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Full text of "Schweizerische numismatische Rundschau = Revue suisse de numismatique"

v 



REVUE SUISSE 



ÜE 



NUMISMATIQUE 



PUBLIÉE PAR LE COMITÉ DE LA 



SOCIÉTÉ SUISSE DE NUMISMATIQUE 



sous LA 



DIRECTION DE PAUL-CH. STRŒHLIN 



TOME XII 




GENÈVE 

AU SIÈGE DE LA SOdÉTÉ, RUE DU (ÎOMMEROE, 5 

1904 



"7 







Die Münzen der deutschen Schweiz 

zur Zeit der sächsischen und fränkischen Kaiser. 



ERSTER NACHTRAG 



I. Zürich. 

Herzog Burkhard II (954—973). 

DVXPVR (oder BVR?) im Felde uj-ûTAL nebst 

einem Monogramm, etwa aus AOIV (oder AOlflR) gebildet. 




^. 3VRECHA, im Felde ebenso wie auf der Hauptseite. 
(Bruchstück, im Besitz des Dr. Bahrfeldt in Berlin.) 
Die bis auf das p oder B vollkommen deutliche Um- 
schrift der Hauptseite lässt darüber keinen Zweifel, dass 
ein Herzog Burkhard von Alemannien der Münzherr ist, 
wahrscheinlich der zweite, obwohl die Münze etwas 
karolingischen Charakter trägt und somit wohl an den 
ersten Burkhard (917 — 926) denken lassen könnte. Auch 
die Prügstätte kann kaum in Frage kommen, ganz sicher 
ist VRECHA, das wohl nicht anders als zu ZVRECHA 
ergänzt werden kann, und dies um so gewisser, als ein 
Zeichen vorhergeht, das der rechten Seite eines 8 oder 
R sehr ähnlich sieht, doch aber in der Bildung von dem 



— 6 — 

folgenden R und dem R im Herzogsnamen abweicht und 
daher ohne Zwang für ein 3 zu nehmen ist, wie es später 
in ZQhTinDm, in S. 2QR0 auf Veroneser Geprägen, auf 
Mailändern des KZO Visconti, in GKhaK}, u. s. w., öfter 
vorkommt. Unser 3VRECHA schiiesst sicii also eng an das 
ZVRICH der obigen Nr. 12, S. 372, Bd. XI (Dbg. 994, 
Taf. 43) an, und lässt uns im Vergleich mit dem sonst 
gebräuchlichen Turegum denselben Wechsel zwischen 
deutschem und lateinischem Stadtnamen wahrnehmen, 
wie in Metz, Toul, Verdun, Andernach, Speier, Strass- 
burg, Regensburg, Neuburg und Salzburg. Die Haupt- 
sache also ist klar, dagegen will es mir nicht gelingen, 
für die Aufschrift im Felde eine Erklärung zu finden. 
Selten genug sind in dieser Zeit solche Münzen, die gleich 
den muhamedanischen gänzlich bildlos, nur Inschriften 
zum Gepräge haben ; die einzigen Beispiele bilden einige 
Verduner (von Theoderich und Richer), der unbestimmte 
mit Ghristogramm und Cœsar inuictus (Dbg. 1190, Taf. 53), 
sowie ein Denar von Tuin (Dbg. 126, Taf. 56). Völlig bei- 
spiellos aber ist es, dass wie hier, Haupt- und Rück- 
seite gleiche Aufschrift tragen. 



II. Dokkum, nicht Thiengen. 

Als ich die Ueberschrift des Le Roy'schen Aufsatzes : 
Rectification à un denier de Henri II, roi d'Allemagne, 
S. 424, des XI. Bandes dieser Revue las, war ich neu- 
gierig, was der bringen würde, denn ganz richtig dachte 
ich an die friesischen Brunomünzen, und die sind doch 
in dem Grade aufgeklärt, dass über sie nichts mehr zu 
sagen und kein Raum für eine Richtigstellung ist. 
Wie staunte ich aber erst nachdem ich den Aufsatz 
gelesen hatte. Eine Unkenntniss der einschlägigen Lit- 
teratur, wie sie aus demselben hervorgeht, ist doch 



— 7 — 

wahrlich unerhört, und wenn auch Dirks und van 
der Chijs etwa wegen der weniger bekannten holländi- 
schen Sprache, in der sie geschrieben haben, dem 
Verfasser unzugänglich geblieben sein mögen, so sollte 
man doch denken, dass er bei Köhne, der (in den Mém. 
St-Pétersh., Bd. VI), eine so lange Liste dieser Münzen 
giebt, und in meinem Werke über Die deutschen Münzen 
der sächsischen und fränkischoi Kaiserzeit sich Raths 
erholt haben würde, das docli wohl jeder, der über 
diese Münzen zu schreiben unternimmt, zu befragen hat. 




Mit mehr Selbstbewustsein als Glück hat schon der sonst 
nicht verdienstlose, bei dieser Frage aber auch wegen 
seiner Ueberhebung über Mader schon von van der 
Chijs {Friesland, S. 31. Ann.)^ zurechtgewiesene Morel- 
Fatio {Rev. num. franc., 1849), zwei der so häufigen 
ßrunomünzen der Oertlichkeit nach zu bestimmen unter- 
nommen, ist aber damit gescheitert, obwohl sein Vor- 
gänger, San Quintino, bereits das Richtige gefunden 
hatte. Er liest nämlich die Umschrift VRECVIT als 
TVRECVM, also Zürich, indem er das T vom Ende an 
den Anfang versetzt. Hiervon, von Zürich als einer ver- 
bürgten Prägstätte dieser Brunos ausgehend, hält Hr. Le 
Roy Umschau nach einem gleichfalls in der Schweiz gele- 
genen Orte, auf den das bekannte D0CCV6GA so vieler 
anderer dieser Brunomünzen bezogen werden könnte, 
und findet dasselbe, das Morel-Fatio in Duggingen, 
einem Berner Dorfe am rechten Ufer der Birs gesehen 
hatte, vielmehr in dem heutigen Thiengen oder Tüngen, 
das in einer Urkunde König Heinrich II vor 1008 in der 
Form Togingun vorkomme ; für das BRVN aber quer im 



— 8 — 

Felde hat er keine andere Deutung als auf einen voraus- 
gesetzten Münzmeister. Man könnte sich das allenfalls 
gefallen lassen, wenn es nur mit dem TVRECVN seine 
Richtigkeit hätte. Allein so wie Morel-Fatio das ange- 
bliche FRVNS.IAV anderer ähnlicher Münzen, in dem 
San Quintino schon richtig das friesische STAVERVN 
erkannt hatte, durch Veränderung in lAVGRVN, lAVGFRVN 
und NVGERVZ schliesshch inTVREGVN umgewandelt hat, 
so hat er auch obiges VRECVIT gründlich verkannt, es ist 
nichts als eine der unzähligen Verstümmelungen der 
ursprünglichen Lesart LIVNVERT d. h. Leeuwarden, wie 
sie Köhne {Mém. St-Pétersb., IlL, S. 430), uns überlie- 
fert hat, seine Nr. 88, TIVA_VREO, d. h. LIAN_VREO ist 
es, die Morel-Fatios Irrthum verschuldet hat ; richtig 
hat schon San Quintino in unserem D0CCV66A das 
friesische Dokkum und in STAVERVN das friesische 
Staveren erkannt. Und wenn im Jahre 1849, als Morel- 
Fatio schrieb, sein Irrthum noch einigermassen verzeih- 
lich war, obwohl ein Blick auf die ganz andersartige 
Züricher Münzreihe ihn hätte stutzig machen sollen, so 
ist es doch jetzt nicht mehr zu entschuldigen, wenn uns 
dieser alte Irrthum wieder aufgetischt wird ; Dirks und 
van der Ghijs haben nach Morel-Fatio diese Frage aus- 
führhch behandelt, Köhne und ich kürzer, ein Zweifel 
aber ist heute schlechterdings nicht mehr gestattet. Es 
kommt nämlich zu den gedachten drei friesischen Präg- 
stätten noch als vierte Bolsward (BODTISWER) hinzu, 
und dann noch folgendes : Bruno hatte zu seinem Nach- 
folger in den friesischen Grafschaften seinen Bruder 
Egbert I (1057—1068), und dieser wieder seinen Sohn 
Egbert II (1068—1090); beide haben, jener anfangs unter 
Beibehaltung des alten Typus, in denselben vier Städten 
weiter gemünzt, denen sich aber noch zwei andere in 
derselben Landschaft angeschlossen haben. Wie ist es 
nun wohl möglich, unter diese ganz gleichartigen friesi- 
schen Gepräge (Dbg. a. a. 0., Taf, XXII), einen Pfennig 



ganz gleichen Aussehens und gleichen leichten Gewichtes 
als Züricher einzufügen ? Noch dazu da, wie bemerkt, die 
ältere Züricher Numismatik (s. Taf. VI— XI, Bd. XI 
dieser Revue), nichts auch nur einigermassen Aehn- 
liclies bietet, ja die Züricher Halbbrakteaten (Taf. IX 
a. a. 0.), welche der von Morel-Fatio bearbeitete Fund 
von S. Paolo fuori le mura neben dem fraglichen Brunos 
gebracht hat, so sehr als nur irgend möghch von ihnen 
verschieden sind. 

Hätte ich es für möglich gehalten, dass Jemand diese 
alten, längst widerlegten Irrthümer zu neuem Schein- 
leben erwecken würde, so hätte ich ja in meiner Ab- 
handlung, S. 337—423 vorigen Bandes, welche dem Le 
Roy'schen Aufsatze unmittelbar vorhergeht, ein Wort 
zur Beseitigung des vermeintlichen Zürichers von Bruno 
einfliessen lassen, nun ich dies aber versäumt habe, ist 
es mir ein beruhigendes und lohnendes Bewustsein, 
dass diese meine Arbeit bei der augenscheinlichen Un- 
bekanntschaft meines Werkes in Schweizer numismati- 
schen Kreisen eine keineswegs unnütze ist. 

Berlin, 20. November 1903. 

H. Dannenberg. 



Münzzeichen auf St. Qaller Münzen 

des XVI. und XVII. Jahrhunderts. 



Beim Niederschreiben des Kataloges meiner St. Galli- 
schen Münzsammlung mussten mir vor Allem die Zeichen 
und Abkürzungen, denen wir auf den St. Galler Münzen 
begegnen, auffallen. Ueber einige derselben Ihnen ein 
paar Worte zu sagen ist meine heutige Aufgabe. 

Wir besitzen über St. Galler Münzen ein Schriftchen 
des Herrn A. Näf, Verwaltungsrathsschreiber , nach 
welchem in Coraggioni die Notizen über St. Gallen 
abgefasst sind ; das ist das einzige Zusammenhängende, 
was ich bis heute gefunden habe ausser den Worten in 
Haller-Münzkabinet. Vergebens suchte ich hier Auf- 
schluss über die Münzmeisterzeichen des XVI. Jahr- 
hunderts; die bekannte Sonne #, das einfache 6 und 
das Monogramm $ 6 (I C G) und so musste ich ander- 
weit schauen. 



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7. 




8. 




9. 



— 11 — 

An Hand voji Auszügen ans den Protokollen des 
kleinen und grossen Ratlies, welche Herr Hahn, jetzt am 
Landesmuseum, früher hier in St. Gallen, seiner Zeit 
gemacht und mir in liebenswürdiger Weise zur Verfü- 
gung stellte, sowie anderer Documente aus den hiesigen 
Archiven, ergab sich für mich folgendes : 

Die Sonne ^ dürfen wir dem Hans Joachim Gutensohn 
füghch zuschreiben ; derselbe, Sohn des bekannten 
Gutensohn, welcher in Zürich viel geprägt hat, spielte 
an auf die väterliche Besitzung Sonnenberg. Es war dies 
ein P'amilienzeichen, nicht das Wappen von Sonnenberg, 
welches zwei schreitende Löwen enthielt, allerdings 
nahmen die Zollikofer, die späteren Erwerber von 
Sonnenberg die Sonne, in ihr Wappen auf. Dieses Zeichen 
findet sich auf den Stücken der Epoche vom 27, August 
1563 bis 24. Januar 1565, zu welcher Zeit, laut Raths- 
protokollen, der Hans Joachim Gutensohn für St. Gallen 
münzte. (Respective 1563 und 1564, ich finde auch Stücke 
(Groschen) von 1564 wo schon ein 6 vorhanden.) 

Im Jahre 1565 übernahm die Stadt die Münze für 
eigene Rechnung, unter der Aufsicht von : J. Lienhard 
Keller, Erasmus Schlumpf jr., Hieronymus Girtanner, 
Conrad Gmünder ; später Jacob Straub älter und 
Schlumpf, und wurde bis zum Dezember 1566 geprägt. 
Auf diesen Münzen finden wir ein 6 und glaube ich, 
dass dasselbe als Zeichen der Münzstätte der Stadt 
St. Gallen zu betrachten ist. Zu dieser Annahme führte 
mich eine Verordnung aus dem Jahre 1560, 18. Dezember, 
wo bestimmt wird, dass die Probierer auf die geprüften 
Arbeiten der Goldschmiede ein 6 als Zeichen zu schlagen 
haben ; ferner dass ein einfaches G im Scliilde auf dem 
Halbdukaten (zum Angedenken) statt jeder Inschrift 
gewählt ist, dass auch auf den Vierkreuzer von 1714 



< Siehe Abbildung Nr. 1, 5, « auf S. 10. 



— d2 — 

wieder in der Mitte des Avers nur ein G für St. Gallen 
steht und auch das Monogramm auf den Vierkreuzer von 
1724, u. s. w., das St. Gallen bedeuten soll, aus acht 6 
ohne ein S gebildet ist. Das 6 ohne S also schon 
St. Gallen bezeichnet. 

Des weiteren aber bestärkt mich die Thatsache, dass 
dies Q wieder im Jahre 157'2 erscheint, nachdem von 
1567 bis 1571 seine Stelle durch das Monogramm I G G 
eingenommen worden ist. 

Während der Zeit von 1567 bis 1571 war die Münze 
verpachtet, d. h. die Stadt hat nicht für eigene Rechnung 
die Prägungen vorgenommen, sondern solche dem Hie- 
ronymus Girtanner und Conrad Gmünder überlassen. 
Es findet sich ein Auszug aus dem «Vertrag mit Hiero- 
« nymus Girtanner und Conrad Gmünder im Betreff des 
« Münzens ; auf St. Thomastag 1566» : 

Bürgermeister und Rath von St. Gallen überlassen 
Obgenannten das Münzrecht, so dass sie ihre Münz 
(Gebäude) und Stempel ihnen anvertrauen, um folgende 
Münzen unter unserer Stadt Gepräge und Titel zu 
schlagen : Thaler, Halbethaler, Behembsch, Pfennige, 
Haller (mit genauen Angaben). Es soll Alles unter Auf- 
sicht der Aufzieher und Wardein geschehen und letztere 
dürfen weder mit dem Münzmeister noch mit seinen 
Gehülfen einige Theilschaft haben. Haller und Pfennige 
sind ihnen abgabsfrei belassen, von den gröbern Sorten 
aber sollen sie auf Verlangen Schlagschatz entrichten. 
Der Vertrag ist auf ein oder zwei Jahre gestellt. 

Noch ein anderer Beleg findet sich in den Protokollen. 
Nachdem die Pacht gekündet worden haben sich die 
Arbeiter an den Rath gewendet, mit dem Gesuch bleiben 
zu dürfen, und antwortete man ihnen: 

(( Min Herren habind iren Rathsfründen die Münz ver- 
c( liechen und zu gelegner Zit denselben abkündt, und 
(( wil mir Herren si, die gsellen, nil angenommen sonder 
« die Münzherren u. s. w. » 



— 13 — 

Somit gehörte die Münze diesen Beiden und es ist 
anzunehmen, dass sie ein Zeichen dieser Berechtigung 
auf den Stüclven hinterlassen wollten. Das G, welches 
ihnen Beiden gemeinsam, Gmünder und Girtanner, 
das C für Conrad Gmünder und das I für Jeronimus. 

Die Schreibweise Jeronimus für Hieronimus also ohne 
H ist nachzuweisen zu dieser Zeit. Stutzig macht mich 
nur, dass das Q genau gleich geblieben ist wie vorher, 
sonst würde ich meine Auslegung als ganz richtig auf- 
stellen, so mag vielleicht noch eine andere Deutung 
möglich sein. 

Nach Ablauf der Kündigungsfrist, Jacoby 1571, über- 
nimmt die Stadt wieder für eigene Rechnung die Münze. 
Wenn wir auch zufälliger Weise jetzt eine Anzahl 
Namen von Verordneten zur Münze kennen, deren 
Geschlecht mit G anfängt, Girtanner, Melchior Guldin, 
Conrad Gmünder, Antoni Gugin, so ist doch die Annahme 
berechtigt, das 6 als Zeichen der Münzstätte St. Gallen 
zu betrachten und nicht als ein Personen-Monogramm. 

Noch einen Beweis glaube ich in den Groschen von 
1579 zu finden. In diesem Jahrgang giebt es Stücke mit 
einem 4- (Rad) und dem 6 und dann wieder solche nur 
mit G. W^em ich das Rad zu schreiben soll, kann ich 
heute nicht bestimmt sagen : Im Wappen der Gmünder 
findet es sich, jedenfalls muss zu der Zeit die Münze 
vorübergehend verpachtet gewesen sein; denn 1579, 
14. July, sagt das Protokoll : « Münzens halber ist 
« angsechen und erkannt; das man mit zwaien münzern 
« welle münzen, wie die jetzt vorhanden. Doch so sölls 
ft darbi bliben und man mer gsellen nil anstellen. Und 
« hat man verordnet herren richsvogt, her V. Gugin und 
(( Jacob Spenglern, die sollen ouch sechen, wo dz silber 
« sye so der underb : Girtanner bihanden und darumb 
« rechnung empfachen und ainem vollkommnen rat 
(( darumb berichten, aber miner herren mainung : die 
c( Münz nil zeuerUchen sonder zu iren handen zenemen.y> 



— 14 — 

Also hat man sie wieder zu Händen genommen, das 
Rad fällt weg und nur das 6 bleibt. 

Auf den Münzen, wo die Sonne, das 6 und das I G G 
vorkommt, findet sich im Revers ein kleiner Hammer 
oder eine Art Sieben K Vielleicht ist es Ihnen bekannt, 
jedenfalls ist es interessant zu erwähnen, dass dies die 
Abkürzungen für et = und ist. 

Walther, Lexicon diplomaticum, Göttingen 1745, giebt 
eine Zusammenstellung der Entwickelung dieser Ab- 
kürzung vom XI. Jahrhundert, aus welcher dies genau 
ersichtlich; nebenbei bemerkt möchte ich auch das + 
(Plus-Zeichen) als eine Abkürzung für (cet» auffassen. 

Auf einigen wenigen St. Galler Groschen finden wir 
anstelle der erwähnten Zeichen das «et» ausgeschrieben, 
erst als mir ein solches Stück in die Hände gelangte, 
kam ich auf den Gedanken diese Abkürzung zu unter- 
suchen und festzustellen. 

Interessanter als diese Zeichen ist das 5 (^) oder 3, 
welches auf den sogenannten Halbörtlein der Jahre 
1619 bis 1624 erscheint und von welchen Näf in seinem 
Schriftchen, S. 89 sagt: «Dreibätzner wie Haller anführt, 
(( existirten keine und das Zeichen 3 auf der Halbörtli 
« verleiteten ihn zu dieser irrigen Vermuthung; es kommt 
« aber auch bei Viertelthalern vor und bei Münzen weit 
« höheren Werthes, es wird für ein -^- als Monogramm 
« eines Münzmeisters gehalten.» 

Wenn ich nun mit Näf ganz einig bin, dass ebenso, 
wie der strittige Plappart von 1424 keinen Plappartkrieg 
veranlassen sollte, dieser Halbörtli keinen Dreibätzner- 
Krieg verursachen darf, so muss ich doch entschieden 
Parthei für Haller ergreifen und meiner Ueberzeugung 
Ausdruck verleihen, dass Näf hier nicht beizustimmen ist! 

Abgesehen davon, dass das 6 exact übereinstimmt mit 
dem 3 auf den Thalern von 1623, und dass ich keinen 

1 Siehe Abbildung Nr. 2 und 4 auf S. 10. 



— 15 — 

Anhalt linden konnte dieses Zet (3) einem Mimzmeister 
zuzuschreiben, in den betreffenden Jahren sind zu der 
Münze verordnet : 

1618, Christof Büffler u. Schlappritzi ; 

1021—1622, ebenfalls; 

1623 — 1624, Hieronimus Schobinger; 

1624, Ambrosius Schlumpf 

(als Münzmeister figuriert Hans Hiltbrand), also nirgends 
ein Name der mit -^beginnt (Zollikofer als Bürgermeister 
kommt nicht in Betracht); ferner, dass dort wo ein -^als 
Zeichen vorkommt, sich gleichzeitig auf der Münze auch 
eine Werthangabe befindet; so konnte ich mich vom 
ersten Moment an nicht entschliessen anzunehmen, dass 
so sichtbar, wie bei den in Frage kommenden Stücken, 
an einem Ort, wo wir gewohnt sind die Werthbezeichnung 
anzutreffen, diese ersetzt sein sollte durch ein Mono- 
gramm, flankirt von zwei Rosetten. Meine Nachforschungen 
bestätigten mir, dass mein Zweifel begründet und ich 
möchte in folgendem meine Beweise erbringen. 

Vor allen Dingen ist nicht ausser Acht zu lassen, dass 
die fraglichen Stücke während der Jahre 1619 bis 1624 
geschlagen sind, dass also die Zeit der Kippe und Wippe 
hier eine Rolle spielt. Die allgemeine Verschlechterung 
der Münzen musste auch bei diesen Stücken merklich 
werden und in der That zeigt das Gewicht dieser Stücke 
deutlich die Veringerungen. (Leider fehlen mir die 
genauen Daten für die einzelnen Jahre, punkto Schrot 
und Korn der Prägungen, ich gehe nur empirisch zu 
Werke.) Die Halb()rtli oder die Dreibatzen, wie ich diese 
Stücke im Gegensatz zu Näf nenne, des Jahres 1619, stim- 
men überein mit denen von Bern 1620 (fein 8, 3, 2 = 
52 Stück auf die Mark) und von Schaffhausen 1618 (fein 
9, 0, 2 = 42 Va Stück auf die Mark) wiegen : 4,05 bis 
4,45 Gramm, vermindern sich dann in 1620 auf 3,44 bis 
3,85 Gramm; in 1621/22 auf 3,30 bis 3,65 Gramm, analog 
linden wir den Werth des Reichsthaler der 1609 noch 1 Fl. 



— 16 — 

24 Kr. betrug, im Jahre 1620 gestiegen auf 2 Fl. 15 Kr. und 
im Jahre 4621/22 noch höherauf 3 FL, dann sinkt er in 1623 
auf 1 Fl. 30 Kr. herab. Also was im Jahre 1622 — 15 Kreu- 
zer gegolten hat wurde in 1623 — 7 V2 Kr. gewerthet. Dass 
diese Stücke für 15 Kreuzer gedacht sind, erhellt aus den 
damaligen Verordnungen und Mandaten; zum Beweis: 
1621, Dienstag 9. Januar, wird Jkr. Schlappritzi die Münze 
übergeben mit Befehl schlagen zu lassen. 

Oertlein — 36 Stück auf die Mark — 10 Loth 3 Q. fein, 
diese Oertlein werden taxirt: 

Oertlein oder Sechsbatzen =30 Kreuzer 

Halbörtlein oder Dreibatzen = 15 » 
am 20. Juh und 30. September desselben Jahres, 1621, 
erliess der Abt von St. Gallen ein Mandat, in welchem 
zu lesen : 

(( Ortli oder sechsbatzen so in der Eydtgenossenschaft 
« und in der Stadt St. Gallen geschlagen, ausserhalb der 
(( Churer (d. h. mit Ausnahme der Ghurer) mögen ein- 
(( genommen und aussgeben werden ; doch soll niemand 
(( dazu gezwungen sein — jedes — 30 Kreuzer die halben 
« Ortli oder Dreibatzen an gemelten Orten geschlagen 
« — 15 Kreuzer. » 

Hier ist also deutlich von Dreibatzen die Rede, welche 
in der Stadt St. Gallen geschlagen w^orden. 

Näf spricht nur von Halbörtli, nicht von Dreibatzen 
und nicht von Halbdicken, und glaube ich dies dadurch 
erklären zu können, dass Näf irrthümlieh gelesen. Er 
schreibt nämlich auf der gleichen S. 89 : (( Laut Schmelz- 
« buch des Münzmeisters von 1624 sind einzig in diesem 
« Jahr in der Stadtmünze eingeschmolzen und zu obange- 
(.( gebenen Geldsorten vermünzt worden : 

« 146,283 Va Reichsthaler, haltend 

« 18,099 Mark 13 Loth oder 219,425 Fl. — Kr. 
« an Halbdicken haltend 

« 4,526 Mark 2 Loth oder 36,674 )) 44 » 

(( im Ganzen vermünzet sein 256,099 Fl. 44 Kr.» 



— 17 — 

Dies ist nicht richtig, es muss heissen : es sind geprägt 
worden 146,283 Vs Reichsthaler und 4526 Mark 2 Loth 
Halbdicken, Werth 36,674 Fl. 44 Kr. Gerade aus den 
Schnielzbüchern hätte Näf ersehen können : dass Halb- 
dicken oder 15 Kreuzer geprägt worden sind. Das Schmelz- 
buch von 1622 weist aus : Halbdicken oder 15 Kreuzer 
5124 V4 M. thun Fl. 83,736 — (à 4 Stück == 334,944 Stück, 
per Mark = 65 Stück). 

Jenner führt diese Stücke ganz richtig auf unter Halb- 
dicken, wiederholt dann aber nachher noch einmal Halb- 
örtli oder 7 V2 Kreuzer mit den gleichen Jahreszahlen, 
was nicht correct ist. 

Die Stücke sind als Halbdicken oder Halbörtli geprägt, 
gleich 15 Kreuzer — 3 Batzen. 

Ich sage 15 Kreuzer = 3 Batzen obgleich wir gewohnt 
sind nur 12 Kreuzer zu rechnen, als solche finden wir 
sie auf den Berner-, SchafThauser- und Ghurerstücken 
bezeichnet, alle diese sind aber auch als Halbdicken 
angesehen worden. 

Die Bezeichnung 15 Kreuzer ist auch nur als Taxation 
zu einer bestimmten Zeit zu betrachten und ündet sich 
nicht auf den Stücken ausgesprochen, auf diesen steht 
nur 5 für 3 Batzen. Der Werth dieser Dreibatzen hat 
sich fortwährend geändert. Wir finden z. B. am 17. Juni 
1622 eine Busse erkannt auf 18 Batzen thut 1 Fl. 48 Kr., 
also 1 Batzen = 6 Kreuzer, und dann später die Wieder- 
herstellung des alten Werthes, statt 15—12, resp. 30—24 
auf den schönen Dicken von 1631 und 1633, welche 24 
(für 24 schwere Kreuzer) tragen. 

Näf durfte die Stücke von 1624 mit Recht 7 V2 Kreuzer- 
stücke nennen, obgleich die Bezeichnung Halbdicken 
auch für diese correct ist. Das Schmelzbuch von 1624 
sagt Halbdicken (hier wird nicht 15 Kreuzer erwähnt) 
und gfebt an : 

Mark 4526. 2 = Fl. 36,674. 44. 4 à 8 Stück 7 V2 Kr. = 
293,398 Stück, per Mark 65 Stück (65 Stück wie die vom 

REVUE NUM. T. XII. 2 



— 18 — 

Jahre 1622), fein 8, 3, 1 bis 8, 3, 2, diese sind also wirklich 
für 7y2 Kreuzer gedacht. Aber wie gesagt der Werth 
des Geldes vorgängig 1623 war der doppelte wie nach- 
her; halten wir uns wieder an die Schmelzbücher; sie 
geben an für die Halbdicken (andere Sorten correspon- 
dirend), in 1622 die Mark Einkauf 15 Fl. —, Verkauf 16 Fl. 
20 Kr., in 1624 die Mark Einkauf 7 Fl. 30, Verkauf 8 Fl. 
10 Kr. 

Die Dreibatzen, die in 1622 — 15 Kr. gegolten, gelten in 
1624 — 7 Vä Kr. Die alten Stücke von 1619 würden in 
1624 noch mehr gegolten haben, aber die sind wie alle 
andern silberhaltigen Münzen schnell in denTigel gekom- 
men. Wild, Auszüge aus handschriftlichen Chroniken, sagt 
vom Jahr 1621 : « Die Bauern sind hin und wieder 
« gegangen, Wäglein (d. h. Waagschalen) bei ihnen 
« getragen und alles gute grobe Geld aufgewechselt, 
(( durch welches Mittel dann das gute Geld alles in Tiegel 
« geworfen und verschmelzt, und hingegen gar zu gering- 
« ballige, nichtswerthige Münz daraus gemacht worden. » 
Auch der Münzverwalter Schobinger sagt in seinem 
Bericht über das Jahr 1624, von den Halbdicken : « Umb 
« diese Zeite (Mayo) hat man sich ob den Halbdicken 
« angefangen zu beschweren. » Daraus schliesse ich, dass 
sie nicht einmal 7 V« Kreuzer werth gewesen sein mögen. 

Zur Veranschaulichung dieser Werthschwankungen 
mag noch folgende Zusammenstellung dienen : 
Anno 1583 galten 6 Batzen oder Dicken. . . 24 Kr. 
1609 » Kreuzdicken 27 Kr.; Dicken 22 'A » 

1620 » » 42 » 

1621 » » 60 » Dicken 30 Kr. 
1623 » » 29 » » 15 » 
1638 galt der Kreuzdicken 30 » 

neue Dicken . 2272 » 

alte Eidg. Dicken oder Oerth .... 15 » 

neue Halbdicken oder Dreibatzen . . 11 » 

alte Halbörth 772 » 



— 49 — 

Dies erklärt, warum Näf diese Stücke 7 V2 Kr. = Halbörüi 
nennt und von der Existenz der Dreibatzen nichts wissen 
will, aber mit Unrecht, wie ich glaube, bewiesen zu 
haben. 

Wenn man bedenkt, wie zu jener Zeit die Ghurer 
Dreibatzen hier gespulU haben und man sich immer 
wieder dagegen wehren musste, so ist es anzunehmen, 
dass man eine Münzsorte schaffen wollte, welche diese 
Ghurer wirklich verdrängen konnte. Es sollten diese 
Ilalbdicken = Dreibatzen sein, und sind auch diese Stücke 
dem entsprechend gemalet (geprägt) worden. Man thäte 
gut, sie fürderhin zu nennen : Halbdicken == HalbörtM 
oder Dreibatzen, dann würde sich das «Zet» oder die 3 
leicht erklären lassen, 

Zeichen sind wie Hieroglyphen; der Eine deutet sie so, 
der Andere anders, und so mag es sein, dass durch 
weitere Untersuchung sich andere Erklärungen ergeben ; 
bis dahin glaube ich meine Ausführung für richtig halten 
zu dürfen und schliesse für heute, um Ihre Aufmerksam- 
keit nicht länger in Anspruch zu nehmen. 

St. Gallen, 12. September 4903. 

Adolf Iklé-Steinlin. 



S)ie Inselmedaille 

und ihre Geschichte K 



Der Graveur Samuel Bürger^ fertigte unter Aufsicht 
und Leitung des Münzmeisters Christian Fueter in Bern 
die Stempel zu einer Medaille auf Mechtild von Seedorf 
und Anna Seiler an. 





' Vortrag gehalten in der Jahresversammlung der Schweizerischen numismatischen 
Gesellschaft in St. Gallon, 12. September 1903. 

2 Der Medailleur Samuel Burger, von Burg im Aargau, wurde als Sohn des Petschier- 
stechers Joh. Burger am 3. April 1791 geboren. Er entstammt einer eigentlichen Gold- 
schmiedfamilie, liess sich später in Bern nieder und erhielt mehrfach Aufträge für 
Münzstempel, so für einen Sechzehnerpfennig der Stadt und Republik Bern und schuf 
eine Anzahl Medaillen, so auf die 1821 durch den Kanton Freiburg erfolgte Errichtung 
eines Denkmals in Gestalt eines Obelisken auf dem Schlachtfelde von Murten zur 
Erinnerung an den Sieg vom 22. Juni 1476. Burger starb am 12. Dezember 1848. 
(Schweizer. Künstler-Lexikon, S. 242.) 



— 21 — 

Brustbilder der Mechtild von Seedorf in Kloster- 
tracht und der Anna Seiler in vornehmer, welthcher 
Kleidung. Im Schulterabschnitt klein, s. burger f. 
Umschrift unten rechts beginnend, MECHTILD VON 
SEEDORF 1286 ANNA SEILER 1354 

^. Ueber einer Leiste das Inselspital, 1718 neu 
erbaut ; davor zwei Männer, die auf einem Tragsessel 
einen Kranken bringen ; ein Bauer, auf einem mit Pferd 
bespannten Wagen einen Kranken herbeiführend und 
ein Verletzter, der im Spital Aufnahme suchen will. Um- 
schrift, HABEN IHR PFUND WOHL ANGEWENDET • 
Unter der Leiste in kleinerer Schrift, in vier Zeilen, 

DURCH STIFTUNG | DES INSELSPITHALS | IN BERN NEU 
ERBAUET I MDCCXVIII. 

Herr Fueter schenkte 1822 die Stempel der Insel- 
direktion und diese erliess nach längerer Verschleppung 
der Angelegenheit am 5. April 1826 folgende Verordnung : 

Insel-Direktionsmanual 1821 bis 1826, S. 458/459. 

5. Aprill 1826. 

Inselmedaille : Verfügung wegen Verwendung derselben. 

Ueber die Verwendung der Inselmedaille, wozu Mhh. 
Münzmeister und Assessor Fueter die Stempel dazu der 
Insel geschenket, hat nunmehr die Direktion nach An- 
hörung der gründlichen Untersuchung Berichts des Tit. 
Finanzdepartements, auf desselben Antrag heute folgen- 
den Beschluss genommen. 

Der lobenswerthen Absicht des gefälligen Gebers jener 
Stempel, Mshh. Fueter, gemäss, sollen die damit zu 
schlagenden Medaillen zu Anerkennung besonderer Ver- 
dienste um die Insel, ausgetheilt werden. Die Dienste, 
welche der Insel geleistet werden können, sind aber haupt- 
sächlich zweierlei; nämlich: 



— 22 — 

i. Die unentgeltliche Arbeit der man sich für dieselbe 

unterzieht oder die Verwendung seiner Zeit; und 
2. die Vermehrung ihrer Hülfsquellen durch Gaben. 

Im ersten Falle befindet sich nun vorzüglich die Tit. 
Inseldirektion selbst, deren Mitgheder ohne einige Rétri- 
bution ziemUch viel Zeit auf die Leitung der Geschäfte 
der Insel verwenden müssen. Da es nun einerseits zu 
einem guten Geschäftsgange in den Angelegenheiten der 
Insel durchaus wünschenswerth ist, dass der Wechsel 
der Mitglieder in der Direktion nicht allzuhäufig sei, 
damit man besser Zeit und Gelegenheit habe sich mit 
den Geschäften und Verhältnissen der Insel genauer 
bekannt zu machen, und durch eine richtigere Ueber- 
sicht des Ganzen, das Einzelne um so zweckmässiger an- 
zuordnen, anderseits aber der häufige Wechsel in den 
Collégien nie zu gewöhnlich ist, so wurde gefunden, es 
müsse für das Gedeihen der Anstalt im Allgemeinen 
zweckdienhch sein, durch eine Art von Aufrnunterung und 
Arierkennung geleisteter Dienste die Mitglieder zu längerem 
Ausharren zu bewegen, und daher erkennt: dass jedem 
Mitgliede der Direktion die silberne Medaille von Rechts- 
wegen zukommen solle, sobald es zehn Jahre lang, ohne 
Unterbrechung in der Direktion gesessen ist; ebenso dem 
Tit. Präsidium und zivar die Goldene, wenn es diese Stelle 
zehn Jahre lang, ohne Unterbrechung bekleidet hat. Dieses 
jedoch sind die einzigen Fälle wo Jemanden im Allge- 
meinen das Recht zur Medaille zugesichert wird. In 
allen übrigen behaltet sich die Direktion, je nach Rewandt- 
niss der Umstände, die gutfindende Verfügung vor. 

Auch in Austheilung von Medaillen für Vergabungen und 
Geschenke, will die Direktion keinen bestimmten Grund- 
satz festsetzen, da es einerseits mehr oder weniger 
scheinen würde, als ob man sie auf eine indirekte Weise 
zum Verkauf bieten wolle, und anderseits die Medaille 
in den meisten Fällen nicht denjenigen zukommen würde, 



— 23 — 

welche die Insel wirklich bedacht, sondern nur solchen 
die an der verdienstlichen Gabe eigentlich keinen Theil 
haben. In Erwägung aber dass auch hierbei Ausnahme- 
fälle stattfinden können, so wiü die Direktion die Ver- 
fügung m Casu abwarten. 



Prägung der Medaille. 

Die Medaille wurde in Silber und in Gold geprägt. Die 
Exemplare in Silber wiegen 80 Gramm, die in Gold 
114,3 Gramm. Der Durchmesser der Medaille beträgt 
0ni,051. Es bestehen auch Exemplarein Zinn, die jedoch 
nur als Probeabdrücke zu betrachten sind, vielleicht 
schon 1818 hergestellt, zur Erinnerung an das 100jährige 
Bestehen des 1718 neu erbauten Inselspitals. 

Herr Bally-Herzog in Schönenwerd zeigte mir ein 
bronzenes Exemplar dieser Denkmünze. Dasselbe ist 
jedenfalls ein Unikum, entweder versuchsweise herge- 
stellt oder schon vor Jahrzehnten für einen Sammler 
(aus Gefälligkeit) von der Inseldirektion angefertigt. In 
den Inselmanualen finden sich keine diesbezüglichen 
Aufzeichnungen. 



Die Austeilung der Inselmedaille. 

Von 1826 bis 1870 wurde die Medaille nur dreizehnmal 
verliehen, siebenmal in Gold und sechsmal in Silber. 
Seit 1870 wurden keine Medaillen mehr ausgegeben. 

Die Medaille haben erhalten: 
1826 Herr Eürsprech und Stadtlehenskommissar Mess- 
mer, die silberne, als Verfasser der Geschichte der 
Eîitstehung des Inselspitales ; 
1832 Herr alt Ratsherr von Frisching, die goldene ; 



— :24 — 

1832 Herr Oberst von Mutach von Holligen, die silberne ; 
1835 Herr Dr. med. Benoit, gewesener Inselarzt, die 

silberne ; 
1837 Herr von Wattenwyl-Ougspurger, die silberne ; 
1842 Des Herrn Inselwundarzt Leuch sei., Erbschaft, die 

goldene ; 

1842 Herr Oberstleutnant von Tavel, die silberne ; 

1843 Herr Dr. med. Beat Schnell, die silberne; 
1843 Herr Regierungsrat Fetscherin, die goldene; 

1848 Die Wärterin Anna Schöni, anlässlich der freier ihrer 
50jährigen Dienstzeit in der Insel, die goldene, mit 
dem Rechte, dieselbe gegen 20 Fünf ï'ranken taler 
auszuwechseln ; 

1861 Herr Oberstleutnant Straub, die goldene; 

1865 Herr alt Oberrichter Bitzius, die goldene ; 

1870 Herr Fürsprech Matthys, die goldene. 

Für die Revue suisse de numismatique wurden alle 
Aktenstücke, die zumeist nur lokales Interesse haben, 
weggelassen. Im Neuen Berner Taschenbuch pro 1904 
(Verlag K. J. Wyss, Bern) findet sich der Vortrag in 
extenso gedruckt mit sämtlichen Aktenstücken. 

Dr. Gustav Grünau. 



Notice sur un 

Plappart de la Ville de Soleure 

(Cabinet des médailles de Winterthour.) 




Il existe au Cabinet 
de Winterthour, parmi 
beaucoup d'autres mon- 
naies fort rares ou ab- 
solument inédites, un 
plappart des plus cu- 
rieux par la figure en 
pied de saint Ours figu- 
rée sur l'avers. Disons 
d'abord que les mon- 
naies ainsi nommées 
furent le prototype des 
batzen ou pièces de 
kreuzer et qu'elles appa- 
raissent pour la première fois 
^ r^v7//^ ^ Soleure vers le milieu du 

- ^ ^ XVe siècle avec d'autres mon- 

naies. C'est aussi à cette date qu'on peut faire remonter 
l'exemplaire de Winterthour qui fait l'objet de cette 
notice. Ce fut vers la fin du XV^ siècle seulement que 
des monnaies plus importantes furent émises, telles que 
les dicken et thaler. Voici la description de la pièce qui 
va nous occuper : 



26 



Écu de Soleure, accosté des lettres S et 0, surmonté 
d'une aigle au vol abaissé, le tout dans un quadrilobe 
double à chaque angle duquel se trouve un ornement en 
forme de trèfle. Grènetis. 

* SROnaT. SOïjODORQRSIS Grènetis. 




û. Saint Ours armé de toutes pièces, la tête nimbée, 
tenant une oriflamme de la main droite et la main gauche 
appuyée sur une targe (bouclier) échancrée, ornée d'une 
croix. 

o STÎRQTVS o w o VRSVS 'û 



Pour le dire en passant, les monnaies qui offrent des 
représentations de costumes militaires sont rares ; ce 
sont plutôt les sceaux qui en offrent les exemples les 
plus fréquents. Il était coutume au moyen âge de re- 
présenter les anciens saints et martyrs, dont l'existence 
remontait en réalité à l'antiquité et aux premiers siècles 
du christianisme, avec leurs attributs caractéristiques 
ecclésiastiques ou militaires, qu'on assimilait aux cos- 
tumes contemporains. Si le saint était en armure on se 
contentait de lui donner celle qui était portée une ou 
deux générations auparavant et cela contentait, à une 
époque illettrée, les plus difficiles. 

Le costume militaire que porte saint Ours sur le 
plappart de Winterthour, pièce du milieu du XV^ siècle, 
est celui d'un homme d'armes de la fin du XIV<^ ou 
mieux du commencement du XY^ siècle. 



— 27 — 

Le saint, comme il a été dit plus haut, est représenté 
entièrement armé, sa tête est nimbée, sa main droite 
tient une oriflamme et sa main gauche soutient une targe 
(bouclier) ornée d'une croix. 

L'armure, assez composite, représente ici plutôt celle 
d'un chef de milices urbaines que celle d'un chevalier. 

Le corps était revêtu d'une sorte de justaucorps à 
manches, nommé le gambison. Ce gambison était fait 
d'une toile double ou d'étoffe doublée de toile ; il était 
rembourré et piqué. Sur le plappart cette partie du cos- 
tume n'est pas visible, mais il se pourrait que la torsade 
que l'on aperçoit au bas de la jupe soit justement la 
bordure inférieure de ce gambison. 

Ces gambisons étaient faits de diverses manières, en 
peau souple d'une certaine épaisseur ou en peau de 
daim mince à l'extérieur et de toile à l'intérieur, mate- 
lassée entre deux et le tout piqué ; mais le plus souvent 
ils étaient composés de deux toiles matelassées et piquées. 
Il faut chercher l'origine de ce vêtement à l'époque où 
les chevaliers abandonnèrent la broigne pour adopter la 
cotte de mailles ou haubert. Effectivement si la broigne 
ne laissait pas pénétrer les armes elle n'empêchait pas 
le corps d'être meurtri par les coups. 

Souvent aussi les parties du corps qui n'étaient pas 
protégées par le gambison, ou bien celles de ce dernier 
qui n'étaient pas recouvertes de mailles, étaient garnies 
de petites plaques de métal, d'anneaux ou de clous à 
l'instar de l'ancienne broigne. Le gambison fut en usage 
depuis le commencement du Xlle siècle jusqu'à l'adop- 
tion définitive de l'armure complète, formée de plaques 
de métal articulées, au XV^ siècle, et même plus lard. La 
forme se modifia et, de long qu'il était au XII« siècle, il 
devint de plus en pkis court lorsqu'on adopta les plates 
de fer pour la défense des bras et des jambes et ne fut 
plus qu'une sorte de justaucorps s'arrôtant à la naissance 
des bras et descendant jusqu'au milieu des cuisses. 



— 28 — 

Au XIV^ siècle la poitrine fut considérablement capi- 
tonnée, le tout était alors recouvert d'une cotte d'armes 
faite de soie, de velours ou de drap aux couleurs du 
chevalier ; les jambes et les bras étant recouverts de plates. 

Nous voyons sur la planche que le saint a le bas-ventre 
protégé par une braconnière, sorte de tablier de peau 
attaché à la ceinture et garni de plaques de fer battu 
rectangulaires, cousues et rivées. 

La poitrine est défendue par un plastron de fer d'une 
seule pièce (pausiere) et il n'est guère admissible que 
les plaques de fer de la braconnière citée précédemment 
aient pu se continuer sous cette pausiere, ce qui eût fait 
double emploi et double superposition de métal. 

Un camail recouvre la tête de saint Ours et l'emboîte 
entièrement jusqu'aux épaules, tout en laissant le visage 
à découvert. Ce camail, qui était en peau, est garni, 
comme la braconnière, de plaques de métal cousues et 
rivées et n'est pas en mailles. On aperçoit sur le dessin 
les plaques de bordure du camail autour du visage, les- 
quelles sans doute s'arrêtaient au casque qui sans cela 
eût été difficile à assujettir; ce camail, qui alors était fixé 
par des arrêts au bord inférieur du dit casque ou sur 
sa face inférieure externe, se rabattait sur les épaules 
lorsque la tête était découverte. 

Notre guerrier porte sur la tête un casque conique, 
modification de la cervelière, que les chevaliers, depuis 
le règne de saint Louis, portaient sous le grand heaume. 
Comme ce dernier fatiguait énormément, tant par 
son poids que par le défaut de ventilation, ils ne le 
mettaient qu'au tournoi et durant le combat. Sur les 
miniatures en effet, les chevaliers sont souvent figurés 
combattant avec la cervelière seule, voire même avec le 
camail seul lorsque celui-ci couvrait la tête. La cer- 
velière suivit la forme du heaume et, de ronde qu'elle 
était, devint pointue lorsque les heaumes eux-mêmes 
devinrent coniques vers la fin du XIII^ siècle. 



— 29 — 

L'armure de notre homme d'armes se complète par 
des manches de mailles attachées au gambison à la 
hauteur des épaules et sur ces manches sont fixées par 
des courroies à l'avant et à Farrière-bras des plates 
qui protègent la partie postérieure des bras. C'est donc là 
le costume d'un homme d'armes de la fm du XIV*5 siècle, 
dont les mains sont couvertes en outre de gantelets de 
peau. * 

Les jambes enfm sont armées et couvertes par des 
grèves et des cuissards, reliés par des genouillères, le 
tout articulé comme on peut le distinguer sur la planche. 
Des solerets faits de lames de fer protègent les pieds et 
se terminent en pointe, sans que pour cela ils soient à 
la poulaine, c'est-à-dire que ces pieds soient terminés à 
leur extrémité par les longs appendices appelés de ce 
nom et qui apparaissent au XV^ siècle. 

L'écu que tient à la main gauche le saint n'est autre 
que la targe en usage à cette époque. L'entaille qu'on y 
voit était faite pour laisser passer la lance pendant la 
charge et comme cette targe se tenait de la main gauche 
cette entaille devrait ici se trouver à dextre et non à 
senestre, ce à quoi le graveur n'a pas songé. 

Sur d'autres monnaies soleuroises, telles que les 
magnifiques thalers, bien connus, du commencement 
du XVIe siècle, nous retrouvons saint Ours armé de 
toutes pièces. Les écus, fort rares du reste, de cette ville 
et datés de 1501 nous le montrent couvert d'une armure 
complète d'homme d'armes de la fin du XV« siècle. 
La tête, nimbée, est couverte d'une salade à visière re- 
levée, casque à timbre rond et à long couvre-nuque 
allongé qu'on portait à cette époque et qui souvent était 
muni d'une visière mobile qui durant le combat était 
abaissée sur le visage, était percée de trous pour la res- 
piration et de deux fentes horizontales pour la vision. 
La poitrine est couverte d'une cotte d'étofTe ornée d'une 



— 30 — 

croix qui couvre la pausiere et le saint tient une ori- 
flamme tout en ayant la main gauche appuyée sur le 
pommeau d'une longue épée transversale. Du reste, tous 
les détails de l'armure qu'il porte sont fort bien dessinés 
et on y remarque entre autres les tassettes destinées à 
protéger les cuisses et le bas-ventre. 

Les thalers non datés de la période suivante, soit du 
commencement du XVI^ siècle, représentent enfin saint 
Ours dans une acception analogue, sauf que l'armure n'a 
plus le caractère gothique de la précédente et que la 
tête est couverte d'un armet à visière relevée. 

La pose du personnage sur les thalers en question se 
retrouve ailleurs et rappelle les saints représentés sur 
les vitraux de l'époque. 

Genève, 1903. 

A. -St. van Muyden. 



jDie Mallertricdaille 

und ihre Geschichtet 



Seit einer Reihe von Jahren findet in Bern alljährhch 
anlässlich der Hochschulfeier, als ehrende Auszeichnung, 
die Austeilung der sogenannten Hallermedaille statt. Die 
Verleihung der Denkmünze wurde durch die Zeerleder- 
stiftung angeordnet, und da weder über Medaille noch 
Stiftung Näheres allgemein bekannt war, hat der Ver- 
fasser alle Aktenstücke gesammelt, um sie hiermit zu 
veröfTentlichen. Die Arbeit umfasst folgende sechs 
Hauptabschnitte : 

I. Die von Johann Melchior Mörikofer gestochene Haller- 
medaille. 

n. Die Zeerlederstiftung . 

ni. Die verschiedenen Réglemente über Austeilung der 
Hallerischen Preismedaille. 

IV. Die Geschichte der Medaille. 
V. Verzeichnis der mit der Medaille Beschenkten. 

VI. Die verschiedenen Aktenstücke zu Stiftung und Regle- 
menten. (Vorschläge von Kandidaten, Preisauf- 
gaben, Beurteilung derselben, Austeilungsfeier- 
lichkeiten, etc., etc.) 



' Vortrag gehalten in der Jahresversammlung der Schweizerischen numismatischen 
Gesellschaft, in St. Gallen (Vi. September 1903). Einzelne Kapitel wurden zu Vor- 
trägen verwendet im Bernischen historischen Verein und in der Hernischen numis- 
matischen Gesellschaft. 



— 32 ~ 

I. 

Die von Johann Melchior IVIörikofer 
gestochene Hallermedaille. 

Johann Melchior Mörikofer ^ fertigte im Jahre 1754, auf 
den berühmten Arzt, Naturforscher und Dichter, Albrecht 
von Haller (1708—1777), eine Denkmünze an. 

Brustbild Hallers im Profil von der rechten Seite, 
mit AUongeperrücke, in reicher Kleidung, mit Jabot und 
Professorenmantel. Unter der Schulter klein .im.iwk.f 
(Johann Melchior Mörikofer fecit). 

Umschrift, rechts in der Mitte beginnend, ALBERTUS 
• HALLERUS • Dreifacher glatter Reif und hoher Rand. 





' Johann Melchior Mörikofer wurde am 17. November 1706 zu Frauenfeld geboren. 
Sein Vater war Wundarzt und Mitglied des Innern Rates zu Frauenfeld.) Bei einem 
Stiefbruder Johann Heinrich Koch, von Thun, lernte er das Gürtlerhandwerk. Als 
Graveur arbeitete er mit grossem Fleiss. Die vorzüglichen Werke Hedlingers zog er 
eifrig zu Rate und suchte sie nach Vermögen nachzuahmen. Von Mörikofer rühren 
u. a. her: 

1. Eine Medaille, angefertigt für die hohe Schule zu Göttingen, auf der einen 
Seite das Brustbild des Königs Georg II. von England zeigend. 

2. Die Medaille auf Albrecht von Haller. 

3. » » » den Preussenkönig Friedrich II. 

4. » » » Voltaire. 

5. Das grosse Siegel für den Stand Bern. 

Mörikofer fertigte von 1755—1761 auch alle Münzstempel in der Münzstatt zu 
Bern an. Er starb in der Charwoche 1761, am 7. April. (Nach Gottlieb Emanuel von 
Haller.) 



— 33 — 

^. lieber einer Leiste eine Landschaft mit Obstbäu- 
men rechts und einem Wäldchen aus Nadel- und Laub- 
holz links, in der Mitte im Hintergrunde die Alpen. In 
der Mitte des Feldes Wolken, aus welchen hinten eine 
strahlende Leyer und eine Posaune herausragen, vorn, 
auf einen Lorbeerkranz gelegt, ein aufgeschlagenes 
Buch, auf dessen rechter Seite das Innere eines mensch- 
lichen Körpers, auf der hnken Seite eine Pflanze dar- 
gestellt sind. Im Abschnitte, auf drei Zeilen, famam 
EXPRESSiT I IN AERE | MÖRIKOFERUS • Umschrift iu 
der Mitte rechts beginnend, PATRICE NOVA SERTA 
PARAVIT • Dreifacher glatter Reif und hoher Rand. 

Gewicht : 55,6 Gr.^— Durchmesser : 0m,053.— Geprägt: 
in Silber. 

Beschreibung der Medaille : Gottlieb Emanuel von 
Haller, Schtveizerisches Münz- und Medaülenkabinet 
(2 Bände, Bern, 4780 und 1781), Band I, Nr. 217; ferner: 
Wilhelm Tobler-Meyer, Die Münz- und Medaillensammlung 
des Herrn Hans Wunderly-von Murait in Zürich (Zürich, 
1896), Nr. 1430. 

Die Originalstempel gelangten später in den Besitz von 
Ludwig Zeerleder und veranlassten diesen zu einer 
Stiftung. 



IL 

Die Zeeriederstiftung^ 

Kund und zu wissen seye liiemit : 
Demnach ich Ludwig Zeerleder, Mitglied des Kleinen 
Raths des Kantons Bern, mich entschlossen habe, zu 

' Exemplar des Herrn Wunderly-von Muralt. Ein Exemplar im bernischen Münz- 
kabinett wiogt ()9 Gramm ; ein Exemplar, das sich in der Münzsammlung des Klosters 
Engelberg befindet, wiegt G(),7 Gramm. . 

* Originalurkunde im bernischen Staatsarchiv. 

HEVUE NUM. T. XII. 3 



— 34 — 

Ehren Weiland Herrn Albrecht von Haller, meines 
mütterlichen Grossvaters, und als einen Beitrag zur Auf- 
munterung der studierenden Jugend auf hiesiger Académie 
und Schulen, eine von Zeit zu Zeit auszutheilende Denk- 
münze zu stiften: 

So habe ich in gegenwärtigem das eigentliche darüber 
und meinen diesörtigen Wunsch in Schrift verfasset. 

Es soll nemlich diese Denkmünze, an Gold 25Ducaten 
schwer, je alle fünf Jahre, von der akademischen Guratel 
oder jedesmahgen obersten Bernerischen Behörde der 
hiesigen Académie und Schulen, nach eingehohlten 
Zeugnissen der Lehrer und nach bestem Wissen und 
Gewissen, demjenigen jungen Manne nach Vollendung 
hiesiger Studien ertheilt werden, der sich, er sey geist- 
hchen oder weltlichen Standes, in Durchgehung der 
Bernerischen Schulen und Académie, durch Aufführung, 
Fleiss und Talente am meisten wird ausgezeichnet haben. 

Zu Begründung dieser Stiftung übergebe ich an Me 
HgHHrn Kanzler und Guratoren der Bernerischen Aca- 
démie, sowohl eine bereits geschlagene Médaille, als die 
Stempel derselben, und eine Summe von Eintausend 
zwei hundert Franken. Ich ersuche Wohldieselben 
geziemend, sich dieser meiner Stiftung beladen zu wollen, 
die Stempel richtig verwahren zu lassen, und die erwähnte 
Summe dermassen bei einem hiesigen Fundus oder sonst 
anzubringen, dass vermittelst derselben die Ausrichtung 
dieser Denkmünze je alle fünf Jahre durchaus und 
gänzlich versichert seye. 

Zu Urkund dessen habe ich diesen Stiftungsbrief in 
zwei Doppeln/: davon das eine MeHgHHrn mit Ihrer 
Entsprechung meines geziemenden Ansuchens und Ver- 
sicherung der stiftungsgemässen Ausrichtung gütigst 
versehen wollen:/ unterschrieben und mit meinem an- 
gebohrnen Insiegel bekräftigt. 

In Bern, den 1. Jenner 1809. . L. Zeerleder. 



^ 35 — 

Wir Kanzler und Guratoren der Bernischen Akademie 
und Schule thun kund hiemit : dass Wir nach der Uns 
von MeHg.Hh. den Käthen unter dem 9*«° des laufenden 
Monats ertlieilten Autorisation die in dem gegenwärtigen 
Briefe enthaltene Stiftung MeHgHh. Rathsherr Zeerleder 
mit Dank angenommen, sowie auch die darin ausgesetzte 
Summe der zwölfhundert Franken nebst einer goldenen 
Médaille von fünf und zwanzig Ducaten und den Stempeln 
zu derselben bestens empfangen haben ; Uns verbindend, 
diese Stiftung nach dem in gegenwärtiger Schrift fest- 
gesetzten Willen des Hochgeachten Donators zu verwalten 
und dieselbe zu vollstrecken. 

Zu dessen wahrer Urkunde gegenwärtige Erklärung 
mit meiner des Kanzlers Unterschrift und mit jener 
Unsers Sekretärs versehen, so wie auch mit dem grössern 
Akademischen Siegel verwahrt ist. 

Actum Bern, den 20*«" Jenner 4809. Der Kanzler \ 

Aus Auftrag der Akademischen Curatel 

Namens derselben, Fischer Sekretär: 



III. 

Die verschiedenen Réglemente über Austeilung 
der Hallerischen Preismedaiiie. 



1. Beglement 

über die Austheilung der Hallerisehen Preis -Medaille 

vom Jahre 1809. 

Wir Canzler und Guratoren der ßernischen Akademie 
thun kund hiemit : 
Demnach Uns von Unhghhrn. den Käthen sub. 9*'^" Jenner 

' Die Unterschrift des Kanzlers ist im Original aus Versehen vergessen worden. 



— 36 — 

dieses Jahres aufgetragen worden ist, die von Mnihghrn. 
Rathsherr Zeerleder laut Stiflungs-Brief vom 1. Jenner 
1809 gemachte Stiftung der Austheiiung einer goldenen 
Medaille von 25 Dukaten an Werth, für den vorzüglichsten 
Studiosen der hiesigen Akademie, auf je alle fünf Jalire 
zu Händen der Akademie anzunehmen und zu voll- 
strecken, als haben Wir in dieser Hinsicht und nach 
Anleitung des Stiftungs-Briefes beschlossen, ^ie folget: 

ERSTER ARSCHNITT 

Wah l- Vorsch lag . 

§4- 

Auf den ersten Montag im September 1810 und von 
da hinweg alle ftinf Jahre auf gleichen Tag versammeln 
sich die Mitglieder der vier Fakultäten hiesiger Akademie, 
und entwerfen jede besonders unter dem Vorsitze ihres 
Tit. Dekans einen Candidaten-Vorschlag von dem gesitte- 
testen und geschicktesten, oder wenn sie sich nicht auf 
Einen vereinigen können, höchstens zwei von den gesitte- 
testen und geschicktesten Schülern ihrer Abtheilung mit 
Ausnahme der Philologischen Fakultät, welche ihren Vor- 
schlag aus der Obern Akademie nehmen muss. Dieser 
Candidaten-Vorschlag ist sogleich versiegelt dem Canzler 
der Akademie zu überreichen. 

§2. 

Der Stiftung gemäss können auf diesen Vorschlag nur 
solche Akademiker gesetzt werden, welche 

a) für das erstemal zwei, in Zukunft aber wenigstens 
\ier volle Jahre hiesige untere Schulen besucht haben, 
und künftighin keiner, der nicht durch die öffentlichen 
Schulproben wirklich ad lectiones pubUcas als Akademiker 
befördet worden ist. 



— 37 — 

bj ferner nur solche Akademiker, welche für das erste- 
mal zwei Jahre, hinkünftig aber volle drei Jahre die 
öffentlichen Vorlesungen ununterbrochen besucht haben, 
wobei aber die allfälligen Entfernungen von der Akademie, 
sowie auch von der Schule, welche durch Bewilligung 
der Guratel dem einen oder andern Schüler möchten 
gestattet worden sein, nicht als ausschliessend ange- 
rechnet werden sollen. Der Zutritt soll aber auch solchen 
gestattet sein, welche zur Zeit der letzten Austheilung 
bereits in der Akademie allein des Goncurses nach obi- 
gem noch nicht fähig waren, mithin also zur nächsten 
Preis- Austheilung gezogen werden können, wenn sie 
schon in der Zwischenzeit ihre Studien vollendet und 
Akademie verlassen hätten 

cj Endlich nur solche, welche nächst den Talenten 
durch Sitten, Fleiss und gute Aufführung sich vorzüglich 
gut ausgezeichnet haben 

§3. 

Diese von den vier Fakultäten entworfenen Candidaten- 
Vorschläge trägt der Ganzler zur nochmaligen sorgfältigen 
Prüfung der Guratel vor, welche dieselben zu bestätigen 
oder nach Gutflnden mit ein oder zwei Candidaten zu 
vermehren hat, es sei denn, dass die Guratel einstimmig 
und nach ihrem zu motivierenden Befinden, unter den 
von den vier Fakultäten vorgeschlagenen, solch ein in 
Rücksicht der Sitten und der Geschicklichkeit sich aus- 
zeichnendes Subjekt erkennen sollte, welchem sie ohne 
fernem Goncurs die Medaille zuzusprechen, gutfinden 
würde. 

§4. 

Im ersten Falle wird diese Auswahl zum Goncurs den 
Gandidaten kund gethan, und dieselben zugleich aufge- 
fordert, sich zu dem Ganzler zu verfügen, welcher jedem 
ein Motto verschlossen zutheilen wird, dessen der 



— 38 — 

Candidat sich statt seiner Naniens-Untersclirift bei den 
Proben zu bedienen hat. 

§5. 

Der Akademische Rath wird hierauf beauftragt, durch 
die Fakultäten über nachfolgende Fächer vierfache Vor- 
schläge von Preisfragen der Akademischen Curatel zur 
Auswahl vorzulegen, als: 1) Mathematik. 2) Philosophie. 
3) Philologie. 4) Vaterländische Geschichte. 5) Physik. 
6) Naturgeschichte; Denne Theologie, Jurisprudenz und 
Medizin, aus welchem jeden P'ach diese oberste Behörde 
eine Aufgabe auswählen, dieselbe aber für einmal geheim 
halten wird. 

§6. 

Sämtliche diese Preisaufgaben, welche unmittelbar aus 
den den Akademikern wirkhch vorgetragenen Doktrinen 
hergenommen werden sollen, sind in deutscher Sprache 
abzufassen, und sollen auf gleiche Weise beantwortet 
werden, wobei jedennoch den Aspiranten nicht benom- 
men ist, die vorgelegten Preisaufgaben in lateinischer 
Sprache zu beantworten, als welches vielmehr zu be- 
sonderer Empfehlung dienen wird. 

§7. 

Auf den Tag, an welchem die Proben abgehalten 
werden sollen, versammeln sich der Obere Akademische 
Rath und die Gandidaten des Morgens um 7 Uhr im 
grossen Akademischen Ghorsaal, wo nach einer kurzen 
Anrede des Prorektors jedem der Aspiranten eine 
Abschrift der zu beantwortenden Fragen von der Guratel 
mitgetheilt wird. 

§8. 

Von diesen § 5 verzeichneten Preisfragen haben alle 
Aspiranten wenigstens drei der sechs ersten zu beant- 



— 39 ~ 

Worten, aus den drei letzten aber nur diejenige, welche 
in das individuelle Studium der Gandidaten einschlägt, 
als der Theolog nur die Theologische, der Jurist nur die 
Juristische, der Mediziner endhch nur die Medizinische. 

§9. 

Zu Beantwortung dieser Fragen fordert man keine 
ausführliche Abhandlungen, dagegen aber eine motivirte 
und klare Entwickelung des bezeichneten Gegenstandes, 
aus welcher deutlich erhellen möge, dass der Befragte 
in jedem der beantworteten Fächer gründliche Kennt- 
nisse besitze, und überhaupt eine sich auszeichnende 
wissenschaftliche Bildung habe. 

§ to- 
urner beständiger Aufsicht zwei immerhin anwesender 
Mitglieder des Untern-Akademischen Raths haben denn 
die Aspiranten ohne irgend eine Beihülfe von 7 Uhr 
Morgens bis 1 Uhr Nachmittags Zeit, ihre Beantwortung 
in besagtem Hörsaale schriftlich abzufassen worauf sie 
dieselbe statt der Namens-Unterschrift mit dem nach 
§ 4 erhaltenen Motto zu versehen, und in ein ihnen 
angewiesenes Portefeuille zu legen haben. 

§11. 

Um 1 Uhr, oder früher, wenn die Arbeiten sämt- 
licher Gandidaten fertig sind, behändigt der Prorektor 
dieselben, setzt sie in Girculation bei sämthchen Mit- 
gliedern des Untern Akademischen Raths und übergiebt 
sie nachher nebst einem ausführlichen Befinden dieser 
Behörde dem Ganzler der Akademie 

§ 12. 

Auf den zur Preis-Ertheilung bestimmten Tag, versam- 
melt der Ganzler den Obern Akademischen Rath, wel- 



— 40 — 

chem künftig zu dieser Verhandlung immerhin die vier 
letzt gekrönten Akademiker mit Sitz und Stimme beige- 
zogen werden sollen. 

Das Befinden des Untern Akademischen Rath wird 
abgelesen, nachher viritim umgefragt, die Motto der 
Vorgeschlagenen aufgeschrieben, und bei oflenem Mehr 
ausgewählet, bis das absolute Mehr den Sieger bezeichnet. 

§13. 

Bei derBeurtheilung sollen Universalität mit Gründlich- 
keit vorzüglich auf den Entscheid Einfluss haben. 

Hierauf öffnet der Canzler das bisher verschlossen 
gehaltene Verzeichnis der Mottos, und ruft den Namen 
desjenigen aus, welchem der gekrönte Sinnspruch nach 
§ 4 zugetheilt worden ist. 

ZWEITER ABSCHNITT 

Promulgation und Ceremoniel. 

§15. 

In dem Jahr, in welchem bei der Winter-Eröffnung 
der Akademie die Medaille ausgetheilt werden soll, zeigt 
solches der Prorektor in seiner Solennitätsrede an. 

§16. 

Diese Promulgation wird also zum erstenmal im Jahre 
1810 an der Solennität statt haben, und auf gleiche 
Weise alle fünf Jahre erneuert werden 

§17. 

Die Ertheilung der Medaille wird aber mit der Winter- 
Eröffnung der Akademie im November 1810 stattfinden 



— 41 — 

und allemal auf eine feierliche Weise in dem, seiner 
Zeit zu bestimmenden Lokale öffentlich vor sich gehen 

§18. 

Ausser den Regierungs- und Stadt-Behörden werden 
nebst der Akademie auch besonders die vier letztge- 
krönten Akademiker eingeladen, welche bei dieser 
Feierlichkeit gedachte Medaille en Sautoir um den Hals 
tragen werden 

§19. 

Nach einer den Gegenstand bezeichnenden Anrede des 
Prorektors, wird das Protokoll des Obern Akademischen 
Raths oder das der Guratel abgelesen und unter 
Trompeten-Schall der Namen des Siegers ausgerufen. 

§ 20. 

Hierauf führen die zwei letzt gekrönten Sieger den 
neugewählten Candidaten in den Kreis des Akademi- 
schen Raths vor den Canzler, welcher mit einem ange- 
messenen Comphmente den gekrönten begrüssen und 
ihm die Medaille an einem roth und schwarzen Bande 
um den Hals hängen wird. 

§21. 

Von da wird der Gekrönte zu seinen Collegen auf die 
ihnen besonders angewiesenen Stellen zurückgeführt, 
und die Cérémonie mit einem Ghoral der Scholaren wie 
an der Solennität beendigt. 

Gegeben Bern, den 3. Merz 1809. 

Namens der Akadem. Curatel 

der Canzler, 

Abraham Friedrich Mutach. 
Friedr. Fischer, Secretair. 



-^ 42 — 

2. Begïement 

über die Austheilung der Hallerischen Preis-Medaille 

vom Jahre 1826 \ 

Wir, Präsident und Mitglieder der akademischen 
Curatel Urkunden anmit : Naciidem Ue Ghhrn. die Räthe 
durch Hoch derselben Beschluss vom 9. Jenner 1809 uns 
die Vollmacht ertheilt, die Vergabung Mshghhrn. Raths- 
herrn Zeerleders, nach welcher alle fünf Jahre die 
Hallerische Médaille in Gold von 25 Ducaten an Werth 
einem der geschicktesten und moralisch vorzüglichsten 
Studierenden hiesiger Akademie überreicht werden soll, 
nicht nur zu Händen der Anstalt anzunehmen, sondern 
auch die stiftungsmässige Verwendung derselben zu voll- 
strecken ; als haben Wir, in Erwägung dass unser 
früheres Reglement vom 3. Merz 1809 in seiner Aus- 
führung sich nicht ganz zweckmässig erzeige, dasselbe 
andurch aufgehoben und für die Zukunft beschlossen, 
wie folget: 

§ 1. In den ersten Tagen Februars 1831, und von da 
hinweg alle fünf Jahre auf gleiche Zeit, versammeln sich 
die Mitglieder der 4 Fakultäten hiesiger Akademie und 
entwerfen, jede insbesondere, unter dem Vorsitz ihres 
Dekans, einen Candidaten-Vorschlag von zwey oder 
mehreren der gesittetsten und geschicktesten Zöglinge 
ihrer Abtheilung und übergeben diese Verzeichnisse ver- 
siegelt dem Präsidium der Curatel. 

§ 2. Der Stiftung gemäss können auf diesen Vorschlag 
nur solche Akademiker gesetzt werden, welche 

a) wenigstens vier volle Jahre hiesige Litterarschulen 
besucht haben und nach abgelegten öffentlichen Schul- 
proben wirklich ad lectiones publicas als Akademiker 
befördert worden sind. 

' Gedruckt im Litterarischen Archiv, Band V, S. 538 u. ff. 



i 



— 43 — 

b) Ferner nur solche Akademiker, welche volle drei 
Jahre die öffentlichen Vorlesungen ununterbrochen 
besucht haben. 

Wobey aber die allfälligen Entfernungen von der 
Akademie, sowie auch von der Schule, welche durch 
Bewilligung der Guratel dem einen oder andern Schüler 
möchten gestattet worden sein, nicht als ausschliessend 
angerechnet werden sollen. 

cj Der Zutritt soll aber auch solchen gestattet seyn, 
welche zur Zeit der letzten Austheilung bereits in der 
Akademie, allein des Concurses nach obigem noch nicht 
fähig waren, mithin also zur nächsten Preisaustheilung 
gezogen werden können, wenn sie schon in der Zwischen- 
zeit ihre Studien vollendet und die Akademie verlassen 
hätten. 

dj Endlich nur solche, welche nächst den Talenten 
durch Sitten, Fleiss und gute Aufführung sich vorzüglich 
ausgezeichnet haben. 

§ 3. Diese von den vier Fakultäten entworfenen Gan- 
didaten-Vorschläge trägt der Präsident zur nochmaligen 
sorgfältigen Prüfung der Guratel vor, deren Gutfinden es 
nach dem bestimmten Willen des Hghhrn. Donators 
freisteht, aus den vorgelegten Vorschlägen, oder sonst 
ohne fernere Prüfung von sich aus eine Auswahl zu 
treffen, wenn sie nach eingeholten Zeugnissen unter den 
Zöglingen der Akademie ein mit den stiftungsmässigen 
Requisiten versehenes Subjekt dazu ausschliessend 
würdig erkennen sollte. Diese Auswahl der Guratel muss 
inzwischen einmüthig stattfinden und die Begründniss 
davon in dem öffentlichen Proklam angegeben werden. 

§ 4. Sollte dagegen die Guratel für angemessener halten 
einen Goncurs zu veranstalten, so bezeichnet dieselbe 
eine oder mehrere Fakultäten, deren vorgeschlagene 



_ 44 — 

Aspiranten unter sich ausschliessend zu demselben auf- 
gefordert werden sollen. Diese Auswahl unter den 
Fakultäten soll zur Ermunterung, unter den Studirenden, 
soviel möglich abwechseln, jedoch bey der Bestimmung 
derselben die Anzahl und die Vorzüglichkeit der von 
den Fakultäten vorgeschlagenen Studirenden jedesmal 
berücksichtigt werden. Da die philosophische Fakultät 
unter ihren Studiosen aus Mangel der nach § 2 erforder- 
lichen akademischen Studienjahre gewöhnlich keine 
stiftungsmässige Subjekte hat, so steht ihr doch das 
Recht zu, einen Vorschlag aus den übrigen Fakultäten 
zu machen. 

§ 5. In diesem letztern Fall wird die Auswahl zum 
Goncurs den Gandidaten der betrefïenden Fakultäten 
kund gethan, und dieselben eingeladen sich zu dem 
Präsidenten der Curatel zu verfügen, welcher jedem ein 
Motto verschlossen zutheilen wird, dessen der Candidat 
sich statt seiner Namensunterschrift bei den Proben zu 
bedienen hat. 

§ 6. Der akademische Rath wird hierauf beauftragt, 
durch die Fakultäten über nachfolgende Fächer vierfache 
Vorschläge von Preisfragen der akademischen Cnratel 
zur Auswahl vorzulegen; als : 1. Mathematik. 2. Philo- 
sophie. 3. Philologie. 4. Vaterländische Geschichte. 
5. Physik oder Chemie. 6, Naturgeschichte, und über 
das Hauptfach der zum Concurs eingeladenen Fakultät 
oder Fakultäten. 

§ 7. Sämtliche diese Preisaufgaben, welche unmittel- 
bar aus den den Akademikern wirklich vorgetragen 
Doctrinen hergenommen werden sollen, sind in deut- 
scher Sprache abzufassen, und in derselben zu beant- 
worten ; wobei jedennoch den Aspiranten nicht benom- 
men ist die vorgelegten Preisaufgaben in lateinischer 



— 45 — 

Sprache zu beantworten , als welches vielmehr zu 
besonderer Empfehlung dienen wird. 

§ 8. Auf den Tag, an welchem die Proben abgehalten 
werden sollen, versammeln sich der akademische Rath 
und die Gandidaten des Morgens um 7 Uhr im grossen 
akademischen Hörsaal, wo nach einer kurzen Anrede 
des Prorektors jedem der Aspiranten eine Abschrift der 
zu beantwortenden Fragen von der Curatel mitgetheilt 
wird. 

§ 9. Von diesen § 6 verzeichneten Preisfragen haben 
alle Aspiranten wenigstens zwey der sechs erstem zu 
beantworten, und vorzüglich diejenige, welche in das 
individuelle Studium der Gandidaten einschlägt, als : Die 
Theologen die theologische, die Juristen die juridische, 
die Mediziner endlich die medizinische. 

§ 10. In Beantwortung dieser Fragen fordert man keine 
ausführliche Abhandlungen, dagegen aber eine motivirte 
und klare Entwicklung des bezeichneten CTCgenstandes, 
aus welcher deutlich erhellen möge, dass der Befragte 
in jedem der beantworteten Fächer gründliche Kennt- 
nisse besitze und überhaupt eine ausgezeichnete wissen- 
schaftliche Bildung habe. 

§ 11. Unter Aufsicht zwey immerhin anwesender 
Mitglieder des akademischen Raths haben dann die 
Aspiranten, ohne irgend eine Beihülfe, von 7 Uhr 
Morgens bis 1 Uhr Nachmittags Zeit ihre Beantwortung 
in besagtem Hörsaal schriftlich abzufassen, worauf sie 
dieselbe statt der Namensunterschrift mit dem nach § 5 
erhaltenen Motto zu versehen und in ein ihnen ange- 
wiesenes Portefeuille zu legen haben. 

§ 12. Um 1 Uhr oder früher, wenn die Arbeiten der 
Aspiranten fertig sind, behändigt der Prorektor dieselben 



^ 46 — 

und übergiebt solche den Lehrern der zum Goncurs 
eingeladenen Fakultäten, welche mit den Professoren, 
die nach § 6 die Vorschläge zu den sechs Nebenfächern 
gemacht haben, zu Abfassung eines ausführlichen Be- 
findens schreiten, welches nachher der Präsident der 
Akademie mit den Probearbeiten bei der Curatel cirku- 
lieren lässt. 

§ 43. An dem zur Preisvertheilung bestimmten Tage 
versammelt sich die Curatel, in welcher das Befinden 
abgelesen und nach abgehaltener Umfrage, der Sieger 
durchs absolute Mehr bezeichnet wird. 

§ 14. Bei der Beurtheilung sollen Universalität mit 
Gründlichkeit in dem Berufsfache vorzüglich auf den 
Entscheid Einfluss haben. 

§ 15. Hierauf öff'net der Präsident das bisher ver- 
schlossen gehaltene Verzeichniss der Motto's und zeigt 
den Namen desjenigen an, dessen Sinnspruche die 
Mehrheit der obersten akademischen Behörde die Ehren- 
Medaille zuerkannt hat. 

§ 16. Die Proklamation hat immer an dem diesen 
Proben nächstfolgenden Schulfeste statt, wo die Medaille 
an einem roth und schwarzen Bande öffentlich ausge- 
stellt und nach Ablesung des Krönungs-Befinden und 
Ausruf des Namens des Siegers, dem Dekan der be- 
treffenden Fakultät zu weiterer Verfügung zugestellt wird. 



Geben Bern, den 9. Dez. 1826. 



Namens der Curatel, 

Der Präsident : 

F. von Mutach. 



— 47 — 

3. Revidirtes Reglement 

über die Ertheilung der Haller'schen Preismedaille 

den 20. Juni 1836 \ 



Vergleiche das Gesetz über die Hochschule, vom 14, März 1834; 
Reglement über die Ertheilung von Stipendien aus der Mueshafen- 
stiftung und dem Schulseckel, vom 7. Juni 1855. 



Das Erziehungsdepartement der Republik Bern, in 
stiftungsgemässer Vollziehung der im Jahre 1809 gemach- 
ten Vergabung, nach welc])er alle fünf Jahre die Haller- 
sche Medaille in Gold von 25 Dukaten an Werth einem 
der nach Kenntnissen und Sittlichkeit vorzüglichsten 
Studirenden der bernischen Akademie überreicht werden 
soll; 

in Abänderung des von der ehemaligen akademischen 
Kuratel unterm 9. Dezember 1826 erlassenen Reglements 
über die Austheilung der Hallerschen Preismedaille 

beschliesst : 

§ 1. Dem Wortlaute der Stiftung gemäss können für die 
Erlangung der Haller'schen Medaille nur solche junge 
Männer auf den Vorschlag kommen, «welche in Durch- 
gehung der bernischen Schulen und Akademie sich durch 
Aufführung, Fleiss und Talente am meisten ausgezeichnet 
und ihre hiesigen Studien vollendet haben.» 

§ 2. Demnach würden nach den gegenwärtigen Ver- 
hältnissen die Bedingungen, um zur Ertheilung der 
Medaille vorgeschlagen zu werden, folgende sein: 



' Gedruckt: Neue ofßzielle Gesetzeseammlunr/ des Kantons Bern, HI. Band, 
vom 1. Februar 1834 bis 20. Dezember 1842, S. 191 ii. ff. 



— 48 — 

i. Eintritt in die Hochschule nach vollendetem drei- 
jährigem Kurse im Gymnasium, oder in der höhern 
Industrieschule, mit erhaltenem Zeugniss der Reife 
und Fälligkeit, oder nach stattgehabtem regel- 
mässigem Besuche der drei obersten Klassen des 
Progymnasiums und einer Klasse des Gymnasiums 
oder der höhern Industrieschule. 

2. Vollendung der Studien auf hiesiger Hochschule, 
bedingt durch einen regelmässigen Besuch von 
Kollegien während wenigstens drei Jahren. 

3. Tadellose Auftlihrung während der ganzen Studien- 
zeit. 

§ 3. Unter den, nach diesen Bedingungen wahlfähigen 
jungen Männern kann das Tit. Erziehungsdepartement 
stiftungsgemäss nach eingeholten Zeugnissen der Lehrer 
des Gymnasiums und der betreffenden Fakultät und 
nach vorhergegangener Anzeige an alle Fakultäten von 
sich aus und unmittelbar nach bestem Wissen und 
Gewissen denjenigen bezeichnen, den es für den würdig- 
sten hält, und demselben sofort die Medaille ertheilen. 

§ 4. Will das Tit. Erziehungsdepartement keine solche 
direkte Bezeichnung und Wahl vornehmen, so verlangt 
es von jeder einzelnen Fakultät einen Vorschlag nach 
den aufgestellten Bedingungen. 

§ 5. Der Vorschlag jeder Fakultät muss sich auf einen 
einzigen jungen Mann beschränken. 

§ 6. Die Fakultäten theilen sich vorläufig ihre Vor- 
schläge mit, woraufhin jede derselben nochmals beratiiet, 
ob sie bei ihrem Vorschlage bleiben, oder demjenigen 
einer andern Fakultät den Vorzug geben, oder endlich 
gar keinen Vorschlag machen wolle. 

§7. Die daherigen definitiven Beschlüsse und Vor- 



— 49 — 

schlage der einzelnen Fakultäten werden sodann von 
diesen dem Erziehungsdepartement mitgetheilt. 

§ 8. Fallen die Vorschläge aller Fakultäten auf den 
nämlichen jungen Mann, so soll demselben ohne weitere 
Prüfung die Medaille zugesprochen werden. 

§ 9. Sind mehrere Konkurrenten vorgeschlagen, so soll 
eine Prüfung den würdigsten bestimmen. 

§ 10. Die Prüfung besteht in zwei schriftlichen Probe- 
arbeiten, einer gelehrten Abhandlung, zu deren Ausar- 
beitung 4 bis 6 Wochen Zeit gegeben wird, und in 
einer kürzeren in loco und ohne Subsidien zu verfas- 
senden Probeschrift. Aufgaben oder Thesen zu diesen 
beiden Arbeiten werden von den betreffenden Fakultäten 
dem Erziehungsdepartemente zur Auswahl vorgelegt. 
Ferner haben die Konkurrenten auch ihre Studienhefte 
und Privatarbeiten vorzuweisen. 

§ 11. Die betreffenden Fakultäten senden ihre Gut- 
achten über diese Probearbeiten dem Erziehungsdepar- 
temente ein, welches sodann nach dem Ergebniss der- 
selben die Medaille dem Würdigsten zuspricht. 

§ 12. W^enn nur ein einziger Konkurrent durch eine 
einzige Fakultät vorgeschlagen ist, so findet für denselben 
gleichfalls eine Prüfung statt, nach deren befriedigendem 
Erfolg die Medaille ertheilt wird. Fällt hingegen die 
Prüfung nicht befriedigend aus, so ist es anzusehen, als 
hätte gar kein Vorschlag stattgefunden. 

§ 13. Das Reglement über die Austheilung der Haller- 
schen Preismedaille vom 9. Dezember 1826 ist von nun 
an aufgehoben. 

(Folgen die Unterschriften.) 



REVUE NUM. T. XII. 



— 50 — 

4. Revidirtes Reglement 

über die Ertheilung der Haller'schen Preismedaille 

den 28. Jänner 1869. 

Der Regierungsrath des Kantons Bern, 

in Vollziehung des Stiftungsakts vom i. Januar 1809, 
nach welchem alle fünf Jahre die Haller'sche Medaille in 
Gold von 25 Dukaten ertheilt werden kann, 

beschliesst : 

Dem Wortlaut der Stiftung gemäss, können für die 
Erlangung der Haller'schen Medaille nur solche junge 
Männer vorgeschlagen werden, (c welche in Durchgehung 
« der bernischen Schulen und Akademie sich durch 
(( Aufführung, Fleiss und Talente am meisten ausgezeichnet 
« und ihre hiesigen Studien vollendet haben. » 



.^2. 



Demnach werden folgende Requisite verlangt, deren 
Vorhandensein durch Schul- und Prüfungszeugnisse zu 
konstatiren ist : 

1) p]intritt in die Hochschule nach Durchgehung der- 
jenigen Schulen des Kantons Bern, welche auf Uni- 
versitätsstudien vorbereiten, mit erhaltenem Zeug- 
niss der Reife; 

2) Vollendung der Studien nach wenigstens zweijäh- 
rigem Besuch der hiesigen Hochschule; 

3) Tadellose Aufführung während der ganzen Studien- 
zeit. 



— 51 — 
§3. 

Die Vorschläge zur Ertheilung der Medaille werden 
von den Behörden der Hochschule an die Erziehungs- 
direktion gerichtet. 

.^ 4. 

Dieses geschieht in der Weise, dass auf eine Einladung 
der P>ziehungsdirektion hin, welche wenigstens alle fünf 
Jahre einmal erfolgt, eine jede Fakultät Einen jungen 
Mann auf den Vorschlag bringt. 

Nachdem die Fakultäten sich ihre Vorschläge gegen- 
seitig mitgetheilt, steht es einer jeden frei, auf ihrem 
Vorschlage zu beharren, oder sich dem Vorschlag einer 
andern Fakultät anzuschliessen, oder auf jeglichen Vor- 
schlag zu verzichten. 

Ergiebt sicli bei der zweiten Berathung der Fakultäten 
eine Mehrheit von dreien derselben für einen Vorge- 
schlagenen, so ist hievon der Erziehungsdirektion Mit- 
theilung zu machen. 

Ergiebt sich eine solche Mehrheit nicht, so haben der 
Rektor und die vier Dekane darüber zu berathen und 
abzustimmen, welcher der Vorgeschlagenen der Er- 
ziehungsdirektion in erster und welcher in zweiter Linie 
empfohlen werden soll. 

§5. 

Wenn die Erziehungsdirektion den auf diese Weise 
beschlossenen Vorschlägen ihre Genehmigung nicht 
ertheilt, so sind im folgenden Jahre von Seiten der 
Hochschule ohne Weiteres neue Vorschläge in der ange- 
gebenen Weise zu berathen. 

Die Ertheilung der Haller'schen Medaille geschieht 



— 52 — 

gleichzeitig mit der öffentlichen Berichterstattung über 
die akademischen Preisfragen. 

§7. 

Das Reglement über die Ertheilung der Haller'schen 
Preismedaille vom 20. Juni 4836 ist aufgehoben. 

Bern, den 28. Jänner 1869. 

Namens des Regierungsrathes : 

Der Präsident : 

Weber. 

Der Rathsschreiber : 

Dr. Trächsel. 



Zusatz. 

Statt der Haller'schen Preismedaille in Gold von 
25 Dukaten oder 285 Franken wird in Zukunft eine 
silberne Medaille, von gleicher Grösse und vermittelst 
der Originalstempel geprägt, verabfolgt ; der Rest des 
verfügbaren Zinsertrages vom Stiftungskapital soll in 
Geld ausgerichtet werden. Durch eine passende Urkunde 
ist den jeweiligen Empfängern die Bedeutung und der 
Ursprung des Geschenkes zur Kenntniss zu bringen. 

Bern, den 9. Januar 1886. 

Namens des Regierungsrathes : 

Der Präsident : 

Räz. 

Der Staatsschreiber : 

Berger. 



— 53 - 

IV. 

Die Geschichte der Medaille K 

Die vom berühmten Stempelschneider Johann Melchior 
Mörikofer 1754 auf den grossen Berner Gelehrten und 
Dichter Albrecht Haller angefertigten Stempel zu einer Me- 
daille gelangten später in den Besitz des Ratsherrn Lud- 
wig Zeerleder, der sie am 1. Januar 1809 der bernischen 
iVkademie zum Geschenk machte. In einem diesbezüg- 
lichen Stiftungsbrief wird verordnet, dass eine « Denk- 
münze, an Gold 25 Dukaten schwer, je alle 5 Jahre von der 
akademischen Guratel oder jedesmaligen obersten ßer- 
nerischen Behörde der hiesigen Akademie und Schulen, 
nach eingeholten Zeugnissen der Lehrer und nach bestem 
Wissen und Gewissen demjenigen jungen Manne nach 
Vollendung hiesiger Studien ertheilt w^erden solle, der 
sich, er sey welthchen oder geistlichen Standes, in 
Durchgehung der Bernerischen Schulen und Akademie 
durch Aufführung, Fleiss und Talente am meisten wird 
ausgezeichnet haben, i) Die Zinsen eines gestifteten 
Kapitals von 1200 Pfund (=1200 alte Franken) reichten 
aus, um alle fünf Jahre Austeilung dieser Medaille zu er- 
möglichen. Es wurde 1809 von den akademischen Be- 
hörden ein Reglement über das Vorgehen bei der Er- 
teilung der Hallermedaille aufgestellt. Jede Fakultät hatte 
einen einfachen oder doppelten Vorschlag zu machen. 
Die zur Prämierung vorgeschlagenen Studierenden hatten 
unter Aufsicht schriftliche Prüfungen in sieben Fächern 
zu bestehen, in Mathematik, Physik, Philologie, vater- 
ländischer Geschichte, Naturhistorie, Philosophie und im 



' In Kürze erwähnt auch Herr Professor Dr. Haag in seiner Festschrift zur Ein- 
iiciliarKj der Bernerlioclischale (4. Juni 1903) die Hallermedaille, S. 230. 

ViTgl. auch lierniac/io K unstdenlirnäler, Lieferung 5, Tafel 18, Dr. Grünau, 
«Medaillen au» dem bernischen Münzkabinett». 



— 54 — 

speziellen Fach des Kandidaten. Es sollten mindestens 
vier Fragen (drei Fragen waren beliebig auszuwählen; als 
vierte kam die aus dem speziellen Fach des Concurrenten 
dazu) in deutscher Sprache innert sechs Stunden gelöst 
werden. Bearbeitung in lateinischer Sprache sollte als 
besondere Empfehlung gelten. Die akademischen Be- 
hörden gaben ihre Gutachten über die eingelangten 
Arbeiten ab. Am Schulfest wurde die Medaille dann 
vergeben, erstmals 'J810 an Herrn Gottlieb Ziegler. Das 
Reglement von 1809 schrieb auch ein besonderes feier- 
hches Geremoniell für die Verleihung vor. Professoren 
und Studenten zogen ins Münster, woselbst der Rektor 
die Verleihung des Ehrenpreises ankündigte. Die Medaille 
wurde dem mit ihr Beschenkten an einem rotschwarzen 
Seidenbande um den Hals gelegt. Spätere Réglemente 
(1826 und 1836) stellten an die Kandidaten weniger strenge 
Anford^ungen. Statt vier waren nurmehr drei Fragen zu 
beantworten und nach dem Réglemente von 1836 bestand 
die Prüfung nur noch in zwei schriftlichen Probearbeiten, 
einer gelehrten Abhandlung, zu deren Ausarbeitung vier 
bis sechs Wochen Zeit gegeben wurde, und in einer 
kürzern in loco und ohne Subsidien zu verfassenden 
Probeschrift. Es konnte sogar die Medaille ohne Prüfung 
vergeben werden, wenn sich die Vorschläge aller Fakul- 
täten auf den gleichen Goncurrenten beschränkten. Das 
Austeilungsceremoniell unterblieb; es erfolgte Prokla- 
mation des Siegers am Schulfest; die Medaille wurde 
nicht mehr am Bande verliehen, sondern in einem Etui 
überreicht. Das noch heute geltende Reglement von 
1869 sieht von schriftlichen Prüfungen gänzlich ab, hält 
sich nur noch an die Bestimmungen der Zeerleder- 
stiftung: Durchgeh ung bernischer Schulen, Auszeichnung 
durch Betragen, Fleiss und Talente. Von 1810 bis 1884 
wurde die Medaille in Gold verliehen, in der Regel alle 
fünf Jahre. Da sich die Zinsen angehäuft hatten, w^urden 
1837, 1838, 1842 und 1846 Denkmünzen ausgegeben. 



— 55 — 

Fand sich kein geeigneter Kandidat, so wurde die Aus- 
teilung verschoben. 

Da die beschädigten Stempel Ivcine Goldprägung mehr 
zuliessen, wurde von 1889 an die Hallermedaille in 
Silber verliehen nebst einem ßarbetrag von 250 Franken. 
Eine Verdoppelung des Stiftungskapitals durch Herrn 
}*rofessor Zeerleder' ermöglichte (von 4889 an) eine all- 
jährliche Austeilung der Denkmünze. Da die Kapitalien 
wiegen Geldüberflusses auf dem Weltmarkte weniger 
Zinsen eintrugen, erfolgte von 1894 an eine Reduktion 
des ßarbetrages auf 230 Franken. 

Nach dem noch geltenden Réglemente von 1869 (nebst 
Zusatz von 1886, der Silberprägung der Medaille anordnet) 
schlagen die einzelnen Fakultäten der Hochschule ab- 
wechslungsweise einen Kandidaten vor. 



V. 

Verzeichnis der mit der Medaille Beschenkten. 

Die goldene Hallermedaille haben erhalten : 

1810. Herr Gottlieb Ziegler, stud. theol., nach schrift- 
licher Prüfung. 

Gottlieb Ziegler (1790—1842) wurde als Sohn des Pastetenhecks Ziegler 
im April 1790 geboren. 1808 wurde er hier in Bern Elementarlehrer. Am 
14. April 1809 wurde ihm eine goldene Medaille zuerkannt für Lösung der 
philosophischen Preisfrage (vergl. Aktenstücke vom 14. April 1809 und vom 
6. Mai 1809, Schulfest). 1810, am 21. August, wurde er als erster von zwei- 
undzwanzig Kandidaten ins Predigtamt aufgenommen. 1816, im August, 
resignierte er die Schullehrerstelle. 1819, im Juni, war er Klasshelfer, vom 
28. Mai 1827 an Pfarrer zu Belp. Im Jahre 1836 wurde er abberufen und starb 
am 28. Dezember 1842. Seine Tochter Louise Sophia Maria copuliert 1847 

' Vergl. A kteniflüvli vom 9. November. 1^89. 



— 56 — 

mit Herrn Ferd. Albrecht von Fellenberg (gestorben 5. Oktober 1902), 
deponierte die Hallermedaille und die goldene Medaille, die Ziegler 1809 als 
Fakultätspreis erhalten, im Historischen Museum. 

Biographische Notizen aus « Verzeichniss der Pfarrherren und Kandidaten 
des Kantons Bern », Bern, 1817, und « Verzeichniss der reformierten Geist- 
lichen der Stadt und Republik Bern», Bern, 1821. Ferner: Manuale der 
akademischen Kuratel. 



1816. Herr August Steck, stud. juris et philos., oiine 
Prüfung. 

August Steck (1798—1820), der älteste Sohn von Johann Rudolf, General- 
sekretär des helvetischen Direktoriums, wurde am 29. August 1798 geboren. 
1815 erhielt er als Verfasser der juristischen Preisfrage eine goldene 
Medaille. Noch nicht 18jährig erhielt er die Hallermedaille. Am 22. August 
1820 ertrank der hoffnungsvolle Jüngling beim Baden in der Saale in Jena. 
(Wurde mir von Herrn Professor Dr. Steck gütigst mitgeteilt.) 

Ueber die akademischen Preismedaillen, vergl. das Aktenstück « Die aka- 
demischen Preisaufgaben », anno 1809. Das Gewicht der einzelnen Haller- 
medaillen wird sub VI. (Aktenstücke) für alle soweit zu ermitteln, genau 
angegeben werden. 



1821. Herr Gottlieb Studer, stud. tlieol., ohne Prüfung. 

Gottlieb Ludwig Studer (1801—1889), wurde am 18. Januar 1801 geboren. 
Er widmete sich dem Studium der Theologie und der alten Sprachen auf 
den Universitäten Bern, Göttingen und Jena. Von acht Kandidaten bestand 
er das beste Staatsexamen und wurde 1823 ins Predigtamt aufgenommen. 
Nachdem er 1825 Vikar in Köniz, am 18. Mai 1826 Pfarrer am Burgerspital 
geworden, begann er 1827 Vorlesungen an der Akademie, an der er (am 
29. April) 1829 zum Professor der griechischen und lateinischen Literatur 
ernannt wurde. 1834, vom September an, war Studer Lehrer am höhern 
Gymnasium und wurde nach Errichtung der Hochschule, an deren Schöpfung 
er lebhaften Anteil nahm, vom ausserordentlichen zum ordentlichen Professor 
befördert. Diese Professur bekleidete er mit Glanz bis zum Jahre 1878. Er 
starb am 11. Oktober 1889. 

Studer war nicht nur Theologe. Auch der Altertumskunde und der Ge- 
schichte widmete er seine Aufmerksamkeit. Im Archiv des historischen Vereins 
publizierte er mehrere bedeutende Aufsätze, so u. a. eine « Geschichte des 
Inselspitals, Studien über Justinger » u. s. w. 1866 gab er die « Chronik des 
Matthias von Neuenburg » ; 1877 die des « Thüring Frickart » heraus. Eine 



— 57 — 

ganz hervorragende Leistung ist die Ausgabe des Justinger, 1871, in der zum 
ersten Male der bernische Chronist in einem genauen Text erschien. 

Studer zählt zu den bedeutendsten Gelehrten der Berner Hochschule. (Aus: 
Berner Taschenbuch, 1891, Chronik für das Jahr 1889.) 

1826. Herr Bernhard von Wattenwyl, stud. jur., ohne 
Prüfling. 

Bernhard Friedrich von Wattenwyl (1801—1881) wurde am 2. Oktober 
1801 in Bern geboren. Ihm wurde eine sorgfältige, aber sehr strenge Erziehung 
zu teil. Er durchlief die stadtbernischen Schulen und die Akademie und 
studierte dann auch noch in Göttingen Jurisprudenz. Ein Aufenthalt in 
Paris vollendete seine Studien. Zur ferneren Erweiterung seines Gesichts- 
kreises und zur allgemeinen Bildung machte v. Wattenwyl noch eine Reise 
nach England und Schottland. Nach Bern zurückgekehrt widmete er sich 
dem Fürsprecherberuf und wurde Sekretär des geheimen Rates. Da kam die 
Revolution des Jahres 1831, die auch in der Schweiz ihre Spuren hinterliess; 
V. Wattenwyl sah im Umsturz der bestehenden Verhältnisse nur das Traurige 
und Vernichtende; er verliess Bern, Hess sich in Schwyz nieder und gab 
den Waldstätterboten heraus, das Organ der antirevolutionären Partei. 
Er schonte seine Gegner nicht. Als ein von Schwyz unternommener Vorstoss, 
das liberale Regiment in Luzern zu stürzen, misslungen war, wurde 
V. Wattenwyl der Prozess gemacht ; auf seinen Kopf war ein Preis ausge- 
setzt. V. Wattenwyl entfloh über den Gotthard nach Italien. Am Comersee 
liess er sich zuerst nieder, begab sich später nach Nizza und nahm dann in 
Genf längern Aufenthalt. 

Die Politik sagte dem Geächteten nicht mehr zu. Er fand Trost und 
inneres Glück durch die Religion. Streng religiös war auch die Erziehung 
gewesen, die ihm im Elternhause speziell von der Mutter zu teil geworden 
war. Die evangelische Gesellschaft in Genf zählte v. Wattenwyl zu ihren 
eifrigsten Mitgliedern. Trotz segensreichen Wirkens vergass er seine Ange- 
hörigen und seine Vaterstadt nicht. Der bernische Grosse Rat hob 1844 die 
Verbannung auf und gestattete ihm die Rückkehr in seine Heimat. Er 
konnte endlich alle die Seinigen wieder sehen mit Ausnahme seines Vaters, 
der 1837 gestorben war. Damals war es ihm nicht gestattet worden für 
einige Tage zu den Seinigen zurückzukehren. 1851 verliess er Genf und 
siedelte endgültig nach Bern über. Hier widmete er sich philanthropischen 
Unternehmungen, begründete den Nothverein, den Armenverein und wirkte 
viel Gutes auch durch die von ihm veröffentlichten Blätter für Armenjyflege. 
Er war ein Mann von scharf ausgeprägter Ueberzeugung und zäher Charakter- 
festigkeit und machte von seinem bedeutenden Vermögen namentlich zu 
Gunsten religiöser Gemeinschaften einen grossartigen (îebrauch. Er starb 
als Gutsbesitzer in der Elfenau am 17. November 1881. 



— 58 - 

Biographische Notizen aus einer kleinen Broschüre, herausgegeben von 
einem Herrn B. : « Bernard Frédéric de Watteville de Portes, notice biogra- 
phique », Lausanne, imprimerie Bridel, 1882. Ferner : Berner Taschenbuch, 
Chronik 1881. 

i837. Herr Albert Jalin, stud. pliil., ohne Prüfung. 

Heinrich Albert Jahn, geboren 9. Oktober 1811, gestorben 23. August 
1900, durclilief die (staatliche) Elementarschule und die (staatliche) Literar- 
schule, incl. Gymnasium, in Bern. 

Studierte 1831 bis 1834 Theologie und Philologie an der Akademie in 
Bern. 

Absolvierte 1834 die theologische Prüfung und wurde in den bernischen 
Kirchendienst aufgenommen. 

Im gleichen Jahre zum Privatdozenten für Philologie an der neugegründe- 
ten Hochschule ernannt. 

Setzte mit Staatsstipendium seine philologischen Studien fort in Heidel- 
berg und München 1835 und 1836. 

Lehrer am Progymnasium in Biel 1836 bis 1838. 

Lehrer an der sogen. Industrieschule (entsprechend der Realabteilung der 
späteren Kantonsschule) in Bern für deutsche Sprache 1838 bis 1846. 

Unterbibliothekar der Stadtbibliothek 1840 bis 1847. 

Lehrer an der städtischen Realschule in Bern für Latein und Geschichte 
1847 bis 1852. 

Gehülfe am eidgenössischen Archiv 1853 bis 1862. 

Bibliothekar und Kanzlist des eidgenössischen Departements des Innern 
1862 bis 1868. 

Sekretär des eidgenössischen Departements des Innern 1868 bis 1878. 

Kanzlist des eidgenössischen Departements des Innern -1879 bis 1900 
(zuletzt beurlaubt). 

Mitglied des Vereins von Altertumsfreunden im Rheinlande, der antiqua- 
rischen Gesellschaften von Zürich und Basel, der « Société d'histoire de la 
Suisse romande», der historisch-theologischen Gesellschaft in Leipzig, der 
«Société jurassienne d'émulation», der allgemeinen schweizerischen ge- 
schichtsforschenden Gesellschaft, der stadtbernischen archäologischen Kom- 
mission, der königlich-bayrischen Akademie der Wissenschaften, des 
Gelehrtenausschusses des germanischen Museums, des «Institut national 
genevois», Mitglied und Ehrenmitglied des historischen Vereins des 
Kantons Bern, Ehrendoktor und Ehrenprofessor der Hochschule Bern. 

Hauptschriften : 

«Der Kanton Bern», deutschen Teils, antiquarisch beschrieben. Bern und 
Zürich, 1850. 



— 59 — 

« Chronik oder geschichtliche, ortskundliche und statistische Beschreibung 

des Kantons Bern. » Bern und Zürich, 1857. 
« Historische-archäologische Abhandlung über unteritalisch-keltische Gefässe 

in der Vasensammlung des bernischen Museums. » Bern, 1846. 
« Die in der Bieler Brunnquellgrotte im Jahre 1846 gefundenen römischen 

Kaisermünzen», antiquarisch-historisch beleuchtet. Bern, 1847. 
« Die Phalbaualterthümer von Moosseedorf im Kanton Bern. » Bern, 1857. 
« Die keltische Alterthümer der Schweiz, zumal im Kanton Bern », in Absicht 

auf Kunst und ästhetisches Interesse dargestellt. Bern, 1860. 
« Emmenthaler Alterthümer und Sagen. » Bern, 1865. 
« Bonaparte, Talleyrand et Stapfer. » Bern, 1869. 
« Geschichte der Burgundionen und Burgundiens bis zum Ende der ersten 

Dynastie », 2 Bände. Halle, 1874. 
«Biographie seines Vaters, Professor Karl Jahn. » Bern, 1898. 

Ausgaben griechischer Texte, besonders von Kirchenvätern : 
« Glycas ; Methodius ; Epiphanius ; Aristides Quintilianus de musica ; 

Gregorius ; Palamas ; Eustathius Antiochenus ; Proclus ; Dionysius 

Areopagita ; Chemica grseca, » etc. 
« Symbol« ad emendandum et illustrandum Philostrati librum de vitis 

sophistarum. » Bern, 1837. 
« Sanctus Basilius plotinizans. » Bern, 1838. 
«Dissertatio platonica, de causa et natura mythorum platonicorum », etc. 

Bern, 1839. 
« Animadversiones in Sancti Basilii Magni opera. » Basel, 1842. 
« Sanctus Methodius platonizans, sive platonismus sanctorum patrum ecclesise 

grtecse Metliodii exemplo illustratus. » Halle, 1865. 

Handschriftlich hinterlassen : « Ausgabe und Kommentar betreffend die 
Oracula quse feruntur Chaldaica, olim Zoroastri false attributa » und eine 
Abhandlung über die Gitate des Didymus von Alexandrien aus hellenischen 
Dichtern in seiner Schrift « De trinitate ». 

Viele Aufsätze in Zeitschriften, archäologischen, historischen und philo- 
logischen Inhalts. 

(Diese Mitteilungen verdanke ich Herrn Paul Jahn, Sekretär der kantonalen 
Direktion des Innern, dem Sohne des verstorbenen Herrn Prof. Dr. Jahn.) 

1838. Herr Eugen Bourgeois, stud. med., nach sclirift- 
liclier Prüfung. 

Johann Friedrich Rudolf Eugen Bourgeois (1815—1897) wurde den 
30. August 1815 geboren, als der einzige Sohn des Herrn Jean Charles Louis 
Bourgeois und der Henriette geb. Nägeli. Im Jahre 1830 erwarb sein Vater 
das Burger recht auf der Zunft zu Äffen. Schon frühe zeigte E. Bourgeois 
eine ungewöhnliche Begabung und einen hervorragenden Fleiss. Er durchlief 



— 60 — 

die Schulen seiner Vaterstadt und trat im Jahre 1835 in die damals eben 
gegründete Universität. Am Schlüsse seiner medizinischen Studien erhielt er 
nach Lösung einer Preisaufyabe die Hallerraedaille. Im Jahre 1840 paten- 
tiert, verreiste er sofort ins Ausland, besuchte die Spitäler von Paris, 
London, Wien und Berlin, und bereiste Italien und Siidfrankreich. Seine 
praktische Laufbahn begann er Ende 1841. Schon im Dezember 1842 wurde 
er vom Regierungsrate zum Inselwundarzte erwählt. Im Jahre 1843 ver- 
mählte er sich mit Frl. Rosa Lindt, welche ihm schon nach fünf Jahren durch 
den Tod entrissen wurde. Die zahlreichen schweren chirurgischen Fälle, 
welche auf seiner Abteilung im Inselspital Aufnahme fanden, brachten ihm 
schon innert wenigen Jahren eine ausserordentlich reiche Erfahrung. Sehr 
wesentliche Hülfe leisteten ihm ferner seine grosse Fingerfertigkeit und 
seine Begabung fürs Zeichnen, welche ihm erlaubte viele Beobachtungen 
durch Bleistiftskizzen zu fixieren. So wurde er bald zum weitaus am meisten 
beschäftigten Arzte unserer Stadt. Ihren Höhepunkt erreichten seine Lei- 
stungen im Jahre 1855, während der Ruhrepidemie, von welcher unsere Stadt 
heimgesucht wurde. Der Regierungsrat suchte seine Erfahrung und seine 
Kenntnisse auch für das allgemeine Wohl nutzbar zu machen, indem er ihn 
1848 in das Sanitätskollegium berief und ihm 1855 das Präsidium dieser 
Behörde anvertraute. Damals gehörten die meisten Mitglieder des Sanitäts- 
kollegiums auch zur Sanitätskommission der kantonalen Prüfungsbehörde 
für Aerzte, Apotheker und Tierärzte, und Herrn Dr. Bourgeois lag die 
Prüfung der Kandidaten in der Zoologie vergleichenden Anatomie und 
Chirurgie ob. Neben der Insel, dem Sanitätskollegium und seiner Privat- 
praxis hat er ein Werk mächtig fördern helfen, das, im Jahre 1844 in aller 
Stille begonnen, sich jetzt zu einem grossen Baume entwickelt hat, nämlich 
die Diakonissensache. Von der ersten Eröffnung des Asyles an, bis wenige 
Tage vor seinem Hinschiede, hat er die Kranken dieser Anstalt besucht und 
trotz der anfänglich sehr energischen Opposition der Inselbehörden hat er 
es durchgesetzt, dass im Jahre 1853 in der zu seiner Abteilung gehörenden 
Kinderstube die zwei ersten Diakonissen angestellt wurden. Dank seiner 
einfachen Lebensweise und seiner kräftigen Gesundheit konnte er während 
dreiundvierzig Jahren, Tag für Tag, seine fast übermenschliche Aufgabe 
bewältigen und durch Studieren in den spätem Abend- und den ganz frühen 
Morgenstunden blieb er fortwährend vertraut mit den Fortschritten der 
medizinischen Wissenschaft. Erst im Jahre 1884, als die neue Insel eröffnet 
wurde, trat er von seiner Stelle als Inselwundarzt zurück und widmete sich 
ausschliesslich der Privatpraxis. Im Juni des Jahres 1897 entschloss er sich, 
da er eine stätige Abnahme der Kräfte fühlte, sich in Interlaken ganz der 
Ruhe zu widmen. 

Am 28. Axigust (1897) entriss ihn eine Lungenentzündung auf immer 
dem Kreise der Seinigen. Der Tag seines Begräbnisses (30. August) fiel auf 
seinen 82. Geburtstag. 

(Aus einem Nekrolog im Berner Tagblatt vom 8. September 1897.) 



- 61 — 

1842. Herr Albrecht Immer, stud. theol. * 

Albrecht Heinrich Immer (1804-1884) wurde am 10. August 1804 
in Unterseen geboren, als das älteste von fünf Kindern des dortigen 
Pfarrers Aliraham Immer von Thun und seiner Gattin Sophie, geb. Gerwer 
von Bern. Den ersten Jugendunterricht erhielt Albrecht durch den Vater ; 
nach dessen Tod (1818) siedelte die Familie nach Thun über, und der junge 
Immer bezog gleichzeitig das Gymnasium in Bern. 1820 wurde er auf die 
Akademie befördert. Da es ihm nicht gelang, das Maturitätsexamen befrie- 
digend zu bestehen, so musste er das wissenschaftliche Studium mit einem 
Handwerk vertauschen ; er machte in Lausanne zweijährige Lehrzeit als 
Buchbinder. Nach einem Aufenthalt in Lyon und einer Wanderung durch 
das mittägliche Frankreich Hess er sich 1829 in seiner Vaterstadt Thun 
nieder, als Inhaber eines kleinen Buchbindergeschäftes. Nur mit halbem 
Herzen war er bei seinem Berufe, während die andere Hälfte sich mit 
schöner Literatur beschäftigte. Einen grossen Einfluss übte Pfarrer Anneler 
durch seine Predigten auf Immer aus. Bei einem geschäftlichen Besuch in 
Bern, zu Ende November 1834, wurde er von Friedrich Zyro, dem Professor 
der praktischen Theologie an der neu gestifteten Universität, angefragt, ob 
er sich nicht entschliessen könnte, Theologie zu studieren. Nach reiflicher 
Ueberlegung meldete sich Immer zur Immatrikulation. Mit eisernem Fleiss 
überwand er alle Schwierigkeiten und bestand von elf Kandidaten als erster 
das Staatsexamen. Am 9. September 1888 fand die Konsekration statt. Seine 
ersten Amtsjahre verlebte Immer in Burgdorf als Vikar des Pfarrers 
G. J. Kuhn, des bekannten bernischen Dichters und Kirchenhistorikers. 1840 
besuchte der junge Theologe die Universitäten Berlin (Wintersemester) und 
Bonn (Sommersemester) und kehrte dann wieder nach Burgdorf zurück, wo 
er sich mit Julie Marie Kienast vermählte, am 9. Juli 1845. Im Spätherbst 
des nämlichen Jahres erfolgte die Uebersiedlung nach der Pfarrei Büren. 
1849 wurde Immer als Professor der Theologie nach Bern berufen. 1850, zu 
Ostern, trat er seine Professur an. Während einer Reihe von Jahren erteilte 
er Religionsunterricht am Gymnasium und dreimal war er mit dem Rektorat 
der Hochschule betraut. 1866 erfolgte seine Ernennung zum Doktor (honoris 
causa) der Universität Basel, und im gleichen Jahre wurde ihm auch die 
Doktorwürde von der bernischen philosophischen Fakultät verliehen. Im 
September 1881 trat Immer in den Ruhestand über. Er starb am 28. März 1884. 

Vergl. Sammlung bernischer Biograjjhien, Bd. IV, S. 559 und ff., « Albrecht 
Heinrich Immer, 1804—1884», von Pfarrer Fr. Trechsel; ferner von dem- 
selben Verfasser : «Julie Marie Immer, geb. Kienast, 1809—1892», Samm- 
lung hernischer Biogra^Men, Bd. IV, S. 575 und ff. 



* Von 1842 an wurde die Medaille ohne Prüfung verabfolgt. Prüfungen 
fanden nur 1810 und 1838 statt. 



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1846. Herr Rudolf Aebi. 

Rudolf Aebi, von Seeberg (1820-1885), wurde am 9. März 1820 in Bern 
geboren, besuchte daselbst die Stadtschule (die sogenannte grüne Schule) 
trat sodann in das Gymnasium, in welchem er (es ist dies hier zu betonen, 
weil damals bloss die Theologen genötigt waren, alle Klassen des Gymnasiums 
durchzumachen) das Austrittsexamen der I. Klasse mit glänzendem Erfolge 
bestand. Schon damals zeichnete sich R. Aebi durch seltene Energie, Fleiss 
und Unbeugsarakeit des Charakters aus. Er widmete sich auf der Hoch- 
schule dem Studium der Jurisprudenz, welches er im Jahre 1843 mit einem 
ausgezeichneten Avokatenexamen abschloss, gleichzeitig mit Jakob Stämpfli. 
Beide, Aebi und Stämpfli hatten zufällig die nämliche Prozedur zur Grund- 
lage ihres mündlichen Probevortrages. Professor Dr. Rheinwald, der beide 
Vorträge anhörte, äusserte sich : « Beide haben ausgezeichnet, mit Scharf- 
sinn und Logik plädiert, aber jene Schönheit des Vortrages, jene Rundung, die 
Aebi eigen war, hat den Stämpfli etwas in den Hintergrund gestellt. » Stämpfli 
tat sich als ausgezeichneter Staatsmann hervor. Aebi als hervorragender Jurist. 

Behufs weiterer gründlicher Ausbildung begab sich Aebi für einige Zeit 
ins Ausland (u. a. nach Heidelberg) und eröffnete nach seiner Rückkehr so- 
fort ein selbständiges Bureau in Bern. Rasch gelangte er zu einer ausge- 
dehnten Praxis und zu dem Rufe eines vorzüglichen AnAvaltes, der sich im 
weitern Verlaufe immer steigerte. 

Aebi, durch seine beruflichen Aufgaben voll und ganz in Anspruch ge- 
nommen, hegte niemals den Wunsch, eine politische Rolle zu spielen und 
trachtete auch nicht nach Erlangung einer darauf abzielenden Popularität. 
Bereits im Jahre 1844, unmittelbar nach dem Betreten seiner Laufbahn, 
wurde der junge, vielversprechende Jurist vom Grossen Rat zum Mitglied 
des Justiz- und Polizeidepartements erwählt, in welcher ehrenvoller Stellung 
er freilich nicht lange verbleiben konnte, indem nach Mitgabe der Verfassung 
von 1846 damals das Départemental- und Kollegialsystem dem Direktorial- 
system weichen musste. Bis 1858 lebte sodann Aebi ungeteilt und ungestört 
seinen Berufsgeschäften, wurde aber in diesem Jahre beinahe gleichzeitig 
zum Mitgliede des Grossen Rates und des stadtbernischen Gemeinderates 
gewählt und bei den periodischen Neuwahlen jeweilen bestätigt, bis 1874, 
wo er eine allfällige Wiederwahl in die erstere Behörde absolut ablehnte 
nachdem er bereits im Jahre 1873 den Austritt aus der letztern genommen 
hatte, veranlasst durch seine stets anwachsende Praxis und anderweitige 
beträchtliche Beanspruchung. Aebi hatte nämlich nach dem Rücktritt des 
Herrn alt Staatsschreiber HünerAvadel, von dem Präsidium der Direktion der 
schweizer. Mobiliarversicherungsgesellschaft sich bewegen lassen, an die 
Spitze der Leitung dieser gemeinnützigen Anstalt zu treten, und um hiezu 
über die erforderliche Zeit verfügen zu können, glaubte er sich in anderer 
Richtung entlasten zu müssen. In der letztgenannten Stellung, die ihm be- 



— 68 — 

sonders lieb geworden war, verblieb sodann Aebi lange Jahre, und als er 
krankheitshalber das Präsidium abgeben musste, wurde ihm für seine treuen 
geleisteten Dienste eine goldene Medaille (die erste, die überhaupt ausge- 
geben wurde) verabreicht. 

Herr R. Aebi starb am 18. November 1885, im Alter von ftinfundsechszig 
Jahren. 

Diese Mitteilungen sind teils Nekrologen aus der Allgemeinen Schiveizer- 
seitung vom 21. November 1885 und dem Emmentalerhlatt vom 25. No- 
vember 1885 entnommen, teils verdanke ich sie Herrn Nationalrat 
F. Bühlmann in Grosshöchstetten, dem Schwiegersohne des Herrn Aebi sei. 

4854. Herr Johannes Ammann, V. D. M. 

Johannes Ammann (1828-1904) stammte aus einem einfachen Bauernhause 
von Madiswyl und wurde daselbst am 22. April 1828 geboren. Er besuchte von 
1834 bis 1839 die Primarschule in Wyssbach bei Madiswyl, von 1839 bis 1844 
die Sekundärschule in Kleindietwyl, von 1844 bis 1846 die Stadtschule (Pro- 
gymnasium) in Burgdorf und von 1846 bis 1849 das Gymnasium in Bern. Nach 
zurückgelegtem Maturitätsexamen (Frühling 1849) bezog er die Hochschule 
in Bern (1849 bis 1853) und widmete sich theologischen Studien. Im Sommer- 
semester 1853 bestand er von elf Kandidaten das beste theologische Staats- 
examen und wurde am 31. August 1853 konsakriert. Vom Herbst 1853 bis 
Herbst 1855 war er Vikar in Hasle bei Burgdorf. Im Wintersemester 1855 
bis 1856 studierte er noch in Berlin und im Sommersemester 1856 in 
Tübingen. Vom Herbst 1856 bis Februar 1857 war er wieder Vikar in Hasle, 
dann Pfarrer in Burgdorf, zugleich Lehrer (später Vorsteher) am Pro- 
gymnasium daselbst, auch Lehrer an der Mädchenschule, bis Frühling 1862. 
Vom 11. Mai 1862 an, war er Pfarrer in Lotzwyl ; nahezu zweiundvierzig 
Jahre wirkte er als tüchtiger Seelsorger in dieser Gemeinde. 

Von 1856 bis 1874 war Herr Ammann Feldprediger im damaligen 
Bataillon 59 (Neuenburgerhandel und Grenzbesetzung 1870). 

Im Jahre 1902 zum vierten Male Präsident des evangelisch-reformierten 
Synodalrates für eine 4jährige Amtsperiode. 

Von 1858 an ununterbrochen Mitglied der Schulsynode und einige Zeit 
Vorstandsmitglied. 

Mitglied der deutschen Seminarkommission seit 1862 und von 1873 an 
deren Präsident. 

Mitglied der Lehrmittelkommission für Primarschulen von 1862 an. 

Mitglied der kantonalen Jugendschriftenkommission. 

Von 1872 an Armeninspektor. 

Im Sommer 1902 wurde in Lotzwyl die 40jährige Wirksamkeit des Herrn 
Pfarrers Ammann gefeiert. 

Im August 1903 folgte das 50jährige Amtsjubiläum, und bei diesem Anlass 



— 64 — 

wurde Herr Aramann von der Berner Hochschule mit der Würde eines 
Ehrendoktors der Theologie ausgezeichnet. 

(Ueber die Jubiläen vergl. Berichte im Kirchenblatt für die reformierte 
Schweiz, Nr. 43 vom 24. Oktober 1903 und Schwyzerhüsli, Nr. 25 vom 
20. September 1903.) 

Wissenschaftliche Arbeiten : 

« Einige Beiträge zur Jeremias Gotthelf biographie », gedruckt in der 
Sammlung Bernischer Biographien, Bd. I, S. 577 — 599, und in der 
Geschichte der schweizer. Volksschule von Dr. 0. Hunziker. Ausserdem eine 
grössere Anzahl Artikel im Kirchenblatt für die reformierte Kirche der 
Schweiz, Casualpredigten , Synodalberichte. Wir erwähnen u. a. : « Die 
bernische Kirche vor fünzig Jahren und der Zellerhandel », Kirchliches 
Jahrbuch der reformierten Schweiz, 1898, S. 1—28. Ferner : « Bitzius als 
Generalreferent der bernischen Kirchensynode im Jahre 1845 », Kirchliches 
Jahrbuch für den Kanton Bern. Bern, 1894, S. 1 — 58. 

Die eingehenden biographischen Mitteilungen Hess mir Herr Pfarrer 
Ammann im Dezember 1903 zukommen; er ist seither (am 22. Januar 1904) 
verstorben. Vergl. auch Nekrologe im Bund vom 26./27. Januar 1904 und 
in den Basler Nachrichten vom 24. Januar 1904. 

1869. Herr Dr. Oskar Frölich*. 

Oskar Frölich von Erlach (Kt. Bern) wurde am 23. November 1843 in 
Bern geboren, wo sein Vater die Einwohnermädchenschule gegründet hatte 
und leitete. Er besuchte daselbst die Primarschule, das Progymnasium 
und das Gymnasium. Nach zurückgelegtem Maturitätsexamen (Ostern 1862) 
widmete er sich vom Frühling 1862 bis Herbst 1805 dem Studium der Natur- 
wissenschaften und bestand am 7. November 1863 das bernische Sekundar- 
lehrerexamen. Während seines Studiums an der Berner Hochschule war 
er Assistent am physikalischen Kabinet (Professor Wild) und er hielt 
auch 1864 einen ersten akademischen Preis für Lösung der chemischen Preis- 
aufgabe. 

Vom Herbst 1865 bis Frühling 1868 studierte Herr Frölich an der 
Universität in Königsberg und schloss daselbst seine Studien mit dem philo- 
sophischen Doktorexamen ab. 1868 war er in Bern prov. Leiter des eidg. 
Aichungsamtes und Assistent am physikalischen Kabinet der Hochschule, 
von 1869 bis 1873 Professoratsverweser an der land- und forstAvirtschaft- 



* Durch ein Circular wurden alle noch lebenden Empfänger der 
Hallermedaille ersucht, gefl. biographische Notizen einzusenden (Beant- 
wortung vorgelegter Fragen). Für das freundliche Entgegenkommen 
sei allen diesen Herren hiermit nochmals bestens gedankt. 



— 65 — 

lichen Akademie Hohenheim bei Stuttgart, von 1873 bis 1902 Labora- 
toriumschef und Oberelektriker bei der Firma Siemens und Halske in Berlin. 
Zur Zeit ist Herr Dr. Frölich Privat-Dozent in der Abteilung für Chemie 
und Hüttenkunde der königlichen technischen Hochschule Charlottenburg 
bei Berlin. 

Wissenschaftliche Arbeiten : 

« Ueber den Einfluss der Absorption der Sonnenwärme in der Atmosphäre 
auf die Temperatur der Erde. » Inaugural-Dissertation. Königsberg, 1868. 

Viele Arbeiten über Physik und Meteorologie, meist in den Annalen für 
Physik und Chemie (Poggendorfï), über Theorie von elektrischen Mess- 
instrumenten, Wärme der Erde, Veränderungen der Sonnenwärme; viele 
Arbeiten über Elektrotechnik, namentlich Theorie der Dynamomaschine, 
technische Anwendungen der Elektrolyse, elektrische Grundmasse, Messung 
des Drehstroms, etc., in den Abhandlungen der Berliner Akademie der 
Wissenschaften, in den Mémoires du Congres électrique, Paris, 1881, in der 
Elektrotechnischen Zeitschrift, Berlin. 

Einzeln erschienen : 

« Die Lehre von der Elektrizität und dem Magnetismus, mit besonderer 
Berücksichtigung ihrer Beziehungen zur Télégraphie. » Berlin, 1878, Jul. 
Springer. Ibid., 2. Auflage. Berlin, 1887, Jul. Springer. 

« Die dynamo-elektrische Maschine. » Berlin, 1886, Jul. Springer. 

« Ueber Isolations- und Fehlerbestimmungen bei elektrischen Anlagen. » 
Halle a/S., Wilh. Knapp. 

Diplome de coopération, Exposition d'électricité, Paris, 1881. 

Grand prix (in der elektro-chemischen Gruppe) Exposition universelle de 
Paris, 1900. 

1800. Herr Pfarrhelfer Moritz Ochsenbein *. 

Eugen Moritz Ochsenbein, von Steffisburg, Murten und Bern, wurde am 
18. Oktober 1842 in Nidau geboren, wo sein Vater Karl Gottlieb Fürsprecher 
war (von 1851 an Oberrichter und Obergerichtspräsident in Bern). Bis zum 
neunten Jahre besuchte M. Ochsenbein die Primarschule in Nidau, später die 
Wengerschule in Bern, bis 1854, dann bis 1860 die bürgerliche Realschule 
(unter Direktor Hugendubel) und von 1860 bis 1863 das kantonale Gymnasium 
(unter Rektor Professor Papst). Nach zurückgelegter Maturitätsprüfung 
(Frühjahr 1863) widmete er sich theologischen Studien an der Berner Hoch- 
schule, von 1863 (Frühjahr) bis 1867 (August) und schloss dieselben mit 
der theologischen Staatsprüfung am 15. August 1867. Anlässlich der Kon- 



* Siehe Anincrkiuif^ S. <)1. 

. REVUE NUM. T. XII. 



— 66 — 

sekration (28. August 1867) wurde Herrn Ochsenbein auch der Fädmingerpreis 
^u teil. (Ueher den Fädmingerpreis vide Abschnitt VI. Aktenstücke, sub anno 
1869.) Schon im September des gleichen Jahres erfolgte eine Berufung nach 
Murten als Pfarrhelfer für die zerstreuten Protestanten im katholischen 
Teil des freiburgischen Seebezirkes (Gurmels und Courtepin) und als Pfarrer 
in Cordast, zugleich freiburgischer Schulinspektor für die protestantischen 
Schulen, von 1867 bis 1872. Von 1872 bis 1880 war Herr Ochsenbein Pfarrer 
in Seedorf bei Aarberg und zugleich Armeninspektor. Im April 1880 kam 
er als Pfarrer an die Nydeckgemeinde Bern und wurde bei Abtrennung der 
Lorraine-Breitenrain-Kirchgemeide deren erster Pfarrer (August 1894), 
welche Stelle er noch heute bekleidet. 

Von 1880 bis 1893 Sekretär des Synodalrates und der Synode. 

Von 1898 bis 1902 Synodalratspräsident. 

Von 1888 bis 1900 Mitglied der evangelisch-theologischen Prüfungs- 
kommission. 

Seit 1882 Präsident des protestantisch-kirchlichen Hülfsvereins des 
Kantons Bern. 

Wissenschaftliche Arbeiten : 

« Streitigkeiten über die Foninda consensus mit besonderer Berücksich- 
tigung der bernischen Verhältnisse, 1645—1723 ». Berner Taschenbuch, 
1869. 

« Berichte über das religiöse, kirchliche und sittliche Leben im Kanton 
Bern, 1882 und 1886 » (nebst vielen andern Berichten über kirchliche 
Angelegenheiten). 

1869. tierr Fürsprecher Rudolf Niggeler. 

Rudolf Niggeler (1845—1887) wurde im Jahre 1845 geboren als der 
älteste Sohn des bekannten Juristen und Staatsmannes Nikiaus Niggeler. 
Im Jahre 1856 trat er in die IX. Klasse der bernischen Kantonsschule ein 
und absolvierte dieselbe bis zum Obergymnasium ; 1862 schied er von Bern 
und siedelte ins Gymnasiiim Pruntrut über, wo er nach drei Jahreskursen 
mit Erfolg die abschliessende Prüfung bestand. Eine zweite Periode seiner 
geistigen Bildung und Entwicklung bildeten seine Fachstudien im Gebiete 
der Rechtswissenschaft, welcher er mit Intelligenz und Scharfsinn in hervor- 
ragendem Masse ausgestattet, mit einem den feurigen, idealen Jüngling 
characterisierenden Eifer und Interesse oblag. Aufgeregte, stürmische Zeiten, 
der deutsch-französische Krieg, die Bundesrevisionen von 1872 und 1874 
boten der emporstrebenden, für alles Gute und Wahre in edler Begeisterung 
sich entflammenden Natur reichliche Nahrung. Kaum hatte er nach glänzend 
bestandener Fürsprecherprüfung einige Jahre in Bern der Advokatur obge- 
legen, als infolge der neuen Bundesverfassung ein ständiges Bundesgericht 
geschaifen wurde und die Blicke sich auf den jungen bernischen Juristen 



— 67 — 

Niggeler lenkten, der dann auch siegreich aus der Urne hervorging und im 
Jahre 1875 als Bundesrichter nach Lausanne übersiedelte. 

Die Periode seiner richterlichen Tätigkeit brachte Niggeler viele und 
schwere Arbeit, die an ihm stets den Meister fand und ihm Gelegenheit bot, 
seine juristische Befähigung im glänzendsten Lichte erscheinen zu lassen. 
Doch schien ihm das Richteramt nicht volle Befriedigung zu gewähren; das 
abgeschlossene Leben in Lausanne, die gezwungene Passivität im politischen 
Leben und persönliche Gründe gaben den Anstoss, dass Niggeler im Jahre 
1879 den Richterstab niederlegte, nach Bern zurückkehrte und hier ein 
Advokaturbureau gründete, dem er bis zu seinem Tode vorstand und das 
aus der ganzen Schweiz eines zahlreichen Zuspruches sich erfreute. Mit dem 
Uebertritt nach Bern war Niggeler auch sofort wieder berufen, im politischen 
Leben eine hervorragende Rolle zu spielen. Durch den Tod Jakob Stämpfiis, 
im Jahr 1879, war ein Sitz im Nationalrat frei geworden, und noch war 
Niggeler in Lausanne, als er vom seeländischen Wahlkreise das Mandat als 
Nationalrat erhielt. Seine Heimatgemeinde Affbltern wählte ihn auch in den 
Grossen Rat, dem er bis zur Integralornennung, Mai 1886, angehörte. In den 
Bundesbehörden gelang es Niggeler bald, eine einflussreiche Stellung sich zu 
verschaffen. Gross sind seine Verdienste um das eidgenössische Obligationen- 
recht, wo er als Präsident der nationalrätlichen Kommission mit bewunder- 
ungswürdiger Schärfe und Klarheit die Berichterstattung besorgte. 

Neben dem logischen, juristischen Geiste machte sich auch ein reger Sinn 
für Dichtkunst geltend. Eine Anzahl der gemütvollen Gedichte Niggelers 
erschien in der Helvetia und später in einer kleinen Sammlung. 

Nationalrat Dr. Rudolf Niggeler starb am 12. Juli 1887. 

Vom Dr. Niggeler stammt auch die Biographie des Professors Jakob 
Leuenberger, in Sammlung bernischer Biographien, Band II, S. 149. 

(Aus einem Nachruf in der Bernerzeitung vom 12. Juli 1887. Vergl. ferner 
einen Nekrolog in derselben Zeitung sub 15. Juli 1887, und Helvetia, 
politisch-literarisches Monatsheft der Studentenverbindung Helvetia, Nr. 7 
bis 8, August 1887.) 

1876. ITerr Dr. med. Johann Friedrich Schmid, Arzt*. 

Johann Friedrich Schmid, von Meikirch (Kanton Bern) wurde am 
21. Januar 1850 geboren. Er besuchte von 1855 bis 18(53 die Primarschule 
in Meikirch, von 1863 bis 1866 die Sekundärschule in IJettligen, genoss 
während eines halben ' Jahres Privatunterricht in den alten Sprachen bei 
Herrn Pfarrer Grütter in Meikirch und bezog alsdann für ein und ein halb 
Jahre, vom Herbst 1866 bis Frühjahr 1868, das Progymnasium in Bern. 
Innert ZAvei Jahren absolvierte er das Gymnasium ; er trat nämlich auf Neu- 

• Sii'hi' Atinir'rkim^: S. lil. 



— 68 — 

jähr 1869 aus der III. aus, liess sich durch Privatunterricht weiter bilden, 
trat im Frühjahr 1869 in die Prima ein und bestand 1870 das Maturitäts- 
examen mit der ersten Note. Von 1870 bis 1874 lag J. F. Scbmid medizi- 
nischen und anfänglich daneben auch philologischen Studien an der Berner 
Hochschule ob. Im Frühling des Jahres 1874 schloss er dieselben ab mit 
dem Doktorexamen, nachdem er schon zu Beginn des Jahres die medizi- 
nische Staatsprüfung mit bestem Erfolg bestanden hatte. Von intensiven 
Studien zeugt auch der erste medizinische Fakultätspreis, den sich Herr 
Schmid für seine Arbeit « Vergleichung der vordem und hintern Extremität 
im Gebiete des Wirbeltiertypus » errang. Von 1872 bis 1874 war Herr Schmid 
Unterbibliothekar der medizinischen Bibliothek der Hochschule, und während 
zweier Semester (1873—1874) Assistent am Jennerspital; zur weitern allge- 
meinen und wissenschaftlichen Ausbildung nahm er längern Aufenthalt in 
Berlin (ein Semester) und Prag (Herbstferienkurse) und hielt sich vorüber- 
gehend in Leipzig und Strassburg auf. Von Ende Oktober 1874 bis November 
1875 praktizierte er als Arzt in Lotzwyl (bei Langental), von 1875 bis 1876 
in Rüthi (im Kanton St. Gallen) und von 1876 bis 1889 in Altstätten (Kanton 
St. Gallen). Von 1876 bis 1885 war er Physikatsadjunkt des st. gallischen 
Bezirks Oberrheintal, von 1885 bis 1889 Mitglied des st. gallischen Sanitäts- 
rats. 1889 wurde er an die neugeschaffene Stelle eines eidgenössischen Sani- 
tätsreferenten berufen und 1893 zum Direktor des neu kreierten schwei- 
zerischen Gesundheitsamtes gewählt, welche Stellung er zur Zeit noch inne 
hat. Er nahm als Vertreter der Schweiz teil an den internationalen Sani- 
tätskonferenzen : 1893 in Dresden (mit dem schweizerischen Gesandten 
Dr. Eoth in Berlin), 1897 in Venedig (mit dem schweizerischen Gesandten 
Dr. Carlin in Rom), 1903 in Paris (mit dem schweizerischen Gesandten 
Dr. Lardy in Paris) und an verschiedenen Kongressen (internat, medizinische 
Kongresse in Berlin 1890 und in Rom 1894 ; internat. Kongresse für Hygiene 
und Demographie in Paris 1889, in Budapest 1894, in Madrid 1898, in Paris 
1900 und in Brüssel 1903; Kongress für Bekämpfung der Tuberkulose als 
Volkskrankheit in Berlin 1899; internat. Konferenz zur Verhütung der 
Syphilis und der venerischen Krankheiten in Brüssel 1899). 

Mitglied der ständigen internationalen Kommission der Kongresse für 
Hygiene und Demographie. 

Ehrenmitglied des Vereins schweizerischer analytischer Chemiker. 

Ehrenmitglied der Internationalen Centralkommission zur Bekämpfung 
der Tuberkulose. 

Verzeichnis der wissenschaftlichen Arbeiten : 

1. « Ueber die gegenseitige Stellung der Gelenk- und Knochenaxen der 
vordem und hintern Extremität bei Wirbeltieren. » Archiv für Anihrn- 
pologie, Bd. VI. Braunschweig, 1873—1874. Mit Illustrationen. 

2. « Ueber Form und Mechanik des Hüftgelenks. » Bei'ner Inaugural-Disser- 



— 69 — 

tation. Sep.-Abdr. aus Deutsche Zeitschrift für Chirurgie, Bd. V. Leipzig, 
1874. Mit 1 Tafel. 

3. « Ein Fall von primärem Harnröhrenstein. » Korrespondenzhlatt für 
Schweizer Aerzte, Jahrg. IX. Basel, 1879. 

4. « Ueber hereditäre Ataxie. » Ibid., Jahrg. X. Basel, 1880. 

5. « lieber Anzeige ansteckender Krankheiten und über Bescheinigung der 
Todesursache. » Ibid., Jahrg. XX. Basel, 1890. 

G. « Bericht über den internationalen Kongress für Hygiene und Demo- 
graphie in Paris, 4. bis 11. August 1899. » Ibid., Jahrg. XX. Basel, 1890. 

7.. « Das schweizerische Gesundheitswesen. » Nach amtlichen Quellen be- 
arbeitet und im Auftrage des Schweizerischen Departements des Innern 
herausgegeben. Bern, 1891. — Auch in französischer Sprache erschienen. 

8. « Systematische Uebersicht der Gesetze, Verordnungen, Réglemente, Vor- 
schriften und sonstigen Bestimmungen betreffend das öffentliche Gesund- 
heitswesen der Schweiz (Bund, Kantone und Städte). » Bern, 1891. — 
Deutsch und französisch. 

9. « Vorschläge zur Verbesserung der schweizerischen Mortalitätsstatistik. » 
Zeitschrift für schweizer. Statistik, Jahrg. XXVII. Bern, 1891. 

10. « Der Einfluss der Wohnung auf die Gesundheit und die Notwendigkeit 
einer Bau- und Wohnungsgesetzgebung im Kanton Bern. » Korrespotidenz- 
blatt für Schweizer Arzte, Jahrg. XXI. Basel, 1891. 

11. « Ein eidgenössisches Lebensmittelgesetz. » Bern, 1891. (Nach einem in der 
Helmtia, polit.-literar. Monatsheft der Studentenverbindung «Helvetia», 
Jahrg. 1891, erschienenen Vortrag.) 

12. « Die internationale Sanitätskonferenz in Dresden. » Basler Nachrichten, 
Jahrg. 1898. Basel. 1893. 

13. « Zur Frage der Errichtung einer Desinfectionsanstalt in der Stadt Bern. » 
Korrespoitdenzblatt für Schweizer Aerzte, Jahrg. XXIII. Basel, 1893. 

14. « Der Stand der Choleraprophylaxe in der Schweiz. » Ibid., Jahrg-. XXIII. 
Basel. 1893. 

15. In Verbindung mit Dr. Moser, Versicherungstechniker des eidgenös- 
sischen Industriedepartements: «Voranschlag über die jährlichen Kosten 
der staatlichen Krankenpflege in der Schweiz. » Bern, 1893. 

IH. « Uebersicht des Auftretens der Influenzaepidemie in der Schweiz im 
AN'inter 1889 — 1890. » Statistisches Jahrbuch der Schweiz, Jahrg. III. 
Bern, 1893. Mit 1 Karte. 

17. « Pocken und Impfung. » Sanitarisch-demographisches Wochenbulletin 
der Schweiz. Bern, 1894. 

18. « 1 )ie Pockenerkrankungen in der Schweiz während der ersten Hälfte des 
.Jahres 1894, nebst einer vergleichenden Zusammenstellung der Pocken- 
morbidität und -Mortalität und der Impifrequenz in der Schweiz von 1876 
bis 1893. » Zeitschrift für schweizer. Statistik, Jahrg. XXX. Bern, 1894. 
Mit graphischen Tafeln. 



— 70 - 

19. « Die Verhandlungen über die Diphtheriefrage auf dem VIII. internatio- 
nalen Kongress für Hygiene und Demograplüe in Budapest. » Bern, 1894. 

20. In Verbindung mit Dr. Guillaume, Prof. Hess, Dr. Schuler : « VIII. inter- 
nationaler Kongress für Hygiene und Demographie in Budapest, 1. bis 
7. September 1894. » Sep.-Abdr. aus dem Sanitarisch-demographischen 
WochenbuUetin. Bern, 1895. 

21. «Die Influenza in der Schweiz in den Jahren 1889 — 1894.» Sep.-Abdr. 
aus der Zeitschrift für schweizer. Statistik, Jahrg. XXXI. Bern, 1895. 
Mit 17 graphischen Tafeln und 6 Karten. 

22. « Die Bedeutung der Volkssanatorien im Kampfe gegen die Tuberkulose, 
mit besonderer Berücksichtigung der schweizerischen Verhältnisse. » 
Schweizer. Blätter für Wirtsehafts- und Sozialpolitik. Bern, 1895. 

23. « Strassenreinigung und Kehrrichtbeseitigung in den Schweizer Städten. » 
Sonder-Abdr. aus dem Sammelbericht über Strassenhygiene für den 
IX. internationalen hygienischen Kongress in Madrid. Berlin, 1898. 

24. « Die Zulassung von Ausländern zur Ausübung der ärztlichen Praxis, zu 
den ärztlichen Prüfungen und zu den klinischen Assistentenstellen in 
Deutschland und in der Schweiz. » Korrespondenzblatt für Schweizer 
Aerzte, Jahrg. XXVIII. Basel, 1898. 

25. Bibliographie der Schiveizerischen Landeskunde. Fase. V, 8 : « Gesun<l- 
heitswesen », I.Heft: «Allgemeines» und «Gesundheitsverhältnisse». 
Bern, 1898. 

26. « Die Verbreitung der Tuberkulose in der Schweiz. » Bericht über den 
Tuberkulosekongress in Berlin. Berlin, 1899. Mit 1 graphischen Tafel 
und 1 Karte. 

27. « Die Volksheil Stätten für Tuberkulöse in der Schweiz. » Ibid. 

28. In Verbindung mit Dr. F. Egger, Privatdozent in Basel : « Der Kon- 
gress zur Bekämpfung der Tuberkulose als Volkskrankheit in Berlin, 
Mai 1899. » Sep.-Abdr. aus dem Sanitarisch-demographischen Wochen- 
bulletin der Schweiz. Bern, 1899. 

29. In Verbindung mit Prof. Dr. Jadassohn in Bern : « Prostitution und 
venerische Krankheiten. Berichte : 1. Die Prostitution und die venerischen 
Krankheiten in der Schweiz ; 2. Die internationale Konferenz zur Ver- 
hütung der Syphilis und der venerischen Krankheiten in Brüssel, Sep- 
tember 1899. » Ibid. Bern, 1900. 

30. « Die in der Schweiz ergriffenen Schutzmassnahmen gegen die Pest. » 
Ibid. Bern, 1900. 

31. « Der X. internationale Kongress für Hygiene und Demographie in Paris. » 
Ibid. Bern, 1901. 

32. « Aerztewesen. » Handwörterbuch der schweizer. Volkswirtschaft, Sozial- 
politik und Verwaltung, I. Band. Bern, 1901. 

33. « Die schulhygienischen Vorschriften in der Schweiz, auf Anfang 1902 
zusammengestellt. » Zürich, 1902, 



— 7J — 

'M. « Die Verbreitung der Heilstätten für Tuberkulöse in der Schweiz im 
Jahre 1902. » Tuberculosis, Vol. I. Leipzig, 1902—1903. 

35. « Die Leistungen der schweizerischen Volksheilstätten für Tuberkulöse 
in den Jahren 1899 bis 1901. » Ibid., Vol. IL Leipzig, 1903. 

36. «Rapport sur l'état actuel de la lutte contre la tuberculose en Suisse. » 
Ibid., Vol. IL Leipzig, 1903. 

37. « Das internationale Bureau für Bekämpfung der Tuberkulose. » Korres- 
pondenzblatt für Schweizer Äerzte, Jahrg. XXXIII. Basel, 1903. 

38. En collaboration avec le D^" H. Carrière, adjoint au Bureau sanitaire 
fédéral, Berne : « Rapport sur la question : Intervention des pouvoirs 
pul)lics dans la lutte contre la tuberculose. » Compte-rendu du Congrès 
international d'hygiène et de démographie, tenu à Bruxelles du 2 au 8 sep- 
tembre W03. HappoHs. Bruxelles, 1903. 

39. « Bericht über die Strassenhygiene in der Schweiz. » Ibid. Bruxelles, 1893. 

40. « Geheimmittelwesen. » Handwörterbuch der schweizer. Volkswirtschaft, 
Sozialpolitik und Verwaltung, II. Band. Bern, 1904. 

41. «Schweizerisches Gesundheitsamt.» Ibid. 

42. « Der internationale Kongress für Hygiene und Demographie in Brüssel, 
2. bis 8. September 1903 » . Sep.-Abdr. aus dem Sanitarisch-demographischen 
Wochenbulletin. Bern, 1904. 

43. Bibliographie der Schiveizerischen Landeskunde, Fase. V, 8 : « Gesund- 
heitswesen » . 2. Heft : « Oeffentliche Gesundheitspflege und Sanitätspoli- 
zei ». Bern, 1904. 

44. « Die Schulhygiene in der Schweiz. » Encyclopädisches Handbuch der 
Schulhygiene, herausgegeben von Dr. R.AVehmer. Leipzig und Wien, 1904. 
Mit Illustrationen. 

1884. Herr Dr. phil. Eduard Fischer*. 

Eduard Fischer von Bern wurde am 16. Juni 1861 geboren. Er besuchte 
die « Lerberschule » (jetzt Freies Gymnasium) in Bern vom Frühling 1867 
bis Frühling 1880 (Elementarschule, Progymnasium und Gymnasium). Nach- 
dem er am 18. März 1880 die Maturitätsprüfung an der Kantonsschule in 
Bern bestanden hatte, bezog er die Universität in Bern, vom Frühling 1880 
bis Frühling 1882 und hernach die Hochschule in Strassburg, Sommersemester 
1882 bis Ende des Somraersemesters 1884. Am 24. Juli 1883 erwarb er sich 
in Strassburg den philosophischen Doktorhut (mathematisch-naturwissen- 
schaftliche Fakultät) und besuchte während des Wintersemesters 1884 — 1885 
die Berliner Universität. 1885 wurde er Privatdozent an der Berner Hoch- 
schule. 1893 ausserordentlicher Professor, und seit 1897 bekleidet er die 
iii(l( iitüche Professur der Botanik und die Direktion des botanischen Gartens. 

* Sichij Aiiini'ikiiiig S. (il. 



— 72 — 

Verzeichnis der wissenschaftlichen Arbeiten : 

1. « Beitrag zur Kenntniss der Gattung Graphiola » (Inaugural-Disserta- 
tion), 1883. Botanisehe Zeitung. 

2. « Zur Entwicklungsgeschichte der Gastromyceten », 1884. Ibid. 

3. « Zur Entwicklungsgeschichte der Fruchtkörper einiger Phalloideen », 
1885. Annales du Jardin botanique de Buitenzorg. 

4. « Versuch einer systematischen Uebersicht über die bisher bekannten 
Phalloideen », 1886. Jahrbuch des botanischen Gartens in Berlin. 

5. « Lycogalopsis Solmsii », 1886. Berichte der deutschen botanischen Gesell- 
schaft. 

6. « Hypocrea Solmsii », 1887. Annales du Jardin botanique de Buitenzorg. 

7. « Phalloidese » in Saccardo Sylloge Fungorum omnium hucusque cogni- 
torum, 1887. 

8. « Bemerkungen über den Streckungsvorgang des Phalloideenreceptacu- 
lums », 1888. Mittheilungen der bernischen natur forschenden Gesellschaft. 

9. « Zur Kenntniss der Pilzgattung Cyttaria », 1888. Botanische Zeitung. 

10. « Bemerkungen über einige von Dr. H. Schinz in Südwestafrika gesam- 
melte Gastromyceten », 1889. Hedwigia. 

11. « Untersuchungen zur vergleichenden Entwicklungsgeschichte und Syste- 
matik der Phalloideen », 1890. Denkschriften der schweizerischen natur- 
forschenden Gesellschaft. Fortsetzungen dazu, 1893 und 1900, in derselben 
Zeitschrift unter dem Titel : « Neue Untersuchungen zur Entwicklungs- 
geschichte und Systematik der Phalloideen. » 

12. « Beiträge zur Kenntniss exotischer Pilze : I. Trichocoma paradoxa », 

1890. « II. Pachyma Cocos und ähnliche sklerotienartige Bildungen », 

1891. « III. Geaster stipitatus », 1893. Hedwigia. 

13. « Ueber Gymnosporangium Sabinye (Dicks.) und G. confusum Plowr. », 
1891/92. Zeitschrift für Pflanzenkrankheiten. 

14. « Einige Bemerkungen über die Calamarieengattung Cingularia », 1893. 
Mittheilungen der bernischen naturforschenden Gesellschaft. 

15. « Die Sklerotienkrankheit der Alpenrose (Sclerotinia Rhododendri) », 
1893. Berichte der schweizerischen botanischen Gesellschaft. 

16. « Ueber eine Erkrankung der Rothtanne im Thanwalde bei Rüeggisberg 
(Kanton Bern) », 1894. Schweizerische Zeitschrift für Forstwesen. 

17. « Die Zugehörigkeit von Aecidium penicillatum », 1895. Hedwigia. 

18. « Die Entwicklung der Fruchtkörper von Mutinus caninus (Huds) », 
1895. Berichte der deutschen botanischen Gesellschaft. 

19. Mit E. Boudier. « Rapport sur les espèces de champignons trouvées 
pendant l'assemblée à Genève et les excursions faites en Valais, par les 
sociétés de botanique de France et de Suisse, du 5 au 15 août 1894 ». 
Bulletin de la Société botanique de France. 

20. « Tuberaceae » in Rabenhorsts Kri/ptogatnenflora Deutschlands, Oester- 
reichs und der Schweiz. Editio II, 1896. 






- 73 — 

21. « Ueber den Parallelismus der Tuberaceen und Gastromyceten », 1896. 
Berichte der deutschen botanischen Gesellschaft. 

22. « Tuberineye und Plectascinese ; Phallinese, Hymenogastrinefe, Lycoper- 
dinese, Nidulariinese und Plectobasidiinea; » , in Engler und Prantl 
Natürliche Pflanzenfamilien, 1896, 1898, 1899. 

23. « Beiträge zur Kenntniss der schweizerischen Rostpilze», 1897, 1898, 
1899, 1902. Bulletin de l'herbier Boissier. 

24. « Bemerkungen über Geopora und verwandte Hypogseen », 1898. 
Hedwigia. 

25. « Entwicklungsgeschichtliche Untersuchungen über Rostpilze, eine Vor- 
arbeit zur monographischen Darstellung der schweizerischen Uredineen », 
1898. Beiträge zur Kryptogamenflora der Schweiz. 

26. « Fortsetzung der entwicklungsgeschichtlichen Untersuchungen über 
Rostpilze », 1900, 1901, 1902. Berichte der schweizerischen botanischen 
Gesellschaft. 

27. « Bemerkungen über die Tuberaceengattungen Gyrocratera und Hydno- 
trya », 1900. Hedwigia. 

28. « Einige Bemerkungen über die von Herrn Prof. C. Schröter aus Java 
mitgebrachten Phalloideen », 1901. Vierteljahrsschrift der naturfor- 
schenden Gesellschaft in Zürich. 

29. « Flora Helvetica, 1530 — 1900 », in à^x Bibliographie der schweizerischen 
Landeskunde, 1901. 

30. « Aecidium elatinum Alb. et Schw., der Urheber des Weisstannen- 
Hexenbesens und seine Uredo- und Telt'utosporenform. » 2 Mittheilungen, 
1902. Zeitschrift für Pflanzenkrankheiteii. 

31. « Eene Phalloidee, waargenommen op de worteis van suikerriet » (ins 
Holländische übersetzt von Dr. J. D. Kobus), 1903. Archief voor de Jaoa- 
Suikerindustrie. 

32. « Die biologischen Arten der parasitischen Pilze und die Entstehung 
neuer Formen im Pflanzenreiche » (Vortrag), 1903. Verhandlungen der 
schweizerischen naturforschenden Gesellschaft. 

1884. Herr Dr. Hermann Sahli*. 

Hermann Sahli, von Wohlen (Kanton Bern) wurde am 23. Mai 1856 ge- 
boren. Er besuchte die Ramsler'sche Elementarschule und dann die Kantons- 
schule (Progymnasium und Gymnasium) in Bern. Nach wohlbestandenem 
Maturitätsexamen, 1874, widmete er sich an der Berner Hochschule dem 
Studium der Medizin und wurde 1878 praktischer Arzt und Dr. med. 1878 
bis 1879 war er Assistent am Kinderspital unter Prof. R. Demme, 1879—1881 
Assistent der medizinischen Klinik unter Prof. L. Lichtheim. Zur allgemeinen 

• Siehe Anmerkung S. 64. 



— 74 — 

Ausbildung unternahm er eine einjährige Studienreise (1881) und besuchte 
Paris, London, Wien, Leipzig. In Leipzig arbeitete er einen Winter lang 
unter J. ('ohnheim, experimentalpathologisch. 1882 - 1887 war er Assistents- 
arzt der medizinischen Poliklinik. Seit 1887 bekleidet er die Direktion der 
medizinischen Universitätsklinik und ist Chefarzt des Inselspitals. 

Korrespondierendes Mitglied der « Société de thérapeutique » (in Paris) und 
des Vereins für innere Medizin (in Berlin). 

Ehrenpräsident der internationalen medizinischen Kongresse von Paris 
(1900) und Madrid (1903) und des egyptischen medizinischen Kongresses in 
Kairo (1902). 

Verzeichnis der wissenschaftlichen Arbeiten : 

1. « Die Percussion des kindlichen Herzens », 1881. Inaugural-Dissertation. 

2. « Die topographische Percussion im Kindesalter », 1882. Grössere Mono- 
graphie, ins russische übersetzt. 

3. « Zur Lehre von den spinalen Lokalisationen. » Deutsches Archiv für 
klinische Medisin, 1882. 

4. « Beiträge zur klinischen Geschichte der Gotthardtunnelanämie. » Ibid., 
1882. 

5. « Zur Pathologie und Therapie des Lungenödems. » Archiv für experi- 
mentäre Pathologie und Vharmakologie, 1883. 

6. « Beiträge zur Kenntnis der Schwammvergiftungen » (zusammen mit Dr. 
Schärer und B. Studerj. Mitteilungen der naturforschenden Gesellschaft, 
Bern, 1885. 

7. « Ueber die Anwendung des Boraxmethylenblaus für die Untersuchung 
des Centralnervensystems und für die Untersuchung auf Mikroorganismen, 
speziell zur bakteriologischen Untersuchung der nervösen Centralorgane. » 
Zeitschrift für loissenschaftliche Mikroskopie und Technik, 1885. 

8. « Ueber eine neue Doppelfärbung des centralen Nervensystems (Nachweis 
chemischer Verschiedenheiten der Nervenfasern und der erythrophilen 
und cyanophilen Substanz. » Ibid. 

9. « Ueber das Vorkommen und die Erklärung accidenteller diastolischer 
Herzgeräusche. » Korrespondenzblatt für Schweizer Aerzte, 1885. 

10. « Ueber das Vorkommen und die diagnostische Bedeutung einer Zone 
ectasirter feinster Hautgefässe in der Gegend der untern Lungen- 
grenze. » Ibid., 1885. 

11. « Ueber das Vorkommen abnormer Mengen freier Salzsäure im Er- 
brochenen bei den gastrischen Krisen eines Tabetikers, mit Rücksicht 
auf die Frage nach den Nerveneinflüssen auf die Sekretion des Magen- 
saftes. » Ibid., 1885. 

12. « Ueber einen automatischen Temperaturregulator für Brütöfen mit 
Petroleumheizung. » Zeitsèhrift für ivissenschaftUche Mikroskopie und 
Technik, 1886, und Illustrierte Monatsschrift für ärztliche Folgtechnik, 
1886. 



— 75 — 

18. « Zur Diagnose und Therapie anämischer Zustände. » Korrcupondcnz- 
blatt für Schtveizer Äerzte, 1886. 

14. « Ueber die therapeutische Anwendung des Salols. » Ibid., 1886 und 
Semaine médicale, 1886. 

15. « Ueber eine Ergänzung zum Gowers'schen Hfemoglobinometer. » Korres- 
pondenzblatt für Schweizer Aerzte, 1887. 

16. « Ueber die Spaltung des Salols mit Eücksicht auf dessen therapeutische 
Verwertung zu äusserlichem und innerlichem Gebrauch. » Therapeutische 
Monatshefte, 1887. 

17. « Ueber das Betol. » Ibid., 1887. 

18. « Zur Pathologie des Lungenödems. » Zeitschrift für klinische Medizin, 
1887. 

19. « Ueber den Ersatz des Buchenholztheerkreosots durch Guaiacol. » Kor- 
respondenzblatt für Schweizer Aerzte, 1887. 

20. « Ueber die Massage des Unterleibes mittelst Eisenkugeln. » Ibid., 
1887. 

21. « Ueber die modernen Gesichtspunkte in der Pathologie der Infections- 
krankheiten. » Entwurf einer allgemeinen Pathologie der Infections- 
krankheiten. Volkniann's klinische Vorträge, Doppelheft, 1888. 

22. Bearbeitung der Harnanalyse für den Schiveizerisehen Medizinalka- 
lender. 

23. « Zahlreiche Referate und Kritiken » in den Fortschritten der Medizin 
und im Korrespondenzblatt für Schweizer Aerzte, in den Jahren 1883 
bis 1894. 

24. « Bericht über die Fortschritte und Leistungen auf dem Gebiete der 
Respirationskrankheiten ». Abschnitt aus dem Virchow-Hirsch' sehen 
Sammeljahresbericht, 1888. 

25. « Erwiderung an Herrn Kobert betreffend Salol und Betol. » Therapeu- 
tische 3Ionatshefte, 1888. 

26. « Ueber den modernen Stand der Imraunitätsfrage. » Korrespondenzblatt 
für Schweizer Aerzte, 1888. 

27. « Erwiderung auf die Hesselbach'sche Mitteilung über das Salol. » Fort- 
schritte der Medizin, September 1890. 

28. « Ueber Auswaschung des menschlichen Organismus, etc. » Korrespondenz- 
blati für Schweizer Aerzte, 1890. 

29. « Ueber das benzœsaure Guaiacol und die Ursache der günstigen Wirkung 
der Guaiacolpräparate. » Ibid., 1890. 

30. « Die Enzyme in der Therapie » (gemeinsam mit M. Nencki). Ibid., 1890. 

31. « Ueber Auswaschung des menschlichen Körpers, etc. » Volkmanns 
klinische Vorträge, 1890. 

32. « Notiz über die unter dem Namen des Solutio Keppler in den Handel 
gebrachte Leberthranemulsion. » Therapeutische Monatshefte, 1890. 

33. « Ueber die Koch'sche Heilmethode ». Bund, 1890, Nr. 331. 



— 76 — 

34. « Ueber eine neue Untersuchungsmethode der Verdauungsorgane und 
einige Resultate derselben. » Korrespondemblutt für Schweizer Aerzte, 
1891. 

35. « Wie schützt man sich und andere gegen Tuberkulose ? » Akademischer 
Vortrag, gehalten in Burgdorf 1891. Schweizerische Blätter für Gesund- 
heitspflege, 1891. 

36. « Erwiderung auf den Kronecker'schen Vortrag betreffend Salzwasserin- 
fusionên. » Korrespondenzblatt für Schtveizer Aerzte, 1891. 

37. « Ueber hirnchirurgische Operationen vom Standpunkt der innem Medi- 
zin. » Volkmann'sche Vorträge, 1891. 

38. « Zur Methodik der Salzwasserinfusionen. » Versammlung des ärztlichen 
(îentralvereins in Ölten. Korrespondenzhlatt für Schweizer Aerzte, 1891. 

39. « Demonstration eines Menschen Namens Wunder mit angeborener Sternal- 
spalte. » Ibid., 1891. 

40. « Ueber die Entstehung des Vesiculäratmens. » Ibid., 1892. 

41. « Ueber die Behandlung der Perityphlitis. » Vortrag an der ärztlichen 
Centralversammlung in Genf, 1892. Ibid., 1892. 

42. « Ergänzung hierzu. » Oltenerversammlung. Ibid., 1892. 

43. « Ueber die Aetiologie des acuten Gelenkrheumatismus. » Vortrag im 
medizinisch-pharmazeutischen Bezirksverein Bern. Ibid., 1892. 

44. « Zur Aetiologie des acuten Gelenkrheumatismus. » Deutsches Archiv 
für Minische Medizin, 1893, Bd. 51. 

45. « Ueber ein nützliches physikalisches Heilmittel. » Korrespondenzblatt 
für Schiveizer Aerzte, 1893. 

46. « Ueber den Einfluss intravenös injicierten Blutegelextractes auf die 
Trombenbildung. » Vortrag, gehalten am XI. internationalen medizi- 
nischen Kongress in Rom. Centralblatt für innere Medizin, 1894, Nr. 22. 

47. « Ueber diastolische accidentelle Herzgeräusche. » Korrespondenzblatt für 
Schweizer Aerzte, 1895, Nr. 2. 

48. « Ueber die Pathologie und Therapie der Perityphlitiden. » Vortrag als 
Diskussionsthema am Kongresse für innere Medizin in München, 1895. 
Verhandlungen des Kongresses für innere Medizin, 1895. 

49. « Ueber die Pathologie und Therapie der Perityphlitiden. » Korrespon- 
denzblatt für Schweizer Aerzte, 1895. 

50. « Ueber die Perforation seröser Pleuraexsudate und über den Gehalt 
seröser Pleuraexsudate an Typhusbacillen. » Mitteilungen aus schweize- 
rischen Kliniken und medizinischen Instituten, 1894. 

51. « Ueber die Therapie des Tetanus und den Wert und die Grenzen der 
Serumtherapie. » Ibid., 1895. ' 

52. « Ueber Glutoidkapseln. » Deutsche medizinische Wochenschrift, 1897, 
Nr. 1. 

53. « Zur Wirkung des Alkohols auf die Muskeltätigkeit. » Entgegnung an 
Prof. Forel. Korrespondenzblatt für Schiveizer Aerzte, 1897, Nr. 22. 



|! 



— 11 — 

54. « lieber die diagnostische und therapeutische Verwendung der Glutoid- 
kapseln. » Ibid., 1898, Nr. 10. 

55. « Weitere Mitteilungen über die diagnostische und therapeutische Ver- 
wendung der Glutoidkapseln. » Deutsches Archiv für klinische Medizin, 
Bd. 61. 

56. Bemerkungen zum Aufsatz von Prof. Forel : « Alkohol und Muskel- 
leistung. » KorrespotidenzhlaU für Schweizer Aerzte, 1899. 

57. « Herzmittel und Vasomotorenmittel. » Referat als Basis der Diskussion 
am Kongress für innere Medizin in Berlin, 1901. Verhandlungen des 
Kongresses für innere Medizin. 

58. « lieber eine neue Methode der Untersuchung der Magenfunktionen. » 
Berliner klinische Wochenschrift, 1902. 

59. « Zur chirurgischen Behandlung des Magengeschwüres. » Kongress für 
innere Medizin, 1902, und Korrespondenzblatt für Schweizer Aerzte, 1902. 

60. « lieber ein neues klinisches Hämometer. » Kongress für innere Medizin, 
1902. 

61. « Kritik des neuen v. Mering'schen Sammellehrbuches der inneren 
Medizin. » Deutsches Archiv für klinische Medizin, 1902. 

62. « Lehrbuch der klinischen üntersuchungsmethode. » Hauptwerk. Er- 
schien in erster Auüaga 1894 bei F. Deuticke in Wien. Gegenwärtig ist 
die vierte Auflage im Druck. Die dritte Auflage war 954 Seiten stark 
und enthält 276 zum Teil farbige Textabbildungen und 4 Farbentafeln. 
Die vierte Auflage wird an Umfang noch etwas grösser sein. Jede Auflage 
wurde nach den Fortschritten der Wissenschaft ergänzt und umge- 
arbeitet. Das Werk ist ins Russische, Italienische, Spanische und Eng- 
lische übersetzt, teilweise in wiederholten Auflagen. Das Werk ist nicht 
bloss kompilatorisch, sondern enthält zahlreiche neue originale Methoden, 
wesshalb auch die Zahl separat publizierter Originalabhandlungen in 
den letzten Jahren abgenommen hat, da dieselben in dem Lehrbuch 
untergebracht wurden. 

Im Druck und in Vorbereitung befindliche Publikationen : 

63. « Ueber das Wesen des Fiebers. » 

()4. « Ueber kompendiöse Quecksilbermanometer zu klinischen Zwecken, 
speziell zur Sphygmomanometrie. » 

65. « Ueber das Wesen der Hämophilie. » 

66. « Neue Gesichtspunkte betreffend die Sphygmomanometrie. » 

67. « Ueber die Ursache und Pathogenese der Entzündung und deren Be- 
ziehung zur Leukocytose und Thrombose, sowie zur Chemotaxis der Leu- 
kocyten. » 

68. « Ueber die Untersuchung des Magenchemismus ohne Schlundsonde. » 

Eine grosse Menge eigener Arbeit ist endlich auch in den Publikationen 
seiner Schüler enthalten, und es werden desshalb die letztern noch soweit 



— 78 — 

angeführt, als es sich um Arbeiten handelt, welche unter dem Titel « Aus 
der medizinischen Klinik des Prof. Sahli in Bern » unter seiner persönlichen 
Leitung und Verantwortlichkeit erschienen sind. 

1. Yersin. « Die Meiringer Typhusepidemie. » Inaugural-Dissertation. Revue 
de la Suisse Bomande, 1888. 

2. Favrat. « Ueber die Anwendung des Antifebrins in réfracta dosi. » 
Inaugural-Dissertation, 1890 

3. J. Frenkel. « Klinische Untersuchungen über die Wirkung von Coffein, 
Morphium, Atropin, Seeale cornutum und Digitalis auf den l^lutdruck. » 
Inaugural-Dissertation. Archiv für klinische Medizin, 1890. 

4. Schmid. « Zur Thallinbehandlung des Typhus abdominalis. » Inaugural- 
Dissertation, 1889. 

5. Meili. « Vergleichende Bestimmung der Giftigkeit der drei isomeren 
Kresole und des Phenols. » Inaugural-Dissertation, 1891. 

6. Freudberg. « Ueber den Einfluss von Säuren und Alkalien auf die 
Alkalescenz des Blutes und die Reaktion des Harns. » Inaugural- 
Dissertation. Virch. Archin, 1891. 

7. Henne. « Experimentelle Beiträge zur Therapie der Magenkrankheiten. » 
Inaugural-Dissertation. Zeitschrift für klinische Medizin, 1891. 

8. Eberle. « Zur Behandlung der Pleuraempyeme mittelst Punktionsdrai- 
nage. » Inaugural-Dissertation, 1892. 

9. Scholkoff. « Zur Kenntnis des spezifischen Gewichtes des Blutes. » Inau- 
gural-Dissertation, 1892. 

10. Olitzky-Chalutin. « Ueber die antagonistischen Wirkungen des Bacillus 
fluorescens. » Inaugural-Dissertation, 1891. 

11. Spirig. « Ueber den Desinfectionswert der Sozojodolpräparate, nebst Be- 
merkungen zur Technik der Prüfung der Antiseptica. » Zeitschrift für 
Hygiene, 1893. 

12. Müller. « Beiträge zur Kenntnis der Metastasenbildung maligner 
Tumoren. » Inaugural-Dissertation, 1892. 

18. Spirig. « Ueber den Einfluss von Ruhe, massiger Bewegung und körper- 
licher Arbeit auf die Magen Verdauung des Menschen. » Inaugural-Disser- 
tation, 1892. 

14. Neisse. « Erfahrungen der Berner medizinischen Klinik über die interne 
therapeutische Anwendung der Kresalole. » Inaugural-Dissertation, 1892. 

15. Kalantarianz. « Ueber den Einfluss der Nahrung auf die Säureausscheidung 
im Harn und über den absoluten Betrag der Letztern unter physiologischen 
Verhältnissen. » Inaugural-Dissertation, 1894. 

16. Eguet. « Ueber den Einfluss intravenös injicierten Blutegelextractes auf 
die Thombenbildung. » Inaugural-Dissertation.. Mitteilunyeu am Kliniken 
und medizinischen Instituten der Schweiz, 1894. 

17. Baranoff. «Theorie der Flüssigkeitsentziehung in der Behandlung der 
Circulationstörungen. » Inaugural-Dissertation. 



— 79 — 

18. Rüedi. « Klinische Beiträge zur Flammentachographie. » Inaugural- 
Dissertation. Mitteilungen aus Kliniken tmd medizinischen Instituten der 
Schweiz, 1895. 

19. Spirig. «Beiträge zur Bakteriologieder Typhuskomplikationen. »Jöiti., 1894. 

20. Frey. « Ueber den Einfluss des Alkohols auf die Muskelermüdung. » Ibid., 
1896. 

21.Balli. «Ueber den Einfluss lokaler und allgemeiner Abkühlung und 
Erwärmung auf das menschliche Flammentachogramm. » Inaugural-Disser- 
tation, 1896. 

22. Deucher. « Zur klinischen Diagnose der Diphtérie », mit einem Vorwort 
von Prof. Sahli. Korrespondenzblatt für Schweizer Aerzte, 1895, Nr. 16. 

28. Derselbe. « Zur Diagnose der Diphtérie. » Ibid., 1895, Nr. 23. 

24. Derselbe. « Ueber die Wirkung des Digitalinum verum bei Cirkulations- 
störungen. » Deutsches Archiv für Mini sehe Medizin, Bd. 57. 

25. Derselbe. « Ueber die Veränderung des Digitalinum verum in seiner 
Wirkung durch die Magenverdauung. » Ibid., Bd. 58. 

26. Meyer. « Ueber die Modifikationen des klinischen Verlaufes der Diphtérie 
durch die Anwendung des Heilserums. » Ibid., Bd. 59. 

27. Tschlenoff. « Ueber die Beeinflussung des Blutdruckes durch hydriatische 
Proceduren und durch Körperbewegung, nebst Bemerkungen über die 
Methodik der Blutdruckmessungen am Menschen. » Zeitschrift für diäte- 
tische und physikalische Therapie, 1898. 

28. Bauer. « Wirkung der Fixationsabscesse. » Virch. Archiv, 1898 (?). 

29. Bauer. « Ueber die leukocytose erregende Wirkung subcutaner Terpen- 
tinölinjectionen. » Inaugural-Dissertation, 1898. 

30. Zollikofer. « Ueber das Verhalten der Leukocyten bei Anwendung lokaler 
Hautreize. » Deutsches Archiv für klinische Medizin, 1900 oder 1901. 

31. Derselbe. « Kammerfärbung der Leukocyten. » Zeitschrift für wissen- 
schaftliche Mikroskopie, 1900. 

32. Nägeli. « Ueber Aciditätsbestimmungen des Harns. » Zeitschrift für 
pliysiologische Chemie, 1901. 

33. Zollikofer. « Protagonhaltige Körner bei Probepunktionen. » Korrespon- 
denzblatt für Schweizer Aerzte, 1902. 

34. Seiler. « Ueber eine neue Methode der Untersuchung der Magenfunktionen. » 
f, Inaugural-Dissertation. Deutsches Archiv für klinische Medizin, 1902. 
i 35. Derselbe. « Nachtrag hierzu ». Ibid., 1902. 

I? 36. Nägeli. « Ueber die Typhusepidemie in Oberbipp. » Korrespondenzblatt 

für Schweizer Aerzte, 1899. 

37. Zollikofer. « Ueber den klinischen Verlauf der Diphtérie bei Serum- 
anwendung. » 

38. Derselbe. « Ueber die Jodreaction der Leukocyten. » Inaugural-Disser- 
tation, 1899. 

39. In Vorbereitung : Seiler. « Weitere Untersuchungen über die neue buty- 
rometrische Magenuntersuchungsmethode. » 



— 80 — 

Die silberne Hallermedaille mit einem Rarbetrag von 
250 Franken haben erbalten : 

1889. Herr Otto Rütimeyer, V. D. M*. 

Otto Rütimeyer, von Bern, wurde am 8. November 1862 geboren. Er 
besuchte die Primär- und Sekundärschule in Herzogenbuchsee, zwei Jahre 
das Progymnasium und drei Jahre das Gymnasium in Burgdorf. Nach 
zurückgelegter Maturitätsprüfung (Herbst 1882) besuchte er 1882—1883 die 
Hochschulen in Bern und Basel, musste krankheitshalber das Studium für 
zwei Jahre unterbrechen; von 1886 bis 1888 widmete er sich wieder seinen 
theologischen Studien. Nach wohlbestandenem Examen wurde er im Herbst 
1888 ins bernische Ministerium aufgenommen. 1889 unternahm er Reisen 
nach Deutschland (Studiensemester in Berlin) und Holland. 1890 und 1891 
war Herr Rütimeyer Vikar in Walkringen und seit Dezember 1891 ist er 
daselbst Pfarrer. 

4890. Herr Professor Dr. jur. Walter Lauterburg*. 

Walter Lauterburg, von Bern, wurde am 4. März 1861 in Bern geboren. 
Von 1866 bis 1880 besuchte er die Lerberschule. Im Frühling 1880 bestand er 
das Maturitätsexamen und widmete sich juristischen Studien an verschie- 
denen Hochschulen von 1880 bis 1886 (Genf, Wintersemester 1880—1881 ; 
Strassburg, Sommersemester 1883; Leipzig, Wintersemester 1883— 1884, die 
übrige Zeit in Bern). 1885 erwarb er sich den juristischen Doktortitel und 
legte im Sommer 1886 die praktische Fürsprecherprüfung ab. Von 1886 bis 
Frühling 1888 praktizierte er in Bern als Fürsprecher. Von 1888 bis 1891 
war er Kammerschreiber des bernischen Obergerichts, musste jedoch wegen 
Augenkrankheit demissionieren. Von 1887 bis 1896 war er Privatdozent an 
der juristischen Fakultät der Berner Hochschule und seit Juli 1896 ausser- 
ordentlicher Professor für Strafrecht, Strafprozess und Rechtsgeschichte und 
Mitglied der Prüfungskommission für die bernischen Advokaten. 

Seit Neujahr 1896 ist Herr Professor Lauterburg vollständig erblindet 
und infolge dessen verhindert, sich voller Berufstätigkeit zu widmen. 

Wissenschaftliche Arbeiten : 

Inauguraldissertation : « Die Eidesdelikte, historisch-kritische Studie mit 
besonderer Beziehung auf das Straf recht der Schweiz. » Bern, 1886. Grössere 
Aufsätze in der Zeitschrift für Schweizer-Strafrecht, I und II, über « Die 
unerlaubte Selbsthülfe » sowie VI, über « Die Abgrenzung der strafbaren Ver- 
mögenszueignung und ihrer Hauptformen ». Ferner in der Zeitschrift des 
hernischen Juristeiirereines, XXIV, über « Die Appellation der Civilpartei 
im bernischen Strafverfahren ». 

* Siehe Anmerkung S. 64. 



— 81 — 

1891. Herr Dr. med. Max Howald*. 

Max Howald, von Burgdorf, wurde am 20. April 1866 geboren. Von 1872 
bis 1876 besuclite er die sogenannte Elementarschule, von 1876 bis 1881 das 
Progymnasium und von 1881 bis 1884 das Gymnasium in Burgdorf. Nach 
wohlbestandenem Maturitätsexamen (Frühling 1884) bezog Herr Howald 
die Hochschule in Genf (Wintersemester 1884 — 1885) und dann die in Bern, 
um sich medizinischen Studien zu widmen, die er mit dem medizinischen 
Staatsexamen im Herbst 1888 abschloss. Bald darauf erwarb er sich den 
Titel eines Dr. med. 

Von 1889 bis 1902 war Herr Dr. Howald erster Assistent am pathologischen 
Institut der Berner Hochschule ; seit 1897 ist er Sekretär des Sanitäts- 
Kollegiums des Kantons Bern. 1903 erfolgte die Ernennung zum ausser- 
ordentlichen Professor der gerichtlichen Medizin an der Universität Bern. 

1892. Herr Dr. phil. Paul Liechti^'. 

Paul Liechti, von Landiswyl, Kirchgemeinde Biglen (Emmental), wurde 
am 12. Februar 1866 geboren. Er besuchte von 1872 bis 1884 die Elementar- 
und Literarabteilung der bernischen Kantonsschule und von 1884 bis 1890 
die bernische Hochschule. 1890 bestand er das Staatsexamen als Apotheker. 

Vom Sommersemester 1888 bis zum Wintersemester 1888 — 1889 war er 
Privatassistent von Prof. Dr. Schwarzenbach (chemisches Laboratorium der 
Universität Bern) und vom Wintersemester 1889 bis Frühjahr 1892 erster 
Assistent am pharmaceutischen Institut der Universität Bern (Prof. Dr. 
Perrenoud und nach dessen Tode Prof. Dr. A. Tschirch). 

1891 wurde Herr Liechti auf Grund seiner Dissertation : « Studien über 
die Fruchtschalen der Garcinia Mangostana » zum Dr. phil. promoviert 
(Hauptfach : Chemie ; Nebenfächer : Physik und Botanik). 
II Im Frühjahr 1892 erfolgte seine Wahl zum Adjunkten der damals neu 

gegründeten landwirtschaftlichen chemischen Versuchs- und Kontrollstation 
der Universität Bern. 1895, im Oktober, wurde Herr Dr. Liechti zum Vor- 
stand dieses Institutes gewählt und im August 1897 zum Vortand der 
schweizerischen agrikulturchemischen Anstalt Bern (Liebefeld), welche 
Stellung er gegenwärtig noch inne hat. Ausserdem versieht er seit 1896 
das Amt eines eidgenössischen Münzessayeurs. 

1903, im Juni, war Herr Dr. Liechti Vertreter des eidgenössischen Bundes- 
rates am V. internationalen Kongresse für angewandte Chemie in Berlin. 

Seit 1895 machte er mehrere Studienreisen nach Deutschland und hielt 
sich jedes Mal längere Zeit in der landwirtschaftlichen Versuchsstation 
Darmstadt (Prof. Dr. Wagner) auf. 

* Sielift Anmerkung S. (U. 

HEVUK NUM. T. XII. 6 



— 82 — 

Verzeichnis der wissenschaftlichen Arbeiten : 

1. « Studien über die Fruchtschalen von Garcinia Mangostana. » Inaugural- 
Dissertation. 

2. « Zur Stickstoff bestimmung in organischen Körpern. » Schweizerische 
Wochenschrift für Chemie und Pharmacie, 1891, Nr. 50. 

3. « Apparat zum Abmessen kleiner Quecksilbermengen bei der Stickstoff- 
bestimmung nach Kjeldahl-Wilfarth. Zeitschrift für analytische Chemie, 
1895. 

4. « Ueber Düngungsversuche. » Landwirtschaftliches Jahrbuch der Schweiz, 
1896. 

5. « Versuche über die Wirkung der Phosphorsäure im Knochenmehl und 
Valserinephosphat im Vergleich zur Superphosphat- und Thomasmehl- 
phosphorsäure. Ibid., 1897. 

6. « Ueber rationelle Verwendung der künstlichen Düngemittel. » Ibid., 
1900. 

7. Ueber die Anwendbarkeit der Schösing' sehen Methode zur Bestimmung 
des Nitratstickstoffes bei Gegenwart organischer Substanzen » (gemein- 
schaftlich mit Dr. E. Ritter). Zeitschrift für analytische Chemie, 1903. 

1893. Herr Eduard Bähler, V. D. M*. 

Eduard Albert Bähler, von Längenbühl (Kirchgemeinde Amsoldingen, 
Amt Thun), wurde am 14. Juni 1870 in Biel geboren. Er besuchte daselbst 
von 1876 bis 1880 die Primarschule und von 1880 bis 1885 das Progymnasium. 
Von 1885 bis 1888 bereitete er sich am städtischen Gygmnasium in Bern auf 
das Maturitätsexamen vor, das er im Herbst 1888 mit Erfolg bestand. Er 
widmete sich theologischen Studien in Genf (Wintersemester 1888 — 1889), 
Bern (Sommersemester 1889 bis AVintersemester 1890—1891, ferner Winter- 
semester 1890—1891 bis Sommersemester 1902) und Jena (Sommersemester 
1891). Nach absolviertem Staatsexamen (Herbst 1892), kam Herr Bähler als 
Vikar nach Tierachern, woselbst er bis Frühjahr 1894 amtierte. Das Sommer- 
semester 1894 absolvierte er an der Universität Paris. Im Winter 1894 — 
1895 war er Pfarrverweser in Biel, und seit Ostern 1895 ist er Pfarrer in 
Thier achern (Amt Thun). 

Wissenschaftliche Arbeiten : 

1. « Jean le Comte de la Croix. Ein Beitrag zur Eeformationsgeschichte 
der Westschweiz. » Ernst Kuhn, Biel 1895. 

2. Biographien in der Sammlung bernischer Biographien. 

a) « Rudolf Albrecht Bähler, Pfarrer, 1795—1850. » Bd. III. 

b) « Abraham Rasselet, Oberst, 1770-1850. » Bd. III. 

* Siehe Anmerkuna; S. 64. 



— 83 — 

cj « Johannes Weber, General, 1752-1799. » Bd. III. 

dj « Georg Friedrich Heilmann, Diplomat, 1785—1852. » Bd. IV. 

ej « Viktor Emanuel Thellung, Militärschriftsteller, 1760 — 1842.» 

Bd. IV. 
f) « Karl Wilhelm Bähler, Pfarrer, 1825—1891. * Bd. V. 

3. Aufsätze, veröffentlicht im Kirchlichen Jahrbuch der Schioeiz. 

a) « Die Kirche von Blumenstein und ihre Glasgemälde. » Jahrgang III. 

b) « Amsoldingen und seine Erinnerungen. » Jahrgang V. 

c) « Die Kirche von Hindelbank und ihre Kunstdenkmäler. » Jahrgang VI. 

d) « Dreihundert Jahre im bernischen Kirchendienst, Geschichte einer 

Pfarrerfamilie von 1500 bis 1800. » Jahrgang VII. 

4. « Der Taufstein von Amsoldingen. » Bernische Kunstdenkmäler, Lieferung 
V, Tafel 19. 

5. « Calvin in Aosta und sein Alpenübergang. » Jahrbuch des 8. A. C, 
Bd. XXXVIII, 1904. 

6. « Petrus Caroli und Johannes Calvin. Ein Beitrag zur Geschichte und 
Cultur der Reformationszeit. » Jahrbuch für schiveizerische Geschichte, 
Bd. XXVIII, 1904. 

Die silberne Hallermedaille mit einem Barbetrag von 
^30 Franken haben erhalten : 

1894. Herr Dr. jvir. Walter Jseggi *. 

Walter Jaeggi, von Bern, wurde am 27. Oktober 1869 in Bern geboren. 
Er besuchte von 1875 bis 1888 die sogenannte Lerberschule (1875 — 1879 
Elementarschule, 1879 — 1885 Progymnasium und 1885 — 1888 Gymnasium). 
Atn 19. März 1888 bestand er das Maturitäts examen und bezog die Hoch- 
schule in Genf (Sommersemester 1888) und dann diejenige in Bern (Winter- 
semester 1888-1893), um sich juristischen Studien zu widmen ; am 24. Sep- 
tember 1893 wurde er, nach zurückgelegtem Staatsexamen, Fürsprecher des 
Kantons Bern und am 4. November gleichen Jahres Dr. jur. 

Zur allgemeinen Ausbildung nahm er längeren Aufenthalt in Paris und 
London (Januar — August 1894). Nach Bern zurückgekehrt wurde er zum 
Polizeirichter des Amtsbezirkes Bern gewählt. Diese Stellung hatte er vom 
März 1896 bis 31. Januar 1899 inne. Seit 1. Februar 1899 ist Herr Dr. Jseggi 
Untersuchungsrichter des Amtsbezirkes Bern. 

Wissenschaftliche Arbeit : « Die Einreden gegen Forderungen aus dem 
Inhaberpapier mit spezieller Berücksichtigung des Schweizer-Obligationen- 
rechts. » Inauguraldissertation. Bern, K. J. Wyss, 1893. 

• Siehe Anmerkung S. 04. 



— 84 — 
1895. Herr Dr. med. Wilhelm Lindt*. 

Wilhelm Lindt, Sohn des Dr. med. W. Lindt, von Bern, wurde am 
25. Oktober 1860 geboren und besuchte von 1867 bis 1871 die Elementar- 
schule der Lerberschule, 1871 — 1877 die Literarabteilung der Realschule, 
und von 1877 bis 1880 das Gymnasium der Lerberschule in Bern. Nach 
abgelegter Maturitätsprüfung (März 1880) bezog er die Hochschule in 
Genf (Sommersemester 1880 — Wintersemester 1881) und dann diejenige in 
Bern (Frühjahr 1881— Herbst 1885). Im Herbst 1885 bestand er das medizi- 
nische Staatsexamen und erwarb sich im Frühling 1886 den medizinischen 
Doktortitel. Zur allgemeinen Ausbildung begab er sich über ein Jahr auf 
Reisen (nach Berlin, Wien und Paris), Januar 1886 bis Frühjahr 1887. 
Nach Bern zurückgekehrt wurde er im Frühling 1887 erster Assistent der 
medizinischen Klinik und behielt diese Stelle bis im April 1889. Zum spe- 
ziellen Studium der Otologie und Laryngologie brachte er den Sommer des 
Jahres 1889 in London und Herbst und Winter 1889— 1890 wieder in Berlin 
und Wien zu. Von April 1890 bis April 1891 war Herr Dr. Lindt Assistent 
der medizinischen Poliklinik. Im November 1889 erhielt er die « venia 
legendi » für innere Medizin (später umgeändert für Otologie und Laryn- 
gologie). 

Zur Zeit ist Herr Dr. Lindt Spezialarzt für Ohren-, Nasen- und Halsleiden 
(die ärztliche Praxis nahm er im April 1890 auf) und Privat-Dozent für 
Laryngologie und Otologie. 

Verzeichnis der wissenschaftlichen Arbeiten : 

1. « Mitteilungen über einige neue pathogène Schimmelpilze. » Dissertation. 
Bern, 1886. 

2. « Ueber einen neuen pathogenen Schimmelpilz aus dem menschlichen 
Gehörgang. » Archiv für experimentelle Pathologie und Pharmakologie, 
1888. 

3. « Ein Fall von primärer Lungenspitzenactionomykose. » Korrespondenz- 
Matt für Schiveizer Aerzte, 1889. 

4. « Zur operativen Behandlung der chronischen Mittelohreiterung (Frei- 
legung der Mittelohrräume). » Ibid., 1895. 

5. « Zur Diagnose und Therapie der chronischen Eiterungen der Nebenhöhlen 
der Nase. » Ibid., 1898. 

6. « Die direkte Besichtigung und Behandlung der Gegend der Tonsilla 
pharyngea und der Plica salpingo-pharyngea im obersten Teil. » Archiv 
für Laryngologie, Bd. VI, 1896. 

7. « Ein Fall von Papilloma laryngis im Kindesalter. » Korrespondenz- 
blatt für Schiveizer Aerzte, 1902. 

8. « Einige Fälle von Kiefercysten. » Ibid., 1902. 

* Siehe Anmerkung S. 64. 



— 85 — 

9. « Das Rhinologische. » In der Encyclopœdie der Chirurgie Kocher und 
De Quervain, 1902—1903. 
10. « Zur Casuistik der operativen Behandlung der eitrigen Labyrinthent- 
zündung. » Zeitschrift für Ohrenheilkunde, 1904. 

1896. Herr Dr. phil. Rudolf Ischer*. 

Rudolf Ischer, von Bern, wurde am 22. August 1869 geboren. Er besuchte 
von Frühjahr 1876 bis Frühjahr 1889 die Lerberschule, legte 1889 die 
Maturitätsprüfung ab. Von 1889 bis 1893 widmete er sich philologischen 
und historischen Studien an der Berner Hochschule (und in München 1891). 
Im Sommersemester 1892 bestand er das Doktorexamen an der philosophi- 
schen Fakultät und im Frühling] 1893 das Gymnasiallehrerexamen (in 
klassischer und germanistischer Philologie und Geschichte). Er unternahm 
im Herbst 1893 eine Studienreise nach Italien und besuchte verschiedene 
Kunststätten (u. a. Rom). Von eifrigem Studium zeugen drei Seminarpreise, 
die sich Herr Dr. Ischer errungen für die Arbeiten : 1. « Senecas Hercules 
furens, nach Euripides », 1890; 2. « Der Balder-Mythus », 1890 ; 3. « Ueber 
Lessings verloren gegangenen Faust », 1891. 

Im Jahre 1893 übernahm er eine Stellvertretung am hiesigen städtischen 
Gymnasium und 1894 eine Hilfslehrerstelle am Freien Gymnasium. 1894 bis 
1895 war er Lehrer am Institut Wiget in Rorschach. Seit 1895 ist Herr 
Dr. Ischer Lehrer am städtischen Gymnasium in Bern, für Deutsch, Latein 
und Geschichte. 

Verzeichnis der wissenschaftlichen Arbeiten : 

1. « J. G. Zimmermannes Leben und Werke. » Liter arhistoriscJie Studie. Bern, 
1893. 

2. « Nachträge zu J. G. Zimmermann. » Euphorion. Wien, 1897. 

3. « Zimmermann. » Allgemeine deutsche Biographie. 

4. « J. G. Heinzmann. » Sammlung bernischer Biographien, 1898. 

5. « J. J. Rousseau und J. G. Zimmermann. » Berner Taschenbuch, 1899. 

6. « Abraham Kyburz. > Sammlung bernischer Biographien, 1899. 

7. « Medea. Vergleichüng der Dramen von Euripides bis zu Grillparzer. » 
Beilage zum Jahresbericht des Gymnasiums. Bern, 1900. 

8. « Redensarten und Sittenschilderungen in den Schriften Thomas Murners. » 
Berner Taschenbuch, 1901. 

9. « Neue Mitteilungen über J. G. Zimmermann.» Euphorion.Wien, 1901. 

10. « J. G. Altmann. Die deutsche Gesellschaft und die moralischen Wochen- 
schriften in Bern. » Neujahrsblatt der literarischen Gesellschaft. Bern, 
1902. 

11. « (ilossar zu Diebold Schillings Chronik. » Bern, 1901. 

• Siehe Aninerkunj; S. ()4. 



— 8() — 

12. « Eine Episode aus Haller's Familienleben. » Sonntagsblatt des Bund, 
1903. 

13. « J. G. Zimraermann's Briefe an Haller. » Berner Taschenbuch, 1904. 

14. « Briefeines Thuner's über den Heidelberger Studentenkrawall vom Jahre 
1828. » Berner Taschenbuch, 1904. 

1897. Herr Walther Dähler*. 

Walther Dähler, von Seftigen, wurde am 20. Oktober 1872 geboren. 
Von 1878 bis 1882 genoss er Unterricht bei einer Privatlehrerin auf 
St. Chrischona bei Basel. Von 1882 bis 1891 besuchte er das Progymnasium 
und das Gymnasium der Lerberschule in Bern. Nach wohlbestandener 
Maturitätsprüfung (Frühjahr 1891, in Burgdorf) widmete er sich (von 
1891 bis 1896) theologischen Studien an den Hochschulen in Basel (zwei 
Semester), Bern (sechs Semester), Berlin (ein Semester) und Lausanne (ein 
Semester). Im Herbst 1895 wurde er, nach abgelegter Staatsprüfung, in den 
bernischen Kirchendienst aufgenommen. Als ehrende Auszeichnung erhielt 
er bei der Konsekration den homiletischen Preis \ Im Jahre 1896 über- 
nahm Herr Dähler ein Vikariat am Inselspital (September und Oktober) und 
1897 eine Stellvertretung in Steffisburg (März bis Mai). Vom August 1897 
bis April 1903 war er Pfarrer in Gsteig bei Saanen. Seit 1. Mai 1903 ist 
Herr Pfarrer Dähler Direktor der Neuen Mädchenschule in Bern. 

1898. Herr Walter Ernst, Fürsprecher*. 

Walter Ernst, von Aarau, wurde am 21. August 1871 geboren. Er genoss 
zu Hause (in Bellinzona) bis zum neunten Jahr Privatunterricht und besuchte 
dann vom April 1881 bis zum März 1885 das Progymnasium und vom März 
1885 bis September 1889 das Gymnasium in Bern. Nach zurückgelegtem 
Maturitätsexamen (14. September 1889) bezog er vom November 1889 bis 
April 1895 die Berner Hochschule, um sich juristischen Studien zu widmen. 
Er studierte auch je ein Semester in Leipzig und Heidelberg. Im April 

1895 erfolgte die praktische Fürsprecherprüfung. 

Vom August 1895 bis März 1896 war Herr Ernst zweiter Kammer- 
schreiber des bernischen Obergerichts (Assisengerichtsschreiber), vom März 

1896 bis 1. Februar 1899 erster Kammerschreiber des Obergerichts (Sekretär 
der Anklage-Polizeikammer), vom 1. Februar 1899 bis 20. Mai 1900 Polizei- 
richter des Amtsbezirks Bern, sodann bis Oktober 1903 Gerichtspräsident 
I. des Amtsbezirks Bern (Präsident des Zivilamtsgerichts). 

Seit Oktober ,1903 ist Herr Ernst Mitglied des bernischen Obergerichts. 

* Siehe Anmerkung S. 64. 

1 Ueber den homiletischen Preis (Müslin Stipendium) siehe A ktenstiick vom 
28. Januar 1816. (Die Aktenstücke folgen sich in chronologischer Reihenfolge.} 



— 87 — 
1899. Herr Dr. med. Fritz de Quervain*; 

Fritz de Quervain, von Burgdorf (Bern) und Vevey, wurde am 4. Mai 1868 
in Sitten geboren, wo sein Vater Pfarrer war. Er besuchte von 1876 bis 
1887 die Lerberschule in Bern (Elementarschule, Progymnasium und Gym- 
nasium). Nach wohlbestandenem Maturitätsexamen (Frühling 1887) bezog er 
die Berner Hochschule und widmete sich vom Herbst 1887 bis Frühling 1892 
dem Studium der Medizin , das er mit dem medizinischen Staatsexamen 
(Frühjahr 1892) abschloss. Bald nachher erwarb er sich auch den Doktortitel. 
Er bekleidete während und nach seinen Studien folgende Assistentenstellen : 
am physiologischen Institut (Prof. Kronecker), Sommer 1889, am pathologisch- 
anatomischen Institut (Prof. Langhans), 1891—1892, an der chirurgischen 
Klinik (Prof. Kocher), vom Frühling 1892 bis Herbst 1894. Zu weiterer 
Ausbildung unternahm er Studienreisen nach Deutschland und Frankreich. 
Ende 1894 Hess er sich als Spezialarzt für Chirurgie in La Chaux-de-Fonds 
nieder; seit 1897 leitet er die chirurgische Abteilung des Spitals daselbst, 
seit 1899 ist er konsultierender Chirurg des Spitals in Locle und seit 1902 
Privatdozent der Chirurgie an der Berner Hochschule. 

Verzeichnis der wissenschaftlichen Arbeiten : 

1. « Chirurgische Klinik von Prof. Kocher, Sommersemester 1891 » (mit 
Dr. Lanz). G. Fischer, Jena, 1891. 

2. « Zwei Fälle von hämorrhagischer Bakteriämie des Neugeborenen » 
(mit Prof. Tavel). Centralblatt für Bakteriologie, XU, 17, 1892. 

3. « Ueber die Veränderungen des Centralnervensystems bei experimen- 
teller Kachexia thyreopriva der Tiere » (Inaugural-Dissertation, unter 
Prof. Langhans). Virch. Archiv, Bd. 133, 1893. 

4. « Ueber hämatogene Muskeltuberkulose » (mit Dr. Lanz). Langenheck's 
Archiv, XLVI, 1, 1893. 

5. « Ueber die Gefahr der Apoplexie bei der Narkose. » Centralblatt für 
Chirurfjie, 1895, Nr. 17. 

6. « Ueber eine Form chronischer Tendovaginitis. » Korrespondenzhlatt für 
Schtveizer Aerzte, 1895, Nr. 13. 

7. « Ein Fall von Extremitätengangrän nach Abdominal typhus. » Central- 
blatt für innere Medizin, 1895, Nr. 33. 

8. « Zur operativen Behandlung der Halsrippen. » Centralblatt für Chirurgie, 
1895, Nr. 47. 

9. « Ueber Cephalhydrocele traumatica. » Langenbeck's Archiv, LI, 3, 1896. 

10. « Le traitement chirurgical du torticolis spasmodique d'après la méthode 
de M. Kocher. » Semaine médicale, 1896, Nr. 51. 

11. « Die Bedeutung der Halsrippen für die Militärtauglichkeit. » Korres- 
pondenzblatt für Schweizer Aerzte, 1896, Nr. 8. 

* Siehe Anmerkung S. (i-l. 



— 88 — 

12. « lieber Fremdkörpertuberkulose des Peritoneums bei uniloculärem Echi- 
nococcus. » 'OewfraZWai* für Chirurgie, 1897, Nr. 1. 

13. « Sur le rôle de l'appendicite dans la genèse de l'occlusion intestinale. » 
Bévue médicale de la Suisse romande, 1897, N" 5. 

14. « Des abcès du cou consécutifs à l'otite moyenne. » Semaine médicale, 
1897, NO 18. 

15. « Sur les complications cérébrales de l'actinomycose » (mit Dr. Bourquin). 
Bévue médicale de la Suisse romande, 1897, N" 3. 

16. « De la coxa vara. » Semaine médicale, 1898, N" 6. 

17. « Ueber die Dermoide des Beckenbindegewebes. » Langenbeck's Archiv, 
LVII, 1, 1898. 

18. « Dünndarminvagination durch Einstülpung eines Meckel'schen Diver- 
tikels. » Centralblatt für Chirurgie, 1898, Nr. 32. 

19. « Des complications encéphaliques de l'actinomycose. » Travaux de neu- 
rologie chirurgicale. Paris, III® année, 1898. 

20. « De la céphalhydrocèle traumatique. » Ibid., 1898. 

21. « Zur Differentialdiagnose der Bauchgeschwülste (Lostrennung und 
Wanderung von Ovarialcysten). » Deutsche Zeitschrift für Chirurgie, 
XLIX, 1, 1898. 

22. « Ueber die Fibrome des Halses. » LangenbecFs Archiv, LVIII, 1, 1898. 

23. « Zur Exstirpation des primären, im Bereiche des Halsteiles gelegenen 
Speiseröhrenkrebses. » Korrespondenzblatt für Schweizer Aerzte, 1899, Nr. 7 . 

24. « Beitrag zur Aktinomykose des Schädelinnern. » Deutsche Zeitschrift 
für Chirurgie, LI, 2, 1899. 

25. « Zur Resektion des Halsabschnittes der Speiseröhre wegen Carcinom. » 
Langenbeck's Archiv, LVIII, 4, 1899. 

26. « Zur Verwendung der Tabakbeutelnaht. » Centralblatt für Chirurgie, 
1899, Nr. 27. 

27. « Les incisions opératoires au niveau du cou. » Semaine médicale, 10 jan- 
vier 1900. 

28. « De la hernie de force. » Ibid., 14 mars 1900. 

29. « A quel moment faut-il opérer dans les cas d'appendicite ? » Ibid., 
6 juin 1900. 

30. « L'opération de l'hypospadias balanique. » Semaine médicale, 27 février 
1901. 

31. « Des positions anormales de l'intestin. » Ibid., 2 octobre 1901. 

32. « Ueber den seitlichen Bauchbruch. » LangenbecFs Archiv, LXII, 1, 1901. 

33. « Ueber subkutane Verlagerung und Einklemmung des Leistenhodens. » 
Deutsche Zeitschrift für Chirurgie, LXI, 3 — 4, 1901. 

34. « Ueber Rechtslagerung des ganzen Dickdarms und partiellen Situs in- 
versus. » Langenbeck's Archiv, LXV, 2, 1901. 

35. « Ueber subkutane, intraperitoneale Nierenverletzung. » Deutsche Zeit- 
schrift für Chirurgie, LXII, 1, 1901. 



— 89 — 

36. « De l'implantation du colon transverse dans le rectum ou l'anus. » Revue 
médicale de la Suisse romande, 1901, N** 12. 

37. « Beitrag zur Kenntnis der kombinierten Fracturen und Luxationen der 
Handwurzelknochen. » Monatsschrift für Unfallheilkunde, 1902, 3. 

38. « Ueber partielle seitliche Ehinoplastik. » Centralblatt für Chirurgie, 
1902, Nr. 11. 

39. « Ueber akute, nicht eiterige Thyreoiditis. » Langenbeck's Archiv, LXVII, 
3, 1902. 

40. « Des lésions valvulaires du cœur par effort au point de vue des acci- 
dents du travail. » Semaine médicale, 21 mai 1902. 

41. « Beitrag zur Kenntnis der Herzklappenverletzungen durch plötzliche 
Ueberanstrengung » (mit Dr. Bourquin). Monatsschrift für Unfallheil- 
kunde, Mai 1902. 

42. « Zur Aetiologie der Pneumococcenperitonitis. » Korrespondenzblatt für 
Schweizer Aerzte, 1902, Nr. 15. 

43. « Encyclopädie der gesamten Chirurgie». 2 Bände, herausgegeben mit 
Prof. Kocher. Leipzig, bei F. 0. W. Vogel, 1903. 

44. « De l'origine des néoplasmes malins. » Semaine médicale, 30 septembre 
1903. 

45. « Zur Frage der retroduodenalen Choledochotomie. » Centralblatt für 
Chirurgie, 1903, Nr. 40. 

46. « Die akute, nicht eiterige Thyreoiditis und die Beteiligung der Schilddrüse 
an akuten Intoxicationen und Infektionen überhaupt. » Mitteilungen aus 
den Grenzgebieten der Medizin und Chirurgie, 2ter Supplementband, 
1904. (Erweiterte Habilitationsschrift.) 

1900. Herr Dr. phil. Emil König*. 

Emil König, von Münchenbuchsee, wurde am 3. September 1871 geboren. 
Von 1877 bis 1880 besuchte er die Primarschule Lorraine-Breitenrain, von 
1881 bis 1885 das Progymnasium und von 1885 bis 1889 das Gymnasium in 
Bern. Nach erfolgter Maturitätsprüfung (1889) besuchte er Kollegien an der 
philosophischen Fakultät der Berner Hochschule, von 1889 bis 1893. Während 
dieser Zeit bestand er mit bestem Erfolg das Sekundarlehrer- (März 1891), 
das Gymnasiallehrer- (Mai 1893) und das Doktorexamen (Oktober 1893). Für 
den Winter 1893 — 1894 übernahm er eine Stellvertretung am städtischen 
Gymnasium. Vom Frühling 1894 bis Herbst 1895 war er Assistent am physi- 
kalischen Institut der Hochschule Bern. Seit 1895 ist Herr Dr. König Lehrer 
am städtischen Gymnasium und seit 1902 Privatdozent für physikalische 
Chemie an der Hochschule Bern. 



* Siehe Anmerkung S. 64. 



— <)0 



Wissenschaftliche Arbeiten : 



« lieber Bromoxyxanthone. » Inaugural-Dissertation, K. J. Wyss, 1894. 
« Beiträge zu dem Problem der electrochemischen Umformung von Wechsel- 
strom in Gleichstrom durch Aluminium-Electrolytzellen. » Habilitations- 
schrift, 1902. 

1901. Herr Max Rüetschi V. D. M.* 

Max Rüetschi, von Bern, wurde am B. Mai 1877 geboren. Er besuchte 
von 1884 bis 1887 die Primarschule in Münchenbuchsee, von 1887 bis 1888 
die Appenzeller'sche Privatschule (in Bern), und von 1888 bis 1896 das 
städtische Progymnasium und Gymnasium in Bern. Im Herbst 1896 bestand 
er das Maturitätsexamen und widmete sich vom Herbst 1896 bis Frühjahr 
1901 theologischen Studien an der «Alma mater bernensis », die 1901 mit dem 
Staatsexamen ihren Abschluss fanden. Zur weitern Ausbildung begab sich 
Herr Rüetschi noch ein Jahr nach Berlin (Sommersemester 1901 ; Winter- 
semester 1901 — 1902). Im Sommer 1902 war er Vikar in Heimiswyl, Burg- 
dorf, Vechigen und Langnau und seit 7. Dezember 1902 bekleidet er die 
Pfarrstelle in Trüb (Kt. Bern). 

1902*. Herr Dr. jur. Philipp Thormann*. 

Philipp Thormann, von Bern, wurde am 3. August 1874 geboren. Er 
besuchte von 1882 bis 1892 die Lerberschule und nach erfolgter Maturitäts- 
prüfung (Herbst 1892) widmete er sich juristischen Studien an den Univer- 
sitäten von Bern, München (Wintersemester 1893 — 1894 und Sommersemester 
1894) und Berlin (Wintersemester 1897-1898). Im Jahre 1897 bestand er 
die praktische Staatsprüfung für Fürsprecher und am 3. Dezember 1898 
erwarb er sich den juristischen Doktortitel. Von 1900 bis 1903 war er erster 
Kammerschreiber des Obergerichts des Kantons Bern. Seit 1903 ist Herr 
Dr. Thormann ausserordentlicher Professor für Strafrecht, Strafprozess und 
Encyclopeedie des Rechtes an der Universität Bern. 

Wissenschaftliche Arbeiten : 

« Urteil und prozessleitende Verfügung mit spezieller Berücksichtigung 
des bernischen Zivilprozessrechtes. » Inauguraldissertation, 1899. Kleinere 
Abhandlungen in der Zeitschrift des bernischen Juristenvereines, Bd. XXXVI, 
Jahrgang 1900. « Das Recht der juristischen Personen im Vorentwurf. » 
Ibid., Bd. XXXIX, Jahrgang 1903. « Der neue schweizerische Strafgesetz- 
entwurf. » 

* Siehe Anmerkung S. 6i. 

' Die Austeilung der Hallermedaillo pro 1902 sollte anlässlich der Einweihung der 
neuen Hochschule erfolgen ; da dieselbe auf den 4. Juni 1903 angesetzt wurde, später 
als vorgesehen war, so wurde am 4. März 190.S Herrn Dr. Thormann die Medaille 
durch den Senat überreicht. 



— 91 — 
1903. Herr Dr. med. Ernst Hedinger *. 

Ernst Hedinger, von Wilchingen (Kt. Schaffhausen), wurde am 3. No- 
vemher 1873 geboren. Er besuchte von 1880 bis 1882 die Primarschule in Bern, 
von 1882 bis 1886 die Primarschule in Chur, von 1886 bis 1887 die Kantons- 
schule in Chur, von 1887 bis 1889 das Progymnasium und von 1889 bis 1893 
das Gymnasium in Bern. Nach wohlbestandenem Maturitätsexamen (1893) 
widmete er sich von 1893 bis 1899 medizinischen Studien an den Hoch- 
schulen von Bern, München (Sommersemester 1896) und Berlin (Winter- 
semester 1896—1897). 1899 legte er das medizinische Staatsexamen ab und 
erwarb sich den medizinischen Doktortitel. Herr Dr. Hedinger hat folgende 
Assistentenstellen inne gehabt: 1899 — 1900 am pathologischen Institut 
Bern, 1900 — 1901 an der chirurgischen Klinik Bern, Sommersemester 1901 
an der dermatologischen Klinik Bern, Wintersemester 1901 — 1902 an der 
medizinischen Klinik in Königsberg (in Preussen), 1902 — 1903 an der 
Kinderklinik Bern. Zur Zeit (Januar 1904) ist Herr Dr. Hedinger wieder 
Assistent am pathologischen Institut. 

Wissenschaftliche Arbeiten : 

1. « Ueber Intima-Sarcomatose von Venen und Arterien in sarcomatösen 
Strumen. » Inauguraldissertation 1901. Virchoiv's Archiv, Bd. CLXIV, 
1901. 

2. « Casuistische Beiträge zur Kenntnis der Abdominalcysten. » Virchow's 
Archiv, Bd. CLXVII, 1902. 

3. « Klinische Beiträge zur Frage der Hämolyse. » Deutsches Archiv für 
Minische Medizin, Bd. LXXIV, 1902. 

4. « Beitrag zur Lehre vom Herpeszoster. » Deutsche Zeitschrift für Ner- 
venheilkunde, Bd. XXIV, 1903. 



• Siehe Anmerkung S. (i4. 



— 92 



VI. 



Die verschiedenen Aktenstücke zu Stiftung 
und Reglementen. 



Vorschläge von Kandidaten, Preisaufgaben, Beurteilung derselben, 
Austeilungsfeierlichkeiten, etc. etc. — Chronologische Reihenfolge. 
Vergleiche Uebersicht im Register. 



Sitzung den 6^^" Januar 1809. 

Präsentes Tit. Omnes. 

Vortrag an Rath. 

Die akademische Guratel beehrt sich, bei Euer Tit. mit 
der erfreuUchen Anzeige einer Stiftung einzukommen, 
MnHgh Rathsherr Zeerleder zu Gunsten der auf hiesiger 
Akademie Studierenden gemacht . hat, und welche für 
diese eine grosse Aufmunterung zu jeder Anstrengung 
enthält. Aus dem beigelegten Stiftungsbrief belieben Euer 
Tit. zu ersehen, das der Hchw. Donator eine Summe von 
L. 1200 aussetzt um aus dem Ertrag derselben jeweilen 
alle 5 Jahre dem ausgezeichnetesten weltlichen oder 
geistlichen Studierenden eine auf das Andenken des 
grossen Hallers, Grossvater des Hchw. Donator ge- 
schlagene Denkmünze in Gold 2.5 Dukaten werth zu er- 
theiien, und dieser Donation wird zugleich ein Exemplar 
der Denkmünze zur ersten Ertheilung und die Abtretung 
der Stempel beigefügt. Nach dem Wunsch des Hochw. 
Donators soll diese Stiftung dermalen von der Akade- 
mischen Guratel oder je von der Obersten bernischen 
Behörde der Akademie verwaltet und verwendet werden. 



— 93 — 

Diesemnach beehrt sich die Curatel bei Euer Tit. un- 
masgebUch darauf anzutragen, dass sie authorisirt werde, 
diese edle Stiftung zum Besten der Al^adernie anzunehmen, 
und dieselbe auch dem Hochw. Donator auf die gut 
findende Weise gebührend zu verdanken, so wie denn 
die nothwendigen Dispositionen zu treffen, damit Wohl- 
desselben Absichten bestens befolgt werden. 
Alles aber u. u. 



Zedel an Selü^etär. 

Ihn beauftragen, die L. 1200 zu dieser Stiftung bei 
Uhw. Haller & Comp, zu erheben, und sich nach einer 
zweckmässigen Anwendung derselben umzusehen. 



Zedel an Untern Akademischen Rath. 

Die akademische Curatel übersendet Ihnen Tit. beige- 
bogen die Abschrift eines Stiftungsbriefs von Mmllghrn. 
Rathsherr Zeerleder, wodurch zu Gunsten der Studiosen 
der hiesigen Akademie ein fünfjähriger Preis für den aus- 
gezeichnetesten derselben fundirt wird, aus dem Stiftungs- 
brief selbst belieben Sie das nähere zu ersehen ; der Herr 
Donator fügte der Donation zugleich eine Medaille bei, 
um zum ersten male ertheilt zu werden. Die Tit. werden 
diesemnach ersucht, — der Curatel ihr Gutachten vorzu- 
legen, wie diese Stiftung der Akademie und Schule be- 
kannt zu machen sei, wie sowohl für das erste mal als 
für die Zukunft der Würdigste designiert werden solle, 
dem diese Aufmunterung zukommen möge, und ob und 
allenfalls was für Proben darfür abzulegen sein möchten. 

Mfinunl der A kadeniischen Curn/.el, Bd. H, S. 'Mi u. ff. 



— 94 — 

Den 20t<^n Januar 1809. 

Ad acta der Rathszedel, durch welchen die Guratel 
autorisirt wird, die Stiftung einer alle 5 Jahre zu ertheilen- 
den Medaille von MmHgHn Zeerleder anzunehmen und 
die Vorschriften des Stiftungsbriefs exequieren. 



Schreiben an MnHghn. Rathsherr Zeerleder. 

MnHghn, die Räthe haben nunmehr die akademische 
Guratel autorisirt, die von Euer Tit. gemachte schöne 
Stiftung zur Entrichtung einer goldenen Medaille auf alle 
5 Jahre an den ausgezeichnetesten Studiosen der hiesigen. 
Akademie anzunehmen und zu vollziehen. Diesemnach 
beehren sich MnHghn. Wohldemselben vorerst die leb- 
hafte Dankbarkeit zu äussern, welche Sie für eine zur 
Aufmunterung der Akademischen Jugend zu lobens- 
wertliem Fleiss, Eifer und AutTührung so wesentlich bei- 
tragende Stiftung empfinden, und Ihnen das eine Doppel 
des Stiftungsbriefs mit darein gesetzter Annahme der 
Stiftung wieder zuzustellen. MmHghm haben bereits die 
nöthigen Aufträge gegeben, um eine Anwendung für die 
von Euer Tit. ausgesetzte Summe zu fmden, für welche 
indessen die Akademische Casse gut stehen wird. 

Manual der Akademischen Cavalel, Bd. II, S. 353. 



Die hinter mir liegende Stempel zu der Ualler'schen 
Medaille werde ich zur Disposition der acad. Guratel, 
nach Verlangen noch ferners in meiner Verwahrung auf- 
heben und auf Befehl gegen diesen Schein ausliefern. 

Bern, d. 271'" Januar 1809. 

(sig.) FuETER, Reg.-Rath. 

Auf Stempolpapier geschrieben, mit 5 Rappen gestempelt. 



— 95 — 
Sitzung vom 3^' " Mertz 1809. 

Präsentes Tit. Omnes. 

Das Reglement über die Austheilung der Hallersclien 
Medaille aus der Dotation Msflghr. Rathsherr Zeerleder 
wird verhandelt und angenommen. Vide Instruktionen- 
Buch. 

Schreiben an MnHgkn. Rathsherr Zeerleder. 

MnHgh. der Akademischen Guratel haben die Ehre, 
E: W: anmit das Reglement mitzutheilen, welches Wolil- 
dieselben in Hinsicht der Austheilung der von Ihnen 
Tit. gestifteten hallerischen Medaille aufgestellt und 
erlassen haben. Die Curatel wünscht, dass dieses Regle- 
ment, welches auf den Stiftungsbrief und dero darüber 
geäusserte Gedanken gegründet ist, Ihren Ansichten 
bestens entspreche, und dass vermittelst desselben die 
edlen Zwecke des Stifters vollständig erreicht werden. 

Zedel an Untern Akademischen Rath. 

Anmit wird Ihnen Tit. das Reglement über die Verga- 
bung der von MmllghHrn Rathsherr Zeerleder gestifteten 
Hallerischen Medaille zugesendet, sowie auch 4 Abschrif- 
ten desselben welche Sie den 4 Fakultäten zuzustellen 
belieben wollen, mit dem angemessenen Auftrage, dieses 
Reglement sowohl den Akten des Akademischen Raths, 
als denen der Fakultäten zu jeweiliger Befolgung beizu- 
legen ; Endlich belieben Sie auch die Bekanntmachung 
dieser Stiftung an die Akademiker zu veranstalten, als 
welche am füglichsten durch die Hrn Dekane jeder 
Fakultät geschehen kann. 

Munufil lier A kfidcinÙKr/icn Curatel, Bd. H, S. ä(>i. 



— 96 — 
Den 31ten Mertz 1809. 

Schreiben an Finanz- Commission des Stadtrathes. 

MnHgHr Rathsherr Zeerleder hat unterm 4. Jenner 
dieses Jahres der Guratel zu Händen der Akademischen 
Casse eine Schenlvung von L. 1200 Capital gemacht, 
aus deren Ertrag je alle 5 Jahre eine goldene Preis- 
Medaille von L. 200 dem ausgezeichnetesten Studiosen 
der Akademie ertheilt werden soll ; da nun der Curatel 
daran gelegen ist, dieses Capital sicher anzuwenden, und 
doch für dieses einzige eine Zinsrodel- Verwaltung anzu- 
legen nicht rathsam scheint, so ergeht von Seite der 
Curatel der höfliche Antrag an E : W: Ihnen dieses 
Capital gegen eine Obligation zu 4 % auf den Schulseckel 
zu überlassen, als in welchem Fundus dieses Capital 
schicklich angelegt, und mit den übrigen zugleich ver- 
waltet, der Ertrag für obige Stiftung aber mit L. 48 
jährlich ohne Anstand ausgerichtet werden kann. 

In Entgegensehung dero gefälligen Antwort über diesen 
Gegenstand hat die Curatel die Ehre u. s. w. 

Manual der Akadeniiaclien Curatel, Bd. II, S. 374. 



Wir Präsident und Mitglieder der Finanz-Commission des 
Stadt Raths von Bern, thun kund hiermit : 

Dass, da der kleine Stadtrath unterm 10. diess, nach 
dem Wunsch der Akademischen Curatel erkennt hat : 

ft Das Capital, von L. 1200. welches MhgHr Rathsherr 
« Zeerleder zu Stiftung einer Preis-Medaille der Curatel 
« geschenkt hat, solle unter die Verwaltung des Schul- 
« sekels gelegt, dafür ein förmlicher Revers ausgestellt, 
(L und die Zinse jährlich à 4 p. § an die Curatel ausgerichtet 
(( werden. » 



— 97 — 

So bescheinigen Wir infolge dessen, dass bemeldetes 
der Akademischen Guratel zugehörende Capital von 
L. 4200 — in die Verwaltung des Schulsekels gelegt 
worden sey, und wir denselben für diese Summe als 
Schuldner gegen die Curatel anerkennen, mit der Ver- 
pflichtung, dass ilir alljährlich die Zinse davon zu vier 
vom Hundert, durch den Herrn Schulsekel Verwalter 
ausgerichtet werden sollen. 

In Kraft dessen haben wir gegenwärtigen Revers durch 
unsern Hh. Präsidenten und Sekretair unterschreiben 
lassen, in Bern, den 13*«" April 1809. 

Der Präsident der Finanzkommission : 

(sig.) Fischer. 
Im Nahmen derselben, 

Der Commissionsschreiber : 
(sig.) L. J. GÜDER. 



An Meine Hochgeachte Herren, Herren Kanzler und 
Curatoren der bernischen Akademie, Bern. 

Hochgeehrte Herren ! 

Ihrem geäusserten Wunsch gemäs, hat der kleine Stadt 
Rath das der Akademischen Curatel von MmHh. Raths- 
herrn Zeerleder geschenkte Capital von L. 1200 — unter 
die Verwaltung des Schulsekels gelegt, und erkennt : es 
solle dafür der Curatel ein förmlicher Revers ausgestellt 
und der Schulsekel als Schuldner gegen sie anerkennt, 
zugleich auch die Verpflichtung zugesichert werden die 
daherigen Zinse à 4 p. cento jeweilen der akademischen 
Curatel zu entrichten. 

Die Finanzcommission hat die Ehre Sie MnHh. hievon 
zu benachrichtigen, mit dem Ersuchen nunmehr das 
Capital der L. 1200 dem Herrn Schulsekel Verwalter von 

KEVUE NUM. T. XII. 7 



— 98 — 

Wagner gegen Quittung verabfolgen zu lassen, und den 
obbemeldten Revers bey ihm in Empfang zu nehmen. 



Actum d. 13*''° Aprill 1809. 



Der Präsident der Finanz-Comission : 

(sig.) Fischer, 

Nahmens derselben: 

(sig.) L. J. GÜDER, 

Commissions Schrbr 



Den 23. October 1807. 

Zedel an H. Gotll. Ziegler, stud. theoL, des Pastetenbecks- 
Sohn. 

Da die von ihnen, bey Gelegenheit der erledigten Lehr- 
stelle der Mathematik an den untern Schulen abgelegten 
Proben in diesem Fache zur gänzlichen Zufriedenheit der 
akademischen Guratel ausgefallen sind, so hat die aka- 
demische Guratel beschlossen, Ihnen als ein Zeichen der- 
selben, und zu fernerer Aufmunterung in Ihrem Fleisse 
zu beharren, eine Gratifikation von L. 300 * zu schenken, 
welche Sie auf 1. November nächstkünftig im Sekretariat 
der Guratel in Empfang nehmen können. Zugleich wird 
Ihnen angezeigt, dass Sie wegen Ihren Vices während der 
Vacanz obiger Lehrstelle, wie gebräuchlich werden 
entschädigt werden. 

Manual der Akademischen Caratel, Bd. II, S. 111. 



Den 14. ApriU 1809. 

Von der philologischen Fakultät wurden zwey Preis- 
aufgaben ausgeschrieben ; die eine philosophischen und 
die andere naturhistorischen Inhalts : 

' L. 300 = 300 Franken alter Währung. 



— 99 — 

Ueber die philosophische : Wie unterscheiden sich 
Gedächtniss und Einbildungskraft von einander und worin 
stimmen sie überein? sind zwei Abhandlungen einge- 
kommen. Die eine hat das Motto : Die Preisaufgaben 
sind nicht gegeben zur Berichtigung oder Erweiterung 
der Wissenschaften, sondern einzig um die Kenntnisse 
der Studierenden zu vermehren und zu berichtigen, ihre 
Kräfte zu üben, ilir Urteil zu schärfen. 

Diese Schrift hat den Beifall des obern akademischen 
Raths als eine in Hinsicht auf Talente, Studien und eigenes 
Nachdenken vorzügliche Arbeit erhalten. Zwar ist die 
Aufgabe nicht durchaus befriedigend gelöst; der erste 
Theil, in welchem die verschiedenen Vermögen der Seele 
geschildert werden, ist im Verhältniss zum zweiten, der 
die eigentliche Beantwortung der aufgegebenen Frage 
enthält, etwas weitläufig und wortreich ausgefallen. 

Durch die ausführlichen mit Verstand und Geschick- 
lichkeit ausgeführten Erklärungen der einzelnen Ver- 
mögen, deren Gesetze, Eigenschaften, Vorzüge und 
Verhältnisse entwickelt werden, ist der Weg zur Verglei- 
chung des Gedächtnisses und der Einbildungskraft viel- 
leicht zu bequem worden, und deswegen der zweite Theil 
minder befriedigend ausgefallen ; indess war ein Weg 
bereits von mehreren neuen Psychologen wie Kiese- 
wetter, Abicht, Wezel und von Bonstetten eingeschlagen. 

Die ganze Arbeit zeichnet sich durch Fleiss, Styl, 
Geschmack und W^ärme, Deutlichkeit und Ordnung so 
vortheilhaft aus, dass der obere akademische Rath der- 
selben nicht nur die Krönung mit der goldenen Medaille 
zuerkannt, sondern auch den Druck der Abhandlung 
auf akademische Unkosten beschlossen hat. 

Mnnuftl der A liddemischcn Caraiel, Hd. U, S. 388—389. 



— 100 — 
Schulfest vom 6. May 1809. 

Das Schulfest wurde nach Anleitung des Programs 
gefeiert und die betreffenden Preisschriften gekrönt, da 
sich denn bey Eröffnung der Zedel, folgende Namen 
fanden : 

Philosophische Preisfrage — goldene Medaille — und 
Druck der Schrift auf akademische Kosten. 

Gottlieb Ziegler, Theol. stud. 

Manual der Akademischen Curatel, Bd. II, S. 397. 



Die akademischen Freisaufgaben ^ 

Je im Herbst hatten die vier Fakultäten verschiedene 
Themata einzugeben, aus denen fünf ausgewählt wurden, 
je eines für die theologische, juristische und medizinische 
Fakultät und zwei für die philologische, nämlich eines 
über die alte Literatur und das andere aus dem Gebiet 
der Mathematik oder Physik; für die theologische und 
die eigentlich philologische Preisschrift war die lateinische 
Sprache vorgeschrieben. Die Fakultäten gaben ihr Gut- 
achten über die eingelaufenen Arbeiten ab, und auf 
Grund derselben verfasste der obere akademische Rat 
sein Befinden und Urteil, dasselbe wurde je am Schul- 
fest verlesen mit einer der Situation angemessenen 
Ansprache. Diese Befinden, oft gelehrte Abhandlungen 
von hohem Interesse, nehmen nicht einen kleinen Teil 
der Manuale der Kuratel ein. 

Der Preis bestand in einer goldenen Medaille im Wert 
von zwei Louisd'or, das Accessit war eine silberne Me- 
daille von gleicher Grösse. Den 13. September 1819 



' Aus: Prof. Dr. F'r. Haag, «Die Hohen Schulen zu Born in ihrer geschichtlichen Ent- 
wicklung von 1538 bis 1834. » [Festschrift zur Einweihung der neuen Hochschule, 
4. Juni 1903), S. 229: «Die akademischen Preisaufgaben». 



— 101 — 

beschloss der Kleine Rat nach dem Antrag der Kuratel, 
von nun an die goldene Medaille im Wert von vier 
Louisd'or und die silberne im Wert von wenigstens zwei 
Dukaten prägen zu lassen. 

Die akademische Jugend, vor allem aber die jungen 
Rechtsbeflissenen, beteihgte sich alljährlich mit .rühm- 
lichem Eifer und Fleiss an der ihr gebotenen Gelegenheit, 
ihre Kenntnisse und Talente in selbständigen wissen- 
schaftlichen Arbeiten zu betätigen, mit einziger Ausnahme 
der Angehörigen der theologischen Fakultät, welche 
wegen ihrer Indolenz und Gleichgültigkeit diesem In- 
stitut gegenüber nicht bloss einmal harte Vorwürfe von 
selten der Kuratel entgegennehmen mussten ; es ist für 
den wissenschaftlichen Geist, der in den einzelnen Fakul- 
täten herrschte, bezeichnend, dass z. B. auf das Schul- 
fest 1825 die theologische Preisaufgabe unbeantwortet 
bheb, die juristische aber, « Abhandlung von der Lehre 
von der Gewährleistung nach bernischen Gesetzen », 
sieben Bearbeiter fand, worunter einer in untadeligem 
Latein schrieb, und die medizinische, « über die Wir- 
kungen und Gebräuchlichkeiten der Jode und ihre Prä- 
parate in verschiedenen Krankheiten», drei. 

Vom Jahre 1824 an wurden keine Preisaufgaben mehr 
für die Studierenden der philologischen Fakultät gestellt, 
dagegen wurden die gediegensten der lateinischen Reden, 
welche die Studiosi phil. vor ihrem Eintritt in das theo- 
logische Curriculum zu halten verpflichtet waren, mit 
Medaillen gekrönt und die Namen ihrer Verfasser am 
Schulfest proklamiert. 



Die akademische Freismedaille. 

Ik'hehnte Minerva auf Postament, in der Linken eine 
Lanze haltend und sich auf einen ovalen Wappenschild 
(Bernerwappen) stützend, mit der Rechten einen Jüngling 



— 102 — 

mit Lorbeerkranz schmückend. Umschrift, AGADEMIA . 
BERNENSIS. Unten in kleinerer Schrift, a . schenk . f ' 

ß. Innerhalb eines Lorbeerkranzes auf drei Zeilen 
gravierter Name und Jahreszahl : August Steck \ Stud. 
Juris I 1815. 

Geprägt in Gold. 13,75 Gramm. Durchmesser : On',015. 

Dieselbe Medaille wurde auch in Silber geprägt und 
verliehen ^. 

Ein späterer Stempel wurde von S. B. angefertigt und 
zeigt, abgesehen vom Künstlernamen, nur kleinere Ab- 
weichungen ^. 

S. B. ist als Samuel Burger zu deuten. 

Der Medailleur Samuel Burger von Burg im Aargau 
wurde als Sohn des Petschierstechers Joh. Burger am 
3. April 1791 geboren. Er entstammt einer eigentlichen 
Goldschmiedfamilie, liess sich später in Bern nieder und 
erhielt mehrfach Aufträge für Münzstempel, so für einen 
Sechzehnerpfennig der Stadt und Repubhk Bern und 
schuf eine Anzahl Medaillen, so auf die 1821 durch den 
Kanton Freiburg erfolgte Errichtfing eines Denkmals in 
Gestalt eines Obehsken auf dem Schlachtfelde von Murten 
zur Erinnerung an den Sieg vom 22. Juni 1476. Burger 
starb am 12. Dezember 1848. (Schweizer Künstlerlexikon, 
S. 242.) Von Burger stammt auch die Inselmedaille. 
(Vergl. ((Die Inselmedaille und ihre Geschichte» in der 
Revue suisse de numismatique, Bd. XII, und im Neuen 
Berner Taschenbuch pro 1904.) 



1 Albrecht Ludwig Schenk, Graveur, von Eggiwyl, wurde am 21. Februar 1778 ge- 
boren. Als Arbeiter der obrigkeitlichen Münze in Bern beteiligte er sich an den 
Kunstausstellungen in Bern (von 1804, 1810 und 1818) mit Abgüssen von Petschaften 
von Medaillen und Münzen, die er selbst gestochen, ferner mit der Preismedaille für 
die Kunstausstellung von 1810. Schenk starb am Tjphus am 28. Oktober 1818. (Diese 
Mitteilungen verdanke ich der Zuvorkommenheit des Herrn Staatsarchivar Dr. Türler 
in Bern.) 

^ Ein ungraviertes silbernes Exemplar im Gewichte von 12 Gramm befindet sich 
im Besitz von Herrn Fürsprecher Stettier in Bern. Silberne Preismedaillen wie die 
beschriebene sind sehr selten ; goldene finden sich noch einige in Privatbesitz. 

s Goldenes Exemplar von 1830 (Ed. Stettier aus Bern, stud. juris, 1830 verliehen) im 
Gewicht von 15 Gramm auch im Besitze von Herrn Fürsprecher Stettier, Bern. 



— 103 — 

Ich Endsunterschriebener bescheinige hiermit, von 
der Tit. akademischen Guratel ailhier, das ihr von 
MmHh. Rathsherrn Zeerleder geschenkte Capital von 
Eintausend zweihundert Schweitzer Franken, empfangen, 
und zu derselben Händen unter meine Verwaltung als 
Verwalter des Schuisekels genommen zu haben. 

Bern, d. 21. April 1809. 

(sig.) VON Wagner. 

Verwalter des Schulsekels. 



Sitzung vom 9*''" Mertz 1810. 

Prœsentes Tit. Canzler, Curator Ith. 
Zedel an Proredor. 

Das diesjährige Schulfest ist festgesetzt auf Sonntag 
den 5. Mäy. Ew. Magnificenz werden dessen berichtet, 
mit dem Ersuchen in Ihrer an diesem Tage abzuhalten- 
den Rede anzumerken, dass die Hallerische Medaille auf 
den 1. November nächstkünftig zum 1. Male werde 
ertheilt werden, als welche Anzeige dem Reglement über 
die Vergebung dieser Medaille vorgeschrieben ist. 

Manual der Akademischen Curatel, Bd. HI, S. 58. 



Den 4. August 1810. 

Zedel an Untern Akademischen Rath. 

Da in diesem Jahre zum erstenmal die von Me 
HgH. Rathsherr Zeerleder gestiftete Hallerische Medaille 
ertheilt werden soll, so belieben Sie Tit. nach Vorschrift 
des deshalb erlassenen Reglements die 4 Fakultäten der 
Akademie zu versammeln und in Sessione das ganze 
Reglement ablesen zu lassen, worauf jede derselben 
besonders nacli ^ 1 ihren einfachen oder doppelten 



— 104 — 

Wahlvorschlag zu machen hat; zugleich wird denn auch 
jede Fakultät über jede der sie laut § 5 betreffenden 
Preisfragen einen 4fachen Vorschlag abfassen, und Sie 
Tit. belieben denn dies alles sowohl die Wahl- als die 
Preisfragen -Vorschläge der Guratel bis spätestens den 
1. Montag im September versiegelt einzugeben, damit 
dennzumal das weitere verfügt werden könne. MeHgli. 
erwarten dass Sie Tit. diesem Auftrage mit aller der- 
jenigen Aufmerksamkeit und Sorgfalt entsprechen wer- 
den, die diese schöne und für die Akademische Jugend 
aufmunternde Stiftung verdient, und durch welche der 
Zweck derselben erreicht werden mag. 

Manual der Akademischen Curatel, Bd. III, S. 150. 



Den 7. September 1810. 

Zedel an Prorektor. 

Ihm anzeigen, dass aus den von den verschiedenen 
Fakultäten als Goncurenten vorgeschlagenen Candidaten 
Herr Friedrich Fischer, von der juridischen Fakultät 
vorgeschlagen, sich den Vorschlag verbeten habe. 

Herr Rudolf Trechsel von der medizinischen Falkultät 
vorgeschlagen, aber niemals die untere Schule besucht 
habe, mithin die durch das Reglement geforderten Requi- 
site nicht besitze, dass hiemit Candidaten verbleiben Herr 
Gottlieb Ziegler S. M. C. vorgeschlagen von der Theolo- 
gischen und Philologischen Fakultät Herr Gottlieb Wyss, 
vorgeschlagen von der juridischen Fakultät und 

Herr Carl Wyss, vorgeschlagen von der Philologischen 
Fakultät. 

Selbige sollen Sonntag, den 8. bei Herrn Canzler die 
Mottos abholen und Montags-, den iO. Morgens um 7 Uhr 
im grossen Auditorio sich einfinden, um die Proben zu 
bestehen. 

Manual der Akademischen Curatel, Bd. III, S. 176. 



— d05 — 

Montag den 10. September 1810. 

Oberer Akademischer Rath. 

Anzeige dass Herr Karl Wyss sich vom Vorsehlag 
zurückgezogen habe, indem er erst seit 2V2 Jahren in der 
Akademie sei. 

Den beiden übrigen Herren Gandidaten wurden folgende 
Fragen aufgegeben, welche sie ohne fernere Hülfsmittel 
bis um 2 Uhr Nachmittags ausarbeiten sollen. 

1 . Theologische Frage : CViebt es Mythen in der heiligen 
Schrift? 

Wie kann man sie eintheilen? Exempel jeder Art. Wird 
durch Annahme von Mythen das Ansehen der heiligen 
Schrift als solcher verringert? 

3. Juridische Frage: Wodurch unterscheiden sich Nach- 
lässigkeit und Gefährde, und worin stimmen sie überein ? 

3. Mathematische : Was ist ein Logarithmus überhaupt 
und ein gemeiner Logarithmus insbesondere? Welches 
sind die allgemeinen Eigenschaften und Vortheile der 
Logarithmen ? 

4. Philosophische: Was sind Ideen (VernunftsbegrifTe) 
und wie unterscheiden sie sich von Anschauungen und 
VerstandsbegrifTen ? 

5. Physikalische : Regnet es blos aus den Wolken oder 
erstreckt sicli der Prozess der Regenbildung weiter? 

6. Philologische: Ist es der Mühe werth die griechische 
Sprache zu lernen, da die vorzüghchsten Werke in den 
Uebersetzungen können gelesen werden? 

7. Naturhistorische : Was ist ein Natursystem? Worin 
besteht sein Zweck und Nutzen? 

8. Vaterländische Geschichte : Ist die Geschichte Wilhelm 
Teils eine historische Thatsache, oder eine in die Schwei- 
zergeschichte aufgenommene nordische Sage? Mit wel- 
chen vorzüglichsten Gründen werden die dagegen ange- 
brachten Zweifel widerlegt? 



— 106 — 

Von diesen Fragen muss jeder Concurrent aus den 
beiden ersten die sein Fach betreflende, aus den 6 letz- 
tern 3 nach freier Auswahl behandeln. 

Manual der Akademischen Caratel, Bd. III, S. 177. 



Den 24. September 1810. 

Schreihen an Kirchen -Rath. 



Einladung ad formam ; mit Beifügen, dass man denselben zur be- 
stimmten Zeit vom Chorhaus weg begleiten werde. 



Schreiben an Herrn Kirchmeyer Rodt. 

Bei der auf den 1. November angesetzten Inauguration 
des Herrn Prorektors wird zum erstenmale die Hallersche 
Medaille ertheilt werden; MeHgHh. die Curatoren der 
Akademie wünschen diese Ertheilung mit einiger Feier- 
lichkeit vor sich gehen und zu dem Ende bei derselben 
einige Musik aufführen zu lassen ; Sie Tit. werden diesem- 
nach höflich ersucht, den Herrn Musikdirektor Guéring 
zu autorisiren, dass er die Mitglieder des Selechts dazu 
einladen sowie auch über die Pauken und andere In- 
strumente oder Musikalien disponieren könne, als für 
welche Gefälligkeit Ihnen MeHGHh. bestens verbunden 
sein werden. 



Schreiben an Stadt- und Garnison-Commando. 

Ein Unteroffizier mit vier Mann Wache begehren für 
bemelten Tag, Morgens um 9 Uhr, bei der unteren Kirch- 
thüre auf dem Kirchhofe sich einzufinden. 



— 107 — 

Zedel an Herrn Musik-Direktor Guéri} ig. 

MeHGHh.dieCuratoren der Akademie haben dasjenige 
beträchtliche Verzeichniss der Herren Musik-Liebhaber 
erhalten, deren Beihülfe zur Auflïihrung der Musik bei 
Ertheilung der Hallerschen Medaille auf 1. November er- 
forderlich wäre, und in dem durch oftmalige Erfahrung 
wohlbegründeten Zutrauen auf derselben Gefälligkeit, 
werden Sie Tit. Herr Direktor anmit ersucht, dieselben 
im Namen derCuratel einzuladen, auch diesmal an dieser 
alle fünf Jahre wiederkehrenden Feierlichkeit Antheil 
nehmen zu wollen, da Sie denn, denjenigen welche Ihre 
Beistimmung geben würden, zugleich die nöthige Musik 
mittheilen und die Abhaltung der Probe festsetzen 
können und dieselben des Danks der Curatel bestens ver- 
sichern wollen, anschlussweise erhalten Sie das daherige 
Verzeichniss wieder zurück. ^ 

Manual der Alaalciiiliichüti Caratcl, Bd. HI, S. 178 u. tf. 



Den 24. September 1810. 

Schreiben an Herrn Rathsherr Zeerleder. 

Die Curatel der Akademie rechnet es sich zur Pflicht, 
Ewr. Wohlgeboren anzuzeigen, dass die von Wohlden- 
selben gestiftete Hallersche Medaille in diesem Jahr zum 
erstenmal nach dem darüber bestehenden Réglemente 
vergeben worden ist. 

Herr Gottlieb Ziegler S.M.C. und Elementarlehrer, ein 
junger Mann, der während seinen Studien sich durch 
Talente, Fleiss und gute Aufführung ausgezeichnet hat, 
obschon seine Lage und Erziehung ihm keine Hülfsmittel 
anbotten, hat nach den im Concurs abgelegten Proben 
selbige erhalten. 

Die Ertheilung der Medaille selbst wird bei der Inau- 
guration des Prorektors Donstags, den 1. November, 



— 108 — 

Morgens um 10 Uhr im Glior des grossen Münsters vor 
sich gehen. 

MeHGHh. die Guratoren hoffen, dass Ew. Wohlge- 
bohren dieser Wohldenselben zu verdankenden Feier- 
Hchkeit, Vielehe für die sämmüiche akademische Jugend, 
eine so mächtige Aufmunterung sein muss, beiwohnen 
wollen, als zu welchem Ende Ew. Wohlgeboren dazu 
anmit höflichst eingeladen werden. 

Manual der Akademisclien Caralel, Bd. III, S. 183. 



Den 24. September 1810. 
Curatel-Sitzung. 

Prœsid. Tit. Omnes. 
Zedel an Untern Akademischen Rath. 

MeHGHh. die Guratoren der Akademie haben die Inau- 
guration des Herrn Prorektors für das nächste akade- 
mische Jahr angesetzt auf den Donstag den 1. November 
Vormittags um 10 Uhr. Da nach derselben zum ersten- 
mal die Hallersche Medaille ertheilt werden soll, so wird 
die Inauguration für diessmal im Ghor des grossen 
Münsters vorsichgehen. Sie MeHGrllh. werden dessen be- 
richtet mit dem Ansinnen, sich an bemeltem Tage Mor- 
gens um V***'^ vor 10 Uhr auf dem Ghorhaus einzuhnden, 
um die Guratel und den Kirchenrath in den Mimster zu 
begleiten. Dabei werden Sie ersucht, sämmüiche aka- 
demische Lehrer einzuladen, sich bei dieser Geremonie 
einzufinden um das Handgelübd abzulegen, bei welcher 
Gelegenheit auch Herr Pi-ofessor Hochstetter sein Patent 
erhalten wird. Auch werden Sie sämmtliche Studiosen 
der Akademie einzuladen belieben, sich im grossen 
Auditorio zu versammeln und 'A vor 10 Uhr in Ordnung 
in das Ghor sich zu begeben. Endlich belieben Sie auch 
dem Herrn GottliebZiegler, Elementar-Lehrer und S.S. M.G. 



— 109 — 

anzuzeigen, dass ihm auf die abgelegten Proben hin die 
Medaille zugesprochen worden sei, und dass er sich 
zum Empfang derselben an obbemeltem Tag ebenfalls im 
Chor des grossen Münsters einfinden soll. Das Programm 
der Feierlichkeit selbst wird Ihnen ehestens zugesendet 
werden. 



Zedel an Untern Schulrath. 

Obidem für die Schullehrer mit dem Beifügen, dass 
blos die Gymnasianer und die Schüler der ersten Classe 
aus beiden Abtheilungen, sich dabei einfinden sollen. 



Schreiben an Stadt-Rath. 

Einladung ad formant, nebst Ansuchen um Bewilligung 
des Chors. 



Schreiben an Rath. 
Einladung ad formant. 

Den 24*«^" September 1810. 
Ober Akademischer Ratli. 



Urtheil und Befinden des Obern Akademischen Rath über 
die von den Candidaten für die Hallersche Medaille 
geleisteten Proben. 

Zum erstenmal hatte in diesem Jahre, der Obere Aka- 
demische Rath das angenehme Pensum, die imter dem 
1^"" Jenner 1801:) gestiftete Hallersche Medaille zu er- 
theilen. Diese eln'cnvolle Auszeichnung soll nach den 



- 110 — 

Worten des Stiftungsbriefs je alle 5 Jahre von der Aka- 
demischen Curatel nach eingeholten Zeugnissen der 
Lehrer und nach bestem Wissen und Gewissen dem- 
jenigen jungen Mann nach Vollendung hiesiger Studien 
zukommen, der sich, er sei geistlichen oder weltlichen 
Standes, in Durchgehung der bernischen Schulen und 
Akademie durch eine vorzügliche Aufführung, Fleiss und 
Talente am meisten wird ausgezeichnet haben. 

Es gereichte der Obern Akademischen Behörde zum 
Vergnügen und der studierenden Jugend zur Ehre, dass 
nach der langen Unterbrechung, welche die Revolutions- 
Jahre, in der öffentlichen Erziehung bewürkt hatten, und 
seit der kurzen Dauer der neuen Organisation derselben, 
von den Fakultäten der Akademie, dennoch mehrere 
junge Männer als Candidaten für diese Denkmünze vor- 
geschlagen werden konnten, obschon die durch das 
Reglement geforderte Bedingung der Besuchung der 
Untern Schulen, während mehreren Jahren noch einige 
davon ausschloss, und so die Anzahl derselben auf 
wenige beschränkte. 

Von den vorgeschlagenen Candidaten blieben blos zwei 
im Goncurse, der eine aus der Theologischen der andere 
aus der Juridischen Fakultät und diese beiden leisteten 
diejenigen Proben, welche nach dem lohalt des daherigen 
Reglements bei einer mehrfachen Concurrenz über die 
Ertheilung des Preises entscheiden. Diese Proben be- 
stehen darin, dass an dem zu Ablegung derselben fest- 
gesetzten Tage den Candidaten sieben bis dahin blos der 
Curatel bekannte Aufgaben, über Mathematik, Physik, 
Philologie, Vaterländische Geschichte, Naturhistorie, 
Philosophie und über das besondere Fach der Candi- 
daten nemlich Theologie, Jurisprudenz oder Medizin 
vorgelegt werden, von denen jeder Candidat auf der 
Stelle, und ohne irgend eine Beihülfe die seines Faches 
und von den übrigen G wenigstens 3 nach freier Aus- 
wahl innert 6 Stunden schriftlich bearbeiten muss und 



— 411 — 

hernach seine Arbeit statt der Unterschrift mit einem 
Motto bezeichnet, welches er vorher ausgewählt und in 
einem verschlossenen Zedel an den Canzler der Akademie 
deponiert hat. 

Beiden Goncurrenten gebührt das hier ölTentlich ab- 
gelegte ehrenhafte Zeugniss, dass sie in ihren Proben 
unverkennbare Beweise einer wohlangewandten Jugend 
und mannigfaltig erworbener Kenntnisse abgelegt und 
sich so der Ehre als Gandidaten für die Medaille be- 
zeichnet zu sein, würdig erzeigt haben. 

Der Candidat mit dem Motto : « Nisi utile est quod faci- 
mus stulta est gloriaj» beantwortete die sehr schwierige 
Theologische Frage über die Mythen in der Heil. Schrift 
und deren Einfluss, in reiner lateinischer Sprache, wo 
nicht ganz befriedigend doch planmässig und richtig, auf 
eine Weise, die einen denkenden und mit Kenntnissen 
ausgerüsteten Kopf nicht verkennen lässt. 

In Beantwortung der Mathematischen Frage über die 
Logarithmen, zeichnete er sich vorzüglich aus, und die 
daherige Arbeit, hätte unter den Umständen ihrer Ab- 
fassung durchaus nicht befriedigender ausfallen können. 
In der Aufgabe über die NützHchkeit der Kenntniss der 
griechischen Sprache, zeigte er ebenfalls eine richtige 
Urtheilskraft und Gefühl für das Schöne. Auch seine Be- 
handlung der letzten Frage über die Authenticität der Ge- 
schichte Wilhelm Teils in P^ntgegenstellung mit der 
Meinung, dass dieselbe blos eine Nordische in die Ge- 
schichte unserer Väter aufgenommene Sage sei, hat 
Verdienste, obschon aus derselben erhellet, dass er sich 
mit näherer Untersuchung dieser Gontrovers nicht abge- 
geben, sondern mit theilnehmender Vorliebe, mehr die 
Kenntniss der Thatsachen im allgemeinen zu erwerben 
sich beflissen, als aber die Begründtheit solcher Zweifel 
erdauert hat, welche erst im Verlaufe späterer Jahr- 
hunderte gegen solche Thatsachen hingeworfen wurden, 
die vorhin stets allgemein für wahr anerkannt waren, 



— 412 — 

und bei Gelehrten und Ungelehrten durch die in allen 
Umständen übereinstimmende und mit Festigkeit herge- 
brachte Tradition durchgehends unbestrittenen Glauben 
gefunden hatten. 

Der Candidat mit dem Motto : « Nulla pallescere culpa» 
beantwortete die juristiche Frage über den Unterschied 
zwischen Nachlässigkeit und Gefährde erschöpfend und 
so vollständig, dass kein Zweifel gegen seine in das Ge- 
biet seiner Hauptwissenschaft eindringende Kenntniss 
übrig bleiben konnte, wenn schon die Frage an und für 
sich sehr schwierig war; die Beantwortung ist in latei- 
nischer Sprache, die zwar nicht von Fehlern frei, doch 
den Beweis leistet, dass der Verfasser die zahlreichen in 
dieser Sprache geschriebenen vortrefflichen Hülfsquellen 
bereits vielfach benutzt hat. Seine Arbeiten über die 
Fragen der Nützlichkeit der Kenntniss der griechischen 
Sprache, über den Unterschied zwischen Vernunft-Ideen 
und Verstau des-Begriffen und über die Bestandtheile 
und Nützlichkeit eines Natursystems sind gut, doch 
nicht so vorzüglich, wie die Arbeiten des erste ren über 
die 3. von demselben gewählten Nebenfragen. Es er- 
hellet aus denselben, dass der Verfasser sich ganz seinem 
Fache gewidmet, und die übrigen Fächer nur insoweit 
betrieben habe, als sie für ihn Hülfsmittel waren, oder 
von einem gebildeten Manne gekannt werden müssen. 

Der Obere Akademische Rath glaubt diesem nach : 
dass jedem der beiden Concurrenten in Rücksicht auf 
die guten Zeugnisse ihrer Lehrer, und auf die abgelegten 
Proben die Medaille der Stiftung gemäss hätte zuge- 
sprochen werden können, dass aber bei der Nothwen- 
digkeit einer Auswahl unter denselben, in Betrachtung 
des allgemeinen Lobs eines ausgezeichnet guten Be- 
tragens und eines aus den Proben sich ergebenden 
grössern Umfangs an erworbenen Kenntnissen nach 
reifer Erwägung der Preis beigelegt werden muss ; dem 
Motto : « Nisi utile est quod facimus stulta est gloria», als 



— 113 ~ 

dessen Verfasser nach Entsieglang desselben sich er- 
zeigt hat. 

Herr Gottlieb Ziegler, S.M.C. Lehrer der dritten Klasse 
der Elementarschule. 

Folgen die Unterschriften. 

Manual der Akademischen Curaiel, Bd. III, S. 185. 



Den 14. ApriU 1815. 

Urtheil und Befinden des Obern akademischen Raths über 
die zur Beantwortung der im Herbst 1814 aufgegebenen 
akademischen Preisfragen eingelangten Abhandlungen. 



Die Beantwortung der juridischen Aufgabe: « Bestim- 
mung des Unterschieds zwischen der einlässhchen und 
uneinlässlichen Vertheidigungsart » ist in zwei Abhand- 
lungen versucht worden. Beide sind in lateinischer 
Sprache abgefasst, was schon an sich ihren Verfassern 
zum besondern Verdienst gereicht. 

Die einte dieser Abhandlungen , mit dem Motto : 
« Audiatur et altera pars » zeichnet sich jedoch vor der 
andern sowohl durch ihre Bestimmtheit, als durch die 
darin enthaltenen Gitate zu ihrem Vortheil aus, welche 
letztere beweisen, dass es ihr Verfasser im Quellen- 
Studium ziemlich weit gebracht habe. — Der akademische 
Rath hat daher diese Arbeit einmüthig der Krönung mit 
der goldenen Medaille würdig erachtet. 

Manual der Akademischen Curatel, Bd. V, S. 334. 



Freytag, den 5. May 1815, Schulfest. 

Als Verfasser dei" Preis -Abhandlung en ergeben sich in 
den Mottos: 

REVUE NUM. T. XII. 8 



— 4d4 — 

- 1. Für die juridische, zum Preis mit dem Motto : « Au- 
diatur et altera pars » : 
August Steck, Stud. juris aus Bern. 

Manual der Akadeiniscliea Curatcl, Bd. V, S. 344. 



Den 11. August 1815. 

Zedel an Till. Untern Akademischen Rath. 

Der Zeitpunlit der Austheilung der Hallerschen Medaille 
nach der Stiftung des HgHh. Rathsherrn Zeerleder, und 
nach dem darüber vorhandenen Reglement vom 3. Merz 
1809 * wird in kurzem wieder eintreten. Sie werden dem- 
nach höfl. ersucht der Guratel der Akademie darüber 
die angemessenen Vorschläge zu hinterbringen, 

Manual der Akademischen Curatel, Bd. V, S. 104. 

Den 11. Oktober 1815. 

Zedel an Till. Untern Akademischen Rath. 

Nachdem die verschiedenen Fakultäten der Akademie 
in ihren Vorschlägen diejenigen Ihrer Studiosen ver- 
zeichnet hatten, welche nach den verschiedenen äussern 
Requisiten allenfalls für die Hallersche Medaille hatten 
concuriren können, erzeigte es sich, dass aus derselben 
Zahl mehrere besonders verdiente junge Männer ent- 
weder nicht Lust hatten die vorgeschriebenen Proben 
zum Concurs zu bestehen, oder aber die Auszeichnung 
ohne vorgegangene Proben auch nicht zu empfangen 
wünschten, und dass mithin nach ihrem Austritt aus 
dem Vorschlag entweder der Zweck der Stiftung bey Er- 
theilung der Medaille nicht ganz erreicht, oder aber bey 

' Siehe Literarisches Archiv, Bd. Ul, S. 157. 



— 115 — 

der Uebertragung an einen der Austretenden gleichfalls 
zLini Theil verfehlt werden dürfte. Aus diesen Gründen 
haben MnllgHh. die Guratoren der Akademie beschlos- 
sen, die Ertheilung dieser Medaille einstweilen zu suspen- 
diren und mit derselben bis auf die nächste Gelegenheit 
abzuwarten, wo sie ganz nach dem Geiste der Stiftung 
wird zugesprochen werden können. 

Sie MnwdHh. werden dessen anmit bestens berichtet, 
mit dem Ersuchen, dem Herrn Professor Beck als antre- 
tenden Prorektor, die Suspension anzuzeigen, damit in 
seiner Inaugurationsrede die Ertheilung nicht angekündigt 
werde und dann noch von Ihnen aus, durch angemessene 
Akademische Promulgation allen Betreffenden bekannt 
zu machen, dass die Inauguration nicht im Ghor des 
grossen Münsters, wie im Program angezeigt war, son- 
dern wie gewöhnlich im grossen Auditorio vor sich 
gehen werde. 

Das Müslin-Stipendium ^ 

gestiftet durch den grossen Kanzelredner David Müslin, 
Pfarrer am Münster in Bern, laut Testaments-Urkunde 
vom 28. Januar 181G. Der hochherzige Stifter bezeichnet 
dasselbe als von ihm gestiftet zum Andenken seines 
besten P'reundes und Amtsgenossen, des am 10. Januar 
1813 als oberster Helfer am Münster verstorbenen Herrn 
Ludwig Stephani, als Denkmal seiner Verdienste um 
Kirche und Vaterland, (( damit sein Name nicht unter- 
gehe in den Fluthen der Zeit. » Aus den Zinsen des 
Legates von 5000 Bernpfund oder 1500 Bernkronen sollen 
jeweilen ein homiletischer und ein katechetischer Preis von 
je 4 und, wenn das Kapital sich vermehrt, von je 5 
Berner-Doublonen bei der Konsekration der Predigtamts- 



' Aus Prof. D' Eduard Müllor : « Dio Hochschulo in Born in den Jahren 1831-1884)). 
(Festschrift zur 5Ü. Jahresfeier der Stiftung), S. 137. 



— 146 — 

kandidaten an diejenigen Kandidaten verabreicht werden, 
welciie nach Urtheil der Prüfungs-Behörde die beste 
Probe-Predigt und Katechisation gehalten, vorausgesetzt, 
dass diese überhaupt als preiswürdig erklärt werden 
können. Die Preise sind längere Zeit wegen Verhand- 
lungen des Erziehungs-Departements mit den Erben des 
Testators über die von diesem gewünschte Form der 
Vertheilung, welche nunmehr geordnet ist, nicht ausge- 
richtet worden, so dass sich das Kapital vermehrte und 
nunmehr laut Rechnung auf den 31. Dezember 1883 
Fr. 23,883 50 ausmacht. 



Da die Stiftungsurkunde nocli nicht gedruckt, lassen 
wir sie hier im Wortlaute folgen : 

Stlftungg-lJrkuncle 

über das Stipendium ziveier Freunde. 

Ich David Mueslin, Burger der Stadt Bern, der Zeit 
2ter Pfarrer am Münster, stifte dieses Stipendium zum 
Andenken meines besten Freundes und Amtsgenossen, 
des den 10. Jenner 1813 als oberster Helfer am Münster 
verstorbenen Herrn Ludivig Sieffani, von Aarau, als 
Denkmal seiner Verdienste um Kirche und Vaterland, 
damit sein Name nicht untergehe in den Fluthen der 
Zeit. Ueber dieses Stipendium zweier Freunde mache 
ich nun folgende 

testamentliche Verordnung : 

1. Von meinen Erben soll besag meines Testaments 
innert einem halben .Tahr nach meinem Absterben 
in die Hände der obersten akademischen Behörde in 
Bern entrichtet werden die Summe der fünftausend 
Bernpfunde oder 1500 Kronen K 

' Die Abänderung dieses 1. Art. : Siehe unten am Ende des Reglements. 



— 117 — 

Aus dem Abnutz derselben sollen zwei Stipendia oder 
Premien errichtet werden, jedes zu 4 Dublonen in 
Gold. Wenn aber das Kapital um 1000 Pfund sich 
vermehrt haben wird, so soll aucti jede Premie um 
eine Dublone vermehrt werden. 
Mit der Austheilung dieser Premien soll es also ge- 
halten werden : 

aj Mit dem homiletischen Premium : Wenn nemlich 
alle Probpredigten der Kandidaten pro Ministerio 
abgehalten sein werden, so versammelt sich das 
Kirchen-Konvent und entscheidet vorerst die 
Frage : Hat eine dieser Predigten das Premium 
verdient? Ist diese Frage durch die Stimmenmehr- 
heit bejahend entschieden, so werden die zwei 
besten vorgeschlagen, und der vorzüglicheren der 
Preis zuerkannt. Bei innstehenden Stimmen soll 
der Professor der praktischen Theologie nach 
seiner Totalkenntniss beider Subjekte entscheiden. 
Würde aber von allen Probpredigten keine des 
Preises würdig gefunden, so soll derselbe für 
diesmal eingestellt und zum Kapital geschlagen 
werden. 
bj Mit dem calechetischen Stipendium soll es folgender- 
massen gehalten werden : 

Die bei dem catechetischen Examen anwesen- 
den Elektoren wählen am Ende derselben die 
zwei besten aus; welche denn den gleichen Nach- 
mittag über die am Morgen catechisirte Frage eine 
förmliche kurze Kinderlehr, mit Exordium und 
Applikation zu halten haben ; nach deren Beendi- 
gung die Elektoren dem Bessern das Premium 
zusprechen. 

Sollten sich in der ganzen Promotion keine zwei 
linden, die diese Probe bestehen dürfen, oder 
sollte keiner des Preises würdig gefunden werden, 



— 418 — 

so wird derselbe wie oben zum Kapital geschlagen. 
Bei innstehenden Stimmen entscheidet der Pro- 
fessor der praktischen Theologie. 

4. Beide Stipendia werden am Ende der Handauflegung 
vor der ganzen Versammlung als das Stipendium der 
beiden Freunde durch den Dekan ausgetheilt. Auf 
welches jedesmal die ganze Promotion, unangesehen 
ihrer Herkunft concurieren kann. 

5. Da der einzige Zweck dieser Stiftung Aufmunterung 
der jungen Geistlichen ist, sich im homiletischen und 
catechetischen Fache möglichst zu vervollkommnen, 
so setze ich eine Probezeit von 10 Jahren, von der 
ersten Austheilung an gerechnet fest; nach deren 
Verlauf die oberste Kirchenbehörde entscheiden wird, 
ob dieses Stipendium seinen Zweck erreiche ; ob es 
fortdauern, oder ob das ganze dennzumal vorhandene 
Kapital an meine Erben zurückgegeben und die Stif- 
tung aufgehoben werden solle. 

6. Endlich verordne ich ausdrücklich, dass bei jeder 
Preisaustheilung diese gegenwärtige Stiftungsurkunde 
öffenthch und wörtlich abgelesen werde. Und da ich 
durch neuere Beispiele belehrt worden bin, wie leicht 
man sich willkürliche Abweichungen von dem Willen 
der Stifter solcher Stipendien erlaubt, so verordne 
ich hier bestimmt : dass sobald meine Nachkommen 
eine solche den oben angegebenen Zweck dieser 
Stiftung behindernde Abweichung gesetzlich erweisen 
und zugleich ihre Abstammung von mir rechtsgültig 
bescheinigen können, sie berechtigt sein sollen, das 
ganze zu der Zeit vorhandene, von mir herrührende 
Kapital dieser Stiftung zurückzufordern. Sie sollten es 
denn in zwei gleiche Hälften theilen, deren die einte den 
Abstämmlingen meiner altern Tochter Marie, verwitt- 
wete Haller, die andere den Abstämmhngen meiner 



— 119 — 

Jüngern Tochter Elisabetha, verheirathete Hebler, 
zukommen, und nach der Zahl ihrer Köpfe unter sich 
vertheilt werden soll. 
Gott begleite nun diese Stiftung mit Seinem Segen ! 

Gegeben in Bern den 28. Jenner 1816. 

(sig.) David Müslin, 

2'" Pfarrer am Münster, als Testator. 



Um dieser Stiftungs-Urkunde testamentliche Form und 
Kraft zu geben, bezeugen wir die Unterschriebenen, dass 
der Testator uns diese, von ihm eigenhändig geschrie- 
bene Urkunde bei völlig gesunden Sinnen und Verstand 
vorgelesen und uns ersucht habe, dieselbe als seine 
testamentliche Zeugen zu unterschreiben. 

In Bern den 28. Jenner 1816. 

(sig.) S. Wilh. Ebersold, 

Dritter Pfarrer am Münster als hiezu berufener Zeuge. 

(sig.) B. HÜNERWADEL, 

Professor der Theologie als zweiter hiezu berufener. 



ad. Art. 1. Durch die Umstände genöthigt habe ich 
diesen 1. Art. in meinem Testament vom 18. Juni 1819 
also abändern müssen : Wenn denn alle diese drei Kinder 
Hebler soweit erzogen sind, dass sie im Stande sind, ihr 
Brod zu verdienen, so sollen diese D. 15(X) der hiesigen 
obersten akademischen Behörde herausgegeben werden, 
um damit nach Vorschrift des hier beiliegenden Regle- 
mentszu verfahren, dies giltet aber nur so lang meine Frau 
lebt. Ein Jahr nach ihrem Absterben sollen diese D. 1500 
der Curatel übergeben werden, um damit nach Inhalt 
dieses Reglements' zu verfahren. 



— 120 — 

Als mit welcher mich schmerzenden Abänderung ich 
das ganze übrige Reglement nochmals bestätige in Bern 
den 18. Juni 4819. 

(sig.) Dav. MüsLiN, 

Erster Pfarrer am Münster als Testator. 

Homologiert den 5. Dezember 1821. 

Die getreue Abschrift bescheint : 

Bern den 1. September 1837. 

Der erste Sekretär des Erziehungsdeparteraentes 
(sig.) G. HÜNERWADEL. 

Auszug aus dem Testamenten-B uch der Stadt Bern, N° IV, S. 252-255. 

Den 3ten May 1816. 

Befinden über die Austheilung der Hallerschen Medaille. 

Nachdem am heutigen Schulfeste institutionsgemäss, 
diejenigen Preise ertheilt worden, welche von Jahr zu 
Jahr die vorzügUchen Arbeiten der Studiosen in den ver- 
schiedenen Fächern und die ordentlichen Fortschritte 
der Schuljugend auf der Stufenleiter ihrer Bildung er- 
freuend und aufmunternd zu bezeichnen, bestimmt sind; 
bleibt für diesmal nach Verlauf von fünf Jahren MnHgHh. 
Canzler und Guratoren der Akademie die angenehme 
Pflicht übrig, den ersten akademischen Preis, gestiftet 
von einem Magistrat der Republik, zu Ehre des grossen 
Hallers und zu Aufmunterung der studierenden Jugend, 
zu ertheilen. 

Nach dem eigenen Réglemente über diese Stiftung 
hätte der Goncurs zu dieser ehrenvollen Auszeichnung 
im verflossenen Spätjahr eröffnet werden sollen und die 



— 421 -. 

Vorschläge der Fakultäten bezeichneten mehrere junge 
Männer, als des Concurses fähig und der Ehre würdig; 
allein einigen mangelten positive Erfordernisse in Hin- 
sicht auf die Dauer, der in der hiesigen Anstalt zuge- 
brachten Zeit, andere verbaten sich den Goncurs, oder 
bezeugten bescheiden, dass bei dem Rücktreten der Mit- 
vorgeschlagenen , ihnen der Vorzug nicht gebühren 
könne. 

Unter solchen Umständen beschloss die Curatel, heber 
die Ertheilung des Preises aufzuschieben, als demselben 
irgend etwas von dem hohen Werthe zu benehmen, den 
er für die Akademiker haben soll, und auch in den Augen 
der obersten Vorsteher der Anstalt hat. MeHgHh. sehen 
sich nunmehr auch im Falle, diese Auszeichnung mit 
voller Ueberzeugung nach den Worten und dem Geist 
des Stiftungsbriefes zuzusprechen : « Es soll nemmlich 
diese Denkmünze je alle fünf Jahre, von der akademi- 
schen Curatel oder jedermaligen obersten bernischen 
Behörde der hiesigen Akademie und Schulen, nach ein- 
geholten Zeugnissen der Lehrer, und nach bestem Wissen 
und Gewissen demjenigen jungen Manne nach Vollendung 
seiner Studien ertheilt werden, der sich, er sei geist- 
hchen oder weltlichen Standes, in Durchgehung der 
bernischen Schulen und Akademie, durch Aufführung, 
Pleiss und Talente am meisten wird ausgezeichnet haben. » 

Dieser Vorschrift zufolge und nach eingeholtem Be- 
finden des Akademischen Raths hat die (Kuratel der 
Akademie einmüthig befunden: 

1. Es trete nach § 3 des Reglements vom 3^^^ Merz 
1809 der Fall ein, für diesmal die Hallersche Medaille 
ohne Concours zu ertheilen, indem unter den vorge- 
schlagenen Candidaten sich einer befinde, der ahe posi- 
tiven Requisite besitze, und überdem während seiner 
ganzen Laufbahn von den untern Klassen der Schule, bis 
in die obere Akademie jeweilen durch Auflührung, Fleiss 
und Talente sich so ausgezeichnet habe, dass ihm die 



— 122 — 

unausgesetzte Zufriedenheit seiner Lehrer und fortwäh- 
rend eine der beiden ersten Stellen unter seinen Gefährten 
zugekommen sey. 

2. Statt der eigenen Feierlichkeit bei Ertheilung der 
Hallerschen Medaille, und in Vorbehalt der Revision 
der daherigen reglementarischen Vorschriften solle die- 
selbe für diesmal am Ende des Schulfests durch Ver- 
lesung des gegenwärtigen Befindens und durch Prokla- 
mation des Gekrönten vor sich gehen. 

So denn nach wurde mit einhelhgen Stimmen des 
grossen akademischen Preises der Hallerschen Medaille 
würdig erachtet : 

Herr August Steck von Bern ; Studiosus der Rechts- 
gelehrsamkeit und der Philologischen Wissenschaften. 

Möge diese ehrenvolle Auszeichnung denselben an- 
feuern, dereinst im thätigen Leben die Erwartungen zu 
erfüllen, zu denen seine Familie, seine Lehrer und seine 
Mitbürger berechtigt sind ; möge er durch die Vereinigung 
der Eigenschaften des Herzes und des Kopfes sich zum 
achtungswerthen und brauchbaren Manne bilden und 
fernerhin mit dem schönsten Attribut des Verdienstes 
mit anspruchloser Bescheidenheit seine wahren Vorzüge 
bewähren. 

Euch akademische Jünglinge diene diese Auszeichnung 
eines Eurer Gefährdten zur Aufmunterung, von Euch 
hängt es ab, durch Aufführung und Fleiss, die Euch von 
der Vorsehung bescheerten Anlagen, treu und sorgsam 
zu benützen, und wenn auch im Gedränge des Lebens 
nicht äusserer Lohn stäts dem Verdienste folgt, so bleibt 
unverhinderhch der Lohn des Gefühls der Pflicht- 
Erfüllung, die vermehrte Brauchbarkeit und die Stärkung 
der Seelenkräfte, deren Spielraum nicht auf diese Gegen- 
wart beschränkt ist. 

Aktum ut supra. 

Manual der Akademischen Curatel, Bd. VI, S. 114. 



— 123 — 
Samstag, den 11. May 1816. 

Schillfest nach dem Programm. 

Dem Herrn August Steck aus Bern, Stud. juris wurde 
durch Ablesung des daherigen Befindens des Obern 
Akademischen Raths die Hallersche Medaille ertheilt. 

Manual der Akademischen Curatel, Bd. VI, S. 120. 

Den 25. Aprü 1820. 

Von MnHgHh. der Curatel wurde erkannt, die Aus- 
theilung der Hallerschen Preis-Medaille, welche laut dem 
Stiftungs-Reglement diess Jahr wieder hätte ertheilt 
werden sollen, auf das Schulfest von 4821 zu verschieben, 
weil kein alle Requisita vereinigendes Subjekt sich vor- 
finde. 

Manual der Akademischen Curatel, Bd. VHI, S. 140. 

Oberer Akademischer Rath. 

Sitzung, Mittwochs, den 26^'" April 1820. 

Praesentes. 

MnHgHn. Rathsherr von Mutach, Präsident. 
Curatoren : MnHgHn. von Jenner und Bay. 
Professoren : MnHh. Studer, Schnell und Meissner. 



Urtheil und Befinden des Obern Akademischen Raths über 
die zn Beantwortung, der im verflossenen Jahr aufgege- 
benen Akademischen Preisfragen eingelangten Abhand- 
lungen. 

Bei dem Schlüsse dieses Befindens, findet der Obere 
Akademische Rath angemessen, die Bemerkung zu 



— 124 — 

machen, dass eigentlich in diesem Jahre die Austheilung 
der Hallerischen Preis-Medaille hätte vor sich gehen 
sollen, da diese Medaille nach den Statuten des Stifters 
alle 5 Jahre ansgetheilt werden soll, und die erste Aus- 
theilung im Jahr 1810 statt fand. Aus triftigen Gründen, 
und in Berücksichtigung des Umstands, dass diese Aus- 
theilung im Jahr 1815 auch aufgehoben worden, und 
damahls erst im Jahr 1816 erfolgt ist, hat indess der 
Obere Akademische Rath auch diessmal den Umständen 
angemessen gefunden, die Ertheilung dieser ehrenvollen 
Auszeichnung auf das künftige Jahr aufzuschieben. 

Der Präsident des Obern Akademischen Raths. 

Manual der Akademischen Curatel, Bd. VHI, S. 141 u. ff. 



Den 12t«n Februar 1821. 

Zedel an den Untern Akademischen Rath. 

Die Austheilung der grossen Hallerischen Preis-Medaille 
hätte eigentlich nach dem im Stiftungs-Reglement fest- 
gesetzten Termin von 5 Jahren, im verflossenen Jahre 
stattfmden sollen, aus triftigen Rücksichten fanden in- 
dessen MnHgHn. der Curatel damals angemessen, diese 
Austheilung um ein Jahr zu verschieben. 

Diesem Beschlüsse gemäs wünscht nun die Curatel, 
diese Austheilung an bevorstehendem Schulfest vor sich 
gehen zu lassen ; sie lässt daher an Euer Titl. das An- 
suchen ergehen, ihn mit gefälliger Beförderung, unter 
unsern akademischen Jünglingen diejenigen bezeichnen 
zu wollen, die in Hinsicht ihres Benehmens, und ihres 
Fleisses auf diese Auszeichnung die ersten Ansprüche 
machen können. 

Manual der Akademischen Curatel, Bd. VlII, S. 267. 



— 125 — 
Cnratel. 

Sitzung, Donnerstags den 19'°" April 1821. 

Präsentes. 

MnHgHhr. Rathsherr von Mutach, Präsident. 
MnHoHlir. Guratoren : von Jenner, Fischer, Benoit und 
Bay. 



Befinden über die Âustheilung der Hallerschen Medaille. 

Es gereicht MnHgHhn. der Guratel zum besonderen 
Vergnügen, die Feier des diessjährigen Scliulfestes durch 
Austheiking des ehrenvollsten Preises für unsere akade- 
mische Jugend, der zur Ehre des grossen Hallers von 
einem der ersten und würdigsten Magistraten unserer 
Republik gestifteten Medaille, erhöhen zu können. Nach 
einem eigenen Reglement, welches auf den Stiftungsbrief 
gegründet, die Guratel im Jahre 1809 aufstellte, soll die 
Ertheilung dieser Medaille alle 5 Jahre, bei Eröffnung 
der Winter-Vorlesungen durch eine besondere Feierlich- 
keit vor sich gehen. 

Da diese Austheilung zum erstenmale im Jahre 1810 
stattfand, hätte sie eigentlich im Herbst des verflossenen 
Jahres für das drittemal erfolgen sollen, indessen wurde 
schon bei der zweiten Austheilung von dieser Vorschrift 
in Folge eines Beschlusses der Guratel abgewichen, in- 
dem im Jahr 1815 die Ertheilung dieser Medaille, um 
ein Jahr aufgeschoben wurde, und erst am Schulfest 
1816 vor sich gieng. So fand auch voriges Jahr die Guratel 
aus verschiedenen triftigen Gründen, den Umständen an- 
gemessener, diese Ertheilung erst dies Jahr, und zwar 
ebenfalls am Schulfest, statt bei Eröffnung der Winter- 
Vorlesungen (iflenthch zu feiern. 

Die Guratel sieht sich nunmehr im Fall, diese Aus- 



— 126 — 

Zeichnung mit voller Ueberzeugung, auf eine den Worten 
und dem Geist des Stiftungsbriefs ganz entsprechende 
Weise ertheilen zu können : « Es soll nemlich diese 
« Denkmünze je alle fünf Jahre von der akademischen 
« Guratel, oder jedesmaligen obersten bernischen Be- 
« hörde, der hiesigen Akademie und Schulen, nach ein- 
« gehöhlten Zeugnissen der Lehrer und nach bestem 
« Wissen und Gewissen, demjenigen jungen Manne nach 
(( Vollendung seiner Studien ertheilt werden, der sich, 
(( er seie geistlichen oder weltlichen Standes, in Durch- 
« gehung der Bernischen Schulen und Akademie, durch 
« Aufführung, Fleiss und Talente am meisten wird aus- 
« gezeichnet haben. » 

Zur Ehre der Anstalt und unserer Akademischen 
Jugend, hält die Guratel sich verpflichtet öffentlich zu 
erklären, dass auf den von den Tit. Fakultäten einge- 
gebenen Vorschlägen, sich mehrere Jünglinge vorfanden, 
welche in Rücksicht einer tadellosen Sittlichkeit, eines 
unausgesetzten Fleisses und wirklich erworbenen Kennt- 
nisse und Talente, der Stiftungsmässigen Auszeichnung 
sich würdig zu erzeigen scheinen. 

Inzwischen geleitet durch die Vereinigung zweier 
Fakultäten auf einen und eben denselben der Guratel 
schon früher rühmlich bekannten Akademiker beschloss 
dieselbe einmüthig, den Preis der Hallerschen Medaille 
einem Jüngling zuzusprechen, der sich schon in der 
Schule, durch sein musterhaftes Betragen und seinen 
Fleiss auszeichnete, seither den Akademischen Unter- 
richt ununterbrochen, und zur gänzlichen Zufriedenheit 
seiner Lehrer benutzte, und der durch seine sowohl 
wissenschaftlichen als moralischen Eigenschaften die 
gerechtesten Ansprüche auf diese Auszeichnung hat, 
nemlich 

An Hh. Gottlieb Studer aus Bern, Stnd. theol. 

Möge diese verdiente Auszeichnung denselben an- 
spornen, auf dem bisher befolgten ehrenvollen Pfade fort 



— 127 — 

zu wandeln seine Studien mit dem nemlichen Eifer und 
der nemlichen Anstrengung fortzusetzen, und nach Voll- 
endung seiner wissenschaftlichen Ausbildung, in einem 
thätigen Wirkungskreise seine Zeit, seine Kräfte und 
seine erworbenen Kenntnisse zur Ehre Gottes und der 
Religion und zum Nutzen seines Vaterlandes zu ver- 
wenden. 

Manual (fcr AkademiacliPii Cuvntel, Bd. VHI, S. 314 u. ff. 



Den 19. April 1821. 

Im Juridischen Fache bestund die Aufgabe in folgender 
Frage : Auf welchen Gründen beruhet das in Satzung 1.3 
Seite 375 der Gerichtssatzung stehende Verbot: « Kund- 
schaft gegen Kundschaft soll nicht gestattet werden. » 
Diese Aufgabe veranlasste drey verschiedene Abhand- 
lungen, welche alle die Frage richtig beantworten, ob- 
schon sie nicht alle zu den höhern Gründen aufsteigen. 

Die eine dieser Arbeiten, mit dem Motto aus — Sallust: 
« Pulchrum est bene facere reipubhcae etiam bene dicere 
haud absurdum », verdient in allen Hinsichten den 
Vorzug vor den beyden übrigen. Der Verfasser hat die 
Aufgabe vollkommen genügend gelöst, er hat seinen 
Hauptgrund aus der Gegeneinanderstellung des Unter- 
suchungs und des -Verhandlungs-Prozesses hergeleitet, 
und gezeigt, dass unser vaterländische Prozess zu allen 
Zeiten auf der Verhandlungs-Maxime beruhet habe, nur 
hätte man gerne gesehen, dass der Verfasser diese Para- 
lelle auch auf eine ausführlichere Entgegenhaltung des 
Criminal und Civil Prozesses ausgedehnt hätte. In Hin- 
sicht auf Form und Sprache verdient diese Arbeit be- 
sonderes Lob; an einigen Stellen hätte man eine an- 
spruchlosere und bescheidenere Sprache zu linden 
gewünscht; man möchte indessen dieselbe, einer etwas 
überspannten jugendlichen Einbildungskraft zuschreiben, 



— 128 — 

da wahres ausgezeichnetes Verdienst (wie es hier der Fall 
ist) seine Würdigung einzig von andern gewärtigen soll. 
Die ganze Arbeit zeugt übrigens nicht blos von einem 
guten Kopfe, glückUchen Geistes-Anlagen und gründ- 
lichen Vorkenntnissen, sondern auch von einem bey 
jungen Männern seltenen sehr rühmlichen Fleiss. In Be- 
trachtung der vielen Vorzüge die diese Arbeit vereinigt, 
ist der Obere Akademische Rath nicht angestanden, die- 
selbe des Preises mit der goldenen Medaille würdig zu 
erkennen. 

Manunl der A kailemisclien Caratel, Bd. VIII, S. 306 ii. 307. 



Sehiilfest den 5. May 1821. 

Als Verfasser der eingelangten Preisschriften erzeigte 
sich nach Eröffnung der Zedel : 

Für die juridische Auff/abe. 

aj diejenige mit dem Motto aus Sallust : Pulchrum est 

bene facere reipublicae etiam bene dicere haud 

absurdum. 

Bernhard Friedrich von Wattenwyl erhielt den Preis 

mit der goldenen Medaille. (Im Werte von 8 Dukaten.) 



Den 24. Hornung 1826. 

Zedel an Se. Magnifizenz, Herrn Professor Hünenuadel, 
dermaligen Prorektor. 

Die im Jahr 1821 zum letzten Mahle ausgetheilte grosse 
Hallersche Medaille soll nach dem Willen des verehrten 
Stifters alle fünf Jahre, und daher wiederum im gegen- 
wärtigen Jahre 1826 dem durch Talente, Sitten und Fleiss 
ausgezeichnetesten, die durch das Reglement über Aus- 
theilung der Medaille verlangten übrigen Erforder- 



- d29 - 

nisse besitzenden Studierenden hiesiger Akademie 
zukommen. Ew. Magnificenz werden demnach ersuclit, 
sämmtliche Fakultäten aufzufordern, ihren Herren 
Decanen diejenigen Subjekte zu bezeichnen, welche auf 
die Medaille gegründeten Anspruch machen dürften. 
Laut dem Reglement hat die Philosophische Fakultät 
einen Studierenden der oberen Akademie vorzuschlagen. 
Ew. Magnificenz wollen sodann die verschiedenen Vor- 
schläge der diesseitigen Behörde zusenden. . 

Manual der Akademischen Curatel, Bd. XI, S. 30G. 



Vom 24. May 1826. 

Befinden über die diess jährige Âustheilung 
der Haller'schen Medaille. 

Mit nicht geringerem Vergnügen als früherhin sieht die 
Tit. Akademische Curatel den im Reglement für die 
Austheilung der Haller'schen Medaille gesetzten Termin 
von fünf Jahren am heutigen Feste wiederkehren, da der 
einflussreiche Erfolg derselben auf den Fleiss, die Kennt- 
nisse und die sittliche Aufführung unserer akademischen 
Jünglinge, sich in immer erweitertem Kreise aufs neue 
erprobt hat. 

Die von den Tit. Fakultäten MnHgHherren Curatoren 
vorgelegten stiftungsmässigen Vorschläge waren so reich- 
haltig und fielen auf so viele allgemein anerkannte aus- 
gezeichnete junge Männer, dass der Entscheid über die- 
selben, sei es nach Proben in verschiedenartigen, von 
einander ganz abstechenden Fächern ausgesprochen, oder 
durch eine reglementmässige freie Auswahl zuerkannt, 
MnHgHherren gleich schwer fallen müsste. 

Jedoch geleitet und vereint mit der juridischen Fakul- 
tät beschloss die Tit. Akademische Curatel einmüthig, 
diessmal den Preis der Haller'schen Medaille einem 

REVUE NUM. T. XII. 9 



— 130 — 

Manne zuzusprechen, der sich schon frühe durch Fleiss, 
Kenntnisse und moralisciies Betragen in den untern 
Schulen, in der Akademie und noch letzthin auf der 
Universität rühmlich ausgewiesen und also volle An- 
sprüche auf diese ehrenvolle Auszeichnung erworben 
hat ; nämlich : 

dem 

Herrn Bernhard von Wattenwyl, Stud. Juris, gegenwärtig 
in Paris, 

Unter dem Beistand des Allerhöchsten möge diese, 
wenn schon verdiente, doch schmeichelhafte Belohnung 
denselben ermuntern, nach Vollendung seiner wissen- 
schaftlichen Bahn, heimgekehrt in sein Vaterland, künf- 
tig seine erworbenen Kräfte und Kenntnisse zur Wohl- 
fahrt desselben und zum Nutzen seiner Mitbürger mit 
unausgesetzter Anstrengung zu verwenden. 

Manual der Akademischen Curatel, Bd. XI, S. 379. 



An den tit. akademischen Senat in Bern. 

Hochgeehrte Herren ! 

Wir übersenden Ihnen angeschlossen sowohl eine 
Abschrift des Stiftungsbriefes der sogeheissenen Halle- 
rischen Medaille, als das am 9. Dezember 1826 erlassene 
Reglement über die Austheilung derselben ^ 

Die letzte Hallerische Medaille ist im Jahre 1826 ver- 
geben worden ; es hätte sodann von der abgetretenen 
Curatel im Jahre 1831 eine Austheilung veranstaltet 
werden sollen, welche jedoch der Zeitumstände wegen 
unterblieben ist. Dieses Versäumniss muss nunmehr 

' Literarisches Archiv, Bd. IV, S. 538 u. ff. 



- 131 - 

nachgeholt werden, indem der Zins des Kapitals von 
Fr. 1200 seither alljährlich der akademischen Kasse zu- 
geflossen ist. Diesemnach beabsichtigen Wir, im Jahre 
1836 zwei Hallerische Medaillen auf einmal auszutheilen. 
Wir ersuchen Sie nunmehr, uns mit Beförderung geeig- 
nete Vorschläge für eine zeitgemässe, auf die Verhält- 
nisse der neuerrichteten Hochschule passende, Abände- 
rung des Reglements über die Austheilung dieser 
Medaille einzureichen. 

Es scheint uns ebenfalls zweckmässig, in den nächsten 
Lectionskatalog sei es bestimmte Preisfragen für den 
Concurs um diese Medaillen, oder doch wenigstens die 
Anzeige einzurücken, dass sie künftiges Jahr doppelt 
ausgetheilt werde. 

Mit Hochachtung! 
Bern, den 4. Mai 1835. 

Der Präs. des Erziehungsdepartements : 

G. Neuhaus. 

Der erste Sekretär : 

G. HÜNERWADEL. 



Hochgeachtete, Hochgeehrte Herren 
Präsident und Mitglieder des Erziehungsdepartements. 

Der academische Rath hat hierdurch die Ehre, Ihnen 
den Entwurf eines revidierten Reglements über die Er- 
theilung der Haller'schen Preismedaille zu übersenden, 
so wie er von einer dazu ernannten Gommission ist aus- 
gearbeitet und in voller Sitzung darauf berathen worden. 

Die acht ersten Paragraphe sind alle, nachdem einer 
derselben einen Zusatz und ein anderer eine kleine Ab- 
änderung erfahren, einstimmig angenommen worden ; 
über die vier letzten aber, besonders den Punkt der 



— 432 — 

Prüfungen betreffend, ist eine Meinungsverschiedenheit 
entstanden, aus welcher zuletzt eine Mehrheit und eine 
Minderheit der Stimnrien sich gestaltet hat. Die Majorität 
wünschte diesen letzten Theil des Entwurfes dahin abzu- 
ändern, dass erstens die Prüfungen noch vor dem Vor- 
schlag angestellt würden, damit aus dem Ergebniss der- 
selben erhelle, ob der Vorzuschlagende auch der Aus- 
zeichnung würdig sei, und zweitens dass die Prüfungen 
und der Entscheid über dieselben gänzlich den Fakul- 
täten überlassen würden. Zu dem Ende hat sie eine Zu- 
samraenziehung der vier letzten Paragraphen in folgenden 
zwei vorgeschlagen : 

§ 9. Den einzelnen Fakultäten steht es frei, vor ihrem 
Vorschlage, zum Behuf genauer Ermittelung der 
geistigen und wissenschaftlichen Würdigkeit des 
zu empfehlenden Subjekts, Prüfungen vorzu- 
nehmen in folgender Bestimmung. 

§ 10. Die Prüfung besteht in zwei schriftlichen Probe- 
arbeiten, aj in einer ausführlichen gelehrten Ab- 
handlung, zu deren Ausarbeitung 4—6 Wochen 
Zeit gestattet wird. 

hj in einer kürzeren in loco und ohne Subsidien 
zu verfassenden Probeschrift. Sind die Arbeiten 
eingegangen, so werden sie von den Fakultäten 
geprüft und auf das Resultat dieser Prüfung der 
Vorschlag gegründet. 

Die Minorität aber will, dass erst alsdann, wenn meh- 
rehre Concurrenten schon vorgeschlagen sind, die Prü- 
fungen angestellt werden, um durch die auszufertigenden 
Probearbeiten dem Tit. Departement einen Massstab in 
die Hand zu geben, nach welchem es selbst urtheilen 
und den würdigsten herausfinden könne. Sie schlägt 
daher die Beibehaltung der vier letzten Paragraphen, so 
wie sie der Entwurf aufgestellt, vor. 



— 133 — 

Indem der Senat hierdurch des geehrten Auftrages 
der hohen Behörde sich entledigt, verliarrt er mit aller 
Hochachtung und Verehrung. 

Namens desselben 

Der Präsident : 

D«" W. Schnell d. Z. Rektor. 

Der Aktuarius : 

Carl Zahn, Prof. 
Bern, den 1. August 1835. 

Eine bei der Berathung vorgekommene Bemerkung, 
ob es nicht zweckmässig wäre, dem noch lebenden 
Stifter der Medaille das Statut vorläufig mitzutheilen, 
stellt Senat lediglich höherem Ermessen anheim. 

Ebenfalls vorgeschlagen W. Schnell. 



An das Erziehwigs-Departement in Bern. 

Hochgeehrte Herren ! 

Wohldieselben haben durch, Ihre Zuschrift vom 
14. Dez durch die Mittheilung eines Projektes zu einem 
erneuerten Réglemente über die Ertheilung der Haller'- 
schen Medaille mich beehrt, und zugleich mir zu ge- 
statten beliebt, meine Bemerkungen darüber einzu- 
reichen. 

Indem ich für diese Gestattung meinen Dank zu ge- 
nehmigen ersuche, beschränke ich mich, nebst wenigen 
untenstehenden Bemerkungen, auf Folgendes : 

Bereits als der HgHr Kanzler v. Mutach, seel. das 
Reglement vom 9. Dez. 1826 über diesen Gegenstand 
mir mitzutheilen die Güte hatte, bemerkte ich Wohldem- 
selben, dass die ursprüngliche Absicht gewesen sei, gute 
Ausführung, Fähigkeiten und Fleiss anzuerkennen ; das 



- 134 — 

Reglement scheine mir allzu umständlich zu sein, allzu 
sehr die Auszeichnung als gross darzustellen. 

Indessen begnügte ich mich, diese meine Ansicht zu 
äussern und überliess der Behörde den Entscheid, mich 
dabei auf die Ausdrücke des Stiftungsbriefes beruhend. 

Ich sehe die Nothwendigkeit ein von Verkehren gegen 
Gunst oder mögliche Partheylichkeit der vertheilenden 
Behörde ; auch sehe ich die Schwierigkeit ein, bei der 
freyeren Lebensweise der Studierenden auf einer Hoch- 
schule, über die Aufführung während der ganzen Dauer 
der Studienzeit, zuverlässig durch Zeugnisse zu er- 
theilen. 

Was nun Wohldieselben, in diesen Beziehungen an 
Arbeiten, Prüfungen und Förmlichkeiten zu bestimmen 
angemessen fanden, scheint mir wohl und recht bestimmt 
zu seyn. Es wird in Uebereinstimmung stehen mit 
meinem Wunsche dass nicht nur das anscheinend glän- 
zende Genie, dessen Sprach- und Schreibfertigkeit zu- 
weilen der Gründhchkeit und der Ausdauer ermangeln, 
sondern auch das bescheidene ausdauernde Verdienst, 
nach tadelfrey und fleissig verwendeten Unterrichts- 
jahren zu berücksichtigen sey. 

Nun folgen einige, zum Theil aus eingeholtem Rathe 
geschöpfte Bemerkungen : 

Zu § 2. 1. Es dürfte zweckmässig seyn, den Besuch der 
hiesigen Real-Schule nicht zu einem Grunde von Aus- 
schluss zu machen, und deswegen könnten 3 oder 4 
Jahre mit Nutzen und Lob in der Realschule zugebracht, 
vielleicht den 3 Jahren im Gymnasium gleichgestellt 
werden. 

Zu § 3. Ungern wäirde ich den Nachsatz, welcher in 
dem bisherigen Réglemente steht, in dem neuen vermis- 
sen ; Nemlich : « Diese Auswahl muss inzwischen ein- 
müthig statthaben und die Gründe derselben sollen in der 
öffenthchen Bekanntmachung angegeben werden. » 



— 135 — 

Zu § 10. Es könnte hier die Vorlegung der eigenen 
Arbeiten, Studienhefte und Aufsätze verlangt werden, 
als eines der sichersten Mittel, die Ausdauer den Fleiss, 
die Ordnungsliebe, und auch die Fähigkeiten und Fort- 
schritte zu beurtheilen. 

Wohl demselben verdanke schliesslich die nniit Abfas- 
sung des neuen Reglements genommene Bemühung, und 
wünsche, dass viele junge Männer dem Beispiele des 
Mannes folgen mögen, dessen Bildniss die Preismünze 
trägt. 

Mit Hochachtung hat die Ehre zu verharren Wohldero 
gehorsamer Diener 

L. Zeerleder, gew. Rathshr. 

Bern den 16. Juni 1836. 
NB. Das Proj. Reglement wird hier wieder beygelegt. 



An die Canzley des Erziehungs-Departements. 
Für Herrn Jahn. prov. secret, adjunct. 

- Wohlgeehrter Herr ! 

Mitkommend übersende Ihnen mit vielem Danke das 
mit Ihrer geehrten Zuschrift vom 30. Dec. gefälhgst mir 
initgetheilte 4. Heft 1826, des litterarischen Archiv's. 

Bey diesem Anlasse nehme die Freyheit, Sie zur ersu- 
chen, dass bey der Redaktion des erneuerten Regle- 
ments über die Hallersche Medaille, nicht, wie in dem 
früheren, von mir Erwähnung geschehe. 

Mit Hochschätzung verharrend 

L. Zeehleder g. R. 
Bern 18. Junv 1836. 



— 136 — 

Das Erziehungsdepartement der Republik Bern 
an Herrn Rector Vogt. 

Hochgeehrter Herr ! 

Indem wir Ihnen angeschlossen das von Uns erlassene 
revidierte Reglement über die Ertheilung der halleri- 
schen Preismedaille übermachen, ersuchen Wir Sie, das 
Nöthige zu veranstalten, damit auf den Jahrestag der 
Eröffnung der Hochschule die Preisvertheilung nach 
Vorschrift dieses Reglements erfolgen könne. Und da 
die Zinse des Kapitals seit dem Jahre 4827 zur Verfügung 
stehen, so können bei dem erwähnten AnTasse zwei 
Medaillen von je 25 Dukaten auf einmal ertheilt werden. 

Mit Hochschätzung ! 
Rern, den 20. Juni 1836. 

Der Präsident des Erziehungsdepartements : 

C. Neuhaus. 

Der erste Secretär : 

G. HÜNERWADEL. 



Protokoll des akademischen Senates der Universität Bern. 

Der akademische Senat wurde in seiner Sitzung vom 
2. Juhus nebst dem revidierten Reglement über die 
Ertheilung der Hallerischen Preismedaille der an den 
Rector unterm 20. Junius ergangene Auftrag mitgetheilt, 
das Nöthige zu veranstalten, damit an dem Jahrestag 
der Erstellung der Hochschule die Preisvertheilung nach 
Vorschrift besagten Reglements erfolgen könne. Bei 
näherem Eintreten in den Gegenstand finden sich fol- 
gende Schwierigkeiten : Der erste Artikel begehrt aus- 
drücklich von den Goncurrenten unter anderm Vollen- 



— i37 — 

düng ihrer hiesigen Studien, ein Fall, welcher dermalen 
für die Aspiranten entweder noch nicht vorhanden ist, 
oder erst ausgemittelt werden rnass. 

Art. S. fordert vollendeten dreijährigen Curs im Gym- 
nasium oder in der höheren Industrieschule mit erhal- 
tenem Zeugniss der Reife und Fähigkeit, eine Bedingung 
welche von den gegenwärtigen Studierenden der Hoch- 
schule wiederum nicht erfüllt werden kann. Der 
akademische Senat wünscht daher von hoher Behörde 
eine nähere Weisung zu erhalten und im Besondern zu 
erfahren, oh und ivie etwa dermalen ausnahmsweise bei 
der Preisvertheilung die Verhältnisse der frühern Aka- 
demie rückwirkende Kraft haben sollen. 

Bern, T^^ Julius 1836. 

Das Erziehungsdepartement der Republik Bern 
an den akademischen Senat. 

Hochgeehrte Herren ! 

Unterm heutigen Tage stellen Sie an Uns die Anfrage, 
ob und wie bei der bevorstehenden Vertheilung der 
Hallerischen Medaille die Verhältnisse der frühern Aka- 
demie zu berücksichtigen seien. Sie werden hiezu haupt- 
sächlich durch die Bestimmung des Art. 2 des Reglements 
veranlasst, welche von den Concurrenten den vollendeten 
dreijährigen Curs im Gymnasium oder in der höhern 
Industrieschule mit erhaltenem Zeugniss der Reife ver- 
langt, eine Bedingung, welche streng genommen von den 
Studierenden der Hochschule nicht verlangt werden 
könnte. Wir müssen Ihnen hierauf erwiedern, dass da 
die Hochschule und das höhere Gymnasium seit noch 
nicht vier Semestern bestehen, auch die in der frühern 
Akademie und dem damaligen obern Gymnasium zuge- 
brachten Studienzeit in Anschlag kommen soll. 



— 138 — 

Demnach wird ein Studirender, welclier seiner Zeit 
mitdem Abiturientenzeugniss aus dem Gymnasium in die 
Akademie entlassen worden, sodann anderttialb Jahre in 
der Akademie und jetzt ebensoviel Zeit in der Hoch- 
schule zugebracht hat, ebensowohl konkurrieren können, 
als wenn er mit dem Zeugniss der Reife aus dem jetzigen 
Gymnasium in die Hochschule übergetreten wäre, und 
jetzt schon drei Jahre in derselben zugebracht hätte. 
Ebenso ist ferner auch das frühere Progymnasium dem 
jetzigen, und das frühere obere Gymnasium dem jetzigen 
höhern Gymnasium als parallel zu betrachten. 

Indem wir Ihnen, Hochgeehrte Herren, diese Erläu- 
terung mittheilen, äussern Wir zugleich unsern Wunsch 
dahin, dass auch die bereits im letzten Jahre aus der 
Hochschule ausgetretenen Studirenden zu der Concur- 
renz zugelassen werden möchten, insofern sie nämhch 
die vorgeschriebenen Bedingungen erfüllen. 

Mit Hochschätzung ! 
Bern, den 7. Juli 4836. 

Der Präsident des Erziehungsdepartements : 

C. Neuhaus. 

Der erste Seoretair : 

G. HÜNERWADEL. 



Dem hochgeehrten Herrn Prof. Brunner, Rector 
der Hochschule in Bern. 

Hochgeehrter Herr ! 

Unterm 20. Juni letzthin haben Wir das Rektorat 
beauftragt, die nöthigen Anordnungen zu trefTen, dass 
auf die diesjährige Stiftungsfeier der Hochschule zwei 
Hallersche Medaillen ausgetheilt werden können. 



— 439 — 

Wir ersuchen Sie nun, uns gefälligst berichten zu 
wollen, ob zu diesem Ende bereits etwas vorgekehrt 
worden sei, wo nicht, das nöthige sofort nach Maass- 
gabe des neuen Réglementes und unserer Weisung vom 
7. Juli anzuordnen. 

Mit fiochschätzung ! 
Bern, den 20. Oktober 1836. 

Der Präsident des Erziehungsdep. : 

G. Neuhaus. 

Der provis. Sekretär Adjunkt : 

Jahn. 



Hochgeachtete Hochgeehrte Herren ! 

Als Antwort auf dero Zuschrift vom 20. Oktober habe 
die Ehre zu erwiedern, dass bei genommener Rück- 
sprache mit dem kürzlich abgetretenen Hrn. Rektor 
Vogt und Durchsicht des Protokolls des akademischen 
Senates es sich gezeigt hat, dass zwar der Inhalt des 
Schreibens vom 7. Juh die Berechtigung der Aspiranten 
zu der Hallerschen Preisaustheilung betrefïend, dem 
akademischen Senate mitgetheilt worden ist, dass aber 
keine weiteren Anstalten getroffen wurden die Erthei- 
lung der Medaillen ins Werk zu setzen. 

Unter diesen Umständen glaube ich, ist es unmöglich 
für die so nahe bevorstehende Stiftungsfeier dieses ein- 
zuleiten, da nach dem hiezu aufgestellten Reglement 
4—6 Wochen Zeit zur Beantwortung der aufgegebenen 
Preisfragen bestimmt sind, die eingegangenen Arbeiten 
aber noch in Umlauf gesetzt und beurtheilt werden 
müssen. 

Es bleibt daher meines Erachtens unter zwei Dingen 
die Wahl, entweder eine eigene Feierlichkeit zu diesem 



— 140 — 

Zwecke zu veranstalten, etwa am Schlüsse des Winter- 
oder am Anfange des Sommersemesters oder aber die 
Austheilung auf die nächste Stiftungsfeier zu verschieben, 
in welchem letztern Falle ich nicht unterlassen werde, 
zu geeigneter Zeit die nöthigen Veranstaltungen zu treffen. 
Dero Entscheid hierüber gewärtigend habe die Ehre 
Hochachtungsvoll zu verharren. 



Bern den 26. Oktober 1836. 



G. Brunner, Prof. 

d. Z. Rektor. 



Herrn Prof. Dr. Brunner, Rektor der Hochschule Bern. 

Hochgeehrter Herr ! 

Da wir aus Ihrer Zuschrift vom 26. dies ersehen, dass 
bis jetzt zur Austheilung der Hallerschen Medaille vom 
akademischen Senate keine Veranstaltungen getroffen 
worden sind, und es der vorgerückten Zeit wiegen un- 
möghch ist, das Nötige bis zur Stiftungsfeier der Hoch- 
schule anzuordnen, so ersuchen wir Sie gefälligst dafür 
sorgen zu wollen, dass diese Austheilung auf jeden Fall 
zur Zeit des künftigen Schulfestes am Ende dieses 
Semesters stattfinden könne. 

Mit Hochschätzung ! 
Bern den 27. Oktober 1836. 

Der Präsident des Erziehungsdepartements : 

G. Neuhaus. 

Der provis. Secretär Adjunkt : 

Jahn. 



— 141 — 

Hochgeachteter Herr Präsident ! 
Hochgeachtete Hochgeehrte Herren ! 

Dem akademischen Senat wurde in seiner Sitzung am 
zweiten Julius nebst dem revidirten Reglement über die 
Ertheilung der Haller sehen Preismedaille der an den 
Rektor unterm 20. Junius ergangene Auftrag mitgetheilt, 
das Nöthige zu veranstalten, damit am Jahrestag der 
Eröffnung der Hochschule die Preisvertheilung nach Vor- 
schrift besagten Reglements geschehen könne. Bei 
näherem Eintreten in den Gegenstand fanden sich aber 
folgende Schwierigkeiten : Der erste Artikel begehrt 
ausdrücklich von den Goncurrenten neben anderer Voll- 
endung ihrer hiesigen Studien, ein Fall, welcher dermalen 
für die Aspiranten entweder noch nicht vorhanden ist, 
oder erst ausgemittelt werden muss. Artikel 2 fordert 
vollendeten dreijährigen Kurs im Gymnasium oder in der 
höhern Industrieschule mit erhaltenem Zeugniss der 
Reife und Fähigkeit, eine Bedingung, welche von den 
gegenwärtigen Studirenden der Hochschule wiederum 
nicht erfüllt werden könnte. 

Der Akademische Senat wünscht daher von hoher 
Behörde eine nähere Weisung zu erhalten und im Be- 
sondern zu erfahren, ob ? und wie ? etwa daneben aus- 
nahrnsiveise bei der Preisvertheilung die Verhältnisse der 
frühern Académie rückwirkende Kraft haben soll. 

Empfangen Sie, Hochgeachteter Herr Präsident, Hoch- 
geachtete Hochgeehrte Herren, die Versicherung der 
vollkommensten Hochachtung mit welcher zu sein die 
Ehre hat. 

Bern, den 7. Julius 1836. 

Namens des academischen Senats : 

Der Rektor : 

Dr Vogt. 

Der Aktuar : 

F. KORTÜM. 



_ 142 — 

Sitzung des akad. Senats vom 28. Januar i837. 

Endlich wurde im Betreff der Vertheilung der Haller- 
schen Preismedaille dem Senat angezeigt, dass die theol. 
Fakultät den Herrn Adolf Gerster, gegenwärtig in Berlin 
studirend und den Herrn Gottlieb Kuhn, gegenwärtig 
Pfarrvikar zu Mett und die Juristen Fakultät den Herrn 
Franz Hahn von Bern gegenwärtig in Heidelberg und 
den Herrn Karrer von Bümplitz als würdig der dies- 
jährigen Preise vorgeschlagen habe. 



Dem Hochgeehrten Herrn Rektor Brunner Bern. 

Hochgeehrter Herr ! 

Unterm T*^*^" Februar überreichen Sie Uns aus Auftrag 
des Akademischen Senates die Vorschläge der Fakul- 
täten zur Ertheilung zweier Hallerschen Medaillen auf 
das nächste Schulfest. Wir entnehmen aus denselben 
dass von der theologischen und philosophischen Fakultät 
auch solche Studierende aufgenommen worden sind, 
welche bereits seit längerer Zeit die hiesigen Lehran- 
stalten verlassen haben, weil die Ertheilung dieses 
Preises seit langem nicht stattgefunden habe, und somit 
bilhg sei, dass auch ältere Studierende an der Bewerbung 
theilnehmen möchten, ein Verfahren dem wir vollkommen 
beipflichten. 

Nach reiflicher Erwägung der Art und Weise der Er- 
theilung dieser Medaillen finden wir uns bewogen, die 
eine derselben dem von der philosophischen Fakultät 
vorgeschlagenen Herrn Âlbrecht Jahn von Twarm, der 
sich durch seine Kenntnisse in philosophisch histo- 
rischen Fächern schon früher rühmlich ausgezeichnet 
hat, zuzuerkennen. 

Die Ertheilung der andern hingegen wünschen wir 
von einer noch vorzunehmenden Prüfung der übrigen 



— 143 — 

vorgeschlagenen Studierenden abhängig gemacht zu 
wissen, und ersuchen demnach den akademischen Senat 
gefälhgst, die bezeichneten Herren : 

Adolf Gerster aus Twann, cand. theol. 
Franz Hahn aus Bern, stud. jur. 
Johann Gabriel Hopf aus Thun, stud. med. 
Eugen Bourgeois aus Milden, stud. med. 
Eduard May aus Bern, D"" med. 

anzufragen, ob sie für eine daherige Prüfung, welche in 
schriftücher Beantwortung ihnen vorzulegender Fragen 
bestellen wird, zu concurrieren gedenken, und sie einzu- 
laden, sich bis den iSt**" Aprill darüber zu erklären. 

Den von der theologischen Fakultät vorgeschlagenen 
Herrn Gottlieb Kuhn nennen wir nicht, da er durch die 
Besorgung eines Vikariates in Mett bereits in Anspruch 
genommen ist. Sollte sich der eine oder andere der ge- 
nannten Herren noch auf einer deutschen Hochschule 
befinden, so wünschen wir, dass die Prüfung nach ihrer 
Rückkehr stattünde, sobald sämtliche Vorgeschlagene 
anwesend sein werden. 

Mit Hochachtung ! 
Bern, den 2. März 1837. 

Der Präsident des Erziehungs-Departements 

C. Neuhaus. 

Der provis. Sekret. Adjunkt : 

Jaggi. 



Sitzung des akad. Senats vom il. März i8S7. 

Erölfnung eines Schreibens des Erziehungsdepartements 
vom 2. März 1837 betr. die Ertheilung der Hallerschen 
Medaille. Unter den Vorgeschlagenen hat das tit. Erzieh. 



— 144 — 

Départ, dem Herrn Albrecht Jahn aus Twann sogleich 
eine der Medaillen zuerkannt. Rücksichtlich der übrigen 
vorgeschlagenen Herren Adolf Gerster aus Twann, cand. 
theol., Franz Hahn ans Bern, stud. jur., .Toh. Gabriel 
Hopf aus Thun, stud. uied., Eugen Bourgois aus 
Milden, stud. med., Eduard May aus Bern, D'' med., 
wünscht es Anfrage bei denselben, ob sie für eine da- 
herige Prüfung zu concurrieren gedächten und dass sich 
die bezeichneten bis zum 15. April darüber erklären 
möchten. In diesem Falle würde man die Prüfung bis 
zur Rückkehr sämmUicher Vorgeschlagenen, die sich 
zum Theil im Ausland befinden anstehen lassen. 



Hochgeachteter Herr Rektor, 

Mein Sohn Eduard hat mir durch einen gestern aus 
Paris von ihm erhaltenen Brief auf die mir von Ihnen 
zu dessen Händen gemachte Eröfnung in Betref der 
Concurrenz für die Haller'sche Medaille geantwortet. 

Er dankt verbindlichst denen, die ihn dafür in Vor- 
schlag gebracht haben, aber hat sich entschlossen, sich 
für die verlangten Proben nicht anschreiben zu lassen, 
indem er die Bemerkung beifügt, dass zwar die in 
Heidelberg zur Erhaltung der Doktorwürde abgelegten 
Proben hier nicht bekannt seyn können, wohl aber die- 
jenigen die er im verflossenen Herbst bestanden hat, um 
vom Regierungsrath als Arzt und Wundarzt erster Klasse 
patentirt zu werden. 

Genehmigen Sie Herr Rektor, die Versicherung meiner 
ausgezeichneten Hochachtung. 

Bern den 23. März 1837. 

V. May, Staatsöchreiber. 



— 445 — 

Erziehungsdepartement : Missiuenprotokoll. 

Schulfest, Samstag, den 8''^'» Aprü 1837. 

Ilaller-Medaille. 

Zum ersten Male, seit 11 Jahren, sieht sich die oberste 
akadeiiHS(ihe Reliörde im Falle, eine Preismedaille zu 
ertheilen, welche sowolil durch die Erinnerung an den 
grossen Mann, zu dessen Ehren sie gestiftet worden, als 
durch die Grösse ihres Werthes eine ganz besondere 
Bedeutung erhält. Eben dieser lange Zwischenraum seit 
der lesten Ertheilung der Medaille, und die Vergessen- 
heit, in welche bei vielen die schöne Stiftung gerathen 
sein mag, machen eine kurze Beleuchtung des Ursprungs 
und Zweckes dieser Medaille noth wendig, um so mehr 
als das lieutige Fest seit der neuen Gestaltung unserer 
höchsten Lehranstalt das erreicht, welches durch die 
Ertheilung dieses grossen Preises ausgezeichnet wird. 

Auf den l'«"^ Januar 1809 stiftete Herr alt Bathsherr 
Ludwig Zeerleder zu Ehren des grossen Hallers, seines 
Grossvaters, sowie zur Aufmunterung der Studirenden 
an hiesiger Akademie, eine Denkmünze, und übermachte 
zu dem Ende der damaligen academischen Curatel die 
Summe von L. l'iOO nebst dem Stempel der Medaille 
mit der im Stiftungsbrief angegebenen Bestimmung, dass 
diese Denkmünze, an Gold 15 Dukaten schwer, je alle 
fünf Jahre, von der academischen Curatel oder jedes- 
maligen obersten Behörde, der bernischen Akademie 
und Schulen nach eingeholten Zeugnissen der Lehrer 
und nach bestem Wissen und Gewissen demjenigen 
jungen Manne nach Vollendimg seiner hiesigen Studien 
(irtheilt werden solle, welcher sich, sei er geistlichen 
oder weltlichen Standes, in Durchgehung der bernischen 
Schulen und Akademie durch Auflührung, Fleiss und 
Talente, am meisten werde ausgezeichnet haben. Diese 

REVUK NUM. T. XII. 10 



- 146 — 

Denkmünze erhielt zu Ehren des berühmten Âlbrecht von 
Haller, den Namen Haller-Medaille. 

Sofort am 9'*" August 1809 wurde von der akade- 
mischen Guratel ein besonderes Reglement über die Er- 
theilung der Haller Medaille erlassen, und sodann die- 
selbe zum erstenmal im Jahr 1810 imd seither in den 
Jahren 1816 und 1821, zum letzten Male aber im Jahre 
1826 ertheilt. 

Nicht nur die Veränderungen in der ganzen Staatsver- 
waltung, sondern insbesondere die Reorganisation der 
höheren Lehranstalt, welche nothwendigerweise auch 
einzelne Modifikationen in dem Réglemente über die 
Haller Medaille mit sich führen musste, verzögerten 
bisher die Ertheilung des Preises. Nachdem sodann das 
Erziehungsdepartement unterm 20 Juni 1836 im Einver- 
ständnisse mit dem ehrwürdigen Stifter der Medaille 
Hr. Alt Rathsherr Eudwig Zeerleder, ein neues Regle- 
ment erlassen, hat dasselbe nunmehr nach eingeholten 
Zeugnissen der Fakultäten das Vergnügen, den durch 
gründliche philologische Kenntnisse ausgezeichneten, 
hofl'nungsvollen jungen Mann zu proklamieren, welchem 
es auf die Empfehlung der philosophischen Fakultät 
nach Mitgabe des Art. 3 des Réglementes die Hallersche 
Medaille von 25 Dukaten ertheilt hat. Möge diese ehren- 
volle Auszeichnung und der Hinblick auf denjenigen, 
dessen Bildniss die Medaille trägt den Belohnten er- 
muntern, auf der bereits mit schönem Erfolge betretenen 
Bahn unverdrossen fortzuschreiten, und die Erwartungen 
zu erfüllen, zu den die Behörde und die Anstalt, welche 
den Grund zu seiner wissenschaftlichen Ausbildung 
gelegt hat, berechtigt sind. 

Es wurde nemlich einstimmig des Preises der Haller- 
schen Medaille würdig erachtet : 

Herrn Albrecht Jahn, Caiid. theol., I^ehrer der latei- 
nischen und griechischen Sprache am Progymnasium 
in Biet. 



- 147 - 

Der Ertrag der Stiftung erlaubt dem Erziehungsdepar- 
tement noch eine Preismedaille von 25 Dukaten zu ver- 
geben. Das Erziehungsdepartement hat jedoch die Erthei- 
lung derselben von dem Ergebnisse einer durch die 
Fakultäten vorzunehmenden Prüfung abhängig gemacht, 
zu welcher mehrere durch Fleiss und gründliche Studien 
ausgezeichnete Jünglinge eingeladen worden sind. 



Hochgeehrte Herren ! 

Dem von Eurer Tit. unterm 2 März mir ertheilten 
Auftrag zufolge die Einleitungen zur Ertheilung der 
Hallerschen Medaille betreffend habe ich nicht ermangelt, 
sogleich die von Ihnen bezeichneten von den Fakultäten 
vorgeschlagenen Kandidaten von der Verfügung in Kennt- 
niss zu setzen und im besondern ihnen die Weisung zu 
ertheilen, sich bis den 15 April zu erklären, ob sie die 
durch das Reglement vorgeschriebenen Prüfungen zu 
bestehen Willens seien. Ueber diese Anfrage habe ich 
von denselben die Antwort erhalten, die ich hiemit Eurer 
Tit. in Folgendem zu übermachen die Ehre habe. 

Die Herren Hopf und May, ersterer von der medizi- 
nischen, letzterer von der philosophischen Fakultät vor- 
geschlagen, zogen sich von der Koncurrenz zurück. Von 
Herrn May erhielt ich durch dessen Vater die Zuschrift, 
welche ich gegenwärtigem Schreiben beilege. 

Die Herren Hahn, Bourgeois und Gerste?' finden sich 
dagegen zu den vorgeschriebenen Prüfungen bereit. Herr 
Hahn, der gegenwärtig noch abwesend ist, aber mit 
nächstem zurückel'wartet wird, liess mir seine Bereitwillig- 
keit durch seinen Hrn. Vater anzeigen, für Hrn. Gerster, 
ebenfalls noch abwesend aber täglich erwartet, erklärte 
sie Hrn. Prof. Schneckenburger, der sich angeboten 
hatte, mit ihm hierüber zu correspondiren. Herr Bour- 
geois sprach .sich mündlich aus. Derselbe erklärte dabei, 
dass er nur in dem Falle für die Erlangung des Preises 
concurrieren wolle, wenn die aufzugebende Arbeit einen 



— 148 — 

Gegenstand aus dem Bereiche der medizinischen Wissen- 
schaften betreue, dagegen auf die Koncurrenz verzichte, 
wenn ein mehr allgemeiner, z. B. rein philosophischer 
Gegenstand gewählt würde. Da das Reglement vom 
20 Juni 1836 sicli in § 10 hierüber nicht bestimmt aus- 
drückt, sondern die Auswahl der Thesen den Fakultäten 
und dem Tit. Erziehungsdepartement anheimstellt, so 
wird von letzterm zu entscheiden sein, in wie ferne die 
Anmeldung des Hrn. Bourgeois zulässig sei. 

Was nun den Zeitpunkt der Ertheilung jenes Preises 
anbelangt, so hatten Eurer Tit. zwar unterm 27. Oktober 
vorigen Jahres hierzu das letztverflossene Schulfest be- 
stimmt, welche Bestimmung aber durch die Verfügung 
vom 2 März aufgehoben wurde. Wenn man nun berück- 
sichtigt, dass die nöthigen Einleitungen, die von den Fa- 
kultäten nach Angabe des Reglements zu veranstaltende 
Entwerfung der Thesen, sowie die Prüfung und Geneh- 
migung derselben durch die Behörde, die Ausfertigung 
der Preisschriften selbst, die nach dem Réglemente 4— 
6 Wochen Zeit erfordert, die Begutachtung der Arbeiten 
durch die Fakultäten, sowie endlich die Untersuchung 
sämmtlicher Verhandlungen von dem Tit. Erziehungs- 
departement und die endliche Wahl des mit dem Preise 
zu krönenden gewiss einer Zeit von mehreren Monaten 
bedarf, so scheint wohl kein anderer schicklicher Zeit- 
punkt zur deflnitiven Ertheilung des Preises aufgestellt 
werden zu können, als die nächste Stiftungsfeier der 
Hochschule, welche ohnehin die eigentliche und wahre 
Gelegenheit zu sein scheint, die Leistungen derjenigen 
zu ehren, die ihr angehören. 

Dem Entscheid von Euer Tit. über die ferner zu 
treffenden Massnahmen entgegensehend, habe die Ehre 
mit Hochachtung zu verharren. 

Bern, den 19 April 1837. 

Der Rektor der Hochschule : 

G. Brunner, Prof. 



— 149 — 

Dem }iochgeehrten Herrn Rektor Brunner Bern. 

Hochgeehrter Herr ! 

Aus Ihrem Berichte vom 49. dies haben wir ersehen, 
dass die Herren Gerster, cand. theol., Hahn stud. jur. 
und Bourgeois stud. med. bereit sind, die durch das 
Reglement für die Ertheihang der Hallermedaille bezeich- 
neten Proben zu bestehen, der letzte jedoch insofern die 
zu bearbeitenden Aufgaben Gegenstände aus dem Bereiche 
der medizinischen Fakultät betreffen. 

Wir finden uns jedoch nicht bewogen, in Hinsicht auf 
diesen Punkt schon jetzt einen Entscheid zu fassen, 
sondern behalten uns, ohne die Thesen aus dem Gebiete 
der allgemeinern Wissenschaften auszuschliessen, vor, 
seiner Zeit unter den Vorschlägen der verschiedenen 
Fakultäten die geeignete Auswahl zu treffen. Alsdann 
wird sich Herr Bourgeois noch immer aussprechen 
können, ob er sich den Proben unterziehen wolle. 

Was sodann den Zeitpunkt der Ertheilung der Medaille 
betrifft so scheint uns allerdings wie Binen die künftige 
Stiftungsfeier der Hochschule der passendste Anlass für 
die Zuerkennung des erwähnten Preises zu sein. 

Wir ersuchen Sie hochgeehrter Herr, nunmehr, die 
Fakultäten nach Vorschrift des Réglementes zurbeförder- 
Hchen Eingabe ihrer Vorschläge für die Probearbeiten 
einzuladen. 

Mit Hochschätzung ! 
Bern, der» 20. April 1837. 

Der Präsidont des Erziehungsdepartements : 

G. Neuhaus. 

Der erste Sekretair : 

G, HÜNERWADEL, 



— 150 — 

Euer Magnificenz ! 

Habe die Ehre, höfl. anzuzeigen, dass die Pliiloso- 
phische Fakultät in ihrer Sitzung vom 5. Mai letztiiin 
einstimmig gefunden hat : 

(( Da unter den Concurrenten für die Hallersche Me- 
daille kein von dieser Fakultäten vorgeschlagener junger 
Mann sich befinde und der § 10 des daherigen Régle- 
mentes deutUch sage : « Aufgaben und Thesen zu den 
Probearbeiten werden von den betreffenden Fakultäten 
vorgeschlagen. » 

So sei die Philosophische Fakultät diesmal nicht im 
Falle, dergleichen vorzuschlagen, es sei denn, dass es 
ausdrücklich verlangt werde. » 

Mit Hochachtung 1 

Bern, 20 Mai 1837. 

Ergebenst 

Trechsel, Prof. 

als Dekan der Philosoph. Fakultät. 



Sr. Magnificenz H. Rektor Prof. Brxmner Dahier. 

Rector Magnifiée ! 

Die theologische Fakultät beehrt sich, Ihnen anzu- 
zeigen, dass sie folgende Aufgaben gewählt hat um durch 
Ihre Vermittlung vor das tit. Erziehungsdepartement 
gebracht zu werden, welches Vorschläge zu Thematen für 
den theologischen Bewerber um die Hallersche Medaille 
verlangte : 

4. Vergleichung der theologischen Systeme von Schleier- 
macher und Max Heinecke nach ihrem Prinzip und 
ihrer Methode. 



— 451 — 

2. Historische Ansichten und theologische Würdigung 
der merkwürdigen deistischen Schrift : ürigo et fun- 
damenta rehgionis christianse, zum erstenmal gedruckt 
in Illgan's Zeitschrift für historische Theologie VI, 2. 

3. In wie fern hat die neuere philosophische Theologie 
dazu beigetragen, bei Katholiken und Protestanten 
die Auffassung des Begriffs von der Tradition wesent- 
lich zu modifizieren? 

Im Namen und Auftrag der Fakultät zeichnet mit 
Hochachtung 

Bern den 22 Mai 1837. 

Der Sekretär : 

Prof. Hundeshagen. 



Hochgeachtete hochgeehrte Herren ! 

Der akademische Senat Hess mich noch während 
meines Aufenthalts in Berlin anfragen, ob ich zur Con- 
currenz für die Haller'sche Medaille vorgeschlagen, den 
daherigen Arbeiten mich unterziehen wolle, wozu ich 
mich denn auch bis auf Weiteres erklärte. Damals hiess 
es, dass die Aufgaben ertheiit werden würden, sobald die 
betrefienden Personen wieder-zu Hause angelangt wären. 
Das letztere ist nun schon seit geraumer Zeit der Fall, 
die Aufgaben hingegen sind noch nicht mitgetheilt 
worden, auch keine Nachricht, wann dies geschehen 
möchte. Daher sehe ich mich. Hochgeachtete Herren 
veranlasst, Ihnen meine Lage kund zu thun und Sie zu 
fragen, was ich fortan zu thun habe, ob ich noch länger 
auf jene Arbeit warten und dann die dafür nöthige Zeit 
mit Ihrer Zustimmung darauf verwenden darf, oder aber 
dem akademischen Senat melden soll, dass ich, als im 
Kirchendienste stehend bei dieser Verzögerung der 
Arbeit von der Goncurrenz mich zurückziehen müsse. 



— 152 — 

Indem ich Sie hierüber um gütige Auskunft bitte, habe 
ich noch die Ehre Ihnen anzumelden, dass ich am 
Pfingstsonntag obschon etwas unpässhch und erst des 
Samstags benachriclitigt, den deutschen Gottesdienst in 
Neuenstadt, so gut in meinen Kräften stand, nacii Ihrem 
Auftrage versehen habe. 

Mit voller Hochachtung verharrt 

Ihr Ergebenster 

Ad. Gerstkr, cand. theol. 
Twann den '23 Mai 1837. 



In Gemässheit des Reglements über die Flaller'sche 
Preismedaille hat die juristische Fakultät die vorzulegen- 
den Preisfragen in Berathung genommen, und schlägt 

aj als Hauptaufgaben für schriftliche Bearbeitung folgende 
zwei vor : 

1. In wie fern giebt es nach allgemeinen Prinzipien 
und nach den Grundsätzen des allgemeinen deut- 
schen Strafrechts eine bürgerliche Verpflichtung 
zur Denunziation von Verbrechen? Die Frage ist 
zu bearbeiten mit Berücksichtigung der Unter- 
schiede zwischen Denunziation und gerichtlichem 
Zeugniss. 

2. Welche Aenderungen im römischen Notlierbrecht 
sind durch die Novelle 115 begründet worden? 

bj Zur Bearbeitung in loco schlägt die Fakultät folgende 
Themate vor : 

1. Anordnung der Hauptmaterien des Civilrechts 
nach den Institutionen von Gajus und Justinian, 
verglichen mit einer freiwissenschaftlichen An- 
ordnung. 



- 153 ~ 

2. Uebersichtliclie Darstellung der Grundbegrifle von 
Dolus und Culpa, nach ihren verschiedenen Arten, 
in strafrechtlicher Beziehung, 

Es ist also je aus dem Straf- und Givilrecht eine Ilaupt- 
und Nebenfrage vorgeschlagen und diese Fragen scheinen 
der Fakultät geeignet, dass an ihrer Lösung die posi- 
tiven Kenntnisse, der juristische Scharfsinn und der 
ganze Standpunkt der rechtswissenschaftlichen Bildung 
des Respondanten beurtheilt werden können. 

Will man die erste Frage noch etwas erweitern und 
noch etwas schwerer machen, als sie — noch gar nicht 
ex professo bearbeitet • — schon ist, so dürfte man die 
Hauptworte nur so stellen : 

Verpflichtung zur Verhinderung und resp. Denuncia- 
tion c. c. denn die Frage bezieht sich auf bevorstehende, 
angefangene und bereits verübte Verbrechen, und die 
ersten können, und sollen zum Theil, sowohl durch die 
That, als durch Denunciation vereitelt werden. 

Die Wahl und Feststellung der Fragen hängt lediglich 
vom Tit. Erziehungsdepartement ab. 



Bern 27 Mai 1837. 



(Erhalten 29 Mai C. Brunner.) 



D' W. Snell, 

d. Z. Dekan der jurid. Fakultät. 



In Betreff der Hallerschen Preismedaille beehrt sich die 
medizinische Fakultät folgende Thesen vorzuschlagen : 

1. Worin besteht der Krankheitsprozess des Fiebers 
überhaupt? Mit vorzüglicher Berücksichtigung der 
Streitfragen, ob es essentielle Fieber gebe oder nicht, 
und ob Fieber ein wirklicher Krankheitsprozess oder 
nur Heilbestrebung der Natur sey. 



— 154 — 

2. Welche physiologische Bedeutung Icommt der Men- 
struation zu, und welchen Einfluss offenbart sowohl 
deren Erscheinen als Erlöschen auf die Entwicklung 
und den Verlauf acuter und chronischer Krank- 
heiten ? 

3. Welchen Einfluss hat die pathologische Anatomie in 
den letzten Dezenien auf die specielle Krankheits- 
und Heilungslehre ausgeübt? Nebst einer kritischen 
Beurtheilung des Einflusses, welcher dieser Disciplin 
in der theoretischen und praktischen Medizin ge- 
bührt. 

Der Dekan : 

D^" Demme, a. P. 

Für den Sekretär : 

Prof. Dr Rau. 
Bern den 30 Mai 1837. 

(Erhalten den 31 Mai. C. Brunner.) 



Dem Tit. Erziehungsdepartement der Republik Bern. 

Hochgeehrte Herren ! 

Der Unterzeichnete giebt sich die Ehre Euer Tit. bei- 
geschlossen die von den Fakultäten entworfenen Vor- 
schläge zu den Prüfungen für die Erlangung der Haller'- 
schen Medaille zu übersenden, damit Wohldieselbe nach 
§ 10 des Réglementes über diese Preisertheilung das 
Angemessene beschliessen mögen. 

Empfangen Sie Tit. die Versicherung ausgezeichneter 
Hochachtung. 

Bern den 31 Mai 1837. 

Der Rektor der Hochschule 

G. Brunner. 



— 155 — 

Hochgeachtete Herren ! 

Der Unterzeichnete beehrt sich, Wohldemselben bei- 
liegende Zusclirift des Herrn Dekans der juridisclien 
Fakultät, den Zurücktritt des Herrn Candid. jur. Hahn, 
von seiner Bewerbung um die Haller'sche Preismedaille 
betreffend, hiemit zu übersenden. 

Mit ausgezeichneter Hochachtung 

Bern den 16 Oktob. 1837. 

Ihr ergebenster 

Prof. D'" Perty, 

h. t. Rektor der Hochschule. 



Deyn Herrn Reclor magnificus der Hochschule in Bern. 
ii. Okt. 1837. 

Euer Magnificenz 

ist bekannt, dass Herr Stud. jur. Franz Hahn auf die 
Liste der Gompetanten um die Haller'sche Medaille ge- 
kommen ist. 

Da er aber sogleich nach seiner Bückkehr von Heidel- 
berg bei hiesigen Collégien hinlänglich beschäftigt und 
sodann zum Milizdienst in den Casernen genöthigt war, 
so ist er freiwillig aus der Zahl der Bewerber zurück- 
getreten, wird aber später das gestellte Thema dennoch 
bearbeiten, theils um seine Berufung zur Goncurrenz zu 
respectiren, theils um zu zeigen, dass er die Schwierig- 
keiten der Preisaufgabe nicht zu fürchten habe. 

Genehmigen Sie den Ausdruck, vollster Hochachtung 

Dr W. Snell, 

d. Z. Dekan der jurid. Fakultät. 



— 156 — 

Dem hochgeehrten Herrn Rektor Perty in Bern. 

Hochgeehrter Herr ! 

Sowohl von der theologischen als von der medizi- 
nischen Fakultät sind uns sorgfältige Gutachten über die 
schriftlichen Arbeiten zweier Bewerber für die Haller- 
medaille, der Herren Eugen Bourgeois stud. medicinae 
und Adolf Gerster, Pfarrvikar zu Thun vorgelegt worden. 

Es gereicht uns zum wahren Vergnügen aus den beid- 
seitigen Kritiken zu ersehen, dass diese beiden jungen 
Männer den Erwartungen, in welchen sie von den be- 
treffenden Fakultäten als Bewerber vorgeschlagen worden 
sind, auf die befriedigendste Weise entsprochen und 
durch ihre Arbeiten den Beweis besonderer wissen- 
schaftlicher Talente und Kenntnisse geliefert haben. 
Beide sind uns zur Ertheilung des Preises bestens em- 
pfohlen worden. Nach sorgfältiger Erdauerung der Be- 
richte und daheriger Berathung haben wir jedoch befinden 
müssen es gebühre dem Herrn Eugen Bourgeois bei diesem 
Anlasse der Vorzug, dalier wir denn auch demselben 
die Hallermedaille zugesprochen haben, von welchem 
Beschlüsse Sie die beiden betreffenden Fakultäten zu 
Händen der Bewerber gefälligst in Kenntniss setzen 
wollen. 

Mit Hochschätzung! 
Bern, den 8. Februar 1838. 

Der Präsident des Erziehnngs Départ. 

C. Neuhaus. 

Der zweite Sekretär : 

Jaggi. 



- 157 — 

An Herrn Prof. Brunner, Dekan der philos. Fakultäiin Bern. 

Hochgeehrter Herr Dekan ! 

Die theologische Fai\ultät hat angezeigt, dass sie sich 
in ihrer Sitzung vom 19^*^" Febr. einstimmig dahin ver- 
einigt hat den Gandidaten Albert Immer vonThun, gegen- 
wärtig Pfarrvikar in liurgdorf, als Bewerber für die H aller- 
sche Preismedaille vorzuschlagen. Indem ich Sie, Hoch- 
geehrter Herr, hievon zur Bekanntmachung bei Ihrer 
Fakultät benachrichtige, ersuche ich Sie zugleich bald 
möglichst an das Tit. Erziehungs-Departement zu be- 
richten, ob Ihre Fakultät mit obigem Vorschlage der 
theologischen sich zu vereinigen Willens ist, oder ob 
dieselbe irgend einen andern Vorschlag zu machen hat. 

Mit Hochschätzung, 
Bern, den 24. Hornung 484'2. 

Der Rektor der Hochschule : 

D"" Hundeshagen. 

Den 9^'" April 1842. 

Hallerscbe Medaille. 

Das Erziehungsdepartement ist dieses Jahr wieder im 
Falle, die Hallersche Medaille zu vergeben. Diese Me- 
daille verdankt ihren Ursprung der edeln Stiftung des 
nunmehr sei. verstorbenen Herrn Alt Rathsherrn Lud- 
wig Zeerleder zum Andenken seines Grossvaters, des 
Grossen Albrechts von Haller. Von den Zinsen eines im 
Jahr 1809 geschenkten Gapitals soll alle fünf Jahre eine 
25 Ducaten in Gold haltende Medaille ausgeprägt und 
durch die obere Erziehungsbehörde demjenigen jungen 
Manne zugetheilt werden, welcher in Durchgehung der 
unteren und höheren bernischen Gantonallehranstalten bis 
zur Vollendung seiner Studien durch Auniihrung, Fleiss 
und Talente am meisten sich ausgezeichnet hat. Dieeinge- 



— 158 - 

tretenen Zeitereignisse haben indessen einige Störung 
in die Austheilung gebracht, so dass die Zinsen sich 
anhäuften und in den Jahren 4837, 1838 und nun auf 
heute wieder die Medaille vergeben werden konnte, 
auch schon nach 4 Jahren die nächste Austheilung statt- 
finden kann. Die über die diesjährige Vergabung ange- 
fragten Fakultäten der Hochschule sind in ihrem Gut- 
achten einstimmig gewesen, und so hat denn das 
Erziehungsdepartement nach den Vorschriften des Régle- 
mentes ohne Veranstaltung einer weiteren Prüfung die 
Hallersche Medaille ertheilt dem vorgeschlagenen Herrn 
Candidaten Albrecht Immer aus Thun gegenwärtigem 
Pfarrvikar in Burgdorf. 



Das Erziehungsdepartement der Republik Bern an die 
philosophische Facultät der Hochschule. 

Hochgeehrte Herren ! 

Wir können auf das Schulfest 1846 wieder eine goldene 
Haller Medaille nach den Bestimmungen des Ihnen seiner 
Zeit (unterm 27. Dezember 1844) abschriftlich mitgetheilten 
Reglements vom 20. Juni 1836 vergeben. 

Da wir jedoch von der uns durch § 3 eingeräumten 
Befugniss, die Medaille von uns aus und unmittelbar zu 
vergeben, abermals keinen Gebrauch machen wollen, so 
ersuchen wir Sie, gemeinschaftlich mit den übrigen 
Fakultäten zu berathen, ob ein geeigneter junger Mann 
hiezu vorhanden ist, und uns das daherige Resultat ein- 
zuberichten. 

Mit Hochschätzung, 

Bern, den 46 Februar 4846. 

Der Vice-President des Erziehungsdepartements : 

J. Schneider. 

Der zweite Sekretär : 

Hebler. 



— 459 — 

An die philosophische FacuUät der Hochschule in Bern. 

Bern, den 28. Februar 1846. 

Hochgeehrte Herren ! 

Durch Sehreiben des Tit. Erziehungsdepartements vom 
16. Februar aufgefordert, uns mit den andern Fakul- 
täten der Hochscliule wegen des Vorsciilages von Gan- 
didaten für die Hallersche Preismedaille zu berathen, 
haben wir unterm 26. Februar beschlossen, den Herrn 
Rudolf Aebi von Seeberg, gegenwärtig Fürsprecher in 
Bern, der Tit. Erziehungsbehörde für die Ertheilung 
dieses Preises zu empfehlen. 

Herr Aebi trat nach rühmlich vollendeten Vorstudien 
an der hiesigen Litterarschule im PYühjahr 1836 in das 
höhere Gymnasium ein, von wo er nach beendigtem 
dreijährigem Lehrcursus mit einem Zeugniss der Reife 
im Frühjahr 1839 entlassen wurde. Um diese Zeit wurde 
derselbe als Studierender der Rechte an unserer Hoch- 
schule immatriculiert, woselbst er bis zu Ende des Jahres 
1843 mit dem grössten Fleisse, mit vielem Talente und 
bei stets tadelloser Aufführung seinen Studien oblag. 

Nachdem Herr Aebi während seiner juristischen 
Studienzeit eine erfreuliche Probe höherer wissenschaft- 
licher Bildung, durch die Lösung einer von der philo- 
sophischen Fakultät gestellten Preisfrage (c über die 
Lehre von den sogenannten Seelenvermögen », welche 
Arbeit zu Ostern 1841 mit dem ersten Preis gekrönt 
wurde, geliefert hatte, wurde er unterm 2. Mai 1844 
nach einer in ausgezeichneter Weise bestandenen Prüfung 
vom Obergerichte der Republik als Fürsprecher pa- 
tentirt. 

Indem wir Ihnen, Hochgeehrte Herren, unsern Vor- 
schlag eines alle die vom § 2 des Reglements über Er- 
tiieilung der Hallersclien Preismedaille verlangten Requi- 
site vereinigenden Kandidaten dem § 6 des angezogenen 



— 460 — 

Reglements gemäss mittlieileri, ersuchen wir Sie uns 
melden zu wollen, ob Sie einen andern Vorschlag zu 
machen gesonnen sind. 

Wir glauben indessen Sie, hochgeehrte Herren, darauf 
aufmerksam machen zu sollen, dass bereits Studierende 
der theologischen, medicinischen und philosophischen 
Fakultät die Hallersche Medaille erhalten haben, sodass 
es wohl bei der 4^''" Vergebung dieses Preises ange- 
messen sein möchte, denselben dem Kandidaten der 
juridischen Fakultät zukommen zu lassen. 

Mit ausgezeichneter Hochschätzung 

Der Decan der juridischen Fakultät : 

D' C. F. Rheinwald. 

Der Aktuar : 

D'" A. Renaud. 



Hochgeachteter Herr Präsident! 
Hochgeehrte Herren ! 

Infolge der von Ihnen unterm 16. Februar an uns ge- 
ricliteten Aurtorderung, uns mit den andern Fakultäten 
der Hochschule wegen des Vorschlages eines Gandidaten 
für die Haller'sche Preismedaille zu verständigen, be- 
schlossen wir unterm 26. Februar den Herrn Rudolf Aebi 
aus Seeberg, Ganton Bern, gegenwärtig Fürspreclier in 
Bern, Ihnen für die Ertheilung dieses Preises zu empfehlen. 

Herr Aebi trat nach rühmlich vollendeten Vorstudien 
an der hiesigen Litterarschule im Frühjahr 1836 in das 
höhere Gymnasium ein, von wo er nach beendigtem 
dreijährigen Lehrkurse mit einem Zeugniss der Reife im 
Frülijahr 1839 entlassen wurde. Um diese Zeit wurde 
derselbe als Studierender der Rechte an hiesiger Hoch- 



— 161 — 

schule immatriculirt, woselbst er bis zu Ende des Jahres 
1843 mit dem grössten Fleisse, mit vielem Talente und 
bei stets tadelloser Aufführung seinen Studien oblag. 
Nachdem Herr Aebi während seiner juridischen Studien- 
zeit eine erfreuliche Probe höherer wissenschaftlicher 
Bildung durch die Lösung einer von der philosophischen 
Fakultät gestellten Preisfrage « über die Lehre von dem 
sogenannten Seelenvermögen », welche Arbeit zu Ostern 
1841 mit dem ersten Preise gekrönt wurde, geliefert 
hatte, wurde er unterm 2. März 1844 nach einer in aus- 
gezeichneter Weise bestandenen Prüfung vom Ober- 
gerichte der Republik als Fürsprecher patentiert. 

Von den drei andern Fakultäten, denen wir diesen 
unsern Vorschlag eines alle die von § 2 des Reglements 
über Ertheilung der Haller'schen Preismedaille verlangten 
Requisite vereinigenden Gandidaten nach § 6 desselben 
Reglements mittheilten ; stimmten zwei, nämUch die medi- 
cinische und die philosophische bei, indem sie aus- 
drücklich beifügten, dass ihr Verzicht auf einen Vor- 
schlag von ihrer Seite nur zu Gunsten des Gandidaten 
der juridischen statt habe. Insbesondere äusserte sich 
die philosophische Fakultät in einem an uns gerichteten 
Schreiben vom 3. März dahin, dass sie Herrn Aebi so- 
wohl wegen seines Fleisses und Betragens, als auch wegen 
der Lösung einer philosophischen Preisfrage noch in 
gutem Andenken habe und als auch ihrer Fakultät an- 
gehörend betrachte. Dagegen theilte uns die theologische 
Fakultät in einem Schreiben vom 6. März mit, dass sie, 
obwohl weit entfernt in die Würdigkeit des von uns 
vorgeschlagenen Bewerbers den geringsten Zweifel zu 
setzen, doch beschlossen habe, den Herrn Gandidaten 
Rudolf Rüetschi, gegenwärtig Privatdozenten der Theologie 
an der hiesigen Hochschule vorzuschlagen. 

Nach Empfang dieser Mittheilungen beschloss die juri- 
dische Fakultät unterm 12. März, bei ihrem obener- 
wähnten Vorschlag zu bleiben, und Ihnen, Hochgeach- 

REVUB NUM. T. XII. U 



— 162 — 

teter Präsident und Hochgeehrte Herren, den daherigen 
Beschluss dem § 7 des Reglements gemäss zum Behufe 
weiterer Verfügung zur Kenntniss zu bringen. 
Wir verbleiben mit ausgezeichneter Hochachtung ! 

Bern, den 12. März 4846. 

Der Decan der juridischen Facultät : 

D«" G. Rhein WALD. 

Der Aktuar : 

Dr A. Renaud. 

Den 13ten März 1846. 

Schreiben an die juridische Fakultät der Hochschule. 

Wie wir aus ihrem Berichte vom 12. dies ersehen, 
stimmen Sie mit der medicinischen und philosophischen 
Fakultät überein, uns den Herrn Fürsprecher Rudolf 
Aebi aus Seeberg zur Ertheilung der Hallerschen Me- 
daille vorzuschlagen, während die theologische Facultät 
in der Person des Herrn Candidaten Rudolf Ruetschi 
einen besondern Vorschlag zu machen gedenkt. Es tritt 
demnach der im § 9 des Réglementes vom 20. Juni 1836 
vorgesehene Fall der Goncurrenz und mithin der Prüfung 
der beiden Vorgeschlagenen ein. 

Wir ersuchen Sie demnach, Tit., im ferneren Einver- 
ständnisse mit der medicinischen und philosophischen 
Facultät die Prüfung des von Ihnen Vorgeschlagenen 
nach § 10 des erwähnten Réglementes anzuordnen und 
das daherige Ergebniss seiner Zeit vorzulegen, so wie 
wir auch die theologische Facultät eingeladen haben 
ihrerseits ein Gleiches zu thun. 

Schreiben an die theologische Facultät der Hochschule. 
Gleiches Schreiben mutatis mutandis. 

Erziehungsdepartement : Missiven Protokoll, März bis August 1846. 



— 163 — 

Hochgeachteter Herr Präsident ! 

Hochgeachtete Herren ! 

Mit Bezugnahme auf Ihr Schreiben d. d. 13. März 
beehre ich mich limen im Namen der theologischen 
Fakultät die Anzeige zu machen, dass Herr Privatdozent 
Rüetschi auf die Bewerbung um die Haller'sche Preis- 
medaille völlig verzichtet hat, und zwar aus folgenden 
beachtenswerthen und ihm sehr zur Ehre gereichenden 
Gründen : 1) weil er die Verdienste und Würdigkeit 
seines Mitbewerbers und einstigen Studiengenossen, 
des Herrn Fürsprech Aebi, in vollem Maasse anerkennt 
und daher selbst aufrichtig wünscht, dass diesem die 
Medaille möchte zuerkannt werden; 2) weil er die ge- 
wiss richtige Ueberzeugung gewonnen hat, dass es für 
ihn in seiner dermaligen Stellung als Mitarbeiter der theol. 
Fakultät unangemessen sein würde, sich einer Art von 
Prüfung von Seiten derselben zu unterziehen. In Betracht 
dessen hat sich die theo!. Fakultät dafür entschieden, 
keinen neuen Vorschlag zu machen, sondern dem Vor- 
schlag der juridischen anzuschliessen, so dass, wenn 
dem Vernehmen nach auch die beiden übrigen Fakul- 
täten demselben beipflichten, für Herrn Aebi die Noth- 
wendigkeit der Concurrenzprüfung hinwegfiele. 

Mit Hochachtung ! 

Bern, 20. März 1846. 

Im Namen der theol. Fakultät : 

Dr Hundeshagen. 

' z. Z. Dekan. 



— 164 — 

Hochgeachteter Herr Präsident ! 
Hochgeehrte Herren ! 

In Erwiederung unseres Sctireibens vom 13. März, 
worin wir Ihnen im Einverständnisse mit der medizi- 
nischen und der philosophischen Facultät den Herrn 
Fürsprecher Rudolf Aebi aus Seeberg für die Ertheilung 
der Haller'schen Medaille vorschlugen, zugleich aber 
auch den auf Herrn Candidaten theol. Rüetschi fallenden 
Vorschlag der theologischen Facultät anzeigten, weisen 
Sie uns durch Zuschrift von demselben Datum an, die 
für den Fall einer Concurrenz von Bewerbern durch § 9 
des Reglements vorgeschriebene Prüfung anzuordnen. 

Wir waren im BegrifTe, dieser Verfügung nachzu- 
kommen, wie uns durch Schreiben der theologischen 
Facultät vom 20. März 1846 die Anzeige gemacht wurde, 
dass der von ihr vorgeschlagene Candidat Herr Privat- 
docent Rüetschi auf die Concurrenz um diese Preismedaille 
verzichtet habe, und zwar einerseits, weil er die Ver- 
dienste seines Mitbew^erbers und Studiengenossen, Herrn 
Fürsprecher Aebi in vollem Maasse anerkenne, und 
andererseits, weil er in seiner dermaligen Stellung zur 
theologischen P'acultät für unangemessen halte, sich einer 
Prüfung von Seiten derselben zu unterziehen. Die theo- 
logische Facultät meldete uns ferner, dass sie nunmehr 
beschlossen habe, sich unserm Vorschlage für die Er- 
theilung der Haller'schen Preismedaille gänzlich anzu- 
schliessen. 

W^ir beeilen uns. Hochgeachteter Herr Präsident, 
Hochgeehrte Herren, Ihnen von diesem Beitritte der 
theologischen Facultät zu unserm Vorschlage Kenntniss 
zu geben, indem wir zugleich die Freiheit nehmen, Sie 
darauf aufmerksam zu machen, dass bei der nunmeh- 
rigen Uebereinstimmung sämtlicher Facultäten das Er- 
forderniss einer Prüfung des Herrn Fürsprechers Aebi 
dahinfallen möchte, da der § 8 des Reglements vom 



— 465 — 

'20. Juni 1836 bestimmt, dass, falls die Vorschläge aller 
Facultäten auf den nämlichen jungen Mann fallen, dem- 
selben ohne weitere Prüfung die Medaille zugesprochen 
werden solle. 

Wir verbleiben mit ausgezeichneter Hochschätzung ! 

Der Decan der juridischen Facultät : 

D^" G. Rheinwald. 

Der Actuar : 

D'" A. Renaud. 
Bern, den 24. März 1846. 

Jurid. Fakultät 6. April 1846. Haller'sche Medaille. 



Den 4^«« April 1846. 
Hallersche Medaille. 

Das Erziehungsdepartement ist dieses Jahr wieder im 
F'alle, die Hallersche Medaille zu vergeben. Diese Me- 
daille verdankt ihren Ursprung der edlen Stiftung des 
nunmehr sei. verstorbenen Herrn Alt Rathsherrn Lud- 
wig Zeerleder zum Andenken seines Grossvaters, des 
Grossen Albrecht's von Haller. Von den Zinsen, eines im 
Jahr 1809 geschenkten Gapitals soll alle fünf Jahre eine 
25 Ducaten in Gold haltende Medaille ausgeprägt und 
durch die obere Erziehungsbehörde demjenigen jungen 
Manne zugetheilt werden, welcher in Durchgehung der 
untern und höheren bernischen Gantonallehranstalten 
bis zur Vollendung seiner Studien durch Aufführung, 
Fleiss und Talente am meisten sich ausgezeichnet hat. 
Die eingetretenen Zeugnisse haben indessen einige 
Störung in die Austheilung gebracht, so dass die Zinsen 
sich anhäuften und in den Jahren 1837, 1838 und 1842 
und nun auf heute wieder eine Medaille vergeben werden 
konnte. Die über die diesjährige Vergebung angefragten 
Facultäten der Hochschule sind in ihrem Gutachten ein- 



._ 166 — 

stimmig gewesen, und so hat denn das Erziehungsdepar- 
tement nach den Vorschriften des Réglementes ohne Ver- 
anstaltung einer weiteren Prüfung die Hallersche Medaille 
ertheilt dem vorgeschlagenen Herrn Rudolf Aebi aus Seeberg 
früher stud. jur. an der Hochschule nunmehr Fürsprecher 
in Bern. 

Erziehungsdepartement : Mistsiven Protokoll, März bis August 1846, S. 83. 



Den 6'«^" April 1846. 

Schreiben an die ju7idische Facultät. 

Nachdem wir sowohl aus ihrer Zuschrift vom 24 
vorigen Monats als aus einer direct an uns gelangten 
Anzeige der theologischen Facultät ersehen haben, dass 
letztere infolge der Verzichtleistung des Herrn Gandidaten 
Rudolf Rüetschi auf die Mitbewerbung für die Hallersche 
Medaille nunmehr in Uebereinstimmung mit Ihnen und 
den zwei übrigen Facultäten den Herrn Rudolf Aebi zur 
Ertheilung der genannten Medaille vorschlage, haben 
wir in Anwendung der § 8 des Réglementes von der Ver- 
anstaltung einer weiteren Bewerberprüfung abstrahirt 
und am Schulfest vom 4 dies dem vorgeschlagenen 
Herrn Aebi die Hallersche Medaille zuerkannt, wovon 
wir Ihnen, Tit. hiemit Kenntniss zu geben niobt unter- 
lassen wollen. 

Erzieliungsdepartement : Missiven Protokoll, März bis August 1846, S. 86. 



An die Tit. Theologische Facultät der bernische^i Hochschule. 

Tit. ' .^ ' . , ' ' 

In ihrer Sitzung vom 16. Navember hat die miedizi- 
nische Facultät in Betreff der Vergabung der Hailerschen 



— 167 — 

Preismedaille nach den Bestimmungen des darüber be- 
stehenden Reglements, beschlossen, sich an den Antrag 
der Tit. theologischen Facultät anzuschliessen, die zu 
dieser Auszeichnung Herrn Gandid. theolog. Johann 
Ammann von Madiswyl gegenwärtig Vikar in Hasle bei 
Burgdorf empfohlen hat. 

Mit Hochachtung 

Bern, 17. Nov. 1853. 

Namens der medicinischen Facultät 
Der Dekan derselben 

Dr RAU. 
Für den Sekretär : 

Dr L. RÜTIMEYER. 



Die medicinische Fakultät an die Tit. Erziehungs-Direktion 
des Cantons Bern. 

Herr Direktor ! 

Auf Ihre Einladung hin hat sich die medicinische 
Fakultät der hiesigen Hochschule in ihrer Sitzung vom 
^ßten November mit der Frage über Vergabung der 
Plallerschen Preismedaille nach den Bestimmungen des 
hierüber bestehenden Reglements beschäftigt. Sie hat 
beschlossen, sich an den Antrag der theologischen 
Fakultät anzuschliessen, welche als Candidaten für die 
genannte Auszeichnung Herrn Gandid. theolog. Johann 
Ammann von Madiswyl, gegenwärtig Vikar in Hasle bei 
Burgdorf, empfohlen hat. Die medicinische P'akultät 
konnte mit um so grösserem Vergnügen diesem Antrag 
bei[)ni('hten, da die anwesenden Mitglieder aus persön- 
licher längerer Beobachtung und Kenntniss des Empfoh- 
lenen zu dem Anschluss an den Vorschlag der theoio- 



— 168 — 

gischen Fakultät mitwirken konnten, and ihnen überdies 
aus letzter Zeit kein jüngerer Mann medicinischen Faches 
bekannt war, der die erforderlichen Requisite auf sich 
vereinigt hätte. 

Mit Hochachtung 
Bern 17. November 1853. 

Namens der medicinischen Fakultät 

Der Dekan derselben : 

Dr. Rau. 

Für den Sekretär : 

Dr. RÜTIMEYER. 



An die tu. theologische Fakultät der heryiischen Hochschule. 

Tit. 

Die juristische Fakultät hat in ihrer Sitzung vom 
26. Nov. 1853 in Betreff der Zuerkennung der Haller- 
schen Preismedaille nach den Bestimmungen des darüber 
bestehenden Reglements beschlossen, sich dem von 
Ihnen gemachten Vorschlage anzuschliessen, wonach zu 
dieser Ehrenauszeichnung Herr Johann Ammann, von , 
Madiswyl, gegenwärtig Pfarrvikar zu Hasle bei Burgdorf, 
empfohlen wird. 

Hochachtungsvoll 
Bern, den 28. Nov. 1853. 

Namens der j uristischen Fak' 

Der Dekan : 

Dr. Pfotenhauer. 

Der Sekretär : 

Leuenberger, Prof. 



— i09 — 

Hochgeehrter Herr Erziehungsdirektor ! 

Wir beehren uns hiemit, Ihnen anzuzeigen, dass die 
sämmtlichen vier Fakultäten der Hochschule sich dahin 
geeinigt haben, für die demnächstige Ertheilumj der 
Haller scheu Preismedaille den Candidaten der Theologie, 
Herrn Johann Ammann von Madiswyl, gegenwärtig Vikar 
zu Hasle bei Burgdorf, als einen jungen Mann in Vor- 
schlag zu bringen, der nach deui Urtheil der theologi- 
schen Fakultät «nicht nur alle reglementarischen Bestim- 
mungen erfüllt, sondern auch ungeachtet ungünstiger 
Verhältnisse es in seinen Studien zu höchst erfreulichen 
Resultaten gebracht hat». 

Mit Hochachtung, Herr Direktor ! 

Bern, den 40. Dezember 1853. 

Für die philosophische Fakultät : 

Der Dekan : 

B. Studer. 

Der Sekretär : 

Prof. Dr. Perty. 



Tit. 

Ihrer verehrlich Zuschrift v. 24. Oct. 1853 zufolge hatte 
sich die theol. Fakultät bereits am 7**'" November letzthin 
versammelt, um einen vorläufigen Vorschlag für die 
nächst bevorstehende Ertheilung der Hallerschen Preis- 
medaille zu machen. Die Stimmen waren gefallen auf 
Hh Johannes Ammann von Madiswyl, seit Aug. 1853 
Gandid. theo), und dermals Vikar zu Hasle bei Burgdorf, 
— als einen jungen Mann, der nicht nur die reglementa- 
rischen Bedingungen erfüllt, sondern auch unter bedeu- 
tend äussern Schwierigkeiten ein sehr erfreuliches Ziel 
erreicht hat. 



— 470 — 

Die medizinische und die juridische Fakultät haben, wie 
aus beiliegenden Schreiben sich ergibt, dem Vorschlage 
der theolog. Fakultät beigestimmt, und die philosophische 
hat sich in einem direct an die Obere Behörde gerich- 
teten Schreiben in demselben Sinne geäussert. 

Indem ich mich beehre, laut Beschluss unserer heutigen 
Sitzung Ihnen diese Mittheilung zu machen, schliesse ich 
im Namen der theol. Fakultät mit den Versicherungen 
unserer vollkommensten Hochachtung. 



Bern, d. 5*«" Januar 1854. 



A. Immer, Prof. 

Aktuar der theol. Fakultät. 



Bern, den 26. Januar 1854. 

Der eidgenössische Hfttnzwardein 

an 
Die jyireciion der Erziehung des Kantons Bern. 

Tit. 

Ich habe die Ehre Ihnen beigeschlossen die gewünschte 
Haller-Medaille zu übersenden und Ihnen auch die hiezu 
gebrauchten Stempel etc. gleichzeitig zurückzuerstatten. 

Die Kosten für diese Medaille betragen : 

i) laut beihegender Rechnung von Hrn Bovy Fr. 309.— 

2) für meine Auslagen (Porto 15 «'^ Rücktrans- 
port der Stempel und Medaille Fr. 2.20) » 2.35 

Fr. 311.35 

Die Rechnung des Hrn Bovy habe richtig und dem 
Gewicht der Medaille conform gefunden ; nur ist das 
Gold um c=* Fr. 4.60 höher als nach dem Tageskurse in 



— 171 — 

Rechnung gebracht, wogegen sich jedoch kaum mit 
Erfolg etwas wird einwenden lassen. Ich gewärtige diese 
Rechnung sammt deren Betrage, um sie Ihnen nachher 
von Hrn Bovy quittiert, wieder einzuhändigen. 

Den Brief von Hrn Bovy lege Ihnen zur Kenntniss- 
nahme bei. Wie darin bemerkt ist, fiel die Medaille 
etwas, und zwar dem Werthe nach um c* Fr. 9, zu leicht 
aus, in Folge fehlerhafter BeschafTenheit des Prägringes. 

Zu weitern Diensten stets bereit, bitte ich Sie, die 
Versicherung ausgezeichneter Hochachtung entgegenzu- 
nehmen. 

Dr. L. CusTER, 

z. Z, eidgen. Münzwardein. 

Den 1. April 1854. 

Die Erziehungsdirektion hat endlicti für dieses Mal 
wieder die Hallermedaille zu vergeben beschlossen und 
dieselbe dem von den 4 Fakultäten einstimmig vor- 
geschlagenen Herrn Johann Ammann von Madiswyl gegen- 
wärtig Pfarrvicar, zuerkannt. 

Schreiben an ihn und Zusendung der Medaille. 

Erziehungsdirektion: MissioenprotokoU, Band XV, S. 460. 



Hochgeehrter Herr Erzieh ungs-Director! 

Da unvorhergesehene Geschäfte mich hinderten, ver- 
gangene Woche, wie es in meiner Absicht lag, mich 
persönlich bei Ihnen zu stellen und Ihnen zugleich mit 
der Anzeige des Empfangs der Haller-Medaille meinen 
aufrichtigen Dank auszusprecljen für die Auszeichnung, 
welche Sie mir haben zu theil werden lassen, so thue 
ich dieses hiemit vorläufig auf schriftlichem Wege. 

Zwei verschiedene Gefühle hat der Empfang der 
Medaille und das Bewusstsein ihrer Bedeutung in mir 



- 172 — 

hervorgerufen : einerseits die Freude über eine so gütige 
Aufmerksamkeit auf meine geringen Leistungen, ander- 
seits aber das Gefühl der Beschämung, wenn ich mich 
vergleiche mit dem, zu dessen Andenken die Stiftung 
gemacht worden ist. Es soll wahrlich keine blosse 
Redensart sein, wenn ich versichere, dass ich mich im 
Grunde meines Herzens unwürdig fühle der Ehre, die, 
nach dem Zwecke der Stiftung, demjenigen zu theil wird, 
welchem die Medaille zuerkannt worden. Ich darf sie 
daher nur als eine Aufmunterung betrachten, die Wissen- 
schaft auch fernerhin zu pflegen, ihrer auch unter den 
praktischen ßerufsgeschäften nicht zu vergessen und 
wenigstens dem guten Willen nach ein schwacher 
Jünger zu sein des grossen Meisters, der sich ein monu- 
mentum aere perennius gegründet hat in den Annalen 
der Wissenschaft. Das Bildniss des berühmten Albertus 
von Haller, der sein ganzes Leben der Forschung ge- 
widmet, soll mich mahnen, mein Leben lang nach einer 
klaren Erkenntniss der Wahrheit zu streben, stets ein- 
gedenk des biblischen Wortes : Wer da hat, dem wird 
gegeben, dass er die Fülle habe ; wer aber nicht hat, 
von dem wird auch das genommen, was er hat. Und 
wenn es auch meinen schwachen Kräften versagt sein 
sollte, jemals bedeutende Resultate zu erzielen, so tröste 
ich mich damit, dass derjenige alles gethan hat, was 
man von ihm erwarten kann, der das eine Pfund, das 
Gott ihm gegeben getreu verwaltet und an 1ms gelegt 
hat. 

Ihnen nochmals von ganzem Herzen dankend, zeichnet 
mit den Versicherungen vollkommener Hochschätzung ! 

Hasle b/B., den 11. April 1854. 

Ihr ergebener 

J. Ammann, Vikar. 



— 173 — 
16. Juli 1859. 

Schulseckel-Hallermedailîe. 

Herr Prof. Brunner wird um Einsendung des Stempels 
zur Hallermedaille, der laut hierseitigen Akten hinter 
ihm liege und um Auskunft darüber ersucht, welche 
Vorgänge und Gründe zu einem Depositum bei ihm An- 
lass gegeben haben. Die 4 Fakultäten der Hochschule 
werden daran erinnert dass es Zeit sei, die Hallermedaille 
zu vergeben und um ihre Vorschläge ersucht. 

Manual der E rziehutu/sdirektion des Kantons Bern, Bd. XXII, S. 718. 



28. Juli 1859. 

Hallermedaille. 

Die juristische Fakultät der Hochschule würde Herrn 
Carl Hnnziker (von Wynau) für die Medaille vorschlagen, 
wenn diesem Vorschlag nicht die « strenge » Bestimmung 
des § 2 des Reglements entgegenstünde. Wolle die Er- 
ziehungsdirektion von dieser Vorschrift nicht absehen, 
was anderntheils mit Rücksicht auf die Vorschrift der 
Maturitätexamen nicht gewünscht werden könne, so be- 
halte sie sich noch ihr Vorschlagsrecht vor. 

An die juristische Fakultät. Man werde zuwarten, bis 
sie ihren reglementarischen Vorschlag eingereicht. Ihr 
eventueller Vorschlag könne im Hinblick auf § 2 des 
Réglementes nicht berücksichtigt werden. « Ich halte es 
nicht für gut, vom Réglemente abzuweichen, namenthcli 
nicht in Bezug auf die Maturität, um so weniger, als in 
den letzthin erlassenen neuen Reglementen über die 
Prüfung der Aerzte und Advokaten dieselbe verlangt 
wird und als auch nach dem Reglement über die Mushafen- 
stipendien und nach demjenigen über die jur. Stipendien, 
wie es in andern Staaten durchschnittlich der Fall ist, 



174 



Stipendiaten die für ihr Facti vorgescliriebene Maturität 
besitzen sollen. 

Ibid., S. 732. 

10. August 1859. 

liallermedaille. 

Laut Schreiben des Dekans der med. Fakultät und 
Schreiben der übrigen 3 Fakultäten haben sich alle 4 
dahin geeinigt der E. D. den Herrn Dr. Hermann Demme 
für die Hallermedaille vorzuschlagen. 

Verfügung der Erziehungsdirektion : Einstweilen auf 
den Tisch des Directors zurück. 

Ibid., S. 750. 

10. Dezember 1859. 

Hallermedaille. 

An die med. Fakultät. Da Herr Hermann Demme die 
stiftungsgemässen Bedingungen wirklich nicht erfülle 
indem er nicht alle Klassen hiesiger Schulen durch- 
laufen sei, so könne ihrem Antrag keine Folge gegeben 
werden. Sie wird ersucht, dies den Dekanen zur Kenntnis 
zu bringen, sowie, dass die E. D. weitere Anträge ge- 
wärtige. 

Ibid., S. 934. 

Der Direktor der Erziehung des Kantons Bern an den 
Herrn Dekan der medizinischen Fakultät der Hochschule 
in Bern. 

Herr Dekan ! 

Mit Zuschrift vom 9. August theilen Sie der unterzeich- 
neten Stelle mit, dass in einer Gonferenz der 4 Dekane, 



— 175 — 

betreffend die Zuerkennung der Haller-Medaille die 
juridische und philosophische Fakultät keine weitern 
Vorschläge gemacht haben und der Vorschlag des Herrn 
Hermann Demme ad référendum genommen werde, und 
dass das Resultat der weitern Berathung das sei : dass 
die theologische und philosophische Fakultät dem Vor- 
schlag der medizinischen unbedingt beitreten, die juri- 
dische aber nur unter dem Vorbehalt, dass Herr 
Hermann Demme die reglementarischen Requisite in 
sich vereinige, was sie bezweifle, weil derselbe nur die 
Secunda, aber nicht die Prima des obern Gymnasiums 
absolvirte. 

Sie sprechen sich in Betreff dieser Ansicht der juri- 
dischen Fakultät dahin aus : dass Sie dieselbe als auf 
einer irrigen Deutung des Reglements beruhend ansehen, 
weil wie Sie sagen, in dem Reglement gar nicht von der 
Absolvirung der Prima des obern Gymnasiums die Rede 
sei, sondern dass dasselbe nur verlange: «Stattgehabten 
reglementarischen Besuch der drei obern Klassen des 
Progymnasiums und einer Klasse des Gymnasiums ». 
Da nun Herr Hermann Demme diese Bedingung mehr 
als erfüllt habe, so halten Sie dafür, dass auf ihn die 
Vorschläge der 4 Fakultäten sich vereinigt haben, wonach 
der Fall des § 8 des Réglementes von 1836 eingetreten 
und mithin dem Herrn Hermann Demme die Medaille 
ohne Weiteres zuzusprechen wäre. 

Es lag der Erziehungsdirektion vor Allem aus daran, 
zu untersuchen, ob wirklich die Ansicht der juridischen 
Fakultät eine irrige sei, und demnach ein einmüthiger 
Antrag der vier Fakultäten vorliege. Sie hat zu diesem 
Zwecke das Reglement vom 20. Juni 1836 genau geprüft 
und gefunden, dass Sie jedenfalls im Irrthum sind, wenn 
Sie behaupten : « dass im § 2, Art. 1 gar nicht die Rede 
sei von der Absolvirung der Prima des obern Gymna- 
siums », weil der citirte Artikel ausdrücklich als erste 
Bedingung setzt : « Eintritt in die Hochschule nach 



— 176 — 

vollendetem dreijährigem Kurse im Gymnasium oder in 
der höhern Industrieschule, mit erhaltenem Zeugniss der 
Reife und Fähigkeit, oder nach stattgehabtem regel- 
mässigem Besuche der drei obersten Klassen des 
Progymnasiums und einer Klasse des Gymnasiums oder 
der höhern Industrieschule ». 

So wie der ganze Art. 4 des § 2 des Reglements lautet, 
hat zwar sowohl die Interpretation der juridischen 
Fakultät als auch die Ihrige einige Berechtigung. Offenbar 
enthält der Art. 2 Bestimmungen, die sich gegenseitig 
annulhren ; beide neben einander können unmöglich 
gültig sein. 

Die Erziehungs-Direktion war daher in nicht geringer 
Verlegenheit zu entscheiden, welche Bestimmung stif- 
tungsgemäss sei. 

Da die unterzeichnete Stelle nach dem Wortlaut des 
Stiftungsaktes selbst mit der Vollziehung des Willens 
des edlen Donators betraut ist, so blieb ihr nichts 
Anderes übrig, als von dem Reglement von 1836 
vorläufig abzusehen und den Sinn des Donators aus 
dem Stiftungsakt selbst zu erforschen ; die Frage war 
also die : « Ist es eine unerlässliche Bedingung, dass, um 
die Hallermedaille erlangen zu können, der Vorgeschlagene 
sämmtliche Klassen des höheren Gymnasiums durchlaufen 
haben müsse, oder nur ehie nebst den 3 obersten Klassen 
des Progymnasiums. » 

Die bezügUche Stelle des Stiftungsakts vom 1. Januar 
1809 lautet wie folgt : 

« Es soll nämhch diese Denkmünze, an Gold 25 Dukaten 
schwer, je alle fünf Jahre, von der akademischen 
Curatel oder jedesmaligen obersten bernischen Behörde 
der hiesigen Akademie und Schulen nach eingeholten 
Zeugnissen der Lehrer und nach bestem Wissen und 
Gewissen demjenigen jungen Manne nach Vollendung 
hiesiger Studien ertheilt werden, der sich er sei geist- 
lichen oder weltlichen Standes, in Durchgehung der 



— 177 — 

bernischen Schulen und Akademie, durch Aufführung, 
Bleiss und Talente am meisten wird ausgezeichnet 
haben ». 

Also derjenige junge Mann, der nach Vollendung 
hiesiger Studien die Medaille erhalten darf, muss die 
bemischen Schulen und Akademie durchgegangen sein. 

Der Unterzeichnete muss offen bekennen, dass er 
gegenüber dieser Bestimmung des Donators den § 2, 
Art. 1, des Reglements von 1836 unmöglich begreifen 
und ihn nicht als stiftungsgemäss zugeben kann. 

Unter « Vollendung hiesiger Studien » schon darf man 
die Durchgehung sämmtlicher hiesiger, auf die Akademie 
führender Schulen, und vollständige Studien an der 
Akademie resp. Hochschule verstehen. Wenn aber 
überdiess ausdrücklich gesagt ist, dass er sich in Durch- 
gehung der bemischen Schulen und Akademie ausgezeichnet 
haben müsse., so scheint mir, dürfe fast nicht mehr 
bezweifelt werden, dass die Klassen des höhern 
Gymnasiums alle, und nicht imr eine, müssen durch- 
gegangen worden sein. Jedenfalls wäre es erlaubt zu 
sagen, die eine Klasse des obern Gymnasiums dürfe 
nicht die unterste, sondern nur die oberste sein, weil 
nur Schüler dieser letztern das Zeugniss der Reife 
erhalten sollen, welches der oft citirte Art. 1, des § 2, 
vorschreibt. Die Erziehungs-Direktion ist daher schon 
auf Einsicht des Stiftungsakts hin überzeugt, da es der 
Wille des Donators gewesen, dass alle 3 Klassen des 
höhern Gymnasiums durchgegangen sein müssen. 

Um sich jedoch noch mehr zu vergewissern, bemühte 
sie sich zu erforschen, wie bei frühern Zusprechungen 
der Medaille verfahren worden sei. Das Ergebniss dieser 
weitern Untersuchung nun hat sie in ihrer Ueberzeugung 
bestärkt, denn 

Erstens glaubt sie behaupten zu dürfen, dass alle, 
welche bis dahin die Ilallermedaille erhalten, jene 
Bedingung erfüllten ; 

HCVUE NUM. T. XII 12 



— 478 — 

Ziueitens ergiebt es sicli aus einem frühem Gutachten, 
dass ein junger Mann deshalb niciit berücksichtigt 
wurde, weil ihm das Requisit abging durch umere 
hiesigen Schulen gelaufen zu sein. 

Drittens benimmt der Staatsverwaltungsbericiit von 
1814 bis 1830 jeden Zweifel der etwa noch auftauchen 
dürfte; ob denn wirklich alle Klassen durchlaufen sein 
müssen — indem auf Seite 97 desselben gesagt ist : Die 
Hallermedaille luerde demjenigen Studirenden zugesprochen, 
der sämmtliche Abtheilungen der Schule und Akademie 
durchlaufen hat. 

Diese Stelle muss bei der Interpretation des Stiftungs- 
akts um so mehr wiegen, als der edle Donator selbst 
der Verfasser des Staatsverwaltungsbericht gewesen sein 
soll. 

Gestützt auf die vorhergehende Erörterung bedauert 
die Erziehungsdirektion aufrichtig Ihren Vorschlag nicht 
genehmigen zu können, deshalb : 

1. Weil jedenfalls der Vorschlag der 4 Fakultäten 
nicht als ein einmüthiger und unbedingter gelten 
kann, und 

2. weil der Vorgeschlagene den stiftungsgemässen 
Bedingungen nicht vollständig entspricht. 

Sie wollen den übrigen Herren Dekanen von dieser 
Verfügung Kenntniss geben mit der Weisung, dass die 
unterzeichnete Stelle neue Vorschläge gewärtige. 

Mit Hochschätzung ! 

Dr. Lehmanin '. 



' Die Mitteilung dieses Aktenstückes, das erst kürzlich gefunden und den andern 
im Hochschularchiv befindlichen angereiht wurde, verdanke ich der Zuvorkommenheit 
von Herrn Professor Dr. Tobler, der die vielen zerstreut sich vorfindenden Dokumente, 
die Hochschule betreflend, seit Jahren sammelte und übersichtlich ordnete, wodurch 
archivalische Studien ungemein erleichtert werden. 



— 179 — 

5. Januar 1860, 
Hallermedaille. 

Die med. Fakultät sucht die hierseitige Auffassung des 
1:5 '2 Art. 1 zu wiederlegen und beharrt bei ihrem Vor- 
schlage von Hermann Demme. Verfügung : Auf den Direk- 
torialtisch zurück. 

Ibid., Bd. XXni (1860-1861), S. 8. 

30. Januar 1861. 

Hallermedaille. 

Verleihung an Dr. Hermann Demme. An die Med. 
Fakultät. Die E. D. sei durch ihre Erörterung vom 
5. Januar vorigen Jahres durchaus nicht von ihrer An- 
sicht abgekommen. Die juridische Fakultät sei mit der 
medizinischen nicht wie behauptet werde einverstanden. 
Oder sollte dies der Fall sein, so wolle alsdann die 
E. D. nicht anstehen, Hrn H. Demme die Hallermedaille 
zu erlheilen, sie werde dann aber auch nicht säumen, 
das Reglement einer Revision zu unterwerfen, um das- 
selbe mit Stiftungsakt und jetzigen Verhältnissen der 
Kantonsschule in Einklang zu bringen. Sämtliche Akten 
ad acta 1861. 

Ibid., S. 565. 



Die Akten über Verleihung der Medaille an Herrn 
Dr. Demme ^ sind nirgends aufzufinden gewesen (auch 
nicht bei den Akten von 1861 wie sub 30. Januar ange- 
geben.) 

Die Medaille ist auch nicht verliehen worden. 



* Uolif^r Dr. Demmo, vergl. Bernisclie Biofiraphien, Bd. III, S. 518-527: « Rudolf 
Dernmo (18116-1892), Professor der Kindorhoilkundo. » Biographie verfasst von Herrn 
Kurt Demme. 



— 480 — 

Der Direktor der Erziehung des Kanton Bern an Tit. 
Rektor und Senat der Hochschule Bern. 

Hochgeehrte Herren ! 

Der Unterzeichnete ersucht Sie hiemit, die T. Fakul- 
täten einzuladen, ihre Vorschläge für die Ertheilung 
der Hallermedaille nach Anleitung des bezüglichen Regle- 
ments vom 20. Juni 1836 zu berathen und festzustellen 
und dieselben der Erziehungsdirektion beförderlichst 
einzureichen, — da es der letztern wünschenswerth 
erscheint jene Medaille wieder einmal zu vergeben, 
nachdem seit einer Reihe von Jahren in dieser Sache 
nichts geschehen. 

Empfangen Sie hochgeehrte Herren, die Versicherung 
vollkommener Hochschätzung 

Kummer. 

Reilagen : Reglement vom 20. Juni 1836. 2 Ex. 



19. August 1868. 

Hochschule. Hallermedaille. Die Iheol. Fakultät schlägt 
als Bewerber für die Hallersche Medaille vor: H. Moritz 
Ochsenbein von Stefflsburg u. Murten. Samt Reglement 
zu den Bewerberschriften. 

Erziehungsdirektion : Geschäftskontrolle, 1868-1871, S. 102. 



16. Januar 1869. 

Hochschule. Hallersche Preismedaille. Der Druck des 
revidierten Reglements über Ertheilung der Hallerschen 
Preismedaille wird angeordnet. 

Ibid., S. 182. 



— 181 — 

19. Januar 1869. 

Hochschule. Hallermedaille. Das gedruckte Reglement 
wird in der nöthigen Zahl von Exemplaren dem Reg. 
Rath vorgelegt. 

Ibid., S. 184. 

25. Januar 1869. 

Hochschule. Hallermedaille. Das revidierte Reglement 
wird dem Reg. Rath zur Genehmigung vorgelegt. 

Ibid., S. 187. 

1. Februar 1869. 

Hochschule : Hallermedaille : Das Reglement wird vom 
Reg. Rath genehmigt. Druck von 500 Exempl. genehmigt. 

Ibid., S. 190. 

5. Februar 1869. 

Hochschule : Hallermedaille. Dem akadem. Senat 
wird mitgetheilt, dass aus den Zinsen des Kapitals der 
Haller Stiftung zwei Medaillen schon jetzt ertheilt werden 
können und wird ersucht, nach Mitgabe des neuen 
Réglementes die Vorschläge zu berathen. 6 Exempl. 
des Réglementes dem Schreiben beigelegt. 

Ibid., S. 194. 

D. Collegium d. Dekane. 
An die Tit. Erziehungsdirektion des Kantons Bern. 

Bern, den 3. Juli 1869. 

Herrn Erziehungsdirektor. 
Für die beiden im lautenden Jahre zur Vertheilung 



— 182 — 

kommenden Hallermedaillen sind von den Fakultäten 
folgende Kandidaten in Vorschlag gebracht worden : 

1. Von der theologischen Fakultät: 

Herr Moritz Ochsenbein, von Stefflsburg, Pfarrhelfer in 
Gurmels ; 

2. von der juristischen Fakultät : 

Herr Rudolf Niggeler, von AfToltern, Fürsprecher in 
Bern ; 

3. von der philosophischen Fakultät : 

Herr Dr. Oskar Frölich, von Erlach, in Hohenheim. 

Die medizinische Fakultät hat keinen Vorschlag for- 
muliert. 

Da nach Mittheilung der Vorschläge an die Fakultäten 
eine jede auf Ihrem Kandidaten beharrte, versammelten 
sich unter dem Vorsitz des Rektors die Dekane der vier 
Fakultäten und beschlossen, Ihnen für die eine der 
Medaillen zu empfehlen : 

in erster Linie : Herrn Dr. Frölich, 

in zweiter Linie: Herrn Pfarrhelfer Ochsenbein. 

Was die andere Medaille anbetrifft, so theilten sich die 
Stimmen gleichmässig (zwei gegen zwei) unter den 
Herren Niggeler und Ochsenbein ; der Rektor seinerseits 
erklärte, dass er, als Mitglied der theologischen Fakultät, 
sich nicht als vollkommen unparteiisch betrachte, weil 
er für Herrn Ochsenbein stimmen würde, und deshalb 
auf Abgabe der entscheidenden Stimme verzichte. In- 
folgedessen wurde beschlossen, Ihnen Herrn Erziehungs- 
direktor dieses Ergebniss mitzutheilen und Ihnen den 
Entscheid anheimzustellen, welchem von den beiden 
für die zweite Medaille vorgeschlagenen Sie den Vor- 
zug geben. Dass beide derselben würdig sind, wurde 
allgemein zugestanden. Zu Gunsten des Herrn Niggeler 
wurde geltend gemacht, dass die letzte Hallermedaille 
einem Theologen (Herrn Pfarrer Ammann) zugefallen sei 



— 183 — 

und, wenn man eine Kehrordnung einhalten wolle, die 
theologische Fakultät diesmal zurückzustehen habe ; zu 
Gunsten des Herrn Ochsenbein, dass er älter sei als 
Herr Niggeler und der Letztere bei der in wenigen 
Jahren fällig werdenden Medaille immer noch in Berück- 
sichtigung gezogen werden könne. 

Mit Hochachtung 

Der Rektor der Hochschule. 

Der Sekretär. 



27. Juli 1869. 

Hochschule : Hallermedaillen. Auf die vom Collegium 
der Dekane eingereichten Vorschläge kann einstweilen 
nicht eingetreten werden. Wartet bis auf Weiteres. Zu- 
nächststempel (Prägestock) etc. etc. herbeischafïenetc. etc. 

Erziehungsdirektion : Geschäftskontrolle, 1868-1871, S. 275. 



10. September 1869. 

Hochschule: Hallermedaille. Herr Pulver zeigt an, 
der Stempel zur Hallermedaille liege auf dem Mass- 
und Gewichtsbureau bereit. Wird abgeholt werden. 

IhiiL, S. .301. 



14. September 1869. 

Hochschule : Hallermedaille. Stempel und Ring nebst 
vorläufigem Begleitschreiben d. Herrn Münzdirektor 
Escher zugestellt, mit welchem alles Uebrige zu verab- 
reden ist. Gemäss Verfügung von heute sollen 3 Medaillen 
geprägt werden. 

IhUL, s. 3oa. 



— 484 — 

Bern, den 23. Oktober 1869. 

Der Direktor der Erziehung des Kantons Bern an den TU. 
Akademischen Senat der Hochschule in Bern. 



Geehrte Herren ! 

Sie wurden von der Erziehungs-Direktion unterm 
5. Febr. 1869 eingeladen, für die Ertheilung von 2 Haller- 
Medaillen Ihre Anträge einzureichen. Hierauf wurden 
vom Rektor und den 4 Dekanen nach § 4, 4tes Alinea des 
Reglements vom 28. Febr. 1869 vorgeschlagen : 

Für die eine Medaille : Herr Dr. Frölich; für die andere 
die Herren Pfarrhelfer M. Ochsenbein und Fürsprecher 
Rud. Niggeler, aber beide in gleicher Linie, während das 
Reglement vorschreibt, dass der eine in 1*«"^ und der 
andere in 2**^' Linie vorzuschlagen sei. 

Glücklicherweise ist die Erziehungs-Direktion in der 
Lage, diese Schwierigkeit in der Weise lösen zu können, 
dass allen dreien : Ochsenbein, Frölich und Niggeler 
die Medaille ertheilt wird. 

Wenn Sie hiemit einverstanden sind, so erachte ich 
die Angelegenheit als erledigt. 

Wenn Sie aber Ihr Antragsrecht für die dritte Medaille 
speziell geltend zu machen wünschen, so muss ich mir 
für die zweite Medaille einen doppelten Antrag nach § 4, 
4**^^ Alinea erbitten und zwar bis Ende dieses Monats. 

Mit Hochschätzung ! 

Kummer. 

1. November 1869. 

Hochschule : Hallermedaille. Derakadem. Senat stimmt 
den Vorschlägen bei. Die drei Medaillen werden dem 
Rektorat der Hochschule zur Austheilung an die Be- 
trefrenden zugestellt werden. 

Erziehungsdirektion : Geschäftskontrolle, 1868-1871, S. 333. 



— 185 — 

Bern, den 1. Novbr. 1869. 

Der Direktor der Erziehung des Kantons Bern an das Tit. 
Rektorat der Hochschule in Bern, zu Hamiden des Aka- 
demischen Senats. 



Herr Rektor! 

Nach Anhörung Ihres Berichts von gestern hat der 
Unterzeichnete — in Anwendung der Url^unde vom 
1. Januar 1809 und des bezügUchen Reglements vom 
28. Januar 1869 — gemäss Ihren Vorschlägen vom 3. Juli 
und 30/31. Oktober 1. J. die Hallermedaille den Herren 
Dr. Oscar Frölich, in Hohenheim ; 
Pfarrhelfer Moritz Ochsenbeiu, in Gurmels und 
Fürsprecher Rud. Niggeler, Sohn in Bern 
zuerkannt. 

Sie werden ersucht, diesen Entscheid bei Anlass der 
diesjährigen Hochschulfeier in gutfmdender Weise öffent- 
lich bekannt zu machen und den obgenannten Herren 
die 3 Medaillen, welche der hierseitige Direktionssekretär 
Ihnen zustellen wird, zu übermitteln. 

Mit Hochschätzung ! 

Kummer. 

Das Pädminger-Stipendium ' 

Dasselbe beruht auf einem « testamentlichen Verkomm- 
niss » des Dekans Joseph Fädminger (von Thun gebürtig) 
und seiner Hausfrau, vom Rath bestätigt den 19. Oktober 
1586, laut welchem 5000 ^ dem Schulseckel mit der 



' Aus: Prof. Dr. Eduard Müller: Die Hachftchule in Bern in den Jahren 
IHH't-lHSi (Festschrift zur 5(1. Jahresfeier der Stiftung), S. 138. Vergl. ferner Ber- 
ninelie Huuirn [iliien, Md. 3, S. 412-419, « Johannes Fädminger, Dekan », von Prof. 
Dr. Steck. 

Herr M. Ochsenbein hatte auch das Fädmingerstipendium erhalten. 



— 186 — 

Bestimmung übergeben wurden, dass der Ertrag zu 
6 grössern und 6 kleinern Stipendien — jetzt von 40 und 
30 Franken per Jahr — an empfehlenswerthe dem Kirchen- 
und Schuldienste sich widmende Schüler dienen, die 
Auswahl und Ausrichtung durch gemeinsamen Rath der 
« Prädikanten, Helfer, Professoren und Schulmeister » 
geschehen und der Rest von Zeit zu Zeit zu einer Mahl- 
zeit für diese verwendet werden sollte. Doch seien vor- 
züglich die Söhne verstorbener oder unvermöghcher 
Geistlicher und vor Allem die Bürger von Thun zu 
berücksichtigen. Als Entgeld für das der Wittwe auszu- 
richtende Leibgeding vermachte Fädminger zugleich der 
Regierung mit seiner Bibliothek sein Haus — das unterste 
— an der Herren-Aegertengasse. Diese Vorschriften sind 
wesentlich in Kraft und Uebung geblieben. Der jetzige 
Kapitalbestand beträgt Fr. 10,401.12. 



Sitzung des Senats- Ausschusses vom 6. Juli 1876, 
5 Uhr Nachm. 

Anwesend: Der Rektor; der Schriftführer des Senats; 
die Dekane: die H.H. Nippold, Kœnig, Kocher, Forster. 
Entschuldigt H. Herzog. 

Traktandum : Verleihung der Hallermedaille. 

Die medizinische und philosophische Fakultät schlagen 
vor : H. Dr. med. F. Schmid, von Meikirch ; 

Die juridische Fakultät : Herrn Fürsprech Emil Roth ; 

Die evangelisch-theologische Fakultät: Herrn Rudolf 
Rnetschi, Pfarrer in Reutigen. 

Herr Prof. Kœnig erklärt, dass die juridische Fakultät 
auf ihrem Kandidaten nicht beharre, sondern sich, da 
die Mediziner das letzte Mal nicht berücksichtigt worden 
seien, gern für Dr. Fr. Schmid entscheide. Die evang. 
theol. Fakultät wünscht ihren Kandidaten, Herrn 
Ruetschi, wenigstens genannt zu sehen, worauf der Herr 



— 187 — 

Rektor bemerkt, dass zwei Vorschläge — einer in erster 
und ein anderer in zweiter Linie — zu maclien seien. 

Es wird darauf D?'. Schmid an erster, 

Pfarrer Ruetschi an zweiter Stelle für VerJeifiung der 
Hallermedaiiie einstimmig vorgesehlagen und der Schrift- 
führer beauftragt, der Erziehungs-Direktion hievon Mit- 
teilung zu machen. 

HiRSCHW.ELDER. 



Bern, den 30. Okt. 1876. 

Die Direktion der Erziehung des Kantons Bern an das 
Rektorat der Hochschule in Bern. 



Herr Rektor ! 

Gestützt auf die Vorschläge des Dekanencollegiums 
hiesiger Hochschule habe ich die dies Jahr zur Aus- 
theilung gelangende Haller-Medaille Herrn Dr. med. 
Friedrich Schmid, von Meikircli, Arzt, zuerkannt. 

Die Medaille liegt bei und ich ersuche Sie deren Ver- 
leihung an der diesjährigen Hochschulfeier in der üblichen 
Weise zu verkünden. 

Mit Hochschätzung ! 

Der Direktor clor Erziehung : 
RiTSCHARD. 



8. Juli 1884. 

Hallersche Preismedaille. Schreiben an das Rektorat 
der Hochscliule, der Senat sei einzuladen Vorschläge zur 
Vertheilung an '2 jimg(; Männer vorzuschlagen, da solche 
seit 10 Jahren nicht mehr vertlieilt wurde. Zur Ertheilung 



— 188 — 

werden vorgeschlagen Dr. med. H. Sahli in Bern und 
Dr. philos. Eduard Fischer von Bern in Strassburg; 
JuH 16. genehmigt ; eröffnet. 

Geschäftskontrolle, 1882-1885, S. 333. 



16. Jtüi 1884. 

Hallerpreismedaille. Die eidgen. Münze devisiert die 
Erstellung von 2 solcher Medaillen in Gold auf Fr. 732. 

17. Juli. 

Die Anfertig, von 2 solchen Medaillen bestellt in Etuis 
lieferbar. 

Geschäftskontrolle, 1882-1885, S. 333. 



Sitzung des Senats. Samstag, den 19. Juli 1884. 

Die Erz. Dir. theilt mit dass sie die Hallermedaillen 
den H.H. Sahli med., und Fischer phiL, verliehen hat 
und deren Vertheilung am Hochschuljubiläum wünscht. 



1. Aug. 1884. 

Eidg. Münze überbringt die 2 Hallermedaillen ; Rech- 
nung mit Etuis Fr. 712.35. Prägestempel auch zurück, 
Mittheilung, dass dieselben sich in gebrechlichem Zustand 
befinden. 

Geschäftskontrolle, 1882-1885, S. 333. 



4. Aug. 1885. 

Anfrage an die Münzdirektion, wie hoch die Erstellung 
neuer Prägestempel zu stehen komme. 
1885 August 12. Fr. 2000. 

Geschäftskontrolle, 1882-1885, S. 333. 



— 189 — 

Bern, den 17. Oktober 1889. 

Das Rectorat der Hochschule Bern an die hohe 
Erziehungsdirektion. 

Hochgeehrter Herr Direktor ! 

Da die Haller'sche Preismedaille zum letzten Mal 
anlässlich des Hochschul-Jubiläums a« 1884 vergeben 
wurde, so dürfte der Zeitpunkt gekommen sein, wo 
neuerdings diese akademische Auszeichnung ausgeteilt 
werden kann. Ist diese Annahme des Unterzeichneten 
richtig, so würde Ihre h. Direktion ersucht werden, die 
hiezu erforderlichen Massnahmen zu treffen und der 
unterzeichneten Stelle 5 Exemplare des geltenden Stif- 
tungsreglements zukommen zu lassen, um dieselben 
unter die Herren Decane, bezw. Abteilungsvorsteher 
der Facultäten verteilen zu können. 



Mit Hochachtung ! 



Dr A. Zeerleder, 

z. Z. Rector. 



Rektorat der Hochschule Bern. 

Wie Sie richtig bemerken, ist diesen Herbst und zwar 
anlässlich der Hochschulfeier die Haller'sche Preis- 
medaille zu vergeben. Wir beauftragen Sie deshalb, die 
Fakultäten einzuladen, Ihnen gemäss Reglement ihre 
Vorschläge einzureichen. Gemäss Zusatz zum Reglement 
vom 9. Januar 1886 bestellten wir beir eidg. Münzver- 
waltung eine silberne Medaille. 

B. 18/10. 89. 

An, die Direktion der eidg. Münzstätte in Bern. 

Hiemit stellen wir an Sie das Gesuch um Anfertigung 
der sog. Haüer'schen Preismedaille in Silber, gemäss- 



— 190 — 

beiliegendem Reglement vom 28. .lanuar 1869 und 
Zusatz vom 9. Januar 1886. Gleichzeitig werden Urnen 
die Originalstempel Übermacht, welche wegen Fehler- 
haftigkeit für Anfertigung einer Goldmedaille nicht mehr 
geeignet sind, wohl aber für eine Silbermedaille. Da die 
Medaille anlässlich der Hochschulfeier, wahrscheinhch 
am 15. November nächsthin, vergeben werden sollte, so 
wäre es uns angenehm, dieselbe auf diesen Zeitpunkt zu 
erhalten. 

(Bern, 18. Oktober 1889.) 



Bern, den 21. Oktober 1889. 

/)er eidgenössische MünzdireJäor an die Tit. Direktion der 
Erziehung des Kantons Bern. 

Herr Direktor ! 

Mit Ihrer geehrten Zuschrift vom 18. dies beehren Sie 
uns mit dem Auftrage, Ihnen eine silberne Hallermedaille 
anzufertigen und übermachen uns gleichzeitig die bezüg- 
lichen Stempel. Wir werden Ihnen ein Exemplar dieser 
Medaille auf den gewünschten Zeitpunkt anfertigen, doch 
können wir bei dem dermaligen Zustande der Stempel 
für ein Gelingen dieser Arbeit in keiner Weise garan- 
ti ren. 

Mit Hochachtung ! 

Edm. Platel, 

Eidg. Münzdirektor. 

Herrn Prof. Dr. Zeerleder, Rektor., Bern. 

Hiemit teilen wir Ihnen mit, dass der verfügbare 
Zinsertrag des Stiftungsfonds für die Haller'sche Preis- 
medaille für die Jahre 1885 bis und mit 1889 Fr. 748.65 
beträgt. 



— 191 — 

Nach dem Stiftungsbrief sollte die alle 5 Jahre zu ver- 
teilende Denkmünze i25 Dukaten schwer sein, was, den 
Dukat à Fr. 11.40 berechnet, Fr. 285. — ausmacht. In 
neuerer Zeit wurde allerdings die Münze schwerer 
gemacht, so dass sie auf circa Fr. 350. — zu stehen kam. 

Nach dem Zusatz zum Reglement vom 9. Januar 1886 
soll, weil die Stempel schadhaft geworden, blos eine 
silberne Denkmünze angefertigt und der Rest in baar 
verabfolgt werden. Eine silberne Münze kostet Fr. 35. — ; 
nimmt man den ursprünglich bestimmten Wert von 
Fr. 285. — an, so wären demnach noch Fr. 250. — anzu- 
weisen. Auf diese Weise verblieben und würden kapita- 
lisirlich Fr. 463.65. 

Mit Rücksicht hierauf erscheint es uns angezeigt, dass 
nicht blos eine, sondern zwei silberne Denkmünzen nebst 
je Fr. 250. — verabfolgt werden. Wir fragen Sie nun 
an, ob Sie als Rechtsnachfolger des Testators hiemit 
einverstanden seien. Wäre dies der Fall, so hätten Sie 
anzuordnen, dass die Fakultäten 2 Vorschläge ein- 
reichten. 

Bern, 2. November 1889. 

Concept der Erziehungsdirektion. 



Bern, den 9. Novembr. 1889. 

Die Direktion der Erziehung des Kantons Bern an Herrn 
Professor Dr. Zeerleder^ Rektor der Hochschule Bern. 

Geehrter Herr Rektor ! 

Durch Schreiben vom 4. dies theilen Sie uns mit, dass 
Sie als Vertreter der Familie des Stifters der llaller'schen 
Preismedaille, lim. Rathsherrn L. Zeerleder sei., bereit 
seien, dem Kapitalfonds dieser Stiftung soviel zuzu- 
schiessen, dass aus dem Zinsertrag jedes Jahr eine 



— 192 — 

silberne Medaille im Werth von Fr. 35. — nebst Fr. 250. — 
in baar, total also Fr. 285. — (gleich 25 Dukaten) ausge- 
richtet werden könnten. 

Indem wir Ihnen dieses schöne Anerbieten aufs leb- 
hafteste verdanken, theilen wir Ihnen mit, dass wir 
dasselbe im Namen des Staates entgegennehmen. Dem 
Regierungs-Rathe wäre eine entsprechende Abänderung 
zum Reglement vom 28. Jan. 1869 (mit Zusatz vom 
9. Janr. 1886) zur Genehmigung vorzulegen. 

Das betreflfende Kapital ist gegenwärtig bei'r Hypo- 
thekarkasse zu 372 7o angelegt; es belief sich am 

31. Dez. 1888 auf Fr. 4,252.25 

den Zins pro 1889 mit » 140.80 

hinzugerechnet macht Fr. 4,401.05 

davon ging ab die diesjährige Medaille mit Fr. 285. — 
es verbleiben also auf 31. Dzb. 1889 Fr. 4116.05. 

Zur jährl. Ausrichtung eines Preises von Fr. 285. — 
wäre bei dem Zinsfuss von 372 7o ein Kapital von 
Fr. 8,143.-- nothwendig; mithin käme der Zuschuss auf 
Fr. 4,0^7.—. 

Indem wir der Einreichung eines Vorschlages für die 
diesjährige Medaille entgegensehen, versichern wir Sie 
unserer ausgezeichneten Hochachtung 

Der Direktor der Erziehung : 
D«" GOBAT. 

23. Nov. 1889. 
Herrn Otto Rütimeyer, V. D. M., Pfarrvikar in Walkringen. 

Indem die bernische Erziehungsdirektion Ihnen die 
Haller'sche Preismedaille überreichen lässt, soll sie 
Ihnen zugleich von der Bedeutung und dem Ursprünge 
dieser Stiftung Kenntnis geben. 

Die Denkmünze, von welcher Sie einen Abdruck in 
Silber empfangen, wurde s. Z. zu Ehren des grossen 



— 193 — 

Gelehrten und Dichters Albrecht von Haller durch den 
berühmten Künstler Mörikofer gestochen. Später brachte 
ein Enkel Maliers, der Rathsherr Ludwig Zeerleder, den 
Stempel an sich und machte denselben am 1. Januar 
1809 der bernischen Akademie zum Geschenk, nebst 
einer Geldsumme, aus deren Zinsen alle fünf Jahre eine 
Medaille im Wert von 25 Ducaten einem jungen Manne 
erteilt werden sollte, der in Durchgehung der bernischen 
Schulen und Akademie sich durch Aufführung, Fleiss 
und Talente am meisten ausgezeichnet und seine hiesigen 
Studien vollendet haben würde. 

Da in letzter Zeit die Ausprägung goldener Medaillen 
infolge Beschädigung des Stempels sich als untunhch 
erzeigte, so ist von der unterzeichneten Direktion im Ein- 
verständnis mit den Nachkommen des Stifters die Er- 
teilung einer silbernen Medaille nebst Fr. 250. — in Gold 
an die Stelle gesetzt worden. 

Wir beglückwünschen Sie zu dem Empfang dieser 
Auszeichnung und geben uns der Hoffnung hin, Sie 
möchten auch im fernem Verlauf Ihrer Laufbahn dem 
Ruhme des grossen Gelehrten naclieifern, an den Sie 
durch sein Bild erinnert werden. 



Metrologisches über die Hallermedaille. 



Die von J. M. Mörikofer gestochene Hallermedaille 
wurde in Silber hergestellt in einem Gewicht von 
55-70 (iramm (Vergl. S. 3). Die Exemplare, die von 
1810 an in Gold und später in Silber als Preismedaillen 
ausgeteilt wurden, varieren im Gewicht von 80-105 
Gramm. Nachstehend wird das Gewicht für einige 
Medaillen angegeben. 

nCVUE NUM. T. XII. 13 



— 194 



1. Goldene: 



1810 Das Exemplar des Herrn Ziegler .... wiegt 88, — Gr. 

1816 » » » .. Steck » 84,— « 

1854 » » » » Ammann .... » 83, — » 

und kostete 311 Fr. 35 Rp. (Vergl. Aktenstück 

sub. 26. Januar 1854). 
1876 Das Exemplar des Herrn Dr. Schmid . . . 

und kostete bei '/lo Feinheit 362 Franken, 

332 Franken, das Gold (das Gramm zu 32 Fr.) 
• und 30 Franken der Prägelohn. 
1884 Das Exemplar des Herrn Prof. Dr. Fischer 
1884 ). >. » ), Prof. Dr. Sahli . . 

Beide Medaillen kosteten zusammen 712 Fr. 35 Rp 



103,77 



100,— 
100,— 



2. Silberne: 

1889 Das Exemplar des Herrn Rütimeyer . . . 
ist die erste silberne Preismedaille, '/lo fein. Für 
die Anfertigung mussten der eidgen. Münze 
35 Franken bezahlt werden. 



1891 
1892 
1893 
1894 
1895 
1896 
1897 
1898 
1899 
1900 
1901 
1902 
1903 



wiegt 87,55 Gr. 



Prof. Lauterburg 


» 


101,— 


» 


Prof. Dr. Howald 


» 


89,- 


» 


Dr. Lieehti . . 


» 


92,- 


» 


Bähler .... 


» 


93,92 


» 


Dr. Jäggi . . . 


« 


94,- 


» 


Dr. Lindt . . . 


» 


97,- 


» 


Dr. Ischer . . . 


» 


94,65 


» 


Dähler .... 


» 


94,675 


» 


Ernst 


» 


98,2 


» 


Dr. de Quervain 


» 


104,2 


» 


Dr. König . . . 


» 


94,5 


» 


Rüetschi . . . . 


» 


102,2 


» 


Prof. Dr. Thormann 


» 


104,6 


» 


Dr. Hedinger . . 


» 


104,5 


» 



Das Gewicht der verschiedenen Medaillen variert, da 

kein Minimal- oder Maxuïialgewicht vorgeschrieben ist. 

Die Berichte der eidgen. Münze über Ablieferung von 



I 



- J05 - 

Hallermedaillen an die Erziehangsdirektion geben von 
1876 an genaue Angaben über Gewicht der einzelnen 
Exemplare und Feingehalt (immer Vi»)- 



Benutzte Quellen : 

1. Manuale der akademischen Curatel. 

2. Erzielmngsdepartement : Missiven Protokoll. 

3. Erziehungsdirektion : Geschäftskontrolle. 

4. Schreiben der verschiedenen Fakultäten an die 

Erziehungsdirektion. 

5. Schreiben der Erziehungsdirektion an die verschie- 

denen P^akultäten. 

6. Protokolle der Hochschulsenatssitzungen. 
7.» Staatsverwaltungsberichte. 

8. Rechnungen über die Hallersche Preismedaille von 
1876-1903 u. a. m. 

Der hohen Direktion des Erziehungswesens des Kantons 
Bern, Herrn Prof. Dr. Tobler und Herrn Staatsarchivar 
Dr. Türler, die mir in zuvorkommendster Weise 
Benützung des reichlich vorhandenen Materials im 
Stifts-Hochschul- und Staatsarchiv gestatteten, sei hiermit 
der wärmste Dank ausgesprochen. 

Bern, im Januar 1904. 

Dr. Gustav Grünau. 



106 - 



Register. 



Seite 

Einleitung : Einteilung der Abhandlung in 6 Hauptabschnitte 31 

I. Die von Johann Melchior Mörikofer gestochene Hallermedaille 82 

Biographie Mörikofers 32 

II, Die Zeerlederstiftung 33 

III. Die verschiedenen Réglemente über Austeilung der Halle- 

rischen Preismedaille. 

1. Reglement vom Jahre 1809 * .35 

2. Reglement vom Jahre 1826 42 

3. Reglement vom Jahre 1836 47 

4. Reglement vom Jahre 1869 50 

Zusatz vom Jahre 1886 52 

IV. Die Geschichte der Medaille 53 

V. Verzeichnis der mit der Medaille Beschenkten : 

Biographie von Herrn Gottlieb Ziegler 55 

» » » August Steck 56 

» Gottlieb Studer 56 

» » » Bernhard von Wattenwyl 57 

» » » Albert Jahn 58 

» » » Eugen Bourgeois 59 

» » » Albrecht Immer 61 

» Rudolf Aebi 62 

» » » Johannes Ammann 63 

» » » Dr. phil. Oskar Frölich 64 

» » » Pfarrhelfer Moritz Ochsenbein 65 

» » » Fürsprecher Rudolf Niggeler 66 

» » » Dr. med. Friedrich Schmid 67 



— 197 — 

Seite 

Biographie von Herrn Dr. phil. Eduard Fischer 71 

» » » Dr. med. Hermann Sahli 78 

» » Otto Rütimeyer, V. D. M 80 

» » » Dr. jur. Walter Lauterburg 80 

» » » Dr. med. Max Howald 81 

» » » Dr. phil. Paul Liechti 81 

» Eduard Bähler, V. D. M 82 

» ». » Dr. jur. Walter Jseggi 83 

» Dr. med. Wilhelm Lindt 84 

» » » Dr. phil. Rudolf Ischer 85 

» » » Pfarrer Walter Dähler 86 

» »> » Fürsprecher Walter Ernst 86 

» » » Dr. med. Fritz de Quervain 87 

» » » Dr. phil. Emil König 89 

» Max Rüetschi, V. D. M 90 

» » » Dr. jur. Philipp Thormann 90 

^ » » Dr. med. Ernst Hedinger 91 

VI. Die verschiedenen Aktenstücke zu Stiftung und Reglementen. 

Mitteilung der akadem. Curatel an Rath und untern akadem. Rath 

über die Zeerledersche Stiftung 92 

Aufforderung zur Aufstellung eines Réglementes und Anlegung des 

gestifteten Kapitals 92 

Gottlieb Ziegler erhielt eine Gratifikation für seine tüchtigen Leistungen 

als Lehrer (28. Oktober 1807) '. 98 

Gottlieb Ziegler erhielt eine goldene Medaille für eine philosophische 

Preisfrage (14. April 1809) 98 

Die akademischen Preisaufgaben 100 

Die akademische Preismedaille 101 

Biographische Mitteilungen über den Graveur Samuel Burger 102 

Biographische Mitteilungen über den Graveur Albrecht Ludwig Schenk 102 

Verzeichnis der Kandidaten für die Hallermedaille pro 1810 104 

Die zu lösenden Preisaufgaben zur Erlangung der Hallermedaille 

(10. September 1810) 105 

Anordnung der Feierlichkeiten anlässlich der ersten Austeilung der 

Hallermedaille 106 

Urteil und Befinden des Obern Akademischen Rathes über die von den 

Kandidaten für die Hallersche Medaille geleisteten Proben 

(24. September 1810) 109 

Zuerkennung eines akademischen Preises an Herrn August Steck. ... 118 

Das Miislin-Stipendium 115 

Befinden über die Austeilung der Hallerschen Medaille (3. Mai 1816) 120 



— 198 - 

Soi te 

Die Austeilung der Hallerschen Preismedaille wird um ein Jahr 

verschoben (25. April 1820) 123 

Befinden über die Austeilung der Hallerschen Medaille (1821) 125 

Verleihung an Herrn Gottlieb Studer (19. April 1821) 126 

Zuerkennung eines akademischen Preises an Herrn Bernhard von 

Wattenwyl (19. April 1821) 128 

Befinden über die diesjährige Austeilung der Hallerschen Medaille 

(24. Mai 1826) 129 

Verleihung an Herrn Bernhard von Wattenwyl (24. Mai 1826) 130 

Begleitschreiben zum Entwurf eines revidierten Reglements über die 

Erteilung der Hallerschen Preismedaille (1. August 1835) 131 

Verzeichnis der Kandidaten für die Hallermedaille (28. Januar 1837) 142 

Verleihung der Medaille an Herrn Albrecht Jahn (11. März 1837). . . . 144 
Vorschläge zu Thematen für den theologischen Bewerber um die 

Hallersche Medaille (22. Mai 1837) 150 

Themata für den juristischen Kandidaten 152 

Themata für den medizinischen Kandidaten 153 

Urteil über die abgelegten Prüfungen zur Erlangung der Haller- 
medaille (8. Februar 1838) 156 

Verleihung an Herrn Eugen Bourgeois (8. Februar 1838) 156 

Verleihung der Medaille an Herrn Albrecht Immer (9. April 1842). ... 157 
Herr Rudolf Aebi und Herr Rudolf Rüetschi, Kandidaten für die 

Hallermedaille (28. Februar 1846) 159 

Verleihung der Medaille an Herrn Rudolf Aebi (4. April 1846) 166 

Herr Johannes Ammann, Kandidat für die Hallermedaille (17. November 

1853) 166 

Rechnung über Herstellung einer goldenen Hallermedaille (26. Januar 

1854) 170 

Verleihung der Medaille an Herrn Johannes Ammann (1. April 

1854) 171 

Dankesschreiben des Herrn Ammann (11. April 1854) 171 

Kandidaten für die Hallermedaille (1859) : Herr Karl Hunziker und 

Herr Dr. Hermann Demme 173 

Schreiben der Erziehungsdirektion, dass die Medaille nicht verliehen 

werden könne, weil nicht alle im Reglement vorgeschriebenen 

Bedingungen erfüllt seien 174 

Kandidat für die Hallermedaille (1868) : Herr Moritz Ochsenbein 180 

Aufstellung und Drucklegung eines neuen Réglementes (1869) 180 

Kandidaten für die Hallermedaille : die Herren Moritz Ochsenbein, 

Rudolf Niggeler und Dr. Oskar Frölich (3. Juli 1869) 181 

Verleihung der Medaille an die drei Kandidaten (23. Oktober 1869) 184 

Das Fädminger-Stipendium 185 



— 199 



Seite 

Kandidaten für die Hallerraedaille (6. Juli 1876) : die Herren Dr. med. 

F. Schmid, Fürsprecher Emil Roth und Pfarrer Eudolf Rüetschi 186 
Verleihung der Medaille an Herrn Dr. med. Schmid (30. Oktober 1876) 187 
Verleihung der Medaille anlässlich der Hochschulfeier (1881) an die 

Herren Dr. med. Sahli und Dr. phil. Fischer 188 

Die eidgen. Münzstätte wird ersucht, wegen Fehlerhaftigkeit der 
Stempel von nun an nur noch silberne Exemplare der Haller- 
medaille zu prägen (18. Oktober 1889) 189 

Die Erziehungsdirektion verdankt Herrn Prof. Dr. Zeerleder das 
Anerbieten, durch Verdoppelung des Stiftungsbetrags (der 
Zeerlederstiftung vom Jahre 1809) alljährliche Austeilung einer 

Medaille (in Silber) und eines Baarbetrages zu ermöglichen 191 

Verleihung der Medaille an Herrn Pfarrer Rütimeyer (1889) 192 

Metrologisches über die Hallermedaille (Gewicht der verschiedenen 

Medaillen) 193 

Angabe der benutzten Quellen 195 

Register 196 



Chronique des Falsifications. 



m 



Coin moderne de la pièce de 8 francs de Soleure 1813. — Cette 

falsification moderne existe depuis une année environ. Nous attirons 
l'attention sur la pièce reproduite dans la planche de l'ouvrage de feu 
L. Coraggioni, 3Iünsf/eschichte der Schweis. Cette pièce est authen- 
tique et on fera bien de vérifier tous les exemplaires avec cette repro- 
duction. Pour plus de sûreté, les membres de la Société sont priés, 
s'ils peuvent détenir quelque temps les pièces douteuses, de les 
envoyer en communication à M. Th. Grossmann, notre trésorier, qui les 
examinera avec les autres membres du Comité. 

La falsification se reconnaît principalement à la position qu'occupe 
la dernière lettre du mot SCHWEIZER'- Le dispositif ci-dessous fera 
comprendre la chose. 



SCHWEIZER' 

Pièce originale. 



SGHWEIZP]RE 



Coin moderne. 



Sur la pièce originale le petit E est plus élevé que les autres lettres, 
de sorte que son milieu se trouve aligné avec le sommet des précé- 
dentes; sur l'imitation, toutes les lettres s'alignent. 

De plus, l'or des pièces véritables est d'une couleur rougeâtre et celui 
des fausses est très jaune. 



' Voir Reoue suisse de numismatique, t. XI., p. 262. 



— 201 — 

Falsification des monnaies d'argent suisses ou de l'Union latine en cours. 

(Arrêté du Conseil fédéral concernant la destruction de monnaies 
fausses et le dédommaf/emcnt pour les bonnes pièces qui seraient 
coupées.) 

Article premier. — Tous les offices de l'administration fédérale, 
y compris ceux des chemins de fer fédéraux, qui ont à recevoir ou à 
remettre de l'argent sont invités et les employés cantonaux des caisses 
publiques, ainsi que les employés des caisses des banques suisses 
d'émission, des compagnies de chemins de fer et de navigation privées, 
sont autorisés à retirer de la circulation, en les coupant, les pièces 
fausses qui leur seraient données en paiement ou présentées de toute 
autre manière, et à les rendre au porteur ou à l'expéditeur. 

Sont naturellement réservées les dispositions législatives en vigueur 
quant aux mesures de police à prendre pour le cas où la personne ou 
la maison en cause serait soupçonnée d'avoir fabriqué de la fausse 
monnaie ou d'en avoir sciemment mis en circulation. Dans ce cas, on 
devra avertir immédiatement du fait l'autorité de police compétente, 
en lui remettant les pièces trouvées fausses. 

Art. 2. — S'il existe des doutes sur la fausseté d'une ou de 
plusieurs pièces retirées de la circulation de la manière prescrite à 
l'article premier, ces pièces doivent être envoyées à l'Hôtel fédéral des 
monnaies pour y être soumises à une vérification. 

S'il résulte de cette vérification que les pièces mises hors de cours 
étaient de bon aloi, la Confédération rembourse la totalité de leur 
valeur. 

Art. 3. — Le présent arrêté entrera en vigueur le l*"" mars 1904. 
Le Département des finances est chargé de le mettre à exécution. 
Cet arrêté abroge celui du Conseil fédéral du 17 juin 1867. 

{Recueil officiel, IX, 887.) 



Monnaies et Médailles suisses inédites. 

Notes descriptives, rectificatives, historiques et bibliographiques. 



(Prière de citer cette rubrique : Rev. S. N. - M. M. /., et le numéro.) 

En attendant la publication d'un inventaire général de toutes les 
monnaies et médailles suisses, destiné à remplacer l'indispensable 
ouvrage de G.-E. von Haller, il nous a paru nécessaire de créer dans 
cette Revue une nouvelle rubrique périodique, où nous grouperons 
toutes les notes descriptives que nous enverront nos collaborateurs, 
notes se rapportant à des pièces inédites ou rectifications aux des- 
criptions publiées jusqu'à présent. Les notices isolées ont été jusqu'ici 
disséminées dans le cours de nos publications, ce qui oblige à de 
longues recherches pour les retrouver. 

Nous nous arrêterons dans cette rubrique pour les pièces non encore 
décrites à la fin de l'année 1892. A partir de cette date commencent 
dans notre Bevîie les chroniques descriptives des médailles nouvelles, 
qui seront continuées, suivant décision du comité de rédaction, dans 
un supplément à la Revue avec pagination spéciale. Les collection- 
neurs ou directeurs de collections publiques nous rendront un grand 
service en nous envoyant des descriptions détaillées, accompagnées 
d'une empreinte du poids et du module de la pièce, autant que cela 
sera possible. Les figures de pièces particulièrement intéressantes seront 
reproduites dans le texte. 

Pour éviter les répétitions inutiles nous considérons comme déjà 
décrites toutes les pièces conformes aux descriptions données par les 
auteurs suivants : 

En général .. . Annuaire numismatique de P.-Ch. Strœhlin (tirs); 
planches de L. Coraggioni; Dannenberg; Gr.-E. von 
Haller; Jenner; catal. Wunderly de Murait. 
Confédération. Annuaire numismatique de P.-Ch. Strœhlin; articles 
d' Adrian et de Platel. 



— 203 — 

Appenzell .... Sattler. 

Argovie Meyer, Münch, Reber. 

Bâle Greigy, catal. Ewig; Sattler (Goldgulden, Gulden- 
thal er). 

Berne Lohner. 

Fribourg Gremaud, Henseler. 

Genève Monnaies : Demole, Inventaire dans la Bévue. 

Médailles : Blavignac, Roumieux. 

Evêché et atelier de Savoie : Demole, Ladé, Perrin, 

Promis, Rabut, Rangé van Gennep. 
Genevois : Demole, Perrin, Promis, Rabut, Sattler. 

Grisons Geigy (pour Haldenstein), Trachsel. 

Lucerne Haas, Inwyler (articles du Bulletin et de la Beime). 

Neuchâtel .... Articles de Michaud dans la Bévue et catal. du musée 
de la Chaux-de-Fonds ; articles de Wavre sur les 
Thiébaud et Brandt [Musée neuchâlelois) •, article 
de Gallet sur Droz {Musée neuchâtelois). 

Saint-Gall .... Iklé (ville, paraîtra prochainement dans la Bévue), 
Sattler (abbaye). 

Schaffhouse . . Sattler. 

Schwytz Fuessli et Mechel (médailles de Hedlinger). 

Tessin, Uri, Schwytz, Unterwald, Bellinzone : de Liebenau, Sattler. 

Thurgovie. ... de Palézieux-du Pan. 

Unterwald . . . Kuechler. 

Valais d'Angreville, Blanchet, Burri, Ladé, de Palézieux- 
du Pan (en cours de publication dans la Bévue), 
Trachsel. 

Vaud Blanchet, Morel-Fatio. 

Zoug Weber. 

Zurich Meyer. 

Rottweil, Mulhouse, Constance : Berstett, Engel et Lehr, Sattler. 

Beaucoup d'autres monographies ou articles isolés contiennent des 
descriptions de monnaies et médailles complétant l'ouvrage de Haller. 
l\ serait bon d'en relever l'indication sommaire, car ces publications 
sont souvent d'un accès difficile et peu connues des amateurs. De cette 
façon, cette rubrique de la Bévue formera un recueil de matériaux 
pour le corpus définitif des monnaies et médailles suisses et en même 
temps la bibliographie de la numismatique suisse. 

P.-Ch. Stuœhlin. 



— 204 — 
Évêché de €olre. 

(Premier supplément à la monographie de M. C.-F. Trachsel '). 



Thomas de Planta (1548—1565). 

1. — Ffennig uniface sans date. 

Bouquetin hissant à gauche dans un grènetis au haut duquel 

se trouve un T 
Billon. 
Cat. Furger, n" 571. 

2. — Pfennig imiface sans date. 

Type de Trachsel n" 53, mais 2"" variété de dessin. 

Billon. 

Cat. Furger, n" 572. 

3. — Pfennig uniface sans date. 

Type de Trachsel n" 53, mais 3'"" variété de dessin. 

Billon. 

Cat. Furger, n° 572. 

Beatus a Porta (1565—1581). 

4. — Pfennig uniface sans date. „ 

Bouquetin à gauche dans un grènetis entouré de j^^ q 

Billon. 

Cat. Furger, n" 574. 

Pierre II Rascher (1581—1601). 

5. — Pfennig uniface sans date. 

Type de Trachsel n° 68, 2'"" variété de dessin, 

Billon. 

Cat. Furger, n" 576. 



' C.-F. Trachsel, Die MCmzen und Medaillen Graubündens beschrieben und 
abgebildet, Berlin-Lausanne, 1866— 189fi, 13 livr. in-8 avec XIII pl. lith. de l'auteur. 



• — 205 — 

6. — Pfennig uniface sans date. 

Type de Trachsel n° 68, 3™" variété de dessin. 

Billon. 

Cat. Furger, n° 576. 

Jean V Flug d'Aspermont (1601—1627). 

7. — Bluzger sans date. 

Type de Trachsel n" 88 a, mais D • G • EPISC • C • V 

Billon. 

Cat. Furger, n° 595. 

8. — Bluzger sans date. 

Type de Trachsel n° 88 «, mais, D • G • EP • C • V • 

Billon. 

Cat. Furger, n" 595. 

9. — Schilling sans date. 

■ JOANNES • D ■ G • EP ■ C 

Le saint debout de face, la crosse dans la main gauche. 

R). si DEVS ■ PRO • NO Q ■ C • N 

Bouquetin hissant à gauche. 

Billon. 

Cat. Furger, n° 594. 

10. — Demi-dicken (12 kreuzer) sans date. 

Type de Trachsel n" 91 c, 2™" variété de dessin. 

Argent. 

Cat. Furger, n" 588. 

11. — Bemi-dichen (12 hreuser) sans date. 

MO • NO • EPISC ! CVRIENSIS 

Buste de saint Lucius accosté de S I li Au bas, écu aux armes 

de l'évêché. 
]\j. ^ DOMINE ■ CONSERVA NOS IN PAC 
Aigle impériale ayant au centre le chiffre IZ 
Argent. 
Cat. Furger, n" 587. 



— 206 — • 

12. — Dicken sans date. 

lOANNES • D I G • EPIS : CVRI 

Buste de saint Lucius; au bas, deux écus de l'évêché et de la 

famille. 
bJ. si ^ DEVS * PRO * NOB ^ Q * CON ^ NOS 
Aigle d'empire. 
Argent. 
Cat. Furger, n" 582. 

13. — Dicken sans date. 

10 ANES • D G • I EPIS ^ CVRI * 

Buste de saint Lucius; au bas, écu aux armes de l'évêché. 

Ej. • S • DEVS • PR • NOB • Q • CO • NO • 

Aigle d'empire nimbée, couronnée, avec croix entre les têtes, 

sans armoirie au bas. 
Argent. 
Cat. Furger, n° 584. 

14. — Dicken sans date. 

^ lOANNES * DEI I G ^ EPISCO * CVR * 

Buste de saint Luc; au dessous, écu de l'évêché. 

1$. ^ SI ^ DEVS ^ PRO ^ NOB * Q ^ CON * NOS 

Aigle d'empire couronnée. 

Argent. 

Cat. Furger, n" 581. 

15. — Dicken 1621. 

lOANNES : D : G I EPISC : CVR : 1621 

Buste de saint Lucius accosté de S I L Au bas, l'écusson de 

l'évêché. 
^. SI : DEVS : PRO NOB : Q : CON : NOS 
Aigle d'empire. 
Argent. 
Cat. Furger, n° 585. 



16. — Deux-kreiiser 1625. 

* lOANNES • D • G • EPI • CVR • 1625 
^. • FER • II • ROM • IMP . SE ■ AVG • 



— 207 — 

Type de Trachsel n" 129 a. 

Billon. 

Cat. Furger, n" 593. 

Joseph Mohr de Zernetz. 

17. — Dix-Tir euser 1632. 

lOSEPHVS • D G . EPISCOPVS ■ CVRIE 

I^. - FERD • II • DEI I G ROM • IM • SAV • 

Type de Trachsel n" 153. 

Argent. 

Cat. Furger, n° 602. 

Les poids et modules des pièces ci-dessus 1 — 17 ne sont pas indiqués 
dans le catalogue de la vente Furger faite à Munich en 1895 par 
M. Otto Helbing. P.-Ch. S. 



Noleure. 



18. 



Kreuzer ohne Jahr. 



Im Dezember 1903 erwarb ich von Herrn Eug. Seligmann, Münzen- 
handlung in Frankfurt a. M. einen bisher unbekannten Kreuzer von 
Solothurn, welchen ich hiermit einem weiteren Kollegenkreise zur 
Kenntniss bringe. 




mORGT; SOLODORGPS 

Im Felde Stadtwappen in dreibogiger Einfassung, in deren Winkeln 
lilienkreuzförraige Verzierungen ; um dieselbe ein Kreis von Gersten- 
körnern. Am Rande ein äusserer Perlkreis. 

li o STTP I GTV I SVR I SVS 

Im Felde Doppelkreuz nach Tyroler Typus dessen vier längere 
Schenkel die Umschrift an den angedeuteten Stellen ( | ) durch- 
brechen. Aeusserer und innerer Kreis von Gerstenkörnern. 

Gewicht: 1,05 Gr. Durchmesser: 0,019. Rillon. 



— 208 — 

Bis zum Funde von Wattenweiler, im August 1901, worüber im 
Band XI auf Seite 313 summarisch berichtet ist, waren Kreuzer von 
Solothurn nach Tyroler Typus vollständig unbekannt. Das daselbst 
notirte Exemplar, welches auf Taf. I, der Revue suisse, Bd. XI, 
abgebildet, ist aber von obigem im Avers vollständig verschieden da 
auf demselben das Stadtwappen durch den einköpfigen Reichsadler 
ersetzt ist, über welchem sich ein kleines Kreuz befindet. Das uns 
heute beschäftigende Exemplar dürfte ein nicht zur Ausgabe gekom- 
mener Probestempel sein, was ich aus dem gänzlichen Fehlen des 
Reichsadlers entnehme. Auch scheint mir im Avers das Fehlen irgend 
eines Münzzeichens bemerkenswert ; eine in Kurs gesetzte Münze 
hätte jedenfalls zur Trennung der Worte Moneta-Solodorens irgend ein 
Merkmal aufweisen müssen. 

Ob dieses Exemplar auch vom Wattenweiler Fund stammt, konnte 
ich leider nicht in Erfahrung bringen ; die Möglichkeit ist nicht 
ausgeschlossen da dieser Fund gleich im Anfang in verschiedene 
Hände übergegangen sein soll. 



Genf, März 1904. 



Th. Grossmann. 



MÉLANGES 



Anton Ncliarff. — Le célèbre médailleur autrichien Anton Scharff 
est décédé le 6 juillet dernier à l'âge de cinquante-huit ans ; il était 
né à Vienne, le 10 juin 1845. 

Son père, J. Michel Scharff, dont il suivit de bonne heure la voca- 
tion, était un renommé médailleur et graveur sur acier. Nous le voyons, 
en 1860, sur les bancs de l'Académie de gravure de Vienne. Six ans 
plus tard, il entre à la Monnaie de Vienne en qualité d'aide graveur, 
pour en occuper successivement les postes les plus en vue et arriver 
en 1896 à la direction de l'Académie royale et impériale de gravure. 

L'éminent artiste était un des chefs incontestés de l'école autri- 
chienne de gravure en médailles, émule comme l'on sait de l'école 
française actuelle. 

Parmi les nombreuses décorations et distinctions honorifiques qu'il 
avait obtenues, nulle ne doit lui avoir été plus sensible que le grand 
prix qu'il remporta à l'exposition de Paris de 1900 et qui fut le 
couronnement de sa vie d'artiste. ■ 

De nombreuses médailles à portrait et plaquettes sont sorties de 
son burin. L'ouvrage d'A. R. von Lœhr : Wiener Medailleure, publié 
en 1899, en compte trois cent vingt-huit, parmi lesquelles se trouvent 
de purs chefs-d'œuvre. M. von Lœhr vient de publier un catalogue 
complet de l'œuvre de Scharff, dont la Bévue entretiendra prochaine- 
ment ses lecteurs. H. C. 

Distinction. — Nous apprenons avec un vif plaisir que notre 
collègue M. Julius Meili, de Zurich, vient d'être nommé membre 
correspondant de la Société française de numismatique. 

Cette haute distinction lui est value par ses remarquables travaux 
sur la numismatique du Portugal et du Brésil. Toutes nos félicitations. 

Nouvelle Hociété. — Il vient de ne fonder à Londres une 
nouvelle société de numismatique, qui n'est pas destinée à faire concur- 
rence à la Numismatic Society. Son but, en eifet, est l'étude exclusive 

REVUE NUM. T. XII. 14 



— 210 — 

des monnaies, médailles et jetons des pays de nationalité et de langue 
anglaises. Le nom adopté par ses fondateurs est : The british numis- 
matic Society ; cette association doit publier une revue qui paraîtra 
annuellement et dont le titre sera : The british numismaiic Journal. 

Nous souhaitons à notre jeune sœur bonne chance et longue vie. 

Theodore Momniseii. — Les journaux quotidiens de même 
que les revues scientifiques ont annoncé les uns après les autres la 
mort de l'illustre Momrasen, survenue à Charlottenbourg, près Berlin, 
le 1" novembre 1903. 

La Bévue suisse de numismatique désire à son tour saluer respec- 
tueusement cette grande figure qui s'en va et rappeler aussi briève- 
ment que possible quelle a été la vie de ce savant, qui fut non seule- 
ment juriste, philologue, historien, numismate, mais encore le plus 
célèbre des épigraphistes du siècle dernier. 

Fils d'un pasteur, Théodore Mommsen naît le 30 novembre 1817 à 
Garding, petite ville du Schleswig. Il a son père comme pemier 
maître, puis il continue ses études au Gymnase d'Altona, pour suivre 
ensuite, de 1838 à 1843, les cours de l'Université de Kiel. Il quitte 
cette institution avec le grade de docteur en droit. Sa remarquable 
thèse laisse déjà entrevoir quelle autorité scientifique il deviendra par 
la suite. 

Pendant quatre ans, il habite l'Italie et la France (1844-1847) et 
y prépare les ouvrages qui lui acquéreront une notoriété universelle 
et feront de lui le plus incontesté des connaisseurs du monde romain. 
De retour en Allemagne, il dirige un journal libéral à Rendsburg 
(Schleswig) puis est nommé en 1848 professeur extraordinaire à l'Uni- 
versité de Leipzig, mais n'y fait qu'un court passage, car il est destitué, 
en 1850, par le gouvernement saxon à cause du rôle très actif joué 
par lui dans les événements révolutionnaires de 1848 et 1849. Réfugié 
dans notre pays, il professe le droit romain à l'Université de Zurich, 
de 1852 à 1854. C'est dans cette ville que parurent trois de ses 
travaux, entre autres : Die nordetrusJdschen Alphabete auf Inschriften 
und Münsen, inséré dans les Mittheilungen der antiquarischen Gesell- 
schaft ^, et qu'il procéda à la rédaction définitive de sa Römische 
Geschichte. 

Rappelé en Allemagne en 1854, il est nommé professeur à l'Univer- 
sité de Breslau, puis, en 1858, il obtient sa chaire de Berlin, qu'il 

< T. VII, p. 197-260, avec pi. I-III. 



— 211 — 

occupera jusqu'à la fin de ses jours. En 1894 il est nommé secrétaire 
perpétuel de l'Académie de Berlin. Ses rapports annuels et ses procès- 
verbaux sont le baromètre critique de toutes les études historiques. 
Depuis cette époque, il ne se passe pas d'année où il ne fasse paraître 
un ouvrage important sur un sujet quelconque des sciences historiques. 
Parmi ceux-ci, il convient de nommer en première ligne le fameux 
Corpus inscriptionum latinarum, dû, il est vrai, à la collaboration de 
nombreux savants, mais dont il fut la cheville ouvrière, car il en 
rédigea, lui seul, plusieurs tomes et surveilla la publication de tous les 
autres. Il fut aussi un des directeurs des Monumenta germaniœ historica. 

En 1901, parvenu à quatre-vingt-trois ans, c'est-à-dire à un âge où 
l'on a coutume de se reposer, il signait encore — n'ayant rien perdu 
de ses brillantes facultés — un travail sur la monnaie de l'Egypte : 
Zum aegyptischen Münzwesen, paru dans V Archiv für Papyrus- 
forschung '. 

A côté de cette incessante production scientifique, qui eût suffi à 
beaucoup d'autres, Mommsen trouva le temps de s'occuper des affaires 
publiques et de siéger à la Chambre prussienne des députés de 1873 à 
1882, soit à peu près dix ans, pendant lesquels il appuya les mesures 
que Bismarck crut devoir prendre pour consolider l'empire naissant, 
mais soutint contre le chancelier la cause du libéralisme, lorsque celle-ci 
se trouvait en jeu. Comme il était avant tout homme de parti-pris, son 
libéralisme ne l'empêchait point d'avoir le culte de la force et du suc- 
cès. Pour lui, les faibles et les vaincus ont toujours tort, c'est ce qui 
explique peut-être cette haine de la France qu'on lui a reprochée à 
maintes reprises. 

Il n'avait cependant aucun motif de se plaindre de ce pays où il fut 
toujours reçu avec les égards et les honneurs que l'on devait à son 
talent. Nos voisins oublièrent que l'homme avait manqué, à diverses 
reprises, d'urbanité et de charité vis-à-vis de leur patrie en deuil et 
s'honorèrent, lorsqu'on 1895, ils firent du savant un membre associé 
de l'Académie des inscriptions et belles-lettres. 

Mommsen a entretenu des relations avec plusieurs érudits de la 
Suisse; c'est ainsi qu'il trouva en Charles Morel, un des meilleurs 
archéologues suisses, mort à Genève en 1902, un collaborateur dévoué 
et capable pour la publication du XIP volume du Corpus, dans lequel 
se trouvent les inscriptions concernant Genève. 

'T. I, pages 273-284. 



— 212 - 

Au point de vue spécial qui est le nôtre, il a écrit une cinquantaine 
de travaux, dont quelques-uns, fort étendus, marquent une ère nouvelle 
pour les études de numismatique antique, telle sa GescMclite des 
römischen Münzwesens, ouvrage qui parut à Berlin en 1860 et qui fit 
sensation. Cette œuvre a été traduite en français, en quatre volumes, 
par le duc de Blacas et par de Witte sur un texte remanié et augmenté 
de notes nouvelles par l'auteur. 

Malgré les qualités maîtresses qu'on rencontre dans ces différents 
écrits, M. E. Babelon ne craint cependant pas d'émettre ce jugement 
sur le professeur berlinois : « Mommsen fut le théoricien savant de la 
monnaie romaine, sans être, à proprement parler, un numismate : c'est 
toujours Eckhel qui personnifie le numismate savant.» Il est impossible 
que dans l'important ensemble de son œuvre il n'y ait rien à redire, à 
critiquer ou à reviser, mais on ne peut qu'admirer une telle puissance 
de travail et s'incliner devant une pareille érudition. 

Une importante dotation fut faite au savant à l'occasion du cin- 
quantième anniversaire de son doctorat. Celui-ci ne voulut pas accepter 
cette fortune offerte par ses confrères et anciens élèves et la remit à 
l'Académie des sciences de Berlin pour servir à l'édition du Corpus 
nummorum grœcorum. Aussi, tant qu'il y aura des historiens et des 
numismates de par le monde, le nom de Théodore Mommsen sera en 
honneur parmi eux. H. C. 

Robert Bail. — Im besten Mannesalter, kaum 38 Jahre alt, starb 
in Berlin der Numismatiker Robert Ball, ein in Sammler und For- 
schungskreisen beliebter und geschätzter Mann. Auf dem Gebiete 
des Münz- und Medaillenwesens aller Zeiten und Länder wusste er 
trefflich Bescheid, da er in den letzten Jahren keine der grossen 
internationalen numismatischen Auktionen in Frankfurt a. M. und 
Wien, in Amsterdam, Paris u. s. w., zu versäumen pflegte und für den 
grossen Kreis seiner Klienten in aller Welt reichgefüllte Kästen mit- 
brachte. Er genoss das Vertrauen seiner Kunden in reichstem Masse 
und diese, wie seine zahlreichen Sammlerfreunde, werden ihm ein 
ehrenvolles Andenken bewahren. {National Zeitung, Berlin.) 

Société Jean-Jacques Rousseau. — Le 6 juin 1904, un 
groupe de professeurs et publicistes genevois et de nombreux admi- 
rateurs de Jean-Jacques Rousseau venus du dehors, ont décidé, dans 
une assemblée tenue à l'Aula de l'Université de Genève, la fondation 
d'une Société Jean-Jacques Bousseau. Le premier but de cette asso- 
ciation est de constituer à Genève un musée-archives. Cette institution, 



— 213 — 

pour laquelle le Conseil administratif de la Ville a accordé la jouis- 
sance d'une salle de la Bibliothèque publique et une subvention d'en- 
couragement, comprendra les manuscrits de J.-J. Rousseau, les éditions 
de ses œuvres complètes ou isolées et les ouvrages le concernant. Les 
gravures, portraits, vues de localités habitées par le philosophe ; les 
médailles et objets personnels viendront compléter cet ensemble. La 
Ville de Genève fera un premier apport déjà considérable, en groupant 
dans ce musée les divers documents originaux disséminés jusqu'à 
présent en plusieurs endroits. Le second but, non moins important, de 
la nouvelle société sera la publication annuelle d'un périodique grou- 
pant les renseignements nouveaux et inédits concernant le « citoyen 
de Genève ». Cette publication ralliera entre eux les nombreux admi- 
rateurs de Jean-Jacques et fera connaître les travaux l'étudiant 
comme philosophe, homme de lettres, botaniste, musicien, homme 
politique, etc. La troisième tâche de la Société, qui sera la plus vaste, 
commencera dans quelques années : ce sera la publication en édition 
critique et définitive des œuvres complètes de Jean-Jacques Rousseau. 
Un des premiers numéros du Bulletin de la Société comprendra une 
description des médailles de Rousseau et de celles se rattachant à sa 
vie ou aux personnages avec lesquels il fut en rapports. L'auteur de ces 
lignes prie les collectionneurs possédant des médailles inédites et des 
dessins ou projets de médailles non exécutées de bien vouloir lui en 
donner communication à cet eifet, pour que la publication arrive de 
prime abord à être aussi complète que possible. Le président de la 
Société, auquel on peut envoyer son adhésion, est M. le professeur 
Bernard Bouvier, à Genève, P.-Ch. Strœhlin. 

Musées locaux en Suisse. — Le goût des antiquités et le 
culte du passé continuent à provoquer dans notre pays la création de 
nouveaux musées où la numismatique se trouve représentée. 

A Berne, nous avions déjà la Chambre des tireurs^ fondée il y a 
quelques années. La section bernoise du Club alpin suisse a pris, l'an 
dernier, l'initiative d'un Musée alpin suisse^ comprenant tout ce qui se 
rapporte à l'alpinisme et à l'histoire des montagnes suisses. A Genève, 
la collection de la Société suisse de numismatique continue à s'enri- 
chir de monnaies, médailles, coins, documents divers, grâce à la géné- 
rosité des membres et aux envois des auteurs de médailles. Le Musée 
de la Réformation, sous l'habile direction du conservateur, M. le pas- 
teur Denkinger, complète activement la série des médailles de l'his- 
toire de la Réformation et compte maintenant des pièces de premier 



— 214 — 

ordre des XVP et XVIP siècles. La Société J.-J. Rousseau va créer 
son musée-archives et y fera une large place aux médailles. La Société 
des Vieux-Grenadiers^ à Genève, association libérale et politique, 
fondée au milieu du XVIIP siècle, possède une collection de médailles 
et souvenirs qui s'est beaucoup enrichie. La Loge Union et Travail a 
fondé un musée comprenant toutes les médailles et antiquités ayant 
rapport à la maçonnerie ; ses collections, commencées il y a cinq ans, 
comprennent déjà plusieurs milliers d'objets intéressants. Les Exer- 
cices de r Arquebuse et de la Navigation^ société de tir à Genève, a 
réuni tout ce qui a rapport à son histoire et au sport du tir en général ; 
plus heureuse que beaucoup d'autres, cette société possède encore ses 
anciennes coupes avec les médailles de ses rois. A Lausanne, le Musée 
du Vieux-Lausanne, riche surtout en vues et en anciens documents, et 
à Cully, la Salle du Vieux-Lavatix, contiennent aussi des médailles et 
monnaies. A Zurich existe un Musée Zwingli, où se trouvent réunis 
tous les souvenirs du réformateur. 

Ces musées locaux sont très nombreux dans notre pays et méritent 
d'être encouragés par les collectionneurs, car ils tendent à répandre 
les goûts qui nous sont chers et à empêcher la dispersion des sou- 
venirs nationaux, présentant un intérêt beaucoup plus considérable 
dans leur pays d'origine que lorsqu'ils sont disséminés dans les grands 
musées de l'étranger. Les membres de la Société qui pourraient nous 
envoyer des notices sur la partie numismatique de ces musées régio- 
naux ou locaux sont instamment priés de lé faire. P.-Ch. S. 

Exposition Guillaiiine Tell à Zurich. — Du 8 au 
29 mai 1904, quelques sociétés de Zurich ont organisé, dans les locaux 
du Musée d'art industriel annexé au Musée national suisse, une 
exposition relative à Guillaume Tell. Cet intéressant groupement 
comprenait de nombreuses médailles et bas-reliefs. Grâce à l'appui de 
la Société des antiquaires de Zurich et du Musée national, de nom- 
breux exposants de la Suisse et de l'étranger ont permis de réunir 
presque tout ce qui a été publié au point de vue historique ou artis- 
tique sur Guillaume Tell. P.-Ch. S. 

Méclaille de l'élection du pape Pie X. — Parmi les 
nombreuses médailles, plus ou moins artistiques, éditées dans les diffé- 
rents pays catholiques à l'occasion de cet événement, nous signalerons 
une pièce de grand module, émise par la maison Mayer et Wilhelm à 
Stuttgart. L'avers reproduit le portrait du nouveau pape, de trois 
quarts à droite dans un épicycloïde gothique 5 tout autour, les bustes 



— 215 — 

des cardinaux ayant participé à l'élection sont représentés de trois 
quarts à gauche, chevauchant les uns sur les autres. Au revers, les 
clefs de saint Pierre et la tiare avec une légende commémorative latine. 
Les portraits des cardinaux sont, paraît-il, ressemblants et la gravure 
est très nette malgré la petite dimension des bustes qui n'ont que 
12 millimètres de hauteur. Cette pièce est un des plus importants 
travaux que cette maison ait exécutés et est le meilleur souvenir 
commémoratif de cette élection. P.-Ch. S. 

Exposition Hugues Bovy à Genève. — La famille et les 
amis de notre regretté collègue, le médailleur genevois décédé l'an 
passé, ont eu l'excellente pensée de réunir à l'Athénée, au mois de mai 
dernier, une collection de ses œuvres. En dehors de plusieurs bustes 
fort intéressants, nous y avons retrouvé la série presque complète de 
ses médailles et les beaux médaillons à portraits de professeurs et 
savants genevois, qui resteront en première ligne dans l'ensemble de 
son œuvre. 

H. Bovy était un artiste consommé, mais de nature beaucoup trop 
timide, ce qui l'a empêché d'obtenir les succès et la renommée qu'il 
méritait. Le professorat, auquel il s'était consacré depuis bien des 
années, absorbait la majeure partie de son activité et nous a privés 
de bien des œuvres intéressantes dont il ne reste que des dessins ou 
des projets. Notre collègue n'était pas seulement un sculpteur et un 
médailleur, il aimait la musique avec passion et a, dans sa jeunesse, 
longtemps hésité de s'y vouer; Bovy est l'auteur de plusieurs morceaux 
intéressants 5 même on a de lui une partition importante, le Château 
iV amour ^ dont la scène se déroule en Gruyère. L'exposition est 
complétée par de nombreuses aquarelles, magistralement enlevées, 
se rapportant pour la majeure partie à la région d'Hermance, près 
Genève, où l'artiste passait ses vacances, dans un chalet au pied 
de la vieille tour. M. Daniel Baud-Bovy, neveu du défunt, prépare 
un volume sur l'œuvre numismatique de son oncle. Cette publication 
nous permettra, à son apparition, de revenir sur cet artiste. Une des 
meilleures élèves du maître, M'^° C. Roch, médailleur-sculpteur à 
Genève, travaille actuellement à une plaquette, très ressemblante 
d'Hugues Bovy. P.-Ch. S. 

Ouverture de l'atelier monétaire de (Strasbourg. — 
L'empire d'Allemagne possédait jusqu'ici neuf ateliers monétaires 
(ju'on distingue de la façon suivante : A désigne Berlin; B, Hanovre; 
C, Francfort; D, Munich; E, Dresde; F, Stuttgart; G, Carlsruhe; 



— 216 — 

H, Darmstadt; J, Hambourg. Un dixième atelier vient d'être organisé, 
c'est celui de Strasbourg, qui emploiera la lettre K comme difterent 
monétaire ; on se souvient que, sous l'administration française, cet 
atelier avait comme différent les lettres BB. 

Académie des inscriptions et belles-lettres. — L'Aca- 
démie a décerné en 1903 le prix Allier de Hauteroche (1,000 francs) à 
M. Jules Maurice pour l'ensemble de ses travaux sur les émissions 
monétaires de l'empire romain pendant la période eonstantinienne. 

Jubilé vanden Broeck à Bruxelles. — Notre savant 
confrère, M. Edouard vanden Broeck, ancien trésorier de la Société 
de numismatique de Belgique, a fêté le 6 mars 1904, au Palais des 
Académies à Bruxelles, le quarantième anniversaire de son entrée 
dans le comité de cette société. A cette occasion, ses collègues et amis 
ont décidé de lui oifrir par souscription une médaille à son effigie, 
modelée par M. Devreese, gravée par M. Fisch et frappée par 
M. Michaux, tous membres de la Société belge, résidant à Bruxelles. 
Les souscripteurs ont eu droit à des exemplaires en argent ou en 
bronze. M. Ed. vanden Broeck a réuni une collection unique de 
jetons bruxellois qui est maintenant l'un des ornements du Cabinet 
des médailles de l'Etat belge; de plus il a fait connaître depuis long- 
temps, par de nombreuses monographies, bien des pièces intéressantes 
pour la numismatique bruxelloise. Nous souhaitons à notre confrère, 
malgré ses quatre-vingt-trois ans, de nombreuses années d'études et de 
bonheur. M. A. de Witte a publié en 1903, dans la Gazette numisma- 
tique française, une bibliographie et un excellent portrait du jubilaire. 
Cette brochure a été distribuée par M. vanden Broeck aux personnes 
ayant participé à la cérémonie du jubilé. P.-Ch. S. 

l.e musée numismatique d'Athènes. — Le Musée numis- 
matique d'Athènes s'enrichit rapidement et il peut se comparer main- 
tenant aux plus grands et aux plus anciens musées d'Europe. Depuis 
1900, il a reçu 82,670 monnaies antiques, dont 1,607 en or, 19,719 en 
argent et les autres en bronze. On a inauguré dernièrement au Musée 
la section où se trouve la très riche collection de monnaies antiques 
qu'Alexandre Soutzo avait léguée à la nation hellène et qui était déposée 
à la Banque nationale d'Athènes. Un Hellène de Marseille a offert une 
forte somme pour acheter la série des monnaies des Ptolémées, plus de 
cent pièces, sur l'une desquelles on voit pour la première fois la tête 
inconnue dans l'archéologie de Ptolémée Evergète H. Toutes les 
autres sont de grande valeur historique et archéologique. 



- 217 — 

M. Léonidas Zarifi d'Athènes a envoyé à ses frais en Europe pour y 
compléter ses connaissances en numismatique un des fonctionnaires du 
Musée, M. Constantopoulos. Celui-ci, après trois ans de séjour, revient 
à Athènes. Enfin, M. Eustache Eugenidès, qui est à Athènes en ce 
moment, a offert 2000 drachmes pour la Revue numismatique interna- 
tionale que dirige M. Svoronos, directeur du Musée. 

{The Levant Herald.) 

Exposition mariale à Rome. — Le comité des fêtes du 
cinquantenaire de l'Immaculée-Conception a annoncé qu'une exposi- 
tion mariale aura lieu à Rome de septembre 1904 à Pâques 1905. Elle 
comprendra trois divisions, correspondant à celles du congrès lui- 
même : 1° Culte de la Vierge et ses manifestations dans l'iconogra- 
phie et la numismatique (reproduction des images, statues, gravures, 
monnaies, etc., les plus célèbres) ; 2° Livres et publications mariales 
(tous les volumes exposés devront être reliés); 3° Instituts religieux 
et associations mariales (histoire des sociétés ou congrégations fon- 
dées pour propager le culte de Marie). 

{Echo de Fourvicre^ Lyon.) 

Oiessen toii Medaillen und Münzen in Gips. — Die 
genaue Beobachtung selbst der ausführlichsten Beschreibung des 
anzuwendenden Verfahrens gibt noch keine Sicherheit für das 
Gelingen. Zu dergleichen Arbeiten gehört die Uebung. Die Zusammen- 
setzung des Materials der Form kann sehr verschieden sein, das 
gewöhnlichste und einfachste ist Gips und Ziegelmehl im Verhältnis 
von 2 : 1 in Wasser eingerührt, dem etwas Salmiak beigemischt ist. 
Man nimmt dazu am besten Alabastergips und möglichst fein gepul- 
vertes Ziegelmehl. Auch der Zusatz von etwas Lehm, ebenfalls sehr 
fein pulverisiert, ist zu empfehlen. Bei sehr feinen Gegenständen darf 
die Menge des Gipses etwas reichlicher sein. Man mischt die Form- 
masse trocken gut durcheinander. Da die mathematisch genaue 
Kontur der Münze oft die Veranlassung zum Ausbrecheu des Randes 
ist, trägt man etwas Wachs auf, um den Rand halbrund erscheinen zu 
lassen. So löst sich die Münze leichter aus der zweiteiligen Form. Die 
Form — jede Hälfte — muss etwa fingerdick sein. Die bekannten 
« Schlösser », wie bei jeder Gipsform, sind nicht zu vergessen : in die 
zuerst gegossene Hälfte werden kleine halbkugelförmige Löcher 
geschnitten, die sich an der aufgegossenen zweiten Formhälfte als 
Halbkugeln abgiessen und beim Zusammenstecken der Form das rich- 
tige Passen sichern. Die Formmasse wird ziemlich dick eingerührt. 



— 218 — 

Ueber das Erstarren der Form und anderes zu Beobachtende, 
gelten die Regeln wie beim Gipsabguss. Nach dem Formen wird 
der Gusskanal eingeschnitten, dann lässt man bei massiger Wärme — 
auf dem geheizten Ofen — trocknen. Dann bindet man beide Hälften 
mit schwachem Bindedraht zusammen und glüht die Form langsam, 
den Einguss nach unten gelegt, dass nichts hineinfallen kann, nimmt 
sie, sobald man ganz sicher ist, dass keine Spur von Feuchtigkeit mehr 
darin sein kann heraus, nimmt sie noch heiss auseinander, blässt sie 
inwendig sauber ab, schliesst und bindet sie wieder und bringt sie in 
ein Gefäss mit ebenfalls heissem Sand, so dass sie nicht umfallen und, 
falls sie Risse hat, dass Metall beim Giessen nicht davonlaufen kann. 

Die Form darf noch glühend sein, wenn hineingegossen wird. Man 
nimmt sehr reichlich Metall in den Tiegel, damit sich das Metall 
während des Ausgiessens nicht abkühlt. Der Zusatz von etwas Zink 
gewährleistet einen feinen Guss. Der Sicherheit wegen ist es zu 
empfehlen, zwei Formen zu machen, besonders bei sehr schwachen 
Münzen oder Medaillen; selbst geübte Giesser verfahren in dieser 
Weise. {Sclmeis. Werhmeister Zeitung^ Zürich.) 

Methode znin Reinigen und Konservieren der Silber- 
münzen. — Die Methode hat sich als ausserordentlich brauchbar 
erwiesen. Die alten Silbermünzen sind vielfach mit einem grauweissen 
Ueberzug behaftet, der die Prägung unleserlich macht. Dieser Ueberzug 
besteht in der Regel aus Silberchlorid und kann schnell und vollkommen 
dadurch entfernt werden, dass man in einem Porzellantiegel Cyankalium 
schmilzt und die Münze hineinwirft. In wenigen Minuten ist der Ueber- 
zug zu metallischem Silber reduziert, das in schwammförmiger Gestalt 
auf der Schmelze schwimmt. Die Münze wird dann mittelst einer 
Zange oder Pinzette herausgefischt und längere Zeit in destilliertem 
Wasser gekocht, um alles noch anhaftende Cyankalium zu entfernen. 
Nach öfterem Waschen in frischen Portionen destilierten Wassers folgt 
Verdrängung des Wassers durch Uebergiessen mit absolutem Alkohol, 
darauf Trocknen bei leichter Wärme und Bürsten der Münze mit 
einer nicht zu harten Bürste. Die Münze hat dann die schöne Farbe 
des Mattsilbers und die Prägung ist, soweit sie nicht vorher durch 
irgendwelche Umstände zerstört war, wieder vollkommen scharf und 
leserlich. Soll eine Münze Spiegelglanz erhalten, so wird sie anstatt in 
Cyankalium in geschmolzener Soda oder Pottasche oder in einem 
Gemenge beider gereinigt und dann mit öOprozentiger Essigsäure 
gewaschen und hierauf wieder wie vorher gewaschen und getrocknet. 



— 219 — 

Auch für Altertümer aus Eisen, wie Ringe, Nadeln u. s. w., die mit 
Rostschichten bedeckt sind, empfiehlt sich die eben beschriebene 
Behandlung in geschmolzenem Cyankaliuni. Sie erhalten hierdurch 
eine schöne matte Eisenfarbe. Allerdings ist die Nachbehandlung 
insofern etwas zu modifizieren, als anstatt des Alkohols zum Verdrängen 
des Wassers Ausschwenken in heissem Paraffin anzuwenden ist. Es 
bleibt hiebei ein schwacher Paraffinüberzug auf dem eisernen Gegen- 
stand zurück, der ihn vor weiterem Rosten schützt. Grössere Gegen- 
stände, wie Schwerter, Speerspitzen oder Teile von Rüstungen werden 
statt in Cyankalium in geschmolzenes Rhodankalium eingetaucht. 
Nach sorgfältigem Auswaschen zeigen die Gegenstände die schöne, 
fast schwarze Farbe, die der Altertumsforscher an prähistorischen 
Fundstücken so sehr liebt. 

Ziemlich einfach ist auch die Methode zur Konservierung von Blei- 
medaillen und Bleisiegeln, bei denen Einlegen in zehnprozentige 
Essigsäure und Behandeln mit Ammoniak eine Rolle spielen. Als 
ebenfalls sehr gut wurde das Kreftingsche Verfahren gefunden, das 
darin besteht, dass man die Medaillen mit Zinkstaub und verdünnter 
Natronlauge behandelt, wodurch die sie bedeckende Kruste bald 
abgelöst wird. 

Da der Schweiss der Hände die Ursache vieler Zersetzungen an 
den Sammlungsgegenständen ist, so empfiehlt es sich nach den 
Erfahrungen des Laboratoriums der Berliner Museen, die einzelnen 
Stücke von Münzen- und Medaillensammlungen immer nur mit Hand- 
schuhen anzufassen und angegriftene Stücke von guten zu sondern 
und sie baldigst zu konservieren, damit sie nicht bei zufälliger 
Berührung mit guten Stücken ihre Zersetzungserscheinungen auf diese 
übertragen. {Die Zeit^ Wien.) 

Die eidgenössische Münz- und Medaillen-I^ammlung 
im Bundesarcliiv in Bern. — Diese Sammlung hat im vergan- 
genen Jahr um 16 Stück zugenommen, wovon 13 in Gold, 2 in Silber 
und 1 in Nickel, zusammen im Metallwert von 190 Fr. Die Sammlung 
hat jetzt den Gesamtbestand von 4655 Stücken erreicht, die einen 
Innern Wert von 8099 Fr. repräsentiren. {Offic. Müteilumi.) 

Neue lieclitensteinisclie l.andesniüiizen. — Neulich sind 
in zwölf Kisten wohlverpackt die neuen liechtenst. Landesmünzen und 
zwar 75,000 Stücke zu 1 Kr. und 15,000 Stücke zu 5 Kr. aus dem 
k. k. Hauptmünzamte in Wien, in Liechtenstein eingelangt. Diese 
Münzen, welche bekanntlich im Mischungsverhältnis, im Gewichte 



— 220 — 

und in der Grösse genau mit den betreffenden österr. Münzen überein- 
stimmen, unterscheiden sich von den im Jahre 1900 geprägten 
liechtenst. Silbermünzen nur durch die auf ihnen ersichtliche Jahres- 
zahl 1904. Mit der Ausgabe der neuen Münzen, nach welchen auch 
eine lebhafte Nachfrage von auswärts herrscht, ist sofort begonnen 
worden. {Werdenher g er tmd Obertoggenburger, Buchs.) 

Münzfälscher aus der Römerzeit;. — Auch im alten Rom 
wurde Münzfälscherei betrieben. Das beweisen die Münzfunde in 
Kaiseraugst. Das falsche Geld wurde in tönernen Formen, die nichts 
anderes waren als Abdrücke guter zirkulierender Geldstücke, herge- 
stellt; solche Gussformen der Falschmünzer sind, wie an vielen 
andern Orten, so auch in Angst längst nachgewiesen. Die neuern 
Funde ergeben eine solche Fälscherform mit dem etwas abgeschliffenen 
Kopf Kaiser Ottos (69 nach Christi) und eine andere mit dem Bildnis 
Kaiser Trajans. An beiden Formen hat der Falschmünzer eine Chiffer 
in römischen Zahlen angebracht, die ihm ermöglichte, die richtige 
Gussform für die Rückseite anzufügen. Eine falsche Zusammensetzung 
nicht zusammengehöriger Seiten hätte seine Elaborate allzuleicht 
verraten können. (Zofinger Taghlait^ Zofingen.) 

Comptes rendus et notes bibliographiques. — Ortensio 
Vitalini. Imüasioni e falsità in monete antiche e moderne. Camerino, 
1902, br. in-8 de 10 p. 

A défaut de lois, punissant le falsificateur d'antiquités à l'égal d'un 
simple voleur, le collectionneur trompé n'a jusqu'ici d'autres ressources 
que de donner à ses confrères le signalement aussi exact que possible 
des objets truqués, afin que ses déboires servent à d'autres. 

Précisément, l'auteur de cette notice a été amené à l'écrire en lisant un 
article de M. Ercole Gnecchi, intitulé Falsificasioni di monete italiane 
et paru dans la Rivista italiima di numismatica (t. XV, p. 333, 1902). 

M. Vitalini ne nie pas l'existence à Rome de nombreux falsificateurs 
de monnaies, seulement il n'est pas d'accord avec M. E. Gnecchi 
lorsque celui-ci prétend que toutes les fraudes monétaires se font dans 
cette ville. 

Nous le croyons volontiers, car nous savons que cette honnête 
industrie s'exerce un peu partout, mais ce que nous croyons savoir 
également, c'est que nulle part ailleurs qu'en Italie les faussaires ne 
sont parvenus à avoir une habileté aussi grande — aussi artistique, 
serions-nous tenté de dire — habileté qui déconcerte souvent le plus 
avisé des connaisseurs. 



— 221 — 

Il fait remarquer qu'il a dès longtemps mis, dans ses propres publi- 
cations, les collectionneurs en garde contre les faussaires ; profitant 
de la grande expérience qu'il a acquise comme expert en médailles, ii 
passe en revue les différents procédés dont se servent les falsificateurs 
de monnaies pour arriver à leurs fins ; il agrémente enfin sa narration 
d'anecdotes, dont plusieurs ne manquent pas de piquant. H. C. 

— Paul Bordeaux. La molette d'éperon^ différent de V atelier moné- 
taire de Saint-Quentin de 1384 à 1465. Paris, Rollin et Feuardent, 
1901, in-8, fig. (extrait de la Revue numismatique française). 

Notre savant collègue donne dans cette brochure une importante 
contribution à l'étude des ateliers royaux français au moyen âge. Les 
documents d'archives ont presque entièrement disparu et ce n'est 
que par l'étude des monnaies elles-mêmes que M. Bordeaux est arrivé 
à son intéressant résultat. La molette d'éperon était déjà connue 
comme marque d'atelier de Saint-Quentin pendant l'occupation 
anglaise. La collection de Marchéville renferme un écu d'or marqué 
d'une molette, ne portant pas de marque d'atelier et frappé d'après 
l'ordonnance du 11 mars 1384; c'est la plus ancienne pièce retrouvée 
avec cette marque. Depuis 1389,1e point secret indique la Monnaie où 
la pièce est frappée. Cette indication concorde avec le différent 
ci-dessus. Les espèces frappées par Philippe le Bon, duc de Bour- 
gogne, à Saint-Quentin, pendant la fin de la guerre de Cent-ans, 
portent également la molette. Louis XI, roi de France, fit aussi frapper 
pendant les premières années des pièces avec la marque de la molette. 
De 1465 à 1477, l'atelier fut fermé et même pillé une fois pendant 
les guerres de Charles le Téméraire et du roi. Le 28 août 1498, 
Louis XII transfère à Amiens l'atelier de Saint-Quentin. Cette remar- 
quable étude, basée sur les actes originaux et les monnaies, provenant 
en grande partie de la belle collection de M. de Marchéville, ne se 
borne pas au seul atelier de Saint-Quentin, mais est un chapitre nou- 
veau et en grande partie inédit de l'histoire du monnayage français 
aux XIV« et XV" siècles. P.-Ch. S. 

— Paul Bordeaux. Médailles franco-gantoises de Vere républicaine 
et de VEmirire. Bruxelles, 1901, br. in-8 de 28 p. avec pi. et fig. dans le 
texte (extrait de la Revue belge de numismatique^ 1901). 

Cette monographie est consacrée à quatre médailles d'un grand 
intérêt ou artistique ou historique. La première est un attribut 
d'huissier du canton d'Eecloo ; cette pièce, en cuivre jaune à bélière, 
n'a pu servir que de l'an VI à l'an VIII (1798-1800), ce qui explique 



— 222 - 

sa grande rareté. En étudiant les légendes qui y sont inscrites on 
arrive à connaître les préoccupations politiques et financières quelque 
peu opportunistes qui agitaient le brave officier ministériel à qui nous 
devons ce petit monument numismatique. 

La deuxième est à l'effigie laurée de Napoléon P'. Datée de 
l'an XII, elle était destinée à être donnée en prix aux élèves méritants 
de l'Académie de Gand. Les recherches faites à son sujet ont prouvé 
que son droit avait un tout autre but que de récompenser les arts de 
la paix; il devait, accolé à un revers ad hoc^ être frappé à Londres 
pour commémorer l'envahissement de l'Angleterre par la Grande 
Armée. 

La troisième pièce est une médaille qui devait être décernée au 
vainqueur de l'arc dans les jeux publics célébrés à Gand, le XI fri- 
maire de l'an XIII (2 décembre 1804), à l'occasion du couronnement 
de Napoléon P"". Les jeux consistèrent en tirs à l'arbalète, à l'arc, à 
l'arme à feu et en assauts d'escrime; les récompenses pour les diffé- 
rents champions portent les emblèmes de chacune des gildes appelées 
à se les disputer : flèches d'arbalète, carabines, sabres, etc., et la date. 
Tandis que les médailles de l'arbalète, de l'arme à feu et de l'escrime 
sont connues et signées du grand artiste gantois, Tiberghien 
(1755-1810), celle de l'arc était restée ignorée. Il était donné à 
M. Paul Bordeaux de la publier. Malgré l'absence de signature, il 
paraît difficile de ne pas l'attribuer au même maître que les autres, 
tant la facture est identique. 

La dernière enfin est un prix, ou peut-être un souvenir, offert gra- 
cieusement en 1806, à la gilde de Selzaete par la gilde de Saint- 
Albert. Outre ce point qui n'a pu être élucidé, la petite scène de 
labourage gravée au trait sur cette pièce et qui n'a aucun rapport 
avec le tir que pratiquaient ces deux associations, provoque une ques- 
tion. Doit-on en effet supposer que ce type avait déjà été utilisé pour 
un concours agricole, ou bien faut- il penser que les membres de ces 
gildes, tous agriculteurs, ont désiré voir sur leur médaille un tableau 
de leur vie quotidienne ? C'est ce que toutes les recherches faites 
n'ont pas permis d'établir. 

L'examen successif de ces quatre médailles, qui font toutes partie 
du cabinet de l'auteur, suggère à celui-ci quelques judicieuses 
réflexions. Il démontre que la Monnaie de Bruxelles, n'ayant pas été 
rétablie ni par le Consulat ni par l'Empire, on était forcé de s'adresser 
à Paris pour tout ce qui concernait l'art du médailleur, ce qui n'était 



— 223 — 

pas sans présenter quelques inconvénients, ou bien aux orfèvres- 
ciseleurs du pays. Après s'être épris des usages républicains ou impé- 
riaux, le peuple des campagnes revint tout naturellement à son 
amour de la vie champêtre, ce qui expliquerait suffisamment le sujet 
de la dernière médaille. H. C. 

— D"" H. Lehmann. Musée national suisse à Zurich^ XI"'^ rapport 
annuel présenté au Département fédéral de l'intérieur, 1902. Zurich, 
1903, in-8 de 124 p. avec 4 pi. 

Tous les amis de nos antiquités nationales attendent chaque année 
avec plus d'impatience l'apparition du Jahresbericht du Musée national 
suisse de Zurich. Celui de 1902, publié en 1903, ménageait au lecteur 
romand une agréable surprise, en ce sens qu'il en existe une édition 
française à son usage. 

Cette innovation, qui n'a toutefois pas un caractère définitif, nous 
semble heureuse, car elle force l'attention d'une partie importante de 
notre population sur une institution qui fait honneur au pays tout 
entier et qui ne devrait être ignorée par aucun citoyen suisse quelque 
peu cultivé. 

Ce onzième rapport est rédigé pour la première fois par M. le D'" 
H. Lehmann, sous-directeur, au nom de la commission du Musée. Il 
est illustré de quatre planches représentant les objets les plus précieux 
entrés en la possession de l'établissement pendant l'exercice de 1902. 

Le premier de ces objets est un casque hémisphérique, en bronze, 
avec une calotte en bois à l'intérieur et de longues jugulaires en cuir 
garnies de clous de bronze. Cette partie d'armure, excessivement 
remarquable par sa rareté et sa conservation, a été trouvée dans les 
fouilles de Giubiasco, près Bellinzona (époque romaine). 

Le deuxième est une grande cruche en faïence de Winterthour, 
décorée d'une figure de la Prudence (XVII" siècle). Cette cruche, qui 
faisait partie de la collection de la comtesse de Rozière, à Blois, a été 
achetée à Paris dans une vente publique, pour le prix de 1500 francs. 

Le troisième objet est une coupe à boire, en érable, très caractéris- 
tique; elle est montée sur trois pieds en argent, en forme de grelots; 
elle porte sur le bord, en argent doré, les noms gravés de person- 
nages de Sion. Au fond de la coupe, on voit la marque incrustée de 
« Johannes Gandor und S. Frauw » et le poinçon de Sion, travail du 
maître N. R., 1644. 

La quatrième planche se rapporte à une coupe en argent doré, en 
forme d'arquebusier, de l'orfèvre zuricois Ilans-Jacob Holzhalb, 1646. 



— 224 — 

Cet objet, de première importance pour l'histoire de l'orfèvrerie dans 
notre pays, était jusqu'ici la propriété de la Société de tir de la ville de 
Zurich. A la suite de diverses circonstances, cette société se vit dans 
l'obligation d'aliéner ce trésor, qui vient d'entrer définitivement en la 
possession du Musée national, non sans de longues et difficiles négo- 
ciations, que le lecteur trouvera relatées ici tout au long. 

Outre ces acquisitions, le rapport mentionne encore celle de la 
collection d'antiquités du peintre J. Steiner, de Baden, composée 
d'objets d'inégale valeur. 

Comme précédemment, le public a témoigné de son intérêt pour le 
Musée, en donnant quantité de livres, estampes, monnaies et médailles 
plus ou moins rares. Parmi les donateurs, les Zuricois sont de beau- 
coup les plus nombreux, ce qui se conçoit sans peine, car ce sont eux 
qui profitent le plus facilement des collections. 

De plus, plusieurs personnes ont déposé au Musée tout ou partie de 
leurs collections personnelles. De ce nombre est M. le directeur 
H. Angst, qui a exposé un lot remarquable d'uniformes militaires et 
costumes civils anciens. 

Le chapitre qui nous intéresse le plus est celui qui est consacré au 
Cabinet de numismatique. Celui-ci, dont la valeur totale est estimée à 
plus d'un million de francs, s'est augmenté de trois cent quarante-cinq 
pièces ; feu notre collègue M. le D'' H. Zeller- Werdmüller en a donné 
à lui seul deux cent soixante-seize. Parmi les acquisitions, on remarque 
deux testons de Nicolas Schinner de 1496 et 1499, provenant de la 
trouvaille de Mossel, et trois pistoles de Genève de 1754, 1755 et 1758. 
Cette partie du rapport se termine par une mise en garde des collec- 
tionneurs vis-à-vis des faussaires. 

Le Musée a été visité par 101,584 personnes, soit environ 7000 de 
plus qu'en 1901. 

Si nous avons commenté un peu longuement ce document adminis- 
tratif où la numismatique ne tient qu'une très petite place, c'est afin 
d'engager tous nos lecteurs suisses à en prendre connaissance, le 
temps qu'ils y consacreront ne sera pas perdu. H. C. 

— Argovia. Jahresschrift der historischen Gesellschaft des Kantons 
Aargau^ XXX. Band. Aarau, 1903, in-8 de 271 pp. avec 102 pi. 

Nous attirons, d'une manière toute particulière, l'attention de nos 
collègues sur le beau travail de M. Jacob Stammler : Die Pflege der 
Kunst im Kanton Aargau mit besonderer Berücksichtigung der altern 
Zeit contenu dans le tome XXX de V Argovia. 



99r) 



Publié par la Société d'histoire du canton d'Argovie, ce volume est 
une superbe Festschrift destinée à commémorer, à sa manière, le 
centième anniversaire de l'entrée de ce canton dans la Confédération 
suisse. Il est divisé en trois chapitres, dans lesquels sont successive- 
ment étudiés l'architecture sacrée et profane, les arts industriels, et 
enfin l'art du dessin dans ses diverses manifestations, que ce soit 
un tableau ou un vitrail, une enluminure ou une gravure sur cuivre. 
Le tout est illustré de cent deux fort belles planches et de quelques 
figures dans le texte qui dénotent du goût artistique éclairé que 
possédaient les ancêtres de nos concitoyens argoviens. 

Ce livre fait grand honneur soit à la Société d'histoire du canton 
d'Argovie, soit à la maison H. R. Sauerländer & C° qui l'a imprimé. 

H. C. 

— [Emilie Balli.] 1° Centenario delV indipendenza ticinese, 1803- 
1903. Coïitributo di numismatica ticinese. Catalogo del medagliere 
esposto a BelUnzona nelle feste centenarie 6-13 sett. 1903. Locarno, 
1903, br. in-8 de 61 p. 

Ainsi que nos lecteurs ne l'ignorent probablement pas, le Tessin a 
fêté en 1903 le centenaire de son autonomie et de son admission dans 
la Confédération suisse comme canton. 

A côté des réjouissances publiques, destinées à célébrer cet heureux 
événement, on avait organisé à Bellinzone une exposition d'art sacré 
ancien que l'on dit avoir fort bien réussi. M. E. Balli, notre collègue, 
y avait adjoint un médaillier de plus de deux cent cinquante pièces 
tessinoises, toutes frappées pendant ce premier siècle d'indépendance. 
Pour guider le visiteur au milieu de cette richesse, il en a publié le 
catalogue qui se trouve être une excellente contribution à la numis- 
matique du Tessin. 

La première partie est consacrée aux monnaies cantonales qui ne 
présentent, comme chacun le sait, aucune rareté. Cependant leur 
examen soulève un point intéressant. D'un côté, feu L. Coraggioni 
prétend avec M. le D'' de Liebenau, qu'en 1819 on forgea à Lucerne 
pour 45,000 francs de monnaies tessinoises ; de l'autre, c'est avec 
raison que M. Balli fait remarquer qu'aucune pièce tessinoise ne porte 
ce millésime. Nous nous sommes laissé dire à ce propos qu'on s'était 
servi pour cette frappe des coins des deux-francs de 1813 et des 
quatre-francs de 1814 et que pour la distinguer, on avait ajouté cette 
potit(î étoile qui se voit sur certains exemplaires et qui constitue une 
variété. 

REVUE NUM. T. MI. 15 



— 226 — 

N'étant pas à même de vérifier le bien fondé de cette affirmation, 
nous la donnons ici comme une simple indication ; en parcourant les 
archives de Lucerne ce ne doit pas être difficile de savoir exactement 
ce qu'il en est. 

La seconde partie se rapporte aux médailles, qui se suivent simple- 
ment par ordre chronologique. Aucune n'est inédite ; ce qui fait la 
valeur du travail, c'est de les trouver groupées et de n'avoir pas à en 
chercher la description dans diverses publications. 

Le lecteur sera sans doute frappé, en voyant combien le canton du 
Tessin est tributaire de l'Italie pour les médailles alors que nous avons 
dans le pays nombre de graveurs habiles. Une autre remarque qu'il 
fera également, c'est le nombre relativement élevé de médailles ayant 
une couleur politique; ce travers se manifeste jusque dans les médailles 
de tir. 

Ce catalogue ayant été rédigé avec hâte, de trop fréquentes incor- 
rections le déparent et en obscurcissent souvent le sens; il en est de 
même des erreurs typographiques, qui sont vraiment trop nombreuses ; 
c'est ainsi que — pour n'en citer qu'un exemple — à la page 24, n° 69, 
la signature de Ponscarme devient Ponscamore. 

Nous engageons en outre l'auteur à revoir de très près les abrévia- 
tions, afin de les unifier, et à transcrire plus fidèlement les titres des 
ouvrages auxquels il renvoie. 

Ajoutons que, en vue d'une seconde édition, M. B. Balli serait recon- 
naissant à ses collègues de vouloir bien lui communiquer les monnaies 
et les médailles dont ils auraient connaissance, et qui ne figureraient 
pas dans la première. 

Nos quelques observations sont destinées moins à critiquer qu'à 
donner à l'auteur d'utiles indications pour cette seconde édition. 

H. C. 

— Ed. Jenner. Die Münzen der Schweiz mit Angabe jedes ein- 
zelnen Jahrganges und deren Varianten^ 2te vermehrte und viel 
verbesserte Ausgabe. Bern, Buechler u. C", in-8, VIII et 182 Seiten. 

Nous sommes très en retard pour signaler ce volume et notre seule 
excuse est que nous aurions beaucoup désiré ne pas en être chargé. 
Au moins avons-nous la satisfaction de ne pas nuire au succès de 
librairie de cette seconde édition, puisque un temps déjà long s'est 
écoulé depuis son apparition. 

M. Jenner a rendu, en 1879, en publiant cet ouvrage, d'inappré- 
ciables services aux collectionneurs suisses. Ses listes ont servi de 



— 227 — 

canevas pour classer toutes les collections privées et publiques. Un 
premier essai, très incomplet, avait été fait précédemment par feu 
Meyer von Knonau, à la suite du retrait du numéraire cantonal fait 
ensuite de l'entrée en vigueur de la constitution de 1848. La première 
édition du Jcnner^ car on ne désignait pas autrement ce répertoire, 
était assez imparfaite, mais formait le seul guide connu que chacun 
s'efforçait de compléter. Depuis vingt-cinq ans, de nombreux numis- 
mates ont communiqué à l'auteur leurs observations, additions ou 
suppressions, mais celui-ci ne paraît pas en avoir tenu compte, car la 
présente édition semble ignorer tous les travaux parus depuis 1879. 
Un certain nombre de pièces du Musée de Berne, provenant de l'achat 
de la collection Biirki, ne sont pas même reportées. M. Jenner ignore 
la Revue suisse de numismatique, toutes les récentes monographies, 
les catalogues de marchands et les ventes publiques. Les seuls 
changements à la première édition sont l'adjonction de listes de 
souverains ou d'évêques, contenant plusieurs inexactitudes et quelques 
remaniements dans la forme de la composition. 

Ce n'était vraiment pas la peine de faire une réimpression pareille, 
qui est non seulement inutile, mais peut donner lieu à une série de 
démarches et de correspondances entre collectionneurs et marchands 
pour obtenir certains millésimes de pièces qui n'ont jamais existé que 
dans des catalogues imparfaits ou dans de vieux auteurs peu sûrs. 

Un semblable livre ne peut se critiquer, car il faudrait corriger 
chaque page. Voici quelques rectifications prises au hasard : Confédé- 
ration, le dix-francs en argent n'existe pas, en revanche il manque le 
demi-franc, le franc et le deux-francs de 1896. Berne, il n'existe pas 
de thalers contremarques de 1796, 1823, 1825, 1835, ni de vingt-batz 
de 1837. Lucerne est à refaire entièrement d'après Haas. Uri et 
Unterwald, qu'est-ce que le Silberstück de 1406 ! ? Fribourg, le kreuzer 
de 1455 n'existe pas, pas plus que le goldgulden de Gruyère, qui est 
un batz doré! Soleure, il manque le thaler de 1623. Au Valais 
(républ.), les triens mérovingiens n'ont rien à faire là, il faut les 
classer à Sion et à Saint-Maurice. Vaud, le quarante-batz 1812 existe 
en trois variétés; comme pour Berne, la liste des dates d'écus contre- 
marqués est très incomplète. Comté de Genevois, les deux-deniers sont 
des demi-gros et les demi-deniers des oboles. Genève-ville, il n'y a pas 
d'écu d'or sol de 1561, ni de vieille pistole de 1676, ni d'écu pistolet 
sans date. Les thaler de 1536, 1540, 1542, 1559, 1591, 1592, 1593, 
1594, 1595, 1598, 1603, 1610, 1612, 1643, 1652 n'existent que dans 



— 228 — 

l'imagination de l'auteur. N'appuyons du reste pas sur le numéraire de 
cette ville, qui est singulièrement arrangé dans ce petit livre. En ce 
qui concerne les évêchés, par exemple, il suffisait de donner d'abord 
une liste des différents règnes avec dates exactes, en s'arrêtant au 
moment où le monnayage cesse. Les évêques de Lausanne, postérieurs 
à Sébastien de Montfaucon, n'ont pas frappé de monnaies. Si nous 
prenons la liste, nous voyons seulement des appellations monétaires 
comme deniers (denare) avec le chiffre des variétés ou variantes qui 
monte à 122. Cela n'a pas d'utilité. D'abord ce chiffre est très élastique 
et ne correspond à aucune des sources indiquées dans la première 
édition du Jenner, ni à Morel-Fatio, ni aux collections connues. 
Ensuite, il faudrait savoir à qui sont attribués ces deniers et les diviser 
suivant les règnes. Une autre observation à faire est le peu d'exacti- 
tude des dénominations monétaires. Pour Lausanne seulement, on aura 
une idée de l'incorrection du travail par la liste suivante. Double florin 
d'or : n'existe pas ; il n'y a que de faux dickens ou testons en or de 
coins moderne^. Florin d'or : n'existe pas ; erreur d'appellation, ce sont 
des ducats. Testons, 10 variétés : j'en connais vingt et une pour ma 
faible part. Cornabos : sont des pièces de six-gros; plapparts : sont des 
gros; trois-quarts- de-gros : sont des parpaïoles; pfennings : soit en 
français deniers, doivent rentrer dans cette appellation : demi-pfenning 
ou mailles; ce sont des quarts-de-gros (il y en a un grand nombre de 
variétés) ; demi-deniers : ce sont des oboles et doivent rentrer dans 
cette appellation. La pièce de 1477, beaucoup plus grosse qu'une obole, 
est une parpaïole ; il n'y a pas de quarts-de-deniers. Donc, sur seize 
appellations monétaires, il y en a onze qui sont fausses ou qui n'exis- 
tent pas. Pour mieux juger de la valeur du travail de M. Jenner, on 
pourra comparer ses listes des monnaies fédérales, des pièces de Tri- 
vulzio, des Grisons et de Genève, avec VAnmuiire numismatique 
suisse, la monographie du D'' Trachsel et l'inventaire que nous 
publions dans cette Bévue. 

Il est regrettable que notre doyen ait gâté sa réputation par une si 
mauvaise réimpression d'un travail qui a rendu beaucoup de services, 
a contribué à répandre, en Suisse, le goût des collections et qui a, 
pour ainsi dire, ouvert la voie à la jeune Société suisse de numis- 
matique, fondée à cette même époque. 

ISous avons une très jolie opérette française intitulée Bip: l'intrigue 
est l'histoire d'un homme qui s'endort pendant vingt ans ; à son réveil, 
il est tout étonné de voir que le monde a marché et de ne reconnaître 



— 229 — 

personne. M. Jenner a eu sans doute la même mésaventure. La pre- 
mière édition épuisée, il a rapidement terminé le manuscrit de la 
seconde, puis l'a envoyé à son imprimeur par la poste. Est-ce la poste 
fédérale qui l'a gardé si longtemps ? Est-ce l'imprimeur qui s'est 
endormi ? Cid lo sa ! Toujours est-il que si M. Jenner lit encore la 
Jievue, je le prie d'accepter mes excuses pour ce compte rendu et de 
bien vouloir nous faire une nouvelle édition, cette fois véritablement 
« vermehrt und viel verbessert », comme l'annonce malicieusement la 
couverture de la deuxième. Paul-Ch. Strœhlin. 

— Administration des monnaies et médailles. Rapport au ministre 
des finances. Années I-VIII, 1895-1902. Paris, 1896-1902, 8 vol. in-8 
avec pi. 

En parcourant la liste des ouvrages reçus annexée à la présente 
livraison, nos collègues pourront s'apercevoir que notre société est 
désormais comprise dans la distribution du Rapport officiel de l'admi- 
nistration des monnaies et médailles au ministre des finances. 

Ces rapports, dont les quatre premiers sont rédigés par M. de Foville, 
et les quatre suivants par M. A. Arnauné, directeur actuel de l'admi- 
nistration des monnaies et médailles, réalisent l'engagement pris par 
le gouvernement de la République dans la convention de l'Union 
monétaire latine du 6 novembre 1885 de centraliser et porter à la 
connaissance des autres gouvernements « tous les documents admi- 
nistratifs et statistiques relatifs aux émissions de monnaies, à la 
production et à la consommation des métaux précieux, à la circulation 
monétaire, à la contrefaçon et à l'altération des monnaies ». 

En conséquence, on y trouve non seulement tous les renseignements 
possibles sur l'activité de la Monnaie de Paris et des ateliers des pays 
faisant partie de l'Union monétaire latine, mais encore tout ce qui 
concerne la fabrication des monnaies chez les peuples ne faisant 
pas partie de cette Union. 

C'est assez dire que cette collection de rapports est une mine 
inépuisable pour les chercheurs qui ont là, sous la main, une foule de 
pièces officielles disséminées dans nombre de publications qu'il est 
souvent malaisé de se procurer. 

On pourra juger de la vérité de cette assertion, en jetant un simple 
coup d'œil sur la table des matières. 

La sécheresse apparente des chiffres contenus dans ces divers 
volumes est atténuée par des diagrammes où se voient, année après 
année, soit l'activité de la Monnaie de Paris soit la production de l'or 



— 230 — 

et de l'argent. En outre, chaque volume est illustré de quelques plan- 
ches représentant les médailles les plus remarquables frappées à la 
Monnaie pendant l'année. En 1902, la valeur des médailles vendues 
atteint le chiffre respectable de 1,608,691 francs. 

Ajoutons que pour faciliter la consultation de ces rapports, il existe 
une table par ordre de matières et une table analytique. H. C. 

— Adolphe RiBAUx. Le trésor de Meyries. Genève, Eggimann et 
C", s. d. (1902), in-18. 

L'aimable littérateur neuchâtelois, si apprécié de nos familles, a 
réuni en un volume quelques nouvelles, dont la première nous inté- 
resse particulièrement. Un paysan de Meyriez, près Avenches (Vaud), 
fait, en cultivant ses champs, la découverte d'un trésor A\mrei 
impériaux. L'argent, une fois de plus, ne fait pas le bonheur, et ce 
malheureux trésor est sur le point de brouiller les deux frères. La paix 
renaît entre eux lorsque l'inventeur se décide à en faire hommage au 
médaillier de sa ville. Souhaitons que pareil bonheur arrive réellement 
à notre excellent confrère Jomini. Cette petite nouvelle, suivie d'autres 
non moins jolies, est fort bien écrite. Nous recommandons cette 
bonne et saine littérature du terroir en engageant l'auteur à faire 
entrer la numismatique dans d'autres écrits. P.-Ch. S. 

— Jules Florange. Essai sur les jetons et médailles de mines 
françaises. Paris, chez l'auteur, 21, quai Malaquais, in-8 (extr. des 
Annales des mines, février 1904). 

Très joli petit volume, bien illustré de quatre planches doubles 
en phototypie. La numismatique minière se borne pour la France à 
des médailles commémoratives et à des Surrogats monétaires créés 
par les administrations. La description a été faite avec beaucoup de 
soins sur les pièces originales qui composent le médaillier de la 
Société des comhustihles, à Paris, exposé au Champ de Mars en 1901. 
A la suite de chaque monographie, l'auteur indique les billets de 5, 
10 et 20 francs, édités par les administrations à la suite de la guerre 
de 1870-71. L'ensemble est divisé en sept classes : 1° Surintendants 
généraux des mines ; 2° Mines de charbon ; 3° Mines de fer; 
4" Mines métalliques; 5° Salines; 6° Mines de bitume et d'asphaltes, 
ardoisières et carrières; 7° Ecoles, collectivités, sociétés, ingénieurs, 
etc. En tout, 262 descriptions, dont beaucoup sont nouvelles. M. Flo- 
range se propose de continuer cet intéressant travail par une seconde 
monographie se rapportant aux autres pays et prie les collectionneurs 
de lui communiquer leurs trouvailles. P.-Ch. S. 



— 231 — 

— Zur Feier des sechsifjjährif/en Bestehens der Numismatisclien 
Gesellschaft zu Berlin^ am 22. December 1903. Berlin, 1903, br. in-8, 
de 88 p. avec 1 pl. et fig. dans le texte. 

La Société numismatique de Berlin a célébré pendant l'année 
écoulée le soixantième anniversaire de sa fondation. Afin de laisser un 
souvenir durable de cet événement, la savante compagnie a publié 
cette Festschrift^ dédiée à M. H. Dannenberg, son président d'hon- 
neur; en outre, elle a fait frapper une médaille coramémorative à 
l'effigie de MM. Ferdinand Friedensburg et Emil Bahrfeldt, président 
et vice-président en charge ; cette belle pièce, qui est reproduite sur 
la planche qui illustre la brochure, est l'œuvre du graveur 
E. Deitenbeck. 

Les travaux dont se compose ce recueil sont au nombre de treize, 
publiés également, sauf deux, dans les Berliner Münsblätter, et ont 
pour auteurs respectifs MM. H. Dannenberg, F. Friedensburg, 
P, Brinkmann, J. V. Kull, F. Strauch, Georg Habich, P. J. Meier, 
Alfred Noss, Emil Bahrfeldt, Max Verworn, C. von Kühlewein, 
G. H. Lockner et Max Bahrfeldt. 

En guise d'introduction, M. H. Dannenberg présente en quelques 
pages l'histoire de la Société, fondée le 22 décembre 1843, et passe 
en revue les travaux qu'elle a plus ou moins suscités et les services 
qu'elle a rendus à la science. En parcourant cette notice, nous voyons 
défiler sous nos yeux les noms de tous ceux qui ont honoré la numisma- 
tique en Allemagne, pendant la seconde moitié du XIX* siècle. H. C. 

— Dott. Solone Ambrosoli. Manuale di numismatica. Terza 
edizione riveduta. Milano, 1904, in-16 de XVI et 250 pages avec 
4 pl. et 250 figures dans le texte. 

Il est superflu de faire l'éloge de ce petit ouvrage de vulgarisation. 
Le fait qu'il atteint aujourd'hui sa troisième édition démontre mieux 
que nous ne pourrions le faire que le plan est très bien conçu et 
qu'il répond à un véritable besoin. 

L'auteur, qui avait déjà apporté à la deuxième édition diverses 
modifications, n'a pas voulu faire de celle-ci une simple réimpression 
de la précédente. Il a remis son œuvre sur le métier et lui a de nou- 
veau fait subir quelques transformations, de façon qu'elle se rapprochât, 
autant que faire se pouvait, de la perfection. 

C'est ainsi que son manuel a profité des progrès les plus récents de 
la science numismatique, ce qui est surtout appréciable dans les 
renseignements bibliographiques donnés. 



- 232 — 

Parmi les adjonctions que nous y trouvons, il faut signaler une table 
bibliographique, appelée à rendre de nombreux services, et un petit 
vocabulaire latin-italien. 

Ce dernier chapitre est destiné à faciliter la lecture des monogra- 
phies de numismatique classique pour le cas où le vœu émis au 

Congrès international des sciences historiques de Rome serait suivi 
d'eflet K 

Un autre avantage de la nouvelle édition est son très grand nombre 
d'illustrations, qui est plus que doublé. Chacun sait, plus ou moins 
par expérience, que rien ne vaut l'instruction par les yeux, surtout 
pour un livre élémentaire; il est donc heureux, pour ceux à qui le 
volume s'adresse, que l'auteur ait eu en M. U. Hœpli un éditeur intel- 
ligent, ne reculant devant aucun frais. 

En revanche, nous constatons quelques suppressions que d'aucuns 
trouveront regrettables, tels le « prontuario » des monnaies grecques 
et la liste des sujets et légendes des monnaies italiennes. On a pensé 
— peut-être avec raison — que ces deux chapitres étaient mieux à 
leur place dans un ouvrage destiné à des spécialistes. 

Nous croyons en avoir assez dit pour que les possesseurs de l'édi- 
tion précédente n'hésitent pas à se procurer la nouvelle, ce qui est 
d'autant plus facile que le prix du volume est dérisoire. H. C. 

— Quintilio Perini. // conçjresso internationale di scienze storiche 
in Borna. Rovereto, 1903, br. in-8 de 10 p. (extr. des Atti deW I. B. 
Accademia di scienze, lettere ed arti degli Agiati in Boveio, 
série III, vol. IX, fasc. II). 

Délégué au congrès international des sciences historiques de Rome 
de 1903 par l'Académie des Agiati de Rovereto, M. Q. Perini rend, 
dans ces quelques pages, compte de sa mission. 

Le congrès qui se tint du 2 au 9 avril fut sous la présidence 
d'honneur de quelques personnalités politiques italiennes et de 
l'illustre historien allemand, Théodore Mommsen, décédé depuis. Il fut 
présidé d'une façon effective par le sénateur Pascal Villari et eut 
quatre vice-présidents de nationalités diverses. 

Comme toutes les réunions savantes analogues, le congrès se subdi- 
visait en sections. Les questions du domaine de l'archéologie, de la 
numismatique et de l'histoire de l'art se débattaient dans la quatrième. 

' Au cours du congrès, on a proposé d'utiliser le latin, à l'exclusion des hingues 
modernes, pour les descriptions de monnaies antiques, ainsi que pour la rédaction des 
catalogues s'y rapportant. 



- 233 — 

Un des faits les plus intéressants du séjour de notre confrère à 
Rome est l'audience que lui accorda S. M. Victor-Emmanuel III. Le 
savoir, montré à cette occasion par le roi, ne fut égalé que par son 
affabilité et sa courtoisie. H. C. 

— Charles -Godefroid de Tribolet. Mémoires sur Netickntel, 
1806-1831. Neuchâtel, Wolfrath et Sperlé, 1902, 1 vol. in-8, 478 pp. 

Ces mémoires sont la reproduction exacte du manuscrit du chancelier 
de Tribolet, Les notes de l'éditeur sont signalées par la mention : Ed. 
L'auteur fut successivement maire de Travers puis de Rochefort, 
conseiller d'Etat, chancelier et chambellan du roi de Prusse Frédéric- 
Guillaume III. Il abandonna ses fonctions en 1812 pour les reprendre 
en 1814 et quitta définitivement les affaires publiques en 1831. Il résolut 
alors d'utiliser ses loisirs en rédigeant des travaux historiques sur sa 
longue carrière de cinquante et une années consacrées à la chose 
publi(]ue. Ces Mémoires ont été écrits pour l'instruction d'un neveu qui 
se destinait à la magistrature et, à ce qu'il semble, ne devaient pas être 
imprimés. La famille a bien voulu eu autoriser la publication par les 
soins des éditeurs du Musée neuchâtelois. Ces pages d'une partie encore 
peu connue de l'histoire neuchâteloise ne sont pas sans intérêt et tout 
bon patriote les lira avec plaisir. Nous n'y trouvons que fort peu de 
notes numismatiques, mais elles fournissent beaucoup de documents 
sur les événements contemporains et peuvent servir à éclairer l'histoire 
de quelques médailles. A la page 61 nous trouvons des renseignements 
sur la fabrication des monnaies neuchâteloises et le retrait du billon 
étranger par le trésor public. La création de la médaille de fidélité de 
1831 est signalée à la page 422. P.-Ch. S. 

— Edouard Laloire. La médaille au jour le jour. Bruxelles, 
Goeraaere, 1903, in-8, 31 pp. (extr. de la Revue belge de numism., 
1903). 

Tirage à part des intéressantes chroniques de M. Laloire, publiées 
dans la Revue belf/e. Elles signalent l'activité de la Société hollan- 
daise-belge les Amis de la médaille d'art et les différentes productions 
des médailleurs belges, qui s'affirment de plus en plus. Nous espérons 
que l'auteur continuera à nous tenir au courant de cette renaissance 
artistique dans un pays qui compte toujours de nombreux amateurs et 
de savants numismates. P.-Ch. S. 

— M. PicciONE, Le monete siiberate. Roma, s. d., typ. Roraana, in-8, 
8 pp. 

Intéressante contribution à la technique de la fabrication des 



— 234 — 

monnaies fourrées si communes sous la république et l'empire 
romains. L'auteur étudie les coins du Musée de Lyon signalés déjà 
par notre savant collègue M. Ernest Babelon, P.-Ch. S. 

— D"" Horatio R. Storer. The medals, jetons and tohens^ illustrative 
of tlie science of medicinc. Dans American journal of numismatics, 
passim. 

Nous tenons à signaler ce répertoire fort intéressant, paraissant 
depuis plusieurs années dans les livraisons du journal américain de 
numismatique. L'auteur est un zélé collectionneur, notant avec exac- 
titude toutes les variétés de médailles et jetons touchant à la médecine, 
à la pharmacie, à l'hygiène et aux sciences médicales; il a recueilli 
d'admirables séries. Par leur exposition dans une institution publique, 
il en fait profiter ses concitoyens. Cet inventaire sera indispensable à 
ceux qui, dans l'avenir, désireront écrire une histoire numismatique 
des sciences médicales. P.-Ch. S. 

— The american numismatic and archeological Society of New 
York City. Proceedings and papers 1902. New-York, printed for the 
Society, 1902, in-8, 57 pp. 

En dehors de la partie administrative et de la liste des membres, ce 
volume comprend le résumé des communications faites à la Société 
accompagné d'excellentes illustrations. M. Bauman Lowe Beiden décrit 
les insignes de la société « The Grand Army of the Republic » qui 
sont d'une grande variété, ainsi que les médailles frappées pour les 
assemblées annuelles (encampment). Le révérend J. B. Mes étudie une 
série de poids monétaires coufiques en verre et d'empreintes sigillaires 
sur verre dont il a réuni une importante collection en Asie Mineure et 
en Egypte. Ce volume contient aussi un rapport sur le congrès inter- 
national de Paris par M. George F. Kunz. P.-Ch. S. 

— Münz- und Medaillcn-Kabinet des Freiherrn Wilh. Knigcje. 
Hannover, H. S. Rosenberg, 1901, in-8, 323 pp. 

Cette remarquable collection comprend 5551 pièces appartenant 
toutes au Brunswick et au Hanovre. Depuis le catalogue si bien fait du 
baron d'Inn- et Knyphausen, nous n'en avions pas vu de cette impor- 
tance. Les plus anciennes pièces de la série ducale de Brunswick sont 
les bractéates de Henri le Lion (1142-1180)-, pour chaque règne nous 
trouvons d'importantes raretés. Ce catalogue, purement descriptif et 
très sommaire, servira avantageusement de guide et de répertoire à 
tous ceux qui s'occupent de cette spécialité, car il contient cependant 
tout ce qu'il est urgent de ne pas ignorer. L'auteur a bien fait de ne 



— 235 — 

pas indiquer les prix d'estimation, car ces renseignements vieillissent 
vite et sont souvent peu exacts. L'inventaire se termine par les mon- 
naies des villes, dont les séries sont très complètes. Il serait très dési- 
rable que l'on publiât des catalogues de ce genre pour toutes les 
grandes collections, cela mettrait de bons moyens d'étude entre les 
mains de chacun. Nous ne ferons qu'un seul reproche à l'éditeur, pour 
qui la question budgétaire n'a pas dû entrer en ligne de compte ; 
quebiues figures des principaux types métalliques et une notice sur 
l'histoire monétaire du pays, rédigée d'une façon sommaire, auraient 
considérablement ajouté à l'intérêt de ce volume, surtout pour les 
numismates étrangers qui n'ont pas d'originaux à leur disposition. 

P.-Ch. S. 

— K. E. Graf von Leiningen -Westerburg. Ex-Libris von Jean 
Kauffmann, Luzern. Dans Ex-Libris^ Zeitschrift für Bücherzeichen 
des Vereins zu Berlin^ Jahrg. XI, Heft 1. 

Nous sommes heureux de voir cette étude sur un de nos collègues 
lucernois, qui commence à être connu en dehors de nos frontières. 
Il Jean KaufFmann a fait de belles médailles, entre autres son Nicolas de 

Fliie, et gravé plusieurs matrices de sceaux héraldiques. Sans cesser 
de s'occuper de gravure sur acier, il compose des ex-libris gravés par 
lui-même à l'eau-forte ; ces pièces se distinguent surtout par la beauté 
du style héraldique. L'article, très élogieux, est accompagné de plusieurs 
bonnes reproduction d'ex-libris tirés en original. P.-Ch. S. 

— Quintilio Perini. La repubblica romana ciel 1819 e le sue monete. 
Rovereto, Grandi & C", 1903, in-8, 38 pp, avec tig. 

M. Perini est un des auteurs les plus actifs de la belle phalange 
de numismates transalpins. Ses brochures se succèdent à intervalles 
rapprochés et constituent chacune une monographie importante traitée 
avec tous les détails désirables. Notre collègue M. Arnold Robert a 
publié en français, dans le journal de MM. Spink et fils, une étude sur 
les monnaies de la république de 1849. Aujourd'hui M. Perini, se 
basant sur le travail de M. llobert, reprend ce sujet en italien, avec 
plus de détails. 

En dehors des pièces émises par le gouvernement ré})ublicain, 
M. Perini décrit une série d'essais de monnaies obsidionales du siège 
de Gaëte. Il n'a pas pu retrouver de documents officiels concernant ces 
pièces. A notre avis ce ne sont que des essais créés pour le collec- 
tionneur, dans le genre des pièces de la Guyane indépendante et des 
écus de Napoléon IV, Gambetta, Thiers et Mac-Mahon. Onze docu- 
ments officiels sont reproduits dans le travail de M. Porini. P.-Ch. S. 



— 236 — 

— Paul Joseph. Die Schaumünzen der « Fruchtbringenden Gesell- 
schaft ». Frankfurt a. M., Osterrieth, 1899, iii-8, fig. et pl., 15 pp. 
(extr. de Franhf. Münzblätter^ 1899). 

Cette société littéraire fut fondée en 1617 au château de Hornstein, 
résidence du duc de Saxe-Weimar, sur l'initiative du précepteur du 
prince, le conseiller Caspar von Teutleben. Son prototype fut la 
célèbre académie italienne « délia Crusca». Elle avait pour but de 
veiller à la pureté de la langue allemande et à exclure du bon langage 
les mots vulgaires ou provenant d'autres idiomes. Le personnel de la 
compagnie se composait surtout de princes et de nobles personnages. 
Son siège était dans le lieu de résidence du président et se transporta 
successivement à Kœthen, Weimar et Halle a/S. La description des 
médailles et leur explication symbolique est des plus intéressantes; la 
liste des membres, reproduite d'après les manuscrits originaux, nous 
donne les noms de guerre de chacun d'eux. L'association cessa 
d'exister en 1860, à la mort du duc Auguste de Saxe, son dernier 
président. P.-Ch. S. 

— H.-J. de DoMPiERRE DE Chaufepié. KoninMijli Kahinet van 
munten, penningen en gesneden steenen. Catalogus der Nederlandsche 
en op Nederland betreîcJoing hebbcnde G-edenhpenningen. I (tot 1702). 
s'Gravenhage, 1903, gr. in-8, XIV et 298 pp. avec 23 pl. en phototypie. 

Le savant conservateur du Cabinet des médailles de la Haye nous 
donne ici le premier volume du catalogue détaillé des médailles 
historiques des Pays-Bas. Les descriptions se suivent par ordre chro- 
nologique avec une bibliographie de chaque pièce. Les planches, 
sortant de la maison H. Kleinmann et C" à Harlem, sont excellentes. 
Les amateurs qui ont passé de bonnes heures à feuilleter les in-folios 
de van Mieris et de van Loon retrouveront ici de vieilles connais- 
sances ; ce ne sont plus des gravures sur cuivre, mais la reproduction 
exacte, par la photographie, de ces belles pièces qui ont charmé nos 
ancêtres. Les Pays-Bas sont le berceau de la médaille historique comme 
l'Italie a été celui de la médaille artistique. Les moindres événements 
de famille et de toute cette époque mouvementée sont commémorés 
par des médailles frappées, fondues ou ciselées au burin, de telle 
sorte qu'on en trouverait difficilement ailleurs une aussi grande 
quantité. La collection de la Haye étant la plus complète du pays, 
son catalogue deviendra un livre indispensable à tout amateur sérieux. 
Le nombre des pièces décrites est de beaucoup supérieur à celui des 
anciens auteurs. Ce premier volume s'arrête à la date de 1702 et 



— 237 — 

comprend 2021 médailles. Nous nous réservons de revenir, plus en 
détail, sur certaines pièces intéressant la Suisse et sur les médailles 
artistiques dans l'article que nous consacrerons au deuxième volume 
de cet important catalogue. P.-Ch. S. 

— Bihliograpliia economica universalis. Répertoire bibliographique 
annuel des travaux relatifs aux sciences économiques et sociales publié 
par Jules Mandellô. V" année. Travaux de l'année 1902, rédigé par 
Ervin Szabô. Publication de l'Institut international de bibliographie. 
Bruxelles, Institut intern, de bibliogr. (1903), in-8, XXI et 170 pp. 

L'Institut international de bibliographie à Bruxelles a pris à tâche de 
recueillir les titres de toutes les publications imprimées sur n'importe 
quel sujet, y compris les articles de périodiques. Pour pouvoir arriver 
à classer ce matériel immense il a adopté le système Devey, l'un des 
plus pratiques et des plus ingénieux qui existent; chaque branche des 
connaissances humaines est répartie sous un chiffre spécial qui, en 
s'augmentant de fractions décimales, donne d'autres sous-divisions et 
permet de classer les plus petits groupes dans un ordre logique. En 
dehors du recueil général des fiches bibliographiques, auquel de nom- 
breux employés sont attachés, l'Institut international encourage et pro- 
tège toute une série d'offices bibliographiques consacrés chacun à une 
spécialité et travaillant sur le mémo plan. C'est ainsi que nous avons 
à Zurich le Concilium hibliograpliicum ayant à sa tête le Dr. Field, 
sous la direction duquel pai'aissent les bibliographies de la zoologie, 
de la botanique et de l'anatomie. Un institut de Paris a entrepris la 
bibliographie médicale et physiologique. M. Jules Mandell('), professeur 
à la faculté de droit de Pozsony, et M. Ervin Szabo, bibliothécaire 
de la chambre de commerce de Budapest, sont les éditeurs de la biblio- 
graphie de l'économie politique et sociale dont nous signalons le 
premier tome. 

Ce volume, comme le disent avec beaucoup de franchise les auteurs, 
n'est qu'un dépouillement imparfait des travaux écrits dans les princi- 
pales langues. Le premier élan est donné et il ne restera plus qu'à 
compléter la publication, ce qui se fait avec la plus grande facilité. Les 
titres ne sont imprimés que sur un seul côté de la page et destinés à 
être découpés et remontés sur fiches libres, ce qui permet le classement 
ou alphabétique ou par matières. 

Cette bibliographie sera d'une grande utilité pour ceux d'entre nous 
qui s'occupent non seulement de numismatique historique ou descrip- 
tive, mais encore étudient la valeur de l'argent, le cours et le rôle 



— 238 - 

de la monnaie comme moyen d'échange. Les titres intéressant sous 
ce rapport la numismatique sont groupés sous les rubriques : banques, 
monnaies, finances et cour des comptes. Des index avec les abréviations 
employées se trouvent au commencement du volume et un index des 
noms par ordre alphabétique termine cette publication. P.-Ch. S. 

— PicciONE. Autenticita nummaria. Roma, Typ. edit. roman, 1902, 
in-8, 13 p. 

Etude sur les falsifications des monnaies antiques, faite au point de 
vue de la technique. A lire en même temps que les publications 
analogues de MM. Gnecchi et Vitalini. On ne saurait trop mettre en 
garde les collectionneurs contre les imitations si parfaites des faus- 
saires italiens. P.-Ch. S. 

— Association du Musée suisse des pJiotograpMes documentaires. 
Compte rendu de l'année 1902. Lausanne, Corbaz, 1903, in-8, 12 pp. 

Cette association, dirigée par notre collègue M. Eugène Demole, a 
pour but de recueillir et de conserver toutes les images photogra- 
phiques, épreuves et clichés originaux se rapportant à la Suisse et de 
créer ainsi un musée-archives d'une importance capitale pour ceux 
qui s'occupent d'un point quelconque de notre histoire nationale. La 
numismatique n'y est pas oubliée; la collection de photographies 
directes, d'après les originaux ou d'après des dessins à la plume, 
comprend déjà près de trois mille exemplaires différents. Chaque 
collectionneur tiendra à enrichir cette série en envoyant une épreuve 
photographique des pièces rares ou uniques qu'il possède. La Ville de 
Genève, comprenant l'utilité de cette institution, a bien voulu accorder 
à l'association l'usage d'une salle dans le nouveau Musée en construc- 
tion aux Casemates. La cotisation annuelle n'est que de 5 francs et 
donne droit à la consultation des archives. Le siège actuel de la société 
est à Genève, 40, rue du Marché, jusqu'à son transfert au nouveau 
Musée. P.-Ch. S. 

— Jules Meili. Moedas portuguesas de otiro carimhadas ou crave- 
jadas nas Indias occidentaes e no continente americano. Lisboa, 
Imprensa nacional, 1902, in-8, 13 pp. et 1 pi. phot. (extr. de arclieolog. 
portugtiès^ 1902). 

Très intéressante étude sur les monnaies contremarquées et 
enclouées pour en certifier la valeur en cours. Cette notice rectifie 
plusieurs descriptions de Chalmers et de Zay, ainsi que du catalogue 
Fonrobert. 

L'enclouage des pièces se faisait comme suit : lorsqu'une monnaie 



— 239 — 

d'or était rognée, un orfèvre pratiquait au centre un trou qu'il bouchait 
avec un rivet d'or allié d'un métal quelconque -, on leur donnait ainsi 
un poids légal. Ces pièces ont été ensuite contremarquées par les 
autorités des pays où elles circulaient, surtout dans les Antilles. 

P.-Ch. S. 

— D"" J. Simonis. Les médailles de Constantinet d' Heraclius. Bruxelles, 
Goemaere, 1901, in-8, 47 pp. et 3 pi. phot, (extr. de laBev. belge de 
num.^ 1901). 

L'auteur reprend les conclusions de Guiffrey, Frœhner et van 
Schlœsser sur l'origine de ces pièces et les soumet à une étude 
très serrée. 11 y voit des médailles mystiques rappelant le triomphe de 
la croix dans le monde sous l'égide de. l'empereur Constantin et la 
reprise de la relique de la croix sur les infidèles. Sans se prononcer 
pour une attribution certaine à un médailleur, M. le D"" Simonis leur 
assigne cependant une origine italienne. Comme aucun des exemplaires 
connus ne paraît être du même moule, il en conclut que ce type a été 
imité à diverses époques et que plusieurs des exemplaires connus 
pourraient bien avoir été exécutés à des époques difïerentes en Italie, 
en France et dans les Pays-Bas. La question est intéressante et 
mériterait d'être étudiée à fond sur de bons moulages pris dans 
les différentes collections. P.-Ch. S. 

— Quintilio Perini. La repubblica di San Marino, sue monete, 
medaglie, decorazioni. Seconda edizione riveduta. Rovereto, Grigoletti, 
1900, in-8, fig., 32 pp. 

Le succès de la première édition de cefopuscule a engagé son auteur 
\p à le remanier. liCS descriptions des monnaies, continuées jusqu'à la 

[t dernière émission, sont complétées par la reproduction des actes et 

documents. Parmi les médailles il y en a une fort belle au buste de 
Dante frappée pour son sixième centenaire en 1865, des ordres de 
chevalerie, des médailles militaires, d'ancienneté et de mérite, une 
médaille de chapelet et des prix d'école. Un aperçu historique sur la 
république et sur sa constitution complète le travail. P.-Ch. S. 

— Quintilio Perini. Le monete di Berengario II dTurea, re d'Italia, 
e di Ottonc I imperatore, coniate a Verona (950-973). Rovereto, 
Grandi & C°, 1902, in-8, 16 pp. avec fig. 

Ce vingt-deuxième mémoire de notre savant collègue, publié à 
l'occasion du congrès des sciences historicjucs à Rome, est basé sur 
l'étude de la trouvaille de Feltre faite en 1869 et déposée au Musée 
civique de Trieste. L'auteur donne la description et un croquis de cent 



— 240 — 

trente-cinq variantes de deniers au nom d'Othon I et de quatre deniers 
de Béranger 11 d'Ivrée. Encore une utile contribution au Corpus 
nummorum italicorum. P.-Ch, S. 

— Quintilio Perini. Le monete di Verona descritte ed iUusirate. 
Rovereto, Grandi et C°, 1902, in-8, 110 pp. avec nombr. fig. 

Très importante monographie débutant par une étude historique sur 
Vérone. Un chapitre spécial en explique le système monétaire, puis 
viennent les descriptions accompagnées d'excellents dessins. La plus 
ancienne monnaie est un denier anonyme du premier quart du 
X^ siècle à la légende IN CHRISTI NOMINE. Les deniers royaux 
d'Hugues, de Lothaire II et de Béranger II, rois d'Italie, suivent, 
ainsi que les deniers impériaux au nom d'Othon I, et d'Henri II, 
Conrad, Henri III, Henri IV et V, Frédéric I, Henri VI et Frédéric IL 
La seconde période du monnayage, qui va de 1259 à 1387, est celle de 
la domination de la famille des Scaligeri. Les espèces sont des petits 
deniers (piccolo), des mediatino ou deux-deniers, des gros tyroliens, 
des gros aquilins, des quattrini et des gros de deux-sols. En 1387 la 
ville tombe aux mains des Visconti de Milan, qui y régnent jusqu'en 
1402 ; le type des espèces est purement milanais. En 1405 Venise 
occupe la ville et y établit son système monétaire. Les premières 
monnaies de cette période, qui durera jusqu'en 1509, sont les mezza- 
nini ou soldi du doge Michel Sténo (1400-1413). De 1505 à 1516, 
domination autrichienne. Les beaux ducats d'or et les testons de 
Maximilien P"" sont les pièces les plus remarquables par leur style et 
leur rareté. On trouverait difficilement ailleurs un numéraire plus 
varié pour un si court espace de temps ; la fin du volume est consacrée 
aux documents. 

Toutes nos félicitations au numismate de Rovereto pour cette belle 
page de l'histoire de l'Italie. P.-Ch. S. 

— Marie de Man. La numismatique du siège de Middelhourg de 
1572 à 1574. Bruxelles, Goemaere, 1903, in-8, 107 pp., 4 pi. et 1 carte, 
(extr. de la Revue numism. belge., 1902-1903). 

La savante conservatrice du Musée de la Société zélandaise de 
Middelbourg a écrit une fort belle monographie de ce siège fameux 
et des monuments numismatiques qui en résultèrent. Le récit palpi- 
tant de ce fait d'armes est accompagné de toutes les pièces d'archives 
concernant les frappes de monnaies obsidionales. Une des pièces porte 
au revers cette inscription intéressante : Lorsque je fus frappée., 
Middelbourg était assiégée. Le peuple pressé par le faim., mangeait des 



— 241 — 

chevaux, des chiens, dît cuir, par besoin : des chats, des rats, des 
f/aufrcs de graine de Un en guise de pain. 

On frappa une foule de monnaies d'argent, de plomb, de cuivre et de 
papier qui ne furent, du reste, pas remboursées après le siège. Plusieurs 
pièces existent aussi en imitation moderne et une de celles signalées 
dans le catalogue de Maillet n'est qu'un jeton ayant servi à un autre 
usage. Ce travail très soigné est accompagné d'excellentes planches 
et d'une carte de la Zélande par Mercator. P.-Ch. S. 

— E. Fischer. Beitrag zur Münzkunde des Fürstenthtims Moldau. 
Czernowitz, Czopp, 1901, in-8, 53 pp. et 5 pl. lithogr. (extr. de Jahr- 
Imch des BuJcoiviner Landesmuseums, 1901). 

L'auteur a condensé et complété en allemand les mémoires de 
D. A. Stourdza, écrits en roumain, sur les monnaies et médailles de 
Moldo-Valachie. Il y a joint une bibliographie de la numismatique 
roumaine et le catalogue des fouilles et découvertes intéressant la 
numismatique romaine dans ces régions. M. Fischer a également décrit 
ici les nombreuses trouvailles faites au château princier de Suczawa, 
et dont le Musée national de la Bukowine s'est enrichi. 

Ce travail débute par un résumé historique du monnayage en 
Moldavie, dont les premières pièces remontent à Bodgan I (1348-1355). 
Depuis cette date, vingt-deux wojwodes ont émis des espèces jusqu'en 
1666. A partir de ce moment il n'est pas fait de frappes spéciales. Le 
monnayage de nombreux pays avait cours dans ces régions et les diffé- 
rents souverains ont imité abondamment les espèces de leurs voisins 
et même de princes fort éloignés. Par exemple, les copies plus ou moins 
serviles de monnaies de Riga, de Suède et de Pologne existent en de 
nombreuses variétés. Le principal atelier était Suczawa — l'auteur fait 
la description de 276 monnaies. Nous recommandons l'étude de cet 
intéressant mémoire qui, jusqu'à présent, est le seul accessible aux 
lecteurs ne possédant pas la langue roumaine. P.-Ch. S. 

— Paul Joseph. Historisch-kritische Beschreibung des Bretzen- 
heimer Goldguldcnfundes (Vergraben um 1390). Mainz, Victor von 
Zabern, 1883, in-8, 2 Tafeln Abbild., 96 S. 

Ce remarquable travail, déjà intéressant par le seul fait qu'il 
décrit la trouvaille si importante de Bretzenheim, l'est encore 
davantage par les renseignements qu'il contient sur les frappes de 
florins d'or de Florence et les imitations de ces pièces dans divers 
ateliers, il résume tous les travaux précédents, d'Orsini, de Vettori et 
de Dannenberg, et forme un très bon manuel pour le collectionneur 

HEVUE NUM. T. XII. 16 



- 242 - 

de florins d'or en général. Une bonne planche phototypique le 
complète. P.-Ch. S. 

— A.-R. von Lœhr. Erste internationale Ausstellung moderner 
Medaillen im k. k. oesterreich. Museum für Kunst und Indtistrie in 
Wien. 17. Februar bis 17. März 1900. Wien, Jasper, 1900, in-16 
oblong avec 56 figures. 

Cette brochure renferme de nombreuses illustrations et le catalogue 
d'une exposition de médailles modernes organisée à Vienne sous la 
présidence de M. A. R. von Lœhr, l'un de ceux qui ont le plus 
contribué au renouveau de l'art de la médaille en Europe. En dehors 
du comité local, un comité d'honneur était formé de M. de Foville, 
directeur de la Monnaie de Paris, de M. H. Moyaux de Bruxelles, et 
Paul-Ch. Strœhlin de Genève. 

Nous remarquons les noms de nombreux artistes suisses dans les 
exposants de cette exhibition qui a si bien réussi qu'on l'a transportée 
trois mois après à Francfort s/M. P.-Ch. S. 

— Paul-Ch. Strœhlin. Eépertoire général de médaillistique. Fiches 
n"^ 901 à 1050. 

Les cent cinquante dernières fiches de cet important travail sont 
consacrées aux descriptions de médailles à l'effigie de souverains et 
d'hommes politiques, de militaires et d'ecclésiastiques, de savants et 
d'artistes. Quelques-unes ont rapport à Gutenberg et à d'autres impri- 
meurs célèbres, mais la plus grande partie, cependant, s'occupe des 
pièces rappelant la mort de Denis-Auguste Aiîre, le malheureux arche- 
vêque de Paris, survenue le 27 juin 1848, lors de la Révolution. 

Sur ces cent cinquante descriptions, il en est peu qui intéressent la 
Suisse; nous avons noté cependant celle de la rarissime médaille de 
Leopold Robert, par Brandt. 

La suite de cet ouvrage, qui fait grand honneur à son auteur, ne 
saurait tarder à être distribuée à ses nombreux souscripteurs. H. C. 

Dépouillement des périodiques. 

Amer, joiirn. of. num. = American journal of nnmismatic. 

Anz. fur schtoeiz. Alt. = Anzeiger für schweizerische Altertumskunde. 

Arch. her. suisses = Arcliives liéraldiques suisses. 

Berl. Miinzbl. = Berliner Münzhlätter. 

Bl. f. Münzfr. = Blätter für Miinzfreunde., 

BoU. di num. = Bollettino di nuraismatica. 



- ^43 - 

Hull. num. S. == Bulletin de numismatique (Serrure). 

Fraiikf. Miinzzlfj. = Frankfurter Münzzeitung. 

Gaz. num. l). = La Gazette numismatique (Dupriez). 

Gaz. num. franc. = Gazette numismatique française. 

Giorn. arald. = Giornale araldico-genealogico-diplomatico. 

Jahrbuch der k. k. her. Ges. Adler = Jahrbuch der k. k. heraldischen Gesell- 
schaft « Adler ». 

Millh. der hai/er. num. Ges. = Mitlheilungen der bayerischen numismatischen 
Gesellschaft. 

i]lillh. des Klubs der Münz- u. Medaillen fr. in W. = Miltlieilungen des Klubs 
der Münz- und Medaillenfreunde in Wien. 

Monutsbl. der k. Je. her. Ges. Adler = Monatsblatt der k. k. heraldischen Gesell- 
schaft « Adler ». 

Monutsbl. der num. Ges. in W. = Monatsblatt der numismatischen Gesellschaft 
in Wien. 

Monih. num. Girc. = Monthly numismatic Gircular. 

Mus. neuch. = Musée neuchâtelois. 

DJum. Ghron. = Numismatic Ghronicle. 

Num. Zeilschr. = Numismatische Zeitschrift. 

Pruceedinfjs = Proceodings of american numismatic and archeological Society. 

Her. belf/e = Revue beige de numismatique. 

lieu, franc. = Revue numismatique. 

Hill. ital. = Rivista italiana di numismalica. 

Tijd. van het Ned. Gen. = Tijdschrift van het koninklijk Nederlandsch Genoot- 
scliap voor munt en peniiingkunde. 

Zeilschr. für Num. = Zeitschrift für Numismatik. 

Numismatique suisse. — [?] Cabinet de numismatique [du Musée 
national de Zurich] {XI" Rapport annuel du Musée national, p. 104). 
— Guglielmo GRii^LO.Mone tedi Uri, Schwitz ed Unterwaiden, memoria 
quinta, avec fig. {Boll. di num.., 1903, p. 43). — [?] Hans Frei's neue 
Plakette auf die Jubelfeier von Waadt {Bl f. Münz fr., 1903, col. 3012 
avec fig. 1 de la pl. 151). — P. J[osei'h]. Der letzte Thaler von Zug 
{FranJcf. Münsstg., 1903, p. 391). — P. J[oseph]. Nicht Gersau {Month. 
num. Circ, 1903, col. 6059. — Reproduit dans la FranJcf. Münzstg., 
1903, p. 442). — A. MiCHAUD. Les médailles de Jean-Jacques Perret- 
Gentil {Mus. neuch., 1903, p. 97 avec 2 pl.). — Robert Mowat. 
Ordonnance du 2 juillet 1816 sur le poinçonnage des écus français de 
six livres à tranche feuillagée, avec fig. {Rev. franc., 1903, p. 61). — 
A, RIoijrrt]. Une médaille officielle suisse, avec fig. [Médaille du par- 
lement] {Month. num. Cire, 1903, col. 5933). — A. R[obkkt]. Une 
monnaie inédite deGersau, avec fig. {Ibid., col. 5947. — Voy. ci-dessus 



— 244 — 

. P. Joseph), — A. R[obert]. Médailles suisses nouvelles [Tir de Baden, 
Ski-Club de Berne, etc.] {Ibid., col. 6058 et 7143). — A. RfouEUT]. 
Tir cantonal valaisan à Monthey, les 21-29 juin 1903 {Ibid., col. 7094). 

— A. Robert. La seigneurie de Franquemont, avec fig. {Ibid., col. 
7136, 7177, 7242). — P.-Ch. Stkœhlin. Médailles officielles du 
troisième centenaire de l'Escalade de 1602 à Genève, scvQcfv^. {Moniteur 
de Vindustrie et de la construction, p. 22). — W. Wavre. Lettres de 
H'-F" Brandt à H'-L" Jacki {Mus. neuch., 1903, p. 243 avec 1 pi. repré- 
sentant le buste en marbre de Kleinstiiber, mécanicien de la Monnaie 
royale de Prusse par Brandt). — H. Zeller- Werdmüller. Der Churer 
Denar des Cäsars Otto, avec fig. {Ans. für schweis. Alt. 1902-03, 
p. 279). 

Numismatique grecque. — Ad. Blanchet. L'influence de l'art grec 
dans le nord de la Gaule Belgique, avec fig. {Rev. franc., 1903, p. 100). 

— A. Dieudonné. Monnaies grecques récemment acquises par le 
Cabinet des médailles {Rev. franc., 1903, p. 221, avec pi. XIV et fig, 
dans le texte). — B.-D.-J. Dutilh. Numismatique des nomes d'Egypte, 
avec fig. {Rev. belge, 1904, p. 41). — L. F[orrer]. Inedited coins. LIL 
A variety of the tetradrachm of Catana with faciug head of Apollo, 
avec fig. {Montli. num. Cire, 1903, col. 5813). — L. P[orrp:r]. Inedited 
coins. LVI, An unpublished artist's signature on a stater of Leucas 
{Ibid., col, 6085), — L, Forrer, Les signatures de graveurs sur les 
monnaies grecques {Rev. belge, 1903, pp, 271 et 419, avec pi. VIII et 
fig. dans le texte ; 1904, p, 5), — Jean de.FoviLLE, Monnaies trouvées 
en Crète, don Arnaud-Jeanti, avec fig, {Rev. franc., 1902, p, 452). — 
H, von Fritze, Birytis und die Kabiren auf Münzen {Zeitschr. für Num., 
t, XXIV, p, 105, avec pl, Y). — H, G^^bler, Zur Münzkunde Make- 
doniens, avec fig, {Ibid., t. XXIII, p, 141). — Th. Ippen. Magistrats- 
namen auf den Münzen von Scodra, avec fig. {Monatbl. der num. Ges. 
in W., 1903, p. 3). — Lanuton Neville. Notes on some phocian obols 
{Num. Chron., 1903, p. 197, avec pl. V). — M, Caruso Lanza. Spiega- 
zione storica delle monete di Agrigento {Riv. ital., 1902, p. 439; 
1903, pp. 37, 111, 333, avec pl. I et II). — George Macdonald. The 
numéral letters on imperial coins of Syria {Ncm. Chron., 1903, p. 105). 

— Robert Mowat. Note supplémentaire sur les monnaies abrasées 
{Rev. franc., 1902, p. 464). — R. Mowat. Les médaillons grecs du trésor 
de Tarse et les monnaies de bronze de la communauté macédonienne 
{Ibid., 1903, p. 1, avec pl. I-IV). — A. Parazzoli. Numismatique 
alexandrine {Ibid., p, 252), — D'' E, Poncet, Oboles de Marseille et 



— 245 — 

monnaie à légende nord-étrusque à propos d'une trouvaille faite près 
de Valence, Drôme (Ibid., p. 87, avec pi. VI). — K. Rkgling. Zur 
griechischen Münzkunde, avec fig. (Zeitschr. für Ntim., t. XXIII, p. 190 ; 
t. XXIV, p. 129). — D'' Jules Rouvier. L'ère d'Alexandre le Grand en 
Phénicie. Note complémentaire (Rev. franc., 1903, p. 239). — A. Sambon. 
Brcvi osservazioni su alcune monete di Cuma (Boll. di num., 1 903, p. 1 1 7). 

— Frank Benson Suekman. Ancient greek coins (suite) (Amer, journ. 
of mm., t. XXXVI, pp. 33, 65, 97, avec pi. VII- VIII ; t. XXXVU, 
pp. 1, 33, 97, avec pi. IX-XI et une carte; t. XXXVIII, p. 33, avec 
pi. XII). — Alberto Simonetti, barone. Appunti di numismatica 
luriense {Boll. di num., 1903, p. 105). — D.-E. Tacciiella. Cinq rois 
des Gètes {Rev. franc., 1903, p. 31, avec pi. V et fig. dans le texte). — 
D.-E. Tacciiella. Monnaies d'argent autonomes d'Apollonia de Thrace 
{Ibid., p. 40). — D.-E. Tacchella. Monnaies de la Mésie inférieure 
[II" supplément au Corpus] {Ibid., p. 203, avec pi. XI-XIII). 

Numismatique romaine. — Solone Ambrosoli. A proposito délie 
cosidette « restituzioni » di Gallieno o di Filippo {Riv. ital., 1903, 
p. 195). — A. W. H. Notes of a numismatist's holiday in northern 
France {Month. num. Cire, 1903, col. 7092. — Voir à ce propos 
F. G[nrcchi] Una rettifica, Ibid., col. 7266). — Ernest Babelon. Les 
monnaies de Septime Sévère, de Caracalla et de Géta relatives à 
l'Afrique {Riv. ital., 1903, p. 157, avec pi. III). — E. Babelon. L'ico- 
nographie monétaire de Julien l'Apostat {Rev. franc., 1903, p. 130, 
avec pi. VII-X). — E. Bahrfeldt. Magnia Urbica, Gemahlin des 
Carinus, 282-84 n. Chr., avec fig. (5er/. Miinsbl., 1902, p. 162). — 
M. Bahrfeldt. Ueber die Chronologie der Münzen des Marcus Antonius 
718/44—724/30 (/6/rf., 1903,pp. 281, 303, 318, 331). — Luigi Correra. 
Osservazioni intorno ad una moneta di Neapolis, avec fig. {Riv. ital., 
1903, p. 192). — G. Dattari. Appunti di numismatica alessandrina, 
avec fi^r. (suite) {Ibid., 1902, p. 407 ; 1903, pp. 11, 263). — L. F[orrer]. 
Inedited coins. LIV. An unpublished medallion in gold of the emperor 
Constantine the Great, avec fig. {Month. num. Cire, 1903, col. 5917. — 
Rectification par F. Gnecchi, Ibid., col. 6029). — Jean de Foville. 
Deux médaillons d'argent romains récemment acquis par le Cabinet 
dos médailles, avec fig. {Rev. franc.., 1903, p. 43). — Jean de Foville. 
Monnaies trouvées à Karnak, don Rothschild, avec fig. {Ibid., p. 272). 

— Fr. Gnecchi. Appunti di numismatica romana. LVIII {Riv. ital., 
1903, p. 367). — ■ Fr. Gnecchi. Un denaro repubblicano ignoto, avec 
fig. {Ibid., p. 382). — Fr. Gnecchi. Del restaure délie monete antiche, 



— 246 — 

avec fig. {Boll. di num., 1903, p. 33). — F. G[necchi]. Voir plus haut 
A. W. H. et L, F[orrer]. — E. J. H^:berlin. Corpus numorum œris 
gravis ÇRiv. ital, 1903, p. 175). — D"" E. J. HiEBERLiN. Corpus numorum 
seris gravis, Vortrag, gehalten auf dem internationalen Kongress zu 
Rom 1903 {Berl. Münzhl, 1903, pp. 313, 339, 347). — A. W. Hands. 
The witness of the coins to the social war (90-89 B. C). The first civil 
war between Marius and Sulla (88-86 B. C). The mithridatic wars 
(88 B. C). The wars with Sertorius and Spartacus (78-70 B. C), avec 
fig. {Month. num. Giro., 1903, col. 5813). — A. W. Hands. The coins 
issued by Cieero's friends, avec fig. (Ibid., col. 5917). — D"" Friedrich 
Kenner. Neue Erwerbungen der Sammlung Weifert in Pancsova 
(Num. Zeitschr., t. XXXIV, p. 49, avec pl. IV). — Wilhelm Kubitschek. 
Nicica Claudiopolis (Ibid., p. 1, avec pl. I-III). — Wilhelm Kubitschek. 
Eine Münze Dryantillas, avec fig. {Ibid.^ p. 28). — Wilhelm Kubitschek. 
Rückgang des Lateinischen im Osten des römischen Reichs {Monatsbl. 
der num. Ges. in W., 1903, pp. 18 et 31). — Andreas Markl. Gewicht 
und Silbergehalt der Antoniniane von Quintillus (Num. Zeitschr.^ 
t. XXXIV, p. 143). — Jules Maurice. Classification chronologique des 
émissions monétaires de l'atelier de Nicomédie pendant la période 
constantinienne (Num. Chron.^ 1903, p. 211, avec pl. VI-VII). — 
P. MoNTi, Lod. Laffranchi. I. Due Massimiani Erculeo e Galerio nella 
monetazione del bronzo. Note di numisraatica romana imperiale, avec 
fig. (Boll. di num., 1903, p. 8). — P. Monti, Lod. Laffranchi. Contri- 
buti al « Corpus numorum », monete imperiali inédite délia collezione 
Pompeo Monti in Milano, avec fig. (Ibid., pp. 25, 56, 120). — P. Monti, 
Lod. Laffranchi. Tarraco o Ticinum, avec fig. (Ibid., y». 35). — P. Monti, 
Lod. Laffranchi. Le sigle monetarie délia zecca di « Ticinum » dal 
274 al 325, avec fig. (Ibid., pp. 79 et 89. — Voir aussi Month. num. 
Cire, 1903, col. 7143). — R. Mowat. Supplément au catalogue descrip- 
tif des monnaies et essais de répétition (Rev. franc., 1902, p. 462). — 
R. Mowat. Contribution à la théorie des contremarques romaines 
(Ibid., 1903, p. 118). — Robert Mowat. Un essai de denier romain 
avant la lettre, avec fig. (lîio. ital., 1903, p. 385). — N. George Olcott. 
Notes on roman coins (Amer, journ. of num., t. XXXVI, p. 81, avec 
2 pl.; t. XXXVII, p. 104, avec 1 pl.). — Arthur Sambon. Monnaies 
inédites de l'Italie antique, avec fig. (Bev. franc., 1903, p. 53). — Otto 
VoETTER. Die Legenden der Reichsmünzstätte Antiochia (Monatsbl. 
der num. Ges. in W., 1903, p. 34, avec pl. I). — Otto Voetter. 
Tarraco oder Ticinum ? (Ibid., p. 135). — Otto Voetter. Ticinum o 



- 247 — 

Tarraco (3Ionth. mm. Cire, 1903, col. 7089). — N. Vulic'. Prä- 
gungen der Dacia und von Viminacium, avec fig. {Niim. Zeitschr., 
t. XXXIV, p. 139). — H. Willers. Römische Groldmünzen nebst Gold- 
und Silberbarren aus Italica bei Sevilla, avec fig. {Ibid., p. 29). — 
H. Willers. Ein bisher unbekannter Semis der Colonia Copia Felix 
MunatiaLugudunum, avec fig. (Ibid., p, 65). — H. Willers. Die Münzen 
der römischen Kolonien Lugudunum, Vienna, Cabellio und Nemausus 
{Ibid., p. 79, avec pl. V-VII). 

Numismatique orientale. — [?] A sacred Chinese coin {Amer, journ. 
of niim., t. XXXVII, p. 20). — F. Geo Black. Copper massas of Ceylon 
{Ibid., p. 41). — R. BuRN. The Mughal mints in India {Ntim. Chron., 
1903, p. 194). — J. G. Covernton. Two coins relating to the Buwayhid 
and 'Ohaylid dynasties of Mesopotamia and Persia {Ibid., p. 177). — 
J, G. Covernton. Malwa coins of Bahadur shah of Guzerat {Ibid., 
p. 314). — B.-D.-J. DuTiLii. Notes sur les médailles des nomes d'Egypte 
romaine (suite et fin) {Rev. belge, 1903, p. 127). — E. A. Mai'ia Theresia 
thalers and east India rupees {Amer, journ. of num., t. XXXVIII, 
p. 28). — G. C. H. Devices on turkish coins {Ibid., t. XXXVII, p. 73). 

— Henry H. Howorth. The history and coinage of Artaxerxes III, 
his satraps and dépendants {Num. Chron., 1903, p. 1). — J. M. C. 
Johnston. Coinage of the east India Company {Ibid., p. 71, avec pl. III). 

— J. B. Nies. Kufic glass weights and bottle stamps {Proceedings, 
1902, p. 48, avec 1 pl.). — Gustav D. Richter. Die jüdischen Münzen 
bis zum ersten Aufstande unter Kaiser Nero (66 n. Chr.) {Monatsbl. 
der num. Ges. in W., 1903, pp. 43, 59, 75 avec pl. IV). — D"' J. Rouvier. 
Les rois phéniciens de Sidon d'après leurs monnaies sous la dynastie 
des Achéménides, (V^-IV* siècles avant J. C. (suite) {Bev. franc., 1902, 
p. 421, avec pl. VIII-IX). — [?] Siamese money, avec fig. {Amer, journ. 
of num., t. XXXVII, p. 55). — Le Comd* J. Silvbstrb. The coina 
and medals of Aunam {Ibid., p. 65) — F. Strauch. Die egyptische 
Münzreform vom Jahre 1885 {Berl. Münzbl, 1902, p. 49). — [?] The 
current money of Siam {Amer, journ. of num., t. XXXVII, p. 92). 

— E. von Zambaur. lieber die dekorative Kunst der Araber, insbe- 
sondere auf ihren Münzen, avec fig. {Mittk. des Klubs der Müns- u. 
3Iedaillenfr. in W., 1903, pp. 47, 59, 70). 

Numismatique du moyen âge.— Emil BAHRfELDT.Bracteaten Bernhards 
III. von Sachsen, avec fig. {Berl. Münzbl., 1903, p. 403.). — Ed. Bernays. 
P]sterlins inédits de Damvillers, avec fig. {Bcv. beige, 1903, p. 303). — 
Ed. vanden Broeck. Numismatique bruxelloise. Recherches sur les 



— 248 — 

jetons des seconds receveurs de Bruxelles des années 1456, 1457 et 
1458, avec fig. {Gas. num. Z>., 1902-1903, p. 51). — Ed. vanden 
Broeck. Numismatique bruxelloise. Recherches sur les jetons de Jean 
de Froyère, receveur de Bruxelles au XV" siècle, avec fig. {Ibid., 
p. 115). — Ed. vanden Broeck. Numismatique bruxelloise. Trois 
jetons inédits de receveurs de Bruxelles des XIV^ et XV" siècles, avec 
fig. {Ibid.. p. 147). — Ed. vanden Broeck. Numismatique bruxelloise. 
Un jeton inédit de deux receveurs de Bruxelles au XIV" siècle, avec fig. 
{Reo. belge, 1903, p. 173). — Ed. vanden Broeck. Numismatique bruxel- 
loise. Rec-herches sur les jetons des receveurs de Bruxelles de la famille 
Was au XV" siècle, avec fig. {Ibid., p. 327). — Ed. vanden Brueck. 
Numismatique bruxelloise. Recherches sur les jetons des receveurs de 
Bruxelles de la famille Mennen frappés aux XIV" et XV" siècles, 
avec fig. {Ibid., p. 435). — H. B[uchenau]. Ein Weimar'scher 
Hohlpfennig der Grafen von Orlamünde, avec fig. {Bl. f. Münzfr., 
1903, col. 2883). — H. B[uchenau]. Zur mittelalterlichen Münzkunde 
von Batenburg-Anholt und Limburg a. Lenne, avec fig. {Ibid., col. 
2915). — H. Buchenau. Zwei Hohlmünzen der Grafen von Beichlingen 
und der Burggrafen von Kirchberg, avec fig. {Ibid., col. 2917, 2937). 
— H. Buchenau. Ein Beitrag zur Beurteilung der « Wetterauer » 
Brakteaten avec fig. {Ibid., col. 2947). — D'' Ludwig von Bürkel. Die 
Bilder der süddeutschen breiten Pfennige (Halbbrakteaten), ihre Er- 
klärung durch Beziehung auf andere Kunstgattungen, avec fig. 
{Mitth. der bayer, num. Ges., 1903 und 1.904, p. 1). — Giorgio Ciani. 
II nome di Corrado H suUe più antiche monete genovesi, avec fig. 
{BoU. di num., 1903, p. 29). — H. Dannenberg. Dänische Mittelalter- 
münzen {Berl. Münsbl., 1902, pp. 43, 54, 70). — H. Dannenberg. 
Nachträge zu Dannenbergs « Die deutschen Münzen der sächsischen 
und fränkischen Kaiserzeit ». Band I bis HI (suite) {Ibid., 1903, 
pp. 284, 301, 334). — [?] Ein spätraittelalterliches Salzburger Münz- 
gewicht {Bl. f. Münsfr., 1902, col. 2867, avec fig. 16 de lapl. 148). — 
[?] Ein vermutlich brandenburgischer (oder Anhalter) Brakteat aus 
der Zeit um 1150 {Ibid., col. 2867, avec fig. 9 de la pl. 148). — F. 
Friedensburg. Neue Zutheilungen schlesischer Denare {Berl. Münzbl., 
1902, pp. 33, 68, 85, 109, 124, 145, 157, 174, 185). — F. Friedensburg. 
Ein schwedischer Schmuckbracteat, avec fig. {Ibid., 1903, p. 371). — 
Ercole Gnecchi. II cremonese di Cabrino Fondulo, marchese di Castel- 
leone {Boll. di num., 1903, p. 107). — Guglielmo Grillo. Varianti iné- 
dite air opéra monete di Milano dei fratelli Gnecchi appartenenti alla 



— 249 — 

collezione Guglielmo Grillo di Milano {Ihkl.^ ])p. 12, 63). — R. von 
HÖFKKN. Ein Heiliger, angeblich aus dem Stamme der HobenzoUern 
(suite) (Berl. Münzhl., 1902, p. 35). — J, E. Ancient british coins of 
Verulamiura and Cunobelinus (Nitm. Chron., 1903, p. 192). — Vic. 
Baudoin de Jonghe. Trois monnaies de Reckheim, avec fig. {Eev. 
belç/c, 1903, p. 321). — Vic. Baudoin de Joncjhe. Le florin d'or au 
type de Florence d'Englebert de la Marck, évêque de Liège (1345-1364), 
avec fig. {Ibid., 1904, p. 49). — P. J[üsei'h]. Rheinisch-westfälische 
Seltenheiten aus dem Aachener Funde {Frankf. MünszU)., 1903, pp. 
385 et 401 et tig. 1-3, 5 de la pl. 14 et 1-4, 10-17 de la pl. 19). — 
Dr. Franz Kovath. Ueber die Nachmünzung der Wiener Denare 
'i^l (Pfennige) in Pozsony (Pressburg) um die Mitte des 15. Jahrhunderts. 

|r Ein Beitrag zur Beleuchtung der mittelalterlichen Währungsfrage. 

Ï Mit einem Anhang von Auszügen zur Geldgeschichte der Jahre 1434 

?"" bis 1464 aus den Acten des Pressburger Stadtarchivs {Nnm. Zeitschr., 

t. XXXIV, p. 157). — J. V. KuLL. Die regensburgischen Konventions- 
pfennige der Herzöge von Niederbayern aus der Liiiie Bayern-Holland, - 
1255-1425, avec tig. {Berl. Münshl, 1903, p. 377). — G. H. Lockneu. 
Ueber einige seltene Würzburger Heller des 15. Jahrhunderts, avec 
fig. {Ibid.., 1902, p. 65). — M. de Man. Note sur un tiers de sou 
frappé dans une localité du nom de Ressens (Aisne ou Oise) 
{Tijd. van het Ned. G-en., 1903, p. 37). — M. de M[an]. Een vierde 
groot van Almeloo {Ibid., p. 148. — Voir aussi sur le même sujet : 
Joh. W. Stepiianik). — M. de Man. Gemengde Berichten. Antiek 
nederlandsch goud- en zilversmidswerk, avec fig. {Ibid., p. 216). — 
Maxe-Wkulv. Du cours de la monnaie dans la région du Barrois. Notes 
inédites {Bull. num. S., 1903, pp. 2, 21). — P. J. Mbier-Braunsuhwbig. 
Zwei Hohlpfennige des Fundes vom Schimmerwald, avec fig. {Berl. 
l Münzbl, 1903, p. 393). — Menadibu. Ein Pfennig des Grafen Sig- 

fried von Nordheim, avec fig. {Zeitschr. für Num., t. XXIV, p. 232). 
l — Francesco Novati. La leggenda del tornese d'Oddone III del 

i Carretto, avec fig. {Rio. ital., 1903, p. 77). — • Q. Perini. Di alcune 

I monete inédite della zecca di Merano, avec fig. {Month. num. Giro., 

\ 1903, col. 6093). — Joh. W. Stephanik. Die Münzen der Herrschaft 

i Almelo. Nachtrag {Frankf. Münzztf/., 1903, p. 407. — Voir aussi sur ce 

[ sujet: M, de Man). — S, M. S[pink]. Inedited coins. LVII. A penny of 

the stirling (':') mint under William the Lion of the short cross coinage, 
avec fig. {Month. num. Cire, 1903, col. 7177). — F. S. A. Walteks. 
The gold coinage of the reign of Henry VI {Num. Chron., 1903, p. 286, 



— 250 — 

avec pi. VIII-IX). — A. de Witte. Jetons bruxellois inédits du com- 
mencement du XIV^ siècle, avec fig. (Rev. belge, 1904, p. 57). 

Numismatique des temps modernes \ — A. Monnaies. — Fréd. Alvin. 
Numismatique luxembourgeoise. Philippe II, roi d'Espagne, 1549-1598, 
avec fig. {Gaz. num. D., 1903-1904, p. 99). — Solone Ambrosoli, La 
zecca franco-italiana di Charleville o Carlopoli, avec fig. (Riv. ital, 
1903, p. 87). — E. B[ahrfeldt]. Der dreifache Geburtstagsthaler des 
Herzogs August von Braunschweig (Berl Münsbl., 1902, p. 127). — 
E. Bahrfeldt. Goldmünzen der Sammlung Rainer, avec fig. (Ibid., 
pp. 138 et 191). — E. Bahrfeldt. Die ostpreussischen Münzprägungen 
der Kaiserin Elisabeth von Russland, 1759-1762 (Ibid., 1903, p. 205). 

— Emil Bahrfeldt. Friedrichs des Grossen Banko- Albertus- und 
Levantiner-Thaler, avec fig. (Ibid., pp. 241, 286, 307). — Emil 
Bahrfeldt. Ein Dickthaler Georg Wilhelms von Brandenburg, avec 
fig. (Ibid., p. 251). — Emil Bahrfeldt. Ein Thaler Joachims II von 
Brandenburg vom Jahre 1556, avec fig. (Ibid., p. 345). — Heinrich 
Behrens. Münzen der Stadt Lübeck (suite) (Ibid., 1902, pp. 37, 74, 97, 
121, 143, 190; 1903, pp. 239, 274, 321). — Georges Bigwood. 
Fabrications clandestines de monnaies d'or françaises sous l'empereur 
Charles YI dans les Pays-Bas autrichiens (suite et fin) (Rev. belge, 
1903, pp. 207 et 356). — Dr. Julius Cahn. Ein Reichsort Joachim H. 
von Brandenburg vom Jahre 1552, aYeG^g.(Berl.Münzbl., 1903, p. 265). 

— Sylvester S. Crosby. Notes on an undescribed trial-piece bearing 
impressions of two hubs for a Fugio pattern (Amer, journ. of num., 
t. XXXVI, p. 76, avec pl.). — [?] Der Dukaten der Stadt Herford von 
1641 (Bl. f. Münzfr., 1902, col. 2870, avec fig. 6 de lapl. 148). — Von 
Ernst. Die Goldprägung der Münzstätte Günzburg (Monatsbl. derntim. 
Ges. in W., 1903, pl. 124). — Ernst Fischer. Stol bergische Ausprägungen 
zu Erfurt (Bl. f. Münzfr., 1903, col. 2891). — C. F. Gebert. Zur Ge- 
schichte der brandenburg-fränkischen Zwanziger von 1770 und 1772 
(Mitth. des Klubs der Münz- u. Medaillenfr. in W., 1903, p. 116). — 
Dott. Giuseppe Giorcelli. L'ultima monete coniate nella zecca di 
Casale Monferrato, avec fig. (Boll. di mm., 1903, p. 123). — Ercofe 
Gnecchi. Appunti di numismatica italiana. XVIII. Uno scudo di Gian 
Battista Spinola, principe di Vergagni, avec fig. (Riv. ital., 1903, p. 187). 

— Ercole Gnecchi. Uno scudo di Gian Battista Spinola, principe di Ver- 
gagni, avec fig. (Boll. di num., 1903, p. 84). — [?] Goldgulden Wil- 

' Du moyen âge à la fin du XVIII' siècle. 



— 251 — 

heims von Fürstenberg Deutschordensmeisters in Livland {Berl. 
Münzbl.^ 1903, p. 220). — Antonio Grassi-Grassi. Delle monete di 
Ventimiglia erroneamente attribnite a Giovanni Requesens {Bali, di 
nitm., 1903, p. 61). — A. Grassi-Grassi. Ancora delle monete di 
Ventimiglia, avec fig. {Ibid., p. 95). — Ed. Grimm. Münzen und 
Medaillen der Stadt Rostock (suite) (Berl Münzbl., 1902, pp. 58, 130, 
172, 216, 257, 288). — Thomas Hall. A new Rosa americana two- 
pence, avec fig. {Amer, joiirn. of num., t. XXXVIII, p. 42. — Voir 
aussi sur le même sujet : Philip Nelson^. — Hamal-Mouton. 
Un essai monétaire de la principauté de Liège, avec fig. {Rev. 
belge, 1903, p. 170). — Victor Hohlfeld. Erläuterungen zu Hameln, 
avec fig. {Berl. Mümbl., 1902, p. 111). — P. J[oseph]. Zur Münz- 
kunde von Pfalz-Simmern {FranJcf. Münsstg., 1903, p. 887). — 
P. J[oseph]. Drei seltene Münzen der Herrschaft Berg {Ibid., p. 390, 
avec fig. 6 et 7 de la pl. 18 et fig. 1 de la pl. 21). — P. J[oseph]. Zwei 
Batenburger Nachahmungen {Ibid., p. 505, avec fig. 7-11 delapl. 23). 

— Dr. Friedrich Kenner. Urkundliche Beiträge zur Geschichte der 
Münzen und Medaillen unter Kaiser Ferdinand I., 1520 bis 1564 
(JV«m. Zeitschr., t. XXXIV, p. 215). — J. V. Kull. Merkwürdige 
Münzen der pfälzischen Witteisbacher, avec fig. {Bl. f. Münzfr., 1903, 
col. 2963). — Ernst Lejbune. Die Münzen der reichsunmittelbaren 
Burg Friedberg i. d. Wetterau {Berl. Münsbl, 1903, pp. 336, 350). — 
G. H. LocKNER. Ein Neujahrsgoldgulden der Stadt Würzburg, avec 
fig. {Ibid., p. 209). — M. de Man. La numismatique du siège de 
Middelbourg de 1572 à 1574 (suite et fin) {Bev. belge, 1903, p. 145, 
avec pl. I-H). — Menadibr. Fälschungen des preussischen Thalers 
vom Jahre 1707 {Berl. Münzbl, 1902, p. 46). — Léon Naveau. Un 
double daler inédit de Ferdinand de Bavière, évêque et prince de 
Liège, 1612-1650, avec fig. {Rev. belge, 1904, p. 53). — Philip Nelson. 
Some rare Rosa americana pièces {Montli. num. Cire, 1903, col. 
7196. — Voir aussi sur le même sujet; Thomas Hall). — Philip 
Nelson. The coinage of William Wood, 1722-1733 {Num. Chron., 
1903, p. 47, avec pl. I-H et fig. dans le texte). — Alfred Noss. 
Drei Fettmännchen von s'Heerenberg, avec fig. {Berl. Milnzbl., 1903, 
pp. 233, 254). — [?] Oldenburger Nachahmung eines Elbinger 
Schillings {Bl. f. Miinzfr., 1902, col. 2870 avec fig. 12 de la pl. 148). 

— Q. Peuini. Ueber einen unedirten Halb-Dukaten des Sirus Austriacus 
von Correggio, avec fig. {Berl. Miinzbl., 1903, p. 297). — Jonathan 
Rashleigh. An unpublished, or unique half-crown of Charles I. from 



— 252 — 

the Exeter mint {Num. Chron., 1903, p. 193). — Serafino Ricci. I sini- 
boli religiosi sullo monete e medaglie non papali. I. La croce coa gli 
strumenti della Passione su una moneta di Filippo 11, avec fig. {BolL 
dl num., 1903, p. 82). — F. Frhr. von Schrötter. Die letzte 
städtische Münzprägung in Preussen (Zeitschr. für Num.^ t. XXIII, 
p. 209). — Friedrich Frhr. von Schrötter. Die hannoverschen 
Goldgulden, 1748-1756 {Ibid., t. XXIV, p. 167). — J. E. Ter Gouw. De 
munt in de Volkstaal {Tijd. van het Ned. Gen., 1903, p. 126). — J. B. 
Ter Gouw. Veranderde Stempels (Ibid., p. 320). — Dr. P. Weinmeister. 
Die Münzen der kaiserlichen Burg Friedberg in der Wetterau (Bl. f. 
Münsfr., 1903, col. 2970). — Philip Whiteway. The coins of Italy, 
Genoa {Month. num. Circ, 1903, col. 7087, 7265). — Dr. Ferdinand 
WiBEL. Einige Nachträge und Berichtigungen zur Löwenstein-Wert- 
heim'schen Münzkunde (suite et fin) avec fig. (BL f. MUnsfr., 1902, 
col. 2872; 1903, col. 2893, 2904, 2920). — A. de Witte. Les relations 
monétaires entre l'Italie et les provinces belges au moyen âge et à 
l'époque moderne, avec fig. {Rio. ital, 1903, p. 201). — A. de Witte. 
un thaler de Louis-Pierre Englebert, duc d' Arenberg, gravé par 
Théodore van Berckel en 1785, avec fig. {Gaz. num. J)., 1902-1903, 
p. 67). — [?] Zwitter-Goldgulden der Stadt Magdeburg {Bl. f. Münzfr., 
1902, col. 2869, avec fig. 8 de la pi. 148). 

B. Médailles. — E. B[ahrfeldt]. Medaillen des Antonio und Ales- 
sandro Abondio, avec fig, {Berl. Münshl., 1902, p. 81). — Dr. Julius 
Cahn. Ein Beitrag zum Werke Hans Reimers, avec fig. {Ibid., 1903, 
p. 329). — G. Castellani. Lo scudo d'oro di Paolo III conio di 
Benvenuto Cellini {Month. mim. Circ, 1903, col. 7090). — Heinrich 
CuBAscH. Medaillen auf Bauten und Denkmäler Wiens und solcher mit 
Ansichten und Teilen derselben {Mittli. des Klubs der Münz- u. 
Medaillenfr. in W., 1903, pp. 85, 95, 111). — D^' H. J. Dompierre de 
Chaupepié. Médailles inédites ou peu connues du Cabinet des médailles 
de la Haye {Tijd. van het Ned. Gen., 1903, p. 291 avec pi. VI- VII). — 
Ferdinand Dreyfus. La médaille du 4 août et le marché de la gravure 
passé par Liancourt {Gaz. num. franc., 1903, p. 102). — [?] Ein 
Erzeugnis der Walzenprägung, avec fig. {Motiatsbl. der num. Ges. 
in W., 1903, p. 68). — [?] Eine Medaille des B. Theodor von Pader- 
born {Bl. f Münzfr., 1902, col. 2868 avec fig. 3 de la pl. 148). — 
[?] Eine goldene Bildnismünze des letzten Erzbischofs von Bremen 
{Ibid., col. 2869 avec fig. 2 de la pl. 148). — [?] Eine Schaumünze 
des Grafen Anton I. von Oldenburg {Ibid., col. 2871, avec fig. 1 de la 



^ 253 — 

pi. 148). — F. Friedensburg. Erdichtete Medaillen (Berl Münzhl.^ 
1903, pp. 237, 249, 316, 349). — Edward Groh. A counterfeit Pitt 
meAii\{Proceedings^ 1901, p. 68). — Dr. Georg Habich. Paulus Luther, 
Luthers Sohn, avec fig. {Berl. Miinzbl., 1903, p. 390). — Hamal- 
MouTON. Les insignes de la Confrérie des pauvres prisonniers de Liège 
{Bcv. belge, 1904, p. 65 avec pi. 1). — Heinrich Heusohn. Eine Denk- 
münze auf den Naturforscher Georg Eberhard Rumphius, 1628-1702, 
avec fig. {Franhf. Münsztg.^ 1903, p. 392). — P. J[osephJ. Zwei 
Schaumünzen der Grafen von Zimmern, avec fig. (Ibid., pp. 438, 454). 

— P. J[oseph]. lieber einige ältere Schaumünzen (Ibid., p. 494, avec 
pl. 22). — D"" Fried. Kenner. Ueber Medaillen und Raitpfennige aus 
der Zeit Kaiser Ferdinand I. {MonatsbL der mim. Ges. in W., 1903, 
p. 15). — M. An early « Florida » medal (Amer, joiirn. of num., 
t. XXXVni, p. 9). — F. Mazerolle. Les débuts de la Monnaie du 
Moulin. Aubin et Alexandre Olivier, conducteurs de la Monnaie du 
Moulin (G-az. num.. franc., p. 113, avec pi. H-IH et 1 portrait). — 
Q. Perini. Die Medaillen Caspars von Lindegg und seiner Frau 
Cordula geborne Niesserin, avec fig. {El. f. Münsfr., 1903, col. 2924). 

— M. Raimbault. Les médailles et les jetons des états de Provence, 
d'après des documents inédits des archives des Bouches-du-Rhône. 
{Gaz. num. franc., 1903, p. 9, avec pl. I). — Arturo Spigardi. Pier' 
Antonio Micheli (1639-1737). Esposizione internazionale di orticultui'a 
in Firenze 1874, avec fig. {Boll. di num., 1903, p. 16). — M. S. S[pink]. 
A badge by Thomas Rawlins, 1645, avec fig. {Month. num. Cire, 
1903, col. 7241). — Maurice Tourneux. La médaille de mariage de 
Louis-Auguste, dauphin, et de Marie-Antoinette (Gaz. num. franc., 
1903, p. 137, avec pl. IV). — V. B. Die Gussform einer Laurentius- 
medaille, avec fig. (Bl. f Miinzfr., 1903, col. 2931). — [?] Verdienst- 
medaille des Bistums Fulda, von 1796 (Ibid., col. 2958). — W. lets 
over Dockumer historiepenningen (Tijd. van het Ned. Gen., 1903, 
p. 121, avec pl. IV). 

C. Jetons et méreaux. — F. Donnet. Les méreaux des brasseurs 
d'Anvers (suite et fin) (Bev. belge, 1903, p. 184, avec pl. IV-VIl). — 
Ch, GiLLEMAN et A. van Werweke. A propos des inaugurations en 
Flandre sous le régime autrichien, 1717-1792 (Ibid., p. 335). — D'' E. 
Réveil. Sur un jeton satirique, avec fig. (Btill. num. S., 1903, p. 1). 

— Albert Visart de Bocarmé. Les jetons de la prévôté de Saint-Dona- 
tien à Bruges (Bev. belge, 1903, p. 443, avec pl. IX). -- Arthur W. 
Waters. a fow notes relating to the issuers of tho IS^'' century 



— 254 — 

tokens. Dublin tokens {Montli. num. Cire, 1903, col. 6001). — Arthur 
W. Watrks, Notes upon the 18*^*^ century tokens and their issuers 
(Ibid., col. 7094). — A. de Wittk. Les jetons de la Verge de Menin 
(Rev. belc/e, 1903, p. 181). — Alphonse de Witte. Jetons banaux du 
XV" siècle de fabrication française ou tournaisienne signés du nom de 
leur graveur (G-az. num. D., 1902-1903, p. 51, avec pi. I). 

D. Documents. — Fréd. Caland. Bouwstoffen voor eene geschie- 
denis van het nederlandsche geld- en muntwezen (suite) (Tijd. van îiet 
Ned. Gen., 1903, p. 137). — F. Fiala. Die Münzmeister der herzoglich 
Braunschweig-Luneburgischen Communion-Münzstätte zu Zellerfeld 
{Zeitschr. für Num., t. XXIV, p. 145). — C. F. Gtebert-Nürnbehg. 
Beitrag zur Geschichte der « Kleinen Kipperzeit » (FranTcf. Münzztg., 
1903, p. 408). — H. Hollestelle. Bouwstoffen voor eene geschiedenis 
van het nederlandsche geld- en muntw^ezen. Het schild gelijk 216 
plakken {Tijd. van het Ned. Gen., 1903, p. 211). -- J. E. Ter Gouw. 
De munt in de Volkstaal {Ibid., p. 197). 

Numismatique des XIX^ et XX" siècles. — A. Monnaies. — [?] A 
reporter's story of an 1804 dollar {Amer, journ. of num., t. XXXVI, 
p. 116). — P. Brinkmann. Ein merkvi^ürdiges Probestück, avec fig, 
{^Berl. Münsbl, 1903, p. 375). — E. J. C[leveland]. The proposed 
United States-Philippine dollar {Amer, journ. of num., t. XXXVI, 
p. 80). - [?] Coins for the Philippines {Ibid., t. XXXVII, p. 7). — Dwight. 
United States trade dollars [a bit of history] {Ibid., t. XXXVI, p. 1 19). — 
L. F[orrer]. Inedited coins. LUI. An unpublished spécimen of brazilian 
gold bar currency, issued by the gold refinery of villa Rica, 1814, 
avec fig. {Month. num. Circ, 1903, col. 5861). — L. F[orrer]. The 
so-called Frankfort « Judenpfennige » issued probably between 1818 
and 1822 {Ibid., col. 6085). — Federico Johnson. Modelli per conii 
della nuova monetazione italiana {Biv. ital., 1902, p. 539, avec 
pl. XVII). — J. W. F. Italian money {Amer, journ. of num., 
t. XXXVII, p. 110). — [?] La pièce de nickel de 25 centimes, avec 
fig. {Month. num. Circ, 1903, col. 7200). — Lacon. A half-farthing 
fine, and how to pay it {Amer, journ. of num., t. XXXVII, p, 24). — 
[?] Mexican mint marks {Ibid., p. 14). — Milk Street. Maria Theresa 
Thalers {Ibid., p. 51). — [?] Neue deutsche Münzen und Medaillen 
{Bl. für Milnsfr., 1903, col. 2996). — [?] New french coins {Amer, 
journ. of num., t. XXXVIII, p. 55). — N. H. Monnaies, médailles et 
jetons modernes contrefaits ou complètement inventés (suite) avec fig. 
{Gas. num. D., 1902-1903, pp. 35, 54). — [?J Queen Victoria reign 



— 255 — 

illttstrated by copper coins (Month. num. Cire, 1903, col. 5941 — extr. 
de Darwen Neios). — R. C. P. Our rarest coin (Amer, journ. of num., 
t. XXXVI, p. 120). — Arnold Robert. La république romaine de 
1849. Quatrième article, avec fig. {Month. num. Cire, 1903, col. 5877). 

— [?] Scandinavian mint marks {Amer, journ. ofnum., t. XXXVII, 
p. 76). — S. M. S[pink]. Inedited coins. LVIII. A pattern crown of 
Edward VII, avec fig. {Month. num. Cire, 1903, col. 7241). — 
F. Strauch. Die Legende der französischen Münzen von 1804 bis 
1809; Hs. Napoléon Empereur; Rs. République française {Berl. 
MünsbL, 1903, p. 268). — F. Strauch. Moderne Denkmünzen, avec 
fig. {Ibid., p. 384). — [?] The proposed Catiadian coinage {Amer. 
journ. of num., t. XXXVI, p. 43). - [?] The new United States mint 
and its predecessors {Ibid., t. XXXVII, p. 9). — Philip Whiteway. 
The coins of Italy (suite) {Month. num. Circ., 1903, col. 5884. — Voir 
aussi : Numismatique des temps modernes). — Howland Wood. Some 
curions counterstamps {Amer, journ. of num., t. XXXVII, p. 25). — 
W. P. C. Coinage of Edward VII {Ibid., t. XXXVI, p. 44). 

B. Médailles. — Jos. C. Adam. Ueber numismatische Denkmäler 
aus den Freiheitskämpfen 1812 bis 1814 {Mitth. des Klubs der Müns- 
u. Mcdaillenfr. in W., 1903, pp. 37 et 51). — Agawam. French medal 
on the spanish-american war {Amer, journ. of mim., t. XXXVIII, 
p. 12). — Howard Payson Arnold. The évolution of the Boston 
Washington medal {Ibid., t. XXXVI, p. 59). — Emil Bahrfeldt. 
Hohenzollern-Medaillen, avec fig. {Berl. Münsbl., 1902, p. 51). — 
Emil Bahrfeldt. Noch einmal die Finis-Germanise-Medaille {Ibid., 
p. 224. — Voir sur le même sujet : P. Joseph). — Baumann Lowe 
Belden. Insignia of american military societies since the war of 
1812 {Proceedings, 1901, p. 40, avec 3 pi.). — Baumann Lowe Belden. 
Department badges of the Grand army of the Republic {Ibid., 1902, 
p. 42, avec 5 pi. et fig. dans le texte). — Bristol. Coronation 
medals Struck in America {Amer, journ. of num., t. XXXVI, p. 103). 

— Ed. vanden Broeck. Numismatique bruxelloise. Médaille d'or 
offerte par la Ville de Bruxelles au baron Joseph van der Linden 
d'IIooghvorst, maire du 25 février 1814 au 8 mars 1816 {lîev. 
belge, 1904, p. 75, avec pi. II). — H. Buchenau. Die Maienfest- 
brakteaten des Weimarer Künstlervereins {Bl. f. Münzfr., 1903, 
col. 2969). — Edmund Janes Cleveland. Medal of the Yale bi- 
centennial, oct. 21-23, 1901 {Amer, journ. of num., t. XXXVI, 
p. 63). — Edmund Janes Cleveland. Annual assay medals of the 



— 256 — 

United States mint (suite) {Ihid.^ p. 92). — C. W. Notes on war 
medals and décorations (Month. num. Cire, 1903, col 7095). — [?] 
Die Jubelmedaille der Mansfelder Gewerkschaft {Bl. f. Mïmzfr., 1903, 
col. 2891). — [P] Die moderne Medaille (suite), avec fig. et pi. {Mitth. 
des Klubs der Münz- u. Medaillenfr. in W., pp. 11, 23, 34, 44, 57, 
67, 82, 108, 118). — DoMiNiCK. Canadian coronation medal {Amer, 
journ. ofnum., t. XXXVII, p. 76). — A. Evrard de Fayolle. Médailles 
et jetons municipaux de Bordeaux (suite) {Gas. num. franc., 1903, 
pp. 53, 159). — A. Evrard de Fayolle. Lettres relatives à des médailles 
bordelaises (Ibid., p. 201). — Ed. Fœst. Oesterreichische Pferdezucht- 
Medaillen (Mitth. des Klubs der Müns- u. Medaillenfr. in W., 1903, 
pp. 1, 16, 116). ■ — Prof. A. Friedrich. Jubiläumsgeschenk S. M. des 
Kaisers Franz Joseph I. an S. II. den Papst Leo XIII. — Medaille 
auf Papst Leo XIII von Rudolf Marschall, Wien {Monatsbl. der num. 
Ges. in W., 1903, p. 37, avec pl. II-III). — Edward Groh. A rare 
medal, avec fig. {Proceedings, 1901, p. 69). — P. Joseph. Noch ein- 
mal das Finis Germanise Fünffrankenstück (FranJcf. Müns.ztg., 1903, 
p. 410. — Voir sur le même sujet : Emil Bahrfeldt). — P. J[osbph]. 
Eine Plakette auf die Grossherzogin von Sachsen- Weimar (Ibid., 
p. 456). — P. J[o8eph], Zum Fürstenjubiläum des Hauses Fugger- 
Babenhausen (Ibid., p. 496). — C. von Kühlewein. Berliner Medaillen, 
avec fig. (Berl. Milnzbl, 1903, pp. 271, 305, 422). — [?] La gravure en 
médailles et sur pierres fines au Salon de Paris (Gas. num. D., 1902- 
1903, p. 159. — Reproduit du Journal des Arts). — Ed. Laloire. 
La médaille-carte de nouvel-an (Rev. belge, 1904, p. 83, avec pl. III- 
IV). — M. The pan-american medal (Amer, journ. of num., t. XXXVI, 
p. 40). — M. Medal for prince Henry (Ibid., p. 105). — M. New York 
stock exchange medal (Ibid., t. XXXVII, p. 111).— M. The « Florida 
bi-centennial » medal (Ibid., t. XXX VHI, p. 51).— W. T. R. MIarwin]. 
Medals of the boer gênerais (Ibid., t. XXXVII, p. 94). — Merlin. 
Another Porto Rico medal (Ibid., t. XXXVI, p. 92). — [?] Neue 
päpstliche Medaillen (Bl. f Miinsfr., 1903, col. 2995).— C.P.Nichols. 
Medals of the Grand army (suite) (Amer, journ. of num., t. XXXVI, 
pp. 53, 85, 113; t. XXXVII, pp. 22, 48, 82, 119; t. XXXVIII, pp. 18, 
49). — C. P. NiCHOLS. The Springfield, Mass., jubilee medal (Ibid. 
t. XXXVI, p. 106). — C. P. N[iCHOLs]. The McKinley medal (Ibid!, 
t. XXXVII, p. 93). — C. P. N[iCHOLS]. Spanish-american war medals 
(Ibid., pp. 40, 117; t. XXXVHI, pp. 11, 54). — Dr. A. Ott. Die 
Herderplakette der Loge « Amalia « zu Weimar, avec fig. (Bl. f. Münsfr., 



- 257 - 

1903, col. 2972). — [?] « Politicals » and the like (Amer, journ. of 
num., t. XXXVI, p. 50). — Pulaski. Medal for confédérales (Ibid.^ 
t. XXXVII, p. 51). — Serafino Ricci. Una medaglia inedita in onore 
di Gianibattista Camozzi-Vertova presso il R. gabinetto numismatico di 
Brera, avec fig. {Boll. di num., 1903, p. 45). — Serafino Ricci. Le 
niodaglie dello stabilimento Johnson a Milano. I. La medaglia Gioberti. 
II. La medaglia a LuigiVittorio Bcrtarelli, avec fig. {Ibid., pp. 101, 128). 

— Serafino Ricci. Le ultime medaglie papali, avec fig. (Ibid., p. 111). 

— R. T. W. A new Jeflferson medal (Amer, journ. ofnum., t. XXXVII, 
p. 109). — [?] South african war medal (Ibid., t. XXXVI, p. 58). — 
Arturo Spigakdi. La medaglia al musicista Alfi'edo Catalani (1902), 
avec fig. (Bail, di mim., 1903, p. 49). — Arturo Spigakdi. Serie di 
illustri italiani 1846 (Ibid., p. 113). — Arturo Spigardi. Pier Antonio 
Micheli (1639-1737). Esposizione internazionale di orticultura, in 
Firenze, 1874, avec fig. (Month. num. Cire, 1903, col. 5997). — 
D'' Horatio Storer. The medals, jetons and tokens illustrative of the 
science of medicine (suite) {Amer, journ. of num.., t. XXXVI, pp. 45, 
87, 107; t. XXXVII, pp. 15, 43, 77, 112; t. XXXVIII, pp. 13, 44). 

— C. Andrew Zabriskie. The medallic history of Abraham Lincoln 
{Proceedinçjs, 1901, p. 33, avec 6 pi.). — Z. W. Onze nieuwe munten 
en muntbiljetten {Tijd. van liet Ned. Gen. 1903, p. 61). — W. K. F. 
ZwiERziNA. Nederlandsche penningen, 1864-1898, deel II, 1879- 
1890 {Ibid., pp. 5, 89, 165, 259, avec pi. I et V). - Zwierzina. Een 
drietal fraaie proven van nederlandsche Medailleerkunst {Ibid., p. 45, 
avec pi. II-III). — Zwierzina, Gemengde Berichten. Niew uitgekomen 
penningen {Ibid., p. 314). 

C. Jetons. — C. 0. Trcwbridge and Howland Wood. Sutlers' 
checks used in the fédéral army during the civil war {Amer, journ. of 
num., t. XXXVIII, pp. 23, 56). — [?] Undescribed mexican tokens 
{Ibid., t. XXXVII, p. 29). - Z. Penning of den Vrede in Zuid-Afrika 
met borstbeeld van Z. E. Paul Krüger, avec fig. (Tijd. van het Ned. 
Gen., 1903, p. 84). 

D. Documents. — H. Denise. La discussion de la loi do Germinal, 
an XI (suite) {Gaz. num. franc., 1903, pp. 73, 165). — [?] England's 
worn-out money {Amer, journ. of num., t. XXXVI, p. 106). — M. The 
fronch mints. Mint marks {Ibid., t. XXXVII, p. 52). — St. Pine. The 
Phili[)pin(! coinage {Ibid., p. 118). — \'i\ The royal mint {Month. num. 
Cire., 1903, col. 6002). — [Vj Zur deutschen Thaloreinziehung (i'Vfm/.;/". 
MümzUj., 1903, p. 426). 

REVUE NUM. T. XII. 17 



- 258 - 

Varia. — Fréd. Alvin. La collection van Schoor au Cabinet des 
médailles de Bruxelles (Gaz. num. D., 1902-1903, p. 160). — Solone 
Ambrosoli. lieber den Gebrauch der nationalen Sprachen in 
numismatischen Schriften {MonatsbL der num. Ges., 1903, p. 111). — 
Karl Andorfer und Richard Epstein. Musiker Medaillen. Erste Serie 
der Nachträge (suite) {Mitth. des Klubs der Münz- u. Mcdaillenfr. in 
W., 1903, pp. 3, 19, 27, 41, 54, 64, 76, 89, 100, 114). — f?] Angebot 
falscher Münzen durch Lausanner Münzhändler {Ans. für schweis. Alt., 
1902-1903, p. 329). — E. Babklon. Le denier, son origine, ses trans- 
formations {Gaz. num. Z)., 1902-1903, p. 121. — Reproduit de la 
Grande Encyclopédie., t. XIV). — E. B[ahrfeldt]. Die Münzen- und 
Medaillen-Sammlung in der Marienburg {Berl. Münzbl., 1902, p. 115). 
— E. B[ahrfeldt]. Notizen zur neueren preussischen Münzkunde 
{Ibid., p. 133). — [?] Bouwstoffen voor eene geschiedenis van het 
nederlandsche geld- en muntwezen {Tijd. van het Ned. Gen., 1903, 
p. 49). — Julius Cahn. Die Herkunft des Münznamens « Rappen » 
{Bl. f. Münzfr., 1903, col. 2899). — D'' Giulio Ceresole. Per la 
conservazione delle belle di piombo, consigli pratici {Boll. di num., 
1903, p. 73). — D'" Giulio Ceresole. II miglior modo per conservare 
le belle di piombo, avec fig. {Ibid., p. 91). — [?] Congresso inter- 
nazionale de scienze storiche in Roma. Sezione numismatica {Month. 
num. Circ, 1903, col. 6056). — C. W. B. De alkemaarsche Vroedschaps- 
penning {Tijd. van het Ned. Gen., 1903, p. 40). — H. Dannenberg. 
Das numismatische Berlin der letzten. 65 Jahre {Berl. Münzbl., 
1903, p. 361, avec 1 pl.). — H. Dannenberg. Neuburg a. d. 
Donau oder Neunburg vorm Walde {Zeitschr. für Num., t. XXlIf, 
p. 203.) — H. Dressel. Erwerbungen des königlichen Münzcabinets 
in Berlin in den Jahren 1898-1900. Antike Münzen {Ibid., t. XXIV, 
p. 17, avec pl. I-IV et fig. dans le texte). — [?] Eine wertvolle 
Sammlung päpstlicher Münzen {Month. num. Circ, 1903, col. 
7199). — Ernst. Der internazionale Münzkongress in Rom, 3. bis 9. 
April 1903 {Monatsbl. der num. Ges. in W., 1903, pp. 95 et 103). — 
Ernst Fischer. Hans Friedrich von Minden contra Münzmeister 
Martin Reimann {Bl. f. Münzfr., 1903, col. 2957). — Eduard Forch- 
HEiMER. Ueber einige auffallende Münznominale {Monatsbl. der num. 
Ges. in W., 1903, pp. 77, 87). — L. F[orrer]. Biographical notices 
of medallists coin, gem and seal engravers, ancient and modern with 
références to their works (suite), avec nombr. fig. {Month. num. Circ, 
1903, col. 5824, 5867, 5935, 5985, 6035, 6086, 7025, 7073, 7126, 7184, 



— 259 - 

7250). — Jean de Foville. La gravure en médailles aux salons de 
1903 {G-as. mim. franc., 1903, p, 93). — ErcoJe Gnecchi. Cronaca 
délie falsificazioni {Riv. ital., 1902, p. 483, et Boll. di num., 1903, 
p. 40). — Ercole Gnecchi. Falsificazione italiana, avec fig. (Riv. ital., 
1903, p. 391). — Francesco Gnecchi. Sul modo di maneggiare le 
monete {Boll. di num., 1903, p. 129). — S. H. Hamer. Notes on some 
interesting token books and their original owner {Month. num. Cire, 
1903, col. 6048). — Victor Hohlfeld. Pfennige nicht Heller (Berl. 
Münsbl, 1903, p. 57). — P. J[oseph]. lieber einige Münzraeister in 
dem Bericht des fränkischen General-Wardeins P. P. Mezger (FranJcf. 
Münsztg., 1903, p. 424). — P. J[oseph]. Die Durchlöcherung von 
Münzen {Ibid., p. 428). — P. J[oseph]. Das italienische Münz- Aus- 
fuhrgesetz {Ibid., p. 458). — J. R. T. An adage on a coin {Amer, 
jonrn. of mim., t. XXXVHT, p. 26). — J. Justice et A. Fayen. Essai 
d'un répertoire idéologique de la numismatique belge pour les années 
1883 à 1900 (suite) {Gaz. mim. D., 1902-1903, pp. 37, 59, 69, 89, 101, 
132, 152). — C. Kaufmann. Der Münzmeister I. R. A[rnoldi] {FranJcf. 
MilnzzUj., 1903, p. 442). — [?] Le coiîret du roi d'Italie {Month. num. 
Cire, 1903, coll. 7199). — M. King Edward's title on his coins {Amer, 
journ. ofnum., t. XXXVH, p. 21). — M. de Man. Kinderprenten met 
afbeeldingen van munten {Tijd. van het Ned. Gen., 1903, p. 295). — 
W. T. R. Marvin. Masonic medals (suite) {Amer, journ. of num., 
t. XXXVI, p. 93; t. XXXVH, pp. 26, 60, 87, 123; t. XXXVIII, pp. 21, 
52). — J. Menadibr. Die Neuordnung der mittelalterlich-neuzeit- 
lichen Münzen im königlichen Münzkabinet zu Berlin {Berl. Münzbl., 
1903, p. 40). — [?] Mint-masters and mint-marks {Amer, journ. of 
num., t. XXXVIII, p. 27). — J. Momméja. Les tableaux médailles 
{Gaz. num. franc., 1903, p. 99), — Alf. Noss. Abzeichen auf Münzen 
{Berl. Münzbl., 1903, p. 397). — R. Paulucci di Calboli. Les mon- 
naies des papes {Month. num. Cire., 1903, col. 7196. — Reproduit de 
la Revue, 15 août 1903). — P. C. W. Platinum coins {Amer, journ. of 
num., t. XXXVH, p. 75). — Q. Perini. Note di terminologia e 
cronologia monetaria {Boll. di num., 1903, p. 72). — Q. Perini. Die 
Numismatik auf dem historischen Kongress in Rom, 2-9 April 1903 
{Frankf Münzztr/., 1903, p. 439). — Q. Perini, Eine interessante 
Fälschung der italienischen Münzstätte Mosserano {Monatsbl. der 
num. Ges. in W., 1903, p. 91). — M. Piccione. Appunti numismatici. 
La conazione delle monete suberate o foderate. Le studio tecnico 
della monete {Boll. di num., 1903, p. 41). — M. Piccione, La tecnica 



— 260 — 

délie falsificazioni {Ibid., p. 99). — M. Piccione. Le patine, avec fig. 
{Ibid., p. 109). — L. Bradford Prince. The préservation of the antiquities 
of the Southwest {Proceedinçjs, 1902, p. 33). — R. « N. G. & N. » 
[Signature de la maison Norris Grigg & Norris sur des médailles 
américaines] {Amer, jouni. of mim., t. XXXVII, p. 111). — Recau- 
DADOR. Mexican artisans' medal {Ibid., t. XXXVIII, p. 28). — Serafino 
Ricci. Relazione intorno ai lavori délia sezioue numismatica al con- 
gresso internazionale di scienze stoi'iche tenutosi in Roma nei giorni 
2-9 aprile 1903 {Biv. ital, 1903, p. 217). — R. M. L. A note on the 
revival of médaille art in Europe {Amer, journ. of mtm., t. XXXVII, 
p. 91). — Edward Schröder. Studien zu den deutschen Münznamen 
{Bl. f Mümfr., 1903, col. 2884, 2902). — Edward Schröder. Der 
Anhang des Bergschen Münzbuchs {Ibid., col. 3059). — Edward 
Schröder. Eine Pfennigprüfung im mittelalterlichen Drama {Frankf. 
MimzzU)., 1903, p. 421). — Edward Schröder. Numismatische Mis- 
cellen aus der altdeutschen Litteratur {Ibid., pp. 476, 510). — E. J. 
Seltman. Cronaca delle falsificazioni. The spurious gold coins of 
king Amyntas of Galatia, avec trad. ital. {Biv. ital., 1903, p. 97). — 
Arturo Spigardi. Bibliografia medaglistica italiana moderna {Boll. di 
num., 1903, p. 65). — [?] The Catherine Page Perkins collection of 
ancient coins {Amer, journ. of num. t. XXXVI, p. 118). — Töply 
VAN HoHENBEST. Berichtigung des Kalenders: Zur Pariser Weltaus- 
stellung 1900 {Monatsbl der num. Ges. in W., 1903, p. 4). — [?] 
Vente de monnaies italiennes (collection Gnecchi), avec fig. {Bev. 
franc., 1903, p. 169). — Prof. Max Verworn. Numismatik und Kunst- 
geschichte {Berl. Münzbl, 1903, p. 411). — [?] Vol au Cabinet des 
médailles de Marseille, avec fig. {Bev. franc., 1902, p. 468). — V. Z. 
Zur Silberfrage {Berl. Milnzbl, 1903, p. 89). — W. C. The triai of the 
Pyx {Amer, journ. of num., t. XXXVII, fig. 13). — Eduard Weiss. 
lieber österreichisches Urheberrecht an Werken der bildenden Kunst 
{Mitth. des Klubs der Münz- u. Medaillenfr. in W., 1903, p. 25). — 
Philip Whiteway. Coin gleanings {Month. num. Circ., 1903, col. 
5886, 6000). — E. von Zambaur. Die Numismatik in der Schule 
{Mittli. des Klubs der Münz- u. Medaillenfr. in W., 1903, p. 66). 

Héraldique et sigillographie. — [?] Ahnentafeln berühmter Schweizer 
IV. Junker Hans Rudolf Grrebel von Maur, 1740-1774 {Areh. hér^ 
suisses, 1903, p. 109). — F. Arcari. Sfragistica cremonese {Boll. di 
num., 1903, p. 67). — L. Bouly de Lesdain. Les sceaux westphaliens 
du moyen âge {Arch. her. suisses, 1903, pp. 10, 56, 116, 148). — 



— 261 — 

Max de Diesbacii. Les armes de Fribourg en Uechtland, avec fig. 
(Ibid., p. 49). — R. von Diesbach. Berechtigt der ehemalige Titel 
« Junker » des kizcrnischen Patriziates die betreffenden Familien heut- 
zutage zur Führung des Pr.ädikates « von » ? {Ibid., p. 36). — F. 
Duckest. Notes héraldiques tirées des comptes de reconstruction du 
château de Montagny, 1449-1453 (Ibid.^ p. 107). — [?] Einige genea- 
logische Auszüge aus zwischen 1566 und 1783 bei der niederöster- 
reichischen Regierung publizierten, derzeit ira Archive des k. k. Land- 
gerichtes Wien befindlichen Testamenten adeliger oder für adelig 
gehaltener Personen (suite) {Monatsbl. d. k. k. her. Ges. Adler., t. V, 
pp. 160, 166, 171, 181, 199, 201, 209, 211, 215, 224, 232). — Jean de 
FoviLLE. Sceau d'Athanase, patriarche de Constantinople, avec fig. 
(liev. franc.., 1903, p. 285). — Paul Ganz. Wappenriss mit dem Mono- 
gramm M f S. (Arcli. her. suisses, 1903, p. 106, avec pi. VII). — Jean 
Grellet. Sceau du premier maire de la Chaux-de-Fonds, avec fig. 
{Ibid., p. 170). — Freiherr Friedrich von Haan. Einige historisch- 
genealogische und archivalische Beobachtungen über Einwanderung 
und Emporkommen von ï'amilien in Niederösterroich {Jahrbuch der 
k. k. her. Ges. Adler, 1903, p. 129). - Otto Hahn. Die Wappentafel der 
Kirche von Spiez {Arch. her. suisses, 1903, p. 137, avec pi. XIV). 
— Dr. F. Hauptmann. Persönliche bürgerliche Wappen {Monatsbl. 
der k. k. her. Ges. Adler, i. V, p. 155). — Fried. Hegi. Heraldisches 
aus dem k. k. Statthalterei- Archiv in Innsbruck {Arch. her. suisses, 
1903, p. 167). — Frank C. Higgins. Sketches of european continental 
history and heraldry for tho use of numismatists (suite), avec fig. 
{3[onih. num. Cire., 1903, col. 5820, 5862, 5928, 5981, 6029, 7035, 
7121). — Heinrich W. Hökklinger. Briefadel bei Westgothen nach 
der Lex Wisigothorum {Monatsbl. der k. k. her. Ges. Adler, t. V, 
p. 196). — C. von Inama. Was hat im 16. Jahrhundert das Herrichten 
einer Familiengrabstätto sammt Schild und Fahne gekostet ? {Ibid., 
p. 198). — H. Kasser. Zwei Wappenscheiben in der Kirche von 
Worb {Arch. her. suisses, 1903, p. 24, avec pi. III-IV). — K. G. S. 
Zur Geschichte des badischen Wappens (Aus dem historischen Museum 
in Bern), avec fig. {Ibid.,\). 97).— André Köhler. Sceaux académiques 
vaudois, avec fig. {Ibid., p. 86). -- Ernest Krahl. Ex-libris {Monatsbl. 
der k. k. Ges. Adler, t. V, pp. 220 et 229, avec 2 pi.). — Dr. Theodor von 
LiEHRXAr. Die Freiherren von Rothenburg und Wolhusen {Jahrbuch 
der k. k. her. Ges. Adler, 1903, p. 1, avec pi. I-II). — I. Massaroli. 
I conti Marescotti di Bologna {Giorn. arald., nouv. série, t. IX, 1901, 



— 262 — 

p. 137). — G. Mini. Il libro d'oro di Firenze antica nel Carito XVI del 
Paradiso (Ibid., p. 150). — W. F. von Mülinen. Wappenschmuck in 
alten Bubenberghause zu Bern {Arch. her. suisses^ 1903, p. 114, avec 
pi. VIII-IX). — NüscHELER. Bernische Wappenscheiben aus Königs- 
felden {Ibid., p. 40, avec pl. V.). — R. Ochsenbein. Wappenrelief am 
ehemaligen Zunfthause zu « Schmieden und Zimmerleuten » in Burg- 
dorf, avec fig. {Ibid., p. 31). — Max Prinet. De quelques portraits sigil- 
laires {Rev. franc., 1903, p. 281). — Dr. Josef Ritter von Bauer. Das 
Wappen als gewerbliche Marke {Jahrbuch der k. k. her. Ges. Adler, 
1 903, p. 49). — Dr. Joseph Ritter von Bauer. Ueber Wappen als Wasser- 
zeichen {Monaisbl. der k. k. her. Ges. Adler, 1903, p. 205). — Edmond 
DES Robert. Sceau d'Othon de Grandson, évêque de Toul (1306-1307), 
avec fig. {Arch. her. suisses, 1903, p. 39). — Ch. Ruchet. Les sceaux 
communaux vaudois (suite et fin) {Ibid., 1903, p. 1, avec pl. I-II). — 
Theodor Schön. Das Kärntner Geschlecht Moser in Württemberg 
{Monaisbl. der k. k. her. Ges. Adler, t. V, p. 158). — Theodor Schön. 
Die Wiener Familie Ostermayr (Ostermair) {Ibid., p. 164). — Hermann 
von Schullern zu Schrattenhofen. Regesten der Urkundensammlung 
des Geschlechtes von Schullern zu Schrattenhofen, 1438-1867 {Jahr- 
buch der k. k. her. Ges. Adler, 1903, p. 104). — E. A. S[tückelberg]. 
Heraldisches aus Sitten, avec fig. {Arch. her. suisses, 1 903, p. 34). — 
E. A. S[tückelberg]. Das Wappen des Abtes Ulrich VIII, Rösch von 
St. Gallen {Ibid., p. 89, avec pl. VI). — E. A. S[tückelberg]. Bauern- 
und Handwerckerwappen, avec fig. {Ibid.,, p. 104). — E. A. S[tückel- 
berg]. Die Heraldik im Basler Gewerbemuseum {Ibid., p. 129, avec 
pl. X-XI et fig. dans le texte). — E. A. S[tückelberg]. Ein Zürcher 
Heraldiker der Jetztzeit {Ibid., p. 169, avec pl. XII). — Dr. Heinrich 
Gustav Thierl. Zur Symbolik der Abzeichen alter Ritterorden {Jahr- 
buch der k. k. her. Ges. Adler, 1903, p. 83). — Ernst Weydmann. 
Die schweizerische Siegelsammlung im Staatsarchiv zu Basel {Arch. 
her. suisses, 1903, p. 28). 

Trouvailles. — E. Bahrfeldt. Der Hacksilberfund von Alexanderhof, 
avec fig. {Berl. Münzbl, 1903, pp. 210, 235, 270, 299). —H. Buchenau. 
Der Brakteatenfund von Niederkaufungen (suite) {Bl. f. Münsfr., 1903, 
col. 2932, 2975, 2987, 3003, 3019, 3037, 3051, avec pl. 143, 149 et 
150 et fig. dans le texte). — H. B[uchenau]. Ueber einen schlesischen 
Pfennigfund aus dem XII. Jahrhundert {Ibid., col. 2973). — H. 
B[uchenau]. Ueber den Eschenfelder Pfennigfund {Ibid., col. 3035). 
— Gustav Büdinsky. Münzenfund in Szalafö bei St. Gotthard [Trou- 



— 263 — 

vaille de deux mille trois pièces du commencement du XVIP siècle. 
Renfermait un groschen de Schaff house et trente-trois de Zoug des 
années 1589 à 1608] {Monatsbl. der tium. Ges. in W.., 1903, p. 46). — 
L. von BüRKEL. Der Fund von Pöpling. Halbbracteaten des XII. Jahr- 
hunderts, avec fig. (Berl. Münshl., 1902, p. 169). — Luigi Correra. 
Ripostiglio romano di Potenza {Riv. ital., 1902, p. 541). — [?] Ein 
Silberfund in Frankfurt a. M. [Contenait entre autres un Michaelgulden 
sans date de Beromlinster] {Berl Miinzhl, 1903, p. 290.) — Eduard 
FiALA. Der Podmokler Goldfund. Gedenkblatt (Num. Zeitschr., 
t. XXXIV, p. 149). — H. de Gérin-Ricard et l'abbé Arnaud 
d'AGNEL,. Découverte d'un trésor à Tourves en 1336 {Rev. franc., 
1903, p. 164). — Fr. Gnecchi. Ripostiglio di Vergnacco [Trouvaille de 
quatre cent cinquante monnaies consulaires représentant septante 
familles et nonante-neuf noms différents de magistrats monétaires] 
(Riv. iial., 1902, p. 548). — Ed. Grimm. Der Münzfund von Kartlow 
[Trouvaille de trois cent vingt bractéates et pfennigs de Mecklembourg, 
Rostock, Wismar, Hambourg, etc., datant do 1350 à 1420] (Berl.Mimzbl., 
1902, p. 121). — Ed. Grimm. Der Goldmünzenfund von Suckow 
[Ducats de Ladislas Postume de Hongrie (1452-1457) ; la plus récente 
pièce date de 1630] (Ibid., 1903, p. 341). — H. A. Grueber. A find 
of silver coins at Colchester [Trouvaille de dix mille neuf cent vingt- 
six deniers esterlins anglais, pour la presque totalité du moyen âge] 
(Num. Chron., 1903, p. 111, avec pi. IV). — E. Heuser. Münzfund in 
Speier [Monnaies romaines] (Month. num. Cire, 1903, col. 5892. — 
Reproduit de V Antiquitäten- Zeitung). — G. F. Hill. Roman coins 
found at South wark (Num. Chron., 1903, p. 99). — P. J[oseph]. 
Rheinisch-westfälische Seltenheiten aus dem Aachener Funde (suite et 
fin), avec fig. (FranJcf. MimzsUi., 1903, p. 417). — P. J[oseph]. Die 
niederländischen und belgischen Münzen des Aachener Fundes, avec 
flg. (Ibid., pp. 433, 449, 489). — Dr. Prof. Luschin von Ebengreuth. 
Die Wiener und Grazer Pfennige im Aachener Münzschatz, avec fig. 
(Ibid., p. 465). — Menadier. Zwei märkische Denarfunde [Trouvailles 
de Lässig et de Hirschfelde, deniers allemands du moyen âge] 
(Zeitschr. für Num., t. XXIII, p. 222, avec pl. I-III). — Menadier 
et NüTZEL. Der Münzfund von Siroschevitz [Pièces arabes, de Regens- 
bourg, Augsbourg, Prague, Spire, Mayence, Trêves, etc.] (Ibid., p. 273). 
— O. Oertzen. Der Wittenfund von Lelkendorf (Trouvaille de mille 
cent dix kreuzers de Stralsund, Rostock, Lünebourg, Hambourg, 
etc., etc.) (Berl. Münzbl, 1902, p. 105). — [?J Münzfund im Geyerhof, 



— 264 — 

Niederösterreich {Müth. des Klubs der Milnz- u. MedaiUenfr. in VF., 
1903, p. 31). — Ferd. Penkeu. Temesvärer Funde aus der Türkenzeit 
{Monatsbl. der num. Ges. in VT., 1903, p. 97). — K. Regling. 
Römische Goldmünzenfunde aus Aegypten {Berl. Münzbl.^ 1902, 
p. 137). — H. Fercy Webb. Coins Ibund on the premises of the 
Worshipful Company of carpenters (Num. Chron.^ 1903, p. 102). 

Biographies/— E. B[ahufeldt]. Anton Scharff t (Ber/. Mün0bl.,\9OS^ 
p. 343. — Reproduit dans la Montli. num. Cire, 1903, col. 7147). — 
Blaschek. Ludwig Hujer (Mitih. des Klubs der Müns- u. MedaiUenfr. 
in IT., 1903, p. 30). — Blaschek. Rudolf Neuberger {Ibid., p. 55, 
avec pl.). — Blaschek. Anton Scharff f {Ibid.., p. 69). — Ernst. 
Anton Scharfff {Monatsbl. der num. Ges. in W.., 1903, p. 83). — 
Jean de Fo ville. M. Ponscarme {Rev. franc., 1903, p. 74). — Julius 
Friedl^endeu. J. Gr. Benoni Friedlsender, geboren 4. Juni 1773, 
gestorben 17. Februar 1858, avec fig. {Zeitschr. für. Num-., t. XXIV, 
p. 1). — Jean G[rellet]. Louis Bron-Dupin, avec portr. {Arch. her. 
suisses, 1903, p. 178). — Dr. Georg Habich. Hans Reimer, avec fig. 
{Berl. Münzhl, 1902, p. 153; 1903, p. 201). — R. von Höi^ken. Josef 
Nentwich {Mitth. des Klubs der Münz- imd MedaiUenfr. in W., 1903, 
p. 13). — J. V. KuLL. Zum Andenken an einen bayerischen Numis- 
matiker [Johann Peter Beierlein] {Berl. Münzbl, 1903, p. 223). — 
la. Josef Nentwich,. avec portr. {Mitth. des Klubs der Münz- u. 
MedaiUenfr. in W., 1903, p. 44). — la. Theodor Mommsen {Ibid., 
p. 116). — L[yman]. H. L[ow]. Eben Mason {Amer, journ. of num., 
t. XXXVI, p. 95). — L[yman]. H. L[üw]. H. P. Smith {Ibid., t. XXXVH, 
p. 31). — L[yman]. H. L[ow]. Henry Clay Merry {Ibid., p. 95). — 
M. Edmund J. Cleveland {Ibid., p. 31). — W. T. R. M| arvin]. William 
Summer Appleton {Ibid., p. 126). — [?J Theodor Mommsen {Monatsbl. 
der num. Ges. in W., 1903, p. 123). — John H.Pinches. George William 
de Saulles, chief engraver to the royal Mint, born 1862 ; died july 21 st. 
1903 {Nîim. Chron., 1903, p. 311). — [V] Fr.-Jos.-Hub. Ponscarme 
{Gaz. num. D., 1902-1903, p. 64). — [?] Ponscarme, graveur en 
médailles (1827-1903), avec fig. {Bull. num. S., 1903, p. 'à6.—Mo7ith. 
num. Cire, 1903, col. 5948). — R. Richebé. Jules-Marie-Augustin 
Chautard, 1825-1901, biographie et bibliographie, avec portr. {Gaz. 
num. franc., 1903, p. 1). — A. de Roissart. Charles van Schoor 
{Bev. belge, 1903, p. 229). — [?] M. Charles van Schoor (Ga^. num. I)., 

' Nous ne mentionnons que les biographies les plus importantes. 



— 265 — 

1902-1903, p. 64). — G. V[allettk]. Hugues Bovy, avec portrait 
{Month. num. Cire, 1903, col. 7144. Reproduit de la Suisse du 6 août 
1903). — A. de Witte. Tony-Antoine Smirmaï, médailleur hongrois 
(Ga:^. num. Z>., 1902-1903, p. 154, avec pi. II). — Z. Anton Scharff f 
{Tijd. van het Ned. Gen., 1903, p. 332). H. C. 

Trouvailles. — Itectification. — M. le D' E. Bahrfeldt nous fait 
observer que, dans la dernière chronique des trouvailles, nous avons 
mentionné deux fois celle de Poppelau; une première sous la dési- 
gnation géographicjue d'Oppeln et une seconde sous celle de Poppelau 
(voy. t. XI, p. 557). Dont acte. 

* 
* * 

^^6î (France). — Pendant le mois de mai 1903 on a fait aux envi- 
rons d'Albi une trouvaille d'ecus d'or appartenant aux règnes de 
Charles VI, Charles VII, Louis XI, Louis XII; il y avait aussi quel- 
ques saluts d'or de Henri VI. L'importance du trésor n'est pas connue, 
cependant cent quatre-vingt-dix-sept pièces en très bon état sont par- 
venues à la connaissance de la rédaction du Bulletin de numismatique. 

Andernos (France). — Au printemps de 1903 une découverte inté- 
ressante a été faite à Andernos, station du bassin d'Arcachon. On a 
mis à jour les substructions d'une basilique des premiers siècles de 
l'ère chrétienne et qui a servi de nécropole jusqu'au XVI" siècle. Elle 
contenait des sépultures de toute nature, notamment des cadavres 
inhumés assis suivant la coutume des Boïens, continuée par les Bas- 
ques. L'habitude de mettre une pièce de monnaie dans la bouche du 
mort s'est perpétuée dans cette nécropole depuis l'époque romaine. 
Beaucoup de ces monnaies sont des pièces seigneuriales ; au temps de 
Henri IV on retrouve les pièces du pape Clément VIII à côté de celles 
du roi schismatique. (Bulletin de numismatique.) 

Arbon (Thurgau). — Bei Grabarbeiten in den Reben und deren 
Nähe kommen fortwährend r(5mische Münzen zum Vorschein, teils 
neue, teils schon bekannte. 8o sind kürzlich folgende Münzen gefunden 
worden : eine Gelbbronze, Hadrianus, 117-138 n. Chr.; eine Bronze 
versilbert, Philippus Pater, 248 n. Chr. ; eine Silber, Septiniius Severus, 
193 — 211 nach Chr.; eine schwer bestimmbar. Von den ersten zwei 
römischen Kaisern sind bis jetzt noch keine gefunden worden. Die 
bisherigen römischen Münzen datieren aus der Zeit von 14—375 n. Chr., 
also von Tiberius bis Valentinian; ein Teil derselben liegt in der 
historischen Sammlung, der andere im Privatbesitz. Sie beweisen uns 



— 266 — 

mit andern Funden, dass in Arbon eine ziemlich ausgedehnte römische 
Niederlassung gewesen, die über 300 Jahre bestanden hat. 

(Der Oberthurgaucr.) 

Äudierne (Finistère). — Le 7 août 1903, des ouvriers occupés à 
démolir un mur dans un vieil immeuble, sis à Audierne, ont mis au 
jour un trésor qui consistait en pièces d'argent pesant au total 
58 kilos. Ces monnaies sont presque toutes à l'effigie de Louis XIV; 
une ou deux sont à l'effigie de Louis XIII; dix-sept sont des pièces 
de Philippe V d'Espagne, qui ont été rognées et martelées. 

Les pièces de Louis XIV comprennent environ neuf cents écus, dix- 
huit cents demi-écus et trois cent cinquante quarts-d'écu. Les pièces 
les plus anciennes sont de 1643, les plus récentes de 1709. Le tout 
était enfermé dans un sac de toile à moitié détruit par le temps. 

(lîeime numismatique.) 

Bahenwolil (Bayern). — Auf dem Schlossgute Babenwohl, bei 
Bregenz, unweit der Stelle wo vermutlich die Glaubensboten Kolum- 
ban und Gallus in den Jahren 610 und 613 wohnten, und in frühester 
christlicher Zeit die Kirche der heiligen Aurelia gestanden haben soll, 
wurden jüngst sehr interessante Ausgrabungen gemacht. Zunächst 
wurden die Reste einer römischen Opferstätte blossgelegt und zahl- 
reiche Münzen aus der Zeit der Kaiser Nerva bis Maxentius (96 bis 
312 n. Chr.) gefunden. Eine der gefundenen Münzen zeigt das ziemlich 
gut erkennbare Bild des heiligen Gallus auf der einen und des heiligen 
Konrad (damals Bischof von Konstanz) auf der andern Seite. Das 
interessanteste aber ist ein römischer Inschriftstein mit der Widmung: 
DEO o HAR . . . AVREL o AVGVSTVS . . . VSLLM, 
welcher demnach dem Jahre 270-275 n. Chr. enstammt, und vom 
Kaiser Domitius Aurelianus infolge eines Gelübdes an dieser Stelle 
errichtet wurde. Aurelianus dürfte selbst in Brigantium anwesend 
gewesen sein. Bekanntlich ist dieser Kaiser der Besieger der Alemannen 
(Juthungen) in Rätien. Der Stein lag mit der Inschrift nach unten im 
Boden und ist der beste bisher auf dem Boden von Brigantium 
gefundene. (Locarno e Lar/o Mac/f/iore.) 

Balmhols^ bei Thun (Bern). — Auf Grund eines in letzter Zeit 
unternommenen Augenscheines vor und in der trockenen Beatushöhle 
nahm man hier Ausgrabungen vor. Wie man vernimmt, ist dabei ein 
Felsengrab gefunden worden mit vier noch ziemlich gut erhaltenen 
Skeletten. Man wird nun die Frage zu prüfen haben welchem Zeitalter 
die Gerippe angehören. Man soll auch wenigstens ein Dutzend Münzen 



— 267 — 

gefunden haben, ferner Stücke einer Marmorsäule, sowie eine alte 
Ofenkachel, Stücke einer Tuffsteinische, ein verrostetes Gerät oder 
Waifenstück, einige schön gezierte Fragmente aus grauem Sand- 
stein, etc. (Berner Volksseüunci.) 

Basel. — Bei den Abbrucharbeiten an der Wirtschaft zur «Wolfs- 
schlucht », an der Gerbergasse, kamen Goldstücke zum Vorschein. 
Bei sorgfältigerem Nachsehen fand man sodann in einem verborgenen 
Wandkästchen eine kleine Kassette, welche mehr als zwanzig solcher 
Golddublonen enthielt, die einen ansehnlichen Wert repräsentieren. 

(Basler Zeituw/.) 

Basse-Egypte. — On signale une nouvelle et importante découverte 
de monnaies d'or impériales dans la Basse-Egypte. Le nouveau trésor 
se composerait encore une fois de pièces d'une conservation extraordi- 
naire. Il y en aurait environ six cents appartenant aux règnes de 
Balbin et de quelques-uns de ses prédécesseurs. (La Gasette num.) 

Bernshausen (Hannover). — In einem niedergelegten Hause fand 
man zweihundertfünfzig Silbermünzen und Breakteaten, welche meist 
das Zeichen G (Göttingen) trugen. Der Finder verkaufte die ganze 
Sammlung, welche er für ziemlich wertlos hielt, um ein Geringes an 
einen Händler. Dieser hat aber bei der überaus scharfen Prägung der 
dem Mittelalter entstammenden Münzen einen namhaften Schatz 
daraus entwickelt. (Hannoversches Tageblatt.) 

Bolsena. — On a trouvé à Bolsena, près de Pozzarello, quatre-vingt- 
treize monnaies consulaires de bronze remontant au IP siècle avant 
J.-C. et un grand bronze de Trajan admirablement conservé. 

(Rassegna numismatica.) 

Bondeno (Province de Ferrare). — Trouvaille de trois mille mon- 
naies romaines impériales d'argent. (Rassegna numismatica.) 

Châlons-sur-Marne. — Au cours de travaux de terrassement une 
petite trouvaille a été faite vers le mois d'août 1903, à Châlons-sur- 
Marne. Le rédacteur du Bulletin de numismatique a pu en examiner 
une partie, qui comprenait cinq pièces d'or en parfait état de conser- 
vation : une masse de Philippe III, un agncl, une chaise et deux 
masses de Philippe IV, plus environ une centaine de pièces d'argent, 
très belles également, se décomposant en gros tournois de Louis IX, 
en gros tournois et mailles tierces* de Philippe IV, en esterlins 
d'Edouard III et en quelques lorraines. (Jonrn. quoi.) 

Félines (Ardèche). — Des paysans, occupés à extraire des pierres 
dans une carrière, ont trouvé un pot rempli de pièces d'argent aux 



— 268 — 

effigies de Louis XV et Louis XVL Ce trésor, d'une assez forte valeur, 
se compose de pièces de quinze et vingt-sous et d'écus de trois-f'rancs. 

(Bulletin de numismatique.) 

Fully (Valais). — On a trouvé dans un terrain qu'on défonçait, près 
de Fully, deux pièces de monnaie qui ne manquent pas d'intérêt. 
L'une, de la grosseur d'une pièce de vingt-centimes, est frappée aux 
armes de Supersaxo, la tranche en est très mince; l'autre est en 
bronze, épaisse et d'une frappe grossière; à l'avers elle porte une 
tête d'homme en fort relief, bien conservée, sans diadème, figure 
glabre,, avec, en exergue, un nom se terminant par les lettres : mis. 
Au revers une figure entière, grêle, portant quatre lettres dont le 
sens échappe. Cette dernière pièce date évidemment de l'époque 
romaine. (Journ. quoi.) 

Gravellona (Italie). — Vers la fin de l'année 1903 — nous ne pou- 
vons préciser l'époque — on a trouvé dans le voisinage de Gravellona 
(Lomellina), une urne de terre contenant environ un millier de petites 
pièces de bronze appartenant à Constantin et à ses fils. 

(Rivista italiana di numismatica.) 

Grosseto. — Près de Grossetto on a découvert environ cent mon- 
naies d'argent des Médicis. (Rassegna num-ismatica.) 

Grunech (près Ruschein, Grisons). — Au cours de travaux de mines, 
on a découvert, près du village de Ruschein, dans l'Oberland grison, 
soixante monnaies bien conservées et qui paraissent remonter à 
l'époque carlovingienne. Conformément aux dispositions qui règlent 
l'entretien des routes, ces monnaies reviennent au Musée rhétien. 

(Journal de Genève.) 

Harskirchen (Alsace-Lorraine). — Des ouvriers de la tuilerie de 
Harskirchen, en creusant un terrain, ont trouvé un grand nombre de 
pièces de monnaie des XV" et XVP siècles. Ces pièces, qui ont cer- 
tainement été cachées au moment de la guerre de Trente-Ans, por- 
tent toutes l'inscription : Gloria in excelsis Deo. Il y en a plusieurs 
en argent de la grandeur d'un écu de cinq-francs, dont une à l'effigie de 
Rodolphe II, empereur d'Allemagne, portant le millésime 1605, et une 
autre de Leopold, frère de Ferdinand IL (Journal des Débats.) 

Hiffli Wycomhe (Angleterre). — Dans cette localité, située dans le 
Buckinghamshire, ont été découvertes deux pièces romaines, L'une 
d'argent, portant à l'avers un buste avec l'inscription : CRISPUS 
NOBIL C et au revers un autel surchargé de : VOT XX et de 
l'inscription : BEATA TRANQUILLITAS ; dessous on lit : P. LOX, ce 



— 2G9 — 



qui indique que la pièce a été frappée à Londres (Londinium). Cette 
monnaie est de l'an 332 et se rapporte à Crispus, fils de Constantin 
le Grrand, vainqueur des Grermains sur le Rhin et à la bataille navale 
de l'Hellespont, laquelle redonna à ce dernier la domination de tout 
l'empire, auparavant partagé et contesté par six empereurs. A ce fait se 
rapporte l'inscription : Beata Tranqiiilläas. — L'autre pièce, en bronze, 
est à l'effigie de l'empereur Galère Maximien avec, à l'avers, MAXI- 
MIAN US NOB. CAES; on voit au revers la figure du Génie du peuple 
romain avec la légende : GENIO POPULI ROMANI. A.-S. v. M. 

Hohen- Poser its^ Kr. Schweidnitz (Schlesien). — In einem Gehöft 
wurde ein altes Lehmhaus, das vor Jahrhunderten als Wohnhaus 
gedient haben mag, wegen Neubaues abgebrochen. Dabei fand man 
in einer durch einen Stein verkleideten Höhlung der Wand drei- 
hundertachtzig Stück gut erhaltene Münzen, dreizehn Gold- und 
dreihundertsiebenundsechzig Silbermünzen. Die einfache Umhüllung 
zerfiel beim Berühren in Staub. Der auch numismatisch recht wert- 
volle Fund enthält brandenburgische, österreichische, französische, 
sächsische und verschiedene freistaatliche Münzen, deren Prägungs- 
jahre zwischen 1618 und 1793 liegen. Daraus lässt sich schliessen, 
dass der Aufbewahrer der für jene Zeit einen bedeutenden Wert 
repräsentierenden Summe das Geld wohl zu Ende des 18. oder zu 
Anfang des 19. Jahrhunderts versteckt hat. Sieben Goldmünzen, in der 
Grösse eines Zwanzigmarkstückes, tragen dieselben Wappen und die 
Jahreszahlen 1712, 32, 33, 35, 40 und 43. Die Silbermünzen, von der 
Grösse eines Fünfmarkstückes bis zu der eines Fünfzigpfennigs, gehören 
den verschiedenen Staaten und Prägungsjahren an. 

(Breslauer General- Anseiger.) 

Klein- ScMausa (Schlesien). — Auf dem Dominalfelde in Klein- 
Schlausa wurden beim Pflügen zwei Tontöpfe gefunden, die gegen 
sechshundert kleine, dünne Silbermünzen mit schwacher oder abge- 
nutzter Prägung und ein kunstvoll gearbeitetes silbernes Mantel- 
schloss enthielten. Ein Teil der Münzen und das Schloss sind an das 
Museum für schlesische Altertümer in Breslau gesandt worden. 

(Schlesische 3Iorf/en-Ztf/.) 

Klutschau (Mecklenburg). — In Klutschau wurde in dem Garten 
eines Besitzers, in einer Tiefe von 40 Centimeter, ein kleines Ton- 
gefäss mit hundertfünfzehn Silbermünzen gefunden. Die Prägung ist 
fast durchweg gut erhalten. Es sind alles Stücke von demselben 
Werte, Prager Groschen = etwa 60 Pfennig nach heutigem Geld- 



- 270 - 

werte. Die Münzen haben die Grösse eines Zweimarkstückes, sind aber 
um gut ein Drittel dünner. Auf der einen Seite ist ein Wappen mit drei 
heraldischen Lilien, auf der andern ein springender Löwe mit Doppel- 
schweif ausgeprägt. Die Münzen datieren alle aus der Zeit böhmischer 
Könige aus dem Hause Luxemburg : Johann, Karl und Wenzel (LS 10 
— 1419). Da mit dem Tode König Wenzels die Hussitenkriege, unter 
denen auch Schlesien schwer zu leiden hatte, ihren Anfang nahmen 
so lässt sich mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit annehmen, dass der 
Topf mit den Münzen damals hier vor den plündernden Hussiten 
vergraben wurde, dass also diese Münzen 500 Jahre in der Erde geruht 
haben. (Schlesisclie Morgen-Ztg.) 

La Motte (Cotes-du-Nord).— En novembre dernier, à La Motte, près 
Loudéac, en démolissant un vieux talus, on heurta avec la pioche un pot 
de tei're. En soulevant le couvercle on eut la très vive et agréable 
surprise de découvrir à l'intérieur une grande quantité de pièces d'or 
à l'effigie de Henri H, Henri HI et Henri IV. La plus grande partie 
de ces pièces portent le millésime de 1593; elles sont dans un état 
parfait de conservation et représentent une très grande valeur. 

(Journ. quot.) 

La Saulsotte. — Un fermier a trouvé, à La Saulsotte, dans une de 
ses terres, mille quatre pièces romaines d'argent, bien conservées. 
Elles étaient renfermées dans un vase de grès. Le champ où cette 
trouvaille a été faite n'est cultivé que depuis 1848; antérieurement il 
faisait partie d'un bois. (Bulletin de numismatique.) 

Lausanne. — En février 1904 un ouvrier, occupé aux fouilles du 
pont Chauderon-Montbenon, a mis au jour un petit trésor composé de 
quatre-vingt-sept pièces d'argent et d'une pièce d'or de Louis XVL 
Les pièces d'argent se composent de six écus, d'un certain nombre de 
florins et d'une grande quantité de pièces de plus petit module, entre 
autres des kreutzer et des batzen. Quelques-unes de ces pièces sont à 
l'effigie de Charles-Emmanuel IV, roi de Sardaigne, de Chypre et de 
Jérusalem ; d'autres à celle de François de Lorraine , empereur 
d'Allemagne, duc de Brabant, de Bourgogne et comte de Flandre. 
Les millésimes sont ceux de 1750, 1789, 1796 et 1797. 

(Feuille d'Avis de Lausanne.) 

Ligueuil (Indre-et-Loire). — Trouvaille d'environ trois cent cin- 
quante pièces d'argent et de billon des règnes de Charles VIII à 
Henri III. (Bulletin de numismatique.) 

Lober sdorf {Krûi&M). — Im Februar 1. J. wurde in Löbersdorf eines 



— 271 — 

der ältesten Häuser des Ortes abgebrochen. Beim Aufreissen der Dielen 
fand man in der sogenannten Auszüglerstube, unter dem Kachelofen, 
zwei grosse Töpfe mit alten Silbermünzen, deren Metallwert allein 
schon ein ganz stattliches Kapital darstellt. Es sind zumeist Zweithaler- 
stücke aus dem Jahre 1700, und Tal er und Achtgroschenstücke aus 
den Jahren 1815 und 1816. Die Münzen sind sämmtlich recht gut 
erhalten. {Zeitung^ Magdeburg.) 

Lohstedt (Schleswig-Holstein). — Im Dezember 1903, unter den 
Erdmassen die bei dem Ausbau der Süderfeldstrasse in Lokstedt fort- 
geschaft wurden, fand man eine verrostete Blechdose mit ca. sechzig 
Goldmünzen aus der Mitte des 18. Jahrhunderts; es sind dänische 
Goldstücke, aus der Regierung Friedrich V. stammend. 

[Hamburger Nachrichten.) 

Liitscn (Saxe). — In der Nähe des Schwedensteins fand man beim 
Bearbeiten eines Ackers eine goldene Münze der Stadt Aachen. 
Auf der einen Seite erblickt man einen Doppeladler und die Inschrift: 
RVDOLP. IL ROMAN. C^SAR AVG. 91. Die andere Seite ist mit 
dem Bildnis Rudolf IL, einer Krone und einem Doppeladler 
geschmückt. Ringsherum liest man IMP. VRB. AQVISGRNO. REG. 
SEDIS. Das Goldstück stammt aus dem Jahre 1592. Wahrscheinlich 
wurde es am 6. November 1632 während der Schlacht verloren. 

{Zeitung., Magdeburg.) 

Tjuynes. — Un cultivateur a trouvé dans un champ situé au bord 
de la route de Luynes à Pernay, près du lieu dit Cimetière-à-Nicot, 
commune de Luynes, cinq pièces d'argent. Ces monnaies, enveloppées 
dans un morceau d'étoffe, sont : un douzain de Charles VII; un dite 
de François I"' ; deux dito aux croissants de Henri II ; un dito aux H 
de Henri IL Les types de ces monnaies ont été utilisés de 1422 à 
1589, ce qui laisserait supposer qu'elles ont été enfouies à l'époque des 
guerres de religion. Elles portent la marque des ateliers de Tournai, 
d'Angers et de Bordeaux. (Revue numismatique.) 

Manciano. — Près de Manciano trouvaille d'un certain nombre do 
deniers (zecchini) de Bologne, frappés par Jules IL 

(Rassegna numismatica.) 

Mareuil (Vendée). — Une découverte numismatique intéressante 
vient d'être faite par un terrassier, dans les environs de Mareuil ; 
il s'agit de près de deux cents monnaies dites « florettes de 
Charles VI », accompagnées de quelques-unes de Jean IV, duc de 
Bretagne, ainsi que de quelques deniers des mêmes. 



— 272 — 

Ces monnaies portent en légende KAROLVS : FRANCORV : 
REX >ï< ; dans le champ, trois fleurs de lis sous une couronne, variété 
dans les couronnes. I^, en légende, SIT : NOMEN : DNI : BENE- 
DICTVM ^] dans le champ, croix fleurdelisée cantonnée de deux 
couronnes. 

Deniers, mêmes légendes; dans le champ, trois fleurs de lis non 
couronnées; en légende, TVRONVS : CIVI; croix pattée, cantonnée 
d'une couronne et d'une fleur de lis; d'autres petites pièces avec les 
mêmes légendes et mêmes croix pattées et cantonnées d'une couronne 
et d'une fleur de lis; dans le champ, trois fleurs de lis dans un écu 
non couronné. 

Monnaies de Bretagne : Jean IV. JOHANNES : BRITONV. DVX. 
V. Hh : Dans le champ, trois hermines sous une couronne ducale, 
variété dans les couronnes et dans les lettres monétaires ; ï^, lég. : 
SIT NOMEN DNI BENEDICTVM; dans le champ, croix feuillue. 
Deniers : JOHANNES BRITONNV. DVX.; dans le champ, trois 
hermines, surmontées d'un gros point; ^, croix pattée, cantonnée 
d'un point ; en légende MONETA , le reste illisible (Britone?). 

Ces monnaies, ainsi que le vase en partie brisé qui les contenait, 
font aujourd'hui pai'tie de la collection de M. Ferdinand Mandin, qui 
possède également une tessère en bois de cerf, de l'époque gauloise, 
sortant de Mareuil, assez bien conservée, percée de cinq trous en 
forme de croix, représentant Hercule luttant contre le lion de la forêt 
de Némée, gravure très rudimentaire. [Le Nouvelliste^ Nantes.) 

Mé^i/ (Seine-et-Oise). — Un cultivateur de Mézy, en creusant le sol 
de sa maison, a trouvé près du foyer un pot de grès qui contenait 
quarante-deux monnaies d'or françaises des règnes de François P' à 
Louis XIV, dix pistoles de Philippe IV et quelques pièces étrangères. 

(Bévue numismatique.) 

Moorslede (Flandre occidentale). — Au début de l'année 1903, en 
travaillant dans un bois situé dans la commune de Moorslede, des 
ouvriers ont trouvé un pot de grès contenant, dit-on, près de huit cents 
pièces d'or de la fin du XIV siècle et du commencement du XV* siècle. 
Parmi celles-ci il y avait des nobles d'or de Richard II, roi d'Angle- 
terre, avec la devise : Ihs autem transiens per medium illorum ibat, 
et des lions d'or de Philippe le Bon, duc de Bourgogne. (Rev. belf/e.) 

Mons. — Des ouvriers déracinaient un arbre dans un jardin, rue du 
Mont-de-Piété, lorsqu'ils découvrirent un tas considérable de pièces 
de monnaie, environ 1200 couronnes et demi-couronnes en argent 



— 273 — 

et à peu près deux cents doubles louis et louis d'or, à l'effigie de 
Louis XV, Louis XVI et Marie-Thérèse. Les pièces se trouvaient dans 
une bourse en soie dont il ne restait que quelques fragments. Comme 
la pièce la plus récente porte le millésime 1785, on est tenté de croire 
que le trésor a été enfoui à l'époque de la Révolution française. Les 
pièces découvertes ont une valeur d'environ 10,000 francs. 

{Le Courrier^ Bruxelles.) 

Morteau (Doubs). — Notre collègue, M. H. Custer, du Locle, nous 
écrit : 

Dans le courant de l'été 1903, un bûcheron trouva dans une forêt 
près de Morteau une boîte en fer-blanc, contenant une bague et cent 
trente petites pièces d'argent, ainsi qu'une feuille de papier annotée. 
Cette dernière, considérée par l'inventeur du trésor comme étant de 
peu de valeur, n'a malheureusement pas été conservée par lui. Les 
monnaies provenaient de la Franche-Comté et surtout de la ville de 
Besançon; le plus récent millésime remontait à 1628. 

M. Custer pense que le trésor a été enfoui en 1636, lors du passage 
des Suédois sous le duc de Weimar; il suppose que le papier détruit 
sus-mentionné nous l'eût probablement indiqué avec plus de sûreté. 

Comme il arrive presque toujours dans des cas pareils, le bûcheron 
croyait avoir trouvé le Pérou et n'a pas laissé à notre correspondant le 
temps nécessaire pour examiner plus minutieusement les pièces 
exhumées. 

Nanterre (France). — A l'asile de Xanterre, au cours de travaux 
de terrassements exécutés près de la cantine de l'établissement, 
un hospitalisé a mis au jour un pot en terre cuite contenant dix- 
neuf cent soixante-treize pièces en argent et en cuivre, de l'époque 
romaine et du premier siècle de l'ère chrétienne. (L' Evénement.) 

Naours (Somme). — On a trouvé dans les souterrains-refuges de 
Naours des monnaies qui sont comme autant de preuves de l'habita- 
tion des souterrains à diverses époques. A signaler une pièce d'or de 
Philippe II, roi d'Espagne, remontant au temps de la Ligue ; des 
jetons de Tournai du commencement du XV* siècle, abandonnés par 
des fugitifs; une monnaie de Louis XIV, ayant probablement rapport 
au passage des armées du prince Eugène et de Marlborough, etc. 

(Revue numismatique.) 

Neuenhaf/en, Abtei (Kr. Schlawe, in Pommern). — Im Juli 1903, 
machte man auf hiesiger Feldmark einen wertvollen Münzfund. 
Beim Abfahren von Erde stiess man auf einen irdenen Topf, der 

RKVUE NUM. T. XII. 18 



- 274 — 

leider infolge seines Alters zersprang. In demselben fanden sich zwei- 
hundertsiebenundvierzig Münzen von der Grösse und dem Metall- 
gehalt unserer heutigen Fiinfraarkstücke in Silber. Die Münzen stam- 
men aus dem 16. und 17. Jarhundert, besonders aus der Zeit des 
30jährigen Krieges. Da fast alle Münzen verschieden sind so erscheint 
die Annahme berechtigt, dass man es mit einer Sammlung dieser 
Münzgattung zu tun hat. Die Sammlung hat ein Gewicht von 
7 Kilogramm. (Abendpost, Berlin.) 

Nonantola. — En abattant un mur à Nonantola on a rais au jour 
plusieurs monnaies d'or d'assez grande valeur, des XVI'' et XVIP siècles. 

(Rasseyna numismatica.) 

Oberfjrunau, bei Nossen (Sachsen). — Beim Bau einer Scheune 
wurden in einer Tiefe von etwa 30 Centimeter sieben Silbermünzen 
lose in der Erde liegend aufgefunden. Die Münzen sind belgischer, 
niederländischer und sächsischer Prägung; es sind bei einzelnen die 
Jahreszahlen 1735 und 1747 zu erkennen. Die gefundenen Geldstücke 
sind anscheinend in der Zeit des 7jährigen Krieges vergraben worden. 

(Tar/eblatt, Chemnitz.) 

Orbetello. — On vient de trouver sur le mont Argentario, près 
d'Orbetello, des deniers de Bologne et des écus d'or de Naples. 

(Rassegna numismatica.) 

Oreos auf Euboia (Griechenland). — Auf einem Acker stiessten die 
Arbeiter beim Graben auf ein grosses Gefäss, das voll von Silber- 
münzen war. Aus Furcht, es möchte ihnen vom Besitzer des Grund- 
stücks oder von der Regierung ihr Fund entrissen werden, brachten 
sie heimlich den grössten Teil der Beute zu den Altertumshändlern, 
doch vermochten die rasch hinzugeeilten Behörden noch sechshundert- 
sechsundvierzig Stück zu retten, die nun nach Athen geschafft worden 
sind. Der Fund ist einer der schönsten die je in Griechenland gemacht 
worden sind, teils wegen der wundervollen Erhaltung der Silberstücke, 
teils wegen der vorhandenen Prägearten. Die älteste Münze, eine 
Tetradrachme, zeigt das Bild Alexanders des Grossen, andere gehören 
dem nicht viel Jüngern König Lysimachos. Aber die Hauptmasse 
besteht aus Münzen der makedonischen Herrscher Philippos V. und 
Persaios, dazu aus rhodischen Drachmen. Das Bild der beiden letzten 
Könige Makedoniens ist auf den Münzen in überraschender Natur- 
Avahrheit wiedergegeben. Aber es lassen sich sogar die nähern Um- 
stände angeben, unter denen das Gefäss vergraben wurde. Plutarch 
erzählt im Leben des Aemilius Paulus, dass die Römer auf ihrem 



— '275 - 

Feldzuge gegen Perseus in Oreos, auf der Insel Euboia, eine Flotten- 
station und Provianthäuser errichteten. Aber der Makedonenkönig 
erfährt, dass die Stelle schlecht bewacht ist; er greift die Römer an, 
vernichtet zw^anzig Schiffe und nimmt den Rest gefangen. Rhodos 
aber stand zu Perseus in nahen Beziehungen. Doch nicht viel später 
machten die Römer die Schlappe w^ieder wett und Persaios musste aus 
Euboia weichen. Man erkennt nun leicht, dass jene Münzsammlung, 
die uns deutlich die Verbindung von Makedonien und Rhodos zeigt, 
zu jenen Zeiten, um das Jahr 158 v. Chr., vor den Römern gerettet 
worden ist. Durch diese zeitliche Bestimmung erhalten aber auch die 
Namen vieler rhodischer Münzmeister, die auf den Stücken von Oreos 
erscheinen, eine untere Zeitgrenze. {Tätliche Rundschau, Berlin.) 

Paschendaele (Flandre occidentale). — Une trouvaille de monnaies 
d'or de la fin du XIV siècle a été faite dans un bois aux environs de 
Paschendaele; le trésor renfermait des monnaies anglaises et flamandes 
de Richard I[, de Philippe le Hardi et de Philippe le Bon. 

(La G-asette mimismatique.) 
Potsdam (Preussen). — Einen seltenen Münzenfund machte ein 
Arbeiter bei den Ausschachtungsarbeiten in der Alten Luisenstrasse zu 
Potsdam, indem sein Spaten auf einen harten Gegenstand stiess, der 
sich als eine gut erhaltene Münze mit dem Doppelbildnis « Joachim IL 
1539 » und « Friedrich Wilhelm III. 1839 » herausstellte, deren Rück- 
seite eine heilige Handlung darstellt. Darunter befinden sich in kleiner 
Schrift die Worte : Die Stadt Berlin siim 2. Nov. 1839. Diese Münze 
rührt von der 300jährigen Gedächtnisfeier der Einführung des evan- 
gelischen Glaubens in der Mark her. Kurfürst Joachim IL, 1535 bis 
1571, brachte im April 1539 den Frankfurter Anstand zuwege, wonach 
den Protestanten auf dem nächsten Reichstage eine Vereinigung in 
Glaubenssachen zugesichert wurde, und trat am 1. November 1539, 
zu Spandau, offen zur Reformation über. Zur Erinnerung daran wurde 
ihm 1889 das Standbild in Spandau vor der Nikolaikirche errichtet, 
das dort Reformationsdenkmal genannt wird. Das Bild auf der in Rede 
stehenden Münze stellt dar wie Joachim, am 1. November 1539, in der 
Nikolaikirche zu Spandau, zum ersten Male das h. Abendmahl in 
beiderlei Gestalt nahm. {Staatsbiirf/er-Ztf/., Berlin.) 

lihäsüns (Graubünden). — Am 12. April dieses Jahres sollte der 
Enkel eines Landmannes in Rhäzüns, auf dessen an der ehemaligen 
Heeresstrasse, die von Rhäzüns aus gegen den Heinzenberg zu auf- 
stieg, gelegenen Wiese Prati roiund bei Prau mescal (Mooswiese) 



— 276 — 

Maulwurfshügel ausebnen. Wie der Knabe sich an die Arbeit machte, 
erblickte er in der von den Maulwürfen ausgestossenen Erde blinkende 
Stücke, die er aufhob und in's Dorf Rhäzüns hinuntertrug. Dort belehrte 
man ihn, er habe wirkliche Silbermünzen gefunden. Es lohnte sich 
nachzusehen, ob am gleichen Orte noch mehr dieser Silberlinge ver- 
borgen seien. Der Landmann begab sich dann selber an Ort und 
Stelle und siehe da, je tiefer er grub, um so mehr Silbermünzen traten, 
in der gelockerten Erde versteckt, zu Tage. Endlich, ein Fuss tief im 
Boden, lag ein Lavez-Kochtopf mit Eisenfassung, wohl zur Hälfte mit 
Münzen angefüllt. 

Die Münzen sammt Originalverpackung gelangten, durch gütige 
Vermittlung des Ortspfarrers, in's Rhätische Museum, um dort unter 
die Lupe genommen zu werden. 

Die Prüfung des eingelieferten Fundes (eine ziemliche Anzahl 
befindet sich noch in Händen des Finders) hatte folgendes Ergebnis : 
Der über 1500 Stück zählende Fund ist oberitalienischer Herkunft. 
Mit Ausnahme von mehreren für Pavia geprägten Grrossi sind alle 
andern gleichwertigen Münzen mailändischer Prägung und gehören 
folgenden mailändischen Herzögen aus dem Geschlechte der Visconti 
zu : Gian Galeazzo (1385-1402), Giovanni Maria (1402-1412), Estore 
(1412), Gian Carlo (1412), Philippe Maria (für Pavia). 

Also Münzen von vier unmittelbar aufeinander folgenden Herzögen 
von Mailand, aus dem Zeitraum von 1385 bis 1412. Das Haupt- 
kontingent entfällt auf Gian Maria Visconti, von ihm sind im Ganzen 
1284 Stücke in- zwei Varietäten vorhanden. 

Wie mögen diese Münzen nach Frau rotund gekommen sein ? Der 
Umstand, dass sie sich in einem Kochtopfe befanden und neben der 
alten Heeresstrasse ziemlich oberflächlich im Boden lagen, scheint 
darauf hinzudeuten, dass der ganze Schatz wohl in Kriegeszeiten hier 
verborgen und später nicht mehr gehoben wurde. Dass es gerade 
Mailänder Prägungen sind, kann Angesichts der uralten, von Italien 
durch Graubünden nach Deutschland führenden Handelswege nicht 
wundern. Unser Museum besitzt schon eine Menge, bis in die Ottonen- 
Zeit zurückreichende, auf Bündnerboden gefundene Mailänder Münzen. 
Bisher hatte man es allerdings nur mit vereinzelten Stücken zu tun, 
während wir hier gleich einen Kessel voll, wohl das Gesammtvermögen 
eines Flüchtlings, vor uns haben. {Bündner Tcu/eblait, Chur.) 

Rosay (Marne). — Une découverte archéologique très intéressante 
vient d'être faite par le propriétaire d'un four à chaux de la commune 



— 277 — 

de Rosay, arrondissement de Vitry-le-François, dans la carrière qu'il 
exploite, au lieu dit « la Croisette ». 

Trois sépultures anciennes, distantes de 5 à 6 mètres, ont été mises 
à découvert. 

A côté de nombreux ossements, on a trouvé plusieurs vases et brocs 
en terre, une lance, deux plaques de ceinturon en bronze ciselé et 
boucles d'oreilles en or, ornées de pierreries incrustées; différentes 
pièces de monnaies, dont une en or, très bien conservée ; une paire de 
dés, fragments de colliers, épingles, etc. 

Tout semble indiquer que l'on se trouve en présence d'un cimetière 
de l'époque mérovingienne. (Eclio de Paris.) 

Bue (Somme). En démolissant une vieille propriété, on a découvert 
un vase contenant des écus et demi-écus d'argent de Louis XIV, frap- 
pés pendant la période de 1645-1680; il y avait aussi dans le même 
récipient des louis d'argent de 30 sols de Louis XIII, 1642; on ignore 
le nombre des pièces. (Bulletin de numismatique.) 

Saillon (Wallis). — In Saillon fand man in einem Weinberge eine 
gut erhaltene römische Grossbronze Münze. Sie trug die Inschrift : 
Hadrianus Augustus. (Journ. quot.) 

Saint-Léger (France). — En démolissant une vieille maison à Saint- 
Léger, près d'Auneuil (Oise), on a fait une découverte intéressante, 
consistant en un sac de toile qui contenait environ trois cents pièces, 
portant les effigies d'Henri II, d'Henri III, de Charles IX et de Jeanne 
de Navarre. Quelques-unes paraissaient même antérieures ; beaucoup 
de ces .pièces sont des monnaies locales. (Bulletin de num.) 

Solingen (Baden). — Einen interessanten Münzenfund machten, im 
Herbst 1903, die Arbeiter des städtischen Wasserwerks, die am Ilaupt- 
rohr der Wasserleitung unter Jopenberg mit Arbeiten beschäftigt waren. 
Beim KafFeekochen wollten die Leute eine etwa 50 Meter von der 
Wupper entfernte Mauer als provisorischen Herd benutzen. Sie ent- 
fernten einige Steine des alten Mauerwerkes und stiessten dabei auf 
eine Anzahl Silber- und Kupfermünzen. Nachdem die Münzen unter 
Benutzung von Säuren etwas gereinigt, Hess sich feststellen, dass der 
Fund aus österreichischen Guldenstücken, preussischen Stübern und 
Groschenstücken aus dem Ende des 18. Jahrhunderts bestand. Die 
österreichischen Guldenstücke tragen das Bildnis Franz IL, die Jahres- 
zahl 1795 und drei Kronen. Später wurden noch weitere Münzen 
gefunden, die sämtlich in den achtziger und neunziger Jahren dos 
18. Jahrhunderts geprägt worden sind. (Beinisch-Westph. Ztg.) 



— 278 — 

Spaccaforno. — Près de Spaccaforno, on a trouvé des monnaies de 
bronze appartenant, pour la plus grande partie, à Jérôme II. 

(Eassec/na numismatica.) 

Szalcalhaza^ bei Temeswar. — Ein interessanter Münzenfund wurde 
in Szakalhaza gemacht. Mehrere Taglöhner waren beim Graben eines 
Brunnens beschäftigt, als sie in der Tiefe von ungefähr 2 Meter 
auf ein grosses Tongefäss stiessen, welches mit einem von einem 
Löwenkopfe geziemten Deckel verschlossen war. Als sie das Gefäss 
öffneten, fanden sie in demselben vierhundertzweiundzwanzig Stück 
grössere und kleinere Silbermünzen vor, welche durchwegs die 
Jahreszahl 1325 trugen. Die Arbeiter brachten ihren interessanten 
Fund in das Gemeindehaus, von wo man denselben dem Museum 
übermitteln dürfte. (Neues Wiener Journal.) 

Thierachern, bei Thuu. — Im September 1903 fand man unterhalb 
der Kirche von Thierachern, etwa 1 Meter unter der Erde, eine irdene 
Vase mit über hundert römischen Kaisermünzen. Die nähere Prüfung 
dieser Stücke hat noch nicht stattgefunden. Mehrere Münzen tragen 
das Bildnis des Kaiser Vespasian und gehören somit dem 1. Jahr- 
hundert nach Chr. an. 

— Beim Ausgraben des Erdreichs für die Fundamente eines neuen * 
Wohnhauses, auf der Pfrundmatte zu Thierachern, sind am 4. Sep- 
tember 1903, 1 Meter unter dem Rasen, eine Anzahl irdene Töpfe 
und Leistenziegel zum Vorschein gekommen. Einer der ersten enthielt 
hundertsieben Stück römischer Bronze- und Silbermünzen aus der 
Kaiserzeit. Alle sind wegen der Trockenheit des Erdreichs merkjvürdig 
gut erhalten und leicht leserlich. Vespasian und Domitian, also das 
erste christliche Jahrhundert, sind am meisten vertreten, doch sind 
auch Stücke aus dem 2. und 3. Jahrhundert dabei. (Thuner Blatt.) 

Venedig. — Im Mäi*z 1904 wurden dem Senator Nicolo Papadopoli 
die unter den Trümmern des Markusturms aufgefundenen Münzen zur 
Untersuchung übergeben. Dieser Tage nun hielt der Gelehrte im 
Istituto Veneto einen Vortrag und berichtete u. a. folgendes : Die 
Münzen befanden sich in verschiedenen Teilen des Turmwerkes zer- 
streut, so dass es ausgeschlossen ist, dass sie einem vergrabenen 
Schatze angehört haben können. Sie müssen Besuchern des Turms 
oder aus der Almosenbüchse verloren gegangen sein. Es sind auslän- 
dische und venezianische Münzen, die dem 15. oder der ersten Hälfte 
des 16. Jahrhunderts angehören ; dann bayerische Stücke von geringem 
Wert (1394—1450); Münzen mit dem Bildnis von Ferdinand I. von 



— 279 — 

Oesterreich und Böhmen ; weiter venezianische Scheidemünzen. Unter 
dem Dogen Francesco Foscari hat die Münzstätte Venedigs sehr 
wenige Scheidemünzen geprägt, deshalb wurden viele solcher aus 
Deutschland, Oesterreich und Kärnten eingeführt. Diese blieben dann 
in der Dogenstadt fast ein Jahrhundert im Umlauf, bis die Republik, 
1526, diese Münzen als Zahlungsmittel strengstens verbot und eigene 
Scheidemünzen prägte, die Bezso genannt wurden. Nach Papadopoli 
ist der Ursprung dieser Bezeichnung in dem deutschen Wort Batsen 
zu suchen, das sich im Slavischen in Bees umwandelte. Das Wort i^e^^o 
erhielt sich übrigens in der italienischen Sprache und wird im Wörter- 
buch der Crusca als allgemeiner Ausdruck für Geld bezeichnet. Noch 
heute werden im Venezianer Dialekt Geldstücke überhaupt Bessi 
genannt. (Frankfurter Ztg.) 

Ver neiiil-r Etang (Seine-et-Marne). — Découverte d'une cinquan- 
taine d'écus d'or. (Bulletin de numismatique.) 

Villarceau (Seine-et-Oise), — En déracinant un arbre, un cultiva- 
teur du petit village de Villarceau a mis au jour un vase en terre 
contenant un très grand nombre de deniers romains de l'époque de 
Gallien à Dioclétien. (Bulletin de numismatique.) 

Unteralpfen, Amt Waldshut (Baden). — In Unteralpfen wurden in 
einem altern Hause siebenzehn Kronentaler von 1771 bis 1814, sechs 
Zweiguldenstücke von 1845 bis 1847, und siebenundzwanzig Ein- 
guldenstücke von 1840 bis 1846 gefunden. Die Münzen, die in einen 
Strumpf gewickelt waren, wurden im Winter 1902 bei der Reparatur 
eines Kammerbodens ahnungslos auf den Dunghaufen gebracht und 
erst im Oktober 1903 gefunden. Der Fund stammt wohl aus dem 
Freischaarenzug von 1848. {Tageblatt, Schaffhausen.) 

Waltersdorf a. Gera (Reuss). — Im Januar 1. J. fand man in einem 
Garten, beim Umgraben des Erdreichs, in etwa 50 Centimeter Tiefe, 
einen Topf in welchem sich gagan siebenzig Thaler befanden. Alle 
Münzen stammen aus dem 16. Jahrhundert; es befinden sich darunter 
Exemplare deren jetziger Wert 400 Mark übersteigt. Der Topf scheint 
kurz vor dem 30jährigen Kriege seinem Versteck übergeben worden 
zu sein, da keine Münze die Jahreszahlen des Krieges aufweist. Dieser 
Fund ist bereits der zweite der auf demselben Grundstück gemacht 
wurde. (Ilallische Ztg.) 

Weissenfeis (Böhmen). — Bin geschichtlich wie an Metallwert 
bedeutsamer Münzenfund wurde hier, bei Ausschachtungsarbeiten auf 
dem ehemaligen Krankenhausgrundstück gemacht. Die Arbeiter för- 



— 280 



derten eine Urne mit mehreren Hundert Silbermünzen zutage, weiche 
die Grösse eines Markstückes haben und das Bildnis Wenzeslaus IL 
und Johann I. (1283 bis 1305 bezw. 1346) tragen. Die Urne wurde 
leider zerbrochen. (Hallische Ztg.) 

Zittau (Sachsen). — Im November 1903 sind in einem am Töpfer- 
berg gelegenen Grundstücke, beim Abtragen eines alten Gewächshauses, 
in geringer Tiefe, eine beträchtliche Anzahl alte Gold- und Silber- 
münzen, die in einem Tongefässe verwahrt waren, aufgefunden worden. 
Anscheinend stammen die Münzen, deren Metallwert kein unbedeu- 
tender ist, aus der Zeit des 7jährigen Krieges, sind also wohl bei der 
Beschiessung Zittaus in diesem Kriege von dem damaligen Grund- 
stückbesitzer vergraben worden. (Zwichauer Ztg.) 

ZiicJcelhausen (Sachsen). — Im Juni 1903 fanden Steinsetzer im 
Gehöft eines Grundstücks der Gemeinde Zuckelhausen, beim Aus- 
graben des Bodens, in der Tiefe von nur 10 Centimeter, einen Topf, 
der bis zum Rande mit Silbermünzen aus dem 16. Jahrhundert 
angefüllt war. Topf und Inhalt wogen 13 72 Pfund. Der reiche Fund 
ging in den Besitz der Stadt Leipzig über, der das Grundstück in 
Zuckelhausen gehört. (Casseler Tageblatt.) 



SOCIÉTÉ SUISSE DE NUMISMATIQUE 



Vingt-quatrième Assemblée générale, tenue à 
iSaint-Oall, le 13 septembre 1903. 

A 1 heure a lieu à l'hôtel « Zum Schiff» le banquet officiel, réunissant 
vingt-huit convives ; au dessert, M. P.-Ch. Strœhlin, président, 
remercie nos collègues saint-gallois de la peine qu'ils se sont donnée 
pour organiser l'assemblée et salue M. Diethelm, magistrat représen- 
tant la Ville de Saint-Grall. Celui-ci souhaite la bienvenue à notre 
Société et termine son allocution par une poésie imprimée plus loin. 

M. Steiger porte son toast à la numismatique et signale l'importance 
acquise dans ce domaine par l'abbaye et la ville de Saint-Gall; le plus 
ancien « plappart » connu fut frappé en 1254 par le prince-abbé et le 
monnayage de la ville commence au XV'' siècle. 

M. Grossmann, trésorier, remet à chaque participant le jeton de bronze 
gravé par notre collègue V. Schliitter, à l'effigie du numismate Soret, 
après quoi les membres se rendent à l'hôtel de ville pour l'assemblée 
générale. 

Vingt-huit membres sont présents, plus deux représentants de la 
presse saint-galloise. M. P.-Ch. Strœhlin préside la séance, qui est 
ouverte à 2 h. 50 par la lecture du procès-verbal de l'assemblée de 
1902 à la Chaux-de-Fonds. 

M. Grossmann lit les lettres d'excuses de MM. Zollikofer, con- 
seiller d'Etat, et D'' Scherrer. Le secrétaire donne ensuite la liste des 
membres empêchés de se rendre à Saint-Gall, qui se sont fait excuser. 

L'assemblée reçoit ensuite deux nouveaux membres actifs : 
MM. Gallus Strassmann, de Wil (présenté par MM. Steiger et 
Stur/enegger), et Hess, avocat à Zoug (présenté par MM. Strœhlin et 
Jarrys). 

Le président fait circuler les feuilles tirées du t. XI do la Revue et 
explique les raisons qui ont empêché le comité de pouvoir faire 
paraître ce numéro avant l'assemblée. Il lit ensuite le rapport prési- 
dentiel pour l'année 1903; M. Grossmann présente le rapport de la 



— 282 — 

caisse et M. de Perregaux celui des vérificateurs des comptes. Ces trois 
documents sont imprimés ci-après. 

Le chiiFre actuel de 10 francs est maintenu pour la cotisation 
annuelle et on s'occupe du lieu de la prochaine assemblée générale. 
Sur une proposition de M. Dreifuss (Saint-Gall), faisant remarquer 
qu'il y aura vingt-cinq ans que notre Société s'est fondée à Fribourg, 
l'assemblée adopte en principe de se réunir dans cette ville l'année 
prochaine. Aucune proposition individuelle n'étant présentée, on 
passe ensuite aux communications. 

M. Haas, de Lucerne, présente une étude sur l'extraction de l'or de 
la rivière l'Emme et de ses affluents. Cette exploitation, souvent reprise 
puis abandonnée, n'a jamais donné de brillants résultats ; on connaît 
cependant nombre d'émissions de monnaies d'or de Lucerne et des 
doubles ducats de Berne qui ont été frappés sur des flans fabriqués 
avec le métal fourni par l'Emme. 

M. Dominicé, de Genève, fait circuler une drachme, un tétra- 
drachme grecs d'un style remarquable et des médailles aux bustes 
des sœurs de Napoléon I*"", refrappes de la Monnaie de Paris. 

M. le D' Grünau, de Berne, parle d'une médaille très rare et peu 
connue, celle de « l'Hôpital de l'Ile », à Berne (cet article est repro- 
duit ci-dessus, p. 20). 

M. Adolf Iklé, de Saint-Gall, lit quelques fragments d'une étude 
sur les premières monnaies et les marques monétaires de Saint-Gall 
(voir ci-dessus, p. 10). 

La séance oflficielle est levée à 4 h. 55 et l'assemblée se rend à 
l'aimable invitation de notre collègue Iklé. Celui-ci avait exposé 
au complet sa superbe série de monnaies et médailles saint-galloises, 
la plus importante de toutes les collections privées. On y rencontrait 
également les types principaux et toutes les raretés du reste de la 
Suisse. Nous ne croyons pas qu'il soit possible de réunir, à nouveau, 
un choix de cette importance. Le catalogue de la série saint-galloise 
sera publié par M. Iklé dans un prochain volume de la Bévue. Nous 
donnons ci-après une liste très résumée des principales pièces d'autres 
cantons figurant dans cette exposition, pour en noter au moins le 
souvenir. M. Emile Dreyfus (Genève) se fait l'interprète des membres 
présents pour remercier M"'* et M. Iklé-Steinlin de leur charmante 
réception. 

Le soir, réunion familière au St. Gallerhof, pendant laquelle cir- 
culent nombre de pièces intéressantes. 



— 283 — 

M. le D" Grünau y donne lecture d'une partie de son travail sur 
la médaille à l'effigie d'Albert de Haller, par Mœrikoffer; nous nous 
bornons à cette mention, ce mémoire étant imprimé ci-dessus, p. 31. 

Le lendemain, une partie des membres ont visité les musées et la 
bibliothèque de la ville, sous la conduite de nos collègues de Saint- 
Gall ; l'après-midi a été consacrée à une excursion dans le canton 
d' Appenzell, promenade malheureusement écourtée par le mauvais 
temps. Le secrétaire, 

Henri Jakrys. 



Pièce de vers lue au banquet du 12 septembre 1903, à Saint-Gall. 

Ich bringe Euch St. Gallens Gruss 
Gemünzt in Willkommworten, 
Euch bittend, nehmt damit vorlieb 
Ihre Freunde allerorten. 
Kein Flaggenwald, kein Festgepräng, 
Kanonenmund noch Volksgedräng 
Grüsst den Verein, den stillen! 

Was sammelt man nicht heutzutag 

An bunten Siebensachen ! 

Ein Blick auf all' die Dinge da 

Macht schier zuweilen laclien. 

Doch lasst man hübsch das Lachen sein 

Stellt man sich dann vor Euern Schrein, 

Daraus Herrscherköpfe grüssen! 

Das Geld war schon von Altersher 

Der Mittelpunkt im Treiben ! 

Sind Geld und Glück nicht synonym -- 

Es wird so sein und bleiben ! 

Ich sag darum nicht allzuviel : 

Von all des Sammeins Zweck und Ziel 

Gebühret Euch die Krone! 

Die scheinbar stummen Münzen all — 
Beseh'n im rechten Lichte — 
Verkünden durch den Metallmund 
Den Gang der Weltgeschichte. 
Der Länder Fortschritt, die Kultur 
Weist uns der Münzen goldnc Spur 
Mit ihren Jahreszahlen ! 



— 284 - 

Der Numismatik drum mein Glas, 

Sie lehrt uns Völkerkunde ! 

Ein Prost den Herren « Matikern » 

An dieser Tafelrunde ! 

Nicht waren mir die Musen hold — 

Mein Spruch ist leider nicht aus Gold : 

Es war nur — Scheidemünze!!! 

J.-B. Grütter. 



Liste des principales pièces de la collection de M. Adolphe Iklé, à 
Saint-Gall, exposées chez lui à l'occasion de la réception des membres 
de la Société suisse de numismatique, en 1903. 



Notre aimable collègue, désireux de faire profiter les membres de 
notre Société de la vue des principales pièces de sa grande collection 
de monnaies suisses, avait pris la peine d'exposer dans ses salons, sous 
de grandes vitrines, les types les plus rares et les plus artistiques de 
la numismatique suisse. Pour garder un souvenir de cette belle collec- 
tion, dont le catalogue n'a pas encore été rédigé, nous croyons bien 
faire en donnant ici une indication très sommaire de ce choix remar- 
quable. 

En dehors de cette suite, M. Iklé a aussi exposé la collection com- 
plète des monnaies et médailles de la ville, de l'abbaye et du canton 
de Saint-Gall, ainsi que les médailles du réformateur Zwingli. M. Iklé 
travaille actuellement à une description complète des monnaies saint- 
galloises, destinée à paraître dans la Revue suisse de numismatique^ 
ce qui nous dispense de les mentionner dans cet inventaire. 

Les membres présents garderont un souvenir inoubliable de cette 
visite si intéressante et de l'accueil aimable que M'"° et M. Iklé ont 
fait à tous. 

I. Période celtique et gauloise. 

Série unique de trente-cinq variétés de pièces cupullaires, dites 
Berjenbof/enschüsseln, en or. Nous y remarquons aussi un statère d'ar- 
gent et un autre de cuivre d'une extrême rareté. A remarquer les 
numéros suivants de VAtlas de La Tour: 9423, 9425, 9428, 9432, 
9439, 9443, 9453, 9454, 9455, 9457, 9459, 9460, 9462, 9470, 9471 et la 
pièce figurée dans la lievue numismatique^ 1863, pi. IV, n" 3. 



— 285 — 

Monnaies d'or, d'argent et de potin des Allobroges, Eduens, Sequanes 
et Helvètes. Très belle série de pièces à types grecs et étrusques des 
Rhétieus. 

IL Période romaine. 

L'aureus et le quinaire de L. Munat. Plancus, fondateur de Bâle. Le 
grand bronze d'Hadrien avec l'allocution à l'armée de Rhétie. 

III. Période mérovingienne. 

Trions d'or royal du roi Dagobert, frappé à Saint-Maurice d'Agaune. 

— Trois trions de Saint-Maurice, deux de Lausanne et huit de Sion. 

— Une saiga d'argent de Bâle. 

IV. Période carlovingienne et moyen âge. 

Deux deniers au temple de l'abbaye de Saint-Maurice d'Agaune. — 
Sept deniers et deux oboles de Rodolphe I" et de Conrad, rois 
de Bourgogne-Transjurane. — Solidus d'argent d'Hermann, duc 
d'Allémanie. 

V. République lielvétique et Confédération suisse. 

Vingt-batzen 1798. Essai sans différent. — Essais de rappen de 
1799 et 1800. — Un exemplaire du kreuzer sans date; la pièce la 
plus rare de cette série. — La Confédération est représentée surtout 
par des raretés ou curiosités. Les essais sans date pour le concours de 
la pièce de cinq-francs, par Durussel ; la série complète des essais et 
frappes définitives de vingt-francs, y compris la « Vreneli », de Lan- 
dry avec la mèche, et les frappes en or suisse des mines de Gondo. — 
Deux-francs et un-franc de 1857. 

VI. Appenzell. 

Très belle série des deux demi-cantons, d'une conservation remar- 
quable. — Ducat de 1737. 

VIL Argovie. 

Double et simple ducats de l'abbaye de Rheinau. — Ducat de 
l'abbaye de Muri. — Bractéates de Zotingue et pièces principales de 
la série cantonale. 



- 286 — 

VIII. Bâle. 

Bractéates de l'évêché. — Pièces d'argent et de billon assez nom- 
breuses, entre autres un beau deux-batz de 1625. 

La ville de Bâle est richement représentée. Demi-thaler, frappé en 
or, de 1 741 ; plusieurs variétés de doubles-ducats, les doublons de 
1795 (deux variétés) et 1796. Une série de dix florins d'or impériaux 
sans date, de différents règnes; des florins datés de 1516 et 1621. 
Deux variétés de ducats au chapeau, deux à inscription de revers, en 
cinq lignes, et trois avec le globe impérial. Le ducat de 1653 en 
deux variétés et celui sans date avec l'inscription du revers en quatre 
lignes, aussi en deux variétés. Deux quarts-de-ducats sans date, 
extrêmement rares. Une frappe du thaï er de 1621, sur flan carré, suivi 
d'une riche série de guldenthaler de 1566 (deux var.), 1567, 1570, 
1571, 1573, 1577, 1581 et 1582. — Deux demi-guldenthaler de 30 
kreuzer de 1564 et 1572. 

IX. Berne. 



Cette série est, après Saint-Gall, la plus complète. Il faudrait tout 
citer, surtout pour les monnaies d'or. Voici les principales pièces : 

Dix-ducats avec vue de la ville et l'autre variété. Lohner 29. — Une 
frappe en or du thaler au saint Vincent de 1501. — Huit-ducats de 
1797 et 1798. — Sept-ducats sans date. — Six-ducats de 1701, 1796 
et sans date. — Cinq-ducats sans date, Lohner 41. — Quatre-ducats 
sans date. Lohner 47 et 51, ainsi qu'un inédit, avers de Lohner 43 et 
revers de Lohner 36; parmi les datés, 1680, 1684, 1701, 1796 (deux 
var.), 1798 et 1825. — Trois-ducats de 1659, 1680, 1684, 1697, 1699, 
1707, 1734 et 1772. — Deux-ducats sans date. Lohner 72, et datés de 
1600, 1658, 1679, 1698, 1703 (deux var.), 1719, 1727 (trois var.), 1771, 
1789 et 1796 (trois var.). — Florin d'or de 1537, l'une des pièces 
capitales. — Ducats sans date, 1600 (deux var.), 1658, 1679 (deux var.), 
1697, 1718, 1725, 1741 (deux var.), 1788, 1789, 1793 et 1794. — Demi- 
ducats de 1601, 1714, 1717 (deux var.) et 1719. — Quarts-de-ducats 
et frappes en or de vierer sans date, 1731 et 1777. — Doubles-doublons 
de 1793, 1794 (quatre var.), 1795, 1796 (trois var.), 1797, 1798. — 
Doublons de 1793 (six var.), 1794 (deux var.), 1795 (deux var.), 1796 
(deux var.), 1797, 1819 et 1829. — Demi-doublons de 1797 (deux 
var.). — Dix-francs d'or sans date, avec monogramme. 

Au premier rang des pièces d'argent on remarque le thaler sans date, 



— 287 — 

Lohner 989, les thaler de 1493, 1494, 1501 et 1540. — Un demi-thaler 
de 1540, frappé avec le coin du thaler. — ■ Les essais rarissimes de 
1825, cinq et un-batz et un essai de kreuzer de 1792. 

X. Fribourfj. 

Un batz du comte Michel de Gruyère de 1552. La série cantonale 
débute par une superbe pistole de 1635 et deux exemplaires magni- 
fiques des anciens thaler non daté«. — Dicken de 1608. — Seizains et 
trésels sans date; un beau choix de billon. 

XI. Genève. 

Les comtes de Genevois sont représentés par les deniers et gros de 
Pierre et d'Amédée. L'évêché par un choix de deniers anonymes à la 
tête de saint Pierre et les deniers de Frédéric, de la trouvaille du 
Pas-de-l'Echelle. 

La ville et le canton sont plus remarquables, quoique cette série 
soit une de celles laissées encore incomplètes. Quadruples-écus- 
pistolets de 1635, 1641 et 1647. — Double-ducat de 1656. — Vieilles 
pistoles de 1639 et 1641, à notre avis les pièces les plus rares de la 
série d'or. — Ducats de 1650 et 1651. — Une superbe série d'écus- 
pistolets de 1562, 1564, 1566, 1567, 1568, 1570, 1571, 1572, 1576, 
1583. — Le fameux thaler unique de 1554 et celui de 1557, les deux 
joyaux de cette suite, sont accompagnés de nombreuses variétés du 
XVIP siècle. 

XII. Glaris. 
Un schilling sans millésime. 

XIII. Grisons. 

La Ligue de la Maison de Dieu est représentée par des groschen 
sans date et de 1565, un demi-kreuzer sans date et des pfennig 
unifaces. 

De l'évêché de Coire : une superbe pièce de sept-ducats sans date, 
des ducats de 1749 et 1769 et deux variétés de florins d'or sans 
date. Parmi les thalers, deux variétés sans date, 1628, 1633 et 1766; 
des gülden de deux tiers de thaler de 1689 et 1690 (deux var.); des 
dicken sans date et de 1621, un quinzc-kreuzer de 1688, demi-dicken 
sans date, batzen de 1525, 1526, 1527, 1528 et sans date; demi-batzen 



— 288 — 

sans date; très beau groschen de Thomas de Planta de 1554 et une 
série de pfennig et blutzger très complète. 

La ville de Coire est représentée par le thaler si rare de 1638, des 
dicken de 1624 et 1632 et le groschen de 1628. 

Haldenstein : la perle de cette série est un sept-ducats de 1617 et 
le thaler de 1621. — A signaler aussi un florin d'or sans date, le 
trente-kreuzer de 1689, quinze-kreuzer de 1687, des kreuzer sans date 
et les blutzger de 1724. 

Quelques pièces très bien conservées de Schauenstein-Reichenau. 

Pour Tarasp : le ducat de 1696 et le thaler de 1695. 

Les ateliers de Misox et Retegno nous présentent des monnaies des 
princes de Trivulzio : ducat de 1726, testen sans date, cavalotto sans 
date, grosso da sei sans date et trillina sans date. 

Les comtes de Montfort, originaires de ce canton, sont représentés 
par quelques thaler de 1620 (deux var.), 1621, 1623, 1759. 

XIV. Lucernc. 

Superbe série de monnaies d'or. Cinq-ducats de 1741. — Double- 
ducat de 1714 et 1741. — Ducats de 1714 et 1741. — Vingt-franken 
et dix-franken de 1804. — Vingt-quatre et douze-mtinzgulden de 
1794 et 1796. — La pièce d'argent la plus remarquable est un thaler 
de 1518 accompagné de thaler sans date, 1698, 1714 (deux var.). — 
Quart-de-thaler de 1715. 

XV. Neuchâtel. ■ 

Les princes de la maison de Longueville sont bien représentés par 
deux doubles-pistoles de 1603 et 1694. — Superbe thaler de 1632. — 
Quart-de-thaler de 1694. — Vingt-kreuzer de 1695 (deux var.) — 
Seize-kreuzer 1694. — Dix-kreuzer sans date. — Kreuzer et demi- 
kreuzer sans date. 

Pour l'époque prussienne, les thaler de 1713, 1714 et 1718. — 
Demi-thaler de 1713. — Quart-de-thaler de 1713. — Vingt et dix- 
kreuzer de 1713. 

Du prince Berthier on admire un cinq-francs authentique et un 
essai de deux-francs. 

XVL Saint-aall. 

La ville, le canton et l'abbaye forment la collection la plus remar- 
quable qui existe actuellement entre les mains d'un particulier. Aucun 



— 289 - 

musée, du reste, ne possède une série pareille ; c'est la perle de 
l'exposition. Comme le catalogue détaillé est en travail, nous ne donne- 
rons pas de détails sur ce canton. 

XVII. Schaffhouse. 

Ducats sans date et de 1633. — Thaler et demi-thaler de 1550. — 
Le rarissime guldenthaler de 1573. — Demi-thaler sur flan carré de 
1621. 

XVIII. Sclmytz. 

Ducat de l'abbaye d'Einsiedeln. 

Du canton : ducats sans date, de 1782 (deux var.) et 1790. — Un 
thaler de 1653. — Dicken de 1629 et 1630. — Demi-dicken sans date. 
— Batzen de 1622. 

XIX. Soleure. 

Ducats de 1768. — Doubles-doublons de 1796 (deux var.), 1797, 
1798. — Doublons de 1787 (deux var.), 1796, 1797, 1798. — Demi- 
doublons de 1787, 1796. — Quarts-de-doublons de 1789, 1796. — 
Seize et huit-francs de 1813. — Thaler sans date en plusieurs variétés, 
l'un à légende gothique, l'autre avec la tour comme marque; un troi- 
sième à caractères latins et un dernier avec l'étoile. — Thaler de 1501 
et de 1533. 

XX. Tessin. 

Le monnayage des bailliages des petits cantons est superbement 
représenté. Pour Uri et Unterwald : une pistole d'or du type français, 
de remarquable conservation. — Cinq variétés de rœssler au saint 
Martin à cheval. — Des schilling et pfennig. — Des trois cantons, 
Uri, Schwytz et Unterwald : un florin d'or, pièce admirable, des thaler 
sans date, 1561 et 1561 avec revers de 1562. — Plusieurs dicken et 
rœssler sans date. — Un superbe batzen de 1569. — Hohlpfennige. 

De Bellinzone : un dicken sans date. 

Du canton du Tessin : la série d'argent. 

XXI. Thurcfovie. 

Les pièces cantonales au complet. 
Ducat de l'abbaye de Fischingen. 

HKVUE NUM. T. XII. 19 



— 290 — 

XXII. Unterwald. 

Ducats de 1726, 1730 (deux var.), 1743, 1774, 1787 (deux var.). — 
Thaler de 1732. — Demi-thaler de 1732. — Vingt-kreuzer de 1743. 

— Deux-deniers, pfennig et heller sans date. 

XXIII. Uri. 

Pistole sans date. — Ducats de 1720 (deux var.) et 1736. — Dicken 
de 1616 et 1617. — Batzen, de très belle conservation, de 1621, 1622, 
1624. — Schilling de 1608 et 1614. 

XXIV. Valais. 

Demi-batzen et kreuzer de la République de 1628. — Raretés 
de premier ordre de l'évêché de Sion. — Thaler de 1498. — Deux- 
thaler de 1501, dont l'un du poids de 1 ^ß thaler. — Dicken de 
Nicolas Schinner. — Demi-dicken ou pièces de six-gros de 1540, de 
1542 et de 1545. — Trois-gros sans date de Matthieu Schinner. — 
Gros sans date de Philippe de Platea. — Batzen de 1644, sur flan 
carré. — Gros sans date d'Adrien de Riedmatten (trois var.). — Gros 
de 1527, 1597. — Quarts sans date et de 1534, 1572 et 1573. 

XXV. Vaud. 

Deniers do Louis, baron de Vaud à Nyon. 

L'évêché de Lausanne n'est pas richement représenté, cependant on 
y remarque un superbe testen de Sébastien de Montfaucon. 

La série cantonale contient de très beaux exemplaires. — Cinq et 
dix-batzen de 1804. — Quart-de-franc de 1830. 

XXVI. Zouff. 

Demi-ducat de 1692. — Thaler de 1565 (deux A^ariétés.) — Un très 
bel exemplaire de piéfort du dicken de 1612 (double-dicken). 

XXVII. Zurich. 

Ducats et doubles-ducats de l'abbaye de Rheinau. — Bractéates 
sans date de l'abbaye de Fraumünster. 

Très belle série d'or du canton : Thaler en or de 1646. — Quatre- 
ducats de 1624 et 1640. — Deux-ducats de 1673. — Ducats sans date 
(trois var.). — Demi-ducat de 1639. — Couronne sans date (deux var.). 

— Demi-couronne sans date (trois var.). 



— 291 - 

Les thaï er sont représentés par leurs principaux types au nombre 
desquels on voit ceux de Gutenson sans date, 1556, 1557, 1558, 1559, 
1560 (deux var.), 1561. — Une frappe mince (demi-thaler) du thaler 
de Stampfer de 1559. — Demi-thaler de Gutenson de 1556. — Le 
thaler et le demi-thaler de 1773, dits de Gessner. 

Les beaux dicken aux saints de 1504 et 1505. 

Des frappes sur flan carré de dicken de 1620 et 1629, batzen 1639 
et groschen 1640. — Trois anciens plapparts. — Deux variétés de 
kreuzer au type tyrolien (Etschkreuzer). 

XXVin. Constance. 

Pour la ville : Double-thaler de 1623 sur flan carré. — Thaler de 
1539, 1541, 1628, 1629. — Deux dicken sans date (frappés en 1524 
et 1620). — Groschen de 1573. 

Evêché : ducat, thaler et demi-thaler de 1761. — Série de roll- 
batzen et de pfennig. 

* 
* * 

Ce rapide exposé ne mentionne que les pièces les plus remarquables, 

soit par leur rareté, soit par leur conservation. Un grand nombre de 

celles-ci sont uniques et rarissimes et proviennent des plus belles 

collections suisses, où M. Iklé a su avec beaucoup de diplomatie et un 

rare bonheur prélever, en moins de trois ans, les plus belles pièces. 

Ce qui fait l'intérêt de cette collection numismatique, c'est qu'elle 

comprend toutes les espèces, des plus petites aux plus grandes. Son 

possesseur ne néglige rien pour la compléter et s'est créé là non 

seulement une série d'une richesse incomparable, mais aussi un excellent 

moyen de travail et d'instruction. Il serait vraiment regrettable de 

ne pas voir publier un catalogue complet de cette belle suite, dans 

le genre de celui de la collection Wunderly-de Murait. On pourrait 

aussi faire un atlas phototypique de tous les types de M. Iklé, ce qui 

serait le plus beau manuel à l'usage des collectionneurs. En attendant, 

nous avons tenu à conserver ces quelques notes rédigées d'après une 

liste fournie par le possesseur lui-même. 

P.-Ch. Strœhlin. 



— 292 — 



Rapport du Président 
de la (Société suisse de iiiimisnintique sur l'exercice 

1903-1003. 



Messieurs et chers Collègues, 

Avant d'examiner la marche de notre Société pendant l'exercice 
écoulé, permettez-moi de remercier les autorités de la ville de Saint- 
Gall de l'amabilité qu'elles ont mise à nous offrir une salle officielle 
pour y tenir notre assemblée générale. Nous voyons là la même marque 
d'intérêt que les divers États confédérés et la Confédération suisse 
elle-même n'ont cessé de témoigner à notre association, dont le but 
est le développement de la numismatique nationale, l'étude du passé 
et l'encoxiragement à donner aux arts de la gravure et à la prospérité 
de nos musées et collections privées. 

De tout temps Saint-Gall fut un foyer intellectuel remarquable. La 
célèbre abl^ye bénédictine n'a pas cessé, depuis les origines de notre 
histoire nationale, d'être un centre d'instruction développé. Sa riche 
bibliothèque renferme des manuscrits qui sont un de nos plus précieux 
joyaux, et sans lesquels on ne peut étudier l'histoire de la pensée et les 
progrès de l'art, depuis l'époque carlovingienne. La ville de Saint-Gall 
est, en outre, un de nos centres industriels les plus importants, occu- 
pant des milliers d'ouvriers et de machines et répandant au loin les 
tissus et les broderies dont la réputation est universelle. Sa riche 
bourgeoisie joint à une activité commerciale et industrielle intense 
la culture la plus développée. De nombreuses sociétés scientifiques, 
parmi lesquelles je ne citerai que la plus connue, la Société de géo- 
graphie, maintiennent en fort bon rang le renom scientifique de cette 
ville. Le canton de Saint-Gall, entré en 1803, comme quatorzième État 
dans la Confédération suisse, fête cette année le centième anniversaire 
de cet événement. Nous sommes heureux que notre première réunion 
dans son chef-lieu coïncide avec une date aussi mémorable. 

Au point de vue numismatique, Saint-Gall résume dans ses trois 
monnayages, ecclésiastique, urbain et cantonal, toute l'histoire suisse. 
Dans quelques instants, nous aurons l'occasion de visiter les collec- 
tions publiques et celle, plus belle encore, que notre heureux 
collègue, M. Adolphe Ikié a pu réunir avec un zèle infatigable et de 



— 293 — 

grands frais ; vous admirerez en détail tous ces trésors. Permettez-moi 
de jeter un coup d'œil très rapide sur ces séries, à simple titre 
d'orientation générale. 

L'abbaye, fondée en 720 ap. J.-C, par saint Gall, qui déjà avait 
établi son ermitage dans ce lieu en 614, a vu sa prospérité se déve- 
lopper surtout du IX" au XP siècle. Elle devint le centre principal de 
la culture allémanique et attira de partout moines et étudiants désireux 
de s'instruire. Sa domination s'étendit sur tout le pays environnant, 
sur Appenzell et le Toggenbourg. Dès 1454, elle était entrée dans 
l'ancien Corps helvétique en qualité d'alliée dos Confédérés. Le droit de 
frapper monnaie et d'établir un atelier à Rorschach lui fut accordé, le 
12 juin 947, par une charte de l'empereur Othon F'", donnée à l'abbé 
Craloh (942-957). Cet atelier fut transféré vers 1240 à Saint-Gall 
même. La même année, l'abbé fit une convention monétaire avec 
l'évêque de Constance et les villes de Radolfzell, Ueberlingen, 
Ravensburg et Lindau. On y mentionne les poids des Pfennige; 
42 Schillinge devaient composer le marc d'argent. Les plus anciennes 
espèces connues de l'abbaye sont les semi-bractéates provenant de la 
trouvaille de Steckborn, en Thurgovie, mise au jour en 1883; plu- 
sieurs mentionnent par l'initiale fl l'atelier de Rorschach. Aux XIP 
et XIIP siècles, de nombreuses bractéates à l'agneau pascal {Lamm- 
pfennigé) démontrent l'activité de l'atelier. Au XIIP siècle, nous trou- 
vons les bractéates à la tête de saint Gall avec l'inscription MONETA 
SCI GALLI ou SANCTI GALLI. La forme du grènetis, la grosseur 
du flan changent fréquemment, mais les types restent immuables. 

Au XV" siècle, les archives de Zurich font plusieurs mentions de la 
monnaie de l'abbaye. Les abbés commencent, vers cette époque, à 
frapper des espèces plus importantes. En vertu de la confirmation du 
droit monétaire faite par l'empereur Ferdinand II, le 15 octobre 1621, 
l'abbé Bernhard II Muller von Ochsenhausen forge, l'année suivante, 
ses beaux thaler. De 1623 à 1773, l'atelier reste inactif. L'abbé Beda 
Anghern montre, par contre, une grande activité au début de son 
règne, de 1773 à 1783, et frappe, d'après le système du thaler de 
convention, de grosses et petites espèces. Les dernières frappes sont 
de 1796. Les espèces émises pendant toute la durée du monnayage 
sont des ducats, demi et quart-de-ducats en or, des doubles et simples 
thaler, demi-thaler, gülden, des pièces de trente, vingt, quinze, douze, 
dix, six, cin<], quatre, trois, deux et un-kreuzer, des deniers ou pfennig 
(bractéates et semi-bractéates) d'argent ou de billon. 



— 294 — 

La ville de Saint-Gall obtint au XIV siècle le rang de ville impé- 
riale. Le 7 décembre 1412, elle conclut avec les Confédérés (Berne 
excepté) une alliance reconnaissant son droit de cité (Burg- und Land- 
recht). Sigismond, roi des Romains, se trouvant au concile de Cons- 
tance, reçut la requête des bourgeois pour l'obtention du droit de 
monnayage et leur accorda ce privilège en 1415, spécifiant qu'il no 
serait frappé que des pfennige et des heller. 

En 1424, la convention est conclue entre les villes de Zurich, Schaff- 
house et Saint-Gall pour la frappe de monnaies d'une valeur égale. 

Nous possédons, dans le plappart de 1424, une des plus anciennes 
monnaies datées du moyen âge. En 1451, Frédéric III, roi des 
Romains, confirma les privilèges. De nombreuses querelles monétaires 
eurent lieu, au sujet des frappes successives, entre l'abbé et la ville et 
l'on décida de s'en rapporter à l'arbitrage de Berne. Chacune des 
parties conserva son droit : la ville dut seulement payer, en dédom- 
magement à l'abbé, la somme de 7000 florins d'or rhénans. Le roi 
Maximilien octroya, en 1500, le privilège de frapper de plus fortes 
espèces. C'est à la suite de cet acte que nous voyons paraître les 
plappart et rollbatzen, puis les dicken, d'abord non datés. De 1527 
à 1563, le monnayage est interrompu pour recommencer par celui des 
thaler d'empire datés. De 1594 à 1618, on ne frappe que des pfennige, 
vu la dureté des temps. De 1618 à 1624, l'atelier montre une grande 
activité et forge dix-huit espèces différentes. De nombreuses pièces 
carrées ou frappes occasionnelles servant de cadeaux ou de souvenirs 
de baptême, agrémentent cette belle série. Le type est l'ours, 
armoirie de la ville, et, au revers, l'aigle impériale et une légende à 
la gloire de Dieu. Les strichlidicken, eu 1633, prennent leur nom du 
trait séparant la date du reste du champ et limitant l'exergue. Au 
XVIIP siècle, à part le demi-gulden de 30 kreuzer, nous ne rencon- 
trons plus que de petites espèces. Les dernières frappes sont de 1790. 
Les monnaies forgées par la ville se divisent, pour l'or, en pièces de 
quatre, trois, deux, un, demi, quart et huitième-de-ducats; pour l'argent, 
en quadruples, triples, doubles, simples, demi et quarts-de-thaler, demi- 
gulden, dicken, demi-dicken, œrtli et demi-œrtli, plapparts et demi- 
plapparts, et six-kreuzer; pour le billon en pièces de quatre, trois, deux 
et un-kreuzer, et doubles et simples pfennige ou deniers, dont un 
grand nombre sont unifaces. 

Le canton de Saint-Gall^ constitué en 1803 d'une partie des "posses- 
sions de l'abbaye et du territoire de la ville, fit seulement en 1307 



— 21)5 — 

usage de son droit monétaire afin de réagir contre l'abondance des 
mauvaises monnaies étrangères qui envahissaient le pays. C'est de la 
ville d'Hohenems que, par une habile spéculation, se déversaient 
surtout les monnaies décriées de toutes parts et exportées par 
tonneaux. La frappe de nouvelles monnaies ne se fit pas sans amener 
des difficultés, les Confédérés refusant de les accepter sur pied d'égalité. 
Les espèces émises par le canton de 1807 à 1822 ne sont que des 
pièces divisionnaires. Une seule est d'argent, de la valeur de 5 batzen, 
les autres de billon se subdivisent en six-kreuzer, batzen, demi et quart- 
de-batzen, demi-kreuzer et pièces de deux et un-pfennig. D'après Corag- 
gioni, les médailles à l'inscription PAGUS SANGrALLENSIS seraient 
des essais de thaler de 4 francs de Suisse, mais, jusqu'à preuve du 
contraire, on fera bien de continuer à les classer parmi les médailles. 
Les monnaies cantonales furent déjà retirées de 1833 à 1840 et fondues 
aux Monnaies royales de Stuttgart et de Munich. 

En dehors des séries monétaires, la numismatique saint-galloise 
présente de nombreuses médailles d'un grand intérêt. Nous attirons 
surtout votre attention sur les superbes médailles à portraits du 
XVP siècle, qui comptent parmi les beaux types de style germanique. 
Les médailles du XIK"" siècle concernent surtout des événements 
fédéraux et présentent moins d'intérêt. 

Pendant le dernier exercice, la vie de notre Société a été des plus 
calmes et aucun événement, soit cantonal soit fédéral, n'a appelé 
l'intervention de votre comité. Comme précédemment, celui-ci a tenu 
des réunions mensuelles pour liquider les affaires courantes et admi- 
nistratives et s'occuper de la rédaction de la Revue suisse de numis- 
matique. Nous pensions pouvoir distribuer, avant cette assemblée, le 
second fascicule du tome XI, mais l'importance de certains travaux ont 
retardé la composition du petit texte, très abondant. Nous vous présen- 
tons aujourd'hui la plus grande partie de cette livraison, qui sera 
terminée et expédiée à la fin de ce mois. La publication de l'ouvrage 
de M. de Palézieux-Du Pan sur la Numismatique du Vallais et 
V Inventaire détaillé des variétés des monnaies de Genève seront ren- 
Toyés au tome XIIL L'impression du tome XII commencera encore 
cette année. La rédaction s'est assuré divers mémoires pour ce volume, 
(jui comprendra entre autres ceux de MM. Ikié et Grünau dont 
vous allez entendre la lecture. Par suite de circonstances indé- 
pendantes de sa volonté et d'occupations personnelles extrêmement 
absorbantes, votre président a dû fortement négliger la rédaction do 



- 296 - 

la Revue et il vous en fait toutes ses excuses. Il croit pouvoir vous 
assurer que, pendant l'exercice prochain, les publications suivront une 
marche moins lente. Nous espérons cependant que nos collègues 
d'autres cantons voudront bien, pour une période à venir, assumer 
la responsabilité de la direction de la Société, les membres actuels 
du comité ne pouvant consacrer plus de temps à la rédaction de la 
Bévue. Celle-ci devient toujours plus absorbante et nécessiterait, pour 
être menée à bien, le travail quotidien d'un professionnel. Les comptes 
rendus des ouvrages envoyés à la Société demandent à être faits 
après un examen sérieux de leur contenu, ce qui occasionne quelque- 
fois des semaines d'études. Les manuscrits et les mémoires remis pour 
être publiés ne sont souvent pas au point et doivent être complète- 
ment remaniés par le rédacteur. Nous sommes heureux, cette année, 
d'avoir eu le beau travail de M. le conseiller Hermann Dannenberg, 
notre membre honoraire, qui nous a livré là une superbe contribution 
à l'étude du moyen âge en Suisse. Si tous les manuscrits reçus étaient 
semblables à celui-ci, la charge de rédacteur serait une sinécure. Tous 
nos remerciements à M. Henri Cailler, notre bibliothécaire, qui se 
charge du dépouillement des périodiques et de la rédaction de certaines 
parties de mélanges, entre autres des trouvailles. Sans être un numis- 
matiste de profession, M. Henri Jarrys, notre secrétaire, nous est 
précieux par le dévouement qu'il met à la vérification des épreuves, ce 
qui donne à nos publications une correction que nous ne pourrions 
obtenir d'aucun autre imprimeur. Ces deux collègues continueront à 
aider votre président dans ses fonctions de rédacteur. Les occupations 
professionnelles de MM. D'' Eugène Demole et D"" Ladé nous privent, 
malheureusement pour le moment, de leur collaboration à la Revue. 
M. Auguste Cahorn a été chargé spécialement de suivre l'impression de 
la partie documentaire du manuscrit de M. de Palézieux et votre 
président de la révision de la partie descriptive ainsi que de V Inventaire 
des monnaies genevoises. A l'avenir, nous publierons la Chronique des 
médailles nouvelles avec une pagination séparée, jointe à chaque 
livraison. Ces descriptions deviennent toujours plus nombreuses et il 
est fort difficile d'arriver à en réunir les éléments dans le moment où 
cela serait nécessaire. C'est une des principales causes de l'espace de 
temps trop long qui s'écoule entre deux numéros de la Revue. Le 
nouveau mode de faire permettra l'impression simultanée de deux 
parties de la Revue et gagnera du temps. Nous tenons à compléter 
toujours plus ce chapitre, qui intéresse un grand nombre de nos col- 



— 207 - 

lègues et donne satisfaction à toute une catégorie de collectionneurs. 
C'est aussi pour les auteurs de médailles la seule raison d'appartenir 
à notre Société. Ils y trouvent une publicité qui les fait connaitre et 
qui est loin de leur être indifférente. 

La publication de l'Histoire de la Société de 1879 à 1896 se conti- 
nuera. Nous espérons pouvoir joindre un nouveau fragment de ce 
travail au tome XII de la Bevuc. Les tirages à part des travaux sur le 
Valais et sur Genève, qui se font, avec pagination spéciale, au fur et à 
mesure de l'impression de la Rcvuc^ ne seront pas distribués aux sous- 
cripteurs avant que ces mémoires n'aient entièrement paru dans celle-ci. 

Le comité a examiné à différentes reprises le moyen de donner 
plus de vie à notre Société. Deux obstacles nous paraissent surtout 
devoir être signalés. D'abord le recrutement de notre Société n'est pas 
normal. Dans beaucoup de cantons, nous n'avons pas ou peu de 
membres et il est certain que bien des personnes s'occupant de 
travaux historiques ou s'intéressant aux choses du pays en général, 
pourraient être des nôtres. Ensuite, beaucoup de petits collectionneurs 
ne nous sont pas connus et il est difficile, sans voyager ou sans avoir 
de nombreuses relations, d'amener ces personnes à se joindre à nous. 
Le comité fait donc un appel pressant à tous les membres de la 
Société, pour que ceux-ci s'efforcent de recruter dans leur entourage 
de nouvelles adhésions. L'état de nos finances, qui subviennent à peine 
aux frais de nos publications, nous a empêchés de lancer des circulaires 
exposant notre programme et les avantages que nous offrons à nos 
membres. Le comité examinera encore cette question dans le prochain 
exercice. Il pense faire de la publicité dans la presse quotidienne et 
procéder par étapes, successives dans une région limitée. Mais là égale- 
ment, comme pour la rédaction de la Revue, le travail retombe toujours 
sur les mêmes membres; aussi serions-nous heureux de toutes les 
bonnes volontés qui se mettraient à notre disposition. 

Pour que notre Société s'assimile nombre d'éléments dispersés, il 
faudrait que les collectionneurs et savants d'un même district eussent 
entre eux des réunions plus fréquentes et des rapports suivis. La 
création de la section genevoise, tenant des réunions régulières, orga- 
nisant des conférences et fournissant à ses membres l'occasion d'aug- 
menter leurs collections, par échanges ou par ventes, a été un moyen 
excellent pour attirer l'attention sur nous. Nous aimerions voir des 
sections pareilles se créer dans les villes ou les cantons où se 
trouvent une dizaine do membres. Cela pourrait se faire à Bâle, à la 



— 298 — 

Chaux-de-Fonds, à Lucerne, à Saint-Gall et à Zurich; d'autres per- 
sonnes se joindraient probablement bien vite à ces gi-oupes. La section 
de Genève a mis, comme condition d'admission, l'obligation de faire 
partie de la Société suisse. Le nombre de nos membres genevois a sen- 
siblement augmenté de ce fait. 

Pour que la Revue soit bien informée et que ses chroniques rendent 
de réels services, il nous faudrait aussi des correspondants dans chaque 
canton. Leur fonction serait de faire des recherches dans les archives, 
de visiter les collections et musées en signalant les pièces inédites 
qui s'y trouvent, de communiquer et décrire les médailles nouvelles, 
d'inventorier et cataloguer les trouvailles de monnaies et de faire 
connaître la Société dans le public. 

Il nous semble que, depuis quatre ans, les jetonS annuels ne sont 
plus souscrits avec le même enthousiasme. Le prix en est cependant 
très modique et le choix des portraits très intéressant. C'est le seul 
moyen dont nous disposons pour témoigner notre intérêt aux graveurs 
suisses, membres de notre Société, et pour les encourager à se perfec- 
tionner dans leur art. Pour le jeton de cette année, à l'effigie de 
Frédéric Soret, nous nous sommes adressés à l'un de nos plus 
anciens collègues, M. Vasco-Laurent Schliitter, de Genève, depuis long- 
temps déjà ami et collaborateur dévoué du regretté Hugues Bovy. 
M. Schliitter, qui grave une tête pour la première fois, a rencontré de 
grandes difficultés, car il n'a eu, comme modèle, qu'un portrait presque 
de face et extrêmement jeune. Il s'est acquitté de cette tâche avec 
distinction et nous le félicitons du joli souvenir qu'il nous laisse de 
cette assemblée. Le nom de Frédéric Soret est un peu oublié de la géné- 
ration actuelle. Cet illustre numismatiste a surtout. étudié la numisma- 
tique arabe, aujourd'hui un peu délaissée dans nos régions, mais dont 
il fut l'un des pionniers. Ses publications sont répandues dans les 
journaux numismatiques de l'étranger et restent encore un instrument 
de travail indispensable pour ceux qui s'occupent de cette spécialité, 
Soret s'intéressait aussi à la numismatique européenne et locale et a 
publié dans la Revue française de numismatique et dans les Mémoires 
de la Société dliistoire et d' archéologie de Genève plusieurs articles 
intéressant la Suisse. Après son retour de Weimar, il fut, de longues 
années, secrétaire, puis président de la Société d'histoire et d'archéo- 
logie de Genève et conservateur du Cabinet des médailles de Genève. 

Le nombre de nos membres n'a pas beaucoup varié. L'effectif de la 
Société se compose actuellement de 12 membres honoraires et de 



— 299 — 

212 membres actifs. Nous n'avons aucun membre dans les cantons 
d'Appenzell, Bâle-Campagne, Unterwald-Nidwald, Unterwald-Obwald, 
Uri, Schwytz, Glaris, Schaffhouse et Thurgovie. Le canton où nous 
sommes le plus nombreux est celui de Genève, avec 47 membres. 
Viennent ensuite : Berne, avec 20 membres; Neuchâtel, avec 17*, 
Baie, avec 11, et Lucerne, avec 10 membres. En tout, nous avons 
144 membres actifs suisses, contre 68 à l'étranger. Le nombre des 
membres actifs fondateurs de la Société, qui était à l'origine de 39, se 
trouve réduit, par suite des démissions ou décès, à 8. 

Le nombre des sociétés correspondantes a peu changé. Nous sommes 
présentement en tractations pour entrer en rapports avec la nouvelle 
Société hongroise de numismatique et nous avons commencé depuis 
quelques mois des relations d'échange avec le Circolo numismatico 
italiano^ qui s'est fondée à Milan. Cette dernière société poursuit 
surtout un but pratique : échange et vente entre membres, création 
d'une bibliothèque de travail, leçons et cours de numismatique, déter- 
mination et expertise de monnaies et médailles. Le comité du Circolo 
a envoyé à votre président sa nomination de membre honoraire du 
comité, ce qui lui a été très sensible; il croit que la distinction dont il 
a été l'objet est due au fait de diriger vos destinées. Comme il nous 
paraît avantageux, pour la bibliothèque, de recueillir toutes les publi- 
cations traitant de numismatique, afin d'en faire profiter nos membres, 
nous avons augmenté nos échanges avec divers périodiques. La liste 
des membres, sociétés correspondantes et publications échangées, 
publiée à la fin des volumes de la Revue, vous tiendra au courant des 
changements survenus. 

La section genevoise de notre Société a continué, comme par le 
passé, à se réunir pendant l'hiver 1902-1903. Son comité était composé 
de MM. Emile Dreyfus, président; Walch, trésorier; Grossmann, 
secrétaire ; Dunoyer et van Muyden, assesseurs. L'assemblée géné- 
rale a été tenue dans le local habituel. 5, rue du Commerce, le 
1 7 février 1903. Le président, M. E. Dreyfus, a lu un rapport sur 
l'activité de la section, auquel nous empruntons les détails suivants, 
M. P,-Ch. Strœhlin présente, à la séance du 25 février 1902, la 
collection de dessins de monnaies genevoises qu'il a fait établir i)0ur 
son ouvrage sur la numismatique suisse. Ces dessins, dus on grande 
partie à notre habile collègue Alb.-St. van Muyden, sont d'une 
exactitude remarquable. Le mémo jour, M. Grossmann expose une 
collection de médailles do la Reformation. Le 9 mars 1902, M. Dreyfus 



— 3()0 — 

fait une conférence sur les instruments et objets divers servant à 
l'éclairage, exposés à Paris en 1900. Cette causerie était illustrée 
d'vin certain nombre d'objets les plus intéressants de diverses époques. 
Le même jour, M. Paul-Ch. Strœhlin expose, avec commentaires, 
l'importante trouvaille de monnaies suisses et étrangères des XIV" et 
XV"" siècles, faite près de Mossel, canton de Fribourg, et acquise par lui. 
Le 25 mars 1902, M. Emile Dunant fait une conférence sur les potiers 
d'étain genevois, leurs marques et leurs principaux travaux réunis au 
Musée de Genève. Le 4 avril 1902, causerie de M. Perron sur l'in- 
fluence du protestantisme sur les arts à Genève. Pendant l'été, la section 
a pris l'initiative de l'exécution des médailles officielles du troisième 
centenaire de l'Escalade à Genève et a nommé une commission cons- 
tituée en société d'édition. Cette dernière a fait un appel de fonds par 
actions et a exécuté son mandat à la satisfaction de tous. Les comptes 
ne sont pas encore réglés, mais tout fait prévoir que s'il n'y a pas 
de bénéfice, il n'y aura pas de perte; le but que l'on cherchait du 
reste à atteindre était de donner aux médailles un caractère artistique 
tout en les maintenant à un prix très abordable. Le 8 juillet, les 
membres ont eu une réunion familière à la campagne, à Versoix près 
Genève. Dans la séance du 7 novembre, une longue discussion eut lieu 
sur l'opportunité pour la section de s'occuper, non seulement d'ar- 
chéologie et de numismatique, mais aussi d'autres branches du collec- 
tionnage. Le résultat fut négatif et on décida de s'en tenir à l'ancien 
programme. Le 23 décembre 1902, M. Bénassy-Phi lippe a entretenu 
ses auditeurs d'un voyage archéologique en Tunisie avec exposition 
d'objets rapportés par lui. Cette séance, très fréquentée, a été le clou 
de la saison. Une grande vente de doublets appartenant aux membres 
de la section ou à quelques-uns habitant d'autres cantons, et fixée aux 
24 et 27 février 1903, a eu un très joli résultat. 

Une excursion que la section devait faire à Berne et Z^irich, pour y 
visiter les collections, n'a malheureusement pas pu s'organiser, car le 
nombre des participants n'était pas suffisant. Par son activité, la section, 
comme on le voit, joint à l'étude de la numismatique les différentes 
branches de l'archéologie. Ses séances attirent toujours un assez grand 
nombre de personnes. Les ventes de monnaies sont un puissant attrait 
pour les collectionneurs, qui apportent, chaque soir de réunion, de 
nombreuses pièces à déterminer. Un fréquent usage est fait de la 
bibliothèque de la Société. En somme, sans avoir une grande impor- 
tance scientifique, ces séances contribuent aux bons rapports de nos 



— 301 — 

membres et il serait très désirable que ce mode de faire s'implantât 
dans d'autres villes suisses. 

Il me reste à remplir un dernier devoir, toujours pénible, celui de 
parler de ceux qui ne sont plus. La liste en est plus longue cette 
année qu'habituellement. Nous avons perdu en .effet d'excellents 
collègues, qui ont tous joué, parmi nous, un rôle actif et dont le 
remplacement se fera longtemps attendre. 

M. José do Amaral, baron de Toro, demeurant à Vizeu (Portugal), 
s'est occupé, toute sa vie, d'antiquités, d'histoire et de numismatique. 
Son nom était bien connu de tous les archéologues portugais et sa répu- 
tation ne s'arrêta pas aux frontières de sa patrie. Il avait fait paraître, à 
des intervalles irréguliers, un dictionnaire de la numismatique portu- 
gaise; cet ouvrage est resté malheureusement inachevé. A la demande 
de plusieurs membres actifs, M. do Amaral avait été nommé membre 
honoraire, par suite de l'amabilité qu'il avait montrée en encourageant 
la fondation de notre Société. L'âge et la maladie l'ont empêché, 
depuis un certain nombre d'années, de s'occuper de ses études 
favorites et nous n'avons pas eu les rapports scientifiques et amicaux 
que nos prédécesseurs avaient entretenus avec lui. Sa mort, dont nous 
n'avons pas été informés de suite, a eu lieu en 190L On nous excusera 
donc du retard apporté à cette notice. 

Notre collègue Henri Zeller-Werdmüller, de Zurich, docteur en phi- 
losophie honoris causa de l'Université de cette ville, membre de la 
commission du Musée national et conservateur du Cabinet de numis- 
matique de ce musée, est décédé le 27 février 1902, à l'âge do 
cinquante-huit ans. Zeller-Werdmüller fut un autodidacte qui, par un 
zèle continu et une force de travail remarquable, devint, sans négliger 
sa carrière de négociant, un historien du plus grand mérite et un fin 
connaisseur de nos antiquités nationales. 

Orphelin de bonne heure, il fut élevé par un parent qui lui 
donna surtout une éducation commerciale. Il séjourna longtemps dans 
la maison de Zurich où il avait fait son apprentissage, puis il fut 
envoyé en Italie et dans la Suisse romande. De retour à Zurich, il 
s'intéressa à de nombreuses entreprises et surtout à l'industrie du 
papier. Vers la fin de sa vie, il dirigea et administra, juscju'à la création 
du Musée national, la grande papeterie de Zurich-Aussersihl. En 
dehors de ses occupations professionnelles il sut, pour utiliser ses 
loisirs, compléter d'abord son instruction et se vouer ensuite à des 
travaux historiques. D'une nature calme et ordrée, d'une bonne santé, 



- 30^2 — 



persévérant et doué d'une excellente mémoire, Zeller -Werdmüller 
avait tout ce qu'il fallait pour réussir. Il trouva dans deux de ses 
concitoyens, M. Vœgelin, promoteur du Musée national, et M. Rahn, 
l'illustre professeur zuricois, deux admirateurs de son savoir et deux 
guides sûrs, poursuivant les mêmes buts que lui. La collaboration de 
ces hommes de science, patriotes de cœur, fit prospérer la Société 
des antiquaires de Zurich, dont tous trois faisaient partie. Zeller- 
Werdmüller s'intéressa beaucoup à la conservation des monuments 
historiques de la Suisse et dirigea même les fouilles de Wœdensweil 
et du canton du Tessin. Il publia les deux premiers volumes des 
Livres des conseils de la ville de Zurich^ travail malheureuse- 
ment inachevé, mais qui pourra être repris d'après les notes qu'il a 
laissées. Zeller -Werdmüller a fait paraître, dans les publications de la 
Société générale d'histoire suisse, un important travail sur Philippe de 
Hohensax. 

Lors de la fondation du Musée national à Zurich, M. le directeur 
D"" Angst put s'attacher, comme collaborateur, Zeller-Werdmüller, qui 
venait d'abandonner le commerce. Ces deux hommes ont créé ensemble 
cette œuvre magnifique et on ne sait ce qu'il faut admirer le plus de 
l'énergie et de l'activité du directeur ou du travail acharné, de la régu- 
larité et de la science du collaborateur. Mêlé moi-même, dès l'origine, 
à la vie de notre Musée national, j'ai travaillé bien des jours et bien 
des mois avec Zeller -Werdmiiller. Malgré notre différence d'âge, 
cette collaboration nous avait liés d'une franche et chaude amitié. 
Cette époque restera toujours un des plus beaux moments de ma vie 
de numismatiste. Tout en classant et en ordonnant tous les objets 
nouvellement entrés au Musée, Zeller-Werdmüller se consacra plus 
spécialement à l'orfèvrerie et aux armures. 

En outre, personne parmi les conservateurs n'étant versé dans la 
numismatique, il se chargea encore de la collection des monnaies et 
médailles, ce qui n'était pas une sinécure, car il fut forcé de faire seul 
une grande partie de la besogne. Peu à peu, il s'intéressa tellement 
à la numismatique qu'elle devint sa principale occupation. 

Son édition des protocoles des conseils de la ville de Zurich lui 
ayant fait connaître des actes en partie inédits, il projetait d'écrire 
l'histoire monétaire de Zurich. Je l'ai vivement engagé à mettre 
son projet à exécution, car lui seul pouvait le mener à bien, ayant 
eu à classer les riches séries du Musée national, et à publier les 
sources inédites. Tous les documents étaient là à sa disposition 



— 303 — 

et il vivait continuellement au milieu des renseignements de pre- 
mière main. J'ai bien peur que ce ne soit qu'un rêve : Zeller- 
Werdmüller, ayant une excellente mémoire, prenait peu de notes. Il 
retrouvait instantanément la page, le dossier, le tiroir où était 
l'indication cherchée et rédigeait alors avec une grande facilité. 
L'histoire monétaire de Zurich était déjà pensée, composée dans son 
cerveau, pour la plus grande partie; tout en travaillant ou en pesant 
les thaler et les Schillinge, Zeller-Werdmüller me la racontait page 
après page. Que restera-t-il de tout cela, si l'on ne retrouve pas de 
notes même sommaires ? 

Zeller- Werdmüll er laisse cependant en numismatique une œuvre 
accomplie, c'est le classement de toute la collection du Musée national, 
l'un de nos plus riches dépôts suisses. Tout est à sa place, inventorié, 
pesé et numéroté. Le grand catalogue manuscrit sur fiches est déjà très 
avancé et son successeur n'aura qu'à le continuer en suivant le même 
ordre et en s'inspirant des mêmes principes. Ce qui est terminé peut, 
avec quelques retouches, être imprimé. Ce catalogue était son œuvre 
de prédilection, car, en le rédigeant, il avait appris à fond la numis- 
matique suisse. Une fois sa description terminée, nous avons discuté 
ensemble tous les points douteux et j'ai rarement vu un homme, même 
lettré et cultivé comme lui, s'assimiler aussi rapidement les notions 
d'une science qu'il n'avait jamais approfondie auparavant et qu'il consi- 
sidérait même comme accessoire. Zeller-Werdmüller possédait très 
bien aussi l'héraldique suisse; il l'avait apprise par les deux meilleurs 
moyens : la création et le classement de la grande collection des sceaux 
appartenant à la Société des antiquaires de Zurich. Il avait la passion 
des généalogies de familles suisses. 

C'était un vrai Suisse allemand de l'ancien régime. Simple de goûts, 
d'une complaisance inépuisable, il était un peu froid au premier abord, 
mais avait le cœur chaud. Tout le passé de Zurich lui était connu : 
biographies, châteaux, archives, marques d'armuriers, imprimés ou 
manuscrits, il avait tout vu, tout lu et se rappelait toujours la date 
exacte et, ce qui est bien plus précieux, la source où il avait puisé ses 
renseignements. 

Tous ceux qui ont fréquenté régulièrement nos anciennes assemblées 
générales se rappelleront de Robert Weber, de Zoug. C'était un de 
nos bons collègues, qui possédait la plus belle collection de monnaies 
zougoises; il en avait publié quelques parties dans le Bulletin. Ses 
nombreuses occupations commerciales et le temps qu'il consacrait aux 



— 304 — 

affaires de sa ville natale et des sociétés locales l'ont empêché de mener 
à chef un travail qu'il projetait depuis longtemps. Collectionneur depuis 
nombre d'années, il avait fini par se borner exclusivement à la série 
des monnaies de Zoug, qu'il poussa dans ses dernières limites. Son 
intention était de rédiger une description détaillée de cette collection, 
de la compléter par les renseignements fournis par d'autres cabinets 
et de publier le tout, très probablement dans notre Eevue, en y joi- 
gnant les actes et pièces d'archives se rapportant à chaque émission. 
Je n'ai retrouvé chez lui aucun manuscrit. C'est encore un travail 
préparé et pensé, mais le temps de l'exécution a malheureusement 
manqué. Lors de notre assemblée de Zoug, en 1891, Weber avait 
organisé une fort belle exposition de sa collection qui, à sa mort, était 
encore classée dans les cartons qu'il avait fait préparer pour nous la 
montrer. Les monnaies qui la composent et qu'il changeait souvent, 
se distinguent par leur beauté. On pourra difficilement en refaire une 
semblable si elle vient à se disperser. J'ai tout lieu de croire que la 
ville de Zoug en fera l'acquisition pour la conserver comme une des 
principales curiosités de son musée. Nous pourrons alors reprendre 
l'idée chère à notre regretté collègue et donner, dans la Bévue suisse 
de numismatique, une description détaillée de toutes ces monnaies 
avec leurs variétés. M. Hess, notre nouveau collègue, étant sur place, 
sera tout qualifié pour nous aider dans ce travail et faire les 
recherches nécessaires dans les archives. 

Weber fut un des bourgeois de Zoug qui fit le plus pour sa ville 
natale. Il était président de la Société d'embellissement de la ville, il 
rédigea un guide pour les étrangers, et il contribua à la restauration 
de l'hôtel de ville. 11 fonda la section Rossberg du S. A C. et le Club 
alpin zougois. Membre de la Société ornithologiquo, il organisa des 
volières qui sont encore un des ornements de la ville. Il fut encore 
durant de longues années maître des cérémonies de la Schneider- 
Zunft^ ancienne corporation locale, et caissier de la corporation des 
bourgeois de Zoug. Il est mort le f*" mai 1903, à l'âge de cinquante- 
trois ans. 

Le 28 juin 1903 est décédé, à Genève, après une courte maladie, 
notre ami Jean-Louis Bron-Dupitl, conservateur de la salle municipale 
des Armures. Ancien membre du comité de la Société suisse de numis- 
matique, expert au Musée national de Zurich pour les armes et uni- 
formes, Bron-Dupin était, de sa profession, facteur de pianos. Il travailla 
longtemps dans les premières fabriques de Paris. Revenu à Genève, il 



— 305 — 

reprit et dirigea, jusqu'à sa mort, avec l'aide de son associé, M. Berguer. 
une maison déjà ancienne. Homme aimable, d'un caractère enjoué, 
Bron-Dupin avait des amis partout. Il présida longtemps la Société de 
chant du Conservatoire. Malgré une vie très remplie, Bron-Dupin eut 
encore le temps d'être un collectionneur acharné et un savant unique 
dans sa partie. S'intéressant beaucoup à l'héraldique et aux armes, il 
avait acquis dans ce dernier domaine une compétence reconnue même 
à l'étranger. L'arsenal de Soleure le chargea, il y a quelques années, 
du nouveau classement et de l'inventaire de ses riches collections. 

II y a deux ans, Bron-Dupin avait fait à la Section de Genève de la 
Société suisse de numismatique un excellent cours d'héraldique. Ce 
cours, qui comprit une douzaine de séances, était illustré de superbes 
dessins d'armoiries et je me rappelle surtout une leçon sur les casques 
et leurs transformations qui était une merveille du genre. Elle fut, du 
reste, répétée à la Société d'histoire de Genève et à la Société d'histoire 
de la Suisse romande à Lausanne. 

Lorsqu'il fut question d'établir dans la grande salle des armures du 
Musée national, à Zurich, des vitraux aux armes des différents cantons, 
on envoya les dessins aux autorités des Etats confédérés en les priant 
de formuler leurs observations. Bron-Dupin vit, par hasard, le carton 
des armoiries de l'Etat de Genève qui allait être réexpédié tel quel. 
Ce projet, dû à l'un de nos compatriotes, peintre célèbre, visait surtout 
à l'effet décoratif, mais n'était pas exempt de fautes héraldiques. Après 
les critiques de notre collègue, une commission fut immédiatement 
constituée ; Bron-Dupin et notre vice-président le D"" Auguste Ladé 
réussirent à faire rectifier ce qui était nécessaire pour que l'armoirie de 
Genève fût correcte. On conserve à la Chancellerie de l'Etat de Genève 
le mémoire illustré de l'armoirie corrigée, dans lequel sont consignées 
leurs observations. De plus, ils firent proposer une modification impor- 
tante pour l'écu vaudois qui, sans eux, eût été fautif. 

Mais le domaine de prédilection de Bron-Dupin, celui où il était 
un maître sans rival et où il possédait, pour ainsi dire, la science 
infuse, était l'histoire de nos uniformes suisses. Il connaissait par cœur 
la couleur des parements, le nombre des boutons et la largeur de tous 
les passepoils des vêtements militaires de Marignan jusqu'à la dernière 
ordonnance fédérale. Ses notes détaillées et ses nombreux dessins 
resteront une source intarissable pour l'étude de nos anciens équipe- 
ments. Ce fut lui qui organisa et classa les belles salles d'uniformes 
du Musée national à Zurich. Avec une complaisance sans bornes, 

REVUE NUM. T. XII. % 



— 306 — 



Bron-Dupin dessina quantité de costumes pour les représentations 
et cortèges historiques, entre autres pour les dernières fêtes du troi- 
sième centenaire de l'Escalade à Genève et pour le Festspiel du cente- 
naire vaudois de 1903. Bron-Dupin ne laisse malheureusement aucune 
œuvre achevée, sauf sa courte notice sur le Drapeau des Ceni-Suisses 
de la garde des rois de France parue en 1895 dans les Archives 
héraldiques suisses. Sa science disparaîtra avec lui si un spécialiste ne 
peut publier les nombreux documents manuscrits ou dessinés qu'il a 
accumulés pendant sa vie. Notre ami s'intéressait à la numismatique 
en tant qu'elle se rapportait à ses études de prédilection-, il nous fut d'un 
précieux secours pour des déterminations héraldiques. Il joua un rôle 
important dans notre comité par l'empressement qu'il mettait à se 
charger de toutes les besognes, si ennuyeuses fussent-elles. Il avait la 
précieuse qualité de se dévouer pour les autres sans rechercher aucun 
avantage personnel. Cette qualité est si rare aujourd'hui qu'elle parait 
à beaucoup être une anomalie. 

Hugues Bovy, graveur en médailles, sculpteur et professeur de 
modelage aux écoles d'art de la ville de Genève, est décédé le 
4 août 1903, à Ilermance près Genève, à l'âge de soixante-deux ans. 
Fils de Marc-Louis Bovy, frappeur en médailles et inventeur, neveu de 
l'illustre graveur Antoine Bovy, il était né à Genève le 20 mai 1841. 
Agé de deux ans, il fut emmené par ses parents à la Chaux-de- 
Fonds, où son père fonda un atelier de frappe et de gravure. Revenu à 
Genève pour y faire ses classes, ses goûts artistiques se développèrent de 
plus en plus grâce aux directions de Barthélémy Menn, éminent artiste 
doublé d'un pédagogue et d'un philosophe de génie. Cette heureuse 
influence se fit sentir durant toute la vie de Bovy, le maître et l'élève 
devinrent inséparables. A côté de la gravure, de la sculpture et de 
l'enseignement, il s'occupa beaucoup de musique. On dit même que, 
s'il eût écouté ses goûts, il se fût consacré à cet art. A huit ans et 
demi déjà, il tenait la partie de premier violon dans un orchestre 
de la Chaux-de-Fonds. Il y a quelques années, il composa une 
scène musicale intitulée le Château d' amour , que des amateurs 
jouèrent à Genève avec un vif succès. Le défunt laisse la réputation 
d'un grand artiste, auteur d'une longue série de médailles et de bustes, 
la plupart conservés à Genève. Nous n'en pouvons dresser ici l'inven- 
taire qui paraîtra, en son temps, dans le volume sur l'histoire de notre 
Société de 1879 à 1896. 

Ses médailles sont classiques, sobres, retouchées peut-être trop; 



— 307 — 

c'est le seul défaut qu'on pourrait leur reprocher. Sa nature timide, 
douce et hésitante lui faisait souvent du tort en lui enlevant la 
confiance dans sa technique impeccable ; les corrections suggérées par 
ses amis ou par les amateurs ont gâté plus d'une œuvre qui promettait 
beaucoup. Un grand nombre de ses portraits en médaillons sont d'une 
ressemblance frappante et d'une conception très artistique. Citons au 
hasard, parmi les meilleurs, Lincoln, le pape Léon XIII, Cari Vogt, 
Plantamour, Ernest Naville. Nous lui devons encore plusieurs médailles 
de tirs cantonaux ou fédéraux et une très belle vue de Genève qui sert 
pour les médailles décernées par la ville aux donateurs de ses 
collections. Une de ses dernières œuvres est la médaille officielle du 
troisième centenaire de l'Escalade de 1602. Très attaché à notre 
Société, ce fut lui qui grava gratuitement, en 1893, le beau portrait 
d'Hedlinger qui se voit sur le premier jeton de nos assemblées géné- 
rales. Le jeton de 1896 au buste de Jean Dassier est aussi son œuvre. 

Il a manqué à ce grand artiste un théâtre assez vaste pour y faire 
valoir ses talents. Hugues Bovy, placé dans un centre artistique, eût 
vu, tout autant (lue son oncle Antoine, ses horizons s'élargir et les 
commandes affluer. A Genève, il a été accaparé par les devoirs du 
professorat; sa timidité naturelle et son mépris absolu des honneurs 
ont contribué à le laisser à l 'arrière-plan; mais malgré tout, la 
renommée, plus modeste il est vrai, est venue jusqu'à lui. Son nom 
restera parmi les artistes consciencieux et respectueux de leur idéal et 
sa mémoire vivra dans le cœur de ses nombreux élèves, qui lui gardent 
un souvenir reconnaissant. 

Le colonel Théodore de Saussure, qui fut, pendant bien des années, 
notre collègue, est décédé à Genève le même jour que Bovy, à l'âge 
de quatre-vingts ans, après une vie bien remplie et entièrement 
consacrée à son pays. Membre d'une famille patricienne de la vieille 
république, petit-neveu d'Horace-Bénédict, le vainqueur du Mont- 
Blanc, Théodore de Saussure fit de brillantes études. Pendant long- 
temps, il joua un rôle important dans la politique locale, ce qui ne 
l'empêcha pas de s'occuper de peinture et de littérature. Il parvint, 
dans l'armée fédérale, au plus haut grade qu'un citoyen suisse puisse 
ambitionner. S'intéressant vivement aux beaux-arts et aux antiquités 
de notre pays, il fut le promoteur et l'un des premiers organisateurs 
de la Société suisse des monuments historiques, ce qui devrait suffire 
à sauver son nom de l'oubli. 

Pendant de longues années conservateur du Musée Rath à Genève, 



-_ 308 — 



de Saussure fit aussi partie de la commission du Musée national à 
Zurich; ses conseils y étaient toujours écoutés. Sa situation de fortune, 
ses connaissances variées et la pureté de son goût lui permirent de 
combattre et de lutter pour ses idées et de rendre d'innombrables 
services. 

C'est une belle figure qui disparaît et devant laquelle nous nous 
inclinons avec respect. 



* 
* * 



Depuis la dernière assemblée générale, notre Société n'a guère eu 
de rapports avec l'étranger. Le congrès des sciences historiques de 
Rome, tenu le printemps dernier, comprenait une section numismatique. 
Les savants mémoires qui y furent présentés seront publiés, pour la 
plupart, dans \a Rivisia italiana di numismatica ; aucun n'intéressait 
spécialement notre pays. Votre président a eu d'autant plus de regrets 
de ne pouvoir assister à cette solennité que personne de nos collègues 
suisses ne s'y trouvait. Le prochain congrès historique qui comportera 
aussi une section de numismatique aura lieu dans quelques années, 
probablement à Berlin. 

En 1901, au congrès de Paris, on discuta pour fixer le lieu et la 
date du congrès suivant. J'offris, au nom de mes collègues suisses, et 
avec l'appui de notre Société, d'organiser cette réunion pour 1904. Un 
appel publié par notre Revue m'a seulement apporté l'adhésion de deux 
de nos collègues de la Suisse. Notre comité, de son côté, n'a pas paru 
disposé à se charger de cette importante mission. Devant l'accueil plus 
que froid rencontré par votre président nous avons renoncé à ce projet, 
si honorable fût-il pour notre pays, ne désespérant pas cependant de le 
voir aboutir, une fois ou l'autre, si les circonstances devenaient plus 
favorables. Nos ressources financières sont trop limitées et précaires 
pour les engager dans une entreprise présentant un aléa considérable. 
Malgré l'appui certain des autorités de la ville de Genève et la sub- 
vention promise par deux d'entre nous, les frais d'organisation et 
de publicité d'une réunion de cette importance sont si élevés qu'ils 
auraient, très certainement, causé à notre caisse un déficit irréparable. 
Vous voyez que souvent les grands effets tiennent à de petites causes 
et que si la Suisse n'a pas son congrès de numismatique, on ne pourra 
le reprocher à votre président, qui n'a pas rencontré l'appui sur 
lequel il comptait. A ce sujet, je constate avec tristesse (ceci n'est 
qu'une réflexion strictement personnelle), que chez nous la numis- 



— 309 — 

matique n'est pas cultivée pour elle-même. Les uns n'y volent qu'un 
métier de rapport; les autres un luxe qui consiste à entasser des trésors 
sans profit pour personne; d'autres enfin considèrent leur médaillier 
comme une caisse d'épargne qui donnera, ils l'espèrent du moins, 
de forts dividendes. Il faudrait avoir un idéal plus élevé, de façon à 
entreprendre des travaux scientifiques durables, en n'ignorant pas 
qu'agissant ainsi on fait acte de désintéressement. Il serait nécessaire 
aussi de songer à enrichir nos collections publiques. 

Tous ceux d'entre nous qui sont en mesure de le faire devraient 
aider de leurs deniers ceux de leurs collègues qui ne peuvent pas 
publier leurs travaux, faute des ressources nécessaires. 

Les souverains et les mécènes des pays qui nous environnent font 
des sacrifices pour l'étude des médailles et des monnaies, les États 
accordent même des subsides aux publications numismatiques. Chez 
nous, rien de semblable. C'est donc pour nous un devoir de remédier, 
dans la mesure du possible, à notre infériorité; pour cela, chaque 
membre de la Société suisse de numismatique se doit à lui-même de 
faire prospérer et avancer la science que nous cultivons. 

Saint-Grall, 12 septembre 1903. 

P.-Ch. Strœhlin, président. 



Rapport du trésorier sur l'exercice 1903. 

Messieurs et chers collègues. 

Le rapport financier que nous avons l'honneur de vous présenter 
cette année ressemble beaucoup au précédent. La situation est restée 
bonne, ainsi que vous pourrez le voir en consultant les bilans compa- 
ratifs des deux derniers exercices. 

1. Dépenses 1901 1902 

Impressions et illustrations Fr. 1346 40 Fr. 1938 65 

Frais généraux » 345 85 » 592 70 

Fonds spéciaux » — — » 211 20 

Caisse (solde débiteur) » 2099 35 » 1978 — 

Total Fr. 3791 60 Fr. 4720 55 



310 



II. Recettes 1801 1902 

Cotisations annuelles Fr. 2040 — 

Cotisations uniques » 200 — 

Cotisations arriérées » 40 — 

Abonnements à la Revue » 358 50 

Droits d'entrée » 90 — 

Vente de publications » 96 80 

Frappe de médailles » 66 70 

Annonces » — — ■ 

Intérêts (Profits et pertes) « 29 55 

Caisse (solde de l'exercice précédent) » 870 05 

Total Fr. 3791 60 



Fr. 


2000 — 


» 


— — 


» 


40 — 


)) 


197 25 


)) 


130 — 


» 


184 75 


» 


24 30 


» 


9 — 


» 


35 90 


» 


2099 35 


Fr. 


4720 55 



Le solde actif de 1978 fr. est formé d'un dépôt de 668 fr. 65 chez 
M. Henry Boveyron, notre banquier, et de 1309 fr. 35 espèces en 
caisse. 

Nous avons pu remplacer les deux obligations de 100 fr,, rembour- 
sées en 1896 et 1897, par l'acquisition de deux nouvelles obligations 
3 °/o à lots du canton de Genève, de sorte que notre petit fonds de 
réserve se monte de nouveau à 1000 fr. Cette somme est représentée 
par huit obligations 3 °/o à lots du canton de Genève à 100 fr. et deux 
obligations 3 72 % de la commune de Chêne-Bougeries à 100 fr. 
Comme nous n'avons actuellement que sept membres à vie ayant 
payé la cotisation unique de 100 fr., leurs versements se trouveront 
largement capitalisés. 

Pendant le dernier exercice, nous avons perdu, soit par décès soit 
par démission, un nombre élevé de membres ; ces lacunes ont été 
comblées en majeure partie, de sorte que nos finances ne s'en sont 
presque pas ressenties. Cependant le moment est venu pour nos 
collègues de recommander chaudement notre société autour d'eux, 
car il est matériellement impossible aux seuls membres du comité de 
chercher tous les amateurs de numismatique de notre pays. Nombreux 
sont encore ceux qui pourraient se joindre à nous et augmenter ainsi 
nos modestes ressources. 

Revenons encore sur ce que nous disons chaque année au sujet de 
nos anciennes publications, et adressons-nous particulièrement aux 
membres nouvellement reçus, en les engageant à compléter leur 
bibliothèque numismatique avant que les Bévues et les Bulletins 



— 311 — 

existants soient complètement épuisés. Pour connaître les conditions, 
prière de s'adresser au bibliothécaire ou au trésorier qui répondront 
immédiatement à chaque demande. 

Genève, 4 septembre 1903. Th. Grossmann, trésorier. 



Rapport des vérificateurs des comptes. 



MONSIKUR IjE président ET MESSIEURS, 

Dans son assemblée générale de la Chaux-de-Fonds, la Société 
nous a chargés de vérifier les comptes. Nous avons procédé au poin- 
tage des différents postes et avons reconnu le tout parfaitement juste. 

Nous possédions à la clôture de l'exercice : 

huit obligations 3 °/o Genevois ; 

deux obligations 3 ^k °/o Chêne-Bougeries ; 

chez notre banquier; 

en caisse ; 

actif au 31 décembre 1902; 
actif au 31 décembre 1901; 



Nous constatons avec plaisir que si l'augmentation de fortune pen- 
dant cet exercice n'a pas été considérable, au moins nous avons 
maintenu nos positions. 

Nous sommes reconnaissants à notre caissier pour son zèle et son 
dévouement et nous vous prions de lui donner décharge avec remer- 
ciements. 

Chaux-de-Fonds, 5 septembre 1903. 

Georges Gallet. 

Ponts-de-Martel, 7 septembre 1903. 

Charles Emery. 



Fr. 


800 - 


» 


200 — 


» 


668 65 


» 


1,309 35 


Fr. 


2,978 - 


» 


2,899 35 


Fr. 


78 65 



— 312 — 



Extraits des procès- verbaux dn Comité. 

Séance du 28 octobre 1903. — M. Gustave Wagner, pasteur à 
Aigle, Vaud (présenté par MM. Strœhlin et Grossmann), est admis au 
nombre des membres actifs de la Société. 

Séance du 27 janvier 1904. — M. Albert Vassy, pharmacien à 
Vienne, Isère (présenté par MM, Strœhlin et Jarrys), est reçu membre 
actif. 



NECROLOGIE 



Arnold Meyer (1827-1904). — Le 27 mars dernier est décédé à 
Genève notre vénérable collègue et membre fondateur Arnold Meyer. 
Le défunt laissera un grand vide dans le monde numismatique gene- 
vois dont il était l'âme. D'origine zuricoise, Arnold Meyer passa une 
grande partie de sa vie à Scafati près de Naples, où il possédait une 
importante fabrique dont il laissa la direction à son fils et à ses asso- 
ciés. Il consacrait ses loisirs à la botanique et avait le culte des anti- 
quités grecques. Attiré à Genève, il y a trente ans environ, par ses 
liens de famille, il ne quitta plus notre ville et se fit construire à 
Champel une somptueuse demeure. Instruit et très actif, A. Meyer 
s'intéressait aux collections d'art en général, mais surtout à la numis- 
matique suisse. Il avait réuni une superbe collection de monnaies et 
médailles suisses, dont il se défit peu à peu depuis une vingtaine 
d'années, prenant plaisir à procurer, à tous ses amis de la Société, les 
pièces qui manquaient à leurs séries. Depuis longtemps déjà, il faisait 
partie de la commission du Cabinet des médailles de la ville de Genève. 
A ce titre il fut chargé, en diverses fois, de faire des acquisitions 
aux ventes 'importantes, particulièrement à celle de la collection de 
M. Wunderly-de Murait, qui eut lieu à Francfort. P.-Ch. S. 



— 313 — 

Bibliothèqne. 

Ouvrages reçus de janvier à fin décembre 1903 K 

PÉRIODIQUES 

Allemagne. Berliner Münzblätter, neue Folge, 1902, n»» 3—12; 1903, 
nos 13—24. 
Blätter für Münzfreunde, 1902, no 12; 1903, n«« 1—12. 
Mittheilungen der bayer, numismatischen Gesellschaft, 1903 und 1904, 

XXII et XXIIP années, in-8 de XIV et 127 p. 
Numismatisches Literatur Blatt, n"'' 130—136. 
Zeitschrift für Numismatik, t. XXIII, liv. 3—4 ; t. XXIV, liv. 1—2. 

(M. Paul-Ch. Strœhlin.) 
Angleterre. Gonnoisseur (thej, a magazine for collectors, vol. I, n" 2, 
in-4 avec flg. Contient S. M. Spink, Ancient coins as aids to history. 

(M. Paul-Ch. Strœhlin.) 
Monthhj numismatie Circular, t. XI, 1903, liv. 123-132; t. XII, 1904, 

liv. 133—134. 
Numismatie Chronicle fthej, 1903, liv. 1—3. 
Autriche. FriedVs illustrirtes Briefmarken Offertenblatt, liv. 18—25. 

(M. P.-Ch. Strœhlin.) 
Jahrbuch der k. k. heraldischen Gesellschaft « Adler », nouv. série, t. XIII, 

1903, in-4 de 158 p. avec 2 pi. 
Mittheilungen des Klubs der Münz- und Medaillenfreunde in Wien, 1903, 

nos 152—162. 
Monatsblatt der k. k. heraldischen Gesellschaft « Adler » in Wien, t. V, 

no« 25—36. 
Monatsblatt der numismatischen Gesellschaft in Wien, t. VI, 1901, 
nos 1—12. 

Numismatische Zeitschrift, t. XXXIV. 
Belgique. Gazette numismatique (la), 7" année, 1902—1903, liv. 3—10. 
Bévue belge de numismatique, 1903, liv. 2—4; 1904, liv. 1. 
Revue belge de numismatique. Table alphabétique des douze volumes 
composant les cinquième et sixième séries (1869 — 1880) par Fréd. Alvin. 
Bruxelles, 1902, in-8 de 133 p. (La Société belge de numismatique.) 
États-Unis d'Amérique. American Journal of numismatics and Bulletin of 
american numismatie and archaeological Societies, t. XXXVI, liv. 2 — 4; 
XXXVII, XXXVIII, liv. 1—2. 

' Les envois doivent être adressés au local, rue du Commerce, 5, à Genève. 



314 — 



Proceedings of the american nuinismatic and archaeological Society, of 

New-York, 1901 — 1903, 3 br. in-8 avec pi., portr. et fig. dans le texte. 
France. Bulletin de numismatique, t. X, 1903, liv. 1 — 4. 

Correspondance historique et archéologique {laJ,IX.'^ année, 1902, liv. 108; 

Xe année, 1903, liv. 109-118. 
Galette numismatique française, 1899, liv. 4; 1900; 1901, liv. 3—4; 1903, 

liv. 1—2. 
Bévue numismatique, 4^ série, t. VI, 1901, liv. 4; t. VII, 1902, liv. 1 — 3. 
Bévue savoisienne, 1902, liv. 3 — 4; 1903, liv. 1. 
Hollande. Tijdschrift van het IconinUijh Nederlandsch Genootschap voor 

munt- en penningJcunde, XI'' année, 1903. 
Index op jaargangen I — X (1893 — 1902) van het tijdschrift van het Jconin- 

TdijTc Nederslandsch Genootschap voor munt- en penningJcunde bewerkt 

door W. R. F. Zwierzina. Amsterdam, 1903, br. in-8 de 33 p. 
Italie. Bolletino di numismatica e di arte délia medaglia, l'^ année, 1903. 
Giornale araldico-genealogico-diplomatico, nouv. série, t. VIII, 1900, 

numéro supplémentaire, t. IX, 1901, liv. 10—11. 
Bivista italiana di numismatica, t. XV, 1902, liv. 4; t. XVI, 1903, 

liv. 1—3. 
Suisse. Anzeiger für schiveizerische Altertumskunde (Indicateur d'antiquités 

suisses); neue Folge, t. IV, 1902—1903, liv. 4; t. V, 1903—1904, liv. 1. 
Archiv des historischen Vereins des Kantons Bern, t. XVII, liv. 1. 
Archives héraldiques suisses, XVII" année, 1903. 
Argovia, t. XXX, in-8 de 271 p. avec 101 pi. 

Bulletin de la Société d'histoire et d'archéologie de Genève, t. II, liv. 8. 
Compte rendu de l'administration municipale de la Ville de Genève 

pendant Vannée 1902. Genève, 1903, in-8 de 346 p. (M. A. Cahorn.) 
Glohe ßej, journal géographique, organe de la la Société de géographie de 

Genève, t. XXXIX, Bulletin n^ 2, t. XLII, Bulletin n« 1 et Mémoires. 

(M. P.-Ch. Strœhlin.) 
Jahrbuch für schioeizerische Geschichte, t. XXVIII. Zurich, 1903, in-8 

de XXVIII et 244—128 p. 
Mémoires et documents publiés par la Société d'histoire et d'archéologie 

de Genève, t. XXXVIII, liv. 1. 
Mittheilungen der antiquarischen Gesellschaft in Zürich, t. XXVI, liv. 1. 

Contient un chapitre sur les trouvailles monétaires romaines dans les 

Grisons. 
Musée neuchâtelois, XL^ année, mars-décembre 1903; XLP année, janvier- 
février 1904. 
Musée neuchâtelois. Table des matières des années 1889 à 1903 faisant 

suite à la table des années 1864 — 1888 et comprenant par ordre àlplia- 

bétique une table des auteurs et une table des planches. Neuchâtel, 1903, 

br. in-8 de 12 p. 



— 315 — 

Quellen zur schweizer. Geschichte, t. XXI, Basel 1902, in-8 de CXIII et 

655 p. 
Revue suisse de numismatique, t. XI, liv. 2. 
Schweizer. Briefmarken- Zeitung, XIV® année, 1901, liv. 11; XVI*^ année, 

1903, liv. 1—10; XVIP année, 1904, liv. 1. 

Ouvrages non périodiques 

Administration des monnaies et médailles. Rapport au ministre des finances^ 
Années I, III- VIII. Paris, 1896, 1898-1903, 7 vol. in-8 avec pl. (L'admi- 
nistration de la Monnaie.) 

Ambrosoli, Solone, Dott. Manuale di numismatica. 3*^ edizione riveduta. 
Milano, 1904, in-16 de XVI et 250 p. avec 4 pl. et nombr. iig. dans le 
texte. (M. U. Hœpli, édit. à Milan.) 

Babelon, Ernest. Les monnaies de Septime Sévère, de Caracalla et de Gcta 
relatives à l'Afrique. Milano, 1903, br. in-8 de 20 p. avec 1 pl., extr. de 
la Rivista italiana di numismatica, 1903. (L'auteur.) 

[Balli, Emilie.] i° centenario delV indipendensa ticinese 1803-1903. Côntri- 
buto di numismatica ticinese. Catalogo dcl medagliere esposto a Bellinzona 
nelle feste centenarie 6-13 sett. 1003. Locarno, 1903, br. in-8 de 61 p. 
(L'auteur.) 

Bordeaux, Paul. La molette d'éperon, différent de l'atelier monétaire de Saint- 
Quentin de 1384 à 1465. Paris, 1901, br. in-8 de 45 p. avec lig. dans le texte, 
extr. de la Revue numismatique, 1901. (L'auteur.) 

Choisy, Eugène, D"". L'état chrétien calviniste à Genève au temps de Théodore 
de Beze. Genève et Paris [1902], in-8 de 622 et XI p. (L'auteur.) 

(3umont, Georges. Numismatique brabançonne. Jeton de Jean Gelucwys ou 
Lucwis, maître particulier de la monnaie de Brabant, à Anvers, 1478- 
1481. 2^ éd. Bruxelles, 1900, br. in-8 de 14 p. avec fig. dans le texte. 
(L'auteur.) 

Dannenberg, Hermann. Die Münzen der deutschen Schweiz zur Zeit der 
sächsischen und fränkischen Kaiser. Genf, 1903, br. in-8 de 91 p. avec 
XIII pl., extr. de la Revue suisse de numismatique, t. XL 

GneccJii, Francesco. Appunti di numismatica romana, LVIILLIX. Milano, 
1903, br. in-8 de 20 p. avec fig. dans le texte, extr. de la Rivista italiana 
di numismatica, 1903. (L'auteur.) 

Gnecchi, Fr. ed Ercole. Guida numismatica universale, i^ edizione. Milano, 
1903, in-8 de XVI et 608 p. (M. U. Hœpli, édit., Milan.) 

— Svizzera. [Liste des collectionneurs de monnaies et médailles de la 
Suisse.] [Milano, 1903] br. in-8 de 46 p., extr. de la Guida numismatica 
universale. 4* edizione. (M. P.-Ch. Strœhlin, rédacteur de cette partie de 
l'ouvrage.) 

Hambur(jische Zirkeî-Correspondenz. Abbildungen von Mitgliederzeichen der 



346 — 



Freimaurerlogen. I. Hamburg, 1902, in-4 de VIII et 93 p. avec 36 pl. 

(Grande Loge de Hambourg.) 
Jonghe, vic. Baudoin de. Trois monnaies de Beckheim. Bruxelles, 1903, 

br. in-8 de 8 p. avec fig. dans le texte, extr. de la Revue beige de numis- 
matique, 1903. (L'auteur.) 
Kuli, J.-V. Bepertorium sur Münzkunde Bayerns. Zvireite Fortsetzung. 

München, 1903, in-8. (Bayerische numismatische Gesellschaft.) 
Lehmann, H., D'. Musée national suisse à Zurich. Bapport annuel présenté 

au Département fédéral de l'Intérieur, 1902. Zurich, 1903, in-8 de 124 p. 

avec 4 pl. (Direction du Musée.) 
Le Roy, Louis. Bectification à un denier de Henri III, roi d' Allemagne. 

Genève, 1903, br. in-8 de 8 p. avec fig. dans le texte, extr. de la Bévue 

suisse de numismatique, t. XI. 
Meili, Julius. Moedas portuguesas de ouro carimbadas ou cravejadas nas 

Indias occidentaes e no continente americano. Lisboa, 1902, br. in-8 de 

13 p. avec 1 pl., extr. de : archeologo portugués, t. VII, n"® 10 et 11 

de 1902. (L'auteur.) 
Perini, Quintilio. Numismatica italiana. XIX. SulV origine délia zecca di 

Merano e délia imitazione del tirolino in Italia. Londra, 1902, br. in-8 de 

8 p. avec fig. dans le texte, extr. de la Montlily numismatic Circular, 

janvier 1902. (L'auteur.) 

— Ibid. XXI. Un ripostiglio di monete meranesi e venete. Eovereto, 1902, 
br. in-8 de 8 p., extr. des Atti delV I. B. Accademia di scienze, lettere ed 
arti degli Agiati in Bovereto, série III, vol. VIII, fasc. I. (L'auteur.) 

— Ibid. XXIV. Le monete ossidionali di Casale del 1630. Eovereto, 1902, 
br. in-8 de 12 p. avec fig. dans le texte, ext. des Atti delV I. B. Accademia 
di scienze, lettere ed arti degli Agiati in Bovereto, série III, vol. VIII, 
fasc. III— IV. (L'auteur.) 

— Ibid. XXV. Gontributo al corpus niimmorum italicorum II. Eovereto, 
1902, br. in-8 de 4 p. avec fig. dans le texte, extr. des Atti delV I. B. 
Accademia di scienze, lettere ed arti degli Agiati in Bovereto, série III, 
vol. VIII, fasc. III— IV. (L'auteur.) 

— Ibid. XXVI. Die Münzen der Kolonie Eritrea. Dresden, 1902, br. in-16 
de 7 p. avec fig. dans le texte, extr. des Blätter für Münzfreunde. 
(L'auteur.) 

— Ibid. XXVII. II tirolino. Londra, 1902, br. in-8 de 13 p. avec fig. dans 
le texte, extr. de la Monthly numismatic Circular, septembre 1902. 
(L'auteur.) 

— L'aquilino. Memoria ventesimaterza. Londra, 1902, br. in-8 de 7 p. avec 
fig. dans le texte, extr. de la Monthly numismatic Circular, Aprile 1902. 
(L'auteur.) 

— Le monete di Verona. Eovereto, 1902, in-8 de 110 p. avec fig. dans le 
texte. (L'auteur.) 



— 317 — 

Perini, Quintilio. Die Medaillen Caspars von Lindegg und seiner Frau 
Cordula, geh. Niesserin. Dresden, 1903, br. in-16 de 8 p. avec fig. dans le 
texte, extr. des Blätter für Münzfreunde. (L'auteur.) 

— V. Die aleune monete inédite della zeeca di Merano. Londra, 1903, 
br. in-8 de 6 p. avec fig. dans le texte, extr. de la Monthly numismatic 
Circular, juillet 1903. (L'auteur.) 

— lieber einen unedirten Halb-Ducaton des Sirus austriacus von Gorreggio. 
Berlin, 1903, br. in-8 de 3 p. avec fig. dans le texte, extr. des Berliner 
Münzblätter. (L'auteur.) 

— La repnhhlica romana del 1849 e le sue monete. Rovereto, 1903, br. 
in-8 de 38 p. avec tig. dans le texte. 

— Il congresso internazionale di scienze storiche, in Borna. Rovereto, 1903, 
br. in-8 de 10 p., extr. des Atti deW I. B. Accademia di scienze, lettere ed 
ai'ti degli Agiati in Bovereto, série III, vol. IX, fasc. II. (L'auteur.) 

— Famiglie nobili trentine. IL La famiglia Betta di Area, revö e castel 
Malgolo. Rovereto, 1903, br. in-8 de 25 p. avec 2 pl. et un tableau généa- 
logique, extr. des Atti delV L. B. Accademia di scienze, lettere ed arti degli 
Agiati in Bovereto, série III, vol. IX, fasc. III — IV. (L'auteur.) 

— La famiglia Lindegg e le signore di Liszana, Mollenburg, Weissenberg, 
Marbach e Arndorf. Cenni storici, stemmi, medaglie. Rovereto, 1903, 
br. in-8 de 28 p. avec 3 pl. et un tableau généalogique, extr. des Atti 
ddV I. B. Accademia di scienze, lettere ed arti degli Agiati in Bovereto, 
série III, t. X, fasc. I. (L'auteur.) 

Robert, Arnold. La république romaine de 1849. Deuxième partie. Londres, 

1903, br. in-8 de 15 p. avec fig. dans le texte, extr. de la Monthly numis- 
matic Circular, 1903. (L'auteur.) 
Sitzungsbericlite der numismatischen Gesellschaft zu Berlin 1903. Berlin, 

1903, br. in-8 de 23 p., extr. de la Zeitschrift für Numismatik, t. XXIV. (La 

Société numismatique de Berlin.) 
Strœhlin, Paul-Ch. Bépertoire de médaillistique, fiches 626 — 900. 
Tarif sur la conversion de l'ancienne monnaie de Genève. Genève, s. d. 

Placard petit in-fol. (H. Jarrys.) 
Taschenbuch der historischen Gesellschaft des Kantons Aargau für das Jahr 

1902. Aarau, 1902, in-16 de 205 p. 
Toro, José do Amaral B. de. Diccionario de numismatica portugueza. Porto, 

1881-1884, in-8 de 264 p. avec fig. dans le texte. (J. Meili, Zurich.) 
Tribolet, Charles-Godefroid de. Mémoires sur Neuchàtel, 1806 — 1831. Neu- 

châtel, 1902, in-8 de III et 478 p. (La Société d'histoire du canton de 

Neuchàtel.) 
Witte, A. de. Jetons banaux du X.V^ siècle, de fabrication française ou 

tournaisienne, signés du nom de leur graveur. Tournai [1903], br. in-8 de 

8 p. avec 1 pl. (L'auteur.) 
Zeller- Werdmüller, H. Die Zürcher Stadtbücher des XIV. und XV. Jahr- 



— 318 — 

hunderts. Auf Veranlassung der antiquarischen Gesellschaft in Zürich. 
I. Band. Leipzig, 1899, in-8 de XI et 404 p. (Antiquarische Gesellschaft 
in Zürich.) 
Zur Feier des sechzigjährigen Bestehens der numismatischen Gesellschaft zu 
Berlin, am 22. Decemher 1903. Beriin, 1903, br. in-8 de 88 p. avec 1 pl. 
et fig. dans le texte. (Numismatische Gesellschaft zu Beriin.) 

MÉDAILLIER 

Transformation de l'ancienne maison Patek Philippe et C" de Genève en 

Société anonyme par actions. Médailles bronze et argent. (M. Bénassy- 

Philippe, à Genève.) 
Dix-neuf monnaies genevoises et une fribourgeoise. (M. H. Cailler, à Genève.) 

Un- franc 1850 et 1851 de la Confédération suisse. (M. P. Joseph, à Franc- 

fort-s-M.) 
Centenaire de l'entrée du canton d'Argovie dans la Confédération. Plaquette 

bronze. (Comité des fêtes du Centenaire.) 
Jeton de présence à l'assemblée de la Société royale belge de numismatique, 

1903. (La Société belge de numismatique.) 
Jeton de présence à l'assemblée de la Société suisse de numismatique, Saint- 

Gall, 1903. Divers métaux. (La Société.) 



LISTE DES MEMBRES 

DE LA SOCIÉTÉ SUISSE DE NUMISMATIQUE 



AU 31 DECEMBRE 1903 



I. Comité de la Société. 

■<- Strœhlin, Paul-Ch., président^ Genève. 
Grossmann, Théodore, trésorier, » 
Jarrys, Henri, secrétaire, » 

Cailler, Henri, bibliothécaire, » 

Cahorn, Auguste, assesseur, » 

Demole, Eugène, D"', » » 

II. Membre» lionoraires. 

Babelon, Ernest, directeur du Cabinet des médailles de la Biblio- 
thèque nationale, membre de l'Institut, à Paris. 1893 

*Bahrfeldt, Max, colonel, rédacteur de Numism. Literatur-Blatt, 
à Gumbinnen, Prusse orientale. 1879 

*DANNENBERa, Hermann, Landgerichtsrat, ancien président de la 
Société numismatique de Berlin, à Berlin. 1879 

Demole, Eugène, D' ès-sciences, conservateur du Cabinet des médailles 
de la ville de Genève, à Genève. 1890 



' Les noms des membres fondateurs de la Société sont précédés d'une astérisque. 
Los dates suivant les noms sont celles de la réception dans la Société ou de la 
nomination comme mcimbre honoraire. — Nos collègues sont instamment priés 
d'(!nvoyer à là réduction les rectifications, aux erreurs qui pourraient se trouver dans 
cette liste. 



— 320 — 

*EvAN8, John, K. C. B., D. C. L., L. L. D., président de la Société 
de numismatique de Londres, à Hemel Hempstead. 1879 

*Eysseric, Marcel, ancien inspecteur de l'Université à Sisteron. 1879 

Gnecchi, Ercole, officier de la Couronne d'Italie, vice-président de la 
Société italienne de numismatique, directeur de la Rivista 
italiana di numismatica, à Milan. 1893 

Gnecchi, Francesco, commandeur de la Couronne d'Italie, vice- 
président de la Société italienne de numismatique, rédacteur 
de la Bivista italiana di numismatica^ à Milan. 1893 

*HiTZ, John, ancien consul de la Confédération suisse, à Washington. 

1879 

LiEBENAU, D' Théodore de, archiviste d'Etat, à Lucerne. 1888 

*LuscHiN VON Ebengreuth, Arnold, D"" phil., professeur à l'Université, 
à Graz. 1879 

*IliGGAUER, Hans, D"" phil., professeur à l'Université, directeur du 
Cabinet royal de numismatique, à Munich. 1879 



III. membres actif». 



A. — Fm Suisse. 



Canton d'Argovie. 

Gœldlin, Henri, D'' pharmacien, Baden. 1888 

Lang-Schneebeli, négociant, Baden. 1897 

Roth, Erhard, fabricant, Oeftringen. 1880 

Canton de Bâle. 

Bachofen, Wilhelm, fabricant, Bâle. 1883 

Brüderlin, Rodolphe, banquier, Bâle. 1883 

Engelmann, Théodore, D'' pharmacien, Bâle. 1887 

Frei, Hans, graveur en médailles, Bâle. 1899 

Geigy, Alfred, D-" phil., Bâle. 1882 

Gessler-Herzog, Charles-André, négociant, Bâle. 1902 

Grellet, Jean, journaliste, Bâle. 1882 

Knütti- Wahlen, Frédéric, employé de banque, Bâle. 1899 



Errata au Tome XÏI, 1 " livraison 



(Changements à la Liste des membres de la Société.) 



Page 320, après la 11" ligne, ajouter : 

Imhoof- Blumer, Frédéric, D"" pliil., membre de l'Académie des 
sciences de Berlin, coiTespondant de VInstitut de France^ 
etc., à Winterthour. 1889 



Page 329, 32" ligne, lire 13 au lieu de 12 
>) )> 33" ). « 219 » 218 

» 330, dans le tableau, à Berne ajouter 1 aux membres honoraires 
» » au total^ lire 13 au lieu de 12 
» » au total général^ lire 219 au lieu de 218. 




N.B. — Le rédacteur prie de faire les mêmes rectifications pour la même 
omission, dans la liste des membres publiée dans le tome XI de la Bévue, 
et présente toutes ses excuses pour cette erreur, que personne ne lui a 
signalée et qu'il vient seulement de découvrir au moment de l'expédition 
de cette livraison. Prière de bien vouloir signaler de suite les erreurs ou 
omissions qui peuvent s'être glissées dans cette dernière liste des membres. 



— 321 — 

LuGRiN, Ernest, professeur au Gymnase des jeunes filles, Baie, 1902 

Müller-Fankhauser, J., négociant, Bâle. 1902 

Sattler, M™" veuve, négociante, Bâle. 1903 

Thommen, Rodolphe, D' phil., Bâle. 1895 

Oanton de Berne. 

Adrian, Paul, directeur de la Monnaie fédérale, Berne. 1895 

Droz-Farny, Arnold, professeur de mathématiques, Porrentruy. 1888 
Engel, Frédéric, bijoutier, Thoune. 1902 

^-Fontanellaz, Charles, négociant, Berne. 1903 

Girtanner-Salchli, Hermann, inspecteur des chemins de fer, Berne. 

1896 
Grünau, Gustave, D^phil., professeur au Gymnase de Berne. 1898 
Heiniger-Ruef, Robert, négociant, Burgdorf. 1891 

Homberg, François, graveur et frappeur en médailles, Berne. 1897 
*Jenner, Edouard, ancien custos du Musée historique, Berne. 1879 
*Kaiser, Jacob, D'' phil., archiviste fédéral, Berne. 1879 

Kilchenmann, Charles-Jean, agronome, Saint-Nicolas, près Koppingen. 

1899 
Kuhn, Ernest, libraire, Bienne. 1893 

Le Roy, Louis, greffier de la Cour d'Appel, Berne. 1882 

Lemp-Wyss, Charles, négociant, Berne. 1900 

Nydegger, Edouard, employé de banque, Berne. 1889 

Schweizer, Rodolphe, fabricant, Wangen s/Aar. 1890 

Société bernoise de numismatique. D"" Thormann, président, conser- 
vateur du Cabinet des médailles du Musée historique, Berne. 

1902 
Steiner, Frédéric, rentier, Berne. 1890 

Weber, Albert, fabricant, Berne. 1900 

Canton de Pribourg. 

Bovet, Alexandre, notaire, conservateur des hypothèques, Gruyères. 

1900 
Duckest, François, l'abbé, professeur au collège Saint-Michel, conser- 
vateur du Cabinet des médailles du Musée cantonal, Fribourg. 

1897 
Remy, Léon, ancien notaire. Bulle. 1902 

REVUE NIJM. T. XII. 21 



— 322 — 

Sauser, Léon, l'abbé, professeur au collège Saint-Michel, Fribourg. 

1902. 

Weitzbl, Alfred, secrétaire du département de l'Instruction publique, 

Fribourg. 1902 

Canton de Genève. 

AuDEOUD, Edouard, conservateur-adjoint du Cabinet des médailles de 

la ville, Genève. 1891 

Bénassy-Philippe, Antoine, fabricant d'horlogerie, Genève. 1893 

BiELBR, Jacques, horloger, Genève. 1890 

Blandin, François, négociant, Genève. 1895 

Cahorn, Auguste, architecte municipal, Genève. 1889 

Cailler, Henri, négociant, Genève. 1890 

CoNCHON, François, ancien négociant, Genève. 1890 

Darier, Henri, banquier, Genève. 1893 

DoMiNicÉ, Adolphe, rentier, Genève. 1894 

Dreyfus, Emile, antiquaire, Genève. 1894 

DuNOYER, Emile, opticien, Genève. 1897 

Eggimann, Charles, éditeur, Genève, 1894 
Favre, Camille, colonel, président de la Société auxiliaire du Musée, 

Genève. 1894 

Furet, J.-Louis, frappeur en médailles, Genève. 1886 

GoLAY, Etienne, D"" méd., Genève. 1891 

Grossmann, Théodore, négociant, Genève, 1893 

Guillaumet-Vauciier, Jules, négociant, Genève. 1890 

Jareys, Henri, imprimeur, Genève. 1894 

Jarrys, Louis, imprimeur, Genève. 1898 

Kündig, Wilhelm, père, imprimeur, Genève. 1890 

KüNZLER, Jean-Jacques, négociant, Genève. 1892 

Lamunière et Schönenberg, graveurs, Genève. 1903 

Loriol-Le Fort, Perceval de, D' ès-sc, naturaliste, Genève. 1890 

Mani, Charles-G., employé de banque, Genève. 1900 

*Meyer, Arnold, rentier, Genève. 1879 
Musée des Arts décoratifs de la ville de Genève. M. Georges 

Hantz, graveur en médailles, directeur, Genève. 1890 

Naly, François, employé de banque, Genève. 1894 

Naville, Lucien, employé de banque, Genève. 1898 
Panchaud, Louis, secrétaire de la mairie des Eaux- Vives, Genève. 

1893 



— 323 — 

Penard, Eugène, professeur, naturaliste, Genève. 1902 
Perron, Simon, rentier, Genève. 1890 
Reymond, Camille, D*" méd., Genève. 1892 
RiLLiET, Albert, professeur de chimie, Genève. 1890 
ScHLüTTER, Vasco-Laurent, graveur en médailles, Genève. 1893 
*Strœhlin, Paul-Ch., D" phil., numismatiste, conservateur du Musée 
épigraphique, Genève. 1879 
Stoutz, Frédéric de, avocat, Genève. 1883 
Taponnier, Francisque, imprimeur, Genève. 1893 
Usine genevoise de dégrossissage d'or. M. Ch. Desbaillets, direc- 
teur, Genève. 1893 
van Berchem, Victor, homme de lettres, Genève. 1891 
VAN MuYDEN, Albcrt-Steveu, antiquaire et dessinateur de médailles, 
Genève. 1890 
Vincent, Alex., négociant, Carouge. 1890 
Walch, Ernest, directeur de banque, Genève. 1899 
Weil, Ferdinand, négociant, Genève. 1897 

Canton des Grisons. 

Société historique du canton des Grisons. M. le colonel H. Caviezel, 
président, Coire. 

Canton de Lueerne. 

Abt, Roman, ingénieur, Lueerne. 1895 
Bibliothèque de la ville. M. Heinemann, bibliothécaire, Lueerne. 

1891 

Haas-Zumbühl, Franz, négociant, Lueerne. 1891 

H.EFELi, Robert, propriétaire d'hôtel, Lueerne. 1895 

Inwyler, Adolphe, antiquaire, Lueerne. 1890 

Kaufmann, Jean, graveur en médailles, Lueerne. 1895 

Rudolph, Théodore, négociant, Lueerne. 1891 

WooG, Louis, antiquaire, Lueerne. 1886 

ZiMMERLi, Auguste, fabricant, Lueerne. 1897 

Canton de Neuchâtel. 

Baur, Frédéric, rédacteur au National^ Chaux-de-Fonds. 1895 

Custer, Henri, pharmacien, Locle, 1896 

Emery, Charles, négociant, Ponts-de-Martel. 1894 



— 324 — 

Gallet, Georges, fabricant d'horlogerie, Chaux-de-Fonds. 1897 

GuERUY, Charles, restaurateur, Chaux-de-Fonds. 1902 

HuGUENiN FRÈRES, graveurs-estampeurs, Loclo. 1897 

JoBiN, Anatole, orfèvre, Neuchâtel. 1891 

MiCHAUD, Albert, conservateur du Musée, Chaux-de-Fonds. 1881 

Perregaux, Samuel de, directeur de la Caisse d'épargne, Neuchâtel. 

1884 
Perret, James-Antoine, fabricant et régleur d'horlogerie, Chaux-de- 
Fonds. 1894 
*Perrochet, Edouard, avocat, Chaux-de-Fonds. 1879 
Robert, Arnold, membre du Conseil des Etats, Chaux-de-Fonds. 1897 
Stierlin, J.-B., droguiste, Chaux-de-Fonds. 1902 
Vielle-Schild, Charles, négociant, Chaux-de-Fonds. 1902 
Wavre, William, professeur, conservateur du Musée historique, 
Neuchâtel. 1889 
WuiLLEUMiER, Arthur- Alfred, commis, Chaux-de-Fonds. 1902 

Canton de Saint-Gall. 

*Dreifuss, Hermann, négociant, Saint-Gall. 1879 

Iklé, Adolphe, fabricant, Saint-Gall. 1899 

N^GELi, C, D'' méd., Rapperswyl. 1902 

Rœllin, Jean, négociant, Uznach. 1882 

Société historique du canton de Saint-Gall. M. le professeur 
J. Egli, conservateur, Saint-Gall. 1888 

Steiger, Albert, lieutenant-colonel, orfèvre-antiquaire, Saint-Gall. 

1887 
Strassmann, Gallus, fabricant, Wil. 1903 

Sturzenegger, Robert, fabricant, Saint-Gall. 1882 

Tobler, C, ancien Conseiller national, fabricant, Thal. 1889 

Canton de Soleure. 

Bally-Marti, Arnold, fabricant, Schönenv^erlh. 1889 

Bally-Herzog, Arthur, fabricant, Schönenwerth. 1883 

Canton du Tessin. 
Balli, Emilio, rentier, Locarno, 1886 



— 325 — 

Canton du Valais. 

Le Haut-Etat du Valais. Délégué : M. Charles de Rivaz, conser- 
vateur du Musée, Sion. 1894 

Canton de Vaud. 

Barbey-de Budé, Maurice, licencié en droit, Pré-Choisy, sur Clarens. 

1892 
Duvoisin-Wyssa, négociant, Lausanne. 1903 

Henrioud, Emile, négociant, Yverdon. 1893 

Lehr, Ernest, D*" jur., professeur de droit, Lausanne. 1894 

Meyer, a., fils, négociant, Moudon. 1903 

MoLiN, Alois de, D"" phil., professeur à l'Université, conservateur du 

Cabinet des médailles du canton, Lausanne. 1891 

Odot, Auguste, pharmacien, Lausanne. 1883 

*Palézieux-du Pan, Maurice de, conservateur du Musée historique de 

Yevey, la Doge, Tour-de-Peilz. 1879 

RoD, Emile, inspecteur télégraphiste, Lausanne. 1897 

Wagner, Gustave, pasteur. Aigle. 1903 

* Weiss, Emile de, greffier au Tribunal fédéral, Lausanne. 1879 

ZiEGLER-DE LoES, Ulrich de, rentier. Aigle. 1890 

Canton de Zoug. 

Hess, Alfred, avocat, Zoug. 1903 

Canton de Zurich. 

Blumer-Egloff, Jean, Zurich. 1903 

Fromherz, Wilhelm, négociant, Zurich. 1893 

Gugolz, Jean, négociant, Zurich. 1891 

Meili, Jules, rentier, Zurich. 1890 

B. — A r étranger. 

Allemagne. 

Bahrfeldt, Emile, D' phil., directeur de banque, rédacteur des Ber- 
liner 3Iünz- Blätter, Berlin. 1902 



— 326 — 

Bally, Otto, conseiller de commerce, Säckingen (Baden). 1883 

Bibliothèque nationale et universitaire de Strasbourg (Alsace). 

1899 
Cahn, Adolphe-E., expert en médailles, Francfort s/M. 1890 

Hahlo, Siegfried, changeur et banquier, Berlin. 1892 

Hamburüer, L. et L., experts en médailles, Francfort s/M. 1890 

Helbing, Otto, expert en médailles, Munich. 1886 

Hess, Adolphe, les successeurs de, experts en médailles, Franc- 
fort s/M. 1882 
Hirsch, Jacob, D'' phil., expert en médailles, Munich. 1897 
Joseph, Paul, rédacteur de Xa, Frankfurter Milnsgeitung^ Francforts/M. 

1902 
Krekow, Gustave, entrepreneur, Berlin. 1892 

Kühne, Paul, fondeur, Tegel. 1892 

Merzbacher, les successeurs du D", experts en médailles, Munich. 1882 
Rappaport, Edmond, expert en médailles, Berlin. 1888 

Rosenberg, Sally, expert en médailles, Francfort s/M. 1900 

Schott- Wallerstein, Simon, changeur, Francfort s/M. 1899 

Seligmann, Eugène, expert en médailles, Francfort s/M. 1893 

Werner, Georges-A., de la maison Zschiesche et Kœder, expert en 
médailles, Leipzig. 1896 

Autriche. 

Appel, Rodolphe, caissier de banque, Vienne XH. 1892 

Brettauer, Joseph, D" méd. -oculiste, Trieste. 1892 

Egger, Armin, expert en médailles. Vienne VI. 1891 

Fischer, Emile, expert en médailles. Vienne L 1890 

Perini, Quintilio, pharmacien, Rovereto. 1898 

Walla, Franz, D' phil., expert en médailles, Vienne I. 1896 

Windisch-Gr^tz, le prince Ernest de, colonel. Vienne III. 1896 

Belgique. 

Chamorel, Henri, banquier, Anvers. 1898 

DuPRiEZ, Charles, expert en médailles, Bruxelles. 1895 

Jonghe, vicomte Baudoin de, Ixelles-Bruxelles. 1891 

Witte, Alphonse de, secrétaire de la Société belge de numismatique, 
Bruxelles. 1891 



— 327 — 

Canada. 

Mac Lachlan, W. -Robert, homme de lettres, Montréal. 1894 

France. 

André, Ernest, notaire honoraire, Gray (Haute-Saône). 1900 
Baillard, César, notaire, Reignier (Haute-Savoie). 1882 
Bordeaux, Paul, ancien avocat, Neuilly (Seine). 1902 
David, Fernand, fabricant, Paris. 1894 
DouviLLÉ, Henri, expert en médailles, Paris. 1894 
DuFOUR, Théophile, ancien directeur de la Bibliothèque publique et 
des archives de Genève, Vernaz, près Fossard. 1890 
DuPLAN, Albert, rentier, Evian-les-Bains (Haute-Savoie). 1880 
Engel, Arthur, homme de lettres, Auteuil, Paris. 1890 
Florange, Jules, expert en médailles, Paris. 1892 
Keller, Carlos, rentier, Paris. 1896 
Kœchlin-Claudon, Emile, Paris. 1882 
Marchand, Frédéric, l'abbé, homme de lettres, Bourg (Ain). 1890 
Martz, René, D"" jur., conseiller à la Cour d'appel, Nancy (Meurthe-et- 
Moselle). 1897 
Mazerolle, Fernand, archiviste de la Monnaie, rédacteur de la 
G-asette numismatique^ Paris. 1890 
MoRiN-PoNS, Henri, banquier, Lyon (Rhône). 1890 
Portal, Gaston, industriel, Nîmes (Gard). 1896 
Richebé, Raymond, avocat, Paris, 1894 
Testenoire-Lafayette, Philippe, notaire, Saint-Etienne (Haute- 
Loire). 1896 
Yallentin du Cheylard, Roger, Montélimar (Drôme). 1890 
ViDART, Charles-Alfred, rentier, Divonne-les-Bains (Ain). 1894 

Grande-Bretagne. ' 

Ford, Rawlinson, avocat, Leeds. 1891 

FoRRER, Léonard, numismatiste, Grove-Park (Kent). 1891 

Prévost, sir Augustus, baronnet, ancien gouverneur de la banque 

d'Angleterre, Londres. 1890 

Spink, Samuel, de la maison Spink et fils, experts en médailles, 

Londres. 1892 



— 328 — 

Grèce. 
Lambros, Jean-Paul, expert en médailles, Athènes. 1894 

Italie. 

Sa Majesté Victor-Emmanuel III, roi d'Italie, à Rome. 1894 

Cerrato, Hyacinthe, comptable, Turin. 1894 

NuvoLARi, Francesco, antiquaire, Castel d'Ario. 1899 

Papadopoli, comte Nicolo, sénateur, commandeur, président de la 
Société italienne de numismatique, Venise. 1894 

RuGGERO, Giuseppe, commandeur, général de réserve, Rome. 1891 
Salinas, Antonio, professeur, directeur du Musée national, Palerme. 

1895 
ViRZi, Ignazio, homme de lettres, Palerme. 1894 

ViTALiNi, Ortensio, expert en médailles, Rome. 1895 

Pays-Bas. 

DoMPiERRE DE Chaupepié, H.-J. de, D"" phil., directeur du Cabinet 
royal des médailles, La Haye. 1894 

ScHULMAN, Jacques, expert en médailles, Amsterdam. 1894 

Stephanik, J.-W., secrétaire de la Société néerlandaise de numisma- 
tique, Amsterdam. 1894 

Portugal. 

Du RovERAY, Paul, ^négociant, Lisbonne. 1890 

Suède. 
Cavalli, Gustave, pharmacien, Sköfde. 1894 

IV. (Sociétés correspondantes. 

A. — Eji Sîiisse. 

Aarau. Société d'histoire du canton d'Argovie. 
BÂLR. Société suisse d'héraldique. 



— 329 — 

Berne. Société générale d'histoire suisse. 

» Société d'histoire du canton de Berne. 
CoiRE. Société d'histoire du canton des Grisons. 
Genève. Société d'histoire et d'archéologie. 

» Institut national genevois. 
Lausa-NNE. Société d'histoire de la Suisse romande. 
Neuchâtel. Société d'histoire du canton de Neuchâtel. 
Zurich. Société des antiquaires de Zurich. 

B. — A l'étranger. 

Amsterdam. Société royale néerlandaise de numismatique. 
Annecy. Société florimontane. 
BÔNE. Académie d'Hippone. 

Bruxelles. Société royale belge de numismatique. 
Budapest. Société hongroise de numismatique. 
Cracovie. Société polonaise de numismatique. 
Londres. Société de numismatique de Londres. 
Luxembourg. Institut grand-ducal, section historique. 
Milan. Société royale italienne de numismatique. 

» Cercle milanais de numismatique. 
Montréal. Société de numismatique et d'archéologie. 
Munich. Société royale bavaroise de numismatique. 
New-York. Société américaine de numismatique et d'archéologie. 
Paris. Société française de numismatique. 
Vienne. Société impériale et royale de numismatique. 

» Société impériale et royale d'héraldique « Adler ». 

» Club des amis des monnaies et médailles. 



Le nombre des membres actifs, fondateurs de la Société, le 
14 avril 1879, était de 39. Il ne reste plus actuellement que 8 de ces 
membres. 

La Société était formée au 31 décembre 1903 de 
206 membres actifs, 
12 » honoraires, 

soit 218 membres, se répartissant comme suit : 



— 330 — 
Statistique des membres par cantons suisses et pays étrangers. 



Argovie 


Membres 
actifs 


Membres 
honoraires 


3 
12 
19 

5 

43 
1 
9 

16 
9 
2 
1 
1 

12 
1 
4 

18 
7 
4 
1 

20 
4 
1 
8 
3 
1 
1 


1 
1 

1 
3 
1 

2 
1 

2 


Bâle 


Berne 


Fribourg 


Genève 


Grisons 


Lucerne 


Neuchâtel 


Saint-Gall 


Soleure 


Tessin 


Valais 


Vaud 


Zousr 


Zurich 


Allemagne 


Autriche ^ 

Belgique 


Canada 


France 


Grande-Bretagne 


Grèce 


Italie 


Pays-Bas 


Portugal 


Suède 


Total 


206 


12 


Total général 


218 me 


tnbres. 



Die römisch-sicilischen Münzen 

aus der Zeit der Republik. 



Nach althergebrachter Gepflogenheit wird in den Ver- 
zeichnissen von Münzen aus der Zeit der römischen 
Republik auch eine Reihe von nicht hauptstädtischen 
Prägungen aufgeführt, die in den Provinzen zwar von 
römischen Beauiten ausgegangen sind, aber nicht als 
eigentliche Reichsmünzen angesehen werden dürfen. 
Sie folgen vielfach einem von der römischen Reichs- 
währung abweichenden Münzfusse und bilden also ein 
Lokalcourant mit einem mehr oder minder beschränktem 
Umlaufsgebiete. Aber man verfährt dabei durchaus will- 
kürlich; einige Gepräge werden in den Verzeichnissen 
aufgenommen, andere fortgelassen, ohne jeden ersicht- 
lichen Grund. Auch Babelon sah sich genötigt, bei seiner 
Neubearbeitung der republikanischen Münzen diesem 
Brauche sich zu fügen und er beschreibt eine ziemliche 
Anzahl ausserhalb Roms geprägter Münzen, wozu ich 
in meinen Nachträgen und Berichtigungen mehrfach 
Ergänzungen liefern konnte \ Bei der Beschäftigung mit 
dem Gegenstande drängte sich mir bald der Wunsch 
auf, alle diese Münzen in einer zusammenfassenden 
Arbeit zu behandeln. Es erschien mir dies um so zweck- 
mässiger, als es an einer derartigen Publikation bisher 



' E. Babelon, Description historique et chronologique des monnaies de la 
république romaine, Bd. I, Paris 1885; Bd. II, 1880. — M. Bahrfeldt, Nachtvä(je 
und lierichtif/unfjen zur Münzkunde der ruinischen Republik im Anschlüsse 
an Babelon's Verzeichnis der Consular-M Unzen, Bd. I, Wien 1897, Bd. H, UXX) 

REVUE NUM. T. XII. 22 



— 332 — 

fehlte und die vorhandene, im Vergleiche zu anderen 
Gebieten der antiken Münzkunde nur spärliche Literatur 
aber veraltet oder lückenhaft ist. 

Meine Untersuchungen werden sich daher nacheinander 
erstrecken auf 

aj Die römisch-sicilischen Münzen, 

hj Die Münzen der Flottenpräfecten des M. Antonius, 

cj Die anderweiten provinzialen Gepräge. 

Jeder dieser Abschnitte bildet ein in sich völlig abge- 
schlossenes Ganzes. Der erste, zugleich der bei weitem 
umfangreichere Abschnitt erscheint auf nachstehenden 
Blättern, die beiden andern werden gelegenthch folgen. 



Die Münzprägung in und für Sicilien unter römischer 
Herrschaft beginnt für den westlichen Teil der Insel im 
Jahre 513 d. St. (241 v. Chr.), für Syrakus erst im 
Jahre 542 d. St. (212 v. Chr.); sie endet allgemein unter- 
Augustus. Sämtliche Münzen sind aus Kupfer. Silber 
oder Gold ist nicht geschlagen, wenigstens bis jetzt noch 
nicht bekannt geworden. Die Gepräge dieser Römerzeit, 
so überaus zahlreich sie an sich auch sind, stehen hin- 
sichtlich der Mannigfaltigkeit und Schönheit der Typen, 
sowie der Vollendung der Technik gewaltig zurück hinter 
jenen wunderbaren Erzeugnissen der gerade in Sicilien 
in den voraufgegangenen Jahrhunderten zu besonderer 
Blüte gelangten Stempelschneidekunst. Diesen Münzen 
ist deshalb seither auch nur ein geringes Interesse ent- 
gegengebracht worden, ein erheblich geringeres, als sie 
es tatsächlich verdienen. Hierin liegt es auch begründet, 
dass sie im Gegensatze zu den Münzen der früheren 
Perioden, im besonderen jener der Zeit der höchsten 
Kunst, literarisch nur gelegentlich und vereinzelt, um- 
fassend aber noch nie behandelt worden sind. 



— 333 — 

Paruta ist meines Wissens der Erste, der in seinem im 
Jahre 1612 in Palermo erschienenen grossen, späterhin 
viel aufgelegtem und nachgedrucktem Werke Sicilia — 
ich benutze die dritte von M. Maier besorgte Ausgabe 
Lyon 1G97 — eine Anzahl der von römischen Beamten in 
Sicilien geprägten und mit ihren Namen bezeichneten 
Münzen, zwar vielfach irrig bestimmt und zerstreut, 
aber doch in leidlichen Abbildungen vorführt. Ungleich 
verdienstlicher ist das Buch des Fürsten von Torremuzza 
Siciliie populonim et urhiiim, regum quoque et tyrannorum 
veteres nummi, Panormus 1781 , 1 . Auctarium 1789, 2. Auct. 
1791, worin das bis dahin Geleistete zusammengefasst 
wird. Die Tafel LXI ist im Besonderen den Münzen mit 
römischen Beamtennamen gewidmet, eine Zusammen- 
stellung, die noch nicht überholt ist und auf die bis jetzt 
noch immer zurückgegriffen werden musste. 

In der reichhaltigen späteren Literatur werden die in 
Rede stehenden Münzen, wenn überhaupt, so nur ganz 
kurz und nebenbei behandelt, mit alleiniger Ausnahme 
der ihnen ganz gewidmeten tüchtigen Arbeit von Fr. und 
L. Landolina-Paternö, Monograßa delle monete consolari- 
sicule sulV ultima diminuzione deW assario romano, Neapel 
1852, wozu die Lettera al eh. signor G. Riccio intorno ad 
alcune monete romano-sicole di Fr. Landolina-Paternö, 
Gatania 1853, Nachträge liefert \ 

Eine beabsichtigte Neubearbeitung der Monografia, die 
sicherlich mancherlei Nachträge gebracht haben würde, 
ist mit dem Drucke des ersten Bogens im Jahre 1872 
ins Stocken gerathen und nicht fortgesetzt worden, was 
um so bedauerlicher ist, als die im Jahre 18G7 begonnene, 
seit Langem aber unterbrochene Herausgabe des gross- 
artig angelegten Werkes Le monete delle antiche città 



' Estr. dal Giornalc del Gabinet to Ictter. deW Accademia Giœnia, T. IV, 
Sit. 2, Hiin. \, kl. 8°, 2C S., 1 Taf. 
Ich verdanke Dr. Fr. Imhoof-Blumer die Kenntnis dieser seltenen kleinen Schrift. 



- 334 - 

délia Sicilia von A. Salinas allem Anscheine nach nicht 
wieder aufgenommen werden wird. 

Aus der neuesten Zeit sind neben gelegentlichen 
Erörterungen bei Mommsen, Geschichte des römischen 
Münzwesens, Berlin 1860, und im Corpus inscript. lat., I, 
S. 144, Nr. 528 und 529; bei Fr. Lenormant, La monnaie 
dans V antiquité, Bd. II, Paris 1878; B. v. Head, Historia 
nummorum, Oxford 1887 ; Fr. Imhoof-Blumer, Monnaies 
grecques, Amsterdam 1882 ; G. F. Hill, Coins of ancient 
Sicily, Westminster 1903 \ u. s. w., besonders zu nennen : 
die kurze nicht vollständige Liste bei Garrucci, Sylloge 
inscriptionum latinarum, Turin 1875, worin er S. 135—138 
die Nummi in Sicilia cusi mit lateinischen Aufschriften 
zusammenstellt. Ferner die dankenswerte Abhandlung 
.1. Klein's, Die Verwallungsbeamten von Sicilien und 
Sardinien, Bonn 1878, mit dem Abschnitte S. 154—163, 
Die Quœstoren aus unbestimmter republikanischer Zeit. 
Endlich vor Allem aber die Geschichte des sicilischen 
Münztvesens bis zur Zeit des Augustus von Ad. Holm ^, 
die zunächst als Komentar zur Geschichte Siciliens 
bestimmt, doch auch eine specielle numismatische 
Leistung von hervorragender Bedeutung ist und für 
lange hinaus die zusammenfassendste Darstellung und 
Quelle bleiben wird ^. Der Abschnitt Römische, in Sicilien 
nicht von Stadtgemeinden, sondern von römischen Beamten 
geprägte Münzen, geordnet nach den Gentilnamen der 
Beamten, S. 730-730, ist eine Zusammenstellung des 
gesammten Materials, soweit es sich lediglich aus der 
Literatur gewinnen liess, ohne die Münzen selbst zu 
Rate zu ziehen. 

Auf die Münzen nun habe ich meinerseits ein Haupt- 



' Enthält auf S. 231-236 eine umfangreiche Bibliographie der Numismatik Siciliens. 

* Im 3. Bande seiner Gescliiclite Siciliens im A iterthum, Leipzig 1898, S. 543-741, 
dazu 8 vorzügliche Tafeln mit Erläuterungen S. 1-20. 

* F. V. Duhn im Nekrologe auf Ad. Holm im Biograph. Jahrb. für Altertums- 
kunde, 24. Jahrg., 1901, S. 95-96. 



— 335 — 

gewicht gelegt. Indem ich die zugängUchen Sammlungen 
in grösstmöglichem Umfange durchmusterte, glaube ich in 
meinen Münzverzeichnissen eine Vollständigkeit erreicht 
zu haben, wie sie zur Zeit überhaupt zu gewinnen war. 
Die benutzten Sammlungen sind im Texte genügend 
gekennzeichnet. Wenn man dabei die im Museo 
nazionale in Palermo und die des Barons Pennisi di 
Floristella in Acireale (Prov. Catania) vermisst, in denen 
die hierher gehörigen Münzen in grösserer Zahl zu ver- 
muten sind, so bedauere ich dies selbst am meisten, 
denn an Bemühungen auch diese Sammlungen für meine 
Arbeit nutzbar zu machen, hat es meinerseits nicht 
gefehlt. Im Allgemeinen aber sind diese römisch-sici- 
hschen Münzen selten und in den meisten Sammlungen 
nur wenig vertreten. Es ist sehr wohl möglich, dass, da 
ich nunmehr auf diese Münzklasse von Neuem aufmerk- 
sam mache, jetzt ein oder das andere neue Gepräge zum 
Vorschein kommen wird. 

Am zahlreichsten finden sie sich z. Zt. wohl im königi. 
Münzkabinet Berlin, wohin sie in überwiegender Mehr- 
zahl mit der im Jahre 1901 definitiv erworbenen Samm- 
lung Imhoof-Blumer gelangt sind, die ihrerseits wiederum 
die auf Sicilien selbst zusammengebrachte reiche Samm- 
lung Fischer^ in sich aufgenommen hatte. Auch das 
Britische Museum in London ist gut versehen ; eine Anzahl 
Stücke ist erst nach Herausgabe des vorzüglichen Kata- 
loges Sicily, London 1876, neu erworben worden. 

Aus der Literatur habe ich nur die Wägungen von 
Garrucci und Landolina aufgenommen, da ich sie 
für zuverlässig halte. Diese Stücke, sowie einige wenige 
andere, deren Verbleib ich nicht mehr nachweisen kann, 
sind mit einem * bezeichnet worden. Bei. Landolina ist 



' HuccolUc <U anlieliv nionctc... 'jid fatUi dd Ch. Fisclmr cd ora onlinata c 
desvritta <la Fr. Landolina-Pn/ernö, Palermo 1863, 8°, 174 S. mit 1 Monogrammen- 
tafel. — Der Katalog ist an sich nicht viel wert, doch entschädigen einigermassen 
die hinten beigefügten Anmerkungen. 



— 336 — 

der Erhaltungsgrad nicht angegeben. Garrucci sagt 
zwar allgemein « nummi quos ego expendi detriti erant 
fere omnes », im Einzelnen fehlen aber die Angaben. Das 
ist bedauerlich, denn Gewichtsangaben ohne gleichzeitige 
Mitteilung der Erhaltung der Münzen haben einen nur 
beschränkten Wert. Wo die Sammlung Garrucci geblieben 
ist, darüber habe ich trotz eingehender Nachforschungen 
und Anfragen nichts Bestimmtes in Erfahrung bringen 
können. Nach unlängst erhaltener Nachricht soll sie sich 
im Gollegio americano in Rom befinden, aber sicher ist 
das durchaus nicht. Ob die Sammlung Landolina in 
Palermo noch existirt, weiss ich nicht. In seiner Mono- 
grafia rechnet er nach sicilischen Unzen zu 30 Trappesi, 
zu 16 Grani. Der Trappeso ist = 0,891 Gramm, der 
Grano = 0,0557 Gramm. 

Alle andern aufgeführten Stücke sind entweder von 
mir selbst gewogen, oder ich verdanke ihre Gewichte 
zuverlässigen Mitteilungen. Die Erhaltung der Münzen 
bezeichne ich mit : 

vorz. = vorzüglich m. = mittelmässig 

s. g. = sehr gut. s.m. = sehr mittelmässig. 

g. = gut. schl. = schlecht, 

z. g. = ziemlich gut. 

Den Durchschnitt aus den von mir gegebenen Wägungen 
habe ich mit Absicht nicht gezogen. 



Die nachstehend zu behandelnden Münzen teile ich 
in vier Gruppen ein, die sich scharf von einander unter- 
scheiden. 

Die 1. Gruppe zeigt in der Mehrzahl auf der Rs. in 
allen drei vorkommenden Werten übereinstimmend den 
Beamtennamen oder ein Symbol im Kranze. 

Die 2. Gruppe hat als gleichmässiges Gepräge auf der 
Hs. den Jupiterkopf, auf der Rs, den stehenden Krieger 



— 337 — 

mit Lanze und Opferschale, daneben den Beamtennamen 
und zuweilen das Monogramm w in wechselnder Form. 

Die 3. Gruppe bilden diejenigen zweifellos sicilischen 
Münzen mit lateinischen Aufschriften, die den Gruppen 
1 und 2 nicht angehören. Sie leimen sich teilweise an 
römisches Gepräge an. 

In der 4. Gruppe endlich habe ich eine Reihe von 
meist aufschriftlosen Münzen vereinigt, deren grösster 
Teil gewiss auf Sicilien geprägt ist, ob aber durchweg 
von römischen Beamten, erscheint fraglich. Eine Anzahl 
von ihnen erscheint hier zum ersten Male. 



A. — Erste Gruppe. 

Die Anleh nung an die römische Reichsprägung ist bei den 
Münzen der ersten Gruppe in die Augen springend. Drei 
Wertstufen, deren H s. -Typen den gewohnten der Reichs- 
münzen durchaus entsprechen, lassen sich ohne Weiteres 
unterscheiden : der As mit dem lorbeerbekränzten bärtigen 
Januskopfe und darüber dem Wertzeichen T, der Semis 
mit dem Jupiterkopfe in der hergebrachten Darstellung 
und der Quadrans mit dem Kopfe des Herkules, mehr- 
fach aber auch mit dem verschleierten Kopfe der Demeter 
oder des Apollo. Aber diese drei Nominale kommen 
nicht von allen Beamten vor; der As fehlt zwar niemals, 
einige Male dagegen der Semis, ebenso der Quadrans. 
Indessen ich glaube, dass dieses Fehlen weniger in der 
unterlassenen Ausmünzung dieser Stücke seinen Grund 
hat, als darin, dass diese überhaupt seltenen Teilstücke 
noch nicht zum Vorschein gekommen sind. 

Das Wertzeichen findet sich nur auf dem As ; auf dem 
Semis und Quadrans kommt es nicht vor, aber es unter- 
liegt keinem Zweifel, dass die vorhandenen Teilstücke 
diese Wertstufen darstellen sollen, dafür spricht ihr 
Gepräge und Gewicht. Dass das Wertzeichen niemals 



- 338 - 

vorkomme, also auch nicht auf dem As, wie Mommsen, 
Münzwesen, S. 666 oben, meint, ist irrig, die auf Taf. I 
von mir gegebenen Abbildungen widerlegen diese An- 
nahme auf den ersten Bück. 

Man. Acihus ist der Einzige, der sich auf einem Teile 
seiner Münzen, und zwar denen der ersten Reihe (Nr. 5 
und 6), mit einem Q bezeichnet. Hergebrachtermassen 
wird dies in çxusestor ergänzt und dem entsprechend hat 
man sich gewöhnt, auch die anderen auf den Münzen 
vorkommenden Beamten, obschon sie ihr Amt nicht 
nennen, als Quästoren anzusehen und zwar des west- 
lichen Teils der Insel, des Sprengeis von Lilybseum ^ 

Holm hat Bd. HI, S. 75, 366 und 368 über die Stellung, 
Tätigkeit und den Amtssitz der Quästoren in Sicilien 
ausführhch gehandelt; seine Darlegungen sind gewiss 
als dem neuesten Stande der Forschung entsprechend 
anzusehen. Danach gab es in republikanischer Zeit in 
Sicihen wie in anderen römischen Provinzen keinen 
ständigen Amtssitz weder des Prätors noch der Quästoren, 
keine Hauptstädte in Bezug auf die Verwaltung. Statt- 
halter und Quästoren waren an keinen Ort gebunden, 
wenn sie auch herkömmlich möglichst lange in einer 
bestimmten bedeutenden Stadt der Provinz residirten. 
Diese war in Sicilien für den einen Quästor Lüybseum, 
die Hauptstadt der ehemaligen karthagischen Provinz, 
für den anderen Syrakus, die vornehmste griechische 
Stadt. Daraus dürfen wir nun gewiss folgern, dass ein 
Teil der vorliegenden Münzen, mögen sie nun wirküch 
sämmtlich von Quästoren herrühren, oder von anderen 
mit der Prägung beauftragten Beamten, in Lilybseum 
und in Syrakus geschlagen worden ist, dass aber gewiss 
auch eine Anzahl anderer Orte als Münzstätten ange- 
sehen werden dürfen. 

Nun fragt es sich, welche Städte können in Betracht 

' Mommsen, Mün^cvesen, S. 665 fg. 



— 339 — 

kommen und als Münzstätten gelten? Für die zweite 
Gruppe ist die Antwort nicht schwer: Panormus, wie 
aus dem auf ihnen vorkommenden Monogramme W 
und aus der Uebereinstimmung mit älteren panormi- 
tanischen Geprägen ohne Weiteres sich ergibt. Dies ist 
allgemein anerkannt, wenn schon nur Garrucci Syllofje 
S. 136 sich bestimmt in diesem Sinne ausspricht. Die 
zweite Reihe der Münzen des Man. Acilius (Nr. 7-9) ist 
ohne Zweifel in Agrigent geprägt worden, die Typen- 
gleichheit mit Münzen dieser Stadt ist schlagend. Es 
bleibt somit noch die grosse Masse der Münzen der 
ersten Gruppe unterzubringen, die nach ihrer Gleich- 
artigkeit zu urteilen einer und derselben Münzstätte 
entstammen. Nun wird für sie ebenfalls Panormus in 
Anspruch genommen und zwar wegen des auf der einen 
Reihe vorkommenden Monogramms R^, das als Panormus 
gedeutet wird. Diese Auflösung ist aber keineswegs 
sicher. Mommsen Münzwesen S. 665, Anm. 6, sagt sehr 
vorsichtig (c die richtige Auflösung möchte Portus sein, 
wie navop;j.o(; den Römern der Republik wohl officiell 
heissen mochte ». Liest man nun das Monogramm als 
nORtus, oder auch als navORy-o?, so würde das in dem 
einen wie dem anderen Falle eine etwas aufïallende 
Verquickung griechischer und lateinischer Buchstaben 
sein. PORtus oder panOR^^us mit Hill, Coins of ancient 
Sicily, S. 209, aber als rein lateinisches Wort zu lesen, 
in der Annahme, dass im Monogramm als erster Buch- 
stabe ein lateinisches p stecke, erscheint mir ausge- 
schlossen, da neben FR auch |SR mit nach links ver- 
längertem oberen Querstrich vorkommt. Ich würde der 
Auflösung in Dàvopv.oc unbedenklich zustimmen, wenn 
das Monogramm FP lautete, wie Landolina S. 33 irrig 
angibt und Taf. II, Nr. 35-36, auch abbildet. Aber dies 
ist nicht der Fall, das Monogramm hat stets die Form 
FR oder seltener FR Auch Garrucci, Sylloge, S. 136, 
verwirft, indem er diese Gelegenheit zu einem unmoti- 



— 340 — 

virten Ausfalle gegen Mommsen benutzt, die beiden 
Auflösungen, ohne aber seinerseits etwas anderes an 
die Stelle zu setzen. Und wenn er sagt « Siquidem quae 
in media n visitur, non est circellus, quem pro littera 
O sumere liceat, sed ea forma, quaunciae soient signiticari 
in nummis », so ist das geradeswegs ein Irrtum, denn 
das Zeichen im n ist niemals ein Punkt oder gar ein 
Unzenzeichen, sondern stets der Buchstabe O, bald 
grösser bald kleiner. 

Garrucci hält alle Münzen der ersten Gruppe in 
Lüyhxum geprägt, weil er das auf dem seltenen As 
Nr. 4 vorkommende, bisher unerklärte Zeichen x in 
MAYbœum auflöst. Ich neige auch dazu, die erste 
Gruppe nicht nach Panormus, sondern nach Lilybaeum 
zu legen, nicht so sehr weil mich die Auflösung des fSR 
in Panormus nicht befriedigt, oder die des x in Lilybaeum 
überzeugt hätte, als vielmehr aus der Erwägung, dass es 
mir unglaublich erscheinen will, die verwandten und 
doch wieder so ganz verschiedenen, unzweifelhaft aber 
gleichaltrigen beiden Gruppen von Münzen in einer und 
derselben Münzstätte Panormus nebeneinander und 
gleichzeitig geprägt anzunehmen. Dazu kommt noch, 
'dass wir mit dem Namen NASO bezeichnete Münzen in 
beiden Gruppen besitzen. Daraus vermag ich nicht 
anders als auf zwei verschiedene Münzstätten zu folgern, 
die sehr wohl für die erste Gruppe Lilybaîum, der 
damalige Amtssitz des Quästors, und für die zweite 
Gruppe Panormus, die bedeutendste Handelsstadt des 
Westens, gewesen sein können. 

Wie wir oben gesehen haben, pflegte der für den 
östlichen Teil der Insel bestimmte Quästor in Syrakus 
zu residiren. Da drängt sich doch sofort die Frage auf: 
Sind denn nicht von ihm oder seinen Unterorganen 
auch dort Münzen geschlagen worden? Die Frage halte 
ich für durchaus berechtigt und es wäre gewiss zu ver- 
wundern, wenn im Osten nicht gerade so wie im Westen 



- 341 -^ 

der Insel Münzen mit römischen Beamtennamen ausge- 
gangen wären. Icl^i bejahe sie unbedenkUch and glaube, 
dass gewiss ein Teil der bei der dritten und vierten 
Gruppe aufgeführten Münzen in Syrakus oder überhaupt 
im Osten geprägt worden ist, muss allerdings den Beweis 
dafür sclmldig bleiben. 

Ein sehr wichtiges Hülfsmittel für die örtliche Unter- 
bringung der Münzen würde uns aus Fundnachrichten 
erwachsen, aber die sind leider so spärlich, dass damit 
nicht viel anzufangen ist (vergl. lauf. Nr. 11, 43). 

Die Namen der auf den Münzen aller Gruppen erschei- 
nenden Beamten sind nur in wenigen Fällen mit Sicherheit 
zu ergänzen, eine ganze Anzahl von Monogrammen spottet 
jedem Versuche einer Auflösung. Es ist daher nicht 
allein nur ganz vereinzelt eine Identificirung möglich 
gewesen, sondern auch die chronologische Unterbringung 
der Münzen wird dadurch sehr erschwert. 

Fr. Lenormant, La monnaie dans V antiquité, \\, S. 280, 
glaubt, wenn es auch unmöglich sei, die Reihenfolge 
dieser Münzbeamten im Einzelnen chronologisch festzu- 
legen, dass ihre Prägung höchstens bis etwa zu Gäsars 
erster Dictatur angedauert habe, also bis 706/48. Er hält 
daher diese Münzen allgemein im 7. Jahrhunderte der 
Stadt geprägt und wohl eher in dessen zw^eiter, als 
erster Hälfte. Die Stücke mit dem Kranze auf der Rs., 
also die unserer ersten Gruppe, erachtet es jünger als 
die der zweiten Gruppe mit dem stehenden Krieger und 
von diesen wieder die mit dem Monogramm fr als die 
älteren. In der neuesten Arbeit über sicilische Münzen 
von Hill, Coins of ancient Sicily , Westminster 1903, wird 
diese Münzklasse nur ganz obenher gestreift, auch eine 
mehr als ganz allgemeine chronologische Unterbringung 
nicht versucht. 

Auf den Zeitpunkt, nach welchem die Prägung statt- 
gefunden haben muss, führt uns nun das Gewicht der 
Münzen. Durch ein papirisches Gesetz, das man in das 



— 342 — 

Jahr 665/89 zu verlegen gewohnt ist, wurde in Rom der 
Semunzialfuss für das Kupfer eingeführt, wonach der 
As normal 43,64 Gr. wiegen sollte. Von den nachstehend 
verzeichneten Assen der ersten Gruppe wiegen nun 
aber 421 Stück ausgewählte, gut und ziemlich gut 
erhaltene Exemplare im Durchschnitt 6,44 Gr., welches 
Gewicht sich allerdings um etwas erhöhen würde, wenn 
mir nur gut und sehr gut erhaltene Stücke vorgelegen 
hätten. Daraus ergiebt sich, dass das Gewicht dieser 
sicilischen Asse sich dem der Viertelunze = 6,82 Gr. 
nähert. Ich glaube jedoch nicht, dass sie zunächst 
bewusst auf dieses Gewicht geprägt sind, sondern dass 
ihr Gewicht nur als das immer mehr abgeknappte des 
semunzialen Asses zu betrachten ist. Schon seit geraumer 
Zeit hatte das Kupfer den Charakter als Wertmünze 
verloren, es war « jetzt thatsächlich Scheidemünze und 
der materielle Werth der Kupferasse von geringem 
Belang » K Ich muss bei dieser von mir auch schon 
früher^ vertretenen Ansicht bleiben und kann mich 
nicht zu den von Soutzo ^ aufgestellten und von Pick * 
gebilligten Hypothesen bekehren, die dem Kupfer zu 
allen Zeiten der Republik den Charakter als Wertmetall 
geben wollen, da dem « Altertum der Begriff der Scheide- 
münze fremd geblieben zu sein scheine ». 

Ich glaube, dass sich bei den semunzialen Assen 
derselbe Vorgang wiederholt hat, wie s. Zt. bei der 
Réduction der Sex tan tar- Asse. Als im Jahre 537/247 das 
As-Gewicht auf eine Unze normirt wurde, fand hier 
lediglich die gesetzliche Fixirung eines Münzfusses statt, 
der tatsächlich schon seit einer Reihe von Jahren 



' Mommsen, Rom. Münzwesen, S. 383. 

' Bahrfeldt-Samwer, Geschichte des älteren römischen Miinzwesens, Wien 
1883. S. 193. 

* M. Soutzo, Introduction à l'étude des monnaies de l'Italie antique, I et II, 
1887-89; Etude sur les monnaies impériales romaines, Paris 1899; Examen 
critique d'une nouvelle théorie de la monnaie romaine, Bruxelles 1901. 

* B. Pick, Rötnisches Münsivesen (In: Handwörterbuch der Staatsœissen- 
schaften, Bd. V), Jena 1900. 



— 343 — 

bestanden hatte, denn die dem Namen nach sextantaren 
Asse wogen in Folge steigender Abknappung schhesshch 
nur wenig mehr als eine Unze. Aehnlich lagen die Ver- 
hältnisse auch jetzt. Die ursprünglich gewiss vollwich- 
tigen semunzialen Asse verloren mit der Zeit an Gewicht, 
sie wurden unregelmässig und leichter ausgebracht, so 
dass, als M. Antonius das den Münzen seiner Flotten- 
präfecten zu Grunde liegende neue Münzsystem schuf 
(um 716,38), wobei der neu eingeführte Kupfersesterz 
zunächst eine Unze wog, der As aber eine Viertelunze, 
letzterer tatsächlich schon auf diesem Gewichte stand. 
Es fand also hier wiederum nur etwas schon in der 
Praxis Eingebürgertes seine gesetzliche Billigung. Dieses 
nach mehr als einer Richtung hin merkwürdige Münz- 
system des M. Antonius wird, als zweiter Abschnitt 
dieser Arbeit, demnächst von mir an der Hand eines 
sehr reichen Münzen materials eingehend behandelt 
werden. 

Ich halte somit die mit römischen Beamtennamen 
versehenen sicilischen Münzen der letzten Zeit der 
Republik angehörig. Ihre Prägung mag etwa um die 
Wende des 7. Jahrhunderts begonnen haben und hat 
höchstens bis zur Reorganisation der Provinzialverwal- 
tung durch Augustus im Jahre 727/27 gedauert. 

Um in den folgenden Beschreibungen der Münzen der 
ersten Gruppe Wiederholungen zu vermeiden, bemerke 
ich für das Gepräge der Rs., dass der Lorbeerkranz aus 
zwei stets unten gebundenen Zweigen besteht, deren 
Blätter also nach oben gerichtet sind. Zwischen den 
Spitzen der beiden Zweige befindet sich eine Rosette, in 
der Regel in dieser Form :•:, bei den kleineren Nomi- 
nalen ist sie meist verkümmert. Auf beiden Seiten ist 
die Darstellung von einem Perlkreise umgeben. Das 
Gepräge ist im allgemeinen sorgfältig, die SchnHlinge 
sind rund, einige Male findet sich die abgestumpfte 



344 — 



Kegelform /: 



"\ 



In technischer Hinsicht ist ferner 
bemerkenswert, dass auf der Rs. einiger Sorten ein 
kleiner ertiabener Gentralpankt sich zeigt, namenthch ist 
dies bei den Münzen desNaso derFaU. Das konische Loch 
dagegen, wie es häufig z. B. auf den Kupfermünzen der 
Ptolemäer erscheint, zuweilen auch auf dem in der 
Provinz geprägten Kupfer z. B desG. Sosius, C. Proculeius 
u. s. w., kommt dagegen hier niemals vor. Ich habe 
diese und einige andere techniche Eigentümlichkeiten 
der antiken Münzprägung unlängst kurz behandelt*. 



FR (Portus f Panormus ?J. 



1. As. — Taf. I, Nr. 1. 
Januskopf u. s. w. 
Êj. FR im Kranze. 



1. 


— 8,81 Gr. 


g- 


2. 


— 8,80 » 


z.g. 


3. 


— 8,23 >. 


g- 


4. 


— 7,95 ). 


g- 


5. 


— 7,70 » 


g- 


6. 


— 7,56 » 


g- 


*7. 


— 6,85 » 




*8. 


— 6,79 » 




9. 


— 6,75 » 


g- 


10. 


— 6,30 ). 


m. 


11. 


— 6,22 » 


z.g. 


12. 


— 6,20 » 


g- 


13, 


— 6,10 » 


g- 


14. 


— 6,09 .. 


s. g 



Brit. Museum, Kat. Sicily, S. 124, Nr. 29. 
Rollin & Feuardent, 1902 \ 
Brit. Museum, Nr. 30. 
*** in Paris *. 
Bahrfeldt. 

Rollin & Feuardent, 1902. 
Garrucci, Sylloge, S. 138, Nr. 463. 
Landolina, S. 33, Taf. IT, Nr. 35. 
Neapel, Kat. Fiorelli, I, Nr. 4747. 
Berlin. 

Kopenhagen, neuere Erwerbung. 
Neapel, Kat. Fiorelli, I, Nr. 4748. 
Ebenda, Nr. 4749. 

Hunt er Museum, Glasgow, Kat. Macdonald I, 
S. 210, Nr. 28. 



' Antike Mänztcchnik, Berlin 1903, 8°, 16 S. mit 17 Textabbildungen. 

' Die Herren Rollin & B'euardent in Paris gestatteten mir im Herbste 1903 
während mehrerer Wochen die genaue Durcharbeitung ihrer grossartigen Lager- 
bestände. 

3 Ich bin zur Nennung des Namens des Besitzers dieser Sammlung nicht befugt, 
stehe aber für die Richtigkeit der Wägungen der von mir selbst gesehenen und 
gewogenen Stücke ein. 



15. - 

16. - 

17. - 

18. - 

19. - 

20. - 

21. - 
22.- 
23. - 



6,03 Gr. 

5,82 » 

5,44 » 

5,35 )) 

5,18 » 

5,11 » 

4,33 « 

4,20 >. 

4,05 « 

5,09 » 



g- 

schl. 
schl. 
z. g. 

s. m. 



— 345 — 

Desgleichen Nr. 29. 

A. Löbbecke, in Braunschweig. 

Basel, Museum. 

Neapel, Kat. FiorelU, I, Nr. 4750. 

Berlin (Imhoof). 

Kopenhagen, Kat. Ramtis, I, S. 81, Nr. 122. 

Desgleichen Nr. 123. 

Winterthur, Museum. 

Wien, Nr. 6727. 

Ehemals Ailly, Durchschnitt von 3 Stücken '. 



Dm. : 0,023-0,024. 

Das Monogramm ist meist FR, seltener kommt FR 
vor, jedocli nur beim As, nicht auch bei den Teil- 
stücken. 

2. Semis. — Taf. I, Nr. 2. * 

Jupiterkopf n. 1. 
R). Wie vor. 



Berlin (Imhoof). 

Landolina, S. 33, Taf. II, Nr. 36. 

Bahrfei dt. 

Brit. Mus., Kat. Sic.ily, S. 142, Nr. 31. 

Bahrfeldt. 



1. 


— 3,25 Gr. 


g- 


*2. 


— 3,23 >. 




3. 


- 3,12 » 


g- 


4. 


— 3,05 » 


z.g. 


5. 


— 2,97 » 


g- 



Dm.: 0,019. 

3. Quadrans. — Taf. I, Nr. 3. 
Demeterkopf mit Schleier n, 
Û. Wie vor. 



' Borghesi borichtot bei Cavcdoni, Biblifivlic Numismatik, Ueborsetzung von 
A. V. Worlhof, S. Vi'.i, auch Œuvres comj)lt'ios, icun. nuin., Bd. II, S. 421, fig., 
über dio im Jahre 1819 in der Sammlung Ailly befindlichen hierher gehörigen 
Münzen. Ailly muss späterhin diese Stücke fortgegeben haben, denn sie sind mit 
seiner im Jahre 1877 dem Cabinet des m(klailles in Paris vermachten Sammlung nicht 
dorthin g(!langt. Ich führe daher diese von Borghesi leidc^r nur mit ihrem Durch- 
schnittsgewiclite verzeichneten Stücke als « ehemals Ailly « auf. 



- 346 — 

1. — 2,85 Gr. g. Brit. Mus., Kat. Sicily, S. 124, Nr. 32. 

2. — 2,50 » g. Berlin (Imhoof). 

3. — 2,20 » 8. g. Desgleichen. 

4. — 2,20 » z. g. A. Löbbecke, in Braunschweig. 

Dm. : 0,016-0,017. 



X (Lilybœum?). 

4. As. - Taf. I, Nr. 4. 
Januskopf u. s. w. 
1^. X im Kranze. 

1. — 7,50 Gr. schl. Berlin (Imhoof). 

2. — 7,22 >) g. Bahrfeldt. 

*3. — 6,96 >) Landolina, S. 31. 

Dm. : 0,023. 

Eine Abbildung dieser seltenen Münze bringt zuerst 
Paruta, Tav. (idi Sicani e Siculi)}, Nr. 4. Weniger gut ist 
die bei Landolina, Taf. II, Nr. 29, der S. 31 eine Besehrei- 
bung gibt, aber keine Erklärung versucht. Auch Riccio, 
Catalogo, S. 20, Nr. 17, beschränkt sich auf eine kurze 
Erwähnung des Monogramms als « fiore o sinibolo incerto » 
Sonst ist mir dies Stück in Münzverzeichnissen nicht 
weiter vorgekommen. 

Halb- und Viertelstücke sind mir hiervon noch nicht 
bekannt geworden. 

AA/ • ACIH • Q (Man. Acilius qusestorj. 
i. Reihe. 

5. As. — Taf. I, Nr. 5. 
Januskopf u. s. w. 



347 — 





/W 






ß. , 


ACIH im 


Kranze. 




Q 






1. 


— 7,21 Gr. 


g. Bologna (Mus. civ., Sammlung Palagi). 


2. 


— 6,97 


» 


g. Wintertliur, Museum. 


3. 


— 6,59 


» 


g. Berlin. 


*4. 


— 6,57 


» 


Landolina, S. 8. 


5. 


— 6,12 


» 


g. Colmar i/Els., Schöngau-Museum. 


6. 


— 5,90 


» 


g. Wien, Nr. 6723. 


7. 


— 5,70 


» 


m. Desgleichen, Nr. 6724. 


8. 


— 5,63 


» 


s. g. Berlin. 


9. 


— 5,25 


» 


s. g. Rollin & Feuardent, 1902. 


*10. 


— 5,20 


» 


Garrucci, Si/llor/e, S. 137, Nr. 458. 


11. 


— 5,12 


» 


g. Rollin & Feuardent, 1902. 


12. 


— 5,12 


» 


z. g. Hunter Mus., Glasgow. 


13. 


— 4,93 


)) 


g. Rollin & Feuardent, 1902. 


14. 


— 4,86 


» 


g. Berlin. 


15. 


— 4,53 


)) 


s. g. Consul Weber, Hamburg. 


16. 


— 4,47 


» 


Turin, Kat. Fabretti, S. 41, Nr. 656. 


17. 


- 4,46 


» 


z. g. Leipzig, Universität. 


18. 


— 4,36 


» 


z. g. Bahrfeldt. 


19. 


— 4,35 


» 


z. g. Paris. 


20. 


— 4,25 


» 


z. g. Rollin & Feuardent, 1902. 


21. 


— 4,22 


» 


m. Winterthur, Museum. 


22. 


-3,82 


» 


z. g. Berlin (Imhoof). 


23. 


— 3,82 


» 


z. g. Brit. Mus., Kat. Sicily, S. 126, Nr. 1. 


24. 


- 3,80 


)) 


s. g. Wien, Nr. 6722. 


* 


5,85 


» 


Ehemals Ailly, Durchschnitt von 4 Exempl, 



Dm.: 0,022. 

Landolina, Taf. I, Nr. 1, irrig mit /W Garracci, Sylloge, 
S. 137, Nr. 458, mit A in Acili, was als Ausnahme durch 
die Exemplare in Paris und Wien, oben Nr. 19 und 24 
bestätigt wird. Fabretti, Katalog Turin, S. 41, Nr. G56, 
mit L statt p Auf allen von mir gesehenen Münzen des 
Man. Aciiius q. Iiat das L aber die mehr oder minder 
spitze Form i oder p; das rechtwinckelige L habe ich 

REVUE NIJM. T. XII. SKJ 



— 348 — 

noch niemals gefunden, weder auf dem As, noch auf den 
Teilstücken, so dass ich sein Vorkommen bezweifeln 
muss. 

6. Semis, — Taf. I, Nr. 11. 
Jupiterkopf n. 1. 
^. Wie vor. 

1. — 2,63 Gr. s. g. Berlin. 

Dm.: 0,015-0,016. 

Dieses Halbstück war bisher noch nicht bekannt. 
Besonders interessant und beachtenswert ist der 
Umstand, dass seine Hs. und die des Semis des NASO 
(s. u. Nr. 13,3, Exemplar des Brit. Mus.) mit demselben 
Stempel geprägt ist. Daraus darf auf Gleichheit des 
Prägeorts und Gleichzeitigkeit der Ausprägung geschlossen 
werden. 

Die dritte Sorte, den Qiiadrans mit dem Demeter- 
kopfe auf der Hs., kennen wir von Man. Acilius noch 
nicht. 

A/V- AC\V\us. 

2. Reihe. 

Von demselben yw • ACIHtts rührt unzweifelhaft die 
nachfolgende, ebenfalls aus drei Nominalen bestehende 
Münzreihe Nr. 7-9 her, obschon auf ihnen das Q fehlt. 
Allem Anscheine nach sind diese Münzen in Agrigent 
geprägt, in Anlehnung und Uebereinstimmung mit den den 
Namen AKPArANTINnN tragenden Stücken. Die Aehnhch- 
keit ist schlagend, wie man sich aus der Gegenüber- 
stellung der hier nach Salinas, Monefe delle antiche 
dttà ai Sicilia, Taf. XHI, Nr. 18, 20 und 45, wieder- 
holten Abbildungen und den auf Taf. I, Nr. 8, 9 und 10 



— 349 — 

gegebenen des Man. Acilius hinlänglicli überzeugen 
kann K 




Dass Babelon, Monn. cons., I, S. 107, Nr. 11, das 
Halbstück irrig als in Korintli geprägt ansah, hat er 
später selbst erkannt und Bd. II, S. 592, berichtigt. 

Da man bisher den oben Nr. 6 beschriebenen Semis 
noch nicht kannte, wurde vielfach die nachstehende 



' Ich verzeichne hier kurz die Gewichte der drei Sorten von Agrigent: (Brit. 
Mus., Hat. Siciii/, S. 22, Nr. 155-158; Holm, S. 712, Nr. 604-(!(H)). 
a) Gansstück. — Rs. Adler auf Blitz. Taf. I, 7. 
Berlin (v. Rauch). 
Rollin & Feuardent, 19()2. 
Desgl. 
Berlin (Fox) 

» (Dannonberg). 
» (Irnhoof) 



1. - 9,72 Gr. 


g- 


2. — 8,75 » 


z. g. 


3. - 7,60 » 


m. 


4. - 7,Gü » 


s. g. 


5. - 7,33 » 


g- 


6. — 7,06 » 


vorz. 


7. — 6,76 » 


m. 


8. - 6,32 » 




9. - 6,20 » 


m. 


6,89 » 




b) IIulbalLick. 


- Ri 



Hunter Mus., Glasgow. 
Berlin. 

Salinas, S. 34, Nr. 234-236, als Durchschnitt von 12 Exemplaren. 
Rs. Schlangenstal). 
1 - 4,36 Gr. z. g. Berlin (hnhoof). 

2. — 1,46 » Salinas, S. 35, Nr. 337, als Durchschnitt von 3 Kxeinplaren. 

c) Viertelstück. — Rs. Drcifuss. 

1. — .'),15 Gr. g. Berlin. 

2. — 3,22 » Paris, nach Salinas, S. 34, Nr. 332. 

Das Gegenstück zu et bilden die Münzen von Punofiii u.<i (Brit. Mus., Kat. Sicilf/, 
S. 122, Nr. 13-14. Holm, Nr. 615). 
Gunsstück. — Kopf n. 1. Rs. Adler auf Blitz nANOPMITAN 

1. —8,70 Gr. g. Berlin (Irnhoof). 3. -~ 6,42 (Ir. z. g. Hunter Mus. 

2.-7,23 » m. » (V.Rauch). 4.-6,17 » z. g. Berlin (Irnhoof). 



— 350 — 

Münze mit dem Adler als Semis bezeichnet, zuletzt noch 
von Klein, S. 156, Nr. 1,4, und Holm, S. 731, Nr. 765, 
welche Auffassung durch den hier erscheinenden 
Jupiterkopf, das dem Semis sonst allgemein eigene 
Götterbild, bestärkt wurde. Aber das ist irrig, denn die 
Münze ist das Ganzstück der zweiten völlig selbststän- 
digen Münzreihe. 



7. Ganzstück. — Taf. I, Nr. 8. 

Jupiterkopf n. r., bärtig und lorbeerbekränzt, Perlkreis. 

i^. Adler von vorn, rechts blickend, mit ausgebreiteten 
Flügeln, den Blitz in den Fängen haltend. Daneben rechts 
/W • ACIH, Perlkreis. 

1. — 8,36 Gr. g. Hunter Mus., Glasgow. 



*2. 



8,35 



Garrucci, Sylloffe^ S. 138, Nr. 465. 



3. — 8,04 « 

4. — 7,90 )) 

5. — 7,40 » 

6. — 7,25 >) 

7. — 6,81 » 
*8. — 6,57 » 

9. — 6,29 » 

10. — 6,20 » 

*11. — 4,10 » 

6,95 » 



m 



Berlin (Imhoof). 
g. Bahrfeldt. 

m. Rollin & Feuardent, 1902. 
g. Berlin, 
m. Kopenhagen. 

Landolina, S. 8. 
z.g. Brit. Mus., Kat Sicily, S. 126, Nr. 2. 
g. Neapel, Kat. Fiorelli, II, Nr. 419. 

Garrucci, S//Uof/e, S. 138, Nr. 4646. 

Salinas, S. 35, Durchschnitt von 3 Exemplaren 
der Sammlungen Pennisi und Palermo. 



Dm. : 0,020-0,023. 

Riccio, Mon. fam., Taf. 51, Nr. 5; Babelon, I, S. 107, 
Nr. 10. — Bei Garrucci, Nr. 465, steht irrig M für /w 

Dr. A. Vercoutre beschäftigt sich in einer seltenen 
kleinen Schrift, Les types du semis frappé par Manius 
Acilîus Glahrio, Epinal 1893, mit dieser Münze. Er 
führt darin aus, dass Acilius als Rs. -Typus den Adler 
(aquila) mit Absicht gewählt habe, um durch dieses 
geWissermassen redende Wappen auf seinen Geschlechts- 



— 351 — 

namen Acilia, auszusprechen Akilia, anzuspielen ! Der 
Verfasser ist gross in solchen und ähnlichen Erklärungen, 
mit denen ich mich aber nicht befreunden kann, da ich 
sie sämtlich mehr oder weniger für unwissenschaftliche 
Wortspielereien halte. Seine Erklärung hier fällt mit der 
Tatsache, dass Man. Acilius einfach die bereits bestehen- 
den Typen dreier Münzstücke nachgeahmt hat. 

8. Halbstück. — Taf. I, Nr. 9. 
Bärtiger Kopf mit Binde n. r. (Aeskulap), Perlkreis. 
^. Schlangenstab. Zu den Seiten /w • A = CIH, Perlkreis. 




*1. — 6,79 Gr. (?) Landolina, S. 9, Nr. 3. 

*2. — 5,30 » Garrucci, Si/Uo(/e, S. 138, Nr. 464«. 

3. — 4,96 » z. g. Kopenhagen. 

4. — 4,28 » z. g. Bahrfeldt. 

5. — 4,20 ). g. Palermo 1 nach Salinas, S. 35, Nr. 339, 

6. - 3,80 » z. g. Pennisi ) Taf. XIII, Nr. 22. 

7. — 3,76 » g. Berlin (Imhoof, von Hoffmann, 1881). 

8. — 3,21 » Turin, Kat. Fabreiii, S. 42, Nr. 666. 

9. — 3,09 » g. Capitol Rom (Borghesi-Bignami). 

Dm.: 0,020. 

Nach Riccio's unrichtiger schlechter Zeichnung, Mon. 
[am., Taf. I, Nr. 2, ist die Abbildung bei H. Cohen, Med. 
cons., Taf. 46, Nr. 5, und bei Babelon, Monn. cons., I, 
S. 107, Nr. 11, copirt worden. Ich habe darüber in 
meinen Nachträgen und Berichtigungen zur Münzkunde 
der römischen Republik, Bd. I, S. 6, Nr. 5, und Bd. II, 
S. 3, Nr. 2, ausführlich gesprochen. 

Holm, S. 730, Nr. 7(33, bezeichnet das Stück als As ; 



— Sol- 
das ist entweder Landolina, S. 9, Nr. 3, nachgesclirieben, 
wo dieselbe unrichtige Angabe steht, oder Klein, S. 156, 
Nr. 1, in irriger Beziehung der Benennung As auch auf 
diese Münze. 

Der auf der Hs. erscheinende Kopf wird jetzt allgemein 
nicht mehr für den des Jupiter, sondern des Aeskulap 
angesehen. Mit Rücksicht auf den Rs. -Typus wird um 
so weniger etwas dagegen einzuwenden sein, als auf dem 
Ganzstücke mit dem Adler doch schon der Jupiterkopf 
erscheint. Auf den mir vorliegenden Exemplaren zeigt 
der Kopf eine Haarbinde, keinen Lorbeerkranz. 

Das Gewicht des Stückes bei Landolina, oben Nr. 1, 
wird zu 7 Trappesi 10 Grani = 6,79 Gr. angegeben ; das 
ist ungewöhnlich hoch und beruht vielleicht auf einem 
Druckfehler. 



9. Viertelstück. — Taf. I, Nr. 10. 

Weiblicher Kopf n. r., mit zu einem Schöpfe aufge- 
steckten Haaren, Perlkreis. 

R). Dreifuss. Zu den Seiten /W-A = CIH, Perlkreis. 

1. — 2,40 Gr. g. Pennisi, nach Salinas, S. 35, Nr. 340, Taf. XIII, 

Nr. 23. 

2. — 1,30 » g. Berlin (Imhoof = Ä^a^. Fischer, S. 72/73, Acilia, 

Nr. 6). 

Dm.: 0,014-0,015. 

Imhoof-Blumer, Choix de monn. grecques, Taf. VHl, 
Nr. 249, und Monn. ' grecques, S. 36, Nr. 80, wonach 
Babelon II, S. 592, Nr. llMs. — Klein, S. 156, Nr. 3 und 
Holm, S. 731, Nr. 764, wo auch diese Münze irrig als 
As bezeichnet wird. 

Auf allen von mir gesehenen Exemplaren dieser 
zweiten Reihe steht u, niemals u 



— 353 - 
Q- A/1 (Q- AVI....?, Q- ANI. ...?). 

10. As. — Taf. I, Nr. 23. 
Januskopf u. s. w. 
^. Q . A/1 im Kranze. 

*1. — 6,69 Gr. Landolina, S. 11, Taf. I, Nr. 5. 

2. — 5,70 » z. g. Wien, Nr. 6725. 

3. — 5,65 » m. Bahrfeldt. 

*4. _ 4^85 » Garrucci, Si/llofje, S. 137, Nr. 460. 

5. — 4,82 )) m. Bahrfeldt. 

6. — 4,21 ). s. m. Brit. Mus., Kat. Sicily, S. 126, Nr. 3. 

7. — 4,02 » z. g. Berlin (Imhoof). 

Dm. : 0,022. 

Die Auflösung des Monogramms ist unsicher, Q. Avi.... 
oder Q. AnL... Für ersteres entscheidet sich Garrucci, 
für letzteres Mommsen, C. I. L., I, S. 144, Nr. 5286, auch 
Hohn, S. 731, Nr. 767. Dagegen lässt Klein, S. 156/157, 
Nr. 2, die Lesung unentschieden. 

Das Exemplar des Brit. Museums, oben Nr. 6, wird im 
Kataloge irrig mit Aufschrift lASO beschrieben ; vergl. 
darüber die Bemerkungen weiter unten beim As des 
NASO 



N (Ayrelius). 

11. As. 

Januskopf u. s. w. 
Êj. A/ im Kranze. 

*1. — 6,59 Gr. Landolina, S. 19, Nr. 1, Taf. I, Nr. 12. 

2. — 5,12 « m. A. Löbbecke. 

3. — 4,42 » schl. Colmar i/Els., Schöngau-Museum. 

Dm.: 0,022. 



354 — 




Bei Landolina, dessen Abbildung vorstehend kopirt 
ist, hat das Monogramm diese Form A^ Man könnte daher 
vermuten, dass hier ein etwas abgenutztes Exemplar 
mit ifl[? getäuscht hat. Indessen das zwar nur massig 
erhaltene Exemplar Löbbeckes zeigt das A/ hinreichend 
deutlich, so dass der Name Nrelius, wie das Monogramm 
doch wohl zu ergänzen ist, gesichert erscheint. — Nach 
Landohna verzeichnet bei Klein, S. 157, Nr. 6; bei Holm, 
S. 731, Nr. 774. Ein anderes Exemplar bei Riccio, 
Catalogo, S. 19, Nr. 7. 

Im Kataloge der Sammlung Walcher von Molthein, 
Wien 1895, S. 41, Nr. 514, findet sich ein As, dessen Rs. 
so beschrieben wird « A et L dans une couronne ». Die 
Beschreibung lässt zweifelhaft, ob wir es hier mit den 
beiden getrennten Buchstaben A und L zu thun haben, 
oder mit dem Monogramm A, Vielleicht aber lag ein 
abgenutztes Exemplar des As mit R vor, oder auch des 
vorstehenden As mit A/ Wichtig ist die Angabe, dass diese 
Münze in Palermo gefunden wurde. Eine aufklärende 
Auskunft konnte ich nicht erhalten, da ich den Verbleib 
der Münze nicht kenne. 

NASO 



12. As. — Taf. I, Nr. 12. 
Januskopf u. s. w. 

MA 

^. aj y^ hj NASO im Kranze. 



— 355 — 



NÂ 

a) Mit \:Z in zwei Zeilen. 
SO 




1. 


— 9,55 Gr, 




2. 


— 8,70 


» 


g- 


3. 


- 6,98 


» 


g- 


4. 


— 6,90 


» 


g- 


*5. 


— 6,24 


» 




6. 


— 6,16 


» 


S. g. 


7. 


— 6,03 


» 


g- 


8. 


— 5,97 


» 


g' 


9. 


— 5,90 


» 


z. g. 


*10. 


— 5,85 


» 




11. 


— 5,83 


)> 


z. g. 


12. 


— 5,77 


M 


z. g. 


13. 


— 5,72 


» 


z. g. 


14. 


— 5,63 


» 


s. g. 


15. 


— 5,60 


» 


s. g. 


16. 


— 5,38 


» 


g- 


17. 


— 5,20 


» 


s. g. 


18. 


— 5,15 


)) 


s. g. 


19. 


— 5,12 


» 


z. g. 


20. 


— 4,98 


» 


g' 


21. 


— 4,97 


» 


z. g. 


22. 


— 4,92 


» 


g- 


23. 


— 4,88 


» 


s. g. 


24. 


— 4,85 


)> 


g- 


25. 


— 4,81 


» 


z. g. 


26. 


— 4,70 


» 


8. g. 


27. 


— 4,70 


» 


z. g. 


28. 


— 4,65 


» 


z. g. 



Turin, Kat. Fabretti, S. 69, Nr. 1141. 

RoUin & Feuardent, 1902. 

Kopenhagen, Kat. Marmis, II, S. 27, Nr. 5. 

*** in Paris, 

Landolina, S. 20, Nr. 1, Taf. I, Nr. 13. 

Kopenhagen, ebenda S. 387, Addenda. 

Haag. 

Neapel, Kai. Fiorelli, II, Nr. 694. 

München. 

Garrucci, Sylloge, S. 137, Nr. 462«. 

Hunter Mus., Glasgow. 

Paris (Ailly). 

H. Halke in Dresden. 

Rollin & Feuardent, 1902. 

Wien, Nr. 6726. 

Brit. Mus. (Blacas), noch nicht im Kat. Sicily^ 

verzeichnet. 
A. Löbbecke. 

Neapel, Kat. Fiorelli, II, Nr. 693. 
Bahrfeldt. 

Rollin & Feuardent, 1902. 
Frankfurt a./M., Stadtbibliothek. 
Brit. Mus., wie vor. 
Rollin & Feuardent, 1902. 
Jena, Universität. 
Berlin. 

Winterthur, Museum. 
Prof. Bissinger, in Pforzheim. 
Paria. 



356 



29. 


— 4,50 Gr. 


S- 


Berlin (Imhoof). 


30. 


— 4,48 » 


s. 


g. Zürich, Bibliothek. 


31. 


— 4,22 >) 


g- 


Neapel, Kat. Fiorelli^ II, Nr. 695. 


32. 


— 3,90 » 


m, 


Berlin. 


33. 


— 3,82 » 


g- 


Bahrfeldt. 


34. 


— 3,80 » 


S- 


Berlin (Imhoof). 




7,65 » 




Ehemals Ailly, Durchschnitt von 3 Stücken, 




Dm.: 


0,021. 



Dieser As ist gewiss die häufigste unter den römisch- 
siciiischen Münzen und wird vielfach abgebildet. Zuerst 
wohl von Paruta, tav. Schiso, Nr. 8, im ferneren von 
Riccio, Mon. fam., Taf. VIII, Nr. 2, Cohen, Med. com., 
Taf. 49, Axia, Nr. 1, und Babelon, I, S. 248, Nr. 4. — 
Klein, S. 161, Nr. 20,1, Holm, S. 732, Nr. 776. 

b) Mit NASO in einer Zeile, 




*1. — 8,70 Gr. Garrucci, Sylloge, S. 137, Nr. 462 (?. 

*2. — 6,70 » Ehemals Ailly. 

*3. — 6,69 » Landolina, S. 20, Nr. 2, Taf. I, Nr. 14, 

dessen Abbildung hier wiederholt wird, da ein Original 
dieses As mir noch nicht vorgekommen ist und ich den 
Verbleib der drei vorstehend aus der Literatur aufge- 
führten Stücke nicht kenne. 

Die Lesung iaSO auf dem As des Brit. Museums, Kat. 
Sicihj, S. 126, Nr. 3, den Babelon, I, S. 248, Nr. 1, als 
(( variété barbare » wiederholt, ist irrig, denn es hat, wie 
ich mich durch Augenschein überzeugen konnte, hier 



— 357 — 

ein As des Q • A/l getäuscht, der vorstehend unter Nr, 10,6 
behandelt ist. Auf allen diesen Assen befindet sich, wie 
dies Eingangs erwähnt ist, oben zwischen den Spitzen 
des Lorbeerkranzes eine Rosette :•: Wollte man nun 
lASO lesen, so würden, abweichend von der Regel, die 
Blätter des Kranzes nach unten gerichtet sein und die 
Rosette sich unten statt oben befinden. Dies beweist, 
dassman die Münze immer verkehrt herum betrachtet 
hat; dreht man sie um, so sind die Reste der Aufschrift 
Q • A/l unverkennbar. Auf der Abbildung bei Landolina, 
Tat'. 1, Nr. 14, zeigen die Blätter ganz richtig aufwärts 
und auch die Rosette befindet sich oben. 

Der angebliche As des NASO, Rs. Jupiterkopf n. r., den 
Fr. Gnecchi aus seiner Sammlung, Riu. ital. di num., 
Bd. II, 1889, S. 162, Taf. III, Nr. 13, veröffenthcht, hat 
die Aufschrift om und wird weiter hinten bei der 
dritten Gruppe, Nr. 58,17, behandelt werden. 

13. Semis. — Taf. I, Nr. 13. 
Jupiterkopf n. 1. 

NA 
Û. a) hl NASO im Kranze. 

SO ^ 

NA 
a) Mit in zwei Zeilen. 
^ SO 




*1. — 2,90 Gr. Landolina, S. 20, Nr. 4, Taf. I, Nr. 15. 

2. — 2,87 » g. Kopenhagen. 

3. — 2,85 » s. g. Brit. Museum (Cracherode), neu eingelegt. 

4. — 2,79 » m. Berlin. 

*5. — 2,70 » Garrucci, S//Uof/e, S. 137, Nr. 4626. 

6. — 2,67 » Turin, Kai. Fabreiti, S. 69, Nr. 1142. 



— 358 — 

7. — 2,60 Gr. g. Berlin (Imhoof). 

8. — 2,50 » z. g. Winterthur, Museum. 

9. — 2,46 » g. Brit. Mus., Kat Sicily, S. 126, Nr. 4. 
10. — 2,45 » g. Winterthur, Museum. 

Dm.: 0,017. 

Paruta a. a. 0., Nr. 4; Riccio, Mon. fam,, Taf. VIII, 
Nr. 3; Cohen, Med. cons., Taf. 49, Axia, Nr. 2; Babelon, I, 
S. 248, Nr. 2. — Klein, S. 161, Nr. 20,4; Holm, S. 732, 
Nr. 778. 

Die Hs. des oben an dritter Stelle aufgeführten Exem- 
plars dieses Semis im Brit. Museum ist stempelgleich 
mit der Hs. des Semis des Man. Acili q. im Königl. 
Kabinet Berhn, vergl. oben Nr. 6. 

Von diesem Semis existirt eine geprägte Fälschung von 
massiger Ausführung ; G. G. Thiemein Dresden, Katalog R., 
1901, S. 13, Nr. G70, Gewicht 2,33 Gr. 

b) Mit NASO in einer Zeile. 

1. — 2,67 Gr, g. Neapel, Kat. Fiorelli, II, Nr. 679. 

2. — 2,30 » m. Ebenda, Nr. 698. 

Dm. : 0,016. 

14. Quadrans. — Taf. I, Nr. 14. 

Demeterkopf mit Schleier n. 1. 

NA 
^. ^^ im Kranze. 
SO 

1. — 2,27 Gr. g. Brit. Mus. (Cracherode), neu eingelegt. 

2. - 1,80 » m. Berlin (Imhoof). 

*3. — 1,80 » Garrucci, >Si//%e, S. 137, Nr. 462 c. 

H. — 1,78 » Landolina, S. 20, Nr. 5, Taf. I, Nr. 16. 

Dm.: 0,014. 

Babelon, I, S. 248, Nr. 3, führt diese Münze nach Riccio 



— 359 — 

Mon. fam., S. 33, Nr. 4, Taf. 53, auf, unter Wiederholung 
der Zeiclinung bei Cohen, Med. com., Taf. 49, Axia, Nr. 3, 
zweifelt sie an und sagt Anm. 3 (c Cette pièce n'est 
peut-être que le semis précédent retouché ou mal 
conservé », aber mit Unrecht, wie die weiterhin bekannt 
gewordenen Exemplare beweisen und ich dies in meinen 
Nachträgen und Berichtigungen, Bd. I, S. 53-54, ßd. II, 
S. 23, ausgeführt habe. — Klein, S. 161, Nr. 20,4; Holm, 
S. 732, Nr. 779. — Der Quadrans mit NASO in einer 
Zeile ist bis jetzt noch nicht bekannt geworden. • 

Auf der Rs. aller drei Sorten zeigt sich sehr deutlich 
der Centralpunkt. 

Diese Münzen und die der zweiten Gruppe, Nr. 44, 
rühren gewiss von einem und demselben NASO her und 
ferner finde ich kein Hindernis, diesen mit dem 
L. Axsius L. f. Naso zu identiflciren, der den Denar 
Mommsen-Blacas Nr. 283, Babelon I, S. 247, Nr. 1-2, 
geprägt hat, denn die Zeit passt vortrefflich. Wenn wir 
auch eine Anzahl von Familien haben, die ebenfalls das 
Cognomen Naso führen, wie Julia, Otacilia, Valeria und 
Voconia, so erscheint es mir doch am natürlichsten, 
diese sicilischen Münzen dem Naso zu geben, dessen 
Münzprägung durch andere Münzen beglaubigt ist, also 
dem L. Axsius L. f. Naso. Auch Fr. Lenormant, La 
monnaie dans l'antiquité, W, S. 279, ist dieser Meinung, 
während Mommsen sich dahin äussert, dass Denar und 
Kupfer schwerlich zusammengehören. W^enn Klein, S. 161, 
Nr. 20, meint, dass für die Münzen ebensogut Q. Voconius 
Naso, iudex qusestionis im .T. 688/66 und später Prätor, 
in l^etracht kommen könnte, so vermag ich dem nicht 
zuzustimmen. 

ßi (Apuleius). 

15. As. — Taf. I, Nr. 6. 
Januskopf u. s. w. 
1^. «y A? oder seltener /Ç l>J R im Kranze. 



— 360 — 

a) Mit S) und R 

1. — 8,55 Gr. m. Gotha. 

2. — 7,94 » g. Consul Weber, Hamburg (A. Hess Nachf., 

1898). 

3. — 7,32 » g. Hunter Mus., Glasgow, Kat. Macdonald, I, 

S. 258, Nr. 3. 

4. — 7,22 » m. Neapel, Kat. FiorelU, II, Nr. 587. 

5. — 7,18 » z. g. Berlin (Imhoof). 

6. — 6,87 » g. Brit. Mus., Kat. Sicily, S. 128, Nr. 14. 
*7. — 6,69 » Landolina, S. 12, Nr. 1, Taf. I, Nr. 6. 

8. — 6,65 » g. Winterthur, Museum. 

9. — 6,20 » s. g. Wien, Nr. 6728. 

10. — 6,19 » z. g. Rollin & Feuardent, 1902. 

11. — 5,98 » m. Athen, Postolacca Synopsis^ S. 115. 

12. — 5,97 » g. Neapel, Kat. Fiorelli, II, Nr. 586. 

13. — 5,33 » m. Bahrfeldt (= Katal. J. Hirsch^ München, VI, 

S. 27, Nr. 699 u. VH, S. 20, Nr. 555). 

14. _ 4,91 « m. Bahrfeldt. 

15. — 4,68 » schl. Bologna (Mus. civ., Samml. Palagi). 
*16. — 4,10 ). Garrucci, Syllocfe, S. 137, Nr. 459a. 

* 5,97 » Ehemals Ailly, Durchschnitt von 6 Stück. 

Dm. : 0,024. 

Nr. 1 und il haben >ç, die übrigen A? 

Schon Paruta, Sicilia, tav. di Sicani ai Siculi, Nr. 5, 
bringt eine Abbildung dieses As. Sodann hndet er sich 
im alten Kataloge der Sammlung Hunter, Taf. 67, Nr. 24, 
verzeichnet (es ist das Exemplar oben, Nr. 3) und endlich 
wird er von Gapranesi, Med. inédite, Rom 1840, S. 30, 
Taf. S., Nr. 1 (S.-A. aus den Ann. delV- Inst, arch., Bd. XI) 
von Neuem publicirt. Ferner führt ihn Riccio, Mon. fam., 
S. 25, Nr. 49, Taf. 52, Nr. 5, auf, dessen nicht ganz 
zutreffende Zeichnung Cohen, Med. com.., Taf. 47, Aemilia, 
Nr. 5, copirte und hiernach wieder Babelon I, S. 116, 
Nr. 2, dem sonst kein Exemplar bekannt war. Vergl. 
meine Nachträge und Berichtigung en, I, S. 11-12, Nr. 2, 
II, S. 5, Nr. 2. 




*1. — 6,57 Gr. Landolina, S. 13, Nr. 2, Taf. I, Nr. 7. 

Ein Original dieses As habe ich noch nicht angetroffen. 
Vieheicht war in der Sammlung Riccio ein solcher, 
vergl. Catalogo, S. 19, Nr. 0, und Auktionskatalog von 
18(38, S. 7, Nr. 92. Verbleib unbekannt. Ich wiederiiole 
daher hier die Abbildung bei Landolina. 

16. Semis. 

Jupiterkopf n. 1. 




fii. Af» im Kranze. 
1. — 3,91 Gr. g. Turin, Kat. Fabreiti, S. 59, Nr. 931. 
Dm. : 0,019-0,020. 

Trotz der bekannten Genauigkeit und Sorgfalt Fabretti's 
in der Wiedergabe der Münzschriften kann ich gelinde 
Zweifel an der Richtigkeit des Monogramms AT» nicht 
imterdrücken. Leider war es mir nicht möglich meine 
Zweifel zu heben, da es mir trotz mehrfacher Versuche 
nicht gelingen wollte, einen Abdruck oder eine Zeichnung 
der Münze aus Turin zu erhalten. So musste ich mich 
damit begnügen, obenstehende Abbildung aus dem 
Kataloge Fabretti zu wiederholen. 



— 362 - 

Von Klein und Holm ist dieser Semis, den ich Nach- 
träge und Berichtigungen, Bd. I, S. 12, besprach, über- 
sehen worden. 

17. Quadrans. 

a) Apollokopf mit T.orbeerkranz n. r. 

b) Verschleierter weiblicher Kopf (Demeter ?) 
^. /S im Kranze. 

*1. — 3,34 Gr. Fr. Landolina, Lettera al Biccio^ Catania 1853, 

S. 24, Nr. 1. 
*2. — 2,70 » Garrucci, Sylloge, S. 137, Nr. 459 &. 

Dm. : ? 

Auf dem von Landolina bekannt gemachten Exemplare 
soll der Apollokopf dargestellt sein, auf dem bei Garrucci 
ein verschleierter Kopf, also wohl der der Demeter. Mir 
ist bis jetzt wieder die eine Münze, noch die andere im 
Original vorgekommen, daherkann ich nicht entscheiden, 
welche der beiden Besclireibungen zutrifî't, oder ob 
beide richtig sind, so dass wir hier, wie z. B. bei den 
Münzen mit Q- B, dasselbe Nominal mit zwei verschie- 
denen Hs. -Typen besässen. Klein und Holm führen diese 
Münze nicht auf, ob absichtlich oder nur versehentlich, 
kann ich nicht sagen. Nach Analogie der Reihen mit 
Q-B und CRASIP ist die Münze aber durchaus wahr- 
schein hch. 

Durch die Aufschrift und die allerdings auffallende 
Aehnlichkeit mit sicihschen Münzen, vor allem von 
Lilybseum (Torremuzza, Taf. XLH, Nr. \) veranlasst, 
hielten Fr. und L. Landolina, S. 15, Nr. 5, Taf. L, Nr. iO, 
die nachstehend nach ihnen wiederholte Münze ebenfalls 
von L. Apuleius in Panormus geprägt : 

18. — Apollokopf mit Lorbeerkranz n. r., Perlkreis. 
Grosse Leier. Zu den Seiten p.>Ç = Œ-Q-, Perlkreis. 



BG3 — 




*1. — 7,13 Gr. g. Sammlung Seripopoli in Trapani. 
Dm.: 0,021. 

Diese Zuteilung aber ist irrig, die iMünze gehört nicht 
nach Sicihen, sondern nach Spanien. Schon Mommsen, 
Rom. Münziuesen, S. 375, Anm. 28 (Blacas, Franz. 
Uebers., II, S. 59, Anm. 2) und C. I. L., I, 144 (Addenda 
S. 556), macht darauf aufmerksam, indem er auf die bei 
Eclvliel, Doctr. num. vet., I, S. 25 und 32-33 nach Florez, 
Med. ant. de Espana, Taf. 63, Nr. 11, und Taf. 66, Nr. 8, 
verzeichneten Münzen von Munda und Urso hinweist, 
die die Aufschrift L • A* • DEC • Q tragen. Wie A. Heiss, 
Descr. gén. des monn. ant. de l'Espagne, Paris 1870, 
S. 318-320, alisführt, ist die Münze von Munda zwar eine 
grobe Fälschung, dagegen gibt er mehrere Münzen von 
Urso mit der erwähnten Aufschrift, die er in Anlehnung 
an Florez Lucio APio DEC^'o duinquennali Hest und in die 
Zeit V. 44-27 v. Chr. verlegt. Fr. Lenormant, La monn. dans 
l'antiquité, II, S. 277, spricht sich wie Mommsen aus \ 
S(Mnc AuHösung L • k?ulcius OBCimiis çiuxstor erscheint 
amiehmbar, jedenfalls ist durch das DEC die von Landolina 
vorgeschlagene Lesung v-k?uleius OEsignatus Quaestor 
ausgeschlossen. Klein, S. 157, übergeht die Münze still- 
schweigend und mit Recht, sein dortiges Gitat « Poole 
1. c, p. 128, 14-10 » ist aber nicht ganz zutreffend, da 
es niu" 14 heissen muss. Holm, S. 731, Nr. 771, citirt sie 



' l)«'r Dnii^klc'lilcr Ix^i Mommsen, « Rckhel, I, 28», für « i, '.i2 » findet siili auch bei 
lilacas a. a. <) und )>ci I.cnormant, II, S. 277 Anm. 2. Ein Hcwcis dafür, dass 
l'lrsteror das (Jitat iincontrolirt übernommen, Letzterer aber Mommsen ausgeschriel)en 
liat, oline ihn zu nennen. 



HEVUE NUM. T. XII. 



24 



— 364 — 

Dach Landolina, Taf. 1, 10, sich ihm anschhessend, jedoch 
ohne Kenntnis der vorstehend aufgeführten, gegen die 
Zuweisung nach Sicihen sprechenden Literatur. 

Uebrigens hat auch Sestini, Descr. num. vet. ex mus. 
Ainsli u. s. w., S. 570, Nr. 5, Taf. VIII, Nr. 5, diese von 
Landolina bekannt gemachte Münze bereits behandelt. 
Das von ihm beschriebene Exemplar der Sammlung 
Ainshe, in Neapel erworben, war aber anscheinend 
nur mangelhaft erhalten, so dass er die Aufschrift 
FÄ) = Œ • Q las und wegen des auf Münzen von Paestum 
vorkommenden Beamtennamens ?küius, sein Stück 
auch dorthin legte. 

Nach Vorstehendem kann ich daher gewisse Bedenken 
an der Richtigkeit der Zuteilung der beiden folgenden, 
ebenfalls von Fr. und L. Landolina, S. 13-14, Nr. 3 
und 4, Taf. I, Nr. 8 und 9, zuerst gebrachten und danacli 
hier wiederholten Münzen nicht unterdrücken. 





19. a) Herkuleskopf mit Löwen feil n. 1. 
b) Apollokopf mit Lorbeerkranz n. r. 
H. aj und hj Leier, links davon A" 

Gewicht: a) 1,45 Gr., h) 2,01 Gr. 

Dm.: 0,011. 

Nach Landolina aufgeführt bei Klein, S. 157, Nr. 3, 
3 u. 4, und bei Holm, S. 731, Nr. 769 und 770. Mir sind 
diese Stücke im Originale noch nicht vorgekommen. 
Beide, die doch wohl denselben Wert darstellen sollen, 
unterscheiden sich im Gepräge nur durch den Kopf auf 
der Hs. Das wäre an und für sich nicht auffallend, denn 
es fände sein Gegenstück in den Münzen des Bsebius 
und Crassipes (unten Nr. 22-23 und 25-26). Aber es ist 



— 365 — 

die Frage, ob sie nicht vielmehr mit dem vorerwähnten 
Ganzstück oben Nr. 18, vermuthch spanischer Herkunft, 
zusammen hängen und Teilstücke desselben sind. 
Darauf lässt vor Allem die Uebereinstimmung der Rs.- 
DarstcUung schhessen und der Umstand, dass die Reihe 
mit S) im Kranze das Viertelstück bereits besitzt. Endlich 
ist noch zu Ijemerken, dass beide Münzen nicht ^ haben, 
sondern nur /T, also in der Form, wie das Monogramm 
der oben besprochenen Münzen von Urso. 

Q • B (duinkis Bsebius ?). 

20. As. — Taf. I, Nr. 19. 
Januskopf u. s. w., von etwas anderem Stil als sonst. 
i^. Q . B im Kranze. 

1. — 8,55 Gr. z. g. Paris (Ailly). 

2. — 8,29 >) g. Brit. Mus., Kai. Sicily, S. 127, Nr. 5. 

3. ~ 7,71 >) g. Berlin (Imhoof). 

*4. — 7,70 » Garrucci, Sylloçie^ S. 137, Nr. 461 a. 

5.-7,17 » g. Paris. 

6. — 7,00 » z. g, Winterthur, Museum. 

*7. — 6,90 » Landolina, S. 22, Nr. 1, Taf. I, Nr. 17. 

*8. — 6,78 » Ehemals Ailly, nicht identisch mit Nr. 1. 

9. — 6,35 .. m. Neapel, Kat. Fiorelli, II, Nr. 709. 

10. — 6,25 » z. g. Winterthur, Museum. 

Dm.: 0,024. 

Dieser As wurde schon von Vaillant, Taf. XXVII, 
Baebia i, bekannt gemacht, auf den Eckhel, Docir. num. 
vet., I, S. 234, sich bezieht. Er wird ferner behandelt von 
Raff. Milano in seiner seltenen Broschüre: Descrizione 
e rißefisioni f^ojira Ire înedaglie anliche, Neapel 1845, 
Abbildimg Nr. 3. J. Sabatier bildet Tcoiw{/raphie,T'dL XTI, 
14, das Exemplarseiner Sammlung ab. l)i(*se gelangte in 
den Besitz des Grafen Stroganow, in St. Petersburg, ist 
aber stîhwer zugänglich. Die Zeichnung der Rs. bei 
Babelon, 1, S. 255, Nr. 13, ist nicht gut. 



— 3G6 — 

21. Semis. — Taf. I, Nr. 20. 
Jupiterkopf n. 1. 

fi). Wie vor. 

1. — 5,02 Gr. g. Berlin (Imhoof). 

*2. — 4,46 » Fr. Landolina, Lettera al Riccio, S. 24. 

Dm.: 0,020. 

Das ehemals Imhoofsche, jetzt in Berlin befindliche 
Exemplar, wurde von Babelon, II, S. 593, Nr. \3bis, edirt. 
Dies ist von Holm übersehen worden, in dessen Ver- 
zeichnis der Semis fehlt. 

22. Quadrans. — Taf. I, Nr. 21 a und 2J b. 

i. Reihe. 

a) Apollokopf mit Lorbeerkranz n. 1., Perlkreis. 
1^. Wie vor. 

1.-1,87 Gr. g. Berlin (Imhoof). 

2. — 1,65 » g. A. Löbbecke. 

Dm.: 0,014. 

Beide Stücke sind von verschiedenem Stempel, bei 
ersterem ist die Ir)schrift kleiner, bei letzterem grösser. 

b) Apollokopf mit Lorbeerkranz n. r. 
i^. Wie vor. 

1. — 2,05 Gr. z. g. Berlin (Imhoof). 
*2. — 2,01 )> Landolina, S. 22, Nr. 3, Taf. II, Nr. 19. 

*3. — 1,80 » Garrucci, Sylloge, S. 137, Nr. 461 b. 

Dm. : 0,014. 

Das jetzige BerUner Exemplar wurde ebenfalls von 
Babelon, It, S. 593, Nr. i^his, edirt, das der Sammlung 
Landolina von Haff. Milano in seiner Progressivo lavoro 



— 367 — 

délie medaglie inédite del 1851, welche Publikation mir 
zu verschafïen ich mich bis jetzt vergeblich bemüht 
habe. 

Wenn es schon auffallend ist, dass wir von diesem 
(Juadrans zwei verschiedene Stempel besitzen, so ist das 
Vorkommen zweier weiterer kleiner Münzstücke mit 
dem Namen desselben Beamten besonders merkwürdig. 
Man wird die beiden folgenden Stücke aber wohl auch für 
Quadranten halten und trotz des abweichenden Gepräges 
mit den vorstehenden Münzen verbinden müssen, die 
Q-B im Kranze zeigen. Man könnte übrigens nach 
Analogie der Münzen des Man. Acilius q. annehmen, 
dass auch der Q • B /^wei Münzreihen geprägt hat, die 
eine mit dem Kranztypus und die andere in Anlehnung 
an die Typen irgend einer kommunalen Prägung. 

23. Quadrans (?). - Tat. I, Nr. '2t2. 

2. Reihe. 

a) Herkuleskopf mit Löwenfell n. 1., Perlkreis. 

^. Senkrecht gestellte Keule mit dem Griffende oben. 
Zu den Seiten Q=: • B 

1. — 1,88 Gr. s. g. Brit. Mus., Kat. Sicily, S. 127, Nr. 6 (1868 von 
Salinas erworben). 

Dm.: 0,015. 

Hiernach bei P)abelon, I, S. 255, Nr. 14, aufgeführt, von 
Hohn aber übersehen. 

b) Wie vor. 

ß. Querliegende Keule, Grillende rechts, darunter 
Q-B, Perlkreis. 




— 368 — 

Klein, S. 158, Nr. 7,3; Holm 732, Nr. 781, mit dem 
hier aber nicht zutreffenden Citat, Brit. Mus., Kat. Sicily, 
S. 127, Nr. 6. 

*1. — 1,33 Gr. Landolina, S. 22, Nr. 2, Taf. I, Nr. 18. 
Dm.: 0,014. 

Ein Original dieser Münze ist mir noch nicht vorge- 
kommen, deshalb habe ich vorstehend die Abbildung 
bei Landolina wiederholt. 

Man pflegt die Aufschrift Q • B in Q.uinhis Bdebius 
aufzulösen, aber sicher ist das nicht, denn wir kennen 
kein Mitglied dieser Famihe, das für die Zeit der Prägung 
dieser Münzen in Betracht kommen könnte. J. Klein 
führt S. 158, Nr. 7, ganz richtig aus, dass mit Landolina, 
S. 23, weder an den Duumvir Q. Bdebius FJavus gedacht 
werden könne, der auf einer unter Augustus geprägten 
Münze von Calaguris erscheint, noch mit Milano an 
Q. Bsebius Tampilus, den Gesandten von Hannibal im 
Jahre 536 d. St. (218 v. Chr.), da dieser viel zu alt und 
jener zu jung sei, um als Urheber der Münzen mit Q • B 
zu gelten. 

Ich möchte auf die hier angewendete, eigenartige Form 
des B aufmerksam machen, dessen unterer Bogen viel 
grösser ist als der obere und auftallend weit geschweift, 
etwa so B- Genau von dieser Form ist das B auf den 
Zweiasstücken des M. Oppius, des Flottenpräfecten des An- 
tonius. Aus dieser Uebereinstimmung darf man gewiss 
folgern, dass diese Münzen sich zeitlich und örtlich nahe 
stehen, also vielleicht derselben Münzstätte enstammen. 

CRASSIPES 
24. ÄS. 

Januskopf u. s. w. 

^- ^' cincc ^ ^ -D im Kranze. 
SIPES Oç<^ 



— 369 — 
a) Aufschrift in zwei Zeilen. — Taf. I, Nr. 15. 

1. — 7,24 Gr. g. Brit. Mus. (Blacas), Kat. Slcüy, S. 127, Nr. 7. 
*2. — 6,24 » Fr. Landolina, Lettera al Biccio, S. 24, Nr. 2. 

Dm. : 0,020-0,021. 
b) Aufschiift im Kreise. — Taf. I, Nr. 16. 

3. — 8,35 Gr. m. Wien. 

4. — 5,23 » m. Berlin (Imhoof). 

5. — 4,02 » m. Kopenhagen. 

Dm.: 0,019. 

Die doppelte Form der Aufschrift in zwei Zeilen und 
im Kreise, ist bisher ganz unbeachtet geblieben. Die 
Variante aj mit der Aufschrift in zwei Zeilen ist recht 
selten. Das Exemplar des Brit. Museums beschreibt 
Babeion, I, S. 526, Nr. 21, irrig mit der Aufschrift « en 
légende circulaire ». Die Variante h] mit der Aufschrift 
im Kreise wird zuerst von Arigoni, Numismata, Bd. IV, 
Taf. 6, Nr. 52, publicirt, der jedoch den Namen irrig mit 
K für C beginnen lässt, also KRASSIPES giebt. Dasselbe 
Exemplar wird auch von Eckhel, Num. vet. anecd., S. 311, 
erwähnt, bei Gelegenheit der Besprechung eines As mit 
der angeblichen Aufschrift AESSIPES des Museums 
Savorgnan. Beide Stücke sind vielleicht identisch, denn 
aus der Sammlung Arigoni gelangte Vieles an Savorgnan, 
dessen Sammlung wiederum grösstenteils nach Turin 
in das Königl. Kabinet (jetzt in der Bibliothek) kam ^ 
Ob die Münze sich jetzt dort befindet, weiss ich nicht, 
ich habe mich vergeblich bemüht, es in Erfahrung zu 
bringen und ein Katalog existirt nicht. 

Riccio besass ein Exemplar, das im Catalofjo, S. 20, 



' Nicht in das Musoo di antichità, wie ich Nnchträf/e und Beric/i/if/unt/en, 
I5d. I, S. 125, Nr. 5, irrij^ angab. Daher kann die Münze auch nicht im Kutulof/c 
Fabrclli erscheinen. 



— 370 — 

Nr. 14, und im Auläionskataloge, S. 7, Nr. 100, aufgeführt 
wird. Es ist von Ratî. Milan o in seiner Schrift Recenli 
novità SU le famiglie antiche romane, Neapel 184G, edirt 
und Taf. I, Nr. 2, gut und richtig abgebildet worden. Es 
hat regelmässig CRASSIPES im Kreise gestellt und 
beweist, dass Fr. und L. Landolina, die dasselbe Stück 
auf S. 27, Furia, Nr. 1, behandeln und Taf. II, Nr. 22, mit 
KRASSIPES abbilden, irrig lasen. Wir können unbedenk- 
lich annehmen, dass nur die Aufschrift CRASSIPES vor- 
kommt, KRASSIPES oder gar AESSIPES irrig und zu 
berichtigen sind. Dies ist auch Mommsen's Meinung, 
C. I. L., I, S. 144, Nr. 528 g. 

Zuletzt führt H. Cohen, Med. com., Suppl., S. 357, einen 
solchen As aus der Sammlung Bunbury auf. Bei seiner 
Abbildung, die ich hier berichtigt wiederhole, steht die 





Rs. verkehrt, sie müsste herumgedreht werden, denn 
die Aufschrift fängt immer links unten an und der Kranz 
ist stets unten gebunden, so dass die Spitzen der 
Blätter nach oben zeigen. Babelon hat dieses Supplement 
bei Cohen übersehen. Auf der Auktion der Sammlung 
Bunbury im Jahre 1895 wurde die Münze von Young 
gekauft, ihr Verbleib ist mir nicht bekannt ; im Kataloge 
ist sie S. 46, Nr. 511, kurz aufgeführt. 

Der Semis ist mir noch nicht bekannt geworden, 
dagegen liegen vom Quadrans zwei verschiedene Stempel 
vor. 

25. Quadrans. — Taf. I, Nr. 18. 

llerkuleskopf mit Löwenfell n. r., Perlkreis. 

^. Senkrecht gestellte Keule mit dem Grilfende oben, zu 

den Seiten 30 ,^, Perlkreis. 



— 371 — 

1. — 1,23 Gr. g. Brit. Museum, Kat. Sicily, S. 127, Nr. 8 (1868 

von Salinas erworben). 

2. — 1,16 )> g, A. Löbbecke, Braun schweig. 

3. — 1,05 » z. g. Berlin (Imhoof). 

4. — 0,73 » z. g. Desgleichen. 

Dm.: 0,011. 

Das Berliner Exemplar, Nr. 3, ist bei Imhoof-ßlumer, 
Choix, Taf. VJII, Nr. 250, und Monnaies grecques, S. 36, 
Nr. 81, und Anm. 30, behandelt. Hiernach Klein, 
S. 159, Nr. 10, aber irrig « CRASIP; siipra clava », was 
Holm, S. 733, Nr. 794, nachschreibt. 

26. Quadrans. — Taf. I, Nr. 17. 
Apolluk(jpf mit Lorbeerkranz n. r., Perlkreis. 

1^. Lvra, zu den Seiten in —, Perlkreis. 

•^ \j] ■ 

1. — 1,15 Gr. g. Berlin (Imhoof, aus Sammlung Lauria). 

Dm. : 0,012. 

Vergl. Imhoof-Blumer, Mona, grecques, S. 36, Nr. 82, 
danach Babelon, II, S. 594, Nr. 22 hls, und Klein, S. 159, 
Nr. 10,3; Holm, S. 734, Nr. 796. 

Auf den Teilstücken lautet der Name also mit nur 
einem S, wälu'end er auf dem As mit SS geschrieben ist. 

Es hat viel Verlockendes diese Münzen dem P. Furius 
Crassipes, curuhschem Aedil um das Jahr 671 d. St. 
(83 V. Chr.) zu geben, der den Denar Babelon, I, S. 526, 
Nr. 19, Moinmsen-Blacas, II, Nr. 242, geprägt hat. Dies 
ist die Meinung Landolina's S. 27, Garrucci's Sylloge, 
S. 136, Nr. 448, und auch Kleins, S. 159, Nr. 10. Ich 
halte die Münzen aber für jünger und würde sie lieber 
dem Furius Crassipes zuteilen, der im Jahre 698 d. St. 
(5(i V. (ihr.) die Tochter Cicero's heiratete und vielleicht 
doi' Sohn des vorerwähnten P. Furius Crassipes war. 
Aber wir wissen nichts weiteres von ihm, welche 



— 372 — 

Aemter er bekleidete und ob er überhaupt nach Siciüen 
kann. Daher muss die Zuteilung vorläufig ungewiss 
bleiben. 



Die nun folgenden Münzen weichen dadurch ab, dass 
sie an Stelle des Namens eines Beamten andere Münz- 
bilder im Kranze zeigen, oder aber auch den Kranz 
ganz fortlassen. Indessen wird ihre Zugehörigkeit zu 
jenen dadurch nicht im mindesten in Frage gestellt, 
denn sie schliessen sich in Zahl und Art der ausge- 
prägten Sorten, in Prägeart (Fabrik) und Gewicht ihnen 
vollkommen an. 

Taube. 

27. As. — Taf. II, Nr. 24. 
Januskopf u. s. w. 
li Taube nach rechts schreitend, im Kranze, Perlkreis. 

Im Handel (1898, A. Hess Nachf.). 
Landolina, S. 31, Nr. 1, Taf. II, Nr. 26. 
g. Brit. Mus., Kat. Sicily, S. 128, Nr. 15. 
Rollin & Feuardent, 1902. 
A. Lübbecke. 
Rollin & Feuardent, 1902. 
Berlin (Imhoof). 
Berlin (1879). 

Dm.: 0,022. 

Schon Paruta, Tau. Erice, Nr. 4, giebt eine gute Abbil- 
dung. Das Exemplar der Sammlung Wiczay wird von 
Caronni, Mus. Hedervar, I, S. 70, Nr. 1966, ganz richtig 
beschrieben. Sestini, Castigationes, S. 22, phantasiert 
aber folgendes hinein; vor dem Vogel, den er Raben 
nennt, « mon. extritum, ut HT • Superne nomen magis- 
tratus pariter extritum, et juxta corvi caudem globulus». 
Dies alles ist unrichtig. 



1. 


— 9,03 Gr. 


g- 


*2. 


— 6,96 » 




3. 


— 6,93 )) 


z. 


4. 


— 6,65 » 


g- 


5. 


— 6,56 » 


g- 


6. 


— 5,86 » 


m 


7. 


— 4,80 » 


S- 


8. 


- 4,57 » 


m 



— 373 — 

28. Semis. 

Jupiterkopt' n. 1. 
1^. Wie vor. 

*L — 3,29 Gr. Landolina, S. 31, Nr. 2, Taf. II, Nr. 27. 

Dm.: 0,016-0,017. 

Dieser Semis ist mir im Original nocli nicht vorge- 
kommen. 

29. Quadrans. — Tat. II, Nr. 25. 
Demeterkopf mit Schleier n. 1. 
^. Wie vor. 

1. — 2,71 Gr. m. Berlin. 
*2. — 2,23 )> Landolina, S. 31, Nr. 3, Taf. II, Nr. 28. 

Dm. : 0,015-0,016. 

Der auf diesen Münzen erscheinende Vogel wird in 
verschiedener Haltung dargestellt, so dass er z. B. im 
Kataloge Sanlangelo , Nr. 8034, auch als ((aquila» bezeichnet 
wird. Ich halte die Benennung Taube für allein zutrefïend. 
Holm, S. 735, Nr. 813, erinnert an die Münze von 
Panormus, Brit. Mus., Kat. Sicihj, S. 123, Nr. 25: Kopf 
der Aplirodite. Rs. Taube und Monogramm W Ich 
möclite noch auf das kleine Kupferstück hier in der 
vierten Gruppe, Nr. 82, hinweisen. 

Kugel. 

30. As. — Taf. II, Nr. 26. 
Januskopf u. s. w. 

i'^. Inmitten des Kranzes eine dicke Kugel. 

1. — 7,91 Gr. 8, g. Brit. Mus., Kat. Sicüy, S. 128, Nr. 16. 

2.-6,75 » g. Gotha. 

3. - 6,69 » Landolina, S. 31, Nr. 5, Taf. II, Nr. 30. 

4. — 6,21 « z.g. Bahrfeldt. 



— 374 — 

5. — 5,80 Gr. s. g. A. Löbbecke. 

6. — 4,98 >' g. Winterthur, Museum. 

7. — 4,80 « s. g. Berlin (Imhoof). 

8. — 4,72 » g. Neapel, Santangelo, Nr. 8030. 

9. — 4,65 » g. Berlin. 

10. — 4,60 » g. Neapel, Nr. 8031. 

11. — 4,55 )> g. Desgleichen, Nr. 8032. 

12. — 4,50 » g. Desgleichen, Nr. 8033. 

13. — 4,43 » g. Desgleichen, Kat. Fiorelli, I, Nr. 4751. 

Dm.: 0,021-0,022. 

Bei Garonni, Mas. Hederv., S. 70, Nr. 1965, Sestini, 
Casiigationes, S. 22, wird ein Exemplar erwähnt. 

Teiistücke mit der Kugel im iCranze sind mir nocii 
nicht bekannt geworden, die weiter hinten als Nr. 35 
und bei der dritten Gruppe unter Nr. 100-103 aufge- 
führten Stücke gehören nicht hierher. 



Flügel. 

31. As. — Taf. II, Nr. 29. 
Januskopf, etwas anders stilisiert und grösser als sonst, 
i^. Grosser ausgebreiteter rechter Flügel eines Vogels, 

von unten gesehen, Perlkreis. 

1. — 10,11 Gr. s. g. Brit. Mus., Kat. Sicily, S. 128, Nr. 19. 
2.— 9,28 » z.g. Berlin (1895). 
^^3. — 7,57 » Fr. Landolina, Leiiera al Eiccio, Catania | 

1853, S. 25, Nr. 7. ^ 

4.— 7,17 .. z. g. Berlin (Imhoof). 

Dm. : 0,025. 

32. Semis. — Taf. II, Nr. 30. 
Jupiterkopf n. 1. 

^. Wie vor. 






— 375 — 

1. --- 6,67 Gr. g. Brit. Mus., Kai. Sicily, S. 128, Nr. 20. 

2. — 4,98 » g. Berlin (Imhoof). 

*3. — 3,12 » Fr. Landolina, Lettera etc., S. 25, Nr. 8. 

Dm.: 0,022. 

33. Quadrans. — Taf. II, Nr. 31. 

Herkuleskopf n. i. 

^. Wie vor. Unter dem Flügel x und rechts davon 
vielleicht ■ 

1. — 2,84 Gr. g. Berlin. 

2. — 2,57 » g. Bahrfeldt (1902, von Rollin & Feuardent). 

Dm.: 0,015. 

Es handelt sich bei der Münze, die Sestini, Descr. di 
molte med. ant. grech. esüt. in pitl mui^., 1828, S. 98, 
Nr. 1, Taf. XIII, Nr. 13, aus der ehemaligen Sammlung 
Bellini bekannt macht und nach Ghaicis Eubœse legt, 




ohne Frage um den hier vorliegenden Quadrans und ich 
habe ferner nicht den geringsten Zweifel, dass er die 
Aufschrift XVV hineingelesen und liinzugefügt hat. Eine 
Erklärung für das tfiatsächiich nur vorkommende X iiabe 
ich nicht, doch erinnere ich an die weiter hinten bei der 
dritten Gruppe aufgeführten StüclvC, Nr. l^h-e, die eben- 
falls den Herkuleskopf haben und auf der Rs. neben der 
Keule ein X, mit und ohne Punkt. 

Ohne Münzhild im Kranze. 

34. As. — Taf. H, Nr. 27. 

.lanuskopf, ganz iihnlich dem auf dem As mit dem 
Flügel. 



— 376 — 

^. Grosser unten gebundener Eichenkranz, ohne 
Rosette zwischen den Spitzen. Die Mitte ist leer, Perl- 
kreis. 

1. - 10,03 Gr. schl. Berlin (v. Rauch). 

2. — 10,00 » g. Desgleichen (Imhoof). 

Dm. : 0,025. 

Das Halbstück ist mir noch nicht bekannt geworden, 
dagegen der 

35. Quadrans. — Taf. II, Nr. 28. 
Verschleierter Demeterkopf n. 1. 

fi). Wie vor, jedoch über den Stielenden des Kranzes 
ein Punkt. 

1. — 2,80 Gr. g. Wien, Nr. 6732. 

Dm. : 0,017-0,018. 

Der As wird bei Parnta, Tav. di Sicani e Siciili, Nr. 2, 
abgebildet, der Quadrans ebenda tav. Palermo, Nr. 52, 
bei Torremuzza, Taf. LIX, Nr. 8. 

Der Quadrans gehört, trotz des auf ihm erscheinen- 
den Punktes, wegen der Uebereinstimmung des Eichen- 
kranzes hierher und nicht zu dem As oben Nr. 30 mit 
der Kugel in der Mitte. 

Lanzenspitze und Eberkinnbacken. 

36. As. — Taf. II, Nr. 32. 
Januskopf u. s. w. 

^. Lanzen- oder Pfeilspitze und Eberkinnbacken nach 
rechts gerichtet unter einander, Perlkreis. 

*1. — 6,68 Gr. Fr. Landolina, Leitera al Eiccio, S. 25, Nr. 4. 

2. — 6,61 » z. g. Brit. Mus., Kat. Sieily, S. 128, Nr. 18. 

3. — 6,25 » g. Berlin (Imhoof). 



— 377 — 

4. — 5,83 Gr. z. g. Hunter Mus., Glasgow, Kaf. Macdonald^ II, 







S. 30, Nr. 13, Taf. 32, Nr. 15. 


5. 


— 5,82 


» schl. Kopenhagen, Kat. Ramiis, I, S. 149, Nr. 5, 


6. 


— 5,40 


« z. g. Winterthur, Museum. 


7. 


— 5,30 


» m. Berlin (Imhoof). 


8. 


— 5,70 


» z. g. Kopenhagen, ebenda Nr. 4. 


9. 


— 4,18 


» g. Paris. 
Dm.: 0,021-0,023. 



Schon Paruta Tau. di Sicani e Siculi, Nr. 3, führt 
diesen As auf, alsdann wird er bei Neumann, Pop. et 
nrh. num. ined., II, S. 471, Taf. 6, Nr. 3, behandelt, der 
die Zuteilung an Aetohen nicht billigt und dafür Thessa- 
lonica oder Amphipolis in Macédonien vorschlägt. Sein 
Stück kam in die Sammlung Wiczay und steht bei 
Caronni, Mus. Hederv., Bd. I, S. 4G, Nr. 1266, Bd. II, 
Taf. III, Nr. 70. Wenn Sestini, Mus. Hederv., Casliga- 
tiones, S. 19, auf der Münze als Rest einer Aufschrift 
0p... erkennen will, so ist das wiederum irrig. Die 
Sammlung Wiczay wurde im Jahre 1835 durch Rollin in 
Paris zerstreut, der Verbleib dieses Exemplars ist mir 
nicht bekannt. 

Eckhel, Doctr. num. vet., II, S. 188, liält die Münze für 
apuhsch, wohl in Anlehnung hieran auch Ramus I, 
S. 149, wenngleich er sie unter Aetolien beschreibt. 
Mionnet, Monn. (jvecques, II, S. 88, Nr. 16, legt sie 
wiederum nach Aetolien, ihm schliesst sich Macdonald im 
Kataloge der Hunter sehen Sammlung ., Bd. II, S. 30, Nr. 13, 
aîi, wegen der Typenähnlichkeit mit aetolischen Münzen. 
Diese Aehnlichkeit ist gewiss sehr gross und auflallend, 
wie man sich aus dem Vergleichsstück, Taf. II, Nr. 34, 
hinlänglich überzeugen kann, dennoch halte ich die 
Münze für sicilisch und zu den hier behandelten 
Münzen gehörig und zwar hauptsächlich aus dem Grunde, 
weil nnt derselben Rs. -Darstellung die gewohnten drei 
Nominale erscheinen. 



— 378 — 

Den Verbleib des in der Sammlung Walcber von 
Moltheim befindlichen Exemplars, Katah, S. 110, Nr. 1377, 
nach der Versteigerung im Jahre 1901, kenne ich nicht. 

Fr. Landolina führt im Lellera al Riccio, S. 25, Nr. 3, 
folgenden As im Gewichte von 6,23 Gr. auf: 

Testa di bifronte. 

i^. Ferro di lancia, mandibola e protome giovanüe a 
dritta. 

Was es mit diesem Gepräge für eine Bewandtnis hat, 
habe ich nicht ergründen können. 

37. Semis. 

Jupiterkopf n. 1. 
El. Wie vor. 

*1. — 3,56 Gr. Fr. Landolina, Lettera al Iticcio., S. 25, Nr. 5. 

Dm.: ? 

38. Quadrans. - Taf. II, Nr. 33. 
Demeterkopf mit Schleier n. 1. 
fi. Wie vor. 

*1. — 2,90 Gr. Fr. Landolina, Lettera al Biceio, Nr. 6, 

2. — 2,60 » z. g. Berlin (Imhoof). 

Dm.: 0,016. 

Ich bemerke dabei aber, dass Landolina als Hs. -Typus 
den Ilerkuleskopf mit Löwenfell angibt. Da das Stück 
angeblich einen Gegenstempel trug, so war die Darstellung 
vielleicht undeutlich geworden und Landolina nahm den 
Kopf der Demeter für den des Herkules. 

P • T (P • TErentius). 

39. As. — Taf. II, Nr. 35. 
Januskopf u. s w. 

i^. Wölfin mit den Zwillingen n. r., darüber P • T, 
Perl kreis. 



379 



1. 


— 7,50 Gr. 


g- 


Berlin (Imhoof ). 


2. 


— 7,40 


» 


vorz. 


Paris. 


3. 


— 7,25 


» 




Turin, Kat. Fabrctti, S. 247, Nr. 4711. 


4. 


— 7,06 


» 


g- 


Brit. Museum, Kat. Sicily, S. 127, Nr. 11. 


*5. 


— 6,54 


)> 




Landolina, S. 31, Nr. 1, Taf. II, Nr. 24. 


6. 


— 6,30 


» 


S- 


Berlin. 


*7. 


— 6,15 


» 




Garrucci, Sylloge^ S. 138, Nr. 466. 


8. 


— 6,10 


» 




Turin, ebenda, Nr. 4712. 


9. 


— 6,02 


» 


m. 


Kopenhagen, Kat. Ramus, II, S. 102, Nr. 12. 


10. 


— 5,55 


» 


z.g. 


Berlin. 


11. 


— 5,50 


» 


s. g. 


A. Löbbecke. 


12. 


— 5,50 


» 


m. 


St. Petersburg, Ermitage. 


13. 


— 5,35 


» 


s. g. 


Gotha. 


14. 


— 5,10 


» 


m. 


Prof. Bissinger, Pforzheim. 


15. 


— 5,08 


» 


z. g. 


V. Kaufmann, Berlin. 


16. 


— 4,56 


). 


m. 


Winterthur, Museum. 


17. 


— 4,48 


)> 


z.g. 


Prinz Windisch-Grätz, Kat. VI, I, S. 38, 
Nr. 504. 


18. 


- 4,41 


» 


s. m. 


Bahrfei dt. 


19. 


— 4,10 


» 


m. 


Neapel, Kat. FiorelU, II, Nr. 2734. 


20. 


— 3,72 


)) 


m. 


H. Halke, Dresden. 


* 


— 5,69 


» 




Ehemals Ailly, Durchschnitt von 3 Stück. 



Dm.: 0,023. 

40. Semis. — ïaf. If, iNr. 36. 
Jupiterkopf n. 1. 
i^. Wie vor. 

1. — 4,67 Gr. m. Brit. Mus., Kat. Sicily, S. 127, Nr. 12. 

2. — 2,50 » z. g. St. Petersburg, Ermitage. 

Dm.: 0,018-0,019. 

Der Quadrans ist mir bis jetzt noch nicht vorgekommen. 

So selten der Semis ist, ebenso liäufig kommt der As 
vor, der schon von Morell, Terentia C. abgebildet wird 
imd sich ferner bei Riccio, Mon. fam., Taf. 65, Nr. 9, 
(^oi)en, Med. cons., Taf. 67, Terentia, Nr. 8 und danach 
bei Babeion II, S. 487, Nr, 16 hndet. Der von Landohna, 

REVUE num: t. XII. 25 



— 380 — - 

S. 30, Nr. 2, Taf. II, Nr. 25 aus der Sammlung Riccio 
publicirte, von diesem später èelbst im Catalorjo, S. 20, 
Nr. 10, beschriebene Semis, 




auf den ich später unten bei der vierten Gruppe noch 
zurücklcommen werde, ist nicht als das Halbstück des 
oben erwähnten As zu betrachten, denn es fehlt darauf 
der Beamtenname p • "E Das hat Holm, S. 735, Nr. 811 
übersehen, während bei Klein, S. 103, Nr. 27,2 richtig 
nur das Exemplar des Brit. Museums aufgeführt wird. 

Dass der zuletzt noch von Babelon II, S. 487, Nr. 18, 
aufgeführte und hierher gerechnete, auch von Holm, 
S. 735, Nr. 811, übernommene Triens mit "E über der 
Prora ganz zu streichen ist, habe ich in meinen Nach- 
trägen uyid Berichtigungen, I, S. 247, Nr. 5, näher 
begründet. 

Das Monogramm P • "E ist nicht wohl anders als in 
publius JErentius aufzulösen, aber die Persönlichkeit ist 
nicht näher zu bestimmen. Dr. Vercoutre' findet auch 
hier in dem Rs. -Typus eine Anspielung auf den Namen 
des prägenden Beamten. « Le monétaire a évidemment 
voulu faire ressortir l'action de presser, de frotter les 
mamelles de la louve». ((Frotter» heisse lateinisch «terere» 
und dadurch habe der Mûnzmeister auf den Namen 
Terentius anspielen wollen ! Ueber solche Düfteleien ist 
eigentlich kein Wort zu verlieren. 

Den Beschluss dieser ersten Gruppe macht das 
folgende Stück, das gewissermassen ein Mittelglied bildet 

* Les monnaies nu ijipedc la lourc fm ji/ircs pur J'nlilius Terentius, Epinal, 
1893. 



— 381 — 

zwischen der ersten und zweiten Gruppe. Von der 
ersten finden wir den Januskopf, von der zweiten den 
stellenden Krieger, allerdings in etwas abweichender 
Haltung und anders ausgestattet. 

"Rl {TR\f/eminus ?). 

41. As. — Taf. II, Nr. 37. 

Januskopf u. s. w. 

Êj. Stehender Krieger von vorn, stützt sich mit der 
Linken auf einen grossen Schild und hält mit der 
Rechten einen Stab, der in einen Vogel endet (f^eld- 
zeichen ?). Rechts oben "Rl, Perlkreis. 

1. — 6,42 Gr. g. Berlin (Irahoof, Ä"«^. Fischer,^. M-S5, Triocola, 

Nr. 1.) 

2. — 6,12 » g. A. Lübbecke. 

3. — 5,53 » g. Berlin (wie vor). 

4. — 5,12 » g. Brit. Mus., Kat Sic.ily^ S. 128, Nr. 17. 

5. — 5,01 » m. Rollin & Feuardent, 1902. 

6. — 3,92 » m. Kopenhagen. 

Dm.: 0,021-0,023. 

Caronni beschreibt, Mus. Hedervar, I, S. 70, Nr. 1907, 
die vorstehende Münze so : 

Caput Jani geminum laureatum. 

ï^. Rl Vir obversus stansd. bipennem, s. cubito grandi 
scuto incumbit. 

Das ist im W^esentlichen zutreffend, nur ist das xMono- 
gramm "Rl nicht richtig erkannt und der Stab mit dem 
Vogel für ein Doppelbeil gehalten worden. Was macht 
nun Sestini, Descr. di mol te med. ant. grech. in più 
musei, 1828, S. 20, Nr. 1, daraus : 

AiriAPAinN (lit. evanid.) Caput Jani geminum barbatum 
laureatum ciun j in medio. 

B). C • TRI (in nexu) Vulcanus capite pileato, habitu 



382 



curto indutus e fronte stans d. porrecta praegrandam 
malleum ostendit, s. cubito incudi innititur. 
Ich wiederhole hier seine Abbildung nach Taf. IV, Nr. 5. 




Trotzdem er nun aber selbst sagt, dass die Umschrift 
auf der Hs. verschwunden sei, prangt auf der Abbildung 
doch ganz deutlich AiriAPAIflN, also frei erfunden. Da er 
die vorgefasste Meinung hatte, die Münze gehöre nach 
Lipara, so musste die in Wirklichkeit nicht vorhandene 
entsprechende Aufschrift erscheinen! Dass die Beschrei- 
bung der Rs. völlig verfehlt ist, bedarf keiner weiteren 
Erörterung. 

Bei dieser Münze tritt also Sestini's Leichtfertigkeit so 
recht zu Tage. Ihm, der dem Herausgeber Caronni des 
Catal. Musei Hedervarii bei jeder Gelegenheit etwas am 
Zeuge zu flicken bemüht ist, kann man auf Schritt und 
Tritt die grössten Verstösse gegen die Wahrheit nach- 
weisen. Gewiss steht Caronni's Verzeichnis nicht auf der 
Höhe und seine Abbildungen sind oft kläglich, jedoch 
nicht schlechter, als die Sestini's selbst. Aber er 
beschreibt und bildet doch immer nur das ab, was er 
auf den Münzen sieht und dichtet nicht wie Sestini 
Aufschriften einfach hinzu, wie sie ihm für seine Zutei- 
lungen gerade passen. J. Friedländer sagt Berliner 
Blätter für Münz- u. s. tu. Kunde, Bd. IV, 1868, S. 5, gewiss 
richtig: « Der Leichtsinn beim Lesen undeutlicher Auf- 
schriften und beim Bezeichnen undeutlicher Typè'n grenzt 
an Unwahrheit ». 

Ich habe hier auf Sestini deswegen etwas mehr eingehen 
müssen, weil wir auf vielen Gebieten der griechischen 



— 383 — 

Münzkunde leider noch immer auf seine zahlreichen 
Schriften angewiesen sind. 

Da das Monogramm nicht, anders als in TRI aufgelöst 
werden kann, liegt die Ergänzung in Trigeminus nahe. 
Es steht in enger Beziehung zu der auf den Münzen der 
zweiten Gruppe, Nr. 55, erscheinenden erweiterten 
Aufschrift C • "Rj Ich verweise auf das dort Gesagte und 
halte den "Rl und C • "Ri signirenden Beamten für eine 
und dieselbe Persönlichkeit. 

Uebrigens wird ein solcher As von H. Hoffmann in 
seinem Numismate, Bulletin périodique, Nr. 6, vom 
15/9 1862 unter Nr. 836 als « inédite » für 25 Fr. ausgeboten 
und auch einem Guriatius zugeteilt. 

Bei Klein, S. 163, Nr. 28,1 aufgeführt nach dem 
Londoner Exemplar, aber irrig mit C • Til für "Rl ; auch 
bei Holm, S. 733, Nr. 786, sind die Aufschriften 
verwirrt. 



Uebersicht der Münzen der ersten Gruppe. 



Lfd. 


Nr. 


Name 




Münzsorten 


1- 


- 3 


FR, FR 


As 


Semis 


Quadrans 




4 


X 


As 


— 


— 


5- 


- 6 


/W- ACIU-Q 


As 


Semis 


— 


7- 


- Î) 


AA/-ACIH 


(As 


Semis 


Quadrans^ 




10 


Q-A/l 


As 


— 


— 




11 


N 


As 


— 


— 


12- 


-14 


NASO 


As 


Semis 


Quadrans 


15- 


-17 


A? u. Var. 


As 


Semis 


Quadrans 


20- 


-23 


Q-B 


As 


Semis 


Quadrans 


24- 


-26 


CRASSIPES 


As 


— 


Quadrans 


27- 


-29 


Taube 


As 


Semis 


Quadrans 




30 


Kugel 


As 


— 


— 


31- 


-33 


Flügel 


- As 


Semis 


Quadrans 



384 — 



Lfd. Nr. Name 

34—35 Kranzmitte leer 
Lanzenspitze und 
Eberkinnbacken 

39-40 p.-E As 

41 -Rl As 



Münzsorten 



36—38 



As 

As 



— Quadrans 

Semis Quadrans 
Semis — 



B. — Zweite Gruppe. 

Die zweite Gruppe hat als allen Münzen gemeinsames 
Gepräge auf der Hs. den Jupiterkopf und auf der 
Rs. den stehenden Krieger, daneben den meist als 
Monogramm zusammen gezogenen Namen des prägenden 
Beamten und, jedoch nicht immer, das Monogramm 
von Panormus. Es kommt nur das Ganzstück vor, Teil- 
stücke fehlen anscheinend, denn es ist nicht notwendig, 
die kleine unter Nr. 47 beschriebene Kupfermünze des 
Q- FABius mit der Keule als solches anzusehen. Die im 
Brit. Mus., Kat. Sicily, S. 126, Nr. 48, als Semis bezeich- 
nete Münze mit C-Tli, hinten Nr. 55, ist thatsäclilich ein 
Ganzstück und nur irrig für einen Semis gehalten 
worden. 

Ich gebe, um später Wiederholungen zu vermeiden, 
auch hier zunächst eine genaue Beschreibung des 
Gepräges : 

Bärtiger Jupiterkopf nach links oder seltener nach 
rechts, lorbeerbekränzt, dahinter zuweilen ein Füllhorn. 
Umher Perlkreis, der einige Male aus dicken weitläuf- 
igen Perlen besteht. 

Êj. Stehender Krieger (Mars) nach links gewendet, 
behelmt, mit kurzem Schwerte umgürtet, den Mantel 
zurückgeworfen, stützt sich mit der Linken auf eine 
lange Lanze, gegen die sich sein Schild lehnt, und hält 
in der ausgestreckten Rechten eine Opferschale. Perlkreis. 



— 385 — 

Das Monogramm von Panormus befindet sich, sofern 
es überhaupt erscheint, ausschliessüch links unten 
neben dem Krieger. Seine Form wechselt, es kommt 
vor ISP, seltener RP, auch W und R>, niemals aber FP, 
wie Klein, S. 154, unten und, wohl ihm folgend, Holm, 
S. 736, angeben. 

Der ganze Typus ist unzweifelhaft eine Nachahmung 
der kleinen mit dem Namen riANOPMITAN bezeichneten 
Münzen, aber es ist zu beachten, dass diese einen 
erheblich geringeren Durchmesser, 0,014-0,016 gegen 
0,0i20-0,0'25 haben und im Gewichte auf nur etwa die 
Hälfte jener auskommen K 

Die Münzen dieser Gruppe sind sämthch in Palermo 
geprägt und zwar nicht nur die, bei denen dies durch 
das Monogramm 15P ausdrücklich bestätigt wird, sondern 
auch die von diesen nicht zu trennenden, ganz gleich- 
artigen Stücke ohne Monogramm. Ob das mehrfach 

' Ich verzeichne hier kurz die mir bekannten Gewichte dieser Panormitanischen 
Kupfermünzen : 




a) Jupiterkopf i 


n. r. 


5,20 Gr. 


g- 


Berlin. 


4,16 » 


s. g. 


, Desgleichen. 


3,85 » 




Hunter Museum. 


3,84 » 


g- 


Berlin. 


3,79 » 




Hunter Museum. 


3,77 » 


g- 


Bahrfeldt. 


3,50 » 




Hunter Museum. 


3,40 » 


g- 


Berlin. 



3,40 Gr. g. Berlin. 
3,10 » g. Desgleichen. 
3,10 » g. Desgleichen. 
2,88 » z. g. Bahrfeldt. 
2,58 » z. g. Berlin. 
2,40 » g. Desgleichen. 
2,2G » z. g. Desgleichen. 
29,10 » g. Museum Winterthur, 8 Stück 
zusammen. 
b) Ebenso, auf Rs. neben dem Krieger Beizeichen Aehre. 
4,20 Gr. g. Berlin. 
3,70 » g. Desgleichen. 

Mionnet, Mona, grecques, I, S. 278, Nr. (iO'J und 008. 
cj Jnpiterkopf n. 1. 

3,!J2 Gr. Hunter Museum. 3,01 Gr. g. Berlin. 

■'i.ro » g. Berlin. 2,85 » Hunter Museum. 

•i'in » s. g. Desgleichen. 2,57 » g. Berlin. 

;<,37 » Hunter Museum. 2,35 » g. Dosgleichen. 

3,05 » g. Berlin. 
Durchschnittsgewicht dieser 34 Exemplare = 3,43 Gr. 



— 386 — 

vorkommende Füllhorn eine besondere Bedeutung hat, 
ist schwer zu entscheiden. Ursprünglich glaubte ich, dass 
wo das Füllhorn erscheint, das Monogramm w fehle 
und umgekehrt und dass dadurch zwei Reihen, vielleicht 
verschiedenen Münzstätten angehörig, zu unterscheiden 
seien. Aber das scheint nicht der Fall zu sein, denn auf 
den Münzen des Q. Fabius, Nr. 46, auch den aufschrift- 
losen, Nr. 42 e, kommen Füllhorn und Monogramm 
gleichzeitig vor. Lenormant, La monnaie dans l'antiquité, 
II, S. 280, hält die mit dem Monogramm bezeichneten 
Stücke für die älteren, ohne indessen seine Gründe 
dafür anzugeben. 

Ich lasse hier zunächst die Münzen folgen, die ohne 
alle Aufschrift sind. Alsdann erscheint das Mono- 
gramm w, dazu tritt dann als Beizeichen ein Hammer, 
der auch späterhin noch einmal wiederkehrt, und daran 
schliessen sich endlich die Stücke an, die den Beamten- 
namen im Monogramm oder ausgeschrieben tragen. 
Die Reihenfolge ist auch hier willkürlich, da eine chrono- 
logische Anordnung der einzelnen Gepräge noch nicht 
möglich ist. 

Ohne Beamtennamen. 

42. a) — Taf. II, Nr. 38. 
Jupiterkopf nach rechts. 
^. Krieger, ohne Monogramm. 

1. — 7,43 Gr. s. g. Berlin (Imhoof). 



2. 


— ' 6,53 


» 


g. Basel, Museum. 


3. 


— 6,07 


» 


g. Rollin & Feuardent, 1902, 


4. 


— 5,79 


» 


s. g. Gotha. 


5. 


— 5,59 


» 


s. g. Bahrfeldt. 


6. 


— 5,40 


» 


g. Berlin (Imhoof). 


7. 


— 4,90 


» 


s. g. Desgleichen. 


8. 


— 4,34 


» 


z. g. Winterthur, Museum. 


9. 


— 4,30 


» 


s. g. München. 






Dm.: 0,021-0,023. 



— 387 — 

b) — Jupiterkopf nach links. 
1^. Wie vor. 

1. — 4,83 Gr. s. g. Winterthur, Museum. 
Dm.: 0,020. 

c) — Jupiterkopf nach rechts. 
i^. Krieger, w linlvs unten. 

1. — 6,96 Gr. g. Bahrfeldt. 

2. — 6,05 » g. Neapel, Santangelo, Nr. 8038. 

3. — 5,70 » z. g. Berlin (Irahoof ). 

4. — 4,20 )) g. Neapel, Santangelo, Nr. 8039. 

5. — 3,92 » s. g. Winterthur, Museum. 

6. — 3,11 » sohl. Hunter Mus., Glasgow, Kat. Macdonald, I, S. 

211, Nr. 35. 

Dm.: 0,021. 

d) — Taf. II, Nr. 39. 
Jupiterkopf nach links. 

^. Krieger, w oder seltener BP, auch ï5P links unten. 



1. 


— 9,03 Gr. 


g- 


Winterthur, Museum. 




2. 


— 8,02 


» 


m. 


Kopenhagen, Kat. Bamus^ I, S. 


80, Nr. 116. 


3. 


— 7,76 


» 


s. g. 


Basel, Museum. 




4. 


— 7,20 


» 


s. g. 


Berlin (Imhoof). 




5. 


- 6,43 


« 


g- 


Berlin (Friedländer). 




6. 


— 5,85 


» 


m. 


Neapel, Santangelo, Nr. 8036. 




7. 


— 5,40 


» 


g- 


München. 




8. 


— 5,26 


» 


z. g. 


Paris. 




9. 


— 5,20 


» 


g- 


Neapel, Santangelo, Nr. 8037. 




10. 


— 5,17 


» 


sohl. 


A. Löbbecke. 




11. 


— 4,99 


» 


z. g. 


Hunter Mus., Glasgow, Kat. 
I, S. 211, Nr. 30. 


Macdomild, 


12. 


- 4,97 


» 


g- 


Berlin. 




13. 


— 4,75 


» 


S- 


Desgleichen (Imhoof). 




14. 


— 4,73 


» 


ë- 


Kopenhagen, Kat. Itamus, I, S. 


80, Nr. 115. 


15. 


— 4,70 


» 


g- 


Berlin (Imhoof). 





k 



— 38S — 

16. — 4,59 Gr. m. Kopenhagen, neuere Erwerbung. 

17. — 4,45 » z. g. Rollin & Feuardent, 1902. 

18. — 4,32 » z. g. Winterthur, Museum. 

19. — 3,62 » g. Rollin & Feuardent, 1902. 

Dm. : 0,021-0,025. 

e) — Taf. II, Nr. 40. 

Jupiterkopf nach links, etwas grösser als vorher, 
dahinter Füllhorn. 
Éj. Krieger, 15P links unten. 

1. — 7,40 Gr. s. g. Neapel, Kat. Fiorelli, I, Nr. 4704. 

2. — 6,92 » m. Berlin (Fox). 

3. — 6,75 » s. g. Wien, Nr. 6709. 

4. — 6,60 » g. Neapel, Nr. 4705. 

5. — 6,53 » z. g. Berlin (Friedländer). 

Dm.: 0,023-0,024. 

f) — Taf. II, Nr. 41. 

Jupiterkopf nach links, ähnlich dem vorigen, jedoch 
ohne Füllhorn. 

i^. Krieger, W links unten ; über dem Schilde als 
Beizeichen ein Hammer (i-) mit dem Stiele nach rechts. 

1. — 8,60 Gr. g. Berlin (Imhoof). 

2. — 7,50 » s. g. Neapel, Kat. Fiorelli^ I, Nr. 4706. 

3. — 6,42 » schl. Neapel, Santangelo, Nr. 8035. 

4. — 5,00 >> g. Berlin. 

Dm.: 0,025. 



Q • MA Q • MAU .... (Q • MalUus ?). 

43. a) — Taf. III, Nr. 42 u. 43. 

Jupiterkopf n. 1. in eigenartiger, hässlicher Darstellung, 
Kreis von dicken, weiten Perlen. 
^. Krieger, rechts M oder M, links EP 



— 389 — 

1. — 6,32 Gr, g. Kopenhagen. 

2. — 5,60 » g. A. Löbbeeke ^ 

3. — 5,48 » s. g. Berlin (Friedländer) M 

4. — 5,47 » g. Brit. Mus., Kat. Sicily, S. 124, Nr. 33. 

5. — 4,73 » g. Neapel, Kat. Fiorelli, I, Nr. 4718. 

b) — Taf. III, Nr. 45. 
Wie vor. 

^. Krieger, rechts ÄA/ oder ÂA/, links W 

6. — 5,76 Gr. g. Berlin (Imhoof ). 

7. — 5,65 » z. g. Desgleichen (Fox, 1849 von Rollin) ^ 

8. - - 4,62 » g. Winterthur, Museum. 

9. — 4,55 » m. Gotha. 

c) — Wie vor. 

Èj. Krieger, rechts M^, links W 

10. — 5,81 Gr. m. Bahrfeldt. 
11.-5,67 » z. g. Berlin (Imhoof ). 

12. — 4,91 » g. Desgleichen. 

d) — Taf. III, Nr. 44 u. 46. 
Wie vor. 

^. Krieger, rechts M', links RP und darüber als 
Beizeichen ein Hammer T 

13. — 6,85 Gr. m. Bahrfeldt. 

14. — 6,80 » z. g. Berlin (Imhoof). 

15. — 6,25 » g. Desgleichen. 

16. — 5,95 » s. m. Kopenhagen. 

e) — Taf. III, Nr. 47. 
Wie vor. 

i^. Krieger, links M-, darunter BP 

17. — 8,55 Gr. schl. Wien, Nr. 6710. 

18. — 8,50 » g. Berlin (Imhoof). 

19. — 7,30 >> g. Neapel, Kat. Fiorclli, I, Nr. 4717. 



— 390 — 

20. — 5,75 Gr. z. g. Berlin. 

21. — 5,70 » z.g. Rollin & Feuardent, 1902. 

*22. — 5,45 .. Garrucci, Sylloge, S. 137, Nr. 451. 

23. — 3,57 » g. Berlin (Friedländer). 

Dm.: 0,020-0,023. 

Auf den vorstehend aufgeführten zahlreichen Münzen 
finden sich also folgende Monogramme : 

M M ÄA/ ÂA/ ÂAI/ ÂAI/ iW 

Aus ihnen ergibt sich auf den ersten Blick, dass sie 
aus denselben Elementen zusammengesetzt sind und auf 
den Namen einer und derselben Persönhchkeit weisen. 
Diese Ansicht findet eine Stütze auch noch in dem 
Umstände, dass der Jupiterkopf auf allen fünf Sorten 
eine ganz aufTallende Uebereinstimmung in der stili- 
stischen Auffassung zeigt, ja ich möchte sogar mehrere 
der aufgeführten Münzen als mit demselben Hs. -Stempel 
geprägt ansehen. Wie aber der Namen des Beamten 
gelautet haben mag, ist schwer zu entscheiden. Die 
Auflösung des Monogramms M in d- N^kximus bei 
Klein, S. 160, Nr. 15, Holm, S. 733, Nr. 792 — beide 
nach Brit. Mus., Kat. Sicily, S. 124, Nr. 33, d. i. oben 
Nr. 43,4 — könnte man an und für sich gelten lassen, 
ist nunmehr aber angesichts der anderen Stücke mit 
dem vollständigeren Monogramm nicht mehr haltbar. 
Wenn man die längste Form, d. i. AAP oder ^ zu 
Grunde legt, so würde das auf Q- N\k,Vlius führen, doch 
kenne ich keine Persönlichkeit, die hiermit identificirt 
werden könnte. Eine Auflösung in Q • AAANM'ws erscheint 
mir ausgeschlossen, da auf deutlichen Exemplaren das p 
oder i nicht mit dem vorhergehenden Striche zusammen 
hängt, also kein N bildet. 

Dass das Q hier zum Namen zu ziehen und nicht als 
Q.uœstor aufzufassen ist, wie Klein, S. 159, Nr. 11, zögernd 
meint, bedarf keiner weiteren Begründung. 



— 39i ~ 

Gut erhaltene Stücke sind recht selten, die mangelhaft 
erhaltenen überwiegen bei Weitem und haben daher 
auch vielfach Verwirrung in der Literatur angerichtet. 
So gehören hierher : Paruta, Tav. Palermo, Nr. 70 = Torre- 
muzza, Taf. LXI, Nr. ^ = Iscriz. di Palermo, S. 192, Taf. II, 
Nr. 44 mit AA/ und Torremuzza, Taf. LXI, Nr. 14 
mit Md. Das Monogramm auf Ersterer wird von 
Landolina, S. 19, Nr. 2, ohne jeden Grund in M • AVR 
aufgelöst. Klein, S. 157, Nr. 6,2 und Holm, S. 732, 
Nr. 775, schreiben das nicht aUein ohne Kritik nach, 
sondern verwirren es auch noch gründlichst. Klein gibt 
an ftM-AVR (aV ligirt)» und daraus macht Holm AA-A/R, 
während ein Blick auf die Tafel 61, Nr. 4, bei Torremuzza 
das Richtige ergeben hätte. In Wirklichkeit handelt es 
sich um unsere Münze oben Nr. 43 & mit M/ Aehnlich 
liegt die Sache bei der anderen Münze mit Md, Torre- 
muzza, Taf. LXI, Nr. 14. Landolina übernimmt sie auf 
S. 27, Nr. 1, gibt die Aufschrift mit AA • D wieder, über- 
sieht oder verschweigt aber das darüberstehende Q 
Hiernach Klein, S. 159, Nr. 11, und Holm, S. 733, 
Nr. 788, die beide jedoch auf das Q aufmerksam machen. 
Auch die bei Garrucci, Sylloge, S. 137, unter Nr. 451 
(die zweite Münze) und Nr. 452 aufgeführten Stücke, 
deren Monogramme im Buchdruck ungenau dargestellt 
sind, gehören hierlier, nicht minder die bei Riccio, 
Catalogo, primo supplem., S. 2, Nr, 2, verzeichnete Münze 
mit AA, auf die Klein, S. 160, bei Nr. 17, hinweist, und 
die mit BAL im Monogr., aecondo supplem., S. 2, Nr. 6. 

Um die Münze oben Nr. 43 rf mit dem Beizeiclien 
Hammer links des Kriegers endüch handelt es sich bei 
G. Fraccia, Anliche monele siciliane inédite.... del B. Museo 
di Palermo, Dreue rasserjua, Palermo 1865, wieder abge- 
druckt in desselben Verfassers Anliche monele siciliane 
publicale pel primo, Rom 1889, S. 31, Nr. 12L Das Stück 
wurde bei den Ausgrabungen von Solunto gefunden. 



— 392 — 



NASO 



44. — Taf. III, Nr. 48. 
Jupiterkopf n. I. 



E^. Krieger, links 



NAS 



ohne 15P 



1. — 8,01 Gr. z. g. Berlin (Inihoof). 

2. — 6,96 » m. Bahrfeldt. 

*3. — 6,69 » Landolina, S. 20, Axia^ Nr. 3. 

4. — 5,60 » z. g. Berlin (Imhoof). 

5. — 5,55 » s. g. Wintherthur, Museum. 

6. — 4,73 » m. Hunter Mus., Glasgow, Kat. Macdonald, I, S. 

211, Nr. 23. 

7. — 4,32 » m. Paris. 

♦8. — 3,50 » Garrucci, Si/lloge, S. 137, Nr. 4,54. 

Dm.: 0,021. 

Torremuzza, ïaf. LXI, Nr. 16 = Iscriz. di Palermo, 
S. 192, Taf. II, Nr. 22, ist das jetzt im Hanter Museum 
befmdlic'he Exemplar. — Klein, S. 161, Nr. 20,2; Holm, 
S. 732, Nr. 777. 

Babelon's Abbildung, Monn. cons., I, S. 249, Nr. 4, ist 
nicht ganz zutreffend, da der Krieger dort mit einem 
Schwerte in der rechten Hand dargestellt ist, statt mit 
der Schale. 

Dieser Naso und der Urheber der Münzreihe mit dem 
Namen im Kranze, oben Gruppe I, Nr. 12-14, sind wohl 
eine und dieselbe Persönlichkeit. 



V ' N^iellus. 

45. — Taf. III, Nr. 49. 
Jupiterkopf n. 1. 
^. Krieger, links V- N^^ darunter KP, seltener KP 



1. — 6,69 Gr. 

2. — 6,20 .. g. 

3. — 5,78 » z. g. 



Landolina, S. 24, Cœcilia Nr. 1, 
Mus. Olivieri, Pesaro. 
Rollin & Feuardent, 1902. 



393 — 



4. 


— 5,60 1 


Gr, 


•g- 


Berlin (Imhoof). 




5. 


— 5,47 


)i 


g- 


Berlin. 




6. 


— 5,47 


)) 


m. 


Wien, Nr. 6712. 




7. 


— 5,20 


» 


z. g. 


Paris. 




*8. 


— 4,80 


» 




G-arrucci, Si/Uoye, S. 136, 
mit L • M 


, Nr. 449, irrig nur 


9. 


— 4,78 


» 


m. 


Bahrfeldt. 




10. 


— 4,52 


» 


g- 


Berlin (Imhoof). 




11. 


— 4,43 


» 


z. g. 


A. Lübbecke. 




12. 


-4,00 


M 


schl. 


Winterthur, Museum, 




*13. 


- 3,85 


1) 




Garrucci, Sylloge^ S. 136, 


Nr. 450. 


14. 


- 3,72 


)) 


g- 


Brit. Mus., Kat. Sicily^ S. 


124, Nr. 34. 



Dm.: 0,021-0,023. 

Torremuzza, Taf. LXI, Nr. 13.— Klein, S. 160, Nr. 18, 
1-3, und Holm, S. 732, Nr. 783. Beide führen in irriger 
Auffassung der Beschreibung beiLandolina, S. 24, Stücke 
mit und ohne Monogramm von Panormus auf. Das KP 
erscheint auf dieser Münze jedoch stets. 

Bei dem Wiener Exemplar oben Nr. 6 weicht der 
Jupiterkopf auf der Hs. von dem der anderen Exemplare 
wesentlich ab und zwar ist er vom Stempel der Nr. 42 rf. 
Dies interessante Vorkommen beweist die annähernd 
gleichzeitige Prägung der Stücke ohne Beamtennamen 
und der des Metellus. 

L. Metellus wird für den Nachfolger des Verres in 
Sicilien gehalten, 084/70, vergl. Holm III, S. 523/Nr. 95 
und S. 732, Nr. 783. Auch Hill in seinem neuesten 
Buche, Coins of ancient Sicily, S. 208, schliesst sich 
dem an. 

Q- FAB/ms. 

46. - Taf. III, Nr. 50. 

.lupiterkopf n. r., dahinter Füllhorn. 

f'i Krieger, links Q • FAB, darunter 15P oder seltener W 



— 394 



1. 


— 8,01 Gr 


. m. 


Paris. 


2. 


— 7,26 


» 


z. g. 


Hunter Mus., Glasgow, Kat. Macdonald, I, 
S. 211, Nr. 34. 


3. 


— 6,98 


» 


z. g. 


Berlin. 


4. 


— 6,79 


» 


m. 


Brit. Museum, Kat. Sicilt/, S. 124, Nr. 36. 


*5. 


— 6,69 


» 




Landolina, S. 27, Fabia, Nr. 1. 


6. 


— 6,62 


» 


g- 


Neapel, Kat. FioreUi, Nr. 4707. 


7. 


— 6,45 


» 


m. 


Brit. Mus., Nr. 35. 


8. 


— 6,43 


)) 


g- 


A. Löbbecke. 


9. 


— 6,15 


» 


z. g. 


*** in Paris. 


10. 


— 5,64 


» 


m. 


Capitol Rom (Borghesi=Bignami). 


11. 


— 5,48 


» 


g- 


Berlin (Imhoof ). 


12. 


— 4,73 


)) 


z. g. 


Desgleichen. 


*13. 


— 4,10 


)) 




Garrucci, Syllogc^ S. 136, Nr. 447« und c. 


14. 


— 3,65 


» 


m. 


Rollin & Feuardent, 1902. 






Dm.: 0,023. 



Parata, Taf. Palermo, Nr. 68 = Torremi izza, Taf. LXI, 
Nr. 9 = Iscriz. di Palermo, S. 19'2, Taf. II, Nr. 16, irrig 
ohne Füllliorn, es ist dasselbe jetzt im Hmiter Museum 
befindliche Stück, oben Nr. 2. — Landolina, S. 27, Fahla 
Nr. J, irrig mit Jupiterkopf nach links. — Klein, S. 159, 
Nr. d2,l und 2, Holm, S. 733, Nr. 790; beide geben 
irrig an, dass die Münze bald mit, bald ohne W vorkomme, 
dem Anscheine nach durch Garrucci, Sylloge, S. 136, 
Nr. 447 a und c, verführt, wo dasselbe Stück zweimal 
erscheint. Die Münze hat stets das Monogramm. 



47. — Taf. III, Nr. 51. 

Herkuleskopf mit Löwenfell n. 1., Perlkreis. 
^. Keule mit dem Griffende links, darunter Bogen, 
oben Q • FAB, Perlkreis. 



1.-1,62 Gr. g. Brit. Mus. 
*2. — 1,45 » Landolina, S. 27, Fabia, Nr. 2, Taf. II, Nr. 21. 

*3. — 1,40 » Garrucci, Si/lloge, S. 136, Nr. 4476 und d. 

4. — 1,30 » g. Haag (J. P. Six). 







— 395 — 


5. 


- 1,24 Gr. 


g. Zürich, Bibliothek. 


6. 

7. 
8. 
9. 


— 1,15 .. 

— 1,03 » 

— 1,01 .) 

— 0,90 » 


g. Berlin (Imhoof). 
s. g. Paris (Ailly). 
s. g. Berlin (Imhoof). 
g. Winterthur, Museum 


10. 


— 0,80 » 


g. Desgleichen. 



Dm. : 0,013. 

Nach Landolina, S. 27, bezw. Garrucci, Sylloge, S. 136, 
Nr. 447 & und d, wo ein und dasselbe Stück ebenfalls 
zweimal erscheint, aufgeführt bei Klein, S. 459, Nr. 2, 
Holm, S. 733, Nr. 791. 

Es ist schwer zu entscheiden, ob diese beiden Münzen 
zusammengehören und die kleinere nicht etw^a ein 
Teilstück der grösseren ist. Dafür spricht die durchaus 
gleiche Form der Aufschrift, dagegen der Umstand, dass 
Teilstücke bei dieser Gruppe von Münzen sonst durchaus 
nicht vorkommen und eine Ausnahme sehr auffallen 
würde. 

Raff. Milano, Publicazione di monete nuove per Vanno 
1847 bespricht die Münze ausführlich und gibt Taf. I, 
Nr. 4, eine im allgemeinen zutreffende Abbildung. Er 
legt sie nach Paestum, ohne dafür stichhaltige Gründe 
angeben zu können. 

Riccio gibt im Catalogo, Taf. VI, Nr. 24, eine Relief- 
darstellung. Das Stück war nicht besonders erhalten 
und hat dadurch ziemliche Verwirrung angerichtet. 
Ich habe das in meinen Nachträgen und Berichti- 
gungen zur Münzkunde der römischen Republik, Bd. I, 
S. 110-111, auseinander gesetzt und wiederhole daraus 
hier kurz, dass Cohen, Med. cons., S. 133, Nr. 18, Taf. 54, 
Nr. 5, in falscher Auffassung des Abdrucks bei Riccio 
eine Abbildung zurecht macht, bei der auf der Hs. das 
Wertzeichen des Quadrans erscheint und auf der Rs. 
aus Q-FAB die Aufsctirift Q-FÄI, aus dem geschwun- 
genen Bogen unter der Keule aber ROMA wird. Babclon, 

REVUE NUM. T. Xll. SG 



396 



Monn. cons., I, S. 481, Nr. 3, folgt ihm hierin ohne 
Kritik. Ich gebe hier beide Abbildungen neben einander 





a) des Urstücks und bj des Produktes Cohen's, das also 
zu streichen und ganz auszumerzen ist. 

CATO 



B. — Taf. III, Nr. 52. 
Jupiterkopf n. 1. 
Êj. Krieger, links CATO, darunter i^, seltener izp 



1. 


— 6,86 Gr. 


m. 


2. 


— 6,75 


» 


schl, 


*3. 


— 6,57 


» 




4. 


— 6,60 


» 


s. g. 


5. 


— 6,40 


)) 


s.g. 


6. 


— 6,38 


» 


z.g. 


7. 


— 6,05 


» 


z.g. 


8. 


— 6,01 


» 


g- 


9, 


— 6,00 


)) 


g- 


10. 


— 5,90 


» 


g- 


11. 


— 5,87 


» 


g- 


12. 


— 5,82 


» 


g- 


13. 


— 5,81 


» 


m. 


14. 


— 5,70 


» 


g- 


15. 


— 5,68 


» 


g- 


16. 


- 5,60 


» 


g- 


17. 


— 5,51 


)> 


g- 


18. 


— 5,41 


» 


g- 


19. 


— 5,30 


» 


g- 



Berlin (Friedländer). 
.Wien, Nr. 6711. 
Landolina, S. 29, Porcia, Nr. 1. 
Neapel, Kat. FiorelU, I, Nr. 4710. 
Rollin & Feuardent, 1902. 
Kopenhagen, neuere Erwerbung. 
*** in Paris. 

Capitol Rom (Borghesi=Bignanii). 
München. 

Neapel, Kat. Fiorelli, I, Nr. 4709. 
Paris. 

Berlin (Imhoof). 

Kopenhagen, Bamus, I, S. 81, Nr. 125. 
Hunter Mus., Œasgow, Kat. Macdonald, I, 

S. 211, Nr. 31. 
Rollin & Feuardent, 1902. 
Winterthur, Museum. 
Berlin (Imhoof, von Hoffmann, Paris). 
Brit. Mus., Kat. Sicily, S. 124, Nr. 37. 
A. Löbbecke. 



— 397 — 

20. — 5,30 Gr. m. München. 

21. — 5,25 » g. Rollin & Feuardent, 1902. 

22. — 5,14 » z. g. Desgleichen. 

23. — 5,01 » g. Berlin (Imhoof). 

24. — 5,00 » m. Rollin & Feuardent, 1902. 

25. — 4,90 » s. g. Desgleichen. 

26. — 4,78 » m. Gotha. 
27.-3,78 » g. Basel, Museum. 

Dm.: 0,022. 

Paruta, Tav. Palermo, Nr. 72^ Torremuzza, Taf. LXI, 
Nr. 6 = Iscriz. di Palermo, S. 192, Taf. II, Nr. 15, jetzt 
im Hunter Museum befmdlich. — Landolina, S. 29, Porcia, 
Nr. 1, wo in der kurzen Beschreibung das Monogramm l^ 
nicht erwähnt wird, was Klein, S. 158, Nr. 9, 2-3, und 
Holm, S. 735, Nr. 805, zu der irrigen Annahme zweier 
verschiedener Stempel mit und ohne Monogramm veran- 
lasst. 

Riccio, Prima supplem. al catalogo, S. 2, Nr. 1, führt 
ein Stück auf « con testa di Giano i>, hiernach von Klein, 
S. 158, Nr. 9,1 und Holm, S. 734, Nr. 804, wiederholt. 
Aber hier Hegt ein Schreibfehler vor, wie sich aus dem 
Verkaufskataloge der Sammlung Riccio, Paris 1868, 
S. 7, Nr. 101, ergibt. Die Münze hat wie gewöhnhch den 
,/^*p^7erkopf. 

Auf dem Exemplar in Paris oben Nr. 48,ii steht zwar 
deutlich CATQ (vergl. Taf. III, Nr. 53), aber der Strich 
am O ist lediglich durch Ausrutschen des Gravierstiftes 
entstanden und nicht für ein wirkliches Q, etwa zur 
Andeutung des Titels Quœstor, anzunehmen. Ein anderes 
derartiges Stück erwähnt G. Fraccia, Brève rassegna, 
Nr. 25, und Antiche mon. siciliane, S. 32, Nr. 122, aus 
dem Museum in Palermo, bei Solunto gefunden. Das 
sonst gut erhaltene Berliner Exemplar, oben Nr. 12, 
zeigt vielleicht dieselbe Eigentümlichkeit, die Aufschrift 
ist leider fast ganz verwischt. 



— 398 — 

Es ist möglich, dass dieser Gato und der berühmte 
Cato Uticensis eine und dieselbe Person sind, der 705/49 
als Proporätor nach Sicilien geschickt wurde, aber nur 
kurze Zeit dort verweilte und vor Caesars Legaten 
C. Scribonius Curio von Syrakus aus nach Afrika 
entwich. Babelon II, S. 374; Holm III, S. 524, Nr. 102. 



C • CAVPurnius. 

49. — Taf. III, Nr. 56. 
Jupiterkopf n. 1., dahinter Füllhorn. 
^. Krieger, links C • CAPP, ohne W 



*1. 


— 6,80 ör. 


Garrucci, Sylloge, S. 136, Nr. 446. 


*2. 


— 6,69 » 


Landolina, S. 24, Calpurnia, Nr. 1. 


3. 


— 6,69 » 


z. g. Kopenhagen, Eamus, I, S. 81, Nr. 126 


4. 


— 6,50 » 


s. g. München. 


5. 


— 6,20 .. 


g. Bahrfeldt. 


6. 


— 5,22 » 


schl. Paris. 



Dm. : 0,022. 

Torremuzza, Taf. LXI, Nr. 5 = Iscriz. di Palermo, 
S. 192, Taf. II, Nr. 20. — Klein, S. 158, Nr. 8; Holm, 
S. 732, Nr. 784. — Mionnet, Monn. grecques, I, S. 281, 
Nr. 633. 




Im königl. Münzkabinet München befindet sich noch 
ein zweites Exemplar, Gew. 14,2 Gr., Dm. 0,027, mit 
denselben Typen und der Aufschrift CA LP Die Darstel- 
lung ist plump, das Gepräge flach. Ich halte die Münze 
für eine Fälschung aus dem Anfange des 18. Jahr- 



~ 399 — 

hunderts ; andere gefälschte Stücke meiner Sammlung 
von S. Pompeius und Caesar verraten dieselbe Fabrik. 
Da dieses Falsum aber das einzige mir vorgekommene 
von Münzen dieser Gattung ist, gebe ich davon vor- 
stehend eine Abbildung. 

A • POtApeius ? ■ 

50. — Taf. III, Nr. 55. 
Jupiterkopf n. 1., dahinter Füllhorn. 
Éj. Krieger, links a • POM, ohne W 

1. — 9,00 Gr. vorz. Bahrfeldt. 

2. — 8,87 .. g. Rollin & Feuardent, 1902. 

3. — 8,75 » z. g. Hunter Mus., Glasgow, Kat. Macdonald^ I, 

S. 211, Nr. 32. 

4. — 8,12 » z. g. Rollin & Feuardent, 1902. 

5. — 7,20 » s.m. Gotha. 

*6. — 6,69 » Landolina, S. 28, Pomponia, Nr. 1. 

*7. — 5,85 » Garrucci, Syllorje, S. 137, Nr. 455. 

8. — 5,75 .. s. g. Neapel, Kat. Fiorelli, I, Nr. 4708. 

Dm.: 0,023-0,025. 

Torremuzza, Taf. LXI, Nr. 17 = Iscriz. di Palermo, 
S. 192, Taf. II, Nr. 21 ; dies ist das jetzt im Hunter- 
Museum befindliche Stück, oben Nr. 3. — Klein, S. 161, 
Nr. 22; Holm, S. 734, Nr. 803. 

P • POStumius. 

51. — Taf. III, Nr. 57. 
Jupiterkopf n. 1., dahinter Füllhorn. 
^. Krieger, hnks p- POS, ohne W 

1. — 8,23 Gr. z. g. Capitol Rom (Borghesi=Bignami). 
*2. — 8,10 ). Garrucci, Si/llorje, S. 137, Nr. 456. 

*3. — 6,79 » Landolina, S. 29, Postumia, Nr. 1. 

Dm. : 0,022-0,024. 



— 400 — 

Nach Parata, Tav. Palermo, Nr. 69, wiederholt von 
Torremuzza, Taf. LXI, Nr. 19 = Iscriz. di Palermo, S. 192, 
Taf. II, Nr. 17, danach Klein, S. 162, Nr. 23, und Holm, 
S. 735, Nr. 806. Auf den Abbildungen bei Paruta-Torre- 
muzza fehlt das Füllhorn hinter dem Jupiterkopfe wohl 
nur versehenthch. Auch Landolina, S. 29, vergisst es zu 
erwähnen. Die von ihm gegebene Aufschrift L • POST 
wird ebenso irrig sein, wie POSA auf dem Exemplar bei 
Torremuzza, Taf. LXI, Nr. 20, wo aber das Füllhorn 
vorhanden ist. 

S • POStumius. 

52. — Taf. III, Nr. 54. 
Jupiterkopf n. 1. 

^. Krieger, links S • POS, darunter CP 

1. — 7,07 Gr. s.g. Neapel, Kat. Fiorelli, I, Nr. 4713. 

2. — 5,98 » g. Kopenhagen, neuere Erwerbung. 
3.-5,90 » s.g. Neapel, Nr. 4712. 

4. — 4,96 )> z. g. Rollin & Feuardent, 1902. 

5. — 4,80 )) m. Gotha. 

6. — 3,63 » m. Berlin (Imhoof). 

Dm.: 0,021-0,022. 

Torremuzza, Taf. LXI, Nr. 21, danach Klein, S. 162, 
Nr. 24; Holm, S. 735, Nr. 807. 

Ob das zuletzt aufgeführte Stück des Berliner Kabinets 
hierher gehört, kann fraglich erscheinen ; von der Auf- 
schrift ist nur S • P zu erkennen, dabei ist das s von 
abweichender Form ç", auch der Jupiterkopf ist von 
anderer Auffassung. Die Münze scheint verprägt zu sein. 

P-RV ? 

53. — Taf. III, Nr. 58. 
Jupiterkopf n. 1., dahinter Füllhorn. 
^. Krieger, links p • RV, ohne w 



401 — 



1. 

2. 
3. 


— 8,72 Gr. g. 

— 6,31 » m, 

— 6,00 >> g. 




Dm. 



Neapel, Kat. Fiorelli, I, Nr. 4714. 
*** in Paris. 
Neapel, Nr. 4715. 

0,026. 



Zuerst aufgeführt in dem kleinen Handli:ataloge der 
Firma Rollin und Feuardent in Paris, Med. des rois et 
des villes de Vancienne Grèce, 1864, S. 118, Nr. 1680, 
danach wiederholt von Klein, S. 162, Nr. 25, Holm, 
S. 735, Nr. 808. Der Verbleib war mit Sicherheit nicht 
zu vermitteln, doch ist es wahrscheinhch das Exemplar 
oben Nr. 2. Die angebliche Aufschrift L • RV wird durch 
das gut erhaltene Exemplar in Neapel berichtigt und auf 
p • RV festgestellt. Ich erhielt davon erst einen Abguss, 
als die Tafel III bereits fertiggestellt war. 





Die Jupiterköpfe auf den Münzen des C • CAPP, A • POM, 
V ' POS und p • RV zeigen eine grosse stilistische Ueber- 
einstimmung, alle vier Stücke haben auf der Hs. das 
Füllhorn und allen fehlt das Monogramm W auf der Rs. 
Daraus ist zweifellos auf eine Gleichzeitigkeit dieser vier 
Beamten zu schliessen. 



c-nsi. 



54. — Taf. III, Nr. 59. 
Jupiterkopf n. 1., dahinter Füllhorn. 
% Krieger, links C • TJ, ohne W 




— 402 — 

*1. — 6,79 Gr. m. Landolina, S. 28, Norbana^ Nr. 1. 

2. — 5,65 >. g. Neapel, Kat. Fiorelli, I, Nr. 4716. 

3. — 4,47 .. m. Brit. Mus., Kat. Sicily, S. 126, Nr. 49. 

Dm. : 0,023. 

Es handelt sich hier jedenfalls um dieselbe Münze, die 
bei Torremiizza, Taf. LXI, Nr. 8, mit C • N at^gebildet ist, 
und hiernach von LandoHna, S. 28, Klein, S. 461, Nr. 19, 
und Holm, S. 734, Nr. 800, wiederholt wird. Das Mono- 
gramm ist auf der Münze ganz deutlich, aber die 
Auflösung will mir nicht gelingen. Man könnte den 
Haken vorn am N für ein p nehmen, aber dann stände 
dieser Buchstabe rückläufig und das wäre ungebräuch- 
lich, überdies würde ein p kaum einen Sinn ergeben. 

C • "Rj (C • JK\geminus ?). 

55. — Taf. HI, Nr. 62 u. 61. 

Jupiterkopf n. 1., dahinter Füllhorn. 

o 
^. Krieger, links ßj Q-^ bj • beide ohne w 

a) 1. — 9,78 Gr. g. Brit. Mus., Kat. Sicily, S. 126, Nr. 48. 
h) 2. — 7,39 » g. Hunter Museum, Glasgow, Kat. Macdonald, I, 
S. 212, Nr. 46. 
*3. — 6,79 » Landolina, S. 26, Curiazia, Nr. 1. 

Dm.: 0,022-0,024. 

Das bei Torremuzza, Taf. LXI, Nr. 22, aus der Sammlung 
Duane abgebildete Stück ist oben Nr. 2, jetzt im Hunter 
Museum befindlich, in das die Sammlung Duane über- 
gegangen ist. 

Das Monogramm C • "RJ finde ich in Colonia paUoRmus 
aufgelöst. Dem ist aber entgegen zu halten, dass wir auf 
dem As Gruppe I, Nr. 41, dasselbe Monogramm ohne C • 
besitzen und dass in ihm durch den nach links verlän- 



— 403 — 

gerten oberen Querstrich ein T steckt. Mir ersclieint 
Caius TRigeminus als die einzig mögliche Auflösung und 
Ergänzung. Die Persönlichkeit ist aber nicht zu bestimmen; 
C. Curiatius Trigeminus Vater und Sohn, die auf den 
Münzen Babelon I, S. 446-448, Nr. 1-9, Mommsen-Blacas, 
Nr. 91 und 101, erscheinen, können nicht in Betracht 
kommen, da die Münze ganz erheblich jünger ist. 

Im Kat. Sicily des Brit. Museums, S. 126, Nr. 48, und 
diesem folgend im Kat. Macdonald der Hunterschen 
Sammlung, S. '212, wird gesagt, dass auf der Hs. hinter 
dem Jupiterkopfe sich ein s beflnde und dement- 
sprechend ist das Stück auch als Semis bezeichnet. Das 
ist aber ein Irrtum, denn das angebliche S sind nur 
die Reste des Füllhorns, die Münze ist ein Ganzstück, 
genau so wie die übrigen Stücke dieser Art. Klein, 
S. 162-163, Nr. 26 und 28, sowie Holm, S. 733 und 735, 
Nr. 787 und 812 ', haben sich dadurch verleiten lassen, 
dieselbe Münze einmal als As und dann als Semis aufzu- 
führen. Beide werfen die Münzen mit "Rj (Gruppe I, 
Nr. 41), C-n^, C-Ri und C-E (Gruppe II, Nr. 54, 
55 und 56) überhaupt gründlichst durcheinander. 

C-"E 

56. — Taf. III, Nr. 60. 
Jupiterkopf n. 1., dahinter Füllhorn. 
^. Krieger, links C -E, ohne W 

1. — 6,93 Gr. ra. Brit. Mus., Kat. Sicily, S. 126, Nr. 50. 
*2. — 6,15 « Garrucci, Sylloge, S. 137, Nr. 457. 

Dm. : 0,022. 

Das Monogramm ist bisher immer unrichtig wieder- 
gegeben worden: Paruta, Tav. Palermo, Nr. 71 =Torre- 

< Im Citat, « Klein 12C, Nr. 26 » Druckfehler für 162., 



— 404 — 

muzza, Taf. LXI, Nr. 7 = Iscriz. di Palermo, S. 192, 
Taf. II, Nr. 19, aïs C- E, im Kat. Sicikj, S. 12G, Nr. 50, 
als C • E> bei Garracci, S. 137, Nr. 457, noch am zutref- 
fendsten, während es deutlich C • "E lautet. Ohne Zweifel 
ist darin das in der vorstehenden Nr. 55 besprochene 
Monogramm C • "Rj enthalten, vermehrt durch den unteren 
Querstrich. Aber eine Lösung will mir nicht gelingen, 
denn c • TEREN^^^^s, wie Garrucci vorschlägt, dem Klein, 
S. 162, Nr. 26, sich anschhesst und, wenn auch zögernd, 
Holm, S. 735, Nr. 812, erscheint mir unmöglich. 

Die Hs. dieser und der vorhergehenden Münze 
Variante aj sind stempelgleich ; das ist beachtenswert, 
denn auch hierdurch kommt die Zusammengehörigkeit 
beider und die gleiche Bedeutung der Monogramme zum 
Ausdruck. 



Mr> 



57. a) — Taf. III, Nr. 64. 

Jupiterkopf n. 1., dahinter Füllhorn. 

fi). Krieger, über dem ausgestreckten rechten Arme 
/V^, unter dem Arme ein mit der Spitze nach links 
liegender Anker. Rechts vom Krieger ein senkrecht 
gestelltes Steuerruder. Ohne w 



1. 

2. 
3. 
4. 


— 7,80 Gr. g. Gotha. 

— 6,47 » z. g. Berlin (Imhoof). 

— 6,42 » z. g. Desgleichen. 

— 5,78 » m. A. Löbbecke. 


5. 


— 5,77 » vorz. Berlin (Fox, 1849 von Rollin). 




Dm.: 0,023-0,024. 



b) — Taf. III, Nr. 63. 
Jupiterkopf n. r., ohne Füllhorn. 
^. Genau wie vor. 



— 405 — 

1.-7,17 Gr. g. Berlin (Imhoof). 

2. — 6,44 » s. m. Kopenhagen. 

3. — 5,68 » m. A. Löbbecke. 

4. — 5,36 » s. m. Kopenhagen. 

Dm.: 0,022-0,024. 

Diese beiden, nur durch die Richtung des Jupiter- 
kopfes sich unterscheidenden Münzen gehören zusammen 
und ich glaube auch, dass sie in Beziehung mit Nr. 56 
stehen, denn die Auffassung des Jupiterkopfes auf ihnen 
ist, wie man sich durch die Abbildungen, Taf. III, 
Nr. 64 und 60, überzeugen kann, so auffallend gleich- 
artig, dass sie die Hand desselben Stempelschneiders 
verraten. Ich war sogar anfänglich versucht, auch bei 
ihnen Stempelgleichheit anzunehmen. 

Mangelhaft erhaltene Exemplare haben auch hier viel 
Verwirrung angerichtet. So beziehen sich die Abbil- 
dungen bei Paruta, Tav. Palermo, Nr. 61 = Torremuzza, 
Taf. LXI, Nr. 11, 12 und 15 = Iscriz. di Palermo, 
S. 192, Taf. II, Nr. 24 und 18, unzweifelhaft auf einen 
und denselben Stempel. Dasselbe ist der Fall mit 
Garrucci, Sylloge, S. 137, Nr. 453; Landohna, S. 24, 
Claudia, Nr. 1 ; Klein, S. 160, Nr. 16 ; Holm, S. 733, 
Nr. 785, und Fraccia, Brève rassegna, Nr. 25 = Ant. monel. 
sicüiane, S. 32, Nr. 123, wo das Steuerruder für einen 
Kandelaber gehalten und das Monogramm irrig als 
M • PVRI gelesen wird. 

Ich möchte hierbei auf 'die kleine Münze, Gruppe 3, 
Nr. 71, hinweisen. Hs. pp, darimter L • GN, deren ganzer 
Rs. -Typus aus den hier nur als Beizeichen erscheinenden 
Steuerruder und Anker besteht. Diese Uebereinstim- 
mung ist gewiss auffallend. 

Folgende Stücke sind mir im Original noch nicht 
vorgekommen. Ich möchte annehmen, dass die Beamten- 
namen auf irriger Lesung massig erhaltener Münzen 
beruhen. 



— 406 — 

a) AQV 

Abgebildet bei Torremuzza, Taf. LXI, Nr. 3 = Iscriz. 
di Palermo, Taf. II, Nr. 23, mit dem Jupiterkopf n. 1., 
dahinter Füllhorn, Landolina, S. 16, beschreibt ein 
Stück, anscheinend aus seiner Sammlung mit dem 
Kopfe nach Imks ohne Füllhorn dahinter; bildet es 




Taf. I, Nr. 41, aber mit dem Kopfe nach rechts ab. Nach 
Torremuzza und Landolina bei Klein, S. 157, Nr. 4, 
Holm, S. 731, Nr. 772. Sollte AQV etwa Verwechselung 
mit p • RV sein ? 

b) PAT 

Jupiterkopf n . 1. — Nur bei Torremuzza, Taf. LXI, Nr. 2, 
wonach Landolina, S. 19; Klein, S . 157, Nr. 5; Holm, 
S. 731, Nr. 773. 

c) PP 

Jupiterkopf n. 1. — Nur bei Torremuzza, Taf. LXI, 

Nr. 18. 



Nur bei Torre- 



d) POSA 

Jupiterkopf n. 1., dahinter Füllhorn, 
muzza, Taf. LXI, Nr. 20. 

Auf allen vier Stücken ist das Monogramm W angeb- 
lich nicht vorhanden. 



— 407 - 



Uebersicht der Münzen der zweiten Gruppe : 



Ltd. Nr. 


Name 


Kopf nach 


Füllhorn 


Monogr. 


42 a 


ohne 


rechts ) 






42 & 


» 


Unks ) 






42 c 


» 


rechts j 




15P 


42 rf 


» 


links i 




42 e 


» 


hnks 


Füllhorn 


W 


42/- 


» 


links 


— 


W und Hammer 


43 


^ etc. 


links 


. — 


W 


44 


NASO 


links 


— 


— 


45 


u-yve 


hnks 


— 


W 


46 


Q-FAB 


rechts 


Füllhorn 


W 


48 


CATO 


hnks 


— 


w 


49 


C-CAl^P 


links 


Füllhorn 


— 


50 


A-POM 


links 


Füllhorn 


— 


51 


l^-POS 


links 


Füllhorn 


— 


52 


S -POS 


links 


— 


w 


53 


P-RV 


hnks 


Füllhorn 


— 


54 


c-n^ 


hnks 


Füllhorn 


— 


55 


C-Rl 


hnks 


Füllhorn 


— 


56 


C--B 


links 


Füllhorn 


— 


57ft 


mn 


hnks 


Füllhorn 


— 


57 ?> 


rechts 


— 


■ 



C. — Dritte Gruppe. 



In dieser Gruppe findet man eine Anzahl Münzen 
vereinigt, die bestimmt oder mit hoher Wahrscheinlich- 
keit in Sicilien, teilweise vielleicht sogar in Syrakus 
geprägt sind und dabei die Namen der Münzbeamten in 
lateinischer Sprache führen. Die Zeit ihrer Prägung 
genauer festzustellen, ist vorläufig nicht möglich, mit 
Ausnahme der Stücke mit dem Jupiterkopfe, die sich 



— 408 — 

durch das darüber befindliche Wertzeichen unzweifelhaft 
als Asse ausweisen. Als ihr gewolltes Gewicht kann das 
der Viertelunze angesehen werden, so dass bezüglich 
ihrer Entstehungszeit das bei der ersten Gruppe einleitend 
Gesagte zunächst auch für sie gilt. 

Von den auf den Münzen erscheinenden Beamten- 
namen sind nur wenige mit bestimmten Persönlichkeiten 
zu identificiren. 

58. As. — Taf. IV, Nr. 65-66. 

Januskopf mit Lorbeerkranz, darüber das Wertzeichen |, 
zu den Seiten OP = PI Das Ganze von einem unten 
gebundenen Lorbeer- oder Oelkranze umgeben, Perlkreis. 

^. Jupiterkopf mit Lorbeerkranz n. r., Perlkreis. 

Kopenhagen, neuere Erwerbung. 

Berlin (Fox, von Rollin 1853). 

Neapel, Kat. FiorelU, Nr. 4745. 

Berlin (Friedländer). 

Desgl. (Irahoof, von Rollin & Feuardent, 

1880), überprägt. 
Dresden. 
Gotha. 

Rollin & Feuardent, 1902. 
Brit. Mus., Kat Sicily, S. 127, Nr. 10. 
Bahrfeldt (1899 von Ready in London). 
Arolsen, Fürstl. Münzkabinet. 
Mus. Olivieri in Pesaro. 
Capitol Rom (Bignami), in Rom gefunden. 
A. Löbbecke. 
Rollin & Feuardent, 1902. 
Wien, Nr. 6730. 
Hunter Mus., Glasgow, Kat. Macdonald, 

I, S. 258, Nr. 4. 
Fr. Gnecchi. 

Brit. Mus., Kat. Sicily, S. 127, Nr. 9. 
Kopenhagen, Kat. Bamus^ I, S. 80, Nr, 120 
Berlin (Imhoof, von Sambon). 



1. 


- 7,39 Gr 


. Z. g. 


2. 


— 7,17 


» 


g- 


3. 


— 6,90 


» 


g- 


4. 


— 6,82 


» 


Z. g. 


5. 


— 6,75 


n 


S. g. 


6. 


- 6,65 


» 


s, g. 


7. 


— 6,30 


» 


m. 


8. 


— 6,27 


» 


g- 


9. 


— 6,09 


» 


s. g. 


10. 


— 5,98 


» 


s. g. 


11. 


— 5,45 


» 


g- 


12. 


— 5,11 


a 


g- 


13. 


— 4,97 


» 


g- 


14. 


— 4,92 


» 


g- 


15. 


— 4,85 


» 


z. g. 


16. 


— 4,40 


» 


g- 


17. 


— 4,40 


» 


g- 


18. 


— 4,30 


» 


m. 


19. 


— 4,28 


» 


z. g. 


20. 


— 3,98 


» 


z, g. 


21. 


— 3,80 


» 


m. 



— 409 — 

22. — 3,70 Gr. m. München. 

23. — 3,30 » g. Neapel, Kat. FiorelU, Nr. 4746. 

24. _ 2,70 » g. Wien, Nr. 6731. 

Dm. : 0,017-0,020. 

Diese Münze, und zwar das Exemplar oben Nr. 17, 
*^vurde zuerst bekannt gemacht von Gombe, Mus. Huiiter, 
4782, Taf. 40, Nr. 22, der die ganz deutliche Aufschrift 
aber irrig als riAIH las und dementsprechend das Stück 
nach Pseonia legte. Diese Zuteilung berichtigte Imhoof- 
Blumer, Ztschr. f. Num., I, 1873, S. 326. Alsdann bildete 
Neumann, Pop. et reg. num. vet. ined., Bd. II, 1783, 
Taf. VI, Nr. 13, ein Stück seiner Sammlung ab, ohne es 
jedoch im Texte zu erwähnen. Es kam später in die 
Sammlung Wiczay und wird von Garonni im Mus. 
Hedervar, Bd. I, S. 46, Nr. 1269, beschrieben, Bd. II, 
Tab. urh., IV, Nr. 75, abgebildet. Hiernach war von der 
Aufschrift nur die linke Hälfte OP sichtbar, jedoch 
bemerkt Sestini, Mus. Hedervar. castigatioues, S. 20, zu 
Nr. 1269, dass die Aufschrift ganz klar OPPI laute. Der 
Verbleib dieser Münze ist unbekannt, da die Sammlung 
Wiczay, wie schon erwähnt, im Jahre 1835 durch Rollin 
in Paris zerstreut wurde. 

Ein anderes Exemplar wird im Kataloge Rollin & Feuar- 
dent, Monn. rom., Bd. I, Paris o. J. (1866), S. 64, 
Nr. 601 bis, verzeichnet und hiernach von A. Butkowski, 
Dictionn. num., Bd. I, Sp. 60, Nr. 140, wiederholt. 
Ferner fand sich ein Exemplar in der Sammlung Jarry 
in Orleans, im Auktionskataloge, Paris 1878 (Rollin 
& Feuardent), S. 39, Nr. 622, irrig mit M -OPPI 
beschrieben. 

Das Exemplar im Brit. Museum, oben Nr. 19, zeigt, 
weil der Schröthng nicht ausreichte, von der Aufschrift 
nur OP. Dies wiederholt Babelon, H, S. 277, Nr. 8, 
berichtigt die unvollständige Lesung aber S. 594 im 
Supplement nach Imhoof-Blumer, Monn. grecques, S. 36, 



— 410 - 

Nr. 83, dem jetzt in Berlin befindlichen Exemplare oben 
Nr. 21. 

Ramus, I, S. 80, Nr. 120, beschreibt das eine Exemplar 
in Kopenhagen oben Nr. 20, das er richtig nach Panormus 
legt, irrig ohne Aufschrift, die aber vorhanden ist. Ueberdas 
ebendort als Nr. 121 verzeichnete Stück spreche ich 
sogleich weiter unten bei Nr. 60. Das Stück der Samm-* 
lung Fr. Gnecchi (oben Nr. 18), wird in der Riv. ital. di 
num., Bd. II, 1889, S. 162, Taf. III, Nr. 13, bekannt 
gemacht, die etwas verwischte Aufschrift jedoch irrig als 
NA = SO gelesen. Endhch ist OPP bei Holm, S. 734, 
Nr. 801, ein Schreibfehler. 

Auf ahen diesen Exemplaren steht OP = PI und nichts 
anderes. 




Trotzdem ich nicht weniger als vierundzwanzig Exem- 
plare dieser Münze nachweisen kann, ist sie doch recht 
selten. Alle mir bekannten Stücke sind mit denselben 
Stempeln geprägt, die im Laufe der Zeit zunächst schadhaft 
wurden und dann wohl ganz unbrauchbar. Man kann dies 
an den vorhandenen Exemplaren deutlich verfolgen. Noch 
unverletzt zeigt sich der Hs. -Stempel auf Nr. 4, 5, 11, 
12, 16, 17, 20, 21, 24, er beginnt auf Nr. 1, 9, 14 und 
15 rechts auszuspringen, Nr. 8, 10 (Taf. IV, Nr. 66), 
13 und 18 zeigen die schadhaften Stellen auch links, am 
stärksten Nr. 7, und auf Nr. 10 und 22 weist auch der 
Rs. -Stempel Beschädigungen auf. Es ergibt sich daraus 
für diese Münzen eine einmalige kurz andauernde wenig 
umfangreiche Ausprägung. 



— 411 — 

Interessant ist oben Nr. 5, von Imhoof-Blumer, Mo7in. 
grecques, S. 36/37, Nr. 84, veröirentlicht, die in folgende 
Münze umgeprägt worden ist : 





Kopf des Dionysos. 

1^. Panther n. r. schreitend, im Rachen einen Stab 
haltend. Im Abschnitt CAI, CAT» auch wohl Ä 

Sie wurde früher für wahrscheinlich capuanisch gehal ten , 
wird neuerdings aber für lateinisch angesehen. Literatur 
darüber: J. Friedländer, Oskische Münzen, S. 8; 
Mommsen-ßlacas, III, S. 226; Brit. Mus., Cat. Italy, 
S. 84, Nr. 22-25; Garrucci, Monete delV Italia ant., 
S. 59-60, Taf. 77, Nr. 3, und Sylloge, S. 138, Nr. 470; 
Mus. Hunter, Catal. Macdonald, I, S. 151, Nr. 4-5. 

Für die Zeitbestimmung beider Münzen ist die Ueber- 
prägung von Wichtigkeit. 

59. As. — Taf. IV, Nr. 68. 
Wie vor, jedoch ohne Aufschrift. 
^. Wie vor. 

1. — 7,07 Gr. s. g. Berlin. 
*2. — 6,69 « g. Landolina, S. 31/32, Nr. 6, Taf. II, Nr. 31. 

Dm.: 0,020. 

Wie das Berliner sehr gut erhaltene Exemplar 
beweist, fehlt auf dieser Münze die Aufschrift, sie ist 
nicht etwa nur abgenutzt oder gar absichthch entfernt 
worden. Abgesehen hiervon stimmt diese Münze mit 
der vorhergehenden im Gepräge aber durchaus überein, 
doch ist sie von anderem, etwas grösserem Stempel. 



REVUE NUM. T. XII. 



27 



— 412 — 

Zuerst bekannt gemacht wird sie von G. Fiorelli, 
Osservaz. sopra talune monete rar'e, Neapel 1843, S. 08, 
Taf. II, Nr. 14, ohne Angabe des Gewichtes und ihrer 
Herkunft. Das von Landohna beschriebene Exemplar ist 
das der Sammlung Riccio, das von diesem später in 
seinem Catalogo, S. 20, Nr. 18, kurz aufgeführt wird. 
Der Verbleib war nicht zu ermitteln. 

Nach dem Gepräge zu urteilen, könnte man die nach- 
folgende kleine Münze : 

60. — Taf. IV, Nr. 67. 

Januskopf im Kranze, ohne Umschrift und W^ert- 
zeichen. 
El. Ganz abgenutzt. 

1. — 2,73 Gr. Kopenhagen. 

Dm, : nur 0,013. 

auch dem Oppius zuschreiben, doch ist leider vom 
Gepräge der Rs. keine Spur mehr zu erkennen. Es ist 
dies das bei Ramus, I, S. 80, unter Nr. 121, aufgeführte 
Stück. 

Zur Oppius-Münze, Nr. 58, gehört im Hinblick auf die 
übereinstimmende Aufschrift wohl die folgende, die 
vielleicht das Halbstück darstellen soll : 

61. Semis (?). — Taf. IV, Nr. 69. 

Kopf des Herkules n. r., bärtig und mit Lorbeerkranz, 
an der Schulter die Keule. Das Ganze von Lorbeerkranz 
und Perlkreis umgeben. 

^. Kentaur n. L galoppirend, in jeder Hand einen 
Zweig haltend. Im Abschnitte OPPI, Perlkreis. 

L — 3,82 Gr. g. Wien. 

2. — 3,40 » g. Berlin (Fox, 1853 von Rollin). 

3. — 3,32 » g. Desgl. (Imhoof, von Sambon). 

Dm.: 0,017. 



- 413 — 

Pellerin, Recueil, III, S. 109, Taf. CXI, ist der Erste, der 
diese Münze beschreibt. Er gibt aber die Aufschrift irrig 
mit OPPE, auch ist seine Abbildung der Rs. nicht ganz 
zutrelfend. Eckiiel, Num. anecdot, S. 100, Taf. VII, 
Nr. 5, stellt nach Exemplaren der Sammlungen Wiczay 
und Savorgnan die Lesung und Beschreibung richtig und 
glaubt die Münze in der Stadt Horreum in Epirus 
geprägt. Später in der Doctrina num., II, S. 165, kann er 
ein Exemplar der kaiserlichen Sammlung in Wien 
citiren (oben Nr. 1) und teilt die Münze nunmehr in 
Folge von Fundnachrichten einer Stadt Unteritaliens zu, 

deren Name mit OPPI anfange. Nach Eckhel wird 

die Münze dann von Mionnet, SuppL, Bd. III, S. 370,78, 
aufgeführt. 

Das Exemplar der Sammlung Wiczay findet sich von 
Caronni im Mus. Hederuar., Bd. I, S. 132, Nr. 3392, und 
von Sestini, Mus. Hederv., Parte Europ., Vol. II, 1830, 
S. 25, beschrieben. Es ist vielleicht dasselbe, das 
Fox im Jahre 1850 bei Rollin in Paris kaufte und 
mit dessen Sammlung nach Berlin kam (oben Nr. 2). 
Das dritte Exemplar endlich wurde von Imhoof-Blumer 
in seinen Monn. grecques, S. 37, Nr. 85, bekannt gemacht 
und hiernach von Babelon, Monn. cous., Bd. II, im 
Nachtrage, S. 594, aufgeführt. 

Das vorerwähnte Wiener Exemplar gab Veranlassung 
zu der Abhandlung lieber einen semuncialen Quadrans 
von Larinum, den Fr. Kenner in den Sitzungsberichten 
der Kais. Akad. der Wissensch., philos. -histor. Classe, 
Bd. XXXVII, Heft 3, Wien 1861, veröffentlichte. Nach 
der Aehnlichkeit des Gepräges mit dem der Quadranten 
von Larinum (Brit. Mus., Cat. Italy, S. 71, Nr. 8) hält 
er die Münze für ebenfalls dort geprägt und zwar von 
einem Münzbeamten, dessen Name Oppius oder Oppia- 
nicus gelautet habe. 

Unter Berücksichtigung des Ganzstückes mit dem 
Namen OPPI ist diese Zuteilung an Larinum aber nicht 



— 414 — 

mehr haltbar; beide Stücke gehören zusammen und 
sind sicherlich in Sicilien geprägt und gewiss von 
M. Oppius Gapito, dem Präfecten des M. Antonius in 
Sicilien. Dies ist auch die Meinung Babelon's, Monn. 
cons., II, S. 277, und Holms, III, S. 460 und 734. 

Auf die ähnliche Rs. -Darstellung der kleinen Kupfer- 
münze mit M/^, Fis. SC/^VA, die bei ßabelon, I, S. 234, 
Nr. 4, nicht ganz zutreffend abgebildet wird, (vergl. 
meine Nachträge und Berichtigungen^ Bd. II, S. 21, u. ff., 
Nr. 2), will ich hier wenigstens hinweisen. 

Ueber das vielleicht mit den Oppiusmünzen oben 
Nr. 58 und 59 zusammenhängende aufschriftslose Kupfer- 
stück vergl. weiter hinten Nr. 92 der vierten Gruppe. 



62. As. — Taf. IV, Nr. 70. 

Januskopf mit Lorbeerkranz, umher verteilt, S = E = X, 
unter dem Halse undeutliche Striche. Das Ganze im 
Lorbeer- oder Oelkranze. 

fi). Medusenhaupt n. r., davor A/, dahinter N; Lorbeer- 
oder Oelkranz wie auf Hs. 

1. — 7,91 Gr. g. Hunter Mus., Glasgow, Kat. Macdonald, I, S. 

257, Nr. 2, Taf. XIX, Nr. 1. 

2. — 7,70 » s. g. Berlin. 

Dm.: 0,018. 

Macdonald beschreibt die Rs. als Kopf des jugend- 
lichen Herkules, das bessere Berliner Exemplar zeigt 
jedoch deuthch das Medusenhaupt mit den Schlangen- 
haaren. Unter dem Halsabschnitte des Januskopfes der 
Hs. befinden sich undeuthche Striche, die ich nach den 
beiden mir bekannten Exemplaren nicht zu deuten 
vermag. Im Kataloge Garonni des Mus. Hederuar., Bd. I, 
S. 47, Nr. 1282, Taf. IV, Nr. 89, wo ein anscheinend gut 
erhaltenes, mit dem Berhner nicht identisches Exemplar 
abgebildet ist, werden die erwähnten Striche als W- 



— 415 — 

gelesen. Sestini, Mus. Hederv. castigationes, S. 20, legt 
das Stück nach Zacynthus, weil er in seiner bekannten 
Weise Aufschriften in die Münze hineinliest, von denen 
keine Spur zu sehen ist. Nach seiner Meinung soll hier 

2 
darauf stehen o 5 

Merkwürdige Uebereinstimmung herrscht hinsichtlich 
der Aufschriften zwischen dieser und der folgenden 
Münze : 



63. — Taf. IV, Nr. 71. 

Merkur stehend, mit flacher Mütze bedeckt, links 
gewendet, in der Linken den Caduceus, in der Rechten 
einen Beutel haltend. An der Seite rechts SEX Umher 
Kranz. 

^. Bacchus auf einem Schweine linkshin reitend, in 
der Linken den Thyrsus, in der ausgestreckten Rechten 
den Gantharus haltend. An der Seite links N - N Umher 
Kranz. 

L — 7,90 Gr. g. Gotha. 

2. — 6,61 » m. Thorvaldsen Museum, Kopenhagen. 

3. — 6,00 » z. g. Berlin (Imhoof ). 

4. — 4,30 » z, g. Thorvaldsen Museum, Kopenhagen. 

Dm.: 0,019. 

Das verschollene Exemplar der Sammlung Wiczay war 
gewiss nur mangelhaft erhalten, daher ist Beschreibung 
und Abbildung im Mus. Hederv., I, S. 335, Nr. 7167, II, 
Taf. 29, Nr. 629, nicht ganz zutreflend. Besser schon ist 
beides in L. Müller, Musée Thorvaldsen, Bd. IV, 1850, 
S. 350, Taf. IV, Nr. 99-100, das zwei Stück enthält. Von 
der Rs. -Aufschrift ist nur das untere Monogramm 
sichtbar, das Müller irrig als Z = ZA liest und dement- 
sprechend die Münze nach Zacyntbusi legt, ;Wahrscheinlich 



— 416 — 

wohl nach dem Vorgange Sestini's, der Mus. Hedetv. 
castigationes, S. 53, eine irrige Beschreibung unter 
Hinzufügung von erdichteten Aufschriften gibt. Das 
deutliche Gothaer Exemplar beseitigt aber alle Zweifel 
an der Lesung der Aufschriften. 

Auch in den Aufschriften der folgenden drei Münzen, 
die wieder unter sich unzweifelhaft zusammenhängen, 
ist das A/ N der vorstehend beschriebenen Stücke Nr. 62 
und 63 enthalten : 

64. As. — Taf. IV, Nr. 72. 

Januskopf mit Lorbeerkranz, darüber i, Perlkreis. 

^. Bärtiger Kopf mit spitzem Hute (Vulkan), hinter 
der Schulter hervorragend die Zange. Links daneben 
L- A/N\, Perlkreis. 

1. — 4,16 Gr. z. g. Kopenhagen, Kat. Ramus, I, S. 81, Nr. 124. 

2. — 3,00 » z. g. Hœberlin in Frankfurt a. M. 

3. — 2,62 » z. g. Bahrfeldt. 

4. — 2,49 » m. Desgleichen. 

Dm. : 0,018. 

Auf Nr. 1 ist die Zange nicht sichtbar, sie ist vielleicht 
wegretouchirt, da diese Seite der Münze überarbeitet 
erscheint. Nr. 3 ist auf eine nicht mehr zu erkennende 
andere Münze überprägt. 



65. — Taf. IV, Nr. 73. 

Weiblicher (?) Kopf mit Diadem n. r., Perlkreis. 

^. Kupido, anscheinend auf einem Sessel mit hoher 
Lehne sitzend, n. r., davor DA/A/, Perlkreis. 

1.-1,29 Gr. s. g. Berlin (Fox). 

2. — 1,05 » g. Desgleichen (Imhoof ). 

Dm, : 0,013. 



— 417 — 

66. — Taf. IV, Nr. 74. 

Kupido auf dem Erdboden sitzend n. r., davor sehr 
schwach ausgeprägt als Rest der Aufschrift ///////X 

i^ Panther n. r. schreitend, die linke Tatze erhoben 
und anscheinend inri Rachen eine Lanze haltend. Im 
Abschnitt p • A/l 

1. — 1,92 Gr. g. Berlin (Imhoof). 
Dm.: 0,013. 

Der Rs. -Typus erinnert ganz an die oben bei Nr. 58 
erwähnte Münze Garrucci, Taf. 77, Nr. 3. 

67. — Taf. IV, Nr. 77. 

Vulkankopf mit spitzem Hute n. r., dahinter die Zange, 
Perlkreis. 

fi). Merkurkopf mit Flügelhehn, dahinter Gaduceus, 
davor l • CAE, Perlkreis. 

1. — 3,40 Gr. g. Berlin (Imhoof). 

2. — 3,38 )> z. g. Bahrfeldt. 

3. — 3,04 » m. Desgleichen. 

4. — 2,74 » m. Desgleichen, 

5. — 2,64 » m. Basel, Museum. 

Dm.: 0,018. 

In der Literatur finde ich diese Münze nur im Kataloge 
Ramus des Münzkabinets Kopenhagen, Bd. II, S. 30, 
Nr. 4-5, Taf. I, Nr. 12, behandelt, sonst nirgends. Dort 
wird sie einem Gsesius zugeschrieben. 

Von ganz übereinstimmendem Gepräge ist die folgende 
Münze : 

68. — Taf. IV, Nr. 78. 
Wie vor. 

1^. Wie vor, jedoch Aufschrift rechts a) "^ b) "^ 



— 418 — 

a) 1.-2,61 Gr. g. Berlin. 

» 2. — 2,58 » g. Paris. 

h) 3. — 2,14 » z. g. Hunter Museum, Glasgow. 

Dm.: 0,016-0,017. 

Das Exemplar der Hunter'schen Sammlung wird bei 
Combe, S. 26, Taf. V, Nr. 3, der Stadt Ancyra in Phrygien 
zugeteilt, jetzt liegt die Münze mit Recht bei den Unbe- 
stimmten. Babelon, I, S. 244, Nr. 21, hält sie für einen 
Sextans, geprägt von einem k^relius auf der Insel Lipari. 

69. ~ Taf. IV, Nr. 75. 

Doppelköpfige stehende Person von vorn, deren Arme 
anscheinend herabhängen. Links p • COR Das Ganze im 
Lorbeer- oder Oelkranze, unten gebunden. 

^. Eine männliche Person auf einer Cista sitzend, 
linkshin, hält in der Linken einen aufgestützten Stab 
und streichelt mit der Rechten einen zu ihr aufblickenden 
Hund. Links MELI Umher Kranz wie auf Hs. 

1. — 5,77 Gr. g. Berlin. 

2. — 5,33 » s. m. Bahrfeldt. 

Dm. : 0,019. 

Gapranesi, Medaglie inédite, Annali delV Inst. arch. di 
Roma, Bd. XI, 1840 (S. A., S. 32, Taf. S, Nr. 5), publicirt 
zuerst ein Exemplar dieser Münze, das verschollen ist. 
Er hält sie von P. Cornelius Sulla geprägt, der im Jahre 
568 d. St. (186 V. Chr.) Prätor in Sicilien war. Weder er, 
noch auch P. Cornelius Mammula, Prätor i. J. 574 d. St. 
(180 V. Chr.) kann in Frage kommen, da die Münze sehr 
viel jünger ist. 

Cavedoni erwähnt sie nach Capranesi kurz bei seiner 
Besprechung der Riccio'schen Monete delle antiche fami- 
glie, 2. Aufl. 1843, im Bull. delV Inst. arch. di Roma, 
1844, S. 24, Nr. 8. Die Aufschrift scheint thatsächlich auf 
beide Seit'êm^vérteilt zu! äein! p-COR'^ NELr'*'v -li// .;i 



- 419 — 

Leider ist das sonst gut erhaltene Exemplar in Berlin 
nicht in allen Teilen völlig ausgeprägt worden, so dass 
die Einzelheiten der Darstellungen doch Zweifel lassen 
und meine obige Beschreibung durchaus nicht zutreffend 
zu sein braucht. Ich wiederhole deshalb hier, was Prof. 
Dr. B. Pick mir darüber schreibt : « Der Gegenstand, 
worauf die Figur sitzt, erinnert zunächst an eine Cista. 
Ist sie es, so hätten wir Dionysos auf dem Thyrsos 
gestützt und mit dem Panther spielend. Aber vielleicht 
ist der Sitz nur ein schlecht gezeichneter Felsblock oder 
dergleichen, dann würde der Typus sehr an die alten 
Silbermünzen von Rhegion erinnern, wo ein sitzender 
Mann (der sogen. Demos, vergl. aber J. Seitmann, Num. 
Chron. 1897) ganz ähnlich, aber meistens bärtig erscheint, 
oft mit einem Hunde unter dem Stuhl, das Ganze von 
einem Oelkranze umgeben. Auch in Tarent findet sich 
ein ähnlicher Typus. » 

Eine gewisse Aehnlichkeit zeigt übrigens auch die 
Rs. der Kupfermünze von Panormus, Brit. Mus., Kat. 
Sicily, S. 123, Nr. 19; Holm, S. 714, Nr. 619. 

Der Doppelkopf hat, namentlich bei einer Vergrös- 
serung in seinen Einzelheiten eine auffallende Ueber- 
einstimmung mit folgender Münze, so dass man versucht 
ist, beide Gepräge in Verbindung zu bringen : 

70. — Taf. IV, Nr. 76. 

Doppelkopf mit langen spitzen Barten, von einer Art 
Hacher Münze bedeckt, Perlkreis. 

1^. Traubenartige Frucht mit Stiel, Perlkreis. 

1. — 1,14 Gr. g. Berlin. 

2.-1,07 » 8. g. Desgleichen (Fox). 

3. — 0,99 » g. Desgleichen. 

4. — 0,82 » g. Desgleichen (Imhoof). 

ii'jinn/; (i-)l\'ii0bj.;'iO)O12-Ö^18;(l'iii ■»ii null '>\^ivu[>!4 



— 420 — 



Fox legte seine kleine Münze nach Catana, vielleicht 
wegen des auf einigen dort geprägten Stücken vorkom- 
menden Doppelkopfes (Törremuzza, Taf. XXII, Nr. 4 
mid5; Brit. Mus., Kat. Sicily, S. 54, Nr. 91-92). Aber 
diese Zuteilung der Münze ist ebenso unsicher, wie ihre 
sicilische Heimat gewiss. 



71. 



Taf. IV, Nr. 85. 



Grosses Monogramm von Panormus pp, darunter 
L • GN, Perlkreis. 
^. Steuerruder und Anker übereinander, Perlkreis. 

1. — 2,85 Gr. m. Brit. Mus., Kat. Sicily, S. 124, Nr. 41. 

2. — 2,85 ). g. A. Löbbecke. 

3. — 2,60 » g. Berlin (Imhoof ). 

4. — 2,60 » z. g. Desgleichen. 

Dm. : 0,013. 

Paruta, Sicilia, tav. Palermo, Nr. 105, wonach Törre- 
muzza, Taf. LX, Nr. 20. Beiden fehlt das L • in der Auf- 
schrift.— Imhoof-Blumer, Rev. franc, denum., 1869, S. 363, 
Nr. 8. — Holm, S. 727, Nr. 738 und S. 734, Nr. 797, wo 
an beiden Stellen das Monogramm nicht ganz zutreffend 
wieder gegeben ist. — Fraccia, Brève rassegna, Nr. 23, und 
Ant mon. sicil., S. 31, Nr. 119, aus den Funden von 
Solunto. Seine Beschreibungen angeblich unedirter, 
namentlich Kupfermünzen beruhen vielfach auf schlecht 
erhaltenen Exemplaren und sind recht wenig zuver- 
lässig. 

Das hier als Haupttypus erscheinende Steuerruder mit 
dem Anker bilden bei Nr. 57 der zweiten Gruppe die 
Beizeichen zu dem Typus stehender Krieger. Auf diese 
Uebereinstimmung ist dort hingewiesen. 

Die Ergänzung des Namens L-.GN dieses in 

Panormus wirkenden Beamten ist noch nicht gelungen. 

Ich schliesse hieran sogleich eine andere in Panormus 
geprägte Münze an, die neben dem abgekürzten Namen 



— 421 — 

eines römischen Beamten den Stadtriamen ausgeschrieben 
und in griechischer Form trägt : 

72. — Taf. IV, Nr. 92. 

Kopf des Jupiter mit Lorbeerkranz n. r., dahinter 
Zepter, weiter Perlkreis. 

^. Viersäuliger Tempel, umher riANOP = MITAN, unten 
G-D- 



1. 


— 8.62 ' 


Gr. 


g- 


Hunter Mus., Glasgow, Kat. Macdor, 
S. 211, Nr. 36. 


2. 


— 7,87 


» 


g- 


Berlin (Imhoof). 


3. 


— 7,60 


» 


S. i 


g-. Desgleichen (Fox). 


4. 


— 7,50 


» 


g- 


München. 


5. 


— 7,02 


» 




Brit. Mus., Kat. Sicily, S. 124, Nr. 38 


6. 


- 6,90 


» 


g- 


Berlin (Imhoof). 


7. 


— 6,67 


)) 


g- 


Brit. Mus., Nr. 40. 


8. 


- 6,50 


» 


m. 


München. 


9. 


— 6,33 


» 


g- 


Berlin. 


10. 


— 6,22 


» 




Brit. Mus., Nr. 39. 


11. 


— 6,22 


» 




Hunter Mus., Nr. 37. 


12. 


— 6,00 


» 


g- 


Berlin (Imhoof). 


13. 


— 5,70 


» 


m. 


München. 






Dm.: 


0,019-0,022. 



Auch für das C • D • gibt es bis jetzt keine befriedigende 
Erklärung. 

Holm, der die Münze S. 727, Nr. 737, und S. 733, 
Nr. 789, doppelt aufführt, weist sie zögernd einem 
C • Durmius zu. 

Die Münze ist von auffallend rohem Stempelschnitt. 

73. — Taf. IV, Nr. 79-83. 

Gezinnter Turm oder Pharus mitten auf einem eben- 
falls gezinnten länglichen Unterbau ruhend. Zu den 
Seiten des Turms D ^ D, Perlkreis. 

i^. Viereckiger Altar mit spitzen Ausladungen an den 



— 422 — 

Ecken der Oberfläche. Das innere flache Viereck der 

Altarseite bei 

a] ist leer, 

hj hat in der Mitte einen Punkt, 

c] ist durch Doppellinien in Quadrate geteilt, 

d] der Altar trägt einen Zweig oder kleinen Baum. Unten 
ein Punkt. 

Perlkreis? 



a) 1. 
2. 
3. 
4. 
5. 
6. 
7. 
8. 

b) 9. 
10. 

c) 11. 

d) 12. 



g- 
m. 

g- 
g- 
ra. 



6,60 Gr. ra. 

6,04 

5,24 

4,75 

4,66 

4,57 

4,04 

3,86 

5,50 

5,10 

2,70 

4,20 



z. g. 

g- 

z. g. 
z. g. 



Rollin & Feuardent, 1902. 

*** in Paris. 

Rollin & Feuardent, 1902. 

Berlin (Imhoof). 

Desgl. (v. Rauch). 

Rollin & Feuardent, 1902. 

Brit. Museum, Kat. Sicily, S. 129, Nr. 23. 

Desgleichen, Nr. 22. 

Berlin (Imhoof j. 

Winterthur, Museum. 

Berlin (Imhoof). 

Desgleichen. 



Dm.: 0,017-0,018. 



74. — Taf. IV, Nr. 84. 
Aehnhch wie vor, aber ohne D = D, Perlkreis ? 
]^. Palmbaum, zu den Seiten L- = - M, Perlkreis. 

1. — 2,20 Gr. z. g. Berlin (Imhoof). 

2. — 1,70 » z. g. Desgleichen. 

Dm.: 0,014. 

Die ehemals Imhoof'schen Exemplare der Nrn. 73 
und 74 des Berliner Kabinets entstammen der Sammlung 
Fischer, Katalog Fr. Landolina, S. 24/25, Nr. 66 und 68, 
und sind in den Berl. Bl. f. Mzkde., V, 4870, S. 53/54, 
Nr. 3 und 4, von Dr. Fr. Imhoof-Blumer kurz besprochen 
worden, der, soviel ich weiss, mit dieser Arbeit seine 
reiche schriftstelJerische Tätigkeit begonnen 'bafc; . i / . ; i 



— 423 — 

Das D = D wird kaum anders als in oecurionum 
Decreto aufgelöst werden können ; für L • = M • habe ich 
keine Erklärung, doch erinnere ich an die Münze mit 
U • A^ der zweiten Gruppe, Nr. 45. 

Das Gegenstück zu der Nr. 73 a mit dem Altar ist die 
mit nANOP = MITAN bezeichnete Kupfermünze: Hs. 
Demeterkopf, Rs. Altar. Torremuzza, Taf. LIX, Nr. 3; 
Brit. Mus., Kat. Sicily, S. 123, Nr. 17 und 18; Holm, 
S. 714, Nr. 617. 

75. — Taf. IV, Nr. 87-90. 
Herkuleskopf mit Löwenfell n. 1., Perlkreis. 
^. aj Keule senkrecht gestellt, mit dem Griffende unten ; 
hj Desgleichen, zwischen x - • 
cj Desgleichen, zwischen x und kleinem Vogel; 
dj Keule, mit dem Griffende oben, zwischen x 

und kleinem Vogel; 
e) Desgleichen, zwischen X= f^ 
Bei b)-e] Perlkreis. 

Landolina, Lettera alRiccio, S. 25, Nr. 9. 

Desgleichen, Nr. 10. 
g. Berlin (Imhoof ). 
z. g. Brit. Mus., Kat. Sicily, S. 128, Nr. 21. 
g. Berlin (Imhoof). 

g. Berlin (Imhoof, aus Sammlung Lauria), 
m. Desgleichen. 

Dm. : h) 0,016, c)-d) 0,013-0,014. 

Alle diese Münzen, die ich hier vereinigt habe, zeigen 
eine gewisse Verwandtschaft, so dass man sie als 
zusammen gehörig betrachten kann. Besonders gross ist 
die Aehnlichkeit und Uebereinstimmung des Gepräges 
bei den Varianten c und d unter einander, aber auch mit 
der oben S. GO fg., Nr. 47, besprochenen Münze des 
Q • FAB, wie überhaupt die Keule ein beliebter Rs. -Typus 



a) 


*1. 


- 2,90 Gr. 


b) 


*2. 


— 3,01 » 




3. 


— 2,47 .. 


«; 


4. 


— 1,62 >. 


d) 


5. 


— 1,90 » 


e) 


6. 


— 2,70 ). 




7. 


— 1,90 » 



_ 424 — 

ist, vergl. die Münzen mit Q-b und CRASIP oben 
Nr. 23 und 25. 

Eine Erklärung für X, X = -, X und X habe ich nicht. 
Sollten es Wertzeichen sein? Ich erinnere hierbei an 
den Quadrans mit dem Elügel, oben Nr. 33, wo sich 
ebenfalls X • findet. Im Kat. Sicily des Brit. Mus. S. 128, 
Nr. 21, wird die Variante 75 c wohl wegen des Punktes 
Uncia genannt, dies wiederholt Holm, S. 733, Nr. 795, 
doch scheint mir diese Bezeichnung auf keinen Fall 
zutreffend. Auch die Aufschrift AT» auf Variante 75 e weiss 
ich nicht unterzubringen, möchte aber auf die oben S. 414 
besprochene Münze hinweisen, deren Aufschrift zuweilen 
auch CAT» lautet. 

Vielleicht gehört hierher auch die nachstehend abge- 
bildete Münze, 




die ich nach Reu. franc, de num., 1869, Taf. VII, Nr. 35, 
wiederhole, wo sie S. 181, Nr. 35, von A. G. Soutzo, 
besprochen und dem Antandrus von Mysien zuge- 
schrieben wird. Andererseits wird sie von G. Kunz im 
Museo Bottacin, wieder abgedruckt in der Riv. ital. di 
num., Bd. XV, 1902, S. 380, Taf. XV, Nr. 3, nach Antissa 
in Aeolis gelegt. Also herrscht eine Sicherheit in der 
Zuteilung nicht. 

76. — Taf. IV, Nr. 86. 

Geschlossene Faust der rechten Hand, darunter BALA, 
Perlkreis. 

^. In unten gebundenem Lorbeerkranze C-ALIO 

1. — 2,00 Gr. z. g. Ravenna, Museum. 
Dm. : 0,012. 



— 425 — 

Alle Abbildungen und Beschreibungen dieser bisher 
einzig bekannten, früher in der Sammlung des Klosters 
Glassein Ravenna befindlichen Münze und zwar: Gavedoni, 
Bulleit. deir Inst. arch. di Roma, 1844, S. 22; Landolina, 
Monografia^ S. 10, Taf. I, Nr. 4; Mommsen, Rom. Münz- 
wesen, S. 556, Nr. 470, und S. (Sm-, Blacas, Franz. 
Uehers. II, Nr. 189, S. 380, III, S. 240, IV, S. 53, Taf. 29, 
Nr. 6; Gohen, Med. com., S. 7, Nr. 4, Taf. 56, Nr. 4; 
Babelon I, S. 444, Nr. 5; Holm, S. 734, Nr. 766 — gehen 
sämtlich zurück auf die unrichtige Zeichnung und 
Beschreibung bei Riccio, Mon. [am., S. 6, Nr. 4, Taf. 54. 
Es war mir möglich, nach dem Originale eine richtige 
Abbildung in meinen Nachlrägen und Rerichtigungen, 
Bd. II, S. 4, Taf. I, Nr. 3, zu geben. 

Riccio, Gavedoni, Babelon, Holm ii. s. w., nennen die 
Münze Unze, Landolina dagegen Semis. Welches Wert- 
stück sie thatsächlich darstellen soll, ist ebenso ungewiss, 
wie der Zeitpunkt und Ort ihrer Prägung. Dass sie mit 
dem Denar desC. AUius Bala zusammenhängt, wie zuletzt 
nach Holm, S. 734, Nr. 766, im Anschlüsse an Babelon, I, 
S. 410, meint, ist möglich, aber nicht wahrscheinhch. 

77. — Apollokopf n. r., Perlkreis. 
Ii LIBO inmitten eines Kranzes. 




*1. — 1,45 Gr. Landolina, S. 29. 
Dra. : 0,011. 

Die Münze ist nur durch Landolina, S. 29, Scribonia, 
Nr. I, Taf. II, Nr. 23, bekannt geworden, der sie 
anscheinend selbst besass. Danach ist die obige Abbil- 



— 426 — 

düng wiederholt. Wegen der grossen Uebereinstimmung 
des Gepräges der Rs. mit der vorher behandelten Münze 
des Bala habe ich sie hier angeschlossen. 

Klein, S. 160, Nr. 14, hält die Münze möglicherweise 
von L. Scribonius Libo herrührend, dem Schwiegervater 
des Sex. Pompeius, Consul 7*20/34, der schon im Jahre 
698/56 in der Sache des Königs Ptolemaeus (Cicero, ad 
fam., I, 1, 3) im Senate eine Rolle gespielt hat. Von ihm 
stammt der Denar Babelon II, S. 427, Nr. 8, her. 

78. — Taf. IV, Nr. 93 (woselbst Hs. und Rs. umgestellt 
sind). 

P • F • SILVA • PR • Olivenzweig. 
^. SALASI • LVCI -11 • Triquetra mit Gorgonenhaupt. 

1. — 6,39 Gr. z. g. Berlin (Imhoof ). 

2. — 5,94 » z. g. Desgleichen. 

3. — 5,51 » m. Desgleichen. 

4. — 4,35 » g. Winterthur, Museum. 

5. - 4,25 » z. g. Wien, Nr. 6733. 
6.-4,12 .) g. Berlin. 

7. — 3,89 ). m. Gotha. 

8. — 3,84 » m. Rollin & Feuardent, 1902. 

9. — 3,65 » z. g. Desgleichen. 

*10. — 3,23 » Landolina, S. 24, Cornelia, 1. 

Dm. : 0,018-0,019. 

Die Münze ist von überaus rohem Stempelschnitt und 
meist recht massig erhalten, so dass irrige Beschreibungen 
vielfach Verwirrung angerichtet haben. 

Borghesi ergänzt das eine verlesene Berliner Exemplar 
im Bull. nap. N. S., VI, S. 32 am Schlüsse mizutreffend 
zu i-R • PR, d. i. proprœtore. Deshalb setzt Mommsen, 
Rom. Münzwesen, S. 375, Anm. 27, diesen vermeintlichen 
Proprsetor in die frühe augustische Zeit, da nach der 
Reorganisation der Provinzialverwaltung, die Augustus 
im Jahre 727 d. St. (27 v. Chr.) vornahm, Sicilien Senats- 



— 427 — 

provinz wurde und der Statthalter den offiziellen Titel 
Proconsul erhielt. Klein stellt S. 90, Nr. 93, die Auf- 
schriften nach den Exemplaren in Berlin und bei Imhoof 
zusammen, sowie nach den von LandoHna, S. 24, Taf. II, 
Nr. 2, und von Riccio, Catalogo, primo supplem., S. 2, 
gegebenen, aber ganz verderbten Lesungen. Inzwischen 
aber hatte LandoHna, Lettera al Riccio, S. 6, selbst 
schon seine ursprüngliche Beschreibung teilweise berich- 
tigt, auch Imhoof nahm Monn. grecques, S. 37, dazu 
Veranlassung . 

Die Aufschrift lautet ausschliesslich : 

P-F • SILVA • PR • SALASI • LVCI • II 

und ist, wie mir Dr. Fr. Imhoof-Blumer am 9. März 1902 
schrieb, ohne Zweifel p-pulvius SILVA^^ms PRsetor zu lesen. 
Die Münze ist sicherlich kurz vor 727 d. St. (27 v. Chr.) 
geprägt, das nehmen auch Klein, S. 91 fg., und Holm, 
S. 525, Nr. 143, an, und gewiss in Panormus, wo 
Salasius und Lucius als Duumvirn amtirten, während 
Silvanus Prätor war. 

Ich schliesse hieran, obwohl sie eigentlich ausserhalb 
des Rahmens dieser Arbeit liegt, die folgende Münze an, 
deren Umscliriften dasselbe Schicksal gehabt haben, 
bis auf den heutigen Tag irrig gelesen zu werden. Sie 
ist in Roheit des Stempelschnitts der vorigen sehr 
ähnlich und zeigt auch eine teilweise Uebereinstimmung 
des Gepräges. Ich halte sie deshalb ebenfalls in Panormus 
geprägt und, wenn L. Seius zwischen 727 und 731 d. St. 
(27 und 23 v. Chr.) Statthalter Siciliens war, für nur 
wenig jünger als die vorhergehende Münze. Dass sie 
nach 727 d. St. geprägt sein muss, beweist der Titel 
Procos. Vielleicht war L. Seius der erste sicilische 
Statthalter nach der Reorganisation. 

HEVUB NUM. T. XII. 28 



- 428 — 

79. — Taf. IV, Nr. 94 (wie vor). 

L • SEIO • PRO • COS In der Mitte D • D 

^. SEPT- ET- BA/B- II • VIR Triquetra mit Gorgonen- 
haupt. 

1. — 6,48 Gr. g. Brit. Museum, Kat. Sicily, S. 128, Nr. 13. 

2. — 5,83 » ra. Berlin. 

3. — 5,80 » m. Desgleichen (Imhoof ). 

4. — 5,38 » m. Desgleichen. 

5. — 5,05 » Hunter Mus., Glasgow, Kat. Macdonald, I, 

S. 258, Nr. 6. 

6. — 4,62 )) m. A. Löbbecke. 

7. — 4,47 » schl. Berlin (Imhoof). 

Dm.: 0,019-0,020. 

Klein stellt auch für diese Münze aus der Literatur 
alle Lesungen zusammen, aber es handelt sich sowohl 
bei seiner Nr. 94, S. 92, wie bei Nr. 95, S. 93, um das 
Gepräge derselben Persönlichkeiten. Der angebhche 
L. Sextius oder Sestius auf den Münzen, Klein, Nr. 94, 
verdankt nur den irrigen Beschreibungen bei Sestini, 
Descr. num. vet., S. 26, und bei ßorghesi, Bull, nap., 
N. S., VI, S. 31, sein Dasein, er kommt in Fortfall und 
daniit sind auch Nr. 94 bei Klein und seine Ausführungen 
S. 92/93 ganz zu streichen. Nur L. Seius procos. Klein, 
Nr. 95, S. 93, bleibt bestehen, wo aber die Lesung 
der Rs. auch zu berichtigen ist. Die Umschrift der 
Münze lautet weder SEM -ET-, noch SEPT -El, noch 
endlich BA/D, wie Borghesi, Œuvr. compL, VIII, S. 396 
F. Landolina, Lettera al Riccio, S. 46, Taf. I, Nr. 3 
Imhoof-Blumer, Monn. grecques, S. 37, am Schluss 
Poole im Brit. Mus., Kat. Sicüy, S. 128, Nr. 13 
Macdonald im Kat. Hunter, I, S. 258, Nr. 6, und 
Holm, S. 526, Nr. 145, meinen, sondern allein 
SEPT-ET-BA/B-II-VIR 



— 429 — 



Uebersicht der Münzaufschriften der dritten Gruppe. 

58-61 orri 

62-63 SEX, NN 

64 L'NN\ 

65 DA/A/ 

66 p-A/l 

67 L • CAE 

68 N 

69 P-CORNELI 

71 L • GN 

72 C-D 

73 D-D 

74 L-M 

75 AT» 

76 C-ALIO BALA 

77 LIBO 

78 p . F • SILVA • PR ; SALASI • LVCI • II 

79 L • SEIO • PRO • COS ; SEPT • ET • BA.B • II • VIR 



D. — Vierte Gruppe. 

Die überwiegende Mehrzahl der in der vierten Gruppe 
vereinigten Münzen ist aufschriftlos. Ein Teil von ihnen 
und zwar die meisten der Stücke mit dem Januskopfe 
sind unzweifelhaft Asse und hängen sicherlich unter 
einander, sowie mit den gleichartigen Stücken der dritten 
Gruppe zusammen (Nr. 58 und 64). Ihr Gewicht bleibt 
aber beträchtlich hinter dem der Viertelunze zurück, ja 
es scheint mir allgemein nur auf die Hälfte derselben 
auszukommen, so dass diese Asse als die entsprechen- 
den Teilstücke des auf das Gewicht der Halbunze redu- 
cirten Kupfersesterz angesehen werden könnten, das 
dem Münzsystem der Flottenpräfecten des Antonius 
später zu Grunde lag. Ich werde hierauf ausführlich zu 
sprechen kommen. 



— 430 — 

80. As. — Taf. V, N. 95. 

Januskopf mit Lorbeerkranz, darüber das Wertzeichen |, 
umher Lorbeer- oder Oelkranz, unten gebunden. 

fi). Victoria nach rechts schreitend, hält in der ausge- 
streckten Rechten einen Kranz mit herabhängenden 
Bändern und schultert mit der Linken eine lange Palme. 
Umher einfacher Reifen. 

*1. — 5,52 Gr. Landolina (Riccio). 

2. — 4,16 >. g. Bahrfeldt. 

3. — 3,42 » s. g. Desgleichen. 

4. — 2,79 » m. Paris (Ailly). 

5. — 2,74 » s. g. Desgleichen. 

Dm.: 0,018. 

Das von Landolina, S. 32, Nr. 8, Taf. II, Nr. 33, aus 
der Sammlung Riccio bekannt gemachte Exemplar, das 
dieser späterhin selbst im Catalogo, S. 20, Nr. 21, kurz 
aufführte, ist verschollen. Nach der Abbildung zu 
schliessen würde ich es wegen gewisser Zufälligkeiten 
im Stempel unbedingt für das meiner Sammlung halten 
(oben Nr. 2), wenn nicht die Gewichte entgegenständen. 
Das Pariser Exemplar ist bei Ailly, Recherches sur la 
monnaie romaine, Bd. Il', 1, S. 154, Nr. 5, Taf. 57, Nr. 11, 
als Viertelunzen-As behandelt und hiernach von Garrucci, 
Mon. deir Italia ant., Taf. 80, Nr. 13, wiederholt worden. 
Das Exemplar in Paris, Nr. 5, ist eine spätere Erwerbung 
Ailly's. Das in meiner Sammlung befindliche Exemplar, 
oben Nr. 3, zeigt Spuren von Ueberprägung. 

8L Semis. — Taf. V, Nr. 96. 
Jupiterkopf mit Lorbeerkranz n. r., Perlkreis? 
^. Wie vor. 

1. — 1,82 Gr. g. Berlin. 
Dm. : 0,015. 

Dies ist nach Gepräge und Gewicht zu urteilen, 
zweifellos das Halbstück zu vorstehendem As. 



— 431 — 

82. As. — Taf. V, Nr. 97. 

Januskopf mit Lorbeerkranz, darüber i, Perlkreis. 
^. Vogel reciitshin auf einem Zweige sitzend, Perlkreis. 

1.-2,73 Gr. g. Bahrfeldt. 
Dm. : 0,016-0,019. 

Die Münze ist überprägt, vielleicht auf einen Quadrans 
des L-MINVClits, (Babelon, II, S. 234, Nr. 48), aber es 
ist sehr fraglich. Man erkennt links vom Januskopfe 

Reste der Aufschrift NV und auf der Rs. Reste 

der Löwenmähne des Herkuleskopfes. 

Die Natur des dargestellten Vogels ist schwer zu 
bestimmen, da der Stempel zum Teil ausserhalb des 
Schrötlings gefallen ist. Es sieht fast aus, als ob der 
Vogel einen Blitz in den Fängen hält, hiernach würde es 
ein Adler sein; andernfalls möchte ich an die Taube im 
Kranze auf den Münzen der ersten Gruppe, Nr. 27-29, 
erinnern. 

83. As. — Taf. V, Nr. 98. 
Januskopf wie vor. 

fi|. Wohin mit den Zwillingen linkshin, dahinter der 
Feigenbaum, Perlkreis. 

1.-2,97 Gr. schl. Vatikan. 
2.-2,77 » schl. Capitol (Bignami). 

Dm. : 0,017. 

Das Exemplar Nr. 1 ist von Ailly, Recherches^ II, 
S. 470, Taf. 88, Nr. 9, bekannt gemacht worden. Ich 
wiederhole hier seine Abbildung, 





— 432 — 

die aber hinsichtlich der Rs. unzutreffend ist. Die Münze 
ist schlecht erhalten, daher nahm Ailly den Stamm des 
Feigenbaums für das Wertzeichen | des As. Das andere 
Exemplar ist überprägt und, wie es den Anschein hat, 
sogar zweimal. Die ursprünghche Münze war vielleicht 
ein Quadrans ; ich glaube unter dem Januskopfe Spuren 
des Herkuleskopfes zu erkennen und auf der Rs. Reste 
der Prora, sowie die Aufschrift Roma Ausserdem sind 
aber auf dem Leibe der Wölfm die Buchstaben KO zu 
bemerken, die einem dritten Stempel angehören müssen. 

Mit diesem As hängt gewiss die nachstehende, schon 
oben, S. 52, kurz erwähnte Münze zusammen : 

84 Semis. 

Jupiterkopf mit Lorbeerkranz n. r., Perlkreis, 
ß). Wölfm, mit Zwillingen rechtshin, Perlkreis. 




L — 4,12 Gr. Landolina {Rieciö). 

Dm. : 0,015. 

Dieser von Landolina, S. 30, Taf. II, Nr. 25, aus der 
Sammlung Riccio veröffentlichte Semis wird von diesem 
später im Catalogo, S. 20, Nr. 16, aufgeführt. Verbleib 
unbekannt. Eine ähnliche Münze verzeichnet A. de Beifort 
aus einer nicht genannten Sammlung im Annuaire de la 
Soc. franc, de num., XVI, 1902, S. 179, Taf. VII, Nr. 13, 
wo er den Kopf für den des Numa Pompilius hält. Ein 
anderes Stück macht Ailly, Recherches, II, S. 227, ïaf. 65, 
Nr. 17, bekannt. 



— 433 — 

85. — Taf. V, Nr. 99. 

Bärtiger Kopf, belorbeert n. r., Perlkreis. 

^. Wie vor, Nr. 84, jedoch hinter der Wölfin der 
Feigenbaum; im Abschnitte Buchstabenreste, Perlkreis. 

1. — 3,31 Gr. schl. Paris (Ailly). 
Dm. : 0,018. 

Babelon wiederholt diese Münze, Bd. I, S. 31, Nr. 47, 
unter den Monnaies romano-campaniennes, Garrucci, 
Mon. delV Italia ant., S. 68, wo er den Kopf für den des 
Lucius Verus hält! Ailly's Abbildung ist überaus 
verschönt und unzutreffend. 





wie ein Vergleich mit der meinigen, nach einem Abgüsse 
gegebene Abbildung zeigt. Ich habe dies auch schon in 
meinen Monete romano-campane, Mailand, 1899, S. 103, 
Nr. 45, hervorgehoben, wo ich eine Anzahl Münzen 
besprach, die von Babelon irrig unter die römisch- 
campanischen Prägungen gerechnet worden sind. Es ist 
sehr fraglich, ob dies Stück überhaupt hierher gehört. Prof. 
Dr. B. Pick schrieb mir dazu : « Ihre Nr. 45 (Bab. 47) 
ist wohl eine Golonialmünze des Gommodus, etwa 
Alexandria Troas (oder Goela oder Ihum) mit retou- 
chirter oder nur verlesener Schrift (Iaiçhn?) » 



86. As. — Taf. V, Nr. 100 und 105. 

Jaimskopf wie vor. 

^. Victoria rechtshin, ein Tropaeon bekränzend, bei 
Nr. 3 hinter der Victoria ER, Perlkreis. 



— 434 — 

1. — 5,39 Gr. schl. Paris (Ailly), Taf. V, 100. 

2. — 2,63 » g. Bahrfeldt. 

3.-2,14 ». 8. g. Desgleichen, Taf. V, 105. 

Dm.: 0,016-0,017. 

Die Abbildung des Exemplars Ailly, Recherches, 
Taf. LVII, Nr. 10, entspricht ganz und gar nicht der 
in Wirkhchkeit ganz schlechten Erhaltung der oxydirten 
Münze. Es lässt sich daher auch nicht erkennen, ob auf 
der Rs. eine Aufschrift vorhanden war, wie sie mein 
Exemplar, oben Nr. 3, zeigt. Eine Erklärung für das ER 
habe ich nicht; vielleicht ist der Anfang oder das Ende 
der Aufschrift ausserhalb des Schrötlings gefallen, da ihn 
der Stempel nicht voll getroffen hat. Ich habe auch 
schon an eine oskische Aufschrift gedacht, denn das R 
könnte man auch für ein N lesen und der Typus kommt 
auf Münzen von Capua und Atella vor. 

Der Durchmesser des Stempels ist, namentlich beim 
Pariser Exemplar, im Verhältnis zum Schrötling sehr 
klein. Exemplar Nr. 2 ist auf einen römischen anonymen 
Quadrans vom Typus Ailly (Taf. 62, Nr. 14-17) geprägt. 

87. As. — Taf. V, Nr. 102. 

Januskopf wie vor. 

i^. Männliche Person (Knabe) nach rechts schreitend, 
hält in der Rechten einen Krug und schultert mit der 
Linken einen ungewissen Gegenstand. Links K, Perlkreis. 

1 . — 2,58 Gr. g. A. Lübbecke. 
Dm.: 0,020. 

Dieser As ist überprägt. Unbestimmbare Spuren der 
alten Münze sieht man auf der Hs. am linken Gesichte 
des Janus. Auf der Rs. sind ebenfalls Reste des alten 
Gepräges zu bemerken und es ist wahrscheinlich, dass 
dazu auch das Monogramm A' sowie die (drei?) Wert- 



— 435 — 

kugeln gehören, die unter der Figur erkennbar sind. 
Denn das auf Taf. V, Nr. 101, abgebildete ähnliche 
Exemplar aus einer Berliner Privatsammlung, dessen 
Abguss ich Herrn Direktor Prof. Dr. Dressel verdanke, 
zeigt auf der Rs. weder Monogramm noch Wertzeichen. 
Das Gewicht dieses Stücks kenne ich leider nicht. 

Aehnlich ist das Gepräge des von J. Gaillard im 
Kataloge der Sammlung Garcia de la Torre, Madrid, 1852, 
S. 24, Nr. 372, beschriebenen und Taf. VI abgebildeten 
grossen Bleimedaillons und das der einen Seite des hier 
auf Taf. V, Nr. 103, wiedergegebenen kleinen Kupferstücks 
des Berliner Kabinets im Gewichte von 3,60 Gr. Viel- 
leicht ist die Rs.- Aufschrift in D • ?0?ßi i^u ergänzen, 
wie sie auf einer von Mionnet, Suppl., Bd. 9, S. 244, 
Nr. 125, verzeichneten Münze vorkommt. 

Der oben beschriebene Rs. -Stempel findet sich, jedoch 
in Verbindung mit einem andern Hs. -Stempel : Vorderteil 
eines rechtshin hegenden Löwen, statt des Januskopfes, 
mehrfach auf halbunziale Kupferstücke aufgeschlagen, 
von denen mir folgende bekannt geworden sind : 




a) Anonymer As 



11,29 Gr. Paris (Ailly, Recherches^ 











Taf. 57, Nr. 5). 


b) As des Tituri L. f. 


Sabinus 


11,90 


» 


Desgleichen. 


c) » » Q. Titi 




10,19 


» 


Desgleichen. 


d) i> » C. Pansa 




13,24 


)) 


Desgleichen. 


e) » » D. Silanus 




11,48 


» 


Kopenhagen. 


f) » undeutlich 




11,10 


» 


Berlin. 


f/) Anonymer Semis 




10,42 


» 


Paris (Ailly, EecherchcSj 
Taf. 58, Nr. 9). 



— 436 - 

Ein anonymer Quadrans endlich, Ailly, Rech., Taf. 63, 
Nr. 3, Gewicht 2,56 Gr., zeigt denselben Rs. -Stempel auf 
der anderen Seite aber einen männlichen Kopf n. r. 

Demselben MQnzsystem angehörig ist nachstehender 
As, der in der Auffassung des Januskopfes grosse Ueber- 
einstimmung mit den bisher behandelten Assen im 
Gewichte unter einer Viertelunze zeigt, aber wohl nicht 
sicilisch ist. 

88. As. — Taf. V, Nr. 104. 

Januskopf wie bisher. 

^ . Zwei nach entgegengesetzten Richtungen auseinander 
sprengende Centauren, Perlkreis ? 

1. — 3,44 Gr. g. Berlin, Katalofj, II, S. 44, Nr. 82. 

2. — 3,11 » schl. Bahrfeldt. 

3. — 2,97 » s. m. Paris (Ailly). 

Dm. : 0,016. 

Im Kataloge Berlin wird dieser As nach Amphipolis in 
Macédonien gelegt und zwar wegen der Aehnlichkeit 
seines Gepräges mit dem halbunzialer Asse, die die 
Aufschrift AM<|)inOAITnN tragen; Berhn, Katal., II, 
S. 44, Nr. 81, und Brit. Mus., Kat. Macedonia, S. 50, 
Nr. 56, dieser im Gewichte von 18,99 Gr. Auf der Rs. 
des Berliner Exemplars sind Aufschriftreste, vielleicht 

AI . . erkennbar, die beiden anderen sind zu mangelhaft 

erhalten, um etwas erkennen zu lassen. 

Ich schliesse hieran mehrere Münzen und zwar nur 
wegen des auf ihnen erscheinenden Januskopfes. Ueber 
ihre Heimat habe ich nicht einmal Vermutungen, aber 
vielleicht sind sie schon irgendwo publicirt und bestimmt 
worden. Die in meiner Sammlung befmdlichen erhielt 
ich vor mehreren Jahren mit einem Haufen republika- 
nischer Kupfermünzen aus Rom, doch das will für ihre 
Heimat nichts besagen. 



— 437 — 

89. - Taf. V, Nr. 110. 
Januskopf, ähnlich wie bisher. 

HK Keule mit dem Griffe links. Der darunter befind- 
liche Teil des Gepräges ist ganz zerstört und unkenntlich. 

1. — 1,37 Gr. g. Paris (Ailly). 
Dm. : 0,014-0,015. 

90. — Taf. V, Nr. 111. 
Januskopf, ähnlich wie bisher. 

Anscheinend Herkuleskopf mit Löwenfell n. r., Perl- 
kreis ? 

1. — 1,64 Gr. z. g. Bahrfeldt. 

Dm. : 0,015. 

91. — Taf. V, Nr. 112. 

Januskopf, anscheinend im Kranze; das Wertzeichen 
ist nicht erkennbar, 
ß). WeibHcher Kopf n. r., Perlkreis. 

1. — 1,68 Gr. z. g. Bahrfeldt. 
Dm. : 0,013-0,014. 



92. — Taf. V, Nr. 106. 
Jupiterkopf mit Lorbeerkranz n. r., Perlkreis. 
Éj. Herkuleskopf mit Löwenfell n. r. im Lorbeerkranze. 

1. — 5,98 Gr. g. Bahrfeldt. 

2. — 5,66 )> g. Berlin. 

Dm.: 0,020. 

Dieses aufschriftlose Kupferstück zeigt in Stempel- 
schnitt und Prägeart grosse Aehnlichkeit mit den 
Oppiusmünzen oben Nr. 58 und 59. Es will mir sogar 
scheinen, als ob die Seiten mit dem Jupiterkopfe hier 
und von Nr. 59 stempelgleich wären. 



— 438 — 

93. — Taf. V, Nr. 107 und 108. 

Herkuleskopf n. r., bärtig, an der Schulter die Keule, 
Perlkreis. 

li Jugendlicher Herkuleskopf mit Löwenfell n. 1., 
umher Lorbeerkranz unten gebunden. 

1. — 3,82 Gr. g. Hunter Mus., Kat. Macdonald, I, S. 258, 

Nr. 5, Taf. XIX, Nr. 2. 

2. — 3,80 » s. g. Berlin. 

3. — 3,80 >. g. Gotha. 

Dm. : 1 breiter dünner Schrötling : 0,020. 

2 und 3 kleiner dicker Schrötling : 0,016. 

Ein ähnliches Stück wird im Kat Wiczay, Bd. I, S. 47, 
Nr. 1284, Taf. Urb. IV, Nr. 91, aufgeführt, wo auf der 
Hs. die Keule wohl nur versehentlich fehlt. In den 
Casligationes, S. 20, hat Sestini eine Verwechselung 
gemacht und eine ganz andere Münze statt dieser 
beschrieben. 

Verwandt mit diesem Stücke ist die nachfolgende 
Münze : 

94. - Taf. V, Nr. 109. 

Herkuleskopf wie vor, einfacher Reifen, 
i^. Jugendlicher Herkuleskopf mit Löwenfell n. r., 
Perlkreis. 

1. — 2,64 Gr. s. g. Bahrfeldt. 
Dm.: 0,018. 

95. — Taf. V, Nr. 117. 

Bärtiger Kopf (Herkules, Jupiter?) mit Lorbeerkranz 
n. r., Perlkreis. 

fi|. Inmitten eines Lorbeerkranzes zwei rechts und 
links an einem kurzen Stiele befindliche traubenartige 
Früchte, Perlkreis. 



— 439 



1. 


— 3,22 Gr. m. Gotha. 


2. 


— 3,03 » z. g. Berlin (Imhoof ). 


3. 


— 3,00 » m. Desgleichen. 


4. 


— 2,55 » m. Desgleichen. 


5. 


— 1,90 » ra. Desgleichen. 


6. 


— 1,85 » s. g. Desgl. (alter Besitz). 




Dm. : 0,014-0,018. 



Ich finde diese Münze nur bei Paruta, Tav. Palermo, 
Nr. 51. Zu ihr gehört gewiss die nachstehende, vieheicht 
als Halbstück anzusehende, kleine Kupfermünze : 

96. — Taf. V, Nr. 118. 

Bärtiger Kopf n. r., ähnlich dem vorigen, Perlkreis. 
]^. Inmitten eines Kranzes an einem Stiele herab- 
hängende dreiteilige Traube. 

1. — 2,20 Gr. g. Berlin (Imhoof). 

2. — 1,98 » z. g. Bahrfeldt. 

3. — 1,90 ). z. g. Berlin (Imhoof). 

4. — 1,32 » z. g. Winterthur, Museum. 

Dm.: 0,012. 

97. — Taf. V, Nr. 119. 

Apollokopf mit Lorbeerkranz n. 1. Das Haar fällt in 
drei steifen Locken herab, Perlkreis. 

^. Zwei Gerstenähren an einem Halm. Zwischen ihnen 
oben Q, Perlkreis. 

1. — 4,47 Gr. g. Brit. Mus., KaL Sicily, S. 241, Nr. 2. 

2. — 3,79 )> m. Hunter Mus., Glasgow, Kat. Macdonald, I, 

S. 257, Nr. 1. 

3. — 3,60 » g. Berlin (Imhoof). 

4. — 3,45 » g. Gotha. 

5. — 3,32 » z. g. A. Löbbecke. 

6. — 2,75 » 8. g. Brit. Mus., a. a. 0., Nr. 1. 

7. — 2,54 .. g. Berlin. 

8. — 2,10 » z. g. Desgleichen (Imhoof). 

Dm.: 0,01G-0,017. 



— 440 — 

Bei Paruta, Tav. Palermo, Nr. 50, auch im Kataloge 
Brit. Mus., Sicily, und von Macdonald, Hunter Mus., wird 
diese Münze zu den von den Bömern in Sicilien 
geprägten gerechnet. Neumann und Garonni im Mus. 
Hedervar legen sie nach Corsica und von befreundeter 
Seite wird mir Sardinien als Heimat bezeichnet. Eine 
Sicherheit in der Zuteilung herrscht also gewiss nicht; 
bei vorhandener Fundstatistik würde man Anhalts- 
punkte haben, leider aber fehlen soweit mir bekannt, 
solche Fundnachrichten gänzlich. 

Eine Erklärung für das Q vermag ich nicht zu geben. 
p]s kommt auch auf Syrakusanischen Münzen der Römer- 
zeit vor, Brit. Mus., Kat. Sicily, S. 229, Nr. 716-717, 
Head, Sijracuse, XIV, 12, wonach Holm, Nr. 557. 

Vielleicht gehören als Halb- und Viertelstück die 
beiden nachfolgenden Münzen, Nr. 98 und 99, hierher: 

98. — Taf. V, Nr. 120. 

Demeterkopf mit Schleier n. r., Kreis von feinen (bei 
Nr. 6 von dicken, weiten) Perlen. 

^. Doppelähre wie vor, oben w, zu den Seiten • = •, 
Perlkreis wie auf Hs. 

1. — 2,00 Gr. g. Berlin (Imhoof ). 

2. — 1,75 » s. g. Desgleichen. 

3. — 1,72 >. g. Bahrfeldt. 

4. — 1,60 » s. g. Berlin (Imhoof). 

5. — 1,33 » s. g. Desgl. (alter Besitz). 

6. — 1,30 » g. Winterthur, Museum. 

7. — 1,28 » g. Berlin. 

Dm.: 0,013-0,014. 

Paruta, Tav. Palermo, Nr. 46, jedoch ohne w zwischen 
den Aehren. 

99. — Taf. V, Nr. 121. 

Demeterkopf mit Schleier n. 1., Perlkreis. 
^. Doppelähre wie vor, oben •¥• 



— 441 — 

1. — 0,97 Gr. s. g. Berlin. 

Dm.: 0,012-0,013. 

Bei Neumann, Pop. et reg. num. vet., II, Taf. 4, 
Nr. 9 = Mus. Hedervar, Taf. Urb. V, Nr. 122, ein mir 
im Original noch nicht vorgekommenes Stück, das bei 
gleicher Hs. wie oben Nr. 97, auf der Rs. drei Aehren 
zeigt, darüber Q und hnks im Felde • • Im Mus. Hederv., II, 
S. 69, Nr. 1946, wird sogar ein Stück mit vier Aehren, 
Q und ••• beschrieben. Ueber die auf den sicilischen 
Münzen vorkommenden Aehren vergl. allgemein Ztschr. 
f. Num., II, 1875, S. 345, fg., in den Bemerkungen 
Ad. Holms zu B. V. Head's History of the coinage of 
Syracuse. 

100. — Taf. V, Nr. 113. 

Verschleierter Kopf n. 1., dahinter ; , Perkreis. 
^. Aehrenkranz, unter den Enden der Stiele ••, Mitte 
leer, jedoch mit feinem Gentralpunkt, Perlkreis. 

1. — 4,34 Gr. s. g. A. Löbbecko. 

2. — 3,60 « g. Gotha. 

Dm. : 0,018-0,019. 

101. — Taf. V, Nr. 115. 

Verschleierter weiblicher Kopf n. 1., Perlkreis 
i^. Aehrenkranz, in der Mitte ••, Perlkreis. 

1. — 3,97 Gr. g. Brit. Mus., Kat. Siäly, S. 241, Nr. 5. 
Dm. : 0,018-0,019. 

Die Hs. scheint mir ziemlich stark retouchirt zu sein. 

102. — Taf. V, Nr. 114. 
Delfln n. r., Perlkreis? 

ï^. Aehnlicher Kranz wie vor, Mitte leer, jedoch mit 
ganz feinem Gentralpunkt, Perlkreis. 



— 442 — 

1. — 3,84 Gr. m. Brit. Mus., Kat. Sicily, S. 241, Nr. 6. 

2. — 2,82 » m. Desgleichen, Nr. 7. 

Dm. : 0,013. 

103. — Taf. V, Nr. 116. 

Delfin, darunter Dreizack, beide rechtshin. Einfacher 
Kreis. 

^. Lorbeer- oder Oelkranz. In der Mitte dicker 
Punkt •, Perlkreis? 

1. — 1,65 Gr. m. Berlin (Imhoof ). 
Dm. : 0,014. 

Die Hs. ist leider nicht recht deathch. Vom Dreizack 
scheint ein Band herabzuhängen. 
Vielleicht gehört Nr. 102 zu 100 und Nr. 103 zu 101. 

104. — Taf. IV, Nr. 91. 

Kopf des Vulkan mit spitzem Hute n. r., dahinter 
Zange? Perlkreis. 
^. Bärtiger Kopf n. r., Perlkreis. 

1. — 2,79 Gr. g. Gotha. 

Dm.: 0,012-0,014. 



Den Beschluss der Münzen der vierten Gruppe machen 
zwei Münzen, die eine gewisse Verwandtschaft besitzen 
und von denen die eine, Nr. 105, in der letzten Zeit 
besonders behandelt worden ist. 



105. — Taf. V, Nr. 122. 
Weiblicher Kopf mit Diadem n. r., Perlkreis. 
^. Unten gebundener Lorbeer- oder Oelkranz, aus 



443 — 



dem vier Früchte an langen Stielen in der 



[itte liinein- 



ragen, Perlkreis. 



1. 

2. 
3. 
4. 
5. 


— 6,02 Gr 

— 4,73 » 

— 4,70 « 

— 4,46 ). 

— 4,42 » 


s. g. Neapel, Kat. FiorclU^ I 
m. Desgleichen, Nr. 6218. 
g. Berlin (Imhoof ). 
s. g. Desgleichen, 
g. A. Lübbecke. 


Nr. 6217. 


6. 


-4,21 


)) 


g. Brit. Mus., Kat. Sicily, 


S. 241, Nr. 3 


7. 

8. 

9. 

10. 


— 4,04 

— 3,60 

— 3,35 

— 3,32 


» 

» 
» 


g. Desgleichen, Nr. 4. 
g. Berlin (Imhoof). 
g. Neapel, Santangelo, Nr. 
s. g. Basel. 


9878. 


11. 
12. 


— 3,27 

— 2,90 


» 


g. Neapel, Santangelo, Nr. 
g. Desgleichen, Nr. 9880. 


9879. 


13. 


— 2,90 


» 


s. g. Neapel, Kat. Fiorelli, I, 


Nr. 6219. 


14. 


— 2,82 


» 


g. Desgleichen, Nr. 6220. 








Dm. : 0,018-0,021. 





Aufgeführt von Garonni, Mus. Hederv., I, S. 70, 
Nr. 19G4, dem Sestini, C astig alloues, S. 22, auf Hs. irrig 
hinzugefügt épigraphe deperdita. Landolina sagt im 
Kataloge Fischer, S. 36/37, Cossura, Nr. 4, bei der 
Beschreibung der jetzt Berliner Exemplare, oben Nr. 3 
und 8, irrig : Weiblicher Kopf mit Aehreiikr^n?. und sieht 
die vier Früchte als Wertkugeln an, ebenso Fiorelli im 
Calal. Santangelo, i86G, Nr. 9878-80. 

Mayr, Die antiken Münzen der Inseln Malta, Gozo und 
Pantelleria, München 1894, behandelt, S. 37, diese Münze 
und bildet auf der Tafel unter Nr. 23 ein Exemplar des 
Museums in Palermo ab. 

In der Mitte des Rs. -Stempels zuweilen der Central- 
punkt. 



106. — Taf. V, Nr. 123. 

Weiblicher Kopf mit Diadem n. 
oder Räuchergerät, Perlkreis. 



,, davor ein Kandelaber 



HEVUE NUM. T. XII. 



29 



— 444 — 

fi). Kranz von Lorbeer- oder Olivenzweigen, an denen 
Früchte in die Mitte hineinragen, worin o , Perlkreis. 



1. 


— 4,42 Gr. 


g- 


Berlin (Fox). 


2. 


- 3,96 


» 


z.g. 


Arolsen, Fürstl. Münzkabinet. 


3. 


— 3,80 


» 


g- 


Neapel, Kat. Fiorelli, I, Nr. 6221 


4. 


— 3,65 


» 


g- 


Desgleichen, Nr. 6222. 


5. 


— 3,56 


» 


g- 


Berlin (v. Gansauge). 


6. 


— 3,45 


» 


vorz 


Desgleichen (Imhoof ). 


7. 


— 3,30 


» 


s.g. 


Neapel, Kat. Fiorelli, I, Nr. 6223 


8. 


— 2,86 


» 


g- 


Desgleichen (Fox). 


9. 


— 2,84 


» 


z.g. 


Desgleichen. 


10. 


— 2,55 


» 


s.g. 


Desgleichen (Imhoof). 


11. 


— 2,43 


» 


m. 


Desgleichen. 


12. 


— 2,06 


)) 


s.g. 


Desgleichen. 






Dm. : 0,019. 



Diese Münze wird zuerst wohl bei Torremuzza, Taf. 96, 
Nr. 17, abgebildet, aber irrig mit einem Aehrenkranze. 
Der Halbmond und die Kugel werden S. 94 für CO, die 
Anfangsbuchstaben des Wortes cOssura gehalten und 
damit die Zuteilung der Münze an Gossura begründet. 

Garonni, Mus. Hederv., I, S. 70, Nr. 1963, lässt die 
Münze unbestimmt. Sestini, Castigationes, S. 22, und 
Mus. Hederv., III, Contin., S. 86, 14-15, hält den Kopf für 
den der Gleopatra, Gemahlin Juba's II. von Mauretanien. 
Ihm schliesst sich Mionnet, Monn. grecques, Suppl. IX, 
S. 219, Nr. 25-26 an. 

Diese Münze und die vorhergehende zeigen eine gewisse 
Uebereinstimmung in der Bildung des Kopfes und des 
Kranzes, so dass man sie als aus derselben Münzstätte 
hervorgegangen ansehen könnte. Müller, Numismatique 
de l'anc. Afrique, III, S. 140, weist auf die Stilähnlichkeit 
mit Münzen der lybischen Inseln hin, Mayr a. a. 0., S. 37, 
führt dies weiter aus und stellt es als wahrscheinlich 
hin, dass die Heimat beider Münzen auf Gaulos oder 
Kossura zu suchen sei. 



— 445 — 

Während des Druckes dieser Arbeit erschien in der 
Rivista italiana di numismatica, Bd. XVII, 1904, die Fort- 
setzung einer umfangreichen Studie M. Caruso Lanza's 
in Agrigent, Spiegazione storica delle monete di Agrigenio. 
Auf Tafel III werden dabei die von mir vorstehend unter 
den Nrn. 5-9 besprochenen Münzen des Man. Acilius q. 
abgebildet, im Texte aber noch nicht erwähnt. Es sind 
dies : 



Meine Nr. 


Sorte 


Riv. ital, di num. 


5. 


As 


Taf. III, Nr. 16 


7. 


Ganzstück 


» » 13 


8. 


Halbstück 


» » 5 


9. 


Viertelstück 


» » 15 



Erhaltung 
sehr gut. 
gut. 
massig, 
sehr gut. 



Ich habe sofort versucht, das Gewicht dieser vier 
Stücke und die Sammlungen worin sie sich befinden, in 
Erfahrung zu bringen, auch sonst für meine Arbeit 
weiteres Material vom Verfasser zu erhalten. Leider war 
Alles vergeblich, ich erhielt auf wiederholte Anfragen 
keinerlei Antwort. 

M. Bahrfeldt. 



446 



Tafelhinweise. 



Tafel I. 



Nr. 









S.344 


Nr. 9 








S. 351 








345 


10 








352 








345 


11 








348 








346 


12 








354 








346 


13 








357 








359 


14 








358 








349 


15 








369 








350 


16 








369 



Nr. 17 
18 



19 . . 

20 . . 

21 a u. h 

22 . . 

23 . . 



S. 371 
370 
.365 
366 
366 
367 
353 



Tafel II. 



Nr. 24 
25 
26 
27 

28 
29 



Nr. 42 
43 
44 
45 
46 
47 
48 



. ... S. 372 


Nr. 


30 . . 


. . S.374 


Nr. 36 . . . . 


. . . . 373 




31 . . 


. . 375 


37 . . . . 


. . . . 373 




32 . . 


. . 376 


38 . . . . 


. . . . 375 




33 . . 


. . 378 


39 . . . . 


. . . . 376 




34 . . 


. . 377 


40 . . . . 


. . . . 374 




35 . . 


. . 378 


41 . . . . 



Tafel III. 









S.388 
388 
389 
389 
389 
389 
392 
392 


Nr. 50 
51 
52 
53 
54 
55 
56 
57 








S.393 
394 
396 
397 
400 
399 
398 
399 


Nr. 58 
59 
60 
61 
62 
63 
64 









S. 379 
381 
386 
387 
388 
388 



S.400 
401 
403 
402 
402 
404 
404 



Tafel IV. 



Nr. 65 
66 
67 
68 
69 
70 
71 
72 
73 
74 









S.408 


Nr. 75 








S.418 


Nr. 85 














408 


76 








419 


86 














412 


77 








417 


87 














411 


78 








417 


88 














412 


79 








421 


89 














414 


80 








421 


90 














415 


81 








421 


91 














416 


82 








421 


92 














416 


83 








421 


93 














417 


84 








422 


94 









S.420 
424 
423 
423 
423 
423 
442 
421 
426 
428 



447 













Tafel V 


• 












. 95 . . . . S. 430 


Nr. 105 .... S. 433 


Nr. 115 .... S. 441 


96 








430 


106 








437 


116 








442 


97 








431 


107 








438 


117 








438 


98 








431 


108 








438 


118 








439 


99 








433 


109 








438 


119 








439 


100 








433 


110 








437 


120 








440 


101 








435 


111 








437 


121 








440 


102 








434 


112 








437 


122 








442 


103 








435 


113 








441 


123 








443 


104 








436 


114 








441 














Une Médaille suisse rare 

de la Collection Townshend, conservée au British Museum. 



La collection Townshend, léguée au British Museum 
en 1868 et décrite par Reginald Stuart Poole \ contient 
de nombreuses raretés en monnaies et médailles suisses. 
Parmi ces dernières, il en est une qui ofire un intérêt 
tout particulier et que je reproduis ici d'après un moulage 
qui m'a été obligeamment communiqué par M. H. -A. 
Grueber, conservateur-adjoint au Cabinet des médailles 
du Musée britannique. 

Cette médaille nous offre le portrait de Guillaume 
Frœlilich, de Zurich. Quoique non signée, Erman''* n'a 
pas hésité à l'attribuer au célèbre médailleur zuricoi^ 
Jacob Stampfer. Datée de 1552, elle présente toutes 
caractéristiques de travail de cet artiste, dont 
médailles sont coulées et ciselées à la manière 
Hagenauer. 

Voici la description de cette belle médaille : 

^.« WILHELM %^ FROLICH'^.'iETATI S AN SVJE 48 
Tête barbue à droite, en chapeau ; un pourpoint étroit 
enserre le cou et le haut du corps, autour duquel est 
suspendue une lourde chaîne. 

^ ^^« ANGST %^ VND '§s NOT ^S WiERT BIS %^ IN '§ê 
TOD f^ 1552 *c,-<? Ecusson irrégulier et richement orné 



' Reginald Stuart Poole, A descriptive Catalogue of the Swiss Coins in the 
South Kensington Museum. London, 1878. 
5 Erman, Deutsche Medailleure, Berlin, 1884. 




_ 449 — 

à douze points éqiiipolés de? et de? au chef de? chargé de 
deux roses de ?. L'écu est timbré d'un casque couronné ; 
cimier, figure à mi-corps de sauvage décoré d'une guir- 
lande de feuilles en guise de couronne, tenant une rose 
dans chaque main ; fleur de lis sur la poitrine ; de chaque 
côté du casque, les lambrequins. 

Poids : 30,7 grammes. 
Diamètre : 0'»,045. 
Argent doré. 

Haller I, p. 120, n° 201. — Poole, op. cit., p. 599, n° 29. — Erman, 
op. cit., p. 43. 




Médaille de Guillaume Fröhlich, 1553. 

J'emprunte à l'ouvrage bien connu de Gerold Meyer 
von Knonau* les seuls renseignements biographiques 
que j'aie pu obtenir sur Guillaume Fröhlich. 

« Parmi les brillants officiers qui élevèrent si haut le 
renom militaire de la Suisse, Fröhlich, le vrai vainqueur 
de Cérisoles, occupe une place d'honneur. Originaire de 
Riesbach, près de Zurich, il était resté fidèlement attaché 



'Gerold Meyer von Knonau, Gemälde der Sehuoeiz; Der Canton /Zurich (H, 
p. 324), St-Gullen a. Bern, 1816. 



— 450 — 

à Ja fui catholique et, pour cette raison, il quitta sa ville 
natale et se rendit à Soleure en 4527. Peu après, il s'en- 
gagea au service de la France où il jouit d'une distinction 
telle qu'à sa mort, survenue en 1562 et pleurée par la 
famille royale, il lui fut fait ce bel éloge : magni nominis 
iutcr Helvetios diix. Durant l'espace de onze ans, il fut 
cinq fois à la tête de régiments suisses dans des actions 
décisives et c'est sous son commandement que 5000 Con- 
fédérés remportèrent l'importante victoire de Cérisoles, 
le 14 avril 1544. Dans cette journée mémorable, 12 à 
13,000 impériaux restèrent sur le champ de bataille ou 
furent faits prisonniers par le comte d'Enghien, général 
de François Ter. 

« Dans la requête que fait au roi de France Montluc, 
envoyé par le comte d'Enghien, pour demander permis- 
sion au souverain de livrer bataille au marquis Du Guast, 
général de Charles-Quint, Fröhlich est nommé Fourly, 
colonel des Suisses. » 

Le portrait que nous donne la médaille de Stampfer 
dépeint bien Fröhlich comme un homme de guerre, à 
l'air courageux et dominateur, à l'œil fin et sûr, à l'im- 
pression puissante et originale. 

L'auteur de la médaille de Fröhlich est sans aucun 
doute Jacob Stampfer, de Zurich, le premier et peut-être 
l'un des meilleurs artistes-médailleurs que la Suisse ait 
produit. Fils de Torfèvre zuricois et garde de la Monnaie, 
Hans-Ulrich Stampfer, mort en 1544, il naquit vers 1505 
à Zurich et mourut dans cette ville le 2 juillet 1579. Initié 
dans l'art par son père, il est probable que le jeune 
artiste ait visité ensuite l'étranger, suivant l'usage de 
l'époque. Sa manière rappelle le travail des orfèvres et 
médailleurs d'Augsbourg. Meier* fait remarquer la grande 
analogie de son style avec celui du maître Friedrich 



' H. Meier, Jakoh Stampfer, Ne ajahrsblatt sain Besten des Waisenhauses in 
Zürich fär^l869. 



451 



Hagenauer et suppose qu'il a été son élève : « Vor allem 
sind die Stampferschen Arbeiten den Medaillen Friedrich 
Ilagenauer's am nächsten verwandt, welcher von Strass- 
burg gebürtig, später zu Augsburg lebte und einer der 
grössten Meister in Anfertigung von Portraitmedaillen 
war und solche in grosser Zahl vom Jahr 1522 bis 1544 
verfertigte. Man wird daher kaum irren, wenn man die 
Vermuthung ausspricht. Stampfer habe in der Werk- 
stätte dieses wackern Mannes zu Augsburg gearbeitet 
und diesen Meister zu seinem Vorbilde erkoren. » 

Les médailles de Stampfer, exécutées entre 1531 et 
et 1542, sont signées de son monogramme JS ; après 
cette date, l'artiste omet sa signature, particularité 
qui se retrouve chez Hagenauer, dont les dernières 
médailles ne sont pas signées non plus. 

Meier ne connaissait sans doute pas la médaille de 
Fröhlich puisqu'elle ne figure pas dans son catalogue des 
œuvres de Stampfer. Cependant Sattler^ la mentionne, 
Poole aussi, en faisant remarquer qu'elle est le travail 
d'un orfèvre et probablement celui de Jacob Stampfer, 
et Erman de même l'inclut dans la liste suivante : 

1531 Johann Huldrich Stampfer {Haller, 1, 122). 

1531 Johannes Oecolampadius {Trésor de niimisma- 

lique et de (/lijpUque, 8, 5). 
1531 Ulrich Zwingli {Trésor, 8, 5). 
1535 Berchtold ITaller {Sattler, 1, 1). 
1537 Hans Fuessli {Haller, 1, 121). 
1540 Hans Offenpeck de Ratisbonne. 
1540 Jacob Stampfer. 

1540 Johann Frisius {Haller, 1, 118). 

1541 Simond (lryna3us {'Trésor, 15, 5). 

1542 Heinrich BuUinger. 

1550 Johann Asper, peintre de Zurich {Haller, i, 87). 



' A. Sattler, Lcitznumn's Nu/nismutiacho Zeilurifj, 187«, p. 1(J6-1!)9. 



— 452 — 

1552 Willielm Fröhlich (Haller, 1, 120). 

1562 (?) Petrus Martyr Vermihus (Sattler, i, 1). 

1566 Rudolf Gwalter. 

1566 Heinrich Bullinger (collection Dannenberg). 

S. d. Nicolas de Flüe (deux dimensions), une grande 
(Haller, 1, 72), et une petite (Haller, 1, 73), avec 
un revers analogue à celui de la médaille du 
peintre Asper. 

Parmi les médailles coulées, il faut encore citer la 
grande médaille offerte par les Confédérés à une prin- 
cesse française, Claude, fille de fleuri II, lors de son 
mariage en 1548 ; c'est probablement celle qui nous pré- 
sente, au revers, les armes des cantons (Trésor, 18, 3). 

En dehors de ces médailles coulées, il en existe un 
certain nombre de frappées, aux sujets religieux, et des- 
tinées à la vente, qui ne sont pas de môme mérite ; 
ce sont : 

S. d. Serment du Griitli (Trésor, 18, 2). 

1555 La Foi, l'Amour et l'Espérance. 

S. d. Les trois Rois. 

S. d. L'Annonciation. 

S. d. Jésus-Christ et la Samaritaine. 

S. d. La fuite en Egypte. 

S. d. La chute. 

S. d. La conversion de Saül. 

Stampfer s'est encore distingué comme orfèvre, graveur 
de sceaux et, pendant plusieurs années, il a travaillé pour 
la Monnaie de Zurich. De lui sont, entre autres, les 
thalers de 1558 et 1559, couronnes d'or de 1561 et années 
suivantes, thalers sans date (nombreuses variétés frap- 
pées entre 1550 et 1570), etc. 

Nous possédons le portrait de Stampfer, d'après sa 
médaille que je reproduis ici d'après l'exemplaire du 
Musée de Berlin. 



453 




Portrait de Jacob Stampfer, par lui-même. 

La technique de Stampfer est celle des maîtres d'Augs- 
boLirg et de Nuremberg. Il a employé les mêmes pro- 
cédés qu'eux ; ses modèles ont d'abord été exécutés en 
calcaire lithograpliique ou en bois ; de ces reliefs il a 
préparé des moules en sable très fin et dans ces moules 
il a opéré la fusion des médailles, soit en or ou en argent, 
bronze et plomb. 

Copiste consciencieux de la nature, Stampfer a empreint 
ses portraits d'un réalisme vigoureux et naïf; ses phy- 
sionomies sont pleines d'expression et d'un caractère à 
la fois original et pittoresque. 

Grove Park, août 1904. 

L. FORRER. 



Actes et documents numismatiques 
intéressant la Suisse. 



W 8. — Ilotes sur les moiiiiayeiirs et Inspecteurs 
de la Monnaie à Fribourg. 

Communiqué à l'Assemblée générale de la Société suisse de naniismatiqae, 
le 3 septembre 1ÎM)4, à Fribourg. 

N.B. — A part les publications de Gremaud et Henseler, les indications de sources 
sont celles des volumes manuscrits des Archives d'Etat de Fribourg. 

1435. 1" août. — Maître Thoman, aidé de ses fils, frappe des deniers 

et des mailles. 
1439. Juillet et août. — Maître Thoman frappe des mailles. 
1444. Janvier-juin. — Frappe de mailles. Maître : ? 
1446. — Jean de l'Aule, de Salins. Stadtsachen A, n°209. — Bulletin 

de numismatique^ 1882. Tirage à part de M. Gremaud. — 

Coraggioni, Munsçjeschichte, p. 77. 
1456. — Maître Pierro. Missival, n" 1, p. 460 v, 499, 515, 632^ . 
1464. — Maître Louis Genel, monnayeur, à Fribourg. Ajwl. Dellion. 

Biet, vol. X, p. 451. 
1475. — M. Ulrich Stoss, de Zurich. G. B. B., fol. 91 '■ . 
1480-1499. — Meister Thony (Antoine), der Müntzer, Besatsungs- 

buch, 1480. Deux-Cents de l'Auge. — 1481, 12 décembre. Man. 
1483. 16 mars. — Mort de Jacques Arsent, qui avait la charge et la 

commission de la monnaie. Man., n° 6, p. 116 v. 
1494. 9 et 11 juin. — Frappe de testons par un marchand à ses risques 

et périls et sans frais pour Messeigneurs sur le pied de Berne. 

Man. — Henseler, Essai sur les monnaies de Fribourg, 

Fribourg, 1884, p. 12. 

' Voir Rcv. suisse de nuni., t. XI, p. 246 et suiv. 



I 



— 455 — 

1498-1500. — Ulrich Stoss, monnayeur, entre dans le Grand Conseil 
des Deux-Cents pour le quartier de l'Auge et en fait partie 
jusqu'en 1503. 

1500. — Lettre de recommandation en faveur de notre monnayeur, 
Ulrich Stoss, auprès de l'ancien évêque de Sion (Nicolas 
Schinner, 1496-1499, f 1510) et auprès de l'évêque actuel de 
Sion (le cardinal Mathieu Schinner, 1499-1522) au service 
desquels il entre pour trois ans. Ulrich Stoss est mort en 1503. 

1500 (second semestre). — Avance de 800 écus bons au chancelier 
Nicolas Lombard, afin qu'il commence à monnayer. Trés.^ n" 196. 

1502. 24 février. — Réengagement de Meister Thony, le monnayeur 

{Man., n° 19, p. 62), à raison d'un gros par marc. 

1503. 24 août. — Engagement du jeune (Nicolas) Kolly comme 
monnayeur. Man. 

1504. 28 juin et 18 septembre. — Concession de l'office de monnayeur 
à Léonard Zurzapf. Man. et RathserJc, n° 2, p. 67^ . 

1505. 6 février. — Expédition d'un contrat pour trois ans avec 

Léonard Zurzapf. Man., n" 22. 

1506. 9 octobre. — Recommandation de Léonard Zurzapf auprès du 
gouvernement de Soleure. Man., n° 24, p. 34. 

1507. 20 août. — Nomination de Nicolas Kolly comme monnayeur. 

Il a travaillé sous la direction de Zurzapf. 

1512. 29 octobre. — Confirmation de Nicolas Kolly comme monnayeur. 
On lui donne un habit. Man., n° 30, p. 27 ^ . 

1515. 11 mai. — Messeigneurs cèdent à Nicolas Kolly, monnayeur, le 
commerce du sel. 3Ian. Nicolas Kolly a été membre des Deux- 
Cents pour l'Auge de 1507 à 1514, du Conseil des Soixante de 
1514 à 1550, année de sa mort. 

1515. 12 septembre. — Le Conseil de Fribourg décide de faire frapper 
des schillings ou kreutzer, avec le Bourg d'un côté et la croix 
ou Kreuz (de l'autre) et des sexains de la même manière. 
Man., n" 33, p. 16^. 

1519. 19 octobre. — Hans Jorand appelé von Buch, le monnayeur, fFeu 
Hans Jorand, le boulanger, appelé aussi von Buch, a reçu la 
bourgeoisie de son père et l'a assignée sur sa maison, située en 
l'Auge, devant le Sod. 6r. B. B., p. 116^. Membre du Grand 
Conseil pour l'Auge de 1525 à 1526, du Conseil des Soixante 
de 1526 à 1530, disparaît en 1530, de nouveau membre do 
1536 à 1547, mort en 1547. 11 est toujours titré do monnayeur. 



— 456 — 

1521 (second semestre). — Le trésorier Jacob Helbling reçoit de 
Niclaus Kolli, monnayeur, 283 U 10 sols 7 deniers, qu'il était 
resté à devoir. Très., n° 238, Recettes. 

1522. 20 février. — Mention de notre monnayeur (Kolly ?). Miss., 
n" 8, p. 126^. 

1524. 24 avril. — Monnayeur Kolly. Man. 

1530. 26 mars. — Le monnayeur Kolly, l'éprouveur M. Peter Qitzard. 
Man. 

1546-1548. — Décès du monnayeur Hans von Buch. Kirchenmeyer- 
rechnung, sonnerie 2 S'. 

1550. 11 décembre. — Décès du monnayeur Kolly, peu après le 
11 décembre 1550. Le dit jour, le trésorier Peter Fruyo remet 
à Nicolas Kolli, monnayeur, soit à sa femme, 250 écus bons 
en or, à rendre dans six semaines. Buch uff Guten Rechn., 
1545-155. . Sa veuve Elisabeth, née Zimmermann. Geist. Sach., 
n" 277. 

1555. 14 février. — Barthélémy le monnayeur (der Müntzer), taxé 
en l'Auge 8 écus bons pour la contribution de la Gruyère. Taille 
de la Gruyère. 

1556. 12 mars. — Mention de l'existence d'un monnayeur. 3îan. n° 73. 
Projet de frappe de sols (cruches), demi-sols, bâches et testons. 
Man. n° 73. Peter Reinhard, monnayeur ? 

1556. 15 mai. — Décision de charger le monnayeur de frapper des 
testons, demi-testons, demi-batzen, demi-sols et des dreyer. 
Un écu bon est taxé 14 S" 10 sols, ein dicken pfennig ou teston 
21 sols. On fera une avance au monnayeur. Man. 

1558. 14 mars. — Le Conseil charge le banneret de l'Auge de faire 
l'inventaire de la succession de maître Barthélémy, le monnayeur 
défunt, et de nommer un tuteur à son enfant. Maw., n° 77. 

1559. 31 janvier. — Il paraîtrait que la veuve du monnayeur Barthé- 
lémy aurait continué à fonctionner jusqu'à ce moment, où on 
visite le matériel de l'ancienne monnayeuse (Münzmeisterin) et 
où l'on prend des arrangements avec le nouveau monnayeur. 
Man.f n° 79. Règlement de compte de sexains, sols, bâches et 
demi-baches. 

1559. 11 et 12 mai. — Acquisition pour 2000 S du matériel de la 

monnaie. 
1559. 26 mai, — Le nouveau monnayeur frappera pour commencer 

des sols (ou cruches), demi-cruches et demi-batzen. Le trésorier 

lui livrera 1000 écus bons. Man. 



i 



— 457 — 

1559. 3 juillet. — Mention du nom de notre nouveau monnayeur 

Georges Hund. Mis., n° 19, p. 99 ^ . 
1559-1571-1579 ? — Georges Hund, monnayeur, à Fribourg. 

1579. 5 mai. — Thomas Capagnol ou Compagnon, nommé monnayeur. 

1580. 13 décembre. — Thomas Capagnol ou Compagnon, monnayeur, 
parti pour aller au service de l'évêque de Sion, Hildebrand de 
Riedmatten. 

1581. — Georges Schopper, frère de feu Hans Schopper, originaire de 
Berne, reçu bourgeois de Fribourg. Rôle 6, p. 1 1 ^ . Sa femme 
Marina était née Hund. 

1581-1589-1595 ? — Georges Schopper, monnayeur, à Fribourg; il 

part pour Lucerne. 
1585. 18 mars. — Hans Bätz, monnayeur, quitte Fribourg. Man. 

1587. 2 janvier, 2-16 octobre. — Salomon Guiger de Zoug, monnayeur. 
Ma7i. 

1588. 29 novembre. — Nicolas Dardallet, au nom de Maurice de 
Maurelles, seigneur de Dumesnil, monnayeur jusqu'au 24 mai 
1589. 

1595. — Décès du monnayeur de Fribourg. 

1596-1618. — Etienne ou Stephan Philot, monnayeur, de Fribourg. 

1596. 9 mai. — Paul Mock, de Strasbourg. 

1604. 19 novembre. — Ulrich Wolffer, monnayeur, de Berne, reçu 

bourgeois de Fribourg. Rôle 6, p. 55 ^ . 
1605 M606-1618. 18 juillet. — Hans-Jacob Benz, der Müntzer. 

RathserJc, n° 24, p. 393. 
1606. 3 octobre. — Etienne ou Stephan Philot reçoit la bourgeoisie 

patricienne. G. B. B., p. 149 v. 
1619. 9 janvier, 10 décembre. 1620. 28 février. — Mort et discussion 

du monnayeur Stephan Philot. 
1619-1620. — Peter Philot de Villargiroud, monnayeur. 
1622-1628 ? 10 mars. — François Schuffler, monnayeur. 
1629. 13 septembre. — Nomination d'Adam Clauser comme monnayeur. 

Il ne le fut que quelques jours, à moins qu'il n'y ait eu deux 

monnayeurs. 

1629. 18, 28 septembre, 8 novembre. — Nomination de Gaspard 
Werro comme monnayeur. Man. 

1630. 19 décembre. 1631. 4, 11, 15, 17, 18 décembre. — Gaspard 
Werro, monnayeur. R. n" 27, pp. 2 ^ , 46 ^ , 94. 

1632. 16 septembre. — Remplacement de Gfispard Werro, monnayeur, 
décédé, par ? Pierre Philot. 



— 458 — 

1632-(1651 ?) — Pierre Philot, monnayeur de Fribourg, reçu bourgeois 
les 28 février 1636 et 25 mai 1637. Man. et G. B. B., p. 163. 
Grätz, monnayeur de Fribourg, prédécesseur de Jacques Philip- 
pona. 

1651. 17, 20 décembre. 1652. 28, 31 janvier. — Nomination de 
Jacques Philoppona, monnayeur. 

1651-1701. — Jacques Philippona, monnayeur de Fribourg. 

1701. 10 février. — Jean-Ulrich Rsemy, monnayeur, nommé en rem- 
placement de Philippona. Man., pp. 11, 83, 229. 

1703-1707. — Jean-Ulrich Reemy, monnayeur. Man., p. 75. 

1707-1735. 1 juillet 1708. —Nomination de François-Pierre Rsemy, 
monnayeur. Man., 1707, p. 259; 1708, pp. 109, 135, 149, 
180, 211. 

1735. 26 septembre. — Nomination comme monnayeur de Jacques- 
Joseph Galley, orfèvre. Man., 1735, p. 345 ; 1737, p. 480. 

1735-1774. — Jacques-Joseph Galley, orfèvre, fut monnayeur de 
Fribourg de 1735 à 1774. Il est mort le 3 février 1774. 

1775-1776. 21, 22, 29 mars, 14 juin, 1 juillet. —Nomination de Jacques- 
Joseph-l^icolaa Müller comme monnayeur. Il fut envoyé à 
Giinsberg en Bavière et à Dresde pour étudier l'art du mon- 
nayage. Il fut reçu bourgeois patricien le 31 janvier 1783. 11 
était encore lieutenant dans la Garde de ville. 

1776-1806. — Joseph Müller, monnayeur de Fribourg. Il donna sa 
démission le 13 février 1806 pour rester dans la Garde de ville. 

1808. 8 mars. — Réception comme monnayeur, après étude, de 
François-iV?co/rtS-Aloys-Jean Amman. 

1808-1848. Nicolas d'Amman, dernier monnayeur de Fribourg. 

Jos. SCHNEUWLY. 



Monnaies et Médailles suisses inédites. 

Notes descriptives, rectificatives, historiques et bibliographiques. 



IP 
19. Trient méroTiiigieii. 

Le Cabinet de numismatique de Genève a fait, en août 1004, la 
précieuse acquisition d'un triens royal, ou tiers do sol mérovingien, 
portant le nom du roi Clotaire associé à celui de Genève et dont voici 
la tigure et la description sommaire : 







CLOTARIVS REX Buste diadème à droite. 

^- GENAVA FIT Croix haussée de deux degrés. 

II s'agit ici d'une monnaie de Clotaire II, fils de Chilpéric P'" et de 
Frédégonde, qui régna de 613 à 628 sur le premier royaume de 
Bourgogne, ainsi que sur ceux d'Austrasie et de Neustrie. Cette pièce, 
conservée en Chablais, où elle a été trouvée, attirait depuis longtemps 
l'attention des numismates. 

Des cabinets étrangers avaient cherché à l'acquérir, mais le proprié- 
taire refusait de s'en séparer. Nous n'entrerons pas dans le détail des 
longues négociations (elles ont duré près de vingt-quatre ans) engagées 
entre le Cabinet de numismaticjue et le propriétaire; du triens pour 
décider celui-ci à lui abandonner ce précieux document; il nous suffira 
de dire qu'elles ont dernièrement abouti et que, aujourd'hui, la Ville 
de Genève en est devenue la légitime propriétaire. 

Les triens royaux mérovingiens sont d'une excessive rareté, surtout 
pour les ateliers qui avoisinaient le lac Léman. On ne connaissait 

' Voy. liciHic HiiixKi- (fc Nnrniüiniitifjur, t. XII, p. 2(0 A 2(18. 

KKVIIB NIIM. T. XII. no 



— 460 — 

jusqu'à ce jour qu'un triens royal frappé à Agaune (Saint-Maurice) par 
le roi Dagobert et portant son nom. Le triens de Clotaire doit être 
considéré comme le plus ancien monument archéologique où figure à 
la fois le nom de Genève et celui d'un des rois bourguignons de la 
première race. C'est donc un document infiniment précieux pour 
l'histoire de notre ville, comme aussi pour celui de la France méro- 
vingienne. 

Mais nous serions incomplets en négligeant de dire que le budget 
du Cabinet de numismatique n'a pas été seul mis à réquisition pour 
l'emplette de cette rare monnaie ; il a fallu frapper à plusieurs portes 
qui ont bien voulu s'ouvrir devant l'importance de l'acquisition ; ce 
sont la Société auxiliaire des Sciences et des Arts, la Société auxiliaire 
du Musée et enfin un ami de la vieille Genève, à qui rien de ce qui est 
vraiment genevois ne saurait demeurer étranger, M. le professeur 
Lucien Gautier. 

Que tous reçoivent ici les remerciements du Conseil administratif et 
de ceux qui portent intérêt à l'histoire de notre ville. 

Eugène Demole. 

Evêché de Coire. 

(Deuxi(>mo suppk^mont ;ï la monographie de M. CF. Traehsel'.) 

Henri VI de Hœwen (1491-1503). 

20. — Demi-hatsen 1495. 

Légende entre deux grènetis, 

mone | epr | avRi | eizais 

Dans le champ et dans un écu espagnol posé sur une croix 
coupant la légende, les armes écartelées au 1 et 4 de l'évêché 
et au 2 et 3 de Hœwen. Sur l'écu, 95 

li ® Tcve * Reoi I ut: * aiiORvm 

Légende entre deux grènetis. Dans le champ, la Vierge et 
l'Enfant dans la gloire flamboyante, au dessous des armoiries 
de la famille de Hœwen. 

Argent. Poids : 0,2 gr. Diam. : 0,023. Musée rhétien à Coire. 

Jecklin, Kat. CJmr^ p. 31 ^ 

' C.-F. Traehsel, J)io Mtïnzan und Medaillen Graubündens besc/t rieben und 
abgebildet, Berlin- Lausanne, 1866—1896, 13 liv. in-8 avec XIII pl. lith. de l'auteur. 

' F. von Jecklin, Kattilo;/ dos rcefii^chen Museum zu Ckur, Chur, F. Gengel, 
1891, in-12, 1^8 p. et II pl. de dessins. 



— 4G1 — 

Paul Ziegler de Ziegelberg (1503- 1541). 

21. — Pfennig uniface sans date. 

Variante du dessin de ïrachsel n" 32, avec un petit P 

Billon. 

Cat. Furger, n" 568. 

22. — Pfennif/ uniface sans date. 

Variante du dessin de Trachsel n" 32, avec un grand P 

Billon. 

Cat. Furger, n° 569. 

23. — Bluzger sans date. 

® PAVLS S EPVS S CVRIENSI entre deux grènetis. 
Armoiries écartelées dans un écu espagnol. 

^. ® SALVE S CRVX S OIGNA o 

Croix pattée. 

Billon. 

Jecklin, Kat. Chur, p. 31. 

24. — Dcmi-hatsen sans date. 

® S mouaTT: s epi § öVRien s 

Armes écartelées. 

^. TfVe • RGGIU7C I GeilORVm 
La Vierge et l'Enfant sur un croissant. 
Billon. Poids : 2,5 gr. Mod. : 0,021. 
Jecklin, Kat. Chur, p. 31. 

25. — Batsen 1627. 

® MONETA o EPI o CVRIEHS : 15Z7 

Le reste comme Trachsol n" 48. 

Billon. 

Cat. Furger, n° 565. 

26. — Batsen 1528. 

® MOHETA • EPI • CVRIEHS » 15S8 o 
Armoiries écartelées; à droite et à gauche un annelet. 



— 4G2 — 

1^. ® AVE : REGIHA • ! • CELORVM 

La Madone avec nimbe. 

Billon. 

Cat. Furger, n" 566. 

Peter II Rascher (1581—1601). 

27. • — Bluzf/er sans date. 

+ PETRVS o D o G o EPS o CVRIE » 

^. ECCE • ANCILLA • DNI • 

Billon. 

Jecklin, Kat. Chiir^ p. 31. 

28. — Bluzger sans date. 

+ PETRVS • D • G • EPS • CVRIE 

r^. ECCE • ANCILLA • DNI • 

Billon. 

Jecklin, Kat. CJmr, p. 31. 

Jean V Flug d'Aspermont (I60l -1627). 

29. — Denx-pfcnnif/ sans date. 

Comme Trachsel n" 87, mais sans étoiles entre les écussons. 

Billon. 

Cat. Furger, n" 597. 

30. — Sepi-dueais sans date. 

Trachsel n" 118 est à supprimer et est remplacé par le n" 118 a 

dont la description est plus complète. 
Nous trouvons encore une variante de ponctuation de l'avers ; 
lOANNES • DEI GRA • EPISCOPVS • CVR • 
,Le reste comme Trachsel n" 118 a. 
Or. Poids : 24,5 gr. Mod. : 0,040. 
Jecklin, Kat. CJmr^ p. 33. 

31. — DicJcen 1630. 

lOANNES S D : G I EPISCO ' CVR ■ 1620 . 

Buste armé du saint à gauche, au dessus d'un écu avec bou- 
quetin à senestre. 



I 



— 463 — 

^. : SI : DEvs : pro : nob s o ' con : nos : 

Aigle d'empire avec croix entre les têtes, entourée d'un double 

cercle intérieur. 
Argent. Poids : 7,3 gr. Mod. : 0,029. 
Jecklin, Kat. Chiir, p. 32. 

32. — DicJcen 1620. 

Semblable au n° 31. 

^- SI : DEVS : PRONOB : a s con : nos s 

Aigle d'empire avec croix entre les têtes, entourée d'un cercle 

cordonné et perlé. 
Argent. Poids : 5,9 gr. Mod. : 0,285. 
Jecklin, Schlcins^ t. Il, p. 133, n" 1 ^ — Jecklin, Kat. Chur 

p. 32; var. de Trachsel n° 121. 

33. — Biclcen 1620. 

lOANNES : D : G I EPIS : CVR : 1.6-ZO 

Le zéro touche le nimbe du saint. Le reste comme au n" 30. 
Revers du n° 30. 

Argent. Poids : 6,4 gr. Mod. : 0,028. 

Jecklin, Schleins, p. 133, n" 2 et pi. II. — Jecklin, Kat. Chur^ 
p. 32. 

34. — Bichen 1621. 

lOANNES : D : G i EPIS = CV 16Z1. 

Buste armé de saint Lucius à gauche. Le chiffre 1 ne touche 
pas le nimbe. A la hauteur des épaules, les initiales S — L 
Au bas, les armes de l'éyêché. Les chiffres 6 et Z ne se 
touchent pas. 

li). SI : DEVS : PRONOB : a : con : nos 

Aigle à deux têtes avec croix. 

Argent. Poids : 5,7 gr. Mod. : 0,028. 

Jecklin, Schkins, p. 133, n" 3. — Jecklin, Kat. Chur, p. 32. 

35. - ])ickm 1621. 

lOANNES : D : G I EPIS : CVR 1621 • 

Le reste comme au n" 33. 

' V. von Joc'kliri, Her Münzfutid von Schlcins, dans lieoac hlUuSc de nuiuits- 
mud'/ua, t. II, pp. 128—143 et pi. I ;ï III. 



— 464 — 

^. SI : DEVS : PRO NOB : O • CON : NOS 

Le reste comme au n** 33. 
Argent. Poids : 5,6 gr. Mod. : 0,0285. 

Jecklin, Schleins, p. 133, n° 4 et pi. 12. — Jecklin, Kat. Cliur^ 
p. 33. 



36. — Trois-kreuser (c/roschen) 1627. 

® lOANNES • D I G EPIS • CVR 

Le reste de l'avers et le revers comme Trachsel n" 133. 
Billon. Poids : 1,50 gr. Mod. : 0,020. 
Jecklin, Kat. Chur, p. 33. 



Joseph Mohr de Zernetz (1627-1635). 

37. — Groschen 1628. 

lOSEPHVS : DEI : G : EPISCOP : CVRIE l 

Armes écartelées. 

% FER : Il : RO : ! IMP : SE : AVG • 

Aigle d'empire avec 3 au centre. A l'exergue, séparé par un 

trait, la date 1628 
Billon. 
Cat. Furger, n° 607. 



Jean VI Flug (1636-1661). 

38. — Kreuzer 1644. 

Type de Trachsel n° 177, mais variante de dessin. 

Billon. 

Cat. Furger, n" 614. 

Ulrich VI de Mont (1661-1692). 

39. — Quinze-kreuzer 1688. 

Type de Trachsel n° 214, mais au l'^. • LEOPOLDVS 

Argent. 

Cat. Furger, n° 622. 



— 465 — 

40. — Beux-tiers-de-thaler 1690. 

Type de Trachsel n" 223, mais LEOPOLDVS : D : G 

I ROM : 
Argent. 
Cat. Furger, n° 620. 

Ulrich VII de Federspiel (1692-1728). 

41. ~ Blusger de 1693. 

Date manquant à Trachsel ; signalé mais non décrit. 
Cat. Furger, n" 630. 

Ce lot contenait de nombreux bluzger de chaque date et des 
variantes. Il aurait valu la peine d'être catalogué en détail. 

42. — Qiiinse-hreuzer 1703. 

Type de Trachsel u° 236, mais FVRST • BVR et au revers 

A. 1703 
Argent. 
Cat. Furger, n" 626. 

43. — Quinze-hreuzer 1708. 

Type de Trachsel n° 244, mais ROM. i IMP. SEMP. AV. 

1708. 
Argent. 
Cat. Furger, n° 627. 

44. — Bluzficr de 1709. 

Date manquant à Trachsel ; signalé mais non décrit. 
Cat. Furger, n" 630. 

45. — Kreuzer 1716. 

• S . LVCI . M . EP . CVRIEN . 

Buste couronné de saint Lucius à droite. 

1^. CAROL . D. G. R. I. S. A. 17 | 16 

Aigle d'empire couronnée, avec | sur la poitrine. 

Billon. 

Millésime inédit jusqu'à présent. 

Cat. Furger, n° 629. 



— Am — 

Joseph Benoît de Rost (1728-1754). 

46. — Deux-pfennigs saus date. 

Les écus de la famille de Rost et de l'évêché entre une palme 
et une branche de laurier. Entre les écus 2 et au dessus 
l'écu impérial. 

Billon. 

Cat. Furger, n° 641. 

Type nouveau; tous les autres ont les écus sans feuillages. 

Il est regrettable que le catalogue ne mentionne pas les variantes 
des petites pièces, surtout des bhczf/er^ car la collection Furger, faite 
avec grand soin, ne devait pas renfermer de doublets. 

47. — Double-thakr 173(1. 

Type du thaler, Trachsel n° 283, mais • IOS. BENED. D. 

G. EPISCOPVS • et au revers ROST •• 17 | 36 • 
Argent. Poids : 57,4 gr. 
Cat. Furger, n° 634. 
Cette remarquable pièce unique est reproduite sur la planche I 

du catalogue. La pièce a atteint aux enchères 3650 marks, 

sans les frais. 

48. — Beux-lireuzer 1741. 

IOS . BEN . D . G I CVR . S . R . I . P 

Le reste comme Trachsel n° 298. 

Billon. 

Cat. Furger, n" 638. 

Le manque du mot EP. est peut-être voulu pour faire passer 
la pièce dans les archevêchés et électorats rhénans. Il serait 
curieux de rechercher si cette pièce n'a pas été décrite en 
Allemagne dans les tarifs et ordonnances prohibitives de 
l'époque. 

Médaille personnelle des Grisons. 

49. — Médaille de député du département des Ardennes^ au nom du 

baron de Salis., 1819. 
Buste de Louis XVIII, roi de France, signé Andrieu. 



i 



— 467 - 

R). Inscription entre deux branches de feuillage. Dans le haut, 

une couronne. 
Argent. Bélière. Poids : 46 gr. Mod. : 0,042. 
Cat. Furger, n° 66. 

M. Helbing ne décrit pas autrement cette médaille officielle de 
député, qui est du reste du type habituel. Ce baron de Salis appar- 

I tient à une des trois branches de cette illustre famille grisonne qui 

I ont acquis la naturalisation en France. Cette pièce n'a qu'un intérêt 

secondaire pour la Suisse, mais mérite d'être notée, car on n'a pas de 
médailles suisses de cette famille. 
P.-Ch. S. 



MÉLANGES 



Pièces Inédites suisses. Appel aux collectionneurs 
et marcbands. — La rédaction prévient Messieurs les membres de 
la Société suisse de numismatique et tous les numismates en général 
qu'elle prépare actuellement un certain nombre de monographies 
ci-dessous indiquées qui paraîtront prochainement dans la Revue suisse 
de mcmismatique. Dans le but de rendre ces publications descriptives 
aussi complètes que possible, elle prie les possesseurs de pièces inédites 
ou mal décrites par les auteurs de bien vouloir en envoyer la descrip- 
tion avec un frottis de la pièce ou une photographie à la rédaction de 
la Bévue. Au cas où les pièces seraient à vendre, prière d'en indiquer 
le prix. Ces renseignements seront transmis de suite aux auteurs des 
travaux annoncés à la Bévue. Ces études sont les suivantes. 

M. M. de Palézieux-du Pan, description des monnaies de l'évêché 
de Sion et de la république du Valais. 

M. Adolphe Ilclé, description des monnaies de la ville de Saint-Gall. 

M. Albert Michaud, description des monnaies de l'évêché de Bâle. 

M. Paul-Ch. Strœhlin, inventaire des variétés des monnaies de la 
république et canton de Genève. 

En outre, nous rappelons la nouvelle chronique de la Bévue consacrée 
à la description des monnaies et médailles suisses inédites ou mal 
décrites paraissant dans chaque livraison, où sont insérées toutes les 
descriptions et notes constituant un supplément aux ouvrages déjà 
publiés. Tous les collaborateurs seront les bienvenus. {La Bédaction.) 

Ueber Münzzirkiilation (Au sujet de la circulation 
monétaire). — Sous ce titre, la Société bernoise de numismatique, 
que nous comptons au nombre de nos membres, publie une brochure 
fort intéressante, dont elle a bien voulu nous remettre un tirage que nos 
lecteurs trouveront broché en annexe à cette livraison. Cette société 
s'occupe non seulement de numismatique historique, de coUectionnage 
et de l'appui à donner au Cabinet numismatique de Berne pour le 



— 469 — 

développement de ses collections, mais consacre aussi d'intéressantes 
séances à l'histoire économique de l'argent, à l'histoire monétaire et 
aux questions de circulation monétaire. A la suite de la brochure 
ci-dessus indiquée, se trouve une ordonnance de la Monnaie fédé- 
rale à Berne sur la manière de reconnaître les pièces fausses en 
cours. {La Rédaction.) 

Don au médaillier cantonal valaisan. — M. Camille 
Rappaz, buraliste postal, à Monthey, vient de faire don au médaillier 
cantonal de deux cent cinquante-trois monnaies, médailles, etc., en 
billon, cuivre et argent. 

Le Conseil d'Etat a, par l'organe du département de l'Instruction 
publique, adressé au généreux donateur des remerciements bien 
mérités. {Communiqué.) 

Congrès international ponr la reproduction des 
manuscrits, des monnaies et des sceaux. — A l'occasion 
de l'Exposition universelle et internationale de Liege en 1905, le 
Gouvernement belge a pris l'initiative de convoquer un Congrès inter- 
national pour la reproduction des manuscrits, des monnaies et des 
sceaux. 

Voici en quels termes, M. J. de ïrooz, ministre de l'Intérieur et de 
l'Instruction publique en Belgique, dans une circulaire aux membres 
de la Commission belge d'organisation, précisait le but et l'objet du 
Congrès. 

« Pour la diffusion des études historiques, paléographiques, archéo- 
logiques et artistiques, non moins que pour le développement de 
l'enseignement par les méthodes intuitives, la fréquentation des 
sources, manuscrits et pièces d'archives, ainsi que le maniement des 
monnaies, des médailles et des sceaux constituent, nul ne l'ignore, 
l'indispensable complément du livre et des traités du professeur. 

« D'autre part, il n'est point donné à tout le monde d'aborder ces 
collections de documents, et quoique le prêt en soit aujourd'hui, plus 
aisément que par le passé, consenti à des bibliothèques et parfois 
même à des particuliers, ces mesures, pour libérales qu'elles soient, 
demeurent forcément restreintes. 11 reste toujours un nombre considé- 
rable de documents précieux qui ne peuvent, sous aucun prétexte, 
quitter les dépôts qui les gardent avec un soin jaloux. 

« Heureusement, les progrès sans cesse croissants de l'industrie 
moderne permettent de suppléer, jusqu'à un certain point, les originaux 
eux-mêmes. 



— 470 - 

« En outre, le sinistre récent de la Bibliothèque nationale de Turin 
a rappelé l'attention du monde savant sur l'urgente nécessité qui 
^'impose à tous les gouvernements de prendre d'énergiques mesures, 
afin de préserver leurs collections publiques d'une si fatale éventualité. 
De toutes parts, on a préconisé la reproduction des documents précieux 
pour qu'en cas de malheur tout ne fût point perdu. 

« A cette fin, il serait désirable de provoquer une entente inter- 
nationale ou du moins de prendre l'avis des hommes compétents et de 
tous ceux qui s'intéressent à la conservation des documents littéraires 
et artistiques du passé. » 

La Commission belge d'organisation du Congrès a l'honneur d'inviter 
tous les numismates à adhérer à ce Congrès. Cette adhésion n'entraîne 
aucune cotisation ; seuls, les membres qui désireront obtenir le 
volume des Actes du Congres acquitteront un prix minime de sous- 
cription pour les frais d'impression. 

En envoyant leur adhésion, les participants sont invités à commu- 
niquer le titre des questions qu'ils se proposent de traiter éventuelle- 
ment au Congrès ou qu'ils désirent voir porter à l'ordre du jour. 

A titre de renseignement, voici les principaux rapports qui sont 
déjà promis à la Commission belge d'organisation : 

1° Les tentatives antérieures d'entente internationale pour la repro- 
duction des documents historiques ; 

2° Rapport sur l'état actuel des procédés de reproduction en fac- 
similé des chartes et des diplômes, cartes, plans, et autres documents 
d'archives ; 

3° Rapport du même genre pour les reproductions de monnaies et 
de médailles ; 

4° Rapport similaire pour les moulages de sceaux ; 

5" Même rapport relativement aux manuscrits ; 

6° Item sur les reproductions de miniatures ; 

7° Étude des meilleurs procédés techniques à recommander pour la 
reproduction des manuscrits, des monnaies et des sceaux ; 

8° Des papiers à employer dans les photographies, les phototypies, 
et les simili-gravures ; 

9° Organisation de systèmes pratiques de reproduction dans les 
grands dépôts publics, bibliothèques, archives, cabinets de numisma- 
tique, etc. ; 

10° Organisation d'un bureau international d'échange des repro- 
ductions. 



— m — 

■ Le Congrès est placé sous le haut patronage de MM. Jules de 
Trooz. ministre de l'Intérieur et de l'Instruction publique, et Gustave 
Francotte, ministre de l'Industrie et du Travail de Belgique. 

La Commission belge d'organisation est constituée sous la prési- 
dence d'honneur de MM, É. Fétis. conservateur en chef de la Biblio- 
thèque royale de Belgique, F. van der Haegen, bibliothécaire en chef 
de l'Université de Gand, St. Bormans, administrateur-inspecteur de 
l'Université de Liège, et sous la présidence effective de M. G. Kurth, 
professeur à l'Université de Liège, membre de l'Académie royale de 
Belgique. Pour toutes correspondances et adhésions relatives au 
Congrès, écrire au secrétaire, M. F. Alvin, conservateur du Cabinet 
des médailles de l'Etat, 5, rue du Musée, Bruxelles (Belgique). 

Edmond Droiiin. — Réparons une omission en signalant la 
mort de M. Edmond Drouin, le savant orientaliste, survenue à Paris, 
le 29 janvier 1904. 

Une fois ses études de droit terminées, E. Drouin n'avait pas tardé 
à occuper une situation en vue dans le barreau parisien. Par diverses 
publications linguistiques il s'était révélé aussi bon philologue que 
brillant avocat. 8a connaissance parfaite de nombreux idiomes de 
l'Orient lui permit d'aborder l'étude de la numismatique asiatique qui 
n'attire pas l'attention du profane, mais qui n'en est que plus capti- 
vante pour le savant. 

On lui doit de nombreuses découvertes dans ce domaine où il faisait 
autorité. Ses travaux, publiés dans diverses revues, lui valurent en 
1900 le prix de numismatique Allier do Hauteroche, décerné par 
l'académie des Inscriptions et Belles-Lettres. Le défunt avait soixante- 
sept ans. 

nécrologies. — Le 2 août dernier est décédé à Stuttgart, à l'âge 
de quarante-huit ans seulement, M. le D'-prof. Sixt, conservateur du 
Cabinet numismatique de cette ville. 

— Peu de jours après, le 14 août, mourait à Vienne M. Henri 
Cubasch, antiquaire et expert en médailles. Le défunt, qui était âgé do 
cinquante-six ans, était membre du Klnb der Milns- und Mcdailkn- 
freniidc et collaborait avec assiduité aux MiWieilum/en que publie 
cette société. Il passait pour être un excellent connaisseur doublé d'un 
musicien passionné et do réelle valeur. Il avait fait partie de notre 
association ])endant une di/aine d'années environ, soit de 1894 à 1903. 

l>iMtiiictioii. — Le roi d'Italie, reconnaissant le mérite des 
travaux de M. (^uintilio Perini de llovereto, l'a sj)oiitanément décoré. 



— 472 — 

C'est avec plaisir que nous enregistrons cette distinction, due 
aux nombreuses publications scientifiques de notre très distingué, 
collègue. 

Anatole de Barthélémy. — La science numismatique française 
vient de faire une perte sensible dans la personne de son doyen, 
M. Anatole-Jean-Baptiste-Antoine de Barthélémy. 

Le regretté savant était né à Reims le 1"'' juillet 1821 et avait été 
élève de l'Ecole des chartes. 

Ses remarquables travaux lui firent octroyer plusieurs récompenses 
et de nombreuses distinctions honorifiques. Il fit partie de la commis- 
sion de topographie des Gaules dont il fut secrétaire, et remplit des 
postes en vue dans la Société de l'école des chartes, dans la commission 
des travaux historiques, etc. 

En 1874, il avait fondé avec la collaboration de F. de Saulcy et de 
E. Hucher les Mélamjes de numismatique^ dont trois volumes seulement 
parurent. Depuis lors il était devenu l'un des directeurs de la Revue 
numismatique française. 

En 1887, il fut élu membre de l'académie des Inscriptions et Belles- 
Lettres et en 1900 il avait été élevé à la présidence de cette académie. 

On trouvera dans la Gasette numismatique française de 1900, 
p. 122, la liste de ses œuvres archéologiques et numismatiques. 

Son Nouveau manuel complet de numismatique du moyen âge et 
moderne^ publié à Paris en 1851, réédité pour la deuxième fois 
en 1890 par les soins de M. Ad. Blanchét, ainsi que son Nouveau 
manuel complet de numismatique ancienne^ paru également à Paris en 
1851, qui rendent encore tant de services, sont ses ouvrages les plus 
connus. 

lie nouveau billet de la Banque d'£spagne. — Depuis 
plusieurs années la Banque d'Espagne, préoccupée d'améliorer le type 
de ses billets et d'en rendre la contrefaçon plus difficile, a chargé un 
ingénieur éminent, M. Luiz Marin, du corps des Ponts et Chaussées 
d'Espagne, de procéder à une étude approfondie des méthodes 
employées dans les diverses nations. 

M. Luiz Marin, qui est un peintre distingué et d'une compétence 
artistique qualifiée, vient de créer le nouveau billet. 

Le fond typographique en est réticulé et la couleur violet pâle, 
deux éléments qui rendent la photographie exacte presque impossible. 
Une seconde amélioration est celle de la dimension. Les billets 
français, comme ceux des autres pays d'ailleurs, ne correspondent à 



— 473 — 

aucun format d'enveloppe courant. Leur pliure détermine des petits 
paquets que des doigts exercés découvrent facilement à travers l'en- 
veloppe et qui sont une incitation au vol. 

Le nouveau billet espagnol a la dimension de l'enveloppe commer- 
ciale ordinaire. Sécurité contre la contrefaçon, sécurité pour le trans- 
port, voilà deux progrès importants dont il y a lieu de féliciter la 
Banque d'Espagne et son ingénieur-conseil. 

{Le Matin^ Paris, 14 novembre 1904.) 

Hessen. — Zur Feier der 400. Wiederkehr des Geburtstages 
Philipps des Grossmütigen, am 13. November, gelangten Fünf- und 
Zweimarkstücke mit den Bildnissen Philipps des Grossmütigen und 
dos regierenden Grossherzogs von Hessen im Gesamtbetrage von 
500,000 Mk. zur Ausgabe. (Basler Nachrichten.) 

Steiiigeld in einer deutschen Kolonie. — lieber eine 
eigenartige Münzwährung, die sich auf der Karolineninsel Jap findet, 
plaudert Oberleutnant zur See d. R. Cederholm in der Zeitschrift für 
Kolonialpolitik folgendermassen : « Sehr originell ist es, dass die 
Japleute kein Geld nehmen dürfen. Den Europäern untersagt die 
Regierung beim Einkauf der Kopra, die Eingeborenen mit Geld zu 
bezahlen. Daher blüht dort der Tauschhandel. Aber trotzdem die 
geprägte Münze den Bewohnern fremd ist, haben sie sich doch, wie 
alle anderen Menschen, im Verkehr untereinander ihr eigenes Geld 
geschaifen, das sogenannte Japgeld, Vor den Hütten der Leute sieht 
man mehr oder weniger kleine, mittlere und grosse Steine gegen die 
Ilauswand gelehnt stehen, welche ähnlich den Mühlsteinen behauen 
und in der Mitte durchbohrt sind. Vergebens aber suchte mein Auge 
nach Mühlen, bis man mir erklärte, dass dies das Geld der Einge- 
borenen sei. So konnte man schon von aussen auf den ersten Blick je 
nach Anzahl und Grösse der Steine das Vermögen des Besitzers 
erkennen. Ideale Zustände für die auf der Brautschau sich befindenden 
jungen Männer. Wie ist es aber nur möglich, dass diese Steine solchen 
Wert haben ? Dadurch, dass Jap selbst keine Steine besitzt, und in der 
Schwierigkeit der Erlangung solcher. Diese Steine stammen nämlich 
von den etwa 230 Seemeilen entfernten Palauinseln, welche im 
Gegensatz zu Jap felsig sind. In Palau dulden die Bewohner den 
iJruch solcher Steine. Diese werden an Ort und Stelle gleich zu Jap- 
gold geformt und in die Kähne verladen. Bei dem Gewicht der Steine, 
etliche wiegen eine Tonne und mehr, kenterten bei stürmischem 
Wetter bisweihsn viele Kähne und die kostbare Ladunjr und nicht 



— 474 — 

selten auch die Mannschaft gehen verloren. Einmal nur in jedem Jahre 
können die Reisen ausgeführt werden, hin unter Benutzung des 
Südwestmousson, zurück vor dem Nordostmoussons. Diese Schwierig- 
keiten bedingen den Wert der Steine. Je grösser die ersteren, je 
weniger Steine in einem Jahre in das Land kommen, umsomehr steigt 
der Kurs des Japgeldes. In origineller Weise findet bisweilen der 
Umsatz dieses Rieseugeldes statt. So wurde letzthin ein vermögender 
Japmann zu einer Geldstrafe verurteilt. Betrübten Sinnes rollte er 
mit Hilfe anderer Dorfleute einen grossen Mühlstein zum Amte. Nun 
hat die deutsche Kolonialkasse aber beim besten Willen keinen Platz 
für solches Geld, auch wenn es noch so hoch im Kurse steht. Das 
Wechseln ist aber leicht gemacht ; einer der Händler erscheint, er 
kennt den jeweiligen Kurs und weiss daher, wieviel Kokosnüsse ein 
solcher Stein ihm einbringt. In barer Münze erlegt er für den Schul- 
digen die Strafe und zahlt den eventuellen Rest in Waren an den 
Verurteilten, der um einen Stein ärmer von dannen zieht. » 

Gescbiclitliclie £ntwickliiiig des Japanischen MünK- 
wesens. — Dem vom japanischen Finanzministerium in deutscher 
Sprache herausgegebenen Finansiellen und ivirtscliaftUchcn Jahrbuch 
für Japan 1904 entnehmen wir folgendes : 

« Das Münzwesen Japans zur Zeit der grossen Umwälzung gründete 
sich auf das alte, im Jahre 1601, eingeführte System. Wenn die Toku- 
gawaregierung einmal in finanzielle Verlegenheit kam, so griif sie 
gewöhnlich zur Umprägung der Münzen. Durch die dadurch verur- 
sachte Wertverringerung wurde das Münzsystem tatsächlich zerstört, 
und die Geldverhältnisse befanden sich deshalb bei dem Untergang 
der Tokugawaregierung in einem beklagenswerten Zustand. Nach der 
Wiederherstellung der kaiserlichen Herrschaft unternahm es die 
Regierung, Ordnung in die Münzverhältnisse zu bringen, und erliess 
im Jahre 1871 ein Gesetz über das Münzwesen, durch welches die 
Goldwährung eingeführt wurde. Aber Japan stand allein im fernen 
Osten mit seiner Goldwährung, da alle Nachbarländer der Silber- 
währung anhingen. Deshalb sah Japan sich bald gezwungen, den 
Silber-Yen, der nur für den Handel mit dem Auslande bestimmt war 
und nur in den offenen Häfen Kurs hatte, auch zum Umlauf im Innern 
zuzulassen, so dass eine Doppelwährung entstand, welche sich schliess- 
lich infolge des fortdauernden Abflusses von Gold tatsächlich in eine 
Silberwährung verwandelte. In dieser Lage verharrte Japan längere 
Zeit, aber die immer mehr zunehmende Ausbreitung- der Goldwährung 



- 475 - 

in Europa und Amerika liess die Regierung nicht in Zweifel, dass 
Japan wieder zur Goldwährung zurückkehren müsse, wenn nicht 
schliesslich die wirtschaftliche Entwicklung des Landes Schaden 
leiden solle. Aus dieser Erwägung heraus wurde ein Ausschuss für 
das Studium der Münzfrage ernannt. Eine Mehrheit des Ausschusses 
entschied sich für die Goldwährung, aber diese Massregel liess sich 
nicht sogleich durchführen, weil es an der durchaus nötigen starken 
Goldreserve fehlte. Erst der chinesisch-japanische Krieg 1894/95 gab 
Japan die Mittel zur Beschaffung einer angemessenen Menge Goldes 
in die Hand. Die Einführung der Goldwährung geschah durch Gesetz 
Nr. 11 vom Jahre 1897. 

In Formosa, wo die Bewohner seit alter Zeit an das Silbergeld 
gewöhnt, und die Handelsbeziehungen mit dem Silberland China von 
grosser Bedeutung sind, wurde die Goldwährung zunächst nicht 
eingeführt, und die Silbermünzen, deren Kurs mit den Schwankungen 
des Marktes jeweilig wechselte, blieben gesetzliche Zahlungsmittel. 
Aber nach und nach machte die wirtschaftliche Entwicklung der 
Insel so wesentliche Fortschritte, und der Handel mit dem eigent- 
lichen Japan nahm so stark zu, dass die Regierung von Formosa sich 
berechtigt glaubte, die Goldwährung, wie sie in Japan bestand, auch in 
Formosa einzuführen. Nach der Verordnung vom 4. Juni 1904, welche 
die Annahme der Goldwährung aussprach, soll der Umlauf der Gold- 
stücke vom 1. Juli 1904 ab erfolgen und vom gleichen Tage ab soll 
der Umlauf der Silbermünzen verboten sein. Indessen werden dieselben 
noch von den öffentlichen Kassen angenommen, welche sie aber nicht 
in den Verkehr zurückgelangen lassen. » 

(Extrait de Ost-Asien^ Berlin, Januar-Nummer 1905.) 

Scbweiz. — Das Jahr 1904, bemerkt der Geschäftsbericht der 
eidgenössischen MünsvertvaUunf/^ hat der letzteren Zuschriften und 
Zusendungen von Zeitungsartikeln gebracht, in welchen über die 
Ueberschwemmung des Geldverkehrs mit abgeschliffenen Silbermünzen 
geklagt wurde. Vielfach wurden ihr auch derartige Stücke direkt 
zugeschickt mit dem Ersuchen um Austausch. Dabei fehlte es nicht an 
Vorwürfen der Münzverwaltung gegenüber. Diese sah sich aber nicht 
veranlasst, hierauf zu antworten ; denn es waren ausnahmslos auslän- 
dische Silberschoidemünzen, welche in ihrem nicht mehr kursfähigen 
Zustande Anlass zu Klagen gaben. 

Im Bericht der eidgenössischen Staatskasse lesen wir sodann : « In 
Ausführung des l'ostulates Nr. 638 wird über diesen Gegenstand ein 

niiVUE NUM. T. XII. ' ül 



- 476 - 

besonderer Berieht erstattet werden, so dass wir an dieser Stelle 
darauf verzichten, auf Einzelheiten einzutreten. Immerhin können wir 
das, was wir in unserm letzten Geschäftsberichte über die Schwierig- 
keiten sagten, welche der Staatskasse durch den gegenwärtigen 
Zustand bereitet werden, voll und ganz bestätigen. Diese Schwierig-? 
keiten haben sich sogar noch bedeutend vermehrt infolge einer im 
Berichtsjahre stattgefundenen Invasion fremder, namentlich aber 
französischer Silberscheidemünzen. Diese ungewöhnliche Einfuhr 
findet ihre Erklärung nicht etwa in einem Mangel an solchen Münzen, 
da wir allen an uns gerichteten Begehren entsprechen konnten, da 
ferner die von uns gelieferten Beträge diejenigen früherer Jahre 
erheblich überstiegen und uns am 31. Dezember noch ein Vorrat 
übrig blieb. Man ist deshalb genötigt, die Ursache auf Spekulationen 
von Privatpersonen zurückzuführen, welche aus diesem Verkehr 
Gewinn zogen. Leider sind die so eingeführten Münzen alle mehr 
oder weniger abgeschliffen und es befindet sich unter ihnen auch eine 
grosse Zahl nicht mehr kursfähiger und beschädigter Stücke. Dies ist 
besonders bei den Fünfzigrappenstücken der Fall. Die Staatskasse 
hat während des verflossenen Jahres 424,000 solcher Münzen zurück- 
gezogen und noch immer ist keine Abnahme derselben bemerkbar, 
weil Stetsfort neue Beträge ins Land gebracht werden. Eine Verminde- 
rung wird wohl erst dann konstatiert werden können, wenn die 
Begehren nach neuen Fünfzigrappenstücken einen gewissen Umfang 
ex'reicht haben werden ; gegenwärtig aber stehen sie noch in keinem 
Verhältnis zu dem bewerkstelligten Rückzüge. Tatsächlich trägt die 
Schweiz dermalen die Kosten der HeimschaflFung der ausländischen 
Münzen. {Nene Zürcher Zeitunc/, 12. März 1905.) 

£iiie iiiimisinatisclie Kurioixiiät. — Hundert Tetradrachmen 
und einen Bronzeprägestock, wie er im dritten Jahrhundert v. Chr. 
zum Prägen von Münzen in Athen gebraucht wurde, hat das Münz- 
kabinet in Athen von einem italienischen Antiquar aus Kairo erhalten. 
Der Direktor des Museums, Svoronos, meint, dass der Prägestock von 
einem Griechen gestohlen und in Aegypten zur Prägung von Tetra- 
drachmen aus falschem Metall gebraucht wurde. Da der Tetradrachme 
einen Wert von etwa 3,25 Mark hatte, konnte er auf diese Weise viel 
Geld verdienen. In Griechenland stand auf Falschmünzerei Todes- 
strafe, aber trotzdem scheint falsches Geld nicht selten gewesen zu 
sein. Von diesen alten griechischen Prägestöcken sind nur sehr 
wenige auf uns gekommen, es scheint, dass sie zerbrochen wurden, 



- 477 - 

nachdem sie zur Prägung einer Serie Münzen benutzt waren. Die 
nach Athen gesandten Tetradrachmen zeigen alle den Stempel, mit 
dem die ägyptischen Bankiers alle durch ihre Hände gehenden 
Silbermünzen bezeichneten. {Breslauer Zeümif/, 19. März 1905.) 

Collections Joli.-W. Steplianik et Theodore Prowe. 
— Nous n'avons pas pour habitude d'entretenir nos lecteurs des 
nombreuses ventes qui se font chaque année durant la saison d'hiver 
et pour lesquelles les experts publient des catalogues de plus en plus 
luxueux et si bien l'édigés qu'ils sont, à leur tour, fort recherchés des 
bibliophiles. 

Nous ferons une exception pour les ventes des collections des deux 
savants amateurs dont les noms sont en tête de cet article. 

Les pièces qui les composaient ayant été dispersées aux quatre 
vents des cieux sous le feu des enchères, les catalogues, richement et 
copieusement illustrés, sont tout ce qu'il en reste. 

La collection Stephanik ne comporte pas moins de sept mille deux 
cent vingt-deux numéros soit environ huit mille pièces se rapportant 
entièrement à la Hollande et à ses colonies. Le plan sur lequel elle 
avait été conçue est si vaste qu'il embrasse toute l'histoire monétaire 
du i)ays, depuis le plus haut moyen âge jusqu'à nos jours. 

Au milieu de cette accumulation de richesses, on remarque surtout 
de nombreux piéforts et essais monétaires de tous genres. En outre 
les monnaies de nécessité des XVI" et XVH" siècles, de même que 
celles des possessions hollandaises de l'Extrême-Orient, sont particu- 
lièrement abondantes. 

Le catalogue de cette collection est admirablement imprimé. Il est 
divisé en chapitres, en tête de chacun desquels se trouvent quelques 
mots d'histoire et une bibliographie; il est illustré de dix-sept planches 
qui en font un livre documentaire du plus haut intérêt. 

La collection Théodore Prowe, dispersée en novembre dernier par 
les soins de MM. Egger frères, experts à Vienne, ne comportait que 
des monnaies de l'antiquité classique (grecque, romaine et byzantine). 
Le catalogue compte trois mille soixante-dix-huit numéros, repré- 
sentant plus de cinq mille pièces, dont la vente a produit l'énorme 
somme de 149,000 couronnes, soit 150,450 francs. Ainsi que le dit la 
préface, la réunion de telles ricluîsses avait nécessité de longues 
années de travail et de patientes recherches. Leur heureux possesseur 
n'avait négligé aucune occasion de les augmenter. Ces derniers temps 
surtout, il avait acquis de nombreuses raretés dans les ventes Mon- 



- 478 — 

tagu, Bunbury, D"" Imhoof-Blumer (vente des doublets du Musée de 
Berlin). Au milieu de toutes ces merveilles, on remarque une très riche 
série de monnaies de Sicile, parmi lesquelles trois décadrachmes de 
Syracuse par Evœnetos; une série des monnaies des rois de Pont, une 
série des monnaies de Cyzique, des monnaies d'or des Ptolémée, 
enfin de nombreuses médailles et monnaies de bronze, pour la plupart 
fort rares et très bien conservées. 

A signaler parmi les monnaies des rois de Pont un tétradrachme 
aux effigies accolées de Mithridates IV et Laodice, dont le prix a 
atteint la somme de 10,500 couronnes. 

Le catalogue de la collection Prowe est illustré de quinze planches 
phototypiques admirables de netteté. H. C. 

Comptes rendus et notes bibliographiques. — Joseph, 
Paul. Goldmünzen des XIV. und XV. Jahrhunderts. {JDisibodenherger 
Fund) nebst urkundlichen Beiträgen zur Münsgeschichte der Rhein- 
lande, besonders Frankfurts. Frankfurt a/M., Baer & C°, 1882, in-8; 
4 Lichtdrucktafeln 82 Urkunden und Figuren im Texte. 

Ce trésor de cent quatre pièces d'or a été découvert en 1841 dans 
les ruines du couvent de Disibodenberg, dans la Bavière rhénane. Il a 
dû être enfoui vers 1496 et se compose de pièces allemandes et 
étrangères des XIV^ et XV" siècles plus intéressantes par leur groupe- 
ment que par leur rareté même. Elles ont permis à l'auteur, qui en 
donne une description détaillée, de traiter la question à un point de 
vue plus élevé en profitant de cet inventaire pour étudier l'histoire 
monétaire de Francfort s/M. et des Etats rhénans. Son étude sur la 
chronologie des florins d'or du Rhin de 1385 à 1567 est fort intéres- 
sante et montre les différentes alliances monétaires des comtes 
palatins et des souverains ecclésiastiques. Le chapitre suivant étudie 
l'histoire du florin d'or à Francfort s/M., au moyen des actes d'archives, 
la plupart inédits et publiés dans l'annexe in extenso. Ce beau travail 
de M. Paul Joseph est des plus intéressants et forme un manuel indis- 
pensable du collectionneur de florins d'or allemands en même temps 
qu'un chapitre nouveau de l'histoire de la civilisation et du commerce 
allemands. Les florins d'or reviennent aujourd'hui à la mode et sont 
recherchés des spécialistes. Ces pièces offrent en effet un intérêt 
particulier pour l'histoire d'un type rayonnant peu à peu d'Italie sur 
toute l'Europe et leur étude facilite celle de l'histoire de la valeur 
économique de l'argent et des routes de commerce à la fin du moyen 
âge. Xous avons donc tenu à signaler ce volume très utile et toujours 



— 479 - 

neuf, quoique paru il y a vingt-trois ans, et que son auteur a eu 
l'amabilité 'd'oflFrir à la bibliothèque de notre Société. P.-Ch. S. 

— Ambrosoli, Solon. Vocabolarietto pei numismatici in 7 lingue. 
Milan, Hœpli, 1897, in-16 (de la collection des Manuali Hœpli. 
Prix : 1 fr. 50 relié). 

Encore un excellent petit bouquin, nécessaire à tous les jeunes 
numismates. L'auteur, un vétéran de la science, qui sait tout et même 
quelque chose avec, comme son compatriote Pic de la Mirandole, a bien 
voulu passer de précieuses heures à noter en cent trente-quatre pages 
tous les termes et expressions archéologiques nécessaires à la consul- 
tation des ouvrages numismatiques. Si nous avions eu dans notre temps 
d'apprentissage de pareils volumes, cela nous aurait évité beaucoup de 
perte de temps ; mais actuellement, pour qu'on ne la néglige pas com- 
plètement pour la bicyclette et les petits chevaux, il faut que la vieille 
science pédante se modernise et arrive toute « consommée » comme les 
extraits de feu Liebig. Il ne manque plus aux manuels Hœpli qu'un 
dictionnaire des abréviations monétaires, lequel rendrait de grands 
services surtout pour l'antiquité, car celui de Schlyckheisen-Pallmann 



laisse encore bien à désirer. P.-Ch. S. 

— Stephanik, Joh. W., et Zwierzina, W. K. F. Bcsclirijvimj van 
de Gedenh-Strooj-Prijs- en Draag-pennüfen, Gedenk- en penningplaien, 
draagieeJcens ens. vervaar digd naar aanîeiding van de inhiildiging 
van h. m. Wilhelmina Koningin der Nederlanden. Uitgegeven door 
het Nederlandsch Glenootschap voor munt en penningkunde, 1899, 
in-4, 102j XVI et 7 p., fig. photot. dans le texte et grand portrait de 
la reine hors texte. 

Cette luxueuse publication descriptive, faite avec le plus grand soin 
par nos collègues, membres de la Société néerlandaise de numismatique, 
et éditée par cette société, a pour but de donner la description de 
tous les monuments numismatiques édités à l'occasion des fêtes du 
couronnement de la reine Wilhelmine en 1898. Les Hollandais 
d'aujourd'hui ont le goût des médailles aussi développé que leurs 
ancêtres et cette publication réjouirait le brave van Loon dans sa 
tombe. Pour ce seul événement, important il est vrai, on n'a pas fait 
moins de deux cent quarante-quatre médailles ou insignes divers. La 
plus grande partie de ces pièces n'a qu'une valeur documentaire, mais 
nous en rencontrons un certain nombre de tout à fait remarquables au 
point de vue artistique. Il y a surtout une jolie pendeloque avec un 
oranger qui sort de l'ordinaire. Parmi les pièces officielles une fort belle 



— 480 — 

plaquette avec la Ville d'Amsterdam personnifiée et une médaille au 
buste de la jeune reine, dont le portrait est gravé par M. Tasset à Paris. 

Ce travail, très minutieusement rédigé, restera un document impor- 
tant pour l'avenir. Il nous montre que les numismates des Pays-Bas 
savent attacher plus d'importance que beaucoup de leurs confrères 
d'autres pays aux médailles populaires qui deviennent rapidement des 
raretés et plus tard seront disputées aux enchères par les collec- 
tionneurs qui en font peu de cas au moment propice. La Société 
hollandaise a du reste créé depuis sa fondation, à l'imitation de \a Revue 
suisse de numismatique^ une intéressante chronique descriptive des 
médailles et jetons nouveaux où elle a enregistré déjà un nombre 
considérable de documents. P.-Ch. S. 

— Meili, Julio. Meio circulante no Brazil. Parte III, A moeda 
fiduciaria no Brazil 1771 ate 1900. Zurich, Frey, 1900, in-4, LXXX 
et 274 p., 194 pi. en phototypie, en partie colorées. 

Cette publication, comme toutes celles sur le Portugal et le Brésil 
de notre savant collègue, n'est pas en vente et est destinée à devenir 
une rareté. L'auteur, avec sa générosité habituelle, en a fait bénéficier 
de rares privilégiés et les sociétés savantes. 

M. Meili, qui pendant de longues années a pu étudier le Brésil sur 
place et y commencer sa magnifique collection de documents nurais- 
matiques ayant rapport au Portugal, à ses colonies, et au Brésil indé- 
pendant, ne cesse d'apporter de nouvelles contributions à l'étude 
numismatique de ces pays. Son oeuvre sur le Brésil sera le livre de 
fonds sans lequel personne ne pourra étudier cette série si intéressante. 

Dans un premier volume, l'auteur a étudié les monuments numis- 
niatiques du Brésil comme colonie dépendante de l'Europe, de 1645 
à 1822. La seconde partie, comprenant les monnaies du Brésil indé- 
pendant, de 1822 à nos jours, est actuellement sous presse et paraîtra 
dans un an ou deux. 

La troisième et dernière partie, qui est certainement la plus nouvelle 
dans la littérature numismatique, est celle que nous signalons aujour- 
d'hui. Elle comprend la monnaie fiduciaire, banknotes, assignats, 
billets privés de tous genres ayant eu cours en ce pays. Dans nos Etats 
.«agement administrés, nvec du papier-monnaie officiellement ou offi- 
cieusement émis sous 1p contrôle de nombreux inspecteurs et aver des 
gHiantifs uiétHlliques pu résolve, il nous vM impossible de coin prendra 
rétat financier d'un pays comme celui-ci, où les paperasses les plus 
fantastiques, vignettes-réclames, billets de tramways, bons de parti- 



_ 481 - 

culiers, circulent indifféremment sans susciter les réclamations du 
public. Si vous avez pignon sur rue et que vous sentiez vos revenus 
diminuer, vite vous émettez un papier plus ou moins coloré et vous 
payez vos fournisseurs en monnaie... brésilienne! Heureux pays, mais 
malheureuses finances, où l'agio monte à un chiffre incalculable. 

La seule comparaison numismatique de cet ordre de choses est 
l'époque de la révolution française, avec les assignats officiels et les 
mandats territoriaux coudoyant les assignats et billets de confiance 
des communes ou des armées vendéennes. Et encore tout cela reposait 
sur une base quelconque plus ou moins aléatoire, tandis qu'au Brésil 
nous rencontrons des papiers sans aucune valeur, banknotes du premier 
avril et réclames d'apothicaires, voire même des billets de loterie 
catholique, à tirage élastique et renvoyé aux calendes grecques. A 
côté de cela existait un monnayage de tokens métalliques émis par les 
particuliers et les saumons d'or contremarques par les usines de fonte. 
Le Brésil a cependant vécu, voyant sa prospérité s'accroître et peu à 
peu la monnaie gouvernementale reprenant sa haute place, on a 
supprimé ces émissions fantastiques et rétabli le crédit national. 

Le beau volume de M. Meili est donc un vrai roman numismatique 
illustré de splendides phototypies, si belles qu'il a dû les contremarquer 
du mot falsa en grosses lettres rouges, sans doute pour que son livre 
ne soit pas découpé et remis en cours par ses anciens compatriotes 
d'adoption. 

Examinons maintenant le contenu de ce livre extraordinaire. Le 
monnayage fiduciaire officiel se composait de banknotes du gouver- 
nement et de banques privilégiées, ainsi que de mandats émis par les 
caisses et mines de l'Etat. A coté de cette circulation, viennent de 
nombreuses émissions provinciales et municipales qui sont encore de 
la monnaie officielle et, ensuite, les banknotes particulières émises par 
l(!s banijues, compagnies industrielles et })ropriétaires agricoles. Peu 
à peu, chaque commerçant émet aussi ses rescriptions ou promesses 
d'échange, les tramways mettent en cours leurs tickets, les théâtres 
font circuler leurs billets de places. Tout cela est encore, si l'on veut 
élargir le sens du mot, des monnaies de nécessité, des Surrogats 
|ii(''s(MitHnl MMH certaine garanti«'. Là où la fatitîiisin conimenc*', <-,\v il 
iH' salirait êirn question (!♦• criiiic dans iiih! sitiiiirioii si iiiiorjnalf. c'csi 
M rap|tariti<>ii des riorriluv-ust^s falsifications des Itanknotf^s ci-dessus 
dé.signé(!s Ht l'émission des (»illots de fantaisit^ imitant vaguement le 
dessin ou la couleur de ceux qui jouissaient du crédit le plus développé. 



— i8!2 — 

Une collection de ce genre compte au nombre des entreprises les 
plus difficiles. Malgré tout son zèle, M. Meili n'a pu recueillir lui-même 
qu'une partie des pièces figurées. Il en a décrit un grand nombre 
d'après de rares exemplaires disséminés dans les archives publiques ou 
dans d'autres collections particulières. Un certain nombre de ces 
documents n'ont pu être retrouvés et l'auteur les décrit d'après les indi- 
cations qu'il a pu recueillir, sans avoir le plaisir de nous en offrir la 
figure. L'auteur décrit ou signale mille six cent quarante-six types 
différents, tant officiels qu'illégaux, et il nous prévient que son travail 
est nécessairement incomplet. Il ne compte pas les cartes du jeu de 
« bicho » qui circulent en nombre. Pour la plupart des émissions non 
officielles, il est impossible d'en savoir le chiffre. C'est tout un poème ! 

La partie documentaire comprend l'analyse des lois, décrets et 
avis officiels, constituant l'histoire monétaire fiduciaire du Brésil, de 
1822 à 1900; tous ces actes sont classés par ordre chronologique. Ce 
long et important travail est, à mon avis, ce qui restera de plus solide 
de ce gros ouvrage et dénote de longues et patientes recherches de 
son auteur. La partie descriptive qui suit donne pour chaque classe, 
en commençant par les papiers officiels du gouvernement, les lois 
et arrêtés se rapportant à l'émission, le calcul de la valeur au 
cours du moment, la bibliographie et le nombre des pièces émises, 
autant que l'auteur a pu les retrouver aux sources officielles. Des 
tableaux statistiques résument ces renseignements avec une grande 
clarté. Les plus anciens billets sont émis par la direction des mines de 
diamant de Minas Geraes, en 1771. Ces émissions se continuèrent 
jusqu'en 1841. Les papiers-monnaie offi'ciels sont naturellement d'une 
extrême rareté, car ils ont été détruits au fur et à mesure de leur 
rentrée au Trésor. Il n'en existe que quelques exemplaires retrouvés 
par hasard ou des modèles restés comme justification dans les procès- 
verbaux officiels. Nous ne pouvons résumer ici tout ce beau travail. 

Voici les divisions principales pour les émissions légales : 

A. — Billets de l'administration des mines de diamant; 

B. — Billets de la même administration, sous forme de paiements 
à vue; 

C. — Billets des mines en valeur or; 

D. — Banknotes officielles de la Banque du Brésil, depuis 1808; 

E. — Billets de crédit, dits vales, émis par la Junta da fazenda 
do Ceara; 

F. — Cédules sur le Trésor national de l'Empire; 



— 483 — 

G. — Cédules, payables en cuivre, des provinces de l'Elmpire; 

H. — Billets de la république de Rio-Grande ; 

I. — Notes du Trésor national, depuis 1833 à 1900; 

K. — Lettres ou vales des Banques commerciales provinciales, de 

1836 à 1853; 
L. — Unité des banques d'émission, décrétée en 1853. Bons de la 

Banque du Brésil ; 
M. — Billets des banques auxiliaires de commerce, industrie et 

travail, de 1857 à 1858; 
N. — Banques privées émettant des bons convertissables en or (lois 

de 1888 à 1889); 
0. — Banques privées émettant des bons basés sur leurs réserves 

métalliques (lois de 1890); 
P. — Nouvelle organisation républicaine. Billets de la Banque de 

la république du Brésil (lois de 1892); 
Q. — Obligations de sociétés anonymes, ayant cours autorisé ; 
R. — Valeurs or émises par les alfandegas] 

Les émissions illégales, abusives ou criminelles, comprenant des 
papiers de tous genres, sont groupées comme suit : 
S. — Etats ; 
T. — Municipalités; 
U. — Entreprises de transports; 

V. — Compagnies industrielles diverses et particulières. 
Enfin, un appendice renferme ce qui circulait sans avoir aucune 
valeur réelle ni justification financière et dont la circulation était le 
vol organisé et basé sur la crédulité publique. Ce sont : 

W. — Des annonces-réclames sous forme de contrefaçons de billets 

de banque; 
X. — Des billets de loterie; 
Y. — Des billets de rifa ou loteries à primes montées par des 

particuliers ; 
Z. — Des jetons de carton et coupons de maisons de jeu, billets de 

jeux divers. 
Les cent quatre-vingt-douze planches en phototypie sont ce que 
nous avons vu à ce jour de mieux exécuté. La ressemblance avec les 
originaux est si complète que l'auteur a dû en faire timbrer un grand 
nombre du mot « falsa » en rouge. Ce travail a été exécuté à Zurich 
par la maison Brunner & C", par son procédé de photocoUographie en 
noir et eu couleurs. 



— 484 - 

Nous ne pouvons qu'admirer ce beau travail, digne complément des 
autres publications de M. Meili. Déplorons seulement l'édition res- 
treinte de cette publication, car beaucoup de dépôts publics et de 
particuliers en auraient certainement fait l'acquisition. Il est regret- 
table aussi que le format de toute cette numismatique brésilienne ne 
soit pas le même que celui de ce dernier volume. 

P.-Ch. Strœhlin. 

— Simonis, D"" Julien. Vart du médailleur en Belgique. Contri- 
butions à r étude de son histoire depuis V avènement de Charles le 
Téméraire au duché de Boiirgof/ne jusqu'au milieu du XV P siècle. 
Bruxelles, Ch. Dupriez, 1900, petit in-4, 4 pi. portraits et 6 ])1. phot. 
des médailles hors texte. 

L'auteur groupe dans ce volume, fort bien édité sur beau papier, 
une série d'études complétant les travaux de Pinchard et de Piqué 
sur les médailles belges de la Renaissance. Possesseur lui-même d'une 
belle collection réunie à une époque fort ancienne, le D'' Simonis a 
pu juger par les originaux eux-mêmes de la valeur artistique de ces 
pièces. Il est naturel qu'il se soit passionné pour ces admirables 
documents et qu'il cherche à en répandre le goût et l'étude parmi ses 
concitoyens. Les semailles de M. le D'' Simonis ne tomberont pas sur 
une terre ingrate, car de tous les pays d'Europe, c'est je crois la 
Belgique et la Hollande qui sont le paradis des collectionneurs depuis 
le XV* siècle. Nous avons lu avec grand plaisir ces intéressantes 
recherches sur les médailleurs étrangers en Belgique et sur les artistes 
nationaux. 

Ce volume vient à son heure, au moment où de tous côtés germe 
une renaissance de Fart du médailleur sous les auspices d'amateurs 
éclairés. De nombreuses sociétés se constituent en Belgique, en France 
et en Allemagne, pour ne citer «jue les principales, pour grouper les 
amis de la médaille d'art. Un chapitre intéressant par les données 
nouvelles qu'il apporte est celui consacré aux médailles moulées par 
Quentin Metsys qui, à vingt-cinq ans, en 1491, fit la médaille de sa 
sœur. Cet artiste fut à la fois modeleur et forgeron, cultivant les arts 
industriels pour finir par s'adonner à la peinture où il est resté un des 
maîtres incontestés. 11 serait aussi l'autfur d'une médaille d'Erasme 
qui n'a pas été retrouvéf mais a s^^rvi Av modele à la grande pièce 
bien connue, «les amateurs beiges et suisses. 

.lean Second naquit à la Haye en 1511, vécut à Middelburg et à 
Malines, fut l'élève de Jean van Scorel à Utrecht, fit de la peinture, 



— 485 — 

de la sculpture et des médailles. Il voyagea en France et en Espagne 
et accompagna Charles V dans l'expédition contre Tunis. Cette 
vie agitée usa son tempérament déjà débile et il revint mourir à 
Tournai le 27 septembre 1536. Il fut aussi poète estimé à ses heures. 
Nous avons de lui un portrait de sa maîtresse, des médailles de 
Charles V, de Nicolas Grudius et d'Anna Cobella. Une médaille de 
l'évéque de Palerme, Carondelet, n'a pas été retrouvée. Son talent 
varié et réaliste en fait un type à part dans la galerie des médailleurs 
belges. M. le D"' Simonis a su rendre à cette figure tout son relief. 
L'auteur attribue à Second une médaille d'Erasme et une de Lucius 
Brascianus d'un très beau style. 

L'étude suivante est consacrée à Antoine Morillon, collectionneur, 
antiquaire, peintre et graveur, ami du cardinal de Grandvelle, qui lui 
facilita la visite archéologique de l'Italie. Ses contemporains faisaient 
grand cas de cet humaniste, connu surtout jusqu'à présent comme 
archéologue. Nous avons de lui des médailles à portrait de Sénèque 
et de Théophraste, inspirées par ses études classiques. 

Revenu au pays, il reproduisit les traits d'un jeune homme de la 
Frise occidentale, Christian Abevuszum, et ceux du cardinal de 
Grandvelle. Ces médailles témoignent d'un art consommé et supposent 
un maître de grand talent, rompu aux difficultés de son art. Une 
médaille avec le portrait de Lambert Lombard est perdue aujourd'hui 
et n'est connue que par une gravure d'un ouvrage de Lampsonius. 
Ce peintre, habitant comme Morillon, Liège et Louvain, ayant les 
mêmes goûts d'archéologue et de numismate, fut sans doute son maître 
et en tous cas son ami. La médaille perdue devait être une des 
meilleures de l'artiste. 

Nous abordons ensuite l'étude de la personnalité et des œuvres d'un 
amateur fiamand, Jacques Zagar, que les dernières études de M"" de 
Man ont mis en lumière. Cet artiste, très riche, d'une famille patri- 
cienne de Middelburg, était médailleur par goût et a surtout fait les 
portraits de ses amis. 

M. Simonis signale ensuite toute une série de jnédailles d'artistes 
inconnus, remarquables par leur facture. 

A la fin «le srui volnnu' l'antcur étudie lf>s Tioniltreux siirmoulages 
• •t «ropies rriétalliqiKîs d«- niédîiillfs dt' Iîi bNMiaissunr«'. cxistînit »Unis les 
••o||e<'tioiis |iiil>rK|ii<'s <M [»rivées, nt fittriltiif i"i lit |>lii|i;ir! dfiitr»' filns 
une origine assf/ riii<;ienii<'. KIbis Hurui<Mit étf rH[)portées d'Italie rcimnif 
documents par les archéologues ne pouvant acquérir des originaux et 



— 486 — 

faites non dans un but de mercantilisme comme on le croit généralement, 
mais bien vendues comme surmoulages. Aujourd'hui les reproductions 
modernes d'œuvres antiques et les surmoulages en plâtre sont aussi 
d'un commerce courant pour la décoration des appartements. Pompeio 
Leoni écrivait déjà en 1561 au cardinal de Grandvelle que l'on voyait 
sur les places en Italie des étalages de médailles en soufre. 

L'industrie des faussaires s'attacha surtout au truquage des 
monnaies romaines recherchées des amateurs et reciselées sur les indi- 
cations des savants pour créer des variétés rares ou des empereurs 
inconnus. 

Le diamètre des fausses pièces métalliques ou surmoulages est 
toujours inférieur aux originaux par suite du retrait du métal qui 
diminue d'environ un à deux pour cent le diamètre. Leur aspect est 
plus terne et leur surface plus rugueuse, les bords inégaux, quelquefois 
échancrés, sont arrondis à la lime. Généralement ces pièces ne sont 
pas patinées, l'effigie du droit est souvent mieux réussie que celle 
du revers. Ces copies n'ont pas été retouchées au burin car on ne 
cherchait pas à les faire passer pour les originaux que les artistes 
reprenaient au ciselet pour en enlever les défauts de moulage 
dus au hasai'd ou éclairer la patine. Le bord est le critérium le plus 
caractéristique des surmoulages ; il est toujours plus épais et plus 
arrondi que dans les pièces sorties directement des mains de l'auteur. 
On reconnaît aux défauts de fusion des étapes successives, marquant 
l'irapéritie ou la précipitation de l'amateur. La qualité du métal joue 
aussi un grand rôle, car les Italiens fondaient en cire perdue, ce qui 
donne une finesse incomparable à la surface métallique et leurs moules 
étaient admirablement adaptés. Les surraoulages de bronze sur des 
cires originales déjà sèches, durcies ou craquelées, montrent toutes 
les avaries des modèles et des affaissements dans certaines parties. On 
retrouve sur certains exemplaires connus depuis le XVP siècle — 
appartenant à des collections publiques d'Italie — des traces d'avaries 
causées par les moulages successifs allant en s'accentuant sur les 
moulages de plus en plus récents. 

Il est heureusement défendu aujourd'hui aux amateurs de prendre 
eux-mêmes des empreintes qui peuvent abîmer les originaux. Nous 
avons vu personnellement dans des dépôts publics des épreuves à 
l'eau-forte de Rembrandt et d'autres artistes complètement rayées par 
les calques faits d'une main inhabile sur ces estampes incomparables. 
On ne saurait avoir trop de soin pour les collections publiques qui 



- 487 - 

souffrent encore plus des consultations d'amateurs maladroits que des 
détériorations du temps et de l'humidité. 

Nous voilà bien loin de l'ouvrage de M. le D'' Simonis, qui voudra 
bien nous excuser d'avoir utilisé ses idées pour rompre une lance 
contre les faussaires et les inconoclastes. Avec toute son érudition 
et son talent d'écrivain, l'auteur nous doit encore de nombreuses 
et intéressantes études ; espérons que ce beau volume ne sera pas le 
dernier. P.-Ch. S. 

— RiGGAUER, prof. Hans, et Habich, G. Die Medaillen und 
Münzen des GesammtJimtses Wittelsbach, auf Grund eines Manus- 
cripts von J. P. Beierlein, bearbeitet und herausf^ef/eben vom Jcönir/l. 
Conservatorium des Münsliabinets. München, J. Roth, G. Franz 
Verlag, 1897-1901, in-4, 2 vol. mit 5 und 7 Tafeln in Kupferdruck, 
einer Doppeltafel in Zinkographie, und vielen Zeichnungen im Texte. 

I. Band. Bayerische Linie. I. Theil. Von der Belehmmrj Otto' s I. bis 
ztim Ende der Regierung Max II. EmanueVs. IL Theil. Von der 
Regierung Karl Albert VIL bis zur Gegenwart. 

En 1878 mourut à Munich un numismate distingué, J.-P. Beierlein, 
qui laissa une très importante collection de monnaies et médailles 
bavaroises, ainsi qu'un gros manuscrit descriptif de toutes les pièces 
connues en réalité ou par des citations d'auteurs concernant ce pays. 
Le Cabinet royal acquit toute la collection et les manuscrits et la 
direction de ce dépôt conçut de suite l'idée de faire paraître cet 
important travail. Le roi Louis II et l'Académie des sciences de 
Munich décidèrent d'accorder un fonds pour cette publication. On 
reconnut bientôt le besoin de compléter et de refondre ce manuscrit, 
à la suite des derniers travaux modernes, des publications de la 
Société bavaroise de numismatique et des nombreux suppléments des- 
criptifs qui provenaient du fonds déjà très riche du Cabinet royal et 
d'autres collections. Cet immense travail a été mené à chef pour la 
plus grande partie par les savants conservateurs du Cabinet de 
Munich, qui ont fait paraître les deux premiers volumes de ce recueil 
définitif. Nous ne pouvons que les remercier de cette œuvre des plus 
intéressantes. M. le professeur Riggauer s'est consacré plus spéciale- 
ment à la partie concernant les monnaies, tandis que M. Georges 
Habich a édité les médailles. 

Une préface donne un résumé des principaux travaux existant 
actuellement sur la numismatique de la Bavière, L'histoire monétaire de 
ce pays par M. le professeur Riggauer forme le premier chapitre de 



— 488 - 

l'ouvrage et est rédigé avec toute l'érudition qui caractérise notre 
savant collègue. Il en étudie le développement au moyen âge avec le 
plus grand détail en examinant les différentes unités monétaires, la 
valeur et le pouvoir de l'argent et l'histoire des ateliers de frappe. Ce 
travail est un résumé si compact et si concis qu'il n'est pas possible 
d'en donner ici un extrait sans le traduire en entier, ce qui sortirait 
des limites d'un compte reiridu. Il serait désirable qu'un de nos 
collègues suisses veuille bien le traduire en français pour notre lievîie, 
car la numismatique de ce pays frontière est intimement liée à celle 
de notre Suisse orientale, surtout au moyen âge. Peut-être aurons- 
nous l'occasion d'en faire un résumé, car nous n'avons pas pour la 
Suisse orientale et du nord d'histoire monétaire complète pour faciliter 
l'étude des deniers et des bractéates. La seconde partie historique, 
rédigée par M. Georges Habich, est consacrée à l'histoire de la gravure 
en médailles en Bavière, au point de vue historique et artistique. 
Augsbourg et îsuremberg furent, à la fin du moyen âge et jusqu'au 
XVIP siècle, un centre artistique important pour les arts industriels et 
concentrèrent tous les travaux d'art. Plus tard Munich, résidence de la 
cour des dues de Bavière, attire lés artistes et le centre intellectuel et 
artistique tendit de plus en plus à se fixer dans cette ville, grâce à 
l'initiative princière des Wittelsbach et aux sentiments toujours plus 
développés de cette dynastie pour les arts et les sciences. Les 
médailles artistiques, pendeloques, médaillons à portrait abondent 
donc dans la série bavaroise et en font l'une des plus intéressantes au 
point de vue du développement de l'art allemand. Par ses possessions 
territoriales dans tout le sud de l'Allemagne, ses alliances avec toutes 
les dynasties, de la France à l'Autriche, la Bavière attire à sa cour les 
artistes les plus en vogue et chacun tient à marquer son passage par 
une œuvre d'art. Il est peu de noms importants de l'époque, dont nous 
ne trouvions à Munich quelque témoignage important. Depuis le 
XVP siècle les galeries d'art et surtout la peinture jouissent d'une 
grande faveur dans ce pays. Cette étude d'ensemble de M. Habich est 
donc d'un intérêt international dépassant de beaucoup le cadre patrio- 
tique de cet ouvrage et nous en recommandons la lecture, non seule- 
ment aux spécialistes, mais à tous ceux qui s'intéressent au 
mouvement artistique de l'Europe. Les principaux médailleurs sont 
Hans Schwarz d'Augsbourg, Wagner, Schuhmacher, Kleeberger et 
Sœckhin, au XVP siècle ; Hans Reimer travailla longtemps pour les 
Wittelsbach et a laissé sur ses contemporains une influence marquée. 



— 489 — 

A la même époque on remarque aussi une tendance spéciale due aux 
orfèvres de Joaehimthal. Le XYI" siècle est certainement le plus 
intéressant pour la médaille à portrait dans l'Allemagne du Sud; les 
traits sont vigoureux et réalistes, les détails fouillés avec art et la 
richesse du costume encadre somptueusement les figures. Après les 
médailles classiques de l'Italie nous ne connaissons rien de comparable 
aux médailles allemandes coulées d'après la cire ou les modèles 
ciselés en pierre lithographique. Après ces périodes de grand art libre 
on en arrive au perfectionnement des machines monétaires qui entraî- 
nèrent la frappe de médailles au moyen de coins gravés en acier. L'art 
y perdit certainement et les œuvres d'art, tout en gardant un caractère 
remarquable, ne furent plus que des reproductions égales faites en 
grand nombre. Cette transformation créa une autre école avec d'autres 
procédés et, à part quelques grands noms du XVIII" siècle, marcha 
assez rapidement à sa décadence. Do nos jours on en revient aux 
anciens procédés. La médaille modelée à la main et réduite à la 
machine permet de reprendre la facture des anciens maîtres qui était 
inapplicable avec la sécheresse inhérente au procédé du burin et de 
l'échoppe. 

Les médailleurs- graveurs dont les noms sont intimement liés à 
l'histoire de cet art en Bavière au XVIIP siècle sont Franz Andreas 
Schega et Scheuffel. Ce dernier est plutôt remarquable par la quantité 
de ses produits que par leur qualité. Schega par contre rappelle notre 
Hedlinger si fin et si gracieux dans sa manière de traiter largement 
les cheveux et la draperie. DuXIX" siècle il vaut mieux ne pas parler, 
car la technique purement monétaire et industrielle n'a rien de 
remarquable jusqu'aux vingt dernières années, où nous voyons l'in- 
fluence marquée des maîtres d(i l'école autrichenne. Actuellement, de 
remarquables efforts attirent l'attention sur la jeune école bavaroise, 
(jui a su garder un caractère artistique distinct entre la France et 
l'Autriche. 

Nous ne sommes pas assez au courant des mystères de la série 
bavaroise pour signaler les raretés et curiosités particulièrement inté- 
ressantes parmi les consciencieuses descriptions de ces deux volumes 
et dans cette série do trois mille quatre cent cinquante-huit pièces, 
nous ne pouvons relover d'un œil critique les petites erreurs ou oublis 
qui auraient pu s'y glisser. Autant que nous avons ])U le faire par la 
comparaison des quelques pièces d«; notre médaiilier, nous avons 
toujours trouvé les descriptions exactes et bien résumées. 



— 490 — 

Au point de vue de la numérotation, il aurait été cependant préfé- 
rable de donner un numéro spécial à chaque variété de millésime ou 
aux différents métaux dans lesquels les médailles sont frappées. 
Comme toujours nous persistons à croire qu'il vaut mieux séparer les 
monnaies et les médailles, car leur but et leur emploi sont différents 
et le hasard seul de la forme les fait grouper dans les médailliers. 
Nous aurions préféré aussi avoir un résumé de l'histoire monétaire 
pour chaque règne et voir cette immense série groupée par ateliers de 
frappe. Mais tout cela sont des idées qui peuvent se discuter et 
concernent le plan général à suivre dans une description générale 
plutôt que l'exécution de l'œuvre en particulier. 

Nous ne pouvons donc qu'admirer la somme de travail accompli et 
envier la Bavière de posséder ainsi une œuvre d'ensemble qui n'existe 
pas pour d'autres royaumes allemands de plus grande importance. 
C'est certainement la contribution la plus importante au futur Corpus 
nummorum germanicorum que nous ayons vue depuis bien des années. 
Ce livre est indispensable au collectionneur pour s'orienter. Beaucoup 
de médailles et quelques monnaies présentent un intérêt spécial pour 
la Suisse. Il serait intéressant d'en faire un relevé dans cette Revue ; 
avis à nos collaborateurs de la Suisse allemande. 

En ce qui concerne les illustrations, elles sont plutôt médiocres pour 
les médailles. Avec l'appui royal et les fonds dont disposait le Cabinet 
de Munich nous attendions mieux des phototypeurs bavarois, qui sont 
des artistes éraérites; ils l'ont déjà prouvé dans les belles publications 
sur la peinture et l'archéologie faites ces dernières années. M. Rig- 
gauer a surveillé, cela se voit, l'illustration monétaire du premier 
volume, qui est infiniment supérieure à celle du second. Ces deniers 
et bractéates assez informes rendent parfaitement la facture des pièces 
et accentuent les caractères principaux mieux que la photographie, 
qui manquerait de fermeté dans la caractéristique des types. Pour la 
commodité dans le vaste répertoire, d'excellents index évitent toute 
perte de temps et la conscience des éditeurs s'est déjà manifestée par 
un copieux errata qu'il faudra reporter à la plume dans le volume. 

Paul-Ch. Strœhlin. 

— Imhoop-Blumer, F. Kleinasiatische Münzen. Band I mit 9 Tafeln ; 
Band II mit 1 1 Tafeln. Sonderschrift des oesterreichiscJien archcsologi- 
schen Institutes in Wien (Bd. I und III). Wien, A. Holder, 1901-1902, 
2 vol. in-4. 

Notre savant membre honoraire continue dans ces deux volumes 



— 491 — 

ses intéressantes recherches sur les monnaies inédites ou peu connues 
de l'Asie-Mineure, qu'il avait commencées dans les mémoires parus 
précédemment dans cette Revue sur les monnaie de Lydie. Ces deux 
volumes sont aussi un supplément aux études sur les monnaies grecques 
qu'il a publiées dans le Recueil de V Académie royale des sciences de 
Bavière. Grâce à la belle collection qu'il a réunie, et qui est maintenant 
incorporée au Musée royal de Berlin, grâce aussi à sa superbe collec- 
tion d'empreintes recueillies dans une foule de dépôts publics et de 
collections particulières, ainsi qu'à son examen continuel des nouvelles 
trouvailles faites en Orient, que lui soumettent ses nombreux corres- 
pondants, M. le D" Imhoof-Blumer trouve constamment de nouvelles 
pièces inédites ou des exemplaires plus parfaits, lui permettant de 
rectifier les textes et d'apporter de nouveaux éclaircissements. 

Ces travaux, entièrement basés sur des documents originaux, sont 
donc une revue périodique des dernières découvertes et deviennent un 
complément indispensable des monographies publiées par les spécia- 
listes. Les présents volumes renferment la description d'environ deux 
mille cent pièces, dont cinq cent cinquante sont reproduites; elles se 
rapportent à trois cent trente villes, signalant de nouveaux types et 
des inscriptions encore inédites. Plusieurs de ces trouvailles apportent 
d'importantes contributions à la chronologie ou complètent des docu- 
ments épigraphiques déjà connus. 

Ces volumes sont édités avec soin par l'Institut archéologique 
autrichien dirigé par d'excellents spécialistes, assisté d'un imprimeur 
modèle. Les descriptions des deux faces de la pièce sont placées sur 
des colonnes parallèles, permettant de s'en rendre compte avec facilité 
et l'impression est faite en un caractère d'une grande lisibilité, ce qui 
n'est pas toujours le cas pour les ouvrages allemands. Les phototypies 
sont comme toujours, exécutées sur les moulages faits par l'auteur, 
par l'Institut polygraphique de Zurich, qui y a apporté tous ses soins. 
Sous le rapport matériel, cette publication est donc des plus réussies et 
fait honneur à tous les collaborateurs de M. le D' Imhoof-Blumer. 

Ces descriptions se divisent en dix-huit chapitres, comprenant les 
régions suivantes : Pontes, Paphlagonia, Bithynia, Mysia, Troas, Aiolis, 
Lesbos, lonia, Karia, Lydia, Phrygia, Lykia, Pamphylia, Pisidia, 
Lykaonia, Kilikia, Galatia et Kappadokia. Un supplément important 
de ces différentes parties et des index pour les noms de peuples et de 
villes, les rois et dynastes, les empereurs romains, les inscriptions 
grecques et latines, ainsi que les types et les symboles, terminent ces 

RKVUE NUM. T. XII 'il 



— 492 — 

volumes. D'érudits hellénistes ont déjà étudié cette publication dans 
les périodiques consacrés spécialement aux monnaies grecques et, 
à part quelques critiques de détails sur certaines attributions, en ont 
fait des comptes rendus fort élogieux. N'étant nous-même qu'un 
profane dans ce domaine, nous ne pouvons que signaler cette impor- 
tante contribution à la numismatique antique, sans en juger autre- 
ment, mais nous sommes heureux de voir toujours le doyen des 
numismates suisses, malgré sa santé toujours délicate et d'autres 
occupations absorbantes, s'attacher à ses chères études comme par le 
passé et continuer avec un zèle infatigable à enrichir nos connaissances 
dans ce vaste domaine, où chaque jour amène de nouvelles découvertes. 
Si les études de numismatique grecque ont pris un pareil essor en 
Allemagne, et si nos fils verront s'accomplir cette œuvre immense du 
Corpus nummortim grœcorum de Berlin, aujourd'hui commencé, il 
faudra toujours se souvenir que le principal initiateur de ces travaux, 
et celui qui y a le plus contribué, est notre illustre compatriote, 

P.-Ch. S. 

— TjŒHr, a. R. von. Wiener Medailleure. Illustrationen nach Photo- 
graphien. Wien, Anton Schroll & C, 1899, in-4, 37 pl. héliotyp. et 
phototyp. et fig. dans le texte. Nachtrag, 1902, in-4. 

II est diflficile de rendre compte d'un livre comme celui-ci, car tout 
le charme de cette magnifique publication repose dans les illustrations, 
M. A. von Lœhr est un amateur éclairé, collectionnant depuis trente 
ans et vivant dans l'intimité des médaij leurs viennois, dont il suit le 
développement et la genèse du talent. C'est en Autriche et en France 
que nous trouvons les précurseurs de la transformation de l'art du 
médailleur, arrivé aujourd'hui à son point culminant. Renonçant, 
par suite des méthodes modernes, à la copie uniforme de leurs prédé- 
cesseurs et s'inspirant des procédés de la Renaissance allemande et 
italienne, les médail leurs français et viennois ont innové depuis vingt 
ans, en en revenant à la médaille fondue, à la plaquette d'art et sur- 
tout au modelage direct, réduit ensuite par le pantographe mécanique. 
Il en est résulté un changement complet de l'art de la médaille, 
entravé jusqu'alors par les procédés techniques. La fantaisie a le 
champ libre et la douceur des modelages, à laquelle la machine ne 
donne plus aucune dureté, ouvrent des horizons nouveaux. Les anciens 
procédés ne sont pas négligés pour cela, mais le champ d'activité est 
augmenté. La gravure basse est réservée aux jetons et médailles de 
petit module, traités directement en creux ou en relief Le modelage 



- 493 — 

avec les nuances de l'arrière-plan et le haut-relief accentué par les 
patines combinées avec art trouve son essor dans le coulage à cire 
perdue. 

Les médailleurs viennois, peu connus en dehors de l'Autriche avant 
les travaux de MM. Domanig et Ernst, ont maintenant dans cette belle 
publication un cadre digne de leur œuvre. Le volume débute par une 
introduction sur la technique de la gravure et du modelage, et sur les 
procédés de fonte et de frappe, puis continue par une série de mono- 
graphies consacrées aux maîtres Joseph Tautenhayn, Anton Schwartz, 
Fr.-X. Pawlik. La suite, moins détaillée, signale la nouvelle génération, 
Tautenhayn junior, Breithut, Marschall, Kautsch, Hujer et Cizek. De 
très beaux portraits des médailleurs accompagnent les planches repro- 
duisant leurs œuvres. Pour les principaux noms, des catalogues com- 
plets de leur œuvre sont rédigés avec le plus grand soin. Le supplé- 
ment contient des notices sur les expositions organisées à Vienne, en 
1898 et 1899, et à Paris en 1900. La reproduction d'une belle 
plaquette de Cizek, rappellant les traits de l'auteur. M, A. von Lœhr, 
termine le volume. Ce livre avait, lorsqu'il a paru, un but de propa- 
gande patriotique. Il précédait l'exposition des médailleurs contem- 
porains à Vienne et a eu un grand succès, légitime du reste, car il 
dépassait toutes les promesses de son programme. 

Son prix modique le met à la portée de toutes les bourses et nous 
ne saurions trop recommander son achat aux graveurs et médailleurs 
qui y puiseront un enseignement vivant. Les Viennois, plus que les 
artistes français, se rapprochent de notre goût national, ils sont plus 
réalistes et moins fantaisistes; le caractère de la race et les types 
suisses sont plus rapprochés de ceux de l'Autriche et la manière de 
rendre la médaille avec un relief plus accentué que ne le fait la 
Monnaie de Paris est mieux dans nos habitudes. Nous avons surtout à 
prendre exemple sur Scharff et Marschall, deux maîtres incontestés. 

M. H.^von Lœhr a complété son œuvre écrite en créant une Société 
d'amis de la médaille, encourageant l'art en consacrant annuellement 
le revenu entier de la cotisation à l'édition de quatre médailles ou 
plaquettes demandées aux maîtres de l'art et à leurs principaux élèves. 
Ces tirages sont limités aux membres de la Société et restent ainsi des 
raretés dont la valeur marchande croît d'année en année. En faisant 
une bonne spéculation, les amateurs font donc une bonne œuvre. 
Nous regrettons que le nombre des amateurs d'art soit si restreint 
chez nous car il permettrait de créer une société analogue. 

Paul-Ch. Stuœiilin. 



— 494 — 

— Mazerolle, Fernand. Les Medailleurs français du XF" siècle 
au milieu du XVII^. Tome I : Introduction et documents; t. II : Cata- 
lof/ue des médailles et des jetons. Paris, Imprimerie nationale, 1902, 
in-4 (de la collection des Documents inédits de l'histoire de France). 

Nous sommes très en retard pour signaler ces deux premiers 
volumes d'un travail capital pour l'histoire de la gravure en médailles 
en France, car nous attendions l'atlas que l'auteur nous avait aima- 
blement annoncé et qui, grâce aux lenteurs administratives, ne nous 
est pas encore parvenu. Il nous semblait téméraire de porter un 
jugement sur une œuvre dont ce troisième volume était l'indispensable 
complément. L'auteur nous excusera donc, mais, sans tarder encore, 
nous désirons recommander à nos collègues cette excellente publi- 
cation, quitte à y revenir dans un article plus détaillé à réception de 
la suite. 

M. A. Barre a publié en 1867, dans V Annuaire de la Société fran- 
çaise de numismatique, un recueil de notes sur les graveurs généraux 
et particuliers des monnaies de France. Cette première ébauche d'un 
travail général sur l'histoire de la gravure en médailles en France n'a 
malheureusement pas eu la suite que son auteur devait lui donner et 
les longues recherches de M. Barre sont aujourd'hui perdues sans 
qu'il ait rédigé son mémoire. 

M. Mazerolle est un érudit qui n'en est plus à ses premières armes 
et qui se trouve, par un heureux hasard, archiviste des précieux 
dépôts rentrant dans ses goûts et ses études. Il peut donc, mieux que 
personne, utiliser d'innombrables documents inédits et en faire un 
recueil intéressant puisque ce travail est pour lui une œuvre de 
prédilection. Beaucoup de ses confrères, absorbés par des besognes 
quotidiennes bien différentes de leurs chères études numismatiques, 
ne peuvent que le féliciter de cette coïncidence si agréable pour tous. 

Les deux volumes que nous signalons aujourd'hui contiennent 
l'histoire de la médaille en France depuis les origines jusqu'à la fin de la 
Renaissance française, avec les Dupré et leurs contemporains. C'est 
en effet l'époque où Jean Varin, de Liège, réunit entre ses mains les 
plus hautes charges de l'administration monétaire et, perfectionnant 
les procédés mécaniques, inaugure une période toute nouvelle aussi 
bien dans la technique monétaire que dans l'art numismatique. 

Les documents sont classés par ordre chronologique à chaque artiste 
et suivis de pièces d'archives relatives à la Monnaie des Etuves et du 
Moulin, la future Monnaie des médailles. Aucun personnage secondaire 



— 495 — 

n'est négligé et chacun est considéré selon ses œuvres ou sa situation 
à la Cour des monnaies. Les graveurs de jetons forment un chapitre 
spécial du XV* au XVIP siècle, auquel sont joints les renseignements 
sur les orfèvres, les graveurs de cachets et de sceaux et des appen- 
dices sur les coins fournis par la Monnaie de Paris et ses employés 
aux diverses Monnaies de France. Tout cela est enrichi de documents 
inédits tirés des archives de la Monnaie et d'un résumé de toutes les 
sources imprimées à ce jour. Le tome II donne le catalogue des 
œuvres attribuées aux divers artistes et la liste des pièces anonymes. 

L'introduction contient un excellent résumé des procédés employés 
à la gravure et à la frappe des médailles et les notices sur les gra- 
veurs; à la page 13, notice sur Jean Marende et les médailles de 
Philibert le Beau, duc de Savoie, et de Marguerite d'Autriche. Inté- 
ressante notice sur la Monnaie des Etuves ou du Moulin (p. 24 à 36). 

Les Genevois liront avec plaisir ces pages pleines de rensei- 
gnements inédits, avec renvois aux sources, sur les graveurs du 
XVP siècle. Il y est question d'une foule de médailles de personnages 
touchant de près ou de loin à l'histoire de la Réforme et aux familles 
de notre pays et de ses frontières. Tout ce qui concerne les Briot est 
du plus haut intérêt. L'auteur reprend en détail l'histoire du moulinet, 
la fameuse machine d'Augsbourg qui a déjà fait couler pas mal d'encre 
numismatique. Nicolas Briot, conscient de sa valeur et de son talent, 
est un personnage volontaire et arrogant qui eut des démêlés conti- 
nuels avec la Cour des monnaies. En artiste, il cherchait surtout à 
faire de belles pièces, se préoccupant peu des minuties techniques, 
des facilités de contrefaçon, de l'inégalité des flans et de la longueur 
du temps employé. Tout cela cadrait mal avec le sens méticuleux et 
routinier des seigneurs de la Cour des monnaies. Il publia de 
nombreuses brochures, aujourd'hui rarissimes, pour défendre ses 
inventions et ses procédés. Comme tous les inventeurs, il dépensait 
beaucoup, faisait de coûteux essais et finalement dut abandonner sa 
charge. 

Il y a dans tous ces documents les indications d'une étude à 
reprendre sous une autre forme, donnant un tableau bien vivant de la 
vie des fonctionnaires de cette époque. Le chapitre sur Guillaume 
Dupré est aussi fort intéressant. Une bonne liste bibliographique et 
des annotations au bas du texte font de cette introduction un précieux 
recueil pour les chercheurs. La suite du premier volume comprend 
sept cent quarante-cinq documents, publiés in extenso, où les cher- 



— 496 — 

chcurs trouveront bien des choses à glaner. Il nous faudrait lire tout 
cela en détail et nous y rencontrerions certainement des indications à 
noter pour notre pays, mais c'est un travail de trop longue haleine 
pour entrer dans le cadre restreint d'un compte rendu bibliographique. 

A la fin du volume, un appendice donne l'analyse des documents 
relatifs aux fournitures de poinçons, piles, trousseaux, etc., pour les 
graveurs et fournisseurs de jetons. La Cour des monnaies, siégeant à 
Paris, envoyait aux divers hôtels des monnaies du royaume les piles 
et trousseaux tout préparés pour la fabrication. A signaler, en 1551, 
l'envoi de matrices et poinçons pour douzains à la Monnaie de Cham- 
béry et, en 1561, la fabrication de coins et poinçons pour la reine 
Marie Stuart d'Ecosse. En 1619, envoi de coins à la Monnaie de 
Trévoux pour M"* de Montpensier; c'est l'origine de ces pièces tant 
décriées et qui donnèrent lieu, sous le nom de luif/mî\ à des démêlés 
sans fin avec tous les états d'Orient et d'Italie. Déjà, en 1621, la Cour 
des monnaies interdit le cours de ces pièces en France. Tout ce 
recueil de documents sera infiniment précieux pour l'histoire des 
ateliers français, à laquelle on a apporté, depuis une quinzaine 
d'années, de si intéressantes contributions. 

Le second volume contient la description des pièces dont il est fait 
mention dans les actes et les notices biographiques, en commençant 
par les célèbres médailles à inscriptions de Charles VIL 

Les descriptions de M. Mazerolle sont, comme toujours, d'une grande 
exactitude. Plusieurs de ces pièces intéressent la Suisse, comme nous 
l'avons vu dans le texte du premier volume. Il y aura lieu d'en 
reprendre l'inventaire lorsque l'ouvrage sera terminé. 

Paul-Ch. Strœhlin. 

— Mac-Lachlan, R. W. The copper currency of tlie Canadian 
Banks, 183.7-1857. Ottawa, Hope et fils, 1903, iu-8, 4 pi. phot. 

En Amérique il arriva à plusieurs époques que le commerce était 
contrecarré par le manque de monnaies divisionnaires officielles, 
comme cela se présenta en Angleterre sous le règne de Georges III. 
On autorisa alors les particuliers, possesseurs de mines, grands indus- 
triels, banquiers, à émettre des monnaies fiduciaires métalliques, 
circulant sous leiir propre garantie et remboursables en espèces en 
cours d'or ou d'argent, sur simple présentation. C'est en somme le 
même système d'émission que les billets de banque des banques auto- 
risées. Des abus répétés et le sentiment de la responsabilité de l'Etat 
ont fait peu à peu supprimer ce mode de faire dans la plupart des 



— 497 — 

Etats régulièrement organisés et ces pièces ont acquis une certaine 
rareté. De nombreux catalogues de vente et des ouvrages purement 
descriptifs donnent tous, d'une façon plus ou moins incomplète, au 
hasard de la composition des collections, les inventaires de ce mon- 
nayage en ce qui concerne le Canada. 

M. Mac-Laclilan, historien érudit en même temps que collectionneur, 
a entrepris de faire une histoire monétaire documentée par les actes 
originaux de quelques-unes de ces séries. 

La présente monographie, extraite des Transactions of the royal 
Society of Canada^ 2" série, vol. IX, section II, est d'une grande impor- 
tance. Elle est consacrée aux émissions des banques plus ou moins 
officielles du Canada, de 1837 à 1857, dont l'auteur décrit trente-cinq 
variétés de token, penny et demi-penny. Ces pièces fort bien gravées et 
supérieures aux monnayages divers circulant dans le pays, ont contri- 
bué dans une haute proportion à la réorganisation du numéraire au 
Canada et précédé le monopole de l'Etat actuellement en vigueur. Cette 
brochure contient une histoire résumée du Canada et de ses relations 
économiques à cette époque ; elle reproduit tous les actes officiels et 
correspondances éclairant cette période un peu compliquée. îfous 
espérons que l'auteur continuera ses études. Nul n'est mieux qualifié 
que lui pour écrire une histoire numismatique définitive de ces régions. 

Paul-Ch. Strœhlin. 

— Historisch - Antiquarische Gesellschaft von Grauhünden. 
XXXII. Jahresbericht, 1902. Chur, 1903, in-8. 

Rapports divers, liste des membres, acquisitions numismatiques du 
Musée rhétien à Coire, entre autres plusieurs trouvailles. Nouvelles 
publications historiques sur les Grisons. Biographie du conseiller aux 
Etats, Peter Conradin von Planta, un patriote grisou qui s'occupa aussi de 
numismatique. Une intéressante étude du D'" M. Valer, sur les rapports 
de l'archiduc Ferdinand-Charles (1632-1652) avec les ligues grisonnes. 
Il y a des monnaies et médailles de ce prince et de son épouse, l'archi- 
duchesse Claudia, que l'on peut classer comme annexe à la série des 
Grisons. P.-Ch. S. 

— Arnold Robert. La ré^oiiblique romaine de 1819. Deuxième 
partie, Londres, 1903, br. in-8 de 15 pages avec fig. dans le texte 
(extrait de la Monthly numismatic Circular, mars 1903.) 

Notice complétant sur de nombreux points le travail que l'auteur a 
publié en 1900 sur le même sujet. On y trouve surtout plusieurs actes 
officiels concernant l'émission des différentes monnaies de cet Etat 



— 498 - 

éphémère. Le plus important de ces documents élucide complètement 
la question de la frappe simultanée d'espèces à Rome et à Bologne. 
Par contre, aucun papier d'archives ne fait une allusion quelconque à 
la pièce obsidionale de trois -baiocchi fondue à Ancône; c'est la 
seule lacune de son mémoire que M. A. Robert ne soit pas parvenu à 
combler. H. C. 

— Vicomte Baudoin de Jonghe. Trois monnaies luxembourgeoises 
inédites. Bruxelles, 1903, br. in-8 de 6 pages avec fig. dans le texte 
(extrait de la Revue belge de numismatique^ 1903). 

Des trois pièces dont il est question ici, les deux premières ont été 
totalement ignorées de feu R. Serrure, car il n'en fait aucune mention 
dans son Essai de numismatique luxembourgeoise. Ce sont un petit 
denier de Henri VI (1281-1288) et un demi-gros d'argent de Wen- 
ceslas II (1383-1388). Quant à la troisième — un demi-gros d'Antoine 
de Bourgogne (1410-1415) — elle n'est pas aussi inconnue que les 
autres, mais elle a toujours été décrite d'une façon fautive à cause de 
la mauvaise conservation des rares exemplaires que l'on en possédait. 
Grâce à celui de sa collection, M. de Jonghe a pu en rectifier les 
légendes. I. R. 

— Vicomte Baudoin de Jonghe. Trois monnaies de Beckheim. 
Bruxelles, 1903, br. in-8 de 8 pages avec fig. dans le texte (extrait de 
la Revue belge de numismatique., 1903). 

Les pièces qui ont suscité ce travail se trouvent dans le riche cabinet 
de l'auteur, qui les croit inédites. La première est une variété impor- 
tante d'un denier noir assez rare de Guillaume de Reckheim. De 1397 
à 1484 il y eut à la tête de cette seigneurie trois dynastes de ce même 
nom ; l'auteur propose, jusqu'à plus ample informé, d'attribuer cette 
monnaie à Guillaume II de SombreflFe. Il n'indique pas la raison qui 
milite en faveur de cette manière de voir, si ce n'est peut-être la lon- 
gueur du règne de celui-ci. La deuxième pièce, qui est un billon noir 
de ce même Guillaume de Sombreffe, ne soulève pas grand commen- 
taire; c'est une imitation servile, parfaitement conservée, du double- 
tournois de Charles VII, roi de France. 

Quant à la dernière de ces pièces, également un billon noir, c'est 
une copie fidèle du petit parisis dit « de l'aumônerie de Louis XI » 
roi de France; elle semble être aussi un produit monétaire de l'un des 
trois dynastes de Reckheim du nom de Guillaume, malheureusement 
les légendes des deux faces ne sont pas distinctes, ce qui fait que l'on 
ne peut en être certain. Si cette attribution se trouvait être bonne 



- 499 — 

on aurait là une des plus curieuses pièces de la riche série moné- 
taire reckheimoise, se distinguant par le style tout particulier de sa 
gravure. I. R. 

— MiCHAUD, A. Les médailles de Jean-Jacques Perret-Gentil. 
Neuchâtel, Wolfrath et Sperlé, 1903, in-8, avec 2 pi. phot. (extrait du 
3Iusée neucliûtelois, 1903). 

Ces médailles se rapportent à Louis XVI, roi de France, et son 
ministre des finances, Necker; aux rois de Prusse, Frédéric II et 
Frédéric-Guillaume II, et à Samuel Montvert. Elles sont bien connues 
des collectionneurs suisses. M. Michaud a groupé dans cette intéres- 
sante notice la description de ces médailles et ses recherches, un peu 
négatives il est vrai, sur la famille et la personnalité du graveur Perret- 
Gentil, originaire des montagnes neuchâteloises. La question de la 
fabrication de ces médailles moulées a été élucidée par un moule 
original en laiton que j'ai pu retrouver à Paris. On a fait plusieurs 
surmoulages de ces pièces dont les originaux en bon état sont assez 
rares. La notice de M. Michaud nous parait réunir tous les documents 
connus à ce jour sur cette question. P.-Ch. S. 

— J. Heierli und W. Oechsli. Urgeschichte Graubündens mit 
Einschluss der Borner zeit. Zurich, Fäsi et Bœr, 1903, in-4, 5 pi. phot. 
et carte {Mitth. d. Antiq. Gesellsch. Zürich.^ Liefer. LXVII). 

Importante publication sur le même modèle que celle que les mêmes 
auteurs avaient fait paraître sur le Valais. C'est un résumé de l'histoire 
du pays, basée sur les trouvailles d'antiquités et des monnaies, qui sera 
d'une grande utilité pour l'avenir. Nous y relevons de nombreuses 
trouvailles de monnaies faites en terre, surtout de l'époque romaine. 
Nous recommandons aux auteurs de noter à l'avenir la date des 
trouvailles; cela a un grand intérêt. De bonnes planches reproduisent 
photographiquement de nombreux objets intéressants. P.-Ch. S. 

— Gelli, Jacopo. Il raccoglitore di oggetti miniiti e curiosi. Milan, 
Hœpli, 1904, in-16 con 310 incisioni, 344 p. Prix : 5 fr. 50. 

Joli petit volume de luxe contenant, sous une forme, très abrégée 
il est vrai, mais suffisante pour s'orienter, des renseignements sur les 
collections d'objets historiques divers. Ceux qui désireront approfondir 
un sujet devront consulter d'autres manuels spéciaux de la même 
série, qui sont indiqués pour chaque rubrique. 

Ces Manuels II<epU sont une merveilleuse invention de l'éditeur 
suisse établi à Milan. Il n'y a rien de comparable en français. Ceux 
qui comprennent l'italien, langue facile pour le lecteur français, 



— 500 — 

trouvent là de petits résumés faits par des spécialistes, permettant en 
deux ou trois jours d'acquérir les connaissances principales sur un 
sujet. 

Le présent manuel, divisé en quatre parties, traite des sujets suivants : 
I. Petites estampes, marques typographiques, ex-libris, entêtes de 
lettres, annonces, affiches, réclames sur cartes, faire-parts, menus, 
almanachs. IL Armes, monnaies, médailles, orfèvrerie, bagues, broches, 
éperons, mortiers, couteaux, muselières, etc. III. Cannes et bâtons, 
perruques, vêtements divers, éventails, cartes à jouer et jeux, instru- 
ments de musique. IV. Autographes, timbres divers, sceaux, décora- 
tions, photographies, collections d'histoire naturelle, etc. Il est peu de 
collections qui ne soient pas mentionnées. Une large part est faite à la 
numismatique. P.-Ch. S. 

— Journal des Collectionneurs. Genève, administration : boulevard 
James-Fazy, 11, mensuel, 12 à 16 p. in-4, avec de nombreuses illus- 
trations. Abonnement annuel : Suisse, 2 fr. 50 ; étranger, 3 fr. 

Ce nouveau journal, dont le premier numéro a paru en juin 1904, 
en est maintenant à sa dixième livraison ; il paraît devoir réaliser, 
après quelques tâtonnements inhérents à tout début, le but que se 
proposent ses initiateurs. Nous le recommandons donc aux membres 
de notre société qui y trouveront de nombreux renseignements numis- 
matiques. Le Journal des Collectionneurs s'occupe de toutes les 
collections historiques et artistiques et publie dans chaque numéro 
des articles inédits de spécialistes sur la numismatique, la sigillo- 
graphie, les armes, la céramique, la bibliographie, les ex-libris, 
estampes, gravures et portraits, les objets d'art et l'archéologie. La 
seconde partie contient une chronique des nouveautés, une revue 
bibliographique, la liste des catalogues et des ventes, des indications 
sur la valeur des objets et des renseignements sur les musées et 
collections. Les illustrations très nombreuses sont bien choisies et, 
sous ce rapport, le journal est soutenu par les grands antiquaires et 
les musées suisses et étrangers. Nous avons remarqué avec plaisir que, 
dès le début de cette publication, notre Musée national suisse, à 
Zurich, l'a encouragée en lui prêtant de nombreux clichés d'objets 
anciens et curieux. Il n'existe pas, en français, de journal analogue 
destiné à vulgariser les études historiques et archéologiques, à rendre 
à la jeunesse par trop sportive le goût du passé et à veiller à la 
conservation des antiquités locales. 

Les collectionneurs ont là sous la main un guide mensuel pratique, 



— 501 — 

les tenant au courant des occasions d'achats et d'échanges, car une 
troisième partie du journal est consacrée à des listes d'objets à vendre, 
médailles, timbres, antiquités diverses et à des annonces de négociants 
spéciaux et d'experts de vente. Sans aucune pédanterie d'érudition, ce 
nouveau journal forme un agréable complément au bagage littéraire 
et scientifique des sociétés et académies auquel il ne fait pas concur- 
rence. Les initiateurs de ce journal sont du reste membres de notre 
Société. Il suffit d'adresser une carte postale à l'administration pour 
recevoir un numéro spécimen. H. J. 

— D"" H. Lehmann. Musée national suisse à Zurich. XII""' rapport 
annuel présenté au Département fédéral de l'intérieur, 1.903. Zurich, 
1904, in-8 de 155 pp. avec 10 pi. et 3 portraits. 

Le présent rapport se distingue des précédents par l'abondance de 
son illustration. Il est orné, en effet, de dix planches, dont quelques- 
unes en couleur, et de trois portraits qui accompagnent les notices 
nécrologiques de H. Zeller- Werdmüller, Th. de Saussure et de Louis 
Bron-Dupin, tous anciens collaborateurs dévoués, à un titre ou un 
autre, du Musée national suisse. 

Ce document administratif est non seulement rempli de renseigne- 
ments sur les achats, sur les dons, et les acquisitions par voie de 
dépôts ou d'échanges, mais encore il contient la statistique des visi- 
teurs du Musée, la nomenclature des publications élaborées sous ses 
auspices et fait l'historique des relations entretenues avec les collections 
cantonales ou locales et avec les Musées étrangers. Il s'étend surtout 
sur la donation princière que lui a faite M. H. Angst, en quittant la 
direction. 

De tous les actes de libéralité dont a bénéficié le Musée national, 
aucun n'atteint, à beaucoup près, l'importance de celui-ci. 

On s'en fera une faible idée en consultant l'inventaire sommaire des 
objets dont se compose cette collection et en jetant un coup d'œil sur 
les planches qui illustrent ce volume et qui, toutes, représentent des 
objets qui en font partie. 

Il est matériellement impossible aujourd'hui, même au prix des 
plus grands sacrifices, de réunir une telle quantité d'antiquités suisses, 
aussi ne sera-t-on jamais assez reconnaissant envers le généreux 
mécène qui a voulu, dès à présent, en faire profiter le public. 

A cause de la perte irréparable de son conservateur, M. H. Zeller- 
Werdmüller, le Cabinet de numismatique a été quelque peu négligé 
cette année ; il ne s'est accru que de quatre-vingt dix-sept pièces. 



— 502 — 

Le Musée a été visité par cent cinq mille cent trente-six personnes, 
soit près de trois mille cinq cents de plus que l'année précédente. H. C. 

— F. Mazerolle. Nicolas Briot, tailleur général des monnaies {1606- 
1625). Bruxelles, 1904, br, in-8 de 32 pages (extrait de la Revue belge 
de numismatique, 1904). 

En 1891, M. Mazerolle avait communiqué au Congrès international 
de numismatique de Bruxelles le résultat de ses premières recherches 
sur Nicolas Briot, aussi célèbre graveur que piètre personnage. 

C'est alors que M. Jules Rouyer, le regretté numismate, prit à tâche, 
dans une série d'articles publiés par la Bévue belge de numismatique, 
de réfuter les accusations formulées contre l'artiste lorrain et qu'il 
croyait fausses. 

Mais les fonctions d'archiviste de la Monnaie, exercées par M. Maze- 
rolle, lui permirent de consulter et d'utiliser des documents inédits 
qu'il a mis à profit pour rédiger ce chapitre de son bel ouvrage sur les 
Medailleurs français du XV siècle au milieu du X VIP. La, Bévue 
belge l'a reproduit afin que ses lecteurs eussent sous les yeux toutes 
les pièces du procès qui nous semble, pour notre compte, être définiti- 
vement clos. H. C. 

— Administration des monnaies et médailles. Bapport au ministre 
des finances. Neuvième année, 1904. Paris, 1904, in-8 de XXXVII- 
407 pages avec des graphiques et 5 planches. 

Le rapport de l'Administration des monnaies et médailles vient de 
paraître pour la neuvième fois. Il forme, comme précédemment, un 
volume dont la matière, composée surtout de chiffres, peut paraître 
aride mais n'en est que plus attrayante. 

A côté du rapport proprement dit, on trouve réunis là quantité de 
documents concernant non seulement la fabrication du numéraire et le 
mouvement des métaux précieux en France, mais encore un tableau 
de l'activité monétaire de tous les pays du globe. Il est accompagné 
de diagrammes. Les uns permettent de se rendre compte, année après 
année, de la production de la Monnaie de Paris depuis 1888, ainsi 
que de celle de l'or et de l'argent pendant les trois derniers lustres, 
les autres indiquent en millièmes le nombre des différentes pièces 
recencées (or et écus) avec celui des pièces frappées. Trois cartes font 
voir quelle est la répartition de l'or dans les départements français, 
quelle est la proportion relative de l'or et des écus ou bien quelle est 
la proportion de monnaies étrangères qui circulent dans ces mêmes 
départements. 



— 503 — 

Il est enfin illustré de cinq planches donnant la reproduction en 
héliogravure de quelques-uns des chefs-d'œuvre frappés à la Monnaie 
pendant l'année écoulée. Nous avons remarqué parmi ceux-ci la visite 
en France de LL. MM. le roi et la reine d'Italie par J.-C. Chaplain, et 
la plaquette de M. Emile Combe par G. Prud'homme. 

Les documents relatifs à la Suisse forment l'annexe XXXVII. Ils 
comprennent sept paragraphes, dans lesquels sont successivement 
passés en revue le système monétaire, la fabrication des monnaies 
depuis 1850 et ayant cours légal en 1904, l'importation et l'exportation 
des métaux précieux, l'évaluation des quantités d'or et d'argent 
employées par l'industrie, le stock monétaire, la législation monétaire 
et enfin les questions diverses. Le paragraphe sur la législation moné- 
taire est un extrait de l'avant-projet du futur code pénal suisse, ayant 
trait à la répression du délit d'altération des monnaies et de fabri- 
cation de fausses espèces. Enfin, l'annexe LXV, formant le cinquième 
et dernier chapitre du volume, est entièrement consacrée à toutes les 
lois et arrêtés monétaires de la Suisse édictés depuis 1850 à nos jours. 

On peut se rendre compte par ces quelques lignes quelle variété 
de renseignements présente ce volumineux rapport. H. C. 

— Arnold Robert. Fragments historiques et biographiques. Londres, 
1904, br. in-8 de 19 pages avec portrait et figures dans le texte 
(extrait de la Monthly numismatic Circular, juin 1904). 

Cette brochure contient d'abord une courte biographie du graveur 
Jules Jacot, né à la Chaux-de-Fonds le 28 mars 1797 et mort dans le 
môme village le 4 juin 1879. Cet artiste, peu connu en dehors de son 
lieu natal, fut non seulement un bon artisan en horlogerie mais fit 
encore preuve de beaucoup de talent et de goût en ciselant quelques 
sceaux qui sont reproduits ici; il est en outre l'auteur du jeton du tir 
cantonal neuchâtelois de 1849. C'est la seule fois qu'il s'attaqua à la 
gravure en médaille. 

La brochure se termine par deux documents d'un égal intérêt. Le 
premier, intitulé Pérégrinations officielles au XVP siècle, est le récit, 
on ne peut plus plaisant, du voyage fait par les envoyés de Marie de 
Bourbon, duchesse de Longueville, se rendant auprès des seigneurs de 
Franquemont, Gaspard et Jehan -Claude de Gilley, afin de leur resti- 
tuer un prêt de 12,000 écus d'or sol. 

Le second est une analyse des Comptes d'un collecteur pontifical 
du diosèse de Lausanne, au commencement du XIV^ siècle, qui ont 
été publiés dans les Pages d'histoire dédiées à la Société générale 



— 504 — 

d'histoire suisse à l'occasion de sa réunion annuelle à Fribourg les 
23 et 24 septembre 1903. Ces documents retiendront certainement 
l'attention des numismates. H. C. 

— Vicomte Baudoin de Jonghe. Le florin iVor iV Englebert de la 
MarcJc, évêque de Libye (1345-1364). Bruxelles, 1904, br. in-8 de 
6 pages avec fig. dans le texte (extrait de la Bévue belge de numis- 
matique^ 1904). 

Description d'une variété nouvelle très importante d'un florin d'or 
qui, jusqu'à de Coster, était attribuée au pape Jean XXII ; ce fut ce 
savant qui restitua cette pièce à l'évêché de Liège, contrairement à 
l'opinion de M. Petit de Rosen, qui voulait qu'elle fût originaire de 
celui de Trêves. 

La légende STTHTVS PETRVS du revers ne se rapporte pas 
à saint Pierre, patron de Trêves, mais désigne l'atelier monétaire de 
Saint-Pierre, situé près de Maëstricht. I. R. 

— Vicomte Baudoin de Jonghe. Le sceau de la Haute-Cour du 
comté d'Af/imont. Bruxelles, 1904, br. in-8 de 12 pages avec fig. dans 
le texte (extrait de la Bévue belge de numismatique^ 1904). 

Avec le présent travail l'honorable président de la Société belge de 
numismatique nous fait faire connaissance d'un sceau du XVIIP siècle 
aux armes du chevalier Jacques de Henry, comte d'Agimont liégeois, 
dont la matrice se trouve dans sa collection. Une notice historique 
concernant cette petite seigneurie, dont l'origine est inconnue, précède 
cette description. Nous retrouvons au cours de ces pages une nouvelle 
publication du rarissime esterlin au type edwardin frappé à Agimont, 
probablement par Jean II de Looz (1280-1310). L'importance de cette 
pièce capitale, unique jusqu'ici, décrite pour la première fois en 1856 
par Chalon, explique suffisamment l'intérêt qu'il y a à nous en entre- 
tenir une seconde. Comme le sceau, elle fait partie du médaillier de 
l'auteur. I. R. 

— Gallet, Georges. Une médaille de Bené de Challant, Neuchâtel, 
Wolfrath et Sperlé, 1904, in-8, avec 1 pi. phot. (extrait du Musée 
neucliâtelois^ 1904). 

Cette médaille est reproduite d'après le recueil des médailles alle- 
mandes du Trésor de numismatique et de glyptique de Lenormant. 
Elle intéresse Neuchâtel en ce sens que René de Challant était seigneur 
de Valangin. L'auteur fera paraître un article plus étendu sur cette 
médaille dans la prochaine livraison de la Bévue, ce qui nous dispense 
d'entrer dans plus de détails. P.-Ch. S. 



— 505 — 

— Arnold Robeet. La seigneurie de Franquemont. Londres, 1904, 
br. in-8 de 48 pages avec fig. dans le texte (extrait de la Monthly 
numismatic Circular, 1903—1904). 

Cette excellente étude est plus, à proprement parler, une compila- 
tion, où rien d'essentiel n'est omis, qu'un travail original. Elle résume 
tout ce qui est connu de l'ancienne seigneurie de Franquemont, située 
sur les deux rives du Doubs au N.-O. du territoire bernois actuel. 

La brochure débute par une copieuse notice historique au cours de 
laquelle nous voyons que ce fut Gauthier II de Montfaucon qui édifia, 
en 1305, le château dont le nom est tiré des Franches-Montagnes où 
il était construit. Après avoir passé en de nombreuses mains ce manoir 
eut à subir, en 1474, de la part des troupes de l'évêque de Bâle, un 
siège à la suite duquel il tomba au pouvoir de ce dernier. L'évêque le 
rétrocéda presque immédiatement à Claude de Franquemont sous 
certaines conditions; il échut enfin, le 14 avril 1537, contre paiement 
de 900 écus d'or, à Nicolas de Gilley, seigneur de Marnoz, qui 
reconnut le prince-évêque de Bâle comme son suzerain. Le château 
fut démantelé et abattu au commencement de l'année 1677. 

Comme nombre de petits seigneurs, Nicolas de Gilley eut le droit de 
monnayage. Ses finances étant obérées, il en usa pour émettre des 
pièces qui sont de fort mauvais aloi et qui furent décriées, à réitérées 
fois, par les divers pays voisins de Franquemont. Elles sont actuelle- 
ment à peu près introuvables. M. A. Robert réédite les descriptions 
qu'en ont données les divers auteurs qui se sont occupés de ce 
monnayage, soit Poëy d'Avant, Plantet et Jeanney, Morel-Fatio et 
d'autres; il ne publie en fait de nouveaux qu'un liard de 1554 et 
qu'un demi-carolus de 1 553 appartenant à M. Ph. Testenoire, ancien 
notaire à Saint-Etienne. H. C. 

— SouTzo, M.-C. Nouvelles recherches sur le système monétaire de 
Plolémée Soter. Paris, RoUin et Feuardent, 1904, in-8 (extrait de la 
Revue numismatique). 

M. Soutzo étudie le système monétaire de Ptolémée Soter d'après 
les nouvelles recherches publiées en allemand par M. Fr. Hultsch. La 
drachme de ce système est un pentobole attique de poids normal. Cette 
drachme d'argent avait comme équivalent pondéral de cuivre une 
mine attique; en Egypte le cuivre était le métal étalon par excellence. 
La drachme de cuivre du système de Soter est la drachme de cuivre 
de poids attique. La pièce d'or vaut en cuivre un talent attique et 
pèse 25 oboles attiques, soit environ un douzième de mine. La pièce 



— 506 — 

d'argent pèse 5 oboles et représente un demi-soixantième de mine. 
Le rapport de l'argent au cuivre est de 1 à 120. Le travail de 
M. Soutzo complète sur quelques points le mémoire de M. Hultsch et 
l'explique d'une façon plus pratique. P.-Ch. S. 

— LuscHiN VON Ebengreuth, Dr. A. Allçfemeinc MimzTcunde und 
GeldffescJnchte des Mittelalters und der neueren Zeit. Mit 107 in den 
Text gedruckten Abbildungen. München und Berlin, R. Oldenbourg, 
1904, in-8, 286 p. 

Cet important volume comble une lacune dans les traités généraux 
ou manuels à l'usage des numismates, car il n'est pas fait au point de 
vue spécial du collectionneur, comme tous ses prédécesseurs, mais 
s'adresse surtout aux non-collectionneurs et aux historiens de 
profession. L'auteur est un de nos doyens en numismatique et nul 
mieux que lui ne pouvait entreprendre un manuel de ce genre, car s'il 
a la science du professeur universitaire et l'habitude de l'enseignement, 
il a aussi la connaissance pratique de la numismatique et collectionne 
les monnaies du moyen âge depuis cinquante ans. Ce volume est, comme 
son titre l'indique, un traité de numismatique descriptive et en même 
temps un manuel d'histoire monétaire. Il présente un grand intérêt sous 
ce double rapport et, en le comparant avec le traité de Raymond 
Serrure et de M. Arthur Engel, il montre les différentes manières d'étu- 
dier la question et de la comprendre. Dans un autre volume l'auteur 
étudiera l'argent comme valeur économique et donnera ainsi un tableau 
complet de la science numismatique pour le moyen âge. Ces deux 
livres sont destinés à faire partie d'une collection de manuels pour 
l'étude de l'histoire du moyen âge et des temps modernes sous forme 
de monographies, éditée par deux professeurs allemands, MM. G. von 
Below et F. Meinecke. 

Le premier volume numismatique de notre savant membre honoraire 
est écrit avec une grande clarté, divisé en une infinité de paragraphes 
bien distincts, ayant chacun leur bibliographie limitée aux sources 
principales. C'est un livre où l'on s'oiiente facilement, ordre comme 
un médaillier, bien arrangé. Il ne néglige aucun côté des questions 
multiples qu'il embrasse et traite de choses qui paraîtront peut-être 
excessivement élémentaires au spécialiste en numismatique, mais qui 
ne sont pas à négliger pour donner une bonne base à un futur 
professeur d'université. 

Parmi les parties les plus intéressantes pour le collectionneur, 
signalons les paragraphes relatifs au classement des séries numis- 



— 507 - 

matiques. Cette question très embrouillée revient périodiquement 
clans nos revues et pèche toujours par la base. Il faudrait trouver 
un système qui convienne à la fois à un ordre scientifique et métho- 
dique pour les livres et les articles de revues et puisse s'utiliser 
en même temps pratiquement pour le classement des objets numis- 
matiques. L'auteur a eu entre les mains les manuscrits d'un savant 
autrichien, Alexandre von Pawlowski, mort malheureusement avant 
d'avoir pu terminer son ouvrage, qui était certainement l'esprit le plus 
pratique et le plus logique sous ce rapport. Les quelques essais parus 
dans la Revue viennoise de numismaticßie ont été lus par tous avec le 
plus grand intérêt. Il n'est pas possible de rendre compte en détail d'un 
manuel de numismatique générale dans un modeste compte rendu ; nous 
ne lui ferons pas l'injure de l'éplucher en détail pour signaler tout ce qui 
aurait pu y être et ne s'y trouve pas, car c'est une manière facile de 
débiner une œuvre fort bien conçue. L'ouvrage nous paraît réussi du 
premier coup et dans des éditions successives il n'y aura que de petites 
retouches pratiques à y apporter. Comme chapitres les mieux résumés, 
en dehors de celui du classement, signalons : la manière d'étudier 
une trouvaille, de la nettoyer, de la déterminer et ensuite d'en tirer 
scientifiquement parti, les chapitres sur la technique de fabrication et 
la régale monétaire. 

En français il n'existe aucun livre pareil et nous serions heureux de 
voir un traducteur s'attacher à faire connaître cette œuvre nouvelle ; 
il faudrait naturellement qu'il soit lui-même un numismate de profes- 
sion et surtout de pratique pour bien comprendre son sujet. Le volume 
s'adresse à tous : aux collectionneurs, dont l'instruction scientifique est 
trop élémentaire et qui ne se doutent pas de l'intérêt que présente un 
travail semblable; aux savants et aux directeurs de musées qui, trop 
souvent, dédaignent la numismatique pratique et la partie descriptive 
comme étant au dessous de leurs titres universitaires ; à tous les 
ignorants enfin, qui apprendront facilement avec un tel guide. Après 
avoir lu ce volume et l'avoir bien compris, il faudrait relire l'excellent 
Traité d'Engel et Serrure. Ayant acquis ces deux doctrines qui se 
complètent, mais envisagent la numismatique sous un angle diamétrale- 
ment opposé, on deviendrait un vrai numismate auquel il ne man- 
querait plus que d'aller faire un stage comme employé chez nos grands 
marchands de monnaies ou comme adjoint dans une collection publique, 
car il faut la pratique et le flair du métier qui ne s'acquièrent (ju'en 
vivant avec les choses. 

REVUE NüM. T. XII. 33 



— 508 — 

Nous ne croyons pouvoir mieux faire que de donner ici le résumé 
de la table des matières de ce volume. 

Introduction. But de la numismatique et de l'histoire monétaire. — 
Etude des sources scientifiques. — Sciences accessoires de la numis- 
matique. — Bibliographie du sujet. — Histoire littéraire de la numis- 
matique. — Les différentes espèces de monnaies, — Les appellations 
monétaires. — Les systèmes. — Les objets différents recueillis dans 
les cabinets, monnaies, médailles, jetons, poids monétaires, Surrogats 
monétaires, banknotes, etc. 

I'^ partie. Numismatique générale. — L'extérieur de la médaille et 
sa matière. — Les métaux et alliages. — Les fians, les barres, les 
lingots, les poids et leurs divisions. — L'épaisseur et les autres carac- 
tères matériels. — La frappe et la fabrication. — Les types de fabri- 
cation. — Les surfrappes. — Les types et figures des monnaies. — 
Types nationaux et imitations. — Expansion et immigration des types 
monétaires. — Représentations diverses, caractéristiques de pays ou 
d'époques. — Les inscriptions. — La paléographie et l'épigraphie 
numismatique. — La chronologie. — L'explication des abréviations. — 
Technique monétaire aux différentes époques. — Mœurs, règlements 
et usages des fonctionnaires. — Les graveurs, les monnayeurs, les 
changeurs, les officiers monétaires. — Très intéressant chapitre sur la 
fabrication des bractéates et sur les essayages des titres. — L'organi- 
sation administrative et commerciale de l'atelier. La comptabilité du 
monnayage. La fixation du titre, de l'aloi et des alliages. La valeur 
réelle et fiduciaire. — La monnaie au point de vue des collections et 
musées. — Les catalogues et le classement, la manière de conserver 
les pièces, les meubles et vitrines. — L'ordonnance d'une collection. 
— Le marché des antiquités, les ventes, les catalogues, les estimations 
et la valeur marchande. — Les trouvailles, leur découverte, leur 
traitement et nettoyage, leur classement et leur étude historique. — 
La manière de travailler le plan d'une monographie ; ce qu'il faut 
faire et ne pas faire pour que le travail soit correct au point de vue 
descriptif et scientifique. — La manière de prendre des notes. — Les 
falsifications et les truquages. — La fausse monnaie et les monnaies 
fausses. — Garanties contre les faussaires et moyens de découvrir 
leurs ruses. 

//" jMrtie. L'histoire de l'argent et son pouvoir. — Le rôle 
économique et historique des métaux monnayés. — Les Surrogats 
monétaires primitifs et modernes. — L'argent en lingot ou les valeurs 



— 509 — 

naturelles et objets servant de monnaie. — Le cours des monnaies et 
l'agio. — L'argent en banque. — La comptabilité monétaire. — Les 
systèmes monétaires et les pieds monétaires. — La monnaie de com- 
merce, la monnaie locale et la monnaie internationale. — Bimétallisme 
et monométallisme. — Monnaie locale ou divisionnaire. — La politique 
monétaire au moyen âge. Le cours, les édits, tarifs et évaluations — 
Le retlouement des espèces et l'interdiction de l'exportation. — Le 
pouvoir de l'argent ; la valeur de la monnaie comparée au prix des 
choses; la comparaison d'une même dénomination et d'une même 
quantité de métal comme valeur d'achat à différentes époques. — 
L'histoire des prix et mercuriales. — Le droit monétaire. — La juri- 
diction et les fonctionnaires de contrôle. — Les patentes monétaires 
et le droit de monnayage. — Souveraineté et unité des systèmes. — 
Le seigneuriage sur le monnayage et les revenus de l'Etat. — La 
falsification officielle de la monnaie. — Monnaies obsidionales ou de 
nécessité. — Monnaies noires, billon, assignats métalliques, token; 
monnaies fiduciaires et cours forcé. — La législation sur les moyens 
légaux de payer et la monopolisation des espèces. — La juridiction 
internationale et diplomatique. — Traités, unions, alliances et ligues 
monétaires. — Essais récents de monnaies internationales comparés à 
ceux du moyen âge. — Les monnaies-types, florins, gros, etc. — Index 
généraux et répertoires. 

Dans ce rapide inventaire noté en parcourant la table des matières 
divisée en trente gros chapitres, nous n'avons indiqué que les principales 
matières de ce volume, sans entrer dans le détail. Disons, en terminant, 
que, depuis bien des années où nous lisons par devoir de métier tout 
ce qui paraît en fait de manuels d'étude, grands et petits, nous n'avons 
pas trouvé de volume, en dehors du traité d'Engel et Serrure, qui 
nous ait intéressé à ce point. Nous avons passé plusieurs journées 
à lire d'un bout à l'autre ce manuel et nous le recommandons 
chaudement. Paul-Ch, Strœhlin. 

— Mazerolle, F. Un document sur la vie de famille de Nicolas 
Briot^ tailleur général des monnaies^ 5-7 septembre 1624. [Bruxelles, 
1904], 12 pp. in-8 (extr. de la Bévue belf/e de numismatique, 1904). 

Ce document mentionne Briot, ses fils et ses filles dans le compte 
rendu d'une scène scandaleuse et mystérieuse qui se serait passée 
à l'appartement du tailleur des monnaies à l'Hôtel des monnaies de 
Paris. C'est une petite scène de mœurs assez comique sur les usages 
du temps, qui complète les études de l'auteur sur ce graveur français. 

P.-Ch. S. 



- 510 — 

— Lauer, L.-Chr. Münzpräc/eanstali, Nürnberr/ und Berlin. 
Album von DenJcmünsen. Ausgabe Nr. 28, 179 planches en phototypie, 
in-4, texte de 21 pages in-4, 1660 reproductions de médailles. 

L'album que nous tenons à signaler ici est formé de reproductions 
en phototypie des principales médailles gravées pour le compte do 
particuliers et d'institutions officielles ou éditées pour la vente par 
l'une des plus anciennes maisons de frappe existant en Allemagne. 
L'industrie des frappes métalliques a existé à Nuremberg depuis le 
XIV siècle. Ces fabricants de jetons éditaient déjà une variété innom- 
brable de jetons de compte, Rechenpfennif/e comme on les nommait 
autrefois ou danies. Ces jetons jouaient le rôle principal sur les 
abaques ou tables à compter dont on se servait couramment dans 
le commerce et la vie privée. Vers 1600, il existait déjà un Lauer 
parmi les fabricants de Nuremberg. La maison de gravure et de 
frappe passa en de nombreuses mains et est devenue de nos jours un 
établissement absolument perfectionné où plus de quinze balanciers 
marchent continuellement. La maison Lauer fait non seulement des 
jetons comme autrefois, mais un grand nombre de médailles popu- 
laires se vendant pour chaque fête en Allemagne. Elle frappe des 
plaques de képis, des insignes de sociétés, des marques de fabriques, 
des estampages industriels même en métaux fins. 

A côté de la fabrique d'objets purement industriels, elle a su créer 
un groupement d'artistes et de médailleurs travaillant pour ses ateliers 
et créant des pièces fort remarquables dont nous trouvons dans 
l'album ci-dessus un grand nombre de reproductions. 

Beaucoup de ces médailles sont, il est vrai, plus intéressantes comme 
documents historiques que remarquables au point de vue purement 
esthétique, mais la faute en est au prix modique auquel elles doivent 
être livrées. Si l'on s'en tient à des prix ne permettant que d'arriver 
tout juste à livrer en un temps limité d'après des croquis généralement 
faibles, on doit excuser le fabricant qui n'est pas indépendant dans sa 
conception et dans son exécution. Laissant de côté ces productions 
hâtives, on examinera avec plaisir les remarquables reproductions des 
médailles éditées avec soin par M. L.-Chr. Lauer, où il n'a épargné ni 
son temps ni sa peine et où il a été secondé par des artistes contem- 
porains des plus habiles. Au point de vue purement numismatique, cet 
album donne la reproduction de nombreuses médailles qui, frappées à 
petit nombre, deviendront dans quelques années des raretés et que 
nous conseillerons aux collectionneurs de recueillir avec soin. Un 



— 511 — 

grand nombre de pièces sont éditées pour le compte de gouvernements 
et d'autorités et sont par là même des médailles officielles dignes de 
figurer dans les plus grands médailliers. 

Avec le procédé moderne de la machine à réduire, le travail du 
médailleur a considérablement changé; il n'est plus question de gravure 
comme autrefois, soit en relief, soit en creux, mais on s'adresse au 
modeleur-sculpteur qui exécute en grand son œuvre. La machine 
réduit ensuite à la proportion voulue le relief de cire ou de terre 
glaise. Un troisième travail mécanique estampe ou frappe les poinçons 
en relief dans des matrices de fer doux qui sont ensuite aciérées pour 
en faire des coins de frappe. On arrive ainsi à un modelage et à une 
douceur de trait que n'ont jamais pu atteindre les graveurs en acier 
n'ayant qu'un outillage élémentaire et fort peu varié pour graver sur 
le métal en relief ou en creux. 

Les médailles décrites dans cet album sont surtout allemandes, cela 
se comprend. Nous en rencontrons cependant un assez grand nombre 
intéressant la Suisse ou l'étranger. Grâce à leur merveilleux outillage, 
ces fabriques de métal frappé, estampé et gravé ont acquis une impor- 
tance capitale et leurs produits peuvent rivaliser avec ceux des pays 
les mieux outillés. La moyenne des artistes graveurs n'est pas aussi 
remarquable en France ou en Autriche ; mais il est difficile de porter 
un jugement définitif d'après ces produits métalliques sans connaître 
les conditions financières qui ont précédé leur évaluation de coût. Les 
prix de vente pour les médailles qui ne sont pas des propriétés person- 
nelles sont indiqués d'après une règle fixe, basée sur le module des 
médailles. 

Ceux de nos lecteurs qui collectionnent les médailles actuelles ou 
recherchent les spécialités allemandes feront bien d'étudier ce bel 
album ; ils y trouveront une foule de renseignements curieux et de 
nature à leur permettre de compléter leurs collections, car M. Lauer 
vend les médailles qu'il a éditées et pourra fournir des indications sur 
celles qui ont été faites pour le compte de particuliers. On remarquera 
dans cette collection de médailles un grand nombre de plaquettes très 
artistiques concernant les personnages contemporains qui se sont 
illustrés dans la politique, les sciences ou les arts. P.-Ch. S. 

— SvoRONOs, Jean. Corpus des monnaies de V empire des Ptolémées. 
Athènes, Beck et Barth, 4 vol. gr. in-8 (en partie publié). 

Nous n'avons pas reçu cet ouvrage du savant directeur du Musée 
national numismatique d'Athènes, dont le prix de souscription est de 



— 512 — 

100 francs pour les trois premiers volumes. C'est une description 
générale de toutes les monnaies des Ptolémées contenues dans les 
différents cabinets de l'Europe. L'auteur annonce dans son prospectus 
que cet ouvrage est le commencement d'un corpus national de toutes 
les monnaies grecques antiques. Nous le félicitons d'entreprendre une 
œuvre aussi vaste. Nos confrères qui ont eu en mains les premiers 
volumes parus assurent que cette description tient toutes les promesses 
annoncées et que cet ouvrage est d'un réel mérite. Il arrive à déter- 
miner les dates de la plupart des monnaies et fournit par là une 
contribution de toute importance à la numismatique égyptienne. Le 
texte est en grec, mais le quatrième volume donnera des résumés 
français et un lexique accompagné d'index permettra aux personnes 
à qui cette langue n'est pas familière de pouvoir se servir de l'ouvrage 
sans difficulté. Si nous recevons le volume nous pourrons en faire un 
compte rendu détaillé qui ne manquera pas d'intéresser nos lecteurs. 
Nous avons cru devoir, en tous cas, donner ce premier avis pour 
recommander l'excellente initiative de M. Svoronos. P.-Ch. S. 



Dépouillement de» périodique». 

Amer, journ. of. num. = American journal of iiumisnialic. 

Arch. hér. suisses = Archives héraldiques suisses. 

Berl. MiinzM. = Berliner iVIünzhli'itter. 

bl. f. Münzfr. = Blätter für Miinzfreundc. 

Boll. di num. = Bollettino di numismatica. 

Bull. Acad. Hipp. = Bulletin de l'Académie d'Hippone. 

Bull, intern, de num. = Bullelin international de nuniismati(|ue. 

Bull. num. S. = Bulletin de numismatique (Serrure). 

Canad. ant. a. num. Journ. = Ganadian antiquarian and numismatic Journal. 

Corr. hist. et arch. = La Correspondance historique et archéologique. 

Gnz. num. D. = La Gazette numismati(|ue (Dupriez). 

Gaz. num. franc. = Gazette numismatique française. 

Jahrbuch der k. k. her. Ges. Adler =]_ Jahrbuch der k. k. heraldischen Gesell- 
schaft « Adler ». 

Journ. coli. = Journal des Collectionneurs. 

Mänadsblad=^ Kongl.Mlleshets Historie och Antiqvitets Akademiens. Mânadshiad. 

Mitth. des Klubs der Münz- u. Medailleufr. in W. = Miltheilungeii des Klubs 
der Miinz- und Medaillenfreunde in Wien. 

Monatsbl. der k. k. her. Ges. Adler = Monatsblatt der k. k. heraldischen Gesell- 
schaft « Adler ». 



- 513 — 

Monntshl. der num. Ges. in W. = Monatsblatt der numismatischen Gesellschaft 

in Wien. 
Monih. iiiim. Circ. = Monihly numismatic Circular. 
Mus. neiich. = Musée neuchâtelois. 
Num. Chroii. = Numismatic Chronicle. 
Num. Közhiny = Numizmatikai Közlöny. 
Num. Zeitschr. = Numismatische Zeitschrift. 

Proceedinf/s = Proceedings of american numismatic and archeological Society. 
Rass. num. ^= Rassegna numismatica. 
Rev. helfje = Revue beige de numismatique. 
Rev. franc. = Revue numismatique. 
Riv. ital. = Rivista italiana di numismatica. 
Tijd. van het Ned. Gen. = Tijdschrift van het koninklijk Nederlandsch Genoot- 

schap voor munt en penningkunde. 
Vjesnik = Vjesnik hrvatskoga arheolo.skoga drustva. 
Wiadomo.sci = Wiadomosci numizmatyczno-archeologiczne. 
Zeitschr. für Num. = Zeitschrift für Numismatik. 

Numismatique suisse. ^ Greorges Gallet. Une médaille de René 
de Challant, avec pl. (Mus. neuch.^ 1904, p. 268). — Fr. Gnecchi. 
Filippo triplo di Antonio Gaetano Trivulzio {Riv. ital.., 1904, p. 203, 
avec pl. VIII. Voir aussi Monih. num. Circ, 1904, col. 7831). — 
B. Reber. Plombs historiés ou méreaux trouvés dans les environs de 
Genève, avec fig. {Month. num. Cire, 1904, col. 7570). — Ai-nold 
Robert. La seigneurie de Franquemont. Supplément, avec fig. {Ibid.., 
col. 7324, 7388). — Arnold Robert. Les fêtes fédérales suisses de 
gymnastique. Médailles officielles. La Turner stuhc {Ibid., col. 7458). 
— Arnold Robert. Les jetons de tirs suisses (Schweizerische Schiess- 
raarken). La Schweizerische Schütsenstube {Ibid., col. 7459). — Arnold 
Robert. Médailles suisses nouvelles {Ibid., col. 7832). — Paul-Ch. 
Strœhlin. Hagiographie numismatique suisse. Saint Vincent d'Espagne, 
diacre et martyr, avec fig. Médailles et primes du tir fédéral de Saint- 
Gall en 1904, avec fig. Nouvelles médailles suisses {Journ. coll., 1904- 
1905, p. 20). — W". Wavre. (Euvres inédites de H'-P" Brandt, avec 
2 pl. {Mus. neuch., 1904, p. 92). 

Numismatique grecque.— Allotte de la Fuye. Monnaies arsacides 
surfrappées {liev. franc., 1904, p. 174, avec pl. VI). — Allotte de 
LA Fuye. Nouveau classement des monnaies arsacides d'après le 
catalogue du British Museum {Ibid., p. 317, avec pl. VII et VIII). — 
J. G. C Anderson. Two pontic Eras (Schastopolis and Comana) 
{Num. Chron., 1904, p. 101). — E. Babelon. Variétés numismatiques. 



— 514 — 

I. Héraclès sur une monnaie primitive en electrum. — IL Les noms 
primitifs de Phocée et de Phaselis. — IIL Scarabée représentant un 
Satyre hippopode. — IV. Niké ailée sur un statère archaïque de Cyzique 
— V, Tête de Discobole sur un statère de Cyzique {Rev. franc. ^ 1903 
p. 409, avec 1 pi.). — E. Babelon. Variétés numismatiques (suite) 
VI. Taras en céleuste. — VIII. Le devin de Sicycne, avec 2 pi 
(Ibid., 1904, p. 112).— John F. F. Bakbr-Penoyre. Coins of Blaundus 
Lydia, avec fig. (Num. Chron., 1904, p. 102). — Ad. B[lanchet] 
Le triskeles (triquetra) sur les monnaies de la Sicile (BiiU. intern, de 
num., 1903, p. 37). — Francesco Carrara. Issa, monografia numis 
matica édita ed annotata dal dott. L. Rizzoli jun., avec fig. (Boll. di 
num., 1904, pp. 89, 101, 125). — [?J Choix de monnaies et de médailles 
du Cabinet de France (monnaies grecques) (Rev. franc., 1903, 
p. 397). — A. DiEUDONNÉ. Monnaies grecques récemment acquises par 
le Cabinet des médailles (suite) (Ibid., p. 326, avec pi. XVI). — 
A. DiEUDONNÉ. Du classement des monnaies grecques (Ibid., 1904, 
p. 197). — René Dussaud. Le culte de Dusarès d'après les monnaies 
d'Adraa et de Bostra, avec fig. (Ibid., p. 160). — R. Egger. Ein 
Weihgeschenk der Metapontier (Num. Zeitschr., t. XXXV, p. 203). — 
L. F[orrer]. Inedited coins. LIX. A very rare drachm of Epidarus 
Argolidis, avec fig. (3Ionth. num. Cire, 1904, col. 7305). — L. Forrer. 
Les signatures des graveurs sur les monnaies grecques (Rev. belge, 
1904, pp. 117, 241, 389, avec pi. V et VII et fig. dans le texte ; 1905, 
p. 5). — H. GABLER. Zur Münzkunde . Makedoniens. IV. Makedo- 
nien in der Kaiserzeit (Zeitschr. für Num., t. XXIV, p. 245, avec 
pl. VI- VII). — A. "W. Hands. Common greek coins, avec fig. (Monlh. 
num. Circ., 1904, col. 7384, 7434, 7625, 7681, 7745, 7801, 7866, 
7921, 7986). — G. F. Hill, Some coins of Caria and Lycia, avec fig. 
(Num. Chron., 1903, p. 399). — H. H. Howorth. Some coins attri- 
buted to Babylon by Dr. Imhoof-Blumer (Ibid., 1904, p. 1, avec 
pl. I-III). — Caruso Lanza. Spiegazione storica delle monete di 
Agrigento (Rio. ital., 1904, p. 23, avec pl. III). — George Macdonald. 
The pseudo-autonomous coinage of Antioch (Num. Chron., 1904, 
p. 105). — Dr. Alfred Nagl. Der griechische Abakus, avec fig. (Num. 
Zeitschr., t. XXXV, p. 131). — Paul Perdrizet. Notes de numisma- 
tique macédonienne (Rev. franc., 1903, p. 309, avec pl. XV). — 
Théodore Reinach. Un décret de Gortyne introduisant la monnaie de 
bronze (Ibid., 1904, p. 12). — Dr. Josef Scholz. Ueber lykische 
Münzen (Monatsbl. der num. Grès, in W., 1904, p. 161). — Dr. Josef 



— 515 — 

Scholz. Die Arsacidenmünzen-Sammlung Petrowicz (Ibid., p. 257). — 
Frank Benson Suerman. Ancient greek coins (Amer, journ. of num., 
t. XXXIX, p. 1, avec pl. XIII). — Alberto Simonetti. I tipi delle 
antiche monete greche. Memoria presentata al Congresso di Roma, 
1903 (Biv. ital., 1904, p. 139). — Alberto Simonetti. Numismatica 
della Magna Grecia {Boll. di mim., 1904, p. 77). — M.-C. Soutzo. 
Nouvelles recherches sur le système monétaire de Ptolémée Soter 
(lîev. franc., 1904, p. 372). — D.-E. Tacchella. Monnaie de Pautalia, 
avec exemples d'iotacisme (Bull, iniern. de num., 1903, p. 36). — 
Michel-P. Vlasto. Choix de monnaies rares ou inédites de Tarent^ 
(Bev. franc., 1904, p. 149, avec pl. V). — Warwick Wroth. Greek 
coins acquired by the British Museum in 1902 (Num. Chron., 1903, 
p. 317, avec pl. X-XII). 

Numismatique romaine. — E. B[abel,on]. Un nouveau médaillon en 
or de Constantin, avec fig. (Bev. franc.., 1903, p. 429). — E. Babelon. 
Variétés numismatiques. VII. Le céleuste sur un médaillon d'Antonin 
le Pieux (Ibid., 1904, p. 116). — IX. Le dieu Eschraoun, avec fig. 
(Ibid., p. 266). — M. Baiirfbldt. Antike Münztechnik (Berl. Miinzbl., 
1904, p. 433). — M. Bahrfeldt. lieber die Chronologie der Münzen des 
Marcus Antonius 718/44—724/30 (fin) (Ibid., p. 482).— Ad. Blanchet. 
Types monétaires gaulois imités de types romains, avec fig. (Bev. 
franc., 1904, p. 23). — Ad. Blanchet. Le congiarium de César et les 
monnaies signées Palikanus, avec fig. (Biv. ital., 1904, p. 177). — 
Josef Brunsmid. Unedierte Münzen von Dazien und Moesien im 
kroatischen Nationalmuseum in Agrani (Num. Zeitschr., t. XXXV, 
p. 205, avec pl. I). — G. Dattari. I medaglioni d'oro cosidetti di 
Aboukir (Bass. num., 1904, pp. 15, 40). — G. Dattari. Esame critico 
circa una nuova teoria sulla monetazione alessandrina di Augusto 
(Biv. ital., 1904, p. 153, avec pl. VI). — G. Dattari. Sur l'époque 
où furent frappées en Egypte les premières monnaies de la réforme 
de Dioclétien, avec fig. (Bev. franc., 1904, p. 394. — Trad. de l'italien 
par A. Dieudonné). — [?] Ein Aureus des Carus (282-283 n. Chr.) unter 
Mitnennung seines Sohnes Carinus (Bl. f. Münsfr., 1904, col. 3155, 
avec fig. 10 de la pl. 154). — Sir John Evans. A new type of Carausius, 
avec fig. (Num. Chron., 1904, p. 136). — Isodoro Falchi. Su la 
riduzione in peso dell' asse romano e l'usura a lioma nel IV e V secolo 
av. G. C. (Bass. num., 1904, pp. 13, 84). — L Falchi. Ancora su 
la riduzione in peso dell' asse romano e l'usura in Koma nel IV e V 
secolo av. G. C. (Ibid., p. 38). — Jean de Foville. Monnaies 



— 516 — 

romaines récemment acquises par le Cabinet des médailles (Rev. franc., 

1903, p. 350, avec pi. XYII et XVIII). — Jean de Foville. Deux 
monnaies byzantines récemment acquises par le Cabinet des médailles, 
avec fig. (Ibid., 1904, p. 105). — Jean de Foville. Un aureus inédit 
de l'empereur Tacite, avec fig. {Ibid., p. 208). — Fr. Gnecchi. Appunti 
di numismatica romana {Riv. ital., 1904, p. 11, avec 2 pi.). — ■ 
Fr. Gnecchi. Appunti di numismatica romana. LXIII. Tarracco o 
Ticinum e Mediolanura? {Ibid., p. 303). — Francesco Gnecchi. Ancora 
gli aurei di Uranio Antonino {Rass. mim., 1904, p. 88). — Odön 
GoHL. A veszprémi mùzeum Regalianus-pénze, avec fig. — Publication 
d'un Régalien inédit du musée de Veszprém (Hongrie) au rev. 
ORIENS AVG et étude de l'exemplaire du Musée national hongrois de 
Budapest {Niim. KösliJny, 1904, p. 33). — Odön Gohl. Szarmata 
érmek a rômai csâszârség horâbol, avec fig, — Monnaies et amulettes 
des barbares, spécialement des Sarmates du temps de l'Empire 
romain. L'auteur jette un coup d'œil sur les imitations barbares des 
monnaies impériales et étudie spécialement un certain nombre de 
jetons fabriqués au IV^ siècle ap. J.-C. dans la région située entre le 
Danube et le Tisza (Hongrie). Une partie de ces jetons de laiton, 
inédits jusqu'ici, n'étaient que des amulettes en usage dans le peuple 
adonné au culte multiforme du dieu solaire {Ibid., p. 77). — Edmund 
Gohl. Die Münzen der Eravisker, avec fig. {Num. Zeitschr., t. XXXV, 
p. 145). — H. Grubber. A roman bronze coinage from B. C. 45-3 
{Num. Chron., 1904, p. 185, avec pi. XII-XIV). — Hans Hildebrand. 
De romerska denarerna i mellersta och norra Europa {Mànadsblad, 
1901 et 1902, p. 41). — Furio Lenzi. L'atteggiamento dei volti nelle 
monete imperiali, avec fig. {Rass. num., 1904, p. 65). — M. de M[an]. 
Middenbrons van het romeinschen Keizer Didius Julianus, gevonden 
te Reimerswaal {Tijd. van het Ned. Gen., 1904, p. 287). — Andreas 
Markl. Nochmals « Tarraco oder Ticinum » {Monatsbl der num. Ges. 
in W., 1904, pp. 191, 199). — Andreas Markl. Die Reichsmünzstätte 
Serdica {Ibid., p. 223). — Andreas Markl. Weder Mediolanum, noch 
Ticinum, sondern Tarraco {Ibid., p. 269). — Jules Maurice. L'atelier 
monétaire de Sirmium pendant la période constantinienne {Riv. ital., 

1904, p. 63, avec pi. IV. — Mémoire présenté au Congrès de Rome 
de 1903). — Jules Maurice. L'iconographie par les médailles des 
empereurs romains de la fin du IIP et duIV^ siècles {Rev. franc., 1904, 
p. 64, avec pi. II-IV). — Mélix. Analyse de deux cachets d'oculistes 
suivie d'une note de M. Héron de Villefosse au sujet du cachet d'ocu- 



- 517 — 

liste ou de fabricant, avec fig. {Bull. Acad. Hipp., n° 30, p. 17). — 
Mélix et Alex Papier. Des deux médaillons en terre cuite provenant 
de Tébossa {Ibid.^ p. 7, avec pi. III). — Menadier et Dressel. 
A propos des médaillons d'or d'Alexandrie (Bull. num. S., 1904, p. 4). 

— P. MoNïi, Lod. Laffranchi. Tarraco o Ticinum? (Riposta al 
Monatshl. di Vienna, cf. BoUettinOj 1903, n°^ 3-4, 8, 9-10), avec fig. 
(Boll. di num., 1904, p. 2). — P. Monti, Lod. Laffranchi. Le sigle 
monetarie délia zecca di « Ticinum » dal 274 al 325 (suite et fin) 
(Ibid., p. 25). — P. Monti, Lod. Laffranchi. I due Massimiani Erculeo 
e Galerie nella monetazione del bronzo, avec fig. (Ibid., pp. 49, 65). 

— P. Monti, Lod. Laffranchi. Le sigle di due zecche riunite su 
alcune G B délia Tetrarchia, avec fig. (Ibid., p. 105). — P. Monti, 
Lod. Laffranchi. Ancora Tarraco o Ticinum ? Riposta al signer 
Maurice, avec fig. (Ibid., p. 113). — George N. Olcott. Notes on 
roman coins (Amer, journ. of num., t. XXXVIII, p. 65). — 
M. PicciONE. Le monete di Uranio (Rass. num., 1904, p. 68). — 
Poncet et Morel. Réponse à un article de H. Willers dont le titre est 
plus bas (Mev, franc., 1904, p. 46). — Franciszek Pulaski. Wykopalisko 
monet bosporanskick. W kniazej krynicy na Ukrainie povi^iat lipo- 
wiecki (Wiadomosci, 1903, col. 5). — Gustav Richter. Die Münz- 
prägungen der Juden während des ersten und zweiten Aufstandes 
unter Nero und Hadrian (Monatsbl. der num. G-es. in W., 1904, 
pp. 175, 187, avec pi. I-II). — Gustav Richter. Die jüdischen 
Münzen bis zum ersten Aufstande unter Kaiser Nero (66 n. Chr.) 
avec fig. (Num. Zeiischr., t. XXXV, p. 169). — Giuseppe Scalco. 
Interne alla ripulitura delle monete antiche (Boll. di num., 1904, 
p. 139). — Alfonse de Troia. Divinità e simboli riprodotti sopra le 
monete di Luceria (Ibid., p. 13). — 0. Vitaline Di un asse reatino 
(Eiv. ital., 1904, p. 175, avec pl. VII). — Ortensio Vitalini. Sestante 
di Cai'seoli, avec fig. (Bass. num., 1904, p. 62). — Otto Voetter. 
Macrianus Caesar, avec fig. (Monatsbl. der num. Ges. in W., 1904, 
p. 151). — H. Willers. Le revers des monnaies dites à l'autel de 
Lyon (Bev. franc., 1904, p. 32, avec pl. I et fig. dans le texte. — 
Extrait traduit de « Die Münzen der römischen Kolonien Lugudunum, 
Vienna, Cabellio und Nemausus » (Num. Zeiischr., t. XXXIV, p. 79). 

— Voir la réponse de MM. Poncet et Morel à cet article (Bev. franc., 
1904, p. 46). 

Numismatique orientale. — C. B. La monnaie de Pahang dite 
« chapeau-monnaie », avec fig. (Bull. num. S., 1904, p. 50). — 



— 518 — 

M. Ghalib. Une monnaie d'argent du mahdi, avec fig. {Rev. belge, 
1904, p. 281. — Voir aussi : A coin of the mahdi (Amer, journ. of 
mcm., t. XXXVIII, p. 114). — [?] Inedited coins. LX. Unpublished 
east Indian company's coins (Month. num. Cire, 1904, col. 7369). 

— Rev. John P. Peteks. Gleanings of a summer in the east : 
Palestine and Crète (Froceedings, 1904, p. 41, avec 1 pi.). — Prince 
Philippe de Saxe-Cobourg et Gotha. Deux monnaies inconnues du 
rebelle Rum Muhammed, 1626/7, avec fig. (Rev. belge, 1904, p. 155). 

— C. PoMA. Il nuovo sistema monetario cinese. Appunti numismatici 
sul dollaro cinese (Riv. ital., 1904, p. 99, avec pi. V). — L. White- 
KiNG. History and coinage of Malwa {Num. Cliron., 1903, p. 356 ; 
1904, p. 62, avec pi. VIII-IX). — Howland Wood. The coinage of 
Siam and its dependences, avec fig. {Amer, journ. ofnum., t. XXXVIII, 
pp. 71, 93, avec 2 pi.; t. XXXIX, p. 8, avec 2 pi.). — H[owland] 
W[ood]. a coin of the mahdi, correction {Ibid., XXXIX, p. 25). 

Numismatique du moyen âge. — Agostino-Agostini. Alcune 
notizie sulla zecca di Castiglione délie Stiviere, avec fig. {Rass. num., 
1904, p. 44). — Fréd. Alvin. Un écu d'or de Walram de Juliers, 
archevêque de Cologne (1332-1349), avec fig. {Rev. belge, 1904, 
p. 409). — B. Die « Württemberger » Pfennige mit 6-S {Bl. f. 
Miinzfr., 1904, col. 3079). — Emil Bahrfeldt. Ein thüringischer 
Bracteat aus der Mitte des zwölften Jahrhunderts, avec fig. {Berl. 
Münsbl., 1904, p. 545). — L. Balland. Quelques pièces inédites. 
Demi-double de Philippe le Bon, duc de Bourgogne (1419-1467) avec 
fig. {Bull. num. S., 1904, p. 18). — J. Beaupré. Monnaies gauloises 
trouvées dans l'arrondissement de Nancy, avec fig. {Rev. franc., 1904, 
p. 297). — Ed. Bernays. Un gros au châtel tournois de Guillaume I"', 
comte de Namur (1337-1391), avec fig. {Rev. belge, 1903, p. 277). — 
Ed. Bernays. Un demi-gros de Jean de Bavière, duc de Luxembourg, 
1418-1425. Trouvaille de Heiligkreuz, avec fig. (I6«rf., 1905, p. 37). — 
Ed. Bernays. Un gros à l'aigle de Jean l'Aveugle frappé à Poilvache, 
avec fig. {Ibid., p. 107). — Col. Borrelli de Serres. La politique 
monétaire de Philippe le Bel {Gas. num. franc., 1904, p. 93). — 
Ed. vanden Broeck. Numismatique bruxelloise. Recherches sur les 
jetons des receveurs de Bruxelles postérieurs à la charte de 1421 
{Gaz. num. B., 1903-04, pp. 19, 75, 111, 150, avec pi. I et fig. dans le 
texte ; 1904-05, p. 19). — D' Josef Brunsmid. Najstariji hrvatski 
novci, avec fig. [Les anciennes monnaies de Croatie] {Vjesnik, nouv. 
série, t. VII, 1903-04, p. 182). — H. B[uchenau]. Die Münzmeister- 



— 519 — 

Spange von Bornholm, avec fig. {Bl. f. Münzfr.^ 1904, col. 3103). — 
H. B[ucHENAu]. Eine erzbischöflich mainzische Plombe vom Pfennig- 
typus {Ibid.^ col. 3119, avec fig. 13-14 de la pl. 153). — H. B[uchenau]. 
lieber einige thüringische Pfennige aus der Zeit Friedrichs des 
Freidigen, Markgrafen von Meissen, und seiner Gemahlin Elisabeth 
von Lobdeburg {Ibid.^ col. 3121, avec fig. 15 de la pl. 153). — 
H. BucHENAu. Zur älteren Münzkunde der Grafschaft Mansfeld 
{Ibid., col. 3167, 3194, avec fig. 1-12 de la pl. 152 et fig. 1-8 de la 
pl. 153). — IL B[ucHENAu]. Ein Pfennig des Abtes Markward von 
Lorsch (1149-1150), avec fig. {Ibid., col. 3207). — H. B[uchenau]. 
Hiltagesburg ? {Ibid., col. 3209). — H. B[uchenaii]. Die Münzstätte 
Oldisleben, ein Beitrag zur Kenntnis der in Thüringen geprägten 
Hohlmünzen der Söhne Albrechts des Bären, avec fig. {Ibid., 
col. 3223). — H. Dannenberg. Nachträge zu Dannenbergs, « Die 
deutschen Münzen der sächsischen und fränkischen Kaiserzeit », 
Band I bis III (suite) {Berl. Münsbl, 1904, pp. 449, 487, 517, 534, 
549, 583, avec pl. III- VI). — H. Dannenberg. Konrad der Erste, der 
deutsche König, avec fig. {Zeitsclir. für Num.^ t. XXIV, p. 347). — 
Eug. Demole. La zecca dei conti del genevese ad Annecy (1356-1391) 
{Eiv. ital, 1904, p. 363, avec pl. XIII-XIV. — Traduit des Mémoires 
de la Société d'histoire et d'archéologie de Genève, t. XXII, 1882, 
p. 1). — Antonino Grassi-Grassi. I Charamonte e le loro monete 
{Boll. di num., 1903, pp. 27, 37). — Guglielrao Grillo. Monete 
inédite di Savona (Memoria sesta), avec fig. {Ibid., 1904, p. 9). — 
M. GuMOwsKi. Denary pierwszej doby piastowskiej {Wiadomo^ci, 1902, 
col. 503; 1903, col. 14; 1904, col. 69, 91, avec 2 pl.). — Félix Hachez. 
Les méreaux des heures canoniales de l'église de Saint-Julien à Ath, 
avec fig. {Bev. belge, 1904, p. 187). — D"" P. Hilarim. Le solidus 
rexanus, avec fig. {Month. num. Cire., 1904, col. 7310). — A. 
HoivLESTELLE. Afleidiug en verbinding. Het pond groot van f. 63.00 
en enkele andere {Tijd. van het Ned. Gen., 1904, p. 217). — Vie. 
Baudoin de Jongiie. Un denier noir, frappé à Ypres par Gui de 
Dampierre, comte de Flandre (1280-1305), avec fig. {Bev. belge, 1905, 
p. 31). — J. V. Kui.L. Ein Amberger Heller, avec fig. {Bl. f. Milnzfr., 
1904, col. 3208). — Carlo Kunz. Adelchi principe di Benevento 
(853-878), avec fig. {Biv. ital, 1903, p. 449). — Carlo Kunz. Denari 
e sigillé di Volchero {Ibid., p. 453, avec pl. V). — Alessandro Lisini. 
Sulla vera epoca in cui Orvicto ha battuto moncta {Bass. num., 1904, 
p. 21). — V. Luneau. Quelques pièces inédites (suite). Obole de 



— 520 — 

Guillaume Taillefer et de l'évêque Hatton (972-974 ?). Carlin de Nicolas 
Cibo, évêque d'Arles (1489-1499) {Biill num. S., 1904, p. 2). — Luschin 
VON Ebengrbuth. Neue Umrisse der fränkischen Münzgeschichte 
{Bl. f. Münzfr., 1904, col. 3067). — M. de M[an]. De muntvondst te 
Oudwoude en het zwaardje van Arum {Tijd. van het Ned. Gen.^ 1904, 
p. 73). — M. de Man. Considérations sur trois sceattas anglo-saxons 
identiques du cabinet numismatique de la Société frisonne à Leeuwarde. 
{Ibid.^ p. 119, avec pi. II). — [?] Nachtrag zu dem vermutlich 
Lausitzer Goldbrakteaten mit stehendem Rinde {Bl. f. Münzfr.^ 1904, 
col. 3179). — Alfred Noss. Eine Silbermünze des erwählten Bischofs 
von Utrecht und Münster Walram von Mors, f 1456, avec fig. {Ibid.., 
coL 3135). — Q. Perini. Incdited coins. LXI. Altre due monete inédite 
della zecca di Merano, avec fig. {Month. num. Circ, 1904, col. 7433). 
— Max Prinet. Recherches sur la monnaie de Moreium, avec fig. 
{Rev. franc., 1904, p. 400). — Maurice Prou. Une monnaie de Childe- 
bert II, avec fig. {Ibid., p. 215). — Giuseppe Ruggero. Annotazioni 
numismatiche italiane. VIL Un tornese di San Severo, avec fig. 
{Eiv. ital., 1903, p. 424). — Aug. Sassen. Bijdrage tot de kennis van 
het Middeleeuwsch geld- en muntwezen, geput uit de cameraars- 
rekeningen van Deventer (1337-1384) {Tijd. van het Ned. Gen., 1904, 
p. 37). — Edward Schröder. Fahrbüchse {Bl. für Münzfr., 1904, 
col. 3191. — Voir aussi sur le même sujet Monatsbl. der num. Ges. 
in W., 1904, p. 239.- — «Fahrbüchse» désigne en ancien allemand la 
boîte où se mettaient les pièces qu'en devait essayer; Fahr étant une 
corruption de wara ou vara qui signifiait au moyen âge lieu d'essai, 
c'est le même radical qui se trouve dans les mots Währung, Warantia 
ou Garantia). — S. Me. D. Inedited coins. LXIII. Unpublished penny 
of Aethelstan, and groat of Edward III {Ilontli. num. Cire, 1904, 
col. 7561). — Frederick Spicer. The coinage of William I and 
William II {Num. Chron., 1904, pp. 144, 245, avec pi. X). — S. M. 
Spink. The use of the initial letter L upon some of the gold coins of 
Edward III {Mo7ith. num. Cire, 1904, col. 7562). — S. M. S[pink]. 
Inedited coins. LXIV. A new mint and moneyer for the coinage of 
Aethelred II, avec fig. — Unpublished penny of Cunt, avec fig. {Ibid., 
col. 7801). — Victor Tourneur. Deux gros d'Henri II de Chypre 
(1285-1306 ; 1310-1324) et la fin du monnayage de l'or blanc dans ce 
royaume, avec fig. {Gaz. mim. D., 1904-1905, p. 3). — Ortensio 
ViTALiNi. Recenti falsifieazioni, avec fig. {Eass. num., 1904, p. 45. — 
Imitation du gros du pape Agapito II, an 946-956). — A. de W[iT'rE]. 



— 521 — 

Une nouvelle monnaie liégeoise, avec fig. (Rev. belge, 1904, p. 206. — 
Double tournois de Louis de Bourbon). — D"" Z, Zakrzewski. 
denarach Adelheidowyck z imieniem Boleslawa, avec fig. ( Wiadomosci, 
1904, col. 33). — D'' Z. Zakrzewski. Przyczyneck do znajomosci 
monet polskich sredniowiecznych, avec fig. (Ibid., col. 45). — 
D'" Lajos Zimmermann. Arpâdhâzi magyar pénzek, avec fig. {Num. 
Köslöny, 1904, p. 38. — Trois monnaies hongroises inédites des 
XIP et XIIP siècles). 

Numismatique des temps modernes '. - A. Monnaies.— A. C. Xuova 
falsificazione italiana, avec fig. (Boll.'rïi num., 1904, p. 32. — Falsifica- 
tion de l'écu d'Alexandre de Médicis, premier duc de Florence, 1535). 

— Solone Amhrosoli. Le monete di Orbetello, avec fig. (Bass. num., 
1904, p. 18). — Heinr. Behrens. Münzen der Stadt Lübeck (suite) 
{Berl Mïmsbl, 1904, pp. 459, 492, 555, 600). — P. Bordeaux. Les 
fausses piastres de Birmingham, avec fig. {Rev. franc., 1903, p. 383). 

— P. Bordeaux. Les ateliers monétaires de Toulouse et de Pamiers 
pendant la Ligue, avec fig. {Ibid., 1904, pp. 222, 409). — Giacinto 
Cerrato. Uno « scuto » di Carlo Emanuele I, duca di Savoia, avec fig. 
{Riv. ital, 1904, p. 87). — G. Cerrato. Spigolature di numismatica 
sabauda, avec fig. (BoU. di num., 1904,' p. 129). — F. L. Ancora lo 
scudo d'oro di Paolo III, conio di Benvenuto Cellini (Rass. num., 
1904, p. 42). — Augusto Franco. Nelle zecce d'Italia. I. Monete 
medicee inédite esistenti nel medagliere de! Museo nazionale di 
Firenze (Ibid., p. 94, avec pi. I). — Arrigo Galeotti. Uno scudo 
d'oro inédite di Cosimo i de' Medici duca di Firenze e Siena, avec fig. 
(Ibid., p. 25). — J. Gauthier et A.Vaissier. Les pièces d'honneur des 
co-gouverneurs de Besançon (XVP-XVIIP siècles) (Gag. num. 
franc., 1903, p. 355, avec pi. XI -XII; 1904, p. 39, avec pi. IV). — 
G. Grillo. Varianti inédite ail' opéra Monete di Milano dei fratelli 
Gnecchi appartenenti alla collezione Guglielmo Grillo di Milano 
(suite) (Boll di num., 1904, pp. 10, 41, 83, 109, 132, 143). — 
Guglielmo Grillo. Moneta inedita di Guastalla, avec fig. {Ibid., p. 15). 

— Ed. Grimm. Münzen und Medaillen der Stadt Rostock (suite et fin) 
{Berl. Münsbl, 1904, pp. 503, 547, 604). — M. Gumowski. Trzy 
nieznane talary Stefana Batorego {Wiadomoi^ci, 1903, col. 23, avec 
1 pi.). — Dr. jur. Hof. Ein gemeinschaftlicher Ortstaler der Grafen 
Ludwig, Heinrich, Albrecht, Georg, Christoph und Wolfgang Ernst zu 

< Du moyen âg« à lu lin <!u XVIII' siècle. 



— 522 — 

Stolberg {Bl f. Münzfr., 1904, col. 3245, avec fig. 28 de la pl. 156). 
— K. Mittheilungen über wenig vorkommende ältere Münzen von 
Reuss (Ibid., col. 3156, avec fig. 1-5 de la pl. 154). — Carlo Kunz. 
Delle monete ossidionali di Brescia (Riv. iial., 1903, col. 459). — 
Carlo KuNz. Trieste e Trente (monete inédite) (Ibid., p. 465, avec 
pl. VI). — Ernst Lejeune. Die Münzen der reichsunmittelbaren Burg 
Friedberg i. d. Wetterau (suite) (BerL Münsbl, 1904, pp. 461, 496, 
513, 539, 560, 585, 596, 619, avec pl. I-II). — Ernst Lejeune. Ein 
unbekannter frankfurter Taler, avec fig. {Ibid., p. 609). ■ — A. F. Mar- 
ciiisio. Studi sulla numismatica (fi Casa Savoja. Memoria V. Un obolo 
di Carlo Gio. Amedeo VI, duca de Savoja, avec fig. {Biv. ital., 1904, 
p. 93). — Dott. U. Mariani. Per un quattrino di Firenze {Boll. di num., 
1904, p. 44). — Ugo Mariani. La moneta spicciola di Franceeco I de' 
Medici II, granduca di Toscane (Ibid., p. 93). — [?] Nachricht über 
die Kippermünze zu Roda (Bl. f. Münsfr., 1904, col. 3245). — Philip 
Nelson. Inedited coins. LXV. An unpublished rosa americana twopence 
(Month. num. Circ, 1904, col. 7857). — Philip Nelson. Inedited coins. 
LXVI. A Newark obsidional ninepence bearing a Hall-Mark, avec fig, 
(Ibid., col. 7985). — Giovanni Pansa. Un carlino inédite di Renato 
d'Angiü appartenente alla zeöca di Sulmona. avec fig. (Biv. ital., 1904, 
p. 333). — Giuseppe Ruggero. Annotazioni numismatiche italiane. 
VI. Di una singolare baiocchella di Fano, avec fig. (Ibid., 1903, 
p. 419). — Mario San Rome. Un doppio zecchino di Campi, avec fig. 
(Boll. di num., 1904, p. 58). — Mario San Rome. Una moneta inedita 
di Desana, avec fig. (Ibid., p. 122. — Imitation inédite d'un schilling 
de Lucerne du commencement du XVII" siècle, frappé par Antoine- 
Marie Tizzoni (1598-1641), cf. Coraggioni, pl. XV, fig. 15 et 16). — 
S. M. Spink. Inedited coins. LXIII. Two new varieties of a rare tower 
halfcrown Charles I, avec fig. (Month. nwm. Cire, 1904, col. 7561). — 
Flavio Valerani. Monete inédite o rare de Monferrato, avec fig. (Biv. 
ital., 1903, p. 431). — Philip Whiteway. The coins of Italy (suite) 
(Month. num. Cire, 1904, col. 7573, 8012). — A. de Witte. Un 
patagon de Charles II, roi d'Espagne, frappé à Tournai en 1667, avec 
fig. (Gaz. num. D., 1903-1904, p. 164). — E. Zay. Histoire monétaire 
des colonies françaises. I. Monnaies frappées en France. H. Monnaies 
émises par les colonies, avec fig. (Bull. num. S., 1904, p. 19). 

B. Médailles. — Bornemann. Die « Vorritt » -Medaille des Grafen 
Gotthelf Adolf von Hoym (Bl. f. Münzfr., 1904, col. 3111). — Julius 
Cahn. German Renaissance medals in the British Museum (Num. 



— 523 — 

Chron.^ 1904, p. 39 avec pi. IV- VII). — Giacinto Cerrato. Une 
médaille savoyarde inédite, avec fig. {Gaz. num. Z>., 1904-1905, p. 41), 

— H. CuBASCH. Eine unedirte Wiener Burgmeister Medaille, avec fig. 
(Mitih. des Klubs der Mün:3- u. Medaillenfr. in TF., 1903, p. 126). — 
H. J. de DoMPiERRE DE Chaufepié. Gegraveerde penningen {Tijd. van 
hct Ned. Gen.., 1904, p. 283). — K. von Ernst. Les matrices et poin- 
çons gravés par Théodore van Berckel, conservés à la Monnaie de 
Vienne {Rev. belge, 1904, p. 328). — A. Evrard de Fayolle. Médailles 
et jetons municipaux de Bordeaux (suite et fin) (Gas. num. franc., 
1903, p. 231). — F. Friedensburg. Erdichtete Medaillen (suite et fin) 
(Berl. Miinzbl., 1904, p. 456). — Ödön Gohl. Kiilonfélék, avec fig. {Num. 
Közlöny, 1904, p. 97. — Dans cette notice, M. Gohl étudie un dessin 
de médaille à l'eflBgie du Christ, publié en 1553, par Rouille, et dont 
l'inscription latine correspond à l'inscription hébraïque de la médaille 
du Campo dei Fiori, trouvée en 1898, par M. Boyer d'Agen.) — Ödön 
Gohl. Numizmatikai ritkasâgok, avec fig. {Ibid., p. 13. — Description 
de trois médailles rares de Hongrie). — Günther von Probszt. Die 
Schaumünze eines Freiherrn Reichlin von Meldegg von 1557, avec fig. 
{Bl. f. Münzfr., 1904, col. 3110). — Hamal-Mouton. Médaillon et 
décoration liégeois, 1789 et 1794 {Rev. beige, 1905, p. 100, avec pl. III). 

— Dr. Th. Hami'e. Eine Porträtmedaille auf Jakob Ayrer, avec fig. 
{Berl. Münzbl, 1904, pp. 529, 557, 602, 610). — la. Ein Porträtme- 
daillon des Paracelsus, avec fig. {Miith. des Klubs der Münz- u. Medail- 
lenfr. in W., 1903, p. 127). — A. Luschin von Ebengrrüth. Denk- 
münzen Kaiser Maximilians I. auf die Annahme des Kaisertitels 
(4. Februar 1508) {Num. Zeitsclir., i. XXXV, p. 221). — M[arvin]. 
American indian mcdals {Amer, joiirn. of mim., t. XXXVIII, p. 98 ; 
t. XXXIX, p. 13). — F. Mazerolle. Deux médailleurs français du 
XVP siècle. Guillaume Martin, 1558-1590?. Antoine Brucher, tailleur 
de la Monnaie du Moulin, 1558-1568 {Btill. num. S., 1903, p. 53). — 
F. Mazerolle. Inventaire des poinçons et des coins de la Monnaie 
des médailles, 1697-1698 {Gaz. num. franc., 1903, pp. 259, 367; 1904, 
p. 45). — R. S. Mylne. Two medals of the academy of St. Luke at 
Rome (Num. Chron., 1904, p. 180, avec pl. XI). — Caroly Poukéit. 
Pozsony vâros tanûcsânak emlékerme 1633-b()l, avec fig. (Num. 
Közlöny, 1904, p. 55. — Description de la rare médaille du Sénat de 
Pozsony (1633) en souvenir des troubles religieux entre catholi(jues et 
protestants de cette ville). — S. Wigersma. Eenige opmerkingen over 
gedenkpenningen uit de eorste helft der 16'^ eeuw {Tijd. van hct Ned. 

REVUE MUM. T. XII. 1)4 



— 524 — 

Geit., 1904, p. 271). — A. de Witte. Une médaille de Sainte-Wivine 
abbesse de Grand-Bigard, avec fig. (Ga^. num. D., 1903-1904, p. 147). 

— A. de WiTTR. Médaille religieuse de Saint-Vincent de Soignies 
{Eev. belf/e, 1904, p. 432, avec pi. X). — Jôzef Zielixski. Bensheim 
vel Bensheimer Jan, rytownik medalier W XVII wieku {Wiadommci., 
1902, col. 466). 

C. Jetons et méreaux. — Fréd. Alvin. Un méreau de l'abbaye de 
Val-Dieu (province de Liège), avec fig. {Gaz. num. D., 1903-1904, 
p. 35). — Ed. vanden Broeck. Numismatique bruxelloise. Huit jetons 
de trésoriers de Bruxelles, du XVIP siècle {Itcv. belrje^ 1904, p. 175, 
avec pi. VI). — Ed. vanden Broeck. Numismatique bruxelloise. 
Recherches sur les jetons des receveurs de Bruxelles de la famille 
Fraybaert, frappés au XIV» siècle {Ibid., p. 283, avec pi. VIII). — 
Ed. vanden Broeck. Numismatique bruxelloise. Les jetons des 
receveurs de Bruxelles sous le règne des archiducs Albert et Isabelle 
{Ibid., p. 419). — Ed. vanden Broeck. Numismatique bruxelloise. Les 
jetons des seigneurs trésoriers de Bruxelles au X VIP siècle, 1620?- 
1698 {Ibid., 1905, p. 4, avec pi. I). — Eduard Fiala. Die ältesten 
Raitpfennige Joachimsthals {Niim. Zeitschr., t. XXXV, p. 313, avec 
pi. II-III). — Lionel L. Fletcher. Inedited coins. LXII. Scottish 
farting tokens, avec fig. {Month. mim. Cire.., 1904, col. 7497). — 
G[on]L. Egy Virgilius erem, avec fig. {Num. Köslöni/, 1904, p. 12. 

— Petit jeton à l'effigie de Virgile trouvé en Hongrie, fabriqué 
avec une monnaie romaine ou bien fait au XVP ou au XVH" siècle). 

— H. F. Inedited coins. LXVI. Inedited token of the n^'^ Century, 
avec fig. {Month. num. Cire, 1904, col. 7985). — [?] Jeton des 
Nürnberger Pfennigmachers Hans Schultes {Bl. f. Miln.îfr., 1904, 
col. 3201). — Jean Justice. Variété inédite d'un jeton des Pays-Bas, 
avec fig. {Gaz. num. I)., 1903-1904, p. 116). — R. Movvat. Le raéreau 
de l'ancienne église réformée de Troyes {Uev. franc., 1903, p. 425). — 
0. Musikerköpfe auf Goldmünzen {Mitth. des Klubs der Münz- u. 
Medaillenfr. in W., 1904, p. 89). — S. W. Hz. Twee merkwaardige 
Oranje-penningen {Tijd. van het Ned. Gen., 1904, p. 205, avec pl. IV). 

— S. Sydenham. Bath token issues of the 18th Century {Month. nnm. 
Clrc, 1904, col. 7371, 7438, 7511). 

D. Documents. — D'' Antoine Aldassy. Ferdinand 1529-iki pénz- 
rendelete {Num. Közlöny, 1904, p. 1, avec 1 pl. — Edit de 1529 
du roi Ferdinand P'" contre les monnaies de Jean de Szapolayi, 
roi élu). — Solone Ambrosoli. Le monete dei conti di Ventimiglia 



— 525 — 

{Biv. ital., 1903, p. 437, avec pi. IV). — H. B[uchenau]. Gleichzeitige 
Nachricht über elsässische und französische Geldbezeichnungen 
V. J, 1634 und über Einlassniarken zum Strassburger Münster {Bl. f. 
Münsfr.^ 1904, col. 3211). — Giuseppe Castellani. Per la storia della 
nioneta pontificia negli ultimi anni del secolo XVIII {Riv. ital.^ 1904, 
p. 343). — [?] Ein sächsisches Münzmandat von 1511 {Bl. f. Mimsfr.^ 
1904, col. 3157). — Augusto Franco. Nelle zecche d'Italia. II. Lo 
stellino di duca Cosimo {Biv. ital.^ 1904, p. 197). — D'" Albert 
GÂRDONYI. A nagybânyai penzverö intezet 1619, évi viszonyairöl {Num. 
Kü:zlöny.i 1904, p. 8. — Histoire d'un procès du baron Félicien 
Herberstain, préfet de la monnaie de Nagybania contre son essayeur 
Georges Kymträger, 1619). — Dott. Giuseppe Giorcelli. Un docu- 
mento inedito della zecca di Casale Monferrato, 7 luglio 1511 {Boll. 
di mtm., 1904, pp. 53, 69, 79). — Ercole Gnecchi. Mesocco e Roveredo 
{Bass. num., 1904, p. 93). — Th. Kirsch. Jahrgänge der kurkölnischen 
Zwei-Albus-Stücke unter Max Heinrich {Berl. MünrM., 1904, p. 532). 

— G. H. LocKNER. Mainzer Münzbeamte des 17. imd 18. Jahrhunderts 
{Ibid.., p. 425). — F. Mazerolle. Un document sur la vie de famille 
de Nicolas Briot, tailleur général des monnaies, 5-7 septembre 1624 
{Bev. belf/e, 1 904, p. 435). — Nicolô Papadopoli. La tariffa veneta del 
1543 {Biv. ital.y 1904, p. 337, avec pi. XII). — Edward Schröder. 
Saiga {Zeitschr. f. Nîim., t. XXIV, p. 339). — Edward Schröder. 
Urkundliches über die Hessischen Münzstätten der Kipperzeit zu 
Witzenhausen und Bovenden {Bl. f. Münsfr., 1904, col. 3104). — 
J. E. Ter Gouw. De munt in de Volkstaal {Tijd. van het Ned. Gen.., 
1904, p. 136). — A. de Witte. Le graveur Théodore -Victor van 
Berckel. Essai d'un catalogue de son œuvre {Gas. num. D., 1904-1905, 
p. 44). 

Numismatique des XIX' et XX" siècles. — A. Monnaies. — Emil 
Bahkfeldt. Die neuen deutschen Fünfzigpfennigstücke, avec fig. 
{Berl. Münshl.^ 1904, pp. 519, 537). — Emil Bahrfeldt. Die preus- 
sischen Kupfer-Probemünzen von 1819 und 1820, avec fig. {Ibid.., 
p. 554). — Daniel Bellet. La nouvelle monnaie de nickel {Gas. num. 
])., 1903-1904, p. 53. — Reproduit de Im Nature, 26 septembre 1903). 

— P. Bordeaux. La pièce de 20 francs de Louis XVIII, frappée à 
Londres en 1815. Renseignements complémentaires {Bev. belge, 1904, 
p. 163). — H. BfucHRNAu]. Die Erinnerungsmünzen der brasilianischen 
Republik v. J. 1900 {Bl. f. Münsfr., 1904, col. 3113, avec tig. 17-20 
de hl pl. 153). — Dr. Theodor Elze. Die Münzen und Medaillen des 



— 526 — 

Hauses Anhalt in der neueren Zeit, 1487 bis 1870 (Num. Zeiischr.^ 
t. XXXV, p. 225). — Alexander Fiorino - Cassel. Die Münzen 
Wilhelms IX. (als Kurfürst Wilhelm I.) von Hessen-Cassel aus den 
Jähren 1800-1821 {Bl. f. Münsfr., 1904, col. 3215, avec fig. 1-6 de la 
pl. 156). — L. F[0RRRu]. Inedited coins. LX. A remarkable pattern coin 
in bronze, temp. Georg IV, 1828, avec fig. (Monih. num. Circ, 1904, 
col. 7370). — L. F[orrer]. Louisiana gold dollars issued by the 
government of the United States to commemorate the Louisiana 
purchase exposition St. Louis, U. S. A., 1904, avec fig. (Ibid., 
col. 7576). — Wladyslaw Je*owicki. Trojak ze zbioru w. Jelo- 
wickiego w brykuli, z roku 1831 z literami F.H., avec fig. {Wiadomosci, 
1904, col. 89). — Jean Justice. Le cours des assignats à Gand 
pendant l'occupation française (Gas. num. D., 1903-1904, p. 84). — 
la. Die Kronenmünzen des Fürstentums Liechtenstein (Mittli. des Klubs 
der Müns- u. Medaillenfr. in TF., 1904, p. 52). — Furio Lenzi. La 
moneta nazionale [italiana] (Rass. num., 1904, p. 46). — A. F. Mar- 
CHisio. Studi sulla numismatica di casa Savoja. Memoria VI. Le prove 
di zecca per re Vittorio Emanuele II (Biv. ital., 1904, p. 204, avec 
pl. IX-XI). — Emm. Martin. Les monnaies obsidionales d'Anvers, 
1814, avec fig. (Bull. num. 8., 1904, pp. 77, 94). — Robert Mowat. 
Le V couronné en contremarque sur un sou belge (Bull, intern, de 
num., 1903, p. 33). — Prof. Nadrowski. Die Münzprägung Antoine I. 
von Araukanien und Patagonien (Monih. num. Cire, 1904, col. 7684). 

— Philip Nelson. Table of english gold coins, 1649-1820 (Ibid., 
col. 7705). — N. H. Monnaies, médailles et jetons modernes contre- 
faits ou complètement inventés (suite) avec fig. (Gas. num. D., 1903- 
1904, p. 5). — Q. Perini. A proposito délia Repubblica romanadel 
1849 e sue monete. Rettifica (Boll. di num., 1904, p. 87). — P. Ernesto 
Schmitz. Privat-Münzen der Insel Madeira (Berl. Miinsbl., 1904, 
p. 579). — P.-Ch. Strœhlin. Monnaies françaises frappées à Genève 
sous le consulat et l'empire, avec fig. (Journ. coll., 1904-1905, p. 4). 

— [?] The last of the dollars (Amer, journ. of num., t. XXXVIII, 
p. 114). 

B. Médailles. — Solone Ambrosoli. Le medaglie di Giuseppe Verdi, 
avec fig. (Biv. ital., 1904, p. 223). — Bauman Lowe Belden. Ame- 
rican insignia (Proceedinf/s, 1904, p. 46, avec 6 pl. et fig. dans le 
texte). — Blaschek. Johann Gottfried v. Herder (Mitth. des Klubs 
d. Müns- u. Medaillenfr. in W., 1903, p. 127). — Dott. Cesare Clerici. 
Dalla battaglia di Xovare alla pace di Villafranca nelle medaglie, avec 



— 527 - 

flg. {Boll. di num., 1904, p. 85. — Voir aussi Itiv. iial, 1904, p. 281). — 
Heinrich Cubasch. Medaillen auf Bauten und Denkmäler Wiens und 
solcher mit Ansichten und Teilen derselben (suite) {Müth. des Kluhs 
der Müns- u. Medaillcnfr. in W., 1903, p. 124; 1904, p. 1). — 
H. Cubasch. * Die Medaillen der Bürgermeister und Ehrenbürger 
der Stadt Wien {Ibid., 1904, pp. 95, 115). — C.W. Notes on war 
medals, avec fig. {Month. num. Circ, 1904, col. 7516, 7574, 7685). — 
[?] Die moderne Medaille, avec fig. {Mitili. des Klubs d. Müns- u. 
Medaillenfr. in W., 1903, p. 130; 1904, pp. 10, 27, 41, 55, 92, 108, 
122). — [?] Ein neues deutsches Medaillenunternehmen, avec fig. 
{Bl f. Münsfr., 1904, col. 3151). — C. von Ernst. Medaillen des 
amerikanischen Medailleurs Viktor D. Brenner {Monatsbk der num. 
Ges. in W.., 1903, p. 227, avec 1 pl.). — Ödön Gohl. Hallerköi gröf 
Haller Gabor erdélyi kir. kincstâros emlékerme, avec fig. {Num. 
Köslöny, 1904, p. 43. — Description d'une médaille rare, frappée en 
1819, à l'occasion de la mort du comte Gabriel Haller, trésorier de 
Transylvanie). — Ödön Gohl. A magyar millennium emlékérmei 
{Ibid., p. 65. — Médailles et jetons frappés pour le millénaire 
de la Hongrie, 1896). — E. Heuser. Drei seltene Speierer Denk- 
münzen der neuesten Zeit, avec fig. {Berl. Münsbl., 1904, p. 616). — 
liJi. Immanuel Kant {Miith. des Klubs der Müns- u. Medaillenfr. in W., 
1904, p. 18). — C. V. Kuhlewein. Berliner Medaillen (suite), avec fig. 
{Berl. Mimsbl., 1904, p. 481). — Ed' Laloire. La médaille-carte de 
noùvol-an {liev. beige, 1904, p. 219). — H. L[yman] L[ow]. An 
unpublished Canadian {Amer, jour n. of num., t. XXXVIII, p. 109). — 
M. Mac Lachlan. Medals commemorative of the royal visit to Canada 
in 1901, avec fig. {Canad. ant. a. num. Journ., III" série, t. IV, p. 45). 

— E. Maïtoï. Un' altra medaglia al duca degli Abruzzi {Boll. diniim., 
1904, p. 45). — E. Mattoï. Nuove medaglie, avec fig. {Ibid., pp. 62, 
72, 110. — Médailles de E. Loubet, du D'' Antoine Rozzonico de 
Milan, d'Edouard VII, de Victor-Emmanuel III et de Pétrarque). — 
Edoardo Mattoï. Una medaglia di Giuditta Pasta {Riv. ital., 1903, 
p. 445). — F. Mazerolle. J.-B. Daniel Dupuis. Catalogue de son 
œuvre (supplément) {Ga:s. num. franc., 1903, p. 303, avec pi. V-VIII). 

— [Vj Medals from the Vatican {Amer, journ. of num., t. XXXVIII, 
p. 69). — Wilhelm Meister. Centennial medal of Herder {Ibid., p. 103). 

— li. Nadrowskl Eine wenig bekannte Spottmünzo auf Deutschlands 
Colonien, avec fig. {Month. num. Circ., 1904, col. 8013). — [yj Neue 
Schaumünze auf Landgraf Philipp den Grossmütigen, avec fig. {Bl. f. 



— 528 — 

« 

Münsfr., 1904, col. 3231). — C. P. Nichols. Medals of the Grand 
army (suite) {Amer, journ. of num., t. XXXVIII, pp. 90, 112; 
t. XXXIX, p. 23). — Serafino Ricci. La grande medaglia in onore del 
duca degli Abruzzi, avec fig. (Boll. di num., 1904, p. 34. — Reproduit 
dans la Biv. ital, 1904, p. 132). — Serafino Ricci. Medaglistica, avec 
fig. (Boll. di mtm., 1904, p. 134. — Médaille commémorative de la 
naissance de François-Dominique Guerrazzi). — Serafino Ricci. Le 
medaglie in onore di S. A. R. il duca degli Abruzzi, avec fig. {Biv. 
ital., 1904, p. 249). — Serafino Ricci. Emilio Loubet nelle medaglie 
italiane, avec fig. {Ibid.., p. 273). — J. Sanford Saltus. The « Dauphin's 
Grave » and Louis XVII raedals {Proceedinf/s, p. 65, avec 1 pl.). — 
[?] Schaumünzen von Paul Sturm, Leipzig {Bl. f. Münzfr.., 1904, 
col. 3157, avec fig. 7-8 de la pl. 154). — Arturo Spigardi. Medaglia a 
Vittorio Alfieri, avec fig. {Bass. num.., 1904, p. 27). — D'' Horatio 
Storer. The medals, jetons and tokens illustrative of the science of 
medicine (suite) {Amer, journ. of num.., t. XXXVIII, pp. 77, 104; 
t. XXXIX, p. 17). — Marco Strada. Medaglia commémorative del 
1° décennie di fondazione della Banca commerciale italiana, avec fig. 
{Bali, di num.., 1904, p. 145). — Alphonse de Witte. La médaille au 
salon triennal {Gas. num. Z>., 1903-1904, p. 43). — W. K. F. Zwier- 
ziNA. Xederlandsche penningen, 1864-1898, deel II, 1879-1890 (suite) 
{Tijd. van liet Ned. Gen., 1904, pp. 5, 87, 173, 239, avec pl. I et III). 

C. Jetons. — [?] A new application of token money {Amer, journ. 
of num.., t. XXXIX, p. 26). — P. Bordeaux. Jeton franco-allemand de 
la première république et méreaux mayençois contremarques, de 1792 
à 1814, avec fig. {Bcv. belge., 1905, p. 63). — Edmond Peny. Jetons et 
méreaux de charbonnages {Ibid., p. 74, avec pl. II et fig. dans le 
texte). — Edouard Peny. [Adjonction à l'essai sur les jetons et 
médailles de mines françaises de M. Florange] {Ibid., p. 103). — 
C. 0. Trowbridgb and Howland Wood. Sutlers' checks used in the 
fédéral army during the civil war (suite) {Amer, journ. of num., 
t. XXXVIII, p. 82). 

D. Documents. - — [?] Das neue Münzgesetz für Deutsch-Ostafrika 
{Bl. f. Münsfr., 1904, col. 3129).— H. Denise. La discussion de la loi 
de Germinal an XI (suite) {Gas. num. franc., 1903, pp. 291, 405). — 
A. Evrard de Fayolle. Nouvelles recherches sur Bertrand Andrieu 
de Bordeaux, graveur en médailles, 1761-1822 {Ibid., p. 415; 1904, 
p. 55). — [?] The royal mint. Annual report {Month. num. Cire, 1904, 
col. 7766). 



— 529 — 

Varia. — Karl Andorfek und Richard Epstein. Musiker-Medaillen. 
Zweite Serie der Nachträge ; Ergänzungen und Berichtigungen (suite) 
{Math, des Klubs der Müns- n. Medaillenfr. in W.^ 1903, p. 124; 1904, 
pp. 6, 16, 35, 49, 62, 81, 104). — Blaschek. Das k. k. Hauptmünzamt 
in Wien, avec fig. {Ibid., 1904, p. 65). — Victor D. Brenner. Varions 
methods of making a medal, avec fig. {Proccedings^ 1904, p. 37). — 
Juan Moraleda y Bsteban. Monnaies non métalliques {Gaz. num. D., 
1903-1904, p. 3). — Zerbe Farran. Coin of ail realms, money of 
the prehistoric âges to the présent day shown in interesting array 
and consecutively through the centuries at the world's fair. St. Louis 
(U. S. A.) {Month. num. Cire, 1904, col. 7709). — Josef Fischhof. 
Medaillen auf Astronomen und Astronomie vom 13. Jahrhundert bis 
zur Gegenwart (Mitth. des Klubs der Müns- n. Medaillenfr. in W., 
1904, pp. 13, 31, 47, 59, 77, 101, 117). — L. F[orrer]. Biographical 
notices of medallists coin, gern and real engravers, ancient and modern 
Avith références lo their works (suite), avec nombr. fig. {Month. num. 
Circ, 1904, col. 7312, 7376, 7452, 7503, 7563, 7640, 7692, 7750, 
7816, 7873, 7938, 7999). — Lucien FouRxNier. L'industrie monétaire 
en France {Ga.s. num. D., 1903-1904, p. 57. — Reproduit du Cosmos, 
des 31 octobre et 7 novembre 1903). — D'' Albert GArdonyi. Széchényi 
Ferene gröf éremgyiijteményének megalapitâsa {Num. Köslöny, 1904, 
pp. 39, 61, 91. — Renseignements intéressants sur l'œuvre de collec- 
tionneur du comte François Szecheny, fondateur du Musée national 
hongrois, et de ses collaborateurs, tirés des archives particulières du 
dit comte). — Ercole Gnecchi. Falsificazione italiana {Rass. num., 
1904, p. 21. — Faux écu d'or sol s. d. de Jean-Jacques Trivulzio). — 
Francesco Gnecchi. I periodici numismatici italiani {Ibid., p. 9). — 
Dr. Julius Graf. Die Münzvertalschungen im Altertum {Num. Zeitschr., 
t. XXXV, p. 1). — M. GuMOwsKi. Nowo otwarty gabinet monet i 
rycin {Wiadomosci, 1902, col. 488). — hh. Auktion Trau "Wien, 11 
bis 15 Jänner 1904 {Mitth. des Klubs der Müns- u. Medaillenfr. in 
W., 1904, p. 19). — Jean Justice et A. Fayen. Essai d'un réper- 
toire idéologique de la numismatique belge pour les années 1883 
à 1900 (suite et fin) {Gaz num. I)., 1903-1904, p. 7). — Jean 
Justice. A propos du congrès international pour la reproduction 
(les manuscrits, des monnaies et des sceaux : La numismatique à 
récole {Ibid., 1904-1905, p. 7). — [?] Kollekcya monet i medali p. z. 
Chelmii'iskiego z szarawki {Wiadomos,ci, 1904, p. 79). — [VJ La trans- 
mutation des métaux. La fabrication de l'argent {Gaz. num. D., 1903- 



— 530 — 

1904, p. 28. — Reproduit du journal Le Soir de Bruxelles). — 
[?] Le stock monétaire dans le monde entier {Ibid., p. 101). — 
[P. Lenzi.] Un « référendum » fra i numismatici sopra l'ordinamento 
délie collezioni di monete italiane (Rass. num., 1904, p. 37). — 
Furio Lenzi. Ancora pei medaglieri italiani {Ibid., p. 81.) — 
W. T. R. Marvin. Masonic medals {Amer, journ. of num., t. XXXVIII, 
pp. 86, 109). — R. MowAT. Réflexions sur l'ordre à suivre dans la 
confection d'un recueil général des monnaies antiques {Rev. franc., 
1904, p. 1). — D'" Albert Neuburger. Neue Methoden zur Konser- 
vierung von Altertümern {Mittli. des Klubs der Miins- u. Mcdaillenfr. 
in W., 1904, p. 38). — [?] Ordres de chevalerie {Gas. num. I)., 1903- 
1904, pp. 47, 103, 119; 1904-1905, p. 28). — Nicolô Papadopoli. Sul 
modo di collocamento delle collezioni pubbliche {Rio. iial., 1904, 
p. 259). — M. PicciONE. Empirisme o scienzar' avec fig. {Rass. num., 
1904, p. 11). — B. Pick. Archäologie und Numismatik {Bl.f. Mümfr., 
1904, col. 3108). — A. Raffalovicii. Die Einführung von Nickel- 
scheidemünzen in Frankreich und anderen Ländern {Berl. Mimnbl., 
1904, p. 494). — Serafino Ricci. Le principali opere numismatiche di 
Teodoro Mommsen {Boll. di num., 1904, p. 20). — Serafino Ricci. A 
proposito del riordinamento delle collezioni numismatiche di Milane 
al Castello Sforzesco {Ibid., p. 60). — A. Robert. Pérégrinations offi- 
cielles au XVP siècle. Notes et comptes de voyage {Month. num. Cire., 
1904, col. 7634). — A. R[obert]. Pages d'histoire {Ibid., col. 7637). 
— Augusta von Schneider. A réminiscence of the congress, Rome, 
1903 {Ibid., 1903, col. 7306). — [?] Un projet d'union monétaire 
universelle {Gas. num. B., 1904-1905, pp. 31, 53. — Exposé d'une 
thèse de M. Jean Barrême). — G. Verras. Fluidité des métaux pen- 
dant la frappe {Ibid., 1903-1904, p. 124). — R. Zahn. Siegerkrone auf 
einer Tonlampe, avec fig. {Zeitsehr. f. Num., t. XXIV, p. 355). 

Héraldique et Sigillographie. — Dr. Josef Ritter von Bauer. Ladislaus 
von Suntheim und die Anfänge genealogischer Forschung in Oester- 
reich {Jahrbuch der Je. Je. Jier. Ges. Adler, t. XIV, p. 60). — Adam 
Chmiel. Materyaly sfragistyczne, avec fig. {Wiadomosci, 1902, 
col. 485; 1904, col. 55). — Fréd. Cürnaz. Les armoiries de Faoug, 
avec fig. {ArcJi. lier, suisses, 1904, p. 80). — [?] Der Volksadel in der 
fränkischen Periode und die Grundherrlichkeit {Monatsbl. der Je. Je. 
Jicr. Ges. Adler, t. V, p. 271). — Fréd. Dubois. Les armes de l'évêque 
Guillaume de Menthonay à la cathédrale de Lausanne, avec fig. {ArcJi. 
Jiér. suisses, 1904, p. 48). — [?] Ein heraldisches Kunstwerk des 



— 531 — 

17. Jahrhunderts (Ibid.^ p. 1, avec pi. III). — [?] Ein Verzeichniss 
österreichischer Adeliger aus dem Jahre 1648 {Monatsbl. der Je. Je. Jier. 
Ges. Adler, t. V, p. 273). — [?J Einige genealogische Auszüge aus 
zwischen 1566 und 1783 bei der niederösterreichischen Regierung 
publizierten, derzeit im Archive des k. k. Landesgerichtes Wien befind- 
lichen Testamenten adeliger oder für adelig gehaltener Personen 
(suite) (Ibid., pp. 237, 246, 259, 279, 281, 286, 294, 302, 314, 323). — 
[?] Fribourg et le butin de Bourgogne. Notes héraldiques, avec fig. 
(ÄrcJi. Jiér. suisses, 1904, p. 45). — G. -A. Br. Un sceau ecclésiastique 
suisse, avec fig. (Ibid., p. 18. — Sceau de l'église évangélique libre du 
canton de Vaud). — [?] Genealogische Notizen zur zürcherischen 
Handels- und Industriegeschichte im 18. Jahrhundert (Ibid., p. 57). — 
Jean Grellet. Encore le sceau du maire Robert (Ibid., p. 12). — 
[?] Heraldische Medaillenreverse (Ibid., p. 17, avec pl I. — Médailles 
de Hans Frei avec revers héraldiques). — Frank C. Higüins. Sketches 
of european continental history and heraldry for the use of numis- 
matists (suite), avec fig. (MontJi. mim. Circ, 1904, col. 7445, 7498, 7686, 
7759, 7808, 7857, 7926, 7990). — H. W. Höfflinger. Die Semper- 
barones im Recht und in der Geschichte (Monatsbl. der Je. Je. Jier. Ges. 
Adler, t. V, p. 257). — H. W. Höfflinger. Die Entwicklung eines 
germanischen Briefadels auf öströmischer Grundlage (JaJirbucJi der 
Je. Je. lier. Ges. Adler, t. XIV, p. 151). — Vic. Baudoin de Jongue. 
Le sceau de la Haute cour du comté d'Aginiont liégois, avec fig. 
(Rev. belfje, 1904, p. 315). — Stephan Kekule v. Stradonitz. Rechts- 
geschäfte über Wappen und Wappenteile im Mittelalter (JaJirbitcJi der 
Je. Je. Jier. Ges. Adler, t. XIV, p. 51). — André Köhler. Les nobles 
Laurent de Lausanne (ArcJi. Jier. suisses, 1904, p. 39, avec pl. VIII). 
— Aegyd. KoriiivA. Die Suntheimer Tafeln (JaJirbiicJi der Je. Je. Jier. 
Ges. Adler, t. XIV, p. 84). — John Landry. Les armes de la ville 
d'Yverdon (ArcJi. Jiér. suisses, 1904, p. 71, avec pl. X et fig. dans le 
texte). — Edmund Langer. Die Anfänge der Geschichte der Familie 
Thun (JalirbucJi der Je. Je. Jier. Ges. Adler, t. XIV, p. 93, avec une 
table généalogique). — [?] Les Faucigny de Fribourg d'après les notes 
de J. Gremaud et de J. Schneuwly, archiviste (ArcJi. Jiér. suisses, 1904, 
p. 8, avec pl. IV et fig. dans le texte). — Dr. Alfred Lorenz. Das 
Matrikenwesen in Oesterreich (Monatsbl. der Je. Je. Jier. Ges. Adler. 
t. V, p. 270). — A,-R. NusciiELER. Armoiries valaisannes à Valcre, 
avec fig. (ArcJi. Jiér. suisses, 1904, p. 14). — Graf Julian Pejacsevich. 
Namens-Register zu den Exzerpten aus Liber Regius XXVI bis LX, 



— 532 — 

1699-1802 {Jahrbuch der k. k. her. Ges. ÄcUer^ t. XIV, p. 1). — 
D'Fr. PiEKOSiNSKi. Jana Karola Slepowron Dachnowskiego Sumaryusz 
herbarza Szlachty prusko-polskiej, avec fig. (Wiadomoéci^ 1902, 
col. 425, 469. — Sommaire de l'armoriai inédit de la noblesse prusso- 
polonaise de Jean-Charles Slepowron Dachnowski). — Théod. de 
Raadt. Ein heraldisches Rätsel, avec fig. {Monatsbl. der k. k. her. 
G-es. Adler^ t. V, p. 285). — J. Th. de Raadt. Der « Goedendag » 
berühmte flandrische Waffe, als Helmkleinod, avec fig. (Ibid., p. 307). 

— A. R[obekt]. Musée national suisse, à Zurich. Les vitraux de la 
salle d'armes (Month. num. Cire., 1904, col. 7328). — Hans A. von 
Segesser und Robert Dürrer. Das Familienbuch des Gardehaupt- 
manns Ritter Jost Segesser (Ar eh. her. suisses, 1904, p. 21, avec 
pi. VH). — Dr. Moriz Wertner. Genealogische Betrachtungen 
{Monatsbl der k. k. her. Ges. Adler, 1. V, p. 243). — Dr. Moriz 
Wertner. Zur Ausdruckesweise der Urkunden {Ibid., p. 250). — 
J. Richard Zehntbauer. Die Pétrie Papyri : Familienregister aus der 
Zeit der XH. und XHI. Dynastie {Ibid., p. 236). — J. Richard Zehnt- 
BAUER. Oesterreichische Verwaltungs-Massregeln auf dem Gebiete des 
Namenswesens in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts {Ibid., 
p. 253). — J. Richard Zehntbauer. Genealogische Anfänge bei ver- 
schiedenen Völkern {Jahrbuch der k. k. her. Ges. Adler, t. XIV, 
p. 148). 

Trouvailles. — Gyala Aldor. a Tötfalusi kelta éremlelet [Trou- 
vaille de monnaies boïennes de Tötfalu, près Budapest. L'auteur fait 
remonter ces monnaies au premier siècle av. J.-C. et se trouve en cela 
du même avis que Kenner et Gohl.] {Num. Ködöny, 1904, p. 55, avec 
2 pi. — Voir aussi Bio. ital., 1905, p. 139). — Solone Ambrosoli. Il 
ripostiglio di Monte Cuore, avec fig. [Monnaies impériales romaines] 
{Uio. liai., 1903, p. 411). — Emil Bahrfeldt. Der Hacksilberfund 
von Alexanderhof (suite et fin) {^Rerl. Münsbl., 1904, p. 566). — 
Emil Bahrfeldt. Der Denarfund von Alt-Töplitz, avec fig. [Petite 
trouvaille de deniers des X" et XP siècles, des pays du Rhin, 
de la Frise, de la Basse-Saxe, de la Franconie, etc.] {Ibid., p. 576). 

— Emil Bahrfeldt. Der Denarfund von Wachow, avec fig. [Trou- 
vaille de cent cinquante pièces du moyen âge, des pays du Rhin, 
de la Frise, de la Basse-Saxe, de la Souabe, de la Bohême, de la 
Franconie, etc.] {Ibid., p. 593). — H. Buchenau. Der Bracteaten- 
fund von i^iederkaufungeu, avec fig. {Bl. f. Miinsfr., 1904, col. 
3114). — H. B[uchenau]. Kurzer Bericht über den um 1238 ver- 



— 533 - 

g-rabenon Schleusinger Fund {Ibid., col. 3126). — H. B[uchenau]. 
Der Pfennigfuiid von Wendelstein bei Nürnberg, um 1200 {Ibid., 
col. 3145). — V. Oelestin. Grcki i riniski kolonijalni novci nadeni 
u osijeku [Pièces coloniales grecques et romaines trouvées à 
Osijek (Essek)] {Vjesnih, 1903-1904, p. 15). — Giorgio Ciani. Il 
ripostiglio di Roccliette (Monete medioevali), avecfig. {liiv. ital, 1904, 
p. 188). — [?] Der Brakteaten- und Hellerfund von Apolda (vergr. um 
1350 ?) {BL f. Milmfr., 1904, col. 3155). — [?] Der Immenstedter 
Münzenfund (17. Jahrhundert) {Ibid., col. 3232). — Loszlöne Eber. A 
richârdpusztai éremlélet [Trouvaille de trente mille monnaies médié- 
vales de Hongrie, faite à Richardpuszta] {Num. Köslöny, 1904, p. 87). 
— Dr. ,1. Ebnek. Berichtigungen zu Fikentschers Beschreibung' des 
Remlinger Fundes {Bl f. Münsfr., 1904, col. 3114). — [?] Ein hessi- 
scher Pfennigfund aus der Zeit der Kaiser Heinrich V. und Lothars 
des Sachsen [Trouvaille d'Aua, près Cassel, de deux cent vingt 
monnaies appartenant aux dernières années de règne de l'empereur 
Henri V, 1106-1125, et aux premières de celui de son successeur 
Lothaire de Saxe, 1125-1137] {Ibid., col. 3239, avec fig. 3-21 de la 
pi. 157). — Odön GoHL. Ûjabb adotok a hazai hotinus es koiszto- 
bnkus néptorzsek pénzeirol [Notification de plusieurs trouvailles de 
monnaies des Cotinis et des Coïstobocis ; fixation du domicile des 
Cotinis entre le Garam et le Sajö et nouvelle justification du voisinage 
des deux peuples] {Num. Köslöny, 1904, p. 4). — Ödön Gohl. A Kiss- 
zederjesi görög éremlélet [Trouvaille de monnaies grecques faite à 
Kis-Szederjes, consistant en tétradraehmes de Macédoine et de Thasos, 
percées, coupées, courbées ou portant des contremarques] {Ibid., 
p. 94). — Ed. Grimm. Der Goldmünzenfund von Suckow (suite et fin) 
{Bcrl. Milnsbl, 1904, pp. 454, 485, 522, 565, 623). — H. A. Grueber. 
A find of coins of Alfred the great at Stamford, avec fig. {Num. Chron., 
1903, p. 347). — F. Jecklin. Römische Ausgrabungen in der Custorei 
in Chur, avec fig. [Contient plusieurs trouvailles de monnaies] 
{XXIII. Jahresbericht der histor. aniiquar. Gesellschaft von Grau- 
bünden, p. 129). — F. von Jecklin e E. Gnecchi. II ripostiglio di 
Räzuns, avec fig. [Trouvaille de deux mille cinq cents pièces mila- 
naises, gros communs de Barnabe Visconti, 1354-1385; Jean-Galéas, 
1385-1402; Jean-Marie, 1402-1412; Estore, 1412; Jean-Charles, 1412; 
Philippe-Marie pour Pavie. L'enfouissement semble remonter à 1412.] 
{Riv. iial., 1904, p. 323).— (x. H. Lockner. Ein Fund niederdeutscher 
Hohlpfennige aus dem nördlichen Franken {Bl. f. Münsfr., 1904, 



— 534 — 

col. 3230, avec fig. 30-39 de la pi. 156).— Mcolô Papadopoli. Monete 
trovate nelle rovine del campanile di S. Marco, avec fig. {BoîL di 
num., 1904, p. 116). — Q. Perini. Di alcuni ripostigli di monete 
medioevali, avec fig. (Ibid.^ p. 140). — A. Schollmeyer. Der Jenaer 
Karzerfund von 1864 [Cent quarante-neuf pièces d'argent des XV° et 
XVP siècles] {Bl. f. Mänsfr., 1904, col. 3180, avec pi. 155 et fig. 10-26 
de la pl. 156). — D.-B. Tacchella. Une trouvaille de sous d'or byzantins 
{Rev. nwm., 1903, p. 380). 

Biographies et Nécrologies ^ — E, Babelon. Théodore Mommsen 
(Rev. franc. ^ 1903, p. 439). — E. B[abelon]. Edmond Drouin, avec 
bibliographie {Ibid., 1904, p. 137). — E. Babelon. Marcel de Marché- 
ville {Ibid., p. 459). — E. Bahrfeldt. Theodor Mommsen {Berl. 
Milnsbl., 1904, p. 467). — Adrien Blanchet. Anatole de Barthélémy 
{Rev. belge, 1904, p. 447). — [?] Hugues Bovy {Gas. mm. D., 1903- 
1904, p. 16). — A. CoMANDiNi. Filippo Speranza {Riv. ital., 1903, 
p. 477). — H. Dressel. Theodor Mommsen, avec bibliographie 
{Zcitschr. f. Nwm., t. XXIV, p. 367). — J. Fischhof. Heinrich 
Cubasch f {Mitth. des Klubs der Müns- u. Medaillenfr., in W., 1904, 
p. 75, avec un portrait). — E. Gabrici. Theodoro Mommsen, avec 
bibliographie {Riv. ital, 1903, p. 399, avec un portrait).— F. Haver- 
FiELD. Theodor Mommsen {Montli. num. Cire, 1904, col. 7335). — 
F. Mazerolle. Nicolas Briot, tailleur général des monnaies, 1606- 
1625 {Rev. belge, 1904, pp. 191, 295). — F. Mazerolle. Anatole 
do Barthélémy {Corr. hist. et arch., 1904, p. 187). — F. Mazerolle. 
A. Borrel, graveur en médailles. Biographie et catalogue de son 
œuvre {G-as. num. franc., 1904, avec 3 pl. et 1 portr.). — [?] D'' Eug. 
Merzbacher {Month. num. Cire., 1904, col. 7335). — Henry Mœller. 
Godefroid Devreese {Gas. num. D., 1903-1904, p. 40). — [?] Theodor 
Mommsen f {Num. Zeitschr., t. XXXV, p. 335).— Maurice Prou. Nécro- 
logie. L'œuvre numismatique d'Anatole de Barthélémy {Rev. franc., 
1904, p. 438, avec portr.). — A. R[obert]. Aurelio Satfi {Month. num. 
Cire., 1904, col. 7309). — Arnold Robert. Un graveur neuchâtelois 
[Jules Jacot] {Ibid., col. 7631, avec portr. et fig. dans le texte). — 
Ch. Seitz. Théodore Mommsen. Son activité littéraire à Zurich et sa 
correspondance avec Charles Morel {Bull, de la Soc. d'hist. et dhircliéol. 
de Genève, t. H, p. 395). — V" Raymond Serrure. Edmond Drouin 
{Bull, num S., 1904, p. 12). — J. E. Ter Gouw. In niemoriam 

' Nous ne mentionnons que les plus importantes. 



— 535 — 

E. Ph. Erfmann {Tijd. van hct Ned. Gen., 1904, p. 159). — R. Wkil. 
Ulrich Köhler (Zeiischr. f. Nim., t. XXIV, p. 377). — A. de Witte. 
Auguste De Meunynck (Eev. belge, 1904, p. 204) — A. de Witte. 
Marcel de Marchéville (Ibid., p. 451). — A. de Witte. Ed. vanden 
Broeck, biographie et bibliographie numismatique {Gax!. num. franc., 
1903, p. 225, avec portr.). — A. de Witte. Godefroid Devreese, 
médailleur. Biographie et catalogue de son œuvre (Ibid., p. 337, avec 
pi. IX-X et un portr.). — Joseph de Zielinski. Notices biographiques 
sur Jean-Marie Mosca (Padovano) et Jean-Jacob Caraglio, artistes 
italiens en Pologne, au XVP siècle {Riv. ital, 1904, p. 355). H. C. 

Trouvailles. — Erratum. — Dans la précédente livraison, 
tome XII, p. 268, lire Hif/h-Wjcomhe (Buckingharashire), et non 
Higli-Wycombe. 

AU-Krsywen (Prusse). — En démolissant une maison en cet endroit 
on a trouvé, en mars 1905, deux vases pleins de monnaies d'argent, 
dont la majeure partie sont des thalers de 1671. (Lyclcer Zeitung.) 

Amionay (Ardèche). — En 1904, en faisant des démolitions pour 
l'emplacement de la nouvelle église de Notre-Dame, à Annonay, un 
certain nombre de deniers ont été trouvés dans une des maisons 
détruites. 

En voici la nomenclature : Clément VII, antipape d'Avignon (une 
pièce) ; Louis XI, roi de France (cinq) ; Charles VIII, roi de France 
(trois); Louis XII, roi de France (deux); Louis II, dauphin de Viennois 
[Louis XI I (trois) ; Louis de Savoie (une) ; Charles F'' de Savoie (quatre) ; 
Jean II, prince de Dombes (quatre) ; Jean II, prince d'Orange (une) ; 
Philippe de Hochberg, prince d'Orange (deux); Berne (une); Soleure 
(une). (Journal des Débats.) 

M. Roger Vallentin du Cheylard, à qui ces pièces ont été soumises, 
en a fait une étude approfondie qu'il a bien voulu réserver à notre 
Revue ; son mémoire devant paraître dans notre prochain numéro, nous 
nous contentons de signaler cette trouvaille. (Réd.) 

Ascoli-Piceno. — Dans une maison particulière d'Ascoli-Picono on 
a trouvé un vase, contenant mille quatre cents monnaies de différents 
métaux, spécialement des florins d'or de la République do Florence ; 
elles remontent au moyen âge. (Rasscf/na numismatica.) 

Avf/st (près Bâie). — On lit dans la Nouvelle Gazette de Zurich : 
On trouve continuellement dans le sol do l'antique Colonia Auf/usta 
Rauracorum (aujourd'hui Basel-Augst) des centaines de monnaies 
romaines, la plupart du temps en billon ou on cuivre. Nous avons pu 



— 586 — 

visiter dernièrement Je butin d'un particulier de Kaiser-Augst, amateur 
passionné de trouvailles romaines. Sa collection embrasse le numéraire 
de quatre siècles de l'empire romain, soit d'Auguste à Arcadius. Dans 
les fouilles d'Augst presque tous les empereurs sont représentés, qu'ils 
aient régné sur tout ou partie de l'empire. On y voit aussi quelques 
impératrices et quelques princes. De rares spécimens de pièces sont 
dans un excellent état de conservation, tels sont les grandes bronzes 
de Claude I, de Faustine la Jeune et les petits bronzes de l'époque de 
Constantin le Grand. Pour autant que les marques de lieu de frappe 
sont reconnaissables, on a pu fixer que les monnaies circulant à Augusta 
Rauracorum avaient été frappées à Rome, Lyon, Trêves, Sirmium 
et Londres. Des recherches plus précises révéleront sans doute des 
produits d'autres ateliers. A côté du numéraire impérial, il circulait 
en Suisse des pièces en bronze de Lyon et de Nîmes, ainsi que de 
nombreuses imitations barbares des monnaies de Gallien, Tétricus père 
et fils et de nombreuses fausses monnaies. Ces dernières étaient des 
imitations des bonnes espèces ayant cours; elles étaient obtenues au 
moyen de moules d'argile. Comme en beaucoup d'autres endroits, on 
a retrouvé de ces moules à Augst. Sur un de ceux-ci on remarque la 
tête un peu usée de l'empereur Othon (69 ap. J.-C), et sur un autre 
celle de Trajan (98-117 ap. J.-C). Le faux monnayeur a marqué d'un 
chiffre les deux parties du même moule, ce qui lui permettait de ne 
pas se tromper en exerçant sa coupable industrie. En eftet, le fait 
d'accoler deux faces ne concordant pas l'une avec l'autre l'aurait 
fatalement trahi. Une des plus remarquables trouvailles de ces derniers 
temps consiste en une petite croix chrétienne d'argent. 

(Anticiuiiäten- Zeitung.) 

Avcnclics (Waadt). -— Im Februar 1905, bei Avenches, an der 
Strasse nach Donatyre, w^urde in den Wurzeln eines alten Nussbaumes 
der Unterbau eines römischen Badezimmers aufgedeckt , das eine sehr 
interessante Konstruktion bietet. Man hatte nur eine Bronzemünze des 
Alexander Severus und einige Topfscherben gefunden. (GcschäftshlaU.) 

Baden (Argovie). — On a découvert, non loin de la chapelle évan- 
gélique de Baden, des murs de construction romaine d'une épaisseur 
de 90 centimètres, çà et là ornés de fresques, soit cinq pièces dont 
une avec des restes d'appareils de chauffage. En outre, au même 
endroit, ime lame de couteau longue et effilée, très bien conservée, 
un fermoir de bronze, un certain nombre de monnaies et un beau 
médaillon à l'effigie de Vespasien. (La Tribune de Genève.) 



— 537 — 

Boston (Massachusets). — Trouvaille, en automne 1904, de deux 
monnaies, dont l'une est un demi-penny anglais à l'effigie de 
George II portant la date de 1749 ; l'autre pièce, plus ancienne, n'est 
pas d'une conservation permettant de la déterminer. (The Herald.) 

Brescia. — Les fouilles du palais Bevilacqua ont mis au jour des 
monnaies d'or et de bronze de la République de Venise, datant du 
XV* siècle. (Rassegna numismatica.) 

Buchhach. — Pendant la reconstruction d'une stalle, on a trouvé à 
Buchbach neuf anciennes pièces d'argent qui avaient été enterrées dans 
un rouleau. Elles sont très bien conservées, plus grandes qu'une pièce 
de cinq-marks; elles portent les millésimes 1609, 1613, 1614, 1617, 
1618, 1622 et 1626. L'une d'elles est à l'effigie du duc Jean-Casimir 
de Cobourg qui, avec trois mille cinq cents hommes, assiégea Kronach 
une première fois, le 17 mai 1632, lors de la guerre de Trente-ans; 
mais il dut déjà abandonner la place le 18 mai à la suite d'une sortie 
des braves citoyens qui lui conquirent trois canons, toutes ses voitures 
de guerre, ainsi qu'une pharmacie de campagne. 

Bnsserach (Soleure). — Vers le 20 septembre dernier, une impor- 
tante trouvaille de pièces d'or a été faite à Bnsserach, d