(navigation image)
Home American Libraries | Canadian Libraries | Universal Library | Community Texts | Project Gutenberg | Children's Library | Biodiversity Heritage Library | Additional Collections
Search: Advanced Search
Anonymous User (login or join us)
Upload
See other formats

Full text of "Schweizerisches Idiotikon. Wörterbuch der schweizerdeutschen Sprache. Gesammelt auf Veranstaltung der Antiquarischen Gesellschaft in Zürich unter Beihülfe aus allen Kreisen des Schweizervolkes. Hrsg. mit Unterstützung des Bundes und der Kantone. Bearb. von Friedrich Staub und Ludwig Tobler"

p 



n^* 



a^ 






mmß' 



^l 'r^: ^ ^/ 



m^ 



^^A^ 



^r\r\. 



]nr\. 






\/-^'^'^' 



iw^-^ 



m^' 



Mämmm^m 



•Ä^" 



^m 




i^^ß'f 






ßm^r^^^ 



Mm4 



^'l'^1//A)( 



'^^A 



^^H' 



■nA/^/ 



c:^ 



'^,ÄAÄ^M/^^^/S5i 



Schweizerisches Idiotikon. 



Wörterbuch der schweizerdentsclieii Sprache. 



Zehnter Band. 




Schweizerisches Idiotikon. 



Wörterbuch der scliweizerdeiitscheii Sprache. 



Gesammelt auf Veraiistaltaiig 

der 

Antiquarischen Gesellschaft in Zürich 

unter Beihülfe 

aus allen Kreisen des Schweizervolkes. 

HeransgegetieD mit üfllerstötznng des Bouies nid der Kaotone. 

Begonnen 
von 

Friedrich Staub und Ludwig Tobler. 
Zehnter Band. 



ICi. «o. 51 



Bearbeitet 528313 

von 

A. Bachniaiiii 

und 

0. fcJröger, W. Claufä, E. üietli, 
(ji. Saladin, C. Stockiiieyer, I. Suter. 






Frauenfeld. 

Verlag von H u b e r i.\: (,' o. Aktieugesellschaft 

1939. 



*j*.^<-^ 



PF 
5H 

ßof. 10 



Sf. 



sfrosiere" (sf-): silmiugiieln Tl!. — Picni. «/Vo».". ■» 
(Sauf Alliino 1Ü47: Monti 20S: Airii;lii 67«): rät. «/V.Wnr, 
nfruNHur, x/riititch}ar (Coiirjuli 200: Cjirigit't :ill). Für (irV. 



ansjeifi'lii'iii's al.-irlil.nl. «/V,,/V" |(ir Mlil. HU.") Ni- !i. l.-,| ilüifi,. 
für >i/rot<€" veilt_'si'n si'iii : ^l;l^ \V. unr niclit iii''lii zu it- 
f ragen. 



SU. 

S/,- winl. sdWi'it nichts Anilri's aiiBfa-elien ist, als «A-- gi-siinn-liiMi. Vijl. ainli ilii- .\nlauti' .V./i-, Si-, Tsch- 



Ski UCioscheneralp: WLii 
m.; = Schi (Bil VIII 1). 



Sl;yl (mit .<) FJ. (splteii) 



Skabe'lle" s. ScIuibcUcii (hd VIII 24/5), aucli Ap 
( Sh-fihcl/a. Id. 1 788) ; GKKunia (iipben Stab-), Vi: (Sl-ahm) ; 
Wliiilcn, Li)., Stahclle" Aa, so L., Seet., Wohlen und It 
11.; Ai' (It T. allg.; It Ar Kai. 1922 -<i/M; B, so oAa., 
K.. .M., S., Si. (ImOl)., iielion Scliah-), Stdt und It Zyro 
(nelirn Schah-): F. so .T., Tat'.; „(iL"Näf. und It St.''; 
ORlMuna. Mai.; LBer.: (iA., Uli. (-e~'elle>'K SaL., T., We.; 
„Si'ii"Schl. (nelirn Schah-). St. (Sulger) ; Si^hwE., Seevvpn ; 
S (neben Scliuh-); m und oTh, Fr.. H\v., Mamni., Mu.; 
UUrs., Wassen: Z, so Elf><;, ()., Stdt, Sth., Stapc//e" Bs; 
Stuhclle" BG., Schw.; F; SciiwE. (Lienert), Miin., Gsta- 
hc/k" UuR., Seh., Urs., (istuehcUe» (i It Zaliner; UMad. 
(-üe-), (rxchuhelle" TIGöseheneralp, Bclh"' WLö. (Lötsehen 
ini") — f., PI. unver., in BSehvv., Si. -/. Dim. Siahc/Mi 
G.\.: SciiSehl. ^/A:;, Stahelli B, so Stdt: = SchaheUen; 
<ilnu' Lehne A.i (Roehh.); Bs (,Comptoirstuhl'); Gl.; L 
(,Selieiiielelien'); UUrs.; WLö., mit schiefstehender, in 
das Sitzbrett eingelassener Lehne von verschiedener 
Form, meist ausgeschweift, auch mit eingeschnittenen 
A'erziprungen (schön gefärbt BSi.) und mit einem als 
Ilaiidgritf dienenden (herzförmigen) Ausschnitt ver- 
sehen, dazu vier (seltener, so etwa in GRh., We., drei) 
nach auswärts gerichtete Füsse Ap; B; „Gl"; L; GA., 
Rh., SaL.. T., We.; SchScIiI., St. und It St.; S; Th; Z, so 
Elgg. U. (häutiger ,S(V/c/c"), Sth.; vgl. Schnbelkn-Rä/cr 
(Bd VI 1703). ferner Bärnd. 11)1)4. !.">! (mit Abbildg). Hll ; 
Messikominer lOOO. 20/1; meist veraltet (It Angaben in 
BoAa., F:.; GRMai.; L; GRh.; SciiSt.; TiiKessw.; UWassen ; 
ZO.). Su. ier hcnil. iras-i'''' ij'xehne", n»'' Stahclle" i" 
eurer B'hrisi"g; die paK-tml guet zumene" .HOOJärige" 
Hüxi L (EHöthelin). JJank Gott, Chorrichter, het der 
Ueli [zu dem grüssend Flintretenden] g'seit und im 
e" St. iueche"g'gi'". SLiecuti (B). [Grossmutter zu der 
sie besuchenden Enkelin:] Chomm; sitz uf d'St.! 
APletscher lil02. De>' Franz ... ist of-e" St. here"- 
ffhocked, beim Spiel Stcrncgugge" (Bd II IS.-i). ApKal. 
1922. ,l)a nahm es das Bürschlein gewaltig wunder, 
was denn eigentlich die Ges]ienster treiben, und ob 
er auch ein (ioldstück auf jeder St. finden könnte, wo 

Schweiz. Idiotikon X. 



die armen Seelen gesessen, wie man ihm erzählt hatte.' 
LiKNERT 189G. Uf-ene" St. isch's [ein MädchenJ g'clini'ilcl. 
hat Fü'iß 'bettet und der änglisch Gruess. ebd. 1891). 
,Usgen N. vonschgabellen uff das rathus 1 Ib. [usw.].' 
I.'j83, Aar. Seckelmeisterrodel. ,[Ein Enthaupteter hat] 
nach abgeschlagenem Haupt sich uf der Scabelleii, 
darutf er gesetzt worden, widerum ufgerichtet.' l(i;!2, 
S Chr. ,Do sygen sie beid uff Staliellen gesetzt worden", 
bei der Aufführung einer ,('omedi'. ICüO, Tu. ,l)rei 
Dotzet eichine Stabellen.- 1(1G7, B Giiltbrief .Am 29. 
Brachmonat [wurde eine der Hexerei Verdächtigte] auf 
die Scabelen der Wahrlieit gesetzt und gütlich und 
peinlich examiniert.' Ui99, GrL. Verhörprot. Wechselnd 
mit Ses.sel, Stiiel. [Baslerin zur Magd aus AASeet.:] 
Wo blXbt denn aigctlig ml" Sessel? [Magd:] Jüic 
Si-'ssel? Ir slond jo niichcr bi der St. weder icli. I^'Osciiw. 
1900. 'sYroneli . . . piitzt-eiii [dem zu Besuch kommenden 
Pfarrer] die schtcdr St. ah ... 's ist gar en alte Stuet. 
JReinh. 1905. Zumeist davon unterschieden. ,[I>er 
Pfarrer] stellte . . . mir eine St. dar und setzte sich 
in einen grossen Sessel.' Gotth. V; .einen hölzernen 
Stuhl.' 1848. ,Für den Christi [ist bei den Wahlen] 
nicht einmal ein Schämeli, verschwygen denn eine 
Stabällen oder sogar ein Sässel ... überblieben.' .IBiuKi. 
HV>'-H(«" d'Bei" e"chli" zneclic'zoge" het. so hei-nie" 
zum Stiiel no'''-nes Stabelli cliönne" stelle" für d' ]'isite". 
auf einem Balkon. UIsciier 19o:-!. .[Ein Dieb] hatt vil 
stüel und stabeilen uff eiiiaiideren gstelt. als ob er 
zum kämi ingstigen war.' JHai.i.er 1550, 71-i. .:! Ib. X„ 
2 Stabellen und 1 langen stuid gmacht uff die ratstuben.' 
1508, AaB. Baiimeistcn-cibii. .Dass ... die Rälit lange 
Stuhl mit Uukeiiläliiien ... die 40 samt den Herren 
Geistlichen lange Stuhl ohne Lahnen und der Herr 
Stattschreiber eine Stabellen hinter ihnen, worauf sie 
sich nachwerts gesezt, habind', bei einem Landgericht. 
1747, AAZof. StR. D's Manne"mlk isch de" Wände" 
nä'l' uf de" Bank 'ptlartschct oder grittiv'gen uf de" 
Stahclle" ffscsse". RvTavel 1913. .Wenn man sich ge- 
wohnt, so hocke man auf ihren Stabellen so woljl als 
auf Ihoffärtigcii] Ruhbettleni.' Gotih. S. noch Hd VH 
297.0. .Neben sonstigen Möbelstücken. J)ei' 'fisch. 
d'SI(il,elh". '.v Häiddl cor der ('honst. V\\\\.\.VM 1912. 



Sk. 



U" Stohe'stiieli oiifl e" Tisdili, zirö IStahclIe" ond e" 
Zittli . . . das ist dc>' Möbel i" der Stolic". HKFrick 
1900. Nut als e" vermurhetc'' ChaHe"-, e" Lödel vomene" 
Tisch, es Bett und es par Stahele'. FOschw. 1808. 
,nanii luitte ich ... keiiif St., kpinon Tisch (Das, liatte 
ich geghluht, werde im Scliulliaiis sein).' Gotth. V; 
,l<(>inpn StiiliL' 1848. IJe't im Eijfie" ene» [in der Wirts- 
stuhe] iscii der ,SI(Hiiiiitiscli. e» iirösse''. riaide'' Tiiire"- 
tisch mit ^tidii'llr" ihiiiii iimc". \, Taghl. 1899. ,Kiii 
Laulien, wo vier 'l'ische .sein und siehenzig Stabellcn.' 
BWimmis Käsmahl 1741 (jüngere Abschr.). 7«'" hau 
es OiKj für alti ,S((clie" . . . Ni'he" die St. hätt es Spinn- 
niil ifhört [und ]<eine Striclvmaschine]. RIscher 19(J3. 
Di nlti ist. «'"' der venriiriiistichet Schnitztruy im Sptcher 
ene" chön"-es [die Tocliter] de><" mit-iiii n'e": Das pass 
de"" nii beste» .-(im Hüsrät im Jlinderliiis. SGfeller 
1911. S. nocli Tisett-Maeiier (Bd IV Wi). — Vsl. Dii'f.'nli.- 
WfllckKr sai : Kr.WB. XI, Kiüö, zu den Aiilautvaiiantcn («(-, 
</«(-, t/Ht'h-} Sl-ali'iöHen, nl:aliefen, Skajntlier, StrfirnutZf Skorpion-^ 
SImrt, Sliorzanera, ,s7,vi«, Sl,-ru]iel: dazu als weitere Fälle, in 
denen reai. «/.•- bei uns au<'h durch -«- vertreti'U ist, Skala II 
(s. Bd VIII 532 Anni.), Slmimlier, SLartitt. Sl::irniil:.. SiMrtetcen, 
SIcnttia, Sl.-orz. Stueh- Zeigt Aulehnunj;' an Sim-l. Die Form 
,stabellerr findet sieh auch noch 1561, F luv.; 1577, Z luv.; 
Anhorn 1C03/9; 1627, Th Inv. : 1704, SdiSchl. 

Lenen-. ,6 L.-seabelen und 6 ohni Lenen, alle mit 
grüener Farli angestrichen', im Schloss Castels. 1616, 
GfiPr. Inv, 

Sidelen-: = S.-SchahBlen (Bd VIII 25). ,1 pfd umb 
zwo s.-stappellen.' 1.591, Z (Gesellschaft zum Schneggen). 

Skabiose" Bs; LE.; U; Zg, Stabiöse" BGr.und ItZyro; 
L, so Ber., E. (BSG.); GNeut., Eh., oT.; Z, so 0., Zoll., 
Gstabiöse» BGr., G. — f. BG. und It Zyro; LE. und 
weiterhin, in. BGr. (Biirnd. 1908), PI. unver.: Pflanzen- 
namp, Skabiose, bes. Ackerskabiose, Knautia arv.; Syn. 
Biwm -Zc (Bd IV 1700); vgl. auch Sk.-Sinip (Bd VII 
1270). ,Stabiosen, Scabiosen, Apostemkraut, Schaf- 
scabiose, scabiosa arvensis.' Z Anl. 1776. — Vgl. Fischer 
V 1426, zum Anlaut Sl.nheHen mit Anni. 

Haujit-: wohl = dem Vor.; vgl.; ,Für das Gewülch 
und Haui)tweh rp. Lavanderblümlein . . . Ochsen- 
zungen, H.-stabiaskraut [usw.].' Arzneib. XVII./XVIII. 
— Bisem-. ,B.-scabiosen (Scabiosa odore Zibethi)... 
Sternscabiosen (stellata)', im Blumengarten. EKönig 
1706. — Schilf- s. Skabiosen. — Stern- s. Bisem-Sk. 

Skadal, skadälen, Skadäler s. Stadäl usw. 

sküdere": eilig, übereifrig (und dalier undeutlich, 
verworren) sprechen, auidi aufl)egehren, das Maul 
brauchen GrV. — Wohl mit «/.«««ren {s. d.) zur Sippe von 
ijudfii-en, i/iiilereii {Bd II 128/4. 126): zum Anlautwechsel f/ : nk 
vgl. die Anni. zu uliaff'en. 

Skuderte" f.: verworrenes, erregtes (jerede GrV. 
Uf ei"mäl ist im Fürliüs us en mäclitifji Sk. hmf gange" : 
me" het d's Tresi g'hürt lebtige", und derziriisclie"t hed 
e" Manne» stimm Neuires dri" 'brumiidet. JJörger 1912/3. 
Im Dörfli ist am andere" Tay [über die unerwartete 
Verlobung] en mächtigi Sk. ume"g'gange". ebd. 1913/4. 

„Skuderete" f, : Unrat, als Kot, Sjieichel W," — Wohl 
eins mit dem \'or.: vgl. etwa (liulerelen (Bd II 126). 

Skudla (j selig- f.: flatterhaftes, leiclitsinniges, doch 
nicht gerade sclileclites Mädchen \VV. — Vgl. das syn. 



St-aiiza, zum .\nl. auch noch SI.-iiMa, S/.-at. sttitti-i-en. A-itzcii. lautiT 
WWorter. 

Skafarott PL: Überstrümpfe PSal. Mit cimhr. 

Sliul/frot, Art strumpf, Strumiffsncke (Schm. 1855, 1 61t) aus dem 
It.: vgl. pieni. «ca/aroU, Art Frauenschuh (Sanf Alhino 1015): 
mail. Mcalfarott (Arrigiii 652), it. Hcal/eriitto, Felzi»antott'el, 
-hausschuh, dazu Meyer-Lühlie Nr 2947, 7653, ferner St,'ul/in. 

Skaffc", -/■- GrIIc., S. (nach anderer Angabe -ff'-) — 
f., h St. m., PI. unver., Dim. Skaffli GrAv., Cast., 1)., 
He., ObS,, Rh., S., V., Skäffli „GR"Chur, Chw.. I)., VI)., 
Kl., Lq. (s. Ühuchi-Sk.), Mai., Pr., Val. und It MKuoni 
1886, Skaffi GrA. (-/'-; s. Wand-Sk.), Av.: aufrecht 
stehender „Schrank, Wandschrank Gr''Av., Cast., Chur, 
Chw., D., VI)., He., L., ObS., Pr,, Rh., S., Tam., Ths, 
Tschapp., UVaz, Val., V. und It MKuoni 1886, einfacher 
Schrank GrScuIitis, Schrank mit Kästchen in der Stube 
GuKl., insbes. Kleiderschrank (Syn. Häss-, Ge-irand-Sk.) 
(iitl).. Kl,, Tam., UVaz, V., (verschliessbarer) Schrank 
in der Küche (Syn. (Itiiciti-Sk.), auch Stube ((trTIis) zur 
Aufbewahrung von Esswaren (irCIiw., VI)., He., Ilint. 
(^jetzt selten geworden), Pr., Ths (auch für Geschirr), 
Fach mit Tür im Schrank (iKVersam: Syn. Ganter 4 
(Bd 11 381); Schaff-Iieiti 1 (Bd VI 1654). ' Luzia, gang 
üf g' schwind uf di<^ Zuechammere". in der Sk. im ohern 
G'halt ist en Skarmiz. Prättigaijer Ztg 1918; vgl. Zue- 
chammeren-Sk. S. noch Über-b/ib (Bd\ i). Dim., kleiner 
(Wand-)Schrank GrAv., Kl., Mai., übS., S. und ItKuoni 
1886, inbes. beidseitig am Büffet (s. Bd IV 1047/8) GrV.; 
Syn, (Jhopf-. Buffet-Hüsli (Bdlll'ir>. 1719); Chänsterli 
(Bd HI 366). ,An der einen schmalen AVandseite der 
Wohnstube steht das grosse, bunt gestrichene Puffet ... 
mit seinen Skaffli (Schränklein).' .J.I()R(iER 1913. Drum 
[um einen (iast zu bewirten] lied-er Jez y'.'ichvind 
d's Skaffli vom Puffet offe" 'tu", heil en Wv'yuttere" und 
dril Wi"chrüeyli füre" uf de" Tisch y'stellt. ebd. 1920. 
,Welcher Zeichen im Rathaus machen würde, gemahlet 
oder eingeschnitten, es seige an Muhren, Wenden und 
Tischen, desglichen mit Kasten, Schgaffen oder Holz- 
legen das Huss bekümerte , . , dern Jeder soll ohne 
Gnad umb ein Guldi gestraft werden und die Zeichen, 
Kasten, Schgaft'en und Holz samht Anderm widrum 
danna getan werden,' GrD.LB. — Aus rät. ac(h)aßa (Cunradi 
193: Carisch 141: Carigiet 285; Pallioppi 643; JHunz. 1905, 
244: 1914,5. 11), das selbst dem Deutschen entstammen wird: 
vgl. Seliafflä, Sclia/t II (Bd VIII 304. 400/2), ferner Meyer- 
Liibke Nr 7965, zum Anl. die Anm. zu alcorren. 

Häs(s)-: Kleiderschrank Gr, so Nuf. P'' liiitt docit 
lieber en H. a's so eil Drucke", sagt eine Oberländerin 
von der .\ussteuer einer Schanfiggerin, Schwzu, (Chr 
Walkmeister). — Für-hiis-: Küchenschrank GrV,; 
vgl. das Folg. — Chuchi-: = dem V^or. GRHe., 
Nuf„ ObS,, Pr,, Dim, GrKL, Lii. In der Mueter Ch.- 
skiiffli han-i'''' y'lernet süfeu. erzählt ein Alter GrKI. 
S. noch Fäulen-Pitten (Bd IV 1856). — Zue-cham- 
mere"-; Dim., kleiner Schrank in der Zue-chammere" 
(s. Bdni255) GRPr,; vgl. unter Skaffen. Feryg-mer ... 
US <^m Z.-skäffh d's 'biiezt Chaclieli mit dem Rinde"- 
staub und 'Wurmmil"' ! Stä" trürd's im oberste" G'halt 
liin'^e". MKuo.Ni 1884. 

Pläder-: Schwätzerin GrXuI. — Vgl. die Synn, 
t'lifüpper-, LaJ'er-, Plauder-, Ptapper-, Scliwätz-Tänelien, auch 
Jämer-, Chvmher-Clirazen (Bd III 927), -Trunken. 

Stube"-: in der Stube" befindlicher Schrank Gr 
Nuf, — Wand-: Dim., Wands<liränkchen GrA. .Hin 



Sk. 



und wieder findet sich ein gesdinitztes W.-skaß.' 
CScHRÖTEK 1805. — G'-wand-: Kleidersrhrank GrV. 
skiit'fele": „riechen oder schmecken wie Etwas, das 
hinge im Schrank verschlossen warCJit"; Syw.fiiiiiterkiiri 
(Hd II 382); schäßelcn (Bd MII 104). 

skafTe", .'!. Sg. Pnies. und I'tc. -el : mit ,hal>eu", klaft'en, 
oll'cn stellen tinXut'. Da skaffet's, het's ffskiißet. Ks 
tuet .sk.. zB. eine oft'eue Tür. Ein Kleiduniisstück, das 
nicht gut passt, zu weit ist, l-alten maclit, tuet .vA". 

Nlif.irm zu ./a/eii / (Bd II 127; vg\. cteu Gr. WB. I V 1 , 1 138, 
Ki'il. :i : Fisi-hi'i- III IB, Beil. 2). Der in Gr liäufig:, seltener auch 
in W belegte Wechsel von anl. nk:;/ geht in Gr fast ausnahms- 
los zurück auf einen rät. Anlautwechsel »r-, rij. : c-, j/- (in Fällen 
wie (w)corar, (ii)far]iar, (fieorva, (H)(iratfer, in)ffrixi-hur, ü)ifialer, 
ltt}f/a(fia usw.), der durch Entlehnungen aus dem Rat. und sonstige 
sprachliche Mischung in zweisprachigen Gidiieten auch ins 
deutsclie Sprachgut übergriff: zur Herkunft des Weclisels vgl. 
JILutta 1923, 295 ff. Über die entsprechende Erscheinung im 
It., die viell. für W, vereinzelt auch für Gr in Frage knnuiit, 
s. Meyer-Lübke, Rom. Gr. II 626 f., it. Gr. 312 f. Vgl. dazu 
nocll : für Gr vkjiiferen (»hiitterett), .Sl:ci/'er, .Skifer, nküfzijen, 
."^Ic^Ven, »korren, .S'kutz, »katz'jen, SkriffUn, nkratßjen, Skram\ 
.Skrfttz, für W Skuflereten, .^kudla, .^kauza, 

Skeifer Gr, so I)., Grüscli, Ig., Xuf., (JhS., Skeufer 
GrI)., Griisch, Kl., Yalz. — m., I)im. -li GRÜast. (-eu-), 
Griisch: = Geifer 1 (Bd II 12!)); Syn. auch Seifer (Bd VII 
H42/3). Der Sk. iitt dijiii Tier, ira den Presteii g'luni 
hat. US '^em Mil/ iii<er (jeplätscliet GrKI. — Zum Anl. vgl. 
die .\nm. zum Viu'. 

G^-skeifer G.'-eJieufer — n.: Gegeifer (tkI). (ver- 
einzelte Angahe). — Fehler für OV/i./-.' 

skeifere" GrI)., VÜ., Xuf., OliS.. l'r. (so Griisch, 
Yalz.), Rh., -eu- (iRCast., D., KL. l'r. (so Tirüsch, Valz.): 
= geiferen 1 (Bd II 129). von Tieren und Menschen; Syn. 
auch seiferen-ia (Bd VII 343). Seuchenkrankes Vieh 
skeuferet. Die Tieri skeuferend grüie"Hch. Wen"-er iiiid 
i'/V"«/» redt, xkeiferet und »päderet-er. das'\i Ki"<'iii den 
Unirille" lilpft (jRValz. 

Skeifere» GRÜast., VD., -eu- GRCast. (seltener) — 
f., PI. unver. : geifernder Mund. Der hed albig esö en 
wiiesti Sk. 

Skeif(e)rete" GrD., VI)., Griisch, -eu- GfiCast., D., 
Griisch, Valz. — f. : = Ge-skeifer, von der Handlung und 
vom Ergebni.s-s. D'Sk. [vom Vieh] /.<? uf der lirilgi 
umiiierg'runne" GrI). 

Skeiferi (4rVI)., -eu- GuCast., D., Grüscli, Valz. — 
m.: (ieiferer. AV i.it en arme'' Sk.. von einem alten 
Manne (jrI). 

sklf, in (4uMutten -ff: heikel, wählerisch im Essen, 
von Menschen und Tieren Gr, so Av., Gast., L., Mutten, 
Uli., S., Seh., Tschapp., Tschiertsdien. Syn. ge-stift-. 
Weiteres unter .^•(7^^■p« .i/<a (Bd VII sT.')). Du bi.H es 
xk-sLiieder. Das ist en .^k-i Otrotte". — Aus rät. nc(h)i/, -v 
(Conrad! 198: Pallioppi6öI) oder it. »rhifu, die selber deutsehen 
Ursprungs sind (Meyer-Lübke Nr S()02). 

Skifi f.: = Seltseni 3a (Bd VII 878) (iitAv., L., Uli., 
S., Tscha])]). ; Syn. auch Chögi (GrHb., l'r.). En d's 
Tüukers en Skeifl (iRCast. NA'. Ita/In"' ist er magere'' Gr 
.\v. S. noch Bd IX .").0o. 

Skifer m. Gr.,A.", n. ,GrA., Eid., Jen., KL, Valz.' 
(Tsch.), bes. I)im. -H Gr„A.", Eid., Jen., KL. Kh., Tam., 
Valz.: = fT(/er, Giften (Bd II 130). Es het es Sk-li 
g'scliint GrKI. Es Sk-Ii ScJtm het's krat g'g'ä" GkKIi. — 
Mit liij'cr (ztiiit .\m!. vl'I. dir .Vnni. zu nka{}'fii) wnlil rom. Ur- 



sprungs; vgl. die Anm. Bd II 130o., viell. auch ;/li/i. .nevischio" 
im Val Maggia, kiifjn, ,iieve sollevata dal vento' im Val Bedretto 
(Mitt. von Prof. .T.Jud) und dazu Zfrl'b. 23. ÖlS. 
skiferle": ganz wenig schneien GRTam. 

Skiiff „Gr", so Chur, D., KL, Uli.. S.. ScM-iieiis, Val., 
,S'A-(f/' (iRCast., I)., Griisch, Ile., SpL, Valz., SkupfUu 
riiiirt, !>., Seh. — m., PI. Skiiff V,r\)., Ths f-i-J, Dim. 
Ski'iffli GRPr.: Stoss, Puff, so mit der Hand, dem Kll- 
hogen (in die Seite), von Tieren mit den Hörnern. 
Ei"em (mid-eme" EHbogc") e(n) Sk. (in c« Site") gafnj. 
D's Wib het-mer due en Sk. g'giin und due linn-if'' due 
g'merkt, fZns'-t'''' ni'imme'' me .sägen soll (inKI. Eine'' 
gp'd dein Andere" su es liaimli^'i's Skiiffli. MKuoxi 1884 
(GrScLs); mit der Erklärung: schwacher Ellliogenstoss. 
,Wenn auf der Alp eine Kuh der andern seitwärts etwa 
einen SA-. (Seitenstoss) gibt.' Btnii,. — Zu .sWi»;,// (Bd VIII 
1078) oder eher zu ,S(iiy)/ (s. d.) : für den Anl. wäre im ersten 
Fall die Anm. zu skorren, im zweiten etwa Stndal, Stueffen zu 
vergleichen, ff ist rät. Ersatz für j)/: .S'A-ii/)/ beruht auf neiiiT- 
licher Mischung mit dem deutschen (Irundwort. 

skuffe(n), 3. Sg. Praes. und I'tc. -cA (-edj: stossen, 
so mit der Hand, Faust, dem Ellbogen, Daumen; auch 
von Tieren, .nicht gerade in heftigem Kampfe, sondern 
sonst mit den Hörnern allerlei rasche Bewegungen 
machen, schlagen, stossen, die Hörner zsschlagen' (Tsch. ; 
Syn. gertlen) Gr, so Gast., D., Grüscli, He., KL, Xuf. 
(,unwillig wegstossen'), Valz., ,allg.' (Tsch.). Die Chue 
tuet nie st'eche", die het immer nu" i'.sk., gibt nur so 
Stösse in die Seiten GRXnf. — Dazu wdil (als Nom. ag.) 
SkiiJ'ß, Übern, eines Burschen ürTam. 

umer-: herumstossen, so von Vieh Gr, so Gast., 
Grüsch, He., KL, Valz. (Tsch.) ; Syn. chrlsen 3 (Bd HI 855). 
Enandere" u. 

Sküffla (-i-) f. : ,cuftia', Haube PAL (Giord.). — Aus it. 
dial. «Ny'/rVi. Vgl. cimbr. Skii/jml, Frauenhaube (Sihm. 1 85.5, 1 69). 

Skueffe" s. Stueffen. 

sküfzge", 3. Sg. Pries, und I'tc. -et: mit Geräusch in 
einer Flüssigkeit herumfahren (iRHint. ,Beini Trinken- 
lernen stossen die Zicklein mit der Xase in die Milch- 
schüssel hinein; nachher ti'iend-si-sieh li'.sehnüze" 
[pusten]: dieses Treiben nennt man sk.' — Wohl ver- 
wandt mit t/efften, 'jüß'len (Bd 11 129. I:i4): vgl. etwa lilffr.n: 
hl-/z(r,)en (Bd IV 1041. 1030), mfz'jm (Bd VII 370) und die 
Anm. zu sü/zen (ebd. 373), zum Anlaut die Anm. zu Mkaffen. 



Skogg-i (-0^-) PL : Dummheiten TB. (IlSartori). Maeh- 
mer net Sk.! — Wohl zu it. «corrhi. I'l. zu «,i»-c(i, Abschiessen, 
Abschnappen, Losgehen; zur Bed. vgl. Hkattmi. 

Skaja, -i( L, PL -e, Dim. Skaji: 1. (meist I'l.) Steiu- 
splitter, -schiefer, womit die Maurer lugen oder Löcher 
zw. den grössern Steinen ausfüllen \V. Syn. Scliiferen 
(Bd VIII 378). — 2. Skaja. Baumwanze, Pentatoma bac- 
carum. ebd. — .\us it. dial. «c^y« (Sauf .\lbino 1016; Moiiti 
240: Arrighi 6.51), mit Skallu, .Skull!, .Skalllla (s. dd.) zu it. 
»Kaijlia, Schuppe, Splitter (aus got. nkatja, Ziegel). Beil. 2 ist 
von 1 übertr.: dazu gleichbed. Gaja, (Inj; Bd II 199 (in WV. 
Kaji). wohl durch l;ilsi-he Worttrennung aus der Verbindung 
f/'« .s'i-fi/i entwickelt. 

Skala I (nach Schott mit .s) f.: =- Schalen III (s. 
BdVm .5.5.3) P (Schott 1842, 331), so Ri. — Zum Anl. 
vgl. die Anm. zu d-vrmi. 



Sk. 



8 



Skiila II Sl-ö-'ln. -u - f., I»im. Skö^li: Treppe PAL 
(iiuili It (liord.). — Ans it. uraln. Kntspr. rät. «rnln (Conradi 
ll):i: (jiriscli 141; Ciiripct "iSö), wozu die Finnin. ,Scala' (4r 
Tcnna, V. (tn'iipiuiartiger Wcj;: r/ih-«''' il'Sk. (nh). .l,Iürf;i>r 1H20) ; 
,Srala-SoiU'' (iiTam. : vgl. iiurh dii' .\nm. lid VIII .j:!2. 

Skalf'tte" f.: 1. a) N'ame eines alten (in neuerer 
Zeit nielit nielir lienutzten) Kriedliofs GuClinr (ancli liei 
St.); v,sl. Sk.-ChUchen (liil 111 2:!ri; ila/.u: ,Ilie Scaletten- 
kirelie, in der bloss die noch üldichen, aber jjanz über- 
ilUssisren Leiebenreden f;(>balten werden. 'ULLkiim. 17'J7). 
.Die Haar [.Klnlers] war V(in tVirneinmen Habtsberren 
und Kriegsobersteu getraficn und underbalten biss in 
die Sealetten, da ibme die Lvebpredii; ijiialten worden.' 
Si>KEOHEK-Salutz 1G37. S. nocb Bc-yrähtitusx (ßd II 099). 
— b) Platz, wo das abfregaugeiie Vieb vergraben wird 
Gh (,an einigen Orten' It Amstein). — 2. Begräbniss, 
lieiebenbegängniss (iiH-bur, Ilald., He. und It Vassali; 
vgl. auch 'sk.'-G!o,ifi (Bd II (117), -Mantel (Bd IV 343), 
-!>(Uierm (Bd All 422). I(ii) d\ zw, an e" Sk. gö>\ an 
einem Be,gräbniss teilnehmen (iKCbur. VSk. kunl. 
ebd. — Eät. ti it. naletln, kli'inc Tr(.'|ijiL'. 1 a (wonach 1 1) laid 
'2) nai-li nunci-cr YL'inmtnng davon, dass man üljer einige Stufen 
hinunter zum Friedhof gelangte, It St. „deswegen, weil der 
l'liitz ... vor Zeiten Skalettenwiese liiess"; vgl. dazu: ,Vier 
nuuiniail au wiseu, die wir hahen ze Chur gelegen von [1. ,vor'] der 
statt in Sealetten.' 1352, Mohr CD.: illinlieh 1:)77, el.d. III 297. 
.\uch sonst als ON. .Scaletta' GrD. (I'ass). SrlnjnUittn GrS. (Alp). 

Skali m.: ,scalinata', Stufenreibe PAl. (Giord.). — 
ri'-iii. iiiiiil. ^rnlin m. (Sant* Alliino 1017: .\rrighi (i.52). it. xi-it- 

lilln. Stlllr. 

Skaline" l'L; (bestelle auf ileni .\Itar. 'f Iied mit 
Meiliti'y [LBer.] iilitj ifhiniki"', '.< linl srhifr itiiiiinif' 
welle" fjö", 's iM 00" 's T'.nfn-h Ihirhi ffsiiiike", af d'Sk-en 
a/«" r/w". .TBHäfi,. ISIS (L). lt. s,«/nio, kleine Treppe. 

Skalafl'e" f.: lüirfreitagsklap])er (JuUVaz. — Aus 
eitlem auf das syu. Chla(f'<'n 1 [VA TU (i2.5) zurückgehenden rät. 
W. (mit .protlietischenr » und s>'kundareiu Vortonvokal) : vgl. 
ollereng. K-rhnlnJf'ar, -er. Lärni niacheii mit Lachen und Schwatzen, 
laut lachen (Mitteilung von Prof. CPult). 

skalaffe": sieh klappernd hin und her bewegen 
GKÜVaz. Diir Schnell ist-mer i'i/niss, tri' skalaffe" dri", 
mit Bez. auf das Geräusch des bi'im Geben beinahe vom 
l''uss fallenden Schuhes. 

skalärse" -n" „AV", so Gamjiel (""-), Vt., skäll- W 
Saas (W Sagen), Ptc. -id: (oft iiiiiIki'-) „mit sein, umher- 
scb\v;irmen'',sich ziel- und ])laiil()s herumtreiben, herum- 
lungern. [Der Tamatterhans] hei d'Arlieiter nimer la" 
arbeitii." und [ist] selber (iii<'i niiiiiiiiii" iiiiih(i'sküllarsiit. 
W Sagen. — Anscheinend eine liildung wie ijvjarwn (Bd I 4(i7 : 
wohl Aid. von einer Possessiv-Zss. 'Gvi-Arn, zu 'jlijeii 4 Bd II 
1-")1). Aller das Element «/.«/- oder (vii-II. inspr.) «käl- ist un- 
klar : vgl. allenfalls ,sV.r//i("-.SV//i' (lid \' 1 1 H i'.U ). dazu •»■hfllcn II S 
(i'.d Vlll .•>71). zum Anl. dio Anm. zu sLurn,,. 

skaliere" „L" (auch St.''); „Seil" (nach Kircbb.j: Zc 
(St.''). staliere" Ar (auch It T.); GuHe.; „L" (St.- und 
It Ineicben); (i, so F., Hb.: SciiHa., Nnk., Schi., St. 
(Sulger); „Th" (St.'), so Hw., AIü., Pfyn und It Pup., 
3. Sg. Prses. und Ptc. -t: 1. iutr. mit .haben', „spöttisdi 
sehmalen", heftig schimpfen, aufbegehren, poltern, 
zornig lärmen (und stampfen Ar). aat)0. (ohne TuPfyn), 
in L It EKöthelin; TnMü.t. Syn. futteren (Bd I 1135); 
hantieren (Bd II 147(3); räsonieren 2 (Bd \1 1286). De'- 
hat (i'staliert. leört st. (irenn-er Da" ine" wärt)! ThMü. 
De'- hi'it liit/'jlifi e'"iii(jl i/staliert: ScnHa. [Mädchen zum 



Liebsten:] h^' cha"". st.alUeri"d s' n(y-'''-n-esö, nikl eo"- 
der Iri". IIBi'Hi, 1S34 (Seil); mit der Erklärung: si)rechen 
sie auch noch so dagegen. Er hed ... i" si">^ni Berner 
Dialekt n"!/'f'antie" st.: E du Tonners Löl! JIIautmann 
1912; noch öfter. E" Jedi hat mit Schmerz de» B'richt 
[von einem durch Unvorsichtigkeit verursachten Un- 
glück] aw'' (j'liise" und //'stalliert, nie" siM doch nii''' 
f/uet Achti"!! r/c", das" nnt so Dumins passiert, (i Volksbl. 
1902. „Er iuit über micli skaliert L" (auch St.''); „Sch"; 
Zii (St."*). Es r/il'd so iriderhöruß Lül, die en eifjent- 
liclii Freud dra" liend, über iri Nehe"münsche" abe" 
(lös) z'st. L (ER(ithelin). Er het g'staliert met-mer wie 
letz GV. ,Mit der Magd konnte sie St., dass man staunen 
musste.' Pilger 1884. Er het g'futteret und y'stallierl 
(i (Zabner). lez göfs an e" Flueche» ond St., bei 
Einem, der sich bestohlen sieht. JHartmann 1912. — 
2. über Etw. (zB. eine begangene Tat, ein schweres 
Erlebniss udgl.) innerlich nicht hinwegkommen, nach- 
sinnen Tnl'fyn (l'frSclialtegger); Syn. sinnieren. (Bd VU 
1()()9); studieren. Vi:'' hat g'staüert! Da" liät-em z'st. 
if'jii". — Nliform zu .scliallieren'; s. (Jr. WH. Vllt 2095 luid 
vgl. noch ehd.Xl, KlOfi (,skaliereu'): X2, «22 (,stallieren'); 
Weig.'>S75 (,skaliereii'): Kluge 189.5, 12(> (,skalliren') : Unger- 
Khidl 568 {HtaJUeren) . ö'äl (.skallieren'j ; Fischer III 547 Uf- 
HiidVicn") : V 1 622 intnlUi-n") ; ZfhM. V 1 1 () (wiener. «/.■-, Htalirn), 
zum Weclisi-1 von »k : »i im Anl. Shnlirtten nüt Ajun. Die Sdirei- 
liung -//- hat zT. sicher nur grajihische Red., als Kennzeichnung 
der voiangehendeu Vokalkürze. 

nmc" -stal(l)iere": herumpolteru (.1, so F. (Zahner). 

Skalin f., l'l.-(/; = Skaja 1 TB. — Etym. eins mit 
Sknjn; s.d. -//- \vio iu_/V/-//a (fallen), also nicht mouilliert. 

skall u", 3. Sg. Pnes. und Ptc. -nt: beim Mauern die 
grössern Steine mit kleinern befestigen, ebd.; Syn. if-s-- 
sehiferen 2 (Bd VIII 3.so). 

Skiilli (in Wliii. tw. -/)() n. (PI. in Pcd. 1 -ini), in 
Bed. 2 ni. „W ", so Lö. (neben n.), nach einer Angabe 
in WAlliinen in Bed. 2 (für grössere Personen) Skällu 
m., Skälla f.: 1. Steinschiefer WRaron. Skällini trihn", 
maehic, = schife.ren2, schiferlen (Bd AlII 379/80). ebd. — 
2. „junger aufgeschossener Mensch", hagere, magere 
Person, auch Kind „AV"Albinen, Brig, G., Leuk, Lö., 
V. : Syn. Skiillin-Bueb (AVKippel); Skrans. 

skällinu". 3. Sg. Pnes. und Vte. -ut: = SkälVnii 
tribu" (s. Skdlll 1) AVLeuk, Haron. 

skällu": nur mit lüchtungsliest., bes. »ä/-, werfen 
WAlbinen, Naters. 

Wasser-Skala, It Lötschen 1917 -a- (?) - f.: 
Wasscraiuscl, Cinclus aquat. WLö. (so Ki])]>cl). 

Skaillia f.: ,scbeggia', Splitter P.M. (Giord.). 1(. 
«.•o.//,o; s. ,s7,-,,/o /. 

skailliu": ,scheggiare'. zers|ilitti'rn. idid. 

Skelle" f.: Nasenschleim, .auch weggescbleukerter' 
(tuD. (B.), ,ein Stück Katarrh' GitNuf. (rre)!])), .grober 
Auswurf aus dem Munde, bes. eine Auswiirflache auf 
dem Boden' (THph. (Lecbner). — Vgl. Srhniitlpr-(;,ll,-n (Bd II 
20s). zum .\id. dir .Anm. zu nknif'fn. 

Skelett, jünger Skx- (mit .s) - n.: wie nhd. BsSt. 
und weiterhin, doch nicht volkst.; Syn. Tofen-Sehidelenb 
(Bd VHl 275). Als Mask.; .Der Altstadtschreiber Z. 
[brachte] den Skelet der hl. Christiini 1725 von Rom.' 
Stadun 1819/24. - Vgl. Gr. WB.Xl, 1308: Fischer V 1426; 
ZfliM. Vlll. In der ä. Spr. auch noch .sceleton': so 1559, 
Fl'latter 1612: AKlingler 1688 (s. beimi, Bd IV 1307). 



Sk. 



10 



Skohisti s. Schofastika (Bd MII öOS). 

Slialflii, in ÜUrs. -fing — m.: Strumpfsnlilo GuMai. 
(.wenn Strümpfe so gestrickt sind, dass die Sohle 
nötigenfalls dnrih eine neue ersetzt werden kann') und 
It Vassali, Zehenstück des Strumpfes UUrs. — Zu vät. 
Kf(h)alßn, Stoft'si-huh, untcri'Ug. auch iioi-h in unsern Entld. (Mit- 
teilung von Prof. CPult). romask.-nmil. nrnljitt, pedule, calzetto 
(Monti 2-tl : An-ighi 652). Vgl. aui-h .Slca/amil (Sp. 4). 

Skaljotte" -a f.: Überhose aus grobem, weissem 
(Leiuen-)Stotf, bei schmutzigen (Stall-)Arbeiteu wie 
Misten, Füttern getragen (Syn. Fiieter-Hosen OrD.); 
auch dem selben Zweck dienende, bis zur Hüfte rei- 
chende weisse Schürze tiRÜbS. — Nach Piof. CPnlt zu rät. 
'fcaytiotta (Abi. von »ewßias. Schuppen. AMalle). wohl eisr. Hose, 
Schürze zum Schutz gegen Abfalle: vgl. zum Suffix frz. mlotte. 

Skälper m.: Meissel, Stemmeisen GRÖbS. — Aus 
rät. i,rnli,er (Cnracli 193; Carisoh Ul: Carigiet 28.5). 

skamarlerpii: = nchameriereii I (Bd VITI 767). Nur 
l'tc: ,.Tetzt ist . . . widerumb verbanden der gwünschte 
helle Tag. Blaw scamariert sicli kleidet der Tag in 
Tubin [1. .Rubin"].' JCWeissexb. 1679. 

^^konlpieI•en : beschimpfen, verspotten. .Macli diu 
sächlin. (|uiii|uid alii dicant aut faciant Germani, lass 
dich vexieren und micli sc, es ligt nütz dran, exitus acta 
probat.' lö.'jr), ThI'i.attek (Brfef an seinen studierenden 
Sohn). — Zu mnl. iiil.h)iimjten (VenlamVcrwijs VII li:10; 
Franck- 587/8): vgl. unser irhumpßeren (Bd VIII 7ilO), zur 
Wortwanderung rheinaufwärts etwa ./ei«« (Bd III 09): Srfnin;i;ien 
Aniu. (Bd VIII n:!()/I): Srli,>/,j,ni Anm. (ebd. 1020). 

Sknnipare.ja f.: .capriola' (Giord.), nach neuerer 
Angabi' ,rurzeliiaum" r.\l. 



Skälia f : lange dünne Kuh, mit liervorstehendem 
Rückgrat GrS. 

skänig (-ä-) GrS., skiiuocht GrRIi., S.; a) mit zu 
hohem Kreuz, (zu) schmal, hager gebaut, zB. von Rindern. 
aaüO. Gegs.&raci-(BdV5.öS; in GuXuf. »weh praijiiorht). 
Ks sl e" Bitz e" .sA'-j, von einer Kuh GrS. — b) .heimlich 
fett, von fetten Tieren, die Magerkeit vortäuschen' GRRh. 

Wahrseh. zu einem dem it. »'■hieiin, Rfo-kgrat, entspri'elienden 
W. einer it. MA. (Meyer-Lfibke Nr 7994); doeh vgl. aueh Schm 
(Silie'ne'> Gr) mit .\nni. (Bd VIII S:i:i;5)und die Anni.zu»A-orren. 

Kkiena f : (scherzhafte) Bezeichnung eines lialb- 
wüchsigeu Mädchens AVLö. ,Ein der Schule entlassenes 
Mädchen wird Steihba oder Sqiiiza oder Sk. genannt.' 
FGStebi.ER 1907. — Wohl aus it. Mrhitma (vgl. die Anm. zum 
Vor.), also zunächst auf hagern Körperbau gehend. 

SkaiMläl. jünger Skx- (mit .<). in 'l'B. Skdmliil — m. : 
wie nhd., Argerniss, Lärm, Gezänk, wohl allg., doch 
nicht recht volkst. Wenn d'LiU iriisxi-iul, »vV'.s- mit der 
(rschichti in der (r'iiieind stait, denn (ji^'fx denn schon 
en (jrüschehrhr" Sk. GnKl. Kaö-tie" Sk.! mit Bez. auf 
eine Liebesgescbichte. FKbers. 190,ö. /-,'.>■ /.sr7i c" Sk., 
wie-si'.'s tnite". die ]'o/ksreclif/ei: RvT.avei. IIIIH. Si het 
nl!e"i('il Sk. mit Beck und Metz(jre><. RKki.terh. 1874. 
S. noch Skuttelen. — Mit Ausnahme der auf it. unimlnln (vgl. 
piem. mal), «ennrfn/ bei Sant' .\lhino 1018; .\rrighi fiö.'i) be- 
ruhenden Form von TB. wohl i'rst durch schriftspr. VerniittUing 
aus frz. n-amlale: vgl. (ir. WB. X 1 , l:!ili;;7: .Martin-I.ienb. II 
53.3 (nur Mknwlalu-re"): Zfh.M. V IUI. 

Bier-; .austragen eines ,15ierjungen', wofür vom 
Unparteiischen Silentium verlangt wird. Bs Stud. 1910. 



Skai»(i)) ..Gu''A.. Ar., Grüsch, He., KI., L., :\Iastr., 
Seh., sG., UVaz, Skah GrD., Pr., Seh. (B.), SkapfÜR 
Chur, Skap.s Gr (St.'') — m., l'\. -ä- GRCast., He., sü. 
(Tsch.), Dim. Skä2)li. ebd.; „Käseform mit einem fein- 
durchlöcherten Boden", .eine durchaus mit feinen 
Löcherchen durchbohrte weite hölzerne Schüssel mit 
aufpassendem Deckel, der mit einem Stein besehwert 
wird; in diesem Gefäss bleibt der Käs bis zur hin- 
reichenden Erhärtung, wird dann herausgenommen und 
wie andere Käse besorgt: .\lpwort' (St.''), viereckiges 
(GuChur, I)., Pr., Seh.) oder rundes (GrA., Chur, Kl., 
L.), 6—8 Zoll weites, 8—10 Zoll hohes Holzgefäss mit 
etwa zölligen, durchlöcherten Wänden zum Pressen, 
Formen und Auiliewaiiren des aus dem Che.'ssi ge- 
hobenen Käsestotfes. Ziegers. aaO(J., Käse-, Ziegernapf 
Gr (MKuoni 1886), Ziegereimer (iR.\r., Seh.; Syn. 
fChds-jViittei-en (Bd I 1182); Chds-Char (Bd UI 420); 
Xapf Ic (Bd IV 775: Chns-NajtfGO.); vgl. (rR Sammler 
180.5, 206 (,Schgäpp' PI.); FAnd. 1898, 474 (Skäpp PL), 
zur Sache aucli ChLuchsinger 1905, 29/32. Den Clids 
in en sähere" Skuj) indrilcken. Schwzd. (GrA.). 

Wohl aus dem Rät. Zwar soll (für GrBonaduz. Räzüns. Sils 
i, D.. Trins lielegtes) rÄt.m-ap nach Prof. CPult junger Entliduuing 
aus dem Deutschen verdächtig sein ; docli findet es hier keinen 
)uutgereidit<m .\nschluss. Engad. x-rhaf. ovales Holzgefäss zu 
versehiedeuen Zwerken, auidi Rahmkübel (vgl. Palliojipi Ii43, 
ferner Meyer-Lübke Nr 79B.5). hat mit unserni W. niehts zu 
tun; wohl zu .•^rlia/f I (Bd VIII 304). Dass «cnyy etwa dureli 
Kreuzung von rät. miijt (s. (/njip, auch (ioppel Bd II 389) mit 
diesem «(■/(fr//' entstanden sein köiuite. ist kaum anzunehmen. Die 
Form Ska/if beruht wohl auf Mischung mit unserm Sriiap/m. 
Zu SkapH vgl. ; ,[Im Montafun wird beim Käsen der von der 
, Schotten' geschiedene Käse] von derselben mit der Schaumkelle 
abgeschöpft: ist er lang und kläbricht, so wird er in einen 
Skaps, ist er aber mehlieht und kurz, wohl erst in einen Sack 
getan, aufgehängt, zusammengepresst und dann erst in einen 
i'ug gebohi'ten Skaps getan ; gemeinlich ist es eine grosse hölzerne 
Sehüssel. klein zerlötduM't: darinn wird er mit einem Di'ckel und 
darauf ruhenden Stein gepresst.' Gr Sammler 1781. 

C\i'as-Skap(p) GrA., D.. Furna, Grüsch, He., L., 
Luz., Pr. (PI. -ä-), -Skah (iRPr., Serneus, Tarn.. -Gstapp 
GO. (Frehner); = dem Vor. (viereckig GrIM. : GO.. rund 
GrL.). — Zu Out- vgl. die Anm. zu SLnlii-Ihn. 

Ziger-SkajKp) Gr, so .\., L.. Luz., -Skali (iul'r.. 
Tani.: = Sknpp für Zieger; Syn. Z.-Fdsa (Gk ItTsch.; s. 
auch Bd I 1054). 

Skapiilier U Lö., Skx- (mit s) und K^iipeUerd) I'S.. 
Ss. — n., Gatapelier m. (?) U; = SeliiipHlier (Bd \\U 
1005). Vgl. Gr. WB. X 1, 1307. zum Aul. '/.(- die Anm. zu 
Skiihfllen. Die Form K^- hat sich aus der Verbindung i/'« .SV.-, 
entwii-kelt: vgl. die .\nni. zu .^7.■o/*f. 

Skoper m.: wer die (Schul-|Keinigung zu besorgen 
hat. Abwart. ,l)as mau im [dem Schulmeister] geben 
sol ze lön jerlichs von icglichem schuoler ze ieglicber 
frönvasten 4 ? phenning . . . für lön für hüenr und andrü 
ding ... und die armen scluioler äne solicliü ding, und 
scopriie sol man öch geben. Und der scliuolmaister sol 
besorgen, das der scoper der schuol warte und ir tuo, 
als er sol.' Scn Stil. .\IV. (.Umb aines schuolmaisters 
lön'). — Auf lat. svuiKiriiu, Feger, .\uskehrer beruliende seliul- 
spraeiiliebe Bildung. 

Skopri , scopriie' — f : (Schul-)Reinigungsgebülir; 
s. das \'or. — Zu lat. wopare, nüt dem Besen kehren, gebildet. 

Skorre" ni., l'l. -ö-, in GR('bur It IvNadig uiiver.: 
1. (meist emporstarrender) Stumpf von Wurzeln, Ge- 



11 



8k. 



12 



strüp)), iintoimliclics, Kiii)i'ri,i,'<'S Stiirk TIolz. so von 
Knimiiiliolz, von den Stiiiiiincii :\lt,i'r Rclipn fin, so Clnir, 
Hc, ScIis. (t(ui,; Z/i/li'lr" .S/,-oc/v'". MKüoni; s. die Forts, 
unter 7Vd.«'c-,SV7//('//)/' ( Md I\ \'A2). — "2. ungeselilaclites, 
Mnlielnilfliclies, elipr dummes Mannsliild (Jk, so ('hur. 

sk()rre(n), H. Sfi. I'ries. und Vtc.-rf: mit ,luil)en', 
hervor-, emporraireu, iihermiissij; vorstehen. ^'ou 
Kleidern, die am Ijcihe niclif reclit anliegen, unpassende 
l'allcn werten, .lilatleii' (li;l'r. (.illg.), V. (Tseh.). Das 
lldsa ijrid-iiicr nid recht, es shirrcl. Meist mit Riehtungs- 
hest., auch zsges. üs-, üs(sje(r)-. fürher-sk. (iul'r. Was 
sl:i)nrt du fissrr'^ Da shorret eii Ast us '>em tSc, us 
•Irin I Heu-J/''/(prfcr, us der Hiirdi iisser. l'Js het-me. es 
l'äekli iiss der Tsch6jie"täsrhe" iisserskorret [.']. 

Wiilirsi-h. auf (urspr.) rät. Hmlen L'iitlehiit suis ahil. «cinvvn, 
mliil. 'nrlHirren (s. (li(> .\nm. zu Srliorren Bil Vllt 1204): im heu- 
tigeii Rät. anschoineud idcht inclir n!>ch\V(!isliar. Vgl. v&t. s-flnijf' 
(iu der .\uni. zu .s7.-a/>/<), nni/ßr (zu »ftLaffen Bil VIII 822). »ir//(i 
(zu Srlii'Vni Bil VIII .5(UI), «,rol(lla (zu Srtiroten Brt IX IfiSS), 
»(OTZzi (zu S<--hatz Bd VIII lfi:!7) uaui. Der Aul. »/,■ deutet auf 
Entlehnung zu einer Zeit, da altd. «/c (»/r) noch nicht zu s ge- 
worden war (vor demXI./XII.), lässt sich aber auch erklären als 
Nachldldnng eines Jüngern Neheneinanders von deutschem s : rät. 
1)ZW. ronian. ik in Lelmwörti'rn ans dem Rät. hzw. Roman.: s. 
llie Anm. zu Skahellen. Vgl. noch Shtß\m, Skitß', Skala I, nka- 
la-rtipn, nkalieren. Sknr/c, skättei-en, nl^-rajen. Die Nhform yurrcn 7^ 
(Bd II 408) wäre zu «harren hinzugebildet nach dem Muster von 
Paaren mit Anlantwechsel »/• .- ;/ (s. die Anm. zu nkafen) : vgl. 
das entsprechende Verhältniss des syn. i/arrcn ? (Bd II 8'.m) zu 
svlmrren If < »/,•- (Bd VIII 1 10.5). 

Skorri, in GnChur It ENadig -ö m., PL unver.: 

1. = Sknrreii 1. Bildl. : [Dorfschulmeisterin ihren Gatten, 
der sich vergehlich um eine Stelle iu Cliur beworheu 
hat, tröstend:] Li(,€f/, zwei derig alti Skörri, wie mier 
sind, ka""-iiie" gwüss nümme'' guet versetze'^! ENadk; 
1916. — 2. übertr. a) = Skorren 3, auch von Knaben 
(iiiürüsch, Valz. f^yn. Lappi-CTOri, (ror/ (Bd 11 408). — 
b) wer immer für sich allein ist, allein umhergeht, in 
sieh hineiubrütet und -sinnt (inKl. ((tartmaun). E" 
armei' Sk. 

Skorri''g f.: das Skorren von Kleidern (iiiValz. 
(Tsch.). Die Sk. chnii"-i'''< grad nit Im». 

S k ü r r i ni. : = Skorri -^ o, langes, unbeholfenes Manns- 
bild GrS. Oft mit Adj.: K" tninnie'', e» rerdaninite'' Sk. 
Vgl. Skirli. 

Skorbe", -n (-ö-/ f., iu USch. (ÜSG. 17, 172) (jstorpli: 
grosser, grob getiocditener Korb, Zaine GRNuf., Ths, 
grosser Henkelkorlj USeh. — Vgl. coniask. mail. ir-orha bei 
Monti 256; Ärrighi (1B4, rät. (oliereng.) umrra, zum UAnl. die 
Anm. zu Skuhrlhn. 

Sknrfe, -ire f. (ii(.\v. (Tsch.), Skn.rf'i n. GuAv., L., 
Nuf., -»'«(-ihAv.: hauptsUehliidi dur(di Nässe verursachte 
Hautkrankheit au den Füssen (bes. in der Fesselbeuge) 
von Rindern, etwa auch Pferden, gekennzeichnet durch 
Schorfliildung und (luergehende Hautrisse mit üblem 
Geruch, Mauke. — Zshang ndt der Sippe von .S'rluirjf (Bd VIII 
1247 ff.) liegt nahe (vgl. zum .Aid. die Anm. zu nl^urreti): doch 
bleibt das iid. n- und iler (ülirigcns hi-nte abgelehnte) Ausgang 
-c luiklar. 

Skai'kiUia f.: .catarm crudo espettorato' PAl. 
((iiord.). — Vgl. AIS. I 172; M.vn-Lübke Nr 47.52 ll.-ra/.). 
sowie »hraf/i/en. 

Skarlaf.. Pl.-c: Preisseibeere, Vaccin. vit. id. \VV.; 
Syn. (irlfflen I (Rd TI 722), Skrifflen-, auch Skizkn 2. — 
Zum Folg.? 



Skarlal n.; = Srhnrhwh I (Rd VIII 12öS) WV., 
glänzend rote Fleis( lifarbe, bei einer (ieschwulst W 
Zeueggen. , Dieser Mensch hat ein Aussehen wie ein 
Sk.' Ilihscli ii.nd glatt nie-n-es Sk. sind die Kggcr 
(xselle", hilisrh und fin niies^un s' .st», u-enn-si u-ihu" 
n-ellu.ii.t. Vers auf die Zenegger. F(iSTKBi,KU 1921, 119. — 
Aus it. (mail.l «farlat (Arrighi (5-54). Her unbest. Art. erinnert 
au mild, c/n vor Stoffnamen. 

Skarlatta f.: = Scharhicli /2 I'Al. 

Skarleny. m., Skarlenza f.: Durchfall (ihV.; nach 
einer .\iigalie .eher selten und meist nur spasshaft.' — 
Ktym. V 

Skirli ni.; lauge, dünne (au(h unbeholfene), meist 
jugendliche Mannsperson (iKlIh. Das ist f'ri en Sk. 
Gew. mit Adj. E" grös'^er, lengc Sk. GKSjd. Du hi.H 
doch en armer ,s'J-. .' ein gar unbeholfener Kerl GitNuf. — 
Zu Skiirri (s.d.): dncli ist die Entrundinig autfällig. 

Skarniil/,, Sker- (auch (tkRIi., S., Val. und It St.'^) s. 
Sfhiirniil: (Iid VHI laoi). S. noch Skaffen. 

Skorpion C~, iu öch und wohl auch sonst ""') Bs; 
(ii{, so ])., S. : ZO. (jünger Schkx-), Stdt {Sk^- mits) und 
weiterhin, Skorpiö" GrV.; G, so T.; Ndw (Matthys); ZWl., 
Storpiön AaF.; Bs; BBe., Gr., G., Twann; L, so Ber.; 
ScH, so R.; Ndw, Storpiö" AaF.; ApK., St.; L (JRoos); 
Tu, so Hauiitwil, Schönh.; Nnw (Matthys); ZHomhr., 
(;.«c/jo/2«V)/(BsStdt (einzelne Angabe), Sk(u-p (in Bed. 1 b) 
ZKilchb., Ötw., Storp (in Bed. I b) ZWl., Zoll., ,schorp.' 
äSpr. — m.; 1. wesentl. wie nhd. Skori)ion. a) als Name 
des Tieres, a) eig. ,Manglet-er nüt Oppis z'krameuV 
Ich hau wohlfeile lebendige Scorbionen und Scorbionen- 
öhl.' B Kiltsiiruch ; vgl.: ,Storpionenöl ... war früher ein 
viel verbreitetes Volksheilmittel gegen (L)uetschungen, 
Geschwülste [usw.].' L (Schürmaun), dazu Gr. WB. XI, 
1329; Schöpf 677; Unger-Khull 597; Fis(du=r V 1427. 
,Wer mag vor zwein zungen gestauV ... Si tuont also 
der scorpio, der lecket vor und ist ouch vro, so er sich 
balde riebet und mit dem sweife stiebet.' Boner. ,Scor- 
pion, ein vergift(ig) tier, scorpio, scorpius; vom scorpion, 
scorpionius; vom scorpion (,scorpio.' J'ris.) gebeckt oder 
verletzt, ictus a scorpione.' Fris. ; Mal. Bildl. ,Won 
unser herr Jesus Christus uns den gewalt geben hat, 
daz wir trettent uff die schlangen und scbor)ien, daz 
sint bös gedenk.' "Waldrehel 142.5. S. nncdi BdlV 171t)M. 
— fi) uueig., Üegelliafter Knabe AaF, De hi.'it e" rechte'' 
Sk..' — 1») Sternbild des Tierkreises, wohl allg. In 
allerlei (auf Erfahrung, Aberglauben beruhenden) 
Regeln mit Bez. auf den jeweils 2 — 5 Tage umfassenden 
Zeitraum, während dessen der Mond in dem Zeichen 
steht; vgl.: Lueg nit uf Stier und Skorpiö" (St-J, nif 
din Verstand muest n-alte" lö"! G Kai. 1865; Th Ztg 
1902 (LS58, THSchönh.), ob Chriihs, öh Fisch, Ob Stor- 
Ijiö", frög Dem him Pflanze" NM derncy-''! JRoos 1907, 
ferner Alpenp. 1872, 82. 56. 124iö. Wenn man im Sk. 
die Haare beschneidet, so bekommt man keine Zahn- 
schmerzen (üoT. Meist als ungünstiges Zeichen. Im 
Sk. geborne Kinder haben Anlagen, gifti.g, bös, ver- 
leumderisch zu werden L; ZO. Ö. noch ab-ge-schlossen 
(Rd IX ()9(i). We""-nie" im Sk. d.' Seinem metzget, so geit 
der Speck im Hofe" z'ruck (inD. (B.), S. .Wird er [der 
Speck] dann giftig, wenn das Schwein im Zeichen des 
Sc-s geschlachtet wird'?' B Hisf. Kai. ls45: s. den An- 
fang Bd HI i:!16o. Heu, das im Sk. gemäht wurde, 
bleibt '.'rün (iHTenna, wird vom Vicdi ungern gefressen 



13 



Sk. 



14 



ApSt.; GrD., S., Tenna; GoT. ,Iin Sk. sollst du nicht 
heuen, sonst wird die Kuh das Heu nicht fressen' 
GlH. ,Brtuern, die . . . im Zeichen Sk. [nicht] in die 
Made gestanden wären, weil sie sich's nicht ausreden 
Hessen, das Heu werde itallenhitter und durchaus un- 
,geniessl)ar.' Ai- Volkslil. 1S31. S. noch Alpenj). 1872, 
125. ire""-/«e" Mist a"lei(l im Sl.\, firsni-iKl Ki'o-m 
it'Chäe (Vs Heu iiiil (inl). (B.). Düiiiren im Sk. he- 
wirkt Ameisenhaufen in der Wiese (iuV, (.Lliirtter 1918). 
Im Sk. soll man weder anjitianzen noch Rehen schneiden 
ZAnd. M'e""-iiie" im .Sf. Bere" He«( [einheimst]. ('Iu-me"(ls' 
herti Jiende" ölier TuHauptwil. Im Sh. iarf-me" nit 
Bliwhte" atrauffe", nit llirdupfeJ Merke" (inS. We»"- 
mu" (V Hä-döpfel im St. xteckt. so u-erde"-ii bitter BBe., 
Gr. ,Im ,'<ti^"ljück, im Chrehs und im St. gesäete Biiehleni 
... ge" numenes (r'flsel." Bärxd.1911. /<•'' haii-en [einen 
gut geratenen Wein] ane"t'aJh nid im. ()hxi<''<yänt ah' zöge" 
und aw'' nid im St. AHriiOE.NB. 1914. De>' sc}iu-lne>'d 
Sk.. Zstreii'en der Ahnahme des Mondes mit seinem 
Eintritt in das Zeichen des Sk-s, eine als hes. ungünstig 
geltende Stellung ZHomhr., Kilchh.. ()tw., \V1., Zoll.: 
vgl. Bd IX 19IS, ferner Stiereu-Nthr (Bd IV S83). Im 
schir-e» Sk. tat de'' Vatter nie Xiit (/"rüste" ZHomhr. lui 
schir-e" Sk. soll man nicht Frucht säen. Bohnen stecken, 
pfropfen (ZUtw.), nicht Rehen schneiden (ZKilchh.). 
därf-me" kei" Güllen use"tue" (ZWl.). .Den 19. Meien. 
an einem Mitwuch ... in dem Zeichen des andern Tags 
des Sc-s gehar mein liehe Frauw mir der fünfte Sun.' 

1655, U Tgh. ,I)en 2s. Herhstmonet hatt X Hagsamen 

geseit, ist damallen in dem Zeichen Storhyon, in Er- 
wartung, wie es werde Frucht geben.' 1687, BBannwil 
Chr. ,I)ass man die [X'elken-]Schösslein im zunemmeu- 
den Mond impfe, wann er in einem wässerigen Zeichen 
lauft, so viel Füsse hat, als da ist der Krebs, Sc' EKöxi« 
170G. S. noch Bd ATII 814u. (Durch- SchinJ. 1736o.: 
IX 1918M. — 2. Schildkröte. ,Tartuca, schorp.' Yoc. 
opt. — Ahd. irurpim (.A-kk.), »cor;« (Ahd. Gl. III 202, 9: 
al. XII.) in Bed. 1. nihd. sc(Ii}orpum, ncih)orple) in Bed. 1 und 2 
(auch f. n.)_: vgl. (Jr.WB. IX 1582 (,Schorpe'): XI. 1325/8 
(,Skorpion'): X3, 421 (,Stü[ij(f), Storpiim'): Martin-Lienh. II 
615 (.Storpiun): Sthni.-' II 470 (.S'rhurp) : Schöpf 677 (Skur/nnnl. 
715 (Storpiion)): Fisrhfi- V 1117 (Srliurj,). 1427 (.*ur//io") : 
Wander IV 588. zum Anlaut .■^/.•iibellen not Anm. .Stnrpio, -biu, 
auch 1745. AaJ^n. Dr.rfli. Z Bih. 152:i|1868 hat überall 
,scorpion'. 

Mar-: 1. = dem Vor. 2. .Tartuca, merschorji.- Voc. 
opt. — 2. Fischname, Drachenkopf, Scorij;ena porcus 
und scrofa. ,Scoi-pius maior, ein grosser meerscorji, 
ein grosser meerscorpion oder scorpfisch oder ein roter 
meerscorp ... Scoqiius minor, der kleiner meerscorp 
oder der schwarz scoriitiscli.' Fisciiu. 1563; später: ,des 
... meerscorpen', ,von den meerscori)en'. — Varl. (ii. WB. 
VI 1859: X 1, 70 (.Sceskorpion"). 

skorpiönisch : dem Skorjiion angehörend, ent- 
sprechend. ,Scor])ionius, sc' Denzl. l(i()6, 1716. Bildl.: 
.[Zwingli schreibt Büchlein mit] füchsin angsicht und 
sc-en aaten.' S.\lat. 

skars GnXuf., skari GRSpL: (zu) kiuijip. kaum. Il'er 
sind (vilj sk. (mid ^em Heu, Esse", Trinke"j. Sk. 
misse". Du g^st-mer d's G'uicht sk. Es gi''t's .sk., reicht 
spitz gemessen. — Mit cimbr.-hiscrn. «/.«n, karjc, geizig 
(Sihin. 1855, 169: Zingerle 1869, 51) zu rät. H,-ar« (Conrad! 
194: Carisch 142) oder it. Hcamo («carzo). 

SkartGRChur:Xnw(I).), S««r«\üw(-«-ltMatthys). 
Gstart ScHwE.: Xnw (-«- It Matthys): Uw, Gstät LBer. 



(RBrandst. 1883) — m., PI. Gstärt'Hiiw (-a- It Matthys), 
Dim. (in Bed. 2) Skärtli Z (Usteri): 1. ;i) bei gewissen 
Kartenspielen, die weggelegten oder beim Verteilen 
(verdeckt) beiseite gelegten, zum Auslaus<-h bestimmten 
Karten (iRChur; s. auch Sclie/Ien-Sk. Das (für den 
Spieler vorteilhafte) Fehlen einer Farbe im Blatt Xuw 
(im Tr(/gije"-Sj>il). E" (rst. iiiaclie". Karten so weg- 
legen, dass eine bestimmte Farbe fehlt, ebd. /<'' hau 
e" G.it.. ,ieh habe in meinem S]]iel zH. keine Karten 
mit Rosen (und kann also, wenn eine solche ausgespielt 
wird, mit Trumpf steche", statt l-'arhe bekennen zu 
müssen).' ebd. R.\.; .Feinem den (ist. legen', sagen wo 
hinaus SciiwE. (Ochsner); vgl. skarten Ih. — I») uneig., 
Absicht, Vorhaben Uw, so It Matthys. Eppis im Gst. 
ha", f'üere", ,ini Schilde führen'. Der Xapolion hed 
giriss am meiste" Ostärt (Matthys). — 2. Xame eines 
Kartens])iels, ,Skat' Lf, so Ber. (RBrandst. 1883); Z 
(Fsteri). Me'uend e" Gst. mache" L. [Im Wirtshaus] 
sv's Skärtli mache". Üsteki 1853. - Ans it. ».■<,;■>„, beiseite 
geleirte Karten: vfrl. Gr. WB. X 1. I:!ü8 (,8kaf) : Selini.-' II 482 
iSratt) ; Si'höpf 677 (S/.itrt) : Un^'er-Khull 597 (.Skarlinll : Fischer 
V 1426 (.Skarr): ZfhM. Y IUI (wien. Sl.;,t). zum Anl. .S7.-a/.f««i 
mit Anm. Verbreitet in der Fr)rm St-at, .'<l.-/_al (mit «) für das in 
neuerer Zeit von Deutschland her bei uns bekannt ge wordene 8piel. 

Schelle"-: Kartenspiel, bei dem die 3 Sjiieler von 
den 28 Karten je 8 erhalten, die restlichen 4 im Skart 
bleiben und bei dem Schelh" immer Trunijjf ist tiuChur: 
vgl. Sch.-Tapp. .Schällescart.- XVIII., ZWth.. ohne 
nähere Angabe. 

skarte" gstarte" GSaL.: SchwE.; Xdw (-«- It 
Matthys), gstärte» Ndw (s. Bagät Bd l\ 1052), (jstäte" 
L (RBrandst.), 3. Sg. Pr*s. und Ptc. -c( : 1. entspr. Skart 1. 
a) gewisse Karten weglegen Xuw (Matthys). — h) un- 
eig., ,zuweg legen, planisieren' SchwE. (Ochsner). — 
2. Skart (in Bed. 2) siiielen Lf; GSaL.f (mit 72 Karlen). 
Me<' hend gester lustig 'gstütet L (RBrandst.). Die 
ZuV" liind ... mit im [einem alten Hauiitmann] miiesse" 
... zum Zitvertrib spile" : trogge". cltei.teren oder gst. 
Albr. 1888. — Vgl. Gr. WB. X 1, 1308 (,skaten' unter ,Skat'), 
zu 1 b HküHieren. Modern nhätv", nL-^ate" für das ans Deutsehland 
eingeführte Spie!. 

skart le" skdtle" L (ERöthelin), gstärtle" Xnw 
('Matthys): = dem Vor. 2; an Sonntagnaehmittagen hei 
schlechtem Wetter von X^achbarn gespielt L (ERöthelin). 

Skart^ke", „Skardecke". Skardegge". Skardeckete"'' 
— f.: = Scharteke" 7 (s. Bd VHI 1310), „ein altes Buch, 
meistens schlechten oder elenden Inhalts, dick und 
bolstrig eingebunden" (St.-). .AltegebletzteScartegklin.' 
R( vs. (Br.). .Das Publicum würde die kostbare Zeit und 
das Geld verliehren, welches es auf eine Scarteque 
wenden möchte.' Diso. 1721. — Vgl. ür.WH. X 1. I:?n8; 
Weig.^ r)><l. zum .\nl. die .\nin. zu .^'knlteVen. 

Skiirw^i ni.: Hirschkäfer. Lucanus cervus GnThs; 
Syn. Gold-Schruter (Bd IX 1701). — Aus dem Rom.: vgl. 
Meyer-Lübke Nr 7658 (.searabaeus", .searalaius"). ü'w rät. 
Formen (dnml.. rhäz. irttrvntif, -ett/, obw. ncurcaz;/) liegen etwas 
ab. -H-<-,i- im Vorton. 

Skarzlu (-d^-j f. : äusserer Lappen der Tasche TB. — 
Aus einer dem it. «<<ir«e?/<i, Geldtasche, entspr. Form einer tess. 
,MA.. wo r(» < r« häufig ist: vgl. auch tkari. 

ske-'rziere", 3. Sg. Pra;s. und Ptc-^: scherzen TB. - 

.Vus it. Hvfterzare: \'^\. nr/i^'rzen (Bd VIII 1317). 

i^kor/ (-Ö-J m.: (auch Harz-Sk.) aus einem recht- 
eckigen Stück frischer Tannenrinde bestehende, mit 



15 



Sk. 



IC, 



feinen Tannenwurzclfasern nilcr Zweifreii ^jenSlite 
Tasche, in der das 'i'annciiliaiz im Sommer (von Hirten- 
Itnaben) gesammelt und dniin an die Bauern verkauft 
wird (Jid'r., so Srlis (auch ll AHlr. 18i»7). — Zu rät. 
Iizw. it. ».v.,-;.!, Hiliiic, mit (li's.-hlci-litsuci-liscl wi« lii'i Srhnrx 
(Bil Vlll 1:11S1, sc.wii' .inilii-. .•n7.-..;-« IM., UMiiiiis.'lnviirti- (Sclini. 
IS.-,.-,, ICü). 

Skorzane'ra (ii<(Miur, Storsoiire" UwK., -i'iri \i 
(UÜraudst. 1900), -dri Bs, Sf/dysscner Blns (Biirud. 
li(14) — f., doch gew. im koll. I'l.: Schwarzwurz, Scorzo- 
uera hisp. — Aus \t. «citi-zimi-ni bzw. frz. «™r«uiif ;■<? ; vs'l. Gr. 
\Vi;. X 1, 1:530 (,Skiirzoncr«'); .\:), 447 (.StörzL-iicr') : Martin- 
l.iriili. II .i«:! (,S7,'-); Fis.'li.T V 1427 (.SV,--, St-), zum Anl. .SV- 
ilir Aiiiii. ZU Sl.-cihi'llru (il.icli ilüil'ti' auch Anlehmuij,' an Slorzen 
im S|jiil,- sein), zum musI. -/ ,t«:i iinlimlri (Bil I 442) nntl ilic 
Anm. zu .s'„/,-,- / (l'.,l VII s(;2). 

Sküsa \V, so luden i-ii-j iinil It 'l'schcincn i-iii-). 
(jsclitjäxii W — f.; Ilurchfail hei Menscli und 'l'ier (zB. 
Hindern). L'r hat c" ,S7,-. Winden. Die ivuli liat die ,S/,'. 
W ('l'sclieinen). — Wnlil ci;;. mi liülliinh' Bezeichnung und 
cius mit Skiixen (s. ilii' l'iili;'. (iiii|,|ii'|. Zum Aul. (Ixrlni- vg'l. die 
Anm. zu ShmUn. 

skfise" skuisK" WLii. und It 'rschciuen, (ifrliiiiisK" 
W, 3. Sg. Prses. und I'tc. -itt: Durclifall luüjen; nach 
einer Angabe selten. 

S k fi s e r (-)(.-, -■«/- /) : = ShTi.fK \\, auch It 'l'scheinen. — 
Zur jühlung- vgl. Srliu^wr (Bd Vlll l:',47). 

skiisiere", 3. Sg. Vvxs. und I'tc. -/.: 1. entschuldiaen 
TB. — 2. an-, hingehen, passieren (tkV. ii'.s akiiniert 
lur'i. Für (las Jär skiisieri-er [ein (iehrauehsgegenstand] 
Hdii'. Jez cha"" die [neu hergericditete] Segcsse" birum 
für e" WH lik. J.Iörukh 1915. Kppen la" f>k. — Aus it. 
Hilmare bzw. rät. urditihur, -i-r, beide auch in Bed. 2 (Sanf Albino 
l():jl ; Monti 261 : Anislii r>(i7 : Piillio|i|ii «Gß). Zu 2 vg-l. »kü«en. 

Skfise", -«. Gk, so ('hur, KL, Rh,, S, (ss-), Sehs, 
V,, Skisa GRVal,, Vers,: I',\L — f„ I'l, unver,, Sküsi f. 
(in Bed, 2) Gr, so He., Ig., I'r., Seh., I'l.-c»c": l.a) rechts- 
giilti.sje) Entschuldigung, lies, mit Bez. auf das Er- 
seheinen vor (iericht (zB. als Zeuge), hei Gemeinde- 
versammlungen udgl. ,[r)ie als Zeugen Aufgehotenen] 
sollent ... gehorsam sein und erschinen, usgenommen 
gwichtige Sehgüsse. Und wo gemelte Kundschaft un- 
ghorsam ist und nit erscheint und sich doch kein 
Sehgüsse eriind, so sol solcdie un.gehorsame Kundschaft 
des selliigen habenden tnagsgerichts Costung abtragen.' 
1(150, GrS. , Welche Herren under der .ganzen über- 
keit,dieein wäderen Part rächt Vetteren oderSchwägeren 
wärent, die sollent abträtten ohne witer Heissen und 
einmal Schgüsse haben zon [!] Zügen oder Urteilen.' 
ebd. ,Die Gmeindsmanspersonen, welche 14 Jahr und 
elter seint, [sollen] an die (imeind da gegenwardig kom- 
men und erscheinen (vorlndialten wichtige Schgüsse).' 
IGüO, ebd. — b) Ausrede, Vorwand (in, so Chur, Rh., 
S., Val., V., Vers.; PAl. (tüord.). Ihts ist nw en Sk.! 
GRNuf. Hest en Sk. ':' ebd. Er lied immer dere" Sklse" 
GRVal. Ex hat Einer d'Sk. n-'aj z'yö" (jrS. Etw. zer 
Sk. hä", filrrje" uii. (irV. [Der Schuh] hed-me [ihm] 
söße" zer Sk. diene", irenn-er eiiii hniclte" .si/ti, mit Bez, 
auf ein Alibi. JJor(ier 1912/3. Skuse" mache'^, Um- 
stände, Flausen, l'a.xen GrKI. ÄcIi. mach iez do''' kei" 
Sküse"! zu Einem, der sich sträubt Etw. anzunehmen. 
2. Sküsi (oft PI.), sclierzhafter, sonderbarer, törichter 
Einfall, lustige (tescliichte. Plrzäblnng (in. so He., lg.. 



Pr., Seh. l)'s Aiini iiiitess tri mlfl'r Sk. der Bi'ieli liehe" 
vor Larlie". MKcoxi 18Hfi/7. Er häd dere" Skäseiie". 
macht solche S])ässe (JRSeh. J)er liii/l (ferfif/etj Sk/isene". 
sonderbare Einfälle (Tsch.). M'a-er noch im.i TusI g^si" 
ist. hed-cr nlhit/ iittes Sküsene" ifferr/f/et. MIviiONi 1884. — 
Aus it. (dial.). r,^t. iirlli)nm (R(mi. Fcu-schungen :!2, 414/.5). Zur 
Fnrui auf -i vgl. mit näberm Anschluss ans Frz. KH-tiii f. (PI. 
-nw"), Ausrede tirUVaz. (Tseh.) und dazu ,-.-;/ii«i (Bd 1 (J22). 

ski'lse" ,skisi(": far senza, aver a. siifticienza' PAI. 
(Giord.). Aus it. (dial.) «■ü«.'), -,~ (Munti 2C,1 : Sauf Alliiue 

10;!1); vgl. KiniHlemi 3 mit Anm. 

Skiissiö" ({rV.iGrMIiI. 1915), Skiissiöii „(iR"VaIz. 
(Tsch.). Skiisiöii GiiSai. — f , : „t'oncurs der Gläuliiger", 
Rechnungs-, S<huldenruf, In Sk. (jCi". fallieren (iRXuf. : 
Syn. skiiisiiiiiiereii. .Wie man sich in Austeilungen oder 
Seussionen ,.. zu verhalten.' (tr Erbr. (.Erbsatzungen 
der Stadt und des Hochgerichts Chur'). S. auch Schulden- 
J{iie/j{Ht\ \1 (i89; noch Gr Ges. 1827). — Aus Kleichbed. 
rat. ».■«■<M»,i (I nuindi 201 : Carigiet 2H!I). 

sküssion iere": fallieren (iiiValz. (Tsch.). Er lied 
skliss/iiififrl. 

Skiis IIwK., C/.s'</i.s'.s Scuw (l'asu. bsd'.i), Ski'iserXnw 
(-i-J. Skitiser II \y, (Tstuiser UwE. lu.: = nhd. Sküs 
(Skies, Ski), neben Maml (frz. moiide) und liatjnt (s. 
Bd IV' 1052) eine der Hauptkarten im Tarock (frz. mat), 
gew. mit dem Bild eines Hanswursts (der in WLö. einen 
Nachtto])f an geschultertem Stocke trägt; vgl. Skuiser I 
unter Sküser). ,1m gewöhnlichen Troi/f/Kn sticht der 
Sk. nicht, ist aber beim sog. Tappen (s. d.) der höchste 
Trumi)f' VV'Lö. Ein Geistlicher soll gegen das S)uel mit 
dem Vorsi)rnch gepredigt haben; Heraus mit Mund, 
Sk. lind Buijall ebd.; s. auch Lötschen 1917, 14 (wo 
,Munn, Schk. und Spagatt'). Bildl.: dedtreder iril/ sl" 
der Gst. [:NüsJ; scho" sit Kains Zite" int und breit 
will Jede'' der Erst s%" und nid der Zireit. Scnw Kasn. 
18G9. — Zum Folg. gebildet. 

sküsiere" gstüsiere" ,SeHw ; Zo' (Drithen), stiisiere" 
ScHwE., 3. Sg. Pnes. und Ptc. -t: auf Etw. (geheime) Ab- 
sichten haben, jiassen. Uf Eini [ein Mädchen] st, 
LiENERT. — Aus frz. e.fniner oder it. (dial.) Hclhar, zunäebst 
als Ausrtr. des Kartenspiels: vgl. ,skisieren' I)ei HSehrader. Der 
Bildcrscbnuick der deutschen Sprache " 408 ; Sanders II 1 1 1 2 '' ; 
Kluge 1S95, 12(;; Weig.5877: Fischer V 142«: Zfh,M. Y HO, 
zum Anl. ,S7.yi/,^//,'/( mit Anm., zur Bi'd. >ihtrt<-ii 1 h. 

sküsse" .Schlüsse" : parvi pendere, negligere.' In. B. — 
Lesuug sieher. Zur Sippe von nkiwieren (s. d. Bed. 2, hu'uer 

nhüseii ) ? 

Skat, in WVt. auch Gschyat (-d) — m.: Neckerei, 
bdsliafte Ans])ielung VV^Lö., Vt. - Zu (Iki-Iii/- vgl. Skuclla. 

skatte", -«", 3. Sg. PraiS. und Ptc. -o/: (auch »(.«-.sÄ'.) 
„scheren, necken", (aus)spotten W um Brig, Lö., Vt. und 
It St.; Syn. kojonieru" (W; vgl, Bd IH 191 u,). Er hat 
das Sk. zum Bruch. /'''' lä"-mif'' nit yerii" sk. Schi 
helnt-nii f'er guet üsg'.skattot. — Viell. zu it. scattare, los- 
schnellen, -schnappen, -fahren: vgl. .S'/-oi/(/i (Sp. (i), doch auch 
piem. ti/ate (Saut" Albino 1048: canaves. »«rfer), durchstf^bern. 

skathaft: gerne si)ottend, spöttisch W um Brig, 
Lö. Es sk-s Mannli. 

Skat(t)ele" GrAv., Gast,, 1),, L,, Nuf,, Pr, (allg.), S., 
Tarn., Val., \'., Versam, Skatle" GrAv., ObS., Val., V. — 
f., PI. unver., Dim. Skat(t)eU (iRA\.,\., Skai(t)elti Gk 
('ast., D., L,. Skadelti GrOIiS,: (hölzerne) Schachtel, 
lies, für Zündhölzchen (Syn, Ziiiid-h(il:ti-Triickli): vgl. 



17 



Sk. Skl- 



18 



Sk.-I'oppeii (Bd IV 1424). E« Sk. ZündhölzU, Wixi. 
U'sliühsche Metiwr, wa d' f Guetjär ähercho» liest, leyg 
ordenlif'' in d'Sk..' MKroxi (GrScIis). 7?.s' ixt fast Uechtei: 
e" üffiü Sk. vülli Flöh z'hiiete» ah c" Seliiippc" (reinn. 
.TJöRGER 1918. D'sTrutti hed ... iif d'JJnrhur und. uf 
rf'.s Cliappcli ah ifluecit, ira [= die] iric chHni t-ikatteli u>i.d 
M Urteil ätti im t/räenc" Mntt in der Saune" g'leye" .lind. 
ebd. I02O. Audi von einer Blechliiichse: Di" Jiiicbe" 
sperrend duHn<^e" wf der Str<i,s-i en Sk. uiiimer und das 
mat'liet dernen iiellische." Skandal GkKI. ,H scateli mit 
zuckererbs.' 14!ts, ZKli. ,[Jiilius C;vsar war] so ufrecbt 
und fii'ossmüetiy, dass er ain scatlen mit saiulbriefen, 
die im zun lumden konien und von seinen vigenden 
. . . gescliriben warend, nit uf'tuon noch lesen wellen, 
sonder von stund an bat verbrennen lassen.' Vau. 
,8 Scatellen mit allerhand Confect.' 1 (i05, DHess 1818. — 
Aus it. Kcatiilii lizw. (bes. für ilie FiiniK'n (ihiiu Mittelvi>kal) rät. 
ifdOatlDla (Ccinraili 19-5; Carisch 142; Carigift 2S7 : Pallioppi 
(i4:i): Vftl. fir. WB. X 1, 130.8: UnKCr-Khull .597 (Sl.-at,-l), ferniT 
Sriiachden, .SrIintM (Bd YIII 148/9. 1497). Einmal fui' GrPr. 
angog(^benp (an sicii unwahrscheinliche) Län^e ilcs Vokals wird 
abgelehnt. 

Fazzelet-: hölzerne Schachtel zur Aufhewahrunji 
der Taschentücher Gii.\v. (l'sch.). - T-Arik- Skatida: 
,tal)acchiera', (Schnupf-)Tabaksdose PAl. (Giord.). 

skätte" y,sketten: mit jhaben' und ,sein% iilatschen, 
von Flüssigkeiten W" (St.'). 

skättere" -tru", nach andrer .\ngabe (isclujiiltru": 
spritzen \V; Syn. skitzen. — Viell. zu Wsi-Juitteren (Bd VIII 
1497/8); vgl. ziun Anlaut Sk-mlla, skorren mit Anm., mr Bfid. 
aurli ftlschltilerrn (ebd. 284). 

umha''-.s7,v7Hj-Mn: umbers|)ritzen \V. 

Skätte rete" bzw. Gschgätterete" — f.: Kegenguss, 
Gewitter W, so V. 'sWetter isch' na^'' nit ratsch [1. räi.s': 
s. Bd ^^ l.'JlilM.], CS tuet asö iitnha'ni'bliitschti" and 
firsieii r/iif's no'*' am Äbi"y ainuin e" Sk. FGStebler 1921. 

!Skot(f)i PI.: blaues Wollenzeug. ,I)ie sämtlichen 
Kinder beiderlei Geschlechtes werden gleichförmig ge- 
kleidet, nämlich die Knaben in blaues Tuch, die Töchter 
in blaues Wollenzeug, Scoti genannt.' Z AVaisenhausordn. 
1820. S. noch Saijen (Bd VII öOb). — Aus it. (dial.) «rafi 
PI.: vgl. luail. (Cherubini), ])ieui. (Sauf .\lbinii) K,;ot(tl, ,sa,jetta, 
specie di drap|iu spinato di stanie', dazu unser si-.hoUiach (Bd VIII 
1528), sowie .IHübner 174« II 18Ö8 (,schottländische Waaren'), 
ferner Gewebebezeiehnungen nach dem Ursprungsort wie .Arran 
(Bdl:i86): ffm.;««./ (Bd II :!(!:!); '■/,.i/f«e/, (Bd III 24(0 ; .Wa«- 
«e«(«- (Bd IV -i-ih). 

Skottia PAL. Skattjn (mit hellem a) Pllinia — f.: 
= Schotten (Bd VllI I."):il), ,siero della ricotta' (Giord.). 
S. auch Bd VlI I()G3 u. (wo Skottju zu lesen). — Mit Laut- 
orsatz {-1j- für -iX-) ^^^ lonib. (valses.) «com ; vgl. auch rät. Hcotfhia 
(Oonradi 2Ü0), sowie die Anm. zu Schritten. a\icli Sli-ntn bei Schni. 
18.55, IC9; Zingerle 1869, 51. 

sküttere": klatschen Gnllint.. .Nut. Nbfonn /u 

Sküttere" f.: Klatschbase, ebd. 



skntsclien : =schiriHffen 2^(ßd IX lilTli). ,1'm ... den 
l'lacbs von den noch anhängenden Teilgen der Kinde 
zu reinigen und seine Fasern zu trennen und ge- 
schmeidig zu machen, wird statt des Heclielns ... eine 
andere Behandlungsart empfohlen. Das dazu nötige 
Werkzeug wird das Skutschbrett sowie die /Vrbeit selbst 
das Sk. genannt. Das Skutschbrett ist so eingerichtet: 
Auf einem horizontalen Brett oder Fuss, welcher l'/z — "2 
Fuss lang, 1.^ Zoll breit uiul y> Zoll dick, wird ein 4 Fuss 
hohes, I.'j Zoll breites und gut "ji Zoll dickes, aufwärts 
etwas schief stehendes Brett befestigt, an welchem 
oben ein tiefer, sehr glatt ausgeschnittener Kinschnitt 
oder Zarche angebracht wird. Ausser diesem hat man 
noch eine Schwinge [s.Bd IX lüTl, Bed. 1 cJoderSkutscli- 
griff, welche wie ein Messer gestaltet ... ist.' (in Sammler 
1782. — Wohl aus einem dem frz. (-nnnher (Meyer-Lülike 
Nr 2999) entsprechenden rät. 'ikiU^ar. 

Skiiii/ii Gsrlifidiiza f.: = Skiidla (Sp. 3) WV. — 
Zu i)itii:^<-it (Bd II 500, unter iitnttHfhf-n l): vgl. zur Bod. auch 
thmtm-Ji ]J ^ (ebd. 501), zu den Anlautsverliältiiisseii die Aimim. 
zu Stmltii und zu »Laßen. 

Skizze" AaF. (auch Skizc"): BsSt., Sk-/- (mit .v) / 
und als jüngere Form auch weiterhin — f : wie nlul. 
Skizze; tioch nicht volkst. - Vgl. ür.WB. X 1, 1309, ferner 
das syn. .s7.'.~ mit .\nm. 

„skit/,(g-)e» W-, skitzii" WVt., yschgitzn» W 
(,allg.'), 3. Sg. Pnes. und Vic.-iit: (heraus-).,spritzen", 
-strömen (Syn. .sfcäHcrc«) : auch tr., ,,mit Flüssigkeit be- 
sprengen, besprützen". — It. «chizzare. Zum anl. i/i"-/!;/- vgl. 
die Anm. zu Slnuila. 

Skizle" (in (iuS. -l- und -i.-). in GnSculms Skirzle" — 
f., PI. uuver.; PHanzenname. 1. a) (die im Früliling er- 
scheinenden Blätter und Früchte der) Herbstzeitlose, 
Coleb, aut. GrIiIi., S., Sculms, Ths (auch It St., danach 
Durh.), V. (Gr Mbl. 191.5); "Syn. Heniien-( II ft ((iRÜVaz); 
Hunds-Hiide)! (Bd II 994, wo Weiteres in der .\nm.). 
b) Frühlingssafran, Crocus vernus GrS. (mit zT. un- 
sicherer Scheidung von a). — 2. = Skarla WZeneggen 
(FGStebler 1921, 93). — Unsicherer, wohl rnm. Herkunft. 
Herleitung aus (selbst dem Deutschen entstammendem) rät. 
grluttaliMu (Carigiet 291 : vgl. (ir.Mbl. 1915 Nr 9 S. 14, auch 
Gr. WB. X 1, 1309) ist unhaltbar, schon wegen 2. das doch das- 
scdbc W. sein wird: vgl. indessen das 2 begrifflich nahestehende 
wallisisehe Shuzel-ller (Bd IV 1473), das auf » < ii deutet, und 
dazu di(t anklingenden (dndir. Slmlze, lusern. .Sli-iitzrjot/lcn, Hago- 
bnt,te(n) (Schm. 1855. 109 : Zingrule 1809. 51). auch Hibl. dell' 
Arch. rom. 4. 208. 

Skoz, wohl m. : Skizze. Fiiii,iSTALLER(oO.). — Kreuzung 
der sjnn. it. m-liizzu (vgl. .Skizzen) und nhozzo (rät. «6««)? Doch 
liegt die .\nnabmc eines blossen Schreib- oder Lesefehlers näher. 



Skiitz m.: = Gut.: I (1' 

die Antii. zu MkafJ'en. 



lllriS2) GkAv.CI'scIi.). Vgl. 



skat/.ffe": = ijatzgen 2 (Bd II .585) „GR"('hur. - Zum 

.\nlaut vgl. die Aiim. zu akaffen. 



Sl<\- 



Skläf AA(II.):Bs:GRlIe.:L(IlBrandst. 1900):SciiU.; 
\ 11 w ; ZU., Svhkxlaf.\ !■ : Z(). ( j ünger), Skxla/'{s. die A nm.), 
«.«cWä/" AaF. (1848); lis: li: (ii.: L (llBrandst. 1900), so 

Schweiz. Idiotikon .\ 



E.: Z (auch bei Stutz), in der ii. Spr. auch .Schi-' — m.. It 
Jlatthys in Bed. 2 auch ii., PI. -e": I. a) Slave. .(König 
Dagobert] hat ... die Sclaveu (die wir Peliem und 



19 



Ski-. Skr. 



20 



PoUlkon neniiPTiil) iiasi'ligct.' Vau. ,l)ie Solavpn (also 
hat man ildiiiiilcii [im X.] die Polen und Peliem <^e- 
lioisscn).' ebd. Uos. mit lic/. auf die 8Udslaven. .Ein 
l)atriarcli zu Aglar [Aijuilcja] (so von dem vatterland 
ein Sclav was).' Vad. .Den Schlafen (also nent man die 
Dalmatier, die mit den Behcmer garnaehend ain sprach 
hand).' ebd. Neben .Winden'. ,Die Sclafen oder Winden 
stossend gegen mittag ruors an die Venediger.' Vau. 
,Die Sclaven und Wenden, Sclavini et Sclavi, inter quos 
etiam Venedi vel Vinida».' Mal. .Sclavi. Völker aus 
Soj'thia. die Wenden und Sclaven." Dexzl. IGtiG/lTlG. — 
b) Mitglied eines bestimmten geistlichen Ordens. 
,Sj)iegellierren, Celestiner, Sclaven, .lerosolomitaner, 
Indier, Amlirosianer', unter den zum ,concil' zsgerufenen 
katholischen Ordensleuten. Eckst. Iö2.'j (Klag). — 2. wie 
nhd. Sklave. .Zu der linken Seiten [der Stadt Candia] 
da schlaht das Meer an ein Sand, da wüschet man Pferd 
und ladet man den Malvasier, uiul an einem Werktag 
so soll Einer daselbsten wohl finden zu beiden Seiten 
hundert Schlaffen, die nichts Anders tun dann waschen." 
Ept. 14G0 (Gfo.). .Sclav. mancipium: für einen Sclaven 
halten, f'aris loco liabere." Dknzi.. 1G77. 171G. Im 



Vergleich: Si ist cHhaim cc'hunde" w'e-n-en SkL, 
kommt nie von Hause fort SohR. llneig. wohl allg. 
it'.s äA'/. sl", unter dem Daumen Anderer Nuw (Matthys). 
[Magd;] 31e" hell afr" hie der j-einst Gschl. KTkaiiol» 
1014. So u-urf]e"-mer dünn ebe" Gschl-e" vu" de" 
Lutherische". GLVolksgespr. 1835. Die Miclie" irend-i^is 
ganz zu Gschl-e" mache". Stutz, Gem. Vgl. noch: ,Es ist 
ein Torengehorsam, nur Dank und Liebe zu predigen, 
der in den Unteren alles Gefühl für Menschenrechte, 
alle Ehre erstickt und die Oberen in ihrem Schlaven- 
machen sterket." HPest. — Mhd. »lave (auch erlidave, ijilaf), 
(kric^sgefangener) Slave : vgl. Gr. WB. X 1, 1:W9/1.5: Dii'fi'iili.- 
Wnlcker S55 : Martiii-Lienli. I '2S8 iGsMnß. II iö2 lafm-hlaß ; 
ChSehmicH 189«, 45 (daelilaf): Schöpf U77 (S/daf, Srhjhif. 
(Im-hlap : Fischer V 1 4'2li/7 (auch Keehläf) : Zf hM. IV 2.5C) (wic'ii. 
KiMäf), auch Wandor IV 25C. In Bed. 2 ist unser W. lientc 
in der lialbuia. Form Sldaf (gespr. Hkj(l- mit ») verbreitet. 
.Schlaf (in Bed. 2) auch Flugschr. 1712. Zu 1 h vgl. : .Sclavonier- 
orden ; dieser orden ist in Wenden aufl<omiiien : er ist rot gekleidet 
und gehiirt unter die Augustiner" (Louicerus). 

Skläferi Gsclil- f.: wie nhd. Sklaverei Uli. — Vgl. 
Ör.WB. XI, l:i22/3: Fischer V 1427 (unter .SWat-f). In der 
Fiirni Skläferi (SliJ(l-), -ei heute allg. bekannt. 



Skr. 



Skrlffle" f. : = (Jrlfllai (Bd U 722) GaObS. (BSG. XI). 
— Zvuu Anl. vgl. die Aniii. zu nkaffen (Sp. .5). 

Skrofle" SIroth-" Nuw (Matthys), Stroffle" h 
(RBrandst.): PI., wie nhd. Skrofeln. ~ V'gl. (auch zu 
Hkrnfutng) Gr. WH. XI. I:i:i2: MHr.fler 1.S99, 6.54/.5: ZfhM. V 
111. In der schriftspr. Furm (Skr-, jünger !<k^r- mit s), bes. in 
der Abi. Kkrofulm (s.u.), heute verbreitet. 

skroflig strofli(): skrofulös Ndw (Matthys). 

skrofulös shmfelih BsLie.. slniff'cU-s U: = dem Vor. 
U. Scherzh. i. S. v. skrupulös (vgl. SlirnpeJ 2) : Hilt [am 
Tage eines Festes] fip">-iiier iiit so skr.! BsLie. 



skragge(ii), :-!. Sg. Pries, und Ptc. -et: (Nasen-) 
Schleim (aufziehen und) auswerfen GrAv. (Tsch.), ObS., 
S. — Aus gleiehbed. rät. «tramr, -vlier, -ciliar (Conrad! 200; 
Carisch 146; l'allioppi (>(11) oder \t. seracchiure; vgl. Skarkillia 
mit Anm., weiterhin tiraijije.yi I (Bd II 725), zu den Anlauts- 
verhältnissen die .\nm. zu xkaffe.n. 

Skraggete" f: das Skraggen: auch vom aus- 
geworfenen Schleim (;ii.A.v. (Tsch.), S. Was iscW jetz 
da für eri Skr.':' (iuS. 

Skrog'g" m. ; Schurke GuV. — Aus rät. »erorlrl. -rli (Cuii- 
radi 200; L'ariscb HO; Carigii't 2:u;: Pallioppi UU2) oder it. 

»rruvCO. 

skriije" a. sriiniji'ii (Hd I.\ 1441). 

Skrans GrD., Pany. Schud.. Tschapp.. Skranz Gk 
Grüsch. Kl., Schs und It Tsch. — m., PI. Skranze", 
Skränz GRGrüsch, Dim. Skraiaji GrKI.; lang auf- 
geschossener, liagerer, schlecht entwickelter Mensch. 
aaOO., kleines, mageres Männchen GHPr. (It AUlrich 
häufiger als Skrotz). En arnie>\ lenger Skr. GfiSehs. 
Er ist eil langer, magere'' Skr., es nniis Skranzji, klagt 
eine Mutter von ihrem Söhnclicn, das nicht trüeje" will 
GrKI. — Xbf.irin zu ilnuis. -„2 (liil II 7S2;:i). auch in unsror 



Bed. GrSchs: vgl. dazu GräiiHchl (ebd. 7s4), znui .\nl. die Anm. 
zu xkaff'en. 

sk ran sieht: lang aufgeschossen, hager, von 
Menschen GrD., Pany, Schud., Tschapp. 

skröpe" : kriechen, bes. vonKindernOuw (vereinzelte 
ältere Angabe ; unbestätigt). — Gewiss ungenau für gkra'^pe" 
mit etym. « wie die wohl damit zsgehörigen Synn. urapmi ä 
(Bd II 787), Ktrajien (s. d.). Doch ist der Anlantswe(disel ij : »/.• 
(s. die Anm. zu A-aß'eji) für Obw auffällig. 

SkriipeL äSpr., in Bed. 1 auch .Schrupel" (Arzneil). 
1822), in Bed. 2 Gschriipel BsStdt — m., PI. (in Bed. 2) 
Skrii'ple" Bs und sonst (jünger auch Skyr- mit s), 
Struple" (-o-Jh, soBer. : I. Bezeichnungeines kleinen 
Gewichtes, der 3. Teil eines Quentleius (s. (^hiiiit Bd V 
1303), bes. bei A])nthekern gebraucht. .Scrupulus, nomen 
ponderis. Scr., Dritteil eines (i)uintleins." De.nzl. lGG(i/ 
1716; vgl.: .Das scr.-gewicht, bei den apothekern ists 
der dritt teil eines quintlins, scrupulum, obolus.' Fris. ; 
Mal. ,Ein Quintlin oder ein Scr." B Arzneib. XVII. 
.Das cornu cervi . . . dienet wider die Flüsse etc. und 
ist dessen Dosis ein Scr. oder ein halbes Quintlein.' 
EKönig 170G; noch öfter. — 2. wie nhd. Skrupel, Be- 
denken BsStdt; L, so Ber. und weiterhin, doch nicht 
volkst. .Firste P'rag oder Scr., wer recht oder unrecht 
zwischen der Oberkeit und Undertanen." 1653, LE. Mani- 
fest. ,Ein Scr., der ohne Zweift'el Einem und dem Anderen, 
der der Sach recht nachsinnet, innligt.' J'Wyss 1677. 
,Scr., scrupulus, religio ; einen Scr. machen, aussnemmen.' 
Denzl. 1716. — Auslat. «cr«/.«?M.: vgl. Gr. WB. X 1. l:3:i2/:3: 
Fischer V 1427/8: ZfliM. V 111. zum Anl. SkaMleii mit Anm. 
(Sp. 1«F.). 

skrupelhaft: wer sich leicht Skru))el macht. 
,Skr-e Leute.' Lötschen I!)17. — Vgl. (ir.WB.Xl, l:i:3:5. 

skrupulieren: nachgrübeln. .Dass man doch die 
. . . vorgelirachten Entschuldigungen und llechtferti- 
gungen des Tanzens. des Sjüelens [usw.] einnuil zum 



21 



Skr. Sqii-. Sp». 



22 



Besten unsers lieben Yaterlamls sammelte und dem 
Druck übergäbe . . . Wie viele Schwacliptläubige, die 
darüber noch scrupulirt haben, würden dadurch zu 
ilirer und mancher Andern Gewissensberuhigung über- 
zeugt werden können.' HPest. — Vgl. Gr. WB. X 1, 1383 ; 
Kischer V 1428. 

skru])ul6s s. schriihclöx (Hd l.\ 1570). 

skriptnrieren : niedersclirrilion, ]initiiki)lliereu. 
,Dass ein jede A'ermögensänderung durcli den (ierichts- 
sch reiber in Gegenwart der ganzen Obrigkeit scripturiert 
werden müsse.' 1774, Gr Erbr. (,Erbsatzungen des Ge- 
richts Untervaltasna'). — Abi. von .Skriptur' (Gr.WB. S 1, 
1332), lat. wriptiira. Tgl. die Schreibungen ,Scribent, Scriber' 
(B.I IX 1.530). 

Skritz ni.:(Huu(l-)GelenkschnR'rz(;i;S( lnl(l..,Musk('l- 



krampf in Fingern und Hand. bes. 8chreibkrami)f (iuPr. 
Er [ein Heilküustler] ist gär aporü yuci für allcriai 
Schade", so e'"iitnl bi. Bai"brHch und Verstrecke>'ge". 
bim Skr. und Iiematis.'<. MKro.M 1884. — Aus dein Rüt. : 
vjrl. eng., uberbalbst. xiiri::rli, vhv\]\t&].ngrezi, (Drüsen-).\nscliwel- 
liing am Handgelenk (Prof. L'l'ult). 

Skrotz m., Pl.-c«: (infolge Unwetters, Wildscluideus, 
ungünstiger Bodenverhältnisse) verkümmerte Pflanze, 
bes. Baum; auch von Menschen oder Tieren, die in der 
Entwicklung zurückgeblieben sind GuGrüsch (auch It 
Tsch.), öchs; Syn. Skrans. Dax sind. nW nw die bare" 
Skrotze", von verkümmerten Bäumen. — Nbform zu 
Orotz(m) (Bd II <S37): vgl. zuui Anl. die .4.nin. zu gk-affen. Tsch. 
gibt für GrGrüscb unbestätigtes Skröz an. 

Skrötzli"ff m.: = dem Vor. (iiiGrüsch. 



Skrütz m.: (starker) Uiin-hfnll (iuOhS. 

* Siriitz ; s. sfrtitzen. 



Nbf. zu 



Sqii-. 



iespr. ski^ 



S(|iiii(lreii f.: Teil einer (iemeinde, eines Bezirkes, 
docli nur mit Bez. auf uichtdeutsche Gu Gebiete; vgl. 
Schnitt 5c (Bd IX 13.55). .Zu Gemeindsarbeiteu ist sie 
[die (iemeinde (iKFlims] in 4 S(juadren (Viertel) geteilt.' 
(tu Sammler 1«1'2. .Das unter Terzicr [des Veltlius] wird 
. . . durch die Adden in zwo (wie sie ihme den Namen 
geben) Sijadren geteilt ... Ein jedes Terzier und Si(adreii 
bat ... seinen sonderbaren Habt.- Gulek lüKi; noch 
öfter mit Bez. auf das Veltlin (auch ,Sqadra'); ähnlicli 
bei S|)recher 1672, 347 (,jedwedere Sijuadra Morben 
und Tralioua'). — Rät. (Cnnr.idi 21(5: Carigiet 328) bzw.it. 
.iimi.lrn: vgl. Qimilrcn (Bd V 12<JC>). 

Squadrön s. Schinidrön (Bd IX 175:i); weitere Be- 
legeunter lirnch (BdVHGS); SchuaderII{litU\ 1753).- 
Vgl. Gr. Wll. X2, 2.5-5. 

(umc"-)s(£iiattere": (im Hause) Iieruuiliautieren 



GrV. lei squatteret .s' iracker bilrein im Uns iiiiic". zB. 
von einer Hausfrau, die sich von einer Krankheit erholt 
hat. — Zu it. sfptaltf.ro (neben (/(mYN-/M|. Kiiclicnjunge, sijuatterit, 
Küeliciiiiuigd, .^ufsjiülfrau. 

Squitza W, so Lö., V.. SqnitsclM WT'utcrliäch - f.: 
unbeständig herumfahrendes, lebensfrohes, hoffärtiges 
Mädchen, scherzh. oderauch geringschätzig fürMädchen 
übh. (für WV. neuerdings abgelehnt); Syn. Gtritschä 
WVt. L'sö e" jiingi Sqii. W Sagen. Der Biieti [hat] 
d'FAtrun von der SqnitzKn y'fregt. irold er terfä z'irmi 
7'tr7(ter (/rt«. FGSteblek 1907; s. noch Skienn (Sp. !)). — 
Zu it. Kfjuizzare, entsehlüplen : hinschicssen (vgl. cnmask. «./iimi, 
,1(1 scappare o saltare di perse, fig. fuggire iiueto e leste' bei 
Monti 274) neben fjnizznvp, rasch hin und Iht sdjiessen; ent- 
schlüpfen: plätschern. Dazu: Er gmtzet, wenn Flüssigkc^lt in 
einem Gefäss getragen wird W (Nachtrag zu Bd II 840). 



Sp.. 



Spa, spe, spi, spo, spu. 

Vgl. auch die Grupiieii hj,-] und H/i-tr. 

G(e)-spei n.; a) Gespött, Verhöhnung; aucli in 
milderm S. von Stichelei, Xeckerei, Scherz uä. iSrii. 
,Uss dem allem volgt, das es [das Kuttentragen] ein 
bare glichsnery ist ... und ein gsjiey wider das wort 
und tat (iottes . . . Was dörfend sy das gs])ey der armuot 
tragen V Sicht man nit. warumb sy armuot geglychsnet 
bandV Zwixoi.i: inventum satana- (Gualtlier). .Ist 
mittler zitt | während der Verhandlungen zwischen Solo- 
thurn und den es belagernden Beruern| ein pur uft' der 
lutterschen sitten utf der scluinz, so dieselben in der 
vorstatt gemacht, gsessen und etwas gs])eys getriben, 
den luitt einer us der statt ... zu tod geschossen.' 1533, 
UKP.-.\rch. 18(58. .[Karl von .'\njou| die jungen fürsten 
zuo Najiolz offenlicli umfüeren und menklich sechen 
und znoletzt, wie er das gspai gnuog uss [IM 1 551 o.] 
inen triben hatt, si baide . . . entlioupten Hess.' VAn. 
.Cavillatio. gesi>ey. gespöt.' Kuis. (schon 1541). .Ward 
dei-o von Scliwitz lautier von etlichen knechten de]- 



vier Orten ... etwas spey Worten geben, warundi sin 
herren [zum Hilfszug nach Bellenz 1422] nit als wol 
iltend als si . . . Disz verächtlich gespey muot die von 
Schwitz gar vast.' ^*;G.Tscin-Di (Chr.). ,In einem gespey 
(per ironiam).' LL.w. 1582. ,Du wol ... deine Klippel- 
verse mittest, dergstalte[n] kein Gespeie littest', zu 
einem Dichter. l(i24,Bs: dafür nachher, Hönung'. S. noch 
BdVniI788o. (ebso Z Mand. I5S1; ZKirchenordn. I(>'28; 
dafür ,Gesiiött' Z Mand. 1711). Mit Synn. ,[Zwei der 
Xotzucht Beschuldigte sagen aus] das sy allein mit 
dem meitlin iren schimjif und gespey getriben.' 1584, 
Z KB. .Hochmuot und tratzlich gesi)ei.' V.^n. III 14» 
.Petrus sagt [II. Petri 3, 3], dass deren si)ottvoglen vil 
syn werdind, die alles, so vom jüngsten tag und der 
letzten znokunft Christi gesagt wirt. in ein gsjiey und 
gläcliter ziehen werdind.' Gcai.tii. 1553. ,Vederman wolt 
[auf dem Schlachtfeld von Kappel] den Zwinglin sähen. 
I'nd ist nilt zebeschryben. was gespeys und scbmäcb- 
licher Worten wider inn vmi vilen muotwilligen lüten 
geiirucht ward.' HBri.i.. 1572. .Gespeiswis': ,Die N. was 
keinswägs kanndtlich. das sy inn zur ee genommen; 



28 



S|ia. s|i(', s])i, s|io, spu 



24 



dann sy hette vilicht etliclicr zyt g. gret, sy hettind 
einander gendMinicn.' 1538/40. ZEhogericht. — b) Possen, 
leeres Gescliwätz, Nichtigkeiten. ,[Ein Zeuge] seit ... 
des N. will und ir Inial) oder kueclit sigen bi einander 
gsessen im gaden Icolatzen und süsse er bi inen; dem- 
nach Ifeme (^isjiar afentürer oueli in den gaden und 
tryhe sin gspäy . . . demnach trylie er aber sin gsi)ey, 
wuschde zuo der frowen und l<usde sy ...' 1497, Z HB.; 
nachher: ,Demnacli trybe Caspar aber sin abentiir.' 
,l)ie menschlich wyssheit halt uff kein ding denn utl' 
kutten, lüeyen, zeichen, gspey von menschen erdichtet.' 
ZwiNGLi. ,Sind [mit den Zehnten] die stiften und klöster 
ryoh worden, habend grosse annaten, wyeh- und segen- 
gelt, mäntel und ander gespey tür mögen bezalen.' ebd.: 
uugas (Gualther). ,Du siehst, das man solche [zeitliche] 
giieter oft nun zuo hochfart und gspey in den templen 
brucht.' ebd.; carnis voluptas (Gualther). ,So würkt 
ouch Got uit die werk, die wir tuond uss menschen 
leer und gsatzt, sunder es sind itel glychsneryen, gspey 
und bopenwerk.' ebd. .[Dem Abt Ulrich llösch wird 
von Rom geraten, dass er sich um den Kardinalshut 
bewerbe] und also möcht ain houpt und patron in 
Alemannien sin . . . mit vil lieplichem [!] gespais.' Vau. 
S. noch kramanzen (Bd 111817; ,gespeiws'). — Spätmhd. 
HeipeUe): vfl. Gr. WB. IV 1 , 41:58/9 : Schm.= II660: Fischer III 
5:56. Die Schreibung .gespeiw' bei NMan. lehnt sich an spuren an. 
Wiber-: A'ersjiottung der Frauen. ,\Veibergspey 
und Vogelgschrey. Die ersten Vögel, so im Frühling 
anlangend, sind Kinderstaren, die pfyft'end selir laut, 
dass es tönt: wyb, wyb.' ycnuiPFU. 1(151. 

speien, ,speigen'. äSpr., Speichen I Gl, so K., 
S.; Obw (Volksfr.); ä8pr., meist tr. : = falzen 2 (Bd I 
114G). ÄSrK., ,znm Besten halien, fnxen, reizen mit 
Stichelworten' Gi.K., S. und It Scliuler: vgl. Üpci-Voye/ 
(RdlfiiUi), -(Uiatz (BdlllSiW), -Werch, -Wort. ,Ich 
habe ihn gespeichf, damit er mit der S])rac,he heraus- 
rücke GlK. Ber Anntöff hrt dö der tumm Euedi noch 
wagger g'speicht, er wll ''ein Ferdi Ei"s über '*(?" Tötz 
ine" haue", hin d'Schleyeri üx'hroche" ist GlS. ,[Es sei] 
im fürghalten, er welle sy [ein Mädchen] nun Speichen, 
weliches doch er nit bekanntlich wer; dann er weite 
sich Schemen, das er sy umbtryben weite.' 1541/3, Z 
Ehegericht. ,N. [gebeten, mit Andern zu trinken] 
schampte sich und besorgte vilicht, man ward in [wegen 
angeblichen Ehebruchs] sp.' 1550, ebd.; nachher: 
,schimpf mit im tryben.' ,Spiler [von seinem 8obn:] 
Er kumm zuo pfaffen oder leien, so kau ers alle werk- 
lich sp. ... Ein jeden kan er sp. fyn, als ob er byn 
peckenknaben wer gsyn.' VBoi.tz 1551. ,Sp., ein spei- 
vogel sein, speiwort mit eim treiben, scurrari, delu- 
dere, cavillari, apologare, scurram ager(i; einen sp. und 
fatzen, luditicare.' Fkis.; Mal.; De.nzl. l()(i(;/171(); s. noch 
Üpeier. ,Die sälbigen gsellen [hätten beim Trunk] den 
K gspeicht und gredt, er habe den Dielstorfferen syn 
ras [Boss] uff' ir riet tan \ind bruch maus im alle tag; 
[später:] N. wurde gspeit, er hete einen münch uff 
Dielstorfer riet geschlagen.' 1565, Z. ,Dardurch sy 
[die Schulgenossen wegen meiner Liebesbriefe] mich 
zesp., wie der Bruch ist, unfiengen.' FPlatt. 1()12 (Boos). 
,Adversarium tigere, den Feind sp., schmutzen.' Denzl. 
1G77/1716. ,Speichen, verspotten.' Gkimm 1783. , Ein- 
ander sp.' ,[Die Scliiffer liätten] einander gespeit mit 
speinworten [!], das sy gemeint hettind, es were nun 
geschimpft gewessen: [ein andrer Zeuge sagt aus, wie 
sie] einandern gsjieit und guntcr dingen gsin." 153i>, 



Z RB. ,[Zeuge] hette inen [die nachher in Streit ge- 
rieten] zuo disch gedienet und ingsclienkt, ouch dar- 
nebent verstanden, das sy einander gspeigt und darzuo 
glachet habend.' 15(10, Z. ,Über einander s]!.'; .Wir [das 
Volk] wollen rein Nichts darnacli fragen, wenn die 
Herren von oben und unten [(.)ijw und Nnw] schon wieder 
über einander speieben.' Obw Volksfr.; It einer .\ngabe 
aus UBwSa. (,nach unsicherer Erinnerung') = über ein- 
ander losziehen. ,Sp. mit.' ,(Die gsellen) speitind sy 
für und für mit im', einem ausgeschlagenen Fi'eier. 
1538/40, Z Ehegericht. ,Do hat ers [das Mädchen] all- 
wägen gespeit mit des ammans sun.' ebd. ,Bim tanz 
[habe] sy, zUgin, sy, Widmcri, mit imme, dem Stünzi, 
gspeicht, da sy gsagt, sy weite inn wol, wann sy weite, 
überkommen.' 1581, ebd. Mit Inbaltssatz. ,Speite man 
in, er dürfte eins wybs, und wurde biemit dise Angnes 
Brämin angezogen.' 1541/3, Z Ehegericbt. ,[Zwei Wirts- 
hausgäste] band das meitli. die Bärbel, gespeiet von dem 
Schneitbergern, das das meitli in gern gsechen hah.' 
15(17, ZElgg. Neben verwandten Ausdrücken. .Keiner 
soll den andern . . . weder mit Worten noch mit Werken 
sp. und trotzen, verachten . . . Ketzer schelten, bei 
Strafe fünf Pfund.' 1529, Ochs. ,Sy hette inne, des 
ammans sun, nit genomen, aber wol zun zytten fatz- 
werch triben und gespeit.' 1538/40, Z Ehegericht. ,Es 
kamend ettlich zuo im [Diogenes], die sagtend im: dich 
verlachet und speit yederman. Denen gab er zuo ant- 
wort: aber mich nit; vermeint, er näme sich des gspötts 
nüt an.' Dio(if:NES 1550. ,Was tuond doch dise beide 
gschlächt anders, dann das sy uss diser bitt [des Vater- 
unsers] ein gespött machend und Gott selber damit 
speyend und tratzendV (tualther 1550. S. noch Bd AlII 
791 u. (.«7i /;»;»///(/( A 987 (2 mal). Ungewöhnlich: , Und tuo 
im [dem nach Stiiallen zurückgebrachten und im Kloster 
lu'grabenen hl. ütmar] . . . wee, das er sich also muoss 
herfür s])aijen und misbruchen lassen so zu ainen [!] 
groben und wnnderseltzamen abergloben.' Kessl.; vor- 
her: ,[(_).] schäme sich, das er so unversclüimpt sich 
herfür ze stellen und gemain ze machen umb sc'handt- 
lichen, hochfertigen pracht und genies wegen solle ge- 
zwungen werden.' — un-ge-speit. In der Wendung 
.Einen u. lassen': ,Das er ... ouch inn und sin wyb 
vor dem bus ungespeit lasse.' 1538, Z Ehegericht. 

V^'l. Gr.WB.Xl, 2081 (,speien' S): Mavtin-Lienh. II .5:!:J 
(unter s/imien .ij; Fischer V 1503/4. Zugehiirigkeit zur Sippe 
vun npitcen, speien, sclieint sicher: aber die Bihlun^'sweise ist 
unlilar. Der Vokal entspricht (wie im Scliwüb.) altern fi, ist 
alsii verschieden von dem in «inn'en. Mnd. «/"■. x/»:!, Huhn, Spott. 
ist nach (ir.WIi. XI, 1S:U (unter ,späh' ö). 20(15/8 (.spei') 
andern Ursin'unp:s. Zu der Nbforni npeü-hen (so noch 1564, Z 
Verhör; dazu Speii-Jicn, Sju-lrli -Wart) vg\. ,Speich(e)' (Gr.WB. 
X I. 2068), .Speichen' (ebd. 2070; ohne Beles), S/>eivhel, ferner 
ajjnrlien (unter K/nnM-n). Kjmriizen mit AnuL Die Angaben a\is Gl 
berühren sich mit K/irii-hen It 1 <i und gehören viell. dorthin. 

ver-: verspotten, verhöhnen. Syn. ver-sjniren. ,V., 
verachten, respuere,deridere; verspeyet, derisus.' Fris.; 
Mal. ,Gorporis deridiculum, die leide und ungeschaffne 
des leibs . . . darumb einer verspeit und verspottet wirt.' 
Fkis. ,Hette die N., so inn der ee halb anspreche, inn 
doran verspeit und gret . . .' 1538/40, Z Ehegericht. — 
Vgl. Gr.WB. xril, l:i83/4. — ,Ver-speiung f.: irrisio.' 
Fkis.; Mal. 

ge-: = xpeieii. Subst. Inf. ,|Die Domherren des 
Stiftes Basel klagen vordem Rat der Stadt] was grossen 
gesiieyens. gelechter und nachteils inen allen ... hieruss 
|durcli die Festnabnu' eines D(imlieriii| erwachsen.' 



25 



Spa — spii. Spacli — spiicli 



26 



1524, Bs Ref.; s. auch Oclis V 4(i5. - Gc-speiuuK f. 
, Demnach wir erwägen und bedacht, diewyl es den 
unseren in Meihind leider so übel ganfien, was tirosser 
verkleinung und' g. uns erwachsen.' 1525. .\iiscn. 

Speier m.: Spötter, Verhöhner. X'avillator, ein 
spottvogel, verspotter, sp., fatzmann." Fius. .Sjieivosel 
oder s]). (schwätzij^ und zuo fatzen und speyen geartet), 
dicax (irrisor, calophaiita).' Fius. ; iLu.. ,lch halte ihn 
[einen gewissen .Joli. IJuchhornl sonst für ein sp.. der 
uns villeicht . . . gern etwas Schadens zugefiiegt hatte.' 
1574, Brief (TEgli; s. QS(4. 25. 4i)7): der Seihe wird 
elid. aiu'h ,ein seltzamer kund', von Bullinger ,ein 
öder, böser fantast' (ebd. 50,S) genannt. — VüI. Gr. WB. 
XI, 2082. 

Speieri .Speicherei' f. ,l)eridiculuni, spott, Ver- 
spottung, sp.' Fris. 1541 ; in den spätem Ausgaben fehlt 
das AV. .S)!., illnsio, irrisio. derisus.' Mal. 

S]]c i u n g f. ,S])eyung, dicteria, schlötterle,dicacitas: 
lächerige sp. und fatzung, lepida ])r()caiitas.' Fhis. : 
Mal. - VkI. «r.WB.X 1, 21'2.s. 

Spion m.: l.wienhd. wohl allg., doch nicht volkst. — 
2. an der .\ussenseite des Hauses vor dem Fenster an- 
gebrachter Spiegel, worin man die Strasse und besonders 
den Hauseingang übersehen kann BsStdt; Syn. Gn-iseii-. 
Bnxhr- Spiegel. D'Frau B., iro grad diivnen im Snminer- 
liüs liiiii Z'Immix g'siiniieii iscli. het in irem Sp. Alles 
g'selt". irna rfM.f.sc" g'gaiigen iscli. DJIcllkr 1917. I)ii 
hasi'lilitsflte'' Li''slTriiulihetder HL'rBrofc.'<xcni,ll.'<r()iiif'ii("' 
(Tiisse"sjjiegel g'redet: z'lel.st am And han-i'"'' g'iiierl'l. 
•^axfi-er e" Sp. iiuiint, und hiV'-mer erldubf V'finhide" : 
mir dehaiiii däteit alleuil Sp. xitge" und nie Gattscspiegel. 
ebd. 4:-!. — Yul. Rr.WB. XI. 2052/:! (mit eiiK-m Belog- aus 
G..tfli. für Bod. 1): Martin-Lifiih. 11 .5:i4; Fischer V 1547. 
B»'(l. 2 ist sonst iiirffcnds jrel>uclit. uliwnlil sie aurli in Ocstcr- 
rcich (s(i Salzlmr;?. Wien) frei>ränrli]ii-li ist. 

(vis-)spiöne" BE., Hk.: ii\i (Tsch.); LK., (üs-) 
spioniere" AaF'.; BsStdt; lilns; Z und weiterhin: aus- 
kundschaften, (aus-)s))ionieren. Der i.fch nitme>' da 
r/'.si" /Vir z'spiöiie". (jrfnoek 190(i. — Uio BiMini;; spinnm 
ist aui-li eis. (Martin-Lienh. II .584) uii.l )>.'i Saii.l.Ts ■;. 114:! 
vor/.eiclniPt. Zu n}n'fmiercn Vir), (ir. WB. X 1, 2.554. 

Spionler m.: Spion LE. — .\lil. von eiiuMii li.-i uns 
(vvolil nnr zufällig-) nirlit ln-zengtiMi Vli «/,/r,nlf" : vgl. BSC. VII 
99: Martin-Lionli. 11 ÖJU. 



Spacli, specli, spich, spocii, .spuch. 

Vgl. ilii* (Tiu)i[n'n Nj>-li MUil xji-k. 

S|»aclie": 1. dünnes (dürres) Stück Holz (Sclieit. 
Stecken oii.), bes. zu Hrennzweckcn. .Holz und dürre 
spachen', zu einem Scheiterhaufen. Kkinfr. ,I>er keller 
von Swabendingen git ein fuoder terrewitte und ein 
fuoder si>achen.' um H-iy5, Z (irossniünster l'rli. .Villani 
|zu .\lbisricdenj <lant ... duo plaustra lignorunidictorum 
spachen.' vor 184(5, ebd. .Duo ])laustra ligui, dicti 
8]iacben et terwit.' ebd. Dim.: ,Nimm|zum Destillieren 
nnhiutern Wassers] zwei Sijacblin oder Stiicklin und 
legs kreuzweis zu oberst anff das Port des Hafens. Und 
auff dieselhigen Spaclilin leg sehr reine und wol- 
gewaschene Wollen ...'.) IILanuknh. KiOS. — 2. Spiich'e" 
m.: = Bachen (Bd IV '.Kiö), viereckiges grosses Stück 
(S))eck) Al'H. (T.). — .41iil. «/«r/ia. -«, mlul. «/«r/i.-ni. f. : vgl. 
Gr. WB. X 1, l,S'2(;j!l (mit Alill.); Fisrlu-r V 14(j:i (iiucli ,St(i.-li 



von fini'in Ganznn'), zur Etym. .s|i;u-l<' (Gr. WB. XI. Is29/:J0). 
fVraer «/)«■-/.■(<«, ni,:;-/,-(lii:u. Als FN. .Hans S|iiiarli' ZMänn. 
(t 15:11): ,.lürg S|i!uu-Ii.' ebd. (t Iö:)l): zum Lautlii-ln-n s. BSG. 
XV 77. Fluni.; .S|mi'lii-n-MattiMi' BKalln.. .Spachis-Maltcii.' 
1 742, BGanip. 

s])iich s. .späh. 

S])ech s. Spücht. 

Spi'ch. sp('clien s. Sjieh, Kpihen. 

Speicil 1 m. Fitis.; .Mai... ,spech.' Voc. opt., S]n;ii-lic" 
(bzw. -(«-,-«.-, -»^-) Ar, sol., K.; Bs; BE., S. undltZyro; F; 
(Jl; ScuHa., R., Schi.; Th; Ndw (D.); U, Speihe", -a FJ., 
Ss. C-i^-J; (iRHe., ObS., Spei(jje" AaF., Fri., Häggl., Hold., 
St., Zein., It H. neben -rh-: D (auch -i^i-); SNA.; ZIS., 
()., SpV'a FS., Sjii'ilic" .\eK. (l'l., im Sg. Spächc"); (in 
l!h. ('-/(-. It 'l'sch.; heule -ri-): TnHw. (auch -r7-), Spi'lie" 
\\ (II.) f.. in .\eK. t\v.: (iuHe. (neben f.): SNA., 
WA. III., l'l. -e". Dim. ,s>'/r/i// SchR., Spi-'di hV..: 1. wie 
nhd., bes. am Wagenrad. aaOü. .Ein llad gemacht, 
sechs Felgen und zwölf Sjieien.' 1850, AaF. (Wagner- 
rechnung). D'SjieirliF'i siiiil lö-i, lvltere"d; vgl. spei''''(e")- 
ireich. ["ga" Ins a" il'Sp-r". von den Wagenrädern hei 
weichem Boden; s. BdU21o. l'm einen infolge Ver- 
he.xung stecken gebliebenen Wagen weiterzubringen, 
muss man eine Sp. zerschlagen ThMü. .Radius, stellio, 
sjiecb.' Voc. opt. .Der speich, radspeich, radius.' Mal. 
,Ein rad mit Speichen, radiata rota.' Fris.; Mai..; auch 
hei Deuzl. l(i(i(ii 171(;. .[Bruder Klaus erschien die bst. 
Dreifaltigkeit, aus deren] .\ngesicht sechs güldene 
Strahlen oder Streimen giengen, also dass die Gestalt 
der ganzen Erscheinung sich einem Rad mit sechs 
Sp-en vergleichete.' Kilil. Gki> 55, 55. RA.\.; vgl. 
Speichen IT. I" d'Sp-e" griffe", in den (iang einer .\ii- 
gelegenheit kräftig fördernd eingreifen B (Av Hütte) 
und sonst. De" junge« l.i'iie" ... geil d'Zit ender ■.'lang- 
sam rerdär''''e", si möchti" 'rr i" d'Sp. griffe" a"'' nachc"- 
helfe". Emme.ntai.khul. 1917. /" d'Sp-e" falle", recke" (K) 
uä., hemmend eingreifen, aufhalten. [LiU/ lev ''ein Bnd 
CO" der Zlt wand i" d'SjMche" falle". CStreiff 1907. 
AV hei <ieni Bad dach niimnic<' channe" i" d'Speiche" 
fidle" [den Niedergang nicht aufhalten können], und 
driini u-ill-er jetz nach AmeriUa. .\]Av.rn WOb. Wc""-si 
[ausländische Mächte] -n-i"s gdng all Schiss friisch mne" 
hi ii"seni Slats-Char'e" si" chon. e" Bänggel i" d'Speiche" 
ha". E.M.MKNrALKRiu,. 191G. Am Spulrad; s. Srhdien Ic 
(Hd A'lll f!9). .\m Folterrad: .VAn Dounerchla])f cliam 
vom Hinud herab und schuss die Speien us dem Kad 
lauf dem SKatri gefoltert werden sidlle|: a dene Speie 
w-ar"s nitguue: vierthallihnnderl Manu derzue.' LTohlkk 
VL. An radförmigem Gebäck; s. Xeu-jar-Bing (Hd \1 
1090). 2. Sprosse einer Leiter .\pK.; Bs, auch am 
Leiterwagen SN.\., auch von den (|)uerstäben au der 
Ifon.:e" (s. Heinren H<l II I 177) AeK.; neuer Sprotze". 
3, Handhabe au der Wahlsäge F. 

Jlhd. si„-i,-hi- f. in Bi'd. I : vgl. Gr. WB. X I . 'JOliC, 7 : Martin- 
bicnh. 11 5:U: Fisdn-r V 1499. Dir i-Form ist unklar; an alti-n 
Ablaut ist nii-lit zu (buikcii, also ,V('rriunnlartlii-luiug' von ei ■^- i.' 
Im Xamen. FN. ,Sijoioli(.'n)' .iaB. (I:i5:!|. lili. (1402): Ap (XVI.; 
.Spaii-h'): B.I.'g. (XV./XVI.), Stdt (um I4ü(l; ,(de) S|ieich(;n'): 
Gl (seit XIII. und noeli in'Ute: ,S|)iM(-lie, Speirlio' bei bnu I,e.\., 
dazu der ON. .Sj,i<!i-Ii,;"-/Iii«clii!t GIS. und di-r Bcrgnanu- .S|HMi-b- 
Stuck', lS(i:! nai-h dein Gl Alpinistcm HSpeii-h benannt); G 
Burgau (.I'Speichen, des predicanten.' 156Ü). .von Sin-ii-bingi-n' 
BStdt (K. XIV. /XV.: s. auch Leu Lex.); ITAltd. (,Hc-li v..n Sp.', 
Notar. 141:i); aus Schwaben eingewandert ':' Dazu .Speii-binger". 
HnfTbTäg. .SpiM(ddi-, Hundenauie. Z Glürksli. 1504 (ScliKI.). 
(Insir-herer Herkunft sind Formen mit -i'-: llmi .S/iU-li, Weiler 



27 



Spach, spccll, spiel), sjmcli, s|i\icli 



28 



BOchleiil). (sclioii im XIV.. l:!7S einmal .Spic.hi'; s. auch Leu 
Lex: Lutz 1827): iliizu .Chiinrad von 8pych' (l:^:^:?): ,Hans 
Spycli' (15:11). .Spirhis', KN. um UOO, BUtzenst. ,Spyclii"s' 
in ,Sp.-WiUil' BAarw. (,iiry jurliiirten achcrs im hnchwald frc- 
nämpt ilcr Spirliif,'.' 155:!, ,Spic;hini;.' 1571: ,Weg, so inSpycbit,' 
!,'at.' niili): .-Vicrtnr BOIiorsti'i-khnlz. .Spychiprijr', FN. BoAa. 
(seit XVI.). 

Kall-. jHadspcich. (licspciclii'ii ;ni ciiieni rail, idtanini 
radii.' Fnis. ; M.u,. 

Speich II in., l'l. uuvcr.; Sdila.u;' oder Stoss mit dem 
Fuss, Fusstritt Bs; S. J-,'« .S';^ an d' Schaiclie", in der 
derben Spraclie der Jiifrrnil HsStdt. Ki"em Speich (je", 
Fusstritte Bs (s. S]i. Uüii.); S. - liiirkliililnngzu apeidian 3c. 

G"-speirli n.: zu speirlten 2h. i>?".s (r. isch alh 
für Ni'it! all dein Intrijjieren ist uiiisnnst B (AvRütte). 

speii'lie" II (-/(- BsL.) Ij/.w. -k- (Ap), -ä- (THTäg.), 
-1^- (BE., (;.), o. Ss. l'nes. und I'tc. -i-l B; (ii,; SRecli. und 
It Hofst., -iAAZein. ; Bs; S; Z: 1. in die Speichen greifen; 
meist iutr. a) antreibend, nachhelfend, fördernd B; Gl; 
SRech. Eig. 3Iier viäesse" s})., süsch bringe" mier-nc 
nid usc'\ den AVagen aus dem Sumpf B (AvRütte). 
,Bergauf syjrrjc/tc* mau, um Uräftig uaclizuhelfen.' Bärnd. 
1922. ,Er drückte mich an die Speichen des Rades: 
da solle ich jetzt sji., und er werde immer mich klepfen 
und nicht die Rosse, wenn es nicht gehen wolle.' 
X. B Kai. l.s-IO (Ciotth.). ,An einem Rad sp.' B Narrenztg 
1863. Bildl.: .Mein Freund möchte seine Hände au<li 
einsetzen am Fuhrwerk der Volkswohlfahrt, aber er 
geht gleich auf die entgegengesetzte Seite und speichet 
an einem andern Rad ... Wenn wir mit unserm Sp. ein- 
ander nur schön breichen.' B V'olksztg 1900. ,Knechte 
und Taglöhner mussten am Wagen stossen und sp.' 
GoTTH. ,Schürken und sp.' ebd. Uncig. Der alt Mn"" 
liet nümmer iiiikje" (flaafe", drum han-i'^' möse'^ sp. GlS. 
Het iiien-e" [den Knecht] nid fjäiig (fcldepft ...so isoli- 
er hindere" ifhiinget, und niime" ieie-n-i''' gäng ha" 
(/'nietet mid g'speichei. hei"-mer so häh chleb möge" 
g'cliti". R(iniKi) 1911. |Annemareili zu Gritli, in der Ab- 
sicht, ilire Freundin Setteli mit dem vcrlieliten Schul- 
meister zszubringen:] Lne:/ (an übe"'' [nach der Arbeit] 
Setteli e"chli" i'oersfime" ... !•'' irillde"" bim Sr!iH'mei.-<ter 
e"chli" s]). S(rPELLEU 1911. L's iseli' em g'. Gehülste". 
Uli" tiie" da ireder sperre" ixfi' sp.. mit Bez. auf Heirats- 
absichten der Kinder. HITBXu 1924. Das Speiclie" u"<' 
Cluire" II"'' Drangsaliere" ru" allne" Site" isch ''ein Anna 
schliesslig rerleidet [so dass sie ihren Widerstand gegen 
den Besuch eines Heilbades aufgibt]. EBalmer 1928. 
Alli [Verwandten] hei" g'speicht [mitgeholfen, einem 
unbemittelten Jungen das Studium zu ermöglichen], 
dass 's ömel g' gangen, isehl. KÄiiNn. 1925. Mit-eme" par 
Tasi"ge" [von Franken] .s^j., einem Haushalt nachhelfen. 
("Weibki. ISS."). Derirlle" dass i'^i> daheime" [hei der 
Feldarbeit] heig iiiilesse" sp. .IBiimu 191(5. ,Ziim Spet- 
fere", zii.in Sp.. zum Helfe" findet sich häufig Kraft und 
Wille, wann und uo man sie am wenigsten sucht.' 
Bärxu. 1911. Mit Dat. 1'.: |N. zum Ammann, der ihm 
eine Lohnerhöhung versprochen hat:] Du> tiiseJi. e" 
G-tiete". 11'"' ireiiH-i''i-der de:"" üppen es angfdrts Mal 
cha"" .fp.. de"" sehüchen-if''-mif'i de"" oiir'' nid. HZixt.ii;ek 
192.5. Helfe" xjt. Bei der Erziehung der Bevölkerung 
zum Sparen haben Viele g'liidfe" .iji. BXknu. 1925. [Ich 
bin glücklich] dass /'■'' das Mal n»''' nid am StMs-charre" 
mnes' ga" ge" helfe" sp. ]5iei,er 'l'agbl. 1917. Auch 
mit Akk. P. (4i.. Dirh iiiiies''-me" mein-if'' r"clilei" sp.. 
Lehrer zum Scliiiler. Naili eini'r An.gabe auch i.S. v. 



, bevorzugen'. cIhI. h) hemmend, aufhaltend B; 

Gl.; SG.; nur uncig. ])ie Cliinn''- hei" gicilss [im Streit 
zwischen zwei I'amilien] im. Anfang g'speichet «»"* 
hinde.rha" ... Alier si hei" gemerkt, diiss-es Nal ahtreit 
(j"<* hei" schliessUg mitg'hnlfe" ergere" u"<' necke". 
EBalmeh 1925. Auf die eigene Bewegung bezogen, ,den 
Schritt anhalten, zögernd vorwärts gehen' GlS. Bildl. 
von einer Ulir: Bi der IJebi geit's m.ängisch langsam 
rorirärts, ung'sinnet lilibt ires Zitli stä", geit hi)idertsi'''. 
sperzt )«"* Speichel, un^ n.f d's Mal nitiifs de"" iriiler 
e" (/ri-).«.«?" grosse" (riimp. EBalmer 1925. Tr., (Personen) 
zurück-, aufhalten, (Sachen) hinausziehen Gl. JVr hel- 
iie" g'sjieiehet. Einen, der durchbrennen wollte. 
2. a) sich anstemmen, anstrengen, von grossem Kraft- 
aufwand zB. beim Heben oder Fortschaffen einer Last, 
auch von Zugtieren AAZein. ; S; Syn. sperzen, sporzen. 
Wer nit sporset, speicht und sännet, bis er n-iäer n.f 
de:" Beine" stöt, liUht scho" tiim erste" Hinderniss ligge" 
und. cliunt a" kei.''s ZU [wie beim Sackgwmpet]. EHÄN(iiii 
1893. Wo die rier Manne" der Töteflximn hei" wolle" 
ii'f d'Achsle" nii.", möge" si-ne" nit, tmd *<■* säg-der, si 
hei'' doch g' sperzt und g'läpft und g'speichet wie Boss, 
aber ... 's isch' nit g'gange". EFischer 1922. [Hie 
Siebenmeilenstiefel trugen den Knaben] ei.ster obsig ... 
■fetz het-er alier a"fnli" sporzen und sp. und reise", 'Nass- 
er irider nidsig chöm. ebd. Refl. AAZein.; TuTäg. (HeV, 
de hiisch-dif'' miiesse" sp.. Ins mit dem. Charre" vol Gras 
der Stich ilf g'.^l" I lisch AAZein. Er muesf-sie'' .y/)., wenn 
er's irill miige" TuTäg. - b) übh. sich anstren,gen. 
Mühe geben, meist mit der Nbvorstellung geschäftigen 
Umherlaufens (vgl. 3 a), auch Intrigierens. bes. vor 
Wahlen, Prozessen Bs; B; S. 3Iüesse" -fp. und gii" 
laufe", von vielfacher Mühe zur Vorbereitung eines 
Festes Bs. Da eha""sch-di^ sp., so ml du vi't, du. rich- 
tisch Nüt üs, ,du magst intrigieren so viel du willst, 
du gewinnst es niclit' B (AvRütte). We^m if'' nit so 
g'.fpeichet hält, mirr hii,tte»-ne" [den Kandidaten] nid 
diir'''e>''brunge". ehd. All und ei" Tag isch-er [der eigen- 
nützige Advokat des Vaters im Prozess gegen den Sohn] 
(7(0« laufe" und schiriitze" und stüpfe", all und ei" Tag 
isch der Vatter mit-im go" sp.. bis halt z'letst ... der 
Yatter het chönne" go" verliere". BREcrE.Nsi. 18tU. /'''' 
bi" dra" [am schlechten Ausgang der Wahl] nit d'Sch uld ; 
gang, frög der N., was (>'' nit g' schafft und g'speicht 
g'ha" ha", elid. ; s. noch Seiler 270. i'c wdr grüseli.''i' gern 
Grössröt oder wenigstens [!] Amtsrichter worde". aber 
Das het-eni, gii'' wie-n-er g'speichet het. nie irelle" g'röte". 
JHoFST. 1865. — 3. a) schnell gelien, sich tvimmeln 
Bs (auch It Seiler): GlS., derb für ,laufen' S. Wo-n-er 
ü"s g'sih" het. .so hrt-er a"g'fange" sp. und ist Italil 
dernafi' im. Weldli rerschirimde" GlS. — b) mit den 
Beinen zap])eln, strampeln, sich ungestüm gebärden, 
sich wehren Bs. ,Er trug ilm, wae sehr er sp. mochte 
mit den Beinen, an den Band der Strasse', von zwei 
sicli raufenden Knaben. BuErrENST. 18G0. Der Wise» 
j.vc/('.s- .-.'o lierrlig iml [nach dem Zslinss mit dein Rhein]: 
si tuet .jetz nimme'' .tp.. wie vorher in ihrem jugend- 
lichen Übermut. Hiniverm. — v) tr., Etw. mit den Beinen 
bzw. Füssen wegstrampeln, -schleudern, bes. von 
Kindern Bs; gew. mit Kichtungshest. {ab-, alie"-. e"iri;g- 
sj). usw.). 's Busrhi hed sini beide" Sfrimpfli ahg'sjieichl 
g'ha". Kinder. d'Schiieh tuet-men abzieh", nid idi-ij!.: 
D'Lmtiecher und d'Decki. Alles het 's Kirnt im Srhlnf 
abe"g'speirlif rfliri". p'." Balle", e" Stet" furt-. uiiintaiidn-- 
.s//. l:'r tili ilr" juiili. irii-ii-nii im Wi'g g' standen isrli'. 



2!» 



Sparli, >i|)e<li, s|iicli, s|)nf-li. spucVi 



30 



e"iregg'speicht BsStdt. Bildl.: Z'letst rnnggtifs [das 
hervorbrechende Blust] uiul rühet'a und speicht d'Decii 
e"ire<ig — und dö stöfs i» sv"'m süf'ere» Heinmeli. 
ScHwzD. (Bs). Kinem einen Fusstritt (s. Speich II) ver- 
setzen, anssihlageu, von Menschen bzw. Tieren (Pferden. 
Kühen) Bs; S. Er, 's Boss het-mi"'' g'speicht. Wenn- 
in n(y''-ne" Möl spaichsch. so gib-der en Spaich Bs. 
Einen (aus einem Wirtshaus, (ieschäft) hinauswerfen 
ZStdt (Schüler-, Snldatenspr.). Mr" Jiät-en g'speiclit. — 
4. eine Säge sp.. die Zilhne in speichenahnliche Stelluni; 
zu einander bringen; s. Bd VII 424 n. Hiil-mer nn^'' 
's Späcliiseli", «V' irill jW'' d'lSnge" spächc» ApSt. — 
Bei (ir. WB. XI, 2070 = mit Siielihen versehen; sonst in 
den uusrigen entsprt'rlicnilen udor ihnen verwandten Be- 
deutimgen ; s. Martin-Lienh. II •5:!4 : Fischer V 1500 ; Schiu. ■' II 
G.5 : rnger-Khull 523 : HOfer III 1 49. Zu virl. schwäli. Speuhe«, 
Beine, aber auch (zugleich zu 4) die Bed. ausschreiten, (,aus- 
sjjaichen') mit Schritten oder den ausgespannten Fingern messen 
bei Schm. und Höfer aaOO. 

üf uf-spächc" : Scheiter, auch Keisigbüudel ndgl. auf- 
schichten ApK. 

Speichli"g m.: dünner, magerer Mensch (iiil).. L. 

Speichel I (auch ,-eu--, ,-öu-'. ,-öi-", ,-ü-') — f. (ä. Spr.), 
seitdem XVI. m.. .Speich(e)len' (auch .-öi-') — f. (ä. Spr.), 
Speicher (FPlatter ltil2), in GlH. Spducher — m.; 
wie nhd. Speichel UlH., sonst nicht volkst. ; dafür 
Späuder, Spuder. Speifer, Späiiger, Spduirei; Späuz(el). 
Spaituelen. Spü,u(elen), Spüveten. ,Sputuni, spaichel.' 
Voc. opt. .Ist es [geronnenes Blut] obneu wiss gestalt 
als des menschen sp., das bedütt den huosten.' Arzxeib. 
XIV./XV. ,Es klagt Steft'an Sporer . . . ulf meister Hansen 
Anbossmeister. er habe [beim Essen auf der Schmied- 
stube] specholen [!] uss sinem mnnd uff sine vinger 
genomen und habe die an inn und an ander gesellen 
gewortfeii . . . [Davon abgemahnt] ueme der H. aber 
specholen uss sinem mnnd und wurtte im die in sin 
antlitt . . .' 1453, Z KB.; in andrer Aussage; ,l)er Auibos- 
meister wurffe den Sp. mit spöichlen.' ,Der speichel, 
geiffer, speüwer. oris excrementum, saliva, Sputum.' 
Kris.; Mal.; De.vzl. ItSOO/lTIG. ,Es sind auch der geiss 
etliche gewäehs und stuck ir gift, als . . . des menschen 
speuchel.' Tierb. 1.563; s. noch Mnl-Sp. .Die ^Mandeln 
sind zwei schwammechte Drüesslein . . . gleichsam als 
Brunnquellen des Sp-s, die Zung allzeit zu bespeichlen.' 
Spleiss lüliT. ,Sp. auswerfen, geifern, salivare.' Dexzl. 
1666/171C; Habptweh 1690. ,[Eine Fastende] warf 
keinen Sp. aus, schneuzete sich nicht und hatte weder 
Stuhl noch Harngang.' XVII., B. In der Volksmedizin. 
.(Zuo dem |)resten der blatren) r. dinkelmel und mische 
es mitt spöichel und mit erd und bind es darüber.' 
KrxsTB. 1474. ,[Der Blinde] bestreich ... sin ougen mit 
ertrich und spöichelen . . . und ward alsobald . . . ge- 
sechent.' Stretl. Chr. ,lch erinneren mich, das er [ein 
Wucherer in Paris] im Bruch, allzeit die Nasen mit 
Sjieiclier riben. dessen Ursach ich vernam. dass [er] ein 
Wunden über die Xasen geha])t und vermeint, das 
Anmol also domit ze vertribeu.' FPlatter 1G12. ,Nüech- 
terer sp.'; vgl.; ,Auch der Sp. des Menschen wird zu 
Heilzwecken benutzt. So heisst es, wer Halsweh habe, 
solle sich den Hals am Morgen nüchtern mit Sp. ein- 
reiben, dabei aber immer abwärts streichen.' IIZaiii.er 
1898; dazu auch; .Einr niüesst am morgen früe uffstan, 
wet er min sp. nüechter hau', sagt Einer, der .Seltenlär 
heisst. A.\L 1.549. ,Nüechteren sp., sp. von einer nüech- 
teren person (eines nüechteren niunds), ieiuna saliva, 



ieiuni oris saliva.' Fris.; Mal. ,Ein guote salb für lüss 
und niss uff dem haupt. Nimm boniöll (i lod, wachs 
2 lod, byssmünz oder lüsskrut. i|uecksilber mit nUedi- 
terem spüchel . . . mach daruss ein salb, bruch sy für 
seipfen, so du das haupt wäschist.' Zn Arzneib. ly8S. 
,Der nüchtere Sp. ist eine Bewahrunir wider die 
Schlangen, hominum saliva ieiuna contra serpentes 
pra^sidio est.' Dexzl. 1677/1716. S. noch Chich-Silher 
(Bd MI 840). — Ahd. t/jev-hilu. mhd. »/leu-hel f.: vgl. Gr. WB. 
XI, 2067/9; Schm.- II 6.55 ; Fischer V 1499/1500 ; MHöfler 
IS99. 660/1. Weitere ä. Formen : .diu spöichel.' WvRheinau: 
.spöuchel.' 1524, Job., .speichel.' 15:!0; .speuchel.' LJud. 

Mül-. ,Mancherley krankheiten überkumpt der 
löuw. ein stinkenden atem. mauls|)euchel und andere 
feuchtigkeit.' Tieru. 1563; fo_'tidum habet os et salivam 
et humorem corrui)tnm. 

, speichelecht; voll Speichel, salivarius.- Dkn/l. 
1666/1716. — Vgl. (ir.WB. X 1. 2009. 

Speichel II; Hausmarke, mit der das einzelne Haus 
und die Gerätschaften ■/.. U. von den andern bezeichnet 
werden ü (FStaub); heute unbekannt. Syn. Beilen (oO.). 

Speichel 111. In der Zss. Nebeu-Sp. Kriegsb. 1644. 
1667: i. Sil-Schit (Bd ATII 1.518). — Vgl. Gr.WB. X 1. 
2067 (unter .Speiche' 4;i|. 

SpTcher I (in Gr; P; W tw. mit palat. -ch-) Aa tw.; 
BBollod., Bon., Br., Frut.. Hk.. Kalln.. Lattr.. Oberwil 
b/Rüti, S., Si. und It Zyro; FDüd., J.: GLBilten, L.: Gr 
Ar., Av., D., L., Pr., S., Seh. (-ei-J. Tschapp.. V.: LJIüsw., 
Rigigebiet; PAl.; GA., G., S., T.. We.; Scnw; S tw.; TB.; 
Th; üw; U; W. so Arnen, G., Lenk. Naters, Rar., Vt.; 
ZAuss., N., W., Wl.. ,s>iic;(erBAarw., E., M., Sa., Thier.: 
LE., ohne Quantitätsangabe A.iLeugg. ; BErs., NBipp. 
NÖnz. Roggw., Rohrb., Waliswil: LBert., Klotensb., 
Lu., Nottw., Uffh. : SAderm.. If.. Laup.. Lüssl., Selz.. 
Spllier BGimmelw., Gr., Hk.: P'J. ; GnObS., Rh.. Sjn'lier 
AASuhr., Win. fSpiiloer) und It H.; BG.. Lutz., Wichtr.: 
FS., Ss.; (;rL., Obs., Pr.: LEschenh.; SOberd., Sub.; W 
Salg., Quant, unsicher PPo. : WLax, StNikl., Spigcr 
PRima, Äpt-cr AaRIu.: LE. (Frehner). Sjji-er !£.. .Amt 
Will., tipir I A.A.\lliswil. Eiken. Frick, Häggl., Herzu., 
Itt,. Kaisten. Möhlin. Neuenhof, Reu.. Stein. Suhr. 
(-i(ei-). Wall., Win. (-lici-r. LEntlemoos, Ett., G., Hellb.. 
Herg., Amt Hochd. und It .TBHäfff. 1813 (neben Spicher): 
Scnw (Kyd); SKienb.; ZMaur, Mettm., 0. (neben schrift- 
spr. beeinrtusstem Spicher), Wein. — m.. PI. meist un- 
ver., in B tw.; FSs.; GrL., S., V.; PMa.; W (selten un- 
\er.) Spiiherg{-^,-^J. Dini.-?«'; w'esentl. wie nhd. Speicher. 
Vgl. (iadem (Bdlfll4 (.): Srhtlr (Bd Mll 121(1): Stock: 
Stade/: Stall. 1. als selbständiges (Jebäude. aaOÜ.. so- 
weit nicht Bed. 2 (s.d.) gilt; doch haben nach uusern .An- 
gaben beide Bedd..\AKeu.; B, soOBipp, Boll., uK.. Kalln., 
Lyss ; FJ. ; GlL. ; GrD.. L.. Pr., Wiesen ; LE.. A mt Hochd.. 
Klotensb.. Luth.; PPo.; (iS.; I'wStans, Wolf.; FSch.; W, 
so G.. Lö.. StNikl. In W vornehmlich in den Bergdörfern, 
während in der Ebene der unselbständige Sp. (Bed. 2) 
vorherrscht (Dekan .ISchaller). a) zu einem Bauern- 
haus oder -hof gehörig; ohne scharfe Scheidung von 1). 
auf das sich einzelne der im Folg. untergebrachten 
Belege ebenso gut beziehen können. ,Zu jedem Bauern- 
haus gehörte ehedem ein freistehender Sp., heute nur 
noch selten.' Barxd. 1914; vgl. die Anm. Er steht in 
der Regel nahe beim Wohnhaus, meist dem Eingang 
gegenüber, doch wegen Feuersgefahr manchmal auch ab- 
seits. y-.V alts S2}-Ii, [tco] es Bitzeli ncbenüs y'stanyen 



31 



S)ia('1i, S)ir<'li, spicli. s]ioi-li, s|iiu'Ii 



32 



iscli. HZn.LicER 1924. ,Der sp. vor dem hus.' 1382, Aa 
Zof. , Hofstatt und hofraiti mit allem gezimber, so uflf 
dem selben bott' ist, nssoenommen den sp.' 1463, 6. ,De 
[h]oi-to in Nidei-dorf ... do der sj). uff stat.' E. XV., Aa 
Zof. J/B. ,l)e [ii ]()rto ante pnrtam superiorem by AVyssen 
spirbar.' ebd. S. noeb n.. sowie Bd A'III 1211 u. E(n) Sp. 
hü(iv)c". |lm iiunu-erjabr ISHD] hP" Zimmennann " 
um 's lisse" ('" S))iher 'Innre". Häk.nd. 1911 (BG.). Bau- 
art. DerSp. ist f;ew. ein kleineres, meist bölzernes Ge- 
bande, t. ein aus vierkantigen Balken, Knndbölzern oder 
.Hallilin.gen- (s. Bd II 1 172o.) gefügter Bloekban (ff irHM 
oAcY (/.strickt) Aa; B; !•'; GiiPr.; L: GiiT.: S; Öbw; IT, 
so Sil.; W; Zlllnau, Kn., Wetz., übb. im Gebiet des 
dreisassigcn und Läiulerbanses, aueh , verzinkt' (s. 
.ScIiiniHien-ScJiiriniz l(( Bd l.\ 2037) AARin.; TuAltnau 
(einzelner alter Bau) oder an ilen Eeken verzahnt B 
Jura (AStumpf S. U), t. ein Ständerljan (ifKtiklet) Aa; 
B; L; S, aueh Beides verbunden: das Krdgeschoss in 
Ständern, der überstock ,gewettet' Blns, Steffisb., 
Wiehtr.: LHerg., Luth., sonst ein Riegelbau AAltt., 
Kaisten, Mohlin; ZDüb. und bes. im Gebiet des schwä- 
bisehen Hauses, oder massiv gebaut AAJEiken, Frick, 
Herzn., Hottw. (.gemureter sp.' 1550), Mand. (1536), 
Mohlin, Neuenhof (.IHunz. 1908, 206/7), Reu., Stein, 
Vilm. (,der Stock oder Sp.' 1723); BJura (It JHunz. 1910, 
70 jünger) und ,bei grössern Gebäuden im Plachland' 
(AStumpf S. 17): SKienb.; ZEmbr. (.unseren gemureten 
stogk oder sp.' 1557), N., Stadel b/XGlatt, AV. Der 
Unterbau besteht aus Mauerwerk, das oft einen Keller 
in sich sehliesst und, wenn über den Erdboden erhöht, 
eine Art Unterstock bildet AAltt., Kaisten, Mohlin ; BE., 
S. und sonst; SoG. ; Zlllnau, \V. (bei grössern Speichern 
mit Kelter), Wetz, und im Gebiet des schwäbischen 
Hauses (JHunz. 1910, 71), oder der Sp. ruht — sei es 
zum Schutz vor Mäusen (s. u.) und wohl auch vor der 
Bodenfeuchtigkeit, sei es zur Ausgleichung des Niveaus 
bei abfallendem Standort — auf (über den unter- 
mauerten, auch etwa unterkellerten Grundschwellen 
sich erbebenden) 30 — 40 cm hohen bartliölzernen 
Stützein (in W Sp.-Bei". worüber runde und glatte Stein- 
platten; i. Blatten Bd V 189 u.) AALeugg.; B; \V und 
sonst im Bereich des dreisässigen und Länderhauses, 
auch auf (^Juadersteinen udgl. (s. <Srt.s.« -////) Bd VII 1371) 
B. .Der Xöuwbauw . , . das kleine Speicherli darnebent 
samt dem Keller darunter und 50 Saum Fass.' 1696, Z 
li(|. 1910. In \V ist der Sp. (unter den Stützein) oft 
unterbaut mit einem (gemauerten oder hölzernen) Sal 
(Bd VII 6880.), Stall (für Schinalvieh), auch Keller (vgl. 
JHunz.l900,113.164),anderwärts(soAANeuenh.;BFries- 
wil; SFlum.) gelegentlich mit einem Wagenschu]ipeu, 
in B, so Utzenst. ; SLüssl. über einem Bach errichtet : vgl. 
Wier-Sp. Die Zahl derStockwerke schwankt zw. 1 und 3 : 
einstöckige Speicher gibt es überall (als Regel zB.inBO.), 
ebenso zwei- bzw. andertbalbstöi'kige (It JHunz. 1913, 
224 durchweg im Gebiet des Länderhauses), oft auch 
dreistöckige (im Gebiet des dreisässigen, sowie des B 
und LHauses); einen vierstöckigen in BG. (s. Feld-Sp.]. 
Der überstock ragt (,um Balkendicke') über das Erd- 
geschoss vor Blns; (iul'r. (.ISA. 29, 242); SSelz. und 
(doch nur, wo Lauben fehlen) im Gebiet des Länder- 
hauses. Lauben (Bd III 963 M.), meist mit, bei primi- 
tivei'n Bauten auch (dine Geländer, hndeu sich in Aa; 
B; F; GrL. ; L; S; W, am häufigsten in Bü., wo viel- 
fach 2, selbst 3 übereinander vorkommen, t. Stirulauben 
(bes. im 2. Stock), t. ringsum gehende (bes. im 1. Stock), 



seltener auch im Erdgeschoss (so BHeimenschw.). An 
Stelle der Stirnlauben erscheinen etwa schmale Vor- 
dächer B; L; SuG. Zum Überstock füliren gew. äussere 
(seitliche) Treppen B ; ÜMW : ZN., Stadel b/XGiatt. Fenster 
sind bezeugt für (inKl.: L (mehrfach); W, sonst nur 
(vergitterte oder durch Laden verschliessbare) Licht- 
und Luftinken. Das Innere des Sp-s (bzw. der einzelnen 
Geschosse) bildet gew. nur einen Raum; zweiteilige 
Speichersind häufig in Bü. (so Ad., Br., Matten); vgl. auch 
Chäs-Sp. S.noch .S'/).-JVyr/c/(BdIV689),-,S'c/,o/V'(Bd VIII 
1076), .SV/»o)Y»//,r)S';>.-;,SV7(or( (ebd. 1194/5), Sp.-,Silienii 
(ebd. 1282), (Sp.-jScIions (ebd. 1459 u. 14(i4), Sp.-Sehlosx, 
-Scliläs.sel (Bd IX 739. 758), -J'iir und vgl. für Näheres 
über die verschiedenen Bauformen und -teile, bes. über 
die tw. reiche und reizvolle architektonisclip Ausgestal- 
tung und Ausschmückung nani. der Fassade (Lauben) 
EGGladbach, Der Schweizer HoIzstiP (Zürich 1897), 
Die Holzarchitektur der Schweiz (ebd. 188.5), Charakte- 
ristische Holzbauten der Schweiz* (Berlin 1889/90); 
JHunz. 1900/13, für B insbes. die einzelnen Bände des 
Bärnd. (sjjcz. 1904, 136/45), Das Bauernhaus in der 
Schweiz (Zürich oJ.) und AStumpf, Der bernische 
Speicher (ebd.), mit einer Fülle von Abbildungen. Eine 
Sammlung von Speicherinschriften s. bei AStunijd' aaü. 
20/31. Die zwei folgenden Belege beziehen sich wohl 
auf Wohnspeicher; vgl. u. ,[Dem] haubtman im (nundt 
(liand mine hb. gen) ein wa])pen und fenster in syn 
nüwen sp.' 1566, Obw. ,N. wil man 1 ganz planster und 
das erenwaben an syn nüwen sp. geben.' 1575, ebd. 
Neben v e r w a n d t e n A usdrücken. [Die Reisenden] liei" 
di schSni. riclii Gnge"d 's Bernhiet üf nid gnue.'i cliöiiiie" 
luege^: die safere" Brire"huser . . . die nette" Stöckli »'"' 
Splcher. EGünter 1908. ,[Wenn] die personen, die daz 
libdinge niessen sollen, die hüser, spicher, stadel . . . 
lassent zergan und wüeste werden.' 1416, BSi. Rq. 1912. 
,Macht ein lenman hüser, spicher oder bomgarten, die 
bessrung was [früher] alweg des lenmans und siner 
erben', unter Beschwerden der Bauern. 1449, F. Die 
Mühle zu Bernang mit Haus, Hofstatt. Hofraite und 
Stadel, mit ,sp. und stam])f [usw.].' 1490, JGöi.ni 1897. 
,[Der Lehenmann soll] hus, schür und spycher in 
guotten eren haben.' 1496, Z Lehenbrief. ,Bim schloss 
Rnod ein schür mit einem sp.' 1520, AaL. .[Infolge der 
schlechten Ernte] leert man alle spycher und korn- 
schüttinen.' 1573, ZFlaach Kirchenbuch. ,[Dem N. ist] 
syn Hus angangen und sampt dem Spycher und Üfenhiis 
allerdingen verbrunnen.' 1599/1611, BXid. Chr. ,[1610] 
sind zu Brüttelen ... 9 Burenhüser und 6 Spycher ver- 
brunnen sampt allem Husrat, so darin gsyn.' ebd. ,Die 
Owmülli mit Behausung und Sp.' 1624, TnFr. Chr. ,Mülli- 
schür, Krutgarten, Sp., Blüehüsle und Sagen.' 1653, Aa 
Wett. Klosterarch. S. noch Bd II 1028o.; VI 66u.; VHI 
1212u. (dreimal). 1579 (('horn-Schütti-, zweimal). Der 
Sp. als .Fahrnissbaute' (Schwz. Zivilgesetzb. §677): 
vgl. JHunz. 1900, 238 ; AfV. 16, 165 ff., auch Bärnd. 1911. 
330, zur Sache noch Bd II 1701/2; Seg. RG. II 476 und 
bes. EHuber I'R. IV 683/4 (mit Fussnoten). ,Wer ouch 
uss dem twing ein hus verkoutt'et, ein Stuben oder einen 
sp.. das man uss dem twing füeret. da git ein hus dem 
twingherren 10 seh., ein stub 5 seh., ein sp. 5sch.' E. XIV., 
AAUEntf. Twingrecht: ähnlich 15.39, AaHL, L., Wild.: 
s. Aa Rq. 1922, 252; 1923, 468. 475; WMerz 1922, 
4 Fussn. .De natura que sint mobilia: ... torcular est 
res mobilis et horreum, spicarinm seu granarium.' 1446, 
\V Rq. 192, in der deutschen Übers, von 1493: .ein sji. 



33 



S|iacli, s))("'cli. spiel). s]ii 



s)uich 



34 



und Stadel von holz': dazu: ,Que sunt immobilia linna. 
Preter bona immobilia quoque censeautur domus, f^ra- 
naria et (ut jiatrio utamnr vocabulo) spiearia et rastaidi 
[1571: spicarii, in der deutschen Red. ,spicher und 
Stadel'] que alias (quod pedibus suffulcire et in aerera 
pedibus su])]i<)sitis cimstrui solent propter mures) inter 
mobilia de])utaliantur.' 1514, ebd. .Ob einer in disem 
anijit buwete hiiser, schüren oder spicher on eines 
lecheuherren hilf und stür, so mag er ouch die wider 
dannen ziechen, on eins lechenherren intrag.' I4i)ö, Aro. 
(AAVilm.). .Welicher ouch utt' ein le''\very httser, 
schüren oder spycher buwt, hat das nit ab dem guot 
widerurab ze tuond äue des lecheuherren gunst und 
willen.' 1519, AAÜq. U)22. ,Varend gut ist alle varende 
hab, es sige gelt [usw.] und darzu ablösig zins, hölzini 
hüser, spicher und Stadel ; doch die hofstetten, wie wit 
das tach[t]rof begryft, ist ligent." GTa. Hofr. 1527. ,Die 
vierzechen [äbtischen] heüser sampt iren stedleu und 
spycheren sollend in ehren erbalten -werden: man soll 
aber dero kains mehr, wie bisbero beschechen, ab der 
hofstatt verkaufen . . . Welicher ain haus, stadel oder 
Speicher verkauft, das soll auf der hofstat pleiben und 
der verkeüfer weiter kain gerechtigkait da haben.' 1592. 
G Rq. 1903. Vgl. dagegen ; ,Si sprechent ouch, das büser 
und si)icher von alter her syend gesin und geheissen 
ligendi güeter.' 1439, ZMönch. Hofrodel (Weist. I 14): 
,wir sezen ouch für unser stattrecht, das hüser, spi- 
cher und schüren sollend hinfür ligend guot geheissen 
und sin.' L Stil, um 1480: ferner Bd V 409 o. (1578, Ap). 
Baubewilligung. ,Ain herr und vogt mag auch in dem 
genanten dorf nichtzit neuws lassen zimmern, weder 
hüsser, stadel, zuostöss noch spycher, es gange dan mit 
irem [der Dorfleute] gunst, wissen und willen zuo.' 
1481, GUberbüren Offn. ,So jemands zuo Rieden buwens 
bedarf, es sye ein behussung, ein schür, sji. oderschwyn- 
stall, der sol dasselbig den vieren [Dorfvorstaml] an- 
zeigen.' ZAlbisr. Otfn. 1561. Beschaffung des Bauludzes 
ua. ,Ouch haut die von Brittnow kein recht ze houwen 
in dem holz weder zuo s])icber(n) weder zuo hüsren . . . 
an der herren urlob. wüssen und willen.' 1387, AABrittn. 
Hofrecht, ,1'sser disen hölzern und wählen, die also 
gemeinwerk sint, so sönt die gotzhuslüt und die huober 
holz liouwen ze brennen . . . ze zimbren. hüser und 
spicher ze machen.' 1414, AaKöII. ,Und welladorfman 
zimmre[n] wil im dorf, dem sol man erloben us dem 
buchholz . . . ze einem ganzen nüwen hus 24 holzer und 
ze einem halben hus zwelti . . . und ze einem sp. drü.' 
UwBuochs Dorfr. 1433 (Gfd). , Welcher ein hus old ein 
sp. buwen wölte an dem selben twing. der oder dieselben 
söllent bitten einen twingherreu, das er inen gönne in 
den hochwalden holz ze houwen nach notturft.' LUif- 
husen Twiugr. 1448. ,\Vie sy [die Gemeinde Kölliken] 
bissbar mit miner herren hölzer misshandlet, als [sy] 
spicher und grosse hüser gemachet und die glich wider- 
umb verkouft liabent.' 1539, A.\ Rq. 1923. S. noch 
Bd VI 035 o. Zinsen: vgl. b. ,[Frau N. vergabt zu ihrem 
Seelenheil ua.] iren gartten vor dem obertor . . . daruft' 
Haunseu Krben sp. stat, und giltet jerlichs derselb sp. 
vier Schilling haller ... alle die wile derselb sp. daruft' 
stat.' 1457, AAZof. Vorschrift betr. Feuersgefahr; s. 
Bd VlII 1215u. (1290, AAllh. StR.). Zweckbestim- 
mung; in einem Teil der Belege kommt auch 2ba in 
Frage. Als Lagerraum ,für alles Mögliche' B (Bärnd.). 
,für Alles, was trocken bleiben soll' W(;. (FGStebler). 
.Der Sp. ist die grosse Schatzkammer in einem Bauern- 
Schweiz. Idiotikon X. 



hause, derowegen steht er meist etwas abgesondert vom 
Hause, damit, wenn dieses in Brand aufgehe, jener noch 
zu retten sei, und wenn das Haus angeht, so schreit der 
Bauer; „Rettet dr Spycher, su macht ds angere nit 
sövli." Er enthält nicht bloss Korn, Fleisch, Schnitze, 
Kleider, Geld, Vorräte an 'l'ncli und (iarn, sondern selbst 
Schriften und Kleinodien: er möchte fast das Herz 
eines Bauern wesens zu nennen sein. Darum, wenn 
Diebe Beute machen wollen, so brechen sie in den Sp., 
nicht ins Haus; darum ist der Sp. wohl bewahret.' 
GoTTH. .Hast die Ställe voll schönes Vieh, den Sp. voll 
Sachen.' ebd. .[Zur Unterstützung der Wassergeschä- 
digten griffen Viele] an ihre Säcke und durchstöberten 
Spycher und Schnitztrög.' ebd. Z'laiKj IiciJ-sr'' de'' Fridef< 
fern [1800] versümt, du. hihid-s' /".< halt Spicher und 
d'Kästen unz [unterdessen] g'rümt. JBHäffl. 1813. 
,Rüedi zuo siner husfrowen: Ee min Gret, louf flugs 
und bhent und nim den Schlüssel ab der wend, beschlüss 
den sp. und duo die hüener in.' XV., L Neujahrsspiel. 
Im Schwarzenbui'gischen .pflegen sie in den Spycheren 
ihre liebsten Sachen aufzubehalten.' 1697, Bärkd. 1911. 
S. noch BdVni 1214M. 1695M. (er-scMzen). Bauern- 
regeln. Kngi CImchi, iviti Spicher tiiaclit die arme" 
Pure" richer. oO. S. auch AprilleH-dnl/cn (Bd II 228). 
.Der mag sich Winters trösten wol, der Speicher und 
den Keller vol.' I.vschr. auf einer Glasscheibe. Speicher- 
inschriften. ,Gott behüte diesen Spier vor dem zitlichen 
und ew'igen Für' Schw (Kyd). ,0 Herr, erhalte diesen 
Speicher w-oll vor Feür und Wasserwogeu, mach ihn 
alle Jahr mit Früchten voll, dass wir dich darfür herz- 
lich sollen loben,' 1760, BElisried. , Speicher, Kucbi, 
Keller und Gaden wollest du, Herr, mit deinem reichen 
Segen beladen, auch segnen unser Land, Hab und Wahr.' 
1779, BE. Uneig. Am Beie^stand . irod'Implieri Spicher 
liend. Ztböri, ,Alle andern Schätze [ausser den see- 
lischen] blieben auf Erden zurück. Sie [die Eltern] 
sollten sich daher einmal gewöhnen, ihrer Kinder 
Seelen als die Kisten und die Spycher anzusehen, die 
sie anzufüllen hätten mit edeln Früchten und Metallen. 
Diese Spycher und Geldkisten blieben niclit auf der 
Erde.' (totth. ,[Dass] glych wie die öpfel an einem 
boum, so sy zytig sind, abgeläsen werdend und gehalten 
geleit, der mensch ouch also nach den wällen und mUey 
diser wält in den himmelischen spycher behalten werde.' 
LJuD 1530. ,Wie das körn tröschen, gewannet, von 
spreuren entlediget in d spycher oder scheuren behalten 
wirdt: also die Christen auf erden geschlagen, misshand- 
let, von leichtfertigen Sachen gereiuiget in den ewigen 
sp. des himmelreichs gesamlet werdend.' OWerdm. 1564; 
vgl. das Folg. Insbes. als Lager- (und Trocken-)raum 
für das ausgedroschene Getreide, bei mehrstöckigen 
Speichern gew\ im Oberstock bzw. Dachraum Aa, so 
Möhlin : B (der Kornboden ist durch einen Mittelgang in 
2 Hälften geteilt mit .je 3—6 Korubebältern. ASxniPF 
S. 14); GrKI.; L (auch für Mehl. Kleie, Sämereien); 
Nordostschweiz (.IHunz. 1910, 71): P.Al. (.granaio'), 
Po.: S (BWyss 1863); Tu: W; ZKn., N.. IT., W. und wohl 
weiterhin; doch vielfach f. Vgl. Frucht-. Chnrn-Sp. 
,Zwein spicher. darinn, als man spricht, vil korns ist 
und villichter anders guot.' 1475, F luv. ,\Venn einer 
frouwen ir erb valt uff' dem veld, so soll si das mit ir 
sälbs lib helfen samlen an die wid ... valt es iro aber 
im baichen [s. Baichen 14 Bd IV 1 190], so sol si han den 
dritten dröschen .., valt es iro denn im sp,, so nimpt si 
aber das dritt viertel on alle entgeltnus.' 1495/1527, 



35 



Spacli, sppcli, spicli, spofli. spiicli 



36 



AAVilm. (Arg.); ebenso 1519, AaL. ,Ist unser will und 
nieinung, dass du [Anitniannl von stund an die spiclier 
und kästen ersuodiest, und wo du me korns linst, dann 
einer zuo sines liuss liruch bedarf, demsellien . . . ze f?e- 
pieten, snllichs zuo miirit zc füeren.' lööo. B lief, (der 
Rat an verschiedene Ämter). ,[Christus w^irdj mitbringen 
ein wärfl'seliuifel, damit ze schwingen die sprüwer von 
den kernen rein . . . hiemit er reinigen wirt sin schür ... 
den kernen wirt er samlen bhend, in sinen sp. ehrlich 
bhalten.' Aal 1549. ,Horreum, penaria cella, ein scheür, 
sp., kornhauss, korugaden, kornschutte, kornkammer; 
distentet spicis liorrea plena, fülle alle scheüren und 
spycher; frumentum conditum, in speyher [!] zegehalten 
gelegt, eingeschütt.' Fris. ; s. noch Chorn-Sp. ,Sp. 
(speycher), horreum, penaria cella, gebalt eines meyers.' 
Mal. ,Horreum, farrarium, eine Seheure, Speicher, 
Kornhaus, Kornschutte.' Dknzl. lüGü/lTlti. .Das Haus, 
der Stall oder die Scheuer und etwa ein kleiner Speicher 
für die Frucht, Erdapfel usw.', als (ieliäulichkeiten auf 
einem Hofe. JXSchnid. 17.S1. S. noch Bd IH 405 u. 
(Notker); V645o.; VHI 1214 u.; IX 475 u. Für Heu BO., 
so Br. (in einem bei EGtiladb. 1897 erwähnten Sp. im 
Erdgeschoss, im mittlem Stock Käse, im obern Fleisch, 
Obst), Gimmelw. (,Heugaden'), Twann (im BHre"lan(]): 
GrD. (,Heustall') ; Ubw (,Heuhäuschen'). Für Lehens- 
m i ttel aller Art, (Dörr-, Kauidi-)Fleisch, Speck, Würste, 
Brot, Käse, Dörrobst (auch ZW.), Nüsse usw. B; GiiKl.: 
L; P ; TB. ; ü ; W ; ZW., auch Kartoüeln (s. o.), Wein GrKI. 
,Anne Bäbi hatte [für den Schulmeister] ein schönes 
Hammli z'weg . . . allein es tat dasselbe wieder in den 
Sp.' Gotth. ,1m Speicher waren die Vorräte von dürrem 
Zeug: Aepfel, Birnen, Kirschen und Zwetschgen lagen 
da ganze Kasten voll; in den Speicher zu kommen war 
meine [des Jeremias Gotthelf] Seligkeit.' ebd. Göud. 
Ätti, i" Splr [etwas Essbares zu liolen]. JBHaffl. 181B. 
S. auch Skabellen (Sp. So.). ,Uf den [Baum] ein rappe 
kam gevlogen mit einem kaes, den er gezogen uz einem 
sp. hate do.' Boner. Für allerlei Kräuter, selbstgemaclite 
Kerzen WG. Für Tuch, Garn, Wolle (W), Leinenzeug, 
Wäsche, (bessere) Kleider und Kleidungsstücke (s. Äa.ss-, 
Chleider-, Ge-wand-Sp.) B; GflPr. ; USch.; W, übh. für 
Dinge, die man zu späterm oder besonderm Gebrauch, 
auch aus Pietät oder alter Sitte gemäss aufbewahrt oder 
die sonst von besonderm Wert sind, wie Geld, Wert- 
schriften, Urkunden, Schmucksachen B. ,Er war Einer 
von Denen, die heimlich fett w:aren, die ein Säcklein 
Geld hier hatten und ein Hämpfeli dort: im Sp., im 
Keller, im Trog.' Gotth. ,So reiche Weiber müssen sich 
fast zu Tode sinnen, wo sie mit dem Gelde hin wollen, 
wohin mit Garn und Flachs. Kisten und Kasten sind 
voll und in den Sp. mag auch Nichts mehr.' ebd. ,Die 
reichen Tonangebeiinnen . . . würden ihre Schlampihüet 
den Langentalern Schwefclli(dzliweibern verehren und 
die Schaubhüetlein wieder aus den Spycheren oder 
Tröglene" erlösen.' ebd. ,l)ie Kuttlein [wurden beim 
Einzug des Frühlings] an die Ofenstange gehängt, die 
Winterstrümpfe in den Sp.' ebd. S. noch Höcli-zlt-Sehueh 
(Bd Vm 487). Der Sp. dient auch als Schlaf Stätte BG. 
(für Söhne und Töchter .als Vertrauenspersonen'; s. 
Bärnd. 1911, 302), Lengnau (für Mädchen). Früher 
pflegten etwa erwachsene Bauernt chter bis zur Ver- 
heiratung im imdere" Sp. [s. 21i|jJ zu schlafen, wo auch 
ihr ganzer Trossel untergebracht war B (AStumpf S. 9). 
Als gelegentliche Schlafstelle für Arbeitsleute, Dienst- 
l)oten: ,[Die N. sagt aus:) Als sy ... den sclinittliaiii'u 



oder sichellegi geessen, habe sy und irs gewesenen 
meisters junkfrouw im spyermüessen [!] ligen, daselbst 
bin er und der knecht zu inen kommen.' 1541/3, Z Khe- 
gericht. Nur sehr selten wurde früher eine W(jhnung 
in den Sp. eingeliaut; s. Bärnd. 1904, 240 und die Al)- 
liildg ebd. 237. Ijber die neuere Entw. s. die Anni. Der 
Sp. wird oft von Dieben heimgesucht. Geld iscli-mer 
ifstule" irordc" letsti Nacht ux 'iciii SjJ., mi weder zicöü- 
hundert Franke"', u"ä ne halhi Specksüe" derzue. 
SGpeller 1927. ,Scribe a Berna que aultres de lour sc. 
de Sibental in unsern dorfern umb uns koment und die 
unsern roubent, lüt verw-unden und spicher uibrechent.' 
1475, F RM. ,Das er [eines Nachts] uss sinem hus utt' 
den mist mit urlob sin noturft zu tuon gegangen . . . hab 
er ghört einen am sp. riitlen [w'obei er] ötwas zwifels 
einer person ghept.' 1540, Z RB. ,In eim dörflin iinder 
dem Züricher See [habe er] ein sp. nflirochen, ein 
scherlets, zwei paar zwilchhosen gestollen.' 1550, ebd. 
, Einen sp. ufbrochen, daruss zwen liefen mit schmalz, 
zwo sydten schwynin fleisch und etlich brott verstolen.' 
ebd. ,Als imme ein Anderer siner Gsellen anzeigt, er 
wüsse vil Gelts im Thurtal in einem Sp., sygendt sy 
daliin gezogen, den Sp. sy mit einem Hebysen uf brechen 
wellen, habint aber Nützit ussgericht.' 1613, ebd.; noch 
öfter in dieser Quelle. , Einem ehrlichen Mann ward mit 
einem grossen Näpper oder Borer in sein Speicher ge- 
boret und ihme durch solches Mittel yil Getraid en- 
tragen.' 170ti, SKal. S. noch Bd 1X697 (ent-schKessen). 
977 M. Auch Mäuse stellen sich im Sp. ein, ti'otzdem er 
nach verschiedenen Angaben vor allem ,mäusefrei' (s.o.) 
gebaut sein muss. [Ein wirtschaftlich bedrängter Bauer 
hat] wenn's aw:'' tfrötet, doch, Ni'ld ah Mfis im Spir. 
JBHäpkl. 1813. ,Dum sunt in Spichern Spitzmaus ... 
tamdiu erunt Sennen Kerl wie rnssige Bennen.' \}w 
macar. Ged. XVIII. S. auch Clids-Gadeni (Bd U 118); 
Chasten-Schnini (Bd IX 1924) und vgl. "Wandern' (i80. 
— b) einer Genossenschaft, Gemeinde, Herrschaft 
uä. zugehörig. Die Speicher sind meistens für die Be- 
dürfnisse von zwei Familien berechnet. BArERNHArs(BO.); 
vgl. die Speicherinschrift: ,Disen Spicher haben lasen 
bauwen Hans Friburghaus und Karl Trachsel.' 1720, B 
Neu. ,Der Sp. ... in dessen unterm Teil etwa der Wein, 
im obern die Frucht, meist von mehrern Genossen, auf- 
bewahrt wird' ZN. (FStaub). Ein Sp. dient mehrern 
Familien zur Aufbewahrung von Kleidern: die Hirten 
mit Kind und Kegel kommen Sonntags in ihren Werk- 
tagskleidern von den Alpen herunter, ziehen sich in 
ihrem Speicher um und wechseln nach der Kirche ihre 
Kleidung wieder GrL. (.JHunz. 1905). ,0b ein frow ein 
dritteil erbt, es sig in hüsern, schüren oder in sp-n.' 
1495, Arg. (AAVilm.); Gegs. , ganzer Sp.' (Bd VIII 1213 0.). 
Gemeindespeicher. Ein Sp. steht als Kornscheuer für 
das Dorf in den Ackern GRSch. (JHunz. 190.5). An der 
Alliiw^gass im Langentaler Quartier Ufhabe" steht 
(1718 gebaut) der Sp., ein Lagerhaus für Landwirt- 
schaftserträge: Heu, Obst. Kartofteln, Gemüse, gelegent- 
lich auch als Hühnerherberge. Barnd. 1925; vgl. Sp.- 
Vogt (Bd I 709). .Denen, die nit können arbeiten ... 
werde man aus dem Speicher geben; den Zins vom Geld 
solle man aus dem Speicher nehmen.' 1701, Glur 1835. 
,Dass Die von AValliswil und Gruben . . . ihren Teil 
Almosengut statt ... in das Almosengut oder Sp. nach 
Hoggwyl ... nach Hiken eingeben kiinnind." 1709, ebd. 
.Der burger sp.'; s. Bd VIII 36 fbe-.scluiiibenj. 1420o. Es 
gab in Bern zahlreiche auf städtischem (irumie erbaute 



Sjiach, sppcli, spich, spocli. spuch 



38 



Speicher, die an einzelne Bürger vermietet wnrden; 
vjil. den Stadtplan von 16(i7 bei HTUrler 189G, 72/3, 
auch unsere Anm. ,[Einftenonimpn] von dien turnen und 
sp-en 3 Ib. 4 p.' 1382, B StRechn. ,Dis sind die zinse 
von den sp-en an der Matten, an der Judengassen und 
nebent dem Spitaltor ... Chuono Frisching der müller 
git von einem s]). an der Matten 2'/« p steliler.' 141)"), 
ebd. ,I)ie Zinsen von 30 Sp-en, von jedem 1 Batzen.' 
1630/1, ebd. 'S. noch Sp.-Ziiis. Ähnlich in Luzern. ,|Zins 
von] vil hofstetten, da s])icher uf staut.' 137.5, L. ,\. (het 
geben) 17 blaphart von einem sp.' 1397, L Ungeldrodel. 
PtVnndspeicIier. ,Mh. vernemen, wie er [der Priester 
von Hasli] der pfruond ein sp. verlvonft; deshalb [soll 
er] dem guoten gsellen sin gelt wider stellen." 1529, B 
Ref. ,I''rowen von Schiinnis schriben, das sy dem predi- 
canten zuo Knonow ein sp. machen lasse oder koufte.' 
1564, Z RM. Herrschaftlicher, obrigkeitlicher (Korn-) 
Speicher; vgl. Ziihent-Sp. Noch erhalten, doch dem ur- 
sprünglichen Zweck entfremdet, zB. in BAarw., Herz., 
Kopp.; SSchnottw.; s. auch Bärnd. 1925, 321 und die 
Abbildungen bei AStumpf Xr 63; 4; Bauernhaus Tafel 
Solotburn 2/3. Das Kloster Einsiedeln hatte [seit dem 
Xni.] in Pfaffikon seinen Sp. (Fruchtkammer : die Abte 
unterzeichnen wiederholt ihre Briefe .gegeben in unserm 
sp." Gfd 27, 152; s. auch die Anm. und vgl. Sjiich- Wart. 
.[1 Malter Habergelds jährlich] uss dem sp. der herren 
zu Lucern', als Lehenzins. 1378, Seq. RG. ,I)as ich 
[Verena von Büttikon] . . . verkouft hau den erwirdigen 
herren . . . des gotshus ze Lucern vier malter lieder 
korns, dinkeln und habern und 35 Schilling pfennig 
gelts, SO ich jerlich uff irem sp. im Hoff ze Lucern hatt., 
1418, L. ,[Bernische Hauptleute] band etwas babers 
genomen ze Suren in miner herren von [Bero-]Müuster 
sp.' 1445, B AM. ,[Die Herrschaft LLittau wird ver- 
kauft ua.] mit ... gemeinem sp. und kornzinsen." 1481, 
Seg. RG. ,[l)ass den Armen] uss des gotshuses spylier 
oder yukommen fürhin järlich . . . vier malter körn . . . 
ussgericht werde." 1589, LRatliausen. Über den schlech- 
ten Zustand ,zweier oder gar dreier alten Spycheren' 
beklagte sich der Landvogt von Braudis beim BHat: 
, Diese schlechten Speicher sind angefüllt mit ferndrigen 
Getreidt, so die Mäuse zerfressen, ohngeacht mit Gift 
sorgfältig begegnen wollen.' 1760, BXrxd. 1904. ,1798 
waren in BGuuten noch zwei obrigkeitliche Trühl und 
Keller nebst einem kleinen Speicher, auch ein kleines 
obrigkeitliches Herbsthaus.' Jahn 1857. S. noch Bd H 
20o. 160u. — c) in der A Ip Wirtschaft, ein (auf den 
untern Alpstufen in der Nähe der Sennhütte oder sonst 
an geeigneter Stelle, manchmal auch im Tal erriclitetes) 
Gebäude (It .\Stumpf S. 14 oft ein Doppelbau mit 2 Fin- 
gäugen), wo die jungen Käse eingelagert und gepflegt 
werden, auch etwa für andre Milchprodukte; vielfaih 
von mehrern Aljiinhaliern gemeinsam benützt B. so Gr. 
(Bärnd. 1908, 403. 411/2), Ilk., S., Si.; TB.; Uw; II, so 
Gnrtn., Mai., Urs.; \V; vgl. Clida-Sj}. und unter 2bS, so- 
wie spichcren. ,Die sämtlichen Käse aus all den alt- 
seeländischen Snm-sclii'in-" füllten im Sp. des untern 
P'ildericb li mächtige Gaden.' Barxd. 1914. ,('ber die 
[.\lp-|Weiden sind zwei Unser, 15 Sennliütte" sowie die 
erforderlichen Ste/I und Spicker verstreut.' ebd. 1925. 
[JeJi \ ein Senn] het .si".« Ucf uiiler a» Küf/f/e" (fno" tin<i ist 
... f/äf/en Aschi ziie, d'r Vhds i" Sp. (/au ahlejße'i. Sciiwzn. 
(B). !<■'< siH nn'li zum Sp., da chönnt-ifi' tli'l' lere" die 
Chäsen umcherc". Ki'iiHEiiiEX 1818 (BITa.). !•'. von 
Schattdorf verkauft .\iiiiiiann und Talleutcn .alle die 



rechtung, spicher und hutten', die sein Vater ,von alp- 
rechts wegen . . . ze Ursern in dem tal ie genossen oder 
gehept.' 1429, JSG. ,Huic opus im Sp. zu schabere et 
salzere Käsos, ille domum portal die ganz voll Gabälä 
Alpspeis.' Uw macar. Ged. XVIII. , Nebst der Hütte und 
dem Stalle [auf den .\lpstafeln] ist insgemein noch ein 
besonders kleines (iebände oder Sjipicher da.' JXS<-nxin. 
1782. S. noch Milrh-ditilnii (Rd II 119): Viir-Sä^s 
(Bd VII 1372 0.). 

i. a) der Sp. in änsserlicher Verbiiulung mit dem 
Hause. So durch einen Lanbengang UwEttisr., (iiswil, 
durch das eine Kreuztirst bildende Dach BOberwil 
b/Büren, ans Haus angebaut oder ins Haus einbezogen B 
G. (,selten'); WMörel, so bei Neubauten BLütz. (,als Vor- 
ratskammer neben der Heu- und Garbenbühne' It Bärnd. 
1904, 240), S., über dem der Haustiucht nach zwei Seiten 
vorgebauten Keller errichtet (gemauert) BOBipp, Brütt., 
Kalln., Lyss, Rohrb., zw. Wohnhaus und ,Tenn' ein- 
gebaut, gegen beide mit Feuermauern abgeschlossen 
ZN. ,Haus, Stall oder Scheuer und kleiner Speicher: 
oft ist Alles unter einem Dach beisammen." JXSchxih. 
1782. — b) als Teil eines Gebäudes; vgl. die ent- 
sprechende Entw. bei Gadeiii, Hiis. Ge-mach. Stock, 
■x) Gemach im Wohnbaus, als Speise- und Vorrats- 
kammer GlL. (für Schabzieger); LLuth.;GAVl. Spez. l)im 
Frdgeschoss, bes. neben der Küche GnAr., Mutten: L 
PjUtleb., Escholzm., Hellb., Klotensb., Root, Wolh.; GA., 
Kaltbr., Schmer., AVe., Wildh. (Syn. Dicnkel-Chammer 
Bd III 249 0.); SchwE., Ulb., Ma.,'Pfäff., Rot, Schwyz; 
UwStans (neben der Chammer); UAtt., Bürglen, Seh., 
Schattd.; Syn. Under-Gadem 2 (Bd II 118); Chiichi-. Spts- 
Gadem, -Gädeli (ehA. 118. 120); Clmchi-, Spis-Chaniiner, 
-Ch(immerli(MUl2:A.2ö3);(S2ns-JChäiiineten{ehä.-2r,()): 
Ge-mach idi, Chiu-h.i~Ge-mach (Bd IV 19); SpCHtter: 
Cliuchi-Stuben, -Siilbli. — 2) im Oberstock bzw. im 
Dachraum (in Gk; P; W bes. = FleiscIi-Ge-mach (Bd IV 
19), in W auch für Getreide, ebenso in L; s. auch 
JHunz. 1913, 224) AAFull-Reu. (Syn. lUuch-Chaiiimer 
Bd III 252), Walensw. (über der Küche); BBrienzw., 
Gadmen, (joldbaclisch. (überdcm Chiicht-Gade'"), Schür- 
boden b/L. (über der Stube: s. .Illunz. 1913,99); GrA.. 
Av., Mutten, übS. (neben nim. (hdiinnada), Rh., S., 
Seh. (meist gegen Norden, kühl und leicht zu lüften; 
s. Bd IV 19 0.), Tschapp., V., Valz.f; LEntleb. (über 
dem Gädeli), Ett. (über der Küche), Hellb., Amt Hochd., 
Klotensb. (neben der First-Chammer), Müsw. ; PAl. 
(,ripostiglio di sostanze alimentari. camera [im 2. Stock] 
dove si conserva la carne salata, il pane e la farina." 
(iiord.). Po., Rima (zum .\ustrocknen der Schinken und 
der Schafwürste, zum .\ufbewahren von Ilartbrot und 
andern Speisevorräten): S (vgl. Sji.-CliiHer Bd III "204): 
W (luftiges Gemach, meist auf dem Dachboden, in altern 
Herrenhäusern in der Ebeiu' im TKr"!/), so Amen 
(im \\'ohnstock hinter der Küche; s. .IHunz. 1900, 153), 
Lö., StNikl., Rar., Salg., Turtm., Uli". ; Z (oO.) ; vgl. Fir.sl-, 
Hö.^ch-, Hucas-tili-Sj). Das einta [der zwei Häuser im 
(Jnderhode"] hed . . . corne" e" ;p-i)ssi . . . Stube" und 
drubar Inder l{dsti es Sp-H; das ander . . . ist eil yrüsser. 
hed dri Stube" und draber au^'' dr% Sp-a und es mächtiijs 
Fürhüs. JJÖROEK 1926. (Schlaf-)Kamnu'r im Oberstock 
GkS., Tschapp.; PPo., bes. über der (Wohn-)Stube und 
mit dieser durch eine enge Treppe zw. Ofen und Wand 
und ein Loch in der Stubendecke (s. Ofen-Loch "2 Bd III 
lt)22) verbunden GrAv. (s. J.ifui-Sp.), L., Rh. (so Nnf.), 
\'.; TB.; s. Stuhen-Sp. Zcr (jlü-he" XU, u-a d's Trulfi im 



39 



Späth, specli. spielt, S)i()ch, s|)iicli 



40 



heimelkie" Sp-K, ist. cm''' der Kajila" im irarme'^ Chrache" 
erwachat. .I.Iöuukr li)2(). Für die Gemäclipr im zweiten 
Stock übli. (tuS., V. (It JHunz. 1905, 112 für die beiden 
obern StoeUweike). Dini., kleiner Nebenraum znr 
Küche, wo Speisevorräte aufbewiihrt werden aScnw (Pt'r 
Waser). ,Hente wurde das alte S]iicherli aus der Kuchi 
fteschlisseii. Ks war etwa 8 Zoll hölur als der Kuclii- 
boden und reichte bei is /oll nicht an die Kuchidili hin- 
auf, so dass wir auf der Sijicherdili Schauflen, Rächen, 
Jäthauli, ja alle Stielinstrumenten liegen hatten. Unter 
demSpiehcrli hausteuKatzen und Mäuse. 'FDKvu. — ß) im 
mehrstöckif;en Sp. der einzelne Boden; ausgehend von 
der Unterscheidung zw. underem und oberem oder 
imderstcm. mittliKtem und oherntem Sp. heim zwei- bzw. 
dreistöckigen Sp. H, so E., ti. Ein Sp. in BSchw. (von 
1799) besteht aus .e(rS« Spilierc" und dem Obcr-Sp. (s.d.) 
BG. (Bärnd. 1911, 245, mit Abbildung). Vgl. noch FM- 
Sp. — y) eingewandeter (vgl. EGStebler 1903, (i?) Teil 
eines ,Stadels' für ausgedroschenes Korn W(i., so Mü. 
(neben dem .Tenn'; s. .IHunz. 1900, 177), Lö. (Lötschen 
1917, 119). Teil einer Scheune LEntlemoos (neben dem 
Stall); THKom. (.JHunz. 1913, 22-1), für Getreidegarljen 
GWl.f, = Balchrni (Bd IV 1190) ÄAllin. Anscheinend 
hieher: Allö, ir ledige" Schnitter! im Sp. ist Alls i" der 
Or'ini"g, d' Sichelleyi muess y'firet s»« recht artig manier- 
li'>' . . . .Biideltütiih' tönt's us ^em Sp. [von den Geigen]. 
KdMkvek 1844 (ZBül.). — 5) in der Sennhütte der 
hinterste der drei Räume (Stii.he". Hätte", Sp. oder 
Keller) Gii (JHunz. 1905, 301), der Lagerraum für die 
Butter GrKI. (Tsch.; vgl. Anken-, Schiiiah-Sp.), für die 
jungen Käse (OFrehner 1919, 118; vgl. Bed. 1 c). Vor- 
ratsraum neben (ScnwUIb.), über (UwWolf.) dem Milch- 
Hiis (JHunz. 1913, 41. 71). ,[I)ass Abt und Konvent von 
Wettingen] ir mnlken, das si kouft'ent oder inen von 
zinse gevallet in dem land ze Ure, behalten suln in dem 
vorgeuanden liuse, beidü in kelre und in sp-n, unz das si 
das selb mulken von dem lande gevertgen mugen,' 1338, U. 

3. ,Ürtsgefängniss, Behälter fürLandstreicher' ZFehr. 

Ähd. spirhari. mild. HjUclter m., ;ius spätlat. sjjwarium, Korn- 
speicher ; vgl. Gr. WB. XI, 2070/2: Martin-Lienh. II 5.S4; 
Fischer V 1.500: MHeyne HA. I 9:i. 176. fljnch- < S/ndier in 
Sjn^ti'Wart (s. d.) erklärt sich durch r-Uissini. Die Ausspr. 
Spezieller (nelien -i-) in ZStailid li/N()hitt si-lieint durcli daneben- 
steheudts Jle'u-Iier, Hiencnkorb (Bd IV SI6S) hceintliisst. Die bei 
JHunz. 190.5, 304. :il7 für GrPr.. L. angegebene Ausspr. 
Sjil^Iier düi-ftn auf einem Hörfehler beruhen. In Ap: GRli. ist 
unser W. nicht nia., ebenso im Baselbiet: in BsStdt wird es 
mit -11)-. dem Laut des alten ei, gesprochen wie andere mundart- 
fremde, aus der Scliriftspr. bezogene ei-Würter, zB. .scheitern' 
(Bd VIII 152:)). Die Verbreitung des Wortes hat in Bed. 1 a(b) 
auch sonst starke Einbusse erlitten. Denn die dieser Bed. 
\mgünstige Entw., die schon früh mit der Einbeziehung des 
Speichers ins Haus (Bed. 2) beginnien hatte, ist in neuerer 
Zeit insofern weiter gegangen, als der selbständige Sp. infolge 
diT .Alniahnie des Getreide-, aucli des Hanf- und Flaclisbaus, 
iles .Aufkommens neuer Bangewolniheiten usw. vielerorts ganz 
"der l)is auf vereinzelte Reste verscdiwunden ist. Wo die Ge- 
bäude (tw. mit dem Namen) erhalten geblieben, sind sie vielfach 
entw. zu blossen Rumpelkammern .hei-abgesunken' (so nicht selten 
aucli in B) odiM- zu andern Zwecken verwendet bzw. lungebaut 
worden, bes. häufig zu Wolinungcn (vgl.: für dem Einliejen 
[einzelstehende PersoneiL: zu einlirli Bd I 28:3] tiiet't-ea mit-erem 
Si>. t/wiisK GrKI.), Werkstätti'U udgl.; s. aueh Kilelien-S/i. So 
mag sich auch unsre Bed. :i erklären: vgl. dazu die Synn. ''Iiäs- 
GademS (Bd II 118) und bes. Si>i<-k--Olmm„u:rli (Bd III 253). 
Auf rät. Gebiet erscheint .S^). als Lehnw. im Oberhalbstein und 
Schanis: naeh Prof. Pult in Marmels aU «/•eiijfer, Schlafkammer 
ülii-r di-r Stuhl', «iteiy.i-l'^eiKu, Hnusi'stiicdi, in Dmiath als «/..•<.;■, 



Estrich (Annalas della Soc. retorora. 43, 80): JHunz. 1905 ver- 
zeichnet spetier für Savognin, speher für Andeer. lü Namen. 
In ONN. 1) als einf. W. Ap (Dorf; vgl. T. 37Si=, nach Leu Le.\. 
,voh einem daselbst dem Stift StGallen zuständig gewesenen 
Zeliend-Speicher, in welchen die benaidibarte Zehend-Gefalle 
i'ingesammlet worden'; noch heute mit Art.: J"'' liin im Sp. 
dehäm: (■<*'' f/anfj in'n, rhomm vom Sp.: ,i(di wölt für harpfen 
und videln, das vom Sjiicher unz z Einsideln gieng aiii guoti, 
siechti strass ; mich müeget gar an underlass, das die borg sint 
so hoch.' XIV., Lied eines Ap Spielmanns: ,in, zem Spicher.* 
Just. : ,zum Spicher.' Kessl. ; ,Tüfen, Trogen und der Sp. ; zuo 
dem, zuom S]i.', aber auch schon ,von Sp.' V^ad. ; dazu ; D 'Spieherer 
Mätle*^ öäiid an''t' alt irol dra'\ 's ijtt Käni iji^'rn lediif, > irtll e" 
.Jedi en Ma"". Ap VL. 1 903), Wald (,zwei Häuser' It Leu Lex.) ; 
BAeschlen li/ODiessb. (,Spicheren'), Reich., Sigr.: GIElm (Hof), 
Engl, S.; GrKI. (im Sp.); GBenken, Krumm., Nessl.; SchTha. 
(Wald; ,ein holz gen. der Speicher.' 1.576): Schw (,Dises Dorf 
[Pfäffikon] ward vor altem zum Spycher genennet, weilen die 
Fürstliche Abtei Einsidlen allhier einen Spycher gehabt, dar- 
innen man allerlei ab dem Zürich-See einkommende Früchte 
aufbehalten.' JEEscher 1692; vgl.: .[Die Schwyzer] besatzten 
Lachen und den Spicher und brautend den von Raperswiler die 
brücke ein teil abe; als wogt.end die v(ni Raperswiler ein fart 
zuo dem Spicher.' 1443, Bs Chr. : ,Die von Zürich leitend [1438] 
sich gen Pfäfikon zuo dem Sp,' Vad.); ThFr.; UwWolf.: UGurtn. 
(Alpweide), Sil.; ZDäg., Rieht., Sth. .Hinter dem Spycher.' 
1664, zwangen. Bin den Splchren BInn. (Weiler). ,By den 
Speicheren binden' BStdt (WLutz 1685/1707); dazu: ,In den 
Bergen ... betrachtet man die Dörfer als einen roheren Schlag 
von Menschen, ungefähr wie ... in Bern die Leute in der 
Jnnkerngasse die hinter den Sp-n.' Gotth. ; heute noch , Speicher- 
gasse'. Ein Pulvermagazin im ,wyssen Spicher'. XVII., Uw 
Thal. ,Beim neunten Speicher" BWichtr. (Lutz 1827; .einige 
Häuser'). Dim. ,Spicherli' UwTbal., Ennetmons. — 2) in 
Zss. Als 2. Glied: ,Holz-' BKand. .Kernen-' BOberburg. 
,Bohl-' BHk. ,Türli-' UwSa. (bis zum ,T.'). ,Twirri-' BHk. 
(Älgäu). .Ziegel-' BSigr. ,Zoll-' BAarw. Als 1. Glied: ,Sp.- 
.Acher' BLütz. : ZZoll. (,im Speiracher.' 1801). ,-Egg' BIseltw., 
Langn.; Uw.\.lpn. ,-Allmend' BLeiss. ,-Fluh' BGerz. (im top. 
Atlas .Speichen-'), Inn.(,-Wald'), Winini. (, -Graben'): üwMelcht. 
,-Gaden' GrS. , -Graben' BOberlangenegg, Röthenb. i/E., Sum. 
.-Grat' BSiun. ,-Hnbel' BInn. -Clirmile"-, runder Felskopf 
(2500 m hoch) BGsteig b/Saanen. ,-Müli' ApSpeicher (.zwei 
Häuser' It Leu Lex.). ,-Matt(en)' B.iarw., Berken. Buchholt., 
Homb., Horrenb., Kehrs. : FStAnt., Fräsch., Überst.; LEb., Ett. 
(,1 manuwerk matten, gen. Spychermatten. da der spycher inn 
statt.' 1572), Kriens; SBil). : UwStans (Häusergruppe): U 
Bürgten, .-Mattli' Ndw. .-Mättli' ZNUrd. ,-Bach' BGr. .-Boden' 
BDienit., Lutz. ,-Berg' BGadmen (,-Alp'), Inn. ; GEsch. -StuMi 
GrKI. (uf ^em Sp.). .-Schwendi' ApSpeicher. ,-Weier' BAarw. 
,-Weid' BBurabach. Mühleberg, Wimmis, Woblen; FPlatf. 
,-Wald' GKrumm., Nessl. .-Wis' ZHinw. (1553). Stdt (1858), 
,-Wisli' ZTu. (XVII.). In PNN. Als Spitzname: Dem F. (über 
den das Gerücht gieng einen Speicher aufgebrochen zu haben) 
habe Einer auf eine ausfallige Bede ,herwidernmb geantwurt: 
Spycherly, Spycherly.' 1546, ZRB. Als FN. ,Buodolf, Chuon- 
rat und Herman von dem Sp.' 1309, GStdt (Vad.): ,zem Sp.' 
E. XIV., ebd. (Appenzeller). ,Zeni, vom Sp.' XV., .\p. .Spicher' 
(bzw. ,-y-, ,-ei-') Ap (.des Sp-s hofstatt.' 1470); BGerz., KOniz, 
Stdt (XV./XVI., It Leu Lex.), Wichtr.: LStdt (1.559): UwE. 
(1293); dazu die ONN. ,Spichers-Gi-aben' BSum.. ,-Matt' Obw 
Gisw., .-Ried' BWohlen. .in der Sjiicheren' BODiessb. .Spichers' 
FÜberst. (.Heinz Sp.' 1476, Beuterodel). .Spieher.T' L (l:i49). 
,Spicherman(n)' AaB. (1417); Ap (XV.); GStdt (E.XV./XVIL; 
bei Leu Lex. .Spiechermann'), Goss. (1442). 

Ober-: 1. Gemach im Oberstock des Hauses (Syn. 
Taclt-Stock) LLuth. (JHunz. 1910, 69); Syn. O.-Gadeii 3 
(Bd H 117/8). — 2. oberster Boden im Spricher {a. Spi- 
cher2h(,) BG. (Bärnd. 1911). — Obs-. ,Opsgaden, opssp. 
oder fruchtspycher, ein ort darein man die frUcht gehalt, 
pomarium." Kkis.; Mai,. — Anke"-: Raum in der Senu- 
hütte, wii die Butter aufgespeichert wird. F.-Vnd. 1897. 



41 



S|)ach, sppcli. spicli, spdili, s]iii(li 



42 



Vfrl. auch OFrehnei- 1919, 118. — Ept'el Ö-: Name des 
t'rpistelipnden ,01)sthauses' (mit einem Öpfelgade" und 
<)j)felchcller) auf einem Gute mit grosser- Obstzucht H 
Woi-lien (Bärnd. 1914, 198). — Orgele" Onlele"-: der 
mittlere Kodon im Fihl-Sp. (s.d.), so benannt, weil zeit- 
weilig eine Stubenorgel darin untergebracht war BG. 
(Bärnd. 1911); \-a.\. Splcher ih}. — Em Erc"-: Küchen- 
speicher, in der Kiiclie ausgesparte Vorratsl<ammer Scinv 
Muo.; vgl. JHunz. Ulli), 44. — Feld-: Beziehung eines 
auf dem Felde stehenden, vierstöckigen Si)eichers BG. ; s. 
•IHunz. 1908, IIH (mit Abbildg); Biirnd. 1911, 3(l2/.5 und 
vgl. Orffeien-, (int-Sp. — First-: Dachkammer GrV. 
(CSchnyder 1911); Syn. F.-Gndem (Bd 11 118). — 
Fürsten-. .[Im XVII.] erhielt der Fürstbischof [von 
Basel] die Erlaubniss, für seine Zelinten und Xatural- 
abgaben einen Speicher innerhalb der beiden Mauern 
... vor dem Obertor [der Stadt Biel] zu errichten; es 
war der sog. ¥.■ B Blatter 1905. — Fleisch-: Raum 
ülier dem G'macli (Bd IV 19 o.) oder im Estrich, wo das 
(luftgedörrte) Fk-'iscli aufbewalirt wird Gr, so Tscluipp., 
V. (JJörger 191::;, HO), Valz. (Tsch.); Syn. P'l.-Hiis (Bd II 
1708), -Ge-mach (Bd IV 19); hösch-, RHCss-tlU-Sp. [X. 
lierichtet:] 3Iir ist die. Nacht in de" F. V''hroche" cho". 
.l.löKOKu 1912/13. — Fr ucht-: Kornspeicher. oO. S. auch 
()lis-Sp. — Grit Grit-: der unterste Boden im Feld-S}). 
(s.d.), der als Schlafstätte für Mägde dient; so benannt 
nach einem langjährigen Dienstmädchen namens Grit 
BG. — H 1 z - Gl (St.''). — H ä s (s) - : Kleiderkammer Gr 
Pr. — Hüs-: (kleines) Gebäude neben dem Hause GrS. 
(mit einigen Gelassen, meist Lagerräumen), Tscliapp. 
(einzimmrig, zum Weben). — Ober-lius-.S'/;ir/ier7i': 
zum ,01)erhaus' gehöriger Speiclier. Bim Vorderlinn 
f'iiert-er [der Weg] urad siriische"'ni Vüreßhüs !("<* <'e)ii 
Stüekli carbi. neh"'-em ... O. iui<f Ohfrhris /«"/ic". SGfellek 
1911. — Für-liüs-: (Schlaf-)Gemach über dem Fiir- 
Hüs GrL., V. - Cliuchi-: Gemach neben der Küche 
VHch.,=Far-hiis-Sp. GrV. Syn. Ch.-Gadem (Bd II 1 18), 
Ge-mach (Bd IV 19). ,Ein Gänderli im Kuchispyr', unter 
dem Hausrat des Pfarrliofs. \\\\.. SniwSteiuen (.\fV. III 
15.Ö). — Chammere"-: (Sch!af-)Gemach über der 
Chdinmere" (neben der Wolinstnbe) GnTscliap])., V. 
(.I.Iörger 1913, 30). — Küchen-: zum Pfrundgut ge- 
höriger Speicher. In AAWegenst. seit dem XATI., 1783 
zum Schulhaus umgebaut, seit 1830 Altersasyl, um 1850 
abgebrochen; vgl. auch A.i Gem. II 407. In ZUster vor 
der Reformation eine mit dem Beinhaus verbundene 
Kapelle, später als Speicher für den Kirclienzehnteu, 
zuletzt bis 1824 als (jeräteschuppen verwendet; vgl. 
.2 Pfd vom KilcluMisiiycliertacb ynzudecken'. 1079, Ztlst. 
Xeuj. 1807. 

Chorn-: Kornspeicher B; S;Th und weiterliin; wohl 
meist f. ,I)ie selben zwenzig müt kernen wir |Al)t und 
('onventl und unser naclikomen jerlicli utf der liotfstatt 
ze Engelberg uss unserm k. richten und wereu sont." 
1357, I'wE. Urk. ,Granarium, kornliauss, kornkast, k.' 
Fris.; M..U.. — V^'l. Or.WI!. V ls:U. 

Chürn Cliiire"-: .Boden über dem lleustalb', un- 
mittelbar unter dem Dache. Auf diesem Boden werden 
die Korngarben bis zum Dreschen aufbewahrt und ge- 
lüftet. So, wenn der Stall ein besonderes Gebäude ist; 
schliesst sich aber der Stall an das Haus an, so ist der 
Ch. mitunter auch im obersten Teile des Hauses unter 
dem Daclie selbst (Syn. (»ßerte» IJRlg.)' GRi'V'az ('rscb.). 

Chäs-: = Spieher Ic. ..Käselians B'', so Aarw., K.. 
O.; „S"; llw; IjBürgleu (.Hlunz. 1913, 22.3) : „VW" ; Syn. 



Chm-Gadem. -Giim (Bd II 118. 307), -ChHkr (OFrehner 
1919, 123), -Laden (ebd.), -Ge-mach, -Männer, -Bür 
(Bd IV 19. 446. 1512), -Sal (Bd VII (i89), -/Ammer-, vgl. 
Gr Sammler 1812, 278. 291; EGGladbacb 1897,21 mit 
Tafel 27/8; FAnd. 1898, 470; AStnmpf, Der Berner 
S]ieicher S. 13 mit Abbildg 34 und 91,7; OFrehner 1919, 
llstf. mit .Vlibildg 32 und 44. ,Die halbgereiften Käse 
wandern in den (7«.. die ganz gereiften in die Magazine 
des Grosshändlers." Bärxh. 1904. ,\Vir trafen den Sohn 
der Berge ... in einem mit melir oder weniger inter- 
essanten Sprüchen bemal tenKäsespeiclier mit Käsesalzen 
besclüiftigt.' B Volksbl. 1898. Gelegentlidi als Sclilaf- 
raum für Alpgäste benutzt; s. AHöpfner 17S7, l(i. - Vtrl. 
noch : ,Wir besahen [in BHa.] rint'ii Käs('spt'i<'lier. diii hier aller 
Enden stehn, nun aber nacli und nach (p;ef;''n den Winter) vreleiTt 
und verlassen werden.' 177il, (Teethi'sBrb'le au Cbarlettev. Stein 
I (1908), IBH. 

Chleider-: Gcliiinde bes. zur ,\ufliewahrung von 
Kleidern BGr. Vgl. Ilass-Sp. ,Die Sclieune. sowie der 
G'waiid- oder Ch/. und das W^asclibaus [haben] ihren 
eigenen Platz in der Xähe des Hauses.' Barml 1908; s. 
die .\bbildg ebd. 433. -- Ligg-: Schlafkammcr, nach 
einer Angabe nur der kleine Schlafranm über dem Wohn- 
zimmer GrAv. (auch It B., Tsch.); Syn. L.-Ge-inach 
(Bd IV 19). — Müli-: zu einer Mühle gehöriger Speicher. 
Barxu. 1925. — Milch-: kleines (iebäude zur Lagerung 
der ;\Iilch SchwMuo.: s. Ol-rebner 1919, 34/5 (wo auch 
Synn.) mit Abbildg 17. 

Rösch Rönt- GrS.; WLö. (einmal ungenau ,liO-). 
so Kippel, Rosti- GfiAr., OMutten, S., Spl., V.: = Firxt- 
Sp., ,Gemach in der Bosti. dh. im Dachgiebelraum, ein 
luftiges Kämmerlein, in welchem das Fleisch au der 
Luft getrocknet wird.' Tscu. (GuS.); vgl. .Hlunz. 1900, 
219; 1915, 292. 304. — m>t- bei JHunz. 1900. 2'27 (W); 
191.5, l:V2 (GrS.) ist wohl Fehler für KfX-. 

S i e c h e "-: zu einem Siechenhaus gehöriger Speicher ; 
s. Bärnd.191 1, 579. - Sa 1 z - : = Chäs-Sp. Sch\veizkru.1817. 
374; s. Bd IV 200u. — Schloss-: zu einem Schlossgut 
gehöriger Speicher; s. Bärnd. 1925,671. — Schlütze"-: 
Zimmer im Oberstock, das statt einesSchlüssels mit einer 
Schnure" (Türklinke zum Wegnehmen) geschlossen wird 
(JrS. (MSzadrowsky). — S c lim a I z - : 'feil einer Sennb iitte 
GRTschuggeub/Ar. (JHunz. 1915, 173): vgl. Si>lelier -lliK. 
— Für-sprütze"-: ,Speicher', worin die l'euerspritze 
und übrigen Löschgeräte der (ienuMude untergebracht 
werden BMüntsch. (Bärnd. 1911. 160); i>\n. Hpr.-Hiin 
(Bd II 1731). Stube"-: 1. (Sc blaf-)Kammer über der 
Wohnstube Gr, so L., Tsi'happ.. \.; Syn. Sl.-Gadem 
(Bd II 120). - 2. Kammer unter dem Dach WRauda; 
Syn. Stuli/i. — Stöckli-: Dachraum im Stiickli. wo (ie- 
treide, Flachs usw. aufbewaliil «erden. [Infolge eines 
l!einl>rucbes| het y. . .. i" dnii /iil:,/i". ii'<friintliije" St. 
i"mene" äiif/e" Stäheli iitne" miie.'<se" ntill liiir". EBai.mkr 
1925. ^ liuess-tili-: = 7''/«V/(-.sy GrV. Wier- 
.Weier-': Kornspeicher über einem Weiber. 1733, B.Aarw.; 
vgl. Bärnd. 19'25, 57. 321. - (!'-wäcbs-: 1. wohl = 
Choni-Sji. .Umb Martinni 1704 haben unser Egger 
Zimerleiit den nüweu G. auffgericht.' BBannw. Chr. — 
2. der oberste Boden im Feld-Sp. (s. d.) als Lagerraum 
fürtietreide B(;. (Bärnd. 1911). — G'^-mei"- w i'rch-: 
Aufbewalirungsort des Werkzeugs fiir die öffentlichen 
.\rbeiten (JrV.; Syn. Ge-mcin-in rch-Ge-maeh (ebd.). 
[Da] /i ('(/-er CS G'mäcli/i fiuiile" mit allerlei chhiieiii W'trch- 
.iiilj: Meissel. Schii/'e/ti, Griihelli. cliKri und ijiirt en .irt 
G. ro" dem Za-iriie"riilch. .I.Iöhukh 1920. - G'-wand-: 



43 



S|iacl] >>|)ii<'li. Si>-(li1 



44 



= Chleider-Sp. (s.d.) BGr. -- G°-wett-: auch Dim., 
.gewetteter Speicliei- B, so K., AVichtr. (JHimz. 1910, 9) ; 
eine .^libildu: s. ßärnil. 1904, IMfi. — Ziger-: Raum im 
Haus oder in einer Sennlnitte, seltener ein selbständiges 
(iebäude zum Lagern uiul Ausreifen der Ziger-StöckU, 
entspr. dem Chds-Si). (ii,, so (It .IHunz. 1905, 218. 804) 
Bilten, L.; vgl. auch WSenu 1870, 84; FAnd. 1898, 484; 
OFrehner 1919, 118. .Laden und Stäbli für den Z.' 1865, 
GLNäf. Baurechn. — Ze(li)e"t-: = ZehendeH-SrhilUi 
(Bd Yin 1580) B. so E. Vgl. Z.-Sehur (ebd. 122H), 
-Trotten. ,[Der obere Boden in einem SpKher'\ war auch 
das Zentrum der (dirigkeitlirlien Xeliiits-piher.' Bärxd. 
1904. .Es ist ihm [(b'm l'farrer am Bettag] aueh zu 
gönnen, dass er einmal iin .lahre den Kropf leeren kann: 
er bekäme ja sonst einen wie ein obrigkeitliclier Zehnt- 
siiyeher.' Bauekxst. .Dass man von Landlüten Sdiaffner 
seze über die Zeliendspyeher Langnauw und Laupers- 
wyL' l(i53, Absch. fS. nocli Gueg (Bd II IHO); Scliwäiu- 
ml,n/j II (Bd IX 1808) und die Anm. zu Spichcr. — Zoll-. 
Bärnd. 1925, 321. 

8pichere".sjrt/jer)-c«:Etw.imSpeielierunterliriugen. 
Spez. den frisehen Käse, Zieger in den Speicher (s. 
Spicher Ic) tragen und dort unterhalten BGr., Ha.; vgl. 
üFrehner 1919, 120. Als .Käsgaumer' haben die mit dem 
Spihermi beauftragten Splheniianmi und Spilierhiieheii 
nicht bloss den regelmässigen Transport der frischen 
Käse und Ziegerstöcke von der Alphutte nach dem 
Speicher, sondern hier auch deren PÜege während der 
.Alpzeit zu liesorgen. B.\rxii. 1908. ,.\uf dem Zigerladli 
oder Zigerb rittli wird der 5 Kg schwere Stoffrf/'.v/jj/ierrcrf.' 
ebd. Von Wein: ,Vogt zu Eglisow zeigt an ... das sy 
[die AVeinzehntiiHichtigen von Bülach] die trüben in 
ire hüser tragind, dar in trättiud, den win darvon 
spiclierind und erst zu letst den zechenden darvon 
gebind.' 1557, Z RM. — Vgl. «r. WB. XI, 2072. 

üf-: wie nhd. aufspeichern B It Zyro (,Vorräte von 
Nahrungsmitteln aufhäufen') und wohl allg., doch kaum 
reclit volkst. — Vgl. Kr. WB. I 741. In Bs tw. -,jmlrl,ere": 
\i,'l. dii' Anm. zu S/ilclwr. 

SpiclierTI, in AaSuIu'., Win. SpM.er — m.: euphem. 
für Teufel A,\Suhr., Win.: W. Ziuii Si>., -um Donner, 
zum Tif'oflV,'; s. auch Bd III 1175M. (WSagen). FUcms 
de'- Sp..' AASuhr.. Win. ; s. /liclien (Bd 1 1 182). — Lautlieh 
•lurchwog- eins mit S/nclier l, alicr iler Zshang- ist unklar. Fliema 
ile>' Sp. ilun-li Kreuzmiir von Flleli-mieli ile>' ,s'p. mit liol'g iW Sp. 

spieche": tr., streicheln, scliniricbeln l!Be. (ä. Auf- 
zeichnung). Er spiecht-se. - H.'iitr ahgelflmt. Vt-rmutlic-h 
ist (was auch sonst c-twa vorkommt und der seit Jahren vom 
Orte wi^a:.sezogene CTewährsmaini sidlist für mdglii-li hält) -i'e- für 
{* (<ei) geschrieben und das W. zu «pi-u-hni, lila (Sp. 27) zu 
stellen, wobei eine Bed. .Einen duiidi Streicheln, Schmeicheln 
zu Etw. antreiben, zu liewep'ii mi, hcn' vcivau.szusetzen wäre. 

spöclie", spöcline": 1. (oft umc-sp.) spionieren, 
Neuigkeiten im Stillen nachgehen, sich mit den Leuten 
einlassen, hinzuschleichen, um unvermerkt Etw. zu er- 
fahren, hernmschniittelnGi.H.,M. '^\i\.( nmen- )spoUereii. 
Es nimmt-mir'i wunder, iro der Choye" wider iime"- 
spöchfnjet! I.st ... öppeii c" hidblürri Griipjele" g'haWe" 
il'sV, so hät-si naiür1i>'> der scliarmaiil Xächher miies^e" 
H'stole» ha", und Wdi und Cliind händ müe.re" htm Än- 
dere" sjiöche". eh mit Verddchtuis umme'diffui CStreipf 
1914. — 2. .spöche" : spucken; dazu ,S'^mc/i/m. [als Nomen 
ag.] Gl' (Leuzinger). 

1 ist mehrfach bi'zcuj;t, na. iiucli durch den sidir zuverlässigen 
(iewährsmann, von ilcm die .•iuniMÜgi' Ajiüahr unter 2 he,rrührt. 



Bei 1 weist die Bed. auf Zsgehörigkeit mit .s])ähen', doch fehlt 
die lautgeschichtlicdu' Brücke, da doch lun (si^kundäror) Ablaut 
zu ahd. Hpeohön, Hpinhrm, Hpwhan, lautlichen Nljfornnfn zu Hpt-'l/ön 
(s. npKhen), nicht in Frage kommt. Unklar ist au(di 2. Eine 
Bed. .spucken' (d.i. spuken) wird heute durchaus abgelehnt und 
ist nach d(u- ganzen Sachlage wenig wahrsch. Sollte es sicdi nur 
um eine etymologisienmde Deutung von 1 handeln, auf grund 
gewisser senuintischer Berührungen (vgl. etwa .spuken' fi l)ei 
(ir. WB. X 2. 2 1 (i) y S. noch »pucheren. 

ÜS-: tr.. Etwas ausfindig maclieu. in Erfaliniug 
bringen Gi, (Leuzinger). 

Spöcli(n)er m.: Schnüffler Gi.H. 

SpiU'lie" f. Dim. Spueheli: Ziege, die niilit trächtig 
wird ArWolfh. (T.). — In gleicher Bed. si-liwäb. SjjöIic« 
(Fischer V 1564), bregenzerw. Spv (Schm.- II fi71), tir. .Spniche" 
(Schm. aaO. 0-5.5: Schöpf 690), tir. auch = luifrucbtbares Weib, 
wozu Spiirlitel (Scdim. aaO. 056; Fischer aaO. 1601/2). 

spiicliere" {-ü^-J: spionieren, bes. von den Leduje». 
die ein Mädchen ihres Dorfes in Verdacht haben, zu 
nächtlicher Zeit einen ihnen unbekannten Liebhaber zu 
empfangen GLÖbst. Si spnchere'-d ums Haus herum, 
um durch Fenster oder Türen den Fremden zu er- 
kennen. — Im Abla.\itsverhältniss zu »pftflien. 

spüchen s. splwen. 

er-spiieclie". refl.: a) sich alle Mühe geben zB. mit 
der Bewirtung von Ciästen, von einer Hausfrau, die bei 
einem Familienanlass, einer Stuhete" usw. allerlei gute 
Sachen, bes. Selbstgebackenes udgl. auftischt ScnSchl. 
Du häst-di'--'' (Die liät-sir>'J aher erspüecht! loben die 
Gäste. — b) sich ereifern SeH(ü)Ha. De'' hät-sir't er- 
späeclit! Du mue-it-di'''' nid so e. 



Sp-cht. 

Spaclilel m.. l'I. Spachtle": eine Art durchbrochener 
Stickerei, bei der die Zwischenräume mit netzartigen 
Mustern aus grobem Faden überspannt werden (sog. 
Nester'), bes. für A'orhänge verwendet Ar; Gilb., T.; vgl. 
Sp.-^Var. Spanfien. Je nach der Anordnung der die 
Füllung bildenden (^hierfäden unterscheidet mau <_'krÜ2 
(kreuzweise übereinandergehend). Leitere", Leiler/i 
(parallel wie Lei ters|U'ossen verlaufend), iiV/ (f. ir'iVr/// (rad- 
S])eichenförmig mit dem Chnpp(e)U im Mittelpunkt, auch 
Muf/fie", Mügrjli). bzw. zsges. Chrilz-, Leitere"-Sp. usw., 
ferner Zufj-Sp. (wobei die Querfäden zu einem kreuz- 
oder sternförmigen Muster zsgezogen sind). Früher eine 
weitverbreitete Hausindustrie, die als leichte .Arbeit 
hauiitsächlich ältere Leute und Kinder beschäftigte; 
heute sehr zurückgegangen. — Nach MüUer-Fraureuth II 
5.80 aucli im sächs. Vogtlande (.Spachtelgardinen, -mädlc') : wcdil 
aus dem Schweiz. Gebiet, wo das Gewerbe älter sein solk dorthin 
übertra,gen. Da das Radspeichenmuster die älti-ste und ver- 
In-eitetste Form ilarstellt, hat man auf Zshang mit Spekh I (in 
.\liK. Spihlii") geraten, was lautlich nicht angeht: vgl. aber 
testerr. Sjmvlien, Speiche, wozu SpnchlDen, starker Holzspan (Gr. 
WB. XI. 1S27), aucli Spächteh- mit Anm. bei Fischer V 1404. 

s]iaclitle" I: Spachtelarbeit machen Ar; GRh., T. 

Spaflitlc" f.. Dim. Sparliteli: Spatel (der Maler, 
Gipser, Apotheker) Bs: B; Z und sonst. I''' (ein Maler] 
ha" die fjnnsi Pastete" [eine missratene Malerei] mit-eni 
Spächteh nhfj'chrat^et. EBai.mer 1923. — Auch (so Bs: B) 
in der scdiriftspr. Form ,Spachtep m.: vgl. (ir.WB. XI, 1S29; 
Selon.- II 055; Fischer V 14(i4. 



45 



Sp-chi 



46 



vpi-spiichtle": verprügeln BsStdt (DMüller; .aus 
Kiinstleikreisen'). Du Lumpenmensch, di''> u-ill-i'^>' v.! 
D^IüLLER 1913. — Virl. ilas syii. .aufsiiachteln', unter , Spachtel' 
bei Gr.WB. XI, 1829. 

spachtle" n : (mit gutem .Aiipetit) essen Ap : GRCluir : 
Z lind sonst: meist Scliüler- und Soldatenspr. 7(7; ha" 
gester es Äbfüermittel »lüesse» nc" ititd Jet.: chünnt-i'^' 
de" ganzi Tag sp. RuoKH.-Wiss 192() /Z); im Bs Original 
pigge". — Aus der ßaunerspr. (Kluge RW. 492): vgl. Fischer 
V 1464 : Müller-Fraureuth II 5:^0, an beiden Orten zu Spachthn 
gestellt. 

Spachtler m.: Esser, insbes. Einer, der gern 
Spaghetti und Nudeln isst Ap (.JHartmann). 

Späclit, .Specht, spöcht' - f.. in Bed. b auch PI. .-en' ; 
a) abstr., das Spähen. .Unsere kundsehafter. so wir nit 
allein uusers ordens, sondern auch der ganzen Christen- 
heit zu guotem speclit oder kundschaft in den babihi- 
nischen ländern erhalten.' .\Hafkxer 1.o77 (f'bers. eines 
Schreibens des Grossmeisters von Malta). ,Was sich 
. . . wytters oder ferrers zuotragen und wir veniemmen 
wurden, darutl' unser kundschaft und specht gemacht 
werden soll.' 1591, Sch Missivenb. .Was das [Be- 
wegungen aufrührerischer Bauern] sein wirt, mecht 
man s))ocht uft'niachen und darnach sehen.' 1594, Brief 
(ARvff). .Sie sollen, wie es mit den um Bargen streiffen- 
den Soldaten beschaffen, lieissige Sjiecht halten.' 1638. 
Sch Ratsprot. — b) pers., Späher, Kundschafter. .Würdt 
diser tagen noch eigentlicher ... durch specht und kouft- 
lüdt [Bericht] komen, wil ich üch eigentlich berichten.' 
1547, Brief (.JBlasius). ,AVir wollen aber Solches und 
.Vnderes [Truppenbewegungen au der Schweizergrenze] 
durch unsere vertrawte Spächteu in Erfahrung zu 
bringen Nichts ermangeln.' 1625, G an Z. ,Den 
Herrn Häubteren (wurde) aufgetragen, Spechte auszu- 
senden', auf die Kunde vom Einbruch fremder Truppen 
ins Elsass. 1619, Wurstisex 1779. Insl]es. von Auf- 
passern in der Schule: Der Schulmeister hatte .heim- 
liche S])echten' zu bestellen, welche das Betragen der 
Mitschüler auf der Gasse beobachten und ihm die Fehl- 
baren anzeigen sollten. XVI.iXVIl.. ^IBiii.M.\.\.\, Die 
Primarschulen der Schweiz 1875, 12. — Vgl. Gr.WB. X 1, 
'20'2s. Der Ansatz .Sjiächt' (zur Vokalstufe vgl. späh) wird für die 
Belege aus Bs und Xai-hbarsrhaft durch das abgeleitete Vb xpärh- 
ten (s. das Folg.) gesichert : im Üljrigen wäre auch eine durch an- 
getretenes t erweiterte Xbform des syn. .Spech" (s. Sjifh) möglich. 

spächte» AaZein.: BsStdt (Becker). Spechte', -o- Bs 
L. (so Mutt.), 3. Sg. Prees. und Ptc.-e(: (im Tersteckteu) 
nach Einem oder Etw. ausspähen; Syn. spächzgen. Sp. 
irie-n-e" Häftlimacher BsStdt (Becker). Das Annemarei 
het mit sineu Äugli nö^'' dem Joggeli g'spochtet so mäng- 
möl, ah sich numme" G'lege"heit 'botte" het. Scuwzu. 
(BsL.) 's Anneli spöchtet schu" lang uf (l'Ziti"g BsL. 
(Seiler). Jetz spöcht-i'''' scho" bald e" Stund, eb der 
Bueäeli n(if''-nit bald hei"'chunt. ebd. — Ab), vom Vor. 
(reschlossenes e für den Uml. von altem « ist in BsL. lautges.: 
-n. beruht auf falsdier Auffassung des -e- der entrundenden 
Landschäftler (BsB.) durcli die nicht entrundenden. Vgl. 
Kjitchten, Spillen. 

iXh er e"-sp6chte": hinüberspähen BsL. (VS^Senn). 

üf-. Nur Üf-spiich ter in., .\ufi)asser; s. Spdchter. 

ÜS-: ausspähen, auskundschaften. Oben am Dorf 
.s'o spöchtel-er [ein nächtlicher Wanderer] jetzen e" J''eld- 
nxg US in der Xacht, und er het g'nOt miiesse" luege", er 
hiitt-in sn".tt nit g'seh". Bkeitexst. 1864. wie het-er 
[der Liebhaber] so g'nuey üsg' spöchtM, ob 's Vreneli 



niene'' iiiii der M'i-g müchl .vi".' ebd. Wer spöehtet-mer 
mv< Hd.ili US, wer zeigt-mer .titier Marter Hfis'^ Hebet. 
(.Das Hexlein-). 

Spächter (,-p-') m.: .\ufpasser, bes. in der Schule. 
.[Der Herr Schulmeister] solle doch sein ernstliche sorg 
und aufsehen durch heimliche custodes oder siiecbter 
auss den schulen ordnen, welche ihine diejenigen, so 
mutwillig auf der gassen sich erregt oder auch in der 
kirclien ungebührlidi gehalten, angeben.' Bs Schulordn. 
15!)7; corycei. ebd. 1578. Dazu: .Das Aufseheramt der 
Custoden, Coricei oder Uffmerkern, anderswo auch 
Spechter oder Uffspechter genannt.' F Schulordn. 1577. 
84 (Kinl.); Quelle V 

Specht in.. Pl.unver. A.\: BsStdt : Sc» :'fii und weiter- 
hin. Sperhtd BBe.. E. (.\Schär 1925), (ir., Spechte" .\.\, so 
F.: Bs; S (BWyss); Xow; F. Dim. -//, Spech - A.iEhr.; 
ZO., Stall.. Zoll, und It Spillinann, IM. uiiver. ZO.. -e" 
ZStall., Zoll. 1. Vogelnanie. al wie nhd. für die ver- 
schiedenen Spechtarten, wohl allg., doch häutig nicht 
volkst. (.aus der Schills])!'.' .\p: Sch und gewiss auch 
A(i\\st)-A\-Ai\\i-Bon en)-.Baam-.Tann-Kicl<er(RA\\WH)). 
D'Agrist tschätteret, der Gugger gugget. der Sp. frummet 
und fachet BLau. S. noch Brueteten (Bd V 1009). ,Picus, 
sp.' Voc. opt. .Picus . . . vocatur . . . Germanis sp.' (tesx. 
1554. .Der sp-en sind vil und mancherley gattuugen ... 
sy Iiickend mit iren schnäblen in die böum, dieweil sy 
würmlin und ambeissen suochend.' Vogelb. 1557. ,Der 
sp., der die böum ausholt, cavatorarborum. picus.' Fris. : 
Mal. ,('raugos, picus (martius, alias picumnus), ein Sp.' 
Dexzl. l(;6i;/171fi. S. noch Chliin (Bd TU 650). .Arten; s. 
auch dieZssen. ,Grüner Sp.'; s. Bed. 4. .Bunter Sp.'; vgl. 
Agelsteren-. (fras-Sp. ,Schwarzer Sp.'; s. Chrajen-, Böl- 
Sp. .Gespreggelter Sp.': s. Agelsteren-Sp. und die .\nm. 
Insbes. Dim., kleiner Buntspecht, Picus minor S(GvBurg): 
s. auch Agelsteren-S})- Im Vergleich: ,Die Bürger 
[wurden] an der Verheissuug, so sy . . . geton, trüwlos 
erfunden und machtend sich mit ihren falschen Zungen 
wie der Sp. Mengklichem bekannt.' JB.isler 1644. RA. : 
Lue.'' der Sp.! zu einem Kinde, .welches in höchster 
Spannung d's Auge stellt', dh. das .\uge unverwandt 
auf Etw. richtet. Bärxd. 1914 (Blns). Kinderreime. Ls 
tanzet der Chnecht, es giget der »Vp.. un-d alli Iläseli 
truiiime". KL. (BBleienb.). '.y nimmt-mi'^' Wunder über 
Wunder, wie die Sjteche" chöw>i"d reche". Das niiniiit- 
»(/'''' ir«rt(/pc .'ebd. (ZStall.). Wetterregeln. ]\'cnn d'Sp-e" 
schreie", gilit es Hegen: s. Bd VI725o. : IX 1464u. (auch 
BE.). /'■'' gloube". es null de"" ändere" . . . d'Sp-n giesche" 
irie nid g'schid ii"'' schies.se" gierhtig d'Hofsteteu-üs. 
AScH.ER 1925 (BE.) D'Sp-a rolle" Sclinechnolle": rufen 
die Spechte, so steht Schnee in Aussicht BBe., »■<-"" 
d'Sp-a rolle", gibd's Ziger- und Anl'e"ehnolle": aber ue"" 
d'Sp-a pßffe". SU gp^d's Sehne »'"' Eiffe" BGr. (Bärnd. 
1908). S. noch Bd \1 876M. — b) = ,Drohhals' |1. , Dreh- 
hals'], Wendehals ZW. — 2. Ziegenname. ein geflecktes 
oder getupftes Tier bezeichnend B(t. (.IRWyss 181()/7, 
564). — 3. Kuhname; s. Al])ina 1 13.s. — 4. .grüner S)).', 
Branntwein oä. (V); vgl. Bd U 750 o. .Die Nasen an 
den grünen Sp. müssend ir [Weinsäufer, denen die 
lieben erfroren sind] fürhiii henken, niul geschieht 
euch eben recht.' 1644, Z Lied; das Vorhergehende s. 
unter Win- Seht ucker {\i(\ 1\ 540). 

Kmbd. Hpelit, spHdli (so aucli in eiuer O Hdsclir. des IX.): 
vgl. Gr.WB. X 1. 20-25 ft. : Martin-Li.nli. II 5;U (auch .s>.-.7,): 
Fischer V 1494 (auch Spicliz;/) : HSuolaliti 1909. 27 ff. In OXN. 
, Specht' (jrJen. (Maieiisäss) ; bKriciis (Hof); SStdt (,Haus 



Sp-<li1 



48 



-.■l..;:..]! I.v liiiizrl..iitni :iii ilciri alt i'ii S|i.' lUni: ZNW.'ii. (Wics- 
hiiiil). In ZssiM). .Sii.-lliiir Aallberwil. .-Hrämk'ir ObwOisw. 
.Spcilitfii' LDiiM-ikoii, Si'hwaizcub. .S|ii'cliti'ii-Boili'u' GDejrf'ish., 
,-Walci' (JVVb. In FNN. Als Beinanu-. .Hans Sfhnidor, lion 
man nempt Späcbt.' 15:50, ZStli. ,Ein jicrson wird genämpt ilcr 
g-sprcglat Sp.', nnU'r ili'n Mitg-licdnrn einer Diebsbando. 1581, 
ZGrfln. Als FN. .Spccdit' AaZof.; GrHald. ,Speclitina . . . re- 
licta quondam CSp-es.' 1298, Z Propsteiurk. ,Mei-h. Speehtin.' 
1331, SchwE. ürli. .T.ndwi;; Sj!.', Vciirt in Lanis. 1528, S. 
, Caspar Sp.' 1554, K KM. 

Ao;eistere" .A^crst-' (KSV.), sonst ,Ägerst(en)-': 
grosser Buntspecht (weiss nnd schwarz), Picus (auch 
Dendrocopus) mai.: s. HSchinz 1842, 249: KSY. 1901, 
;-'.:!(). Syn. Halb-, Hot-, SchiM-Sp. In der ä. 8pr. für alle 
liuntspeclitai-ten. .I'icos varios nostri ... vocant »fiersten- 
si)ccht [vorher .a-sjerstspeclit'], aliipii wylispecht, id est 
picos albos, vel periphrastice ji:es]ire^:gelte specht oder 
spechtle.' Gesn. 15.54, G80; darnacli Vogelb. 1557, 227 
(.Von dem ägerstspechten'). ,Ägerstsp., picus.' Mal. — 
Vgl. HSuolahti 11)00, ;U. Bei «osn. 1554, 681 (aus Hier. 
Tragus), darnaeb im Vogelb. 1557, 227 b aueh .atzelsp.' 

Alpe (n) - : .\ liienmnuerläufer, Tricliodroina mur. BO. 
(KSY.). 

Klueh-;=deniVor.B,Saanetnl'(KSV.):VSV. 191(i.— 
Naeli UvBurg in S Fehe"-Sjj. 

(;riie(n)-: 1. a) Grünsjieclit. I'icus viridis Bs; B(Tr. 
(Biirnd. 1908); Gu ('rsc-h.); ScuSt. (Sulger); !S (GvBurg); 
It KSV. allg.; Syn. Mei:ien-Falli i (Kdl 79(S), .Zimmer- 
mann' (Blut., It KSV.). ,Picuin virideni ... uominant ... 
UDStri gr.' Ges.n. 1554; ähnlich bei Mal. und Denzl. 
\'(dlisliundliehes. Wenn sif'' d'Griii;n><pe.clit i" d'Nideri 
abe" lönd, sogiH's wiftstüem ircHcc ScnSt. (Sulger). .Von 
dem gr. ... So diser im aprellen sein stimm liören 
lässt, verkündet er nodi eiuen schnee; dann im sommer 
sol er merteils schweigen.' Vouelb. 1557. ,Für den stein 
in den nieren nimm die gebein von einem gr-en, mach 
die ZUG mal oder jinlver . . . und tuo es in einen bächer 
weisses weins.' ebd. — b) ,Merops, gruen(e)specht.' Voc. 
opt. — 2. Polizist Bs (stud.); BStdt (Bubenspr.). — Vgl. 
Martin-Lienh. II 5:54: Kiseher III 88:5: HSuolahti 190a. :52 f. 
Bed. 2 uach der grünen Uniform: vgl. .Spei-bt. (irünspecbt, der 
.läger' bei Ave-Lallenient. 

Gel^-grüeu-: .Grausperlit. I'icus viridicanus' S 
(("ivBurg). 

Gras-: a) = Grilen-Sp. la. VSV. 191(i. — b) kleiner 
Buntspecht, Picus (auch Deudrocopus) min. BSa. (KSV.); 
Syn. Spi'clit/i, Clihn-, Baum-, Bot-, Schilt-, Ztriir(j-Sp. 
Hieher wohl auch: ,Est et alius [picus] minor, graßsp. 
Germanice, id est picus graminis, dictus.' Gesn. 1554. — 
Vgl. HSuolahti 19U9, ;54 (iu Bed. a und 1.). 

Grä" Grau-: a) Grausi)echt, I'icus canus. KSV.: 
VSV. 1916. — b) Spechtmeise, Sitta europ. od. cjesia; s. 
Chlän 1 a (Bd TU 050). — H a 1 b - : = Aijehtiire"-Sp., Picus 
maior Gl (KSV.). — Holz-: 1. .Specht, insbes. Botii- 
bk-kir [s. Bd IV 1 120]' GnTscbapp. (Tsch.). — 2. eine Art 
Laublieuschrecke. ,Primam s]ieciem [minorum locns- 
tarum] H. Tigurinis dicta . . . corpore est nigro, e,\ternis 
alis maculosis, iuternis minio illitis couspicitur; crura 
obsoletius t'usca. tineisque nigerrimis sustjue deque i)ro- 
ductis accurate jjicta.' JJWa«.\ek Ui80. — Huppeli-; 
Wiedehopf, .ein Vogel mit einem roten Federbüscliel 
f Huppeli j auf seinem Kdiifchen' L (ERöthelin: .selten'). 
,I)u kommst dalier wie ein H.\ zu einem auffällig fri- 
sierten Kinde, ebd. Auch übertr., von jungen Burschen 
mit ungekämmtem, ungeptiegtem Haar(Scliürmanu), von 
hoffärtigen, nicht im besten Hufe stehenden Frauen- 



zimmern (Bücher) L. — Hixi-: Buntspecht IfSil. — 
Ghil(ch)e"-: Mauersegler. Cyiiselus apus L (Zyro); 
Syn. (Chilchen-JSinr. — f'lili"-: kleiner Buntspecht, 
Picus minor. VSV. 19K). 

Klette"-, bei Mal. ,Klätter-': = Alpen-Sp. .ricuin 
muralem nomino hanc avem quod muris . . . adluereat 
. . . unde a nostris appellatur murs])., klättensp.' (jesn. 
1554; darnacli im Vogelb. 1557: , Diser vogel wirdt ein 
mursp. und klättensp. darumb genennt, dass er ann 
mureu ... hanget.' ,Die Maurspedit. Kletteusjieclit 
(Picus muralis) ... so sehr frecpieut in Piiiulteu.' KKö.nk; 
170(5. — Vgl. (ir. WB. VI, 1154. 

f'hräje"-: Schwarzspecht, Picus mart. S (GvBurg); 
Syu. BSrrj-, Schwar^-Sp, ,Germani cras])eclitum (krä- 
speclit), id est cornicinum picum. appellant, (juod 
cornicem ]ilumarnm colore et magnitudine etiam pene 
a'i]uet . . . vocatur a nostris holkräe, vel melius holzkräe 
...et per perijibrasin ein grosser scliwarzer specht.' 
Gesn. 1554; darnach Vogelb. 1557,227. ,Für die äusseren 
und inneren büchel oder geschwulsten des liindereu 
nemme man ein kräensp. und lege in mit salz über.' ebd. 

Mai-: = (xn'nr-Sp.h-, s. Chlän la (BdIII(i50: luudi 
(iesu. 1554, t)8S). — Vgl.«r.WB. VI 148:!: HSunlakti 1909. ICl. 

Mür-: = Alpen-Sp. KSV. (,deutsche Schweiz'). ,M., 
picus mnralis.' Mal. S. nocli Kl'etten-Sp. — Vgl. Or.VVB. VI 
1 780 : Martin-Lienh. II 5:54 (Speilitmeise) : HSuolahti 1909, 1(15. 

Mittel-:TnittlererBuutspecbt, Picusmed.VSV. 191(1. 

"Ba-nm-SpeehtU: a) = Oras-Sp.b S (GvBurg); KSV. 
(.kleiner Baumspecht'); VSV. 1916. — b) gemeiner Baum- 
läufer, Certliia fam. VSA'. 1916. — Vgl. (jr.WB. 1 1195. 

Berg-: = Chrajen-Sp. ,Die Bauern kennen ihn 
[Picus martius] gar wohl und nennen ihn nach seinem 
Kufe bald Tannenhuhn, Waldhalin, Holzgüggel, bald 
Tanuenroller, B., Hohlkrähe.' Tschuui Tierl.* 69. 

Blä" Blau-: auch Dim., = Gräir-Sp.b S (GvBurg); 
KSV.; VSV. 1916. ,De pico cinereo vel sitta ... avis 
apud nos dicta chlän, ab aliis . . . vocatur . . . periphrastice 
lilawspechtle.' Gesn. 15.54, (583. S. noch ChJänla (Bd IIl 
(550). — Vgl. Gr. WB. II 85: HSuolabti 1909, 161. 

Bluem-: Buntspecht BGr. (Bärnd, 1908, 198). — Bei 
Gr. WB. II 165 .Blnmensp.'. Kolibri. 

Roll-: gelegentlicher (iesamtuauu' der Speclite mit 
Bez. auf ,das stundenweit hörl)are, bald heller schnar- 
rende, bald dunkler knarrende rii-u-ir. womit alle diese 
Baumhacker ... in angekränkelte Linden. Kirschbäunu', 
Eschen ihre ellenlangen (jäuge schnälieln, um auf deren 
(irund ihre Eier in die Hackspäue zu legen' BGr. (Bärnd. 
1908, 198); vgl. rollen '2h& (Bd VI 876). 

Rot-: eine Art Buntspecht. ,Sunt ijui lingua verna- 
cula nostra alios etiam picos mihi ignotos nominent: 
ut picum rubrum, ein r., et picum parvum nigrum 
pectore rubre, ein schwarz spechtlin mit roter brüst 
et i)icnm pai'vum aciuaticum coloris mixti e cwruleo et 
viridi. ein grüenlilaw wassersiiechtli.' Gesx. 1554. Ins- 
bes. a) = AfjeMereu-Sp., Picus maior „L" (St.''); KSV.; 
VSV. 1916. — h) Dim., = Gras-Sp. b, Picus minor S 
((ivBurg). — e) ,Halbrotspecht', Picus med. KSV.; VSV. 
1916. — Vgl. Gr.WK. VIII 1:515 (kleiner und grosser Bunt- 
specht) : Martin-Lienb. II 5:54 (Buntspeelitl : HSuolabti 1909. :!4. 

Schilt-: ,wohl für alle bei uns vorkommenden 
Buntspechte' Gn.leu.. Schs, Schud. (Tsch.): vgl. aucli 
.labresber. der Gk Naturf. Ges. 1863, 151. Insl)es. a) = 
Afiehteren-Sp., Picus maior „B; Gl"; S (GvBurg); KSV.: 
VSV. 1916. — li) mittlerer Buntspecht, Picus med. „B: 
Gl". — c) dreizehiger Buntspecht. Picus tridact. BGr. 



■t!) 



Sp-clit. Spad— spufl 



50 



(Bäind. 1908; ,seltpn'); G (KSV.). — d) meist Dini., 
= Gmn-Sj). h G (,kleiiier Seh.' KSV.) ; S(GvBurg). ,Schild- 
spechtü. Grasspecht, kleiner Rntspeclit, kleiner Baum- 
specht, Picus minor.' Meisxer und Schinz 1S1.5. - Vfrl. 
HSuolahti 1909, 34. 111. 182 (Biintsppr-lit). 

Schwarz-: wie nhd. BGr. (Bänul. I!t08); GR(Tsch.); 
dafür volkst. Merzeii-Fnlli 2 (IHd I 79(5), Hob-, Wald- 
(iiuHiel (Bd n 194/5), Tnii)i( tu j-Huen, -Bicker (Bd IV 
1120), -Boiler (Bd VI 878). Vfjl. noch Chrqjen-Sp. — 
Vgl. (iv.WB. IX 2344/5: HSuolahti 1909, 30 ff. 

Si^rigel- Spechtli.: = Gras-Sp. b S ((JvBurg); vgl. 
,gespreggelter Sp.' (Sp. 46 M.). — Tann-: = ('hräjen-Sp. 
B (, Gegend des Bielersees' It KSV.); Gl. — Wasser-: 
Eisvogel, Alcedo isp. VSV. 191G: auch bei 't'schudi Tierl." 
07; Gesn. 1554 (,wasserspechtli'; s. Böt-Sp.). 

Wiss-: Buntspecht. Gesx. 1554, OSO; s. Ayelslcroi- 
Sp. Auch weissrückiger Specht, Picus leucon. BGr. 
(Bärnd. 1908). — Vgl. HSuolahti 1909. 34. 

Zwßrg-: auch Dim., = Gras-Sp. b. KSV. (für Gl: 
Sch); VSV. 1910. 

Spechte"!: entrinden (G Wanner). — Vom Stanfen- 
berg bi'i liad. Gratenhauspii. früher Stiftungsgut des Soh Klosters 
Allerheiligen, heute noch als .mittelliares Staatsgut' der Sch 
Forstverwaltung unterstehend. Dem had. WB. unbekannt. 

spechtle": ,mit einer schlechten A.xt Holz hauen 
(nur picken wie der Specht an den Bäumen)' GRFurna 
(Tsch.). — Die Beziehung auf .Sperht' ist viell. nieht luspr. : 

vgl. Speckien. 

Spechtlete" f.: ,was der Sjieclit durcli Picken los- 
macht' GaFurna (Tsch.). 

Spechte" II: spähen ApK. (so Walz.): „(iu". De> 
Jener .spi-rlitet noch-eme" Fuc)i.'< Ai'Walz. (OAlder). 
D'Miteter sjitrlitet zom Fen.iter-ri.i. üb die chliKe" Göfe» 
iiiid mibe" liäiii chüiiie'>t : 'betth'itet ]iiit'.<< scIki" lang. ebd. — 
Aueh had. (Edcdis), sehwäb. (Fiseher V 1 404) un.l cjesterV. (Ca.stelli 
'200). Vgl. »päeliten, Hpelien. 

Spichti m. : schmächtige Person (St.' und -), .ralin 
aufgeschossener Mensch' (St.'') B: „vom veralteten .fpieii- 
ti(i. schmächtig". 

Eines unsrer Wörter, die ihre nächsten Verwanilten ini 
Norden haben : nd. »jitclit, spicht (Breni. WB. 4, 97 7). schmächtige, 
magere Person : nd. fries. npechlit/, sjHU-hiiii (Gr. WB. X 1, 2030), 
(m)nl. «/ii'e/ifiV/, schmächtig, mager: über weitere (skand.) Bi'- 
ziehungen vgl. Falk-Torp 1911. 111.5. Als Familienn. Bs: 
B (,LS|iichti' neben .LSpichter' für die nämliche Person. 1527, 
Stri.'kler). ,ypiehti(n)g' LStdt (1352, StcMierrodel) : ObwSachs. 
seit XIV. ; vgl. Gfd 54, 346/352 und Leu Le.x. : ,J(di. Peter Sp.', 
Geistlicher und Verf. geistlicher Spiele; s. \uiser Quelleii- 
verz,). .Spichtinger.' 1352, L Steuerrodel (.Peter Sp.'; .swester 
Ita Sp.'). OX. .Spichten', Hof LMeiersk. (Gfd 50. 14. 25). 

spiii-iizpii: speien. ,Uff den dag dett min ros die 
grösesten sprüng vom frigen hoden, das ich in grosen 
netten kam und spuchzet blut.' Stockar 1520/9. — Vgl. 
sjn. scliwäb. »/(i/c/ieii (Fischer V 1601). 

späfhy.ge" f-e-): = apächten BsL., so lioth., WCusl. 
i'ber d'ScIiiterbifii. iüier-e" Haf/ sji. ]<■!' bi" a" 'x l'fei!<li-r 
und hu" du)-<''' d'Sclid/esl ij.ti)i'<liz(iet. TMeveu 1920. 
iJ'Berfie" .sjierhxf/e" (/'iridulriii alii-ritir" |iil)crs I.aud|. 
ehd. Ifl.SO. 

näche" iiöche»-: nachsiiähen BsL., so Koth., Wensl. 
Inneren Uiiipeis.'ie" clünili-iiir" n.. (/irüs.i, irie wenii's es 
M'undertier «•(■;•. T/Meveu 1920. 



Spad, sped, spid, spod, spiid. 

Vgl. auch die Gru])pe kji-i ush. 

Spadei „-ey m.: Krötenstein L" (St.); wohl darnach 
hei St.''. ,In enumeratione specierum echinitarum ova- 
riorum [vgl. Xenin. 532, dazu (ir. WB. IX 2821 unter 
,Seeapfel'] mentio facta est de ovo angnino, onihria et 
hrontia . . . Populariluis nostris Spadey vocatui', (iiu mauis 
Gross-Krottenstein, iiuasi uiagnuni hii>idem liufoniuiii 
dicas, alias Donnerstein, Wetterstein.' KNLanu 170S. — 
St.s Angabe beruht wohl auf der oben angi-fülirten Stelle, auf 
die er verweist, die aber allerdings das Geschlecht nicht er- 
kennen lässt : Anfragen in L waren ergebnisslos. Das W. ist viell. 
als Zss. mit Ei zu fassen : Fehler für .Siiarei' y Vgl. Gr. WB. .\ 1 , 
19'21, dazu .Sporeyer' bei Nomn. 553, ferner ,Basiliskene\ '. 
ebd. 45. 

Spade", in Bed. h It A Lüt. Sp„di: a) (hreites) Schwert. 
,.\ls des küngs l)0tschaft zuo im [Papst Bonifacius] gen 
liom kon was und für in glasseu ward, do hatt er ain 
krön uf und ain spaden an der siten uiul sprach zuo 
inen: sechend irs, dass ich kaiser binV' Vad. ,Spatha, 
ein breit Schwerdt, ein Spade.' Denzl. 1666/1716. — 
b) Säbel, Stock, Stiel Gr Kesslerspr. (J.lörger 1905) 
und It ALüt. (Gaunerspr.). — Aus it.sparlu: vgl. Gr. WB. 
XI, 1830 (,Spada'). 1831 (,Spadi'). 1989 (,unter , Spaten') : Ver- 
wi.js-Verdam VII 1622; Fischer V 1464 (in Bed. b). Das Ge- 
schlecht ist bei a nicht deutlich, bei b nicht angegeben: ,ein" 
bei Denzl. spricht fürs Masc. ON.: ,Mala Spada', früherer Name 
des .Walkebüchels' GrV. (Gr Mbl. 1915, 311). 

Apotheker-: Apothekerschäufelchen. ,Lingula. 
Apotheckerspaden.' Denzl. 1606/1716; im Register 
,Spattel' (s. d.). 

Spaderni PL: (aus 3 bis 4 zsgebnndenen Angeln 
bestehende) Ilechtangel; s. Bd L\ 51 o. (^Vlangolt). — Ans 

gleii'hbed. it. »pO'Unii, PI. zu sptuieni". 

Spadouis Gk, -don- (iRVal.: PHanzenn., Felsen- 
niispel, Aronia rotundifolia. — Aus dem Rät.: vgl. gpidaumi 
bei Carigiet 324: nach Mitteilung von Prof CPult in Curaglia, 
Flims »pideunla), in Trins npidotj. Unsere Formen sind vom PI. 
ausgegangen, beziehen sich also zunächst anf die da und dort 
gegessenen Früchte, die nach einer neuem .^.ngabe in GrVal. 
Stii'lenzheri genannt werden. 

Spädel, Spidel Ii'-jiA Spidli"g ni.: Spatz BStdt 
(mattenenglisch). — Vgl. X{\. 29, 236. 240, wo auch Srlmlel, 
.S,!u,/ei für Schatz. .S'«>/e( (s. Bd Vll 300), ,SV</e/ für Aufsatz. 

.spädere": speien ArK. (auch It'l'.l. Vgl. ilicAniJi.zu 

ttpiulere7>. 

■A"-: anspucken ApH., K. (T. 28). D'Bäckler liend 
doch de" Boden Wg'spederet. — T. schreibt hier (im (iegs. 
zu »pudere" S. 376) -e*-, was der Ausspr. seiner Heimat Lutzi'n- 
berg entsprirdit: vgl. BSG. I 48/9. 

spi'dere": 1. a) ,w-iderstehen, d. i. den I'uss derli auf 
den Boden oä. setzen, dass er nicht zurück- oder ab- 
gleitet, um Widerstand zu leisten', sich siierreu. stram- 
peln Ap (It T. allg.): Syn. speiien. - b) ein Kinderspiel. 
= popperlenS (Bd IV 1421), schwiinder/eii Ib (Bd L\ 1949) 
.\p (T.); Th (Piip.). - 3. vorwärtsdrängen, bes. von 
Pferden ArGais. Meist mit llichtnngsbest., in rastloser 
Mewegung sein, so von spielenden Kindern, von 
schwärmenden Insekten Ar. D'FIüfie" ond d'Moyye" 
spideri"d om'.i Fenster. — Vgl. zn Bed. 1 die Anin. zu 
Spideren und die Bed. -Entw. von iperren (zu S/mrren), spreizen 
(zu SprlMHen), zu Bed. 2 Hpideren Ü. 

a"-: a) eig., ,die Küsse fest ansetzen, um nudir Kraft 
(zum Widerstand) aufwenden zu können, festen Stand 



Schweiz. Idiotikon X. 



51 



Rpad, spcd. s|)i<l, si»m1, s|iii(I 



52 



nehmen', zB. vnii Einem, der sicli jjegen seine Verliaftuns 
wehrt Ai',I., M.' (T.); 8yn. an-spi'geren, -sperren. Wenn 
\i ('hinflli n»'^ nüd i" 's BettK will, titefs «., sich strani- 
pelnd wehren. — b) uneig., ,Widerstand leisten, sicli 
zu Ktw. niclit ohne Widerstand brauchen lassen', sich 
sperren (zB. gegen eine Wahl, Gesetzesvorlage), auf 
seiner Meinung lieliarren, keine Vernunft annehmen Ar. 

Spederer ni.: sicli rasch bewegender, umher- 
hiipfender Menscli Ar. Wenn mf'' mf dere" Spederer 
divnd, sopöiUseh-i''' s' niet 'hnii Besen use", sagt ein Senn, 
der über den Be.surli unruhiger Ausflügler ungelialten 
ist. JHaktmann (S.). 

Spederetc" f.: e\\iü]n\ spfderen la, ,Widerstand 
(hirch Ansperren mit den l''üssen ApM., Stein' (T.). 

spediere", in (iiiS.; UMad. spendiere" I, Ptc. 
(;/' ispediert: 1. wie nhd. wohl allg. Waren, Sendungen 
irgendwelcher Art {mit ^em Bott. der Post usw.) sp. Un- 
eig., von Personen: oft mit dem Nbsinn des Energischen, 
(iewaltsamen. J-.V spediert all Chrönier. fertigt sie ah 
SciiK. Wi//-iiii''' d'Frau JJiMere" eppe" wider sp.'^ sagt 
ein vor der 'l'iir wartender liesiu'h. KHktzel; vorher im 
gleichen S. iri'yjticie". J)'Miieter lied idls ani Murije" in! 
.i'tue". his-si d'Kinder [zur Schule] ;f ■•spediert liet Bs. 
IM}" häm-mer (f.'tpediert! hinausliefördert Th. Ich hau- 
en spediert [ins Jenseits], einen erschossenen Gegner. 
ESacttku 1!)24. Meist mit llichtungshestimmung. De'' 
Mensch ist verruckt ... Ir müend-mer-en hi'lfe" hei'" sp. 
AHroHENR. 1922. IfG'mtind heig-di'^'' nss 'lern Schnei- 
rät use" ij'spediert. CStreikk 11100. Im. [Eisenbahn-] 
Wetf/e" hiiii-i''' a"(i'f'an(ie" tnhake" . . . me" hät-mi'i' i." 
die ander Stuhe» spediert, ebd. lnus. De" Chltne" 
d'Cjhleider flicke" ... se-n-i" d'sBelt sp. ... Das (*«* «o'* 
milnijs Anders iscli Vrenelis Sacli. EBai.mf.r 192.3. ,I)ie 
traurigen Arme"fiiere". mittelst welcher Abgeschobene 
in ihre Heimatgemeinde iffüert, ifspediert, g'frachtet 
wurden wie Waren.' Bäk.mi. 1922. So auch Einfe") ah-, 
use"-, fiirt-.<ip. usw. — 2. (Kinder) besorgen USch.; Syn. 
f/aiimen. 'il> (Bd II oOO). Spedieret-wer ier d'Göf'e". i'i> 
niiiess y'schn-int fiirt! sagt eine Mutter zur Nachbarin, 
Iievor sie einen .Ausgang nuudit. ,.Am Morgen sorgte 
Uegcli vor Morgen- und Mittagessen, den Kleinen zu 
s|i. Iili wäre zimlidi lang im Bet.' 1770, Tob. der Anna 
I'estahizzi-Schulthess. — (g"-)spediert: abgefertigt. 
'.s ^¥%l>U [eine Arbeit suchende Kesseltiickerin] stöt 
•immer mf'' im Gang und n-itrtef. Jetzt liuestet's e"cldi". 
Ja so, seit d'Frau, ir sinil ja immer no'''nig spediert. 
FOsciiw. 1900 (AaL.). .22. |.lainiar] bah ich conge von 
Mr le duc Masarini genDuicü . . . Kr fragte, ob wir ganz 
gesjiediert seien. Ich sagte, wir seyen nach Lion vor 
das l'residial gewisen.' Hociirevti.ver 16C3/4. — V^'l. (ir. 
VVB. XI, '20.53; Martui-Liniili. II 5:U ; Fisclun- V 1490. Die 
Fonii mit einjceschobL-nfi» n iliin-li AiiiHhnung an spendieren 11: 
s. aber aiu-h ZfhM. II 24ö/li. Vs-i. «/«(ten. 

Spedieruug f.: Spedition. .Ordnung des Empfahens 
und S]). der Brieffen von und nacher Genff und Lyon.' 
I(i75, G (ARotach 1909'. — \>1. ASdiirmer 1911, 179. 

Speditör m.: Spediteur. ,I)ie Speditores sowohl 
als die Eigentumsherreu der Baumwollen.' 1754, Aar. 
Stil. 442. — Vgl. Gr. WB. XI, 2053 (unter ,spedieren') ; 
A8i-Iiinner 1911, 179: Fischer V 1499. Heute gew. Speditör; 
in Z It Dan. aueh scherzli. entstellt SjmU-Tüfet. 

Speidel m. : Keil, keilförmiges Stück. ,Prisma, drey- 
eckig Glas, darinn die Farben der Dingen auf vil Wege 
sich verändern, Zwerstuck, Sj).' De.nzl. 1677. 1716. S. 
noch ühldel (Bd III 149; Red. 1662). — In der selben Bed. 



bei Gr. WB. X 1, 207:5/4 (bes. aus sebwäb. und bair. (Quellen): 
Diefenb. 1 S57, 1 62 e ; 1 8ß7, 1 2:3 (aus schwäb. und bair. Glossaren 
des XV./XVI.): ChSchmidt 1901, ;i:j2: Sehni.'- 11 659; Fiseher 
V 1501 (,^]ieidel neien Speii/el, Keil, keilfürmig zugesehnittenes 
Stüek Leinwand, Stfick Brot, meist in Keilform, grosses Stück 
Fleis<'li), meist auf ä. Sjädel (tw. auch -ei-) weisend. Das W. ist 
kaum scbweiz.: doch vgl. die .\nm. zu Spitlel. 

Spendern!.: Speichel GA. — Mischung vun syn. S/.iider. 

S/iikler (s. d.) mit Speuz, nj/eiizeii. Vgl. Speiehel /. 

Spidel I, Spidling s. Spädel. 

Spidel II m.: Splitter. ,Otbnuirus ... wie er ietz an 
spidlen siner bainen tod in sin closter gefüert', mit Bez. 
auf die Rückführung der Gebeine des hl. Othmar von 
Einsiedeln nach StGallen. Kessl. S. noch zer-spidelen. — 
Mild. «,,idel (nid. HpedeJ): vgl. Gr. WB. XI, 207:3/4 (unter ,Spei- 
del'): Scbm.'-*!! 659, ferner Spridel. Unsere PI. -Formen könnten 
auch zu einem (sonst allerdings nicht nachweisbaren) Fem. 
,spid(e)len' gehören. Die Quant, des ,-i-' ist unsicher: vgl. 
einerseits spederen. «pideren, auch .Spf-'t/eli, fipe(/(er)en, anderseits 
Speidel, auch SimfeJ. Altes -i- liegt viell. vor in dem FN. 
,Si)ideIi(n), Spy-'. 1454/74, SchSt. (JVetter 1747. 158): vgl. 
auch: ,PSpydler, amptman zuo Stamheim.' 1589, Z RM. 

spid(e)len: splittern. Sicher 1531; s. unterm Folg. 

zer-: zersplittern. ,Die anfechtung der liäpstleren 
wirdt nit fyren ... Stond wir uff dem felsen Christo 
Jhesu, so lassend sy putschen, biss das sy den köpf 
zerspydlent.' Zwinoli; conterant (L.Tud). ,Im [15]30 jar 
. . . hat das wetter in das schloss zuo Bischofszeil obnen 
zuo dem fach aim first henin geschlagen, also den rafen 
henab geloifen und zerspidelet, dass die tili über gsprait 
lag mit spidelen glich wie sclienen . . . | s. Bd A'III 835 o.].' 
Sicher 1531; nachher: ,alls zerspidelet ... uss der tür 
och ain stück heruss gespidelet.' — Zur Quant, des Vokals 
vgl. die Anm. zu Spidel. Abi. von ä. Spidel (s. Speidel) ist ,ver- 
speideln, -speigeln', verkeilen, hei Gr. WB. XII 1380. 1.385: 
Fischer II 1:348 und wohl auch mhd. ,verspydeln' bei Schm.^ II 
659. Zwingli wird^das AV. aus seiner toggenb. Heimat mit- 
gebracht haben. 

Spidere" f., Uim. Spiderli: = Spidel, kleine Scherbe, 
kleines, dünnes, spitziges Stück Ar (auch T.): GF. (bes. 
von Holz), Rh. (von Holz, Eisen udgl.), oT., W.; Tu (bes. 
von Glas). - Vgl. S( hm. Ml 659 {Spider f., Stützbalken, 
Spreuze im Bergbau), auch Gr.WB. XI, 2003 (,Spätter' m.). 
2562 (,Spitter' in.). 

spidere" (in G ItT. -e^-): 1. mit , haben', = spidelen 
Ar (It T. allg.): G (T.); Th (Pup.). — 2. herumflackern 
Tu (Pup.''. — Vgl. Hjiederen mit Anm. 

üf-: mit ,sein', als Splitter in die Höhe fliegen, auf- 
.splittern Ap (It T. allg.). 

ver-: = zer-spideJen Ar (It T. allg.); (tF. und It T. — 
Vgl. Gr.WB. XIII, 1408. 

spiderig: splitterig, gebrechlicli Ar (ItT. allg.); (tW. 

„Spidor m.: Spion GT." (St.^). — Aus it. npiatore. Zum 
Übergang von o d vor haupttonigem Vokal vgl. etwa die Anm. 
zu liadSach (Bd IV 1017). 

Spiider (bzw. -««-) GlH.; „GR"Chur, I)., L., Pr., 
Ths: GMs, Sa., „T.", Wh., W., Wsst. und It Zahner, 
„Spuder, Spiider Gl; Gr; GT." — m., Spüdere" f. Gr 
Grüscli, Valz. (Tsch.): Speichel, (ieifer; Syn. auch 
Geifer 1 (Bd U 129); Spender; vgl. Sp.-Lumi (Bd 111 
1347 M.), -BlHz (Bd V 283 ; auch GnCast., Valz.). S. auch 
Milzi-Schmden (Bd IX 1096). Uneig. : ,[Was die Klöster 
den Armen geben] muoss ein leibscheten sin, darin ge- 
löfflet oder ggeifl'ret sye . . . Wie wellend sy das am 
letsten urteil verantwurten, da sy Christum mit solchem 
spuder gespysst band'?' Zwinoi.i. 



53 



Spad — spnd. Spaf spuf, Si>ag--spiiq 



54 



spudere» (bzw. -iV-) GlH., Näf., S.; GRCliur, 1>., 
He., Kh., S., Seh., Schs, Ths, V., Versam; G, so A., Ms, 
Sa., Ta., T., Wb., Wsst., We. ; Sc HwE., spudre(n) GrL. ; 
W ( -u"J, spüdere" Ap (-ü-J; Gl (St.''); GrvI'i-., Valz. 
(Tsch.), „spudere", spüdere" Gl; Gr; GT.": = späderen, 
(anhaltend, widrig) ,,spiicken, speicheln", geifern, zB. 
von (zahnenden) Kindern, von alten Lenten, heim 
Hauchen. aaOO., von Kindern, ,mit dem Speichel im 
Munde spielen, denselben geräuschvoll vor und hinter 
die Zähne bringen' GlH.: Syn. auch (jeiferen 1 (Bd U 
VZ\))\ seiferen 2 (ßd TU :-543); spei.fei-en. Der alt Spuderi! 
Nei" ir, welf'^ e" Grusige'', wie spuderet Der Ki"<'m niid 
i"'s G'sicht! LiENERT. Bes. heim (lebhaften, erregten) 
Sprechen (tl, auch It St.** (,den Speichel im Mund herum- 
werfen und unter dem Reden herausspuderen'); GuBr., 
GA., Ms, Wh., Wsst. ; SchwE. Auch vor Wut schäumen : 
Kr hed grad g'sjuideret GrI). (B.). Xeben Synn. Es 
[ein JMann] ckodrot und spudrut, bis's nimer mag W. 
Uer heUe"d-er solle" g'seh", tcie-n-er g'schnAzt und 
g'spitderet und si" Länder cerßäderet hat, iru-n-er e" 
g'u-altige" Schluck us ^em Chacheli g'nu" het. Lienert. 
Der Äsche"pudel . . . hed dem. Glaser . . . der Äsche"- 
hiuider um de" Grind um g'schhige" . . . Der Glaser lied 
US ''cm Mül g'geiferet und g'spudercl ... JJöruer 191H. 
Sp. und hindere"; s. Bd V 31 o. (von einem heftig 
Sprechenden). Skeifere" und sp.; s. Sp. 5. 

Im Deutschen ohne sichere .iiiknüijfung. Die Verbreitung 
spricht für ein altes Lehuw. aus rät. '«jiuddr (nach dem stamm- 
Ijet. Prss. Sg. '.i. 'sjiuila) 2> spiiddr (:> spiddr) aus lat. njtüture, 
siiuckcn, speien ; vgl. noch friaul., mail. tjiudd. .ins dem Umstand, 
dass nacli CPuIt (Über din sprachl. Verliältnisse der Rietia prima 
im Mittelalter 1928, 35 Fussn.) betontes lat. ß im Schweiz. Rät. 
,bis ins XIV. und darüber hinaus" als u erhalten blieb, lassen 
sich für die Zeit der Entlehnung ungefähre Anhaltspunkte ge- 
winnen. Im Deutschen wurde der Akzentsitz regelrecht in die 
.\nfangssilbe verlegt und das W. nach bedeutinigsverwaniiten 
WVV. wie chodere", f/ei/ere" usw. umgebildet. Die Ap Form 
Hpüdei-e" (Sp. 50) wird irgendwie aus dem daneben stehenden 
ajtildere" entstellt sein; nach Mustern wie /i/Hideren (auch .Vp) : 
lißUihrm (Bd V 1218. 1220)? 

a"-: anspucken, mit Speichel bespritzen, zB. bei 
eifrigem Sprechen Ap; „Gl; Gr; GT."; Z (L)än.). — üs-: 
aussjjucken „Gl; Gr; GT." — us(s)e"-: = dem Vor. 
(_i\\'e.; ScHwE. En lange" Ziittel u. GWe. Der Lieni 
nimi herzhaft e" Schlack [ans der Schnap-sfiasche] und 
hät's wider use"g'spuderet. Liexert 1888. -- vor-: be- 
spucken, -speicheln (und dadurch verunreinigen) „Gl; 
(JR; (iT."; ScHwE. Der Huere"-Spuderi.' Wann Der 
e"chli" hüt [angeheitert ist], chan"-er Xihl iredcr Alls 
»., das ch.aH"-er. Lienert. 

Sjjuderete", -ü- f.: Vorgang und Ergebniss des 
,Spuderens' GRC'ast., Grüsdi, Ig., Valz. (Tsch.); Syn. 
Chodcrelen 1 (Bd lU 151): Seifereten 1 (Bd \II 344). 

Spuderi Gl; GaYle. ( -ü"-); GSa.; SciiwE., -ii- Gr 
Gast., (iriisch, Hr., Valz. (Tsch.) — m.: wer (oft) ,'ipu- 
deret: Syn. ('hoderi 1 (Bd HI 151); Seifrrl II ( P.d VIT 
344). S. auch ( vcr-)spuderen. 



Spat 3puf. 

Spafäiizi: = / Spcndi- iFäuxi -i (Bd I ll48o.). ,Was 
ich wegen der Verfassung an allen Orten für Krieg und 
Spafeüzi habe.' AKeller IS52 (.\a). 

Speif'cr HMeir.. Sjiruf'er (bzw. -öil-, -iP-) „.\a; B" 
E., (;., M., Sclnv., Stdt und It Id. (,saliva') und Zyro; 



ES., Ss. — m. : „Speichel"; Syn. auch Spuder. [Das nest- 
bauende Einkenweibchen hat das Moos] mit .s*'":;« Sp. 
(Speichel) für w"' für a'sö fest z'sämc"g'chiltet, das" e"- 
kei"s RcgeHröpfeli het dartür'''' chüiin-". Harn». lyU. 
[Die Patienten laufen Kuriifuschern nach] ;»;'"«'' 3Iist 
(("'* Sp. halb u"d halb W"^ doktere" mit (Jhar'e"salb u"d 
tiie"-sech g'sund la" bette", Klage eines Landarztes B 
(Prof HStrasser). — Mischung von .SVi/Vr (Hd VII :!12i':!) mit 
f'jnwen (speawen). 

sp eifere" speufere" (bzw. -im-) : = seiferen ia (Bd VII 
343) B, so Stdt, U. und It Id. (,spuere') und Zyro, den 
Speichel mit etwas Anstrengung auswerfen, zB. bei 
einem starken Katarrh B (AvUütte) ; Syn. auch spuderen. 
Auch = seiferen 3c B (Zyro). 

Speiferi Speifri — f.: = Seiferila Ulla. 

Speiferli"g Speuferlb'g (bzw. -öm-) — m., PI.-«. 
-g B, so Ins: = Seiferling (Bd VIl 344), Speichelauswurf 
B, so Ins, Stdt und It Id. (,saliva') und Zyro. [Rektor K., 
den Unterschied zw, ,urbs' und ,oi)i)idum' erklärend:] 
Luegit, Buche"! We""-me" clian" e" Sp. von ei^'^m Stadt- 
tor zum anderen uhere"penggle", so ist das es oppidum. 
um 1850, BStdt. ,Der I'rangerstäi", an welchem der 
Verurteilte der Chopf dar'''' ne" Lade>^ stecke" und die 
Sp-e der Vorübergehenden entgegennehmen musste." 
Bär°xd. 1914. 



Spag, speg, spig, spog, spug l)zw. spagg usw. 

Vgl. auch di«' riiiijipf sj'-/:. 

Spagat Ap (Kai. 1803); Gl; L (It lIHrandst. 19oo -"); 
WLö. (in Bed. 2). Vt. (It BSG. II 20""), Spdgcf (inSid.: 
LW.; Zg (1815: auch ItSt.-), Spage" (lizw.-ö-) Ar (schon 
1788), auch It St., It T. allg.; Gl (auch It St.); „(;R"Chur, 
Rh.: G (schon 1799), so F., Rh. (aiudi It St.). S.. Stdt, W., 
We.: ScnSt.: Th allg., Spagge" Xnw It Matthys (nach 
neuerer Angabe Sj}age"-Sch)iuer: s. Bd I.\ 13(19) — m., 
in AAZein.; GRRh.; Nuw (Matthys) f., PI. fehlt ,\r (T.1 
und sonst: 1. a) (Stück) „Bindfaden", dünne Schnur: 
auch vom Sattler, Schuster (als Pechschnur) zum Nähen 
verwendet (GaSpL; Th), Spannschnur (GRh,); Syn. Dritt. 
Do liäst en Sp., dass d'clia"<'st suebinde" Th. Tünn w'e- 
n-en Sp. TnSteckb. — b) dünner Mensch oTii: Syn. 
Spiigi. — 2. (Spagat J scherzh. für liagät (Bd 1\' lo.'i2). 
LöTSCHEN 1917, 145; s. Skus (Sp. 16). - Aus it. M/iw/lieiio: 
vgl. Gr.WB. XI, 18:il/2; Martin-Lienh. II ö:!4 (.s>.r/nM: 
Fischer Y 14ß4 (üpayat, -et, Sptnje"): ZfhM. VIlö (wieii. 
SiMijat, -et). Woher aber das a der 2. Silbe ? .•^/m-ie" entw. aus it. 
niKUjo oder durch Verstunmien des t (vgl. dazu Slcartn Sp. 11 u.): 
die Form wird durch .Spägi' bei Mey. iri<)2 (s. Spliiji) bereits 
vorausgesetzt. Das Fem. viel!, durcli Eintluss von (.Sp.-iSpkHufr. 
2 auch OBsterr. Kaiun hieher der Fluni. ,Siiagcr-Wal(l' bllcrg. 

Chor Chör-Spage": = Chorl:S (lid III 144) ArWabl: 
Syn. ChOr-Fnde" (ebd.). 

„späg'AAF.", .ynigi .\.\.V., ,Mer.: 1/ (St,''|: ..Adj. und 
Adv., schmächtig, lang und dünn"; Syn. riini (Bd VI 
893). — Die Angaben werden heute auch voti altern (iewährs- 
niännern abgelehnt. Zu »/)<<;/ vgl. «/«"i// :i. 

Spägi, in ScnHa. (It Neukomm) Gspiigi, in Scn 
Schi, auch Spägiss — m., Dim. .S;;((y/cr/(' AaBI).: magerer, 
dünner, dürrer, entw. in die Höhe geschossener (Tu: 
I'wE. : Z) oder im Wachstum zurückgebliebener (Scn: 
TnPfyn: Z) Mensch, Bursche AaE., Zein.; L, so Her., 
Suhr.; „ScH"Ha., R., Schi., St. (It Sulger Einer, ,der 
Eüßchen hat wie Drähte, übli. dünn iiiul mager ist') 



55 



Si»as, speg, spig, spog, spuR 



56 



und It Kirclili.: Tu allg.; UwK.; „/"(ilattf., Kii., 0., 
Steh und It Spillniann, lies, von köriierlicli sclileclit ent- 
wickelten Kindern, nain. klein<'n Knalien, zT. aucli als 
kosende Bezeiclinung, Anrede AaBIi. (Dim.), F.; Si'hR.; 
ThMü.; Z, so U., Stdt, auch von weiblichen Personen 
Z, von Tieren SchR. ; Syn. Sp.-Rüter (Z It Spillmann), 
auch Re.kjd Ha (M VI 744); vgl. Sp.-Beln (Bd IV 1303; 
das Dini. auch pers. ZStdt). Üu Sp.! So en Sp., ivie du 
bist! Z. Se stand, du Sj).! sagt etwa eine (irossmutter 
zum Enkel, den sie auf ihrem Schoss auf die Beinchen 
stellen will. ehd. Iren Blieb ist halt Mir eso-n-en Sp. 
SchR. Die einte" [Siiuglinge] sind Speckmücke"- und die 
andrem sind Späfii ZStdt. Er ist en rechter Sp. Th; Z. 
i'fre) magere'- Sp. AaF.; SonSchl.; Z. [H.:] Wo^tst e>' 
b'rinf/i oder e" b'setzti'^ [S. :] Kso ziriische"t dur-''e'<: en 
Sp. will-iri' erke'ne'i, aber mi''' e"kei" Sechtstande". 
LStkiner 1K83. S. noch Chrosli I (Bd III 858). ,Er ist 
ein ganzer Spägi.' Mev. l(i'.)2. — Amh bei Fischer V 14H4 
(Späye). Zu ,s)«xt/e"; vgl. zur BiliUing etwa iii/W (Bil III 1161): 
ßrmi (Bil V 912), dazu BSU. XII 88/9. Wo gerni. e und der 
jüngere Uml. von a getrennt geblieben sind (oTli), liat der Vo]<al 
die Farbe des Letztern. -i»n nach Fällen wie GäffffK») (Bd II 
168); ßimjißU) (Bd IV 1378): s. ZfbM. III 26 ff! ' Zum Dim. 
auf -erli vgl. Bildungen wie IJirkerli. Vummerli. 

Spageüzel m.: .Springinsfeld' Bs (auch It Seiler); 
vgl. Biigäiififiel (lid IV 1052). Dri'>fare" wie-n-e" Sp. Bs 
Wensl. (TMeyer). 

(u m e " -) sp ag e ü z 1 e " ; .(herum )schlendern' Bs (auch 
It Seiler). 

spaglere" (s. (7.v-.s-y>.), spuiiflre» SenwK. (Ochsner), 
spagürle" AAZof.; L (RBrandst.), spaugürle" Bü. 
(Alpenr. 1827, 378; darnach bei St.-'). spänr/- „BO." (St.'); 
L: spähen, spionieren; in geistigem S. auf Etw. sinnen, 
Pläne machen; Syn. spekulieren. Jetz gön-i'^'i gäge" 
heime", ha" jo lang g'nueg g'spagürt. SohwE. Gedicht 
(Der Wnnderfitz). D'Jungfrau . . . hed zum Pfeister üs 
g'spagürlet. RBkanust. 1889. Mit abh. Satz; s. sUen 
(Bd Vy 1458). — Nach Alpenr. 1827 .verdreht aus spionieren'. 
Vielmehr dureii Wortmisi-hung aus spanne" bzw. spänne" (s.d.) 
•r ytürlfi" (Bd III 1:^78) mit dissini. Sehwund des ersten l: 
spayiire" ist hinzugebildet, spagiere" an die Vben auf -ieren an- 
geschlossen. Vgl. spani/en. 

ü s - spagiere" ZKn., -spagüre" SchwE. : ausspionieren, 
-kundschaften: uneig. ausdenken. 

(umhe"-)spas'iii<llen: schnell lierunispringen. 
gehen BHa. Auch mit andern Richtungsadvv. I"sers 
Gretli ist schon difi' Alls üs g'sj>agindh't. ist lehig 
dervu" g'sjiagindlet. 

Spas'ize: Steine AAMeienb.(,jänisch')i;s.AfV. 2!), 251. 

Spag'iirli, einmal ,spo-' (nach 1422, U) -- n.: Be- 
zeichnung einer oberitalienischen Kleinmünze; in 
Luzern auch auf die eigenen Halbkreuzerstücke über- 
tragen. A. XV./X\^.: s. die Abbildungen Gfd 21 Tafel 2 
Nr 14 und vgl. JHWaser 1778, 105; .IBusinger 1811, 
107. ,Für bed ret von sp-inen wegen. Diss ist ge- 
schlagen für die C [s. Bd II 1437 o.] und sol man si ee 
versuochen." 1435, L RB. ,Von uusern sp-in halb, dass 
man die, wo sy an daz umbgelt kämen, sol utiwechseln 
und widerumb schmelzen.' 14!)t), L. Neben andern 
Münzen. ,20 angster ... und ein spogürli', als ,fürleiti 
[Bd m 14'J5, Bed. S].' nach 1422, U. ",An sp-inen 5 lib. 
haller.' 14.33, L (Rechnungsbuch). ,l)as ich ... ettlichen 
geholffen hab, angster, sp-in und derglich münzen utf- 
setzen. kürunen und absetzen.' 1475, Bs Chr. (Urfehde 



des Münzmeisters (i.); s. auch Metz-Blanken (Bd V 122, 
wo 1475 zu lesen ist). ,Von der fardlen oder gewand- 
ballen wegen etc. sol der koufmann von ainem yetlichen 
som, der zwainzig ruh swär ist oder darunder, fuorlon 
bezahl zwelf gross ... und was ain halben rub nie wigt, 
das sol geben sechs sp-i überlon.' 1498, Gu (Grdn. für 
den Septimer). ,Die Commune von Pont [im Tessin] hat 
gegeben 392 Pfd 3 Sp-i.' 1521, Absch.; der gleiche 
Steuerbetrag bis 1541. ,Die Landsteuer von Lauis be- 
trägt 7026 Pfd 19 Sp-i.' 1523, ebd.; ehso bis 1548. S. noch 
Bd VIII III60. (im Original korr. in ,4 angster') und vgl.: 
,Else Traxel hat gehen an die kilchen 20 guldin, daz 
man ir.järlichen ein inäss habe und mit einem s]iagirli- 
wertigen brott, einem angster und knrzli über ir sei 
heil willen im ampt der mess ze opfren usricbten soll.' 
M. XVI., USchattd. .IzB. Wert. .Wand aber an den 
selben [von W an B zu zahlenden | fünf tusung gnhlinen 
noch zwöi hundert drisig und dry guldin hinderstellig 
belibent und ouch villicht an der ganzen sum ettwas 
ander münz, dero dry einen plaphart sollent gelten, 
sint genempt sii-iii, gehen und gewert sint [sollen diese 
Münzen auf dem nächsten Weihnachtsmarkt in Genf 
von Sachverständigen geprüft werden. Die Walliser 
verheissen] den abgang an der nuwen münz, genempt 
sp-in, gar und ganz ze bezalent.' 1423, Absch. ,N. gab 
im ein sp. für 4 dn.' 1434, Z RB. ,Ein sp., dero 2 nun 
7 haller geltent.' 14(i(>, ebd.; ehso 1465. 1467. ,Ein 
spagyrle [giltj 3 pfennig.' 1477, Ansh. (,Schatzung löufiger 
münz'). ,I)ie sp-i gand utf ein niarch 200 und 52 . . . hat 
jeklich sp. 3 hl. an fiiiem silber.' 1506, Absch. (s. den 
Anfang des Beleges Bd VI 1442o.). ,I)ie vierer old sp-i 
sollen halten 4 lot an fineni Silber und die utfzal sol 
halten 18 tierer utf ein lot.' 1520, L (Verkommniss mit 
dem Münzmeister). In den ennetbirgiscben .Vogteien 
war 1 Sp. in der 2. H. XVT. = 1 Baslerrappen = 1 Soldo; 
vgl. Absch. IV 2, 1173. Arten. ,I)ie alten sji-i mit dem 
crütz und dem würmli, die guot sind eines für 4 den., item 
die sp-i mit Sant Ambrosi und dem gilgen, die guot sind 
2 für 7 haller.' 1457, Absch.; ähnlich 1458, L Münztarif, 
wo der Wert für beide Arten mit 4 Halleni angegeben ist 
(FHaas 1897, 115). ,5 fi an alten sp-inen [gelten] 4^5 hl.' 
1470, L RB. ,Ein sp., es syen nüwe oder alt, für dryge 
]ifennig.' 1454, Z an L. ,Ein Lucerner sp. umb 3 haller, 
die guoten alten welschen spagürli eins umb 4 haller.' 
1487, Absch. ,I)ie alten sp-i eins für 4 hlr, die Lucern 
sp-i eins für 3 hlr.' 1496, L. Als Spiel-, Wetteinsatz 
ndgl. .Gehist dn mir jetz ein sp., daz ich mit dir schlüeg, 
als dn einest wollest getan haben, ich schlüege mit dir.' 
1442, Z RB. ,Es klagt S. . . . das AV. und B. zuo der 
Meisen in dem brett gespilt und B. dem W. ettwas 
angster abgewunnen und die nebent sich uff ein liüetly 
. . . geleit . . . und indem hab B. dem W. ein sp. ab- 
gewunnen und das ouch uff das liüetly geleit, da er [S.] 
geredt hab: was ist das? ich mein, es sye ein tuggatt, 
und wollen also mit inen sin Schimpfwort triben.' 1468, 
ebd. ,[E.] habe . . . gerett, er wölte ein sp. geben, das 
er wissen möcht, wie lang er leben sölte.' 1473, ebd. 
,I)a er ouch ... schimpfwise zuo ... I. rette: gelt ein sp., 
wa du mir drü wort nach könnest s]irechen.' ebd. .Das 
er mit W. . . . gefüntt'elet hab und im nun ein sp., das er im 
schlüege. ahgewunne.' 1483. ebd.; später: .ein sp. uf 
einen nieyländischen bhiiihart, den er utf den tisch leite, 
schlüege.' ,Daz er ... sweren sol, sin leben lang kein 
spil türer noch höher ze tuon dann umb 1 angster oder 
sp.' 1500, Z. .Da [nach Beendigung des Brettspiels] 



Spaff, speg, spi^. spojr, spug 



5S 



stiiendp H. ut und . . . uimiic im für 2 spil das '^e]t: dann 
sy lietten umli ein sp. gpspilt; da nem er im ein lirüzer.' 
um 1500, Z.AIänn. S. nncli Bi'irhlinfier (Bd VI 191). 

Nur Ihm uns bezeugt (s. Gr. WB. XI, 1832, mit eiuem Be- 
lege aus Paracels.). Zunächst in der Zentralschweiz und in W 
(älteste Belege nach 1422, U; 1423, Absch. : 1433, L), etwas 
später in Z (ältester Beleg 1434), und zwar zuerst mit Bez. auf 
gewisse norditalienische Scheidemünzen (s. die Belege 1487, 
Abscli. und 1498, ür), von denen die bes. in Betrai-lit lionnuen- 
den mailändischen seit Luchinu und Giovanni Visconti (1339) 
die im Wappen entiialtene Schlange trugen : vgl. den Beleg von 
1457. Absch. und dazu: .Die (nieilischen pla[phart]) mit dem 
wurm und mit dem crütz 1 für 1 p." 1458, L (FHaas 1897, 115). 
Beachtenswert ist auch, dass sich der Münzname in den die 
ennetbirgischen Yogteieu betreffenden Rechnungen bis in die 
2. H. XVI. erhalten hat. Nach alledem ist it. Ursprung des 
Wortes deutli(di; doch siud die bisherigen Erklärungen un- 
befriedigend. I )hne Zweifel bestcdit Zshang mit lomb., bes. tessi- 
nisch «^ayHr«(f. -j/iirasoä., ers(direcken, sich ängstigen, npa{/uroii, 
-fjürös oä., furchtsam, ängstlich, und unser W. beruht auf einer 
imTessin entstandenen (falschen) Übersetzimg des schon im XIV. 
belegten wesentlich gleichbed. Schweiz. Münznainens Angster 
(Bd I 339). Spaijiirli = soldi ist noch verzeichnet für Ceppina 
(Veltlin) bei Longa, VocabularioBormino (Studi Romanzi IX 243). 

Luzern(er)- s. o. 

Spegeli n.: Kleinholz zum Anfeuern Bs (ASocin). — 
Vgl. spulet II mit Äum. Es ist nicht auszumachen, inwieweit 
in den Formen mit -ij- blosse Entstellung aus -tl- oder idne 
andere Wurzelform vorliegt. 

spege", H. Sg. Pries, und Ptc.-f(: retl., seltener intr., 
= spederen (S]). 50), widerstreben, Widerstand leisten 
GWl.. Wb. Er liät-f si'''j y speiet, sich gewehrt. Auch 
von Sachen : Etw. tut sp., wenn's irgendwo verhebt GWl. 

a"-spegere": = an-nphlere». ArH. 

Speuger m.; 1. = Spender (Sp. 52) ZU. und It Spill- 
mann ; Syu. Speuirer, Spender. — 2. SpeugerK, = Speuz- 
Müm (Bd lY 348) Z (Spillmanu); Syn. SpeuzerU. 

speugere": = spiideren (Sp. 53) Z (Spillmann). 

Spiarel Sjnijfiel m. „L"Ha. (S(diürmann), Splfifiele" L: 
Vv, (in E. -('(-), Spujie" (iL: GnTrimmis, UVaz (oline 
(^uant. -Angabe), Spluf/le" GMs — f., PI. unver., Dim. 
.S/)M/e//ScHwE. (Lienert), Spw/f/e// „L"E., (i.. Ha. (Schür- 
mann) und 1 1 St.'' : Ndw (Matthys) ; U( -i'-J; Zg (auch St.'') : 
1. (meist dim.) „Splitter(cben)", so von Holz, Glas, Kno- 
chen Gl; „L"E., G., Ha. und It St.»» ; Xdw (auch It .Matthys) : 
üw; Zg (auch It St.''), inslies. (zum .\nfeuern dienender) 
Holzspan (Syn. Späjeli) L; (JMs; U. Weiin-ir'' i" mln'^m 
ChiicheKfeli es lusfir/s Fi'irli irill ha", au miiess-i'''' z'er.st 
tuiinü/i Splfif/eU iiiaclie" und si schm uf-enand Inf/e" L 
(EKöthelin). I\'id e'^möl es SchitU zu Splr/gclene" fimd- 
iiier me iim's Hüs ume". Koos. Der Tokfer lied-eiii 
Splggelen us -leiii Bei" iiise"g'nu" Nnw (Matthys). ll>)t» 
d'Splggeli f'iirt sinil. so ist das Ander e" ganz en ei"- 
l'uch.i (fsrliicht, tröstet der .\rzt hei Heliandluug eines 
Splitterhruches L (ASchürniaun). .L'ber die Kanzel 
schlagen, dass die Leute meinen, sie müsse in kleinen 
Splggeleiie» us-eimtid fliege".' L Xaehr. 18(i(!. ,Kin 
Donnerstrahl streifte durcli die Luft und schlug unter 
dem Sturz in den Helm [des T\irnies]. fuhr mit brennen- 
den Spiggeleii duridi denselben nieder bis ob das(;l(i( Iven- 
haus.' Ubw Vollisfr. 1S87. S. noch Bd VHI U08u. (wo 
,Spyggelen' zu lesen). PiA.: Z'Spigle" und z' Fetze" gd". 
mache", von zerbrechlichen Dingen, zB. einem Spiegel, 
Kruge, einer S( büssel (iuL Vaz (Tsch.). Spez. = Sc.hu-ell- 
Hi,/zli:i (Bd 11 12(;0) SiiiwK. 2. = Brett 2mr, (Bd V 
f^'J'.)) GitTrimmis t : Syn. audi Tesslen, Tötzji. ,In Trimmis 



... bediente man sich ehedem bei der Verteilung der 
Produkte der Gemeindealpen der sogen. S)iyglen. Es 
waren das kleine, etwa 2 — 3 cm im Quadrat messende 
Tüfelchen, welche das Hanszeichen trugen. Diese Täfel- 
chen der Alpgenossen wurden alle zusammen in eine 
Milchgehse getan, letztere mit einer zweiten bedeckt, 
hernach wurde Alles durcheinander gerührt und zur 
Verteilung der Käse diese Spyglen von einem Knaben 
gezogen.' Schweiz 1899. — Vgl. schwäb. Sim<id < Spüjel (in 
der Anm. zu Spndel Sp. 52), auch Spidd II njit Anm. (ebd.), 
Spetjeli, 9pe'cken, ferner SprUjgel, Spmijijel, 

Glm-Spiggeli: Glassplitter L (ASchürmann). Es 
Gl. i" d'Finger ühercho". 

spigele" L (gew. -gg-); SchwH, spiggele" AaoK.; L, 
so G., Ha. und It St., St.''; Xdw (Matthys); UwE. (-ei-j; 
U; Zu (St.''), splgle" GlS. ; GnPr. (s. zer-sp.), sjnggle" G 
Ms: „splittern" GlS.; „L"; SchwE.; UwE. a) tr. oder 
abs., ,in kleine Splitter zerlegen', bes. Holz (zum An- 
feuern) sehr klein spalten AaoF.; „L"G., Ha. und It St.''; 
Ndw (Matthys): U: Zg (St.''). „Der Knecht spiggelet 
Holz, macht es zu Si)litter L." Unpers. : '.s' hed iilierunde" 
hat ««('■'' g'spiggelet. ,es sind unten im Hause heute auch 
(jlasscheiben zerbrochen' L (ASchürmann). — b) intr. 
mit ,sein', in Splittereben zerfallen, bes. von Holz (beim 
Spalten) L (It St. und St.''); Xr>w (Matthys); Zg (St.''). 
„Das Holz spiggelet, gibt Splitter oder verwandelt sich 
in Splitter L." 

iih -spiggele" Xnw (Matthys), -splgle" GlS.: ab- 
splittern; It Matthys tr. und intr. 

wer -spigele" L (neben -gg-)\ Xnw (D.), -splgle" GlS., 
sonst -spiggele": zers])littern GlS.; ,,L"E., Ha.; UwE. 
a) = splgelen a L (auch St.''): SchwMuo.: Xnw (Matthys); 
Zg (St.''). Ein Sturm bat die graste" Bäum rerspiggelet 
h (EKöthelin). Fr hed d's Bei" oersplggeled X'dw (Mat- 
thys). Uupers. : Fr hed-si''^' esö g'irürschet, das^'s-eni 
d's Bei" cersplggeled hed SchwMuo. — b) = spigelen 2 L 
(au(h St.''); Zg (St.''). Jmd fallt uf <ie" Chopf, <>as^-me" 
halt seile" meinen, er müe,ss i" hundert StäcMi verspigelet 
si" L. — .\uch schwäb.: vgl. 2er-«;i(V/c/en. 

■/.PI- -spiggele" „L"; Xnw (^latthys): UwE., -splgle" 
(iiiScbs (s. BU-Rundellen Bd VI 104(1): = dem Vor. 

S])igeler m.: wer beim Aufscbiiditen der (frisch 
gesägten) Laden kleine Holzscheite dazwischen legt 
ScHwE. (Lienert). 

(g''-)spigelig -.'/.'/-: leicht s]ditternd, aus Splittern 
bestellend X'nw (Matthys). 

„S])ige" I ni.: niembrum virile GT." ^St.'',. 

Spiger (iT. (St.'', oline (Juant.-Angabe), Splgger '/. 
Maur m., Dim. Hpi'ggerli BsGelt. : 1. = dem Vor. GT. 
(St.''.; weitere Synn. s. Bd IX 2021 o. — 2. langer, dünner 
Mensch ZMaur; Syn. Spägi. Dim., mageres, im Wachs- 
tum zurückgebliebenes Bind Bs(;elt. Vgl. Spiiiggerf li). 
au(di Spiginggis. 

Spige" H V\v: Zg (Kiheaud) und It Khiner (,über- 
all'), Spigge" L (auch St.''): aScHw; S; Uw: U, so Sil. — 
f., I (t iSpig m. BBe. (Dan.), PI. Spiggeni WZerm.: 
PHanzenname. 1. Lavendel, Lav. spica. aaUO. (ausser S; 
WZenn.); Syn. Splg-Bliicmli (Bd V 89). ferner Chid I i, 
Lacänder{m\\\ 148. 1108); Balsaiii-Bliiemli (liAX K')); 
Chilrhen-Sop i c (Bd Vll 122(1). Die l'Hanze wird wegen 
ihres starken (Teruchs urul ihrer mottenvertreibenden 
Wirkung gern in Kleiderschränke gidegt: bes. die Blü- 
ten dienen als (jewürz für Blutwürste; Lavendelwasser 
und -öl (Sjj.-Ol L) sin<l vcdkstümliche Heilmittel, so 



59 



Spag, spcj;, .spis:, apog, spuf; 



00 



zum Eini-cilien lii'i FicilisclimiT/cn iidgl. iv's hltet (lll''''. 
Li'i/f/id's Vlii/hiliiicl/i a"! (Titfifil tlö das StrilssH dm". 
iS/iM/fir" lind Ii.o.ii-"iimrv" ! /viiiiiii. ,Kin liirnmlischcr 
Duft, süsser als Näireli uud Spiggen, erfüllte . . . das (ie- 
nuu-li.' l''NiDERBKii(iKii 11124 (Uw). — 2. a) Tmmergrüu, 
Vinea minor S; Syii. Winter-(Ti-ueH a (Bd II 75-t): Stdn- 
lUuemeii 3 (Bd V 8i)); Töleii-Schlegeli (Bd IX 2(57). — 
b) (,8pikeni') blasiges Leimkraut, Sil. inti. WZerm.; 
Syii. Chlepfen i (Bd HI G78) ; Vögeli-, Tüben-Speck. — 
Aus lat. spim (nartii): Vf;]. Gr.WB. X 1, 2272/4; Fischer V 
1531 (,Spikü', ma. Sjiril-): DM. VI 108 (siubenbürg.-säi-hs. Oe- 
Mpik). ferner Spikeiiarttpii, Spirk Jl. lu Int. Form: ,Nardus nilnr 
spica in der apotln'k Kcnaiiiit, auss Iiulia.' Fris. ; Mal. Hicln'r 
aiifh: ,Thymiiin, russmarin, spiki-ii, stcirchen [?] uiul amli'ri' 
hitzige wolriochemli» geweg-s.' 1.59.5. TliPlatt(M- 1605. 2 a wnlil 
WHgcn ili>r Farbe. In ONN. .Spisis-en-Onnid, -Baeli' BKiental. 

Spigingjfis in.: ,ein kleiner niagciTi- Student' ScnHa. 
(Neukonim). — Durch W(M-tmischunjf aussyn. SpaH/i/el, Sjn'nr/- 
'jfvli + Grngffi'i (Btl II :i(>G): vgl. aucii Spider -J. 

sitig'le" spiggle": „Nachlese halten", mit Bez. auf 
.\hren (inNuf.; GW., Trauben, Beeren, Baumfrüchte 
(iW., in den Baumgärten hangen gebliebenes Obst mit 
Stangen, Prügeln, Steinen herunterschlagen, -werfen, 
wie Knaben zu tun pflegen Gn.jDomleschg", Ths. Syn. 
:iiderli'li. - Aus rät. «pitjlar, spirhir )izw. it. apir/olarc: vgl. 
(ir. WH.Xl, 226:i. 2271 (,Spi,..gler'): Schupf ÜS8, auch Sclini.- 
H lilid (vorarlb. ,Spi;/l.e f., Nachlese), ferner ,speglen' bei Gr. 
.•uiO. 20B5; Martiu-Lienh. 11 5:34/5: Fischer N 1499. Die 
Fortis -(/;/- kann an alb'n angeführten Orten lautges. aus y viir / 
entwickelt sein. 

Spiglete" -(/;/- f.; die lii>i der Weinlese zurück- 
gebliebenen Trauben (iW . 

Spieg- m. GrUIi., Spl., f. GKÜeinz., Spigg m. GiiübS., 
S., Tschapp. It Tseh. ( ,tipick' ): Mehlspeise aus einem mit 
Nidel angerührten, in Butter gebaekenen, zerstossenen 
Teig, bes. bei den Älplern beliebt; Syn. Chratseten i 
(BdUIOai); Öholler-Mues 2 (Bd IV 492); BaiimfRöm)- 
Mucs (GrUTscIi.), -Talxch. — Ans rät. »/nWi- (GrDomloschg, 
Heinz., Schams: vgl. Rum. Forsch. XI 552), neben ipei:h, npirh, 
,Rahnibrei' (Carisch 1.52: Pallioppi 702). Unsicher ist die Zu- 
gehörigkeit des Fluni. .S|iieg' GrMastr. 

Spiei-el (in PGress., Iss., Ma. -i-; vgl. BSG. VI 124) 
m., l'l. Sjiiri/la, -e BK.; FJ., S., Ss.; GsObS.; P, so Ma., 
Rimaf-q.); TB.; W, sonst meist nnver., Dim. Sjnege/i. in 
GnD.; TB. Spiegelt i: 1. a) (Hand-, Taschen-, AVand-) 
S])iegel. allg. a) eig. I( n'n ) Sp. hte.ge", (de" ganz Tag ) cor 
<Unii Sp. stä". Und. MeiteJi. venn du. .s-o Irnffärtig iri't .st«, 
.so nimm-dir es Spiegc/i iiml. gogg e"cliH" dri". ALGass- 
MA.NN 1906 (LBuchs). ,S]i., speculum, in sp. luogen, sich 
im sp. besähen, consulere speculum.' Fris.; Mal.; ähn- 
lieh bei Denzl. S. noch Bd I 99 o. Im Hausrat und als 
Handelsartikel. .Spieglin', Taschenspiegel. 1408, Bsinv. 
,20 gevasseter gross(>r spieglen, ein grosser sp.' 142s, 
ebd. ,I)er e[r]same her Engelhart van Zürich bot mir, 
HKupferwurm, burger zuo Basel, verdinget fünfzen- 
liundert spigel mit zweyen glesern und aber fünfzen- 
hundert spigel mit eym glass und mit etlichen iignren 
und die ussgestrichen, geistlich und weltlich, und die 
s|iigel mit den zweien gleseren das hundert umme 2 tloren 
und die spigel mit dem einen glass das hundert umme 
einen Üoren.' 1510, Z Lieferungsvertrag. ,Item b 'fi um 
ain sp.' 1529, SchwE. (Ausgaben des Abtes). ,1 silbern 
verguhei\ schlosgürtel mit spiegelin.' 1544, Bs luv. An 
Maskenkleidern. ."\V. antwurt, das er ein tüfelkleid mit 
spieglen angehejit'. bei einer Mummerei am Pfingst- 



montag. I5(i(i, /. Hieher widil auch: ,Kin Dotzet Siiiegeli 
fürdenAffenkleidträger.' 1721, BBlatter 191(i,21. Kleine 
bekränzte Wandsiiiegel werden beim Auffahrtsumritt 
den Pferden auf die Stirn gebunden LAltish., Egolzwil, 
Wauwil (AfV. 17,246). Als Prunkstück im Rathaussaal 
von ZElgg; s. KHauser IS95, 529/30 und vgl. Spi.egel- 
Tiscli. ,Ein visierlich sp.', als Sehenswürdigkeit. 1578, 
BiKNi). 1911, 490. Im Volksglauben. Als magisches 
Gerät; vgl. Sp.-Scher (Bd VII 585), auch Erd-, Berg-. 
Seheliiien-, Welt-, Was.fer-Sp., ferner AfV. 10, 26; 22, 
114; 25, 11. ,Ein Mann, dem gestohlen worden war, 
wandte sich, um den Dieb zu entdecken, an einen Frei- 
maurer, welcher ihm nach einigem Zögern einen Sp. 
vorliielt, in dem er den Täter linden sollte; er erkannte 
seine eigene Frau; als er beim kam, lag diese tot im ()/'en- 
Ch.rutz; der Glaube herrs(dite, sie sei in dem Moment 
gestorben, wo er sie im Hp. sah' Zü.(RSchoch). ,Ein Sp. 
zu machen, worin man Ales sehen kann. Kaufe einen 
Sp., wie man ihn bieten tut, uud schreibe darauf S. Solam, 
S. Tattier, S. Eehogarter Gemator, grab ihn auf einen 
Kreuzweg in einer ungeraden Stunde und nim ihn her- 
aus, aber du darfst nicht zuerst in den Sp. sehen, son- 
dern läse einen Hund oder Katze darein sehen' ZHorg. 
(Zauberbuch A. XIX.). .Soll sich kein Soldat gelüsten 
lassen ... zauberische Sachen noch abergläubige Ding 
zu lernen oder zu treiben; dergleichen auch sind ... in 
Crystall oder Spiegel wegen verlohrnen Sachen bei den 
Teuft'els-Beschwöreren zu schauen . . . diss alles sind 
Sachen, welche nach Gestaltsame mit Feur unil Schwert 
zu bestraffen.' Krif.gsr. 1704. Wenn Einer nachts (oder 
liim Ziieiiachte") in den Sj). schaut, sieht er den Teufel 
darin (schaut der T. heraus) Bs ; B; GkD. (B. I :!66), ,Fid., 
Jen.' c We""-me" in der Na.(M in de" Sp. /lieget, se lueget 
der (Fluider ass''er. Tsch.); GSaL. und bei KSteiger 1839, 
193; ZRuss,; vgl. Gr.WB. X 2227; AfV. 21, 50 mit Anm. 
Als Wortspiel umgedeutet; s. Bdll 186 u.; ähnlich auch 
Gr ,Fid., Jen.' ( Wem-me»- in de" Sp. lueget, .se lueget der 
Ougger üss''er. Tsch.). Me" muess z'Nacht nüd i» Sp. 
liiege" GlMoII. Bi Nacht j» de" Sp. biege" ist e" grössi 
Siirid GrI), (B.); ZF. , Nachts dürfen die Kinder nicht 
in den Sp. schauen.' ApV. (TuFelbeii). ,S(dui,u beim 
Liecht nicht in den Sp., das ist: glaub nicht Dem, das 
du sibest, sondern das du durch Klugheit erlangest, ad 
luceruie lumen ne te speculo contempleris.' Denzl. 1677. 
1716. We""-iiie" z'Xaclit in'n Sp. luegt. so irird-me" 
iriiest BsL. Wir lang vor <'eiii S]). steit, irm-hst a" BE. 
(RGrieb 1911, 15). ,So lange ein kleines Kind nicht in 
einen Sp. schaut, ist seinen Blicken der Himmel geöffnet' 
ZHorgerberg, U. ,Um eine Katze an das Haus zu fesseln, 
lasse man sie in den Sp. schauen' GSaL. (AVManz 1916). 
Als Kttnder der Zukunft; s. Bd IX 749 u. ,Wenn man 
einen Sp. zerbricht, so stirbt Jemand' Z (Dan.); s. auch 
AfV. 8, 273 (B). Traf man bei einem Besuche in frem- 
dem Hause einen zersprungenen Sp., so deutete Dies 
sicher auf eine baldige Unglücksbotschaft für den Be- 
sucher. HMessikom.mkr 1909. We""-me" e" Sp. hricht, 
iiiiiess-vie" sibe" Jär warte", hi.'<-ine" huräte" clia"". Tsch. 
Weitere RA.\., Sprww. /5r [Einer, der in bestandenem 
Alter seine Magd geheiratet hat] het nid i" gliche" Sp. 
g'luegt im .sj. Bähxo. 1914, 407. Einen scharf zurecht- 
weisenden Brief nid liinder l d)e" Sp. steche" li; Tu; Z 
und wohl weiterhin; vgl. Gr.WB. XI, 2229 (kl. , Hecht 
in s]i. luogen', die Sache genau betrachten: ,Haruf so 
band ir uns alhvegen fürgeben, die fünf Ort habiml den 
uugliin]d'; aber so wir recht in sp. luogend, will uns 



(il 



Spag, speg, s|»i!>', spofr, spug 



62 



schief Ijcdiinken. ir liahiiul uns ilisfii Uricü \uiil ilcn 
vordi'igen Kapeller krieg an kleine Ursache und an alle 
not angfangen.' l.')31. Stkickl. IV 2(i5. Ei"'m iit'n Sp. 
htei/e". in seine Sachen Z (Spillniann). ScIiiik, i" diini 
eigne" Sp.. = viisclt z'ertit cor düier Tiirr" ^iciiSt. (Sulger). 
,In tuum ipsius sinum inspue, sihe in deinen (eigenen) 
Sp., ninub) dich seihst hei der Nasen.' Denzl. 16(>()i'171(i: 
auch hei Mey. 1677, 2G0; 1692, ViM :^. .Einem den 8p. 
zeigen, sagen, was er ist, de puhnone revellere; man 
sihet sich selbs im Sp., speculum reddit imaginem in- 
tuentis.' Mey. 1677. 1692. ,Quid c;eco cum s])eculo, was 
tut der Blind mit dem Sp., der Ungestudierte mit den 
Büecheren':'' Dexzl. 1677. 171G. ,Xemo sine speculo. 
Keiner soll ohne einen Sp. gehen.' ebd. Im Keim : BiiUi 
butii Wiegeli. z' Wange" steit es Sjnegeli. Var. des ÜUi- 
//y.s-.s7(-Liedes. KL. (BBleienh.). Im A'ergleich. Glänze" 
ir( i le-n-en Sp., zB. von abgetragenem, fettig glänzendem 
Kleiderstoff ScH ; Th ; Z und sonst ; vgl. 2 g. ,[.A.ufgetragen(' 
Farbe wird] als glänz als ein sp.' Kr.vsTB. 1474. .Ein long, 
wer domit zwahet sin antlit, wirt glitzen als ein sp.' ebd. 
.Wir zngend gain D. und watend wol ain glatt [1. ,glast'] 
von harnast; es glitz[t] wie ain sp.' Stock.^k 1525. Vgl. 
sp.-glanz (-heiter), Sp.-Uarz (Bd II 638. 1655. 1770). 
-liindeti (Bd VI 1040). ,Daz ist diu wunne, diu Schön- 
heit . . . die der herre David sach als in eineme spigele 
oder in enir tuncheli.' 2. H. XII., Wack. 1876. .Sein 
Leben als in einem Sp. beschawen, intueri vitam in 
speculo.' Denzl. 1666/1716. — [j) in bildl. Wendungen, 
meist mit stärker hervortretender Vorstellung des im 
Spiegel geschauten Bildes. 1) Ab-, Vorbild. Bei- 
spiel (im Guten und Bösen). Zunächst in ausgeführtem 
Bilde. .Besehend eigenlich das 20. cap. Act. [29 f.] von 
den wollten, die das volk inen nachziehend, so werdend 
ir üch selbs imm sp. innen finden.' Zwi.MiLi (zu den 
Wiedertäufern). ,Ir sächeiul und hörend, |dass] unser 
Aignossen täglich mit wenig knäcbten gros er inlegendt; 
lond uns in den sälhigen sp. ouch Sachen', daran ein 
Beispiel nehmen. 1499, Brief (ein Bahnrich an den 
Churer Rat). .[Der Schaffner der Karthanse, der sein 
Ordenskleid abgelegt und geheiratet hatte und vom 
Basler Rat begünstigt wurde] ward von dem vicario 
vor den pflegern verclagt sius huobischen muotwilleu 
halben, und sprach [der Vikar] zuo den pflegern under 
andereti Worten: Ir haben uns ein sjiigel für die ougen 
gesteh, er gehört uff' den graben [zu liederlichem Volk], 
nit in die Carthusz.' 1529, BsChr. 1462. ,I)wyl wir nun 
gsächen und gespiiren, dass sy [die katholischen Orte] 
zum andern mal durch geschwind vorteil uiul kriegk- 
liche heschyhkeit uns geschädiget, deshalb vermaneu 
wir üch ufs allerhöchst und trungenlichost, dass irdisen 
sp. für ougen [habet] und nüt unhesints, zerteilts und 
hitzigs fürnämen.' 1531, BRef. (Brief an die llauiitleute). 
.Zuo einem sj). (dienen).' ,Man liset ouch der altvetter 
leben zuo aim sp. und nit darumh, dass man nach aller 
niass und Ordnung als volkomenlich lebe, als si gelebet 
band.' Waldkkgei. 1425. ,l)ise mine trüw-ufrichtige 
Verzeichnuss allen guotherzigeii (iemüetern zu ünder- 
wysung, Ruhm. Sp. und Byspyl dienen soll, kau und mag.' 
SPKECHEK-Salutz 1637. .Eines diuges ein sp. sin.' .Schnall 
ligt dann Gott und grechtigkeit im kaat mit aller erber- 
keit; Kain der ding ein sp. ist, dem gottsforcbt, alle 
frunimkeit prist.' Rief 1550. ,AVon man reden wyl 
eigentlich von einem yeden spyl. so sinds ein sp. des 
leben [!J. welcher klaar an tag tuot geben allerley men- 
schen tuon und Ion.' (ükihei. 1560. ,[Königin:] Ich mag 



des Glücks ein Sp. sein.' .JM.uii.. 1620. .[Guler war] seins 
Hauss Krön ... und Sp. aller Tugend.' 1637, .IRobki 1911, 
1.58. S. noch Bd II cm ( Sp.-Glaat ): VII 6S7:*1. .Einen 
sp. haben an, nemen hi.' ,Anstatt uusers gewöhnlichen 
P^xempel statuiren bediente man sich [im XV. | tolgender 
Redensarten: man werde ihn strafen ... dass andere ein 
Sp. daran haben werden, damit andere Ebenbild daran 
empfangen . . .' Ociis V 57. .Xemend hyin frommen .losua, 
Caleb, Daviden und anderen lobwürdigen fürsten ... die 
mit Gott gregiert hand, alle mal ein sp. diser [der Re- 
gierungs-] kunst.' RSchmid 1579. ,Den sp. tragen', den 
höchsten Breis, die Krone: ,An die Got solich wünne 
mit schöne und adel hat geleit, daz ir lip den sp. treit.' 
Heinpu. Oft in Buchtiteln uä. Der ,Pündtner Sp.' Titel 
eines politischen Gedichts. 1621, ZixsLi 1909, 187. 190; 
s. auch spieglen Ib;,, ,Sterhens-Sp.': s. GMüller 1650. 
.Ghristen-Sp.': s. ebd. 1657. ,Buss-Sp.' JJli-Li.ER 1673. 
.Soldaten-Sp.'.militär-wissenscbaftlicheAbhandlungvon 
Christof Hardmeyer 1702 (Z). .Eidgnössisch-schweize- 
rischer Regimen ts-Ehren-Sp.' Zug 1706: yi!\,Iiegiments- 
Sp. , Christlicher Regenten Spiegel . . .'. Titel eines 
])anegyrisclien(iedichts. 1731. B. Vgl. noch irc//-.S'/). •>.— 
2) ,Der Sp. leugt. der Schein betreugt. S])eculum menda.x 
est, splendor fallax.' Mey. 1677. 1692. , Einem einen sp. 
vormachen', Etw. vortäuschen; vgl. Sp.-fechten (Bd I 
666/7); vor-spieglen. ,Da haltend wier... uns zerdun 
und zerspraitt . . . und machten den finden ain sp. vor, 
und sy schatzdend uns uft' 12 dussend; warend unser 
Schwitzernitmerdann 3dussend.' Stookar 1525. — b) (in 
BS.; PRima; TB.: WVt. IT.) Brille AaF., Schi., AVohl. 
(.aufrecht-ovale Hörn- oder Messingbrille der alten 
Leute-) und It H.; Ar Lb.; Bs: B, so oAa.. E., (i., Hk., 
Ha., S., Si. und It Zyro (,häiirisch'): F.I.. S., Ss.: „VC"; 
Gl, so S.; .,(;u"Halil.. Mint., OhS.. Pr., S.. V.: L. so E.; 
GFs. Ms, Stdt (Wegelin) und It Zahner; Schw (.Horn- 
brille'); S(i.; PRima; TB.; Tn; Uw; U; WVt.: Zu: ..Z"0.: 
Syn. ^-1 iigfenj-, Kasen-Sp. Der Anw .Spiegln, Brille der 
(irossmutter TB. Cliind,läng-merde''tml'' Sp,,' AaWoIiI. 
De" Sj). üf netze". wlegge'K (Nid) öni Sp. g'seh", le.ie" 
cliijnne" usw. Lue-V doch, oh »«'''.s- rieht 'zellt ha" [das 
(ield]l /<■'' (•/',<(;/«"'.< nimmer recht, iren"-i^'' nit der Sp. ha". 
(ioTTH. ,Manchmal sehe man ohne Sp. das (jras wachsen 
und manchmal könnte man sieben Spiegel auf einander 
tun und vermöchte keine sechszentnerigeSau zu sehen.' 
ebd. Mr" tiieinti. Da treitist e" topplete" Sj)., sehest 
mehr als Andere. CStueipf 1904. I,eute /" Spiegle", be- 
brillte, ebd. 1901/2. Giddig Spiegle. S(;feli.er 1927. 
D' Spiegle machen Ki"'iii so alt. IlZrLL[(iEit 1925. X. hed 
idier •>.■»" Sp. f'ürt'e'' g'liiegt mid-ere" 'J'nclti're" rrie eii 
Malefizrichler. J.Iükceu 1918. De" Sp. z'recht rücke" 
GkV. (SM. 1914, 45). ,I)en ich ouch bitten wil. das er 
den sp. uff die nasen legge und über Esaiani gang.' 
ZwixGLi. .Auch hat er DFroschauerum darzn vermögen, 
dass er [für den Druck der Bibel] einen grossen Buch- 
staben güssen liess, damit alle alten Priester und Leyen 
die lychtlich ohne Sp. läsen niöchtind.' .Um 1574 (.\b- 
druck von 1724). .Den Sp. wil ich noch auflegen und 
ernstlich d Bläter [des Buches] all bewegen.' PSiMi:nTic, 
1()58. ,Der alt Schlosser zuo Lachen hat vil .Jar den Sp. 
brucbt; hernach, als er dis |.\ugenheilmittel] bru<ht. 
hatt er wider lautere .Vugen b(dionimen und brucbt den 
Sp. nit mer.' Si'hw ,\rzneib. XVII. .Dich armer (iaili 
hat betört dein Pfaffenrat, drum dir gehört ein Sp. auf 
die Xass.' Flcoschrift 1712 (Spottgedicht auf den .\ht 
von StGallen). ,Er list und schreibt noch ohne Sp., 



63 



Spag, sppff, si>ia'. 



spiiff 



04 



1775,THKui-zriclv. Vgl. auch Sp.-Hi'n-en(M II 1544). - 
c) = Sp.-nüi-(lk\y\ 12.S7), J'erspektiv, Feldstecher B(ir., 
Ki.; (TRPr., Hh.,V.; IKiöscli.-Alp; WLit., Vt.; Syn. Feld-, 
Rill-, Ziifi-S)i. I )ri- Gemsjäser hält mit dem Sp. Ausschau 
von seinem Lufi/ aus. Bärnd. 1(108,221. — d) ,Microscn- 
pium, ein kleiner Sj)., der ein Ding mächtiu- versriissert, 
Flohsucker.' Dknzl. KKKi/lTK;. 

2. iihertr. auf andere (mit Bez. auf tilanz, Helle, 
Form usw. ,spief>el'-ülinliclie) Dinge, a) Kopfjiutz der 
verheirateten Frau, liestehendanszwei leicht gebogenen. 
dem Kojif angei)assten, liis Kicm hohen polierten Sillier- 
platten, die so am Haar des Hinterkopfes befestigt wer- 
den, dass sie diesen nahezu einschliessen Nuw; UwK. 
,r)ie vielleicht in jüngster Zeit noch etwas grosseren 
Tafeln sind blitzblank poliert, ohne irgend eine Ver- 
zierung, als an den Kändern leicht gewellt. In den 
1860er Jahren kostete eine Scliafkn 8 Franken; 1914 
kostete ein Sp. 25 Franken.' JHkierli 1922, 131, wo 
Weiteres, auch eine Abbildung (Tafel 25). — b) glas- 
artig harte Stelle im Maser von Tannen- und Ahornholz 
BGr. (Bärnd. 1908); vgl. Auen-Holz (Bd ü 1249), sowie 
(ir.WB. X 2240U. , Sonnig und hochgewachsenes Tannen- 
holz zeigt, gleich dem Ahorn, bisweilen Spierjel oder 
Viiiielt ritte, ist oo(je!tritti;i!< Ho/.: oder Aneuhoh.' Barxh. 
1908, 185. — c) wohl vom Auge des Menschen in der 
RA.: Die irilrdc'd Spicijel iiuirlic".' .schiefe Gesichter', 
bei einer unangenehmen Überraschung Gl; doch vgl. 
für die Bed. .fiesicht' auch (ir. WB. \ 2239 M. — d) am 
tierischen K(ir])er, durch die (glänzende, helle) 1' arbuug 
sich abhebende Stelle, i'leck; vgl. Bed. 3, sowie fje- 
spieijief. Insbes. o) (ausgehend von 1 b) von dunkler 
gefärbten Ringen um die Augen ; vgl. Sp.-t>chäf'{Bd VIH 
299) und unter 3 a (vom Rindvieh), sowie Spiegi. — 
i5) vom Auge in den Schwanzfedern des Pfaus. ,[I)er 
Phöni.x] sol auch sonderlich geziert sein mit einem 
schönen goldfarben hals, mit puriiurfarb gesprengt, wie 
die Spiegel der jitawenfedereu, schön glitzend an färben, 
mit schönen runden cirklen wie ein aug anzesehen.' 
VooF.LB. 1557; vgl. dazu: .[Der Phönix schlägt mit den 
Flügeln] so lang, dass die heissen streimen des Sonnen- 
scheins sich durch den widerglast in den spieglen der 
faderen wie in einem fheürsjiiegel erzündend und fheür 
gebend.' ebd. ,Oculi vel ocelli iiennarum in cauda pa- 
vonis, die Spiegel indenPfawenfedern.'DEXzi,. lti66/17Ui. 
,Für Brustwee: die blauen Spiegeli von Pfauenfederen 
gepülft'ret.' Z Rezeptb. um 1700. , Das innwendig Spie- 
geli von ainerPfawenfäderen.' BArzneib.XVHI. S. noch 
Bdl 182M. — i-) ,helle Querbänderung' an den Flügeln 
von Vögeln, so bei Finten (GvBnrg); vgl. Sp.-Ent (Bd I 
356). — i) Weidloch des Hirsches. Jäoekspr.; Syn. (vom 
Reh) Blatt; Schilt (Bd VIH 739). Von Kühen, e'llipt. für 
Milrii-Sp.: s. d. — e) offene Stelle am bewölkten Him- 
mel, ,Widerschein, Helle' ({Rl'r. ; Syn. Balcli.eii, e (Bd IV 
1190; als l'aliifien. auch in (iRPr.)'; Heiter-Bletz (Bd \ 
277). ,i'.s' macliteit liiilixclie" Sp., wenn gegen Abend beim 
Sonnenuntergang die Wolken sich trennen.' — f) von 
Raupen, die an einem I'leck haufenweise angesiedelt 
sind. ,Die von einer Fiergrujjpe der Nonne stammenden 
Räupchen bleiben 1 — 6 Tage beisammen sitzen, bis sie 
sich auf die [Tannen-]Xadeln begeben. Der Forstmann 
nennt eine solche Gesellschaft einen Sp.' Schweizer 
Bauer 1899. — g) glänzender (Fett-, Schmutz-)Fleck an 
einem Kleide Bs; vgl. Schnuder-, Schiräben-Sp. Er 
wischt's Mal mit ^em Erniel ah, dass der »dienst Sp. am 
Uffschlag blibt. ScHwzu. — h) würfelförmiges Muster in 



Tuch (i; Now (Matthys); II; Z; \^\. cje-spiegeht, aucli 
,si).-farben schürlitz' (Bd VIH 1264 o.) Biihcli iriht de" 
i/riie" Sp. NBöscH 1892. - i) (wohl ausgehend von 1 b) 
,ein Brett, das man bösen Stieren vorn an den Kopf 
hängt, damit sie nicht gradaus sehen können' UwE. 
k) Bestandteil von Geschossen, a) an der Kartusche; 
vgl. Sanders 2, 1 1:!5 (Bed. 10); Gr.WB. X 1, 2241. ,(;ar- 
tausch, in Zwilchensäcklein. die an dem Boden einen 
holzen S)i. haben, eingemacht.' Krieosb. 1044. .Im Trög- 
lein I ' ligen hölzerne 1 1 1 Spiegel und Zajifen zu Mörsern.' 
1732, BsZeughausinv. - ß) an der Petarde, dickes vier- 
eckiges Brett, worauf der die Sprengladung enthaltende 
Kessel aufgeschraubt ist; vgl. ZAnz. 1913, 249 (mit 
Abbildung). ,F^ine Petarde auti' einem Sp. stehend.' 10(i2, 
Bs Zeughausinv. - 1) in der Fischerei, a) der auf dem 
M'asser schwimmende (diere kreisrunde Rand eines zum 
Feichenfang verwendeten sackförmigen Netzes Boden- 
see, so TnArb.; der oberste weitmaschigste Teil des 
Netzes heisst Sp.-(iarn. — [j) doppeltes, aus einer eng- 
und einer weitmaschigen Wand bestehendes, meist nur 
in ttiessendem Wasser verwendetes Netz TuBerl. (GHui) ; 
s. auch Sp -Netz (Bd IV 887), dazu Klunzinger 1892, 
177/8 (, Netz mit drei Wänden, die hintereinander liegen; 
zw. zwei weitmaschigen Netzwänden istein engmaschiges 
Netz'). — y) seitlicher Teil am Srilmc-Garn Bs: s. Bd II 
423. — m) chirurgisches Instrument zum Ottiien des 
Muttermundes bei einer (ieburt; vgl. Sanders 2, 1135 
(Bed. 9). .Nimm das ander Instrument, der sp. genannt ... 
tryb die sinllen daran umm so lang, biss dichs gnuog- 
sam und v(Ui nöten tunkt ze syn.' Rcef 1554, 45 (mit 
Abbildung). n) von Püanzenteilen, die Kinder etwa 
als Spielzeug benutzen, u) I)im., Huflattichblatt, an 
dem die Kinder den filzigen Überzug der Unterseite von 
der Mitte aus gegen die Ränder zurückstossen, so dass 
dai-auf eine glänzende, umrahmte Fläche entsteht (iu 
Chur. ß) (ausgehend von 1 h), = .S'cMr .i' rf (Bd VIH 
U09o.) BGr.; GSa.; Syn. Hack-Messer (Bd IV 461), 
Nase" (Bs; Z); Nastti.-Sp. — o) eine gewisse FTgur im 
Spiel AliHc"":)!, (Bd IV 733 M.). 

3. von 2 d ausgehend a) Name von Rindern, Kühen, 
auch Ziegen (Ar It T.: USch.), Pferden (S; „Th"; Z 
Wettsw.), und zwar mit farbig umrahmten Augen Ar 
Trogen; BGr. (Bärnd.), G. (.zuweilen mit V'fffassctC' 
U'-^ge"\ ebd.), Sa. (ebd.): TnllSchlatt. mit (grossem) 
weissem Stirntleck Aa (Hürbin); Ar (T.); B(ir. (Bärnd.): 
L; SchB.; Th, so Hw. (wenn der Fleck über die Nase 
hinunterreicht),Mü.;ZFehr.,, mit andersfarbigen Flecken 
auf der Nase oder auf beiden Backen' BG. (Bärnd.). ge- 
fleckt übh. (yg\.ge-.<ipieg/et) Bs; B ItZyro (,Kuh mit runden 
Flecken'); Th It St.^ („Pferd, Kuh. gefleckt mit einem 
oder etwelchen weissen Strichen"); USch. (von Ziegen); 
ZBül., ohne nähere Angaben Aa (H.); ApI.; Bs (l.s51); 
BHk.; 1 . ; SohR. ; S, so Thierst.; TaDiess., Pfyn ; ZU., Wäd., 
Wettsw. (.Pferdename'). Syn. Blass (Bd V 149); Schilt 
(Bd VIH 739); Stiirn. !'■'' will ... zum Sp. gugge". /'''' 
glR-b. es nälii er"stig mit '^em. Chalbere". EBalmer 1927. — 
it) Dim., = Sp.-Meis{BiU\ 400) Gl, so H. und ItSt.-'; GSev.; 
MEisN.u.Schinz 1815. 137; VSV. 1910,25. — c) von Katzen 
ScH (ANeher 19O0; Dim.); ZBül. (.schön geÜeckf), Uhw. 
,Sp., so war der Nanu' des Kätzchens wegen seines glatten 
glänzenden Pelzes.' (.tKeller, Spiegel das Kätzchen. 

4. a) Dim., Kosename für ein kleines Kind ArTeuf. 
und It T. (,der Liebling in einer Familie, welche Vor- 
rechte gestattet') ; GnHeinz., Tsehapp. , Solche Lieblinge 
sind in der Regel die missratensten Kinder; daher das 



65 



Spag, speg, spigr, spog, spiig 



6G 



Sprw. Spiegelt g'röti"d selte" waul ApH.' TTonLER. ilft" 
SchätzH da im Wiegeli. mi" Chiiulli i^t e" Hpieyeli, e" 
Spieyeli öni Glas, ihis y'fallt di-r Miieter 'e liini/er 'e ba-s. 
KL. (ApTeufen). Nini naiii Popi soll, d's Fopi ist es 
Spieiieli, d'Mama ist e" Sparre" und lauft die ganze" 
Taqe. ebd. (GRHeinz.. Tschapp.). — b) Name dos Teufels. 
XVI., L Hexenprozessakten {(ikX 23, 3.50). 

Vgl. Gr. WB. XI, 22'22 ff. : Martin-Licnli. II .53.5 ; Fisrher V 
1524/5, zur Sache auch Wack. 1872, 128ff.: MHeyno HA. I 
272: MüUer-Mothes 11 868, zu Beil. 4 Schwab. Anrien-Sjjirifel 
(Fischer I 443). Das W. ist als Hpiei/el, njtievel, npejel in die 
rät. Maa. Bündcns gf iliungen : vgl. Carisch 153: Conraili 214 
(auch «;(. tia nuH, Brille) : Carigiet 324/5 (»Spiegel, jeile grössere 
Fensterscheibe; s/j. de tias, Brille: sp. n tuha Fernrohr; ap., 
Beispiel, metter »i ap. ad in, einem ein Beispiel statuieren'); 
Pallin])pi 705 (auch npievel da campaijna, Fernrohr). In Namen. 
.\ls FN. 1539, AaRh.; 1577. BsStrtt: XVI.. L (,Hans Sp.', 
Buchdrucker. 1541/51. LStdt): 1405/6. ÖStdt; 1541/3, Th 
Tag.; XIV. /XVl., ZStdt (, Claus Sp., grebel.' 1357. Steuerb.; 
,Der Sp. zum Rüden.' 1453, ZRB.; ,der Spieglin knecht.' 1472, 
ebd.). Diin. ,Hans Spiegeli.' 1522, Zg. ,Der Spiegel!, vor der 
Spanweid gesessen.' 1532, Z. ,Hans Heinrich Albrecht, gen. 
Spiegeli.' 1541/3, Z. .Hans Egkenspiegel.' 1550, ThEschenz. 
Als Hausname BsStdt (,N. zem Spiegel(e).' 1272/84, ASocin 
1903): ZStdt (Haus ... ,das man nernjit ze dem Sp.' 1394; 
.das hus zuo sp.' 1527/9; vgl. Mem. Tig. 1820, 360a; Vög.- 
Nüsch. I 395); dsmi ,Sp.-Gasse' BsStdt; ZStdt. Hieher wohl 
auch d<^r Kiuderreiui: Wer vinen^-es [das Kind] aber wie<fe"* 
D-Jump/ere" tu ''ein Sp. ZSth. (KL. 42). ,Sp.-Hof BsStdt (seit 
1673; vgl. BsStadtb. 1890, 106). Als ON. BAms., Kün. In 
Zssen. ,Sp.-Feld' BsBiun. ,-Gut' SchStdt. ,-Hof , Hof ZHott. 
(auch bei Leu Le.\.). , -Halde' SchBer. ,-Berg' (s. schon Bd IV 
1562 und vgl. Gr. WB. X 1, 2242/3) AaAarb. ; BOGrasswil, 
Rütschelen, Spiegelberg (Dorf, = frz. Muriau.v: auch bei Leu 
Lex.),Sum.; GrTrimm. (Weinberg); GKirchb.; SchHa. (Reben); 
SchwSteinen; ThLonmi. (elieni. Schloss: auch bei LeuLe.x.); 
UIs.; ZgWalchw.; ZHinw. (.castrum Sp.' 1270; auch bei Leu 
Lex.), als Nauie eines (tw. ritterlichen) Geschlechts (vgl. Leu 
Lex. XVII 398/9) AaAarl>. ; XIII., BsStdt (,Cuono de Sp., miles.' 
ASocin 1903); XVI., LMarb. (.Hans Sp.', Pfarrer. 1564); 
XV./XVI., SchStdt (neben ,Spiegelberger'; s. auch Bd IV 1556); 
XV., SStdt (.Ynnner von Sp., commentur ze Simierswald.' 1418, 
Gfd 19, 282: It Leu Lex. Schultheis» von Solothurn 1414); 
XIV./XV.. ThTän. JzB. ; XIII./XVI.. ZStdt (,Gisela de Sp-c', 
.\btissin des Fraumünsters. 1220; ,1 mod. kern von dem guote 
Sp-s gent der probst und die herren ab Züric-liberg.' 1320/30, 
Stiftsurb.). 

Eier-; rruiikstiick in vnrneliinen Hiiusern, beste- 
hend aus einer Anzahl innerlialb eines scliwarzen (gew. 
rechteckigen) Rahmens aneinandergereiliter schwacli 
gewölbter Spiegelchen von der Grösse einer Butzen- 
scheibe, zuweilen mit auf zwei der Spiegelchen gemalten 
Wapjien des besitzenden Ehepaars. XVU./XVIII. (Aus- 
kunft des Schweiz. Landesmuseums). ,Über dem Tische 
vervielfältigt die Zieraten des Zimmers ein E. mit fünf- 
zehn Augen.' Si.vTEJUL I7.5i>. 

Aug- BS.; PMa. (Fl. Ogspiyla) und It Scliott 1842 
(Oiig-); 1463/1.529, Bs; 152!l,3(l, BThorherg; 1.531, 
SciiwE. (nel)en ,(igen-'); 1504, A.\Herni.; SpKECHER-Salutz 
1037, sonst Auge"-: 1. (in l'.Ma. und It Schott 1842, 
häufig auch in der ä. Spr. PI,, eig. Dual ), = Spiegeli h AaF.; 
Ar (auch T.j; B, so Sa., S.: F; (iRl). (B.i und It Tsch.; P; 
S; U ; ZU. ; St.' (oO.j. En neuer A. met-eme" güldene" [!] 
Chef teil zoiii A"lienke". AToblek 1909. ,En Herr... hat... 
en grossen A. 'trait. Stitz, üem. G. ; Was siät i" dem 
litievh? F.; Cha""'s dtimmeru-is nid lese", ha" der A. 
diheim g'hVK ACorr. 1874. S. noch Bd VUI IlOOu. 
, Petrus . . . sach den bapst an mit ougenspieglen und 
sunst, und kunt in [ Var. .sich'J nit vcrwundren, wer der 



wäre, der so. . . uf der menschen achslen getragen ward.' 
NMan. ,Legent luter ougenspiegel an!' S.\i.at. ,Wie ein 
scharft'er a. einem, der gesichtsgebrechlichkeit halb in 
die ferrnuss nichts erkennet, des gesichts strömen der- 
massen zuosamen ziehen [!], das er von weitem fürge- 
gestelter dingen gestalt eigentlich sehen mag ... also 
tuond historien.' Wckstisen 1580. ,Augenspiegel ... so 
einding umbdaslutlb vergrösserend.' LLav. 1583. ,|(;uler 
konnte] biss an sin End ohne Augspiegel schriben und 
die Gschrift, wie klein sy gsin, wol und fertig lesen.' 
Si'RECHEK-Salutz 1037. .[Fenchel als Stärkungsmittel für 
die Augen] dass du nicht bedarfst Augenspiegel ge- 
brauchen.' ARZNEiB.XVn./XVIlI. ,Der Zorn... vergleicht 
sich einem A., der mächtig vergrösseret.' Lindinner 
1733. S. noch BdV 585 0. (schon Fris.1541; auch Denzl. 
1606/1716); VI869u.; YII25I u. 538M. In Rechnungen. 
,Um 2 ougspiegel dem N. 3 s.' 1529, Bs. ,Ussgen . . . 
umb 2 ougspiegel 4 hetzen.' 1529/30, BThorbergRechn. 
,17 J3 um ain goldwag und ogenspiegel.' 1530,SchwE. ( .\us- 
gaben des Abtes). ,15 batzen um ogenspiegel und ain 
dintenhorn.' ebd.; auch ,ogspiegel.' I53I. ,Unib ein oug- 
spiegl und sträl IO'/j fi.' 1594, AAHerm. ,I)em Landamen 
2 Par Augenspiegel und Fuotter von Silber gefasset, 
wegen 4 cj l'/ii;tel Sill)er.' 1024, UAltd. — 2. ,der gelbe 
A.', Bezeichnung eines Schmetterlings iPapilio Apollo i. 
Uw Gem. 87. — 3. im Kindervers für .4uge; s. Miiiineli 
(Bd lY 318). Hieber wohl auch das Sprw.: ,Der A. 
i^ch' kei"s Häxe"w'ervh, was man mit eigenen Augen 
sieht, darüber keine Täuschung.' Schild 1873, 28, 
mit der wohl irrtümlichen Erklärung ,Brille'. - 4, „ein 
lebendiges Beispiel zur Nachahmung oder zur ernsten 
Warnung" S; ZO.; St.'; vgl. Spiegel la'fl). Es s&ttend 
all die Lut en A. und es Exi-wpel an ew'' ni:". Sti'tz, (iem. 
,Eine'' ... gilt bi de" Lüten a's e" bräee>' Ma"" und en 
urchiger A., gutes Beispiel.' Schild 1876. — Vgl. Diefenb. 
1857, 145a (,augensp., conspicilia') ; Gr. WB. I 812 (in Bed. 1 
mit Beleg aus Parac.) ; Martin-Lienh. II 535 (in Bed. I und 4); 
Fischer I 443 (in Bed. 1, 4 und = .Spier/el 4 a). Zu 4 vgl. auch 
gleichbed. mhd. ont/en-Kpietfelijlaa. X\a ON. .Augspiegel', auch 
entstellt ,Augst(e")-Sp.' BSa. 

Ule"-(oO.), r/e"-USch.;ZBül.. tVc- ZStdt f, l're"- 
Gl; ZF., Uri: B; GrV.; Ndw; U; ZWthur, Zell und It 
Spillmann, Üri- GRPr., fJrli- (iA., Hure"- Av )anch 
T.); GT.; SciiwMa.; ThHw.,Mü.; ZSth., i/)?/)- (iG.. SaL.; 
ScHwE., Hiirli- Schw, L ü re" - ZU. (Messikoinmer), J.iiri- 
ZO. jHürlimann): 1. a) der bekannte Schalksnarr, allg. 
Häutig als Gewährsmann für sprichwörtliche Witzworte, 
spasshafte RAA. lulgl., Held von allerlei Instigen Anek- 
doten und Schwänken. JJe'' H i'i re"-Sji.hät's g'säl :Wenn's 
doch mue^» ()"zltig sl". so isch [ist es] bes.ier z'früe als 
z'spöt ThMü. Der //. ]iiit noch ''ein Mittage.f.'<e" (j'süt, nie" 
s<jI!\ Xachtesse" o'"''' g'ad bringe", es .>■<■/ am g'schid.'<te". 
me" tue nochenand esse" ond denn nochenand schaffe": 
aber dö noch '>em XachtHsse" sät-er: !•'' ha" m'iner Leidig 
g'hort. noch <'em Nachtes.'<e" tüe-ine" d'Törc" zue ond giing 
i"'s Bett, ebd.; s. auch Bd VI .S48u. Hiibsch i.sclrs iiid, 
aber guet, hei Üri-Sp. g'seid, irie 'r der Mueter mit 
Tannwürze" d's Mül zuegebüezt hei (inPr. Misttragen 
sl die lichtisl Arbet, hei Ü. g'seid. da chiinn-me" die halb 
Zu ler gdn. ebd. ,Es hassen mich alle Leute, aber ich 
tue darnach, sagt ja der Uri-S]).' Gorrii. Der Häri-Sp. 
niint d's Dach bim gitete" Weiter mit, .10 hät-er's. jrinn's 
regnet (iSaL.; s. auch Schirm (BdVllI 12S4) und Messi- 
kommer 1910, 121. Als Geselle des Teufels, den er oft 
überlistet; s. GFient 1898, 51 ; AiV. 25, 150. Sus si Üri- 



Sehweiz. Idiottkoo X. 



07 



Spag, speg, spig, spoR. siuiir 



HjJ. dem Tüfcl a/liig s'y'schüie'' worden bis duo, wo 'r-cn 
(/'nun hei OkI'!'. Im Versleicli- J^'* häsch-es icie der 
Üri-Sp. ZZell. De Ixest doch al/iiri! irie der Uri-Sji.. 
Mutter zu eiiUMii wilden, pnssenhat\en Kinde ZWthur. 
Vil ^laufen und ireni() z'fresxen, wie Üri-Sp.am Hunde''- 
Röchzit GrPi-. Die Frau ist wie der nre''-Si)., spricht ver- 
wiiTt, ist geisteskranlv Gi,. „Es kömmt dalier wie der T'ri- 
8p.", von einem „lächerlicli und übertrieben geputzten 
Mädchen B" (St.'); vgl. h. — b) Uri-Sp., Name einer 
komischen Maske in Yolksumzügen. Beim Umzug des 
.äusseren Standes', eine die neueste Mode karikierende 
Dame BStdtf; Syn. .Afie.' Vgl. AfV. H, 95; B Blätter 
191ti, ol (mit Aldiildung S. IG). 1710 beklagte sich der 
Inhaber des Amtes [der Darsteller des Urispiegels oder 
jAffenkleidträger'l, dass N. ihn ,Kätzers- und Teufels- 
Uhrispiegel' gescholten habe, , verwendende, dass er . .. 
eines loblichen usseren Standts Uhrispiegel und Affen- 
kleidtrager seye.' B Blätter 1916. Der Hanswurst bei 
einem am Donnerstag nacli Ostern veranstalteten Umzug 
BBoll. (AfV. 14, 103j. Ein Spassmacher bei Oster- und 
Pfingstumzügen B8i. (B Blätter 1916). — c) llhh. ,Einer, 
der immer das Verkehrte will oder tut' Ap(T.); GT. ; 
ZSth. (s. har-hein Bd IV 1302), „Possenreisser, Fazikus 
B" (St.2). — 2. Zauberspiegel. Ah Bätgeber [bei dem 
Versuch, einen Dieb ausfindig zu machen] hed Ghriste" 
schier nie y'ijolte» it's Hannes, wil me" von-em g'seit hed, 
er heig en Uri-Sp. und si e'so en Art Hä:ce'>meister; de»" 
in si'"m Spiegel g'seh-er, leas-me" vlore" und ivas 
Ei'x^m eppe" g'stolc's cho" si. JJöruer 1918. — Vgl. Gr. 
WB.I 817 (.Aulnsp.'): III 1195: Martin-Lienh. 11 535 ( (fle"-. 
Ur-, Hiire'i-I^ii.); Fischer II 896 (auch .Eisensp.' ebd. 679); 
Schm.' I 61 (auch ,EiKensp.' elid. 52). In Bs: SchR. (Meyer) 
und modei-n auch sonst Eule"-Sp. 

Erd-; ein Zauberspiegel. Ein E. kann jeder Spiegel 
wei'den, wenn man ihn auf eine bestimmte Art kauft, 
in der heiligen Zeit nachts zw. 11 und 12 Uhr an einem 
Kreuzweg vergräbt, nachher wieder ausgräbt und sich 
gegen den W^iderstand der durch eine Zauberhandlung 
herbeigerufenen Mächte des Erdinnern in seinem 
Besitz behauptet. Der Besitzer ,ist für sein Lebtag 
wohl geborgen; nie geht das Geld ihm aus; er sieht 
Alles, was in seiner Umgebung vorkommt und kann 
Kranke heilen.' SV. 1920, 4 (BStdt); s. auch AfV. 25, 
141 und vgl. Spiegel la (Sp. GOo.), Berg-Sp. — Vgl. Ade- 
lung I 1883: Dir-fHiih.-Wftlclier 464; Fischer II 781. 

Feld-: 1. in BE. It.IBürki auch F nstler-F.,=S2ne- 
gellc, „Fernrohr, gleichsam ein Spiegel über das Feld 
B", so oAa., Be., E., G., Hk., Ha., Si. und It Zyro; FJ.; 
GRRh.; „L"; P silv. (Scliott 1842); TB. ; WLö. ; Zschokke 
1797, 495 (,Lorgnette, Fernglas'). Diir<:'' <>&' F. luege". 
LWENGER-Gfeller 1916, 100. S. noch Bd VI 1298o.; VU 
641 0. — 2. als Zauberspiegel: vgl. Erd-, Berg-Sp. In 
Lungern lebte ein Mann, der wollte auch mehr können 
als Brot essen ... Er wusste von F-n zu berichten, mit 
denen man 20 Stunden weit unter und über der Erde 
sehen und verborgene Schätze entdecken könne. ALüt. 
(Sagen 251 f.). — f e 1 d - s pi e gl e » (in BE. It JBürki -rfe»j : 
„durchs Fernrohr schauen B"oAa., E., „0."; FJ. ; Syn. 
spiegel-rören (Bd VI 1237); spieyleti. Die Kurjumfrau 
iseh'-es der Mueter ga" säge", der Hier Pfarrer heigi 
g'ßldspieglet u"'' }ieige-n-os [uns] uf der Tamhrügg 
y'sieh". FVolkskal. 1912. Scherzh. für: aus der Flasche 
trinken BoAa. (Bärnd. 1925, 126). 

Fal w Falb- : entsiir. Spiegel 3 a, Kuh mit fahl weissen, 
grossen Ringen um die Augen BoAa. (Bärnd. 1925, 422). 



Für-: Brennspiegel. So 1537, Bs Inv. ,Ein Führ-Sji.' 
1625, Z Inv. S. nocli Sp. 63 u. Als Zaubergegenstand. 
1597, ALüT. (Sagen234). — Vgl. Gr.WB. IIl 1604 : Fisclier II 
1461; ChSchinidt 1901, 101. 

Frauke"-: Ptlanzenname, Specularia spec. AaEIm-.; 
Syn. Chorn-Bluem (Bd V 81). — Kaum schwoiz. : vgl. 
(ir.VVB. IVl, 82; Fischer II 1714; Leunis, Pfl. II 668. 

Jung-frau"e" Jumpfere"-: Spinngewehe Ar (T.); 
GT.; Th (Dan.); Syn. Meitli-Sp. 

G a s s e " - : = Spion 2 (s. Sp. 25) BsStdt ; Syn. Bashr-Sp. 
[Frau zum Dienstmädchen, als ein Besucher läutet:] 
Liiege" Si aber z'erst im G., eb's epper üechter isch. 
TChkist. S. auch DMüller 1917, 43. — Vgl. ,Fenstersp.' 
bei Sanders II 1136. 

Klotz-: Konvexspiegel. ,1 kl.' 1463, BsInv. (BsJB. 
1911, 256). -- Zu , Klotz' = Kugel («r. WB. V 1252); vgl. 
, Kugelspiegel' (ebd. 2545). 

Milch-: an der Kuli die mit aufwärtsgerichtefen. 
gew. helleren, seidenartigen Haaren liedeckte Stelle zw. 
Euter und After, aus deren Grösse und Regelmässigkeit 
auf den Milchertrag des Tieres geschlossen wird BE., 
Sa.; Gr; ZLimm. , Besonderer Wert wird auch dem M.. 
dh. der Fläche am Hintereuter und zw. den Hinter- 
schenkeln beigelegt, auf welcher die Haare aufwärts 
gerichtet sind, indem die Erfahrung gezeigt hat, dass 
dieser Haarspiegel um so weiter und grösser ist, je 
milchreicher die Kuh ist, und umgekehrt.' TscHrni LB. 
1863, 274. ,[Bei der Beurteilung der Milchergieliigkeit 
einer Kuh] hilft ... eine genaue Kenntniss des M-s ... 
Entschieden gute Zeichen sind: 1) ein grosser Spiegel, 
2) gelbliche Haare im Spiegel, aus welchem sich ein 
gleichgefärbter kleienartiger Staub absondert, 3) fort- 
gesetzter Spiegel längs des Schwanzes bis zum Haar- 
wirbel, 4) dichtes, feines, seidenartiges Haar im Spiegel, 
am Euter und an den Beizeichen [s.d.].' Gr Kai. 1848 
(mit Abbildung). Das Chueli mit '^em Hechte" Gring u"<' 
schöne» M. SGfeller 1919. Me» soll es zweuts [Chueli] 
lwre"stelle", wo-n-e» . . . settigs Uter un^ e" settige" M. 
heig. ebd. — Meitli-: = Jung-fraw^en-Sp. GaChur. — 
Mittel-. ,FureinenM. lOBz.' 1721, B Blätter 1916,21. 

Nase"-: 1. = Aug( enJ-,Sp. 1 Aa (Rochh.); Ap,H., I., 
M.' (T.; ,häuf\ger aher Brille"-}; B(Zyro); Gl; „GR''Chur, 
D., Mai., Nuf., Pr., S., Ths und It Tsch. ; GT. ; Schw (auch 
im Brunner Bartlispiel; s. AfV. 13, 291. 300); Th; Nüw 
(Matthys); ü (SV. 1918, 39); „Vw"; W; „Z«; Z". Der 
N. iif'setze», zum I^esen. Schwzh. (GaSchs). Di mei.He" 
häitd N.-spiegel a"g'ha", und alls guldi». CStreifp 1903. 
,[An der Tagsatzung in Zürich 1807 kaufte MvFlüe] 
Puderquasten und einen N.' Gfd. S. noch Bd V 585 M.; 
VI 1307 u. — 2. = Spiegel 2 «ß Gr (AUlr. 1897, 6) ; GoT. — 
3. = Flotz-Mül (Bd IV 179). — Vgl. Gr. WB. VII 410. 

Bicht-: Sündenregister in alten Gebetbüchern zur 
Erleichterung der Gewissenserforschung Nnw (I).). 
Vgl. Adelung I 819; Sanders II 1135'': Fischer I 790/1; 
Schm.« I 200. 

Bevg-:=Erd-Sp., „Glas, in welchem der Aberglaube 
den Gauner die Schätze im Eingeweide der Berge er- 
blicken lässt Aa; L"; G, so SaL.; Schw; „S"; Uw; W. 
Mit Hilfe des B-s sieht man auch, was sich in weiter 
Ferne zuträgt, entdeckt Gestohlenes, Vermisstes udgl. 
,In Altendorf und im Wäggital gibt's Bürgspiegel, worin 
man die Leute erkennen kann, die Einem z' Leid werche". 
worin man iiberbau])t Alles sehen kann, was geht' Schw 
(Lienert). Einen B. besitzen zB. die ,Venediger' (Bd 1 88), 
auch fahrende Schüler, \Vahrsager(innen) und andere 



69 



Spag, speg. spig, spojj, spug 



70 



Leute, ,die mehr als Brot essen können.' .EinWeili, das 
für eine Wahrsagerin galt, soll den (ioldbrunnen in 
einem H., der die verborgenen Schätze aufdeckte, deut- 
lieli gesehen haben.' W Sagen. ,Einnial habe ein Vene- 
iliger . . . mit seinem B. diesen Fels und sein Wasserband 
genau und lange fixiert und dann gesagt: Hinter dieser 
Wand . . . steht ein riesengrosser Baum, der aus reinem 
Silber besteht.' .IKioxi 1903. Dem in Venedig weilenden 
heimwehkranken Jungen aus GWsst. zeigte der Vene- 
diger in seinem B. Eltern und Geschwister, wie sie 
daheim gerade zum Chh"-z'Öbe"t [Vesperbrot] versam- 
melt waren, ebd. ,Ein paar Wochen nach des Maitlis 
Abreise schlich er sich hinüber enet den wildbrauseuden 
Fluheggbach und kehrte beim alten Wunderdoktor an. 
Er wollte im B. nachschauen, wo sein Sclialz stecke.' 
MLiKNERT. S. noch Bd VI ls34M.; Welt-Sp., sowie 
ALiit. (Sagen 509); FNiderberger 1924, .'JS. (il, ferner 
JJegerlehner 1913, 297; AfV. 21, 219, wo weitere Lit. — 
\g\. Gr.WB. I 1518; Fischer I 873. 

Basler-: = Gasseii-Sp. Z (FStaub). — Bland-. 
Oiiffe" icie BläruhpiegJ^. RvTavel 1926. 

Bräun-: = Fiir-Sp. ,Speculum nrens, Br.' Dknzl. 
I(i66;1716. ,Ein metallener grosser Br., damit man Eisen 
schmelzen kan.' Grüner 1732. — Auch hei Gr. WB. 11 371. 

Brut-: Etwas, worin sich das Wesen einer Braut 
widerspiegelt, zu erkennen gibt. Im Sprw. : Wer nlbe" 
u-ill, siiech i" der Chiichi dt"^ Br. TuTäg.; auch Sprww. 
1869, 113. 

P f a u e n - : Ptlanzenuame ; s. Flöh-Chrüt (Bd UI k91 ,i. 
Wohl hieher: ,Wenn Einer den Wurm auf der Hand hat, 
so nimm Pfawensp. und lirenn ihn auf den Wurm, so 
heiss als dus erleiden magst, so stirbt der Wurm.' 
Arzneib. XVII./XVm.; vgl. Leunis, Pfl. II 317, doch 
auch Spierjel 2c'^. — Vgl. Gr.WB. VII lfi31 (auch ,Auge 
der Pfauenfeder'). 

Regiment(s): Namen- und Vvappentafel der In- 
haber von öffentlichen Ämtern, in Form von drehbaren, 
an einer Wand befestigten Holzscheiben. XVII., ZStdt. 
,Euer hochloblicher Statt Zürich immerwährender K. ... 
[Ich habe] Euch, mein gnädig Herren und übern, zu 
ohnstärblichem Ruhm und Ehren, Ihren Stande in einen 
immerwährenden R. gefasset ... als Das, worinn die 
Herren klein und grossen Rähte, hoche, nidere Empter, 
gemeine Landvogteien, innere, äigene, äussere A'ogteien, 
Schaffnereien, PÜägereien, regimentsbezierende Stellen, 
mit der Verwaltern Ehren-, Tautt-, Geschlechtsnammen, 
Waapeu, Jahrzahleu Erwellens, Bev(U'dere|n]s, Ab- 
sterbens ...' 1641, Z (s. Bd VIII 47 u.). Eine Beschreibung 
eines ,R-s' von 16.57 (heute im Schweiz. Landes- 
museum) s. bei FHegi 1912, 68 (mit einer Abbildung 
des Regimentsringes der Schmiedenzunft S. 67). - 
R6r-: = Spiegel 1 c GnOhS., Schams; „Schw''E., Ib.: 
Z(j. [Frauen im Theater] hend all diir''' dopplet liör- 
spiegel no''' de'* junge" Ledige" lisg'giigglet. MLiexert. 
S. noch Bd VU 577 M. (ScHwBr. Bartlispiel). — Reisi- 
gen-. ,Den r. zeigen', von einer militärischen Demon- 
stration (vgl. Sp. 62M.): ,[Die Eidgenossen] wurden 
ze rat, gegen der stat Meyland zuo ze rucken, ob si d 
viend [die Franzosen] haruss niöchtid bringen : ... zugend 
also . . . nah zuo der stat Meyland. Da zeigten die Fran- 
zosen iren r. und hieltend sich doch zuo bewaruug der 
stat, deren si nit wol truwten.' Axsii. 111 260; iti der 
l.Ausg. mit der Bemerkung: .Die Reuterei bestand ans 
lauter Edelleuten, deren schön geputzte llarnis<-he wie 
Spiegel glänzten.' — Röt-; Kuhname ZSeuz. (Z.Vmtsbl. 



1870). — Schelme"-: ,Spiegel, um die Diebe zu er- 
kennen und zu entlarven; in Graubündeu ist vielfach, 
auch bei Reformierten, noch der .\berglaube verbreitet, 
dass es solche Scli.-Spiegel gebe und dass iusbes. Ka- 
puziner, zB. der in Mastrils, im Besitze eines solchen 
sei[en], weshalb selbe oft angegangen wurden, um zur 
Entdeckung von Diebstählen zu verhelfen' GriB.); vgl. 
Berg-Sp. ,Der kann mehr als ;iudere Leute, wie; Blut 
stellen, im Seh. lesen, den Dieb zwingen, die gestohlenen 
Sachen wieder zu bringen.' IIalseru 1887 (GRpr.). 

Schnuder-: entspr. Spiegel 2g, , Rotzgeschmier auf 
dem Ärmel' TH(Pup.). — Vgl. lluizSjmijd hei Fischer V 448. 

Sehne"-: Schneebrille GRHint. 

Schwabe"-: = Schnuder-Sp. ,auf der Ärmelweste, 
vom Xasenputzen am Ärmel' Nnw (Matthys). — Vgl. 
Sjjieyel-Scbwäb, Name eines der siehen Sclnvaln'U (FischerVl .52fi). 

Stube"-: Wandspiegel F.I. 

Diebe"-; = Schelmeii-Sp. Gr (B.). — Vgl. Fischer II 
104 (.Diehssp.'). 

Tugend-: Vorbild iuTugendhaftigkeit. ,[Der Schul- 
meister] Leben sol der Sihuler T. und beste Auslegung 
ihrer Lehre sein.' B Laudschulordn. 1628/1675. — Vgl. 
Sanders II 1136. 

Ab- tritt-; = Brillen 2&? (Bd V 586) G. - Wald- 
Spiegeli: entspr. Spiegel 3 b, Tannenmeise, Parus ater S 
(GvBurg). 

Welt-: 1. ein Zauberspiegel. ,N. besass besonders 
die Fähigkeit, gestohlenes Gut wieder zuruckzuzaubern, 
den Ort, wo jenes zu finden war, wissen zu lassen oder 
gar den Dieb im sog. Berg- oder W(dtspiegel vor Augen 
zu führen.' WManz 1916, 115. - 2. Titel eines Spiels. 
VBoLTz 1551 ; vgl. in der Vorrede ; ,Hab ich der weit art, 
Wesen und eigentschaft uft's kürzst in ein Spiegel gstelt, 
darinn sich menglich erfinden und beschauwen mag.' — 
Vgl. Sanders II 1135h; Fischer VI 67-1. 

Wunder-; Zauberspiegel. Im Vergleich: ,Bei uns 
war überal eine gesegnete wohlfeile Zeit, also das zu 
dieser Zeit uns das Vaterland lieb und werd war. Dis 
war gleichsam ein W. fast in der ganzen Welt, da hin- 
gegen andere Länder mit Krieg hart getrukt und getrengt 
werden.' 1761, ZOberr. (Mscr.). — Vgl. Campe V 788 (aus 
Stieler); Sanders II 1136. 

Wasser-: Zauberspiegel, spez. zum Auffinden von 
Wasseradern; vgl. Berg-Sp. ,Diewyl er aber Nichts 
bekennen wollen änderst als von einem W., durch wel- 
lichen man spüren könne, wo Wasser anzutreffen 
seige aber ganz nichts Böses darbi — , als haben wir ibue 
in den Ötenbach setzen und nacher Tällikon schrybeu 
lassen, syn Hus zu durchsuechen und. was für böse und 
unerlaubte Büecher man hinder ihme finde, diesidben 
nebent gedachtem Spiegel ufs förderlichst alhero zu 
senden.' 1670, Z. — Auch hei Fischer VI 4115; anders hei 
Gr.WB. XIII 2509/10. 

Zug-; auch Dim., = Spiegel Ic, ausziehbares Fern- 
rohr, bes. von Gemsjägern gebraucht Gr, so D. (B.i. 
Hint., ÜbS., Pr., sG., fhs, V., Valz. Ellich [Männer einer 
Rettungskolonne] hcind Zugspiegel bie-ne" g'liä" und 
all Pott sind i'iitill g'Mande" und hend ume"g' spieglet. 
CSiHXYDER 1911. - Üs-zug-; = dem Vor. GrIV. 
(FStaub). — fts-zug-spiegle", Ptc. lis-gc-zug-spieglet: 
tr. und intr.. durdi einen I's-zug-Sp. (he)schaueu (inPr. 
(FStaub). 

g<'-si)iegelet AaF.; SchwG., sonst g'tspieglet 1: 
1. glänzend wie ein Spiegel, von abgetragenem Kleider- 
stoff ; Syn, spiegclig. ,Gespiegleter Sanimet.' Bs Signale- 



71 



Spa;;, sjien, S|)ig, spog, spue 



niPiit 1773. — 2. ;i) zu Spicfiel2d. Di ff-i Cliiie. mit 
andersfarlnReii Flecken auf der Nase oder auf beiden 
Haiken. Baknu. 1011, 1(14. T?' y-i (tcIüs, weiss und 
sclnvarz getieekt USch. Vom Pfau; s. I!d V 4:)0o. ,G. 
wie die pfawen" 1) von Fischen; s. Butt (Bd IV 1907). — 
'J) von Frauen, geputzt, geziert; s. (je-brisen (Bd V 7'Jl u.) 
und vgl. gc-stpieglet II. — b) zu Spiegel 2 h, würfel- 
förmig gemustert, (gross) karriert AaF.; Bsl »legten; 
ScHW, soG.,Muo. ; UwE.; USch.; Z; Syi\. ge-häslet {hdU 
1749), ge-egg-.sfein{l)et. G-s Zug. Tuech. I^(nJ g-C 
Hock. (x.Hose'K E" g-i Schuhe", (Chiins-JZieehe". ,Ein 
grün, blau und schwarz gespiegeltes Winterkleid.' Bote 
der Urschweiz 1883 (S<;nw). , Sechs ganze Halstücher, 
gespieglete, von Musseline.' 1797, Z Inv. S. noch ge- 
hlilemt (Bd V 94). — AM. von Spieijet (bzw. Spiegelt); vgl. 
«r. WK. IV 1, 4151 ; Fischer III .538; V 15'27. 

spiegelig, bei Sintem. 17.59 ,-icht': = ge-spiegelet 1, 
zB. von Kaschmir, von den Hocken der JVIetzger usw. 
B (Dan.). Von einem Korperteil; s. ru fechtig (Bd VI 
671) — Vgl. ür. WB. X '2-272. 

Spiegi n.: zu Spiegel 3a. Name einer Kuh, deren 
Augen mit breiten Randern eingefasst sind BSa. (Bärnd. 
1927, 226). Von braunem Vieh mit weissem dreieckigem 
Fleck auf der Stirn, im Wiegenlied; s. Silssi (Bd VII 
1405, wo es Sp. zu lesen ist). — Zur Bildung vgl. WHodler 
1911, 113. 

spiegle» (in GRRh., S., V. -gg-), in Bed. la» auch 
-eJe": I. a) intr., mit einem ,S])iegel' hantieren, a) mit 
einem Handspiegel das Sonnenlicht an die Decke, Wände 
eines Zimmers werfen, wie es Kinder als Spiel zu tun 
pflegen Z und sonst. — ß) = /cW-.v/)«Y//pji(Sp.67)li(ir., Ha. ; 
GuNuf. ; üwK. ; WLö. und It Tscheinen. Mier irei" Ei"s 
sp. BHa. ; GnNuf. Wie ich, mich, en Bitz han leellu um- 
.«c/oj und faxt spiegln ii. uri Gemschini sigi" ... J'GStehi.ku 
1907 (WLö.). - b) reü., sich in einem ,Spiegel' be- 
schauen, a) eig. B (auch It Zyro); Ndw (Matthys) ; Z und 
wohl weiterhin. ,Sich sp. [fehlt bei Fris.], in einem 
Spiegel beschauwen, speculum consulere.' Mal. [Eine 
glänzend polierte] M'iegle", wo d'-di"'' cha'"'st sp. Schwzd. 
(B). S. noch BdVHI 1603 u. Abs.: Vmn Marge" frile 
bis z'Ohi"g spfd ist nw de'' Spiegel ire" Bot; vom Schaffe" 
isch de"" gar nid d'Bed: ö, wenn-me" nur hräv g' spieglet 
hed! iNErcHEN ( D'Luserner Stadtm.eitM). — fi) uneig., 
entspr. Spiegel 1 a fi. sich ein (warnendes) Beispiel 
nehmen. ,Trauriger I'ündtner Spiegel, in welcliem sich 
ihre Nachbarn tleissig zu spiegeln haben.' 1622, Zinsli 
1909, 190 (Parodie auf das Gedicht, Der I'ündtner Spiegel, 
in welchem sich ein ganze lohliche EidgnoBschaft wol zu 
ersehen hat'). .Sich an Ei"'m sp., an Andern ein warnen- 
des Beispiel für sich sehen' Ndw (Matthys). ,Sic,h an 
einem Anderen sp., damno alieno sapere.' Mev. 1677. 
1692. — c) refl., sich widerspiegeln Ap; Bs; B; Gr; Th; 
Z und sonst. iS'*'-'' im Wasser, im e" Brunne^ sp. Tsch. 
Di M!j.5se" Mure" hei"-sech [im See] g'spieglet. RvTavel 
1913. — 2. a) intr., einfallendes Licht zurückwerfen, 
glänzen (wie ein Spiegel), zB. von poliertem und ge- 
putztem Metall, geholmten Fussböden udgl. Gl; ZO. 
und weiterhin. D'Gleser händ g'spieglet vu" Silheri. 
CStreiff 1901/2; s. auch Bd VII 87/8. Unpers. Es hat 
g'spieglet Ap; Gl. Von einer Wasserfläche: Ist Das e» 
■■achüni Eart g'sl" nf dum Bv>, es ist nüd z'ersäge"; es 
hat g'spieglet zäntumine". CStreiff 1909/10. — b) mit 
Akk. 1'., blenden Ai'K. Es spieglet Ainm [Einen]. — 
3. a) tr., „zur Schau legen, sehen lassen, um damit zu 
prahlen", Einem Etw. (zB. Geld in einem Geldbeutel, 



Schmuck, neue Kleider, Leckerbissen udgl.) vorzeigen, 
bes. um ihn danach lüstern zu macheu, Neid zu erregen 
B, so Gr., G., Ha., R., Si. und It Zyro; „Gl; (;i{"('hur, 
Pr., Rh., Tbs, V. und It B. (,bündnerisch'); „L" (In- 
eichen); „S(;H"Ha.; „Z"; Syn. .'<piengg( IJen, spienzf IJen. 
Bei jeder Gelegenheit d's Gült sp. Baknu. 1911. Er 
spieglet e" schene" Epfel; si spieglet c" neus ühleid, der neu 
Sunne"schirm GrTIis. We""-der [ihr Mädchen] es neus 
Tschöpli oder e" neue" Hnet heit, gät-der's i" d'Vredig 
ga" sp. CWeibel 1885. D's Marieli het die Ffife" e" 
Bitz g'spiefiht und dernw-l' der Michel g' fragt: G' fallt s- 
rfe/'.^ JJöroek 1918. Der Lieni tarf die hlcsch. Durathe 
[seine hässliche Braut] )ut zeiche", sus u'd>'-er mid-erc" 
d's Land üs ga" hüräte" und häiti-se g'chörig g'spieglet. 
ebd. 1920. Das ist im c" h'sundrigi Frii^d y'sl", sv's 
hübsche ... Buebli ... uberailld" ga" z'iPge>^ nf"> ga" e'sp. 
EBalmer 1924. Uf-ere" Ibis-Püsche" tued c" Spilhanc" 
uiiiincrzüczle"; er ...spieglet d's G'ftder und spilt mit 
de" Seh ininz federe". Sciiwzn. (GRl'r.). ,Disen articktd 
[Matth. 17, 24 tt".] hett ich nit hinzuogesetzt, wenn nit 
niine widerwertigen inn spiegletind.' Zwinoli; nisi ad- 
versarii eum pro sese aft'erre conarentur et nescio 
quam inde captarent gloriam (Gualther). .Den rüwen sp.' 
ebd.; s. Bd VI I883M. ,Ir sollend üwer almuoseu nit vor 
den lüten s]).' Gvrenr. 1523. ,Er bab ouch das gelt . . . 
nit usshin geschütt noch gespiegelt.' 1. H. XVI., Siml. 
lirk. 1757/67. ,/Herfür) spieglen, zeigen eins zeigens, 
ostentare.' Fris.; Mal. ,Ettlich uss den 5 Orten haltend 
uss den schnuereu, daran die sigel an hurgrächtsbrieffen 
gehanget, zuo [!] seckelschnüeren gemacht, spiegleteiid 
die hoftlich zuo tratz', 1531 auf dem Tag zu Baden. 
HBiiLL. 1572. ,[Ahasverus] wolt sin lychtumb, praclit 
und gwalt sp.' LLav. 1583. ,Dic üherlitzten Krmel, da- 
mit man die AVullhembder spieglet.' 1653, Z. , Osten- 
tare aliijuid, mit Etwas prangen. Etwas spiegeln.' Denzl. 
1677. 1716; s. noch Bd V 580M. ,Mit einigen Subtili- 
teten eine sonderbare Gelehrte [Gelehrsamkeit] ... sp.' 
JMey. 1700. ,Dass er hier und dort ziemlich (ielt ge- 
spieglet und gebraucht.' 1719/20, Z. ,Dass er sich stolz 
wie ein Pferd brüstet ..., dass er seine Vorzüge spiegelt 
wie der Pfau seinen Schweif.' HPest. Einem Etw. sp. 
Tüon Trinellin das Halsband nid sp., sust hed's hiniler 
u)id wolt o'"''' ei"s BHa. ,Dass dieses weib ... ein band 
voll rheinischs golds auss dem seckel gezogen und et- 
lichen iren gesten gespiegelt.' "Wurstisex 1580. Auch 
mit Öppis sp. GrS. Tue nid mit 'hm Schirm, sp., sonst 
fängt es an zu regnen. ,[I>ie Mörder] werden uiider- 
wegen, wil sy nit gwarsam mit dem Goldt umgiengen, 
suiider spiegleten, von Strosreibern angriffen und ge- 
blindert.' FPlatter 1612. — b) refl., sich (prahlend, 
kokettierend, herausfordernd) vor Andern sehen lassen 
BLau. und It Zyro (,aus Übermut sich Andern im Prunk- 
aufzuge zeigen'); GRig., S. ; Z It Spillmann (,ohne Not 
an Versammlungen erscheinen und wohlgefällig sich 
zeigen'). ,Sich sj). und feil hüten, aufl' guiist und ruoin 
stellen, (augendienen, sich ruomwirdiger sacben auss- 
tuon. rüemslen), venditare.' Fris.; Mal. Vu bruchst-diii' 
dö nit Sovel z'sp. GrS. Si liet-si''' hiU in der Chilche" 
g'spieglet, ,mit ihrem Putz Parade gemacht' GRig. (Tsch.). 
,[Aus den Klöstern ausgetretene Nonnen, die] sich utf 
dem merkt mit kettinen, ringen, guldinen hüben und 
anderer hochvart ... spieglen.' Zwinoli. ,Die verfüerung 
des tüfels und Üeischs . . ., die doch so öffentlich und 
unverschämt sich vor unseren angen gespieglet.' ebd. 
,Do aber des tags ... sich niemand für die bolwerk [vou 



73 



Spag, speg, s|iis'. spoK, spup 



74 



Konstanz] haruss wolt tunn, allein sich da spieftletcn 
und aller wider inzusend ..." Axsh. ,|l'^t'ii'"i" Kstlier 
liefet:] Du weisst, o Herr, inyn not, das ich das zeichen 
myner höhe und herrlichkeit zur zyt, so ich mich sp. 
und sähen lassen niuoss, hassen und ein urdrutz drab 
hall.' inSvi.i.. 1540. ,Uie sich in der kleidung spiegleud, 
die utt' . . . Üppigkeit . . . geneigt sind.' Gualth. 1559. — 
4. Einem Ktw. ,vor Augen sp.', vorspiegeln. ,Elisis 
Herz wurde schwer; es kam die Eifersucht und spiegelte 
ihm nun vor Augen, was sein Baumwollhäudler Alles 
treiben werde, wenn es fort sei.' Gotth. — Spieglen n. 
Zu 3a: ,Mit Prangen, 8tolzieren und Sp. grossen Ge- 
walts.' AKi.ixGLER 1702. Zu ."b: ,Üi)iiigs sp.', Hand- 
bemerkung mit Bez. auf überHüssiges, den Leser blen- 
den wollendes .\utuhren von ,Cüiu-ordauzen". IIHull. 
15.32 (V.). S. noch rüciiixeh'n (HdVI959). — ge- 
spieglet II: 1. geschmückt, geputzt. ,Ein schar der 
gespiegleten frowen." Zwinoli; agnien feminarum egregie 
comptarum (Gualtlier). — 2. ,Gespiegleter kauft' oder 
gstalt und anhilduug eines kauffs, als so einer einem 
ein ross auff den tisch malet und darnach darum miirktet 
und dasselbig grad, als were es gegenwirtig, frey kauft, 
ein weis und form allein umb gewonheit willen ge- 
braucht zekautl'eu, nun das es ein kauft' heisse, emptio 
imaginaria.' Fris.; M.tL. — an-: ungeziert, einfach. 
.( hristenlich 1er und laben wirt nienen ringer gepflanzet 
denn by den Volkeren, die aller wenigost unib die lie- 
trogneu list diser weit wiissend. Nit das den fronnneu 
Abbtzelleren ützig abgang an aller Vernunft und wys- 
heit, sondern das ir ungespiegleter wandel uns noch 
etwas alteidgnössischs anzeigt.' Z\vi.m;li: conversafionis 
illorum totiusque vif» siniiilicitas ah omni ostentatione 
libera (Gualther). — \V]. (ii-.WH. XI. 2-2ö7/t;:J: Maitm- 
Lipiih. II o'Mi: Fischer V 15'2(i. 

ume"-: mit einem Spief/ell in hed. Ic) sich umsehen 
GiiV. (s. Ziicj-Spiqiel); Nuw (Matthys). 

ane"-: zu spieglen 3a. Einem, dem man Etw. ab- 
kaufen will, 's Geh «., um ihn damit zu ködern ArK. 

i'r-: 1. a) tr., mit einem Spiegel iin Bed. 1 ci mit Er- 
folg nach Etw. ausschauen BSi. Hesch-en inegen e.'^ — 
b) refl., = spieglen Ih. a) eig. ,Intueri se in speculo, 
sich im S|)iegel ersehen, e.' Dknzl. 1077. 1710. — jl) un- 
eiji.. = spieglen 11) ji. !MitanGi,. A" den alte" G-' sdiiclite" 
cliH""-si'''i es Volch e., ine's i^riheit briiclie" iiniess. Gl, 
Volksgespr. 1834. ,Dass wir uns an anderer Lüten 
grossem Jamer ers])ieglind und stossind.' Z Mand. 1637. 
,0 Zürich, erspiegle dich an Jerusalem.' FWvss 1(555. 
,Ks haben auch die >siniviter an dem Undergang anderer 
Stätten sich e. können.' .IMüllek 1073. ,Sich an ander 
Leuten Exemplen e., documentum ex aliis capere, ex 
aliis exemplum sibi sumere [usw.].' Hosp. ,Exempel ..., 
daran die übrige evangelische Christen sich sollen e.' 
ClSchob. 1099. ,|I>ie Hexen sollen ohne Erbarmen aus- 
gerottet werden] damit die Gottlosen an solchem Bci- 
spyl sich zuo e. habent.' Will., UwE. Formell). ,[I)er 
zum Tode verurteilte Stadler habe] öffentlich Jeder- 
nüinniglich umb Verzeichung gehetten und ermahnet, 
sich an ihm zno e., damit ein Jeder der bo<-hweisen 
Obrigkeit Treu, Ehr und Eid halte.' Sciiw l'rozess 1708. 
,l)ass ein jedes Frauenzimmer an der Züchtigung [zweier 
eitler Frauen] si<h e. möchte.' Sintemal 17.59. ,in': ,l)a- 
by wil iclis jctz lilyben lau, dem spil hiemit sin fort- 
gang hin; ein jeder die Sachen trachten sol und sich 
darin e. wol.' RCvs. 1593 (l'rolog). ,(ls': , Damit wir us 
solchen . . . Sachen uns alle c. und erlernen sollen, was 



Gott gefalt.' AltvKK 1592. ,ob'. Ein Exempel statuieren, 
,darob sich ein Anderer zu e. bete'. 1001, jViiscii. ,|S ludie 
eine vortreffliche .■\ rnienfürsorge] darob dann die l'osteri- 
tüt und Nachkommende sich e. ... und so ruhmlichem 
Exempel nachfolgen sollen.' FrIIaefnek lOGO. Mit abh. 
Satz (s. schon o.). ,Ein lustige histori und geschieht . . . 
niemand zuo ärger, leid noch trutz, sonder das jeder 
sich erspiegle wol, wie man die laster myden sol.' lU.'vs. 
1593 (l'rolog). ,Stellet euch jetz hei disen Galileeren 
ein wenig still und erspieglet euch, wie es endtlich gehe 
Denen, welche sich der Herrschaft (Joffes nicht recht 
underwerft'en.' JMüller 1005. — 2. widerspiegeln: uu- 
ei.g. ,Ermahnung, dankbai- zu sein der grossen (iuadeu 
Gottes, erspiegelf in alten Geschichten.' IKJys. lletl. : 
,Wie viel erspieglet sich in mir, Stadt, Berg und Tal 
und See.' JCLav. 17S0. — iilul. «v/, pr^/H,;,,-l,i in Hd. i bß. 
Vsl. noch Cir.WB. III 087. 

ver-: Etw. mit Scheinmanöveru, grosstueriscbem, 
sich überlegen gebendem (iebaren abtun, als nichtig 
hinstellen. ,[Auf der Leipziger Disputation hat Eck | die 
gegenwürf mit lächlcn verklaineret oder mit luten, 
prächtigen werten überschruwen und mit spotlichen 
geberden der hendeu verspieglet, sam er nun wol ver- 
antwurt hab.' Kessl.'- (i9. Hieher wohl auch: ,Vorzeiten 
war die Arznei bei den redlichen, dapfern, ernstlichen 
Leuten und ward auch dapfer und ernstlich gehalten ... 
Auss dem Ernst der Arznei ist ein Hoffart worden, 
nicht allein in Kleidun.g, sonder auch in Yerspieglen 
der Bücher, wie dann die Arznei zeigt ...' rAUAc. 11 
302. — \g\. Gr. WB. XII 14Ü8. 

vor-, in GrV. für-: F,i"<^in lippis c. .vor die Augen 
stellen, eig. und bildl. vormalen um ihn zu locken' li 
(Zyro). a) = spieglen o aAsRV. Ver liiiiumasenni lu'it- 
•sj'''' mit sl"em Brütschi [Butterbrot] an de" Tisch gestellt 
lind hed-nes [den Hühnern] fürg' spieglet. D'Henne" sind 
iiin-ne" um g'yange", heind g'eharcl und bald mit dem 
rechte", bald mit dem lingge" Augsi zu dem Brütschi üf 
g'luegt. JJöR(iER 1918. ,Das im (las meitli das gelt für- 
gespiegelt habe.' 153S, Z Ehegericht. — b) wie nhd. (iu; 
Th; wohl allg. Hieher (?) refl.: .[Eine Frau, die mit dem 
verstorbenen llZoller ein Kind hatte, wird vermahnt, 
dass sie] myde sine weg, stäg, sich sinen ... entsciilaclie 
und sonders nit gfarlichen des Zollers frow an ougen 
nmbgange, dest vester sich flysse iro [sich] nit vil vor- 
zespieglen.' 1542, Z Ehegericht. - V'kI. Siunlcrs II 11:1(U-; 
Martin-Lienh. 115:35: Fischer II 1(574. 

her-f ür-: = spieglen 3a. ,Dcs gelts halb, so er zuo 
Meila herfUr gespieglet sol haben.' 152(i, Z. ,11., sähen 
lassen, etwar mit prangen und rüemen, ostentare.' Fris.; 
Mal. ; s. noch Sp. 72 M. ,Etw. h. lassen' ; s. Bd YIII 701 u. — 
Vfrl. (ir. WB. X 1, 2259 (unter ,S])iei?eln' 2 a). 

für-bin-: ZM spieglen 3b. Subst. Inf. : ,Venditatio, 
das angendienen und f., gunst zuo erlangen.' Fris. 

Spiegier m.: 1. zu spieglen. 3a, „l'erson, die Etwas 
si)iegelt(ii.:GR;L: Suii;Z";Zu(St.''j. ,rrangcr, rnemsler, 
s])., ostentator.' Fris. ; Mal. — 2. 'V'ogelname, = Spiegel3h 
Gl'S, Ms. — Mhil. ii/>ie;iehere, Spiegelnlacher: vgl. (Ir. WB. X 
2271; Fischer V 1527. Als FN. XIII., Bs (ASocin lllO:!): 
1528, 'I'hArh. (,Viiii herr Joseii, Sp. genannt, euch alMa zuo 
.Vrlia priester und diener des wort.' Kessl.): 1528/4:J, ZgStdt: 
l:!()2, ZStdt (,BenzSp.'). .AnciMa Siiieglerin', Nonne iin Kloster 
Hjithauson. 1C.19, Ofd. 



75 



Spali. speli. spili, spnh. spiili 



7G 



Späh, speli, spili, spoli, spiili. 

späh Äj)(«c/t (-(''- HsB., -ci- PAL); 1. kunstvoll. ,I)es 
ersten 16 guotte ]ianzei- und 3 spache [!] panzer.' 
1442, Ks (Tnv. der Safranzunft). — 2. a) von Personen, 
Hiilileriscli, heikel, (leicht) Widerwillen empfindend 
gegen Etw. (Essen, Arbeit usw.) BsB. (so Therw.); PAL 
(,schiiiltoso, schizzinoso' Itdiord.); WMiL (,von P^inem, 
der zB. eine Einladung zu einem Essen, einer Gesell- 
schaft, einer Reise widerwillig annimmt"), Oberw., Stein- 
hans, wer ungern bezahlt BsTherw.; WSteinhaus; nach 
Einzelangaben ,gleichgültig' WBinn, ,hocbmütig' WMü. 
iJr ist mächti;/ spächc zum Esse" WOberw. Das ist e" 
späche'' Arbeiter, ebd., Zaler WSteinhaus. Das ist e" 
schärft Hpächi, die Alles nur ungern oder gezwungen 
tut WSteinhaus. - b) von Holz, nicht leicht zu bearbeiten 
WSteinhaus. Das ist spächi Busii"g. — c) adv., zäh, 
hart WG. Es fjeit späch zuc. — 3. schmächtig, lang, 
dünn W (Tsc.heinen). -- Amlid. spaliihzvi. spähe (Verbalailj. 
■ai Hjielien; s.d.), scharfsichtig, -sinnig, klug, (obj.) kunstvoll ; 
aucli seltsam, wunderlich, stolz uä., nhd. (dial.) in unsrer Bed. 2 
und ihr nahestehenden Bedd. : vgl. Gr. WB. X 1 , 1 832 /5 ; Martin- 
Lienh. II .534 : Fischer III 532 (ge.>,pah) ; V 146.5 ; Unger-Khull 
520; Höfer III 148. Die uns eigentümliche Bed. 3 knüpft an 2 
an (als Folge schlechter Ernährung). Vgl. npäg (Sp. 54). 

Spähi I -eil- (in PAL Speichi) — f.: Abstr. zu späh 2a 
PAL (,scliizzinosit;i' 1 1 Giord.) ; WG. Du hest e" Sp. .' WMü. 

Spiihi II f-ch-J wohl n.: schmächtige Person W 
(Tscheinen). 

Sj>eli .Spi'cb', ,-ä-' — f. (n.; s. Anm.), PL vereinzelt 
,-en', sonst unver. ; 1. abstr. a) das Spähen, Auskund- 
schaften, Aufpassen, Lauern; eig. und uneig. Syn. 
Spächta (Sp. 45). ,r)em Taggeier von Obersibental umb 
spech 8 pfd; dem Kuwadel umb spech 20 pfd.' 1527/36, 
AFuiRY 1894; dafür auch ebd.: ,von etwas erkundigens 
wegen'. ,Diewyl doch guote späch wol hall) gekrieget 
ist', sollen die Hauptleute keine Mühe noch Kosten 
sparen, Stellung und Zahl der Feinde zu erkunden. 1531, 
Strickleb. ,[Stadtvogt;] Ich wils verseen [was mir die 
Richterin aufgetragen bat] mit guotter späch.' RCvs. 
1593. ,Wann man tlysig säch durch oberkeitlich Gwalt 
und Späch, ob ihnie [NvFlüe] Niemand Spys zuobrächt.' 
JM.\Hi.. 1()74. , Visitation und s]iäch'; s. Bd IX 1939jM. 
(Vad.). , (Einen) iif (die), umb Sp. üsschicken, -senden.' 
,I)er Bott, so ich umb Späch ussgesandt, bringt den 
Bericht . . .' 1628, Z. ,Mit Usschickung uff Späch und 
Erkundigung.' 1634, ebd. S. noch Sjtech-Schiff (Bd YHI 
370). ,Uf die sp. gän'; ,[Lucifer zu ,der tüflen post';] 
Damit man alle far [die den Teufeln von selten des 
Propheten Daniel droht] versäch, so gang nun wider 
hin uf d sjiäch.' JMiriiEK 1559. ,I)ie Sp. geht auf Einen' ; 
,Soll uff iillen Pässen Utt'sicht gehalten werden wegen 
der Spächeu, so auf die Eidtg[enossen] gehen möchten.' 
1674, Absch. ,Seine Sp. auf Einen richten'; ,I)er Frei- 
herr [von Sax, Schirmherr des Klosters Pfäfers] richtet 
mit einem solchen Fleiss seine Sjjähe auf diesen [vom 
Kloster abgefallenen] Edelmann, dass er ine . . . aus- 
kundschaftet und in sein Gefangenschaft bringt.' Giler 
1616. Meist ,(sin) (guot, Hissig, heimlich) sp. han, halten, 
machen'; vgl. ,inquisitores, das ist spächhalter und er- 
farer [vom Papst verordnet] die clöster zuo erföntelen 
und examinieren' (Vad.). 1) erkunden, auskundschaften, 
im militärischen S. ,[nie StGaller] battend gebapt ir 
spech und woltent bau geholet vech ze Nidren Tüff'en.' 
Ap Krieg 1405. , Unsere berren habend iren amptlüten 



in dem Veltlyn gescliriben, das man gute späch habe, 
quod ad exterum militem.' 1560, Brief (.IFabricius). 
,[I)ie Obwaldner haben] iren dry uft' den Brünig ge- 
schickt, spech zuo halten; die habend uieinan funden.' 
1598,,! SG. ,Als dann by diseren selzsammen geschw inden 
Löuffen von Noten, das aller Orten tlyszige Siiächcii 
gemachet wcrdint ... so ist unser [des Rates] Befclch 
an dich [ILinjitmann N.], du sijUist in dinem dir be- 
stimmten Lcrmenplatz derglichen Spächeu auch halten.' 
1624, Z. S. noch Bd l.\ 152()0., sowie unter 2 und in 
der Anm. ,Uf gehabte sp.' ,Also machten die Eidt- 
und pundtgnossen uff' gehabte späch ... ir Ordnung.' 
AHakeneh 1577. Mit obj. (ien. ; , Dieser gesten [der 
heranziehenden Feinde] hat sich der grave [von Neuen- 
bürg] zuovor versehen, deshalb ihnen autt'geheiite spehc 
ihres anzugs herzhaft entgegen kommen und ein 
Schlacht geliefert.' Wurstisen 1580. Mit Inlialtssatz. 
,Sy [die Appenzeller] hatten guott späch, wen [von den 
Städtern] sy solten angriffen.' Ar Krieg 1405. ,Die von 
Schwitz und die von Glaris mit iren paner uf den Etzel 
zugend ... und hieltend spech, was doch die von Zürich 
anfachen weitend.' Vad. ,[David] macht sin guot sjiecb, 
womit [der empiirerisclie] Absalom umgieng.' LLav. 
1583. Mit Richtungsbest. ,[Die Appenzeller] woltend 
han genomen den gotshuslüten vech und battend gen 
Berg [Dorf] ir spech.' Ap Krieg 1405. ,Der [zur Reforma- 
tion übergetretene Komtur von Hitzkircb] macht sin 
späch ouch hinyn gen Lucern und vernamm ... das er ... 
sollte ülierfallen werden.' HBcll. 1572. Neben ,kund- 
schaft'. ,So bitten wir üch [die L Hauptleute ihre übern], 
dass ir besunder guot späch und kuntschaft haben, wo 
doch die Berner mit ir panner us wellend.' 1529, Absch. 
,Ir wellint . . . uwer heimlich späch und kuntschaft der 
Spangern halb in Savoy machen.' 1530, Z an B. ,Diewyl 
dann so vil Hispanier in Italien und Meiland ligend, ist 
es nodtwendig, das üwer herren dahin guote kundt- 
schaft und s])äch machind.' 1573, Brief (HBullinger). 
Unsinnlicher, mit ,uf': ,[Der Bürgermeister und die 
drei ( Iberzunftmeister sollen] in disen geschwinden und 
seltzamen buiffen irs|)ech und kuntschaft hy vertruwten 
eerenlüteu ... uf siillich anschleg und kriegsrüstungen 
[gegen die Evangelischen] machen.' 1555, Z RB. ,Sp. und 
wacht.' .Man muoss ouch uff demselbigen Sentirain, da 
die mur erwunden, ein stete späch und wacht halten, 
die vyent anzemälden.' RCvs. ,[Bs berichtet in die ver- 
schiedenen Ämter] dass sie guette Späch und Wacht 
halten, was einkhombt ... berichten.' 1656, WMerz 
1910. — 2) von polizeilicher oder gerichtlicher Nach- 
forschung, Fahndung. ,Der [zweier Übeltäter] wegen 
man . . . späch macht.' Vad. Gew. mit ,üf'. ,Wellich 
gegni oder statt siillich Schriften [fürstliche Erlasse] 
. . . nit annam, dass dieselben dem fürsten one mittel 
anzeigt wurdend, damit man auf si späch ze machen 
und im fall zuo strafen bette.' ebd. ,[Die Königin Els- 
beth schriel) nach Albrechts Ermordung] angents in 
alle stett uiul Hacken, dass man uff' die täter solt sjiäch 
haben und si bifangen.' yEii.TscHi-ni. .Soll der vogt zu 
Kyburg syn spech uft' inn [einen Friedensbrecher] 
machen und wa er inn beträtten mag, fengklicben an- 
nemen.' 1563, Z RM. ,Wenn einer diebstals, mords, ver- 
rädtery und anderer lästeren z'igen und verargwohnet 
wirdt, so sol man uff' in ein guote späch machen.' LLav. 
1583. ,Ist nit gut, dass euer Etliche treuwen, wie man 
auf Einen und den Andern [wegen freimütiger Äusse- 
rnngen] Sjiäch mache und etwan Einem werde den Lon 



Sjiali, speli. Spill, s|)i)li. s]im1i 



7S 



geben.' IGIO, JJBitKir. .Wurde kraft ilcssellien [Ver- 
botes, gegen den katboliscbcu Ghiubeu zu jiob'niisieren 
und von lutberisclien Saclieu zu reden] auf den ebrlicben 
Hnttiuger von dem damahligen iucernisclien Landvogt 
zu Baden ... stark 8päch gemachet.' Mise. T. 1723; 
nach HBull. 1572, wo dafür: ,[Der Landvogt] satzt 
ernstlicli uf IL' Neben .kundschaft'. .Stille er, herr 
vogt, durch syne undervögt und weibel heimliche kundt- 
schaft und spech uff sy [eine Mörderin] machen.' 1.573, 
Z RB. ,So solle ... uff inne \. allenthalben in statt und 
in landt von nüwem mit allem ernst spech und kundt- 
sehaft gemacht und, wo er betretten, gefengklich an- 
genommen . . . werden.' 1583, ebd. — 3) aufpassen, 
Acht geben; mit .iif oder Zwecksatz. ,Sach mau die 
vorgenant zwene biise man [Urkundenfälscher] ... gar 
dik \ind vil bi einander stau und heimlich gespreche 
haben, und liat man siiech uf si so verre, daz etwas rede 
von inen gehört wart [woraus sich ihre Schuld ergab].' 
.Tust, .[(ieistliche, die gegen das Gebot nicht .all tag 
zum gottswort.und den letzgen . . . gangint'] uf die und 
dieselbigen werd man. so si ussblibent, ein sonderliche 
spiich haben und lüt verordnen, die die . . . eigentlichen 
mit iren namen ufzeichnen.' 1526, EE«li. Acten. .[Dem 
N.] jedes tags 5 ß im heiijst späch ze halten, damit nie- 
mant nüt inn gUetern zerstrielt würde.' 1544, Z Seckel- 
amtsrechn. ,Hier zwüschend halt man guote Späch, 
dass kein Ver[r]ätery zuo Hand in Jammer bring das 
ganze Land.' JMahl. 1674. Neben ,acht, üfsehen(s).' 
,Dass ihr uff solliche landtstrycher üwer späch und uf- 
sechens habind.' XV. XYL. Z]Mand. .[Die VOrte bitten, 
der Bischof von Sitten wolle] getlissen acht, ufseehen 
und späch uf solich . . . pratiken und handlungen [zw. 
Bern und Savoyen] haben.' 1532, Absch. S. noch Bd VII 
550o. Neben .kundschaft'; , Der Wächter uft' dem turn 
uff' Doi'tt' soll syn kundtschaft und spech Italien, das 
niemandts dliein katt noch wuost inn den graben, darin 
die tier im hirzengraben iren gang ins wasser band, 
schütte ald wei'tt'e.' 1568. Z HM. Neben .Sorg': ,Es solle 
. . . Hr. Schaftner autt' sie [die Angestellten des Blattern- 
hauses] alle sammen sein tieissige Späch und guet Sorg 
haben, dass Jedes Dem, so es schuldig, Stat tüege.' 
.IJHoLZHALB 1691. — 4) aufpassen, (aus dem Hinterhalt) 
lauern: vgl. .die späch, aufsatz, insidia».' Fris. ; Mal. 
Mit ,üf'. ,Wär, das ieman spehe oder lagennan uff den 
andern hetti an widersagen und über das, das der, uf 
den gespehet oder gelagannot war, niht wisti sich vor 
enem ze hüetin, der sol darumb ze liuoss ain halb jar 
vor der stat sin.' 1362, G Katssatzg. .Autt' einen späch 
halten (betrugenlich nach einem stellen), [letere aliquem 
insidiis.' Fris.: Mal. ,Habe imme [einem Kaubmörder] 
einer syner Gsellen anzeigt . . . das sy uft' einen Puren, 
so . . . gen Münster mit Korn zu Merkt faren werde, 
Späch halten wellind.' 1610, Z RB. ,.\ls er zu Liechtstal 
litt' einen Furman Sjiäch gehalten.' ebd. ,By 2 Jaren 
ungefähr habe er uff' einen Man . . . inn einem Hölzli 
hinder einer Tannen und dem Gstüd syn Späch gehalten.' 
ebd. S. noch Bd IX yl5u. (Ar Krieg 1405). Personif., 
von Krankheiten: ,Darzwüschen lusterent die krank- 
heiten gegem hus. machend sjiäch.' RC'vs. 1593: später: 
,.\ls die krankheiten ir späch haltend.' Auf eine Gelegen- 
heit lauern. .Als die von Bern gan Thuno gezogen waren, 
do waz die rede zem teile war, daz die von Friburg uss- 
gezogen warent, won si heimlich späch daruf hatten, daz 
die von Bern us warent.' ,Iist. .[Der .^bt| daruf spech 
hielt, das im 6 man wurdenil'. an denen er l{ache nabln 



für (dne ihm angetane Schmach. Vad. I 264. ,Kiner. 
der in schantlicher liebe gegen seines ncclisten weih 
entbrünnt ... haltet späch, suocht zeit und gelegenheit, 
dass er zuo iren komme, wenn der emann seiner ge- 
schäften halb von haus gat.' LLav. 1582. Uneig., heim- 
lich trachten nach, es abgesehen haben auf. ,Uiid 
liewurbend sich die bischofe um vil abteien ... Ks was 
kein feisste abtei vor inen sicher, man machte dan spech 
auf sie.' Vad. Mit ,über': .[Habgierige] geistliche, die 
über söllicbe beuser und gestifte ire spechen und an- 
schleg gemacht habend und noch machend.' ebd. — 
b) das Erkundete. ,()uch setze man dry alte, un- 
verlümdete, vertruwte man, zuo denen die hoptlüt ire 
spech tragind.' Zwixcli (Feldzugs]ilan). 

2. pars., Späher. Kundschafter, Auflauerer; Syn. 
Spächt h. Die Scheidung von 1 ist nicht immer sicher. 
Als deutlicher (koll.) Sg. ,Wie er [der Bischof von 
Chur] ains tag ... für Veitkirch uf straift und braut, 
ballend obgedacht herren ainen zog gesamlot und ver- 
laitend im mit einer spech den weg.' Vau.; dafür in der 
kleinern Chronik: .durch einen versamleten hartsch, 
der . . . auf den bischof hielt [ihm auflauerte].' .Als . . . 
küngLüitmer uf einen tag mit wenig volks uf einem streif 
von dem andern häufen (sich) gelassen hatt, ward er 
mit sonderer späch der Burgonnischen so vil umhalbet, 
dass er nit mer zuo dem seinen konien . . . möcht.' ebd. 
,Nun vernihmt man, dass die von Corcyra oder Corfiin 
ihr späch [Bed. 1 !] gemacht; die ist noch 4. mey zu C'on- 
stantinopel gewäsen und 6. junii zu Corfun angekommen : 
die bringt, dass der Türk in übermässiger rüstung sye.' 
1573, Lixii., Wthurer Chr. S. noch Bd IX 632 o. (RCys.). 
Auch in den folg. Belegen als Sg. zu fassen; an sich wäre 
auch PI. möglich (s. u.). ,[Hauptleute] die ir spöcli da 
niden am Riii haben.' 1499, Calvenf. 1899. .Wollen wir 
üch hiemit gemant und gepätten haben, dass ir vor allen 
dingen guote späcli usschickent, ze erkunden . . .' 1531, 
B Ref ,Do ordnets Gott, dass der radt durch empsige 
späch ... bericht ward, dass ... Auff' das ein radt ver- 
trawte späch hinab [nach Freiburg ijB.] verordnet ...' 
JStcjipf 1548. ,[Prinz Conde hat] sin reis und weg uft' 
Paris zu genomen, welliches der herzog, des königs 
bruder, durch sin späch vernomen.' AHaffner 1577. 
.Wie bald aber die Züricher durch Späch disen Ratschlag 
und Fürnemen [der Feinde] vernamend . . .' JJRikoer 
1606; nachiier .durch Späcli und Kundschaft'. .Was du 
durch dyne usgeschickte Siiäcli in Krfarung gebracht . . .' 
1633. Z; s. noch Bd VIII 14l)5o. ,Da man Späch und 
Wacht stellen niuss ... vor I'lierfal nit sicher ist.' l'Wvss 
1650. .Wann frömde Völker den vier Dörft'eren utt'm 
Ratt'zer Feld sich annäheren wurdent, solten sy . . . da- 
selbsten gute Wachten und Sjiäch bestellen.' 1678, Z. 
Als deutlicher PI. ,Es konilit uns grad jez glaubwürdige 
.\vissa von unseren vertrauten Spechen ,..■ Ami. 1603/ 
1629. .Mit ussgeschickten ftyssigen Spächen an das ein 
und ander Ort.' 1633, Z. .Verschinen Abendts sind 
unsere Späch von Costenz und Zell alhie widerumb an- 
gelangt.' 1638, ebd. ,Darauft' [auf die listige Antwort 
einer Davoserin] die Spähen zu den Ihrigen kehrten 
und erschreckten sie ab von ihrem Fürnemmen, das 
Land zu überfallen.' Sprecher lt)72. .So hatten .IJTri- 
vulz und L'l'remolio ... ihre (inner und Spähen bi dem 
Chunier See.' ebd.; noch öftei'. — Ah(l.«/)rf/a, iiili(l.«y/(A'.f. : 
vgl. Gi-.WB. XI, 18:J5: Fischer V 1405, auch die Aiim. zu 
S/iäilit (S|). 45). Wiederholt als Seutr. (von ,Gesp5li' hecin- 
flusst';') Uli Ausgalicni'odol eines Z Hnuptinanns von li;;};!/4 



Späh, spcli, spili, s|)i)li, spuh 



80 



(,eiueni Botteii, sd uff dem S])äcli war, so ii^h uff das Späch 
usg«S(-liickt' uä.); daijegi'n in (■inoin Brief dos Selben an den 
Hat: ,Alhie haben wir flissis'e Spiieli.' Die Form ,spBhe' (lizw. 
,-ä-') bei Wurstisen 1580; (juler 1616 ist niebt bedenstäudii;. 
ON. _,SpechesK' ZTu. 

Ü s - : = .S'/)('/(. 2. ,I)erhall)en[\vejfenspiiiiTliau(>riif'(>in(l- 
liflipn Haltung] dir buren ... den iloctor [CliWiiiklcil 
ulizespiirhen t'üniomend ... Wie nun die uL^speclien in 
in sin büra'li };<>" gesechen, haliend sy ... ainen lermcn 
gesclilagen und . . . für das biirgli gefallen . . . vernieintend 
den doctor unversechends ze ergrifen.' Kessl. — Zum 
l'l. auf ,-en' (Lesung sicher) vgl. das Vor. 

Ge'-speh ,-späch' — n.: 1. abstr., = Spiih la. ,I)wil 
... die von Costanz kürzlich ir botschaft zuo Zürich 
gehept und täglich vil gespächs und heimlichen wandel 
zuosamen band . . . das nun in unsern herren und oberen, 
ouch uns, nit wenig argwon erweckt.' 1527, VÜ an B. 
,Eine Kriegscassa ... allerlei Limcösten, so über Gesandt- 
schaften, Gespäch, gemeiner [!] Abschicknngen ... [ent- 
stehen] daruss abzustatten.' 1G74. Absdh. ; s. auch Kriegs- 
Sclirllicr (Kd IX IbiS, wo wohl ,den Gespächen' zu lesen). 
,(t. hau, halten, machen (ftf).' ,ünderzwüscheu die tüffel 
ir ges])äch band.' Ktivs. l'jDo. ,Ist Etwas in einer Stadt, 
darauff mau Heissigen Nachgang und (rps]iäch machen 
seilte, so sinds eben dise .Schlauttwinkel [Winkel wirt- 
schaften].' FWvss 1673. ,r)ass nicht allein auf ob- 
beschribne Strolchen und Strassenräuber üeissiges Ge- 
späch gehalten [werde], sonderen auch auf andere ihres 
Gleichen.' Z Mand. 169Ö. ,Dass ... auf den fahrenden 
Schüler fieissig Gespäch gemachet und auf Betreten iu 
Verwahrung allhero gebracht werden soll.' 17;U, Z. — 
2. = SjJi'h 2. .Aus der durch gute Gespäch vernommenen 
Beschaffenheit der anfrührischen Undertaneu.' KuWirz 
1(>53. ,G. bestellen'; oder zu 1? ,Icli [der Obervogt von 
Eglisan] bestellen ... die Wachten und Gespäch an allen 
Orten, so guet man khan.' 1634, Z. ,Ist unser Will und 
Befehl, auf Flucher und Schweerer ein geüissenes Ge- 
späch zu bestellen.' Z Mand. 1704. ,l)ass . . . sonderlich 
bei den Pforten ... auf <ddieschriebne Betrieger fleissiges 
Gespäch bestellet [werde]. ■ Z Mand. 1716. — Vgl. Fischer 
III 582. 

spehen, ,spechen', ,-ä-', einmal ,spicheu' (s. u.): 
1. spähen; Syn. spächten (Sp. 45), spacken, specken. 
,Sj)ähen, warten, speculari, observare; sp. und hissen, 
warnemmen, imminere, facere insidias [usw.].' Fris. ; 
Mal. ,(Per-, pro-)speculari, spähen (,-e-').' Denzl. 1066/ 
1716. Insbes. a) erforschen, untersuchen. ,[I)er Dekan] 
als ein fürgesetzter Ufseher und Wächter allen Sachen 
mit Ernst ohne Underlass und by jeder Glegenheit 
nachfragen, forschen und spächen soll, damit Ärgernuss 
verhütet (werde).' Z Kirchenordn. 162,s. — fj) auskund- 
schaften. .Man bind inen [den llauptlenten] yn. das sy 
von stund aidiebind spähen, ob sy glych noch nit us- 
zogen sygind, mit was ratschlegen die fygend umgangind 
etc.' ZwixfiLi (Feldzugsplan). Tr. : ,[Truppen aus Kon- 
stanz] züchent in das Schwaderloch, besächent und 
spechent alle rick daselbst.' 1550, Bs an Z. Subst. Inf. 
,l)ann si [die Truppen] nit von strites wegen, sunders 
allein von spächens wegen ussgesandt warend.' JE,n. 
TscHDDi. S. auch sclutrmutzieren (Bd Vni 1273 M.). — 
Y) aufpassen, lauern; mit ,üf'. ,Wir wollend heimlich 
autf sy spähen und laussen, was (sy) doch tueygind, aucu- 
pemus e.\ insidiis clancnlum quam rem gerant' Fris.; 
Mal. Von feindlicher Nachstellung. .N. verjach ... wie 
ci- uf uns vil geritten und gespichethet.' 13tri5, L. ,Si [die 



Appenzeller] liattend vil böser list. Doch ward man uff 
si ouch spehen [folgt die Erzählung einer Schlappe 
der Appenzeller].' Ap Krieg 1405. ,Auff einen spähen, 
insidiari.' Fris.; Mal. ,Üf einen sj). oder lägenen'; s. 
Spi-hlrx4. Uneig., heimlich trachten nach. .[Der Propst 
JvBnssnang] bort ... der aljt weit setzen ain pHeger 
zwidtt' jar nach sinein tod ... Es tet dem bropst nott 
und wart daruff spehen.' Ar Krieg 1405. ,Sy spannend 
und späliend |liei Mal. ,-ch-'] auff unser guot und hab, 
imminent in forttinas nostras.' Fris. ; Mal. — 2. (spähend) 
wahrnehmen, erkennen. .Ir künnent an die libe sehen, 
des herzen sin unrehte spehen.' KvEms. ,Ir [der Königin] 
wisheit mag man vil wol sehen; swer es kan ze rehte 
spehen, der merkts an vrouwen gebärde wol.' Schach- 
zABELB. .[Einer verlässt den Freund in der Not.] Da 
mag man groz untriuwe spehen.' Boner. ,Wiewol Beda 
und Andre mehr setzen des Fewres Ort und Spheer 
dem Firmament weit obenhar, so spechen doch viel 
Andre klar, das gwisslich hab das i'irmameut in sich 
gschlossen all Element.' HRRebm. 1620..— KM. spi1i<m. 
explcuare, mit den Nbfornien spenhöu, Kjiinhrm, in einem Einsiedler 
Glossar des XI. tipiehan, daneben erupthedon, exploravissent 
(AM. tili. II 613, 1): mhd. »peliea: vgl. Gr.WB. X 1, 1837/41: 
Fischer V 1465. zum inl. rh die Anm. Bd VII 542. 

ü f-: = üf-sehen 2 (Bd VII 549). ,I)er Amptman tlissig 
autfspechen soll', dass die Hausordnung beobachtet 
werde. JJHolzhalb 1691 ; vorher: , Es solle vom Amptman 
hierauff ein fleissiges Auffspechen gehebt werden.' — 
Schon mhd.: dazu üfsprhe.r, Aufpasser. In andrer Bed. bei Or. 
WB. I 740: Fischer I 421. 

er-: 1. ») entspr. .s7jc/tett ia. ,Erspälien, ein ding ze 
erfaren fleissig nahin gründen, e.\plorare.' b'uis. ; Mal. 
Mit Akk. P. : ,Der rieh wil witzig sin gesehen, der wys 
arm kan in gar ersjiehen.' GVöuelin 1534; explorat 
(Melanchthon); vgl. Prov. 2s, 11. — fj entspr. spehen l'f. 
.[Die Kundschafter] sind kommen das land zuo erspähen.' 
1525/ 163tS, Jos.; , erkundigen.' 1667;xaxaoy.o7ts'jGai. LXX.; 
vorher ,das land besehen.' — 2. entspr. spiheiii. ,Swie 
danne . . . Romer . . . erspehent sin [Christi] zucbt und 
sin site, si volgent alle im mite.' WvRheinac. ,Ir [einer 
Frau] heimwesen mag ich nüt ersiiechen weder in stetten 
noch iu lenderen ...' 14öy, G Hdschr. — Ahd. t>«;/e7;..jt 
(mehrfach bei Notker ; s.aucli die Anm. zu xyrÄeji). mhü.erspthen; 
vgl. Gr.WB. III 987. 

US-, in S; U -speche", Ptc. -et U: tr. (auch abs.), aus- 
spähen, lauern U; Syn. üs-späehten (Sp. 45/()). ,.\ul5- 
spälien, subsidere, in insidiis esse, observare, speculari.' 
Mal. ,Explorare, ausspähen.' Denzl. 1666/1716. Insbes. 
») entspr. spehen 1 a. ,Cognoscere qualis natura sit 
montis, aufsspähen, nachfragen und erfaren.' 1''ris. Un- 
eig. ,[Der Schwager, dem er die , bösen anschleg' seiner 
Frau geklagt] heigouch niitt im understanden, die Sachen 
usszespähen und erfaren." 1521.1, Z Ehegericht. Mit Akk. 
P., mit Worten ausforschen: ,Syne (iesellen und er 
[haben] einen Meßspriester zu Lautt'enburg im Wirts- 
hus angetroffen und der eine under inen [habe] Den- 
selbigen ussges])äclit und erfaren, das er uff' S. Bläsi zuo 
reisen welle.' 1610, Z RB. — {,) entspr. spehen l{i. Einen 
Ort ,li.' ,Fiengend sy [die Haimonskinder] an die Strassen 
ußspechen und berouptend alle die, so spis truogend.' 
Haimonsk. 1531. ,Ein land außspähen, e.xplorare pro- 
vinciam aliquam; den wäg außspähen, e.\plorare iter.' 
Fris.; Mal. S. noch Bd VII 1055 u. Den Feind uä. ,ü.' 
,Schauwturn, ein wart oder hoch ort, darauff' man den 
feind außspächt, luoginsland, specnla'. Fris.; Mal. 



81 



Späh, sjtph, s])ili, spoh, spuli 



8S 



,GestPi-n, wie man die Armee gemustert, ist der Coman- 
dant in Mellingen . . . komeu, die Armee iilSzusi)('lien, 
gefangen worden.' 10.53, Brikf aus dem Felde ((i). ,llir 
solt die Feind riiiasum in Berg, Wald, Tal ausspehen." 
1Ö54, ZiNSLi litll. .S. noch BdIX 448o. Mit ahh. Satz; 
s. Speck- Seh i If (litl VIll :-!70). — y) ausspüren. ausHiidis 
machen. ,Fortunam oculis sortitus. mit der gsicht aulj- 
gespechet, an wellichem ort des leihs er sein feind zum 
allerkömmlichsten verwunden möge." Fris. ,Ein Gewild 
ü.'; s. Bd II 20 u. Jäger werden auf den Stoos geschickt, 
um "einen dort verspürten Bären .auszuspähen.' 1759, 
ADettling 1904. Mit Akk. P. [Bei der Ankunft am 
Bahnhof ist er] vo" ZU zv, ZU still g'stande" für si" 
Ammarei üsz'sp. Bukechost (S). .[Der Waldhüter soll] 
nit allweg ein straß synen gang nemmen, sonder das- 
selb abwächslen, damit er dester mynder uligespächt 
werden möchte.' Z Maur Holzordn. 1507. Bes. in feind- 
licher Absicht; von 5 nicht sicher zu scheiden. ,Do \vart 
si [die aus dem Gefangniss entflohene Herzogin von 
Savoyen] von etlichen tütschen knechten usgespecht 
und nidergeworfen, und alles, das si bi ir hat . . . ge- 
nomen.' 1470, DSchill. B. ,Was ... ein frommer, armer 
gsell, welchem hundert guldin . . . geboten wurdend, wo 
er Hotteren [einen Mordbrenner] außspechen und zu 
recht niderwerfen möchte.' Vad. ,Wos üwern gnaden 
[Herodes] ein dienst wett sin, so wend wir den [.Johannes] 
ußspähen flu.' .\al 1549. In erweiterter Fügung. .Daniel 
ist [von seinen Feinden] ußgespähet worden, das er alle 
tag ... drysteiid sinen herren Got anbettet.' Zwincli; 
,observant Danielen! ... in domo sua orantem'; vgl. Dan. 
0, 10/1. ,[Hofdiener zu Tobias:] Ein Kalthans der hat 
dich uß[g]specht. wie du zwehn [Juden] hast vergraben 
necht.' GGoTTH. 1019; vgl. Tob. 1, 21 f. — ä) entspr. 
iyfjehen !■;. „Außspähen und acht haben auss aufsatz 
und listigkeit, was man tüeye, aucupare ex insidiis quid 
agatur.' Mal. Mit Akk. 1'. .Ist der [Kirclien]dieb wider 
her kommen in manung [Meinung] nier zuo holen ... In- 
dem wie er haim wolt gon, ist er von des abts knechten 
ußgespächen und mit großer arbeit gefangen.' Kessl. 
.Subsidere, autf einen luschen oder einen außspähen und 
außgon.' Fkis. ,Einen böslich außspähen, autf einen 
l)(e)truglich warten und lautfen, iusidere ; [Leute] in ein 
halt legen außzespähen, ponere in insidiis.' Fris.: Mal.; 
s. noch Wüg-Spilier. Spihurui. üneig. : ,Die zyt auß- 
spähen (der zeit warnemmen), observare et aucupari 
tempus; ein zeit aussgou uiul außspähen, einem bei 
seinem weih zeligen, stuprum obsidere.' Fris.; Mal. — 
Spätmhd. ußaprhen: vgl. Gr.WB. 1 974: Fischer 1 521. Das st. 
Pti:. (s. den Boleg aus KpssI.) wolil nach .gesehen'. — Üs- 
spcher m. : Xomen ag. zum Vor. ..\ußspäher. der etwas 
außspähet, conspicillo, e.\plorator. insidiator, speculator, 
visor.' Fkis. ; Mal. .Explorator, Außspäher, Erforscher, 
Kundschafter.' Denzl. 1G6G/1710. a) zu üs-sp'ehen p, 
Kundschafter, Spion. ,Unser brief, die wir üch durch 
einen ußspächer geschickt band.' 1.521, Absch. .Ais könig 
Philipp [den bei einer Belagerung gefangenen] Diogeneni, 
den er noch nit kannt, ersach, schrey er: du ußspächer! 
Diogenes sprach: ja, ich bin ein ußspäher; dann ich 
darumh hiehär kommen bin, das ich din unsinnigkeit 
ußs]i;ihe." DioiiEXEs lööO. .X. habe ihn angeredet: \Va 
willst du hin, du UsspäherV 105.5, AASpreit. S. noch 
Spelier u. Im Dienst eines Fürsten oder Herrn. Im 
liollenverzeichniss zu l'Spichtig 1058 erscheint unter 
den Hofheaniten des Königs .Melchior ,sein .'\usspe<'her'; 
vgl. ebd.S. 179/80. ,[Ein s])auiscber Hauptmann] welchen 
Schweiz. Idiotikon X. 



der Medigin forthin für einen .\ußs])äher gebraucht.' 
Si'RECHER 1072. - f) zu HS-spehcn-;. Man solle in allen 
Vierteln .Außspächer' schicken, um den Wolf auszu- 
spüren. 1050. ScHwE. — y) zu üs-npiiheH i. ,I.uscher, 
außspäher, der einen autf der straaß aiißgadt und auß- 
spächt, in umlizebringen, subsessor; des wägs auß- 
späher. insidiator vi«.' Fris. ; Mal. ; vgl. Weg-Speher. ,In- 
sidiator, Laurer, Xachsteller, Außspeher.' De.vzl. 1000. 

— 5) = Späehter (Sp. 40). ,Das ein jeder präceptor in 
seiner class heimliche ausspecher verordne, so allen 
knaben unbekannt, welliche die, so sich auf der gassen 
säumen oder unzucht bewisen ... heimlich dem präzep- 
toren melden.' Bs Schulordn. 1589. — Vgl. Gr.WB. I 975. 

— Üs-spehung f. ,Außspähung, ein heimliche hinder- 
huot, subsessa.' Fris.; Mal. ,Speculatus, Außspähung 
(auch ,-e-'). Wacht.' Denzl. 1000/1710. 

ver-: a) = üs-spchen '? und y. ,In denselben ziten 
[1342] gieng ein barst von Loupeii ... gegen Fryburg 
und betten gerne etwas guts geschattet, als der bärsten 
ding ist. Do warend si verspecht soverr, das die von 
Fryburg an si kamend und erschlugend si me denn halb.' 
Just. .[Der Mordbrenner Hotterer] hielt . . . sich vast 
in der von Ems gerichten und ward mermals zuo Lust- 
now verspecht; da viel er etwan durch den Fiin und 
beroubet die unsern.' Vad. S. auch JLenz um 1500, 87 K 
Mit ahh. Satz; ,Als die [die Frau des von Alzellen] 
sinen [des von Landenberg] willen keins wegs tuon 
wollt, verspächt er einsmals, das ir man im holz was, 
macht sich allein in das hus zuo ir.' HBrenxw. Chr. In 
erweiterter Fügung; ,Es ist ouch dien unsern vil ochsen 
und vichs gnomen, und sint die verspechet, daz si gen 
Grüenenlierg uf die vesti komeu sint.' 1387, L. — 
f) = üs-spehen 5. ,Es kam X'. gen Bremgarten von siner 
geltschuld wegen; des verspechetent in der Töubi der 
gebur und Hans von M. und sin sun . , . und wart ge warnet 
vor inen und gewan ein knecht. daz er im ushulfe.' 
1387, L. Xeben Synn. ,Man sol nachgan und richten, 
als etlich knecht hie in unserer statt wandlent, die guot 
sülent haben genomen von dem von Krenkingen und 
von dem von Schellenherg, dass si erber lüt hie von der 
statt und den Eidgenossen gen inen verraten und ver- 
spechen sölten. [Nachher;] Daß N. guot von dem von 
K. und von dem von Seh. genomen hat und uff die von 
Zürich und die von Luzern und ander Eidgenossen gang 
und die verspech.' 1392, Z IIB. ,Ist uns [dem Hat] fiir- 
komen, daz der egenant Kanzler [auf der Heimkehr vom 
Markt] uss unser statt verspechet und verraten sy, und 
darumb so haben wir uns erkeut, daz unser statt ge- 
sworner rüelfer . . . offenlicb rüett'en sol. daz die, so den 
egenanten Kanzler gefangen und hin gefüert band, den 
selben K. ... siner vangnüss ledig und los lassen." 1409, 
Z StB. .F^s klaget 'N. . . . daß die dry in sin hus gangen 
sint und haut da den egenanten St. verspechet nnd ver- 
warted, wenn er usser dem hus gienge, und dass si im 
da uft' sin lip und uff sin guot gesteh haut.' 1412, Z HB. 
,Ze letst füegt sich, das der M. zwo frowen mit im fiiort 
nachts, und als er mit inen kam zuo sines vatters bns, 
hatt der T. uff inn gewartet und iiin vcrspehet." 1441, 
ebd. S. noch Spehcrin. -- Mlid. vcmpfhm; vgl. (ir. WH. XII 1. 
l:)e5: Kischer II 1:)42. 

nach-: uachspähen. ,Hantdaz[deii Diebstahl zweier 
Ochsen] dry ritteru getan, und ist inen iiachgespechetiiuz 
furDietikon. "1387, ASG. — Vgl. Gr.WB.Vin '28/9 ;Xl,18;li». 

S p e h e r , ,Specher', ,-ä-', einmal ,spere' — m. ; a) = Us- 
Hpehtr a. .Dem wcibel von einem gevangen, lag im turn 



83 



Späh— spuli. S|»ak spuk 



84 



uTid solt ein spere sin, 8 3.' 1376, FEWei.ti 1895. ,Wart 
ocli ain fromder knelit ... geliaimot, wen er belümdet 
was, er war ain spelior und ain unwänlicher kneht.' 
lysO, (j Mitt. ,lst unser will, dass du heimlichen er- 
kundest, durcli siiächer oder sunst, was wider uns ge- 
redt oder behandlet werd.' 1528, B (an den Vogt der 
Grasliurg). ,[Joseph /u seinen Brüdern:] Ir sind Späher 
und sind kommen v.e sehen, wo das land oft'en sey.' 
1530/89, I. Mos., wechselnd mit ,außspäher', ,kunt- 
schafter' ; xa-.aaxonoi. LXX. ; s. auch Ver-räter 2 (Bd VI 
1604). ,Späher, catascopus, speculator, insidiator, con- 
spicillo.' Fris.; Mal.; Denzl. Iti(l(i;l716. ,Spächer kumpt 
zum houptmann, zeigt an guote glägenheit, die statt 
[Babylon] zuo überfallen.' .JMtoer 1559. ,Ein heimlich 
ort, da die von Zürich allweg nachts in kleinen schift- 
lineu ire hotten und spiicher hi dem see reichtend.' ^Fk. 
Tscnnui. 8. noch hlaseii. (Bd III 1455). — b) Aufseher, 
Wächter. Üher einen Meerhafen: ,Eh wir kamend zuo 
dem schif, wardend wir a.ngerendt und gerechtfertiget 
von den spechern ... wir haten aber gnug getrunken 
und meinten, es söt uns niemand nachfragen.' Stulz 
1519. Aufseher über die Allmend im ,Kräuel' (Bd III 
9'21u.) im alten Zürich. Vöo.-Nüsch. II 665; später 
,Kräuelvogt, Verwalter des Kräuels'. Amtsperson, die 
(im wasserarmen Jahr 1540) den Wasserverbrauch an 
den öffentlichen Brunnen zu überwachen hatte; s. Bd VI 
765 0. (aus dem Soh Katsprnt.). — Alul. tpehari, mhd. spehrrre : 
V}?1. Gr.WB. XI, 1841/:): Fischer V 14G5. Zu der Nhfonn alt- 
aXem. sinnhari (Ahd. Gl. I 4IÜ, 09), mhd. H/iietclher vgl. die Anm. 
zu siiehen: ,spiei her' auch 1445, Bs Chr. IV 4.50. FN. ,Specher', 
,-ä-'. XA'I., ObwSaclis. (Gfd 54, '240). 

Weg-. ,Ein außspäher oder luscher, der einen auf 
der straaß außgat und außspächt in umzubringen, wäg- 
späher, straaßrouber (-röuher), subsessor.' Fris.; Mal. 

Speheri (V) f. ,Nach ussgeben und innemen ist 
jedem hotten an dem zoll zuo Belletz überbeliben 177 
krönen und 7 dickpfennig, uiul ist [ua.] der knechten im 
zuosatz sohlt, ouch den [!| costen die speichery hin und 
wider ze schicken, alle[r] ding abzogen und verrechnet 
worden.' 1548, Absch. IV 1 d, 1013 (wo irrtümlich ,speich- 
tery'). — Nach dem Original in Schvvyz. Wenn, wie zu ver- 
muten, ,speichery' für ,spechery' verschrieben ist, liegrt ein 
Knll. nach Art von nhd. , Reiterei' vor. .Aber über die Sache ist 
nichts Näheres bekannt. 

Speherin f.: .\uf]i;isscrin. ,Es klaget des Wasers 
wib ... uff Metzin Haberriu [diese habe zu ihr gesagt:] 
luog, wie die verhit specherin und verreterin gat! si 
hat uns verspechet und verratten, und huob ein stein 
nfi' und weit si han geworft'en.' 1382, Z RB. 

himel-spehig: in der geistlichen Spr., Übers, von 
contemplativns. ,Ir [der Mönche] laben und wesen mag 
ouch nit himelspächig oder contem])lativa geheissen 
werden, in wellichem man sich von der liebe und nütz- 
lichen guottat seines nächsten äußert.' Vau. 1 29. — Vgl. 
,das spähende Leben' = vita conteniplativa liei Adelung IV 154u. : 
Gr.WB. XI, 18390. 

Spehung f. ,Spächung halb haben wir merklichen 
fliss angekert und darin uns berichten lassen, die vigend 
liggend zuo Bar im Boden.' 1531, Z Brief aus dem Feld. 
.Spähung, wacht, si)eculatus; auft' einen ein spähung 
haben oder leüt legen einen außzesiiähen, in ze fahen, 
collocare insidias alicui.' Fkis.; Mal. — Ahd. apehunga, 
insidia-. 

spiehe" (-i'^e-, -e'e-), 3. Sg. Pries. s-p-cht BSi., so Bolt., 
Zweis., It IrnOb. sjneje", 3. Sg. l'nes. njiieit: einen 



fremden Dialekt nachahmen und zwar aus bloßer Eitel- 
keit und Ziererei, ohne des fremden Idioms mächtig zu 
sein. Dem isch-es-es lool der iviirt ehoe z'speche'K Dir 
ist ja nit CK Mal es haRis Jär fürt y'si" (Dtjemp.). Chunnt 
soe-ne" L/Ptsch de"" nä'^'-mne' Tschuppli Järe" vam 
Wältschc" hi^m j«'"* spieecht . . . fäht 1)&' den" a" am 
Wirtshüstisch parliere" iif ■miiltsch 11'«' tiltsch, was hest 
iras giPst h'blagiere» . . . ScHWzn. (BSi.); nachher: Da ist 
der Tüfel den" en andre'' B'hufi als soe-ne" Speehi- 
G'gäffu"iiWältsch/.andschlutl! — Gleiclibed.«/;i(iWen(01]w), 
apeuzen (Schw ; Zg) lassen die Zsgehörigkeit mit der Sippe" von 
apiwen vermuten: doch ist lautliche Vermittlung anscheinend 
ausgeschlossen. Der Vokal des Wortes kann etym. ie, <■ oder 
ä sein. 

s p e i j e " , s p e u j e " , s p i j e " s. s ji i w e n. 

Splja f.: = Sjjiön (Sp. 25) PAl. (Giord.). — It. «jna f. 

spöijii": (zer)splittern, von einem Knochenbrnch 

(Splitterbi'uch) TB. (HSartori). Er het sieher es parr 
Wuche" dra", er liet d's Bein g'spöijut. — Aus tess. npuijü. 
(= it. »pijißmre) : im untern Maggiatal zB. ipinja i mazz, die 
Blätter von den Maiskolben abziehen (HSartori). Nach .ingalie 
des sellien Gewährsmannes wird tess. ipni (it. xpw/lia) für den 
Abtall von gefällten Bäumen (Äste, Rinde, Splitter) gebraucht. 



Spak, spek, spik, spok, spuk bzw. spack usw. 

Vf;]. ilie Gruppe »//(i.';(;/' usw. 

Spack m.: ,Sticlirede' Ze, (nach einer Angabe von 
1815 und hei St.-); heute nicht mehr bestätigt. Syn. 
Spick I. 

spacke" I, Ptc. -t: 1. „auf Etw. ernstlich lauern 
AaF.; Zr>" (St.''), spälien, aufpassen, gespannt sein ZStdt; 
Syn. spekulieren. H. lueget zum Schlüsselloch l" ... Wie- 
n-er da spackt (späht) und loset und nild darf schnüfe" 
om- Ifer! Usteri 1853. Gew. ufÖppis sp. ZStdt. Tez ist- 
ne" leider vertriinne", uf ti^as si lengst g'spackt hnnd, 
näml. der leckere Nachtisch. Z Sechselänten 1886. ,Und 
gäll, Jakobli, hob der Lehrer warnend den Finger, daß 
du und deine Kameraden im Sommer nicht etwa nacli 
Vogelnestern „spacket" und sie ausnehmet, sonst könntet 
ihr meinen „Täplistecken" übel zu „scbmöcken" be- 
kommen.' 1881, Z (PfrWolif). — 2. ,anzeigen' S. — Vgl. 
Gr.WB. X 1, 18:30: Martin-Lienh. II 535 (nach Etw. zielend 
werfen, zielen, es abgesehen haben auf) ; Fischer V 1 464 {=»ini'ken, 
mit Ostereiern), ferner specken III und das in beiden Bedd. syn. 
spicken I. 

üf-: zum Vor. 1. Es Wort ü.. , spähend aufgabeln' Z 
(Dan.). 

„spackat: Adj. und Adv., auffallend im schlechten 
Sinn Gr." — Aus engaä.. spakkdt, schleidit, wüst, garstig, un- 
angenehm; vgl. auch Hpeceaf bei Pallioppi 702: liergam. spacht, 
chiaro, mauif'esto, evidente, ü latler ispacat, un ladru notn, nntis- 
simo, manifesto (Tirabnschi 1268). 

spacke" II, Vic.-t: „mit vollen Backen, mit gutem 
Appetit essen B''Stdt (.behaglich und vollauf essen') und 
It Id. (,cum aiipetitu cihum capere'), Zyro (.im Scherz'). 
Syn. spuchtkn II (Sp. 45). Trubel sp. Zvko. — Vgl. das 
syn. Hpachtlen II. 

ver-: ,spackend' verzehren B (Zyro). Mir lici" 
d's Brätis verspackt. 

an-spackeu. Nur an-ge-spackt: angefault. ,Es 
muss kein angestelztes oder angespacktes Holz zu einem 
Bau genonuiien werden, weil solches nur wenige .lalire 



Sb 



Spali, spek, spik, spok, spuk 



fifi 



vnn Hcstaiul ist und vom Wurm sofort angefressen wird.' 
Ur Sammler 1783, 383. — Nirht. srhweiz. ; vgl. ml. (ver-) 
«;m/-™, faulen (Gr.WB. XI, 1828). 

Spaiik m., Dim. Spaul-ji: 1. in der Wendung Ki>«-m 
cn Sp. gen, ihn verscheuchen, wegjagen (iuKl. Ein 
Bauer zum andern : Wenn min Buebe" dier ctte" z'ln [zu 
nahe] clwmmend, se gib-nen denn nun en Sp. Entspr. 
en Sp. übeirlion. elid. Der [ein dem Vater missliebiger 
I<'reier] het vam Alten en Sp. überchon. — 2. a) Sclierz, 
Spass GuYalz. 's ist nun [nur] en Sp. /'''' han's nun 
für en Sp. (jetän. — b) Grosstuerei, Prahlerei, ebd. (auch 
It Tsch.). Er tiied Das nun zum Sp., von Einem, der 
seine Heubürde überlädt, um gelol)t zu werden. Er 
lied's uss-eine«- Sp. getan, uss Huclmiuet. Ts<;n. — 
S. Kleinigkeit, Spritzer, Stäubchen fiuA. Es hed e» Sp. 
Il' regnet, ifsrhnid. Ein Sp. Mehl wird beim Kochen 
einem (iericht zugesetzt. Lueg, da ist noch es Sixiukji 
in der Suppe" Hrj^end etwas hineingeflogen. — Kaini vnm 
Folg. rückgclnliii't sein; zum Bi'il.-Verlulltniss vgl. jüuken I 
vuid :? (B<i III :H/5, dazu : Einen P' ,1er ,Jnil,-i ha", flippen, necken, 
zum SelicTZ USch.), für 3 Jäuclii (elid. :J6), sowie ./iiel.- Sc (ebd. 
:i7), SelUiul-i (Bd VIII 494). Vgl. anrli .s'/,«^-. 

s pauke", Ptc. -/: tr., = en Spank gen (s. Spauk l) 
(iiil).. Kl.; Syn. fauken, f'fiuken -in (Bd I 72.')), jüuken 1 
(Bd III 34), schäuken 2 (Bd VIll 493), stänken. Schafe, 
Hühner usw. sp. Den triU-i'''' denn scho" sp.! 

ÜS-: ,hinweg-, hinaus-, verscheuchen' (tkI). (B.). - 
e"weg-: = späuken GrD., Pr. ; s. Bd IX 807 u. 

zer- GrA. (auch St.'), D., Kl., Kübl., Luz.: „durch 
Spuck(Gespensterwahn) verjagen GrA.", (Schafe, Ziegen, 
(ietlüffel) auseinanderjagen, -scheuchen. aa()(.). jyBuel)e" 
heind-mer d' Henne" zerspäukt. Der Hund hed d' Henne". 
d'Sehnf zerspäukt. Der Trlber zerspäukt das Wild, 
scheucht es auf. 

Spe'ck f. Nur noch als Flurname. — As. »peekta, 
mild. Hperke, Knüiipeldamni, -brüekc, wiilirsi-li. Ahl. von S'jiurhen 
(Sp. -25): vgl. (ir.WB. XI, 2040/1: Fiscber V 149fi/7 (aus 
Fascdiinen, Reisig gehaute Brücke, Strasse, Damm : Siinjiif lioden) ; 
Förstemaiui II'' 1361. 1", uf der Sp. AaHausen liiBellikon 
(1331: ,acker ze der Specke') ; Apfionten (-e'-l: BHöfen (-e'-); 
LMeiersk. (auch bei Leu Lex.; ,in der Spekh.' 1760); ScliTlia. 
(-i-i-: ,zuo dem riett ab der Spegk.' 1505); ThEgn. (17'29/:il : 
,in der Speck, Speg'), Märst., Steckb. f-e'-J, Tannegg (-eL; 
,Ober- und Unter-Speck', auch bei Leu Lex. ; ,pr»dia apud castrum 
Tanegge quse dicuntur Scherliwaldt et du» curtes videlicet 
Sjiecki et Huseli.' 1251, Neugart; dazu der FN. Spelcker ThAu 
b/Fisch., Speicher üStdt, wohl durch Anlehnung an SpfH- I): 
Z (-e'-) Fehr. (Gehöft.), Oss. (Gelände am Hausersee), Schlaft 
(Sumpf: ,in Spekken bi Schlatt.' ZWth. .IzB.), Wülfl. (Sumpf). 
In Zssi'H (zT. viell. zu .Speek 11 oder im Vokal davon beeintlusst). 
,Sp.-Acker' SchDörfl., ,-Äcker- ThEgn. ,-KCdd' TliRutish. 
, -Graben' SLuterbach. ,-Hubel' BHöfen. ,-Hüf TliKaiti-nb. (auch 
bei Leu Lex.). ,-Holz' ZPfäff. ,-Bach' ThSteckb. (,-Tobel'). 
.Specprucca.' 819, G (Neugart). ,-Wis' SchTha. (1082); Th 
Ste.-kb.: ZElgg. Daneben SpeckUs. schon o.) ZgORiscli (1442): 
ZHicht. (-e'-l. Wit. (.im Sp.' 187S). ,In Spccki hi Rode.- 1354. 
Z Fraunninsti'rurk. (HMeyer 1849. 100). Hieh.'r widil auch: 
.Wiesen (beute Streuriet) im SpiH-kli" Zllub.; unsicher .Sjteckel' 
GEggersriet. 

Speck 1 (bzw. -//(/) m.. in TB, G'speck ii.: 1. wesentl. 
wie iihd., unter der Haut gelagertes Fett, a) vom 
Schwein ; \ gl. ,Sr7i/«('rH' (Bd IX. !)7()). ,Lardus, sp.' Vor. 
ii]it. .|)cr siiäck, feisste zwüschend haut uiul fleisch, 
arviiia, hir(i)dum, succidia.' Kkis.; Mai.. ,.\rvina,Scliniiir, 
S]).: lardum. Sp.' Dk.xzi,. llKili; 17l(i. Als Nahrungs- 
mittel, bes. in der bäuerlichen Kost. Ef n) E/änte", 
Moeke", Mumjifel. Sclini/'e/. Srhnife/ Sp. Eeis.se>' 



(schmulder GrKI.. schmulterer GnSerneus), magerer, 
dur<''''zog(e)nerSp.: \g].Müh-Sav'{\U] \'ll l.''i(i7), Mager- 
Sp., ferner speck(-e.rden)-feiss (Bd I 1()72). ,Er heisst 
magerer Sp., wenn er von Fleisch durchzogen ist, feisser, 
wenn er rein fett ist.' Zyro. Der Sp. sült dur'''''z()<ie» 
sif GnSpl. Der Sp. ist tick, tüf, hoch; s. u., sowie lid VII 
1493 0. (NMan.). , Breiter Sp.' Gotth. Lclriger S]>., am 
lebenden Tier. Barnh. 192.5, 438. (irüener Sp. (aiicli Bs; 
Tu und H'eiterhin); s. Bd II 7.")((M. Zur Aufbewahrung 
wird der Sp. eingesalzen und geräuchert. De'' Sp. mues« 
a.'tg'raucht s«", es muss, soliald er aiifgehäTigt ist, mit 
grünem Reisig ein kräftiger Uaucli gemacht werden Z. 
Vgl. auch an-rauchen i, rauchen, räucheren, ranken 
(Bd VI 100/2. 800), ferner Sp.-Ühämmerli (Bd lU 2.'>3), 
fSp.-)Siten (Bd VII 1449. 1457). G' salzner (s. u.), g'räuk- 
ter, raw'er (Bd VI 1454 u. 1805 M.), tilrfrjer, 'tigner Sp. 
,Man salzt, oder besser gesagt, man salliet (bei den Senn- 
hirten) auch Schweinefleisch ein, und mit gleicher \'er- 
ehrung [wie alter Käse] wird es aufbewahrt, um bei 
grossen Festanlässen davon zu verspeisen. Einen 
Fremden von diesem Specke ... genießen lassen, heißt, 
ihm einen Beweis von ganz ausgezeichneter Hocliach- 
tung geben. Ein Reisender . . . siieiste eines Tages in 
einer Walliser Hütte fünfundzwanzigjährigen Sp.' 
JR^\'YSS 181(), 128. Alter Sp. rächelel. ist rässer (U), 
starcher (ebd.), stärkelet (ebd.); s. auch rdcheUg (lid VI 
93). Man genießt griiene" Sp. und Sp. us ''ein Salz ge- 
kocht, geräucherten ruh (s. Bd VI I8(i5M. und vgl. Sp.- 
Anken-Brüt Bd V 1000) oder gekocht {(/'soitner Sp. Tu; 
vgl. auch Sp.-Suppen Bd VII 1250), selten gehraten. Sp. 
esse", dass's Ei"om e so recht über d'Müleggen ab tropfet. 
nach Herzenslust ZZoll.; vgl. Sp.-Laubi, -Ludi (Bd III 
907. 1102). Sitllnst i" der grosse» Tfiri hV'g e" rvi'e>' Für 
sine" Chnechte' Tag ßr Taglutere", fVlie" Sp.iif'ti.whet. 
SGfeli.er 1919. Zum Z'Nfmi und zum X'(lbi"g (fhört 
de" Woschere" öppis Apardigs . . . en Schnefel dup'i'- 
zogener Sp. oder en Moeke" um 's Hammeßbeif umc". 
Messikommer 1910. E" toller Schnefel Sp. oder es Schab- 
zigerstöckli war au.''>' es chumiiiligs Mitnc". auf die Ucise. 
FOscHW. 1900. [A. ;] Do ist e'"möl en ticker Wurm .' [B. : | 

Wenn-i'l' en Numpfel Sp. lieft, irett[\ch]-in is.s.se", Spiel 
mit dem Pron. in, das natürlich auf en N. Sp. zu lie- 
ziehen ist ScnSchl. ,Zu berichten, daß gestern vil 
Volkes zu Roß und Fuß, Weib und Man, ab Hohent- 
wiel alhie gsin, weliche allerhand Essenspeis und 
sonderlieh vil Sp. ... einkauft.' Iü44, SciiSt. S. auch 
Säumer-Käminerlin (Bd III 253). Neben andern Speisen. 
Zum Sp. g'hort Bröd. Sprw, (Utern. Si händ aMuni Sp. 
und llerdöpfel oder Herdiipfel und Sp. zu essen ScnH. 
Es G'miiesli und Sp.: s. Bd V 882o. Sp. und Ärbse"; vgl. 
6>.-iHw (IM I 430), -Chifel{m III 17.5u.). , Die Woche 
hat ihre stehende Speiseorduung ... der Donnerstag sein 
Eriisenmus mit Sp.- Kochh. 18li7 (II 4(i). Die Spi-ndeu 
sollen hinfort nur noch den .heinischen armen' zu gute 
kommen; .die erbs und sp. können sie eben so woll un- 
gesotten und rouw nßteillen und dardurch die Un- 
ordnung, müe und arbeit mit kochen, haclien ersjiaren.- 
FMand. 1533; vgl. ADenzler 1925, 301, sowie Spänd. 
Beliebt sind auch (Sur-)Chrat und Sp., Sp. und BiinC', 
Sp. und Bäbe" (ßilebli). Schnitz und Sp.. Sjj. und Öpfel- 
schnitz, -stuckli; s. Bd IV 1310 u.; V 882 u.; VI 17. 22 
(Sür-Bäb). 79M. 80o. 82M.; IX 882 o. 1408/9. 14I4o., 
sowie u. 's Siirchrüt ist guet, n'e""-me" Sp. dezuc hat T'n. 

Vo" de" Büebli ist der Sp. d's Beste. BXhnd. 1 9 14, 35 1 . Sp. 
und Wurst. Fastnachtspeise L(;. (AfV. I ls3). ,Die 



87 



Spak, sjiek, s])ik, s])(ik, spuk 



88 



Mätlcheii hriiigen [zum Hemjert in GhL.] den obligaten 
Püntel mit ... in ein l'uch einftewickelte Esswaren wie 
Pitte", Bire"hröd, JUndcßeLscli,, Tschungge", Wiirst und 
Sp.' Davoser Ztg 1019. In Wurstwaren; vgl. Sp.-Wurst. 
,Wenn man auch [in einer Jludelwirtschaft'] Würste 
gehabt hätte, so hätte man doch keinen 8p. gehabt und 
. . . sagen können: diese Würste seien gerade wie die zu 
E., in äine° sei kein Sp. und in diesen auch keiner.' 
GoTTH. ,[Die Metzger] sond nütz in die würst tuon denn 
waz von den schwinen kunipt, es sig l)luot, sp., lel)er 
oder fleisch.' I4bb, Aar. Stil. Zum Spicken; vgl. Sjnek- 
Sp., spicken II. Speckklößchen als Zutat zur BÖsti; 
vgl. Sp.-Bmnsi (Bcl\ H3) und s. Herd-öpfel-BÖstiiBAYl 
1.524). Als Belag auf Kuchen; vgl. Sp.-Chuechen (Bd III 
142), -Tünnen, -Wäjen. Statt Öls zur Zubereitung 
von Salat verwendet; vgl. Sp.-Salät (Bd VII 691). Mit 
Sp. a'H/'maclite'' Sohlt. Bärnd. 1922. Fetter Sp. wird auch, 
wie Sch)uer. ausgelassen und als Kochfett (schmni'^ 
Schmalz Bd IX 938) gebraucht. Sp. üslö'K Üsg'län(ig)e>' 
Sp. Bärnd. 1914, 3.51; 1925, 439. S. noch Bd IX 977 u. 
978 0. Als Schmiermittel; vgl. Sp.-Schwart (Bd IX 
2161/2). ,2 ß Kropfschrilier [Bd IX 1535 u.] umb Vs pfd 
sp. zum brunnen.' 1544, AaB. Baumeisterreclm. ,Der 
späck [wird gebrauclit] zuo karrensalb und dergleiclien.' 
TiERB. 1563. S. nocli Bd IX 97.Su. (2mal). Volkskund- 
1 ich es. Als Heil- und Zaulierniittel; vgl. Sp.-Sclurart 
(Bd IX 2162). Gegen Husten und Brustleiden reibt man 
Brust und Rücken mit rohem Sp. ein Th. Rou"'e>' Sp. 
iscli' guet für <ie" Hcrzbrünner. Bärnd. 1914. G'sahnc' 
Sp. für Witnde" z'hutze''. ebd. 1922. ,I)ass Etliche an 
statt dises bereiteten Salbs allein des Späcks, Feißte 
oder Schmär von den Schweinen gel)rauchen.' Gwerb 
1646, 157. S. noch Bd IV 1460 (se-sämen-beren); VII 
161o.; IX 979o. ,In der alten heiligen Nacht soll man 
zwischen 11 und 12 Uhr den Hühnern Sp. zu fressen 
geben; dann sind sie im nächsten Jalir vor dem Habicht 
sicher' BE. , Der späck ist vil ungesünder dann das fleisch ; 
dann von söllichem kompt ein schlimerig wüest blüet.' 
TiERB. 1563. ,Wenn man träumt, man esse Sp., so stirbt 
ein Bekannter' ZHorgen (AfV. 2, 218). ,Sieht man im 
Traum Sp. oder Würste, bekommt man unangenehmen 
Besuch' BBiel (SV. 1920, 31). S. noch SkorjAöni^Sp. 12 u.). 
RAA. und Sprww. 's /laMi'.s irie Sp. (ZO.), wie dür''' 
'>€" Sj}. (Aa), leicht, mühelos; vgl. Bd I 342 o. De imiest 
e"chU" stärclier uf 's Tritthrett [der Futterschneid- 
mascbine] stä'^, dann liaufs-es wie Sp. abenand. Messi- 
KosniER 1910. Us <*em Sp., aus dem ft': D'Mess het-er 
g'lesen us <^e»i S}).. von einem Pfarrer, der ein Gespenst 
bannen will. Posth. 1838. Einen e"i(xg fressen wie Sp. uf 
'hm Chrüt; s. Bd IV 2017 o. ^ew-i"'' mini Chüechli if 
di"'m Anke" backe" cha"", so chn^".<it du de"" di" Sp. uf 
inv'om Sürcha.bis choche", Kennzeichnung unverschämten 
Eigennutzes BoAa. (FAnderegg). Der Glaube" b'haltet 
d'Lüt und de>' Sp. de" Sürchabis. ebd. S. noch Bd lU 
885u. 908 (Sür-Chrül). Der Sp. nid. im gliche" Chämiiierli 
ha" BG. ,Man sagt von zwei in Tun und Denken uneinig 
Gewordenen, sie hi'^gi" der Sp. nid im yllhe" Chäiiimerli," 
Bärnd. 1911. ,Das Parlament ist auch wieder beisammen, 
aber Unter- und Überbaus haben den Sp. nicht in der 
gleichen Kammer.' Baueunst. 1907. Enandren den Sp. 
nüd oergönnen; s. Biirg-HeunuBd H 1819). Vil Chrüsch 
und weni» Sp. ; s. Bd II 817 o. Der Sp. ist CwirdJ dö nüd 
tick (tilf), da ist wenig Reichtum, gibt's kleinen Gewinn 
Ap (T.); GoT. ,.\ber da [bei Kapitalisten und Rent- 
herren] ist niclit Alles Gold, was glänzt ... es zeigt sich 



häuflg genug, wie hoch hie und da der Sp. sei.' UBhäouer 
1788. Sp. ha", reich sein ZW. Sp. im Sack ha" 1) reicli 
sein THErm. — 2) es faustdick hinter den Ohren haben 
Th, so Amr. (,schlau sein') und It FStaul) (,verdächtig 
sein'); vgl. heimlich-feiss (Bd I 1072/3). — 3) im Spott- 
vers auf den Juden: s. Bd VII 614u. (auch Th, sowie 
KL. Nr 4454). ,Sp. geben', Etw. eintragen: ,I)ie päpstler 
sähind gern die lyblichen eer [Mari:e|, die mit silber, 
syden, gold und edlem gstein etwa eim felwenstock wirt 
angeton. Das gilit sp.' Zwinrli. Sp. ii" d'liähe" ge" oä. ; 
s. Bd VI 17 u. (auch ZBül., Wäd.), ferner ebd. 79/HO 
(8 Belege); VII 25 u. ; VHI 1129 0. ,Das gibt keinen Späck 
in die Rüeben, non est de pane lucrandn, nihil ad fnrmas, 
ad farinam.' Mey. 1677. 1692. Im gleichen S. ,s]i. in die 
würst bringen, geben' oä. ,Etlich priester ufl' dem land 
bettend ouch gern die heiigen ghept; dann es bracht 
täglich späck in d würst.' BWtss 1519/30. ,Wir [Geist- 
lichen] muotwillend. wie es uns geliebt, und mögend 
die hohen bischofdas ... wol erlyden: es gibt s)!. in die 
roßwürst.' ZwiNGLi. ,[Bischof:] Zwei tusend guldin treit 
es ein jar, kumpt mir von pfaft'enliuoren liar . . . Sollend 
die pfaft'en eewiber nen, das wurd nit sp. in die brat- 
würst gen.' NMan. 37. Merke", wo de'' Sp. in'n Habe" 
Ht; s. Bd VI 17 u. Wenn der Sp. drali ist. .so änderet-si'''' 
d'Site", ,tempora mutantur' oder ,sic transit gloria 
mundi' LE.; s. schon Bd VII 1449 M. (auch BoAa., E.). 
Das war Sp. i" der Nidle" g'sotte", des Guten zu viel 
getan W um Rar. (FGStebler 1915); vgl. ,Sp. in Butter 
braten' ("Wander IV 678). ,Den Späck solle man nicht 
spicken, qui habenti dat, perdit (|uod dat.' Mey. 1677. 
1692 ; auch bei Wander IV 674 (vgl. ebd. 679 ,eine Speck- 
seite mit Sp. schmieren'). Als Lieblingsspeise gewisser 
Tiere. ,[Die Altgläuliigen] vermeintend ouch, es 
wäre langest disputiert, der gloub war nit not mer zuo 
disputieren. Sich, wie schücht die flädermus das Hecht 
undisset aber so gern späck und öl!' SHopmstr 152(), 20. 
,Der katzen ist der käs (oder der sp.) befolhen, ovem 
lupo committere, mustel» sevum.' Gesn. 1551, 353; s. 
auch Bd 111 585 o.; IX 570 (schläunig). .Man jagt die 
Katz zu spat vom Späk, wann er gefressen ist, sero 
sapiunt Phryges, nil iuvat amisso claudere septa grege.' 
Mey. 1677. 1692. De" Sp. vo" de"- Mitse" chauft'e"; s. 
Bd IV 474 u. und vgl.: Der Chatz de" Schmiir ahchauffe" 
(BdIX980o.). , Warum gehst nicht selbst yche [ins 
Welschland, Wein einzukaufen, statt bei Weinhändlern]V 
Wenn ich dich wäre und Geld hätte wie du, so wollte 
ich doch nicht den Sp. von den Mäusen kaufen.' Gotth. 
,Bei dem neuen Wirte [der das Getränk flaschenweise 
von einem Gläubiger beziehen mußte] konnte man dann 
den Sp. von der^Iaus kaufen.' ebd. Als Köder für Mäuse. 
Sp. aii-brdtei( (s. Bd V 880), , rösten' (s. u.). Mit Sp. fangt- 
me" (d')Müs, wie nhd. allg.; s. auch Bd IV 474 u. (Aal 
1549). Hiezu die folg. zT. freiem Wendungen, 's Hüsli 
das ischf d' Muse" fall, 's Meiteli isch* der Sp. .JReimi. 
1904. Ü».sers Erb, das isch der Sp., wo-n-em [dem Freier] 
's Mül tuet wässere'^ dernö':''. ebd. Ein Versprechen ixt 
nur eso e" Sp., ii"s Andere z'fäh". Schw Gespr. Ki"'^m 
Sp. i" d'Falle" tue" (JReinh. 1907), uf d'F. legge" (L It 
Ineichen). , Betrug, list, gschwindigkeit und speckli, so 
dis nüwen secter uf die fallen bunden, damit si gelert 
und ungelert disem fulen spil ingewicklet band.' Salat; 
im gleichen S. an späterer Stelle: ,Dis nüw secter ... 
ruomtend und flatiertend die iren, speckli ins mul etc.' 
,[Bullinger mahnt einen Bekannten von der Teilnahme 
am Türkenzug ab . . .] Das man dann so hoch rüempt 



89 



Spak, s]>ok, spik, spok, spuk 



00 



den si.s, im schitt'stryt erlaiint. und das iriuit, das <;<'- 
wuniiPii ist. ist ein spiickli. uft' die fallen gesetzt, darin 
man die ratzen fahet und knistet.' 1572, Z Briet. .Dass 
er ... den gemeinen unliesunnenen pöt'el zuo solchen 
tnrreehten dingen hat helti'en hereden und das spägklin 
utt' die fallen so lang und vil geröst, bis sie mit ime er- 
hascht und erdabt worden.' DZwi.n'uer 1586. .Einem ein 
Späcklein legen, technas alicui struere.' Mev. 1()77. 169'2; 
Denzi-. 17.16. .Deidamia, welche nicht nachgelassen 
ihm [dem Achill] den Sp. anzustecken und ihn mit 
tausenderlei Liehelungen zu körnen, biss er endlich an- 
gebissen.' GHeid. 1732. Eifern defr) Sp. dur''' 's Mal 
('dur^''e") zieh", „ihn lüstern machen, in ihm Hoffnung 
erregen, niederträchtig schmeicheln, ihm fuchsschwän- 
zen" AaF. und It H. (.durch falsche Vorspiegelungen 
betören'); Ap; B, auch It Id. (,vana spe lactare'); Gk 
Cl'sch.); L; GSaL.; S; Th; Z; s. schon Bd IV 176 M. und 
vgl. Üp.-Schwart (Bd IX 2162). Uns vefstoiit-er. Ei"' in 
der Sp. dui-'^i' d's Mül z'iiilie" GSaL. L)e'^ chan" Ei'"!!! 
na'^^ recht de« Sp. diif^'' 's Mal zielv^ ZKls. ,I)as evan- 
gelium wäre in einem ganzen jar hie nie geprediget 
dann allein uf das mal, als die von Sant Gallen hie ge- 
sin, hett er [ZwingliV] inen das speckli durch das mul 
gezogen.' 1526, EEgli Act. .[Pamphagus:] .Ich wil ... 
in [den Acolastus] friintlich anlachen, im speckly ziehen 
durch den mund, bis wir im s geltlyshelfind ab.' GBrxiiKR 
1535. ,Dem volk liebkosen, zänzlen und späckle durchs 
maul ziehen, blandiinenta jilebi dare.' Fris. : M.ii,. .Einem 
das Späklein durch das Maul ziehen, dapsilia alicui dicta 
largiri, os sublinere.' Mev. 1692. .Blandimenta alicui 
dare, einem das Specklein durchs Maul ziehen." Dexzl. 
1716; in anderm Sinne: .Munusculis ali<|uem elinguare. 
einem das Specklein durch das Maul zielien. mit Miet 
und Gaben das Maul verstopfen.' ebd. Uj(i(i;1716. S. noch 
BdVII859o. (wo zu lesen 1471, Waldm.). .Einem speckli 
uf d Zungen binden, inn mund geben.' Da sei leicht zu 
merken, dal> er [der Kaiser] hiemit dem gemeinen Mann 
ein ,späckli uff zungen binden' und ihn mit eitler Hoff- 
nung begütigen wolle. 1530, Absoh. ,Man muoss im 
specklin in mund geben, vil guoter wort daneben.' 
HsRMax. .Vhnl. bei Salat; s. vorige Sp. De'' hed-mer Sp. 
(fgii'K von einem Lob, das auch als Tadel aufgefaßt 
werden kann UwE. Er hed-em Sp. (f(ß". .ihm Be- 
schämendes gesagt' Ndw (.Matthys). 7"'' mag nid Sj).. er 
ist-nier z'fei/.k': abweisend gegen ein Lob. dessen Auf- 
richtigkeit man bezweifelt Oew. .Das sind lauter Späk- 
lein, Schmeichelwort, verba coquinaria.' Mev. 1(i77. 1692 : 
auch bei Denzl.1716. Der Sp. schmecke" : s. BdIX 893 M. 
Ei"'m an'n Sp. gu". am Sp. hocke", mit dessen Erau zu 
schatten haben Z (Spillmann); vgl. Einem an d'Chriesi 
gän (Bd tu 479 u.). Reime, Kinderlieder. Sp. und 
Böne" tuend 's Herz erf'röne" ZKn., tiie"'i-mir im Hdrze" 
gröne" ScHJVIerish., schadt '^em Dnkter e" Dublone" Aa 
Wohl. Sp. und Bone" für sibe" Chröne" BLau. l'otz 
Miniime". Sp. und Böne"! \K\Ar.\ ZS.. Stdt. S. noch 
Bd IX 503 0. Sp. und Rüehli macht starchi Biiebli .\ a.\ ar. ; 
s. auch Bd VI 83M. und KL. Nr 5187. 5443. Sp. und 
Bähe"; s. Bd VI 17 M. Hans Buedi, f'riss 's Chrül. üs ... 
Sp.dru". schh-ck d' Platte" süber üs A\ (KL. Nr 1708). 
So latig-es lu.itigi Meilschene" gif>t. so lang »//■'' stirhen- 
K* nit: .so lang-es (Ihnit und Sp. H<f'< giH. so lang rer- 
hungren-i''' nit S (ebd. Nr 5627). Snuerkraiit ess-i''' gern 
und den Sp. aw'' : srhoiii Meitschi rhüssen-i'i' gern und 
si mi'i' au'l' BWohlen (ebd. Xr 37(iO). Wenn's Chaliis- 
chrut regnet utndj Sp. derzue schneit; s. Bd \"l 730M., 



dazu KL. Nr3951. Schne.irißi (Jhwip/Ii, Sji. dm" ifnueq. 
und irenn der Clmab si" Meitli hiid, se gnappet-em der 
Huet Z (Dan.). 'J'ere tise Schwerenöter isset all Tag sübe" 
Bröter, isset all Tag Sp. und Schungge", 's G'hds" tuet 
glich hlös' an im glungge" ScuMerish. Z Eischingen ene" 
händ-se's guel. möcht aw'' Turgäuer si" : si händ all Tnq 
mv Eleisch und Sp. und z'P'inJce" B''änz und Wi" ZStern. 
Im Schu-äbe"land f linder-, Nider-, Summerland J hnl's 
aw'' guel (kei" guetj Lüt : si (frjiissc'fd) (de") Sp. und 
gind öws (Einem) Nüt Aa; ZO., Zoll.; weitere Varr. 
s. KL. Nr 2577 (BHeimensclnv.). 4087 (BFrut.). 4091 
(SonSt.); vgl. auch Bd IX 2103 u. 0"si Chats hocket uf 
<iem Chilt''e"spitz. frilJt Sp. drei Einger dick, Sclnudl- 
sprechvers L (KL. Nr 3617; vgl. auch 4102). Oben im 
Dorf und un'^en im Dorf tuend di l'ürc" trösche" : d' Vügtin 
hat de" Sp. rerbrännt. iez cha""-me" nüme>' lösche" 7, 
(Dan.). /<■'' säge": hiilf-i"'' (xoU! und du: ieh danke"; du 
nimm.ich' der Sp. ('"'" Sack wnd i''' der Anke" BLeubr. 
(KL. Nr 2776). Im Ührumm-hein-Lied; s. Bd III 1097 o., 
dazu KL. Xr 4076; At"V. 24, '264; RSuter 1915, 87. Die 
letzten Zeilen lauten: Si stigcd iife" bis a" d'Eirst und 
hau'ic"d abe" Sj). und Wilrst ZVVildb. (KL. Nr 4063; 
ähnlich 3908). Im Reim auf Dreck (vgl. 3); s. Bd ID 
585 0.; IV 1514 0. (mit der Var. Bröd und Sp. ZWthur): 
VI 17u. (Ap VL. 1903) und VII 1233o.; VII 514o. 863 u. 
und IX 1359 u. (dazu KL. Nr 746. 3940. 4605. 4781); VII 
1496 M. (dazu KL. Nr 2400. 3739); IX 14090. (dazu KL. 
Nr 2 1 99), sowie u. 's ist nüd Megerers a's e" Jude"dreck : 
's (.s-< e" grosse'' Hüffe" und ke'"s Möckli Sp. .AaBosw. 
Parodien. .\uf den Bernermarsch : Trum, trfim. trii- 
diridi. Bösli und Sp. im Häfeli BLau. Auf den Naclit- 
wächterruf: Händ Sorg zu Eür und Eiecht. dass der 
Sp. nid i" d'Udbe" schießt ZoGÄg. Ortsneckereien. 
D'Molger [Bewohner von AaMüU.], d'Mölger More" 
hänkc"d Sp. a" d'Ore", chöme"'i da du>-^''e" cho" lüge", 
chönt d' Suppe" nömme'' ztlge" Aa. S. noch Bd VI 1452 
(BMSsiker); IX 1409o. (ApWalz.). Sp.'. Spottruf auf 
die Bewohner von AxMer. und Muri-Langdorf (auch 
Sp.-Cheibe". -Möcke"; s. AfV. 5, 124), auch als Über- 
name des Dorfes .\AMer. ; die Merenschwander sollen 
ihren Kirchturm mit Sp. angestrichen haben, damit der 
Turm nicht von den Mäusen (oder Wanzen) gefressen 
werde. Sp. und Öpfelstuckli, Nachahmung des Drescher- 
taktes: s. Bd VII 241 f .■^ech.-'ets ). auch Tn Beitr. 45, 1 15; 
EStauber 1924,83. Anzähireime. 's kunnt d' Häs Ger- 
trud mit-ere" Schüßle" Surkrüf. 's kunnt d'Bäs Kätrv, 
tuet e" Mtimpfel Sp. dri" Bs (KL. Nr 3277). Dreck. Sp.. 
e"u-egg. ebd. (so (ielterk.). 1, 2, 5, 4, 5. G, 7. e" Bure"- 
frau chauft Grübe", e" Bü.re"frau chauft Sp.. und du 
bisch' en alte'' Dreck Z, so .'Vndelf.; s. auch Bd VI hOci. 
(Biiel)en chochen) ; VII 53 M. 884 u. ; KL. Xr 3343. 3345/8. 
Spiele. Sp. jage", heimliches Entwenden von Sp., 
Rauchfleisch, Würsten ans den Häusern als Silvester- 
belustigung GbEnn. (AfV. 4, 258); s. auch speck-jagen 
(Bdlll 18), dazu I'rStirnimann 1900,55. Sj).appe"häiu-e": 
der Spieler sitzt mit heraufgezogenen Beinen auf einem 
längern, wagrechten Stab und muss mit einem Stock 
einen (iegenstaud in einiger Entfernung herunter- 
schlagen, ohne dabei das Gleichgewicht zu verlieren li 
(Af\'. 24, 1'20); ein anderes Spiel gleichen Nanu'iis s. Bd II 
1806. - b) von andern Tieren. Die Gemsen chäme" 
nid z" springe", wenn sie .S;j. hätten (iii.Av. Der Sj).. u-ii s' 
[die Ochsen] n",(/'.s'c^'/ händ. (iVolksbl. 1917. .[Die Hell- 
mäusp| werdend ganz feilit. bckiiinniend vil späcks.' 
TiERii. löoa. — c) vom Menschen; vgl. ,'5'^.-Äo(»( (.IBürki 



91 



Spak, s|»ek, spik. spok. spuk 



92 



UtKi, 90), -Miielid. -Moch'". -Bmiimcr (Rd IV fi4. U'i. 
1255). -Brocken -i (Kd V5ßl), -Ge-sichl (UA VII 263). De'- 
lief bräo Sp..' B (Zyro). Der riippifi h'üjipel. ira Xi'U 
ireder Sp. an-im. ist. Bärxi). 1925. Die Turnülmiijren 
hifUe" der Sp. e<'ireq. TChuist 1921. Spez. vom (iesäß 
ScnSclik 3/«/! [Hfl IVHlOu.l, (■'■'' (jfj/i-f/ecc'j)«)- [Scillase] 
uf de" Sji..' zu einem Kiiule. Vgl. Bed. 4. 

3. von Speckähnlirhem. a) eine am Käse sicli bildende 
{jelbliche Schicht GWe. ,Der saure Käs, wenn er hinge 
aufl)e\vahrt wird, wird ganz zu Sp.; die Bauern sind 
stolz, wenn sie .solchen Käs haben; er ist sehr scharf 
und gilt als Mittel gegen Auszehrung.' — b) das Fleisch 
des Kürbis, das zu Brei verwendet wird AAEhr. — c) die 
im Boden steckende weiße, verdickte Blattbasis der 
Schirln-ßlackf f )en (Bd V 57), die als Schweinefutter für 
bes. nahrhaft gilt ürA.,Av.,sG. Die Blätter der Blackten 
werden bei der Ernte nicht abgeschnitten, sondern 
tfstraiipft. damit der Sp. mitkommt. Me" mneß luege". 
daß-me" mit de" Blakte" aw'< de" Sp. üßnipfi (iRGrüsch 
(Tsch.). — (1) „Splint des Holzes B", so Gr., G., nach 
Zyro .krankhaft'; „L"; SNA.; WLö.; Syn. Schmutz 
(Bd IX 1051 0.); vgl. auch Sp.-Hoh (Bd 11 I2(iO). , Unter 
dem Bast, dem Holz zunächst, findet si<'h der Splint; es 
wird unter diesem Namen zwar auch alles unreife Holz 
oder der Sp. verstanden, der die äußersten Holzlagen 
bildet und noch nicht genug verhärtet ist.' Kasth. 1828, 
13. An Aroenroncn erfüled der Sp. Bärno. 1908; s. auch 
Bd IX 1051 o. ,\Venn der Sp. am Spieß blybe, so komme 
der Wurm daryn.' 1610, vBout 1831 (,\nweisung über 
die Zubereitung des Spießholzes). 

3. „ein anständigerer Ausdruck für Drcck^, meist 
nur in festen (bildl.) Wendungen Aa (.\Keller): Ai>(auch 
It T.); BE.; GRt'hur; „L"; GF., Stdt (s. auch die Anm.). 
Ta.; „Zu"; Z, so 0., Stdt; vgl. sp.-Hass(M IV 79.3). Luer) 
aw'', (Hund! Nilt weder Mist und Cliöt und Sp.! beim 
Anblick eines schmutzigen Dorfes. Stutz, Gem. , Einem 
Sp. i" d'Milch werfen, heimlich Schwierigkeiten in den 
Weg legen.' oO. (FStaub); vgl. Bd IV 199o.; Vll 1228o. 
Bildl. für Schwierigkeit, mißliche Lage. ,Wer's mit dem 
Kanton gut meint, soll die Sach nit aufs Nägeli hinaus 
treiben, sonst keit [fällt] der ganz Kanton ... in Sp.' 
AKeller 1852, 28. Jez n-urd-är irol das HanVeräch 
iretlä fort treibä, Nyd daheim arbeitä, nur hiederä, 
d'Prau lind Kind mit tär Zi/t im Sp. la hockä. Tal- 
HocHz. 1781, Als verstärkte Verneinung. E(nj, ke'(n) 
Sp., nicht das Geringste. E( ii) SjJ. iriis.se". rerstä". Du 
weist e" Sj). vil! GRChur (Kilias). De F. häf's g'.'teit 
und Di'' oerstäfs. und ir verstand allsamme'^ du en Sp.! 
A(;'oRR. 1873. Das yät dich en Sp. «".' oO. (FStaub). 
Das nützt ke'n. Sp.! Z (Dan.). Er mag kehl Sp. erlide". 
von einem Uberem]ifindli<hen Ap (T.). ,[Pfarrer:] Der 
Heiland ist für alle gestorben, also auch für euch. 
[Bauer:] Ist-er, Herr Pfarrer'^ Ja, hiegi'^d, dö in'n 
Bergen obe" werd-mc" kä'n Sp. inne".' ATobler 1902. 
(Ja. wnh et nj Sp.! auch eOi) Sp. ja ifol! oä., Ausruf 
energischer Abweisung, Dummheiten, warum nicht gar! 
Ap; BE.; GR('hur (Kilias); G; Z. Ja, Sp., Das tued-er 
nüd! ACoRR. (Most.). Was'<^ Liharzt vom, GurU)aldi'^ 
En Sp.. Liliarzt! Birnst. 1919. [Mann :] I)ö isch['sj-mer 
äsen ei"sinöls g'si", mir cliönimcd no'-'' i" d' Schulden i"e". 
[Frau:] I"'' hä" schier g'seit, en Sp. — jo wol! ... Wie 
cliunnt-der aW'' su öppis Niirrs in'n Si""! Stutz, Gem. 
De"wi:g wä'''s de"" afe" kumöd. allwiig, Sp.! SGfeller 
1919, 183. Tautologisch neben Dreck: Lönd-mi'''' nüd 
in allem Dreck und Sp. drin stecke"! sagt Einer, der 



dringend um Hilfe bei seinen in T^nonlnung geratenen 
häuslichen .\rbeiten bittet ZMaur. 

4. kosende Schelte für kleine Kinder: vgl. 1 c. Du 
chHne'' .Sjj..'(ilStdt. 3/i".s' liüelili ist en cldinc Sp., Wiegen- 
lied. KL. Nr 116 (ZMarth., Tößtal, Wtbur). Soli, söli, söli, 
's Chindli ist en Tröli, 's Chindli ist en fTiler Sp.. es tuet 
de" ganze" Tag nüd recht. RSdter 1915. 

Amhd. «pec, -rite« m. : Till. Gr.WB. XI, 20.31 ff.: Martin- 
Lifliih. II 535: Fischer Y 14!t4, zu den Sprww. und RAA. aueli 
Waniler IV 672 ff. Das W. ist als ipekr m. in die frz. Ma. der 
Waadt (s. ETappolet 1917, 16:!) und als »/>«■ in die rät. Maa. 
Grauliündens (s. Carigiet :j22, Conradi 212, RBrandst. 1905, 47) 
gedrungen. Vgl. noch die Aiun. zu .S))eci- //und npicken JI. — In 
Namen. Als FN. .VpccÄ- AaZof. : Ajil. (auch Ijei Koller-Signer 1926, 
•■VM) ; LC.ettn. (1665): ZgStdt (aueh hei Leu Lex.). Dim. .^pi-Mi, 
Familicnüheruame SfhwE., als FN. WFiesch. ,Jagle Bürgler, 
genannt Speckli.' 165:^, AAWett. Areh. .Spekli in der Bvunn- 
gaß.' XVI., AaZof. JzB. .HSpeeklin.' 1522, Bs Ref. ,Speeklis 
huß, sehärers.' 1525, ehd. ,Jerg Speckly.' um 1500, L. ,Hans 
Banwart, genant Speckly.' 1471, ZRB.; .der Speckly.' 1472, ehd. 
Sperk-Chüefer , Spitzname eines Küfers, der die RA. en Spenk jo 
n-ul! [s. unter 3] im Munde zu führen pflegte GStdtf. , Speck- 
Hans', Ühername. 1747, GrChur. , Specknepper', FN. 1578, 
AaB.: vgl Bd IV 772. In CNN.: vgl. auch die Anm. zu Spelfk 
(Sp. 85). ,Im Sp6ck' GStaad (Gehöft; schon 1727, Ahseh.): 
aus Spe^ck volksetym. umgedeutet? .Speckiis'. Hnfname .\p 
Eggerstanden. Zss. .Speck-Huhel' BUetendorf. .-B.aum' Bs 
Arliohl. : LBertisiv. (auch hei Leu Lex.). .-Bäumli" BsZiefen. 
,Specken-Bann' SchwRigi (zum FN.). Kaum hielier gehi'irt ^pecki- 
Tnl UErstf. 

Ort-: Speck vom Hals des Schweines, der zu den 
guten Leberwürsten verwendet wird ScnHa. (,bei Haus- 
schlachtungen'); Syn. Hals- Speck. 

Vögeli-: I'fianzenname. a) = Splgen Il2li (Sp. 59) 
Gr, so KI. und It Durh.; Syn. Tüben-Sp. ~ b) = Vügeli- 
£ra<i(BdV957) (iRKl. (Tsch.). - Vgl. Gr.WB. XU 2, 424, 
ferner Spick III. 

Fliege" Fluge."-: zu Speck 3, Fliegendreck Z(l)än.); 
Syn. Fl.-Schiß (Bd VHI 1351). — Hals-: = Ort-Speck 
SchR. ; ZO. — Hamme"-: Sdiinkenfett BE. Grüens w"' 
Dürrs u"i H. u"'i röte>' Wi", das ist e" Schleck! SGfeller 
( .DerPürcschlück' ). — C hi n n e 1 i - : Speck von den Kinn- 
backen des Schweins BE. ,Zu verkaufen . . . schönen, 
ganz magern, gut geräucherten Kinnelispeck, per Kg zu 
P'rk. 1.90.' B Volksztg 1907. - Chien-: ,das zunächst 
an der Wurzel liegende fette Fölirenholz, die am meisten 
mit Harz gesättigten Teile des Kienholzes, der Kiefer 
GRig., A'alz.' (Tsch.); vgl. Sjjeck id. — Chüttene"-: 
= Bast III (Bd IV 1782), Quittenpaste ZStdt, Wthur. — 
Chatze"-: zu Spi;ck 3, Ausdruck wegwerfender .\b- 
weisung, verstärkter Vei'ueinung Ap (T.); Syn. Hunds-, 
Chatzen-Gegel {Mll \n'.)).-Driick. Hett'töchten Ch. oder: 
Jo«i67i..' warum nichtgar.gewiß nicht !. Auch bei UBrägger 
1777 (Bauerngespräch). — Mager-: mit Fleiscli durch- 
wachsener Speck ZStdt. — Milch-; süßer, lockerer, 
beim Kochen nicht aufquellender Speck von Schweinen, 
die mit ,Schntten' und Milch gemästet worden sindBSa. 
(FAnd. 1898, 622). — Nase"-: zu Spuck 3. wie Chatzen- 
Sp. ,(Hett'U)clit) en N.! was Kuckuck wohl gar! ei, 
warum so was! ein Pfifferling!' ApH. (T.). Vgl. N.-Spick. 
— Bare"-: für Bären-Dreck (s.d.) Bs; GF., Stdt, We. — 
Pure"-: nach Bauernart (bei der Hausschlächterei) ge- 
räucherter Speck, der dem vom Metzger geräucherten 
vorgezogen wird G; Z; vgl. Püren-Bröt. -Schidding (Bd V 
975"; VHI 93). — Black e" Blackte"-: = Speck -icGR^G. 
(Tsch.). — Ri jip e "- ScnSchl., Bippli-.liüppeH- BE.: Speck 
vom lfi]iiienstück des Schweins. — Sü" Söü-: Schweine- 



93 



Spak, spek, spik, spok, spuk 



94 



speck; s. Bd VI 14!Ho. — Schwine"-. .Sclnveinesiiäck, 
spack von scliweiueu, lardum.' Fris. ; Mal. 

Spick-: reiuer Speck, womit man das Fleisch zum 
Braten spickt Bs; L; Tu; Z und weiterhin. ,Sp.. Hiieiier- 
dreck, Anzählreim L (KL. Xr 2903). Als Name eines 
Spiels: ,Mit seinen Dischjjengeren D. Paulo und Höch- 
stetter machte mein A'atter vil Kurzwil, sunderlich Sp. 
uf Bretter mit Messeren.' FPlatter l(il2. — VrI. Gr. \VB. 
X 1, 2222 : Martin-Lienh. II 5:i6: Fisther V 1.524. 

Spalle"-: Speckseite Th (Pup.). — Tühe"-: 
1. PHan/.enname. a) = Vvgeli-Sp. a GrA.. Pr.; GMs, W., 
W'e. ; Syu. Spickt II. Zu Salat oder als Belag auf Kuchen 
verwendet ÜRPr. E" prächtegi Chrüdiri-Je" va" T. ol 
MasenöiU. MKroxi 1884. — b) = Haber- 31 anh (Bd IV 
393) GRMai. ; GRag. — 2. euphem. für Tuben- Drick. Für 
en Chrilzer T. und du bist weg, aus einem .Vnzählreim 
ApSi)eicher (KL. Nr 2994). 

Speckele" f.: = Spick-Bir (Bd IV U'.Ki) GnJen. 
(Tsch.). 

speckele": nach Speck schmecken B (Zyro); Nnw 
(Matthvs) und sonst. 

specke" I: „mit etw. Uusauberm umgehen L; Zg" 
(St.-). — .ibi. von Sjiirk s. 

ver- I: .,mit Dreck besudeln: uneig., das Vorhaben, 
den Plan eines Andern stören, hindern L; Z«." 

Specker I m.: = Sp'eck-ChämmerU (Bd III 2.5.5), 
Polizei-Arrestlokal BStdt (Spr. der Gassenbuben und von 
da aus allg. bekannt); s. RvTavel 1919, 104. Im Sp. 
übernachte". — Zur Bildung vgl. etwa ChefeUr für Käfigturm, 
Brämer für Bremgartenwald in der B Gassenhubenspr. (Mit- 
teilung VOD RvTavel). 

g«-speck(e)t: mit Speck versehen, fett. ,G'specket, 
speckig, vom Fleisch' ScaSt. (Sulger). Von Tieren: Das 
isch' e» g'spcckts ChaJb S. ,Gespeckter ochs', Mastoehse. 
,Ein guten gespeckten ochsen und das best rinderi fleisch 
[soll man] nit höcher . . . schetzen denn ein pfund umb 
7 angster.- 1534, AaB. StR. S. noch Bd IX 922o. 

s p e c k i g I (1)zw. -gg-) : 1 . wie nhd. speckig, s])eckartig. 
a) mit Bez. auf die innere Beschatt'enheit. F." sp-i Hand. 
fett, fleischig Ar. Von schlecht gebackenem Brot GrD. 
(B.); Sch; Th; Syn. chdsig (Bd III .514), tangg. Von Obst 
SchR.; vgl. Speck-Bir (Bd IV 149<i). Von Holz B (Zyro); 
vgl. Speck 2 d. — b) fettig, schmierig (aussehend oder 
anzufühlen). Beim Abnagen von Knochen bekommt man 
.yj-i Finger. AGvsi 1899 (Aa). Von Kleidungsstücken, 
Büchern ua. Ap; Sch; Th. I)e'' Rock ist e" fange" ganz sp. 
— 2. kienartig GRÜhur; vgl. Chien-Sp. E" sp-s Schit. — 
3. zu Spiiek 3, „dreckig L; Zg", auch ItSt.'' (,kotig'). — 
Vgl. Gr.WB. X 2040: Martin-Lienh. II 53G; Fischer V 1497. 

Spekoni m.: Speck Gr Keßlerspr. (J.Törger 1905, 
556). — Scherzh. Umbildung nach it. marchenmi f 

Speck II m. Gnllh. (in Bed. 2). Specke" 11 f. G 
(FStanb). sonst Dim. Speckli Gr (Tsch.); GStdt. Specki 
GrAv., Rh. (auch bei Tsch.), VaI.,V., SpeckjiGHW, PI. un- 
ver.: 1. meist PI., kleines Scheit, Span. bes. zum Anfeuern. 
aaOO.; Synn. s. unter Scheiten (Bd VIII 15(12). Audi 
zum Leuchten vom Haus zum Stall benutzt (IrV. Spicki 
mache" GnRh.. \'. RA.: Es Specki. und de"" fertig! Be- 
kräftigung einer Antwort, so ist's I (irA v. (Szadrowsky). — 
2. was an einem zum Zwecke des Transportes in gleiche 
Teile {Fletsche"-, s. Bd V232u.) zerschnittenen Ileustock 
am Rande als überschüssig abg'schrute" oih-rabg' sprengt 
und nacliher zw. die iVc(.<c/»en verstaut wird (iHRli. Wenn 
möglich wird der Stock so eingeteilt, dalS es keinen .S^'. 
gibt. — 2 hii-her cjder i.S. v. Füllung (vgl. »/,i'c/.-eii 7/) zu •>>/.«•<•/.' 



specke" II, -gg. (s. Anm.), 3. Sg. Prws. und Ptc. -et 
GrAv., D., He., Pr., -( GRNuf.: 1. a) Holz sehr klein 
spalten, hacken, „wie zB. zu Wacholderfeuer", bes. auch 
(in der Küche) Späne zum .\nfeuprii nuicben „Gr" (allg.): 
G; W (Tscheinen). Holz, Chief nj, e" Schit, Reckholtere" 
sj). ,Tannkryß spacken.' Mal. 1593; s. Bd VI lOöHo. — 
b) Etw. in (kleine, unregelmiiüige) Stücke zerschlagen 
GRPr., zB. hartes Brot GrI). (B.). Im blinde" Zorn han- 
i'-'h denn au'--'' »w'' . . . d'Stubenär ajtperg' schlagen mid 
g'specket. GFient (GRPr.). — 2. uneig. Ev^m d'Öre" sp., 
Ohrfeigen geben GRChur (B.). Chumm, du Tonders 
Hudkr, i<:i' u-ill-der d'Öre" sp.! F'rau drohend zu einem 
bösen Buben. — Vgl. Gr.WB. X 1, 2041/2 (,specken' :{), für 
weitere Beziehungen Falk-Torp 11 1.5 (nperie). Zu it. apaecare, 
spalten s. Meyer-Lübke Xr 8114. Fortis -gij- (nebnn -kx-l wird 
auch außerhalb ihres lautges. Bereiebs (GrChur, He.) angegeben, 
so für GrPr. (FStaub). S. 

ab-e'nandere"-: entzwei schlagen GRFid., Jen. — 
V e r - H : = specken 1 a GRpid., Jen. — z e r - : a) = specken 1 a 
GRPr., Sch. — b) = specken 1 h GrA v., Fid., Jen. Huschi- 
H-ar [Spielzeug] .-. E" Fock z., zerreißen. Daß-di'-'< doch 
d's Wetter zerspecki in all Hitderen üs! Verwünschung 
GrAt. 

Specker II m.: 1. pers.. wer Holz spaltet (iRRh. 
(Tsch.). — 2. eine Art Gertel (Bd II 443) zum Zerkleinern 
des Brennholzes in der Küche GrRIi. (auch Tsch.), V. 

speckle" I (bzw. -gg-): = specken la GrA.: GStdt; 
ScnSt. (Sulger): ThMü. Chie" sp.^cwüt. Dorn sp.. da- 
mit man sie leicht in den Ofen schieben kann ThMü. 

i"-: 1. Holz (klein spalten und) zum .\nfeuern in den 
Ofen legen GRObS. — 2. Mauerlücken mit Steinsplittern 
ausfüllen, ebd. Syn. üs-schiferen 2 (Bd VHI 380) ; skaUitn 
(Sp. 8); vgl. Skaja 1 (Sp. 6). IfMure" i. — ver-: 
= spücklen ThMü. Dum c. Ein Holzstock, Zimtnerbock 
wird beim Gebrauch nach und nach rerspiicklet, an der 
Oberfläche zerhackt, ebd. — zer-: = dem Vor. (iRl'r. 
Chie"spißleni und eswiecil Sprißleni ca"-me" zerspUcklete" 
Bachsclilt findst zem Ä"füre". MKuoxi 1884. 

Specklete" f.: um den Scheitstock herumliegende 
Holzabfälle ThMü. 

„Specke f.: Taubenkropf, Cucubalus Beben Gr", da- 
nach bei Durh. Syn. Splgen-ih (Sp. 59); Vögeli-, Tüben- 
Speck (Sp. 92); Spicki II. — St.s Schreibung ist lautlicli 
nicht sicher zu beurteilen. 

specken III: spähen, ausspionieren. ,.\ ndrer Haus- 
haltung legens [b se Weiber] zrecht ... habend ihr 
Ohrentrager bstellt und, die gwaltig speckind, erwölt.' 
HRRebm. 1620. — Intensivbildung zu »/le/ien: vgl. «/«hZ-cti 
(Sp. 84), spicken I. 

speckle" H. Nur des-ume"-: umherspionieren. 
So hätti o"<='' Ihia [Einer], ira dc't hätli desumluf 
g'specklet. 'ne" [den Buchfink, der für den Bau seines 
Nestes Allerlei zsträgt] nit chünne" bi l'ntrüigkPte" er- 
HM<sc/ic''. BXrxd. 1911 (BG.). 

g'-specklet: gesprenkelt BLau.; üyn. ge-spri-g(g)lel. 
ge-sprig( g )let. Di alti g-i [Hanne"] hat hiit d's ierste 
[Ei] g'leit. CurReichexb. 1916. — Vgl. gleiclibed. .gespickelf 
bei Gr. \VB. IVl, 4150; mn\. ijespekeil (Verwljs-Verdaiu VU 
1669): ne. «peckled; dazu Franck'^ 646; Welg.' 11 9:i0: Falk- 
Torp 1131 (apratjlell. 

spe'kiiliere" (-k^- bzw. -gg-) (iRChur, ObS. ; niTii, 
-iliere" GRh., sonst -^liere", l'lc.( g' ).'<p-t: a) nnsinnlich, 
grübeln FJ.. nachsinnen, überlegen, erwägen, auch auf 
Grund aufmerksamer Beobachtung (vgl. b) .\aWm1iI. 



9B 



Spak, s))pk. spik, spnk. spuk 



9Ö 



(Klslcr"). Mit ((/'. PS aligesphen lial)eii auf, traditcn nacli, 
sich lleclinuiis niaclipii auf Aa; Hs; B; Tu; IJ und weiter- 
hin. Kr hed au'-'' uf sii'h Hitn sjirkclicrt, danaeli ge- 
traehtet Aa1<'. Hau am letstc" Ohi/liiiiiäi*t eister uf e« 
extrafeißes. risliiichtign flriier liimlU ij'apekeliert. ahe.r 
iV Prise" häm-mer 's Sp. verleidet, ehd. Me" het ... uf 
all erdänklich Vörtel ef spekeliert U Gedicht. Audi im 
modernen S., von Handels-, Börsenleuten, Spekulanten, 
allg. — b) sinnlich, spähen, lauern AaF.; S; U; Öyn. 
spaniffljeu (Bd IV 680), spaclccn (Sp. 84). Der Jäger 
spekeViert, wenn er auf die Fährte eines Wildes stößt 
USch. Der Ätti hed scho" es Wili (f.fpekeUert. üb de'' 
Chllter PO" si»em Meitll bald well uf'e' schliche» cho" AaF. 
Wenn Eine'' a» d'Cliriesi icill. .so spekeliert-er dö und 
dort, und wie nie a's-er spaniflet, wie me chuniit der 
Cr'lust mYi' de" Chrie.'tene". JIIfinmi. 1903. 's Büsi het 
scho" lamj uf der Holzbigi vor <>em Finster use^ifluegt 
. . . und spekeliert, öh si" Meistere" iirfh nit bald zum 
Wald ils chöm. ebd. 1901. Ig . .. ha" linggs und rechts 
g'spekeliert nö'''' iiAneni liöseli. ehd. 1903. — Vsl. (ir.WB. 
XI, 2136/7; Martin-Lienh. II .536; Fischer V 1510. 

ume"-: umherspähen GitChur; U. 's mueß Einer 
päßle", lüegle", u., ob der Wächter Inmt. MSchmip. — Auch 
Schwab. (Fischer V 1510). 

ÜS-: aus-, erforschen Bs (Seiler). /'■'' ha"-dir'' 
nummeii. e" Bitzeli ü. welle". Scinvzii. (Bs). Sinnlich, aus- 
spähen : Bier hendAlls ilsg'spekeliert. aber niene'' Nit von- 
eiii [einem in den Bergen Vermißten] g' merkt USch. Di 
g'chantlige" Bure" spekeliere"d de" Wind und 's Witter 
üs lünder de" Pfeistere" AaF. — Ehi-nso hei Martin-Lieuh. II 
536, anders hei Gr. WB. I 976 ; Fischer I 5'22. 

Spick I (bzw. -gg) m.; 1. a) einmaliges Schnellen mit 
den Fingern, zB. um Etw. fortzuschnellen oder Jmd (an 
Nase, Wange, Stirn oä.) zu treffen, spez. Nasenstüber 
Ap (auch It St. und T.); „GR"He., Lq.; GF., O., Stdt; 
„ScH"; Syn. Schnall. Schnell (Bd IX 1215. 1219), Spicker 
(-lingj. Leichten Gegenständen, zB. Spielkügelchen, 
efnj Sp.ge"; Einem efnj Sp. a" (i", uf) d'Nase" ge". 
Mir e" Wurst und dir e" Wurst und mir en 'brötne" 
Hase", und dir en Sp. uf d'Nase" GStdt. Als Gebärde 
der Geringschätzung; I">' gab keitn) Sp. drum, de für 
GF., G. — 1)) , Nasenstüber in tig. Sinne', scharfe, spitze 
Bemerkung, Stichel wort Ar (T.); GlK.; „GR"Lq.; GFs, 
F., G., Stdt, W. ; Syn. Spack (Sp. 84). Einem Sp. 
fa" d'Nase") ge", auf ihn sticheln, ihm ,etw. Bitteres zu 
merken geben, in träfen Worten heimzünden' Ar; G. 
Di Junge" mue''^-me" trolle", het-er [der Lehrer] g'sat 
ond dczue ncfi'' 'brommlet: Was zwenzg Jör e" Chälbli 
g'se" ist, ge>'t k.e>" Chae me. Den Alte" het-er gern öppe" 
so en S2). a" d'Nase" g'g'e". WUotach 1924. Ir Pimtcr, 
da hei"d ir e" Sp. : jez chwnnt-er [der Veltliner Wein] 
uß wältsche" Böge", Anspielung auf den Verlust des 
Veltlins. .Aa Dichterb. (GlK.). — 2. verbotenes Hilfs- 
mittel, Abguckzettel bei Arbeiten in der Schule. Schllek- 
SPR. (so Bs; Z und sonst); Syn. PcKt (GRChur), Sehlüch 
(Bd IX 17M.); vgl. Spick-Ziidel. ,Der Sp. hieß in der 
Studentensprache des Collegium humanitatis zu Zürich 
die geschriebene Übersetzung, welche als Contrebaude 
unter den Schülern herumgeboten wurde.' FStaüb. — 
3. penis Ar ('!'.); Syn. Spitz. — Vgl. Spidcer. 2 ist wohl 
Ahkürzung für tSpick-Zedel, 

Nase"-; Nasenstüber Ap (T.); GF., G. 

Spick II; im Namen eines Schusserspiels; s. unter 
spicken 1 a 1. 



s|)icke" 1 (bzw.-r///-),Ptc.-<; l.tr.oderabs. abzielend 
(idcr diicli nach einem Ziel, seltener ziellos) werfen, 
schleudern, lies, einen (kleinen) (jegenstand (mittels des 
vom Daumen abgeschnellten Zeigelingers oä,, auch mit 
dem Munde) fortschnellen Ar; Bs; B; (jr, so Val.; G, so 
F., G., Rh., '1'., W.; Sch, auch It Kirchh. (,Ktw. mit den 
l'ingern anwerfen'); Tii; Z, nach Angaben für GT. ; Tu 
auch vom Zielen selbst. Erbsen, Beeren, Obstkerne, 
einen Stein, Pfeil sp. ,[Ein Gegenstand fliegt weit] wie 
ein gespickter Zwetsc.hgenstein.' Hauskuu 1881. We"" 
Dien e" Bendliker Trübe"heri ober de" Z(rri<'''se ine" spickt, 
schlöht's z'Erle"bach hen<>e" af-mc" Stier de" Schedel %", 
appenz. Kennzeichnung der harten Traubenbeeren von 
ZBendlikon (OAlder). Nes Bäbä fStäubchen, Kot- 
spritzer] vom Eriiiel sp. KvTavel 1922. Auch mit der 
Vorstellung, daß der , gespickte' Gegenstand haften 
lileibt; vgk ,spicken' 113 bei Gr.AVB. XI, 2219/20. E" 
Messer a" d'Wand sp. Ap. A" dinn .■struppige" Bart 
chönnt-me" sür Holzepfel sp. ATobler 1902. S. noch 9). 
Bes. häufig als Spielausdruck, a) mit Schussern 
spielen Aa (H.); BsL. ; B, auch It Id. (.globulis marmoreis 
ludere'); S; Z, Spielkugeln (zielend) gegen andre werfen Bs 
(Spreng); B; Z, soElgg, Kn., 0., IS., Stdt und It Spillmann, 
bes. aber mit den Fingern (mit dem Daumen aus dem ge- 
krümmten Zeigefinger BsL. ; B) schnellen, „welches auch 
die Italiener spiccare nennen" Aa (s. rißle.n Bd VI 1383); 
BsL.; „B"Kirchb., M., S. (Bärnd. 1922, 1(52), auch It Zyro 
und St.i' ; „Gr" ; L ; Sch (St.'') ; ZAff. b/Z., ()., S. (in Stäfa z. U. 
vom chlfire". bei dem die Kugeln geworfen werden), Wtli.; 
vgl. tinleid )en (Bd I 17), chiigelcn (Bd III 191), rhluckeren 
(ebd. 043, mit weitern Synn.), chlurcn (ebd. 087), hotschen 
(Bd IV 1934). ( 7( )(//<'// Z (ACorrodi), Märmel.yt. B. .Eines 
[ein spielendes Kind] kleine Blasen machet, Eines kleine 
Marmel spicket. Eines einen Bogen sjiannet und den 
I'feil in Luft hinschicket.' 1690, B. Sonst meist abs. 
('liomm, mer wand go" sp.! Aufforderung zum Spiel AaP'. 
Wart e"chlei", 'siscU a» mir z'sp. B (Av Hütte). Zum 
W^erfen dient meist eine größere Kugel ; s. liüer-Chwglen 
(Bd III 190), Marbel, il/arm«? (Bd IV 387. 418), BolV2, 
Bali? (ehd. 1 1 77. 1 181 ), Bummen 2, Bummi7(eh(\. 12.55 f.), 
doch auch Spicker, 's Hanse" Fridli hat oo" s%"'m Vetter- 
giitti e" .'ichÖni Bummi übercho", e" glesigi mit farbige" 
Schlängge" drinine"; mit selber cha""-mer guet sp. 
MESStKOMMER 1910. Spielarten; vgl. auch die Hinweise 
unter chluckeren. Die Spieler werfen in vorher fest- 
gesetzter Keihenfolge ihre Wurfkugel aus einer ge- 
wissen Entfernung auf die in bestimmter Anordnung 
liegenden Spielkügelchen (vgl. BißSa 5 Bd VI 1380). Die 
Kügelchen, die Einer dabei über das ,Uies' hinaus zu trei- 
ben vermag, behält er als Gewinn ; überdies hat er (sofern 
auch die Wurfkugel außerhalb des , Kieses' liegt BsL.; 
BKirchb.) das Hecht, bevor ein weiterer Spieler an die 
Reihe kommt, zu s}}.. Ah. von dem Punkte aus, wo seine 
Wurf kugel zur Hube gekommen ist (wobei er jedoch die 
Distanz um eine Spanne kürzen darf; vgl. spannen), 
durch Abschnellen der Kugel mit den Fingern weitere 
Kügelchen aus dem ,Ries' hinaus zu treiben; so 
lange ihm dies gelingt, darf er mit Sp. fortfahren AaF. 
(AfV. 22, 101); BsL.; BKirchb.; ZAff. b/Z. (FStaub), 0. 
Bei einer andern Form des Spiels wird mit einer Sjiiel- 
kugel auf eine Anzahl unregelmäßig am Boden liegender 
Marmel senkrecht von oben geworfen ('g'spickt); ein 
Treffer gewinnt das ganze ,Ries' ; bei Fehlwurf bleibt die 
geworfene Kugel am Boden liegen ZStdt (auch It Dan.). 
Im Spiel ,zum L.icli marmeln' (vgl. Bd 111 1020 u.) darf 



97 



Spak, sppk, spik, s|)ok, spuk 



98 



Der aul'dic Kugeln dci- Aiiilcni sp., der mit seinem Wurf 
dem Lo<'li am nilclisten gekommen ist; ,die Ciespiekten 
sind tot und müssen iliren 'l'i'il)ut /alilen, bestellend in 
Marmorkügelclien, Knüpfen usw.' UKirchb. Spigy und 
Spiinit. Xame einer Spielart beim Khlre/e": die Hpiel- 
kugel muß so g'spi(jyt werden, daß sie höchstens eine 
Spanne weit von einer selion liegeiulen entfernt ist (JR 
('hur; vgl. Tiipf und Sjjar. — p) im Nüssespiel „eine 
Nuß im Bogen nach dem Ziel werfen" ApK. ; „Th", so 
Berl.; ZSth. (beliebtes Spiel der Knaben beim Vieh- 
liüten); vgl. hüfelen, hunelen (Bd II Klöl u. 1752), nüßleii 
(Bd IV 830), ferner Boll-. S2nck-Nu/.i (Bd IV S29), Bol 
(ebd. 1176u.). Hüffe« sp., = nüßle« Ae (T.). — y) im 
Gesellschaftsspiel flohnle". bei dem es darauf ankommt, 
Erbsen oder Bohnen aus gewisser Entfernung in ein 
kleines (iefäß usw. zu schnellen ZStdtf; vgl. F/öli-Spil. 
Ähnlich Rappen gp^ qO. — 5) im Kegelspiel, auf einzelne 
stehengebliebene Kegel schießen Aa; Bs; Gl; GFs; Z 
und weiterhin. ScMß du! sagt etwa ein Spieler zu 
einem andern, du ch((""st besser sp.; vgl. Spicker. — 
i) mit dem Spick-Mür (Bd VI 1237) fortblasen, -schnellen, 
so Paiüerkiigelchen, harte Beeren f Vuyel-. Uoldcr-Beri, 
Üchu-dlchen; vgl. auch Spkk-Ber Bd IV 1473) udgl., ein 
(früher) von der .Tugend in Schule und Kirche oft ver- 
übter Unfug Ap; Bs; B, auch It Id. (,globulos argillaceos 
per arundinem tlando mittere') und Zyro; Gl (vgl. Hpick- 
Hor 2 Bd VI 1237); GSaL. (vgl. Spick-Gilgen Bd U 1.57), 
„Zwecken, am Kopfe mit einem Büschelchen von auf- 
gedrieselter Leinwand B'', befiederte Nadeln (nach einer 
Scheibe) B (Zyro). Mit sekundärem .\kk., durch .Spicken' 
mittels eines Blasrohrs treffen. .\vIii'-TTE, als Erklärung 
des folg. Beleges: ,[l)ie Auktionsheamten verschwatzten 
die Zeit] bis endlich Eisi kam und, ohne den Gericht- 
schreiher zu grüßen, sagte: Es dnechs, es wäre bal'' Zeit 
anzufangen, die Leute wären da und ju-essierten. Der 
Gerichtschreiber fuhr zweg, als ob ihn Jemand gespickt 
oder ein Cousin [Stechmücke] ihn gestochen hätte.' 
GoTTH. XA^1I 231. — Q BölsK sp., mit einem Kinder- 
gewehr schießen Ap. — i^) mit Ostereiern .sp. 1) von dem 
Bd I Kio. beschriebenen Spiel Tu; Z, so Sth.; vgl. auch 
Bd II 391 M. Mit einem Ei h/ G'irünni"s sp. TuErm. 
(ONägeli). — 2) ein kleines Geldstück wird nach einem 
zwischen Zeigefinger und Daumen tw. entblößt liegenden 
Ei geschleudert; bleibt die Münze fest in der Schale 
ste<ken, so ist das Ei dem Werfenden verfallen: andern- 
falls verliert dieser die Münze ZStdt. — i)-) = hecken Ic 
(Bd II 11 IG) „L" (auch St.''); Z(i (St.''); vgl. Spickel II. 
zur Sache auch eis. I'ikes hei Martin-Lienh. II 2.S. Mit 
Akk. P. Bei einer Stidieten wurden zum Scherz die 
auf einer Bank sitzenden Mädchen V(m zwei Burschen 
von beiden Enden der Bank her zsgepreßt, ,bis alle 
Maidli . . . auf den Boden gespickt worden.' III. Kai. 
1851, 158; vgl. CMs-triicken (Bd III 502M.). Unsiun- 
licher: Eine" sp., bei einem Handel ausschalten, auf 
die Seite drücken GrAv.; vgl. en-ivf(j-sp. — b) mit 
den Fingern „schnellen, schnipiien" Ap (auch ItSt. und 
T.); „Gr"; GG., Ms, Sa., W.; Scn (auch It St.), ,mit 
dem Finger klepfen Ap; Sch' (St.''), auch: einen Nasen- 
stüber geben (iRL., Mai.; G. ; Scn It Kirchh. (.Einen mit 
den Fingern schlagen'). Kr Iied-mi'^'' a" d'Nase" g'spickl 
Ai'. Als Gebärde der Verachtung, Geringschätzung, l''' 
spicke"-dir'. ,du kannst gehen, wo du willst' Gr. /'■'' lian- 
ein ifad druf tfspickl, trotzigen Bescheid gegel)en Ap 
(St.''). /<•'' n-iH niid droff{Av It '1'.), driiiii ((i(i.. Ms) .sp. 
Als Gebärde der Herausfordernni; zum Kampf bei den 
Si'hweiz. Idiutikuii X. 



Xacbtbuben GW. c) einen gespannten (dastisclien 
(iegenstaiul si'bnellen lassen. Die Honschnner (Bd l.\ 
1307) wird auf den Stamm aufgelegt und (/'spickt. Barnd. 
1004. Abs., auf der Geige Pizzicato spielen ,\p; Syn. 
.spickleiL Er hed denn a'se schiin chunne" l'izzikato a" 
de" Sälen omme"ropfe" oder sp., wie-m-me" hi üs ohe" säd. 
AToBLKR 1901/2. Sil Uind dezue sp., zum Hackbrett Ap 
(Af V. 8, 7). — (1) u n e i g. a) abzielen, es abgesehen haben 
auf Bs; Z (ACorrodi 18G0, 84 und in der Schülerspr.). 
B'' glauben, er spickt uf e" Richeri, von eini'in Freier 
Bs. — ji) auf Etw. oder Jmd sticheln, neckisch, ge- 
hässig „anspielen, allndieren Ap"; GuChur; GFs, F., G.: 
niTn (,fein trefi'en'); Nnw (Matthys). Spick du |so] Bit 
d'iri't, 's tröfft mi''' niul. Stutz 1838 (Ap). „Ich liah ihm 
darauf gespickt Ap." [A.:] Ja, Spruch weiß Menge'-; 
aber es sind nit alli guet. [B.:] .4/4«, du spickst uf mv's 
liruschilrli über d's Tanze". MSchmid. — y) „Etw. Nach- 
teiliges über Jmd in Geheim sagen, zunächst von Kin- 
dern, Schülern bei iliren Eltern, Lehrern", verklagen, an- 
gehen L (auch It St. und St.''); Zo (St.''); Syn. spacken 12. 
Er hed idjer mi<''' g'spickt. St.''. 

2. intr., = schnellen 2a (Bd LV 1221) Ap (T.); GFs, 
Kh., T. Syn. auch spriitzen. l)e>' Müsboge" spickt (u('), 
schnellt in die Höhe Ap (T.). iJer Öpf'el ist-em grad a" 
d'Nase" g'spickt GHh. ,Es ist ihm ein Stein ins .Ang ge- 
s]iickt' GFs. 

3. a) gew. abs., verstohlen abgucken, -schreiben Ap; 
Bs; B (It AvRütte vornehmlich städtisch, nach andrer 
.Angabe .mattenenglisch'): GnChur; G, so Fs, Stdt und 
It Id. 17!l!l; ZStdt und weiterhin in der Schülers]ir. ; Syn. 
sch/richen (Bd IX 19). Vi/i [Schüler] hend . . . g'spickt 
linder ''ein Tisch. ATobler 1901/2. Du hesclit wider 
einischf g'spickt, Lehrer zum Schüler B (AvUütte). Du 
brüchsch'-mer Nut cho" ^'sp.. mach du die Arbeit siilbcr! 
ebd. Von .literarischem Diebstahl' B. Wohl vom Vor. 
ausgegangen: Ei"<^iii sp., verbotener Weise einüüsteni S 
(Schülerspr.). — b) rasch und unvermerkt Etw. (,eiiie 
Kleinigkeit') entwenden, auch mehr nur zum Scherz Ap; 
Bs; B; Syn. ficken (Bd I 732); stibitzen. Enim Nahes sp. 
Ap. — Spicken n.: zu laa'/ , Daß denen Knaben alles 
Sp. auffderGaß ernstlich ... verhotteu [sei].' 1728, Aar. 
Schnlordn. — Chr'ij e." - Spicke" : ein Knabenspiel. Ein 
größerer Knabe legt sich mit dem Rücken auf den 
lioden und streckt die Arme mit nach oben gewendeten 
llandriächen so am Boden aus, daß sich ein kleinerer 
Knabe ihm auf die Hände stellen kann, um dann mit 
kräftigem Kuck fortgeschleudert zu W(u'den Apltente. — 
Spickens -i"s n.: Spiel mit iMarmeln Gu. — liiimmi 
Bimmi-Spicki"s: ,Spicken' mit dem Ilu)itini BS. (Bärnd. 
1922, 162); vgl. Bummi? (Bd IV 125Ü). B. mache". 

In dfi- ä. Spr. erst spät \u-imgt: \g\. (ir.WB. XI, 'i'Jül/il 
(,spicl;eii' II) : Martiu-Lionh. II .5:!(i (Hinl. 5/8) ; Fischer V 1.->'2:1 
(Beil. :!/4), dazu bair.-iEsterr. «/lecIceH in Bed. 1 a (1, H, ',)) und b 
bei (ir. WB.X 1, 18:10 (unter .spiieken' :!). 2042 (Bed. 4/0). Die 
Etjm. ist iinsirlier. Man Idinnte an eine Intensivbilduii;,' zu 
ipilien denken (vfc'l. «pgclten III Sp. !I41. aiieli k/mAvu I (Sp. 84): 
anderseits sind auch die seinaiitisidieii Beruh ruiijren mit »ftilzteiil 
zu erwägen. Vgl. auch .'^'pivl^el II. 

ah-: 1. ab-, wegschnellen, a) tr. x) , heim Kugelspiel 
der Knaben mittels eines Kügelchens ein anderes aus 
seiner Lage wegschnellcn.' oO. - js) Etw. mit einem Kuck 
ab-, losreißen GLObst. (s. (ripfel Bd II 390); (iWI.: Syn. 
all-schnellen la (Bd IX 1223). — b) intr., zB. von Splittern 
bzw. Spänen beim Behauen eines Steines, Balkens Ap 
(T.): GWI. - 2. a) = spicken 3a Ap; Bs: B (It AvRütte 
vnrncbmlirh städtisch); GSldt; Sch. so Stdt, St. (.Kinem 



09 



Spak, sppk, spik, spok. spuk 



10(1 



heiinlicli, listiger Weise Etw. absehen.' Sulger) ; Z 1 1 Dan. 
(.ablauern'). Eine Rechnung a., in der Schule SciiSt. 
(Sulger). Denand d'Ufc/öhen a. ATobler 1901/2. Er het- 
ini Ans abg'xpickt. 's isch' doch Nut g'macht, so ga" ah- 
z'sp..' B (AvRütte). [Gedichte in schlechter Mundart] 
wie US '>e>n Lcshuech aby'spkkt B (aus einer Kritik). 
,lch gedenke wohl, er habe die Bibel niemal angeluget. 
sonder Das nur auss einem seiner Schmähgesellen ali- 
gespicket.' KLOSTERfiuGGU 1G87. , Abspicken, eines andern 
Sachen ausschreiben, alienis frugil)us suum imi)lerc 
horreuni.' Mey. 1092. — b) Einem auf listige Weise 
Etw. abgewinnen ZSth. — Vgl. Maitin-Lienh, II -j-'W; (nur 
in Beil. '2 a): FiscluT I 70 (el)so). 

alie°-: tr., herunterschnellen GT.; Z. Das vor die 
Mähmaschine gespannte Pferd ist mit-mer drüs und 
fürt . . . Wo's über 's nächst HögerVi i"e" gäd. spickt's- 
mi"'' abe». EEschmann 1922. Herunterschießen: ,Bald 
nimmt er seine Flinte und spickt Vögel und Einhörnclien 
von den Tannen herunter.' G Wbl. 1798. — Vgl. Maitin- 
Lienh. II 53G (Nüsse lierabwerfen). 

üf-: inti'., in die Höhe schnellen Ap(T.); s..'ij5M'Ä'fre 2.— 
u m - : tr., umschnellen Ar (T,). — a" - 1 : tr. a) anschnellen 
Ap (aiicli It T.) ; B ; Bs ; G. Ei"nu e( n ) Chriesistei" a. — b) Er 
het Öppcr a"g'spickt, mit Kirschsteinen, wie mutwillige 
Knaben tun K (Zyro). — use"-: hin-, herausschnellen, 
zB. Marmel aus dem ,Ries' B und sonst, einzelne Kegel 
aus dem vollen ,Ries' herausschielSen Th; Z. — neben- 
use"-: nehenausschnellen, -schleudern. Die Liech lere" 
[Leichtern] spickt's ebe" gern nebomse". ASchar 192.') 
(BE.). 

ver-: 1. tr. a) weg-, fortschnellen, -schleudern Ai> 
(auch It '!'.). Mengmöl tuend d'Biiebe" en chhiie" Qpf'el an 
e" RüetU stecke" ond ■oe>'spicke"d-e" denn ApReute. Wenn 
Enn bim Obse" e" fiäi Biere" fündt, so verspickt-er-si 
g''ad. ebd. Mit Akk. P. : [Älpler, drohend zu Touristen :] 
Deren strölege" Gägler ond Stäblijocker vcspickt-me^ 
g>'ad wie Bäbe"! JHartmann (S.). Uneig., = oer-schleiken 2 
(Bd IX 525/()), verschleppen, verlegen ApTrogen. D'Vliind 
hend's verspickt. — b) ,spickend' (i. S. v. spicken 1 a a) ver- 
brauchen Ap, zB. Marmel, auch solche im Spiel verlieren 
B (Zyro). /«'' h(i" mini Miirviel (dl verspickt. — 2. intr., 
zersjditternd auseinanderfahren GT. ; vgl. spickig. /'•'' 
ha" Je" 'J'äl/er of de" Boden abe" if schmetteret, das'-er i" 
hundert Stock i^ers2}ickt ist. — 3. entspr. spicken Idy, 
„verklagen", verdächtigen L (auch It St. und St.'') ; S; Uw 
(1781): Zfi (St."): Syn. ver-chlepfen (Bd HI 076/7), -tat- 
schen. Du hesch>-mif'' einist nng'recht . . . verspickt bim 
Lerer. Schwzd. (L). D'EItcre" darf-mer ned c. ebd. Die 
frechen, unnützen, verdorbenen Gesellen, welche immer 
dem Oberamt nachlaufen, um ihre Nachbarn ohne Grund 
zu ,v.' 1675, Aesch. Jez will-ih zum Atti und Mieti gü 
brieggä und s Gretli dar Lengi und Breiti nah verspikä. 
Talhoohz. 1781. — Vgl. eis. verspicken, bewerfen (Mai-tin- 
Lieuh. II .5:iG), dazu Gr. WB.Xin, 1407/8. — Ver-spicker 
m. : Angeber L. 

fürt, fort-: fortschnellen, zB. Erbsen, Körner. 
Knöpfe GrV.; (iWl. und sonst. — z''-rugg-: intr., 
zurückschnellen Gr. so D., Mai. D' Stade" spickt s'rugg. 
,Der gebogene Tannengipfel si)ickte zurück.' Davoser 
Ztg 1927. " 

(e"-)weg-: 1. tr. a) von einem Orte wegschnellen 
Ap (T.) ; B; Gr (Tsch.) ; GO. ; Z und weiterhin, zB. Marmel 
mit der Wurf kugel, kleine Steine auf der Straße mit der 
Schuhspitze (GWl.) usw. Wegschießen. E(n) ('liege?, es 
Oams-tier ( e" )u\ Wegraffen : ,l)ie Eisenbrocken ... fuhr(>n 



bald vor, bald hinter uns in die Erde, daß Stein und 
Rasen hoch in die Luft sprang, bald mitten ein und 
spickten uns die Leute aus den Gliedern weg, als wenns 
Strohhalme wären.' UBräuger 1789. Uneig., einen Be- 
amten .sprengen': Si händ de" Bresident wegg'spickt 
(il's. — b) .weghaschen', (heimlich) entwenden Ap (auch 
It T. ). Emtn Näbes (enjw. — 2. intr., weg-, abspringen 
.\i'; (irV.; GO. Es ist-mer e"wegg' spickt, meiner Hand 
|ilötzlich entglitten Ap. Eine'' vo" denne" Chnöpf'e". ira 
am g'sunde" Hose"treger hätti solle" Dienst tue", ist 
e"ivegg'spickt; d'Hose" sp'-me ... über d's Hindere ab 
g'ritte". 3,1öRßF.n 1918. — weg-g"-spickt. Er isch'-secli 
ir. rorclio". abgewiesen, von einem Liebhaber. RvTavel 
1922, 74; vgl. sjiicken lu zu Ende. 

Spicker m.. Dim. Spickerli: 1. wer .spickt', a) zu 
spicken la. Beim Spiel mit Marbeln: ,Ein guter Sp. 
vereinigte zu Hunderten von gewonnenen Kügeli, die 
er zu bestimmtem Preise an seine unglücklichem Mit- 
spielenden wieder verkaufte.' Messikommer 1909. Beim 
Kegelschieben: ,Ein guter Sp.. dh. Einer, der einen 
einzelnen Kegel mit Sicherheit nmwirft.' ebd. und sonst. 
— b) zu spicken Idy, Angeber L; Syn. Ver-spicker. — 
2. was oder womit , gespickt' wird, a) auch Dim., zu 
spicken la. Größere (BTwann; SSchw.) oder kleinere 
(BM.) Wurf kugel, die zum , Spicken' verwendet wird 
Aa (Rochh.); BsL.; BoAa., M., S.; SL., Schw. „Spickerli. 
längliche Nuß" zum Werfen im Nüssespiel „Th" (St.-); 
Syn. Spickeren. — b) = Spick 2 Bs (Stud. 1910, 40); B 
(Schülerspr.). — 'i. = Spicli la, Nasenstüber Bs; GrD. 
(It B. ,als Strafe oder als Zeichen der Mißachtung, auch 
Spaßes halber gegeben') ; Syn. Spiclterling. — 4. = SpickS 
GrD. (B.); GFs, T. (St.''); Syn. Bönen-Sp.. auch Bicker 
(Ap). — 5. Dim., Zündhölzchen ApL; Syn. Spick-Höhli 
(ebd.). — Vgl. Gr. WB. XI, 2221: Martin-Lienli. II 5:36 (,Ia 
noix avec laquelle oii Jone sur les autres placees en petita tas 
de (|uatre'); Fischer V 152:3. 

Chrieche"-: Spitzname der Bewohner der untern 
Rode von AeOberegg (Hirschberg) bei denen der obern 
Rode. 

Nase"-: = Spicker 3 GrV.; (ifi. Wer het mier die 
Nacht e" N. g'ge"? sagt das tapfere Schneiderlein zu 
den Riesen, die glauben ihn in der Nacht erschlagen zu 
haben GrA'. (Bühler, (Jhrest.). 

Böne°-: = Spicker 4 Ap. — Vgl. bäule", coire (Z), aucli 
Bd IV I31I. 

Spickere", in Th -eri" — f.: = Spicker 2a Tn (im 
Nüssespiel); ZWth. 

Spickeri -ei f.: lästiges .Spicken'. [p]in Knabe 
schmeißt mit Karotten nach einem Pferde.] Das Büßli 
hat die Sp. nüd vertreit und hat af'g'fange" mit de" 
hindere" Beine" üsgingge". ELocuER-Werling. 

(N a s e " -) S p i c k e r 1 i " g f-gg-J — m. : = SjjickerS GA. 

spick ig: spröde GFlaw.; wgl.ver-spicken 2. 

spickle" 1: auf der Geige Pizzicato spielen Ap(AfV. 
8, 7); s. spicken Ic. 

Spick HI: in Namen verschiedener Pflanzen. — Auch 
hei Gr.WB. XI. 2272 ff. (unter .Spieke') für Lavandula spica, 
aher auoh andre Pflanzen: Martin-Lienh. II 5:36. 

Buech-: eine Art Wald-Habichtskraut; zunächst 
Mauer-Habichtskraut, Hieraciuni murorum. .[Sues] 
appetunt ... radicem candidam, dulcem non sine lacte; 
nostri vocant b. quod in nemoribus fagorum fere nasca- 
tur.' Gesx. 1.Ö51.987; s. auch Siiw-Bml (BdV983o.). 
.Pnlmonaria (iailica, Gallis hodie vulgn dicta. siccis et 
lai)idosis locis et in muris circa urbcni mistram multa 



1(11 



Spak, spek, spik. spok, spiik 



102 



est, nee non in sylvis pi'aesertim fagorum, b., olus quod- 
ilam silvestre, Lactucarum generi coguatum.' ebd. 1561, 
274 b. — Vgl. Tab. I (1588) 623 b. Unsirber: ,Ruochspik, 
herba sarotenica rubea.' Schw Arzneib. E. XV. 

Tube»-: a) = Tüben-Chropf 4 (Bd III 846) Blns. - 
li) = Tüben-Chropf 5. ebd. — Vgl. T.-Ü/ieck = dem Folg. und 
für Tragop. prat. 

Spicki I f-gg-) n.: = Splgenllib (Sp. 59) GnThs. 

Bueeh-Spicklen: Wallwurz, LSympli. off. ,B., ge- 
nampt ('(insolida, das ist walwürz.' Zu Arzneib. 1.588. 

Spl(c)kanard(eii), ,-euard(en)' — f., auch ni.: 
= Splgen II 1 (Sp. 58), Lavaudula s]>ica (oder Valeriana 
spiraV vgl. Leunis II 598. 752). ,>Salb aus spicanarden 
gemacht, nardinum unguentum; gräelit und guot spica- 
narden, nardus pistica." Fris.; M.\i.. ,I)as Land [Cordua] 
... ist von schönem roten Sand, so nichts traget als 
wilde Rosmarin und Spickenarden.' Gesi'k. 1(i:-!2. Im 
Volkslied vom Tannenbaum: .Der Spikenard und Kos- 
marin tioriren wenig Tag; sobald der Dornhag Kosen 
hat, sobald sind sie schabab.' LTobler, VL. I 174; Varr. 
,Spicanat.' XYIL, ,Spitzenart' ZU. (AKägi). — Vgl. Gr.WB. 
XI, 2478; ChSchmidt 1901, :^:i2: Fiscber V 15:il. 

8]>ikaiit m.: gem. Rippenfarn. Blechnum Spicant. 
.Lonchitis altera. Ea montanis assueta locis non facile 
in hortis nostris apprehendit, nee dural. In Germania 
tamen inferiore crescit etiam in humilibus locis, in silvis 
et marginibus fossarum. Spicant aliipii Germaui vocant, 
forte quod radices Indicam Spicam aliiiuomodo referant.' 
Gesn. 1561. ,Groß Spicant, polypodio similis, Lonchitis 
altera.'ARETirsl561. — Vgl. Tab. II (1.591)480 :Gr.WB.XI, 
2477/8: Fischer V \ö:i\. 

Spickel 1. In Laub-: Pflanzenname, Liebstöckel, 
Levisticum off. .\a (Mühlb.). — Eine der vielen Entsteilungen 
des urspr. Namens Ligjisticum: vgl. Laul-Strcken, -Sticklrl); 
Weiteres bei Pritzel-Jessen 209 : Gr. WB. VI 979. 

Spickel II {hzw. -gg-) m., Dim. Spickeli. in Gl Spiggli: 
jirgend ein keilförmiges Stück, Bissen, Schnitte' A.vF. 
Spez. a) spitziges, dreieckig auslaufendes Stück Holz L 
(Ineichen), insbes. „Keil, Keisholz" im Knabenspiel 
Spicken (s. spicken 1 ci \l- Sp. 97) ,.L''; Syn. I'(ilscli(idereit 
(Bd IT 1929). — b) Zwickel an Kleidungsstücken; Syn. 
Geren 2b (Bd II 400), Biit S (Bd VI 1796), Spatt( e'nj- 
„Ein keilförmiges Stück Leinwand" oder Tuch, als Ein- 
satz zB. in Hemden, bei Röcken am Armloch usw. Aa, 
so F., Ap (auch It St. und T.); BsStdt; BStdt; Gl (It 
Leuz. im Gegs. zu .S';)(>'H?j viereckig); L (auch It St. und 
Ineichen, It ALütolf jünger als Gere"); G, so Kh.; Tu; 
Uw; U; Z. E(nJ Üp. V'setze". An Strümjjfen „keil- 
förmige V'erzierung zu beiden Seiten des Fulies" AaF. ; 
LW. (.der Rist des Fußes'); „G"; Z. Vgl. auch Sp.- 
Chiippcn (Bd III 895). — c) dreieckiges Stück Land U. — 
Vgl. Ür. WB. XI, 2214 (dazu .spiehelieren' ebd. 221:!) : Fischer 
V 1 .522. Die urspr. Bed. ist wohl die von St. unter a angegebene, 
das W. also eig. Nomen instr. zu »picken I: die Bed. -Entw. ent- 
spräche etwa der von 6erc". In der vereinzelten Angabe ,S}tirkeli, 
Späne' (L) liegt luigcnaue Sc-hreiliung für Spujijeli vor ; s. S/ityel I 
(Sp. 57). 

Brust-: Vorstecker, Brusttnc b beiderälteruFrauen- 
tracht ZOss. 

spickle" II (bzw. -(/7-): I. , Stücke Leinwand ein- 
setzen' Xi)w (Matthys). — 2. Bretter oder Balken im 
Dreieck oder Viereck aufschichten GWb. ~ Auch bei 
Fischer V 1.524 in lied. 1. 



spicke" 11: 1. in der Kücbenspr. a) wie nhd., (Fleisch 
zum Braten) mit Speckriemchen oder -würfelchen durch- 
setzen Aa; Ap; Bs; B; Gr; L; Sch; Tu; Uw; Z. 
Vgl. Spick-Spück (Sp. 93). '.s- Fleisch, e(n) lirätis sp. 
.Einen Haas zum Braten mit Speck sp.' B (Zyro). 
Chöchene", der müend das Hö'^''rugge"stuckli sp., der 
wüssi"d jo, wie ü"se'' Bötsherr e" Fmschmöcker ist L 
(ERöthelin). .Speck zum Sp.' 1830, GR(;hur (Rechnung 
der Schützengesellschaft). ,Den koch ouch wil ich lassen 
bschicken, der muoli uns bratten fögel sp.' Rifkf 1539. 
,Lardo traiectare, sp.' Denzl. 1666,1716. ,Ein gelieiztes 
Kalbfleisch. Nimm vom hindren Schenkel, schneid das 
Häutli darvon, hernach spick es durch und durch mit 
Späck.' Z Kezeptb. um 1700. ,|Das Häslein klagt:] Kr 
[der Koch] mich auf das Herdbrett legt, spickt den 
Buckel mit dem Speck.' XVTU., Lied. — b) eine Speise 
mit einem Gewürz versetzen. L'n Gugclhopf mit Ruslnli 
sp. Ap. ,[Kraniche] sind gsünder, wenn man sy mit vil 
specereien spickt.' Vogelb. 1557. , Spick ihn [den als 
Gericht zubereiteten Igel] mit Zimmet.' Z Kezeptb. um 
1700. — 2. a) (reichlich) versehen, füllen, ,ausstopfen, 
ausstaffieren' AaP'. ; Bs; B; Nnw (M;(tthys); Z und sonst. 
,Dashus[Blochmont] wart geleret [bei einer Plünderung] 
und gespiget und angestoßen zuo brennen.' 1449, Bs 
Chr. ,[Die Belagerer] liattend ouch etlich schitt' und 
flötz mit holz geladen und das mit liolz, schwebel, harz 
und anderen vast brünenden dingen ges])ickt.' HBrennw. 
Chr. ,N. hat den Käller mit VVyn gespickt.' 1746, Z 
NVN'en. Den Geldbeutel sp. I)e'' Uir Geldseckel wird 
wider g' spickt. HBLEiLER-Waser 1911. ,[Der Wirt hat] 
erst gester noch den seckel gspickt.' RCvs. 1593. ,Ein 
jeder luogt, daß er sein Gelt überkomme und seinen 
Seckel voll spicke.' A.nh. 1603/29. .Sachen ... so den 
Statt- oderLandtsseckel spicken.' 1661, ADettli.ng 1905. 
Ein Tier ,sp.', ausstopfen; s. üs-schinden (Bd MII 910). 
De" Brötsack sp.\ s. Hammen-Schnetz (BAlWiVi'i). Den 
Kropf, den Magen sp., scherzh. für reichlich essen. Es 
Finkli . . . hed si"s ChrbpfU g'spickt. WMcller 1908. 
Eine Zigarre schmeckt am besten, wenn man sich der 
Biispi g'si)ickt het Bs (.IMiihly). Refl. : ,.\ch, ich hab mich 
hüt garfyn gschickt, mitwyn bis oben an gspickt.' RCvs. 
1593. Eine Rede ,von, mit Etw. sp.' ,[Die Prediger, die] 
von iremgwalt und wird alle])redigen spickend.' Zwixgi.i. 
, Wie X. sine lüg auch mit waarhaften dingen spickt.' LI.,av. 
1569; , vermengt.' 1670. — b) mit Akk. P., beschenken. 
,Wer richlich segnet, wurt wol gspickt, wer ander 
trenkt, wurt ouch erquickt.' GVögelin 1534; .impingua- 
tur' (Melanchthon); vgl. Prov. 11, 25. Insbes., bestechen 
Aa (H.); BE.; L It St.'' und Ineichen; Sch It Kirclih. und 
St.*"; Ndw (Matthys); ZO. und It Spillmann. .Sie haben 
den Agent gspickt.' GoTTH. S.nocliBdl 1 193o.(llsKMan.). 
Refl., von unrechtmüßiger Bereicherung: ,Wann d Ambt- 
leut sich gespicket wol vom gmeinen (iuot gleich ein 
Schwamm voll, alsdann sie [die Obrigkeit] uimlit. was 
sie verzuckt, hiemit den gfüUten Schwanini außtruckt.' 
Embl. 1622. — go-spickt. in GG. g'spiggel: 1. a) = ge- 
specket (Sp. 93) .vom Fleische, mit Fett durchzogen, 
mäßig und gleichmäßig fett ApIL, L, M.' (T.). ,Adii)atus, 
feißt, schmutzig, gschmirbt, mastig, wol gespickt.' Fkis. 
1541. Spez., entspr. spicken 1 a. LfFleischvögeli sind 
mit Spiickbröckli g. Ap. — b) entspr. spicken Ib. Leb- 
kiieche», mit Mandk" g. Bs. Im Kinderreim: Suppe" ... 
mit Flöhne" g'salze", mit Wäntele" (llüfene» Aa) ;/. Aa; 
Ap; B; s. KL. Xr 1424. 3731. — 2. entspr. spicken ia, 
(ganz) gefüllt, voll AaF.; B. ,Gespickt, conditus. fartus. 



103 



Spak, spek, spik, spcik, spuk 



104 



ri'tV'i-tiis.' Mai.. iJ'lJolstcle" .vi" (/. ij'si." mit jrißen und 
röten Öpfel. KvTavel 191G. ,Ein voll oder wol gespickt 
haiis, ein reiche haushaltung, domus referta.' F'ris.; Mai,. 
7'y" g-c GcltsecicJ B und sonst. lJ"ses Portemonm isch' 
nid so g. RIscher 1908. So lang (<■'' mo'''' mv's Pßfli 
Jia" mit Stürzlitubal; g. WMüllek 1906. ,üie Altar sind 
wol gespickt gewesen mit vil und mancherlei Ileiltum.' 
JJRüEßER. ,I)as kau ein hübsch Armada sein, von eitel 
Hasen gspicket fein, aulSreilSend durch der Bündtner 
Awen: ganz zierlich war sie anzuschawen.' 1G21,Zinsli 
1011, 88 (Spottgedicht auf die Flucht der Spanier). Von 
einer Rede: ,Condita oratio, ein ges]>ickte und liebliche 
red mit hüpschen Sprüchen, v(dl Schimpfs.' Fris. Dicht 
besetzt L. [Die Mütze des Siiiiiiclthiiis ist] viit Licclit/i 
g, ZvBÖRi. ,[Des Zürichsees] gelende ist . . . richlich mit 
dörffren gespickt.' TCirst 149(i/7. G. roll; s. Bd I 78.S, 
auch Ar; OrHc. (.von einem Sack, einer Kuh, dem 
Bauche.' Tsch.), Val., Valz.; üFs. - un-; von einer 
Rede, unverblümt, ohne Umschweife. , Darum er [der 
Offizial] ganz von im [Luther in Worms] ervorderte ein- 
faltig, heiter und u. antwurt, ob er widerrüeft'en wellte 
oder nit . . . lAitrer antwurt dem offieial wyter harutf, 
das er ie unerschrockenlich, lieitcr, einfaltigklicli und 
ane all vertunklung liaruß seite.' Salat, Ref.-Chr. — 
Uhi. »iddcen; vgl. Gr. WB. X 1, 2214/5 (.spicken'!); IV 1, 41.51 
(,jiespickt') ; XI 3, 8H7 (,imprespiflit') ; Maitiii-Lieiih. II 536 
(Bed. 1/4); Fischer V 1522/3 (Bcii. 1/2). 

an- II. Nur Ptc. an-ge-spickt: voll von; s. Bd V 
.8190. — Vs-1. Gr.WB. I 465; Fisclier I 263. 

in-: a) einstopfen WVisp. — b) in eine Rede ein- 
flechten, einstreuen. ,D. Andreas Bodenstein von Karl- 
stat, der ouch etwas Verstands erwütscht hat . . . der 
hebreischen und kriechischen sprach, sampt der latin, 
die er dann ouch inspickt sinem schrilien.' Salat, Ref.- 
Chr. — i n-ge-spickt: zu h. ,[In den Schuleraufsätzen 
soll man dulden] userläsne wörtlin oder ganze sentenz 
US den autoribus gezogen, der pocten vcrslin und halbe 
liin und wider i.' F Schulordn. 1.577; nachher .ingezogne 
halb verslin'. — \vi. Gr.WB. TU :!02: Fis(-Iier II 650 (refl., 
sich eindrängen). 

dar-in-: (Zusätze in einen Vertrag) hineinschieben. 
Luzern will bei dem geplanten Bündnis . . . bleiben ,und 
nüt darinspicken von der kilchen und irer zuogehörigen 
fryheiten und gerechtigkeiten.' 1565, Absch. 

ine" ,hinin-'. Nur Ptc. hin-in-ge-spickt; von 
Worten, eingesetzt, eingeflickt. .Man laßt fürohin billich 
[in der Abendmahlsformel] fallen die h-en wort wäsen- 
lich oder lyblich.' HBull. — Vgl. Sanders II 1135a. 

under-: l.eig.;s.imder-spicktl. — 2. uneig., unter- 
mischen. Mit Bez. auf eine Darstellung, Rede. ,I>as 
ist ie zuo verwondern, daß diß ... artikel garnachend 
al müeßend mit luginen underspikt sin.' Vau. .[Ich 
werde] disen historischen Bericht hier und da u. mit un- 
mittelbarer Zueignung und vernünftiger Erklärung.' 
.T.IScHEccHZER 1707, 48; ,diesem Bericht ... mit ein- 
mischen.' 1746, 256. ,Daß heidnische Ideen mit idirist- 
lichen unterspicket werden.' JJBoumer 1740. — under- 
(g"-) spickt: 1. mit Speck durchzogen. ,Untersp., dis- 
tinctus lardo.' Denzl. 1677. 1716. — 2. uneig. ,AVol ge- 
salzen und mit schimpfreden und fatzworten wol under- 
sp., conditus sale et facetiis.' Fris.; Mal. , Oratio con- 
spersa quasi verborum sententiarumque floribus, be- 
spreitet und besäyet, ziert, undergsp.' Fris. ,Undersp., 
conspersus.' Mal. — Mhd. vuilempa-ken; vgl. Gr. WB. XI 3, 
lSUi/7: S.-Iim. Il-'liSS; Fisclier VI 25]. 



er-. Nur I'tc. er-spick t: erfüllt. ,l5as trucknes 
brot erquickt als hädrigs hus mit fach e.' GVöoelin 1534; 
domus plena mactatis pecoril)US (Melauclithon). — Vgl. 
Fisclier II S45. 

IIS-: dicht anfüllen, vollstopfen S; Nnw (It Matthys 
,den Bauch mit Speisen ausstopfen'); USch. — üs-g"- 
spickt: bis oben gefüllt S. 's Hüsli steit jo so noch bi 
.s»'«")» ü-e" Bürchils und wenn dö Für üfgeit, erharni- 
si<''' Gott der Schür und allem z'säiiir". .IIIoh-st. 1865. — 
Vgl. Gr. WB. 1977; Fischer I 522. 

be-. Nur Ptc. be-spickt: übersät. ,B>lsenstückc 
... womit das Tal b. ist.' 1805, ZTB. 1904. — Vgl. Gr. 
WB. I 1638. 

dur'''-. Nur Ptc. dur'"''-spickt: l.eig., = iinder- 
spickt 1 AaF. ; Bs It Spreng (,d. nennt man das Schweins- 
fleisch, wenn es mit Fett schichtenweise durchzogen 
und untermengt ist'). D-er Speck AaF. D-s Brät; s. 
Bd V 886 0. ,[Fleisch] das wol durchsp. seig.' Z Rezeptb. 
um 1700. — 2. uneig., von der Rede, = under-splckt 2. 
,Mit schimpfreden und guoten Sprüchen wol durchsp., 
sale conditus et facetiis.' Mal. — Vgl. Gr.WB. II I6S7; 
Fischer II 491. 

Spickli n.; Speckriemchcu zum Sjiickeii; s. Fleisch- 
Srlniiltrii (Bd IX 1362). 

Spicketen f.; mit einem Schmaus verbuiulcner fest- 
licher Anlaß. ,Bei Ehren- und andern Mahlzeiten, auch 
bei den Sp-en auf Constaffel und Zünften verbieten wir 
das Traktieren mit Geflügel, Zuckerwerk und fremden' 
Weinen, wie auch daß an den Sp-en Niemand als Eltern, 
Kinder, Geschwisterte, Neveux und Nieces ... dazu ... 
eingeladen werde.' Z Mand. 1790. Schon 15.80, Manp. für 
den Tu; s. Schnpf-Urten (Bd I 494). — Da nähere Angaben 
über das W. fehlen, ist seine etyni. Zugehörigkeit nicht sicher zu 
beurteilen. Wohl zu spicken IIS a ; vgl. auch eis. spkken refl. und 
intr., viel essen, starke Eßlust entwickeln (Martin-Lienh. II536). 

Spicki II , spicke' — f.: wohl = dem Vor. Mal. 1593 
(für Tnliisch.); s. Scliaheten 3h (Bd VIII 20). 

fSpicki III n.: Straßenpflaster BAd. (Zyro). Syn, Sc- 
setzi (Bd VII 1707); Be-schießi (Bd VIII 1422). — Zyro 
vergleicht e" rfgpickte'' Has, stellt also das W., wohl mit Recht, 
zu Mpii'ken II. 

Donner-Spiek: = D.-Schieß 1 (Bd ^Tü 1,3.55) LE. 
Das nützt him D.ja Nüt! 

sjtöcke": (unerlaubter Weise) im Walde Holz sam- 
meln BStdt (mattenenglisch). Syn. spröcken, spröken, 
sprnßeH, — Entstellt aus epieken, I :U> (Sp. 98)? 

Spufk, in ScnHa. G'sp. — m., PI. Spiick (in Bed. 2) 
Al-: Gk: 1. wie nhd. Spuk, gespenstige Erscheinung BG. 
(s. spiK-kcnl); ScnHa. ; Uw; ZO. (.geheimnißvolles Ge- 
sclielmiß') und sonst, doch nicht eig. volkst. ; Syn. Geist 
■2(1 • (BdII4ö9); (rf-speiist. — 2, (boshafter, neckischer) 
Streich, Spaß AaZ. (.allerhand überzwereh." 1815); Ar; 
BoAa.; GrPi-.; SciiHa.; Syn. Spiiiik -in (Sp. 85). E« türe'- 
G'spd/.l Oller Sjj. Bäuno. 1925, 394. , Einen Sp anstellen' : 
,1'nd doch dünkte es ihn [Uli] ... die ganze Geschiclite[viin 
der Verlobung der Meisterstochter mit einem Andern] 
werde wohl ein leer Gerede sein, ein Sp., wie ihn Jung- 
frauen [Mägde] oft anstellen.' Gotth. Bes. ('Ei'" in) (e"j Sp., 
Spiick yiiache", Schwierigkeiten bereiten, einen Streicli 
spielen AaZ. (auch 1815); Ar; GRCast., Chur, He., Pr., 
zB. von Nachtbubenstreicheu AaZ. [Der Mesner] hed 
dem Pfarrer wellen e" Sp. machen. GFient 1898. Jez 
iiiuchl-mer il'sLiecht wider dere" Spiick ! GnHe. Wie Das 
aic'' liiflet! ... ]\Ii" Hiiet will iifen all I'utt Spiick mache" 



105 



Spak, spt'lc, sjiik, spok, spiik 



106 



und hetii. Lust üf und deroa" z'ga". MKuoni 1886/7. 
Kekn) Spilck mache". Mach-iiier kein Spuck! zB. zu 
einer Menni [Gespann], auch zu Personen. Esfi in acht 
bin zilhc" Tag, nenn r/'.S' Wetter kei" Spiick niaclii, hew^-si 
(j meint nt/fi'miit und fertig v'g'teit z'hii". MKroM 1884. 

V-1. (ir. WB.X 2,210; l:i (auch in BeJ. 2); Martin-Licnh. II 
.5:10: Fisrlier V lti02, zur Ycrbiinlunj,^ mit ,!niich<.'ir (iiuter 2) 
Brcni. WB. II 9fil ; Adelunsr IV 24!) : Mülloi-Fraiirfiutli II .541!. 
Das W. prilt mit, «piiofen als Entlehnunir aus (nJ.) nhrt. Siiül;, 
spuken; doch liegiMi die Verhältnisse niiht völlig klar: vgl. auch 
Spaid-, »pnu/cen (8p. 8.5). Bed. 2 macht im Gegs. zu 1 l)ei uns 
«ie in andern ohd. MA.\. den Eindruck größerer Bodenständig- 
keit: entspr. verhält es sich mit spuvk-cn I und ;*. 

spucke", S.Sg.Prfes. und Ptc.-^: 1. wie nlid. spuken 
Ae; Bs; BG., Si.; GuHe.: L; Nnw; 7, und wcdil weiter- 
hin, dncli nicht eclitma.; dafür f/cistf er )cn (Bd II 4oii;i), 
ge-S2>ensten. Jr'ltiideni sjyitcke" oder treilien Spitck. wo 
zB. am Ort einer Untat es Fiienriirch crtri'iniit, ein Pt'enl 
erg^steret.' BXkxh. 1011. Bes. unpers. Es spnckt i" ili-m 
Hns — 2. (iliertr. a) von Störunsen des geistijien oder 
leildiilicn Befindens und andrer Zustände .\i'Ll>.: Bs; 
Gi<He.: L; Th; I'w; [' ; Z; meist unpers. Viil, zur Sache 
«rc/ie« .3 (Bdl 435), /,V( (/.sc/) 2 (hä\]lr>o]). Es spuckt In-n-em 
(im Chopf), er ist nicht ricliti.ff im Ko])t'e Ap; Bs; GRHe.: 
Uw' und sonst. Es spuckt(-mer) im Mage", von Matten- 
heschwerden Z. Es cha"" jo rorcho", daß's öppedie [im 
Magen] spuckt, wenn Einer drlßg Guetsli ahe"truckt. 
AHruoENB. 1924. Auch : Bey Mage". 's Herz spuckt, fangt 
a" .sp. Ap; Bs; Z. Ein altes Leiden spuckt wider, ebd. 
l)(i s]>uckt's. chi liegt der Fehler, in einer llechnung, einem 
Projekt Z. Mit Xl)sinn. J)ö spuckfs. von .\nzeiclien, 
Vorboten ernstlicher Erkrankung, ökononiisclien Ruins, 
übh. einer Katastrophe (zB. eines Bergsturzes) .\pL1i.: Z 
und sonst. Es spuckt neime". es bereitet sich im (ieheimen 
Etwas vor Uw. Es spuckt im Frankrlch. von Unruhen, die 
Schlimmeres erwarten lassen USch. Von katastroplialen 
Vorkommnissen. Es spuckt aV Pott ( Nätiis ) Iji Ui-ne", 
diese Familie wird beständig von Scliieksalsschlägen 
(Kranldieiten, Unglücksfällen) heimgesucht Ai'Lb. Das 
ist nähis Ti'ifelsmäßigs. wie' s dö g' spuckt het! von einem 
Hagelwetter, Frost, einer Überschwemmung udgl. ebd. — 
b) schwerhalten, zweifelhaft sein AaF. ; Ap; BS., Si.; Gr, 
so Gast.. Chur, He. ; L ; ZStdt und wohl weiterhin ; nur un- 
pers. Syn. haperen (Bd U 1479). il/c" het g'gluulit, es irdl 
[trotz dem siegreichen Gefecht] mj^ii sp.: si (die Unter- 
legenen] sammle<'-sifti nü'^''-n-e'"möl. Grolimund 1911 
(Lied von den Freiämter Unruhen 1841). Bis-uie" die 
[Zugtiere] het diir'-'' d's Wasser g'jagt g'lia". Das liet 
g' spuckt ! BlRSK. 1914. Bes. es spuckt, wird sp. (oh ...I. 
Chan"-er d's Exame" mache"? Antw.: Es spuckHhM.e. 
GiPt's de" Sagg vu/le" [zB. beim Einsammeln von Kar- 
toft'eln]V Antw.: Es würd grad sp. ebd. Es wird sp.. 
üh Das r/'rötet ApLb., äb's g'räti. Barnu. 1922. — Vgl. 
(ir.WB. X2, 214;7: Martin-Lienli. II ry.W: Fischer V 1H02. 
sowie die Anm. zum Vor. 

Spucki f.: Spuk(gescliichte) liLau. De u-üesteste 
Sp-e. wa-mu" e<"mäl cam Böthiihe [,Kothiiuliclien', Alp- 
geist; s. Bärnd. 1927, 553] g'hort hat, isch' die. wa's silie" 
Roß hat über de graue Schupfe üsg'sprängt. GiirReichenb. 
(BLau.). 

spuckig: seltsam, komisdi. wunderlich 1!. so Stdt: 
Syn. kurlig (Bd HI 448). Es chuunt e" Her ... uh, e" 
hürige',sp-ei,sö-u.e" Ingtiscli-Iioi/. OvGrkykrz 1898. Das 
sigi e'"ni.el es ■'<}i-s Modi [Mädchen]. H Dorfkai. 1904 
(Hl)i(^tzi). Mc" hätti-scch nid g'wunilrret, wenn der 
h()/:ig t'hiijif [es g'schnitzt's Angeh-chö/i/li / tut g'lacliel 



hätti. .W .ip. hei-cr usg'seh". UvTavei, 1913. .Nach einer 
Angabe urspr. nur studentisch. Zur Bed. vgl. etwa noch S/jul,; 
sonderbarer iVlcnscb, Ihü Müller-Fraureuth II .541). 



Spe'kläkel {-kx- bzw. -</(/-) Bs (Seiler); HS., Stdt; 
Gl (bei CStreitt' .S/»(-); GWl.; ScHwMa.; Tu, Spei- AaF., 
Häggl.; Ap; B, so !t Zyro; FS., Ss.; Gr01)S., Seh. und It 
MKuoni 1886; (iKh.; SL.;THKeßw.; Z, Sped- .\.kV.; Bs, 
so Lie. und It Seiler (-ägge/j; L; ThHw.; U; Z (in F. 
Spä-), Spit- Blns; Gh\'., Spid- BS. (BSG. xiV), in der 
ä. Spr. meist n., in der lebenden meist m.: 1. a) Schau- 
spiel, Anblick. Jedi Bewegung [der vornehmen i'rau] 
isch' es Spektakc/ für Aug und Herz g'.ii". RvTavel 1922. 
[N. konnte sich vordrängen] für ilas Spektakel z'luegc", 
die vorüberziehenden Krieger, elid. 1913. I"'' ha" dii" 
Spedaggel e" fangen e"chlei" g' musteret, das .Jahrmarkts- 
treiben. BsLie. 1910. ,Wie hat da ein bestandener Mann 
einem jungen Scheslirütscher die Filzlaus aus dem 
Hosenbumper geklo|)ft! Ich gab fünf Batzen, du wärest 
bei dem Spedakel gew'esen.' AKeller 1852. Jung werde" 
|soll nuin in dem BadejV Xarredi! Das vdr es unerhorts 
Spektakel. PHEN0.1S36. Bes.von einem traurigen, jammer- 
vollen, schrecklichen Anbli<'k; meist mit kennzeichnen- 
dem .\dj. ,Ks [eine Feuersbrunst] war ein seer trurig und 
kläglich Spectacul.' RCvs. (Br.). ,N. hat an der selben 
Nacht sich selhs lyblos geton, wie dann diser leidig 
Spectacul am Morgen . . . funden und mit Für abgeton 
worden.' 1616, Z KB. ,Die Weibsbilder solten insonder- 
heit durch diss grausam Spectackel [Verbrennung von 
Christen] von ihrer Meinung mögen abgeschreckt 
werden.' Gpler 1616. ,Da war alles dick mit todten 
(öri>ern überlegt, daß ein grewlich Spectacul war." 
Grasser 1624. ,I)isem mißfälligen Spedackel [dem Ein- 
zug der Berner in AABremg.] ich Selbsten auch zu- 
gesebauwt.' ABitelrock 1682,1712. ,Die Marter und 
der Tod mögen den Leib übel verwunden und ein elendes 
Spektakul darauß machen.' .IMever 1700. ..IBellis Frau 
hat mißgebiu'en; ein kläglich Spektakel, gleiclisam als 
ohne einen Kopf 1705, aZoll. 1899. ,[\Vir gingen ins 
Lazarett] um dort das traurigste S])ektakpl unter der 
Sonne zu sehn.' UBrägc.er 1789. .Auf dem Kirchhof in 
Unterwaiden sieht man das Spedakel noch, wo viert- 
halbhundert Weibspersonen dort ihres Laben müsid 
loh.' Lied auf die N'dw Sehreckenstage von 1798. 
Das grüß/ig Spektakel. ScHwBr. Bartlispiel 1829. — 
b) wunderbares Schaustück. ,[Unser Mitbürger X. ist] 
Willens und Vorhabens . . . das er sich möge, sin Wib 
und Kind mit obbedachtem großem Spectacl und Mer- 
wunder [einem Waltischskelett] desto bas erbalten und 
ußbringen, ins heilige römische Rieh ... sich zu be- 
geben und .ledennenigklicb denselben [!| umb ein ge- 
büreiulen Pfennig zum Spectacl fürzuwiseu.' I(i24, GK. 
Geleitbrief. — 2. (n. B It Zyro. sonst m.) lärmender .\uf- 
tritt, zB.V(Mi Streitenden, lautScheltenden usw., (wüster) 
Lärm, (ieschrei übh. wohl allg. Auch verstärkt Heide"-. 
Mords-, Mords-heide"-Sp. Das ist e/uj Sp. g'sl". hat 
e( nj Sp. g'ge", abg' setzt! Das gab kei" leide" Späggtaggel, 
wenn .<'|die Frau] -es- innc" iritrd .'CStreief 1901(2. Was 
ist da nuch fär-ne" Speggtaggel! Gwüß hei"d-si mit <'em 
Schagg nuch Strit a"g'fange". .IIIefti 1905. [Wir wollen 
schon singen] u-enn-er iler Spelakel leide" mögt CirScIi. 
.Dabei [bei den Schmerzensausbrüchen der Jlutler am 
Grabe ihrer Kinder] war kein absichtlicher Spektakel, 
sondern Alles kam von Herzen.' (jonii. (Ein)) Sp. 
mache", verfitere", schloh" (Bs), a"fah" usw. Die händ 



107 



Spak— spuk, 8])al(l| siml(l) 



108 



fn Spedii^i'l fi'machtl'l'uiivi. Mach doch nit so SpeUtlicl! 
B (Zyro). Hcrrjeh, w'e Dii.f [ein Wasserfall] SpeUikel 
macht! Zvböri. ,Lohnt es sich der Mühe, wegen einem 
solchen Bagetell einen solchen verfluchten Speddakel zu 
machen V AKkller 1852. (Trainpul und Spital^ef. Bärnd. 
1914. ,Gschrei und Spettakel, als die vielen Kind fffüert 
hand.' 1022, Bs. — 3. eisentümlich .Einem einen Sp. lie- 
wisen, antuon', von einer den Ruf, die Ehre des Be- 
troffenen schädigenden Handlung. .(Ein Bruchsclineider 
aus Solothurn, der vorühergehend in Zürich praktiziert 
hatte und dem auf Betreiben seiner Zürcher Berufs- 
genossen in schroffster Form ein Ausweisungshefehl zu- 
gestellt worden war, beschwert sich beim Rat] umb des 
Spektakels willen, der mir bewissen und erzeigt ist 
worden. [Er habe es nicht verdient, daß ihm] ein 
söllichen Sp. anton [werde].' 1620, Bcftschript. — 
4. interj. J'J du Spektakel! Ausruf des Entsetzens Bs. — 
Vgl. (ir.WB.X 1, 2131/4 ; Martin-Lienh.II.5.5I (auch in Be(i.4): 
Fischer V 1 5 1 0. Das Verstummen des ersten /,■ (in unbeeinflußter 
ma. Ausspr. wohl überall) erklärt sich t. ilurch die vortoiiis'e 
Stellung, t. durch Dissini. 

spektakle», in Bs auch spedäfifitc": (wüsten) Lärm 
machen, schreien Bs; B; (iWe.: WLö. ; Z und weiterhin. 
Nächte'^ hei"-si aw^'' irider (j'Kpektakkt; Das clitt"" 
nüvimen esö gö" Bs (Seiler). Sp. irie-n-en Wilde. JMähek 
189G. S. aucii RvTavel 1913, 34. — Vgl. Gr.WB. X 1 , 2l:U : 
Martin-Lienh. II .5.51. 

spektaklig, spet-, spedäyyliij, auch -isch: abscheu- 
lich, zB. vom Wetter, von der Kleidung Bs (Seiler); Syn. 
spektakel-iiiA/Jif/. Sjjektafjglisch a"(i'leit si". Spetaygliger 
het Nit g'niotst, ah Das r/'.s-j« isch! — Auch bei Martin- 
Lienh. II 5.51. 

Spektant m.: Zuschauer (bei den Osterspielen). 
XVI., L. ,r)ie Sp-en' halten sich auf den ,Spektanten- 
Brüginen' auf. RBrandst. 1886. 

S p e k t a t i V e f. : = Exspektanz (Bd I 623). In Betreff' 
der ,spektatifen' (Exspektanzen). um die es sich jetzt zu 
Beilenz handelt ... 154.5, Absch. IV Id 482. Gleichbed. 
auch ,exspektative': ,()h glychvil Üwer tinaden vor- 
farren einem andern ein e. uf sölliche pfrund gehen.' 
1534, ^G.TscHTOi an den Abt von StBlasien. — Mlat. e.r- 
pectativa, spes succedendi in feudiun vacatunmi (DuCange III 
369); \t. Hpettativo, Aussielit auf eine Pfründe. 

Spektation f.: = dem Vor. In Betreff' der ,specta- 
tionen und der warten' zu Lauis wird erkennt: Wenn 
sie vor der Abstellung zugesagt worden, läßt man sie 
bleiben; andern Falls sollen sie ungültig sein und in der 
Folge keine mehr zugesagt werden. 1533, Absch. 

Spektlv n. Bs; S; WLö.; ZSth., Zoll., Spekthn L; 
GTa.; SchwE. ; Obw, Spekpflfi (jWb.: Perspektiv; Syn. 
(Fer-)Sp'ektwi-E(yr (Bd IV 1236), Spiegel le (Sp. 63 o.), 
Sperebiiktipi. Spektwi oder Opercgiigger hem-mer ke'ni 
In-n-is, auf einer Bergtour. L Tagbl. 1899. Sini großen 
Auge^ st" «" der Chuchi iiinme'g'gange", 's isch ''im 
Gattungen [einer jungen Hausfrau] g'sv', er heig nes 
Spfktio, wo-n-er jedes Stäuhli g'sech. JReinh. 1905. 
Anscheinend für Lorgnette oä. : [Um den Bauern nahe 
zu kommen] mueß-me" nit 's fi" und g'striglet Herrli 
machen und der Bär mit <iem. ö'pefc/.s« oder Nase"chlümiiier 
a"luege", wie wenn-er weiß iras irar. Schild 1873. — 
Vgl. Martin-Lienh. II 537; Fischer V l.")!(l; Schöpf 492: Foll- 
niann 484. 

spekti've (-gg-J: Adv., respektive, will sagen. 
D'Vri'xe", sp. d'Frau vum andere" Heiri Jenni. 
CStreiff 1909/10. 



spektiere°: = respektieren (BdVI 1491) Ndw (Mat- 
thys). Er spektierd-en e"chli". — Zum Schwmid vortoniger 
Silben in Fremdwörtern vgl. etwa Jinrl,- tiir Tiihi'nl,- (Bd IV 1 1 05), 
Zofjrje! für riiz,l./;iel (BSG. XVII 106). 



Spal(l), spel(l), spil(l), 8pol(l), spul(l). 

Spal f. (1738, UwE.tr.), Spale" I (bzw.-r?.-) f. Ar 
Her.; Bs (Spreng); BTwann;GLH.; GRNuf.('-fe-^; L; GSa.; 
ScHSt.; Th; Uw; U; W; äSpr. — m. Ai' (T.); Gl, so H., 
K., M., Näf. ; GStdt (Wegelin), — ii. (in Bed. 2 a) L (Schür- 
mann), PI. Späte" GLNäf., Speie" Gi, (ä. Angabe), sonst 
unver. (so nach neuerer Angabe auch GlH., K., M.), Dim. 
Späleli Ap; Ndw, Spali BGr.; W, so Lö. (-in), Späli W. : 
1. a) (abgespaltenes) meist längliches Stück Holz. .Spelef', 
die Stücke eines Blockes' Gl (ä. Angabe). I>im., ,ein lang 
und schmal ausgespaltenes Stück Holz' Blür. (Bärnd. 
1908, 182); W, so Li). (,kleiner,Sc/wc<£Holz, zB.dieZuuge 
an der Mäusefalle'). Als primitive Falle für Mäuse und 
andere kleine Tiere dient ein auf Spale" (aus Holz ge- 
schnittenen Stäbchen) ruhendes, mit einem (iewicht be- 
schwertes Brett, das bei leichter Berührung der Stützen 
zu Boden fällt und das Tier erschlägt W (Kuppen). ,Ein 
gitterartiges Chriz aus kleinen Spalinen oder Hehlinen.' 
Bärnd. 1908. Insbes. a) großes (44 Zoll langes) Scheit 
für den Backofen GStdt (Wegelin). — ) dünne Latte 
(zB. für Spaliere), Zaunstecken, -pfähl Gl, so H., K., M. ; 
vgl. Spalen-Zün. — y) kleines längliches Brett zum Ab- 
stecken des Gemeindepflanzlandes GLNäf. — S) breite 
Leitersprosse Bs (Spreng). — s) an einem Spale"-Gade", 
Sprosse, kleiner Rundbalken, dergleichen (bei der sog. 
g'stemnite" II'«*k/) zw. die Eckständer eingestemmt sind 
GLLth.; vgl. JHunz. 1905, 215; 1913, 1(39. — Q von den 
Q.uerhdlzeru, womit sumpflge Wege belegt werden Aa 
um B. ; Bs It Spreng (.(Querholz, deigleichen man in 
Steigen und bösen Straßen zu Becpiemlichkeit der 
Reisenden zu legen iiflegt'). - ■') (^»uerleiste über der 
Mitte des Faßbodens BTwann (Bärnd. 1922, 432); dazu 
Spale"-Faß. ,Faß mit (,|uerleisten über den Boden' Aa 
(Rochh.). — ;►) drehbares Brett als kleine Tür oder 
kleiner (Keller-)Fensterladen GLNäf. — i) am Sattel des 
Saumtieres angebrachte Vorrichtung für den Transport 
von Langholz GRNuf.f. Ufd' Spale" lade". — b) .Spalte"' 
(s. Anm.), großes Stück, zB. (doch selten) von Brot Ap 
H. Scholle ArK.(T.). En Sp-en Erd; fiyn. BatlcH (AvK.). 
Dim. ,Spälleli, etw. Dickes, Knolliges, zB. ein kurzes, 
dickes Scheit ApH., L' (T.); vgl. Ballen 8 (Bd IV 1149; 
It T. IldlMi). 

2. a) Fäßchen aus schmalen, früher durch Spalten 
gewonnenen tannenen Dauben {S]ialc"-Eaß L ItSchiir- 
mann) zur Verpackung des zur Ausfuhr (lies, nach Italien) 
bestimmten Käses, meist 6 Laibe enthaltend, auch für 
das Fäßchen samt Inhalt L, so It Schürmann; GSa. 
(,gefülltes italienisches Käsefäßchen'); aScHw; Uw; U, 
,zwei Holzreifen und oben und unten querüber gelegte 
Brettchen' Schw (ä. Angabe; vgl. lav)); s. auch FAnd. 
1897, 496 (,Saumlast für Käse bei faßartiger Ver- 
packung'); 1898, 535 und vgl. Spalen-Chäs (Bd III 509), 
-Tilgeten, -War. sowie Sprim. E" Spate" Ctias ficuw; 
Uw. Der Chäs gät nid )'» d'Spale'^, taugt nicht für die Aus- 
fuhr, ist Ausschußware UwSa. .Der Käsehandel nach 
Italien ist bei weitem der bedeutendste und gleichsam 
der Hebel des sämtlichen Wohlstandes. Nach der Zoll- 



llMt 



S|)iil(l), spol(l), spil(l), spnl(l), spul(l) 



110 



tabplle in Flüelen . . . beträft die (hinliscluiittliclie 
Dnrclifiilir der ünterwaldnerkäse .jährlicli !)(»()(» Sjialen 
oder Fäliclien, jedes zu (i Käsen.' Uw Gem. (iö. ,l)er 
Lielitmelikasemarkt in Beilenz ist schlecht ausgei'allen, 
kaum idö Spalen sind verkauft.' 1870, Botk der Ur- 
schweiz. Käse .in die Sp-en machen'; s. in-spaleii. ,[Der 
Dieh hahe] vor dem salzhuß ein spalen uf'sehowen und 
daral5 acht keß verstolen.' 15(U, Z HB. ,[X. hahe] hy 
derankenwag ein spalen keß und by einem jar aber ein 
spalen und unlang darnach aber eine der enden uf- 
geschnitten und ul> jeder zwen keß verstolen.' 1.570, 
ebd. ,Ein keß, so 10 pfd schwer gsyn, uß einer spallen 
verstollen.' 1587, ebd. Die .[Käse-JSpallen' sollen in der 
,Anken\vaag' sicher verwahrt werden, damit ,nit mehr 
so vil Klegten khömind, das etwan Spallen mit Keß uf- 
gehouwen werdint.' 1G08, Z. ,In einer Spallen 8 Keß.' 
1G3!I, ebd. Vom Fäßchen unterschieden (s. auch u.): ,Es 
soll auch allesAbholz, läreFäßlin, Spallen uiidSchindlen 
dem Fronwaagmeister zuogehiiren. damit er für sicli und 
etwan auch frömhde Handelslüt . . . ynheizen lassen 
könne.' 1(>75, Z Ordn. des Wagmeisters. Verzollung. 
.Ktlicho friunbde keßverkouffere vermeinend, wenn sy 
uß etlichen spallen keß einen, zween oder meer keß 
einem burger alhie daruß ze koufl'en gebeut, sygind sy 
dann umb den überigen teil der keßen dheinen in- ald 
ußzoll schuldig.' 1574, Z RM. ,[Auf eingegangene 
Klagen] was nüwerungen und mißbrüchen . . . mit in- 
laden und inschlachen des ankens . . . inn sonderbaren 
darzuo bereiten fassen, deßgiich die käs inn spalen, zu 
Ilorgen, liichtischwyl und der orten getriben ... wellicbes 
dann oucli nit geringen abbrucb und schweinerung des 
Zolls bringen tuot, deßhalben ist zuo abstellung des- 
sellien ir [unserer Herren] erkanntnus und anseclien, 
daß hinfüro dehein anken oder kesspalen mer zuo Horgen 
[usw.] inn die faß geschlagen, sonder inn den geschirren, 
wie es daselbs hinkompt. allhar an oft'nen merkt ge- 
füert und verkouft werden; was alier alsdann nit ver- 
kouft wird, das möge man wol inn die faß oder spalen 
schlachen und wytter fertigen.' 1574, Z Zollbuch; vgl. 
zur Sache noch »»-.«^jofc«. Nidwaiden eröffnet, daß die 
Particularen von Ursern die 1592 ihnen gewährte Znll- 
freiheit zu sehr mißbrauchen und den obrigkeitlichen 
Zöllen Eintrag tun, da dieses Jahr von Denselben IBOOO 
Spalen Käse zollfrei durch Bellenz . . . spediert worden 
seien. 1727, Absch. Transportgebühren. ,[Der Fuhrlohn 
eines Säumers ist] von einer Spahl Käs auf Stansstaad 
lo Seh., von einem ungraden Käs allein 3 Seh.' 1738, 
UwE. TK. ,Auf ein Spalle Käs von Buochs nach Flüelen 
wird bezahlt 32 Kp. Sofern weniger als 25 Spallen Käs 
geführt werden müssen, soll die Taxe für volle 25 Spallen 
bezahlt werden.' 1S()4, Nnw Ges. 18G7. Vgl. noch den 
Art. ,Spalenkäse' X.Z.Z. 1930 \r 508. — " b) „Ballen 
[Ware] VO", ,ein wohleiugebundenes (iepäck von Waren 
und vorzüglich von Käsen L; Zu' (St.""); \ gl. spulen 2. 

3. Scharte an einem Sehneidewerkzeug, ilesser, 
Sense, A.xt. Degen usw. ScnSt.; TuHw., Mü., Pfyn und 
It Pup. '.s hat ä [= eine] Sp-en a" der andere", an einem 
Messer ThHw. 7:.'.s- fiti't Sp-en im Danyel. wenn der Stahl 
zu hart ist ThMü. D' Sp-en fisiretze» Th (Pup.). 

SjKltnilKl. »pnle f., (JiUM'Imlken am Kreuz. Leitersprosse; vgl. 
Gr.WB. XI, 1S4Ö (.Spale' '2 und :?); Martm-Lienh. II 5:^7 
(Spalc" in., Sprosse in der Wagenleitev, Querlnett an einer Tra;?- 
lialire, Kjidspeiche, Holz, das die Wagenleiter stützt; dazu Daih- 
Sp., Daehsjiarren), ferner Campe IV 490/1 (,Spale f., veraltet, 
ein dünnes, langes und zugespitztes Holz, ein Pfalil ; dav(tn die 
Zwitterwürter Spalir. Sp;ilirzaiin, wofüc man tViglirli Spalen. 



Spalenzaun . . . sagen könnte'). Das W. gehört zu der Wurzel, die, 
not Dental erweitert, aueli in spalten steckt; Weiteres darüber 
liei Fick'' 511. Die in unsern Angalien nicht seltene Schreibung 
mit U ist im AUg. sicher bloße Kennzeichnung der Vokalkürze. 
Anders verhält es sich mit der durchgängigen Doppelsehreibung 
in Bed. 1 b (wozu auch spiUehn, ije-spalet), insofern daneben im 
gleichen Gebiet gleichbed. lialUn usw. (mit etym. //) steht, das 
nicht bloß die Schreibinig, sondern auch die ,\usspr. beein- 
flußt haben könnte; vgl. T. :i77a. 2a ist wohl eig. als Sg. auf- 
gefaßter koll.Pl. Das einmal bei ALOaßmann 1918, 84 in dieser 
Bed. belegte Mask. ist zweifelhaft : das von Scliürmann für L an- 
gegebene Neutr. (in Bed. 2 a) dürfte durch .S>.-^'o;» veranlaßt sein. 
Zu Bed. ;j vgl. ,Spale', Spalte, bei ür. WB. aaO. (unter ,Spale' 3). 
— In Namen (wohl meist zu Bed. 1 a). ,Spahlen' BsLang. (Hof; 
dazu ,Sp.-Matt, -Wald'). An (heute gew. in) der Spule" BsStdt 
(Vorstadt, dazu Sp.-Tur und die Abi. SpnUmer, Bewohner des 
Quartiers), im Bs ÜB. aus dem XIII. /XIV. zahlreich belegt 
(zB. .in vico Spalee.' 12:^0; ,ante pnrtam civitatis que Spalon 
dicitur.' 12:31; .ante portam Spalon.' 12.50; ,in vico Spalen.' 
1269; ,an den Spalen.' 1276/87; ,in suburbio, Spalon.' 1282; 
,ze Spalen vordem tor.' 1285; .ante, apud Spaleam.' 1287/98; 
,an der Spalen.' 1292; .in der vorstat an den Spalen.' 1299; 
•uf der gassen ze Spalen.' 1 :KH1) : vgl. auch Spreng 1 756, 2, 37 ; 
Socin 188S, M^: Bs TB. 18.52, 239 ff.; Bs XIV. 76/7; dazu 
der FN. .Spal(l)er' (.Uolricus Spalier.' 139'2, BsUB.; .Petrus 
Spaler.' 1406. ebd.). .Spali-Horn', Bergname WKippel (-«-). Un- 
klar ist Sp. in dem W (;') Kinderreim : Eh tp^'l kei" hrari Müller 
me, 'tt sind alli nf dem Spate" vergeh irundc". KL. (Nr 5161). 

Ch'is- Spa/e": \.a,) = Spal2a, „ein Fäßchen, worein 
die Käse gepackt werden VO"; GSa.; Nnw (,Faß für 

6 Käse'); U, auch für das P'aß samt Inhalt. ,Die huw-- 
herren söllent nachtrachtung hal)en, ob nit etwa ein 
glegner blatz, da man nachts die keßspalen frömbden 
und heimbschen personen, so sy alher ze merkt bringend 
und nit verkouffen mögend, sicherlich . . . behalten 
möchte.' 156(3, Z RM. ,Was die karrer zuo Ion neraen 
sollen; ... von einer käßs])alen 2 seh.' um 1570, A.\Lauf. 
StK. .[Wälirend die Kaufleute] zuo Horgen ... ein guot 
gebunden rörlifaß umlj 4 oder 5 batzen. deßglychen ein 
keßspalen umb 4 Schilling kauftind. müessind sy umb 
ein rörlifaß [in Züi'ich] 7 batzen uiul umb ein spalen 

7 Schilling geben.' 1578, Z. ,Bin gen Horgen an Jarmert 
griten . . . N. gab Hauptman W. 7 Kessi)allen, jeden 
Zentner um 7 guot Gl.' 1641, Zo (Tgb. von .lAndermatt). 
.Von einer Kässpallen soll der Ynsteller [dem Fronwag- 
meister] in den ersten acht Tagen ein halben Batzen, 
hlibe es aber lenger ingestellt, ein Batzen geben.' 1675, 
Z ZoUordn. Die Gesandtschaft von Schwyz beschwert 
sich, daß man in Uri ihrem Mitrat N. zugemutet habe, 
seine Kässpalen ... in die Sust zu legen und durch die 
Factoren spedieren zu lassen. 1744, Aiison. Es be- 
schweren sich die Schitfmeister, daß die Käshändler von 
Schwyz und Glarus ihre Kässpalen, die früher drei 
(,'entner wogen, jetzt vier (,'entner schwer machen, uiul 
bitten, daß man sie nicht mehr vom Stück, sondern vom 
Gewicht bezahle. 1749, ebd. — h) = ( Chds- jjdrh (Bd LH 
68) Gl. — 2. so viel Käselaibe, als in einer Spalen ver- 
packt werden. .Kesspalen in die faß schlahen' ; s. Spalta 
(1574, Z Zollbuch). 

spale", Ptc. -c«: 1. = In-schiHdlenb (Bd VIII 924), 
„ein gebrochenes Bein schienen Vü"; GrV.; SchwMuo.; 
U. Erheddoch ati''< (i'schnVe". iros'-em d'.f Ilei^ n'spalel 
hend SchwMuo. S. noch Bd VII 536o. (JCWeißenb. 1673). 
— 2. entspr. Spalih, Waren, bes. Käse, zum Versand 
verpacken LG.; II, „Waren in Ballen |)acken VO", ,cin 
Gepäcke fest einbinden, daß dasselbe weder durch das 
Fortführen gerüttelt, noch durch einen Stoß verletzt 
werden kann (meistens v(ui Waren und besonders von 



111 



Spalfl), spoKD. sjiild). siiol(l), siiiilO) 



112 



Kiisiüi) L; /er (StJ'). Aii.li l.ci Campe IV 4'.U (als v.t- 

illtet): ,spali'n, mit Spiili'ii vorsclii'H. simlircn.' 

i"-: 1. ,Etw. mit Stäben oder Brettern einfassen 
zum Festmachen' aSciiw. S]iez. = dem Vor. 1. elid. und 
wohl weiterhin. ,I)ie Beinbruch sollen ifebunden werden 
alle Tag zweimal und nicht eingespalet, sonder mit den 
eisenen Kinfien, die auf die Schrauf gestellt wenlen.' 
P.4R.\i'. ,8o das ülid recht eingespalet wirt und in der 
Temperatur behalten ...' ebd. — 2. = dem A'or. 2, von 
Käse Uw. ,I)iewyl man sich höchlich klagt, daß die 
kiieft'ere mit fassen und inmachen kelS und ankens grolSe 
unbescheidenheit bruchind und man sy nit gnuog ver- 
lönen könne, darum!) euch [die Händler] desto meer 
verursacht, ire waren an andern orten inzespalen . . .' 
1578, G. ,Wie das etliche [auswärtige Händler den 
Käse] usserthall) myner gnedigen Herren Keßmarkt in- 
spalen und verschicken lassind, damit dann nit allein 
inen [den städtischen Küfern | an irem Gwiin Abbruch 
bescheche, sonder ouch die guoten Keß all usserthalb 
uffkouft, inn die Spalleii gmacht und der gemeinen 
Burgerschaft entzogen werdint.' IGOH, Z. 

g^-spalet (.-II-'): von Trauben, dicht besetzt mit 
Beeren GRli. (i. Tnlhe". — Zu SjmI Ih (s.d. um! die Anm. 
(l:izu), also ci^. .kliiniiiig'. Dafür in AjiLb. iie-ballel zu Ballen I 
(Bd IV 1148); zB.: Dk Trübe" aiiml ../'k./ ■hallet. = söntl ifml 
Bälle"-; 's het ifad Bälle". 

spälele" f,-B-')- ,in der Forstspr., die Waldbäume 
der Erde gleich machen und den Wurzelstock in kegel- 
förmiger A'^ertiefung aushauen, ohne die Wurzeläste 
und die Zasern auszurotten; die in der Erde bleibenden 
Wurzeln dienen den jungen Tännchen als Dünger' Ar 
M. (T.). — Abi. von Späleli; s. Spal Ib und die Anm. dazu. 
Wort und Verfahren scheinen nicht mehr bekannt zu sein. Vgl. 
ab-spänelen. 

spälig stpeMiy. in Uw auch fl'^-'<ji.: 1. a) „von Holz, 
kliebig, spaltig, was leicht spaltet" AaF.; BBe., Br., Gr., 
Ha., „O." (St.'-'), R. und It Zyro; Gl, so S.; LE. (auch St.), 
G. (auch It Ineichen); Schw, so Muo.; Ndw; UwE.; U 
(auch St.''); W; ZBirm. (f), Kn. (t). ?^f'll- Syn. xpältig. 
Sp-ü Holz eignet sich für Dachschindeln, Faßreifen, Faß- 
dauben udgl. Isch'-es sp.'^ oder Hend-er sp-^? Gruß- 
frage an Einen, der Holz spaltet aScitw. — b) , gespalten, 
geöffnet', von den grünen, bereits aufspringenden 
Schalen reifer Nüsse ü (DrMüller). — 2. übertr., meist 
nur verneint, a) leicht, mühelos (zu bearbeiten, zu 
machen) BHa.; Gl; Syn. schidiy IIb (Bd VIU 27ti). Bas 
ist nid .ip-s, ,schwer zu machen' BHa. Das ist en ver- 
chnifleti O' schickt. Das ist nid .yv-.s. ebd. — b) „will- 
fährig, dienstwillig B"Ha. (Zyro), „0."; Gl (,fügsam, 
willig') „LE.; U", freigebig KU. ; U. Frisch' nid sel<^'' 
Sp-c. von einem Unnachgiebigen, Eigensinnigen BHa. 
(Zyro). Er iscli' nid sp-e'', von einem Geizigen U. Der 
N. ist nikl e" Sp-e''; wenn-o-'s scho" vermöchti, sii ydh-er 
kei"<^m Armen es Almuesen^K. Iron.: Es het hie n(f'> 
ne" par tip-i. , verdrehte, hq,rte, unaufrichtige Leute, 
mit denen schwer zu handeln ist' BBe. (Buchmüller). 
Gelehrig BR. Er seit ies o'"'' es Hantinerch lerren, aber 
if'' ylöuhen nild, das ei-'s unt brinyi, er ist nüd yrad eppe" 
der Speliyist. - c) in der Wendung: Etw. oder es niiimiief 
sp. ha", nur mehr knapp zu (fr)essen haben, von Tieren 
und Menschen (jlS. Die Chile da liei"d's auf'' nüiiiiiie'' 
.yi.. auf einer abgeätzten Weide. De" Choch [s. Vhocli II 
Bd Hl 12.5] de" hei"d s' auf'' nüimiie'' S}}. uf den Alpe". 
Were"t <hm ('hriey hä'm-mer's e" Wil lang niinime'' sp. 
g'clia". — Vgl. Gr. WB. X I, 2I:ia. Nach unsern Ang-alnii 



wild (his W. alls. "/je'laj (in UR., Urs. mit lirliniiTifil pe- 
siniu-hen; einige neben ,-e-' auftretende .-a-' sind etymologi- 
sierende ^(direibungen; mehrfach geschritdienem ,-ll-' kommt 
iL'di.elich gra))liisclK' Bed. zu (s. die Anm. zu .Spal). Von Öpill- 
iiiann einmal U\v ZLnmlikon angegebenes Mpi^llii/ ist nicht be- 
stätigt und ohne Zweifel für -e'- verhört. Zur Ri'd.-Eiitw. vgl. 
«ehiltzi,/ (Bd IX 142'2), ;ipült!,i. 

u(n)-, in UwSa. -g'sp.: 1. von Holz, schwer spaltbar 
BBe., Br., Gr., Ha., „0.; LE.", (}.; Schw, so Muo.; Ndw 
(Matthys); UwE., Sa.; „U". U-s Holz. Das ist en u-e'- 
Totz ScHwMuo. S. noch schindlen (Bd VIII 924). — 
2. von Menschen, „unwillig, starrköpfig", widerspenstig, 
störrisch BBe., Br., (jr., Ha., „0.",Si.; „LE."; SuHwMuo.; 
UwSa.: „U; Z", dumm BBr. „Ein unspelliger Junge." 
Das ist-mer doch en u-e'' Kamerad SchwMuo. ,Des 
LienertLunzis Alowisi war ein etwas unspäliger, jedoch 
Stetsfort ehrlicher und gerader (!,'barakter.' Vaterlaxh. 
1S74 (ScHwMuo.). De'' Vatter, de'' ist ai'^'' yar eii U"- 
y'speliye''. RKücHLEn-Ming. .[Der Zug der Z Teilnehmer 
an der BDis]iutation| zog für uff Lenzhurg. Die warend 
noch raeerteils unliericht [dh. altgläubig] und unspälig, 
dorumm die Züricher und frömbden schlächtlich da ge- 
halten wurdent.' HBull. 1.572. Weil Viele meinen, sie 
seien den Xußzehnden nach Engelberg nicht schuldig, 
[und] was man gebe, geschehe aus Freigebigkeit, so 
sollen die Einsammler es vorab in der Kirche verkünden 
lassen; wer dann ,unspellig' ist, soll vermahnet werden. 
1624, Ndw Ges. 1S68. 

wider-: trotzig, widerspenstig. ,N. ist der alles 
hinterhebt, sonst der gemein mann were nit so widder- 
spellig.' 1577, GRMbl. 1928, 322. — Wohl Kreuzung aus 
nn-Hpeli<j und ieiifei--k/täniiifi. 

zer-spelleu (';'): tr., zerspalten. .Die hiz hat vil 
gschen t in disemjar[ 1540]... in orgalen die windladen und 
belgbrätter zerspellt.' Salat (Bächtold S. 60). — yg].spai;,i. 
Ein ebf. unsicheres gleichbedeutendes spellen bucht Fischer V 
1.51U. Unklar ist das Verhältnis zu (md.) nhd. ,(zer-)siiellen' 
(Gr. WB. X 1, '2i:?8); Entlehnung ist jedenfolls ausgeschlossen. 
Als weiteres Glied, mit andrer Bildung, stellt sich zu unsrer 
Sippe spälle"- in den verstärkenden Zssen np.-nai/el- mni/ttiiL-el- 
ap.-nuw (Bd IV 882) nach Ausweis der Synn. , Spalt-, spalter-, 
spälterneu- (Gr. WB. X 1, 1858. 18Ö0), ,funkelspaltenneu' (ebd. 
IV 1, (iOi;), ,funkelsiielteruagelneu' (Schm.'' II 668). 

Spale" II (-((- ZStdt), Spalle" (in W Spala. -u) — 
f., in B It AvRütte; GStdt (Wegelin) und It Götz.; S 
(Joach. 1S92) m., PI. unver., Dim. SpalleliKSi., SjxilfDeli 
Bs ; Gl ; (in (Tsch.) ; G ; St., Spali W, S^jäli B. S2ialfi BSi. : 
= Lafflll (Bd HI 1 107), so am Rindvieh, bes. aber (meist 
Dim.) an kleinen Schlachttieren wie Schafen, Ziegen 
usw. Aa It H. und Rochh.; „Ar"; Bs (auch It Spreng); 
BSi. und It Zyro und AvRütte (Späli, im Gegs. zu Spale" 
von Rindvieh); Gl, so H. und ItSt.; „C;K"Chur, Pr.; „L" 
E.; „ScH":S;W(auchltSt.); „Zo", geräuchertes Schulter- 
stück des Schweins ZStdt. Syn. auch Schilf'eli2e{B(\ VIH 
384). In GStdt (Wegelin) und It (iötz. ,Huftstück, 
Schlegel' am geschlachteten Schaf; nach einer verein- 
zelten neuern Angabe aus W Hinterschenkel von Ziegen 
und Schafen. A'gl. auch Ä/J.-iSj)c("t (Sp. 93). Gueti Spjalle" 
ha" GRChur. .Kannst mir von dem Fleisch [einer Kuh, 
die abgetan werden mußte] ebenfalls zuschicken, meinet- 
wegen den ganzen Spalen, ich bezahl dir's gut.' Joach. 
1892. Schickt-mer de>' Sturm lüter Schmnigs, Brät- 
iriirst ii>"' Uilppeli. teo-n-i''' doch B'richt g'macht ha", 
Späli irelli"-mer. RvTavel 1927. ,Auf diesen Tag 
[StNiklaus] wird gewöhnlich das Mastvieh geschlachtet, 
lind die tätigen Hausfrauen sorgen dafür, daß bei Tisch 



113 



Si>al(l), speld), spil{l), spol(r), spul(l) 



IM 



ein besserer Imbiß erscheint. Auch (h>r Seelsorirer 
bleibt nicht unbedacht, .ledp Haushaltung bringt ilini 
ein Spiili zum Gesclienk.' AmH. 18711. ,\Ver im Lande 
unterlialb StMaurice einen Bären oder Wolf erlegt, er- 
hält vom A'ogte 30 Gros gegen A'orweisung des Ko])f'es 
und der rechten Spallen mit dem Taijpen.' 1.Ö41, W 1U|. 
..Armiis vervecinus, ein widerine spalen; celsior armis 
taurus, höher und gewaltiger von den spalen oder 
scliulteren här.' Fris. ,Die spalen oder schulteren, laft'en, 
armus.' Fris.; Mxl.; Dkxzi,. 171(). ,Myn husfrou hat ul' 
den ahent ein späle braten lassen.' 1.585, B Arch. 
,Schä;ifene Sjiallen', als zweiter (iang eines P>stmahls. 
Iß51, rSiHKrrux 1837. -- Ans \t. ^pulhi : vsl. Gr. \VB. X 1, 
18+.5 I.Spali" 1 ). Ciisic .\nf.'alicii bieten im-ist cinfaclif's/. seltener 
//. wciliiM es frafrlieli Ijleibt, inwieweit II ilie wirkliehe Ausspr. 
wieilerL'il>t (piler lildß srraphisch aufzufassen ist. 

Kalbs- (ZZidl.Kochb.1820), Kälber- (1741. AfV.; 
s. Hd IX 1408M.): Schulterstück vom Kalb. — Söw-: 
(Vorder-)Schinken. .[.Ausgegeben] umb hecht und sew- 
spallen.' 145:!, (i Stiftsrechn. Schaf-, in Bs -Spiilh-Ii. 
inBF. -.S>iV//: = .S';<f(/c" vom Schaf Bs; BK. (.IBiirki li)l(i): 
O ((iötz.). .Wan er [Karl der (iroße] ah dem gejegt 
hungerig heimkomen, hat er ... ein hammen oderschaf- 
spalen gebraten ringlich und mit lust essen mögen.' Vad. 

Spalereiig: Hosenträger Pili. — Aus einem it. '«jmllie- 
rinii. einer Weiterliilcluiii; zu \i. H)>nlln. Schulter (s. S/mlntll): 
vffl. zur Bei], it. xpalh'no, Achselstück iler Offiziere, frz. t'/mii- 
liire, bände iretetfe qul passe sur ri-|mule et retieut uue .iupe, 
un pantalou ireufant.. 

Spalier, in A ABr. Ti((lier - n. A a ; Bs : Xnw (Alatthys) ; 
Z und weiterhin, in. Bs: (i ((TLIIartm. 1817); ScnSt.; S; 
EKöxKi 170(i. f. SAVocheubl. 18i>8: EKöniu 17(1(1: wie 
nhd. Spalier, wohl allg. Syn. 7,(n/f/crc)/ //•.i(BdHI 131:1): 
Trüeli'r. \VAn Knabe klettert] der Sp. fif. .THkixu. r.tl7. 
,p]in (iarten . . . mit schöner, gut unterhaltener Sp.' 
S Wocheiibl. 1828. .Ein Baum an einerSp.' EKö.xKi 170(i. 
Auch von einem auf Latten oder l'tiihlen an einer Mauer 
oder Wand gezogenen Baum Bs (Seiler). .Damit der Sji. 
immer seine Früchte haben [könne].' EKöxn; 170(). Von 
Weinreben: ,l)rüter oder Spaliere sind nahe aneinander, 
meistens gegen eine Wand oder Mauer ge])Hanzte liehen, 
welche an ein (ieläuder oder Latten angebunden . . . 
werden.' (iK Landw. (ies. 1781. — A>1. Gr.WB.X 1. 1S4.5;7: 
Fischer V 14(10; Martin-Lienh. II 44 (Sj,.-Haum). Die Form 
Balier wiihl dureh falsche Abtrennung des be»t. .Art. '«. 

i''-spaliere": .eine Waiul, Mauer mit Spalier be- 
setzen' Xnw (^latthys). — Vgl. ,spa)iereii' liei (tt.WB. XI, 
1847. 

Spalieri"g f.: a) Spalier au einer Mauer usw. L; 
Xnw ("Matthys). /•> .Sp. «h/c/ic» Xnw. ('hli-bilächcr liet'a 
[das Pfarrhaus von Meggen] no''' z'riitiitetum, rf'.S/j. zieht- 
sirh i/raii und chniiiim duriif und leid e" xchiniri Last 
PO" Ohst drufnb an iedcni AM. A'atkki.axu 1007. b) in 
der Verbindung Sp. hildi'" : Wo <r('lii/'''e" bahl ns (/'.•ii" 
i.tt, sind die liuinddc'herrli ahe" und liend dtis.tc" Sp. 
'bildel. LXachr. 1Ö65. — lied.a aueh bei (ir.WB. X 1, 1847. 

Spällc" f.: Spreu OnVers. — Kinzelne, nicht bestätigte 
Angabe: viell. irrig für I'UIU" (so für (ir bezeugt): s. feilen:; 
(Bd IV llKö). 

S|iel(l)n.: Erzählung. Krdichtung. Lüge.tiescliwätz. 
.Ez ist ein warheit. uiht ein spei.' Uv/azikuovkx. ,I>iz 
spei ist gar ein trügeheit." RvEsis. ,I)a[ bei den .Mädchen] 
sagent spei, ir jungen man, diu man wol äne lernen kau.' 
I Iaul. (Erntelied). - Weiteres ülier das wielitige alte W. s. (ir. 
VVB. X 1, 2137: Mhd. WH. II J. 400/1. 

Sehweiz. Idiotikon .\. 



Wx-Spmi) TB. (in Bed. 2), -Spcl ScuStdt (Scliwz. 
Krauenh. 18!)!)) und It (iespr. 1838; S, nur in Bed. 2 Aa 
Fri.. Zein. und It IL; (i\V., -8pil( I ) F.T.; GuSchs; I'AI. 
(Giord.); SciiStdt ^/ici:-;; Tn; U, -SpV-'l Kk (-e-); BsStdt 
(Bi-)-, B(ir.; L; ScnU.; Ndw (Matthys); Z — n.. in Aa 
Zein. (in Bed. 2) m.. PI. -er Xnw (Matthys), -(' F.L: U, 
unver. Bs;Tu; Z, Oim. BiapiJi't^cnW.: 1. wesentl. wie ubd. 
Beispiel, allg. .Erzählung zur Belehruug, erdichtete 
Geschichte' L (Ineichen). Gleichnis: ,,Iesiis hat uns ein 
bispel geseit von einem groz riehen man.' RvEms. (jlih. 
was zur Veranschaulichung, Erläuterung, auch zum 
Beweis von Etw. angeführt wird. Der Tod niiiiniit i/ere" 
diBommxtarche" und liölpriirhte". [derfrüh verstorbene] 
Mdtln.t lied d's BlsipU if fie" . Scnwzii. (GuSchs), ,[( 'hristus] 
bewiset uns sin 1er mit byspeln der vogel und gilgen, 
die an sorg von (iot gespiset und geziei-et werdent.' 
WALPREfiKL 1425. ,In eiuem schlechten [einfachen] by- 
spil wirst du die ganzen meinung verston: nimm dir 
einen gytigen meister für, der sine dienst alle sunntag 
welle zur arbeit zwingeu.' Zwixoli. ,Ich wil oue byspil 
reden.' ebd. .Exemplis agere, beispil anziehen, mit bei- 
spil handien.' Fris. (schon 1541). .Das wir recht band. 
ist das byspil, dass unsers gloubens syn gar vil uml 
nenieut zuo von tag zuo tag.' HvRcte 154(;. .Wie ich 
das hernach ... mit vilen bisplen erklären will.' LLav. 
1569; ,Exempeln.' 1G70. .Darvon wir ... etliche kundt- 
schaften und auch bysjjel hören wollend.' ebd. .Wir 
mögend by vilerlei bysjilen wol erlernen . . .' (irAi.iii. 
15(i() (158()). ,[Das könnte] mit alten und neuen Üeisplen 
erw'isen werden.' AKuxui.er 1()88. Was zurX'acbahmiiiig 
oder zur .Abschreckung dient, .(ledeiiken das vergangen 
bispel mit dem herzogen von Burgunn.' 1477, Biiirr 
(.\vBubenberg). .[Die Heiligen] sigind uns ein byspil 
gesetzt.' 1528, B lief. ,Xit mit leere allein, sonder ouch 
mit tat und beispel.' Vau. .Exeinpel. beisiiil. vnrbihl. 
etwas uns fürgestellt, nachzevolgen oder ze Hicdicu, 
exemplum.' Fris.: Mai,. ,X. ist. zu einem bysi)il. siuer 
eeren und gweers ... still gesteh worden.' 15(54, Z KB. 
,Das sy [unsere Vorfahren] getan . . . dem Byspel der 
Tyranen nach.' 1021, Zinsli 191 1. , Gewahret diser [aus 
der Bibel angeführten] Beisplen für künftige Fahl.' 
FWvss 1 (i72. E» B. ha» ( an lii>'em ). Ks ist lad dmiefi, 
das' '.s Land i» Mani/ein ka" bes.ier Bispel n" der StadI 
hat. Gesph. 1838 (Scn). J:'( s) B. ni:". Der Spiler het l:ei"s 
Bispil g'no". schlug alle Warnungen in den Wind. Sciiii.n 
ISGfi. .XX. söllent . . . gehüest und gestraft werden . , . 
in maßen das ander daran . . . bisiiel nemint,' 1452, Z HB. 
.[Karl] wott vast bald so grussame straf began. das die 
andren bis]iil darby nemmen müestend." Moroaxt 15:;o. 
, Vobis placere studeaut potius i|uam sibi, verschatlend. 
daß ander leüt bei mir seliind oder ein beyspil ab mir 
nemmind.' Fris. ,Ein beispil bei einem anderen nemmen, 
capere exemplum de aliiiuo.' Fris.; Mal,; ,von Einem 
nemmen.' Dexzl. 16(;(i/1716. Eio'm e(s) (<juels) B. ni" 
uä. Du f/i'-st dvnn Brüederli ka" guet Bispili SuiiU. 
,N. solle umb sölichs nach sinein wol verdienen gestraft 
werden, andern damit bispel zegebent.' 1485, Z ÜB. .Ir 
erzöugend den andren böße hyspyl.' IIai-Monsk. 1531. 
.Ein beisjiil gäben, exemplum lu-a'bere: eim zuo einem 
b. sein und im ein guot exeinpel vortragen, exeiiiplo esse 
alicui.' Fris.: Mai,. Mit Adj. (s. schon o.). ,ViI ergerlichs 
... das ... dem jungen volk ein bös byspil.' 1541; '. Z 
Ehegericht. ..Mit Worten und guotem byspel.' OWerum. 
1552: .waiidel,' Ilerborn 1588, .Ein böses Beispel ver- 
derbt vil.' FWvss I()7:-i, ,I)en Kinderen ein gutes Bispel 



115 



Spal(l), spcld). spildi. spnl(l). spiil(r) 



116 



vorfüehren.' pIkI. 1()75. Neben , Spiegel'. ,üer manliili 
man ... ist ein Spiegel und byspil der andren, sicli i'cd- 
licli ze halten.' Haimonsk. 1531. ,111a e.xempli mulier ... 
ein beispil und Spiegel deranderen.' Fris. S. noch Sp. 61u. 
und vgl. ,sicli an einem b. erspieglen' (Sp. 73u.). Ziiin 
B. wie nbd. ,Zuo einem oder für ein beispil, exeiii|di 
gratia.' Kurs.; Mal. ,Zuni H.' Dunzl. lüG(i/I71(J. In uu- 
gewöbnlii'hen phip. Verbindungen. ,Zuo b.', mit Dat. 1'., 
vergleicbliar, gleii-b wie: ,| Kaiser Karl] was vast ergeb. 
zun bispil dem keiser Titus . . . der was so ergeb, das im 
nüt alwegen müglieb was das zegeben, so er verbiet.' 
MoK(iÄXT 1530, 4. .Bim li.'. gleichsam. ,1)0 habe der St. 
zum P. gebowen und . . . den 1'. getrott'en in dem andern 
streich; da sye der P. bim byspil nidergesässen.' 154si, 
ZKyb.; nach anderer Aussage: ,[P. sei unter dem Hieb 
des St.] by derherdplatten nidergsässen und da gelägen.' 
— 2. Vorzeichen, prodigium Aa (H.), Ankündigung eines 
Sterbenden AAFri., , spukender (ieist, der sich aus dem 
Körper des im Todeskampf Liegenden entfernt, um der 
Verwandtschaft eine Vorbedeutung zu geben' AAZein., 
Gespenst, unheimliches Wesen GWe.; TB. i'* hau es 
B'mpel (fha" vo" mv'>-iii Brüeder sälirj ÄAFri. (Hürbin). — 
Mhil. IrMpel, Icliihafti} Ei-ziihluii};, Gleiclinis, Faliel, Sprichwort : 
vgl. Gi-.WB. I 1394 tt'.: Martiu-Lifiih. II 538; Fischer I 811. 
Bed. 2 ist nur Schweiz.; doch vgl. die Anm. zum Folg. — l)i- 
sp e 11 e " ..-speien'', Insple» : 1. = cli,iinde)i3h (Bd 111 355/ tj), 
„mithaben, spucken (sich künden), als von einem leisen 
Geräusch", geistern AaB., Kri., Klingn., Zein., Z. (1S15) 
und It H.; S, so NA.; „Th" (St.'): ZKafz. Wohl nur un- 
pers. Es bisjilet. ,es geschieht ein Zeichen, es tuet es 
Zeije"' Aa (H.). Weuu's amen Ort Insplet, 'se stirbt bald 
Öpper ZRafz. Mit Dat. der Person, der die Erscheinung 
gilt : Ei"«m bisple" ÄABb. (Frei). — 2. unpers. mit Dat. P., 
vorkommen, ahnen ScnHa. (Neukomm). ,Es beispielt 
mir manchmal auch so, er werde sterben.' Pilher 1881. 
,Es hat mir im Traum so gebeispielt.' ebd. 1885. — Bed. 1 
auch iu der bad. Nachbarschaft; vgl. EOchs 23S. — bi-spel- 
lich. ,Byspeliche red', Gleichnis; s. iiri-angeliunden 
(Bd IV 1349). 

G'-spell -spiel n.: Sprache Plii. (Schott 1842, 334). 

spellu" (in PGress. -du): reden, sprechen, plaudern, 
schwatzen PAl. (,cianciare, cbiacherare." Giord.), Gress., 
Ki. (auch It Schott 1842). Ich spelhm allit Zunge". PRi. 
Sp. uher d' Nasen uf. näseln, ebd. !<:'< hen-der z'sp., J'ai 
ä te parier.' Schott 1842. Ich hau ni' ZU mit-der z'sp. 
PGress. ,[Ein Mönch, der zu spät zum Gottesdienst 
kommt, darf nicht außerhalb der Kirche bleiben] wan 
blibt er uzzirhalp, so ist er grech also gwande [dazu 
geneigt], daz ir gat slapfin old ir greche da usce sizzit 
und spellot [fabulis vacet].' UwE. Benedictinerr. Xlll. 
,Üf eines ere sp.', ihn an seiner Elire angreifen. Reinfh. 
5285. — Ahd. 'speWin (in ijotspilkiii, evangelizare), mhd. spellen, 
erzählen, reden, schwatzen; vgl. Gr. WB. X 1, 2137/8. 

Chilch-, Chirch-Spel(l) s. Ch.-Spil. 

Spelle" f.: Haarnadel (aus Eisendraht) GrD., Pr., 
V'ers.,, Agraffe, Brosche, Spange,Vürstecknadel'GRD.(B.). 

Ahd. sptmda, spiniila f., ac\is (criTialis), fihula. riciuium (so 
bei Notker), mhd. «/jfHe/ f. Stecknadel: vgl. Gr.WB. XI, 2147 
(.SpendeP). 21.5G (,Siieuuadel'). zur Assim. von nl^-ll etwa 
llännlen> Mallen (Bd VI tltJU). Der gew. Annahme einer Ent- 
lehnung aus lat. upimila steht lat. i iiu Wege. Vgl. noch Spillen 1 
und Spinnlen. 

Här-: = dem Vor. GuAv., Chur (f), D. (auch It B.). 
He., Ig. (Tsch.), Pr., Rh., S., Seh., Ths, Val., V'ers. und It 
Vassali. I)i Zöj)/' [eines Mädchens], die -die" se groß und 



se schifcr sind als Uiilschzöpf, daß's en Drittel me Ilär- 
spclle" briicht a's bi imderne", um. de" mächtig Wurggel 
[Wulst] hebe" z'mache". MKuoni 1884. — Die in BSß. 
XIII 1(11 verzeiclinete Form Hn'^rH^nh" ist nach nenerer Aus- 
knnfl des Vrrf.s s.'bw:M-li b,-gl;iuliigl. 

Spcli'inke" (\\/.\\.-gg-) f., ,spehink.' aSpr.. in (iRCliur, 
Ilc. .S'/(/-: lldblr, unansehnliches (ienuich GrV.; Niiw, 
verdächtiger Schlupfwinkel B(,\vRütte), verrufener, ab- 
gidegener Ort (iR( '\\\\i\ A" dcrsunnige" Site" rmii Birge" ... 
ist im Barg e" Sp. von unermeßlicher Teifi . . . Teif i" dem 
Loch da g'hert-nie"'s z'Ziten um gri^ctl''' tö.'Je". Sciiwzn. 
(Nuw). , Ecken schmachbüechly ... il.irin er niinerberren 
disjiutatz ketzerisch nempt und, als ob sy in einer spelunk 
oder mördergruobe gehalten sye, gescholten.' 1528, 
Aiiscii. IV la 128(1 (B); vgl. ebd! 1233 (Brief Ecks an 
WvZell). ,Zuo siner heilikeit zuo keren, wett die inn 
[Luther] fürsechen mit guot fry siclirem gleit ... nit 
also zuo sitzen in siner sjielunc, gruob und lieinuind, da 
uss zuo werften fürder verderbung, sunder sich ott'enlich 
siner heilikeit in angesicht stellen weite." Sa],at, li.ef- 
Chr. jDieweil mandra den Griechen ouch ein beul oder 
sjielunken heißt.' Vad. Spez., wie nhd., anrüchige, ver- 
rufene Schenke, Winkelkneipe Aa; Bs; B (AvUütte); Gk 
t'hur (,Kneipe mit unsittlichen Weibspersonen'), He.; 
L; Uw; Z. — Vgl. Gr.WB. X 1. 2141 ; .Martin-Lj.-nli. II ry.iT ; 
Fischer V 1511. 

Spil 1 Spilfl) FJ., S., Ss.; GkAv.. KL, L., ObS., l!h.. 
S., sG., Valz.; PPo.; GF.: SonHa., Schi.: TB.; Th, so 
Hw., Keßw., Mü.; U; WVt.; Z (in der Verbindung 's Sp. 
ge"; s. u.), Spil ( -i^-. -i'i- ) Aa: Ap; Bs; BoAa., E., G., 
R., S.; FJ.; Gl; Gr, so VD., He., Schud.; L; GA., F., 
Rh., T., W.; SchR., Stdt; S; Uw; WLö. (Lötschen 1917); 
Z, so 0., Stdt, VN' th., Spiel LE. (neben -i«-), G'-spil I 
BHk. ; ZO., -i- GT. (-11), -%- Ap ; GGoß., T. — n., PI. unver. 
Ap: Bs; B, so Aarw., E., R., Rohrb., S., Si.; GnObS,; Th; 
WVt., im Reim auf vil (s. u.) auch Gl; Gr, so D., VD. ; 
Schw; ü; Z. Spiler -%- GnRh. (-/?-;, Schs (s. Wind-Sp.): 
GRh.r-//-V;ScHSchl.;TH; USch. C-ß-;; Z, so 0., Stdt, -»- 
Ap (meist -11-): Bs; Gl; GrHc.; LE.; GRh. (-11-): SchR., 
Stdt: Z (Dan.), G'siiilf l )er Af:GT.. SpiliFJ.; GuAv., L., 
Rh., S., sG., Valz.: PAl. (Giord.), -i- LE.; U, SpileniFS., 
Ss., Dim. Spili AaF.; Bs; B; Gl i'-i- ;; L f-e'-): G; S; 
Ndw (-1-). Spilti BHk. (PI. Spilteiii) LE. (neben -i-): W 
Lö. (PI. Spiltini): wesentl. wie nhd. Spie). 1. a) freie, 
ungehinderte Bewegung; vgl. Nerren-Sp. Vom Herz- 
schlag; ,Wie wirt da [beim Anblick schöner Frauen] dan 
so wilde des mannes herze in süezekeit .. .! Wan sines 
herzen sp. kumt danne uf daz zil der süezen minne.' 
Haul. Von Federn, Maschinenteilen usw., bes. i. S. v. 
Bewegungsmöglichkeit, Spielraum Ap; Gr; L; Th; Z; 
wohl allg. in der techn. Spr. ( Z'vil, g'irenig) Sp. ha". 
Der [A.\t-],S7(7/ liät lur'' z'cil Sp., sitzt locker GrKI. 
Wohl von da ausgehend die RA.: Im Sp. sin (mit seinem 
Zustand, lietimleu) zufrieden sein GnSchud. /<"* bi" 
iridcniiii ordc'li'''' im Sp. — I)) bewegte Menge, Ge- 
wimmel BsStdt (ASocin); vgl. Volch-. Schneu--Sp. 
V) lärmendes Treiben, Rumor W. Die Zucht [Kinder- 
schar] heind es g'u-altigs Sp.! .Den wirt sich das sp. 
erbeben, tum übe turb;» tieut.' Fris.; Mal. 

2. a) zur eigenen oder zu anderer Leute Unterhaltung, 
Ergötzung mehr oder w^eniger planmäßig ausgeführte 
Tätigkeit, allg.; vgl. Spil-HotiMU MSS), -Matt (Bd IV 
'inO;l), -Statt. -Wis und die Flurnn. in der Anm. Hei" 
mir a" Freude" no''' so ril, a" Diin und Hiscin (i'fulle". 



117 



Spal(l), s]]el(I), spil(l), spoHl), spul^l) 



118 



so isclv-mer doch mP^s Charte'ispil das liebste Sp. von 
alle", so het e" junge'' Spiler g'seit. Schild 1866. Hütt 
i^ch' hütt und momen iscli' mtirfi<'n. Spil und laniji 
Wudw. und wenn de'' Gufifier d'Wiher holt, so cha""- 
me" nüine'' cliorhe". EStoll 1907 (SimSt.). ,Sp., allerlei 
kurzweil, Indus.' Mal.: Dexzl. I(i(i6, 1716. ,l)em füisteii 
[von LoiiKueville] und siner fron» muoter haben m<;h. 
... mit allerlei spil und knrzwvl vil gnilie znilit und 
eer liewisen.' 1.5(;2, B RM. S. noch Bd IV 3'2iM. .Schimpf 
und sp." : s. Bd VllI 782 u. Im Gegs. zu .ernst' ; ,Wir suln 
tuon, swaz min vrouwe wil, lieidiu ze ernst und sp.' 
UvZazikhoven. ( ü' )s oder sl"(s) Sp. ha", trlbe" (mit 
Ei"<'m). wie nlid. allg. [Rösli:] Er söU nit meine», 
das'-ei' mit-mir chünn 's Sp. ha", iril-er i" der Frömdi 
(fsv' iscW und meint, er siy jetz allen Orte" deheim. 
.TReinh. 1S)2.ö. Das" der Landougt i" d's Barbara uer- 
liebt isch g'si" . . . het es Jedes chiinne" merke". Drum 
het-se der Halter ii'storhe". das Sp. mit-iiii z'trlhe". 
RvTavel 1911). .Sein Spiel mit Einem liahen, ludos ali- 
quem facere.' Mev. 1677. 1692: vgl. auch Sp. 127 u. .Der 
[alte, gebrechliche] Bräutigam wird aus seinem Hans 
auf einem Schlitten zum Copulationsliaus getuhrt. Ein 
Haufen Dorfbnben laufte nach und hatten ilir tausend 
Spiel (dann es war ihnen res nova. daß ein so alter 
schwacher ^lann mit einem so jungen ;\ladchen Hoch- 
zeit halte).' Seherh. 17-12. E( s) Sp. mache" (vgl. Bd IV 
21 u.). iu Ar auch tue" und so vielfach in der ä.Spr.: 
s. u. .Holdsälige und kurzweilige spil treil)en, festiva 
et honesta alea lusitare.' Fris. ; Mal. Auch einzelner 
(lang eines Spieles, Partie Ap; Bs;Sch; Tu; Z und sonst. 
Merhiind drt'i Spil g'macht: Syn. drü Mal (/'macht. ,Sie 
hahent mit einander im brett gespilt bi fünf spilen.' um 
1.500, ZMäun. S. noch im Folg. und unter ^:-i und 4. E" 
S2>. ha", eine Partie gewonnen haben BsStdt. Xwei Sjyil 
het i'-r gha". zwei Spil ('■''. ,Es klagt PFüstly ntt' [Hlinrt] 
Burkart Hatfners knecht, sich habe gefüegt. das sy mit 
einanderu im brett spiltind. nämlich drü spil umb ein 
plaphart. Und da er zwei spil hette, rette der Hatfner [!]. 
er hette ein sp. und er oucb eins: spreche F., er hette 
zwei spil und er [H.] nit mer dann eins, doch so wölte er 
inn recht haben lassen, und tette ein sp. ah und wurtie 
12: da widte im des Hatfners knecht die 12 hindersich 
stoßen und das er anderwert wui^tfe; das wölte er nit 
tuon und spreche: so wil ich mine spil haben, dann er 
sy doch gewunnen hette.' Ii48, ZRB. : in der Gegen- 
klage : .Also spreche der F., er hette drü spil ; sprach der 
Gurt, er hette nun zwei, und wölte er nit anders mit 
im spileu. das er dann den blapbart als mer vorhin neme. 
rtf das nam der F. den plapphart und sprach aber, er 
hette drü spil.' a) als reines Unterhaltungsspiel (doch 
mit Übergangen zu fi), bes. von Kindern, auch jungen 
Leuten beider fieschlechter bei geselligen Zskiiuften (s, 
Heim-Iiarteulb Bd 11 43-t; Aliend-Silz 1 a-x Bd VII 1727: 
Spini. Stubeten); vgl. die Zsseu. zum Kiudersjiiel spez. 
auch Sprüngli 1S3S: Rochh. 1857; GZür. 1902; .Messi- 
kommer 1909, 96 tf.; Bärnd. 1922, 1.56 tf.; K.Wehrhau. 
Kiuderlied und Kinderspiel (Handbücher zur Volks- 
kunde IV), Leipzig 1909: über das ßs Spieljahr Seiler 
272/.'J. 'sallerschönsl Iiuebe"spil ... hed-mi^i' 'slialle"- 
sp'U'tiiecht. Sobald' s ammel ober worden ist ... hem-mer 
mit d'em G'sp. a"g' fange". .\'r<iiiLEK 1901/2. E( s) Spil(i). 
S/nlter). Spili mache". Mer händ no"'' Spiler g'macht. 
bis's Zit g'st" ist zum llei"'go". auf einem ScbulausHug. 
So wer sin g'si" miadi z'tamu". hai"-trer g'suiige" oder 
g'machud allerlai Spili, u-ie Ulindermus [usw.], bei 



einem Alpfest P.Vl. (Giord.). 's sönd allerhand för Spiler 
g'macht u-orde", bei der Sjnni. Ar Kai. 1 922. S. noch Bd II 
1522u.;VI]Isr)2u.(Amm. 1657, Text zum U.Bild)., Kleine 
spil'; s. Bd IX 30ou. (1586, Ndw), sowie Sp. 121. — 
p) Gewinn-, Glücksspiel, allg.; vgl. Spil-delt (Bd II 
268), -Sucht (Bd Y\\ 284), -Schuld (Bd VIII 656), - TÜfel, 
ferner Spiler. Do nimm die Batze", steck s' schon V', 
doch brüch-mer s' nid für Spcl und 11'»".' WMiLUR 1906. 
,K. hab sp. versworn und hab im aber nit genuog ge- 
tan.' 1433, ZRB. ,M., kurzes knächtli, schwarz hosen, 
ain langen lederfarwen rok au, lonft dem sp. nach.' 150(», 
ScH Chr. (Signalement). ,Im nechsten ougsten, da kilwi 
was zuo Turnten, bleib er im sj). sitzen und kam erst 
morndes heim.' um 1530, Z Ebegericht. ,Er ist hitzig 
über das sp. (oder zespilen gar verläckeret), alea de- 
coquit eum.' Fms. ; Mal. ,Sp., als karten- und wüi-ttel- 
spil, alea.' äLal. ,Kein Kilbi niencn ghalten war . . . kein 
Sp., kein Zäch was wit und breit.' Com. Beati. S. noch 
Bd V777U. cPraßV; VI456o.; \T11 63« (mehrfach). Das 
,Sp.' steht unter Aufsicht der Obrigkeit, die Bewilli- 
gungen erteilt, Bußen festsetzt usw.; vgl. Seg. RG. 11 
691: BRM. n325tf. : .IWHeß 1905, 71 rt'.; G Blatter 
1914,222h: N.ZZtg 1929Xr 1904 (.Geschichtliches nlier 
die Glücksspiele in der Schweiz'), ferner Spilen. ,Die 
von Mülinon meint, was gehotten [zu .\ASchi.] von ir 
enphelhens wegen besehen, es wer v(mi spils wegen, von 
tanzen, von schweren oder von andrer aller gebott 
wegen, die denn einem twingherren zuogehöreud ze 
tuond, daz die huoßen, so man davon vcrvelt ... ir zuo- 
gehöreud.' 1425, AARq. 1926; vgl. ebd. 213. ,Daz das 
sp. sollen und mögen Schultheis und rete verbieten, 
wenn sy wollen, und hat ein Schultheis den platz und 
das sp. ze verlihen . . . und die buoßen, so von sp. fallen, 
... gehören der stat.' 146S, AARh. StR. .Es sollend ouch 
min gnedigen herren von Bern alle scholderpletz von 
sp. utt'zuonemen [haben] uff kilwinen in der gratt'schaft 
Lenzhurg.' 1477, Aa Rq. 1922. Vgl. auch: .Denne haben 
wir einem Tschachtlau ... alle Danz- und S]iill]ußen ... 
lasseu vülgen.' 1603, BSi. Rq. 1914. Einrichtung und 
.\bhaltuug der ,Scholderspiele' war vielfach ein Privi- 
leg der Scharfrichter; vgl. Bd VUI ('uW!9. 640 (Aum. zu 
Scholderer), sowie Henker-Sp. ,Und gyt man im [dem 
Xachrichter als Besoldung] alle wuchen 8 p, so er nit 
spil hatt; so er aber spil halt, so gyt man zer wuchen 
nit mer denn 3 ß.' 2. H. XV., Bs RB"; vgl. Ochs 111 170. 
Spie Iv erb oteudgl. ,VonSpihlern und Verschwendern. 
Des Spihlens halb laßt man es bei dem alten Verbott 
bewenden und ist das ei-st Mahl, so Einer spiblte und 
das übersehe, ein Kronen Büß . . . Und ob sich Stoß am 
Spihl erhube[n], soll ihnen darumben kein Recht ge- 
halten werden. Sollen alle Siiihl umb (ielt und dessen 
Wert ab sein, und welcher in seinem Haus oder (iemach 
spihlen ließ, soll in Gleichem gehalten werden ... Und 
welcher Würtfel oder Karten ins Land brachte, soll . . . 
ein Kronen verfallen sein ... Weldier das Seiuig mit 
Spihlen . . . vertäte und verschwendete, der solle be- 
vogtet werden.' Gr Ges. 1827. ,Swer spilot in der statt 
und der beret wird, der git drige Schillinge, und in des 
hus das sp. geschit, der git ouch drige Schillinge.' 1290, 
AaRIi. StU. ,Swer sin einunge umb sp. nüt gerichten 
mag, der sol von der stat sin, unz er si gerichtet." äL RB. 
,Von spils wegen ... Daz ... nieman in unser statt de- 
beiuerley sp. an schachzabel und bretts)iil tuon sol 
denn ortenlich uff dem viscbmarkt und uff der zünft 
Stuben." 1413, Z StB.: dafür: .Daz nieman eukein sp. 



im 



S|ial(l), spcl(l), s|»il(l). s]H,\{l). s|ml(l) 



120 



nicht mer trilii'ii noch tnon sol wedci- in trinkstnhen 
nncli anderswo ... usgohissen hretts))!! und bnlSon und 
mit der kufilcn walen nnfievarlich umh ein ürtcn.' 141S, 
clid. ,])a/. nicinan onlccin sp. mit dem würffcl nicht 
trihen nocli tiinn sul, iloili MMjciOiincn bi'ettsjjil mit dem 
würtfcl unil die anih'i'u spil im wiirtt'el mag man wol 
lumi in ortciici' wirthiisoi' ... und .in fryer offener Straß 
und niendert andor.swa.' 1. 11. W'., ehd.; s. noch Bd V 
867/8. ,U.1I. hand verhotten alle spil ze trihen nachts und 
tags ußgenomen herren und IVünnle erlier liite ...' 1442, 
.\.\lUi. Stil. ,Uf der can/eli: Dlieiner einicherlei sp. 
hruclien, was den pt'enig gwinnen oder verliern. Wie 
m. li. Iierielit, hiderl)er lüttni Ivind s|). hruehen in schüren, 
Ställen, matten und sunst in winklen; deslialb jeder die 
sinen warnen, sunst in die kehr und das gelt darzuo 
nemen.' 1.52!), H UM.; vgl. auch 15 lief. 1 221. 1284. ,Sydten- 
nuil wir aber vornaher umh einen angster zesjiileu und 
zekurzwylen . . . erlouht und es aher hiehy nit belihen, 
sunder . . . die spil mit hotten und anderen gefärden nüt- 
destminder gröblich verdüret worden ... so habend wir 
... alle spil aberkennt und verbotten, wollend ouch, daz 
sieh hinfiir niemants keinerlei spils, es syge mit karten, 
würtleu, hriitspilen, schachen, keglen, wetten, grad oder 
ungrad ze machen, i'rygenmärkten, tuschen, stöcklen ... 
gebruclien, oucli niemandt weder tür noch wolfeil ... 
mer spilen ... und hiemit alle spil ... ahgestelt heißen 
und sin sollend.' / Mand. 15:-!() (wiederholt in dem 
Mandat für den Tu vom seihen Jahr); dafür: ,[Verhoten 
ist] alles Spilen mit Karten, Tniggen, Brättspil, Keglen, 
■Würftlen, AVetten, desglychen das Kluekeren, Stöcklen, 
Hutschießen und derlei Spil.' ebd. 1627/8 (erneuert 
1636); s. auch Bd IV 18980. (/ Mand. 1528). ,l)as in 
deheinem würtshuse einich sp. mer gebrucht solle 
werden; aber uff den Zünften mag ein guotter gesell mit 
dem andern wol in zimlikeit spylen und kurzwylen.' 
1532, S Whl. 1845. ,Es sollend auch alle Spil und Diinz 
ahgestelt und alles Fasnachtwesen verboten sein außert- 
halb an ehrlichen Hochzeiten.' GrVD. LS. S. noch Bd IV 
ll:-!5o.; VIII 43 (2 mal). 638 M. (Vod ( SchohhrerJ. 1367 u. 
1734u. (dazu B KM. II 325); IX 21()4u., auch Lustelim- 
Sp. und vgl. Bd IV 18(18 n. (1508, G). Bei bestimmten 
Anlässen, bes. (Kirchen-)l''esten udgl. , Uff' allen ... 
kilchwichen sollen ... gcmitten werden alle spil, es sy 
keigeln, schießen, karten, bretspil, scholderspil, würftten 
und ander derglicli sac-hen.' 1481, B. ,I)az ouch [im 
Felde] nieman spil in tlieinerlei spils wis ... an eins 
houptraans willen und erhiuben, dan vom sp. vigent- 
schaft und unrudw utt' stan ma.g.' um 1465, AABremg. 
StR,; ähnlich UDO, AABr. Stil. 93/4. ,Es sollend ouch 
uf söllichen capitlen und Versammlungen [der Dekane] 
all spil, ungebürlich Schlaftrunk, zornmüetige boch- 
wort, in summa alle unerberlieit vermitten werden.' 
1530, B Ref. , Spillen verhotten. Es ist ouch ... au ett- 
licheu grosen västeu und hel.gen zitten das sp. abgestellt 
und verboten, und nämlichen soll [man] . . . dhein sp. 
tuon . . . an allen tier hiK.-hzitlichen tagen . . . und in der 
apliswuchen und crützwnchen und wen man mit dem 
crütz gatt ... an allen zalten tagen und froufasten und 
als lang man ie mit dem Sakrament uß ist und über das 
wätter lüttet.' aXnw Idi. ,l)as niemant kein sp. tuon 
sol an den vier hochzyten, desglich an allen unser 
frowen und an allen zwidfpotten tagen; es soll ouch 
daliy niemant kein lüschlisspil sus im jar an keinen 
enden tuon dann im gstü(d oder zun biidern uf dem 
heißen Stein. Es soll ouch niemant kein s]). tuon, so 



man übers weiter lüt oder mit dem heiligen sacrament 
gat.' um 1520, .AaB. StR. ,So sol hinfur an den vier 
hoclizyten . . . kein sp. mer beschächen ... So sol hinfür 
niemand mer an dheinem bannen virahend, so man die 
vespergloggen anzücht, mer s[p]ylen ... Es sol ouch ... 
mit keinen würtlen niemand spylen anders dann uff der 
herrn stuben, ußgesetzt brättspyl ... Aber gemeinlich 
um ein zimlieli gelt mag man snß ußwendig der rat- 
stnben wol brettsjiylen und karten.' um 1520, AAHr. StR. 
,Am Neuwenjar, Jarzit und Fasnachtstag [soll] kein 
Stnbengsel kein Sp. nit tun änderst dan von Kurzwil 
wägen umb ein Uerti, und wan sy ... von einem Stuben- 
vogt nfhören zu s]iilen gemant wurdent und sy nit, als- 
bald dasselbig Sp. us ist, ufhörtent, sol ein ieder der- 
selben S])ileren ein Maß Wein zue Bueß der gmeinen 
(iseltschaft zue vertrinken verfallen sein.' 1618, UAltd. 
(Satzungen der Bruderschaft zum Straußen). Wegen Sp. 
am hohen Freitag wird N. um 112 Fl. gebüßt. 1694/5, 
BSi. Amtsrechn. (GAebersold 1915). ,[Während der 
, Kilbi' sind] verbotten Sp. und Tanz, gottslesterlich 
Klueclien und Schweren [usw.].' GrD. LB. (,Kilberuett''). 
S. noch u., auch Bd V 126o. 867 u. Gegenüber bestimmten 
Ständen uä. Geistlichen; s.iM.s(rfms-.S'p. ,Welcherdie 
almnosen [im Spital] innirapt, der sol in kain ürten gon 
und oiicb kain sp. tuon.' Sch Bettlerordn. 1524. S. noch 
l!il VII 200 u. Spielschulden. ,Swer uf jdienderoder uf 
bürgen dehein jdienning li''et bi s|)il, der git 6 ,5 unt muoz 
darzuo du phender unt die bürgen lidig lassen.' äL RB. ; 
ähnlich Seg. L StR. XV./XVI., 60 (,ob s]). old hy sp.'). 
,Man schribet allen raten, daz si NX. gegen heru M. 
[einen Ghorherrn] helfen und raten, daz in ir notdurft 
wider var nmhe daz guot, daz si für in geben mnosten 
von des spils wegen.' 1321, Z StB. , Umb spil. Swer mit 
dem andern spilt uf den eit, das der, dem man da von 
spils wegen swer(r)en müeste, 10 pfd sol ze buoße.' 1334, 
ebd. Wer wegen Spielschulden der Zunft verlustig er- 
klärt wird, der kann dieselbe mit Bewilligung des Vor- 
standes später aufs neue kaufen, ,wann Sp. weder 
Diejiheit noch Bosheit ist'. 1355, Bs JB. 1888. ,lst das 
er [der Weinknecht der Zunft] sin Hosen oder sine 
Schuhe verspilt oder um Pfennige versetzt und die ver- 
spilt oder in wclen Weg es dar kunt, das er es von Spiles 
wegen abziehet, der hat der Knechten Gesellschaft 
darum verloren.' ebd. ,[Verena Lutenschlacheriu ver- 
langt Rückzahlung einer Summe, die sie dem X. zum 
Rückkauf seiner beim Spiel als Pfand gegebenen Kleider 
geliehen hat.] Do antwurt der knecht, es wer sjiilgelt 
und er getrüwet, er sölt ir nüt geben, llett aber die V., 
es wer nit sj)ilgelt, hette im das ülier sj). nit geliehen.' 
1423, Z HB.; s. die Forts. Bd VIII 638 u. ,Umb sp. soll 
man kein rächt halten [Überschr.] . . . Das man umh 
sp. oder barraten kein recht noch gricht halten soll, 
warumh .jocb das syge.' 1566, FMu. StR. (in der lat. 
Fassung von 1394: super querela procedente de ludo); 
s. noch liantt (Bd IV 1439). Um Spielschulden soll kein 
Recht gehalten werden. 1639, ScHwWcdl. ((ifd). S. noch 
Bd IV 1433 u. ; A' 1 135 ( Pfand). Bei Unmündigkeit: ,Ein 
sun, der da ist umler dem gcwalt vatter oder muoter, 
der mag nütz vini ir güeter mit sp. noch sus theins wegs 
nütz cmpfrimden.' um 12.58, AABremg. Stil.; ebenso 2. H. 
XIV., AaL. StR. 205; XIV./XV., Aar. StR. 28 (erneuert 
XV./XVI.). In mehr oder weniger festen Verbin- 
dungen. MitAdj. .Großes, kleines sp.': ,[I)er Weibel] 
sol ouch by diser eidspöicht weder große noch kleine 
spil tnon weder uff der trinkstuben, in den wirtshüseru 



121 



.Si)iil(lK spt'UI), s|)il(l|, s|ioI(l), siml(l) 



122 



noch anderswo.' XVI., AaBi'. StR. .Kt'ineni Ziiseher war 
je ein Sp. zu groß, de alieno corio facile hiditur." Mev. 
H)!)2. , Hohes, türes sp.' ,N. seit, er si^' nit im türen sp. 
<isiii zum Hirzeu [wo verbotene Spiele, ,l)Ocken' und 
,flüssen' gespielt worden sein sollten], aber wol da ge- 
sjjilt durch kiuzwil umb ein secliser zwen dry oder vier.' 
1.513, Z KB. S. noch Bd IV lll-iöo. i:)12 (ijnri und vgl. 
Sp. 56 u. ,Ein bietendes Sp.'; s. Bd IV 11H.5M. l>S(i(iu. 
, Verbottue spil nach dem gsatz, vetita legibus alea.' 
Fris.; Mal. , Fleuch die Brätt- und Würffei- oder Wag- 
und verbottne Spil, aleas fuge.' t'.«o 1(548. ,|Untervogt 
R. hat eingestanden] dali der ohnglückliche M. . . . so- 
wohl bei ihme als an anderen Orten ... mit ihme ver- 
bottene Spiele gespielt.' 177tS, Z K.M. J-.V.s-^ (/'irägf e)t(s) 
Sp.. uneig. Aa; Th: Z und sonst; auch bei Mey. 1077. 
HS\y>; Denzl. 1716 (,ein gewaaget Sp.'). ,(irobes (üf- 
setziges) sp.'; s. Bd 111 -tsi) c chiirten IJ; V Ö!)6o. ,Gäch, 
hitzig und unbesinnt sp., pru'ceps alea.' Fms. ; Mal. 
, Unnützes sp."; s. Bd VIll 642 u. .Böses, falsches sp.' uii. 
, Wer aber, das ein buobe iemannc sin gunt mit velschem 
spile angewunne ... den sol man swemmen." Z RBr. 
,NN. sint im turn gelegen von deswegen, daz si in .\nn 
Ilüglis hus wareut bi bösem sp. . . . und nament gewün 
davon; die sint usgelassen uf urfecht und haut gesworn, 
das si niemer kein valsch sp. getriben noch tuon sont.' 
1417, L RB. ,Er wölte inn wisen, das er uff dem valtschen 
sp. gespilt hett.' 1438, Z RB.; vorher: ,er hette ze Basel 
valtsch würff'el getragen.' ,Man sol ouch verbieten zuo 
zytcn spilen, boken, karten und andre böse spil und un- 
fuogen, davon unruow und schaden entspringen mag.' 
14',)S, ÄABr. StR. ,Als söliche unchristenliche lesterung 
und schwüer ... uß der trunkenheit und vorteiligem sp. 
entspringend", werden .alle spil" abgestellt. 1.530, .\Bscn. 
(In). .Sich betruglichs Spiels und Karten gebrauchen.' 
GrKI. LB. ,Geschlitt'en sj).'; s. Bd I.K 153o. ,Guots, bös 
sp. (han)'; s. im Folg. und vgl. b. Mit Vben. ,In das sp. 
sitzen.' löüO, Z. ,Ein sp. (ge)bieten [vgl. Bd IV lS63o.], 
halten, lassen.' ,Do sy ... mit einander butttend, da gebott 
sin und sines gesellen Widersacher einer das s\k, und do 
das sin gesell suche, da spreche er: ich wil das nit halten. 
Und also spreche er zuo sinem gesellen: wir wellend 
das halten; hast du bös sp., so hab idi aber guots.' 1436, 
Z RB. ,Es klaget Z. uff T., das sy beid und noch zwen 
gesellen mit inen gekeglet liabind, also wurdint sy in 
einem s]). ettwas stößig von des wegen, das der Z. das 
sp. gebot. Da ließ der gesellen einer, so wider inn und 
den T. ... was, das s])., wolt das verloren haben, der 
ander wolt es nit lassen und hielt das. Do wolt der ']'. 
mit dem, so das s]). wider inn gehalten hatt, das sp. uß- 
kegbui und nit das gelassen sp. nenien.' 1431), ebd. ,Das 
II., er und der S. mit einamler gedrissiget habind und 
gebe der S. die karten us . . . .Mso geseclie er die karten 
... do hette er eben 31, und do er das scche, do butte 
er das sp.' 1450, ebd. KfsJ Sp. ii'irinne", Kerliere". ,Wer 
ist so toller Sinnen ... nit kan verstau Kriegsrecht': 
Jetz gwünts, bald kans verlieren, wie Einer tut, der 
spilt: Hat er gleich [s]Sp. verlorn, scbats im doch nit 
an Ehren.' 16:20, Zinsli 1911. .Der böse Feindt ... habe 
ihme zugemuetet (iott ... zu verliingnen, solle seiner Ueb- 
tag(iiiets gnueg haben, alle Karten kennen und die Spiel 
gewinnen.' 1642, .VABremg.'l'urmb. S. noch Bd IV H^Su.: 
V S96o.; Vlll 97So. Uneig. von einer Wahl: Dir hVl 
g'iiiinne" (t'.si-imer Sp.. aber murn irP" mir jetz ifwinne". 
UDi'KHK.VH. (BG.). (i'( u-)u>ine"x, verUirc'x Sp. , Worum 
band wir unseren vorteil und ein gwunnen sp. von banden 



geben y IIBcll. 1532. , Welcher in sollicbem schimpf 
jKamiif] sin sach uftlüchen setzt, der hat ungezwifelt 
ein verlorn sp.' .\.\' I., F tJhr. ; Var. .bös'. ,Wenn er unser 
Part halt, haben wir ein gewunnes Sp.' HociuiKiTixKK 
1663/4. I"'s Sp. setze"; s. Bd Vll 1620M. (uneig.); 
IX 480 u. l'l'<lem Sp. xi" (.\p; Gk und sonst), stu" (wohl 
allg.), wie nhd. 's iat Vil uf <tem Sp. Die Tieri sind In 
sattem ^Vetter in den Alpen ufern Sp.. in großer Gefahr 
GiiKI. Hiil sind .s" frank uf <^em Sp., von Heu- oder 
Holzfuhrleuten, die sich bei Lawinengefahr in die Berge 
begeben, ebd. (Eivem) i'>'s Sp. rede"; s. Bd V896M.; 
VI 5.50/1. ,Wer hat dich gebetten, uns in unser sp. zuo 
redenfi' es gat dich doch nütz au.' 1438/9, Z KB. ,ln das 
sp. sehen [s. schon BdVlI526o.|, luogen' uU.; meist 
uneig. ,Gut ... wenn nicht ein unehrlicher Spieler 
seinem Partner, wohl aber der ehrliche (iewerbsmann 
den äußern Eintlüssen aufsein Gescliäft i" d's Sp. k-iiifyet, 
mit gründlicher Einsicht und Energie arbeilet.' B.\KXn. 
1911. .Lieben herren. sehent in das sp. und band guot 
acht!' 1499. (in (Brief aus dem Felde). ,[Wegen der Zu- 
stände im Kloster] es witer beit nit wil noch mag han. 
wil man echt recht in[s] sj). luogen.' 1525, Z (Abgeordnete 
nach Stein a. Rh. an den Rat). ,lr [Pharisäer] sehend, 
was das volk facht an, es lautt't harzuo [zur Predigt des 
Johannes] schier iedermann . . . Xun land uns sehen in 
das sp. !' Aal 1549. ,[ Vater zum Sohn, der heiraten will:] 
In der ganzen weit by yederman wirt der eestand für 
groß gehau. Darumb so luog eben ins sp. ... dann solt 
es dir nit graten wol, so wärist aller arbeitsäligkeit vol.' 
Samsox 1558; noch öfter. .Zedel an gmein schärer. 
Wann sy hinfür die armen prästhaftigen lüten bsich- 
tigen, baßin[sjspyl luogii.d undnit einem jeden glauben 
gebind, der sich übel liept.' 1564, B RM. ,Der Red hör 
ich auch eben veil [!]: drum ists rächt, daß man schaw 
ins Sp.' JMaul. 1674. .Landtanian: Weil dann mein 
Ambt erforderen will, daß ich aufschaw in alle Spil.' 
ebd. S. nocli Bd III 1222.M.; V 362u. 575M. Auch .um 
das, zuo dem sp. sehen, luogen." ,Der X. spreche ouch 
zuo im, als er von im gienge: Schwager, nun luog eben 
ums sp.; dan soltist den kinden minder um ir guot lösen 
dan die 350 pfd, wie ich dir daruf hotten hab, so wirst 
du ein man au mir haben, der dirs wirt dörtten sagen.' 
1528, ZStäfa. , Daunen har [von der Ermordung König 
.\lbrecbts] dem adel ain großer abbruch widerfaren ist 
und die jungen herzog(!n in der landschaft verächtlich 
wurdent niul darnach iederman zuo sinem sj). sacli uml 
der adel nachgender jaren merklich geschedigt und ver- 
triben ward.' VAn. ,(iang hin und luog zuo dinem sp., 
die wil d noch hast (nn ganzen köpf." Mkixkad 1576. 
,Belzeluu)b |zu einem Teufel, der ihm einen .Anschlag 
vorgelegt bat]: Laß uns sechen zuo dem Sp. !' ('om. Beati. 
Weitere RAA., Sprww.; .Aberglaube. ,Es ist kein sp., 
es ist ein vorteil druff, ad suum quenique (pia'Stnm 
a^fiuum est esse callidum.' XVI., Si'nw. ,Das S]!. beißt 
sihe zu, amat victoria curam, certamen non admittit e.'4- 
cusationes; wann das Sp. am besten ist, solle man auf- 
hören, dum ludus bonus est, ipsum dimittere fas est.' 
Mkv. 1677. 1692. (iliick im Sp.. Umilück i" der Liebi 
(auch umgekehrt), allg.; nacli einer Erklärung: zur 
Liebe gehört etwas Narrheit, zum Spiel aber klnsje Be- 
rechnung. .Willst du (ilück im S]>iele haben, so suche 
den Daumen der rechten Hand eines wegen Diebstahl 
oder Raub Hingerichteten zubekommen nn<l trage den- 
selben immer bei dir.' J.VPfvkfkh I84.S; danach bei .\mm. 
1850. Virl. auch FXiderberger 1924, 62. Um (ilück im 



123 



Spald), siiel(l), spild), siM)l(l). s|iul(l) 



12-t 



Sp. zu IimIh'ii, riiiilj 111:111 ein Fleilcrmausherz an den Ann 
hangen. ll/Aiii,Kii l.silM. Spez., auch schon 0. l)Kart,en- 
spiel; vgl. etwa flünneu (Bd 1 1218); Jal.l, chaiser( I Jen. 
Lmids-Chiiiicht 4, (ober-JInmlcn (Bd III 09. 5U. 72ü. 
12il!). 131)0); Mariäsch 1 1>, iiiarschen II 1, Bagäschi 2, 
Bocksh, liino/ificl. hänkli'n. Ucrlanfi. Bnxsctteii, Schwurz- 
liel. (chhipf- ihftcii, iichwiir,i-prtcr( Den (Bd IV 857. 124. 
1052. 1 1 20. llilO. i:S!l(). 15il2. 1 Oül-S. 1S()8/11. 1842) ; qncmen 
(Bd V i:!()4); Itiinis (Bd VI 954); strampf-serlden (Bd VII 
OTo); truijuen: tränten, sowie die Zssen. ,Sp. nf, mit 
(der, den) karten.' ,Das man in der statt deheinerlei 
spils mit dem wiirti'el triben sol und in dem bret nit 
lioher denn unib ein ürten oder zwo . . . oucli uf den 
Ivarten nit lioher noch anders denn uinb ein stebler.' 
1440, AaIUi. 8tH. , Unser herren band verbotten alle 
spil in der statt und uft'dem graben mit dem würffei und 
der karten ze trilien ... usgenomen bretspil.' 1440, ebd. 
,Das sp., es sig uff wlirtlen, karten, im bret oder kegien . . .' 
1537, ebd. S. noch Bd V 890 0.; IX 51 u., ferner Charten-, 
Lustelina-Sp. In liestimmten Verbindungen mit Bez. auf 
die in einer Hand vereinigte (günstige oder ungünstige) 
Kartenfolge, übh. in konkrete Bed. übergehend ; vgl. 3 b a. 
E(sJ (juel(K), bös(es), sehlecht(s) ,S'^;. usw. /<■'' clioiiie" tli 
gans ZU Icei" rechts Sp. über, klagt ein Spieler. 8. auch 
Bd VI 858 o. ,Wie er und andere kartodiut, nämlich 
eiui und hunderty ... und do im, dem zügen, ein guot 
sp. kemy . . .' 1522, ZKyb. I'rägn. iJe(r) hat e(s) Sp.! 
gute Ivarten. /''' ha" kei"(.'<) Sp., so schlechte Karten, 
daß ich nicht mitspielen kann. Lue;/ aw'' das schön Sji..' 
von einem autiiegenden Stich LMenzb. (IJ'Js Sp. (a"-, 
üs-)ge"; s. auch Bd 11 891 u.; VII 1.500 u., sowie Üt)er- 
Sp. ,Sy habint uff dem Schneggeu kartet, und als der 
B. das sp. ußgeben solt, bekante er die obristen karten 
und mischlpt das sp. anders; da der M. im das sp. ulS 
den lienden neme und rette, warumb er das sp. nit uß- 
gebe.' 1472, Z HB. ,Daz sy ... mit einander gebitt'et 
habind, und als er uff' einmal daz S]i. ußgeben widt und 
daz zuge und müschlote . . .' 103S, Z. Uneig. : ,Wie gern 
die franzesischen obren [nach dem Verlust von Mailand 
an die ra)istlichen] die, so mit dem cardinal von Sitten 
gon Meiland zogen waren, hert gestraft hätten, ouch 
etlich straften ... so wolt es doch keinen rimen haben, 
wen daß man mnost das sji. nfhcben und ein nüws uß- 
geben, desse die spiler eins wärid.' Ansh. ,[I)ie von IJw 
hätten erklärt, keine nennenswerte Entschädigung an B 
leisten zu können,] deshalb ir pitt das sp. ufzeheben.' 
1529, B lief. ,Wann die 5 Ort sich des begeben wellen, 
das sy ... jederman by inen nüw und alt testameut läsen 
und darvon on alle straf reden ... lassen wellend ... daß 
alldan das sji. der schantlichen zuoreden [zw. den l)eiden 
Konfessionen] halb glich ufgehebt [werde].' 1531, ebd. 
(l)')s Sp. rerge" : s. ver-geben3a. (Bd II S7 o.) und vgl. Bd VI 
10l)!)ii. (uneig.). ,Ein S]i. karten'; nur uneig. ,Ich begei-ir 
nit zuo keinen eren und truw mich ir ouch mit recht zun 
erweren, so wol kau sie das sp. nit karten.' NM.^n. ,| Bauer, 
von Samson:] Dem hangel [!] wei wir fry ußwarten! 
ich gloub, er [Samson] werd ein verloren sp. karten.' 
Samsox 15.58. .[Belzebuob :] Wan wir rächt karten discs 
Sp., so haben wir ein gwunne Sach.' Com. Beati. S. noch 
Charten I (Bd lU 849). l'Jf.s) abg' chartet(s) Sp. wie nhd. 
allg. ; s. ebd. Dazu: J<''» ha" wol g'merht, was für-nes 
Sp. der [ihr] .i'sämen abg'chartet heit. SGfeller 1917. 
,Ein sp. nskarten': ,Es habe sich begeben, daz er und 
ander ... mit einandern kartet haben ... und als das 
sp. usgekartet were . . .' 14wO, Z Uli.: vgl. Gespan. 



.(Einem) das sp. verkmicir. iineig.; s. Bd III 489. ,I)as 
Sp. vermischlet sich': ,l)a bab ich [Astrologus] gsen ... 
wie sich das Spill vermischlen tuot'. der ,fridsanie Gang' 
der Sterne durch einen dazwischenfahrenden Stern ge- 
stört wurde. Com. Beati. ,I)as sp. zerbrechen', die S|)iel- 
regeln (etwa durch Nichtbekennen einer Farbe odgl.) 
verletzen (vgl. zer-lirechcn Bd V338o.): ,Sy hettint mit 
einandern kartet, und in söUichem karten zerbriiclie 
einer das sp. und zuge ein jeder sin gelt, daz voi- im 
stuond, heim.' 151s, ZStäfa. 's Sp. verchoge", -tii/le", 
durch ungeschicktes Sjiiel. (Hi'^m) 's Sp. verderbe", un- 
eig., wie nhd. Sprw. Z'chlei" {(jh), z'IMzel(s. BdlU 1571; 
auch B; Gii, so VD.), z'wenig (Ar; B, so E., Si.; (ii.; U; 
Z; Denzl. 1710), ireneli. (UGrieb 1911) und s'inl (auch 
nur y/oil ScnSt.; Z) rerderlit (Ar; B; Gr, so VD.; V ; Z, 
verdirbt SoiiSt.), perhnnt (s. Bd II 1305; auch ZBül.) alli 
{'s ganz Ap) Spil; vgl. Sp.-Brecher (Bd V 339). ,Zuo 
lützel und zuo vil verhönt alle spil.' Gesn. 1551. ,Dann wol 
war ist, zlützel und zvil, wie man seit, verhönt alle sp\ 1." 
Gui'BEL 1500. ,\Vär vordem Wirt den Zäch wil machen, 
der radet [!] ibel seinen Sachen; macht er zuo wenig 
oder zvill, so hat er schon verderbt das Sp.' Com. Beati. 
,Zu wenig und zu viel verderbt alles Sp., wie das Siirich- 
wort sagt.' Gr Samm 1er 1779. (Z'JHI und z'wenig gi''t 's Sj). 
af (Bote für Berg und Tal 1800), vergi'H 's Sp. (AAZein.). 
S. noch Bd 1 774 u. ; VII 1 520 u. ,Das sp. üf-slahen, under- 
faren, üsmachen'; s. Bd IX 370M. (vgl. den Anfang Bd VI 
509 M.). RAA. Sil, jetzt chumm ir'', sät de'' Bajatz,jetz 
vluind 's G'sp. i" recht Jlend. A r Kai. 1922. (D'js fSchitlle"- 
ti; ZO.) Sibni {Der Chilng BE.) macht (d')s Sp. rerruckt 
Ar; BE. (SGfeller 1921); G; U (beim , Kaiserspiel'); Z. 
,Es zergat kein sp., es muß ein [suwj drinn sin, in omni 
tabula est Dsedali e.\ecratio.' XVI., Sprw.; s. Bd VII 
1.500/1 und vgl. Wander IVG97. Bildl.: ,Bei dem letztern 
[einem Kaufmann] ist lauter Spiel ; heute wird er ge- 
trumpft, morgen trumpft er wieder; eines Tages kann 
er zehntausend verlieren, morgen zwanzigtausend ge- 
winnen.' GoTTU. — 2) Brett-, Würfelsjjiel; vgl. Sp.- 
Brenten, -Brett (Bd V 759. 909), sowie die Zssen. ,Sp. 
im bret(t), üf, mit würffen (dem würfel)'; s. 0., ferner 
Üharten-Sp. Uneig.: ,Dem Tüfel es [daß Beatus sich 
zum Priester hat weihen lassen] nit gfallen will, bringt 
auf das Bräd ein ni wes S]!.' t.'oM. Beati. — 3) K e g e 1 spiel : 
s. o. den Beleg von 1439, Z HB. und vgl. Chegel-Sp. Bildl. : 
,Diserzuosaz[vor Waldshut 1499]. ..hat vil guoterk riegs- 
stukbrucht;dan täglich, wenn die lanzknechtufdSwyzer 
wol znogetrnnken, und z nacht uf den wachten, so er- 
huob sich etwas siiils, das kegel gab.' Ansh. ; vgl. unter b. 
Vom ,B6ßen' (i.S.v. h(ißen2a Bd IV 1728): ,[Ein Zeuge 
sagt aus] daz si mit enander bosseten und daz ietwedre 
ein sp. wolt han gewunnen ... do warf der St. die kuglen 
bin ... [Ein andrer Zeuge:] daz si ein sp. inwurffen und 
daz der F. und der St. ietwedre der necher wolt sin; do 
siu'acb der St., solt er nüt bi dem sp. beliben, so wolt er 
ouch nieman nüt geben umb daz, soerietz verloren hett." 
1380. Z RB. — 4) Wettschießen (mit der Armbrust): 
vgl. I'flitz-Iiogen-Sp. ,IItt' solichem taghe soll man nit 
turer schießen denn ein sp. umb 4 pfd.' Bs Ordn. der 
Armbrustschützen 140(i; später: ,so digk man dry sjiill 
geschuß'. S. nochSp. 1 19u., fernerBd V8Ö7/8; VUri420o. 
und vgl. Bd IV 1728/9 (1389, Sch StB.). — i") von körper- 
lichen Übungen. ,Es soll Allermänniglichen da [wäh- 
rend des eidg. Freischießens in Sursee] erlaubt sin, all- 
diewil und das Schießen wäret, alle offenen Si)iel und 
Kurzweil ... zutreiben.' 1452, AFeierab. 1844; vorher: 



125 



Rpal(l). sppiri), siiilll). si»il(l), s|.iil|l) 



12G 



,init offenen Spielen als Seilwinden, Lanfen. Steinstol5en.' 
— ä) vom Si)iel anf einem Tonirerät. Hcuix ttdilälit nl" 
Zitter . . . Wie-nen T^^(ie"h/ick vi'r(ß^t-iiie [ilim] hi .sV'^m 
G'sp. und (r'sinui der Abe"d. Dkki.. (BHk.). I>'Sii'n ijfnid 
z'söme" (lan d's Sp. probiere", vor der Ii'tiat,zi"<j. Si'iiwzn. 
(GrScIi.); vgl. Haß. Tanzenden d's Sp. iiiaclie" WO. 
,Sehlansen, welche die Cinsrolesen also bannen können, 
daß sie zu ihnen kommen und nach ihrem (iespiel vor 
ihnen tanzen.' AHeki'oht KWil). s) (öifentliehe) Tanz- 
unterhaltuns (xRMai. (dagegen Ball für Tanz in ge- 
schlossener Gesellschaft; vgl. Bd IV 1145), inshes. die 
von der Burschenschaft veranstalteten Kasnacht- und 
KirchweilitänzeGSaL.,^Ve.; Syn. (Te-sel/scliaftx-Sji.: vgl. 
HBrockmann \U'2'.) 1 33/4. 's sind liür 3 oder 4 Spil. es 
werden an 3 oder 4 ( )rten Tänze abgehalten GMs. Baheli 
an der C'liilhi: Jez irem-mer (/o" (je" tanze" ... [Dafür 
nachher:] Jez irem-mer doch e'^iiiöl zum Sp. Beüsoh ISilS 
(GWe.). Dem ,S])iplmeister' oder .Platzmeister' liegt die 
Anordnung des sog. .Spiels' (Tanzes) oh ... Das .Spiel' 
wird durch den , Spielmeister', der mit seiner Vortänzerin 
allein 3 Tänze ausführt, eröffnet und gesclilossen.WMAXz 
1916; vgl. ebd. 28/30, ferner Sp.-Meister (Bd IV 529), 
sowie: ,An diesem [Kirehweih-JTage sind es ... die sog. 
Spielbuhen, die den Tanz organisieren. Eine Anzahl 
junger Leute tun sich zusammen, mieten einen Tanz- 
saal, engagieren eine Musik und laden öffentlich zum 
Tanze ein. .\n ihrer Sjiitze steht der Sjiielmeister.' 
AfV. (Gl). - Q (öffentliihe) Schaustellung; vgl. 
Schfiiur-Sp. .Bei .\nlals dalS in ilermahligem Jahrmarkt 
unterschidenliche Sachen zu beschau wen umhgesch lagen 
werden und dainiit ein groß Stuck (reit aufgenommen 
wird, haben meine gn. Herren in Krinnerung vor- 
mahliger Übung einhellig erkendt, daß in das künftige 
kein Sp. noch Anders, was es immer seie, ohne zuvor 
vor geseßnem Hat beschehenden Anzug bewilliget . . . 
werden solle.' 1 709, Z RM. Von Gauklern, Seiltänzern uä. : 
s. schon Bd VII 745 M. (2 mal). ,3 pfd 4 ß M. von Schwa- 
hach, einem Springer und gougler, zu einer vereerung 
geben und hiemit er siu'inger synes begehrens, inne syn 
sp. tryben und darmitt gelt ufnemmen zlassen, abgewisen 
syn.' 1595, ZSeckelamtsreclin. Bes. vondramatischen 
Aufführungen, auch den dargestellten Stücken, ,Schau- 
spiel' B: L (Ineichen); doch kaum noch volkst. Vgl. 
Spil-Hiis (Bd II 1730), -Gesell (Bd VII 727), zum (ie- 
schichtlichen bes. noch KBrandst. 1S84. 1885. ISSfi; 
JBächtold Lfi, 204 ff', 24{^,ft'. 403 ff'. Anmm. 49f 57ff'. 151 ff'. 
218ff'., ferner A.\ Gem. II(i; Nnw Beitr. 1885, 20/2: 1S87, 
30/4; Z Anz. 1903, 175/9; N. BTB. 1900, 133/.59: Gfd 17, 
75/144; 23, 219/34. 371/7. ,Scena, lesbank zem siiile.' 
Voc. opt. ,N, zuo Arow sige in snllicbem sp. rector gsin, 
der predicant von Stauffenherg und der stattschryber 
zuo Arow haben aber dem N. sollich sp. uß dem alten 
gesatz ziechen und stellen helfen; ouch noch ein predi- 
cant, so söllich sp. volfüeren sollen.' 1580, L Turinb. 
,N\in ... lost, was ich üch sagen wil, ouch was uns dises 
sp. hedüt.' L.1Z. 1529 (, Vorred'); im Druck von 1540 ,ge- 
spil'. .Vom wätter und eini sp. ze Winterthur . . . Das 
man :im sontag, was die alt faßnaiht. ze Winterthur ein 
comedy spillt, Kunucbum Terency, die von kleinen 
knahen gar suher in latin ges|iillt, kostlich angelegt, uff' 
dem nüwen laiß vor aller mänge gehandlet was.' Bossn. 
Chr.; dazu: .Ußgen 4 lib. 4 jj, als man das lateinsch |!] 
sp. hat.' 1531, ZWtb. Seckelamtsrechn. .Kin hiii]isch 

nuiw sj) von des Herren wingartten', Titel. Hcef 1530; 

ähnlich oft. .Kleines s]i.'. in ein größeres .Si)iel' ein- 



gesclialletes kurzes Zwischens|)iel. AcFKiiSTEHCNC, ; s. 
auch l!ed. 3aY, ferner Tiseh-S)). und vgl. Hachtold LG. 
330. ,l)as sp., schauws])il, gemein sp., darinn der gemein 
lauff' und das ganz laben der nuMischen angehildet und 
für die äugen gest.clt wirdt (an etlliihen lu'ten nennt 
maus ein scbim])f). ccjmo'dia, fahiila, tragiedia.' Kris.; 
Mal. (Weiteres ebd. 380 b). , Diejenigen Kurzweilen, 
welche wir heißend Comödien oder in unser S|iracb und 
Landen einfaltig ein S]).' Beokn'kkn 1024. .Deren [der 
Jugend] wend wir ein S]i. vorfieren und sev zni'Tugent 
excitieren.' Com. Beati (Prolog). S. noch Kd III 291 
( Kiimedi); \X 1582 u.; Sp. 73u. ( er-spieijlen ). sowie die 
Titel zu Aal 1549; Holzwart 1571. ,Kin sp. stellen', vei'- 
fassen, MStf.ttler Chr.; s. auch Si'lii)iijt/'-Sp. ,Kin sp. 
anrichten (Bd VI 410o.), anreisen (Bil VI 131S.M.), haben, 
halten, machen |= aufführen |, spilen' uä. Sii hand c" 
srliö"s S]). ifniai-ht. aufgeführt .\v\\. .1530 am ... Sonn- 
tag vorder |)faff'enfasnacht halt man ein sj). ze Winter- 
thur, die zähen alter.' Bossn. ('hr.; dazu: ,4 pfd den 
geseien, als sy das sp. hattent.' 1530, ZWtb. Seckelamts- 
rechn. .Agere comtediam, ein s]). machen oder ein 
schimpf, ein comedi spilen.' 1<'kis,, ,ein sp. halten.' Mal. 
,Ein liupsch oder verrüembt s]). an einem ort machen, 
locuni aliquem ludis celebi'are.' 1'"ris.; Mal.; s. noch Bd V 
2(i2 I Sclifiiiir-l'hilz j: VIII 78(!. ,.'\ls dann N. ein schöne 
comedie und sp. von S.Wilhelmen componiert und ge- 
macht, auch Vorhabens ... off'enlich ze halten und ze 
spilen.' 1590, L Kats])rot. .Das sp. füeren', leiten, 1550/ 
02. BBiel ('hr. Die .\uffülirungen unterlagen der obrig- 
keitlichen Bewilligung und .Aufsicht: vgl. MKeimann 
1914, 52/3. .Denen v(ui Oliersihental erlnupt, das sp. ze 
halten.' 1554, B KM. .Ministri allliie dehent das sp., so 
N. und sine niitheltt'en sjiilen wollen, hsichtigen.' 1562, 
ebd.: Weiteres ebd. II 27>>,S(;. .Inn der Constafel und 
Zünften verkhünden und abstellen, das niemand dheine 
comedia und sp. anheben und machen, es sygind myn 
herren dann des hericht.' 1579, Z RM. ,Diewylen unser 
Schuelmeister ein Comedia und Sp. zue füeren und zue 
halten Vorhabens, m, H. um Bewilligung dessen an- 
gesuecht.' 1612, Nnw Beitr. 1885. Obrigkeitliche Förde- 
rung durch Kostenbeiträge oder sonstige Leistungen: 
s. schon 0. ,I)en wehren, als die ein sji. gemacht hrittend, 
hießen min herren ze stür gen 1 Ib.' 1473, liStlfechn. 
,7 pfd 6 fi vom Münsterhof ze rumen, als nuin das sp. von 
unsern helgen gemachel hat.' 1504, Z. , Meister B. dem 
hildhower von Sant Ursen sp. die bild zuo machen, 
6 pfd.' 1521, S Seckelmcisterrechn. , Denen, die das sp. 
gestergemaclit,20kroiu>n zestür.' 1531, Z l!M. .Zedel an 
huwberrn, die brügi zum sp. machen.' 1538, ebd. ,10 ,5 
vom Linden- und Rennwegertor zu wachen, do man das 
S|). machet. 5^ vom toram NUwmerkt zu wachen, donian 
das sp. macht.' 1538/9, Z. ,32 'p undi win den schuolern 
zum S]). [usw.].' 1540, AAZof. StHechn. ,7 pfd den jungen 
knahen, sodesTällen sp. gespilt haben, zuo vereerung.' 
1544, ZSeckelamtsreclin. .Denen, so uff' diß verschine 
vasnacht ein tiitscb S]). gemacht, soll 3 gl. zuo einer 
vererung uß der statt seckel gehen werden.' 1556, Z RM. 
.Tribuni debent den jungen Studenten cleider zuo irem 
sp. im gw(dh fürher gehen.' 1561, BRM. .Min herren 
wellent iren bürgern, so das sp. gemacht, den wyn, so 
sy an (Htenbach genommen ... desglychen was brots 
sy am selben tag am iMünsterhoff verbnicht band, be- 
zalen.' 15(15, / 1!M. ,Hrn H. dem heiter und denen, die 
er zuo jüngst gehaltenem sp. bruclit, zur ... ergetzung 
irer mü<'v und aibeit krönen,' 1584, B. ,M. II. dem 



127 



Spal(l), sppl(l), s|iil(l), s]H)l(l), spiil(l) 



128 



Scliuelmeister und siiien Mitspielgpsellen von dein letzt 
gelialteneii Spiel so viel verehren lassen, wie ime zuv{}r 
im andern geben worden.' KU 7, Nnw ßeitr. 1885. S. noch 
Kd VIII G2l)o.; IX lOMlM. ,Iin sp. sin'; vgl. unter h. 
,3 krönen denen, so im sp. sind.' \hlir>, Sciivv. ,l)ie t'iir- 
nemst person in einem sp. sein, primas partes agere." 
I''ris.; Mai,. ,Los, trnglisälj, was ieli dynen will, du bist 
der hou]itnuinn in dem sp.' Kukf 1540. S. auch Schniiir- 
Fii//:; (lid l 74;;). ,I)ernarr im sp.'; vgl. Hd IV 77!). ,Es 
ist ein s]u'iichwort allgemein, das kein sj). ieneii sig so 
klein, in dem nitt ein narr müesse syn.' XVI., H Spiel. 
,| Narr;| Wie ich ghört, das man in dem sp. keinen narren 
nienen dolen wil . . . da hah ich in mim sinn gedacht, 
wir göuchen wurdend gar veracht . . . Ir sind wol sicher, 
das ich wil kein linnd hie würfen in das sp., ich will 
mich züchtig halten lyn.' ebd. ,[Narr:] Diewyl es dar- 
zuo kommen ist, das d naren wend syn zvorderist in 
allen spilen und oucli Sachen, hah ich mich ouch tnon 
hert'ür machen, dann icli hin nit der minst im sp.' Samson 
1558. Uneig. J)c(r) N<ir(r) im. Sp. ■■<i". dertienarrte sein. 
Andern als Werkzeug für ilire Machenschaften, I'läne 
dienen B; Th; Z. Jilze" Jiütti l'Ji"i'm ja Niemer Nüt 
dniffr", >cciui-iiie" xccli liiiider s%"f'iii fJrfi'füe? verfirabi'" 
inirdi. Me" ini.r mime" der Nnrr im Sji. IIvTavki, U)lo. 
,lch Willi ... nicht gäng niimen der IS'arr im S]). sy".' 
.l|{(i!K[. ,ller gutniiitig Laj)]« im Sp.' sein. ebd. - 
V;) Indus amatorius. ,,Vlso sach sy wol, das II. ouch 
by der kuo stuond ... und sach ouch wol, das er die kuo 
mit der einen band by einer trinklenkamben hat und 
mit der andern band hinderhin gritf und der kuo die 
schäm zemen trukt. Also rett sy zuo im: was tuost du 
mit der kuoV Do rett er, iro wolt die trinkelkamb em- 
jifallen sin, und lielS damit die kuo loutfen. Also do nun 
die ... frouw iro kuo nachgieng, do sach sy wol, das sy 
under dem swanz gescbaft'en was ze gelicber wise, als 
ob sy mit einem stier ze sp. were gelott'en.' 14o(i, Z KB. 
,|)ie frow were mit dem nuillerknecht im sp.', hätte mit 
ihm zu schaffen. 154(i, Z Khegericht. ,Nun khanst du 
heitter merkhen rundt, wohär der seltzam Handel 
khumlt, das dich dein Weib nit lieben will und selten 
treilien mit dir Sp.' .IMau].. 1620. — b) in weitern 
uneig. V erwendungen, mehr oder weniger formel- 
haft, zumeist von aß oder t, ausgehend. Mit (jual. Adj. 
Giiet, bös Sj). Guet ,Sp. ha". Chancen, Glück haben, bei 
irgend einem Unternehmen, zB. einer Brautwerbung B, 
so Lau., M. I'Ji"eiii guet Sp. mache", für seinen Vorteil 
tätig sein, seinen Zweck fördern B, auch It Zyro. , Schlaf 
wohl, mi"s Biiebli, gar balde, die Vögeli singen im Walde, 
si singe", si springe", si band gar guets Sp., drum darf 
mi"s Büebeli schlofe" gar vil.' KL. (AAZof.). ,Ludos 
facere, guot sp. machen, sich mit eim ergöuchen und 
kurzweilen, fatzen, s])otten etc.' Fris. ; \i^\. Herr-yotlx- 
Sp. ,Wie vil schwärer Verfolgungen über die Christen- 
heit gangen, die ungliJubigeu dazwüschend ir friiud und 
guot SJ). gehebt, ja us der armen Christen guot wolgeläbt 
habind, züget die alt bistoria.' LLav. 1583 ; s. noch Bd IX 
373 0. Freier. ,I)as N. geredt habe under den mädern; 
ä, ich sach nachten guot sp.; es saßen iro drü [ein Mäd- 
chen mit seinem Bruder und einem Dritten] under einem 
krießbom by einanderen ... und wann die muotter nu [!] 
ein wenig e komen wäre und kein Hecht gehept, so bette 
sy beide ufl' [nach andrer Aussage ,by'] einandern er- 
griffen.' 1513, Z; vgl. ar,. ,Ei das ist guot sp., das ist 
s])öttlich, lächerig, hui tam cito, ridiculum.' Fkis. ; Mal. 
Ei»fm (("' Ar; Th) hös Sji. (Böa-Sp. JKeinh.) mache». 



durch sein Verhalten (bes. hinterrücks, durch Hetzereien, 

Verleumdungen udgl.) das Spiel verderben, Ungelegen- 
heiten bereiten, schaden Ap;B (auch It Zyro) ;S(.IKeinh.); 
Tu. Fleißige A rbeiter mache"d de" fCdv" e" bös Sp. ThMü. 
JJäh nid nie Dienste", weder lias" d'lia" riiuent! . . . dieser 
bäuerlichen Politik unterzieht sich, um weniger günstig 
gestellten Mitbauern nid bik S/j. z'iiiache", auch Einer, 
dem seine Mittel erlauben . . . über Winter sämtliche 
Knechte zu behalten,' Baknu. 11104. Der Wirt het-em 
mit spiem schlimme" Mal Bässpif ifmaeht. driiiii lieiii-eiii 
bi der Wal .so in! Stimme" iffiUt S (.IReinh.i. [Bäuerin 
zum Pfarrer:] Clüiiiiet die Wachen einisch clut" liiefie" ... 
niHHiiie" <his'<-der if seilt, irie d'Lül [die ihr schlechte 
Behandlung eines Kostkindes nachsagen] J'Ji"<'m. liösspil 
H(a(7(.e".'.IHKiNH. 1925; wiederholt. ,IInserstarkhe Wider- 
part gibt uns vil zuo schaffen und sonderlich der Keichs- 
stetten Agent, so uns ... besorglicb fürdie französischen 
Wahren ein böses Sp. machen wirt.'HocHREimNER l(i(i3/4. 
Wie^s Der [den beim Bau der Teufelsbrücke gefnppten 
Teufid] nit iffu.ct het bi dem böse" Sp.! Erz. 185H (U\ 
lAehl(s) Sp.. wie nhd. Er het nid liechls Sp. ifliii". zB. 
ein junger Lehrer in der ersten Zeit seiner Wirksam- 
keit in einer Gemeinde B. ,Elien Sp.': ,Weilen etliche 
unrüewige Gemüeter von einer jeden kleinen Sachen 
wegen, insonderheit durch Antrib der unnützen By- 
stenderen, also in Costen fallen, das schon Mancher zu 
Boden gesuidien und den Byständen | !] nur ein äben Sp., 
uß den Sachen nit zu stellen, damit sy . . . die Sachen in 
ein Wltlöuftikeit bringen können.' 1(145, Aa lx(\. 1922. 
,Hüpsch, schon Sp.' ,[Elsi B. zum Agtli F., einer in übelni 
Ituf stehenden Eliefrau:] Tätist d knaben von dir, das 
stüend dir bas; du best nit als ein hüpsch sp.' 1532. Z 
Ebegericht. .[Satan:] Ich weiß auch noch ein schönes Sp.', 
um die Menschen zu verführen. Com. Beati. /)■ e.liüiU- 
ecli, de'"' alli z'siime" sch,äme", im a" dem .seliäbige" Sp. 
fl'Iiolf'e" heit, an der Sprengung eines Verlöbnisses. 
(iRUNiiER 1906. ,Fnles sp.'; s. Sp. 88 u. ,Seltsam sp.'; s. 
Bd VII 874 M. (2 null). ,[ 1 )er König von Frankreich trach- 
tet nach der deutschen Kaiserkrone «nd sucht die Eid- 
genossen auf seine Seite zu ziehen.] Ich mikbt liden, 
er wäre es schon und wir hultt'en im frundtlicli darzuo, 
damit wir den ruom hätten, sollichs hätten wir getan: 
er war uns allweg dester gnädiger. Dann es gadt in ein 
wäg als in den andern. Da wirdt ein sältzam sp. uß; ich 
wil ouch luogen, damit wir ouch luogen; welliche kuo 
sich in der weid nit begrasen wil, wan es für sich gatt, 
der sol man embd verbietten.' 1519, B Brief. Allein- 
stehend, meist in ungünstigem S. ,Wie unversehens 
kann es Sp. (eine Ungelegenlieit) es unbeliehii/s Sp. (ein 
mißbeliebiges Geschäft) bringen, mit dessen Abwicklung 
der Betroffene ,S'_;). (Verdruß, Mühsal) hat!' Bärnu. 1911 
(B(i.). (Schlimmer) Streich, Schabernack BHk.; (JrL. ; 
WLö. ; meist Dim. und PI. ,Kin Lötscher bat einmal in 
Frutigen im Kirchturm das Glockenseil an einen Ziegen- 
bock gebunden; der Erzähler meinte schmunzelnd: Da'' 
ist es fv's Spilti ij'sin.' LöTscnEN 1917. ,Wie sich dis sp. 
(ein .Schelmenstuck'] hat gemacht.' XV., L Neujahrsspiel. 
Ki"<^m. Spili, Spiltini mache". Er hed-iiier allerhand SjiiH 
g'machet. hat mi(di auf verschiedene Art hineinzulegen 
gesucht GrL. Gib deuH ufdeii Latlmti" [einer an einer 
Felswand sich hinziehenden Brücke aus Latten] Achti"g, 
su.-it chiinnti's-der denn Spiltini machu"! sagt eine 
Sennerin zu einem mit schwerer Last Vorbeigehenden; 
nachher begegnet ihm dort x'icbtig ein Unglück: .Der N. 
wird wohl zeitlebens an die Spiltini denken, die es ihm 



129 



Siial(l), spel(l), si)il(l), spoUl), sinil(l) 



U;() 



auf den Latimu" gemaclit.' FGStkbler 1915. ,(Einem) ein 
sp. anrichten, zuorlisten.' ,Allei- unfal kom inen von 
denen von Dießenhofen; alier sy \vellent inen wnl ein 
sp. znoi'iisten, des si nit selaclien mögint." löHO, Absch. 
(Z). ,l)iewyl nun ... die löüft' vast geschwind und nie- 
mand! wissen mag, wie und warumli oder warutt' dises 
sp. [Bedrohung Genfs durch Savoy'en] angericht und 
doch wo) zu vermuodtpn. das es nit allein über Jentf 
erdacht [so muß man sich gerüstet lialten].' lö.SO, Z. 
,[\. Iiätte geliört] der römsch küng weite diß soniers zuo 
trennnng der Kidgnosschaft ein sp. anrichten.' Ansh. 
,yuos mihi hidos redderet, wie wurde er mir ein sp. zuo- 
riisten.' Fris. ,Sy welle ein sp. zuorüsten, das die 
Sohwytzer all und besonders die Lutherschen damit zuo 
schaffen haben müeßen.' 1561, Z RB. ,Einem ein Sp. 
anrichten, alicui ludum suggerere, infortunium pa- 
rare.' Denzl. 1677. 1716; auch bei Mey. 1677. 1692. 
(Schlimmer) Handel, Streit, Krieg uü. .Ein sp. faht, 
gät an.' ,[r)ie Frau sei] mit irer hali von im [dem !Manne] 
gezogen über sin warnen und manen, sy sölt luogen, daß 
nit ein sp. anfieng, das sy gruwen wurd.' l-iSS/s, Z Elie- 
gericht. .Die von den 5 ( )rten . . . wurdind ouch von dem 
herzogen [von Savoyen] bestallung hau, so das sp. [Krieg 
mit Frankreicli] angienge.' 1562. Bkief (JFaliricius). 
,Gat dils sj). [ein AuflaufJ an, so l)in icli der erst (der dar 
muoß han).' 1566, ebd. (ienf kann sich, ,wenn das Sp. 
[zw. Katholiken und Reformierten] losgegangen sein 
wird', nicht entblößen. 1634, Absch. ,Zuni wenigsten 
zweifle nicht, der Krieg sei offen und das Sp. allbereit 
schon ... angegangen.' Gespr. 1712. ,Ein sp. anfähen' 
uä. ,Icli bitt lieh von üwer eren wegen, das die [frz. 
Botschaft] guoterherbergbi Ucli [in Freiburg] versechen 
si . . . alles us grund dis erhepten spils [des Scliwaben- 
kriegs], dovon uns not wirt sin friints<-haft zuo luiben.' 
1499, F Brief ; dafür nachlier .kriegsliandel'. ,r)er Baschli 
M. .. . hat necht ein sp. hie angfangen, weris dalieim zuo 
Zug fürgangen, so hettis kurz füeß'; von einem Hauf- 
handel. 1538, ZWäd. ,Meister Xickli [nach Samsons 
Blendung]: ... Laß doch zietst ab von dynem klagen: 
du solltest vor daran dacht han, ob du solch sp. hast 
gfangen an.' Samsox 1558. ,Ist das sp. [Streit mit dem 
Bischof] erst angefangen, und so es yetz nit zu end ge- 
bracht, wirt es so lang motten, biß der wuost mit ein- 
ander ußbricht.' 1560, Brief (JFabricius). ,Wir wollen 
lieber wüssen, was kunstlich Kriegen sei, dann solchs 
[einen wirklichen Krieg] erfahren müeßen; wann alier 
je das Sp. müest angeträtten sein . . .' Krieusb. 1644. 1667. 
,Hand d Christen anglicht solches Sp. [den Brand Roms] 
...'CoM.Beati. S. nochBdVI 130Su. In andern Fügungen. 
,Dwyl wir noch nit griintlirlis halien sehen mögen, welli- 
chen weg das s)i. | Krieg mit Z] sich noch wenden wurd . . .' 
1531, Schreiben der VO an den Markgrafen von Baden. 
,Der gwalt, den wir wüssen am Rhyn liggen und nf das 
sp. [Krieg zw. den flidgenossen] warten.' 1531, B Ref. 
fB an Z). ,Wie der herzog von Savoye, ouch ander, uf 
diß sj). [innere Zwistigkeiten], so jetz (leider) vorhanden, 
warten und sich gerUst enthalten.' ebd. (F an B). ,[A.:] 
Sölt es aber ein krieg gän, wo wölt ich ein andern diigen 
nän? Myns großiittis hall ich gsdienkt Samson .. . [B. :] 
Do hab ich ein Sempaclier hallebarten . . . die muoß uff 
disers sp. ouch warten.' Samsox 1558. ,Eh solche Sachen 
[Eröffnung der l'eindseligkeiten] vorgenommen wurden, 
daß man sicli mit allen Sachen, wo zu solchem Sp. ge- 
hört, uf den Grenzen gefaßt lullten solte, als mit Krut, 
Lot [usw.].' 1616. G.Il'EiER 1907 ( VFricdricli). .[Weil 
Schweiz. Idiotikon X. 



die Bündner] über den Feind sich nidit lieschwern, 
drumb soll man sie stecken lassen ... In Siiiiiina es sagen 
viel, die Kidgnnsse[n] geli nicht an das Sp.. drunih solb-n 
sie nur sitzen still.' 1029, Zi.nsli 1911. S. noch Bd VII 
1067 u. Von Spuk. , Nachts kam zu seinem Hausle ein 
Stimm, die rüeft ilim mit dem Namnieii, wie er hieß 
In der anderen Nacht kam die Stimm widcrumli ... Der 
gut ehrlich ^lann w-eißt sich in das S|i. niclit znricliten.' 
GwERB 1646. ,Es war ... Keinem nidit niiiglich [auf einen 
gespenstischen Wolf] loszuschießen; wann schon das 
Zündpulver aufbrniine, wollte doch keine Flinte los- 
gehen. Dies Sp. wiüirete eine Zeit lang.' Sererh. 1742. 
S. noch Haupt-Sächer (Bd \TI 134M.). Von geheimen 
.Anschlägen, Anzettelungen, Machenschaften udgl.; 
vgl. Si). 123 u. £■" jS'^. mit enancl ha". Etw. (Sclilimni(>s) 
insgeheim mit einander verabreden .\pLb. ,Der Wendel 
[ein Dominikaner zu StGallen] die disputatz [zu Baden | 
nit furcht, dann er weißt wol, was für ein sp. werden 
soll.' ZwmoLi. Die Leute am ZSee wollen durchaus 
Frieden mit den VO, ohne Rücksicht auf die Berner; 
,dann ein nar spüren mög. uff" was sp. sy gangind." 1531. 
Stricklek. ,AIs nun ettlich der unseren in die 5 Ort, 
ettlich gaan Isbruck. ettlicli gan Rom wider das gemein 
Gottshus umher geritten, han ich und menger bider- 
man mee gesächen, wa das sp. us wollen.' 1565, Brief 
(JFabricius). Sobald der Abt zu StGallen ,das Sj). [kriege- 
rische Absichten der Reformierten] merken' wurde, 
würde er sich mächtig verstärken. 1634, Absch. S. auch 
Bd WH 979 0. J^em Sp. under d'Aurje^ cj'seh^'. es durcli- 
schauen ; s. Bd 1 133 M. (mit wohl ungenauer Erklärung). 
/<■'• ha" dem Sp. scho" lang (nider d'Auge" f/'.selie". ge- 
merkt, daß Etw. angezettelt, Unredlichkeit, Betrug ge- 
übt wird ThMü. ,Die armen puren band dise pratick 
nit gemerkt, vil der predicanten ouch nit . . . Ich zw ar 
han dem sp. langest under die ougen gesächen, han mich 
aber nit gedörft'en fräfenlich ynlegen.' 1565, Brief 
(.JFabricius). .Ich hau dem sp. under ougen gesächen 
und vermerkt, das ...' ebd.; später: ,Man solle ylends uff' 
hütt z aabet ein bytag vom (jottshus berüett'en ; wüssend 
wol, das in yl niemand mag hie syn, dan . . . war inen 
zuo dem spil gefeit [gefallt, willkommen ist].' ,[NN.] 
züchent die Tagen uss, tüeigent derglychen, als wellint 
sy einandern hauwen, habe er wol vermerkt, das innen 
nit Erntst ... und als er dem Sp. under die Augen ge- 
sehen, syge er zurück.' 1642, Z. ,Das sp. falt.' ,Satan 
ihn [Beatus, der zu Petrus reisen will] verhindern will, 
schafft aber Nichts, ihm feit das Sp.' Coji.Beati. ,| Dämon 
zu Beatus, der sein Gottvertrauen bekennt:) Tuo, was 
du wilt, gfält ist dein Sp.' ebd. ,Im sp.' ,Hoc scio pro 
certo magnates Galliie in hoc esse totos, ut subvertant 
evangeliuin ... Ihibium autem non est fiederatos nostros 
in disem sp. das obermäniy sin.' 1560, Brief (IIBull.). 
,Ks ist mitt der bä])stischen bottschaft so wyt kommen, 
das die großen Hansen der Sachen eins sind, und sind 
ouch die Tschudinen nit die minsten im sp.' 1565, Brief 
(JFabricius). D'Uand im Sp. ha", wie nhd. allg. Im 
Sp. n» 1) mit pers. oder so gedachtem Subj., bei Etw. 
(zB. geheimen Plänen, Machenschaften) eine Rolle 
spielen, mitwirken, beteiligt sein Ar; B; Th; Z; wohl 
allg. De(r) ist g'wilß aw'' (mit) im Sp. Da »ig der Tiif'el 
im Sp. Rv'I'avei. 1913. De'' Fän ist im Sp.. drum bleibt 
das Wetter schön. ALGassmaxn 1918. Anzeichen, nach 
welchen iter Fend im Sp. ist. Bakxd. 1908. .Wann ... 
so ein zarts \Vi"dünstli ist cho" vom [BieIer]See naclien. 
wenn der rächt Luft ist im Sp. g"si".' JBi'RKi. ,So der 



131 



Si)a.l(l). siK^Kl), s|)il(l), s].i)l(l), spiild) 



132 



köuig von Fraiikrich mitsaiiilit pwerii ko. finadeii [Mat- 
thias Corviiiusl und uns Eiil.nnosscn auch imm s\k were, 
miiclitc . . . y.n hohem nutz dienen', mit Bez. auf den Ah- 
schlulS eines Bündnisses. 1481, Wauim. ,Söllen ir etlich 
über einandei-n zuckt liaben über friden und söUent 
etli<'li zeinei- im sp. sin.' 1509, Z KB. ,[Longinus:J Sölt 
er I Christus] vom tod erston, uns allen wurd es uhel 
gon, der tufel gar wurd syn im sp.' Kukf 1515 (P.). .Do 
näme er dem B. sin schwärt und wolt mit scheiden, aber 
er mödit nit zu scheiden komen, dan sy villicht meintend, 
er, züg, were im sp.' 1552, ZKlgg. ,I)iscidi eas [literas] 
qnas discerpcre iubehas ... Ich hab wol langist gemerkt, 
das ein kaadtman im sp. steckt.' 15(J2, Brikf (HBuH.). 
,.)eger; Ich mein, der Fluech syg gar im Sp., daß kein 
(jlid iieut nit fürhin will.' .IMahl. 1(;74. S. noch Bd VI 
1724 M. (Kuef 1540). — 2) (in AeLb. auch uff' <'em ,S'p.) 
mit abstr. Suhj., (im Geheimen) geplant, in Vorbereitung 
sein Aa; Ap; Bs; B; S; Th. 's ist Öppis im Cr'sjj.; Syn. 
im Tuen. Ig man-ne'^ [den Korporal] i" 's Schniderhcüis 
Mureili wol gönne"; weder iiii" seit zwör, es sig öppis Anders 
im Sp., erweH sclimt's gern e" Fiygen und e» Müli. JKeinh. 
1904. Mit pers. Subj. : 's ist Nähe''t uff<>em Sp., man hat 
gegen Einen Etw. vor ArLb. Bevorstehen, drohen, zB. 
von einem Naturereignis Ar. Etw. im (in ArLb. auch 
uff iem) Sp. ha", (im Geheimen) vorhaben, vorl)ereiten 
ArLb.: B; U (zB. einen l'eldzug). Si hwvuVs im Sp. mit 
enitnd. sich zu heiraten ArLb. ,I)u mußt heiraten, und 
daß du Etwas im Sp. habest, das hast du mir ja einmal 
selbst gesagt.' Gotth. I"'s (auch ,zum') Sp. cho". Wenn 
e" Hüsfräu iräsche" ivill und chunnt der Tusi'Ujs Vin 
i"- d's Sp., wer seit, oh er im Uhermüct oder si me bru,mmh" 
tuet? ScHWzi). (U). ,[Das Gericht entscheidet] das die im 
Spiel gekommene Eißenschufel [die N. vom Eigentümer 
leihweise erhalten haben will, während die Hinterblie- 
benen dies bestreiten] einen Geschw[ornen] in Händen 
nehmen und den betreffenden Eigentümer zustellen [!].' 
183(), GR.A.V. Gerichtsprot. ,[Als im Bs Großen Rat mili- 
tärische Hilfe an die Eidgenossen beschlossen wurde] 
sie einer under inen gewesen . . . der redte, si kement 
noch wol zum sp., wenn si witer von den Eidgnossen 
genötiget wurdent, und were sin rat, des zuo erwarten.' 
1499, QSG. ,Iren vieren, die vom brietf [Beschwerden der 
Landschaft] wussen gehejit, [haben wir, Verordnete der 
Stadt] nachdem wir ir entscliuldigung, und wie sy durch 
den pfatfen in das s]i. komen, gehört, mit sampt andern 
verzigen.' 1525, Bs Kef ,Ego nostris autor fui, das sy 
kheinen [neuen Bischof] wöllind; so es aber im Gotts- 
huß das meer wirt einen ze wollen, so kummend die 
unseren noch früey gnuog zuo dem sp.' 1565, Brief 
(JFahricius). ,So irdann zuo Zürich by frommen raadts- 
fründen nit anhaltend, das man den Engadyneren ab- 
keeri [Bd III 442 u.], wie es die notturft erforderet, so 
kompt zeletst der haffenblatsch mit eimxnderen und 
kommend ir in der Eidgnoschaft und wir mit üch ins 
S]).' ebd. ,Laß ihn nun fahren, wo er will! wasgelts, er 
kunnt noch ins Sp., daß er wet, er hat gvolget ghan so 
einem frommen trüwen Man.' .IJ\L\hl. 1G74. Ei>"m i"'s 
Sp. cho", Konkurrenz machen Xnw (IMatthys). Eine" 
i"'s Sp. zieh" uä. Wie chunst du derzue. mi''' i" dv's Sp. 
z'zieh" y FOscHw. 1917. ,[NN. müssen die Buße abtragen] 
vor und ee sy gefengklicher verstrigkung ledig gezelt 
werdint ... doch habent mh. inen an die jänen, so si 
viliclit inn dises sp. . . . liracht band, ir recht behalten.' 
1585, Z IIB. UsfUsser) 'lern. Sj). si". hlihe" ; Eine" us 
fusserj''em Sp. lö" Ar; Bs; B; G; Tu: Z und weiterhin. 



I'''' Irin lieher iis ( usser ) i>em. Sp. hlihe", will mich nicht 
bei dem Handel beteiligen, will Nichts damit zu tun 
haben. Soll einist Eine'' zo Öppis stö", so heißt-es: Ja, 
e<"mel t<^'i hu" Nüt g'seit, löt-mif'' us <lem Sp. 1 SGpellek 
1911. (Auffälliges, auch anstößiges) Tun, Treiben; vgl. 
1 c. I'f' ha" iez dem Sp. lang g'nueg zueg'lueget Th. 's Gundi 
het dem Sp. [dem höswilligen (ietuschel und Gefoppe 
der neben ihm arbeitenden Weiber] zueg'luegt und het 
rü,e"'i.g si" Such g'macht. JKeinh. 1901. Voruss hein-si 
rue"ig dem Sp. [dem lärmenden Gebaren eines in ein 
Hühnerhaus Eingesiierrten und der dadurch aufge- 
schreckten Hühner] zueg'lost. ebd.; s. auch ebd. S. 122. 
[Erster Bursche:] So, jitz wei"-mer ei"s z'säme"h(jekle" 
un<'-i"s gern ha" . . . [Zweiter:] Guet u'"' riicht. Eränzu; 
weder einisch müchte"-mer de»" o'''' vo" H"sne" Meitschi 
g'höre", was si zu dem Sp. säge". H.Elle.v. .Eubulus 
[zum A'ater des verlornen Sohnes]: Wenn er dir wider 
kunt zchuß, so jag in nit mit huuden uß drumb das er 
wider dich hat tan; er wirt kein sölich sp. me bstan, 
das er dir mUeßy fallen zfuoß ... [Vater:] So hoff ich 
auch . . . das er kein sölich sp. mer leist.' GBinuer 1535. 
(Wie zT. schon o. möglich) verblaßt zu der allg. Bad. 
Geschichte, Sache, Lage. ,l)ie will uff der Aren und 
sunst all ungepürlich fach abgestellt werden, so soll her 
N.s fach . . . ouch abgestelt luid das sp. glichmäßig ge- 
füert werden.' 1510, Liebenau 1897. ,I)as sis [die Unter- 
waldner die Berner] Luthersch ketzer geneinpt band ... 
und darzuo getrönwt und sich merken lassen, das sp. 
möchte an krieg nit zergan.' 1528, B Kef. ,[Bauer:] Ich 
muoß im [Samson zu seiner Hochzeit] bringen ouch ein 
gab . . . Myns Tryni hett der hauen vil, ein par ich mit 
mir tragen wil ... es wirt guot syn zuo disem sp.' Samson 
1558. ,[Teufel:| Eines ich auch gewar worden bin, daß 
sich fast geändert hat das Sp., will unsre Höll nit mehr 
so vill Seelen bekompt glich wie zuovor.' Com. Beati. 
,Gsichst ietz, was zlest gib[t] fir ein Sp., wan Einer d Lüt 
betriegen will !' ebd. ,[(!'ubicularius :] Bin abgricht gnuog 
in solchem Sp.', zum Hofdienst, ebd. S. noch Bd I 300 
( And ; ; Bd VI 1 724 M. Ühel, nüdguet i"'s Sp. g'seh", = drl" 
g'.<iehf'-, s. BdVII527M. Mit poss. Pron. 's isch' miPs 
Sp., ech [euch] cho" z'danke", meine Pflicht BSi. (Zyro). 
's ischt nid mi"s Sj}., Das »'"' Das z'mache". nicht mein 
Vorteil, nicht rätli( h, schicklich B (ebd.). Vergrif'-di'l' 
nid an-eml 's isch' nid euses Sp., es göt-i"s Nüt a". 
PHaller 1910. , Etliche [der von Arner zur Verant- 
wortung berufenen Bauern] fanden, es sey doch nicht 
ihr Sji. [,in ihrem Interesse'], ihre Sorgen deutlich zu 
zeigen; diese fiengen an sich zu stellen, als fürchteten 
sie sich nicht' HPest. 1790; dafür 1783: ,Der Hügi und 
einige Vorgesetzte, die das [die Niedergeschlagenheit 
der Bauern] bemerkten und glaubten, es seye doch nicht 
das Sp., daß Alles so traurig tue, fiengen an ihr Maul 
zu brauchen, wie wenn sie sich nicht fürchteten.' AV 
[der Schulmeister] h'richti drum d'Bihelg'scluchte" esö, 
das'' d'Furst aw>' Öppis dervo" heige" u"'^-se i" allne" 
Spil chönni z'Nutze" zieh". Loosli 1910. I( nj alli Spil 
fi"he"J, in jeder Hinsicht B. Es gleitigers ... Meitschi 
i" a. Sp. gi^fs nit. Gotth. D's Trotimhuech het doch röcht, 
i" a. Sp. i"c}ie" recht. HZui-liger 1925. , Daneben ist sie 
eine Gute in alle Spiel, trägt Sorge zu Allem, und es ist 
kein Zeichen im Kalender, über welches sie nicht Be- 
richt geben kann.' Gotth. ,[Eine Apfelsorte] ist ... in 
a. Sp. guet: zum roh und gekocht Füssen, zum Mosten 
und Dörren.' Bärnd. 1911 ; noch öfter. Si chönn-im de"" 
e"chli» Kamille" the ahschütte", de'' sig h'sungerharhekem 



133 



Spalfl). spcldl, spild), spol(l). spuin) 



134 



('" a. Sp. P'rhf". LonsLi 1910. .Als Heu- uiiil (iailiciiwafien 
ilieiit heute der so trefflich in n. Sp. braue lihare Hriiiji- 
irage".' Barmi. 1!12.5. .Kinen Kueilit ... den er lirauchen 
könnte wie mich in alle Spiel.' (tOtth. U;. zu jeder .Vrlieit.' 
1850. So auch in Bs: Das JSliiitli isch' in a. Sp. z'briiche". 
Gelt, Sache", Zu [udgl.] i(H) a. Sp. (V'hc'j ha«, voll- 
auf, im iUierfluß B. Die hei" g'lebt wie d' Vögel im 
Haußet u"'i (Tild (j'ha» i" a. Sp. .\kV. (BRohil).). Si hct 
Sachen i" a. Sp. i»he'K S(ipEi.i.ER 191!), 

3. konkret, meist in koll. S. a) ,zsspielende' (iruppe 
von Personen, a) Gesellschaft von Fastnachtmasken L 
(Ineiclien), tiru])pe von Herumziehenden heim Esle" 
(Bd I .5220., Bed. Id), Vhlame" (Bd UI 697, Bed. 1), in 
der Häggen-nase"-Xiicht (Bd IV (i.")6) usw. Z. Zu einem 
,Spiel' gehörten [heim .Eslen'] wenigstens ö Klause. 
Nicht selten erhielt das .Spiel' mit dem Esel von einzelnen 
Eltern eine Einladung ins Haus, um den liöseu, unartigen 
Ivindei'u ihre Untugenden vorzuhalten. EStaibku 1924 
(ZEmhr., Luf). In allgemeiuerm S. : ,l)iser gehört auch 
in euwers [der Xarren] Sp.' Com. Beati. — ß) „Musik", 
M u si k b an d e , -kapeile Aa (H.) : Gr ; L ; ü uud weiterhin. 
Syn. Mimik; vgl. auch Spil-LiU (Bd HI 152.5), -Banl; 
(BdIV 1388), zur Verknüpfung mit 2a5 den folgenden 
Beleg. .Herrn Oberistlieüteuant ITlanta . . . Ansuchen, 
daß ihme die stille Werbung ohne Sp. und Zwang in 
spanische Dienste erlaubt werden möclite.' 173(i. KWilo 
1847. Um Zrrölfi. bricht Alles iif [nach Schluß des 
Schn-inyet], doch d'Musiy c"chli." gpöter ... Es zieht diir':''- 
ab das ganze Sp. Zvböri. Wen" d'Män"er vcrbäi sind, 
SU chommend d'Ledige" mit dem Sp.. bei der li'satzi"g 
(s. Bd VH 1593 n.). Schwzu. ((iRSch.); s. noch Bd V Utiu. 
527 u. ..\ls sy und ander miner herren knecht ... zuo 
Wingarten gewesen syen und min herr von Gostenz 
da inritte, giengen sy mit dem sp. ntf das rathus.' 1482, 
Z RB. ,Es klagt Kuedy Wegman der gerwer . . . daz es 
sich begehen hali, als sine meister an mendtag und zins- 
tag in der vasnacht by ein andern weren mit iren wibern, 
daz er mit sinem wih nit zuo inen weite . . . und doch zuo 
letst, als sine meister in mit dem sp. reichten, und [!] 
üherkemen sy in danocht, daz er mit inen gieuge.' 148(i, 
ebd. ,I)as die . . . gesellschaft nit heniiegig der spillüten, 
so daselhs zuo Oberwinterthur in der rechten taberna 
gewäsen, sonder ein ander sp. gedingt.' 1523, Z. .l'tf die 
brnoderkilbin [1523] kam ain grosin weit har von land 
und stetteu mit den si>illen.' Stockar 1520'9. ,1'ff son- 
dag ain der brnoderkilbin [1527] . . . zugen 7 spil hie in 
unser statt von Dißenhoffen. von Nünkilch [usw.] ... 
und wurdend vol win und spiltand und danzden.' ebd. 
,r)es Umzugs halb uf Martini märit, das allein die weihel, 
wynläser meister und knecht umhzüchen uud sich der 
dryen spilen alhie behelfen sollend.' 1588, BRM. ; vgl. 
B Arch. XVI 638. ,1604 zogen die Schützen auf das 
Schießen naher Solotburn: ihnen ward die Fuhr, auch 
das Sp. mitgegeben.' Wvrstiskx 1779. S. noch lirudeliJI 
(Bd V 412). , Musik, vorzüglich von Trommen und 
Pfeifen Gl; L: Zu' (St."*); vgl.: .Wann fürobin ein ofne 
fechtsehuol ze halten erlouht wird, sol dem fe<'htmeister 
vorbehalten werden, daß er au keinem fritag oder sams- 
tag noch auch in der fronfasten solches tuon solle ... 
es wäre dann sach, daß sy kein sp. oder trumnuMi dar- 
zuo bruchtend.' 1;59(), L. ,Sp. für trummen und ])feitfen: 
mit dem sp. gon, mit der trummen umbzichen, cornilari 
tympana.' Mal. ,[l)as Pioniercoi-ps sollte E. XVI. sein] 
eigenes Sp. von 2 Trommelschlägern und einem Pfeiffer 
haben.' vRodt 1831. ,[Bei Feuersbrünsten] solle auch 



iH'beu dem gewöhnlichen Schießen die Trommel, und 
zwar, damit solclies der Erste der Ueste verrichten 
könnte, nur mit einem Schlegel geschlagen werden, zu 
welchem End auf jeder e|hrsameu| (iesellschaft ein Sp. 
in gutem Stand erhalten und dem Erstschlagenden ein 
Reconipenz gegeben werden solle.' BsFeuerordn. 1745/77; 
oder zu b ? S. noch Bd V KHUHi. Inshes. M i I i t ä r musik Tu ; 
Z uud weiterhin. , Der jung ptifer und trumensclilacher 
sind dahinden bliben, die in das Swaderlocb geordnet 
waren ... An spillüt können die ins Sw. nit mit eren 
ziechen. So haben wir ouch nit mer dann ein sp.; darunib 
können wir inen nit zuo hilf komen,' 1499, F Brief aus 
dem Felde. .Hiezwischeu gond die s|iil in beden legem.' 
Holzwart 1571. .Wie das Fehulin und S)). inn Schlaclit- 
hauft'en zu stellen ... Dem Fehulin sam|it den Spileu 
und Vorfehnricli, welche, autt' beide Seiten neben dem 
Febnlin gesteh werden. |magman| ein ganzes (ilid der 
Schlachtordnung ingeben.' A'Friehek. 1619, 40 (mit .\\<- 
bildung). .[Die feindlichen Chinesen] machten ... hei 
Nacht ein groß Geschrei mit allem ihrem Gespiel und 
Hörneren, so sie gebrauchen, darumb wir vermeintten, 
sie werden wollen stürmen.' AHerport 1669. ,Sobald er 
[der holländische .Admiral] ans Land käme mit seinem 
Gesjiiel der Cingolesen, so er allezeit bei sich hatte, sind 
ihme durch das ganze Läger zu Ehren 3 Salve geben 
worden.' elid. S. noch Bd IX 188'9. „Vornehmlich Tanz- 
musik" Gr; GW. ,Es sye uff' der kilchwihy zuo .\lt- 
stetten mit den von Winigen von den von .\ltstetteu 
geredt worden, das sy by irem sp. tanzen lassen." 1469, 
Z RB.: später: ,das sy jedermau by iren spillüten tanzen 
lassen wöltent.' ,Als die von Zug utt'uuser kilchwihe ... 
ein tanz geliebt hatten, das da ettlicli <ler unsern mit 
dem sji. umbgangen, und do sy zuo iucui kommen syen, 
haben sy die gseilen von Zug vom tanz getrungen.' 1486, 
ebd. ,Do kamen die gseilen vo:n tanz mit ainem sp. in 
die Stuben.' 1506, Sch. — •() die Personen eines 
Schauspiels. ,Nun zücht das klen [so wiederholt] sp. 
dahar ... [später:] ytz zeucht das klein sp. ab der hrüge.' 
ArKERSTEHrxG: vgl. Sp. 125;6. — S) formelhaft: wohl eig. 
mit Bezug auf die bei gewissen Spielen erforderliche 
Zahl von Teilnehmern: vgl. Fischer V 1532 u. T)'s Sp. 
est ganzes, die Zahl, das Maß ist voll, es fehlt Niemand, 
Nichts mehr BLau. M'ier lien e" g'miietlerha :ilic"'^setz 
g'ha", iin<^ daß d's Sp. ganzes slge, est Eina inet d'r Hand- 
orgele" clui". Der Xdcldidr hat Vnglnck im Stall u"'' daß 
d's Sp. ganzes sige, est-er ntf'' clirank wurde", ebd. E" 
g'siigneter Her'' miech-ne" 's Sp. aW'' mf'' ganz und gab 
irem Chrüzgang e" h'sundrige" Irlanz. mit Hez. auf den 
Bittgang der Reidener nach Hildisrieden. SGlinz 1918, 
63/4 (Ineichen). , Verdorben burger [zum herab- 
gekommenen Edelmann]: Ein guotter abent. junkher 
Hans! das sp. würd gwiißli<-h nit sin ganz, das ir nit 
sind bim abendtrunk.' RCvs. 1593: s. auch Hd VIII 978M. 
.Wann sie uns des freyen Stands könntend berauben, wer 
ihr Spiel ganz.' 1653. Lied. — b) von den zu einem Sjnel 
gehörigen Sachen; womit gespielt wird. - ) = Riß II'Jc 
(Bd VI 1380) Aa; Ap: Bs; B; Gl;G»; L;Tn: Z: wohl allg.; 
vgl. auch 2apl (Sp. 123/4). E(s) Sp. (G'spil) Charte". 
'■1 Sp. ist niid ganz, 's f alt e" Charte". E(s) neus Sp. 
chauf'e". [I)ii> Frau] holt . . . us der oberste" Ofe^slige"- 
tragge» d'sTafeli und d'Chride" und es Sp. Charte". Gl 
Naciir. 1917. S. noch MW l IV.) ( Bolen); VII 1.501 o.; 
IX 894 o. und vgl.: D's (r'schletteruilili ... hed mid dem 
Spillegen Xvl chenne". Bärnd. 1908. .Demnach wnrtt'e 
N. das sp. in die Stuben ußhin und läsi der wirt das sp. 



135 



Spal(l), spel(l), si)il(l), spol(li. spnl(l) 



136 



wider utf.' 1510, Z; s. die Forts. Bd VIT 1438 u. ,Es halu' 
sich begeben uf El<;ouwer kilwe, das ettlich gesellen 
babind wollen bocken in des Frigen schür und fnigtind 
eim sp. nach ; do bette er ein sp. im buosen und lieb inen das 
mit dem geding . . . wan er aweg widte gon, so soltent sy im 
das sp. wider Ion und geben.' 151S, Z. S. noch fcjp. 123M. 
— ß) Spielgerät, -zeug Bs; Tu; Z und sonst; Syn. Husi 
(Bd II 174!l): Ililsc/ (Bd VI 1537), SpU-BiiMiti;/ : Spi/- 
Ge-scliirr (Vn\ N'IIl 1173); (ie-i^ätterU-Ziuj. Einem Kind 
e" Sp. cliromc". K)i, Kk-rzopf, es Sp., es Pack Bajikr- 
/(■cker/i, Geschenke an das Paten kind. EEschmann. i'" 
Chräze" voll bis z'oherst itfe" mit SpUere.n und sikiJc" 
Sache" bringt das Vhristchindli. ebd. Entspr. bezeichnen 
manche zsgesetzte Spielnamen auch das für die betr. 
Spiele gebrauchte Gerät. Uneig. : ,Wer alle menschen 
effen wil, der wirt vil licht der aft'en spil.' Boner; vgl. 
Affen-Sp. — t) = Mül-Onjeleii, (Bd 1 448) GrAv. — c) vom 
Vor. übertr. a) = Biß 114 (Bd VI 1381) Bs; B (auch It 
Zyro); Sch; Z und wohl weiterhin. E( s ) Sp. ( Lismer-) 
Nadle"; auch nur 4 Stück. p) s. Tangel-Sp. 

AmhJ. ^,ü: v^-l. Or.WB. XI, ÜlömO. 2323/4 (,Siii.-l- 
cheu'); IV 1, 4irjl (.(iespiel'); Martin-tieiih. II 537/8. 964: 
ChScbmiilt 180ß, 1(11 ; Fisrhpr V 1.532/4 : III 539/40 iGe-spü), 
zar Etjm. HUseiiei-, k'leini' Schriften IV 184 f., zu den RAA. 
Waiiiler IV R94/704. In Hs wiril (wie sonst) der PI. Sjnhr für 
verschiedene Spiele, für mehiere Gänge eines Spiels dagegen 
Spil gebraucht. PI. ,Spiller' (in Bed. 1 aQ auch Com. Beati. Zur 
Bed.-Entw. vgl. Si-him/,/ / 1, (Bd VIII 785/6). In Namen, ^inl- 
ijriibli. Übern, eines Mannes Namens ,(.Tröbli', der hoch zu spielen 
pflegte ApSchön. (Birnstiel 1919). FN. ,Spil(l)man(n)' (s. schon 
Bd IV 279 und vgl. S/iillmann-Xanrlcr, Beiname eines Musikers 
SchHa.) AaEIf. (um 1322). Menz. (1326/34), Muri (1304), Wall. 
(1429); B, so Ha. (1374), Stdt (XIV./XVI.): L (äL HB.), S" 
Buchrain, Dagm. (1291): (JEsch. (1331), Kaltbr. (ebso) : Schw 
Hö. (um 1540): NdwStans: ObwAlpii. (1372): ZgBlick. (1381), 
Stdt (schon 1338), Walchw.: ZBass. (129:3), Däll. (1527/9), 
Med. (XIII. /XIV.), Örl. (,U, gener dicti Spilmans,' 129:3), Zoll. 
(1626), als Fliirn, ZFluiit. (,ini Sp.'); dazu ,Spil(l)man(n)s-Acher' 
LKriens(1317), ,-Gut'LNeud.(l,H.XIV.),,-Hof'ZgStdt(1616), 
,-Haus' BWahl.(Leu Le.x.); GMosn. (ebd.), ,-Moos' BHeimb.Tg, 
,-Matte' LKriens (,ein guot, heißet Sp.' 1317), .-Wald' BWuhl.; 
vgl. auch SpiUmannarher. Apfelsnrte (Bd I 377). Flurnn. (zT. 
ohne sicdiere S.heidung vim ,V,„7(c« : s. d.) : vgl. ZfdA. 61,82/92, 
auch ALflt. (Sagen) 258 : (ifd 51, 298 ; Bärnd. 1908, 585. , Spiel' 
BBümpl. (schon XVII. ;X VIII.;. in den Landgrichten [sollen] nach- 
folgende Hölzer und Wälder gänzlicli in Verbott gelegt sein, 
nämlich . . . der Forst, das Spil, das Tuniholz [usw.].' B Jäger- 
ordn. 1697 : ,[N. hat] anff der Lcdi ob dem Spil . . . drey Haasen 
geschossen.' 1724, B; ,im Forst und Spihl.' 1743, ebd.), 
Frauenk. (vgl. Jahn 1857, 355): GrTrinim. , Spiele' WGrächen. 
Als 1. Glied. , Spiel-Acher' SchBegg.; ZLeimb., , -Äcker' Z 
Bachs. .-Au' SchvvBicmenst. : s. noch u. , -Garten' BZweis. 
(,Vorder-, Hinter-'). , -Graben' BFrauenk.: ZMarth. ,-Hof' (s. 
schon Bd II 1033) AaB. (1366. 1453), Oberhof, Rh. (XIII./XIV.; 
vgl. SBurkart 1909, 43. 76; ,under der loubeu, du da gat von 
ü.s h\is an dem Spilhove unz an herrn C.s hus.' 1310, AaRh. 
StR.), Wohl. (1615); BEriz: LHuchd. (,N. im Spilhof.' 1423), 
Littau (um 1400), Pfaffn. (sch(m 1. H. XIV.; ,bonum am Spil- 
hofe'; dazu .WSpilbofer.' E.XV., LWill. .IzB.); SchwMa. (schon 
XV./XVI., Tugg. JzB.); SOIt.; Ndw (SIV./XVI.; vgl. Xdw 
Beitr. 1884, 84) ; ZgO Aeg. (,Hns und hofstat, stost an Sp.' 1470) : 
ZOHasli (1303), Oherr., OWen. (1302), Rieht. , -Halde' ZBinzi- 
kon (.Spillhaldenacber.' 1771. Z Rq. 1915). ,-Han' BGr. (/». 
Sp. : vgl. Bd II 1 3 1 0). -Ari/i('"-.S'c//r);/BMürren. , -Hausen' GMosn. 
,-Laui' UMad. (It U Gem. ,-Au'). ,-Mos' ObwSachs. (schon 1467/ 
1571), ,-Mösli' BFrauenk.; LHasli (,ein Plätzchen ... wo zu- 
weilen eine mächtige Musik sich hören läßt und auf dem Nichts 
liegen bleibet.' Schuld. 1781; vgl. ALüt. 258). ,-Matt(en)' 
(s. schon Bd IV 550/1 und vgl. B Volksztg 1905 Nr 18) BGr., 
Int. (bei Leu Le.\. : , Spillmatten . . . Teil des Städtlins TJnter- 
seen') ; LHochd, ; Ndw (Gesandte der übrigen Waldstätte ,kamen 



zu uns, des ersten ze Staus muler die linden Im der spilniatl, ila 
iMiser lantlütt gomeinlicdi nid dem Kernwald lii eiiaiidren waren 
und ouch etslich ubrunt di'Ui Kernwald.' 1373, Absch., ,Wir, 
die Ürtner zu Hergiswyl . . . da wir einu't dem Stein in der S]). 
versammelt waren', beschließen eine Ürti^cu-dnung. 1712, Ndw 
Beitr. II 131; dazu der FN. ,an der Sp.' XIII./XIV.. ,Spil(l)- 
matter.' XIV., ,an der Spillinatten oder S])illniatter, ein aus- 
gestorbenes Geschlecht in dem Land Unterwaiden nid dem Wahl, 
welches aucdi das Laiuli'eclit in ilem Land Uri gehabt.' Leu Lex.) ; 
V (,H. an der Sp.' 1'257), so Schattd. (schon 1473), Seed. (schon 
XIV.), Seel., Sil.. Spir. (,H.s tochter an der Sp.' XIII./XIV., 
JzB. : dazu der FN. ,Spil(l)matter.' XV., Urs., Wassen) ; Z (1439), 
,-Mättli' BFram-nk.. Gr., ,-Mettlen' SchwSattel. ,-Boden' GrD. 
,-Biihl' GGolda<-h; TliHoml..: ZgStdti- (heute ,Schrmenbühr : 
vgl. Stadiin 1821 III 160); ZSth. ,-Berg' ApOberegg (schon 
1440/1657): GBern., Deg. : vgl. noch: , Herr bischof von Veru- 
lan und etüch ho)itlnt vtm Orten und Pündten warent vor- 
dannen über den SpilbiMg in das Pergamasc . . . gezogen.' 1521, 
Strickl. ,-Briiggli' ApApp. , -Brett' ZFeuerth. , -Statt' (s. il.) 
BGr. (an der Sp., Gemeindeteil; ,C, an der Sp.' HU.); Uw'Alpn, 
(,W. an der Sp.' um 1400), K. (schon 1371 ; ,daz für mich [den 
Obvv Landammann] kam ze Kerns an die Sp., da i<h offenlich ze 
gerichtesas, N.' 1399), Lnng.,Sachs. (1573), Sa. (XIII./XIV.; ,C. 
an der Spilstete.' E. XIII.). ,-Trucken' (s. d.) AaSarm. (, -Winkel'), 
,-Trückli' (s. d.) GTa. (Wirtshaus an der ajipenz. Grenze, in dem 
dir) durch ein Verbot im eignen Gebiet gehinderten Appen- 
zeller zu spi(den pflegten; bei Leu Le.\. .Spilltricdile'). .-Weg' 
AaZuf. ,-Wald' BFrauenk. ,-Wics' GOberr.: SchwWoll. (XV. : 
vgl. OBingholz 1910, 78). — Als 2. Glied. ,(linier-' UwAlpn. 
(,von einem alter im ().' 1345). , Fliegen-' SchTras. , Geiget-, 
Gäuget-' S (s. (imiiiijler Bd II 172). (lämMlii- UwE. (für Jäger 
fast unzugänglicher gemsenreicher Gr.it). ,Gneten-' BsZief. 
,Hai-' WKijipel. ,Hahn-' WBinn, Glur., Selk., , Hahnen-' G 
Grabs ; UGurtn. (i'm IIiine"-SpiJ, Hochwaldpartie), Urs. .Hühner-' 
BSa. .Lauber-' ZOss. .Landet-' ZDürnt. ,Margi-' S (Acker). 
,Rot-'P,sGelt. (s. Bd VI 1765 M.). ,Woll-' ZOss. ,narstS]ueli'. 
Wiesen ZDüb. 

Über-: Stock im Kartenspiel. ,Und als er [j\l.] nit 
mit inen machte und, als dick usgeben ward, er das ü. 
in sin band näme, rette der L. zuo im, das er ... das 
kartenspil ligen lielSe.' 1486, ZKB.; das Vorangehende 
s. Bd VIII 1604 M. ,Als sy das hinderist spil machten, 
lilib dem einen under inen einer karten zuo vil und über, 
und sagte, das spil wer nit recht geben . . . deshalb sy 
inn hießendt, das ü. zellen, funde sich an demselben, das 
es unrecht gehen wer.' um 1510, Z. — Spätmhd. in andrer 
Bed.: vgl. Gr.WB. XI 2, 563. 

Advokaten-; Spiel, hei dem der in der Mitte des 
Kreises befindliche Sprecher allerlei Fragen und An- 
reden bald nach der linken, bald nach der rechten Seite 
hin an die Teilnehmer richtet, die aber nicht selbst ant- 
worten, sondern die Antwort ihrem linken Nachbar 
überlassen müssen, der bei Unterlassung in Strafe ver- 
fällt; vgl. Sprüngli 1838, 157/8;. JStangenberger 1877, 43. 

Affen-: törichtes Gebaj-en, Narrenpossen. ,Ieh 
weiß, das es alles fasnaclitspil ist, was die bischoft' 
wichen ...; die wichung ist nit uß Gott ...; wer aber 
dem bapst den gewalt geben halt, söliche a.-spil anzuo- 
richten, laß ich in umb antwurten.' GBrvxnek 1522. 
,.Jetz wellend sy [,die me mit kunst des evangelii uf- 
geblasen weder mit liebe angezündt sind'] ghein ober- 
gheit haben; denn wellend sy die ohergheit haben ... 
Bald wellend sy ein eigne kilchen haben; darnach sol 
ein Oberhand mit gwalt das predgen des evangelii nit 
schirmen . . . Und der a.-spilen bringend sy täglich meer 
härfür weder Att'rica seltzamer tieren.' Zwinrli. ,[Du, 
Faber] tuost mir unrecht, das ich uß eignem gwalt sye 
ein bischoft' worden . . . Darzuo trybst a. mit dem namen 
bischof; weist wol, daß es einen Wächter heißet, will 



137 



Spalfl), speUn. spildl. ^|».1(1). spuUl) 



138 



aber uns vertlarlit marlien, sam wir uns t'iir IhiIic liisc-linff 
ufgeworffen luiliind.' pIkI. ,f^'- '"it einen l'riulilvanten zu 
Unreolit der UnistUrzunj; eines Feldkrenzes heziclitifft; 
der Vofit von Xidau hat iinn den Sachverhalt (larjjeleKt.] 
Uf semliehs er ein a. ^eniaelit und gemeint, wenn schon 
üw. gn. und Biel schrihen, dennocht müeße er im das 
krütz wider ufrichten.' 1530, B Ref. ,Nit nie gelten wirt 
sin [des Antichrists] duck, gwalt und a.' HvHvte 1582. 
,[Narr zu Herodes-.J Du tuost, als sys [das Verlanffen der 
Salonie nach dem Haupt des Täufers] dir heftig leid, ist 
dir docli heimlich gwiiß ein freud; noch tryhst din a. 
also ..." A/M. 154!t. ,Wir gehen fort zu dem großen Creuz 
undTrüehsal dises Weihs [Matth. 15, ■>'2\: meine Tochter 
ist vom Teufel ühel geplaget. Hier hatte der leidig Satan 
sein A., wie er dann Gott dem Herren allezeit sucht 
nachzuäffen.' AKuxiii.Kii 1688. — Schim mlul. : v:.-!. (Jr. W'B. 
I 1.S4: Fischer I lOil. 

Egge"-; Hallsiiiel, hei dem sich die Knaheii in 4 
Ecken aufstellen und sich den Ball zuwerfen: derjenige, 
der ihn auffängt, sucht einen der nach allen Richtungen 
HUchtenden Mitspieler zu treffen; nachher heginnt die 
Aufstellung von neuem S (.TReinh.); vgl. eggen-halkn 
(Bd IV 11 52). — ,8 1 u d - u m - : Der Studum wird also be- 
steh, daß eine (irub man vorderst wehlt, in welche wird 
ein Kloß getrihen von Einem, welcher iiberbliben und 
keius der Grublein bat besezt ... Des muß er nun so 
lang arbeiten, bis er den Kloß zur (jrub mag leiten. 
Wann aber der in Kessel falt, allsdaun die Stimm Stud- 
um erschalt.' Am.m. I(i57. 

Inelli-: ein Kartenspiel. 1552, Zo üroßgerichtsiirot. 
(Stadiin 1824 IV 48K). — Wahrsdi. verlesen: dneh \v:ir ilie 
Stelle im Origriiml nii'ht aufflndlMir. 

Vi"-. In der Verbindung i," iVs V. cht)", an der (ie- 
sundheit Schaden nehmen, verunglücken (JuSchs. Bi 
dere" Che/Ii s&tist-di''' irarm a'^legye"-, sus chönntist HIen 
in d's IJ. cho". Die zier Töchter mag uf ^em Acher 
niime" werche«, .si furcht, -si chünnti in d's U. cho". iron. 
Hut hann-i'''' nie Wasser under Tach 'tä" [getrunken] 
rt'.s suß ime" ganze" Jär; aber i'^ trüe" notte", i'''' cheiiimi 
irege" dimm nid in d's U.; es ist gär es ggaiaitls und 
fürneiniHf: Was.ier. MKüo.ni ISSGj'T. 

Erd /icnZ-epfel i-: dem folg. Spiel ähnlichesKinder- 
spiel, bes. von den Mädchen in BLig. gespielt. Bärnd. 
1922, Ifil (mit ausführlicher Beschreibung und Abbildg): 
Syn. Gampi-, Iliiiqji-, Hiip/tcn-. Iläpfi-, Wiicluii-Sj). — 
Der Name wnlil dalier, weil auf den hüpfeiiilen FuJJ eine Kar- 
toffel (sonst auch ein flacher Stein oä.) ?felegt wird, der durch 
alle Felder mitfretragen werden muß. 

Himmel-und-Erde"- s.BdII12'J2o. (It Dan. auch 
/) und vgl. das Vor., sowie Himmel-Sp. — Us-: in der 
Verbindung im U. st«, mit dem Ausspielen an der Reihe 
sein, beim Kartenspiel Tu; Z. Wür ist im Ü.? wird ge- 
fragt; Syn. wer mues" üsspilc"'^ 

Öster-: wie nhd.; zur Sache vgl. AEeierab. 1843, 
123;(i und bes. RBrandst. Is,s4. 1885. 1886; JBäcbtold 
LG. 204/8. 259;68. 466. 471. ,1470 hat man ze Winter- 
thur ilas erst o. unsers Herren liden.' Bossh. ('hr.; ebenso 
in Hegners Chr. (B Anz. l'.HKl, 3'.l). ,1 pfd und 5 '(i NN., 
als si underm Wäg'-'istor gehütet, als man das o. ghejit 
hat.' 1526, L. ,1 Ib. 4 ji IL dis( bmacher von dem grab 
und der hell zuo machen im o.' 1564, AaB. Baunieister- 
rcchu. .Der schuolmeistcr ... soll das o. und andere 
christliche ceremonien mit den schüelern e.xerciren und 
gebrauchen.' 15S7, SBruKAur 1!M)9; vgl. ebd. 710. ,Die 
Representation des Passions oder 0-s in diser Statt 



I Luzein \ batt angfangen erstlich nngefar A" 1450 durch 
Hat und Anstiften der I'riesterschaft.' RGvs. ,Die Histori 
des l'assions, sonst gnudnlich das (). genannt, würdt 
durch die I'riesterschaft in Hymen und .Actus wie ein 
Gomedi gebracht.' ebd.; noch oft. ,Schuelmeister und 
Organist T. ... soll ... zu fleißigem Schuelhalten er- 
mahnt werden. Darneben wellen |wir| ihm Sehuel- 
meister wegen des ü-s und Andern d Ellen Say verehren 
lassen.' 1615, Ndw Beitr. 1885. Auch übh. für ein zur 
Osterzeit gespieltes Stück : ,Das vierte und fünfte capitel 
der Offenbarung Jobannis. Ein kurzes o. zu Bern durch 
jung gsellen gliandlet uff den sontag (^uasimodo nach 
Ostern', Titel. 1552, N. BTB. 1909, 138/9. — Vgl. Or. 
WB. VII l:i79; Martin-Lienh. II .5:111; ChSehniidt litol. 26:3: 
Fischer V 9.5. 

Fecht-: übungsmäßig betriebenes Fechten. Fris.; 
Mal.; s. iS'c/wnHe-H (Bd VIII 1297 n.). Syn. Scliverten-Sp.— 
Vgl. Gr.WB. III l:?9-2. 

Federe"-, in der ä.Spr. nur , teder-': 1. a) zur Jagd 
abgerichteter oder dazu geeigneter Raubvogel, meist 
koU.; vgl. zum Sachlichen Beblen IV 528/51 (,Luftiagd'). 
,Der troun begunde lücken ir herze gen der minne zil, 
alsam ein jungez v., daz man mit luoder reizet, e mit im 
werd geheizet.' Reinfr. ,Wer ganzer triuwe vergezzeu 
wil, den glichen ich dem v.' Boner. ,Das nieman ... in 
reben noch anderswa in den nechstkiinftigen fünft' jaren 
dehein rebbuon in deheinera züg nit fäben sol: wol mit 
f. mag man sy fachen.' 1435, Z StB.; ähnlich 1488. 
1501. .Glich als da sticht ein f uff ein auß [Aas], also 
sumpten sy [die Knechte mit ihrer Beute] sich auch nitt 
uff der Straß.' NSchrauin 1499. S. noch Bd II 937o. 
(LLav. 1582). Der Fang des ,f-s' ist grunilherrliches 
Recht. ,Es ist ouch mins herrn recht, das nieman kain 
V. vachen sol in diser grafschaft und sol ouch darzuo in 
den fronwälden dem v. nieman ze nach holz howen nach 
feilen, das daz v. vertrib.' GSa. Herrschaftsr. 1453; ähn- 
lich GTrühbach Offn. XV. ,An vogt von Arwangeu, vind 
er jeman, der v. in der herschaft vache, das er die in 
gevangnus neme.' 1470, B RM. .An vogt von Schenken- 
berg, dem weibell zuo Brugg zuo gönnen, by im das v. 
uszenämen.' 1400, ebd.; vgl. auch: , Uff dem canzel ver- 
pietten, das niemand hasen, das getlügel, wo nit sched- 
liche tier sind, schießen noch vacben solle hy ratsbot, 
ußgenommen das v.' 1534, ebd. ,Es sol ouch deheiner 
einem herren [dem Abt von SciiwE. | das v. noch das 
rotgewilt nit vachen noch abtragen.' 1493, SciiwE. Hofr. ; 
vgl. dazu: ,Derselbig Hoffrodel weise auch nit allein rot 
Gcwildt und F., sonder ohne Mittel was in \Vildt]iann 
gehört ... das solle man ... ohne eines Herren Willen 
... weder fangen noch abtragen.' 1565,SchwI';. .\rch. ,[Es 
klagen EvRischach, Hans am Stad uA. gegen livLanden- 
herg uA.] etlicher fräfel und uumaßen halb, so dann 
etlich Personen ... im holz, genant der von Winterthur 
wald, begangen haben, als der selb vRischach | usw.] da- 
selbst uiuler dem f. lagen, das ze faheu, und die oh- 
genant \vi(ler|)art inen das understuond ze weren und 
ir etlich sy darumb überliiffen, och inen irgarn zerrissen, 
den lockvogel nenimen ... IJft' das habent wir zuo recht 
erkennt, daz FJvHischach (us\v.| als unser burger und 
bindersessen wol macht gehejjt haben, in dem end als 
in unser hohen und nidern gerichten under dem v. ze 
ligen, daz ze fallen ..." 1502, Z. ,I)as ihrer .M|ajestät| 
Vogt zu Castels und der 8 Grichten ... öffentlich ver- 
bieten lasse, daß das Hottwild und Steinböckhwild sambt 
F. allenthalben in den 8 Grichten durch keine Under- 



139 



Sp.il(l), spel(l), spil(l), siinl(l), spul(l) 



140 



tauen gefeit, geschossen noch gefangen werde.' Anhorn 
1603/29; später: J)em Haus (»sterreich [gehört] in disen 
H Grichten das Rotwild, Steinbokh und F. einig und 
allein.' Haltung des ,f-s' uiul Jagd mit demselben ist 
Liebhaberei und Vorrecht weltlicher und geistlicher 
Herren ; doch vgl. : ,1 lud was inen [den ,ldrchenpriestern' 
im YlII. I darnebend al)gestrickt, wafen zetragen, in krieg 
ze ziechen, ze jagen und von kurzwil wegen f. zuo ent- 
halten.' Vau. ,A1so fuogt sich ouch ainsmauls, daz der 
selliejungherre |(irafvHabsburg] rait jagen und haizen 
in dem lande liberal . . . Also warf der jung herre sin f. 
nauch aineni andern fogel und wolt also sin f. hetzen; 
daz f. gieng uf in die lüft. daz ir kainer wiste, war daz 
f. komen was.' Z Chr. 1.3.3G/144(i. ,Ain byschoff mag och 
ain jagermaister haben . .. item ain falkner, der im die 
I Falken] zücht und daz v. besorg.' Gk Aemterb. ,Vögt, 
V. und hund ätzen. Item es söln och die hoffgenossen 
ainem vogtherren und sinen knechten und amptlüten [!] 
becosten . . . und bringt er ain liabich mit im, dem sol 
man gen ain hennen und sinen hunden sol man gelien 
ainen laib liusbrott.' (iFlaw. Offn. um 1475; s. noch Bd V 
7.57o.; VI 2320.; IX 2174M. ,Ouch möcht er [der 
Priester] balien jagbnnd, v. und alles, das zuo weidenie 
gehört.' Stketi.. C^br. Der Fischer des Abtes von StGallen 
soll auch ,f., hä]icb und häpchli vachen' und dorthin als 
Geschenk liringen, wo es dem Abt gefällt. 14.S6, Liebenac 
1897. .Von V., ußgenommen sprinz und spärwer, von 
jegklichem bis an zweitfein haller; wo ir aber mer wären, 
von zweyen ein haller, es weren dann fUrsten Schickung 
und schänke.' 1498, Aa Rii. 1926 (Ordn. über das ,Fahr' 
zu Windisch). ,Da er [Christus] ye von vöglen reden 
wolt, da nimpt er nit ein beispil vom f., dem habich, 
sperwer, falken etc., welche bei fiirsten und hei'ren in 
großer achtung sind und von inen autf den henden 
tragen werdend ... sonder vom rappen, der ein unnützer 
unwerder . . . vogel ist.' LLav. 1582. ,F-s Hug, weid, 
zucht.' Das 8tiftsgcbiet [von SchwE.] soll dem Gottes- 
hause zugehören ,mit liolze, mit velde . . . mit wilpant [!], 
mit vischenzan, mit v-s züchten, mit aller rechtunge, 
friheit und ebafti, so keines wegs zuo den sellien güetern 
gehört.' 1350, ADettl. 1904. ,Kin offen brieff an all mh. 
amptlüt, die weid des v-s niemanden an mh. wüssen und 
willen üeben zuo lassen.' 1487, B KM. ,Mh. Schultheiß 
hat N. den Hug des f-s über Thun uf im Oberland ge- 
Ivlien, also das er ouch alle die, so das f. heimlich ab- 
tragen, anfallen und umb zechen pfund straffen lassen 
müg.' 1488, ebd. Im Übergang zu b. ,Es mag ouch ... 
herr Thüring und sin erben in sölichem holz [zu Aa 
Brittn.] jagen, v. und weidny suochen und liruchen glich 
uns [Bern].' 1481, Aa 11(1.1922. Hohes, in Beurkundungen 
udgl., meist formelhaft neben verwandten Begriffen. 
,Erstlichen so gehört der herrschaft der liocbfluck, so 
man nempt das v.' BThun Haiulf.; an andrer Stelle: ,die 
... bürg und statt von Thune mit gerichte, mit twingen, 
mit hennen . . . un[d] mit dem v.' ,[Das Kloster Ein- 
siedeln hatte] getwinge und benne an vischen, an wilde 
und an v. van dem stillen Wage harabe . . . unz an Haggen 
... in gewalt und gewer.' 1311, ADettl. 1904 (Klagerodel) ; 
später: ,in der habe[ch]zucht an Regenegge.' ,Wir 
[Bischof von Chur] habent den vorgenanten V. und sinen 
erben zuo ainen [!] redlichen werenden pfand ingesetzt 
. . . all unser . . . lüt, die uff Sayens und zu Trimus seß- 
luift sind [usw.] ... an das f.' 1358, Mohr, CD. ,[Ver- 
pfandung der March und des Gasters an Schw] mit allen 
nützen, gülten, zinseu . . . wasserrünsen, vischetzen. 



wiblbriill, V.. IhmIi uml nider geriebt.' 1438, /,. .Die 
herrscliiift Diniiptingcn ... mit ... wiltpännen, visclietzen, 
f., holz und vcld.' 144H, BnSi. Rq. 1914. .Liebegk ... sol 
haben üeliuug der kleinen gerichten ... Aber daselhs 
gehören uns zuo all wildpänn, vischenzen, trostung- 
oder fridbruib ... achram, hocbfluck, v., mulenvee.' 
1480, Aa Ri|. 1922; ehso 1518, ebd. (,gericht zuo Bein- 
wil'); 1533,Abscb.(AAL.); 1541, Aa R(i. 1922 (,die nidren 
gericht zuo Wartburg'). ,Vou des hocbfluck wegen, es 
seye imben oder v., stand minen herren zuo mit sandit 
dem wildpänn.' 1487, ebd. 1926 (Herrschaft Schenken- 
berg); später: ,das min herren von der herrschaft 
Schänkenberg wegen zuo vögeln, jagen, beißen, v. und 
vischenzen und alle weidung haben.' S. noch HOch-F/iifi 
(Bd I IISO); WiM-Bann (Bd IV 1277); JMüller SG. II 
440 Fußn. ,Größ, klein f.' ,Wir, graf HvKyburg, lant- 
graff zuo Burgenden . . . verjehen otfenlich . . . daz wir 
die vorgenanten herren (abt C. und covent des closters 
von Truob) an ir güetern, twingen und hennen, an wunn, 
an weid, an weiden, an wasser[r]ünsen, an visclietzen, 
an V., kleinem und großem, nit irren oder summen noch 
beküniberen.' 1371, Gfd; s. noch B KM. III .503 (Z..1. 151 1) 
und vgl. JMüller S(t. in 24i-i Fußn. ,Das alle fisclienzen, 
\vilp])enne und groß f. . . . minen herren von Berne zuo- 
gehört in der obgenanten graffschaft [Lenzburg].' 143.5, 
Aa K(1. 1922; wiederholt 1477. — b) Falknerei, laiftjagd. 
,Aucuiiium vulgariterdictum v. aPontalt usque in Körn", 
biscbötliches Lehen der Familie vPlanta. Gk .Vemterb. 
,(Voglery, das voglen, weidwerk ze voglen,) f., aucupium.' 
Fris.; Mal. ,Die Raubvögel und die, so zu dem F. ge- 
braucht werden.' JLCvs. 1661. — 2. im F. sitze", im 
warmen Bett, ,in der Wolle' sitzen. De>' N. sitzt im F., 
er hed ck Fraiieli. vie-n-er will; de'' N. träid e" hoche" 
Huet, er sig zu alle" Ere" [Ehrenämtern] fiiict. ans einem 
alten Neujahrslied, gesungen vor den Haustüren der 
Reichen SciiwMuo. — Auch sonst mhd. in Boil. 1 : vftl. (ir. 
WH. in 14(17/8: Martin-Lienh. 11 5:58 (Name des Teufuls) : 
ChSchmiilt 1901, 07: Fisch«r II 1004, fernei' Uiigei-Khdll 21(1 
(.Fedeisiiieloi-). Als FN. Gr (seit M. XIII.: auch It Leu Le.\.), 
so F.nis: v^'l. HBL. II 128. 

Feig-. ,Das man an der eschygen mitwuchen nit 
sol stürmen von f-s wägen, es war dan kriegsleuf oder 
untier verbanden, ouch für old wassers nott, und welcher 
uß muottwillen so stnrmty, der ist kommen um 5 Ib. 
buos zuo derselben kilchen banden.' lö75,(.)BwStaatsprof. 
V ö ge I i - : Kinderspiel. Auf den Ruf des Spielleiters : 
Alli Vuiieli flfUjCHl Hs! laufen die Kinder in allen Rich- 
tungen nach liestimmten Zielen auseinander; auf den 
Ruf: AlU iiiini VügcU Haufsäme" ! eilen sie um die Wette 
an den ursin-ünglichen Platz in der Nähe des Rufenden 
zurück ZRicht.l vgl. Bd I 691 u.; VII 934M. - Vgl. Or. 
WB. Xn2, 424 (,Vogelspiel'): Fischer II 1604 (Viiijeleinii-Sp.l. 
Fäl-: Wagnis. ,David . . . muost [bis zu seinem Re- 
gierungsantritt] so vil gevar und unwärd erlyden, das 
sych ein yeder sölte vil lieber sölchs rychs verzyhen 
weder in s leben v-en Stacken.' Zwingli; (piam caput 
suum tot periculis obicere (Gualthei'). 

Volch-: bewegte Volksmenge Bs; vgl. .S'^;7 /';. Fit 
h'hüet-if's truli'^'', es gn'ist-mer, irenn-i'^>' das V. ifseh". 
's isch Alls underenmider. schier a's wie im Chrieg. sagt 
ein Landmädchen in den Straßen Basels. Breitenst. 1863. 
[Bei der Landwelirmusterung hat] e" V.. irie-me" nit 
bald ei"s g'seht, si''' zum Tor üs 'druckt, ebd. 1864. — Audi 
1,,'i Heliel und hei Walchner 1848, :14:1 : anderwärts in gleicher 
Bed. ,Mens(lieiis]iiel': v:;!. Martin-Lienh. II .5:!8 : Crecelius 79B; 
F(jllnmnn :164. 



141 



Spal(l), speUl). s|»il(l), si)ol(l), spiil(l) 



11 -2 



Vor-: wie nhd.; nicht eig. ma. Uneig. U'Multe" 
z'ifarme" stelle" ... d's Mal"' us ^em Chaste" uche" reiche" 
[usw.], das- Alls (/hört niime" nfe" zum V., beim Barken. 
Emmkntalerbl. 1917. Chüni das>'-me." mit dem V. [Vor- 
bereitungen zur Aufnalime fremder Gäste] heUj möge" 
fertiij irerde'K so seigeii auf'' scho" zwo sc.liwijri Seis- 
(jKtsche" derhcr z'ralJle" rho". FOscuw. 1'.119. .Der Kinder- 
spielen halben ist sonderlich aulS den Geschichtschritten 
außfündig, dalS dieselbige . . . iit'ter zukünftiger hoher 
Begebnussen wundersame \'orspiel und Bedeutungen 
gewesen." Amm. 1657. In der Imkerspr. spez. Orien- 
tierungstlug der Bienen; s. Schweiz. Bienenvater' 59 tt'., 
auch Tschudi LB. 1863, 312/3 und vgl. oor-spilen 2. — 
Feßlene"-: Spiel, bei dem die Kinder Ketten aus 
Feßlene" (s. Bdl 1069o., Bed. 4) flechten. Kncim. 1857, 
467 ; Syn. Ghettemli-Spil. 

Fatz-: Possenspiel. ,Ist das [s. den Anfang des Be- 
leges Bd VI 905 M.] nit ein wunder V Verzychiud mir alle 
Christen menschen, daß ich f. bruch, es gehört zuo den 
narrechten lügen und fahlen, die wir über die götzen 
erdichtet band.' Zwincli. — Auch bei Fi.scher II 98:i. 

V 1 ö h - : das uuter spieke)i 1 a ■; (Sp. 97 o.) beschriebene 
Gesellschaftsspiel, jetzt gew. mit Scheibchen aus Bein, 
Holz oder Metall gespielt BsStdt; ZStdt, S. — Ein Fast- 
nachtspif] mit dem Titel .Flühstüuber' {s. unter Fast-iiacht-Sp.) 
wird in dem Strafurteil über die Urheber des Spiels als .flrdi- 
spil' bezeichnet. 

Fluß-: = Fluß 1 (Bdl 1217): s. den Holzschnitt 
Z Neuj. St. 1879. Syn. Laiid-Sp. ,r)aß niemau utf dem 
jarmarkt an keinen ortten noch in keinen hüsern kein 
bockspil, kein tl., kein basspil noch ander große spil tuon 
solle, ußgenomen uff den oftnen trinkstuben.' TiiDieß.StU. 

F r e u d (e n) - : 1, a) körperliche Äußerung der Freude, 
Freudensprünge. ,Des [Grußes der Maria] wart der 
junge degen fro, den si [Elisabeth] truog in ir libe do, 
so das er fröudensp. begieng.' Werxher ML.; s. Lud 
41. — l)) Lustbarkeit, Unterhaltung. ,0 aller seien 
fröidensp., o aller süeze ein überzil. n hochgelobter Jesu.' 
WvIIheixau. ,Der küng wird hau ein fröudensp., uff 
hüttigen tag kostlich hoff halten.' A,4l 1549. .[Diogenes] 
bort ... trummen, pfyffen und ander fröüwdsp., darmit 
yederumn in der statt umbgieng, wie dann uff einem 
hochzytlichen tag beschicht' Dioi5exes 1550. ,I)arumb 
so schlahend dapfer drin, der münch rauoß unser [der 
Teufel] freüdsp. sin.' Meinr-ü) 157G. ,Anlangend den 
hengarten [bei dem Bad ,zur Helgen Buchen'] ... da nun 
frönibd und beimsch etwan fröudensp. daselbstgehalten.' 
1589, GT. Ilq. 1906. ,[Lucifer zu den Teufeln:] Der 
mensch muoß ouch sin dingle han . . . singen, springen, 
tanzen, fröudensp., alles über rechte moß und zil.' RCys. 
1593. .Weil er [der König] Kurzwyl und p'reüwdensp. 
die fröhlich Zeit aus haben wil.' JM.uhl. 1620. .[Die 
Feinde haben die Gefangenen] uff ein ilaten für die 
Statt hinaus gefüert und mit sonderein Jubilieren und 
Freuden ... nidergesel)let und hiemit ihr P'reüdensp. 
mit denselben gehabt.' 1633, ScuSt. ,Ein Freudensp. an- 
stellen.' Sererh. 1742. — 2. spez. entspr. Sj}il:iaZ(i^\'- 125), 
Lustspiel. ,Ludicrum, gauklerspil, schimpfspil, allerlei 
fröudensp. oder kurzweilige spi).' Fris. ; ähnlich bei Mal. 
und Denzl. 1677. 1716. ,Ein Freudensp. . . . welches die 
Sachen vilfaltig verwirret dartut, aber mit einem frö- 
lichen Beschluß ... ein Traurspil mit einem frölichen 
Anfang, aber traurigen Ausgang.' Spleiss 1667. — Vs;l. 
Or.WB.III 1.5.-): Fischer II 17öl. 

Frau"en-: wohl Dambrett. ,Wer Kartenspiele zer- 
zerret . . . wer Würfel zum Fenster hinauswirft, wer 



Schochzabelbretter oder das Fr. zerwirft, zerbricht oder 
zerschlägt, der gibt ein Pfund Wachs.' 1506, Ocns. — In 
andrer Bed. bei Fischer II 1714. 

Gauche" (-ii>')-: ,sciochezza', Narrenstreich PAl. 
(Giord.). 

Gege"-( -ä-r. „Gegenteil" B, so Aarw., E. ; „A'Ü;Z" 
(St.'^): Syn. Wider-Spil. ,Als wäre wirklicher Lebens- 
genuß das G. zum Schaffen »'"' Hase" ii'"' Spure":' 
Bärxd. 1925. ,Du solt aber insonderheit sehen, daß dir 
der Feind nicht auf den Hucken hawe, sondern du ihme 
das G. erweisen könnest.' Krieusb. 1644. 1667. (I))'s G., 
im Gegenteil. K" Wüesten ist-er de"" nid g'si" yägeri 
im, 's G. SGfeller 1919. Nid dasK-es-se [das HäfeligrU 
seine Kinder] nid gern hättl D's G., es isch in-se ver- 
navet. HZullinger. /" der G'mein heig-me"-nc" [den 
Pfarrer] nid grad gern g'ha". d's G.. mi" heig-ne" 
g'schoche". Loosli 1910. — Vgl. (ir.WB. IV 1, 2262/:!: 
Fischer III 180. Das W. dürfte unter srhriftspr. Einfluß für 
das volkstümlichere Wüter-Sp. eingetreten si-in. 

Gaug(g)el-, in der ä. Spr. auch .gaukler-': Gaukel-. 
Possenspiel. Syn. G.-Fuer (Bd I 972). 's Lelie» isch' im 
Grund es Gaugelsp. Schii.u ISlitS. .Sodann kommt uHH. 
für, daß ein gugels]). [s. Anm.] verbanden, wie etwa der 
trottboum an künftigem mentag umbher gezogen, daß 
yetz etlich den ptiuog und die eggen darzuo gerüst 
habind und under dem schyn desselben ein nüw faß- 
nachtspil zuorüsten wellind, söllichs uHH. hiemit ab- 
stellend.- ZMand. 1530; vgl. AfV.1 134: XI 253. .[Pfarrer 
zum Narren:] Was du sust trybst für gouggelspil, daryn 
ich dir nüt reden will.' Kuef 1540. .Daß einer under 
inen ein meßgwand angeleit und etwas guogelspills [1. 
,gougel-'] damit triben vor dem altar.' 1547, Zg Verhör- 
akten. ,Der gaukler zeug, gaukelsp. f,gaugel-.' Fris.), 
allerlei gattung mit ringen, leibsüebungen und luft- 
sprüngen, petaurum.' Fris.; Mai..: s. auch Freudeii-Sp. 
,I)as gauklersp., ludicrum.' Mal. , [Proteus zum König:] 
Da sieht man, was ich der Fleischlieliteüfel khan. Ileütt 
will ich machen Gaugellspil, doch der man nit hatt 
gsehen vil.' JMaiil. 1620. .Die Bäpstler ... triben ... im 
Landt groß Übermuett. Wan maus dan recht erfahren 
will, so ist es dan nur Gaugelsp. Drumb tollens kein 
Bibel in ihrem Landt.' 1621, Zixsli 1911. S. noch Bd 1 
313M. ; V 1301 u. — Mhd. ^w/e?-, ,,ouM>pa : vgl. ür. WB. IV 1, 
1561 : Fischer III 101. Im Beleg von 15:30 kann ,gügel-' oder 
.guogel-' (d. i. ,gnugel-') gelesen werden. 

Gfiggel-: = geiß-güg(en)e)i. -gugglen (Bd 11 159. 
197u.). Wächter am Pil. 1872. — G ü g g e r ü g ü - : Kinder- 
spiel. Ein auf dem Boden kniendes Kind birgt seinen 
Kopf im Schoß eines auf einem Stuhl sitzenden, läßt den 
Hahnenruf erschallen und schnellt dabei seinen Kojjf in 
die Höhe und wieder zurück, während das sitzende Kind 
diesen zu erhaschen sucht ZO. (Messikommer 1909). - 
Gfili-: Spielzeug Gr; Syn. Spil:ili'?. — Gumpi-: = Erd- 
epfel-Sp. BLig. 

Gänge)-. .Der 4. .\ltar ... mueß allem .\nsächen 
nach durch einen Bößwicht violiert, geschwächt und 
entwichen worden sein, weilen das Sepulchruin gar 
sclilei-lit verwart und Niclits darinnen als ein schlechtes 
Secklin ohne Heiligtumb und Brief, ja was noch mehr 
ist, war in diesem Nichts als ein Knorz [im Druck ,kuortz'] 
oder (i. gefunden.' 1683, U (Gfd 20, 98). - Die St,dl,' war 
nicht nacliznprnfen. Wohl = ,Gänggel-' (s. Bd U :3n:! f.): viell. 
ist eine als Spielzeug dienende rohe Holzfig\ir gemeint. 

Ga"s-. oO. (S])rww. 1869), Gäiisli- Bs: Gesell- 
schaftsspiel, bei dem Figuren, meist Gänse darstellend, 
auf einer in Felder geteilten Zeichnung nach Maßgabe 



143 



Spal(l), spel(l), spüd), spoKl), si.ul(l) 



144 



der rrwiirfpltcn Zahlen vorrücken Bs; vgl. Bd V 653 u. 
,Er g'seht üs wieder Tod im (ra«/)«/ (Gansspiel).' Sprww. 
1869. - Vgl.(ir.WB.IV 1, 127S (,(iäiiscs|iicl') : Martiii-Lit-iili. 
II 538 iGUnHhujjiel): Kisi-liiT III öS; Ün!,'.;r-Kliull 'JdY. amh 
B(UI:!71u. ,Tih1 im (lansspicl' GStilt (.ViMzcii-liiiis liiirgvr. 
lieher Über- oder Beinamen'). 

Göpel-: Kinderspiel GStdt. — Gir-: .Trcililiall', 
Ballspiel, bei dem ein Spieler, der ,Geier', einen Ball mit 
einem Stab in ein Loch zu treiben sucht, das im Kreise 
von einer Anzahl kleinerer Löcher umgeben ist und 
deren jedes von einem ebenfalls mit einem Stock be- 
wehrten Spieler bewacht wird, der zu verhüten sucht, 
daß der erste Spieler den Ball in das Mittclloch oder in 
das jenem zugewiesene kleine Lnc.li liringt; gelingt es 
ihm dennoch, so muß der, dessen Loch liesetzt wurde, aus 
dem Kreise treten und den Ball treiben. Si>ri:Xc,li 1838. 
Vgl. noch Bd VII 1502 M. \UU} ( süiirlen :i ). Geist-: 
Geisterkomödie; vgl. Hiiiiiiiel-, Marter-, Passion-, 
Wunder-Sji. ,Welcher tüfel könt und möcht dis g. [die 
,erschinung und oft'enbarung des priols in gstalt des er- 
lösten säligen geists'] mit geschiktereu lüten und baß 
erdacht haben.' Ansh. ; später: ,Als nun unsern wirdigen 
väteren . . . ir g. wol was geraten.' 

llerr-gotts-: Spiel mit einem , Herrgott'. Jesus 
wird nach seiner Gefangennahme die Nacht über be- 
wacht; ,der erst goumer' sagt: ,Die nacht kurzwyl wir 
haben wellen, mit disem gar verflüechten mann wend 
wir umbgon, ein laben han, tryben mit im dermaß kurz- 
wyl und mit im machen h.' Kuef 1545 (1'.). 

Glogge°-, Glöggli-: 1. a) Zusammenklingen von 
Glocken. D'CItüe die laufe" im Glijii(ie"sp. (iuuNiJER IflOO 
(B). — b) von bestimmten (mechanischen) Vorrichtungen 
und deren Erklingen, wohl allg. [Die Leute] rertork» 
d'Zlt bim ülügglisp., beim Zeitglockentunn. I)ekl. (B). 
's isch alls friener ... e" haillös G' schüft g'sl". e" Wieh- 
nachtshaum. z'mache". Me" het no^'' kaini Olaskugele" 
g'ha" . . . oder gar Glegglisjnl fir uff der Gipfel rom 
Baum. TB^RWART 19'26. ,Eine neüwe Orgell von 42 Re- 
gisteren sambt einem Ruckwerk und Qlockenspihl zu 
45 Glocken.' 1711, Rothenhausler 1902. Spez. (Glöggli-) 
bei Militännusiken der sog. Schellenbaum Bs; L; Sch 
Ha.; ZStdt ; überall f. — 2. (Glöggli-) mutwilliges Heraus- 
läuten von Hausbewcdinern ZStdt (Schülerspr.). 's Gl. 
mache". — 3. (Glöggli-) Ptlanzenn., Ackerknautie, Knau- 
tia arv. SciiwMa. "(Rhiner). — Vjcl. Martin-Lienli. II 5:18: 
Fischer III 704. :j sehließt an die spez. Beil. von llian. ,(rl(ij?gen- 
spiel', Hausn. ZStdt (Mcm. Tig. 1820). 

Glücks-: wie nhd. ,N. von Straßburg ist auf .-Vn- 
halten vergünstiget worden, unter währendem Markt ... 
ein gewisses Gl. öffentlich spilen zu lassen.' IG89, Z RM. 
.Weder im Lager noch um dassellie herum sollen keine 
Gl-e weder gespielt noch geduldet werden.' B Kriegs- 
ordn. 1764. S. noch pur (Bd IV 1512). — Griggeli-: 
= griggelen 2 (Bd 11 727) Z, so Zoll. 

Hader-: Gehader, Streit. ,Mit ir ze reden, das si ab- 
stände von söUichem h.' 1533, Z Ehegericht; vorher: ,si 
syge soanhärig und bäderig.' ,Ein richtigen handel zuo 
einem h. maclien.' HBcll. 1572. ,Mit disem bruch [s. die 
Anm. zu Säu-Glogg BdIl6I7] möchte underwylen vil 
h-s erweret werden, wyl uß dem frevenlich heißen liegen 
mere mal nit allein streich und schlag, sonder auch 
schwere rechtshändel erwachsend.' Mal. 1593. S. noch 
Henker-Üp, - Auch bei Cir. WB. IV 2, IIa. 

Höckli-: = höckelen 2a (Bd II 1126). Füglistaller; 
vgl. auch Muedolfla-i (Bd VI 630o.). ~ Himmel-: 
1. Name für das HUrd-epfeli-Sp. (s. d.), ,wenn die Quer- 



leiste Samsüg-Donnstig noch einen (Ke^i>n-)Boge" über 
den Fritig aufgesetzt erhält.' BXrnd. 1922 (BTwann). - 
2. Himmelskomödie; vgl. Geist-Sp. ,Wie nun den wir- 
digen väteren und meistren [den Dominikanern durch die 
vorgetäuschte Ersclieinung der M. Maria und die Stig- 
matisierung Jetzers] ieztan ein himmelisch s])il was 
geraten . . . also daß disen hohen meistren nun ze be- 
denken, wieirangerichth. fürahin gebesseret . . . möchte 
werden...'ANSH.-llI70. -Ilimpi-: = äv/-e/)/i»/-,Vp.BLig. 

Hüener-: = JIüeiK dJIi-Hüeten, -Rauhens (Bd 11 
1796; VI 34) AABb.; vgl. auch Bd VII U)13M. - Uuemler- 
Splt. Fluni. BSa. (Bäind. 1927, ISO). 

Henker-: vom Henker veranstaltetes Glücksspiel: 
vgl. Sp. 118M. ,Hie sölte sin ein ernstlich gricht, daran 
man gerechte urteil spricht, so bruclit man schand- und 
lasterwort, das sich nüt zimpt an disem ort. Es war im 
frowenhus zuo vil ein sölich närrisch haderspil mit 
bochen, hadren, schelten, Üuochen, das sölt man e ziio 
Zurzach suocheu uf der "Wißmatt bim h.' NMan. — Als 
Flurn. ZSth. 

Hoppe"-: = Herd-ej,feli-Sj)il. Bärnd. 1922, IGl. — 
Hüpfi-: wesentl. = dem Vor. ZU. (AfV. 25, 199/200). 

Haupt-: Glücksspiel umhoben Einsatz. ..411e roub- 
und houptspil sollen verbotten sin by fünf pfunt])tennig, 
so oft einer das hott bricht, doch der erbarkeit zuo- 
glassen, das sy im brett oder uff den karten umb ein 
l)fennig oder rappen ungevorlich in kurzwyl spilen 
mögen.' 1534, Bs R(i. — Anders bei (ir. WB. IV2, (i:iO. 

Herre"-: unnütze Spielerei, Luxus des Herren- 
Standes. Es (.sc/i' ei" fach nüd Anders weder es Cheihe" 
H., das Elektrisch, bemerkt ein Gemeinderat zu dem An- 
trag, das Schulhaus mit elektrischer Beleuchtung zu 
versehen. AZimmerma.nn I91ß (L). — Hu e re" - : (Glücks-) 
Spiel, wie es bes. von oder mit Huren gespielt wird. 
Ansh.; s. Scholderer {BiXllI UM)). — Hörner-: Spiel, 
bei dem ein Teilnehmer die Namen gehörnter und horn- 
loser Tiere in bunter Folge ausruft, die übrigen nur bei 
Nennung eines gehörnten Tieres die Hände in die Höhe 
zu strecken, bei Irrung ein Pfand zu geben haben; s. 
Bd II I6I6u. (CMeyer IG57). 

Hase"'-: wescnti. = H.-Ge-jäg (Bd III 20); der.Hase' 
wird im gemeinsamen Mittelpunkt zweier Kreise auf- 
gestellt; Sache der drei, durch andersfarbige Bohnen 
dargestellten ,Hunde' ist es, den ,Hasen' an einem der 
vier Punkte, wo die zwei senkrecht auf einander ge- 
führten Durchmesser die Peripherie des äußern Kreises 
schneiden, zu umstellen, so daß er nicht mehr entrinnen 
kann Z. — Anders bei Fiseher III 1217 (/ft»ie'"»/<''"- 

Hazard-: wie nhd. Hasardspiel. , Weilen ... das ver- 
derbliche und geldfräßige Spielen und Wetten um Geld 
... bis dahin nicht hintertrieben werden mögen, sondern 
von leichtsinnigen Leuten an heimlichen Orten und in 
verschlossenen Gemacheren nur desto eifriger verübet 
wird, so ist deswegen unser ernstlicher Befehl . . . daß 
nicht nur samtliche H-e, Pharaon, Bassette, Lands- 
knecht, Berlan, Passedix und dergleichen ohne Aus- 
nahme, sonder auch alles und jedes hohes und verderb- 
liches Spielen gänzlich ... verbotten sein solle.' Z Mand. 
1755. ,Verbottene H-e.' 1778, Z RM. — Vgl. Gr. WB. IV 2, 
524; Schulz 1263. 

Jaß-: = Jaß (s. Bd III 69). ,Das er ein cronen im 
yasspil an sich gezogen.' 1551, Z RB. 

Chegel- (Kaigel- Bs): wie nhd. Kegelspiel. ,I)er 
Hund im K.'; s. Bd U 1429o. und vgl. Ch.-Biß (Bd VI 
1382). Wir sin'' derzue ko" tvie der Hund i"'s K., sehr 



145 



Spal(l), spcl(n, spil(l). siiol(l). spul(l) 



146 



ungelegen Bs. Er het nid veVe" der Hund im K. [Spiel- 
verderber] ■■•■(". elxl. Im konkr. S,; \'^\. Spil.'ib. ^Demnaeli 
inyneii gn. Herren turkoninien, wasdestalten der Linden- 
liof allliier durch das Kegels]iillen elien fast verwüestet 
und der Wasen wie auch das Graß daruf verderbt werde, 
liabend sy ... erkhendt . . . daß . . . alles Käglen da- 
selbsten wie nit weniger aueh an allen Uberigen Orten 
in der Statt genzlir.h aberkennt svn [solle. Sie werden] 
Denen, so sich darvon nit abmahnen lassen weitend, 
durch die Stattknerht die K.-s])ill nemen lassen.' 1G7.5, Z ; 
vgl. zur Sache Bd III 181 /2. Über Sagen von vergrabenen 
goldenen K-en vgl. ebd. 180o. (dazu Wander VII 123/4); 
auch GKtJhur, VI). (It Tsch. das (jiddi" Ch. im Schlößli 
bei (iKig.) ; GBocksloo (.\fV. XII 51). Spätmlul. %(■(»,<,■/ ; 
vgl. (ir.WB. V 3M:?: Fisilier IV 305. /lim ./„Une" K., Wiilin- 
Imiis mit Baumgai'tcu ürCluir. 

Chinde"- {Chindii-. Chinnii- b/.w.o- \V). Chinder-: 
wie nbd. Kinderspiel: in der lebenden S]u\ nur in uneig. 
Anwendung. ,I>as er[.Tesus| kaine kintliaitme begie, so 
das man haißet kindesiiil.' Wkhmikh ML.: auch ,kinder- 
spil'. ,Kinderspil (oder) kindheit, puerilitas.'Füis. : JIal. 
,Wann die (iassen einer Statt voll Knäblin und Magdlin 
sind, die auf ihren ( jassen spielen, das ist ihre Kindersjiiel 
und Kurzweilen treiben [s. die Aufzählung unter niyye- 
/('»r/<BdIV708].' Anhorn 1674. S.nochSpleiß 1(J07, 172. 
Typisch für etw. Leichtes, Nichtiges; zunächst im Ver- 
gleich. ,I)er gleubig ... hat ouch allein uff die werk acht 
ze tnon, die (Jot der gstalt heißt, das sy in die ewigheit 
geton werdind. Uff zünselwerk ... achtet er als kinden- 
sp.' Zwi.viiij. .Mir ist, ich trag an minem herz ein zentner 
bly ist kum so schwär . . . Vom fegfür han ich vil gehört, 
wie da der plagen sygend vil; by mir ist es als kindensp. 
gen diser marter, angst und not.' (iBinukk 153.Ö. , Alles 
Wesen dieser Welt ist nur wie Kinderspiel liestelt.' Am.m. 
1657. Das ist e( sjCh. < (jeye" ...). ,l)as reinigkeit halten 
nieman möglich ist, denn dem es Got gibt ... So nun die 
halten an Got, nit an uns stat, warumb verheißend wir 
im denn ze halten, das wir schlecht nit vermögend? Ist 
das nit ein torheit und kindensp. Y Zwingli ; res infantilis 
(L.Iud). , Warlich, wers recht bedenken wil. so ist es gar 
nit kindensp.' ArFKRSiEHrxu; darnach ähnlich bei Kuef 
1545 (P.). S. noch Bd IX 2105 o. - Vjfl. Gr. WB. V 748/.50 : 
Fischer IV 379 (-ge^pil). 380: Waniler II 1331/2. 

Kuenzen-: ,I)ockenspil, jeudemarionetes.'SeRE.vu; 
vgl. Chuenz ili (Bd III oSO). I'neig. ,Noch ein Stücklein 
des evangelischen Lebens der minderen Hrüederen hätte 
ich schier vergessen, nenilich das wöchentliche (ieißlen, 
. . . anderer dergleichen unzahlbaren K. -spiel zu ge- 
schweigen.' ClSchob. 1699; wiederliolt. ,(>ladon er- 
nmnglete nicht ... sich noch etliche Male zur Aufwartung 
zu stellen ... In die Länge verdroß ihn dieses K.' Sixtk.m. 
1759. — Vgl. Gr.WB. V 27.55. 

Chappe"-: Knabenspiel. a,i Die Knaben legen ihre 
Mutzen in einer durch einen Anzählspruch bestimmten 
Ordnung hinter einander auf die Erde; derjenige, dessen 
.Mütze an der Spitze der Ileihe liegt, der König, stellt 
sich vor die unterste Mütze und wirft den Ball in eine 
beliebige andere, worauf er mit allen Knaben außer 
demjenigen, in dessen Mütze der Ball tiel, entspringt; 
dieser wirft den Ball einem Fliehenden nach, der damit 
wiederum einen andern Mitsjiieler zu treffen sucht; 
fehlt er, so muß er die unterste Mütze um eine Stelle 
hinauf-, die seinige aber an deren Stelle zurücklegen. 
KooHH. 1857, 389; Syn. chiinyen (Bd III 334). b) Die 
Spielenden stellen sich gegeneinander in 2 Keiberi auf; 

Schwel/.. I<liotiko» X. 



dazwischen wird, dem einen Ende der Beilieu etwa um 
ein Drittel näher, ein Stock aufgepHauzt und darauf 
eine Mütze gelegt. Nun sucht der nähe-rstehende Flügel- 
mann der einen I'artei die Mütze vom Stock zu holen, 
der entfernter stehende der andern I'artei sucht im 
Laufschritt sie ihm zu entreißen, (iclingt ihm dies, 
bevor jener wieder an seinem Platz ist, so hat er ge- 
wonnen Ar Wol f h. — Charakter-: ,Setzkö])ferei, Rech t- 
haberei' Zllüml.; vgl. Charakter :i (Bd III 421). Das ist 
nu [nur] fi« Ch. 

Charte"-, in Ar; ZO. (Stutz) -(PspU: 1. wie nbd. 
Karteusjuel. allg. a) abstr. .Das Kugelwerfen, das 
Kegeln, das Bret- und Kartens])iel [sind] bei Alt und .hing 
beliebt.' Giak 1835. Das yotlUis Ch. Srcrz, Gem. /'''' ha" 
kä." Gluck im Ch. : 's lallet. AToblkr 1905. S. noch Spil'ia 
(Sp. llG/7). ,I)as man nit würft'el- noch kartensp. triben 
sol ... doch beheben wir uns selben vor bretspil.' 1367, 
BStR. ; ,allein usgenomen redlich lirets)iil und sehach- 
zabel.' 2. II. XV.. ebd.; s. noch Bd VIII 43M. 1734 u. und 
B RM. II 325, ferner Bd 1 X. 403 o. ; Sj). 123o., sowie Winkel- 
Sp., zum Geschichtlichen auch JWHeß 1905, 74 f. - 
b) konkr., = SpilSha. Die, wo uff der liehe" Welt sust 
Nut veud tue», a's 's Ch. in'n Hände" ha". Stutz, Gem. 
Drei lederni Strumpf, zwe» dezue y^d fö"f: minn Vatter 
hed e" ('h.-y'sj)il, ist har lüter Trumpf. ATobler 1899; 
ähnlich RSuter 1915, 32 ; KL. Nr 1773 (Aa). In der ä. Spr. 
zT. ohne scharfe Grenze gegenüber a. ,2 tutzen k.-spil 
. . . 150 Würfel.' 1408, Bs (luv. eines Krämers). ,Also sye 
er uffgestanden und wolt numen karten und zerzarte ein 
karten; do rette G. zuo im: sanier botzfnd, du muost 
mir das k. bezalen!' 1450, Z RB. ,Es klaget LBercher 
uf HZorn ... er und ander gesellen habint uff ir Stuben 
ein schlaft'trunk getan, und sye der Z. ir knecht ge- 
wesen und hab inen win uffgetragen ... Über ein wil 
keine der Z. und hiesche im und dem N. in das k.; also 
rettind sy: wir habent kein haller ... Da mumlotte der 
Z. in im selbs und rette: mir wil niemand nützit in die 
kartenspil noch in die liechter geben, und ich kern in den 
sin, ich wurtt'e die liechter hinder die türen.' 1463, Z RB. ; 
vgl. zur Fügung Bd III 1050 u. ,Da rette der W. zuo 
dem F., ob er mit im uff' dem k. lupfen wölte umb die 
ürttin, rette der F. : ja. ich lujif mit dir, und nerae das k. 
in sin hend und müschlote es.' 1476, ebd. ,S. . . . dedit 
1 silbrin crucitix ... et 1 k.' 1476, F Beuterodel. ,K. hat 
nützit dann zwei k.-spil.' 1476, L Beuterodel. ,So och 
die ... Chorherren oder ander priester ... mit einandern 
im brett spilend oder kartend, wenn dann vesper gelüt 
wirt ... das sy dann ... in die kilchen gon und da singen 
und lesen sollen, wie vorgeschriben ist, und der knecht 
uff' der genanten Stuben die k.-spil, och brettspil alsdann 
behalten und des tags nit wider lierfür geben [soll|.' 
1485, Z (, Ordnung der priesterschaft zuo der probsty 
und der stuben daselbs'). , Welcher ein k., ein kuglen 
oder Würfel hinweg treit unerloubt, der git zuo buoß 
ein Schilling.' 1537, AAlib. StR. (Ordn. der Zunft zum 
Gilgenberg). ,Würfel-, cbarten-, brettspil und derglichen 
in den hüsern und trinkstubeu verhüten und dannen 
tuon.' 15(;o, (J Blätter l'.)14. ,Welli('her herr oder gesell 
einn k. ab der hern Stuben haiintragen würde, der sol 
bessern ... ein plaiiart ... Were .sach, das ein herr oder 
gesell ein k. durch zorn oder sonsten zerreißen und 
verzerren würde, der oder dieselben sollen auch mit 
einem plapart gestraft werden.' um 157ti. .X ALauf. StR. 
S. noch Bd III 992 o. ; VII 62 ( Sibni) ; VIII 638 u. ; IX 539 
iOf Schlucker J, auch ('her-. Troyycn-Sp. D' Sil"' im Ch. 

10 



147 



Spal(l), spel-1), S|»il(l), s])ol(li, spuld) 



148 



uä.; s. Bd VII 1500/1. ,[N. hat sich mit einer Erklärung 
der Gegenpartei zufrieden gegeben.] Das beredtend syn 
party so groli und Int, das inan liort, das sy inn für ein 
mennli im k. haltend ufgeworifen, vermeintend, er sölte 
nit nai'liglon hau, liewegtend inn, das er wider fragt.' 
SHoFMSTR 1.526. 's eil. ist <'em Tüfel sv's BetbiiecMi. oÜ. ; 
vgl. BdlVlIOl. Al)erglaulie. Gefährlich ist es, wenn 
man K-e wälirend der Schlacht bei sich trägt. ApV. .Mit 
einem ungebraucliten K., das zum Nachtmahl getragen 
wordi'u, k<innen Spielleger und Spiellegerinnen zu- 
künftige Dinge weissagen.' DGemp. 1904. ,Eine [der 
Hexerei] verdächtige Person . . . führte ein Muttergottes- 
bild, einen lüutstein und ein K. mit sich.' FGStebler 
1907. — 2. (Name einer) Geschützgruppe, Batterie. ,Es 
ist abgeraten, ein k. nüwer büchsen zegießen.' Ansh. 
,Ein stuck us dem k.' 15,59, B RM. ; s. den Anfang Bd VIU 
1420u. ,M. der wagner hat das ganz k. im züghus wider- 
um uf ein nüws geäxt.' 1572, AFluri 1894. — Varl. Gr. 
WB. V 242 : Fischer IV 240 (-,f»piU. 241. 

C h ai s e r - : =cludser(l Jen (Bd 111 5 1 4) ; s. auch FStirni- 
mann 19(i0, 4ti; AfA'. VIII 30; SV. 1918, 13. ,Spiler: Es 
gfalt mir wol, nur karten här! das keiserspil war mir nit 
unmär', nach dem Gastmahl. Rt'vs.l 593. — C h e 1 1 e m 1 i - : 
= Feßknen-Sp.; vgl. C7(.c««(. .3 (Bd 111 564) ; Chettenen- 
Schmidigs (Bd IX 867), ferner Rochh. 1857, 467. — 
Chätze"- s. Gh.-sch'iram-Sp. — Chlucker- {GliKjijer- 
BsStdt); s. chfuckeren (Bd III 643) und vgl. Rochli. is57. 
420/2. ,Der tüfel zun kinderu: Ich weiß derläcker noch 
gar vil, die stets ligen im klugkersp.' JKolross 1532; s. 
die Forts, unter C7(^- ffe-.se« (Bd VII 724). — Chlingel-: 
ein Gesellschaftsspiel, auch im Freien gespielt. ,Wird 
es im Zimmer gespielt, so stellt man sich im Kreise vor 
seine Stühle liin, wälirend der Herr oder der Klingler 
in der Mitte auf einem Stuhle sitzt mit einer Klingel in 
der Hand ... In geschbjssenem Kreise bewegen sich nun 
Alle einige Mal tanzend um den Sitzenden herum und 
singen folgenden Vers: Der Herr ist nicht zu Haus, er 
ist bei einem Schmaus; doch wenn ihr seine Klingel 
hört, so denkt, dalS er nach Hause kehrt, uud suchet euer 
Plätzchen. Dieses wird nun so lange fortgesungen und 
wiederholt, bis der im Kreise Sitzende klingelt, worauf 
er, seine Klingel auf dem Stuhle liegen lassend, wie 
die Übrigen sich so schnell als möglich eines Platzes zu 
bemächtigen sucht. Wer keinen erobert, der erhält das 
Amt des Klinglers.' SpRtixGLi 1838,128/9. — Chnebeli- 
s. Bd 111 714M. (It Dan. ClinebeU mit der Nasen us ^em 
Mal'" use" nueU"). — Chnöpfli-: Knabenspiel mit 
Knöpfen Z; s. Bd III 755o. — ■ Chrügeli-: ein Be- 
schäftigungsspiel für kleine Kinder, wobei verschieden- 
farbige Kügelchen in Grübchen, die in einer Tafel aus 
Holz oder Pappe in regelmäßiger Anordnung angel)racht 
sind, eingelegt werden, um mosaikartiye Figuren zu 
bilden B (RvTavel). 

C'hriegs-: Name verschiedener Spiele, liei denen die 
Spieler in zwei Parteien geschieden sind. Frühlingsspiel 
der Schuljugend (in Mai. meist nur der Knaben) zB. mit 
10 — .30 Teilnehmern; die beiden Parteien sind in einiger 
Entfernung aufgestellt: Steine oder Ziele können in der 
Mitte die beiden Gebiete abgrenzen; die Partei, deren 
Haujit heim Losen gewinnt, hat das Recht, uf d'Locl'i 
z'(jO(ii), uud sendet dazu einen oder zwei Spieler aus; 
wer geschlagen w-ird, ist gefangen ; die Gefangenen bilden 
von der feindlichen Stellung aus sich die Hände bietend 
eine Reihe; die Eigenen suchen sie zu erlösen, wobei 
entweder (so Mai.) durch einen Schlag Alle erlöst sind. 



wenn der geschlagen wird, der zunächst am Posten der 
Gegner ist, oder (so Ig.) jeder Einzelne und zwar jeweils 
der Vorderste besonders erlöst wird. Tsch. für (iRlg., 
Mai. (Syn. har>'-hiufeii), auch Fan., VI)., S.,Tschapp.; vgl. 
barr-laufeii (Bd 111 1 1 39), ferner Höß/i-Sp. — Vj;]. (ir. WB. 
V 229:j: Fisi-her IV 75.5 (milifärisdie Musik). 

Chrönli-: eine Art Würfelspiel; vgl. ('Iiröii 7c 
(Bd Hl 829'), dazu: ,(Ein würtfelspil, item ein liückle oder 
gleichbein, wirten, item) krönle, darmit die meitliu 
kurzweilend, astragalus.' Fris.; Mal., ferner nujgelenH 
(Bd IV 708; Anhorn 1674), sowie Rochh. 1857, 447. ,Das 
Krönleinspiel ... Mit Krönlein man nicht Kurzweil 
treibt, dieweil das Schaf bei Leben bleibt, doch komt 
das Tier aus seinem Stal und tut dann seinen letsten 
Fal, so wird sein innerstes Gebein den Kindern auf der 
GalS gemein, die spielen darmit lange Zeit.' Amm. 1657 
(zum 10. Bild). S. noch Bd VI 500o. — Chrüzl i-: ein 
Kiiulerspiel. .An einem Sandhaufen formt man Trejipen- 
stufeu; jedes Kind bekommt ein aus 2 Rütchen zsge- 
liuudenes Kreuzlein: wem ein emporgeworfenes Messer 
auf die Seite mit dem Schildchen fällt, darf sein Kreuz- 
lein jeweils um eine Stufe höher stecken; wer zuerst 
ins , Himmelreich' kommt, hat gewonnen. Lötschkx 1917. 
.Das ist kein gutes Zeichen [sagt eine .Großmutter], 
wenn die Kinder so am Kreuzleinspiel sind. Einer in 
der Gemeinde muß sterben.' ebd. 

Lebens-. ,[Ich] sag es dann mit einem Wort, Alles 
wird vom Todt ermordt — lyrum, larum Löffelstihl — 
und solt Einer auch Hans heißen, müeßt er doch ins 
Graß auch beißen, weil das ganze L. — lyrum, larum 
Löft'elstihl.' TvROLERSP. 1743 (Lied). — Vjrl.Gr. WB. VI45:i. 
Lib-: Lieblingsspiel. oO. (FStaub): echtma. ? — VkI. 
Gr.WB. VI608. 

Lugi-: Lügens|iiel. ,In dem gottsträHigen L.', von 
Diplomatenkniffen. .IBüKKi (BE.i. — Lumiie"-: nichts- 
nutziges, erbärmliches Treiben. |Madleni zum kathol. 
Pfarrer:] Wie ihr jet~ aWih hiir itrrer Lumpaspiel im 
Toggihiirg triha liäiid, daß dem arma gmeina Md. bald 
nild so vil tjiges meh bliba ist, daß er liönt ei arme Loß 
über Nacht ha. Gölui 1712. Das ist ä rechts Lumpä- 
spihl. Tyrolersp. 1743. — Land-: = Flüß-SpiJ Lf 
(ERöthelin); vgl. landen 4 (Bd HI 1306). 

Larven-: Maskenscherz, Mummerei ; Syn. Böggen- 
Sp. ,Von dem Larfenspiel . . . Wer waarer Redlichkeit 
in sich hat einen Tropfen, der . . . schreit mit follem 
Hals, daß nichts Gemeiners sei als falsches Larfenwerk 
und schnöde Mummerei. Das Butzenantlitzs|)iel der 
maskarierten Rotten von fromnu-r übrigkeit ist zwar 
mit Ph-nst verbotten.' Amm. 1657. — Vgl. Gr.WB. VI 209. 
Lismer-: = Sjn! .Scoi. GAV.; Syn. N^äd/en-Sp. 
Lust(e)li(n)s-. .luschlis-', Lüstlis-. .lüschlis-': 
Bezeichnung gewisser (wohl wegen der Spielregeln, Ein- 
sätze odgl.i verbotener Glücksspiele mit Würfeln oder 
Karten. XV./A.XVI. ,So denn verliütt man alles lüstlis- 
sp. mitt würfüen und karten, ouch das bocken.' 1414, 
AARh. StR. .An die von Murten, das lüstlyssp. alles byß 
an hrettspil und Schachzabel abzetuon und ze verbieten.' 
1482, BRM. , Das man uffderhandtwerchknechten trink- 
stuben dhein spil tuon noch geschehen lassen solle, das 
lüstlissp. genempt wirdt, weder uff würfüen noch karten, 
wol brätspil oder siebte spil uff der karten dur<-h kurz- 
wyl willen ist nit verbotten.' 1490. Z RM. .Ordnung 
von der geistlichen wegen spylens halb . . . Das fürer- 
hin kein lüstlissp. weder uf würfeln noch karten an 
demselben end [auf der Chorherreustube] . . . niemer 



149 



Spa!(l), sppl(l), s\nl(l). spoHD, sinildi 



150 



beschehen uodi getoii werden siille, usgenomnien ufl' 
iren kilwyiien, dem abend davor und dem nächsten tag 
darnach; alsdann sollen geistlichen und weltlichen alle 
spil daselbs erloht syn, wie von altem harkomen ist . . . 
Desglich sollen siis die geistlichen alle, so liy uns ver- 
pfriiendt sind, an keinem andern end, in oti'nen oder heim- 
lichen hüsern, dheiu sölich lüstlissp. tuon.' E. X V., ZStB. 
,XX. der spiler halb [Ülierschrift] ... L'nsere herren 
burgermeister und rat haben XX. hinfurer weder uft' 
zunfthuseren, ieren eigenen huseren oder in winklen, 
weder hie noch anderschwo, kein lustelissp. mer als 
bocken, iu konnig passen, funtt'zen, zehen, hinü' und 
nüne, Sachsen, muten und was lustelinssp. gnem])! sind 
oder werden, bi 10 Ib. . . . nymme ze tuon . . . verbotten; 
doch so megen sy umb ein fierer (,im brett und umb ein 
rappen' gestrichen) und nit hocher tiissen, im brett 
spylen, murueti'elen, trumpfen und eins und hunderte 
wol kurzwylen.' l.ö'2.5. Es Kef. S. noch chartoi I (Bd III 
489: .luschlis--); iocAe« (Bd IV llo4u.; ,lustlis--); Sp. 119, 
120 (jliischlis-'); sptnuten (, lustlins-') und vgl.: .Uf den 
balmptaghand ünserherren verbotten lüstlis und karten.' 
1443, AARh. StR. — Das W. ist aui;h eis. und schwäb. ; v;;l. (ir. 
WB.YI 1071 (.Listlfin'}:Si:l!erz-01)crlin 9:39 (,list(o)!ins-.'XV./ 
.\VI.): ZfGO. VII 64 (.listlis-.' 1475): ChSchmidt 1901, 2:31 
(,Iustlins-,lüst(p)lins-.- XV./SVI.) : Fischer IV 1259 (.listli(n)s-. 
lystlichs-." XV.i'XYI.). ferner ,lüchslis spilen' unter«/»//™ ?aß. 
Die Sehreihuiifren mit .u" stammen meist aus Quellen, die den 
Umlaut von u nicht oder unregelmäßig bezeichnen. 

Lei terli-: Gesellschaftsspiel. Die Teilnehmer sitzen 
im Kreis um einen mit seinem dicken Ende in den Boden 
gesteckten Ast, den Stigek"-Stiim2)e" (s. d.). dessen 
ISeitenzweige auf etwa 2 cm gekürzt sind; jeder macht 
sich ein hakenförmiges Hölzchen (Sporj und zeichnet 
es gegen Verwechslungen; hierauf wird gewürfelt und 
mit jedem weiL'en Wurf das Hölzchen um einen Zweig 
höher, mit jedem schwarzen um einen Zweig tiefer ge- 
hängt; wer das Spiel gewinnt, indem er als erster die 
Spitze erreicht, erhält den meist in einer Xuß. einem 
Uhstscbnitz, .\pfel- oder Birnviertel bestehenden Ein- 
satz: wer es verliert, muß etwa SiiimpU hlße", das in 
den Boden gesteckte Stümpti mit den Zähnen heraus- 
ziehen GW. — Letter-: Gaukel-, Possenspiel. .Den 
Schweizern möcht wol grusen ab sömlichem 1.'. von 
Kriegsvorbereitungen und Drohungen der Schwaben. 
1499, LiL. — Lotteri-. ITtiO wollte X. ein .Loterispill' 
errichten, wurde aber abgewiesen. AKvchler 189ö: da- 
für jLotarispill.' 1767 (ebd. 4!t2,'3). — Butzen-Ant- 
litz-: = Laroen-Sp.; s.d. — Xi'ini-mäl-: = Nihii- 
il/(i/{BdIV l")l); Syn. auch Nüni-, Nütisteren-Sp.; vgl. 
Zafd-britt (Bd V 911). Me" lirinf/fs nild in iedem N. 
zu-n-ere" Fujgi und Midi. A( 'okh. (Most.). — INI ä n gg e 1 - : 
= Mängqel I (Bd IV o31). .Sölliches guot sige mit gunst 
und menggelsji. verkouft worden, und diewil es mit gunst 
und mengelsp. verkouftsige, sosollees, wan sy denpfand- 
schilling legen, [den Klägern | wider werden.' 15.54. ZEgl. 

Marionetten-: wie nhd. .[Daß an Freitagen und 
Samstagen und am heiligen Bettag] alles Marionettesp. [!] 
den ganzen Markt durch ahgestelt werden solle.' 1702, 
Z KM. ,Dem H. von Landshut [wird erlaubt] sein M. 
hier im Land vorzustellen.' 1781. .IHfkti l".tl4. — Y^-1. 
Sanders II ll:i81i; Scbulz II 7:3. 

Mörder-: Spiel (in Bed. 2a;), worin Mörder die 
Haujitrolle spielen. Uneig. : s. Selielmeii-Sp. — Vfrl. Gr. 
VVB. VI 254:i. 

Marter-: Marterkomödie; s. Bd VI 1318M. und vgl. 
Creist-Sp. — Musik-. , Februar 10. ward die alte iiüiidt- 



nuß und burgrecht mit denen von Solothurn ernüwert ... 
[Diesen] ward von m. h. und einer ganzen hurgerschaft 
groß ehr bewisen [ua.| mit lustigem spil oh dem morgen- 
mal zum Distelzwang, latin und tütsch, mit schwärter- 
tanz und vil andrer kurzwil und musics]).' 1577, B Chr. 
(Müslin). Mittel-: Zwischenspiel. .Voigt letzt für 
den dritten act ein intermedium oder m.' Mkixr.^d 157tl, 
'28 if. — Bosi-Mueter-: Spiel, bei dem ein Kind die 
Mutter vorstellt, deren Kinder naclieinander um die 
Erlaubnis bitten, sich entfernen zu dürfen. [K.:] Best 
Miieter (Muetscha), chan"-i<^'' ei"s tisH»? [hl.:] Nei». 
[K.:| Andri Chind gän o'"''. [M. :] Das .nn numme» 
LiiiiipK".^eckla. [K.:] /■■'' icult o'""'' einn .s»/i. [M.:] Sil 
gang bis um drl! So wird jedem Kind eine bestimmte 
Zeit zur Rückkehr angesetzt. Sind alle fort, so ruft 
die Mutter: Gling glang. ei"s g' schlagen, gling glang, 
.iicei g'scldagen [usw.]. Die Kinder kommen aber zu 
spät. [M.:] Wa bist du g'siii? [K.:] Bim Heiiii-Hanseri. 
[M.:] Was liest da g'mwht? [K.:] Epfla g'nun. Ähn- 
lich entschuldigen sich alle Kinder, die nun von der 
Mutter bestraft werden; zB. : Du geist gan Windli 
waschen usw. BGr. 

Fas-uacht-: wie nhd.; vgl. BdIV(i5l). dazu Hodnier 
1894, 2.58/9; Allg. Schweizer Ztg 1901 Sonutagsbl. 3.3. 
,Ein f., so zuo Bern utl' der herren faßnacht in dem 
1522. jar von burgers sünen gemacht ist ...'. Titel. X'Mas. 
(Bächtold 29). ,Dem [Wirt] A., da man s Fastnachtspiel 
gehabt, 3 I'fd." 1538, KHauser 1895. ,Als uns diser tagen 
angelanget, das unser hurger Ott Guldibeck inn üwer 
statt by Samuel Apiario ein v., genannt Flöhstöuher, 
unlang hievor, sam dasselbig von einer jungen hurger- 
schaft alhie diß vaßnacht gspilt, trucken lassen, haben 
wir der Sachen glych angentz nachfrag gehept und be- 
funden, das der e.xemplaria ein großer teil getruckt 
worden. .«Vn wellichem wir zwaren ein tretfenlichs miß- 
fallen empfangen, in ansehung, das wir alle unnütze vaß- 
nachtspill dißmalen von leidigen allenthalben schweben- 
den schweren und sorgklichen zyten und kiüft'en ze 
halten und ze machen hy uns abgestelt, inmaßeu mit dem 
diß ernempten spils zuogeeignetem tittel [!]. als obs 
alhie gspilt, gröblich gfelt'; daher haben wir ,gedachten 
Utten und ouch den componisten um diß ir fräffenheit' 
gestraft; Basel wird gebeten, bei dem dortigen Drucker 
oder ,den buochinbindern' zurückgel)liebene Stucke ein- 
zuziehen. 1576, ZanBs; der ,componist' JSchmutz be- 
kennt im Verhör, ,es habe inne Guldibeck vor acht 
wuehen ungfahr etwas f-s uff letzt khünftige vaßnacht 
ze rüsten und ze machen an,gesprochen'. Die Bewilli- 
gung der Comödien, F-e, Marktschreier und Bärentänzer 
[für (iWil] ist Sache des Statthaltereiamtes. 1733, Absch. 
S. noch Bd V997o.: VIII 3(> iscliaubin). ferner Gaugel- 
Spi. Uneig. ,Die großen heüpter ... tribend ir f. und 
gespött mit uns, sonderlich wenn wir inen vil zuo hof 
rytend.' 1572, Brikk (UCampell). S. noch Affen-Sp. 
(Sp. 13.5). — Vgl. Le.\er III :J2 : (ir.WH. 1 1 1 l;!57 : Schöpf 12:3 : 
Fischer II 976. 

Xädle"-: = Lismer-Sp. GW. — Xägeli- (-«'-;: 
Spiel, bei dem jeder der beiden Spieler eine gleiche Zahl 
Holzuägel von der seihen Farbe erhält, mit denen er 
auf einem mit Löchern versehenen Brett nach gewissen 
Regeln (Hauben gegnerischer Xägel durch l' herspringen) 
vorrückt Z, so Rieht, und It Dan.; Syn. Nunnen-, Ge- 
dielt-. Ziipfli-Sp. -- Xiggel-: = niggelen H (Bd IV 708) 
Z(i und weiterhin ; überall f : vgl. Boß 7 (Bd VI 1 426). — 
X u n n (' " - : = Xägeli-Sp. B (Dan.). 



151 



Spalil), speldl, spil(l). si)ol(l), spuld) 



152 



N ii 11 i - , in lU'i' ii. Spr. ,n iiu-' : = N.-mä/-Sp. SciiK. ;/(•., 
Zoll, und sonst. Syn. N.-Stein; vgl. auch Zwölß-iS}]. 
Chninm, nur mache'Hl 's N.: du nimmst di röte" und ich 
di wi/.ie" iStai" Senil. Ammene" Wintei-simdignö'i'mittaf) 
uder öppC^die nö"'* '^em yiröbiij hat de Vatter 's N. 
(j'macht mit-mer. Mesbikommek 1910; vgl. ebd. 1909, 
113/4. Diebolt Borhocli gen. Schlemmer von Andel- 
fingen bekennt, drei Leute, mit denen er ,/.uo Zurzach uft' 
den vergangnen nierUt' beim Wein zufällig zsgetrott'en, 
hätten angefangen ,mit einandern zuo spilen das nün- 
si)il : da sye er nit lougenhar, er habe zuo dem N, [einem 
der Spi(der] etwas gelts geleit. .^Iso sye im zuo sinem 
zuogleitten gelt zuo teil worden S Ib., und spricht da- 
by, daz er gewüsd hah, daz er gewünen und nit verlieren 
niocht." 1500, Z (Nachgänge). 

Nünstere"- ZSth., Nüster- Scnlla., Sclil.: = dem 
Vor.; Syn. Nüster (Bd IV 848). 

Narren-: I.Narrenpossen. , Wer mit toren spotten 
wil, der muoz ouch dulden n.' Boner; vgl. Sp. 134 o. - 
2. unklar: ,[Hans Müller der Tischmacher wird ver- 
warnt] von wegen eines gemachten Spills (genant das 
N.).' 1612, Aar. KM.; au andrer (nicht auffindbarer) 
Stelle; ,HansMüller soll uff künftigen Radtstagbeschickt 
werden und syn Ghüß (genant das N.) mit sich bringen, 
damit es cassiert werde.' MReimann 1914, 52. — Mlul. auch 
sonst in Bed. 1 ; v^l. Gr.WB. VII :Wl ; Martin-Licnh. II .5:38/!): 
Fischer IV 1955. 

N e r V e ° - ; zu Spif 1 n. .Zuckungen, endlose Bewegung 
dcrNerven, Muskeln, .\nfangdes Veitstanzes' B (Dan.). — 
Vtrl. Gr.WB. VII in C. 

Nuß-: = hückelenSa (Bd II 112(:;). Rochh. 1857. — 
Vgl. Gr.WB. VII lOl'J: Martiii-Lu'nli. II ö:3it iSüßle-). 

Nithart-. ,2 Ib 5 ß an das erst spil den gesellen an 
die X gebott, 9 fi den knechten, huotend zuo dem bapst- 
spil und zuo dem N.' 1432, AaB. Rechn. — Über ,Nei(l- 
hartspiele' vgl. K. Gnsinile, NeiiUiart mit dem Veilchen (Germa- 
nistische Abhandlungen, hsg. v. F.Veg-t, 17. Heft, Breslau 1899). 
Um was für ein Spiel es sich in unserm Falle bandelt, ob um 
das ungefähr aus der selben Zeit stammende ,große Neidbart- 
spiel', Ist nicht auszumachen. Auc-b über das ,hapstspil' ist 
nichts Näheres bekannt. 

Buebe"-: Knabenspiel ;s.S]i.ll7n,(ATnliler 1901, 2). 
ferner Bd V 540o. (2 Stellen; über das ,Toggenburgische 
B.' s. ZAnz. 1865, 58), — Vgl. Gr.WB. II 4H4. 

r f 1 i t z - b g e n - : Bogenschießen ; \g\.FUtsch-Bogen 
(Bd IV 1065). Von der , Schützenmatten, allwo er mit der 
Mus<jueten geschossen und ein ansehnlicli Trinkgeschirr 
gwunnen, ... ist er zu dem Pti, begleitet, allwo er treffen- 
lich ejaculiert.' 1(568, Bericht über den Empfang des 
Kurprinzen von der Pfalz in Bern. — Boggen-: 
, Larvenspiel, Mummenschanz' Bf (Zyro); Syn. Laroen- 
Sp. ,B. triben'; s. Bd VII 556 u. 

Bock(s)-, in Bed. 1 a BöckU- ZWildli.: 1. a) = Bock. 
Böckli sprini)en (Bd IV 1 125 u.) Gh; ZWildh. — h) = bocken 
14c (ebd. 1134); vgl. B.-Spikr. ,Noch ist das B. das 
Spiel der Jugend.' Staiu.in 1824. ,I)as ich . . . mit dem b. 
valsch und mit vorteil umbgangen, ein parkarten, zwei 
oder drü, zuosamen gleit und utf ein andren gstoßen, 
desglichen das ich etwan zuo zyten mit eim gsellen (der 
sich ouch uft' söllich bschißspil verstanden) ein paci 
gmacht, das er mir im spil nützit abziechen, so welle ich 
im ouch nüt abziechen.' 1550. AaB. ,Es soll ... in unserm 
Landt Niemaudt B. noch Landtsknechten bruchen zu 
keiner Zyt im Jar by 5 Gl. BueU . . . und die Wirt, so 
die Gest nit warnendt, sollendt in glycher Bueß sin.' 
um 1630, U LB. S. noch FliW-Sp. (Sp. 140). — 2. uneig.. 



was nicht glatt, reibungslos, ordnungsgemäß verläuft 
B, so Gr.; Gi. (von (jluertreibereieii, , Seitensprüngen', 
nach Ijcuzinger , Vexierspiel mit Dingen, die keine 
Gültigkeit mehr haben, Flausenmachenn'); SciiSt. (ver- 
wirrter Handel). Das ist aber e" nitt yi..'SciiSt. |N. auf 
die Mahnung der Frau, sich heim Schützenfest nicht zu 
('hami)agnergelagen verführen zulassen:] Cha""st (riß 
druf nV" . . . 'las^-one" mt g'reiste" Ma"" sötliiji li-er 
nitmme'' (f(i(ujne."d. GStreiff 1907. In Hijngg war es zu 
,ohngel)ührender Zusammenrottierung' und ,lie<lenk- 
lichen Reden' gegen den Rat gekommen; Zeuge G. 
.müeßte auch da bleiben und dem Bockss]). zuelnegen.' 
1714, Z. [An der Landsgemeinde| gäl d's B. a" iri'ge" 
den dltc" Vcriräge". (iL Volksgespr. 1836. ,[Die Bauern 
sind im Begritt'. den Landenberger mit ihren Neujahrs- 
geschenken zu täuschen; erster Bauer:] 1)( r Vogt schon 
kumht, schweig doch nur still, das B. jetzt angehen will.' 
JC^Weissenh. 1702. Jetz irird's B.miieße" a"ga" |,Imd soll 
durch allerleiHokuspokushinters Licht geführt werden |. 
Kosmopolit 1782 (B). 's Tüfels B. : !'■'' ha" Mos' a"g' fangen 
[zu hiferen\ so eherne" Zwi" un<^ ?ie"-mi'''' him Cliragen 
i(M hei"-mi''' zer Tir use" g'schlagen . . . Und driif ist 
's Tifels B.lrst a"g' gange": da hei"-si-mi<'i' dir''' 'sDerfU 
aMii" g'fiert ti"''-mer bi iedcm Brunnen der Buggel 
g'scliiuicrt. CWalti 1848 (BGr.). — In andrer Bed. liei <ir. 
WB. II 208. 

Balle"-: wie nhd. Ar; Bs; B; S; Tu; Z und wohl 
weiterhin, doch nicht eig.volkst.; A-Adir BaUe"scltickerli''s 
mache", ballen 1 (Bd IV 1148o. 1152); Balle" schicke", 
schlah" (Bd VIII 506 u. ; IX 303 M.) ; vgl. auch Spil-Ballen 
(Bd IV 1152), sowie B.-Spilen, -Spiler, zur Sache auch 
Sprüngli 1838, 109 ff.; Rochh. 1853 I 153; 1857, 382 ff'.; 
GZür. 1902, 149/50; Messikommer 1909, 118. 's (groß) 
B., mit einem aus Weiden geflochtenen Ball von 10- bis 
16jährigen Kindern gespielt, wobei oft ganze Gemeinden 
als Parteien gegeneinander standen ZKn. (It Dan. noch 
in der 2. H. XIX. lebhaft betrieben); vgl. Bullet (Bd IV 
1153). S. noch spilen iacu. i.-Vn Schultheiß uiul rat zuo 
Murten. Mb. vernemen, wie die spyl zuonemend, keiglen, 
würfden, b.' 1543, B RM. ,B., spheristerium; der ein 
lust und liebe zum gjägt und zum b. hat, studio venandi 
vel pile pneditus.' Fkis.; Mal. ,Es ligt ein große matten 
hiuder dem dortt' . . . Au dises ort kompt nach dem nacht- 
mal meniglich zuosammen. Da erheben sich mancherlei 
schimpfspil, etliche tanzen, andere singen, vil brauchen 
das b. Dises beschicht nit, wie wir Welschen im ge- 
brauch, sonder es werff'en weih und man die ballen, so 
vol schellelin hanget, gegen einander, nach dem und eins 
dem ändern hold ist; dann lauftet meniglich zuosammen, 
dise zuo empfahen; welcher dise erwüschet, wirt für 
den besten gehalten . . . Sonst seind noch vil andere 
schimpfspil vorhanden, welche zuo lang hie zuo er- 
zellen.' HPant. 1578 (,Poggii Florentini sendtbriett' von 
dises bads [zu AaB.] freud und wollnst'). ,Im A]irellen 
spatzierten unser Ettlich hinus [aus Paris] gon S. Denys 
... AVir karten zum Mören in, spilten do im B.' FPlatter 
1612. ,Pilaris lusio, B.' Denzl. 1666/1716. Vgl. noch Bs 
XIV. 119; Spleiß 1667, 172. Bildl. ,Als er [der Admiral 
nach dem Fall von Pont] fürzogen uft' Sens, ist Gwysa 
im b. xin [unsicher, was er tun sollte]; sobald er aber 
die mär vernommen, hat er sich erhept . . .' 1568, Brief 
(HBull.). ^ Vgl. Gr.WB. I lü9-2/:i: Diefenb.-Wübker 1-5.3: 
Fischer I 594. 

Roßli-B.-; = r.-haJltn (BdlV 1153) ZWiklb. und It 
Dan.; Syn. auch Ballen-BUerins (Bd VI 1707). - Zil- 



153 



Spal(l). speld), spildi, spol(l). si)ul(l) 



154 



B.-: = zil-halhH (Bd IV 1153) GScv. - Holle"-. ,Am 
Andrpasaheiid oder am Weihnachtsalieiid wurde um 
1:2 riir naclits eiu großer Höllen |Zwieliel| lialliiert; aus 
den Hiilfteu wurden 12 Teile auseinanderfjenommeu 
(ha Ihkugpl förmige Ringe), dli.tur.jeden Monat ein Bölleu- 
blatt, und diese der Keihe nach mit den Monatsnamen 
bezeichnet, und hieraus konnte mit Sicherheit zum voraus 
erkannt werden, welche Monate im künftigen Jahre be- 
sonders regnerisch, naß sein würden.' Messikootiek l'JUO. 

Billiard-. ,I)as B. zu Feuertalen soll an Sambst- 
und Sontagen ganzlieh verboten sin, und fahls an übrigen 
Tagen dormitExceß getrihen und hoch gespielt wurde. 
Solches mit Ernst gestroft werden.' 1698, Z HM. — Vgrl. 
Schulz I 85. 

Bäpst- s. Nithart-Sp. — Bese"-hei"-: auf der 
ZMeisenzunft ehedem am Sechselauten übliche Belusti- 
gung. ,I)er Spieler saß auf einem zweibeinigen Stuhl. 
auf dem er sich mit Hülfe eines Besenstiels zu halten 
suchte; in dieser Stellung mußte er wie lieim 1-läben-Sp. 
(s.d.) 3 Gläser Wein austrinken.' EStauber 1924, Kis 
(mit Tafel 31). — Bängeli- ^-9c/-V. ,Ein zierlicheres 
Werfen [als das Möre" schkih" Bd 1V37S] bringt das B.' 
Barxd. 1922, 161 (mit Beschreibung). - Bär-: =Fri<yr2 
(Bd V 302) B, so Sigr. (das zuerst auslaufende Kind lieißt 
der Bär). — Berlang-: = BMang (Bd IV 1592); s. auch 
Fluß 6 (Bd 1 1216). ,Zunftmeister Wegmann, welcher . . . 
in seinem eigenen Hauß den [kürzlich hingerichteten] 
N. einige Mahle hat B. spielen lassen ... wurde ... mit 
einer Geldbuß von 200 Ib. belegt . . . Scharfricliter Voll- 
mar, hei welchem der N. wenigstens drei Mahl das B. 
gespielt hat ... wurde um 100 Ib. gebüßt.' 177S, Z RM. 

Ba r tl i - : von der Fastnachtgesellschaft aufgeführtes 
,Spiel', eine von 12 , Ratsherren' (s. Bd 11 1542M.) unter 
der Leitung ,I'ürst Barths' f s. Bartolomfias 4 Bd IV 1626) 
abgehaltene Gerichtssitzung darstellend, wobei öffent- 
liche und private Verhältnisse durchgehechelt wurden 
ScHwBr.f (bis 1855); vgl. auch MeitK-Vogt iBd I 707); 
Fünfi-Schribe» (Bd IX 1529), zur Geschichte des Spiels 
und über die spätere Pflege der Tradition den .Brunner 
Bartlirodel' 1929 (lisg. von der Bartligesellschaft), so- 
wie den Boten der Urschweiz 1929, Nr. 7/8. 

Der Name zuerst im Titel des 1829 aufgeführten Spieles 
(,.\lls dur'-'''enan(l wie imene" FelMse" oder das sogenannte B.', 
worin auch .Fürst Bartli' zum ersten Mal auftritt), noch nidit 
in dem verwandten Spiel von 1784, das seine Vorläufer in Spielen 
hat, die nach mündlicher Überlieferung im XVllI. alljährlich am 
Montag nach (seltener am Donnerstag vor) Estomihi stattfanden. 
Der Xame der Hauptperson stanunt wohl von dem .BruiHier 
Bartli', dessen Standbild (langbärtiger Mann in Pluderhosen) 
sich bis 1790 an der Susttreppe, in deren Nähe jeweils die 
Bühne errichtet wurde, befand, und der auch in Lebensgröße! 
auf der als Vorhang verwendeten Stoßwand gemalt war; vgl. 
Kjd 1860, 10; AfV. XIII 271/::!0:3. 

I'aß-: = Paß 15 (Bd IV 1657) ZU. ,Baßsp.' TnOieß. 
StR. (s. unter Flüß-Sp.); dasselbe? — Bassetten 
,P-' : = Bassetten (Bd IV 1663). ,Wekher im P. den Bank 
geben täte.' äB (Quelle. — Passion-: Passions-, Leidens- 
komödie; vgl. (ieist-Sp. , Demnach im p. ... do malet er 
im [der Subprior dem .Tetzer] zuo ieder wunden ... dri 
strimen.' Ansh.; vgl.Bd IV1664u. — Butzeu-: Popauz- 
spiel. ,l)ise [kirchlichen Obrigkeiten] bannend eiueu 
armen umb siner armuot willen und haljeud erst große 
grusame zünselwerk darzuo erdacht, damit sy den armen 
dem tüfel zuoliescbweriud, und brucheiul sidch b. vor 
ganzer gmeind, daß doch bi 11 ich ee scdtegeläcbter bringen 
dann forcht.' ZwiMii.i; tabula (L.lud). 



Bläter ,pl-': I>iul(dsack. ,Zwein pfiiffern mit dem 
pl. mins herren von Straßpurg.' 1462, S Seckidmeister- 
rechn. — Vgl. Gr. WB. VU 1911 (,1'lattei-'); Fischer 1 1169. 

Blii terli- (-o-): ,eine betrügliche Sache' L (Schür- 
mann). - Brügel-: Kampf, Schlägerei mit Keulen. 
,Zwahreu möcbt Einer uudneu, es wer an diesem zvil, 
was ich bißharerscheiuen,somani<-h Hr. Den dreizeheu- 
den Meyen . . . d Landsknecht beim Flescher Bade er- 
litten noch mehr Schaden.' 1622, Zixsi.i 1911 (,Dcr 
Pündtnerische Brügelkrieg'); vgl. Bd V 521 o. (1622, 
Lied). 

Brügi- ApK., sonst BrOi/i-: ,(iaukelspiel, Hans- 
wurstiade' Ai> (T.). ,Als.jüngsthin in einem Wirtshausc 
erzählt wurde, wie Raoul-Rochette in seinen ... Briefen 
über die Schweiz geäußert habe, in A])penzell-lnner- 
rhoden sey die Demokratie auf den Altar, d.h. auf die 
Religion gegründet, in Außerrhoden hingegen sei die- 
selbe ein bloßes tiaukel- oder Brögis))iel [eile est veri- 
tablement sur des treteau.x], bemerkte ein anwesender 
Bauer; Jo, Jn, 's ist (fad scitad, das'-mer zo ü"serem 
Brögispü ke'n Brögiiiarre" bnirlie" chön"i"d. der ROt- 
schegg gab eben eu tolle".' Ar Mouatsbl. 1825. — Zu 
/IrU,/! ;;e (Bd V .527). 

Praktik-; = Praktik ib (Bd V 568). ,Ihr meinend 
woU, ihr bschysend dLüt, es merke eben Niemand Nut, 
man wüß nit, was für Pr.-spyl, was Eidbruch, Mieten, 
Unbill ihr üebend.' JMahl. 1674. 

Bret(t)-; wie nhd. Brettspiel (mit Würfeln), Trick- 
track BO., Si. S. auch Cliarten-Sp. la. a) von der Hand- 
lung; vgl. Br.-Spihr. .Das die priester nit meer haben 
wellen studieren, größer tlyß uff wollust, zuo zyten uffs 
hr. geleit. denn utf die biblia zuo lesen.' Zwi.voli. ,.\lea, 
allerlei wagspil, als br., würffelspil etc.' Fars. ,[Zulässig 
sind] (uu-h die losbüecher ... Doch sol man nit zuo vil 
zyt mit solchen dingen, wie ouch vom brätt- und an- 
deren spilen mag gesagt werden, vertryhen.' LLäv. 1583. 
.[Spieler;] Ich fiengs zuerst mit kleinem an, kluckern, 
klotzen umb ein nestel, plänklen. grüeblen umh das 
beste . . . von danuen wyter on verdrießen uff württ'el, br. 
und karten.' RCvs. 1593. S. noch Bd IX 403 o.; Sp. 121 o. 
.Alles Spielen, Würfeln, Br. udgl. sowohl in den Wirt- 
schaften als Häusern wird vom Großen Rat verboten. 
1560. K Wild 1847. S. noch Bd Vkbs o. : VI 500o. ; Sp.l 19M. 
119u. Als vom Verbot ausgenommenes Spiel; s. Bd IV 
1728 (bößen): V 191 M. 1304 ( qiiemh'iu: VI 57SM. ; VIH 
43M. (vgl. dazu B HM. H 325). 2.59 u.; IX 51 u.; Sp. 122 u. 
( 1446, AaRIi. StR.). ]4'>u.(('harten-Sp.j.HSM.(LusteUns. 
Sp.). — I») vom Spi.dgerät; \<i]. ( S/til- )Brrtt (Hd V896. 
909;. ,(Schaclitafel oder) br., alvens lusorius, ale;i, fritil- 
lus.' Fris.; Mal.; s. noch Bd IV 966/7 ( Huttel-Iiächerle); 
V 757 u. (schon 1541). ,Wer pr. oder bretstein zerbricht 
oder hinweg würft, der verbessert ouch eiu schillig.' 
1537, AARh. StR. (,Der znnft zum Gilgenherg Zunft- 
ordnungen'). ,1 Ib. dem trometer von 2 brätspil zuo 
machen im Herrengarten.' 1556. AaB. Haumeisterrechn. 
1571 kaufte die Zunft zur Schmiden von einem Tisch- 
macber ein Br. mit 30 Steinen. FHeoi 1912; vgl. ebd. 309 
(1577). ,1 bouwbank, 1 br.' 1599, B (Inv. der Zunft zur 
Metzgern). S. noch Bd V 900 ( Urli-Brett); IX 539/40 
( Schlucker): Sp. 146o. — Mhd.Ar«./«/; vgl. fir. \VB. II :)78; 
Fischer I 1411. 

Psalter-: (Titel einer) Sammlung geistlicher Lieder. 
iJ'Bäsi liet ziror iccnig Biecher g'lia", ir Biliel und ir 
Halierma"" [ein Gebetbuch], e" Scricer und e" Ps. Firm. 
(Bs). — Vgl. lir.WB. VII 220U. 



155 



Spal(l), sppl(l), s|»il(l), siinld), sinil(l) 



156 



l'l'ilr"- M'-): S]iii'l. Ipci (icin ilii' eine l'nrtci den zu 
ilirrm Versteck iülireiiileii Wfti iliircli rioile lip/eicliiict 
Unit Kreide oder Holzkohle): findet die suchende l'artei 
die versteckte, so versteckt sicli, jene ihrerseits und diese 
wird zur suchenden; wird eine l'artei nicht spfimden, 
so ruft die suchende l'artei sie hervor und liat damit 
das Hjiiel verloren BS., so 'l'wann; Syn. I'f.-Jarji''s (elid.); 
vgl. liarnd. 1922, 1(52. 

I'flöckli-: = xpickeii la'^ (Sp.'.iT). Üociui. 1S57; Svn. 
Sti'ckli-Sp. — Dev Name kaum Schweiz. 

Rilhe"-: am Sech«i-lMte" (IM III l.'ill) aut der 
Meisenzunft geühtes Spiel. An der Decke wird an einer 
Schnur eine weiße Hube befestigt; der Spielende, der 
einen dreieckigen Hut trägt, setzt sich darunter und 
sucht die Kübe so in Schwung zu bringen, daß sie um 
den Hut kreist, ohne ihn zu berühren, bis der Sitzende 
drei vor ihm stehende (iUiser mit Wein ausgetrunken 
hat; sclilägt ihm die Hübe den Hut vom Kopf, so muß 
er den A'ersucli noch einmal machen uinl die drei Gläser 
zum zweiten Mal austrinken ZStdt; vgl. EStauber 1924, 
ll)(i/7 (mit Ahbildg). — Raub-: Glücksspiel, bei dem 
der Verlierende ausgebeutet wird; s. Haupt-Sp. — 
Steck-schmeck-ver-reck-: Knabenspiel. Kin ge- 
öffnetes Messer muß aus verschiedenen Lagen (Hand- 
rücken, Handfläche, Kllbogen usw.) dreimal so geworfen 
werden, daß es im Boden stecken bleibt, wobei der 
1. Wurf mit dem Ausruf steck!, der 2. mit schmeck!, der 
3. mit verreck! begleitet wird; geht ein Wurf fehl, d. h. 
bleibt das Messer nicht stecken, so kommt der andre 
Spieler dran; wer zuerst alle Messerwürfe dreimal mit 
Erfolg ausgeführt hat, hat gewonnen tinChurt- 

Ring-. ,Es bildeten die Spielenden einen Kreis; eine 
Person gieng um denselben herum und bezeichnete ,ie- 
mand durch einen Schlag zu ihrer Verfolgung; nun 
rannten beide über Stock und Stein ... und es suchte die 
herausgeforderte Person die erstere gefangen auf den 
Ringplatz zurückzuführen; oder es entfernten sich zwei 
Personen beidei-lei (iescblechts vom King, verabredeten 
sich heimlich, welches Paar sie zusammenbringen woll- 
ten, und vereinigten es dann liei ihrer Zurückkunft; uiul 
so fing man dann aufs neue an oder man fuhr so fort, bis 
Alles gepaart war.' Ar Gem. (,an sogenannten Alp- und 
Waidstubenten'); vgl. Rochh. 1857, 417; HHerzog 1884, 
283/4. — Anders Ihm Gr.WB. VIII 1(11.5. 

Rößli-: 1. a) = li.-Fühi (Bd I ,S24), -hallen (Bd IV 
1153); Ballen-RiUcruis (Bd VI 1707) ZO.; Syn. aucli 
rößlen 2 (Bd VI 1440). .Das Egellräiie" oder B. ist eine 
Belustigung der Knaben, von denen je einer sich von 
dem andern Huckepack tragen läßt, besonders zB. beim 
Kriegsspiel, wo dann zwei ungefälir gleich starke Par- 
teien gegeneinander rennen wie Kavallerie; diejenige 
Partei trägt den Sieg davon, die die andern Reiter zu 
Falle gebracht hat.' Mkssikojimkr 1909. ~ b) = li.-EUi 
(Bd VI 170W): Brü-Schudi (Bd VIII (121) AäF.; BE., S.; 
L(Zybori); SBb., L.; Zci; vgl. auch V.-SpUer. Es li. ist 
()"'■'' il.fii'macht g'si", beim Üchäfsclil^d. EBälmer 1924. 
ii'. f'are" am Herhstmäret. JReinh. 1917. ,Das junge 
Volk ... strömt alles dem Kirchplatze zu, wo die himm- 
lische Musik des R-s ertönt', beim Chamer Markt. Zr, 
Kai. 1898. D'Jumpf'erc" het '^em Vik ne" Blick (i'gk", 
's isch g'si" irie-ncs China, wenn's vom S. abe" g'rütscht 
isch<- und me'^'s wider üfe" lüpft. .TReinh. 1905. ,[Die 
durch den Trüelhaum, gesteckten Stangen dienen] 
Kindern ... etwa als R. zu dem allerdings recht gefälir- 
lichen Rößle".' Barnd. 1922, 398. lu Vergleichen. [Der 



Tanzlioden,] iro jitz so Vir ii'"' trini(j diisteit trie-nes 
li. am Mändn). JBürki 1911). Das het-cm p' fallen ivie- 
nes neus li., 'ias'''s jetz het chönnc" il' Madam, mache". 
.IReinu. 1907. Bes. mit Bez. auf die drehende Bewegung. 
Ks irerd-iiii so artiif trilmiiirlifi z'Muct, (/rad wie alhe". 
iren'^-cr-sech ii,f''em li. i" ilrm linnditmeli inne" so schnell 
'dräit h,et. Alpenrosen 1915 (B). .Uli war's, als befände 
ersieh anfeinem II. oder hätte einesim Kopfe', nach einem 
'I'anze. vA i.men 1 H97. Ks f/iit mit mir z'riniiset-uiii irie iif- 
iinr" li. .IKeimi. 192(i. li. mache", rite". Der f/anz iStaP 
ist im I einem IJetrnnkenen | z'riii(/etum- ifgamicn u"'i der 
Sli'r. d'Freiulen «'"' der (liihel . . . hei" li. ij'macht iri'' 
rerritckt. SGkei.ler 1911. /''' .schlottere" ivie-nes a.spirfs 
Lauh; der Platze) föht a" mit-mer R. rite", ebd. 1927. 
c) in den Kursälen verschiedener Eremdenorte (so BInt. ; 
LStdt) betriebenes, heute meist durch ähnliche Spiele 
ersetztes (jlücksspiel, bei dem in Rinnen laufende , Rößli' 
losgelassen werden und, um einen (iewinn zu erzielen, 
an der vom (jroupier bezeichneten Stelle anhalten 
müssen. Zur Geschichte des öft'entlichen Kampfes gegen 
und für das R. vgl. na. Seh weiz. Zeitschr. f. (jemeinnü tzig- 
keit 43. 27/44 ((lEarner, Das Rößlispiel der Kursäle und 
der Art. 35 der Bundesverfassung); Schweiz. Zentralbl. 
f. Staats- und (iemeindeverwaltg 1927, 353/(i0. — 2. be- 
rittener Stab eines höhern Kommandos. Soliiatenspr. (so 
Ap; B); luich einer Angabe bes. bei der Infanterie ge- 
bräuchlich, rfder Lnndstraß isch da d' Marschkolonne" 
formiert leorde" ... Vora" isch d's R. g'' ritte". Mittei.- 
lXnii. Volksljl. 1917 (B). Einer ,,„«, j/gn Iwchere" Herre" 
[(Jffizieren] vom R. sieg-me" hiittzutag. RvTavel 1910. 
.[Während einer Rast] hieß es: Achtung, d'sR.! Die 
Soldaten sprangen auf und stellten sich in Reih und 
Glied. Pauli [ein Knabe] war freudig verwirrt. Woher 
sollte denn ein Karussel kommen V ebd. 1919; vgl. Ib. 
Auch von einem einzelneu (berittenen oder un- 
berittenen) Offizier: ,Man schlägt die Feldküche liinter 
einem Hause auf, damit niclit jedes Ji. seine Nase hinein- 
stecke.' — In Beil.lb audi liei Martin-Lii'nli. II .5:^0. 

Riter-, ,rüter-', Ritter-: 1. a) ritterlicher Wett- 
kampf, Turnier. ,üuch hatten au dem rittersp. die zweiie 
frechen kimben lobes vil errungen.' Reiner. ,Den 
9. martii | anläßlich der Taufe eines Sohnes des Herzogs 
von Württemberg] war das ritters]). zum ringlireunen 
verkindiget. Uf dem renhlatz in dem lustgarten ... ver- 
samlet sich ein groß menge volks und zugen die fürstenen 
[Fürstinnen] ... in das lusthaus neben dem renblatz, 
dem rittersp. zuzusechen . . . Und gieng das rittersp. 
umb 12 uren volgender gestalt an [s. die Forts, unter 
Sper-Riter Bd VI 1703].' 1596, FPi.attek 1612. S. noch 
Bd VI 131SM.; IX (502 ( Schlinggen J. — I)) nach Ritter- 
art geübte gewalttätige Selbsthilfe. ,So sy [zwei Edel- 
leute, um ihre Ansprüclie an die Städte StGallen usw. 
durchzusetzen] ruttersp. mit inen furnemmen, hettind 
sy wol zu gedenken, das sidlichs den stetten nit zu er- 
lyden.' 1530, Absch. (Z). — c) kriegerischer tUierfall, 
Handstreich. ,Ufi' den 6. tag brächet verlütf ein rutter- 
sp. . . .' NSoHRADix 1499, 43/4. — '2. :\) (.Reuterspiel') 
Kniereiterspiel; s. BdVI 1673 o. (Hl'est. 178.5). - b) s. 
Pferd- Be-riter (Bd VI 1693). — 3. , Ritterspiel. Es bil- 
deten im Almenweg [bei Speicher] die Leute von Trogen 
und Speicher einen Schlachthaufen, die von Teufen und 
Gais einen andern in einer Entfernung von 500 Schritten. 
Dann trat Einer des ersten Haufens hervor und forderte 
Einen des zweiten mit den Worten: Ritter, Ritter, der 
Hauptmann kommt! zum Wettrennen heraus. DerZweite 



157 



S))al(l), spol(l|, spild), si»)l(l). siml(H 



158 



suclite nun des Erstem Ziel zu erreiclieu, wiihretuldem 
wieder andere Herausforileruntjeu geschahen, bis sich 
beide Haufen in vrdlem Laute l)etandcn. Wer nun wäh- 
rend dem Laufen vom Andern erreicht, eriiriften und 
festgehalten wurde, der war zum (iefangenen erklärt 
und mußte sich am Ziel seiner Gegner auf die Krde 
setzen, und so gieng es fort, bis Alles stehend oder 
sitzend bei den Zielen versammelt war. Die Mehrheit 
der unerreicht am Ziel Angelangten entschied dann 
den Sieg.' Ap Gem. (,an sogenannten Alp- und Waid- 
stubenten'); vgl. Rochh. 1857, 416; HHerzng 1884,283.- 
Mlul. riter-, ritterspil in Bfcl. 1 a: vgl. Gr. WB. VIII 786 (,Reitei- 
spiel'). 1073 (,Ritterspipl'): Fischer V 295. ,Ritter-Spiel', 
Fliirn. BsArisd. 

Balle"-riter-: = RößU-Sp. Id. Rocuh. 1857. — 
Ver-suech(s)-: ,Spiel' zur l'robe, \'orübung; mit Bez. 
auf (Schau-)Fechten. jl'r*-, jjroludiuni, jirolusio, das vor- 
fächten, versuoehstuck, v., vorfächtung.' Fris. : v., pro- 
lusio, pra^ludinm, tentamentum.' Mal.; s. noch Vor- 
Gam/ (Bd II o46; auch bei Fris. unter proludere). — 
G^-sellschafts-: = Spil2fiB GSaL. Die Kirchweih- 
helustignngen erreichen ihren Gipfel im Tanz . . . Die 
,Spielmeister' haben das ,G.' (Tanz) zu arrangieren. 
WManz 1916; vgl. HBrockmann 1920 133. — Seil-: 
= rlt-aeüen (Bd VII 754); seil.->ichwinyen (Bd IX 1981); 
auch von Erwachsenen in Scheunen betrieben, wobei 
das Seil an den Jirilfii-Bufe" (s. Bd VI 6:-!7) befestigt 
wird ZAuß. 

Seite"-: wesentl, wie nhd. ,S., nauplium, coraulum, 
barbitum, acetabulum.' Voc. opt. a) Spiel auf einem 
Saiteninstrument. /" Lauh un'i i" Grax si" ihr Blileslli. 
so eil. drum tanzet d's Mareii'Ii im .S. Kühukihex 1812: 
ähnlich B; ZStdt (Sechseläutenlied): vgl. AfV. XI 64; 
KL. 273/4. S. noch Voijel-SaiKj (Bd VII 1175; Ap VL. 
1903). ,Ier habendt zwo oder dry pfrüenden erbredigot, 
das yer . . . dester baß üwer pracht mit tanzen, pfiffen, 
singen, s. gehaben mügt.' 1522, Brief (BStapfer). 
,Das die alt Z. sampt denen, so by iren sind, ein un- 
riiewig leben fiierind mit schryen, mit singen, s.' 1530/3, 
Z Ehegericht. ,Do wirst du sehen groß hofieren mit 
singen, tanzen, triumphieren in allerlei fröud und s." 
Aai, 1549. ,[N. habe in einem Haus, in dem es geistert | 
nachts ein wildes Grüm|iel oder Wessen gehört, item 
das etliche Stugk Ilußradts uiisichtlnirlichen an andere 
Ort verenileret gefunden worden, mit Uebung vil er- 
schrogkenlichen Klopfens, (ietdns wie S-s und Krutt- 
hagkens.' 1604, Z Ehegericht. ,Uf Pfingstmontag sol 
Danzen und Spillen ganz und gar alle S.-s]>il abgestrickt 
und verboten sy|n|.' KKid, AAMell. Uatsprot. S. noch 
Bd V527M.; VIIl 6ih;o.; IX MT^'u Vdx-nucht-Ge-schrei ). 
— b) Saiteninstrument (auch koll.); zT. ohne sichere 
Scheidung von a. ,Das s., fides, lyra; einen auffs. leeren, 
docere aliijuem fidibns.' Fris.; Mal. (Weiteres ebd. 
369 c/d); s. auch BdIV32M. ,[Eine ,IIexe' bekennt na.:] 
Sigend nebet irer Gspillen noch dry andere Wibs- 
persohnen, jede mit irem Buollen, anwesend ... gsin, so 
alle sambtlichen ires ersten Krachtens lustig, mit guotem 
S. und allerlei Spißen wohl versechen.' 1()46, ESchiess 
1919. S noch Bd \ II 1'>79M. .(InstrunuMit oder) s. von 
vilenzuosamengebracht,collatitiainstrnnU'nta; weit und 
hoch venüempt autf den s-en, cons]iicuus tide." Fms.: 
Mal. ,[l)ie Geister) lu'tteiui ouch liepliclie Seittenspiel, 
die glycliwol sich nit stark, sonder tiiiimer hören lassen.' 
HGys. S. noch Hd IV41.M. Neben andern Musikinstru- 
menten. .Dasjetzund utV disc zytt iiicmands iiiei- (dm-li 



ußgeschlossen offne hochzytt) sumbernundmittrummen, 
ptitf[en] nach anderni s. uff der gassen nit uinbziichen, 
deßgliclien, so schon sich ein offen hochzytt zuotrüege, 
das man doch hinfiiro der wytte von den kilchen mit dem 
spil züche, dasdie ])redicanten an Verkündigung göttlichs 
Worts ... nit gesumpt ald verhindrot werdint.' Z Mand. 
um 1530. ,Auf s. spilen oderschlahen, aislauten, harpfen, 
geigen oder sunst anderen Instrumenten, die Seiten 
habend, canere fidibns.' Fris. ; Mal. ; s. noch Bd IX 297 o. 
,Es warend da trummetten, krumbhörner und alle seitten- 
spyl, deren sich der mensch bedenken inocht.' Moroant 
1530; frz. instrumens. ,Er [ein heidnischer Heerführer] 
ließ sich füeren inn einem wagen . . . und ryttend vyl 
trummeter und andere seittenspyl vor im, die er- 
schallend lut.' ebd.; später: ,Ruolland erhört des s. ton.' 
,Es war ein Berner in der stat [Bordeau.x], Burger do- 
selbst, hatt S. fiel [!] und andre ÄVar . . . Der bracht mir 
ein Harpfen und [dem] B. ein Lutten.' FPlatter 1612 
(Boos). ,Des türkischen Keisers Spilleut mit ihren Heer- 
truminen, Scliallmejen, Trommeten, Geigen und anderen 
S-en.' Amm. 1630. .Fides, Seiten, S., Geigen (Viol).' Denzl. 
1666/1716. S. noch .S'c/kj/*hS (Bd VIII 691); Ge-schirirm 
(Bd IX 2157). ,Musik und s.' ,NN. den trumetern jedem 
1 gl. an das, so sy N. zuo leergelt der music und andern 
s-en geben müeßen.' 1570/1, Z Seckelamtsrechn. ,Ist an 
wyn . . . verbrucht worden, als die harren von Straßliurg 
und Bern uff' den see gfaren, inn dem schiff', darin die 
music und seittenspil gewessen...' 1585/6, ebd. — A}i(l. 
(Notker) «eiltpil, mhd. »eiV(eii)»/.i7: vul. Gr. W'K. VIII n;i;s;7U; 
Fischer V .540. 

Z"-säme"-se tz-: wie nhd. Zusammensetzspiel Ae; 
Bs; B; G; Z und weiterhin. Ks Z's. und e" sclions Marli- 
hm'cli mit He/iie". unter Weihnachtsgeschenken für ein 
Mädchen. ELociiEK-Werling ( M. ). — Vj;l. Sanders II 11 :iil h. 

S c h a c h - : = Schach IIl/Bä VIII 102) ; Syn. Sch.-mticl- 
Spil. ,Wie wol Berchtold zuo imme imm seh. große 
Schaltwort sagt.' Haimonsk. 1531. ,Sul) turri maiori [ec- 
clesiae monasterii Rhenoviensis] a parte septentrionali 
depictus apparet Indus latrunculorum (vulgo Seh.) mortis 
cum canonico ... Super canonicum ludentem cum morte 
[ha>c leguntur]: Dissem Spielil, o Herre mein, laß dir 
meinSeel befohlen sein.' 1705, Z Anz. 1900; vgl. Rothen- 
liäusler 1902, 55/6. ,Latrunculus, Schachstein foder) 
Seh.' Denzl. 1666/1716. Als vom Verbot ausgenommenes 
Spiel; s. r/jtC'»r/«*(BdV1304). — Vgl. (ir. WB. VIII lilil-2. 

Schiffli-: Schittschaukel. J)'.i (l'/ir tm" de" hrcj- 
orgde". d'Gluyye" cum ,Sch.. beim Scli/i/xchi-d. EBaljier 
19'24iB). 

Scholder-:(jlü<-ks-, llazard spiel iiiil ei ucnKuii Spiel- 
einsatz, -gewinn teilhabenden Bankhalter; s. S/iil Ulix 
(1481, BMissiv). - VsrI. KisHu-r V ums. 

Sclielnien-: ,Spiel', in dem Diebe die Iliiui)trollc 
spielen. Uneig. : ,Ini Diebsgricht ist er lllans von Port] 
Fendricli gut, Blässy | Blasius Alexander] sein (isell 
sieht underm Ilutt wie ein Erzdieb, hat gstollen vil, 
drunib ghört er in diß Seil.', vom Thusner Strafgericht. 
1618, ZixsLi 191 1 ; Var. ,Mörderspil'. 

Seh impf-: 1. zum Scherz, zur Kurzweil getriidieues 
Spiel. ,Wie er sain])t andern gsellen etwas sch-s wellen 
tryben, hatt er sy gheißen ein stinzen bringen, die wäre 
aber nit rächt darzuo.' 1541/3, Z Ehegericht. ,Das seh., 
kurzw-eil, liidus, hidicrum: seh. auff dem väld (ein woid- 
schimi)f), Indus campestris; seh. mit eim treiben (und 
vers])otten), ludos aliquem facere." Fris. (zT. schon 151 1); 
Mal.: s. auch IM VI I Khi.: Sp. 14i)u. ,[Salome vor ihrem 



150 



i^pal(l), si)Pl(l), si)il(l), s|»il(l), spiil(l) 



ino 



Tanz zum König:] Erloubt, daß ich mich luuzwyl tryben 
söllo . . . syt ander ouch hand gtan ein jn-nb mit irem 
seil, iiianigfalt.' Aal 1549. ,Vil Leiit ... dip frisch und 
gesund seiiid, l«iininen dahin |in das Had I!ormio| allein 
von giieteii Ijiif'ts, Kurzweil und Krgetzlii,'keit wegen; 
da sie dann allerley Sch.-spiel anheben und sich mit 
Singen, Springen, Tanzen [usw.] erquicken.' (jci.ek IfiKi. 
S. noch Ballen-Sp. — 2. zu Hinl 2aZ. Scherz-, Lustspiel. 
,Kin nüw scli. von zweien .jungen eelenten, wie sei sich 
in turt'alleuder reilS beiderseits verhalten, gestelt durch 
T. S.', Titel. TStimmkh ITiSO. Audi mlul. in Bi'il. 1 : vsl. 
Gr. WB. IX 1S5. 

Schanz-: (ilücksspicd (mit Würfeln). ,Alle scli.-spil 
sollendt tags und nachts by 5 Ib. bnos verhnt[en] sinn.' 
1591), Obw Staatsprot. — Be-schilJ-: betrügerisches 
Spiel ; s. Bocks-Sp. Ib. 

Schau"-: = SpU2aZ. ,Ziin Lnsannen ... liab ich 
ein luchs gesähen bei einem landtfarer, welcher sidlich 
tier für ein schonwsp. mit grolJein gwüun umbhär fiiert.' 
TiEKB. 15li;-! ; oder zu Bed. 2. .Hie (iaukler machen Schau- 
spile.' Splwss KJIIT. ,I>a.lS künftighin von allen Sch-en 
so in m. gn. H[err|pu Stadt koinmeu, der dritte Teil zu 
(iuttem der Armen ciiigefurdert werde.' 1711, Z KM. 
Bes. von szenischen Aufführungen. ,Kori, hrüginen und 
stand, daniff mau eim seil, zuohiogt, büne.' l<'i{is. (schon 
1541). jSpiler der sch-en, actores connediarum, comu'di; 
speinng in gemeinen schauwspilen antf der brüge, dica- 
citas scenica.' P'ris.; Mai,.; s. noch Sp. 125M. ,Sch., specta- 
culum,com(edia.'I)ENZL.l(i77/171G. ,Sch. halten.' ,Comedi 
spilen, gemeine scbauwsjiil halten, facere ludos, agere 
fahulam.' Fkis.; Mai,.; s. noch Bd V 262 ( Sch.-Platz ). 
527 M. , Ludos celebrare, ein Seh. halten, einem Spiel 
zusehen.' Uenzl. 1677/1710. ,Uem hier anwesenden 
Herrn X. Akermann ward ... liewilliget mit seinen Leuten 
drei Wochen laug während köuftiger Marktzeit wöchent- 
lich viermalil anständige ... Schauspiele aufführen zu 
dürfen.' 1758, Z KM. — 2. Schaustück, im verachtl. S. 
.[.lohannes rät seinen .lungern, sich an Christus anzu- 
schlielSen.] Ich wird der weit ein sehowsii. werden, ver- 
aclit wie s güsel uf der erden.' Aal 1549. ,Mit Fingeren 
wird man auf mich ditten, wo ich wird kommen zuo den 
leiten; ja, Jederman wird mich verlachen und mich zuo 
einem Schauwsp. machen.' Com. Beati. — Vgl. Gr.WB. VIII 
2:375; Fischer V 728. 

Schlegel-: = Sclil.-Filhi (Bd I 824) Bs (SV. 1912); 
vgl. yjoH(;"-Sc/(fe(/<;/ (Bd IX2G5). — Sehnegge»-: Art 
(xesellscbaftsspiel, darin bestehend, daß beim Singen des 
Liedes Es (jit'd ke'"s ördliiiers TierU ah e" irUle" Scliiicyti. 
Srh.nvgy. lichnegfj (s. die Forts. BdIX 1 184o.) das Schluß- 
wort nicht ausgesprochen werden darf; wer es aus Ver- 
seben tut, zahlt eine Buße LLutlierniALGaßmanu 1906); 
vgl.CZür. 1902,47. — Sehne"-: Schneegestöber, -masse 
Bs. — Scbri ei-: Wettraten einer in zwei Parteien ge- 
teilten Cesellschaft, wobei die siegende Partei jeweils 
ein Triumphgeschrei erhebt BsStdt. — (Jhatzen- 
sebwanz-: = Ch.-Schii-aiiz Ih (Bd L\ 2031j. .Das 
Kazeuscliwaiizs]iiel, das die guten Kinder des Maurers 
und des Kudis spielten.' HPest. 178;-'i; später: .was da 
hinter dem Kazenspiel . . . doch steke.' 

Schwarten-: = Fecht-Sp. ,N., dem ußgeträttenen 
fryburgischen Cistertiensermönch, ist verwilliget wor- 
den . . . die Jugend in den Wehreu, doch ohne Ver- 
hinderung ihrer Studiis [!] abzerichten. Im Uhrigen ist 
ihine auch zwar vergünstiget worden, dasSchwerdtensp. 
zue üebeu, doch daß es nit otfentlieh sondern in souder- 



bahrenHüsern ehrliarlich unil iiiicr'icilich zuegahii und 
uff syn eigne Gefahr geschehen solle.' l(;:3:-i, B KM, 
Mild. »ircr(»/uV: y^]. (ir. WB. IX 2.5111. 

,Slage-': unter (ilückssiiielen ; s. Bd IV li:'i5o. ((ifd 
23, 375). — Unklar. 

Sjiott-. Von einem Fastnaclits|iiel: ,Der eardiual 
von Sitten . . . s]iraeli doch zuo etlichen Berneren | in 
französischen Diensten:] Wie stats nun [nach der 
Franzosen ,iiiifal'| um uwerer gemaleten gilgeukuabeii 
esehenmitwocheu-sp., darin unser her, der röinseli 
keiser, mit kutzeu und hutzleu, und ich, uwer puntgnos, 
uf einem stecken mit lärer däschen |iostende. hond 
müeßen otfentlieh durch alle stat verachtet und ver- 
spotet werden? Ks sölte kein stat semliehs vertragen, 
oueli gegen vrömde viend, sunder gedenken an den 
grimmen römschen keiser (Jaracallam, der zuo ewigem 
e.vempel sträHicher verspotung eines fürsten lies in 
sineni inriten zuo Ale.xandria, da si ein sp. von im 
gehalten hatten, alles volk, das im engegen gieng, zer- 
riten und zertreten.' 1521, Ansh. — Vg-I. ür. WB. X 1,2711. 
Von dem »'rw.ähiitcii Spiel ist siiiist nichts bekannt. 

Ver-stecke"s is-, -stecklin-: Versteckspiel Bs. — 
Vgl. Üi-.WB. Xin, It!5s. 

Steckli-: ^ l'jlöckli-Sp. ZStdt. 

Tiifels-: wie uhd. Teufelsspiel B. S. auch segnen 
(Bd VII 456 u.). Vgl. «r. WB. XI 1 , 2il 1 . 

Docken-: Puppenspiel. SeKENii; s.Kuemoi-Sp. Un- 
eig. : .Das d., des du dich klagst, sol man dinen biipsteu 
(ich hatt schier geredt baaben ald androgynois\ bi- 
scboften und äbten antuon, nit Uott ... Wo soll man die 
kleider, die von den meineiden wychbischoften gewycht 
sind und zuo d. gmacht, billicher verkouffen weder am 
trempelnierktV Zwinuli; Antwort auf JFabers: ,wie du 
die gotsheuser, der selbigen dienst und zierd abgeton 
und autt' dem trempelmarkt die mäßgewand zuo üppig- 
kait der weit habist lassen verkauften.' -- Vgl. i!i-. WB. II 
1214; Fischer II 241. 

Ge-, Gi-dult-: wie nhd. Bs; B; Z und weiterhin. 
Uneig.: Essig es G., €»■ setiigi N oee s' arrangii'.re" . KvTavel 
1926. Inshes. = NägeK-Sp. Z (Dan.). — Vgl. Gr. WB. IV 1, 
2U50; Fischer III 150. 

Dommeli-: Dominospiel GStdt. — Tan gel-; koll., 
Dengelgerät BSa. ; vgl. ÜpilSc. ,Für den fernen Birg- 
hüuwet [enthält] der Habersack auch das T. oder die 
Tangla ...: den Tangelstock und den TangeDiamuier.' 
Baund. 1927. — Tanz-: Tanzmusik U. .Wie er [ein 
Gurtneller Bursehe] in die Nähe des Fellitobels kam, 
hörte er Musik, es T: JMüller 1926. 

Toppel-: Würfelspiel. ,Kriec unde t. in ein vil 
nahe glichet sieh.' Reiner. Bildl.: ,Dis gros t., nämlich 
der ewig und tür gewunnen pund [der Eidgenossen mit 
dem Papst].' Ansh.- IV 139. — Auch sonst mhd.; vgl. Gr. 
WB. II 1271. 

Tüpfli-: Tüftelei; mit Bez. auf die Beschäftigung 
mit Musiknoten(köpfen). ,Icli hab den besten Willen 
gehabt, das Notenwerk in den Kopf hinein zu verpacken, 
aber ... ihr wißt nicht, was das für ein verzwicktes T. 
ist, wie das durcheinander und übereinander kriecht in 
den Musikbüchern.' Lienert 1898 (,Der Tanzgeiger'). 

Taschen-: wie nhd. Taschenspiel; s. BdIV666n. 
(Anhorn 1674; und vgl. Täschli spile» (unter spilen % ai), 
sowie T.-Spiler. — Vgl. Gr. WB. XU, 15a. 

Tisch-: zur Unterhaltung hei Tisch aufgeführtes 
Spiel. Prologus des .kleinen spils' (s. unter Spil2aZ) 
zu den hei Tisch Versammelten: ,Ein kurz t. wir halten 



161 



Spal(l), spel(l), si)il(l), spol(l), spul(l) 



162 



wellen und euch allhie für d oiijien stellen.' Avpek- 
stehung; vgl. die vorliergegaufrene Ankündigung durdi 
den .narren": ,Wend ir uns nn gen jilatz und wyl, wend 
wir euch halten dises spil zno einer kurzwvl grad über 
tisch.' — Trüffel-: ein Kartensiiiel; vgl. trof/len. ,Xach 
dem essen kernen die lieid Pf gehrüeder zno inen und 
tiengen an karten und je am dritten spyl sülten sy sich, 
als sy das tr. machten, von einandern teilen, und wie sy 
sich teilten, so weite sich Hans l'f. nit hindern tisch 
setzen lassen.' 1504, Z ÜB. — Tragödi-; Tragödie. ,8o 
haut uns der Poeten Wort allhar gebracht an dises Ort, 
im Werk z beweisen menigklich, wie d Sund gestraft 
wirt grausamlich, und dis zum Zeug ein wahre Geschieht 
in ein Tr. ist gricht.' JM.4hl. 1620 (Vorrede). — Trog- 
ge"-: Tarockspiel; auch für die Spielkarten Nnw (s. auch 
Skart Sp. 140); W(i. (AfV. V 2«1). ,Das Spillen mit 
Karten und Troggen . . . das Feilhaben der Karten- und 
Tr.-spillen ... ahzestricken und ze verbieten.' 1650, Z. 
.;i Trogenspil 27 {).' 1 704, Z Haush. — T r ü 1 1 (e n ) - : ,Ureh- 
spiel', ein (ilü<'ksspiel nach Art des Glücksrades; auch 
von der Kinrichtung. ,|Insere Herren eines ehrsamen 
Kliegerichts habend den Herren Pfarrern schriftlichen 
Pefelch zugeschickt, das an .lalirmerkten die Trnllen- 
spiler und dergleichen unnütze Lüt abgescbattt werdint, 
als die junge Lüt unnützer Wyß umb vil Gelt bringent. 
[Die Ortsbehiirden sollen] disern Lüten ihr Trüllsp. 
niderleggen und verbieten.' IGliO, Z. .Den Fremden 
|soll] verboten sein, an Märkten Würfel- und Trillspiel 
feilzuhalten.' 1707, AKiichler 1895. - Triumph-: 
Schauspiel, in dem ein Sieg gefeiert wird. ,l)ie Venedyer 
haben [nach der Eroberung von Krescia] den friden ab- 
geschlagen in meinung. als ob si keins fridens me gegen 
uns bedürften, ouch daruf sölich triuni]ihs|)il, die nit 
allein uns, snnder von unsertwegen billiili aller tütschen 
nation zno scbmach reichen, in \'enedy über uns ze- 
halten gestatet.' Ansh. Tre tte"-: koll., die Tretbretter 
am Webstuhl WLö. Wuche"-: = Häpli-Sp. ISakmi. 
19-22, 161. 

Weid-: Jagdbelustigung. ,I)as ... an den Sonnen- 
tagen, gejiannen unser I'rowen Tagen und Zwölfpotteu 
Tagen Niemans tanzen, dehaiuerlai Waidsp. noch Ar- 
bait hruchen [solle].' 1522, Soh Chr. — Vfrl. (ir.WR. XIV 
1,621. 

Wider-: 1. = Crei/en-tip. Aa (H.); Bs; B. so Gr., IL. 
Si. und It Zyro; FJ.; Gl (St.'O; GuPr.; L (St.''); PAL 
(Giord.); G, so F., Sa.; Sch; Schw; Th; U\v; U; W; 
Zu (St.»-) ; Z : St. ; Sjn. auch Konteräri (Bd HI S76). 1»'"- 
?Ke" schon alltenei"s iiieitid, es well heßren, su ischf's] 
handchirum yrad umlii" d's [,z'] TT., umhi" scläiinmer 
Iran nie Bll. Vas ist. ja ganz d's W. vo" Dem, wo-n-if'' 
g'seid ha" aScnw. iJe(r) Buch ist (d')s W. uu" sv'«m 
VatterAA (H.); G It Zahner r,~'' HV;; Th; Uw. Bristen 
brave'', flissige'', hfisleche'' Ma"", aber si [die trau] ist 
's reinst W. Tu. ,Als ir . . . anzöugend, sollicli pulfer sye 
durch unser piet heiters tags gefüert worden, sind wir 
des w-s bericht; dann der karrer ... ist by nacht und 
näbel durch abweg, durch die wähl und keine rechte 
Straß gefaren.' 1529, B lief. .Einen des w-s bewysen.' 
MoRGANT 1530. ,Antichristus uf grecesch, in tütseb ain 
widerchrist ist, ain person, so ain tigendschaft tragt wider 
Christum und sich allweg wider Christum des w-s be- 
flisset.' Kessl. ,Wie in kriegen ... Unordnung und uu- 
ghorsame nit allein kein glück, sig, eer noch lob geliären 
Miogent, sonders genzlicb daz w. den viilkern darus er- 
wachsen miiidi.' B StSatzg löö'.l. .Welclies oui b uL< dem 

Schweiz, IdiotikoD X 



w. klarlich mag verstanden werden.' OWerdm. 1552; 
,gegenteil.' Herborn 15Ö8. ,l)as w., contrarium.' Mai,. 
.Es lietindet sich . . . das w. oder gegenteil.' Kcef 1554. 
,.\(|ua mirabilis, welches das W. würket dann das ai|na 
vitie.' JULanpenb. 1608. ,Es ist just das W.. contra est 
atque opinaris, falsus es animi, toto ctelo erras.' Hose. 
,Hätt ich doch, da ich als Knabe dieß Gut bauete, mein 
Glück erkannt! Aber erst in der weiten Welt mußt 
ichs durch sein W. kennen lernen.' UBraggkr. S. noch 
Bd III 358 u.; IX 71 2 o. 's ]V. mache", tue" uä. Tl>"'- 
me" dier Eppis seit, machsch' grat d's W. USch. Du 
tuest grad d's W. im" Dem, was-if>' gere" hett GSa. 
Er tuet{-mer Ndw) eisder. in Allem fd'Js W., tut 
immer, was er nicht tun sollte, ist ungehorsam GF. 
It Zahner f.z'W.' ); Ndw. ,In all weg tuonil ir das w., 
was Gott hat giert und haben will.' NMan. .Warumb 
machet yetz das concilium dises. glych bald so kuinpt 
ein anders, das macht das w. und tuet ab, das das vor- 
drig angenommen hatV Zwingli. ,I)as w. brucbeu.' 
ebd.; 1558, HBuLi,. (Brief). ,P'apst Stephan hob alle 
Dekrete des Papstes Formosus auf; sein Nachfolger] 
der machet das W.. erkent Formosum und sine Sachen 
für recht und billich.' .LIIüeger. ,l)aß die Wyber in 
allen Dingen das W. tuend.' Schimi'fr. 1652. ,In disem 
Fall soll das \V. gejitlogeu [getan] werden.' 1700, ApI.LB. 
S.nochC/!t/>(BdmiO(iM.);M/i-™ew/ic/i(BdV1931). ,I)as 
w. leren, sagen, schriben' uä. .Das vil sind, die ... band 
wellen wenen, so der mensch nach dem touft' sündete, 
möchte im die sünd nit verzigen werden. Und lert aber 
Paulus glych das w.' Zwingli. ,Er ist ein nar: wenn ich 
mit im red, so gipt er mir daz w. z antwurt und weißt 
nüt, waz er seit.' Mokgant 1530; noch öfter. .[Der Kur- 
fürst solle eine Schlacht verloren haben] die andern 
schribent das w., das nämlich der churfürst die Schlacht 
erobert hab.' 1546. Z. ,Joannes sy ein unst:it man, der 
hüt seg das. morn ßw.' Aal 1549. .Er habe ira das w. 
graten.' '1551, BTurmb. ,Löugnen. das w. sagen oder 
widersprechen, das haupt schütten, abnuere. (ire in- 
licias).' P'ris. : Mal. ..lustinus . . . schrybt . . . Samuels seel 
sye uft'Sauls glieiß herfür berüeft durch die waarsagerin 
. . . Demnach so schrybt grad diser Justinus . . . das w.' 
LLav. 1569; , redet wider sich selbst.' 1670. ,Das W. be- 
haupten.' Grasser 1624. ,[Hat der Hofmeier den Meier- 
hof gut verwaltet] so soll imm diser Meierhof wider- 
nmb ... uf ein Jahr lang verliehen ... werden; wenn 
aber hingegen synes Verhaltens des Hofs halber das W. 
erofnet und gezüget wurde . . .' 1646, UStutz 1897. 
,I)aß . . . das Abris dem Undervogt zuegehören solle, es 
were den, daß N. das W. mit Sigel und Briett'en er- 
scheinen könnte.' 1680, AABremg. S. noch Bd VllI 796 M. 
.Das w. tinden. erfaren, wissen' uä. ,Ist nun das psalmen- 
mnrmlen guot, so muoß es von (iot kommen. Das zeig 
mir an, wo Got solch ... murinleii angesehen hab. Sich, 
so stast wie die katz vor dem kürsiner: denn du tindest 
das w., das dich Got in din kamerlin hat geheißen gon 
und da an eim heimlichen ort mit dineni liinimelschen 
vatter reden.' Zwingli. ,Ks solt niemans mer zechen 
geben und dasz halb ungelt nuiost ab sin [nach der 
Meinung der Klosterstürmer]; aber man enpfaud in 
allen dingen das w.' 1531, Bs Clir. .Wir wüssen ... ganz 
das w.' Axsii. .Ein scblechter. einfältiger Mensch, der 
[bei einer Predigt] etwan wol alsbald das Letz und W. 
verstanden dann die rechte Meinung.' ]581,SciiwE. Arch. 
.Der Blnet erzeigt sich zwar so schön, lustig und voll- 
koninien ... aber man erfuhr das \V." UCvs. .Da i<b ... 

11 



ir.8 



Siial(l), siiel(l), si)il(l), spnl(l), spul(l) 



lfi4 



uB dinen wäselichen Keden das W. merken und verstelin 
muß.' KiTNKELSTiiBE 1655. ,I)as w. (er)halten.' ,In allen 
dingen das w. halten (disputieren), in contrarias partes 
de omni re disputare.' Fkis.; Mal. ,Da wir ... mit der 
gnad (iottes und oti'ner warheit das w. eidlieh erhalten 
habend.' IIKri,i,. 1571. ,.'Vlso sind noch hütt hy tag Kit, 
die schweerend yetz utt' dise, denn utt' äne confession, 
heimlich aher haltend und leerend sy das w.' LLav. 1577. 
In mehr oder weniger testen pritp. Verbindungen. ,Im 
w. ligen, sin", gew. von l'crsonen, einen gegensätzlichen 
Standpunkt einnehmen; seltener von Sachen, im Wider- 
spruch stehen. Zürich ... zu ermahnen, sich in solchen 
Hiiudeln den andern Orten gleichförmig zu halten und 
nicht ,im w. ze liggen'. 1524, Absoh. ,Probst: . . . Alles, 
das wider uns was, das band die hiipst erlütret baß, 
krüm])t und gebogen uf unseren weg, das sunst im w. 
stets lüg.' NMan. , (Widerstreiten, widerig sein, ver- 
hinderen, widerston, widerfächten) im w. ligen, ad- 
versari.' Fris.; Mal. .Diser Bott sagt zum Michea: Die 
]iroi)heten all sind der sach eins; lieber, lig du nit im 
w.' LLav. 15()9. ,Ic1i weit lieher, der Herr [der in dem 
im Umbau hegritl'enen Hause wohnt] were gar nieneii 
darhy, wil mau bouwet, er ligt imerzu im W.' 1612, Z 
Urief. ,Im W. ligen, pra'postere agere, contrarium sta- 
tuere, sententiam contra riam tueri; ein Mensch, der stets 
im W. ligt, honio pr;eposterus atque perversus, adversus 
omnes ohlicjuat.' Hosp. ,r)ie elenden .luden ligen ... da 
ganz im W. und wollen uns hei Leib niclit gestehen, 
daß die Älenschwerduug des S(dines (iottes geschehen 
seye.' JMeyek 17()(). S. noch Bhig (Bd V33 M.) ; schnaiiiren 
(Bd IX 1370u.). Mit Dat. P. ,Man rieht s spil us und 
suocht ein ieder etwas drus, das im nit gfallt, ist zwenig, 
zvil undjit im s spil im w.' HvRüte 1546 (Vorrede). , Adolf 
und Albrecht wollend einanderen nit verston und lagend 
immerdar einanderen im W.' J.IUüeoer. ,I)er Satan ligt 
den Frommen immerdar im W.' .IMeyeh 1700. ,Sich ins 
w. legen.' ,So aber einer war ald vil, die sich [auf eine 
Verordnung hin] legtiud ins w., die wurdind ungestraft 
nithlyben.'.IMniEu 155'.). ,Intercessionem remittere, sich 
ins w. ze legen abston.' Fkis. Auch noch 1021, Zinsli 
1911. S. auch BdVI5i::iM. ,Ins w. fallen (sich umb- 
keeren), in contrarium cadere.' Fnis.; Mal. S. noch 
Schätzerin (Bd VIII 1754). ,Der herr von Rozins ... hat 
in synen eignen herschaften das meer nit mögen ins « . 
machen.' 1560, Brief (JFahricius). ,Die bittend und 
heißend mich ettwas schryben oder handien . . . und 
gaand sy utt' der stett und schryhend und handlend ins 
w.' 156G, ebd. S. nocli Bd VII 442 u. Es ist mir (j'wüß 
nid z'inlJe". u-enn-i''' nid de" Guete" ha", iri/-mer . . . Alls 
s' \V. [,schief'] (jaid. MKroNr 1884. ,Niit sterben er [der 
Mensch, der im Paradies vom Apfel aß] meint ... Das 
kam ihm gar zu w.' Meinrao 1576. ,[Ijeute, die] solche 
Ding uudt Mittel zum W. undt letzen Gebruch an- 
wendendt.' IK'vs. Im W., „e contrario" W^; St. ,[Von 
einer Bestrafung der Talleute v(Ui UwE. wird abgesehen, 
sofern sie] nun fürohin ire Sclmldigkeit und Pflicht ... 
in besserer und gebürender t)bacht halten . . .; dann im 
W. soll inen unverhalten syn, daß man die Üher- 
trettenden ... ai]stratfen wirdt.' 1619, Absch. (L). ,Undt 
wcrdt ihr dise Lehr behalten, wird alle Zeit ob euch Gott 
walten; im W., so ihrs vergessen, wird Unglück euch 
den Lohn einmessen.' .TGWeissexb. 1702. ,Also bekennt 
er Selbsten, das getan zu haben, was [!] er ihr fürstlich 
Gnaden . . . beschuldigte, als hätte seye nemblich die 
Religion luichsehen ... wollen, da er im W. Solches 



Selbsten in StCiallen proponiert, aher Nichts darniit aus- 
gerichtet habe.' Sohw Prozeß 1708. ,Zum W.'; ,Das, da 
er diß Kind mehr uff Guets wyßen sollen, er zum W. 
dasselbig wider alle Natur und Ehrbarkeit inn söllicher 
UnHctcryg angfüert.' 1613, Z RB. '.s (AABr.), d's (B, so E., 
S., Si., U.: FJ.), i' (AABr., Suhr. und It H.; B, so Lau., R., 
Si. und It Zyro ; PAl.) W.. im Gegenteil. /•'' ha" Nitl der- 
ijäye". d's W.' B. /''' luin im N'üt g'chostet, d's W., erhet 
nv'' l'rvfit fi'Iia" <i"-iiier. ebd. Machet' s ... nid esne, wie 
die rihi [Schwester, die der armen sogar das Licht miß- 
gönnte], d' sW .. (jinp'ei-enund . iras-er hPt ! ^chwmk (BSi. ;. 
,[A.:] Mich hast nun ganz vergesse", mich arme" Kerl. 
[B. :] Z' W., V'i dünke" imd.erwilen a" di/'''.' Hacseku 1888 
(AaSuIu-. ). ,Er habe hier Nichts gewonnen, das W., was 
er gehabt, lasse er dahinten.' Gottu. Nci", z'W.! ,im 
Gegenteil, die Sache verhält sich anders' B (Zyro). Alls 
z'W., ,tutto al contrario' PAl. (Giord.). ,E contrario, ze- 
gegen, grad s w.' Fris. , Was groß weinen, heulen z Troja' 
ward ghört, ist kaum zuo sagen, bein Griechen aber, 
s w., ward gjubiliert und freuden vil.' GGotth. 1591). 
,Wann die Stift oder geistliche Herren ... mit sehr 
reichen Beneücien . . . dotirt, ihnen auch der nächst ge- 
legene Teil unsers Baanholzes zuegelegt, der weitere 
Teil ... für alUiiesige Burgerschaft behalten worden, 
haben wir keine Kennzeichen, daß weder tirund noch 
Boden noch einicher .Jurisdictionsactus darmit ein- 
geschlossen oder mit cedirt, wohl aber, das W., von der 
Stadt allein besessen und exercirt worden seye.' A . XVIII., 
WMerz 1922. ,W-s.' ,Quod contra oportehat, das w-s 
zuogon sölt.' Fris.; s. noch Bd VII 170M. (schon 1541). 
,W-s, lätz, pra'postere.' Fris.; Mal. — 2. in aktiverm 
S. a ) ,Etw., das uns entgegenwirkt, in der Arbeit hindert' 
GW. ,Das fleisch istallweg s w., das laßt nit tuon, was 
der geist will.' VBoltz 1551. — b) von Jmd, der stets 
das Gegenteil von dem will oder tut, was Andre wollen 
oder tun GlMoU. ; Th ; Z, Widerspenstiger, Widersacher, 
tiegenpart (;W., Gegner UMai. Er ist (dJ'sW. Der 
(Die) ist all 's W., zB. in einem Verein Th. S. noch ils- 
HcmcHcZ (Bd IV 745; Sintem. 1759). — wider-spi 1 ig: 
gegenteilig B (Zyro). — Spätmlul. in Bed. I ; vgl. Dicfpiili.- 
Wuliker 1102 ; Miirtin-Lifiili. II 529 (auch 2 h) : ChSchmidt 1 901 . 
423; Sclini.'' II (l<i(5; Fischer VI 794/5 (auch 21>), aucli Wanik-r 
V 22;i. 

Wäg-: Glücksspiel; s. Brctt-S2). a (I'ris.). Uneig.. 
Wagnis BHk. ; Syn. ge-wägets Sj). (Sp. 121o.). ,Veliticatio, 
das säglen, w.' Fris. ,Ein w. und gfaar des läbens und 
des guots, alea vitae domini ac rei familiaris.' Fris.; 
Mal. (Weiteres ebd. 483b). ,W., alea, ausum.' Denzl. 
I(i77. 1716. — Vs;]. Gr.WB. XIII 484/5. 

AVelle"-: Tropfbierbecken. Bs Stud. 1910. 

Wijlt-. ,Des tags nach dem morgenbrot ward auch 
... in der bürg vor dem rathus ein hUpsch w. gesi)ilt, 
wie dann die weit leider lept in allen lästeren, was straf 
je hernach volgt.' 1555, BBiel t:hr. — Ist etwa iler ,Welt- 
Spiegel' des VBoltz (Sp. 70) gemeint? 

AVunne(n)-: wonnigliches Spiel, Wonne. ,(Der 
ewige sunne) der da ist ein vroide und ein licht und ein 
wunninsp.' XII., Wai'k. 1876. ,Wenn Jhesus nüt bi in 
[den Kindern] was, vil sere bejamerte sü [Akk.] das, 
wan er was gar ir wunnesp.' Wernher ML. - Vgl. Lcxer 
III 99(5. 

Wind-, PI. -er GnSchs (MKuoni): 1. a) wie nhd., 
Windhund B (Zyro) und sonst (bes. im Vergleich): Syn. 
W.-Hund (Bdll 1434); Wind. ,Es sol ouch ein vogt von 
Kyburg . . . zum meyen- oder herpstgericht komen selb- 



165 



Spiil(l|. s]iel(l). spillll. spol(l), si)iil(,lj 



166 



(hitt iiiiil mit im Ijringen zwey wiudspil, einen vngellmnd 
und einen hapch.' ZEmhr. Ottn. XV./XVI.; ahnlieli lölfS 
(Weist. 1 112); dafür: ,zwen wind.' XV. (ebd. IV H40). 
,Also gieng er [der Jäger] fort mit s .Jag- oder Spür- 
hunden . . . die Windspiel alier . . . blieben bei ihrem 
Herren.' Heut. 1658; s. noch Bd VI 1().5Ko. ,Liehips, 
canis velo.x, Wind, W.; podargus, W., Sehnellhund.' 
Denzl. 1677. 1716. Im Vergleich. Si ist w'e-n-e" H'., 
sehr rasch, bes. von kleinen, lel)haften Kindern SchU. 
Wie-nex W. yiitiipet-cr mit sine" nuic" Hei" ülier 'h" 
liiicli. HvTavel Wyi'i. Um e" Zirtiji uiiiiiier haii-if'' bed 
[Knaben] y'seh" iric d'Wimhpi/er dar''' de» Stallliof hi" 
und her fude". MKuoNi 1884 ((iuSclis). Unyereinisch 
chümen e" Chiqipe/e" .S/?t derhiir, tjleitig wie-nes W. AfV. 
(BKohrli.). — b) unruhiger, ,<iuecksilherner' Mensch, 
bes. oder nur von Kindern GRCast., Chur, Serneus (Tsch.) ; 
Th; USch.; Z, , Knabe, der sich häutig vom Haus entfernt, 
bald hierhin, bald dorthin, in kreisender Bewegung' B 
(Zyro); Syu. Gispel 1, Hoppe d i- Hö ia, Wind-Haspel 2 
(Bd II 48:2. 850. 17(;2 ; in ThMü. auch Luft- Haspel). du 
W.! zu einem Kinde ThMü. Du bist e( s_) reeht{ s ) W.'. 
Wie d'l'dnni ... en (Jliinds-chopf ist uiid en (rispel, es 
Fetjnest, u-eist. und es g'flatterigs IT. ACokk. 186(1. - 
2. Name einer dünneu, schlanken Ziege. JKWyss 1816,7 
( BGrimsel i; vgl. Bd 11 459M. — 3. Wirbelwind, Staub-, 
Heu-, Bliitterwirl)el, „Windwirbel, eine Art Hose als 
Folge des Wirbelwinds" B, so Be., E., Rohrb., S. und It 
Zyro; „L" (auch It St.'' und Ineicheu); SB., L. (Schild); 
Zu; Syn. Winds-Brut (Bd V 10(11). Uf-eme» Wüle"- 
sträßU het der heiß FÖn der Stuuli üfpöütscht su ehlme" 
Wimhpil («'"' WUrlile». EBalmer 1925. ,W-e rissen hoch 
in die Lüfte bald Heu, bald Staub.' Gotth. II; , Wirbel- 
winde.' 18ü(J. ,Ulis Entfremdung . . . glich mehr einem 
Wirbel, in welchem er eine Weile halb bewußtlos herum- 
getrieben wordeu, einem W., einer Wasserhose, welclie 
ihn ergritten, durch die Luft geführt, ihn wieder hin- 
gestellt.' ebd. Hl. .S(''' dräje" wie-nes W.. von einer auf- 
schiebenden Funkengarlie. SGfeller 1927. Aberglaube. 
In einem W. kommen böse Geister zusammen BBiel (SV. 
1920). Das Litfte" [im Stall] war e" grO/Jer Srliade", 
denn die böse" (reister sind grad i" der Luft und nainent- 
lich i" de" W-e'K Uokfkäl. 1858. ,]Man [kann | unversehens 
in es W. cho", in einen Hexentanz hineingeraten, der 
Heuwällc und Gespinnstgebreite in seine unheimlichen 
Wirbel emporzieht, man kann in e" Nachtschatte« odei- 
in es D-'ehrut ... trappe".' Barnd. 19(W; s. noch Bd A'Ill 
1493 u. HV'"'s amenen Ort es W. het g'gi", het il'^se'' (j-rol.l- 
ätti a/ben e" dahle" drv'g' schösse", de"" isch-es abe"g'heit. 
Aber einisch heig e" Ma"" e" Gable" dri" g'schosse" «'"' 
heig vo" denn e"wi:g es bÖs Bei" g'ha". Af'V'. (Bllohrb.); 
\Veiteres ebd. 25, 49. We""-men in es M'ingsp. chunnt. 
so illierchunnt-vien e" g'schirullne" Cliopf oder säsch e" 
Briste". Wenn es Wi)tgsp. fiirt und-iiie" chimnt ilri", .s'O 
sell-iiie" säge": Säiidri'cl;. S.. S.! und-ine" lilibt ilerro" 
yer.sc/iöH/. ScniLu 18().'J; mit der Erklärung: Wirbelwind. 
— Auch nihil, in Bp(1. la: vgl. Sanders II ll:Jyb: Wander V 
2G6: Fischer V] 844 [-i/Hpil). 849. 1 b wird von Zyni auf :i 
bozD^en. Als Fliirn. ,Im Windspiel' I5Rof,'i;w. : s. WA VII 78 M. 
Nicht hieher (vjrl. JUHubschniied in Festsehr. Ganehat 4:30 tl'., 
auch liänid. I1I27, I.'37/9) der ON. in,;),7,;" ((,'eschr. ,Wind- 
S|)il(l)en' f.) Weih']- hcW BiTStajui. Hölienzus (Weideberg) zw. den 
Tälern von BOsteig und Lau.; der nnrdl.Teil heißt /lö/jV, liitaclii 
W., der südl. (von welschen Wallisern bestoßene) WalÜKer W.; 
bei Lutz 1827 ,Wisiiillenberg' ... oder besser Windspielberisr'. 
• Windspilleiialp. -hnrn' ; dazu der FX. .Wispiller'. XV., BSa. — 
w i ud-s]ii le", o. Sg. I'nrs. uuil l'tc. -e(: meist unpers.. 



entspr. dem Vor. 3 B, so E., Ins. Wenn es w-et, so ist 
schlechtes Wetter im .Vnzug BE. ,I)a [bei Nordwest- 
wind] w-et's, da wird ... d's Wasser i" d'Höehi g'liipft 
«'"' 'träit.- Bakno. 1914. D's WHter v-et mit ''em dürre" 
Laub, d'Ihse" mit 'lern früsrlig'fiillne" Sehnest aifli. 
SGfeller 1919. 

W u n d e r - , in der lebenden Spr. - G'sjiil: wunderbares 
Spiel, Wunder SciiHa. (.seltsame Begebenheit, Schau- 
spiel' It Xeukomm); Z, so Hombr. i, Zaubervorstellung'; 
nach einer andern Angabe ,von fahrenden Leuten mit 
Tanzbär, Kameel und Äffchen'), 0. (von einem (3uck- 
kasten). Als einmal eine Angeklagte ins Gefängnis ab- 
geführt wurde, habe sie vom Karren herunter zu der 
gaflenden Menge gesagt: 's uurd Eine'' meine", 's war 
<!» W. ZHombr. ,Da sah ich . . . einen Mann herein- 
kommen, weichereinen buntbemalten Kasten am Rücken 
trug ... Gleich kam ein Mädchen ... und rief: Dieser 
Mann bat ein W. ... Indeß hatte der Mann seinen Kasten 
auf den Tisch gestellt und den Vater gefragt, ob er nicht 
die ganze Welt und 24 Städte sehen wolle, und öffnete 
etwa 5— () runde (iläser. Es war eben ein sogenannter 
Guckkasten . . . Unsere Stube war bald voll neugieriger 
Leute, welche das W. auch sehen wollten.' Stctz. Frau, 
im Anblick der Stadt: Nei", luege"d auf''! ... Fiirwor, 
grad wie-n-es W.'. ebd. ,Wan es dan die [das Känguruh 
die .Jungen] säugen wil, tut auff den Sai'k mit W.' 
HRRebm. 1620; die Stelle fehlt l(i(_)6. Wuuilerkomödii' 
(vgl. Gcist-Sp.): ,Und also [durch die vom Subprior ge- 
schickt an den Händen und Füßen Jetzers angebrachten 
Passionswundeu] hat der lebendig tiifel sin w.-spil aber 
gestärkt und gemeret.' Ansh. — Mhd. irnmler^pU; vgl. 
Sanders II 1 1:39 b. Flurn.: , Wunderspiel' (gespr. meist , Munder-') 
WFerden; über die sich daran kDüpfendo Sage von einem SjiiiJ- 
luann vgl. FGStebler 1907, 24. 

Winkel-: im Geheimen getriebenes (Glücks-)Spicl. 
,Und als ouch hisliar gar schedlich w. von etlichen 
getriben, dadurch biderber lüten kiiul durch söllicb 
inziecher betrogen und verfüert worden sind, sollichs 
zuo fürkomen ist berett, von welchen das fürwertbiii 
vernomen ... wirt, die selben ... ze straften, desglicheu 
ouch die, so gevarlich und valsch kartens]iil trilien, 
die sollen ouch gestraft werden.' 2. II. XV.. B Stl). 
Vgl. Fischer VI 855. 

F]r-wer-: ,Spiel', das auf die Verhinderung, liinter- 
treibung von Etw. abzielt. ,AVie von ycglichem jiundt 
zween verordnet dem gespräch zuozelosen, kamcnd sy 
riit all ... [Einer] spräche, es wäre im nit so tür ge- 
botten, dann das er wol möchte daheimen blybeu. Habs 
ein ycglicher, worfür er wolle, ich hab es für <'in er- 
weersp. [so im Urdruck].' SHof.msth Iö2(i. 

Würfel-: wie nhd.; s. fliissen i Bd 1 12ls). .Das w., 
astragalus, alea, talarius Indus.' l'uis.; Mai..; s. auch 
Sp. 118o. uud Chrihili-. Brett -Sp. ,W., astragalus ( usw.].' 
De.nzl. 1666;1716. S. noch Bd III iSi) ( Charten I ); VHI 
1734u.c6'c7iH«-->;Sp. Mdo.i- Charlen-Sp.l — Sehen nihiL 
vgl. Fischer VI 987. 

Wart-: ai Anwartschaft; zunächst in der Kechtsspr. 
Im (irundrecht. ,l)ie erbschaft und das w., so er het zuo 
dem wingarten.' 1349, AALeugg.; später: ,die erbschaft 
und das w. des vorgenauten wingarten.' ,[\. verkauft 
trie Hälfte seines Hofes zu ZGlattf.] mit holz und velde, 
akker und wisan und mit aller zuogehörde und daz w. 
und ellü du recht, du er darin hatt.' 1377, Scu. ,[N. ver- 
kauft] sin w., so er hat und wartend ist an dem liuse ze 
Alldorff in der Totgassen gelegen.' 1418, Bs Urtcilsb. 



I<i7 



Spal(l), sppl(l), Sl»il(l), spol(l), spiil(l) 



168 



,I)az er eines reohteii stetteii koffs verkoft hette dem B., 
siiiem swager . .. die eitreiiscliat't und das w. des guots.' 
1406, Z; vgl. ZfsH. 19, 103. Mit Bez. auf (rechtliclie) 
Vergünstigungen, Stellen. ,Das berüeften [der Stipen- 
diaten] nach Bern zum utfwachsen und zuonemen soll 
nit ee gescheclien, dann das sy publicas lectiones hören 
und mit nutz fürt'aren mögend ... Es soll ouch keinem 
nüt entlichs zuogesagt noch uf kUnftigs veranlaßt 
[werden] . . . darmit nit einer für die andern ein w. habe.' 
I{ Schulordn. 1.54.S. ,Sintemal die gratiie exspectativai, 
das ist die verlichnen wartspiel der pfrüenden, biliher 
vom bapst außgeben.' Wukstisen 1580; vgl. W.-Onäd 
'Bd Ilti(il). Erwartung, Aussicht übh. ,In ein w. oder 
hott'nung bringen, adducere in expectationem; am w. 
ncuwer marineu bestanden, auf!' neüwe zeitung also un- 
gwüß wartende, suspensus ex])ectatione novarum rerum.' 
Fris.; M.\l. ,So hat ouch der Ivb ein füruß frölich und 
trostlich w., diewyl der Herr Christus am jüngsten tag 
... unsern lyb von todten uferwecken ... lüteren und 
verklären ... wirt.' Gualth. 1559. ,Es blib uns wenig 
über zur zehrung; doch haltend wir ein guot w. vor uns, 
zuo Antorf gnungsam zehrung bis gen Frankfurt zuo 
bekommen,' Mal. 1593. Von einem unsichern Kampf: 
,Wie die fromen Eidgnossen . . . allein mit der hilf Gots 
ilas hert grimm w. ze banden namend und an die letze 
und an die vyend manlich zugent.' FuüM) 1446. Auch 
mit Bez. auf den Gegenstand, an den sich die Erwartung 
knü])ft: .Deren altern halb, so noch in unseren kilchen 
stondt und je lenger je mer uns semlicher grüwel be- 
schwert, darzuo der verkünder des evangelis on under- 
laß uns ermant, semliche wartspil [auf die Rückkehr 
zum alten Glauben] hinweg ze tuond.' 1527, Strickler 
(ZStli.). — b) Ergebnis des , Wartens', Los, Geschick. 
,W., sors, fortuna.' Mal. ,0 ein schrecklicher Lohn, ein 
eilendes W. ist die Hölle.' JWirz 1650. ,W'., e.\pecta- 
tionis ]u-a?mium, eventus.' Denzl. 1716. — Vgl. Schcrz- 
(llpci-lin 1949; Or. WB. XIII 21 7'2/;j. 

Wittli"g-: Spiel, bei dem eine ungerade Zalil Teil- 
nehmer sich so aufstellt, daß alle paarweise hinterein- 
ander kommen und der übrig gebliebene Teilnehmer vor 
der Keilie steht; dieser klatscht in die Hände, worauf 
die zwei hintersten rechts und links nach vorne springen; 
beide suchen sich vorn wieder zu erliaschen, aber auch 
der \VittU>'(j sucht einen zu fangen; wer von den dreien 
leer ausgeht, ist Will/i"/). stellt sich an die Spitze der 
Reihe und nimmt das neue l'aar hinter sich GSa. (.'VfV.j; 
Syn. vorne" ic'eg und hirule" dra" (Bd 1 1021 ; auch hindcii 
e'Hcegg und vorne" dra"). 

S c h ä c b - z a b e 1 - : = Schäch-Sj).; vgl. Sch.-BreU (Bd V 
911). ,Man sach si under stunden ziehen seh.' Reiner.; 
noch öfter. ,Scacus, sachzagelspil [I].' Voc. opt. Bildl.: 
,Man treib mit im [dem Grafen von Romont] seh., der 
vcnden hat er verloren vil.' Veit Weber; bei DSchill. B. 
,schatf-'. — Auch sonst nilul. Zur volksetyni. Umhildung des 
Wortes s. Srhäch-Xahel. 

Zcdeli-. [Der Spielleiter] liri u"ti'l'<m<je" komidiere" 
c" Navie" ottd en Eiyt'"sch(iß>iirort [auf ein Buyli zu 
schreiben]; denn hct-mer 's BüijU oiii'höckt ond iriter- 
y'cji" ... So ischf's] witcr(fijanye", bis en yanze'' Satz 
fertiy g'se" ist ... Mer hei fast 's g'lächerig ChindUm: 
ühercho", wenn die Satz verlese?^ irorde" sönd. Ar Kai. 
1922, 46 (wo Weiteres. — Scch(8)-zehner- s. das 
Folg. — Zäleli-; ein der ,1'atience' ähnliches Spiel, 
gespielt mit 4 Serien von 12 oder 16 Kärtchen, welche je 
die Zahlen von 1—12 oder 1 -16 (dann S'ecli^zehn&r-Sp. 



genannt) tragen BsStdt. — Zäpfli-: = Nfiyeli-Sp. Auch 
von einer I'erson allein gespielt, wobei der Spielende 
durch Überspringen der Zäpfchen deren Zahl bis auf 1 
zu bringen sucht BsStdt. - Ziggi- (-ei-), ,Zikken-': 
Fangespiel, wobei ein Kind die andern verfolgt, nin 
einem von ihnen einen Schlag zu versetzen, worauf dieses 
die Verfolgung übernehmen muß AALeutwil und sonst; 
doch s. /Ciyyi und \i:l. patseh-/((u/'en (Bd III 114(1), ferner 
Rochli. 1857, 405. Das fangende Kind ruft beim Z. den 
im Asyl befindlichen 3 mal zu: /'■'' pille" drn Mol iis 
<iem Platz, und wer ned yöt, de'' est; vgl. Bd IV lS66u. 
,Zikkensiiiel. Ein Spiel, mit dem liei uns die Kinder sich 
eniuikken ... ist das genente Zikken uiul wird auf dise 
Weis getrihen und gefülirt, daß eins mit Hacher Hand 
das andre blößlich rührt und tleuclit damit davon, das 
aber, so getrotfen, jagt seinem Schliiger nach, so lang 
bis er erloffen den Gegenstreiche kriegt ... Dem Ziken- 
spiel ist gleich das müde Menschenleben, das Letzte 
Niemand wil empfahen, sonder geben.' Amm. 1657 ; s. noch 
BdVIIl 675/6. — Höch-zit-: ,S])iel' (in Bed. 2a;) zur 
Feier einer Vermählung; s. MStettler I60(i im (^)uellen- 
verz. — Zwölf i-: = Zw.-Mäl (Bd IV 151) ZZoll.; 
vgl. Nnni-Sp. 

Spil H in.: Spielmann; Syn. Spi/er. ,Das sich ge- 
füegt hab, das ein tanz vor dem Wider gewesen sye. 
Also de iiu der selb tanz ußkam, do gieng ... N. zuo 
sinen s]nllen und sprach zuo inen, das sy ze tanz 
machtint. Do woltent sy es nit tuen. Also rett der N. 
zuo inen: ücli mocht wol talet kein Ion werden, wend 
ir nit ze tanz machen.' 1435, Z RB. - Mhd. H/iiliei m. f., 
Gospiel(in), Noni.aj^. zu spilen: vgl. Spiln. 

G'-spil II, G^-spile", G'^-spili-ii): 1. G'spi//c" 
m., Gespiele, von kleinen Kindern (männl. oder weihl.) 
GuHint., Nuf. D's Chint hed e" (i. y'chrieyt. - 
2. a) G'spile" B (Zyro); GRUbS. (-11-). V. (-//-). ,gespil' 
(ä. Spr.) — m. a) Genosse, Gefährte, Freund. , Die ge- 
wohnte Flasche und das Kannegießern der Ges])ielen' 
lockt die Handwerker ins Wirtshaus. Aa Gem. ,Sodalis, 
Mitgesell, (iespiel.' Denzl. 1666/1716. Neben ,gespan'. 
,('ompar pro socio seu coniuge, eegemahel, gespil oder 
gesiian.' Fris. ,Euei'[n] I'atriarch binder der Aa lönd 
auch zu euch [Xikodemiten] ufen stahn, so ist dann 
lauterGspan undGspilen auf der lutherischen Vorkilen', 
Pasquill auf die Protestanten in ScHwArth. 1623, Gi'd 
36, 123. Iiisbes. (regelmäßiger) Gefährte bei Kreuz- 
gängen GRÜbS., V.; vgl. b a. ,Jeder hat [bei Kreuz- 
gängen] im Paar seinen G'spielen, d. h. seinen bestimmten 
Nebenmann, der nur bei der Verheiratung oder beim 
Tode des einen gewechselt wird. Ich ha" ml" G. e'Jure", 
klagt der Valser und denkt dabei an das eigene Grab.' 
JJöiuiER 1913. — |i) ühertr., ,das Andere eines Paares 
(Schuhe, Strümpfe usw.)' B (Zyro) ; Syn. A'a»«'rarf (Bd III 
255). — b ) G'spd( l) ( bzw. -»*-, -c'- 1 f. ÄATeg. (Hochzeitsb. 
1871 ); Ap (T.); ScuSchl.; oTh, Erm. ; ZSth. und It Usteri ; 
ä. Spr. (tlekt. ,-en'l, II. Ap; ScnSchLt; oTu; Z, so El gg. 
Kn., IS., ohne (iescblechtsangabe AaF., Z.; GF.; TH.Vrb.. 
Hw. und It Pu]i.; Z, so Kilchb., Stdt (PI. -c"), G'spile", 
-a f. BG. (PI. -ti, Gt. (-a). Ha. (-dnj, Lau. (PI. -e', 0. 
(PI. -i) und It Zyro; GrD., He., ObS., Pr., V. (-11-), Valz.; 
GMs, W.; WBrig, Vt., G'spiH(n) f. B (Zyro); GRÜbS.; 
WLö., Vt, ,Gespielin, (Alters-, Schul-)Geuossiii, Freun- 
din Bti., Gt., Ha., Lau., 0. und It Zyro; Vnd)., He., Pr., 
Valz.; GW.; WBrig, Lö., Vt.; Z, so Kn., Sth. Balzis 
Vreni ist-mer geng en zähigi G. g'sin und de"" wär's 
z'rechnen fuy'' es Basi BHa. Si, ah Chind iri G., häd 



169 



Spal(l), ppeM), spiM), sjioKl'. spuKl) 



170 



sich der Verlassenen ['.] a"f]'iio". Ustf.ri 1853. >S't7t/ ist 
mid irer (i. estrii unci"s irurde" GrI). (B.). Sc het ... 
b'rechtet. we-se mct mV^r Mueter säleg sige" G'spUe ij'sln 
u'"f sesige" met enandere" vhiii Hierre'^ chu". CHRliEiciiENB. 
1916. Es sui esiiiäl zwo (r'spi/i ii'.iin ... e« richi un^ e.ti 
armi BL. (Bund S.) ; Var. zwo G'spih' i AfV'. 1 1, 21 1. .[Die 
Stadtknechte] gel)uttent ira und andren ir gespillen, 
stalluns zno halten gen der Sugentistin.' 1431, Z RB. 
,I)ie lang in giilen ermlen sambt ira gspil im frmiwenhus.' 
1526/32, ebd. ,Das Barbeli ... sye siner frowen guot 
gspil gsin.' 1530/3, Z Ehegericht. ,[Magd zur andern :] 
Min liebe gspil und Annli min.' HrEF 153i). ,[N. sagt aus] 
er bette ein gselleu ghept, der liab ir [der Klägerin] ge- 
spilen genommen.' l.j-41/3, Z Ehegericlit. ,I)ie g(e)spil, 
compar, sodalis, socia.' Fris.; Mal.; ahnlich bei Denzl. 
1677. 1716. ,Miner lieben husfrauwen alte vertruwte 
gspil.' Mal. 1593. ,[I''()rtitudo zu Suetonius;] Vill guote 
Lehr hast jetz empfangen von meinen (ispillen alien- 
samen [Fides, Spes usw.].' Com. Beati. ,[ruella zur 
Sponsa:]Glickzuo, herzliebste (is])ille min!' el)d. S. noch 
BdVII718M.; IX 2254 o., sowie Ge-spi/scknft. Oft 
von Hexen. [Eine Hexe wird ermahnt] sie solle ihre 
,gspielen' nennen. 1573, ADettl. 1905. ,[Auf der 
Hichterswiler Allmend habe der Teufel] sy stein inn see 
werften heißen, so werde ein schwer weiter kommen, 
das sy getan ... by wellichem irer gspillen eine ouch 
gewessen.' 1589, Z KB. ,Utt' ein ander Mal habe sy 
sambt zweyeu irerGspilen by Bremgarteu inn derMaten 
mit Stecken inn einer Güllen gerüert, der Meinung, ein 
groß wytgahnd Wetter ze machen." 1611, ebd. ,Sy habe 
... nß Ingebnng des bößen Geists mit irer (iespyllen, so 
Andly geheißen, ein böses Wetter im Schwitzerland ge- 
bulffen machen.' 162(1, ESchiess 1919; noch öfter. ,Als 
sie uff der Zuger Allment einen Tanz gebalten, habe 
sie mit ihren Gespielen eine Kliue verderbt.' 1642, 
AABremg. Turmb.; noch öfter. S. noch Bd IX 413M.; 
Sp. 157u. Insbes. ■>) (regelmäßige) Gefährtin bei Kreuz- 
gängen GnObS., V.; vgl. unter aa. Die bede'^ Bäbi, 
[d'J Trina und d's Tresi sind ti'spil/e" g'si", sind i' Par 
mit de" Chrfuene" g'gange". JJöroer 1918. Eines der 
beiden zs. zur Kommunion gebenden Mädchen GMs. (von 
Knaben G'spa"). - jf) = Ndch-Gotteii (BdU52(i) Z, so 
IS.; Syn. auch Schwanz- Gottcn (ZO., so Bär., F., Sitz- 
berg, Stern.; y g\. schwanken 3 lid IS. •2i)il); Stikrin. Sie 
begleitet die eigentliche I'atin zum Taufstein, hält 
während der I.Hälfte der Taufbandlung den Täufling, 
g'sHiireigef ihn und zieht ihm zum Taufen das Tüchlein 
voniGesicbt. — yi im Hoch zei tsritual, (nächste) Freun- 
din der Braut, Brautjungfer, ,Brautfülirerin' AaF. (AfV. 
6, 131), Z. (It HHerzog 1884 meist zweit; Ac (auch It T.); 
GF.; SchKI. (.Gespielin'), Schi, (bei kleinen Hochzeiten); 
oTh, Erm., Hw. und It I'up.; Z, so Elgg, Kilchb., ()., 
Begleiterin des Bräutigams AiTeg. (Hochzeitsb. 1^71); 
TnErm. (üNägeli 1898, 46). Syn. Brüt-Liiuferin (Bd IH 
1 147) ; Kren-, Xcbent-G.; Kr( en )- Tochter; vgl. als männ- 
liche Entsprechung Ge-scil liiy (Bd VH 71()/7). Die (i. 
besorgt neben dem ,Gesellen' die meisten (iescbäfte Sc» 
Kl., trägt bei den Mahlzeiten das Brot auf SciiScbl. ,.\m 
Montag vor derllocbzeit kommen der Braut l''renndinii('n 
zu ihr ins Haus, um zu ,schäiipclen' |Bd \TI1 999]. An- 
wesend sind der Hochzeiter, der Hocbzeitslader, der 
,G'sell', die ,Gspiel', die beste Freundin der Braut 
und deren I'atin, welche auch hier die , gelbe Frau' vor- 
stellt. [Derllocbzeiter schenkt | der ,(;.' und dem .ti'sell' 
neue Schuhe. AUe gemeinschaftlich oniiuMi die Fest- 



lichkeiten des nächsten Tages. Diese beginnen mit der 
,Morgensuppe' [Bd Vll 1244 o.]. welche . . . den (itdadenen 
in den Häusern der Brautleute geboten wird. In dem 
der Braut machen der .G'sell' und die , gelbe Frau', in 
dem des Bräutigams die ,G.' und der Hocbzeitslader 
die Wirte . . . Voran Hochzeiter und ,G.', Braut und 
,G'sell', geht es in die Kirche.' HociizErrsn. 1871 (AATeg.V 
Am Sonntag vor der Hochzeit kommt der Bräutigam mit 
dem Schreiner, der die Aussteuer verfertigt, in das 
Haus der Braut, um die , Uniformierung des Brantfuders' 
zu besorgen. Das Brautbett wird auf dem Wagen selbst 
von der ,G.' und einer Näherin .aufgerüstet' und an der 
Decke mit roten Bändern verseben. Hinter dem Wagen 
geht der Schreiner mit seinem Hammer, dann kommen 
Bräutigam und ,G.' Das Abladen und Einräumen der 
Sachen wird von Schreiner und ,(i.' besorgt, ebd. (AaF.). 
Di nächst G.. im lloclizeitszug das am Arm des Braut- 
führers gehende erste Mädchen nach der Braut ZSth. 
Aiit Höchsig iscli[ 'sj u'"fach g'niieg ziieg'giinge" : 's Brüt- 
par, de'' Cho»ret als Ere'Hj'seU, Vetter Abraliams Gret 
als G. ... Da" ist Alls g'si'K .(Hirth (oTh). ,Ich reisete 
mit meiner Braut und derselben Schwester . . . und der 
sog. Gespielin ... nach df ni Turbental, wo die Trauung ... 
geschah.' 1810, ZO. Michael K. war [bei einer gewissen 
Hochzeit] , Gesell', die Maria V. das ,6espel', Fürsprech 
St. Brautführer und Anna K. die , gelbe Frau' mit den 
Blumen. 1732, AASarm. Chr. S. noch Bd VII 724 (Anm. 
zu Lad-Ge-sell); VIII 994M. 1408o. (1638, Z; in andrer 
Aussage: ,mit der Gspillen'). G'spil n., koU., das Paar, 
das an der Hochzeit die Brautleute zur Kirche begleitet 
AeLb. (ENiederer). SU [das Brautpaar] sund ehV" g'si" 
mit ''ein G., bei der Trauung. ~ o) G'spile" l'l., (Glieder 
einer) (iesellschaft, die sich ans gleichaltrigen Tij<-htern 
befreundeter Familien, Schulkameradinnen bildet und 
deren periodische, abwechselnd bei einem (ilied der 
(iesellschaft stattfindende Zskünfte auch später noch 
fortgesetzt werden, die Beteiligten oft bis ans Lebens- 
ende zu einem Freundschaftsbuud vereinigend ZStdtf 
(die Mitglieder entsprechender Jünglingsgesellschaften 
heißen Kamerade"); s. auch Sonn-tugs-Ge-sellsclmft 
(Bd VU 736) und vgl. Ge-spilen-Um-gang (Bd II 343;. 
,Von früher Kindheit an werden [in ZStdt] mehr oder 
weniger .junge Mädchen gleichen Alters von den be- 
freundeten Aeltern zusammengeführt und aus ihnen 
Gespiele gebildet ... Sonntags und Donnerstags ver- 
sammeln sich Gesi)ielen zu (ies|)ielen; sie sind eiiuuider 
eben so viele Schwestern, bleiben es als ilädchen vom 
reifen Alter, brechen diesen (ies]iieleubnnd auch dann 
nicht, wenn sich jedes schon mit einem Männchen ver- 
sehen hat.' ZscHOKKE 1797. — 3. Dim. G'-'^pili (l'l. unver.) 
Gl, .gespilelin' (Keßl.). Zu 2 a. E" l'Cir isch-mer [auf 
einer Eisenbahnfahrt | chu" G' Seilschaft leiste". Mir sind 
bald gueti G'spili g'si" mit-enand. CStkeikf 1909/10. 
Zu 2b. Mit min^m liebe" G., einer .lugendfreundiu. 
LZweifel 1930. D' Kamerade" oum Hans und d'G'spili 
cum Anncli hand öm«"'' öppe" sichs Var lisg'machel. bei 
einerHocbzeit. (JSrRE[FKl9(J2/3. />7'V«»(;"| zweier feind- 
licher Nachbarn] sind au'i' niid grad G'spili g'si". ebd. 
1914; noch öfter. S. auch Ge-spilschaft. .[Ein Liedcben, 
von .jungen maitlin' gesungen] das ir, min liebste kind 
I Keßlers Söhne], nach teglich von üwren gespilelin 
hörend.' Kessi.. ; vgl. 1. Von tietlügcl: Die par hundert 
Giiggel. jede'' mit dri bis vier G'spilene". in einer Aus- 
stellung. (Stueiff 1904. — Ahd.'fiii/iUo iii., -a f., ndi(l.;/e- 
»/,iY: v(.'l. (ir. VVI). IV 1, 41.")l/3; Fisclior HI 538/!), sowie das 



171 



Spald), speld), S|>il(l), s|i(il(l). spiild) 



172 



syii. (Ir-^inin. In H (Zyv'i); lirOliS., V. siml ■_';! iiiiil lp iirammii- 
tisi'h Hill' iliin-li ilas Ijfsriili'i-lit. iintorscliiiMli-ti. — Kre"- 
G'spi/ f. Ai' (T., It l'Stauli n.): Z: = (le-spil 2by Ar, 
so Her.; 'l'ii (17113; s. K-Gc-scll Bd VII 720); Z. — \V1. 
Fisi-luT [1 7S7. — Chinde.r- G'spi/e" l'l.; .luyciul- 
gpspiplcii. HDiKTzi li)07 (B); kaum volkst. Mel)e"t 
Xebenspid Aa„F. (n.)" It St.-', Z. (An. 1815): = (h- 
spil2lr(; Syii. X.-Hnit (lid V 1001). - Scluiel-, in Gl. 
(fsjjili n.: Scluilkiiiii('ra(l(iii). IT«.« hiit-erc" d'Mitcler 
rii" ireiii rmnlUje" iScIiucIifspi/i . . . (f sehr ihr" '^ LZweifki, 
1(130 (Gl.). ,I)o er [Florus] liein kam und sin scliuol- 
.iiespilen [riantschiHur] uit fiind, du ward sin klaj; un- 
meUifl. Und do man im seit, sy wer tcid . . .' Volks«. — 
Vgl. Gv. WB. IX 1950/1. - g'-spile", rtc. -erf BR.: 
1. intr, a) als Gespielen, Kameraden mit einander um- 
gehen KR. li) insbes., die l'atin zur 'l'anfe begleiten 
Z (Dan.); .Syii. xtikn. — 2. retl., sich zu ,lmd gesellen, 
ihm zur Seite stellen. ,l)ie iigerst, geteilt, schwarz wyl> 
liekleit, sy gspilet sich zun raiijien.' Yo(iKi.iiESANc, um 
l.^GO (Wack. ItSGO, 10'.)). 

G^-spil ITI (-ei-) n.: a) in der Jägerspr., Rudel von 
Hunden, Meute AaK. (KIsler). — h) (Jruppe von Zug-, 
übh. Nutztieren, insofern sie ' im Äußern (auch im 
Temperament) zspassen, einen Zug bilden, ebd. A'.s 

SCllÖnS Ct. — Koll. zu a/iiliin /«ß? 

Spilaf.; leidenschaftliche Spirleiin l'.l. - Fom. zu 
.s'/.,7 // (Sp. IBSo.). 

spile" I (■-'■'-, -i^-. -(''-), iu 1'; TB.; W tw. -u", mit 
Dehnung Bs; BS. (aber Kpi/t); FS., Ss.; GiiChur, He. (in 
Jenins -*-): Niiw (neben -*-), spüle» \.vl.(-iiS-,,-ö-');\m. 
(ELeuthold l'.)lö, It Harnd. IMll -;-), 3. Sg. Prses. .spÄ, 
\m\\.spil(l) AaF. ; Ae; GiiHe.; L; GRh., T. ;Th; U: Z, spil 
Bs; BS.; GeHc., Kond. spiUi, Ptc. (j'spiU, in P: W (so Lö.) 
Üe\i\..(f spulte'' usw. (in WVt. auch untlekt., neben -i-), 
inZStdt (wohl scherzh.) a.nc\\(i' spule": wesentl. wienhd. 
spielen, allg. 1. a) entspr. !^pil In (Sp. 1 Ki). a) sich frei 
(und lebh;ift) hin und her bewegen, S])ielrauni haben, 
bes. von Maschinen(teilen) Aa; Bs; Gr; Sch; Tn; Z und 
weiterhin ; in der teclin. Spr. wohl allg. D'Aelis lief ffniiefi 
Spazi"g für z'sp. Aa (H.). I)' Wöej spilt. .balanciert' Scn U. 
iS'/ spiH schön, (nid) (jwet, von der Unruhe im Uhrwerk 
Tn. — {,) uneig. ; meist negiert. I)'s M^etter spilt nit (yu.ei). 
ist ungünstig GRÜhS., V. Die Ohne hed( -mcr) nit (/uet 
g'spilt, ich habe Unglück mit ihr gehabt, zB. wenn sie 
verworfen bat. ebd. Der s/dlt nit ( ipiet), von einem un- 
geratenen Burschen GrÜIiS. — y) zsstinimen, khiinien. 
passen Aa (H.); BS.; GrV.; LG., W.; G (Zahner): WV.: 
vgl. ze-sämen-sp. h's isch' gar nid Hecht derfür fsorye". 
das" Alles spilt, beim Train einer Trupjie.' Bärnu. 1914. 
[Zwei Soldaten s)iielende Kindi-r haheu den Feind, eine 
Herde Ziegen, in die Flucht gejagt.] Das hed jez ijuet 
<f spilt, hed der Michel zur Meiyge" ff seit. JJörcer 1918. 
Es spilt ijuet. ])aßt gut zs. L (Ineichen), mau versteht sich 
gut Aa (H.). Uf eimiidere( n ) sp., in einer Flucht stehen, 
von Säulen udgl. (iKlvl., V. ; vgl. in-sp. Die [Marksteine] 
spilend nid uf enaiidcren, da ist eina us<le>n Bliejeräteii 
GrKI. Der Huet spilt nüd (juet zum Chleid G (Zalnier). 
Das spilt nit, zB. von einem Hut (heim Anprobieren): 
auch von unpassendem Benehmen W, so V. Mit Dat. P. : 
Der Stein, die J'eder spilt mir, sagt ein Maurer bzw. 
Schreiber; der Zug sjiilt mir. sagt man von einer i)assen- 
den Zngsverbindnng. ebd. — b) mit Bez. auf Gesichts- 
eindrücke. <) von Farben, he weglich gliinzen, seh immern, 
schillern Aa (H.); B(Zyro);G:TH; Z und weiterhin. Syn. 
ziehen. Der Tähe>>ehropf spilt »» alle" Farbe" Aa (H.). 



Meist mit Richtungshest. F" Fai'li npilt j" d'.s Blaua 
udgl. B (Zyro). Die Farh siiilt niid yuet i'< d'Aiiye" G 
(Zahner). — ß) prägn., vi(d scheinen, vorstellen Ar. Das 
spilt vcrzwant, zB. von einem bunten, hidlfarbigen Kleide 
Ar (T.). Verzu<en.t(!) e" suliers \ Stick-];1/o,s^'(7/ is/'s/, yöt 
äsen eso rinyfiiryiy dem" and spölt denn ylv'i'liij recht 
b'sesse'^, venn's ase hübsch rf macht ist. AHalder, Gh.-U. 
— c) allgenieiuer, in Aktion sein. «) v(ni Geschützen 
uä. ,Beim .\nfang giengen 3 Stuck los, die so wol ge- 
spilt, dalS F.tlicli todt von den Bauren gcddieben." l(i.')3, 
(i Brief aus dem Felde; wiederholt. Von Handgranaten; 
,Da ... ein Handgranaten neben Kinen fallet, solle er 
sich autf das (iesicht legen, bilS sie gespielt bat.' Krikcsb. 
1G44. I()fi7. Mit Subjektsverschiebung; gew. mit Rich- 
tungshest. .Der 20. Sept. was es zimblich ... rüewig: 
damit man aber nit meinte, sam man im Lager fulänze, 
hat man underwylen uff den Schanzen hy Creuzlingen 
uff die Turn gespilt.' 1633, Z. ,Sind Die von der Vestung 
uligefallen und w-älirciuler Action allemalil ulS Stucken 
und sunderlich mit den Ackersteinen gewaltig gesiiilt.' 
I(i41, ebd. ,Da sie [die Mnsfpietierer) mit den A])- 
proclien nahe an des Feinds Werken sind, sollen sie ohn 
Underlaß auf die Brnstwehrinen des Feinds Werken 
sp. und schießen.' Krieosb. I(i44. l(jH7; auch im Folg. 
,ln dem Zuruckgelien hat sie der Feind angriffen . . . 
sie aber ... mit ihren zwey Feldstücken ... darunder 
gespielt.' AHeri'ort 1()(59. ,Sie [die feindlichen Parteien 
der Augustinianer und Antonianer] spielten sogar mit 
Stukkuglen aufeinander.' Sererh. 1742. , Fürwerk sp.' 
,Etliidie klein und groß Mörser, darauß man das Fewr- 
werk spielet.' Krieosb. 1644. 1667. ,Daß sie [die Feuer- 
werke] in einer geziemenden Entfernung von den Stadt- 
mauren unil von allen Gebäuden gespielet und los- 
gebrannt werden.' Bs Mand. 1776. — ß) in w-eiterer An- 
wendung. ,[Wenn er recht sparsam wirtschafte] meine 
der alte Narr, wie er hause, und begreife nicht, daß er 
sein Geld nicht könne sp. lassen, daß er eigentlich ein 
Verschwender sei und d's Halb reicher sein könnte, 
wenn er es vorzunehmen w'üßte.' Gottm. Hielier oder 
= im Spiele sein: ,Ks spielet hier [bei dem Attentat auf 
Ludwig XV.] abermalil die gottliche Providenz deutlich, 
da sie ... bei dero [unsrer Religion] mächtigsten Finden 
innerliche Unruhen zuläßt.' HStähij 1734/.59. Ebenso: 
De'' Bebeduz spilt bi-n-em, in-em; s. Bd VI 1191. 

2. a) entspr. Spil 2a. H>?-/)er.«p. .^PPo. Jetz spilt-me" 
nit! Lehrer verweisend zum tändelnden Schüler BsStdt. 
.Zu Basel hat man [im strengen Winter 1514] auf dem 
Rhein getanzet und ges)iilt.' JvWeissexfuh 1792/1821. 
,[Nach den Opfern] satzt sich das volk zuo essen und 
ze trinken und stuondend autt' ze sp.' 1530/1, II. Mos.; 
,fröud ze ])flägen.' 1548; r,±:Z,v.-i. LXX. ,Sp.. schimpfen, 
ludere.' Fris.; Mai,.; Denzl. 1666/1716. Mit Etw. oder 
Einem ,sp.' ,Mit den Fingern sp.': s. Bd VI 500 M. Mit 
de" Sehiranzfedere" sp.. vom balzenden Siiielhahn: s. 
Sp. 72o. und vgl. 3 b. Mit ''ein Hölzli sp., (Jewehr- 
griffe üben. Sold.^tenspr. ,Mit eim sp. oder kurzweilen, 
dare alicui operam ludo.' F'ris. ; Mai..; s. auch yöpri^ 
(Bd II 388). ,I)em hasen sol es [das Wiesel] listigklich 
nachstellen, dann es spilt und schimpft ein weil mit im. 
und so er müed ... so springt es im au seinen hals.' 
TiERu. 1563. Anders: Mit de" G4'ö/ie'> sp., es mit den 
Reichen halten Z (Spillmann). Es .ipilt-':i'^'> dö Xiit; s. 
Bd VH 149 u. ; i. S. V. ,Das geh t nicht spielend' S. I u s b e s. 
■x) entspr. Spil2aii., vom reinen Unterhaltungsspiel der 
Kinder usw. Ar; Bs; B; Gr; L; ScuNnk., Schi, (von 



173 



Spalfl), speUn, spilfl). spol(l), spulfl) 



174 



Spielen snilierer Kinder im Freien, Gesellscliaftss]>ieleu) 
nnd sonst, ilocli im (ianzen nicht eben volkst. und weni^ 
gebraucht; ihü'ür gc-cattereii 2u (Bd I 1130, wo weitere 
Svnn.; dazu (löißen. itäiKjficIcn. (jäumele)! Bd II löH. 17-i;5. 
306, xchimpfen Ih Bd VIII 780) und die nmschreiliunK'en 
unter 8piJ(ü\i. 1 17u.). Spilenst. auch luatlg (Bdlll 1478o.). 
Gimd go" sp.! (ScnNuk.), tuend e"clili'' sp. met enand! 
(li), Mutter zu den Kindern. B'döfc" i<pi!i"d XäbesAeK. 
S.auch Bil VIII V2S2(Tanf-Sch('nneii);lX2236n. Löchli 
sp.; s. Bd III 1020 u. (auch GnHe.). Tocki ap.. = tuiikel- 
mfishn 2 (Bd IV 480) GiiL. (Tsch.). .Kinder sach er [Au- 
gustus] gern mit nüssen sp. um des geschwätz und ghäders 
willen, das si mit ainandern tribend.' Vau. .Datatini lu- 
dere, so es ye einer dem anderen gibt, als wenn man 
mit der ballen spilt, wirt sy yetz dem. denn eim audereu 
geworden.' Fuis. ; ,umbhin und anbin liputlen und sp." 
ebd. 1.541. ,Si)il mit dem Klotz oder I>oj)f, trocho hide.' 
Cato 1(548. S. noch ChnhiJi-Sji. (Sp. 148). ,Im Ballenspil 
sp.' ; s. BaUen-Spil (Sp. 152). Von Tieren ; s. ^ö^jc» (Bd II 
388). — ß) entspr. Spilia'ti, vom Glücks-, Gewinn- 
spiel; in der lebenden Spr. gew. vom Kartenspiel (s. 1). 
allg. Abs. (be.s. von gewohnheitsmäßigem Spiel). Sp. 
ond ttüffe". .IMeüz (ApI.) ; s. auch Bd VII 350o. 358 fsilflc"). 
,[Der Totschläger ist] ein dienstgsel, der gern gspilt hat. 
Ich wirden ouch . . . bricht, das er und der G. utt' die 
stund, so er in erstochen, hinder einem hag sölind gspilt 
hau . . . menklich achtet, der todschlag uß irem spülen 
entsprungen sige.' 1557, Z (Bericht des Vogtes zu Grü- 
ningen). ,l)ie ganze liblange nacht sp.. noctem ducere 
ludo.' Mal.; ähnlich bei Fris.; Denzl. lGfi6,i71(). .Daß 
er alle Tag spile, aber uf ein Mahl nudir nit dann 5 oder 
ß Dublonen nfs meist vers])ile." l(i5S, Z. .Den Winter 
durch, anstatt zu stndiren, mußte es immerhin ges])illt 
sein, wobei ich meinen guten Schnitt fand.' HStähu 
1734/59. S. noch Bd IX 1159 u.; Sp. 118u. 121M. Neben 
.breiten' (s. 2): ,Auf den Abend gehe ich entweders in 
die Stadt oder muß mit dem .Junker [Vogt zu Baden] 
bretten oder, wenn Gesellschaft da ist, sp.' HStahli 
1734/59. Spielverbote: Einschränkungen des Spiels nach 
Ort oder Zeit, auch nach der Höhe des Einsatzes. ,Das 
niman sol sjjilon von der almeinde abe und von Hetiingen 
abe unz an den wiger.' 1290, AaRIi. StK. ,Das in der 
otfennen vrouwen hüsern noch in dien batstuben nieman 
frömder über luicht sol gehalten [werden] noch drinne 
spilon.' äL KB. .Das [man] nit spile.' 1443. BStli. (Kriegs- 
ordnung). .Man sol nachgan . . . wie das ettlich gespilt 
habent an den enden, da sy es nit tuon söltent.' 14.53, 
Z KB. .Ob einer von Tachsen ußwendig sp. wurde, der 
und dieselbigen söllent nit minder gestraft werden, als 
ob sy zuo Tachsen gespilt bettend.' Z Dachsen Offn. 
1532. ,Wen ein dienstknächt in der alp spylty, da sol 
im sin meister nitt schuldig sin um sin versprochnen Ion 
zuo zalen.' Nnw LB. ,So man übers Wetter lüt, sol Nie- 
mand singen, sp. noch andre Kurzwylen tryben.' KCvs. 
,Das man zu Advents- und anderen heiligen Zeiten nit 
sp.soll.' 1(145. AaB. StK. S.auch BdIV 18(i3o.:V 1117M.: 
VI .5000.; VIII 43o. (14(15); IXlölSu.; Sp. 118,21. .S]). 
oder karten' nä. ,Wer ... an einem suntag vor der meß 
spil[te] oder kartete . . . git 1 Ib.' 1. II. XV., AaMcII. StK. 
.Man sol nachgan ... als ettli<'li zuo den .Augustinern 
gekartet oder gespilt band.' 1453, / KB.; später: .ge- 
kartet und in dem brett gesi)ilet.' S. noch Bd III 489 
(Charten I): IV 1728/9 (bö/Jen): IX «380. Näher be- 
stimmt. Mit Gen. des Spiels. .Ilashartssp.'; s. Bdll 1()73. 
,(Des) lüstlis, lüschlis sp.'; vgl.X(t.s/e/m.«-iS;)(7(Sp. 148n.), 



ferner Gr. WB. VI 1071 (.Listlein'); XI, 23.55/6. 2384. 
,DerT. hat zum Kiiden gespilt und hat verloren: do hat 
er ein kriitz genuich<;t uffen tisch und hat geret: . . . Ich 
wil min läbdag niemer me luclislis [!] spülen.' 14(13, Z 
KB. ,Als sy uff der schiffliiten Stuben mit einanderu des 
luschlis gespilt babint.- 148(1. ebd. S. noch Bd Vni638M. 
97(lo. 978o. ,Essol niemansdings s)!. bi 1 march silbers.' 
1501, ZRM. ,Üf Borgsp.'; s. Bd IV 1574. ,l)as nieman sol 
sp. noch lihen uf des gewaut, dem von sinem vater noch 
nit usgegeben ist.' Z KBr. .Üf den eid sp.': s. Sp. 12()M. 
,Um(b) etw. sp.' ,Daß si miteinander iimb otleteu spilten 
und mit einander kibeten.' 1424. Z KB. ,Das keiner 
miner [des Untervogts] undertonen nieneu nienerumb 
sp. solle, weder uinb lialler nach hallers wert.' 1530. Z 
Wein.: ähnlich ZDachsen dttn. 1532. Daß um Lebkuchen 
gespielt wurde, kam dem Pfarrer B. von Reinach so un- 
geheuerlich vor. daß er ausrief, .es sei schändlich nni 
Brot zu si)ielen.' 1(103. .1 WIIkss 1905. ,\. [angeklagt] das 
er umb Öpfel gespilt . . . sol nur den Gorkosten bezalen.' 
1643, BSa. Cborgericht. .Die Erwachsenen lieben an 
zu keglen und umb Wein zu sp.'. bei einer Hochzeits- 
feier. 1680, Z. S. auch Bd VIT 161 9 n.: VIII 976 o.; IX 
303 H.; Sp.55 ( SjmgürU i. 119(i. 121 <i. ,Um hoch sp.'; s. 
Bd VII 1520M. ,H6ch, tiir sji.' .Das nieman ... dnrer 
sp. sol dann umb ein lialler oder ein pfening.' TuDieß. 
StK. ,Es soll auch Niemand in den . . . Grichten zue Ober- 
.\rnang hiicher dan umli ein l'fening oder Haller sji.' 
1701. G K(|. 1903 (nach älterer Vorlage). .Wie teur oder 
hoch spielet ihr. quanti ludusV Dknzl. 1716; ähnlich bei 
Mey. 1677. 1692. S. noch Bd IV (174o. l.s(!3o. .üf dem 
valtschen spil sp.'; s. Sp. 121 M. Gnet. schlecht sp. allg. 
KA.\.uud Sprww. Dem Tüfel es fJ)-ö'<syj.B(Bärnd, 1904) 
und weiterhin; \^\.(di-sp. rhersi:h(n) ist aw'' (/'spilt: 
s. Bd VII 545u. (auch Gnl'r.; ZBül.). .Ein sprüchwort 
[ist] entstanden . . . Wo der abt die würfel lege, da mög 
der eonvent ouch frölich und wol sp.' Vad.; vgl. Fischer V 
1534u. ,Es spielen sich eher Zehen arm als Einer reich, 
alea multis e.xitio fuit.' Mev. 1677. 1692; auch bei Denzl. 
1716 und It einer ma. Angabe oO. S. noch Bd VII 1620o. 
Bildl.: .Das man ... mit den vienden ... nnderstüende 
ze schlachen und in sollichem nach krieg.srecht uf glück 
ze sp.' A. XVI., F Chr. 1) vom Kartenspiel, allg.; 
doch vielfach durch speziellere Bezeichnungen (jas-ie" 
usw.) ersetzt. Chrirte" spi. ,,Sp. d'Chorte". giuocar alle 
carte' PAl. ((jiord.). ,IIf den Karten sj).'; s. Tlaupt-Spil 
(Sp. 144). .Mit Karten sp.' wird bestraft. XVII., Baumi. 
1908. ,Sp. und Kurzweilen mit ('arten.' 1714. Z KM. 
Abs.; s. vor. Sp. ,Die Knaben, so in der Fasten gespilt 
[nachher ,drogget'], söndt über acht Tag fürgstelt und 
abbüest wärden.' 1629, Zo Ratsprot. S. auch Bd I V 1 135o. 
,Über das Blatt sp.'; s. Bd V 180u. Sp. wie e( ni Hatz. 
irie d'Iiatze"; s. Bd VI 1914o. und vgl. Spil-Rutz (ebd. 
1916). Er spilt irie-H-es Kamel mit dru e (fschrilic». von 
einem sehr schlechten Spieler Z(_).(Messikommer). K.\,\. 
(i'spilt ist (/'spilt, eine ausgegebene Karte darf man nicht 
zurücknehmen Z und sonst. V'.'.s spilt-si'--'' giiel. schlecht. 
das S])iel nimmt einen guten, schlechten Verlauf: uneig. 
vom Schicksal, Gelingen einer .Arbeit usw. lUvE. Es 
( Ihisjhetf -mer )-si'-'' i/uet. schlecht (fspill, ich habe beim 
Spiel, dann übli. (kein) Glück gehabt B; Gn; V . Demii 
hdt-se-sech ((ppn fiiicl f/'spilt. Der hatte (ilück in seinem 
Leben BLau. .\ucb: Es hed-mer-si''' »it (/'spilt GiiV. 
Als Gegs. zu /Kissen 1 2/1 (BdIV 1658): ^\n. miichen 
(Bd IV 32 ().). Wir spilt r" wird etwa nach .Vusteilnng der 
Karten gefragt: worauf die .\ntworl der einzelnen 



175 



Spal(l), spcl(l), spild), Slinlll), s|ml(l) 



17f. 



Spieler: Ti ch ) spih" (hz\y. pnx/ie"). ,&'yv. heißt mehrere 
zählende Punkte auf den 'Pisch schreihen, um die andere 
Partei aufzufordern, entweder das Spiel verloren zu 
gehen "der umso sicherer zu siiielen.' JBHäfi.. 1813; 
danach Ineichen (heim Cliaiserc"; vffl.BdIIl 514). S. noch 
stüdnen. Ti'., ausspielen: Tniiiipf. Mose" usw. sp. alls. 

— 2) vom Brett-, Würfelspiel. ,Im hrett sp.'; s. Bd V 
S9Go. 91)9 ( SpiJ-Briitl ); IX .S03u.; Sp. Uli, ferner o. 
und vgl. Brelt-Spi! (S\^. 154); hri'U-spilen-, Syn. }iri'tt( Den 
(Bd V 912/3). .Das nieman in der stat sp. noch cepplon 
sol wand in dem hrette . . . Ouch ensol man iiüt in dem 
hrette spiloii in deheis oft'ennen wirtes huse, der win 
schenkt." äL RB. ,Umb ein fierer . . . im hrett sp., mur- 
neffelen, trumpfen.' 1525, Bs KB. ,In dem scliäch(zahel) 
sp.'; s. Bd V.S96M.; VIIl 1(I2M. und vgl. Schäch-( zahel-J 
Spil (S]). 158. 167). Nihiiiiiöl ('riiMii.), NünUtei" (Z) sp., 
= nHiiiiiiälen{BA\N\t>\)\\f^\.Nü'id-(mäl- ;i/S7"'/(Sp.l51o.). 
,l)as derB. und der A.dasnünstein mit einander s]iilten.' 
1409, Z IIB. ,Mit würrten sp.'; s. Bd II 1G73 i HiiMird ): 
Sp. rjOo. und vgl. Würfel- Spil (H\1. lliC). ,Man schrillet 
allen reten, das si hi dem eide süln wern ellü jar ze sant 
lleglen tult, das nieman sid mit würfeln S]iiln in enheim 
kilchove.' 1. H, XIV., Z Stli. ,Mit würfüen sp., talos iacere.' 
Fris.; Mai..; auch hei Denzl. I(i77. 171(5. ,In der hrenten 
sp.'; s, Bd V757u. — 3) vom Kegelsjiiel; vgl. Cheijel- 
Spil{S\>. 144/145), -Spilen. Sp. d'Gi/le". .giuocar ai hirilli' 
PAl. (Giord.). ,Karten oder Keglen sp.'; s. Bd VI 500u. 

— 4) vom Lotteriespiel B (Zyro) und wohl auch sonst. 
Klage wegen ,Lotterie s|).' A. XVIU., BLau. ('horger. 
Vgl. 3a. — y) entspr. Spil ^a'i, vom Spiel auf einem 
Musikinstrument, allg., doch nicht durchweg volkst.; 
dafür (üf- Jiiniclieii (Bd IV 32. 41), üf-sp. oder spezielle 
Ausdrücke \i\e ijyjen, lilä/ioiua,. Von einer i)/i(.s(7.'; s.Bd V 
520 n. DurxU inch deheiin 'hlihe" ... amene" Suniidiy: 
(ther aiii Werclitig ... döhetjüz en anderi Musip g'xpM: 
hohle" lind sage" imd fiele", Tag für Tag. JRkinh. 1905. 
S. noch Sp. 133 u. (Stockar 1520/9). Uf der (Hand-) 
Orgele" usw. .yj. ,Scliönster Schatz, was sol' i'"' dir sp.V 
1°'' will dir sp. iif meiner Flöte [usw.]', mit zahlreichen 
Varr. KL. Nr 59GO/4. S. noch Sp. 157u. (Vris.; Mal.); 
ahnlich bei Denzl. 1()77. 171fi. Orgele" usw. .sj).; vgl. 
Bd IX 297 M. Sp. d'Ourgele", ,suonar I'organo' PAl. 
(tiiord.). Ne"[\. Ni^]'s Gottschhihn-i'^'i d'Ornler',ifi' spile»- 
,«c iiimie". verwahrte sich ein Organist. Bäknd. 1911. P'' 
xpile" der Gige"hog ».'"' dii^ der Tan::. KL. (BLan.). ,Ein 
starke Schanz, daraulj er [der Feind] können fallen, sich 
wider drein erholen, spielen mit uns sein Tanz.' 1G20, 
ZiNsLi 191 1. Es (rsätslisp.^s. BdVII 1579M. .£/".< sp. allg. 

— ä)entspr. .Sj(j(72f/L;. von Schaustellungen. Täschli 
sp., Taschenspiel treihen; vgl. Täschen-Spil, -Spiler, so- 
wie: , Deshalb unsere licrren . . . alle spil abgetan wellen 
haben; dann welich sich in söiichem, es syge mit dem 
täschli, tafelen, rorschießen und anderen spilen Uher- 
sechent . . . dem- und denselben werdent unsere herren 
die buoß, nämlich 1 march silhers ... inzücheu.' ZMand, 
1531. ,I)er Teufel ist ein He.xcnmeister, kann Täschli 
sp. wie Keiner.' Gotth. linder äem (gliche") Hiietli sp. 
(mit Ei'x-m); s. Bd II 1785o. und vgl. Gr.WB. XI, 23G2. 
,Seit wann sie hinter seinem Kücken unter dem Hnetli 
spiele V Gotth. II ; .hinter seinem Kücken gehandelt hätte.' 
18G1. ,\Vann sy [die Klosterfrauen] aderlassen und baden, 
tuond sy junkherr dementen laden, der hat mit in ain 
haimlichs müetlin; was sy dann spilend underm liüet- 
lin, das kan niemandt auszspehen gor, bisz das maus in 
der wieg wirt gwar.' Genu. , [Käufer und Verkäuferhahen] 



under eim Hüötli gespilt.' 1757, AxTäg. Gerichtsb. Von 
Seiltänzern: ,Was auch des tags ein ahentürer oder 
gougler . . . welcher ganz wunderbarlich possen nf dem 
seil treib [folgt eine Aufzählung seiner Kunststücke . . .], 
hats uf suntag bievor im King [dh. in der Altstadt] ab 
dem kilchtnrn gesjiilt, sunst wunderseltzaniersiirüngge- 
triben.' 1555, BHiel Chron. Bes. von szenischen Auf- 
führungen. VAn Theaterstück sp. allg. ,Icli bah nun etw a 
vil jaren hie Zürich mit minen knaben vil der latinischen 
und griechischen comuedien Terentii und Aristophanis 
gespylt.' GBiNDEH 1535 (Vorr.). ,Die hystoria des gots- 
förchtigen Jünglings Josephs ..., ist zu Bern durch junge 
burger conterfetisch gesiiilt', Titel. 1538, B. ,i;iner ])er- 
son, so ein comedi s]i. wellen, uß erkhandtnus myner 
gn. herren 1 pfd.' 1.584/5, Z Seckelamtsrechn. S. noch 
Bd V 527 o.; Sp. 125 u. 12G (mehrfach). 149/50. 159M. 
iJ's bitter l/ide" sp., die Passion (inV. (zuletzt 1882). 
,l)en ])assion sj).'; s. Bd IV 1604 und \j!]. Passinn-Spil. 
,Das lyden unseres Herrn Jesu (/hristi, das man nempt 
den passion, in vers und rymen wys gesetzt, also das 
man es sp. möcht', Titel. Kcek 1545 (P.). ,I)en verlornen 
son sp.'; s. Bd VII 10H7u. P^ine Rolle spielen, allg. Die 
Schauspieler häiid guet g'spilt. Uneig. IJe" Herre" sp. 
ThHw. JJe" Meister sp.; s. Bd IV 513 o. ,Zwey Parteyen 
... welche sich heftig mit einandren zankten und bald 
diese, bald jene den Meister spilten.' JvWkissknkluh 
1792/1821. ,Da nun die Oesterrychischen den Herrn und 
Meister in Pündten gespilt habend.' SpRECUKK-Salutz 
1G37. Wann 's ZU :ifstare}i hinfte^' dri" oder z'vil vor 
lauft, so spilt 'sVulchli der Ure"macher und ölet und 
regliert das Werch. AC'ohr. Der Vogt sigi zue-me. hi^gi 
seh/roeke"liyi' der Fründ g'spiüt. FjLeuthoi.d 1913. Der 
elia"" tiit der Müde" [Bd IV 570] sp. ebd. Der Holzhogg 
[s. Holz-Bock 2 Bd IV 1 130] ,ip. CStkeiff 19(.)9/10. l'eiz 
hisch afe" sech-.gi und iroHst iiiriiier no'''' de" Maudi sp.! 
zu Einem, der sich die Vorliebe für das andere Ge- 
schlecht bewahi't hat L. Wirdsch goppel itit >io<''' irelle" 
der (reuggel[(\ei\ Gecken] sp. i" dineii alte" Tage" i-' J Ueimi. 
Liebgolilis sj).; s. Bd II 508. ,Sie [die Gottlosen beim 
jüngsten Gericht] werden da wollen die Familiären spie- 
len und ruffen : Herr, Herr ! Aber Jesus wird den Fremden 
agiren und ihnen bekennen: Ich kenne euch nicht.' 
JJUlr. 1731. ,Den Kitter ob Einem sp.'; s. Bd VI 1719o, 
Mit abstr. Obj.: Freude sp.. .durch Worte, Mienen und 
Gebärden gleichsam schau8]iielermäßig kundgeben ScHw; 
Z(i' (Drithen). Mit Nbsinn, Jmd zum Scherz oder Spott 
darstellen, nachahmen; vgl. 3c. Syn. üs-sp. Eint sp., 
bei der (jririze"mosfart (s. Bd IV 471) ein Mädchen dar- 
stellen LBer., H., Pfeff. Warom hend-si am Mändig nor 
Einig'spilt im Flecke" vore"'^ Hh" g' nieint,seige"d irerer f.'J 
dri/Jg. Antw.: Will halt nur Eini de" Münslererliitetie" 
de" Cliorh g'ge" liet. L Landb. 1870 (LBer.); si)äter: Sind 
das de"" net Meusterer Bürger g'si", ico sl g'spilt hend? 
,Jetzt folgte der lustigste Teil der ganzen Komödie, die 
Versteigerung der Mädchen. Die schmucken Burschen 
stellten in ihren schönen Frauenkleidern auch ganz 
hübsche Mädchen dar . . . Eine Dorfschöne rechnete es 
sichzurgroßenEhrean,wennder Bursche, der sie gespielt 
hatte, am höchsten versteigert wurde, weshalb sie dein 
Spielenden gern ihren Kock und sogar ihr Korsett über- 
ließ.- N. ZZtg 1896 Xr 277 (LH.). — e) entspr. Spil iai]. 
,\Venn sy [Esel und Eselin] autf dritthalb jar kommen, 
spilen und reitten sy einander.' TiEitit. 1503. .[Man] sol 
aufsehen, daß die eßlin den somen nit wider von ir 
werffe, welches sy gwon zuo tuon ist, so bald sy gespilt.' 



177 



Spal(I), spei(l), spil(l), spol(l), spul(l) 



178 



ebd.: noch öfter. — b) in weiterer, meist von a^ oder 
2 üliertr. Verwendung, tw. zur allg. Bed. von treiben, 
tun, machen uä. verblaßt : vielfach in ungünstigem S. 
Abs.: ,Ülier dise grusammy anlilag [wegen Ivetzerischer 
Predigten] ... ist der pfarrer (vor die ]iundtlierren) be- 
rüeft ... die wol wüssend ... das man nit richten solle 
unverhört der angeklagten party, so [wälirend] unsere 
papisten Heilerin derfinsternus spiltind." SHofmstr 1.526. 
Mit Akk. des Inhalts (auch noch Gen.). Gabriole" sp., 
lächerliche Bewegungen machen BLenk. Tempe" np., 
Grimassen schneiden GrL. ; s. Bd VII 1471 u. (Ei">^mJ 
kei" giieti, e" hfisi üpere" s})., von dummen, schlimmen 
Streichen GrV. A'r hed kei" (juetl Ojjcre" (/'apilt und Nilt 
a'.s l'>ig'f'iJl;i'c)iä". nit mit dem Veit, alier inet de" Meifif/e". 
JJöiiOER IDliS. DiDiiiiilieite" np.. dumme Streiche machen. 
Barnu. li)14. Kniffe ap. ebd. Cher sp.; s. Bd III 402 u. 
,Den Vorteil sp.' .Wenn Eigennutz kein V. spielt, auf 
gerechte Sachen man nur zielt ...' ScHwArth (Inschr. am 
Teilenhaus). .Einsamkeit ist eine rechte Nahrung des 
Schwermuts und kan der Satan darbei den V. am aller- 
meisten s]!., wie er deswegen auch mit seinen schweren 
Versuchungen an Jesum gesezet.' JMkyer 1700: wieder- 
holt. ( Ki"<^m) e{ n) Streich sp.aUg. lü"<!i,i es Valetli sp.; 
s. Bd I 7(56. Bern iril'-ifi' schu" nw^ es Valetli sp.! Ndw 
(EUdermatt 1903). Ei"'m e( nj Posse" sp. : s. Bd IV 1733, 
auch m/s/;. Das hed-em e" leide" Nitjijel (fspilt U. Ifs 
Sicher(( (BLau.), 's sicherer (Z), de" Üichere" (GRÜbS., V.), 
de» Sicher ZS., 's Numero Sic/ier(lneichen), sicher (B) sp. ; 
s. Bd VII 177u.; auch etwa beim Kartenspiel gebraucht. 
[Magd zum Bauernsohu, der ihr die Hausschlüssel nicht 
anvertrauen will :] !'''< niiite" ij'wUß ke'ni Schhi/Jle fürt 
... [worauf er:] Mi" clia"" nie wiLsse"; i'* spile" ijern 
sicher. EHodi.kr 1!U2. Kini miieliijez doch dra" filiinhe", 
und das Mal irell-er de" Sichere" sjj.. hed-er [Einer, der 
bisher als I-'reier kein Glück gehabt hat] >'/''' fitry'nu" 
und ist es Ähe"ts ... zu dem y'strupierte" Tresi g'yange". 
JJöRUEK 1918. ( D' IS G^u-iisseri ^) sp., das Gewisse dem 
Ungewissen vorziehen, die sichere Partei ergreifen Ap 
(T.) ; B (Gotth.) ; ZO., \VI. !<■'' irill lieber 's G'triisser sp. 
ZWI. [Mann zur Krau, die dem Pfarrer einen Schinken 
kaufen will in der Hoffnung auf ein reiches Gegen- 
geschenk :] l)as will-der g'sait ha", das" d' mer gwiiß 
kei" eso türi Hamms" söllist chaufe"; mer icend z'erst 
's G'wüsser sp. uem-mer, g'hörst! und hiegc", iras-es für 
e" chllni gib. Stitz, Gem. ,[Kesli will nicht, daß seine 
Braut gleich nach der Hochzeit das Hausregiment ül>er- 
nehmen soll:] Die Mutter kenne ich, und ihr darf ich 
vertrauen . . . aber wie ein Meitschi ausfällt, kann man 
nicht wissen . . . Darum mochte ich lieber z' [= d's] 
G'wüssere sj). [und der Mutter auch weiter die Meister- 
schaft überlassen].' (Jotth. ,[Pur Eigennutz, dessen 
Forderung nach Abschaffung von Zins und Zehnten ab- 
gewiesen worden:] Ich keer mich nüt an das concily, 
gelt wo [Bd II 276 u.] ich nit das gwüsser spily ... ich 
wil ... gen Eridhusen [an den Reichstag] appellieren.' 
UEcKST. ,By 10 wuchen hett sy wellen das gwüssere 
sp. und zuo im geredt, als er kam zuo iren . . . und aber 
wott mit iren pHegen: sest, Felix, tnosts, so muoß[s| ein 
e sin.' 152.');30, Z Ehegericht. ,l)en Reuen sp.'; s. Bd VI 
1879 u. ,\Vie bald kan derTodt kommen [und euch, un- 
einige Eheleute, trennen]! .Msdaiin könnet ihr erst den 
R. sp. und gedenken, wann ihr nur einanderen noch 
betten.' .J.Mev. 16;)4. ,Den Reukauf sp.'; s. Bd III KU! 7. 
.(Eine) lianquerotte(n) sp.' .Wann einer oder der ander 
von den (iemeinden ... fallircn und Banquerotten sp. ... 
Schweiz. Idiotikon X. 



wurde.' EKöxu^ 1706. ,Daß ... N. eine schlimme, ja olin- 
verantwortliche Banqueroutte gespihlt . . . habe.' 1729, Z. 
,(Mit einem) des untrüwen sp.' ,Ein hüliscli mierkätzlin 
kuft MzurGilgen und 13 guldin ring mit dürgüßeu ver- 
setz[t]. die sollend mir worden sin : er spil t des undrüwen 
mit mir.' Stookah 1.519. ,Wir beid [vom Z Rat nach 
Stein a Rh. geschickt zur Untersuchung der dortigen Zu- 
stände] hatten wolerfaren, das es eben schlecbtiich zuo- 
gangy mithushan oder mit den güetern und reben; wann 
es also wery, so wurdy des untrüwen gs])ilt, Gott geh 
wer schuldig wery.' 1525, Z. ,P. est liomo pertidissimus, 
der in allwäg des [im Druck unrichtig ,das'] untrüwen 
mit mir spilt.' 1562, Brief (JFabricius). .Es möchte bald 
auch mit uns wie mit andern unsern lieben Glaubens- 
genossen eine traurige Marterwochen gesjiielet werden.' 
.IMeveii 1699. ,Ludovicus XIV., König von Frankreich, 
continuirte die Verfolgung der Reformierten in seinem 
Reich. Er spielte es auch mit Spanien, das sein Sohns- 
sohn zum König daselbst angenommen worden.' 1705, Z 
Wth. Auch sonst mit al lg. Neutr.alsObj., von schlimmem 
Tun, geheimen Machenschaften (Syn. praktizieren 2 b 
Bd V 574), anstößigem, auffälligem Treiben. Kr hat 
Oppis ( JS'äbis) g' spilt, einen schlimmen Streich verübt 
Ap; Th. Der Landjeger het-en g'holt; 's nimmi-vii''' 
Wonder, iras-er g'spilt het Ap. Es wird Öppis g'spilt, 
insgeheim geplant, vorbereitet A.4 (H.); Ap; Bs; B; Sch; 
Th; Z. Was wird acht Guggers g'spilt. Schlimmes aus- 
geheckt? B. [Frau, die eintretend liemerkt, wie zwei 
sich um einen scheinbar Irren bemühen:] Was irird dö 
g' spilt';' AHrGiiESB.l'.ßi. [Vater, derdazu kommt, wie seine 
Tochter einen Mann küßt :] Aber, u-as wird ä [= auch] dö 
(/'«•/>(7<<'EEscH.M.i.N.\ 1922. [Vater zur Tochter, die ihn auf 
das Kommen eines Freiers vorbereitet :] Was siJt dö nii^'' 
Tumms g'spilt wi'rde". AHufiGEXB. 1923 : noch iifter. .[Hätte 
er im Wirtshaus] derglychen 'ta", er schlafe, so hält' er 
denn sicher können g'hören. was soll gespielt werden', 
mit Bez. auf nebenan besprochene Pläne. .IBürki. Mit 
,üf', es auf Etw. oder Jmd angelegt, abgesehen haben. 
.Etlich der sich hat gespitzet und hat uf den [gegen Karl 
den Kühuen ins Feld ziehenden] pund gespilt — die in 
der hingen sitzend, ir anschlag hat in gfelt.' HViol. .Es 
wil die unseren bedunken, die saeh sye fnl und werde 
das [die Ansammlung testerr. Truppen an der Engadiner 
Grenze] vyl uff ein anders hin gespilt.' 1563, Brief 
(JFabricius). .Wann er gwüßl, daz es daruf gs])ill [daß 
er die Zeche bezahlen müßte], were er gar nit dahin 
[zum Ahendtrunk] gangen.' 1597,Z. MitZielbestiminung, 
= praktizieren :i (Bd V 578). Das Andänke" .st"«)« Schatz 
... i" d'Händ sp. RvTavel1913. Er ... het .■icho" die 
halbi Nacht drüber nache" 'dankt, uie-n-er's de"" uell 
a"e>tire", für d's Veronika dem Herr Manuel i" d'Händ 
sp., damit er sie malen könne, ebd. Zürich möchte die 
Sache [die Beantwortung verschiedener Beschwerden] 
auf die lange Bank schieben (.indie langen trucken sp.'). 
1.525, Absch. ,[Die Boten sollen die Berner |vermanen, den 
zuosag, so sy und wir . . . den Thurgöwern göttlichs worts 
halb getan, zuo bedenken und inen heiter anznozöiigen, 
daß, wo si den handel in witern nfzug spilen, ein groß 
merklich ufruor ... darus erfolgen [würde].' 1530, ebd. 
(Z). Etw. ,üf den langen bank sp.'; s. schon Hd IV 1383 u. 
,Wo dann die 5 Ort sich da erlülern, den friden nit ze 
halten, oder die sach uf den langen bank sp. welltend.' 
1529. B Ref .So verziehend irs also langk und spylends 
uff den langen bank.' VBoltz 1531. ,I)aß die diener ein 
ding, so von iren herren ... beschlossen ist, handhabind, 

l'i 



17!) 



Spal(n, speM), s|)il(l), spold), s|iiil(l) 



180 



iiit, wie wii- sagend, uff den langen bank spilind.' LLav. 
158::!. ,[J)aß die Verhandlungen] uf den langen Bank 
(wie man spricht) gespilt werdint.' 1624, Gl. S. noch 
Bd VI 132 0. Etw. auf ,lmd ülierwiilzen, ihm aufliürden. 
,[I)er Abt von StGaUen klagt, wir] erwidertint ... uns 
))Onah'S [Bulben] zno geben . . . Utt'erforderungderpenales 
wiistiud wirim nütz schuldigsin; dann uns woltdunken. 
es wer allein uff die armen gespilt: so war söliche gült 
gehen, müesten wir ouch penales wie vor von armen 
erforderen.' 1524, Brief (BForrer). ,I)iewji das [eine 
Beitragsleistung der Schützen an den Bau des Schützen- 
hauses] nit heschechen und es ye alles uft' myne herren 
gespilt worden, die oueh nun irs guots so vil daran 
gesetzt, das das hus unzhar uß dem iren erbuwen ist.' 
l,')4ti, Z RB. ,Sohald sich etwas nüwer trüebsalen und 
widerWertigkeiten erhebend, wollend sy nehend ab 
ziechen und es alles uff andere lüt sp., als ob sy nit mer 
ze tuon oder ze lyden scluildig sygind.' Gualth. 1555. 
S. noch Strickler IV 281. ,Etw. daliin sp. (das ...).' ,Das 
uns glöu])lich fürkommen, wie ein niissif von keis. mt 
an offner genieind zuo Schwytz geliisen worden, darin 
sumniarie gestanden, daß sin keis. mt entliehen willens 
syge, den alten glouben . . . zuo erhalten . . . mit vil trosts, 
uf irem füruemen ze beharren. Darus ir habeut abze- 
nämen, wohin die ding gespilt und was [1. wes] wir uns 
zuo denen, so unser Eidtgnossen sin soltent, zuo ver- 
sechen.' 15.30, B Ref. (Z an B). ,Legatus regis werdi ... 
al syn sach dahin sp., das er den anderen einmal hindere.' 
15()4, Brief (.TP'abricius). , Dahin bedunkt mich sey es ge- 
spült.' 1630, S Whl. 1846. ,Sp. üf, auf Etw. anspielen; 
Syn. an-sp. ,Der Struß on zwyfel wänet, Zwingli sye 
ein griechischer nam, und spilt doch uft's tütsch durch- 
us und US [dh. durch seine ganze Schrift hindurch] damit 
nun ganz lustig und frölich.' Zwinoi.i (krit. Ausg. 5, 467) ; 
alludit ((.iiialther). ,Das brot, das wir brechend, ist das 
nit die gnieind des lychnams Christi? Hie sechend wir, 
daß Paulus spilet uf die hedütnuß der zeichen, das die, 
die einerley sacrament mit einandern bruchend, ein kilch 
mit einanderen sygind.' BKisp. 152K. .Mit Worten auft' 
ein andere red deuten oder sp.. alludere.' I'ms. ; !Mal. ,Es 
kan ouch sein, daß der liebe Heiland damit [Matth.7, 13] 
gespiehlet auf Dasjenige, was wir gewohnlich an allen 
Stadtpforten wahrnehmen [enger Durchlaß für Ver- 
spätete].' J.TUlr. 1731. ,Der Heiland hat in seinen Worten 
[Matth. 7, 15] einfältig auf die Kleider der ehemaligen 
Propheten gespiehlet und in dieser seiner Spieblung 
proverbialiter ... ausgetrucket das verstellete Wesen 
solcher falscher Lehrern.' ebd. 

3. in besondern Bedeutungen, a) (ausgeliend 
von 2 aß) das Los werfen, losen GRPr. ; vgl.: , Welche 
(inieind den Weibel halien soll, werdend von allen drey 
(inieinden ausderselliigen Gmeind drei Mann ... erwelilt, 
die spilendt um das Ampt mit Würftten, und welcher 
eines Wurft's zum meisten auf den Würfden hat, der ist 
dasselb Jahr Weibel ... Und sollend die Genieind zu 
Saas drey Mann, die sie tugendlich [zum Weibelamt] 
vermeinend zu sein, darzu erwehlen, die sollend als- 
dann zu Saas auf dem Platz vor der Gmeind auf einem 
Britt dazu verordnet mit einem Paar WürÖ'el darumb 
sp.' GrKI. LB. •>) ,um den Rang streiten in der Schule 
und darnach oben oder unten in der Bank zu sitzen 
kommen' GrD. (B.). Hat heind s' in der Underschuel 
(l'spilt und Hamiiiji ist. um drl appergetru/et. — fj) mit 
Bez. auf militärische Aushebung, sich stellen SnJ.; Syn. 
zielten. Vgl. Martin-Lienh. II 539; Fischer V 1535/6. 



Go» sp. — b) (ausgehend von 2 a y) = üf'-maehen3b (Bi\ IV 
41), vom Balzen des Auerhahns GrKI., Birkhahns BGr. 
(Bärnd. 1!)08); GT. (s. BdV1876u.); Ruii; vgl. dazu 
(irüdlen (Bd 11 706), irischen, zur Sache auch Tscliudi 
Tierl.'' 155. Der T^rhanen hat iif-ere» höhen Tannen 
iinfffamjen sp. VikK\. — c) (anknüpfend an 2a 5) Einen 
verspotten, foppen, zum Besten halien Aa (IL); 
Syn. ((/'-, üssp. ,So werden Die geäft't, so werden Die 
gespielt, die nicht im (tlauben vest, zu viel dein Teufel 
trawen.' Gwere 1646. ,Gar niclit es dahin zielet, daß 
Der und Der gespielet und ehrgeletzet werd.' GMüller 
1650; noch öfter. ,Vormittag ist es Sonntag, Nachmittag 
ein SUndertag und das auf Weis und Form, daß Gott 
der Herr dardurch wird gespottet, getrotzet und gespielt 
. . . Oder heißet das nicht Gott den Herren spöttisch sp. 
. . . wann du nun dich hier vor Gott stellest, als wann 
dir . . . ernst were, dem Gottesdienst . . . abzuwarten 
und aber, wann Nachmittag Andere in der Predig sind, 
du hingegen bist auft' deinem Kegelplatz V JMf ller 1 (i(;i . 
, Nichts ist, das ein herzhafter Mensch weniger dulden 
und minder leiden mag, als wenn er gesiiürt, daß man 
ihn äft'et, spilt. ihm ein Dunst für die Augen machet.' 
ebd. 1665. ,Einen sp., foppen, sein Spiel mit Einem 
haben, ludos facere aliquem.' Denzl. 1677. 1716. ,Ich 
war in meinem Leben immer ein Kind, darum aber bin 
ich auch tausendfach von Jedermann gesjiielt worden .. . 
[nachher:] Es dauern mich hie und da viele Leute, mit 
denen man auch sosjnelt wie mit mir.' HPf.st. (Schweizer- 
blatt 1782). ,So bald er kam, lacht es ihm [ein Mädchen 
dem Vogt] unter die Nase, ruft ihm über den Zaun: Ihr 
wollt gewiß zum Vater, aber er ist nicht daheim. Der 
Vogt, der es merkte, daß es ihn spiele, antwortete ihm ...' 
ebd. 1790; dafür: ,sie treiben den Narren mit ihm.' 1783. 
,Da muß der Autor gewüß entweder den Grundsatz von 
der Walirscheinlichkeit vergessen haben, oder er hat 
die Leut offenliarlicli s]). wollen.' Mus. 1794. S. nodi 
fatzen(BA\ 1146). — Ali.l. ./,;/.,„. mhd. «;«7n: vgl. Gr.WB. 
X 1, 2:325/88 : Miirtin-Lienh. II .5:39 : Fiscber V 1534/7, zu Beil. 
2aE auch MHöfler 1899, 663a, sowie hiuen (Bii II 1748), zu den 
RAA. Waiiilev IV 704/9. Abgesehen vom GrWalsergehiet, wo tw. 
Fartis (Geminata) bezeugt ist, meint die Schreihung M- wohl nur 
Kürze des Stammvokals. ,Spüllen' liei GGotth. 1617 ist , um- 
gekehrte' Schreibung. Das Vb hat sich durchweg an die schw. 
Vben der 1. Klasse angeschlossen. Zum Ttc. tj'epultie'' usw.) vgl. 
Bd VI 396 Anm. und BSG. VI 241 . Das Ptc. g'apvlk« etwa nach 
hilh : 'hiille" (Bd IV 1 158)? Unklar ist der Ausgangspunkt der 
RA. ,ab dem Fensterbrett sp.': ,Dann unser Meinung das nit 
hett zuo sp. ab dem F.' BCys. (Br. 91) : vgl. die Stelle aus HBuU. 
unter Fennter-Brett (Bd V 900). Nachprüfung war unmöglir-b. 
— Spile(n) n.: zu Bed. 2a. ,In (Schimpfs weis oder in) 
sp-ens\veis, collusorie.' Fris.;Mal. S. auch Anliorn 1674, 
338/63 (,Von dem Spielen'). Entspr. 2aa: ,Daz nih. der 
Jugend hy peen der gfenknuß, ouch straft' der eitern das 
klotzen und sp. uf der gassen verbotten wollen haben.' 
1561, B RM. Entspr. 2a;i. 's Sp. vertraid 's Schnuf'e" 
ned, zu einem ins (Karten-)Spiel redenden Zuseher Aa 
Wohlen. S. noch Bd VII 1520M. ,NN. sigen an einandren 
gratten mit sp.' 1552, Z. ,Dem sp. nachziehen und das 
wagen, aleam sequi.' Fris. ; Mal. ,Das schädlich sp., 
damnosa alea; das schnöd schandtlich sp., turpis alea; 
das hetruglich sp., fallax alea.' Mal. ,NN. sind Sp-ens 
halb anclagt.' I(!12, BSa. Chorgericht. S. noch Bd VII 
210M.; IX 21I8M.; Sp. 173o. In Vorschriften und Ver- 
boten; s. schon Sp. 118 f., zur Sache auch Sp. 173. ,Es 
mag ain herr verbieten sp. und karten." GMörsw. 



181 



Spal(l|, spel(l), sitil(l), s])()HI), spul)!) 



182 



Offn. 1460; s. auch G Rq. 1903, 471. 561; 1906, 35. 82. 
,\Vil in andern lint'en das sp. {tanz vc rlioten, also sollend 
die von Bernang auch das sp. gar ahstellen." 152s, .IGölpi 
1897. ,Ein vogt zuo Keiserstuol [sidl] das sp. ... umli 
ein hestimpte liuoli verliieten.' 1578, AaK. Stil. ,Von 
wegen des Sp-ens ist ei'käut. das die verordnete Ufseher 
über das Sj)., wann sy sehendt Etwarn mit Karten ald 
sontst spilen und (ielt fürhin uti' das 8)). setzen . . . 
söllich Gült zuo iren Händen nemnien und die 8pillcr 
nach Ußwvsung des Mandats darzuo büläen solliut." 
1625, Z HM. ,Das Hyi. an Sonn- und Feürtagen in Schenk- 
und Würthiiusern wird ... verbotten.' U Mand. 1780; 
ähnlich 1787, BSi. t'liorgericht. S. noch Bd V 1U7M.; 
VI 500 u. ; VII 1531 M., fernerBund (S.) 1925, S. 349 a (über 
Strafen wegen Sp-ens bes. beim ,Schatscheid' in BLau. im 
XVII.). ,Sp. um Gelt' uä. .Alles Sp. und Keiglen, es sige 
um Galt oder Gältswert [wird verboten].' 1624, BSa. 
Chorgericht. ,I)aß alles Sp., wie es Namen haben möge, 
umb oder ohne Gelt widerumb geuzlichen aberkhent 
syn [solle 1.' 1639, Z KM.; wiederholt 1651). S. noch 
Hazard-Spil {üp.lii). ,(Tr6ßes, türes sp.'; vgl. Sp. 121o. 
,Mh. [sind] bericht von dem ubigen laben, zuotrinken, 
schweren und großen sp." 1529, B KM. S. noch (je-winii- 
sudttig (Bd VII 294). Oft (wie schon im Vor.) nelien 
andern ,Lastern'. Kr het mit Sp. und Silffe" si"s Ver- 
möge" dür'''e''g' macht B (Zyro). ,Alle nidre gebott und 
verbott, es sye sp-ens, schölderplätz, tanzen, swüeren 
oder anders.' 1487, Aa Kq. 1926: wiederholt 1659. ,[Über- 
tretungen unsrer Mandate] es syc mit zuo- und Uber- 
triuken, sp., zerhouwnen hosen und in andern stucken.' 
1531, B Kef.; vgl. dazu Aa U(i. 1922, 235; 1923, 705. 909. 
, Recht fromkeit tet er [Zwingli] prtanzen, daß bald zuo- 
riick wurd gleit sp., sufen, danzen und ander Üppig- 
keit.' LiL. ,Es schwerent die eerichter ... uf alle laster 
und Üppigkeiten als huory. eebrudi, zuotrinken, sp., 
schweren, gotslesterungen [usw.] sonderlich ze achten.' 
1.537, AaL. StK.; ebso oder ahnlich 1538, Aak. StK.203; 
Aa Rq. 1922. 247/8: 1566, FMn. StR. 402. ,Sp., Fressen 
und Sautten dein Sabbatswerke sein.' 1685, Zinsli 1911. 
,Das an Sonntagen sich nicht gezimmende und unan- 
ständige Jagen, Fischen, Sp., Kurzweilen' wird ver- 
boten. B Sittenmand. 1716. S. noch Bd IV 654Anm.; VI 
1283 (raßlen); VII 350 (Süffenj ; VIII 499o. 1371 o.; IX 
2105 0. — Chegel-S])ile". ,Es werde by dem K. durch 
das Gewett so vil Gelt verspilt, daß etwan utf einem Satz 
zwenGuldin liggen tüegind." 16()4,Z; später: ,daß solich 
K. sonderliclien an Sontagen zu Aabent eben gar ge- 
mein seige." S. auch Sp. 145 0. — Kumedi-. .Die von 
denen älteren Herren Siech- und Schuldieneren hiesiger 
Statt wider das Comödienspihlen eingegebene Weisung.' 
1730, Z RM. Uneig. : Mit dem Mühri:rehe>' und Kotnedi- 
spile'i, irie's oom X. ... (f macht wird, het d'Schmz nit 
(fleht. Oltner Nachr. 1916. — Charte"-. Der Tüf'elbim 
Ch.; s. HZulliger 1924, 62/7. Um einem Spieler das K. 
zu verleiden, muß man ein von ihm gebrauchtes Spiel 
einer Leiche nach ins Grab werfen. I)Ge,mi'. 1904. — 
Fas-nacht-. ,I)as sy [die Untertanen] uti' jetzt nechst 
künftige vasiiacht sich ... alles butzen-, böggenwerchs und 
v-en[s] fryggenzlichen müeßigind.' 1576, Z. — Ballen-. 
,I;Usio pilse, das B.' Dexzl. 1677. 1716. — Brett- s. 
hrett-Kjiileii. — spilcnd. '/ai spi/en 1 {a mullt). ,Sy sach 
ain Hecht, das ... fiior rech[t] sp. liin und her." EStaoel; 
s]]äter: .Das selb liecht fuor recht sp. und sich frowend 
in ir.' , Vor Augen sp.'; s. BdVin47u. .Mit spilnden 
äugen.' Kim;. Uneig.: .Das ain schönes Hecht recht als 



ain Stern vor ir [einer Sterbenden] antlüt erschain und 
das es recht tett, als es sich frowte mitt ainer sp-er 
fröd." EStagel; später: .Dosach sy ... ir sei in der selben 
klarheit und in sp-en fröden.' Zu Bed. 1 c; ,Sp-e Stuck'; 
s. Bd VI 380u. Zu 2 a. .Ludibundus, S])., spöttisch.' 
Denzl. 1()77; .sp., kurzweilig.' 1716. Uneig.: .Der tür sp. 
Eidgnoß'. von Kardinal Schinner. Ansh.'' IV 139. — 
Spilens. SpiKs mache," = spilen 2aa. H. — g'-spilt: 
1. in der RA. wie g. sv^, = wie gemacht (Bd W 35 u.). 
Wenn ich das Lied g'höre" singe" : ,Man wiiaschet gtieti 
Zite"\ isch [ist es] wie g., chunnt mir de Si"" grad an. 
en Freiheitshaum. Stütz Gem. VI 196. — 2. adj.. riskiert, 
gefahrvoll GrKI. Das ist en g-i G'schichti, bi söttem 
[schlechten] Wetter s'gän. Ja, es ist en g-i G'schichti, 
es [ein Stück Vieh] no''' länger z'h'halte", wenn ein so 
schöner Preis dafür geboten ist. — un-. ,U. sin', ohne 
zu spielen: ,Ir verhiten Schelmen, mugent ir hütt nit 
ungespilt sinV" 1424, Z KB.; s. den Auf. Bd VI 692o. — 
A\irli Stilist inlul. 

ab-: 1. im Spiel abgewinnen. Amn.ef< Chnecht oö 
Fränkliu. MHeimaxx 1913 (B). — 2. retl., ab-, verlaufen, 
vom Spiel. Uneig.: Es liät-mer sech guct, schlicht ah- 
g'spilt, ich habe Glück, Unglück gehabt BLau. — ab- 
g <■ - s p i 1 1 : = ab-ge-chartet (Bd III 489), -ge-richtet 2 (Bd VI 
399) Z, so Lunn.. Russ. und It Spillmann. (Das ist) en 
a-i Sach, en a-s Wesen. — Vgl. Gr.WB. I 12:5. 

über -. Nur ü b e r - s p i 1 1 (in A pI. -spült, -spiilt) : über- 
spannt, übertrieben Ar. so Her.. I. (auch It T.). 06«"- 
spölt Sache"; s. Bd VII llOM. Bes. als Steigerungsadv. 
'sge^d mu''n u. schö" Wiftter. Alpenp. 1872. G'furli'''', sefb 
isch-si [die C'holera], Das g'späert-iiie." bim Tonder dem 
ö. gaulige" Namme" scho" a". JMerz (ApI.). S. noch 
süffelen (Bd VII 358). — Mini. nher^pUn in aiidcin Bfilil.; 
vkI. Gr.WB. Xr2, .56:!. 

üf-: 1. a) entspr. spilen äay (Sp. 175). Musik machen, 
bes. zum Tanz; wohl allg. iSi hat g'gigen un'' afg'.'ipilt 
FJ. Wo-n-er umhi" hei"' cliunt, so g'hüört-er singe" iin<i 
ü., Übers, von Luc. 15, 25. Dial. (BSigr.), ü. und tanze". 
ebd. (LStdt; Ndw; ZoStdt), wie-si drinnen üfspilend und 
tanzend, ebd. (GnChur), d's Singe" u"^ [d']s I'. ebd. (Aa 
Aar., Zof.). Se, Giger, 's isch Chilhi, spil üf! ALGassmanx 
1918. 8. noch Bd IX 2271 u. .Diejennigen (Spilleüt), so 
als Ungehorsamme in der Statt aufspillend (sollen be- 
straft werden].' 1689, Z RM. .Bei otfenlichem Autl'spielen 
der Pfeitferen, Geigeren, Lyreren, Hackbrettlereii und 
anderen Lnmpengesinds.' 1703, Z. .Wie wan ein S)iilman 
auf einer Geigen sehr traurig aufsiiielete." .\. XIX., Tu 
Eschenz. Eisj Stückli. Ei"s ü. Ei"<'m ii. B und sonst. 
,Erkhundigen, wer... diejennige Spill ütseigind, so jungst 
frömbden Töchtern von Bern im Neüwenmarkt utfge- 
spilt haben sollind.' I(i71, Z RM. ( Ei"''m ) es G'sälzli 
H.\ s. BdA'II 1579 M. Einmal mit Akk. des Instruments: 
Juhü, 's i.'it Chilbi hül! . . . Mi" Giilti sjnlt 's Trampetlli 
äf. MLienert 1913. Bildl. Im Lugnetz üs .spill <t üf und 
die Andere" tanze" naf'' sinem. Wille". J,Jök(!kr 1920. 
.Das soltest bedenken und lieher still schweigen als 
solche Schandlügen aufsiiillen und geigen." 1714. Lie». 
Dö fangt'.f a" ü., dli. regnen ZWalt. Dö unirl iez nid üf- 
g'spilt. heißt es etwa, wenn man von den Plänen der 
Gegen]iartei Nichts wissen will. ebd. (.eine Zeit lang 
Lieblingsphrase der Waltalinger"). — b) entspr. spilen 
2rt9, ein Schauspiel aufführen Bs (Seiler). Eine" ü.. 
uneig., .Imdes Rolle spielen Tu ; Z. /■■'' ha" ro" dem (rüste" 
g'hdrt, ii-o de'' lang Hannis z' Nacht tue" soll . . . und will- 
ich Quch itiweng en öbermüetigs Bürschli g'si" be", han-i'''' 



183 



Spal(l), spel(l), spil(I), spnl(l), apul(l) 



184 



hl-tiier selber 'denkt: du chönntest iezt dene" Lilte" en 
ordliche" Posse" spile", wenn d'e'"möl andere" Nacht de" 
lang Uannis ä. wördist. Schwzd. (Th). Sich ü. (als ...), 
wie nhd. verbreitet, doch nicht volkst. — 2. (von b aus- 
gehend) Jmd aufziehen, zum Narren halten Gl. Es [ein 
Mildchen] hat d' Straf ilberchii" für d' Lüt üfz'sp.Gi-iKRiFF 
1904; wiederholt. Ei"<'m üppis it., , einen Bären auf- 
binden' ÜL. — Vgl. Gi-.WB. I 742; Martin-Licnh. II 539: 
Schm.' II 664: Fischer I 422 (aurh in Bcd. 2). 

a"-: 1. anfangen zu spielen, als Erster spielen B 
(Zyro); Ndw (Matthys) und weiterhin. Spil du a" ! B 
(Zyro). Böse", Eichle" a. Tu. — 2. uf Öppis a., wie nhd. 
verbreitet, doch kaum volkst. — an-ge-spilt: = ah- 
ge-spilt. ,Eine anpespihlte faltsche Sach.' AzurGilhex 
16.5(;. — Vgl. Gr. \VB. 1465. 

i"-: = spilen lay. Die zirei Pfoste" spilend ufenan- 
deren in, stehen genau in einer Flu('ht GrKI. — Bei Gr. 
WB. III 302 : Fischer II 650 in andern BeiUl. 

ÜS-: 1. wie nhd. a) beim Kartenspiel die erste Karte 
ausgeben, allg. Wer niues« ü. r* Frage zu Beginn eines 
Ganges; vgl. Us-spil. Iiöse",e(sJ Aß \isv/. ü. B' schisse" 
hä"'-mer di''' atnig glich liimJasse" ! ... lie" Pur und 'sNäll 
hä-mer chön"e" zweimöl ü. AHugcenb. 1904. S. noch 
Trumpf. — b) Etw. als Gewinn eines Spieles aussetzen, 
um Etw. spielen, bes. beim Kartenspiel; Syn. üs-machen 
(BdIV4.5u.). E" Maß Wi" ii. Gr. Ein Schaf udgl. ;«., 
= üs-cheglen (Bd III 183) ZHombr. — c) zu Ende spielen. 
,Wie sy mit einander im brett den lurtsch umb ein haller 
gespilt haben ... und spilten daz s))il mit einandern uss 
und er gewänne G. den haller ab.' 14G5, Z HB. ,Und 
spilten das spil uß und gewunn er daz sp.' um 1500, Z 
Mann. D' Orgele" het just üsg'spilt glia". RvTavel 1913 
(BStdt). ,Sin passion ft.'; s. Bd IV 1664 u. (Fris.; Mal.). 
Usg'spiU ha" 1) eig., It Zyro bes. in der Lotterie. — 
2) uneig., von einem Totkranken, geschäftlich Ruinier- 
ten, gesellschaftlich oder politisch Kaltgestellten Ar und 
sonst. — 2. Jmd, auch Etw. karikierend, verspottend 
darstellen, nachahmen ; übh. aus-, verspotten, zum Besten 
lialton AaF.; Bs; BE., Hk., R.; L; G; Sciiw; S; Uw; U. 
Syn. spilen 2 (f ? (zu Ende) und .?c (Sp.l 76. 180) ; üs-anteren 
(l!d I 349), -machen (Bd IV 46). So Personen, politische 
und andere Vorkommnisse, Einrichtungen usw. bei 
Fastnachtsumzügen, -sjuelen BsStdt ; aScHW (s. auch Schw 
l''asn. 1898, 7). Das trerdä d'h'otenimrgcr [an der Fast- 
nacht] spillä und darbei der Tirolerä Einfalt ausspillä. 
T'vRoi.ERSP. 1743. Lüt und Volch ü., an der Gräuflete" 
(Bd II 1709 0.). ScHwzi). (aScHw). Mädchen, alte Jungfern 
ü., bei der Girize"mosfa,rt LG. Im mittlem [Aa] Frei- 
amt wurden heiratsfähige Töchter, die keinen Schatz 
liatten, an der Fastnacht ,ausgespielt', dh. als Hexen 
oder häßliche Jungfern Verkleidete schlichen sich in 
Häuser, wo erwachsene Mädchen waren, von denen man 
wußte, daß sie nicht .kilteten', machten sich in der Küche 
etc. zu schaffen, bis sie von vermummten Häschern mit 
Gewalt herausgeholt, zu einem im Dorf herumfahrenden 
Wagen geschleppt und dort auf öffentliche Versteige- 
rung gebracht oder nach dem ,Girizimoos' abgeführt 
wurden. AfV. VI 116 (SMeier). In AAWohl.f. wohl mit 
1 inuleutung, spez. auf die Versteigerung der alten Jung- 
fern des Dorfes bezogen, die eine der Lustbarkeiten an 
der Hauptversammlung der ,Göttigesellschaft' (Bd II 
527 u.) im ,Girizimoos', ihrem Stammlokal, bildete 
(Elsler). Von Nachahmung der Redeweise, Stimme. Ja, 
seid de'' Nazi. Ja, spilt-e" der Ödel äs, was ja ? JRoos 
1907. Hesch d'Ägerste" wellen ü. mit dv'^m G'chräi? 



JReinh. 1903. In weiterm S. Si vei"-mer gäng e" Frau 
ge" und keini mit Manier, es Selze^''- Meitschi mai-i''' 
nit, das Lut-U. cha""-mer's nit. Schild 1873. Das'-mer 
d' ühind . . . keif andere" Name" me'' g'seit hei" ah . .. 
's Cheßlernauggi und mi'f< üsg'spilt und g'nar^et hei" uj 
alli Manier. JJoach. 1892. ,Du weißt, wie es mir in 
Kirchberg ging, wie man mir da die Kindermutter vor- 
hielt und wie man mich sonst auss]iielt an allen Orten.' 
GoTTH. ,I)u willst mich nur bös machen und ausspielen 
[zum Besten haben].' ebd. - Vgl. Gr. WB. I 977 : Schm.'Ml 
«64: Martin-Lienh. II .539: Fischer I 522 (auch in Beil. 2), 
ferner Va-Sjiil if>\^. 137u.). — üs-spilig: Spottsüchtig l;I. 

use°-: 1. ,Etw. beim (Karten-)Spiel gewinnen, 
herausbekommen' Bs. Vgl. u.-schießen 2 (Bd VIII 1403). 
— 2. abs. und uneig., zu einem Ende führen, heraus- 
kommen ; Syn. u.-cho". Einst [!] tuen-if'' nä':''-me» Pföstli 
zile", i''' hätt das Amtli gar gern g'no" — henu, tcie tuet 
das u.? Es hefs en Andre'' ühercho" B ((iötti 1884). 

ver- I, Ptc. in WVt. auch -spilu" (s. unter Ibfi): 
1. a) Etw. als Spieleinsatz verwenden, um Etw. spielen. 
,Es sol oueh ir deheiner sinen hengst, pherit und har- 
nasch weder v. noch der in deheinem weg abkommen ane 
des houptmannes wissen und willen.' 2.H. XV., Bs (Ver- 
trag mit einer Söldnertruppe). ,Daz auch die obersten 
in [Christus] verspottetend am crütz, die kriegslüt vor 
siuen äugen sine kleider verspiltend.' IjLav. 1583. ,Wan 
Einer an erlaubten Orten und Zeiten spilte, der solle 
nit mehr als ein Taller auf einmal v. und verwedten 
mögen.' U Mand. 1780. — b) im Spiel verlieren, a) im 
eig. S. allg. Sv's Gelt v. Houteli he! was han-i''' g'seh"'? 
's Hüetli uf der Site", 's lioß verchauft und 's Gelt ver- 
spilt, jetzt chan"-i''' nümme'' rite" Z; s. noch HanscH- 
MannifiAW 261; auch Aa; BDärst. ; Gl; GBuchs). Ha" 
g'ehärtlet, ha" g'cheglet, ha" 'sGöltli rerspilt, ha" d'M eitle" 
nüd g'liebet, jetz sönd-si so wild. Firm. (Ar); ähnlich Ap 
VL. 1903, 34. Lirmn Lärum. (Lirum Bs) Lijffelstil, de'' 
Bantli ( J(igg( elji) hat si:" Frau verspi/t, er Ität-si wider 
g''"unne" z' Basel i" (a") der Sunne" SciiSt., er het-se 
leider g'funde" in ]mnderttüsi"g Stunde" Bs. Hfis und 
Rei(me") o. Aa; Th; vgl. Bd II I276u. Alls v. In den 
ä. Belegen von a nicht sicher zu scheiden. ,Er ... habe 
das selb guot verkarted und verspilet." 1389, Z RB. 
, Einem zuo Klingnow hab er verstollen sin switzerdegen, 
den verspilte er für 15 fi.' 1463, Z KB. ,N. hat ingeleit 
11 stuck golts und spricht, er habe 10 stuck verspilt 
und 3 verzert.' 1476, F Beuterodel. ,Er verspil, was er 
ankon mög.' 1530/3, Z Ehegericht. Der Landrat er- 
laubte, es möge Einer während des Tages, , verspiel ers 
oder gwünn ers', um eine Nidel und ein Irami Kastanien 
spielen. 1552, MDettl. 1860. ,[N. hat das durch Vieh- 
verkauf eingegangene] Gelt ... nach und nach mit gueten 
Bruederen verprasset und verspilt.' 1675, SiuiSt. , Ver- 
spielen, hulo perdere.' Denzl. 1677. 1716. .Alldieweilen 
Wittwen und Weisen ... nit in eigner Haushaltung ... 
seind ... ob sie schon Etwaß versjiililen, hingeben, ver- 
schenken und dergleichen verenderen wurden, das Alles 
soll ihren Eiteren und Vögten ohne Entgeltnuß wider- 
kehrt ... werden.' 1687, AaK. StR. .Liederliche Bursch 
. . . die, so bald sie einen Rock oder Paar Strumpf zu 
viel haben, selbige alsobald verspielen, verdeboschieron 
und versaufi'en.' JMuralt 1712. ,Aber, lieber Lands- 
knecht, spare, wann du hast, verspiele, versauffe, ver- 
debouschiere es nicht.' ebd. S. noch Bd II 1742 fver- 
hüsenj; V896M.; VI 444 c; VH 1681 u.; VHI978o.; IX 
367 u. ; Sp. 120 u. 1 73 M. 181 u. Oft mit unbest. es oder abs. 



185 



Spal(l), siicl(l), S|»il(l). s|iol(l), s|ml(l) 



18(j 



Er hät('s) verspilt. .Daß der kncclit vers|)ilt liette und 
sin gewaud versetzet.' 142::!, Z IIB. Kefl., sich im Spiel 
völlig ausgeben, Alles verlieren: ,I)a sind täglich uf 
S. Peters plaz, uf dem Camiiotlor und an den herbergen 
semliclie spil beschelien. derglichen nie gehört noch ge- 
sehen, um kostbare kleider, siden, kleinot [usw.] . . . da 
ir [der Kriegsleute] vil sich so gar verspilt hond, daß 
si, uß riiweu ires verlonieu glucks verzwiflet, blinz- 
lingen in Tiber gelott'en.- 1527, Axsh.V 208. RAA.; vgl. ß. 
Sc, trink aw''! het Die (/macht, wo DU'' so dach uf der 
Schabelle" g'hocket isch, wie wenn er 's Faradis verspilt 
hält. JKei.nh. 1905. Wäge" g'irinnt und Wäge" verspilt 
Gr (Tsch.). Überseh" ist au''' rerspilt; s. Bd VII 545 u. 
,Uing gewonnen, ring verspielt.' Spuww. 1824. ,Erst ge- 
wonnen, letzt versiiielt.' ebd. ,|Kdelmann, der abgewirt- 
schaftet hat:] Min herrschaft, schloß istalls dahin, büß 
und lioft, weiß nit, wo icli bin, ackerland und matten, 
zins und gült; gscheen ists, der klucker ist verspilt.' 
KCys. 1593. S. noch Bd VI 1612 M. — p) uneig., mit Bez. 
auf Wetten. (\Vett-)Kampfe, Prozesse, Handelsgeschäfte 
usw. allg. /> Wctt, cn Prozeß v. Ap; Th; Z und weiter- 
liin. i's gebi e" Schlucht, die ... das Batallion Luzzi 
wi'test verspilli. J Jörger 1918. E" Frau v., durch Sprödig- 
keit verscherzen, von einem Liebhaber. Bund (S.) 1922. 
, Werdend wir berichtet, wie liederlich und leichtlich 
Dasjenige, so mit Mannheit erhalten, auß Zagheit und 
Unordnung wideriimb verloren und verspilt worden.' 
AxiiORX 1130.3:29. ,I)as werte Vatterland, sag ich euch 
heut, verspilt oder bhalten wird in disem Streit.' Sphkciier 
l(i72. Mit ijuant. Akk. pi'Iia" vil cerspiltbi dem Handel, 
klagt ein Händler. Alls verlöre", Alls verspilt .... aus 
dem Bericht über eine Schlacht. Grvxder 19011. We)in 
d'Frau nid hfisel und d' Chat z nid müsei und der Hund 
nid billt, so ist Alls verspilt L (Ineichen); ZU. (Messi- 
kommer 1909). 3Ii" miies^ mime" hiege", das'-er [ein 
Kranker] gäng toll iissi ... de"" sig no^'' Nüt vers2)ilt un'^ 
er werd de"" ivol wider z'weg cho". LoosLi 1921. S. auch 
Bd II 022 u. (Göldi 1712). Erweitert mit an. Er hat «" 
st"«Hi Hüs, wo-n-er verchauft hat, vil verspilt SchScIiI. 
Z'Simpilw het-er [ein Säumer] e'"mäl ab-er Lattu" es 
ftets, g'näschw's Hämd g'no" und ang'leit und si"s 
h'schißnyiemufg'heicht. De" Kamerade", die g'lachethent, 
het-er g' seit: Schi verspilunt a" mir Kid. mi"s ist d's urlier 
Hämd und z'wäschu" hent-sus der Wil. W Sagen. An 
churze" Bosse" und lange" Stiere" ist SAt z'v. L (In- 
eichen); vgl. Bd VI 1414M. Es v. Aa; Bs; B: Scir; Th; 
U; Z: wohl allg. Er hät's rerspilt, ,den Kürzern ge- 
zogen'. Ane Sübezgi lietti"d's d' Franzose" nid verspilt, 
wenn ... ScHSchl. (iib-i<^>' im Brutstand scho" näfhe", 
se han-i'i''s im Estund lang verspilt. Schwzd. (ZWtb.). 
De'' [ein vermeintlicher Nebenbuhler] ist wider diheim? 
Guet Nacht, iez häsch-es verspilt, du', sagt ein Freier zu 
sich selbst. ACoku. 1860; später: iez isclt-es verspilt. 
Spez. : ,Er hat es müssen v.', sterben müssen U; vgl.: 
[Eine Frau betet : ,Und wenn ich ringe mit dem Tod . . .' ; 
der Mann, sie unterlirechend:] Dann verspilsch-es, bim 
Eid verspdsch-es.' ZBül. (l'tzinger). Erweitert. Es mit 
Ei"'m V.. seine Gunst verscherzen Ap: Bs: Tu und weiter- 
hin : Syn. cer-c/MM'/i/i'*) (Bd III 12():auch Bs. Ein Schüler, 
der sich vom Lehrer unirereclit behandelt glaubte, er- 
klärte nachher: De'' het's iez al/cr verspilt init-mcr! Ap. 
,Von da an hatte es der Vicari verspielt in diesem Hause.' 
GoTTH. Häutig abs. Hilr ge.it der 3Iär>''t nit guet, mer 
werde" v. miieße". JJöruer 1920. Verspilt ha". F'' ha" 
verspilt [in einem Prozeß], mi"s schönst Stück Wald ver- 



löre". Grcnder 1906. Fl' ha" g'hdre" säge", wenn Eine'' 
dort [in der vom T'eufel gebannten Ischhi'itte"] chönn 
der Furofen a"zünde», so heig der Tüfel rerspilt und 
d's Banne" hör uf. EFiscuer 1922. So ghör i wol, as 
wenn die Messischa [Katholiken] gu-unna und nüd ver- 
spielt hättind, irils/l/Bärnera nüd händ möga Hberlauffa. 
Göldi 1712. ,Sigen werden die Bauren, wann schon der 
Herr verspilt.' Flcc.schript 1712. Etw. verspilt (tw.fiekt.) 
gii". Z'letst am And han-i"'' g'wettet. i"'' wöll deheimen 
all Sehibe" vertrome", oni das" Mareili es Wort dcrzue 
säg . . . «'"* wew-es Öppiis säg, su well-i'''' ufvnner ChOste" 
neu la" glasen «('"' /w* e" FeufeMdrlBger verspilte" ge". 
LoosLi 1910. Der Tod hed due si" Wetti ventpilti gc" 
miieße". JJörger 1915. (Es Aa; B) verspilts (B), ver- 
spilu»s (WVt.), verspilt (Aa; B; S) ge". F'' gibe"'s ver- 
spilt, erkläre mich besiegt B (Zyro). TI7// verspilw's ge"? 
fragt etwa der Schwinger seinen besiegten Gegner, be- 
vor er ihn aufstehen läßt WVt. Wi}r we't-siri' au"'' grad 
go" ge" fiirchle" vor-eme" lilöße" Bot und, s'elber au<^'i nor- 
me" Froziißli'^ Domit er.^chreckt-me" de" Vogt mr'' nid, 
das'-er's iif und verspilt gab. RMüller 1842. Ändlige" 
.sl"-si [die einen Hasen Verfolgenden] z'rugg u"'' hei"'s 
verspilts g'gt", ds" Has z'föh". AfV. (BRohrb.). De'' 
[Einer, der eine Wette eingegangen ist] het du erchennt, 
er well's verspilts ge". Loosli 1910. De'' het nit verspilt 
g'gii", nach einem vergeblichen Kaufangebot. JReinh. 
1901. Mucfch gäng 's Beste hoffe", muesch nit verspilt 
gii"! ebd. 1907. Der Vatter het mäitgisclt [zum Sohn, der 
auf der Brautschau kein (ülück hatte] g'seit: Muesch nit 
so gleitig verspilt ge", gang nur'' einisch! EFischer 1922. 
,Den geschlagenen, aber noch nicht ver.spielts gebenden 
bürgerlichen Parteien.' Baierxst. 1902. S. noch rutzen 
(Bd VI 1934), ferner Bd II 73 o. (HPest.). — i. unrichtig 
spielen LMenzb., Stdt. — ver-spilt; (allzusehr) dem 
Spiel ergeben, spielsüchtig; Syn. spilerisch. .Und redent 
abersy [die I'äpstischen], derjifatf ojifere den son Gottes, 
wie verhuoret, v., vertrunken und vermocht er jocli 
sye.' HBii-L. 1532 (V.). ,Stehet ab . . . von ewerer Leicht- 
fei tigkeit in Kleideren, in Geberden, in Worten und 
Werken, von ewerem v-cn, vertrunknen, liederlichen 
Wesen.' JMvi.ler 1605. ,Üppiges, leichtfertiges, zehr- 
haftes, v-es Wesen.' ebd. 1673. ,Daß nicht allein fromme 
Eiteren über ihre v-en Buben, nicht allein Weib und 
Kinder über ihre v-en, verdebouchierten Vätter, sonder 
auch die ganze Ehrbarkeit . . . über dises im hohen 
Schwang gebende Laster [des Spielens] seufzen und 
klagen muß.' .^Iillnhler 1688. — Mhil. r.r»y/i7n in Huil. 1: 
vgl. Or.WB.XIIl, 14ÜS/'24: Martin-Lienh. II 5:!li : CliS.-hinidl 
iSMfi, 101 : Fischer II 1:^44: Wander IV 1.58i». 

vor-: l.wienhd. ,Pra;-,proludo, v.'Dexzl. 1666/1716. 
Im Kartenspiel (.laß) s])ez. a) = üs-sp.la Z. Eine?n eine 
Farbe v., beim Jaß zu zweit dem Gegner, beim Kreuz- 
jaß dem Partner, um diesem anzudeuten, daß er nachher 
die selbe Farbe ausspielen soll (vgl. nächen-.^p.'. ebd. — 
b) abs., auss])ielen, bevor man an der Reihe ist. ebd. — 
2. von (neu aiisHiegenden) Bienen, einen Orientierungs- 
tiug machen. Imkersi'R.; vgl. Vor-Spil{fii). 141 c), ferner 
Bergmännli l.'-'85 Nr 16, 61. — Spätahd. iiihd. voriti>il(e)n; 
V{.'1. Sandars II 1140c. 

mit-: wie nbd. — Mit-spiler ni. ,,M. im brätt (der 
mit einem im brät spilt), collusor.' Fris.; Mal. Auch hei 
Denzl. — V?l. Gr.WB. VI 2637/8; Fischer IV 1707. 

nä'=''ve")-, no^( e" )-: im Kartenspiel, die selbe Farbe 
weiter ausspielen, die man selbst oder der S]iielpartner 
vorher ausgespielt hat Z und weiterhin; vgl. vor-sp. Syn. 



187 



Spal(l), spelil), s|m1(1), sjMild). spiild) 



188 



n.-ziehe.H. Du hcttist ■<<ul'f" Fiirh (iVö.se" usw.) ii.. zum 
Partner. 

liri'tt-; im Brett spielen. Nur im Inf. , Was werdend 
die jungen luiorcn papstspfaffeu auder.s lernen weder 
liuoren und lir. V /winui.i. S. auch Sp. 120o. (um 1520, 
A.iBr. StH.). Sulist. ,Zedel dem kouffhusl<necht al)stel- 
lunsliall) des liriltspillens.' 1.061, Z RM. S. noch Sp. ll'Mt. 
(Z Maud. 1530). — Vgl. (ir. WB. II 378 (:!. Pl.Pras.). 

z°-säme"-: wie nhd. zusammenspielen. 1. = .sjjfct 
Inf, zsi)assen, sich zsreinien, harmonieren, so von Ehe- 
leuten, Freunden Ni>w (Matthys); USch. Uie zwei spile"t 
(loch iiwi' (jar tut z'xüine" USch. Mier zimi tätet nitrßet 
.-.ebd. — 2. entspr. .s7)(7(>H2rtY(Sp. 175). ,Diel2kaißerliche 
Musicanten ... s])ihlten mit solclier Lieblichkeit, Kunst 
und llarmony zusammen, dalJ sich Menigklich darül)er 
verwunderte.' GKünig 1715/7. — Vgl. Sanders II 1140c. 

durch-, ma. diir'^'ie''-, dü.i-<^'>e"-: wie nhd. durch- 
spielen. ,Die ganz nacht d. oder kurzweilen, iequare 
ludum soli; das d. die ganz nacht, alea pernox.' Fris.; 
Mau; vgl. «^t?CTj 2ati(Sp. 173 o.). — Vgl. Gr. WB. II 1687/8. 

Spilerbzw.-i^-(-H-I<'J.), inArltT.auch Qe-spPIer 
— m.: wie nhd. a) entspr. spilen 2«ß, vom Glücks-, bes. 
Kartenspieler. allg. Syn. fipil-FHz, -Fotz (Bd I 114!.). 
115.5), -Joggen, -Chatz (Bd III 2GM. .593), -Bueb (Bd IV 
942), -Baiz (Bd VI 191()), -.SocA' (Bd VII 683) ; Spiler-Fink 
(Bd I 8G7). 's ist Nieincrt hüsUchcr als en Sp., er möcht 
allffunl g'<'unne" ScnSt. (Sulger). S. noch Bd VIl 355 
(Süffer). 386u.; Sp. 117 o., ferner Schild 1866, 36/9 (Der 
Sp.). ,Lusor, sp.' Voc. opt. ,Sp.' neben ,raßler, scholderer' 
ua. 1508,AAB.Formelb.(,Sinonima'). ,Hargegen schulten 
die brüeder [des Spitalordens] iren meister ein . . . huorer, 
prasser, on verschonung heiliger zit tag und nacht sp., 
vertüejer.' Ansh. .Er sye liederlicli gsin mit uBtragen 
lylachen und anders, auch iro spiler ins hus gfüert.' 
1541/3, Z Ehegericht. ,Sp., lusor; ein rechter sp., ders 
wagen dartt', aleator, aleo.' Fms. ; Mal. ,Ey, ey, waß will 
ich z Händen nehn? Es will mir Niemä me Dings gän, 
muß gfressen han, bann aber Nüdt: wie seind doch 
d Spiler arme Lüt!' .IMahi,. 1620. , Denjenigen silbernen 
Becher betreft'end, welcher nnder etlichen Sp-en gesetzt 
und durch unseren domaligen Amtsman zuo unseren 
Händen bezogen worden.' 1659, Aa Rq. 1926. ,Lusor, 
aleator, aleo, Sp.' Denzl. 1666/1716. ,Aleator quanto 
in arte est melior tanto est nequior, je besser Sp., 
je böser Schalk.' ebd. 1677. 1716; ähnlich (.je böser Bub') 
bei Mey. 1677. 1692. ,Sie [die Wirte] sollen auch einlebe 
Frässer, Säufer, Spihler nit dulden.' um 1700, BSi. Rq. 
1912. ,Ein AVirtshaus, da man Huren und Buben, Spieler 
und Raßler aufnimmet.' .TMever 1700. S. noch Bd VI 
12.S3 {Baßler. 2 mal). 1441 (Bößler); \ll 355 ( Süffer ). 
526 0.; Sp. 147 u. 181 o. Über die Sage von den 3 Sp-n zu 
Willisau vgl. Leu Le.\. XIX 474, ferner Schihen-Simel 
(BdVII955). ~ b) entspr. sjjikn Say. allg., doch nicht recht 
volkst.; meist in Zssen wie ( Hand-JOryele"-, Klarier-, 
Harpfe"-Sp.; s. auch u. — c) entspr. spilen 2aS, Schau- 
spieler. Wil jitze" di Spiler iri Gostilm abzieh", nach 
einer Theaterauffübruug. Loosli 1910 (BE.). S. noch 
Äc/ia!«?c-,S>i? (Sp. 159; Fris.; Mal.). — A'gl. Gr. WB. XI, 
2:388/91; Fischer Y 1-5:57. In Namen; s. auch die Anra. zu 
Spmnler. Tl'Sinlerllhiiel'i-''. Vhcrmma BRnbrh. Flurn. ,Spieler- 
Wesr' AaBirrliard. 

Flöte"-: zu Spderb. Du ungliickselige'' Fl.! zu 
Einem, ,der im Glauben, Etwas gescheit gemacht zu 
haben, gehörig anrennt' L (.ILBrandst.). — Umbildiins' 
einer bekannten Stelle aus Si-hillers Kabale und Liebe V 'i. 



Komedi-: = Spiler c. ,C., histrio, Indio, hidius, actor 
comiediiB.' Fris.; Mai.. S. noch Aoenfürer (Bd I 104). - 
V^l. Gr.WB. V l(i84. 

Kuenzen-; wer ,Ivuenzen-Spil' (Sji. 145) treibt. 
SpRBNr.. — Vgl. Gr.WB. V 2755. 

Liren-:=7jM'eri(BdIII1371). , Die weil ...mancherlei 
unnötige Personen, als Segensprecher, Singer, Höherer, 
Leyeren- und anderen untüchtigen Saitens|iieleren |! | so 
Manns- und Weibspersonen, manclien Weg brauchend 
und in unseren Landen Berg und Tal durchstreifend, 
auch alle Sonntage und andere hoche Tage und l'este in 
merklieber Anzahl besuchend, dardurch groß (ield 
allenthalben aufgebebt wird ... dieselbigen untüchtigen 
Personen sollen in unserem Land und (iericht nicht mehr 
gestattet . . . werden.' GkKI. LB. — \g\. Gr. WB. VI 687. 
Marionetten-. ,Dem Marionettenspieler ... ist auf 
dem Fuß, wie ehemals, bewilliget, über bevorstehenden 
Markt allhier spilen zu dörfen.' 1726, Z RM. — Markt-; 
wer (auf Märkten) berufsmäßig mit Glücksspielen 
(Kugelspielen udgl.) herumzieht; vgl. Trüllen-Sp. , Per- 
sonen, die man insgemein heißet Ballotini oder M-er.' 
1727, Absch. VIII, 1154. — Bock-: wer das ,Bock(s)- 
Spil' (Sp. 151) spielt. ,Nun luogend [ihr Ratsherren], 
das ir das spyl rächt mischlind. Dann mich bedunken wil, 
ir tüegind imm glich wie die falschen b-er, die uff der 
karten bögli machend und ye einer dem andern kau ab- 
heben. 'HBull. 1572 (aus einer Predigt von L.Iud von 1532). 

Ballen-; ,Pililudias vel pilicrepus, B.' De.nzl. 1666/ 
1716. — Vgl. Gr.WB. 1 109:i; Sanders II 1141a. 

Brett-. ,AIeator, Würfel- oder Bretspieler.' De.nzl. 
1666/1716. — Sehon s]iätmhd.: vgl. Sanders II 1141a. 

Rößli-: yitAi\-/.\iB.-Spillh. ,[Beim Zeitglockenturm 
in Bern] sahen die Bäurinnen etliche junge Bürschchen 
stehen, die keine Halstücher anhatten, sondern den 
Hemdkragen breit herausgelegt; trugen auch feuerrote 
Kappen und rauchten aus klafterlangen Pfeifen . . . Babi 
meinte, ob es etwa lutherische Fastnacht sei; die Base 
... äußerte jedoch die Vermutung, die Bürschlein wären 
R-er, was umso wahrscheinlicher, da einige lange Sporen 
anhatten. Aber ein Milchmann ... berichtete die Frauen 
mit Lachen, es seien keine R-er, sondern Studenten.' 
AHahtm. 1855 (S). 

Seiten-; wie nhd. ,Die stimm der haifensiiileren 
und s-en, pfeift'ei-en und pusauneren.' 1530/S9, Uffenb. 
S. auch Lireii-Sp. — Auch mbd. ; vgl. Gr. WB. VllI 1 670. 

Schanz-: Glücksspieler. ,Ichmein,du syest lang ein 
seh. gewesen, so wol kanst du zuotragen.' Gvrenr. 1523. 

Schau"-, auch -Spileri" f.; = Spiler c. allg., doch 
nicht volkst. ,Schauwspiler, die spil machend und hal- 
tend, scenici artifices, histriones.' Fris.; Mal. S. noch 
J.ymWre'/-(Bd 1104). — Vgl. 6r.WB.VII12::176;FischerV728. 

Taschen- (ä. Spr.), in Nnw Täschli-: wie nhd. 
Taschenspieler. ,Pilarius,Gauckler,T.'DKNzL.16G6.I(;77; 
.Taschen-'. 1716. .Wegen der frömbden ... Taschen- 
siiilereii [l| ward erkhändt: daß, wann sich bei Anlas 
bevorstehenden .lahrmarkts einige Taschenspiler allhier 
anmelden möchten, selbige alsobabl wider fort und ihres 
Begehrens abgewiesen ... [w-erden] soUiiid.' l(iS4. Z RM. 
S. noch Zaiiher-Segner (Bd VU 471) und Bd IX 1491 o. — 
Vgl. Gr.WB. XI 1, 15:i. — täschen-spilerisch; nach 
Art eines Taschenspielers. ,[Bei einer Rede] soll man 
sich hüten, daß man niemahls mit den Händen klopfe 
oder selbige auf die Brust schlage, dann das käme 
schreyerisch und t. herauß.' HKeller 1729. 

Trüllen- s. Trüll-Spil (Sp. 161). 



189 



Spal(l). spel(n, spild), .si)ol(l). spiiKD 



190 



Spileri, -ei f. Vom Glüikss])ipl : , Kommst du zue 
mine" BnieJere" drei, si seile" lo" vo" Spielerei', aus dem 
Liede vom iSchötzeusclimied-Auneli HsHirs. (SV. H)18, 
18);vgl.ebd.5/7;ALüt.(Sasen)7(); LToMerVL. 1118/21. 
Im nhd. S. verbreitet, doch nicht volkst. — V;;!. Gr. WB. 
XI, 2391/2. 

spileriscli: wie uhd. ,Lusorius, sp., zum Spiel ge- 
hörig, item das nit Ernst ist.' Dexzl. 1666/1716. Auch 
bei Spleiß 1667, 170/2. Spielsüchtig (Syn. oer-spilt): 
,[Nach dem Sündenfall wurden die Menschen] süwisch. 
unzüchtig, huerisch, sp., sauö'erisch [usw.].' Pakac. — 
Vgl. Ur.WH. Xl,2:i!)2/3. 

Züpfe"-Spilet m.: = Z.-Mamxet (Bd AI 9.5.5), in 
der Weihnachts- und iv'eujahrszeit gespielt; als Spiel- 
gewinn dienen gelegentlich auch Laffli. Würste B, so 
Burgd. ,Zü]itenspielet am Weihnachtsdonnerstag zu 
Ferrenberg bei Wynigen, wozu freundlich einladet F., 
Wirt.' B Ztgsanzeige. 

spiligf-//-_J, in BSi. (Imdb.) ij'spiliy: 1. scherzhaft, 
gerne Spaß treibend BSi. (ImOb.). K^ <j-e>' Ma"". — 
2. = hockig 1 (Bd IV 1130) GrS., Ths, Tschapp.; vgl. 
spilenia^ (Sp. 176u.). B'ßeiß int spillii/i. — Vgl. Gr. WB. 
XI, 2402/3 : IV 1, 4153 (,i;i'spicliir') : Martin-Licnli. II .5:!!! (in 
Bed. 2). 

Ge-spil Schaft, in Gl G'spilii-ch. — f.: I.Verhältnis 
von ,(;espielen'. ,Hab nit vil g. mit dem unglerten, das 
nit deine voreiteren geschmächt werdind.' 1530/89, Sih.; 
, (Gesellschaft.' 1038; |iV| ri[,dc,v.yi':C.B ärtiiSsÜTw, LXX. Ent- 
spr. Ge-spil II 2 b (Sp. Uis): zT. übergehend in konkr. 
Bed. ,[Die Tochter war] in ihrer A'aterstadt unter guter 
G. aufgewachsen.' nilEoXER 1813. .Als dann min wyb 
ein g. mit froweniiersonen an sich gehenkt .. . die selben 
wiber aber ... mir ganz widrig gwiissen, hab ich min 
wyb ... gepetteu ... sich sollicher gsp. abzuotuon.' 1.538, 
Z. ,Sy habe die \. . . . gewarnet und sy pätten, sy wolle 
von der g. ablan und sich dero entziechen und müeßigen; 
sy finde sunst wol gspilen.' 1538/40, Z Ehegericht. 
,Herodias: . . . Ir edlen sollend mit ihr [Salome, die von 
Herodes das Hanpt des .lohannes erbitten will] gan und 
sy in gsp. nit verlan.' Aal 1549 ; dazu die Spielauweisung: 
,Dry edle junkfrowen trettendt der tochter nach.' Neben 
,gesellschaft'. ,Und harumbe sol der möntsche ursacli 
der Sünde Üiechen ... Und harumbe solt du tliechen ge- 
selleschaft, g., kleider, kleinceder.' XIV., Wack. 1876. 
,Er [solle] sich böser gsellschaft . . . abtuon und dargegen 
sy sich böser gsp., argweniger stucken, uß dem büß 
rennen, das alls eim wyb nit zuostat, ouch nit meer 
underwinden.' 1541 ;3, Z Ehegericht. ,Als einist bie einer 
Gsell- und Gsp. vom Kindl)riugen gredt worden, sagt ein 
Wyb: . . .' ScHiMPFR. 1651. ,Hüte dich für böser Gesell- 
schaft und G. ... Böse Gesellschaft machet den Mann 
siech.' JMeyer 1694; s. auch Bd Vni9lM. Entspr. 
Ge-spil II 3. .Die Kränze und G'spiliscbaften [sind] 
regelmäßige gesellige Zusammenkünfte zwischen be- 
freundeten Familien, noch mehr unter Damen und 
Jungen Mädchen, meist den einstigen Schulfrenndinneu 
( G'spilinen). Diese finden sozusagen immer am Donners- 
tiig Nachmittag statt und es wird bei Kaffee und reidi- 
lidiem Backwerk ... gespielt, musiziert und vor allem 
geplaudert.' AfV. (Gl). Zu der ÖstenndiKligxtuhete" 
hät-si'^i' e" (r'apilisck. Vg'finide", iio-me" im Dorf zu de" 
sogenannte" Bessere" 'zeit liät . . . Die Ledige" . . . händ . . . 
z'iiiitzt K.s'.s <*«/)( Tanz tise" es Meitli um d'Hüft g'/'asset, 
das hat da"" sv's G'spili gleitig fare" lü" und ist mit 
<iem Buch Hmme»z'tcirblet. CStreiff 1906. — 2. ,coitHS, 



ein tieischlicbe gsi)illsch. mit einem weib.' Fris.; vgl. 
Spil-iayi, spileu 2 III {><]). 127 o. 17()U.). — Virl. Gr. WH.IV 1. 
41,53/4; Fischer 111.540. 

Spilling f.: freie Beweglichkeit, Spielraum; vgl. 
Sj)il la. spilen 1a. ,Daß die 21ötig- und Tquintligen 
Kuglen ihre Sp. haben.' 1697, Z. Ilneig. ,Weil ... das 
Weibermaul hier nicht diejenige Sp. hatte, welche man 
sonst freilich ... allenthalben zu gestatten unordentlich 
und schafsköptig genug ist.' HPest. ,ln einer (iemeinde- 
rechnung [von ZWied.] von 17()6 finde ich von 65 Ein- 
schlägen im Sihlfeld 166 Pf. 5 '{, Stroifelweidzinse ver- 
rechnet in einer Sp. von 10 L'f. bis auf 10 p.' AHörpx. 
1788. — !?|iätinlicl. Minbimic (Dinfcnh. 18.57, 33Sli); vgl. (ir. 
WB. XI, 2422. 

Chilch-, Chirch-Spil Aa \tU. f-Speilj; BsStdtf: 
B It Zyro; XSi'R.. -Sjiell l ). äSpr. (s. .Anm., wo auch noch 
weitere ä. Formen), Cliilehspel oBs (so Zegl.), B., -spul 
B It Zyro (.ehemals"), Chihpel Bs (Sprenge, in Bed. 2a 
AABr., Leugg., Schenk,, Stand., Z. — n.: 1. = Chih e )ch- 
Höri (Bd 11 1577), Kirchspiel Aa (H.); oBs. li. und 
It Spreng; B (Zyro). ,In dem kilchspel ze Kein.' HC, 
Var. .kilspel'. ,[Das Kloster Muri verkauft] dien 
erbern lüten, Burkart von Obkilchun [usw.], ze der 
gnossen hant gemeinlich des kilchspels ze Meggen 
und dar zuo aller der, die ligeud guot an dem seihen 
kilchspel hant. alle die zinse und mit namen alle die 
rechtung, die wir hatten uf dien gUeteru, du in dem 
selben kilchspel ze Meggen ligent.' 13.59, Gfu. ,Sturhi 
der [ein Mitglied der Bruderschaft] ußweudig dem kil- 
spel ze M. . . .' 1401, AaMbII. StR. ,Die selb hofstat, do 
nu Bern stat, lag zuo den ziteu in dem kilcbs])el ze 
Kunitz.' Just. ,[A1s die Telleherren] die teile mit den 
nßren, so harin besent wurden, angeleit von kilchspel 
ze kilchspel und von man ze man.' 1441, B StKechn. .Es 
ist ouch mins herren recht, das er in den kilchspeleu 
Sangans, Mails und Flums sine amptlüt schicken mag 
ie zum andren jaur.' 1453, GSa. Herrschaftsr. ,Uß dem 
kilchspil schweren.' 1464, BsMutt.; vgl. Bd IX 2095 n. 
,Darumb so müeßent ir ... die selben kilchen ouch us- 
marchen, daß man mög wüssen, wie wit und verr das 
kilchspel gang.' Stretl. Chr. ,Das ein brütgoum zuo 
sinem brutlouf oder bochzit nieman laden sol noch mag 
dann die, so in sinem kilsjiel gesessen sind.' Waldm. 
,Im kilspel zu Sant Steffan [BoSi.].' ,ILexz um 1500. 
,I)as sy [zwei streitende Geistliche] fürhin ietwäilrer in 
sinem kilchspäl belyben und dem mandat statt tnon 
und gelähen söllent.' 1525, B lief. .Usschryben in 
alle kilchspäl des alten landts, der faßnachtfhiire ... 
müeßig ze gand.' 1562, B KM. S. noch Bd II 634 
(glunggenj; IV 738 (Uf-nemer). 1535 (Barch II); VIH 
1749 M. Neben verwandten .\usdrücken. ,fDieLuzenier 
und Zürcher] brantent ufainen tag Münster im Ergöw 
und siben kilchspel an endri dörfer und höf.' Z Chr. XV. 
,In jedem kilchspel oder vogty.' 1489, Z. ,Das gelt, so 
die tuomherren den drygen gmeinden und kilchspelt für 
das zendenmaal gebent." 1569, Z KM. ,|Obmann und 
Pfleger sollen .Mmosenl busarnien lüten in diedrü kilch- 
spel und siben wachten in unser Stadt gehöreinl . . . trü- 
licben usteilen.' 1525. EF,oli, .\ct. .Des dorfs und kilch- 
spälsLngnoroz.' 156S, l'Mu.StK. , Inderstatt und kilch- 
spil.' XVI.. FStB.; la ville et iiaroisse. .Undertaneu, 
welche in ainlren Herrschaften oder Kilchspäleu. dann 
da sy wonhafl ... sind ... (Üiter und blatten habend 
und nutzend, [sind verpflichtet, von diesen] derGmeind 
oder dem Kilchspil ... den Keiscosten zn entrichten.' 



191 



Spal(|i, spcll), spiM), spnl(li, spiiKl) 



192 



1620, BSi. Rq. 1914. ,Alle DörtiT in diserem Kilch- 
gespält,' 1661, Blns Chorgericht. Auch vim der Gesamt- 
heit der Kirchgenossen. ,[N. sagt, die Wahrheit seiner 
Aussage] miig mitdem ganzen kyrspel furbracht werden.' 
1525, Bs Verhör. .[Die ersten Mönclie] sind dein hischiif 
und ])t'arrer (h's ends ... mit gemeinem kilchspeel ge- 
wertig und hriieder und liilchgnossen gar gmeinsam 
gwesen.' Vau. Uneig. ; ,In dises Kirchenspil gehören alle 
die, dern Baucli ihr Abgott ist.' GMi'Li.ER l(i5(t. - 2.halb- 
appellativ a) t'iir den Kreis und die Pfarrei Leuggerii A.\ 
Br., Sclienk., Staud., Z. Z'Bade», im Chil<''l'spel und 
z^Xäri''''. Ki.osTKRKuÄrFLEiN 1841. ,Und ist die Nunnen- 
weid geteilt also, daz der ein teil ist zwischen der Rtiß 
und der Lindmag mit sampt dem Kilspel und der ander 
teil zwischen dem Bin und der Lindmag.' A.\B. ürh. 1490. 
,10 ^ denen uß dem Kilchspel an ein wolfseil.' 1501, 
AaB. Rechn. - b) ,die (vier) kilchspel', bis 1798 Be- 
zeichnung der Kirchspiele BBolligen, Muri, Stettlen und 
Vechigen. ,Sie bildeten das älteste Landgebiet der Reichs- 
stadt Bern, der sie auf nicht mehr feststellbare Weise 
im XI 11. zuständig geworden waren. Die IJewohner er- 
freuten sich in den ältesten Zeiten und in gewisser 
Hinsicht bis 17118 einer bevorzugten Rechtsstellung und 
galten einst als Ausburger von Bern. Sie standen unter 
Gericht und Recht der Stadt und waren eine ki'äftige 
Stütze der städtisclien Wehrfähigkeit. In jedem Kirch- 
spiel arntete ein Ammann als Staatsvertreter und Ge- 
meindeolierhanpt. Die vier Gemeinden waren von den 
vier Landgerichten abgesondert, und die letztern wieder- 
um von den Landvogteien, in denen das Untertanen- 
verhältnis, abgesehen von städtischen Ausnahmen, am 
schärfsten ausgebildet war' (Staatsarchivar GKurz). Vgl. 
Land-(ie-richt (Bd VI 362/3). ,N. in die kilchspel holz 
gebieten ze füeren 6 |i.' 1430, BStRechn.; s. noch ebd. 
32. 51b. 53b. 125a. 183a, ferner Heiser (Bd VI 1.323). 
,Die ussern burger in den vier kilcbspellen und anders- 
wo gesässen, so har in unser statt Bern gerichtshörig 
sind.' A. XVI., B StR. ,An die kilchspell und landt- 
gericht: weder vögel noch gewild, ußgenomen wasser- 
vögel, ze schießen by 10 pfd.' 1526, B RM. ,In statt und 
laud, in die vier landgricht und kilchspell: uff mentag 
gmeinden versamlen.' 1528, B Ref .[Dem Herzog von 
Loiigueville soll] die manschaft in der statt Bern . . . 
darzuo uß jedem landtgricht 15 und uß jedem der 4 kilch- 
spälen 10 ußerwelter knecht mit gweer und harnisch 
entgegenzUchen.' 1561, B RM. ; ,kilc.hspilen.' 1562, ebd. 
S. noch Insel-Bott (Bd IV 1885) und B Blätter 1913, 37. 
Vgl. Lexerll 1585; Gr. WB. V 823/6 ; Fisc-lierlV40.5 (auch 
als Bßzcichninig bestimmtfr Ortschaften) : Martiii-Lifliih, II 538 
(nur h.alhap)ie]lativ), zur unsichern Etyni. uoch Kluge " 240. Die 
herrschende Form in unsrer ä. Spr. ist lUirchaus ,kilcli-, kirch- 
spel(l)', auch ,-sp!iI(])' (su noch ThPrickart 1470 ; 1.52."i, H Ref. : 
1560, Na« Sieclienorcln.: 1.57S/1628, B): ,-siiiI' (so ancli 1500, 
G Rq. 1903; 1540, GBuchs JzB.) tritt daneben ganz zurück. 
An mehr vereinzelten Formen seien noch genannt: ,-spüI.' 1498, 
AaRq. 1923; .-speel' (liei Vad. mehrfach, neben ,-spil'); , kil- 
spel." 1519, EEgli Act.; .kilspal' (Lesung nachgeprüft). 1522. 
Bs Chr. 134; s. auch o. die Angabe Zyros. Die Formen .kilch- 
spelt, -gespält' (s. o. im Te.\t) sind wohl an , spalten' angelehnt, 
etwa = Abteilung, Bezirk ; vgl. Hpeh I :j, auch .gespält gut", pars 
prEBdii divisi, bei Frisch 2, 289a. 

kirch-,spelig, -spä(li)lig': = chilch-hörig (Bd II 
1579), pfarrgenössig; Syn. di.-spämüy. Dörfer und Höfe, 
die in das Amt Laupen gehören, aber nach Murten oder 
Kerzers ,kirchspälig' sind. 1646, Ahsch. (B,i. Üftringeu, 
Wyl, Strengelbach und Wald waren zu Zofingen ,kircli- 



spelig'. 1669, Aa Rq. 1922 (B). Zwischen der Gemeinde 
Dommartin und denen von Poliezpitet, de'ren , Kirch- 
spähligen', war eine Streitigkeit entstanden. 1747, Absch. 
(B und F). .Jeder soll die Predigten seines Orts, wo er 
kirchspälig, besuchen.' BMand. 1757. 

Spilla I i. : Sicherheitsnadel ; nach einer Angabe auch 
Vorstecknadel Pili. — Wohl entlehnt aus it. »}ii1}a f., Vor- 
steeknadel, Brosche (neben apiUom., Steel; nadel) und zu treroieu 
von Spilla, Haarspieß W (s. Spinnhy)). Von einem (lewälirs- 
mann worden Sleclmatllu", VcrliFfUiüillu" als die gebräuchlichem 
Ausdrücke bezeichnet. 

spile" II. Nur ver- II: 1. zu gründe richten, ver- 
derben. ,.\ber, wann es scheinet, es scye alles vers]>ielt 
und verderbet, die Gottlosen seyen Meister ... alsdann 
kommt der Herr bald . . . und machet ein anders in der 
Welt.' .IMkveu 1700, 2; vorher; ,Wann bei der Kirchen 
Gottes alles verderbt und verspelt [!] scheine.' — 
2. rf'.s- iielt. d'Hose'i r.. durch E.xkremente verunreinigen 
GiiV.f. Hut hei' X- liier i/nr d's Bett verspilt! schim])ft 
eine Mutter über ihr Mädchen. Tue-mer nit d' Hiixe» 
('..' — 1 wahrsch. zu .(ver)spillen', einernd. ndl., seit demXVlI. 
aucli in hd. Wörterbüchern erscheinenden Nbform von ä. ,(ver)- 
spilden', zu gründe richten, (Geld, die Zeit) verschwenden (Gr. 
WB. XI, 2481/2: XII 1425/8); nach der Schreibweise zu 
schließen wohl an Ber-spilen 1 in übertr. S. (Sp. 184) angelehnt 
(, verspelt' dürfte Druckfehler sein). Ob auch 2 hiehergehört, 
ist ganz unsicher. 

c h s t - s p i 1 i g P> (Zy ro) ; Nuw ( D.), gcspr. ehoxp — Ar; 
Gr; Tu und wohl auch sonst; wie nhd. kosts])ielig; doch 
zT. wenig volkst., dafiir chostHcIi -ih (Bd HI 552). K>< 
rh-i Such. - Vgl. Gr.WB. V 1880: llartin-Iäeiih. I 478; H 
539: Fischer IV 656. 

Zit-Spilung f.: großer Zeitaufwand, Zeitver- 
schwendung. ,Weiß aber nicht, wie ich euch, lieber Ge- 
vatter. Danks genug sagen kan für die iNIühe, Arbeit und 
Zeitspielung, die ihr meinethalben angewendet, da ich 
euch vastdisen ganzen Nachmittag mit meinen widrigen 
Gedanken und Geschwetz auffgehalten und an anderen 
Sachen etwan verhinderet habe.' Gespr. 1632. — Vgl. Gr. 
WB. X 1. 2481 (unter ,Spildung', wo auch ,Zeit-Spildung'). 

SpiHing m. ,Sp., gelbe Pflaume, i)runum cereum.' 
Dexzl. 1716. — Nicht Schweiz.; vgl. Gr. AVIL X 1, 2487, zur 
Synonymik Pritzel-Jessen 314. 315/6. 

Spole(ii) (-0^-, ,stark geschlossen') GrA., D. (Oher- 
und Unterschnitt, so Monstein), Pr., S. (s. Stricl-en-. 
Treluch-Sp.), Seh., Tschapp., V., Wiesen, -ö^- GaMutten, 
Nuf., Ths, Spüle" GuMonstein (s. Stricken-Sp.), Pr. (s. 
ebd.), Sertig, Püle" (neben zT. vorherrschendem Sj'-) 
GrKI., Kühlis, Luz., Schud. — f. GaFrauenk., Monstein, 
Nuf., Pr. (so Lnz., Pani, Schud.), Seh., Ths, Tschapp., in. 
GRpr. (so Jen., KI., Luz., Schs), V. (Tsch.), Wiesen, sonst 
ohne Geschlechtsangabe, PL unver., Dim Spölel i Gnl).: 
hei der Herstellung von (Heu-)Bürden ( Burdinen. 
Seileten, Tiiecheten) verwendetes Gerät, a) meist etwa 
20 cm langes, ovales, nach unten mehr oder w-eniger sjiitz, 
zulaufendes, mit einem zT. seitwärts sich ötl'nenden 
Loch versehenes Stück Hartholz, das am einen Ende des 
Seiles oder zweier von den an den Ecken des (Heu-) 
Tuches befestigten vier Stricken angebracht ist und 
dazu dient, das straft' angespannte Seil bzw. die Stricke 
zu , verschlagen' (s. Bd IX 440M.) GrA., D. (Unterschnitt , 
Mutten, Pr. (so Furna, Grüsch, Jen., Kühlis. Luz., Pani, 
Schs, Schud.). Seh. (so (Jast.), Ths, Tschapp.. V. (Tsch.). 
Syn. ( Heii-jCh/ohen (Bd HI 618); BaefjU iBd IV 1072); 
Sporen und bes. Triicylen, Trüejen ; vgl. auch Sei (Bd VII 



193 



Spalfl). speldl spilfl). spold). s|(iil(li 



194 



7090.); B/iircl HI i Bd A'I 1875). — I») kleiner als 1. 
runcUlich), mit einem Loch in der Mitte (in GrKI., Sclis 
auch offen, schneckenförmig', = Schlalien ic (Bd IX 
274) GiiD. (Überschnitt; auch Dim.), KL, Xuf., Schs, 
Sertig. Syn. auch Trüeglen. Trüejen. in GrS. auch Bing, 
in GrA. nach neuerer Angabe Sch/eg (l'l.). An einem 
Burdi-Seil finden sich gew. 5 (auch 6) solcher Sp-e". 
Tgl. zum Ganzen noch CSchröter li-!95, 17()/7; FGStebler 
AW. 218/23 (mit Abbildungen). 

Entlehnt aus gleichbed. rät. sjinla (Conradi 215). It Prof. 
CPiilt auch im Enj^diu und in Mittelbünden bis Trins: über 
weitere Formen im osträt. Gebiet s. ZfrPh. 25, 621. Zur Et.vm. 
vgl. die Anm. zu Sfiuel. Nach uiisern Angaben ist das W. in 
Gr.\v., D. (Unterschiiitt). L., ÜbS., S., V. unbekainit oder zwar 
bekannt und tw. auch uiehr oder weniger gebräuelilieh, doeb 
nieht bodenständig. Dagegen findet es sieh als Spule" n*ieb 
im Tirol (s. die Anm. zu Sirirlcen-Sp.). Sachlieh stimmen auch 
tir. Spnt, , hölzerner Keil mit r)hre an den Seilen, womit Heu 
auf dem Wa.gen zsgehalten wird' (Sehöpf 6S1) und allgäuiseh 
Spü^Ke"), , Hölzehen mit Oese am Burdegeil: durehlöeherter 
hölzerner Keil an Heustricken' (Fischer V 14<)5 unter Spal), 
weichen aber lautlich ab, indem der Vokal der einheimischen 
Vertretung vim altem a a entspricht. .Spöb'' (an der Trag- 
gabel) bei FGStebler 1907, 107 kann nicht als Wortbeleg 
für WLö. gelten, wo die Sache vielmehr mit Trwjla be- 
zeichnet wird. Die häufige Schreibung nn't -U- ist nicht immer 
sicher zu deuten: nur für GrD. (Unterschnitt, so Frauenk., 
Monstein, Sertig) ist tw, Aussprache mit Fortis (= Geminatay) 
ausdrücklich bezeugt.: vgl, die knn\. zu spilen (Sp. 180). Der 
Anl, F- erklärt sieb durch falsche Trennung der Zss. Tretm-h- 
Sp. (gespr, tretip-). Unsicher ist eine Angabe Spiiele" (in Bed. b) 
für GrSuf. : wahrsch. liegt eine bloße Verwechslung vor. 

Stricke"- Spole" GrS.. -Spule" GaMonst., Pr. : = dem 
Vor.a. — In der Form Strick-Spttlr" auch tir. (Zfrl'h.2ö, 621). 

Tretsch- (Gr It DrMelcber), Tr et sehe"- (ürS.) 
Spole": = dem Vor. — Eugad. spimla della ii-ft^cha (Pallioppi 
708). 

spuliere" t in ZW. auch sp«-), l'tc. fg' jspoHert : I , (eine 
Person, eine Wohnstütteusw,) ausrauben, plündern. ,Das 
Schloß Kheziins [ist] durch ettliche rottierte. fridhässige 
Leüt hegweltiget, ingenommen und spoliert worden.' 
AxH. IGi)o;29. ,|I)ie Feinde] habe man gefangen ge- 
nommen und ganz spoliert.' 1632, Ausch. .[Die Soldaten] 
haben den Botten spoliert und den Brief ime genommen." 
lt>34, ScnSt. .[Die Aufruhrer haben] Schlösser und 
Dörfer spoliert.' I(j53, L. Neben Synn. ,DieKeiserischen 
. . . haben in [einen Boten] ganz S|)oliert und ußzogen.' 
1634, Z. ,[Ivriegsvolk hat] in die 40 Buren, so alhar zuo 
Mark wollen . . . gauz geblilndert und spoliert.' 1639, 
SchSI. ,[X. berichtet] wie ihme von den weiraarischen 
Soldaten sein Haus geplündert und genzlich spolirt 
worden,' 1644, S, ,[\Venn Einer seinen Nachbar, dessen 
Haus in Flammen steht] noch spolierte, beraubte und 
im Feur zu Grund gehen ließe.' AKlinülkr 1691. Abs. 
,Als ich vernommen, wie der Feind hei der Pellen 
[Schanze bei ZHütten] yngfallen und auti' unserem Boden 
spoliere, hab ich nit faul ... auff ihr Seiten einen Kofi' 
von etlichen Stükli Vieh anspeütet.' 1656, Bkricht eines 
Hauptmanns (VilmergerKriegl. , Habend in die KHlOwol 
bewaaffneter Menner euebent einer großer Anzabal [!] 
Wiber und halhgewachsner Buoben, die zum S]iolieren, 
den Koub mitzuofüehren und tragen gewihdnet warend, 
in schöner (Jrdnung autf uns gen der Silbruggen ihr 
Marsch genomen.' ebd. — 2. (meist uine"-sp.) herum- 
streifen, -streichen (um Etw. auszukunds<-fiaften, auch 
wohl bei (ielegenheit Etw, mitlaufen zu lassen), (herum)- 
spionieren; auch in milderm S., sich scharf und genau 

Schweiz. Idiotikon X. . 



umsehen, , seine Augen auf Entdeckungen ausgehen 
lassen' A.\Ku., Suhr.; ScuBargen, St. (Sulgerj; ZBüL, U., 
W. und It Spillmann. Was spolierst-du, urnc"'^ Z (SpiU- 
niann), II 'o bist iridcr ume"spuliert ? verweisend zu einem 
Schulkinde, das am Abend spilt mit zerrissenen und be- 
schmutzten Kleidern nach Hause kommt AaKu. — Aus 
M.rjjoUarf. vgl. Gr. VVB. XI, 261:3 (inBcd.l): Bed. 2 auch 
bfd Martin- Lieuh. II ;"):j;t: Fischer III 1.';19; V 1ÜU4: Scdim.- 11 
661 (.müßig schlendern'). 

ume"- s. das Vor. 2. — um-enand-: = dem Vor. 
U. de" Faziente" na'''e", von einem Arzte ZW. 

ÜS-: 1, ausplündern. ,Der Flecken Rampsen [sei] mit 
Wyn, Brot und etwasHußrats und Pettgewandt nit wenig 
usspolliert gewesen.' 1639,ScHSt. — 2.entspr. .spf;//«rcn2, 
auskundscliaften, ausspionieren ScnSt. (Sulger) ; ThMü. ; 
ZO. All(ejs ü. ThAIü.; ZO. (Stutz). ,Jörg ist ein Fau- 
lenzer; doch hat er auf seinem Faulbett einen Hang 
Alles auszuspolliereu; es macht ihm Verdruß, wann er 
etwa einen Weiberhandel nicht iune werden kann." 
UBräookr. — In Bed. 2 auch bei Fischer I 523. — Üs- 
spolieruug f.: Plünderung. ,Außspolieruug und Rui- 
nierung der Häußeren,' 1648, ScHDörfl, 

fSpnel m. (PL -üe-) Ap; GT.; ScnSt. (Sulger); TnHw. 
(in Bed. 1 b), Mü.; ZO,, f. BInt., Stdt (KL.; s.u.); Mal., 
Si)uele" (PL unver.) m. B, so Gr., Lau. und It Zyro, 
AvRütte; F; GrAv,, KL, jS'uf., Pr., V., Valz.; GSa.; Ndw 
(Matthys); Fius.; Mal. (s. Weh-Sp.). f. AaF. und It H.; 
Bs; BS];GRHe., Rh.: LE.:PA1.; ScHSchL: S; U; Z, ohne 
(ieschlechtsangabe AABb.: B(t.; TB.; ZW., Dim. Spüeli. 
allg., Spiieleli Bs (neben Spucli): GnOrüsch, Rh., Valz.; 
Ndw (in Bed. 1 ai im Gegs. zu Spieli in Bed. laä), in B 
Lau. ; GrKL, S. Spitelt, in PPo. Spiieltl. in Nnw; U Spielti. 
-eli: 1. a) wie nhd.. Spule, allg., bes. in der Spinner- und 
Weberspr. Vgl. Schneisien (Bd IX 1336). I'J" Spüeli voll 
Harn SchR. Garn, Fade" udgl. uf e(n) Sp., ab-enie" 
Spüeli lire" (B), wickle". Tifig. tifig mit der Hann^, Spuele?', 
lir-mer 's Trömli! ELedtiiolu 1913 (Spinnerlied). JJa isch 
es Spüeli ahg'lauffe". am mechanischen Webstuhl. BXrnd. 
1925. ,Panus, spuoL' Voo. opt. ,Sy befind inn gediehet 
, . . und geseit. er bette spuolen gstolen.' 1541,43, Z Ehe- 
.gericht. , Wirten. Kunkleu. S])Helen, Spillen', unter den 
Waren einer Kriimerin. PSpu;uTn: 1658. S. noch Bd VH 
306o. (2mal). Ef n) Sp. (iant. Fade", S'ide". ,[N. habe] 
3 pfd ristin und etlich spuolen fiechsin garu verstollen.' 
1587, Z RB. Im Vergleich. 7^«» wie e" Sp.; s. Bd VI 
894 0. ,Die na.gelmuschelen [auch ,ror- oder spuol- 
muschel' genannt] vergleichend sich mit der gestalt irer 
langen, ranen oder schmalen, anch gehölten schalen 
einem spuoL' Fischb. 1563. K.\.: ,Die Spül lauften an- 
fangen lär, venter latrat.' Met. 1692; vgl. Wander IV 
752/3; Fischer V 1602/3. Spez. a) meist Dim., mit Garn 
oder Seide umwickelte Spule im Weberschiffchen, 
bestehend aus einem etwa 10 cm langen Röhrchen von 
Schilf (vgl. 2a), Holunder. Holz oder Paiiier (Pai>i)e) .\a 
Fri. und It H.; .\e; Bs; B, so oAa., E., Gr., G.; Gnlg., Pr., 
S., UVaz; GT.; Nnw; Z; Syn. Schif'ßi-. Web( er )-Sp., 
Bohlnli (F). Ziipß. Die leere Sjuile heißt ( Wefel- )Lär, 
Lfirli: s. Bd 111 1364 und vgl.: ,Der spuol, garnspuol, 
glomus te.\torius, tiloriim congeries.' Mal. (bei Fris. nur: 
,glomus. ein klüngle faden'). Der l"zug luH-mc" uf 
clilini Spiieli GrS. .Die Strängen Garn kommen auf die 
GarHiriniie". um hier mittelst der Spiielere" als Zettel 
und ilinschlag verteilt zu werden; für ersteren wird es 
auf etwa fußlange Spuele" g'spuelei, für letztern auf 
etwa 1 dm lange Spüeleni (fspüdenct.' BXrnm. 1911. 

13 



195 



Spal(l), spfl 1), spilO, spol(l), spiil(l) 



19(i 



Spüel(i) mache", den Einschlag auf die Spulen aufwinden 
(vgl. Spucl-Hfid. -l-tuMmti Bd VI 492. 1539). eine Arbeit, 
die in den Welierfamilien gew. Frauen und Kindern ol)- 
liegt, aber auch als Beruf ausgeübt wird ; vgl. Spuder(i}i), 
sowie liiekU spiieloi (BdVI817M.), auch Bd IX 77u. 
(.TSchläpferl.sö9). ,Üliuinm, Micheli.iln iimest-mer Spileli 
iiKicIie". rief der Vater dem kleinen Buben, der sich in 
frischer Jugendlust im Grünen tummelte . . . Micheli 
machte die SpileU und der Vater verwob sie.' B Volks- 
ztg 1900: s. auch BdV892o. [Uns Seidenbandwebern] 
helfet' die. Chlelne" him Handu-ercli fic}w" : si machen-i"s 
Spüeli und gon i"s a" d'Hand. Gottwilche. [Die Frau 
des Webers] sOtt wiege" und spuele"; si machet woJ 
Spüel, aber FlütterlP'g [Kotspritzer] dra". NBöscu 1892. 
[Ein Weber] hed Hi« Fräuli ii'scliicht iiiet <'em StückH 
ond er hed daliim en Chratte" voll SpiieJ g' macht, bis-si 
n-ider cho" ist. Av Kai. 1917. S. noch Bd III 1364 M. (Ar 
Weberlied); IX 1729u. RA. SpiieJ mache" 1) .gegen 
Wunsch gehen Arli., K., M.' (T.); viell. mit Bez. darauf, 
daß die Herstellung von Spulen dem Weber eine unlieb- 
same Unterbrecliung seiner Arbeit bedeutet. — 2) ,sich 
unruhig zeigen.' ebd., von einer Sache unnötig viel Auf- 
hebens machen, sie aufbauschen Ar (UAlder). 's isch- 
si" anf>' de>' Wi'ii,. irege" di^r niUgige" (t schiebt e'so Spüel 
s'mache". Mach-mer ke'" Spilel irHye" dum Betzeli Itcgne" 1 
d'Snnn chunnt erbe'' bald wider. In der mechanischen 
Weberei: ,N. kam mit dem 14. Jahre mit seinen älteren 
Geschwistern in die I'^abrik . . . wo er den Webern die 
Spüli tragen mußte und später das Spüli- und Zettel- 
spulen erlernte.' B Volksztg 1905. — fi) fußlange hölzerne 
Spule, auf die der Zettel gewunden wird Aa(H.); BoAa. 
(Bärnd. 1925, 525), G. (s. unter -.)■. GnPr.: Ndw; Syn. 
Zettel-Sp. Vgl. auch Zettel-Gatter (Bd II i9S) ; Spuel( er )- 
Kam (Bd VI 892). — y) Spule am Spinnrad B, so E. 
(Bärnd.l904,372),Gr.(ebd.l908,475),Lau.undltAvKütte 
und Zyro; FS., Ss.; GRMonstein, Pr., V.; Sch: S; Ndw; 
Th : vgl. Spinnlen. E" friischi Sp-en a"tue» S (Schild). 
D'Herren i"'" Bat. d'Fraiu» i" d's Bad. d'Btielien i" 
d' Schnei u"'' d'Meitschi a" d'Spiiel. KL. (BInt., Stdt): 
Var. a" (uf) de" Spinn-, Wiib-Stuel. — 3) meist Dim. 
(Spüeli), Holzspule für Nähfäden, -seide udgl. B; 
FJ.; Sch; Th; Ndw; Z und weiterhin; Syn. Faden-Sp., 
( Faden- JSchübling (Bd VIU 92o. 93), Trulli, Faden- 
Wickeli. Vgl. auch Spüeli-Faden Bd I 674 (unter 
Chlüngcli-FadeH'. Spüeli. Süeßhoh. Griffel. Schnüer. 
unter den Spielwaren eines Kindes. EWüTERrcH-Muralt. 
— I)) der äußerste Teil der Wagenachse, um den sich 
das Rad dreht (Gotth.): TiiHw.; Nnw; Syn. Spinnlen. 
, Durchs ganze Tal hin hatte Niemand eine Achse gehört, 
die sich umgedreht um ihre Spule [!].' Gotth. XV 48. - 
c) ,Ackergerät' S; s. die Anm, — (!) spnlenähiilicher 
Überrest eines bis auf Kerngehäuse. Butzen uiul Stiel 
verspeisten Apfels B (Friedli), so oAa. (Bärnd. 1925. 344). 
La^^ g'selt"! Du sdt nid sö-ue" große" Spuele" mache"; 
luea, wie oil da nor'' Guets drann ist! — 2. a) (Dim. Th, 
so Mü.; Z) Halm BGr. ; GSa., und zwar des Schilfrohrs 
BTwann; Th, so Mü.; Z (auch die Pflanze selbst; Syn. 
Spuel-Bör Bd VI 1238), Strohhalm BTwann; U (auch 
von Heu). Mit einem flach gedrückten Spuelen lehrt 
man die Kälber saufen. Bäknd. 1908. Spuele' werden 
auch sonst als Saugröhrchen benutzt BTwann (Bärnd. 
1922, 430); GSa.: Z. Eines Spüeli bedienen sich die 
Knaben im Herbst zum Süygeleii: vgl. Bd VII 521 M. Fs 
freut-sif'' allimoul inn guete" Wi",ioure" Alls ufd'Süser- 
lit, n'ou-men enand am Suntig now'' der Viisper in'n 



Torggel i^ladt: sfgär der Herr I'furr Tschümperli hat 
mileße" V'hi" und an de" Büttenen ume" chresme" mit 
dein Spuden im. Mül. Albr. 1888; vgl. gügelen 3 (Bd II 
159). ,Was ouch von win von Horgen gevertiget werden 
sol, da sol ouch ein jeclicher winman den win laden 
und in guoten trüwen vertgen an die eiul, dahin er ge- 
hört, und sol weder er noch deliein gesind nit usser den 
vassen lassen noch nemen . . . ußgenomen alle die wil, 
so man den win mennet, so mag jeglicher uß dem vaß, 
das er füert, mit spuolen daruß bescheidenlich trinken 
und das nieman anders gestatten. Kerne es ouch deheinest 
ze schulden, das inen lüt von notturft wegen den win 
hülfen lupfen oder büren, die mügent ouch da trinken 
bescheidenlich und ungevarlich mit spuolen.' 1452, Z 
StB. III 220. ,Er habe wol ein aser ghept, darinnen fleisch 
und brot gsin, sampt 4 spuolen, mit welchen spuolen er 
by dem S.Johanserhus us einem vaß mit win ... trunken.' 
1552, B Turmb. ,[Kin Dieb bekennt, daß er] mit einem 
spuolen uß einem vaß mit wyn getrunken.' 1560, Z RB. 
,Zwüschent Clotten und Piütti syge im H., so Herren 
Vogt Usteri ein Fueder Wyn gfüert, bekommen und 
gsagt: Vetter, magst nit auch ein Trunk'? Er, M., gsagt 
ja und ein S])uolen gnommen und uß dem Faß trunken; 
habe inn gar guot dunkt.' 1615, Z. S. noch Bd VI 1228 u. 
(wo wohl .spuolen' zu lesen ist). — b) = Guchlenl 'Bd II 
109), ,beim Führen von Fässern mit gärendem Wein 
gebraucht' AaBIi. — c) im Boden des Brunnentroges 
steckende, bis zum AVasserspiegel reichende Röhre, 
durch die das Wasser abfließt ZW. -^ (1) Dim., Maß für 
die Rohrweite einer Wasserleitung. Den Bewohnern 
des Läusbühls in BWiedl. wird die Erlaubnis erteilt, 
von der dortigen Brunnquelle ein .Spühli voll Wasser' 
nach dem Läusbühl zu leiten, um daselbst einen laufen- 
den Brunnen zu errichten, 1710. Leuenberger, Chronik 
des Amtes Bipp 1904, 273. 

Amlid. ajmoUo), -e m., spuola, (-e) f., (We))er-)Spule, Röhii', 
Federkiel: vgl. Gr.WB. X2, 218. 219 ff.: Martin-Lienli. 11 
539/40: Fischer V 1602/3. Rät. gp(u)ol, «piedOl. epoul, spül, 
Spule, engad. njiuula, Weberschiffchen, beruhen wie das etym. 
identische rät. H/mla (s. Spolen Anm.) und wie die Entsprechnng:en 
in andern rom. Sprachen (vgl. Meycr-Lühke Nr 8167) auf frülier 
Entlehnung ans dem Germ. Zur Angabe .Werkzeug' (nel)en .Rad- 
spule' und Spule im gew. Sinne) bei Matthys war nichts Näheres 
zu ermitteln, elienso wenig über die S Angabe unter 1 c. S. noch 
die Anm. zu .Spulen. Als (nicht näher bestimmbares) Knaben- 
Spielzeug erscheint .sp.' in folgender Stelle: ,M[eister] Rollen- 
butz soll inn latinen und tütschen Schuolen anzeigen, daz die 
Knaben sich des Büchseupulvers und Spuolenwerffens, wie ouch 
des Kluckerens mfleßigend.' 1602, Z RM. Als FN. (wohl Nom. 
ag. : vgl. Spueler) ,Spuol' AaAar. (.Cnonrat Sp.' 1409, Aar. ÜB.). 
Klingn. (.Cuonradus dictus Sp. de Constantia.' 1269). Zof. (XIV./ 
XV.; ,Chuonrat Sp.. schultheß Zovingen.' 1395, WMerz 1915. 
, Verena Spuolin.' 1438, ebd. .Spuoliueu erben.' 1474, B Anz. 
1910: s. noch Leu Lex. 17,440): Bs (1525): GStdt (, Erhart 
Sp.', Couventual 1570). ,Spüelin' Bs (,Windenmacher Spieliu.' 
1557, FPlatter 1612). Nicht hieher gehört der FN. .Syjiic/ (ver- 
altend), auch Si>ä(U)<!l, Spol (gescbr. .Spühel. Spöhel') ThHw.: 
.Spohalis erben.' 1522, ThMamm. (Th Beitr. 32, 15). Unklar 
ist auch der Flurn. Bar-Sjniehn ZWangen (,ein halb nianwerk 
wisen lit in der tüffy, stoßt über den fridgraben an die Har- 
spuolen.' 151 6, ZHegnau Gültbrief; ,auf der Haarspüelen.' 1830). 

F nie" -Spuele" GrAv., sonst -Spüeli, in GrKI. 
-Spüeli: = Spuel i a 5 Aa ; Ap ; BsL. ; B ; GrAv., Kl., Valz. ; 
L; S; Th; Uw; Z. Z'Flüeli winde"-si am F.. Neck- 
reim auf die Bewohner von Flülili LE. [Ein Mädchen 
hat] Absatz a" de" Schuehne" a's nie Fade".<!pieli. 
RKücHLER-Ming; vgl. Fadcspüeli- Schine". scherzh. 
für modische Damenschuhe mit hohen (geschweiften) 



197 



Spal(l), spel(l), siiil(l), S|h)I(I). spuld) 



198 



Absätzen ZStdt (DrWvMuralt). — F\nge\ -Spuelen: 
= Spuel la-[ (iRPr. (AfV. (i. «6). — Gürbe" Girbi- 
Spiielen: = Spuel lay WLö. — Garn-,spuol': Garn- 
spule. Mal.; s. unter Spue/ 1 a -< . — Holder-: Holunder- 
rohr. ,Man sterkt einen H.-S]iulil darüber [über die 
Keimpflänzchen], der unten etwas weiter seye als oben.' 
JCSi'LZER 1772. — Chrüz-: in der Buntweberei 
verwendete Spule, auf die das (gefärbte) Garn kreuz- 
weise und locker aufgespult wird BoAa. — Rad-: 
= Spuel Ib Nnw. — Kor-; l)im., = Spuel In 7. Z: Syn. 
Rör-ia? (BdM 1228/9). — Side"-: Seidenspule (des 
Seidenwebers) AiF., (I)im.) Spule mit Nähseide Nnw 
und sonst. — S c li i f f 1 i - : Dini.. = Spuel 1 a a BGr. (Bärnd. 
1908,480); GRPeist. 

Weh-SiJuelti Pl'o., sonst W aheT-Spuel( e"), in Gr 
Veist M'iber-Sjiüeli: = S2)uel Inoi., Weberspule Gr; l'Po. 
und weiterhin. .Ein klüngle faden, (der) wäberspuolen, 
panus.' Fhis.; Mal. .Glomus textorius, Weberspuel: 
panus, ein Webersplielein.' Denzl. 1677. 171(). .\ucb vom 
Weberschiffchen (samt Spule). .Die P^edner gleichen 
einem Weberspule, welcher zwar behend über den Zettel 
läuft, aber doch etwan anstößt und einen Faden zer- 
reißet.' GHeid.1732. S. noch Bd VIII 372 r Weber- Schiff) 
und vgl. ,eins wäbersspuol' (Bd VI 10.57; Haberer 1.5(j2); 
dazu Hiob 7, 6 in der Übers. Luthers. — Vgl. (ir. WB. XII 
'2, '2670; Fischer VI 514/5. 

Zettel-: = Spuel la'i, GfiPr.; Z. Am Gatter mit 
Schneisle" werden die großen Zettehpilel aufgesteckt Z. 
ly Strange'^ werdend iif d's Garnhritt Of(fsp(mnet und 
mit-dem Spuelrad uf die Zeitehpuele" üf'y'u-unde" GRPr. 
(AfV. 6, 86). — Audi eis. (Martin-Lienh. II 540). 

s p u e 1 e " , in B, so oAa., E. ; ZBauma auch s p ü e 1 e " I 
(s. u.), 3. Sg. Pr»s. und Vtc.-et (in Bs-<) : 1. zu Spuel 1. a) wie 
nhd., spulen, allg. ; insbes. das Garn für den Einschlag 
oder den Zettel auf die Weberspulen aufwinden. ,In 
der Weberspr. heißt spuele" das Garn für den Zettel auf 
größere Spuele", spüele» dagegen dasjenige für den Ein- 
schlag auf die viel kleineren Spiieli (für das Weber- 
schiffchen) aufwinden" BoAa., E. (Friedli). ,Spuolen, 
glomerare, (ac)cumulare fila.' Mal. ; Dexzl. Fade", Garn, 
Side" sp. D's Garn iriird ci'spuelet. für den Zettel Gr 
Pr.; vgl. Zettel-SpueJen. iJ'Zetti sp. Barxd. 1904, .SÖ2. 
Ei'^f'ach. zireifach [usw.] sp., beim Spulen der Einschlag- 
seide je nach Vorschrift nur einen Faden oder zwei und 
mehrzsnehmenZ. .[Der Vater, ein armer Weber, tröstete 
mich:] AVenn ich brav spuhle und lerne, so wollten wir 
alles noch viel schöner kaufen und noch viel lustiger 
fahren als sie [die in einer Kutsche eiuherfahrenden 
Reichen].' Gotth. [Der Großvater] hed off'-<'em Feister- 
bank g'spuelet. HKFriok. Der Liet ».si e'"möl met-eme" 
Spuelfränli ro" Gas in'n Biieler fi'gain/e" zom Fabri- 
kanten: Sil liänd namlif'' a" 's glich Ort i/'spiielet. ATobler 
190.5. S. noch Spuel-Kiemen (BdVI911). Neben ver- 
wandten Tätigkeiten. .Tu, ih haspli, spuuli oder spinni, 
du kw'st mir schir nie usseni Sinn. JCWeissenb. 1673 
(Liebesbrief). Sp. und schlichten : s. Bd IX 73 M. Oft sji. 
und n'ebe". .Jetzt kommt die lostige Fasnaclitszeit, wo 
man nicht muß s]iulen ond weben', aus einem Spruch 
des Fastnachtreiters ApUrn. (AfV. 13, 131). Helf-der 
Gott i"'s eu-ig Lelie" : dri^t muest weder sj). na"-'' webe". 
scherzh. zu einem Niesenden Ar; \gl. sjjinnen. Weite» 
mag Nütz gehe", Sj). mag nüd fitere". Spinne" mag Nütz 
bringe", ebd. (Firmenich II 662): hiezu: ."i}). tued nüd 
fuere", aber Mues göt über Suppe". Messikommer 1910, 
119. ,[Die StGaller mußten] den aidgnossen ain merk- 



liche summe geben, des müeßint si lange spuolen und 
weben.' 1490, Lieh (Lil. II 286). Im Kinder- und Volks- 
lied. [Eine der drei Frauen im hiti-lidßli- Lied~\ spuelet 
Haberstrau Z, so Wald. Mareili spinn, Mareili spuel; 
s. Bd VIII 604/5 (auch Aa, so L.; BsL.). Z'Troge" sönd 
d'Mdtle" ganz noch am Bodhüs: 's will käni nie. sp., gönd 
l" ond gönd üs. ArVL. 1903. D' Schweübronnere" die 
sönd halt die höchsten im Land, chönd sp. ond lisme" 
ond sös allerhand. ATobler 1899. Z'Schwellhronn tönd s' 
sp., hönd die höchste" Schuele". elid. 419. Bildlich. 
,[Bursche zu seinem Mädchen:] Willst du dort auf mich 
warten? [M.:] Das kann nicht sein. Ich will offen mit 
dir reden und .sp. und zwirnen, wie ich's gesponnen habe. 
Morgen habe ich was Anderes vor.' Henne 1^^67. .[Teufel 
zu zwei seiner Genossen:] So will ich den s Wubb gar 
aufs machen; was ihr beidt gespuolet, zettlet hend, das 
will ich bringen gar zum End.' (Jom. Beati. — b) übertr. 
«) sich rasch drehen, zB. von den Rädern eines Kraft- 
wagens, die sich wegen ungenügender Adhäsion nicht 
fortbewegen GrAv. Es häd nw g'spuelet. — ß) „freund- 
lich (wie eine Spule) schnurren, von Katzen" Ap (auch 
It St. und T.); Bs; B, so oAa., S.; „Gl"; GrHb. (Tsch.) 
und It St.; GTa. ; Sch; Th; Z, so Biil., 0. und It St.; Syn. 
spinnen, zwirnen. Wenn-er d'ühatz sträpfli, so tüi-si 
sp. APletscher 1902. Wenn d'Chatz spuelet, gibt's Be- 
such Th; Z; s. auch Messikommer 1909, 172. [Schlechte 
Sänger haben nur so] g'müderet und g'spuelet wie jung 
Vhatze". ATobler 1901/2. ,So man sy [die Katze] streich- 
let, so liebet sy sich, zeiget an das groß wolgefallen mit 
einem lieblichen gereüsch, so man spnolennennet.'TiERB. 
1563. Von Vögeln: , Eine Gesellschaft wandernder Tann-, 
Kohl-, Hauben- und Blaumeisen, denen sich ein halbes 
Dutzend Goldhähnchen angeschlossen, streift durch den 
Tann . . . häkelt sich kollernd, spulend, zit-zit rufend 
an alle Spitzen und Wipfel.' Tschudi, Tierl.''' 79. ,Die 
Haubenmeise, die . . . sich schon von weitem durch ihre 
spulenden, kollernden Locktöne verrät.' ebd. 80. — 
Yj (sinnlos) schwatzen, plaudern GlM., S. I-Fo mir e'so 
lustig mitenaud g'spuelet liänd, chänd mi" Kamerdde". 
CStreiff 1909/10. — ä) an Öppis ume" sp.. über Etw. 
nachsinnen ZKn. — 2. zu Spuel 2. a) in die Halme 
schießen, vom Getreide BGr.; Syn. spinnlen. ,Mu" tued 
d's Chore" Jetten und zwar bevor es spueled und Äleni 
a"setzt.' BiRNU. 1908. — b) mit einem Halm trinken B 
Twaun (Bärnd. 1922,430); Syn. rörleu {VA W 1241). — 
<•) (anhaltend) stark tließen, zB. von Wasser aus einer 
Krunnenröhre, BluKiLS. Bei Durchfall (der Kühe): Fs 
tuet va"-re" sp. GRNuf. „Speicheln, zunächst von einem 
zähen, schleimigenAuswurfe Vü." (St.-), ,spudeni'Scuw ; 
Zg (Drithen); vgl. usen-sj). Sich erbrechen GnObS. — 
3. essen GRChur. Wohi" göst? Antw.: Gu" sp. - UM. 
sijuolen; vgl. Gr. WB. X 2, 2-2-2 : Martin-Lienh. II 540 : Fischer V 
l(;o:l. Der Ausgang -et in der :3.Sg. Pra?s. und nu Ptc. weist 
auf alte on-, en-Bildung. Die unigelautete Form ist wcihl beein- 
fliilJt vom Dira. Spiieli: vgl. «inielelen. «jnielencn. Bed. :{ (auch bei 
Gr.WB. und Fischer aaO.) stammt aus der (iaunerspr. 

ab-: wie nhd. abs]nilen. F" Werpfe." Garn a. \f. 
Übertr. Von Gesprcudienem. Hergesagtem; meist in 
mehr oder weniger abschätzigem Sinn B; S. Demo''' 
hei"-si [die Schüler] wider gage"'m Visitant iihere" 
g'schilet und g' wartet, e^-er [seine Erzäb!ung| niimme'- 
well wlter spinne" ; ttber 's isch' schlnt's atig' spuelet g'sV<. 
.IReinh. 1925. Der Pfarrer het sV' liredig ahg' spuelet 
g'ha". Sonntag 1922. S. noch Bd Vll 1578 o. Von der 
Zeit : So sind im [= dem] Sepp sini Jör nö'''disnO''' ai- 



199 



Spal(l), sppl(l), spil(l), srol(l), s|)nl(I) 



200 



g'spuelet worde"; 'ahed a"(f fange" bi-n-em uf de" Bir;) 
schneie». Schwzd. (L). — Vsl. Gr.WB. I 125. — Ali- 
Spuelete" f.: Abfall von Hanf, Flachs Bs (Socin). 

u s e " - : zu spuelen, 2e. .spndern', beim Erbrechen Schw; 
ZG(Drlthen). — ver-:ilurc)i falsches Spulen (den Zettel) 
verderben BoAa., E. ,Wie leiclit ist infolge falscher 
Berechnung d'Zetti vej-spuelct. unrichtig auf die Spulen 
verteilt.' Bäunh. 1904. Ilneig.; '6yn.oer-yütterlen (Bd II 
534 u.), -chacldeii (lid 111 120). weUch, iez isch-e> rcr- 
spuelet! Bähnu. 1904; Syn. iei het's g'fdlt. So Saclte" si" 
iiidngisch glv''' verspuelet, mit Bez. auf Einmischung in 
Liebessachen. SGfellkk 1911. — z«-säme"-: uneig., 
zskojipeln ScHwE. Wänn-er mi''' mit Dere" wend s's., 
sind-er letz dra", Sohn zum Vater, der ihn mit einem 
reichen, aber zänkischen Mädchen zsbringen möchte. 
MLlENERT 1891. 

Siiueler m.; 1. wer berufsmäßig für die Weberei 
spult .\i'; New (Matthys); ZO. und weiterhin. Wie 
iiiiicJii'ui's denn die Spiteler? So maclu"d-si's: si werfi"-d 
de" W'iif'el ander rf«» Bank ond sägi>'d, si seji"d sterbe"'S- 
chrinik. AeVL, 1903. Min Schatz ist en Sp.. en füle" 
Sühoiid, mag fresse" ine-n-en Stocker ond spuelet kä'n 
Hond Ar ((JA hier). S. noch Bd V 709 M. — 2. am Spinn- 
rad, , Rädchen mit Stift, woran die Spule steckt' FS., Ss. 

Spätmhil. apuider; vg\. Gr.WB.X'2,22.5 (mit einem Beleg aus 
UBrägger) : Martin-Lieiih. II .540; Fisclier \ 1603. Hiezu der 
FN. Spueler Aa, so Zof. (XV.) und wohl auch SjMeler AaReck., 
Z.; Bs (XVI., It Leu Le.\. 17, 440): TB.; Z, so Wast. (sclion 
1701: , Verena Spüelerin'): die umgelautete Form wird von 
WTohler-Meyer 1894, 7B als ,Verfertiger von kleinen Spulen 
(Spüeli)^ gedeutet. 

Spuelere" B(ir.c -rrrn/.Q.l -erat: Nnw, Spueleri" 
Ap; Niiw (nur in pers. Bed. i und weiterhin — f. 1. entspr. 
Sp?(elerlAr; Nnw (Matthys) und sonst. — 2. Vorrichtung 
zum Spulen, Spulrad Biir., fi.; Nnw (Matthys). ,Zum 
Weben muß zunächst die SpuHerra ihre Dienste leisten, 
um ei'st das Zettelgarn auf die Spiielftpindli und sodann 
auch das Einschlaggarn, den P'trag auf die ( Schiffli- ) 
Spieleni zu verbringen.' Bärnd. 1908. S. auch Spuellaa.. 

Side"-. ,Eine geübte Seidenspulerin sucht Arbeit.' 
Ai' Zeitungsanz. 190(). 

Spuelete" f.: 1. a) geselliges Zssein von Spuler- 
innen bei ihrer Arbeit ArK. — b) Schmaus bei der Be- 
endigung des Spulens (?) F. — 2. ,Einricbtung für die 
Bolzen' Ap(FStaub). — 2 ist sachlieh wohl eins mit SjnieKer)- 
.SVoc/f. -Stiitzli: tlas W. war nicht nielir zu erfragen. Bei Fischer 
y lfi08 = Spulrad. 

spüelele": a) = spulen la (JRMai. und It Tsch.; 
Nüiv (Matthys). — b) = spulen Ih^ Gr (Tsch.). — AM. 
vom Dim. üpVipU. 

spüelene": Garn auf das Spiieli des AVeberschiff- 
chens aufwinden BG. (s. Sp. 194 u.), Faden mittels einer 
besondern Vorrichtung an der Nähmaschine auf das 
Spülchen aufwickeln FJ. — Xh]. vom PI. des Dim. (Spüelenii. 

Kar -Spuelen, vereinzelt auch ,-spüelen', einmal 
,-spollen' (ä.Spr.), ,,Karspel( cjB;Z", Charsp^le" ZDättl. 
und It Spillmann, ('haspele" Z (Prof. Brunner), Chär- 
s^)c/e"Z(Gsell) — f.: .Spülwasser, Gemengsei abgehender 
Speisen für Schweine, Hunde B; Z", so Dättl. (,schlechte 
Kartoffeln, Kraut, Abgang von allem Möglichen, was 
die Schweine fressen können, wird in ein Faß oder eine 
Stande gew'orfen und jede Schicht mit Salz überstreut'), 
Stdt; vgl. -Standeil, -Trog. Syn. Spiieleten. I>ö hett- 
er [der verlorene Sohn] gern mängsmöl de" Buch mit 
der Karspele" g'fullt, wo d'Säü g' fresse" liänd, Übers. 



von Luc. XV 1(5. Dial. (ZStdt). ,Ein gelten voll kar- 
spuolen.' 1996, Z RB. ,NN. habint begert, das man sy 
hinin [in ein Wirtshaus] ließe ... Do beschütte man sy 
mit karsjjollen und wurffe zuo inen.' 1453, ebd. ,N. sye 
beschütt worden und mittrüeberkarspuolen und anderem 
unsuberem wasser.'ebd. 1487; vorher ,karspüelen'. ,Der 
ptister soll der schwynen pflegen und darzuo soll er die 
karsinu)len und grüsch gehen.' G Küchenoriln. 149.5. ,So 
kam niu-h ein fuorfaß vol win in schenkhotf. der hat ein 
gesclimack wie karspuolen.' 1525, Z. ,4 jitd gal) ich umb 
einen schwyntrog, da man die kars])Uülen inn hat.' 1543, 
Z(irun. ,Turbidam suum potionem in culinis collectam 
([ua aluntur l'linius <'olluvieni vocat, nostri karspuolen 
et tränke, hoc est vasorum ablutirmem et poticuieni.' 
Gesn. 1551. jKarspuolen, suwtrenke.' Mal. ,Sidtmalen 
von altem har ein obman am allmuosen dheine schwyn 
gehalten, sonders die karspuollen, was im selbigen amjjt 
gesamlet worden, inn spital getragen und den scliwynen 
daselbs gedienet, so soll es nochmals darby blyben.' 
1572, Z RM.; s. auch Bd IX 1893/4. ,Das hiuiuro dhein 
brotinn die kars]iu(dlen komme und ouch die karspuollen 
alle inn sjiital getragen werde.' ebd. ,So-syn frauw ein 
kindtbeteri, lasse er die one wyn und sage zuo iren, si 
solle . . . karspuolen trinken.' 159(5, Z Ehegericht. ,[Die 
Hexe habe auf den Rat des Bösen ein gewisses Kraut] 
inn Heini Mar.xen Karspuolen getaan, darvon ime ein 
Schwyn verdorben.' Kill. Z RB. Revers, daß aus einer 
bewilligten Weberwerkstatt nie ein Schweinestall ,nach 
Gehalt für die C'ars)nilen rev.' gemacht werden dürfe. 
16(58, Z. , Karspüle, Karspele, colluviespatinarum.' Reu. 
11562. ,Ein Trog voll Güllen und stinkender Karspeien.' 
JJUlr. 1731. S. noch Bd VHI 1393u. — Mhd. /ra,-«;»,.,/^. 
auch -8/.i>e?e f., Spülicht; vgl. Gr.VTB.V 2:31 (, Karspüle') : Diefenli. 
18.57, 4471i: 18fi7,298a; ChSchnüdt l'JOl, ISy ; Fischer IV 
2:57. Zum 1. Glied vgl. Char (Bd III 420), zum 2. Glied, einer 
Suhstantivhildg zu «püelen, etwa spätmhd. spiielHe), squalor, 
mnd. Hjml, popisma, mnl. »poel (Verwijs-Verdani VII 1766), auch 
die Anni. zu Spüelsche. Die Form mit ,-üe-' (soweit es sich 
nicht hloß um ungenaue Sclireihung handelt) ist wohl von Hpüelen 
heeiuHußt ; Red. 1 662 dürfte sie aus fremder (Quelle übernommen 
haben. .\ls Fhnn. : .Anderthalb Mannwerch in der Karspüellen 
utf Bollen.- 165:1, AaWürenlos (AaWett. Klosterarch.). 

S ii w -Kar-: Schweine tränke. ,[Eine Frau klagt, ihre 
Schwägerin] habe sy ein losen gscholten . . . und darby 
getrouwt, wenn sy wider zu inen kome, so wellind sys 
inn süwstal legen, an ein bank binden und süwkarspuolen 
ztrinken und zessen geben.' 1541/3, Z Ehegericht. 

spüele" n, 3. Sg. Pries, und Ptc.-<: wesentl. wie 
nhd. spülen. 1. spülend reinigen, allg., doch tw. nicht 
recht volkst., so in Aa It H. (, wenig gebräuchlich und 
dem Sehriftdeutscben entlehnt'): BsStdt; S, so um Glteu; 
dafür sehivö.nken (Bd IX 200G Bed. 2). Gleser, Tasse", 
Täller sp. Späel g'schirind e" par Gleser! SchR. Ein 
Witzbold sagte von einem verstorbenen Wirt, de'' Petrus 
hei-en v'tdlt eom d' Mostfässer hotze" ond. d'Gleser sp. 
ATobler 1908. ,[Kellermeister:] Ich solt wyn lau, den 
selben küelen, die gleser und die bächer sp.' GBinder 
1535. ,Sp., (er)wäsclien, durch ein wasser ziehen, 
schwenken, col-, di-, eluere; die gleser oder anderlei 
geschirr sp., vascula eluere.' Fris. ; Mal. ,CoI-, diluo, 
sp., Wäschen, schwenken.' Denzl. 1666/1716. ,Sy [die 
Schwyzer] mögind kommen, die Bächer, damit man ihnen 
ynschenken werde, seigind Zürich schon gespült', An- 
spielung auf die Kriegsbereitschaft der Reformierten. 
1682, Gl. Gleser (ZWyla), Glesli (AaF.) sp., = Gleser- 
Schwänken (Bd IX 2009), Name eines Kinderspiels; s. 



201 



Spal(l). &]>e](\). s\V\\(\), spoUn, siml(l) 



V 
202 



auch AfV. 22, 93. Wijsch udgl. sp. ,[l)as Weib] zogte 
zuo dem bach hin dan und spnolt ir tuoch.' Boxer. 
's Mal xj).; s. auch lid VII lO'.IHiM. .Colluere guttui'. 
dentes, den Hals, die Zahn sp. ; labra tonte proluere, den 
Mund mit frischem Wasser sp." Denzl. I(i77. 1716. KAA. 
,I)ie kel, den hals sp.' oä., scherzh. für trinken. ,Ich 
muoß aber vorhin mein käl sp., mit eim trinkli mein 
herz erkiielen." ürObel 1560. ,Gnuo,£; band ir jetz gspüelt 
den krossen.' KCys. 1.503. ,[Ein Sclilemmcr ist] dem Geiz 
t'eiud, weil er dabei seinen Hals nicht sp. und dem iJaucb 
nicht dienen könnte.' JMev. 1700. , Einem das Maul sp.', 
ihn au einem Trinkgelage frei halten, ihm die Zeche 
l)ezahlen: ,[Einer spottet über die l'redigt, iudeni er 
ytellen daraus] vor seinen Schhikbrüdern, denen er mit- 
hin das Maul spült, gespöttsweilS anzieht und bei den- 
selben ein (ihichter erweckt.' 167(),G Briefeines Pfarrers. 
,Einem dbiiben. d scliflben sp.'; s. Bd Ylll '.»6/7. ,.Tetz 
. . . kan er mir nitt gnuog klagen, wie inim der iuterpres 
d hüben gspüelt beige.' 15(i7, Bkief (TEgli). ,lch glaube, 
die Schelleukuh [die katholischen Orte] habe gebrnhlet, 
als ihro die Hauben ward redlich gespühlet.' 1714, Lied. 
,Seine Zunge sp. ob Einem', ihn verlästern, verleumden; 
vgl. üs-fip. ,[I>ie Verleumdung] ist unter uns so gemein 
als kaum an einem Ort in der Welt, als ,*au es dürftig 
[= sozusagen] uns anerboreu seye, unsere Zungen ob ein- 
anderen zu s]). und zu küelen.' EWyss 1607. Im gleichen 
S. auch , einen sp.': ,Sy [Faber und Eck] sehend, dalj ich 
nit gern usbrich in den dingen, die ein Eidgnosschaft 
aurüerend . . . Und da ich an dem ort us liebe des vatter- 
lands vertruck, als wenn eim an sinen kiiulen milivalt 
das er nit wenden mag und docli vertruckt by im selbs, 
da wänend sy denn mich ze sji. und verargwonet machen, 
als ob ich sy entsitz, darum daß ich inen aihveg mit 
glim])f des vatterlands geantwurt hab und nit gern sag, 
wie es zwüschend etlichen orten und mir Stande.' ZwiNGLi. 
Ret!., sich (von Sünde i reinigen: ,[Wer gute Werke tut] 
wirt euch dann frijheit haben sich ze sp. oder ze er- 
wäschen; dann eins jeden nientschen sünd wirt nach 
jetz beschribner gattung [im Fegfeuer] suber ußgespüelt 
werden.' ^I^g.Tschtoi 1572. — 2. a) sjiUleud entfernen. 
Scherzh. : Wer will laitfj lebe", spiiel( i) fV Milch ah der 
Lfhcre" ; vir nild ofui" sp. mit Wi". soll 's Sp. la" sV 
ZGundetsw., aber nid mit Wasser, sunder mit ^\'^". oder 
er las.si 's Sp. si" Z Wl. ; vgl. ali-sp. 1 b. Bildl. : ,Ein laster 
ab im sp. und vertadi(n)gen, diluere crimen.' Fuis.; Mal. 
— b I mit Akk. P., wegjagen UUSch. — .Amhd. njmnlen (s. er- 
«;».) bzw. ^ptielcn : vgl. Gr. WB. X 2, '223 ; Fischer V 1603. Hie- 
zii: ,Spüol-Bnumen' BBicl; .Au vineis nostris in Biollo apuil 
SpüelbruDnim.' 1361, F RB. ; , uff einem wmgarten, gelegen ze 
BicUe vor dem obertoro bi dem Spüelbrunnen.' 1570, ebd. 

ab-: 1. wie nhd. a) entspr. spüelenl. bes. von Eß- 
und Trinkgeschirr (statt sorgfaltiger Reinigung), wohl 
allg. Me" c/ia""'« nw ff'schiriiid e"(Mi" a., es luet's 
scho" Scn R. Dann händ s' [beim Mosten | «o<^'' riern d'Mal- 
stei'^ und d'Trotte'^ guet ahifspilelt. Messikommeh 1010, 
117. ,Deluere, a.' Denzl. 1666/1716. .[Die frisch ge- 
machten Nudeln werden aus dem siedenden Wasser] aus- 
gezogen, mit friscliem Wasser abgespült.' Z Rezeptb. 
um 1700. Einem ,den Hals a.', zu trinken geben: ,lhr 
Weiber ... haltet eure Männer lieb, wenn sie eücli braf 
Turben tragen ...; wann sie in der Hitz erkühlt, ihren 
Hals mit Wein abspült!' 1738, Lied. — b) = spüelen 2a. 
Wann t wVt es längs Lebe" ha", spiiel d'Nidle" ab der 
Lebre" ab. aber nüd mit Wasser, weder mit Wi". sicst 
las^das Spüele" to«" .'({".'beim Xidelesseu gebräuchlicher 



alter Spruch SchwE. (Lienert). IJneig. : .[Die Möiu'be 
sollen] in disen heiligen tagin dir b(ii)tvastun gmein- 
lich ir lebens huoteu und die sumigi dir andron citon mit 
disen heiligen tagin abspuollen.' lIwE. Benedictinerr. — 
2. hinunterspülen. D'Bluemc" «.; s. Bd V 65M. und vgl. 
ahen-schirämmen (Bd IX 1860). — Vgl. Gr.WB. I 125. — 
Ab-spüelung f. ,Ablutio, .'V., Abwaschung.' Denzl. 
1666/1716. 

abe"-; = dem Vor. 2: bes. durch die Kehle. De." 
Staub (nach einer stauliigen Arbeit, Wanderung) a. Der 
Verdruß a., mit Trinken; s. Bd IX 447o. 

er-: gründlich spülen. ,Gitzennetzesalb für die Rand. 
Xinim ... Gitzennetze 1 l'fd und baye es 8 Tag im 
Harn und nimms allwegen wider uß dem Haffen und 
erspUels in lauterem Wasser.' Z Rezei)tb. um 1700. 
,D Schüben e.'; s. Bd VIII 06/7. Refl. und uneig.: ,La 
foregan confessionem peccatorum, so volget sar juilcri- 
tudo. So du dich irspuolest, so bist du scone foic imo 
[Gott].' NoTKER Ps. 05, fi. — Vgl. Gr.WB. III »'Jo. 

ÜS-: wie nhd. E(s) Glas, 's Mal ü. ,(Mit wasser) 
außsp., (außschwenken), sauber erwäschen, probiere, 
elavare, eluere.' Fris.; Mal.; Denzl. Uneig. ,Die sünd 
ü.'; s. spilelen 1. ,Einen mitbitterkeit ü.', (lästernd) über 
ihn herfallen : ,[l)ie Sektierer] habend eigne kämpf hüser, 
da schlüffend sy zämen und sitzend da zno gricht über 
alle menschen und urteilend sy. Und so sy das wol uß- 
gericht, so spüelend sy einandren oft mit sidcher bitter- 
keit uß, daß einer in Überfluß der gallen wol baden 
möcht.' ZwiNULi: tanta cum aninuu'nm acerbitate sese 
laniant et polluunt (Gualther). 1/JJärm ü., sich er- 
brechen. Bs Stud. 1010, 16. — Vgl. Gr. WB. UI81 ; Fischer I 
Ö23/4. — Üs-spüele te" f. ,Die außspüeleten, wuost, 
undat, pro-, subluvies, proluvinm.' Fris. (schon 1541); 
Mal.; Denzl. 

u s e " -. '»■ Mul u. Z. — d ii r c h - : durchstreifen. ,Zuo 
allen tanzen louffen, alle straßen oder gasseu d.' HBcll. 
1540. 

ver-. Nur ver-spüelet: durch Spülen verdorben; 
s. Chuchi-Hnsar (Bd II 1751). — Wobl nur individuell : -ai 
dem Versrliythmus zulielie. 

(e"-)weg-; 1. wie nhd.; bes. vom Wegspülen von 
Erdreich durch Wasser. So auch 1774, Z. — 2. = spiie- 
len2b UUSch. Gang, .tjjiel d'ühind e"iregg.' 

I''läsche"-Spüeler m.: Ptlanzennaine, = (lutteren- 
Butser ib (Bd IV 2025) GG.; Syn. ChraCer -J (Hd Hl 031), 
nach Pritzel-.Jessen 136 auch , Flaschenputzer'. — 
Guttere"-: Schimpfname auf einen Wirt, der seinen 
Gästen mit Wasser vermischten Wein ausschenkt Z 
(DrJucker). — Kanten-: erdichteter Name eines 
Trunkenbolds. 1662, LSpiel. — Milch-. Nur in ,M.- 
See', dem Namen eines am Fuß des Kärpfstockes ge- 
legenen Bergsees, ,in dem die Sennen die Milcheimer 
spülten' Gl; vgl. JSA. 1914/5, 332. 

Spüelete", in GaCast., He. -eti — f.: Spülicht (in 
Chur, D., He., Pr., Seh.; Si'iiSt. (Sulger). ,Sp-en, Sj)»!- 
wasser, ju-olnvies.' Denzl. 1677; .colluvies, gesainleter 
Unflat. Wust. Sp-en: colluvialis porcns, Schwein, so mit 
S|i. eruehrt wird.' ebd. 1716. Verächtl. für schlechten 
Kaffee GrD., Seh. — Auch eis. (Murtiii-I.i.-nb. II 5401. 

Gleser-; Spülwasser von (Biei'-)(!läsern, dann ver- 
iichtl. für ein fades (und leicht säuerliches) Getränk B 
Stdt; Z (Dan.); Syn. Bier-Ge-schivätik (Bd IX 2002). ll'iV 
Gl. ist das Hewberithe ! Z (Dan.). — Chübli-: Spül- 
wasser, zB. aus einer Gepscn (Bd H 393) GuS. - 
Milch-: = dem Vor. üRCast. (Tsch.). 



203 



8paM), siicl(l), siiil(l), >|Hil(l). s|nil(l) 



204 



8]i ü e 1 i f. Nur in Ortsnamen. — Spüeli BInt. (schmaler 
Kanal zw. Liitscliine und Aare: ,8])ühli oder Spulhacli." Leu Lex. 
17, HU), Kün. (Haus an einem Baeli), Rüd. (Scheune): WVt. 
{inner, liider, zer Sp., Stelle an einem Bach). S/t.-JJach BG., Int.. 
(= Syiieli), Sehwarzene-g. Sp.-haeh-Fall BG. (Bärnd. 191 1, i)). 
Vgl. auch .Spiililen' LEntleb. (Scheune) und ,S]jühl-Buck' ZAnd. 
(Hügel). 

Spüelich, Ge-spiiolich t n.: Spülicht. ,Collu- 
viales porci, mit Spüleich [!J gemästet.' Denzl. 1666. ,Ein 
Schwein so zahm zu machen, daß es einem nachläuft: 
Man soll ihm im (iespülicht das (iehirn von einem Rahen 
... zu fressen gehen, so läufts Dem nach, der es ihm ge- 
geben hat.' a. B Arzneih. (AfV. VI 58). — VkI. Öv. WB. X2, 
2-27: IVl, 4171: Fischer V l(i(M. 

,Spüelsche; proluvies.' In. B. — Wohl eine alte 
Femininlnldung auf ahd. -iura (Gr.Hr. Neudr. 11355 ; Wilmanns 
II :ifi7) zu einem Subst. ahd. 'Kpuola (s. Kar-Spiiehn mit Anm.) ; 
vgl. Fehnmtrh (Bd I 822), ,Kölsch(en)' in der Formel , Einen zu 
Kftlsch(en) und Äschen verbrennen' = ,zu kol und ä. v.' (s. Chol 
Bd III 207) : ,Daß sie [eine Hexe] zu Tod,justificiert, hingerichtet 
und zu Kölschen und A. verbrennt und zu nichts gemacht werden 
solle.' 1(595, Gl Rats]irot.: an andrer Stelle ,zu Kölsch'. 

spüelere": „plagen, Jemand wie einen Spuler be- 
handeln B", auch ItSt.'M, necken, zum Besten haben, des- 
wegen, weil der Spuler bei den l''abriken der schlechteste 
ist'). — Wahrscheinlicher als die von St. augedeutete Erklärung 
ist die Annahme einer Weiterbildung zu spiielen'. s. d. unter 1 
den Beleg aus Zwingli, sowie üs-spmelen. 

Spalbe" : = Be-schlah-Scheitlen (Bd VIII 1.506) Ar. — 
Nicht bestätigt. Xach einer neuem Angabe heißen Breitaxtspäne 
in ApTeufen Späte» (Sg. en .Spale"), was zu Sjml (Sp. 108) nach- 
zutragen ist. Vgl. noch Üjmlm. 



Qo-spelch n. : hastiges Treiben B (Rüetsehi-Bitzius). 

Speiche" f.: Name für eine Ziege; vgl. Bd II 459M. 
Zuelie'', Chlmi! du hisch' mini; la''^-di'''' miilche", lü^hi Sp., 
du bisch' ja ml" Z'Immisyeiß. G.IKuHN(Alpenr.l820,234). 

spelch'^e°,spelke" (einmal -//- BStSteph.) : 1 . ßpel- 
che") intr., „schlendern B", sich übermütig gebärden, 
umherjagen, von Vieh, das im P'rühjahr zum ersten Mal 
auf die Weide getrieben wird BG. ,Kaum wittern sie 
[die Rinder], dem Stall entlassen, das erste FrUhlings- 
grün, da spelche"-si, techle", techle" ab.' Bärnd. 1911. - 
2. fspeJke") tr., wegjagen, -scheuchen BSchüpfen, S. 
(allg.); vgl. ver-sp. D'Spnt2e", d'Hüenerf ns '^em Garte" 
Hse") sj). BS. S2)elk nid (jämf d'Hüener! ebd. Pferde 
werden iifd'Weid g'updkt. Bärnb. 1914, 158. — 3. (spel- 
kc'Jintr., lauern, aufpassen, zB. von Füchsen, auch von 
Menschen, zB. von einer Klatschbase, die Neuigkeiten 
ausschnüffeln will BSi., so Bolt, StSteph, und It DGemp. ; 
vgl. umen-sp., xpdklen. [Es ärgerte den Teufel] das-er'sch, 
trotz si,"^m Sp. . . . nit Jm^gi z'weg 'brächt d'Lüt s'ver- 
helke". DGeml'. (Schwzd. 45, SS). — Der Vokal weist auf 
alten Umlaut, der in BSi. t. durcli e, t. durch a vertreten ist : für 
ä spricht auch der Beim Spielchen (s. d.) ; melchen. Das W. ge- 
hört möglicherweise zs. nnt nd. ( herum- )sp(dken, heftig, lärmend 
(herum-)hantieren, (heriun-)toben, auch scherzen, lustige Streiche 
angeben (Gr.WB. XI, 1848: ebd. auch .■^palk m., Lärm, Wirr- 
warr) ; vgl. zum Geogr. die Anm. zu Spiehti (Sp. 49). Ein Zshang 
mit dem anklingenden und tw. syn. Spaul:, späuken (Sp.S5) ließe 
sich nur unter gewagten A^oraussetzungen herstellen. Unklar 
bleibt auch, wie sich Bed. :J zu den andern Bedd. verhält. 

ume" umha''-spelke" : nmherspähen BBolt. £Jr ist 
scho" der ganz Vurmittag eppis am f.; was het-er acht 
im Sinn? — wer-spelke": tr., verscheuchen BoAa., Be., 



Ins, Schupfen. Die Hühner aus dem Garten v. BBe. Da 
oer.Hpelkisch'-mer ja näner Tube"! HZci.i.ioer (Kl. Bund 
1923). ,U'm d'Stüde^ schlah», um den Hasen aus dem 
Busch 2'(i.' Bärnd. 1925. Das Ptc. = rrschüclit 2 Bd VIII 
(142): TJ'Säu .s-«» ganz verspdkt g'si" [vom Lärm der 
Soldaten] »'"* hni" der ganz ander Tag nid irölle" fresse". 
elid. 1914. 

spelkle'Y-f''-^: =spelken 3 BLenk. Dur'' e" Chilten 



HS"I,» sp. 



Zum Vokal s. die Anm. zu K/iel/:eri. 



ume" umha''-: = umen-sjjelken BLenk. AV het guet 
umha''g'spälklet. von Einem, der sich siiähend umschaut. 
Der macht enmca nit vüB'eehts; iir isch ging numen am 
U. Die hei" de" ganze" Nä'hf^ittag Öppis umha'' z'sp. 
g'ha". — er-: ers|)ähen BLenk. Was würde" die Gägge" 
i" dem Baum acht leellen e.? 

Spiilche" -ha WLö., Spulsu WLeuk — f.: gering- 
fügige Sache, Kleinigkeit; Sya. F/aiichen, Flüchen 3 
(Bd 1 1159/60, wo weitere Synn.); Sjiauk 3 (Sp. 8.0). Er 
hed bloß e" Sp-un g'gessen WLö. Gib-mer oich e" Sp-im 
deroan. ebd. Meist verneint : kei" Sp., nicht das Geringste, 
kein Deut WLeuk, Lö. Ich ha" hit nuch kei" Sp-un 
g'gi}ssen WLö. Ich han kei" Sp-un fer mich b'halten. 
ebd. Daran ist kei" Sp-a war. ebd. 

spiilcheii, ,-ü-', spulgen: pflegen, gewohnt sein (zu 
tun). Mit Gen. S. ,Des sie spulgent, daz bcgagenet in; 
menniscen ilent sie triegen, betrogen werdent sie.' 
NoTKER I's. 72, 18. ,Wio manage suhte, wio chreftige 
swerden si [des lichamen lustsami] gil)et tien iro spul- 
genten.' ebd. (Piper I 160). Mit ,ze' -I- Gerundium. ,Und 
als er ez het gordinot, also spulchen wirs ze tuonne.' 
UwE. Benedictinerr. XIII. ; mehrfach ; dafür einmal : .also 
im]iflegen ouch wirs zetuonne.' (Gfd 39,31/2). ,Das heiig 
edel kint Jesus spulte [Var. .spnlchte'] ze tuende dike 
alsus daz es sölich krut gewan, daz ze essene sich nam 
nieman an von der siner bitterkeit.' WvRheinau. ,Ouch 
ist dike das geschehen, das man vand an gezügen valsch- 
heit, so ieklicher sunderlich seit, des man sus niht bete 
getan, möht einer den andern han gebort. Des spulcht 
[BHdschr.] man leider niht an weltlichem als an geist- 
lichem geribt." Schachzabelb. ,Und warent all [heren] 
mit söllichem gewät angelait als die spulgent ze tuon, 
die da heltfer sind zuo der meß.' EStaoel. ,Wir muostcnd 
sy [die Zürcher] wysen und darzuo halten, daz sy Iren 
geswornen pund an uns hieltent, als wir sölichs gespulcht 
hant iewelten ze tuonde und einandren gehorsam ze 
machende.' 1444, Schreiben der Eidgenossen an die Kur- 
fürsten und Reichsstädte (Fründ 1446, 193). ,[Beim Aus- 
graben des Fundaments für das Kloster Königsfelden] 
vand man wunderlich gestein von varben und von ge- 
houwem estrich von frömdem werk, des man in der 
Christenheit nit s])ulget ze machen.' Chron. von Königs- 
felden XV. (Herrgott, Mon. Dom. Aug. Habsb. IV 2, 172). 
Abs.: ,I)ie buntlirietf [zw. dem Herzog von Savoyen 
und den Städten Bern und Freil)urg] . . . wisend, daz 
in allen und iegklichen artikeln. die in dem selben 
buntbrieff nit gelütert sint, sol sin gnad. ouch wir von 
beiden stetten mit einander leben und spülchen nach 
der alten buntbrietfen sag.' 1445, FanB; dafürin andern 
F und B Dokumenten: ,(fridlich, zimlich) leben und 
wonen' (1403. 1480), ,mit einanderen leben (sich halten, 
handien) und wandten' (1448. 1500) uä. — AmhA. apulgen: 
vgl. Gr. WB. X 2. 220 (auch ,spülgeu') ; Fischer V 160:3, zur (un- 
sichern) Etym. Falk-Torp 191 1, 8:B6. Die cA-Form (gramma- 
tischer Wechsel!) ist sonst nirgends gebucht. 



205 



Spal(l)— spuldi. Spalt — spult 



206 



ver-. Ptc. ver-spulcht- was außer Geliraudi ist, 
veraltet und daher unbramlihar. .[I>as Alte Testament] 
in dem sich Gott mit seiner macht, Weisheit, güete und 
gerechtigkeit dem menschen auftuot und zuo erkennen 
gibt, deshalb es von niemants verachtet werden sol als 
ein alte g(e)schrift. die uns nichts angange und yetz v. 
sei,' Z Bibel 15;-il;60 (Vorrede). ,Sol es dann also zuo- 
gon, daß man das für das höchste guot sol sehetzen, 
darauf allein sehen, des allein begiiren, daß die wort 
zierlich ußgebutzt sygind, zart und stieß auffeinander 
fallind, und wo sölchs nit ist, da soll man auch guote 
ding für bös, v. und grob rechnen.' ebd. 15C0 (Vorrede). 
,Das yetz zuo unsern zeiten vergangen, ist vor zeiteii 
auch gewesen; was vor Zeiten ist gewesen, das ist v.' 
Prep. 15(10: ,ist dahin.' 1-589; cj-/. iiT'. \v/i]i}.r, toij TipoiTO'.?. 
LXX. — \g\. Gr.WK. XII 1, 1506. 

spülfere": beim Heden den Speichel ausspritzen Gr 
V.; Syn. skeif'eren, spuderen (Sp. 5. 53), 

s p u 1 g e n s. sjmlclien. 

s p e 1 k e n s. -tpelchen. 

Spalm, in LUev^. Spnhiic" — m., PI.-«-: Balken. 
Latte von Holz, a) aufrecht stehende Bohle oder Latte 
an einer Hütte; solche stehen in Zwischenräumen von 
' -2 1 Fuß, damit die Luft frei durchziehen kann L 
(Schürmann). — b) Balken als Riegel, (i)uerstab L. — 
c) „Stallbaum", Balken im Stall zw. unverträglichen 
Pferden LE. und It St,»-. ~ d) = Asmi-LaUen (Bd HI 
1483) LHerg, — Vgl. Fischer V 1466, Abi. von der in Spal 
(Sp. 108) vorliegenden Wurzel: vgl, auch Spalhm. 

spalm e",spa7»He": mit ,Spalmen' versehen LfSchür- 
mann), — Yer-spahne", J'tc.-et: = dem Vor. ebd. 

Spalmete" f.: „.jede trinkbare, geringe Flüssigkeit, 
zB, Milch mit Wasser vermischt W'- (St.-i: Svn. Müch- 
Schwalm (Bd IX 1848), 



S ]) u 1 s e " s. Spulchen. 



spalsfig. ,[Sepp versucht die Frau seines Freundes 
Melcher zu überzeugen, daß das Bücherlesen ein ihrem 
Manu neben der Arbeit wohl zu gönnendes Vergnügen 
sei, worauf sie höhnisch erwidert :]Vernügen,A'ernügen! 
Das sp. Veruügen! Meines Manns Leir; ihr sind über 
ein Läist . . , Arbeit, Arbeit sol sein Vernügen sein , . . 
Essen, Trinken, Kleider, einen Pfennig erspaaren, bis 
mann alt ist, das sol, nebst mir, sein Vernügen sein,' 
UBrägoer 1777. — Offenbar eine euiihem. Entstellung: doch 
ist die Grundlage unklar. 



Spalt— spult. 



Spalt (bzw. -«-, in BsL.: S(;.. Th. -fA, in PAL; TB. 
-fA), in Bs It .\Oehler 1912 (nicht bestätigt); (iTa. (in 
Bed. 4b) Qe-spalt — m,, PI. Spalt (auch BsL., in BE., 
Si.; Ni)w -e^-, in FJ, -ie-, in SG., Th, -ö--), Dim. Späli/i 
(Vok. wie im PI.), in BE. auch Spelteli, Spalteli. in F.I. 
Spielti: 1. als Vorgangsbez.. Spaltung, Zerteiluug. ,Ir- 
huget sinero [Gottes] wundero, diu er teta in divisione 
maris ruhri (an demo sp-e des roten meres),' Xotker, Vgl, 
Här-Sp. — 2. wesentl. wie nhd. Spalt(e). allg.: Syn. 
G%m(en) (Bd II 300); Chitt II. Chlack (Bd III 5(i7. 039); 
Schrund J a (BdW 1627). ,Einsp. oderklack, schrunden, 



klimsen, riß oder schranz, fissura, fissus, riiiia, conscis- 
sura; voll spält oder kleck, rimosus; spältle, rimula.' 
Fris.; Mal.; ähnlich hei Denzl. S. noch Chlack (Bd III 
640). Hesch' chall '^ so schlüf in e" Sp. KL. (Bs ; BG, ; S ; 
W). Bildl.: Jez g'mch-ifii afen es Speltli für use"- 
fscMi'iffe''. mit Bez. auf Schwierigkeiten, die die Eltern 
gegen eine Heirat machen. S(ifeu.er 1925. De'' Luft 
f Windj hlöst dui-'i' alli Spült dufH" Sch; Z, Zu alle" 
Spalten ine" regne" ; s. Bd AI 730 u. We""'s ehaltet, mues-"- 
nie" d'Spält. en iedern Sjiältli vermache« B (Zyro): S(;ii. 
D'Liit hei" [in Geisternächten] alli Spült und Locher 
rerschoppet, Um und Stall eerriglet. EP'ischer 1922. 
, Spält außfüllen oder verscboppen, rimas e.xjilere,' Fris.; 
Mal. Bildl.: s. Chli)ii.-<eH (Bd III 649). Alli Spältdi) ver- 
chlehe" Tu; Z. S. auch Chatzeii-Schlhli (Bd VHI 54). 
a) durch Bersten, Springen entstandener Sp. Spält 
würfe" B; Gk: Z und weiterhin. , Kleck und spält ge- 
wünnen, klecken, zerspalten, agere rimas,' Fris.; Mal. 
S. noch spalten Je. In Holz. Mauerwerk, 's Hüls hed 
Spiält AaF. ,Weil's in der Stube kalt war zum Spält- 
werfen.' Stctz 1854. Das verarbeitete iridersHnnig Hnh 
bekommt weniger Spalt oder Chleck [als d's sunnige]. 
Barmi. 1908: vgl. Bd ATI 1 11)3. Nä^'' und när'' het's [das 
Kruzitix am Weg] der Rege" ganz rerwetteret und 
d'Sunne" het lüter S/mng und Spalt dri" g'macht. 
Bi-HLER (GnUbS.). De" [Kirchen-] We)in<'e'> Kfi«"'', uajilze» 
ni)'''' Spält fiirlie'' gugge", von einem Erdlielien her. 
Bärxd. 1911. Uf ei"mäl riieft d's Freineh zu-me» Sp. 
[der Stalltür] inner GRSch. Der Mäne" [hat] dür<^'' 
d'Spält ro" der Bretterwand sins Spil 'trihe" und hed 
ufdem schuarze" Heuhode" vitJ Linge" 'zeichnet. 3 Jörgkk 
1920. Bildl.: I>' Bastille» mit irne" chläfterdicke" Mure" 
het z'Bode" müeße"; vo" der lebige" röte" Muren um 
d's Chünigshüs hingäge" het-me" g'trüßt. dalS-si mf'' 
kei"s Spältli het. RvTavel 1922, ,Naves fatiscunt rimis. 
zerlächend, kleckend, gewünnend spält oder kleck.' 
Fris.; s. auch Bd IV 1140M. .Daß kein Holz so glück- 
selig, daß es nit etwan ein Krump, Spablt oder Ast 
habe...' PSpichtig 1658 (A'orwort). .Ihre Mutter, die 
öfters durch einen Sp. [in der Wand dem (iebaren der 
Tochter] zugesehen.' 1723, L. ,Daß bemelte Mauren 
gewichen und Spält geworfen.' 17i)(), Z. ,[Der (iip.ser 
soll] den ganzen Saal völlig wider wißleu und alle Spält 
zumachen. Item sollen sie alle Spält wider in der ganzen 
Bibliotbec vergibsen.' 1742, IHess 1914. ,Von der Kälte 
sah man in vielen Bäumen Spalte.' LMev. 1767. S. noch 
Bdin KMSfver-Kchenr.M 1377M.; VH 1571 M.; Vm492 
fschüehigj; IX 1627 u. (lö(>3, Z). An zerbrechlichen 
Gegenständen, Bruch, Sprung AaF. ; Ai-; B; Sch; S; 
ZBül.; Syn. Sprung. D'Tafele" hed e" Sp. AaF. Die 
[Tasse"] händ ... scho" lang Spalt g'ha". .I.IRahm. 
D'Ofe" platte" heig e" u-üeste" Sp. SGfeli.ek 1919. 's Glas 
häd en Sp.. e" Mannsbild .«ci'< nommer dros trinke", oder 
es irerd 'brache". ATobler 1905, Mc" seil us kei»'m 
g'spaltne" Glas trinke": im Sp. hocket e" Hä.v und me" 
chönnt-se Hecht i"trinke", <>aß-me» cerhüxet ward. SciiiLO 
1863. Di einti vo" den alte' Glogge" het e" Sp. g'ha" 
und het'tschäderet. RvTavel 1917', , Einhundert sechs 
minder achtzig [= 174] ,Iahre alt emplieng ich durch Un- 
glückein schädlichen S]).' 1692, ZBül. ((ilockeninschrift). 
Bildl,: ,[l)ie Wirkung der Müdigkeit] erfährt man am 
besten auf Reisen, wo .ja .,. so manches ehliche Glück 
in die Brüche gegangen ist oder wenigstens einen Sp, 
bekommen hat.' Gotth. An Knochen (hei Röhren- 
brüchen). ,Solt auch an einem Klaek oder Sp, des Gebeins 



207 



Spalt, speit, spilt, s])nlt, sinilt 



208 



Aclitunn liaben ... Koni]it ilncli nur Alles von (lom 
Sp. des Heins her, wenn die Fiitte des Marks liindiirch 
gebrochen und zu einem Eiter . . . .geworden ist.' Würz 
1612; vorher ,Bruch'. S. noch Bd 111 (i4(». fi41 ( üf- 
chleeken). Im Erdboden, Fels, Eis; Syn. C.hlaff(cn) 4 
(Bd m G2(;), Chrachen Ib (ebd. 7S3)," Srhnuin II Ic 
(Bd IX U;22j, Schratt II (ebd. I(i72). irjumpfere" ... 
het so giiet fl'wißt, wo [beim Erdbeben] 's Fir us der 
iirden üse"ko" isch' ... und ivo's die dief'ste" Spalt g'ge« 
het. AIEhler 1912; G'spält im Bode". ebd. Ber ,warm 
Chniche"' ist e" Sp. im Felse" ... us dem Sp. ueche'' chunt 
irarmi Luft. JJöhger l'J20; nachher Scltrund. , Spalt und 
Klimsen der Felsen.' Tschcdi Tierl. .Bei Schub und Zus 
entstehen im Gletschereis Spalt senkelgrad zur Zug- 
richtuug.' Bärni). 1908. ,[An Stelle der letztjährigen] 
durch W'interschnee ansgetuUten Clilechcii oder Spalten 
öffnen sich deren neue.' ebd. Der Sj). s% ... learschlnlv'' 
mit-ere" diiniie" Isgruste" und Sehne 'teckter g'si"; in 
den offne" Sclinind v'är der Baschli nid ahg'ehit. denn 
er heig giciilJ schii" breiter Spalt übersprungen, a's der si. 
CScHNYiiER 1911 (GrY.). S. noch Bd IX l(;28o. .Als der 
Herr verschied, da ist der fels und berg zerspalten . . . 
und gat der Sj). liarab bis in die cap])ell.' HScHüRrK 1497; 
ähnlich bei Stulz 1519 (.ist ein großer sp. im t'elseu, 
lang und eins knüw[s] tüff'). ,Klack oder sp. oder ein- 
gefallen loch, hiatus terraj; ein großer sp. der erden 
oder ein Schlund, kluft, chasma.' Fris.; Mal. ,Sp. im 
Eise.' Denzl. 1G77. ,Etwanu wirtt'et dises Bergeis breite 
und turutief'e Spalte, welche denen, so hineinfallen, zum 
Grab dienen.' JJScheuohz. 170(j. S. noch Bd III 640o. 641 
(zer-chleeken); IX 1628 o. 1672 (Schratt II K 1673 (Firn- 
Schratt ). ,Cbasma, ein sp. am himmel, wenn es scheint, 
als ob er sich auftüeye.' Fkis.; vgl. Himmels-Spaltung. In 
der menschlichen (und tierischen) Haut, = Schrund 
lay (Bd IX 1628) GA.; ScuHa. ,[I)ie glatte, weiche Mäd- 
chenhaut] ward anfänglich zur währschaften Weiberhaut 
mit etwelchen Klecksen und Spalten, dann welk wie eine 
Zwetschge . . .' Gotth. ,Für dei erfrornen Fuß ist gut: 
nim ein Kalbermagen, bräne ihn zu Pulver und striine [!] 
es in den Sp.' Arzneib. 1822. ,Ein sp. oder sehrunden 
am hinderen, das ist im ars, fissum (flssura. Mal.).' Fris.; 
Mal. ,Stiergallen ... wirdt köstlich gebraucht zuo den 
prästen und spaltendes sitzes.'TiERB.1563. ,Chimethlum, 
Spalt an Füßen von Kälte." Dexzl. 1666/1716. .[Wenn 
das Vieh] in dem Schlund und umb die Zungen ... ge- 
klecket ist oder Blatteren bat, so ist es mit dem l'resten 
behaftet. Deme zuhelfen soll man nemmen einen sil- 
bernen Löffel . . . darmit den Sp. oder Blattern brechen.' 
1682, ScHwE. ; vgl. dazu Bd IX 1628 u. (ZSauitätsmandat 
1732). S. noch Bd 111 640o. (Vogelb. 15.57); IX 1628 
(mehrfach) und vgl. noch Herzen-. Wind-Sp. An Käse. 
Übersalzner oder a"g' steckte'' Chds bekommt eine weiß- 
liche Salzhüt. wirft auch kleine Spältleni. welche den 
Laib Zersprenggen, so daß er häßliche Risse kriegt. 
Bärnd. 1908 (BGr.). ,An unsern letztjä.hrigen Käsen 
zeigten sich . . . auf der Bladseite . . . Spalte im Narben.' 
Schweizer Bauer 1900; v.gl. Sirten-Sp. — b) (offene) 
Fuge, zB. in Bretterböden. Über <*e" Sp. (A AAVohl.), ''em 
Sp. nö'''e>' (Zl'fätt'., Wth.) laufe", alter, bei Trinkgelagen 
üblicher Brauch, um einen .Angetrunkenen auf die Probe 
zu stellen, ob er noch ohne Schwanken gradaus zu gehen 
vermag. Lauf über '^e" Sp.! Einer, der wegen eines 
Rausches tags darauf ausgelacht wird, wendet launig 
ein : Ja, es ist nild so g'fdrli"'' g'si". i''' hä" ämel uu'>' no''' 
chöH'H" dem Sp. ntcfitien laufe". Syn. über ^e" Chlack 



laufe" Sl,. (Schild 1885,73); ähnlich auch eis. und schwäb. 
.^n Wagenrädern (Felgen): .Ich mag, weiß Gott, nicht 
mit einem Wägeli fahren, wie die oberaargauer und die 
Bauern um Bern, so ferndrigen Dreck an den Rädern, 
an den Speichen und an der Nabe und Gras in den Spal- 
ten.' GoTTH. — c) künstlicher Einschnitt, Kerbe oä. 
Am Stock isch' [trotz mehrerer Hiebe, um ihn zu spalten] 
HO''' nid es Spelleli üfg'sclirisse" g'si", daß es FlÖhli hätt 
chönnen v'he" gnmpe". SGkeller 1919. In einer Weiden- 
rute; s. Bd Vill 166u.; auch BE. (AfV. 15, 4i. ,[l>er 
Opferstockdieb habe] Blutzger mit einem Hölzehen, all- 
wo er ein Sp. darin gemacht haben soll ... herausnehmen 
können.' 1753, Gr. ,Sp. einer Federen, fissura calami.' 
Dexzl. 1716. .[Deine Schreibfeder] sey nicht ohne Sp. 
und sey zu tief nicht gespalten.' JCLav. 1794. üneig.: 
,Gugg, Galli [Abt von StGallen], du ruftest schlecht eid- 
gnössisch Recht, gehst doch kein Rechtspruch ein. 
Spricht man nicht, was dem Galli gfallt, so macht er in 
Bundbrief ein Sp. und wil ein Reichsfürst sein.' 1712, 
Flcüschriet. Insbes. a) Einschnitt ins Viehohr als Eigen- 
tiimszeichen BGr. ; s. Bärnd.l 908, 545. — [i) beim Pfropfen, 
Einschnitt in den .Ast des Wildlings zum Einsetzen des 
Pfropfreises; s. Joh.Mey. 1866161. In'n Sp. zweie" 1a. 
.Die andere Gattung . . . des Impfens, welche in Sp. ge- 
schieht, ist bei Vielen nit so gemein als die erste [das 
, Pfropfen zwischen die Rinden und das Holz'].' Rhag. 
1639; s. auch BdlV1697M. .[Der ,Nespelbaum' will] 
wegen seiner schlechten und dünnen Rinden . . . allein 
in Sp. gezweiget seiii.' EKönic. 1706. ,[Man beschneidet 
das Pfropfreis] an dem Ort, wo es in den Sp. hinein- 
kommen sollte, von beiden Seiten.' JCSclzek 1772. S. 
noch Bd VI11736u.(GEdlebach 1679) und vgl. spnltenlay. 
— <l) n a t ü r 1 i c h e r Einschnitt am menschlichen Körper. 
a) Kerbe zw. den Hinterbacken; s. Fiid-loch-Sp. — 
ji) Vulva Ar; FJ. ( Spielti); ScnSt. und wohl weiterbin. — 
e) Spalt förmige Öffnung an Sparb üchsen uä. zum Ein- 
werfen des Geldes Ar ; Gl ; Scii ; Tu ; Z und sonst. Allei-lei 
Cliäste" hat's da [in einem Panoptikum] g'cha", wo d'Lüt 
Zecliner und Zwänzger i" Spült ine" g'uen-fi?' händ. 
CStreifp 1900. Vielleicht vonderöfl'nuug einer Kleider- 
tasche iu den folg. R.\.\. Do hest aw'' (no'*) en Heller 
in'n Sp. [eine Kleinigkeit], wenn man Einem als Glück- 
wunsch zu einem neuen Kleid ein Geldstück zusteckt; 
auch bei Überreichung einer Hochzeitsgabe in Geld 
ApK. Das ist vie-n-en Haller (Heller) in en Sp.. 
Ausdruck der Unzulänglichkeit Ar; vgl. Gigen (Bd II 
148). — f) Tür-, Fensterspalte uä. allg. fD'Frau G.j 
het d'Tilre" rerha" und diir'''' <le" Sp. g'rüeft. RvTavel 
1916. D' SchUifstidie"dire" isch' a"-me" Spdltli g'si» Bs 
Stdt. Im (luant. Akk.; vgl. Giffen{Bd. II 130). D'Türe», 
(d' )s Fenster e(nj Sp., e(s) Spdltli (witj uf(f)mache": 
d'Türe" usw. ist efn) Sp., e(s) Spdltli ( wit ) offe" Bs; B; 
Sch; Th; Z und sonst. Auch mit verschwiegenem Obj. 
ebd. Do het-si [das Ofentürchen] e" G'spdltU uffg' macht 
und me"g'gickerlet. ACEhleh 19ia. — g-) zeitlich ge- 
wendet. Es möclit's ... schien- nümm^r verUde", daß 
d'Tag§ no''' me'' täti" chvrze", es isch ja g'u-ünd nume'' 
ncfi' es Spalteli Tagheiteri «"* derfür wol angerhalbe" 
Tag lang j^acht. E.mmextalerbl. 1916 (.Am chürziste" 
Tag- 1. — 3. als Stoft'name. Durch Dickenschnitte zwei- 
oder dreigeteiltes Spaltleder oder Sp.. welcher bloß noch 
die Fli'ischsite" oder das Fleisch und also im Gegs. zum 
Rollleder keine Narbe mehr trägt BAarw. (Bärnd. 1925). 
^ 4. Ptlanzenname. Riedgras, bes. Carex (auch Scirpus 
silvaticus, Juncus obtusiüorus ua.) GS.; Z, so Seeb., O. 



200 



Spalt. sj)ell. spilt. s)ic)lt. spult 



210 



(l)cs. die langblättrisen Species von Carox und Kriophn- 
riim), Uit.(HScliin/. 1847), W., Zoll, und It Messikommer 
1910; Syn. Messerli-, Scluild-, Schnitt-, Spalt- GniH i Bd II 
795/6); Spelt. ,Sp. und Binsen wachsen da, wo früher 
gutes Futter gedieh.' 18(i7, ZGlattal. Hieher wohl auch 
die vereinzelte .\ngabe ,G'spalt = der Spelt" GTa. : vgl. 
Spalt. — Ambä. »pah: vgl. Gr. WB. X 1. 1849/.51; Martin- 
Lienh. IIÖ40: Fischer V 1466, auch MHöÜer 1899, 657. In 
den Formen PI. Spielt, Dim. Spielti (FJ.) ist auf Grund des laut- 
ges. Zsfalls des Dehnung^-« in Spalt mit altem ä Mischun.:^ mit 
dem Innlaut von altem a eingetreten; s. BSG. X 72 Anm., sowie 
die Anmm. zu ein-, im-tpaltiij und Spelt, 4 ist .ihkürzung aus der 
Zss. Spall-Graa, doch mit auffälligem Geschlecht: vgl. Messer ? 
(Bd IV 460). In CNN. .Durch dieses Geheul wurde der Felsen, auf 
welchem der Geist stand, so erschüttert, daß er sich teilte, und 
deshalb wird dieser Ort [bei SchwE.] von da an Sp. genannt.' 
ALüt. (Sagen). ,Brunnen-Sp.' ZBauma. .\ls PX. : .Heini Harnesch- 
machers kneeht, heist Sp., ist ,jetz scshaft ze Switz.' 14S1, Z 
RB. Vgl. noch die Anm. zu Spalten f. 

Flueh-: Felsspalte BE. (SGfeller 1921). - Glet- 
scher-: Gletsclierspalte. 'sltet [heim Herannahen des 
Friesenvolkes] 'toset, vi^-n-en G. zurFonzU alhe" cliJupft 
W"i chnallt. ScuwvzERL. (BSa.). — Här-; das Spalten des 
Haares als Krankheitserscheinung. ,H. oder Haarfresser 
werden gründlich geheilt von NN.' GDeg. (Ztgsanz.). - 
Juppe"-; = Juppeii-Schlitz (Bd IX 814) GWe. iSenn- 
Kohrer). — Füd-loch FucUe'^'i-, -U-: Spalte zwischen 
den Hinterhacken AaP'.; G; Th und weiterhin. So-n-ult 
wie der Futle^i'sp., so jung wie der Fiitlefi'<spruiig, und 
weiscM's ntjfitt nid. so clür-di''' um. scherzh. Antwort auf 
die Frage iriealt hist^GBuchi (Senn-Kohrer. — Marg-: 
= Mcirg-Riß Bd\'\ 1378)ZZoll. ,[Eine zu einem Bi-unnen- 
trog bestimmte Eiche] hatte aber ein M., also daU ein 
andere aiigegriti'en und gefeilt worden, die zwar auch 
etwas ful und ein großer M., gleichwol noch zu ge- 
brauchen sein wird.' 1()84. aZoll. 1899. — Merzen-: 
= M.- Schrunden (Bd IX 1029); s. Bd IX lli28M. (Tierb. 
1563). — l'ech-( ß-;; IM., pechschwarze (von der Kinde 
oft wieder überwachsene) Hisse, wie sie Eichen, Nuli- 
uiid Kirschliäume infolge grofser Kälte bekommen Aa 
Bb., Hertenst.; vgl. Bcch-Hiß iBd VI 1378). ll'o dire" 
(Bechspäli) sind, /Tiled de'' Baum vo" inne". — S u n n e " - : 
PI., Bisse an GrUnholz, das, in Tütie" zersägt, an der 
Sonne liegt Z. Vgl.: ,Geschwemmtes[s.Bd 1X1855] oder 
stehend geschältes Holz ist vor auderm aus vorzüglidi 
vor Sunnenspalten gesichert. Mau nimmt die Kinde nur 
unten herum weg, die übrige bleibt am Stamme sitzen 
und schützt das Holz vor den Sonnenrissen.' Gk Sammler 
1781. — Sirte"-: PI., durch eindringende .Sirte' (BdVII 
1327) verursachte Risse an der Oberdäche der Käselaibe. 
Schweizer Bauer (B). — Schlitz-. ,I)er Kiz (Schlizsp.), 
crena', an der Sclireibfeder. Reo. 1662. 

Spi-. .[Teufel:] Jetz aber durch Spysp. und Nydt 
ihr [der Eidgenossen] Regiment zerschmeteret lydt.' 
JMahl. 1674; von einem andern Teufel wiederholt. — 
Entstellt aus Zwispalt, zur Reduplikation vgl. Spis/ieli aus 
fn»peli Bd II 482. 

Tür-: Türspalte. Wo-si dür"'' <*£" T. g'giiggdet hei". 
RvTavel; öfter. Bür'^'' Jede" T. spioniere''. OvGkeyekz 
1911. jHinter einer Ecke oder aus einem T. hervor- 
gucken.' GoTTH. Wie er zum T. üs luegt, g'sehl er . . . 
JJöKOER 1918. — Schilr-törli-. JCum Sch.uszueluegc". 
AHiGGE,\ii. 1914. 

Tri- f.: Spaltung in drei Teile. .| Kucorus] vermeint 
... die zwispalt oder trispalt des globens unser burger- 
schaft, dann etlich papstesche. etliche evangelische oder 

Schweiz. Idiotikon X. 



lutherische genannt, etliche widertoufer, hiuzelegen und 
christenliche ainhelligkait ... anzerichten.' Kessl. — 
Indiv. Bildung nach .zwispalt', wie die Sclireibung zeigt im Ge- 
danken an lat. Zssen mit tri-. 

Wind-: 1. = Murg-Sp., „Spalt, der durch den Kern 
(Mark in unserer Sijrache) des Holzes geht Aa; B" (Sf), 
so G., Ha. (It FStaub ,Gelässe, Spalten im Innern des 
Holzes, auf welche zB. der Schnitzler stößt'); „L" (St.-). 
Schinn<ieUotze" ... welche sich schön eben spalten ... 
und keinen von Lufttrockenheit herrührenden ckrumnu" 
Chitt, keine schiefen Wintlspältlcni zeigen, werden zu 
Schinn<3eliregge" halbiert. Bärnu. 1911. — 2. PI., auf- 
gesprungene Haut an Händen und Füßen, von rauiier 
Luft herrülirend AaF. 

Zwi-, Zwei- (auch f.;: wie nhd. ,Sünderungen und 
zwyspelt machen.' Zwixcli. ,[\Veil die Ehe nicht ord- 
nungsgemäß geschlossen worden] habend wir das geu. 
Annly A. von dem egen. Hanns Wirtteu der e halb ge- 
scheiden . . . doch inen nit abgeschlagen, dann das si 
nach wol einandren mögend nenimen fornd<lich, damit 
nit semlicher zwysp. me werde.' 153o;8, Z Ehegericht. 
,Die zwysp., Uneinigkeit oder autt'ruor machen, seditiones 
afi'erre.' Mal. ,Ein (jrewcl der Verwüstung ist Zweisp. 
in der Religion.' FWvss 1655. — Vgl. Sanders 11-2. 112:!: 
Fischer VI 14 71 (m., alt f.). Das Fem. nach Zwietracht. 

zwi-spalt: zwiespältig. . Nachdem also die beide 
Ort [ScHw und U] wegen der ludicatur [im Prozeß gegen 
den Urner Obersten Zneyer] in zweisjialten Streit ge- 
raten.' Geoexber. 1658. 

Spalte" I m.: Gebinde (Garn). ,N. von Gryfense ... 
hat verjehen, das er liabe verstolen: ein Iialben spallten 
garn dem Egli: daruß hab er ein fogelgarn gemacht.' 
1516, Z RB. 

Spalte" II f.: „Stück Holz zum Spalten Gl: L" (St.-",; 
Syn. Spiilf I. .Das Haus war mit 4 Scliuh langen und 
bedeutend breiten Spalten eingefaßt.' JFF'raxz 1819. — 
Mhd. spalte, Spalte: vgl. Gr. WB. X 1, lS.51/2. In dieser Bed. 
bei uns nur als schriftspr. Lehnwort (so in der Spr. des Berg- 
sports, der Drucker, .\rzte; s. auch Sunnen-, .Var'/.,S';>.) : älteste 
Belege hei Denzl. 1677. 1710 (s. Bd IX 1627 M.: dafür 166(1 
.Spalt'): JMuralt 1091 (s. .S'ci(ämmi Bd IX 547). In ONN. 
.Dach-Spalten' GMurg. ,Spalten-Flueh' ZNWen. 

Sunne"- s. S.-Spalt. 

Sarg-: eine im Durchschnitt 3 cm lange, 5 bis 7 mm 
tiefe Spalte auf der Längsseite einer (Schweins-)Milz 
(,Leber' It DGemp.) BSi. Findet der Metzger hei einem 
Schlachtschwein eine S., so stirbt jemand in der Ver- 
wandtschaft. DGemi'. 1904, 354. Nach .\ussage eines 
Stören-Metzgers bedeutet eine S. je nach der Länge und 
je nachdem sie frisch oder vernarbt ist, daß in dem Haus, 
wo das Tier geschlachtet worden, ein Kind oder ein Er- 
wachsenes in Kurzem sterben werde oder vor Kurzem 
gestorben sei. — Kaum ma. : vgl. die Anm. zum einf. \V. 

Sehne"-: = Pfad-Schlitten i Bd IX 776) mTn (Früh : 
Syn. ö'c/^«<'"'-^■c7*K(7^e'^-ö'c7l*M^^e"(Iid IX 1432. 1434 ■; vgl. 
auch Spalt-Fgg (Bdl 158). Zur Bildung vgl. BSG. XII I:J9. 

spalte" (bzw.-a-, -o--, in PAl.; TB. -6^-), in \V tw. 
-u(nj, 3. Sg. Pries. spa/( Ar; ScnSt.; Tu, so Erm., Hw., 
Mü., sonst.fpaltet, Prät. .spielt' (ä. Spr.), Cond.s/>rt//c((.\A; 
B: GrIIc.; TB.: ZS.. Vtc. g' spalte", in Aa; lisStdt (nur 
im Perf.); BG. aucli gespaltet: wesentl. wie nhd. spalten, 
sei es durchspalten oder nur einen (tiefen) Einschnitt 
machen. allg. l.eig. a)tr. ,Sclineiden, sp.. sägen, hauwen, 
secare; sp., zersp., abeinanderen hauwen, lindere." Fris.: 
iLvL.: s. auch Bd L\ lOSOu. •) von Holz: Syn. sc/iw/ch, 
sehiten (Bd VIIl 266. 1520); vgl. auch Spuk-A.r. (Bd 1 

14 



■211 



Spall. S| eh. spilt. s]i(ilt. sjMiIt 



212 



(120). -llicl (11(1 IV !)14), -Sdiji'H (lid Vil A'M)), -Geschirr 
(Kd VIII 117;-;), ferner Sjui'/I-Hoh (Bil II 1261). l>(i( s ) 
Holz lät-si'^'' i/iiet sp. 's [der Blitz] liät de'' Baum z'rniUs 
ahenand (f spalte". Z'grohi Rundhölzer werden vor dem 
Versage" zu Tröh'ne" in zwei oder mehrere Stücke 
g'spalte" oder g' spaltet. Bärnd. 1911. S. noch Bd VIT .39Go. 
,N. 4 pfd 11g, do er die eichen valt und spielt ze den 
vaßliöden undtugen.' 1420,Z; \^\.Chüefer-Spe1ten. ,Man 
spaltet [lieim Pfropfen] das aligeschnittene Stämmlein.' 
JCSrLZKH 1772; vgl. Sp. 20SM., sowie , Spaltmesser' liei 
EKcinig 170fi. 20.3. S. auch üf-schiten (Bd VIII 1522). In 
best. Verbindungen und IIAA. StiicJ; sp.; s. auch unter 
Span 1 1 a. Stock uf Ei"<'iii sp. chiinne" ; vgl. schlten 
(Bd VIII 1521 M.), sowie Fischer V 14GG; Wander II 762. 
Mer chöitiit hüt Stock uf-im .yj. ALCjassmann. Typisch 
für eine bes. schwere Arbeit. L''' bi" miied, wie wew- 
ich (if.n yaiii: Tag hett »!«cs''c" Stock sp. G ; Tu. Da(s) göt 
ringer als Stock sp. B; Tu und sonst. I'^'' weH lielier Stock 
sp., als diese widerwärtige Arbeit tun. ebd. [Bauer, der 
sich seinem Mädchen erklären möchte und dabei be- 
ständig gestört wird:] 2"'' n-e't hal<' lieber eichig Stock 
sp., ireder da cho" miirde". EBalmer 1929. ,[Landarzt 
zum Professor:] AVer mit ihnen [den Bauern] zu tun 
haben muß, täte ringer Stöcke sp., wenn es auch buchigi 
wären.' Gotth. Als Strafe. Di alte" Meitli", iro g'storbe" 
sind, möend uff'd's Schauer Biet über 'h" lil" dur''i" und 
dort Grüsche" chnöpfe" und Houseflälz chöüe", die alte"' 
Leidige" Stogg sp. und verseicht Boggb'leigne" chiiiie" (i 
SaL.; vgl. Bd IV 471 o. Siiscli' [wenn du in der Beichte 
Etwas verheimlichst] »mesch' i"'s Fegfi'irgo" helfe" Stuck 
sp. für <^e" Bitnggeli.hafc" z'heize". JKkinh. 1917. De'' 
hilft aw^'' einisch' im [dem] Ti'i fei Holz sp., Kennzeichnung 
eines schlechten Menschen L. De'' wird scho" lang ene"- 
för im Tüfel helfe" Holz sp.. von Einem, der ein schlechtes 
Leben geführt hatte, ebd. (ALGaßmann). Ei"em helfe» 
im. Tafel Holz sp.; s. ALGaßmann 1918, 52. Möcht nid 
im Z. [einem Wilderer] go" hülfe" im Tüfel Holz sp. 
Er g'hört de" Tafel scho" Holz sp. L (Ineichen): 
wolil = ihm ist schon angst vor Unheil, Strafe; ähnlich 
bei I''ischerV14(i(); Wander IV 1 120 u. 1125u. In weitern 
bildl. ILVA. .Diser Ast ist hart zu sp., niagni laboris 
multique sudoris opus.' Mkv. 1677. 1692. [Vater zu 
seinem die Arbeiterklasse verachtenden Solm:] Du 
irirsch' no'''' muetJe" lere" Astholz .<p. Selig Chnörz, wi<^ 
der Bärtschi [ein Fabril;arbeiter] einen ist ... [siiul sehr 
zäh].' HWaoner 1925 (B); vgl. untere (1726, Absch.). 
[Unzufriedene Schweizersöldner in Neapel:] Hinecht 
wei"-mer d'Stück sp., die Offiziere zur Raison bringen. 
RvTavel 1916. Er [ein Trotziger] i.'it e.so e" rechte'' Hoh- 
stock, dasi-er nid z'sp. ist. Barot). 1908. .[Meine Kinder 
machen mir Freude, nur] der Geizige macht mir noch 
Kummer; der wird einst schwerlich zu sp. sein', klagt 
ein Vater auf dem Todbett. Inderb. 1S26. Im Knahen- 
spiel: Holz (s. Bd II 1247o.), d'Buech (s. BdIV980; in 
ZF. Bueche"), Stock (AaF. ; BE., Roggenb., in GSev. 
Stogg), Wegge" (Ar It T.) sp.. = chäs-bissen (Bd IV 1698): 
vgl" auch Chhilz2b (Bd III 707), Holz-Schlegel (Bd IX 
263). Schvebelfltölzli) sp.. selbstgemachte, etwa 13 cm 
lange, an beiden Enden geschwefelte Zündhölzchen 
zum Gebrauch entzweiljrechen Ap; GrAv. Als Kenn- 
zeichnung liaushälterischen Wesens; s. BdIX511 (üs- 
schlecken). l'i'27ii.(Scliwebel). Näd Schu-.sp.;a.Sch.ire.liel- 
Hölzli (Ed II 1260). Mit Ei"<:re" Schw. .tj). Z (Spillmann), 
= tiind(dn ? Mit .\kk. des Ergebnisses. Schindle". SchJter 
(s. Hd VIII ül'.hi. 15080.), Behstecke» (SciiSchl.; vgl. 



Steckeii-Sj)clteii-) s]). .Die zuiift der ziniberlüten meint, 
ilaz N. nit schindlen sji. und inachen, ouch die verkofen 
sölte, diewj'I der selb gwerb in ir zunft diente und erir 
zunft nit hette.' 1498, Z RM.; s. Bd VIII 920 M. — g) von 
allerlei andern Stotfen oder Dingen, zB. Steinen, Schiefer- 
platten zur Bedachung (GrAv.), Papier, Schreibfedern 
(B It Zyro) usw. [Vater znm Sohn;] De" Chisli"g pro- 
Ineret dir [ihr] z'sji., vom harten Vater des Mädchens die 
Zustimmung zu eurer Heirat zu erlangen. AHei.mann 1913 
(B) ; der Sohn nachher : /<■'' will Chisli"g spränge" . . . Der 
Beck (i. S. V. BOck 3 Bd IV 1110) spi. BiR.vi.. 1922. .Tuocb 
sp. (lur den ruggen'; s. Bd VI 788 M. (Z RBr.) ; ebenso ScH 
RBr. 1291. ,Aestushiuleatagros, spaltet, tuotauf, treibt 
auf.'FRis., ,dieriitz spaltet die Felder.' Denzl. 1666/1716. 
Als techn. Ausdr. In der StrohÜechterei : Bogge"stroii"' 
(Bärnd. 1925, 567', Hahne" (AaF., L.; kann nach 8)1.214 
auch inneres Obj. sein i sp. ; vgl. Halmen-Spalter. Er het 
u"foli" Halme" sp.für's Mn,ett.ers und'sVrenelis Straii- 
g'ßecht. FOscHw. 1 919(AaL.). Äc/«'(f&?i[fürUhren] .«/;., eine 
Beschäftigung für Arbeiterinnen in der Uhrenfabrik SL. 
Sehr. sp.. Löchli schloh" ... all Tag 's gliche Liedli. J Reixh. 
1913 ( ,'s Fabrigge"meitlr ). Der Nebel sp.; vgl. Neliel- 
Spalter. Da, ica d'Egg [vorsiiringende Anhöhe] der 
Neliels2mltet,i"derHiiliwasir[deyFAf>'nmanpv] Schlo/J. 
UDt'RRENM. 1903. Im Kinderlied: Sehnegg, Schnegg, 
Hol'e", zeig-mer dini Höre", di junge" iri" di alte", susch 
gän-iP'' i"'" Wahl d's Hüseli ga" sp. UAltd. — y) vom 
Körper und seinen Teilen. Er het der Chopf g'spalte" 
beim Sturz vom Baugerüst GrAv. Ei"^m de" Grind sp.. 
ihn am Koi)f arg mißhandeln GA. Chumm nu". K'' spalt- 
der gi'ad de" Grind! rohes Drohwort. ebd. ,lch han mich 
gar kum enthalten, das ich im [Abisai dem Nabal] sein 
koi)ff nit gspalten.' Grübel 1560. Dem Kleinvieh (Schafen) 
d'Ore" sp.; s. schnözen (Bd IX 1428) und vgl. Spalt 2ca. 
,Dem knecht er [Arnold von Melchtal] sinen finger spielt, 
der im die ochsen nämmen wott.' Rcef 1538. ,Wen"d 
du imstand bisch' [wie ich, durch die Schuhe hindurch] 
mid-ere" Tw'eräx alli fi"f Zeche" z'sp.. ohne einen zu 
verletzen, so sollst du Meister sein', Vater zu seinem 
anmaßenden Sohn U (AfV.). Beim Nahen eines Un- 
gewitters wird eine Sense in der Dachtraufe aufgestellt 
und zwar das Baß otisi^'', es spaltei-si de"", die hagel- 
brauende Hexe U (SV. 1919). 's Mül sj^., zum Sprechen 
auftun. Und venn e« chlises Fröschli tuet b'hange" mit 
^em Bei", spalt 's Igehneitli 's Göschli und seit: wcftst 
viit-mer hei'" [ins Igelbans]? ONähei.i 1910. Meist neg. 
in der Wendung kei" Mi~il(me) sp. möge" (auch chiinne", 
törre"); s. schon Bd IV 178 o. I''' hi" zum ZäjjfU voll 
[Kirschen], i'^'' ka"" kei" M. me sp. GRMai. (Schwzd.). 
,Landsverräter, Banditen, Freiheitsdieben hab ich sie 
[die Anhänger der alten Regierung] gescholten. Und 
da saßen sie und durften kein Maul mehr sp.' Z Schan- 
s])iel 1781. — o) in Verbindung mit gewissen, etwas 
Kleines, Unbedeutendes bezeichnenden Objekten zur 
Kennzeichnung von übertriebener Genauigkeit, Klein- 
lichkeit, Knauserei. Hdr s}}.; vgl. Gr. \VB. IV2, 22: 
VVander II 231, sowie Här-Spalter. 1) wie nlid. Das 
heißt-mu" Hdr sp. W. — 2) verneint, nicht viel Umstände, 
Kom]dimente machen ; vgl. dazu : Xit lang sp. dra". ohne 
Komplimente, frei und offen herausreden ^\'. .Mittere 
liheram vocem, frei außhinreden, kein bar nit sp. ; in- 
adulabilis, der mit flattieren und schmeichlen oderhaar- 
sp. wenig gewiinnt, der nit schmeichlen oder gleichsnen 
kann.' F^ris. So auch, mit Dat. P., in den folg. Belegen. 
,AIt vogt Erhart [zu Bauern :] Hettind ir huß wie die alten 



21.- 



Si>all. s|)«lt. s]iilt, s])iilt. si)iilt 



211 



— icli wil (ich nun kein har sp. — wärind ir das vorio; 
jar rüewis gewesen . . . hettind ir scfolset dem rat min, 
das kam üdi yetz vil haß.' Kckst. 152(i, ,Ward ... ouch 
im [dem fehlliaren Kliesatten] ffar nüdt har s^spallten. 
snnder im lieitter und ernstlieh gseitt, welle er hinfür 
das best tnon, das eim hiderman zuostat, so solle ers 
sagen, sn wellend die richter ouch das best tuon.' 1532, 
Z Ehegericht. ,Wänn mans [in der Rechtsprechung] 
noch bringen möclit dahin, das man keinem kein hörli 
spielt, rych und arm glyclilichen hielt ..,' 1587, Gl JB. 
ühümmel. Lkm sp.; s. Bd III 2i)4; IV 471 o. (auch Si. 
( Detr), d'J Fa"f'er (AHuggenb. 1924), Chrüzer (Ap), 
Blutzger (Gk), Rappe" (Bd VI 117Gu.), Sanlnn (W) s}).; 
vgl. die entspr. Zssen mit SpiiHer. Dercha"" aü"'' Santini 
sp..'W. [Wer es zu Etwas bringen will, mulj] d'ticIiitU 
zelk" ond d' Chrüzer sp. ATom.ER 1 '.»1)9. Zum Kappe" Sorg 
ha" istg'n'üßguet... irer aher I{ap}ic" sp. tuet, 's Gehl macht 
zum Heilste" Schatz ... Dan riief-if^'i zuc: Das s&t tiüd 
si». Bkrümän.nli. — b) rert. D's [Gletscher-1/s' sjmltcd- 
««>* der Lengi nä'i'. Barnd. lilDS. Im Chreps waxe" 
d'Här V'ii-ert, .'<tatt üsu-ert. im ZrrUlv'g tüend-si-si'^^' sp. 
JJöRGER 1910. .Cuneis robur tissile scinditur, spalt sich.' 
Fris. S. noch StuH--Laiich (Bd III 1008): zer-sp. c. — 
c) intr. allg. ,Kimas agere, Spalt überkommen, s]i.' Dkxzl. 
1077. 1716. Von Holz. Bei anhaltender großer Kälte 
verdrochnet der Weinstock und spaltet und stirbt ab. 
BXrxd. 1922. ,Der Papst treit ein Stab in seiner Hand, 
vor Dürri tuot er sp. . . .', aus dem Tannhäuserlied. 
ALüT. 88. ,1364 was ein kalter winter und von großer 
kelti do spielt die große linde bi Unser frouwen münster 
ze Basel.' E. XIV., Bs Chr. Bildl.: s. Bd II 1247M. a72(i, 
.\bsch.\ Gew. adv. bestimmt. Grad sp. [Stämme] deren 
.Jalirringe (Jörgäng) schief laufen, so daß das Holz 
beim Bearbeiten in Stücke s|iringt, = .<<it!rärts spalt, rtüd 
gradfort spalt, irenn's nöd recht usinspalt. ATobler 1909 
(Ap). Guet, schön, gern sp. 'sHoh spalt(et) guet. ,,\ber 
ze Berne do vielen die gewelbe der lütkilchen . . . ouch 
spielten vil muren au dien hüsren.' Just. Der tiletscher 
spaltet V'tirerist oder i"tremis. Bärnd. 1908. Von (ilas, 
springen S. E" gueti Vorhidüti"g [auf eine glückliche 
Ehe]: ü"si Gläser hei" g'chlmgelet wie-n-es Glöggli, l'ei"s 
Glas isch' g'spalte". Schilt) 188.t; vgl. S]). 20(in.. zur 
Sache auch HBächtold 1914, 105. D'Fcdere" spaltet 
guet, = zändlet nid B (Zyro). Mi" Xagcl am Finger isch'- 
mer g'spalte" B (Zyro). ,Wann einer Frauwen die Brüst 
spaltend, so salbs mit dem Sälbli." Z Kezeptb. um 1700. 
Bildl.: ,So ist uit not, das man sy [die bycht| halt, ob 
schon dem bapst der buch sjialt', vor Arger. UEckst.: 
vgl. dazu den letzten Beleg unter Ge-rick (Bd VI 8191. 

— 2. uneig., i:ab-)treuuen, in Teile. Parteien sondern B 
(Zyro). Tr. E.5 H'ör//t s;j.: s. Bil VIII .s(i2M. ,I)ieweil 
der Zoll im Werd von dem hochlöbl. Haus Oesterrcich 
gemeiner Stadt Schaft'hausen zuo Lehen gelihen . . . und 
aber daz Fahr davon und der Zoll vom Fahr utf kein 
Weis kan gesondert werden, also würt sich solches nit s]). 
lassen.' 1530, Sch (spätere Abschr.). ,\un wil ich euch 
vermanen, die ihr yetz gschworen hend ein dapferen 
Pundt zusamen, daß Gott sein (inad zusend, daß ihr ... 
euch nitlassent sp.' 1001, Zinsli 1911. Intr. und uupers.: 
.Das Elenori muß den Ludi expreß niclit haben; am 
ilorgen früh gehe sie [Ludis Mutter] zum regierenden 
Landammann; 's werd dann wohl sp.' Xuw Kai. 1869: Zu- 
satz desP'rzählers: .[Man weiß | daß es nicht ges]ialteu hat 
und daß der Ludi kurzum mit dem Elenori geheiratet.' 

— g'-sjial te". in BTwaun g'spallet. iu li. so .\arw.. 



Stdt, l'wann ; S attrib. auch g'spaltiiig : 1 . entsjir. spiäten l: 
bei präd. Verwendung von spalten Ic nicht immi^r siclier 
zu sclieideu. ,Gesp,, gekleckt, ginend, hiulcus, hians; 
gesclmitten, ges])., zerrissen, zerzert, zerschrenzt, scis- 
sus.' Fris.: M.\l.; ähnlich bei Denzl. 1666/1716. a) einen 
Spalt, Hiß, Sprung (bzw. Spalte usw.) zeigend, allg.; vgl. 
Spalt 2a. E( n) Felse". e" Mär, e(n) Baum [usw.] ist 
g'spalte". S. auch Bd IX 255M. -Aufgesprungen. Siedc- 
kartott'eln liebt man mehlig zerplatzt, versprunge", üf- 
g' Sprunge", g. Bär.nu. 19 1 1 . F" g'spaltniLeßge", g'.^paltni 
Hand B (Zyro). ,Gespalten füeß', von Pferden. Gesn. 
1551; s.Bd IX 1626 u. Gesprungen. Im Schrank kommen 
die schöne" Tasse" vwini'e", die g'spaltnige" hinde" dra". 
HDiETzi 1907, Uf'''em Tisch ist e" dreckigi Flasche" ... 
g'stande" undnehe"zue es g'spalte"s Glas. FMfixiNr, 191 1. 
S, auch Sp. 206 u. (Schild 1863'. Es tröpflet gäng grad 
ime-n-es g'spaltnigs Gätzi. B Volksztg 1907. ,4 alt heften, 
so brochen und gesp. gsin.' BThorb. Rechn. 1577/8. E" 
g'spaltni Glugge". RvT.avel 1917. liiclitig isch'-si du 
[eine Glocke nach dem Fall in den Gliigge"stuel] g'spaltni 
g'si". LoosLi 1921. [Ihre Stimme klang] irie-n-es g'sjmlt- 
nigs Muesltecki. .Llo.tCH. 1892. ,Ih hab ä Falseth wieuä 
gspaltnä Chübel', redet sich Clierubindle aus, als ihn 
der Tod auffordert, das Henkerlied zu singen, Tvrolersp, 
1743. S. noch Bd VIH 1498 >I. — b) künstlich ganz 
oder teilweise gespalten. Für die Zmii darf nur g-s Holz 
(statt jungen Aufwuchses) verwendet werden. Barnh. 
1911. Ein Boot ist aus g'spaltnigcm Holz zsgefngt. ebd. 
1922. E" g'spaltne'' liehstickel dient beim Soldaten- 
spielen alsGewehr.ebd. G'spaltni Hai ine" (oderauchnur 
Halme") beißen in der Stroliflechterei die durch Si)alten 
der Iloggenhalme entstandenen Streifen AaF. [Zum Ein- 
wickeln der Pfropfstelle] täend's aw'' g'spaltni Wide". 
.Ioh.Mev. IsiHi. ,2 Lot Süßholz ze Stucken g. und ge- 
brochen.' Z RezeptlLum 1700. S. noch BdIX 2186 n. Von 
der Uhrmarke bei Kleinvieh: Ör ali und g.: Ör g. und 
g'.^chiiözt. .].]öRiiERl913, 48 (mit Abbildung): vgl. Spalt 
2t'|3 und spalten lay. Spez. oi) g'spaltni Ell. eine Elle 
Stoff von halber Breite, die man durch Entzweireißen 
oder -schneiden (der Länge nach) bekommt Z. — ^i ,g-es 
kleid', wohl = rer-, zer-hauiren (Bd II 1810), zerschnitten 
(Bd IX 1 122). .Gespaltni oder stückochti kleider." 1481, 
B Blätter l'.U I. 1 10 (HSa. Schneidertarif). — Y),g-erhan', 
= Schnapper 2a; s. Bd L\ 1241. — i) .g-e Kuglen'; s. ge- 
schiftet (Bd VUI 416). — £) ,gspalten Küecbli', durch 
Einsclinitte gespalten (V). ,Macb ein Teigg von Milch und 
Mahl wie ein ßachisteigg, auch so vil Eier, schütt es in 
heißen .\nkhen, stels utf ein filut, deckh ein Deckhel 
darautt', daß |es] beschwerdt ist, so schneid daraus so 
vil du wilt, hauw es nach deinem (iefallen, bacli sie iu 
.\nklien, so sind sie gut.' Z Kezeptb. um 1700. .c) mit 
Bez. auf natürliche Einschnitte am tierischen oder 
menschlichen Körper. Von S])althufeu. .Was aber sy 
[die BsSöldner] aclcerpheriten oder anders vihes, daz 
gespalten füeße hat, den vigendeu abgewinnent.' 2. H. 
XV., Bs. ,AIs sy . . . inn den reben gewessen, were der 
böse geist, allerdingen in gestalt eines jungen mans, 
allein daz er gespaltcueklüwengehept, zuo iren kommen.' 
1597, Z RB. ,[ I>er Erbe] sol minen herren rin val geben; 
ist daz er heb hat, so git er daz best hopt mit gespaltem 
fuoß.' ZKüschl. Otfu. 1370'90; ähnlich AALunkh, Ottii. 
.\IV./XV'. (.das best houpt mit gespalten füeßeu on eins, 
das das ertrich buwef ; .\AWürenI. Otfn. .\IV. XV.; 
ZSchwam. Ofln. XIV./XV.; IwBuochs Hofr. MV.'XV. 
(Vgl. Ni.w (ies. is(i,s, 113,i; 14'23, I"wE. Dingroilel (für Z 



■215 



Spilll, S]iplt, spilt, sjiolt, spult 



•21 (i 



Urd.); 1552, ZUlif. lSi)7, 41). ,[l)ie Erben sind] schuldig 
zun geben einen gespaltnen t'uoß, das best honpt an eins/ 
AAWett. Oflfn. 1420. Von Menschen. Lang (Th It Pnp.), 
mit (SonSt.), wU ufe" (ThHw.) g. st", lange Beine haben 
(und einen verhältnismilßig kurzen Oberkörper); vgl. 
Martin-Lienh. II 540. ,[N. sei in den Weiher-Jgraben 
inbin gwaten, als wit er g. gwäsen, den asser vol vischen 
gfiilt, hinvvag gangen.' 1536, ZKyb. ,Diewyl der berg 
[die Gemnii] nocli nit offen oder gebant gwesen . . . wir 
IS ganzer stunden mit mecbtiger, großer arbeit im 
schuee, so tief wir ges))alten, haben hindurch arbeitten 
mießen.' 151)1, ARvff lOOU. — d) uneig. Von zwie- 
spältigen Urteilen. , [Richter nach der Umfrage:] Die- 
wyl . . . die urteil g. ist, das ich nit kan zuo diser frist 
erkennen, was das meer hie sy, so heb ein yeder uff hie 
by ein ftnger siner rechten band.' SBirk 1532. ,Ein ob- 
man... seiden die gespaltnen urtel [derllichter] einigen.' 
1533, BSi. Rq. 1912. Vom religiösen Bekenntnis: ,Es ist 
jetz leider darzuo kon, sidt g. ist die Relliou, kein Einig- 
keit mag bstahn.' 1621,Zinsli 1911. ,Ein gspaltes Rych'; 
s. Bd VII 1306 0. — '2. wohl = geschwächt im geschlecht- 
lichen S.; vgl. als Gegs. ,ganz' A 1 c bei Gr.WB. IV 1, 1288. 
,Cr., euphemistisch vom Weibe' B (Zyro); kaum entspr. 
Sjialt 2d^. ,Es werd hie ein rechtstag ghalteu zwüschen 
einer tochter [Elsli Tragdenknaben], ist gesp., und einem 
Jüngling, den wil sie han und meint, er si ir eelicher 
man.' X.M.4N. — \mhd. n/mltan, -en; vgl. Gr. WB.Xl, 1852/8; 
Martin-Lienh. II .540; Fischer V 1466/7 (auch , spalten'). Das 
Prät. .spielt' ist noch im XVII. nicht selten und in der Bibel- 
spr. noch im XVIII. (bis 17.5.5) belegt. Das schw. Ptc. viell. 
einmal schon bei Mal.; s. die Anm. zu zer-apahen. Bed. 2 des 
Ptc. ist sonst nirgends gebucht. Imperativname: .Spaltenstein' 
ZBass., Flaach: ,HSpalt den stein.' 1.512, ZEeisrodel. Flurn. : 
, Acker im gespaltenen Stein.' 1651?, AaWett. Arch. 

ab-: a) wie nhd. En Spä" vo"-me>' Brett a. Vier- 
g'eggeti Taflet [Schafmist zum Heizen] tnü Schrötise" 
aptiieißle". a. GrAv. Mit verschwiegenem Obj.: Um- 
g' grabt wär-er [ein Wurzelstock] schon längste" g'sl", un^ 
jetz hätt-i''' onti-im wellen a. u"<> uscmache". SGfeller 
1919. — b) wohl = ahen-sp. (s. d.). ,Sye er in das schint- 
huß gangen und habe sölichen sinen ochsen abgespalten.' 
1469, Z KB. - ab-g'-spal te". Die abg'sjMltnige" 
holzige" IJulielnegel. Bärvd. 1922, 414. — Vgl. Gr. WB. I 
121 (findeiido scparave): Fisclier I 6!l. 

abe"-: in der Metzgerspr., das geschlachtete Tier 
den Rückgrat hinunter s])alten ScnSt. E" !Sä ond en 
Stier tot de>' Metzger a. 

üf-: intr., durch S])alten sich öffnen. ,Seit dem 
letzten Hornung . . . hat es nur 4 Tag geregnet . . . Die 
Wisen und Wälder verdorreten und spielte den [lies 
,der'] Boden also auf, daß man auf das Erdreich sitzen 
und die Eüße in die Spalt hecken konnte.' 1540, Aar. 
Chr. (Wöchentl. Mitteilungen 1833). ,Dehiscunt qui- 
dam pisces pra» pinguedine, zerspaltend, zerspringend, 
spaltend auf; dissilit omne solum, das ärdtrich spalt auf 
oder zerkleckt von tröchue oder dürre; terra sestibus 
biat, gynet oder spaltet auf von hitz.' P'ris. ; ähnlich 
bei Denzl. 166()/1716. ,Aufklecken, aufsp., sich zertuon, 
gynen, zerlächen, sich auftuon, dehiscere, fatiscere.' 
Fris. ; Mal. ,7 Pfd dem Kantengießer in Winterthurum 
12 zini Tischbächer für die Ziuslüt ... wilen die hölzernen 
Bächer gar unkommlich und mehrenteils von derWermi 
ufspaltend.' 1630, ZTöß Amtsrechn. ,Es spielten auch 
vill Eichen und Buchen auf von großer Kelte.' 1669, 
Baüerschr. - üf-g(e)- spalten. ,Paries tissus tenui 
rima, ist aufkleckt oder aufgespalten; diffissum saxum. 



aufgespalten, zerspalten.' P'ris. ,Eiu zerrissen und auf- 
gespalten ding zuosamen leimen, dissolutam et divulsam 
rem conglutinare.' Mai,. ,[Daß N. den Abendmabls- 
becher] zu andern Sachen mißbrucht, inmaßen derselb 
stinkend worden und u.' 1601, Z RB. ,Die 60 Regimeut- 
stuck ... werden bei heißem Walter ganz hieb und aufg.' 
1656, Z. — Vgl. Gr.WB. I 740. 

ab-e''n-and(ere")-: entzweispalten, woblallg. En 
Chlotz a. ,.\b einanderen sp., diftindere; mitz a., difhn- 
dere medium.' Fris.; Mal.; s. auch zer-sp. — von-.ein- 
ander(en)'-: = dem Vor. Tr. .Discuneatus, mit wecken 
von einanderen gespalten oder getriben.' Fris. .Ist das 
nicht Kraft, daß tjott das rote Meer von einanderen ge- 
spalten, daß das groß Volk dardurch passieren können V 
P^Wvss 1677; vgl. Spalt l. Intr. ,Hiascere, dehiscere, 
sich auftun, von einander sp., gieuen, erlechen.' Denzl. 
1666/171(i. ,Wann einem fürköuftler von im selbs un- 
gefarlicher wyß ein keß oder ziger zerfiele ald von eiii- 
anderen spielte . . .' 1582, Z; vgl. dazu BdlX-lllln. 
S. noch Ge-rick (Bd VI 819). — üs-. Ftc. üsg' spalte», 
durch Spalten aus einem großen Stück gewonnen BTwann 
(Bärnd.), zB. von einem Speckji (Sp. 93u.) GrV. Aus 
schön g'iraclisnigeiii Weißtannenholz fisg'spalte" ... hält 
ein [\le\i-]Stickel oppe" ziiclie" Jär. Barxu. 1922. Attrib. 
Der [Trauben-]Zi(7)C/- besteht aus üsg'spaltHem. dli. mit 
der A.\t. nicht mit dem Keil (It Bärnd. 1922 der hoch Weg 
oder ständlig,nichtligglig oder der läng\Veg)gei\yd\lt'n('m 
Holz BTwann. — use"- s. spaltenlc (ATobler 111(111). 

ver-: l.zersi)aIten.wohlallg.;Syn.cfr-.sc/(»/e(t(Bd VIII 
1.522). Holz. Stock P. Es Bloch r'.; i.BdY '.^il. Wigisli 
WägisU. wo ist din Vatter? Im Bolz. Was iiiet-er im Holz .^ 
Es Chlotzli V. KL. (ZWäd.). Hiienliirei. du große'' Vogel, 
hest-mer mlne Hüendle g'stole", di junge" wie di alte" : 
ich möeht-der de" Chopf v. KL. (Aa); Varr. ebd. Nr 1389 
(ZHüntw.), ferner Nr 1372 (BBurgd.;.ZRegensli., Stdt, 
W.; ebenso ScuSt. It Sulger). Gueten Obe"^, was heit- 
der für z'Obe"^? was lieit-der für z' Nacht? was heit-der 
mit eurem Suli g' macht ? Heit-der' s verhaue" '? heit-der' s 
verspalte"? heit-der-mer aw'' e"chlei" derro" b'halte":' 
ebd. (BsSiss.). 's Herz r.: Häst-mi''' g'na«, so m iiest-vi i''-'' 
b'halte", wurd's-der 's Hi}rz im Lib r„ Mann scherzend 
zur Frau ZHiuw.; vgl. zer-sp. c. — 2. fertig spalten. zB. 
ein Klafter Holz B (Zyro) und wohl weiterhin. — ver- 
spalte". Verspaltni Hand, mit Hautrissen. oU. Beim 
Abbrechen [der Backöfen] hat es sich erfunden, daß 
alle beide Mundlöcher [Bd III 1035] v. und unbrauchbar 
waren. 1779, BTwann (Bärnd. 1914). Bildl.; s. rer-lcchen b 
(Bd III 1009); nach einem andern Druck: ,In dieser 
Schlacht wird ich veracht, Erlach [der B Feldherr] ver- 
lachen und v.' — u"-. BreH /Vir Ü/T« [der Holzwand] 
mueßt-mer in'n Ofen i»e'S «. AHugoenb. 1914. — Mlid. 
vergpalten: vgl. Gr.WB. XII 1, 1866 : Martin-Lienh. 11.540 (auch 
intr.): Fischer II l:!42. 

ge-; zerspalten; s. Bd IX 491 o. (Mal.); gewiß Druck- 
fehler. — Ge-spaltung f. ,Nulin möcht vielleicht in 
euch ein G. da sein, das ist ein Aberglauben.' Parac.I 596. 

,durch-: zerspalten, persecare.' Fris.; Mal. 

zer- wie nhd. a) tr. Gr. Es par Milscle" ze Schindle" 
z. SciiwzD. (GrPi'.). ,Z., abeinanderen sp., diftindere, 
(di)scindere [usw.]: den kojif z., verwunden, aperire 
Caput, vulnerare; berg brächen oder z., ca-dere montes; 
in zwei z., in bina findere.' Fris.; Mal. ,Sommer botz, 
ich zerspalt dir dein grind! back dich oder es wirf dich 
grüwen!' Grübel 1560. ,[Der Blitz] traf beide Fürst, 
zerspielt die Eck bis auf den Boden.' HOHcber, Chr.: 



217 



Spilll, Spt'll, S|lill, hpoll. Spult 



218 



s. nocli Sp.207o. Uneig. J)(;n pumlt liaml si [die Zürcher 
im alten Ziirichkrieg] zerspalten, sich von Eiilg-nossen 
gwenilt.' 144t), Lied. ,Einen Bund z.' auch noch l(i27, 
ZiNsi.i 11)11. — b) rert., sich entzweien, in Streit geraten. 
, Damit man [an der ArLandsgenieinde] zucht und Ord- 
nung hielt und sich dermaßen nit zersjiielt mit schweren. 
tröuwen, mit geschrei, mit hosen Worten allerlai ..." 1536, 
Absch. — f ) intr. ,1506 was so gar ein kalter winter, 
das die reben erfrurend und die hom zerspielten.' Bossh. 
Chr. ,Die ämli und wiechslen zerspielteud an den böumen 
von vil rägnen.' 1529, ebd. ,Dissilire, zersi)ringen, zer- 
brächen, z.; dehiscit arbor, zerspaltet, kleckt, tuot sich 
von einanderen; equi sine calciatu in longiore itinere 
fatiscunt. wenn sy nit beschlagen sind, zergengend sy die 
fließ übel oder zerspaltend inen.' Fris.; s. auch ÜpalfZa. 
, Ich meint, mein herz woltmirz.', vor Schmerz. FPlatter 
1612. ,Und die Erd erbidmeti^e) [beim Tode Christi] 
und die Felsen zersj)ielten(di.' KioiSi'lTöS, Matth. (dafür 
,zernssen(d).' 1525;89; .sind zerrissen.' 1596; , zerspal- 
teten.' 1772/1828; ,spalteten sich.' 186,s): darimch bei 
Kuef 1Ö4Ö (,es sind zerspalten d felsen, d stein'), HKKebm. 
1620 (s. KdVIII 1562 u. ;, zerspielten'), JJUlr. 1718 (,zer- 
spielten'). ,Daß sie [eine Tür] ein Siialt bekam; in 
folgender Nacht zerspielte sie noch einmal.' Bossh.- 
Goldsclim. S. noch Bd V8ö3o. (JJScheuchz. 1706, nach 
Wurstisen 1580); VII 1396; IX 420M. 574M. — zer- 
spalten, ',-spaltet'. ,Z., tissus; z. oder aufkleckt väld 
von großer dürre, hiulca arva siti.' Fris. ; Mal. ,Laminöe 
sectiles, zerspalten sägen.' Fris. ,Fissiiies, das z-e Fuß 
hat.' Denzl. 1716. ,Z-es Obs'; s. (je-schelt (Bd VHI551). 
Uneig. : ,Zerspaltner Glaub und eigner Nutz, Hochmuot, 
Unghorsam, Lug und Trutz, wiind ah, o Jesu', Schluß- 
gebet. JMahl. 1674. — Ygl. Saiulers 112, 1123; Fischer VI 
1150. An der Stelle ,zerspa]tet, (dif)fissus, seissus. hiulcus" 
(Mal.) ist (las auffällige sohw. Ptc. viell. nur Druckfebler für 
,zerspalten', das sonst aiicli Mal. hat und Fris. ausschließlich 
kennt. — Ze(r)-spal tung f.: Entzweiung, Uneinigkeit. 
,Je me die oberkeit der pfatfen schonnet, ie me und 
grosere zesp. wart under der hurgerschaft.' 1527, Bs Chr. 

ent-zwei-: wie nlid. ,In zwei gespalten, bisulcus.' 
Fkis.; Mal. ,I)iftindere, entzwei sp.' Denzl.' 1666/1716. 
Refl. und uneig., von einem Urteil {yg\. (le-spalten Id): 
,Were aber sach, das . . . sich die urtel in zwei spielte, 
also das die richter yetweders orts ... yetwedren teil ein 
sündrigsbedüchte.' 1533,BSi. Rq. 1912. — Vgl.ür.WB.IlI 
675. — Ent-zwei-si)al tung f. .[Unsere Schlachtord- 
nung wurde] durch E. der Linien in die Form eines ein- 
wärts gekehrten Ellbogens ... verändert.' Fluosciir. 1712. 

Spalter m., l)im. Spulter/i (in Bed. 2b) FSs.: wie 
nhd. 1. pers.. Holzspalter AaI"'.; B (Zyro) und wohl auch 
sonst, — 2. Werkzeug zum Spalten B (Zyro). a) in der 
Metzgerspr., zweihändig geführtes Beil mit mindestens 
70 cm langer und etwa 20 cm breiter Klinge zum Spalten 
ganz großer Stücke mit einem Hieb; bei Umzügen ge- 
schultert getragen B. Vor der MetztjfrkiqjeUe" het- 
seeh e" stämmige'' Melzgermeisier iifpllaiizet, der Sp. 
g'schnmnge", gegen die andringenden Bilderstürmer. 
RvTavel 1913. ,\Venn's die Sjidlte.r nicht mehr hauen 
... heißt es gleich: der Burscli kann Nichts', Metzger- 
lied. AfV. (aus dem Soldatenlebcn). — h) (I)im. FSs.) 
in der Stndiflechterei, = Halm.en-,Sp. AaF. ; FSs. — 
(•)I'ap'ei'i»t'sserB(Zyrü). - 3. = yl«-fiajt(c2(Bd 111802) 
AaF. — Vgl. Gr. WB. X 1, 1S58 ; Martin-Lienh. II 540 (in Bed. 
2a): ChSehnüdt Il»01,:j:tO {Spillter, in Bed. 3): Fischer V UB7. 
1511 (Spelten. FN..Sii:Lilter-[:]. 1478, Seh (Tli Beitr. 12, 100). 



Angster-: Knauser, Oeizhals SchwE., Nuolen; U; 
Syn. Halb-hulzen-. Blutzger-, Pfänning-, Happen-, 
Santlmen-, auch Schw'ehel-hülzli- , Mar-, Chümi-, Muea- 
inehv-, ]^ü:si-, Mil.'^-dreck-Sp. — Halme"-: 2- bis 15- 
kantiger, ungefähr 5 cm langer, aus Knochen (neuer- 
dings auch aus Messing) gefertigter Schaft mit stern- 
förmigem Querschnitt zum Zerschneiden iler (vorher 
sortierten und bei den Knoten abgeschnittenen) Roggeu- 
halme (s. Bd VlII 29o.) AaF. Mittels seiner scharfen 
Spitze wird das Werkzeug in das Halmröhrchen ein- 
geführt und hernach durchgestoßen oder -gezogen, wo- 
bei das Röhrchen in so viele Halme", Streifen zerlegt 
wird, als der U. Kanten hat. — Holz-: = Spalter 1 
B (EBalmer). — Seh wtbel-hölzli-: = Angster-Hp. 
Sprww. 1869, 67. 

Här-: a) Kleinigkeitskrämer, Pedant Ar; ZBül. und 
sonst; Sjn. Gätterli-, Tiqjfli-Schißer (Bd VIlI 1348/9); 
Chümi-Sp. — b) = Angster-Sp. L; Sch; USil.; ZBül. — 
Vgl. Gr.WB. IV2, :?8: Martin-Lienh. 11 540: Fischer III 1184. 
Die Bedd. a und b fließen ineinander. 

Ch ümi-: 1. a) = dem Vor. a BsStdt und It Spreng; B 
(It RvTavel weniger geringschätzig als Tüpfli-ScMßer); 
L; UwE.; ZBül., ,Kigorist' IIwE. Syn. auch Ärbse"-, 
MüesVi- Zeller. — b) = dem Vor. b AaF.; Bs; L; ScnSt. 
(Sulger); S; Ndw; UwE.; Zh; ZO., Stdt. Syn. auch Ch.- 
Chlimmer, -Chnilpfer (Bd HI 647. 756). Bim Hacker- 
mint, er giPt-etnNüt [dem bettelnden Sänger]! Das ist 
en Dwnmers Ch. Das! Stütz Gem.; s. noch Hälsing- 
Schaher (Bd VIII 18). ,Cumini sector, karger Mensch, 
Kümmichsp.' Denzl. 1677/1716. Vgl.: ,Jam ut id petani, 
decere non videtur, ne cumini sector videar.' BAmerbach 
1555. — 2. liehkosendes Scheltwort zu Kindern ZWila. 
I»», Ch.: — Vgl. Gr.WB. V2592; Fischer IV S:ili, auch das 
gleichhed. gr. y.'j|i'.vo-pijXY,;. 

AVeg-luege"-: Werkzeug zum Zers]ialten von 
Weg-Luegeii (Bd HI 1229) ZRüml. — Mues-mel"-: 
l.=.l»//.s(c/--.S^i. ApK. (T.). — 2. Neckname der Bewohner 
von ApHeiden Ar (auch It T.). 

Ni^bel-, in Ap It T. in Bed. 2 Vl-Späller: 1. eig. 
, Endlich waren die dicken Herren alle [zur Reise durch 
den dichten Nebel] auf ihre Pferde gekugelt; die mageren 
saßen längst oben und ... mochten nicht erwarten, bis 
sie als N.-spalter voraufreiten konnten. 'GoTTH. — 2. meist 
in scherzh.-spöttischem S. = Dri-rören-Huct (Bd II 1790, 
wo weitere Synn.; dazu X.-Stecher, ferner Wulchen- 
Scharger Bd VIH 1256 und lies. l)ri-,Spiti), auch für den 
Zwei-Spitz (s.d.: It Zyro ,Zweiriihrenliuf), früher (zT. 
noch im XIX.) von Offizieren, Ratsherren und andern 
.\mtspersonen (so zB. von den Standesweibeln) getragen, 
vielfach übh. zur männlichen Festtracht gehörig ,\a 
(Rochh.); Ap (T.); Bs; B; L; G, so AVe. (bis 1798) und It 
Zahner; SunwNuolen; Tu (It Anon. .zumal noch im 
Toggenburg und Oherthurgau getragen'; danach bei 
St.''); UwE.; Zö; Z, so Kn., 0., nach einer SAngabe auch 
für den (Jüngern) Zylinderhut gebraucht. Vgl. zur Sache 
noch ApKal. 1918, 28,30; AfV. 19, 139. 160 (mit Abbil- 
dungen i und die Abbildungen hei JHeierli 1922/28 
(Hd I Tafeln 1. 17; lid II Tafeln 10. 13; Bd HI Tafeln 5. 
18. 22. 27). Das G'fotz [die langen, losen Haare] isch' 
Alles HS-mene" yrüsleche" X. abe" cho", iro-)i-er [ein 
Offizier] .'Vro;HSf(/ it/'''em Chopf'treit het. RvTavkl 1924. 
IJufleeh isch'-er uf-ins ziie cho», het si» grollen n"gatt- 
leche" X. ali'zugen und g'seit: lUnisuir, Juiiijt/'er I'. ebd. 
1901; s. noch .bWitHv^c« « (Bd VIII 1303). Beim Umritt 
an Autiahrt in Liier. (lid VI 1713,4) folgt diu au der 



219 



Spalt, speit, spilt, s|Hilt, spult 



220 



Spitze reitenden Kavalleristen ,mit N. und dem roten 
Mantel der Stiftsweiliel mit dem Zepter des Stifts, 
dem Michaelsstall.' HBko(-kmann 1931. Us 's Muetters 
alte" Brattig heiid s' Nebehpalter g'macht, Knaben zum 
Solilati''smaclie". Zyböri. ,Auc1i trug er [ein Junger 
Bieler in französischen Diensten] einen gewaltigen N. 
auf seinem Kopf, an welchem er mir Löcher von Klinten- 
kugeln wies.' lb().5, /> TB. ,Auf dem Reiat trugen die 
Männer früher einen dreiekigen Hut von unverhiiltnis- 
mäßiger Breite (N.).' Scn Gem. ,Wenn ich meinen Vater 
am Sonntage in seinem großen N., an welchem ein hand- 
großer, messingener Kinggen gliinzte, aus der Kirche 
heimkommen sah.' II.Icckkh 1879. ,Ein langer Kittel mit 
gav großen Knöpfen und ein N.' gehörten zur Land- 
vogtszeit zum Festkleid des Mannes. Ai.penwelt (G\Ve.\ 
,N. eines Zürcher Bataillonsarztes.' XVIIl., Z Anz. 
RAA. Briiigi"d au<:'i en N.! sagt man, wenn Einer alt- 
vaterische Ansichten äußert ZKn, (Schneebeli). Vom N. 
niiil ahstö", heim lieben Alten verbleiben ScHwNuolen. 
In Beil.'2 auch hei Martin-Lienh. II 540; ChSchraidt 1896, 
7S: Fischer IV 1979. ,N«l)elspalter' nennt sich auch ein 
zuerst 187-5 in Zürich erschienenes , illustriertes, humoristisch- 
politisches Wochenblatt'; das Titelbild stellt eine männliche 
Figur im Narrenkleid und Nebelspalter dar, die mit einer spieß- 
ähnlichen Feder in eine Nebelvvolke hineinsticht, worin sich 
allerlei Gestalten, Vertreter der von dem Blatte bekämpften 
Mächte, durcheinander bewegen. 

Nissi-: = Angster-Sp. AaWoIiL; Syn. Xiasi (Bd IV 
Slü). ■— Groß -hone"-: scherzhafter Beiname einer 
Familie WBirchen (FGStebler 1921, 65; mit Erklärung). 
— Halb-hatze"-: = Angsier-Sp. BSi.; Syn. iJatee»- 
CMemmer (Bd IIl G46). — Blutzger-; = dem Vor. Gr 
Ghur, He., sG., auch It St. und Sprww. 1869, 67. 

l'fänni"g-; = dem Vor. Ap (T.); Th. — V)rl. Fischer I 
1ü:^5. 

Rappe"-; =dem Vor. AaF.;Ai'; B; Gl; Gh (It 'l'sch. 
allg.); L; GStdt, Wh.; S; Th; Uw; ZBül., Kn., U. und 
weiterhin; Syn. K-ChlMer; Uäpjder (Bd VI 1181); 
Weiteres bei Messikommer 1910, 104 Fußn. De'- I{., 
''««» er isch' ! JKeinh. 19t)7. Die Gt.iiiiipjiei\ li.-spalter! 
von Gemeindebehörden, die zur Geldbeschaftung herr- 
liche Nußbäume opfern wollen, ebd. 192.5. H äröt ixch' 
,l,.iin jn spätre" Jöre" und 's isch' enelili" ne" li.. so laß 
de"" jö der Mnet ned fare". Das hessered scltö" im 
Schwölle nalter. Zyböki. Ir 'J'iijtfliehünge", B.-spaUer! 
EEscHMANN 1916. .Endlich kam der große Tag der Sicbel- 
lösi, der Tag, an welchem der Bauer . . . seinen Werk- 
leuten eine Freude gönnen muß, wenn er kein R. und 
Linsenzähler heißen will.' AHartm. 1852. ,Daß du mehr 
als häuslich bist, nämlich ein R. und Sägmehlknüpfer, 
das ist dein eigener Schaden.' Oiiw Volksfr. S. noch 
(Hger-Batzen (Bd I V 1970o.) ; näch-süechig (Bd VII 234). 
— Als Übername Ap (.IHartmann 1912, 11). — Rapiie"- 
(hei ACnn: Bäpjili-) Spalte ri" f. A'" grfisligi Giz- 
näpjiere" and R. EWüTERiCH-Muralt. |llir Mann nenne 
sie] g'surrig und tröißelig e" trorlini JiUpp/ispalteri". 
ACoRR. 1879. 

Santime"- Bs (Seiler), -ine»- USil.; = dem Vor. 
Schindle"-: wer (handwerksmäßig) Schindeln 
macht ScnSt. ; Syn. Sch.-Macher (ebd.). ,Hans Bluntschli 
der seh.' 1434, Z RB. — Als FN.: .Hu- S.hinrtelsp.' 14'2:), 
Z RB. 

Dri Drei-Späher: = Ncbel-Sp.2 ZW. (Surher 1869, 
.S9). — Mns-dr eck- Spalter: = Angster-Sp. So en 
(hthond lind M.! ire't den arme" Lüte» 's Bin et vo" de" 
Finger negel hun<'e" otrre" säge". A.nz. v. Alpstein (Ap). 



Dörn-Spalteri f.: von übertrieben genauen be- 
hördlichen Vorschriften. Dt Herre" sigi" nid' numc" dö 
f'iir d'Schelme" lo" z'laufe" u»<i di rechte" Litt mit D.- 
spaltereie"^ z'pluge". Bauer zum Landjäger, der ihm den 
, Stall hannzettel' ans Scheunen tor schlägt. SG TELLER 1917. 
Früme"-Spaltete" f. : ein Schmaus zum Abschluß 
des ,rHaumenspaltens' 1*'. — W. und Saidie waren tucht mehr 
zu ertraffen. 

spaltig (bzw.-a-) BG.; „Gl"; (JRHint. ; „L": Uürs. 
(-Ö-J, spältig (hzw.-rä-) B, so G., Twaun und It Zyro; 
(tr (Tsch.); ZDättl.. F. und It S])illmann, mit I'rimär- 
umhiut BE., Si. (ImOh.); GG.; ZMaur, 0., mit Sekundär- 
umlaut Ar; (iRl)., He., S.; GRh.; ScMSt.;Tn; ZO.: 1. eig. 
a) = späligla (Sp. 111), bes. von H(dz. aaOO. (außer 
Bl'wann); Syn. auch schUig (Bd VllI 266). ,Spaltig, 
spältig, leicht zescbneiden oder zuo siialten, fissilis, sec- 
tilis.' Fkis. ; Mal. ; bei F'ris. auch unter scissilis (,spältig' . 
Sp-(s) Hob. Da" ist iee e" schd". spältig (Jhlöfter, da" 
würl de Schindle" macher weife", auf der Holzgant ScnSt. 
K" bar schöni speltigi Bitse" verschUe". BXrnd. 1904 
(BFj.). SchlJe"hoh für Zun mul5 spaltig sein. ebd. 1911 
(BG.). ,I)as spältigste Holz ist zu Keb- und Zaunstecken 
zu benutzen.' Z Forstordn. 1807. Von Stein uä. Man 
hat hier [in (hiHint.] einen spallige" Stei". der sich zur 
Bedachung gut eignet (Frelmer). Der Schifer ist spältig 
und weich GrS. — b) was leicht Spalte. Risse bekommt 
BTwann. F]ichenholz em]itiehlt sich zum Faßbau, weil 
es nicht spältig und nicht cerdräil ist. B.iuNi). 1922. 
Di Tniehtrfdic" (Bd IX 1566) ist beim Nolzträel aus 
Nußbaumholz; dies ist nicht spältig. ebd. — 2. uneig. 
■i) = spälig -Zb, gefügig, willig, freigebig; nur verneint. 
,I)er [deutsche] Reichstag ist aber nicht spältig [große 
Summen zur Vermehrung der Kriegstiotte zu bewilligen]; 
er sagt: wo nehmen V' Bauernst. 1899. ,Ohne ein für sie 
vorteilhaftes Geschäft dabei vorauszusehen, sind die 
Herren Franzosen eben nichthalb so spältig, einem noch 
so liehen Freund den Sack zu tragen.' ebd. — 1)) un- 
einig, ZM'iespältig; Syn. ziri S]). Si sind naf'' spältig Z 
(Spill mann). .Seinddie Retierahermalen spältig worden: 
Etlich kriegten unter dem Bayerfürsten, etlich der an- 
deren dann unter Herzog F'ridrichen vini Schwaben.' 
Guler 1616. Auch bei Grüner 1732, 275 (.spältig'), nach 
BuUinger 1.572 1 428, wo ,unspälig' (s. Sp. 112). — Mhd. 
•.I„itii.-: vffl. fir.WB.Xl, 1859 (,-a-', auch ,-ä-', ,-e-'); FischerV 
14(17 (,-a-' und .-ä-'). 

ein i:i»-spe<;llig: ein Mal gesiialten, von F'lechtstrob 
FO. (BSG. XVI 76); vgl. spaltenla'p, Spalterih. Nach 
unsicherer Angabe auch von nur ein Mal gespaltenem 
Rundholz, ebd. — Zum Vokal vgl. die Anni. zu Siiali. 

\\(\\)- spältig (h2.\i.-e''-,m¥i. -ie-):=un-späHg(^V-\\'A- 
l.eig., von Holz, schwer zu spalten Ap(T.); BSi. (ImGb.); 
F.T.; GrI)., He., Pr.; ZHörnli. J'-s Holz: en ii-e'- Uüotz. 
Bildl.; s. Bissen. (Bd IV 1697 M.; Ansh.l. - 2. uneig., 
von Menschen, unnachgiebig, unzugänglich, bartherzig, 
starrköptig Ar (T.): BE., G., Si. dmOb.); F.I., bes. auch 
.langsam zum Zahlen, die Hand nicht zu gemeinnützigen 
Handlungen öffnend' Ap (auch It T.). Das ist e" ()"- 
spiellegi V.f. K" settige" troche"rnten. u"speltige'' ... ico- 
me" g'meint het, er heig a" Nut Freud weder a" sv'or 
Tuhakpfiff'en u"'> a" sV^m Kasse"hiiechli. SGfeller 1919. 
,Daß ich meinen Gegner als einen ganz u-en (Gesellen 
erfahren habe, könnte ich jetzt nicht mehr bestätigen; 
im Gegenteil scheint mir der Mann . . . recht zahm ge- 
worden zu sein.' B Volksztg. 1902. ,[N. klagt] wie der W. 
im ein wib gebiMi ... und liali im inn eewis verheißen uff 



221 



Spall, spplt. siiilt, s|i(ilt, s)mlt 



zu und tafi 50 gulilin, und wenn im des meitlis vatter 
semlielis nit seilen wöl, so wolle er imij ^elien . . . Der 
vatter was unspelltig ... [Xaeliher aber] verhieli der 
vatter 10 jitund uff den jitingstag und sant Frenen tag 
umli ein Schüben." 1520, ZElgg. — Alid. (Notliei), mlul. 
umpaltig, -t'c (iii übi'rtr. Bed.) ; vgl. Gr. WB. XI 3. 141 1 . Zinn 
Vokal -ie- vgl. die Anni. zu Sijnit. 

glich-,spältig': in gleiche Hälften geteilt, bei Ab- 
stimmungen. ,0b die sechs bysässen als ieres Spruchs g. 
zerfallen wurden, das ich dann obgenanter obman . . . den 
ain[en] spruch zc mindrcn, den andren ze meren gwalt 
haben stille." 1511,CJecki.in 1!)20. — ,himmels-spältig, 
chasmaticus." Denzl. 1077.171G. \ gl. Hiiiniii'h-Spa/tii)i(i. 

horn-spiVtig: hornkliiftig. ./c.i' [vor der Abfahrt zum 
Herbstniai'kt] neit-der Grötjofiyi hlnijurs Fiichsli . . . 
schmutzyet und schwürzt-eiii slni rüehc", fauch' Ii-e" Hitcf. 
Schilp 18C.G. - Vgl. «r. WB. IV 2, 1S:!1 (.lioinsiwltig"). 

b VAW-A-spälüy: gesprungen vorHitzefSi'HSt.(Sulger); 
Zhitli. ,fSchettern . . . wie zB. ein br-er Hafen." Sui.oer. - 
wind-.<jjfV7/,(r/: bis tief ins Innere gespalten, von Tannen 
und Eichen, die am Rand der Wälder wachsen und daher 
Wind und Wetter bes. ausgesetzt sind; w-s Höh zerfällt 
beim Sägen und ist daher für den Schreiner nicht brauch- 
bar BS. (HHaumgartner): vgl. Bärnd. 1914, 248. 

zwi-, zwei- (ä.Spr.), zireu- (BsL.; B), zicn^- (BHk.) 
apältig. in der ä. Spr. auch , -spaltig': wesentl. wie nhd. 
zwiespältig; meist unsinnlich. , Zweispaltig, das sich in 
zwei zerspalten lalU. liitidus." Mai,.; bei Fris. ,in zwei zer- 
spalten.' ,Bi-, tri-, multitidns, zwei-, drei-, vielspältig.' 
Denzl. 166t>/171ü. a) von Dingen. , Wie aber desselben 
tags fritag was ... und man die mänge [katholischer und 
reformierter Gäste] mitt vischen stattlich nitt versechen 
mocht, muost man ain zwispaltig, abgetaut mal von 
visch und tlaisch machen, nach iedes globen und ge- 
wissne ze nielien." Kessl, ,Ein zw-er wäg"; s. Weg- 
Seheid II (Bd VIII 225). Von Zuständen, Meinungen, 
Meinungsäußerungen. Es ist es zicettspältigs Wese" in 
der G'iiieiii'' BsL. ,Als wir ... in dem letst geschworn 
mandat funden, daß es in sinen articklen zweispaltig 
und je ein artikel wider den andern [ist].' 1527, B Ref. 
,Sy sind forcht halben ungleicher und zweispeltiger 
meinung gewäsen, sententiam variavit timor." 1''ris. ; 
Mal. S. noch Bd VII 442 M. (1524, A lisch.). Bes. mit Bez. 
auf Glaubenssachen; vgl. Ochs V 550. (331. .Demnach 
und biszhar vyl zwytracht. zweyungen und irrsal durch 
das zweispeltig predigen ... entstanden." 1520, Bs Ref. 
.Demnach , . . durch die Seelsorger und predicanten diser 
statt Basel vil zwispeltige mainung anft' den canzlen 
geprediget ..." 1524, ebd. ,Daß hie abgestelt wei'de dy 
zwyspaltig predig.' 152ö, B Kef. (Bs an B); ,zwyspeltig.' 
1529. Von (Gerichts-)Urteilen. ,0b aber die urtel zwei- 
speltig wurd, nämlich also, das da zwo oder mer urtelen 
um ein sach erteilt wurden.' SchwWoII. Bnßenrodel 1524; 
vgl. die Forts. Bd I 813 f Folger j. ,Utt' sölichs [die Vor- 
träge der beiden Verteidiger] die urteilen zweispelltig 
und stößig: ward doch witer nach miner umfrag das 
merer urteil, das ..." 1534, ZHongg (UStutz 1912, 11). — 
b) von Menschen, uneins, zwieträchtig mit sich selbst 
B. .Lustig fast ist's, wenn der Mensch selbst zweispaltig 
ist, das Herz ihn rechts zieht und irgeiul ein Gelüsten 
links ..." GoTTH. I'nter einander BsL.; B. Si si" gur 
zireuspä/tig in der Haslialti"g BsL. ,Komm mir über- 
haupt nicht mehr mit dem N., sonst hast es mit mir zu 
tun. Daneben wär's mir leid, wenn wir zweispaltig 
würden.' Gotth.; wiederholt. ,Das nun uns bednrt, daß 



ir also zweispeltig und widerwertig sind.' 1528, B Kef. 
(an Frutigen). ,Wie niine herren im rat nit eins, sonder 
zwysjialtig und zweigloübig [seien].' 1532, Z. ,Sy sind 
under einander nit eins, sy sind zweispaltig und zwei- 
trächtig [bei Fris. ,zwy-'], inter se dissentiunt.' Fris.; 
Mal. — UM. zii-itpatiK-. .^pehiv: vgl. Siindi'is H "2, 1 1 2:j ; 
Fischer V 1472. 

spaltle", spältle": \. ( -a- ) U:, Stroli (mit einem 
Spalterli-, s.Si).217i spalten zum Flechten FSs. — 2. f-ä-) 
intr.. Risse bekommen, vom Erdboden BAarw. Wo die 
Hitze z'g'schnelltröchnet und der Boden so stark troclmet. 
daß er spältht. Bärnh. 1925. — Zu 1 vgl. Silim.- 11 i:i;7 
ifpälteln). 2 ist wohl Abi. von .s'yKi/r//. 

Spaltung f.: wie nhd. .Sp., fissio; die zerteilung 
oder sp. des ffusses Nil gleich wie ein delta, scissura.' 
Fris.; Mal.; ähnlich bei Denzl. !(i()(i/171ß. Meist nnsinn- 
lich. a) Uneinigkeit. Zwietracht, bes. in Glaubenssachen. 
,Als der Friede wiederkehrte, die Sp. [zw. Knecht und 
Magd] aufhiirte, welcher der Alte mit I'"reuden zugesehen 
hatte . , .' GoTTH. ; kaum ma. ,Daß zwiträcht, sp. und 
zerteilung der leer und der gemüeter under inen warend.' 
1528, Zwingli. ,Die mißverstand und sp-en in der 
kilchen zuo Corintho.' HBull. 1531. , Damit aber diser 
span, scisma oder sp. zwischet dem d. Ecken und MLuther 
in verainbarung gewendt wurde ...' Kessler. ,In disen 
schwebenden löufen und sp-en.' ebd. ,Ich erinane euch 
. . . daß ir ... einerlei redind und daß nit Sp-en under 
euch seyen." 11)38,1808, l.t'oK. 1, 10 (dafür .zweitracht.' 
1530/9G); ax.ia|iaTa. L.\X. — b) Zweideutigkeit, Doppel- 
sinn. ,So man spricht: er hat sinen lyb angeboten etc., 
ist onch im wort angeboten ein ambiguitas oder sp." 
1531, Zwixr.Li. — Mild, n/mluniije: vgl. Gr. WB. X 1, 1860/1, 
Bei APetri 1528 ist das W. mit ,zanck, zwitraclit" glossiert: 
vgl. ASehütt 1908, 71, wo noch weitere Belege. 

, Himmels-: ein Kluft, chasma.' Denzl. 1077. 171G. 

Zwi-, Zwei-: = dem Vor. a. ,Das ander teil [der 
Leute] vermeind, wir heften kein gluck, diewil die zwysp. 
[des Glaubens in der Gemeinde] wer.' 152G, Bs Chr. ,litt' 
die zweisp. disputatz gehalten.' 1528, B RM. ,Der zwysp. 
halb des glubens.' 1530, Bs Chr. .Davon [vom gottlosen 
Leben der tieistlichen] kuine . . . irrung, unruow und 
zwisp. der cristenliclien kilchen und gloubens.' Salat. 
,Zenk, die religion und zwisp. berüerende." 1547, Brikk 
(.Flg.Tschndi). .Was args und leids, auch zwysp. uß 
seinlichem zug . . . ervolgen möchte.' 15G2, JHallek 
1550/73. ,Das under den landschaftencrüzer von wegen 
der eergitigkeit, das ie ains vor dem anderen in der 
[Kreuzgangs- [Ordnung begert furzelofen, ain zwis]i. ent- 
standen.' Kessler: an andrerStelle .zwaisp.' ,Im 891. .lar 
zoch Keiser Arnolf mit großer Macht in Italien von 
wegen der Zwisp-en beider Fürsten B, und G., deren 
ietwederer wolt Künig in Italien sin.' JJRüeoer. ,Zweisp. 
im urteilen'; s. Bd VII 1571 (Strickler). — Mhd. zii-i'- 
npeltumie f.; vgl. Fischer VI 1472. 

Spalt SpeHt GLBilten, S.: GG., S. (neben Sprilt);'&<:\iw 
Reich. — m., G'-spelt n. GlH.: = Spalt 4 (Sp. 208). 
Wird als Streu für das Vieh geschätzt; vgl. Spuli-. Spii/t- 
Sfreii. Der S/i. gedeiht am besten an schattigen, ziem- 
lich hochgelegenen .Uihängen, im buschigen l'ros und 
an abgeholzten Stellen. Fr wird seiner etwa 30 bis 10 cm 
langen Blätter wegen von den Hauern eifrig gesammelt 
und zn Streue für das Vieh benutzt Gi.S. - Vgl. .Spelt- 
Gras" liei Durli. Die Angalion über die Farbe di-s Vokals sind 
zT. nicht ganz klar: -i-'- ist sicher bezeugt nur für GIliilten. S., 
aber auch für ilic' übrigen Orte sehr wahrsch. 



S|i;ill. sprll. snilt. siHill, spiill 



■224 



g^-spiil tc t. (l'!>-ji('/tclx Kiiiil. Vdii Knulnias, ilüs mit 
>S'/)f/( durchsetzt 1111(1 ibiliiT kiaiitt'nirm ist Si'iiwlicicli. 
Abi. vom A'or, 

Spälti"^ Gr (Amstein), sonst Spältli"f; (liei St. 
1798. 21G in Bpd. 2 einmal .Spaltling', ebenso in Bed. 3 
regelmäßi.K in der Fischerordn. 1;:1S6/1512, nur einmal 
jSpalting'i, in Bed. 4 bei Geng. ,spelt(l)ing' -- m.: 
1. a) „Stück grobgespaltenen Holzes im Gegs. von 8cbeit, 
wie man dgl. zum Austrocknen oder Verkaufen klafter- 
weise aufstappelt im Gegs. von Scbeiterlinlz, als gerüstet 
zum Brennen auf dem Feuerherde" (St.'; bei St.' .Spalt, 
dünnes Stuck Holz"), ,ein Stück abgespaltenen Brenn- 
holzes, das noch gescheitet oder in kleinere Scheiter 
gespalten werden soll' (St.'') Gl,; Gk (,etwa in vier 
Stücke gespaltener Block Holz'); „L" (auch St.!"); (4(1. 
(/abner): Th, so Steckb.; „Zc," (auch St.'>); Z (ItLTobler 
viell. etwas kleiner als Spelte"); Syn. Harren IllCt 
(Bd IV l.'')20); SpcHIla. Das sind ncliörii> Bnechc"späJt- 
//"_(7 THSteckb. Der Fußboden einer l'fablbaute bestand 
aus 2 Zoll dicken und 5 — 8 Zoll breiten Balken, ver- 
mutlich gespaltene jüngere Tannenstämme, von den 
Arbeitern ,Spältlinge' genannt TiiBerg (Z Anz. 1H71. 
288). ,An die frigweibel zuo Söftingen. Min liern ver- 
standen, wie die salzgruob [von Higgisberg] besserns 
bedörft. Si miner hern meinung, das si verschaffen, das 
spaltling gemacht und die gruob versuocht werd.' 1479, 
B KM. (AfV. V'237). — b) Kienspan. ,[Die Küche war 
erhellt] durch das Liclit eines in der Wand steckenden 
Kiens]ians. S]iältling geuaniit.' Rochh. 18()7 II 112; 
Schweiz.? — c) ,Holzalifalle' TuSteckb. — 2. „Hinter- 
keule eines geschlachteten Kalbes oder Schafes" (It 
St.'' , eines vierfüßigen Tieres') „L; Zu", Scheiden- 
stfick der Kuh L (EKötlielin); Syn. Sprit I2b. Wenn- 
er es saf'tiffs Stückli Clmclleisch ireml. so iiülend-er halt 
mm Spältli"g verlamie" L. A schenii hratnä SpältUg fii 
fcufäzwänzg Pfmidä. T.^lhochz. 1781 (Uw). ,Für 1 Hasen 
1 Gl., für 2 inbeizt Spaltling 1 Gl. 20 Schill.' 1G89, St. 1798 
(Schützenfestrechn.). — 3. in der Fischerspr. a) der 
4. Teil einer ,\Vand' (s. d.) beim Fischernetz. Fischeh- 
ORDN. 138G/1512; s. Bd II 423 (Summer-Garn); IV 501 
(Masch); V 917 (hretten; mehrfach); VI 907M. — b) die 
Naht, die beim SjKiltflH"fie" (s. das Folg.) entsteht Th 
Erm. — 4-. ,Speltling, heller.' Edi.ie. llw. .Alles ... do 
mit sie [die Bettelweiber mit ihren vorgeheuchelten 
(iebrecben] die spelting fürhergraben.' Genr. Bettl.; im 
Vocabular dafür ,speltling'. — V|;l. (ir.WB. XI, 1860: 
Fischer V Util. — .\ls PN.: .Hermann ilirtus Speltinj;.' XIV. / 
XV., ThBerg .JzB. 

spälti"ge" (ONageli), nach neuerer Angabe spält- 
li"ge": die Teile des großen Zugganis, der liiing-fisch- 
Segi (Bd VII 478), durch Längsnähte zsnähen TuErm.; 
vgl. Stößen. JJ'Stogele" sind mit Netse" verhenkt, a" dene" 
die Fischer hileze'^d und stoßen und spaltige"' tuend, bis 
Jeder sl" Stückli, d'Hälfti devu" ganz neu, am richtigen 
Örtli verstät hat. ONS«. 1898 (G.). 

Späl tl e r t: = SiMltlcr-Bir(Bä IV 149(3) Tu, soSteckb. 
Syn. Lätter-Bir (ThIIIIi.). Die Spältler sind sog. Tropf- 
Bire", die (am selben Baum) zu ungleicher Zeit reifen, 
so daß einzelne schon früh fallen ( tropfe'Hl). während 
andere noch grün sind. Sie eignen sich gut zu Schnitzen 
( Stiirkli I und werden daher raeist gedörrt. — In Aajens. 
K. Cttaize"-S}}., ,pirum Vulva felis' (Uän.). Das Fem. nach .S/i.- 
Blr. Als ON. .Spältler' TliSulgen, Wupp. 

Se"-: = dem Vor. Th Stat. — (Temeint ist ntfenliar der 
Boden- nder Untersee. 



Spelt I m. L (auch It St.''); Zu (St.''), l'l. uiiver., 
Spi'l te" (bzw. -(■-, in Ai-H. -iß-, in BLau.; F.l. -ie ), in G 
llag.,Wl.,Wb.; ScHwReich.;ZO. (Brunner, doch in Bauma 
-«-), Wangen mit älterm Uml. -e. in Ael., T. ; Gl, so S. 
(neben -e-) mit jüngerm Uml. -e — m. AaF.; AvH., K., 
T.; BBr., S.; ThHw.; ZO., so Bauma, f. Aa (H.); B(ir., 
II. (AvHütte) und It Zyro; FJ.; GrAv., He., l'r., Uh., S., 
Seh.; LE.; PAl.; GA., Wb.; SchR., Schi., St.; TB.; Th 
Arbon;ZI)ättl.,0.,Stdt, PI. unver., IHm.Speltli: 1. durch 
Spalten gewonnenes Holzstück. ,Spälten (die), abge- 
hauwne stuck und dergleichen, secamenta, assula;.' Mal. ; 
vgl. Ib. ii) = „Spälti.nglaB;LE." (St.'). .Teil eines kurzen 
oder langen zerspaltenen Baumabschnittes Gk (Tsch.). 
meist der vierte Teil, sidtener die Hälfte eines läugern 
Stückes Kundholz iyg\. Menni 4^ Bd IV 299; Bhich. 
BlütsclUhdY '.yASI 18; Stock : Stuni2)en: Tütschi ;Tr<imel). 
von Tannen, Buchen, auch Eichen ua. AaF. und It H.; 
Ar; B; F.I.: Gl, so S.; Gr; L, so E. und It St."; PAl. 
;,trave spaccatain lungo.' (iiord.); G; Sch; Sciiw; S;TB.; 
Tu; UwE.; Z«; Z. Syn. Meß i. Müsella und h (Bd IV 
4.530. 486); (Chlcifter- )Schit (Bd VHI ir,U. 1.51G): vgl. 
auch Spelten-Hoh (Bd II 1261). ,Sp. bedeutet meist e« 
len,gi Misella und ist ein halbes oder ein Viertel-Spalt- 
stück eines Menelli; sie heißt im erstem Fall auch Hnlh- 
li>'g oder Hälpel, im letztern auch ein Viertel.' B.aund. 
1908. S. noch Hälbling, Reihen (Bd II 1172). Sp-e" 
mache". Die nur zu Brennholz tauglichen Stämme 
werden zu S2}-e" rersuget und g'spalte". Barmi. 192-5. 
E(s) Chläfter ,Sp-e»: vgl. Spiilte"-C}däf'ter (im Gegs. zn 
Brügel-Chl.) ScuSt., dazu auch Müselen-Chl. (Bd III 633). 
Bueclif n)i ( -äe- ). tanneni(-ü-) Sp-e"; vgl. Biiechen-, 
Tannen-Sp. , Dürre buchene Sjiälten prima ((lualität zu 
Fr. 52 die 3 Ster.' B Volksztg 1905. ,Für 2 Klafter 
Spülten Fr. 36.' .\i'Schwägalp Kechn. 1887. Die Länge 
der Sp. beträgt je nach dem Ort oder der Verwendung 
1 — 2'/2 m. ,Werden die Blücher 1.50 — 160 cm oder mehr 
lang abgesägt, so beißen sie spielte"lange Blücher; hal- 
biert spielte"lang Hallili"g. kleiner gespalten Spielte».' 
ChrReichenbach 1916. Für einen Kohlenmeiler , werden 
10 — 12 Klafter [Tannen- und Buchenholz] in 1 m lange 
S])-en uiul Kugel zngerüstet.' AfV. (LNapf). ,Bronnholz- 
merit. Weler dorfmau und statman dehein holz utf 
uiisren merit füeret, da die Spelten under nun schuocheii 
sint und ouch uit sin rechte witi und höchi hat zwüschent 
den kipfl'eu, das sollent unser weiliel nemen und zuo der 
eilenden herbrig füeren.' 1404, BStU. ,Dieest[an Wald- 
bäumen] Spelten lenge abhowen.' 1530. (i. ,[Um das 
,Mäß' des Klafters anzugeben] haben wir selbiges . . . 
ohne Unterlegung aufgebeiget, die Spalten von buechig- 
und tannigem Holz zu drei und ein halben Schuh lang 
gerechnet, die Höche auf fünf und die Breite auf sechs 
Schuh gesetzt.' B Holzordn. 1733. ,9 Klafter Brandholz 
... zu 6' langen Spalten und 6' ins Quadrat.' 1793, Z 
Embr. Schwere; s. Bd VHI 328 o. Verarbeitung, Trans- 
port. ,Für 10 Klafter Spalten aufmachen Fr. 90.' Ar 
Schwägalp Rechn. 1887. ,Sp-en schiten.' , Daß ein Holz- 
scheiter von jedem Klafter tannigem Holz, da die Spalte 
der Länge nach aus und einfach gescheitet wird, mehr 
nicht als zwei Batzen . . . forderen mag.' B Holzordn. 
1 733. S. noch Bd VIII 1521 o. Mir hei" e" Lärme" g'höri. 
fasch' irie wen" Öpper tat Sp-e" vertröme". EBalmer 
1923. 1)0 [im Wald] ladt-me" die tmechige" Sp-en nf; 
es tönt ah vie-ne" Melodi, wenn eini uf die anderi fallt. 
.IRei.nh. 1907. Müsele" u"<i Spielte" lade". ChrKeiciie.mi. 
1901). Sp-e" oder Müsele" werden als Brennholz auf der 



Spalt, spelf. <]iilt. s|iiilt, spiili 



22« 



Emme ins Plachlaiid Iiinuntev geschwpmmt. BLutz. 
(Bärnd. 1904). ,N. ließ sicli an einem langen Seil [von 
der Soliser Brücke] liinunter nnd machte ... die [in 
einem Strudel aufgehaltenen] Sp-en frei.' Davoser Ztg. 
S. noch Bd VI 70o. ,X. wolte . . . das holz [in der Sihl] 
zesamen ziechen und hahe in ein sp-en sin haggen ge- 
shigen, zuge die zuo im.' 1453, Z HB. .Sp-en' als Be- 
standteil von Besoldungen (vgl. Runen- Holz Bd 11 12.52), 
Lohn uä. ,I)az sich die spitelknecht mit dem Ion, so 
davon daz [städtisclien Beamten zukommende] hrenn- 
holz harrin ze bringen gehen wirt, henüegen hissen und 
hiemit die sp-en, die si unden und hinden anhenkent, 
ouch ab sin siillent.' 14.59, BStK.: s. noch Bd VIII ISTM. 
(B Mand. 1733). .(Jbervogt im Obern spytal uß dem forst 
Iiat ghan 2 fuoder sp-en, jetz ouch 2.' lö.')7, B (.Re- 
formation des Bremgartens des dienstholzes halb'). 
,\Veme hinfür gmeiner statt silholz gefiözt wirt, sol 
Hans Werdmüller inn der Oberen muli syn belonung, 
das holz durch syn kett ze lassen, nit wie bißhar, wo es 
ime gefellig gewesen, nemmen, sonder, so das holz kompt, 
er von hundert ein si)älten im durchlauft', wie das holz 
einanderen nachlauft, und nit utt' den wuoren empfachen 
und nßzüclien.' 1Ö7(S, Z. .[Dem Päcliter der Ziegelhütten 
vor dem Rennwegtor sind] für eintusent Spelten Silholz, 
so wir ime jerlich uß unserm Sihvald, wie liyßher synem 
Vorfaren beschechen, gevolgen zu lassen zugesagt.' 
1001, Z. Als Abgabe: ,[I-)as dem Stift zustehende .Zins- 
holz' solle man] eintweders an spalten oder schyteren ... 
hinwäg füeren lassen.' 1561, ZAlbisr. Diebstalil. ,I)en 
Landjäger traf ich einmal um Mitternacht mit einem 
Arfel voll Sp-en, die er wahrsclieinlich seinem Nachbar 
gestohlen.' Gotth. ,A1so gieng er [Kläger] mit sinen 
knechten in des Egesheins hus . . . und funde sines holzes, 
daz sin zeichen hett, zwo spelten in dem garten.' 1442, 
Z RB.; vgl. das Vorausgehende Bd V 238 >I. Verwen- 
dung. Vor allem als Brennholz, wofür schon o. eine 
Reihe von Belegen. ,[In BSum. wurden bis lilOO] jedem 
Mitglied der Lehrersdiaft . . . Fr. 40 für die Besclutttüng 
des für die Schulstube nötigen Brennholzes ausbezalilt...; 
dieses bestellte Wnhir". jenes Sp-e».' B Scliulhl. 1900. 
,Zum di'yten so sind die rechten knaben. so nun [in 
Paris] das groß holz umher tragen, das sind nun sp-en 
groß und klein, der tragent s sechs, das ist nit nein, in 
ir sprach sind das husclicn [liüclies] gnant, die verkoft'ent 
sy denn von der'hand; daruß das volk machet guot feür.' 
Blf.tz 1536. , Uneinigkeit ist mir alle zyt triift'enlich leid 
gesyn . . . Wölte hie wol sagen, weliches die rechten 
schürger des fürs wärind , . . wxnn ich nit lieber wo 
müglich spalten von disem für ziehen, dann under- 
schiehen und daran legen wölte.' HBiill, 1503. Zu 
Zäunen: s. Haij-Sp. Zu Rebstecken (2' ■_■ m lang) SciiSt. ; 
Tu: Z; s. Steckeii-Sp.. auch Stickel-Bloch (Bd V 13), so- 
wie Tu Beitr. 48, 125 (wo die (ileichsetzung von Sp. und 
Stumpen auf einem Irrtum beruht). , Desnahen täte ich 
Sp-en in den Stall und lieng an Stickel machen." 1813, 
ZZoll. ,Zue Sticklen zuegerüstetc Sp-en.' 17G3, Z. Beim 
Faßhau. ,Die Spalten zu Bodenstucken und Tugen.' 
1()84, aZoi.l. 1899: vgl. Chäefer-Sp. Bnechif S/J-e" für 
Axthälm. ACoKR. 18()(). Zu Scliindeln: s. Ücliuiflel-Sp. 
In mehr oder weniger zufälliger Verwendung. J>er tienn 
und smi liuehe" . . . schieße" Steinen und Sp-en umenand, 
um die aufgeregte Herde auseinanderzutreiben. RvTavel 
1926. Ja das isch' Öppis (i'nietigs ...we"" me» all Murye" 
... mangleti Sp-e" sfütil!"ge'> a" d' Gaden.tdili z'tiAe", um 
die Dienstboten zu wecken. Emmextalkrbi.. 1917. .Im 

Schweiz. Idiotikon X. 



llandgemeng habe er jedem mit einem Stück von einer 
buchenenSp-en einen Streich versetzt.' 1833,ZRechtspfl. 
S. noch Bd VIII Sil o. ,So hab ich ein sp-en, ein win- 
leittern und ein kleins anbeckly, so in einem winkel 
liinder der hußtüren leintent, genomen und damit die 
tiiren vermacht.' 1471, Z RB.: s. auch Sdyel-BrM (Bd V 
907). ,Hiemit wer er gezüg inn die kuchi gangen, und 
were der hader oben hy der aßlen gstanden, Iiette neiß- 
was sp-en inn henden ghept und wider an Mar.xen 
gwellen, er gezüg hett im aber den weg fürlouffen.' 1550, 
Z Ehegericht. — b) = Sjjetten-Brett (Bd V 909) Gl; vgl. 
Gigeu-Sp. ,Assula, ein schindele, hrättle, lädle, spalten, 
S])on.' Fris. ; (schindlen oder) spalten machen, facere 
assulas.' Fhis. ; Mal. — 2. a) Block, auf dem man Holz 
spaltet TB. — b) = Schlegel 2 e (Bd IX 259) AaF. (von 
Kühen, Ochsen, Rindern) ; Z It Dan. (,am Kalb, was ^lr*'c/i- 
bagge" am Ochsen'; Syn. Clialber-Sp.). , Obere, untere 
Sp.' Z (Spillmann). ,Coxas cum natibus vocant [nostri] 
das stötzle et in duas partes dividunt: alteram, cui uhera 
in vaccis adharent, das ober speltle, et alteram ab ea 
separatam carnosam, das under speltle.' Gksx. 1551. 
,Fleischspißli. Schneid tünne Riemli von einandren oder 
oberen Spältli [!], Schlags mit dem Wahlholz utf ein 
sauberes Brätli . . .' Z Rezeptb. um 1700. ,Klopfet Rind- 
fleisch oder Underspältli. Nimm Rindtieisch von der 
under Spalten oder ein Kalber-Unders])ältli : khipfs wohl, 
wäschs und schneids zu Stückli.' ebd. .Kalt Pasteten. 
Nimm ein anderes S])ältli, daß die zech Haut drab 
gschunden, ein Tag etlich in Essich gelegen.' ebd. — 
c) ein Webereigerät. , Kaiser Octavianus hies ouch leren 
die töhterlin, swas ein wip sol kunnen: si naten unde 
spunnen werk . . . mit der kunkel und an der ranie, mit 
trigen und mit sp-en kluog und menger leije werk ge- 
nuog," Schachzabelb. V. 4191. — 3. von den durch eine 
Mittelfurche getrennten Hälften eines Ackers TuTäg.; 
^. SpäU-Furen (Bd I 938) und \g]. SjMlt-Fnri. kleiner 
Grenzgraben zwischen Wiesen ScnSt. 

Oot. ejjilda f. (Schri'ili-)Tafcl : mlid. ipellc. Hjnlt,; f. (in Bei. 1 
und 2c), im Ablautsverhältnis zu g/mlteir. vfrl. Gr. WB. XI, 
2140/1: Martin-Lienh. II -540 (.S>,ri( n.): Fischer V 1.510;i 
(ni. f.) ; Schöpf 686 (f.). Der Vokal ist tw. n,ich einer der beiden 
Unilaiitformen von u, ansgewichen ; üljcr -ie- vjrl. dii' Anm. zu 
SimIi (Sp. 209). Zu 2 c verweist Falk-Torp HUI, IT '24 auf ä. 
dän. «jij'ilrl, iiorw. dial. »pjeld, Brett in einem Handwi-Iiestuhl. 
Zu ;i Vi.'l. den Schluß der kmn. zu Clnhh-Siiil (Sp. lill). In 
(JNX. (die an sich aucli zu S/ieli U frehören könnten, was aber 
aus Würt!.'eschichth'chen Uründeii wenisr walirsch. ist). , Spelf 
BsBretz\v,(Postlex., früher, Spalten'). ,Spälten'SehwMuo.:UAtt. 
(,iu der Sp.') : dazu der Beiname ,Sp.-Kaspi' (KtJisIer 1911, :i5). 
.Spelt-, Spalt-', im top. Atlas ,Spelten-Rüti' ZStern. .Spelten-', 
auch .Spelter-Gärtli.' 1798. ThE|.'n.. .Spelten-Hns.' i:i02. ebd. 

Ober-, Under- s. Spelt -ib. — Glge"-: PI., fein 
geschnittene Bretter aus Nußbaum-, .Mioridiolz; übh. 
Möbelholz, zunächst beim Geigenbau verwendet; auch 
fein geschnittene Tannenbretter für Klaviere, Resonanz- 
böden (h.; Syn. G.-Span. Über G. als Glarner Handels- 
artikel im XVHI. s. GL(iem.449. RA. !>«.•>' ist sozäh wie G. 

Hag-: zu Zäunen verwendete Spellf." Tu. — Vfcl. .Zaun- 
spelte(n)' bei Schm. -11668; I.e.xer 1 8C'2, '2:56 : Fischer VI 1067. 

Holz-: = Spdt 1(1 Bllk. — Küefer-: wohl Spelte" 
zu Faßdauben. S])alth<ilz. ,So lang er hus gebept, habe 
er nach und nach uft'sechs k-en, so man müsselen nampte, 
nachts verstolen.' 1548, ZRB. — Chalber-: = »S>c/( 2'». 
vom Kalbe Z (Dan.). — Bueche"-: Spelte" aus Buchen- 
holz BsWaldfciib.; B: Z. ..\n Brennholz siiul iidcli vor- 
rätig: 87 Ster beste Bncheuspälten.' Z .\nitsl>l. 1905. 

lö 



S])nlt — s|iiill. S|»iiii s|iini 



228 



, Preise für Biiclienspälteu erste (^)ualität frs. 42—50.' 
B Volksztg 1904. — Schindel-: Spelte", die zu Dacli- 
schiiideln zerspalten wird GitS. (Tsch.). Beim Sihindeln- 
maclien legt man das Scliindelmesser w/'d'iS'c/». und sclilägt 
mitdem iV/{(.sW(o-(Bd IV 878) darauf. — Stecke"-: j;ew. 
PL, 8' lange SptUe" ( vo" spälfige" Fijrli), die zu Reb- 
stecken gespalten werden ScnSt. ,20 förrene Stecken- 
spälten', zu versteigern. Z Amtslil. 18(17 (ZAnd.). — 
Tanne"-: Spelte" von Tannenholz BsWaldenb.; s.Eufie/ 
(Bd VI 760). 

Spelte" (-(1-): Holzbliicke von 2 — 3 Fuli in zwei 
Stücke spalten CinL.(Serardi) ; \g\.milse/enl (Bd IV 487). 

Speltere" (in BsTherw. Speldere" neben Spelt-), 
SpeUt- BsBenken, Biel, Ueinacli — f.: 1. = Spelt IIa 
AAZein. (' s oder ',4 von einem Kundholz, 1 m lang); Bs 
L. (allg.). — 2. (Lanzen-)Splitter. ,Die starken schefte 
zerkluben und die spelteren üf Stuben', bei einer Tjost. 
UvZ.vrziKHOVEX. — Vsl.LcxPi-lI 1078 (m.f.);Martin-Lipnh.lI 
.i4(l (111. f.l; FiMfliPi- V ISll (in.): Si-Iiin.m 668 (in.). S. nncji 
dir .\iini. zu .S),rf( /. 

S|>ell II, .spi'ltcii' : Dinkel, Triticnm spelta. äSi'u. ; Syn. 
Fesen (Bd I 10(19), Clienifeii ). Cliuni (Bd III 46ßo. 470o.), 
Dinkel, sowie Spelz. ,()uch ist im [dem Meyer] nachge- 
lassen 1 mt genant elseskernen, 2 nialter liaber, 2 mt Spel- 
ten.' 1263/XVI., ZFraumünsterUrb. ,(i vernzel siieltzuo 
Ramspach und Honikon [V]; 1 vernzel speiten zuo Hunz- 
hach', unter den Einkünften vonKapläneii am Domstift. 
152.5, Bs Ref. ,(Kraftmiil), spältenmuos, -müeslin, spälten- 
ti-ank, das von spalten gemacht wirt, alica, alicula.' Fris. ; 
Mal. , Seeale, scliwarzer Rocken, Spelte; zea, Spelten, 
Dinkelkorn ; alica, Speltenmuos,Gries.'DKXZL.l Gull/ 17 10. 

Amiiil. niml. «/-rf(n (izw. -f: vi;!. Or.WB. X 1, 21:59/40: 
.Sclini.-' II 668; Fischer V 1.510; auc')i hei uns kein heimisches 
W. In den mittelalterlichen (juellen erscheint es in der Rege] 
nur in lat. Form und Umg-ehunsr, zB. im HU.; 1:^9:3/1400, F: 
AaZnf. JzB. (WMerz 1915, '27-5); s.aiudi Bd IV 170:3. Die Bihid 
hat es erst 1868 als ,Spelt' einiieführt an Stelle von ,fäsen.' 
1525/16:38, Ezecli. IV 9. ,Korn.- I(i67;i828, elid. Die Kurm 
auf -ea wohl nach , Fasen', , Kernen', .Boggen', ,Weizen'. 8. imcli 
die Anni. zu Spi^'tt I. 

Spei/., ,s)it'lzen': = Spelt 11. ,I'astores ]iecorum et 
custodes fruinenti spelz habet [der Kirchlierr von 
LDietwil] auctoritatem constituendi.' 130G, Gfu. ,[Zeo- 
pyrou] ein körn mitler natur zwischend spelzen oder 
dinkel oder weizen.' (tesn. 1542; s. auch Bliekeii (Bd V 
(58; im lat. Text zea vulgo spelta). ,[Den jungen Pfauen 
soll man] gerstenmäl mit wein und weizen vermengt, 
gestampfte spälz in wasser gebeizt darzuo genommen, 
fürstellen.' Vooelb. 1557; zea decorticata madefactaque 
ex aqua (Gesn. 1555). — Ahd. »peiza f. (einmal s/ielzu ni.), nihd. 
rj/elze f., versehohcii aus lat. spelta (s. .S))rf( //) ; vgl. Gr. WB. X 1 , 
21:39/40; Sciim.-'II 668 ; Fischer V 1.51 1/2. Zur Form auf ,-en' 
s. die Aniii. zu .S/.»/f //. Das W. ist der leheuden Spr. nurmehr 
als schrifts|)r. Lehiiw. bekannt, wiifür auch die Aiisspr. .Sjie^lz 
(so oTh) und das luännl. Geschlecht spriclit. 

Spölzel m. Speichel Sch (ItKirchh. und St.); ZStli. — 
Nhf. von Speuzel: vgl. etwa (lut,jiie" .- Ilau</i/e" (Bd II 2;i:i. 170). 

spölze" ApK., spölzle" SciiNnk., R. und ItKirchb. 
und St.; ZSth.: spucken, in ZSth. auch sich räuspern. 
Spühle" nid uf de" Boden ahe"! Joh.Mev. 18li6. — Nhff. 
viui speiizdie". 

„&"-, ÜS-: an-, ausspucken Sch". 



Span, s\wu, spin, spoii, spiin, lr/,u . spann usw. 

S|)ä(ii) I AaEU. ; Ap (nas. Spü, PI. Spe^; s. Anm.), so 
Gais, Lb.; BoAa., Biel, Br., E., Gr., G., Ha., oSi., Stdt und 
ItZyro; Gl.; LE.; GEs, Ms; Uw; II; Z, SpöSfnJ, Spö'fnJ 
Aa; Ar; BsL.; BoAa., E., Großaff., M., S. (selten); SoiiR., 
Schi., St. ; ScHwE. ; S ; Th ; Z, SpCi^" GWb., W. (nas.) — m., 
PI. Späne (BHa.), sonst Spät n) (auch BsL.) lizw. Spe-fnj, 
Spe'fn) (nwh BsL.), SpÖä(n). Spdi(n) (auch AaKH'.; B 
oAa. ; BsL.), in BT wann auch etwa Sporn, in (jKs, Ms, 
Sa. SpV". in (JW. nas. Spoe" (auch Spüe"), nur im PI. 
belegt für Bs It Seiler (doch s. o.); BBiel (Span), Erl. 
{Spe^fr )n. It Barnd. ä. Spärn) ; F.l. {Spie", ä. Spüe"), Ss. 
fSpee"): l'nKeßw. (Spe^"); W, so Lö. (Spe'n), Vt. (Spe"), 
die PI. -Form mit sg. Bed. .S'p(iwBsStdt;BBr. ; UUrs., Spe)i 
GrL., S2iö" (ä. Spe'") GStdt, Dim. Spän( d)li (so BsStdt; 
BE.; Gl; LE. (auch -diU), Spendli (so BsWensl.; BG.), 
SplPnimVs,, SpÖnfdßi, Sponli Kk; BE.; GnChur; Sou; 
ScHwE. ; S; Th; Z: 1. wesentl. wie nhd. Span, a) bes. von 
Holz, als Abfall hei dessen Bearbeitung, auch etwa zu be- 
stimmtem Zwecke eigens hergestellt, allg.; spez. Hobel- 
span (so nach A ngaben in BS.; (i\V.; WVt.). Syn. Schi/'ereii, 
Scheitt Den (Bd VIII 378. 1502 u. 1505), SpÜferen. Kr hat 
[beim Fällen einer Eiche] drtiflö^ (i'liaW'e", dn'^d'Spo" 
ufall Site" tf flöge" .sind. SPletscher 1903. iJein Hnliel me 
Spä". me oder dielteri Spo" (je", das Hobeleisen so ein- 
stellen, daß es tiefer in das Holz einschneidet Z (Schreiner- 
spr.);vgl.BdI536u. ,Si[zwei li,itter]liiuwenbeidemanegen 
Span einander von den schilten.'UvZATziKHOvEN. ,Carpen- 
ta, abstula, spann.' Voc. opt. ,[Hans Schmid der Seiler will 
,roßbarren' wie bestellt aus Fölirenholz gemacht halien.] 
Darutf habint [seine Widersacher] die harren besechen, 
daruß sjienn gehouwen und die erber lüt gesechen lassen 
und gerett: Heini Seiler spricht, er habe vorin harren 
gemacht; so sechent ir wol, das die spenn tannin sind.' 
1463, Z IIB. ,üer spon, assula : spän derzimmerleüten und 
anderer werkleüten,schidia.'Fuis.;MAL.;s. noch <.S7«?(/./''. 
,Secamenta, Span.' Dexzl. I(i6()/I71G; s. noch Ab-Holz 
(Bd II 12481. ,In einem Winkeli uff dem Boden [fanden 
sich] Spiin, Wnost und allerhand (irümpel.' ABCtelkock 
1682/ 17 12. S. noch zer-schiferen ( Bd VIII 380) ; Schelfen 
(ebd. 670 M.; vgl. Stecken-Sp.). Von Sägespänen: ,N. 
ist . . . als sie etwas Spöns vor der Sagen zusammen lesen 
wollen, von dem Rad erwütscht und urphUziich ver- 
truckt worden.' 1681, aZoll. 1899. RAA. !■'' iii''-ter Ä'-'s 
an'n (irind, daß (fad d'Spä" nme"thlfii"d ApK. Sclilerlit 
Zimmerlüt maclwd vil Sim" SonSt. (Sulger). Je yrölier 
de'' Spö", je //rößer ( besser) de'- Lö", von Schreinern, ebd. 
We'"'-me" Holz hacket (ScnSt.), iro-me" hoblet (oü.), </(''/'■« 
Spö": Sulger erklärt: ,bei einem Treffen verlieren beide 
Teile'. ,I)a man hawet, fallen Späne herunder, ciedimur 
et totidem plagis contundiinus postem, dedi malum et 
accepi.' Mey. 1677. 1692. .Grob spiin abhouwen'; s. Bd II 
688u. Mit.guot': ,Nabal ... soll gsagt haben [zu den 
Boten Davids]: Ich wölte gern min best tuon, aber 
under so vil Riten mag es nichts beschießen ... ein 
andermal wil ich sähen, wie ich der sach tüeye. .\lier 
das tuot er nit, sonder howt guot spen ah, wie man sagt, 
schont niemants.' LLav. 1584. Fs fallt z'eil i" d'Spo", 
wenn das zu Rebstecken bestimmte Holz nid yiiet 
Spalt':' und bei der Bearbeitung zu viel .\lifall entsteht; 
auch im übertr. S. gebraucht SchR. Do gil't's nid vil i" 
d'Spo« z'httive", da gibt's nicht viel Übriges, da muß man 
die Sache zu Rate halten Aa (HBlattner). '.s ist-im en Spö" 
a" d'Nase" g'sprützt, etw. Unangenehmes widerfnliren 



229 



K|>aii, apun, spiii, spoii, s|iiiii 



2:-!() 



ScH8t. iSulger): s. aiuh Bd IV TüTo. J-Jine" i" d'Spä» 
schicke», zum Besten haben Z (Spillmann) ; Syn. i" d'Agle» 
schicke" (Bd VIII 506M.). LY de" Späne" usse" si", 
dem Bankrott nahe U. , Einem Späne in die Milch 
machen', das Spiel verdei-hen (vgl. BdIV lilllo.); ,I)er[ein 
Nachthuhe] hatte einen Plan ausgedacht, dem geizigen 
1 lagestolz [der den Besuch des Madchens erwartet, das er 
heiraten möchte] Späne in die Milcli zu machen.' Stütz 
l^öl. l'f es Späidi schule", hofiere" chönne": vgl. dazu 
Martin-Lienli.ll .541 : FischerVTölu. 14ti8u. lifiOf Span- 
Scheißer J. Er iiieiiil. iras er sifi, und cha"" rW^' n/'kei"s 
Spördi seh., von einem Eingebildeten S; s. schon Bd VIII 
lH27u. /<^'' lid" Bas i)'irüßt. üb du- hesch' chünne" iif- 
eiies SjmhK seit.. Al)fertigung eines Naseweisen B (Zyro). 
,I)aß er und es ihre GöHein, noch ehe sie auf ein Spönlein 
hofieren können — ])ardon, es ist ein gut altschweize- 
rischer Ausdruck — sich alle Quatember frisch photo- 
graphieren lassen ...' Nnw Volkshl. 1899. ,[Ich] han das 
gwülit ... eh du utf ein spönlin hast können hofieren, 
hoc noveram lu'ius quam." Si'RW. .\ VI. (jüngerer Znsatz). 
,lch han kiinnen drinkcn. eb du liabest kunnen utt' ein 
sjienlin hofieren.' ThPi..4ttf:r 1572. Ins Manierliche ge- 
wendet: ,l)a möcht der Tutel dabi si", wenn mau Mist 
zetten soll und die Bäuerin kommt, nimmt Einem die 
Gabel aus der Hand und zeigt, wie man Mist zetten 
müsse, und konnte noch über kein Spänchen springen, 
als man es schon hundert Mal gemacht." Gotth. S. noch 
Bd lV2y7M. (Zimber-Mann). UmM.diaumj; VII 158 M. 
( iiher-sich). Uneig. 's ist nw'' e" Span derziriisehe"t. ein 
Hindernis UwE. E" Span im Chopfha", eine Grille, ebd. 
In behördlichen Verordnungen. Handwerke, die mit 
jSpänen' umgehen, wie Zimnierleute ua., müssen der 
Ileiligkreuz-Bruderschaft als Lehrpfand 1 g[uten] Gl. 
gehen.' XVII., Gfd (Statuten der Safrangesellschaft in 
Luzern). Betr. das Anrecht auf die Abfallspäne; vgl. 
Spnii-Bnei) (Bd IV 942), Während zweier Wochentage 
erlaubt das Forstamt .Spen von Holzerplätzen ... aufzu- 
lesen.' Bakxd. 1911. .Disen nachbenem])teu güetern ist 
man nit verbanden kain holz zuo geben, ob yeman darutt' 
husen wölt ... denselben irüetern ist widertailt der spon, 
der von der ax fallet.' .\V.. ZBeuken Ottn. (Z Itq. 1910, 
4:-i9). .[Ein Zimmermann] sol uns ouch ein hnIStüre 
machen und die spen halber lassen.' 1474, WMi:rz 1915 
(Verdingbrief). , Haben ... burgermeister und ret (als 
sy . . . luter erfunden haben, daz es gemeiner stat merk- 
lichen abbruch und schaden bringt, wa einem zimber- 
werchmeister die sjien gelaussen werden) sich erkhendt 
. . . daz man weder jetz noch in künftigen ziten keinem 
zimerwerchmeister die spen oder abholz laussen. noch 
keinen bestellen sol, das im sölichs dienen oder gehören 
solle.' 1492, ZStB. .[Von dem indem l'friindwald ge- 
fällten Holz sollen] die grotzen. siien und ander abholz 
dem kilchherrn ouch heimdienen.' 152;! (>, Z KB. .So 
dann allerlei gefahren durch die zimberkneiht mit dem 
hidz und s])önen gebrucht werden, solle hinfüro kein 
zimberknecht . . . über vier zainen mit siuin in einer 
wuchen nit lassen utläsen, damit andere armen auch 
siiön bekommen mögen. Und namentlich soll kein 
zimberknecht selbs spön uttäsen, sonder sin wyb und 
kind das tuon lassen, doch daß sy keine andere spön 
nemmen dann die, so mit der schmal- oder breitachs ab- 
gehauen werden.' 1542, Z (Reformation des Baumeister- 
amts). .Soll .lemand keine S]iän oder ander abgehends 
Holz aus dem ( 'loste r tragen.' .AA.Muri (iOj-dn. .WH. ,l)ie 
kleinere Span der gezimmerten 'l'i'änien und Hidzeren 



sind erlaubt dem Volch zu saimnlen.' 17o:;, IHkss 1914 
(liwE. Bauchronik). ,I)er ... Baanwart im obcrn Wald 
soll ... geloben ... keine Span, Knebel etc. eigengwaltig 
zu veräußern.- 17.'jS, WMkkz 1922 (.V.\Zof Holzordn.). 
Feuergefährlichkeil. .Das Tabacrauchen soll ... bei 
Stroh, Stengel, Spänen und in den Betteren gänzlich 
verbotten sein.' GhTIis Keuerordn. 17G7. ,I.)em Wächter 
[ist] anzeigt worden, das er dil> Holz und Spön ... utf 
einandern legen und an die Mur ufmachen solle.' llUä. 
Z; vgl. das Vorangehende unter Harz-Buwp/ (iid VI 950). 
S. noch BdVIII 1215 u. (1572/;i, AABr. StK.). 1Ü08M. 
(1471, Gfd) und vgl.: I(i(i3 wurde mit einer lAeder/if/i, 
ob der bald ein Haus verbraunt wäre, ,ein Kachlen mit 
feuwrigerGlut, Span und Strouw' herumgetragen. BÄnxn. 
1914. Verwendung. Gelegentliches. Hol-dir dert 
(inen e" Spön und tue dini [beschmutzten] Hose" mit 
schabe»! SLandolt 1845 (Aa). Xöc>' 'lern Zimi>is iseh' der 
Schriner chli» iif d'Spim gon es Hüejigs nr". SCJfeli.kk 
1911. Inshes. 1) zum Feuer machen, allg.; vgl. An-fiir- 
Sp. Sjiän(li) mache", für die Küche Bs; (iiiChur; Seil; 
Th ; Z und sonst, reise" (s. Bd \l 1 r!07 u.), schncflr" (s. Bd I.\ 
1153M.). .Ein ... Ziiiimi'sser ruht zum Speru mache" ... 
in einer Ecke des Feuerherdes.' B.UiXi). 1914. JJ'Mueter 
iscli' i" d'Chuchi yo" Spcndli mache". TMevkr 192(i. 
[Frau zum Dienstmädchen:] Si chünt Spöndli mache" 
für die nächst Wuclie" und nachhi-r 's Holz üflnge». 
E(iASSMAXN 1925. Brüchet-er Sjii-n:' A"firliuiz! Schoni 
LdttHu-iille"'. Rufe der Bs Straßeuverkäuier. AfV. Der 
Vetter het-im [Mareili, seiner l'Hcgetochter] mängisch 
rnängisch müeße» Span i" d'Chuchi bringe". Bvxn S. 1921. 
Du miiest [um Feuer zu machen] mit dem Stahel a" StV-'n 
.'tchlah", bis der Schwnmm lirönnt. dernä'^'i häb-ne" t^ingg 
i» diir>'i Spendlini u"<' bkls! ELeuthold 1913. S. mich 
BdVIII I419M. Zum Anzünden der Tabakpfeife; vgl. 
Tabak-Sp. G'rad venn-me" so bisame» hockt, der S]/u" 
CO" Pßife" z'Pflff'e» gilt ... FNiokkiikuger 1924 (ObwK.). 
S. auch Bd Vis20o. ,2 Ib. dem nachrichter und sinem 
volgk, als sy das bulfer, das harz, die spen. laden und 
leitern zweimal hinustragen, als die zween mit dem tliür 
gricht wurden,' 1561, Z. ,|Man soll] die amjitlüt zuo 
('api)ell, Rüti und Töß berichten, wasfüreinfhürsrüstung 
inn spennen zuo Küßnacht fuiulen, derhallien sy dester 
ttyßigers ufsehens haben.' 157;i, Z RM.; vgl. Bränner I 
(Bd V6-33). S. noch Bd VIII 1507 M. In bildl. Wendungen. 
,[I)er Eierhandel] vermach hundert und hundert Löcher 
im Haushalt, zu deren Stopfung sonst der Mann iniiel.lt 
Stijck sjjalte» für Spern: (irobs , Wertjiaiiiere und Edel- 
metall) /■///• <'e" (Hypothekar-I/Jui.s- als Miinz (Klein- 
geld) verzetteln müßte.' Barxd. 1914. ,L)ie Unzufrieden- 
heit unter Eheleuten, von denen nur eins erbt, kleidet 
sich in die Rede: Es ge.id geng a'so y'nietig, nummc» 
mid ei»^m Spa» z'ßren. ebd. 1908. Kei" Sp. dra" träge», 
an einer Mißhelligkeit, einem Unfall udgl. unschuldig 
sein S (Schild); vgl. Strau zum Für träge» (Bd I 942. M.). 
/'■'' /;/" gu'äß gu-üß nit d'Schuld [an einem ^'erkehrs- 
unfall|, )''i ha» kei" Spön dra" 'treit. Sciuld 187(i. — 
2) zur Beleuchtung: vgl. Chien-, Liecht-Sp. ,.\\ii der 
Alji dient ein Span oft statt einer Kerze' B (Zyro). ,ln 
denen Ställen und Scheüren [soll] Kien und Spilhn 
brennen, auch Tabak rauchen ... verhotten sein.' 175(), 
AARh. StR. — 3) als Stopfmittel; vgl. ver-spänen. .Da- 
mit man des Lochs, so sie [die Wiedertäufer vor ihrer 
I'lucht aus dem (iefängnis] ob dem Teckel der Heimlich- 
keit durcli die Mauren gemacht und außhin kommen, desto 
weniger wabrnemmc, habend sie den Teckel, selbiges 



2yi 



S|»aii, s)ieii, spin, spuii, s])uii 



2.-12 



(Uirmit zu verteUhen, jederweileii ott'en gelassen und das 
Gsiclitli [IM VII 257], durch welches die Heitere einhin 
komlit, mit Spöhnen verschnpprt.' 16H8, Z. — 4) in Re- 
zepten. Eichs]iane als Zusatz zu gewürztem AVein; s. 
Jiapjiis- (Bd VI 11H3) und vgl. Span- Win. Zur Läuterung 
des Weines ; vgl. Ch/är-Sp. ,Tut hagenhuchene S]iane 
in das Weinfaß, schüttet den Most darüber, so wird er 
... geschwind lauter sein." KKiiNKi 170(i. .Denselhigen ah- 
gezäpt'ten Wein sol mann durch halilein Sjiönn gielSen in 
ein ander... Faß ...; derselhig Wein wird also gercinigel, 
das er darnach keine Unsauberkeit mehr in ihnim liat.' 
Weinb.XVIII. S. noch Fkvhtcn-Sp. Volksmedizinisches. 
,I)ürr eichin Holz ohne die Rinden schneid zu kleinen 
Spönnen, die tu in einen herdeneu Haften und bräunt 
[I. bränns], wie man Reckholderöhl machet', gegen 
Fisteln. Z Rczeptb. um 1700. ,Für (irindrifl'en. Neim ein 
eichenen Span und schab sy ab, biß es blüt . . .' Z Arzneib, 
17G3. S. auch Fileii-Sp. — 5) als Kerbholz; s.Alp-. 
Weid-Sp. Viell, liieber: ,Er sibet autt' seinen Span, 
suam aucu))atur ntilitatem, in rem suam vigilat, emolu- 
mentnm snum in primis p(mit (suis commodis omnia 
meritur. lGi)2); ein Jeder sibet auft' seineu Span, suam 
iiuisque rem meminit.' Mey. 1077. 1()'.I2; darnach bei 
Denzl. 171(1. Ebso unsicher: Spä" iic". bildl. ,fiir sein 
Interesse sorgen, auf seinen Vorteil bedacht sein, sich 
decken' ZKn. — G) als Rechtssymbol; vgl. Gr. WB. XI, 
lSö.5. Bei Fahrhabe: , Schickte er im [der Schuldner 
dem Gläubiger] by siner junkfrowen ein spenly ab einem 
vaß und rette die junkfrow: da schick üch min meister 
ein eimer win ze pfand.' 1-154, Z RB. ; s. den Anfang 
Bd IX 1504 M. Bei der Versteigerung von unbeweg- 
lichem Eigentum; vgl. ZfsR. Vll 1, 120. ,Unt soll, wan 
ligende Güeter sollent vergantet werden, us den 
Heüseren, us der Türen ein Spon, us Acker oder Matten 
ein Erdscholl genommen werden.' S Stadtrecht XVII. 
Glanlie und Brauch. ,Ein l'aur zu Oberems hat ... 
widlen ein Axhalm darauß [aus einem Stück Buchen- 
bolz] maidien, und als er darin gehauwen, hat er Blut 
daran gesechen . . . Da hat er den A.xhalm und die Spen 
genommen und dem Herren zu Rhezüns zugetragen.' 
1623, Anhorx 1G03/29, 471; anscheinend als Kriegs- 
vorzeichen aufgefaßt. ,Habe er [ein Verrückter] an 
Boden hinunter gelanget und gsagt, sie ... sollen sehen, 
wie vill allerhand Sorten Gelt ... zugegen, und weiter, 
diß Gelt habe sich einsmahls in nußbäumerne Spöhn 
verwandlet.' 1730, Z. Z'nnUt uf-eni Stubc'bode"- hät-er 
[der Vater] Straii'" und Sjiänli z'sämmc" gleit und rings 
driimume" mit der Chride" Cliriisli fi'marlit, denn hät- 
er es Fär/i (f machet ..., bei einer Hexenbannung. Feikh.ah. 
1860 (Th). ,Wann ein Mensch oder Haubt Vieh von 
bösen Leuten geschädiget worden, solle man nemmen : 
Sevibalmen, Rauten, Ringelblumen oderSaamoi, Ritter- 
spörli [usw.. dazu] etliche Spähndli von ?< durchs Haus 
hinaufgehenden Stüden...' Wast. Proz. 1701; das Rezept 
sollte von einem Berner stammen. ,Für die Ghieter [V] ... 
Nim ein Biel und haue einen Span von einer Eiche ab 
... und disen S])ahn läse nicht auf die Erde. Kratze mit 
dem Span auf dem Chieter und sprich . . . und diesen 
Spahn tau oben beirTaür, wo du aus und ein geist ihn [!] 
Wedel vor dem Sonnenschein an einem Freitag, und 
diesen Span kanst du ein bar Mal brauche.' aRezeptbuch 
(Bärnd. 1911, 148/9). ,Mach daraus [aus Holz, in das der 
Blitz geschlagen hat; s. den Anfang lad VIII 1374o.] klein 
Spenli und wann du Kugeln machen wilst ... so muß 
Einer . . . die Spänen in die Bleikellen legen und mit 



einander lassen lirännen, bis das Blei ist zergangen.' 
A.XIX., BSi. (AfV.). S. noch lid VII 4G0o. Reime uä. 
Der Juni seil e" lieiße'' sl" un'' troehni Span und Sjicirre", 
so hend d'Pruphete" allifuj r/'seit ... U Wbl. 1!)02. S. noch 
Bd VHI l.'')07u. Im Kinders]iiel zimbere": Man legt die 
linke Hand mit der Handtläcbe nach oben, hakt den 
kleinen und den Goldtinger der mit dem Handrücken 
nach oben gelegten rechten Hand in die entsprechenden 
b'inger der linken, stützt den rechten Mittelfinger gegen 
den linken Daumen und klojift mit Zeig- und Mittelfinger 
der linken Hand abwechselnd an den querliegenden 
Mittelfinger der rechten, während man den Zeigefinger 
der reiditen Hand wie scharrend in der linken Handfläche 
bewegt; dazu spricht man: zimbere". zimhere", SpÖ" uf- 
/ese"! ZKü.; ähnlich KL. Nr 888/9, mit den Reimen: 
I)' Zimmermanne" hoW'e" d' Tanne", d'Tiiiehe" lese" Spä" 
Cif AaZoI. ; BBiel, Brünig, Lutz., der Zimnierma"" 
zimmeret, Hans Jarigeli list Spä" «/'BSfdt.Th. — b) auch 
von andern Abfällen und sonst Spanähnlich em; s. 
die Zssen. Von Kuchen: s. Bd HI 137 u. (Spiel mit a). 
Von Metallabfällen, unterschieden als Isen-, Cliupfer-, 
Messing-Sp. usw.; s. auch die Zssen. — c) meist Dim., 
typisch für K lein es. Kleinliches, Nie h tig es; vgl.: 
/'■'' han-em doch nur mit-eme" Spnndili Ei"s uf ''e" 
Grind-ine" g'ge", sagt ein Entlibucher vor Gericht, 
der seinen Gegner mit einem groben Bengel ge]irügelt 
hatte L(ERöthelin). [Eine überexakte Bauern tochter]/(c/ 
im Hofe" Spö"H ufylese", dro [darauf] en Widchnode" iif- 
g'hohe", dro mit-em lioßbueb g' haderet, wil e" Widstrau"' 
vw-em Hüs g'legen ist. APletscher 1902. ,[Zeuge sagt 
aus:] Er sye zuo Rumlikon an einem hochzitt gesin. Do 
kybotten etlich mit dem pfaflf Priuer von des zechenden 
wägen, und do bräcby der pfaft' Priner ein spennly ab 
dem laden und redte: wenn einer all sin guot zechenden 
gäby, so wäry es im eben sovil nütz gegen Gott alß das 
spenly.' 1525, Z; andere Zeugenaussagen Bd IX 122Gu. 
( en-weg-sehiiellen) und bei Egli Act. S. 371. ,Ru|if'enil 
sy mir uft', d[a]z ich 4 Klafter Hidz uß dem Forst habe. 
Ist wahr, selbige werdend aber zu der Schul verbrucht. 
Dargegen hat ein .leder [von den Schuldienern] 3 Klafter 
uß der Sil, welche sy nit gegen mir umb die 4 vertusch- 
tind, da sy doch nit einen Span in die Schul verbruchend.' 
um IGIO, Z (Schulherr gegen die Schuldiener). Mer 
mueß (se't) nid al/i Spondli fiflese", nicht jede Kleinig- 
keit übel nehmen AaF. ; S. iV/i'^'' Hio9'-.vJ[die Pfarrköchin] 
nit, wiin-ere" z'wenis der Scharris mache" und nit alii 
Sponli zueträge". .Joach. 1881. ,1565 .. . hat sich gäch- 
ling unden im büß ein söllich grUwlich fallen und zer- 
brastlen erzeigt, das ich vermeint, das ganze huß wollte 
ynfallen ... da aber wir nit ein einziges spänlin ver- 
ruckt fundent.' RGvs. (Br.). Kei"(s) Sp-li. Ke'"s Scliifer/i 
u"'> kei"s Sjjän/i me isch' ume"g'lege", auf einem Holz- 
platz. .TBcRKi 191G. Er hcd kei" Spin Hotz, gar kein 
Holz (JkL. Kei"s SpönK unnütz /o" z' Schande" gö"; s. 
Hd H 4M. (BWyß 1863). .Einer will ein weitläuffige 
Freundschaft andeuten, sagt: Er ist mir gfründt ... vom 
9. Klafter Holz ein Spönli.' Schimpfr. 1651; vgl. Suppien 
(Bd VII 12280.), sowie Gr.RA.-" I 645. — 2. a) größeres 
Stück Holz, woraus Etwas geschnitzt wird. Ü"si macht- 
volle" Gegner hei" bigoscht Holz z'l'rumpf, trorüs si iri 
liegieri"gsrdtli schnitze"; aber für ne" richtige" Stät.s- 
ma"", wie-mer si hüt s&t ha", hei"-si selte" ne" rechte", 
brüchbare" Sp/ön. Oltner Nachr. 1017. A^gl. auch Gigen- 
Sp. Geschnitztes Stück Holz; s. Bd VI 18t)Wo. -- I») von 
den beiden dünnen, langen und schmalen Holzblättchen 



233 



S|iaii. spcii, Spill, 



spoii, SpUll 



281 



als Bestandteil der Scheide einer Waffe (Messer. Degen 
uä.). ,Als min h(er)ren undmeister derzimerliiten zunft 
N. anzogen und im verpotten haben die spen zno den 
scheiden zu machen und vermeint, das söllichs ir znnf't 
zuostan sollte, und dagegen N. furwant, das siillidis ein 
frye kunst ... ist erkent, das N. ... söllich spen wol 
machen möge.' 1.500, Z KB, Von der ganzen Scheide; 
vgl, Spä)i-Messer{Bdiy 4G4. mit unrichtiger Erklärung). 
,Were euch, das dekein burger ein span trüege, da ein 
spanmesser in gehört, der git 10 ^.' A. XIV., Z StB. ,Ura 
böß spän an tägnen zu tragen. Were, das yeman an 
sinem tagen ein bößen span hett dermaßen, das im der 
tagen unden ulihin gienge oder ann syten niit sötte, 
welicber dann sölichs an ime seche, der selb soll den, 
so ein semlichen bößen span hatt, den selben tagen 
heißen ligen lassen und nit mer tragen, bis er ein guoten 
span daran habe.' XVI., Schw LB.; dafür im Register: 
,um böß tägenspän.' S. noch Scheiden I (Bd VIU 227). 
Von der Scheide mitsamt der Watte; vgl. Z Gem. II 133. 
,Das nieman enkein scbeidmesser trage, daz ze spitz 
und ze gefarlich si, danne das ouch nieman enkeinen 
span an im trage ... es tüege danne ein gast . . . und 
swas der selben gesten für daz, so si zwene oder drije 
tage hier gewesen sint, spänen an in tragent, die sol man 
si heißen von in legen; tuont si des nicht, so sol in der 
wirt noch das gesinde essen noch trinken geben, unz 
das si die spiine von in legen,' 1314, Z StB. — c) Teil 
einer Armbrust; s. Bd Xl 78.SM. (Z StB. II 293) und vgl. 
Martin-Lienh. II 543 (,gespanet', Brucker hat aber ,ge- 
spenet'); Fischer I 319 (Armbrust). — 3. schmächtiger 
Mensch; vgl.: 's Bäbi ist vor zeche . Tore" nff^'^ so diinn 
(j'si" u-ie-ne» Spön ijetz isch en aUmächtiiji Stande" us-em 
«rorde"L(EKöthelin). TJe" [ Sessel J fued uiider sö-n-eme" 
Spön nid chrache". ebd.; s. den Anfang Bd VII 1384u. — 
i. ,Span', Stiernanie ScHwStcinen (Zc .\usstell. ISitil). — 
5. PI., Geld, Vermögen Aa (H.): BsStdt; Gl. Spafnj ha". 
Mhd.«;jön; vgl.Or.WB.Xl, lH62i'7; Martin-Lienh. 11 541 : 
Fischer V 1468/70, lilierall avich in Bed. -5. Die Seltenheit des 
Sir. hat zu allerlei Störungen der morphulügischen und lautlichen 
Verhältnisse geführt, die sich freilich aufgrund unsrer .\ugaben 
nicht immer sicher beurteilen lassen. Wie schon in der Furmen- 
Übersicht vermerkt, wird für ganz verschiedene Orte übh. nur 
der PI. angegeben, an andern Orten der PI. auch für den Sg. 
gebraucht (ebenso im Eis., mit zu erwartendem Übertritt ins 
Fem.: bei uns anscheinend ohne Geschlechtswechsel). Der PI. 
hat im allg. die lautges. Form bewahrt, während der Sg. öfter 
eine der bodenständigen Entw. widersprechende Form zeigt: so 
zB. .Sj'a(n) statt .S>.,(2 in Gl; GFs, Ms, Sa., statt Spfi^inl t\v. in 
BoAa. Es wird t. .Neubildung nach dem PI., t. Entlehnung aus 
Nachbaigebieten oder auch aus dei- Schriftspr. anzunehmen 
sein. In Ap, viell. auch sonst, ist das W. unter den Einfluß 
von Sjmnll geraten ; über den umgekehrten Vorgang s. die .\nm. 
zu Sitann III. Die Form mit r-Einschub bucht auch Martin- 
I.ienh. aaO. — In Xamen. PNN. .Heinr. Dünki gen. Spähn" 
ZRurb. Der SjiBn-O'nägiji, Spottn. eines Zimmermanns. SGfelb-r 
1919. ,Spön-Kathri"\ Beiname einer Frau LStdt ( Vaterl. 1 90.5). 
S. noch u. FX. ,Spa(h)n.- XV./XVI., AaZof.; SchStdt: ThRom. 
(schon im XVI.: .Chlaus Sp. von Rumishorn by Costenz.' Z 
Glücksh. 1.504), Uttwil (schon im XVI.: ,i;oricli Sp. von der 
L'Hieind wegen ze Uttwilen.' 15:10. Strick).): XV.;XVI., ZStdt 
(I.cu Lex., wo .Spaan'; ,Heinr.Sp.' 15I9/:12. .nach verhörung 
M. Heinrich Spanen als pfiäger am Selnow.' 1523. Z HB.; ,bi 
lierr Ulrich Spanen' nc'ben ,herr Ulrich Spänii,' 1520: ,der Sji., 
mflnch zuo Rüti,' 1528, neben .Rudolf SpSnli, gen. Gwerb'. Con- 
ventual zu Rüti. 1527 ; ,herr Ulrich Spanen reben.' 15:jS, Urk.; 
Weiteres bei EEgli Act., Register il4:i), ,Spon.' XV,(XVII.. Z 
(LeuLex.:,Cuonr.Sp.' 147S. ZBenki-nj. .Claus Hagspaii", Zunft- 
meister. 1421, SchStdt, ,Spänli(n), ,Spenli{n)-: s, schim im Vur. 
.Heinr. Spenli." l:!:!5, AaThalheim. daneben .Chuonr. Speni': 



.Ulr. Spenli.' \:nis, Sdiw: ,ru.)ni, Haini Spimlin.' 1420, Tb 
Oßl.: XV./XVI., ZStdt (,Uans und Heinrich Spenli, die gebrüeder.' 
1401: ,Hans Spenli-, auch ,Siiänli.- Uli: ,Spenlin.- 151:1: 
.ürich Spennlis pfrund.' 1520: .Heini Spenli von Jleyenfeld 
ist ... zuo burger ufgenomen.' 134:1), später und noch heute 
,Spöndli(n)': vgl. auch Leu Lex. In OXN. ff' de" Spene^ (im 
top. Atlas ,Spänen', im Steuerregister ..\gerten-Spänen'), Hof 
beim Weiler .Vgerten, wo früher ein Zimmer|diitz war BG. : d.azu 
.'<l,ene"-('hTuteli, Beiname des Besitzers. ,Im S]jon' GlMoll. : da- 
neben ,Sp.-Bach'. .Kaiser-Span', Hof LGelf : dazu (H-itzckil''>e.r) 
KiiiwrKjtonler, Xame einer Sorte Flaschennmst. L Tagbl. 1899. 
,Balchen-Span', Flurn.ZFehr. ,Spän-Horn' W Almagell, ,-Wiesli' 
ZRegensb. ,Spöhn-Acker' ZRegensd. .Von dem acber ze Xeck- 
Spenlin', bei AaUezwil. SchwE. Urb. l:j:ll. 

A\\>-S2>äii: = Alp-Scheiten (Bd VIII 15o:i) Gu.-V. 
(FGStebler); Weiteres s. unter dem syn. Weid-Sp. 

Flechten-: Span aus Fichtenholz. ,(Juch macht tu 
in den win tuon viehtenspenne und traben von win oder 
unzitige trübel, so wirt der win garguot.' Kcxstb. 1474; 
vgl.: ,Wiltu den win machen oder behalten, das er nit 
seiger werde, so uim wiebten [!] holz und zerschneide 
daz bolz zuo spenen ... und lege die spen dar in ...' ebd.. 
sowie Span lai. — Vgl. Gr. WB. IV 1, 1010. 

Fi 1 (e n) - : PI., Feilspiine. allg. (Hand werkerspr.) ; Syn. 
(Ab-jFielefen (Bd I 779). ,(i ^ umb fylensiien zum kütt.' 
1536, AaB. Baumeisterrechn. ,1 Ib. s p umb kupfer, 
eschen, fylenspäu und kryden, ist alles zum kntt brucht 
worden.' 15S5, ebd. ,Feilenspän von einem Stabel", zu 
einem Trank gegen Gelbsucht. Z Kezeptb. um 1700. 
Eisenfeilspäne als Mittel zum Goldmacheu; s. Bd IV 
172 u. — Vgl. Gr. WB. IV 1, 1450; Fischer 11 070. 1021. 

A"-für-: PL, Späne zum Feuer machen BE. 
(SGl'eller) ; Obw. I)i nächste" Tagf het-si''' Setteli [über 
seinen Vater, einen Schreiner] nid y'ha" z'ercldaye": di 
ganzi Zit het-es di schönste" Ä"furspdn i" der Hulzchisle" 
f/7ta". SGpeller 1911. — Färb -: PI., S])äne aus Brasilien- 
holz; zum Färben von Ostereiern verwendet ZStadel ; Syn. 
BrasiUen-Sp. — Furnier-: PI., Holzblätter zu Fur- 
nieren an Möbeln. .Als ich ibne [der Amtmann von Rüti 
einen Zimmermann] gefraget, wann er, wie er ... für- 
gegeben, keine Furnierspölin ze sagen begehre, worumb 
dann synerSöhne eiuerein Viertelmacher werden müeße, 
er geantwortet syn Verstand und Jleinuug gewesen, daß 
derSobn zu synemHandtwerk wcd Furniersiinlin ... sagen 
möge, so vil er von Xöhten, nur daß er ander[n] Lüten 
keine sagen müeße.' 16s4, Z; nachher: .Kamcnscbenkel, 
Laden, Furnierspöhn und ander zum Tischinacherbaud- 
werk gehörige Materialien.' 

Flug-, ,tiugg-', ,fluck-'; PI., Hobelspäne. ,Glych 
einem für, das us strow oder fluckspämui gemachet ist, 
das wuscht Hux uf, wirt groß, vei'flacketabcrbald.'HBuLU 
1540. .(Hobelspan oder; Hngspän, ruiuinarum rai)tus; 
dürr Hugspän, das feüwr anzeuuichen, nutrimenta ignis 
arida: brennholz, dürr holz, das feüwr bald aunimpt 
(,empfacht,' Fris,) als tiugspän, iguiariiun; allerlei, das 
guot ist, fheür zuo erhalten (oder aiizezündenl als tluck- 
spän, scliwäbelbölzle, schw iinimle, fonu's; bolz, das nit 
reüclit oder ein rauch gibt als Hugspän (,tlug-,' Fris,), 
acapna.' Fuis. : Mal. ,|X. hat] by dem Stal ein Führ 
mit Fluggspöneu und Strauw angemachet, welliches 
aber ... widerumb getuscht worden.' 1GI7, Z RB. S. noch 
brinnen (Bd V'C37u.). — Die Form ,Fluck-Sp.' lehnt sich 
an die Sippey/uciea (Bd 1 1 i 91) an : zum Lautlichen vgl. die Aura, 
zu Safj-Sp. 

l'ranzöse"-: PI., Lignuni (Juajaci Z (Apotheker- 
spr.). — Ebso bei Holfert-Alu'ends neben , Franzosenholz' ; se 
auch bei Gr.WB. IV 1,63: Fischer II 1701. 



235 



Span, siii'ii, spul, ,s|i(iii, s]iiMi 



2'M 



(li,i;e"-: l'l., dünne Jiiemen aus Nußbaum-, Kirsdi- 
li:niui- oder Ahornliolz zu rinselegter Arbeit an Geigen 
(ii.: nach anderer Auftalic auch für die .feingeschnittenen 
Tannenbretter', aus denen Resonanzböden verfertigt 
werden, ebd.; Syn. (j.-Sjtell (S]). ^!2G). 

Hobel-: 1. eig., wie nhd. wobl allg. Hobelspan ist 
CS g'färliclis B(i/.t im Hfis; bim Choclihürd lue cha""->ne" 
die nid ha" GrAv. Herrlich yuet Iiät's g'roche'^ oo" 
7'a II }ie"clin's. /'riscli (fliublcle" Bretter und Hobelspe". 
FUtLTV (GStdt). .[Statt Hettstrolis] ... liegnügte man sich 
[früher] mit dem Li'i^bsdck oder nodi lieber dem lAsclie"- 
sack, .ja im Notfall mit Hobelspe ne".' Bär.vd. 1911; vgl. 
Ä>«Hin (SGfeller 1911). ,Maii ... läßt sie [die Erdflöhe] 
an teergetränkten Hobehpone" sich fangen.' ebd. 1925. 
S. auch Ver-schhifi (Bd IX 229). ,Von andern Orten her 
hat man die Nachricht, daß die Mannschaft von Utznach 
hinweg gegen Krinauw gezogen mit Hobelspänen auf 
dem Hut statt der Feldzeichen ... sie welliud die Toggen- 
hurger kommen gehorsam machen.' 1712, Bericht aus 
Licbtensteig an Z. In Vergleichen. Typisch für etwas 
Leichtes. l)'s Schiffii hät's [in der Niihe des Hheinfalls] 
ii,iiie"g'worf'e" lo'e-n-e" Hobelspä". CStreiff 1909/10. 
We""-iiie" doch di unliebsame" Gidanke" au"'' eso ring 
chönnt ircgirüschc", leiß-men e" Wasch HobelspÖn vom 
Hobe/baiik uMwßgt, sagt ein Schreiner. SGfkller 1911. 
Von faden, wenig nahrhaften Eßwaren. D's Fleisch het- 
in schlecht 'tüechf irie Hobelspan. HZcllioer (B). Kr 
het [beim Essen des Brotes] nid nie Chust g'spilrt weder 
Eine'; wo Hobelspan chätschet. SGfeller 1911. Das 
f'ueret secil ah Hobelspl"'. GSa. Diir>' M&s «'"* Hobel- 
span, Abfertigung auf die Frage: was gil't's z' Mittag? 
Barnd. 1925. S. auch Bd VII 433 M. ( Hobelspan choche" ). 
In Reimen. Salemö", Holielspö", hat enFurs i" d'Hose" 
g'lö"; est chann-er'n nümme'- use"lö". KL. (ScnSt.); eine 
Var. s. unter Schrlner (Bd IX 1G25). Mini MUH, m. M.. 
m. M. geit, diid Midi, d. M., d. M. steit; mini Milli, m. M. 
macht fins Mi}l"\ dlni Milli, d. M. Hobelspan, neckt 
ein Kind das andere, indem es mit der einen Hand 
die Finger der andern Hand zahnradartig überein- 
ander legt. Baund. 1925 (BAarw.). Polka, l'olka tanken 
(Tarne", tanze" tuenj-i"'' gern iidt-em(nje" Sack voll 
Hobelspan, Tanzvers BLangn., Münch. Nachahmung 
eines Marsehtaktes: Se, Milsig ... machet de" ( e" lustige" 
Marsch ), iro-der am beste" cheiit. mit ''ein Hu-tä-tä i/o'/e/- 
spon! .JRei}>h. 1901. Im Volksbrauch: Früher gab man 
den Toten es Hämpfeli HobelspÖ" in den Sarg AATäg.; 
vgl. 2 b. — 2. uneig. a) (iebiick, das die Form von Hobel- 
spänen hat Bs; B; L(,bandartig geformtes und durchein- 
ander geschlungenes (iebiick aus Eierröbrliteig, die 
Rander gezackt'). ,Hobelsi)äne, ein dünnes und nied- 
liches Gebäck von Eyerweiß, Zucker und Mandeln, wie 
Hol)elspäne gestaltet.' Si-ren«. ,Hobelspähne. Rührt 
10 Lot Zucker mit dem Weißen von 4 Eyern, tut ü Lot 
Mehl dazu, dressiere es mit einem Löffel länglich auf 
gewichstes Blech und streiche es mit Eyergelb an.' 
B Kochb. 1830; entspr. schon ebd. 1750. 1796 (,Meer- 
weille oder H.'). .Hohelspähn zu machen. Nim Simmel- 
mehl und ein wenig Zucker, ein Ei, lauwe Milch, mache 
den Teig so dick wie der Eierküclilideig, dann ausgetrölt 
so dünn als möglich und geredlet, die Riiigli oder 
Blätzli aufgehenkt, biß selbige etwas drocken sind, und 
liernach auf die (lablen gewunden und im Anken ge- 
backen; ist gar herrlich gut.' 1785, BTh. — b) .Hobel- 
späne bildet zuweilen der schmelzende Inscblitt an 
Kerzen; sie litMlcuteii einen Todesfall; es sind die Ibdiel- 



späne des Sarges' Z; vgl. Sarg-Sp. In üed. 1 «ml 2 auch 
bei (ii-.WB.I\"2, 1590; Martin-Lienh.II 541 : Fischer III 170:1. 
Als iJil»Kji!:n PI. in rlas Patois von Charmnilh' iiml Develif r oiii- 
umlnm;;™ (KTappuh-t ini 7, 77). — - Hob e I -Spiinler m. : 
Scherzname für Schreiner. ,Die verschiedenen Freuden 
und Leiden, welche so ein angehender Holzkünstler ... 
durcbzuinacbeu bat, gehören keineswegs zu den An- 
nebndiclikeiten des Lebens und mancher alter Hobel- 
spänler weiß noch in späteren .labren zu erzählen, was er 
von seinem gestrengen Lehrmeister und den HH. Ge- 
sellen zu erdulden hatte.' B Volksztg IHitii. 

Reck-holder-: Fl., Späne aus Wachholderliolz, zur 
Desinfektion in Pestzeiten; s. Bd VI 802M. 

Hörn-: PL, wie nhd. Bs; Z und sonst. Als Düng- 
mittel für Blumenzucht; JJ'Begönie" händ Nit lieber a's 
Hornspän Bs. ,l)er [Rosen-]Käfer . . . kann . . . durch 
einen stinkenden Rauch von Hornspänen von Bäumchen, 
die man beschützen will, abgehalten werden. 'Gr Sammler 
1779. — V^'l. Gr. WB. IV '2. 18:^1 ; Fis.-h.T III 1824. 

Hosti-: PI., die beim Bereiten der Hostien abfallen- 
den Teile des Hostienteiges Now. — Eis. //r«rA;/e«/)ane« hei 
IWartin-Ijiunh. II 541. 

Hau"-: PI., Späne, die beim Ibdzhauen abfallen. 
,Zu verkaufen dürre Wedelen und ein (,)nantum Hau- 
späne bei NN.' Bai'ernst. 1904 (liOberönz). - Auch hei 
Fischer III 1292. 

Chie(n)-: Kienspan Aa; Hs; H; (i; Srn; Tu; / und 
sonst. Früher auch Beleui-btungsmittel. I" eile" Hfisere" 
het's Ml''' Cliienöfeli [Bd 1 112] g'ha": dö het öppije [!] 
der Größcatter Chienspän ... a"'zimdt, dö iscli-es schon 
hell n-orde" in der Stube" BsLie. (Tierarzt Meier). 
D's wrüejigg Liecht vom Chienspän. RvTavel 1910 (fürs 
XVIL). .Das [durch das Schmiitzölampeli] erzeugte 
Liebt war [in alten Küclien] ein großer Fortschritt 
gegenüber dem Chienspän.' Bärnh. 1911. — Vpl. Ur.WB. 
V685; Fischer IV :36:3. 

Cbäs-: meist PL, = Chäs-Fiscli (Bdl 1102, wo weitere 
Synn.) BAarw. (Bärnd. 1925), E. (auch St.); L (St.''), so 
E. (auch St.); Zg (St.*"). ,.Ie und .je wird den [Käse-] 
Laiben auch die charakteristische konvexe Formung 
des Randes neu erteilt mittelst Entkantens, Chässpän 
abhaw'e".' Barxh. 1925. ,Bei Sennen, die Einsicht in die 
Wirtschaft haben, d. i. die den Käs oben mit gleicher 
Schwere beladen und denselben mit einem Järh um- 
gürten, der für die Höhe des Käses passend ist, gibt's 
nie oder selten (;hässpäne.' St.''. — Bei Martin-Lienh.II 561 
.ahgebruckelte Käsestückrhen'. 

Chlär-; Späne, die beim Herstellen der eichenen 
Faßdauben abfallen; von den Küfern zum Läutern des 
Weines verwendet Z(Küferspr.). — Auch bei Fischer IV454. 
Liecht-; Holzspan als Beleucbtungsmittel L; vgl. 
i'hien-Sp. Der Ätti zündt e» Liechtspan a" LHorw. Si" 
d'Liechtspän a"fig z' Äsche" cho". so fällt de"" d's Schätzli 
i'geinen a". Deki.. (LE.). Beim Fischfang verwendet. 
1.5.39, Absch.; s. Ab-Chcri (Bd 111 44-2). - V^-l. Gr.WB.VI 
S91 ; Fischer IV 1227. Mohrfach bei Hebel. 

„Not-; ein von Steinen ahgeritzter Span, wie zB. 
wenn ein schwerer Klotz über Steine geführt wird 
BO." — Vgl. das uralte .Notfeuer', dvu-di Reibung erzeugtes 
Feuer. 

Panama cB-J: PL, Panamarinde, Corte.K Quillay»; 
zum Waschen dunkler Wollstoffe gebraucht ApK.; sonst 
aucli l'.-Holz. — Auch hei Holfert-Ahrens. 

Hör-: Abfall heim Bohren von Eisen. .Das zer- 
spnnigene Eisen. Bcibrsiiidin luid sonst vil Eisenallgang', 



237 



S|»aii, spcii, spiii. 



S|l|lll 



•238 



lipi der llerstelluiifi von (iewclireii. 17l)S,ll>, / (l'laii 
einer (lewehrfalirik). — Vjrl. Gi-.WB. II 221). 

Krasilie"- Aa; BGr. (Bäriul. lOO.S), lirasUc'- Z 
(KFisler 1015). BreMilie«- ZKiU-lib.. Bre'ni/e"- GFs; Tu, 
Bm(7(' /;e«- BoAa. (Biinid. 19:25) ; GSa.; i-icuSclil.; SciiwE. ; 
Tu, soMü. : =Fnrb-,Sp.; vgl. Bresi/en- Höh (lk\ II r257), 
Bi-exilfien), BrisiU( en) (Brt V 7S9. 79H). .Zum Scliwarz- 
farlien, dli. Wieilerautfarlien vdii Stuften verwendet" Si'h 
Srlil. .[Den Winterkleidern wurde] durcli Ilerlieizieliun" 
von snsr. Brisillenspiinen eine blaue ... Färbung gegelien." 
WMaxz 19I;1. .^lan tarlites[das Baumwolltrarn] mittelst 
einer Lauge aus Erlenrinde, deren Braun man mittelst 
Zusatzes von Bra!<ilie"späiien oder Side"sp<iiien (Fernam- 
buk) dem Hot näliert.' Bärnd. 190H. Insbes. zum Färben 
der Ostereier BoAa.; GFs; Schw; Th; Z. .Bresille"- 
spön für Eier und fürJepe".^ Bärnd. 1925. ..4ut'die Oster- 
tage färbte man Eier mit Zwiebelbäuten . . . Bresilien- 
spänen usw.' GBinoer 1922 (Z). ,[Am Karfreitag] und 
am Karsamstag wurden Ostereier in Brisille"s])o" und 
andern Ingredienzen gesotten, mit grünen Kräutern um- 
wunden und mit Sclieidwasser allerlei Sprüclilein, Wid- 
mungen, verseblungene Herzen lulgl. ges( brieben oder 
gemalt.' AfV. (Th): s. auch Tu Sonntagsbl. I.S97, 318. 
l)'31iietter lieizt im Chöitstli l", stellt d' Pfannen ab und 
seit littet dn" Brisille"spoHli rot und blä und (läßt es par 
Mali Wasser dra" : denn chöninie"d d'Eier . . . ESchönenb. 
,Für Prisilspön 2 p.' ZuuERsTgb. 1079. — Auch lici Maitin- 
Lienh. 11.541: Fischer I 1424. 

l'resent-: PI., = dem Vor. aScHw (Kyd); Ndw (It 
Matthys ,Späne zum Blaufärben'). Üi brückt d's Eier- 
gekl . . . für l'resäntspän and AIät und AVs, tvas si brücht, 
wenn-si für [d' JGbfe" das Wutti" will im Hafe" färbe". 
KvD. — Das formale A'crliältnis ziun Vor. ist unklar. 

,Rigger-Si)önli' s. Ritter- Sporn. 

Side"- s. Brasilien-Sp. — Der Naiiic ilahcr, weil Jas 
Brasilienholz auc^h zum Färben von Seide verwendet wurd(\ 

Sag-, Sd(i-: l'l., Sägespäne AaF. und It H.: Ap; Bs; 
BoAa., E. ; Gl: (i; SchwE. ;Th; Z und sonst: vielfacb 
neben dem Syn. Sag-Mehr (Bd IV 222). (ranfi afd'iSaf/e" 
und hol Saijspdii.' Si'hwE. Sägespäne dienen ua. zum 
Ausstopfen von Nadel-, Fensterkissen, von l'uppen udgl., 
zum Füllen von Spucknäpfen, auf Fußboden gestreut 
gegen Nässe, auch als Streu fürs Vieh, als Brennstott' 
beim Käuchern von Fleisch, 's Ditti het e" Loch, 's kernen 
alli Sägspän äse" Bs. Tue-mer d's Speumaeltli früsch 
mit Sägspön fülle" B. ,An den Saum des Saatfeldes [im 
Spätherbst] gestreute Sagspon halten die Schnecken ab." 
Bärnd. 1925. Statt Spreu streut man etwa Sägesiiänc 
nachts auf den Weg zum Hause eines Mädchens, das 
einen ,Kilter- hat (ebd.), oder einer übelberüchtigten 
Frauensperson (gelegentlich bis zum Haus ihres Lieb- 
habers) ZStadel. y^cr ITi/» WC"-. SVVc/(c/i [ein geiziger Fuhr- 
mann] liet allie" sv'ein l'iggcrli niimc" Sagspän s:' fresse" 
g'gr" BE. Im Vergleich. I'roche" n-ie Sagspo», zB. von 
gesottenen Würsten ZS. Der 'I'räst, iro use"chu" ist [aus 
einer Kelter] ist so troche" g'sl" n-ie Sitgspä". GStreiff 
1904. [Kranker, der sein l'feifchen raucht:] Ks ist mir 
eine"u-eg. irie irenn-i''' tiagspö" rauke" iriir<l. .-VHikoenb. 
1914. RA. Hast Sagspä" im Hirni? bist du dumm! G. 
S. noch BdVI82M. ,"2 marcli .IKTünz, als er Küegg 
Zwiffel mit 8agsi)änen geworft'en hatt.' ISiiO, Z RB. ,('tt 
die Stuben zun pfy Stern: by l(lpfdbuosnitmitsags))ännen 
baclien.' 1541, B UM. .Sagniäl, sagspän, gestüpp vom 
sagen oder boren, lanugo. sco])s. limatura." Fris.: Mai..; 
s. TUich Fieleteii (Bd I 779). .1 liutt'en sagspän uff der 



(dienen winde.- 1571, / ln\. .Zletst wirft er im [ein 
Narr dem andern] sagsiiän ins mul.' RCvs. 159:-5. ,.\nn 
der KselgalS zur Tu<ichsidier hat es ein gfarlichs Ilurd- 
kemmi, und ligend Sackspön darby, die fürs halber gar 
gfarlich sind.' 1(;I5, Z. ,ITIi Zuber, Müllersknecht... 
sagt, dalS, als er [mit 2 Sidmen des Müllers und einem 
Mitknecht] gangen ein Karreten Sackspöhn ze fassen ... 
habe N. [der Mitknecht] und die Sohn niiteinanderen ein 
Muot ghan. glachet. und der .\. sei. habe ein oder zwoo 
Handvoll Sacksjwhn utt' den einten Sohn abhin ge- 
w^orffen.' IWil, Z. .Die Sägspäne taugen sonderlich auf 
nasse Flecke, wächst gern Klee darnach.' EKönii; 170(1. 
,Drei Sack Sagspän 15 tl.' 1791, Z Haush. S. noch um- 
sc/«(»eji (Bd VIII 1552). In derVolksmedizin. ,Wan ein 
Kuben [!] kalberet hat und gewältig trükt und nit ver- 
suberen will, so hau ein haslenen Stacken ... versag den 
Stücken, nim di Sagspön und Salz undirinandei-en zu 
lacken.' I7(>5, ZZum. .\rzneib. Vgl. sachlich auch AfV. I 
122; III \m. — Vtrl. Gr.WB. VIII IfiGl ; Martin-Lienh.Iir,41. 
Zur Unideutung in ,Kaek-Sp.' ist darauf lunziuveisen, daß Sa;/- 
i]i. und Sali-^-ip. in der Ausspr. vielfach zstalli-n uml daß Sägespäne 
häufig- in Säcke udgl. gefüllt werden (s. zK. Bd IV 1708 M. und 
oben den Beleg von I7!ll). Vgl. /•7u;/-,s>. 

Sarg-, Sareh-: Späne, die bei der Herstellung eines 
Sarges abfallen. .[Man verbrachte früher die] nicht dem 
Toten unter das Haupt gelegten Sarrjspiii in einen Hag, 
damit nichts von der nächsten Umgebung des Toten ins 
Feuer gelange.' Bärnu. 1911. ,Die Sarchspdn sollte man 
nicht verbrennen; man trug sie in den AVald oder in 
einen Graben.' ebd. 190H. — Vgl. Gr. WB. VIII 179!». 

Schungge" J'schiingge"-: PI., dünne Abschnitte 
von Schinken Gr. Am lieh.stc" irär-tner Jets grad e" 
Halbi Wl". Bröd und e" ri'xhti l'tn-tiö" Tschungge"spö". 
— Sclieite"-: = Scheiten Ja (Bd VHI 1502) GRValz. 
( fsch.). — Schit(er)-: PL, Abfälle beim Holzscheiten 
.\i'Lb. - B«-schlag-: Abfälle beim Behauen von Holz; 
Syn.B.-Scheitlen (Bd VIII 150(i). ,Ein Haufen schöner 
dürrer Beschlagsjiäne.' oO. (FStaub). 

Stahel-. Stäl-: PL, wie nhd., Abfall beim Ib.beln 
von Stahl, zum Reinigen von Parkettboden verwendet; 
heutzutage zu diesem Zweck fabrikmäliig hergestellt: 
\g\. Spanien. In der Schlosserspr. auch für die Alilallr 
beim Feilen von Stahl. - Vgl. Or. WB. X2, .5s:i. 

Stecke"-: PL, wasbeim Herstellen von Rebstecken, 
auch beim .Nachspitzen' derselben (vgl. St.-Spitz) ab- 
fällt; als Brennholz verwendet SchR.; vgl. zur Sache 
BdVIII()70M. — Ag-stein-: PI.. Späne von ..\gstein' 
(s.d.), zur Pulverfabrikation verwendet; vgl. Ztschr. f. 
Naturwissenscb.27(1925),S.-.\.S.29f. .('laus Lepart von 
Spir umb salpeter und umb agsteinspen 12:-i Ib. 18 ^.' 1383, 
BStUechn.IS!)(),2(i2: ähnlich ebii.2(i5. - Taba k-; llolz- 
siianzum Anzündender Pfeife. ,| Ein l{auclier]der mittels 
des Toliakspa ns Toliak a"ziehd oder u"steckd.' Barxu. 
1908. — Da gen-: Degenscheide; s. .S>«« 2// (Schw LB.). 

Driijer-: PI., Abfall bei der. Vrlieit des Drechslers; s. 
Spinnlen. — Weid-: = Alp-Sj)., hölzerne rrkunde in 
Form eines 2- 3 Fuli langen, etwa 5 cm dicken, vier- 
eckigen Holzstabes, dessen Seiten durch (,tuereinschnitte 
in Rechtecke eingeteilt sind; daraufist neben dem Haus- 
zeichen oder den Initialen in , Bauernzahlen' die An- 
zahl der .\l])rechle Jedes Teilers eingeschnitten GkA. 
(CSchriUler 1895, 1(17,8); vgl. auch FGStebler, AW.38;9; 
AfV. 11, 199 ff'., überall mit Abbildungen. Weitere Syun. 
sind Alp-Chnebel (W), Birg-Beilen (oO., vgl. Beilen Ib 
BdIV 11(13). Iiritsehen3b{m\ Kril). ,l//)-,SV//«(Bd VIII 



Span, siicii. Spill, spnn, s]nni 



240 



1513), Teßlen.- Ab-zieli-: Tl., AbtUlHieim ,Alizielii'u' 
der durch Spalten oderP^'äscn horgestellten Rebstecken 
mit dem Srlmv'-Messtr (Bd IV 403) SchR. 

Zimmer-: wie nbd. B(Zyro);GL; Nuw. ,Die /inimcr- 
spähne gehören Dem, der baut.' ZElgg Holzordn. 1787 
(KHauser 1805); vgl. zur Sache Sp. 229/30. — Auch bei 
Martiii-Lifiiih.II ö41. 

Zimmet-: Zimmtrinde. .Zimmetspän 1 Lot', in einem 
Heil trank. Z Aul. 1751. — Züri '■■''- »S'^jri^n/f: ein wälirend 
der Hrntkartenzeit (1917/i!)) von einem Ziirclier Kondi- 
tor erfundenes wie Holzspii.ne anzusehendes (iebäck aus 
Kartoffeln und Butter ZStdt. 

ü»-spä" (i'fipei (nas.) n., Dim. (t'xpc^H ApK. (T.), 
G'spi:^ (nas.) WTörbel, Vt. : (in ApK. ,gewölinlicli', in W 
nur) PL, ,die Späne heim Ausstocken der Bäume' ApK. 
(T.), Hobelspäne W. — Auch bei Fischer III 533 (.Gespan' ii.). 

Hobel f-olj-: PL, Hobelspäne WVt. 

ab-spänele" s. ab-späneii i. 

spiine" UwE.; U, -<=- GrIV., Seh., Valz., -o- Gnlg., 
\'alz. ; ZLunn., Ptc. (j'speml ÜRA'alz. 1 . a) Späne (zum An- 
feuern) maelien Nnw (Matthys); U, dazu Span-SchH, 
Scheit, von dem man Späne sclineidet (IT). — b) Bretter 
liehauen, ilire Kanten mit dem Beil glätten ÜRPr., Seh., 
Valz. Bist am Spine"'^ Hest rfas Brät (fsperulY — 
2. a) „Späne zslesen" (und wegtragen) Ndw; UwE.; 
ZLunn. — b) uneig.. die Überbleibsel einer Mahlzeit 
verzehren ZljUiin. — Nur tw. übereiustiiiuneiiil, sonst in 
fiuclern Bedd. bei (4r. WB. XI. 1S73: Martin-Lienh. II 541; 
Fisc-lier V 1741/2. 

ab - : 1. a) ,Späne vom Balken hauen' Nnw (Matthys).— 
b) = apänen. 1 b GnTg., Valz. Es Brut a. — 2. (in AeStein- 
leuten b/Gais -apnnele^') spez., beim Fällen eines Baumes 
die über den Boden emporragenden Wurzeläste durch 
senk- und wagrechte Axthiebe entfernen, nachdem zu- 
vor mit der Säge ein tiefer Einschnitt senkreclit zu den 
Wurzelästen gefiilirt worden ist ApGais (Forstspr.). 
XgX.spiiMen (Sp. 111). — Amiers bei Martiu-Lieiih. II 541. 

ver-: 1. H(dz zu Spänen schneiden UwE. - 2. die 
Fugen zwischen FaBdauiien, Brettern uä. durch Holz- 
späne verschlielSen Bs; ScmSt. ; Z. Es Faß (Z), e(n) 
Stiihchode" (Bs; Z), ein leckes Schilf (ScnSt.) v. ,12 ß 
verzart ineister Jacob, do er die stuben verspant.' 1480. 
AaB. Rechn. ,L)as grolSFalJ zuverspönen.' 1657,ZSeckeI- 
amtsrechn. ,l)ev Boden ist nötig zu verspanen.' 1760, Z; 
ebso 1791. - Vgl. Gr.WB. XII 1 , 1 366 (in Bed. 1 und 2) ; Fischer 
II 1342 (auch in Bed. 2). — Ver-spänung: entspr. «6- 
spänen 2. .Ausgrabung und Verspänung der Wurzel- 
stöcken' (Titel). Z Forstordn. 1807. 

g°-spänet GLMühL; UScli., -p- B(t.: spanähnlich; 
Syn. spditir/. a) .Der mit den Händen abgestreifte (i/'n-t- 
letj, selir grobe und wie Sjiäne ausseliende (ffspi'net) 
Bast.' Barni). 1911. — b) faserig und trocken, von Fleisch, 
das entweder von alten Tieren stammt oder zu lange 
.gekoclit wurde USch., zäb, von Rüben udgl. GlMüIiL — 
Abi. von Spün (S/jän). 

Späni: = t:!pän 4 SchwE. (Zg Ausstellg 1839), 
Steinen. — Als FN. (s. auch die Anm. zu Span). XIV./XVII., L 
(Leu Lex. : ,Heinr. Späni', t 1386 bei Sc'nipach ; ,Heinr. Speny." 
1656, Hochd.) : SchwArth, E., Ib. : dazu ,Späni-Hof Sehwliiner- 
thal. Ohne Uml.: ,Spahni' B. 

spänig Bs; B, so oAa., E.; Ndw, -e-BsL., -ö-BoAa., 
S-, (ß-spänig Ndw; ZS. (-ö"-): 1. , viele Späne ergebend' 
BsL. (Seiler); Ndw (Mattliys). — 2. = ije-späneth, wie 
Späne aussehend oder sich anfühlend, grobfaserig, 
trocken, zäh, von Fleisch, Gemüsen (zB. Bohnen, Rüben), 



lirot Bs; B, so oAa. (Bäi-nd. 1925), E. (SGfeller 1911), S.; 
Xdw ; ZS. ,Der Rühköhli sei spänig und liölzig.' Alpenh. 
1871 (B). Eine Rübe wird nach Neujahr hölzig, spdnig. 
Baknd. 1925. ,[I)as Fleisch einer alten Kuh] sieht recht 
sipmdg (spänig, grolifaserigi aus.' ebd. Nnt treder es 
Uotze» g'scli ii-ellt Hfrdöpfd nn'' es spdiiigs /Ciröip/'iüiderli 
ist im Vorrat g'si", in einer dürftigen Haushaltung. 
SGfkller 1911. 

sjiänle" spd'^n(d )le": Parkettböden niitStali]s)iäiH'n 
aufreilien ZStdt udE. (modern). — In andrer Bi'd. hei (ir. 
WB. XI, 1873; Schni." II 669; Fischer V 1473. 

\er-spdHlcn AaZ., -spönd/e" ZÜ. (Messikommer); 
Holz zu Spänen zerschneiden. JJe" Marge» am Vieri hat 
de'' ühnecht 's Für wg' macht under ''em Tolle"chessi. Er 
hat ... e» par guet 'der>'ti (lhie"höhU a"'zändt, dünn e" 
par Schitli verspöndlet und chräzu-is dräberi"e'' gleit. 
Messikommer 1910. 

Grue"- SchR., sonst Grüe(n)-S|iä(n) Ap (in K. 
Grö^-, nas.); GftSch.; Nnw; Z, -Spot n) Ap. (H.); Bs; Sch 
(-0^), so R., Schi. (Grn-). St.; SStdt; Th (-0^); ZU.. 
- Spang LE.; Ndw, in der ä. Spr. einmal ,-8j)at' (s. u.) — 
m.: 1. = iSjiait-Gräen (Bd II 753). Gib arltt. 's hat Gr. 
dra" ! zB. an einem Eßgerät Th. 1)u muest de" s0b 
Löffel nid im Öpfeliniies inne" lü". snß gi''t's Gr. SchR. 
De'' Grd"spö" luit bi detie" [ausgegralienen Silliermünzen] 
nid eso a"g'ltabe", bloß bi deiie", wo-nie" giiet g'sehe" liäl. 
da^^'s Ghupfer oder Erz g'sl" ist. SPletscker 1903. Im 
Vergleich: Uss'eche" trie Gr., von grünlicher, schlechter 
Gesichtsfarbe ApK. Gr. .'ipeuze" 1) s. v. a. Gift speien; 
Syn. Gift spriUzen. /<"'' hi" a'se oertaubet. <'«..'>'»-?'''' hett 
chön^en Gr. speuze"! Ap (JHartmann). — 2) scherzh. 
vom Blasen der Blechmusik. Soldatexspr. ; vgl. ebd. Gr.- 
Spacker, Spottn. derMusikanten (.VfV. 19, 254). B'Musi- 
kante" hend [beim Einzug ins Kantonnement] a"g' fange" 
Grilspän [!] speuze". Anz. vom Aliisteiii 191« (Ap). In 
Rezepten. .Für 2 Pfenige Grünspan', in die , Waldsalbe' 
gegen , Brand'. M. XIX., AkV. (GMs). ,Vor die Vigwarzen. 
Baumöhl, 4 Lot Grünspan ...' A. XIX., HZahler 1898. 
, Grünspan', zu einer Salbe für die Hufe, ,dals ein Pferd 
auf einer weiten Räise nit erlige.' EKönio 170(5. ,6 Eyer- 
schalen vidi (irünspat [!]', zu Umschlägen gegen den 
, faulen Schaden'. Arzxeib. XVU./XVUI. — 2. uneig., 
Person mit bleichei', fast grünlicher Gesichtsfarbe Z. — 
Spätmhd. ijr'üerujian, -ipat, nach nilat. viride Hispan(ic)uni : vgl. 
Weig-.' 775 : Schm.'- 1 1003 ; Martin-Lienh. II 541 : Fischer III 
803. Die Fiiriii -.s'yitiii;/ wohl unter dem Einfiuß des daneben 
stehenden SiniH-firueii{ i). 

Spann I m.: 1. a) Spannung: in der Zss. .Seiten-Sp.' 
(s. d.). — b) konkr. a) der unterste, auf der Mauer 
ruhende Balken eines Hauses, Stalles BLenk (.IHuuz. 
1913); Syn. 4/(-, Gespann, ( An- jSpanner, Spanning. 
ferner Mür-Federenl (Bd 1 678), -Latten 1 (Bd HI 1488); 
vgl. auch Spann-Baum (Bd IV 1246), -Ring 2 (Bd VI 
1097). — ß) in der Fischerei, wolil für ein bestimmtes 
Seil am Zugnetz; s. Bd VII 743 o. (dazu; .Ein Spann soll 
halten 30 Klftr und nit mehr.' 1512, SchwE. Arch.) und 
vgl. etwa Spann-Seil (ebd. 755). — y) (PL ,spene') 
= Spann-Äderen (Bd I 88). 1449, Bs Rq.; s. BÖren-Bruch 
(Bd V 375/6). — 2. unsinnlicli, (Preis-)Unterschied, LTn- 
einigkeit, Streit uä. ; s. Spann LH. 

Au.di sunst mhd.; vgl. Gr.WB. XI, lSSH/91; CbSchmidt 
lüOl, 331 (Gebälk zu einem Hause), zum Lautlichen (bes. für 
die folg. Zssen) Jinim (Bd IV 1270 ff.); .■^inn 1 (Bd VII 104Sff.) 
mit Anmni. Bei la und Iby steht das Geschlecht nicht fest. 
Als Kjmnii m.. 8|iannung, ins Rät. entlehnt (Carigiet 321). In 



241 



Kpaii. sppii, spiii, s|i<iii, sjiiiii 



24l2 



NnniiMi (aut'li auf Spanii II uiul ///. snwio ypntini'tt In^zii'liliai). 
, Spannagel', KN.; , Heini zem Brunnen, IVtäi-litilil Spannatrlin, 
sin dich wip, bürgere ze Baden.' 14:14, AaB. Urk. : s. auch Bii IV 
690 0. Dazu , Spannagelsberg', Naiuci eines Hofes, in der üe- 
meinde AaGebenstorf: ,Hans Om ab Sp.' 1490, AaB. Urk.; ,dis 
sind die dörfer und hfif, so das brnggkiirn gebend : . . . Sp., des 
Minzlers berg, Körnlisberg[usw.].' um 1.544, AaB. StR. Flurnn. 
,Spann-Egg', Alp GlFilzb. (anr-h It Steinm. 1 802 : dazu ,Sp.-See'). 
, -Acker' ThMamm. ,-Örler' ZNGl. (,Aeker im Sp.' Z Anifsbl. 
1883). ,-Örter'; s. Bd 1488. ,-Holz' SMelt. (,Span-'): 15.51. 
ZDickbuch (heufe .Spar-'), ,-Hölzli' AaHerni. ,-Matt' UHosp. 
, -Nagel' (vgl. 0.) AaEffingen, ümiken (, Spannagel wird genennt 
die gäbeste Stras auf dem Bözbcrg, worüber alle Lastwägen 
mit erstaunlieber Müh und Gefahr durchfahren müssen.' Leu 
Lex.). ,-Rain' .\aAmm. ; vgl. die .\nm. Sp. 245. ,-Weid' s. Weiil. 
, -Wiesen' GWl. 

A " - , in Bed. 2b, lYim.-Span(d)ll I<"Ss., -SpeSndli F.J. : 
1. (f.) Anspannen (eines Zugtieres). ,[Im November] soll 
man die Stuten, von denen man Mutmaßung hat, daß sie 
trächtig, zufriedenlassen und nielitmehr zurAusp. ge- 
brauchen.' EKöxiG ITOCi. - 2. a) =dem V(ir. 1 b « UErstf.: 
vgl. Än-spann-Bautn (Bd IV 124(i). - b) Dim., Vnr- 
deichsel FSs., Wage auf der Deichsel FJ. ; Syn. An- 
späniiVtiUf. — Zu a»-«y>a»Hp;i; vgl. (ir. WB. I 464, ferner (in 
Bed. 1 oä.) Sehm.Mlfi72 (auch f.): Fischer I 202, zu 2b auch 
Et"((i')iipttnnel bei Martin-Lienh. II 542. 

IJ a-Spaiimt GnCast., Schs, -Spä AiFri., Leugg., 
Oberh., Zeihen : a) das Ausspannen (derZugtiere). Uneig. 
£'» Aiisf:p. ne", eine Rast halten GiiCast. (Tsch.). ,Xach- 
dem wir nun dissen Berg mit Müej' erstigen, tatend wir 
in einer schlechten Herberg einen U.' 1G08, Z Gesandt- 
schaftsreise. , Seine [des Gemsjägers] Wirtshäuser sind 
die Sennten, in denen er ... seinen Ausspan oder Nacht- 
herberg nimmet, auf bloßer Erde oder . . . auf dem Heu 
schlaffende.' .TJScHErcHZEK 170G/8. E" churzi Zu wert 
d'xlaid Weld iri'i<e" : hahl ««'■'' ''«»i I"spanne" chund der 
U. ScHwzD. (GrScIis). Insbes. Arbeitsrast, so beim Mähen 
AAFri.. Leugg., Oberh., Zeihen. — b) Ort, wo (gew.) aus- 
gespannt wird, Rastort. ,I)a wir [die Gesandten der 4 
Städte] daselbsten . . . empfangen und in das Schloß 
llötelen zum Nachtleger, morndes dadannen wyter fort 
von einem U. zum andern gefuert, allenthalben costfrei 
gehalten . . . worden.' 1()12, Z. ,Ist eben die rechte Zeit, 
daß wir umm den Mittag zu einem gelegenen Aussp. 
gelangen mögen.' JGGotth. lOS'J. S. noch Zue-Cher 
(Bd TH 434). — Zu fu-npannen: vgl. Gr.WB. I 975 : Schm.Ml 
673; Martin-Lienh. II 542; Fischer I 521/2. 

Vor- Aa, so f. .und It H. (Span); Bs; B (Zyro); Gr 
Seh.; SchR. (Spa); ThHw. (Spä), Für- 1 ArK. {Spä, 
nas.); Bs (Spreng): 1. wie nhd. mit Bez. auf Zugtiere, 
wohl allg. : Syn. Vor-de-spann, auch Für-Leiti (Bd HI 
14(l.'>) : vgl. V'.-Koß BG. (Bärnd. 191 1). LV hat de» Grahen 
üf mü.es'<e" V. ha": der N. hät-im V. 'Ijröcht SciiR. 7^'' ha" 
niüeße" V. iii'"'. '.« Fueder irdr z'schirär (/'sv" de" Räi" 
fif för tuV'n \'eh el'üi" \kV. E" V. ne", scherzh. ,Eins 
auf den Zahn nehmen vordem Aufstieg auf den Berg" 
AABr. Wdnd-er nw'' e" V. ni'"' [vor der Heimkehr] V 
fragt man gelegentlich einen Bötzberger. — 2. vor- 
schießender Teil an der Stallfront GuSch. Syn. For- 
Schopf,Schulz, ÜherSchut;(lh\\in 1074. 1717. 17()7;S). 
Der F. ist etwa 1,50 bis 1,80 m breit und ruht auf 4 vor- 
ragenden Blockbalken (Ausspanner), die von hölzernen 
Säulen getragen werden; vgl. .Tllunz. 100."), 170. — Zu 
var-,ßir-Kpnnnen; vgl. Gr.WB. IV I.K29: Martin-I.ienb. II 542; 
Fischer II 1G74. 

Rigel-,,i)/jaHn". St., -Span (in, so D., Nuf. und It 
Tsch., Spä. oO. (FStaub), in der ä. Spr. auch ii. : ,. i-'acb- 

SchweU. Idiotikon X. 



werk, (ieripp von liehaueneu Balken, deren Zwischen- 
räume mit Backsteinen und Mörtel ausgemauert sind"; 
Syn. R.-de-spann; vgl. Spann-liiyel {IM VI 752), ferner 
spannen 2(i. ,[Die Häuser in GrAv.] sind von Holz 
oder von hölzernem Fachwerk mit Mauer dazwischen 
(was man in Bünden Riegelspann nennt) aufgebaut.' Gr 
Sammler 1H12. ,I)as Dörfchen [ZFit.] hat IHmeist ältere 
(iebäude von Iliegelspau (Fachwerk, dessen Füllungen 
mit Mörtel ausgemauert sind).' HSouinz 1847. S. noch 
rer-Jilenden (Bd V 10!)). ,31 Ib. U. zimberman von den 
schregtilinen und die underen Stegen und riggens]iann [!] 
zuo machen unden im hus.' 1577, AaB. Baumeisterrechn. 
,24 Ib. S. zimberman von dem r.-span uff dem rathus ... 
zuo maclien.' 1585, ebd. .Vogt K. giiit zuo bscheid, es 
sye vorhin ein hölzine wand von laden gsin . . . deshalb 
|s. das Vorhergehende Bd VI 1004 o.] jetzt ein mur und 
r. darfür machen lassen.' 1595, Z. ,I)ie Silberstrecke be- 
treffend, so manglend dahin auff' das wenigist 3 oder 4 
Fnderzüg, wylen sich das R.-span in der Mite gesenkt.' 
l(;7:-i, ebd. ,N.s Haus, so . . . mit R.-span aufgeführet ist.' 
1715, ebd. — Das Nentr. wohl ilur.h Einfluß .les syn. ll.-<le- 
spann: vgl. das Folg. 

Ring-.S'^)r7 m. AAFri., It Hürl)in ii.: Vorrichtung an 
einem Leiterwagen (ohne Schn-iniie"; s. Bd l.\ 1972, Bed. 
3b), bestehend aus einem, nach einer Angabe gew. zwei 
an An- IjHHiiirid durch Ringe befestigten Kettenpaaren, 
die luild fester, bald loser um den , Bauch' des Wagens, 
dh. um die Mitte der beiden Leiterbäume gespannt 
werden Aa, so I'ri. und It Rochh. — Das Neutr. viell. als 
Hinii-il'^l>(ntn verstanden. 

Seiten-: Spannung einer Saite. .[Bei der Kreuzi- 
gung] wart gezogen er so gar, das gar allü sinü lider 
US den glaichen kament ... und och sin adran daran 
[ge-]strakt als ain saiten span.' Werxher ML. 

Für-Spann II ,-S))an' n.: Spange, die das Ge- 
wand vorne zshält. ,Decem et octo monilia, que vulgo 
viurspan appellantur.' 1294, B (JEKopp). ,Ouch hat der 
liebe gemahel min mich mit dem fürspane sin und ander 
riche[r] gäbe gemahelt.' \VvRnEiNAr. ,Monile, murenula. 
lunula, fürsiian.' Voc. opt. .I>ie 5. jungfrowe die bringet 
ir [Esther] ein fürspan, das heißet monile.' UwSa. Predigt 
XIV. ,I)ie selben Schwester sacli sy ... das sy als er- 
lüchtet und geziert was ze dem herzen, als sy ain 
wunnekliches fürspan vor ir het.' EStagel. S. noch Bd VII 
662 U. — Auch sonst mbd.: vgl. Gr. WB. IV I. «28; Scherz- 
Oherlin 455. 1917; Schm.' 11674; Fischer II 1875. ferner 
MHeyne HA. II :ni. :!:i2. 344/5. sowie vor-, /ür-nfMnneH. 

(i«- spann I .Aa; H; 'I'h; F; Z und (als jüngere l'orm) 
weiterbin, -spnit Aa (II.); BE. (Bärnd. 1904), Sa., Si., -spä 
BSi. (in StSteph.-ö); SciiHa.; Schw; Z«; Z, so O.. -spä 
GnObS. (B.), Ge-spän(n) (1634, Bs Zeugliausinv.) n., 
in Bed. IbjJ einmal (14.S6, Z RB.. neben n.). in Bed. 3b y 
in Schw; Zii m. 1. a) eig. c«) Besjjannung. ..Allerband 
Seiler zum (iespän der großen Stucken." 1('>34, Bs Zeug- 
liausinv. fi) wie nlid. Gespann Aa; B; Tu; 11; Z und 
weiterliin,dochnichtvolkst.:Syn. fre-ZcfV /(Bdlll 1490); 
Meinri 1 (Hd IV29S). Immer mk-her chunt das (f.. ein 
Eselfubrwerk. SHXMJiKiii.i-Marti 1913. .Große Fuhr- 
werke mit ihrem (i-e.' .\a (iem. .Einem ganzen Rod- 
wagner, db. einem Fuhrmann, der ein ganzes (i. besitzt 
... ist erlaubt, zwei Fuder Heu außer der Herrschaft zu 
kaufen.' .IKioNi 1921. - b) uneig. a) scherzh. oder ver- 
ächtlich von einem llochzeits-, Ehei)aar Schw; Zu; vgl. 
Eir-G. .Ein (r. oder ein J'är/i' Zo. Ich und dti gnlti^d 
grad es ord/i'^i's (i. Siüiw Hausrathrief. — ß) beim Karten- 

16 



243 



S|)an, s|ioii, spin, span, spnn 



244 



spiel träniiie". Folge von 2 Karton dleiclien liaiiges 
(zB. 2 .Kaiser', .I'anner', ,()lier', ,1'nter' usw.) 8enw; vgl. 
SV. 1927. 111. S. liurh (Bil IV 929). ,Zum g. machen', 
Bezeichniing eines Kartens])iels. ,Ks habe sich be- 
geben, daz er [Kläger J.], S. und ander ... mit einandern 
kartet und zum gsjian gemacht haben, welicher den 
größten gspan hett, der neme och den grösten, desglich 
welicher den kleinsten hett, der neme och den kleinsten 
gspan. So wurde och vor . . . beredt, wenn nit mer dann 
ein gspan were, so mochte der, so den hette, wol beide 
gspan, den größten und den kleinsten, nemen, und ob 
loch daz gspan zwen küng were. Demnach begehe sich, 
daz er [J.] zwei für ein gspan dar legte und den kleinsten 
gsjian neme, und als das spil usgekartet were und iro 
keiner kein gspan darglegt hette, spräche er . . . so ir 
keiner kein gspan ilar gelegt, so hette er daz gröst gspan 
och gewannen, daz er och nemen weit. Antwurte S., das 
größt gsjjan were erwert, und als vor beret, daz ein 
gspan, wenn nit mer were, beide gespan gewunne, ver- 
meinte er [J.] wie vor den gewunnen haben.' 148G, Z RB. ; 
in der Gegenklage: ,Das ... ein ietlicher ein fünfter in 
das gröst gspan und ein in das minst gspan sazte . . . 
Begebe sich, das J. zwo süwen hette und ein andrer zwei 
sechse.' S. noch unter spannen 4. — c) in weiterm S., 
Trupp, Gruppe von (zsgehörigen) Leuten. Es ganzes G. 
iJo" vertlaufene" Schalletnrerehere" ahfasse". B Hink. Bot 
1861. Insbes. Vereinigung, Kameradschaftjunger Leute; 
die Burschen wie auch die Mädchen des Ortes teilten 
sich nach Alter, GemUtsanlage, etwa auch Verwandt- 
schaft in .(bespanne' von 4 — 8 Gliedern; diese hielten 
während des Winters mehrmals in der Woche abend- 
liche Zskünfte. zu denen die Mädchen ihre Spinnräder 
mitbrachten, ptlegten namentlicli sonntägliche Gesellig- 
keit, wozu die Verabredungen in der Singschule, bei der 
Linde oder auf dem Kirchweg getrott'en wurden, und 
teilten übh. Freud und Leid miteinander ZSth.f. - 
2. = King-Spann Kk (H.); ScnHa. (Neukomm). ,Dem 
Schmid zahlt, so er am Steinwagen :> Band umzogen, 
1 Gspan angeschlagen, 83 Spitz gemachet.' 1G81, AaB. 
llechn. — 3. von Holzkonstruktionen, a) (zu vorüber- 
gehendem Gebrauch errichteter) Lattenzaun, ,Zaun, der 
aus Holzsäulen ( Sliul ) in Abstünden von ein ]iaar Metern 
mit wagrecht durchgezogenen Latten besteht' tiuObS. 
(B.); Syn. S2JanH-Hag (Bd H 1072): \gl. spannen 2f'. 
Spannt. ,iJs G. und Straiiribel werden aufgestellt, 
um die Vorbeigehenden vom Betreten eines Grund- 
stückes abzuhalten.' oO. (FStaub). — b) an (iebäuden: 
\g\. spannen :ig. ,Er sol ... uns ein Stuben usgemacht 
gen . . . und die fuoßtile legen uiul die estrichtile unden 
in dem hus durch enweg und 3 Stegen und binden us- 
hin zuo einer ptisterig ouch ein gespan und den gang 
ZUG derprophet.' 1474, WMeiiz 191 .'3, 197 (Verdingbrief 
mit ,meister M. dem zimberman'). ,N. holz zuo einem ge- 
span uf sin sumerhüsli.' 1.559, B HM. Insbes. a) = Ge- 
schirelJ (Bd IX 1819) BSa., Si. (auch ImOb.); vgl. Spann 
IhoL, Anspann 2a, ferner G.-Träin. — '}) über Wohn- 
teil und Scheuerxverk zugleich sich erstreckende, den 
Dachstuhl tragende dritte Balkenlage eines Ständer- 
baus BE.: Syn. Üpann-Boden; vgl. Bärnd. 1904, 190, so- 
wie Brls-Hulz (Bd II 1257 ; jünger Erste'--Stock-l'f'ä/te"!. 
— Y) ^iis - wagrechten und 2 senkrechten, an 4 (»rten 
sich kreuzenden Zimmerbäuinen gefügter Rahmen, mit 
Brettern verschalt zB. als Wand eines an der Seite eines 
Gebäudes errichteten Holzschuppens Schw; Zg. — 
c)= Profil (Bd V 506) Z; Syn. Vor-. Bün-G.: Spanning. 



\^\.sj><nincii -.ili. .Wer ein neues (iebäude errichten oder 
ein hesteheinles in seiner äußern (iestalt verändern will, 
ist verpHiclitet. dem Gemeinderat die Pläne über den 
Bau einzureichen und ein Gespann aufzustellen, durch 
welches die künftige Gestalt des Gebäudes möglichst 
genau dargestellt wird.' Z Baugesetz 1907. ,Daß Männig- 
lich pflichtig sein solle, so wol bei Aufführung neuer 
Gebäuden, als bei ... Erhöh- ald Erweiterung der alten 
Gebäuden nicht mehr mit Schnüren . . . sondern mit 
Stangen oder Latten zu spannen ... Solle jedes Gespann 
vierzehn Tage lang stehen bleiben, und w-ann innert 
dieser Zeit Niemand sich darwider sezte ... der, so also 
gespannen ... mit dem Bau fortfahren mögen ... Und 
damit aller unnötige Streit, so die Zeit hero ans dem 
Entgegens])annen erwachsen, abgeliebt werde, solle 
fürohin Niemandem mehr entgegen zu spannen erlaubt 
sein, bis das erstere (iespann güet- als rechtlich bei- 
gelegt worden.' Z Baugespannordn. 1727; auch im Folg. 
— A) Traggerüst einer Brücke. ,So man [bei der Er- 
neuerung der Brücke zu ZP3gl.] andere oder lengere anß- 
boum leggen (wie ettlicher meinung was), das man die 
übel und schwaarlich zewegen bringen möchte, zuo dem 
man aller dingen ander gspan machen müeßte, dardurch 
die brugk wol halb hinweggan [würde].' 1542, Z RB. - 
Vgl. Gr. WB. IV 1, 41:3:3/4 ; Maitiii-Liciih. II .54:3 (-.<-.) : Fiscli.-i- 
1115:3:3 (auch .-ä-'). Als Fluni. GlElm ('/'«/.an»; GrAr. (tfsyiän. 
Hof: h,mm ufn G.! Aroser Ztgr 1917): SchwTrachslau (G'spa, 
Hochweide; , die weide ... geiiempt das Gespan.' 1448, Scliw 
LB.). ,See-Gspan' LSenip. 

An- ö'spdw: (körperliche) Anlage GflNuf, Der hel's 
Ä. groß z'cho". von Menschen, Tieren usw. 

E " - fr'.s^)«» /. It Tsch. ni.: = Gespann Ih % GnFid., 
.len. — Neuerdings als Xeutr. bestätigt: das Masc<. lici Tsrh. 
Itprultt vidi, auf Vermischung mit Ew-Ge-ttfian II (s.d.), das 
soiniM-scits auch neutral gebraucht wird. 

^ (ir - G' spä( n ) ZKn., -G'spä GnObS. : 1.= Vor- 
spann l GitObS. — 2. = Gespann HC ZKn. — Vgl. S.inders 
11 11 24 b ; Fisi-her II 1 ß-55 (,Vor-gesi)ätni(e)' in andrer Bed.). 

Herz-: 1. .Herzklopfen.' Roihh. (nach einer Hdsclir. 
aus AaBc): Syn. H.-Ge-sperr. - 2. Ptianzenn.. Löwen- 
schwanz, Leonuruscardiaca. .Molucba, herba, H.' Denzl. 
1716. ,H., cardiaca.' Bachi.n' 1664. — Spätmlul. Iierz(;ie)- 
npantne} in lifiiden Bedd. : vgl. Gr. WB. IV 2. 1246 ; Diefenb.- 
Wiilcker 6ßl ; Weig.^ 856 : Schm.^ I 1171:11674; Fischer 111 
15:30, f(-rner MHüfler 1899, 658/9 : l'iitzcl-.] essen 54:i (Bed. 2), 
snwie die Ainn. zu Sjiannen 1. 

Ghüe-: entspr. Gespann Ia,j. Di Bilre" ... hinder 
irne" ('hüeg'spann. RvTavel 1924. - Bu"-. in Z(>. 
-G'spd; = Gespann HC (s.d.) Scn (Amtsbl. 1927); Z. — 
Brill-; ,Ge.siiann' (in Bed. la^) mit zwei unter ein 
Doppeljoch (vgl. Br.-Joch Bd IH 7) gespannten Ochsen 
(irLuz.; vgl. BdV584u. — Rigel-: = li.-Spann. 
,Die r.-gspann zuo den kamern ... zuo machen.' 1542, 
AaB. Baumeisterrechn. ,R.-gesi)an von bürden gemacht, 
paries concratitius.' Fris.; Mai,. ,9 Kramgäden in R.- 
gspan gemauret.' 1578, SciiwE. Arch. ,90 Pfd H. dem 
Zimbermann uff die Anhenki gemelts Huses ein Tach- 
stuol; item binden und vornen mit U.-gspann.' 1605/6, 
Z Seckelanitsrechn. .Alle R.-gsiian utt' beiden Boden zu 
vermuren.' 1636, Z. .Anstatt des mistfaulen alten R.-ge- 
spans ein ganze Stockmaur', in einem ,Wöschhus'. 1668, 
Z. S. nocii Wagen-Schopf (Bd VIH 1076). — Sage»- 
G'spä: Rahmen, in den die Säge eingespannt ist BSi. 

Spann(e"). Spang(e"): Spann II. ä.Spr., Spang I 
f. Ar (T.) ; LBer. (KBrandst. 1883) ; ( IMs ; ScnHa. ; aScHW ; 
Nnw: aSch., m. Aa; L (St.""); Nnw; Zo (St.''), PI. unver. 



245 



Spaii, spen, spiii, spdii, spuii 



246 



Ar (T.), Späng Nnw (iMattliys), Spanne" I BsLanc;. 
(KL.);PAl.r-«/;TH.c-(/;;WVt.f-«;;ASiMi.. Spange"! 
Aa (H.): BSi. (ImOl).) nnd It Zyro: ScHwBr. (Bartlispiel 
li-i29), E.; Nnw; UCxöscIi.; äSi'U. — f., „Spring. Spange 
m.f. aIlg."(St.';ltSt.' „(tl;L:Z(;:Z"), wie nlul. „Spanne". 
aaOO., Kanm zwisrhen Danmen nnd Mittelfinger Aa(H.); 
ScnHa. ,Dessen [eines Kiesen] Länge war 9G Zoll ... 
Sein Spann war l(i Zoll.' .Ktross 1624. ,Eins metten 
mans sjiang (witV: s. mund-hreit (Bd V 92()\ Als Maß. 
Im Kindersiiiel; s. Hisel I (Bd VI 138.5); seiger (Bd VIl 
484). .Zeretli Helirieis, (inecis 3 tH-5(ir,, Latinis dodrans. 
ein Span: ])almus, einer handbreit oder spann, ist ein 
maß vier finger oder zwölf!' finger breit.' Fms. ,l)ie 
spang oder s])ann [fehlt bei Fris.], ein maß zwidfffinger 
lang, siiitliania, ]ialnuis." Fris.; Mal. .Spithama, eine 
Spann.' Dexzi.. KKiG (im Register , Spang'); .Spange. 
Spann.' 1677.1716. ,Mitdersp. messen'; vgl. er-spannen. 
,W;irliatdieliimmel mitdersjianngemässen V 1.52.5; IMliS. 
Jes.; c;;::8a|j,fi LXX. , Von daz er [ein Riese] erst geboru 
wart, so wuohs er für sich alle vart mänedecliches eine 
Spange [: lange].' UvZatzikhovex. ,Biu wol gemageret 
nm ein spang.' Fastx. XV. ,[Mit Hensli Riischli wird 
anf die Klage] daß er das wasser an siner schliffen 
üherstalte, verschaffet, er solle dryer vingern bereit [!] 
niderer faren. Also sye er einer sölligen sjiang niderer 
gefarn.' 1438, WMerz 1915. ,I)as nnder den selbigen 
(rottannen) die kleinest zwo sjiang ob dem hiird nit 
minder dann vier spang (da jede spang zechen zoll 
lang sig) das niiiß und große nmh sich habe.' 1550, Z. 
,Sontsten sind die Stich, so ich Selbsten am todtnen 
Cörppell hesiclitiget, der (istalten beschatten, nanib- 
lich der ein ein halbe Spang. der ander ein ganze 
Spang under der lingen Brust oder TUtli.' 1627, Z. 
,I)rei Zwerclihand oder Spithma oder Dodrans ist ein 
Spang, mag ein Schuh breit halten.' Krieusb. 1644; 
,Spange.' 1667. .Der Isling . . . kombt mit seiner Größe 
niemahlen über ein Spang.' JLCvs. Kilil. ,So er [der 
Wein] sich gesezt hat, sol mann ihn von dem Unflat ab- 
zapfen nngf'ahrein Spang über den Boden.' Weixh, .Will. 
S. noch BdIV564 ( Mitzij; VI 225o.; VII 160 ( umb- 
xichl; VIII 179 f .ichadhaft /. ferner xpännig 1. E" Spang 
fang Xnw (Matthys). Es cinint e" MiO"' e" Spanne" lang, 
erhet e" Bari en ( drei ) Elle" lang, und irenii-er cliiinnt. 
.so gixt-er-di'i' Bs, so Lang. (KL.); zur Saclie vgl. Hd IV 
1449o. ,Ig giben e" liüchse" Dreia.K, drei S])annen 
1., das stellt denen Meitschenen der Wassergang.' B 
Nachtspruch. ,Tuost du mir ützit oder trist [!J du mir 
utt' ein f'uoß einer S|iann 1.. mag ich dann, so wil ich 
dir einer ein lang daruß machen.' 1434, Z RB. ,Die 
grösten buchsen, der iedy 32 spang 1. was, 7 spangen 
hoch.' 1456, Bs Chr. ,.A.in kerzen . . . by ainer spang 1.' 
1461, JGöLDi 1897. ,Der schwänz [eines Rochens] sol 
acht Spangen 1. gewesen sein.' Fische, 1563, ,S|)itham;eus, 
eine Sjiannen 1.' Dexzl. I(i77. 171(i. .Mache ein Secklein 
einer Spangen 1.' Weixu, X VIII. S. noch ge-scliih, schießen 
(Bd VIII 37. 1373 u.); üf-schneitlen (Bd IX 13.50). Zss. 
spang- (.\AZein.), spanne"-, spange"- (Xnw) hing: Syn. 
spännig I. E" sp-e'' Stecke". E" sjtanne"lan<ie'' Mandel, 
en aniisiliiki Vrai. sibend niit-cnaudere" Händel : eliemit 
und trerit dach ai<''! Nnw Kai. 19(17 (Xachtbubenspruch). 
,rnd bat einer zuo Venedig kouf't zwei britli, waren 
spanglang, einer band breit.' Srri.z 1519. ,Si)ithama'US, 
spannenlang.' Dexzi.. 16()6: .spangenlang.' ebd. 1()77. 17 16. 
,lndeine das große |Kräntlein| über spangenlang und 
das kleine nur etwan einen Finger.' CAi'Ei.i.wt. Neben 



andern Adjj. ]•?• Sjiang hueh, //rc«/aScHw; Xdw. ,Die 
steine in den mülinon snllen och sin sechse s])ange ge- 
lich breit.' 1299, AAZof. StR. ,Dry wunden ... die dryer 
spang tief werin.' 1384, Z RB. ,Das loch ist einer elen 
tief und einer spang wit.' HSchirpf 1497. ,Sein (eines 
Altars] leisten, die rund härum gieng, was einer spannen 
breit.' 1530/ 1868, Ez.; ,hatt eine halbe elen,' 1.525. ,[1530 1 
ist der tluß Tiber . . . siben spang bilotig hoch gangen.' 
Kessl. ,Ein Stück einer Spangen l)reit und lang von 
eim Hempt.' Schw Arzneib. XVII. ,I)as die Creuz etwann 
ein halben Schueh oder ein S])ang weit von einanderen 
kommen.' Rhag. 1650. ,I)as rechte [Wintergrün, Pirola 
minor] ist in der Höche ein Spangen schmäler und 
kleiner [als die andern Arten], vast wie birbäumin 
Laub.' Z Rezeptb. um 1700. ,Der Diameter [der Glocke] 
ist 12 guter Spannen weit' Gruxer 1732. ,2 Spangen 
hoch.' IIStäuli 1734/59. S. noch un-schiliien (BdVIll 
1552). Typ. für ein kleines Maß übh., ein wenig. Iha's 
[ein Mädchen] äsogreniriert. äsliethlus ä Spangäg'fählt. 
sä hätt's chünnä mannä. SonwBr. Bartlispiel 1829. Kei" 
Spang Bode" GMs. 

Andiif. sjKutna, -e, sjiätnihd. (olul.) aucli spamje (so nori! 
WernhiT ML., Km^) ; vsrl. Or.WB. X 1 , 1 878 (,S])ange' 6). 1 890/ 1 
(.Spann' ü). 1.8'.i:!/5 (.Spanne'). 1908/1) (,.spanne(n)lang'); Martin- 
Lii.'nli.II.54:2 (Sixinne"). .544 (.s}<am/i-" ni. f.) ; Fischer V 1472/:i 
(.S'/ja»(/f.). 147(i {Spann ni..Siitnin€f.). Unsere einsilbigen Formen 
setzen den alten Noni. Sg. auf -e fort. S'/ianne" f. scheint nur im 
W unrt den ennethirifischen ("Irten liodenständii^. im übrigen 
aller jüngerer, durch die Schriftspr. vermittelter Ersatz. Die 
auch anderwärts, bes. obd. (vgl. Weinhold 1 863. 1 7 1 ; 1 867, 1 76) 
schon früh auftretenden Formen mit -ny- beruhen auf Ver- 
mischung mit der semasiologisch zT. nahestehenden Sippe von 
Sparnjen II, wobei die häufige Verbindung mit lumj lautlich mit- 
gewirkt haben könnte ; vgl. die entsiirechenden Formi-n unter (er-, 
zer-)>tjiannen, .'^panni, njiänntij, »pünnlfn, ferner ,herz(ge)spang' 
(=unserm Uerz-(le-s]iann)hn Diefenb. 1857, 151a. zur Bed, auch 
Für-Sijann ?/(Sp. 242). Das W. ist auch ins Rät. gedrungen : eng. 
obw. «pannafPallioppi 700: (3arigiet :^21). Flurnn. ,Spanne(n)' 
GCir. ,Spannen-Rain' ZA (f. b/Z. (.Reben im Sp.'ZAmtsbl. 1904/5 - 
im top. Atlas .Spann-'). 

Do\)Yie\-Span: Entfernung von 2 ,Spanneir, mit 
Bez. auf die Lage der Schnellkugelchen beim Chlüre" 
(Bd III 6s7) (inChnr. Ding a" 1).'. - Vgl. »panntn i <■. 
SpannenM.znm Sachliciienanch sidiwäb. .Spiannez (Fisciier V 1479). 

s p a n (n ) e " I Aa; Ap (in Lb. tw. spa««»); Bs ; B ; F ; „ \'ü''; 
Gl; Gr; L; PA1.;G;Sch; Schw;S;TB.;Th; Uw; U; \V(tw. 
-wn)); Z(i; Z, 3. Sg. I'iws. -< Aa; B, soTwann: Gr; Scii: 
Tu; Z, -et Aa; B, so (i., S.; Gl: GaZiz.: L, so E.; S; U; 
Z, Kond. sjjunnti AaL. und It H.: GnHe. und weiterhin, 
I'tc. g'span( nje" Aa, so B., Br. und It H.; Ar (It T. in der 
Verbindung g. stö"); BAarw., Sa. (s. ent-sp.), S. (selten); 
PMa. (s. ent-sp.); GRh.; Sch: Tu; W; Z lauch It St.), 
(/'.•!-pa»i('«vc< AAF.,Heit.; Ap(ltT. in Bed.2d): B, so oAa., 
E., Gr., G., R., Rohrb., S., Si., Stdt und It Zyro; GiiAv., 
He., Ig., Pr., Valz.; L; (JW. (s. an-sp.); SchwE.; S; U; Z, 
g'.ymnnt Aa; Ap, so 'Y: . ( g' spannte'' Bude") und It T. (in 
der Wendung uf Näbis g. si"); Bs; B It Zyro; GnChur, 
D. (s. ent-sp.), He., ObS., V. (s. vw-sp.); Sch, so Schi.: S: 
Th (.jünger); Z, so Stdt, spange» U (in Bed. 1 c), 
— spän(n)e" (bzw.-c^-, -ei-) BAarw., E., O. (s. üf-sp.), 
S., Stdt nnd It Zyro: FJ., Ss.; Gl, so K., Scliw., S.; Gr 
(s. auch cnt-sii.) : LE. ; GA. (s. üs-.^p.), T. ; ScHwE. ; I J (s. ent- 
sp.); ZBär. (s. m-sp.), 3, Sg, l'rws. -t FSs. ; LE., -et BStdt 
(s. üs-sp.). Kond. spännti LK (-C-), Ptc.-< B, so lik., Stdt 
(s. rer-sp.) und It Zyro; FSs.: (JlS.; GuChnr (s. rer-sp.); 
LE. ; GWl. (s. cer-sp.) ; SciiwF;. (s. Us-sp.), -et BStdt (s. «s: 
sp.), Spange" ApI. (s.vw-sj).); Xuw (Matthys, in Bed. 



247 



Spail, speii, siHii. s|M 



spiiii 



•2iS 



la und c); „Sciiw; Z(j" (St.^ in Beil. 3), 3. Sg.Pra;s.-ce)( 
„ScHw; Z(i" (St.'^): wesontl. wie nlul. 1. .Spannen, (auß)- 
streclven. (auß einandereu zielien). (con-, in-)tendere.' 
Fkis. ; Mal. a) in BAarvv. (neben -«-) und ItZyro: !S(!nwE. 
spänne", in Ndw It Matthys spänge^, straff an-, ausein- 
anderzielien (und dadurch ausdehnen, erweitern, ver- 
größern), „gewaltsam auseinander dehnen, dem Zer- 
reißen nahe bringen, aus den Fugen zerren" (St.-). 
D'Händsche" sp. li (Zyro). Ein zu enges Kleid kann man 
us-eiumdere" sp. Nnw (Matthys). Den Bauch sp., durdi 
allzu reichliches Essen SciiwE. (( )chsner). Ketl. ; s. Bd VII 
987 M. (Fris.). Abs. ».) in LE. spenne". „ein volles 
Euter haben", auch mit Bez. auf eine strotzende Mutter- 
hrust BG., Ilk., LE. (auch St.'); vgl. 3. Die Cime spent 
LE. (auch St.-'). JJas isch' e" Fröid zuhi" z'sitzen, die 
spannet aH''crs. sagt etwa ein Melker BG. JfMär''e" 
spannet, i'^'' miietJ ija" sogge", muß mit ihr zum Fohlen, 
ebd. Chunnt der sllie'"' de"" darliar, ga"-mer ln"mzue 
■mit der Schar. Luen der 3IiUtel [eine Ziege], ivie-n-er 
spannet, m'"' die alti Häsa o"'* het es Utter, da si» stw 
ganzi Maß zum Midlie." g'hannM. UDürrenm. S» het 
g'spent (g'spents BHk.), hat ein volles Euter (bekommen) 
BHk. ; LE. — ß) „kalt schmieden, lüimmei'n B" (auch St.'') , 
StJLGER.— b)Körperteile(durchMuskelkraft)ausstrecken; 
straffen. Tapferi Manne", wo d'Arme" cheii" .sp.. das 
müeßi-mc" ha". EScnLAOHTER 1914 (BBiel). .Beiderlei 
Namen [Barsch und Egli] gelten der borstig stacheligen 
Beschaffenheit der vordem Kückentlosse, deren lö 
bis 15 harte Strahlen der Fisch zugleich mit dem rück- 
wärts gekehrten Dorn des Kiemendeckels gegen den 
ihn zu verschlingen suchenden Hecht spannt.' Bärxi>. 
1922 (BTwann). JJcrzue hVg-cr d'Miillrümel [Lippen] 
g'spannet m"* z'säme"g'chlemint : mi" hätt chönne" mirne", 
er we't P"<'m es Mässer i" d' Brust stecke'^, SGfeller 1919. 
RA.: „Fünfe sp., dh. fünf Vaterunser mit ausgespannten 
Armen beten (unter dem Bauernvolk) AaF.; VO" (St.'^), 
nach An. Zurz. 181 ,5 (,in einigen katholischen Gegenden') ; 
vgl. üf-chnnwen (Bd III 770; 1.531/44, Scuw LB.), ferner 
,ausgespannt(er) beten' bei Schm.*I1673; Schöpf 683. 
D'Auge" sp.: So het-er jetz [der Schulmeister, der mit 
den Kindern 'rruiipenühungen zuschaut] wider sl" Acke" 
gestellt, het öppen einisch ne" Blick HO" gäg^" de" Meit- 
schine" und Bliebe», hete"chU"g'lächlet und wider d' Auge" 
(/'.5jjanj?(.JKEi.NH.1925; vorher: Erhefg'/uegt,''as'''sWlße 
vo" den Auge" f'ilre"clio" iscli.'. Abs., sich versteifen, (an-) 
stemmen, anstrengen BU. (um an steilen Orten festen 
Stand zu behalten, so beim Heuen), Schw. Drufhei"-si- 
ne" [einen Angeworbenen] n-ölle" fasse» w"^ abfüere" ... 
Du het-er der Äcke» i»'zoge», het afah" stemme" i«'"' sp. 
W"^ schrühe" u»'i poiif. finge" die vier Werber von-im, e"- 
u)egg. EBalmer. .Gegen einander sp., einander an Kräften 
gleich sein' W. ,Aus der Art, wie d'Windg, gägen en- 
andre» .spannen ..., volkstümliche Wetterprophezeiungen 
ableiten.' Bahnd. 1908. — c) in ü spange», in Ndw 
spänge", durch Ausspannen der Hand (.mit der Spanne') 
messen, erreichen Gr, so He.; Ninv (Matthys); U. G'sp. 
mitge" GRHe. (Tsch.). Beim Schnsserspiel: s. Sp. 96/7 
und vgl. Spanne ns, sowie Fischer V 1 478 (Bed. 3 c). Beim 
Spicke» ist es (gegenteilige Abrede vorbehalten) erlaubt 
zu sp., dh. die Spanne zu verkürzen, indem man den 
Daumen da absetzt, wo die Bumm lag, und die Hand 
möglichst in die Weite dehnt, um sie, auf den kleinen 
Finger gestützt, zum eigentlichen Spicke" überzulegen 
ZAö'. b/Z. (FStaub). — 2. in GlH. (neben -a-), S.; GuPr. 
spänne», von 1 a aus übergehend in die Bed. (spannend) 



befestigen, zunächst von etw. mehr oder weniger 
Dehnbarem, Elastischem; oft mit Hichtungs- bzw. Ziel- 
angabe, auch mit I )at. P. ,Etw. festhal t(Mi' BSa., Si. Kifiem 
d'Uose" sp.. ihn übers Knie legen Ar; Bs (Seiler); BE.; 
ScH(Kirchh.); (i; SciiwE. ; Tu und weiterhin; vgl. l losen - 
Spannens, -Spanner. Miies^-der d'H. sp.i' Drohung. 
/<■'' will-der irider e'»mol d'H. sp. Dem, wo der schöne» 
guldgiilbe" Blmmc» de" wiXest Name" [ Säublueme» / het 
a.ng'häicht, hätl-me» solle» d'H. sp. SGfeller 1911. Chum- 
use", frönde'' G^igger, mer schlortd-di'-'' lam und chnim- 
ine»! Mer spannd[l]-der dl" Hüsü and mache»d drüs 
e" Trumtne". Lienert 1906 (Nachtbuebc"liedli). E" 
Tromhe" sp.; s. BdIX258u. Von Schußwaffen. .Doch sie 
bogen spienin unde mite scuzzin.' Notker. .Seinen bogen 
hatergespannen.' 1 525/1 638, Klaoel.; ,gesi)anuet.' 1667. 
.Intendere arcum, den bogen sp. oder aufsi)aunen.' Fris. 
.Eines [der Kinder] einen Bogen spannet.' B Kai. 1690. 
Uneig.: ,(.)bgleich B. [bei der Schadenersatzforderung 
für sein Pferd, das er verliehen und beschädigt zurück- 
erhalten hatte] den Bogen mit Gelt hoch sp. und von 50 
oder (iO (iuldiu sagen wollen.' 1701, Z. 'sArmliräst sp.; 
vgl. Spann-Gürtel (Bd II 446). ,G. spien sin arhrust und 
leit ein pftl daruf und huob gen dem hus.' 1409, Z KB. 
,3 |3 4 d. dien schützen umb wiu, als si nüwi arhrost 
spienten [!].' 1416, Z Seckelmeisterrecbn. .Spant ainer 
sin armbrost freft'enlich und schüst, trifft er ainen, das 
er nit plüet, der verfeit dry pfund haller.' TuÜßl. Oft'n. 
1420 (Abschr. von 1525). .Wer ouch. daz Jemand sein 
Messer zuckte oder sein Schwert oder sein Armbrost 
spien . . . der ist ouch einem Herren und Vogt . . . ver- 
fallen ze geben 6 ß.' THHagenwil Offn. 1441 (jüngere 
Abschr.). .Der Täll ... spien sin armbrest.' Weisses Buch ; 
HBiiENNw. Chr., , spien sin armbrest uff.' Etteulin, ,bat 
sin armbrust gespannen.' ^Eii.TscHcui ((,'hr.). ,S]iannet 
es [,daz armbrost'] uff'.' M. XVI., Ndw (.'hr., ,\Ver ouch 
in frävels und in kriegs wys ain armbräst spant, ist dem 
gericht ain pfund hlr gevalleu.' um 1502, GrScIis. 
.Welcher ein Biechsen[!] ladet oder ein Armbrust spannet 
in Zornswise und ein Andern damit schießen will, ist 
der Gmeind verfallen 6 unsers Lands Pfund.' 1616, Gr 
Bergün. Von Feuerwaffen; zunächst mit Bez. auf federnde 
Teile des Schlosses; s. Bd VI 484 (Sprecher 1701) und 
vgl. Spanner. .Spannet er sin fürhüchs, so er am Sattel- 
bogen fuort.'.IHALLER 1550/73. .Erhalte ihme die Pistolen 
uß der Hulfteren genommen, und so dieselbe gespannen 
gsyn were, wollte er den Läckerli ab dem Pferdt ge- 
schossen haben.' 1644, ScnSt. Abs. ,Als das gelöitt'e 
wurde, stüende J. nebend im, hette gespannen und das 
armbrost ließe im.' 1445, Z RB. ,Wol sp. ist nicht ge- 
nug, sonder wol abschießen, non bene ciepisse, sed bene 
perfecisse laudis est.' Mey. 1677. 1692; danach bei Sulger 
(s. Bd VIII 1379 0.). In anderer Fügung: ,Auf Einen sp. 
mit dem Bogen, intendere arcum in aliquem.' Denzl. 
1666. 1677. Ei»em es Begli [s. Bogen 2ex Bd IV 1062] 
sp., eine Falle stellen, ein Hindernis in den Weg legen 
Ndw. D'Sage» sp. : s. Bd VII 424 o. (in GnPr. spen»e", auch 
von einer Sense) und vgl. Spann-Sagen (ebd. 430), auch 
Spann-Holz (Mil II 1261): Sagen-Gespann, ferneren«-. 
ver-sp. D'Seite" sp.; s. Bd VII 1443/4. Mueter. i'i' man 
nid spinne», der Finger tuet-mer we, der Giger spannet 
d' Saite" und tanze" inöcht-i"'' e. KL. (AAZein.: B; Gl; 
GrZIz.; LE.); ähnlich bei RSuter 1915. 28; s. noch Bd VI 
9 ( reijen). 1639/40. .Einem die selten sp.'. ihn foltern; 
eig. und uneig. .(Vast strecken und tblteren). eim die 
Seiten sp., sp. wie ein armbrust, contendere toruieuta.' 



249 



Span, SpCll, Spill, Spoll, S|1MI1 



250 



Fbis.: Mal. .[Geistlicher zum Biirbeli, das nicht ins 
Kloster gehen will:] Was wir setzend, mindrend und 
meren, giltgrad als vil als ('hristus wort; denn der heilig 
geist tuot s an dem ort, er spricht, er welle uns in alle 
warheit leiten. Schmeckt dir sbrätli? Ich spann dir 
d Seiten.' NMax. E(nj Fade" sp. ,Swenne ein gotshus 
dienstman eins hischofs hulde verliusit ... so sol er 
sich ze bezzerunge . . . entwürfen vur gevangen in den 
roten turn ze Saint Uolriche, unde sal der scholteizze 
einen siden vaden mit wasse dar vür sp. ... und sol da 
liegen, unz er gnade findet.' Wack. DK.; vgl. Gr. U.4. 
182 f. Bildl.: Der N. hed sini Fäde" (fspamiet und 
'siscli scho" Mänijer drin h'hanyet. ALGässmaxn 191ti. 
Ahs., Fäden spannen beim Flicken (von iStrümpfen uä.) 
Bs; Z und sonst. E'< Schimer s/J.; s. auch Bd IX 12'.)-to. 
lH()-5 (Meti-Schnuer). E(s) Seil sp.. zB. für Seiltänzer, 
zum Aufhängen von Wäsche (s. Wosch-Seil Bd VI! 758) 
usw. IJene", iro der Slde"fade'' nid y'seh", mueß-men es 
Welle''sPl sp. SGfeller 1922. ,Was auch des tags ein 
abentürer oder gougler, spien ein seil zuo obrist im rat- 
hus uf bis an N.s hus hinab in ein eggen.' 1555, BBiel 
Chr. S. noch BdMI745M. (1507, ZKM.). Als Hoch- 
zeitshrauch = üf-hdien 4 (Bd II S95M.); letzen 1, ver- 
letzen 1 a (lid lU 1556/8); vgl. zur Sache Schild 1885,47; 
1889, 5; AfV. 1 63 (Zo; das Sp. geschieht ,niit einer Kette 
von Blumengewinden oder silbernen llosenkräuzen'); 
III 236 (BsB.f; IV 302 (Gl); VIII 97; GUaumberger 1903, 
167; IIBächtold 1914, 29();1; EStauber 1922, 21. Vie 
Mülaffe". iro Seili i/spannrt lici" und Stange", bei einer 
Hochzeit. .JKeinh. 1901. S. noch Bd VI1744;5. Im gleichen 
^. { d' J Chettene" sp.; s. BdIII564o.; auch BE. (Bärnd. 
1904, 560), Twann (ebd. 1922, 478); Lf; «J^aL. (WManz 
1916, 25); ScHila.f (zum Aufhalten des , Brautwagens'). 
Den durch die Buben mit Stangen verrammelten Weg 
muß der Bräutigam durch das Auswerfen einer Hand- 
voll Münzen öffnen; dies nannte man im vorigen Jahr- 
hundert ,Kettene" sp.' und hielt dabei nicht nur die 
Brautleute, sondern auch das Brautfuder an. FhStir.m- 
MANN 1900. Zire» Buebe" . . . hei" e" hirnji, dickt Waye"- 
chettene" über d'Ströß if spannt (j'ha", tras dömöls bi 
Höchzite" de>' Bruch g'sin isch'. und der Uöchziter het 
miies^e" Zoll zale". Bs Blätter 1884 ( E" Baselbieter Hocli- 
zit vor öuJOre" j. Meist abs.; auch mit Dat. I'. (S.) BsB.; 
Gl, so Schw., S.; G; S; Zg; ZU. Wo das Brautfuder 
durch Dörfer kommt, wird ihm , gespannt' ... Verläßt 
der Hochzeitszug die Kirche, so wird ihm .gesjjannt'. 
EHoFFMAXX 1913, 34 ff. Alls het g'seit g'ha": Wenn-.ti 
ävhtert i"'s Chrdzli [Kästchen am Zivilstandsamt, in dem 
die Eheverkündigungen augeschlagen werden] chomc". 
me" werd-ne" wul gll'i' chünne" -ip. .IUeixil 1901. Auch 
sonst als Spei're. De'' G-atter zue und d'Chettene" 
g'spannl! sagt der Torhüter. A Neuer 1909. ,Die Luter- 
schen ... haben ... die isinen kettinen über die gassen 
gespannen und die tor beschlossen.' 1529, Absch. (S). 
Von Jager- und Fischergarnen udgl. ,So ein weiß vier- 
ecket tuoch, daran ein schöner fasan gemalet Stadt, an 
vier Stacken aufgespannet wirt, erstaunet der fasan 
darab also, das er des jegers nit achtet . . . Weit darvon 
wirt ein netz zuobereitet, so als das vorgend tuoch an 
vier Stacken gespanneu worden.' Vogklb. 1557. ,Man 
facht sy [die .\mseln] in garnen oder stricken, die under 
ein dick gesteüd gespannen.' ebd. ; auch im Folg. ,Jäger- 
garn sp., jilagas (in)tendere.' Fris.; Mal. ,Dises ('ai)oralen- 
amlit weist wie volgt: Wan das Gejegt in seiner \acb- 
parschaftist, soll erzwou verstendigeMcnuer verordnen 



... die sollen eine b(!f|ueme guete Gelegenheit usgabn. 
wo man das (iarn sp. wolle.' GkD. LB. ,[Es] soll hier- 
mitallen und jeden unseren Fischern gänzlich verhotten 
sein, dergleichen Zwerknetzen (zwerk durch die Broye) 
zu sp.' um 1766, FMu. Stil.; im gleichen S. ebd. ,ver-sp.' 
Bildl. Vor Verdruß mecht-i<^'' rerzage",wil-i<'i' ei.sler nii''' 
ha" kei" Ma"", da i''' doch .lid vile" Jure" g'spannet ha>' 
vil Netz und Gare"; ha" doch keine" chenne" /ah", Klage 
einer alten Jungfer U. ,Ihre [der Verführer] Netze sind 
längst gestricket und ihre Garne längst gespannen.' 
JMevkr 1700. S. auch Bd V 389 u. (LLav. 1582). F(sJ 
Tuechsp. ,Densegel sp.'; s.BdVlI442M. Ein Zelt.sp.': 
,Der herzog von Burgunn genant, der kam für Murten 
hin gerant ... sin zelten spien er ufdcn plan, Murten 
wolt er zerbrechen.' Veit Weber; ,si schluogend mang 
hoch gezelte' (HViol). FüriO, der Bach brunnt, d' Hö- 
wller händ-en a"'ziindt ... d'OberhOfler u-änd-en icanne" 
und d'Etzger Meitli d'Jiippe" drüber sp. KL. (AAl''ri.); 
vgl. Bd V 639 o. il/t" Mal ist w'e-n-e" Wanne" und di"s 
cha""-me" über mv's her sp., sagt mau zu einem Groß- 
maul SchR.; ähnlich (du cha""st di"s drüber sp.j Aa 
(KL.). ,[NN. haben, um Fische aus einem Weiher zu 
stehlen] den strümpfel uffzogen, zwo zeinen ... dafür 
gespannen.' 1585, Z KB. Ins bes. a) Jmd auf die Folter 
spannen uä. ; s. üs-sp. und vgl. scidahen 7 ari. (Bd 1X306(7). 
Der Landvogt . . . het-se [die Bauern] grüsam liert la" 
strafe", het-se" la" uf d'Strecki sp. LoosLi 1911. [Den 
Vbflüiter^ ha t-mer ei" fachuf de" Stuelufe"g'spanne" und 
die gnädig verordnete" Stockstreich ufdc" Binder g'ge". 
GI'eterhaxs 1925. ,Es werde Erzherzog Leopoldus [der 
Anführer der Oesterreicher, die 1621 Bünden heim- 
suchten und den Protestanten übel mitspielten ] nach ein- 
mal alle sibenundvierzig Predikanten in dem Thurgöw 
uff' Trummen sp., deswegen innen weger were, daß sy 
all Schuechmacher werind.' 1621, Z. An den letzten 
2 Tagen ,spaunte' man ihn [einen der He.xerei Ver- 
dächtigen] in die ,Wanne'. 1629, W Blätter 1902. ,In 
Ganskrägen sp.'; s. Bd VI 1579 M. In'n Bock sp., als 
Knabenspiel: Ein Knabe setzt sich mit gefesselten 
Händen in Hockerstellung auf den Boden und schlingt 
die Arme um die Knie, worauf ein Stecken zwischen 
Ellbogen und Kuiekebien durchgestoßen wird; häutig 
auch als Spielstrafe GFsf. .Do man inn [tliristus] 
spien au einem crütz.' JLexz um 1500. ,An den Kiuken 
sp.'; s. Bd VI 1124. .Daß solche dem Bettel nachgehende 
Knaben und Meitli auf erstes Betreten getanglich ein- 
gezogen und an das Schellenwerch gesjiaiinen werden 
sollen.' Z Mand. 1 692. Eine" a"'s Marre»seil sp. ; s. Bd VII 
752u. — b) von Zugtieren, = se<ze«5b » (Bd VU 1622) 
Aa; Bs; B; Gr; Suh; Tu; Z und weiterhin. ,Es sol ouch 
nieman dehain ungefangen vich in die zeigen lassen, vor 
und e das körn halb abgeschnitten wirdt ... Und wen man 
das körn infüert, so sol mau die roß |ge]si)anneu und die 
ochsen gewettet lassen gan, biß aiiier g(dadet.' (iSteinach 
Offn. 1462; .sollent die roß gespannen und die ochsen 
gewettet hüben.' ebd. 1509. Zu .Imd sp., gemeinsame 
Sache mit ihm machen BSi.: \g]. zc-.'<ämen-sp. Gew. er- 
weitert durch eine lüchtuugshest.; vgl. die Zssen. Ein 
Zugtier an'n Wage" .tp. S. auch Sil-Schit (Bd Vlll 1518). 
,Wer keine Pferde hat. bespannt sie |die Schlitten | mit 
jungen Kindern ... aber nicht in Latten | Bd IM 1482M.], 
sondern ohne Joch mit einem Zug am Hals in Seile . . . 
Über die Berge hingegen muß man die Pferde in Latten 
s]).' (iR Sammler 1806 (GrD.). ,Ez [ein Pfer(l| wart ge- 
si)annru in ein wagen.' Bonkr. .SS'emmcnd ... ein neüwen 



251 



S|iaii. s)i('ii. spiii. s|i(iii, spun 



252 



wauiMi und zwo jung, söüsend küe ... und s))annpnd .sy 
an den wagen.' 1525/1868, 1. Sam. ,Pferdtpn, die für den 
Wagen gespannet sind.' FWvss 167.S. ,Sp. für den l'tiueg. 
iungere aratro, suii iugum duoere.' Denzi,. 171t). lüldl. 
Für ''e" Ma"" a» Bändel z'iihercho", für de» Mükiff a" 
dl" Wage" z'sp.. hast du dein Vermögen eingesetzt. 
AHeimann lfll3. ly Malier spanne" Ei"«m i" d'Staiii/e": 
wiest wei", so mueß-me" gä». Grohmund li)ll (ÄAKütt.). 
RAA. Wann d' sihe" g'schier>'et Esel vor de" Char''e" 
spa)mst. de''m(V far-i/^'' niid mit, mit Bez. auf einen Plan. 
HStahl 11125. S. nodiBdVI 1421u.; Vlll 1151 u. lX::il2o. 
(Gesn. 1551). 77!l (Höeh-zU- Schlitten ). ,l)as Pferd hinter 
den Wagen S|).'; s. Bd VI 1422 o. ,Equos currui post- 
ponere. currus liovem trahit ... de re ([ua; pnepostere 
geritur ... die rosz hinder den wagen sp.' Gesn. 1551. 
,I)en Wagen vor das RolJ sj).'; s. Bd VI 1422o. ,Wenn 
Eine'' mit Chatze" achere" (z'Acher) will, spannt er (Der 
spann) die Maus voraus, dann gelit es nur Alls hnppedi- 
hopp (all weil hopp h. h.). die Maus die geht (lauft i voraus', 
Spott auf ein geringes Ackergespann; in sehle]>pendem 
Ton gesungen ZDüh., Fäll., Flunt. ,[I)er gefangene Ele- 
fant wird] gewennet und in arheit gespenuet.' Keiner. 
— c) das eine Hinterhein einer Kuh heim Melken mit 
Stricken an die Stalldecke anbinden und vom Boden 
aufziehen, damit sie nicht ausschlage Z (Dan.), dem 
Vieh, hes. auf der Weide, den Kopf mit einem Strick 
an einen der Vorderfüße binden Aa (H.); B, so E. und It 
Bauernkai. ISSH (von einem Stier, der über Land ge- 
führt werden soll); Z, so Düb.. Kn., W. Syn. hammen 
(Bd II 1 27 1 ) ; abcn-binden (Bd IV 1346) ; htiideren-sp. ; vgl. 
Spann-Jiueb (BdIV942); Spanni. De" G-iiiiipi [Kuh- 
name] täend-mer fange" nnd das" im de'' G'liist zum 
Henne" doch es liitxeli oerga" macht, müend-mer-en. e" 
Zit lang sp., auf der Weide. ESchönenb. ,[NN.] mögen 
ir vech fürer als bisher ouch allda weiden, docli das sy 
dann das vech sjjannen oder an hälsingen füeren.' 1552, 
aZoll. 1899. ( D'Chue) i(n'n) ChJi sp.. mittels des an 
einen (meist an den rechten) Vorderfuß geljundenen 
Kopfriemens AaF., als Knahensjiiel = Bocks-Fiteterißd I 
1187) BsL. Im Vergleich und bildl. AV [der alte Bauer] 
darf nid es Wörteli derzue säge" u"^ müeß Alls lo" 
hötschele", wi«'s <'em Tu fei am haste" g'fall. G' spannet 
lieig mc"-ne" irie-n.e"jeukigiL<iiiimeraue". SGfeller 1911. 
,Als er dem Meitschi nach wollte . . . konnte er seine 
Beine nicht vorwärts bewegen; es war ihm, als ob er 
g'spannetwäre.' Gotth.II; ,als ob sie zusammengebunden 
wären.' 1850. ,Als man später mit der l'eitsclie nicht 
mein- Alles ausrichtete, sondern das Wort Gottes als 
Kappzaun nocli nötig hatte und zu gleicher Zeit als 
Siianni [, Hemmmaschine.' 1848], wie sie Schaafen und 
Pferden, die man weiden läßt, angelegt werden, da stellte 
man Schulmeister an, um die Menschen zu sp. oder ihnen 
Dreiangel an die Hälse zu legen.' ebd. VI. — d) ein 
Fuhrwerk durch Fesseln des Rades mit einem Seil 
(vgl. Spann-Seil Bd VII 755, -Strick) oder einer Kette 
(vgl. Spann-Chetfeii, Bd III 567), durch Unterlegen des 
Radschuhs (vgl. liad-. Spann- Seh iieh Bd VIII 482. 485, 
ferner Scldlf-, Spann-Trog), Anziehen der Bremse (vgl. 
Spanni. ferner Mechanik Bd IV 59). , sperren', bremsen 
Aa. so^Z. (Anon. 1815) und It H.; Ar (auch St.''): Bs 
(Seiler;; B, so E. (bes. ,mechanisch'), O. (Zyro), S., Si. 
(ImOb.) und It St.'-; Gl (St."): L (auch St."); G, so Rag.; 
Sc-H (auch St."); 'I'n; Zu (St.";: Z; wohlallg. Syn. sperren; 
vgl. auch inidrr-legen -2(1 i Hd III II860.). .Sufflamino, 
ein rad undeiicgen mit einem holz oder stein, daß es 



Staude, ein rad sp.' Fuis. .Die radsperre oder spannstrick, 
damit man das Wagenrad spannet an den halden oder 
sunst an gehen orten, sufflamen.' Fhis.; Mal. ,SufHamino, 
die Räder sp.' Denzl. 1677. 1716. Dänkid, Chnaliuze", 
zit in-ere" Stund im [dem] Sunne"rainloni sv's Brüt- 
fueder chund! Dem halti"d-mer d' Stange" dö i/uer ['.] 
über d'Ströß und spannP'd d' Mechanik und stelli"d-em 
d'iJo/(.ZYBÖRi;vgl.Sp. 249M. RAA. ,F;inem die reder sp.': 
s. Bd VI 481 o.(Wurstisen 1580). ,Nach dem üblichen Bild 
vom Haushaltungswagen, der in scharfer ( >bacht vor dem 
Bergabkollern zu bewahren ist, nennt man die Führung 
desHaushaltsrf'//(7.s7)((/(/"(/.s7j.' Barnu. 1911. ,Die darte"- 
rüsti"g und die weitern Fflanzsache" vermochten ... die 
gewöhnlichen Hanshaltungskosten zu decken ... d'hüs- 
halti"g hclffe» z'sp. ( dili-<^i'e" z'schleike" ).' ebd. 1914. Meist 
abs. Me" hat fast nit tnueg chön"e" sp., bei einer Weg- 
steile Sch; Th. , Einen Berg hinunterfahren ohne zu 
sp., in liellem Trab, kann nur ein guter Kutscher.' Gottu. 
, Einer wartete oben an dem Stutz, um zu sp., wenn ein 
Fuhrwerk vorüber kam.' ebd. Ei"s. zireu sp., 1, 2 ,Spann- 
strick(e/ unter die Schlittenkufen legen AABb.; Syn. mit 
ei^f-m, eweune" chretze" AABh. Vil Gelt chunnt iez schu" 
i" d'G'meinden use" us dem große" Forul [der Brand- 
versicherungskasse] . . . und da hegrif't-me" der Land- 
ru,tg'n-aßaw'',irän"-era"fahtsp.und meint, d'G'meinde>' 
selber . . . törfe"d aw^'' ettis Wänigs leiste". CStreiff 
1909. Ich meinti, mir süfte"d da nüd z'räß sp., mit Bez. 
auf die Heirat unsrer Kiniler. ebd. 1902. , Seiner Leiden- 
scliaftlichkeit, seinem Zorn, seiner Zunge Einhalt tun, 
gleichsam die Segel streichen': Er het g'spanne" AaBIi. 
(FStaub). — e) eine (Trag-) Last festbinden, (auf )packen. 
Er [ein Säumer] hct du" Saum am Bodu" uf's Bast 
g'.'<pannu". WSagen. Einen l'iachtwagen ,sp.'; s. Spanner. 
Abs., , einen beladenen Güterwagen ah- und einen leeren 
aufladen' Aa, so „F." (St.-), Z. (Anon. 1815); „L" (St.^); 
vgl. dazu: ,Es war ein Kunstwerk, einen Frachtwagen 
so aufzuhauen, daß Nichts sich stoße, verliere oder ge- 
schädigt werde. Hauptsächlich war die Höhe ins Auge 
zu fassen, damit er nicht unter niedrigen Toren stecken 
bleibe. Auf der Tille unter Schiffleuten trat senkrecht 
ein scharfes breites Messer heraus, welches jedem zu 
hoch geladenen Frachtwagen die Decke und die darunter 
betindlichen Strohwische aufschlitzte' ZStdt(ä. Angabe). 
— f) in GlS. spänne" (neben -«-), von Zaunlatten. 
,Latte"sp., eine Hecke zu machen' Nuw (Matthys). .\hs., 
einen aus Latten und Stecken bestehenden Zaun zu 
vorühergehendeiii Gebrauch (so im Frühling zur Ab- 
grenzung der Heu- und Atzwiese) errichten; die untere 
Latte kommt auf 2 , Stützen', die aus einem etwa 70 cm 
langen Ast mit einem ,Krickel' bestehen, die obere auf 
2 etwa l'/v m lange Stecken, die sich kreuzen und so 
auch eine Art .Krickel' bilden GlS.; vgl. Gespann 3a 
(Sj). 24.8), ferner in-, ver-, vor-sp. ; Spanni. — g) vom 
hölzernen Rahmen einesGebäudes, Gemaches; vgl. Ge- 
spann 3b, auch Bigel-/ Ge- jSpann. ,52'/'2 Ib. meister X. 
dem werchmeister von dem hus in der Halden zuo sji. 
und den understen boden zuo leggen.' 1572, AaB. Bau- 
meisterrechn. .Vau Stuben sp.'; s. Bd VUI 1211 0. ,Daz 
er sol machen ein schür uf des spitals hoff mit 20 studen 
und darin ein Stuben sp. und die wol usbereiten mit 
tach und wanden [!].' 157(1, Z. S. noch In-Ge-bil iBd W 
1962o.). .Diewyl Wüesten ufrichtung schon zuo einer 
Stuben und kamer gespannen. so solle im ... zuogelassen 
syn, ein Stuben und kamer alda zuo machen.' 156(i. Z RM. 
,i)ie ram sp.'; s. Bd VI 890/1. ,Inrigel sp.'; s. Bd VI 750 o. 



253 



Sjian. sppii. Spill, spnii. spiiii 



254 



und vfil. fcr-sj). Iiisbes. „den untersten (ersten) llinu' 
legen, d.h. die untersten Ballten eines hölzernen (ie- 
bäudes auf die Pfeiler setzen BO.'' (St.-); Nu\v(Matthys); 
Syn. an-Kp. D's Huis xp. Abs. BGr., Hk. .[fas erste 
Stockwerk] ruhtauf den Mürhendere". welche ganz be- 
sonders genau im Wiltel und im äeihel liegen müssen, 
wenn der Aufbau tadellos erfolgen soll. Ist dies ge- 
schehen, im hed der Zimiiiernia"" a"fa" g'spaHiiedx.- 
Bärnd. 1908. lyTiH iM z'irU (fxpaiine". sofern zw. den 
einzelnen .Underziigen (Tränien)' zu viel Raum bleibt, 
so daß die Tragfähigkeit leidet Z (Zininiermannsspr.). — 
— h) = proß^eii (Bd V 50(1), „die Höhe, Breite und Länge 
eines Gebäudes mit Latten bezeiihnen. ehe der Bau 
angefangen wird" Z (auch bei St.): s. Ge-apann 3c 
und vgl. ver-sp. Kr hat, 's ist (f'spanne" (für es neiis 
Hüs). .Soll Hr Ohman H. und Hr Bauwherr F. den 
Allgenschein wegen Einhagung des Kirchhofes zum 
Großen Münster nachmahlen einnemmen und zu solchem 
Ende an dem bedenklichen Ort sp. lassen.' 1684, Z. ,[I)er 
Landvogt habe] ihme ... befehlen lassen zu sp.' 1783, 
ZRüti. — 3. in FSs. spenne", in „Schw; Zg spänge"^' 
(St.-), (straff sein und daher) ein Gefühl der Siiannung 
bewirken, beengen, „pressen" Aa (H.): Ap; Bs; B, so E. : 
FSs.;Sch; „Schw";Th; „Zg" (St.*);Z. Vom Körper. .Auf- 
gebläyeter hauch, das er grad spannet, venter intentus.' 
Fris.; M.\l. Mit Dat. P. ,Ir (der Frauen | kleit sint also 
enge, daz ez mich lasters vil ermant. wan in in dem 
rocke spant der lip mit lasterlicher pHiht.' Reixfr. 
,Salb dich darmit ... so oft dir der Leih spanet und spröt 
wird.' Arzxeib. XVII., XVni. Von Kleidungsstücken. De'' 
Bock spannlf-mii^'O ( under den Arme" >. „Ein zu enges 
Kleid spännet Scnw; Zg" (St.-). Trotz allein Chunimer ... 
het-erdoch g'seh" ...vifsclioii )•;««///(/ s?".<[einesMädcliens] 
iriße G'stältli über der Brust spcutni. SGfeller 1911. 
Die Manne" hei" [heim Aht.eIti"gs-MöV\ gntt 'hlget u'"' 
nid lugg g'setzt, &/.? d'Hose"gürt m"«* Schileringge» hei" 
n''f'oh« sp. ebd. 1919. D'Höseli he.i"-ne" g'spannet. 
EWriERicii-Muralt. Von Krankheitserscheinungeu, 
Wunden iidgl. „Der Itheumatisnius sptingt in den Ge- 
lenken Schw; Zg" (St.^). I'njiers. Mi' it's eiiiisclt' (fnitet- 
iiii [P^ineni. der sich als Schuster versucht] d's t'iiiger- 
herl uiiger ''«" Hammer, de"" gi>'t's hie ne" liumpf m'"* 
inenache" spannet's. MZclliger (B). Ks spannt (esö ). 
.spnMd?-»/ ('<■''. von einem Kleidungsstück, einer (iescbwulst 
usw. Aa (H.); Bs; Sch; Th: Z. Er [ein eingehildeter 
Kranker] streckt-si'''' . . . und. truckt mit de" Fingere" 
an'n Arme" und an' n Heine": Ks tunkt-mif'' ei.ne"n'eg. 
es spaH»i-mif'< scho» e"eh!i" um's Merke" veniger. 
AHiGGEXB. 1914. — 4. uneig. a) entspr. la. a) aus- 
dehnen, erstrecken; mit räuml. Bestimmung. ,[Christus 
sprach] zu allen Apostlen: Ihr wüsset, daß die Fürsten 
der Volkeren sie beherrschen ... ,\lso soll es nicht under 
eucli sein. Aber das muß mau nicht auf alle Christen 
sp., es ist zu ihnen gesagt worden als zu Apostlen.' 
FWvss Uu'A; vgl. Matth. 20. 25 f. ,Wit sp.' ,So sy [ge- 
wisse Theologen] vom menschen redend, gebend sy im 
etwas, und das vast ein wenig, zuo. daß er uß synem 
fryen willen vermöge, wöliches wenig ich doch nit ver- 
ston kau, wie wyt sys s])aiinin(l und ußzylind.' LJcn 
1531. ,Der Psalmist sagt: Er hat uns gemachet ... zu 
seinem Volk ... Wer sind aber Die. von welchen allbie 
geredet wird: Er hat uns gemachet y Der Dichter des 
Psalmens hat es eigentlich vom jüdischen Volk ver- 
standen; es kann aber auch weiter gespannen und von 
allen . . . Hechtgläubigen verstanden werden.' FWvss 



l()7n. /.'ml unie" sp.. seine Kräfte verzetteln, .\ufgab(Mi 
über seine Mittel unternehmen ZBül. h) -I'iK^i'LKrüsi 1 
.jetzt ... eine Gelegenheit fand zu Fischern [PN.] zu 
kommen, so wurden seine Hoffnungen [in eine gewisse 
Lehrmethode eingeweiht zu werden] von neuem ge- 
spannt.' HPest. — b) entspr. 1 b ; doch s. die .Vnm. a) uf 
Upper ■■<p.. angelegentlich auf Jmd passen, lauern, es auf 
ihn abgesehen haben L; Z und weiterliin ; Syn. faren II 1 
(Bd I 884): he-lanijen (i (Bd III l:!o4). ferner die KAA. 
unter Bail (Bd IV 1012). A'.v spannet Alles nf die Lülli. 
das die Kirche verlassende Hochzeitspaar. Zvböri. Für 
Die dert i" der Faherik machend s' [die Steuerbehörden | 
a.u<^>' scho" z'u-'eg de" Strick, uf Die u-ird . . . g'horig 
g' spanne", üf'zoge" händs' scho" hing de" Hanc". Limmai 
1873 (Z). ,Es habe der graf von Hennenberg . . . uf in 
gespannt und gelt uf in geboten uß dem, daß er mit inen 
etwas zuo handien gehabt von sines väterlichen guots 
wegen.' 1523, EEgli, Act. Die Savoyer haben auf ihn 
gelauert (.gespannt'). 1530, Absch. (B). .Das dise tochter 
vor zweyen jaren dermaaßen uff' in gspannen und acht 
gehept, wenn er fürs hus uff' und nider gangen, das . . .' 
1541/3, Z Ehegericht. , Vermachend alle tür gar eben, 
das üeh der vogel nit eutgang, uff den wir yetz gespannt 
band lang.' Samson 1558. .Er hat sy [die Feinde] ufzno- 
halten und wyters mithin zue verleiten gewust, bis . . . 
die Nacht angefangen inzuebrechen und sy innen 
[= sich] einem [1. .einen'] Ilinderhalt, der uf sy möchte 
sp.. wann sy wyters seztend, eingebildet.' l(i()(i, ZHirzel 
(Brief). Entspr. uf Öppis sp. Aa, so Z. (Anon. 1815): Ar; 
Bs: B It Id. (.omnes vires intendere ad aliijuid ohtineu- 
dum') und Zyro; Sch; SKlus (Kinderspr.); Th; Z. Kr 
liet uf Das scho" lang g' spanne" Z. /<''' lia" nit 
g'.ipannt druf, auf ein Erbe. Breitenst. 18(i4. Waiseh' 
iiiimme''. vie-n-ich uf das Acker li g' spanne" g'ha" ha"? 
AHuGGEUB. 1914. [Weil ihr trotz einer Meinungs- 
verschiedenheit] immer zue-mer cho" sind tmd Nüt me 
ro" dem Ziig g'seit hind, han-i'''' tt"g'n(i", ir spanne"d 
uf de" Fride". HBlattner 1902. .Etwarauf s]!. (oder 
lauschen) oder acht haben und sich darauft' Heißen, in- 
tendere alicni rei, as])irare ad rem aliquem; auf den sig 
sp. oder underston ze sigen, victoriam spectare.' Fris.; 
Mal.; s. noch spi-hen (Sp. 80). ,Aspirare in cnriam, autt' 
das regiment sp.' Fris.; Denzl. 16(i6;l716. ..Auf einsi 
väld und güeter s)i., asi>irare in campum alicuius.' ^Iai.. 
,Innocentius verhott't. die zyt were nun niee verhanden, 
das er zuo dem kommen möchte, daruf die höpst nun 
lange zyt gespanneu haltend.' HBill. Tig. ,('hristus ... 
hat den Leuten Guets bewisen alle Tag, Feirtag und 
Werktag, bei allen Anlässen, jedoch bat er mit (iesund- 
inacbung der Kranknen mereuteils gefahret und ge- 
spannen autt' die Sahbat.' FWvss 1()70. ,Auf ein Ding 
sp., nach einem Ding trachten, aniinum alicui rei in- 
tendere. contendere, niti ad aliijuid omuihus viribus.' 
Hose. ,Uf rfichi sj).'. auf Strenge denken: ,|Kicbterzu 
den des Verrates angeklagten Convivium und CoMia:] 
Die warheit sond ir hekenneu, dasselbig tiion mit güette 
zhaudeu, das man nit müeß uff d rücbe sp.' HCys. 1593. 
Mit ahh. Satz. Si s]ia)tne»d lied, u-el''H ''as' g'u-elt irerd 
Bs (Seiler). /"'' ha" irie-ne" Chatz uf-ene" Mus g' spannet, 
oh er äclil Niif vom Vreneli n-öll säge". FMoxiX(i 1911. 
Abs. Sp. u-ie-ne" lläftlimacher Bs (Spreng); Seuww. 
1824. .Er spannt wie ein Iläftleinmacher, sunimo 
studio intendit.' Mev. 1(177. 1(192. S. auch Bd IV 51 (tJe- 
spr. 1712). .Staunen' ScnStdt (auch It Kirclih.). Wie 
hands' g'loset und (f spanne"'. S. noch Bd VII ()55M. — 



255 



S|iaii. s]i('n. sjiiii, sprin. s|iiiii 



256 



,i) = xcliiüzi'lni (B(l \'lll 1(17:?). Sciiii.i:usiMi. (so (iitCliiii-; 
8(!HStdt). Kr lief uf d'Amtii (fspimnl UuCliur; Syii. ist 
mit der A.'zofie". f Mit Aiiiiii. Aiterc" ) xp.ScifHtdt. Die 
spanne'Hl schutr (mit enand). Wäscht mf'', w^e-mer aniel 
ff spannt händ mit enand H Si sind r/'c/imge" r)o" sp. — 
',') im Kartenspiel, in unklarer Bcd.; vgl. Fischer V 
147k (Bed. 3b zum Schluli). ,Es klag:ent Pliilipp Krützer 
von Grein in Osterrich und Gerloch Reftli von (iermer- 
srlien [GermerslieiniJ schuohknecht uff Caspar Jergen, 
es habe sich begeben, daz sy ... uff ein zit uff' ir der 
schuoknechten stuben mit einandern kartot haben und 
der genant (J. und suat einer bindor inen stüenden und 
inen in die karten sehen und mit einandern in das 
gspan satzten. Und wenn er |K.l zwen küng oder 
zvven olierman bette, daz dann ein .gspan [s. Ge-spann 
Ihfl were, so wurde das von ('. oder dem, so mit im 
spiene, gesagt, dadurch denn die, so wider inn kartodint, 
innen wurden, was er bette. Also bette er [IC] den selben 
('., daz er von sölicbem sp. und inn mit lieb karten ließe. 
[Darauf wird .friden abtrunken'. Als nun K. und R. 
weiterspielen wollten] legte er, C, aber sin gelt dar und 
vermeinte zu sp., und als aber C. mit inen nit spilte, 
sonder inen zuo tratz uf ir karten sp. weit, rette er, R., 
zu C. güetlich: Min C, las uns mit lieb, so es dich nütz 
angat. Antwurte C, er sölte schwigen ... Antwurte er. 
warumb er im schwigen sölt, bette inn aber, davon zuo 
lasen, rette daby, sy betten doch daz kartenspil bezalt 
und er Sehe wol, daz K, nit weite, daz er uff sy spiene.' 
14S7, Z 1!B.; in der (iegenklage: ,Als K,, och R. und 
ander mit einandern kartodint, spiene er [C] und sust 
einer mit einandern uft' die selben karten, als dann 
sölichs under den gesellen oft und vil beschelie. Und 
als er [('.] mer dann ein gs])an verlorn und so liald er 
eins gewunnen hett, rette K., er weite nit, daz sy sjiienen.' 
8. noch Bd IV 1863o. (1508, G). Als Name eines Karten- 
spiels: ,Mine herren burgermaist[e]r und rat gebietten 
und verbietten, daU hinfür nyemang . . . weder bocken, 
sp., muoten, lustlins spil noch dehain ander spil, davon 
.man scholder zuo geben pflegt, nit tuon noch triben 
solle.' 1493, Seil Ratsprot. — 5) Etw. (be)nierken Ap; Bs; 
(in (Kel51erspr.), so Cbur(!Schülerspr. ); ZStdt und weiter- 
hin (bes. Kunden- und Scbülerspr.). Er liät's ifspanite" 
( <i'spanme)l ). Das^-cr [der Hungerkünstler] dur''i' L'rrli 
fl'f'resse" het ... Iiet Kaiia"' //'spuinie" ii'ha". Bs Fastn. 
li)27. Notiis sji.. Nichts sehen, blind sein (Kelilerspr,). — 
(•) entsjir. 2. Etw. im (ippis sp., daran setzen, wagen, 
dafür verwenden Ar ('!".); ThMü.; Syn.*'e/*e//.5« J (Bd Yll 
1620), strecken; vgl. aucli im-, iiiien-, dar-sp. Si" ganz 
]'ermöf)e'ili dra" sp. ThMü. Han-i''' sv eil (fwötjet, so 
iriU-ifl' iez l)a^ o""'« wo'''* dra^ sp. ebd. Er u-ill Nünt dm." 
sp. Ar (T .). ,lch solle . . . von stund an hinweg ziecben, 
und so ichs nit tüege, so wellind sy daran sp. Hb und 
guot und alles, das inen (iott verlihen bab.' 1531, Strickl. 
(Ndw). .Dran sp., euram intendere rei alicui ; das Äußerste 
daran s]i., ultima andere.' Dhxzl. I(i77. 1716. ,Dann wir 
unser Land und Leute daran sp. wollen, daß diser 
ketzerische Glaub außgereutet werde.' E. X"\'1I., Mise. 
T. 1723. ,Auch wider alle Rechte mueßt mancher armer 
Mann, Taglöhner und arm Knechte ihr Lidlohn sp. dran 
[an Abgaben].' Bidf.i;.m, 1710. Seinen Lohn daluire» sp. 
inieße" USch. ,Den beiden Schwösteren ... die ihre 
Weibergüter zu dieser Ablösung [einer iScbnld] ber- 
gespannet.' 1730, Z. — 5. s.spmnneiill. — Spanne" II n. 
,Dassp„ intensio.'FKis.:MAi,.; Dexzi.. 1666/1716 (auch ,in- 
tentio'). Entspr. 2. Im Hochzeitsbrauch (vgl. Sp. 249 M.): 



tSi'jiii. Iiesrli' Mimz '^ friiiil umjcrv'i'iis der Vick [der Braut- 
führer den Br;uitigani|; 's isclt halt oo" viif/'" ''cm Sp. 
.JSciMi.u ISS!). Zu2d. , Die minimste Wegsteigung kann 
bei versagendem Sp. katastro])bales f's/ref/e" veranlassen.' 
Bärnu. 11125. ,[Die Knaben] rannten ... den Fuhrwerken 
nach, um mit Underlegiie". Sp. oderunverblümtem Bettle" 
(Jeld zu ergattern.' ebd. 1914. Entspr. 3: /'■'' han uf 
ei" Chhtpf es Würgge" u"^ Sp. im Hals uliercho" . . . 
u"'> han enanderCnä"'' ke"'s lilts Wort us-nier 'brächt. 
CHRllEnniENU. 1916. — g''-span(n)e", g'spanweHl 
usw. ,Ges])annen, (in)tensus, intentus: ges))annet, er- 
starret, contentus.' Eins.; Mal.; Dknzl. 1. a) entspr. la. 
,Daß der Stamm von dem Saft also angefüllet und gleich- 
sam ges]iannet, daß solcher in die Dicke nicht wachsen 
kan.' EKüNifi 1706. „Von einem Euter, sell)st auch von 
einer mütterlichen Brust, mit Milch vollgefüllt'' BE., 
Hk. ( ij'spcnnt). Si.; LE. ( g'spennt r, Syn. brösch 1 (Bd V 
826). Si het d's Uter g'spennts, bes. von Ziegen BHk. 
Eini lim die anderi i'o" dene" brave" Weidchüene" ischt 
cho" zueclie" stö" u"^ het ires g' spannete Uter gern lo" 
Idre". SGpELLER 1919. I" de" Matte", wo schöni Chile 
am Grase» si" ... d'Uter voll u"'' g'spanneti. FAnd. 1898 
(BSi.). Auch bei Fris.: Mal.; s.'blanen (Bd V 105). - 
1)) entspr. Ib. Von den Armen des gekreuzigten Hei- 
lands ; s. Bd VI 1 1 48 M. (XV., G Hdsch r.). Er het vor Freud 
mit der flache" Hand nf ■n"s g' spannete Bei" g'schhige". 
RvT.vvEL 1913. Si [die Jesuiten] h'i^" du mit ire" 
(fspanuete" Näcke" 'tä" wi" alli Mal. ELeuthold 1913. 
[Die Teilnehmer an einem Begrixbnis] si" mit zilchtig 
g' spannete" (Tlidere" i-rbar g'stahclig liinger ''em. Töte"- 
haniii nuhe" 'zöge". SGfeller 1927. Unsinnlicli. Mit 
g'spannenem Aug hiegl ä"se'' Ma"" gäge" de" ... Ar- 
icangerSchloßdurm «.e/ic".BARNii.l925. ,I)ie Engel, deren 
Augen ohn Underlaß offen, deren Uhren gesiiannen.' 
AKlinglek 1688. In RAA. und stehenden Wendungen. 
Uf g'spanntem Fneß mit Ein'm si", wie nhd., doch 
nicht eig. volkst. (fspannt .??" mitenand Ar. G'spanne." 
(AiBr.; Ar, It T. ,allg.'; SchR., Schi., St.; Tu, so 
Ew., Mü.; Z, so Bül. und It Spillmann), z'g'spa.n(n)e" 
(GBern., Rh.; Tn, so Mü.; ZSth., Zell und It Spilhnann), 
g'spannet (Ar; GrHc,, Valz.), g'spannt (ZStdt) stä". 
bereit, zur A'erfügung. zu Diensten stehen, .gleichsam so 
bereit sein als ein Schütze, der mit gespannte)' Senne 
alle Augenblicke zum Schießen bereit ist' (T.); Syn. 
Faräde", parat stä" (Bd IV 1436. 1438); vgl. eer-sp. F'' 
ha" miieße" g. stü" SciiR. Nimt ist hingirileger ah eso 
en ganze" g'schlagne" Tag z'g. stü" und all nöil icisse" 
we^ders GBern. Bi dem Meister mues^ mer ulliteil g. stä" 
ZBül. ,So ich nun zwüschen den beiden als vil als ge- 
spannen ston [in der lat. Fassung ,inter ista duo in- 
commoda'], nämlich zuo einem teil, das ich dir [dem 
jungen Gerold Meyer von Kuonau] ye etwas schenken 
muoß, zum andren das ich nit muoß noch wyl, sölichs als 
sich zimpt ze machen, haben mag ...' Zwinhli. ,Diewyl 
er [der Nachrichter] sines ampts halb gebunden ist, umb 
sin bestimpte besoldung . . . inn der statt one ferrerer 
belonung gespannen ze stau.' 1540, Z RB. ,[Die Arzte 
müssen] so die Pest regiert, gespannen stahn und ihr 
Bestes tun.' 1602, Z. ,Hat dan nit Gott in aller Welt zu 
P'reud und Leid gwüß Zeit besteltV Müend wir allein 
gespannen stahn, vom Pfatt' uns also bochen lahnV 
JMahl. 1620. .Gespannet stehen, servire alicuius com- 
modis, utilitati alicuius, obstrictum et devinctum esse 
alicni.' Hosp. S. noch Bd VII 964u. 1077 M. c Si'»». IIJ; 
VIII 1133 u. Ei">'m ( all, allin-il, 'Jag und Fallit, 'syam 



257 



S|>aii, s]»'ii, s|iin, s|Hiii, s|iiiri 



258 



Jär Uli.) g. ff;i.) sin" (iiiiießi"'. sö/le"). Mfiiist. dv 'J'oktcr 
chöHH nw dir e/'ei" ;/. stfi", er lieb ausl kei" l'nticnlif" '^ 
AHrciiiENB. 1914. .[Es soll] in (Irren zuo Schat'huseu lius 
... ein lieugst minen lierren jjspaunen stan.' 1499, Z. 
,Si [die Mitglieder des Kleinen Rates] müestend ineuk- 
lichem durch das ganz jar gespanneu ston, so die anderen 
das ir st-liüefend.' 1.514, AAMell. StK. ,Nun stat dir [Eck] 
doch all weg das tor zuo Zürich offen und ston ich dir 
all weg gespannen.' Zwixgli. ,Es svp alls . . . daliin 
gricht, damitt si [die Venezianer] mit irer macht ... 
ouch dem balist wider uns ges]!annen standind.' 1.567, 
Brikf (TP'gli). .[Die Herr.schaftsleute] müestend ... ihnen 
[den Soldaten] wie die iScIaven gespannet stolin.' Anhorn 
l()O3;20. ,I)ie Juden i)tlegten die gehietenden (■ehott 
Gottes abzuteilen in 248 nach der Zahl der (ilideren 
des Menschen, welche alle den Gehotten Gottes ge- 
spannen stehen sollen.' Hon. KitiG. .Gott dienen ist die 
größte Freiheit, dargegen der Sund gesi)annen stehen 
ist die lieschwiirlicheste Knechtschaft.' FWyss 1075. 
S. nochBdVlll ö4Gu. ,Üf eineng. sf: ,Hans trummeters 
son will man halten wie Clousen trummeter selig, näm- 
lich jerlich . . . 20 gl. . . . doch das er uff myn herren 
gespannen stände.' 1555, Z RM. Mit Angabe dessen, 
worauf sich die Bereitschaft bezieht. Mit ,uf'. ,üaß der 
apt in derOw ... geheißen worden ist, dem hus üester- 
rich uff' zwei pfard und 8 fnoßknecht gespannen ze stan.' 
1531, Absch. ,üas er utt's tachtecken ges])annen stände.' 
1555, Z RM. ,Was unsere Landleut in der March . . . 
erkaufen . . . das sölliclis allein durch dero in der March 
gedingete und geschw(jrene Schift'leut, als die darauf 
immerdar gespannen stahn müeßend, müeßend [I] ge- 
füehrt werden.' 1579, Z (jüngere Abschr.). Mit andern 
Präpp. ,Das er [der , karrer'] (i guoter karenroß haben 
und damit dem buwmeister allweg gespannen stau ... 
solle.' 1527/9, Z RB. ,Umb einsi nutz willen gespannen 
stou, für einen anderen arbeiten, sein sach erhalten, 
niti pro aliquo.' Fris. ; Mal. ,Und soll ich [ein Vikar] 
fruow und spat rych und arm gespangen [!] ston mit 
hredigen uiul mit anderen göttlichen ämpteren.' 15()5, 
AAWett. Arch. ,l)\vvl beder stetten ingesässen hurger 
... in reisferten und zogen mit denselben stetten ge- 
spannen müeßen stan.' 1583, FMu. Stil. ,[Einem] mit 
Dienen gs])anen ston.' JJRükger. , Diese Libdinger und 
Pfrüender müeßend dem Spital nüt gspannen ston dann 
allein in dem. was si gern tuond.' ebd. , Unser Metzger, 
welcher den Nonnen im Fahr mit Metzgen und .\nderem 
gspannen stahn mueß.' 1G82, ZSchlier. ,Daß der Herr 
sich auch nicht beschämt und beschwert hat, dem Vatter 
gespannen zu stehen in der Arbeit.' FWvss 1697. S. noch 
Bd IV 1()U7 (Zil-BüchsJ; V 347 u. 972 (Nacht-Brot); VI 
738M. (wo zu lesen ,stan ... müeßen'). 1823 M. Neben 
verwandten Ausdrücken. ,Wir ... habend inen solch zil 
[zur Widerlegung unsrer Lehren] von Simon- und Judas- 
tag hin bis an den ptingstag gestreckt, darzwüscheud 
alle tag unsere gierten gspannen und wir wartende ge- 
standen, ob uns doch ieman . .. mit dem gotswort irtuonis 
oder mißverstandes underrichte.' Zwinci.i. .Die tregel 
sollen sonier und wiuter gespannen st(ni und scliuldig 
sin, sich och des uit widern, ainem jeden das sin 
Hissigklich ze tragen au sin stat.' 153S, GSteinach. ,Der 
predicant uff' dem liürzel [soll] dem lüti}riester zun 
Horgen als sin lielfer ... gespannen stan, dien^tlich und 
gewertig sin.' 1541, Z RB. , Damit er [ein S(breilier| 
dem allem dest gtlißner und trüwlicherobliggen. warten 
und gespannen staan möge.' 1558, Z. ,Üb es sich begebe 

Schweiz. Idiotikon X. 



. .. daß ein Gstift solchs [Ausbesserung von Schäden 
am Meierliof] maclien müeßte, als dann so! er [derHof- 
meier] auch umbden gebürliche[n] Lohnjederzyt darziio 
verbunden syu und gespannen stahn.' ZAlhisr. Gff'n. 1561 
(Abschr. A. XVII.). ,Daz ein jeder weibel den herren 
burgermeisteren und dem rathus tags und nachts wie 
ein stattknpcht gespannen stalm und gewertig syn solle.' 
1582, Z. ,Deni Teufel ... müssen dienen und gespannen 
stehen.' Gweru 1646. .Ihm (dem Herrn] anhangen, zu (ie- 
bott, zu (iefallen und gespannen stehen.' JJUlr. 1727. 
S. noch Bett-rin (Bd VI 1364) ; K-ye-ridit-Srhriher (Bd IX 
15.50). Mit Sachsulij.: ,Das der selb .Mötteli soll für KlOO 
gülden vertrösten also, das dieselbigetrostungumb disen 
handel und ob sich etwas witeres erfinden wurde, haft 
und gespannen stan [solle].' 1527/9, Z RB. ,G. sin.' ,Das 
si [die Bürgen] umb alles das haft und gespannen sin 
söllint, so berüerter N. sins ampts halb verfallen und 
versumen möchte.' 1527/9, Z RB. ,So das wyb etwas 
hienach [nach Abschluß eines sie und ihren Mann be- 
treffenden Konkurses] inn erbs wyß wyter überkeme, 
das sy gespannen syn müeßte, sölliche unbezalte schul- 
den fürbaß abzefertigen.' 1550, Z Ratsbeschluß. Mit 
Dat. (F.). ,An vogt von Trachselwald. Diewil der kilcher 
inen sol gespanen und verptiiclitet sin. alldann im sine 
recbtsanie und zuogehörd gevolgen zuo lassen.' 1524, 
B RM. .Die priester müeßen iren gerichtsherren wie 
ander biderb lüt in lieb und leid gewärtig und gespannen 
sin.' 1530, Absch. (Tu). ,Zwen predikanten ... die ... 
der pfar mit predigen und allen andern notwendigen 
hrüchen und solenniteten gesi)aunen, gewärtig und he- 
holfen sin sollen.' 1546, Z. ,Ein Diener mag \iud sol nit 
tuon, was er wil, sonder ist seinem Herren gespaniu'n 
und soll autt'ihn sehen, was er ihn heiße tuon.' II. Hklv. 
Conf. 1566 (1644). S. noch Bd IV 1345o.; IX 1538 ( Vngt- 
Schrll>er). Insbes. (auch schon im Vor.) von militäri- 
sch er Bereitschaft, PikettstellnngScHSt.; „Z" (St.-). „Er 
ist gespannen, gehört zu dem Aufgebot"; vgl. die Anm. 
,Da eine verstärkte Infanteriewache notwendig ist, so 
wird, um zum voraus zu wissen, wer darzu gehört, die 
erste Bürgerkompagnie für den Lauf dieses Jahres in 
dieser Rücksicht als gesi)annen angesehen.' Sch Feuer- 
ordn. 1806. .Nachdem nun das erste Vierteil als das 
erste, andre und dritte Fendlin diß Jars gespannen stat.' 
1637, Sch Ratsprot. ; später: ,l)er erste Fahnen soll in 
die Stadt gefordert werden und sie sollendt 3 Tag ge- 
sjiaunen stöhn.' - 2. zu Bed. 2. De'' yacliher . . . hat 
di'iie" MCirere" [Knaben, die seine Mauer beschmutzt 
hatten] e" Suftitjx Ulicrdieff'KjMiiinte" Hase" ine"g'haii"c". 
ELocuER-Werling (M.). Vi'' mit de" (fapamiene" Hüsli, 
von einem Zierbengel Bs. ,Die gesi)annen sennen an 
einem armbrust, nervus tentus; (ein) gespanner (auch 
, gespannet'. Mal.) oderaufzognerbogen, arcus contentus, 
intentusarcus; die gespannen oder aufzugnen seifen auff 
einer har]ifen, Hdes in cithara content;*.' Fris.; Mai.. 
(Weiteres ebd. 175 b). Der Fade» ro" dem Chhuuieli 
isch' ... vo" eio^m G'länder zum andere" (i'npaHnel g'Ki''. 
RvTavei. 1904. ,Das Netz wird ... iangsain. auch /i«///, 
nkhtii'spaiinet in das ... Wasser gesenkt.' Bakxi>. 1922. 
,Die Feinlieitsstufen |bpim Srhriite" der (Jetreidekörner] 
werden herausgearlieitet durch die zuerst n-it und 
dann gäng ümjer y'xpannete" Schrotwalzen.' ebd. 1925. 
(rxiiaiinte>- Bode", leicht gewölbter Stubenboden ohne 
, Unterzug', dessen Bretter in einandi'r und in die Rahmen- 
balken fest vernutet sind AcT. (in altern Häusern); vgl. 
JHunz. 1913,5, ferner spannen 2g zum Schluß. ,Flur- 

17 



2ö0 



Span. s])(i 



spill, s]lnll. >|iuM 



260 



stücke ... die mit fi'xjxinnetem Bode" an das Udrspunue» 
(schön flach Hinhreiten) zIS. eines Tuches erinnern, 
also i'he" sind." Baknd. 1911. Zu 2c. Von einem Schaf; 
s. Spaiin-Bii.eh (BdIV942: Gotth.). ,«0 ... der weihel 
väcli am schaden Hndet, das sol er den hurK'eren on- 
geschendt heim zuo hus und hoff tryhen und daljy an- 
zeigen, das ers ann des oder des schaden funden und 
abtryben habe, und im damit ietlichs gespannen linupt 
an ein Schilling, ein ungespannes an zwen Schilling . . . 
pfenden.'ZElgg Herrschaftsr. 1.53.5. S.nochBdIX1892M. 
— 3. a) zu 4aß. ,Die fast hocligespannen klagen und 
antworten.' Ansh. ,Diser höchstgespannen vorderung 
warend min herren iihel zuofriden.' 1500. JHai.lkk 1550/ 
73. — b) zu 4b ct. (UfOppis) (fspiiiiiie" (Es; Soull.), 
(/'spannet (B, so E. und ItZyro), (/spannt (Aa; Av ItT. : 
Bs: Th und weiterhin) sl". wie nlid.; kaum eig. volkst. 
Druff' recht (j. se" Ar (T.). l'i' hi" ;/., w'e's de>'t iw'' use"- 
chiint 8ch; Th. Der Sclineliiieifiter ... isch' y. fi'.sl", iras 
jes (/u" iiiüeß. SGkkller 1911. In scherzh. Vergleich. 
[A.:] Los, was mir hitte» Morge" .icho" 'passiert incJt' ....' 
[B. :] Ja, was du nit saischf, do Inii-i'''' aber y. irie-ne" 
Trummle". Nationalztg 1918. i>ö hm-i'^'' aber g. wt^-ne" 
Rege« schirm, auf eine Neuigkeit. AHaller 1930. — un- 
ge-spannen (ä. S|)r.), -g'spannet B: Gegs. zum Vor. 
jUngespannet (lugg, abgelassen), incontentus.' Fris. 
(schon 1541); Mal.; Denzl. 1666/1716 (,ungespann(e)t' i. 
Zu spannen '2c: ,Ein ungespannes (houpt)'; s. o. Zu 
spannen 2d: U. fare'^, in großer Eile, aljer leichtsinnig 
dreinfahren B. 

AinU'l. 8jKmnait, -cvi st. A'li, inlul.aiirh sj'ennensw. \'l); vgl. Gr. 
WB. XI, 1895/1908; IV 1, 4134/5 (,gespaimen', .gespnnnf); 
XI:3,86C(,mige.spannt'); Diefenli.-Wük-ker 875: Schiii.-I1672. 
679 (rpemjeii in Bed. •?.) : Martiii-Lienh. II 542 : ChSdiiiiidt 1 901 , 
331; Fischer A' 147G/S (auch spanije". apäiine"): VI 178 dm- 
ffeHpannen), zinii FornialcTi im .\Ilg. Iiannen (Bei IV 1277). Die 
Au.ssjjr. npane" (st. -nii-) ist auch anßerhalh ihres lautges. Be- 
reichs für Ap (BSG. I 175) und Gl (neben tpünne") bezeugt; 
späne^^ in .\pLb. hat die Länge von danebenstehendem Vm--, 
Kue-, BB"'-G'spa (was Sp. 244 für ApLb. nachzutragen ist) be- 
zogen, wie etwa bane" für haime" von Ba <^ Bann (Bd IV 1270). 
In .\a It H.; B tw., su E. und It Zyro (s. at-n^Mimi;/) : LG.: S 
gilt zwar spanne'^, aber (Ein-, Zicei-i Spmier, (ein-, zwei-} späniij, 
ferner ah-, un-, iriitempäniir. hier spielt wahrsch. die Sippe von 
Span (GespanJ herein {eiiiHpöniij zB. als .ohne Gespan' verstanden) 
Das st. Prset. , spien' ist in nnserra Material bis M. XVI. (zidetzt 
1555, BBiel Chr.) zu belegen, einmal (1416. Z Seckelamtsrechn.) 
auch ,s]iiente(n)' als Koniproniißforni. Das sw. Ptc. ,g(e)spaunt' 
(das an sich auch zu .spännen' gehören kTinnte) erscheint seit 
A.XVl. ; die ZBibel hat bis 1638 die st. (doch \^].üs-ije-spavnen), 
seit 1667 die sw. Form; Schwanken zeigen Fris.; Mal.; Ansh.; 
Vogelb. 1557. Heute stehen die verschiedenen Ptc. -Formen 
(von denen y'gpannt überall schriftspr. Einflusses verdächtig ist). 
zT. am gleichen Ort nebeneinander, oft mit Bed. -Unterschied, 
so in Ap It T. t/'npanne" in der (wie auf (J'ipnne", Genosse, be- 
zogenes z'G. zeigt) früh isolierten Fügung (/. «^«" gegenüber 
ifspannet in Bed. 2d, i/'KjximU in droß' ij. se", It Huiiz. 1913, 5 in 
dem d<;r Handwerkersi)r. entstammenden </-e'' Bode^', ferner in 
dem verbreiteten vf Öppis (/'npannt hi" gfgenüber sonstigem 
(/'spanne", in B It Zyro in der eben genannti'U Wendung i/'syxtniie«, 
aher nf t/'sp(tnntem Fueß (Wie") usw. Die umgel. Form npiinne*' 
erscheint auf einem östlichen (Gl ; Gr; G.\., T., Wl.. vereinzelt 
auch in ApI. : ZBär.), mittlem (VO) und westlichen (B: F) Ge- 
biete in den Bedd. 1 aa. 1 c. 2 (f) und 3 ; sie fehlt bezeichnender 
Weise vollkonunen in Bed. 4. Das morphologische Verhältnis der 
beiden Formen ist unsicher ; Zyro (B) bezeichnet spenne" als 
Kaus. zu apanne'^. Übrigens wird in B die e-Form neuerdings 
oft durch die a-Form ersetzt. Die Angabe „sp., zum Kriegs- 
dienst aufbieten oder auffordern, um sich für denselben bereit 
zu halten Z" (St.-) ist viell. nur aus ..er ist ges])annen*' 
(s. Sp. 258) erschlossen. Bed. 4b a kann tw. auch von 2 a aus- 



gehen: vgl. .auf Einen spannen mit dem Bogen' (Sp. 248 u.) und 
Sp. 254o. den Beleg aus Limmat 1873, sowie die Def. von 
TTcdjler zu ijespanuen stan (Sp. 256 u.). Zu Bed. 4b 5 vgl. bes. 
Fischer V 1478 mit weiterer Lit. Nicht sicher zu erklären ist 
die Wend\ing .den clior sj).' in der folgenden Stelle aus Salats 
Sihmählied auf Zwingiis Tod bei Kappel (Bächtold 118): 
.Lncern hat im gesungen zum saitenspil ein baß . . . Schwitz 
schluog im ein teuere, Underwalden spien den chore, Zug strackt 
den alt entbore: als ward sin musik ganz ...': nach dem Zshang 
kann der Ausdr. nur auf den Diskant gehen: gründet sich das 
Bild auf einen Vergleich des Diskants mit den hohen Tönen 
einer gespannten Saite? Das W. ist auch ins Rät. entlehnt in 
Bed. I, auch 2 (span(n)iar: s. Conradi211 : Carisfhl52: Carigiet 
321) und 4 b fi (im Munde rom.an. Kantonsschüler in Chur: 
vnst tu a spnnnar. n far ii spanneu f). Vgl. noch spni/ieren mit 
Anm. (Sp. 55). 

ab-: 1. eig. ,A., etwas gespanne(n)s ablassen, re-, 
detendere.' Fris. ; Mal. ,A., retendere, remitiere.' Denzl. 
1677. 1716. a) entspr. spannen 3. .FAn Wupp a.' Reith. 
1846. .Den bogen a.. ablassen, arcum retendere.' Fris.; 
Mal. Bildl.: ,Das [der Einwand, daß Menschen nicht zu 
bessern seien] ist, so lang die Welt steht, das Wort ge- 
wesen, womit dumme und schlaue Leute ... einander 
geholfen den Bogen abzusp., wenn etwas Gutes, das 
man mit den Menschen machen wollte, nicht in ihren 
Kram diente.' HPest. Insbes. .) entspr. spannen '2a, von 
der P'ol ter nehmen .■ s. üf-sp. Ib-x. — g) entsi)r. spannen 2 b, 
(Zugtiere) ausspannen B, so E. (auch Gotth.), iS., Stdt 
und ItZyro; Z (s. an-sp.). Bert [in der Scheuer] hei"-si 
mücße" warte", tiis d'üoß ahg' spannet . . . g'si" si". 
RvTavel 1916. Abs. Hans, spann ab! LoosLi 1910. 
,[Die Marktfrau] steigt ... vom Wagen, spannet ab und 
führt . . . ihr braves Tier seiner Herberge zu.' Bärxd. 
1910. ,So ein frömder Fnohrman neben dem Brunnen 
tränkt undt nit ahspandt [wird er gebüßt].' 1690, AaMcII. 
StR. — y) entspr. spannen 2f\ ab-, versperren; Syn. 
ver-sp. ,Daß sieh [Kriegsvolk] allda inschanzen und den 
Baslern, auch SoUenthnrn den Paß a. ... wellen.' 1628, 
ScH. - h) eni%\)V. spannen Ib. 'sWüdeli a.. ,sich zum 
Heruntergehen anschicken' Bs Gedicht (nicht nachzu- 
prüfen) ; vgl. fif-sp. — 2. a) abspenstig, abwendig machen, 
bes. Personen, die in einem Dienst-, Liebesverhältnis zu 
Jmd stehen Aa: Ap; Bs; Sch; Z. Er hät-mer'n ab- 
g'spanne". einen Arbeiter, den ich bereits gedungen 
hatte ScnHa. Schäni,icht-di<^^' nid, ... vor<'em Liseli? Im 
di}"weg de" Jakob abfsp.'. MRixgier. Ist Das nüd uner- 
hört ? De'' Su" dem Vatter d'HöchzUeri" a. ! H Bader 1 926. 
Die Natalien ist scho" zimli'^'< wU mit dem Herr W. und 
de mnest fest dehinder, trenn d' ere" [ihn ihr] wiH a. 
LSteiner. ,Kein Müller oder Mülleherr solle mit Geld 
Vorlieben oder in andere Weg an Büß 10 Pfund Deniers 
dem Andern seine Kunden a.' 1604, KWilh 1847. .Wer 
seines Nächsten Knecht oder Mägd abspannt, abdinget, 
aufweist, spröd oder pöcbisch macht, daß sie nicht mehr 
zu verbrauchen.' AKlingler 1702. .Wenn Derselbe sich 
understeben solte, denen Schiftleüten die l'ersohnen ab- 
zusp.' 1751, BsSt.; noch öfter. ,Kein Meister [soll] dem 
anderen seine Kunden oder Arbeitgesellen oder -jungen 
abspanen oder verhinderen.' 1764.G Rq. 190?. (tiliorsch.). 

— b) Einfm Öpjpis u.. abfangen, wegnehmen Bs; ThMü. 
(zB. durch listige geschäftliche Konkurrenz). ,Daß die 
Factores in (5enif einanderen die Brief nicht a. sollen.' 
1677, ARotach 1909 (Postvertrag zw. B; G; Z). Mit 
Sachsubj.: ,Daß die Wassergänge bei anfangendem 
Winter durch das Eis verstopft den durchfließenden 
Wassern den Weg abspannen.' JJSchefchzer 1707. 1746. 

— 3. = ah-spiclren '2a (Sp. 98/9) Ar; Bs (Stud. 1910). — 



2(il 



S|(!ni. s]ii'ii. s])iii. s|iiiii, s|)iin 



2H2 



Ab-spanneii n.: zu 2a. .Alles Verführen, Locken 
und A. des Gesinds soll gänzlichen verhotten sein bei 
Straaf einer Mark Silbers.' 168.5, Bs Rq. — ab-g"- 
spanne": abgespannt, ermüdet ThMü. Mini Nerve" 
send (!<:>• he<\) ganz a. — Mhci. in Bed. la: vgl. ßr.WB. I 
122, ferner (auch für Bed. 2) Martin-Lienh. II 542 : ChSctimidt 
1896, 8 : Sc.hm.'^ II 672 ; Fischer I 69 : EOclis I IS. Bed. 2 läßt 
sich an lap anschließen (vgl. ai-Mfjeii I az und i/ £ Bd VII 
1631. 1635), gehört aber urspr. zu amhd. »/jaium, sjKiHn)en, 
locken, reizen: vgl. das Folg., sowie ah-spän^tt)!. — ah- 
spän(n)ig: wohl = abspenstig B (Zyro: ohne Bed.). 

über-, in BLau.: GrS. uher-: 1. trennb.. Etw. über 
Etw. ,spannen'. Von einem Steg: DulJiie" lit en [vom 
Wasser weggeschwemmter] Stegij, de" müend-er es Tagii 
inzie''en [ein Stück taleinwärts ziehen] und «., über den 
Safierrhein GrS. — 2. untrennb. a) Etw. .spannend' 
überdecken Bs und weiterhin. — b) Etw. übermälSia 
jSpannen'. .Wann man den Bogen übersjiannet, so bricht 
er, arcus nimium tensus rumpitur. violenta non durant' 
Hosp.; auch bei .JMeyer 1700. Bildl. .XX. band den 
bogen villicht Überspanen ; dann man muoß grob machen 
oder einfalte lüt Verstands nit.' 15fil, Brief (.IFabrieius). 
,Der h. Paulus leert uns . . . wir söllind der oberkeit 
gäben, was wir iren schuldig syend , . . Doch sollend die 
herren den bogen nit ü., sonder ein maali halten.' LLav. 
1583. S. noch Bd YIII2.5ÜM. .Die Seiten ü.'; s. Bd VII 
14i-to. Uneig. E" Sacli niul ii. Z (Spillmann). — über- 
spanne" SchR., -spannt Aa; Ap: Bs: B; Gl; Tu: Uw; 
Z:zu2b. .Überspannter bogen': s. Bd VI 400M. Uneig. 
,Meine Kräfte nehmen ab, meine Tageslast wird immer 
größer und immer überspannter.' HPest. Bes. wie nhd. 
vom Denken. Handeln, wohl allg. Er ist ii. (SchR.), en 
ii-c Hond (AaF.). Kerli (Th), CIiopf{\x; Th). Er heige 
nel Zit. mit u-e" Wihere" z'b'reclite" u"'i z'teschkitriere". 
ChrReichexb. 1916. Das ü. Tue" vu" süie" Schwöstere". 
JHefti UI05. Im Wortspiel mit 2a. Ein ,alter Parisol' 
wehrt sich gegen die Bezeichnung überspanntes Ding: 
, Überspannt sind eigentlich nur Diejenigen, die unter 
mir und Meinesgleichen herumlaufen.' X'nw Kai. 1899. 
Worum hrüclie"d d'Schuellerer ke'n ,Scliinn:' Si sind 
scho" ii. g'niceg Z. — Vgl. Gr. WB. XI 2, 561 ('2 ; Martin-Lienh. 
II 542: Fischer VI 64. Die uneig. Verwendung des Ptc.s ist, 
wie auch die weite Verbreitung der Form -^/miint zeigt, nicht 
bodenständig. 

üf-, in BK.. (I. (SLiechti) in Bed. la -speiinef n): 
1. a) (spannend) öffnen. Einen Schirm ü. wohl allg. De'' 
tuet g'ad all 's Mül ufspäne". = Ited all 's Mül off' 
(s. Bd IV 177 u.) ApLb. Bin Überraschter spennt 
d' Augen üf BE. ly Augen ganz ü., von ergrimmten 
Gegnern. Schwzd. (SLiechti). — b) übergehend in die 
Bed. (spannend) befestigen. ,Dip segel zertuon und 
aufsp., deducere carbasa. intendere vela.' Fris.: Mal. 
,Habeu wir die segel autfgespannen.' Eckl. 1575. ,Den 
Segel aufsp.' Z Xachr. 1756. Hei"' icoft-i^'^ i» d'Schwiz: 
if>' u-eiß zwar mfii' l-ei"s Plätzli. no-n-i"'> ml"s Zeit wiM 
ii. .IKeixit. 1926. ,Ebe er [(iott] ufgsjiannen s himels 
zeit.' JWaüxer 1581. S. noch Himmlezeii (Bd II 1'295). 
,Zuo einem weerd. darutf man die tischergarn am 
meer ufspant.' 1525;89. Ez.: ,ausspann(e)t.' 1 63.'^ ' 1 S(i8. 
,Tendicub,v. Stangen oder staglen und dergleichen, die 
zuo tuocli aufzesp. dienend, wie man bei den bleikeren 
sieht.' Fris. .Drei lioche Stüd glycb wie Sägelstangen 
. . . an welliche man utl'alle fürnembste Fest die stendardi 
oder roten, sehr großen Fahnen ufzusp. pflegt.' Z Ge- 
sandtscbaftsreise 16()(S. ,So es regnet, sollen Tüecher 
autfgespannen . . . auch das Taw durch die autfgespannene 



Tüecher auffgefasset ... werden.' Krieüsb. 1644: ,auf- 
gespannet(e|.' 1667. S. noch Sj). 249 u. Tücher zum 
Sticken uf d'Bame" ii. GrAv.: vgl. Bd VI 890 (Bed. 2). 
.Min herren habent X. dem wullweber den blatz zur 
tuochram glichen . . . und so mitler zyt ettlich andere 
burger ouch allda tuocli ufzesp. begerten . . . das dann 
an minen herren ston [solle], sy darumb zuo entscheiden.' 
1564, Z RM. De" Zettel u. Aa (H.). S. noch Zettel-SpucI 
(Sp. 197). Anderi Seiten ü.; s. Bd Vll 1444o. .[Bei der 
Kreuzigung] wart zem erst sin lingü baut mit ainem 
nagel ufgespant.' Werxher ML. Insbes. a) = .'Spannen 2n. 
Dem Landvngt .n" Chnerht spanne"d-en [den vermeint- 
lichen Übeltäter] »/' ... [X'achher] löt de>' L. de" Ma"» 
vider ahspanne". (tPeterhaxs 1925. — |i) wohl entspr. 
spantien 2g. ,12 p H. werchmeister von der zell zuo 
Mellingen utfzuosp.' 1545, AaB. Baumeisterrechn. — 
2. Etw. in (erhöhte) S|iannung versetzen, ausspannen. 
Von Schußwaffen: s. schon spannen 2 (Sp. 247/8). .Den 
bogen biegen, krümbeii, aufsp.; lunare. intendere arcum.' 
Fris.; Mal.: s. auch Sp. 248o. Eine Armbrust ,ü.'; s. 
Sp.248 M. 's Wädeli «., ,sich zum Heraufgehen anschicken' 
Bs Gedicht; vgl. a/>-.>7). — üf-g'^-spanne", -g'.'ipa,nn(e)t. 
Zu 1 a ; s. Henn-Schlitten (Bd IX 777). Zu 1 b ; s. schon d. 
,Die ufgespannen zelten.' 1576, ZNeuj. A. ,lntenta vela, 
aufgespannen oder ufgerichte sägel.' Fris. — .Mhd. uf- 
»irannen: vgl. (ir. WB. I 740: Diefenb.-Wülcker HO; Fischer I 
421: EOchs I 86. — üf-spanner m.: Werkzeug des 
Geburtshelfers zum Öffnen des Muttermundes; vgl. 
Spiegel 2 in (Sp. 64). .Struben. ufspanner. uftrili uuil 
Zangen.' Rcef 1554. 

a(n)-: 1. in B, so E. auch spenne" a) n\\.%\)V. spannen 
la, spannend anziehen, zB. eine Schnur, Kette, allg. — 
b) entspr. spanneit Ib. .Wie haben sie [die Teilnehmer 
an einem Wettrudern] samt den Armen die Augen a"- 
g'spanne»:^ Barnd. 1925. Seine Kräfte a'>spenne" BE. — 
2. entspr. spannen 2. Es Wab a., indem man die Ketten- 
fäden auf dem Zettel-Baum befestigt GrPp.; vgl. üf- 
buumen 1 (Bd IV 1251). Insbes. a) von Zugtieren .\v; 
Bs; B: Gn: L; Sch; Th; Uw; Z und weiterhin, doch 
zT. weniger volkst. als an-henken 1 a (Bd 11 1459), -legen 2 
(Bd III 1 I.SO), -setzen tai. (Bd VII 1653). Me" cha'"' die 
Chue niimmei' a., si hat e" tios Bei" SchR. D'Lisen [ein 
Pferd] ist na'''' jung und starch g' ■'^t^ ... drum hät-si de'' 
Meister all Tag ayi'n Milchwagen a"g'spannen , _ _ H'y 
d'Strdß vider e"chli" liergal) y'gangen ist. hat de'' Mileh- 
ma"" de" Erit: [ein zweites Pferd] aljg'spanne". MIller- 
Blesi (Z). ,Das Eluegsg'sehir''. an welches man die Zug- 
tiere a"g'spanne" hei.' Barxd. 1925 : s. noch Ein-Spänner. 
Oft abs. Las' a.! .Sjiann an und far hinab.' 1525/1868, 
I. Köx. ,Daß an Sonn- und hohen Festtagen . . . während 
der Predigten keinem Fuhrmann angespaiinen werden 
solle.' Bs POi'dn. 1715. RA.: IFer nid a»g'spanne" hat. 
dum cha""-me" nid corspan"e". Sri.öER. Bildl. .Helffend 
einander sjjaiinen an. das unser wagen möge gan', Lucifer 
zu den Teufeln. RCvs. 1593. Mit Obj. -Verschiebung. 
Me" spannet 's Sclwsli a". HBader 1926. .Do spannet 
.loseph sinen wagen an.' 1525 1S()8, 1. Mos. - b) ent- 
spr. spannen 2g. Von der ersten Balkenlage eines Holz- 
gebäudes GrL.; Xnw (Matthys); V. l>'s //hw a. Xnw. 
Wennd es llolzhüs ringum a»g'spannets sig und es 
■ichnü drüff. se geb's es Wäntele"hüs ap. han-i'^'< seho" 
mi eppe" g'hert säge». SV. 1929 (FWiler). Vom Holz- 
gerüst eines .Wuerkastens' (s. Bd 111 541): .Mit zwei 
Pfälen, die von oben herab getrieben werden, verbindet 
man diesen hintern Wandbanm mit den zwei schon 



2fi3 



Span, speii, spin, s])nii, spiin 



264 



liegenden .Fochern und so ist der Kasten, wie man sagt, 
angespannt. Die niiehste Arbeit ist nun, die Hölung 
des Kastens mit Steinen auszufüllen.' ür Sammler IHia 
((JRl'r.). — 3. a) .hnd (zu einer .\rl)eit, Leistung odgl.) 
heranziehen, herneinnen Aa; Bs; B; ür; G; Sch; S; Th; 
Z. J\Ier iränd eins l'ursfhli e"chli" n., ,ihm ein wenig 
Arbeit anweisen' AaF. De'' Biieh wird iez cehli" «"- 
(/spanne" SchU. D'Jumpfere" mög . . . de" Chole<^dampt' 
nid aparti verlide»; si hält g'wüß morn Chopfwe, ice«»- 
me" si z'lang a"spannti, zum Plätten. FOschw. 1919. 
[Pfarrfrau zum Manne, der über Zeitmangel klagt:] De 
bisch' selber g'schtild. verum läst-di"'' überall la" a. 
EEscHMANN 1918. [Auf die Frage an die Geschwister, 
wer Taufpate bei dem zu erwartenden Kinde sein wolle] 
hei"-sicli' du grad pieri g'chüntet ... Du meint du der 
Peekli [einer der Vier], he, i''' chönn-sen alhveg saufi 
grad alli z'sümen a. Loosli 1910. F'.inen a. zu (auch um 
Th) Öppis. D'Maidli würde" "umme" Wg'spannt zum 
Tschöpe" stricke" BsLie. (Bazar). G'standni M^lber . . . 
händ-si'^'' lo" zuc Dhn a., zur Teilnahme an Fastnaeht- 
maskeraden. G Kai. 1869. — b) en G'meind a., eine 
Gemeindeversammlung begehren, ansetzen GRPr., so 
Luz. (B.). — c) = spannen 4c. ,Wann ein lobl. Statt 
Bern sich einer ußstenden venedischeu Pension nit ge- 
riiwen ließe, wurdeut die HH. der Statt Zürich ihres 
Teils auch eine darzuo a. und besagtem Hrn Kesselring 
ZUG Guottem erschießen laßen.' 1()35, Absch. ,Was wären 
wir dann nicht vor feige Hasen und lasterhafte Blüt- 
ling, so wir nicht Alles hingeben, wagen und a. würden!' 
um die christlichen Wahrheiten zu verbreiten. JJUlr. 
1718. ,Seyen sie [die von Zollikon] gesinnt, die außer 
dem der Allment zuegehörtcn außgestockten Fornhölz- 
lein ... erlösten restierenden 2(Hl Fl. auch anzusp.', um 
unentgeltlichen Schulunterricht einzuführen. 1721, 
aZoll. 1899. ,Mehr als einmal liab ich mein eigenes 
Geld angespannt, um Andern Vergnügen zu machen.' 
UBrIrger 1789. ,Vil Müeh und Zeit a.'; s. Bd VII 1048o. 

— (1) abs., Prunk und Hoffart treiben Aa (H.). — A(n)- 
spanne" n. Zu 2b; s. säßen (Bd VII 1372). — a"- 
g'-spanne", -et, auch -g'-spennt B. Zu Bed. 1. Das 
Wäscheseil muß guet wg^spennt s¥' BE. Über einer 
Geschwulst ischi d'Hut a"g'spennt. ebd. Zu 2a: D'Boß 
a"g'spanneti la" stä". Loosli 1910. Zu 3a. A. si", 
(durch Geschäfte udgl.) in Anspruch genommen Aa; 
B; Gr; GW.; Th; Z und sonst. Er ist de" ganzfe") 
Tag a. Es tät's neue" afe". u-enn-me" sech^zeche" 
Stung war a"g'spanne" g'si". Emmentalerbl. 1917. Es 
gif>t de"" scho" Zile", wo mir nid so a"g'' spannet si" 
w"* dir aw'' Öppis chönne" helfe». LWE.NSER-Gfeller 
1910. — Mlul. nne>i,nmien (in Bed. '2): vgl. Gr.WB. I 464; 
Martin-Lieiih. II 54'2 ; Fischer I 262 : EOchs 161; Wanderl 101. 

— A(n)-spanner m.: = An-Spann 2a (Sp. 241) Gr 
Furna, Grüsch, Seh.; UwE. Der A. dient zugleich als 
Türschwelle; seine G'icetti sind eckig eingesägte Spann- 
G'wi^ttiJ, während die übrigen G'nrfti dem Kundholz 
angepaßt sind. JHcnz. 1905 (GfiSch.); vgl. ebd. 168. — 
Bei Gr.WB. 1464 in andrer Bed. — A(n)-spanui"' g f.: 
die angespannten Zugtiere, Gespann. B.arxd. 1925, 632. 

— Vgl. Gr.WB. 1464. — A (n)-spän n 1 i"g ^"s^e2«d% 
m. : = An-Spann 2b FJ. 

vor-a"-: vorspannen; Syn. ror-sp. [Bauern, die 
mit ihrem Gespann vergeblich Holzstämme einen Berg 
hinauf zu bringen suchen, versprechen dem seine 
Hilfe anbietenden Teufel ein ungetauftes Kind]. Demo''' 
het das griiene Mandli e" Güggel v.-g'spannet tm^ e" 



Triimel um der anger im Hui diir'''ufhr" (ff'üert. ApV. 
BHohrh.). 

ane"-: = an-sp.Sc. Er u-or'' Alls a., ,dafür liergel>en' 
.\i' (T.). Er hat na'^'' mües'e" d' Nacht a., zur Vollendung 
einer Arbeit G. Gold zur Ablösung einer Schuld a. ThMü. 

i"-, in ZBär. It Spillmann in Bed. 1 b -spänne": 1. eig. 

a) wie nhd. einspannen, 's Ise" l i" de" Schrfibstock ) i. 
,By Borung und Uffschrufung der Muggen solle den 
Loüffen ... so vil möglich geschont und nit zu Machteil 
derselben Runde und Spülung allzuhart yngespannt und 
verspannt werden.' 1708, Z (Kriegsakten). ,Wann man 
in den Graben einen Sack einspannt', zum F'ischfang. 
Sererh. 1742. Insbes. a) entspr. spannen 2a. [Einer der 
Hexerei Verdächtigen wurde] befohlen, sich in die 
,Wanna' zu setzen, um ,eiugespannt' zu werden. 1587, 
A.mH. 1879. Von Sträflingen mit Bez. auf Zwangsarbeit; 
vgl. 2a. ,Des frömbden ... Bättelvolks halb [ist] unser 
Befelch, das dasselb ... mit ... Tröwung des Schallen- 
werks in ihr Heimat ... gewisen und die ungehorsam 
Blybcnden ... zum gemeinen Werk angefeßlet und ge- 
bracht, die Usrissenden widrumb ingespannen und mit 
zwyfacher Verlengrung des Zils abgestraft werden 
söllind.' ZMand. 1628. ,Ein besonder Schällenwercli ... 
darinn sölliche müssigende und beschwerliche Lüt .. . 
zu harter Arbeit yngespannen ... werdind.' ZBettelordn. 
1630; ebso 1634. — |3) entspr. spannen 2b Aa; Ap; Bs; 
B; L; S(;h; Th; Z und sonst; Syn. in-setzen 2a (Bd VIT 
1660), auch in-seilen 2a (ebd. 760); -ge-schirrtn 2aot. (s. 
Bd VIU 118o;i). Meitschi, nimm e« Büre"hueb. di-r het 
de"" Roß und Wäge". [Das Mädchen antwortet:] Si 
säge" gäng. die Büre"wiber müeßi" d'Boß l. LE. (Lied). 
,Vier ... stier, die würde er bald insp.' 1553, ZElgg. 
,Einsp., inn karren sp., eciuos jüngere curru.' Mal.; ähn- 
lich bei Denzl. 1G66/1716. Mit verschobenem Ohj.: 
Dene" [den heimkehrenden Landsturmmannen] hat me" 
miies'en en yt^agen i. HBrocrmann 1929 (Th); vgl. auch 
in-ge-spannen. Meist abs. Tond l.! Auftrag an den 
Knecht im Einkehrwirtshaus Th. 's ist V'g'spanne" Sch 
Schi. Der Chnecht soll i. ... Er mueß uf EschUuil faref^. 
AHeimann 1913. RA.: Er tuet all verchert l., macht Alles 
verkehrt ThMü. Bildl. ,Ergangner härten ufruor [des 
Bauernkrieges] härter vertrag, also daß die ]iurschaft, so 
sich des karrens hat gewidret, in wagen ist ingespannen 
worden [Überschr.]. Nach dem nun dis ufrüerischer 
krieg uidergetrukt und die erhassete purschaft wider 
ingesiiannen was ...' Ansh. ,Wie der schwäbisch pund 
und andre fürsten und herren die ußgespannen wilden 
puren wider ingespant und gezamset haben.' ebd. , Nicht 
vergleicht der Herr sein geliebts Gespous einem Reit- 
pferd . . . sondern einem königlichen Gutschenpferdt. 
l)ann die christliche Kirch ist fast die gröste Zeit hart 
eingespannen, sie muß ziehen den Wagen der Verfolgung 
. . . gleichwol wird das Pferd auch etwan ausgespannen.' 
FWvss 1673. ,Nun hieß es: eingespannt in den Karrn 
mit dem Buben, ins Joch !, er ist groß genug.' UBragger 
1789. — y) in der Spr. der Bauleute, knapp einpassen, 
zB. ein Brett zw. zwei Balken (so daß es ohne Nägel 
festhält), einen (schief gestellten) Riegel zw. zwei senk- 
rechte Pfosten Z und weiterhin; Syn. inen-, rer-sp. — 

b ) mit einem (zu vorübergehendem Gebrauch errichteten) 
Zaun umgeben, einzäunen ZBär. (Spillmanu). ?> M'isi. 
,Wenn er ... allda körn oderhaber habe und dem hirten 
nit vertruwen well, redent sy im nütz drin, ob ers in- 
spann, aber dem nach den zun zuo siner zit widerumb 
danneu tüei und inen Iren weidgang wie bißhar otfen 



265 



Span, spfii. spin, siion, 



SJUlll 



266 



lasse.' 1540, ZHegii. - 2. uneijj. a)mit Akk.I'. DerHeiri 
Jenni ... (jp>t-si'-'' eben eixter, u-'e-n-er ist: i. /at-er-si'^'' 
HÜd und en Blatt imr (/'s Mü/ nimt-er aw'' niid. CSthb;iff 
1909/10 (GlM.). Insbes. = an-si). 3aB\h und weiterhin. 
Morsen spanne"-si-n-i'^s trider »», drum n-ei"-mer hüt [am 
Tanzsunntig] hrav lustig si" B Gedieht. Was meinsch', 
wenn's mit di"^m Nöwö [dem erhofften Schwiegersohn] 
s^t fäle", chüiint-mer dö nid der Herr K. %.'^ MWixkler- 
Leu. Bi" größere" [Kinder] cheu"-der doch sciw 
Mängs ahw»; i'l' tät-se rieht l. SGfeller 1919. ,Uf das 
band s mich erst gspanuen in . . . ich sölts in tütsche 
rimen stellen." 1576, Z Neuj. .\. — li) intr.. helfend ein- 
greifen B. Wi'r helfe" will [hei der Sanmihuig von 
Referendumsunterschriften], dür sjHtnni i"! UDürrexm. 
Dem han-i^''' v'g'spannet, ,in seinem Fortkommen ge- 
holfen' BoAa. (Anderegg). — i"-g^-spanne", -et. Zu 
lapl. Es [ein Fuhrwerk] isch' grad V'g'spannets z'weg 
g'stande". LWEXOER-Gfeller 1910. ,I)er paursmann gadt 
mit den einges])anuen ochsen zuoacker.' OWerdm. 15ü4. 
Zu 2a: [Älteste Tochter zum Vater;] Die andere" Chind 
wand villicht niid esö v'g' spannet st". CStreiff 1908. — 
Mhd. irupannen (in Beil. la): vrI. Gr.WB. III 300: Schm." II 
G73: Schöpf 68:i: Fischer II 648. 

ine"-: = in-sp.lw; Th; Z. .So [zur Erhöhung der 
Festigkeit des Schiffes] ist-me" schu" co" altem, her druf 
cho", da^^-me" g'nait im cwdere" Drettel en öchene" 
Trövie" ine"span"i. JHirth (oTh). 

e(n)t-sp)an( n >e" BAarw., E., G., Sa.; GrI). (B.). 
Hald., UhS.; PMa.; WMii., -spnn(n)e" (hzw.-cä., .e.i-) (iL, 
so Mollis; Gr, so L). (.Uhersclinitt'), He., Mai. i -i- ), iS'uf., 
Pr., Valz.; U, -spe^ne" GrI). (.Unterschnitt'): 1. (-a-j wie 
nhd. ab-, entspannen, zB. von einer mechanischen Feder 
GrD. (B.) und sonst, doch kaum volkst. ,l)o sprachen 
des S. sün: wir solten gan die trotten laden ... und 
giengen also mit einander in die trotten; und als der T. 
die trotten entspien . . .' 142(5, Z KB. ,Es klagt HSchmid 
. . . uff' Gilgen, Welti Köchlis knecht, sy sigind mit ein- 
andern gen Stein gefarn, und da sy wider harüber 
wöltind varn, da leitte im G. sine seil uff, daz er im die 
füerte, dann er die nit gefiieren möcht . . . [Nachher] 
wölte im G. die seil ah sinem wagen genomen haben. 
die wölte er im nit lassen, er gehe im denn den Ion . . . 
Über das gienge der G. aber dar, entspieue im die seil, 
wurffe im die und anders, daz er dann uff' dem wagen 
bette, darab.' 1450, ebd. — 2. insbes. a) das Blatt einer 
Sense letwa auch Sichel oder Säge GrD., He., Valz.j 
aus der richtigen Spannung, Ebene bringen, zB. durch 
Anschlagen an Steine, Strauchwerk beim Mähen, durch 
schlechtes Dengeln, wobei die Schneide blasige Aus- 
buchtungen, Blätere" (BdV203) bekommt BAarw., Sa.; 
Gr, so I)., Hald., Nuf., ObS. (,sfullar la faultsch'), Pr., 
Valz. ; PMa. ; U ; WMü. ; vgl. ver-sp. 2. D'S(:ge"se" e. Due 
lied s' mit Hämmere" d'Se(je"se" entspennt GnValz. 
(Tscli.). Auch vom Fingernagel: Er hed der Nagel ent- 
spennt GRTscbapp. — b) uneig., aus der richtigen Lage, 
Verfassung bringen. Spez. mit Bez. auf das jisychische 
Gleichgewicht. D'Chüuigi" hed :'erst g'f'ärcht. ir Man" 
si nit recht im Chopf. es hei-nen im Hirni entspennt. 
(jFiEXT 1898 (GnPr.). Jmd verärgern, aufbringen, ,aher- 
willig maclien' Gl (zB. einen Schüler durcli allzugrolie 
Strenge): Cinl'r. ; U. Icli chi(n"-e" iez niid e., indem ich 
ihm eine Bitte abschlage GlMoIüs. — e(n)t-span(n)e" 
BAarw.; PMa., -spannet BE., G., -spannt GrD. (B.), 
-spennt Gr, so D. (im Unterschnitt-c-), He.^-i- y, Xuf., Pr.; 
U: l.zuBed.l. IrerStirne"riinzele"hei"-si'^''g'gleltetg'ha", 



di' ul)era"strängte" Mi'i'lespe" .si« e"t spannet g'sif. SGfel- 
ler 1911. ..Arcus laxus, entspannen, aufgelassen.' Fris. — 
2. zu Bed. 2. D'Sege»se" ist efnjtspanni PMa., -spenntHiR 
Nuf. ; 11. JJ'Bei" e"tspnnnti ha", wenn man nach langem, 
anstrengendem Marsch Schmerzen in den Beinen emptin- 
detU. Ermüdet: [Wattenwil: Es] fsc/«' Ordere" ergange", 
es söll-sichjede'' [der entlassenen Krieger] i" .st".< Heimat- 
ort bigii". [Alle Krieger:] Mier .si» z'/'ast e. KLEVTHOLn 
I9I3 (BG.). In moralischem S. E. .n", von einem Frauen- 
zimmer mit zweifelhaftem Huf GkD.; Syu. es Isen ahhan 
;BdI537u.). Verärgert, mißmutig GuPr. Er ist e., ,ev 
will nicht mehr mitmachen.' — Ahd. intüspannan, alienare, 
rovellcre, inlid. entspannen in Bed. 1: vi;l. Gr. WH. III <!27: 
Diefenb.-Wflk-ker 441.: Fischer II 741 (ent-gpennenl, zn '2 a auch 
unser Spa7iner II und Spann bei Martin-Lienh. II 542/:?. 

er -Spanne» Aa; GaValz. (Tsch.), -g' spanne" ScnSt. 
(Sulger). -Spange" A.k, so Zein. und It H., -spänge" „B; 
L" (auch St."") ; Ndw (Matthys) : umspannen, -klaftern Sch 
St. (Sulger), sonst „mit der Spanne fassen", messend er- 
reichen. Öppise. \g\.spänglen mit A.nm. — Mhd.(schwäb.) 
erHpannen. -spennen, -sjmntjen. -apewjen: vgl. Gr. WB. III 987 : 
Diefenb.-Wülcker 456: Schöpf 68:? (ilerspannen) : Fischer II 
844, zu den Formen mit -m/- die Anm. zu spannen (Sp. 259). 
zu ei-g'spanne" (zunaciist wohl bei mnqe" Uä.) etwa er-rje-chlmen 
(Bd III 262). 

iis-, in B, so E., Stdt (KvTavcl) und It Zyro; Gl 
Mühl.; GA.; St.'-' in Bed. 1 a -spänne" (bzw. -e^-, -e'-): 
wesentl. wie nhd. ausspannen. 1. eig. a) auseinander 
.Spannen'. ,Aussp., dis-, exi)andere, distendere.' Fris.; 
M.VL. ; s. noch zer-sp. ,Extendo, auss])., ausstrecken.' 
Dexzl. l(;6(i,1716. a| entsju'. spannen la, ausdehnen, 
„ausweiten, zB. Haut. Bauch. Schuhe", ein zu enges 
Kleid B, so E. und Itid.; GLMühl.; GA.; St.'^ Zu kleine 
Handschuhe werden ganz lisg'spennt BE. ,Der Buch 
mit Esse" «., ventrem cibis distendere.' In. B. D's Esse" 
spennt-mer der Buch üs B (Zyro). ,Wenn sie [Säuglinge] 
während dem Essen, ob Essen brüllen, husten, fast er- 
sticken, so heißt es noch, das sei "ume" gut, das spenn 
(dehne) ne" d'Bvust us u'"' mach g'sung Lüt uf der Lungi.' 
GoTTH. — f) entspr. spannen Ib. Die Arme n. B (Zyro). 
Einer ... )oo ... d'Mülegge" ztim Lache" rtsspemtet. 
RvTavel 1913. Er het-im [einem geschossenen Habicht] 
d'Eecken üsg's})eH>it.ScH\\"M<.(U). — •') entsiir..<7J«H«c«2. 
Ein Tuch ii. B (Zyro). .Und ist der liinvat so vil ge- 
macht worden, das alle lihichfehler nit witgnuog, sunder 
man hat die müeljeu och an die umliligenden berg us- 
spanen, hat man ie trnchnen wellen.' Kessl. ,Do man 
in [s. den Anfang Bd V ;i.'^9 .M. | fraget, warum er nit mer, 
buoß ze tuon, auf dem garn ässe, sprach er: Ich hab nacli 
dem bapsttuomb geffscliet und das gefangen, ist deshalb 
nit mer von nöten, das garn anszes]).' LLav. 1582. ,ln 
Mitte des Schiffs ... wurde exiionicrt der hl. Lib S. Justi; 
neben deme Spanien auf .jeder Seiten ein Engel das 
velum aus.- I(i97, Sciiw. ,Die Segel ü.'; s. Bd VII 7H9o. 
Insbes. entsiir. spannen 2a, von der F(dter. .Die andren 
[Glanbensbekennerl aber sind ußgespanuen (worden) 
und habend kein erlösung angenommen, uff' d(a)z sy die 
ufl'ersteunu. die hesser ist, erlangetind." Iö21,l()ti7, Ebr.; 
,außgespannet worden.' 1083/1707; , wurden auf die 
Folter gespannt.' 1808; (gr. £iu(iJt»vii3;ir,-av, bei Luther 
.zerscb lagen') ; danach : , Istlich sind uljgesiiaunen worden 
(das wort ... heißt einen strecken, wie man ein but über 
ein trumnien zücht, oder schlahen, wie man uff' ein 
trummen schlecht).' LLav. 1577. ,[Zwei der Hexerei 
Verdächtige wurden] erstlich ohne, zum andern mit dem 



'267 



Span, s])eii, sjiiii, s|Miii. siniM 



208 



kleinem Gewiclit und zum ilritten Mal mit der Wannen 
ausgespannt..' l()f!4, ESchikss 1919. — h) - (ib-xp. la'f 
Aa; Af; Bs; B; Gr; Sch: Th; Z und weiterhin; Syn. Ms- 
henken Ib (Bd II 1402), -setzen Ih (Bd VII 1075), -ge- 
schirren-ia (s. Bd VIII 1 1«2 o. ; Kris. ; Mal.), -stellen. ,[I)ie 
Merischwander haben den Ottenbachern Eichen ab- 
gehauen] auch das by sich liahende Vych, Roß und 8tier 
auligesi)anuet, hin und här in den Matten umbhin laufen 
lassen.' 10t)7, Z. ,I)ie Roß aussp., disiungere equos.' 
Denzl. 1077. 1710. S. ncich in- (Sj). 204), oor-sp. Oft 
abs. Spann äs! hetiehlt der Meister dem Knecht. ,Im 
heimbfaren ... habe er im wirtshus ulsgspannen, die 
riili in stall tan und versorgt.' 158.5, ZKyb. S. noch ah- 
setien (Bd VII 1031). — 2. uneig. a) ausrasten, sich 
Ruhe, Erholung gönnen Ap; Bs; B; L; Th; Z und weiter- 
hin. /'■'' Mue'" e" ZitU ü. Alheinisch' sfft-si [eine geplagte 
Mutter] an''' cliOnne" verschnuppe» ... Du intiescli' chli" 
»...' 8GFKU.EK 1919. fD'sGotti) mneß halt einisclif 
g'g'recIUem ii. EBalmer 1928 ( D' UsspaHni"g ); später: 
/'■'' weiß scho", göh-i''' soll ü. oder wUer am Oharre^ zieh". 
Jetzt [hei schönem Wetter] sij/t-me" chönne" ü. und üs- 
flüge". ESautter 1927. ,Wir verrittend volgends Zins- 
tags in guter Friieye . . . Endtlich spantend wir zu Pfuntz 
... uß.' Z Gesandtsehaftsreise 10((8.5 — b) uneig., seinem 
Zorn in Worten freien Lauf lassen Aa (H.). — Us- 
spannen n. ,Intentus palmarnm, das außstrecken oder 
außsp. der henden.' Fris. ,Mit u. der rossen.' 1578, Z. — 
üs-g'-spanne", -et. in B^(Rv'ravel) -g'spennet, in Schw 
E. -g'spiinnt: a) zu Bed. 1 a. ,Außgespannen, -gespannet, 
tensus, distentus.' Fris.; Mai.. 7J(>[Klatschweiber] selh'Hl 
viier allz'säiue" mitltisg'spannete" Nase"löchere'' Mose", 
wo-n-i'''' hiilisch he". Roos (L). Zu allne." Löchere" ine" . . . 
chöme" Chriegslut, wo Nüt me z'ti'ie" hei'K Das wo't Alles 
g'esse" ha", und de"" nff^i' wie! Di' üsg'spennete" Mäye" 
eha""-me" nid under'einisch' um-nes par Locher änger 
gurte". RvTavel 1929. , Vollgegessen' SchwE. (Ochsner). 
Zu lay. ,Zuo einem außgesi)an(n)ten netz.' 1525/1638, 
Hos.; ,ußgspanneten.' 1667/1707. ,Am himmel lüch- 
tend, wie an einer zelten usgespannen, -sonn und mon.' 
OWerdm. 1552; ,wie an einem [ausgespannten gezelt.' 
Herborn 1588. ,Vela passa, außgesi>annete Segel.' Denzl. 
1600/1710. S. noch Bd III lllHu. — b) zu Bed. 1 h. Bildl.: 
,Üie usgesiiannen wilden ]uiren.' Ansh. ; s. in-spt. (8p. 204). 
— Tgl. Gr. WB. I «75 ; Diefcnb.-WülckcL- 13-5 ; Martin-Lienli. II 
ö4'2 ; Sclini.- II G73 ; Schöpf 683 : Fischer 1522; EOchs 1 10 1 n. - 
Üs-spanner m.: = Schutz-Baum (Bd IV 1246) GrScIi. 
(JHunz. 1905,299); s. Vor-Spann 2 (Sii.241). -- Vg;l. Ur. 
WB.I97Ö (,AusspäniuT' in andrer Bed.). — Us-Spanni"g 
f. : Nom. act. Zu Bed. 1 a. ,E.Ktensio, Ausspannung.' Denzl. 
1006; dafür , Ausstreckung.' ebd. 1677. 1710. Zu Bed, 2a 
(verbreitet). Er sö't en l'J. ha". — Vgl. Gr.WB. 1 975. 

ver-, in BStdt (RvTavel) und It EBalmer; ülMIUiI.; 
GRÜhur in Bed. 1 -spänne": 1. a) entspr. spannen 2. 
,[I)ie Geliebte hat mein Herz] also verspannen, daz ez 
niender anderswar mac gewenken uz ir stricke.' WvHon- 
BEH«. S. noch Sp. 250 0. — b) = ah-sp. lay (Sp. 200). 
Von einem Acker: ,In der cß sol man liüeten vor höw- 
wisen in der maß als vor körn und haber, und wenn 
einen [!] ein acher verspandt, den sol man im nit uf- 
brechen und im niemandt daruf faren.' ZWetz. Hofrodel 
1475 (Absclir. 1. H. XVI.). Von einem Wege. Dertunwie" 
In der Porte" [Flurn.] rulsvhe"]d'FUle z'säme" u»<i oer- 
spenne" der Weg. EBalmer 1927. ,I)ie jungen Gsellen 
... haben ihm seinen Heimweg in zwei oder 3 Orten mit 
starken Nielen verspannet und vermacht.' ABItelrock 



1082/1712; spater: ,do er zu den verspannten Nielen 
kumeu.' Entspr. spannen 2h: en Platz r., durch Er- 
richtung eines .Baugespannes' Z (Spillmann). Unsinn- 
lich, verhindern: A's het-me si<^'' verspannet. ,es ist ihm 
Alles verkehrt gegangen' BU. — 2. ungehörig, zu stark 
,spannen' (und dadurch verderben) Nnw (Matthys); vgl. 
uher-sp. S. auch *)j-.sjj.(Sp. 264; 1708, Z). Ein(gesti-icktes) 
Kleidungsstück, Gummiband udgl. allzusehr ausdehnen 
(iRChur; GlMüIiI. J'jT hat der Lismer verspennt. [Beim 
Auspacken sind] Sachen und Sächli füre"cho", wo dem 
(Tideönli fast d'Ouge" verspennt hei". RvTavel 1929. 
Eine Sense »., = ent-sp. 2a BsTherw. D'Sage" o. AaE. ; Z 
(Dan.). — Z.=m-sp.la-( 'AnnA weiterhin. ,RigeI v.' 1791, Z. 
— Ver-spanne" n. Zu Bed. la: ,V. der Netzen [quer 
durch die Broye].' um 17(iO, FMu. StR.; vgl.Sp. 250o. Zu 
Bed. 2a, von Sensen; s. Iiläteren (Bd V 2(tH). - ver- 
,span(n)en, -spann(e)t' (ä.Spr.), -spännUWW. — l.a) zu 
Bed. 1 a. , Verspannte Nielen' ; s. unter 1 b. — b) ,v. stau' 
= gespannen stdn (Sp. 250). ,Wie jetz lange zytt die 
gnießlichen ritt nun durch sonderbare personen ver- 
sechen, welches dan by den gemeinen raten nit vil 
wille[n]s gehen, diewil doch einer wie der ander in miner 
herren und landlUtcn Sachen müeßen verspanen stau 
und das sin dardurch verligen und versumen.' 1570, 
ScHW LB. — 2. überarbeitet, so von einem Pferde, auch 
Menschen GWl.; iiyn. üer-männt (BdIV298). — Vgl. Gr. 
WE. XIll, 1367; Fischer H 1343, auch ; ,Unser liber her lesus 
Christas hieng allein an dem krütz . . . mit krankheit siner 
glidern, mitvcrhcivvendcmlih, mitbluettendeni Hb, mit fließenden 
rnnsen, mit verspannenden armen, mit geneglenten henden und 
fließen.' HSusu (,BetbH(dilin der ewigen wisheit.' Basel 1518. 
112a|. 

für- ApLIi. (neben vor-); Bs (S])reng), in der ä. Lit. 
bisM. XVUI., sonst vor-(inderä. Lit. seit XVI.), in ApI. 
in Bed. 1 c -spänge": 1. a) Etw. (schützend, hindernd) vor 
Etw. auf-, ausspannen. ,Fürsp., vor oder für etwas span- 
nen, pra-pandere, obtendere (prsetegere).' Fris.; Mal.. 
Fürsp. (fürlienken), iira:"-, obtendere.' Denzl. 1677/1716. 
,Wan H[at] und B[urger] versamlet wären, solten sie [die 
, Wachten'] die 2 gewohnten Kettenen fürsp.', bei einem 
, Landtag'. 1747, AAZof. StR.; vorher: ,die vorgespanneten 
Kettenen'. S. noch Bd 11 42üo. (1423, L RB.). Abs., von 
Zäunen (s. spannen 2 f): A"-nie" Ord, wa d'Lut nit gän 
sollend, p.. ,den Weg verschränken' GuA. (Tsch.), — 
b) Zugtiere vor Etw. .spannen'. ,[Dem Ghurer Pfarrer 
Saluz sei einmal an einem] nur um etwas ahhaldigeii 
Ort ein Baur mit einem Ochs begegnet, dem er ein [!] 
Saagliolz vorgespannet gehabt; es wäre aber dem Ochsen 
ohnmöglich, mit dem Holz den Weg aufwerts fortzu- 
kommen ... Herr S. ... sagte zu dem Mann: Mein lieber 
Mann, ich habe allzeit gehört sagen, wenn man einen 
Ochsen ausspanne, so ziehe er wieder besser. Der Mann 
... wettet den Ochsen aus, entlediget ihn seines Joches, 
worauf Herr 8. das .loch, so am Fuhrwerk stehen ge- 
blieben, in die Biege seines Arms legte und also allein 
das Holz bis hinauf in die Ebene zöge.' Sererh. 1742. 
Insbes. (meist abs.) = ror-an-sp. Aa; Ar; Bs (Spreng ; 
H (auch It Zyro); Seil; Tn; Z und weiterhin; Syn. auch 
fur-legen Ib (Hd III 11M9), -setzen Iby (Bd v'll 1686). 
,In der Wirtscliaft ... mußte jederzeit ein Vorspann- 
oder Nietroß bereitstehen, um Borz'sp.. z' niete".' BIrnh. 
1911. Der Sterne"n-irt hat mit drü Hasse" d'Uaselgal.l 
üf vorg' spanne" SchR. S. noch Sp. 262 u. ,l)o sy [die Fuhr- 
leute Sch. und (i.; s. den Anfang unter ent sp.^^ kemint 
in das mosly by Waltelingen, da spiene er Gilgen für 



26!) 



Span. spcn. s|iiii, spuii. s]iiiii 



ä7() 



iiiid luiltt'e im liimluiTli und gicnsfe widcrumli liiiulersich, 
wiilte sineii naKeii ouch reichen.' 1450, Z KB. ,l''ürsp., 
fürsetzen, pneiinijjere, ante iuffum collneare.' Dknzl. 
1677,171t). — c) beim Sticken, die den Untergrund 
bildenden Fäden ziehen, , vorziehen' ApI. (Dan.). — 
i. uneifr. a) entspr. Bed. 1 a, vorschützen. .Man sieht, dali 
si [die Wiedertäufer] ulS der leer Pauli genommen haben, 
das si hie so blüemt fürspannend.' 1528, EE«u, Act. 
(Zwingli). — b) entsjir. Bed. Ib. Tl't7 der V. selber nit 
z'Ganji chunt [mit seiner Werbung], Iied-er der L. 
rorfi'spnnnt. JJöhuer 1920. Mit Dat. P. .Icli hab dich 
lieb mit yemerwärender liebe, darumb sjiann icli dir 
min erbiirmbd für." 1.52.')i31, Jer.; .zeucli icli dich mit 
meiner erliarmd." l.i4M. Helfen: Jr'nieiet. mrii'xjxiiuiet, 
cory'keieht wird einem Bedürftigen zB. auch mit (ield.' 
BiRND. 1911. — vor-,ge-spannen, -ge-spannet': zu 
Bed. 1 a (s. schon d.). .Alles böggenwerk sol by einer 
lialben march silbers verbotten sin ... es sye mit letzen 
beizen, mit vorgspannen hüben oder in andern weg.' 
Z Mand. um 1525. Bildl. .fürgespannen stän' : ,Die Retien 
seind ein Vorschanz Italierlands ... welche wir achten, 
daß sie nicht unbillich Retia, das ist Jägergarn, syen ge- 
nannt worden, weiln sie gegen den grimmigen Völkern 
gleichsam als liarn ihnen zue einem Aufhalt f. stehen.' 
GiLER l(il6. — Vgl. Gi-.WB. IVl. 829;S0 (.füispaniien. 
Fürspannunjr*) : Diefenb,-Wül(rker .589 : Martin-Lienh. II .542 : 
Fischer II 1674, aueh Waiuler IT 1703, ferner Vor-, Fiir-S/mnu 
(Sp. 241). - Vor-spanni"g f.: .Abschrankung (eines 
Weges) Gr.\. (Tsch.). 

ge-: = spannen ih n. (Sp. 254). .Dywii icli min rech- 
nnng mach, es möchti e. w. dise wuchen ein ersamen rhat 
wider besuochen, und ich wol gedenken kan. daß allerley 
uff e. w. gespan.' FPlatter 1581. — Vg-1. Or.WB. IV 1. 
4134; Schöpf 683: Fischer III 533/4. 

ent-gegen-: entspr. spawwc» 2 /c s. Sp. 244o. — 
hindere"-; = spannen 2c ZW. 

z^-säme"-: gew. abs. a) = ze-s.-setzen hoL (Bd Vll 
1711) B.Aarw.. E.; Th: Z und weiterhin, .l'ngefahr so 
viel [eine .Tuchart in einem Tag] bewältigen auch kleine 
Bodenbesitzer, deren einige z'x.-spanne".t>tr-Hen Ächer- 
zug z'mnche«.' Bärku. 1925. S. noch Amts-I'flcyer (Bd V 
r234u.). — b) uneig., = ze-s.-setzen hi, die Kräfte ver- 
einigen, sich zstun Bs, auch It Spreng (s. den Beleg Bd IV 
1581 M.); B; S; Z und sonst. Was Eina einziy iiiUl 
ftvegen bringt, geid mengist. wen" es par z's.-spannen BR. 
We'<"-mer villiclit lieidi so recht täte" z's. ?('"* mer nit 
M»s hast u'>ii d's Ander hott zuge". CWeibel 1888. TFi« 
du der Bueb [zur Welt] cho" isch', da hei"-.ii [ein Ehe- 
paar] ersch' vider recht z's.-g'spannel . . . u>'<l hei" u-eder 
Müei nnf^ Chöste" g'.ichoelie", dus'-es de"" einisch' us 
''em Fritz e" rechte" tolle" Pur gebi, Loosi.i 1910. .Wenn 
ihr [Lehrer] und der Pfarrer zusammenspannet und ... 
an euern Gytiwylern arbeitet, so seid überzeugt, es 
kann aus (iytiwyl Etwas werden.' (ioTXH. .Ich weiß, was 
der Hof abträgt, wenn man es treibt, wie Tli es treiben 
kann, wenn er und Vreneli zusammens])annen.' ebd. 
Vom Ehebund: BciW« [Vater und Mutter] .st" scito" um 
di Vierzgi g'si". H-o-.ii z's.-g' spannet hei". .IRkinu. (SL.). 
.1/// Ei'"!!! z'.t. .Das Mädchen fülirte sich besser auf . . . 
besonders seit zwei ihrerGenossinnen. mit denen sie stets 
z's.-ff spannet hatte ... die .\nstalt verlassen hatten.' 
MWalden 1884. Di/r [Stadtbaumeister] het e» Hiiffe" 
Hiiser 'bauen u'"* dermit g'spekeliert u"^ der Hannes . . . 
het mit im z's.-g'spannel. LoosLi 1921. Mit de" Lüt0' 
. . . war ganz guet nsz'cho" : da söfti rfer Guetsherr geng 



mit dem Pfarrer z's. RvTavei, 192(1. .Do man zalte 1.S98 
jar, do sich die lierren im lande und ander so vast fröwten 
der von Berne ungevelles und spienen etlich zesamen 
. . . und zugen uf die von Berne.' Jrsx. .Wiilten ... die 
an dem sew und die zünfte zesamensp. und einander be- 
holffen sin, si würden wol söliches gewaltes von den 

raten entladen.' 1423, Z RB. — .\h(i. zemmene «pannan tr. 
(Übeis. von Matth. 19. 6); vgl. Sanders II 1 127 t>; .Miirtin-I.ienh. 

II 542. 964: Schm.' II 673: Fischer VI 1375. 

dar-: 1. ein Tuch oä. d., ausgespannt hinbreiten B, 
so (;. (Bärnd. 1911). - 2. = spannen ic. daran setzen, 
hingeben. .Sie haben Ehr. Guet und Bluet für die Statt 
darges]iannen.' 1(;17, Z Neuj. W. 187ti. .[Man würde es 
wohl nicht als billig erachten, daß sie] ihr eigen Geld 
neben ihrer Mühe d. sollten.' 1643, TnFr. ,[Er wolle 
eine Summe, wenn er N. damit helfen könne] gern d.' 
1670, Z. — Vgl. Gr. WB. II 790/1 ; Fischer II 81, zn 2 auch: 
,Daß wir oft und dick unser lyb und leben deshalb [für Öster- 
reich] dargespannet.' 1524, Strickler (Waldshut). — Dar- 
spannung f.: zu 2; s. Bd VIII 1196 u. (1540, Z RB.). 

z e r - : 1 . auseinander spannen, dehnen. .Distendo, zer- 
strecken, z., ausspannen, erweitern; gravitas tendebat 
Uterum mihi, das schwär kind, das ich truog, zerspannet 
mir den liauch oder Idäyet mir den bauch auf.' Fris. 
,Z., zertuon. dis-, ex-, contendere, dilatare [usw.]; sieb 
auftuon und z. wie die bletter an der sonnen, oscitare.' 
Fris.: Mal. (Weiteres ebd. 5I6bi. .Z.. distendere. dis- 
pandere." Dexzl. 1677,1716. — i. durch Auseinander- 
spannen zerreißen, zerstören. Uneig.: ,Es staut ge- 
schriben in einem ewangelium [Matth. 12. 2.5]: omne 
regnum divisum desolabitur. das ist als vil gesprochen : 
ein Jetlichs rieb, das mit im selber widerspenn luiut. 
das wird zerspent und zerstört." Z Chr. XV. - zer- 
, spannen, -spann(e)t.' ,Do si [die hl. Maria] ir fröiden 
weide sach in des todes leide dumiartert und zerspangen 
und an dem ci'iuze hangen.' WvKheixau. .Zersjiannen 
(bei Mal. auch .-spannt'), dis-. extentus, ])orrectus. ex- 
passus, explicatus.' Fris.: Mal. S. noch üf-chmlwen 
(Bd Hl 776); Winden-Seil (Bd VII 757). — Mli.l. «r. 
spannen, -n/iennen: vgl. Scberz-Oberlin 2099: ChSchinidt I90I. 
439: Fischer VI 1150/1, zur Form nüt .-ng-' die Anni. zu 
aimmieii. - ,Zer-spannung f.: distentio.' Fris.; Mal. 

Spanne"s -is n.: Jugendspiel, bei dem die Be- 
teiligten mit Marbeln nach einem Ziel werfen und die- 
jenigen gewinnen, deren ^Marbel aufgrund der Messung 
mit der Spanne" dem Ziel am nächsten liegen Sc»; vgl, 
.spannen Ic. spannten, ferner Doppel-Spann (Sp. 246). 

Hose"-: (Züchtigung durch) Schläge (auf den 
Hintern) Bs, so L.: Z, so 0.; Syn. H. -Spanner. De" 
Buebe" het-er [der Schulmeister] //. g'gii" Bs. Hät-er 
[ein Schüler] H. übercho». so hät-er b/ös' troche" 'brüelet. 
Messikommer 191(1. — Vgl. Martlu-Lienh. II 542: Fischer 

III 1835. 

Wade"-: Wadenkrampf. Steifheit in den Waden 
(als t'olge von Überanstrengung zli. beim Tanzen) Z 
(FStauli): Syn. W.-Spanner. W. Iiw. 

S])an(n er. Spän(n)er (so in L It Ineichen in Bed. 
la: s. auch die Zssen). — m.: 1. a) zu spannen 2c. .,.\uf- 
und .Ablader der Fracbtwagen". eines Fuhrwerkes übli. 
Aa, so „f.", Z. (An<m. 1815) und It H.; Bs; B; „L~ (auch 
It St."" und Ineichen): S; Z; überall t; iiyn. Wagen-Sp.; 
vgl. zur Sache Schneller la (Bd I.\ 1227). Spez. als An- 
gestellter in einem städtischen Kaufhans (s.etwa Chauf- 
Hiis Bd II 1714), an einer Zollstätte odgl. ,Item 
söllent die Karrenzieher, Spanner und Schiffmeister in 



^71 



Span, speii, sjiin, spon. s)inii 



272 



Liuliiii}» der Waliron uff die Wänen oder Scliitt' dem 
Waagmeister die Zeichen, Zalil und (je wicht der 8t.ucl<en 
Heißis anzeigen ... Dann sidlentdie Spannerund Karren- 
zielier Iteine Rölirli oder Fäßli noch ... andere Kautf- 
mannsgiieter oder liist die Stägen ab ohne Handanlegen 
nit lassen lauffen.' Z Zollordn. 164t»/ 172.5. ,N. der Sp. 
und Bürger Zürich.' 1725, Z. , Spanner. Ablad: Von 
jedem Wagen ... 24 Kr. . . . Auf lad : Zürich, vom Wagen 
in allem 1 Fl. 20 Kr.; Bern und Morsee vom Wagen in 
allem 54 Kr.; ein Laiterwagen, so nicht gcspanm-n wird, 
giht von 22 Tahacki)allen HO Kr.; übrige alle geben vom 
Centner einen Kreuzer . . . Falls auch die Spanner den 
Fuhrleuten nicht an Hand gehen wollten, soll es diesen 
frei stehen, andere Leute anzustellen und diese allein 
zu bezahlen." Bs Kaufhausordn. 177'J (,'rahelle über der 
Bestätern, Spedtern und Sp-n Lohn'). ,(iebühren, so 
den Sp-en zukommen sollen.' 178(i, Aar. StK. (.Neue Ein- 
lag- und Waghausordnung'). ,I>en 25. Oktober 1H27 ... 
kam JSteiger von StGallen ... in Rothrist an ... Er 
lieli seinen Wagen [bei der Zollstätte] durch einen Sp. 
aufmaelien, ohne dalS er hier F^twas weder auf- noch 
abzuladen hatte . . . Naeliher machten die Spanner im 
Beisein St.s den Wagen fertig, placirten jedes Stück, 
Gut und Geld, na(-li seinem Wunsche . . . Die gleiche 
Nacht hatten alle Spanner bis 11 Uhr mit Ackermanns 
M'agen zu tun . . . Nach 12 Uhr kam der Aarauer Wagen 
... und schon 1 Ulir waren die Spanner alle wieder auf 
dem l'latz, um die Wagen fertig zu machen.' Sciiweizerb. 
18o2 (Ful)likation des Zollkommis zu AAHothr.). ,I)aß 
die Abladung . . . der Waaren nur unter Mitarbeit eines 
Sp-s geschehe ... Zwei Spanner sollen für hiesiges 
Kaufhaus ernamset werden; für diese Stelle werden ge- 
fordert ein gesunder, starker Körper. Kenntniß im Lesen, 
Schreiben und Rechnen.' S Kaufhausordn. IH'öA. ,Es 
gibt [im ,Kaufhaus'] zwei Spannermeister, welche . . . 
auf eine Dauer von 6 Jahren gewählt werden. Ihnen 
liegt das Auf- und Abladen aller bei dem Kaufhaus an- 
kommenden und aligelienden Güterfuhren ob. Sie sollen 
zur Betreibung ihres Berufs in ihren Kosteudie nötigen 
Spanuerknechte anstellen. Die Spanner haben ... für 
das Abladen 1 Kr. per Gentner, für das Aufladen 2 Kr. 
zu berechnen. Von den nach Wallenstatt zu Schiff' 
gehenden Gütern, die sie beim Kaufhaus aufzuladen 
haben, haben sie 'h Kr. vom Centner zu bezielien.' JVIem. 
Tig. 1S41. ,Die S])auner [im Kauf- und W'aagliaus in 
ZWth.] sind der Waghauscommission und den Wag- 
meistern untergeordnet ... Sie sind schuldig, die ver- 
schiedenen Wagliauskarren auf ihre Kosten anzuschaffen 
und zu untexhalten.' ebd. ; Weiteres S. ü79. 695. S. noch 
Bd n 273 ( Wagen-Gelt); Bd VII 482 o. 816 f Salber). 
Hieher wohl auch der Beleg unter Be-schhiher (Bd IX 
474; 1385, Sch). — I)) (Raupe einer) Schmetterlingsart 
(Phalienid«) Bs (Seiler) und weiterhin; kaum volkst. — 
2. a) = Siiann-Holz (Bd II 1261). -Nagel (Bd IV 690). 
FSxArB (ZV); Syn. Sagen-Sp.: vgl. aucliBd VII 424o. — 
b) Spannvorrichtung, a) am Webstuhl, Breithalter, be- 
stellend aus einer au beiden Enden verjüngten und dort 
Stacheln tragenden Holzschiene, die das Gewebe nach 
dem .\nschlag des Blattes auseinander spannt Z. .Dreh 
dich, Spule, dreh, daß mit jedem Fadenschlage Faden 
sich zum Faden trage . . . Nun getrost das Tuch vom 
Baume, doch zuerst den Sp. fort, dessen Stacheln noch 
am Saume spreizend haften hier und dort.' Reith. 1860. 
— (i) am Spann- Truel{s. d.). 1804, BTwann; vgl. Bärnd. 
1922, 397. — Y)am Radschloßgewehr, Schlüssel, mittels 



dessen das ,Rad' (s. Bd VI 484, Bed. Ic-j-) gedreht und 
so die Schlagfeder gespannt wird; Hjn. Sclitüssel 3c^ 
(Bd l.\ 7.53): vgl. Sp.248u., sowie MüUer-Mothes 407/8 
(mit Abbildg). .Spanner zuo den fairschlossen 95 st.' 
1591, Bs Zeughausinv. ,Den Sporrern und Büchsen- 
schmiden allein gewidmete Waar ... als Stägenreiff . . . 
Zündriäschen, Spanner udgl.' 1622, Z. .Spanner 47.' 
1634, Bs Zeughausinv.; unter ,Musqueten und Fewrror.' 
,Ein Reuter soll sich . . . versehen . . . mit guten Stiften 
und Sporen, l'andalierrohr, Pistolen, Spanner, Fewr- 
steinen, Zünd- uiul anderem Pulfer.' Krikcsb. 1644. 1667. 
,Sp. zue einer Buchs, clavis.' Denzl. 1677. 1716. S. noch 
Füsi-Sch/of.l (Bd IX 734). — c) = An-i<p<(nner (Sp. 263) 
GRpr. (soLuz.). — 3. eine Art Krampfinden (iehmuskeln, 
zB. nach langem Marsche ApLb.; ZZoll.; Syu.Waden- 
Sjiitnnens, -Spannen-. I'-'' ha" de" Sp. i" de" Bäne" ApLI). 

Vg-I. Gr. WB. XI, 1909/lU (,Spannfir, Siiännei'); Diefenb.- 
Wülcker 8.57 (,-ä-'): Maitin-Lienh. II 542 ; ChSchmidt 1896, 
100; Scheiz-Oberlin 1527; Campe IV 495b (.imobern Deutsch- 
land, l>es. in der Schweiz, iieuut man die Auf- und Ablader der 
Frachtwa^en Spanner und Spänner, weil sie die Güter auf den 
Wagen spannen'); Fischer V 1478, ferner f'/-, An-, Üh- 
ipanniT, zn Bed. 'A BSG. XII 4'2 ff. Dim. als Siiottname ; .[Zeuge] 
wiisse . . . theine Scheltwort, anders er den Wirt zum Storchen 
[anläßlich einer in diesem Hause abgehaltenen .Nachhochzeit', 
bei der es zu Streitigkeiten kam] einen Spannerli genambset.' 
um 1636, Z. 's Spanners, FN. AaSehi. Finnin. .Spanner' GFs 
(Alpvveide), Henau (Wiesen), Quarten. ,Sp.-Gäßli' AaTeufeiit. 
.-Weg' TbFr. ,Span(n)er(e)n' LButtish. (Hof: auch bei Leu 
Lex.): ObwGisw. (Hof: It Leu Lex.). 

E i (n ) - S p ä n (n) e r : 1 . a) wie nhd., einspänniges Fuhr- 
werk Aa; Ar; Bs; B; Gr; L; Sch; Tii; Z und weiterhin. 
Der E. Ins-Brüttelen ; der Feufspänner Bern-Neuenburg 
(später in Zirekpäniier zerlegt), Postkurse. Bärnd. 1922, 
565. ,1m Notfall werden vor den ei"fössigeH Wagen (den 
Ei"spe)tner) stceit Moß a"g' spanne".' ebd. 1925. Entsjir. 
Zwei-, Dri-, Vier-Sp. usw. — b) von Personen, a) =Em- 
Rößler (Bd VI 1443). 1659, Bs; vgl. Voll-, Halb-Sp. — 
fi) Unverheirateter Ar; B und wohl auch sonst. — 
y) Mensch, der gern eigene Wege geht, Eigenbrötler 
BsStdt; B. 's i'.sc/i' schad. das'-er su-n-e" E. iscli* ! — 
2. schwarzer Kaffee mit einem Gläschen Schnaps LH., 
Wigg. It ALGaßmann 1906; vgl. Zirei-Sp.. zur Sache 
auch Bd IX 2179/80. — Vgl. Gr.WB. III 301; XI, 1909 
(unter , Spanner'); Martin-Lienh. II 543; Fischer II 648/9, zur 
Ausspr. mit -n- in Aa (H.); B tw.; L die Anmm. zu spannen 
(Sp. 259) und spännü/. 

Voll -.Spänner'; Man machte... Unterschiede unter 
den einzelnen [.\llmend-]Nutzungsberechtigten, so zB. 
in ,Voll-' und ,Halbspänner', d.h. solche, welche viel 
Vieh besaßen, und solche, die nur wenig ihr Eigentum 
nannten. ESt.ivber IS94, 78. — Aus Schweiz. Quellet Vgl. 
Frisch II 291c; Sanders II 1127b (.-a-'). zur Sache noch ein- 
V''""i'J- 

Halb-, Spanner'; s. das Vor. — Auch bei Gr.WB. IV 2. 
214; Sanders II 1127 b. 

H sc "- Spanner : = H.-Spannens aVs (früher eine 
häutige Schulstrafe); Sch, so Ha. und It Kirchh.; ThRohi. 
De" H. ge". — Auch bei Fischer III 1835. 

>i-dge''-Spanner: = Spanner 2a Aa (Hürbin); Syn. 
auch S.-Sclilüssel (ebd.). 

Selb st-S/)a«Ker; Selbst-, Rückstoßlader, Feuer- 
waffe, die durch den Rückstoß in Schußbereitschaft ge- 
setzt wird. L Schützenf. 1901, 132. — Moderner techn. 
Ausdr.; vgl. Gr.WB. X 1, 492. 

UratM- Spanner: Spottname der Telegraphen- 
pioniere. SoLDATENSPR. 



273 



Span, spen, spin, spnn. s|iuii 



274 



W a(\o"- Spfniner: = Spanner 3 Ap; GuChur: SohK.: 
Tu (auch infolge von Kheumatismusj; ZO. und It Dan. 
Jch li(in Je" W. uberchu" rum Tanze" ScuR. Der TT', und 
de>' Wade"chram])f. unter allerlei Übeln. Messikommeh 
1910. — Vgl. Fischöl- VI :i36: MHr.Her 1899. G.59a. 

Wagen-,Spannei'': = Spanner la. ,W.' unter Ge- 
werben 1037. Z (Sl)aszynska 1S91); fehlt 1671. ,N.s des 
\V-s ehel. Sohn von Hottingen.' 1643. Z. ,X.s sei. des W-s 
vor dem Kauf huß el. Witfr.' 1669, ebd. — Auch bei Fischer 
VI351r2. 

Zwei- (bzw. Xnüii-. Zw«- usw.) Spänfnjer: l.zwei- 
spänniges Fuhrwerk Aa: B; Bs; Gr: Sch; Th; Z und 
weiterhin. Dif herndut^che" BnecMi.wo-n-i''' ... iise"- 
g'ge" ha", [sind nicht so scliwer] das''-me" hält müeßen 
e» Zu: hrüehe" fiir-se dünne" z'fiiere": ex Rmcheiiger- 
ehar'li hätt'.f au'^i' 7«". LoosLi 1 92 1 . — '2. ül)ertr. a) zwei- 
schläfriges Bett Gl,: (iWe.: ZHorg. : \i:\. -uei-xpännig. 
Uni icitera hin-i''' i"'" Zu: g'citroche" und lii" nllweg 
schnell i"g' schlafe". C^TKEiFF 1899. — 1») sch warzer Kaffee 
mit 2 Gläschen Schnaps LH., Wigg. It ALGaßmann 1906; 
vgl. Ein-Sp. — c) ,einen Zw. machen', Kreuzjaß zu 
acht (statt zu viert) spielen BE. (.TBürki). — (1) gelegent- 
lich scherzh. von einem außerordentlich dickleibigen 
Menschen BE. — Vgl. Gi-.WB. X 1. 1909 (untf-r .Spanner' la): 
^lartin-Lienh. II .54:J. zu 2c Vifr-S/iünner bei Fischer II 1477. 

Spanni I m.: zu S})annen ihi (Sp. 25.5). De^ Cheihe" 
Sj).' halb ärgerlich, lialb anerkennend von Einem, der 
Alles gleich merkt ZS. (Schülerspr). 

Spanni II. in ZO. nach einer Quelle (s.u.) in Bed. 
2b Spangi. nach andern Angaben (so für Bauma und It 
Messikommer und Spillmann) in Bed. 1 li und 21i Späniii 
— f.: 1. zu spannen 2 f {tip.'2ö2). a) abstr. , Die Lenz- 
burger [haben] ein Stuck Spanhaag uff dem Oberrein 
gemaclit, wogegen Staufen sich beschwerte: er durfte, 
wil die Spanne bald uß und zum End gelauft'en, byß 
daliin stehen hlyben. mußte aber angentz hernach ah- 
geschaftet werden.' 1022. WMkrz 1930. — b) konkr., ,das 
Gespannte, Latte, Balken' Ndw fMatthys: Syn. Span- 
ning), = Gespann Sa (Sp. 243). „Sperre mit Stangen. 
zB. bei einem ins Verbot gelegten Fußsteige Jj" (auch 
St."»; It Ineichen auch von einem (ieländer längs eines 
Weges ndgl.) : ZBär. und It S])illmann. Wil>erniittel sind 
irie-ne" Sp. am Sti'g: iseli's eini. so lied-uier-si<'>i dra". 
isch's lieini. so göd-me" sust ühere" l, (Ineiclien): vgl. 
Bd IV 563 0. .Das er zuo Herpstzyt über die Zeig in 
Wald gfaren über des W.s Acker und dasselbig Karen- 
loch nüt verschlagen gsyn, sonders alda etwan ein Spenni 
mit Dornen gniacht.' 1603, ZGreif. — 2. Vorriclitung 
zum Spannen, a) i. S. v. .'spannen 2e BE. .Durch kurze, 
«m ein Vorderbein und um den Kopf geschlungene 
Stricke, die .S'^).. zwang man sie [Schafe, Ziegen, auch 
Pferde] zum fortwährenden Senken des Kopfes oder aber 
zum Heben eines Fußes; so waren sie ohne menschliche 
.\ufsicht auf einen engen Weidekreis eingeschränkt.' 
Barnii. 1904 : s. auch Sp. 2.51 u. — b i. S. v. spannen 2d. 
= Mechanik (Bd IV. 59) Aa (H.); B (auch ItZyro); (iWl.: 
SihU.; Z, so O., Wettsw. Sc. zieh aif'' d'Sp. a" de" lierg 
ah! ZWettsw. [Sie sind] dei dur'''' de" Züri'l'herg ah 
g'f'are»;döhel-ene" d'Spangig'lo". Der FxABii.XxfiiGE 1865 
(ZO.). RA.: D'Sp. hdt-em rerseil. er rennt ins Unglück 
ZO. (Messikommer). — Vgl. Martin-Lienh. II r>i'i (in Bed. 
2 b). Zu Simm/i vgl. die ««/-Formen unter »pannen (Sp. 24<)) : doch 
ist auch ein Druckfehler für Span"!";/ (s. das Folg. 2 d) möglich. 

Span(nW''g I f.: 1. abstr., wie nhd. Spannung. 
.Gespanntsein' B (Zyro), .tensione' PAl. (Giord.). Zu 

Schweiz. Idiotikon X.. 



S2)annen 2a: ,Die H[erren] Sevögt sollind auch fürohin 
Gewalt haben, zue besserer Beschirmung der Fisch- 
einung die fehlbaren Persohnen ie nach Beschaffenheit 
des Fehlers mit Setzung uff den Esel etwan an Frei- 
tagen aldt ein- oder zweimonatlicher Spannung an das 
Schellenwerch anzusehen.' 1661, Z RM. Zu spannen 2h: 
.Sp. der [Wagen-]l!äder': s. Bd VIII 459.1. Als krank- 
hafte Erscheinung: ,Sp. in dem magen'; s. Bd IX 2080 u, 
üneig.: s. Spanning II. — 2. = Spanni 2. a) am Wald- 
Tüfel (s.d.). [Beim Fällen eines Nußbaums] isch' oben 
am Stamm d'Clietti a"'hunde" und 's ander And i"'" 
Waldtüfel v'g'hünkt irorde" und me" hei langsam a»- 
foh" spanne" . .. [Nachher] N. zer't a" der Sp. Schwzd. 
(AaZoI). — b) zwei Seile oder Taue, durch die der Segel- 
baum zurückgehalten wird Vw. — c) Hemmkette, die 
man unter die Kufen eines Schlittens legt GuAv. (Tsch.) ; 
Syn. Tnder-Ieg-. SchUtten-Chetten (Bd 111 566/7). — 
(1) = Spanni 2b Aa: Ap (auch It T.); Bs; Gr; G; S; Tn; 
Z. D'Sp. üf! EEschmaxx 1916. Wie gut aw'- die Zit 
unnne". nie wenn' s reinab gieng und kei" ,Sp. am Wage"! 
JReinh. 1917. — e) scherzh. 1 Pur g'f'üettereti ünder- 
house" mit mechanischer Sp., aus einer scherzhaften 
Gantanzeige zur Fastnaehtszeit. AfV. (GSa.). In der 
Soldatenspr. für den Leibgurt: I<^'' ha" [nach Empfang 
des militärischen Aufgebotes] de" Bondeszilinder. de" 
Hunghuf'e". üsg'chlocked. d'Sentüre". .S}). fü^ de" Buch', 
g'schmiert. Axz. v. Alpstein 1918 (Ap). — 3. a) = Spanni 
lUb Niiw (Matthys). — b) zu beiden Seiten des Stalles 
laufender, auf den .Türnern' (s.d.) auffiegender Grund- 
balken Gr.Av.; vgl. Spanner 2c. — c) = Ge-sjmnn :ic 
(Sp. 243 4). .Man wollte der S]ianig nach bauen', heim 
Bau der neuen Kirche. 1761, ZOberr. — 4. s. Spän- 
nung. — Vgl. Gr. WB. XI, 1914/C. Wohl zu :!a (Lattenzaun) 
die Stelle: ,Die spenig macht ThMüller , . . und die spenig von 
des ThMüllers biß an HMüllers hat vor gemacht Uli Müller 
selig . . .', Beschreibung der Banngrenze. 1.59.5, AaJon. Dorf- 
buch : vorher ,gespau'. 

spän(n)ig I. im Fischb. 1563 in Bed. 1 ,spengig': 
1. zu Spannen! (Sji. 244/6), eine Spanne messend Sch 
Schi. Bi mengem ägne» Acker macht-er [der Bauer] 
Halt undhät die sp-e» Ähre" freudig g'messe".kV\.i:TM\n:K 
1902. .Stadvisch, die spennig sigint zwüschent hou|)t 
und swanz.' GGreplang Oftn. XV. ,12 ß d. für 2 siiennig. 
8 mundig, 4 tusend stecken: 1 Ib. 3 ? d. für S s]ieiinig, 
6 mündig. 1 schuochig. 6 tusent stecken.' 1460, RLanf. 
Vogtrecbn. (.stockl(ise'); noch öfter. ,4 p d. für 3 spennig 
floß.- 1477, ebd.: s. noch ge-mundig (BdIV323). .An 
stat der . . . spännig S]iorn . . . sind kommen . . . kurz, ring 
Sporen.' Axsh. ,Der lialß [einer Taucherart] ist etwas 
kürzer dann ein spann: derrugken ist siiennig.' Vo<;ei,b. 
1557; wiederholt. .Kleine meerliscli ... wenig lenger dann 
ein finger, gar nach spengig.' Fischb. 1563. .Spennig, 
palmaris.' Mal. ,8 große hölzer, nie 8 schuohige, nie 2 
spännige hölzer.' 1569, AaB. Baumeisterrechn. ,21 Ib, 
umb 20 speuige hölzer.' 1572. ebd. S. noch Bläuling 
(Bd V245). — 2. zu spannen 2h fSp.2.5(», nur mit Zablw. 
als I.Glied in Zssen, vonI''ulirwerkenmit Bez. auf die Zahl 
der Zugtiere, allg.: s. die Zssen und vgl. riksig I (Bd VI 
1439). — ii, zu .ymnnen :'>: s. spännig II. — Vgl. lir. WB. 
X 1, 1911. 21.56 (.spennig-): Martin-lJenh. II 54:i (in Bed. 2): 
ChSchinidt 1901, Zii (in Bed. 1): Fischer V 1479 («/«iiiiiiv, 
npiinnuj in zT. abiveichenden Bedd.), zur Form mit -m/- (in Bed. 1) 
.'ipauiien I mit Anm. (Sp. 244/6), zur Form mit -ii- (in Bed. 21 
in AaF. und It II.: Ap (neben -mi-): B tw. (so E.): 1. die Aninni. 
zu Ein-Spüiiner (Sp. 272) und zu t/ianHen (Sp. 259/60). 

IS 



275 



Span, sprn, spin, spnn, spun 



276 



acht-: zum Vor. 2. Hi hat en Mül wie-n-es Scliäac»- 
vertfck, me" cUönt a. (lrini"e" fare" und dann nty'> chlöpf'e", 
von einer Schwatzbase ZO. (Messikomnier); vgl. der-, 
ztrei-sp. 

ei"-: zu spännig 2. 1. wie nhd. Aa; Ap; Bs; B; L: 
G; Seil; Th; Z; wohl allg. E.fare"; efaJMoß e. brüclie". 
S. auch lienn-SchliUen (Bd IX 777). Von einem Pferde: 
,Die Märe" . . . war . . . des Besitzers einziges l'ferd, 
drum CS es ... oder eMciUys Zugtier.' Barnd. 1904. — 
b) von Personeu. a) snbst. = Ein-Spänner Iby, Klein- 
bauer (der nur über ein Zugtier verfugt). .Dieselbigen 
vier [(ieschwornen] sampt einem undervogt . . . sollend 
... einen winterhi)\iw usgäben und jedem nach gepür 
bolz gäben ... und mit namen den laiobern und puren 
ire gwüsse fuoder, wie alweg brüchig gsin, dannetliin 
oucli den e-en, wie die alweg genempt worden, nach dem 
und der fuoderen halb ouch brüchig gsin ist.' 1501, Z 
Pifj. 1910, 125 (ZAlbisr.). ,Wie den usseren hnoberen 
das holz uß gnaden vergunt zuo verwenden zuo irem 
nutz, diewyl aber etliche ire huobhüser, die sy nit be- 
wonend, mit huslüten besetzend, die anderen aber nitt, 
und liiemit vermeinend gwalt ze haben, das holz von 
dannen ze füeren, das aber wider die offnung, habend 
denselhigendieherren ptiäger...dis mittel fürgesehlagen, 
das sy das selbig holz . . . den e-en und tagnoweren, so 
alda husend und kein holz habend . . . ze kouffen gäbend.' 
1573, Hotz (Urk. ) 1Ö()5. — ^) (einfach berittener) Be- 
waffneter ohne Rang, gemeiner Kriegsknecht. 8ie[Augs- 
l)urgerKanfleute] dürfen zwar im Keiche frei und sicher 
fahren; doch könnten etwa ,einspänige' Reiter und 
Kriegsvolk die Waren anfallen und plündern. 154(>, 
Absch. , Bezügen wir hiemit, daß unser nation bruch nit 
ist, daß weder amjjts- noch einsi)annig kriegslüt an die 
fürsten ansprach haben, sonder sy allein an ire lioupt- 
lüt und dann dieselbigen an die fürsten.' 1594, Skg. 
(Pfytfer) 1882 (V().). ,Einspännig Schützen zu Roß.' 
B Mand. 1G09 (vRodt 1831). Bes!" ,e-er knecht'. ,Von 
einspenigen knechten zuo roß oder zuo fuoß.' 1500, S 
Wbl. 184(5. ,Daß die einspennigen knecht, ob sy [bei 
ReisläufereiJ glich wol die straf der gefenknus und der 
zechen jjfund abtragen, daß sy nütdesterminder darzuo 
die straf des meineids ouch nach billiclieit ablegen 
sollend.' 1530, B Ref ,Eim einspanigen knecht 4 krönen 
..., eini liouptman (i sohl, lütiner 4 [usw.].' 1532, Absch. 
(Entwurf eines Bündnisses zw. Bern und dem Herzog 
von Savoyen). ,Din schriben der lantsknechten halb, so 
utf Einsidlen und Schwyz, einen herren ze suochen, 
ziehen sollen, haben wir Inhalts verstanden und könnend 
aber nit merken, daß sich einichcr liuf oder anzal by 
dir durch lasse, achten deshalb, daß es etwa arm ein- 
spännig knecht sygent, wies dann der früeling ge- 
wonlich git, daß ein kriegsmau uszücht, der ander yn.' 
1533, Stuickler (Z an den Landvogt in ZAnd.). ,[N.] 
sye im krieg gewäsen, aber nur als ein einspenniger 
knecht.' 1545, B Turmb. ,Nun hatt der gi'af [von Toggen- 
burg] ainen vigend an ainem anspennigeu knecht.' Vad. 
, Einspenniger knecht, das ist ein gemeiner kriegsmanu 
nit großes ansehens oder namens, gregarius miles.' 
Fris. ; Mal. ,I)ie herren nemen [als Beute] die liosen 
und gebend ein nestel oder ein nestelglimpf dem ein- 
spennigen knecht.' 1572, Brief(IH3u11.). ,[In derSchhicht 
bei Serisola 1544] kamen neben einer großen .\nzalil 
einspäniger Knechten gefänglich in der Franzosen tie- 
walt [folgen die Namen vornehmer Spanier].' MSiKTiLfMi 
(Chr.) 1027. Subst. ,Er [ein .schwarzrüter'J ist under 



dem bluottfan gesyn ein e-er.' 1503, Biiief (.IFahricius). 
Insbes. = Übcr-MUer (Bd VI 1080); Soldner 2 (Bd VII 
801) Bs (bis E. XVIII.); s. schon Bd VI lO.slo. (Ochs). 
,.\n StStephans tag reiseten sie [von Nördlingen] mit 
... etlichen deren von Xördlingeu einspennigen nach 
Ulm.' WuRSTiSEN 1580 (,Böhmischen abgesandten weg- 
fart zum [Basler] concilio'). ,Der gsan|dten] vorreiter 
oder eins])änige.' ARvKF 1597. ,[I)em 1640 als Gesandter 
nach Münster i/W. reisenden Bürgermeister Wettstein] 
wird überlassen, neben dem Substitut B. als Ammanuense 
zwei von den E-en (Standesreutern), so ihm am aller- 
annehmlichsten sein mochten, mitzunehmen.' 0<'hs. Wie 
eine alte Substantivierung beluindelt (mit sekundärer 
starker Flexion*. ,[Ein Student in Montpellier] halt ein 
Mantel an, hatt im sein Vatter, so ein Einspennig, ze 
Basel geben, war weis und schwarz [die Bs Standesfarben] 
gewesen.' FPlatter 1012. .[Einigen nach Paris reisen- 
den Baslern war] ein Soldner zuegeben und . . . also ab- 
geredt, sy selten den Einspennig hinin verzeren', auf 
der Hinreise verköstigen, ebd. Als Nom. ag. auf ,-er' 
mißverstanden. , Rechnung, darin begriffen, was über 
die vier Compagnien zu Pferdt Uncosten ergangen: 30 
Einspeniger ... 35 Eins])eniger.' 1053, Bs. ,Von Basel 
NN. sampt 2 Einspennigern [s. die Forts, unter HU- 
Schmld Bd IX 803].' Parisische Reis. , Sobald Feuers 
halben Sturm geläutet ... wird, sollen die Reitpferde 
aus dem Marstall zu nötigem Gebranch für das Rathaus 
in Bereitschaft gestellet werden und der Marstaller 
samt den E-ern nach alter l'hung zu Pferd sich auch all- 
da einfinden.' BsFeuerordn. 1777. ^ 2. uneig., einzeln, 
einfach, a) von Personen. I. S. v. ein-Utzig 3 (Bd HI 
1507). ,E-er gesell'; von Ib nicht schai'f zu scheiden. 
,Noch ist der Salat und sin gedieht [der Tanngrotz] nit 
wert, daß im von erlichen stetten oder statthaften lüten 
geantwurt werde; dennocht wird der spruch hin und 
wider getragen und möcht villicht einfalte, biderbe lüt 
bereden, das si gedächtind, was . . . nütsöUenden volks 
wir werind. Dem fürzekommen, bab ich mir für- 
genommen, kurz ze antwurten als ein armer, ein- 
spenniger gsell, dem von niemands nützitbevolcben ist.' 
HBiiLL. 1532. ,Zuoletzt verjach es [den Mord des Königs 
Wenzel] ain anspenniger gsell von Türingen, hieß 
t^uonz.' Vai). N. sei verhaftet worden, weil er beim 
schmalkaldischen Bund Hauptmann gewesen und einige 
eidgenössische Knechte unter ihm gehabt haben solle; 
er sei aber als ,e-er' Gesell ausgezogen, habe Niemand 
weggefülirt und sei erst im Felde zum Hauptmann er- 
wählt worden. 1548, Absch. (Z). ,pj-e person'; Syu. 
wunderbar 7ß (Bd VII 1150/1). ,Hie sölt ich ouch etwas 
von der eeschidung sagen . . . wo nit andere christliche 
geleerte lüt vorhin gnnogsam darvon geschriben betten 
und darzuo die schidung mee für die richter dann für 
besondere e-e personen, denen ich hie zuo dienst schryb, 
horte.' HBiiLL. 1540. , Diewyl sollich zehenden ein leigen- 
zehenden ist, ist ... erkhendt, das N. ernempten zenden 
weder einer statt, prelaten ald geistlichen personen nitt 
ze konffen geben solle, sonders e-en ald einzigen per- 
sonen, so mynen herren zuo lehenlüten annemlich .... 
verkouffen möge.' 1502, Z RM. ,(iott wirt sy [die Gott- 
losen] eintweders hie oder in yener weit strafen, wie 
wir desse nit nun an besonderbaren einspennigen per- 
sonen, sonder vilen Volkeren erschrockenliche e.xempel 
habend.' LLav. 1582. In freierer Fügung. ,Daß die 
edellüt geneigt warend, sölich einspennig statt [wie Mül- 
hausen, das keine Verbündete hatte] ze lilagen.' 1407, 



277 



Span, spen, spiii, spon, spiin 



278 



.EG.TscHrw (Chr.). Der Fnlir- und Geleitsmann y.u Aa 
Lunkli. lieklafft sioh, daß l>ie vnn Werdt mit iliren Weid- 
lin^jen Leute und Waren iilier die Keufi tuliren; die 
Beklagten erwidern, sie hatten nicht im Sinn, dem llaupt- 
l'ahr oder dem (ieleit Etwas zu entziehen, sondern 
bitten bloß, daß sie ,e-e Fußgänger' führen dürfen. 1G38, 
Absch. Einfach mit Bez. auf Hang, Stellung; so zT. 
viell.auchsclioniniVor. ,Ks ist ein besunderglük, können 
glük behalten und bruchen, desse ein exempel diser 
e-er schniderknecht [der nacli der Schlacht bei Novara 
durch Zufall einen Geldschatz erbeutete]; er hat ... 
gelts gnuiig überkommen, kam pinlich drum.' Axsh. ,So 
einer trinkt, das es von föUe wegen von im bricht, der 
sül angentz den win zuo trinken verscliweren ein fron- 
fasten oder tierteil eins jars, ein einspaniger lantman; 
so aber einer des rats oder ein geschworener amptman 
ist, sol er den wyn zuo trinken ein halb jar allso ver- 
schweren.' Obw LB.; vgl. HChrist 18(i9, 24. ,Dise all 
hat ir vetter, der bapst, zuo cardinälcn und graven ge- 
machet, die sunst noch ein wyl unden an der stägen 
als einspännig edellüt gestanden wereud. Jetzt sind sy 
erhöcht.' 157», Brief (HBulL). Subst. ,Es Staat in 
keines besonderen oder e-en gwalt, sunder allein einer 
ersamen oberkeit.' HBi'll. 1531. ,Keinem einspennigen 
[ist] zuozemuoten obman ze sin, da sich ein ort pundt- 
l)rüchig urteilen müeßt; wann aber ein ganz ort obman 
ist, die habend sich nichts ze entsitzen." 15(iO, .En.TsrHrni 
(Brief). .Denen uß Linthal [ist] das huiigertuoch uß der 
kilchen entragen, das kein c-er allein, sonders ganz 
rotten getan müeßind haben.' 1.062, Klagschrikt der VÜ. 
,Es [das Amt eines Ammanns im Stift Schäunis] ist 
warlich nit ein ampt für Junkern, dann der gnieß nit 
sonders groß, und louft mit den Junkern vil mer Un- 
kosten uf dannsunstmiteinspennigen.' .Eo.Tscmni l.'jtis. 
,Wo ein E-er oder das Volk ihren [der Druiden] Er- 
kanntnussen nicht statt täte, so tun sie es in Aacht 
und in Banne.' ebd., Gallia. — b) von Vorgängen, Zu- 
ständen. ,E-er kämpf', von gerichtlichem Zweikampf; 
,[RvWart] leugnet . . . das er den könig nmbgebracht, 
und erböte sich eines einspennigen kampfs.' Wcrstisen 
1.580; danach Grasser 1624, 24. ,E-er Bruch'; ,\Venn es 
dir nicht ganz dienlichen sei . . . daß du ihn [dem ein 
(ilied gebrochen ist] könnest verbinden nach rechter 
Xotturft, wie du sollest, so soltu es nicht so groß achten 
an einem Schlitzbruch als an einem e-en Bruch, denn 
wann schon der Schlitzbruch gleich eben recht aufein- 
ander ist, so viel es sein kau. so bleibt er doch nicht 
als gewiß da bei einander als der einspännic-b [!] Bruch.' 
FWOrz 1612. 1634; an andern Stellen: ,die einfachen 
oder ganzen Bruch' ; ,im schlechten Bruch'. Fräd. (adv.) ; 
,Die rosamenter ... mußten teilweise selbst zettlen, 
winden, Spüle machen am Kad, wo nur eines nach dem 
andern, einspänig; mit der einen Hand wurde das liad 
getrabt, mit der andern der Einschlagfaden kunst- 
gerecht auf das Spüeli geleitet.' SV. 11)23 (BsRün.i. - 
c) von einem Bett, einschläfrig Aa (H.); vgl. zwei- 
spännif). — V;:!. (ir. WB. III :i01; Maitin-Liinli. 11 r)4:i; 
Fisi-her 11 (i4i), zu 1 hf auch Gr.R.4.. 3G:i (,(dnsi)äiip'r.' 1:).'J4, 
Fnmkin): .\1. III 216 (aus SBürstur IG-H): MJälins 1880, 907. 
un-.s/vruotiV/ „L"; St."" (oü.), -ifspäniy (-ä- SL. It 
JReinh.) Aa, so Kn., L., Tcg. und It II.; S: „unbändig'', 
ungebärdig, widerspenstig, von Tieren, auch Menschen; 
Syn. un-bännig 2, -händig I (Bd IV 12«3. 1330); -xpäliy 2 
(Sp.ll2). DieChucistc" u"liirtige'',u-e'' l'üfelS. U.lue". 
's isc7i' Nüt, wjVs tribsch' ... 's isch' vor der Welt nicht [!] 



recht, eso go" u. z'lue", der N. ... im Zug ii nie" spränge" 
und du deheime" d'Madam npilc». .IKeixh. Ii»()7. Von 
einem Schuurrbärtchen: Mit 'hm ISchnäusH hel-er [der 
Korporal] mm: s'tue" g'ha": Das hei gar u. Ho", het gar 
nit welle" gradUse" stö", iscli' immer irider s'säine."- 
g'hüret. ebd. 1 904. Oberst 1'., der [anläßlich des Bauern- 
krieges] nach dem (ireyerzland abgeordnet worden war, 
um die dortige Stimmung zu prüfen, berichtete, daß ,die 
Flüher ganz unspanig und mcisterlos, wollen conditio- 
naliter dienen, das ist für den catholischen Glauben 
und Erhaltung dises Stands allein.' 1653, F KM. (F Gbl. 
11102, 152). — Nach St. zu njMnniij II (s. d. luit .\iMn.) „mit dem 
verstärkenilen lot-" ; ducli wolil eher zu spannen ^h. Zur Form 
mit -u- vgl. die Anm. zu spannen (Sji. '2.5i)), zur Viikallänge 
auch das syn. un-häniij (Bd IV I2S:i). 

vier-; 1. entspr. .s^wuu/ij/ 7, vier S])anuen messend. 
,Ein ungefähr v-er eiserner Rigol.' Khikosd. 1644. 1667. 
— 2. ents]ir. spännig 2, wie nhd. allg. V. ( üs-jfare", 
cho". RA. : IJer Noldi Iiet es Mfil g'lui", mi" hält chönnen 
e" v-e" Wage" drinne" cliire". Emmentalkkül. 1917; vgl. 
acht-sp. Uneig. V. lebe", über seine ökonomischen 
Kräfte, auch ohne Rücksicht auf seine Gesundheit L 
(.\Schürmann); vgl. Jice/-.?;*. la. Wenn-er nid eso v. 
g'lebt hätt, so irär-er ntfi'nig g'storhc". - V^'l. Sanders II 
ll'27l; FiseluT II 1477. 

chilch-, ,kircli-'; = kirch-spdig (Sp. 19I;2) B. .Bei 
der P^rbauung der Stadt [Bern] hatte diese keine eigene 
Pfarrkirche, sondern war nach Köniz kirchs])." B Hink. 
Bot 1S42. ,Kienersrüti war frülier nach .Amsoltingen 
... kirclis]!. und ist seit 1703 zu Kirchdorf pfarrgenössig.' 
Lirz 1m35. Die .kirchspänigen' Gemeinden sind überall 
vei'pHichtct, die 4'uhrungen zu ihren Kirchen und l'frunil- 
häusern zu leisten. 1 77:!, Absch. (B i. Was nach Zotingen, 
Winau und Koggwil ,kirchspänig' ist. B Regionenb. 1783. 
.Alle nach Windisch kirchsp-en Gemeinden.' 1794, B. — 
Umbildung aus -Mpäli;/: vgl. iriWer-wyjö/fV/ (Sp. 11 '2): 'npän(n)it/. 

z w e i - 1 (bzw. zivöü-, zu-ä- usw.) : 1. entspr. spännig 2. 
a) wie nhd. allg. ,Vieles hängt beim Fahren von der Art der 
Zugtiere ab, vom Zug, zumal dem zrv-e".' Bahnd. 1911. Zu: 
( üs-)l'are". ,Pjin Fuhrmann, welcher mit einem magern, 
häßlichen Pferde bei einem Wirtshaus vorbeifuhr, wurde 
von einem lustigen Appenzeller . . . befragt, was dies 
für ein Tier sei ... und erhielt zur Antwort: Ein Esel. 
Darauf sagte der Andere schnell besonnen : So nemm-e" 
a" d- Hand ond far ziräspäHuig ': Xnw Kai. 1907 (,Ap])en- 
zeller Witze'). Der alt Uimjereibänz isch' siilb Äbe"'i 
zu-euspcnig com Langnaumäril hei"'cho". Loosi.i 1910. 
,Von einem zw-en Karren.' B Kaufhausordn. 1779. RA.; 
h'r speirt d's Mal uff, ma" chint-em mit-eme" zirei- 
spinnige" Uewncage" i"hi" farc" GSaL.; vgl. acht-sp. 
I'neig. ,Heiri sagte Cathrinli, was Hans Jacob gesagt. 
Himmeltürk, wie fuhr das auf und zw. gegen Hans Jacob 
zul'GüTiH. Von(allzu)großemAufwand B; vgl.OiVr-s^j. 2. 
Er chunt zw. daher, = er giH's nobel, obd. J<^'' komme" 
jez denn zwüsp., sagt etwa Einer, der auf Freiersfüßen 
geht Ai'Lb. -- b) von einem Bett, zweischläfrig Ar. E" 
ziuüspänegi liimmelbettschet. AToulkk. - 2. entsju-. 
spannend; s. zwi-spännig. — Vgl. Gr. WB. XI. lill I (unter 
,spännig') ; Dicfeiib.-Wük-kiT i)l!l ; Martin-Lionh. II .54:! ; Fischer 
VI 1472 (z,ri-). 

s p ä n n 1 e " s. spängle". 

Spänneier Spe'neter — m.: Mensch ,mit straff an- 
gespannten Hosen, die seine Beine dünn und mager er- 
scheinen lassen und dem Gesäß kaum Platz gönnen' 
(SGfeller), ,mit dünnen langen Beinen, schwächlichem 



279 



Span, spen, spin, s]inn, spun 



280 



Körper, jedorli vprlnuuloii mit Lplihafti.ckeit und gutem 
Willen zu aktivem Ihindeln' (HRotlienliühler), .mitülier- 
mäßig dünner Tiülle' (AvUiitte) HoAa., E., Konolf., M.; 
Syn. Spräii.:d. ,l>iivor | vor einem ,Hosenlupf'] wird sieh 
der dünne Speinder wolil in Acht nehmen; man könnte 
ihn ja mit einer (ieisel entzweischlagen!" ISohwz. Unterh. 
lyöU (ABitter). — Nach SGfoller ,eiii wohl aus der Zeit der 
enpri'n HDsi'urölueii staiiiniPtuk's Spottwort, das die Aushnntuiif 
von Auswüchsen der Stadtmode auf dem Lande bekämpfen will.' 
Zur Vereinfaclnnig der (Tenünata Vf?l. etwa chrinch" (BIT.) netten 
Cliriimi-" (s. Bd IIl S27), miimtle" (BE.) neben Mummet ni.. sauer- 
töpfischcT Mensch (s. Bd IV 227 ff.), hriimele" (B) zu hnimmen 
(Bd V(il+). Ein vorauszu.setzeudes Vb ..prln,-!,'" ließ sicli niilit 
sicher niuhweisen. 

Spann III (ii, (henzinger, in Hed. Ic); 8t.'' (dO.), 
Sfiaiill AaK. und It H. (o); B, so G. (ELeuthold V.HS), 
Lanpenanit, Si. (ImOh.) und It Zyro; Gr, so Av. (ö^J, 
I)., L., Pr., Rh.; Nnw (Matthys); "UwE.; U; ZBül.; St. 
(It St.' ,,allg."J; St."" (()().), Np« Ar (meist nas.) H., I., 
K., M.; BHk.; Gl (Leuzinger, auch in Bed. Ic); ThMü. 
fö) — m., in der ä. Spr. vereinzelt ii., PI. Sjiän Nnw 
(Matthys), Spä (ATohler IIIO'J), Spe- (nach neuerer An- 
gahe o^) Ai'H., I., K., M., G'^- spann II G'spä Arl., K., 
M