberg den Wilhelm v. Grünen- 
berg, dem er die cinlösuug des Schlosses Rheinfei dt; n nebst zuhehör von Hans und Frisch- 
hans v. Bodman >gegönnet« bat. — Desgl. an Bern. — Altmann »346. 1308 
Cuneman, Verweser des bubmeisteramts der Österreich, herrschaft zur zeit der landvogtei Smas- 
mans v. Rappoltstein, verrechnet: i K steiler zerung zuEnsisheim an Johanns Richensheim, 
gezahlt nm ein mahl für den M. v. Röteln, für seine hengste und et lieh knechte, als er bei 
dem landvogt zu h<>f ass, als der markgraf von Baden und er zu Sennbeim zusammen kommen 
sollten, hiess der landvogt bezahlen. Register Colmar B.-A. C. 2. Vgl. bad. regesteu. 1309 
Hans Waferman österr. amtmann zu Thann verrechnet Zahlung von 40 iL um Martini von der 
matte wegen (zu Sennheim) an den M. v. Bötein. Register Colmar B.-A. C. S85. 1310 
(Rinaw) Stephan Ruder frei, ländlicher im Kleggau anstatt gr. Jnhanns von Sulz landgraf 
daselbst, vidimirt auf bitten M.Wilhelms die inserirten urk. h: 837, «65 und unsere nr. 1306. 
Kopb. I08 b , 35'». Karlsruhe. — F. 1311 
Hans v. Licbtenfels vogt zu Badenwilr an Freiburg. Nachdem er am 13. april einen freund- 
lichen tag geleistet hat zu Freibnrg wegen etzlieher zweyung von seines weibes wegen mit 
seiner Stiefkinder vögten, namlkh mit Heinrich v. Müutzingen und Henman v. TottnÖw, und 
ihnen recht geboten hat auf frau Anna markgräfin zn Baden und zu Hochberg seine gnädige 
frau und ihre rate, danach auf M. Wilhelm v. Hochberg herrn zn Röttollen seinen gnädigen 
herrn und auf seine rate, auf Adel berg v. Baden, danach auf Bürgermeister und rate in 
Nüwenbnrg in Brissgöw. solche recht sie ihm alle abgeschlagen, worauf er ihnen aber aut 
dem tag recht geboten hat auf herrn Julians Riehen v. Richenstein , herrn Arnolten v. Rat- 
pcig rittere und auf Thüring v. Hallwilr vogt zu Büffach, das sie ebenfalls ausgeschlagen, 
dawider haben sie ihm recht geboten auf Cuneman v. Bolsenheim und Heinrich v. Nüwenfela 
und als er solches angenommen und Adelberg v. Baden als dritten wollte gesetzt haben, das 
haben sie ihm auch abgesch lagen. »Da mag ich nit gelassen, ich mfiss ettliche recht darümb 
suchen und anrüffen bisa uff die zijt das mir recht von inen widerfaren mag,« Or. eh. Frei- 
burg. 8t.-A. 99/4. Inhaltlich passt das regest am besten hieher unter die Hachberger re- 
gesten. 1312 
(Stouffcti) Berthold v. Staufen (Stouffen) und Heinrich v. Neuenfels (Nuweufeils) machen auf 
einem gütlichen tag zu Staufen eine richtung zwischen M. Wilhelm und Melchior v. Blumegg 
(Blömenegke). Melchior soll alle schuld- und andere Urkunden, die er von gr. Wilhelm v. 
Bregenz selig hat, herausgeben. Die name, die Melchior dem markgrafen zu Nenenweg (Nu- 
wenwege) gethan hat, soll abnndquit sein. Melchior wird auf ein jähr des markgrafen dianer 
and soll demselben mit seinem teil des Schlosses Wiflnegg (Wisenegke) gehorsam sein gegen 
100 rhein. gülden dienstgeld. Siegler: für M. Wilhelm Hans v. Neuenbürg (Nuw-) herr zu 
Vamergu. Adelberg v. Baden Statthalter M. Wilhelms and Erhard v. Neuenfels; Melchior v. 
Blumegg und seine vettern Lndw ig und Engelhard v. Blnmegg sowie die aussteller. Or. Karls- 
ruhe. — F. — Der gr. Wilhelm v. Bregenz war der M. Elisabeth vater. 1313 



IWgeilen ritt Miul(T! i("N 






26 



Wilhelm 1434. 



1483 

ang. 12 



(Rom) k. Sigmund gibt Basel zu einem schirmer ihres privilegierten gerichtsstandes den M. Wil- 
helm v. Baden, also dass der markgraf die dawider handelnden vor sich laden, in die festge- 
setzten peuo verurteilen und deren halben teil zu des kaisers handen stellen, die andere hälfte 
aber an Basel verabfolgen lassen solle bezw. die betreffenden iu die acht erklären könne. 
Basel steht es frei jetzt und zu ewigen Zeiten einen andern schirmer und richter zn nehmen. 
Or. Basel, st-urk. 1125. — F. — Vgl. Wien. Reichsregistratur K f. 28 — 29 : k. Sigmund 
setzt der stadtgemeinde Basel «zu einem richter und schirmer irfrevheit . . den wollgebornen 
marggraven Willem v. Hochberg lierren zu Botellen und zu Sussenburg unsere rate.« Alt- 
maun 9625. Mitteilung aas Wien. St.-A. 1314 

(in villü de R&nieres) hz. Philipp v. Burgund beglaubigt beim Baseler konzil archiepiscopnm 
Bothomagensem (Rouen). episenpos Cameracens. (Cambray), Coustant. (Coutauces), Autissio- 
dor. (Auxerre) confessarium suam, Cabilouensem (Chälons), Nivernensem (Nevers), abbates 
Cisterciensom (Citeaux), S. Sequani (St.-Seine), S. Eugendi (S.-Oyeu da Joux, auch S.-Clande 
bei Genf), Domno-Martino (Dommartin bei Boulogne); dominos Johannem com. de Friburg, 
Guillelmuui murchionem de Hochberg. Guidonem de Pontescisso (Pontaillier-sur-Saone) domi- 
num de Thalemer (Talmay), Gutibertum de Launois (Lannoy) dorn, de Willerwal {sr. de 
Villerval et Tronchines toison d'or),Joh.Doccors dorn. d'Elbay et de Eubeke milites et cam- 
bellanos, magistros Quintinum Menardi praep. S.-Audomari (S.-Omer), Johannen Viviani ar- 
chidiaconum de Belua in decretis, Johannem de Fruyno thesaurarium ecclesiae Bisuntinae in 
legibus licentiatos, Henricum de Ruppe praep. Lauaanensem decretorum doctorem, Johannem 
Gribova] archidiaconum Bothomagensem, Johannem Lavantage can. Cameracensem magistmm 
in mediana, Guidonem Serrarii bachalarium iu theologia secretarium nostrum, nm zusammen 
oder zn sieben seine geschalte wahrzunehmen, per dorn, ducem in sno consilio Dormes- 
sent. Marlene, voter. Script, amplissima collectio t. 8,635. Plancher, hist. de Bourgogne t. 4, 
175, der auch noch den abt von Moutier-St.-Jean erwähnt. Die heteilignng des M. Wilhelm 
an dieser gesandtschaft gewahrt einen fingerzeig, wohin die reise des markgrafen gegangen 
war und welche beziehungen er, jedenfalls dnreh Vermittlung seines vetters des gr. Hans 
v. Freibarg und Neuenburg, angeknüpft hatte. — Die glänzende botschaft hatte sich in erster 
liuie zu beschweren über die Vorgänge bei der concilssitzung am 17. august [in den concils- 
protokollen findet sich darüber nichts] , in der die franzüsizehen gesandten die erzbischOfe 
von Bourges und Tours sich beleidigend wider hz. Philipp geäussert hatten und die Burgun- 
der in dem ausbrechende» tuniult Verräter genannt waren; sodann hatte sie die forderung 
zn erheben, dass das condl die Vorladung des papStes auf drei monate verschieben möchte; 
innerhalb dieser zeit wollte der herzog sich durch eine botschaft an den papst am beilegung 
des zwistes /.wischen den beiden gewalten bemühen etc. Unmittelbar das deutsche reich be- 
rührte es, dass diese botschaft den Vorrang ihres herrn vor den kurfürsteu und deren Ver- 
tretern in den concilssitzungen geltend machen sollte. — Dum. Plancher, hist. de Bourgogne 
t 4 p. 175 — 76. Barante - Gachard, hist. des ducs de Bourgogne 1, 548. Du Fresne de 
Beaucourt, bist, de Charles VII, 1 , 509. Über die Sitzung am 1 7. august, namentlich über den 
raugstreit zwischen den knrtursteu und dem burgund. herzog vgl. das pro tok oll bei Haller II, 
465—66. 1315 

Ankunft der burgund ischen gesandtschaft in Basel: der Zeitpunkt lässt sich nicht feststellen. 
Dom. Plancher L c. t. 4 p. 176 erwähnt die feierliche einholung nnd den festlichen empfang 
der gesandtschaft seitens des hz. Wilhelm von Baiern und der kardinale. Am 18. September 
wurde das beglaubigungsscb reiben des herzogs von Burgund vor dem concil verlesen (Haller 
p. 483.) — Auf die Verhandlungen kann hier um so weniger eingegangen werden, als des M. 
Wilhelm dabei nicht gedacht wird. Bei der feierlichen erklärung der botschaft am II. Ok- 
tober, dws sie keine vollmacht hätten, dem suspeusimisdekret wider den papst zuzustimmen, 
war M. Wilhelm nicht zugegen. Haller 1. c. p. 500. Hingegen ist wohl anzunehmen, dass 
der markgraf am 2. Oktober zugegen war, als die gesandten in plena sessione concilii Basi- 
lionsis post eorum oracioneiu solenniter faetam cum omni reverencia et devocione supplica- 
runt eidem concilio, quod pro vitandis periculia et scandalis iufinitis dictum concilium digna- 
retur continuare et prorogare absque iunovacioue quacmique decretum super suspensione ab 
administracione papali contra dominum nostrum sumraum pontificem factum usque ad tres 
menses inchoandos a die respunsionis eisdem oratoribus fieudo, infra quos oratores pro parte 






Wilhelm 1433. 



27 



TUT 



eorum pi incipmu (der benage von Burgnnd und Savoyon) ufferebant ambasiatores destinandos 
ad dominum noütrum (den papst) ad supplicandum . . at dicto sacro concilio absolute et de 
piano dignaretur adherere. - . Beriebt eines ungenannten bischofs au den kardinal Orsiai. 
Druck Deutsche Reichstagsakten 11, 109. 1316 

Wenilin Ereman von Basel reversiert für sieb und seine gemahlin Ennelin Offenburg gegen M. 
Wilhelm v. Hachberg aber ibre belehnang mit gütern and gälten zu Grenzach (KrenU-), 
welche sein Stiefvater Hans v. Bühel und vormals Franz Hagendoru und Honraan v. Lörrach 
zu lehen getragen haben. Or. Karlsruhe. — F. — Vgl- b 991. 1317 

Otto marchio de Hochberg dominus in Büttelein Minima fratres conventuales semper prosecutus 
fuit benevolentia eique mnltiplices attribuit eleemosynas tum pro monasterii angmento tum 
pro congma fratrnm sustentatioiie; ecilesiam et eborum suis sumptibus restauravit et potia- 
simum ex tuiidamenUt reaedifieavit. 1431 resignavit episcopatum et se contnlit ad fratrnm 
conventum, quibuscum mensa in refectorio persaepe utebatur commnni, chorum etiam cum iia- 
dem frequentare solebat. Obiit 1433 die 1 5 Nov. relictis conventui pluribus henefieiis et cum 
ftinebri poinpa solemniter deportatus fuit ad cathedralem eedesiam, abi sunm obtinuit tu mu- 
tant piope murum versus aedes episeopales, gegen der pfaltz hinüber. » Jahrgeschieh te der 
Franciseaner in Baden* beiMoueQo, 3, 630.— Es liegt eine Verwechslung vor mit dem jähr 
seiner abdanknng. Vgl. die bistnmschrunik von Schultheiss (Dioecosanarchiv B, 56): Anno 
1433 umb Martini übergab bischoff Otto grauft Friderichen von Zoller, der ain Chorherr nnd 
seuger zu Strsssburg was, das bistum Costantz mit bewilgung des thumbcapittels. Diser bi- 
schoff gab Otten 2500 ff beller zujerlichemlibding. . Ott safczt sich zu Schaffhusen, aber über 
ain kurtze zit kam er wider her und koufft ain hns von Hainrichen von Hoff nebent der bar- 
füsserkirchen und macht ain thnr durch die mur und ain capele oder borkireben, das er mit 
ebenem fus darin kumen moebt. — Als bischoff Ott starb , hielt man im kain opfer und lüt 
man im nit, ob er glich wol im mflnster begraben ward, dan er alles verthan hat, . . und wurde 
elendgklich begraben. — Vgl. nr. 1 170. 1318 

gr. Fridrich v. Toggenburg graf zu Prättigau (Brettigo) und zu Tavass, gr. Johanns v. Frai- 
bnrg herr und graf zu Neuenburg und gr. Johanns v. Lupfen landgraf zu Stühlingen und 
herr zu Hohenack Urkunden, dass sie zwischen ihrem oheim nnd bruder M. Wilhelm v. Hoch- 
berg etc. eines- und seiner gemahlin M. Elsbcth anderuieils beredet haben wie folgt: 1. Die 
teile von Bregenz bürg und stadt, die Elisabeth zugehüren, die Schlösser Spiegelberg und 
Griesenberg sollen in M. Wilhelms gewalt gegeben werden und er soll sie im namen M. Eli- 
sabeths und anstatt ihrer beider kinder nutzen und messen, besetzen und entsetzen. Gegen 
die gr. Hermann und Stephan v. Moutfort sollen er und seine amtleute. die er dort einsetzt, 
einen burgfrieden beschwören. 2. Der markgraf soll die genannten schlösser ebenso wenig 
wie Zinsen oder gülten davon versetzen oder verkaufen dürfen ohne wissen und willen der 
markgräfiD. Will diesB aber Bregenz (-tz) bürg und stadt oder eines davon verkaufen oder 
versetzen, so soll sie es ihren vorgenannten vettern v. Moutfort zuerst anbieten und geben, 
wie die darum aulgerichteten briofe erweisen. 3. Nach dem tode des M. Wilhelm sollen die 
genannten schlösser mit allem Zubehör ohne einspräche der erbeD des markgrafen der mark- 
gräfin und ihren gemeinsamen kiudern zufallen, und demgemäss soll M. Wilhelm seine amt- 
leute anhalten zu schwören. 4. Hinterlässt der markgraf von der markgrafin keine leibes- 
erben, so sollen nach seinem tode alle, seine herrschaften ohne Widerrede der markgräfin 
seinen rechten nächsten erben anheimf allen, es wäre denn, dass er ihr etwas vermacht hätte. 
5. Sollte aber die markgräfin vor ihrem gemahl sterben and minderjährige leibeserben hinter- 
lassen, so soll der markgraf gewalt and nutzniessung der genannten schlösser haben, bis die 
kinder zu ihren tagen gekommen sind. 6. Geht die markgräfin vor ihrem gemahl ohne leibes- 
erben zu hinterlassen mit tode ab, so sollen die genannten schlösser ihren nächsten rechten 
erben zufallen ohne einspräche des markgrafen, es wäre denn , dass sie ihm etwas vermacht 
hätte. 7. Diese berednng soll vollkommen au sschli essen , dass fräulein Kungund v. Neuen- 
bürg, der markgräfin eheliche tochter, in dem erbe, das sie von ihrer mutter zu erwarten hat, 
und in ihren rechten geschädigt werde. — Die aassteiler als tädiugsleute, M. Wilhelm und 
M. Elisabeth siegeln. Or. Karlsruhe. — F. — H. 1319 




Wilhelm 1433. 



I Ba.se I) k. Sigmund setzt den M. Wilhelm t. Hochberg zu einem schirmer des freien gerichts- 
standes Basels ein und befiehlt ihm, auf anrufen Basel zu schirmen und zu raten. Gr. Karls- 
ruhe. Reg. ZGO. NF. 3, 445 nr. 702. — F. — Altmann 9866. Nach der Stellung obiger 
Urkunde in dar reiebsregistratur zwischen Rom 12. august 1433 und Ferrara 18. Sep- 
tember 1433 ist zu scbliessen, dass sie mich in Italien, wohl gleichzeitig mit der inhalts- 
glekhen ausfertignng für Basel (nr. 1314) euneipiert wurde; man datierte damals nur Basel 
als ausstellungsort vonttS, wahrend der räum für Zeitangabe unausgefüllt blieb. Mitteilung 
aas Wien. St.-A. 1320 

k. Sigmund verspricht seinem diener Ulrich Goldast v. Helmdorf, dem die gr. Eufemia v. öt- 
tingen geb. herzogin v. Münsterberg ihre forderung au Sigmund wegen Müusterberg abge- 
treten, die noch rückständigen 8000 fl. (300 hat er bezahlt) bis 1435 febr. 27 in Konstanz 
oder SchafThausen zn bezahlen. Bürgen und mitsiegler : M. Wilhelm v. Röteln , Thflring v. 
Aarbnrg freiherr v. Schenken borg, Jakob Truchsess v. Waldburg landvogt in Schwaben, 
Hans Konrad und Frischhanns v. Bcdmann, Burkart v. Humburg. Altmann 9898. 1321 

Hans Waferm3n gen. Slosser einnehmer des hz. Friedrich zn Thann verrechnet in Zahlung an den 

der merozenstor ze Tranbach (Trou-) 67 fl., von der matten 40 fl. Register 

Colmar B.-A. C885. 1322 

An dem rechte sind gesessen in dem streit zwischen biscb»f Otto von Konstanz und Hans v. 
Krenkingen gen. v. Wissemburg fryg, mit namen die bischöfe vun Regenspnrg nnd Augspurg, 
der von Ottingen, der lauugraf der v. Lupffen der allt, M. v. Rotl, gr. Hans v. Werdenberg, 
Jung v. Lupfen, Jakob Truchsess (v. Waldburg), Hans Nutthaft und Peter Rudolf. Die Par- 
teien lagen in streit wegen schloss Tiengen (Tüngen), womit bischof Otto den v. Krenkingen 
nicht belehnen wollte, weil der v. Weissenburg nicht des v. Krenkingeu leiblicher söhn, son- 
dern dessen schwestersohn war. Die sache war sowohl durch k. Sigmund als auch durch 
den landvogt Smasman v. Rappoltstein an hz. Wilhelm von Baiern zur rechtlichen Verhand- 
lung gewiesen worden. Couc. eh. München. R.-A. Herzog Wilhelms 11 1. Statthalterschaftssachen 
des concilii zu Basel. Am 23. december verkündete hz. Wilhelm von Baiern das urteil, in 
welchem dem v. Krenkingen der Urkunden- oäWZWgSQBtWBÜ Bafgogtben wurde, dass schloss 
Tiengen ein leben sei. In der betreffenden gerichtssitzung wird aber der gegeuwart des M. 
Wilhelm nicht gedacht. Eine reihe von aktenstücken über diesen recbtshandel bei Mone, 
Bd. 1 3. Vgl. auch Krieger, topogr. Wörterbuch unter Tiengen. 1323 

Andreas v. Wallbach (Waltp-) reversiert gegen M. Wilhelm v. Hochberg über seine belehnnng 
mit gülten zu Brunstatt, Ranzweiler (Bandolswilr) und Gebeischweii'r(Gi'bliswilr). Or.Karls- 
rahe. — F. — Vgl. nr. 1206. 1324 

die veneris XXV decembris 1434 . . circa horam primam post mediam noctem ante introitnm 
matutiuarnm in ecclesia majori Basiliensi domiiio imperatore existente in cathedra in habitn 
imperiali, dominis marchioucBrandeliurgonsi in habitu electoris septrum, Willenno daceBa- 
varie pomnm seu mundum et quodam milite gladium evaginatnm ante ipsum teneutibns, co- 
ram domino cardinali legato constituti domini niarchio de Rotten, Guillebertus de Lannoy 
dominus de Wyllerval miles, S.-Eugendi et de Dompmartino abbates ac prepositus Lausanensis 
(Nicndus Festi) ambassiatores dotniui dneis Burgundie. pereipientes banchain, super qnam in 
congregacionibus generalibus et actibus solemnibus sacri concilii sedere consneverant, fuisso 
subversam et amotam, requisiverunt prefatom dominum legatnm per Organum ipsius domini 
abbatis S. Eugendi, ut ipse dominus cardinalis legatns dignaretur providere, quod buiusmodi 
bancha reponeretur, ut sedes suas nt prius tenerent et haberent. Qnibus dominus cardinalis 
legatus respondit, quod de inandato sacri concilii hoc non fuerat l'nctum quodque ipse dominus 
nee alii vonerant ad locum sessionis racione seu causa concilii. ymino solum rogati 
et requisiti per dominum imporatorem. Tandem ipsi domini ambassiatores per Organum cuius 
supra expresse protestati sunt, quod hoc non preiudicaret nunc vel in futurum inri possessionis 
ipsins domini ducis, de quibus ipsi domini ambassiatores pecierunt a me notario (Petrus 
Brnneti) sibi fieri ad ruturaro rei memoriam instrumentum et instrumenta . . . Haller 1. c. 
II p. 541. 132."» 

Id depntacione pro omnibus leeta cedula que sequitnr: dignentnr sacre deputaciones deliberare 
super facto dominorum ambassiatorum contendencium in sessione locorum, an eipediat man- 



Wilhelm 1433—1434. 



29 



dare eis ex parte sacri concilii ut utraque pars supersedeat de veniendo ad ecclesiam majorem 
per ista festa tempore diviuorum oniciorum . . . dum dominus legatns vellet scnitari vota 
dominorum, quia agebatur de causa dnmim ducis Burgundie, rogavit abbatem de Dompno 
Martino, quod modicnm vellet eiire, dominus abbas reqaisivit quod akut ambassiatores do- 
miDorum priticipam electorum pridie fnerunt auditi , deputatio sacra de communibus vellet 
similiter audire dominos ambassiatores domini ducis Burgundie. Qua facta requisicione ad 
deputai'iouem venerunt domini abbas Cisterciensis , marchio de Rotten, abbas de Dompno 
Martino, Qilbertus de Lannoy miles, Johannes de Frnyno et prepositus Lausanensis. . propo- 
nentes per »rganam domini Gasparis (de Perusio) advocati, quod alias super aasignacione 
locorum suorum. visis attestaci'mibus trig-inta dunrum testium notabilium super hoc de man- 
dato sacri concilii examinaturum de possessione ambassiatorum domini dncis Burgundie in 
concilio Constancieiisi . eciam presentibus aliquibus dominis electoribus et ambassiatoribus 
aiiorum electorum plenissiine deponeutibus , absque eo quod aliquis aliquid de possessione 
dictorum electorum depo suerit, dictum concihum cum maxiraa gravitate et matoritate pronun- 
ciavit et declaravit, prout est omnibus notum. Idoirco supplicabant et requirebant ne ex hoc 
sequeretur scandulum, quateuus nulla eis Sat novitas. Et quia ambassiatores dominorum elec- 
torum ut dixerunt asserunt se esse spoliatos, obtulerunt . . ambassiatores . . ducis Burgundie 
se hodie, si placeret sacro concilio aut qu<xienscunquo placuerit, ciare demonstraturos, quod 
nullomodo 3unt spoliati. Admirabantar etiam , ymo turbabantur de dismpcione suarum se- 
dium heri facta, cuius auctoritate vel maadato nesciunt. — Das konzil erkannte im sinn des 
ersten antrages, die Parteien zu bitten, ut per ista festa velint abstinere a veniendo ad ec- 
clesiam majorem tempore divinorom et si non possint ad hoc induci partes, cessetur conci- 
liariter a divitiis et congregaeiünibus generalibas quodquo medio tempore tractetur concordia 
iuter partes. In der tbat wurde an diesem tage das feierliche hocbamt nicht gehalten in loco 
sessionis, ymo in chon> ecclesie per apum. Bituricensem (Bourgos.). Haller II p. 542 — 43. 

1326 

Ad factum dominorum ambassiatorum contesdenciam de sessione locorum . . visum est majori 
parti, qnod dentur deputaii, qui liabeant rogare partes , quod velint cessare de veniendo ad 
ecclesiam maiorem tempore quo divina coneiliariter celebrabuntur, usque ad festum epiphanie 
inclusive... Aliqui dicunt, quod circa, sessionem dominorum ambassiatorum dominorum elec- 
torum observ et ur karolina; item quod super hoc fiat decretum generale iuxta formam per 
dominum cardinalem legatum inhibitam ... Et ad rogandum ambassiatores domini ducis 
Burgundie fuerunt deputati . . episcopus Bellicensis (Belley) et abbas de Prulliaco (Prully 
a. d. Seine bei Montereau) . . Am 31. december kamen die erwähnten abgesandten des kon- 
zils, ausserdem magister Johannes de Ragusio zu den burgundischen gesandten, die im hause- 
des erabischofs von Ronen versammelt waren, und baten dieselben, an der zahl acht, im sinne 
des obigen koimlsbesehtussos. Die gesandten erklärten jedoch der aufifarderung des konzils 
nicht nachkommen zu können. Haller II p. 545. Xiher den anfang des Streites vgl. auch 
Joannes de Segovia IV. cap. 33 in Mon. concil. 2, 3fiG ff. und über die gefährliche Spannung 
im december I. c. VI C 36. 1327 

M. Elsbetha v. Hochberg gewährt dem kirchherrn von S. Peter und Paul zu Leutmarken, dass 
der kirche daselbst jährlich genannte gölte aus dem gute Höfen bei Griesenberg zukommen 
solle. Archiv Griessenberg, regest aus einem register des 18. jahrh, Züricher St.-A. Leut- 
merkeu und Höfen kt. Thurgau bei Weinfelden. 1328 

Beringer v. Landenberg, vogt zu Tiengen (Thün-), wird bärge für M. Wilhelm um 40 gülden 
gölte und Hrtn gülden hauptguts, wofür dieser seine stadt Sennheim an Eglin v. Mülheim ver- 
setzt hat. Qabolkhover Collect. 1, 334. Stuttgart. St.-A. — F. 1329 

M. Wilhelm stellt dem Wilhelm v. Friedingen einen schadlosbrief aus gegen Eglin v. Mullen- 
heim (Mulhein) um 40 fl. jährlichen zinses, die dieser vom markgrafen um 800 fl. gekauft hat 
auf die Stadt Sennheim nach des hauptbriefes inhalt, und gelobt, die 40 fl. zinses in Jahres- 
frist nach dem datum der Urkunde ganzaieh abzulösen und den v. Friediugen (Fryd-) der 
iiiitgültM-haft zu entledigen. Cr. Karlsruhe. — H. 1330 

(Basel) Hans Aiukürn an N'irdlingen, Die drei hauptWite von der ritterschaft mit sant Jorigenschüd 
sind angekommen und jetzt soll auch der herr von Wirtenberg kommen. Der forsten rate 



30 



Wilhelm 1434. 



TUT 



Jan. 23 



sind gar viele hier, aber der forsten lüczel , von weltlichen nicht mehr als dor M. v. Brann- 
berg, hl. Wilhallon, hz. Hainrich von Bayren, der M. von Oberbaden. Im konzil ist seit sechs 
wochen keine session gewesen , da man der kurfürsten und des hz. v. Bürgern; bo tschaft 
nicht überein bringen kann von des sitzens wegen, was dem kaiser gar wider ist, und er hat 
aller stadte boten dazu berufen und meint, es ginge uns alle von des reiches wegen au. 
Druck Deutscht» Reichstagsakten 11,218, wo aber im register irrtümlich der M. v. Ober- 
baden dem M. v. Baden gleichgesetzt ist. Der M. v. Baden war M. v. Niederbaden und da- 
zumal wohl kaum in Basel anwesend. Vgl. badische Begesten. 1331 

eadem die marcbissa de Baden redemit unum pulcerrimum iuvenem qui ad patibulum ducebi- 
tur. Die Protokolle des konzils bei Haller concilium Basiliense 3 p. 13. — Es liegt näht 
an die gemahlin des M. Wilhelm zu denken, dessen nahe beziehiingen zum concil feststehen, 
als an die gomnhlin des M.Jakob oder gar an die wittwe des M. Bernhard, zumal M. Wilhelm 
in den konztlsprotokollen und auch sonst nach Baden genannt wird. M. Elisabeth wird da- 
mals noch mit ihrem galten gelebt haben und öfter von Kfiteln nach Basel gekommen sein. 1332 
ChamMry M. Wilhelm nimmt teil im gefolge des hz. Philipp von Bnrgund an den festlichkeiten bei feier 
der Vermählung des gr. Ludwig von Genf, ältesten sohnes des herzogs von Savoyen, mit Anna 
Ton Cypern, tochter des kg. Janns von Cypern nnd seiner gemahlin Charlotte von Bourbon. 
Et seyrent ä la grand table, le cardinal de Cyppre, oncle de response«, la royne de Sezille, 
femme du roy I.oys, filledudit duc de Savoie, etpuis le ditduc de Bonrgongne, ton s trois au droit 

lez. Et ou niilieu fut assise 1' espousoe, et apres, le duc de Bar (Baue v. Anj le conte de 

Nevers et le damoiseau de Cleves. Et t la seconde table seoient le duc de Savoie, ie conte de 
Fribourg, le marquis de Salnse (Saluzzo), le marqnis Fribourg, le prince d'Orange (Johann 
v. Cbalons), le chanceiier de Savoie, et antres seigneurs et dames. Chroniqne de Monstrelet 
ed. Donet d'Arcq t. 5 p.82. — Da grafHans v. Freiburg hier besonders erwähnt wird, kann 
der marquis von Freibnrg niemand anders sein als des gr. Hans vetter M. Wilhelm. Es ist 
jedoch zu bemerken, dass der bei der hoehzeit anwesende burgnndische wappenkönig Jean 
Le Fevre sr. de St.-Remy in der ausführlichen erzählung seiner chronik ed. Morand II p. 2S7 ff. 
von der anwesenheit des M. Wilhelm nichts weiss. 1333 

Bilgen v. Heudorf (HoidorfT) gibt M. Wilhelm wegen mitverkanfs einer jährlichen gülte von 
30 gülden an Friedrich Rote zu Basel und dessen hausfrau Dorothea einen schadlosbrief. Or. 
Karlsruhe. — F. — Es ist auch die datierung sept. 23 möglich. 1334 

k. Sigmund bestätigt dem gr. Friedrich v. Toggenburg die 1431 okt. 12 erteilte erlaubuis. 
Altmann l o I (15. Vgl. hierzu die nacbricht der Klingenberger Chronik ed Henne p. 227 : 
>Als nnn diser von Toggenburg starb (1435 april 31), da hatt er sin wib, die was ain ge- 
borne gräfiinu v. Matsch, zuo ainem erben gemacht über all sin guot und über land und lüt, 
wan er nit naher erben hatt. und bat das getan bi sini'm lebendigen üb und etwa menig jar 
vor ee er gestarb, and hatt och des urlob und bestatung von dem römischen kaiser.« 
Sichtiger wird schon sein und stimmt mit dem kaiserlichen privileg überein, was Fründ in 
seiner chronik ed. Eind p. 3 berichtet, dass gr. Friedrich, ohne einen bestimmten erben ein- 
zusetzen, gestorben wäre. Dass die sogenannte erbverfügung zu gunsten seiner gemahlin 
nicht endgültig war und er sich vielmehr freie band wahren wollte, geht aus obigem pri- 
vileg hervor. Bei der auseinandersetzung der erben ist II. Elisabeth nicht berücksichtigt wor- 
den. Vgl. nr. 12R0. 1335 
!. Wilhelm v. Hochborg und Hanns Kich v. Riclieustein bm. und rat zu Basel Urkunden, dass, 
nachdem M. Wilhelm den von Basel die errichtung einer brücke über, die Wiese zwischen 
den dörfern Hüningen und Weil und die erhebung eines bescheidenen brück enge! des gestattet 
hat (nr. 1275), sie wegen der dörfer nnd leute, die ein fahrgeld zu Hüningen ehemals 
gegeben und es noch zu geben schuldig sind . nnd wegen des brückengeldes folgendes ver- 
einbart haben: 1. Alledörfer und leute, die ein fahrgeld vordem brückenbau entrichtet haben, 
sollen es auch in znkunff M. Wilhelm oder denen sie es zu geben verpachtet sind, entrichten, 
dagegen von dem brückengeld entbunden sein, mit ausnähme derjenigen, welche wein, holz 
und anderes aus der Stadt Basel uro lohn über die brücke führen. 2. will M. Wilhelm die 
unterstrasse zu Hüningen und den fusspfad daselbst, der vor der herberge über die Wiese 
ging, zerstören. 3. verspricht der markgraf, den weg und den graben vom Otterbach gegen 



Wilhelm 1434. 



31 



tut 



U16-20 ( 
jnni 17- 



die Wiesenbrücke bis an die grenze der beiderseitigen gerichte zu unterhalten. 4. Die von 
Basel sorgen für die Unterhaltung der brücke und weisen ihren huter an, den markgrafen, 
seine diener und amtleute jederzeit durch die schranken (»den graudel«) aus- and einzu- 
lassen. M. Wilhelm und Basel siegeln. Or. Karlsruhe und Basel, st.-urk. ] 137. Auch ent- 
halten in einem vidimus des bischöflichen ufficials von 1437 nov. 26; sodann abschriftlich 
Karlsruhe. Kopb. 49, 11 1; 59,297 ; 91,91. — F. — H. — Hierzu gehört auch Urkunde vom 
20. September 1434, wodurch der schultheiss von Basel den verkauf des vierten teils des 
fahrs zu Huningen an der Wiese an Basel seitens der vettern der Junker Friedrich u. Hanns 
Rot um 24 fl. mit Zustimmung des kl. Klingenthal beurkundet Or. Basel, st. urk. nr. 1152. 1336 

(Basel) k. Sigmund bestätigt seinem rate M. Wilhelm alle Privilegien. Or. Karlsruhe. Kopb. 49. 
fol. 68: 60 fol. 280 mit falschem datum. Druck: Schüpflin HZB. 6, 186. Regest: ZGO. N. 
F. 3, 445. Regest Altmann 10265. — F. 1337 

gr. Heinrich v. Fürstenberg (V) stiftet für sich und seine gattin Frene geb. v. Hochenberg und 
M. v. Röteln, weiland seine eheliche hausfrau, eine jahrzeit im kloster Neidingen. Förstenb. 
üb. 3 p. 165. 1338 

(Basel) k. Sigmund freit den gr. Hermann und Stefan v. Slontfort und der M. Elisabeth v. Hoch- 
berg ihre herrschaft Bnsgenz von allen fremden gerichtcn und erlaubt ihnen uubekannte ächter 
zu beherbergen. Wien. Reichsreg.K. 125. — ?.W.— Reg. Altmann 10316. Vgl.nr. 1270. 1339 

(Base!) k. Sigmund gibt dem M. Wilhelm v. Hochberg die dürfer Kilchen, Erringen und Enel- 
tingen für 250 mark Silbers zu pfandloben und verleiht dem r. Henman Offenbnrg, dem er 
überdies für treue dienste 200 11. verschreibt, das dorf Angst mit hober und niederer ge- 
richtsbarkeit für 100 mark Silbers, nachdem ihm r. Hans Rieb v. Richenstein die vier ge- 
nannten dörfer, von denwi Angst und Kirchen von könig Adolf den brüdern Matisen und 
Peter den Riehen von Basel verliehen worden, aufgesandt hatte. Ausführliche be Stimmungen 
über den steuerdienst. Wien. Reichsregistratur K. f. 138. Altmann 1041 1 identifiziert offenbar 
irrtümlich diese Urkunde mit der folgenden (nr. 1341); der text der reichsregistratur, der viel- 
leicht für Rieh ausgefertigt wurde, erschöpft das gesammte rechtsgeschäft. Es seheint nun, 
dass für die einzelnen beteiligten verschieden lautende auszöge ausgefertigt wurden : für Hen- 
man Offenburg das Basel, or. (Altmann 10410), für die einwohner von Äugst das Karlsruher 
or. (nr. 1341); die Ausfertigung für M. Wilhelm scheint verloren. — Mitteilung aus dem 
Wien. St-A. — Vgl. auch Offenbnrgs Chr. in Basel Chr. 5 p. 233 — Sodann liegt noch 
zum jähr 1434 ein regest des Innsbruck. Repert. 4, 7 90 vor, wonach k. Sigmund bewilligte, 
dass her Hans Reich v. Reichenstein seine pfandschaften der drei dörfer Kirchen , Erringen 
und Emeltingen M. Wilhelm v. Hochberg mit dem pfandschilling von 250 mark Silbers nnd 
das dorf Angst mit hohen nnd niedren gerlchten an Henman Offenbnrg um 100 mark über- 
geben hat — v. W. 1340 

k. Sigmund bestimmt, in welcher weise sich die einwobner von Angst gegen ihren derzeitigen 
pfandherrn Henman Offenburg verhalten sollen, nachdem von den ehemals den Riehen v. 
Richenstein verpfändeten dürfern Kirchen, Erringen, Eiuieldingen und Angst die drei ersten 
au M. Wilhelm v. Hochberg, Äugst aber an Henman Offenburg versetzt worden ist. Or. Karls- 
ruhe. RegeBt ZGO. N. F. 3, 445. Altmann 1041 1. — H. 1341 

k. Sigisovund nimmt das kloster Clingental predigerordens zn minren Basel in seinen schätz 
unter bestatigung seiner Privilegien nnd gebietet sonderlich den landvügten nnd amtleuten 
im obern Elsass und mit iiamen zn Lauser und Ensisheim und auch dem M. Rudolf zu Hoch- 
burg herrn zu Rütteln und zn Suszenburg und allen die der land harren sind, priorin, convent 
und kloster zu schirmen. Or. Basel. Klingentbai urk. 1904. — Cop. eh. coaev. Colmar. rich- 
tung 562. Unvollständiges regest Altmann 10406. Nach R. Wackernagels freundlicher mit- 
teilung hat auch das or. falsch M. Rudolf statt M. Wilhelm. 1342 

M. Wilhelm als abgesandter bz. Philipps von Burgund bei k. Sigmund. Vgl. nr. 1 344 — 45 sowie 
1350 n. 1355. 1343 

(Ulm) k. Sigmund an kg. Heinrich von England und Frankreich herrn von Irland. Rechtfertigt 
sein bündnis mit dem erlauchten fürsten Karl (Karl VII. von Frankreich) und anderen wider 
hz. Philipp von Burgund, der sich weigert von ihm seine lehen zu empfangen und mehrere 



32 



Wilhelm 1431. 



juli 14 



dem reiche huiragftfnllnr iürstentümer und herrsc haften in den Niederlanden (in inferioribus 
partibus Alanianie, nämlich Holland, Seeland und Friesland) und etliche, die k. Sigmund 
kraft erbrecht zugehörig sind, widerrechtlich in besiti genommen hat .. . Dum de partibus Vtalie 
ad sacrumBasilicnse cone-ilium veniremus, ipsum ducem itenim per medinm oratorom suorum 
roausuete ad racionahilia rcplicatis vicibus requisiviraus et ultimo, dum aliqui ei suis oratori- 
bus in civitate Badensi nobiscum constituerentur, nus ad plns quam equa clementer obtuli- 
mus.. Nil tarnen.. 1 mm, in it. i.- nostra apud ducem ipsnm profnit. Druck D. BTA. 1 1 nr. 216. 
In demselben sinne juni 21 an hl, Amadens von Savoyen, juui 22 an Strassburg, Frankfurt, 
Mete and die stände des Lütticher landes. Druck 1. c. nr. 217 — 18. Vgl. auch Altmann 
10532. Das betreffende bündnis mit kg. Karl von Frankreich vollzöget! von kg. Karl dat. 
1 434 hui ! 8 Vienne RTA . 1. c. nr. 215, vollzogen von k. Sigmund am 1 7- juni , Altmanti 
1D512. Dass unter den hier erwähnten gesandten liz. Sigmunds M. Wilhelm war, ergibt sich 
aus der deckschrift zur begründung der ansprücbe hz. Philipps auf das herzogtum Brabant, 
in der es heisst, nie hz. Philipp an den kaiser zur zeit seines aufenthalts in Basel ses fcauli 
conseillers et chambellans- cotnme reverend pere en dieu de Nevers, Jehan comte de Fribonrg et 
de Noefcbastol, Guillaume marqnis de Hochberg le seigneur de Rinchelyngue et autres nota- 
bles clers seigneurs et Chevaliers en bon nombre geschickt habe , aber der kaiser habe sie 
nicht hören wollen nnd sich geweigert den herzog zu belehnen. RTA. 1. c. nr. 219'. Vgl. 
nr. 1345 sowie 1350 u. 1355. 134^ 

(Bruxelle) hz. (Philipp) TOB Bnrgund an M. (Jakob v. Baden). Der kaiser hat im juni in Ulm mit 
dem Dauphin (Karl VII.) oder dessen gesandten ein bündnis gegen ihn geschlossen, seine va 
Süllen und unterthanen aufgefordert, ihm keine bilfe zu leisten und einige reichsstände zui 
kriege gegen ihn aufgeboten unter dem rorwande, dass er den lehnseid für seine reichslehen 
verweigere' und Herrschaften, welche dem kaiser sowohl ex devolndune als nach erbrecht ge- 
hörten, widerrechtlich innehabe, klagt über den kaiser, der sich mit dem mörder seines vaters 
verbinde, obwohl er durch seine räthe und kämmerer (»consiliarios et cambellanos«) gr. Jo- 
hann v. Freiburg und Neuenbürg und M. Wilhelm v. Hochberg herrn v, Bötein (Buthclingen) 
und andere gesandte sich erboten habe, den kaiser bezüglich seiner reidisluhou als seinen 
herrn anzuerkennen und bittet, dem kaiser nicht gegen ihn beizustehen und den hurgundi- 
schen kauHeuten und unterthanen in seinem gebiet sicheres geleit zu gewähren. Edmund de 
Dynter, Chronica ducnm r.otharingiae et Brabantiae, ed. de Ram 3, 508. — Die adressen der 
fürston nnd stadte, an welche der hz. v. Burgnud in dieser sache schrieb, folgen bei Dynter 517 
erst nach einem zweiten undatierten schreiben, das im wesentlichen gleichen inhalt hat und 
ebenfalls M. Wilhelm erwähnt. Vgl. Aschbach. Gesch. K. Sigmunds 4, 1 8 1 ff. — F. — 
RTA. 1. c. nr. 220 in ansfertigung au hz. Adolf v. Jülich nnd Berg gr. v. Ravensherg j desgl. 
an Frankfurt, Köln, Nürnberg. In dem text der RTA. werden neben Ruthelingen noch die 
Varianten Ruchelingen und Ruthelingen verzeichnet 1345 

Lecte fuerunt litter« credenciales domini imperatoris in personas domini Georgii Fischel militis 
et domini Gregnrii Hemburgh doctoris, Cuius domini Gregorii rreilenciafuitprimo recommen- 
dacio ipsius domini et rei stio publice. Secnndo quod ipse in brevi missnrns est pro protectore do- 
minum marchionem Badeosem . . . Protokolle des konzils zu Basel bei Haller, Concilinm Ba- 
siliense 3,184. — Da k. Sigismund in der that M. Wilhelm zum protektor des concils er- 
nennt (nr. 1387), ist klar, dass er der marchio Badensis ist. 1346 

M. Wilhelm v. Hochberg beredet zwischen schultheiss und rat von Baden im Aargaa (Obern 
Baden) und Lienhard Riser von Ulm, der die erstgenannten vor Henny v. Förtl freigraf zum 
Volmarstein (Folmeinstein) der heimlichen gericlite zu Westfalen geladen hatte, anstrag ihrer 
spanne durch r. Johann Rych v. Rychonstein als obmann mit gleichem zusatz der parteien, 
nämlich der edlen Junker Rudolf v. Ramstein herrn zu Gilgenberg nnd Junker Thüring von 
Aarburg herrn zu Schenckenberg von der von Baden wegen nnd des r. Heinrich v. Barn stein 
und Dietrich's Anman altschnltheiss zu Basel von Risers wegen. Inseriert einem vidimus von 
vier westfälischen freischöffen von 1435. Arch. für Schweiz. Ge3ch. 3 (l«44), 302. — F. 
— Druck Welti, Urkunden der Stadt Baden p. IIIG5. 1341 



, Hanns Rieh v. Bichenstein, der in dem streit zwischen Obern Baden und Lienhart Riser von 
Ulm durch M. Wilhelm v. Hochberg zum obmann gesetzt ist, bekundet auf bitte Badens, dass 



Wilhelm 1434-1435. 



33 



-BSJ- 



de,.-. 21 

bis 1435 

inni 24 

1435 

15 bis 
febr. 7 



Hartman Smidt von Baden von Schultheis und rat von Baden wegen Lienhart Bisers klage 
und nachklage, die derselbe Lienhart Eiser ihnen in gesehrift übergeben hatte, überantwortet 
hat; aber derselbe Lienhart Biser hat ihm der von Baden autwort ond nachantwort nicht 
übergeben. Ebenso hat ihn Hartman Smidt heute gebeten tag zu setzen, während von Biser 
deshalb an ihn nichts gekommen ist. Druck Welti, Urkunden der Stadt Baden 2 p. 1087. 
Die autwort Badens 1434 sept. 20 1. c. p. 1067 — 1073; die Widerrede Bisers vom 29-sept. 
p. 1073 — 1077, nachrede Badens p. 1077—1085. Der name des freigrafen ist Hsnnig v. 
Voerde. Vgl. Lindner, Die Veme p. 80. 1348 

Hans Wilhelm v. Friedingen (Frid-) gibt M. Wilhelm für eine bürgschaft gegen Ludwig Vincke 
kaplan des Basler domstiites wegen einer jährliehen gälte von 15 golden gekauft für 300 lt. 
einen schadtosbrief. Or. Karlsruhe. — F. 1349 

(Freiburg) k. Sigmund an 1'Yauklnrt. Nachdem der herzog von Burgund solche gel eich und recht 
enbieten, die er zuletzt den bnrgundischen treten zu Baden clerleich offenbarte , nicht ange- 
nommen hat, bat er sich genötigt gesehen sich mit dem könig von Frankreich zn verbinden 
und dem von Bnrgundi fehde angesagt und gebietet ihnen, demselben ebenfalls abzusagen. 
Verwahrt sich auch gegen die beschuldigung des herzogs von Burgund, dass er solchen bund 
mit Frankreich um geldes wegen geschlossen und damit wider den kflnig von England ge- 
than habe. Seine gegenüber England eingegangenen Verpflichtungen gedenkt er zn halten 
ond hat sich mit Frankreich nicht anders geeint als um hälfe, des reiches lande einzubringen. 
Der fehdebrief k. Sigmunds ist [1434 c. dec. 8, Fressburg] Altmann 10986. Beg. Altmann 
10987 — 10990 zum 8. bez. 10. dec. Ad Strassburg, Metz, stände des Lütticher landes. 
Druck Janssen, Fraukfnrt BK. 1,404 nr. 745. ETA. 11 nr. 287. Die gefahr des kriegs 
wurde für die bnrgundischen und österreichischen grenzlande oberhalb nnd unterhalb Basels 
entfernt, indem der kaiser [c. 1435 Mai 24] dem konzil versprach frieden zu halten und 
demnach alle fei ndseligkm teil gegen den herzog von Burgund, um Störungen des konzüs 
zn vermeiden, verbot. ETA. 11 nr. 295. ALtmann 11107. 1350 

(Dijon) hz. Philipp bevollmächtigt seine gesandten, den erzbischof von Bouen, die bischöfe von 
Outances, Chiilons nnd Nevers. den abt von Citeaui, gr. Johann v. Freiburg nnd Neuenbürg, 
Wilhelm herrn de Hooleberg M. de Kiitlieling und Znssemberg und meister Johann de Fruyno, 
bis zu drei, so jedoch dass immer aus der zahl der tfitthSfe von Chi'ilous und Nevers nnd des 
gr. Hans v. Freibnrg einer dabei sei, Verhandlungen mit den gesandten des Dauphins vor dem 
konzil nnd sonst in Basel behufs herbe iführnng eines allgemeinen friedens zq führen. Martene, 
ampl. coli. t. 8, 785. Dom. Plancher l. c. preoves nr. HG mit dem vermerk: Lecta in ge- 
nerali congregatione, die veneris vigesima sextaMart- 1435. Von defieaueonrt citiert 3, 514 
mit falschem datum dec. 17. 1351 

i Hans Waferman verrechnet in seiner jahresrechnnng für hz. Friedrich IV. von Oesterreich zah- 
1 lung von 67 fl. nff der merezestür [zu Traubach] an den M. v. Eöteln. Begister Colmar B.- 
I A. C 885. 1352 

i M. Wilhelm (le marqnis de Rothelin) begleitet hz. Philipp zu den frieden sverhandlnn gen mit 
I den gesandten des köuigs Karl VII. von Frankreich zu Nevers. Et apres ces jours passes 
1 (Weihnachten und drei könige zu Dijon) lui (hz. Philipp) tres grandement aecompaignie du 
ii. nie de Nevers, du marquis deBostelin, de son nepveu de Cleves et de pluiseurs auttres no- 
tables Chevaliers et escuyers, avec grand nombre de gens de guerre, si tira . . ä Nevers. Chr. 
de Monstrelet ed. Douet d'Arcq t. 6, 107. Ygl. de Beancourt 2, 515 — 517. 1353 

(Basel) Konrad v. Weinsberg fordert im anftrag des kaisers [1435 jan. 4 Pressburg] alle, die 
vom reiche leben besitzen und diese nicht vom kaiser empfleiigen und sich nicht haben bestätigen 
lassen, in den bistümeni Basel und Strassburg und in den kreisen und gebieten der lande 
Elsass, Breisgau und aller eidgenossen nach Basel vor auf den 5. juni , dort zu warten bis 
zum 24. juni, um ihre lehen- and Pfandbriefe verlesen zu lassen, damit an den tag komme, 
welche lehen und pfandschaften rechtlich erworben und hergebracht , welche verkauft und 
versetzt und welche pfanduhafien teurer, als sie ihren besitzern stünden, versetzt und ver- 
■ kauft seien. Eeg. ETA. 11 ad nr. 298. fit so han ich Johann Gerwer] dem margraven von 
I Botel [seinen brief geantwert selber] 1. c. nr. 298. 1354 



Ktf HHn der ttirkfnfcD 



84 



Wilhelm 1435. 



man 13 
bis 19 



april27 



hz. Philipp v. Burgund rechtfertigt sich bei forsten und Städte gegen die anklage k. Sigmunds : 
per nobile» cainbellanos et consiliarios nostros comitein Friburgi et marchionem de Hochberg 
(Hoghbergis, Holbergii) dominum de Rotlieliu (Rochlio, Rutheliugeu) aliosque nostros so- 
lennes ambassiatores habe er sich zu allem erboten, was er für seine herrscbaften dem reiche 
schuldig sei. Druck ETA. 1 1 nr. 28ö. 1355 

gr. Hans v. Lupfen des h. röra. reiches hofrichter gibt seinem tochtcrmann gr. Heinrich V- v. 
Fürstenberg, der sein mitgült geworden ist, als or seinen söhn gr. Eberhard v. Lnpfen der 
grafin Kunigunde v. Nellenbnrg, gr. Eberhards v. Neuenbürg selig tocbter (von gr. Elisabeth 
v. Montfort-Bregeuz) , vermählt und sie nin morgengabe and Widerlegung »bewiset bat«, 
einen Schadlosbrief. Reg. Fürstenberg. Üb. 3, p. 170. Gr. Heinrich V., der schwager M, 
Wilhelms, hatte in dritter ehe grafin Elisabeth v. Lupfen geheiratet. 1433 nov. 27 (nr. 1319) 
ist Kunigunde v. NeUenburg noch fräulein ; nach diesem Zeitpunkt wird die ehe also erfolgt 
sein. M. Wilhelm stand also erst im 30. lebenswahre, als or bereits stiefsch wieger vater wurde, 
während seine gemahlin doch wohl das vierzigste lebensjahr bereits überschritten hatte. 135U 

it. meister Andres reit gun Brisach, als uns unsere fninde von Sletzstatt umb unsere erbere hott- 
schaft daselbs by inen zu habend gebetten hattent, da sie tagetent mit unserr frouwe der 
marggrevyn von Hochberg, costet in allem 7 li %. Kaufliausbuch 1434/35 p. 44. Coluiar. 
Stadtärch. — Es kann auch M. Anna, die Hoi'hbiTg als Wittum inne hatte, gemeint sein. 1357 

nobiles de Germania tenentes captivum Johaunem de ürlandia, aBsistentibus sibi marchione de 
Hnbeüng et comite de Longo et pluribus aliis nobiiibus, per Organum magistri Önillermi de 
Constancia proposuemnt (apud rongregacionem generalem concilii) cansas, propter qnas dic- 
tum de Orlandis captivarunt. .Mitteilung von Haller, jetzt Haller, concil. Basil. 3, 354. Nach 
den vielen merkwürdigen namenslurmen für Hachberg in lateinischen texten wird man sich 
auch über diese form nicht wundern, und man wird dann unter dem gr. de Longo einen der 
graflichen brüder v. Lupfen vermuten dürfen, denen M.Wilhelm ja nahe stand. Wer die 
nohilcs de Germania sind , erfährt man aus Altmann 11114, indem k. Sigmund am 7. juni 
Jakob Truchsess v. Waldbnrg in contumaciam verurteilte, weil er den in kaiserlichem geleit 
reitenden kaiserlichen diener Johann v. (Irland gefangen genommen und noch nicht ans der 
haft entlassen habe. Nov. 3 befiehlt k. Sigmund dem hz. Wilhelm v. Bayern, die loslassung 
seines auf der reise nach Italien befindlich gewesenen dieners Johann de Eolandia, der bei 
Waldsee von Jakob Truchsess v. Waldburg gefangen genommen nnd seiner habe beraubt 
worden war, sofort herbeizuführen. Altmann 11318. Demnach werden beide persönlich- 
keiten wohl identisch soiu, und Johann v, Orland entpuppt sich als Bartolus Joannis de Or- 
landinis, mitglied der Signorie zu Florenz (UTA. 11 register). — Unsere Vermutung wird jetzt 
als richtig bestätigt dnrch die konzilsprotokolle bei Haller 1. c. IIL 1358 

Wallraf v. Mßrß bestätigter postulaet zu Utrecht, r. Henman Offemburg , Dietrich Snrlin nnd 
Conrat v. Loffen, alle vier freisihöfTeu des heimlichen gerichts zu Westfalen, vidimieren auf 
bitte Badens den anlassbrief des M. Wilhelm (nr. 1347). Die aussteiler siegeln. Druck 
Welti, Urkunden der Stadt Baden 1093. Vgl. hierzu die erklärung der vier schiedleute 
Rudolf v. Ramstein, Thnring v. Aarburg, Johannes Gernolt v. Odenhan des geistlichen hofes 
notar zu Basel und Walther Zeiss v. Wissenburg burger zu Germersheim, alle frei schöllen 
des heimlichen gorichtes zu Westfalen, vom 18. december 1434, dass sie nicht berechtigt 
sind den Streitfall zwischen Lienhart Riser und Baden zu entscheiden, da der anhab und Ur- 
sprung der sachen gantz geistlich ist und hiebt, büß und die sele angat und noch gegen- 
wärtig un ausgetragen vor dem konzil hängt, 1. c. p. 1090. Diesen Schiedspruch vidimieren 
am 25. april 1435 die freischoneu Wilhelm v. Grünenberg und Henman Ollenburg rittere, 
Hans v. Flachslanden and Othman zem Houpt L c. p. 1092. 1359 

Hanns Howenstein sesshaft zu Frauenfeld, leibeigner der fran Elzbet M. v. Hochberg geb. v. 
Montfort und fran zu Pregencz , der sich mit der ungenosschafft elich vermischt und sich 
ohne erlaubnis der herrsihnft in die Stadt Frauenfeld gesetzt hat, hat sich darauf mit seiner 
herrin gesetzt und vereinbart um 22 ff pfennige, die er bar gezahlt hat; ausserdem soll er 
jährlich 12 ß -$ ze stur sowie ein halb pfund pfeffer und einen tagwan richten, und nach 
seinem tode soll der M. das best hopt ze todval anheimfallen nnd dem amman seine recht ge- 
wahrt bleiben, wie das alles der brief, den er darüber von der M. hat, besagt. Obige 1 2 ß ^ 



Wilhelm 1435. 



35 



14:K 



und das halb pl'mnl pfeffer soll er jährlich auf Martini geben and jedes jähr einen tagwan 
auf mahnung ausrichten. Nach dem tode seines weibes fällt das halbe Ü pfeffer weg; Dach 
seinem tode sollen seine erben ausser oben genannter belastung nicht weiter bekümmert wer- 
den ; er selbst darf ebenfalls nicht weiter zn steuern und diensten herangezogen werden. Bei 
nichteinhaltung obiger Verpflichtung zahlt er jeweilig eine mark Silber strafe und trägt die 
kosten- Stadtsiegel von l'rauenfeld. Or. Thnrgau. Kantonalarchiv zuFrauenfeld Fischingen. 1360 

Cracht Stecke drost zu Wetter und zu Blanckensteyn, Herman van den Vairste burggraf zu 
Volmestene, Berndt Overacker bargmann zu Wetter, Johan van dem Vairste Hermans söhn, 
Heyneke van Voirde freigraf zn Volmestene, Hinrich van Lynne freigraf zu Bodelswinge und 
Berndt van den Broieke richter zu Wetter bekennen, dass genannte bevollmächtigte der Stadt 
Overeu Baeden und Lenart Riser übereingekommen sind vor ihnen vor dem freien stuhl der 
bürg zu Volmesteoe, da die sachen sich in dem hemelicheu gehöhte nicht geboren törichten, 
ihre Streitsache mit dem rechte durch M. Wilhelm v. Hoichbergen herren zn Botelen u. Susen- 
berg entscheiden zn lassen. Die ausstellet siegeln. Druck Welti, Urkunden der Stadt Baden. 
1096—97. 1861 

Strassbarg vereinbart von solcher Feindschaft zwischen Basel und Heincze v. Mdlnheim wegen 
mit hülfe des M. Wilhelm und im beisein des ritters herrn Hanneman Offenburg im namen 
I der stadt Basel und des v. Mnlnbeim einen frieden bis juni 1 2. Dazwischen sollen beide par- 
1 teien nach Strassburg kommen auf bente montag über 8 tage zu nacht zu einem gütlichen 
tage. Die gefangenen, geschätzet oder nicht, sollen bis aasgang des friedens in redelicher 
gefangenschaft bleiben, falls nicht auf dem gütlichen tag die sache abgetragen wird. Or. Ba- 
seler Briefbuch IV nr. 132. — F. 1362 

M. Wilhelm v. Hochberg bekennt, dass ihn Clingelfüss und Hartman Schmid bürger zu Obern 
Baden im namen der Stadt am heutigen tag gebeten haben , sich gemäss dem freigräflichen 
sprach mit ihrer Streitsache mit Lienhart Ryser zu beladen. Druck Welti, Urkunden der Stadt 
Baden 1096—97. 1363 

Kourad v. Weinsberg reieuserbkäiiimerer nrkundet, dass ihn k. Sigmund beauftragt habe nach- 

I zu forschen, wer seine reichslehen und p fand schuften noch nicht empfangen habe , und dass 

, ihm M. Wilhelm zu Basel Urkunden über seine belehnung mit seinen reichsieben , mit dem 

pfandieben einiger dorfer und mit den leiten seiner gemahlin Elisabeth v. Montfort vorgezeigt 

habe. Or. Karlsruhe. — F. — Vgl nr. 1 364. 1364 

Klag und ansprach der Stadt Baden in Ergöw an Lienhart Riser von Ulm, darum sie nach In- 
halt eines versiegelten briefes vor M. Wilhelm v. Hochberg gewiesen sind. Die Stadt begehrt 
kehrung wogen der beschuluigung Bisers, AtM sie den Strasser in ihrem geleit ertränkt habe, 
und unterwirft sich in dieser hinsieht dem, was der M. zum rechten erkennen wird. 1366 

Baden antwortet auf die vier klageartikol Lienhart Riser's von Ulm: l) dass die Stadt sich ge- 
weigert habe ihn wider den lentpriester Johannes Sluder zu Baden zu schirmen, >damit wir 
eid und ere übersehen habind.« Antwort: die sache, darum ihn der lentpriester vornahm, sei 
eine geistliche gewesen und berührte das Sakrament der bricht und busse, weshalb der Stadt 
nicht gebäre sie vor sich zu ziehen ; sie hätten ihm aber geraten dem lentpriester zu ge- 
horchen, wan er inn doch anders nitt wise noch lere dann recht tun. Die Stadt meine daher, 
ihm gar nichts im rechten darauf zu antworten zu haben und dass der M. erkennen werde, 
dass Riser sie mit unrecht ihrer ehren schuldige und ihr deshalb wandel thun solle. 2) Die 
stadt habe ihn verwiesen. Antwort: Da sie sich der geistlichen sache nicht unterziehen und 
ihn nicht wider geistlich recht, Ordnung nnd gesatzt der h. Christenheit schirmen wollten, habe 
er sich aus eigenem antrieb ans der Stadt gefügt und sich selbst vertrieben. 3) Die Stadt habe 
ihn gröblich an seiner ehre beschuldigt. Antwort: er habe die Stadt mündlich und schrift- 
lich verklagt vor viel frommen herren ; dawider haben sie sich verantwortet und von ihm 
geschrieben als einem ungehorsamen bürger. 4) Die Stadt habe ihn zu grossen kosten und 
schaden gebracht. Antwort: den schaden, den er gehabt, habe er sich selbst dnreh seinen 
mutwillen und ungehorsam zugezogen, wohl aber habe er die Stadt zu kosten, mühe und arbeit 
gebracht. Das setzt die Stadt zu rechtlicher erkenntnis durch den M. Schultheiss Ulrich 
Klingelfuss siegelt Druck Welti, Urkunden der Stadt Baden 1098—1100. 1366 



36 



Wilhelm 1435. 



M. Wilhelm gelobt, dass er die stadt Basel and einige ihrer ratsgesellen, welche ihm gegen 
Rudolf Wege n stelle ii, Else Kliuweler and deren tochtersohn Hans Veithein , Agnes zu Frö- 
denow und deren tochter Else Liesperg für 1 000 gülden hauptguts mit Schuldner, beziehungs- 
weise hflrgen geworden sind, bis zum 25. jnli wegen vorgenannten hauptgutes und der Zinsen 
ledigen wolle. Or. Basel, st. ark. 1165. — F. 1367 

M. Willielm verpfändet den Basler bfirgerinnen Agnes zuFroidnöw nnd ihrer tochter Else Lies- 
pergin 1 rhein. goldgulden jährlichen zinses von seinem hofe in der Spiegelgasse zu Basel 
für 20O rhein. goldgulden, aulü.slich um dieselbe summe. Mitschuldner die stadt Basel. Bürgen 
r. Aruold v. Berenfels, Dietrich Sürliu, Hans Bot, Hans v. Hogenhein, Martin v. Wildegg der 
seyler, Peterhans Wentibum wirt /.um Blumen in Basel. Mitschulduer und bürgen siegeln 
mit. Die 8 Siegel abgeschnitten. Or. Karlsruhe (kassiert) — F. — In dorso eine notiz des 
Stadtschreibers Joh. Kud. Herzog von 1595 oct. 25 über nugiltige anspräche des gottes- 
hanses zu Gnadenthal auf das haus in der Spiegelgasse. Vgl. auch Basel. A. Baden. Debit- 
wesen fol. 17, sowie 1. c. 1724 fol. 52, hier aber zum 24. jnni. 1368 

Lienhart Biser verantwortet sich auf die klage der stadt Baden, dass er in seiner Widerrede 
vor r. Hans Eich v. Riehen stein als obmann und dem zusaU übergeben lediglich erklärt habe, 
dass er an solchem unter des schultheissen von Baden übersandten geleite kein genügen ge- 
habt, da Strasser unter einem solchen geleit verurteilt und ertränkt worden sei. Solches habe 
er aber nicht in schuldig ungswise behauptet, sondern es sei eine gemeine rede gewesen, die 
er oft und viel von priestern und laien vernommen habe. Demnach glaubt er der stadt deshalb 
keine kehrung schuldig zu sein and unterwirft sich in dieser hinsieht dem erkenntnis des 
M. Wilhelm v. Hochberg. Sein vetter Heinrich Engelffrit siegelt Druck Welti, Urkunden der 
Stadt Baden 1 100— 1. 1369 

Lienhart Biser hält seine nachrede auf die (verlorene) Widerrede der stadt Baden und wieder- 
holt, dass er die stadt mit seiner äusseruug betreffs des Strasser nicht habe schuldigen wollen. 
Und da Baden in der widerrode schreibt, er habe die Stadt namentlich vor dem froigrafeu 
Hennickin v. Fürtd zu Volmestein wider glimpf, ehre und recht verklagt und habe sich selbst 
eine anspräche gestiefft, die unredlich und unziemlich sei, trotz seines eigenen bekenntnisses, 
dass seine anspracht' unredlich sei, weshalb die stadt hoffe, seine antwort solle ihn nicht 
davor schirmen, dass er ihr nach ihrer ehrenotdurft wandel thne und darum gestraft und ge- 
büsst werde nach dem rechten : wessen er sie beklagt hat, hofft er mit recht und billich be- 
sonder eren halb gethan zu haben, und was er im recht entgelten oder geuiessen soll , das 
entstatd zo male nit an yrera schriben und furnemen, sonder allein am erkennen. Hätte er 
aber wirklich sich erkennet, dass seine anspräche unredlich sei, so wären sie zu beiden selten 
unbillig vor M. Wilhelm zu dem rechten gewiesen; er behält sich in dieser hinsieht besondere 
anspräche vor, ist aber bereit, sich dem aussprach des M. Wilhelm zum rechten zu unter- 
werfen. Meister Heinrich Engelfritz siegelt. Druck Welti, Urkunden der Stadt Baden 
iioi— 2. 1370 

M. Wilhelm v. Hochberg bekennt, dass ihn der stadt Baden botschaft gemäss dem erkenntnis 
des Graft Stecke und anderer freigrafeu am 10. angnst gebeten hat, ihnen tag zu setzen zum 
rechten, nnd ihm dabei Rjsers klage, Widerrede und nachrede überantwortet hat, während 
von Lienhart Ryser nichts in dieser sache an ihn gelangt ist — Obiges schreiben vidimiert 
auf ansuchen Badens Rudolf v. Ramstein herr zu Gilgenberg fry am 5. nov. 14;S5. Druck 
Welti, Urkunden der Stadt Baden 1 113. 1371 

Hans v. Sulcz, den man spricht Hans Garwe v. Vylingen, schwört urfehde gegen gr. Heinrich 
(VI) zu Fürsteuberg dem jnngen, herrn zu Hausach (Hosen) im Kynczgental , von dem er 
lange in schwerer getan genschaft gehalten, aber auf fürbitte des bischofs Wilhelm von Strass- 
burg, des M. v. Botein und der stadt Basel n. a. freigelassen ist. Fürstenberg Üb. 3, p. 176. 

1372 

Pro differencia quoque sedanda super ruptura treugarum inter nobiles Burgundie et Austrie du- 
cum plai'uit accessuros esse ad dietam indietam Ntvemiensem episcopum , marchionem de 
Botelen und -lohannem Lamelin, ambasiatores ducis Burgundie, per qnos traetatus concordie 
initus fait approbatus a saneto synodo mense futuro. Beferente uamque episcopo fnerat ordi- 
natnm, ut ex parte synodi et civitatis Basiliensis mitteretur ad rectores patriarum Burgundie 



^^^^m 






Wilhelm 1435. 



1M5 




st Austrie pro secnritate viaruro, sed non fuerant observatt consulte solemnitates ; fuerunt 
autem octobrio seqnente mense cum potestate plenissima pro dicta securitate confleienda de- 
stinati ad Brisacum Lubicensis episcopus et Jobannes Celi oratores synodales. Joann. de Se- 
govia IX. e. 25 1. c. 608. Vgl. zum 2fi. august: Item similitor plaeuit, quod domini Niver- 
nensis episcopus, marchio de Buthtiiu et Johannes Lamelin ambassiatores domini ducis Bur- 
gundie transeant ad dietam indictam pro pace fienda inter certos militares et nobiles duca- 
tuum Bnrgundic et Austrie. Haller 1. c. III, 481. Vgl. badische regesten, 1373 

M. Wilhelm schenkt Hans nnd Otto v. Tegemau (-nöw) genannt Küng nnd ihrer ehelichen 
Schwester Dorothea v. Roggenbach haus und hof in dem Weiler (Wil-) und den rebacker By- 
fang dahinter, sodann gen. acker, roben und matten im banne von Röteln und Thumringen 
{Tümeringen). Or. Karlsruhe. — F. 1374 

Kunrad FrOweler von Basel reversiert gegen M. Wilhelm über seine belehnung mit genannte» 
gölten zu Obereggenen (Obern Eggenhein). Or. Karlsruhe. — F. — Vgl. h 1 128. 1375 

(Flurentie) Papst Eugen IV. bestätigt M.Wilhelm zur beruhigung seines gewisseDS die grossen 
pfarrzehnten zu Scbopfheim, Tannenkirch (-kilch), Wollbach und Oetlikon, welche sich auf 
800 scheffel getreide und 70 säum (somas) wein belaufen. Or. Karlsruhe. Erwähnt Sachs 
1,549. — F. 1376 

Hanns v. Flachslanden vogt zu Lanfenburg als hauptverkäufer , M. Wilhelm v. Hochberg etc., 
Budolf v. Harnstein herr zu Gilgenberg frig, Wilhelm v. Orünenberg, Hanns v. Mnnstral, 
Burekart Manch v. Landskron. Hemuan Otfeimburg, alle vier ritter, Ulrich Trüchsezze Sänger 
der stift zu Basel, Hanns Thüring Münch herr zu Löwenberg (Leuwemb-) nnd Cünrat v. Mors- 
perg vogt zu Pfirt als mitverkäufer verkaufen Manns CunratSürlin von Basel als vogtUrsellis 
Zibellen , Burekarts Zibellen sei. von Basel ehelicher tochter, um ] 200 IL einen jährlichen 
zins von 60 fl. rh, an gold von dem Pfandbrief auf dem Schwarzwald, den der na opt verkauf er 
von der berrschaft Österreich über 2200 li. innehat, der bei r. Antolt v. Botberg (Batp-) 
hinterlegt ist; und von dem halben dorfo Leimen, mit lohnsherrlicher genehmigung M. Wil- 
helms laut dessen willebrief, der ebenfalls bei Arnolt v. Botberg hinterlegt ist. Der hanptver- 
känfer erklärt auch, dass der genannte Pfandbrief um das halbe dorfLeymen vorher niemand 
anderm versetzt und verkumbert ist, als allein der frau Vyellin v. Batperg, Drseliia Zybellen 
ehelicher mutter, um 50 ll. rente, wiederkäuflg mit 1000 fl. Der hauptverkäufer hat seine 
mitverkäufer schadlos zu halten. Die Siegel der ausstellet werden angekündigt. Enthalten in 
einem vidimns des oüicials des hofes zu Basel von 1450 aug. 25. Or. Karlsruhe, auch kopb. 
91, 105 «bendort. — F. — H. 1377 

M. Wilhelm v. Hochberg urknndet, dass Heinzman v. Eptingen , dessen söhn Budolf und Toni 
v. Eptingen einerseits und r. Budolf Hoffemeister schultheiss zu Bern , Gylig Friburger v. 
Bern und Heinzman Grüber von Si.lotburn als pfleger der brüder Thomas und Hans v. Falken- 
stein (Valck-) landgrafen im Sisgan (Siszgow) andrerseits ihm die entscheidung ihres Streites 
wegen des blutbannes in dem dorfo Pratteln (Brattelen) innerhalb des etters übertragen 
haben. Mitsiegler: Heinzmann und Toni v. Eptingen und Hoffemeister. Üb. der Landschaft 
Basel 2, 806. — F. 1378 

M. Wilhelm v. Hächberg vidimiert der stadt Obern Baden das freigräfliche erkenn tniss nr. 1361. 
Druck Welti, Urkunden der Stadt Baden 1112. 1379 

bürgenneister und rate der Stadt Konstanz (Costeutz) nehmen Otto weiland bischof zu Kon- 
stanz M. v. Hohperg gegen eine jahrliche Steuer von 20 rheinischen gnlden als bürger auf. 
Es wird bestimmt, in welcher weise der markgraf bei Streitigkeiten zwischen ihm und seinem 
hofgesinde einerseits, den bürgern der Stadt andrerseits recht nehmen soll. Der markgraf 
darf sich eigener, von den zünften unabhängiger bandwerker bedienen, soll nicht gegen seinen 
willen mit herbergi. 1 beschwert werden und bntsehaft und briefe der stadt benutzen dürfen. 
Siegel der stadt Konstanz. Or. Karlsruhe. — H. 1380 

II. Wilhelm v. Hochberg herr zu Botelhein nnd zu Sussenberg besiegelt als einer der von den 
gebrüdern gr. Heinrich V. und Egen v. Fürstenberg bestellten beisitzer nebst Conman 
v. Bolsenheim für sich und vou Heinrich v. Almtlhofen wegen den Spruch des unter Ber- 



told herrn zu Staufen als "bmann gehaltenen Schiedsgerichtes über Streitigkeiten zwischen 
den vorgenannten grafen und r. Konrad v. Sc li eilen b erg. Es siegeln ausserdem die parteien 
und der obmann sowie Mark wart v. Küniglifgk lantkumitter im Eisaas and Wilhelm v. 
Grünenberg für sich und Werlin v. Pforr als zugesetzte leute von herr Konrads v. Schellen- 
berg wegen. Fürstenb. üb. 3, 181. — F. 1381 

Hans v. Flachsland vogt zu Laufen 1t 11 rg hanptschuldner, Rudolf v. Ramstein herr zu Gilgen- 
berg, Berhard Mönch v. Landskron ritter und Haus Spitz gesessen zu Rheinfelden als mit- 
schuldner verkaufen an Ursula Zibeilin zinsc ab der Steuer zu Rickenbach. Basel A. Baden. 
1725- Schulden, allgem. und einz. Tgl. auch 1. c. Debitwesen 1724/25 fol. 52 : eine Obli- 
gation de a 1435 dec. 21 von der steiler zu Kickenbach auf 200 fl. zu gunsten Drsnlae Zi- 
bollin. L382 

Des v. Bötellen varenden lüten Messen, min herren geben 1 ff 1 ß. Stadtrechnung von Bern 
1436/11. hälft«. St.-A. Bern. — Mitteilung von Türkr. 1383 

(Innsbruck) befiog Friedrich) d. ä. von Oesterreich teilt M. Wilhelm v. Hochborg mit, dass er 
Heinrich Veschlin mit der von Paulus Moser selig heimgefallenen hälfte der dörfer Ober- 
schaffhausen (Schaufhus-) und Bötzingen (Be-) belehnt habe, und ernennt ihn für den fall, 
dass jemand vorgenannten Veschlin daran irrt, zn seinem lehen richte r. Cop. saec. 18. Karls- 
ruhe. — F. — Die vorläge zu diesem von F. abgefassten regest ist nicht mehr aufzufinden, 
nnd es lässt sich nicht feststollen, ob der vorliegende irrtum in der vorläge steckt oder auf 
kosten des bearbeiters geht 1446 lebte hz. Friedrich d. ä. schon lange nicht mehr; da M. 
Wilhelm aber in der nrkunde auch nicht als landvngt erscheint, als welcher er von amts- 
wegen iehnsriebter gewesen wäre , so setze ich die Urkunde vor beginn seiner amtszeit als 
landvogt versuchsweise nach 1436 mal 1. Ober die Persönlichkeit dieses Veschlin habe 
ich nichts feststellen können ; vgl. übrigens badische regesten. Bezüglich des lehens vgl. h 
473, 534. 535. 1384 

(Inspruckg). Herzog Friedrich d. ä. von Oesterreich belehnt 61. Wilhelm als lehnstrager seiner 
gemahlin Elisabeth v. Montfort frau zu Bregenz mit der festo Griesenberg (Griezzemb-) im 
Thurgau (Turgew), die von weiland Kunegunden v. Tokchemburg, ettwenn des gr. Wilhelm 
v. Montfort hausfrau, an unsere muhme, des markgrafen gemahlin , gefallen ist. Or. Karls- 
ruhe. — F. 1385 

M. Wilhelm v. Hochberg gelobt, dass er als lehenträger seiner gemahlin Elisabeth gab, v. Mont- 
fort frau v. Bregenz dem hz. Friedrich v. Österreich d. a. mit der veste Griezzeraborg im Thnr- 
gau nnd deren Zubehör nach seinem lehenseid getreu, gehorsam und gewärtig sein wolle. Or. 
Wien. H.- u. St.-A. Innsbruck. St.-A. Rep. 6, 642. Reg. Lichnowsky 5 nr. 3505. — v. W. 

1386 

(Weissenburg in Ungarn) k. Sigmund ernennt M. Wilhelm v. Hochberg herrn zu Rötteln und 
Saussenberg zum Statthalter, Verweser und heschirmer des konzils zu Basel mit der aufgäbe, 
die besueber des konzils anf den Strassen nach und von Basel zn schirmen und gibt ihm voll- 
macht, die stände des reiuhs bei strafe zu ermahnen, alle lente, die zu nnd von dem konzil 
ziehen, sicher zu geleiten und alle kriege, die dem konzil hindernis bringen könnten , abzn- 
thun und zn vernichten. Der kaiser gebietet auch den reichsstäuden, auch seinen landvögten 
in Schwaben und im Elsass, dem M. darin gehorsam und gewärtig zu sein. — In der- 
selben weise ernennt der k. SmaÜman herrn zu Rappoltetein zum Statthalter des konzils. 
Druck Aibrecht, Rappoltstein üb. 3, 873. Eeg. Altmann 1 1 257- — Vgl. hierzu das schreiben 
des bischofs Wilhelm v. Strassbnrg an Strassbnrg vom 27. jannar 1436 : Unter bezugnahme 
anf die Strassburgs boten zu Molsheim gemachten Mitteilungen bezüglich eines gemeinen 
friedens dor lande, worüber das konzil ihm geschrieben und weshalb sithar ein tag zu Brei- 
sach gewesen ist, bittet er nm antwort durch ihre botschaft auf febr. 8 zu Molsheim, denn es 
soll ein anderer tag zu Breisach sein am 12. febmar den Sachen off ein ende nochzegonde 
und die zu besliessen. Or.. Strassburg St.-A. AA. 1479. — Am 2. november 1435 hatte das 
konzil in gemässheit des beschlnsses dos tages zu Breisach den bischof Wilhelm und den land- 
vogt Smasman v. Rappoltstein zu hauptleuten für Sicherhaltung der stressen von nnd zn 
dem konzil und zur freimachung der gefangenen zum konzil reisenden ernannt. Vgl. badische 
Regesten. 1387 



Wilhelm 1436. 



JUli 10 



Conrad herr zu Weinsberg (Winsperg), des h. röm. Teichs erbkäraraerer, arkundet, dass, nach- 
dem er 4000 gülden bauptguts, wi.v-.n jährlich 200 golden zinsea zu entrichten sind, von 
frau Anna, Claus Slierbachs sei. wittwe, trau Else Kluwelin, Heinrich Hug dem brotbeck und 
Johann Homberg, säunntlich bürger und -innen zu Basel, aufgenommen nnd bürgermeister und 
rat zn Basel nebst den münzmeistern Peter Gag und Steffen Schaff za mitschuldnern einge- 
setzt, die drei münzen zu Basel, Frankfurt (-ck-) und Nürdlingeu versetzt nnd die zugehörigen 
k. briefe bei bürgermeister und rat zn Basel hinterlegt hat, er H. Wilhelm v. Hochberg, der 
mit anderen des aussteller bürge in der besclui ebenen weise geworden ist, schadlos halten 
will. Der ausstellet siegelt, Or. Karlsruhe, — F, — H. 1388 

gr. Wilhelm v. Montfort herr zu Tettnang bittet den erbmarschall v. Pappenbeim, auf deD 
27. märz nach Nürnberg zu kommen zn einem tage vor dem hofgericht mit der M. v. Röteln, 
die er für seinen Vetter gr. Hugo Joh an niterme ister in deutschen landen und für seine söhne 
wegen des Schlusses Bregenz daselbst vorgenommen hat. Or. Donaueschingen. — ZG. Frei- 
barg 3, 420. — F. — Vgl. nr. 1398 o. 1457. 1389 
[ r. Henman Offenbnrg erteilt knndschafi, dass in seiner gegenwart Lienhart Riser am 1 2. mai 
1435 anf dem gerichtstag zu Wetter in Westfalen der von Baden Botschaft bat, ihm solche 
1 unrecht ansprach nnd forderung um gott zu verzeihen und derselbe Lienhart Riser zn gott 
I nnd den heiligen geschworen hatte, Baden nimmermehr an den heimlichen gerichten zu be- 
I kümmern oder vorznheischen, nnd weitere anspräche vor M.Wilhelm vorbringen sollte, worauf 
er aber trotzdem vier Badener bürger vor den freistuhl uff dem Holmarin vorgeladen hat. 
M. Wilhelm hat ihm auch gesagt, dass er (M. Wilhelm) zu den von Baden gesprochen bat, 
dass ihn Lienhart nicht gebeten habe, sich der sache zu beladen. Druck Welti, Urkunden der 
Stadt Baden 1121. Der freistuhl wird aach nachHolenhom genannt. Vgl. Lindner 130. 1390 

Thnring v. Arhurg fry heir zu Schenekenberg und r. Wilhelm v, Grünenberg, beide fryschöffel 
des heimlichen gerkhtes, ersuchen die frei graten und freischüffen der heimlichen gericlite zu 
Westfalen, wie sie es mit dem eidbrüchigen Lienhart Kiser hutten sollen, da er nunmehr auch 
das von den eidgenossen und denen von Baden bewilligte gelcit abgeschlagen hat, nachdem 
der freistuhl zum Holen hörn Riser mit seiner klage wider Baden vor die eidgenossen gewiesen 
hatte. Welti, Urkunden der Stadt Baden 1124. 1391 

(Baden) schultheiss und rat der Stadt Baden im Aargan und Lienhart Riser von Ulm tascben- 
marher stellen anlassbrief aus betreffend klage Risers wider Baden, wonach die von Baden 
ihn seiner ehren beschuldigt nnd aus seinem gewerbe getrieben, welche klage zuerst vor dem 
freistuhl zu Volmenstein anhängig gemacht, dann auf Hans Rieh v. Riehen stein als gemeinen 
gekommen, von Riser abermals an den genannten freistuhl gebracht, von da auf M. Wilhelm 
v. Hochberg heim zu Röthelin und Susenberg gewiesen und zuletzt von dem freigrafen zu 
dem Holenhora auf die eidgenössische tagessatzung gen Baden gewiesen war. Tschudi II, 
217. Reg. eidgen. Absoh. II nr. 167. Am 17. märz 1437 stellten Lienhart Riser, der auf 
Veranlassung Badens zu Basel gefänglich eingezogen war, sowie seine keltnerin Eilse von 
Köln und ihre beiderseitigen kinder nrfebde aus. Welti, Urkunden der Stadt Baden 1 1 28- 

1392 

Heinrich v. Falbrecht freigraf daselbst verkündet allen forsten , grafen etc. und allen andern 
echten rechten freischöffen, nachdem er jnnker Smasman v. Rappoltstein auf klage Peters 
von Achern beschrieben und gewarnt hatte, sich binnen einem munate mit dem klftger zu 
»scheiden* und sich Junker Smasman zu ehre and recht erbot vor dem herzog von Oester- 
reich oder dem rate der berrschaft sowie vor zuständigem landrichter und landgericht, vor 
bischof Wilhelm v. Strassbarg nnd seinen raten , vor M. Wilhelm v. Rotelen, gr. Johans v. 
Tierstein, Radolf v. Ramstein, die alle wissend sind, was alles dem kläger nicht genügte, dass 
darauf jnnker Smasman sich durch zwei prokuratoren auf ergangene ladung vor df>m fn-istuhl 
zu Falbrecht vertreten Hess. Da nun der kläger selbst zu dem gerichtstag nicht erschienen, 
wird derselbe in kosten des Verfahrens verurteilt nnd Junker Smasman ermächtigt, auf ihn 
zn greifen und sich für gehabte kosten von ihm befahlt zu machen. Or. Strasburg. St.-A. 
Urkunden. — Über Heinr. v. Vaibrecht vgl. Lindner 92. 1393 

(Pfancnberg) Steffan gr. v. Montfort herr z;u Pregentz und Phannenberg übertragt, da er krunk- 
I heit halber seines leibs nicht selber zn seinen gutem in Schwaben sehen kann, seinen oheimen 



40 



Wilhelm Um, 



jnli 31 



Fribnrg 



den gebrüdern Jakob und Jörg Truchsessen zn Waldburg und landvogten in Schwaben auf 
10 jähre in vogtsweise für sich und die gebrüder Herman, Jerg und Hans grafeu v. Mont- 
fort und für deren schwester Barbara, weiland gr. Hermann seines vetters kinder, deren 
rechter angeborner erbvogt und gerhab er ist, solche guter, nämlich seinen teil an veste nnd 
stadt Bregenz, die leute und guter, die in sein gericht und Steuer in den hof gen Rieden, auf 
den Sulczberg, zu Talerdarf und zu dem Stadel gehören, sowie die lente und guter, die in 
seine stewr auf dir Haid gehören, und die vesto Nuuburg in Chnrwalhen, das sein pfand ist 
von der herrschaft zu Oesterreich; jedoch behält er sich vor die lehenschaft der kirche zu 
Ehingen. Gegen seinen Schwager M. Wilhelm und dessen gemahlin seine muhme sollen die 
Truchsesse den burgfrieden in stadt und bürg Bregenz beschwöreu. Der aussteller, he rr Hans 
v. Stubenberg Hauptmann in Steyer, Lienhart Harracher und Walther Zebinger, seine diener 
nnd rate, stegein. Or. München K.-A. Montfort 1394 

Als Junker Smahsman herr ?.o Rappoltstein der herrsch aft vun Üesterreich landvogt war, brachen 
misseheUe zwischen demselben landvogt im namen der herrschaft und der stadt Basel ans 
wegen des ireien zuges nnd etlicher neuer zolle, so von den Baselern genommen wurden von 
wein, knro, vieh und andern dingen, wegen welcher zolle sie auch zn Ottemarsheim, Volpach, 
Witerswilr, Habichesheim, Slierbach und an andern enden gepfändet wurden, und waren anf 
ein viertel koru tj 4> gesetzt an ^ suat vc ' n andern dingen als denn daz an im selbs waz. Auch 
erhob der landvogt etliche Zuspruch an Basel nämlich von der Verkündigung wegen, so von 
unserra gerichte uf daz laiid beschehe, edeln und nnedeln ; femer dass Basel keinen amptmau 
(annmann '/) als bürgor aufnehmen solle ; dass es markte und Ordnungen im lande hindere ; it. 
vondesnnwen wegswegon, it. von des geleits und der neuen münz wegen. Basel sandte darum 
botschaft zu hz. Friedrich gen Innsbruck, die aber »uriendes* vondannen schied: und wurden 
die sacben haniss ze lande zn ulltrago empholheu. Es kamen darum beide teile zu tagen vor 
M. Wilhelm, r. Wilhelm v. Grünenberg und andern und nach viel tagen und geschriften 
übersandte Basel herrn Henman Offen bürg r., Hanns v. Louffen nnd Ulrich im Hof gen En- 
sishoim zu dem genannten landvogt, zu gr. Hans v. Tierstein nnd etlichen andern raten auf 
juli 3 1 und ward in den Sachen so gütlich geredet, dass Basel bei dem freien zag bleiben und 
mit den nenen zollen unbekümmert bleiben sollte ; auch alle die andern sachen wurden güt- 
lich fallen gelassen. Hierbei waren von der herrschaft junker Smahsman landvogt, gr. Hans 
v. Thierstein, Hans Wernher v. Stouffen , Cnneman v. Bolsenheim , Wernher Hadmandorffer 
der alt, Wilhelm v. Hungerstein, Wernher v. Phorr nnd andere. Basel. A. Liber diversarum re- 
rum fol. 164. Ueber die antwort hz. Friedrichs 1438 ang. 26 s. öffnnngsbuch I, 23 : von der 
antwort die hz. Fridorich geben hat. — Diese Streitpunkte zwischen der Österreich, berrschaft 
nnd Basel werden znr zeit der laudvogtei des M. Wilhelm wiederholt zur spräche kommen. 

1SM 

M. Wilhelm erlässt als Stellvertreter seiner gemahlin Elisabeth geborener gräfln v. Montfort- 
Bregenz nnd gr. Stephans v. Montfort berrn zu Bregenz und Pfannenberg eine Ordnung für 
die ricliter und onterthani-n der stadt und herrschaft Bregenz. Humniels B regen zer Beg. 8.2i> 
in Schriften des Vereins für Gesch. des Bodensees 14. — F. 1396 

M. Wilhelm leiht gr. Hans v. Tierstein das halb dorf Brunstat mit zwing und bann nnd allem 
zugehör zu einem rechten mannlehen. Cop. eh. Colmar Bz.-A. Besenwald. 1397 

(Phannherg) Steffan gr. v. Montfort herr zu Bregenz und Pfanuberg beauftragt Burkart v. Bi- 
schach, Cunrat v. Laubon berg (Lo-), Heinrich Heczeiimoser, Lienhart Merzger und Conrat 
Talchen seine rate und amtleuto zu Bregenz sowie Hans Spiegel, gr. Wilhelm v. Mont- 
fort, der einen verkuntbrief genommen hat von dem landgericht zu Nürnberg als einem frem- 
den gerichte ausserhalb des landes Swaben , wohin weder er noch seine guter gehören , vor 
dem hofgericht zu Botwil, das doch das oberst weltlich gericht in Swaben ist, darum zu 
verklagen. Der aussteller und sein diener Heinhartt v. Bischofshaim siegeln. Or. Mönchen. 
R.-A. Montfort. — Vgl. nr. 1389 u. 1457. 1398 

M. Wilhelm v. Hochberg beredet zwischen fran Anna M. zn Baden wittwe nnd ihrem söhne 
M. Jakob zu Baden einerseits nnd bügermeister nnd rat der Stadt Breisach (Brys-) andrer- 
seits ans Ursache der spänne wegen des fischwassers, das von Grezhausen (Gretzhus-) hinab- 
läuft, >da man die nasen inne varel«, wegen des jagdrechts im Güudlinger holz unterhalb 






Wilhelm 1436. 



41 



UM 



des ßimsinger (Rtims-) weges »by dem Lüssbühel« und wegen einer fisehenz im Rheine bei 
I Weisweil (Wisswilr) »sol ein banwasser sin», einen aulaas zu gütlichem oder rechtlichem 
| aastrag vor ihm als obmann mit je 2 Zusätzen. — Enth. in der urk. M. Wilhelms von 1436 

nov. 12. nr. 1434. — H. — Vgl. badiscbe regesten. 1399 

I M. Wilhelm v. Hochberg beurkundet, dass ihm Burkart v. Bnnikirch (Brunklcli) einen brief 
j hz. Friedrichs d. ä. v. Oesterich überhracht habe, durch den ihp der herzog zu einem haupt- 
i mann der geselischaft »mit saut Gorgen und saut Wilhelms schilt geordnet und gesetzt* 
habe, und dass er nun an eides statt gelobe, hauptmann dieser geselischaft zu sein , deren 
geschürte zu besorgen und den »hoptbrief« in allen punkten zu halten. Or. Wien. Haus- 
archiv. Beg. Lichnowsky ¥ nr. 3651. — Vgl. hierzu »ain verzaichnung ettlicher artikel der 
geselleschafft« ohne datnni : l) die mitglieder der von hz. Fridreich v. Österreich gegründeten 
geselischaft verpflichten sich »sand Jörgen und sand Wilhelm schilt« als abzeichen zu tragen. 
2) einer für des andern ehre einzutreten. 3) bei gewaltsamen angriffen einander beizustehen. 
4) Streitigkeiten mit nichtmitgliedera sollen vor die geselischaft gebracht werden. 5) in je- 
der gegend soll ein haubtmau sölher gespllscbafft bestellt werden , der gegen brief nnd ge- 
lubd gesellen aufnehmen und darüber dem herzog und den andern hauptleuten berichten soll. 
6) dio gesellacbaft solt 1 o jähre währen. — Conc. Wien. Hansarchiv. Dabei liegt eine gleich- 
zeitige, jedoch undatierte abschritt des stiftungsbriefes der geselischaft mit mehreren nach- 
, tragsbestimmungen. — Mitteilung aus dem Wien. St.-A. — Wenn man erwägt, dass gerade 
eben der streit um die Toggeuburger erbschaft entbrannt war, so wird man annehmen dürfen, 
dass es sich hier um einen versuch des hz. Friedrich handelt, die reichsrittersrhaft am Ober- 
rhein und an der Donau nötigenfalls für saine zwecke wider die oidgenosseuschaft mobil zu 
machen. Damit gerät M. Wilhelm in jenes fahrwasser, das für ihn so verhängnisvoll gewor- 
I den ist. 1400 

1 M. Wilhelm und Gerie v. Audian domprobst des Basier hochstifts Urkunden, dass die boten des 
1 Basler rates Hans Rieh v. Richenstein, r. Henraan Offenburg und Hans Sürliu altzunft- 
I meister eiuen anlass zwischen ihnen gemacht haben . wonach sie ihre spänne wegen Baut- 
lin des holzes, darum Hans v, Flachslanden vogt zu LaiilVcnberg ehemals zwischen den 
I v. Hiltaüngen uud den v. merren Huningen einen anssprueh gethan hat, den aber ein teil 
nicht verölt noch vor im hat als der ander teil, und wegen »der vachen und lewen« (am 
Rhein) und der Salmenzüge am Rhein zwischen Hiltalingen und Grosshüningen (merren 
Hun-) vor Hans v. Flachszlauden vogt zu Laufenberg mit je zwei zusatzleuten beider Par- 
teien bis zu Johanni 1437 gütlich oder rechtlich austragen lassen wollen. Or. Karlsruhe. 
— F. 1401 

Adelberg v. Baden beurkundet, dass, nachdem hz. Friedrich d. ä. von Österreich eine geseli- 
schaft gegründet und mit dem zeichen sant Görgen und sant Wilhelms schilte usgeben und 
zu deren hauptmann M. Wilhelm bestellt habe , dieser ihn in die benempte geselschaft en- 
phangen und ihm das zeichen sant Görgen und sant Wilhelms schilte in namon und anstatt 
des obgenannten fürsten gegeben und angehencket habe, wogegen er an eides statt gelobe, 
die geselschafte getreulich zu halten und zu vollführen, was in dem houptbrief der geaell- 
schafte begriffen stit. Vgl. Lichnowsky V nr. 3656. 1402 

Conman v. Balsenheim beurkundet desgleichen. 1403 

Heinrich v. Blümnegke desgleichen. 1404 

Ludwigk v. Bhimnogke desgleichen. 140Ö 

Hans Thüring Manch v. Munchenstein herre ze Löwemberg (in tergo von derselben band : Der 
alt von Löwemberg) desgleichen. 1401» 

, Erhart v. Nuwenfels desgleichen. 1407 

. Ludmau v. Ratperg desgleichen (nicht besiegelt). Vgl. Lichnowsky V nr. 3656. 1408 

Hans Diettrich v, Koppenbach beurkundet desgleichen; preaten halb mins ingesigels hat 
sein lieber swager Erhart v, Nuwenfels den brief besiegelt. Vergl. Lichnowsky V nr. 3G57. 

1409 
Peter Berenlaopp v. Bolschwiler urkundet wie Adelberg v. Baden. 1410 



42 



Wilhelm 1436. 



Balthasar v. Blümneck desgleichen. 

Frantz (in tergo Cünrat) v. Crotzingeu der jung desgleichen. 

Hanns T. Flachsland der alt desgleichen. 

Cünrat v. Hornberg desgleichen. 

Egnolf Ktichli desgleichen. 

Ladwig Kücali desgleichen. 

Rudolf Küchlin desgleichen. 

Hans Snewlin v. Landeck desgleichen. 

Heinrich v, Wisnegke der jung. Vgl. Lichnowsky V nr. 3668. 

Melchior v. Blumnegk desgleichen. 

Ci'inrat v. Kyppenhein desgleichen. Vgl. Lichnowsky V nr. 3659 

Gürg v. Kyppenhein desgleichen. 



Uli 
1412 
1413 
1414 
1315 
1416 
1417 
141s 
1419 
1420 
1421 
1422 



Heinrich v. Nuwenfels desgleichen; presten halb seines ingesigels siegelt sein brader Erhart 
v. Nuwenfels. 1423 

Conrat Snewlin Berenlaupt (in tergo »Bernhaubt«) siegelt wie Adelberg v. Baden. 1424 

Hans Bernhart Snewlin desgleichen. 1425 

Berthold herr ze Stonffen desgleichen unter dem vorbehält, dass ihm sein bärgerrecht zn Strass- 
burg in der gesellschaft nuschädlich sein solL 1426 

gr. Conrat v. Tübingen (Taw-) herr zu Lichteneck desgleichen unter demselben vorbehält. — 
Vgl. Lichnowsky V nr. 3660. 1427 

Cünrat Dietrich v. Bolsenhein urkundet wie Adelberg v. Baden. 1428 

Cünrat Snewli v. Kranczno-wg desgleichen. 1429 

Hanns Wernher herro ze Swartzenberg desgleichen. Vgl. Lichnowsky V nr. 3661. 1430 

Walther v. Falkenstein (V-) desgleichen. 1431 

Hanns Ulrich Meyger v. Wiler desgleichen. Vgl. Lichnowsky V nr. 3662. Sämmtlich (nr. 
1402 — 1432) im or. im Wien. Hansarchiv und mitgeteilt vom Wien. St.-A. 1432 

M. Wilhelm v. Horhberg entscheidet zwischen trau Anna M. zu Baden wittwe, ihrem söhne 
M. Jakob zu Baden seinem Heben vettor einerseits und gr. Conrat v. Tübingen (Tüw-) herrn 
zu Lichteneck (Lichtenegke) seinem lieben oheim andrerseits wegen genannter leibeigener. 
M. Wilhelm siegelt. Or. Karlsruhe. Kopb. 100, 514. — H. Vgl. bad. reg. 1433 

M. Wilhelm v. Hochberg als ein gemeiner, r. Rudolf v. Butach (BÜ-), und Anbrecht v. Zentern 
(Ziitt-) als zusatz der trau Anna M. zu Baden wittwe und M. Jakobs zu Baden ihres sohnes 
und Berthold herr zu Stauten (Stouff-) und Rudolf t. Kirchen (Kikhein) als zusatz von bür- 
germeister und raten m Breisach (Brys-) urteilen in gemi'issheit des anlasses von 1 436 okt. 7 
(nr. 1395») folgendermassen ; Im fischwasser, das von (irezhausen (Gretzhus-) abläuft, sollen 
beide parteien als in einem allmendwasser fischen dürfen; im Gundlinger holz sollen beide Par- 
teien bis hinauf an den Rimsinger (Rums-) weg, der vom »Lüssbüchel« bis Rimsingen geht, 
jagen dürfen ; das wass«r zu Weisweil (Wisswilr) soll Rheinwasser heissen, wenn der Rhein 
oben ein und unten ausläuft: wenn dagegen das wasser oben geschlossen ist und der Rhein 
unten einläuft, so soll es bannwasser heissen, als denn das Ryns recht und gewonheit ist.« 
— M. Wilhelm siegelt. Or. Karlsruhe ; auch Kopb. 77. f. 107. Reg. ZGO. N. F. 4 p. 18 
nr. 97. — H. 1434 

Smalhnan herr v. Rappultstein landvogt fordert Theuig v. Hadstat d. ä. auf, bezüglich seiner 
mitteilung, dass er Suialisman seiner ehren gescliuldigt habe und solches anch fernerhin zu 
thun beabsichtige, um Smasman dahin zu bringen, dass er sich verantworte, sich deutlicher 
zu erklären, was er zuletzt über ihn gesagt habe. Alsdann ist Smasman bereit mit ihm auf 
einen tag zu kommen vor M. Wilhelm v. Hochberg und gr. Hans v. Tierstein, hanptleute 
S. Georgs und Wilhelms schüd, um sich dort zu verantworten; denn zu hz. Friedrich habe er 
weder vorher noch auch jetzt zu diesen Zeiten kommen können. Albrecht, Rappoltst. Üb. 3 
nr. 908. — Damit hebt sich ein langwieriger Btreithandel an, der zunächst veranlassung 



Wilhelm 1136. 



43 



Twr 



gab, dass hz. Friedrich d. ä, dem Bappoltsteiner die landvtigtei entzog und sie M. Wilhelm 
übertrug. Die gebrüder Thenig und Hans Ulrich v. Hattstatt hatten sich nämlich bei hz. 
Friedrich beschwert, dass die jungen herren v. Nuwenburg am 14. juni unter führnng eines 
dienere des landvogtes ihre vier dörfer zwischen Heiligkrouz und Ensisheim überfallen hatten 
nnd der landvogt denselben ausserdem gestattet hätte, ihre feinde in der herrschaft gebiet zn 
suchen (Albrecht ur. 805). Der herzog hatte darauf zwei tage nacli Innsbmck angesetzt; der 
landvogt war aber nicht erschienen. Die von Smasman vorgebrachten entschuldigungen 
hatte Thennyg v. Hattstatt d. ä. vor dem herzog als unwahr erklärt nnd den v. Rappoltstein 
am 1. miv. anfgefurdert, vor den herzog zu kommen, so wolle er seine worte in Smasmaus 
gegenwart wiederholen (nr. 907). 1435 

gr. Heinrich v. Fürstenberg landgraf in Bar giebt M. Wilhelm, der gegen Heinrichs Schwieger- 
tochter fröwlin Ännlin v. Kirchberg bez. seinen tochtermann gr. Konrad v. Kirchberg für 
deren morgengabe von 800 gülden sein mitschnldner geworden ist, einen achadlnsbrief. Or. 
Karlsruhe. — F. 1436 

Heinrich d. ä. graf zu Fflrstenberg landgraf in Bare nnd sein söhn gr. Hans v. Fürstenberg 
beurkunden, dass ihr Schwager und vetter M. Wilhelm v. Hochberg als von hz. Frydricli d. ä. 
bestellter hanpl mann sie in die von diesem herzog neu gegründete gesellschaft mit dem zaichen 
sant Geörien and sant Wilhelms schilte aufgenommen habe nnd dass sie sich zur einhaltnng 
der gesellschaftsstatuten verpflichten. Gr. Heinrich siegelt. Or. Wien. Hansarcbiv. Vgl. 
Lichnowsky V nr. 3t']fi5. Vgl. ebenda ein Verzeichnis der herren, ritter und kriecht, »die mit 
meinem gnaedigen herren herzog Fridreichen in der gesellschafft sind, von der sein gnad 
brief hat«, also reverse über die stattgehabte aufnähme durch M. Wilhelm, welche dieser dem 
hz. Friedrich eingeschickt hatte. Ausser denjenigen, deren reverse verzeichnet sind, werden 
hier noch angeführt: Engelhart v. Bliimnekg, Henmau Conrat v. Croczingen der jung. Ein 
weiteres Verzeichnis mit dem kanzlei vermerk: ^gesellsch. sand Wilhelms schilt* enthält die 
namen: M. Wilhalm v. Hochberg, gr. Bernhart und gr. Hanns v. Tierstain, junkher Budolt 
v. Harnstein, die zwen hern v. Hasemburg, herr Wilhalm v. Grünemberg, jankher Thnring 
v. Arburg. her Hanns Eichen v. Richenstain, her Arnnolt v. Berenfels, her Hainrich v. Ram- 
stain, her Gtftzheinricb. v. Eptingen, her Heninan v. Bamstein, Tliüring Mönich v. Mnnchen- 
stain herr zu Lobtsmberg, Tliüring v. Eptingen, Budolff v. Eptingen, Thüny v. Eptingen, Con- 
rat und Budoll' v. Hallwil gebrüder, Adelbwg v. Berenfels, Peter und Conrat v. Mflrsperg ge- 
brüder, Hanns v. Bamstnin, Peter v. Ramstnin. Adelberg und Claus v. Baden gevettern, 
Hanns-Bern hart, Hertrich und Hanns ze Eine. Friderich vom Hause, die zwen gebrüder v. 
Bynach, Budolff v. Baldekgo und sein sun, Hanns v. Flachslannd nnd Hanns sein sane, her 
Barkchart und Hanns Münich v. Landskron gebrüder, Hanns vom Hawse, her Bernhart nnd 
Ludman v. Batperg gebrüder, Budolff v. Wessemberg, Claus-Dlreich Schaaler, Hanns a. Conrat 
Münich v. Münchenstain gebrüder, Conrat Hauser v. Eptingen, Burkchart und Conrat v.Brun- 
kilch, Heinrich Rieh v. Bichenstain, her Hanns Erhart v. Zessingeu. — ■ Ebenfalls mitteilung 
des Wien. St.-A. aus dem Wien. Hausarcliiv. — Einzelne namen scheinen wiederholt zn sein ; 
es kann sich aber auch um anderweitige namen sträger handeln. 1437 

M. Wilhelm v, Hochberg nrkuudet, dass, nachdem in den spännen zwischen M. Anna und ihrem 
söhne M. Jakob einerseits und gr. Conrat v. Tübingen (Tqw-) herrn zn Lichteneck und dem 
edlen herrn Berthold v. Staafen (Stnnff-) andrerseits wegen der besetznng des gerichtes zn 
Bahlingen (Bald-) der spmeh des gr. Hanns v. Lupfen von den parteien nicht gleich ver- 
standen war. sondern gr. Conrat nnd Berthold meinten, sie hätten das recht, das gericht za 
Bahlingen halb zu besetzen, und M. Anna und M. Jakob die hohen gerichte für sich bean- 
spruchten, diese jedoch am Wortlaut des Spruches festhalten wollten, die Sache vor ihn und seine 
rate Ludwig Brenner und Erhart v. Neuenfels (Nuwen-) mit den Zusätzen Hanns Knüttel 
nnd Werlin v. Phorr zur entsebridung geltommen ht nnd der letztere gefunden hat, dass der 
sprach des grafen v. Lupfen bezüglich d*r besetzung des gerichtes zu Bahlingen kein >lutt- 
runge der sinne nit geton hat« ; M. Wilhelm entscheidet demnach, dass beide parteien mit 
guter kundschaft den streit vor ihm oder an anderer stelle austragen sollen, jedoch aller an- 
deren punkte im spräche des v. Lupfen selig unbeschadet, Siegel des aussteuere. Or. Karls- 
ruhe. — F. — H. 1438 




» 



Tuen ige v. Hadstatt d. a. antwortet Sniabman herru v. Bappoltstein mit nochmaliger auffor- 
dernng vor den hz. Friedrich zu kommen, woselbst er seine früheren br-diuldigungen wie- 
derholen will. Falls SmaHman sich dessen schämt, ist er bereit mit ihm zu kommen vor die 
pf. Ludwig oder Stephan oder bi. Wilhelm v. Strassburg oder vor M. Jakob v. Baden, alle 
myne gnedige lierren. Albrecht, Bappoltstein Uh. 3,91 1. Es sandte darauf der v. Hattstatt 
am 1, jan. 1437 an den herrn v. Rappoltstein seinen fehdebrief (nr. 92 1). Die sache wnrde 
noch verwickelter dadurch, dass der v. Eapp. auch mit dem gr. Eberhard v. Lupfen in 
felide geriet, der seinerseits s tiefseh wiegersohn M.Wilhelms v. Hacbberg war. (nr. 1356.) — 
Erst am 3. jan. antwortete Smasman dem v. H. und forderte ihn auf, sich genauer zu er- 
klären, was er wider seine (Smasinans) ehre gesagt habe, und wiederholte sein erbieten, sich 
vor hz. Friedrichs raten , die derselbe heraasseuden will, oder vor den beiden hauptleuten 
(M. Wilhelm und gr. Hans v. Tierstein) oder schliesslich auch vor einem der von dem v, Ha(*- 
statt benannten herren zu verantworten. Hattstal.t antwortete jan. 27, dass er auf dem tag zu 
Cohnar febr. 4 öffentlich wie vordem wider Smasmans ehre reden werde. 1439 

M. Wilhelm v. Hocliberg besiegelt als mittchuldner die Urkunde der gr. Heinrich und Hans v. 
Fürstenberg, nach welcher diese der gemahlin des gr. Hans, gr. Anna v. Kirchberg tochter 
des gr. Eberhard v. Kirchberg, 800 fl. rh. morgengabc schulden. Fürstenb. Üb, 3, 189. — 
F, — Gr. Hans war der söhn Heinrichs V. aus seiner ehe mit Verena v. Hachberg und so- 
mit der neffe des M. Wilhelm. Gleichzeitig heiratet Anna, Heinrichs V. tochter zweiter ehe 
von gr. Anna v. Tengen, Konrad gr. v. Kirchberg. Vgl. nr. 1235. 1440 

Louftende botten: denne einem botteu von Kötellen xiii li. Sta d t reell nun g von Bern von 1437,'H. 
bälfte. St.-A. Bern. Mitteilung von Türler. 1441 

Claas v. Baden urkundet wie Adelberg v. Baden (nr. 1402). Or. Wien. Hausarchiv. Mitteilang 
des Wien. St,-A. 1442 

M. Wilhelm v. Hochberg besiegelt als mitschuldner (angulto) und bürge den heiratsbrief des gr. 
Han« v. Fürstenberg und der gr. Anna v. Kirchberg. Fürstenb. üb. 3, 1 94. — F. 1443 

M. Wilhelm v. Hochberg gelobt Lei seinem eid, dass er gegen Thüring v. Hallwil, Tbürings 
v. Hallwil ehelichen söhn, den er mit sich und andern ains rechten mit verkoüffs will ver- 
setzt hat gegen Hans v Hödorff v. Schenckenberg gesessen zu Almut (gem. Aichen HA. 
Bonndorfl um 75 rhein. gülden jährlicher gölte, wiedorkäuflg mit 1509 n. hauptgut nach 
laut des hauptbriefes, den der markgraf dem v. Hödorff darüber gegeben hat, um alle daraus 
etwa entstehenden koston und nachteile aufkommen will, und gestattet ihm eventuell Zu- 
griffe. Or. Innsbruck. A. U/1462. 1444 

Andress v. Bossenstein urkundet wie Adelberg v. Baden. Vgl, Lichnowsky V nr. 3696. 1445 

Friedrich v. Schnellingen (Snew-) urkundet wie Adelberg v. Baden. Vergl. Lichnowsky V nr. 
3697- 144*; 

Ulrich, Heinrich und Dietrich v. Kätzenhusen vom Stein gevettern Urkunden wie Adelberg v. 
Baden. Ulrich v. Batzenbusen siegelt im camen aller. Vgl. Lichnowsky V nr. 3698. Alle 
drei im Wien. Hausarchiv und mitgeteilt vom Wien. St.-A. 1447 

Das konzil zu Basel vermittelt durch seine abgesandten erzb. Johann v. Tarent in sacro con- 
cilio pro sede apostolica presidentem und durch r. Georg Fischlin sowie durch die gesandten 
von Strassburg und Basel einen Waffenstillstand zwischen hz. Friedrich d. ä. (senior) von 
Oesterreich und Zürich vom 16- juui — 11. november. Inzwischen soll am 25.juli ein tag zn 
Basel stattfinden zur herbeiführang eines friedens zwischen den beiden parteien. Hz. Fried- 
rich und Zürich erklaren annähme des Waffenstillstandes. Or, Wien. St, -A. Ungenaues reg. 
bei Lichnowski V nr. 3736. Der krieg war ausgebrochen, indem Zürich mitten im frieden 
vor die bürgen Nidberg und Freudenberg bei Ragatz gezogen war und dieselben gebrochen 
hatte. Mit obigem Waffenstillstand tritt der Toggenb arger erbschafts streit in eine neuephase. 
die fernerhin in den Züricher krieg ausläuft und hauptge gen stand der rege sten in den nächst- 
folgenden jähren sein wird. Inwieweit M, Wilhelm bei diesen Verhandlungen beteiligt war, 
ist nicht ersichtlich. 1448 



Wilhelm 1437. 



45 



Innspraggl hz. Friedrich d. ä. von Oesterreich übergiebt dem M. Wilhelm v. Hochberg die land- 
vogtei mit dem land^ericht im Elsass, Sundgau und Breisgau und den städten Villiugen, 
Waldshut, Lanfenberg und Säckingen mit dem Schwarzwald. Der markgraf erhält dafür ein 
jahrgeld von 1 1 00 Ü stebler. 500 holmern nnd der vischenz zu Reiningen und Ensiabeim. 
C'ip. coaev. Karlsruhe. — F. — Auch M. Wilhelms Vorgänger herr Smasman v. Rappoltstein 
hatte die landvogtei in diesem umfange innegehabt. Über die beniühungen Sinasmans, sich 
in dar landvogtei zu behaupten s. Rappoltstein. ÜB. 3 nr, 958. 1449 

M. Wilhelm v. Hochberg gelobt alle bodingnngen, unter welchen ihm obenstebende landvogtei 
bergeben worden ist, zu halten. Or. Karlsruhe. — F. 1450 

Heini Soder vogt und richter zu Haltingen, daselbst anstatt und im namen M.. Wilhelms v. 
Hochberg zu g<*richt sitzend, urkandet, dass Worlin Henna n v. Haltingen herrn Johanns 
Schal tenbrand, bauberrn des stifts zu nns^r frauen minister auf der bürg zu Basel, im naroen 
dieses baues verkauft hat zwei golden rh. jährlichen zinses von gen. gutem in dorf und bann 
zu Haltingen um 40 fl. rh. Siegel Jörgs v. Tegornau, des obersten vogtes M.Wilhelms. K"- 
pialbuch 1 10 fol. 107 b. Karlsruhe. — H. 1451 

Henny Soder vogt nnd richter im dürfe Haltingen anstatt des M. Wilhelm entscheidet mit den 
urteilsprechern, dass Herman, kirchherr zu (Klingen (Ötlikon), der das gut Benny Fucbssli's 
sei. von Haltingen, wovon dieser jährlich 4 säum ewigen weingeldes der frau Ennalin Siben- 
talin, bürgerin zu Basel, Peter Allerband und Elsinen Smalimassin, seiner Schwester, schul- 
dete, welche gült nach derselben drei personen tod an die Elendenherberge zu Basel fallen 
sollte , an sich gekauft hat, die 4 säum ewigen weingeldes den drei genannten personen uud 
nach deren tod der Elendenherberge zu Basel, vertreten durch Lndinan Meltinger bürger 
und pfleger und meister Hanns Herweg, auszurichten nnd zu bezahlen verbunden ist. Siegler 
Jörg v. Tegernau (now-), M. Wilhelms oberster vogt. Or. Karlsruhe. — H. 1452 

Smallman herr zu Bappoltstein an M. Wilhelm. Seine leute, die er gen Ensisheim geschickt, 
haben ihm des markgrafen begehr mitgeteilt uud einen brief des herzogs (Friedrich d. ä.) 
überbracht, wisende dir von sinen wegen die landvogtei abzutreten mitsamt der feste in der 
Stadt Ensisheim. Erklärt sich dazu bereit, behält sich cber die aus der Verwaltung der land- 
vogtei und aus der pflege von Dattcnried (T-t) ihm zustehenden forderungen vor. Reg. Al- 
brecht, Rappoltst. Üb. 3 nr. 930 mit zu spätem ansatz »vor sept. 5.* 1453 

Smassman herr zu Bappoltstein an hz, Friedrich d.fl. Ist des herzogs Weisung mitabtretungder 
landvogtei nachgekommen ; auf die Erklärung des herzogs, dass solches abverkünden der land- 
vogtei nicht aus ungnade, sondern von etwas merklicher sache wegen geschehen und auf die 
bitte, dem M. Wilhelm ratsam und behilflich zu sein, begehrt er orsatz für Verlust und scha- 
den ans der Verwaltung der landvogtei und beschwert sich auch über wegnähme der pflege 
zu Tattenriet. Falls er zufrieden gestellt wird, ist er bereit dem neuen iaudvogt zu helfen: 
begehrt auch , dass der hz. ihm recht schaffe von dem v. Lupfen um Hoheunack. Rappolt- 
stein ÜB. nr. 981 mit dem gleichen zu spaten ansatz. 1454 

M. Wilhelm und Rudolf freiherr v. Ramstein verhelfen dem erzb, v. Tarent, der vom konzil in 
haft gesetzt war, sowie dem bisebof v. Padua und etlichen andern zur flucht. Wurstisen Ba- 
seler Chr. 326, jedenfalls nach Johannes de Segovia. Am besten berichtet darüber Aeneas 
Sylvias in »de viris illustribus« (Bibl. des literar. Vereins zu Stuttgart I, 2 p. 1 — 2) in der 
biographie des Joannes de Tagliacozis erzb. v. Tarent. Derselbe war dabei beteiligt gewesen, 
dass die bulle des Baseler kouzils entwendet wurde, worauf mit derselben der beschluss der 
minderbeit des konzils bertglich der wähl von Ferrara als ort des nächsten konzils bultiert 
nnd nebst etlichen missiven an die Griechen versandt wurde. Leguntur XII episcopi, qni rein 
cognoscant; Tarentinuque mandatur, ne dorn um eiceat. Ipse , . . advocato marchione de Rop- 
tolin, dum patres concionem habent, enuo conscenso urbein ogreditur, ad Floren tiam pergit. — 
Man kann es dem Herausgeber nicht vetübeln, dass er mit diesem marebio nichts anzufangen 
wusste. — Ob M. Wilhelm im einvernehmen mit hz. Friedrich handelte, darf zweifelhaft er- 
scheinen; die Österreichischen herzöge Albrecht uud Friedrich waren dem konzil freundlich 
gesinnt. Hingegen hatte M. Wilhelm als bnrgundischer gesandter auf dem konzil sich auf 
Seite des papstes Eugen gehalten, und diese Parteinahme tritt auch noch im nächsten jähre 
hervor. 1455 



46 



Wilhelm 1437. 



1437 

jnli 25 



it. als nun der tag z wüschen t dem bertzogen nnd denen von Zürich and ass Sanganser land nff 
Siint jacoba tag gen Basel gemachet was, als kam zuo demselben tag von des hertzogen wegen 
marggraf Wilhelm v. Hochberg herr zn Bftttoln nnd ze Susenburg und ander des hertzogen 
diener. Derselb marggraf was des hertzogen landtvogt in Elsas nnd nber ander sin stett. lt. 
es kament och die van Zürich and ander Aidtgenossen und stett, die si dar gebotten hatten, 
nnd och die nss Sanganser land. 

Also bott der marggraf recht nff das concilium, uff de» kaiser, uff die curfürsten, uff 
herren und stette, und wo das gelich und billich war, und weit ach anders nüts darin lassen 
reden, wan im nüt anders emnfolhet was. Also wollen die von Zürich noch nss Sanganser land 
der rechten kains ingan noch uffnemen, und also schieden sie von tagen, das nüts anders dar- 
ass ward; doch ward ain anderer tng beredt; uf sant Gailen tag sollten aber baid teil gen 
Basel komen . . . Uss dem selben tag ward nüts. Klingenberg Chr. (fernerhin K!. Chr.) ed. 
Henne p. 250 u. 253. Tschudi II 255, vgl. auch Vadians chronik der äbte von St-Galien ed. 

" Götzinger II, 58. 1+56 

(Eger) k. Sigismuud beurkundet den Spruch eines furstengerichts unter vorsitz des reichserz- 
kämmerers M. Friedrich v. Brandenburg: es klagt Hugo [v. Montfort] meister des Johanniter- 
ordens in Deutschland, vertreten durch gr. Wilhelm v. Montfort-Tettnang, dass ihm Elisabeth 
v. Hochberg geb. v. Montfort, seines brnders tochtor, aus dem besitz des vierten teils von 
schloss und herrsebaft Bregenz, den er als »sein recht veterlich erbe lange zeit und lenger 
dann landszrecht were innegehabt«, »freveüchen unrechtlichen nnd unbewart gostossen und 
im den etlich jare her an alle rechtliche zusprach oder forderung zn irou banden und gewalt 
empfremdet und ime alle rente nnd nnezunge davon ierlichen gefallende biszher inngenomen 
und nffgehaben bette.« Er war von dem bis tum Constanz, in dem sein väterliches erbe liegt, 
an dessen oberhof Mainz gegangen, von wo Elisabeth wieder an die kurie und an das konzil 
zu Basel appellierte; trotzdem sie sachfällig geworden, widersetzte sio sich der ansführung 
des Urteils, worauf von der geistlichen gewalt das laudgericht Nürnberg zur eiecation be- 
rufen wurde, welches entschied, dass die beklagte innerhalb dreier 1 4 tage die volle restitution 
durchzuführen habe. Indern Elisabeth an den kaiser »alsobersten richterwerntltchen* berief, 
ergeht, da sie trotz rechtzeitiger ladung weder erschien noch, vertreten ist, in ihrer abwesen- 
heit das urteil, sie habo dem klager binnen 6 wochen und drei tagen nach urteilzuätelluug 
den vierten teil der herrsebaft Bregenz samt aufgelaufenen nutzen und unter gntmaclmng 
eventuellen sebadeus zu restituieren. — Majestätssiegel. Reichsregistratnr L. p. 38 — 39. 
ßeg. Altmaun 11912. Mitteilung des Wien. St.-A. Vgl. nr. 1389 n. 1398. 1457 

M. Wilhelm gewährt der Stadt Uelfort, wie andern städten der herrsebaft als Ensisheim, die das 
Salz aufkaufen, zn kästen schütten und je zn Zeiten wieder verkaufen nach seinem werte zu 
notdurft für arme leute auswendig auf dem lande sowie in den städten gesessen in anbe- 
tracht der gebresten, die aus mangel an salz in kriegen entstehen, auch des nutzen s, der aus 
dem Wiederverkauf des salzes gewonnen wird, in derselben weise zu verfahren und befiehlt 
dem vogt zn Belfert, die Stadt bei dieser freilieit bleiben zu lassen. Beglaubigte cop. des or. 
Colmar Bez.-A. C 588. — F. 1458 

(Basel) hruder Johans v. Hasperg provincial sant Aagustinsorden erklärt Smasman herrn zu 
Roppelstein seine bereitwjlligkeit, auf den Vorschlag Smasmans wegen seiner Streitigkeiten 
von der v. Wyttenheim nnd des bruders Anihonius v. Elwür wegen vor ihn auf einen frunt- 
lichen unterbunden tag zukommen, so jedoch, dass, falls die sache nicht mit der frantschaft ge- 
richtet wird, der rechtliche aastrsg platz greift, da er schon vorher das recht geboten hat, 
auf das heilig consilium zu Basel, auf unser gnedig herren landvogt (M. Wilhelm), auf Smas- 
man selbst sowie auf Breisach nnd Anthonius v. Wyttenheiin ihm darauf stolz geantwortet 
hat, er (Wittenheim) wisse nicht mit ihm (Hasperg) zn rechten. Regest Albrecht, Rappolt- 
stein üb. 3 nr. 982. 1459 

M. Wilhelm v. Hochberg nnd seine gemahlin Elisabeth v. Montfort trau zu Bregenz (Pregencz) 
gehen Georg Rugg von Tannegg einen schadlosb rief wegen bnrgscliaft für 50 rhein. gülden 
jährlichen zinses gegen die edle Osannen Huruszin geb. v. Lanilenberg. Or. Karlsruhe. — 
F. — Die v. Schonau führten den zunamen Hürus. 1404) 



Wilhelm 1437. 



47 



mü; 



okt. 11 
» 21 



M. Wilhelm v. Hochburg landvogt hz. Friedrichs v. Oesterreich erneuert die von diesem J412 
mai 19 dem Wulf v. Wolfurt gegebene erlaubnis, Wolfs Schwester Anastasia wegen ihres 
heiratsgutes auf die auf der Stadt Bräunlichen lastende p fand summe zu beweisen. Enthalten 
in Transsumpt der Stadt ViHingen von ] 4 37 juli 21». Karlsruhe, — Reg. Fürstenb. Db. 6, 45. 
— F. 1461 

(Bologna) p- Eugen beschwert sieb in einer encyclika über das verfahren des Baseler konzils 
gegen seinen bevollmächtigten de» erzbisi'hof v. Tarent, den dasselbe unter erdichteten be- 
schuldigangen iu seinem hause gefangen gesetzt habe und der alsdann sich veranlasst ge- 
sehen hätte, das amt des Vorsitzenden des Itoüzils niederzulegen und mit hülfe sowie unter 
dem gelcit des M. Wilhelm v. Rothel und Rudolfs v. Ramesteyn und anderer das konzil zu 
verlassen. Druck Raynaldi Annales occlesiastiei ad a. 1437 p. 246. 14fr' 

(Basel) bischof Friedrich v. Basel belehnt M. Wilhelm mit den dtfrfcni Haltingen und Höllsteiti, 
den unter demselben gesessnen gotteshausleuten des Baaler Stifts und dem korngeld %n Tan- 
nenkirch, das Richard v. Schlatt und seine gebrüder vom stift zu leheu hatten, sowie mit wild- 
biiuiii'ii und silberbeigen im Breisgau zu Todtnau (Tottnow), welche M. Wilhelms vater und 
gr. Konrad v. Freiburg und ihre vordorn vom bistum in gemeinschaft zu lehen gehabt hatten. 
Or. Karlsruhe. — F. 1463 

M. Wilhelm besiegelt die urfehdo Clewy Mayers v. Röteln aus dem Wiesenthal, des Schinders 
sesshaft zu Beggingen, gegen die stadt Schafl'haiisen (St-hauffhus-) uud gemeinen bund im 
Kletgau, wonach demselben auf bitten M. Wilhelm gestattet ist hinter den markgrafen zu 
ziehen. Or. Karlsruhe. — F. 1464 

M. Wilhelm reversiert über seine belelnmng mit den Basler stiftslehen durch bisch. Friedrich. 
Or. Karlsruhe. — F. 1465 

Derselhe reversiert über seine belehnung mit den y,on seinem vater und gr. Konrad v. Freibarg 
gemeinschaftlich vom bistam Basel innegehabten leben. Or. Karlsruhe. — F. 1466 

Luzero bittet Basel, sich bei dem M. v. Bötein für einen armen knecht zu verwenden, dem Hans 
Miinch sechs ochsen genommen hat. Or. Basel. A. Briefe 4, 176. — F. 146? 

M. Wilhelm v. Hochberg in gemeinschaft mit gr. Heinrich v. Fürstenberg, freiherrn Hans v. 
Roseneck und Wilhelm v. Friedingen verkaufen um 800 fl. eine Rente von 40 M. auf Stadt 
Schopfheim (Schöpfen) an gr. Eberhard v. Lupfen und seine gemahlin Kunignnde v. Neuen- 
bürg. Reg. aus fürstl. Schwarzenberg. A. zu Wien bei Augnst Naef, Archiv S. Gallischer 
Burgen und Edelsitze manuscript p. 579; mir gütigst mitgeteilt vom Staatsarchivar Dr. Jo- 
hannes Meyer zu Frauenfeld. 1468 

Pfost v. Nünegke bekennt um seiner anspräche willen an hz. Friedrich d. ä. von Oesterreich 
durch M. Wilhelm v. Hochberg des berzogs landvogt mit 55 fl., die er bis Weihnachten er- 
halten soll, abgefunden zu sein und begibt sich aller weitern anspräche. Or. Innsbruck. A. 
Urk. 2772. Vgl. Albrecht, Rappoltstein. Üb. 3 nr. 919. 1469 

M. Wilhelm v. Hochberg landvogt etc. gibt seine Zustimmung, dassKunrad v. Homburg (-berg) 
die vogtei zu Bräunungen (Prunlingen) und Ru Sprech zu Oven , welche die v. Homberg lange 
zeit in pfandweise von der herrschaft Oesterreich innu gehabt haben, um 150 mark Silber an 
Heinrich Pnimsy, derzeit uürgerme ister zu Villingen, verkauft. Innsbruck. A. Urkunden- 
copien IU, 9G0. — Ober das geschlecht Brüms: vgl. Kindler v. Knobloch, Oberbad. Ge- 
schlechtorb uch, 147U 

M. Wilhelm v. Hocliberg landvogt seines heim von Oesterreich leiht amts halb Cflne am Bühel 
zn Waldshnt als einein schall'ner der äbtissin und des conv. des kl. Königsfelden nachbe- 
zeichnete lehen, die er namens derselben von Albrecht Herler sesshaft zu Kaldelbnrg ge- 
kauft hat: den dritten teil des kornzehutons zu Birckingen, des zehntens zu Escbpach und 
des wc in zehn tcns am Schönenbühel zu Waldshut. Or. Staatsarchiv Aarau. kl. Königsfelden 
n. 599. — Kadelburg, Eschenbach u. Birkingen im BA. Waldshut. 1471 

IC. Wilhelm v. Hachberg giebt dem gr. Heinrich v. Fürstenberg d. ä., landgrafen in der Baar, 
einen schadlosbrief wegen bürgscliaft für 800 fl- rh. hauptgut und 40 fl. jährlichen zins gegen 
gr. Eberhard v. Lupfen landgraf zu Stülingen und dessen gemahlin Knni^unde v. Neuenbürg. 
Fürstenb. Üb. 3,212. — F. 1472 



48 



Wilhelm im 



nov. 6 



Zürich an ilas kon7.il zu Basal: willigt in die Verlängerung des friodens mit der herrschaft von 
Oesterreich bis dec. 21. Cup. eh. coaev. Zürich St.-A. 1567. Vgl. auch Ki. Chr. 253. 1478 

M. Wilhelm Österreichischer landvogt belehnt amts halb den Basier burger Hans Konrad Sür- 
lin als vogt Ursulas, der tochter Burkard Zybols, mit der vogtei des dingbofs in dem thale 
zu Sulz (-cz), der vogtei zu Ittenthal (Dttentale) und allem zugehör ausser todsiege und dem 
teil der von Habspurg a,n zoll und geleit zu Fricke. Or. Karlsruhe. — F. 1474 

M. Wilhelm v. Hoehberg schuldet seinem schwager Heinrieh V. gr. v. Fürstenberg und land- 
grafen in der Baar und dessen erben 200 goldgulden rh., rückzahlbar spätestens in zwei 
jähren. Einlager mit einem müliigenpferd. genSehaffliauaen. Rutwil oder Villingen. Fürstenb. 
Ob. 3, 212. — F. 1475 

M. Wilhelm landvogt belehnt anstatt seines herrn von Oesferreicb Hans Ulrich v. Tettingen 
als träger seiner bausfrau Margarctha v. Randemburg mit zoll and vogtei zu Erczingen. Or. 
Karlsruhe. — F. 1476 

M. Wilhelm v. Hochberg landvogt der herrschaft Oesterreich im Elsass vergönnt den leuten 
aus dem amt Rosenvels, die ihm einen versiegelten brief des dermaligen landvogtes gr. Haus 
v. Tierstein vorgelegt haben, worin derselbe ihnen vergönnt, deä ihnen seinerzeit von des 
herzogs von Oesterreich anwälten, nämlich Ulrich pfarrer zn Tirol nnd andern raten, ausge- 
stellten briefes zu gemessen, dass sie bei solchem briefe bleiben mögen. Innsbruck. A. Ur- 
kundencop. III, 861. 1477 

Der official des bischöflichen hofes zu Basel verhört eine kundschaft über die Zuständigkeit des 
Wassers nnd der fischenz zwischen den dörfern Weil (Wil) nnd Riehen, welche das domka- 
pitel zu Basel für sich beanspruchte. Heintzman Bnman, vogt zu Weil (Wil), sagt unter eid 
aus, dass vor etwa fünfzig jähren ein Schaler, erzpriester zu Basel, Riehen vou der stift zu 
Basel mit aller herrlichkeit, rechten und zugohör inne hatte, darnach r. Wernlin v. Bereu - 
| fels »der dar zu Sempach beleih» ; darnach sei er der gräßn von Welschen Neuenbürg (Nii- 
wemb-) nnd nach derselben dem M. v. Rütteln (Röteln) geworden. In derselben zoit sei die 
fischenz zn Weil zuständig gewesen. M. Rudolf habe auch Riehen von dem stift Basel inne 
gehabt. Der damalige besitzer der fischenz, Henni Schaller, habe M. Rudolf, seinem herren. 
• ein hoffmal vischen all wachen von fruntschafft uud umb das er inn friste und schirmte in 
dem wasser daz im nieman darinn vischette,« gegeben. Die besitzer der vischenz seien seit 
alter zeit den herren v. Rarastein zwei II pfennige schuldig, doch wisse or nicht, woher diese 
» eygenschafft« stamme. Erst vor zwei oder drei jähren habe bischof Johans von Basel die 
fischenz für sich beansprucht. Da die übrigen zeugen, die alle von Clewin Schaller von Weil 
als dem kundschafter zur Zeugnisablegung verlangt worden waren, sieh ähnlich äussern, giebt 
der official die Zeugnisse zu protokoll und besiegelt sie auf bitten Clewin Schauers. Or. Karls- 
ruhe. — H. 1478 

gr. Hug v. Moutfort meister saut Johanns ordens in deutschen landen bekennt, nachdem er gegen 
seines bruders selig tuchter, der M. v. Rütteleu, von seines väterlichen erbes , des vierten 
teiles wegen der herrschaft Pregencz uud auch um anderer habe, kosten und schaden wegen, 
nachdem sie ihn ohne alle rechtliche anspräche aus solchem erbe gestossen hatte, vor dem 
kaiser und dem landgericht zu Nürnberg erklagt and erfolgt hat nach laut der Urteilsbriefe, 
dass er solche recht, forderung und ansprach in denselben urteilbriefen begriffen, nämlich 
acht und anleitung uff uiisem widerteil zu triben furer mit recht vor dem kaiser und dem 
landgericht zu Nürnberg, seinem vetter gr. Wilhelm (v. M.-Tettnangl übertragen hat. Der aus- 
stellet siegelt. Or. München, B.-A. Montfort. — Vgl. nr. 1457. 1479 

M. Wilhelm v. Hochberg landvogt erstrockt den von dem konril in den Streitigkeiten zwischen 
hz. Friedrich d. ä. und Zürich zu Basel bis 21. december errichteten frieden bis 6. jauuar 
1438. Or. Zürich. Sfc-A. nr. 482. Vgl. Kl. Chr. 254. Vgl. auch Ulrici Campelli historia 
Eaetica ed. Plattner in Qu. z. Schw. Gesch. 8,495: [Austriacus dux, Tignrinorum] mereibus 
quaeVenetits advehebantar intercoptis mercatores quoque ipso ru in nonnullos iusuper captivos 
dneendos curavit. Quod etsi Tignrini aegerrime ferrent, niliilo secius tarnen inter ipsos 
hostesque illomm indiiciao quaedam ad s. Thomae festam diem imminentem usqne duraturae, 
ab universali Basiliensi synudo conciliatae sunt . . . Mox Guilhelmus ab Hochabergo marchio 
indneias cumTiguro ad diem porro epiphaniao dominicae sacrumusque insequentis anni 1438 






Wilhelm 1137-1438. 



49 



prorogavit, Austriae quidem jirincipibus annuentibus. Deinde Henricus Constantiensis episco- 
pQB, Hewa oriundus, inducias pacemque qujindain, quae ad catharinae diem usque anni Domini 
1439 duraret. composuit; quas Guilhehnus marchio defoceps ulterius in catharinae festura diem 
usque inseqnentis anni 1 440 prmnovit protnisitque. Vgl. auch Vadians chronik 1. c. B 1. 1480 

Solothiirn zahlt Clewin Mathelin gan Böteln 1 ff; aber zu nnserm harren dem margrafen iflf; 
aber im gan Ensisheim zu unserm herren dem margrafen 1 ff 8 ß; Clewi Matbeli gan Bram- 
bach zn dem landvogt 1 5 ß. Solothurn. St.-A- 1481 

Basel schenkt in lantvogtye nnserm berra Markgrafen (Wilhelm) 1 Oft fl., f. 1 1 5 ff. Basel. Jahr- 
recbnnngsbuch 1430/64 p. 212. — Ich füge noch zwei notizen aus dem Öffnnngsbuch Basels 
fol. 27 und 28 hinzu : der marggrefin knerht nmb schiff; marggrafe umb schiffe. — Die ein- 
trage fallen in die zeit 143» sept. 2 und nov. 8. 1482 

do wart dif zitglogg und der zager ze saut Steffen (zn Konstanz) gemacht von graf Otten von 
Röteln, der bischof was. XTnd hattent die herren ze tum och ainen zflger und och ainen loff 
oder sper des monets angefangen und ainen tail gemacht bi dem schmied Hansen Wurm, das 
sy geordnet wollen t baben an den turn unter dem venster der grossen gloggen , das sy vor 
zorn. umii das in graf Ott den zoger gen saut Bteffen satzt, underwegen liessent. Dacher /um 
jähre ] 438 bei Rnppert, die Chroniken der Stadt Konstanz p. 203. Vgl. auch Marmor, Gesch. 
Topographie der Stadt Constanz p. 283. Otto wohnte damals in dem haus Franeiskanergasse 
nr. 193 bei der barfüüerkirch* cf. Marmor 1. c. p. 94. 1483 

M. Wilhelm an Zürich : ihm ist nichts davon kund, das» hz. Friedrich einen der ihrigen trotz 
des bis zum fi.jan. geschlossenen friedens gefangen genommen hat; will sich aber erkundigen. 
Or. Zürich. St.-A. nr. 1562. 1484 

Zürich an die deutsche nation in dem konzil zu Basel: antworten an! ihre bitte frieden aufzu- 
nehmen bis Johanni. dass sie gern frieden hätten und hielten, sofern man sie in frieden Hesse; 
aber in dem durch das konzil und den markgrafen aufgerichteten frieden hat hz. Friedrich 
zwei ihrer bürger gefangen genommen und einem sein kaufmannschatz genommen und leute 
und gut nach Landeck führen lasten. Trotzdem haben sie die fein d Seligkeiten nicht erwidert 
und waren bereit frieden anfzunehmcu bis Johanni übers jähr, »wenn die kurczeii frid sind 
uns und unser ganczen gerne in d zum äl unkommlich und verderplich, daz wirye keinen kurczen 
frid uffuemen wellend noch könnend«, aber unter der bedingung, dass ihre bürger mit leib 
und gut geledigt und ganz entschädigt worden. Indem ist ihnen gestern ein brief von hz. 
Albrecht von Oesterreich zugekommen, den sie abschriftlich übersenden; sie besorgen aber, 
dass der hz. bei seinen kriegen in so kurzer zeit nicht zu solcher Zwietracht kommen mag, 
sind aber gern bereit dem konzil und hz. Albrecbt dem erwählten kflnig /ulieb einen frieden 
aufzunehmen bis Johanni über zwei jähr oder länger und indem frieden zu gütlichen tagen' zn 
kommen, wozu auch bz. Albrecht kommen «der seine botschaft senden mächte; aber der friede 
müssU' dann auch an ihnen und ihrem bürger dem bischof von Chur gehalten werden; vor 
allem aber inüsste ihnen H. Wilhelm versprechen mit seinem brief, dass ihre bürger mit leib 
und gut geledigt werden und aller schade gekehrt werde. Cop. eh. coaev. Zürich St.-A. nr. 
1659. — Das schreiben ist antwort auf das schreiben von presidens, prelaten etc. der 
deutschen nation im konzil zu Basel vom 4. Jan., worin sie im auftrag des gemeinen konzils 
um erstrecknng des am 6. Jan. ausgehenden friedens bis Johanni bitten. 1. c or. nr. 1558. 
Vgl. auch nr. 1480. 1485 

presidens, prelaten, doctores und ander meister und underton der teüchschen nacion in dem 
konzil zu Basel an Zürich: auf Zürichs schreiben mit abschriftlkher mitteilung eines briefes 
von hz. Albrecht hin haben sie M. Wilhelm dazu gebracht, daz er sich in der sach so aller- 
lengist er mag und bis zur ruckkehr der konzilsbotan von hz. Friedrich uftentbalden und wi- 
der Zürich nichts anfangen will; bitten Zürich ebenso zu verfahren. Bezüglich der gefangenen 
bat der M. geantwortet, dass dieselben nicht in seiner landvogtei . sondern ausserhalb ge- 
fangen genommen seien mit ihrer habe, dorumb er derselben nit gewaltig ist; wären sie aber 
in seiner landvogtei gefangen, so wollte er zumal gem allen sineu vliii und vermugen be- 
wysen, damit sy eüw wider worden weren. Or. Zürich. St-A. nr. 1560. 1486 

Thüringv. Halwyl d.ä. an bro. Eud"l!'Stussi u. Michel [Graf geu.SteblerJ Stadtschreiber zn Zürich: 
hat auf solche meinung, als er mit ihnen von der zweiung wogen zwischen ihnen und der herr- 



60 



Wilhelm 1438. 



TJ3S" 



jtt-febr. 



schalt v. Oesterreich geredet, an den landvogt (HL. Wilhelm) und Hau? v. Flachsland geschrieben, 
die beide geantwortet haben, dass sie solches bestellt haben und hoffen, dass es also solle ge- 
holfen «erde. Es seien aber etliche von Zürich, die gen Laufenburg wandelten, namentlich 
die scbülleute, die viel übermütiger «ort wider die leut im schloss brauchten . woraus Feind- 
seligkeiten entstehen könnten. Bittet solches abzustellen und die ihrigen eine weile gütlichen 
uffzoenth alten, wie es auch auf der herrschet seite geschehen werde. Or. Zürich. St.-A. ur. 
1574, — Der v. Flachaland war vogt t> Laufenburg. 148! 

Zürich an M. Wilhelm : haben auf ihr schreiben bezüglich des von hz. Fried rick gefangenen 
bürgere und ihre forderong um freüassang und kehrung des gutes keine volle antwort vom 
M. erhalten, und da ihnen nun von der deutschen nation des konzils geschrieben wird, dass 
der 11. meinte, wären die gefangnen in seiner landvogtei gemacht, dass er dann dazu thun 
wollte, auf solche antwort mögen sie sich übel gelassen, dass die ihren ledig werden. Wie- 
derholen ihre fordernng, nachdem er sich des friedens angenommen hat, dass er unverzüg- 
lich dazu schaffe, dass den ihren leib und gut ledig gelassen werde, widrigenfalls sie die ge- 
eigneten schritte thun werde. Cop. eh. coaev. Zürich. St-A. nr. 1561. 1488 

M. Wilhelm an Zürich: hat bezüglich der gefangennähme ihrer bärger an hz. Friedrich ernstlich 
geschrieben und ist seiner antwort altag wartend. Or. Zürich. St.-A. nr. 1563. 1489 

(Insprugg) hz. Friedrich d. a. von Oesterreich an Zürich : antwortet auf ihre beschwerde (vom 
14. jan. 1. c. nr. 1564 cop. eh. coaev.), dass er während des von seinem landvogt abge- 
schlossenen frieden die ihren gefangen , ihre habe genommen nnd sie gen Landekg habe 
fähren lassen : er werde zur zeit wohl wissen solches zu verantworten ; erbietet sich aber darum, 
welcher teil dem andern friedbruchig gewesen, zu recht vor das konzil, die kurfürsten und 
an ander ende, wo das gleich und pillich ist Or. Zürich. St.-A. nr. 1565. 1490 

der paust schrieb sehr viele briefe nach Deutschland, ut perseeucio fieret patrum in saneta sy- 
nodo congregatorum, (namentlich zor abstellong des geleits zum Baseler konzil) quarum multe 
pervenerunt ad manns presidentis concilii, specialiter directe marchtoni de Bötein, quo asso- 
ciante cum multitudine annatorum Julianus presidens a concilio recesserat, preterito mense 
litera isla aliisque multis cireunstaneiis manifeste indicautibns, quid significarent verba il- 
lins in reph'ca contra responsionem archiepiscopi Panormitani dicentis cardinali Arelateusi, 
quia sermo erat de pace, ut cum pace audiret Joannes de Segovia XIII. c. 17 p. 54 — 55. 
Vgl. auch bad. reg. 1491 

anlass : als landvogt M. Wilhelm v. Hochberg zu Strassburg Hans Hübsaro, auch Hans Kanneu- 
giesser mit geriebt angefallen hat von der herrschaft von Oesterreich, der Stadt Masmünstur 
und des landes wegen nnd darauf meister und rat von Strassburg beiden parteien einen recht- 
tag auf 11. fehruar anberaumt und die parteien auf solchem tag in der gutlichkeit ver- 
gebens versucht haben zu einigen , beraumen dieselben mit Zustimmung der parteien einen 
andern tag auf heute über 4 wochen (marz 1 1) in Strassbnrg an, auf dem man vorab ver- 
suchen soll beide parteien gütlich zu vereinen. Bis zu diesem tag sollen beide teile in Sicher- 
heit von einander wandein. Cop. eh. coaev. Strassburg. St.-A. IV/72. Über den handel des 
Hans Bübsam wider Masmünster ut Usenor, Die frei- und heimlichen Gerichte Westphalens 
p. 37 nr. 79. 149-2 

(Ferrara) P. Eugen an M. Wilhelm v. Hochberg herr v. Rdtelinge: drückt seine befriedigung 
aus über die ihm durch mag. Peter Bentz licenciat in decretis gemachten anerbietungen nnd 
fordert ihn auf. alle knifte anzuwenden ad reprimendam Basifie congregatorum neqniciam et 
malignitatem nnd denselben namentlich das geleit zu entziehen, falls er solches verliehen, 
und sie nach abiauf der trist des 15. man als feinde des christlichen giaubens zu behandeln. 
Joannis de Segovia Lib. XIII cap. 1B p. 59. 1493 

Frankfurt an M. Wilhelm v. Hochberg : bittet das aus anlass der bevorstehenden königswahl in 
seinem gebiet gekaufte getreide zn dem gewöhnlichen zoll zu verabfolgen. Frankfurt. 3t.- 
A. Wahltagsakten III f. 10. Archiv f. Frankfurts Gesch. u. Kunst 3- Folge (1889) 2, 132. 
— F. — An Strassburg, Freiburg i. Br., Breisach, Basel, Colmar, Mülhansen und Schlett- 
stadt; an bisth. Wilhelm v. Strassburg, gr. Emich v. Leiningen unterlandvugt zu Hagenau 
und an Jakob und Ludeman herren zu Lichtenberg. Grotefend , Inventars des Frankfurter 
Stadtarchivs, 3, 231. 1494 






Wilhelm 1438. 



51 




Waffenstillstand zwischen Zürich and der herrs^haft von Oesterreich vom 2f>. februar bis 6. april 
1 438, vermittelt durch Basels und der eidgenossen von Bern, Luzern, Solotham, Uri und Zug 
boten. Die boten Basels, r. Hemman v. Offenbarer, Peter v. Hägenheim und meister Ulrich 
im Hof handelten im auftrage des H. v. Rr>teln, wie aus den nähern bedingungen dieses und 
des folgenden Waffenstillstandes hervorgeht. »Der obgeseiten von Basel botten hand ouch ge- 
rett. sv wellen angends werben, duz den von Zürich ire gevangenen, sy ligen ze Landegg 
oder ze Veldkilcb, uss vangnusse bis zu usgang des bestantz keinen uff ein widerantwurten. 
ob in den Sachen nötz fräntlichs funden wurde.« Eidgen. Absch. II nr. 200. Vorauf ging 
ein 1 4tägiger >frid< bis uff die alten fassnacht (märz 2). Klingen berger Chr. 255. Tschndi 
II, 261. Mittels schreiben vom 19. febr. an Zürich hatte das konzil zu Basel einen tag auf 
den 2. raarz anberaumt mit der bitte vom empfang des briefes und 1 4 tage danach frieden 
zu halten. Or. Zürich. St.-A. nr. 15S6. Vgl. nr. 1497. 1495 

(Wissenloch) pfalzgr. Otto verwendet sich bei M. Wilhelm iandvogt der herrschaft Oesterreich 
auf bitten TOD bürgermeister und rat der Stadt Frankfurt dafür, dass er das von der Stadt zu 
ihrer verproviantierung für die bevorstehende königswahl in seinen landen aufgekauft« ge- 
treide ihr unaufgehalten zukommen lasse. Or. Frankfurt. St.-A. Wahltagsakten III 43. — 
Gleichen inhalts an Freiburg i. B.. Basel, Schlettstadt. Breisach, Kolmar und Mülhausen. Or. 
ebenda 44 — 4». — Ebenda 14 ein undatiertes concept eines kurfürstlichen verwendungs- 
schreibens nn die vorgenannten, den bischof von Strassbnrg, den landvogt zu Hagenau. Ja- 
•kob und Lndeman von Lichtenberg und Strassbnrg, woraus hervorgeht, dass von Frankfurt 
gekauftes getreide am Oberrhein angehalten worden war, und in dem unter hinweis auf die 
goldene bulle die pflicht, der verprovianti erring der wahlstatt keine hindernisse zu bereiten 
betont wird. — F. — Vgl. nr. 1503. Vgl. Qrotefend 1. c. LH, 232. 1496 

Amolt v. Berenfels bin. und rat zu Basel au Zürich: haben die abscheidung ihrer boten 
von Zürich an M. Wilhelm gelangen lassen, der in den tag zu Reinfeld en nach des Scheidung 
briefelins sag gewilligt hat und gesonnen ist den gütlich bestand zu halten. Setzen den tag 
anf den 23. man fest und bitten inzwischen fruntlichen wandel zu haben mit Worten nnd 
werken, wie sie solches mit dem widerteil auch haben lassen reden, Or. Zürich. St.-A. nr. 1 568. 

149; 

(Zürich an [BaselJ: beschweren sich, dass ihnen der bestand nicht gehalten werde : hz. Friedrich 
habe die ihrigen nicht bis zu ende desselben verzielt und ebenfalls sei ob dem Wallensee 
durch des herzogs leute ein zugriff auf sie geschehen. Unter diesen umstanden sind sie nicht 

| vast willig, den [von Basel] auf märz 23 gen Eheinfelden angesetzten und vom landvogt zu- 
gesagten tag zu suchen und thnn das nur [Basel] zu liebe, doch unter der bedingnng, dass 
es Zürich zu dem tag einen geleitbrief auswirke vom landvogt Mögen auch sorge tragen, 
daz den Sachen nachgegangen werd, als ir die berett nnd vertedingt habt. Conc, eh. Zürich 

I nr. 1569. 1*98 

bz. Friedrich von Oesterreich d. a. und Zürich schliessen unter Vermittlung des bisch. Heinrich 
v. Eonstanz einen Waffenstillstand bis zum 25. november übera jähr. Ausfertigung seitens 
Zürichs eidgen. Absch. II nr. 202. Vgl. auch Kl. Chr. 255. Obiger friede wurde von Zürich 
unter gewissen durch Türing v. Hallwil und gen. b'iten von Bern, Luzern, Solotliurn und Zug 
vereinbarten bedingungen angenommen. Der eine artikel betrifft die während des vorherge- 
henden Waffenstillstandes gefangenen Züricher, »darumb uns die von Basel geschriben hand 
von bett wegen des Margrafen von Betteln, der herschaft von Oesterich landvogt, welicher 
ander den gefangenen in sinem friden, den er mit uns uffgenomen hat, gefangen und wazden 
unsern entwert sig. daz welle er uns lidig machen. Also haben wir disen frid uffgenomen, 
demselben friden und aolichem versprechen unschedlich, ob die sach nit gantz gericht wnrd. 
daz unser her der Margraf denn sölichem schrieen nachgan so), — Item so denn von des guts 
wegen, daz den unsern entwert ist, es sig den, die gevangen sind, oder andern unsern bnr- 
gern, dammb ist also gerett, alz ein tag (am 24. märz) ze Binvelden geleist sol werden zwi- 
scheud der herschaft und uns: werdent una da unser gevangen ledig und daz gut widerkert. 
wol and gut, beschicht aber daz nit, so bestat es umb die gevangen, alz da ob geschriben 
s tat ; aber umb daz gut. dafür bat unser gnädiger herr von Costentz versprochen, den unsern 
das an alles ver/.iechen ze antwurtend in iran gewalt. Eidgen. Absch. I. c. — Lieber den tag 




52 



Wilhelm 14S8. 



"RJg- 



zu Rheinfelden habe ich nichts in erfaurung bringen können. Man sieht aber, wie M. Wil- 
helm möglichst auf Wiederherstellung des friedens, wenigstens im bereieh seiner landvogtei. 
zwischen der herrschaft und Zürich bedacht war. Ob er und Thüriug v. Hallwil als fährer des 
oberrheinischen adels schon damals die hebe! einsetzten , um eine Schwenkung von Zürichs 
politik und den ausehluss der Stadt an die herrschaft herbeizuführen , lässt ifok nicht fest- 
stellen ; aber wenn später M. Wilhelm recht eigentlich als leiter dieser politik erscheint, so 
liegt es nahe auf diese Verhandlungen zu rückzu greifen, insofern ja die ersten anzeichen dieser 
Schwenkung schon bald nachher zu tage traten. Der weg selbst lag vo rge zeichnet ; Zürich 
brauchte bloss die wege zu wandeln , die Schwyz und Glarus mit solchem erfolg betreten 
hatten. Aus der feb.de 7-üricbs mit Österreich hatten gerade Schwyz undGlarus die grössten 
vorteile geerntet: mit Zustimmung des uz. Friedrich hatten sie landerwerb gemacht und von 
könig Albrecht moralische Unterstützung erhalten, ohne dass die herrschaft an und für sich 
gewinn davon gehabt liiitte. Ein bündnis Zürichs mit der herrschaft konnte beiden teilen 
von vorteil sein. Dem über die fried- und rechts brüchigen Züricher erbitterten hz. Friedrich 
liess sich das allerdings schwer klar inacheu. Es scheint, dass sich Zürich durch k. Albrecht 
dem bz. Friedrich zu nähern suchte. Auf alle falle musste es zunächst dauernden frieden zu 
schliessen suchen ange.sicu.ts des drohenden bruchs mit seinen nächsten eidgenössischen nach- 
barn. 1499 

M. Wilhelm v. Hochberg österreichischer landvogt belehnt amtes halber anstatt des herrn von 
Österreich Conrat Tegälin von Freiburg (Fryb-) im Breisgau (Brisguw) auf dessen bitten mit 
dem lohen, das M. Wilhelm von Hanns Adam v. Falkenstein (Valck-) aufgegeben worden 
war, nämlich mit allen rechten zu AUenthal. Der aussteller siegelt. Cop. saec. 1 H. Karlsruhe. 
— H. — Atteuthal gem. Wittenthal BA. Freiburg. 1500 

Claus Kyps von Pfaffeuhuven an Strassburg: nachdem sie vor Zeiten an ihn um kehrung gebeten 
hatten von Hans Kellars wegen , worauf er sich zu ehre und recht erboten hatte vor einem 
der nachbenannten, M. Jakob, gr. Bernhard v. Eberstein, hofrichter gr. Hans v. Lupfen selig, 
r. Heinrich v. Hohenstein Strassburgs bürger, Junker Anthonion v. Hadtstat, Junker Lütel- 
man und Heinrich v. Ratsamhusen gevettern, worauf Strassburg ein gebot machte vor pf. 
Stephan, dem er aber auch beipflichtete, hat die Stadt ihn trotzdem geheischeu vor das heim- 
lich gericht zu Veleiste bei Sworte gelegen anders dann desselben gerichtes recht ist. Darauf 
hat er aber nicht gesehen und sich trotzdem dorthin begeben ; dort fand er Strassbnrgs be- 
schält , die viel weiser und trefflicher leute bei sich hatten, freigrafen und andere aus West- 
falen, mit denen sie meinten ihm leib und ehre abzugewinnen. Darauf wurde ein andrer ge- 
rjehtstag angesetzt und er bis dahin in gefangnis gelegt. Auf diesem zweiten gerichtstag 
bat er kundschaft von rittern und knechten zu vorhören zum beweis seiner unschnld wider 
die erneute beschuldigung von Strassbnrgs botschaft, worauf er bis zum dritten gerichtstag 
in gefängnis liegen musste. Solchen tag hat Strassbnrg nicht beschickt, sondern etliche frei- 
grafen mit gut verlonet und ihn vor einem andern gerächte mit lügen, unverkündet, unver- 
antwurt und wider recht des heimlichen gerichtes versucht zu verfüren und seinen leib und 
seine ehre mit ihrem gut zu erkanfen. Da Strassburg nunmehr vorgibt, dass er verfi'iertsei, 
weshalb «r seines leihes in sorgen sein muss, fordert er die stadt auf, auf solche erkobernnge und 
erfolgunge, die sie meint wider ihn gethan zu haben , zn verzichten und ihm kehrung und 
wandel zu thun. widrigenfalls er noch jetzt bereit ist, vor die oben genannten herreu, ritter 
und knechte zn ehre und recht zu kommen oder vor bisch, Wilhelm von Strassburg oder vor 
Wilhelm M. v. Hochberg herrn zu Röteln und Sansenberg oder vor die r. Behtolt v. Stouffen 
und Burekurt Hummel, »die doch uwer unredelichen und mörtliclion erfolgunge etwie manig 
vidimus versigelt hant«, oder aufs neue vor das heimliche gericht zu Veleiste zu kommen, wo- 
hin sie ihn geheischeu hätten und wo sie dem rechte entwichen wären. Cop. eh. coaev. Strass- 
burg. St-A. 1V/79. — Veleiste = Villigat jenseits von Schwerte auf dem linken ufer der 
Ruhr. 1501 

H. Wilhelm landvogt sagt abtissin und konvent des klosters zu Olsperg genannter gülte an etlichen 
ihren hänsern und gutem zu Rheinfelden (Rinvelden) ledig, die Hanns Waltenbein mit an- 
dern gülten zu Rheinfelden in der Stadt gelegen von ihm zu lehen gehabt hatte , so dass sie 
weder ihm noch Hanns Waltenbein und ihren erben irgend wie zu thun schuldig sind. Or. 
Aarau. St.-A. Olsberg. I50"! 



Wilhelm U88. 



53 



april lö 



juni y 



(Wienn) k. Albrecht von Ungarn und Böhmen an M. Wilhelm landvogt der herrschaft Öester- 
reich im Elsass i die Stadt Frankfurt hat ihm vorbringen lassen, ilass von ihr am Oberrhein 
eingekauftes getreide von dem markgrafen wegen seiner eiiiong mit fersten, herrn und Städten 
seiner umgegend (vgl. nr. 15t 5) ans seinem gebiete nicht herausgelassen werde. Da aber jetzt 
seine mitkurfürsten der wähl, wegen mit grossem gefolge in Frankfurt liegen und alle Vorräte 
fast aufgezehrt sind, so bittet er, der Stadt ihr getreide um den gewöhnlichen zoll zu verab- 
folgen. Or. Frankfurt. St.-A. Wahltagsakten 29. — Gleichlautend au Jakob und Ludwig von 
Lichtenberg, bisch. Wilhelm v. Strasburg, Erakho junggraf zu Leiningen untervogt zu 
Hagenau und die Städte Basel. Kolmar. Mulhausen, Schlettstsdt, Freiburg i. B,, Strassburg 
und Breisach. — F. — Vgl. Grotefend III p. 234. 1503 

Hanns v. Mnlnheim, r. Heinrichs sei. v.M. söhn, der meistern, rat zu Strassbnrg antworten Claus 
Kypps v. Pfaffeuhofen, dass es landkundig sei, dass er und andere an einem weihnachtstage 
ihren bürger Hans Keller ohne gericht and recht vom leben zum tode gebracht und ihm auf 
der that sein silber und gnld geraubt haben . weshalb er nach freien Stuhles recht verfallen 
nnd verfiirt ist Sie meinen, dass ihm der lohn um solchen mord gedihen wird, »danne soltent 
sollich übeltetige, die ir übe und lebe verwürcken und von dem leben zum tode verteilt werdent, 
sich nach solichen urteile mit verkerten schuldigungen oder gebotten mögen entretten , so 
versehen wir nns. das es von dir und andern me unterstanden würde: das aber nit sin soll.* 
Demnach können sie an rate nicht erfinden, ihm seiner geböte nnd geschrifte ferner zu ant- 
worten, stellen ihm aber anheim, sich an die ende zu wenden, do sich soliche gerihte, urteil 
nnd rehte ergangen haben. Cop. eh. coaev. Strassbnrg. St-A. IV/79. Die beiden mitschuldigen 
des Kypps waren Hans v. Pfortzbeim gen. Müsenest and Jocop v. Ysenhusen. —Vgl. nr. 1501. 

1504 

M. Wilhelm v. Hochberg laudvogt leiht amtahalb dem Wernli Moser v. Brugg als lehnsträger 
von kloster Kömgsfelden eine gülte anf 2 vor Waldshnt gelegenen mahlen, welche dem ge- 
nannten kloster durch Heintzman Unmüß selig bürger zu Lanffemburg vergabt worden ist. 
Aaran St.-A. kl. Königsfelden 603. Desgleichen lehnsrevers des Wernli Moser als lehnsträgers 
namens äbtissin nnd konvent zu Königs fei den. 1. c. 604. 1505 

Thenige, Anthenige und Hannss Dlrich gebrüder und vettern v. Hattstatt erbieten sich gegen 
Smasman herrn v. Bappoltstein, in ihrem streithandel mit ihm sich der entscheidung des 
landesfnrsten hz. Friedrich d. ä. von Oester reich zu unterwerfen, vor den sie sich auch anfäng- 
lich schon erboten hatten, welches gebet er (Sm) aber unbillig abgeschlagen habe, obwohl der 
herzog doch ein landesfürste und beider teile lehnsherr sei nnd sie auch beide in seiner land- 
grafschaft sitzen ; wolle er aber meinen, dass derselbe herr ihm zu ferne wäre, so wollen sie 
auch von M. Wilhelm v. Hochberg als laudvogt des herzngs nehmen und geben zu ehre und 
recht, was denn ein teil dem andern von ehren und recht wegen schuldig ist ; schliesslich 
sind sie auch bereit an den M. Jakob v. Baden die entscheidung zu stellen, welcher teil dem 
verbrieften anlass genug gethan hat. Basel. St.-A. Ungenaues regest Rappoltstein. Ob. 3 nr. 
1027. Smasman wählte in seiner antwort vom 20. juni 1438 M. Jakob; s. bad. reg. l-'dHi 

(Basel) r. Jörg Fischlin (Vischly) des kg. Albrecht Statthalter in dem heil, consilio zu Basel 
an der städte boten jetzt zu Breisach versammelt: bittet sie, ihre boten am 16. juni zu dem 
M. v. Röteln nnd ihm gen Basel zu schicken , da er mit ihnen im auftrag von kg. Älbrecht. 
etwas za verhandeln habe; hat Ludwig Brenner, Rudolf v. Kilcchen und den alten Zunftmeister 
von Strassburg beauftragt, im geheimen mit ihnen darüber zu reden. Or. Strassbnrg. St.-A. 
AA. 134. — F. 1507 

der städte Basel, Colmar, Schlettstadt, Frei bürg, Breisach und Neuenburg boten, so jetzt zu 
Breisach beisammen gewesen, an Abrecht Schalck anitneister, Claus Schanlit nnd Adam liylt silt - 
ammeister und Clin zum Trubel und Wolffhelm Bock: als Wolfholm Bock, wir und andere kurz- 
lich zu Ensisheim auf einem tag vor dem laudvogt und der herrschaft von Oesterreich raten 
gewesen nnd der landvogt (M. Wilhelm) Bock nicht so viillielich geantwortet hat, als der- 
selbe landvogt es gern gethan hätte und zwar, weil etlich under äugen stündent, vor denen 
der landvogt die sache nicht gern uflnete, so mögen sie solches nicht in Unwillen nehmen. 
Um dieselbe zeit ward ihnen auf heute ein tag gen Breisach angesetzt, am sich von der bösen 
knaben wegen zn unterreden, die jährlich um St. Johannis nacht gen Büsisheim (Bussißheym) 



54 



Wilhelm 1438. 



j Uni 24 — 

1439 jani 



(Od. bei Breisach) kommen, ob man deren mynder gemachen und die Strassen gesüfferen 
konnte, und als sie dort ankamen, hatten sie gehofft Strasburgs botschaft auch dort vorzu- 
finden. Herr Jörg FisrhlLti habe ihnen eingeschlossenen lirief(nr. ] 507)gesandt. und Ludwig 
Brauner, Radolf v. Ki lebeym and Hanman Schmidlin erzählten dann, wie sie mit dem landvogt 
zu Basel vor den rat gegangen seien, nm sich von solcher wilder swerer and mylltrüwlicher loiff 
halb, so sich denn yetz an allen enden handelend and machend, zu unterreden , und fanden 
dort herrn Jörg Vischlin vor, dem dann (der landvogt den zweck seines kommens mitteilte, 
worauf herr Jörg antwortete, dass er vom könig denselben anftrag an Basel habe, auch des 
königs brief lesen liess, dass er nämlich die Strassen zu beiden konzilien gen Basel und Fer- 
rers befriden und beleiten solle mithälfe der herreu und Städte, die do umb gesessen wären, 
bis der konig selbst dazu käme und besehen liesse, ob er die zwei konzilien vereinigen möchte. 
Auf ihr begehren wurden ihnen dann etliche vom rat zu Basel zugeordnet, mit denen sie im 
geheimen redeten, und syent ye so dien* hinder die Sachen kommen von semlicher röuberig 
und übeldat wegen so dann dem concilio, üch und andern alier dea drygen slossen Freudeu- 
stein (Frandst-). Zillhaasen (Züllhusen) und Jongholc/, beschehen. dass herr Jörg von des 
königs wegen meint, so denn der landvogt von der herrschaft von Oesterreich wegen und 
Basel dav.u thun wollten, dass man sich dann mit des reichs und der herrschaft von Oester- 
reich bannern and Städten vor die genannten Schlösser schlagen sollte, um sie und etliche 
mehr zu bestrafen, damit andere ein heispiel daran nähmen. Das unternehmen würde auch 
keine Schwierigkeiten haben, sobald es unverzüglich vun statten ginge, da die drei Schlösser 
unbeköstigt und nicht mit leuteu besetzt seien. Deshalb soll nun jede Stadt am lö. juni 
ihre boten mit voller gewalt zu Basel haben, um darüber ohne wiederhintersichbriugeu einen 
be3chluss zu fassen. Da es sich nun also glücklich fügt, dass des königs Statthalter mit den 
reichsfürsten, der landvogt mit der herrschaft von Oesterreicb landscliaft und städten selbst 
dazu thun wollen, so hoffen sie, dass auch Strassburg geneigt sein wird, dass solche übel ge- 
straft und abgethan werden. Mögen solches im geheimen an zuständiger stelle anbringen 
und ihre botschaft zn dem tage gen Basel senden ; Strassburgs Botschaft zu Breisach solle 
dann über die Sachen gründlich unterwiesen werden, denn es sei zu laug solches zu schreiben. 
Conman v. Bolsenheim und Wernher v. Pforr siegeln. Or. Strassbnrg. St.-A. AA. 1 34. — Vgl. 
hierzu auch Colmaror richtang im Baseler St.-A.: robery und mordery hand so manigfaltik- 
lichen vor den ziten des heilgen eoncüiams und ouch diewile dasselbe concilium ze Basel ge- 
weret hett, in disen landen allenthalben fürgangk gewaanen, das ettlicb so von verren frem- 
den landen zu dem heilgen concilio zti der statt Basel wolten, dick und vil in disen landen 
gefangen, hingefürt, geturnt, gescheezt und heroubt syent und ettwelang niemand erfaren 
kund, war die lüt komen werent, uner das mau dick und vil vou angeschiebt daruff kam und 
denn die stett mit tülfT andrer herren und stett ettwa mit bitt und geschriffien inen ze statten 
komen müst, ettlicb ouch verborgen in den hölczern ermürdet fanden wurent, davon ettliche 
die das getan hettent mit recht gericht wurdent, ettliche ouch noch hütbytag sind als si 
sind : denn der statt Basel dick in warheit fürkomen ist, das frömder lüten pferid und müler 
in der herschafft stetto verkoufft and das fremde gelt uff dun spilbrettern amb gelouffen ist, 
das vil lütes wunder hat*, von wennen semlichen lüten sölich fremde gelt kerne. 1508 

M. Wilhelm v. Hochborg als hanpt Verkäufer uud r. Burkard Manch v. Landskron (Lanntz-), 
Hans v. Flachslannden vogt zn Laufenhurg (Louffeoburg) und Anton (Thüuige) v. Eptingen 
als mitverkäafer verkaufen ritter Arnold Rotberg and dessen rechtsnacli folgern 20 rhein. gold- 
gulden jährlichen zinses von M. Wilhelms dorf Weil (Wil), auf dem ausserdem nur die herrn 
von SBlasien eine gülte von 20 golden stehen haben, für 400 rhein. goldgnldeu, wieder- 
käuflich um dieselbe summe, und geben für deu fall säumiger Zahlung -zu Basel genannte 
lei Stangsbürgschaft. Inseriert in der urk. von 1483 april 21. — F. 1509 

M. Wilhelm v. Hochberg der herrschaft v. Oesterreicb landvogt an einem und r. Arnolt v. Ratperg 
Bürgermeister und rat zu Basel am andern teil than kund: wannd des geistlichen hofes zu 
Costentz brieftrager und procuratores des M. Wilhelm leute arm oder reich dahar in vergan- 
genen ziten ettwas swerlich, unfnintlich und ouch gevarlich fürgenommen und sie za ver- 
derblichen ungewöhnlichen kosten und schaden gebracht haben von schulde wegen derselben 
leute an der von Basel bürger, haben sich M. Wilhelm und Basel von solcher schulde wegen 
geeinigt, jedoch Zinsen und zehnten ausgeschieden: l)der Baseler gläubiger hat das recht den 



Wilhelm 1438. 



55 



h:w 



gichtigen Schuldner, der uicht baren phennigeu hat, zu pfänden , so jedoch , dass derselbe 
solches pfand innerhalb des nächsten folgenden monats wieder lösen kann: alsdann aber soll 
der gläubiger siner schulden und ouih sin zerunge und costens an den pfänden haben. — 2) Hat 
aber der gichtige Schuldner weder bare pfenning noch varenda phand, so sollen die markgräi- 
lichen vögte nnd amtleute dem gläubiger mit ligenden pbanden usswisen unter denselben rechts- 
wohlthaten für den gläubiger. — 3) Ist der Schuldner aber so arm und öde, dass er auch damit 
nicht bezahlen kann, so sollen ihn die amtlente auf erfordern des gläubigors ins gefangnis 
legen, untz im gni'ig beschiebt, ohne dass derselbe gebalten ist, ihm andere nahrnng zu geben 
als wasser und brod für die zeit dass er inj gefangnis liegt, nnd soll der Schuldner so er uß- 
kompt gehalten sein auch diese zehrung zu zahlen. — 4) Ist aber der Schuldner miligichtig und 
erklärt dem Baseler bürger gezahlt zu haben , und kann er das mit zwei ehrbaren mannen, 
die dabei und mitte gewesen sind, beweisen, dez soll der Schuldner gemessen; hat der Schuldner 
aber solche zeugen nicht nnd ist der gläubiger ein glaubhaftig mann und wil sin schulde uff 
sin buch und geschrifto beheben, der sol daraitte vollefaru han, — 5) Ist aber der Baseler 
gläubiger zum eide eibötig und wendet der Schuldner ein, er wolte in wisen, dass er die schuld 
bezahlt hätte, die wysung sol man zügnn lassen ; und ist sache daz der Schuldner also mit 
siner kuntsebaft vollefart, neinlich mit im selbz und drin erbern personen zu im, die dez ir 
recht getün tnogtnt das solichs war sie, des soll der Schuldner geniessen und der gläubiger 
soll die busse leiden, die darum ziemlich ist. — 6) Aber von aberstorbenen leuten wegen mag ein 
jeder erbe sin schulde erfolgen und die bebeben nach sins schuldbuches sage, aiso dass man 
das schuldbuch besehe, das darin untruwe und geverde vennitten sie und werde , wand ein 
yegklicher schuldener hinfür gewarnet sol sin, so er sin schulde jemanden bezalt, daz er blibe 
und sehe, dass er ußgetilget werde oder dass er eine quittante sich von des glänbigers hand 
ausstellen lasse. Würde ihm aber solche qnittantz versagt und kann der Schuldner mit einem 
nachbam des glänbigers fürbringen, dez sol er im rechten ouch geniessen. — 7) Würde aber das 
recht dem Baseler gläubiger von den mark gräflichen beamten versagt, der mag sein recht 
fürer soeben an den enden er dez getrüwet zu geniessende ; auch mag ein jeder gläubiger 
seinen Schuldner in Base! beheben zem rechten und sin schulde an im ervolgen. — 8) Umgekehrt 
sollen auch die von Basel schaffen, dass des markgrafen lente um ihre forderungen an Ba- 
seler burger nach der Stadt recht und gewohnheit ausgerichtet werden ; würde aber ein Basler 
bürger ußerclaget, dass er in leistung käme, dein mag der gläubiger wohl nachfahren mit 
recht, als er gedencket des sinen zu bekommede. — y) Dies uberkoumis soll dauern die nächsten 
5 jähre. — M. Wilhelm hat von dem Überkommenisse seinen Vögten nnd amtleuten ein ge- 
schrifte gegeben und desgleichen Basel seinen beiden gerichten zu Merren- und Minren- 
Basel. Ohnedatum. Conc. Basel. A.Baden. E/5. 15. Jhdt. — 1780. ■ — Da M. Wilhelm am 
26. Juni 1437 landvogt wurde, am 21. joni 1441 aber auf seine berrschaften Röteln etc. 
verzichtete, so ist damit für obigen undatierten Vertragsentwurf der terminus a quo ad quem 
gegeben. Die nennung des bürgerme isters Arnold v. Ratperg weist nach mitteilung Rudolf 
Wackernagels die Urkunde in die zeit 14SR juni 24 — 1439 joni 24 oder 1440 juni 24 — 
1441 juni 24. Seit 1439 waren aber die beziehnngen zwischen M. Wilhelm und Basel ge- 
spannt; ich möchte den entwnrf daher in die zeit 1438 — 39 verlegen. 1610 

Neuenburg an Breisach: Hans Rübsam, der lange die von Massmünster mit dem westfälischen 
geriebt schwer bekümmert hat und noch thut, hat jetzt den landvogt (M. Wilhelm), die- von 
Masmünster und der herrschaft von Österreich städte im Eylsaü und Sungöw, auch die von 
Waltzbut, Lnoffenberg, Seckingen und uns stette alle in Bryssgow geladen vor einen frei- 
stuhl in Westvoleu. Da nun der landvogt einen tag W Freiburg wegen der sache (Kastelberg 
betreffend) des gr. Rudolf v. Snk angesetzt hat auf Margareten , sollen sie ihre botschaft zu 
dem tag auch wegen der westfälischen gerichte unterrichten. Schreiber, Üb. der Stadt Frei- 
burg II. ur- ßoo. 1511 

M. Wilhelm v. Hochberg gewährt amts halb anstatt seines lierm v. Oesterreich herrn Smali- 
manu v. Rappoltstcin zu dem zwischen diesem nnd M. Wilbelin's söhn gr. Eberhard f. 
Lupfen auf august 1. nach Breisacb anberaumten freundlichen tag frei geleit. Druck 
Albrecht, Rappolt stein. Üb. 3 nr. 1 040. — Gr. Eberhard ist M. Wilhelms s tief Schwiegersohn. 

1512 




Wilhelm 1438. 



der Städte Colmar, Schlettstadt, Strassburg, Basel, Hagenau, Freibnrg, Breisach, Mülhansen und 
Kaisorsberg boten richten mit rat ottwie vil herren, rittere and knechte zwischen Smasman 
Herrn zu Bappoltstein nnd Holiennack und den gebrüdern Eberhart, Heinrieb, Sigmund and 
Hans gr. v. Lupfen bezüglich schloss und herrschaft Holiennack in solcher weise, dass die 
v. Lupfen herm Smasman schloss and herrschaft binnen 1 4 tagen übergeben. Wechselseitige 
anspräche wegen bisheriger nutzang fOT und nach dem tode des gr. Johann v. Lupfen, auch 
von Logelheym wegen und betreffs etlicher schulden Smasmans sollen stehen zu landvogt 
M. Wilhelm v. Hocbperg und gr. Johanns v. Tjerstein pfalzgraf des bistnms Basel and herrn 
zu Pfoffmgea zu minne and recht auf einem bis Martini gen Ba»l a usus et/ enden tag. Der 
gemeinsame Spruch beider herren soll verbindlich sein; falls sie nicht einig werden, so sollen 
sie einen dritten mann nehmen, der den ausschlag gibt. Druck Albrecht 3 n. 1(143. — Es 
darf wohl mit Sicherheit angenommen werden, dass M.Wilhelm selbst auf dem tag nicht zu- 
gegen war, weil er sonst den abschied mit den parteien und Breisach gesiegelt hätte. — Aaf 
diese angelegenheit bezieht es sich, wenn Basel in gemeinschaft mit gr. Hans v. Tierstein am 
] 7. dec. ] 43H junker Smasman bittet wegen seiner Streitigkeiten mit denen v. Lupfen zu einem 
andern gütlicher tag nach sage des beigelegten zetteis zu kommen (Albrecht 1. cur. 1068). 

1513 

M. Wilhelm leiht, amtsbalb als österreichischer landvogt Arnolt Laurents Schultheis zu Villingen 
als trager von Ncsen v. Ryscbaeh und ihrem söhne Egk Jüngling genannte guter zu Bräun- 
ungen (Brnl-), mit denen hz. Friedrich selig deren vater und ehegemal Paulus Jüngling sei. 
belehnt hat. Or. Karlsrahe. Färstenberg. üb. 6, 42. — F. 15H 

M. Wilhelm landvogt und der herrschaft von Oesterreich rate heate zu Ensisheim versammelt 
lassen alle vo'gte, atntleute and sonst alle nnterthaneu der herrschaft in stadten, dörfern und 
auf dem laude wissen, dass sie mit einhelligem rat von der frncht wegen des koms jeder- 
reich und arm zu trost und hülfe verordnet haben : niemand soll körn uffmerschatzuug 
ausser der herrschaft land führen oder gestatten; jedermann soll solches körn, das ausser 
landes gefühlt werden soll, anhalten dürfen und ein drittel desselben zum lohn erhalten; das 
übrige soll hinter den amtmann, unter dem solches gemeldet und uffgehe.pt ist, geführt wer- 
den; wer aber solche ausfuhr verschwiege, nicht anhielte uder meldete, der soll an leib und 
gut bestraft werden. Basel. Öffnuugsbnch 1, 389. Vgl. dazu Basier Cbron. 4,47 (notiert 
von F.): »und in den selben ziten ist der wolgeborn berre marggrave Wilhelm v. Hoch- 
berg unser herschafft bjodvogt gesin, und Petermann von MiVsperg hübmeister. Die, und 
ältlich unser herschafft von Oesterreich raete me im lande gesessen, uns nit so fruntlich fur- 
noment noch bedachtem, als wir uns dez zu inen versehen hotten t, nochdem wir unser gnae- 
digen herschafft in vergangenen ziten grosz früntschafft in manigen wege getan hatten t, and 
doch vil koms im lanude waz, als sich das vand, da das volcke die sekunder oder die Ann- 
jacben darnach darin zugent.« Danach bestand also in Basel die meinnng, dass diese für 
Basel höchst empfindliche massregel nicht durch die not geboten gewesen wäre. Dem wider- 
spricht, dass auch bischof Wilhelm v. Strassen rg, genannte elsäss. herren und edle sowie 
Strassburg und Schlettstadt ebenfalls am ] 6. october 143* solches ausfuhr verbot beschlossen. 
Albrecht, Eappoltst. Db. 3 nr. 1061. — Vgl. auch nr. 1496 u. 1503. 1515 

(Altkirch) r. Heinrich v. Ramstein und Peter v. Mörsperg vogt zu Pfirt schlichten den streit 
zwischen r. Hans Erbart v. Z essin gen und Malhausen von etlicher pferde wegen, so die von 
MülhausenZessingeii's matter selig vor Zeiten sollen vom wagen gespannt nnd genommen haben, 
darum sie nan vor der herrschaft landvogt (M. Wilhelm) and rate nnd auch an andere ende 
ettwiemanig mal zu freundlichen tagen gekommen sind. Druck cartulairo de Mulhouse II 
nr. 556. 1516 

. Wilhelm v. Hochberg österreichischer landvogt vermittelt In gegen wart der iilitiasin und des 
convents zu Säckingen einen vergleich zwischen der Stadt Laufenbarg (LaafTenberg) und den 
äschern daselbst einerseits und den Aschern zu Säckingen (Seckh-) andrerseits wegen des 
saimenfangs im Rhein zwischen Laufenbarg und Säckingen. Abtei- u. kapitelsiegel des Stifts 
zu Säckingen werden angekündigt. Cup. saec. 17, auch kopb.652, Mi*;. Karlsruhe. Reg. ZGO. 
N, F. VII, m 92 nach Kopialbuch in Säckingen. ~ H. 1517 



Wilhelm 1138. 



57 



-r«s - 



(Prag) kg. Albractrt an Strassburg: Odylle v. Laye, des bisebofs von Constancien (Coutances) 
in diesem unserem künigreiehe legalen gesyppter mag, ist in k. Sigmunds geleit in hz. Fried- 
richs 7. Oesterreich land nnd gebiet von Wersich Bock v. Stoffemberg und Herman Waldner 
(Walner) gefangen nnd nach sehloss Jungholz geführt, nnd wiewohl er vordem darnm ernst- 
lich geschrieben, bat er doch nicht vernommen, dass solches geholfen habe. Bittet daher 
Strassbnrg in gemeinschaft mit dorn bischof v. Strassburg, dem M. v. Rotele nnserm stathalter 
und den stidten Basel und Siech s tat zu verschaffen, dass derselbe mit seiner habe geledigt 
werde. Or. Strassburg. St.-Ä. AA. 198. - — Vgl. nr. 1509. ,1518 

President und gemein nacion germanica in dem heihgen cuncilio zu Basel an M. Wilhelm land- 
vogt: als Hans v. Goroldseok (Goraltzegg) nnd andere seine belfer gefangen haben etliche 
ehrbare herren, die in botschaft vom konzil zn k. Karl v. Frankreich gesandt worden waren 
und antwort von ihm bringen sollten, bitten sie ihn gemäss seiner zusage an meister Tomes 
Rode deren freilassnnp herbeizuführen, nachdem solche gefangennähme in hz. Friedr. land 
nnd geleit und in M. Wilhelms landvogtei geschehen sei. Ohne datnm. Druck Würdtwein, 
suhsidia 7, 177. 1519 

sprach des gerichtes zu Lörrach unter vorsitz des Jörg v. Tegernow edelknecht als obersten 
vogts des M. Wilhelm v. Hochberg über den Friedli Pftuger von Ölten gegen die klägde wider 
ihn von Solothurn erhoben, weil er an vielen stücken überfahren und brüche gethan hatte 
laut kuiidschaft. Nach archiv-regest aber ein an zeit ausgeliehenes or. Solothurn. A. 1520 

Peter Güttli vogt zn Lörrach beurknndet gerichtlich an stelle H. Wilhelms, dass Clewin. Ofen- 
büslin d. ä. von Lörrach sowie seine sühne Heinni und Clewin Ofenhüslin dem herru Hein- 
rich Waehelin kaplan der meren stift zu Basel in namen von herrn Hans Klein, dem man sprechet 
Muutzacher, Schaffner der cottidiane preseiitie der obgeiiaunten stifte zu Basel zwei gülden 
goldes »von, uff und ab« genannten gütern verkauft haben um. 40 fl. rb. Siegel Junker Görgs 
v. Tegernau (-now) als des obersten vogtes M. Wilhelms. Kopb. 415 fol. 7. Karlsruhe. — 
H. 1521 

(Baden) M. Jakob v. Baden erkennt in dem streit zwischen Smasmau herrn v. Bappoltstein einer- 
seits, Tbenig u. Hans Ulrich v. Hattstatt anderseits zn recht, dass das rechtgebot der von 
Hattstatt auf hz. Friedrich v. Österreich als landesfürsten beziehungsweise auf M. Wilhelm, 
»der auch au der gegeno, da beide parthveu wonhaft und gesessen, des hertzog Fridrichs lant- 
vogt und Verweser und darzti auch von ime selbs ein herre ist«, das billicher und rechtlicher 
gebott ist. Drnck Albrecht, Bappoltstein. Üb. 3 nr. 10fi4. Vgl. bad. regesten. 1522 

M. Wilhelm landvogt an Luzern. Die gebrdder Kriechen wollen mit den von Sursee einen Waffen- 
stillstand bis zu nächsten mitfasteu halten und in der Zwischenzeit vor ihn zu gütlichen tagen 
kommen. Er bittet daher die stadt, den versiegelten friedensbrief zur answochslung zu schicken. 
Or. Luzern. St. A. Deutsches Reich 24. — F. — Vergl. hierzu auch schreiben Smasmans v. 
Bappoltstein an Zärich vom fi. sept. 143«. Druck Albiodu 3 nr. 1049. 1523 

Jacob Riibsam lässt M. Wilhelm v. Hi)Ch'berg landvogt der herrschaft von Oesterreich, ihre rate, 
lande und leute der landschaft im Obernelsass und was znr landvogtei gehört und alle die 
der herrschaft von Oesterreich zustehen und die 4 stadte im Breisgan wissen, dass ihm sein 
mütterlich erbe, nm das er gekommen ist durch die Vergewaltigung seines vaters Hans Bfib- 
sam seitens der herrschaft von Oesterreich, kurz vor Bartholomäus vor dem freien stuhle über- 
geben ist. Anf seine mitteilang hat er keine autwort erhalten, woraus er schliesst, dass sie 
ihn wider gott, ehre und recht nötigen wollen, wie sie es seinem vater gethan, will sie daher 
alle mit hülfe aller seiner herren juiighern und gesellen , deren namen sie in kurzem ver- 
nehmen werden , befehden. Cop. eh. coaev. Freiburg. St.-A. älter Kriegss. 1 5ft. Am 30. 
november wurde ein gütlicher bestand zu Frankfurt zwischen Hans Bubesam d. ;1. und den 
Städten Freiburg, Breisach, Neuenbürg und Endingeu im Breisgan geschlossen, so dass Hans 
Rubesame seine anspräche zur zeit anstehen lassen will und seine klage vor dem heimlichen 
geriebt gänzlich abgestellt hat. Schreiber 1. c. nr. fjfjl. Vgl. auch nr. 1492 u. 1511. 1524 

Heinczi Bnman vogt und lichter im dorf zn Weil beurkundet im namen des 11. Wilhelm erbleihe 
eines hofes zu Weil nebst 7 juchart reben seitens des S.-Cla renk) osters zu MinreB Basel an 
Clewin Erny von Weil nnd Gred seine frau am zins von 5 säum nnd 2 ohm neuen weissen 
weins dortigen gewachsen. Auch sollen die belehnten den weinzins in Weil, Tullikon und 



u der Mniigrif«. von Bade» 



58 



Wilhelm 1438— 1439. 



-am ~ 



i. Tegernow, des M, Wilhelm land- 
1525 



Haltingen für das kloster einsammeln. Siegler Junker Jerg v 
vogt. Or. BaseL St.-A. SClara flS2. 

Basel an M. Wilhelm : haben ihm wiederholt geschrieben wegen der schuld des herzog Friedrich 
v. Österreich an ihren bfirger den apotheker Bndolf Meyenberg, herröhrend von seinem 
sehweher selig Hans Vogt v.Freiburg, und bitten ihn, da amtlente und landschaftam23.de- 
cember zu Ensisheim zusammenkommen, solche forderung ihres bürgere gütlich anzubringen 
und zn schaffen, dass derselbe ausgerichtet wird, da er zu arm ist, um solches fahren zu 
lassen. Basel. Missiv. 4, 29. — F. 1526 

Basel an M. Wilhelm : junker Smasman (v. Bappoltstein) hat unter abschriftlicher Übersendung 
eines Schreibens an gr. Hans v. Tierstein den tag nach des zedels sage aufgenommen. Die 
Stadt bittet den markgrafen, dies den (Eberhard und Heinrich) grafen t. Lupfen mitzuteilen. 
Conc. Basel. Staatsarch. Massiven 4,32. — F. — Drnck Albrecht, üb. 3 nr. 1072; vgl. 
auch nr. Kit i nnd unsere nr. 1513. 1527 

Basel bittet M. Wilhelm, der prioriu und dem convent zu Clingenthal einer- nnd den brüdern 
r. Burkiird Hünen v. Landskron und Hans Münch andrerseits wegen ihrer spänne von der 
hnntlegin, so die Münch uff der fröwen hoffe zu HabiehUlhein habend, weswegen beide teile 
znm rechten gekommen sind auf den markgrafen und andere rate der herrschaft, einen tag 
nach Basel oder Ensisheim anzusetzen und ihre spänne zu entscheiden. Conc. Basel. Staats- 
arch. Missiven 4, 34. — Ebenda 35 eine bitte gleichen inhalts von kloster Clingenthal. — 
F. 1528 

Jörg v. Tegeraau (-now) oberster vogt zn Röteln (Eötell<>n!, »uff dem käppff* im namen nnd an- 
statt M. Wilhelms v. Hachberg zu gericht sitzend nrkundet. dass Bety Tratt von Hauingen 
(Honw-) an Hans Munczach genannt Klein schaffner der cottidian an statt und im namen 
des dechants nnd des kapitels des stifts zu Basel verkauft hat einen gülden geldes an gold 
jährlichen zinses von genannten gutem im Hauinger und Brombacher (Bram-) bann um 20 
goldgulden. Siegel des aussteuere von gerichts wegen. Or. Karlsruhe ; ebenda kopb. 1 1 5 
fol. 16. — II. 1529 

Jörg v. Tegeman (-nouw) oberster vogt zn Bötein (Rötellen) >uff dem käppff» im namen nnd 
anstatt M. Wilhelms v. Hochberg zn gericht sitzend nrkundet, dass Heiczi Fetterly v. Hau- 
ingen (Honw-) an Hans Munczach genannt Klein schaffner der cottidian anstatt und im 
namen des dechants nnd des kapitels des stifts zu Basel verkauft hat einen gülden geldes 
an gold jährlichen zinses von genannten gutem im Hauinger bann um 20 goldgulden. Siegel 
des ausstellers von gerichts wegen. Kopb. 1 1 5 fol. 1 7 Karlsruhe. — H. 1530 

Hans Basler vogt zu Müllheim (Mülhein), daselbst im namen nnd anstatt M, Wilhelms v. Hoch- 
berg zn gericht sitzend, nrkundet, dass Henni Reber der alt mit wissen nnd willen Hansen 
Bebers seines vaters an Henni Müller verkauft hat zwei zweiteil matten zu Müllheim um 
5 & Baseler helbeling guter Freiburger münze und Währung. Siegel jnnker Erharts v. Neuen- 
fels (NnwenfcUl) burgvogts zu Badenweiler. Or. Karlsruhe; ebenda kopb. 690, fol. 192. — 
H. 1531 

H. Wilhelm eignet dem prior und dem konvent des klosters zu den Karthäusern in Kleinbasel 
einige guter in den bannen der dörfer Egringon und Vischingen, welche Clewi Heinrich von 
Bötein von ihm zu lehen gehabt und, nachdem er sie ihm anderweitig ersetzt hatte, mit seiner 
genehmigung an das kloster verkauft hat. Or. BaseL Staatsarch. Karthaus 142. — F. 1532 

gr. Hans v. Freiburg herr zu Neuenburg, Statthalter und gewaltiger hanptmann des landes zu 
Burgund an M. Wilhelm v. Hochberg: hat Spechtpacbs brief empfangen und »wol vernomen 
üvem guten willen und kumber, der ir haben zu samenen reysigen gezüg, füszgesellen nnd 
schürzen, so vil ir denn uf bringen mögent uns ze hilff züzeschiken wider die sehynder»; die 
schinder haben sich heilte vereinigt und beabsichtigen zufolge eines in abschritt beiliegenden 
Schreibens des königs von Frankreich an seine hauptleute, »in Tut sehe land< zu ziehen. Er 
bittet daher den markgrafen sein volk beisammen zu halten ; fuhren die schinder ihre absieht 
ans, so will er zn diesem stossen nnd ihn entsetzen helfen , wie er von ihm im notfalle das 
gleiche erwartet Cop. cLcoaev. Strassburg. St.-A. AA. 1H3. — F. — Das schreiben ist datiert 
sondag den y. febmar; dar Sonntag fällt aber auf den 8. februar: es ist aber anzunehmen, 



Wilhelm 1439. 



69 



1439 



dass der Schreiber sich eher im datum als im Wochentag geirrt hat — Von de Beaacourt 4. 
26 falsch in das jähr 1 444 verlegt. — Über die verteidignngsmassregeln auf burgundischer 
seite wider dir' Schinder vgl. Canat, Documenta inedits ponr servir ä 1' histoire de Btwgogne 
p. 389. — Gr. Hans v. Freibarg wurde am 23. marz 1435 Statthalter nnd oberster Haupt- 
mann (capitaine generali vunBurgund (Canat 1. c 368); am 6. mai 1440 wurde für ihn so- 
dann das marschallarat von Bnrgund erneuert; 1444 war gr. Hans nicht mehr im amt, sein 
nachfolger war Thibaut v. Nenfcbfltel. — Füsü = Yesoul. 1683 

Wilhelm marquis de Keathelin landvogt der österreichischen herrschaft an seinen brnder gr. 
Hans v. Frei bürg: ist sehr gern zum abschlnss eines friedens bereit, in den man Varsick and 
einige andere gegn er des herzogs von Bnrgund einzu seh li essen hatte; schlägt ein büodnia 
gegen die sebinder vor, falls sie in Bnrgund beziehungsweise ins Elsass einfallen sollten. Cit. 
von Freminville, las ecorcheurs en Bonrgogne in Mini, de l'acadomie de Dijon ser. (II I, II 
p. 104. 1438 dec. 30 bis 1439 Jan. 8 hatte ein tag zu Mümpelgart stattgefunden, >ponr 
entendro a V apaisement du pays d Allemagne«. Canat 1. c. 389. — Varsick ist Wersich Bock 
v. St&uffenberg, später badischer landvogt in St-DiÖ. 1534 

Elisabeth M. v. Hochberg geh. v. Montfort und frau zu Bregenz bekennt, nachdem abt Andreas 
des Muten za Bregentz in der Ow von Johann Galiatz bürger zu Stein 1000 H. hauptgnt 
aufgenommen hat gegen 50 ti. zins von des klosters hof nnd gut zu Unterstaufen (Dndern 
Stoffen), dass solches geld ihr zu dienst aufgenommen und ihre eigen schuld und gilt ist, und 
weist mit Zustimmung des M. Wilhelm dem kloster obigen zins an auf den stürtz zu Lingenau 
(-ow). Amman und gemeinde zu Lingenow verpflichten sich obigen zins vom 2 1 . december ab 
und alsdann zum ersten mal von ihrer falligen Steuer vorab zu zahlen gen Bregen?; in das 
kloster. Die ausstellerm, M. Wilhelm , Wernher v. Bobinen, Konrad Talchen stadtamman 
zn Bregenz, Heinrich Kavsennan bürger zn Bregenz siegeln. Cop. eh. coaev. Innsbruck. Pest- 
archiv Melirerau. Der Schuldschein des abtes, sowie des Lntz v. Schönstein, Wemhers v. Schinen 
und genannter bürger zn Lindau und Bregenz als mitschujdner vom 20. febr. 1. c. 1536 

(Wratislavie) ausschreiben von k. Albrecht, besonders an kurfürst Ludwig und seinen Unterland - 
vogt im Elsass, die bischöfe von Basel, Konstanz und Strassburg, pf. Stephan, M. Jakob v. Baden 
des reiches fürsten sowie an den generosus M. Wilhelm v. Beteln, die Städte Basel, Strass- 
burg. Konstanz, Hagenau, Colmar, Schlettstadt nnd die übrigen reichsstädte im Elsass, Zürich, 
Bern, Luzern, Soiothurn , Switz nnd ihre eidgenossen : ernennt Konrad herrn v. Weinsberg 
erbkämmerer zum protoktor und seinem Statthalter beim komil zu Basel nnd bittet demselben 
beistand zn leisten. Cop. eh. coaev. Strassburg. St.-A. AA. 179. 1636 

das parlament zu Beamte an gr. Hans r. Freiburg: sind bereit zu einem Waffenstillstand mit der 
österreichischen herrschaft bis zum 24. juni, falls dieselbe sich auch verbürgen will für Ver- 
zieh nnd andere, die behaupten gegen hz. Philipp anspräche za haben. Bezüglich des Vor- 
schlages eines bünduisses wider diu Schinder machen sie ihn aufmerksam, wie es im vergan- 
genen jähre im gleichen fall ergangen ist nnd dass Varzich nnd andere bei dieser gelegen- 
heit als bundoagenossen mehr denn je das burgundische gebiet geschädigt haben ; ausserdem 
wenn die schinder zuerst in das gebiet der Österreich ischen herrschaft einfielen und man als- 
dann wider die schinder hülfe leisten müs-ste. könnten dieselben veranlasst werden sich nach 
Bnrgund zurückzuwenden. Gleichwohl wollen sie ihm überlassen nach seinem gntdünken die 
nötigen massregeln zum wohlB des landos zu treffon. Druck de Freminville 1. c. p. 237- — Gr. 
Hans v. Freiburg hatte bereits am 11. februar dem parlament zu Beaunc mitgeteilt, dass der 
grössere teil der schinder unter führung des herrn v. Finstingen ins Elsass einfallen wolle 
1. c. p. 232- 1637 

M. Wilhelm v. Hochberg verpfändet Lienhart Snewlin, Walther v. Tnszlingen nnd Konrad Horster 
dem kürschner (>kürsener«), Zunftmeister zn Freiburg, Verleihern einer von Walter v. Staufen 
(Stonff-) selig an dem franenaltar in dem armenspital in der neuen bürg zu Freibarg gestif- 
teten pfründe , einen jährlichen zins von drei goldgulden von seinem schlösse Snlczberg für 
60goldgulden, jederzeit ablöslich um dieselbe summe. Leistungsbürgen und mitsiegler: Bur- 
kard Luppe und Hanman Küchlin M. Wilhelms vogt zu Oppfingen. Or. (cassiert.) Karls- 
ruhe. — F. 1538 



60 



Wilhelm 1439. 



'anno 143*) zinstag vor Matthias tag zogen die Armen Jacken iuä Elsass. Da hatten der bischoff 
von Strassbnrg, der von Liechtenberg, der marggraff von Rüttelei). Österreichischer landt- 
vogt, sarapt andern herrn eineu bundt mitt Strassbnrg and den andern reichsstätten imm 
Elsass gemacht wider dieselbigon, undt sollt ein jeder an seinem endt wehren nndt seine 
nächsten nachbawren zn hülff ncinen oder komen, damit t sie nicht ins landt kämen. Alls sie 
aber an SMatthis abendt [23. febraar] die [Zaberner] steig herab zogen, thet der bischoff 
nichts darzu« etc. Chronik der Kolmarer Frausziskaner (nach einem auszug ans der zweiten 
hälfte des 16. Jahrhunderts) in Forschungen zur deutschen Gesch. 15, 466. — F. Zum teil 
dieselbe nachricht bringt Matemus Berler im Code historiqae de Strassbourg 2, 54 ; 1439 
kam ein grosz volck in Elsass gezogen, by den 18000 zu rosz und fusz, genant die Armen- 
ischen oder die Kellen s nid er, und vor irer Zukunft wurden die herren gewarnt. Also machten 
die landesherren, mit nammen bischoff Disth von Straszburg (Wilhelm v. Diest) und der 
von Liechtenberg und Juncker Schmaszman von E opelstein und der marckgroff von Rettungen, 
welcher zu derselbigen zit ein landvogt was des hertzogen von Osterich, ein bundt mit der 
statt Straszburg und andern richstetteu zu widerstallt der Armen i ecken, und soltidlicberjseyi! 
land beschirmen mit hilff der iiechsten uiubgelegnen lendren , dardurch das land unbesehe- 
diget plib. Wiewol disser anschlag gutt was, so ward er doch nitt gehalten, die ursach find 
ich nit geschriben. Also zagend die Armeniecken on alle hindernüsz an sanet Mathis abent 
(febr. 23) . . uberZaberen steig in Elsas, und sasz der obgemelt bischoff von Straszburg still, 
und liesz sye on alle widersalz ziehen, wiewol der von Liechtenberg gern gewert hette . . — 
Das richtige datum des einfalles mitwoch n. Mathias (febr. 25) findet sich bei Kilnigsbofen- 
Schilter p. 1000 : ebenda anch die angäbe, dass bischof Wilhelm den feind ins iand geführt 
habe, worüber man später die badischen regesten vergleiche. Beide erstgenannten Chroniken 
irren anch darin, dass sie den M. Wilhelm für die herrschaft Oesterreich an dem am 5. febr. 
geschlossenen bundnis wider die Schinder (druck Köuigshofen- Schilter p. 949 — 52, Albrecht 
3 nr. 107") teilnehmen lassen; es liegt wohl eine Verwechslung vor mit- Reinhard v. Neipperg, 
dem reichs uuterland vogt. Ein für allemal verweise ich bezüglich dieses einfalles auf meine 
abhandlung: die Armen Gecken oder Schinder und ihr einfall ins Elsass im jähre 1439. 
Strassbnrg. 1883. — C her di« angebliche absieht des papstes Eugen IV. mit hülfe der Schinder 
das konzil zu Basel zn sprengen s. Monstrelet 1. c. t. 5 p- 349. Vgl. anch Tuetey, les Ecor- 
chenrs 1 , 101 ; ausserdem die nachricht bei Vadian, (v. Watt) Chronik der Aebte von St.-Gallen 
ed. Goetzinger 2, 37 mit falscher Chronologie. 1539 

r. Reinhard v. Nipberg, Heinrich v. Fleckenstein der alte und Dlrich v. Rotzenhusen an [pfalzgr. 
OttoJ : das welsch volk ist gestern um ein uhr nachmittags zu Zubern die steige herabge- 
kommen und hat die nacht nahe boiZabern gelagert. Ihre absichten kennt man ebenso wenig 
näher wie ihre stärke, doch meint man, dass sie unter 10 oder 11000 pferden nicht haben. 
Haben nun heute zu Molsheim mit des hischofs raten , mit Strassbnrg nnd etlichen reichs- 
stadten eineu anschlag gemacht das volk zu bestreiten, vorausgesetzt dass der pfalzgraf und 
andere forsten etc. ihren beistand leisten werden, und zwar soll man am I6.murzum liageuau 
sich vereinen. Haben auch dem M. v. Röteln geschrieben, dass er zu der genannton zeit mit 
seiner landschaft ihnen zuziehe an die end. wo dann das volk um die zeit liegon wird: er- 
innern den pfalzgrafen au die Verabredung um Weihnachten zu Heidelberg und bitten ihn, sich 
bei allen fürsteu, dem gr. v. Würtemberg nnd der gesellschaft von Sant Jörgen Schild zn be- 
werben und inzwischen alle verfügbaren reisigen gen Hagenau zn schicken, um dem feind 
bis dahin möglichst abhruch zu than. Conc. eh. Hagenau. St.- A. EE. 53. — Vgl. anch 
schreiben Strassburgs an Hagenau vom gleichem tage: dar wir allewegen besorget haben, 
das ist uns nü zu handen gangen, dan lüderlich zu den sachen getan ist. Or. Hagenau. St.- A. 
EE. 54. S. auch das schreiben des unterlandvogts Neipperg an Strassbnrg. Or. AA. 188. — 
Ich teile ausserdem noch das schreiben Johanns herrn zu Vinstingen d. j. an bischof Wilhelm 
von Strassbnrg mit: nachdem dieser ihm geschrieben hatte, er habe sich nicht wider ihn mit 
andern herrn verbunden (gemeint ist das angeführte bündnis) und sich nicht anders gegen 
ihn gehalten wie ein herr wider seinen mann, dass er (Finstingen) anch stets entsprechend 
gehandelt habe: mit den lenten sei er geritten um etlicher anderer willen, die ihm unfreund- 
schaft vor Zeiten gethan, und anch um seiner feinde willen. Mitgeteilt von bisch. Wilhelm 
an Strassbnrg, AA. 182. — Später sind die badischen regesten zn vergleichen; im allge- 






febr. 26- 
28 













meinen habe ich jedoch, um eine allzu grosse Zersplitterung des materials zu vermeiden, es 
für richtig gehalten wegen der unmittelbaren beteiliguug des M. Wilhelm die hauptmasse des 
einschlägigen Stoffs in den Hachberger regesten mitzuteilen. 1540 

bischof Wilhelm an r. Friedrich v. Dabo (Than), Heinrich v. Hohunstein und Eberhard v. An- 
delow: antwortet zustimmend auf ihr schreiben, dass der landvogt Reinhart v. Neipperg, 
Heinrich v. Fleckenstein und Ulrich v. RatzeahuÜ heute früh zu ihnen gen Molsheim gekom- 
men sind und sie sich mitentndu über niasmgeln wider die Annugnackeu beraten haben, 
und dass der bischof dem markgrafen (Jakob v. Baden), den von Würtemberg u. a. schreiben 
und sie zu dem auf den ) 5. märz angesetzten termin um hülfe bitten soll, und hofft auch, sie 
sollen uns nicht lassen. Auch der graf v. Salm hat sich zum beistand erboten. Aber uns und 
allen, die bei uns sind und der Inte wesen gesehen haben, erscheint angebracht, dass der 
landvogt, Strassburg, die städte , wir n. a. im land einen möglichst grossen reisigen zug 
aufbrächten und neben den louten trabten und sie nötigten uff unsere vorteil, das sä ire n&- 
range and riiwe nit mit liebe haben mohtent, »danne alz sie sich uoch stellent, so forchtent 
sie sich vaste, und were inen wole abzubrechen, danne es sint arme nackte knechte .... 
und es ist ein verlorne volk.« Heute um i(j sind sie in dem lager aufgebrochen und haben 
die häuser angestosscn zu Ottersdal, Eckorllwilr. Saut-Johann, SWinwurck, Hattemat, Dossen- 
heim and Erkolsheim und sind für Olvisheim das land hin gezogen. Und ist ein harste umb 
die zwei uarwider ubergetrabet und ihensit der Muselen gehalten. Hat jetzt seine kundschafte]' 
Seman und die andern ausgeschickt, und diese, die ihr wesen gesehen haben, meinen, dass 
sie zwischen den zwei Ehenheim (Ober- und Nieder-) wohl zu nötigen und in die brächer zu 
drängen wären. Cop, eh. coaev. Hagenau. EE. 59. 1541 

(Motlissheim) r. Boynhart v. Nypberg unterlandvogt im Elsass an Strassburg : des bischofs von 
Strassburg rate, ich, Heinrich v. Fleckonstein, Ulrich v. Eatzenhusen uud Abreht v. Andola 
haben auf euere hotschaft gestern den ganzen tag vergebens gewartet uud schliesslich unserm 
gnädigen herni (pf. Otto) geschrieben, die andern fürsteii, grafoii, herren und die ritterschaft 
zu bewerben, und nachdem pf. Otto am 1 ß. märz mit möglichst starker macht bei Hagenau 
sein und auch der bischof sich mit den seinen dort mit ihm vereinen will, und auch Strass- 
burg und die reiclistädto zu ihnen stossen wollen, so hoffen wir. dass man mit solcher macht 
und der landschaft one not den foind bestreiten mag. Und wir haben überschlagen, dass man 
in dem lande Elsass wohl an JuOOO schätzen haben soll. Schliesst sich der laut abschrift 
(nr. 1541) geäusserten meinung des bischofs von Strassburg an und bittet die Stadt, ihren 
reisigen zug zu ihnen gen Obernehnheim zu schicken. Cop. eh. co;iev. Hagenau EE. 55. 1542 

M. Wilhelm an seinen guten freund Ulrich v. Ratsamhansen am (sie ? zum) Stein : erinnert ihn 
daran, wie er zu Strassburg in gegenwart Friedrichs vom Hos, als vom bischof von Basel 
und dessen irrung mit Bernhart v. Ilatsamhusen die rede war, die meinung geäussert habe, 
er (Ulrich) wolle des bischofs und der stift »müssig gon.« Trotzdem habe Ulrich doch mit dem 
bischof darüber in geschrift gestanden uud feiuschaft gedroht. -Da hitt ich dich früntUch, das 
du diner wort, so du mit mir als obstat geredt hast, jedenck sie (?) und gelenheit and har- 
komen der Sachen ansehen und betrachten wollest. Bedünckt mich das din gelimpf sig, und 
dn sölicher Sachen, als die gestalt ist, mit glimpf müssig gangest. Trouillat-Vautrey, Mon. 
de l'evßche deBasle 5,784. — Es bandelt sich um den streit betreffs des bistums Basel zwi- 
schen Friedrich zu Rhein und Bernhard v. Ratsamhausen, der von seinem bruder Ulrich unter- 
stützt wurde. 1543 

Peter v. Hegenheim an bischof Friedrich v, Basel: herrn Dietrichs selig söhn v. ßotzenhnsen 
und her Hans Pröbstelin sind am dienstag spät zu gr. Hans (v. Thi erste in) gekommen und 
haben mit ihm geredet in dem sinn-e, es sei durch den herru v. Weinsberg (als protector des 
konzils) ein friede bis zum 24. juni beredet und dazwischen «in freundlicher tag zwischen 
bischof Fridrich, dem konzil und der Stadt (Basel) mit herrn Bernhard und junker Ulrich v. 
Rotzenhusen in aussieht genommen; trotzdem ginge aber der bischot gegen herm Bernhard 
seiner sache mit dem konzil idas auf selten Fridrichs stand) nach. Nun habe gr. Hans als 
Statthalter des herrn v.Winsperg sich deshalb au den rat (v. Basel) gewendet, um zu bewirken, 
dass auch der bischof der sache ihren gang lasse »ohne zu influenzieren oder vor herrn v. 
Winsperg recht darzulegen'. Die rate zu Basel haben in dieser angelegenheit auch an her 



62 



Wilhelm 1439. 



Wilhelm (= M. Wilhelm ?), Junker v. T engen v. Hatstat 1 = jnnter Tangen, Thenigen, Anton 
v. Hattstatt) und Junker Hans v. Flachslanden geschrieben and auf sonntag abend eine Unter- 
redung veranstaltet. Ohne datum. — Schlechter druck bei Tronillat 5, 785. — Herr Wil- 
helm konnte anch r. 'Wilhelm v. Grünenberg sein. 1544 

r. Johanns Zorn v. Eckerich meist« nnd rat zu Strassburg an Basel r das fremde volk, das man 
nennet die Armyacken, liegt mit grossem volk an 1 21100 stark allhie im lande allermeist um 
uns und weberte gestern den ganzen tag nm die Stadt, ist in das karthause rkloster mit einem 
harst ein gedrangen und hat es diese mitte macht anegestossen nnd verbrannt und ritent also 
ume uns nnd in dem lande nnd treiben grossen Mutwillen nnd thnn schände und schaden an 
priesterschaft, kircheil, männern, frauen, jnngfrauen und kindern. Also hat der bi. Wilhelm, 
der landvogt v. Neipperg und sie die pf. Ludwig nnd Otto um hülfe gebeten. Otto hat ge- 
antwortet, dass er mit allen rittern und knechten nnd seiner ganzen macht am 1 5- man 
zu Hagenau sein werde; ebenso ist dem markgrafen von Baden und den liern; v. Württem- 
berg geschrieben. So wollen auch der bischof, andere herren, ritter, knechte, die reichst&dte 
und sie sich wider das volk vereinen an dem genannten tage. Bitten , sich auch danach zn 
rüsten; >danne wo semelichem volk uit widerstanden wirt, nachdem nnd ire fumemen ist, so 
Widerstand sie alle laude zu verwüsten*. Im gleichen falle würde Strassburg auch Basel zu 
hülfe kommen. Basel. St.-A. Briefe IV nr. 183. — So auch an Hagenau. EE. 54. 1546 

Reinhard v. Nipherg an Hagenau: das böse volk hat seinen boten niedergeworfen und aus den 
ihm abgenommenen briefen die absieht des nfalzgrafen (Otto) erfahren, vermutet, dass sie 
deshalb schleunig aufbrechen werden. Nun ist heute in der nacht Müsenest ihr kundschafter 
zu ihm gekommen nnd hat ihm gesagt, dass sie beabsichtigen als hüte aufzubrechen in das 
land des herrn von Oosterreich. Hat auch gestern den ganzen tag gehalten und in fürbaß zu- 
geschickt, ohne sie zum nacheilen bringen zu können, vermutet daher, dass sie ihre pferde 
wollten ruhen lassen vor dem aufbrach, gedenkt aber alsdann mit ihnen zn traben und ihnen 
nach gelegenheit abbrach zu thun. Mägen ihm daher alle ihre verfügbaren reisigen gen 
Eosbeim schicken udcI ihm, der an 1 00 pf. bei sich hat, alle inzwischen vom pfalzgrafen an- 
kommenden reisigen nachsenden, inzwischen aber fortfahren sich zu dorn anschlag des Streites 
zu rüsten nnd auch auf die von Weis3enburg einwirken, dass sie ihm ihren reisigen zng schicken. 
Or. Hagenau. St-A. EE. 55. Vergl. hierzu das schreiben des pf. Otto an Hagenau, dass er 
ans Strassbnrgs schreiben entnimmt, dass Neipperg seinen brief nicht erhalten hat; übersendet 
daher abschrift der frühem briete zur Weiterbeförderung an ihn. 1. c. EE. 53. 1546 

r. Arnolt v. Batperg bin. u. rat zu Basel an Strassburg: drücken ibr beileid aas über den von 
Strassburg dnreh die Armiäcken erlittenen verlnst und schaden; aul die mitteilnng, dass 
forsten, ritterund knechte am 15, märz gegen das volk ziehen wollen, antworten sie, dass 
anch M. Wilhelm sie am hülfe beschrieben hat, haben ihm aber geantwortet, ihm sei wohl 
kund, dass sie viel fremdes volk bei sich hätten and daher zu ihrer eigenen Stadt sehen 
mussten. Sind jedoch in werben nach ettwaz volk nnd wenn sie solches aufbringen, wollen 
sie ihre hülfe nicht versagen. Or. Strassburg. AA. 191. Druck Königshofen -Schi Her 980. 1547 

[Jacob Mule stadtschreibe r zu Strassburg an Worms]: die Armengeoken oder Schinder sind am 

25. febrnar über die Zaberer steige ins Elsaisz wohl mit 10000 pferden gekommen und vom 

26. fobraar bis znm 2. marz täglich vor Strassburg gerannt, zuerst mit 1 000 , dann mit 
3000, 4000 nnd mehr pferden. Als sie sonntag nacht das cartusercl oster verbrannten, liefen 
etliche gesellen heraus, von denen 26 erstochen und an 6 gefangen wurden, und dais sint 
anngesellen, handwerekkneebt und sie thaten es ohne des rates willen und man konnte es 
ihnen am tbore nicht erwehren. Um die Stadt nnd sonst im lande haben die schinder dürfer 
und kleine Schlösser sowie kirchen verbrannt, das beilige sacrament ausgeschüttet und drin- 
ckent usz dem kelche und dribent unmesslich schände an frauwen and janckfrauwen undligen 
mit den kuriszen und irme barnasche otl' die frauwen und junckfranwen , .vre hondert evner 
nach dem andern, bit datz man der frauwen longe nnd leber siecht, und laissent sie vor doit 
ligen und füren die junckfrauwen und döchterlin von 8 oder 9 jaren mityn enweck und lais- 
zent die deinen döchterlin dann lauffen. Nachts haben sie grossen schaden erlitten durch 
brand in den dörfern, wo sie lagen, an hengsten und leuten; wand sie dünt sich nachtz nsz 
nackent und werdent vol wins. und was lüte sie fahent, haut die ntt zu geben, so stechen! 



Wilhelm 1139. 



63 



sie yn off stunt die kolen und die helse abe und laissent sie ym leide ligen. Am 3. märz sind 
sie von Strassburg gen Dachstein, Molsheiin (Molistein) and Kosheim (Raisz-) und am 4. mlrz 
weiter gen Epüg (Eppich) geruckt und wollen weiter gen Obernberghein: (Bergheini bei Eap- 
poltsweiler). . . Das volk hait dry baffen und dry gar gross* banier and ein huff heiszent die 
starcken; das sint alles gar grosze und gerade lüde und starck und die haut eyu banier und 
der sint drü dusent. Und so heissent die an dem die erczügten, und die sind als wol erczügt, 
als lade von der wernt gesin mögen von hnrnasch und hengsten, und ir hengst sin als pfulse- 
hengst zu 200, 300, 400 fl., die haut auch eyn banier und der sint auch drüdusent. So 
heiszent die andern die gemeinen, das sind bogener, Engelschin, Franzosen, Pickarten und 
Schotten; die haut lynen Schecken und auch ein banier, der sint auch drüdusent. So ist noch 
ein dusent da, darunter sint 400 frauwen mit pherden, die andern koch, schnider, schucb- 
mecher. Sie haben nur 2 bücbsen bei sich, von denen die eine 8 schuh lang ist and einen 
haupt grossen stein seh i esst, sowie an 1 00 haudbüchsen. »Und sie forchtent sich nit vor striten, 
dann sie sprechent: sie wollen allen Tuczen off eyn dag strites gnong geben, aber sie vorch- 
tent nachtes dais fner,< Der bischof v. Strassburg, die ritterschaft im laude, r. Heinrich (sie ? 
Reinhard) v. Nipperg unterlandvugtfWülekur las bruder landvugt) und Strassburg bewerbent 
sich groszlich ; pf. Otto will mit grosser macht zum 1 6. raarz gen Strassburg kommen , der 
M. v. Baden mit seinem eigenen leib, wiewohl seine hausfrau tot ist, und sonst viele forsten nnd 
herm nmb ritterschaft zn suchen, dazu alle stallte hie oben in diesem lande. Voraas sichtlich 
mnss ein grosser streit werden, um das volk ausser landes zu bringen; und wenn man ihnen 
nicht widersteht, so ist zu besorgen, dass sie bis Bingen alles verwüsten; »dann es gehorte nie 
mensche sollich kunheit, die sie yn yen baenU. Zum schluss werden die teils entstellten, 
teils verstümmelten namen der obersten cappitanien mitgeteilt: mit namen der erste nnd 
oberste, der ist eyn man dein und hait eyn strackbeino. das kan er nit gebiegen, und hait 
10 knaben nach rjden, und heyszt de Liherre (Etienne de Vignolles, dit La Hire), der an- 
der Anthonie de Zabrings (=• Chabanuos, graf v. Dammartin), Johann Dayrschier (d'Apchier), 
Blanchefor, Brnssayde (Brasac), Scheppelle (La Chapelle), Menchyline, Bonifaz v. Valperga 
(Bonrifase). Drucke Janssen, Frankfurt RI. nr. 849; Wülcker, Urkunden n. Schreiben be- 
treffend den Zug der Armaguaken 1439 — 1444 |>. 24. Zur sache verweise ich auf mein 
buch, Die Armagnaken im Elsass p. IG. — Über dit- schlappe ausfallender Strassburger s. 
Königs ho fen- Schilter p. 1000 und Bernhart Herzog Edulsasser chronik p. 10D. Von Wich- 
tigkeit ist die, so weit mir bekannt, erste erwähnung des bundsebnh bei diesem anlass: 
die ausfallenden hatten ein bannur, daran ein creutz unser frawen und ein bnndschuch; da 
lief iederman zu. 1548 

gedenke, dass der bi. v. Strassburg, pf. Otto, der M. v. Baden, der M. v. Röteln und die reich- 
stadte am 9. oder 10, märz ihre botschaft gen Strassburg schicken sollen, um zu unterreden 
über den ort der Vereinigung der gegenseitigen Streitkräfte sowie auch von des stritz wegen, 
auf dass die boten das wieder hinter sich bringen, nnd besonder zu bedenken , wie man den 
M. v. Röteln mit dem land v. Oestreich nnd die stadt Basel nnd die eigenen Streitkräfte ohne 
schaden vereinen möge, aaf dass die Walhen nicht an den einen teil kommen, bevor wir zu- 
sammenkommen. Wirich v. Homburg und der vitztum (v. Hohenstein) sollen dem bischof nnd 
dem H, v. Baden solches schreiben, herr Reinhart der landvogt M. Wilhelm nnd den reichs- 
stadten. — Zu obigem tage gen Strassburg mit der angeführten tagesordnung ladet der 
unterlandvogt Hagenan ein , das auch Weissenburg benachrichtigen soll. Hagenau. St.-A. 
EE. 54. Vgl. nr. 1552. 1549 

(Ii'ifii'iit]) r. Burkard v. Mulnheiin u. Abrecht Schalck allammeistor zn Strassburg berichten dem 
ammeister Claus Melbrüw in Strassburg über ihre verhandlungeil zu Rosheim mit dem landvogt 
v. Neipperg, Heinrich v. Fleckenstein und dem vitztum Heinrich v. Hohenstein wegen der Ar- 
magnaken. Fleckenstein hat u. a. mit ihnen geredet, so unsere knechte mit den iren her- 
widerkoment, obe wir dann mit nnserm barst mit dem lantvogt uffbrechen woltent und inen 
nachziehen und dem marggrauen v. Röteln nnd sinen slos zu hülffe komen. Do hant wir uns 
genommen zu beraten und fragten den landvogt, wer von den reichstadten bei ihm wäre und 
wo der bischof seine leute hätte. Darauf gab der landvogt keine antwort. Sie können auch 
nicht erfahren, ob er jemand hat Darauf sprach der vitztum, sein herr (bi. Wilhelm) hätte 



64 



Wilhelm 1439. 



wohl 200 pferde, and was ettewas gemutet und spracb : ir schuldigent minen herren diser 
Sachen. Do sprachen wir, man tete uns anreht. Do hüb er anderwerbe an und spraoh: ir tftnt 
das in nweru reten, das weis min berre wol von den die es hörent. — Bitten um Unterwei- 
sung, ob siofurbas »mit unserm hülfen« ziehen sollen. — Man sagt für wahr, herr Johannes 
v. Vinstingen sei zu Keuweiler und habe das volle ins land gebracht ör. Strasburg. St. A, 
AA. 188. — F. — Ober die gogen denbischof erhobene beschul digung >dass er die Schinder 
ins land gerufim« vgl. badische regesten. 1550 

Die Armengeckon ziehen fritag v. mitelvasten (märz 13) von Epflg in einem ritt landaufwärts 
gen Hadstatt, MorUwüer, Marpach, Fac kelsz hoffen and gen Gewerchswiler und Pfaffenheim. 
Und wo ynnen ein bur ward, frowo, ltnab and junckfrowen, die fiengen sye und schätzten sye 
umb geld. Und welcher nit geld hette ze geben, dem stechen sye diekelenab . . Sj sprochen 
zu allen menschen, die sye fiengen, es wer in dem bistum oder in der herschafft: dein eigner 
herr hatt dich verkoufft nnd verrotten und mögen mit ewerem liep nnd gut leben nach un- 
serem willen and »olgefeßen. Und zugent am sampstag frag aaff eins zugs untz in das 
Sunckowe obwendig Seuheim nnd Tan. Und sass des hertzogen von Osterich lantvogt marek- 
graf v. Rottlin still und det nitz darzu und liesz syns eignen herrn land verderben und ver- 
bergen, die buren fohau und erstechen und den armen tytten das vihe unde gut nemmen, wi- 
der gott, er und recht— Der lantvogt zu Tan (M. Wilhelm) troszt die Armenieckon lieps und 
gutz und liesz sye in der statt ausz und hinngeritten one alle hindernusz. Solchen grossen 
muttwillou hett er wol geweret, aber der hundt weisz syues herren sytten wol. Zu lest ent- 
bout er der statt Basel, was sye tan weiten zu solchen Sachen. Do ward ym ein antwurt: sye 
wollen ir statt wol behutten und furchten sye nitt. Hotte er aber gern solche gest, so solt er 
lugen, das ym solcher gast mer wurde. Chronik von Maternus Berier in Code historique de 
Strasbourg p. 55 — 56- Das datum der angaben Berlor's ist um eine woche zurück zu da- 
tieren, wie aus unsern Urkunden hervorgeht. — Berier lässt sich in seinem harten urteil über 
M.Wilhelm durch die ereignisse desjahrea 1444 beeinflussen: M.Wilhelms haltung war nicht 
wesentlich verschieden von derjenigen der übrigen beteiligten stände. Zudem liess sich eine 
dem feind gewachsene streitmaebt nicht so rasch aus dem boden stampfen; dem markgrafen 
fehlten dafür auch die mittel : hz. Friedrich konnte sich von seinen aufgespeicherten schätzen 
nicht trennen. — Vgl. übrigens zu dieser drastischen erzählung Berler's die fortsetzung des 
KCnigshofen bei Bornhart Hertzog: Die herrn and stett im Elsass säumten sich nit, bestehen 
sich mit leuthen, provtaud und kriegsmnnition, warten und verhofften, die andern herren und 
stende wurden ihnen zu hilft' komen .... Und wiewol sich alle herreu und stett in einem 
grossen bund versprochen, da kam doch ihnen niemand zu bilff, sonder blieben diejenigen, 
so es nicht bedraff, die weil ihr wandt kalt bliebe — daheimen. Also gehet eSt 
noch zu. 1551 

Friedrich v. Snellingen und Jacob Dutscheman vogt zu Benfeld an [Strasburg] : der M. v. Botel 
bat einen geritteneu baten obenan abher gesandt, und mau stürmt am gebirge allenthalben 
über die Armyacken : die haben sich gewendet und ziehen wieder abher , und het noch dem 
landvogt (v. Neipperg) gesant wider uff zu keren. Cop. eh. coaev. Hagenau. St.-A. EE. 53. 
Obige Inschrift übersandte Strasshurg abschriftlich marz 9 an den unter landvogt Reinhard 
v. Neipperg: es seienauch des bisebofs, des markgrafen (Jakob) und der berrschaft v. Liecb- 
tenberg freunde allhie, nachdem ihnen auf henta und morgen vertaget ist, und dieselben sind 
der ansieht, das3 er dum pf. Otto nicht widerbiete, sondern, wenn solches geschehen, dann 
förderlich botschaft nachsenden solle, und er seihst nebst der von Hagenau botschaft nach- 
Strassbnrg komme. Or. I. e. — Ebenda auch schreiben Schlettstadts au Hagenau vom 1 0. märz, 
dass Scblettstadts botschaft uff nechting von Ensisheim heimgekommen uud berichtet hat, dass 
das volk ihren leger habe um Dammerkirch ; über die weitern absichten des Volkes , ob es 
fürer hinweg oder herwider ziehen will, sind sie im unklaren. 1552 

M. Jakob an Strassburg. Hat trotz der beiden hriefe der Stadt über den zug der Armagnaken 
seine leute nicht zurückrufen (> widerbieten«) wollen, sondern beabsichtigt seine leute voile- 
ziehen zu lassen. Hat auch des volks wegen am 8. an M. Wilhelm v. Hochberg geschrieben 
und erwartet dessen antwort, Or. Strassburg, St,-A. AA, 187. — F. — Die beiden briefe 
Strassburgs s. badisches reg. 1553 



! »J 










Wilhelm 1439. 



65 



Trö 



Hanns v. Uetenhm «Igt zu Eu flach an Strasburg: hat die drei diener des bischofs, die gestern 
gen Kufach gekommen sind, um sich nach dem bösen volk zu Urkunden, bei sich verhalten 
bis heute und er hat nun diesen vormittag zwischen U und ] nhr wahre botsclmft erhalten. 
dass die ieute am 7. marz abe dem bischof und seinen anuenleuten gerückt find und sich gen 
Dammerkirch (Tannenkikh) und umgehend auf die herrschuft von Oesterreich gelagert haben 
und noch liegen, denn sie der bevülkerang unerwartet gekommen sind und viel coste gefun- 
den haben. Gestern ist auf vesperzeit einer ihrer kapitäne und 7 mit ihm gen Than einge- 
tastet, wo anch der M. v. Kotellen gegenwärtig ist, und es soll in reden sein, die leute ans 
der herrschaft zu tedingen; sie fordern aber eine starke Schätzung vom markgralen, von ieg- 
licher hüst'mge und herdschafft funff guldin : man versieht sich aber, falls die teidung nicht 
ku stände kommt, dass die leute den köpf wieder in dies land kehren werden, »dann sie obenan 
nll vaste Ter feilet sin sollend in den ricken.« Strassburg. St-A. AA. 186. — Durch Strass- 
burg am 12. mär/ mitgeteilt an den nnterlandvogt Reinhard v. Neipperg. 1551 

M. Wilhelm an [bi. Wilhelm v. Strassburg]: bittet ihn um hülfe, so dass die awera in mög- 
lichster stärke und ausrüstung am 17. oder 18. man hie oben in uwer montdat seien, »wan 
sich die liite darnach halten und rihten , das sn nii so balde von statt rucken , nachdem ir 
Sachen gestait sint, das su miztimalenit in Burguud ziehen* ; vermutet vielmehr, dass. wenn 
sie aufbrechen, den köpf das ladt abe kehren und wiederum ziehen werden. Bitte nm mittei- 
lung seines .-chreibeus an den laudvogl, Strassburg und andere harren und stadte. So bald 
das volk aufbrechen wird, will er nachricht schicken und falls es das land ab ziehen 
wird, sn will er seine gesellen alle auch schicken oder selbst mit ihnen kommen. Abschrift- 
lich vom bi. Wilhelm dat. Zabern märz 14 an den Unterland vogt geschickt. Cop. eh. coaev. 
Hagonan. St.-A. EE. 54. — Der name des adressateil geht hervor aus »uwer mondaU ; ge- 
meint ist dasobermnndut Rtlfach, das bischöflich Strassburg. territorium im Oberelsass war, — 
Mundil Verdeutschung von immuuitas. Audi im Unterelsass gab es ein mnndat für das ter- 
ritorium des nbtes von Weissenburg. 1555 

Heinrich v. Plegkenstin vogt zn Barr bittet wieister und rat zu Strassburg, dem mündlichen 
bericht ihres knechtesBös Heintze über das, was demselben der markgraf znThann des frem- 
den v>lkes wegen gesagt hat. zu glauben, -weil der markgraf zum schreiben keine zeit habe. 
Er selbst will bei dem markgralen bleiben, bis das volk aufgebracht sei. Or. Strassburg. St- 
A. AA. l(J3. — F. 1556 

der stadtschreiber Jakob Mnle von Strassburg schreibt an den rat zu Worms, dass nach heute 
eingelaufener botschaft M. Wilhelm v. Hochberg landvogt des herzogs von Oesterreich im 
Oberelsass mit den Annagnaken. da man ihm nicht zu hilfe kam. einen vertrag geschlossen 
and ihren ab/.ug mit 1 null gülden erkanft habe. Janssen, Frankfurts Keichskorr, I, 476 nr. 
853. — F. 1557 

r. Hans v. MfinstrM antwortet an M. Wilhelm auf dessen mitteilnng. dasserWersich v. Stüffen- 
berg gen Dattenried-(Tatonriet} geschickt habe, dass solches ein notuifft sei, nachdem sie Grand- 
wil genommen, viel kost darin gefunden, auch sonst ander gut und viel leute darin gefangen 
haben, und als man hört, so haben sie mehr als 50 kinder getötet Sie sind auch zu Münstr»! im 
dorf und da sie viel kost im land finden, so besorgt er, dass sie länger da bleiben als gut sei. 
Es wäre daher gut, dass der markgraf die leute so auf den beÜMO Bind Hesse vollritten, »so 
band wir vor uns, möchten wir lüt haben, daz wir ein leger überfallen wölten , diewil die 
wasser gross sind und sy nit zeman (zusammen ?) kummen mögend.» Damm so gedenket uns 
leute ku schicken, soviel und sobald es sein mag. Basel. Briefe 4/190. 1558 

M. Wilhelm an Strassburg: die Schinder lagern im lande seiner herrschaft und haben Grand- 
wilr und dorf Mitnslral gewonneu, und es is» zu besorgen, dass sie schloss Münstral anch ge- 
winnen, und sich nicht sobald entfernen, da sie kost genug linden. Heinrich v. Fleckenstein 
der alt ist von des pfalzgrafeu wegen ein Zeitlang bei ihm zn Tann gewesen, und es ist ein 
auslag begriffen, wovon er ein rodel abschriftlich übersendet. Da er gehört hat, wie Strass- 
burg in rüstuug steht, bittet er die Stadt auf seine malmung den andern fürsten, herren und 
der ritterschaft zuzuziehen. Er hatte eine teidung mit den Armagnaken getroffen, dass 
man ihnen für brandschatzung und alle Sachen 1000 ff. sollte gegeben haben und den zwei 
lianptb-uteu, mit denen er geteidingt hatte, 2 liengste zn 200 fl.. aber etliche aratleute und 



66 



Wilhelm 143». 



iliro Batst haben darauf nicht eingehen wollen, worauf das volk nun solchen schaden ge- 
than hat und thut. Op. eh. coaev. Hagenan. St.-A. EE. 54. 1559 

M. Wilhelm an Basel: ihre antwort auf seine von Sennheim aus übermittelte hotschaft hat er 
erhalten ; mit Heinrich r. Fleckenstein and Herman v. Rodeustein und andern , die jetzt hei 
ihm sind, hat er einen anschlag gemacht und sie damit sofort zu den rarsten und herren 
hinab in das land geschickt, als denn ein registerlin harinne verschlossen eigenliehen wiset; 
bezüglich dessen, was Hans v. Münstml geschrieben (nr. 11558), verweist er auf die münd- 
lichen milteil uii gen des Überbringers. Or. Basel. Briefe 4/1*8, — F. 15641 

Werbung M. Wilhelms an die forsten und herrn wegen der Schinder (Armagnakon). Der mark- 
graf uud seine kundschafter glauben, dass die Armagnaken von den orten Münstrol und 
Grandwilr aus, die sie gewonnen haben, eine Zeitlang das land verwüsten und dann nieder 
ins Elsass hinab ziehen werden. Friedrich v. Staufenberg soll daher zu den fürsten reiten 
und sie auffordern, mit macht zu ross und-zu fuss heraufzukommen, jedoch nicht eher aufzu- 
brechen, als bis sie 6 000 gewappneter reisiger beisammen haben. Davon übernimmt M. Wil- 
helm 1000 reisige pferdo und 5000 gewappnete, darunter nicht unter 500 schützen. Nach 
aussage der kundschafter sind die Schinder 12000 pferde stark , darunter 60no streitbare 
mann. Falls man daher an ritterschaft nicht 6000 gewaupenter reisigen zusammenbrächte, 
so wäre des markgraFen meinnng uff der fürsten wolgefallen, dass sie mit ihren bersten bei 
einander blieben und sich bis aof die angegebene zahl stärkten. Wollten sie aber uff dill zit 
zerriten, so möchten sie znm 1 2. april sich in der gegend um Ensisheim oder sonst im Elsass 
oder an andern enden uff dein Rine sammeln. — F. — Bei gelegenheit von Verhand- 
lungen, wobei etliche hauptleute der Schinder zu dem landvogt und etliche des landvogts 
iniud in irem leger getröstet waren, haben sie selber ihre macht angegeben auf «00 mit 
glen, gantz gewäpent von füs nff, sodann 500 einspänniger, jeder in seinem kürafl und an 
5000 guter bögnßr oder fiOOO guter und büfler bögner. — 1t der houptlüten sint liberal 
XXV, daruuder sint dri obersten höptlüten: It der basthart von Würdy (Vertus), istdeskungs 
von Francltrich rat, diener und kaemerling : it Lähyre (= Lahire) und der ist des kümrs von 
Franckrich rat diener und kamotiing, ouch ein lantvogt in der besten art (ort) dos küngs von 
Franckricht it Anthony vonZschaefan( = Chabannes), ist ouch des küngs rat, dienerund kä- 
merling. 1. c. Vgl. Witt*, Die Armen Gecken und ihr Einfall ins Elsass im J. 14 3>i Beilagen. 1561 

Thenye v. Hadstat: (Anrede: lieber sweher.) Meines herrn (M. Wilhelm) Statthalter bat mir ge- 
sagt, dass die Armyacken zu Bnrnhoubten und zu Ilirsingen und zu Datnmerkirch und Um- 
gegend in I :) dörfern liegen, und der verrest leger ist wo! iij meilen wegs obewendig Ensis- 
heim (Ens-) und rennen do und daraffter. herr Eeinhart v. Niperg hat dem markgrafen 
(v. Röteln) geschrieben und der Statthalter hat ihm wieder geschrieben, wir gr. Hans v. Fri- 
burg sich beworbe in Burgund und ebenso die frau v. Mümpelgart und wollen sie nicht hin- 
einlassen, und versieht man sich, dass sie eine weile in diesem lande bleiben und wieder nahe 
werden ziehen und hat Thüring v. Halwilr uteinem herrn auch geschrieben, wie sich der von 
Wirtemberg und herr Jacop Trusses (v. Wald bürg) und er selbst sich bewerben und herüber- 
wollen ihm «n helfen. Ohne datuin. Cop. eh. coaov. Hagenau. St-A. EE. 54, 1562 

r. Arnolt v. Ratperg bm. und rat zu Basel an Strassburg: dankon für die benachrichtigung und 
j teilen mit, dass die Armyacken noch vor der veste Münstral liegen und die stadtlein Grand- 
wilr und Miinstral gewonnen nnd in Grandwilr an 50 kindlein getötet haben, auch nicht 
weiter als eine meile wegs aus dem lager gerückt sind; man hat Basel auch geschrieben, dass 
die so in trostung in ihrem lager gewesen sind gehört haben, der könig von Frankreich habe 
dem volk geschrieben, weder nach Frankreich noch nach Burgund zu ziehen, sondern sich in 
deutschem land zu behalten, so lange sie mögen. Aus der teidung, wodurch sie derM. v. Rö- 
teln aus der herr schaft lande kaufen wollte, sei nichts geworden: wie Basel geschrieben wird, 
weiss noch niemand eigentlich, wohin sie den köpf kehren, vielleicht aber werden sie, wenn sie 
in ihren gegenwärtigen quartieren keinen unterhalt mehr finden, zurückkehren. Or. Strass- 
burg, AA. 191. — Mut. mot. auch an Schwyz mit der bitte sich gerüstet zu halten, um auf 
erfordern zuzuziehen, in diesem sinne sei auch an Bern, Zürich uud Sointhurn geschrieben. 
Das volk ist an 1200 mann stark, darunter GOOOstritbars wo] erzügetz volkes ist, und die 
übrigen 6000 eins under dem andern als es denn ist. — Am o. marz hatte bereits Solo- 






Wilhelm 1439. 



67 



U3H 



i thurn an Luzern geschrieben : da es versehen lieh ist, dass die Armagnaken auf die länge 
nicht an dem ende bleiben und in Öolothurns und der eidgenosseu gebiet ziehen werden, haben 

I sie sich, da sie an dem anstoss gelegen sind, mit allein volk und vermögen gerüstet nnd bitten, 

| ein getreu aufsehen anf sie zu haben und ihnen nötigenfalls zu hülfe zu kommen. Die von Ln- 

I zorn antworten am 1 l.märz, dass sie und Bern ihre saclie bestellt haben, um dem volk wider- 
stand zu thun. — Luzern. A. 1563 
Basel an M. Wilhelm : haben an Strassbarg geschrieben, dass die Armiackon vielleicht den köpf 
wieder abkehren werden, wenn die burgnndischen herren sich versampnet hettent wider si 
und si in Burgundien oft lassen woltent. Strassburg bat geantwortet, dass am 15. märz dort 

| die rate des hischufs von Strassburg, des markgrafen von Baden, der unterlandvogt Rein- 
hard v. Noipporg und dio boten einiger städte wegen der gegen die Armagnaken zu treffen- 

j deu anstalten gerathschlagt haben , und dass die forsten die ihren widerumb beschrieben haben 

i nnd am 23. und 24. märz mit macht zu Hagenau lagern wollen. Conc. Basel. Staatsarcli. 
MiESiven 4. 57. — F. Desgl. mut. mut. an grafin Henriette v. Mumpelgart und Junker Ru- 
dolf [v. Harnstein berni zu Gilgen berg]. 1564 
r. Reinhard v. Neipperg (Nipberg) nnterlandvogt im Elsass schreibt an meister und rat zu 
Strassburg, Heinrich v. F'.eckensteiu habe ihn gestern im auftrage des M. v. Röteln aufge- 

1 sucht und berichtet, »das daz böse folcko Grandwiler und Münstral gewunnen hetten , nnd 
da funden sie so vil koste und auch da umb, das sie sich virtzeben tage damit bohulffen, und 
nach golegenheit ir sachen so truwete in der uiarggrarTe nütze ab zu brechen, ob wir yme ioch 
tusent pferdo brachten, und wer sin rate, das man die schlösse versorge und iederman ritte 
wieder ane sin gewarsame.« Der markgraf hat die forsten angerufen, acht tage nach ostem 
mit macht in Ensisheim zu sein , >sy es aber suche, das sie (die Armagnaken) das heubt 
wieder das lant licrabe kereiit*, so wolle er ihnen zu hülfe kommen mit 1000 reisigen pfer- 

1 den nnd 1000 gewappneten wol lierzugten mänuern, darunter 500 schützen. Pf. Otto ist 
auf den beinen gewesen und hat dio vergangene nacht au lfiOO pferde an der herberg ge- 

; habt. Or. Strassburg. St.-A. AA. 188. — F. 1565 

r. Arndt v. Ratpcrg hm. und rat zu Basel an Strassburg: M. Wilhelm hat ihnen geschrieben, 
wie eine grosse samnuiig von fürston und herren bei euch sei, um mit Strassburg und andern 
Städten wider das volk zu ziehen. Bitten nm benaebrichtignng. Or. Strassburg. AA. 191. — 
Am gleichen tage schreibt Uenman Offenbnrg an herrn Johans Jaeger stadtsch reiber zn 
Strassburg und dementiert das gerächt, als ob Basel von dem volk eine uioderlage erlitten 
hätte. Dio von Bern sind ganz gerüstet herabzuziehen, ebenso die von Freiburg, Zürich, Lu- 
zern, Schwyz, Solothurn: die vonHasle, Frutigen, Sibental und ander lender, die in der verre 
sint, waren bereits herabgezogen, haben sich aber wieder gewandt, da die Armagnaken don 
köpf wieder gen Welschland gekehrt haben. Das volk liegt aber noch um Grandwilr und 
Münstrol, und man meint, dass es beute aufbrechen wolle; wohin, weiss er nicht, aber man 
hört, dass es wieder hinab in das land ziehen wolle. Bitte um naebricht, ob fürston nnd städte 
sich rüsten, gegen sie zu ziehen. Or. 1. c. AA. 183. 1566 

Hagenau an Strassburg: berichten über eine Unterredung mit dem unterlandvogt (dasselbe was 
dieser am gleichen tage an Strassburg (nr. 1505) schreibt). Danach hat er uns briefe sehen 
lassen, wonach pf. Otto für I ßciü pferde leger bestellt, denn er bis morgen Sonntag nacht zu Sur- 
burg sein wolle und wie ihm der ander gezügo nachkommen solle, aber der pf. hat ihm jetzt 
anch wiederboten und ihm empfohlen sich zum grossen zug desto gerüsteter zn halten. Conc. eh. 
Hagenau BE. 54. Or. Strassburg. St.-A. AA. 18G. — Vgl. auch [schreiben des pf. Otto an 
den unterlandvogt Reinhard v. Neipperg]: übersondet ihm durch Co titz Marggraven lOOOfl- 
wovon er wein, körn und haber bestellen soll ; ebenfalls soll er für kmhenfleisch sorgen ; »dann 
wir uns versehen, das wir bi dri tusent reisiger pferden und bi den zwein tusent mennern uf 
wagen hinuf bringen werden.« Soweit das geld nicht reicht, soll er auf borg aufnehmen, auch 
wagen und geverte do oben im Elsass bestellen. Hagenau. St.-A, FE. 53. — In anknüpfung 
daran bittet Reinhard v. Nipberg Strassburg am 27. märz, dem pf. 300 viertel körn nnd 
400 oder 500 viertel haber zu leiben, zahlbar am 24. juni mit geld oder frucht. — Or. eh. 

, AA. 188. — Vgl. bad. regesten. 1567 






Wilhelm 1431). 



143» I 
ntn Ti 






Hagenau an Strassburg: Blaneke der stadtbote von Weissenbarg ist heute mittag in Hagenati 
gewesen und hat etwas ernstlich fiirbroht, dass der gezog nyden heruff für sich ziehen smio 
tind dio von Weissenburg haben dessen meldung beglaubigt. Da derselbe nun weiter nach 
Strassburg geschickt ist, so übersenden sie abschriftlich tias, als dio glücke drei schlug, er- 
haltene schreiben ihres ratsfreundeä Martin Bogeuer vom heutigen tage. — Dasselbe ist ange- 
heftet und lautet: er sei gestern zwischen 2 und drei von Speier ausgeritten und habe gesehen, 
dass die berste wider zu ritten sint und dass auch die wagen mit dem gezag umgekehrt sind 
und zwar wurden die hintersten der wagen in der Dach zu Rülsbem wendig. Mögen sich 
nicht an die rede kehren, die Blancke ihnen gesagt hat, hat solches auch an Weissenburg 
geschrieben. AÄ. 186. 1568 

Frischsz [Karelier] au herrn Claus Jeger: die armen Jegkcn lagern in der umgegend von Be- 
tont zu Rotbn.'h uni im Rosenfelser tal. InGranwilr und Munsterol! haben sie gross gnt ge- 
funden an körn and sie lagern auch in vielen dürfern der urogegeud, zu WiUwalt (jetzt Ve- 
zelois), Jungen Monisteroll, Geilk-nberg (Clievrement), Pheffingen und holen futter auf zwei 
ineilen in der umgegend und reiten herab bis gen Masmünster und Thann; Eefortt ist voll- 
st iiud ig umlagert und niemand kann herauskommen. Stiguff, der lange zeit des bi. Wilhelm 
feind gewesen ist, ist unter den Armeniegkeu geritten bis Tann; da hat er Junker Bersich 
v. Stoffenberg angerufen, dass pr ihm von M. Wilhelm tro s tun g verschaffe. Das ist geschehen, 
und er meint nicht mehr bei dem volk zu bleiben. Or. Strassburg. St.-A. AA. 190. 1569 

M. Wilhelm laudvogt an Base!: »die unseligen bösen tute» (die Armagnaken) sind heute aus 
dem lande seines herrn au Beifürt vorbei gegen Oranges (Gransche) gezogen und meinen da- 
selbst ufl hinnaebt zu lagern, als denn das mit der tading begriffen, auch ihm kuntlich fiir- 
bracht ist. Or, Basel. Staatsarch. Briefe 4, 18t>. — Vgl. die Basler rathsbücborin Basier Chr. 
4, 49 anm. 5 u. 8. — -F. — Vgl. auch schreiben des vogtes zu Rufach Hans v. Utenheim 
an bi. Wilhelm v. Strassburg vom 26. ma-rz: die bösen Icute sind gestern abostat gerückt 
und durch der v. Wirtemberg lanü bis gen Grause gezogen, denn man ihnen in dein laude 
von Oestreicli geld gegeben hat und ebenso die von Wirtenberg. Will aber die gesellen noch 
ein oder zwei tage behalten und dem volko kundschaft nachsenden. Cop. eh. coaev. Hagenan. 
St-A. EE. 54. übersaudt durch den bischof an den unterlandvogt, 1570 

r. Arnolt v. Eatperg brn. und rat von Basel an Strassburg: die Arniiicken sind v<m statt ge- 
rückt und haben den köpf gen Burgund gekehrt und haben diese nacht um Luder gelagert 
und man sagt, sie haben mut gen Bttfoy. Als frieden zwischen ihnen und den Titschen ein 
klein zytt beredet war, redeten sie vor Junker Rudolf v. Harnstein und andern : »sy werent in 
nie deheiu lande kommen, darin sie nie ratz f und en hettent, was sie bedörfft haben denn von 
üch unez hie han'iff in dem futschen lannde ; sy wollen niemer dehoin jare gelassen, sy wellen 
einest darin«, kommen und mit nie muht denn yolz besehenen sü.« Basel weiss nichts weiter, 
als dass sie vom lannde gekoufft sind; wie aber solche taodiuge zugegangen, weiss es nicht. 
Or. Strassburg. St-A. AA. 191. 1571 

M. Wilhelm an [anrede: lieber freund]; uachdoin er gestern mit Heinrich v. Fleckcustein . der 
anfragte, ob er (Fl.) dem pf. widerbieten solle, abgemacht hatte, dass »ich euch* gen Speier 
wissen lassen sollte, wie es um die Schinder stände, da hat er seitdem durch Peter v. Mors- 
perg erfahren, dass die Schinder vnr Lnra (I.nder) in nntzgeinLuxeuil (Lussy) gekommen sind; 
das liegt nun bereits auf burgundischem erdreieh. Obwohl er nun von seiner ansgesaudten kund- 
schaft noch keine antwort erhalten hat, so hält er doch dafür, nachdem die Schinder so ferre 
von deutseben landen gekommen sind, dass sie nicht mehr hinder sich auf die herrschaft 
oder das land abo ziehen werden, nachdem sie sich auch gegen seine herrschaft verschrieben 
und versiegelt haben, Glaubt demnach, dass er dem pf. wobl widerbieten dürfe, nachdem er 
(ich) solche ritterschaft, die er bei sich gehabt, entlassen habe, hat in diesem sinne auch 
dem bischof von Strassburg und seinem vetter dem M. v. Baden geschrieben. Inzwischen hat 
er auf seine kundschirt rem dem v<>gt von Beifort einen brief erhalten. Die abschrift des 
briefes ("vom 28. märz) lautet: das volk hat die fnrburg zu Lützel (Liisel) gewonnen und 
liegen darin und dämm und haben den laudvogt von Mümpelgart mit 80 pferden niederge- 
worfen uud gefangen. Druck Walker p. 26 mit dat: Giszheim. Cop. eh. coaev. Hagenan EE. 
54. Vgl. auch schreiben der Stadt Hagenau an Frankfurt vom 30. min (druck bei Wülcker 






Wilhelm 1439. 






jnli 2fi 



!. c. 27): sü haben dem lande von Osterith und Wnrteinberg so vil getranges und schaden 
gttm, also das man sü leste usz dem lande gokouffet hat und sigent do for Basel uff hin bi 
Delsberg noher Bargundp ingezagen und vi! forschcns noher Genf zu gehaben. 1572 

Jörg v. Tegernau (-now) oberster vogt zu Röteln (Rütellen) »uff dem käpff« im nanieu und an- 
statt M. Wilhelms v. Hochberg etc. zu gerieht sitzend, beurkundet einen verkauf von zwei 
gülden geldes an gold jährlichen ziuses von gen. gutem im Hauinger bann (Houw-) um 40 
goldgnlden an Hans Mfinczuch gen. Klein, scboflner der eottidian an statt and im nameu 
des dechants und des kapitels des Stifts zu Basel. Siegel des ausstellers von gor ich t? wegen. 
Or. Karlsruhe ; ebenda kopb. ] ] 5, fol. ] 8 b . — II. 1573 

(Ravensburg auf der offnen Freien königstrasse) Volk Syfrid Jry landrichter auf Leulkircher heide 
und in des reichs piers von des kg. Albrecht gewalt und von gnade des herrn Jakob Truch- 
sess zu Waldburg landvogt* von Obern- and Niodern- Schwaben vidimiert auf anstehen der 
botscbaft des M. Wilhelm v. Hochberg nachstehende Urkunden: ]) kg. Sigmund beurkundet, 
dass gr. Wilhelm v. Montfort seiner tucbter Elisabeth gattin des gr. Ebernard v. Neuenbürg, 
die demselben nun einen söhn geboren hat, und deren loibeserben die lebnsnacbfolgo in der 
von) reich röhrenden herrschaft Bregenz barg und stadt gewahrt hat. Siegel des königs. dat. 
1413 raunt, v. Barthol. 2) obige Verfügung des gr. Wilhelm bestätigt kg. Sigmund, dat. Cure 
1413 donerst. ?. Egidi. AStmann RB9. 3) unsere nr. 1281. Or. München. R.-A. Montfort. 
Nr. I ist bei Altmann nicht verzeichnet rind gewährt knnde über einen bisher unbekannten 
sobn der M. Elisabeth aus erster ehe. Vgl. nr. 1172. 1574 

Verzeichnis» der einnahmen und ausgaben M. Wilhelms. A, Einnahmen mit dem, was er von 
Peter v. Mörsperg bis zum 13. juni empfangen hat, 2821 rhein. gülden. B.Ausgaben: l)Bei 
der einnähme Bergheims (Berk-) verzehrt mit seines herrn raten 48 U 19 11. rappen 6 -v> 
2) /.elirnng der söldner, welche der not des landes wegen zn Bergheim lagen, 83 ä 11 11. 
rappen. 3) Zu Basel verzehrt mit den raten des M. v. Baden wegen Zürichs 'J 8, stebler. 

4) Zehrung zu Schaffbausen wegen seines herrn und gr. Rudolfs v. Sulz 24 rhein. gülden. 

5) Zehmng zu Molsheiui mitsamt den reten wegen der feinde seines herrn 85 rhein. gülden 
5 ti- rappen. 6) Zehrung auf tagen in Buigund wegen seines berrn von Oesterreich 53 rh. 
gülden 2 ß. rappen. 7) Zchrung auf tagen zu Villingen in sacben seines herrn 23 rhein. 
gülden ] ß, 6 -$ rappen. S) Zweimonatliche zelirnng für SO gewappnete und ebensoviel 
fuasknechte, welche M. Wilhelm, als Zürich vor Laufenbarg zog, dorthin and nach Wald shat 
schickte 1 107 rhein. gülden. <-.>) Abfindung einiger söldner und gläubiger »als das in des 
lanntvogts register stet« 397 rhein. gülden. 10) Ausgaben deslandvogts an Botenlohn wegen 
der lande seines herrn 48 ff 19 ll. stebler. 1 1) Sold des landvogts für die letzten zwei jähre 
2200 ff stebler; das neae jabr gebt am 29. juni au. — Summe des geldes in goldwäbruug 
1261 U 1s G. -4) rappen oder 2194 rhein. gülden 14 li stebler, der gülden zu 1 1 ß. rappen. 
Summe des geldes in gnldon Währung 16S8 rhein. gülden. Gesammtsumme der aasgaben in 
gold 3882 rhein. gülden. Meines herrn gnad bleibt dem landvogt also nach abzng der ein- 
nahmen schuldig 1062 (genauer 1061) rhein. gülden 14 (!. stebler, wovon noch 55 rhein. 
gülden einnähme abgeben. Noch bringt das übrig 100 fl. — F. — Die in reclinungsposten 
nr. 3 erwähnten feinde sind vermutlich die grafen Hans v. Leiningen-Rüiiugcn und Simon 
v. Salm. — Über den zng Zürichs vor Lanfenburg ist weiter nichts bekanut; es erhellt aber 
daraus, dass die Feindseligkeiten Zürichs wider die berrscbaft einen weitern umfang hatten, 
als man bisher hat wissen können. 1575 

M. Wilhelm v. Hochberg landvogt der herrschaft von Oesterreich im Elsass und Peter v. Mörs- 
perg derselben herrschaft hubmeister stellen der Stadt Ensisbeim einen schadloshrief ans, 
nachdem die Stadt von Hans und Peter Fülweissen gebrüdern, gesessen zu Colmar. Walthers 
' Fülweissen söhnen, ein kapital von 800 II. mit 40 fl- Zinsen aufgenommen und ihnen über- 
I antwortet hat, und verpflichten sich, die Stadt binnen 3 jähren zu lidigen, wofür sie sich ver- 
' pfänden mit leuten und gut, M. Wilhelm besonders mit stadt, land und leuten zu Sennheim 
| mit gericht oder ohne gericht. Die ausstelk-r siegeln. Innsbruck. Urkundeucop. III, 7 1 8. 1576 
i Wigand Henckos freigraf vor dem Hallenberg hebt die auf klage des Hans Rübsam, sesshaft 
I zu Kronenberg bei Frankfurt, von dem freigrafen Johann Salentin v. Holouar wider Mas- 



70 



Wilhelm 1489. 



Tm 



aog. 17 



Ensisheim 



20 



sept. l ' Ensisheim 



mfinster verfügte vervehmung auf, da derselbe die abforderung seitens des M. Wilhelm nicht 
beachtet hatte, vor dem Masmünster sich zu recht erbaten hatte. Druck Usener l. c. p. 234 
nr. 76. 1577 

Wilhelm Marggraf zu Hochberg her ze Rottein urkundet, dass er dem Juden Eberlin in Colmar 
486 fl. schuldig sei, welche summe am martinstag nächsten Jahres abbezahlt werden soll. Ge- 
schieht dies nicht »so söllent wir mit unser selb» lip, oder zwen reisig knecht mit zwen rei- 
sigen pferd gen Colmar in leistung zihen.« Cop. Stadtarchiv Bheinfelden. Bepertorium d. 
pfarr. K. Schröter im Aarg. Staatsarchiv. Freundliche mitteilung vom Staatsarchivar Dr. Her- 
zog zu Aarau. Vgl. auch Basler Chr. 5, 189 A. 6. 1578 

Zürich an kg. Albrecht : nachdem Schwyz und Glarus und ihre helfer das recht vor dem könig 
abgelehnt haben und auf anderes unbilliges recht drängen unter Verachtung ihres obersten 
herrn und richters, da sie doch reichsangehörige sind , bitten sie, da sie entschlossen sind 
über alle ihre Streitgegenstände mit Schwyz und Glarus nur vor dem könig rede zu stehen, 
diesen solches ebenfalls zu gebieten ; gleichzeitig möge der könig Bern, Luzern , Uri, Unter- 
waiden, Zug, Appenzell und St.-Gallen schreiben lassen, dass sie die von Schwyz und Glarus 
anhalten, dem ruf vor seinen richterstuhl zu folgen ; ebenso bittet es um königliche schreiben 
an diejenigen fürsten, herren und städte, die Zürich im namen des reiches zu schirmen an- 
gewiesen seien, damit sie solches auf verlangen der bedrängten stadt thäten. — Entsprechende 
bitten um Unterstützung dieses gesuchs an Caspar Schlick und Harkwart Breisacher. Zürich. 
Staatsarchiv. Auszug bei Hottinger, Zürichs inneres Leben während der Dauer des alten Zü- 
richkrieges in Schweizer Museum für hjstor. Wissenschaften Bd. II, 136. 1579 

An nachstehende herrn wünscht Zürich in schreiben an kg. Albrecht und Caspar Schlick schirm- 
briefe gerichtet zu gunsten Zürichs wider Schwyz und Glarus: bi. Heinrich v. Eonstanz, die 
herren v. Wirtemberg, M. Wilhelm v. Hohberg, die ritterschaft im Hegöw, an die gr. v. 
Lupfen, die gr. v. Neuenbürg, des reichs landvogt in Schwaben, herrn Wilhelm v. Grünen- 
berg, die v. Clingenberg, die v. Bödmen und gemeint an allen adel. Zürich St.-A. conc. eh. 
nr. 1577. — Den ersten schritt in dieser richtung hatten die von Zürich gethan, als sie auf dem 
tag zu Rapperschwyl, da Schwyz recht bot an gemain aidtgenossen nach ir puntbrieff sag, 
darauf nicht eingehen wollten und ihrerseits recht auf den röm. könig boten, dem si och von 
recht wegen zuo gehorten (Kl. Chr. p. 257). Wie vordem Schwyz und Glarus, so schickte jetzt 
auch Zürich eine botschaft an kg. Albrecht, die ein mandat auswirkten, kraft dessen kg. Al- 
brecht am 21. September 1439 den ländern Schwyz und Glarus gebot, in ihren Streitigkeiten 
mit Zürich vor ihm oder seinen bevollmächtigten recht zu nehmen (Blumer, Urkundensamm- 
lung zur Geschichte des Kantons Glarus p. 164 aus dem or. des Züricher Staatsarchivs.) Dass 
man aber in Zürich schon weitere absichten hegte und rücken an dem damaligen haupte des 
hauses Habsburg suchte, das bis dahin ganz erheblich Schwyz und Glarus gefördert hatte und 
in dessen namen auch hz. Friedrich d. ä. diesen beiden ländern gegenüber Zürich erhebliche 
vorteile eingeräumt hatte, beweist unsere nummer, die den beginn jenes diplomatischen feld- 
zuges vorführt, den M. Wilhelm so wirkungsvoll und folgenreich gestaltet hat. Auf diese bot- 
schaft an kg. Albrecht und nicht auf die spätem verhandlnngen mit kg. Friedrich bezieht 
sich die allerdings konfuse erzählung in Gerold Edlibachs Chronik ed. Usteri p. 1 4. Eine neue 
ansgabe dieser chronik wäre dringend wünschenswert. 1580 

M. Wilhelm bekennt Thenig v. Hadstat d. ä. 100 fl. rh. schuldig zu sein, die derselbe der bot- 
schaft zu zehrung geliehen hat, die heute auf 'f henigs begehren von gemeiner ritterschaft zu 
ihrem herrn von Oesterreich gen Innsbruck geordnet ist, und verpflichtet sich dieselben bis 
Weihnachten zurückzuzahlen. Pfändung nach diesem termin ist gestattet. Basel. A. Hatstat. 
üb. I. 1581 

M. Wilhelm landvogt im Elsass als hauptschuldner, r. Caspar Beger v. Geispolzheim und Diet- 
rich v. Ratsamhansen (Rathen-) bekennen dem Juden Isaak, sesshaft zu Schlettstadt, 700 fl. 
rhein schuldig zu sein; Zahlung bis l.märz 1440, widrigenfalls M. Wilhelm mit seinem leibe 
oder zwei reisigen knechten mit zwei reisigen pferden, die bürgen ebenfalls jeder mit seinem 
leibe oder einem reisigen knecht und einem reisigen pferd zu Schlettstadt einlager leisten. 
M. Wilhelm wird seine mitschuldner schadlos halten. Stadtarchiv Bheinfelden (Bepertorium 
Schröter im Staatsarchiv zu Aarau). Mitteilung von Staatsarchivar Dr. Herzog. 1582 



Wilhelm 1439. 



71 



TIjRT 

sept. 4 



Okt. 20 



nov. 26 



27 



[Howenstein] 



Ensisheim 



28 



Masmünster 



Wilhelm M. zu Hochberg herr zu Botteln urkundet, dass er der frau Ennelin Bichin und ihrer 
tochter frau Else Begerin 1000 rhein. golden, welche genannte frauen von Hans v. Bichen- 
stein zu Keisersperg auf ihre guter aufgenommen haben , schuldig sei , und verspricht diese 
summe mit zins, kosten und schaden bis michaelis nächsten Jahres abzuzahlen, widrigenfalls 
er selbst nach Eeisersperg zur leistung ziehen werde oder zwei reisige knechte mit zwei rei- 
sigen pferden senden werde. M. Wilhelm siegelt. Stadt-A. Bheinfelden ; repertor. Schröter im 
St.-A. Aarau. Mitteilung von Staatsarchivar Dr. Herzog. 1583 

M. Wilhelm erstreckt den von bi. Heinrich von Konstanz bis 1439 nov. 25 zwischen hz. Fried- 
rich und Zürich errichteten frieden [die angeführte friedensurkunde ausgestellt von hz. Fried- 
rich dat. Innsbruck 1438 märz 19; der friede solle währen bis nov. 25 übers jähr] bis 
november 25 übers jähr. Ein gütlicher tag soll inzwischen zu Feldkirch (Veldkilch) auf 
23. april oder auch früher an andern enden, wenn ein fürst von Oesterreich heruff ze land 
käme, stattfinden. Or. Zürich. St.-A. nr. 484. Die aus ferti gang seitens Zürich trägt den ver- 
merk: item der obgeschriben frid ist also von burgermeistern , reten, Zunftmeistern und 
dem grossen rat uffgenomen , doch ist harinn ußgesetzt , waz uns versprochen ist von des 
nomen wegen, dem mugen wir nacbgedenken und darin tun, alz uns beduckt, daz es uns 
notturftig und eben sig, also daz es disen frieden nützit berüren sol. — Item und ist der frid 
also erstreckt durch den wolgebornen margraven Wilhelm v. Hochberg lantvogt, Hansen v. 
Flachsland, Friedrich vom Hus und meister Caspar von Fröwis cüster und corherr ze Basel 
uff der herrschaft teil zu Howenstein in dem Bchloss. — Item so warend botten von Zürich 
herr B. Stüssi r. altburgermeister, her Hans Swend r. — Eidgen. Absch. 2 nr. 213. Vgl. auch 
Tschudi II, p. 284. 1584 

M. Wilhelm v. Hochberg landvogt verspricht Butsche Krepss die belehnung mit dem lehen Lud- 
wig Brenners nach dessen abieben. Or. Karlsruhe. ~ F. —-Vgl. h 1020. 1585 

Thennige v. Hattstatt d. ä. fordert unter bezugnahme auf den sprach des M. Jakob v. Baden 
(nr. 1522) Smasman herrn v. Bappoltstein auf, den M. v. Röteln zu bitten sich der Sachen 
anzunehmen, auf dass der streit zum austrag komme. Albrecht, Bappoltst. Üb. 3 nr. 1095. 
Vgl. badische regesten. 1586 

M. Wilhelm thut kund : als weiland herr Hanß v. Froberg (jetzt Montjoie) herr zu Montrond 
(-ront, arr. Besan$on kt. Qningey) in seinem letzten willen herrn Johann Ludwig v. Tullieres 
zum erben der herrschaften Froberg und Montrond samt allen pertinentien und hoheitsrechten 
eingesetzt hat, welche gebiete zum teil in der herrschaft von Oesterreich und ihrer amtleute 
händen gewesen von des krieges wegen, die der gen. erbe und seine mitverwandten wider die 
herrschaft Oesterreich vorgenommen haben (vgl. nr. 1193), weshalb nunmehr ein guter 
vertrag geschehen, infolge dessen ihm (M. Wilhelm) hz. Friedrich durch seinen rentmeister 
Petermann v. Mörsperg ek. schriftlich befehl erteilt hat, dem v. Tullieres solche herrschaften 
zu leihen, wie dessen vorfahren für söhne und töchter sie innegehabt haben : also hat ihn 
herr Hans Ludwig versigelte briefe sehen lassen, nämlich von weiland hz. Albrecht und seiner 
gemahlin gräfin Johanna v. Pfirt aus dem jähre 1334 und einen andern bripf von hz. Fried- 
rich, wonach solche lehen für söhne und töchter verliehen worden sind. Demgemäss leiht 
M. Wilhelm ihm solche von der grafschaft Pfirt und dem Stein zu Beifort herrührende lehen 
in demselben maße , wie sie seine vorfahren die herren und frauen v. Froberg, Gliers und 
Montrond besessen haben. Und sind dies die lehen : Montrond, Gliers, Froberg, Heimers- 
torff(Mirecourt in einer französischen kopie) mitsammt leuten, flecken, bannen etc. und allem 
Zubehör; it. die veste Heimerstorf, ein teil (vierteil) der äcker und matten im banne von Bü- 
derbach (bei Hirsingen kr. Altkirch) gelegen mit allem Zubehör, der kirchensatz zu Hirsingen 
so oft die pfarre ledig wird , das meyertum Muespach (Ober-, Mittel- und Niedermüspach), 
das dorf Becouvrance mit hoher und niederer gerichtsbarkeit, das dorf Beurtbach (in der 
französischen copie Bruespach) = Brubach bei Landser kreis Mülhausen , das dorf Grün 
(Welschengrün, jetzt Grosne bei Dattenried-Delie ö. Montbeliard in Frankreich) mit allem 
Zubehör, etlich stück feld und äcker im zwing von Geisenberg (= ChSvremont) und an- 
dern orten gelegen ; ebenso sind der herrschaft Froberg eile gerech tigkeit vorbehalten, die 
von dem felsen Beffordt zu Berousse (jetzt Perouse = Pfeffershansen), Bischingen (jetzt Besson- 
court hei Beifort), Charmoilles bei Kaltenbrunn (Kaldenbrun) = Froidefontaine bei Dattenried- 



72 



Wilhelm 1439-1440. 



~ü:«r 




jniii 23 




Dille) zu leben gehen. Zeugen r. Hans v. llünstrol, Petenuann v. Mörsperg rentmeister, Hans vom 
Hauß, herr Hug Briot Chorherr zu Beflbrt und andere der berrschaft Oesterreich. rate. Cup. eh. 
Colmar. B.-A. Froberg. — Die ausführliche Behandlung rechtfertigt sich sowuhl durch die fami- 
lienvorbindung des fMfcenüdMl geBdhlKhtM Gliers mit den M. v. Hochberg als anch wegen 
der ehemaligen Iehnsboheit der M. v. Raden über Beifort. — Im original liegen vor im B.-A. 
zu Colmar: l) lehnsrevers [von 13fil] von herrn Johann v. Gliers ein fne über nachge- 
schriebene lehen von der Herrschaft Oesterreich, nämlich den b>*f n\ Hirsingeu, die vierteil 
am zwing, bann und gericht, die knechte und deu kircheusatz daselbst, desgleichen als von 
der grafschaft Pflrt zu lehen rührend : Gliers and die bürg zu Munrun (Montrond) und das 
meiertnm von Hindiingen (Händel-) bei Niedcrsept kr. Altkirch und Müspach , desgleichen 
2) von Ludwig v. Gliers herr zu Froberg gegen hj.. Leopold über hiius Ruggen frans «= Recou- 
vrance hei Dolle, haus Grün, die leute daselbst und die grossen und kleinen gerichte über 
sie und über seinen besitz zu Büschingen, Geissenherg und Phettru?en = Pfettcrhausen dat. 
Basel Dorotheen I37fi; 3) lehnbrief von hz. Friedrich für Hans v. Gliers herrn zu Froberg 
für sich und seinen vater Ludwig v. Gliers über Muurun die veste, Heimersdorf mit dem dorf 
dabei, die vierteil der guter im bann m Hirsiugen und Ruderbach etc., denkircbsatz zu Hir- 
singen, das raeyerturo zu Müspach, dorf Rokuferantz, Weihscheu Grüne, den hof zu Rinspach 
= Riespach. dat. FInsisheim sont. v, Johanns 1412. — Das Verhältnis von Ludwig v. Gliers 
zuPerchtold v. Gliers. dem gatten der M. Kaueguiido v. Hochberg, wird dadurch festgestellt, 
dass derselbe in ein«r Urkunde des Jahres 1 3H2 Ludwigs vetter genannt wird : Ludwig v. 
Gliers war also nicht Bertolds söhn, wie Fester h 457 annehmen möchte. Die angeführten 
orte liegen sämmtlich in den eis. kr. Altkirch und Mülbausen sowie den französisch geblie- 
benen Herrschaften Datteuried nnd Beifort des ehemaligen Sundgau. 158J 
(Heidelberg) pf. Ludwig teilt den geistlichen und weltlichen fürsten etc. und sonderlich den 
bischütei zu Hasel, Konstanz und Strassburg. dem pf. Stephan, M. Jakob, gr. Ludwig nnd 
Ulrich v. Würtemberg, M.Wilhelm sowie gen. Städten und oidigen. orten mit, dass er als Ver- 
weser des reichs wie weiland kg. Albrecht Konrad herrn zu Weinsberg des U. rcichs erb- 
kämmerer zu einem verweser, beschirmer und Statthalter des konzils zu Basel ernannt hat. 
Cop. Solothurn. St-A. 1588 
M. Wilhelm v. Hochberg als laudvogt im Elsass und Sundgau präsentirt herrn Ulrich v. Kalten- 
thal dem capitel zu Benort zu der nächsten chorhemipfründe. Innsbruck. St.-A. Rep. 3, 71t). 
— v. W. 1589 
Caspar vom Thor zur zeit seßhaft zuFn'iwenveld bestätigt den empfang von 3 11. an gold seitens 
des kneebtes Rüdin Keller von Sant Margrethen Afoltrangon , wofür derselbe einen Wechsel 
getban hat mit ClÜws Nef vogt dieser zeit zu Spiegelberg und mit Heinrich Kaiserman zu 
Bregens anstatt des M. Wilhelm v. Hochberg und der frau Elsbeth v. Hochberg geb. v. Mont- 
fort in der weise, daas er für das eigenweib Ursel Böraerin im H<if eingetauscht hat die frau 
Ällin LöchnÖwer von Helfen tschwyler. Der aussteller siegelt. Or. Fraueiifeld. St.-A. Fischin- 
gen. 15911 
I M. Wilhelm landvogt bittet die Stadt Strasburg ihren handol mit dem schulthoiss von Kenzingen 
I bis zu seiner rückkehr anstehen zu lassen. Or. Strassburg. St, -A. GUP. 110. B. 97. — F. 1591 
| Kenzingen au Strassbnrg; übersenden abschritt eines schreioeu des M. v. Rötelen wegen Tie- 
I ringer's und Türhabers nnd bitten sie gegen den markgrafen deshalb zu verantworten und 
I ihnen abschriftlich solche antwortan den markgrafen mitzuteilen. Vernehmen auch, wie Strass- 
bnrg und sie bei der M. v. Hochberg (Anna geb. v. Öttingen, witive des M. Bernhard) vast 
| verklagt werden, nnd schlagen vor, der markgräfin auch so zn schreiben, inmassen wie Strass- 
bnrg den Städten Freibnrg, Breisach und Endingen gesehrieben hat, auf dass sie Strassbnrg 
I und Kenzingen dest baß verantworten möchte, >den vast vil lüte zu iren gnaden wandten.« 
Or. Strassburg. St.-A. GUP. (l 12. 115) Bd. 99. Vgl. hierin auch schreiben Strassburgs an 
Kenzingen vom 28. juli auf die mitteilung K.'s, dass Konrad Dürhaber mit seinen freunden 
i vor den rat erschienen nnd gebeten habe, dass Strassburg nicht in sein eigentum falle, 
sondern 400 11. von ihm nehme, nachdem dabei die Verabredung geblieben sei. wie das Hans 
Lumbavt Strassburg berichten werde. Strassburg ist damit einverstanden , wenn Dürhaber 





Wilhelm 1410. 



73 



die Zahlungstermine einhält uud bärgen stellt. Stefnin Diering soll Kenzingen wieder bei 
Wasser und bnt in den türm legen und ihn nur gegen urfehde und bürgen gegenüber Strass- 
barg and Kenzingen herauslassen. Conc. 1. c. 1592 

Item ou messaiger don markis de Röttlen, qai apportast lettres de nostre tres redoute sgr. Fri- 
derich roys deis Klimans de remerciacions etc. ^ flor- qui valliont 4 lbr. 7 s. S ec keimeiste r- 
rechnungen Freiburg i./D. St.-A. Mitteilung von A. Hüchi zu Freibnrg i./Ü. 1593 

Strassburg an M. Wilhelm: der schultheiss von Kenzingen Claus Wagener ist wegen falscher 
Jahresabrechnung belangt worden und da er mit einer »erber barschafft* durchgegangen ist, 
hat sich die Stadt an die von ihm aufgestellten bürgen Peter Tieringer d. a. und Cimrad Tür- 
huber gehalten nnd verlangte von ihnen, dass sie Strassburg >die pene an dem verkanntem 
körn, die sich treffe bi 143 pfunt pfennig« geben nnd dann 2000 fl. für solich übel und un- 
recht, so Wagner >an uns geton hatte« zahlen sollten. Da die bürgen aber Zahlung verwei- 
gerten, beschlagnahmte Strassburg Wagners und der bürgen gut. Ausserdem habe Wagner 
falsche briefe über die Juden zu Kenzingen gemacht und mit grosser mühe haben Strasburgs 
gesandte von Peter Dieringer dem phaffen die auslieferung solcher briefe erlangt. Strassburg 
könne daher in der sache keinen uffsehlag geben, da sie mit recht und urteil ausgetragen 
sei. Tieringer sei auch nicht von irgend einer »getrengniss oder handelung«, sondern >von 
gottes gewalt« gestorben. Oop. eh. coaev. Strassburg. St.-A. GUP. 110. B. 97. 1594 

M. Wilhelm fordert die Stadt Strassburg von amtswegen auf, den erben des im gefängnis ge- 
storbenen bürgen des schultheissen von Kenzingen das hinterlassene gut desselben herauszu- 
nnd den andern bürgen mitsammt seinem gute ledig zu sagen oder deswegen mit ihm 
vor den könig , den biseboi von Strassburg oder seinen vetter deu M. v. Baden zu kommen. 
Strassburg. St.-A. GUP. 110. B. 97. — F. 1595 

M. Wilhelm v. Hochberg an Breisach: bei seiner ankunft zu lande gen Ensisheim ist an der 
herrschaft rate gelangt, dass, als yetzund künftig ein groll vart mit schiffung den Bhein ab 
nfferston werde, er mit ihnen versorgen solle , dass fromme leute mit Breisachs Steuerleuten 
wohl versichert werden; erteilt ihnen demnach amtshalb von wegen der herrschaft den be- 
fahl, dass sie solche fromme leute mit leib und gut und alle schiffung rheinabwärts mit ihren 
Steuerleuten versorgen. Basel. A. Colmar. richtnng 1, 186 — F. — Obiges schreiben wnrde 
von Breisach vorgebracht in der antwort auf die klage Basels zu Colmar. — Wo M. Wilhelm in 
dem ersten halbjahr 1440 weilt«, lasst sich nicht feststellen ; man darf jedoch vermuten, dass 
er sich zu kg. Friedrich begeben hatte, um sich mit ihm namentlich über die Verhältnisse in 
der Schweiz zu benehmen. 1596 

M- Wilhelm v. Hochherg landvogt der herrschaft Österreich belehnt amtshalb Konrad Huser 
von Eptingen mit dem dritten teil des dorfes Pratteln (Brattelen), einer weingülte zu Thann 
(T-) und genannten leuten. Reg. Üb. der Landschaft Basel 2,841. — F. 1597 

Strassburg an M. Wilhelm : muss die antwort anf sein schreiben vom 3. verschieben , da es 
wegen der messe und des Jahrmarktes sein« rate nicht beieinander hat. Cop. eh. coaev. Strass- 
burg St.-A. ßüP. 1 1 0. B. tt7. — F. 1598 

H. Wilhelm v. rL>chberg landtvogt leiht amptzhalp dem Henman v. Heydegk von Kienberg und 
erben knaben und töchter nachgeschrieben lehen: Kionberg die vestin mit leuten und 
gutem, zwing und bann, klein- uud hochgericht, wildbann und kitchensatz daselbst nnd die 
2 büwe hoff daselbst und andere der von Kienherg guter und den zehnten zu Sissach den 
man nennet Clewelins zehend : it. iwing und bann und die gericht halber zu Oltingen und 
den vierten teil in dem Rotholz und die Elsche-Rüte und den Vockenwalt und die höher in 
dem Pieperstal, dazu alle andere höher, die der v. Kienberg waren; dazu die lehen, welche 
die v. Kienberg von band zu verleihen haben sowie alle andere guter, so die v. Kienberg von 
den grafen v. Hapspurg hatten, welche von der herrschaft von Bahspurg an die von Oestreich 
gefallen sind; dazu hat er ihm verliehen die veste Wagenberg (Wagenburg) und den bnrghof 
und Nider-Eich und die mühle zu Ober-Emerach mit dem zugehörigen gütlin, auch die vogtei 
zu Luli Ligen mit zwing und bann und den Berichten und allen ihren rechten; it. die vogtei zu 
Bi'il nnd die tafern zu Emerach, dazu die mann leben, die gen Wagenburg gehören, und die 
zwei hölzer, daz Asp und daz Sal und andere holzer. die gen Wagenburg gehören, nach dem 
herr Jakob und Claus v. Kienberg und ihre vordem und Peterman v. Heydegg, des obge- 



u 



Wilhelm litt». 



jtli 1 



nannten Hcnman v. Herdegk vater und er die inne and harbracht and sie ihnen von den v. Habs- 
burg vormals für bedo knaben und töchteren verliehen sind. Or. Solothurn. A. — Kienberg 
kt. Solmhurn so. FrickT Oltingen kt, Bern a. d. Aar n. der mündung der Saane, Wagenberg 
und Luflngen kt. Zürich bei Einbrach. 1599 

Strassbnrg bittet M. Wilhelm von seiner furderung (:i. juli) abzulassen , da es die pfandschaft 
von Kürnberg nnd Kenzingen mit wilton der h errs eh aft Oesterrekh innehabe und danach ge- 
handelt habe ; ist aber bereit, wenn er dies nicht wolle, vor M. Jakob zu kommen. Cop. coaev. 
Strassburg. St.-A. GÜP. 110. B. 97. — F. 160« 

M. Wilhelm an Strassbnrg: will mit der Stadt vor M. Jakob kommen; bis zu austrag der sache 
soll die stadt den gefangenen bürgen frei lassen und mit dem beschlagnahmten gut nichts 
vornehmen. Or. Strassburg. St.-A. GUP. 1 10. B. 97. — F. Vgl. bad. reg. 1601 

Strassburg an M. Wilhelm : hat M. Jakob gebeten, sich der Sache anzunehmen, wird aber in- 
zwischen als rechtmassige plan din haberin von Kürnberg nnd Kenzingen der sache weiter 
nachgehen. Cop. coaev. Strassburg. St.-A. GÜP. 1 10. B. 97. — F. 1602 

M. Wilhelm zugegen hei der krönung des kunzüpapstes Felix. In pla-tea ante valvas ecclesie 
Basiliensis . . tribunal construetnm . . Ipsius igitur tribnnalis low excalsiori altari compo- 
sito . . . Felix papa qnintus conseeratus est . . Ministrarunt autem pape manibus aqnam dux 
Sabaudie, comes Goliennensis, nati eius, marchto de Eöteling, de Winsperg et Dyerstein co- 
mites et pape marescalhis. Post WO impositam sibi coronam, appellatum regnum . . processio 
facta extitit usquo ad eonventnm praedicatorum, precedentibus primo in equis layeis et vol- 
gari turba fainulancmm nobilibus abinde militibus consequenter. Quarto autem barones ince- 
debant locn, eoraites et marchiones, ijtiinto Sabaudie snornm consilio comitatus, qui proiimo 
die fuerat ingressus, societate quatuor milium equestrinm . . Post voro tubicinarum mimornm- 
que cohortom elerus seqnebatur. pedos reliquias sanctumm vuctilans, et puerorum cantan- 
cium ordo, sequenti eos papilione veiilloqne arraomm ecclesie et scutiferis honoris capellos 
portantibus. Hüs vero propinque natnralium loco militibns . . et post archam encharistie mi- 
tralis prelatis pTBpinquiiiriliu^, i'urdiir.ilium loea tenentibus, ipsis^ue ciirdinalibus. Atqni ul- 
timo ioeo pontifex summus, anreo toetns palleo, regnam in capite gestans et popnlis prestans 
benedietknom. marchione de Eöteling et Conrado de Winsperg. prolectore concilii. equnra 
dextrantibus. Joannes de Segovia lib. 1 fi cap. 2« 1. c. 495 , der das an ihn gerichtete schreiben 
des Aeneas Sylvius vom 13. august 1440 über den einzug nnd die knranng des papstes 
scheint zu grnnde gelegt zn haben, nnd danach Wnrstisen. Baseler Chr. :Sfi8 — fi9. Ans diesem 
schreiben ist noch zn entnehmen : . . fuit magnus virornm magnusque equornm apparatns, 
quorum nnmerns ad quatuor milia diiudicatus est. Ex Atemania marchio de Roetelon inve- 
nali aetate dneorns, flavosvento crines fatigans, Conradns de Vuinsperg. Romani imperii hae- 
roditarins camerarius, annis et sensu sen ex. Comes de Tierstein cui nemo forma comparan- 
dus iuveni viroque fuit nee adhuc senem senex aequalem habet . . . Capita hominum ad quin- 
quaginta mülia credita snnL — Ebenda auch mit denselben Worten, wie dir M. v. Koetelen 
und Koniad v. Weinsberg das pferd des papstes geleiteten. Aeneae Sylvii Pkcolomini opera, 
Basileao 1571 p. 62 — 63. — Vergl. auch Hartzboim, Concil. Germ. V p. 847- — Obige 
Äusserung des spätem papstes Pius II. ist das einzige vnrliegende zeugnis über die äussere 
erscheinung des M. Wilhelm, wubei aber zu bemerken ist, dass es sich auch um einen blossen 
rednerischen aufpntz handeln kann: immerhin ist festzuhalten, dass Aeneas Sylvius M. Wil- 
helm persönlich gekannt haben wird. Vgl. auch die von F. notierte stelle der Baseler Chr. 
ö,492: »Do or (Felix) sin erste mesz zu Basel hat, so opfert ein sin sun der hertzog von 
Saphoi ein gnldin brott. der ander sun graff ze lenff ein silberin brot, der margraff von HÖ- 
telen ein silberin vasz mit win , und graff Hans von Tierstein ein güldin vasz mit win.« 

1603 

M. Wilhelm verkündet den Urteilspruch in der klage Wernhers Hadniaustorrl'er d. j. gegen Uül- 
hausen wegen Schadens, ihm in seinem schlösse Fröningen (Fre-) zugefügt, als pf. T.ndwig 
als ein vikar des reichs hz. Friedrich v. Oesterrekh mit krieg überzog, demgemäss nach urteil 
der rate, nämlich des gr. Hans v. Tiersteiu, Simons v. Stoffeln freiherrn v. Jnstingen, der 
herrn Hans v. Münstrol nnd Heinrich v. Bernstein rittere, sowie Thurings v. Hattstad d. 5-, 
Hans' vom Hnse, Thünigs v. Hagembach, Petennans v. MÖrsperg, Petermans v. Andelo, 






Wilhelm 1 1 Kl. 



ttjt 



jali 28 



Pentheüns v. Phirt, Heinrichs v. BMwsdorf ( Ratte rs to rf I , Üomimiis v. Bolauüuim, Ludwigs 
Meyger v. Hüningen Mülhausen dem HadmanstorfTor anderthalb hundert if, stobler Schadens- 
ersatz zu leisten hat. Drück Mossmann, cart. de Mulhouso 3 nr. 571. Wernher Hadinaus- 
törffer d. j. quittiert über obige summe 24. sept. 1440. 1. e. 575. — Fröningen bei Zillis- 
beim kr. Altkirch. 160-1 

M. Wilhelm fordert Strassburg nochmals auf, die gefangeneu ledig zu lassen, widrigenfalls er 
genötigt ist, die sache an don könig und an andere forsten von Oesterreich zu bringen. Or. 
Strassburg. St.-A. GÜP. 1 10. B. 97. — F. 1605 

Basel an landvogt M. Wilhelm : papst und kon/.il haben durch ihre botschaft ihnen sagen lassen, 
wie Friedrich t. Mnustrol und seine belfer vier persuneu, pfaffeu und laien aus dem land von 
Lothringen, die .ui dem konzil mut hatten, beraubt und gen Eappach geführt haben. Von 
dort sind sie entronnen, aber ihr geld und andere habe steht ihnen uoi'haus: bitten um keh- 
rung und entlassuug des einen, den die von Trobach wieder gefangen haben sollen. — F. 
Desgl an Hans v. Mnustrol, das nötige bei seinem söhn Friedrich zu veranlassen. Basel. 
Missiven 4,92. — Rappach jetzt Hoppe bei Beifort. 1606 

Strassburg an M. Wilhelm: erbietet sich nochmals, vor M. Jakob zu kommen, will aber M. Wil- 
helm die sache vor den könig bringen, so soll er auch alle bisher darüber gewechselten 
schreiben vorlegen, damit man sehe, dass die stadt sich zu rechtlichem austrag bereit gezeigt 
habe. Cop. coaev. Strassburg. St.-A. GÜP. 1 10, B. 97. — F. 1607 

M. Wilhelm an Strassburg: will vor M. Jakob kommen, wenn die Stadt die gefangenen frei 
lasst, sonst bleibt er bei seinem lebten schreiben. Or. Strassburg. St,-A. GUP. 1 10. B. 97. 
- F. 1608 

Strassburg an M. Wilhelm: ist nach wie vor bereit, vor M. Jakob zu kommen. Cop. coaev. Strass- 
burg. St.-A. GUP. 1 10. B. 97. — F. 1609 

M. Wilhelm leiht arats halb als landvogt an Albrocbt v. Müliueu Scbinznach (Schintz-) (kt. Aar- 
gau bei Brugg) diis dorf mit Zubehör . wie es von weiland seinem vater Henman v. Mfilinen 
an ihn gefallen und ihm auch von hz. Friedrich d. ä. selig verliehen ist. Notariell beglaubigte 
copie Bern. St.-A. unnütze Papiere Bd. 8 nr. 28. Or. im Mfllinen'scbeu Familienarchiv zu 
Bern. 1610 

M. Wilhelm v. Hochberg landvogt der herrschaft von Oesterreich im Elsass leiht im namen der- 
selben dem vor ihm erschienenen Albrecht v.Remadi (Ey-) als einem träger derkinder seines 
bruders Delrich v. Einacb, nämlicb Hanns Erhartz, Hanns Heinrichs und Ulrichs v. E. bürg 
und dorfVilnackchor nebst Zubehör, so dass er und seines bruders kinder solches lehnsweise 
innehaben sollen. Aarau. St.-A. Wildenstein 23. — Villnachern kt. Aargan bei Brngg. 1611 

Wernli Schultheiss von Lenzbnrg an Zürich, Luzern, Uri, Schwyz, Unter walden, Glarus und Zug: 
begehrt herausgäbe seines väterlichen erbes, dessen sie seinen vater entwert hätten, oder 
fordert sie zu recht vor M. Wilhelm v. Hochberg oder herrn Thüring v. Ramstein freiherrn, 
oder einen der nach benannten, nämlich r. Wilhelm v. Grünenberg, Thüring v. Hallwyl, Ru- 
dolf v. Baidegg oder vor eine der städto Konstant, Strassburg, Basel, Bern, Solothnrn, Froi- 
burg i./Ü.. Schaffhausen, Rbeiufelden und droht eveutuell mit fein d Seligkeiten. Eeg. Eidgen. 
Absei. II nr. 223. 1612 

bruder Peter Löwlin probst und der konvent des gotteshauses zu S. Alban zu Basel , Clunia- 
censer (»Loniagsser«) ordens, Urkunden, dass, nachdem M. Wilhelm v. Hachberg dem kloster 
den kirchensatz zu Schopfheini (Scliophein) im Wiesenthai (Wisental) mit aller Zubehör um 
800 gülden rh. verkauft hat, sie ihm das Wiederkaufsrecht um dieselbe summe zugestanden 
haben unter der bedingung, dass er ihnen die Zinsen, nutzen, gülten und zugehörungen da- 
von im laufenden jähre noch ausfolgen lasse. Probst und konvent siegeln. Erwähnt Sachs 1, 
55 1. Or. Karlsruhe. — F. 1613 

Wilhelm v. Hochberg landvogt leiht von der herrschaft Oesterreich wegen an Thenie v. Hatt- 
statt von Herliüheün d. ä. für sich und seineu bruder Hans Ulrich, unbeschadet der rechte 
eines eventuellen erben des jetzt verstorbenen Antbenie v. Hattstatt, falls seine schwangere 
wittwe Prsul v. Gundelfingen einen söhn gebären würde, in welchem falle Thenie v. H. d. ä. 
dessen lehnträger sein soll , nachstehende lehnstücke: den hof zu Oltingen, den man etwan 



lo* 



7« 



Wilhelm 1410. 



j.li 22 



nambt den Mb H Lutrr, den sio mit ihren vettern von Pfirt gemein haben, den hof zu Kä- 
dersdorf (Rederl'-) den sio mit dem v. Mörsperg gemein haben, sowie gülten im bann von 
Altenpfirt; das niedere ritterhaus zo Bilstetn und alles was Hans v. Amoltani gehabt hat in 
Abrechtstal sowie gemannte guter. wa!d und gülten zu Rufaeh, Kestenholz, Türkheim (Thü- 
rigk-), Hirtzfelden, Ortenberg, Colmar, Herlisheim, Haltstatt, Bliensw eiler etc. Basel. St.- 
A. Oltingen eis. kr. Altkirch . ebenda Lütter; Birzfelden bei Ensisbeim kr. Gebweiler, Bil- 
stein ruine bei Urbeis kr. Schlottstadt. 1614 

M. Wilhelm leiht von amtswegen als landvogt der herrschaft Österreich anThenie v. Hattstatt von 
Herlißheim d. ä. gen. gülten und guter zu Heilig-Kreuz, Ueberswilr u. Sulz. Basel. St.-A. 1615 
M. Wilhelm v. Hacbperg landvogt der herrschaft von Osterich und Peter v. Morspergk hub- 

1 meister versprechen, die bürger der stadt Tbann and der in der Stadt Thann sture gehören- 
den dflrfor schadlos in halten für dio vom stift S. -Peter zu Basel zum unterhalt der wahrend 
des einfalls der Schinder in Thann liegenden reiter und knechte geliehenen 500 fl. Der M. 
bekennt ausserdem, dass die herrschaft Oeslerreich der stadt Thann jährlich 40 fl. schuldig 
ist von der matten, die man nempt des hertzogen matten zwuschen Tann und Sennheim ge- 
legen. Der M. and der hubmeister siegeln. Kopb. fol. 96. Thann. St.-A. Mitteilnng von Gym- 
nasial director Lempfried m Thann. 1616 
M. Wilhelm v. Hochberg der herrschaft Österreich landvogt belehnt amteshalber und anstatt 

I der herrschaft Österreich Frantz Wider für sich und Cünrat Froweler von Basel (Rassel) mit 
den lehen, die ihneti vormals von herzog Fridrich von Österreich löblicher gedäcbtuis ver- 

i liehen worden sind, nämlich mit der fähre (>var<) zu Pertlikon. der richterliehen hefugnis 

I (»rechtung«) in der vorstadt zu S. Alban zu Basel, dem halben zoll an der brücke zu Angst 
(Ögst) und mit dem , was sie im kirchspiel zu Pfoffingen (Peffi-) and im banne zu Mnttenz 
(-tz) mit allen rechten und zu geh Orangen haben. Der aus stelle r siegelt. Cup. eh. coaev, Karls- 
ruhe. Herrgott, Geneal. Habsb. 2,822, — F. — -Zusammengeheftet mit der kopie des lehn- 
briefs über die nämlichen stücke von 1396 mär/ 10, ausgestellt von gr. Johans v. Habsburg 
herrn zu Laufenburg für Barkart Sintz, bürger zu Basel. 1617 

W. Wilhelm v. Hachberg etc. als haupt Verkäufer, Burkart Munch von Landskron ( Laute*), Bern- 
hard von Efringen und Heinrich Klnrl.r Kärger zu Basel als roitverknufer verkaufen Heinz- 
man Murer von Basel und dessen erhen 40 Basler goldgulden jährlichen zinsas von M. Wil- 
helms kirebensatz und weinzehnten der dörfer G reu zach (Kren«-] und Inczlingen, doch ohne 
schaden an dem leibgeding der Schwester Wilhelms M. Agnes, sowie zu grösserer Sicherheit 
von genannten gütern und gülten in dem dorfe Feldberg (Veltp-) für BOO gülden, wieder- 
käuflich um dieselbe summe. Wenn der zins nicht gezahlt wird, sollen die aussteiler persön- 
lich oder durch einen kneebt und ein müßiges pferd loistnng than zu Basel in zwei offenen 
Wirtshäusern; ist aber die Zahlung einen monat nach der mahnung noch nicht erfolgt, so 
steht dem käufer pfan dungsrecht zn. Or. (cassiert.) Karlsruhe. — Vergl. 14G3 novem- 
ber 20. — Die gülte wurde ] 5 1 7 von Valentin Marcr an das stift S. Martin in Kheinfelden 
abgetreten und erst 1753 von Baden - Durlach mit 400 fl. abgelöst. — F. — »Obligation 
a domino am freytag morndes nach St. Michaely tag 1440. nach welcher M. Willhelm Heintz- 

' mann Maurer von Bassel ein capital Von 800 rheinischer gülden gater und genehmer an 
goldt und gewicht zu Hassel etc. verba: dass der ehrwürdigen und wolerbornen unser lieben 
schwester Agnesen AI. v. Hochberg an ihrem leibgeding, als sie ihr leibgeding seynd, nn- 

1 schädlich etc. Vide collect, mea.« Joh. Adam Leiblin Coli. gen. (1731 angef.) Hof- und 
Landesbibl. Karlsruhe 23, 26. — H. 1618 

die gräfinöen Verena v. Fürstenberg iibtissin zu Massmünster und Beatrii domfrau v. Säckingen 
leisten vor dem gericht zu Rottweil verzieht auf die hinterlassen schaff ihrer mutter Verena 
geh. M, v. Hohenberg UDd auf das was ihr vater gr. Heinrich d. ä. hinterlassen wird. Vogt 
seiner »muhmen* frh. Ulrich v. Klingen von der Hohenklingen. — Nov. 13 gibt Johann 

1 gr. v. Fürstenberg seinem oheim gr. Eberhard v. Lupfen, der für ihn bürge geworden ist bei 
seinen Schwestern gr. Verena u. Beatrii um ein leibgeding von 70 fl- , einen Schadlosbrief. 
Fürstenberg. Üb. 3, 230—33. 1619 

M. Wilhelm v. Hochberg der herrschaft von Oesterrelch landvogt gibt amtshalb seine Zustim- 
mung, nachdem htrr Hng Priat chorherr za Beifort an propst und kapitel zu Beffort die 






Wilhelm 1440- 1441. 



144» 



dez. 9 
1441 



spitalkapellen mitsamt der mühle zu Danjutitin (Danschetin) nebst den ziusen und zehnten zu 
Wyßwald sowie allen andern zur kapeile gehörigen nutzungen nach laut der Briefe der frau 
Katharina v. Burguuil und dos bz. Friedrich v. Oesterreich zu der erst fnndacion gegeben 
hat zu ewigem uutzungsrecht , so jedoch , dass dieselben herrn Hug Friat auf lebenszeit als 
ieibgeding geben zehn inut Weizen Befforter messea und 6 li. zu pancion und ihn darum auf 
andere zehnten, mühten und zinsen versorgen. Innsbruck, Urkondenkopien III 686. Danjoutin 
gehörte zum meiertem Essis, französisch Assise, Wiswald, französisch V6zelois zur herrschaft 
Rosemont. Vgl. Schöpfiin-Ravenez, L' Alsaie Illustres 4, 1 1 8 — 121. 1620 

M. Wilhelm an Strossburg: da sieb M. Jakob ihres Streites (wegen der bürgen des schultheissen 
zu Kenzingen) nicht annehmen will, so erbietet er sich, falls die stadt keine genugthuung 
leisten will, von amtswegen vor die städte Frei bürg, wo die von Kentzingen ihr recht nehmen 
sollen, >dahin ihre friheit wiseU , «der Breisach oder vor den römischen konig zu kommen. 
Or. Strassfaurg. St.-A, GUP. 1 1 0. B. 97. — F. 1621 

Maisovauli M. Wilhelm marquis de Hopperch seigneur de Roetelin et Sussenberg bailif et gouverneur de 
(Mass* Feirates und Aulxay nimmt gemäss dem ihm durch ek. Fetennann v. Möreperg (Morimont) 

münster) herzogl. hubmeister (tresorier) überbrachten befehl des hz. Friedrich von Oesterreich in ge- 

genwart des herzoglichen rates, nämlich Hans v. Münstrol, des gen. Petennau v. Mörsperg, 
Hans vom Bus (Maison) vogt zu Thann. Hans-Heinrich v. Massmünster (Malsonvanh) vogt 
ebendort, Pentbelin v. Prirt (Ferratesj ek. und meister Hng Briat kanonikus zu Beifort r. Je- 
han Loys de Tullierea (Thuiller) und seine helfershelfer zu gnaden des herzogs auf und leiht 
ihm die herrschalten (signories moyennos liaultes et basses) des herrn v. Froberg (Montjoye): 
Montron, Heimersdorf (Ymericourt), wie sie die herrn v. Froberg und zuletzt Hans v. Fro- 
berg besessen haben. Bei ansprächen gegen herren und unterthuueu des landes soll der 
v. Tii!li''ies recht nehmen und geben vor »lern landvogt und dem rate der herrschaft Oester 
reich. Druck Schöpflin. Als. dipl. 2,365. — Vgl, nr. 1587. 1622 

Strasshnrg an M. Wilhelm: M.Jakob hat sich ihres Streites nur darum nicht angenommen, weil 
"[. Wilhelm ihm nicht geschrieben hatte. Die stadt erbietet sich daher nochmals vor M. Jakob 
u kommen. Cop, coaev. Straasbnrg. St.-A. GUP. 1 10. B. 97. . 1623 

Wnnnewalt der Schreiber des bi. Friedrich von Basel und meier und rat zu Lonffen etc., alle 
unterthanen des bi. Friedrich von Basel, erklären, dass nachdem gr. Hans v. Tierstein sie vor 
Junker Heinrich v. Valbrecht freigr. zu Lüdenscheid (Lüdenscheid und in dem Sauerland 
(Suderlande) in Westfalen schwerlich verklagt und genannter freigraf ihnen von solcher klage 
wegen waniangsbrief geschickt hat, dass sie sich mit dem genannten gr. v. Tierstein binnen 
einem monnt schlichten sollten, sie dem Johanns Chünen v. Wesbach oinem freischöffen der- 
selben gerichten zu Westfalen vollmacht gegeben haben, sie von solchem gerichte zu heischen 
und zu appellieren vor M. Wilhelm der herrschaft ton Oesterreich landvogt oder die ritter 
herren Hans Rieh v. Richenstein und Henman Offemburg oder Junker Thuring v. Halwilr vogt 
in der obern Muntiit, Junker Hans Mönch von Landskron, Junker Friedrich vom Huse, Junker 
Hans Dlrich von Maßmünster, Junker Haus v. Flachslanden vogt zu Laufenburg, Junker Hans 
v. Louffen oder Junker Hans Bot, alle wissende und freisebüffen, vor wem von ihnen das graf 
Hans am allerfüglichsteu ist , ihm dort von rechts wegen allein oder von ehre und rechts 
wegen zu thun, so viel sie ihm schuldig sind, und umgekehrt. Siegler bi. Friedrich und Wil- 
helm v. Grünenberj/ herr zu Rbeinfelden. ■ — Ausserdem mit bezngnahme auf obige appolla- 
tion schreiben des bi. Friedrich an den freigrafen, die bischöflichen unterthanen des gerichtes 
frei und ledig zn sagen. Cop. eh. coaev. Liestal. A. nr. 340- 1624 

Schenkinen: dem von Nuwenburg vi, dem von Vallendis ii, dem von Rötellen ii. Berner stadt- 
rechnung von 1441 I. hälfte dec. 25 — j'ani 24. St.-A. Bern. — Ich füge hier noch hinzu 
1441 (ende juni oder anfangs jnli) louffende boten : denne Schaffer gan Basel, Rotel ten etc. 
2 ff 2 '/j, fl. — 1. c. — Möglicher weise reiste M. Wilhelm — denn dieser wird noch gemeint 
sein — überBiel. Darauf weist hin der eintrag der Bieler stndtrechnung: schenki dem M. 
v. Rotellen 5 11. Biol St.-A. — Die betreffenden eintrüge verdanke ich der mitteilung'fiirlers. 

1625 

| M. Wilhelm an Strassburg : hat an M. Jakob zweimal vergeblich geschrieben , bleibt daher bei 

seinem Vorschlag vom 25. nov. 1440. or. StrasshnTg. St.-A. GUP. 110. B. 97. 1626 



78 



Wilhelm IUI. 



IUI 

jan. 25 



1 22. juli 1440. M. ^ 

> will diu stadt dasselbe 

1627 



Strasburg an M. Wilhelm : beruft sich auf die antwort M. Jakubs vo. 
heim soll denselben ernstlich bitten, sich der saclie anzunehmen, i 
nochmals thun. Cop. coaev. Strassburg. St.-A. GUP. 110. B. 97. 

M. Wilhelm v. Hochberg belehnt Clans v. Baden ek. mit den lehengülten und gutem seines 
vaters r. Heinrichs und seines vettoH Adelberg selig v. Baden nnd mit dem halben wein- 
zehnten zu Grenzach, den vormals Dietschman Vitzthum und trau Aiina Marchschalkin sein 
ehlich gemahl in gemeinsch aft zu leben hatten and der nach deren tod an frau Kungenden 
Marchschelkin des genannten Claus gemahlin gefallen ist. Weibliche erbfolge vorgesehen. Die 
leben, die vor herrn Heinrich v. Baden, dem vater des Claus v. Baden, Contzinan i 
selig zn lehen gehabt, liegen zu Gupf. Ettiken. Kütin, Bannacb, Hdtzhein. Adelbergs lehen 
waren aber zu Dammirkich and der halbe weinzehnten zn Greuzacb (Krentzach) . den vor- 
mals Hüglin zur Sonnen selig zu lehen gehabt, nebst dem schon genannten halben wein- 
zehnten. — Vgl. h 1023. 1628 

Wilhelm M. v. Hochberg landvogt an Freibnrg : begehrt amptzhalp, das* sie förderlich 2 reisig 
knechte gen Obernbergheim schicken, welcher Stadt warnung vor einem anschlag etlicher 
ihrer feinde gekommen ist. da die armenleute der stadt schon lange wache haben halten 
müssen, dadurch verhergert sind und das länger allein nicht beharren mögen. Or. eh. Frei- 
burg. St.-A. Bella autiqaa nr. 159 Druck Schreiber II 2 nr. 604. 1629 

Hans v. Bolsenheim, Jerge Schedel, Hans Mantel, Henseli v. Ysenburg, Cunrat Sleyerbalcz ba- 
stard. Heinrich Branthoch, Hans Meiger von Ellenbogen den man nennt Kopp, Hans Miisser 
vou Geroltzecke, Hans Smit von Stewingen verkünden dem M. Wilhelm v. Hochberg landvogt 
des herzogtnms v. Oestreich, dass sie des genannten Herzogtums landen und leuten feinde s« " 
wollen von der jungherrn Jwop und Wilhelm gebrürler grafen zu Lützelstein wegen, die des 
verstorbenen hz. Friedrichs feinde gewesen und noch jetzt in feindscuaft sind. Es siegelt 
Hensel v. Fromünd. Cop. eh. coaev. Froiburg. St.-A. Bella antiqua nr. 1G2. Am 17. april 
kündigen Jerig v. Schawenbnrg , Bernhards söhn, Mathis Bock v. Stauffenberg , Heinrich 
Branthoff, alle ek-, Breisach nnd allen, die damit verbunden sind, von Hans v. Bolsenheim's 
wegen fehde an. Mathis Bock siegelt. — Desgl. Hans Demelin, Hensel v. Ysenburg, Hans 
Knapp, Bernhart Krust von Brebach, Hans Hagk von Sumerßwalde, Bernhart von Brandeck 
den man nennt Sumerfogel, Heiucz Erlowin, Cftnrat Pfister von Costencz. Mathis Bock siegelt. 
— Cop. cb. coaev. I. c. 1630 

Abt Jakob und der konvent des klosters zu S. Peter auf dem Schwarzwald (Swartz-) arknnden, 
dass, da ihnen die vogtei über ihr kluster von der herrschaft ßadenweiler (-wiler) verpfändet 
war nnd jeder hon* dieser herrschuft macht hat, die vogtei wieder an sich m losen, M. Wil- 
helm v. Hochberg als ein herr der herrschaft Badenweiler die vogtei um die gleiche summe, 
um welche sie dem kloster verpfändet gewesen ist, wieder an sich gebracht hat. Abt und 
konvent siegeln. Or, Karlsruhe. — F. 1631 

bi. Friedrich v. Basel giebt M. Wilhelm v. Hochberg auf dessen bitten ein vidimus der urk. 
(h 837.) Bischöfliches Siegel. Or. Karlsrahe. — H. 1632 

bi. Friedrich v. Basel giebt M. Wilhelm v. Hochberg auf dessen bitten ein vidimus der urk. 
(h 978). Bischöfliches Siegel. Or. Karlsruhe. — H. 1633 

bi. Friedrich v. Basel giebt M. Wilhelm v. Huchberg auf dessen bitten ein vidimus der urk. 
(h 982). Bischöfliches sieget. Or. Karlsruhe. — H. 1634 

M. Wilhelm v. Hochberg etc. belehnt als landvogt der herrschaft von Oesterreich genannte acht 
personen des rats zu Itotwil mit der Altstadt zußotwil. Or. Stuttgart. St.-A. —F. — Regest 
Günter, Üb. der Stadt Eottweil nr. 1044. 1635 

M- Wilhelm v. Hoehberg belehnt als landvogt der herrschaft von Oesterreich vier genannte 
ratspersonen anstatt gemeiner stadt zn Rutwil mit dem Arnoltzhofe in der Altstadt zu Rot- 
wU. Or. Stetig. 8t.-A. — F. — Regest 1. c. nr. 1045. 1636 

Otto M. v. Hochberg weiland bischof von Konstanz bekennt, dass heute Petrus Wellenberg ein 
geschworaer prokurator und sesshaft zn Konstanz eidlich vor ihm ausgesagt hat, dass er im 
auftrage des bi. Heinrich v. Konstanz am 1. april Hans Mettelin sesshaft zu Arbon daselbst 
in der bürg inserierten ladebrief kg. Friedrichs überantwortet habe. — Der ladebrief dat 



I 




Wilhelm 1441. 



79 



IUI 



zu der Xewnstatt 1441 marz 4 enthalt Vorladung auf klage des bi. Heinrich wegen borg nnd 
stadt Arbon auf den 45. tae nach verkünökng dieser ladung. Or. Frauenfeld. St.-A. Meers- 
burg-Arbon IV/17. 1637 

M. Wilhelm landvogt belehnt namens der herrschaft Oesterreich Herterich ze Rine mit genannter 
gülte zn Rülisheim »nnd ist ein sessleheu. gehört genEnsisheim». Cop. saec. 16. Strassburg. 
St-A. GÜP. 131. B. 103. — F. 1638 

M. Wilhelm an Strassbnrg: der könig hat ihm befohlen, den bürgen des sehultheissen von Ken- 
ziugeu zu ihrem recht zu verhelfen. Die stadt soll denselben kerung thnn oder mit ihm vor 
diu stadt Freiburg kommen. Or. Strassburg. St.-A. GÜP. 110. B. 97- — F. 1C39 

Dietrich v. Kaczenbusin vom Stein bekennt, dass er mit Zustimmung seines herru des M. Wil- 
helm dem gr. Hans v. Tierstein das balbe dorf Brunstat abgetreten, und verzichtet seinerseits 
auf alle anspräche sei es durch bricfe oder anderweitig. Es siegeln der aussteiler and Tbüring 
v. Hallwilr. Cop. eh. Colmar B.-A. Besenvald. — Vgl. nr. 1 177. 1640 

strassburg an M. Wilhelm: bleibt bei seinem erbieten vor M. Jakub zu kommen, oder, wenn 
sich dieser versagt, vor die Stadt Basel. Co nc. Strassburg. St.-A. GÜP. 110. B. 97. — F. 1641 

M. Wilhelm landvogt der herrschaft Oesterreicb an Freiburg i der könig hat Ludwig v. Landegk 
geboten seine feindschaft mit Rotnil abzutlian, bis er in daz rieh kerne, so wolle er beide 
Parteien vor sich bescheiden. Hat dem v. Landeck ebenfalls in diesem sinn geschrieben und 
bittet die Stadt mit ihm zu schaffen, dass er die sache anstehen lasse , da ihm zuwiderhaud- 
Inng gegen dem könig nit wol komeu möchte und er solches als landvogt, ob deshalb ützit 
mit uns gerett wurde, nicht verantworten könne. Or. Freiburg. St.-A. Bella antiqua nr. 1 60. 
Kg. Friedrich erliess dat. Insprukg 1442 april 8 ein ähnliches schreiben an Freiburg. 1. c. 
or. eh. nr. 164. 1642 

M. Wilhelm au Strassburg : beklagt sich über die ausfluchte der Stadt nnd erbietet sich noch 
einmal, mit ihr vor die stadt Basel uder Breisach oder Endingen zn kommen. Or. Strassburg. 
St.-A. GUP. 1 10. B. 97. — F. 1643 

IM. Wilhelm übersieht zu besserung seiner wegen seines vaters und seinetwegen tief verschuldeten 
j lande seinem brnder dem gr. Hans v. Freiburg und Neuenbürg als vogt seiner söhne M. Ru- 
I dolf und M. Hugo all seine lande und leute in den herrschaften Koteln und Saosenberg und 
| jenseits des Rheins zu Seunheim und sagt alle seine vÖgte, amtleute und all die seinen ihrer 
eide ledig. Gr. Hans erhallt vollmacht, mit M. Wilhelms gcmahlin Elisabeth zu thun und zu 
lassen, wie er es für das nützlichste hält, und eine Ordnung zu machen, nach der M. Wilhelm 
mit seinem hol' und in allen seinen sacheu regieren soll. Sollten gr. Hans ödes des M. söhne 
es Inr notwendig halten eine bestätiguug dieser ordenunge, gäbe und gemuchtnisse zu er- 
wirken von röm. katsern etc., so verpflichtet sich der markgraf seine verwilligung dazu zu 
geben. Zengen : Hans Thüring Müuich v. Miiitc benstein herr zu Löwomberge. Hans v. Neuen- 
bürg (Nüwemb-I herr zu Vcumarcus (Famergöw), Adelberg v. Berenfels und Friedrich vom 
Hose. Or. Karlsruhe. Auch enthalten in der bestatigongsurkonde k. Friedrichs dat. Grai 
1457 febr. 19; ebenda Itopb. 66. 61. F. — Vorliegendes regest enthüllt mit einem schlage 
die läge des M. Wilhelm, worauf die mannigfachen voraufgehenden gel dgesehüfte bereits hin- 
weisen. Hätte er weise haus gehalten wie sein vater. so würde er sich der überkommenen 
geldschuld im laufe der zeit haben entledigen könnnen, wie dies ja auch seinem Sühne M.Ru- 
dolf V. gelungen ist. Sein Unglück ist gewesen die Verbindung mit dem glänzenden burgun- 
dischen hof, wodurch er sich an eine lebeiishaltang gewohnte, zu der seine mittel nicht 
reichten. Seine gelJverlegcnhciten wurden immer drückender; durch obige mnssregel wurde 
Bötein vor seinen gläubigem für seine kinder gerettet, als der finanzielle ruin seiner glan- 
zenden laofbahn ein ende machte ; zugleich wurden Röteln und Badenweiler durch diese mass- 
regcl vor den Verwüstungen desZüriohkrieges bewahrt. — Unsere Urkunde weist ausserdem 
darauf hin, dass bereits damals eine vollständige tiennung zwischen M. Wilhelm und seiner 
gemahlin eingetreten war. 1644 

Strassbnrg an M. Wilhelm: wenn M. Wilhelm das recht vor M.Jakob nicht aufnimmt, so muss 
die Stadt nach ihren Privilegien nur vor einer der drei stidte Worms, Basel oder Ulm zu recht 
stehen, doch will sie gern vor die stadt Basel kommen. Cop. coaev. Strassburg. St.-A. GÜP. 
110. B. 97. — F. 1645 



80 



Wilhelm 14«. 




Also muot nun die von Zürich die schmach und schand und och dor schad, so inen die von 
Schwitz und Glarus und ander ir aidtgenossen geton hatten, mit denen sie doch ain ewigen 
gesebwornen pund hatten, und künden also nit wol gedencken, wie sie sölich schmach ge- 
rechon kiindeii an denen von Schwitz, Glaris und den andren, die inen söliebs geton hatten 
and teglich taten: Also überschlugen t die von Zürich etwa mengs, wie si im tatint, dass sie 
sich gerächint und dass si hinfür soll ich er sachen nborhept wurdint von denen von Schwitz 
und von den andern aidtgenossen, und wurden! ze rat, dass si sülichs so inen denn geschechen 
was niemer me kondint noch raöchtiut gerechen an den aidtgenossen denn mit hilf und rat 
der Herrschaft von Oesterrich , die ocli dozemal das römisch rieh inn hatten. Wiowol nun 
die von Zürich bekannten und wissten, dass si schwarlich an derselben herrschaft und an 
den ireu nberfaren hatten und gröblich wider sie geton hatten, so wolten si dennocht lieber 
gnade an der herschaft suochen und begeren denn dass si den puren also wfiltint zuo willen 
werden and inen sollicher herrschaft und irs mnotwillen also weltint gunnen und ze lieb 
lassen werden. Si hatten onch dick hören sagen und onch selb gesehen, dass die herrschaft 
von Oesterrich von alter har je und je so adenlich guedig und güetig war, was inen in krieg 
oder süss ze laid je beschäch oder wie gröblich man wider si je getät, wenn si gericht wor- 
den, so hielten si och sölich richtnng und gedächten sin niemermerzuo argem. Alsosnochten 
nun die von Zürich rat und hilff zuo wem sie getruwten, der inen guot oder mit/ gen der herr- 
schaft sin mOcht und besonder zuo etlichen herren. den si denn getruwten nnd die och der 
herrschaft von Österrich diener und haimlich warent, und baten die also ernstlich und ge- 
trüwlich söliehs au dieselben herrschaft ze werben und ze suochen. Also ward och sölichs 
geworben von marggraf Wilhelm v. Hochberg herr ze Rötteln nnd der herrschaft von öster- 
rich landtvogt in Elsas etc., von Türing v. HhIIwlI und von andren, dass die von Zürich ir 
bottschaft zuo dem king soiltint schicken. Kl. Chr. 284 — 285. Vgl. auch Tschudi II, 332 
bis 333, der diese stelle lediglich weiter ausführt and als die eigentlichen nrheber des bünd- 
nisses den bürgerme ister Rudolf Stüssi nnd den stadtschreiber Michel Graf nennt Ton diesem 
heisst es: der hat der gemeinen mann vertröstet, wie er verhoffte von kg. Friedrich für die 
Stadt viel gutes zu erhingen, denn er war aus des künigs landen von Stockach bei Neuen- 
bürg im Hegau gebürtig, durum ihm auch herz und sinn mehr zum haus Oesterreicli als zn 
der eid genossen srhaft stand. — Wann die ersten fäden zu diesem bündnis geknüpft wurden, 
das in seiner art eine ebenso vollständige Schwenkung in der politik bedeutete wie im ver- 
gangenen Jahrhundert das bündnis zwischen Maria Theresia und Ludwig XV. von Frankreich, 
liisst sich nicht feststellen. Es muss daher auch ungewiss bleiben, ob die Übergabe der herr- 
schaft Röteln zu banden des gr. Hans v. Freiburg , des bürgers von Bern und freundes der 
eidgenossen, hiermit in Zusammenhang /.u bringen ist ; jedenfalls erreichte M. Wilhelm damit, 
dass Röteln und Bajenweiler ausser dem spiele blieben nnd seinem söhne Rudolf erhalten 
wurden. Übrigens muss auch bemerkt werden, dass M. Wilhelm als herr der horrsebaften 
Griessenberg nnd Spiegelberg zu Zürich in nachbarlichen bezieh ungen stand. 1646 

(zu dor Newnstat) k. Friedrich erteilt der Stadt Zürich für ihrem pfarrer Jakob Motz, den sie 
zu ihm sendet, frei geleit bis niartini. Ad mandatum domini regis WilhelmusTatz. Or. Zürich. 
m.-.v nr. 495. — Diese Sendung erhält erst die richtige belouchtuug durch die gleichzeitige 
anwesenheit des M. Wilhelm und des gr. Hans v. Tierstein am königlichen hol'. 1647 

(zu der Newnstat) kg. Friedrieb beauftragt seinen landvogt im Elsass M. Wilhelm , dafür zn 
sorgen, dass das »speichwartter ambt«, bei dem gotteshause zu Sitckingen (Sekch-) verbleibe 
und nicht mehr verliehen werde. Or. Karlsruhe. — F. 1648 



(Newenstat) kg. Friedrich befiehlt M. Wilhelm v. Hochberg landvogt im Elsass und allen an- 
dern Österreichischen am Heuten etc. im Elsasss, Sundgau, Breisgau und auf dem Schwarz- 
wald, äbtissin, kapitel und gotteshans zuSekhiugen sich augelegen sein zulassen und sie bei 
ihren froibei.en zu schirmen und zn handhaben. — Vidimiert von schultheiss und rat zu 
Säckingen auf anstehen Hans' v. Hegesheitn Schaffners des gottesbauses sanet Fridlinss zu 
Seckhingen im namen der äbtissin gr. Agnes zu Sulz am 8. october 1441. Kopb. 652 p. 32 ; 
S56 p. 5 Karlsruhe. 1649 

(zu der Newnstat) kg. Friedrich bestätigt M. Wilhelm (Wilhalm) v. Hochperg heim zu Röteln 
(Ro-) and zn Sausenberg (Sewsemb-) seinem landvngt im Elsass nnd rate alle ] 



Privilegien. 



Wilhelm 1441. 



Or. Karlsruhe . ebenda kopb. 49, p. 73 ; 60 p. 283- Druck Schöpflin HZB. 6. 203. Reg. 
Chmel 347.— F. 1650 

(Wieun) kg. Friedrich belehnt als herzog von Oesterreich M. Wilhelm mit der barg Röteln und 
der stadt Schopfheim. Or. Karlsruhe. — F. 1651 

(Neustadt) kg, Friedrich verleiht M. Wühelm v. Hochberg als lehnsträger seiner gemahlin Eli- 
sabeth t. Montfort deren teil an der herrschaft Bregenz. Chmel Reg. Frid. 34«. — Vanotti, 
Gesch. der Grafen v. Montfort -W erde nberg 504 nr. 224. — F. 1652 

juramectum fidelitatis. subiectionis et obedientie a Quintino archiepiscupo Bisuntino Rom. Regi 
praestitum in manus delegati ad hoc Wilhelmi marchionis de Hochperg de Rötel consiliarii 
regii. Chmel Reg. Frider. 358. Vgl. 1. c. 357. 1653 

(Gm) kg. Friedrich befiehlt allen freien, rittern, knechten, hörnern und aller landsohaft der laude 
Elsass, Sniidgau, Breisgau, in abwesenheit des landvogts dieser lande M. Wilhelm v. Hoch- 
berg und des gr. Hans v. Tierale in seines rates, welche sich in angelegen heit dieser lande »in 
botschaft« 7.u ihm gewandt haben, die er aber »in unsern gnotigen Sachen hie zulande merk- 
lich* bedarf, ,daz si also kunlich nicht hinaus kumen mugen«, sein (des königs) pestes oud 
das irewist« zu thun. Or. St.-A. Innsbruck. (Sigmnudiana XIV a) — v. W. 1654 

M. Wilhelm an Mülhau3en: nachdem sie Eichart i.iutiiachgepur von Beifurt (Pefort) ihre stadt 
verboten haben von solches dienstes und ritts wegen, so er gedienet vormals Ludwig Meiger 
und den von Bergheim (Berken) gen Westrkh (Vestenrich) und Luttringen, ist dessen vetter 
herr Hug (Priat) v. Pefort jetzt beim ko'nig gewesen und hat denselben um fürsprache für 
seinen vetter gebeten. Bittet demnach im auftrag des königs, dem Richart wieder ihre stadt zu 
erlaubeu als andern ihren bürgern daselbst. Druck Mossmanu, cart, de Mulhouse II nr. 5S4. 

1655 

(Grätz) kg. Friedrich bevollmächtigt die bi. Peter von Augsburg und Sylvester v. Chiemseo, den 
M. Wilhelm, r. Wolfhard Fuchs v. Fuchsberg, Dr. Thomas v. Haselbach canoniens bei S.-Ste- 
phan zo Wien und Heinrich Leubing protonotar dar königlichen kanzlei , als gesandte den 
reichstag zn Frankfurt auf Martini abzuhalten. Chmel Keg. Frider. 38 8. Ihre Instruktion 1. c. 
anhang nr. S) ; daraus ist hervorzuheben, dass, falls es auf dem reichstag zu einer obedienz- 
erklärung für einen der beiden päpste Eugen IV. und Felix käme, sie derselben beitreten 
sollten, sobald die knrfürsten darin einig wären. Bezüglich entsendung von botschaften zu 
beiden teilen sowie betreffs besserung der münze und herstellung des landfriedens, Handha- 
bung der gerichte und bei sonstigen irrungen sollten sie sieb nach der meinnng der knr- 
fürsten richten. Der hofrichter v. Newenar solle die ladungen etliche tage aufschieben, falls 
etwa der ko'nig nuch persönlich nach Frankfurt käme, sonst aber furderlich sich an den 
königlichen hof fügen und geeignete beisitzer mitbringen, in allem aber, was etwa über den 
streit in Baiem, die fehde zwischen dem ade] und den Städten in Schwaben, über des königs 
Verhältnis zu seiner muhme der königin- wiltwe Elisabeth oder zu seinem bruder Albrecht 
zur spräche gebracht werde, nach eigenem l>estem wissen und ermessen handeln, »und nach- 
dem unter seinen machtboten der von Kyemsee und der markgraf alle gelegenheit unserer 
irrung und bindernuss hie bei nns aigentlichen vernomen, gesehen und gebort haben, so ist 
unser maynung, daz ir bede in snnderheit die unsern frewndu den knrfürsten, die personlich 
bei dem tag U Franckfurt sein werdu, lawter zu erkennen gebet« — Der bischof von Chiem- 
see und M. Wilhelm erscheinen hier also als v ertrau enspersonen des königs. Vgl. Bachmann, 
die deutschen Könige und die kurfürstlich" Neutralität (1438—47) im Archiv für Österreich. 
Geschichte Bd. 75 p. 88. 1656 

(Ulm) die reichstädte der schwäbischen Vereinigung an Peter bischof von Augsburg, Sylvester 
bischof von Chiemsee (Kemsee), M. Wilhelm, r. Wolffhart Fuchsz v. Fnohszemberg , herrn 
Thom:ua v. Haselbach lehrer der h, schrift und Chorherr zu santSteffan zn Wien, herrn Hein- 
rich Lewbarg (sie? wohl lesefehler für Leubing) in kaiserl. und geistl. rechten licentiat und 
protonotar, kg, Friedrichs ambasiatores auf dem tag zu Frankfurt: wegen ihrer fehde mit den 
Haimenhofern können sie den Frankfurter tag nicht beschicken. Pf. Otto, gr. Johann v. Dier- 
stein und r. Wilhelm v. Grönenherg haben ihnen im auftrag kg. Friedrichs einen friedbot- 
brief geschickt des inhalts, bis zum 6. Januar I 442 frieden mit ihren (der Städte) feinden 



82 



Wilhelm 14*1. 



IST 



zu halten nnd die t.agung in Frankfurt am 1 s. uovember m beschicken. Nun haben die könige 
Albrecbt und Friedrich den Haymenhofern und denen von Kempten, ihren (der Städte) bun- 
desgenossen, frieden geboten nnd Jakob Truchscss v. Waltpurg landvogt in Oberschwaben 
zum kominissär und richter eniannt, der auch mehrere rechtsta^e zwischen beiden parteien 
abgehalten habe; dnr letzte zu Waldse» (Wal-) sei aber von Bentelin v. Haymenhoi'en in 
letzter stunde abgelehnt worden und die v. Haymetihofen haben die feb.de gegen die Städte 
fortgesetzt. Diese sind zu friedlicher beilegung g»neigt. können aber der fehde wegen keine 
botsehaft schicken, wie die von Ulm dem bischof von Chiemsee and Wolfhart Fuchs bereits 
mündlich in Ulm dargelegt und sie gebeten haben, den studten zu ihrem recht zu verhelfen; 
diese bitte wird hiermit allen gesandten nochmals vorgetragen. — In gleicher form schrieben 
ancli die Boden Seestädte ;in die königlichen gesandten. — Mitteilung des Frankfurter St.-A. 
— Knrze notiz bei Janssen II 1 nr. 51- Vgl. Chmel, Reg. 447 ; die bad. regesten werden 
über diese fehde mehrere beitrüge bringen. 165? 

Frankfurt an Konstanz, Ulm, Ravensburg, Strasburg, Aachen. Die i>rzbischöfe von Mainz, Trier 
nnd Köln, des königs botsehaft, mit namen die bischöfe von Augsburg und Cymsee, M. Wil- 
helm v. ltoteln und herr Wolff Fuchs ( Voys), der bischof von Worms von des pfalzgrafen wegen, 
auch eine botsehaft vom papst, dem konzil und sonst etlicher fürsten botsehaft sind in Frank- 
furt schon etliche zeit gewesen und stehe» in Verhandlungen wegen des Streites zwischen papst 
und konzil und zwischen der ritterschaft und den reichstüdten iu Swaben. Über das ergebnis 
wissen sie jedoch nichts mitzuteilen, dan si soliche ir bandelunge faste hoymlieh gehabt han. 
Jaussun II 1 nr. 52. Über das ergebnis des tags vgl. Bachmann 1. c. p. 88 — 89. Dass ein 
versuch gemacht wurde, den streit zwischen dem adel und den schwäbischen Städten beizu- 
legen, zeigt Chmel Reg. 447. 16öS 

Wernher v. Stonffen, Hansz Ulrich v, Maszmünster, Sygmund von der Weitenmühl (Witen Müly), 
Hanns Stire u. Wilhelm Bchntfhei&i teidingeu auf rennlusung d''S abtes Dietrich v. Murbacb 
in dem streit zwischen Mülhausen und Hanns zu ßyne, der Mülhausen eine feindschaft ge- 
schrieben und 2 ihrer borger gen schloss Freundstem (Frmidcn-) geführt hat, weshalb Mül- 
hansen vor das schlnss gezogen ist: die gefangnen werden ledig gelassen, die von Mülhausen 
ziehen vom schlösse ab nnd Hanns zfl Ryne wird mit seiner anspräche zu rechtlichem aus- 
trage vor den abt v. Murbach oder M. Wilhelm bez. seinen Statthalter und der herrschaft von 
Oesterreich rate oder vor berrn Konrad v. Buchsznang gewiesen. Druck Mossmann, cart de 
Mulhouse 2 nr. 585. 1659 

vod der drei knechte wegen von Eggononl Eggenhein) ist in der gütlichkeit [vordem ratzuBasol] 
beredet, dass sie von ihrem fahrenden gut so viel verkaulen mögen, dass sie vorstüre und uach- 
stüre sowie die Schätzung und sonstige schulden bezahlen ; ihr liegendes gut. soll aber in 
stiller gewer liegen bleiben unversehrt und unbekümmert aller Sachen als es ietz ist; wenn 
dann der markgral tu lande kommt, soll man weiter gedenken, was in dersache zu thun ist. 
Basel. Öffnnngsbueh I p. 13fi. In derselben Sache liegt ein ratsbeschluss vor vom 10. märz 
1442. dass die drei knechte ihre guter selbst bauen oder hinleilteu mögen um zins weders 
sy wellent 1. c. 1660 

(Grecz) kg. Friedrich fordert die kf. Dietrich von Köln und Mainz, Friedrich von Sachsen und 
Ludwich bei Bhein, die hz. Ludwig d. a. u. jü.. Heinrich und Ludwig seinen söhn, Hans und 
AI brecht in Beim, die bi. Heinrich zu Konstanz, Konrad zu Kur nnd Friedrich zu Basel, abt 
Eglofif von St. Gallen, M. Wilhelm v, Hoheuborg herrn zn Rotein und Suseuborg, die gebrüder 
Ludwig und Ulrich von Wiirtemberg und andere benannte grafen, herren und städte auf, Hans 
Ulrich v. Ems (Emptz = Hohenems in Vorarlberg nö. Feldkirch) d. a. in seinen erlangten 
urteilen wider Eberhard v. Ramswag und dessen Hausfrau Clara v. Emptz beistand zu leisten. 
Druck Chmel Reg. Friedr. anhang ur. 11. 1661 

beratung des grossen und kleinen rats zu Zürich; it. als her Marquard Brisacher vor beiden 
raten gewesen nnd danach für den grossen rat komeu ist, da menigerley gerett hat als von 
unsers gnedigosteu herren des römischen knugs wegen, [dieser empfang Breisaehers fällt noch 
in den novemher, vgl. Hottinger 1. c. im Schweiz. Museum II, 1 44], daruff nu vor dem grossen 
ratt ettwas gerattsefa läget ist, und stmderlich sind ettlich darzu geschiben und geordnet, die 
solich Sachen als vonKiburg wegen für sich nomen und daruff ettwie mangen weg rausch lagen, 



Wilhelm HM — 1442. 



83 




was fiirer darin ze werbend sig , su sol es vriüer für beid rätte komen und denn an den 
grossen rat. Eidgen, Absch. II p. 150. Die mitglieder dieses aussrhusses gehören später zu 
den häuptern und eifrigsten Vertretern der habsburgischen partei in Zürich. — Die läge wir 
nun folgendennassen. Die fäden, die Zürich mit kg. Albrecht als dem haupte des hausos 
Habsburg angeknüpft hatte, waren durch denen jähen tod zerrissen worden. Sein nachfolger 
kg. Friedrich kannte Zürich zunächst nar als die heftigste gegnerin seines bauses, und der 
letzte angriff der stadt war ihm noch in frischem gedächtnis. Ein hauptbeweggrund Fried- 
richs bei annähme der kröne war die aussieht, die sich bot, anf diesem wege die unter Sigis- 
mund verlorenen besitzimgen seines hauses zurückzugewinnen. Das war sein programm, das 
er sowohl bei annähme der wähl (Tgl. Kl. Chr. p. 212) als anch vor seiner kronung {Fugger, 
Spiegel der Ehren des Erzhauses Oestorreicli II, ~>32; Müller, Reichstag st heatrum 77) ge- 
genüber den anwesenden kurfiirsten und fürsten aussprach, und diese hatten nichts dawider 
einzuwenden. Der oberrhein. adel begrüsste diese aussichten mit freuden ; > die edeln waren BD 
froh und hügtent vast, wie sy nu mit imme hie und dort iren alten Stumpen rechen weltent, und 
wie das der nu komen wäre, der inen des geholfen afilte« (Fründ's Chronik ed. Kind p. 87). Die 
spaltnng unter den Eidgenossen bot die günstigsten aussichten dar, nur dass man jetzt mit Zürich 
anknüpften mnsste, da von Schwyz und Glaras für diese absiebten nichts zu gewinnen war. 
M. Wilhelm nebst Tbüring v. Hallwil und Wilhelm v. Grünenberg beeilten sich die zerrissenen 
fäden wieder anzuknüpfen. Dass M. Wilhelm die seele 'lieser politik war, die darauf ausging, 
das gefüge der i'iiigeno-s.'nschaft zu sprengen und die bäuerlichen orte zu demütigen, beweist 
nicht bloss der fernere gang der dinge, sondern der Schwyzer lamlschreiber Hans Fründ, der 
vor allen andern zu den wissenden gehörte, spricht es offen aus. Schwer mochte es freilich an- 
fangs fallen, den langsamen, misstraui sehen sinn d»s köuigs, der gewohnt war in Zürich dnu 
f"tnd zu erblicken, lür ein bündnis mit dieser stüdt zu gewinnen. Günstig war es in dieser 
hinsieht, dass Schlick nnd Breisacher in dem dienst des neuen herrn übergetreten waren, aber 
die ersten anknüpfungen, die M. Wilhelm mit der stadt versuchte, scheinen zunächst doch ohne 
vorwissen des kflnigs erfolgt zu sein; erst als die stadt sich zu einem bestimmten augebot 
(vgl. nr. ififift) verstanden hatte, konnte man die Verhandlungen in Boss bringen, und auch 
d» hielt es noch schwor genug, Friedrichs misstrauen zu besiegen. Die vorschlage brachte 
Breisacher nach Zürich, während M. Wilhelm zu Frankfurt weilte; man lernt sie kennen aus 
dem entwurf der Instruction für die abgesandten Zürichs an den kßnig. Vgl. nr. Ifi7 5. 1G6'2 

Frankfurt an Strassburg: zu dem vom königo angesetzten tage sind dagewesen die erzhiscoofe 
von Trier nnd Köln und sind noch da die kooiidi' Iihi, ritte DlmÜCfa die bÜcbSfe von Augs- 
burg undChieinsee (Kemsch), M. Wilhelm und berr Wnlffram Fuchs (Voys), auch des papstes 
und des konzils und der andern kurfürsten hotschaft und etliche andere fürsten und herrn; 
vermuten aber, dass dieselben bald aufbrechen werden. Es ist verhandelt worden über papst 
und konzil sowie über die Streitigkeiten zwischen ritterschaft und reiehstädten in Schwaben, 
und es ist ein neuer tag auf lehre (man. 1 1) gen Frankfurt angesetzt, wozu der könig per- 
sönlich kommen wird. Or. eh. Strassburg. St.-A. AA. 201- Heg. bei Janssen II J nr. 53: 
schreiben an den schwäbischen städtebund, Nürnberg, Strassburg nnd Köln. Irt63 

M. Wilhelm leiht von amts wegen als landrogt fing Thenie v. Hagenbach für sich und Hans- 
Friedrich v. Malimünster solche lehen, die von weiland Diebolt v. Mailmünster au sie gefallen 
sind, nämlich den bof zu Thami und genannt*' Zinsen und gülten auf etlichen hausern um den 
hof gelegen mitsamt scheune, trotten und garten sowie genannte Zinsen und gülten zu Trau- 
bach (Trou-), Kaltenbaeh (abgeg., gehörte zu S.-Amarini. auf der matten zu Thann genannt 
Obermatt, zu dort Thann nnd Wattwuilur, ferner haus und hof vor der stadt Thann auf dem 
graben, diB leute zu Eifiers und zu der Klünse, sowie die scheune nnd die weiher, auch das 
gesesse zu der scheune sowie die mühle zn Einers mit Zubehör, ferner leute und rechte und 
den halben zehnten in dort* und bann Wintringen. Basel. St.-A. — Eifiers = Lariviere arr. 
Beifort kt. Fontaine : Wintringen. französisch Vetreigne, zur herrschaft Rotenberg gehörig. 
Klünse vermag ich nicht zu b> : stimmen ; es muss abgegangen sein. I6f*4 

Entwurf einer instruktiou für eine gesandt Schaft Zürichs an kg. Friedrich: «diser not.tei ist am 
5. jan. von den bürgern (dem grossen rat) bestettget und ist ouch damit gerett, daz wir by 
dem meren einander schirmen und hanthabcu sond.» — Hier kommen nur diejenigen artikel in 



84 



Wilhelm 1442. 



betracht, die uns die rieh taug der politik klarlegen, welche M. Wilhelm verfolgte. 'Zu opfern 
war Zürich bereit, denn die hoffnung, dass der könig die Stadt in besitz der durch kg. Sigmund 
erlangten grafscliaft Kyburg, wovon der könig den titel führe, und der besitzungen im Aargau 
belassen würde, erschien wohl von vornherein als aussichtslos, wenngleich eine dahin gehende 
forderung in erster linie gestellt werden sollte, »als wir das in namen des heiligen römischen 
ricbes inn habend and umb unser bar gelt redlich und erberlich an uns gelost and bracht 
hand«. Die Stadt erklärte sich aber bereit dem könig mit derlösung der grafscliaft zu willen 
zu sein, so jedoch dass der stadt bliebe, was hie dishalb der Glatt liege. Auch die pfand- 
summe wollten sie fallen lassen, wenn der könig ihnen die 4000 fi\. die als baugeld sufKv- 
burg geschlagen waren, auf andere pfandsehaften vom reich oder vom hause Opferreich schlüge, 
und ihnen das übrige geld. »das doch der herschaft bar hinull wurden ist.« za rück gegeben 
würde, auf dass sie damit za huld kämen, nachdem sie in des konigs Ungnaden seien »von des 
Oberlands wegen« (Toggenburger erbschaft], Falls ihnen aber je kein bar geld um Kyburg 
werden mochte, so möchte man sie in ein anderes pfaud wie Feldkirch, Laufenburg oder an- 
deres einsetzen. 

Dafür sollte der k^nig ihnen die grafscbaltTnggcuburg einräumen, wenn er sie durch 
kauf oder sonst erwürbe, nur müsstc das landrecht mit Schwyz abgethan werden. Zürich 
willigte sodann nicht nur in die abtretung der herrschaft Baden and des Aargau an den 
könig ein. sondern brachte sie seihst zur spräche und regte ein büudnis mit diesen beiden 
landschaften sowie mit Winterthur, Rapperschwil und dem Thurgau an; «das wore ein sach, 
die uns vast wol kern. Was wir denn darnach anfiengeud mit der herrschafft, so mochtind 
die saclien dester bas bestan.« — Die ausfübrung dieser letzteren bedingungen musste unab- 
wendbar zum kriege führen nicht bloss mitSrliwyz und Glarus, sondern ebenso wegen Baden 
und Aargau mit Luzern und Born. Es war demnach schon jetzt lediglich auf den schein und 
auf täusch ung der eidgenossen berechnet, wenn Zürich erklärte, dass es »eren halb« seineu 
bund mit den eidgenossen uÜ bebeben müsse. Dieser bund wargebrochen, sobald Zürich unter 
diesen bedingungen ubschloss. Das wusste man in Zürich ebensowohl, und so handeln ander- 
weitige artikel des entwurfes über gründuug eines gegenbuudes wider den bund der eidge- 
nossen, and die weitem Verhandlungen beweisen, dass diese artikel von M. Wilhelm einge- 
geben waren, der mit seinem geist über diesen Verhandlungen schwebte: einerseits wollte 
Zürich ein ewiges bündnis eingehen mit der herrschaft vo7i Öesterreich land und ieuten, näm- 
lich Kyburg, Feldkirch, Bheineck, dem Thargau, Säckingen, Waldshut, Laui'enburg, dem 
Schwarzwald und was sy in der gcgni jetz band oder mich gewunnend ; anderseits sollt« der 
könig verschaffen mit S. -Gallen, Konstanz , Diessenhofen , Schaffhansen , Rheinfelden Stadt 
nndvesty, auch mit den städten am Bodonsee, »die uns gelegen sint, das sy sich zu uns ver- 
bindint ein iarzil von des heiligen richs wegen, won uns das sunder notdürftig ist nach ge- 
stalt uuser suchen.« Schliesslich sollte der könig indirekt angegangen werden, nochmals den 
ganzen Streithandel Zürichs mit den eidgenossen wegen der Toggenburger erbschaft wieder 
aufznrollen und vor sein gericht za ziehen. — Eidgen. Abscb. II p. 150—52. 1665 

Friderich Bock der eilter, Mathis sein söhn v. Stouffenberg, Burekart PlUw v. Rietbür, Wnlther 
Riffe and Hans Meyer bekennen, den frieden, den M. Wilhelm v. Hocliberg als landvogt der 
borrschaft v. Öesterreich mit ihnen (bis febr. 1 1) geschlossen hat nach inhalt eines versie- 
gelten briefes, den sie deshalb in händen haben, ihrerseits halten zu wollen. Die aussteiler 
siegeln. Cop. eh. coaev. Freiburg. St.-A. Bella antiqna nr. Ifi3. — Vgl. nr. 1C30- Diese 
fehde mit der herrschaft war 1447 noch im gang. 166fi 

le dac (Philipp v. Burgund) mande au Sr de Neufchastel et ä Thiebant de Rougemont, estre 
devers lui äOstun (= Au tan) aa vendredy prouchain venant (2fi.jan.), pour V aeeompaigner 
au voyage qn'il fist lors a Nevers devers Messeigneurs les Dncs d' Orleans, d'Alencon, de 
Bretaigne et autres. II ecrit ä M t6 de Chandio et de Thienges estre devers luy atout certain 
nombre de gens d' armes au licu de Nevers an dimenche prouchain pour leaecompaigner ä la 
venue des seigneurs devant diz. II convoqua enenre le Sr. do ßay, Jean de Moisy, M rs de St.- 
Georges, de St.-Croix, Pbilibert de Vauldrey, de Rothelin et 1' Evoque de Chalon. Uanat, Do- 
cnments ü l'bistojre de Bourgogne. — Sowohl M. Wilhelm als auch sein söhn M. Rudolf V. 
führen in Frankreich und Jiargund gewöhnlich den namou Rothelin. Reutelin nach ihrer herr- 
schaft Rätein. Dass M.Wilhelm hier schlechtweg als Sr. de Rothelin geführt wird, ist bei dieser 



Wilhelm 1112. 



85 



TUT 



summarisch nu aufzählung, die keiuon amtlichen Charakter hat, nicht weiter merkwürdig ; steht 
doch auch der biscliof zuletzt. Die oinladung wird ihm in seiner eigenschaft als chamb«llan des 
herzogs gegolten haben; seine gegenwart sollte den glan/. des burgundischen gefolges noch 
erhöhen. Zudem war er bei den frühem Zusammenkünften zugegen gewesen. Es ist nicht 
wahrscheinlich, dass der markyraf dieser einladung gefolgt ist, 1667 

bi. Friedrich v. Basel an [den burgundischen rat] zu Dijon : beschwert sich in anlass der durch 
Jean de Charrey und andere herreii der fmigrafsehaft in .seinem gebiet verübten raabereien, 
dass lediglich frei lassung der gefangenen und nicht auch rückers tattung des genommenen 
guts oder Schadensersatz von dem rate verfügt ist. Gegenüber etwaigen ansprächen des Jean de 
Charrey und seiner hwlfer erbietet er sich zu recht vor dem landvogt und den raten der öster- 
reichischen herrschaft im Oborelsass oder vor gr. Henriette v, Virtemberg und Mümpelgart 
nder vor adressaten selber. Französische Übersetzung bei Fremioville, les t'-corcheiirs en Bour- 
gogne 1. c p. 141- Ebenda auch die Verwendung Basels in dieser Angelegenheit für den bi- 
schof. 1668 

1442 umb die liechtmess schikten diu von Zürich ir treffenlicheu bottschaft, iren burgerma ister 
herr Hainrich Schwenden ritter, iren stattschriber (Michael Graf) und ander von Zürich mit 
ainer herrlichen kostlichen schenki, die sie dem kung wolk-n bringen; und do si kament gen 
Salzburg, do zoch der kung harufT von österrteh und weit haruss gen Schwaben und an den 
Bin, och gen Ach und sich da lassen krönen. Also woH er die von Zürich ze Salzburg nit 
hören noch die schenki von inen empfachen und beschied si also haruss gen Ynsbrugg. Also 
zu Ynsbmgg bort der kling die von Zürich und empfieiig ir schenki von inen: doch mit 
grosser furdernuss und bitt brachtent si das zewegen, dass si also in kuntschaft des künges 
und smer raten kament. Also begahent sich die von Zürich und bekanten, dass si schwarüch 
wider sin kungkliche gnad und die herrschaft und das liuss Österrieh getou hettint, und baten 
also sin küngklich wirdigkait umb gnad und begaben t sich och sölichen frevel und nber- 
faren, so si an im und an den sinen getou hettint. gern abwiegen nach genaden und sin und 
siner rät und ander harren erkanntuuss und wider in noch das huss Österrieh niemer me ze 
tuon. Kl. Chr. 285. — Kg. Friedrich weilte in Salzburg nach dem itinerar bei Chmel von 
marz 1 — 5 ; von marz 1 1 — april 1 4 ist er in Innsbruck j und hier weilte M. Wilhelm bei 
ihm. Es liegt in der natur der Stellung des M. Wilhelm als landvogt und Vertrauensmann 
kg. Friedrichs, dass ihm hier die Solang der Verhandlungen mit den abgesandten Zürichs 
zufiel. Über den inhalt derselben liegt keinerlei nachriebt vor; sie müssen in der hauptsache 
geheim geführt sein, da auch die sonst so vorzüglich unterrichtete und aus amtlichen quellen 
schöpfende Kl. Chr. nichts davon weiss. Eben so wenig weiss Hans Fründ vuu diesen dingeu ; 
denn sein wissen beschrankt sich naturgemass nur auf das, was er im eigenen heerlager er- 
fahren konnte, und hier kannte mau über diese Verhandlungen natürlich nur gerüchte, die 
selbstverständlich von dem feind das schlimmste berichteten. Fründ erzählt diese gerüchte, 
aber er charakterisiert sie als solche, indem er sie anführt mit einem; man seit, man rett. 
Tschudi's orzählung beruht lediglich auf der Kl. Chr. und Hans Fründ. aber was dieser als 
gerüchte erzählt, entstellt Tschudi zu wirklichen tliatsachen und schwärzt sie mitten in den 
berkht der Kl. Chr. ein. Damit beginnt die tendenziöse darstellung dieses teües der chronik 
vonTschudi. die bis auf den heutigen tag die schweizer geschieh tsauffassng des Zürichkrieges 
beherrscht bat. Aufgabe der regesten wird es sein, seine angaben, soweit es sich um den 
anteil M. Wilhelms am Züricbkrieg handelt, punkt für punkt zu prüfen. 166W 

M. Wilhelm v. Docbberg belehnt Otto Kötiing von Tegemau (-owe) mit gfllten zu Eheinweiler 
(Binwiire). Kandern n. s. w. Or. Karlsruhe. — Vgl. nr. 1233. — F. 1670 

kg. Friedrich verleiht M. Wilhelm v. Hochberg und den gr. Hermann, Georg und Hans v. Mont- 
fort den blutbann in der stadt Bregenz und in allen gerichten, wo sie ihn bisher gehabt haben. 
Wien. Keiclisregistratur 0. 105. Chmel 4R8. — v. W. — Lichnowsky fi nr. 318. Vairntti. 
Gesch. der Grafen v. Hontfort- Wordenberg ;.0ö nr. 232- — F. 1671 

kg. Friedrich bestätigt M. Wilhelm v. Hochberg und den gr. Hermann, Georg und Johann v. 
M ritt ort herm zu Bregenz und Pfannberg ihre Privilegien, Wien. Beichsregistratur 0. 10). 
Chmel 469. — v- W. — lichnowsky 6 nr. 317. Vanotti SO 5 nr. 233. — F. IfffS 



Wilhelm 1442. 



1442 

april 9 



[april] 



april 22 



Vilhelm II, v, Hochherg leiht amtshalb Heinrich Bontz spitalmt-ister zu Winterthnr als einem 
träger des spitals einen hof zu Gnndetsweil (Gundeltzwilr) gen. des Lybspergcrs hof, drei 
hflfe zn Einbrach (Emberrecb), nämlich Balsters, Lemheltns und Dslin Gygers hof, eine wiese 
bei dem dorfZöczacb. gen. Breytenstadeu, eine mohlluilVUttc m'/,"a.n<:h nnd eine wiese, gen. 
Wyerwiose, ein juchart ackers zu Moslensm-unn under dem alten wingarten und '.' juchert 
acker uft' der kalchsdarren. Or. mb. Wiuterthur St.-A, 1673 

Heinrich Slierbach bürger /,u Basel und alle andern kautleute, die mit ihm in geleit von Frank - 
fort das laud hinauf fahren , bitten M. Wilhelm um geleit durch die herrschaft Oesterreich. 
Cop. coaev. Basel. Staatsarcb. Colmarer richtnng 523. Ebenda die zusage des geleit3 Tora 
lfi. april durch gr. Hana v. Tiersteiu Statthalter der landvogtei. — F. 1674 ■ 

bürgerraeister nnd rat zu Zürich schreiben an kg. Friedrich, »dass sie setzend ir hett, vordrung 
und begerung uff diß nachgeschribnen stuck, puucten und artikel, nachdem und ir betten 
inen furbracht habend, das sy bescheiden sigind von üweru künglichen gnaden zu lnsprugg « 
Es ist also das aoglbot Zürichs nach den Verhandlungen in Innsbruck, das von abgesandten 
der stadt nach Nürnberg übnrbracht wurde. Bezüglich Kyburgs war Zürich jetzt bereit »ich 
den forderungen des königs zn fügen; nur schüchtern wird statt dessen die auslösung der 
herrschaft Baden, die ja von alter her und in den urbarhüchern die grafsehaft Habsburg ge- 
nannt sei, mit Zürichs geid angeboten. Lediglich eiutlnss uuf die ernennung des vugtes d^r 
herrschaft Kihurg und ein Vorkaufsrecht bedingt sich die stadt noch aus. Ebenso willigt die 
stadt für ihren teil in die ttalosung der herrschaft Baden seitens der herrschaft ein ond ist 
auch bereit eventuell auf ihre t'reihoit zu venicbten, dass diese herrschaft ans Zürich bevogtet 
werden soll, wenn die vogtei in der form wie bei Kibnrg besetzt wird. — - lu allen diesen 
dingen wird dem königlichen belieben ein weiter Spielraum gelassen. Bestimmte iordernngen 
stellt die stadt nach einer andern richtung auf: Item und wan uns zumal hert nnd schwer 
ist, unser eidgnosson halb solidi such fiirzenemend, so ist uns sunder nottorftig, das wir mit 
bnntniß und veroinung besorgt werdent. ob man uns drongen weit oder bekommen, das wir 
wissind hillf, rat, trost und bystand ze habend nach notturft. Darum b begeren wir des 
ersten, das ower knnglich gnad uns in nwern sondern schirm und gnad uemen und stap&bra 
welle, uns hilf, rat und Instand ze tund mit des heiligen rioha stett uns ge- 
legen, ouch mit dem adel umb uns und by ans. Aber suuderlich begeren sie 
ein ewiges bündnis mit dem könig zu machen für diese nachgeschriebene läuder, nämlich 
der grafsehaft Iüburg. Feldkirch, Einegg, Bludonz. Winterthur, Diessenhofen , Waldshut, 
Lanfenbnrg, den Sehwarzwald, Säckingen, Kheinfelden statt nnd vesti und was dazwusebent 
der herrschaft land ist, sie haben es tetz oder sy gewinnen es in künftigen ziten. — Dabei 
ist bemerkenswert, dass hier bereits Diessenhofen und Kheinfelden, die beide zum reich ge- 
hörten, zum habsburgischen besitz gerechnet werden. Erheblich erweitert ist sodann das bünd- 
nis ■ uft' ein iarzsil nnd nitt ewigi in aussieht genommen und zwar jetzt mit dem raarkgrafen 
selber, mit Bregenz und dem Bregenzerwald, mit dem bischof von Konstanz, mit S.-Gallen, 
Appenzell, Stadt Koustanz, Scbaffhausen, den herren v. Montfort und Werdenberg und mit 
dem Grawenbund, so dass solches buudniss angetragen und vollführt werde durch den könig. 
Item und in disen puntnisseii alten beheben wir uns vor und nß . . das heilig römisch rieh, 
römsi'h keyser und küng, och unser band, die wir habend mit nnseru eydgeuossen vor diser 
piintnul) gemacht. — Von Wichtigkeit ist auch, dass Zürich ausser einer unentgeltlichen be- 
statigung seiner freiheite-n etc. durch den könig auch einen konnrmat.iniisbri<'!' solcher freiheit 
sowie dos bnndnisses seitens der kurfürsten begehrt. Schliesslich begehrt es als preis für das 
bündnis die grafschaft Toggeuhurg und Utznang, so die von Raren innohabeu , indem der 
könig von den Inhabern diese gebiete orfordern und erkaufen soll. Eidg. Abscli. II p. 153 — 5.i. 
Neu ist hier auch, dass der adol neben den Städten in den hund wider die eidgenossen hin- 
eingezogen werden soll. Kaum zu irgend einer zeit war die Spannung [wischen adel und 
Städten am Oherrhein und in Schwaben grösser als gerade damals, und die anlehnung Zürichs 
an den adel, al3 dessen tiaupt damals M.Wilhelm gelten muss, entfremdete Zürich die stadte, 
die mit ihrer Zuneigung in der mehrzahl durchaus auf seite der eidgenossen standen. 1675 
ff um wein dem M. v. Röttel und dem v. Tettnang und von Zürich ; it 2 >\ 2 ff umb win grauf 
Hansen v, Ottingeri; it 2 V H umb win her Manjuart v. Srhüllemberg; it. Iß i\ um win uff dem 



Wilhelm 1442. 



87 



april 29 | Nürnberg 
mai 12 fNörnbergj 



Perlachtimi dem v. Röttel ; it. lft II 2 4 uml ' win Casparn Zoller. Augsburg. St.-A. Bau- 
meister rechnun gen. — Kg. Friedrich weilte in Augsburg vom 20. — 24. april. Demnach 
trafen hier die gesandten Zürirliü. die das bündnis mit dem könig abschließen sollten, mit 
dem M. Wilhelm, der den könig begleitet*, zusammen; möglicher weise stiess auch M. Wil- 
helm in begleitung der Züricher abgesandten hier zu kg. Friedrich, nachdem er sich zeit- 
weilig wieder in seinen Amtsbezirk begebeu hatte. Von den übrigen hier erwähnten per- 
sonen sind der gr. [Wilhelm] v. Muntfort-Tettnang und der v. Sehellenbcrg nicht ebne Wich- 
tigkeit, nachdem ein bund zwischen Zürich und der ritte rgesellschaft vom S. -Georgenscbild 
in aussieht genommen war. 1676 

item dem marggrafen v. Bütel, unsers herren kunigs rate ein vergalten köpf, wag 3 mark 4 lot, 
die mark nmb 13 gülden, facit 43 golden 7 s. 2 hlr. — Mitteilung des Nürnberg. Kr.-A. 
aus ms. im fol. 33. 16«? 

nottel einer berednnsse zwischen kg. Friedrich herzog v. Österreich und Zürich: nachdem Zürich 
in die abtretung der grafsehaft Kibnrg mit ausnähme des teils hiedishalb der Glatt gewilligt 
hat, werden alle andern hestimmnngen bezüglich der Herrschaften Kiburg und Baden in der 
hauptsache nach den wünschen Zürichs petroffen. Auch sonst werden keinerlei wesentliche 
ändemngen vorgenommen; nur dass für das ewige bündnis unter den ländern der hettsetaft 
ausser der Konstanz verpfändeten herrsehaft Frauenfeld nun auch bereits die ebenfalls zum 
reich geborigen Städte Rappersehwyl und Scbaffhauseii aufgezahlt werdeu. Bezüglich des er- 
weiterten bnndos sind ebenfalls einige nicht unwesentliche ünderuugen getroffen; der könig 
will dorch seine hotschaft werben um ein bündnis zwischen dem M. v. Röteln und her Jakob 
Trncbsess mit Ürogenz nnd dem Bragenzorwald, mildern bischof von Konstanz tür seine Stifter 
Konstanz und Chur, mit der Stadt S.-Gallen, mit dem laude Appenzell, mit stadt Konstanz 
mitsamt der herrschaft Frauenfeld, falls sie Konstanz verbleibt, mit Schaffliausen, ob es beim 
reich vorbleibt, mit den herren v. Montiert sowohl als mit Wirdeuborg und dem Grauen 
bonde. Das büudniss würde also, wenn man auch die angeführten lander der herrscliaft 
Oesterreich einbegreil't, umfassen den Oberrhein zwischen Basel und Konstanz nebst dem 
Schwarzwald, einen grossen teil der Ostschweiz nebst Vorarlberg. — Die Beteiligung des 
M. Wilhelm bei abschluss dieser berednuss, die nunmehr der bestätignng seitens des königs 
und Zürichs unterbreitet werden musste . geht hervor aus nr. 1680. Kg. Friedrich weilte 
nach Chmels regesten vom 30. april bis zum 21. mai in Nürnberg. 1678 

Colmar an Hertrich zu Pine: wenngleich es nicht ihre gewohnheitist, jemand um schulde geleit 
in ihre Stadt zu geben, sondern nur trostnng, so wollen sie dennoch ihm und denen, so er mit 
sich bringt, geleit geben zu dem tag, den derlandvogt zwischen ihm und Mül bansen gen Col- 
mar angesetzt hat. Colmar St.-A. Missiv. p. 7. 1679 

kg. Friedrich bestätigt das durch seine rate die bi. Peter v. Augsburg und Sylvester v. Kiemse, 
Wilhelm M. v. Hochberg, Jakob Truchsess zu Waltpurg des reichs landvogt zu Schwaben, 
r. Hans v. Nitperg mit r. Heinrich Schwend und stadtschrei her Michael Graf als bevollmäch- 
tigten Zürichs getroffene abkommen. Eidgen. Absch. II p. 159. 1680 

r. Burekart v. Mülnheim d. a„ Ulrich Bock: d. a. und altammeister Adam Riff an Strassburg: 
die städte bedünkl, dass der könig mehr zu den fürsten, herren und der ritterschaft geneigt 
ist als zu den städten. Bitten nm anweisung, ob sie auf hz. Ludwig v. Bayern und den gr. 
v. Oettiugen, die beide nicht zugegen sind, klagen sollen; alsdann wollen sie Strasburgs 
sarhe nicht dahinden lassen. Es ist auch rede an sie gekommen, dass ettliche im Breisgau 
schloss Kenzingen lösen wollen; so hat der M. v. Botein auch davon geredet: >er truwe, 
wurd er dazfi, stou, wir solten ime daz als wol gönnen als andern; sie haben geantwortet, sie 
hofften, der könig ziehe die pfandschaft nicht von Strassburg.» Or. eh. Strassburg. SI.-A. 
201. — Vgl. nr. 1709. 1681 

kg. Friedrich weist vor seiner abreise nach Aachen die gesandten des papstes Engen und des 
konziis an, ihre anspräche vor einer deputatiou, gebildet aus den bischöfen von Augsburg 
nnd Chieinsee, dem M. v. Rothelingen und dem professor Ebeudorffer, auseinanderzusetzen, 
ne in suo reditu collitigantes oporteat audire . . . li tribus diebus Panormitano perorante 
causam suam egerunt. Panormitiinus . . primum longa narratione serie rerum , multis argu- 
mentetionibus et infinita iurium allegatione conatus est probare, coucilium Basiliense legitime 



Wilhelm 1442. 



permaiiere, romanum pontiriceni conoilio obedire, neque posse illud dissolvere ; . . Eugeninm 
legitime a concilio esse privatum pontificali dignitate et Feliwtt canonice . , Uli subrogatum 
. . Deinde advrrsariorum ohjeeta et libelhnM qaendam Eugenii »etiavnsi non dubiteraus* ap- 
pelatum multis rationibus rafellere conatus est. Aaditi sunt Basileonsos sine arbitris per tres 
dies. Deinde sunt admissi Eugeniani de eodem modo, qui Nicolai! Cusa agente primuni asse- 
ruerunt iuiquuiu bitte damnatosAmedaeistas audiri: . . . proindc eiciendos Basileenses cum 
suo idolo relegaudosque in nltiinas terras; et Eugeninm suinmum sanetumque poutincem ut 
Christi verum vieariura, veuerandum adoramiumque neque aures dandas Basileensium ser- 
moni, qui fuuius esset calig-ine planus, oculos stolidoram ebtene braus, nihil in so habens ve- 
ritatis. Has ctmtendentium euntradictiones auditores in seriptis petierunt, ut fidelius plenius- 
qne caesari et prineipibus omnia possent referre: quod et factum est- Augustinus Patritins, 
Summa conciliorum bei Harizbeim, Couäl. German. t. V, säfl — flu, 168"2 

Zürich au bürg erme ister r. Heinrich Sebwend uud Stadtschreiber Michael Graf: nach empfang 
der uottel haben sie die suche /.e etwie mengem mal »für uns» genomen, das au grussen rat 
zwurend bracht. So hat sich ungefarlich geschickt, dassThüring v. Hallwü nach Zürich kam 
von der Schrift wegen, so ihm der markgraf gethan hat. Ihn haben sie den nottel nebst dem 
begl ei tsch reiben der abgesandten verhören lasseu, ihm nichts verborgen gehalten und mit 
seinem rat bescbluss gefasst und erklären sich demnach mit den festsetzungon der uottel für 
einverstanden uud danken iliuen. dass sie wohl und getreulich in den Sachen gearbeitet haben, 
lu einzelnen punkten wünschen sie jedoch, wenn möglich Verbesserung. — Zürich schlagt ab- 
gesehen von anderu für die regesten unwesentlichen punkten ahfassung eines bundbriefes und 
zweier nottel vor. von welch letztern der eine als geheimvertrag alle abmachuugen enthalten 
sollte, die wider Scbwyz etc. gerichtet waren, auf dass sie, wenn die eidgeu. den handel ver- 
nahmen, »fri'ilkli geUffteo den buatbrief uud den einen mittel darzulegen , in dewedrera sy 
doch ganz mit finden t, das wider sy wer*. — Auf ihre anfrage wegen eines geschenkesan den 
könig und seine rate meine« sie, dass sie dorn konig ein gross summe guts an Kiburg ge- 
schenkt haben, womit er sich hoffentlich begnügen werde. Dem markgrafen wollen sie mit 
einem brief noch besonders danken für die freundschaft, die er den abgesandten erwiesen. Diese 
mögen die stadt gegen ihn und die andern verantworten, »als ir Hol wissend, das wir arm 
sind«; jedoch schicken sie einen becher für den kauzler und ein trinkgeld in die kauzlei. Da 
zu erwarten steht, dass die eidgenossen, wenn sie den handel vernehmen, ihnen »Unzucht« 
darum zuziehen werden, bo Litten sie, dass der könig sie schon jetzt mit » treffenlicheu löten 
besorgte« ; Thüriug v. Hallwil möge der könig ihnen zu einem laudvogt und hauptmaim hie 
oben im taud gehen. Mögen sich auch danach erkunden , was Amman Keding wirbt und wie 
er empfangen und gehalten sei. Druck eidgen. Absch. II p. 159 — 161. — Dass der zufall 
Thüring v. Hallwil mit einem briete des markgrafen gerade in der zeit, als die Vollziehung des 
bfindiüsses zu Zürich auf der tagesordnung stand, nach Zürich gebracht habe, ist wenig 
wahrscheinlich. Gewiss wird er so in Zürich gesagt haben, aber seine eigentliche sendnng 
bestand darin, dass er im auftrag des markgrafen etwaige bedenken zu zerstreuen hatte. Das 
geht nicht bloss aus der natur der sache, sondern auch aus dem schreiben selbst hervor. 1683 

(Aachen) richtung zwischen kg. Friedrich und dem hause Oesterruich einerseits und der Stadt 
Zürich anderseits in zwei ausfertigungeil, von denen die eine die geheimen artikel enthält, 
darunter auch denjenigen bezüglich eines tmudnisses mit M. Wilhelm ete. wie in der »be- 
rednasse«, nur dass jetzt Seh affhausen fortgefallen ist. Druck eidgen. Absch. II Beilage nr. 15; 
ebenda nr. 16 das ewige bündnis zwischen könig Friedrich, dem hause Oestorreich and 
dessen gebiet der vordem laude innerhalb des in der berednusso festgestellten bereiches, nur 
dass jetzt fortgefallen sind Frauenfeld und Schaffhausen, deren wiedererwerbnng für sein 
haus der könig plante, sowio, gemäss der anweisung für Zürichs abgesandte vorn 1 2. juni, 
Rapporschwyl. Der Schwarzwald ist genauer bestimmt durch den zusatz Hauenstein. Zürich 
behält die eidgenossen vor. Weitere Urkunden für Zürich angeführt L c. p. lfil. — Gegen- 
brief Zürichs vom 17. august beilage nr. IT.— Mit dem nunmehr endgültig abgeschlossenen 
bündnis ist in Verbindung zu bringen , dass kg. Friedrich bald darauf an den l'ruchsess v. 
Waldburg laudvogt in Sehwaben und viele Städte ein mandat ausgehen liess, Zürich aufmah- 
nung zu hülfe zu ziehen. Hei Tschudi p. 339 citjert nach Bullinger; Hottiuger l. c. p. 152 
nennt 152 reichstädte, an die das mandat ergangen sei. 1684 






Wilhelm 1442. 



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1442 

juni 22 



Colmar an gr. Hans v. Ticrstoin Statthalter der laiidvogtei : auf sein begehren Jniia Schulkuöpf 
dem Juden ein frei goleit 4 oder 5 Wochen in ihre stadt zu geben antworten sie, dass sie der 
Juden mit zuthun unserer herrschaft one geworden sind bis anf 2 paar, die in Colmar bleiben 
sollen, dass aber kein Jude sonst bei ihnen wohnen und wandeln soll. Das zu ändern gehurt 
ihnen nicht, jedoch wollen sie ihm zu ehren dem Juden gestatten, einen tag bei ihnen zu ver- 
weilen. Colmar. St.-A. Missiven 18. 1685 
Maszmünster' M. Wilhelm laadvogt der herrschaft Oesterreich gieht Anton v. Hagen bach and W erahn Köfflin 
j dem meier und den geschworneo des dorfes Baischweiler auf deren bitten je eine von ihm 
I besiegelte abschritt des wcistums des diughofes zu Baischweiler von 1413. Vidim. von 1455 
j durch r. Heinrich Rieh v. Kichenstein sowie schaflner und rat der stadt Tann. Karlsruhe. 
— F. — M. Wilhelm weilte in Frankfurt. 1686 
Frankfurt ' kg. Friedrich erteilt einen gerichlsbrief in Sachen zwischen Hans Öchmtel und denen v. Sehwein- 
flirt. Iudex fnit raarchio de Kot!. Chmel, Reg. 664. 168J 
> 1 kg. Friedrieh bekennt, dass zu Frankfurt in seinem namen Wilhelm herr zu Botel M. zu Hoch- 
I perg landvogt im Elsaß als kommissilr zu gerächt sali in Sachen der Stadt Wirtzpurg gegen 
I Heinrich Mawrer zu Esslingen. — Rechts unten: ad relativem de W. de Roteil marchion. 
in II. H iiperg Heinrkus Leubing doctor pt. — Wirzburg. Kr.-A. Mitteilung des kgl, Reichs- 
archivs zu München. 1688 
» ' M. (Wilhelm) redet mit den Basler ratsboten Hans v. Laufen und Henman Offenbnrg auf dem 
reichstage zu Frankfurt wegen seiner Beschwerden gegen ihre stadt. Den beiden Baslern 
wurde später, 1445, nach Offenburgs chrouik (Basler chrou. 5, 2:i6 fg.) schuld gegeben, sie 
hätten »die statt nit wellen verantworten desz, S" sich der marggräff von Röteleu ab der statt 
vor . . . dem küng geklagt hette, und die statt moste ander botten. mit namen Ospernell und 
Peterbans Wentikom , darumb gon Franckfort senden«. Oldenburg beteuert jedoch, dass 
seines Wissens der markgraf nie bei dem könig die stadt verklagt habe. »Wol ist wor, das 
er mit uns rette, er wölte sollichs von der sjtat klagen , das im antigend waere vor dum kung. 
Do ratteil wir nun alle drv mancherley Sachen yn, und kament uff etlich Sachen, die für sich 
gangen : es waer versechenlich, die statt und er weren nun zu ewigen zitteu mit einander in 
frtiutschafft bliben ["vgl. nr. 1275, 1320 u. ]51()J; das aber uns gebnrte. sollichs ze handien 
one den r»dt nnd one des rsdts wissen und willen — sunder als wir [Laufen und Offenburg] sin 
mann woren — verstund und wiszte er selber wol. das wir das nit zthün hatten. Und darumb 
sprach er selber: wir möchten sollichs heim schriben — das wir euch täten — und er wölte 
daruff sin rlag lassen anston, bisz uns darumb ein antwort von den raten wurde, oder das sy 
yemant darumb hinab sandten, die nit sin mann weren.« Offenbnrg. Laufen und Ludman 
Meltingor berichten das an Basel, das darauf Ospernell und Wentikom nach Frankfurt schickt. 
»Und were allern herr Jakob Trucbsäsz [v. Waldburg] gsin , die Sachen weren ze allem 
gutem körnen.« — F. — Vgl. hierzu auch die erzahlung Fründ's p. 92, wie die eidgenosseu 
von Bern, Lnzern, Schwyz und auch die von Solothurn ihre botschaft zum könig gen Frank- 
furt uro bestätigung ihrer Privilegien sandten, wie der könig sich dessen aber weigerte, »denn 
er /oi'h Sarin das huä von Oesterrich und des hns sach von Oesterrich, als von der landen, 
tüten, stetten und des Aergiiws wegen«, uod sich nur zu einer Bestätigung mit dem zusatz, 
»dem hns Oesterrich unsehedlich« verstehen wollte, schliesslich aber ihnen eine endgültige 
antwort in Zürich verhtesa. »und als ich verstanden han , da warend der von Zürich mäch- 
tigen botschaften daselbs by im und fuorent im nach gen Franrkfurt und gen Ach und wyder 
beruf im iemerdar nach : und warent wich ze Frankenfurt by dem marggraven von Röteln, 
der herschaft lantvogte, ?.<■ herberge, und das der marggrave und die von Zürich harau (an 
der bestätigung) die eidgnossen hindruttent, wa und gegen wäm bj kondent und mochtent. 

168» 
gr. Hans v. Tierstein Statthalter der landvogtei im obern Elsas verlängert ampts halb anstatt 
der herrschaft von Oesterreich den bis Johanni geschlossenen bestand mit gr. Hans v. Lei- 
ningen nnd Rü.iingen vom heutigen tag ab bis MartiDi. Cop. eh. Strassbnrg. St.-A. IV/7 I ; 
ebenda gegenbrief des gr. Hans v. Leiningejn. — Vgl. nr. 1575. 1690 

kg. Friedrich verkündet das zu Frankfurt in seinem königlichen hof unter Vorsitz seines kom- 
missärs des landvogtes im Elsass Wilhelm h.-rrn zu Röteln M. zu Hochborg dnreh die bi. Peter 

i von Bidet, n. Hirtbrrf D. 1 2 



90 



Wilhelm im. 



iu-i 



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jali |3 



ang. 3 



von Augsburg und Friedrich von Regensburg, Konrad herru zu Weiusberg erbkäininerer, 
Konrad lirrrn zu Lirapurg erbsehenk, Heinrich Marschall zu Pappenheim erbinarschalk, rneister 
Gregori Heimbiirg lehrer beider rechten, Jakob Trnchse*s landvogt in Schwaben, Hans v. 
Paessperg (sie? = Parssperg) , Pupilli v. Erlbach (= Ellerbach) und Hans Küchenmeister 
ton Nortenberg in sacben der stadt Wirtzpurg (vgl. nr. 1688) wider den freigrafen Dietrich 
Pftflger (Phluger) zu lirunigshusen gesprochene orteil, wonach alles, was wider den könig- 
lichen abforderungsbrief in sacben etlicher bürger zu Würzburg mit Heinrich Maurer gesessen 
zu Esslingen durch genannten freigrafeu geschehen würde, rechtsungültig, genannter freigraf 
aber, der den königlichen abforderungsbrief zu boden ge warfen , wegen solches freveis vor- 
znfordern und zu bestrafen sei. Druck Chmel, Reg. Fried, anhaxig nr. 14. — Hrünninghau3on 
.sudlich Dortmund. Vgl. Linduer, Die Vetne p. 85. 1691 

kg, Friedrich nimmt kloster Klingentbai unter bes tätigung SÜnW Privilegien in seinen schütz und 
befiehlt ionderlich den landviigten und amtleuten im obern Elsass und mit namen zu Lanser 
und Ensiflheitrj and aacli dem M. Wilhelm das kloster bei seinen freiheiten zu erbalten und 
zu schirmen. Or. mb. Basel. St.-A. Klingentna] 2020; cop. eh. coaev. Colmar richtnngp. 564. 

1698 

kg. Friedrich ernennt den M. v. Röteln zum schirmer des (raueuklosters Klingentbai im Kmi- 
stanzer bistum. Wien, Reichs registratur N. 7. Chmel 1316. — F. 1693 

Colmar an Caspar Sahße genannt Dürre: sind bereit, vor einem der genannten herren, pf. Lud- 
wig, M. Wilhelm, domherr Konrad herr v. Bossnaug zu rocht zu kommen und dort besehen 
zu lassen, ob sie ihm i^twas pflichtig sind oder falls er auch damit nicht zufrieden ist, er- 
kennen zo hssen, welcher teil dem geböte des andern am hilligsten nachfolge. Colmar. St.- 
A. Missiv. 22. 1694 

kg. Friedrich bekundet, dass nachdem vor M. Wilhelm, deu er in diesen und andern %achen, su 
vor dem könig hangen, zum richter gesetzt hat , gekommen sind des pf. Otto machtboten, 
mit namen Heinrich v. Massenbach genannt Tovl Ackecher und Gerhart v. Hanispach an 
einetu und Hanns v. Vonningen. Dietliers v. Venningen seligen söhn für sich seibst und 
Konrad v. Venningen mit verschriebener gewalt Obrechtz v. Venuingen seines mitvormiinders 
von Elsen, Margaretbs, Dietliers, Eberhards und Symunds v. Venningen wegen, des vorge- 
nannten Hans v. Venuingen gesehwisterkiud, am andern teil, nach erfolgter klag und an t wort 
und verhörung aller briete einhellig erkannt worden ist, dass die v. Venningen bei ihrer gewer 
des dorfes Kienen so lange verbleiben sollen, bis pf. Otto nder sonst jemand von des reichs 
wegen nachweist, dass genanntes dorf reichs pfandschaft sei. Hierbei sind gewesen bi. Peter 
v. Augsburg, Konrad herr zu Weinsperg erbkämmerer, Konrad herr zu Limpurg (Lnm-) erb- 
scheok, Jakob Truchsess zu Waldburg landvogt. Wolfgang v. Frundsberg (Frewntsperg), 
Pupulli v. Ellrbacb, Peter v. Mörsperg, Heinrich v. Bappenheim erbmarschalk und Hans v. 
Nortenberg erbküchenmeister, Urteilsprecher. Druck Chmel, Reg. Friederich anhang nr. 18. 
Ich nehme Veranlassung zu bemerken, dass auf meine bitte in dem k. D. k. geh. haus-, hof- 
u. Staatsarchiv, in dem königl. reichsarchiv zu München und auf dessen veranlassung in den 
ressortiereoden kreisarch iven zu Nürnberg, Würzburg, Bamberg und Neuburg, in dem königl. 
Staatsarchiv zu Stuttgart, in den grossherzogl. archiven zu Karlsrohe und Etarmstadt sowie 
in dem königl. preussischeu Staatsarchiv zu Marburg umfassende nachsuchnngen stattgefun- 
den haben, ob die sonstigen dort beruhenden königsurkunden kg. Friedrichs aus dieser zeit 
von M. Wilhelm unterfertigt waren oder ob sich irgend eine mitwirkung des M. Wilhelm fest- 
stellen liess. Das ergebuis war mit aasnahme von nr. 1<>88 ein negatives. 1695 

kg. Friedrich heHiut M. Jakob (vgl. bad. reg.) in gemeinschaft mit gr. Friedrich v. Veldenz 
mit den Spanheimer reichslehen. Dnterfertigung: »Ad relacionem inagnilici domini Wilhelmi 
mareuiunis de Hochberg domini in RuetelnJacobus del.ynsz decretorumdoctor.« Or. Koblenz. 
St.-A. 1696 

M. Wilhelm unterfertigt den freiheitsbrief kg. Friedrichs III. für die Stadt Aaran. H. Boos, Üb. 
der Stadt Aarau 287. — Argovia 1 1, 2H7. 1697 

M. Wilhelm hndvogt bekennt, dass er für das jähr, das sich endet zu a. fr. nativit. (sept. 8). seinen 
jabressold. den ihm kg. Friedrich auf 24 plerde giebt, nämlich 300 1t Wiener pfennige, dorch 



~ 



Wilhelm 1+1-2. 



herr Johannssen Ungnaden rammennaister und Bernhard Fnchflberger kammersch reiber in 
rheinischem jroldo empfangen habe. Or. Karlsruhe. — F. Itt98 

kg. Friedrich bekundet: dass nachdem am 2. aagust hl. Ludwigs d. a. von Baiern gr. t. 
Mortani tnaehtboten für diesen und die von Luni-utgen ( — Launigen 1 wr dem könig- 
lichen rithter M. Wilhelm v. Hochberg zn recht erschienen mit ihrer klage wider die ge- 
brüder Johanns und Ulrich gr. v. Ottingen, wogegen diese nnr dann zum rechten ant- 
worten wollten, wenn des herzogs machtboten gewalt hatten »in eins widerrechten zn sein*. 
die sache wieder von dem rechten an ihn geschoben worden sei. der sie aber nach viel rede 
und Widerrede vor kurförsten nnd fiirsten wieder an seinen richtet M. Wilhelm .''-schoben 
und damit befohlen habe, gegenüber den paiteiet) dem rechte seinen gang zu lassen. Darauf. 
als M. Wilhelm am 3. august wieder zu gericht gesessen ist, sind die machtboten des klagen 
Den erschienen und ward auf ihren antrat- einhellig erkannt, dass die gr. v. öttingen denen 
t. Laningen für die genommenen rinder. knhe. rosse und berden Schadensersatz nach eid- 
licher abschätzung bis zn einer höhe von 5290 H. zn leisten hätten, die seelen der hei dem an- 
griff getöteten, wo beide teile gesessen, bessern und wandeln sollten nach rat des bischofs 
and seiner gelehrten des bistums, und die gefangenen unentgeltlich ledig lassen sollten. Be- 
züglich des Schadens wegen Verwüstung des gelreides und von des >widersaizes< wegen ward 
erkannt, dass die gr. v. Öttingen den v. Lauingen den nachgewiesenen schaden ersetzen sollen; 
wollen liz. Ludwig and die v. Laubigen den ansprach bezüglich des andern Schadens von 
wi-L'i-ii il.-s ■ wüliTsurm's-; ni'/hi i.iil-ii lassen , •" snll l'urer dämm pw-ln-Ui-ii d.is n-ebt ist, — 
Unter den beisitzern des geridits tritt neu auf Steffau v. Eni ers ».hoffen. — Druck Chmel Reg, 
anhang nr. 21. \>iW 

kg. Friedrich für M. Jakob (vgl. had. reg.) Auf dem bng rechts: ad rnandatum domini regis re- 
ferente magnifleo domiuo Wiliielmo marcliietne de Hoichberg domino in Kueteln Jacobas de 
Lynsz. — F. 1100 

(Frankfurt) Cliwes Schaulit an Strassbnrg : berichtet über die erbietungen Gerharts Schöp be- 
züglich des Spruches zwischen Strassbnrg nnd Junker Wirich (v. Hohenburg). Den bestand 
mit gr. Hans (v. Öttingen) sollte Bartholomäus ihnen mit dem Spruche geschickt haben; da 
er aher wieder gen Frankfurt kam. war es ihm vergessen : B. wird ihn aber jetzt nbersandt 
haben. — Mitteilung über das konzil, — Auch sind die von Ulm nnd ihre einung gestern vor 
dem erzb. v. Köln, M. v. RÄtlen, heim Jakob Truchsess, herrn Wilhelm v. Grünenberg und 
Dietrich v. Halwilr gewesen and ebenso ihre feinde die ritterschaft, und da ist in einer nottel 
des königs meinnng verlesen, dass alle feind Schaft und alle gegenseitigen schadensansprüche 
tot and ab sein sollen, und ihre zuspräche, warum sie zu feindschaft gekommen sind, sollen 
stehen auf dem H. v. Baden mit einem zusatz zu gütlichem oder rechtlichem aastrag. Die Städte 
war<u aber ohne vollmacht und wollen das Linder sieb bringen. Bezüglich Paulus, herrn Claus 
Lentzels söhn, und der nome wegen sind er und Diebolt etwe dicke vor dem köuig gewesen; 
der könig hat auch etwe manigem empfohlen mit dem bischof zu reden : sie haben dem könig 
auch ein zedel gegeben übei die geschieht, aber noch keine völlige antwort erlangt, »danwir 
sehen nnt anders dan das men noch zu den stetten nüt vil liebes hat* — Janker Jakob v. 
Lützelstein soll mit der herrschalt von OesUr reich gerichtet sein und amtmanu zn Beffort. 
werden. Or. eh. Strassbarg. St.-A. AA. 201. Die weitern berichte Schanüts s. had. regesten. 
— Wegen des gT. Jakob v. LülÄelstein vgl. nr, 16&Q. 1701 

kg. Friedrich erteilt dem M. Wilhelm v. Hochberg vollmacht, den zoli für den wochenmarkt in 
Sennheim an einen oder mehr orten der hemehaft Österreich zwischen Rhein nnd gebirg 
zn lesen. Enthalten in einer bestätivungsurk. kg. Friedrichs v. 1451! marz 20. Wien. Reichs- 
reg. P 45. — v. W. 1702 

6 s. von eym halbem fuder wins abet?nlassen und ettliche reiffe an das fasse czn legen, das dem 
margraven von Röteln geschauckt wart. — Mitteilung aus Frankfurt, St.-A. 1703 

kg. Friedrich bekundet, dass vor seinem richte» M. Wilhelm, als er im königlichen saal zu Frank- 
furt zu gericht sass, zu recht erkannt worden ist, dass das am bofgericht des hz. Ueiuricb 
v. Baiern erlassene urteil iu Sachen Otto's T. Toppel als erben Weikharts v. Tripel wider 
Bernhard \. Kos. Hans Perner, Lienhart Arfc-rger und seine hausfrau Gertraud betreffs eines 
Weikhart Toppel durch Hertneid Kuchler verschriebenen Schuldbriefes über 800 H- heirats- 



12* 



1»2 



Wilhelm 1442, 



: angeführten persöulicb- 
1704 



gut mi rwht bestehen s-jll. Druck. Chraol Reg. anhang nr, 24. Die 
keiten gehören dem über- und niederösterreichischen ade! an. 

die stadt Hagenau schenkt kg. Friedrich 8(H) fl, und 200 viertel haber, costent 100 guldin und 
u(l 13 guldiu wert tisch. Und wart für in bezait in siner herberge. Darzu wart ime ge- 
uhencket i Inder luters wins und ein fnder rots wins. golteut 72 guldin. Und wart stal- 
mnb; das ist howe und stro ein naht nnd tag für die sinen bezait: det nie dann 14 S, jeein 
pfcrt 4 /^ für howe und stro. Hansen v. Berstheim <j guldin für herberge, holtz, bowe and 
sl rn, als der kunig in sinem huse lag. Dem bischuff ton Trier wart geschenckt ein halb fnder 
! wius, det 7 guldin und 20 viertel haber, deten 10 guldin. Her Caspar Slicken halb als vil. 
Marggrave Rötel imch als vil. . Druck Hanauer und Kiele, Das alte Statuten bnch der Stadt 
Hagenau p. 1 85. — Ueber den anf enthalt kg. Friedrichs in Weissenbnrg vgl. Ei k hart Artzt's 
Chr. von Weissonburg in Quellen und Erörterungen 2 p. 158. 1705 

die gantze gemeinde zu Hagenau schwört den oid in geganwart des kfmigs. Der staut uff dem 
gange vor dem rathuse mit eime cardinal, einie bisehofe von Trier, was kantzeler, marggrave 
Bdtel, ein bischoff von Augspurg, her Johannes von Nipurg. her Johans Ungnade und her 
Caspar Slicke. Druck Hanauer und Kiele 1. c. 186. 170)1 

Slrassburg am 24. august kam kg. Friederieb von Hagenau nnd ritt am dienstag danach gen Sletstat nnd 
lag hie zri herberge in her Kiclaus Hiltobolts hoff des cüsters zum jungen sant Peter und 
wart gar herlich utitpfange-n im veldo mit etlichen berren beide rittern und andern von den 
reten, die im entgegen rittent, und in der stat mit eim grossen processinn der horren von den 
stifften und r'irden, die in mit crutzeu und gezierden entgegen gingen! und in entpfingent by 
dem jungen sant Peter am tor under ein gehymeltz oder ein stanpdücb, das über im getragen 
wart in nochvolgunge der procession bitz in das münster. ünt als er donocl; in sin herborge 
reit, do worent dariune, die von den dritzehen dozü geordent wurdeut in zii entphohen. Herr 
Ulrich Bock überwies daran] dem könig die geschenke der Stadt. 8oo fl. in einem vergol- 
deten becher, iß mark silbers schwer zum anschlagpreis von 200 fl. , 1)1 l'ass wein, 200 
sacke haber, 4 ochsen nnd fische >nnd hies die visch in den zübexn nmbsebütten. Do sprach 
der künig: gut .lanck üch, und cntpfiug sin k am merme ister das geschirr mit den guldin, und 
ging die stege uff;« ausserdem erhielten der bi seh of von Trier 1 fuder. die bisrhüfu von Angs- 
burg(Ouges-)undClnerüsce(KPiiipse] undGörz (-g)jo '/j, fuder, der cardinal 2 ohm, der M. v. 
Ki>tel nnd herr Caspar Slick je 6 ohm; umb visch sint ouch geschencket dem bischof von 
Trier 4 guldin wert und 2" fielteil haberu; — den bischof von Augsburg, Chiemsee und 
GÖrig je 3 gnlden wert und je 1 fierteil haber, dem cardinal und dem M. v. Hotel je 2 gül- 
den wert, herrn Caspar Slick drei gülden wert und 10 fierteil haberu . . . Strassburg. St.-A. 
Briefbuch B 4—5. 1707 

kg. Friedrich verordnet nach stattgehabter nrtarsuchung seitens des M.Wilhelm und anf dessen 
Vortrag, dass die bürger von Weissenbnrg im Elsass zu ewigen zeiten bei dem heiligen reiche 
verbleiben und niemand als allein dem römischen kaiser oder könig huldigen und von dem aht 
zu Weissenbnrg, der zu der atadt als seinem eigentnm anspruch erhoben hatte, deswegen un- 
angefochten bleiben sollen. Ungenaues regest bei Chmel 1 03 1 . Vgl. hierzu Eikhart Artzt 1. c. 
sowie Sachs I, 552. 1708 

M. Wilhelm landvogt k. Friedrichs im Elsass urknndet, dass ihm der könig gegönnt habe, die 
feste Küren borg und die Stadt Kenzingen (Kencz-) mit zugehör von Strassburg und den bür- 
gern zu Kenzingen an sich zu lösen, uud verspricht für sich und seine erhen dem könig, dessen 
vettor hz. Sigmund v. Oest erreich und deren erben mit vorgenannter feste und stadt gehorsam 
zu sein, ihnen dieselhen offen zu halten nnd die leute der pfandschaft bei ihren rechten bleiben 
zu lassen. Dem köuig, hz. Sigmund nnd deren erben bleiben vorbehalten »all schäcz, sture, 
reis und gezög, ouch all monsebaft und lehenschaft geistlich und weltlich,« sowie die bhj- 
lösung der pfände baft um dieselbe summe, um die M. Wilhelm sie gelöst hat. Or. Karlsruhe. 
— F. — Vgl. nr. 1081. — M. Wilhelm hat aber wahrscheinlich die plaiidsumme nicht auf- 
bringen können: Kenzingen blieb iifnndschaftStrassburgs, Vermutlich bezahlte ihm die stadt 
eine abfindungssumme. 1700 

also darnach ufl den nächsten snunentag nach sant Bartolumeus tag 1442 do kam der von 
Zürich bottschal't von (lern küng, herr Hainrich Schwund ritter und bnrgermaister nnd ir 



[ 



Wilhelm 1412. 



93 



siattscbreiber. die och diss Sachen würben. Ba kam och mit inen desrichs landvogt zuo Schwa- 
ben, herr Jacob der troebsess von W altburg. und brnebtent also mit inen die brieff und rieli- 
tung, dass si genzlicli mit dem küugund der Herrschaft und dem hus von Österrich geschlicbt 
und »ins waren umb all vergangen krieg, stoss und ganz umb allu vergangen Sachen. It. si 
brachten t och ain brieff, dass si die von Zürich stat nnd zuo ewigen ziten zno der herrschaft 
und dem huss Österrich gebunden und veraint hatten; doch hatten si ir pünd vorbebept, die 
si mit den aidtgenosseu getan hatten, als das denn besehaiden was. Kl. Chr. '.'St'.. Tsclm-ü 
II 343. 1710 

also darnach uff den nechsten zinslag, das was off sant Pelayen tag, do giengent die von Zürich 
zesamen alt und nüw rät und die zwai hundert und besiglotent da die brieff und den ewigen 
pund mit der herrschaft vou Österrich und saiten och das ofTenlich. wan sin was mengklich 
zo Zürich fro. wan bis uff die rit wisst mau nit nigeulioh. was die von Zürich bi dem küug 
würben oder geworben hatten. Also gefiel dieser pund nnd diss richtung und der gewerb, so 
dl« TOD Zürich mit dem küng hatten, den aidtgenossen nit fast wo] und redtend och meng 
wild und wunderlich wort daran«. Kl. Chr. 286. Vgl. »och Tschad! p. 343 mit seinen Zu- 
sätzen, die seil 'st verständlich ohne geschichtlichen wert sind nnd lediglich seine subjektive 
auffassnng niedergeben. 1711 

kg. Friedrich setzt auf anlrag Strasburgs hz. Ludwig dem jungem von Baiern, nachdem Strass- 
burgs botschaft an kg. Albrecht in hz. Ludwigs geleit uff der Tünowe niedergeworfen , dem 
gr. Hans v. öttingen überantwortet und um ein treffliche summe geldes geschürt wurden ist, 
einen reebttag auf den 45 tag nach empfang dieses laduugsbriefes. Ad mandatam domini 
regis referente maguifico domino Wilhelme marchione de Hochberg. Dop, eh. coaev. Btms- 
burg. St.-A. 1V/22.— Vgl. bad. reg. Ul'2 

Köln an M. (Wilhelm) v. Röteln (in Hotlyn). Dankt für die den gesandten der stadt beim könig 
erwiesene fördorung. Ri^g. nach brielbuch 1 6. 4ö im Kölner St.-A. bei Hohlbaum- Hansen, 
Mittbeilnngen ans dem Stadtarchiv -von Köln 24. lieft (1833) s. 167. Vergl. Janssen JI, i 
nr. 67. — F. 1713 

M. Wilhelm v. Hachbcrg österreichischer landvogt im Breisgau verleiht namens der herrschaft 
Oesterreich dem Hans Wernhor horrn zu Swartzenberg das städtlein Eltzach, das tlial bei 
■ der buch und die wildbänno im Fltzacher tal in der BnesleiOe, it. die wiltpenn in dem Snggen- 
fh;il (Suckentall und zuQloter, die in seinen gerichten liegen, und die wiltnennjzu Heuweiler 
(lleiniler) in dem gericht und bann. Or. Karlsruhe. — Reg. ZGOberrh. 21, 106, 1714 

Friburg im k.g Friedrich an Zürich: mahnt sie, den von Kappre-clnvil beistand zu leist<»u. falls :-ie v.mi 
Brissgow denen von Glarus angegriffen werden, nachdem er diesen geboten bat, mit den von Rapper- 

achwil in ungutem nichts vorzunehmen und ihre beiderseitigen Streitigkeiten gütlich oder 
rechtlich durch ihn oder seine komnmsan«n beilegen zu lassen. Ad mandatum domini regis 
Wilhelmo marchione de Hochberg referente. Or. eh. c, sig. imp. Zürich. St.-A. Druck Blumer, 
Urkunden Sammlung zur ßescbichto des Kantons Glarus 2, 231. 1715 

it. der meist er Gilge und Walther Thurant rittent gon Sletzstatt von beachribung unsors herren 
des marggraven v. Röteln und kam Walther Thurant herwiderheim und die diener rittent 
widenimb, warent zwen tage uÜ wider nnd für. — 35 II min. 4 ^. — Colinar. Kaafbaic?- 
buch 1442/44 p. 13. Die veranlassung ist nicht ersichtlich: vielleicht handelt es sieb um 
den streit zwischen Strassburg uuii Öchlettstadt oder um den zwischen Schlettstadt und 
Heinrich Grefe IV. Lfltzel stein). 171H 

kg. Friedrich bestätigt dem JI. Wilhelm v. Borffberg privilegia, hantvesten, briefe, friheiteu, 
recht und gut gewunheit, die sein vordem und ihm von römischen kaisern und konigen ver- 
üben und geben sein. Die findet man in dem ersten register kung Fridrichs sab maiori sigillo 
de verbo ad verbum. Wien. Reichs registratur N fol. 3. Vgl. Chmel 1 106. Mitteilung des 
Wien. St.-A. 1717 

kg. Friedrich verleiht der Stadt Sulzberg zwei Jahrmärkte auf 1. tnii und 25. juli und erneuert 
den wochenmarkt der stadt zu gunsten M. Wilhelms v. Hücbberg. Wien. Reich sieg istratur 
S 3. Chmel 1 los. Vgl. Schopflin. 6, 2*5; Sachs ], 552. — F. 171S 



94 



Wilhelm 1112. 



kg. Friedrich leibt, dem abt Dietrich v. Murbach seine regalien. De mandato domtni regis ad rela- 
ionem d. Wilhelmi murebionis de Huchperg. Or. mb. c. sig. pand. (Majestätssiegol.) Colmar. 
}z.-A. Murbach lad. 4. or. 2. 1719 

kg. Friedrich bekundet, dass vor seinen richter M. Wilhelm v. Hochberg zu gericht gekommen 
sind des bi. Ruprecht von Strassburg »nwalt, mcister Heinrich v. Beinheim lehrer in geist- 
lichen rechten, die gr. Johann v. Eberstein, Eberhart, Heinrich und Haus gebr. v. Lupfen, 
Burkhart und Hans Munich v. Landskron gebr., Hans y. Kecbherg von der Hohenrechberg, 
Ludwig Meigei' v. H Ailingen, Jost Süsser und Ulrich Klotz v. Ravensburg, auch durch ihreu 
anwalt Lodwig Meiger v. Hüningen und etliche der obigen hauptleute persönlich vertreten. 
Des biscbofs auwalt brachte die klage vor, wie in dem vergangnen jähre etliche geschirre mit 
kaufmannsehatz das bind herauf iu die messe von Jenff in des bischofs geleit und in beisein 
seines geleitsmanns AwettUgScblettstadts im bann des dem stifte Strassburg gehörigen dories 
Beinwilr durch Ludwig Meiger und die obgenanuten hauptleute angefallen und alle gen 
Küusheim hinter gr. Hans v. Lupfen geführt und behalten seien. Darauf habe die parteien 
aber domherr Konrad v. Kussnang zu Sehlettstadt (am 29. juli Strassburg St.-A. AA. 1489) 
zu einem anlass vereinigt, wonach die hauptleute gelobt und gesigelt hätten, alles dem hz. 
v. Safoy, der stadt Genf und andern in dem anlass genannten stadten gehörige gut zurück- 
zugeben, was aber nicht geschehen sei; weges des übrigen gutes aber, worauf die hauptleute 
meinten ein recht zo haben, sollten beide teile ihre botschaft bis zum 1. november vor den 
künig schicken, um dort dem rechte nachzugehen. Der biscbof habe auch darauf Heinrich 
v. Fleckenstein zum 1. november gen Graz geschickt, aber von der gegenpartei sei niemand 
erschienen etc. Darauf antworteten die hauptleute und in Sonderheit Just Süsse als ein baupt- 
mann durch gr. Heinrich v. Lupfen als fürsprecher. dass Jost Süsse redlicher ansprüche halb 
solchen zugriff getban habe und dass sie von leibes und horren not, als sie derzeit von den 
rwebstariten in Schwaben überzogen waren, geirrt worden seien, rechtzeitig vor dem könig 
zu erscheinen. Also nach beider teil" klag und antwort. rede und Widerrede ward ••inheilig 
zn recht gesprochen, dass die hauptleute solches gut dem herzog v. Savoyen, den stadten Genf 
und Freiburg im Öchtland gemäss dem anlass straks kehren sollten binnen li wochen :) tagen 
nach datimi des sprachs: ebenso ward einhellig zu recht gesprochen: bringt der bischof von 
Strassburg innerhalb, der nämlichen frist an dem königlichen hofe den uaehweis, dass solche 
»nome* in seinem geleit besehenen, so soll geschehen was recht ist, und soll bis dahin die 
houptsach (Schadenersatz) anstehen. Beisitzer; bi. Peter v. Augsburg, gr. Hanns v. Tier- 
stein, Hanns v. Neitporg, Walther Zebinger. Pupulli v. Erlbach, Peter v. Mörsperg. Götz- 
Heinrich v. Eptingen, Caspar Ueger, Heinrich v. Pappenheini erbmarschalk, Hans v. Norten- 
berg erbküchenmeister. llonteliu (sie? verlesen für Peutelin) v. Phirt, Cunratv. Mörsperg nnd 
Hans Ulrich v. Massmünster. Druck Chmel, Reg. Frider. anb. BT. 25. 1730 

also warent nun all aidtgenossen ze rat worden, (am 1 n. September auf dem tag zu Luzern) dass 
si je die pünd hören weliint, so die von Zürich mit dem hus Oesterrieb zuo ewigen ziten ge- 
macht hettint. Die von Zürich versprachent sich gegen den aidtgenossen, dass sie da nüts 
geton hettent, denn das si mit eren und Techt wol tuon möchtint, und den aidtgenossen und 
ir pünden im schaden. Da hatten aber die aidtgenossen hassen glonben daran, und schickten 
also ir aller buttschaft gen Zürich, on Schwita und Glaris, die brieff und pünd zuo hören . . . 
Also liessent die von Zürich diss betten die pünd hören. Also hettint die botten der brieffen 
gern abgeschritten gelicpt, aber die Wn Zürich »ollem inen nüt geben, si liessent in wol die 
urieif zwirent oder dristunt vorlesen. Also ritten der aidtgenossen botten and die von Zürich 
mit inen gen Baden und zuo den andren statten in dem Ergöw und baten und manten si, dass 
si ir aid hielten . . . sc- weltind si iueu och helfen mit lib und guot, wo si dess bedörftin. — Nach 
Job. v. Müller, histoire de Suisse ed. Monnard t. 5 p. 290 und Tillier, Gesch. des Freistaates 
Bern II. SO, die sich dabei auf die chronik von Lauffer berufen, waren die eidgen. boten zn 
Zofingen auf die botschaft des kouigs gestossen, die auf dem tag zu Luzern am 10. September 
von den eidgenossan rückgabe des Aargau und ihrer sonstigen eroberuugen begehrten, die 
sie auf kosten des hz. Friedrich IV. gemacht hatten. Bei den königlichen gesandten Thüring 
v. Hallwi! und Wilhelm v. Grünenberg habe sich zn Zofingen anch M, Wilhelm befunden. 
Diese nachricht lässt sich ganz wohl mit der weitern erzahlung der Kl. Chr. vereinigen : Un- 
der disen dingen wurden die von Zürich gegen den küng gar schwarlich uud fast versait: si 






THT 



Wilhelm 1412. 



wiirint lüt, an die sich nit ze lassen war. und die weder brielTnoch aid hieltint. . . Also be- 
schikt der küng die von Zürich wider und huob inen säliens für. — Die von Zürich hätten sieh 
dann verantwortet. • als sie gen im vorsait weren, und baten in och also gen Zürich ze körnen 
njid selb besehen, ob es gehalten ward oder nit.« — Der besuch des köuigs war allerdings be- 
reits zu Frankfurt in aussieht genommen. Das niisstrauen des königs war aber berechtigt, 
da ja Zürich entgegen der Werbung der königlichen botschaft und entgegen den geheimen 
abmachuugen zu Frankfurt seine abgesandten an der Sendung der oidgen. boten in den Aar- 
gau teilnehmen liess, und kg. Friedrich wird M. Wilhelm dann von Rheinfelden zu Zürichs 
abgesandten gen Zofingen haben reiten lassen. Kl. Chr. 2*7 : vgl. auch die ausschuvückungeu 
Tschudi's p. 345. 1721 

kg. Friedrich bestätigt die Privilegien des frauen kl osters Königsbrüek bei Hagenau im heiligen 
forst. Auf dem bug rechts: ad maudatam domini regis Wilhelmo marchione de Hochberg 
referente. Or, Karlsruhe. — Chmel. Reg. Frid. 1116. — F. 1 722 

(Rinfeldeu) kg. Friedrich gebietet M. Wilhelm seinem landvogt im Elsass, oder wer dort sein 
und der lierrschuftOesterreich landvogt sein wird, das k 1 oster Klinge nthal in Kleinbasol und 
dessen leute nnd guter bei seinen freiheiten zu schirmen. Cop. eoaev. Basel. Staatsareh. Colmar. 
Richtung ütiä. Chmel, Reg. 1316. — F. 1723 

kg. Friedrich bestätigt der Stadt Altkirch ihre Privilegien. Ad maiidatuio dorn, regis Will, mar- 
chione de Hochberg referente. Innsbruck. A. Urknndeneopiea III, 6;j6. 172-t 

kg. Friedrich verleiht der Stadt Thanu einen Jahrmarkt auf montag nach Christi himmelfahrt 
zu dem Jahrmarkt, den sie vormals erworben hat auf Maria e geburt. Chmel Reg. 1130. Ad 
mandatum domini regis Wilhelmo marchione deHoehberg referente l'lricusSunnenberger can. 
Pataviens. Innsbruck. Urkuudencopien 111, 876- Cop. eh. coaev. nach mitteilung von gyimia- 
sialdirector Lemplrid in Thanii. St.-A. — Ueber deu empfang des königs in Zürich s. Kl. 
Chr. 2HS. 172") 

Zürich schwort dem könig als einem römischen könig und dem heiligen Teich gehorsam zu sein 
und danach schwört es dem könig als einem herrn von Oesterreich sowie seinem bruder 
b*. Albreett und seinem veiter liz. Sigmund, den mit der berrsi haft geschlossenen bund 
ewengklich undgetrüwlich zu halten. Der bund seihst wurde öffentlich vor jedermann vorge- 
lesen. Die von Zurieh behuobent uch ir alten pümi vor, die si mit den aidtgenossen hatten. 
Darauf schwor M. Wilhelm denen von Zürich wiederum :ils derzeitiger landvogt der herr- 
schalt von Oesterreich sowie herr Wilhelm v. Grünenberg und Thüriug v, Hallwyl, »die by 
ime stnondeut und diser sach heiter und anlrager zum teil gesin warent* Das geschah im 
grossen Münster. Kl. Chr. 2SH. Hans Fründ 96.— Ucber den freudentaumel in Zürich vgl. auch 
Fründ p. U4. Sehr lehrreich für die baurteilung Tschudi's ist es zu sehen , wie er p. 346 
diesen bericht Fründs umgestaltet und für seine zwecke zurechtstutzt. 1726 

kg. Friedrich bestätigt als ältester nnd regierender fürst des hauses Oesterreich die yirivi- 
legien der gemeinde im tbaie zu Todtnau (Tottnow) und thut ihr die gnade, dass sie v<m 
gütern und häusern in köuieliciien gerichten und bannen zu Todtnau, die dem könig steuer- 
und dienstpflichtig, deren besitzer aber davon gezogen sind, »dadurch sie der vorberuerten 
steur und diensle meinten vertragen sein«, steuern und dienste nehmen dürfen, »damit uns 
solch unser stewer dienst und gerechtigkeitcu nit abgehu«. De mandato domini regis domini 
raarchionis de Hochberg. Das 2 doniino comite de Byrspunn. Kopie nach angebl. original in 
der vorderösterreiehischen regimentskanzlei zu Ensisheim. Karlsruhe Kopb. G9Ö fol. 13'J.— 
H. — Fälschung ? 1727 

k. Friedrich leiht gr. Johann v. Sulz in gemeinschaft mit seinen brüdern Allwig und Rudolf die 
grafschaft im Kletgöw mit dem landgerickt, den zoll auf wasser und land und die münze zu 
Hheiuau (Eyuow). den grossen zoll zu Lotstetten und den zoll zu Flölen, wie derselbe das vor- 
mals im namen und als lehensträger seiner mutter gr. Ursula v. Sulz geborn. v. Habsburg 
vom reich zu lehen gehabt, und verleiht dem gr. Hans ausserdem den bann über das blut 
in der grafschaft und henschaft im Klegguw, zu Rinow und zu Rotenberg bei Mallmünster. 
— Ad mandatum domini regis Wilhelmo marchione de Huehberg referente. Or. rab. mit hän- 
gendem majestiitssiegel. ÖchatThausen Kantoiialarihiv. Heg. Chmel ] 136- 172s 



96 



Wilhelm 1J42. 



1442 

sept. 16 



» 28 



kg. Friedrich bestätigt üVn gebrüdern Hans. Allwig und Rudolf gr. v. Sulz ihre freiheiten und 

gewährt ihnen, dass alle freveln und bussen in ihrer laudgrafscliaft Kletgau vor ihrem land- 

goricht daselbst erkannt, gestraft und getfflsset werden sollen and niendert anderswo, nnd als 

gr, Hans nnd seine Yorderu die v. Habsburg gefreiet sind, dass kein klüger auf ihrem land- 

gorieht im Kletgau rechtlos soll gelassen werden, dass von ihrem landgerichte ausgesprochene 

I acht von andern richten nicht abgeholten oder verändert werden soll, es soi denn, dass je- 

j mand von diesen urteilen appellierte und sich davon dingte. — Und stund undenan uff dem 

spacium des brioffs allso geschriben: ad niandatum domini regis Wilhelmo marchione de 

| Hochberg Toferente. Vidiraus ausgestellt, von gr. Johans v. Sah als hofrichter des bofgorichts 

zu Rotwil 1442 oct. 4. Or. mb. Sc haffh aasen. Kantonalarchiv. Reg. Chinel 1 142 mit falschem 

datnm sept. 24. 1329 

der könig mutete den von Rapperswil an. dass st dem huss Oesterrich wider sehwuerint, des si 
doch von alter har warint. Das bekanten die von Rapperswil, dass si das billicb und gern 
tatint; jedoch waren sie unwillig mit Zürich in biiudnis zu treten, zumal der band Zürichs 
mit den oidgenusseu vorgehen sollte, setzten das jedoch hin zuo siuen gnaden, wan er ir 
natürlicher herr was, dass si gern und billich w willen ston weltint, was er sie hiess. Also 
schwuoren si desselben tags dem huss Gasterrich wider und och den pund, da zegegen was 
der käng selbs and vil herrschaft Die von Zürich redeten auch mit denen von Rapperswil. 
da der küng ander ougen was, sie weltint ir guoten getrüweu pundgeuossen und lielffer sin, 
als ver ir lih und guot gelangen und geraichen möcht . . Also fa<<r der küng wider gen Zürich. 
Kl. Chr. 289. Vgl. dazu die charakteristische entstollung bei Tschudi: Also wurdend si (die 
von Rapperschwil) durch etlich überrodt (wie dann das durch pratick angetragen was), das 
sie vom rieh tratend. — M. Wilhelms wird in der Kl. Chr. nicht gedacht; es ist aber mit 
Sicherheit anzunehmen. das3 er an den Verhandlungen teilnahm. — Über den empfang des 
königs am 24. September in Rapperschwyl s. Kl. Chr. 289. 1730 

kg, Friedrich bekundet, dass vor bi. Peter von Augsburg, der allhie das kammergericht besessen 
hat, der Stadt Massmunster machtboten durch ihren fürsprecher 11. Wilhelm v. Hochperg 
vorgebracht haben, daas gemäss dem zu Frankfurt unter des bischofs v. Augsburg vorsitz er- 
gangeuemkaimii>.'iV'i']<'l)tlii.'li^ti urteil ^i-naitnto .'hem;ilii;v mitglieder <h-s ratslaut erkliirungder 
damit beauftragten Hans v. Münstral und Götz Heinrich v. Eptingen unter eid erklärt hätten, 
dass sie zur zeit, als &U Weit und urteil zwischen Massmünstor und Hans Rübsam von Basel 
zu Basel ergangen sei. gern zur »luternng* des Urteils gekommen wären und ihm auch darum 
gern genug gethan und das mit einigen »geverdeu« verzogen hätten, »dal denn darnach zwi- 
schen in boschecheu solt, das recht wero.« und dass sie demnach um ihre zuspräche gegeu ihn 
rechts begehrten. Da nun gegen solche* anbringen Bartelme Bttsua des qvn. Hans bruder 
mir einen unvollkommenen gewaltsbrief hatte, ward einhellig erkannt, dass die von Mass- 
münster dem deshalb ergangenen kammergericht) it-hen urteil genug getbau hätten und sie 
den Rübsaul wegen kosten und schaden mit recht vornehmen mögen. Beisitzer: Gaspar 
Slick, Wilhelm v. Grüneuberg, Jakob Truchsess v. Waldburg. Wilhelm Velg (aus Freiburg i./Ü.), 
Melchior v. Blumegg, Buppili v. Ellerbach, Bernher v. Ratperg, Hans v. Nortenberg erb- 
kuchenmeistor, Haus Lidwacb und Ulrich Biedrer licenciiiL Druck Chmel, Reg. Frider. au- 
hang nr. 28. — Vgl. nr. 1524. 1731 

kg. Friedrich bestätigt der Stadt Raperswil ihre Privilegien. Ad mandatum domini regisWilhol. 
marchione de Hocbberg: referente Ulricus Gunenberger. Mitteilung von Dr. jur. Hoppaller zu 
Zürich. Ungenaues reg. in Mohr, Die Regesten der Archive in der Schweizer Eidgenossen- 
schaft I. 1732 

das itinerar kg. Friedrichs, in dessen gofelge sich auch fernerhin M. Wilhelm befindet, and so- 
mit auch das itinerar des M. ergibt sich aus Chinol's regesten und den angaben der Kl. Chr. 
289 — 90. Danach brach der könig am 2 9. September von Zürich auf nach Winterthur; am 30. 
schwur auch diese Stadt dem haus Oesterreich und der herrschaft wieder und beschwor den 
band zwischen der herrschaft und Zürich wie die von Rapperswil. An demselben tage machte der 
könig einen abstechcr nach der wieder erworbenen Kyburg, kehrte aber an demselben tage 
nach Winterthur zurück. Am folgenden tage trat er die reise durch den Aargau an, über- 
nachtete am l. octoher in Baden, am 2., an welchem tage er auch klosterKöuigsfelden be- 






Regesten -Werke 



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J, F. Böhmer Regesta Imperii L 

Die Regesten des Kaiserreichs unter den Karolingern 751 918. 

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Die Regesten des Kaiserreichs unter Rudolf, Adolf, Albrecht, Hein- 
rich VII. 1273 1313. 



Nach der Neubearbeitung 



nl dem N;n lib-se .1. F. itohluer'.s hcinusoegi.lien und ergsuzt 
von Oswald Redlich. 

I Ahthcilung. lsilis. K 22.— 



.1. F. Bölmier Regesta Imperii VIII. 

Die Regesten des Kaiserreichs unter Kaiser Karl IV. 1346 1378. 

Xaolila.sv Joh. Friedr. Böhmers Ihiuo-'j-loIou i crg&nzi von Di AK. Huber. L8T7. K 50— 

Additauiciitum primmn ad Regesta Lmperii Will. 

Erstes Ergänzungsheft zu den Regesten des Kaiserreichs unter Kaiser Karl IV. 
1346 — 1378. 

Von Alfons Huber. 1S89. E — 



Regesta Imperii XL 



Die Urkunden Kaiser Sigmunds (1410—1437). 

Verzeichnet von Wilhelm Altmann. 2. Bande E itl.liv 
1896—1900. 

Additamentuni tertiiun ad Regesta Imperii 1314 1347. 

Drittes Ergänznnggheft zn den Regesten Kaiser Ludwigs des Baiern nnd 

seiner Zeit 1314—1347. 

Von Joh. Friettr. Böhmer. Horau.go-oloi ,10- .einein Nachlasse. 1865. K 4.50 



Wilhelm UPI. 



97 



Freibarg irr 
Oechtland 



suchte, in Brugg und ritt dann über Aarau, Zotingen and andere Schlösser im Aargau nach 
Solothurn. Vgl. auch das von P. Raedle zus am in engestellte, aber unvollständige itinerar kg. 
Friedrichs im Anzeiger für Schweizer Geschichte NF- V, 24. — Der oh rfurchts volle, vielfach 
geradezu begeisterte empfang, den kg. Friedrich allenthalben fand, erweckten in ihm ganz 
falsche Vorstellungen über das machtverhältnis der cid genossen and die ansebauung, als ob 
es nur des zugreifens bedürfe, um die verlorenen stammiande seines hanses wieder zu er- 
werben, und auch M. Wilhelm scheint in ähnlicher tauschung befangen gewesen zu sein. 
Das ist für beide gleich verhängnisvoll geworden. Es ist richtig, dass namentlich im Aargau 
die anh'inglichkeit an die österreichische herrscliaft gross war, aber die furcht vor den eid- 
genossen war noch grosser. Diu aufstellung einer starken streitmaclit hätte einen allgemeinen 
abfall der von den eidgonosson eroberton gebiete zur folge gehabt. Das hiolt man nicht für 
nötig; einer verliess sich auf den andern : kg. Friedrich und seine ratgeber auf Zürich an d den 
gegenbnnd, der noch erst zu bilden war. sowie auf die oberrheinische rittersebaft und diese 
auf den konig. So konnten die Eidgenossen ohne Schwierigkeit die demente des Widerstandes 
im Aargan bewältigen. 1733 

kg. Friedrich bestätigt vogt, rat und ganzer gemeinde seiner Stadt Massmüuster ihre freiheiten 
und vergönnt ihnen, dass sie übelthatigo laute, die ihnen ihr gam vor der Stadt auf der 
bleiche stehlen und forttragen, ausserhalb ihres gerichtes in seinen erblanden fangen nnd Über 
sie richten mögen. Ad maudatum domini regis Wilhelmo marchione de Hocbperg referente 
I'lricus Sannouberger can. Pataviens. Innsbruck. Urkundencopien III, Slß mit vermerk: diser 
brief hat kein sigl. 1734 

kg. Friedrich bestätigt den Zunftmeistern, den Sechsen und der ganzen zunft der raetzger, gerher 
I und Schuhmacher zu Massmunster die ihneu tou seinen vordem den herzogen von Oesterreich 
' verliehenen Privilegien. Ad mandatum domini regis Wilhelmo marchione de Hechberg refe- 
rente Ulricus Sunnenberg can. Pataviensis. Innsbruck. Urkundencopien III, 807. 1735 
1 kg. Friedrich bestätigt schultbeiss rat und bürgern von Winterthur, die sich wieder zu seinen 
als ihres natürlichen und ordentlichen herren und des hauses Oesterreich banden als fromme, 
ehrbare leute williglich gegebeu haben . ihre Privilegien. Ad mandatum domini regis Wil- 
helmo marchione de Hochberg referente Ulricus Snnneuberg can. Pataviensis. Or. Majestats- 
siegel. Winterthur. St.-A. 173« 
kg. Friedrich erstreckt schulthoias, rat und bürgern von Winterthur, die wider ihren willen von 
dem hause Oesterreich gedrungen sieb nunmehr begirlich wieder zn demselben gekehrt nnd 
ihm als dem ältesten fürsten des hauses Oesterreich gehuldet haben, den friedkreis der stadt 
nnd gibt hinzu, was vordem zn der grafschaft Kyburg gehört hat, nämlich von Winterthur 
bis zn dem stadtgalgen, von da bis an den Eschenberg, von da bis an den der Stadt gehö- 
rigen wald nnd von dem wald ab gegen Ttfss und von dem wald ob den hänsern zn Töss 
herüber an den Brül an die Weingärten und unter den Weingärten herauf an tiifels mitli und 
von der mühle bis an das kreuz an der landstrasse und von dem kreuz herüber auch an die 
Weingärten and unter den Weingärten berauf bis an die stadt, da ettwenn das landgericbt in 
Turgäw gestanden ist, und da dannen wieder zu dem galgen. Ad mandatum domini regis 
marchione Wilhelmo de Hochberg referente. Or. Majestätssiegel. Winterthur- St.-A. — Be- 
züglich des anfenthaltes in Bern vgl. auch schreiben Berns an Thun vom 3. october, dass 
alle gefangenen fische für die bewirtung des köuigs nach Bern geschafft werden. Ebenso soll 
der schultbeiss und andere in Thun, die erlich ze riten haben, am 5. october zu Bern sein, 
um dem könig entgegen zureiten. — Schweiz. Gcscliicbtsfor^her t'>, 134. 1737 
M. Wilhelm vidimirt seinem oheim gr. Hans v. Tierstein von des kg. Friedrichs wegen mit dessen 
zo rock aufgedrücktem insiegel in rotem waclis das schreiben des konigs an Basel betreffs der 
dem grafen zustehenden kastvogtei von Beinwilr dat. Friburg im Oechtland 1 442 oct. ] 2. Basel. 
St.-A. Colmar. Richtung foL 340. — Des königs aufenthalt in Freibnrg ist vom 9. — 17. oc- 
tober bezougt; so lange dauerte also auch derjenige des 11. Wilhelm. Der empfang in Frei- 
burg war geeignet die Zuversicht des königs and seiner ratgeber noch zu steigern; denn der 
bevtikerOBg herz »atuoud gen Oesterricb und warent fro, dass si den tag gelept hatten, dass 
sie einen römischen konig und am herren von Oesterreich in eigener person in Freibarg entpfa- 



98 



Wilhelm 1442. 



okt. 3 1 bis 

nov. 9 



eben sölltiD.« Die maclithaber der Stadt waren allerdings anders gesinnt, wie sich zeigen wird. 
— In Freiburg bat aufs neue eine gesaudtschaft der eidgenossen um bestätigung ihrer Privi- 
legien, aber vergebens, >er weit vor sin veterlich erb wider han oder aber dass si vor für die 
Fürsten zuo dem rechten standint,* und beschied sie auf den ] 1 . november gen Konstanz, wo- 
selbst er etliche fürsten bei sich haben wollte. Kl. Chr. 291. I73S 

gr. Johans v. Tierstein verkauft für sich und als pfleger seines minderjährigen vetters gr. Fried- 
rich, seines bruders des gr. Bernhard v. Tierstein söhn, mit Zustimmung des M. Wilhelm und 
Thiebolds v. Hasemburg. nechsten fründen vatterhalbdesgr. Friedrich, an Freiburgalle letaen 
in der herrsehaft Freiburg in den kreisen von dem wassor gen. Sinsen = Sense bis an den 
bach von Maconens und von Hünchenwiler bei Murteu bis an den bach von Plaffeyen um 
2(M)fi fl., deren empfang er bestätigt-. Es siegeln der aussteller, M- Wilhelm und der v. Ha- 
semburg. Druck Recueil diplomatique du canton de Fribourg 8 p. 192 — ■ 97, Am gleichen 
tag gibt Rudolf v. Bamstein freiherr zn Gilgenberg und zu Malberg etc. als ein frund und 
mag des gr. Friedrich zu obigem akt seine Zustimmung. Druck |. c. 197 — 98. 1739 

kg. Friedrich wird vorBesancou festlich empfangen von hz. Philipp v. Burgund und in die Stadt 
geleitet. La estoit messire Loys de Cliälon prince d' Orange, . . le seigneur d T Arguel (Wil- 
helm v. Cliälun) sou Alz, qui aocumpaguoient le duc leur souverain seigneur, ä moul grant 
compaignie, Jehan de Vieune seigneur de Bnssey, filz du seigneur de Sainct-Georges. le sei- 
gneur de Neuf Chastel (Thibaut VIII), aecompaigne de ses deui filz, le seigneur de Blamont 
(Thibaut IX sr. de Blamont et de Chastol-sur-Moselle) et le seigneur de Montagu (Jean de 
Neufchätel sr. de Montagu etRevnel), son fröre. La estiiient le conte de Frihnurir etlomar- 
quis de Rotellin. et cenk qui conduisirent la veno du Boy et du duc. Momoircs d' Olivier de 
laMarche, edit. Öoaiino et d'Avbaumont 1, 273. wo aber der marquis de Rotellin falsch er- 
klärt wird als M. Rudolf. Vgl. auch de Beaucourt, histoire de Charles VII 3, 313 ff. Die an- 
gaben von Olivier de la Marcbe sind chronologisch unhaltbar und erhalten auch sonst mannig- 
fache beriebtigung durch einen von Dunod, histoire de l'cglise de Besancou 1,266 mitge- 
teilten horicht. Auf die festlichkeiten wahrend der anwesenheit des königs zu Besanc,on ist 
hier nicht näher einzugehen, da des niarkgrafen in dem berichte Olivier's darüber nicht ge- 
dacht wird, Auch über die stattgehabten Verhandlungen sind seine mitteiluugen sehr sparsam, 
und über die hauptsache, das bezüglich Luxemburg erzielte übereinkommen (vgl. badische 
regesten), in dem der konig zum nachtüil seiner nächsten ungehörigen und freunde, seines 
mündeis des jungen königs Ladislaus und des hz. Wilhelm v. Sachsen das weiteste entgegen- 
kommen bewies, schweigt er sieb vollständig aus. Dass hz. Philipp für dies entgegenkommeen 
des königs zahlen inusst«, liegt auf der band, und in der (hat muss er damals bestimmte Ver- 
sprechungen für den bevorstehenden krieg mit den eidgenossen gemacht haben. Es liegt in 
der natur der Sache, dass der am biirgundischen hof wohlbekannte M. Wilhelm, dem die füh- 
rung des krieges zufiel, auch die Verhandlungen auf seite kg. Friedrichs leitete oder doch 
in hervorragendem masse dabei beteiligt war, und späterhin (vgl. zunächst nr. 1757) berief 
sich M. Wilhelm auf die damaligen abmachungen, als er hz. Philipp um hülfe wider die eid- 
genossen bat. — Auf dor reise von Kreiburg nach Besaneoti hielt kg. Friedrich sich in Lau- 
sanne und Genf auf, welche orte also auch in das itiuerar des M. Wilhelm aufzunehmen sind. 

1740 

kg. Friedrich befreit die unteithanen dos bischofs von Basel von fremden gerichten. Ad mau- 
datum domini regis marohimie- de Hochperg referente. Aus einem vidinius vom 16. mär/. 
1447 im Berner St.-A. Abteilung Jura (Pruntrute.r A.). — Mitteilung Tnrler's, der mir 
ausserdem verzeichnet: ] 442 jiili '23 bestätigung der Privilegien der propstei Interlaken. 
Ad mandatum domini regis Jacobus de Lynll decretorum doctor. Begest Chmel 1230. — In 
Basel weilte der könig bis zum 18. november — »und zoch von Basel gon Loffemberg, gen 
Waltshut und gen SthütThuseii, die rittent im entgegen über die Engi und empfingen in, doch 
ITOltmt BJ im nit sweren dau als aineui römischen küng und iiit an das hus von Oesterrich. 
Das wolt er nit und hieß sy komen gen Costeuz, da w<Slt er inen antwurten.« Dächer hei 
ltuppert, Chroniken der Stadt Konstanz p. 222. — In Konstanz kam kg. Friedrich am 2H. no- 
vember zwischeu 3 und 4 uhr an und mit ihm „by sibenhundert pfäridf. I. c. Vgl. ebenda 
p. 223 auch über den festlichen empfang des königs. — Die hier angeführten roisestationen 
des künigs sind dem itincrar des M, Wilhelm einzureihen. 1741 



Wilhelm 1442. 



99 



Rudolf v. Küchen Schultheis zu Freiburg (Frib-), daselbst zu gericht sitzend, urkundet, das* 
Hanman von Strassburg (Str-oss-) schaffuer der Äbtissin und des convents m Güntbersthal 
gegen Ciinratt Trejer vogt zu ßut geklagt hat um 3 M. silbers und 2 it pfennig, die dem 
kloster G. vou der vogtei zu Rore bisher gezinst sind, die aber vom vogte für seinen berrn 
den markgrafeil beansprucht wurden- Das urteil, Herüber der Schaffner einen brief verlangt, 
geht dahin, dass der vogt 14 tage ziel erhält nnd während dieser zeit dem markgrafen oder 
seinen amtleuten davon kuude geben soll; ist die suche wahrend dieser zeit nicht ausge- 
tragen, sii soll der vogt erst wieder vou Freiburg wegkommen, bis dem kloster um seinen 
heurigen zins genug gethim sei. Mit zeugen. Der aussteiler siegelt. Friburg under der rieht 
loben vor offnem geeichte. Karlsruhe. Kopb. 378, p. 73. — H. — Kot ist augenscheinlich 
in der vorläge statt Bor verschrieben, ßor = Bohr gem. Bierbronnen B.-A. Waldshut. 1742 

kg. Friedrich gibt seine Zustimmung, dass Johanns gr. zu Tierstoin pfalzgraf des hohen stifts 
zu Basel für sich und seines verstorbenen bruders Bernhard sehn Friedrich mit rat von Fried- 
richs freundeu, nämlich M. Wilhelm und Rudolf v. Ramstein herrn zu Zwingen und Gilgen- 
berg genannte reichslehen (vgl. nr. 1739) an die stadt Freiburg zu freiem eigen vorkauft 
und mit anderweitigen cigengütern, nämlich dem Tiersteiner hof zu Basel, dem hof zu Mül- 
hauseu genannt der v. Hczaeh hof und dem hof in der Clusen bei Pfeffiugen wiederlegt. Chinel 
Beg. 1232. Druck Becueil diplomatique du canton de Friburg 8, 108 — 201. 1743 

kg, Friedrich gieht den eyn un gm e istern und den gemeinen landleuten auf dem Schwarzwald, dem 
hause Österreich zugehörend, die freiheit, dass sie vor kein fremdes gericht geladen werden 
sollen und auch die achter bei sich wandeln lassen dürfen, den klägeru wider dieselben jedoch 
auf erfordern recht gewähren lassen sollen an zustandigem gerichte. Auch soll das vermögen 
der »landtsidlinge« und bastarde bis auf einen »siechten haubtval« für den herrn oder land- 
irr i IV-n ituf dem Srbwarzwald deren nächsten erben verbleiben. Ad m&udatum domini regis 
referente domum Willu-lmo marchione de Hochperg. Or. Karlsruhe; auch enthalten in be- 
statigungsurk. k. Maximilians von lälfi jnli 13. Kop. 691, p. 41. Beg. Chmel 1215. Druck 
ZGO. 10, :)ßfi, aber ohne unterfertigung durch M. Wilhelm. — H. 1744 

kg. Friedrich bekennt, dass Jakob v. Stonfffii zwei triefe von hz. Lupolt und hz. Friedrich vor- 
gebracht hat, wodurch sie grafin Margrethe v. Hohenberg und gr. Hermann v. Sulz ihrem 
ebewirte auf die Schlösser Cnstelberg und Waltkilch und die herrschaft Triberg angewiesen 
haben um 70 00 tl. Darauf haben der v. Sulz nnd die v. Hohenberg des v. Staunen vater und 
andern weiter versetzt, und damit solche pfnndschaft dem hnuse Österreich nicht entfremdet 
würde, so sei sein vater durch »unsere landvogt und rate« heteidingt worden diese pfand- 
schaft zu seinen banden zu lösen, die weil er doch hindter den schulden der merer teil syge. 
Das haben sein vater und er gethan und die plandschaft um 5TO0 fl. erlöst. Um die übrigen 
1300 fl. habe der v. Sulz Triberg insunnders versetzt. Auch brachte der v. Stauten einen 
schnldbrief hz. Friedrichs v. Oesterreich aiiBerrhtold v. Stauffen seinen vater vor für geleistete 
dienst« znr zeit des Konatanzer konzils. Daraut hat der könig mit dem v. Staufen durch 
laudvogt (M. Wilhelm) und rate, so jetzt vom Elsass bei ihm waren, abrechnen lassen, bringt 
eine summe von MOO IL, und schlägt ihm solche summe auf die herschaften Castcllberg und 
Waltkilch. behält sich aber vor Öffnung der schlösser, sowie landreisen und schatzsteuer an 
die herrschaft Oesterreich. Coramissio domini regis per d. marchionem de Hochberg. Inns- 
bruck. Urkundencop. III, Br,;i. — Vgl. nr. 1212 u. 1293. 1745 

kg. Friedrich genehmigt, dnss Wilhalm v, Grüm-nberg das dorf Äugst, das er von Henman 
Offenburg (-ffemb-l an die königliche bürg Rhoinfelden gebracht hatte, au Hanns Rieh v. 
Richenstein versetzt und die um 6.iO gülden wiederlösliche jahrliche gült von 26 gülden 
darauf geschlagen hat, und bestimmt, dass Hanns eben die 26 gülden und auch die k4 gül- 
den, die ihm M. Wilhelm v. Hochburg jährlich von den dürfern Kirchen (Kilch-), Efringen 
(Effr-) nnd Ei tu «hl in gen (Evmat-) giebt, von kaisor und reich zu lehen haben soll, vorbs- 
haltlich jodoch der wiederlösnng um 2300 tl. rbein. Auf" dem bug: Commisaio domini Regis 
per dominum marchionem de Hochberg. Or. mb. Karlsruhe. — F. 1746 

kg. Friedrich an priorin und konvent zu Diessonhofen ; hat in gemässheit seines rechtes der ersten 
bitte Annen, Hans-Ulrichs v. Tettingen soligen tochtor eine pfründe in ihrem gotteshause 
verlieben. Ad mandatum dam. regis Wilhelmo marchione de Hochberg referente. Or. mb. 
Thurgau. Kantonal-A. Frauenfeld. S.-Catharinenthal, 1747 



13* 



100 



Wilhelm 1442. 



1442 



kg. Friedrich gewährt der stadt Bei fort, die den halben teil des waldes Salbort (bei Belfert) von 
seinen vordem von Oesterreicli verschrieben haben, nun mehr auch den andern halbteil des 
genannten waldes, so jedoch, dass sie jährlich von solchem halbteil G Ü wachs seinem ein- 
iiehmer zu Helfort reichen, und gebietet seinem landvugt im Elsass und seinen vi%ten zd 
Beffort und Rosenfcls, den bürgern zu Belfert keinen einlrag an dem genannten walde zu 
thuD noch zu gestatten. Ad niandatum domini regi? referonte do. Wilhelme marchione de 
Hochpergen. Innsbruck. Urkundencopien HI, G77- 1748 

kg. Friedrich bekundet, dass am 22. november vor seinem kamroerrkhter M, Wilhelm v. Hoch- 
berg des stiftes n. 1. frau und des neuen pfrüudhauses zu Ingolstadt genannte machtboten 
augebracht haben, dass ihre aultraggeber die gemeinde Ingolstadt zu drei malen vorgeladen 
haben, weil infolge einlasse» der (einde des hz. Ludwig v. Baiern gr. v. Mortani seitens der 
Stadt aus der Sakristei der genannten kirche kleinod, Larscbaft, briefe und anderes gut ge- 
nommen sei, und dass. nachdem die genannten maehthoten bis zu ende des karamergerichts 
gewartet hatten, ohne da« trotz dreimaligen aufrufes die gemeinde zum rechten geantwortet 
hatte, und nunmehr am heutigen tage aufs neue ihre anspräche auf Schadensersatz im betrag 
von mindestens 60O00 n. erhoben haben, erkannt ward, dass genanntes stift und pfrundhaus 
seine anspräche «Wonnen habe und die von Ingolstadt wandet und kehrung tliun sollen. 
Beisitzer: bi. Peter v. Augsburg, gr. Hans v. Tierstein, Hans v. Spaur, Hans v. Stamheim. 
Sigmund v. Slandeusperg, Pupulli v. Erlbach , Heinrich v. Harnstein rittere. orbmarschall 
Heinrich zu Fappeuhoim und Haus Ulrich v. Embs. Druck Chmcl, Reg. Frider. auhangnr.30. 

1740 

kg. Friedrich verhört die eidgeuosseu oftenlicli ufl'der plallenz, da tegegsn warent forsten, herren, 
ritter und kuecht, . . di* bischöfe von Augsburg, tturk, Briien und Chierasee und bei ihnen 
vil doctores und gelerter, die markgrafen Jakob v. Baden, Wilhelm v. ROtteln, der gr. v. 
Schaumberg (Sei ioweii bürg), hz. Kuodolf von der Schlessi. diegr. v. Montfort, Matsch u. Lupfen. 
Also fielent die aidtgenossen für den küng und Hudolf v. Erlach von Born bat in ihrer aller 
namen um bestatigung ihrer Privilegien. Der könig verlaugte aber zuvor rückgabe seines 
»vetcrlkhen« erbes und bot ihnen recht auf die kurfürsten oder den pfalzgrafou oder anch 
auf die anwesenden forsten und herrn. Die eidgonossen wollten sich aber vor bestatigung 
ihrer freiheiten auf kein« Verhandlungen einlassen. Also schieden sie hinweg. Kl. Chr, 292 
bis 93. Frund ] Hl. Gleichzeitig waren nun auch weitere Verhandlungen im gang, um jenen 
gogeubund, den kg. Friedrich Zürich verheissen hatte, zu stände zubringen, uud damit hängt 
wol zusammen, dass kg. Friedrich hier zu Konstanz eine aussiihnung zwischen den schwäbi- 
schen reichstä-dteu und den Heimenhoferu zu stände brachte. Vgl. badische regesten. Der 
gegensatz zwischen adel und Städten blieb trotzdem so schroff wie möglich und die Partei- 
nahme des oberrheinischen uud schwabischen adels für Zürich trieb die reichstädte in das 
entgegengesetzte lager; von einem bund unter leituugdes M. Wilhelm konntet! sie sich nichts 
gutes versprechen. K~ warent och der mertail der richstett, die den küng entsassen, und si 
duchte, er laitc dein adel me «w denn den stetten oder den pureu, und warent alM <\w stet) 
nit all wol an dem küng. doch hatten si das liaiinljeh.« Kl. Chr. 293. 1750 

kg. Friedrich reitet mit einnm hübschen zng, nämlich bei 80H pferden genSt.üalleu und wurde 
festlich empfangen. Vgl. v. Watt's Chr. ed. Grötzinger II. 97. Am 2N. november war kg. 
Friedrich von Costentz den see uff gen Arhon gefahren, da im bischof Hainrich ouch vil eer 
bewaiss. 1. c. p. 96. — Item uff dieselbe zit swurent die von Diessenhofen wjder an das hns 
Oesterrich. Dscher bei Buppert I.e. 223, Am :in.nov. forderte der könig von St.-Gallen, dass 
man ihm den eid leiste als einem römischen könig. «Und schwur menklich in dem hof vor der 
pfallenz dem küng, der uf dem gang stund und nebend im abt Caspar (v. Landenberg). Und 
was der ganz hof vol lüt, dan der zülouf ouch groß und der burger dieser stat vil was. Item 
do stunden nebend dem küng bischof Hainrich von Costenz, der ainer von Hewen was und 
pfleger zu Chur, und der bischof von Brixen, der bischof von Frisingen, der bischof vonOugs- 
purg und her Jakob Trnksäll , oberster landvogt zu Schwaben, dabi der margraf von Nider- 
baden und der graf von Rötelen sampt andern grafen. rittern und knechten . . Und wie man 
geschwür, do naigt sich der küng sampt allen sinen bislenderu gar früntlicb gegen der bur- 
gersebaft und gab anzaigen. dafi er gefallens ab sölicher bewilgnng trüege. Also blaib der 



Wilhelm 1442. 



101 



iftsr^ 



nov. ex. 
dec. in. 



dec. 3 



Feldkirch 



> > 



küng mornendes (dec. l) buch hie, und was vil fröd in der stat; dan desselben jars besser 
win im Rintal gewachsen was, dan vormals in vil jaren nie. Und lößtend unser barger und 
rät iederman ab der herberg, was ze fuß und roß hie was, für futer, mal, haber, stalmiet und 
was da ufgeloffen was; dan des abtz armut die gastung nit hett mögen wol ertragen.« 
v. Watt's Chronik 1. c. 99. 1751 

ehe der könig von land schied, dieweil er noch zu St. Gallen lag, warb er an Appenzell , dass 
es das bündnis mit den eidgenossen absagte und in den band mit Zürich, der herrschaft und 
den städten Winterthur, Bapperswil, Kyburg und andern Städten eintrat Wenngleich die 
von Appenzell »nit vast eiü guten band« mit den eidgenossen hatten , so schlugen sie das 
dem könig doch ab, indem sie meinten , solches mit ehren nicht thun zu können , erklärten 
sich aber bereit, wann si mit recht davon gezogen und gewist wurdind, darin gebürliche ant- 
wort geben zu wollen. Also befahl der könig seinen raten (M. Wilhelm), dass sie der sache 
halb weiter mit denen von Appenzell verhandeln sollten, und gab denen von Appenzell zum 
richter in dieser sache den bischof von Augsburg. Klingenberger Chronik 297. Tschudi II, 
353. — Hier liegt der seltene fall vor, dass man der KL Chr. einen irrtum nachweisen kann, 
denn die betreffenden Verhandlungen fanden bereits zu Konstanz statt. Dorthin hatte der 
könig amman und landleuten des landes zu Appenzell tag verkündet, weil sie bisher über das 
blut in (sie ! zu lesen ist on) den bann gericht hand, auch in des richs acht sint und umb an- 
der treffenlich Sachen. Also ist der von Appenzell treffenlich bottschaft vor den könig ge- 
kommen ; und ist eine gütliche abredung geschehen in der weise, dass der könig sich bereit 
erklärte, ihnen den blutbann zu leihen, sie aus der acht zu entlassen, ihnen reichsunmittel- 
barkeit zu gewähren etc. , hingegen sollten die von Appenzell vor des reichs fürsten und 
herren, die jetzt beim könig seien, zu rechtlicher entschsidnng kommen, ob sie ihren bund 
mit den eidgenossen, ohne den könig und das reich sich vorzubehalten, hätten schliessen 
dürfen , und würden sie von ihrem bunde mit den eidgenossen rechtlich losgesprochen , so 
sollten sie dann mit einer reichstadt, welche er ihnen anweisen werde (d. h. Zürich), einen bund 
schliessen, der inen denn glich und gemein sei (während der bisherige bund mit den eidge- 
nossen für Appenzell keineswegs auf dem Standpunkt der gleichberechtigung beruhte.) Dar- 
über sollten sie dem könig zu Feldkirch ein vullen antwort geben ; wäre sie zustimmend, so 
wolle der könig ihnen solche freiheit geben und auch verschaffen, dass sie vom kanzler da- 
für nicht beschwerlich gehalten würden , im andern falle wolle der könig dem recht gegen 
Appenzell den gang lassen. Zellweger, Urkunden des appenzellischen Volks I Abt. 2 p. 555 
bis 57. Vgl. dazu Zellwegers Geschichte des appenzellischen Volks 1, 5no. — Der irrtum 
der Kl. Chr. erklärt sich so, dass die abgesandten Appenzells sich zu St. Gallen in obiger 
weise zu dem Vorschlag des königs äusserten, und es war dann weiter darauf berechnet, die 
Appenzeller zu gewinnen, wenn der könig ihnen am 6. december zu Feldkirch den blutbann 
zunächst auf zwei jähre verlieh. Zellweger, Urkunden 1. c. p. 557. — Es wurde darauf Jakob 
Truchsess v. Waldburg zu denen von Appenzell geschickt, der bescheid begehrte, wenn ihnen 
der bund rechtlich von dem als richter dazu geordneten bischof von Augsburg aberkannt 
würde, ob sie dann dem könig gehorsam sein und seinem begehren ze willen stan wollten. 
Das versprachen sie, und es wurde ihnen darauf hoffnung gemacht, dass der könig ihren 
vielen beschwerden gegen den abt von St-Gallen abhelfen würde. Tschudi 354, der hier ver- 
lorene aufzeiebnungen benutzt. Auf die fernem bemühungen der eidgenossen einerseits, Zü- 
richs anderseits, um Appenzell zu sich hinüberzuziehen, kann hier nicht eingegangen werden. 
Einstweilen verharrten die Appenzeller bauern in der neutralität, und auch das war schon 
ein gewinn für die herrschaft und Zürich. 1752 

kg. Friedrich bestätigt Schan Kolin und Schan Pirrin v. Wissemberg = Blamont (bei Mümpel- 
gart), die in das amt Eosenfels (jetzt Rosemont) gehören, ihre freiung, dass sie nicht mehr 
pflichtig sein sollen als Schan Kolin zu 60 & schwerer guter käs und Schan Pirrin zu 50 & 
guter käs, jährlich in das amt Rosenfels zu antworten. Ad mandatum domini regis refer. 
do. Wilhelmo marchione de Hocbperg. Innsbruck. A. Urkundencop. III, 739. 1753 

kg. Friedrieb befiehlt dem M. Wilhelm v. Hochberg landvogt im Elsass an seiner statt die abtei 
St-Stephan zu Strassburg mit allen ihren leuten und gutem zu beschirmen. Vidimus des 
Strassburg. hofgerichts vom 13. dec. 1442. Or. mb. Strassburg. B.-A. H 2629. Mitteilung 
von W. Wiegand. 1754 



102 



Wilhelm 1442. 



1442 

dec. 4 



kg- Friedrich nimmt priurin und konvont des klosters zu Uiesscnliofen und dessen guter in seinen 
schütz and bestätigt dessen Privilegien. Ad relaeionem dorn. Wilhelmi marchiom? de H.nli- 
perg Wilhelmus Tatz. Or. mh. c. sig. pend, Thurgan. Kautonal-A. zn Frauonfeld. S.-Catha- 
rinenthal. Hegest Chmol 1205. 1755 

nls nn der Itünig liernf von Franlcenfurt kommen und also hie obnen im lant von statt ze statt 
gevaren was, und die Sachen geschaftet hat, — und so os im eben was, so nam er die sacheu für 
als ein filmischer küng, hat und l'uort also zwo figgen — weiss ich nit, wie im die sachen, 
so er mit den von Zürich mit dem bund hat gemacht, gondon gevalleu oder WM red im und 
den von Zürich begond daruf ligen; dann man ret hie und dort, eintwedrer teil bette den 
andern beschissen; — der küng wollte heim, und fuor heim. Die von Zürich betten gern ge- 
sehen, das er lenger by inen und hieby im lant beliben wäre, uud ritent Line nach von Co- 
stentz gen Voitkirch und deshin; nnd wie doch das heruach her Jacob Tragsäss von Walt- 
burg, des römischen riebs lantvogte in Swaben . ouch margraf Wilhelm von Huchberg , her 
zu Röteln und ze Snsenberg der herschaut von Oesterrich landvogte in Elsas, her Hermann 
(sk? Wilhelm) v. Grünenberg ritter. her Thüring von Hallwyl uud ander mit den sacben 
vast nmbgegangen, und den punt zesaraenge tra gen , und otlich under inen an des 
küngs statt und für den küng als für ein liersenaft von Oesterrich den punt gesworn und 
den küng darhindor gebracht und Überret hattent, wan er noch ein junger her 
was; da bevalh er sin Sachen und sin statt in denselben sachen und sunder von des punt* 
wegen, als er sich wol versach, das der nüw pund den eidgenossen uiilidenllch sin wurde, und 
nachdem und in die von Zürich nmb hilf und umb rat anruoftent, dem margraf Wilhelmen 
von Kotelen lantvogte, und gab ouch damit den von Zürich ein hnptmau in ir statt, mit nami-u 
den vorgenanten Thüringen von Hallwyl. Also underwnndent sich do der margraf und Thü- 
ring von Hallwyl der sacben und der von Zürich vast, und nainent dit- sachen in ir hand zt- 
füoren. Dieselben von Zürich gemeinlich swuorent ouch darnach bald dem von Hallwyl als 
irem hoptman in den sacben gehorsam ze sind. — Fründ p. 111. Man sieht aus dieser dar- 
stellung Fründs. dass auch die eidgenossen der meiunng waren, dass dies bündnis Zürichs 
mit der herrschaft das werk des markgrafeii Wilhelm und seiner politischen freunde war. — 
Die Klingenberger Chr. p. 294 bemerkt kurz : der küng zoeh gen Veidkilch und uborn Arien- 
berg in, wan er ernstlich in dem Und ze schaffen hat, und cmpfalch sin laud und die sachen 
sineu ritten und dienern und besunder marggratf Wilhelm von Hochberg. — Ich verweise 
hier noch anf die wichtige thatsache, dass Jakob Truchsess v. Waldburg der Schwiegersohn 
des M. Wilhelm war; wann Jakob Truchsess M. Ursula v. Hochberg geheiratet hat, 1 i--t sich 
nicht feststellen. Was Vochezer. Gesch. des fürstlichen Hauses Waldburg II. 57 — öS darüber 
bringt, beruht auf irrigen voraussatzungen ; hier will ich nur bemerken, dass Johannes Truch- 
sess v. Waldburg aus der ersten ehe des Jakob Truchsess stammte, seine für das jähr I43S 
verbürgte oxisteuz also für den Zeitpunkt der heirat nichts beweisen tanin. — Ich trage »- 
dann noch eine Urkunde vom 3. juni 1 440 nach, die jetzt inhaltlich von Vochezer II, p. 22 I 
bis 222 mitgeteilt und mir durch meinen mitarbeite!- herrn Frankliauser (Fr.) bekannt gewor- 
den ist. Danach hatten sich M. Wilhelm, Heinrich, Rudolf, Hug und Ulrich gr. v. Montfort-Tett- 
nang und Rotheufels und reichslandvogt Jakob Truchsess zu Waldburg mit allen ihren schlos- 
sern, landen und tenton, also mit allom was zu iiregenz. Hohennegg, Nenburg, Trauchburg. 
Ruthenfels, Blaichach, Stauffen, Eglofl's, Tettnang, Argen und Wasserburg gehörte, auf ~> jähre 
verbunden iunerhalb des bezirkes von Werdenberg das Rheinthal, den See und den Rhein 
hinab bis an den Schwarzwald, vom Rhein vor dem Sihwarzwald ab bis zur Donau und die 
Donau ab bis zur einmöndung der liier, die Hier herauf bis in das Allgäu und dann durch 
das Allgäu bis an den Lech und von dem Loch obenan durch das gebirge her gen Werden- 
berg. — Or. Trauchburg. A. in Zeil. — Am gleichen tage hatten die gr. Heinrieh , Rudolf. 
Haug uud Ulrich, sOluin des verstorbenen gr. Wilhelm, auf alle fordernngen gegenüber M. 
Wilhelm und seiner gemahlin Elisabeth v. Moutfort bezüglich der Bregeuzer erbsch.il't ver- 
zichtet und sich verpachtet in dem schwebenden streit nicht dem gr. Hugo zu helfen, son- 
dern neutral zu bleiben. Trauchburg. Vertragsbuch 2, 90 b. — Vgl. nr. ] 457. 1756 

fRatschlag dos M. Wilholm.] l) Item ich wolt riten, dass man die welichs der wärm ete. mit 
recllt fiirneme und sy in die acht brachte und darnach in den ban und das sy allen cristau 
lüten verholten wurden kain gemainsi'imi mit in zu haben. — 2) Item den baiden von Wir- 



Wilhelm 1442 43. 



108 



temberg ain bottschafft ze tünd ob es nott tätt, was sich denn min her der kürig zu in ver- 
senken möchte ze heißen. — 3) Item des glich min cm berren dem pfallzgrnven by Bin und 
dem marggraven von Baden, herzog Albrochten von I'aigern, och den höptluten der gesell- 
schaff mit Sunt Jörgen schilt in Swaben. — 4) Item dem herczi.gen von Purgony haben sine 
rüt selb mit mir uss den Sachen gerett, sovil das ich mich wol verseuhen, der im ain treffon- 
licb buttschafft gcsant hett, das die sach aincn fnrgang hett gehept. — 5) Item dem here- 
xogen von Mayland bottschafft ze tünd und och zu besenhen. was man an im gehaben möchte. 
— fi) Item so bedacht mich gut sin, das man die von Zürich yecznnd mit ainem giiteit hopt- 
man versuche nnd dem och darnmb bitte, bedi'tcht mich Türing von Hallwyl gilt sin. — 
7) Item amb aincn treffen liehen vogt und der dentiocht gilt zi'i ainem boptman wäre in berr- 
schaft't zii Veitkirch, — 8) Item das man gedengk. das man die botlschaft so Jakob Truch- 
sesse geworben hat. das man die vollende von des punts wegen; denn min herr von Costencz 
in den Sachen mit den sinen gancz willig ist. — 9) Item das man och beseche, was man an 
den von Basel habe, den wolten sy nit den rechten weg, so maint ich. das Elsass solt in tun, 
I was ze tön were. — Zürich. St-A. In einem alten inventar des Züricher St.-A. wird die^ 
I gutachten »ratschlag Thürings von Hallwyl« genannt; dass herr Thüring nicht der nrbeber 
sein kann, gebt schon aus fi) hervor; und da nachweisbar (nr. 1772) M. Wilhelm Thüring * 
Hallwyl als hauptmann in Vorschlag brachte, so ist zu folgern, dass M. Wilhelm der irb** 
dieses gutachtens für kg. Friedrich ist, das für ihn bestimmt war, bevor er ron ftU> ' 
schied; dasselbe ist daher kurz vor der errtennung Thürings v. Hallwil anzusetzen. A-' ' 
Urheberschaft des M.Wilhelm weist auch der sprachlich entstellte arttk.?! 4 bat) 
gundischen bündnisses sowie art. 8 u. 9 hin. Ausschlaggebend ist, dass TOB H H 
dein nrbeber und leiter dieser ganzen politik in dem vorliegenden gntacbteiJ 
ist; das erklärt sich eben dadurch, dass H. Wilhelm selbst der Verfasser Be- 
weist übrigens, dass die Verhandlungen mit Burgund Dicht im sinne dos marky _ 
setzt und zu keinem endgültigen abscbluss gebracht waren. Der pro! ; 
I Zerwürfnis mit kurfürst Friedrich und seinem bruder hz. Wilhelm nm 
ganz abgesehen von der proisgebung der Interessen des kg. Ladislal 
] nach den gewonnenen eindrücken hoffen, auch so mit den eidgeu 
I Bei den vorschlagen des M. Wilhelm ist übrigens charakteristisch, Ja« 
i die man andern zumuten will, die rede ist, 
M. Wilheim landvogt verleiht dem Heini Keller von Emmerracb als W»" " 
acker vorm Harde zu Emmerach, genannt des Heideggers . 
Büti, den er von seinem vater Hans Keller ererbt bat Or. ok 

i M. Wilhelm empfangt in gegenwart von Bürgermeister und 
kloster den eid vnn denen aus Kybnrger amt für die heri 
ebenfalls die veste Kyburg zu der herrsebaft handeii od - 
Tschudi 353. 
1. Wilhelm kam gen Zürich in die sladt, die von ihm '«"• *'" 
stundind in sorgen gegen iren ejdgenossen and wii 
der von Rapuerscuwil boten und begehrten , dass er f r 
vorsorgt», denn sie mössten sich täglich von dwwe •* 
mehr sicher in der v..n Sehwyz und Glaras gtbM ^" 

■r reich gethan hätten. Also gab 
darlieh das gesin möc.ht mit Söldnern Und 
■ringt. 





104 



Wilhelm im 



-iw:i~ 



Item Olln 2 II /& um 1 halbli , sind geschenkt Junker Thüringen von Hallwyi. Kimstanz. 
St.-A. TJsgenbüch Conratz Grunneuberg p. 23, erster poston des Jahres. 1762 

Schenkinen der Stadt Konstanz: Item Lutpfrid Mmitpriit ] 2 LI ,$ um nun hälbi, der sind geschenkt 
H hälbi dem margrafTen von Röteln. — Vorher geht ein ansschank des Muntprat an gr. Hans 
v. Tengen, drei v. Bödmen, zwei v. Clingenberg, Burkort v. Honburg nnd ratshoten von 
Überlingen, Ravensburg und Pfullendorf. Konstanz. St.-A. Usgenbüch Conratz Grünnonberg 
p. 39. 

It dem Jlertzen 32 ß 4 nm - %* hälbin, der sind geschenkt 1 2 dem bischoff von Trient. 
B dem margraffen von Rütteln and 4 dem apt von Sant Gallon = i tt 12 d .$. 1. c. p. 39. 
— Über den Zeitpunkt der anwesenbeit des bischofs von Trient in diesen gegonden habe ich 
nichts feststellen können; es lässt sich demnach auch der dermalige au (enthalt des M.Wil- 
helm zu Konstanz zeitlich nicht näher bestimmen. 

Item der von Hoff 1 Ä4Ü^om IS halby, dor sind geschenkt (j dem jungen mar- 
grafen v. Rütteln, 4 minem herren v. Ow , 4 dem lantkoraenthür, 2 her Hansen v. Clingen- 
berg, ains dem statschriber von Sant Gallen und ains den von Überlingen. 

It. Hansen von Hoff I fl" 15 II ^ um 21 hälbi , der sind geschenkt miner frowen v. 
Lupfen nnd dem jungen raargräfen v. Rotteln 8 uälhi, her Melchiorn v. Blümnegg zwai nnd 
her Hanman v. Offenborg 2, dem v. Ramstain 2, den vonOgspurg 4, aira botten vonScbäff- 
busen 1, den von Lindow zwej. Konstanz. St.*A. Usgenbüch Conratz Grünnenherg p. 40. 

Item Hansen Blarer ] « J l li s i-, um 19 hälby, der sind geschenkt tf minem herren 
dem margrafen v. Rötteln dem alten, 8 zwain heren v. Tettnang (gr. v. Montfort) und 3 den 
v. Rottwil und v.Vilingen. I.e. p. 40.- — Eine nähere Zeitbestimmung ist nicht müglich: man 
möchte beinahe glauben, dass es sich um eine Zusammenkunft des jungen M. Rudolf V. und 
seiner halbsch wester Kunegmido v. Lupfen geb. v. Neuenbürg mit M. Wilhelm gehandelt 
hatte, 1J63 

Schenkwiu: dem M. v. Röteln 2 kannen. Solothurn. A. 1443 p. 15fi. Wahrscheinlich handelt 
es sich hier um M. Rudulf, der entweder auf dem wege zu oder vnn gr. Hans v. Freiburg war. 

1704 

Beringer v. Landenberg von Greifensee d. j. bürge für M. Wilhelm v. Hochberg gegen Zürich 
um 4(100 gnlden von der Herrschaft Österreich wegen. Gabelkhover Collect. 1, 334. 
Stuttgart. St.-A. liftä 

Item ist genitslaget uff die sach so unser gnedigen herren der margrüff nnd her Jacob Tracli- 
süss mit uns gerett handr wan die vonSwitz ein wurtz und ein anfang sint aller der stÖssen 
zwischen dem hause Osterreich nnd den eidgenosson, darumh zu gedenk wer, das Bj gantz 
usgerüt nnd gotempt wurden. Zürich schlägt nnn TOT, dass man den Etzel mit einer summe 
volkes einnehme nnd denen einen Hauptmann gebe, und eine summe vnlkes hinein schicke, 
um die letzi an dem satte) einzunehmen, und auch diesem volle einen Hauptmann gebe und 
auch die letze wider die von Egri und Zug besetzte und den übrigen zug in das land von 
Switz ordnete, so dass der eine teil sich gen Switz. der andre gen Artli wendete und dort 
wüstete; beide teile sollten dann in Stein wieder zusammenkommen und von da mit einan- 
der hinuff ziehen auf den sattol zu dem andern zug und dort beraten, »b sie gen Egre oder 
in die Marcli wollten, und dann die untere March einnehmen und die obere verwüsten. Gleich- 
zeitig solle man einen reisigen zng zu ross nnd zu fuss dem Fryen ampt zuschieben, der mit 
denen im Fryen ampt gpn Zug ziehe und das verwüste. Der markgraf möge ihnen demnach 
ein oder zwei mann zuschieben, so wollten sie die ricke besehen, ob man einen solchen zug 
unternehmen könnte. — Der andere anschlag ist, dass man gen Pfeffikon ziehe und der eine 
häufe das nnd die March einnehme, der andere aber den Etzel besetzte und Einsiodlen ver- 
wüstete, und was sy vor dem land hettent, daz man inen daz uff einen tag innem ; den dritten 
häufen solle man dann in das Fryampt ordnen znr Verwüstung Zugs (wie oben). 

In anbetracht des bündnisses von Zürich mit Switz wäre auch zu beraten, wie Zürich 
die saehen mit ehren thun und anfangen könnte. Hierzu ist mengerley zu geraten : dass man 
in einer kurzen geschrift von Swicz das Gastel fordere, und da zu erwarten sei, dass es 
keine ulltragliche antwott gehen würde, dann sofort fehde ansage und sich gleichzeitig bereit 
halte einen der anschlage auszuführen. Ein anderer weg sei. dass die von Rapperswil von 



Wilhelm 1448. 



10$ 



jau. 13 



Switz and Glarus Sicherheit begehrton und wenn sie keine zufriedenste Hernie antwort er- 
langten, denselben ein schiff mit gut uffhebent und dieselben dadurch zu einem angriff reizten, 
worauf Rapperswyl Zürich nach des hundes sag am hülfe mahnen müsste. Der drittü weg 
wäre, dass der liönig Zürich zur hülfe an Eapporswyl mahnte, da Zürich in den alten bänden 
das reich vorbehalten hätte. Item uns zu besorgen mit einem treffenlich züg ze ross and ze 
füs und mit houptliiten in der statt Zürich und -ze Rapperswil. Das sei auch nötig für den 
täglichen krieg, den man betreiben müsse, und es sei dann auch nach Wediswil ein zug zu 
legen. Ch. coaev. Zürich. St.-A. — Das annähernde datum dieses wichtigen aktenstückes, 
das beweist, wie man :ich nach der abreise des künigs in Zürich und in den kreisen des ober- 
rheinischen adels mit an griff's planen trug, fällt vor die ernennung Thürings v. Hallwil und 
Ludwigs Meyer zu hauptleuten in Zürich und Kapperswil , wie aus dem letzten abschnitt 
hervorgeht. — Beim ausbrach des krieges suchten M. Wilhelm und !>m. Stüssi diesen kriegs- 
plan zum teil zur ausführung zu hringen. — Ein mandat zu gunsten Rapperswil's war bereits 
früher einmal ergangen. Vgl. nr. 1215. 1760 

in preseucia d<imini Marchinnis de Hochberg illustris et multomm nobiliura et canonicornm 
capitulariter congregatorum dixi ad dominum praaposituin (Hatthaeus Nithart) terribile ver- 
bum: Ecce de libris vestris propriis dedneam, qnod res et honores meos : id est statum bouoris 
mich] abstulistis per imqnissimam sententiam vostram, et si non probavero, perdam preben- 
dam roeam, sed si probavero, restituatis mihi honores, expensas et rem nequiter raptam. Quo 
andito ■ . - facies eins rrocea alhescit, dentes coilisit et nil respondit Qnibus visis et auditis 
per dominum Marchionem et nohiles ipsi recesserunt et de roca sermonis alacritate et plus de 
prelati taciturnitate mirati fuerunt. Passionale magistri Felicis Hemmerlii. Kantons -Biblio- 
thek Zürich c. 119. — Mitteilung von Hermann Escher. — Zur sache bemerke ich, dass 
Felix Heuimerli chorherr zu Zürich am Gross - Münstorstift war und uugerechterweiso von 
propst nnd kapitel zum verlust eines Jahreseinkommens seiner pfründe verurteilt worden 
war. Vgl. B. Hober, Felix Hemmerlin von Zürich p. lf.7 und über den Zeitpunkt obigen 
anftritts p. 1 7 J . — Ich trago hier auch noch ein schreiben kg. Friedrichs an Zürich vom 
:i. august 1 442 aus Frankfurt nach (Rober p. 1 85) : M. Wilhelm hahe ihm vorgebracht, wie 
propst nnd kapitel zu Zürich Felix Hemmerlin doctor geistlicher rechten, ältesten chorherro, 
seines bruders (bischof M. Otto v. H;ichberg) und seinen diener »umb ein gantz jar pfrund ge- 
straffet haben unverdient als er meint.* Nachdem der könig bereits an propst und kapitel 
hat schreiben lassen, Felix solche strafe zu erlassen, trägt ur Zürich auf, in demselben sinne 
mit den chorherrn reden zu lassen und wenn sie sich weigern, ihnen einen tag zu setzen, die 
Streitsache von anfang zu endo zu vorhören und dann zu entscheiden. — Möglicherweise 
hing jene scene mit diesem auf trag zusammen. - — Die persönlichen beziebungen des Felix 
Hemmerli zu bi. Otto M. v. Hacbberg treten auch dann zu tage, dass er dem bischof Otto als 
>preCeptnri mihi gratissimo litterarum pericia inultum redimito seinen traktat de nobüitate 
widmete, der ihm bei der oidgenossensthali so bittem hass einbraclite. Vgl. Wermiughoff, 
i Bischof Otto III. von Konstanz in ZGO. NF. I ■.', 27. — Der Stadt Zürich brachte es keine 
ehre, dass sie zuliess, (Rober p. 41(1) dass Hemmerli am !8. febrnar 1454 aus der Stadt in 
den härtesten kerker fortgeschleppt wurde. — Heber die hemühnngen des M. Karl v. Baden 
ihn zn befreien oder ihm doch seine haft zv erleichtern, vgl. Imd. reg. 1767 

In disen dingen warent die aidtgenosseu fast nngedultig mit den von Zürich, dass si also ain 
ewigen puud mit der herrschaft von Österlich gemacht hattou, und muot si dass die von 
I Zürich bü wo] ains mit dem küng warent und das sich die von Zürich so fast an die edlen 
hangkten, und gieng als vil red under den aidtgenossen uss, dass si denen von Zürich grob 
und übel zui> redten, wie si brüchig an inen worden wärint... Doch so hatten si das aigenlich 
vor inen ain ganz gemeind (der text ist hier augenscheinlich korrumpiert), si müestint dem 
küng und der herrschaft ir brieff hinuss geben und ir pünd ganz und gar absagen, und mit 
der heischaft later nüts ze schaffen han, oder si weiten die von Zürich und die iren wüesten 
uud zwingen, das si von sölichen lassen müestin. Also ritten die aidtgenossen all wocheu ze 
tagen nnd laisten also mengen tag (bekannt ist nur der von Beggenried anfangs Januar). Je 
ze letst hatten si tag ze Lucern gelaist und ritten also von dem selben tag gen Zürich. Kl. Chr. 
294. Tschudi p. 354. Eidgen. Absch. II nr. 256. 1768 



lOft 



Wilhelm 1448. 



1448 j 

Jan.] 4-15 



genannte boten von Luzeru, Ure, Unterwaldeii und Zug und in ihrem sowie auch in der von 
Switz und Glarus namen Peterman v. Lutishofen von Luzern mahnten Zürich, das ewig« 
bündnis mit der herrschaft Oestorroiehabzuthun und den bnnduisbriet' lior^us/ugeben, da der- 
selbe dem ewigen bund der eidgenossen widerspreche, insofern zwischen der herrschaft Oester- 
reicb nnd den eidgenossen keine stetige rieh tutig, sondern lediglich ein l'ried auf eine be- 
stimmte zahl jähre bestehe, nach deren abtaut' die eidgenossen wiederum in einem tätlichen 
krieg mit der herrschaft stehen würden. Der kleine rat von Zürich antwortete, dass Zürich 
solchen bund mit der herrschaft wohl mit ehren schliessen mochte, da es den alten bund vor- 
behalten habe, bat aber um bodenkzeit bis zum morgigen tag , wo der rat antworten wolle : 
nötigenfalls wären sie auch bereit, die sache vor den grossen rat zu bringen, vor dem die eid- 
genössischen boten dann auch reden lassen konnten, worauf dieselben alsdann antwort er- 
halten würden. — Dara.uf berieten die sieben über die fassung der antwort. die unter dar- 
legung der beweggründe Zürichs für da3 eingehen eines bundes mit der herrschaft dahin ging, 
dass Zürich den bund wohl mit ehren schliesseu durfte, unter bezugnahme auf den artikel des 
bundbriefos, dass jeder ort sich verbünden möge zn herren und stadten etc., unter vorbe- 
haltung des alten bundes, und demnach das begehren der oidgennssen rundweg ablehnte. 
Zärich. St.-A. — Selbstverständlich stand hinter dieser antwort M. Wilhelm: vgl. auch die 
Kl. Chr. p. 295, die unser aktenstück gekannt zu habeu scheiut und berichtet, wie die eidge- 
nössischen boten dieser antwort nit fast wol zufrieden waren uud begehrten ain ganz go- 
tnaind zu haben. Also ward inen geraten, dass si umb kain sach diss muotung vor ainer ge- 
maind Zürich tätin, denn wurd ain gemaind innen, dass si Solich Sachen au die von Zürich 
wurbint, die inen ir er. lib uud guot berüorti, so möcht si ze Zürich niemand geschirmen, und 
ward inen sovil gesait, dass si also wider haitn ritten. — So schlimm kann es aber nicht 
gewesen sein, denn aus ur. 1 , 77 geht hervor, dass Zürich durchaus die äussere form beob- 
achtet hatte, worauf in joner zeit soviel ankam, und unsere nr. 17(16 beweist, dass Zürich 
gerade darauf aus war, Scbwyz und Ulanis ins unrecht zu seken, um dann die übrigen eid- 
genossen um hülfe mahnen zu können. Uli!) 

81 schützen kommen gen Itapperswil als zusatz aus des truchsess v. Waldburg hind auf erfor- 
dern M, Wilhelms; bevor der krieg aber ausbrach, als sie am allernötigsten waren, nahmen 
die truchsesse sie wieder fort. Kl. Chr. 295, Tschudi 355. 1770 

Bern anSwicz: antworten auf ihr schreiben von den neuen laufen und den samnuugen und an- 
leguugen so jetzt geschehen, darab ir nücz dester rüwiger worden sint, das uns von solchem 
schreiben unser umnüß auch nützit dester minr worden ist. Bedauern, dass man den auf dem 
letzten tag zu Luzern gewiesenen weg zum frieden nicht betreten hat. Nun aber hat Luzern 
einen tag bei sich berufen und zugleich Zürichs antwort an die eidgenössischen boten auf 
deren Werbung mitgeteilt, und nachdem auch vormals der von Zürich boten auf einem tag zu 
Luzern geredet haben, sie seien eidgenossen und wollten auch eidgenossen sein uud wer an- 
sprach hätte an sie, dem wollten sie nach sag der bände gerecht werden, und ob sie an je- 
mand der eidgenossen ansprach hatton, den wollten sie auch berechtigen nach sag der bände, 
so ist Bern der meinung, dass man sich mit solcher antwort billig begnügt hätte, denn weder 
mit glimpf noch mit recht könne man sie auf solche antwort bekriegen. Ebensowenig kann 
man gemäss dem laut des friodbriefes die herrschaft von Österreich mit ehren und recht be- 
kriegen, denn der friedbrief weise deutlich, wie man um alle anspräche zu recht kommen 
solle. Mögen daher aal' glimpi und ehre der eidgenossen bedacht nehmen, ob die sache zum 
kriege käme, und demnach ihre boten auf dem tage anweisen, mit andern eidgenossen solche 
wege vorzunehmen, wie Bern sie früher vorgeschlagen habe, denn es sei der ansieht, dass die 
Sachen dadurch zu frieden gezogen würden. Denn sollte es trotz des erbieteus von Zürich 
zum kriege kommen von iomans der eitgnossen angriff wegen nnd uns denn die von Zürich 
ihrer bünde ermahnen, sc wäre Bern ihnen nach sag der bände verbuuden. Hoffen demnach, 
dass Borns boten zu Luzern an denen von Schwyz prüfen werden, dass ihnen solche bitte zu 
herzen gegangen sei. Bern. St.-A. Missiven 1, 22 — 23. Dio Beschwerden von Schwyz bringt 
Frütid p. 112. — Berns schreiben beweist übrigens, dass bis dahin das geheimuis über die 
geheimen abmachnngen Zürichs mit der herrschaft gut gewahrt war. 1771 

Bern an gr. Haus v. Friburg herrn zu Neuenburg und Champlitte (Tscbannitern), marschall zu 
Burgund: die vormals zwischen Zürich und Schwyz gestillten spänne haben sich seitdem so 



Wilhelm IMS— 1454. 



10; 



ingezerot und gemacht, dass die dinge wieder sorglich stehen, denn die von Zürich starken 
sich sehr and machen grosso samnungeu, und Bern hat am simntag unzweifelhafte nachricht 
erhalten, dass honte vor 8 tagen 300 s.'ildner einzogen und am letzten samstag (.jan. nt) 
1000 Söldner and mit ihnen der M v. Bötein, und es ziehen noch immer mehr zu. Bitten 
ihn daher sich mit seinem volk nnd reisigen zag gerüstet za halten, ihnen auf erfordern zu 
hülfe zu ziehe» und wenn möglich persönlich gen Bern zu kommen. Vornehmen auch, dass 
kg. Friedrich bei dem hz. v. Burgnnd gewesen und um hülfe wider die eidgenossen gebeten 
I habe, falis es von des hanses Ostreich wegen zu einem kriege käme, und dieser sie zugesagt 
habe, wenngleich beide teile »noch nit gar in iren Sachen betragen und eins syon«. Bitten 
nm nachricht, was darin beschechen sy. Bern. St.-A. Missiven 1, 24. Gr. Hans war selbst 
bei der Zusammenkunft in BHHifQB WgfflM galUBCft — Desgl. an den herrn v. Vaiensis 
(gr. Hans v. Arberg herr v. Valendis) bis auf das letzte stück von des kfinigs und Burgunds 
i wegen. In entsprechendem sinne schrieb Bern damals auch an Appenzell und St.-(!allen, 
Muller-Monnard 5. 319. Vgl. auch Borns schreiben an Thun vom 21. Januar. Schweiz. Ge- 
schtchtsf. 8, 339, 1772 

M. Wilhelm schickt denen von Zürich einen hanptmann im nameu des königs und in seinem 
sold, Türing v. Hallwil, »dass si och an den küng begorteti und geworben hatten«. Item uff 
den nub^nt sant Pauls bekerung gieiigent die von Zürich in das münster, jung und alt und 
schwaorent da irein boptmau Türtngen v. Hallwil. und warent och da ganz ainhellig, und 
ward das mer. dass sl sich zaichnen s "Itiut mit einem rotton erütz, als si vor allweg das wiss 
erütz getragen hatten. Dis was an vil löUn gar ain frombde sach. Kl, Chr. '295. Fründ 1 1 1. 
Tschodi 355. 1773 

M. Wilhelm an abt Caspar (v. Landeiiberg) von St. -Gallon : mahnt ihn die leute von Wj! anzu- 
halten, dass sie beim ausbrach des krieges nicht denen van Schwy/, gegen den römischen 
könig zuziehen. Naef p. 579 aus Stiftsarchiv S. Gallon Reg. II nr. 355. 1774 

die von Rapperswil schwören am 27. Jan. ihrem hauptinann Ludwig Meyer (v. Hüuingen), 
den ihnen M. Wilhelm hergeschickt hatte, und nahmen die von Eappeiswyl auch rote kreuze 
als abwichen und begannen also die von Zürich und Happersehwil gar viel freundschaft mit 
einander zu haben, die sich vorher nie hold gewesen, und was ein grosse glory und fröud bei- 
denthalb. Die von Zürich bestellten auch allenthalben Söldner in ihre Stadt, fremd volk und 
gaste, edel und unedel. Desgleichen legte die herrsch aft einen zug (von reisigen) aus Frei- 
burg und Villingen [sowie aus dem Sundgau, Elsass. Schwarzwald und anders woher] gen 
Zürich, auch geti Rapperschwyl und Winterthur. Damit kam der wintor her ze rukont. Fründ 
112. Kl. Chr. 295—96. Tsehudi 355. Das eingeklammerte ist zusatz von Tschodi. — Ebenso 
berichtet Fründ p. 1 14 noch über die anläge einer starken letzi am Hirtzel herumb, hiedy- 
sent am Horgerbcrg gegen den von Zug und herumb durchnider bis in die Sil und iemer dar 
fürnider. Die letzi schätzt man wol einer mil laug. 1775 

kg. Friedrich samt seinem bruder hz. Albrecht und seinem vetter hz. Sigmund v. Oesterreich 
gaben M. Wilhelm v. Hochberg, dosgleichen gr. Ludwig v. Helfenstein befahl, einen reisigen 
zug eilends anzuwerben und gen Zürich zu führen. (Inder andern graven und herren, deren 
ain gute anzal, prachten sie herrn Wörnhern v. Zimbern auch dahin, welcher »dem haus 
Oesterreich mit zwainzig wolgerusten pf erden zuzohe 1443. In bemeltom kriege hat her 
Wörnher von Zimbern dem römischen künig und dem haus Oesterreich nit allain personu- 
lichen gedient, sonder auch, als gmsor mangel an körn und gelt, hat er seinen obersten ain 
grosse anzal fruchten, dessgleicheu auch ain ansehenlicht suma golts zu underhaltuiij,' des 
kriegsvulks freiwilligclich also par fürsgesetzt und gelihcn otc, , welches alles sambt seiner 
besolduug, die er die zeit der hesatzung verdient gehabt, aber im doch stettigs ufgoschlagen 
wurden, auf etlich tausendt guldin in goldt traf. Dafür hetten im obgemelte zwon obersten 
sambt hern Melchior v. Blumnegk r. , Albrecht v. CÜngenberg und Ulrich Trnchsessen v. 
Diessenhofen versprochen, auch darüber gnugsame vorsieherung aufgericht. Nach geschehener 
beurlauhung wurde aber herr Werner mit der bezahiung von tag zu tag aufgezogen: dann 
auf obbemelton raisigen zeug weit mer dann sechzig tausendt guldin uueostens ufferloffeu, 
welche suma golts der •isterreichisch oborst, marggraf Wilhelm znm thail bei der statt 
Zürich, zum thail ander der burgerschaft daselbst von seiner kriegsherrn wegen aofgonomen. 



lua- 



108 



Wilhelm 1443. 



wiowol der häuf daunost nit bezallt oder zufriden gestellt war. Da nun weder Zürich noch 
Oosterreich die kosten tragen wollte, entstand ein grosser streit, der 1452 zu Konstanz güt- 
lich ausgerichtet wurde. In raitler zeit ward herr Wernher verursacht, seitmals im üher all 
soin freundtlichs und vilfeitigs ansuchen knin bezalung erfolgen, sonder dieselbig biss in 
das zehendt jhar vorgehalten, merthails der obgeschribnen haupt- und mitscbuldner vor 
kaiserlichem hofgericht zu Hotweil fürzenomen, die darauf für offen verschriben achter 
offenlich proklamiert und ausgerueft wurden, actum mitwoch v. Margretho fjuli ll) 145:1. 
Darauf ward ihm aufsein weiter ansuchen anleite erkannt auf des markgr&fen Schlösser Röteln 
und Sausenberg, Schöpfen die stadt, auch auf des nurkgrafen eigen haus zu Konstanz zins- 
tag nach misericord (mai 7) 1454. Was hierauf weiter volgt, findt man in kainer gL-schrift. 
Als aber herr Wernher mit. seinem bruder Gottfried abteilte, haben sie auch die schuld des 
M. Wilhelm geteilt, und ist die sag, baid brüeder haben grnf Josen Niclasen von Zollern ir 
goroehtigkait des/halben zu kaufen geben. Zimmerische Chr. ed. Itarack 1, 336. Vgl. 1443 
august 14 und 1454 febr. 7. — Vgl. auch Fuggor-Birkon. Ehrenspiegel des Hauses Habs- 
baig p. 53n zum jähr 14;{9, wie kg. Friedrich den Zürichern den M. Wilhelm und dM gr. 
Ludwig v. Hellenstein mit 1*45 reisigen, worunter viele herren, ritter und edle gewesen, zu 
hülfe schickte. 1«?<> 

\ Rudolf Hofmeister schultheiss, Hans v. Mölern und der Tormau ein rem als boten iierns, 
der v. ßpiegelberg Schultheis.- und einer des rals als boten von Solothurn sind gekommen 
vor den grossen rat zu Zürich nnd brachten an M. Wilhelm landvogt und Thüring v. Hall- 
wilr, wie sich etliche der eidgenossen und sonderlich die von Switf beklagten, dass der friede 
seitens der herrschaft von Oester reich ihnen nicht gehalten würde und dass den ihren tili der 
Maren und anderschwo von den Söldnern zu Ropperswil vil Irangs geschehe, was sie nicht 
mehr leiden wollten. Die obigen gesandten hatten aber dahin vermittelt, dass der friede er- 
halten bliebe, wenn dasselbe auch seitens der berrschaft beobachtet würde, und sie begehrten 
darüber eine antwort seitens des markgrafen. 

Darauf antwortete der markgraf : es wer wol war, das ünsre gnodigi herschaut von 
Österrich einen frid mit den eidgnossen gemacht het, getniwoti er, das derselb frid ullezit 
erberlich und redlich von der herschafft und allen den iren gehalton werde, und das mit 
warheit nie man anders geraden riiücbt ; er meinte ouch nit, das die soldner zu Rapperswil den 
frid Übersechen heltind ; wol so bescheche den von Rapperswil und den iren vil getrangs von 
den Switzem und den iren, das sy sich gar vil billichorklagtind; aber dorn were alseswere, 
K wölt er als ein landvogt unser gnedigen herschafft von Österrich den frid halten und von 
allen den so zu der herschafft gehörtind schaffen gehalten werden, so verr daz an im lege, 
und die Sachen ouch an ünsern gnedigoston herren den küng bringen, dem alle gelegenheit 
der sach erzellen und sin zusagen des frids; was der denn fürer darzn tette, möchte er nit 
wissen, aber so verr das an im lege, so wölt er den frid untzit das halten und schaffen ge- 
halten werden, der in anders an im und der herschafft lütt und den so zu der herschafft gc- 
horti ouch hielt. Daby bestund sin antwürt; der frid hielte ouch inn, were daz ieman an dem 
andern überfi'ir, das solto man nach dos frids sag berehten. 

Alsdann wandten sich die abgesandten an den grossen rat und drückten zunachsl ihr 
befremden ans, dass otlich der oidgenossen, es sei von Switz oder Zug und Zürich gegenein- 
ander wachten unterhielten ; sie hätten auch auf dem tag zu Luzern viel mit den eidgetiossen 
von diesen Sachen geredet and zuletzt die antwort erhalten . dass sie gern die bände mit 
Zürich halten und die vorliegenden streitigkeiteil nach der bünde sage austragen nnd Zürich 
darauf sieher sagen wollten. Darüber begehrten die abgesandten Zürichs äusserung, ob es 
dem nachgehen wolle. Darauf antworteten die von Zürich, dass sie den bünden allwegen nach- 
gegangen wären, und meint™, damit den nllu grthau zu haben; ihnen käme aber mancher- 
lei warnung, dass die eidgenossen sie überziehen wollten, sonderlich von dos bundes wogen 
mit dem könig, was sie doelt nach der bünde laut und sage h&ttefl thun dürfen. Darauf baten 
die abgesandton beid bünd zu hören, was auch geschah »und was do derbottou antwürt, sy 
knndent nit verstau, denn was wir getan hettind, das wir daz mit eren 
getan betten« ; und sie begehrten weiter antwort, ob Zürich den bünden nachgehen und 
die eidgenossen darauf sicher sagen wollte. Darauf fiel die antwort zustimmend aus, falls 
solches auch TOH den eidgennssen geschehe. „Also schieden! die betten von uns und battont 



Wilhelm 1143. 



10» 



mr 



gut heutigen, schikond darnach aber ir bottcu widerumb gen Lutzern zu der eidgniisseu hotten 
and lioseblussend die sach ulf unser antwürt, nnd schribend uns euch die von Bern einen 
brief, wie s? die sacb funden haltend, das die also uff unser antwtirt bestund, als der brief 
das wol wiset.« Cli. coaev. Zürich. St.-A. — Die Kl. Chr. p. 296 bat eine erweiterte lassuug 
obigen abschiedes benützt. l'auach stellten die gesandten an Zürich aneb noch das ausinnen, 
dass es den frömbden in der stadt Urlaub gebe und sie fort schicke. Das lehnten die von 
Zürich ab, »wan es nit ir ding war. Der ltüng hett inen ain hoptman gen, dem geb er sold, 
si gebint im nüt, dem hettint sie och nit nrlob ze geben. Si hoitint och etlicb uff ain zil be- 
stellt, denen köndint si och vor demselben zil nit nrlob geben. — It. si redten dess gelich 
mit dem marggraffen. dass er die soldner ze Rapperswil dannen schickte, denn si wisstint 
nüts denn guots mit der herrschaft von Östor rieh ze schaffen han; denn die von Schwitz [und 
Olarus] dess zuo kosten kämmt, wan si die iren och dester fürer behauten und bewaren mües- 
tint. Drr marggraf antwort inen mit lützel wort ; sin herr der küng hett soldner in sin schloss 
Rapperswil gelait, dass er das wölt besorgen uud behüeten, [und sig das niener umb besebe- 
chen dann umb der sorgen willen vor denen von Glarus, die inen täglich von irpanner wegen 
getrOwt habend;] dess kosten soit sie nit beduron, sin herr hett es wol tiszetragen. Wann 
im sin lierr cmtifelche, dass er sie hiess danneu gon, so wölt er es gern tuon. denn der küng 
hett si gen Rapperswil golait, der möcht si och wol haissen dannen gon. so es im eben war, 
denn er hetti kainen gewalt, dass er sie dannen schickti. 

Also ging in diesen ziten etwan mangs für, das nit allhie geschriben stat, denn die 
nidtgenossen laisteu mengen tag, jetz hie dan dort und truogent an was si kondent, dass si 
selten müessig giengent. Win vil si nun lagen laistent, so beruofftent si doch die von Zürich 
Betten darzuo, vietrol si ainander vil guoter wort gabent, siwöltint diepünd getrülicli halten 
and gotrüw aidtgenossen sin, so gotruwut doch entwedrea tail dem andern uiits guots, das 
bewisstent sie mit mengen dingen. Kl, Chr. 296—97. Tschudi aöfi mit dorn falschen datum 
ze tagendem meyen nnd dem eingang, da.ss Bern und Solothurn botschaft, nämlich beider 
Städte schnlthuis und andere dazu verordnete in die orte sandten und erknmietend allda allen 
Span; da klagten ihnen die 6 orte und namentlich Schwyz allerley widerdriell, so ihnen von 
der herrsebaft wider den 50jährigen frieden and von Zürich wider die bände begegnete, er- 
klärten aber, itSB sie den frieden mit der herrschaft und den bund mit Zürich gern halten 
wollten, sofern er au ihnen gehalten würde und die fremden Söldner zu Zürich und Rappersch- 
wyl beurlaubt würden. — Die eingeklammerten stellen in dem bricht der Kl. Chr. sind zusätze 
Tschudi's; charakteristisch ist, dass Tschudi die erklärung Beins und Sololburas in derihm 
vorliegenden fassung der Kl. Chr. über die zu Innigkeit des bundes zwischen Zürich und der herr- 
schaft fortgelassen bat. — Für Zürich wurde dies Zugeständnis aber vprhangnisvoll, denn es 
erweckte die hoffnung, dass es doch noch gelingen könnte, städte und länder zu trennen. 1777 

Bern an M- Wilhelm: die boten der Stadt, die in Zürich bei dein markgrafen waren, haben be- 
richtet, was dieser wegen der spänne zwischen ihren eidgenossen von Glarus und Rapperswil 
und wogou der aus anlass dieser stösso nacii Rapperswil gelegten Söldner geantwortet bat. 
Die boten von Glarus habon darauf am 1 1. februar auf dem tage zu Luzern erklärt, dass sie 
gegen Rapperswil nichts im Schilde führen und den frieden mit der herrschaft Österreich 
redlich halten wollen, vorausgesetzt, dass fünf genannte landleuto von Glarus in den frieden 
mit Rapperswil einbegriffen seien , an die Rapperswil ettwaz suuderbare fyentschaft gelegt 
hätte. Bern bittet daher den markgrafen, Rapperswil zu bewegen, dass es jene landleute aus 
der fehde lasse. T. Missiven A, 29. Bern. St.-A. — F. — Gleichzeitig schreibt Bern 
an Zürich : die tagsatzung zo f.nzern habe au Zürichs durch die boten von Bern vorgebrachten 
antwort. sich hegnügt, und die Sachen seien in guten nnd friedlichen stand gesetzt; Zürich 
möge seinerseits die seinigen von schmachworten und schinachliedern abhalten, damit der 
friede erhalten bleibe. Berner St.-A. 1. c. p. 30. Regest Eidgen. Absch. II nr. 257. 1778 

Bern bittet M. Wilhelm v. Hochberg herrn zu Röteln und Sausen borg und Statthalter dos römi- 
schen königs nnd des hauses Oesterrcich, junktr Hans v. Hochberg zu veranlassen, dass er 
den Berner bürger Rudolf Sumer von Aaraa (Arow), den Hans oder die seinen bei Mumpf 
gefangen und auf österreichisches gebiet geführt haben, freilasse und wegen seiner etwaigen 
zuspräche an Sumer diesen vor dem gericht, in dessen bezirk er ihn angefallen hat, ver- 
klage. Ferner bittet die stadt den markgrafen, den zu Altkirch sich aufhaltenden Himelli. 



110 



Wilhelm 1443. 



der stell für ihren fei ml ausgiebt. <rea sein goricht zu stellen. T. Missiven A, 27, Bern. St,- 
A. - F. 17 Sil 

M. Wilhelm leiht amtsbalb Ruschgutt (— Rougegoulto bei Giromagny) undGruinery {= (Jros- 
magny) welches lohen in erbweiso an Heinrich v. Mörsperg genannt Swiczer wra etlichen 
tod Masmünster selig gefallen war, mit allem Zubehör nach sitto und gewohuheit des Steins 
und hmdrechts za Beifort, an Konrad v. Burukirch (Brunnkilch) , Heinrich v. Mörsperg 
und demente, Heinrichs tochter und Konrads ehefrau, in rechter gemeinschaft. Or. Colmar. 
B.-A. Adelsarchiv Reinlich; vidimus Masmünstor. — Die obigen orte werden in Urkunden des 
hz. Albrechts VI. v. Oesterreich ans dem 15. Jahrhundert als im Rosenfelser thal gelegen 
k-mrhhi't; Grumery wird auch Gruinoringin genannt, 1780 

Colmar an gr. Hans v. Eherstein: antworten auf sein begehreu, der frau v. (iundolfingen die 
giilte von Uli mark Silber auszurichten, die ihr verstorbener gatte Anthenige v. Hatlsiatt von 
der österr. herrschaft auf Colmar zu leben hatte und worauf derselbe seine gattin bewidmet 
hatte, dass der künig ihnen befohlen habe, das geld zurückzubehalten . bis entschieden sei 
vor ihm. wer dazu recht habe, und dass er ihnen nunmehr habe sagen lassen, dass er in der 
sache gr. Hans v. Tierstein mit der herrschafr, von Oesterreich mannen zum ricliter gebn 
und der M. v. Röteln kläger sein solle ; worauf sie sowie auch die v. Hattstatt den gr. v. Tier- 
stein gebeten haben, die sache möglichst bald zum austrag zu bringen. Colmar. St.-A. Mi?s. 
45. Vgl. badisch, regesteu. 1781 

Rudolf Summer von Aarau wurde zu Siiekingen gefangen von Hans v. Bechberg, der herrschaft 
von Oesterreich diener und durch Laufenburg und Waldshul eunet Rheins hinausgeführt. l>n- 
lang danacli ling derselbe Haus v. Rechberg aber zwei Luzerner zu Winterthur, nämlich Lud- 
wig Russ und Hans ßürgi, die auch über Rhein hinult geführt wurden. Als nun Bern und 
Luzern von M. Wilhelm freüassung der gefangenen, abtrag für schmach und frevel und be- 
st raf an g Rechbergs begehrten, antwortete dieser, es wäre ihm leid und er wolle sein bestes 
darin thun und di?n v. Rechberg um solchen mnt willen strafen. Tschudi ,'1jh; vorher erzählt 
er. wie.' die von Rapuerswil Schwyz und Glarus in mannigfacher weise herausforderten, 
dann die von Bapperschwil dero zit gar kützlig nnd geneigt zum krieg warend , darzu sttir- 
tend der herrschafft diener und rat täglich; er erzählt aber nicht, in welchem nasse lierau-- 
forderungen und bescliimpfuugou seiiens dar eidgenossen erfolgten, was man dann in der Kl, 
Chr., die Tschudi sonst getreu benutzt, nachlesen kann. 178'' 

it. aber reit der meister Gilge gon BusiQheim zu unserm herren dem marggraveu mit ime ze 
redende von der an margk silbergeltz wegen etc, ouch umh .«inen fiirderungsbriefl an uuseru 
herren den kunig der z<MI halb. Colmar. Kaufhausbuch 1442/43 p. 41. — Vgl. nr. 17KI. 

178« 

M. Wilhelm v. Hochbeig landvogt verschreibt dem Koni Schmid v. i'lingen hürger zu Wahls- 
hut uud dessen ehefrau tirete wegen ihrer schul dforderung au die herrschaft Österreich von 
wegen des Cnnrat Läpp v. Zeringen weiland der berrschaft von Oesterreich hauptmann in 
Waldshut, der an sie 5« II. vorzehrt hat, wozu kosten und schaden kommen, auf lebeuszeit 
ein jährliches loibgeding von fünf gülden von dem geleit zu Waldshut. Ur. Karlsroh«, ZGO. 
5, 481. — F. 1784 

M. Wilhelm v. Uochberg bekennt, dass die stadt, Waldshut (Walczh-) auf seine bitte für du' 
herrschaft Österreich von ihrem mitbürgur HansGutjar 3fiO goldgulden aufgenommen habe, 
uud dass dieselbe den jährlichen zius von genanntem c&pitft] nah ;ius dem herrschaftlichen 
geleite um sankt Jörgen erheben dürfe. Or. Karlsruhe. Reg. ZGO. ö, 441. — F. 1785 

Bern an M. Wilhelm: nachdem er ihnen durch ihren ratsgesellon Ulrich v. Erlach entboten bsti 
dass er bereit sei. ihnen einen bestand bis ostern an Hans v. Rochberg und Hinelli zu werben, 
und inzwischen darum werben wolle, dass die Sachen ganz betragen würden, verweisen sie 
auf ihre frühere antwort, dass sie die sache auf der auf 17. märz in Bern anberaumten tag- 
Satzung vorbringen wollten. Nun haben sie solcbo Sachen au ihn zu bringen, die sie nicht 
wohl in geschrift bringen können, bitten ihn daher der herrschaft. von Oesterreich rate zu 
sich zu bescheiden und mit ihnen auf letare (märz 31) zu nacht gen Baden zu kommen, so 
wollen sie un 1 . april ilire anligenden saehen vorbringen. Bern. Missiv. A. p. 40. — l'ber die 
fchde des Ulrich Hiimneli von Appenzell mit. den eidgenossen, dessen sich Veit v. fswihurg 



1443 




febr. IS 




• 26 




febr.-man 




tnftn 8-9 


Enäislmiti) 


> 12 




• 




. 2(1 












Wilhelm 1413. 



111 



und Hans v. Bechberg angenommen hatten, vgl. Zell weger. Gesch. des Appenzeller Volkes 
1, 4SH. 1786 

die Stadt Bern erteilt dem M. Wilhelm landvugt der lierTflchaft Oesterreich, der sie gobeten 
hat mit den Österreichischen raten zu einem tage nach Baden auf raitfasten abends zu er- 
scheinen, hiefür freies geleite. Geleitbriefbuch p. 3 St.-A. Bern. - — Mitteilung von Türler. 178? 
auf den 1. april hatten die eidgenossen einen tag gen Baden angesetzt, der von allen orten 
ausser denen von Schwitz gesucht wurde. Als» beruofften si ouch ziio demselben tag die von 
Zürich. Si schriben Ofih dem marggraffen and begertcu an in, das er zu» inen gen Baden 
kam, wan sie betten etwas mit im ze reden. Also kam der marggraff and och die von Zürich, 
och der von Rapperswil and vonWintertur bottsebaft. Und ult demselben tag ussretten (ver- 
nachlässigten) die aidgonossen die von. Zürich fast, dass si di von Zürich nit an ir rat De- 
menti [das schaff, dass alle underhandlung am meisten si berürt]. Also redten nun die aidt- 
genossen mit dem marggraffen uff demselben tag um etwa mangs stuck. Zunächst brachten 
die von Bern vor, wie entgegen des markgrafen zusage, dass er den frieden mit den Eidge- 
nossen halten wolle. Hans v. Rechberg Kudulf Summer von Säckingen aus gefangen genom- 
men und durch Laufenbarg and Waldshut fortgeführt habe, desgleichen Luzern die gefan- 
gennähme zweier bürger zu Wintert« nr, und begehrten ledigung der gefangnen. Der mark- 
graf drückte sein bedauern über den verfall aus und erklärte, dass er von Summers wegen 
ßechberg zu Säckingen in haft genommen habe; da derselbe aber rechtes erbotig sei, so 
mochten die eidgenossen die sach bis austrag des rechts anstehen lassen ; Rudolf Summer 
und die beiden von Luzern wolle der markgraf gleichwohl nnklaghaft machen. Mit solcher 
antwort hatten Bern und Luzern ein »gnot benüegen*. Darauf hielten der eidgenossen boten 
dem markgrafen vor, wie douen von Schwitz, vonGlarus, Zug und anderen von Rapperschwyl 

! und Zürich mengerlei sehmach und widerdriol! geschehe ivider den iinjährigen frieden und 
die geschwornen bände und entgegen den zusagen . die der markgraf vordem den boten von 
Bern und Solotburn von des friedens and Zürichs alter bünde wegen gethan hätte; dann 
inen nurdind maugorlei sehmachlieder gesungen und besonders in Rapperscuwil vil rant- 
willens mit den iren gebracht, und erzaltend also meng stuck. Also antwortete der mark- 
graf, dass seit der zeit als der könig zu l'oldkirch vom lande schied, desgleichen seit 
der zusage, so er Bern und Solothams botscliaft r.u Zürich gethan, (nr. 1777) den eidge- 
nossen kheinerloi args zugefügt sei ; er wolle aber mit ihnen gern zu recht kommen vor die 
drei schultheissen von Bern, Solothurn und Luzern, die doch mit ihnen in ihren bünden seien, 
und deren urteil gestrax nachkommen, so jedoch, dass sie ihm und Rupper-cluvil und andern 
der herrschaft leaten auch vor densolhen drei schultheissen das recht hielten , recht umb 
recht zuo geben und zuo nehmen. — Also begehrten die eidgenossen von dem markgrafen 
ein lutre vollkomue antwort. ob er und. die herrschaft den 5 »jahrigen frieden für seinodauer 
halten wollte ; so weltent si den och getrülich halten. Also antwortete der markgraf, die her- 
sebaft hätte den frieden je und je getreu und aufrichtig gebalten, thue das auch jetzt noch und 
wolle es auch fernerhin thun »und sait inen als do gros und luter zuo den frid zuo halten.» 
— Nachdem begehrten die eidgenossen von dem markgrafen, dass die herrschalt die von 
Zürich ihrer eide als von des bünduiss^s wegen ledig lasse. Also gab der markgraf die ant- 
wort: »Unser aller gnedigester herr der küng hat semlich püntnuss selb gemachet mit denen 
von Zürich nnd die aid och selb personlich von inen ingenomen ; darumb im nit gehnrti, och 
nit gewalt hett senil ich aid abgelassen« [warum sie solches nicht von dem konig selbst zu 
Konstanz and als er in ihren landen gewesen, gefordert hatten ?j Jedoch wolle er ihre mei- 
nnng an den konig bringen lassen, so er förderlichst möcht: was denn sin gnad darumb tat. 

I war im lieb. 

Darauf beriefen die eidgenossen der von Zürich botschaft und forderten von ihnen eine 
erkliirung. ob sie bei den alten bünde» mit den eidgenossen bleiben wollten oder nicht, wo- 
rauf dieselben erklärten, dass sie die alten bünde in dem bündnis mit den eidgenossen vor- 
behalten hätten, dieselben stets getreu gehalten hätten und fernerhin halten wollten. Kl. Chr. 
299 — 300. Tschudi 359 — 60, der nun aber aas sich heraas hinzufügt, dass die eidge- 
nossen darauf die forderang au die von Zürich richteten, dass sie das neue bündnis mit 
der herrschaft von Oesterreich aufsagen sollten. Das lohnten Zürichs boten ah, ebenfalls die 
briefe, so gemeine eidgenossen berührten und zu Zürich lägen, herauszugeben ; sie hätten 



112 



Wilhelm 1443. 



auch teil daran. Mit solcher antwort Zürichs wegen der beiden letztern punkte wun-u oie 
eidgenossen nit wol zufrieden unii natnend das in ire abschoid liinder sich an ire oberen ze 
bringen; mit den übrigen antworten des inarkgrat'en und Zürichs waren sie hingegen »allenk- 
lieh wol benügig.« 

Also schied rnangüetlicn Tun dem tag, das niemant änderst wist denn das die Sachen 
söltint in allem gnoten besten. Da aber die von Schwyz auf dem tag nicht zugegen waren, 
ward eine bolschaft der eidgenossen mitsamt der von Basel, Konstant und S. -Gallen bot- 
schuft dorthin entsandt. Uff diesem tag was ser vi! volck und b ottschafften, namentlich hatte 
auch das koazil, die von Schaffhausen und andere stallte ihre Imtsrhaft daselbst. Kl. Chr. 301. 
Tschudi 80-1. Vgl. auch v. Watt's Chr. II, 99 — 100. — Mit obigem zusatz will Tschudi dii; 
forderungen TOD Schwyz und Glarus (vgl. nr. 1790) rechtfertigen. 1788 

herr Hans Müller in vortretung des bi. Friedrich von Basel sowie genannter Vertreter der ge- 
meinde Riehen einesteils nnd Junker Jerg von Tegernow landvogt des M. Wilhelm als Ver- 
treter im anftrag seines herrn sowie genannter Vertreter der gemeinde Weil andeniteOa ver- 
einbaren sich vorgenanntem notar wegen des weges durch die reben und guter und die ende, 
worüber die beiden genannten herren bisher in streit gowesen, dass die louto der beiden dorfer 
fernerhin weg suchen und brauchen mögen zu ihren gutem durch das genannte gelinde und 
dass solcher weg durch ehrbar leute der beiden dürfer gescheiden werde. Zeugen : herr Hans 
Uiin leutpriester zn Riehen, Johannes Tannecker klerikor Basler bistums, Hans Jost des bi- 
schofs keller, Walther Kupfernagel und Cüntzlin Sattler von Basel und nost viele ehr- 
bare leute hierzu zum Zeugnis erfordert. — Riehen in des bescheiden Hasen Egers eines 
offenen gemeinen wirtes huse in der obern atuben. — Or. mb. c. sig. pend. Basel. St. -Urk. 
I2«6. 1789 

Üe butr.u der eidgenossen und der stihlte Basel, Konstanz und St. -Gallen begeben sich am 
7. april nach Schwyz und bitten um annähme des Uadener r.bschiedos. Die von Schwyz er- 
klären ihre Zustimmung, doch ufigosetzt dero von Zürichs nüwen pnnds, ouch der gemeinen 
briete halb, da wellind si inen selbs vorbehalten rechtlich und nit anders mittlere! t si da- 
rumb fürzenemmen, . . . doch allweg in fründtschaft und keiner andern geslalt, und sölliml 
sich die herrschaft noch die von Zürich keines argen zu inen versechen , ;tlso verr und 
sölehs hinwider gen inen und den iren ouch bescheebe. Kalls dann die herrschaft und Zürich 
ihre guten freunde sein wollten, so sollten na die unnützen reden und schmachlicdlin ab- 
stellen und auch anf rlon marktun zu Zürich und Rapnerschwil die »iren nit schentzlen noch 
verspotten.« — Aul" disn lUtwort .--ihien es den Eidgenossen gut, dass der eidgenossen bot- 
schaft und die boten Jer drei stadte Meh Zürich ritten und solch freundlich erbieten denen 
von Zürich und dem markgrafeu, der zu dieser zeit zu Zürich lag, anzeigten. Also thlten der 
städt« boten und ritten am S. april morgens nach Zürich. Tschudi Chr. 360. — Mit dieser 
auffassung der dinge durch Tschudi stimmt die schriftliche fassung der »kurz antwort« von 
Schwyz, die mau sich an die nächste taj-'s-atzung gerichtet zu denken hat, ganz nnd gar nicht 
aberein. Schwy. erklärt sich bereit, alle vergangen suchen, die ihnen und denen von Glarus 
von der herrschaft von Oesterreich louten, es sei von denen von ßapperschwyl und den Söld- 
nern daselbst, auch von der herrschaft leuten , so zu Zürich oder anderswo sind, geschehen 
seien, anstehen zu lassen und deshalb mit ihnen nichts anzufangen oder deshalb doch nichts 
anders vorzunehmen g^gen sie als mit recht, ... als der margraff und der von Hallwil ze 
Baden uff die dry gebutten band. — Von Zürich ist überhaupt nicht die rede. Uni so deut- 
licher spricht der angefügte •godenkzetteU : item daz die von Lucern und die von ßwita die 
von Zürich sollen ze tagen manen von des nüwen bundes wegen und ir schidlüt setzen und 
das recht nomen. Eidgen. Absch. U nr. 260. — Demnach wollten Schwyz und Glarus durch 
das in den bünden vorgesehene rechts verfall reu Zürich zwingen, dem ewigen bnnde mit Öster- 
reich za entsagen, nachdem Bern und Solothorn die zulässigkeit des bundes unerkannt hatten. 

179» 



7/s 



r. Henmann Offenburg und Heinrich Halbysen von Basel, Ulrich Schilter und Cuurat Hör, beid 

; altbürgermeister zu Konstanz und St.-Gallen an laudamman und rat zu Schwitz: haben -nh 

ihres auftrages vor dem markgrafen in gegenwart der von Zürich und ihres hauptmanns. auch 

I des hauptmanns der von Rapperschwil und ihrer boten entledigt. Der markgraf wiederholt 






Wilhelm IM:!. 



113 



["vor april 
»8] 



seine antwort wie vor zu Baden ; so dann von solcher roden, gesnuge und andrer dinge wegen, 
die sich beiderseits gemacht haben, wollen der markgraf und die von Zürich durch einen 
offnen ruf lassen besorgen, dass solches vermieden wird, und wegen des ntarkt.es zu Zürich 
und Rapperschwil mit den ihren schaffen, dass sie denen von Schwyz zueht und ehre thnn, 
wenn die Schwyzer, die zu ihnen wandeln, sich ohrlich, nachbarlich und der herrschaft ohne 
schaden halten, und umgekehrt. Druck Tsrluidi Chr. 36 1 . Fassbind. Geschichte des Kantons 
Schwyz II, 286—88. 1791 

M. Wilhelm v. Hochberg laudvogt der herrschaft Österreich leiht im n am im vorgenannter herr- 
schaft Hans v. Rochberg zu Hohenrechberg als träger seiner hausfrau Verene geborener v. 
Watdbnrg (Walp-) und ihrer kinder v. Zimmern und v. Rechner« die vogtei •inderHorni> zu 
Stauten (Slouffen) und Hilziugen (Hiltz-). Or. Karlsruhe. — F. 1792 

M. Wilhelm v. H^chWg landvogt an bi. Heinrich von Konstanz Verweser des atiftes zu Clmr : 
die antwort dor eidgenossen. dass sie bis zum 23. april mit Hans v. Rechberg frieden halten 
wollen, wird er Hau« mitteilen. Wegen BÜgrins von Hödurff will er auf gütlicho beilegung 
hinarbeiten. Sambstag nach sant .... Di>r weitere inhalt des mir fragmentarisch erhaltenen 
Schreibens bleibt unverständlich. Or. ch Luzern. St.-A. Fasz. 114 a. — F. — Vgl. hierzu 
schreiben Unterwaldens ob dem Kernwald an Bern vom 24. april 1443, wonach sie den be- 
stand annehmen, den Rem von des v. Rechberg und Hymeilins wegen geschlossen hat, doch 
also dass letzterer während des bestandes nicht gen Appenzell Wandlung habe, und sie wün- 
schen Bern auf die nii Heilung . dass es am •.'ä, april mit dem stadtiiauner ausrücken will, 
glück und heil von dem allmächtigen und fröhliche wioderfahrt. Or. ch. Bern. Alte Missiven 
1, ur. 95. ■ — Luzern machte am l. mai seinen beitritt zu sulchem bestand von dem der an- 
dern eidgenossen abhängig. 1793 

M. Wilhelm leibt amtshalb an Poter v. Tachsfelden (— Tavannes kt. Bern n. Biel) uachbe- 
nannte an den Stein zu Beifort gehörige leben in Thal, in dorn bann zu Stauffen (Estuppi-1 
neben den gütern der b rüder schaff von Blauckenberg und anderweitige guter daselbst, so- 
wie die leirte zu Thal, welche auf obigen leben sitzen. Thal = Leval ; St.tuffen, jetzt Etuef- 
font, Blanckenberg— Blamont bei Mümpelgart. Cop. ch. Colmar. B.-A. Mörsperg. 1794 
J. Wilhelm v. Hochberg landvogt bekundet von Thenien v. Hattstatt für sich und seinen bru- 
der um solche lehon, die derselbe vom reich und dem haust: Oesterreich trägt und die der 
könig demselben am 30. augnst 1442 zn Breisach im kloster zu den Augustinorn in des 
mark graten und anderer kgl. rate beisein geliehen hat, auch in des königs gegen wart gelfibde 
und eid empfangen zu haben. Basel. St.-A. Adolsarchiv. 179« 

iEiusiedeln) fruchtloser tag der eidgenossen mit Zürich. Luzern und Schwyz hatten von der 
tagessatzung zn Brunnen aus am 29. april Zürich nach Einsiedeln zu bundesgemässem recht 
geladen über die zwei fragen, erstens ob Zürich den neuen hund mit Oesterreich ahthnn wolle, 
zweitens ob es die gemeinen briete der eidgenossen (betreffend erwerbung des Aargau) her- 
auszugeben habe oder nicht. Zürich erklärte den bund mit ehre oder rocht nicht abthuu zu 
können und weigerte sich, die frage, ob es den bund habe schliesson dürfen , der outschei- 
dung der eidgenossenschaft zu unterwerfen, erklärte sich aber schliesslich bereit, den recht- 
lichen entscheid, »ob sy von ir nuwen bundes wegen pflichtig wäiind gegen den eidgnossen 
zum rechten u kamen nach der geswornen bänden sag oder nii . auf Bern und Solothurn und 
auf besonder lüte daselbs zu setzen « «Aber die eidgnossen (das heisst die länder und Luzern) 
enwelltent sich daran nit koren, das inen jemand ir bünde sollte erlütren, sunder so wollton 
sy es den schlechten und rechten weg us hin gun, als die geswornen hrief wysdent und sei- 
tent. Ausführlicher bericht über den tag bei Fründ 1 1 6 — 1 1 <j, Tschudi 362 bis 63. Eidgen. 
Absch, II nr. 262, Vgl. El. Chr. 301. 1796 

i|. Wilhelm au Freiburg, Breisach, Nüwenburg : schreibt ihnen in anlass ihrer seinem Statt- 
halter geschriebenen antwort, er hätte gedacht . sie wären solcher vereinung , so der herr- 
sebaft lütt so gemeinlich vorgenommen, nicht abgestanden; begehrt nun, dass sie ihn oder 
seinen Statthalter wissen lassen, falls es zum kriege mit den eidgenossen oder Basel käme 
und die herrschaft der stadt schlössen durch oder herwider notdürftig würde, wessen die- 
selbe sich von ihnen zu versehen habe. Or. ch. Freiburg. St.-A. Bella antiqua nr. 1 74. Druek 
Schreiber II 2 p. 39'J. 1791 



114 



Wilhelm 1443. 



Jakob Truchsess v. Waldburg bittet St.-Uallen, Hans v. Ems in seinem streit mit Clara v. Ram- 
schwag zu einem gütlichen tag vor M. Wilhelm v. Hoehborg und ihm als Inndvogt zu be- 
reden. CiL Voehezer, Geschichte des fürstlichen Hauses Waldburg II, 30. 1798 

laniiaminau, rat uiiii ganze gemeinde zuSwytz an Ulm verantworten ihr verhalten gegen Zürich. 
»Darzuo hant die von Zürich jetz iron hoptman von der lierschaft von Oosterricli , uemlich 
Türingon von Hnllwil, genomen, Jeu inen euch die herschaft geben hat nnd demsyouch gc- 
swirn hant. Onch sy by inen der hersehaft larnhogt, nämlich den margrafen von Rütteln und 
vil ander soldnern; dieselben nnd euch die von Zürich sicli bezeichnet und die roten ernte 
an sich geschlagen hant, mit dem zeichen die herschaft von Oesterrich all ir tage mit iren 
luten unser vigent wider uns und unser eidgnosseu gewesen ist, und damit sy sich nyder uns 
und gegen uns gesunder! und bezeichnet hant. Fründ 121 — 125. Tschudi 366 — 66. 1799 

M. Wilhelm leiht amtshalb Rudolf Meis zu Pfungingen als einem träger seiner ehelichen ge- 
mahl Elizabeth Urülichin die gwenn ennent und hiedisend der Tüsse von der vorbnigg untz 
au holswortzin; das wasser die TÖsse von der l'ronbrug untz an bolsehwertzin und den bach 
und Pfunginger wiesen untz onch an die holschwertzin. Or. mb. Winterthur. St.-A. — Ru- 
dolf Meiss geborte zu den hiinptern der eidgenossischen partei in Zürich. 1800 

die von Schwytz ziehen aus mit ihrem banner an den berg ob Pfäffikon aus furcht, dass die ieren 
da nsnen am sow, in der March, in den Höfen, zc Utznach, im Gastal und zo Wyl oder an 
andren enden mGchtent überzuckt worden sin, und nach dem und die von Zürich ouch gros 
samnnngen machtent und an ir letzinen lagent (vgl. nr. 1775) und an dem endo hin wider 
dio von Zug sich uufröntüch erzügtent, . . do schluogent sy sich nider. Friind p. ] 25- 1801 

Zürich anLuzeru, Uri, Seliwyz, Unterwalden und Zug: nachdem die fünf orte auf dem tag m 
Luzern (mai Hl) ihre forderung. dass Zürich wegen des neuen bundes unbedingt zum 
recht zu kommen habe, (wogegen dieselben bereit waren, für den fall, dass die znsätze in 
ihrem urteil nicht einig waren, den obmann aus Bern oder Solothurn oder aus drei von Zürich 
benannten männem Berns zu nehmen) als ihre endliche meinnng erklärt haben, erklärt Zürich 
seinerseits, dass es dadurch vom alten bunde gedrängt würde, den es im neuen vorbehalten 
habe, erbietet sich aber wiederholt zu recht vor den drei mäunom zu Bern, (Rudolf Hof- 
meister, Ulrich v. Erlach, Rudolf v. Riugoltingen) oder vor schulthciss und rat. zu Bern oder 
endlich vor kurfüi-sten, herreu und Städten des reichs für erläuterung dor frage, ob die fünf 
orte Zürich kraft des alten bundes in dieser sache zu mahnen haben. Eidgen. Absch. 11 
nr. 26:). Vgl. TscbudL 364. Das formale recht sprach unzweifelhaft in dem vorliegenden 
fall für Zürich, die gegenteiligen ansichteil der Schweizer historiker sind hinfällig: sie tragen 
moderne anschauungen von buudessouverainetät in eine zeit hinein, wo die bedingungen für 
dieselbe uoch nicht gegeben waren, sondern lediglich dio w>uverainetät des reiches bestand: 
aber die Sympathien, die man in diesem falle mit Zürich haben konnte, werden erstickt durch 
die politische heucheLei dieser Stadt während der ganzen Verhandlungen, da ja die wirk- 
lichen abmachungeu Zürichs mit der herrschaft etwas ganz anderes enthielten als der den 
eidgenossen mitgeteilte neue bund, der nach dieser richtung hin nur ein politischer aus- 
hängeschild war; und das ganze drängen der eidgenossen Schaft auf aufhebung des bundes 
erklärt sieh nur dadurch, dass damit auch die geheimen abmachungeu .ibgcthan waren, die 
man. wie sich spater zeigen wird, doch argwöhnte. 180*2 

Colmar an M. Wilhelm : nachdem er ihnen vormals in dem streit des reiches mit bi. Ruprecht von 
Strassburg wegen der zolle und desgeleits zu Matzenheim, Hittenheim und an anderen enden 
briefe an den könig gegeben hat, ist die sache vor dem könig nicht zum austrag gekommen, 
sondern ein anderer reehttag vor dem könig auf süngichten atigesetzt, wozu sie um neue kund- 
schaft nach beigelegter abschrift bitten. Desgleichen an gr. Hans v. Tierstein. Colmar. SI.-A. 
Missiven 53. — Vgl. nr. 17s:i. 1803 

in disen dingen wurbend die von Zürich, dHSglich der margraf v. Rötclen gar menigmal an die 
von Bremgarten und von Baden, dass si inen verspreehind nit wider si ze sin. Also gaben 
ineu die von Bremgarten und Baden guten fründtlichen bescheid und sagtend , si weitend 
weder wider ire herren die eidgenossen noch wider die herrschafft von Österrich, sunder still 
sitzen, also dass der marggraf, och die edlen und die von Zürich fast ain guot getruwen zuo 
denselben stetten hatten, [doch vilmer in denen von Bremgarten dann zu denen von Baden ; 



Wilhelm 1448. 



115 



dann die von Brtmgarten wareud gar wol ;in denen von Zürich and ouch an der herrsch äfft j. 
Diese bemerkung Tschudi's erhält ihre Beleuchtung dadurch, dass unmittelbar vor ausbrach 
des kriegos, am 1 9. mai Zürich und Bremgarten das bargrecht, das sie mit einander ewigk- 
lich hatten, ze recht erneuerten. Das war der letzte politische erfolg des M. Wilhelm im ver- 
lauf dieser Verhandlungen. Vgl. dazu die glossen Tschudi's p. 367. 1804 

Bern au M. Wilhelm v. Hochberg: will weder mühe noch arbeit scheuen, nm die atösse mit 
Zürich ond seinen andern eidgenossen gütlich zu vorgleichen, in der hoffnung, dass inzwi- 
schen nichts gegen Zürich vorgenommen werde. T. Missiven A, 41. Bern. St.-A. — F. — 
Ebenso an Zürich, aber mit anderm eingaiig p. 42. 180» 

Born au M. Wilhelm : nachdem er ihnen absehrift des Schreibens von Hans v. Rechberg von 
der Hobenrechberg an ihn von dos bestantz wegen sowie seinen bestandbrief übersandt hat 
und dabei schreibt, falls Bern einverstanden wäre mit dem iuhalt , dass es dann denselben 
bebalten und dem markgrafen einen zu seinen banden schicken »der im andern falle Rech- 
bergs bestandbrief zurücksenden möge, da nehmen sie anstoss an der stelle in Rechbergs 
schreiben, wie er den frieden nach laut s«ines briefos halten wolle: »es haben sich aber 
sacben gemacht zwischent uns und im, daz er mein daz wir den iriden nit mo urrnemeii. < 
Solches scheint ihnen unsittlich zu sein, da sie doch den bestund mit ihm eingegangen sind 
und ihm ihren bMtnndabripf gesandt haben und dersolbe unterwegs ist; hätten auch wohl 
erwartet, dass der markgraf, wenn er von solchem einfall wusste, ihnen mitteilnng ge- 
macht hätte. Da sie nun nicht wissen, was das für Sachen sind, weshalb Rechberg meint, 
dass sie den frieden nicht aufnehmen wolle», und der markgraf ihnen auch solches nicht mit- 
geteilt hat, so können sie auch den bestand nicht eingehen und senden den brief zurück. 
Bitten den markgrafen aber, ihnen mitteilnng über diesen hinderungsfall zu machen oder sieb 
danach zu erkundigen. T. Missiven A p. 43. Born. St.-A. 1801» 

Bern bittet II. Wilhelm , es wegen Rudolf Sumers, der durch Thüring v. Hallwilr d. ä. zur be- 
zahlung des noch schuldigen gcldes au Haus v. Rechborg aufgefordert worden ist, bei der zu 
Baden getroffenen abrede bleiben zu lassen. T. Missiven A 44. Bern St.-A. — F. 1807 

landamman, rat und die landleate zu Switz lassen M. Wilhelm der berrsebaft von Ocsterreich 
landvogt im Elsass etc. wissen : nachdem ihr euch im nameii der herrschaft von Oesterreich 
angenommen habt der von Zürich, die den büuden uud dem recht, so sie und wir zusaramen- 
geschworen haben, ungehorsam geworden, auch die herrschaft von Oesterrich uns und den 
uiiscrn sovil ariwillens zugezogen hant. dass wir meinen, dass der friede mit der herrschaft 
überfahren ist. daz wir nit verkieäeu mugent, darum wollen sie für alle ihre und ihrer heller 
handlungeu fernerhin er wölbe wart und gnüg gesoit haben. Sig. Ital Bodings d. ä. landam- 
mans zu Switz gebresten halb unsers landest ingesigels. — Nach mittemtag umb die dritten 
atnnd. Cop. eh. coaov. München. Geh. St.-A. Kart. bl. 341/10. Druck Frön d 1 27. Tschudi 3f,7, 
Fassbind, Gesch. des Kantons Schwyz II. 29IS — 97 ; vgl. auch Mone Qu. 3, 523. Desgleichen 
ein kurz gehaltener absageliriid' an Zürich wogen zugefügten Schadens, auch dass ir die pünde, 
so ir und wir »werblichen zesammeii gelobt und geschworen hant, au uns überfaren und nit 
gehalten hant. Fründ 126. Tschudi 3ti7. Kl- Chr. teilt nicht die fohdebriefe mit, fügt aber 
p. 303 die bedeutsame bemerkung hinzu: dass die von Schwyz ihre briete gen Zürich schickten 
»und nit fürbass, an dem uientag in der nacht« (mai 20/21). Tschudi bemerkt seinerseits, 
indem er die fehdebriefe mitteilt , dass der lauf er die absagbriefe dem bürgermeister und 
dem markgrafen persönlich überantwortete am montag in der nacht umb die zwölfte, dann 
man hat den löuffer mer dann zwo stund au dem tor gesumpt, als er sagt. Auch wenn dieser 
zusatz Tscbudis verbürgt ist, so wird damit die thatsacbe nicht aus der weit geschafft, dass 
die von Schwyz thatsächlich die feindseligkeiteu eröffneten , bevor die von Rapperswil von 
der fehdeansage der von Schwyz kenntnis erhalten hatten. 1808 

auf gebeiss des M. Wilhelm kamen die von Kyburg mit ihrem banner an 400 mann stark und 
die v»n Winterthur mit ihrem fähnlein an 120 mann gen Rapperswil und warend all gar 
wol bezögt. KI. Chr. 203. Tschudi 368. 1809 

an dem morgen (mai 2l) brannten die von Schwitz denen von Rapperswil ain teil an ir brugg 
ab gen Hürden. Da wissten die von Rapperswil dennocht nit, das die von Schwitz oder je- 
mant dem andren abgesait hatt. Diss beschach also gen tag in der nacht, und ufT denselben 



15* 



116 



Wilhelm 1443. 



zinstag vor ymmis brannten die von Rappersv.il die hüsser ze Hurdun ... Kl. Chr. 30:1. 
Fründ 128. Nachmittags kam dann den von Schwyz ein fehdebrief von Rajinerswil herüber 
von r. Albrocht v. Lau denke ig v. Breiten Laudonberg und Albrocbt seinem söhn, Beringer 
v. Landenberg v. Griflensee und Beringer seinem sobn , Hans v. Bussnang d. i. , Hertegen 
v. Hunwyl. Ludwig Meyer hanplmann zu Bapperswil and seinem vetter Hans Meyer, Hans 
v. Griesheim von Wyden, Victor v. Münchwrl, Hans v. Guldeuberg, Heinrich v. Hettlingen 
und 52 knechten. Fründ 1. c 12!). Tschudi 3G8. lieber die vorzeitige oröffüung der feind- 
seligkeiten seitens der von Schwyz »gl. auch v, Watt's Chr. mit demzusatz: darum man diser 
tat gar vil Unwillens emplieng. 1810 

M. Wilhelm an Freiburg; mögen uff stund nach angesicht dieses briefes so uirdoiiichest du 
gesin kann und mag 15 guter wohtausgerüsteter schützen zu ihm herauf senden und des nit 
lassen von sach wegen die herrschaft von esterreich gröllliih und ernstlich antreffende; will 
auch solchen lenten der Stadt umb ir kost und nottdurft erberlich versehen; hottend ir denn 

1 statt oder willen der herrschaft mit mehr personell zu dienen, seilte on zwifell angesehen und 

i verdient werden. Or. eh. Froibnrg, St, -A- Hella antiqua nr. 16S. Druck. Schreibor II 2 
p. 100- 1811 

haujitmann Tliüring v. Hallwilr und die rät, die jetzt zu Horgeu liegen, an Zürich : also hat der 
markgraf ernstlich um einen reisigen zug und sonderlich um mehr schützen geschrieben und 
hofft, dass solcher gezug bald kommen solle, ebenso hat er Jakob Truchsess geschrieben, 
dass er die Fürsten an diu zugesagte hülfe mahne. Da nun dermarkgraf so ernstlich um mehr 
hülfe wirbt, so halten sio> es für gut, dass Zürich gute redliche gesellen nicht lieiinlasst, son- 
dern anwirbt, auf dass nicht das goschrei entsteht, dass man keiner hülfe bedürfe; nament- 

! lieh wären gute gewappnete saliner zu bestellen, mit denen sie viel gutes schaffen kannten, 
»und ist das darumb, das wir frömd luit bas gewägen torstind , denn wenn es frömden ge- 
sellen missgiengo, darnff ward nit als vil gesebreyes, als sölt es den ünsern «ridarfarfl und 
hat die such ein sülieb gestalt. das man die luit wagen miiss«, denn der feiud lagert sich in 

! dem gebirge, so dass er mit vorteil nicht angegriffen werden kann; sollte mau denn all- 
wegen still liegen, das würde ein ganz missfallcn erregen, nnd das man den unsern ich Btt- 

I wen irs willens govaren mächt, ikrzü werind solduer gflt, Was Zürich an Söldnern bestellt, 

I soll os unverzüglich schicken, deun sie haben ihre Söldner dem bürgermeister Stüssin in 
das Freyampt gegeben; «sind hüglich und gütz mutz«, denn sie gedenken den feinden 

I mit der hilfe gottes redlichon widerstand zu thun. Or- eh. Zürich. St.-A. nr. 1670. — 
Hallwyl hatte also einerseits das seeufer zu verteidigen gegenüber den von Schwyz nnd 
Glarus, falls sie etwa am see entlang rückten, und deckte gleichzeitig jene abteilung, welche 
die Hirzelhöhe zu halten hatto ebenfalls gegen anrückende mannschaften von Schwyz und 
Glarus und gegen Zug. Die auf dem Hirzel errichtete Verteidigungslinie (vgl. or. 1775) 
erforderte allerdings eine beträchtliche mannschaft, an der es in der entscheidenden stunde 

l fehlte. Der markgraf und bürgermeister Stiissi hielten hingegen mit der hauptmaebt auf 
dem Albis, um die etwa von Zug heranrückenden schaaron von Zug, Uri nnd Untorwal- 
den abuwehreu. Es war ein schworer fehler, der sieb bitter rächen sullte , dass der mark- 

i graf gestattete, dass der Bürgermeister sich zu einem völlig nutzlosen plüuderungszug in das 
sogenannte Kreiamt trennte. Es ist aber fraglich, ob man dem markgrafeu daraus einen vor- 

i wurf machen kann, dass er zu einem zuge seine Zustimmung gab, den er vielleicht gar nicht 
verhindern konnte, denn znchtlosigkeit bei der Züricher bürgerschaft trat schon zu anfang 
an in diesem krieg in grellster weise hervor und Stüssi mochte hier auf billige lorbeeron 
rechnen, durch die er hoffte Stimmung zu machen. — Ueber die haltung der seebevölkerung 
und ihre kürzlich bewiesene unbotmässigkeit gegen den Bürgermeister St üssi vgl. KI. Chr. 302; 
dieselbe seebevol konnig wird auch den hauptbestandteil der mannschaft Hallwils gebildot 
haben, und auf den unter ihr herrschenden geist wirft soin schreiben ein böses Schlaglicht. 

I — Zu dem obigen feldzugsplan vgl. nr. 1 7Hfi. 1812 

Bern beantwortet Zürich's schreiben und mahnung dahin, liass sie vordem bereits ihre botschaft 

j zu den eidgenossen ausgefertigt hatten von dili gefertes wegen zu reden unJ dass sie hoffen, 

| dass die Sachen noch zn frieden gebracht werden können. Bitten, ob ihre botschaft bei den 
eidgenossen suchen findet bei Zürich vorzubringen, dieselbe gütlich zu verhören und ihr 



Wilhelm 1443. 



117 



gefölgig zu sein. Ben). Missiveii A p. 4ö>. Vgl. hierzu das schreiben Heros an Thun vom 
■10. mai in Schweiz. Gcschichtsf. 6, 340 sowie die enählung Fründs p. 130, wie Uri und 
Unterwaiden botschaft an die von Scbwyz schickten, als diese sich zu PfMikon gelagert 
hatten, und sie baten, das sy ut dem ircii blibent und nütz aufiongent. Ais ihnen die von 
SebwjJ mitteilten, dass sie Zürich and der herrschaft I'ehdu angesagt, das gefiel nu den boten 
übel, das .sy söiichs getan natteut ane rat der andren ira etdgnossen, aber schliesslich er- 
klärten beide orte sieh doch zur bundeshülfe. bereit, unii zwar wurde verabredet, dassUri wie 
Unterwalden und Luzeru den von Zag zu hülfe ziehen sollten. 1813 

Ludwig Meiger an M. Wilhelm, Türing v. Hallwilr und die rate zu Horgen au der letze: ant- 
wortet auf ihr schreiben bezüglich dessen was gestern geschehen, dass sie einen anschlug 
hinüber in den lief zu Pfeffikvm gethan hatten : als sie dann gen Frigembacb zu kehrten, Hess 
er ein schiff uli, das dort' zu besehen. Also kamen die knecht an die feinde und vorhanckteu 
sieb mit ihueu, dass die andern auch alle uli Hessen und den 'Vi in! so hart angriffen, dass sie- 
den trnck ganz gewannen, und ist der vou Swicz banuer so gar entblößt genesen, dass kaum 
1 2 mann dabei waren ; die andern feinde wichen in den kirchbof und wir wähnten , die un- 
sern sollten auf uns nachdrücken. Do verhüben sy, und kam ein geschrei unter sie, die feinde 
wollten uns die schiffe ablaufen, dass sie also von uns abwichen. Also verlassen mussten wir 
weichen, haben aber den feinden ebenso grossen schaden gethan. als wir selbst erlitten haben. 
Im ganzen sind 30 umgekommen und zwar der grössere teil am abtreten , als wir von den 
unsern verlassen waren. Er selbst ist zwureut in einen tuss geschossen, auch sind etliche 
seiner gesellen wund. »Also wollen wir daruiub nicht erschrecken noch dostet minder kekk 
froui liit sin und allwegeu unser bestz tun.« Herr Albrecht v. Landenberg und der scbultboiss 
Steiner von Bappersehwyl uud sein söhn sind hei den hintersten, deren wenig waren, ge- 
wesen und am abtreten umgekommen. »Sind sorghaft mit uwem Sachen und gütz mutz, des 
glichen »vir oueb sin wollend und ab dein schaden nicht erschrocken sin, denn schimpft müslt 
schaden han.« Or. eil. Zürich. St.-A, nr. 1 f<6H. Vgl. hierzu dun bericht der Kl. Chr. 303 — 4 
und bei Haus Fründ p. 131 — 132: letzterer war, wie es scheint, aiu^tizeiiLre; aus beiden 
berichten bat Tschudi seine erzählung gehildet, so jedoch, dass lür das eigentliche gefacht 
Fründ seine unterläge bildet. — Auch hier führte disciplinlosigkeit der mannschaft vor und 
während des treffens, die sich äusserte in ordnungsloscm angriff and mangelhafter Unter- 
stützung der in den kämpf verwickelten knechte seitens der um sco gebliebenen mannschaft, 
den üblen ausgaug herbei, den Schwyz zu einem grossen sieg aufbauschte, während Zürich 
umgekehrt in einem brief an herin Peterinaun r. Baron vom 24. mai (Tschudi 37©) die 
schlappe als völlig belanglos hinstellte. IM I 

M. Wilhelm. Thüring v. Hallwilr Hauptmann und die täte, als wir ietz zu Horgen au der letze 
ligend, an r. Rudolf Stüssi und andere so bei ihm im beere liegen ; antworten auf den bericht, 
wonach sie (ir) nach der Verbrennung Blickes torffs hinder sich auf einen bühel gerückt 
wären, darab sie nicht wohl auf das Albis kommen könnten und weshalb sie mehr volkes 
notwendig hätten, dass >wir« trotz der Warnung, dass der feind uns überziehen wolle, einen 
gezug schicken wolleu, auf dass ihr wieder auf das Albis kommt. Es wäre uns aber gefällig, 
dass ihr das Albis mit andern leuten besetztet als aus dem f'ryen ampt und dass ihr euch mit 
uns vereintet, so wollten wir einen solchem anschlug thun, der uns nützlich und erticli seiu 
würde. Freuen sich, dass es ihnen so wohl und glücklich ergangen sei. Schlagen nochmals 
die Vereinigung vor ; »so bringen wir auch die von dem soe nicht hinab; darunib 
schliffen wir nützers hie obeu, wellend sy (die feinde) sich denn hinab keren all sament in 
das fry ampt, so wellen wir uff sy und inen nachziehen. Or. eh. Zürich. St.-A. nr. 1 66Ü. — 
Die streilmacht Zürichs war also jetzt geteilt, lieber die läge ist der bericht der Kl- Chr. 306 
am klarsten und bestimmtesten: 'Also lagent nun die vom Zu rieh see irvillicht vier oder fünf 
hundert ze Horgen an der letz . , . und waren t die von Zürich ir villicht uff 1300 mann in 
Zuger biet gezogen bis gen Bar zuo dem dorf. Da erstachent die von Zürich den aidtgenossen 
etwa «langen man. Item also lagent in dem dort' ze Bar die von Lucern und Zug, von Ure 
und Underwalden mit ir panner and mit all ir macht (vgl. lö 13). Da wissten die von Zürich 
nit um, biss si ze Bar an die grendel kament. Do ilten inen die aidtgenossen nach. Also 
brauten die von 'Zürich Blickistorf und gaben den iren zaichen, die mit ir panner und mit 
dem ganzen huffen zo Horgen an der letzin lagent, dass si inen ze liilff kämint. Also zugent 



118 



Wilhelm 1413. 



die vod Zürich mit ir pannor äff das Allwiss zuo der Buchen und liessont »in tail von dem 
see an der letz.< Demnach war jetzt die Streitmacht der herrschaft und Zürichs in drei teile 
zersplittert. — Vgl. hierzu nun die onählung Hans Frnnd's, zu der man die erzählung des 
nach der Überlieferung hc richtenden Zürichers Edlibach hinzuziehen kann. — Die Kl. Chr. 
erhält darch Fründ 1 33 zunächst eine berichtigung. insofern die von Zug nicht zu Bar. son- 
dern zu Bawenwag an der brücke lagerten gegenüher denen von Zürich, die an der letzi am 
Hirzel lagen. Beide teÜB hatten hier am 22. mai abends verabredet, dass sie sich vor er- 
folgter absage nicht schädigen und bekriegen wollten. 

■ Hiezwüschent warent nu ouch der margraf, Tür i n g v. Hall wyl hoptman, der Stüssi und 
die andern von Zürich gezogen uf das Albis mit ganzer macht, das ich han gehört von etlichen 
sidhar, die dozemal nf ierem teil und by ineu warend, ira wärint, als sy sich schatztent. ob 
1 mn in mannen, an die so am Hirtzel an der letzi lagend.< Der über die eidgenössischeil Verhält- 
nisse sonst so genau unterrichtete Fnlnii urteilt liier also nach hfirensagen. Tschudi 37 1 weiss 
noch viel mehr. Er lässt die ausrückende Streitmacht an 5000 mann stark sein. >So lagend 
ouch vorhin am Hirtzel, der letze am Horgerherg, fiOoZüricliSGWor und 1300 herrschaftvolk, 
so der marggrafzevor dahin geschickt hatte. Also wardend die vorgemelten 5000 geteilt, 
nämlich 2000 mann mit der stat Zürich paner schickt man zu denen am Hirsel an die letz 
und mit den übrigen dmy tusend samt der statt Zürich vendli brach der marggraf und der 
hurgermeister Stiissi uff nach mittnacht am dimstag des 23. tags meyens« ; üessent sich ah 
dem Albis herin wjder Baar zaohär gen Bliggistorf, und underwegen da brantents etlichen 
gaden und stiessent Bliggistetf an, das by Baar lyt, und brantent das und erstachent zwen 
ungoseiter nnd ungewarnter sach . . und rittend etlich der vyenden herin den von Zug in ir 
letzinen (Fründ). — Durch unser schreiben wird obiger töricht zunächst in dem punkte wider- 
legt, dass der raarkgraf an dorn zug ins Zuger gebiet nicht teilnahm. Der wünsch , dass der 
hurgermeister au! seine lorbeeren verzichtete und sich mit der übrigen Streitmacht vereinigt«, 
zeugt von richtigem einblick des markgrafen in diu Verhältnisse. — Die Verfolgung der Züricher 
seitens der cid genossen ging bis gen Cappel. » Dan noch t warent sy nüchtcr und hellig, raüd 
und hungrig worden. Do schluog.<nt diu sömer ah, und die da hungrig und turstig waren!, die 
meintent ze essen. Und wurdeut also zo rate, dass dieselben eidgenossm (Zug, Luzern, Uri, 
Unterwalden) einen absagbrlef stalten t..- — Das war also der nächste erfolg dieses planlosen 
znges, dass die vier orte, die au dem brüsken vorgohen von Schwyz nichts weniger als ge- 
fallen hatten, nun auch endgiltig in die reihen von Zürichs gegnem eintraten. — »Und za- 
gend die von Zürich und der marggraff desselben tages uff den Albili zu der Buchen, da bli- 
bend si über nacht, und morgens am tag zoch das vnlck ab dem Hirtzel euch zu Inen und 
zagend wider gen Zürich biß one ] 400 kooeht. die blibend an der letze am Hirtzel.* (Tschudi 
372.) 1815 

M. Wilhelm v. Hochberg, Tliüring v. Hallwilr hauptmann und die rate so jetzt, auf dein Albis 
liegen an Zürich: sind gestern ab der letzi zu Horgen auf das Albis gezogen und meinten 
heute sich den feinden zu näbern. Dieselben sind aber in der nacht wieder hinuff gen Hiu- 
denberg gezogen. Haben daher die besatzung an der letzi heute mit 350 mann gestärkt und 
warten nunmehr auf dem Albis. ob sie iendert an den grössten häufen kommen mochten, 
um ihn anzugreifen. Glauben, dass die feinde einen zug um Ca[>]nd Verstössen haben, haben 
aber noch nichts näheres erfahren. Sie sind fröhlich und gutes uiutes und zweifeln nicht, es 
werde ihnen mit der hülfe gottes glücklich gehen. Sollen unverzüglich wein schicken, den 
man auf dem Albis schenke, und »uns och win den wir triukind; dann habend wir «in, BG 
sind wir alle sament destcr froilicber«; was auch solcher wein koste, sie sollten es sich nicht 
reuen lassen. Zürich. St.-A. 1(173- — Durch obiges schreiben wird also die initteilmig 
Tschudis über die letzteu bewegungen der Züricher Streitkräfte widerlegt nnd die nach rieht 
der Kl. Chr. über die aufeinanderlege der ereignisse bestätigt. M. Wilhelm war überhaupi 
noch ohne nachricht über den rückzug Stüssis, und nur eine unbestimmte künde über das, 
was sich zu Cappel abgespielt hatte, war zu ihm gedrungen ; auf der andern Seite scheint er 
auch nichts unternommen zu haben, um sich übt-r die bewegungen des feindes zu unterrichten. 

181« 

kämpf am Hirzel. Fründ erzählt, wie die eidgeuossen freitags früh von Kappe! wieder auf- 
brachen gen Zug, und es mag wohl richtig sein, was Edlibach erzählt, dass die eidgenosseu 






Wilhelm 1143. 



11« 



anfangs unschlüssig wann, üb sie dun gegner aul dem Albis oder uui Hirzel angreifen 
sollten ; wenn sie sich zum angriff auf die letztere befestigte .Stellung entschlossen, so geschah 
das wohl in der erwägung, dass dadurch die Stellung des feindes auf dein Alois unhaltbar wurde. 
Um sich aber auch die mitwirkuug der niannschalt von Schwyz uud Glarus in Froyenbacb zu 
sichern, machten sie einen weiten um wag über Rasters», überschritten die Silil und wandten 
sieb darauf der letze zu. Ein angriff an diesem tag war wohl kaum beabsichtigt. Erst um 
3 uhr nachmittags hatten sie sich der mitwirkuug der von Schwyz zu Fryenbach versichert, 
»da nn ich dahy uud mit was.* (Fründ.) >Also wnrdeut die vyend an der letzi im gewar, 
das was na uffem abend gelich. das die vyend ob dem nachtmal sassond, da wustent sy uf 
und luffWid uf die letzineu and uf die rein berfflr, da sy die eidguessen sichtig wurden t und 
beid teil einandren sachent, und das die vyend uf der letzi gondont ruofen uf der eidgnussen 
knechte, die da ze vordrost wider und für lufent: wol bar, und dnby böse, wüste, unsubre 
wurt. Das muot nu der eidguossen knecht, und lag inen onch in die schmacb, das sy inen so 
nach das dorf Bliggistorf verbraut haftend, ouch das ruufen und die bösen wort, und das sy 
sich so itppenclich und wunderlich gegen iiien gepareteut; und ruoftent glich hinder sich zun 
den panern, das sy zusrent, dann sy wellterttz angriffen, und inen lenger nit sparen; und was 
darurab. Uud wiewo! ire Iioptlüte gern gesehen hettont, das sy dos abends tu; hotten ange- 
griffen, sunder ir oidgenosseu erwartet, und sich ieklich gemeint versainlet und sich underret 
und ze jungst zesameut an ein ring stnondunt, da beschoss nüt, was man rott, denn dasvolk 
wollt je drau.» — So weit Fründ, der hier ein unbedingt zuverlässiger berichterstatter ist. 
Vgl. seine [Mitteilungen zum •.'ö.raai p. 139. — Die besatzung der letze war also vollständig 
überrascht und hatte den nuportMMtienst stibt nachlässig gebandhubt. obwohl sie nach der Ver- 
stärkung, die sie von dem raarkgrafen erhalten hatte, sich auf einen angriff gelasst halten 
musste. Daraus geht nun auch hervor, was von der ei/ählung Edlihachs zu halten ist: Item 
da nun die fronieu biderben lute, die denn uff der letze lagent, vernamend , daz die ei- 
gnossen mit macht kamend, da schicktend sy zu den zur Buchen uff daz Alibis, daz sy inn 
zu liülff kernend, aber es kam niemand, wtewol sy oin hotten über den andern zu inn schick- 
tend. also schicktend sy doch in kein hilffund zugend gan Zürich und liessend die fromon 
lütt zu grund gan, und wo sy nüt so lästerlich geflohen werind und den uff der letze zu hilff 
komen, so bettend sy den eignossen ein sümlichen schaden getan, daz sy in langer zitniemer 
uberkomen heftend. — Man sieht, hier wird der markgraf für die niedeilage der Zürcher 
verantworlich gemacht: er habe sie ohne hülfe gelassen. In Wirklichkeit hatte or ihnen wohl 
die hälfto seiner Streitkraft, also jedenfalls die verfügbaren fussknechte zu hülfe geschickt, 
und die besatzung konnte wohl schwerlich einen boten nach dem andern an den markgrafin 
schicken, da nunmehr der foind dazwischen stand. Wohl aber wandte sich dio schaar nach 
Zürich um hülfe, und wie die Kl. Chr. erzählt, schickte man ihnen nun auch von dort bei- 
stand, die Schuhmacher- und schneiderznnft, im allgemeinen gerade keine sehr wehrhaften 
leute, und auch sonst Söldner, an 2noiiiana, aber ehe diese Verstärkung eintraf, war die ont- 
scheidung schon gefallen. Die viel zu geringe zahl der Verteidiger war nicht, vermögend 
gewesen, die ausgedehnte verschanzung gegen dio überlegene alizahl der angreifer zu be- 
haupten. Mau fragt sich aber , wo war Stüssi mit seinen schaaren geblieben , nachdem dio 
eidgenossen nicht mehr an seinen fersen hafteten. Hier liegt der dunkle punkt. Durch seinen 
mg ins Zuger gebiet hatte er es nicht nur fertig gebracht, dass die noch zurückhaltenden 
orte zum anschluss an Schwyz gebracht wurden, sundern auch, dass die tepfern Verteidiger 
der letze sich im kämpf gegen die Übermacht verbluteten. — Der markgraf seinerseits hatte 
geglaubt mit der absendung der Verstärkung genug gethau zuhaben; or war spfit abends 
noch ohne bestimmte nachricht von dem kämpf am Hirzel. der inzwischen schon ausgetobt 
hatte. 1817 

M. Wilhelm, Thüring v. Hallwilr hauptniann und die rat. als wir uff dem Albis zu veld ligend, 
an Hauptmann Hans Meis und die uusern zu Meindorff. Sind gowarnt, dass der feind diese 
nacht an die letze zu Morgen gezogen sei. Sollen unverzüglich zum beistand dorthinziehen 
und den hoff zu Stumm mit siner zugehört auch mit an die letze nehmen. — Frit. zu nacht 
v. ürbau 43- Or. eh. Zürich. St,-A. nr. 1072. — Meindorf jetzt Männedorf auf dein rechten sec- 
ufer; dort sowohl wie zu StaJa fanden augenblicklich Streitkräfte Zürichs keine Verwendung 
und man mim sich wundern, dass solche dort lagen. Beim abgang des briefes wusste der 



120 



Wilhelm 1443. 



markgraf also bereits, dass die letze am Hirzel angegriffen war oder angegriffen werden 
sollte; man muss sich allerdings fragen, warum er nicht weitere Verstärkung schickte; noch 
mehr aber, warum Dicht Haus Meis, das haupt der eidgenössischen partei in Zürich, seinen 
landsleuten schon langst zu hülfe geeilt war. 

Fallen demnach jene- vorwürfe zusammen, die alte und junge Züricher (man vergleiche 
die darstellung des treffen? bei Dändliker, Gesch. der Schweiz II 1 1 — 1 1 2) gegen den mark- 
grafen erhoben hatten, so ist es eine andere frage, oh sich der markgraf auch ah feldherr 
bewahrt hat. Man fragt sich, wie es kam. dass er noch am späten abend über die absieht des 
feindes im unklaren war. Es war nicht ohne grund. dass der gegner die mannschaft von 
Zug zurückgelassen hatte, um den markgrafen zu beschäftigen, und absichtlich so weit aus- 
gebogen war, um seinen abmarseh zu verschleiern, aber dazu hatte der markgraf seine rciterei, 
um die bewegaugen des feindes aufzuklären. Das war nicht geschehen, und man denkt dabei 
an den wein, den man an jenem tage bereits getrunken hatte und noch trinken wollte. 

Der markgraf niuss seineu rückzug von der jetzt unhaltbar gewordenen Stellung imHi 
in der nacht bewerkstelligt haben. Vgl. dazu den boricht aus einer fortsetzung dos Königs - 
hofen, mitgeteilt von Henne p. :)(H in seiner ausgäbe der Kl. Chr.: Do das der marggraff 
mit sinem harsch vernam, wie es do gangen was, do zoch er wider haim gen Zürich und zu- 
gent im die Schwitzer nach und maiutent in verkommen. Also kam er mit siner schar wider 
in die stnt . . . Vgl. aucn Fründ p. 140: Dann der nacht dp die niderlege am Hirtzel ge- 
schach, do zog der margraf, Thüring von Hallwyl, dio herschaft und die von Zürich ab, rösch 
und bald. 

Der wohl auf der Kl. Chr. beruhende berieht in v. Watt's chronik über die Ereignisse 
vom 23. und 24. mai bringt die dinge in einem andern Zusammenhang : In denen dingen, 
damit man die aidgnossen tränte und von irer hilf brächt, warend dio von Zürich etwas mit 
1300 mannen über das Albis uff Bar zft zogen. Da lagend in dem Boden die von Luzern, 
Ure, Undorwalden und Zug. Und lag der von Zürich volkes ooeh etwas bi 500 mannen in 
der letzi zu Horgeu. Nun wiütend die Züricher nit, dass die aidgnossen zu Bar in dorn Boden 
so stark sich versamlot haltend. Wie sie aber dess gwarwurdend, zuehend sie liinder sich 
in iren pfortail uf das Albis zu der Eiüchen und manoton die, so in der letzi warend, zu inen. 
Als aber der aidgnossen hnf vernam, dass die von Zürich uf den berg zogen warend, zuchend 
si stracks der letzi zu und müsstend die Züricher denselben HO man zu hilf ab dem Albis 
schicken, so not geschach inen. Und wo der ganz zug denselben tag in die letzi körnen wer. 
so nett Zürich treffeiilich er inglait, wiewol sie disen weg ouch vil eron mit wenig volkes er- 
höhend . . . 1818 
Also kam nu denen von Zürich und ir hoptman (Hallwyl) bottschaft, wie die aidtgenossen die iren 
ze Helgen an der letz erschlagen hettind . . . und hettiut also ir etlich gern gesehen, dass si 
nff die waldstatt zu denen aidtgenossen gezogen wärint, und da noch aiuest mit den aidtge- 
nossen gefochten hettint. wan inen ward wol ze wissen getan, dass dio aidtgenossen och 
grossen schaden empfangen hettint. Also tryben sie nun das eben lange mit raten ; je ze lotst 
ward es das mor, dass si uff die waldstatt zuo den aidtgonossen ziehen wöltint. Also zngent 
si nun hinuff gon der waldstatt, der marggraf , ritter und knecht und die von Zürich mit ir 
panner und mit ir macht, als si denn haben mochten und vor uszgezogen warent. Do si nun 
also etwas fer gezugent, do liegend das volk gar fast schwinen. Do nun das der von Zürich 
hoptman sach, dass si sich also begunden ahsteleu und das volk also beguud schwinen , do 
heruofft er die herren und och die von Zürich nnd zoigt und sait inn och die sach, und wie 
im das so übel gefiel, und sachen an den lüten wol, dass si nit lustig warent ze fechten, und 
wurden also aber mit alnandem ze rat, dass si wider gen Zürich zügen, und wolten uf den- 
selben tag nit fechten. Der marggraff trost si och fast wol, er getruwti, im kam schier hilff, 
dass er si mit macht wol mOcht angriffen. Also zugent die von Zürich wider haim. und ward 
der huff als gross nnd des volks als vil, als sin vor je gewesen was, wan si kament uss den 
studen und da sie sich verborgen hatten t, und zugent mit der panner wider haim. Kl. Chr. 307. 

Was Edlibach hierüber erzählt, lautet nun freilich ganz anders. Wie gewöhnlich wirft 
er die aufeinanderfolge der ereignisse durch einander nnd lässt das Züricher beer während 
des kampfes an der letze , den er einen tag zu spät ansetzt, von Albis gen Kilchberg an den 
see herabsteigen. Da wird eine gemeinde gemacht, und der eine teil rät denen an der letzo 



Wilhelm 1443. 



121 



=m° 



zu hülfe zu kommen, der andere, in die stadt zu ziehen. Da meinte der markgraf von »Nieder- 
baden«, man solle nun heimziehen, denn man käme jetzt doch zu spät, aber ein mehr von 
über "211011 bände sprach sich dafür ans, an die letze zu ziehen. Da sprach der markgraf. 
dass man doch zu spät käme und gefahr wärt-, dass man in der tinsternis bei einem angriff 
der nidgenossen einander töte; »so sol mcncklich vwrnemen, daz ich mit der liilff gottea in 
eim knrtzen zitt ein sömlich gross folek gon Zürich hringen wil, daz nns zu grossem trost 
komen sol, mit den wir allen eignossen stritt/ gnng thun wend.« Man sieht, wie man sich 
in Zürich später die dinge zurechtlegte. — Tsehndi p. :i":i kombiniert beide iiachrichton in 
eigenartiger weise nnd fügt noch hinzu, wie über diesen rück/.ug viel redlich leot von Zürich 
und uf dem see übel zufrieden waren, meinten, der herrschaft volk , so ihnen zu hülfe da 
wäre, hätte sich vast verschlagen, und schüttend ouch den boupt.maii; hinwider meintend 
der liouptmati und der marggraß, dero von Zürich volck täte es. Vgl- auch die er/ählung in 
v. Watt's- chronik p. 107: wie nnn die mär gen Zürich komen waroud und man verstund, 
dass die aidgnossen vast verloren haltend und doch sich noch in der letzi sumptend , ward 
geratschlagt, dass man widerum an si ziechen und die angrifen sölt. Darumb der marggraf 
selb ullhin zoc.h mit vil volks, nämlich die von Zürich mit ir paner nnd macht. Wie man aber 
loch, viel das volk vast hinnen davon und schwaint sich der huf merklich. Darum man dem 
houptman Duringer von Halwil volget: der riet, daß man nit sült angrifen desselben tag, 
diewil man den Unwillen in dem volk seche; sonder solt man besserer ziterwarten. Das ouch 
geschach. Dabi redt der margraf: er getrnwte, «lau im von dem forsten schier tapfere hilf 
zükomen wurde, mit welcher er die vigeud mochte gew.ittenklich angrifen, Wie man also 
liaim zoch, ward des volks bald als vil als vor ie, dau wer sich abgestolon hatt, der viel wi- 
äerna ziihar und wurdend die letzten die ersten. — Vgl. über das treffen auch den bericht der 
Strassbnrger Archivchrnnik, Code histor. de Strassburg p. 154. 1819 

l^Bregcnz) landvngt Jakob Truchsess v. Waldburg an Zürich: hat au! ihr hilfegesuch, trotzdem 

i er selbst in grosser kraukheit nnd blödigkeit gewesen und noch ist, am 22. mai ernstlich 
dem kouig um beistand geschrieben. Vor abgang des boten ist ihm dann auch von M. Wil- 
helm seinem schweher und Thüring v. Halhvilo geschrieben und abschritt des briefes von 
Zürich an Luzern, Schwitz nnd andere und des entsagbriefs von Schwitz an M. Wilhelm 
mitgeteilt. Darauf hat er dem markgiafen anderward geschrieben und aller briofe abschrift 
mitgeteilt, desgleichen auch an die Fürsten und herren, die dann auf seine und seines 
Schwagers Heinrich v. Pappenheini Werbung hülfe zugesagt haben, ebenfalls will er von 
sein und seines Schwagers Pappenheim wegen an Ulm schreiben, dass es die stadto der 
vereinnng zusammenrufe, und sie dann am hülfe mahnen. Zu der tagsatzung der gesamten 
ritt' ! schalt von S.-Georgenschild zu Walsee am 6. juni will er sich persönlich fügen, falls- 
seine gesuudbeit es erlaubt, oder seinen nute rhu dvogt hinsenden. Und da Zürich berührt, 
dass die Schwitzer an den abt von St. -Galleu und den von Raren, an Wil und die reichstädte 
St. Gallen, Cos t™ i7. und andere, ende gi-silirieben hätten , dass dieser krieg den römischen 
k'inig gar nicht berühre und sie nicht wider das reich sein wollen , deshalb will er geeignete 
schritte thun. Or. eh. Zürich. St.-A. 1820 

M. Wilhelm v. Hochberg an Freibnrg: bittet sie, so wir yemer tlissigest können und mögen, so 
viele schützen als sie aufbringen können und dazu ettwaz reisiges geztiges, auch soviel sie auf- 
bringen können, förderlich nach ansehen dieses briefes gvi\ Zürich zu schicken, da er derselben 
vast notdürftig ist. Angeheftete zedula: sollen ihre leute über Bheinau (itynow) oder Diessen- 
hofen ilurchziehen lassen. Or. eh. tVeibnrg. St.-A. Bella antiqna nr. 170. Druck Schreiber 
II 2 p. 401. 1821 

!die Stadt Bern teilt an M. Wilhelm Österreich, landvogt und die Österreich, rate mit, dass sie 
von ihren buudesgenossen ammann. rat nnd landleuten von Switz aufgrund der bünde zur 
hilfe gegen die angriffe dor herrschaft Oesterreich ermahnt worden sei, und sagt infolge dessen 
der herrschaft fchde an, Bern. St.-A. Gele itb rieft neu p. 5. Mitteilung Türlers. — Desgleichen 
cop. cofvev. U. P. 3S nr. 14H mit vermerk von gleicher band: dieser brief ward dem mark- 
grafen am ß. jnni von Wnrkellos gen Zürich überantwortet und ein offener brief dabei nnd 
»nüt wist warumb man inn bill dar verhebt hatt and wanimb man hin do ververtigett und 
inn im antwürU. Druck Tschudi :(73--74. Der fehdebrief an Zürich vom 28. mai I. c. 374. 

1822 



12-2 



Wilhelm 1443. 



rlnns v. Rechberg an Zürich ■ macht sie aulmcrks.mi, dassdcn S L b« it'/- rn alle wueb" mehr ah ein- 
mal vmi Stein, Überlingen, (Hadolf-) Zell, Konstanz am] Lindau und auf dem see viel körn, bafer 
und andere kost, säte und eisen zugebt, da das wohl zu wenden und zu verwebreu wäre. Das 
habe» ihm aber ihre hauptleuto bisher abgeschlagen ; m'i mag man die kost und was si h6n 
mMli'iid nit ball weren, denn durch Urogentz. Danach möge Zürich sich richten. Der mark- 
graf hat mir etwan dick geschrieben von geldos wegen so ich den eidgenossen genommen, 
dass er ihnen das wieder schuf, das ist mir noch nit üben. Or. eh. Zürich. St.-A. nr. 
1659. — Da Bregenz sich in der hand des M. Wilhelm und seines Schwiegersohnes Jakob 
Truchsess v. Waldluirg befand, so handelt es sich hier um eine Verdächtigung der beiden 
haupturheber des kriegs, ebenso mit der letztem gegen M. Wilhelm gerichteten bemerkung. 

1823 

U. Wilhelm v. Hochburg laudvogt and Thüring v. Hallwilr d. ä. bauptmann an Heinrich pfalz- 
graf bei Rhein und herzog in Baiem : nachdem der könii; mit Zürich eine sühne und bündnis 
geschlossen hat, worin Zürich alles, das es den eidgenossen alter bündnis halb schuldig ist, 
vorbehalten hat, haben die von Switz unterstanden Zürich von solchem bündnis zu drängen 
und geraeint, dass es vnn solchem bündnis stehen oder darum für sy selba als sy secher sind 
zum rechten kommen solle, wogegen Zürich ihnen recht geboten hat zu einer lotrong auf etliche 
eidgenossen, nämlich Bern und Solothurn (-dron) und danach auf kurlursten, fürsten, herren nnd 
städte, wovon sie keins angenommen haben. In gleicher «eise haben sie mich M. Wilhelm 
anstatt der herrschaft von Österreich auch gerechtfertigt von solcher bündnis wegen , ob- 
wohl jedermann weiss, dass ein römischer könig unbillig gerechtfertigt wird, hosondors von 
solchen schnöden leuten, als die Switzer sind. So haben sie der herrschaft von Österreich, 
was auch den könig berührt, und Zürich eine rautwillige feindschaft geschrieben laut beige- 
legter copie, difs mir M. Wilhelm nnd Zürich überantwortet ist auf heute dieustag vor acht 
tagen um die erste stunde vor mittag. (Vgl. nr. 1808.) Vorher haben aber die von Switz bereits 
versucht, die der herrschaft von Österreich gehörige brücke zu Kapperswil abzubrennen, was sie 
auch zum teil ausgeführt haben. Darauf sind wir und die von Zürich ausgezogen, um zwei letzinen 
einzunehmen. Also am mitwoch zu abend sind die von Kapperswil mit 5 oder tSOO mann über 
seo gefahren in ein dori genannt Frienbach, das den S witzern zugehört, und haben daselbst an 
5(1 Switzer erschlagen. Die banner von Switz. die darob in einem berg gelegen waren, haben 
die ihren aber entschüttet, so dass die unsern wieder zn ihren schiffen weichen mussten, nnd 
an dem abd retten haben wir an 42 mann verloren. Donnerstag früh haben die unsern dem 
feinde eine letze abgewonnen und an 30 der feinde erschlagen und sind damit wiederum in 
ihren vorteil gekommen ohne allen schaden. Freitag abend haben uns die feinde auch eine 
letze abgewonnen und der unsern allda an 200 erschlagen; doch bevor die Switzer und die 
ihren die letze abgestürmt und gewonnen haben, haben sie auch an fiOO verloren. Wir konnten 
nun die andere letze nicht halten und sind wieder nach Zürich gezogen, die Schweizer nnd 
ihre eidgenossen uns nach und brennen und wüsten was sie finden und liegen mit ihrer macht 
etwa eine viertelmeüe von Zürich. Da nun Zürich seines guten willens entgelten muss, dass 
es sich von solcher bübeiy gezogen and zu dem adel gethan hat, so ist ein notdurft, dass 
man allem adel und Zürich zu bilfe komme, da es sonst nicht bloss um den adel hier zu land 
und um Zürich geschehen sei, sondern auch alle fürsten in deutschen landen dadurch ge- 
kränkt würden. Da nun der könig zur hülfe gemahnt hat wider die Switzer, die doch ganz 
vertriber und vcrdillger sind aller erberkeit und alles rechten, ouch des gantzen adels und 
das nun ganz an der zeit ist, darum mahnen sie nra hülfe mit leuten, geld oder kost, damit 
das böß unrein volk gedilgget und inen widerstanden werde, woran sie anstatt des konigs 
und der herrschaft und die Stadt Zürich leib und gut setzen wollen, zweifeln auch nicht, dass 
sie bei unverzüglicher hülfe die bösen leute dillgen und vertreiben werden, dass sie zu ewigen 
Zeiten keiner erberkeit schaden oder drang zufügen. Haben in derselben weise auch andern 
fürsten um hülle geschrieben. Versiegelt mit M. Wilhelms insigel für uns beide, Or. eh. 
München. Geh. St.-A. Kart. bl. 341/10. — Anderswo habe ich dies zirkularsch reiben nicht 
vorgefunden. 1824 

1. Wilhelm an Bromgarten : bezug nehmend auf ihr schreiben an die von Zürich, die ihnen ge- 
antwortet haben, aus ir fariof wisött, snnderiieh von der entschuttung wegen , bittet er sie 
sich also kecklieh zu halten und der hülfe, wie die von Zürich geschrieben haben, zuwarten, 



Wilhelm U43. 



12S 



jnni :( 



[. 6] 



dann dii« in srtlicher niuii von unns bestellt ist, da9 ir uit zwyfels daran haben sollend, und 
or will leib und gut zu ihnen setzen lind zu ewigen Zeiten solche treue bekenn«, die sie jetzt 
iu diesen Sachen erzeigen. Argovia 10, p. llß; das schreiben Zürichs Tschudi 375. M.Wilhelm 
mag dies versprechen in erwartung fremder hülfe von Ilurgund gethan haben. 1825 

M. Wilhelm v. Hochberg an Freiburg: mögen uff stund nach angesicht dieses briefes Conratton 
ihren büebscumeister und ob ir ienend noch tiom ankommen inöchtend, der da in dem veld 
gut wore, gen Zürich schicken, wand wir des in Soliehen unser gnädigen herschafft ge- 
si hellten so ietz vorhanden zu mnl notfelurtftig sind, Will deuselben auch von wegen der 
herrschaft vurab ir sold und kost hafft sein und gnügtün. Mögen auch in dem. was erahnen 
durch Balthasar v. Blüniuegg entboten hat, ihr allerbestes thun, denn die Sachen unser gne- 
digen herschafft uns und allem adel gcdrungenü< h und ernstlich anligend sind. Or. eh. Froi- 
bnrg. St.-A. Bella antiqua nr. lßß. Druck Schreiber I. c. II 2 p. 401. 1826 

Ludwig v. Blümneck an Jakob herm zu Stoffen : hat mit erlaubnis des königs Kastelberg zu 
seineu banden genommen und auch utnb min gychtige schulde, die mir Junker Smasman 
schuldig ist, darum ich recht bot vor dem landvogt (M. Wilhelm) zu nehmen and zu gehen. 
Hegest Albrecht, Eappoltstcia. Üb. 4, nr. 20. 1S27 

Basel nn M. Wilhelm: Hans v. Rechberg von der hohen Rechburg ist zu dem von dorn mark- 
grafen ihm und der Stadt wegen beranbung einiger ihrer bärger angesetzten freundlichen 
tag zu Waldshut nicht erschienen und hat am 30. mai abermals Basler gut weggenommen 
und mit dem wagenknecht nach Sundhanson geführt. M. Wilhelm wird gebeten, Hans v. 
Keehberg gütlich zur ontsehädigung zu bereden. Cop. coaev. Basel. Staatsarch. Colmarer 
richtuug 1011. — F. 1828 

M. Wilhelm an Freibnrg: die eidgenossen haben itremgarten genommen und da die von Zürich 
dieser Stadt ihren büchsenmeister geliehen haben, so haben wir allhie gantz kein büchson- 
macher. Da nun zu erwarten ist, dass sich die eidgenossen mit macht vor die stadt allhie 
schlagen worden, bittet er, dass sie uff stund by tag und nacht ihren büchsenmeistor meister 
Conrat und noch einen gen Zürich schielten; denn sollten die eidgenossen dies« Stadt ge- 
winnen, so ist dannenhin ön zwifel kein der lien-schaftschloss noch Stadt hier zu lande sicher. 
Mögen auch die 1 00 schützen, worum er gebeten, möglichst bald durch Rhoitiau (Rynow) gen 
Winterthur senden , denn es ouch zii entsitzend ist, das das geschlosl! onch verloron werde. 
Mögen auch von des reisigen gezuges wegen das beste thun nnd zu gleicher weise allhar zu- 
schicken. Or. eh. Freiburg. St.-A. Bella antiqua nr. 171. Druck Schreiber II 2 p. 402. 1829 

Basel bittet M. Wilhelm nochmals, den Hans v. Rechberg Ems Schadenersatz zu veranlassen, dann 
werde es auch auf des markgrafon schreiben gütlich antworten. Cop. coaev. Basel. Staatsarch. 
Colmarer richtung 1012 b . — F. 1830 

Zürich an M. Jakob v. Baden : M. Wilhelm hat ihm bereits um hülfe geschrieben, worauf er gna- 
denklich geantwortet hat. Inzwischen haben die Schweizer dem hause Oesterreich und ihnen ab- 
gesagt und hat sich die Sache so vil und verr gemacht, dass viele leute auf beiden Seiten niederge- 
legen sind, der mehrteil jedoch anf selten der gegenpartei, und hat sich die bübery so viel 
nnd vast gemehret, dass der feind sich meint vor Zürich zu legen und der Stadt auch viel 
leute auf dem lande abgewonnen hat. Darob ist die Stadt noch nicht erschrocken , sondern 
will sich redlich, trefflich und keklich halten bis auf die stunde, dass der markgraf und an- 
dere fürsten nnd herren und der adel ihr zu hülfe kommen. Jedoch ist schleunige hülfe not- 
wendig, wie ihm M.Wilhelm auch schreibt. Da sie nun in solche bedrängnis gekommen sind 
des adels und des bundes mit dem hause Oesterreich wegen, bitten sie um schleunige hilfe, 
auf dass sie sich solcher bübery und unrechtes erwehren können; denn wo solche bübery 
oberhand gewinnt, weiss niemand, wo es enden wird. Or. eh. Zürich. St.-A. nr. 1655. Cit. 
von Dändliker, Turicensia, Beiträge zur Zürcher Gesch. 1891- Festschrift p. 79. — Das 
schninen scheint nicht abgeschickt zu sain, 1831 

Also trost der marggraff in disen ziten die von Zürich und ander fast und tuaint, im sölt hilff 
komen, dass er den aidtgenossen wol widerston möcht mit gewalt, und schraib fürsten und 
herren uud mante si von des küngs wegen umb hilff. Aberdo der küngnit selb zno 
den sachen tat, do giengent sin och die cur fürsten und ander fürsten nnd 
herren müossig. Also was nun in den ziten der kling und die hertzogon von Oesterrich 



Iß* 



124 



Wilhelm 1443. 



[Juni] 



ze Österrich und hatten andt'r gross, treffen] ich Sachen ussze tragen , dass si also zuo disen 
sacht-n nie nünts getaten. Und also kam kain hilft' von den tosten; doch rait darhi etwa 
manger herr, rittet und knecht der herrschaft ze dienst in disen krieg, die gern ir bestes ge- 
ton hettint. Es was och >acb , dass die edlen denen von Zürich uit wol getruwen mochten, 
wan es was ;üo gemain red und offner lümbd, dass ir vil ze Zürich was, die den aidtgenossen 
Dessen gen den denn der herrschet, und inen laid was der pund, den si mit der herrschafft ge- 
ton hatten und man das «Ol wisst, dass die aidtgenossen vil kimtschafft von Zürich hatten; 
darumh belaib in disen ziten vil underwegcn, das man gern getun hett. Nun gotorst man in 
den ziten die m liuldigeii tG Zürich nit strafen- Kl. Chr. p. 313; vgl. Tscbudi :J7'.> mit dem 
charakteristischen zusatz. — J n det ibat erklärt sich dadurch die rätselhafte unthiitigkeit 
des inarkgrafen wahrend des militäri-chon Spazierganges der eidgcii<<sseii, an f dem sie einen 
festen platz nach dem andern ohne nennenswerte gegen wehr gewannen ; man hatte erwarten 
sollen, dass er dem foltid« wenigstens mit seiner reiterei an den fersen geblieben wäre, aber 
er nvusste fürchten, unter umstanden vor Zürich au verschlossene thore zu kommen. Auf der 
andern seito braucht ina» sich nicht in wundern, wenn sich jetzt eine namhafte partei fand, 
die den frieden mit den eidgenossen befürwortete; Zürich hatte für das neue bündniss nur 
opfer gebracht, und die erhofften vorteilo lagen in weiter ferne, nachdem der kö'nig nichts 
dazu that, um seine, Versprechungen zu erlülleu. So befand sich denn der markgraf in einer 
ebenso peinlichen wie schwierigen läge. — Einige Unterstützung kam auch aus Tyrol Vgl. 
Edlibach, der allerdings wahres und falsches wieder durch einander mischt, p. 40: da kam 
gar vil frümdes volck gaii Zürich von der Etschlz und uss andren landen, die den des her- 
zogen von Östrich waieud, besunder seit den etgnossen ah mitsamt hertzog Albrccht von 
Östrich der margraff von Nidcr baden und der kam in eigner barsan (sie?) mit vil lütz 
gan Zürich. Item und) so seit den eignossen üb grauff Ludwig und grauff Ulrich von Wirtten- 
berg gebrüdor, die daz tatteud durch bitt und ermanung des römischen küngs, die ouch gar 
vil gutter edlen lütten, es werrend ritter oder knäcb, gan Zürich schicktend an die Söldner, 
die sust uss andren Statten und ländren kamend; damit und uss der massen vil volck gan 
Zürich kam reissiger und ouch f uss volck. 183"* 

ilso lag nun der marggiatf ze Zürich und schraib fürston, herren und stetten, davon vil ze 
scliriben und ze sagen war. Also besonder so schickt der marggraff zuo dem hertzogon von 
Jturgundi ain ritter, hiess herr Peter v. KöJSperg, und muotet also dem bertzogen zuo von des 
römischen küugs wegen, dass er den aidtgenossen sin vindtsehafftsait. Und vierzechen tuseut 
hatt er der schinder hi enandern, und der küng von Franckrich ouch als vil, dass si die ze- 
samen liessint ziehen uff die aidtgenossen. so wöll er inen der Herrschaft von Österrich stett, 
schloss und land ulltuon. Och begert er siner ritter und kriecht und erzallt och also durselb 
ritter dem hertzogen von Burgnnd , wie die aidtgenossen die herrschaft von Österrich be- 
kriegten wider gott, er and recht, un-1 wie der küng und die herrsehafft jetzt in den landen 
nit war . . . Der herzog antwortete, dass auch die eidgenossen ihre botschaft bei ihm gehabt 
und ihn gubeten hätten, sie nicht mit krieg zu überziehen, so wollten sie ihm helfen, wo er 
ihrer bedürfte, niemand ausgenommen. Poch kehre er sich nicht daran: wolle der konig ihm 
die lehen seiner vorfahren, dazu die herrschaft Lützelburg leihen, »so weit er im mit sin sdbs 
lib helffen, lammen und nidertrucken nnd dieselben hellten niderlegen. diesolichen maotwülen 
und frefel wider gott, eer und recht tribint nnd lang getryben hettint mit der berrschafft 
von Österrich und wider allen adel . . und weit . . davon nümeT gelassen, bis dass der puren 
gewalt und uberliracht zertrennt und vertryben wurd.« Darüber begehrte dir herzog antwort. 
Also rait der ritter mit derselben hottschaft gen Zürich zuo dem tnarggraft'en in der 
zeit, als die eidgenossen Uiüningen gewonnen hatten und wieder abzogen (jnni lt; — 18). 
Also schickte der markgraf denselben ritter mit dieser botschaft gen Österreich zu dem könig 
und empfahl ihm das und anderes zu werben, und »das darin n kaiu verziehen war, 
wan es war zit, mau bednrfft des konigs hilff nnd trost, weit er echt (,icht) 
siu lüt, stett und schloss beheben«. Also rait nun dieser ritter in der nächste 1 : wuchen 
nach pfingsteti (Juni li> — -22) und kam erst harwider vierzecheu tag vor wienächten, off con- 
ceptionis Marie (dec. h) fall anderer stelle p. 3 1 3 macht die Kl. Chr. die angäbe, dass er aus- 
blieb von pflngsten (juniö) bis Michael.], und was im doch em p toi het, dass er diss Sachen on 
alles verziehen werben und enden sollt. Also ward diserantragnffdasselb zit ganz gesumpt, 



Wilhelm 1448. 



125 



utr 



wau dem hertzogen von läiir^'und kam kain botlsehaft von <ii-m küug, als erwartet und ver- 
lassen hat. — It diser ritte versprach sieh damit, dass er lang kranck und siech gelegen 
war. dass er weder ritten mich gon mocht, Kl. Chr. 332 — 33 und danach Tschudi 37U bis 
80 mit entsprechenden zusätzeu, um die anklage der Clir. zu entkräften. Annähernd wird die 
Sendung durch nr. 1S35 bestimmt. Vgl. auch nr. 1740. 1833 

Ludwig v. Blumegg an Smaflman herrn v. Rappoltstein : auf sein begehren um rückgabe des 
Schlosses Kastelberg, das er mibewart, ninl uuerfolget eingenommen, verweist er auf den brief 
des kfinigs, worin dieser Sinaliman befahl, Blunugg das «bloss Kastelberg einzugeben und 
mit M. Wilhelm reebnung zu tlmn. Auf solches rett ich mit mund mitüch, der markgraf der 
wer uuraüssig zu Zürich und inficbto nun 20 mol zn derrechnung nicht kommen, und bat euch, 
mir und herrn Melchior (v. Blumegg) das schloss einzugeben, so wollte ich euch 2OO0 ll. auf 
die rechnnng versichern, zumal des kßnigs rate mir und herrn Melchior augedingt hatten, 
dass sie nicht wollten, dass Smafl mau für me kosten dorufl tribe. Da Smafiuian sich aber ge- 
weigert hübe das schloss vor erfolgter rrchiiung einzuräumen, habe er ein recht gehabt es 
einzunehmen. Rechnung möge Sinaliman nur je eher je lieher vor dem markgraf halten und 
er (Kl) sei bereit alles, was ihm der könig dann schuldig sei, erberlich auszurichten und ebenso 
mit ihm vor den markgrafen zu recht zu kommen. Albrecht. Bappoltst. Üb. 4 nr. 22. 1834 

Solothurn an Henmau v. Spieirelberg und Beruhart v. Halrein hauptleute und venner Hans 
Hagen: haben ihre kundsrhalt ausgfsibb'ht von der samnung wogen, die in Luttringen sein soll. 
Der böte ist zu Mümpelgart und umgegend, zu Beifort und im Sundgau gewesen und meldet, 
dass in Burguud keine samnuug sei. Der herzog sei jetzt zu Dijon (Dyscliung) und Peter v. Mörs- 
perg sei mit a pferden zum herzog geritten. In Lothringen seien auch nur JOOO pferde. die 
der v. Commercy (Comerse) wider den v. Blamont gebraucht; aber im Snndgau standen an 
1 500 mann, darunter 5011 schützen, und der böte hat an eczlicheu enden dasslbst das volk 
sich rüsten gesehen, und es heisst, dass der zug über Bre.isacli und Freiburg Zürich zu hülfe 
gehen s.dle. Or. eh. Zürich. St.-A. nr. IfißG. — Was Barante Mit Gachard II, 4H über den 
empfang Peters v. Mürsperg bringt, beruht auf Job. v. Müller, de Beaucourt IV, ] lässt 
MOrsperg auch die schreiben ht Sigmunds und kg. Friedrichs vum 21, u. 22. august an kg. 
Karl v. Frankreich überbringen; nach erzählung der Kl. Chr. kann .las nicht richtig sein, 
oder die entaOfcttidigBDg KOrspergs wäre eine blosse ausflucht gewesen, um die seudung nach 
Frankreich zunächst geheim zu halten. Gegenüber dem markgrafen und Zürich lag dafür aber 
kein grund vor. Hingegen kann man mit ziemlicher bestinimtbeit sagen, dass Burkard 
Münch Überbringer obiger heider schreib«« war- Vgl. 1444 juli 12. 1835 

Smaßmau herr zu Rappoltstein au Ludwig v. Blumegg: durch die- widerrechtliche- beselzung 
Vnu schloss Kastelberg sei nicht nur ihm , sondern auch dem röm. kfmig unrecht geschehen. 
Die rechnungsablegung vor M. Wilhelm sei zur zeit unausführbar, da derselbe gegenwärtig 
noch mit mehr unmnssen nnd gesenäfton beladen sei als vordem. Fordert demnach rückgabe 
von schloss Kastelberg oder mit ihm zu ehre und recht m stellen vor dem Statthalter der 
Österr. Herrschaft oder vor einem der forsten bi. Ruprecht, pf. Ludwig oder M. Jakob. Albrecht, 
nappoltst. Üb. 4 nr. 23. 1836 

(Wienn) kg. Friedrich beauftragt seinen landvogt im Bisa« II. Wilhelm, die vogte und amt- 
lente in seineu landen Stnria die stüdt Basel anzuhalten, dass sie alle seit dem anlang des 
conciliums aufgenommenen neuen zolle abihun. Vidim, von 1443 sept. 4. Basel, ytaatsarch. 
st. urk. 1271 — Vgl. dazu die chronik Hciiman Offenburgs (Basler Cliron, 5, 243): 
während seines aulenlhalles in Wien zwischen dem 21. april und 20. juui 1443 habe ihm 
der rat von Basel u. a. von den neuen zollen geschrieben. »so die vögt und amptlut im 
Sunt^Sw und Elsasz nümeut. Wie sy mir das schribent, warb ich an den küug. das er dem 
marggräven schreib, solliehs gantz schaffen abgtün werden. Sy sihriben mir als vondersach 
und spenen mit den von Brysach, ouch von des nüwen zolls ze Nüwcnburg, wie mein herr 
marggrüf ein Übertrag zwüscheu in beiden und der statt getroffen hett, solichen Übertrag die 
beiden stett abgseil, und aber die von Biisel doby gern hüben weren.« — F. 1837 

(Basel) Manuel deUualbis decretorum doctor, richter und spedalahgeordiieter zum Basler konzil, 
entscheidet in der Streitsache des Peter Mersehuer gewesenen johanniterbruders mit Bertold 



126 



Wilhelm 1413. 



[. 2»] 



Stehelin präeeptor des .iobanniterhauses iu Nienburg, dass erstem dem letztem 20 ft. zu 
entrichten habe. Das sigel des Michael Bälde win legum doetor verschwunden. Mitgeteilt an 
kg. Friedrich, an die zum Baseler kotizil versammelten erzbisehöfo, an genannte bischöfe etc.. 
an die hz. Heinrich, Albreeht und Ludwig von Bayern, den M. v. Hochberg und Röteln, die 
gr. v. Wittenberg und Wertheira u. a. Cop. Aaran. St.-A. Archiv Lunggeru 231. 1838 

Smallmun hon zu Rappoltstoin fordert Ludwig v. Blumegg in anlass seiner erklärung. er könne 
nicht an rat finden, da^ er yenanthin billicher furkoiuen solle wenn für minon herrn don 
marggraffen, zu ehre und recht vor der zuletzt gase h riebe neu ende eins, desgleichen vor 
Freiburg, Breisacb oder Neuenbürg, alle drei oder ir ein besonder. Regest Albrecht, Rappolt- 
stein. üb. 4 nr. 25- 183» 

r. Burekart v. Mülnheim meäster und rat zu Strassburg an Zürich : nachdem sie r. Johanns 
Wirii'h stin. nsdAdam Riff altammeister ausgefertigt hatten, um in gemein sehaft mit don boten 
von Basel und Rheinfeiden den streit zwischen Zürich und den eidgenossen beizulegen, darin 
ihnen aber nichts gedihen konnte bei don eidgenossen, was sie dann M. Wilhelm und Zürich 
geschrieben haben, worauf M. Wilhelm ihnen freundlich gedankt hat, vernehmen sie jetzt 
von ihren rats freunden, dass etlich rede in Zürich ginge, dass Basels botschaft und sie uch 
usgetragen und von uch gesagt haben, dass 1500 Zürcher erschlagen und deshalb 000 witwen 
dort seien; dadurch etliche leute wendig geworden wären und Zürich etlich in Strassburg 
aufgebrachtes geld gekündigt sei. Da auch der Bürgermeister von Zürich auf Vorhaltung sich 
über die Strassburger in solcher weise geäussert hat, stellen sie den Sachverhalt richtig. Die 
abgesandten haben bei ihrer rückkohr gesagt, dass es in Zürich hiesse, dass man an dritt- 
halbhuudert manu verloren habe und wo die von Zürich einen verloren hätten, hätte die 
widerpartai 3 verloren; als die gesandten dann auch zu der widerpartei kamen und die ver- 
hörten, da haben die gesandten gemeint, dass dazumal auf beiden selten an 700 mann er- 
schlagen wären, und haben weder von einer grössern anzahl noch von witwen geredet. Das 
geld war ausserdem schon S tage vor der rückkehr der boten gekündigt, und ist solches ab- 
sagen ohne Strasburgs wissen geschehen. Or. mb. Zürich. St.-A. nr. K5S3. — ■ Bemerkens- 
wert ist die feine znrecht Weisung durch hervorhebung des gegenteiligen Verhaltens von M. 
Wilhelm. Sein schreiben ist nicht erhalten. 1840 

in diesen dingen lagent zo Zürich bi 500 pfarit der edlen oder nie, die gern ir bostes geton het- 
tint. und och fnosskuecht von dem Schwarzwald, von Friburg, von Nüwenburg, von Brysach. 
von Tan, von Waldshut, uss dem Elsas und anderswo her, und wess man zo rat ward oder was 
man tuon weit, so wissten usallwcg die aidtgeuossen. Also (am 22. juni) tat man ain anlege, 
Bremgarten zu ersteigen . denn man wusste wohl , dass viele in der Stadt waren , denen es 
leid war, dass sie die eidgenossen eingelassen und ihnen geschworen hatten. Darzuo hatt 
man och etwas kuntschaft daselhs. Also beschloss man zu Zürich an diesem tage alle thore bis 
uff die vierten stund, umb dess willen dass niemand kain kuntschaft noch warnung hinuss gebe. 
Also zog man um die viere- nachmittags mit einem schönen zag edel und unedel aus und war 
um 1 1 uhr vor mitternacht zu Bremgarten bei der Stadt am graben. Also richten si ir züg 
und laitren zuo und wollten gestiegen hau. Do waront die von Bremgarten gewarnot ; es warent 
och ir etlich in die statt kennen, den och diss kund getan ward. So zogen sie ganz heimlich, 
um nicht bemerkt zu werden, wieder ab. . . . Also war der von Zürich Hauptmann Türing 
v. Hallwil zornig und sprach: Ir band ain hfipsch guot rathus, aber es hat gar tonn niuren ; 
was man darinn redt, das hört man gar wit; damit er inen erzeigt, dass er und dio andern 
mainien, diss warnung war von den gewaltigen komen. Kl. Chr. 314. — Tschudi 380 stutzt 
die ihm unbequemen Äusserungen der Kl. Chr. zurecht. Seine behauptung , dass die sache 
durch etlich Bremgarter , mit denen der von Hallwyl etwas pratick die statt ze verraten an- 
geschlagen, ausgekommen sei, ist durch nichts belegt. Auf alle fülle ist der ausspruch Hall- 
wil's in hohem grade charakteristisch für die Schwierigkeiten, mit denen der markgraf zu 
kämpfen hatte. — Ueber den anscblng auf Bremgarten vgl. auch Fründ p. 151 : wan der 
laudvogt und ouch die von Zürich darunib antrag tatent mit hilf und rate etlicher von Brem- 
garten, als dann die rede dozemale ging. 1811 

Ludwig v.Blümnegk an Smallmau herrn v. Rappoltstein: erklärt sich bereit vor Freiburg zu einem 
unverdingten tag zu kommen und will sich demerkeitntnis der stadt unterwerfen, ob er eines 



Wilhelm 1443. 



127 



joii 1 



dar geböte Smasmans annehmen soll. vonusü-eM-lzl. dm Bmasaun -ich demselben erkonntuis 
unterwerfen will, wwn es dahin lautot, dass er «ins der geböte Blomeggs annehmen soll; 
von der eren wegen aber betreffs seiner beschuldigung, wie ich an dein kling gevaren solle 
haben, fordert er ihn zur Verantwortung vor den könig. Hegest Albrecbt, Itappoltsteän. Db. 
4 nr. 16. * 184*2 

Thüriug v. Hallwil d. it. an Bremgarteu: warnt die stadt eidgenössische besatzung aufzu- 
nehmen, sondern sich redlich zu wehren; verbeisst ihnen entsalz, da wir jetzt von den gua- 
ilou gottes so viel guter leute haben und täglich verstärkt werden ; auch ist jetzt ein solches 
volk auf den füssen zu uns, dass Bremgart*n, wenn es sich den Schweizern anschliesst, solchen 
schaden erleiden wird, dass ir sölicbs niemcrmerüberwundint; wan nnn alle min vordem und 
ich von alter har ie und io owor stat lieb gehebt und gfittes gunnen liand, darum beküm- 
mert mich eure sache fürer und mer als jede andere; er versichert sie auch des guten willens 
und der guten meinung des markgrafcn u nd Zürichs ; daruinb so nemmend die sachen redlich, 
ernstlich und trefflich für tind hissend ücli niemand verwiesen, den ich weit üch gar ungern 
ritten, daz wider »wem glimppl war. Cwc eh. Zürich. St.-A. — Hier könnte man eine erste 
bestimmte andeutung über die erhoffte hülfe von Hurgund oder Frankreich finden. Damit würde 
die durch Zeugenaussage festgestellt" tTWefODg Götz-Heinrichs v. Eptingen übereinstimmen, 
der ein jähr me oder minder, bevor die sehinder ins land kamen, in dem wigerhusz zu Prattelo 
(bei Basel) sass und trüwete hert den Switzern und meinte da, die herren weitend sy nmb 
bringen und das land verheren. »Wir wellent ein grosK vokk in das land bringen, und wenn 
wir uns dann für ein slosz slaebent, so sint die eidgenosseu also übermütig, das sy nit en- 
land. sy slachent uns dannen. Gelingt uns denn, so haben wirs, mißlingt uns aber, so wirt 
das fremde folel erslagen. Was ist darumb? Da snaltend wir nit einen [ins nmb. Gewannen 
aber wir sy, so band wir das land gewunnen. Wackernagel. Urkb. der Stadt Basel 7, 172. 

1843 

Bern an hz. Philipp v. Burgund: ihre gesandten, die sie zum p. Felix und hz. Ludwig v. Sa- 
voj'en geschickt hatten, haben ihnen gemeldet, wie sie von einigen savoyischen freunden er- 
fahren hätten, dass bz. Philipp darch abgesandte der herrschaft von Oestorreich um hülfe 
gegen die eidgenossen gebeten sei nud der herzog solche bitten unter hinweis auf das bis- 
herige freundschaftliche Verhältnis zu den eidgenossen nicht nur abgelehnt, sondern auch 
jeglichen zuzug verboten habe. Danken für solches wohlwollen und bitten ihnen solches 
auch weiter zu bewahren, wenn aufs neue derartige bitten an ihn gelangen. Druck Archiv d. bist. 
Vereins des Kt. Bern II, 383—85 aus Bern. St.-A. Freiheitenbnch 294 b . Hz. Philipp ant- 
wortete Bern am 1 7. juü von Nozeroy ans, dass er mit rücksicht auf den bei ihm weilenden 
herzog v. Savoyen und in anbetraebt der alten freundschaft mit Bern das hilfegesuch der 
herzöge von Österreich abgelehnt habe. — Druck Archiv 1. c. p. 38G. — Es ist nicht recht 
ersichtlich, oh es sien hier am eiu erneutes hülfegesuch handelt 1844 

ir hand hievor gehört, dass M. Wilhelm und ouch die von Zürich churfürsten, forsten und beim 
nmb hilff schribend wider die eydguossen und ouch die eydgnosscn vast verunglimpfend, deu- 
tlichen gegen richstotten ouch. Also sehriehen die fi orte ausser Bern , das für sich beson- 
ders schrieb, an forsten, herren und städte. An hz. Stephan v. Baiern: da sie vernehmen, 
dass sie vor kurfürsten, fürsteu und herren darch die herzöge von Oesterreich und die von 
Zürich verunglimpft werden, als ob sie kg. Friedrich wider recht bekriegten und Zürich vom 
reiche drängen wollten, erklären sie, dass sie den könig wiederholt um bestätigung ihrer Pri- 
vilegien gebeten und alsdann sich bereit erklärt haben auf etwaige ansprüche von des hauses 
wegen von Österreich gebührende autwort zu geben , nnd sind auch jetzt bereit dein könig 
als ihrem natürlichen herren zu tlmn, dessen sie pHichtig sind. Hingegen sind trotz ihres 
friedens mit der herrschaft von Oesterreich die ihren aus der herrschaft schlossern gefangen 
und beraubt, ohne dass ihnen bekehrung werden mochte. Dazu hat die herrschaft die von 
Zürich zu sich in bündnis genommen, nachdem dieselben gar lange mit ihnen inbündnis ge- 
wesen, und auch wider des friedens laut nnd sag. Sie haben darauf die von Zürich gemahnt 
von den bänden zu lassen oder mit ihnen zu recht zu kommen nach laut der beschwomen 
bnndesbriefe, und da die von Zürich den bänden ungehorsam waren , haben sie sich unter- 
standen dieselben mit macht zu weisen den bünden nachzugehen, nnd sie hätten sich ver- 



128 



Wilhelm 1143. 



sehen, dass sich die herrschaft dessen nickt aiiireimrawüii hätte. Darüber sind der herrschaft 
landvogt und ander* ihre amtleut mitSiimt Zürich über sie gezogen und haben die ihrigen 
gebrannt, beraubt, etliche erstochen und sie so zu kriegen gedrängt. Unter Luzerns insigel. 

! Fründ 149—151. Tschudi S8-J mit 4. juli als datum. Bei beiden ist pf. Stephan in der 
adressi' irrtümlich kurfürst genannt. — Die letzte Behauptung bezüglich erflffnung der feind- 
seligkeiten widerspricht direkt den thatsachon ; ebenso steht es mit der behauptung, dass der 
seitens der herrschaft mit den eidgenossen geschlossene vertrag das bündnis mit Zürich unter- 
sagt hätte, und was die Feindseligkeiten aus der herrschaft schlossern betrifft, so hatte M.Wil- 
helm den Eidgenossen durchaus zufrieden Stellende erk lärmigen abgegeben. Vgl. nr. 1777 und 
1768. — Mim sieht daraus, welcher madstah an diese rundscneibea zu legen ist. 184ü 

Basel an M. Wilhelm: da es bort, dasa sich Hans v. Rechberg in Zürich heim markgrafen be- 
findet, so bittet es abermals, mit demselben wegen des Schadenersatzes zu reden. Cop. coaev. 

1 Basel. Staatsarch. Culmaror rklituug t (i 1 3. — F. 184fi 

M. Wilhelm landvogt der herrschaft Oosterrcicb schickt in anlass eines hand Streiches der von 
Glarus, als eine gemeine rede war, dass die ei rt genossen in kurzem Rapperswil belagern 
wollten, nach !Iap|n»rswil 50 schützen, edle und reisige und "2fi pferde ans Frei barg im 
Breisgau sowie zwei schiffe mit proviant, büchsen a. s. w. die am abend des 12. jnli aus 
Zürich in Rapperswil eintreffen. KI. Chr. 315. Vgl. auch die bemerkung der Kl. Chr.. wo- 
nai ih in Rapperswil die Verhältnisse ähnlich lagen wie zu Zürich nnd die eidgenosseu von 
allem was vorging kundschaft erliiulteu «und was ganz denen von Rapperswil noch denen 
die bi inen warent iiiemant so boM noch so getrüw, der iuen ain warnung oder kuntsohaft 
gab«, Tschudi p, 382 Usst diese bcm.-rkuiigen natürlich fort. 184-7 

H. Wilhelm des kg. Friedrichs Statthalter nnd laudvogt der herrschaft Österreich schlägt mit 
rat anderer rate der herrschaft seinem idieim gr. Hans v. Tiersteiu pfalzgraf der stift Basel 
geliehene 1500 fl., die der markgraf zu der herrschaft nutz und frommen in dem kriege im 
Oberland verwandt hat, auf die dem gr. v. Tierstein eingeräumte vogtei und das arat zu Mali- 
münster, so dass er vor Zahlung der 1500 ff. davon nicht entsetzt worden darf, verpflichtet 
sich auch ihm darüber einen willebrief von kg. Friedrich zu erwirken und stellt als bürgen 
r. Mönch v. Laiulskrou und Friedrich vom Huil für eiulager zu Mülbunsen mit einem kin-cht 
und müssigem pferd. M. Wilhelm als Hauptschuld ner und die beiden bärgen siegeln. Vidi- 
miert auf anstehen des gr. Hans v. Tiers tein l 44:s Do*. 21. Basol. St.-A. Adelsarcliiv. 1848 
Luzern an Bern : von dem tag zu Brunnen sind sie geschieden mit dem hescbluss, dass die eid- 
genossen und sie meinen am 18 juli mit ihren (uusern) zeichen auszuziehen, zunächst gen 

! Knonaw: wohin sie abor dann geraten werden, wissen sie noch nicht. Einen lauter von 
Appenzell, der gern für uns gewesen «Tire, i>b wir uns bis heute wollten zu Brunnen ent- 

! halten, lassen sie durch die von Si-hwyz verhören, die an Bern die Sachen wohl verschrieben 
haben werden; ebenso wird Bern aus Bremgarten nacbrichtcu erhalten haben, wie sich die 
von Zürich Tor Bremgarten crzöigt, haben. Nun ist auch warnung gekommen, dass die von 
Eberstein, v. Bitsch und Lützelstein mit grossem volk gon Zürich gekommen seien, des- 
gleichen seien des vordem tages im Sundgau an 500 pferde aus welschen binden gelegen, 
die ebenfalls gen Zürich ziehen wollten. Bern. Alt Missiv. 1 nr. 1 1)5- — Ober den abermaligen 
anschlag Zürichs auf Bremgarten am 15. juli vgl. Kl. Chr. 315. Tschudi 382. Ebenfalls be- 
richtet die Kl. Chr. p. 314 zum (i. juli . wie gegen Sonnenaufgang die edlen und reisigen in 
der stärke von etwa 500 pferden und fiOO zu fuss unter anführung der gr. Jakob t, Lützel- 
stein nnd Ludwig v. Helfeustein und des Hans v. Recliberg für Baden hiuab bis gen Zurzach 
zogen j 13 dörfer verbrannten und etliche erstachen. — ■ Das ist wohl der nämliche zug, von 
dem Edlihach p. 41 erzählt, der in das amt Regensberg und von da durch das Wenthal gen 
Zurzach und Kilchberg unter Buden ging. Die beute betrug an 1500 haupt hornvieh, die gan 
Stampften nach gestellt und dort vorteilt wurden. 1849 

Dlrich Bock der eilter undClawes Schanlit an herrn Lien hart Drachen fei III ammeister zu Strass- 
burg: sind am 15. juli gen Zürich gekommen und haben dort vorgefunden die bischöfe von 
Konstanz und Basol und des papstes Felix und des herzogs v. Savoy botschalt, herrn Hanne - 
man Offenburg, der erst komen war vom koiiig, dem (ich empfoleu war, zu der geschrift den 
obgenanten nnsern gnedigeu hern zu sagen unsers hern des küniges meinung, die <">ch in sim 



Wilhelm 1448. 



129 



namen also sin retü do sin solten. Es lind ausserdem noch dagewesen und ankommen abge- 
sandte ,on Augsburg. Basel. Ulm, Esslingen. Konstanz, Überlingen, Lindau, Ravensburg, 
Kidniar und Schleltstadt und sint also EU unserra hern dem margrofen gangen und zu wissen 
geton, wie ir uns heruf gevertigat haut etc. Am 7. juli sind die genannten herren uud städte- 
boten tot dun rat zu Zürich gekommen in gegenwart des markgrafen und des hauptmaunes 
Dnring r. Halwilr und habBn einen frieden gesucht je langer je lieber, so dass inzwischen 
der konig jemand heruf schicken sollte mit voller macht zu gedenken, wie die Sache zwischen 
in und ir Widersacher gütlich abegetragon oder aber zu. eim rehten vereinet wurde. Nach 
viel Worten, nachdem der markgraf den könig und das haus Österreich sowie die Stadt Zürich 
verantwortet, ist geantwortet, dass am nächsten tage früh der grosse rat berufen wurden 
solle, um ein völlig antwurt zu geben. Voraussichtlich ist man auf dieser seite zu einem frie- 
den bis Martini oder zum mindesten bis Michaelis bereit. Darauf boIIbd morgen herr Hanne- 
man Offenbnrg und berr Walther Ehinger von Ulm gen Luzern reiten, wo gegenwärtig die 
eidgenossen ihre botschaft boi einander haben sollen; ist daz nit, so sollen sie die berufuug 
einer tagessatzung veranlassen, wohin dann die lierren und städteboten kommen wollen, um 
den frieden herbeizuführen. «wan wir alle mit anders verston, das es notdürft si darinne sich 
zu müigen und erbeiten. ob die sach (festalt rang wurden. • Neuigkeiten können sie nicht 
weiter mitteilen, als dass am 15. juli an 500 pferd ausgeritten sind; die sind noch nicht 
zurück, und aa heisst, dass sie zu Winterthur sind. ■ — Senden den brief durch Strasburgs 
diener, dan etwevil zu Zürich sint, die nwern vigenden me günnen dan üch. — Or.ch. Strass- 
bürg. 8t. -A. AA. 242. Obiger bericht wird durch die Chronik des Henman Oflfenburg (Basel. 
Chr. 5. 243 — 45) in mannigfacher weise ergänzt und ausserdem weiter geführt: um dieselbe 
zeit fjuni !l) sandten die von Zürich ihren pfarrherrn (Motz) znm könig, ihn über die läge zu 
unterrichten mit briefen und von niund. Der könig ward darauf zu rat einen tag auf den 
1 5. juli (Margar.) gen Zürich auszuschreiben und dazu die freien und reiebstädte im Elsass. 
Strasshurg, Basel, Konstanz, Augsburg, Ulm, den buud da muh und S. -Gallen einzuladen, und 
dass von seinetwegen die bischöfe von Basel, Konstanz uud Augsburg da waren und ausser- 
dem Henman Offenbnrg, der den bisihöfen des konigs meinung entdecken sollte. Der biscLof 
viin Augsburg weigerte sich jedoch; den beiden andern bischöfen sowie M. Wilhelm und 
Thüriiig von Hallwil teilte er den auftrag des königs mit. »Wieesdo einem oder dein anderen 
gefiel, du loai ich hlio»n. Sünder was die moinung ze friden; dazti die /wen bischoff gern 
geraten netten und ouch die stett. Und was nnsers heiligen vatters dos bäpst Felix betschaft 
und sins suns des hertzogon (Ludwig d. ä.") ouch do, der kämerling nud ouch ein bischof von 
Turin. Denselben kammerling und mich und Walther Oehinger von Ulm und den bürger- 
meister von Esslingen sandten die bischöfe und der städte boten gen Luzern. Aber wirkümen 
ze spät, wann als wir gen Bremgarten kamen, seit man uns, das die eidgnosseu uszgezogen 
weren.« Die gesandten gerieten dann mitten ins kriegsgetümmel hinein, vorsuchten aber auch 
jetzt noch einen frieden herbeizuführen, schuffent aber nützit und Milien etwo manchen tag 
zu Baden, ob wir üt>it güts geschaffen künden, das leider nit sin moebt. 1. c. p. 247 ; s. auch 
Fründ p. 153. 186« 

Schlacht b-i S.- Jakob an der Sihl. Es kann nicht die aufgäbe der regmsten sein, auf die einzeln - 

I heiten der schiacht einzugeben Hervorzuheben ist in erster linie, dass lediglich und ganz 
allein die disciplinlosigkeit der Züricher, ihr direkter ungehorsam gegen die an Ordnungen 

' des hauptmannes Thüring v. Hallwill die niederlage herbeiführte. 'Ir band mir all ge- 
schworen und bin üwer hoptinan, wenn ir wend : wenn es üch aber nit eben ist, so bin ich 
uit uwer boptman, wan ir volgent mir nit nnd tuond das uch gefeilt.« Die anordnungen 
Hallwih und Kechbergs waren durchaus vernünftig uud der Sachlage angemessen, llallwil 
selbst, der die stärke des feindes auf (5000 mann erkundet hatte . wollte mit seiner reiterei 
ihm entgegengehen und ihn möglichst zu schädigen suchen. Die menge, die ordnnngslos auf 
die knnde von dem heranrücken der eidgenossen aus der Stadt geströmt war bis über S.-Jakob 
hinaus, sollte zurück über die Sihlbrücke hinter die Sihl. >Do hatten sie guot grendel und 
wer und hiess mau si sich dazuo rüsten mit guoten straiffbüchseu und mit andrem zug und 
faMtbs warten.« »Also ritten nun die edlen und die nissigen aber das Silveld zuo dem huffen 
und schalmutzten ernstlich mit inen, und wichen uud zochten si alsc. hernach. Also wunden 
si, si söltint die von Zürich linden, da si hinin beschaidon warent. uud do si kamen t Dach 



130 



Wilhelm 1143. 



i 



jali 28-26 



zuo Sunt- Jacob, da der siechen liuss ist, da suchen si usswendig der siechen buss in der 
wiseti die von Zürich bi a in ander im feld ston. Hess erschraken nun die edlen, dass die von 
Zürich nit die Ordnung hielten, diu man gemachet hatt> .. Die Züricher waren aber nicht ein- 
mal gcfeelitbereit. »Aläd was nun desselben tages gar haiss und truog man denen von Zürich 
nss der statt «in in gelten und fleschen zun.» »Und lagend also da (auf der wiese) uun alle 
Ordnung und trunckend will und aasend brot und käss, glich als ob sy an einer kilbe werend.« 
(Edlibaeh 42.) »Dcnnocht warent si (dieedien)so from und redlich ir dar mertail und stuon- 
deu ESO inen ze fuoss ab und liessent ir pferit lauffen und traten di Sporen ab und richten 
sich 7.0 fechten nnd wonden, si woltint da mit inen vechten. Kl. Chr. 317. Der berieht bei 
Tschudi ist durchaus tendenziös zugestutzt 

Auf diesen ungehorsam der bewaffneten mannschaft gegen die an Ordnung ihres haupt- 
niiiiiins, wobei man (facti wohl di« gegrior des österreichischen bündnisses als die eigentlichen 
macher zu betrachten bat, fallt ein grelles licht durch das, was Frihid p. lötf üher die ab- 
wesenheit des markgrafen während der schlacht sagt: Der margrafe lantvogto der kam nit 
he ras: dann man seit offenltr-h, er plibe in der statt uff dem bof \ Johannes v, Müller nennt 
ihn den > Lindenhof«] mit oiui teil des volks, diewyle und die getate werot; wan er vurcht, 
wäre er hin vis komen, man bette die statt hinder im zun beschlossen; daby 
man wol verstaond, das der margraf den von Zürich und die von Zürich dem margrafen ent- 
wedorcr teil dem andren nit wol getrübt. — Während Fründ lediglieh angibt: Dyse flu- 
bent : Thüring v. Hallwyl hoptnian, her GGtz Aesclier ritt.er, Hans v. Rechberg, macht Tschudi 
daraus in uTig' , m<'iii charakteristischer art: t>s haltend i'inli Thüring v, Hallwil, so den) von 
Zürich honptman was, nnd onch Hans v. liecbberg zitlich die flucht geben, wie vast 
man wont , si werind isenfresser. — Vgl. auch noch zu der schlacht Kl. Chr. 31V»: 
Also warent nun die edlen und die freuibdon. die von der herrschaft wegen ze Zürich lagent, 
fast erschrocken ab dem gefert und fcrchlen. die von Zürich hettint etwas antragen mit den 
nidtgenossen und weltint inen die statt ingeben. und si also da verderben und ermürden, wan 
vormals und och siderhar offne red und lümbd was, die aidtgenussen hettint vil guoler 
gönne r in Zürich, die SeHBOOht gar gewaltig wärint. Also gieng in denselben zitten vil red 
uss. 1851 

it. do nun denen von Zürich die Schmach und der schad geschechen was, und sich die aidtge- 
nussen also niderschluogent bi Sant Jacob . als ob si sich weltint legen für ir statt . und si 
vorstiiondent und Sachen t. dass iederman in der statt erschrocken was, do wurdent si ze rat 
und gabent dem ntarggraffen nnd den edlen die Schlüssel zuo ir toren nnd den gewalt zao ir 
statt umb dess willen, das mau sächi, dass si from und gerecht an dem ad ei und an den 
1'römlnlen, die da lägin. sin woTtint, und oh jeman gern Atz antragen weit ze Zürich, dass er 
es dester minder geton und angetragen Mnd. Also empfalch marggraff Wilhelm der land- 
vogt den herren und den edlen die tor und gab inen ouch die Schlüssel darzuo und zwar je 
ein thor dem grafen v. Lützelstein, v. Helfensteiu, r. liurkhart Münch und Hans v. Rechberg- 
Also hatten die edlen der statt Zürich tor inn und die Schlüssel darzuo, und rieht och jegk- 
licher sin tor mit bnlhverck und mit andren dingeu nach aller notturft ze wer, wan si ver- 
stuonden nit anders, denn dass die aidtgeuossen die statt Zürich beiigen wöltint . . Da was im 
(dem adel) kaiuer ze edel noch ze gnot, er wachet mit. sin selbs Hb, und huoten und goumten 
vast und wol tag und nacht, wan si hatten nie dann Rill forcht. Si forehten die aidtgenussen 
vor der statt, si forchten die frßmbden pnren (vom see). die in die statt gewichen waren; so 
furchten si och ir etlich in der statt, wan man maint, <*s war desselhen mals ze Zürich vil 
lüt, denen die frömbden und der adel überlegen war, und denen der pund mit den aidtge- 
uossen lieber gesin war denn der pund, den si mit der herrschaft von österrich und mit dem 
adel gemacht hatteu. Kl. Chr. a 1 'J — 20. Tschudi :i«7 mit den üblichen Umänderungen an 
seiner quelle. 1852 

M. Wilhelm bestätigt seiner lieben nnd guten freunden Bürgermeister und rat zu Sant Gallen 
empfang ihres Schreibens »und ist war, das manigerleyg sacben nnd red umhgant« ; aber er 
bat ihnen ullwi'g von des königs wegen getraut und thut es auch jetzt: der kflnig hätte sich 
jedoch »mer bistantz« zu ihnen versehen, »dech wie du sach ein gstalt hat, so wil uns nu 
ze mal an der antwtirt, als ir meident, ir wellint der sach müssig gKn , benügen,« und der 
markgraf will den seinen befehlen, »der nweren ze schonen«. Über Zugriffe mögen sie ihn» 






Wilhelm im 



131 



"FTTT 



Ulli] 



juli-aag. 



mitteilung machen, so will er dagegen einschreiten, »dann wir üch alle zit gern frontschaflt 
bewysen wolten«. — Or. eh. St.-tialten. Stadtarchiv. — Mitteilung von Dieraucr. 1H53 

M. Wilhelm an seine lieben freunde, hü rgerm eiste r und rat zu Haut Hallen : antwortet ihnen auf 
ihr schreiben betreffs Hans v. Rechberg, wiewohl er gern thun wollte, das ihuen lieb wäre, 
»so sind unser -aih"i) jetz also gfstalt uud habend so ernstliche ze schaffen, das wir zö. sö- 
liehem nach üwer hegerung nützit gotün könnend. — Or. eh. St.-Gallen. Stadtarchiv. — 
Mitteilung «Kl Dierauer. — Es handelt sich um die fehdo des Himmelj mit Appenzell und 
St. -Gallen, dessen sich Reehberg angenommen hatte. 18-54 

nutz an d»n vierdon tag lagen die rfflgeawwn bei Sl.-Jakub im siech on haus und zu Wicdikon 
in dem verbrannten dorf. Do wartet man, ob die von Zürich und die herschaff untz me gluste, 
nachdem und der von Hallwyl dick gerott hat, als man seit: »möchte er die eidgnossen uf 
die wjti bringen, was bi' dann tuon wollte und wie er sy urabbringen wollte! Ouch wie die 
von Zürich rettent: es wäre nnt, es kämen«) dann die eidgnossen nf das Süveld, was sy dann 
eren wollten t hejagen. Ouch wie Hans v. Rechberg und ander rüter vorhin getröwthattent: kä- 
ment sy hinus uf die wyti: nu glob ich, sj sient innen worden, das die eidgnossen sient tit' 
die wyti komen. Als sy nu mit gowalt vor Zürich lagent und d;i verbraut und gowuost was 
alles das da was, und mau sy an dem end litt mc gesehadgen kond, dann man brach inen 
ouch diu wuor im wassei' »h, da ward mau ze rate, das man hinüber liehen und man ennet 
Zürich ufzieheu und sy an dem und und by dem seo nf euch schadgen und da verwuosten sollt, 
was man möchte. Krund p. ISO.— Das ist eine stimme aus dem lagor der eidgenosseu: an- 
ders lautet die stimme aus Zürich: Als nun die aidtgenossen vor der statt Zürich gelegen und 
gewnosten was si mochten, . . . und die vun Zürich kain buttschaft, noch gewerb an si taten, und 
man zun inen hinuss sehoss. und man si letzt und schadgot wo man kond, do versachent sich 
die aidtgenossen wol, dass der adel ze stark und ze gewaltig in der statt war, und dass si 
nüts guotes ine da geschaffi-n köndint, and brachen! also mit enandern off nnd zugent hinab 
gen Baden. Also ritten erher herreu und stett darunter und hettint gern frid und stallung 
daran gemacht, aber die aidtgenossen wolten ganz niemand eren noch folgen, si woltent die 
von Zürich wuosten nnd die iren schadgen an bedeu Uilen des Zürichsees und <ich alles an- 
der das gen Zürich horte; und och Rapperswil woltent si beliggen nnd da wuosten und die 
statt gewünnen, ob sie möchtint, und die schlauen, und woRen also ganz niemant darinn 
lassen reden und folgen. Kl. Chr. 320. 1855 

M. Wilhelm v. Hoihberir bittet gr. Ulrich v. Wirtemberg um hilf« wider die eidgenosseu , die 
sich dem hause Oesterreicli zuwider vor Zürich gelegt, haben, (iabolkhover Collect. I. :C(2. 
Stuttg. 8fc-A. I85ft 

die eidgenosseu belagern Rapperschwil. Die von Rapperschwil schicken in der nacht in einem 
schifl' eilends ihre botschaftzu M. Wilhelm gen Zürich und erklären, dass sie sich drei woclien 
halten wollen. Also beriet sich der markgraf mit dem v. Hallwil und Reehberg: die kounten 
nun wohl ermessen , dass unmöglich war ihnen innerhalb dieser zeit ausreichende hülfe zu 
thuu oder sie mit gewalt zu eutsetzen, weshalb aie durch kein anderos mittel wussten ihnen 
hülfe zu thuu, als durch einen anstand, selbst unter grossen opfern. Also fertigten sie die 
botsehaft wieder heim, und der markgraf gab ihnen den bescheid, er werde sie innerhalb 
dreier wochen entsetzen oder durch einen anstand ihre belagerung auflösen. Also schickte der 
markgraf vou stund au eine heimliche botst halt /.um bischof von Konstanz und bat und er- 
mahnte ihn von des römischen königs wegen, so hoch er immer konnte, dass er augentz und 
in eigner persou sich underflonge ein anstand und richtung ein zltlang zu machen. — Tschudi 
[i. lisli bringt diese nachricht allein aus sich; ihre Zuverlässigkeit ist äusserst gering, da 
sie in direktem Widerspruch steht mit dem bericht der Kl. Chr. über die belagerung vou Rap- 
perswil, und gerade über die Verhältnisse in Rapperswil erweist sich die Kl. Chr. ausseror- 
dentlich gut nuterrichtet; wie es scheint, war der Verfasser dieses teils der Kl. Chr. oder ihr 
gewährimanu selbst in Rapperswil eingeschlossen. lSä! 

Hern an bi. Heinrich vou Konstanz: auf sein schreiben, dass er in gemeinschaft mit dem herzog 
von Savoyen, dem bischof von Rase! und etlicher reiebsstädte boten zwischen Zürich und den 
eidgenosseu versucht habe zu vermitteln und die eidgenossen bereit gewesen wären einen 
frieden bis zum 1. September einzugehen, über sich darin Berns nicht mächtigen wollten, da 




es sunder vyentschaftt zu -ifr herrschaft ron Obstreich hätte, und sie Bern auf mahnung kraft 
ihrer bündnisse hülfe leisten müssten , worin sie durch solchen frieden unvertedingot sein 
uiillten. antworten sie, dass trotz mancherlei Schädigung, die Bern ans der herrschaft gebiet 
mitten im frieden erfahren, die eidgenossen sich trotzdem ihrer wohl hätten mächtigen können, 
du sie nur auf mahnung der eidgenossen in den krieg gekommen nnd darin lediglich helfet 
und demnach mit allem einverstanden wären, was zur h erbe iführung des friedens diente, auch 
selbst ihr bestes darin ihun wollten. Bern. Missiv. A. p. 51). 1858 

M. Wilhelm antwortet seinen lieben und guten freunden von St. -Gallen, dass er mit hülfe Zürichs 
soviel bei Hans v. Bechberg erreicht habe , dass derselbe mit ihnen zu einem freundlichen 
tag knmmen wolle »an gelegen stett. daz er beiden teilen glich und gemein ist«; und bittet 
sie. sich dazu zu äussern. — Or. eh. St.-Gallen. Stadtarchiv. — Mitteilung von Dierauer. 

1859 

{vor Rappersvil im vold) hauptleute venner und rate der eidgenossen, als sie heute bei einander 
versammelt gewesen sind, an Bern: wünschen ihnen glück und heil zu dem beabsichtigten 
Eng and befehlen sie in den schirm der heiligen dreifaltigkeit. Sie selbst liegen vor Rappresch- 
wil und möchten es gern erobern, wenngleich Junker Fridrich v. Hewen dazwischen reitet 
und von wegen des bischofs von Konstanz einen frieden bis 23. april 1444 zu stände zu 
bringen sucht, aber es ist noch kein ganiz grund noch eigonsehafft nicht daran: es ist mit 
ihn geredet, er möge von Zürich erwirken, dass sie sich »begeben», so wollen wir uns be- 
denken nnd dazu antworten, aber nichts desto weniger gehen wir unser« Sachen nach. Unter 
des hauptmann von Swicz insigcl. Bern. Alte Missiv. I nr. 108. 1860 

(tot Rapperswrl im velt) bi. Heinrich v. Konstanz schliesst unter beihülle des abtes Rudolf v. 
Einsiodeln und seines bruders Friedrich v. Hewen zwischen M.Wilhelm v. Hochberg als Ver- 
treter der herrschaft Österreich und Zürich einerseits und den Städten und läudern Luzern, 
Ol*, Bwyta, Underwalden, Zug und Glarus anderseits und ihren beiderseitigen heifern einen 
Waffenstillstand vom 10. august bis zum 23. april 1444. Von den bedingungen siud anzu- 
führen: 1) Alle die zu dieser zeit edel oder nnedcl von wegen der herrschaft Oesterreich zu 
Zürich sind, ziehen bei beginn des friedens ohne lungern verzng von dannen. 2) Jeder teil 
eroberungeii. Niemand soll den andern mit fremden gerichte vornehmen, son- 
dern jeder soll von dem andern recht nehmen an dem gericht, wo der ansprüchige sesshaft 
ist ; iluch nmb zins soll jedermann werben wie früher. Jedermann soll deshalb, dass er dem 
andern wahrend des krieges zuschub geleistet hat, ganz »nnentgolten« bleiben. Uri , Swytz 
und Underwalden behalten ihre bünde vor mit Bern, Luzern, Zug und Glarns mit den drei 
waltstetten. Wer von Brcmgarten gewichen ist während des kriogs, soll weder dorthin zu- 
rückkommen, noch in andern der vorgenannten eidgenossen Städten, landern und gebieten 
wandeln ohne der eidgenossen wissen und willen: derselben flüchtigen gnt, liegendes nnd 
fahrendes, soll den frieden aus unverrurkt nnd unverendret bleiben. Während des Waffen- 
stillstandes wird bi. Heinrich einen gütlichen unverhundenen tag für beide teile gen Baden 
anberaumen. Es siegeln der bischof, abt Rudolf, Friedrich v. Höwen. M.Wilhelm. Zürich 
und die eidgenossen. Fründ 103 — Ifirt. Tschudi 393 und danach Eidgen. Absch. II Beil. 18. — 
Also macht raarggraffWilhelm und die von Zürich disen frid mit den aidgenossen an rat nnd 
wissen ander stett, die doch ouch in dem krieg waren und ir lib und guot wagten und gern 
ir bestes getou hotü'nd. Kl. Chr. 327. — Der »elende fryd, wie die Kl. Chr. p. 327. der 
verflucht frid« . wie Edlibach p, 43 den Waffenstillstand nennt, bedeutete eine voll- 
ständige capitulation Zürichs vor den eidgenossen. da es sich ja durch den abzug der edlen 
und söldner der moglichkeit beraubte den krieg weiter zu führeu, und in der sacho hatEdli- 
bach nicht so unrecht, wenn er erzählt, die herreu von Zürich Stillten den eidgenossen einen 
leeren brief geschickt haben mit ihrem stadtsigel besigelt. Rücksichtsloser konnte das recht 
des Siegers nicht ausgeübt werden, als dass den flüchtigen Hremgartnern dierückkehr in die 
Stadt versagt blieb, während sonst doch allgemeine amnestie ansge dp rochen wurde: das ein- 
zige zugettändnis, das die eidgenossen in dieser hinsieht machten, war, dass wenigstens h ab 
und gnt der flüchtigen unverändert bleiben sollte. Die herrschaft von Oesterreich aber hatte 
den geringsten vorteil von diesem vertrag, der den eidgenossen das recht gab am Rhein den 
krieg weiterzuführen, der vor RapperswÜ jetzt beendet sein sollte. — Tschudi p. 391 



Wilhelm 1443. 



133 



" 1443 



gibt auch hier einen eingehenden beriefet über dio Vorverhandlungen, ohne dass man seine 
<|uellen kennt, so dass dahingestellt bleiben muss, inwieweit er glauben verdient; es ist ancli 
nicht ausgeschlossen , dass es sich hier nro geschieh tskonstrukl innen Tsehudis handelt. So 
viel kann man aber mit gewissheit sog^n, dass es falsch ist, dass die not Rapperswils den 
inarkgrafen zu diesem vertrage zwang, denn eine not war nach der unbedingt zuverlässigen 
Kl. Chr. überhaupt nicht vorhanden: die belagerung hatte keinerlei nennenswerte fortschritte- 
gemacht, die besdnessnug hatte keinerlei erfolg gehabt, und schon waren die übrigen orte, 
denen Schwyz und Glarns einen leichten erfolg in aussieht gestellt, hatten, »unwillig and un- 
lustig da ze liggen": was endlich Tschad) erzählt, dass die von Rappcrschwyl dem mark- 
gralen »imerdar umb rettung etnbutteud« . steht direkt mit den tliatsachen , welche dio Kl. 
Chr. mitteilt, in Widerspruch. — Gewiss spielte auch die belagerung dieser Stadt eine rolle 
in den erwäguugen des inarkgrafen, die ihn dazu brachten, den waflenstillstand unter solchen 
bedingungen abzusc hli essen , da er thatsächlicb nicht in der läge war den entsatz der Stadt 
herbeizuführen, der doch über kurz nder lang notwendig wurde: aber in erster linie werden 
es doch wohl die Verhältnisse in Zürich gewesen sein, die den markgrafeu zu diesem ver- 
trage brachten. Die unmittelbar folgenden ereiguisse zwingen zu der annähme, dass die eid- 
genössische partei in der Stadt. Oberwasser gewonnen hatte; auf ihre frage, was denn der 
vertrag mit Ocstorreich Zürich genatzt hätte, konnte der markgraf nichts antworten. Von 
Mörsperg verlautete nichts, die hoffnung auf bnrgnudische hilfe war gering. Es kam alles 
darauf an zeit zu gewinnen, und zeit gewinnen wollten auch die Meiss und genossen, um bei 
dem besonnenen teil der cidgF-iiu^eii einen nn.khalt zu finden gegenüber den siegestrunkenen 
Öchwyzern und Glarnerti. Die aufnähme der künde von dem Waffenstillstand durch Rappers- 
wil zeugt am besten von derhinfalligkeit der iiusiührung Tsehudis, und nichts ist bezeichnen- 
der als die Verdrehungen, zu denen er seine Zuflucht nimmt, um die Kl. Chr. in einklang zu 
bringen mit seiner darstellung. 1861 

also wissten nun die ze Rapperswil in der statt gantz mit. was man vor der statt traib und ob 
ir wenig oder vil vor der statt was . . Und wissten och gantz nit, dass nieraant kain täding 
traib nder jemant um kain fryd redt, wan si wollten in der statt kainen tuding lossen, noch 
niemant von den Sachen hfiren, und kam inen »ch in denselben zitten, als lang die aidtge- 
nossen vor der statt lagent, kain botlschaft nie, weder von herren noch von stetten noch von 
niemant .... und macht der marggraff und die ven Zürich disen fryd mit den aidtgenossen, 
als si vor der statt Rapperswil lagent, dass die in der statt, klein noch gross rat 
nio darum gewissten. — Nach abschluss des frtedens kamen nun der abt von Einsiedeln, 
Friedrich 7. Howen und die den frieden gemacht hatten, vor das thor und begehrten ein- 
lass-, »si hettint mit tuen ze reden, das inen der marggraff enpfollet nett« und teilten ihnen 
darauf den abschluss des friedens mit. »Also erschrak jederman in der statt, jung und alt, 
frowen und man. und flnochet man inen und schakkt si , wer sy des fryds gebetten hott. 
Also getorsten si mornds nit wol nss der herberg komen, denn dass si der hoptman (Ludwig 
Meyer) bclait, und muosten denn och t vil böser wort inlegen und hören und getorsten den- 
nocht nit sagen, wie der fryd gemacht was. Si sprachen, der marggraff wurd si es wol lassen 
trtaan, denn hett man die mär aigenlich gewisst. man könd si kum gesebirmpt han.« — 
»Also nun ward am samptsag . . do huuben si (die eidgenossen) an ze Rapperswil das feld 
schlissen und abziehen und fuorent über den see und tribent es mit umb vesjierzit. Also warent 
die von Rapperswil bass gemuot, dio wil die aidtgenossen vor inen lagent, denn du si enweg 
y u gent: wan si hatten muot, gross er H bejagen und allen irn schaden ze rechen, wan si 
wissten nit anders, denn dass die aidtgeimssen die statt stürmen weltint« ., Und nun vergleiche 
mau die tendenziöse art und weiso, in derTschudi p. 396 diesen berichtderKl. Chr. 325-26 
entstellt wiedergibt. Vgl. auch v. Walt's Chronik II, ) IS. 1862 

schulthelss, hauptleute, rate und bürger von Bern ans dem lager vor Lauffenburg au die eidge- 
nossen : nehmen den geschlossenen Waffenstillstand nicht an, da sie mit grossen kosten den 
zug vor Laufenbarg unternommen und Sulothurn und Basel dazu gemahnt hatten. Gleichzeitig 
anzeige an den bischof von Konstanz und den M- Wilhelm v. Hochberg. Reg. Eidgen. Absch. 
II nr. 268. 1863 

M. Wilhelm antwortet seinen lieben und guten freunden bürgermei3ter nnd rat zu Saut Gallen 
auf ihr schreiben betreffs Hans v. Rechberg, »daz wir ernstlicher und treffenlicher Sachen 



134 



Wilhelm 1443. 



ang. u . 



halb uns jetz Billigend umb die such zu disi'm mal keinen wissentlichen tag nit gesetzen 
kunnent«; sobald er aber zeit gewinnt, will er ihnen tag setzen, und darzü unvergessen lieh 
völklich tun, als sich das «rebtirrcu wirt, Kiitet auch am entschuldigung, dass er ihren boten 
so lange verhalten hat, da er ihn unmussen halb nicht eher ausrichten konnte. — Or.ch.St.- 
Gallen. Stadtarchiv. — Mitteilung von Dierauer. IHM 

M. Wilhelm landvogt der herrschaft Oosterreieh als hauptschuldner und gr. Ludwig v. Höllen- 
stein |-ain\ rittet Melchior v. Dlumegg IBlümnegk). Albrecht v. Küngenberg und Ulrich 
Truch-oss v. üiessonhofeii ah mitschuldner bekennen. Werner v. Zimmern (Zim-) freiherrn 
zu Mc-skirch {-kilch) 3885 gülden, zahlbar am 2 febr. 1444. zu schulden, nämlich limn 

j guldei'. welche Werner dem mnrkgr:ii'"i statt der herrsi haftOesterreich auf ein jähr gegen 

2:i gnMen zius geliehen liat, ;)02 guMrn tür gWUBWfl in dem kriege gegen Zürich gekauftes 
I getreidc mid 400 gülden für die kriegsdienste, welche Werner vorgenannter herrschaft mit 
I 20 pfirden leisten soll. Or. Dona uns eh hl gen. Vgl. 1454 lehr. 7. — • 9. — Siehe auch unsere 
nr. 17 :s. IStiÖ 

1 M. Wilhelm gibt Melchior v. Blomegg wegen vi-stehcndei' nut-HniM i-iiieu sihudh>sbiief. Er- 
I wähnt 1494 febr. 7. — F. 18tiß 

■ H. Wilhelm an Freiburg: dankt ihnen, dass sie der herrschaft zu dienst und als wir üch wol 
getruwi-n, auch uns zu l'reundschaft Hans v. Landeck und die andern, auch die fussknecht 
üwers glitten willens geschickt haben und wird solches der herrschaft rühmen und selbst zu 
ewigen Zeiten mit leib und gut ihnen heschnlden. Bittet es nicht in argem aufzunehmen, dass 
er die laute über zeit behalten hat Rühmt die lialtmig der leute und möchte si<> gern mit 
Freibm gs erlaubnis bestellen , namentlich aber bittot er darum , Andres RosEensteiu wieder 
zu ihm zu erlauben. Or. eh. Freiburg. St.-A. Bella anliqua nr. 172. Druck Schreiber 11, 
p. 403. 1881 

Schultheis-, hauptleute, venner und rate von Bern im felde vor Lanl'etiburg |Loffenberg) erin- 
nern AI. Wilhelm v. Hochheig landvngt etc., der ihnen geschrieben hatte, er höre, dass sie 
den von dem bischof von Konstanz beredeten frieden nicht halten wollen, und der ihnen wegen 
ihrer anspräche recht geboten hatte, dass sie den fehdebrief Borns dem markgrafen als Statt- 
halter und landvogt der herrschaft Oesterreich erst dann zustellten, als Waldshut die feind- 
seligkeiten gegen sie eröffnet hatte; sie erheben daher keine neue anspräche und man hat 
ihnen <len frieden erst mitgeteilt, als sie bereits vor Laufen bürg lagen mit ihnn eidgenossen 
von Ba-icl und Solothuru. Sie halten sich demnach an den frieden nicht für gebunden, wisen 
das roehtsangebot zurück und wollen der sarhe solange nachgehen, bis ihnen sowie Basel 
und Solothurn die kriegskosten erseht oder genügend versichert werden. Sieg, ritter Rudolt 
Hofmeisters des scliulthcisseu von Bern. T. Missivenbueh A. 54. Bern. St.-A. — F. — Aehn- 
liches schreiben []2. august] an bi. Heinrich v. Konstanz: lehnen den frieden ab und lassen 
es bei dw seinem bruder Junker Friedrich v. Heweu erteilten antwoit bewenden. 1 ä angust 
schreibt Bern an Schwyz mit der mabnung um schnelle hülfe gen Lauffemberg. Da keine 
autwort erfolgte, wird die inahnuug wiederholt aug. 1«. 1868 

Heiutz Kürsiner von Heilkilrli, freisehöff des heimlichen gerichts, der vor zeit«u mit der metzger 
Zunftmeistern und dein Bagler Bietagw foo Schaffhansen in etwa- gesihoftz gekommen war. 
weshalb er sie an das froigeriebi vorgen* Wimen hat, stellt zu guusten der stadt Schaffhausen, 
die dun-h den Junker Knnrad v. Liudeiiimrst erbgraf zu Dortmund (Tortt-) vor Heinrich 
v. LiDDQ (I.ln-) froigraf zu Waltrop fWaldtorff) und Bodelschwing (Boldel-) verklagt ist, 
Zeugnis aus und schwürt nrfehde. Es siegeln M. Wilhelm v. Hochberg, Junker Thüring v. 
Hallwil im ältere und Rudolf Meise vnu Zürich als freischüffen. Schweiz. Geschichtsforscher 
6, 82 — HS. Darauf wurde Schaffbausen am 27. august der klage entledigt. I. c, 90. 
(in der Nir.vonstat) kg. Friedrich an Zürich : antwortet anf die Werbung ihrer bo tschaft von des 
krieges wegen mit den Swytzern. dass er dieselbo grosser unmuss halb nicht hat vertigen 
können: will jetzt unverzüglich seine Botschaft hinuf zu ihnen senden und gedenkt, dass 
ihnen wird geholfen werden. Or. eh. Zürich. St.-A. nr. 498. 1870 

Jacobns pfarrer baccalarius in der heil. Schrift an Zürich: berichtet über seine smidung zum 
könig und dessen raten. Der könig und die forsten wollen ernstlich zu diesen Sachen thuu, 
darum seid fest und haitot Ordnung in der Stadt. Euch wird geholfen. Darum will ich aacb. 



Wilhelm 1413. 



135 



sterben, als ich denn mit. grossem leid gehört habe, dass iinssr guten freunde um solche gc- 
rechtigkeit auch gestorben sind. Und glaubt mir, dass ich eii'li nichts schreibe, als was ich 
in Wahrheit verstohe; denn seid ihr fest, redlich und unerschrocken in diesen Sachen, so wird 
Zürich also vornehm and gross, dass die Christenheit davon sagen wird, wann der könig und 
diu forsten diu Sache herezek liehen und gross für sieh niemen wollen. Solche Schrift zeigt 
dem markgrafen und dem frommen himptraau. Or. eh. Zürich. St.-A. nr. 1 868. Angeführt von 
üändliker in Turieensia mit falschem datum aug. 14. 1871 

schultheiss, hauptleute, venner und rate vou Bern im leide, vor Laulonburg (Louffemberg) ant- 
worten M. Wilhelm v. Hochberg landvogt der herrschalt Österreich, der sich abermals zu 
rechtlichem austrag und zwar vor schultheiss und kleinem rat zu Luzern erboten hatte, dass 
sie bei ihrer antwort vom Ifi. august bleiben. Sieg, des Schultheis ritter Rudolf Hofmeister. 
T. Missivenbnch A 57. Bern. St. A. — F. 1872 

M. Wilhelm im namen der herrsehaft von Oesferroich sowie die stiidte Bern. Basel und Solotoni 
schlicssi'ii von wegen cttwas spennen zwischen der herrsehaft einerseits und Bern anderseits, 
das zum teil lielfer der eidgenossenschaft von Switz und Glarus und aoeh znm teil houpt- 
seeher von etlicher forderuug wegen ist, unter Vermittlung von bi. Friedrich v. Base!, gr. 
Hans v. Tierstein und Rnd<df v. Rainsteiu froiberrn zu Gilgenberg sowie der Stadt Rheinfelden 
stüdtebuten riehtung in der weise, dass Bern einesteils der Kapperswiler richtuug beitritt: 
von der sunder zuspruche wegen infolge der aus schlossern der herrsehaft wider Bern ver- 
übten frindseligkeiten soll man bis Weihnachten zu rechtlichem austrag vor Basel kommen. 
Basel erhält vollige kehrung um alles, was Hans v. Eechberg vor dem krieg genommen hat 
das sich trifft auf 1 OOO fl. Die seitens der herrsehaft zu leistende kriegskostenentsebädigung 
wird in der höhe von 100OO II. festgestellt. Es siegeln die ausstelle!' nnd die vermittler 
ausser Kheinfelden. Druck Baseler üb. 7 nr. 28. 1873 

M. Wilhelm österreichischer landvogt im Oberelsass, Sundgau, Breisgau und auf dem Schwarz- 
wald und die .stadt Laufenburg als hauptschul duor und Wilhelm v. Grünonberg, Burkard 
Münch v. Landskrou, Melchior v. Blurneneck, Kaspar Beger, alle vier ritter, Adelborg v. 
Berenfels vogt zu Laufenberg, Hans Mürticb v. Landskron, Friedrich vom Huse, Friedrich v. 
Müustrol und Konrad v. Burnkihh als mitschuldner bekennen namens der herrsehaft Öster- 
reich den stadten Bern, Basel und Solothnrn 1 0000 rhein. gülden zu schulden für die kosten 
■1"S ugM der städt*' vor Laufeuburg und dazu der Stadt Basel ] OOO rhein. gülden , zahlbar 
mm 1444 fehruar 24 mit genannten bürgschaften. Siegler: M. Wilhelm, Laufenburg, Wil- 
helm v. Grünenberg, Melchior v. Blurneneck, Adelberg v. Berenfels und für die andern aus- 
steller bi. Friedrich v. Basel, gr. Johann v. Tierstein und Rudolf v. Ramsteiu herr zuGilgeu- 
berg. Cop. coaev. Basel. Staatsarch. Colmarer Richtung 80. Vidim. von 1446. st. urk. 1396 
— (F.) — Druck Üb. der Stadt Basel 7 nr. 29. 1874 

M. Wilhelm beurkundet, dass nachdem den von Bern und ihren eidgenossen eine entschädigung 
von 1 0000 fl. and denen von Basel eine solche von 1 "00 fl. minder oder mu laut riehtung- 
briofs ausgemacht ist, dieselben den markgrafen und die stadt Laufeuburg (Louflombergj 
als hauptschuldner und dazu als rechte mitschuldner Wilhelm v. Grünemberg, Melchior v. 
Blumnegg, Caspar Beger, Burkart Münch v. Lantzkrou ritter, Friedrich vom Hus, Adelberg 
v. Berenfels, Friedrich v. Mnnstral, Hanns Muneh v. Lantzkrou, Cnnrad v. Brunnkilch auf- 
gefordert haben, ihnen die obensteheiide summe zu bezahlen bis februar 24 oder ihnen 
tag zu leisten gen Basel nnd zwar die odeln entweder mit eigener person öder mit einem 
mnssigen knechte und pferd, die Stadt Laufenbarg mit nachbenannten bürgern: Claus Ver- 
musser, Herrmann Wurm, Claus Widmer, Hans Breitterwer, Hanns Sehachen dem jungen 
und Mathis Martin. Ferner gelobt der markgraf die eidgenossen alle und jeglichen vor allen 
kosten ?a hüten und zu ledigen und »ob sy des deheinen costen oder schaden empfiengent. 
iren ermelten einvalten worten umb semlichen costen und schaden zu goloubeude, on ander 
kuntschafft und gezugsame darum ze ttind« und zu noch grösserer Sicherheit verpfändet er 
ihnen »veste und beid statt Loufl'emberg mittsampt Waltzhut, Seckingen, Hauenstein und 
gemeinem land des Swartzwaldes, »untz das sy alle und jegklieher in sunders gantz von 
honptgut costen und schaden gelediget und gelöst werden.* Druck M. Rosenberg's badisehe 



186 



Wilhelm 1443. 



Sammlung »4 V. Brambach. K Zangemeister . K. Haapt p. ] 
hausers. 



- Mitteilung Frank 
1875 

(zu der Nwnbt] k. Friedrich an Bern: drückt seine Verwunderung ans, dass sie sich gegen 
ihn und das reich n gross lieh nm der von Sweicz willen vergessen haben ungeachtet der 
i, die er zu Konstanz nicht allein ton der von Zürich, sondern auch von des 
bauscs Oesterreich wegen getban bat und namentlich nngeachtet dessen , wozu M. Wilhelm 
v. Ho'.bperi,' sich von der von Zürich wegen und sonst erboten hat. Befiehlt ihnen daher bei 
vorlnst ihrer Privilegien ihre febde abzuthun und sich mit denen von Sweicz an seinen bis- 
herig« i rechtgeboten zu genügen. Or. eh. Bern L'. P. 52 nr. 25. Desgl. an Basel u. Solothurn. 
(Jap* Cu. B6WV. Zürich. St.-A. ur. ifiüT. — Vgl. Kl. Chr. p. SM: Nun warent aber die von 
Basel, von Bern und andern eidtgMwaMIl abzogen, m ab der brief kam. Man kond och dar- 
nach nlt erkennen, das? sie vil off diss geschrifft gebint. denn si trowtent darnach erst fast, 
und m .i inten t, si weltint für Sockingeii ziehen, und muost man erst tading an die von Basel 
Studien und tuon das si walten, rao guoter min. 187t> 

M. Wilhelm v. Hochberg <-»-. bndvOgl der herrschaft vou Üesteireich bestellt anstatt de= 
römischen königs den gr. Ludwig v. HelftVnstein zu dessen diener für 9">ü rhein. golden, die 
gr. J.ii'iwig bis ende des Jahres erbalten soll, widrigenfalls er den könjg, das haus Oester- 
rekh und den markgrafen darum pfänden mag. Hitsiegl. Friedrich v. Husz M. Wilhelms hof- 
■ Hja ta i mii Hans v. Ryehbi-rg v. Hoclienrechberg. Notar. Vidim. von 1444- Or. Stuttgart. 
St-A. — F. 187; 

M. Wilhelm an Basel: hat seinem Statthalter Werner v. Staufen den versiegelten friedebrief ge- 
schickt und ihm und den andern raten der herrschaft Oesterreich befohlen, dem frieden 
nachzugehen. Cop. coaev. Basel. Staatarcb. Colmarer Richtung Hil7. — F. 1878 

M. Wilhelm antwortet seinen guten freunden, Bürgermeister und rat von Saut-Gallen, dass ihn 
»die brnffund Sachen« bisher gebindert haben mit Hans v. Rechberg wegen des ihren bür- 
gern genommenen gutes zu reden; hat denselben aber auf 1 1. September jetzt zu sich be- 
schieden nnd will dann einen tag zwischen ihm und St.- Gallen verabreden. Or. eh. St.- Gallen. 
Stadtarchiv. ■ — Mitteilung: von Dieraner. 1879 

M. Wilhelm v. Hochborg stellt der stadt Waldshut um ihre auslasen im betrage von 935fl. für 
lex unterhalt der bei ihT gelegenen kriogsvillkor das der herrschaft Oesterreich fällige gc- 
leit zu unter der bedingunj;, dass die einnahmen zu 5°,, verzinst werden; die m»hreinnahmen 
über 9:S5 II. sollen zur ablösung der B60 gülden hauptgutes verwendet werden . um welche 
das geieit zu Waldshut bereits der stadt verpfändet war. M. Wilhelm siegelt. Or. Karlsruhe. 
Schult Ueiss, büriermeister und rat der Stadt Villingen (Vili-) vidimieren die urk. 1444 okt i). 
— Bog. ZGO. 5, 482. — H. 1880 

Bast] genickt M. Wilhelm einen die neuen zolle im lande betreffen den briet' kg. Friedrichs und 
bttet, 'lie stadte, vögte uud amtleute der (Österreichischen) laude zu veranlassen, dasssiedie 
stadt künftig mit diesen zollen unbeschwert lassen. Cop. coaev. Basel. Staatsarc-h. Colmarer 
Richtung 506. — F. 1881 

Bern au M. Wilhelm v. Eföctibvrg landvogt etc.; erwidern auf seine autwort von Heini Merk v. 
TOtttogen wegen, den die von Waldshut gefangen und geschützt und dessen bürgen sie nun 
wegen dos unbezahlten schatzgeldes in leistung genommen haben, wegen dessen der markgraf 
erklär!, dass der Merck den BidgenosHD so wohl als Bern zugehöre und ersieh betreffs seiner 
an den Kapperswiler frieden halt.- nnd er mir so viel als der knecht zu Born gehöre, es sei nun 
zum 7. oder 8. teil, sieh au die richtung von Lonffomburg zu halten habe; dass sie (Bern) 
von solcher antwort nicht befriedigt seien, und meinen, wenn er den frieden halten wolle, dass 
er sicli dann von des knechtes wegen verdenke, der den eidgonossen sowohl als ihnen zuge- 
hOre und in dem zog der von Zürich gefangen genommen ist, auf dass sie die sache nicht an 
die Hdganossan zu bringen brauchen. Mag daher veranlasse», dass der knecht in gemässbeit 
il.v- If;'.[i|i.ir.swtli!i' t'ri'leiis um das unbezahlte e>ld bis ar.sg.mg des l'rieilens ungenütigt bleibe. 

1882 

Dyessenhelon, M. Wilhelm v. Hochberg leiht amtshalb als österreichischer landvogt dem Hans v. Fulach als 
erhielten für knaben und töchter solche Iahen, die ihm Hans v. Winkelsbeim (ausgestorbenes 



Wilhelm 1M3. 



137 



geschlecht iu Scbaffbausen) als lehenträger anstatt Conrad v. Tuffen (Tu-) und Wilhelm v. 
Fulach aufgesagt habe, nämlich den halben zoll und die vogtei zu Erzingen. Or. nib. Karls- 
ruhe. — E. 1883 

Bern an M. Wilhelm : hatten ihm in seiner a.bwesenheit wegen loslassung zweier in Zürich ge- 
fangener knechte gegen bürgschaft geschrieben und gleichzeitig sich an den bürgermeister 
Seh warcz innre r in Zürich um dessen Verwendung gewandt. Derselbe hat nun geantwortet, dass 
die knechte sich um 250 IL geschätzt hätten, und er sich mächtigen wolle, dass sie, wenn 
sie 200 n. vertrösteten, bis april 23 auf wiederantworten ausgelassen würden. Da die knechte 
arm sind, waren ihre freunde über die höhe dieser Schätzung vast erschrocken und haben sich 
ettwaz zittes gespert, zuletzt aber haben sie sich auf drängen der Stadt mit 200 fl. verbürget. 
Wollen selbst dafür haft sein und bitten die knechte bis zu dem termiu auszulassen und von 
des atzes wegen sie gnädig zu halten; sind erbütig darein selbst um martini genug zu than, 
i wenn die freunde der knechte den atz vorher nicht aufbringen können. Bern. Missiv. A. p. GJ. 

1884 

Bern an M. Wilhelm v. Hochberg: Basel klagt, dass die Laufenburger richtung bezüglich des 
Schadenersatzes nicht ausgeführt und ausserdem neuerdings übertreten werde, indem Lud- 
wig Meyer einen bürger Basels gefangen und mit gen Rapperswit geführt habe und ein an- 
derer gefangen zu Befort liege, auch die Baseler nicht zu ihren liegenden und fahrenden 
gutem in der hOTFttfllfl ItUteB blassen würden und ausserdem ungütliohe worte erleiden 
müssteu. Bern. Missiv. A SR. 1885 

Henni Brun vogt von Haagen (Hag-), »uff dem kapff under der vorburg« (zu Röteln) anstatt 
und im namen M. Wilhelms v. Hochberg zu goricht sitzend, urkundet, dass Clewi Trut von 
Hauingen (Houw-), sesshaft im dorfe Hauingen, und Gred, seiue eheliche hausfrau, an Hans 
Munczach von Basel verkauft haben einen gülden geldes jährlichen zinses von genannten 
gütern zu Hauingen um 20 gnlden. Siegel Jörgs von Tegernau (-uonw) des obersten vogtes. 
Karlsruhe. Kopb. 221 (115) fol. 20 b . — H. 1880 

Zürich an kg. Friedrich : der markgraf wird kopien der frieden Schlüsse zu Rapporswil und 
Laufenbnrg schicken. Hätten der markgraf und sie mehr hülfe gehabt, so hätten sie solchen 
frieden nicht einzugehen brauchen. Obwohl ihre feinde nun guten frieden erlangt haben, so 
halten sie ihn Zürich gleichwohl nicht und treiben uffsätz mit Zürich wie vormals; »dann wir 
sjen gantz iro spott und redent unverholen , wir stillen uns aber au die hilff lassen als vor. 
so komen sy uns ouch als vor« j nnd ihr frevel und mutwillen ist so gruss, dass der unlidenlich 
zu ertragen ist. Sie bitten ihr. demnach in anbetracht ihrer bisherigen grossen Verluste, die sie 
allein erlitten, weil sie sich mit dem könig verbunden haben, dass er ihnen so kreftenkliche 
hülfe schicke, dass es nach notdurft beschiesse; alsdann wollen sie leib und gut zu ihm 
setzen. Verweisen auf ihre mitteilungen an Jakob Motz. Conc. eh. Zürich. St,-A. nr. 1 657. 
Cit. bei Dändliker in Tnricensia 81. 1887 

Zürich an pfarror Jakob Motz der stadt abgesandten beim könig ; gedenken sich fest und redlich 
zu halten, wenn sie hülfe erlangen, beklagen sich aber, dass sie vom könig auf ihr letztes 
schreiben keine weitere hülfe erlangt haben, als was Motz geschrieben hat (nr. 1871): dann 
nns bedankt, wir syen gelassen, weshalb der markgraf und sie schändlichen frieden haben 
schliessen müssen. Auf seine mitteilung, dass dem markgrafen gross gewalt gegeben sei 
geld aufzunehmen und dass Peter v. Mörsperg ein michel summe geldes bringen sollte, ant- 
worten sie, dass der markgraf kein geld habe aufbringen können und herrn Peter (vgl. nr. 1909) 
kein geld gegeben sei, und ebenso wenig hatten etliche berren au der Etsch geld aufgebracht. 
Nun hat die sache bei nns eine solche gestalt, dass der markgraf geld und gut von unser 
stadt nnd den unsern entliehen hat, das er schon längst sollte bezahlt haben, und da er das 
nicht kann, sind die unsern vast unwillig und meinen, sie bedürften ihres geldes, wie es sich 
auch in der that verhält. So hat. auch Zürich so viel dargeliehen, dass es nichts mehr in 
bänden hat, um körn, gezüg und andere bedürfnisse zu bestellen. Sollte demnach das geld 
nicht förderlich kommen, so würde grosser Unwille davon entstehen. Weisen auch auf die 
notwendigkeit hin. dass der könig in person auf den reichstag gen Nürnberg käme, da sonst 
die aaehe ganz nütz wäre; aber weder dem markgrafen noch Zürich ist darüber geschrieben, 
so dass sie nicht wissen, wie sie sich darin halten sollen, ob sie eine botsebaft dorthin 



Kwfeu der Mirtp,f. 



188 



Wilhelm 1443. 



i scliickon oder nicht. üeberseuden ihm kopie ihres Schreibens und dasjenige des inarkgrafen 
an den kfmig. Wenn er glaube, dass er ihnen heim kouig nützen könne, also dass der mark- 
graf anders und redlicher als bisher zu den Sachen thue, so möge er noch dort bleiben. Weisen 

< nochmals auf die trostlichen verheissungen hin, die ihnen gemacht sind, >darhinder aber die 
werch nit gewesen« ; sollten sie nun mit worten nmbgezogen werden und die werke den worten 
nicht nachfolgen, lege uns an einem gant/.en verderben und vertriben. Ankündigong der Sen- 
dung Rudolfs t. Cham an den künig. Conc. ch, Zürich. St.-A. nr. 165G. Angeführt von 

i Dändliker I, c. 82. Beide schreiben bestätigen vollinhaltlich unsere auffassung von dem 
Kapperswiler waffenstülstaud (nr. 18fil) und widerlegen in demselben masso die behauptungen 
Tschudis. Auch das Verhältnis zwischen Zürich und M. Wilhelm wird klar gelegt: beide teile 
sind mit einander unzufrieden. Vgl. nr. 1947. Vgl. Kl. Chr. 328: *In disen zitten ducht 
nun die aidtgenossen und ander, die es mit inen hielten, dass inen sn wol gelungen war, dass 
niemand mer wider si m«jcbt noch tat. Das was ain offne red in der gemaind under inen und 
hielten also nünts uff den küng. Dass bewissten si dik mit worten und och mit wereken; wenn 
si es vor inen hatten, mainten si och, es sült also hindurch gan, als es och in den tagen den 
gang bett, wan si empfunden! noch sachent kamen widersutz von dem küng, von fnrsten, 
herreu noch von stetteu ; wie vil man hilff und trostes zuo gesagt hat von dem küng, von den 
curfürsten und von andren furste» und harren, so empfand man doch ir hilff wenig bis har. 
Darumb so muosten sich die trucken und liden und vi! für lassen gan, die es mit dem küng 

I uud der herrsch afl't hatten.« — Man sieht, diese auslassung stimmt inhaltlieh mit der be- 
weglichen klage Zürichs durchaus üherein. — Ich bemerke noch, dass seit pfingsten Motz 
der standige Vertreter Zürichs am königlichen hofe gewesen zu sein scheint. Vgl. auch nr. 
1850. 1888 

M. Wilhelm an Bern: der kflnig hat einen brief für sie übersandt und wenn der konig am datum 

I seines briefes aach noch nicht gewusst hat, wie dann die Sachen gefridett worden sigend, so 
bst er den brief ihnen doch nicht verhalten wollen. Or. ch. Bern. D-P. 51 nr. 119. — F. 
— Desgl. au Basel. Base!, St.-A. Colmar. richtung 1018. — F. — Gemeint ist das königliche 
schreiben nr. 1876, das durch die oreignisse längst überholt war. 1889 

Also schickten nun die von Zürich, von Eapperswil, vonWinterthur zuo dem küng gen Österrich 
und klagten dem, wie es- inen ergangen war, und wie inen die aidtgenossen gewalt und uber- 
trang tatint, nnd ermanten den küng siner gnaden und dess so man inen versprochen bett, 
. . und erzalten also dem küng ains und das ander. Alsoantwurt der küng, dass si from und 
redlich an im und dem huss von österrich wärint, . . so wölt er inen trostlich ze hilff körnen 
und trostsi also der küng wol. K!. Chr. 329. — Andere hülfe wie dieser trost kam jedoch nicht, 
während die länder sich sowohl gegenüber Zürich als auch derherrscbaftvoii Oesterreich die 
schwersten übergriffe erlaubten und sich über die einzelnen bestimmungeil des Happcrswiler 
friedens hinwegsetzten, ohne dass der 1 and vogt M. Wilhelm und Zürich etwas andres als leere 
proteste ihgegen erheben konnten. Srhwyz trieb es in dieser hinsiebt am ärgsten und suchte 
es namentlich durch sein verhalten gegen Eapperswil augenscheinlich zum erneuten bruch zu 
treiben. Vgl. Kl, Chr. 329— :j;to und danach Tschudi p. 390 , wiederum mit einem entspre- 
chenden zusatz. 1890 
Ludwig graf zu Helfensteiu an Mülbausen : wiederholt seine mehrfache milturderiing, ihren hürger, 
seinen leibeigenen Hummel, anzuweisen ihm zu tbun, was ein mann seinem leibherrn schuldig 
ist und wie er mündlich mit ihnen geredet hat, Üummel zu besetzzen nach landes recht und 
au dem ende und gericlit, wohin er persönlich gehört, oder ihm vor einem der nachbeuannten 
herren, pf. Ludwig, M. Jakob, gräfiii Haurieta v. Wirtemberg und Mompelgart und ihren 
raten oder vor seinem oheim M. Wilhelm und wen er zu sich nimmt, zu thun , was sie ihm 
von ehren und reehts wegeu schuldig sind. Antwort nach Deineck an die Tüsz zu richten. 
Druck Mossmann, cartul. de Mulhonse 2 nr. 602. — Der streit wurde beigelegt 1445 aug. 12 
bezw. sept 27 durch pf. Ludwig. 1. c. nr. 683 u. 687. 1891 
Hans von der Breittenlandenberg schreibt an St. -Gallen, dass Hans v. Rechberg keinen tag 
haben wolle, es sei denn, dass auch die Appenzeller einbegriffen würden ; »so wolt er gerne 
eyn göttlichen dag darein machen laßen für myn hern den marggreven nnd von den sachen 
hören reden. — St.-Gallen. Stadtarchiv, — Mitteilung von Dierauor. — leb will hier doch 



Wilhelm 1413. 



18» 



-mr 



daranf hinweisen, dass wie Recbberg darch seine räubereien die aktive beteiüguug Berns und 
Basels an dem krieg wider die Herrschaft herbeiführte, er auch in demselben maße die Par- 
teinahme der städte um dep Bodensee wider Zürich, ohne dass M. Wilhelm wider ihn ein- 
schritt, förderte, 189S 

Ludwig v. Blümnegk an Smasman Herrn zu Rappoltstetn : antwortet auf sein schreiben vom 
14- october, in dem Smasman ilm zu erts und recht vor M. Wilhelm entboten bat, dass er 
ihm vorher anverdinget recht nicht ausgeschlagen hat, und ist noch bereit unter bedingung 
der gegenseitigkeit ihm umb ere oder umli gut gerecht zu werden. Falls Smasman sollich ere 
und recht vor M. Wilhdlm aufnimmt, so bittet er um Benachrichtigung , wenn nicht, ist er 
noch bereit von Freiburg oder Breisach erkennen zu lassen , welcher teil die glichere ge- 
botte biete und wer dem andern im gebot nachfolgen solle. Regest Albrecht, Rappoltstein 
üb. 4 nr. 39. 1893 

M. Rudolf IV wird hauptschnhiner anstatt seines grossvaters M.Rudolf III von der 60 n\ wegen, die 
derselbe bei iebzeiten nnd fernerhin mit M. Wilhelm auf 'lecember "2! an Conrat Sehöukint 
börger zu Basel zu zahlen hatte, und übernimmt alle bisherigen Verpflichtungen des baupt- 
schuldners. Or. mb. c. sig. pend. Basel. St-Ä. Karthans 158. Vgl. h 1 124. 1894 

Weruher v. Roggenbach und Ottman Konig v. Tegernow treten als bürgen ein, jener für Adel- 
berg v, Baden, dieser für Hüglin zer Sannen bürger zu Basel, die nunmehr verstorben, von 
der »50 fl. wegen, die M. Wilhelm als hauptschuldnor anTdi-cembor 21 an Konrad Schönkint 
bürger zu Basel zu zahlen hat, und übernahmen deren Verpflichtungen. Or. mb. c. 2 sig. pend. 
Basel. St.-A. Karthaus 160. Desgl. Hanns Tjlrich von Masinünster ek. an stelle Lutolds v. 
Berenfels selig am 21. october 1. c. 159. 1895 

Ludwig Aiamandi des tittels sand Cecilieu, Arlatensis genant, franckricher, Johanns des tittels 
sand Kalixtcn, byspanier, priester cardinäle, Gßrg ze Losann M. von Salucz, welscher, Frid- 
rieh zu Basel, deutscher nationen bischof, Rudolf v. Rüdiszheim, propst der kirche von S.-Paul 
zu Worms, dez hoffs der bepstlicheu camer, Johanns v. Bachen stein, orzpriester zuAgram.des 
päpstlichen palasts Sachen verhörer, lehrer geistlicher rechten, Thomas v. C'ourcellis, meister 
der li. schritt und Thomas Rode, domherr m Basel bekennen , dass in anlass der anspräche 
Basel9 an die herrschaft von Oesterreich sowie von etwas Unwillens wegen der genannten 
Stadt an Sackingen, Breisach und Neuenburg M_. Wilhelm als ein landvogt mit domherr Konrad 
herr v. Bussnaug, Wilhelm v. Grünenberp, Burkart Münch ». Landskron, bed rittere, Türing 
v. Hallwilr, Hans Wernher v. Stoutfen und Hans Ulrich von Hassmünster und etlichen an- 
dern raten der herrschaft, sowie genannt* abgesandte von Basel nebst boten TOD Bern, Solo- 
thurn, Luzern, Uri, Schwyz und Unterwalden aru 1 7. october zu Rheinfölden vor obigen boten 
des konzils erschienen sind, desgleichen genannte boten der städte Strassburg, Konstanz, Ha- 
genau, Colmar, Schlettstadt. Mülhauseu und Rheinfelden. — Es werden zuerst aufgeführt die 
zum teil recht unerheblichen boschwerden. Basels , auf die zunächst der markgraf punkt für 
punkt erwidert, soweit es sich um beschwerdon einzelner bürger und zugehöriger von Basel 
handelt. Darauf antwortet Breisachs botsehaft auf Basels beschwerde, dass seine scliiffloute ge- 
zwungen würden einen Steuermann zunehmen etc., dass solches auf gebot des römischen königs 
geschehe ; hingegen würden sie von Basel beschwert holz durch die brücke zu Basel zu führen, 
obwe.nl ihnen solches durch uz. Leopold im rechten zugesprochen sei. Ebenso erklärt Neuen- 
bürgs botsehaft, dass der neue zoll, über den Basel sich beschwere, ihrer Stadt vom könig 
gewährt sei von grossen kosten und kummers wegen , so der Rhein der Stadt zugefügt habe. 
Betreffs der neuen zolle, so zu Pfirt, Altkirch und Landser aufgesetzt sein sollen, hat M. Wil- 
helm geantwortet, dass die drei ämter versetzt seien und ihm seines arntes halb nicht ze ver- 
sprechen standen ; Basel möge an die pfandinhaber schreiben nnd werde ohne zweifei eine 
billige antwort erhalten. Dass Basel an feilem kauf in der herrschaft land behindert würde, 
sei ihm unbekannt, wohl aber habe er während des krieges überall in der herrschaft land 
und von ihren leuten kost bestellen lassen; denn es sei billig, dass der herrschaft leute der 
herrschaft ihre veile kost billiger als anderen gebe. Ebenso wisse er nicht anders, als dass es 
mit dem freien zug aus der herrschaft land nach Basel wie bisher gehalten werde ; es ge- 
schehe auch dick, dass der herrschaft amptlüt ungerechnet nnd ebenso bußfällige leute der 
herrschaft nach Basel ziehen wollten, was gewehrt würde. Auch mit dem geleit zu Ottmars- 



18» 



140 



Wilhelm 1443. 



heim würde es gehalten wie bisher; wenn mehr gegeben würde, so sei es schuld derer, die 
geleit nehmen und gern fiele leute hätten, wodnrch die kosten grösser würden. — Dass der 
von Basel and andere leute in der herrsch alt land niedergeworfen und ihrer habe beraubt 
wären, thae ihm und der herrsebaft leuten leid; sie möchten es aber nicht wenden, wollten 
es aber gern thun, wenn sie könnten, denn der herrschaft seien in ihre» landen mehr eigene 
leute als andere niedergeworfen and geschädigt. Auf die busch werde Basels, dass die von 
Siickingen ihnen, als sie vonLaufcuburg rheiuabwürts fuhren, auf der brücke grosse Schmach, 
schand und laster mit wort und werken zugefügt hatten, antwortet er, dass auch der von 
Basel leute wunderliche worte geschrien hätten, worauf ihnen etliche leute, da viel fromdes 
volk dort gewesen, wunderlich möchten geantwortet haben; sei unge bärlich es geschehen, 
so thue es ihm leid: die von Säckingen trügen keine schuld daran, hätten vielmehr etliche, 
so dabei gewesen , in strafe genommen und hielten sie noch in strafe. Es hätten auch der 
von Basel leate ntn dieselbe zeit mit p feilen zu der herrschaft traten geschossen und sich 
zu schmach uud schand dem hause Oesterreich mit worteu und werken gehalten. — Den 
fischzoll hätten die von Säckingen seit meuschengedeuken und sie hätten ihn nicht anders 
als billig gehandhabt; mit dem pfennigzoll seien sie von hz Friedrich selig begabt nnd sei 
ihnen solcher von k. Sigmund and kg. Albrecht und Friedrich bestätigt worden.— Darauf haben 
die Unterhändler folgend ermassen freundlich und gütlich in eins gebracht: einzelne Beschwer- 
den lassen die von Basel fallen; andere werden ausgeglichen. [Lastschiffe zu den beiden 
Frankfurter messen sollen zu Breisach zollen wie bisher und dort einen Steuermann nehmen 
und dem geben bis Strassburg 2 fl., aber keinen bodem zoll; schifte, die in den zwei grossen 
fahrton, nämlich der Aelie und Einsidolen fart, von Basel rheinabwärts fahren, sollen eben- 
falls zu Breisach einen Steuermann nehmen und dem bis Strassburg anderthalb gülden ge- 
ben, »and die hit zollen, aber der bodem nit« ; die andern schiffe mit ienten und gut sollen 
ebenfalls zn Breisach einen steuermanu nehmen und dem geben einen gülden , und leut und 
gut zollen, aber der bodem nit. Leero schiffe und solche, wo in einem schiff G oder H brüder 
wären, sollen zollen und zwar das schiff 4 plappart, aber ohne Steuermann. j Bezüglich Neuen- 
bürgs wird bestimmt, dass die von B. mit ihren schiffen zu Neuenbürg uffkeren, aber keinen 
zoll geben sollen und umgekehrt auch die von Neuenbürg nicht zu Kemps. Neue zolle in der 
herrschaft land, es sei in pfandschafteu oder sonst, sollen abgethan, feiler kauf, freier zug 
und geleit zu Otttnarsheim wie von alters her gehandhabt werden. Der landvogt soll in der- 
herrschaft land, Städten und schlossern liir die öffentliche Sicherheit sorgen, desgleichen die 
von Basel auch. Die von Säckingen sollen ihre ratsbuten gen Basel vor den rat senden und in 
festgestellter form um entschuldig ng bitten. Bezüglich des fischzolles zu Säekiugeu soll der 
landvogt bestellen, dass derselbe tngenlich gehalten werde uud die leute nicht damit be- 
schwert werden ; von d«m pfennigzoll sollen die von Basel befreit sein. — Es siegeln kar- 
dinale und hischöfe von des konzils, Adam Kiff altammeister von Strassburg von der atädte 
wegen , sowie M. Wilhelm und Basel. Druck Baseler Üb. 7 nr. 32. Vgl. Kl. Chr. p. 331 : 
Also ward es gericht und gefrydot nach der von Basel willen und muost der landtvogt und 
der herrschafft stett fryd nifneuieii wie man wolt. Item die vun Seckingen mausten den schilt, 
den si den von Basel vor zitten abgewonnen [nnd etwa ira damit gespottet] hatten, gen Basel 
vor den rat tragen und si bitten, dass si inen das verzigint, dass st ir gespottet hatten, — 
Die Sprenger'scho Chronik im anhang der ausgäbe der Kl. Chr. p. 37 1 gibt an, worin die 
grobe schmach bestand , die Säckingen Hasel zufügte. — Über Colmars beteiligung am tag 
vgl. Colmar. Kaufhansb. 1443/44 p. 16. — Ein beschämenderes geständnis wie dasjenige 
bezüglich handhabung des landfriedens konnte der landvogt überhaupt nicht ablegen ; er 
hatte die zügel der regierung zn gunsteti des adels vollständig auf dem boden schleifen lassen. 

18% 
M. Wilhelm bittet Basel den auf den 11. november angesetzten rechtlichen tag zu Basel wegen 
der zuspräche Berns an ihn anstatt der herrschaft Oesterreich um drei wochen zu verschieben, 
da er um diese zeit in Bregenz sein müsse. Cop. coaev. Basel. Staatsarcb. Colmarer richtung 
1017. — F. — Vgl. eintrag des Baseler Öffuungsbnches ], 172 : tag gesetzt dem lantvogt 
und den von Bern mornendes nach sant Martins tag an sant Martins tag ze nacht hie ze 
sinde. 1897 



Wilhelm 1443. 



141 



TUT 



r- Mi 



Balten herr n Rqnjftffcitriiii an Ludwig v. Blumegg: fordert ihn in beantwortung seines 
Schreibens auf, ihm zu. eren und recht zu stehen vor Sraasmans oheim dem landvogt nnd der 
herrschuft raten hiedissit und jensit Eins , also, falls von tbn«n die sache in drei tagen und 
sechs «rochen nicht ausgetragen wäre, dass Smasman dann vorbehalten bliebe ihn ferner in 
ersuchen. Betreffs der anspräche. »dio du gelütert hast«, will er ihm an demselben ende ge- 
recht werden und seinen oheim (M. Wilhelm) bitten vorderlich tage zu setzen. Regest 
Albrecht, ßappoltstein. Üb. 4 nr. 42. 1898 

M. Wilhelm hält einen tag ab mit den edlen im Thurgaa und andern, mit Winterthur, Diessen- 
hofen nnd Bapper3wil und maint, war es sach dass der kung und die herrschaft von öster- 
rich nit anders zuo disen dingen tuon und sechen wölte, und die iren also weltint lassen ver- 
triben und undergan, su war der adel im Elsas und daselbsnmb nnd alle der 
herrschaft stett un d er mit inen ains worden, dass sie sich je des gewaltes wel- 
tint weren und dein widerston, und weltint sich also halten zuo dem hertzogen von Burgundi, 
der weit inen och tröstlich und männlich I« hilft" komen. und weltint och uff sölich mainung 
d^in küng ain tretfenlich bottschafft tuon, Türingen v.Hallwil. Also gefiel diss mainung dem 
adol wol und andren. Die von Rapperswil hatten k.iin gewalt, daruil' ze antwurten, si weiten 
es gern hain an die iren bringen ; doch si gcüuwtint dem küngund derherrschatl'tvonÖster- 
rich wol, si liessint si nit also undergon. Si bettint es omb kain herrschafft verschufdt nnd 
in der herrschafft von Österrich dienst lieb und latd gelitten ; das weltint si och noch gern 
lyden. Kl. Chr. 3311. Tschudi's zusatz 402 beruht nicht auf einer anderweitigen quelle. — 
Was damals der oberrheinisch? adel plante, ward 1468/G9 in ähnlicher läge ausgeführt. 

1899 

Heiini Soder vogt zu Haltingen beurkundet im namen des M. Wilhelm den verkauf einer zehent- 
freien matte im bann zu Hiltalingen durch Ennelin Ernis, wittwe des Peter Has müllers zn 
Klein-Huningen an Wernlin von Küchen bürger zu Basel um 45 fl. Junker Jörg v. Tegenow 
des markgrafen oberster landvogt siegelt. Or. mb. Basel. S.-Clara 645, 1(100 

In disi-n tagen schickten die rittersebaft uud der adel, berren, rittci und knecht Türingen v- 
Halwil den eitern zuo dem küngund zuo der hei schaft von östrich, inen ganz zu sagen iren ge- 
presten und anligenden Sachen und si eimanen , dass doch die hers< halt von Östrich je und 
je des adels trost uud uffenthalt zuo Swaben gewesen ist, und rnoften also den küng an nmb 
hilft und trost, und dass doch inen ain fürst von Östrich in das land kern, so wölten si all ir 
Üb und gnot zuo dem fürsten setzen und im h"lfen die aidgnossen bekriegen. Welt er aber 
ganz nütz zuo den Sachen tuon, so wölten si sich doch nit so jomerlich laussen vertriben; 
si müstin bilff und schirm suochen zuu andren herreu, das si doch ungern tättind. Item von 
Zürich schickten ouch dahin. Sp .enger's zusatz zu Kl. Chr. p. 372. 1901 

Heinrich Halder v. Riehen, ein mann im alter von SO jähren, sagt vor notar und Rudolf gen. 
Kreps ek. und Hans Basler vogt von Müleliein als zei gen aus auf anstehen Jörgs v. Täger- 
now obersten vogtes des M.Wilhelm, da der ek. Johannes v. Bamstein die von der herrschaft 
Röteln seit menschengedenken besessene hohen gerichle und wildbänne zu Stellen streitig 
machte, dass M. Budolf selig einen mann wegen eines in Stetten begangenen diebstahles gen 
Röteln habe abführen und zu Kleinenhüningen hängen lassen. Das weib des gehängten 
habe zu diesem gesagt: o we. lieher Henslin, solt'du disen langen winter hie hangen, war 
wil denn in dem sumnier dinen deinen kinden da brot gewinnen. — In villa Mülnheim prope 
Badenweiler in domo domini Bertholdi de Nüwenfels rectoris ville Mulnhein. Notariatsin- 
strument Karlsruhe. 1902 

ausgaben des hz. Albrecht von Oesterreich: |Witn] sambst. v. Kathrein dem Enderlein Benner 
zerung zum marckgrafen v. Rotel s gülden. Ans dem railbuth des Andre v. Holnegk und 
Jobannes G en sie rn dorfler fol. 5a. Innsbruck. A. 1903 

M. Wilhelm leistet einen tag mit den eidgenossen von deT herrschaft wegen von Oesterreich zu 
Basel. Es warent nfl' demselben tag Basel, Luzem, Solothuin. Sclwjz, Glsms, Unterwaiden, 
Zug, Uri, Sprenger's zusatz zu Kl. Chr. 372. 1904 

gr. Johann v. Tierstein pfalzgraf des Basler hoihttifts h<rr zn Pfeffirgen eikläit bei seinem 
lebnseide, dass er von M. Rudolf selig gehört habe, dass die wildbänne und hohen gi richte 
zu Stetten nach Röteln gehören und der niarkgtaf kastvogt zu Stetten fei, er auch sonst nie- 



142 



Wilhelm 1443. 



[. 8) 



mals anders gewasst und gehört habe. als dass solches Ininm oheim dem markgraten selig 
znstelie. Or. eh. Karlsruhe. — F. 19415 

M. Rudolf für sich ntnl seinen bruder M. Hugo and der ek. Hans v. Ramslein kommen überein, 
ihre spänne wegen der hohen gerichte zu Stellen vor bi. Friedrich von Basel als gemeinem 
mit gleichem zusatz rechtlich auszutragen. Or. ch, Karlsruhe. — - F. 1906 

hi. Friedrich and bürgern) eister und rat von Basel Urkunden: nachdem Bern und M. Wilhelm 
als landvogt der Herrschaft und etliche der herrschaft rate riebst andern der eidgennssen rats- 
boten gen Basel auf den rechttag gekommen sind, da3s darauf bi. Fridrich gebeten hat, ihn 
in der schwebenden Streitsache zwischen Bern und der herrschaft gütlich reden zu lassen. 
Bi. Friedrich hat darauf Bern wegen seiner anspräche betieffs Rudolf Surner von Aarau, zweier 
durch Waldshnt beschlagnahmter wagen mit salz und des zu Leuggern ( Lütgern) gefangenen 
knechts 1500(1. als entschädigung zugesprochen, zahlbar durch die herrschaft oder M.Wil- 
helm als landvogt bis zum 24-febr. 1444. DieausstellerM, Wilhelm und r. Rudolf Hofmeister 
schultheiss von Berns wegen siegeln. Druck Basel. Üb. 7 nr. 33. 1907 

Ludwig v. Btümtiegk an Smasmau herrn v. Kappoltstein: der könig hat den M. Wilhelm be- 
auftragt die sachen vor sich zu ziehen und er versieht sich demnach, dass der markgraf ihm 
und Smnsraan schier tage setzen werde, hat auch den raarkgrafen gebeten, ihnen kurzen tag 
zu setzen, desgleichen mögent ir ouch tun. Regest Albrecht, Kappoltstein. Üb. 4 nr. 47- 1908 

nun ist diss die Werbung, so dem r. Petom v, Mörsperg empfohlen war von dem künig nnd seinen 
raten an den M. v. Röteln, au Zürich und Rapperswil: der konig begehrt, dass sie ihm nicht 
mergken solchen verzag, so in disen sachen untz bar besebechen ist. indem er gehofft hat, 
dass die sachen würden in einen bessern stand kommen uff sölich hottsc half teil, so der könig 
durch fursten und etlich von stetten von der Sachen wegen gen Zürich getou hett. ( Vgl. nr. 1850.) 
Da der könig aber nunmehr vernommen, dass sich die suchen frömdlich machen , hab er ge- 
dacht in ze hilff und ze trust ze komen und hab daruff entlechnot vier tusent rinischer guldin 
von uch. die ir dem marggraffen on verziehen willig seyt zuo antwurten, hinfür uff den krieg 
ze legen. Auch habe der könig seine botschaft hinauf geschickt an die Etsch, seine rate den 
bischof von Kiembsee, herrn Hans v. Nittberg, herrn Rudolf v. Tierstain und herrn Jörg 
Fachs hofmarschall, mer geltes uff ir Schlösser oder in ander weg uffzebringen, als maist und 
si mügent und dem mark graten für den krieg zu schicken. Auch beabsichtige der könig sich 
in kurzem selbst liinaufzulugcn oder seine botschaft hinanfzuthim. Aach hat man herrn Jakob 
Trnchsess [v. Waldburg] geschrieben sich hinauf ins Innthal zu fügen zu den genannten 
raten, um wege zu gedenken, damit geld aufgebracht werde. — Sagent inen och, was der 
könig gen Burgundi, gen Frankreich und an ander end durch uch verbottsebafft und zuo han- 
deln enipfolhenhat. — Vorher und nachher die übliche mahnung, das beste in den sachen zu 
thun, so werde der könig je den sachen nachgedenken, damit inen hilff und bistand vollenk- 
lich und trüwlieh getou werd. — Sagt inen och. wie sin küngklich gnad geschriben hab 
dem hertzogen von Burgnnd, den enrfürsten . den von Basel, den von Bern und denen von 
Soloturn. Kl. Chr. 333- (Vgl. nr. ] SS9.) — Unser ansatz dec. s beruht auf der meidung der 
Kl. Chr., dass Peter v. Mörsperg erst um diese zeit von kg. Friedrich zurückgekehrt sei. Wie un- 
zulänglich diese vom könig erwähnten massregeln gewesen, zeigt nr. 18M8. — Man könnte 
übrigens auch die Sendung Mörspergs nach ende September oder anfang october verlegen (vgl. 
nr. 1863); aber bei der langsamkeit der entschlicssungeu ö>s königs und bei dem noch lang- 
sameren geschäftsbe trieb hat diese späte sondung nichts auffälliges. — Ueber die weiteren Ver- 
handlungen mit Burgund ist nichts bekannt; zu einem ziele konnten sie auch nicht führen, da 
der könig nicht in der läge war die burgundische forderung betreffs belehnung mit Luxem- 
burg zu erfüllen. Hingegen konnte Mörsperg allerdings hoffnung machen auf französische 
hülfe, wenngleich über die einzelnen fädeu dieser Verhandlung nichts bekannt ist. — Wie 
vortrefflich übrigens die Kl. Chr. unterrichtet ist namentlich über die Sundgauer Verhältnisse, 
geht daraus hervor, dass sie au die vorhergehenden Mitteilungen die folgende anschliesst; 
dass Peter v. Mörsperg damals von der herrschaft Oes tarreich verpfändet erhalten hatte die 
herrschaft Pfirt und Dattenried um 4000 M, die er och versprochen hat uff den krieg ze geben. 
(Die pfandurknnde betreffs Tatenried über 3000 fl. Innsbruck Pestarchiv XXVI/370.) »Also 
warb jederman sin ding and giengent die sachen niemaut als grundtlich ze hertzen, als aber 



Wilhelm 1443. 



148 



-rj$- 



notturftig gesin war, dann allain denen die och an dem hat/, lagent. Damm gieng es in den 
ritten als es mocht.« 1909 

nach solichein far herr Peter v.Mörsperg zum herzog vonBurgnnd und zum kg. Karl von Frank- 
reich um hülfe zn werben wider die eidgenossen und lag lange zeit an des künigs von Frank- 
reich hof, bis dass er zulet2t zuwege brachte, dass kg. Karl seinen söhn den Dauphin sampt 
sinem Armoniaeki sehen und anderm kriegsvolk, an 60000 stark zu rosa und zu fass auf den 
künftigen sommer herausbrachte für Basel, die eidgenossen zu bekriegen. Tschudi II, 403 
Die glaub Würdigkeit dieser mitteiluug muss dahin gestellt bleiben: vgl. jedoch nr. 1955. 

1910 

Heinrich Rieh v. Eichenstein ek. reversirt fflr sich und als träger seines bmders Peter gegen 
M. Rudolf v. Hochberg über seine belehnnug mit den lehen seines vaters r.Hans zu Inzlingen 
U.S.W, Vgl.nr. 1217. — F. — Vgl auch koph. 38 (30 g) Karlsruhe: Heinrich Rych v.Richen- 
stein hat als träger für sich und seinen bruder Peter zn Schnpffen von uns M. Rudolf v. Hoch- 
berg nach inhalt des darüber ausgestellten lehnbriefs die lehen empfangen. 1911 

l' Lorsch) genannte auf verlangen Georgs v. Tegernau obersten vogtes der herrschaft Röteln 
verhörte personen von Brambach und HÖwirgen sagen vor notar und zeugen aus gegen die 
von Ramstein, die zu diesen zeitni Stetten innehaben, dass das hohe gericht und die wild- 
bann zu Stettin zur herrschaft Röteln gehören. Genannter zeuge ist bi achtzig jaren, sagt unter 
anderm aus, dass vor fin jähren oder dabi ein dieb, der in Stetten der v. Schönau bansrat ge- 
stohlen, gen Schwerstatt geführt wurde durch den alten Hiiruii. der dazumal Stetten inne hatte ; 
auf veranlassung des M. Rudolf wurde der dieb gen Stetten zurückgeführt und daselbst richtete 
über ihn Oswald Fhirter der oberste vogt der herrschaft zu Röteln und wurde der dteb gehangt 
zu Kleinenbüningen. Des diebes weil» lief aber zn dem galgen und sprach zu ihm: Henselin, 
soltu disen Summer hie hangen, wer wil mich denn den winterbegon, und wurde ein gemein 
Sprichwort daran. (Vgl. nr. 1 902.) — Bei einem todschlag vor 1 5 jähren zu Stetten richtete 
auch Oswald Phirter als oberster vogt über die thäter. Ebenfalls habe der zeuge dick und 
viel von herrn Cniizman v. Ramslein selig gehört, dass die hohen gorichte zu Stetten dem M. 
Rudolf selig zugehörten. Zeuge hat auch niemals etwas anderes gehört und gewusst. Weiter 
sagt ein zeuge aus, dass vor 4 oder 5 jähren bei einem undergang zwischen den von Stetten 
und Riechen die von Stetten bezüglich der hohen geri'htn der herrschaft v. Röteln gichtig 
waren. Kiti zeuge sagt aus, dass, wenn ein dinggericht zu Stetten gehalten wurde, so habe 
allwegen die herrschaft v. Röteln einen amtmann, besonders den von Lörrach da gehabt, der 
seiner herrschaft rechte und hohen Berichte warlote: derselbe zeuge erklärt, dass er wieder- 
holt geholfen habe, solche die den liasen fingen in dem wildbann zu Stetten und auch die 
tische fingen in derfischenz, gen Lörrach zum vegt zn führen, der sie dann weiter gen Röteln 
schickte. Solches und ähnliches bekunden auch die übrigen zeugen. Notariatsinstrnment 
Karlsruhe. 1912 

M. Wilhelm bittet Basel, die frauen an den Steinen zu Basel und deren Schaffner anzuweisen, 
dass sie den nach der richtung von Laufenhurg zu gebenden Schadenersatz für die im amte 
Bolswilr genommenen garben, welche noch in Tann liegen, in gar ben annehmen. Cop. coaov. 
Basel. Staatsarch. Colmarer richtung Uici. — F. 1913 

M. Wilhelm landvogt der österreichischen herrschaft verspricht, dass die kosten, welche Rap- 
perswil wegen unterhalt der besatznng auf dem schlösse während des kriegs zwischen Oester- 
reich und den eidgenossen hatte, sollen bezahlt werden. Rapperswyier Reg. nr. 67 in Mohr, 
Regesten der Archive der Schweiz. Eidgenossenschaft I. — F. 1914 

Basel beschwert sich gegen M. Wilhelm, dass die neuen zolle in der herrschaft Oesterreich, 
trotzdem sie durch k. Sigmund, kg. Friedrich und jüngst durch die Rheinfelder richtung ab- 
gethan seien, nach wie vor von den seinen genommen werden, und bittet ihn, zu veranlassen, 
dass die vögte und amtleute der herrschaft die neuen zolle gänzlich abthun. Cop. coaev. Basel. 
Staatsarch. Colmarer richtung öOfi. — F. 1915 

M. Wilhelm v. Hochherg landvogt tbut mit rat andrer der herrschaft rate dieser lande Tschan 
de Boppe um seiner dienste willen in dem krieg zu Zürich und Rapperswil (Roppolczwilre) 
die gnade und gewahrt ihm auf lebenszeit den an den Stein gen Beifort gehörigen zehnten 
zu Büschingen (jetzt Bessoncourt hei Beifort), der jährlich gibt 1 biezschat weizen, i> biezschat 



144 

Ml 



Wilhelm 1444. 



dingel, 2 biczschat haber und :( f? stebler ,$. M. Wilhelm siegelt. Or. mb. c. sig. pend. 
Colmar, B.-A. C 29. — Nach Du Cange-Henschel bitscbat ~ bichetus, mensura granorum 
apud Burgnndos, bichofc et biehet in consuetudine Divionensi : bichetus constat 2 quartallis, 
quartauts. 19H> 

M. Wilhelm v. Hochberg schuldet dem Stoffel Grienenherg aus Konstanz 105 golden. Gabel- 
khofer Collect, l, SS*. Stuttgart. St.-A. — F. 1917 

hz. Philipp hält nach der eroberung von Lmemhurg seinen feierlichen einzug in Brüssel. Et luv 
vint aus devant monseigneur Charles de Bourgoingne son filz, conte de Charrolois, honnora- 
bleraent accompaigne et principallement do josnes enffans de grant maisoti de son eaige ou 
moindre et povoit avoit onze ou douze ans d' eaige. Et estoient avec luv Jean de la Trimoille, 
Philippe de Cry, Guyot de Brimeu, (sr. d' Hambercourt comte do Meghen) , Charles de Ter- 
nant et de la Motte de Thoisy, Philippe de Crevecueur (sr. d' Esquerdes), Philippe de Wavriu 
(sr. de Kouvrov etdeSaint-Veuant) et nk>ult d'autres; et estoient BwntM surpetitz chevaulx. 
harnachez comme celluy de leur raaistre . . . Eu ceste corapaigaie estoit Anthoine bastard 
de Bourgoingne, filz bastard du duc et lemarquisHugaes doBottelin. Mais ilz estoient desja 
plus grans que ceus dont j' ay parle. Olivier de la Marehe ed. Beanne et d' Arhaumont t. II 
p. 51. Vgl. Barante-Gachard, hist, des dues de Bourgogna II, 51. 1918 

M. Wilhelm v. Hochborg lierr zu Botel und Schoufttenburg, der herrschaft von esterreich land- 
TOgt im oberen Elsas, Sungouwe, BrilSgonwe und auf dem Scliwarczwalde erleichtert der ge- 
mein bnrsamen der dörfer Meltau (Metuuw) und Kaisten zu dem hause Louffenberg gehörend 
in aubetracht des Schadens so sie bei der belagerang von Laufenbarg erlitten haben , ihren 
dienst in der weise, dass die von Mettau jährlich 2t> rh. 11. als Steuer zahlen sollen wie von 
alters her uud daza jeder der mit einem zug bauet, jährlich zwei klafter Scheitholz, wer 
aber mit einem halben zug bauet, einen klafter an die bürg zu Louffenberg fahren soll, wer 
aber nicht baut, der soll 5 ß stebler für hotzdienst geben; wie bisher sollen sie sodann die 

oberen matten von dem harde an zu henw und ze emdt meigen und alle vogtgarben 1 

bühner ausrichten. 8« sollen die von Keysten die niileren matten im harde beuweu, eraden 
und zu dem schloss Loufienberg fahren; sodann soll jeder, der zug het, ein fuder holz, die 
andern mit karren eine, fuhr stangholz zu den vier hncbzeiten nach dem schloss fahren; 
wer aber keinu führe oder karren bat, soll für holzdienst und hoftagwan ,j fi geben; dazu 
vogtgarben und fastnaclithühner wie bisher. Damit sollen beide dörfer von allen andern 
diensten geledigt sein, ausser dass sie auch fernerhin zu reisen, gericliten etc. gehorsam 
siud. Kopb. 1 147 (652), 212 (115) Karlsrahe. 1919 

gerneine porsonen von Bettikon, Riehen, Tüllikon und Stetteu sagen vor notar uud Junker Hans 
v. Löwenberg, Junker Wernlin v. Roggenbach und janker Hans Ott v. Plirt als zeugen aus 
über das hoho gericht und die wildbänne der herrächaft Röteln zu Stetten. Einer der zeugen 
von Riehen sagt ans, wie bei dem undergang zwischen Stetten und Riehen Hans v. Ramstein 
zu ihm gesagt habe, ob er glaube, dass, wenn er dem mark grafen die hohougericht und wild- 
bänno zu Stetten abgewinne, er ihm auch die fischenz abgewinnen werde. Da habe der zeuge 
geantwortet, wenn sie mit Ramstein der banne wegen überkämen, dass sie dann auch wohl 
mit dem markgrafen der fisclieuz wegen überkommen milchten. Derselbe zeuge hörte auch 
junker Hans v. Ramstein zu Junker Jörg v. Tegernow sprechen, als derselbe auf bitte des bi- 
schofs von Basel by den sinen war: Jörg, du wärest billiger bei uns als bei denen, da es das 
hohegericht des markgrafen betrifft. Darauf ritt junker Jörg fort, und damals waren Hans 
v. Bamstein und der inelirteil zu Stetteu gichtig, dass die hochgericht zu Stetten der herr- 
schaft Bötelen gehörten, und sie meinten daher: verlören sie viel an ihren bannen, so ver- 
löre der markgraf aach viel an seinen hohen gerichteu und wildhännen. Soiariatinstr. Karls- 
ruhe. 19*20 

der official des bisch Glichen hofe zu Basel urkundet über die auf begehr Peter Gütiins vogt 
zu Lörrach verhörte knnJscliaft genannter personen bezüglich des hohen gerichtes der herr- 
schaft B/.teln zu Stotteu. Wie nr. 1912. Or. Karlsruhe. — V. 1921 
I Ludwig v. Blümnegk an Smallman herrn zu Rappolstein : nachdem er sich vergeblich erboten 
i hat ein gütlich rechnung mit Smaliman zu thun vor der herrschaft landvogt und raten und 
was ir hettent in dem sIoO, heraus zugeben, so will er fürer kein rechnung me verbunden sin, 



Wilhelm, Rudolf IV, Hugo 144t 




in weihen weg sich das s-loß verengert affter dili achttag. Regest AI brecht, Rappoltstein. Üb. 
4 ur. 51. 1922 

(>in Kerndeu«) kg. Friedrich gibt für sich und seinen brnder nnd vetter die herzöge Albrecbt 
und Sigmund von Oesterreich seineu raten bi. Lorenz von Lavant, M. Wilhelm v. Hochberg 
landvogt im Elsass, Friedrich v. Hohemberg, Heinrich zu Pappenheim reichserbmarschall 
und During v. Hallwilr vollmacht, die Schlösser und gefalle in den vorderösterreichischen lan- 
den zu verpfänden für 8000 gülden, welche sie »an unser notturfften von der obgemelten 
unser lande und lütte wegen* ausgeben and anlegen sollen. Vidim. von 144S Karlsruhe, 
auch enthalten in Urkunde des r. Melchior v. ßlumegg von 1473 jnli 21. ZGO. 5, 483.— F. 

1923 

Smasman herr v. Eappoltstein an Ludwig v. Blumegg: erklärt die fordorangen Blume-gg's für 
• wmkelzüge« , da er sich ihm gegenüber volliclichen erboten hat, und wird demnach seinen 
vordrigen geschritten nachgeben, falls er ihm nicht binnen acht tagen zu eren und recht steht 
vor forsten, herrenund Städten, die er benannt hat. Albrecht, Eappoltstein. Üb, 4 nr. 52. 1924 

M. Wilhelm landvogt als haaptverkäufer, Otto v. Tegeruau (-uow) genannt Kung, Clewin Hein- 
rich usz dem Wiler nnd Ulrich Schilling vogt zu Schopfheim (Schopffhein) sowie die vögte 
und gemeinden der dörl'or Wittlingen (-likon), Weil (Wil) und Lörrach als mitverkäufer ver- 
kaufen r. Bernhard v. Kotberg (Ratp-) und dessen erben und rechts nach folgern 140 Basler 
goldgulden jährlichen ziuses von dem vogtrecht des markgrafen zu Blansingen und nötigen- 
falls von allen gutem sämmtlicher aussteiler für 28no gülden, wieder känflich um dieselbe 
summe. Leistnngsbürge ausser den genannten Georg v. Tegernan. Mitsiegler für die drei 
dörfer, die kein eignes siegel haben, r. Erni v. Barenfels, Junker Claus v. Baden und Peter 
v. Hegenheim sowie Georg v. Tegernau. Gr. (cassiert). Karlsruhe. — Vgl. zu 1475 Ott. '27 
u. 1476 aug. 14. — F. — Vgl. auch Basel St.-A. Baden Debitwesen 1725 fol. 18. 1925 

diese nachgeschriebenen mannen haben von M. Rudolf v. Hocliberg zu Lörrach in seinem dorf 
empfangen, denen er ihre lehen geliehen hat iu seinem und seines bruders des M. Hugo uamen 
uach laut ihrer alten lehenbriefe, also dass sie binnen einem monat ihre lehen nach laut ihrer 
alten lehn briete in geschrift geben sollen, das sie auch in ihren eidenallo geschworen haben. 

— Item so ist dis der eyde so diso mann uns geswnrn habout: nemlich habent gosworn uns 
. . getrew und worheit, unsern nutz u fürdrent und schaden zewendent und zu unsern inan- 
tagen ze ritent, wenn inen d&rnmb verkündt wird, und allez das ze tünd, das ein mann sinem 
lehenlierrn billich und von recht tun sol, ouch ire lehen in einem manot nach empfang in 
geschrifte ze gebent, als dann landes und lehensrecht ist. 

Grave Hanns v. Thierstoin herr ze Pfeffingen, Hans Tbüriug Münch v. Müncheusteiu, 
her Arunolt v. Rättperg ritter, Ernin v. Berenfels ritter, Herttricli zu Ryne, Erhart v. Nüwen- 
fels, Görgv. Tegeruow, Claus v. Baden, Hanns v. Flach Sias den, Wernlin Truchscsse (v. Rhein- 
felden), Hanns Waltenheiu, Hanns v. Li>uffen. Peter v. Hegenhein , Wernlin Erenmau, An- 
dres v. Walpaih, Ottman Konig v. Tegernow, Burekart Mßlin u. Claus WSseher von Rinfelden, 
Conrat Frowler, Rudolf Wegenstetter, Hanns Zinse zu Rotteten in der vorburg , Burekart 
v. Bumkilch als ein träger für sich und seinen bruder Conrat v. Burnkikh, herr Henmau 
Offeuburg. Karlsrahe. Kopb. 38 (30 g.) — Man wird demnach anzunehmen haben, dass im 
diesem tage M. Rudolf für sich und seinen brnder M. Hugo von seinem oheim und vormund 
gr. Hans v. Freiburg endgültig die regterung der herrschatten Rüteln, Sansenberg und Baden- 
weiler übernommen hat; fernerhin konnte M. Wilhelm keine schulden mehr auf diese herr- 
schaften aufnehmen, wie er bisher noch immer gethan hatte. 192(> 

M. Rudolf v. Hochberg leiht für sich und seinen brnder M. Hugo an Ottman Konig v. Tegernow 
für die ihrem vater M. Wilhelm geleisteten dienste genannte lohen (wie nr. 1234). Karls- 
ruhe. Kopb. 38 (30 g) p. 1. — Dieser und die folgenden lebnbriefe sind also nach der am 
IS. Januar geschehenen huldigung aasgestellt. 1927 

M. Rudolf leiht für sich und seinen bruder M. Hugo an Ottman König v. Tegernaa (-ow) ge- 
nannte lohen zu Rheiuweiler (Rynwilr), Kandem, Holzen (Holtzen), Grenzingon (Grentzyn-). 
Tuniringen (Thiin-), Hauingen (How-1, Maulliurg (Mulberg), hier auch dinkel- und hafer- 
geld von einer schöppossen so man nempt des Eencken gut und zu Brunstatt. Or. Karlsruhe. 

— Vgl. nr. 123:5. 1928 



1» 






146 



Wilhelm, Rudolf IV. Hu^o 1444. 



gar 

jan. 17 



Uli 
lehr, s 



M. Rudolf leiht für sich and seinen brader M. Hugo den gebr. Burekart und Petcrraan MSlin 
bürgern zuRheinfelden den laienzehnten zu Hemmiken (Hemikon), dem man spricht der Mülin 
zechenden, den ihre vordem von unsern vordem bisher zu leben gehabt. Karlsruhe. Kopb. 
38 (30 gl p. 3. Desgl. revera Burekart Melius (F) lür sich und seinen bmder Peterman von 
jan. 28. L C. p. 4. — Vgl. h 743 u. S71. 1W39 

Ludwig v. Blümnegk an Smasman herrn v. Rappoltstein : auf dass die sache zu ende komme, 
will er von Sinasmans gebott eins uffnemen vor einer der städte Freiburg, Breisach oder 
Neuenbürg nach Smasmans belieben zu unverdingtem recht: ist ihm das nicht zu synne. so 
will er in gleicher weis« im verdinget zu ere und recht vor M. Wilhelm kommen, in massen 
als der künge ime das ompfolhen hart, so er wider zu lande kompt. Beg. Albrecht, Rappolt- 
stein. Hb. 4 nr. 53. 1930 

M. Rudolf belehnt für sich und seinen bruder Hug r. Henman Offenburg und dessen tochtermann 
Werner Ercman mit den lehen im banne Greiizach und bei G. , die sie von M. Wilhelm ge- 
tragen haben, nachdem dieser die herrschaften Rotein und Sausenberg ihm und Hug zu banden 
gefügt und seinen mannen unter entbindung von ihren eiden befohlen hat, ihnen zu hul- 
digen. Or. Liestal. Landesarch. L. 72. D. 13. — Mitteilung B. Wackernagels. — F. — 
Vgl. nr. 1317. 1931 

r. Henman Offenburg nnd Wernher Eremau weiland vorgen. Henmans tochtermann reversicren 
für sich und als trager von Gredennelin. nun des gen. Wernher Eremans mutter und weiland 
Hanns' v. Bühel seligen gemahün, rtass M. Rudolf v. Hochberg für sich und seinen brader 
M. Hugo sie mit genannten gutem und gölten zu Greiizach (Crenl*-) belehnt habe, darunter 
vierthalb mann werk malten, das stat vierzig golden dem Füraow von der v. ßatperg wegen, 
wie sie vormals Hanns v. Bühel nnd r. Frantz Hagedorn und andere vor ihnen innege- 
habt, das nutzungsrecht der gen. Gredennelin für solches lehen bei lebzeiten vorbehalten. 
Or. Karlsruhe. Vgl. nr. 1317. 1932 

M. Rudolf leiht für sich nnd M. Hugo an Hanns Waltenheim den altera von Basel nachbe- 
nanute lehen, die derselbe von M. Wilhelm zu lehen getragen hat, nämlich das lehon genannt 
sant Albans zechenden in dorf und bann zu (jclterckiugen mit dem pfenniggeld, so jährlich ah 
häusern und gutem zu Rhoinfelden geht, so vormals Henman vom Huse von Isenheim und 
vordem Oontzman zem Nuwenhnse von Rheinfelden zu lehen hatten, sowie die pfennigzinse 
zu Rheinfelden, das lehen und die guter in dorf und bann zu Binzen (Bintzheün) oder an 
andern enden, wo die gelegen sind, so vormals Hüglin zer Snnnen von Basel selig nnd seine 
vordem zu lehen gehabt haben und danach Hans Waltenheim von M. Wilhelm zu leiten er- 
halten bat. Dasselbe lehen hatte M. Wilhelm frau Bridlin herrn Henman Offenburgs ehe- 
licher tochter und ihrem galten Hans Waltenheim zum niessbraucli verschrieben, dabei M. 
Rudolf und sein bmder M. Hugo es nach laut der alten lehnbriofe bleiben lassen. Lclinsre- 
vers Walteuheims vom 1 . febr. Karlsruhe. Kopb. 38 (30 g) 13 — 14. Vgl. auch nr. 1207. 1935 

M. Rudolf leiht für sich und seinen bruder M. Hugo an Clans Wescher genannte guter und 
schüppossen zu Minsein, (-seiden), so sein vater Albrecht Wescher selig von des markgrafen 
vordem zu lehen getragen. Karlsruhe. Kopb. 38 (30 g) p. 5 — 6; revers (F.) des empfiingers 
vom gleichen datum. Or. ebenda. — Vgl. h 915 u. 1039. 1934 

M. Rudolf leiht für sich und M. Hugo Andres v. Wallbach (Waltp-) gen. lehen (wie nr. 1324). 
Desgl. revers des euipfaugers vom gl. datum. Karlsruhe. Kopb. (38) 30 g p. 7. 1935 

M. Rndolf leiht für sich und M. Hugo an Hanns v. Flachsland zwing und bann , die gerichte 
gross und klein mit stock und galgen und den laien zehnten zu Leimen (Ley-) alles zum halb- 
teil, desgleichen den kilchensatz zu Leymen mit dem gezoge von den luten über Ryne; den 
kilchsatz zu Weülkirch (WiÜkilch) und alles so herr Günther Marschall r. und Dietrich Vitz- 
tum v. Waldeck selig nnd davor Hüglin ze Rine selig von uusern vordem zu lohen gehabt 
haben; desgleichen die Teste Landskron und das halbe dorl'Leymen, wie esM. Wilhelm Hans' 
vater dem alten Hanns v. Flacbslanden selig und ihm geliehen hat Or. Basel. St,-A. Kop. 
Karlsruhe. Kopb. 1. c. p. II. Vgl. nr. 1238. — Weisskirch hofname bei Leimen; Waldeck 
ebenda. 1936 

M. Rudolf leiht für sich und M. Hugo an Haus v. Laufen {Loull'-) hürger zu Basel für sich und 
als träger seines bruders Konrad v. Laufen genannte häuser und Zinsen zu Basel (wie nr. 1276) 



i 




Wilhelm, Rudolf IV, Hugo 1444. 



TUT 



f.br. 5 



sowie die fischenz in der Wiese, welche Ulinan Renek selig von M. Rudolf selig zu lohen 
hatte. Weibliche erbfolg» soll zulässig sein. Kopb. 1. c. p. 10. Karlsruhe. Revers (F.) des 
empfängers. Or. ebenda. 193* 

'Urnach über etwas zytes im wintcr wider die wienecht hin, do schreib der bischof von Costentz 
und satzt tag den eidgnossen geu Baden nach inhalt des fridens (von Rapperswil) und oacb 
irem wyderteile auf den 6. Januar. Also haltend sich die eidgnossen darnach gericht, das sy 
den tage wolltent geleist han; da widerschreib der bischof den tag and erlengert den bis uf 
sunt Agtentage (febr. 5), und richtent sich aber die eidgnossen ah vor zao dem tagt. Sa 
schribent onch die eidgnossen den richsstotteu allenthalben und baten sy nmb ir bötschaften 
zno inen gen Baden zuo tuonde. Und also gestuond es, unk das etlich boten von den eid- 
gnossen asgeritten warent uf den tag gen Baden ; und in dem do widerschreib der bischof 
aber den tag und wurdent oueb darmit durch der stett botsc haften gewennt, und kam weder 
er noch niemand von der horschaft wegen nit dar. Doch die boten von den eidgnossen rit- 
tend wol gen Baden und errettent sich da mit einandren von Iren Sachen. Und warent uf 
den tag gen Baden komen der ton Zürich ein guot teil, aber die eidgenossen haftend kein 
gespräch mit inen, und sätet aber do der bischof mit demselben schriben einen aikdreu tag 
gen Baden uf mitvasten (märz 22). Fründ 171. — In der Kl. Chr. 334 findet sich hier 
eine auslassung; auf die Ankündigung des tages vom 5. ti-bruar folgt eine Präsenzliste, die 
nnr auf den tag vom 22. märz passt, und die ehr. schliesst alsdann mit mitteilungen über 
die zweite belageruug von Rapperswil. Vgl. hierzu den Zusatz von Sprenger 1. c. p. 372: der 
kung batt sin treffenlich bottschaft zao dem tag geschickt, koment bis gen Zürich: der bischof 
von Lobant, mit im aiu doctor, her Fridrich v. Hochberg ritter, Hainrich markschalk v. Pap- 
penheim und andere. — Der küug hatt zuo demselben tajr geschriben allen namhaften stetten 
des hl. richs, die ouch uff der fart warent. Also schluug der bischof von Costenz den tag 
uff bis uff mitvasten , und wurden also vil horren und stett uff dem tag gewent. Bezüglich 
der vereitelang des tages vgl. nr. 1 947 ; siehe auch nr. l U23- 1938 

M. Rudolf leiht für sich und M. Hugo an Poter v. Hegenheim die gerichte zn Gronzach (Crentz-), 
als die zer Sonnen und och die von Tegernow genant Kung untz an in harbracht und ge- 
nossen habent, doch mit gedinge : M.Rudulf and sein bruder behalten sich vor voruß ze rich- 
tent nber daz plüt zu Crentzach bei todschlag, diebstahl und ähnlichen fällen. Kopb. 1. c. 
p. 17. Karlsruhe; revers des empfängers ebenda. — ■ Vgl. nr. 1219. 1939 

AI. Rudolf leibt für sich und M. Hugo an Rudolf v. Wegenstetten als einen träger und anstatt 
Ott man, Haus" v. Wegenstetten seine3 bruiors ehelichen sohnes, der noch unter seinen jähren 
ist, die bürg zu Lörrach mit dem weiher: so dann nachfolgende leben des genannten Hans 
v. Wegenstetten selig: ein zweyteil reben mit einem kleinen bletzlin am Hüurberg, stosset 
unden an HeintzHÖgklins reben und an den holtzweg: ein halb mannwerck reben ainthüm- 
probst oben an dein Hünrberg zn beiden siteu neben Heintz Horebott; zwey bletz reben am 
Hünrherg zn einer siten an des Konflers gut und zn der andern siten an Gred Höfelis gut 
und stosset undenen an den weg; einen sa. ff ran garten mit einer halden und aller silier zuge- 
horde, stosset ein siten an der von Baden matten und zneht oben an den barggraben; ein 
schüren in der fuchsgassen gelegen zwuschent Clewin ScbnoiderUu und Henman Golhar; nff 
Henni Offenhuslin ein som wingelts; uff Hanns nnd i.'lin Babst ein som wingelts; uff Lien- 
hart Burcklin ein som wingelts. Rudolf v. Wegstetten erhält anwartschaft auf diese leben, 
falls sein neffe ohne lehnserben stirbt. Kopb. 1. c. p. 1 5. Karlsrahe. Lehensrevcrs des em- 
pfangers unter gleichem datum ebenda. Vgl. nr. 1239. 1940 

M, Rudolf leiht für sich und M. Hugo an r. Arnolt v. Rotberg (Katp-) den zehnten zu Tnm- 
ringen (Tht'i-) an wein, körn und sonst an allen andern rechten, als ihn Huglin zer Suuuen 
solig von Basal zu leben gehabt. Weibliche lehnfolge gestattet, wie M. Wilhelm bereits in 
seinem lehnbrief herrn Arnolt diese gnade gethan um der dienste willen, die er weiland M. 
Rudolf, des M. Wilhelm vater geleistet. Kopb. 1. e. p. 18. Karlsruhe. 1941 

M. Rudolf leiht für sich und M. Hugo an r. Arnolt v. Berenfels vier höfe zu Herrischwand 
(Herysch-), nämlich den hof so man nennt Hanns Staplfers, den Gassehof, den Buntmenin- 
hoff von Eugischwande, den Zugehoff, alle vier mit zugehörigen gütern und leuten. Die ge- 
nannten höfe sind nicht hofegüt, sondern besonder lehen und sollen an keinen andern enden 



148 



Wilhelm, Rudolf IV, Hugo IUI. 



I berechtigt werden als zu Heryschwand. Kopb. 1. r. p. 19. Karlsruhe: revers (F.) des era- 
1 pfängers vom gleichen datnm im or. ebenda. — Vgl. h: 738. 995. 1942 

M. Rudolf leibt für sieb and M. Hugo Claus v. Baden den halben weinzehnten zu Grenzach 
(Crantz-), den vormals Dietschnian Vitzthüm and seine gattin frau Anna Marschalkin in ge- 
meinschaft von nnsern vordem inne gehabt, der nach ihrem abgang an Iran Kunegund, des 
Claus v. Baden ehefran gefallen ist, sowie genannte guter zuGupff, Ettikon (Eattiken), Rütte 
(Rütin), Bamlach (Baronach), Holzen, als sie sein vater herr Heinrich v. Baden selig und 
vor ihm Coutzman zoin Rosen selig von des markgrafen vordem zu leben gehabt: sodann das 
leben, so Adelberg v. Baden sein fetter selig von des markgrafen vordem zu lehen getragen 
zu Tannenkirch (Dannenfcilch) sowie zn Grenzach den halben weinzehnten, den vormals Hnglin 
zer Saunen selig von Basel von der markgrafen vordem zn leben getragen. Weibliche lehn- 
folge durch gnade des M. Wilhelm gestattet. Kopb. I. c. p. 20. Karlsruhe: revers (F.) des 
empfängers vom 7. februar im or. ebenda; regest des reverses ZGO. 38, 354. — Vgl. nr. 1 22G 
u. 1638. 1943 

Hülbausen willigt in die bedingangen, unter denen herr Konrad v. Bussnang and Ulrich v. R*t- 
samkaasen vom Stein in den Verhandlungen zwischen der stadt and dem (reichsanter-) land- 
vogt r. Beinhart v. Nypperg und Mülhausen einerseits und Heinrich Cappeller vogt zu Masz- 
münster und seinen helfem anderseits den ihren, die von diesen niedergeworfen sind und zn 
Masmünster gefangen sitzen, ziel erwirkt haben bis märz 22. Auf nianonng des landvogts 
M. Wilhelm sollen sich die betreffenden wieder stellen, nötigenfalls soll aie der landvogt durch 
12 oder 20 gesellen an den stelluiigsort geleiten lassen. Drack Hossinann, cartnl. de Mal- 
house 2 nr. 611. 144S mai 29 gab hz. Albrecht v, Oesterreich auf dem tag zu Konstanz 
pf. Ludwig die zasage der freilassung obiger gefangenen. 1. e. nr. 701. 1944 

M. Wilhelm v. Hochburg landvogt im Oberelsass in seinem, seiner gemahlin Elsbeth geb. gräfin 
v. Montfort und seiner söhne namen eines, r. vogt Ulrich v. Metsch d. ä. graf zu Kirehberg 
und richter, bürgermeistcr und rat der Stadt Meran als oberste Verweser der grafsebaft Tirol 
im namen des iiz. Sigmund v. Österreich andern teils kommen fit" rein, dass der markgraf 
seinen teil der herrsebaft Bregenz und das seinen oheimea v, Pfannenberg aut wiederlösong 
verpfändete schloss H-'henegg an den herzog veräussem soll. Cop. coaev. Wien. H. u. SL-A. 
Regest Lichnowsky 6 ur. 729. — v. W. 1945 

Gwrg v. Tegernaa (-now) oberster vogt und Clewin Gerwig waldvogt M. Wilhelms v. Hoch- 
herg Urkunden, dass sie den übt Nvclaus zu S. Blasion (saut Blosy) und den convont daselbst 
schadlos halten wollen, nachdem M. Wilhelm 5<Jii rheinische goldgulden vom ante geliehen, 
womit der markgraf schaden verhütet hat von der leistung wegen herrührend von Hans v. 
Flachslanden, und diesem und dem konvent verschiedene Zinsen, gülten und guter auf dem 
Schwarzwald, die in die vogtei Hauenstein (Howeu-) gehören, zum Unterpfand gesetzt und 
versprochen hat, dazu den willebrief der herrscliaft Österreich einzuholen. Die ausstetler sie- 
geln. Kopb. (545 (383) fol. :(8 b . Karlsruhe. Or. mb. ebenda. — H. 1946 

Zürich an kg. Friedrich: ihre botschaft, die sie bei ihm zu Sant Vit in Kärnten gehabt haben, 
(vgl. nr. 1890 u. 1901) nebst derjenigen von Wintertbur und Kapperswil mit werbang um 
hülle wider die eidgenossen und um bezahlung der schulden , so der markgraf bei ihnen ge- 
macht, bat die ihr sowie den andern genannten botschaften und dem v. Hallwil erteilte ant- 
" ort '!■■.< kilnigs gemeldet. Nun ist des königs botschaft, die auf den gütlichen tag za Baden, 
der nm 5. fehr. hätte sein sullen, ausgesandt war, gen Zürirk gekommen; der markgraf ist aber 
vorher an die Etscb geritten nnd anf dem weg zu dem biscliof von Konstanz gekommen. Dem 
soll er gesagt haben, dass er ins feld gen Trieut reiten und versuchen wolle, ob er die suche be- 
tädingen könne, dass die landschaft das feld vor Trient räume, weshalb der bischof den tag 
zu Baden verlängern möge. Darauf hat der bischef den tag verlängert auf den 22. man. 
Inzwischen sind abor der kurfflrsten und anderer fürsten, herren und stadte boten, die der 
könig nnd der markgraf beschrieben hatten, zu dem tag gekommen und nun mehr widerumb 
zerriteu, und der markgraf ist nicht im land, dass er ihnen schriebe, an dem 22. märz zum 
tag gen Baden zn kommen. Der markgraf möge daher den karfürsten, forsten, herren und 
städten schreiben, dass sie den tag durch ihre botschaft beschicken nnd Zürich beistand 
leisten. Sehr wünschenswert wäre es auch, dass der könig persönlich in die gegend käme, 






Wilhelm, Kudolf IV, Hugo 1M4. 



149 



wr 



■twa gen Konstanz oder Ravensburg, oder doch seinen bruder Uz. Albrecht schickte. Auch 
Ski es nötig, dass der könig bei dem voraussichtlichen scheitern der Verhandlungen rüstungen 
Hoffe, deun von mitfssteu bis S.-Jflrgen seien nur fünfthalb wochen and die feinde rüsteten 
ohne onterlass, um Zürich nach abtauf des Waffenstillstandes anzogreifen. Des königs bot- 
schaft habe erklärt, dass sie nicht ohne den markgrafen und den v. Hallwil, die nicht im 
larnl sind, geld zur Bestreitung der bedürfnisso aufnehmen konnten, und sind also geschieden. 
So hat Zürich also kein geld erhalten, nnd ihren boten samt denen vonWintertmir nnd Rap- 
perswil ist auch an der Etsch kein geld gegeben. Die bisher geld vorgestreckt haben, wollen 
aber bezahlt sein, Zürich bat aber kein geld, denn was es hatte, hat es dem markgrafen ge- 
liehen, während es doch jetzt des goides für die dinge, deren es wartend ist, dringend be- 
darf; zudem erbeben reich and arm , die auf Zürichs gebot geld haben leihen müssen , ein 
gross geschrei. Bitten daher den könig zu verschaffen, dass sie mit solchem gelde ausge- 
rüstet werden,, Conc.cb. Zürich, St. -A. Schlecht geschrieben. — Es mass dahingestellt bleiben, 
ob dies schreiben, das einer anklage wider M. Wilhelm gleichkommt, auch wirklich abge- 
gangen ist. Die missstimmung der stadt war berechtigt: M. Wilhelm hatte es nicht einmal 
für nötig gefunden Zürich rechtzeitig von der erstreckung des tags in kenntnis zu setzen, 
während die Stadt mit recht erwarten durfte, dass den markgrafen, wenn er den krieg mit 
den eidgenossen nicht beilegen konnte, die Vorbereitungen für den wiederausbrucb der feind- 
seligkeiten mehr beschäftigen sollten, als die beilcguiig jener Tiroler händel. Es handelte 
sich dabei um den erbitterten streit der Tiroler landschaft mit kg. Friedrich wegen vorent- 
haltung ihres herzogs Sigismund. Trient, das sich von der sache des iandes getrennt hatte 
und kg. Friedrieh anhing, wurde sait dem 1. Januar von Heinrich v. Mörsberg oberstem feld- 
hauptinaun der landschaft Tyrol belagert. Vgl. A. Jäger, Der Streit der Tiroler Landschaft 
mit Kaiser Friedrich im Archiv für österr. Geschichte 49, 177. Der in dem anschlug wider 
Trient (1. c. p. 262 u. 263) aufgeführte gr. Wilhelm war aber nicht, wie A. Jäger meint, 
M. Wilhelm, der unmöglich an diesem gegen kg. Friedrich gerichteten unternehmen teil- 
nehmen konnte; eher liesso sich au gr. Wilhelm v. Moutfort-Tettuiing denken. — Jene ab- 
sieht des markgrafen auf beilegung der Tiroler händel mochte ernst gemeint sein; vielleicht 
dass er alsdann eine ausgiebige hülfe der Tiroler landschaft bei dem Wiederausbruch. des 
krieges erreichen konnte; unsere nr. 1887, 1888 n. 1945 enthüllen aber noch einen andern 
beweggrund für die reise des markgrafen, bei der er sich ebensowohl den ungestümen mah- 
nangen seiner gläubiger entzog wie den lästigen Vorhaltungen der eidgenössischen partei in 
Zürich, die ihn mit fug nnd recht fragen konnte, was denn nun kg. Friedrich für die Stadt 
gethan habe. 1947 

M. Rudolf bevollmächtigt Georg v. Tegernau (Tegernnouwe) zu der tagleistung am 19. februar 
wegen der hohen gerichte zu Statten. Or. eh. Karlsruhe. — F. 194S 

M. Rudolf leiht für sich und M. Hugo an Conrat Fröwler bürger zh Basel genannte lehnstücke 
zu Obereggenen (Obern-Eggenhein) und Eggenen (Eggenheim). Kopb. 38 (30 g) p. 12 bis 
13. Karlsruhe: revers (F.) des empfangers vom gleichen tage im or. ebenda. Vgl. h 1 12« 
nndnr. 1375. 1949 

r. Renman Offenburg reversiert für sich nnd seinen söhn Peterraann gegen M. Rudolf und M. 
Hugo v. Hochberg über seine beleb nung mit den lehen in dem dorfo und banne zu Leimen, 
einer weingülte von dem zehnten zu Haltingon und den leben zu Grenzach (Krencz-), die er 
und Wernher Ereman weiland sein lieber tochtermann zu leben gehabt haben (vgl.nr. 1931); 
doch soll Wernhers mntter Margrethe v, Bühel ihr lebenlang das letztgenannte lehen ge- 
messen, also dass er und sein söhn Peterraann und ihre erben knaben und tflehter in die 
eigenschaft des Iebens eintreten sollen. Und ist dies die underscheid des lehens zu Leymen : 
nämlich in der zeig ze Wisskilch 2 juchart ob dem dorf, stossen an Henman Vicztums garten : 
5 jnchert ackere ebendaselbst oben an der vun Roperg gut, stossend uf den weg zer lein- 
grüben und stosst der ze Hin gut ubeu daran, was otwan der Schörlin, etc. sowie genannte 
guter zit Aphidters neben der von Clingental und Lützel sowie der ze Rin gut etc., ferner zu 
Bonken, Pfaffenholz, unter dein berg zu Landskron oben an der ze Rin gut zu Sept; it. an 
der andren zeige wider Waldeg uff hin sowie ob dem dorf zer leimgrnben oben an dem ge- 
widera; it. ein juebert ackers zwischen der ze Rin gut auf beiden Seiten an den Schammelen. 






150 



Wilhelm, Rudolf IV, Hugo 1444. 



~aa~~ 



sowie 3 joch ackers, stossent ze Wissenbrunnen uf den brunnen ob des von Leymcn gut, 
ferner genannto guter zu Bruntal, Lautenbühl, Schönen brunnen, wobei u.a. der nachbarsrhaft 
dos v. Leymen, v. Hungerstein, Honman Vitztums n. a. gedacht wird: ausserdem matteu in 
dem dorf, zu Brüglen neben dem v. Berenfels, in der Egelmatten, nn Ruten zwischen der 
Vitztum gut und zeßin sowie zwischen dervonSant LienhartundHüglis vouSchliengengut etc. 
sowie zu Ferlisfnrt und Wisskikh nebeut dem Birsich, zu Bettwilr enent der Egg zwischen 
den ze Bin ucden und obcut, sind nnn berr Heinrichs v. Ramstein etc.; ferner genannte hof- 
stätten ob des v. Leymen hoff hin uff den brunnen, den man spricht Schöuenbergbrannon, so- 
wie unter auderm ein hofstätte nnder dem weg als man in den dantzgarten geht etc. Or. Karls- 
ruhe. — Ich gebe das regest in dieser ausfuhr! ichkeit, weil die Urkunde für die historische geo- 
graphie von Wichtigkeit ist, insofern mehrere abgegangene Ortsnamen darin vorkommen. 1950 

Freiburg verlängert anstatt der herrschaft von Oesterreich von enpfelbnis wegen des Statthalters 
den durch Haus-Erhart Bock v. Stouflenborg zwischen der genannten herrschaft und Fridorich 
Bock v. Stauffenberg dem altern bis 1. märz geschlossenen frieden bis april 23. Die Stadt 
hat zu ende dieser geschrifft ihr Stadtsiegel das minder t rucken lassen. Cop. eh. coaev, Frei- 
burg. St.-A. Bella antiqua nr. 161. — Vgl. ur. 1630 u. I6f>f>. 1951 

(Heran) vogt Ulrich v. Matsch d. i. graf zu Kirchherg hauptmann an der Etsch und der rat 
der Stadt Meran versprechen M. Wilhelm, da sich der abscbluss des kaufes der herrschaft 
Bregenz durch »ehaftc Verhinderung des bz. Sigronnd über die vereinbarte zeit verzögert 
hat, auf osteru in die stadt Bregenz 4000 rhoiu. gülden zu antworten , wovon hento schon 
200 rhein. gülden bezahlt sind, auch alles andere diesen kauf betroffende genau zu voll- 
strecken. Cop, coaev. Wien. H.- u. St.-A. Regest Lichuowsky ß nr. 736. — v. W. 1952 

Luzern an Bern: der vest Wernher v. Stöfen als Statthalter der landvogtoi hat um gelott für 
den markgrafen nnd andere der herrschaft von Oestreich rite zu dem tag gen Baden ge- 
schrieben and ebenso haben sich die von Zürich deswegen au den vogt gen Badon gewandt. 
Gedenken solches vor die eidgenossen zu bringen und begehren darüber Berns meinung. Bern. 
A. Alt. Missiv. I nr. 131. 1953 

Haus v. Riidlingen büchsenmeistor des M. Wilhelm v. Hochborg schwört nach entlassung aus 
dem gefaugnis, so mich die houptlüte des kriegs miner gnedigen herschafft halb yon Oester- 
rich, als gemein eidgnossen vor Louffembcrg lagen, iu gevragfittSn genofflon und getan hand, 
der herrschaft Ostreich und der stadt Lonffembenr bürgern und biudersesseu urfehde. Es 
siegeln Jakob Fdnfflinger und Hans Segeuser bürgere und des rauttes zu Louffemberg als 
frve scheffel des heimlichen geriebtos zii Westfalen. Aarau. St.-A. Urk. -Samml. Schröter. 

1954 

tag zu Baden : uf mitvasten ward der tag ze Baden geleist , als in der bischof von Costentz 
gesetzt und vorschriben hatte, von mittervasten untz hin iu die hohen wuchen, und kament 
zuo dem tag vil hochwirdiger und erwirdiger (ürsten, geistlich und weltlich, und vil wyser 
erberer herren und stetten botschaften. Fründp. 171. Folgt die präsenzliste, die 107 nament- 
lich aufgeführte porsonen verzeichnet, darunter M. Wilhelm; dieselbe p r,i sc nv. liste bringt auch 
Sprenger in Kl. Chr. p. 3 74; die namen der Züricher abgesandten sind in den verschiedenen 
listen die nämlichen, so dass über die mitglieder dieser botschaft kein zweifei bestehen kann. 
Tschudi p. 405 — 6 bringt die liste Früuds mit Umstellungen und einzelnen erweiternden Zu- 
sätzen, darunter bei Peter v. Mörsperg der zusatz: »was erst ull Frauckrich kommen* — 
Also nam der bischof von Costentz die Sachen für mit denen, so er daun uf den tag beruol'l 
hatte. Doch so lies er den deuwedern teil under des andern ogen und gegenwirtikoit nit 
reden, und was jetwedrer teil rette, das lies er denn dem andren teil fürbriugon und den an- 
dren teil daruf sin antwurt geben. Die fromen eidgnossen liessont ouch verhören und gabent 
ze bekennen geistlichen und weltlichen fürsten , herren, preisten und den boten vmi herren 
und stetten und allermengklichem, wer es gern hört und hören wollt, ir recht, ir ere, ir 
glimpf etc. Und wurdent also die Sachen von den eidgnossen, dem margrafen im namen der 
herschalt von Oesterrich nnd von den von Zürich zuo allen teilen fürbracht . . und wert das 
von eim tag an den andern. 

Doch ze jungst do ward so ver in den Sachen gesuocht, das et! ich arlikcl den von 
Zürich fürgehept wurdent und inen in geschrift geben , und mit den boten gerett, das sy 



Wilhelm, Rudolf IV, Hugo 1141. 



151 



miklitind heimbringen an die iren: und ob sy dera ingiengen, so möchte sich die sach dann 
wol zuo riclitungen gezogen han. Und wy s den t also zum kürtzsten uf die meinig, das sy 
den alten puiit, so sy hettint mitdeu eidgnossen, hinfür an alle fünvort getrülich halten söll- 
tent . . ; und denn von des nüwen punts wegen, wie sy den dein künig hinns geben sülltind, 
und das er inen iren pund ouch wydergeben sollte und sy den hinder die eidgnosson legen 
sölltind: ouch wie sj sölltent zum rechten kon in ei in benempten zyt; und dasdieeidgnossen 
inen uinb sölich Und, sluss und lüte unangofordret und unangerechtvertigat sollten t pübeii. 
es war denn, das sy sich thoiuest in künftigen zyten mit den eidgnosson als früntlich hiel- 
tent, das sy inen dera ata wyder gäbint; das sollte inen behalten sint. Söliehs genaraend im 
die beten heim an die von Zürich ze bringen und begabent sich die eidgnossen sich also ze 
enthalten ze Baden nnd ir antwurt ze erwarten von donstag hin bis ansuntag (2K.-29. märz). 
Fränd 171 — "6, der seiner erzählung die den Züricher boten mitgegebenen artikel zu gründe 
legt. Diese artikel gedr. Eidgen. Abscli. II nr. 273 a. 

Tschndi p. 407 fügt binzn: Diß warend nun die artikel so die Eydgnossen fürschlu- 
gend und lios.send sich daby der eydgnossen botten gegen den undertädiugern merken, dass 
si wol wüfstind, so verr und die von Zürich dise aitickel annämind, und sich früntlich gegen 
den eydgnossen erzeigtind, dass ijien ir schloß, stett, lüt und land alles gutlich widerkert 
wurde. — Sachlich ist der Ursprung dieses Zusatzes ebenso wenig sicher zu stellen als der- 
jenige der weitern initteiluiigTschudi's, dass desselben tnges als die boten gen Zürich kamen, 
die von Zürich gewisse kuudschaft hatten nnd auch von dem v. Mörsperg vernahmen, dass 
der könig uß Franckrich und der berzug von Bnrgund in grosser rüstung waren , um ihnen 
zu hülfe zu kommen und die eidgenossen sowie die von Basel zu bekriegen, nnd es wolle der 
könig von Frankreich seinen söhn den Delphin selbst mit dem beere herschicken mit grossem 
volk, insunders mit dem ArmoniackiSLhen kriegsvolk. — Wohl aber ist es in hohem grade 
wahrscheinlich, dassTsrhudi, der diesen zusatz mitten in den bericht Fründs einschwärzt, in 
seinem Pragmatismus sich die dinge so zurecht legt, um sich den plötzlichen inflcflfdeä 
volkes zu Zürich und don Umschwung daselbst zu erklären. «Also do das geinoine volk in 
der statt Zürich das vernament, do warend si erkickt und begundent gantz ungestüm und 
tobig werden, dass si endlich von keinen mittlen noch friden mer woltend hören sagen.« — 
Es ist ausserdem zu bemerken, dass das gerächt von einem bevorstehenden entsalz 
durch die Armagnackon schon lange bestand, dass von einer bestimmten kundschaft aber 
nichts verlautet, während doch sonst der einlauf von korrespondenzen aus jener zeit im Zü- 
richer archiv erhalten ist ; und wenn Tschudi sagt, dass die von Zürich solches aucli von Peter 
v. Mörsperg vernahmen, so mass man sich nm so mehr verwundern, dass obige bedingungen, 
die Zürich voltständig der gnade der eidgenossen auslieferten, überhaupt uurauf heimbringen 
angenommen wurden, denn in erster linio würden doch der markgraf und die seinen sowie 
die Züricher abgeordneten jene botschnft vernommen haben. In Wirklichkeit bedarf der auf- 
laufdos volkes bei der künde von diesen bedingungen überhaupt keiner orklärung; wer 
kühl und ruhig diesen dingen gegenübersteht, muss sagen, dass Zürich solche bedingungen 
noch immer annehmen konnte, wenn es vollständig am boden lag. Es konnte ausserdem 
nicht in Zürich verborgen geblieben sein, und der markgraf that nur seine pfücht, wenn er 
dafür sorgte, dass solches bekannt wurde , dass einzelne abgesandte der stadt sich mit den 
eidgenossen in doch recht bedenkliche geheime Verhandlungen eingelassen hatten. Vgl. den 
bericht desThuner schultheissen I'eter Schopfer: Item also ward vil guter sach in hoimlich- 
keit betragen, dass ich also von Baden schied, dass ich nüt bessers mich verstund, denn die 
sach war ganz bericht . . Item also wüO, dass alle die botten also fröhlich mit ihnen hinnt- 
ritten, die uf ihr syt mit ihnen warent, und trnwetent in semlichem wohl ze werben, als sie 
meinten, und war jedermann fröhlich . . Schweiz. Geschichtsforscher 6, 348. 1955 

■ Item uff donstag (diustag?) zu dem hyinisdoass mir. berr der marggroff selb IX deheymend; doköff 
man allerley ßsch nm 1 s II heller 4 hl., zem nachtmal um 1 U h!. groppen. — Item mitwuehen 

\ ze nach do mins herm gnoden (hi. Friedr. von Basel) in das bad [gieug], ass mit mim herrn 
margroffen nnd dos mol gab 2 V* U Mb. mandel 1 G. 1 lib, resiu 6 I). — Item uff donstag 
früo do min herr margroff und her Wilhalm (v. Gränenberg?) und die edeln deheymend 
ossen 1 Vg lib. mandel, 1 halb Üb. resin; kostet allez ß hl. — Item am donstag 3 ß umh 
krut. f. hl. umb peterüu. — Ausgab enrechnung des bischofs von Basel auf seiner reise zu 




Wilhelm, Rudolf IV, Hugo UM. 



dem tag in Baden 21. min — 2. april 1444. Hofrechiiangen Bern. St.-A. Abteilung Jura. 
(Pruntrut. A.) — Mitteilung Tarlers. 195« 

als sy na hinaf gen Zürich kamend and inen die sacht?» zuo bekennen gabent, do seitend etlieh 
boten, us dera mund ich. es hört, das sy in samlicher inasse enpfangeu »urdent. da^ sy ml 
mer dar gelüste, und das man sy ouch hiesse an ir Herbergen pliben und nit nl die gassen 
gan. and wart ein wild Tumor in der statt [welchs der adel and die Österreich isc he n 
herren heimlich angestifft haben.] Sy seitent ouch , das sy die thor zuoschlaogeut und uff 
die inurn und af die tbärn laffen und jederman an das ende, da er hia geordnet was, n»d 
Inf die gmeind besamen und zugent für das rathus und giengent für die ratstuben, als sy 
im rate ob den sachen sassend, and retend mit inen, das sy die türen uftätent uder sy well- 
tentz mit gewalt nfstossen. Denn sy welltent etlieh in irem rat herashan , und reteilt sovil 
mit den raten, das sy uftätent. Do gi engen sy hin und »amend etwa mengen mit gewalt us- 
serm rat and leiten! sy ogenangesiehte der erbern stett boten in den turn; [dann derniarg- 
graf, der Hallwiler und der Rechberger hattond diß mordliche tat gepracticiert und ange- 
schlachen, welich man fachen solte, dann si besorgte nd, dieselbe» b id erb e n uf rechten lütwur- 
dind gehellen, dass man etlicher artickeln mit den eydgnossen sich vertrage and wurdind 
volg in dem rat haben, diewil doch man sunst des kriegs müed was.j Fründ 178 ; die Islam - 
enthalten die zusätze Tschudi's p. 407. Der bericht Schopfers enthält noch veochifl- 
dene einzelnheiten; aber weder er noch die gut unterrichtete Strassburger Archivchronik 
etwas von einer solchen Beteiligung des markgrafen an diesem auflanf, wie sieTsdiudi 
erfindet. 

Von gross ter Wichtigkeit ist hier die erzählung des Zürichers Edblibach : dieselbe 
leidet zwar naturgemäss als den ereignissen fernerliegend an ungenauigkeiten und Verwechs- 
lungen, und eine solche mag auch vorliegen in der anführung der verhafteten ratsherrn Meiss. 
Zörnly, meister Effing, meister Bluntzly und meister Brunner als abgesandter Zürichs zu 
Baden; in de» angeführten Präsenzlisten ist Meiss und Bluntzly (= Bluntschli) nicht ange- 
führt, dafür aber Ulman Trinkler, Damit ist aber nicht ausgeschlossen, dass beide auf eigene 
fanst im partei inte res se nach Baden gegangen sind. Das ist wenigstens für Bluntschli be- 
zeugt, denn in seinem todcsnrteil hoisst es: uff dem tag zu Baden ist er mit unsern vyendeti 
gangen und gstanden und unsern bothen uff demselben tag vil smäeht mit synen gebärden 
stan und gan getan. Bullinger freilich in sei»er ehr. (Archiv des Vereins des Kt. Bern Bd. 
7, 1 1 7) nennt Hans Heys, Ulman Zörnli genannt Trinkler, Heinrich Effinger, Hans Bluntschli, 
Hans Brauner als Vertreter, aber man wird doch festhalten müssen, dass die bei Fründ, Tschudi 
and Sprenger genannten die amtlichen Vertreter Zürichs sind ; unter ihnen sind ohnehin schon 
drei ausgesprochene häurjter der eidgenössischen partei vertreten. Meiss als haopt der partei 
scheint sich mehr im hintergrund gehalten zu haben; dass Edlibach ihn aber als abgesandten 
anführt, ist erklärlich und verzeihlich, nachdem das verhalten dieser Züricher auf dem tag zu 
Baden das glas wasserzam überlaufen gebracht hatte und den stürm in Zürich entfesselte. Über 
dies verhalten erzählt nun Edlibach, daz der Meiss und Zörnly gar vil gesprechs mil den 
eignossen hattend am anbint e und der tag mornendess anneng und säst ander (sie? an dem) 
tag and aubint ouch und giengend gar vil mit den eignossen uff dem graben , der zun l>e- 
dren gat, am nidren weg spatzieren, und stat wol daraff daz sy rettend, als sich zu guUem 
und nüt zo argem zogen hett, den daz sy dardurch versagt und onefa mercklichen verbindet 
wurden. Daz waz nun ein sach, so waz daz die ander sach, daz sy uff etlieh ziü und tag im 
Oberhoff vil gesprächs mit den eignossen gehept söltend han und in zuguseit die bünd hinuss 
zu geben, and ist nüt mider (sie =■ minder), nid und QMS waz gross und wurdent. als wol ze 
glouben ist, vil grösser nnd witter verklagt, den sy villith schuld bettend. Daz stand an sim 
ortt. Es ward ouch vi! kunt getan den eignossen, daz si in irem heimclicheu rat hantlotend, 
daz viel ouch uff sy, und meint man. sy werend die, die villich sölliches den eignossen ouch 
kunt than bettend, und sömlicher red waz nun fil. — Damit stimmt überein, was Schopf« 
über den vertrauten verkehr Züricher abgesandter mit den eidgenossen sagt, — 1» der Chro- 
nologie der ereiguisse hat. Edlibachs angäbe, dass die Verhaftung der rate am balmabint 
(april 4) erfolgte, irre geleitet; die dinge spielen sich in Zürich genau eine woche früher ab. 
Es scheint eine Verwechslung zwischen Verhaftung und processverhandlung vorzuliegen. 1957 



Wilhelm, Rnilolf IV, Hage 1414. 



153 



~nw 



Cülmar an M. Wilhelm: ein edelmann mit namcn Weruher v. Wittenheim genannt Gigennagel 
unser burger nnd hintersasse ist gestorben und liat seine gattin uad dazu zwei töchter von 
seiner vorigen gattin hinterlassen; da nun von denselben töchtern Peter Ulnmlin die eine, 
sein bruder die andere hat. sind Peter Blümlin, 'seine ehcwirtin und geswige vor nns ge- 
kommen und haben als erben begehrt) sie in ihres taten und schwahera verlassen gut ein- 
zusetzen. Solches hat die Stadt auch gethan und haben die betreffenden sieh vorpflichtet, 
solches gnts und erbs halb mit recht bia zu austrag der Sachen voraus nachzugeben, wie das 
recht und gewohuheit ist, wo ein erbe gevallet, dass es auch daselbst zu austrag gel rechten 
verbleibt; davon ist nun aber Peter Blümlin danach gefallen, wodurch sie beiderseits in viel 
geschritten gekommen sind, and da nun Peter Blümlin ihre redlichen und austräglicheu ge- 
böte allwegen verschlagen und danach sich zu recht geboten hat vor die gemeinen zu 
Dambacli(Tan-), nämlich Haue ManÜ ritt«, Ulrich Bock d. ä. u. Beinbi.lt Wetze], haben sie 
solch gebot stracks aufgenommen, aber während der Verhandlung ist Peter Blümlin durch 
seine unziemlichen eintrage von den Sachen und dem rechte daselbst gefallen. Daraufsind 
sie vor den herrn v. Bussnang gekommen, der beide teile mit ihrem frigen gehelle im beiseiu 
der herren Hans v. BoIIweiler, Theuig v. HadsUit des altern. Heinz Kappellet und Bans v. 
Andelo zum rechten ohne für er verwissen venmlassi und verteidingt. hat auf Strassburg: und 
wie sie dann zu tage vor Strassburg erschienen sind, dem rechten nachzugehen, hat Blümlin 
wieder wege gesucht, via er iaron fallen müchte und u. a. vm-gewandt. falls er den uusem 
-..Ich verlassen erbs und gutes halb mit recht udt aushebe, dass die stadt ihm dafür be- 
nage thun solle. Darauf hat dio ratshotscliaft geantwortet: sige das er nns nnd unser statte 
deshalb üdt mit urteil und recht anbehebe, bekennen t wir wo!, das wir ime deshalb beniige 
tun söllent; behebe er aber den unsern insnnders deshalb lidt an, das er i'uch denen darumb 
nachfare, dann io nit billicheu sige nnd ouch nit gehört ist, ob deheins fürsten etc. under- 
tSnen und hindersessen iemand insuuders udt völlig wurdent. das sie dafür hafft s'dlent dar- 
umb von der iren wegen gnüg ze tüude. Darauf hat Bl. wieder begehrt vor den herrn v. 
Bnssnang zu kummen nmb ein Intern ng, worauf Strassburg beide teile um solche lütorung 
verwiesen hat. Der herr v. Bussnang hat mit denselben beisitzern eine solche luterung ge- 
than und sie aufs neue vor Strassburg verwiesen. Dort ist Peter Blümlin wieder roo dem 
rechten gefallen nnd sie können ihn jetzt zu keinem recht noch glich bringen. Jetzt hat er 
ihnen eine offene feindschaft geschrieben. Bitten demselben keinerlei beistand zu leisten. 
Desgl. an den abt Dietrich v. Murbach. Desgl. an den Statthalter der landvogtei, die von 
Sulz, die von Gebweiler, Ensishoim (Ennll-), den bischof von Strassburg, Wersich Bock v. 
Staufenberg (badischer landvog* zu St.-Die], jonker Jakob v. Lützelstein und Dietrich Bock 
v. Stauffenberg, herrn Burkhart und Hans Mönch. Colmar. Stadtarchiv. Missiv. 80 — 81. — 
fiber diesen haudel Cidmars mit Peter Blümlin vgl. die Chronik von Maternus Berler in: (.'"d" 
historiqne de Strassburg p. 5". W5S 

fortsetzung des tages: die mit den Züricher abgesandten vereinbart gewesenen friedensbedin- 
gungen waren jetzt abgethan; Zürich machte nunmehr vorschlage, die von den eidgenossen 
naturgemäss verworfen wurden, da Zürich sich nach wie vor nicht auf den boden des bundes- 
rechts behufs anstrags der schwebenden Streitigkeiten stellen konnte und wollte; donn es 
konnte unmöglich in den orten, mit denen es in erbittertem krieg gestanden hatte, unbe- 
fangene richter erkeuueu. Auf der andern seile muss mau anerkennen, dass die siegreichen 
eidgenossen noch weniger sich von dorn princijnelleu Standpunkt entfernen konnten, um dessen 
willen sie den krieg begonnen hatten, ohne sich selbst ins unrecht zn setzen. 

Wie Zürichs abgesandten die rechtgebote der stadt dem bischof von Konsianz schrift- 
lich übergeben hatten, so auch der U. Wilhelm diejenigen von der herrschaft Oesterreich 
wegen ; überhaupt scheint sich der verkehr zwischen Jen parteien nunmehr schriftlich voll- 
zogen zu haben: wenn die eidgenossen meinten, dass die herrschaft den alten oder neuen 
frieden verletzt hätte, sei es auch bezüglich des alten friedens mit der einschrankung »sid 
dem zusagen dessidbi-n friden. so vun beiden parthyeu vor und hie ze Baden uf dem tag be- 
1 schehen ist (das heisst also seit 144a april; vgl. ur. 1788) so wolle er ihnen, diewil sy doch 
dem heiligen römischen rieh zu uzege hören meinen, vor dem kurfürston von Mainz, Köln und 
Trier oder vor dem pfatzgrafen bei Rhein als einem vikar de3 reichs oder vor einem jeden an- 
dern weltlichen kurfürsten oder fürsten in deutschen landen, auch vor einem herrn v. Wirtem- 






154 



Wilhelm, Rudolf IV, Hugo 14«. 



1+44 



man 29- 

npril 



berg oder vor dem hz. v. Saffoy. der doch der von Kern und Solothstfl ünndgenosse ist, in einem 
unvordingteu rechten tuon, »ins wir inen von eren and recht wegen ze tuonde pflichtig wer- 
dent«, und umgekehrt, also dass das eine recht mit dem andern beschlossen werde; falls den 
eidgenossen solches recht entlegen oder af ze nemen nit eben wäre, so wolle er in derselben 
weise vor des konzils nnd des papstes botsehaften, vor den bischöfen von Kostentz und Basel 
und vor den anwesenden Lerrcn- und städteboten recht nehmen nnd geben {wie oben), doch 
in solchem rechten nach landesgettohnheit brand, nam und todschleg hindanzesetzen und ruweu 
ze lausseu oder für zitlichen scbadtn ze berechnen; falls die eidgenossen solche geböte noch 
nicht für ausreichend hielten, so wolle, er auch kommen vor die genannten herren und der 
horren und stadto holen gemcinlich oder der anwesenden städte boten sonderlich oder auch 
vor Augsburg. Nürnberg, Ulm. Nördlingen, Konstanz, Ravensburg. Überlingen, Colmar oder 
Schlettstadt und an dieser enden einem erkennen lassen, ob und wohin er sich weiter erbieten 
solle. — War dies rechtgebot vor allem auf die anwesenden reichsstüdte berechnet, um bei 
ihnen die eidgenossen ins unrecht zusetzen, so versuchte der markgrai schliesslich auch Bern und 
Solothum von den eidgenossen zn trennen : er hoffe, dass in anbetracht solcher rechtgebote 
Bern und Solothurn hierüber den eidgenossen keiue hülle thun sollten ; sollten die beiden stadte 
aber anderer melnung sein, so wäre er bereit von einer der genannten städte erkennen zu 
lassen, ob sie den eidgenossen über solich gebot des rechten beistand leisten sollten. 

Das mittel verfing nicht; die reihen der eidgenossen blieben festgefügt und dioreichs- 
städte standen mit ihren Sympathien durchaus auf Seiten der eidgenossen nicht bloss ans 
gegnerschaft gegen den adel, sondern weil es khr zu tage lag. dass Zürich und die herrschaft 
mit verdeckten karten operierten, so lange die eigentlichen abmachungen zwischen beiden teilen 
geheim blieben. Nachdem Zürich aasgeschieden war, blieben alle weitern verband hm gen 
zwecklos; der eidgenossen antwort lautete daher : wäre Zürich auf die geböte der eidgenossen 
eingegangen und hätte der markgraf dann angebracht wegen richtung oder Verlängerung des 
friedens, welltont sy zuo yeantwurt haben. Seines rochterbivtens hätten sie sich auf diesem 
■früntlicht'U« tag überhaupt nicht versehen; womit sie ihn auf den geschäftsweg verwiesen, 
solches nämlich an ihre lierrn und obern in Städten und ländern zu bringen. Die antwort an 
den markgral'en endete mit der außorderang, dass die herrschaft der von Zürich, die ir eid- 
gnossen sölltend sin, müussig gienge und sy liessent schaffen mit inen und mit irein pund ; 
als die eidgnossen gedüchtent recht tuon. 

Damit hatten die Verhandlungen ihr ende erreicht — In disen obgesehribnon tagon kam 
nit vil guots und ward allweg besser und nydiger dann vor. (Kl. Chr. 334.) — Die versuche, 
von den eidgenossen wenigstens eine Verlängerung des Waffenstillstandes zu erwirken, büehon 
natürlich erfolglos; die absieht zeit zu gewinnen war doch zu durchsichtig . . . Fründ p. 179 
bis 185 und Tscliudi 40« — 10 haben die akton des tages zum teil in ihre Chroniken auf- 
genommen; den vollständigen Wortlaut von Zürichs rechtsgehoten nach einem bericht Zü- 
richer abgesandten s. auch eidgen. Absch. II nr. 273 : von Wichtigkeit ist auch ein bericht 
Berns anThnn vom 12-april über den tag; je nach dem standpankt des Verfassers heisst es, 
Zürich oder die eidgenossen haben alles ahgesc lila gen. In der Kl. Chr. folgt auf die Präsenz- 
liste mitteilung der reebtbott des M. Wilhelm, die danach von den eidgen. Abscb. 1. c. ab- 
gedruckt werden, wohei übersehen ist, dass bereits Fründ dieselben mitgeteilt hat. 1959 

item des ersten so nun ich füntzic hecht klein und groll ki'fft, die hat mins herrn margroffen 
keller lassen werden von ein hundert, so man mim herrn margroffen hat brocht von Zürich 
umb das gelt so ers köfft hat, und kostend die fünfzig ',) lib. hl. $ und dem fischer ze Ion 
10 ß hl. 1. c. Mitteilung Tnrlers. — Vgl. nr. 1956. liMO 

M. Wilhelm an bürgermeister, kleinen und grossen rat zu Zürich; hat noch in willen zu ihnen 
zu kommen, aber nachdem die Sachen gestalt sind, ist versehenlich, dass sich die loute nicht 
sparen und auch St. Jürgen tag nicht erwarten; darum sollen sie, nachdem sie leib und gut 
an die sache legen wollen, es nicht sparen und büchsenmeister, zeug und was sie mögen be- 
stellen und namentlich langes bauholz und derartiges, was sie nur an feier- nnd Werktagen 
hineinbringen mögen. Nemmend wir denn das recht und die Sachen redlich für uns, so hab 
ich ein gantz getrüwen zu gotl. wir sollind nit gelassen werden; ich wil ir by üch sterben 
und genesen, wie das gott üch und mir versehen wil, ob ir anders gehorsam nnd ge- 



I 



Wilhelm, Rudolf IV, Hugo 1444. 



155 



TUT 

ipril 10 



föllgig siu wellend anders denn biühar. Or. eh. Zürich. St.-A. nr. 189*. Auszug 
bei Dändliker in Turiccnsia 84. 1961 

Thüring v. Hallwilr d. ä. an r. Wilhelm v. Grünenberg: hz. Sigmunds diener der Bochli, der 
mit, pf>Tdi*n nud andenn von hz. Signrands wegen zum köuig von Frankreich will, hat ihm 
zn verstehen gehen, dass ihm Grünenbergs grauer heugst gar eben wiire, ir wellent aber im 
den nit geben. Nu «iMBSl ir wol, das ir mich da hinder bracht hand, das ich mich von miner 
gnedigen hersehaff wegen Sachen beladen hab, die mir geltend seel, leib, eer und gilt. Bittet 
ihn den bongst herzugeben und verbürgt sich für die 140 fl. um' den hengst, dass Grünen- 
berg sie Martini erhalten soll. — Obiger brief nebst dem Werner's v. Staufen an M, Wilhelm 
vom 12. juli in dem eroberten schloss zu Ehi-infeMon vorgefunden wurde von Basel in be- 
antwortung der klage der herrschaft und der ihren vorgebracht im erhärtting der belianptung. 
dass Grönenberg des schweren Überzugs des bösen vidiks über die statt Basel nnd dise land 
beschehen antreger, stiffter und fiirinünder gewesen ist. Colmar. Richtung 231. 1962 

die prozessakten über Hans Bronner, Ulmati Trinkler, Heinrich Kffinger nnd Hans Hluntschli 
enthalten folgende Zeugenaussagen: Hans Asper: er habe von Hans ßrunner, Hans Meis 
und Ulman Trinker gebürt, dass sie redeten, da der markgraf herschrieb, dass man ihm 
boten schickte, mit denen er getörst ge reden nnd inen getrüwen: nnn verstünde 
man wol, das sy uns nützit getniwtind, und man verstünde wol, das er uss der sach wölte 
schlaffen und uns darin lassen stecken, und sy getruwotind im ouch genott nützit und wis- 
sotend sy, wem er allcrfigintest were, den wöltend sy im schicken und vil lieber ein knecht 
dann ein ratzbutten. — Diese iiu.sserungen beliehen sich jedenfalls auf die letzten Verhand- 
lungen ZU Baden. Vgl. nr. 1957. 

Heinrich Sutter: er habe von dem markgrafen zu manchem mal gehört, wir hettint 
ettlich lüt in unsenn ratt das W von ir wegen nützit desto gerner hie were. 

Uli Seiler: er und andere haben mit dem Einiger geredet und redete der Einiger, wir 
hätten weder vom konig noch dem markgrafen oder anderen hülfe und es wäre gut, dass wir 
zu frieden kämen, denn wir kämen niimner zu so guter teidung wie jetzt, und darum bitte er 
uns, dass wir zum frieden rieten, denn auch der markgraf, der bischof von Konstanz nnd 
andere herren und die reichsstädte rieten zum frieden. Gleichzeitige papieraufzeichuuag. 
Zürich. St.-A. nr. IfiUfi. — Vgl. aucli die fortsetzung des Künigshofen beiMune. Qu. 3, 524 
sowie Strassburger Archivchronik im Code historique p. I firi. 196$ 

ctlkh gunt gesellen von Wy[ nehmen die beiden vesten Spifgclberg und Griessenberg, die des 
M. v. Böteln und seiner frau waren, ein, wand niemand reisig zügdarufwas uud verbrannten 
die nnd zngend wyder hein. Fränd ]KS, Tschudi 41 1. 1964 

landamman rat und gemein landlütc zu Appenzell sagen als helfer der orte Luzern, Ure. Swytz, 
Untorwaldeu, Zag und Glarus dem landvogt der herrschaft von Österreich M. Wilhelm fehde 
an. Desgl. an Zürich. Fründ 1MR-S7. Tschudj 412. Zellweger Urkunden I Abt. 2 p. 564 
bis 65. i960 

M. Otto v. Hochberg weiland bischof von Konstanz an die doktoren, magister und Sekretäre der 
kurfürsten: übersendet seine Sammlungen gegen das Basler konzil, die er schon vordem dem 
erzbischof von Mainz nach Frankfurt gesandt, aber v\vg"ii versrhiedener versehen zurücker- 
halten hatte, worauf er den Stoff nochmals durchgearbeitet hat, und bittet sie dieselben non 
perfunetorie, sed deliherate ed advertenter videre et perlegere. »Non potui tarnen ponere cu- 
storfiam ori meo, cum consisiteret peecator, illud coitcionaholnm BasQümn, adversus dominum 
et adversus Christum, eins sanetissimum dominum nostrum dominum Eugeiihim Dei Christi 
vicarium . . Druck ZGO. N. F. 1 2, 34. lieber die Stellungnahme des frühem bischofs M. Otto 
wider das Basler Concil vgl. A. Wermingbidf, Die sehriltstelleriselie Thätigkeit des Bischofs 
Otto III. von Konstanz 1. c. p. id. 1966 

M, Wilhelm v. Hochberg errichtet mit bürg'Tine ister und r.it von Zürich eine kriegsordnung: 
l) Niemand darfeine kirche, offen oder geschlossen, plündern, es sei denn, dass der feind 
seine habe d:ihin geflüchtet; 2 — 3) niemand darfeines priesiers haus brennen oder die an 
kirchen anstossende lUtiser anzünden: 4) niemand weibshilder oder kinder mit gewaffneter 
hand angreifen oder mis-haudeln; falls eine kindbettirin in einem hause liegt, so soll das 
nächst anstossende feindliche haus solches gemessen, dass es nicht angezündet werde; 5)nte- 

20* 



Wilhelm. Kmiolf Vi. Husro 1444. 



mand ohne li**feiil brennen ; fi) wenn die haaptleute mit oder i-hn* fahne ausziehen, soll jeder- 
d sich zo ihnen verfug«D; 7) niemand darf des toten feinde* leichnam, es sei warum M 

will'-, beleidigen ; 8) w eisen feind fab«, soll ihn seinem hauptmann einliefern. Zürich- 
St-A. — 7 wurde augenscheinlich gefasst unter hinblick auf das entgegengesetzte verhalten 
der eidgenossen. 1967 

Rem, Luzern, Solothurn, L'ri, Sehwjz. Ünterwalden. Zog und Glarns »als wir ietz ze feld ge- 
zogen siod< rechtfertigen ihr verhalten gegen Zürich and die herrschaft von Oesterreicb. 
»Und ab wir *i (Zürich) aber lurgenomen band ze wisen iren alten bänden nachzekomen, ab 
sülichs unsere gewonheit ist, so baut sich ein lantvogt and ander amptlüt einer herschaft von 
Oesterricb mit macht um] erstanden si vor semlichen ze schirmen , aber das die obgenanten 
von Zürich in irem nuwen pund mit der herschaft gemacht unsern alten pnnd loter vorbe- 
halten band and über das wir von inen nie anders begert haben dann recht umb recht te 
geben und ze nenien nach ir nnd unser geswomen pände sag-, weshalb den eidgenossen von 
li-r herrschaft »migütlich besebach«. — Man sieht, dass hier die eidgenossen einen wesent- 
lich andern Standpunkt einnehmen wie in dem zirkal arschreiben vom 6. jnli 1443 (nr. 184S): 
sie verzichten darauf glauben zn machen, als ob sie die angegriffenen gewesen, bestreiten aber 
der herrschaft die berechtignng für Zürich einzutreten. — ■ Auf den weitern Inhalt desschrei- 
I*n5. in.-ofern es die rechtgebote Zürichs betrifft, kann hier nicht näher eingegangen werden: 
von Wichtigkeit ist hingegen, dass die eidgenossen hieb gegen die beschuldigung wenden, wir 
-raächind kilcheu, fronen und die heiligen sacrament. das sich niemer finden soll. Dann wa 
wir ye dörffer verbrant band, da hand wir kücheii beschirmt, so wir best kondent oder moch- 
tent, das noch an kilcben und klöstern schinbar ist. Aber si schämend sich nit , wie dick si 
an luginen fanden werde«, als verlogen Int, die weder eid noch er haltend ... Da die von 
Zürich nun in dem neutn bnnd den alten vorbehalten haben nnd die eidgenossen auf dem 
tag xu Baden nichts anders begehrt haben, als dass Zürich ihnen nach der bände sage ge- 
recht werde, »hette uns bedacht nnd noch hillich , das die herschafft von Oesterrich die fri- 
den an uns gehalten und der von Zürich massig gangen weriiu und uns Hessen unser Sachen 
samend und mit einandere ofi tragen, als wir das by hundert jaren getan hand . . l'eterman 
v. Lutislmfen haupttnaou von Lozem siegelt. Das schreiben war an den erzb. Dietrich von 
Kfitn gerichtet. Tags vorher ging unter dem Siegel Ulrichs v. Erlach aus dem feld vor Greifen- 
see ein wesentlich gleichlautendes an kl'. Ludwig (pf. hei Rhein) ab. DmckEidgen.Absch.il 
ur. 257. — Bezüglich der kritischen Würdigung dieser gegen die eidgenossen erhobenen be- 
schul d I«ungen und deren Verwahrung vgl. zu 1444 aug. 1 4 -. bemerkenswert ist, dass von 
der bescbuldigung über Verwendung der österreichischen feldzeichen seitens der eidgenossen 
in der schlacht bei St.-Jakob an der Sihl hier noch nicht die rede ist. I96S 

Nürnberg antwortet M. Wilhelm auf seine erkundigung bezüglich der aukunft des königs, die 
seiner meinung nach am 21. mai hätte stattfinden sollen, dass es gemein rede sei, dass 
der konig herkommen werde, wie sie das von der botschaft etlicher kurfürsten, die vom 
kSnig beruf ron Österreich gekommen sind, erfahren haben; wann der könig aber kommen 
wird, darüber sind sie nicht unterrichtet. Desgl. mut mut. an Zürich. Briefbuch nr. 1 7 p. 30. 
Nürnberg. Kr.-A. 1969 

Wernher v. Koggenbach nnd Ottmaii Konig v. Tegemau (-ow) werden an stelle ihrer verstor- 
benen hrüder Claus v. Roggeubach und Hans Konig für M. Wilhelm gegen Heinrich v. Nenen- 
|.d~ fXüwenfelis) bürgen wegen eines jährlichen zinses von 30 gnlden. Or. Karlsruhe. — E. 

1970 

gr. Uolrich v. Matsch der elter bauptuian an der Etsch, der warb umb gleit an die eidgnossen ; 
das ward im ouch gegeben. Der reit un gen Zürich, da kamen ouch zuo ime der vouRapers- 
wyl und von Winterthur liotschaften, ein sum oder ein zal, die ouch gleit hauend, dann ich 
schreib die geleit, sich samend zuo nnderreden. [In sölichen waren nun die eidgenossen gen 
Cloten und Basserstorf gezogen und lagen allda au 1 1 tagen , und es geschahen vi! rod und 
anschlage, dass man meinte gen Winterthur zu ziehen und das ganze Kyburger amt zn ver- 
brennen: doch undertrug iemerdar gr. Ulrich mit siner embsigen Werbung, dass der zug nit 
für werts gierig.] Also ret uud warb gr. Uolrich von der grafschaft und landsebaft Tyrol 
wegen umb ein friden, indem als mau vor Grifensee, ze Kloten und ?.e Wasserstorf Ii 



Wilhelm, Rudolf IV, Hugo 1414, 



u» 



nach langem bracht ers dazuo, da* der margraf und die von Zürich wollten t «in friden hau 
ufgnomeu von des hin iintz ze wienäcbt. Aber die eidgnossen woltrat den friden nit lenger, 
dann bis ze sant Jacobstag. Als«' zerschlug die sach und fuor der von Matsch wyder hein 
i und bestuond aber in unfrid nahm ab vorhin. Fründ 197. Tscbndi 419. — Der markgral' 
war also noch vollständig im uuklaren , ob und wann das französische volk herauskommen 
würde, sonst hätte ihm gerade der Vorschlag der eidgenossen doppult angenehm sein müssen. 
Vgl. wegen der Vormundschaft über Herzog Sigmund A. Jäger, Der Streit derTyroler Land- 
schaft mit Kaiser Friedrich III. im Archiv für Österr. Gesch. 49, 202. 1971 

M. Wilhelm an Freiburg: hat gewisse kundschaft, dass die eidgenossen willen haben sich vor 
, dieser ernte vor Zürich zu legen. Mögen daher von stund an zehn guter schützen aufnehmen 
und gen Zürich schicken, so dass sie spätestens am :in. juni dasind. Hofft au«'h. nach- 
dem der kernig und die forsten jetzt zu Nürnberg sind oder bald dahin komineu werden, dass 
dann ettlicher m»ss zu den Sachen gethau wird, damit die ihren in kurzem wieder heim 
kommen. Mögen die schützen auch mit zehrnug und andern notdürftigen dingen utfrüsten 
und ussverttigen, so hat er bestellt, dass sie hier ihre kost um einen gleichen pfennig be- 
kommen. >Da wellend ansehen, was unser gnedigen herschafft, ouch uns und aller erberkeil, 
ietzmsl an der statt Zürich gelegen ist und uns unser vigend so gar wider alles recht bekrie- 
gend und understönd ze vertribeu, darzü billich menglich tön sölt und das ietzund klein hilff 
bas besehiesseu möcht denn villkht ieraerrncr.« Or. eh. Freiburg. St. -A. Bella antii[oa nr. 179. 

1972 

die boten ran Bern. Luzern, Uri. Schwvz, Unterwalden, Zug und Glarus rechtfertigen sich vor 
den knrfürstenr dorn vernehmen nach seien sie beschuldigt, sie hätten in diesem kriege viele 
unchristliche Sachen mit heiligtumsschändung, misshaudlung von frauen, Jungfrauen, priestern, 
pilgern u. s. w. verübt, desgleichen >unsere herzeichen vorna auders denn hinden in nöten 
gemachet, t Alles das sei Unwahrheit und Verleumdung; es solle sich aber der Wahrheit nim- 
mer erfinden, >daz wir unser herzeichen ie geendret haben, t Im weitem verlauf rechtfertigen 
sie den krieg gegen Zürich, das sie nicht zu bundesgemässem recht haben bringen können. 
Leider hätten sich die amtlonte und rate der forsten von Oesterreich unterstanden Zürich 
hülfe wider die eidgenossen zu leisten: das sei ihnen leid gewesen, und sie hätten lieber ge- 
sehen, wenn der fürst von Oesterreich bedacht hätte, dass sie seit vielen, »ewigen* jähren 
nach der hünde sage ihre Sachen selbst UBgetragan haben ohne alles zuthuu der forsten von 
Oesterreich, und sie würden dem fürsten von Oesterreich noch heutzutage dankbar sein, wenn 
er sich derer von Zürich müßigte und sie ihre Sachen wie seit hundert jähren austragen liesse. 
— Mitgeteilt an Zürich mit der bitte, sie bei fürsten und herren und besonders bei den boten 
der reichsstädte zu verantworten, wenn sie mit unrecht und Unwahrheit verunglimpft wür- 
den. — Eidgen. Absch. II nr. 276. — Vgl. zu august 14. 1973 

Ludwig v. Bli'imneck an Smasraan herrn zu Kappoltstein : lehnt Sraasraau's letzte geböte ab, da 
es ihm fyntschaft halber miner gnädigen herschaft und lands halb nit so verr eben sei zu 
reiten. So ist er auch der meinuug, dass Smasman ihm nirgends billiger austrag thue als vor 
der herrschaft landvogt, nachdem Kastelberg derselben gehört und Smasman sich selbst da- 
hin erboten hat. Begehrt auszahlung seiues soldes von 250 fl„ die ir mir doch gelobt hond 
mitmund und mit band, und ist deshalb erbötig sich dem Spruch von Froiburg, Breisach oder 
Neuenbürg zu unterwerfen. Danach ist er auch bereit wegen Kastelbergs vor M. Wilhelm 
unter Voraussetzung der gegensei tigkeit zu er und recht zu kommen oder auch vor den herrn 
v. Bussnang oder vor r. Burkhart Manen, herrn Hans v. Münstranl oder vor Haus Knüttel 
oder Heinrich v. Niiwenfelli. Heg. Albreclit, Rappoltstein. Üb. 4 nr. 7ö. 19T1 

die eidgenossen belagern Zürich : margrafe Rötel lag in der stat Zürich mit fünff hundert pfer- 
den oder me und osseut und trunckent den Inten was sü, hattent und gobent in klein gelt 
darmnbe. Fortsetzung Könighofens bei Mone Qu. zur bad. Gesch. III, 525. 

Ich vornim warlichen aber von frommen erbren alten gloubhaftigen lütten, die selbs 
mit irrem lib vil bi dissen Sachen gewesseu sind, daz die Ordnung von dem frümden gemachet 
wurd unn niit von den heimschen, und waz daz ursach also da es an der Sill als übel »az 
gangen darvor dem bössen friden und jederman in die stat Hoch , da fordret der margraff 
alle Schlüssel zn allen torren, die wurden im und beb üb also dieselben Schlüssel in 



HS 



Wilhelm, Rudolf IV, Hugo 1444. 



jaiii ps. 



.•in n i' in genalt den krieg Das, diewil die eignosson vor der stat tagend ..... Dnd 
also macht man die erst Ordnung (?gi nr. ISST) nnd macht mit etlichen der ritten nüw rätt 
von edlen nnd unedlen, von frömden nnd von heimseben, und deren warend not mer den 
uwölff, mit dennen er all Sachen nssricht , die denn zu dissem krieg fürttond, und säst nfit 
witter, nnd also erwältemi die zwölff rät Hansen Tun Rechberg zn einem obersten hoptman 
der gantzen stat Zürich, demnach macht man zu im fier honptman , die nach im die grosten 
sin sflltend, onch von den frombrten nnd von den edlen, nnd teilte man dieselben mit irrem 
folck zu den lier torren. Der wachtdienst wurde streng geregelt, so dass man sich ohne be- 
denken gestatten dürft« die thore tag und nacht wahrend der ganzen belagerang offen zu 
lasseD, wiewol die fier höpttnan ditMurschlüssel hinter ine gebäht liabent nach befelch des 
rnargrauifeii von Rötlen. — Die eidgenossen konnten die urolagerung der Stadt nicht voll- 
ständig durchführen, so dass die Verteidiger stets in Verbindung mit der aassenwelt blieben. 
Allmählich begann sich auch die kriegslust der bürgersehait zu regen und äusserte sieb in 
gelungenen handstreichen , die zudem znr verpruviantierung der stadt beitrugen. Die bn- 
schiessotig der Stadt durch die Eidgenossen blieb vüllig wirkungslos; während der 10 wochen 
der belagerung wurden bloss ein weib und ein priester in der Stadt erschossen. In der Stadt 
war man guter dinge und man tanzte uff der statt graben vor renweger tor mengen i-chüunen 
tantz. Edlibach 55. 1975 

M. Wilhelm sandte Haus v. Rechberg nnd r. BiirkhartMünch zu kg. Friedrich, um ihn um hülfe 
zu bitten. Kg. Friedrich fertigte beide herreu zum könig von Frankreich mit der bitte seine 
hülfe zu beschleunigen, und nach vil wortten ward der alt, küng bewegt . . Zürich ze ent- 
schütten, dass er inn daz nüt verziehen wolt . . . Nun ist ze wüssen, daz Hanss v. Rechberg 
gar unmussig v.az in disen geschaffen und reit schnäl vor allem züg ouch in tüschtze land 
zu allen fürsten und liess her Uarkhart Mümh mit dem Telfin hernach ziehen. Edlibach. 
p. 58. — Dio entsendnng der beiden führer der ritterschaft muss gleich hei beginn der be- 
lagerung stattgefunden haben. F.nde juli zur zeit des Überfalls von Brugg war Rechborg 
zurück. Kg. Friedrich war zu Wien, kg. Karl an der Loire zu Tours; daraus ergibt sich die 
l länge des wegs. — Von dieser Sendung Durkard Mönchs wissen auch die Chroniqnes de 
I Metz ed. Huguenin p. 222 : Pendant ledit siege (von Metz durch kg. Karl VII) vint a Nancey 
I vers le roy un grant seigneur, nomine monseigneur Bourgalemoino, lequel le Roy des Romains 
! avoit envuyö vers le daulnhin, pour le couduire es pays de Suisse, vers Baisle, Montbelliart, 
Collombicr, Sletztat. Sal/bourg ( — Strasburg) et Ilaguenau estant au pays d'Alsatto, pour 
1 ict'iils subjuguer, pour cq qa' ilz disoient ne rien tenir dudit empereur. 197<> 

M. Wilhelm mahnt die Stadt Freiburg i.'Ü. und Freiburgs böte Hans Strosak trug einen briof 
von M. Wilhelm an herni Wilhelm Velga und sprach auch M. Wilhelm zu dem boten: sag: 
den vim Fribnrg, daz sy frischlich darin howen, es müs im sin . . . Besame des plaiutes por- 
UM par les paysans de Fribourg contre les seigneurs censiers. mitgeteilt von Thommen in 
i Arctiives de la Soeiete d' Histoire da canton de Fribourg V. 437. Vgl. auch Rüchi, Freiburgs 
Bruch mit Oesterreich p. 5. — Die regierenden herrn Freiburgs standen auf seit« Berns nnd 
Savoyens und hatten bis dahin die gemeinde von jeder Unterstützung der herrschaft Oester- 
reich abgehalten. 1977 
(Ulm) r. Jubanas Swend und Budolff v. Ch»m an Zürich: haben ihnen von Winlertbur ge- 
schrieben, was sie dort von dem könig und d"n beiden herzögen Albrecht und Sigmund ver- 
nommen haben, und ebenfalls nach Zürichs bel'ehl an Junker Tbüriiig v. Hallwiir, sieb nicht 
zu säumen nnd zu ihnen und denen von Winterthur gen Stein zu kommen. Nachdem sie auf 
seine botschaft hin vier tage gewartet, ist er mit der von Lonffenberg, Waltzbutund Seckingen 
Botschaft gekommen. Sie haben dann denselben Zürichs schreiben, wie es zu dieser zeit zwi- 
schen »nein und den Eidgenossen ein gestalt habe, vorgehallen uud sind zusammen gen Ulm 
geritten und haben dort erfahren, dass der könig und die obengenannten fürsten noch nicht 
zu Nürnberg seien, aber man ihrer warte. Es heisst aber auch, sie seien noch zu Wien und 
I sagt einer dies, der andere das. Demnach sind sie einhellig zu rate geworden, dass sie zu 
Ulm mit einander uff dieTünöw sitzen und varen wollen bis dahin, wo sie den könig treffen, 
| nnd wollen tag und naebt daran binden, so dass sie hoffen, falls er noch nicht auf den beinen 
I ist, in 5 oder tagen bei ihm zu sein, >denn nachdem die sach ein gestalt hat, so ist es nit 



Wilhelm, Rudolf IV, Hugo 1414. 



159 



THf 



y.fi vemechen.« Sie werden vom könig in erfahrung bringen, ob er euch zu hilfe kommen 
oder euch verlassen will. Das thunaueh alle andern boten, die sich auch fiirer nicht auf wortc 
verlassen wollen, da die werk nit by syent Dass der könig und jene fürsten noch nicht zu 
Nürnberg sind, braucht Zürich nicht zu bekümmern, es iret nit vil. Sie haben aber hier zu 
Ulm gewissenklich solichen trost von dem telffin der armen Jekeu bouptmau von güteu edlen 
lüten, nit von den von Ulm in geheim vernoroen, dass dieselben beabsichtigen in das land 
,'.u ziehen li 1 1 ■ 1 Zürich und andern zu trost und ze statten zu kommen, »und als wir die sach 
merken), were es denn unser eigne sach, so betten wir daran nit zwivels, semlichs hette ein 
fiirgaug und wir söltent den tag geleben, doowir gerngeleptont. Wir haben 
samlichen trost verstanden, das wir gentzlicben gelonben, ir und alle die üwern süllent gar in 
einer kurcze vernemcn, das ir gern hörent, und den tag geleben, den irgern lebent and alles 
liwers leides ergetz werdent. Herumb so sint bi'iglich und gi'itz miHz und tünd als from lüt, 
wann unser glück und heil ist von den gnaden gottes erwachet.« Or. eh. 
Zürich. St.-A_ 1978 

Wernher v. Stonffen an M, Wilhelm f. Rochberg; habe euer schreiben mir durch meinen 
Schreiber Johannes und zuletzt durch den boten von Obernberckheim gethan, auch euern 
ernst und uieinong wohl verstanden, und wollte Gott, dass icb zu den Sachen nach notdarft 
als gern liiiin könnte, als gern ich das thiito. Auf den <j. juli bat er die rät, litterschaft und 
laudscbaft beschrieben nnd die rate üwer geschrifft, auch die Türings v. HalLwilr, dass der 
könig nnd die zwei andern forsten von Oesterreich zu Nürnberg wären, hören lassen und 
mündlich mit den raten und der landschaft so ernstlichest und getrungenlichest ich yemer 
kund uli den sacben gerett, sunderlich von der ho tt schal' t wegen zum delphin noch 
üwer Ordnung. Also sind die rate oh den sachon gesessen, haben viel darüber mit einan- 
der geredet und zuletzt geraten, eine botscbalt zum könig und den fürsten gegen Nürnberg, 
auch eine zum Delphin zu Ibun, und solches der ritterschaft und landschaft vorgetragen, auf 
dass das gehl, so man dazu taab-'n muss. dester ball uffbrecht und die betsehaft desto eher 
gefördert werde. Darauf hat die landschaft geantwortet, dass sie auslinden lassen wollte, ob 
der kOnig und die andern fürsten zu Nürnberg wären, und eine sondere botschal't für sich 
selbst, ob sie sich des fürer einigten, zum könig und den fürsten gen Nürnberg thun wollte. 
Die ritterschalt hat geantwortet, ihnen sei lieb, dass die zwei botsuhafl nach der rate mei- 
nung gethan würde, aber sie hätten kein gcld sie abzufertigen. Desgleichen die rate, sie 
hätten kein geld noch wüssten sie solches aufzubringen, nnd ist ein nneinhellig ding 
ii Di b nns, das mir ganz inillfällt. Da nun Burekart Manch und mich bedünkte, dass die 
sache niena von statt woll, ouch nit nütz sy etlicb ilarzu ze ziehend, so hab ich mit Burekarts 
und Heinrieb l'appcllors rat auf 11. juli Wilhelm v. Lützelstein gen Musmünstor beschrieben. 
auch tum Hans v. Münstml und berrn Hug Priat dazu. Hans v. Munstral ist nicht ge- 
kommen; sie haben dann mit Wilhelm v. Lützelstein zu Masmünster viel nnd ernstlich ge- 
redet, ihn auch des markgrafen schreiben hören lassen und ihn gebeten uns geben ze er- 
kennen, ob er des volckes also ein summ beruh bringen möcht. Derselbe hat erklärt, dass er 
ein rmpioulungsselireiben von kg. Karl an den Dauphin habe; ouch das im der künig von 
raund selbs geseit hab, das der Delphin herufi in das land wöll, und an in begert, dem Del- 
phin hie ze land rätenlieh und bystendig ze sind wider die statt; meint ouch, er getrüw ir 
wol ein uottdurfft herull ze bringen. Als sie ihn also in des markgrafen und ihrer aller nameu 
haten. in anbetracht was an diesen Sachen gelegen sei, eine summe leute also herauszu- 
bringen, damit den eidgenossen ilir fehl gebrochen und uns allen geholfen werde, haben sie 
sich zuletzt mit ihm vereinbart, dass er zum könig von Frankreich und zum Delphin reiten solle, 
um die Sachen nach dein besten zu werben. Der v. Lützelstein meint an JüiiOOpferde heraus- 
zubringen; jedoch müsse er zum mindesten •200 11. zehrung haben, da er unter S pferden 
Ugfal n icii könue noch wolle, ausserdem einen schadlosbrief für Verluste auf dem ritt von 
seilen des markgrafen. Sobald er im besitz davon ist, will er sofort wegreiteu und rüstet sich 
bereits darauf. Der markgraf versteht nun wohl, woran es haftet, und mag daher den schad- 
losbrief und die 20(1 fl. sobald wie möglich herabschicken, desgleichen die glaubsbrief au 
den könig von Frankreich nnd den Delphin, die er zur besigelung sendet ; so ist die sach 
richtig. Denn hetti ich ytel silbriii pf ender, so könd noch wisset ich hie- 
ii i d e ii gelt n ffzebri ngen. — HerT Wilhelm (v. Grünenberg) hat vor 6 tagen mit 



[60 



Wilhelm, Kmlolf IV. Hugo Uli. 



Bnrckart Müuch goredet, »venu er einen brief von hz. Sigmund an ileu konig oder den Delphin 
hätte, sii versehe er sich nach sü] Hellem willen, so sy zu im haben t (hz. Sigmund war verlobt 
mit kg, Karls tochter h'a legmuta), 3HB er solches volle desto eher von statt bringen mOdiU'. 
und herr Burckart schickte darauf antat reitenden boten Turingen (v. Hallwil) nach (gen 
Nürnberg), um solchen brief zu erwerbe», und er meint, dass derselbe bis zur rüekk.-hr der 
Botschaft von M. Wilhelm auch hie wieder umb ze land sye. Gr. Hans v. Tierstein hat ihm 
am 8. juli geschrieben, dass Basel den bi schuf, junior Rudolf v. Ranistein and ihn gebeten 
habe mit etlichen iler ihrigen ins leid gen Zürich zu reiten, um einen vermittlungsver: 
/wischen Zürich und den eidgenossen zu inachen. Das haben sie zugesagt und sind willens 
sich heute tu erheben. — Von Basel als antwort aal' di» klage der herrschafl von Oester- 
nii h »«gsbracat in der klage gegen Wilhelm r. Grünenberg und den akten einverleibt. 
Ctioiar, riebtung p. 231 — 54. Geh. Heg. A II 0. — Auch von meinem herrn Vorgänger (F.) 
lag über dies hochwichtige schreiben ein ausführliches legest vor. — Vgl. nr. 1982. B 
court IV, 12 führt aus den rechuungen des Jean do Xaincoius die ausgaben für einen 
deutschen gesandten zu Tonia an, der n;icb obigen gcitreibtll WüM Wilhelm v. Lötzel stein 
gewesen ist. Nach unserer nr. 1 Ml>> scheint die diesmalige bolschaft au den könig Burkard 
Münch, der v. Lützelstein an den Dauphin übernommen zu haben. — lieber die im höchsten 
grade gespannte läge vgl. Witte, Die Armagnaketi im Flsass p, 44. W79 

M. Wilhelm v. Hochbevg. iandvogt etc. ersucht die ei'zbischi'd'o von Mainz, Köln und Trier, die 
hischüfe von Utrecht, Worms und Speier. die leute , die mit falschen briefen von den gläu- 
bigen, die eine wallfahrt zu S.-Diebold in Thann gelobt, almoseu für den bau des gottu* 
hauses daselbst erheben, wegen ihrer bubery und valscheid zu strafen. Or. inb. Thann. 
■St.-A. Mitteilung von Gymnasialdi rektor Lempfrid zu Thann. I' 

Comment monseignenr le Dauphin faisant sondic voyage et verum Lengres, vindrent devcrsluy le 
comte de Petita Pierre, messire Sivery de Penine et Martin de Halmestat acompagnez de 
plusieurs autres Chevaliers et escnyers, lesquels appurterent et presontererent ä iiMiidict >ei- 
gneiir lettres de creance dn marquis de Kutes, estant assiege desdicts Soisses dedans la ville 
de Zürich (vgl. nr, 1970); laquello creance lediet comte esposa ä mondict seigneur et o: 
ioellq luv supplia trts in.-tainmeut de par lesdicts seigneurs, que. en perseverant au bou e 
sainet jiropos dn Kay, il se voulsist haster et tirer »vant le plas tost qu' il pourroit avec s 
dicte compagnie, pour soconrir lediet marquis et autres nobles et peuple assiegez tant audict 
Zürich comme a Vesperch {Farnsburg) en grand destresse et en voye de perdition , et mon- 
dict ulgnenr 'ant paar oboyr au eommandement du Koy comrae pour complure uu dea 
dicts , et les aleigier de la en avant, fist son chemin en la plus grant diligence qu' il peust 
Aas der instruetion kg. Karls für seine gesandten und rate Milles d" Illiers doyendeChartres, 
r. Werry de Fleville bailly d'Almaigne und seinen Sekretär Jacquemin de Bujieres auf dem 
Nürnberger reichstag, überreicht am 1. märz 1447 dem erzbi. Jakob von Trier. Druck Tnetey, 
Les Kcoreheurs II p. 158 — 1 f>8; vgl. aneb 1. c. I, 172. BeancourtIV, 22 fügt zur ergänzung 
hinzu, dass auch Peter v. Morsperg an dieser botschaft teilnahm. Die übrigen personen sind gr, 
Wilhelm v. Lützelstein, nicht Jakob, wie Tuetey und de Beanconrt meinen. Sigfrid v. Venningen 
und Martin v. Heimstatt. Die erwähnung von Farnsburg inuss auf einer Verwechselung beruhen, 
da dieser platz erst seit dem 12. august belagert wurde, der Dauphin aber vor dem 6. ; 
bereits seinen Vormarsch angetreten hatte, Vgl. auch die weitem botschafton ; es wird sich 
hier nm die gesaud tschaft bandeln, von der in unserer nr, 1979 die rede war; und da c" 
Dauphin seit dem 20. juli in Langros weilte, ergibt sich daraus das annähernde datuui dieser 
sendung als in die ersten tage des Aufenthalts des Dauphins zu Langres fallend. — Vgl. hier- 
zu die Instruction, welche die gesandten des königs, Johann v. Fiustingen, Jaeomin de Bus- 
sieres am 13. märt 1445 auf dem tage zu B^ppard den kurl'ürsten unterbreiteten. Hier wird 
ebenfalls erzählt, wie aueuns de la cbevalerie et noblesse du pays d' Autricbe envoyes de par 
le marquis de Enteile, gouvernenr dudit pays, et anssi de par les nobles dudit pays d' Au- 
tricbe suplien-nt et requirent tnondit seignenr le Dauphin (zu Langros), qo'en obteraperant 
,m\ lettres escrites au Koy de par le Rcy des Romains et anssi en 1* honneur de toute Li nu- 
blesse, qa T il luy plust tirer outre avec ses gens pour ayder ä secourir la ville de Znrich et !& 
place de Varperg qai estoient assiegös par les Suisses, ou autrement. s' il ne so hastoit, eile 
et les nobles qui estoient es icelle estoient en voye de perdicion. Tuetey 1. c. p. 139. lt>81 



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Umbruch;, 



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