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KAISERLICHE AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN. 



SÜDARABISCHE EXPEDITION 



BAND IX 

ME1BI- UND HADRAMI-TEXTE 



GESAMMELT IM JAHRE 1902 IN GISCHIN 



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D R WILHELM HEIN 

BEA&BELTET ükü HERAUSGEGEBEN 

VON 

DÄV. HEINE, MÜLLER 



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WIEN 

ALFRED HÖLDEE 

K IC IIOF- UND ÜHIVEBSITiTB-i"üC&H.iNDLBE 
liUCHIIANDLEB DER KAISEBLICHES AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN 

1909 



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KAISERLICHE AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN. 



SUDARABISCHE EXPEDITION 



; 



BAXD IX 



MEHRI- UND HADRAMI-TEXTE 



GESAMMELT IM JAHRE 1902 IN GISCHIN 

VON 

D K WILHELM HEIN 



BEARBEITET UND HERAUSGEGEBEN 
vox 

DAV. HEINE. MÜLLER 




EX-HEREDITATE 




WIEN 

ALPS ED HOLDER 

K. K. HOF- i Mi I M\ i BSITATS-BÜCHHANDLER 
BUI BHANDLEB DEB KAISEBLICHEN AKADEMIE DEB WISSENSCHAFTEN 



MEHEI- UND HADKAMI-TEXTE 



GESAMMELT IM JAHRE 1902 IN GISCHIN 



VON 



D R WILHELM HEIN 



BEAEBEITET UND HERAUSGEGEBEN 



VON 



DÄV. HEINR. MÜLLER 




WIEN 

ALFRED HOLDER 

K. U. K. HOF- UND UNIVERSITÄTS-BUCHHÄNDLER 
BUCHHÄNDLER DER KAISERLICHEN AKADEMIE DER WISSENSCHAFTES 

11109 



Üraci 

i 



JULIUS EUTING 



-ZUM 11, JULI 1909) 



GEWIDMET 



EINLEITUNG. 



Als ich im Wintersemester 1876 als Privatdozent meine Vorlesungen über die 
arabische Sprache begann, stellte sich mir ein junger Gymnasiast vor und erbat für 
sich die Erlaubnis, meine Vorlesungen besuchen zu dürfen, die ich ihm auch gewährt 
habe. Dieser junge Gymnasiast hieß Wilhelm Hein. Er eignete sich ausgezeichnete 
Kenntnisse des Arabischen, wie anderer semitischer Sprachen an, trieb aber dabei 
historische und geographische Studien und bereitete sich für große Forschungs- 
reisen vor, von denen er schon in jungen Jahren träumte. Seine Sprachstudien 
waren weniger auf das Linguistische und Sprachvergleichende als vielmehr auf das 
Sachliche gerichtet. Nach Erlangung des Doktorats (1885) bezog er die Universität 
Straßburg, wo er seine orientalischen Studien fortsetzte und vertiefte. 

Nach Wien zurückgekehrt, trat er in das naturhistorische Hofmuseum ein, in 
dessen anthropologisch-ethnographischer Abteilung er wirkte. Dadurch sowie durch 
seine Beziehungen zur Anthropologischen Gesellschaft hat er sich immer mehr der 
Ethnologie zugewendet, wobei er jedoch seine orientalischen Studien nicht vernach- 
lässigte. Die Vielseitigkeit Heins auf ethnographischem Gebiete, seine ernste und 
gründliche Art zu arbeiten, sein uneigennütziges Wirken und sein tadelloser Charakter 
machten ihn zu einem unentbehrlichen Mitglied der Anthropologischen Gesellschaft, 
deren Geschäfte als Sekretär er mit großem Erfolge geleitet hat. 

Ich habe Dr. Hein stets sehr geschätzt und seine selbständige Art zu handeln, 
selbst dort wo ich sie in seinem Interesse nicht für richtig hielt, geachtet, hörte 
aber nicht auf in freundschaftlichster Weise ihn zu mahnen, sich zu einer umfassenden 
Arbeit aufzuraffen, wobei er seine orientalischen und ethnographischen Kenntnisse 
in gleicher Weise würde verwerten können. Nach meiner Rückkehr aus Südarabien 
nahmen diese Besprechungen einen bestimmten Charakter an und der Plan einer 
Forschungsreise nach Südarabien wurde entworfen. Es schien mir Dr. Hein in 
hervorragender Weise befähigt, eine solche zu unternehmen, da er nicht nur als 
Arabist dazu gut vorbereitet war, sondern auch durch seine geographische Schulung 
wie insbesondere durch seine Kenntnis der Sache und ihrer ethnographischen 
Bedeutung geradezu wie kaum ein anderer dazu berufen. 



I 



VI II Einleitung. 

Ich lasse Dr. Hein selbst über seine Heise sprechen, indem ich liier den 

von ihm der kais. Akademie vorgelegten Bericht aus dem Anzeiger vom 18. Juni 1902 

abdrucke : 

Die Anregung zu dieser Reise gab mir mein verehrter Lehrer Herr Hofrat Professor 
Dr. D. II. Müller, der es mir als höchst wünschenswert bezeichnete, wenn ich nach Aden und 
Makalla in Südarahien ginge, um auf ethnographischem und geographischem, wenn möglich auch 
auf linguistischen] Gebiete Studien zu machen. Zu diesem Zwecke wurden mir von einer hohen kais. 
Akademie der Wissenschaften, dem hohen k. k. Ministerium für Kultus und Unterricht und von 
der k. und k. Intendanz des k. k. naturhistorischen Hofmuseums Subventionen bewilligt. Von Seiten 
der südarabischen Kommission der liehen Akademie der Wissenschaften wurde mir die Aufgabe 
teilt, zunächst in Aden neben ethnographischen Arbeiten und photographischen Aufnahmen nach 
Tunlichkeit auch sprachliche Aufnahmen zu machen, sei es von südarabischen Dialekten, sei es von 
Somalitexten. In Makalla sollte ich diese Tätigkeit fortsetzen und versuchen, die von der süd- 
arabischen Expedition begonnenen Aufnahmen fortzuführen. Ferner wurde es mir nahegelegt, der 
Weihrauchblüte besondere Aufmerksamkeit zu widmen und endlich zwei Leute, einen Mann von 
Soqotra und einen von Zafär, sollte letzteres nicht möglich sein, einen aus dem Mahralande mit- 
zubringen. Von der k. und k. Intendanz des k. k. naturhistorischen Hofmuseums wurde ich beauftragt, 
im Vereine mit meiner Frau, die mir jederzeit auf wissenschaftlichem Felde treu zur Seite steht. 
zoologische und ethnographische Sammlungen zu erwerben. .Mein hochgeschätzter Lehrer Herr 
Professor Dr. Albrecht Penck ersuchte mich, typische Landschaftsbilder aufzunehmen und der 
Bodengestaltung des Landes Beachtung zu schenken. Von Herrn Professor Dr. v. Wettstein 
wurde ich außerdem angeregt, neben der Weihrauchblüte auch Pflanzen für den botanischen Garten 
zu sammeln, wozu er mich mit den nötigen Behelfen ausstartete. Vom k. k. natur historischen 
Hofmuseum, dessen Intendant Herr Heirat Di-. F. Stei n dachner mit besonderer Wärme für die 
Verwirklichung meiner leise eintrat, erhielt ich ebenfalls alle für die zoologischen und ethno- 
graphischen Sammlungen nötigen .Materialien, und meine Frau wurde von den Herren des Museums 
im Präparieren zoologischer Objekte unterwiesen. 

Am 1. Dezember 1901 verließen wir mit dem Abendschnellzuge der Südbahn Wien, erreichten 
am Morgen des 2. Dezember 'Priest und schifften uns am 3. Dezember an Bord des Lloydschiffes 
,Habsburg' nach Aden ein, das wir am 14. Dezember wohlbehalten erreichten. In Aden wurde ich von 
den Behörden auf Grund der Empfehlungen der hohen kais. Akademie der Wissenschaften und des 
hohen k. und k. Ministeriums des Äußern an die indische Regierung auf das Wirksamste in allen 
meinen Unternehmungen unterstützt. Vor allen war es der kaiserlich deutsche Konsul Herr S. 
Schmuck, der im Vereine mit den Herren des Konsulates in weitestgehender Weise für ans sorgte. 
Der englische Resident Herr General Maitland, der schon von der indischen Regierung über den Zweck 
meiner Reise unterrichtet und beauftragi war, mich zu unterstützen, tat seinerseits ebenfalls alles 
zur Verwirklichung unserer Pläne. Zunächst war es meine Absicht, in der Araberstadt Aden für 
einige Wochen Wohnung zu nehmen, um im täglichen Umgange mit den einheimischen Bewohnern 
deren Sprache und Gebräuche kennen zu lernen. Herr Konsul Schmuck mietete mir ein gutes 
arabische- Haus, ließ dasselbe mit dem Nötigen versehen, stellte mir einen Somälikoch bei, gab 
mir den Somali [brähim, der schon mit der südarabischen Expedition gereist war. als Dolmetsch 
zur Seite und sorgte in jeder Weise für unser Wohl. Um den Verkehr mit den Arabern intimer 
zu gestalten, legte ich arabische Tracht an und hatte die Genugtuung, daß ich tatsächlich überall 
mit Vertrauen aufgenommen wurde und so manches sah, was mir sonst verschlossen gebliehen 
wäre. Neben dei Ausbildung in <\'-r arabischen Sprache war ich bestrebt, die Tätowierungen der 
Frauen zu studieren, und empfing daher in meinem Hause täglich den Besuch von Frauen, 
allerdings zweifelhaften moralischen Charakters. Ich photographierte sie in je sechs Au f na hm en, 
einmal in ihrer Gewandung und dann ohne Bekleidung in verschiedenen Stellungen. Ab und zu 



Einleitung. JX 

photographierte ich auch Männer. Viel Freude machte es mir, mit einen Jiberti dessen Sprache zum 
Teile im Glossar und in einigen Texten festzustellen. Diese sprachliche Arbeit unternahm ich 
hauptsächlich im Hinblick auf die Untersuchungen meines verehrten Lehrers Hofrat Professor 
Dr. L. Reinisch, dem ich damit neues Material zu bieten hoffte, da ja die Jibertisprache sieh eng 
an die Somälidialekte anschließt. Das Gebiet dieser Sprache, die ihrerseits wieder in zwei Dialekte, 
das Digil und das Höye, zerfällt, liegt um Maqdisu und landeinwärts davon. Außerdem nahm ich 
einige Somalitexte auf und war bestrebt, allerdings mit einiger Mühe, einen Einheimischen zur 
Auslieferung der himvarischen Inschriftsteine und Abklatsche zu bewegen, deren Aufsammlung auf 
Wunsch des Herrn Hofrat Professor D. H. Müller erfolgt war. Zoologischen und botanischen 
Aufsammlungen gingen wir in Aden grundsätzlich nicht nach, um das uns zur Verfügung stehende 
Konservierungsmaterial für eine weniger erforschte Lokalität zu ersparen. Doch gewann ich die 
Überzeugung, daß sich in und um Aden noch viel kostbares wissenschaftliches Gut erwerben ließe, 
namentlich aber in spraclilicher und anthropologischer Beziehung, was die buntgemischte Bevölkerung 
betrifft, und in naturwissenschaftlicher Hinsicht auf dem unwirtlichen Felsenkranz, der die Stadt 
umgibt, und den ich weg- und steglos an manchen Stellen erkletterte. 

In ethnographischer und anthropologischer Richtung bieten unzweifelhaft die Ahdäm, die seit 
langer, langer Zeit Arabien bis weit ins Innere bewohnen, ja ganze Ortschaften dort innehaben, 
ein hervorragendes Interesse. Sie weichen im Typus und in der Hautfarbe beträchtlich von den 
Arabern ab, indem sie sich mehr dem afrikanischen Habitus zuneigen, von dem sie sich aber 
auch erheblich unterscheiden. 

Als ich mich genügend vorbereitet glaubte, bat ich Herrn Konsul Schmuck, mir für die 
Weiterreise behilflich zu sein. Der Herr Resident versicherte mich, dal.! er alles tun würde, aber 
meinen Wunsch nach Makalla zu geben teile er nicht, da es dort politische Streitigkeiten gäbe, 
die unser Leben gefährden könnten. Auch sei Makalla für Mahrasprachstudien kaum ein geeigneter 
Ort. Er empfehle mir dringend, entweder nach Soqotra oder nach Gischin zu gehen, dessen 
Sultan ihm wohlgesinnt sei. Er wolle mir für die Fahrt den Regierungsdampfer zur Verfügung 
stellen. Dieses Anerbieten ergriff ich mit vielem Vergnügen, da ich auf diese Weise tatsächlich 
in ein wissenschaftlich noch wenig bekanntes Gebiet zu gelangen hoffte. Ich entschied mich sofort 
für Gischin, den Hauptort des Mahralandes, wo vor mir bloß Dr. Leo Hirsch einige Tage geweilt 
hatte. Der Herr Resident gab mir ein Empfehlungsschreiben an Sultan Ali von Gischin mit, 
ersuchte mich, recht bald zu schreiben, er werde nach Tunlichkeit alle meine Wünsche erfüllen. 
und stellte mir in Aussicht, daß er uns wieder mit dem Regierungsdampfer holen lassen werde. 
wenn es möglich sein sollte. 

Wir fuhren am 22. Jänner 1902 an Bord des englischen Regierungsdampfers ,Mayo' nach 
Gischin, das wir am 25. Jänner morgens erreichten. Das Schiff legte sich sehr weit draußen vor 
Anker und wir warteten geduldig die Ankunft eines kleinen Bootes ab, mit dem wir bald an Land zu 
gehen hofften. Doch mußten vorerst mit dem Sultan Verhandlungen gepflogen werden, die durch 
einen mitgenommenen Regienmgsdolmetsch und später auch durch unseren Somali Ibrahim ver- 
mittelt wurden; wir aber durften indessen das Schiff nicht verlassen. Der Sultan machte allerlei 
Einwände, dann verlangte er Geld für sich, dann wieder, als dies abgelehnt wurde, für zwei 
Soldaten, die zu unserer Sicherheit notwendig wären, und endlich, als ich mich mit der Bezahlung 
der Soldaten einverstanden erklärte, konnten wir abends ans Land gehen. Durch tiefen Sand 
wateten wir bei untergehender Sonne au einigen Durrahfeldern vorbei einem ruineuhaften Lehm- 
gebäude zu, das in unmittelbarer Nähe des Sultanspalastes stand und uns als unsere zukünftige Wohnung 
bezeichnet wurde. Das Erdgeschoß bewohnte eine Sklavin des Sultans mit ihren Kindern, indes 
der erste Stock mir zugewiesen wurde. Der größte Raum war bei unserer Ankunft vom Sultan 
und seinem Gefolge besetzt, während ein kleineres Zimmer, das eine verschließbare Türe hatte. 
uns mit unseren wenigen Habseligkeiten aufnahm. Vorerst aber empfing uns der Sultan in Audienz, in 
welcher er sofort seine Geldansprüche stellte: er begann mit tausend Rupien, ging aber schließlich 

W. Hein, Mehvi-Texte. b 



X Einleitung. 

auf hundert herab. Für meine Frau war aus dem Sultanspalast ein alter Armstuhl gebracht 
worden. Wir anderen saßen alle auf dem mattengedeckten Lehmboden. Da die Geldfrage nicht 
erledigt werden konnte, wurde die weitere Verhandlung auf den nächsten Tag verschoben. Das 
erste Nachtmahl lieferte uns der Sultan: es bestand aus Reis und Datteln. Reis und Datteln 
bildeten auch in der Folgezeil unsere fast einzige Nahrung, wenn man von etwa hundert Eiern 
■ vier Hühnern nebsl einigen Fischen absieht. Da es in Gischin keinen Verkaufsladen gibt 
und infolgedessen auch keinen Marktverkehr, so war es für uns sehr schwer, uns mit den nötigen 
Nahrungsmitteln zu versehen, umsomehr, als in Gischin Geldeswert unbekannt ist. Nur der Sultan 
und einige wenige andere Leute kannten Geld in unserem Sinne. Alles wird dort entweder im 
Tauschverkehr oder mit Getreide erworben. Wir kauften uns sofort einen Sack Getreide nebst 
einem Sack Reis. Doch uns wollten die Leute um die landesübliche Getreidemünze nichts geben, 
da sie unser Silber höher schätzten. Daß sie aber von dem wirklichen Werte unseres Geldes 
keine Ahnung haben, beweist der Umstand, daß man im Anfange für drei Eier eine Rupie (1 Krone 
60 Heller) verlangte. Fleisch wird nur selten gegessen und da nur. wenn ein Schaf oder ein 
Kamel eine Krankheit befällt, "eiche eine Schlachtung notwendig macht. Pferde und Esel gibt 
es in diesen Lande nicht. 

Am zweiten Tage kam der Sultan wieder und nach langem Verhandeln entschloß ich mich, 
ihm fünfzig Rupien zu geben unter der Bedingung, daß es mir frei stünde, in seinem Lande nach 
Belieben Streifzüge zu machen. Allein schon nach dem dritten Tage, als ich mit meiner Frau und mit 
meinen beiden Somali allein einen längeren Spaziergang unternommen hatte — ich mußte allein 
gehen, "eil der Sultan unseren Seidaten verboten hatte, uns zu begleiten — , verlangte er wieder 
und uoch mehr Geld. Ich gab ihm schließlich noch hundert Rupien, die ich ihm bei Nacht senden 
mußte und hoffte nun Ruhe zu haben. Nach einigen Tagen aber erklärte mir der Sultan rundweg, 
dal.! der englische Resident geschrieben hätte, ich käme, um Sprachstudien zu machen, und diese 
könne ich auch zuhause betreiben. Ich wurde, da ich nichts mein- weiter bezahlen wollte, immer 
mehr und mehr in meiner Freiheil beschränkt, so dal.! ich endlich nicht mein- das Haus verließ 
und mehr als drei Wochen gleichsam als Gefangener lebte. Auch wurden mehrfach Versuche 
-«■macht, mich zu einer vorzeitigen Abreise zu bewegen. Da ich immer in arabischer Tracht 
ging, wurde mir auch der Übertritt zum Islam - - und zwar vom Sultan selbst — nahegelegt. 
Die weiteren Versuche, von mir Geld zu erhalten, will ich hier übergehen und nur den letzten 
erwähnen, der am Ostersonntag von Mubarak, dem Obersten des Stammes Gidhi, gemacht wurde. 
Fr verlangte 300 Rupien, da das dem Sultan gegebene Geld viel zu wenig sei. Als ich ablehnte, 
erklärte er mir seine und aller Gidhi Feindschaft, wovon er sofort den Sultan verständigen werde. 
Am Ostermontag kam außer meinem Lehrer, den ich für die Sprachstudien hatte, und dem jungen 
Sa'id. dein Sehne des Sultans Abdallah, der in aufrichtiger Anhänglichkeit stets um uns weilte, 

rwundeter Sklave ließ sieb noch von meiner Frau verbinden — niemand in mein Haus, 
das sonst voll von Besuchern war. Vormittags ließ der Sultan den Armstuhl holen ohne ein Wort 
der Entschuldigung. Es waren also die Feindseligkeiten eröffnet. Mittags kam jedoch wider 
Erwarten das englische Regierungsschiff ,Mayo' und befreite uns aus einer Lage, die begonnen 

>-. etwas bedenklich zu werden. Zwei Monate war man in Aden ohne jede Nachricht geblieben, 
da ei,, Brief, den ich gleich in den ersten Tagen nach unserer Ankunft in Gischin geschrieben 

hatte, nicht weiter befördert, s lein mir nach vier Wochen, von Fett durchtränkt, zurückgestellt 

wurde. Sowohl Herr Konsul Schmuck, mit dem Herr Hofral Prof. Müller in regem Briefwechsel 

"ii unserer Reise stand, als <\,-i- Herr Residenl hatten um uns große Sorge, da sie sich unser 
Stil 1 ufangs nichl deuten konnten, umsoweniger, als Art- Sultan Auftrag hatte, für die 

Beförderung unserer Briefe zu sorgen. So entschloß sich der Herr Resident, zu Ostern das Schiff 
,Mayo' nach Gischin zu senden, mit dem wir am I. April die Fahrt nach Aden antraten. 

Trotz aller ui hmen Seiten, die mir Sultan Ali zeigte, bin ich ihm zu großem Danke 

pflichtet, da ich gezwungen war. Tag um Tau. von Erüh bis abend- sprachliche Aufnahmen 



Einleitung. XI 

zu machen, wenn ich nicht untätig im Hause sitzen wollte. Auf diese Weise sammelte ich eine 
stattliche Menge von Sagen und Märchen und sonstigen Erzählungen, die, wie ich hoffe, nicht nur 
■von sprachlichem Interesse sein werden, sondern auch einen ethnologischen Wert besitzen dürften. 
Meine Gewährsmänner sind ziemlich zahlreich, darunter selhsl einige Beduinen. Mit vielem Ver- 
gnügen nahm ich auch Schlummerlieder und Kinderspiele auf. Spät ahends, wenn die anderen 
sehliefen, sammelte ich von drei Gewährsmännern statistische Daten iiher die Bevölkerung, deren 
Tier- und Flurbesitz. Was möglich war. zu erfahren, erfragte ich und legte es fest. In Gischin 
gelang es mir, einen Fischerjungen zu linden, der einige Jahre in Zafär war und etwas von der 
dortigen Sprache wußte. Einige Wörter und ein Lied konnte ich aus ihm herausbringen. Auch 
sammelte ich eine Menge von topographischen Daten bis tief ins Innere hinein und informierte 
mich genau über die Wege nach Qabr Hüd und Bir Birhüd. um bei geeigneter Zeit einen Vorstoß 
dahin zu unternehmen. Meine Frau arbeitete täglich von früh Morgens bis spät Nachts au der 
Konservierung der verhältnismäßig" reichen zoologischen und botanischen Erwerbungen, zu denen 
sieh auch eine ethnographische Sammlung gesellte. Unsere Aufsammlungen von Gischin wurden 
in 13 Kisten nach Wien gesandt. Außer der wissenschaftlichen Tätigkeit übte meine Frau auch 
eine ärztliche Praxis aus. wobei sie' geradezu entsetzliche, von Blut und Eiter strotzende Bein- 
wunden zu verbinden hatte. Noch zwei Stunden vor unserer Abfahrt von Gischin hatte sie eine 
Wunde zu waschen. Da manche von den Kranken nur sitzend am Boden fortrutschen konnten, 
mußte meine Frau im heißen Sande. Kopf und Oberleib mit einem schwarzen Tuch — der 
Landessitte gemäß -- verhüllt, ziemlich weite Wege gehen, wobei sie das nötige Wasser selbst 
mitnehmen mußte. 

Als wir Gischin verließen, konnten wir uns mit Beruhigung sagen, daß wir beide unsere 
Prlicht redlich erfüllt hatten. 

Allerdings mußte ich mehrere Aufgaben unerledigt lassen: Es gelang mir nicht, irgend 
jemanden zu bewegen, uns zu begleiten, obwohl ich mit mehreren Leuten in dieser Hinsicht 
lange Verhandlungen hatte. Ferner konnten wir keine Weihrauchblüte erhalten, weil der Weih- 
rauchbaum zur Zeit unserer Anwesenheit nicht in Blüte stand, wie die Beduinen versicherten. 
Und endlich konnte ich in Gischin auch keine Handschriften erwerben und damit einem Wunsche 
meines verehrten Lehrers Herrn Hofrat Professor Dr. Josef Karabacek nachkommen. 

Am 3. April kamen wir in Aden an. wo ich zu meiner Freude hörte, daß der Weihranchbaum 
in den Anlagen bei den Adener Zisternen, auf den ich Herrn Konsul Schmuck besonders auf- 
merksam gemacht hatte. Blüten getrieben und daß der Herr Konsul Blüten nach Wien gesandt 
habe. Da der Sultan an den Herrn General einen Beschwerdebrief über mich geschrieben hatte, 
war ich gezwungen, in einer längeren Eingabe dessen Verhalten zu kennzeichnen und darzulegen, 
warum ich ohne Abschied zu nelunen - - darüber hatte sich der Sultan besonders beklagt — von 
Gischin abgereist sei. Um noch weitete Aufnahmen in der Jibertisprache zu machen, Somäli- 
texte zu sammeln, anthropologische photographische Bilder aufzunehmen, verbrachte ich fast einen 
Monat in Schaich Othman, wo mir abermals Herr Konsul Schmuck, hilfreich wie immer, ein aus- 
gezeichnet gelegenes Haus mietete und einrichten ließ. In Schaich Othmann ergänzte ich. so 
weit ich konnte und so weit meine recht bescheidenen Mittel es erlaubten, die ethnographischen 
Sammlungen, photographierte fast täglich eine oder mehr Frauen wieder in sechs Aufnahmen — in 
Gischin habe ich es nicht gewagt, anthropologische Studien zu macheu — , und arbeitete etwa an 
drei Wochen mit einem zweiten Jiberti an einem Jibertiglossar und einigen Texten: auch einige 
Somälitexte nahm ich wieder auf. Meine Frau sammelte die für den Hafen von Aden charak- 
teristischen Fische und sonstigen Tiere. Die Ergebnisse unserer Sammeltätigkeit in Schaich Othman 
sandten wir in elf Kisten nach Wien. 

Ein Wort sei noch dem Verhalten des Somali Ibrahim gewidmet, den ich als einen zwar nicht 
besonders intelligenten, aber in gewisser Hinsicht doch bildungsfähigen Menschen kennen lernte. 
Es gelang mir auch ihn derart zu drillen, daß er sämtliche Aufnahmen in der Mahrasprache zu- 

b* 



XII Einleitung. 

ich mit mir Wert l'iir Wort phonetisch in arabischer Schrift mitschrieb, während ich mich der 

inischen Lettern bediente. Wenn mau bedenkt, daß die Mahrasprache Laute hat, für die wir 
erst arabische Lautzeichen schaffen mußten, wenn man ferner bedenkt, daß wir wochenlang Tag 
für Tag von Morgen bis spät Abends auf dem Boden sitzend schrieben, so wird man dem Somali 
Ibrahim gewiß die höchste Anerkennung zollen. Leider aber entwickelte er in anderer Hinsicht 
einen bösartigen Charakter, der ihn mehr als einmal, selbst in Gischin, zu offener Meuterei trieb, 
ja ihn so weil verleitete, mich später in Schaich Othman an der gewissenhaften Ausführung meiner 
Aufgaben zu hindern, daß ich ihn notgedrungen trotz seiner sonstigen Brauchbarkeit zwar nicht 
entließ, aber von aller Mitarbeit enthob, so daß er mein Haus freiwillig verließ. So lange ich 
Ibrahim um mich hatte, erfuhr ich von den wichtigsten Volksbräuchen gar nichts, auch gelang es 
mir in dieser Zeil nicht, irgend eine Somalin mit der so eigenartigen Haartracht vor die Platte 

zu hei., ii, Mi. ja trotz wiederholter Vorstellungen, er möchte mir doch einen .Mann besorgen, der von 

Soqotra oder von Zafar oder aus dem Mahralande wäre, erklärte er stets, es gäbe derartige Leute 
nicht, da solche niemals nach Aden kämen, und als ich ihm vorhielt, daß zur Zeit, da die süd- 
arabische Expedition in Aden Weilte, solche Leute dort anwesend waren, bezeichnete er dies als 

i Irrtum. Da ich aber den Auftrag hatte, einen Soqotri und einen Zafäri oder einen Mahri mitzu- 
bringen, war ich von dieser Behauptung peinlich berührt und erteilte Ibrahim den Befehl, nach 
al-.Ma'alla. dem Araberhafenplatz, zu gehen und dort Umschau zu halten. Ein persönlicher Besuch 
meinerseits hätte höchst wahrscheinlich auch nicht zum Ziele geführt, weil ja Ibrahim an meiner 
Seite gewesen wäre und gewiß, wie bei früheren Gelegenheiten, wo ich mit ihm auf die Suche nach 
Beduinen ging, die angeblich hiruvarische rnschriftsteine besaßen, auf allerlei Ausflüchte und Lügen 
gestoßen wäre. Der Auftrag wurde von Ibrahim nie ausgeführt. Als er aber mein Haus verlassen 
hatte, wurde dieses mit einem Male von verschiedenen Arabern, die es wegen des Ibrahim gemieden 
hatten, besucht, und es entwickelte sich ein sehr fruchtbringender Verkehr zwischen uns und den 
Einheimischen. Dann wurde ich endlich in die Lage versetzt, alles zu erreichen, was ich wollte. 
Ich konnte die Haartracht eines Somälimädehens aufnelunen, ich konnte ethnographisch sammeln, 
Fi eher und Töpfer gingen im Hause aus und ein, kurz ich begann endlich das wirkliche Leben 
i\'^ Orients zu sehen und zu studieren. Bis dahin war ich fast ausschließlich Philolog gewesen 
wenn ich den Ausdruck gebrauchen darf, namentlich in Gischin. wo ich ja vom Sultan mehr oder 
weniger veranlaßt wurde, nur Sprachstudien zu treiben. 

In Schaich Othman gelang es mir erst, nachdem Ibrahim verschwunden war. Leute kennen 
zu lernen, welche die Soqotri- oder die Mahrasprache redeten, ja, selbst einen Mann sprach ich, 
welcher t\i- Zafäri mächtig war. Leider war die Zeit meiner Abreise gekommen und ich kennte 
also nur. ohne weitere Studien zu machen, zwei Leute aussuchen, welche mich nach Wien begleiten 
sollten. Der eine ist .Muhammad heu Awad, in 'Inäd im Hadramut geboren, Sehn einer Mahrafrau 
von Sehnt, und drv andere 'Ali ben 'Amir von Haulaf auf Soqotra. Den Hadrami nahm ich mit 
besonderer Rücksicht au! -eine Landeskenntnis mit und auch deshalb, weil er, allerdings noch 
recht unbeholfen, schreiben kennte. Ihn gedachte ich so weit zu unterrichten, dal.! ich hei einer 
hoffentlich nicht allzuiernen ( ielegenheit mit ihm auf Soqot.ra selbst und in Zalar Texte aufnehmen kann. 
Ali hingegen gefiel mir als naturwüchsiger Fischer und Schiffer, von dem man sicher eine an- 
inliche Menge von echten Volkserzählungen und Liedern, denen, wie man sagt, der Erdgeruch 
anhaltet, aufnehmen kann, de gebildeter ein Mann ist und vollends, wenn er grammatisch 
geschult ist. desto schwerer ist es, unverfälschte Texte von ihm zu erhalten. In dieser Hinsicht 

ibte ich meine Wahl verantworten zu können. 
Für alle fälle ließ ich aber noch zwei andere heute vormerken, die sich bereit erklärten, 

ebenenfalls die Reise uach Wien anzutreten. Der eine ist ein offenbar entlaufener Sklave der in 
Gischin wohnenden Gattin Lulu des Sultans Sälim von Soqotra und spricht, wie ich mich überzeugte, 
Mahri und Soqotri sehr gut. Ich nahm ihn aber nicht mit. »eilt er eben .'in Sklave ist. Der andere 
i-t ein in Makalla geborener .Mann. '\'T auf dem Dampfschiffe des Sultans von Makalla Dienste 



Einleitung. XIII 

leistet und Erzählungen und Lieder in einer Sprache weiß, die er als Zafäri bezeichnet, was ich 
freilich nicht feststellen konnte. Ich verzichtete daher auf seine Begleitung. 

Ich bedauerte sehr, als nur allzu rasch der Tag der Heimfahrt kam. mitten im besten Arbeiten 
das mir so heb gewordene Land mit seiner verhältnismäßig noch wenig erforschten Bevölkeruni; 
verlassen zu müssen. Doch hatte ich das beruhigende Gefühl, wenn ich auch dem mir in bezug 
auf die Weihrauchfrage gestellten Auftrage nicht in vollstem Umfange nachkommen konnte, dal.! 
wir, ich und nicht zum geringeren Anteile meine Frau, das Möglichste geleistet haben, was mit den 
uns gebotenen Mitteln möglich war und dal.) es mir hoffentlich ein gütiges Geschick ermöglichen wird, 
recht bald meine begonnenen Studien wieder dort fortsetzen zu können, wo ich sie unterbrechen mußte. 

Zum Schlüsse ist es mir ein Herzeusbedürfnis, vor allem dem Herrn Residenten General Mair- 
ia ml, der mich veranlaßte, nach Gischin zu gehen, und uns mit dem Regierungsdampfer hinbringen 
und gerade zu rechter Zeit wieder abholen ließ, sowie Herrn Konsul Schmuck für seine liebens- 
würdige, ja opferwillige Unterstützung, die er uns stets und in allen Angelegenheiten lieh, den 
innigsten Dank abzustatten. Auch den Herren des deutschen Konsulates, namentlich unserem Lands- 
mann A. Devetak und E. Heusner, schulde ich für vielfache, wertvolle Dienste aufrichtigren Dank. 

Es scheint mir auch angemessen, als Ergänzung zu diesem Berichte über die 
Forschungsreise Heins die Einleitung Heins zu seiner Schrift: ,Eiu Beitrag zur 
Statistik Südarabiens- 1 hier einzuschalten. Die Arbeit selbst ist ein Versuch statistischer 
Aufnahmen in einem unzivilisierten Gebiete, der kaum seinesgleichen hat. Es gre- 
hörte dazu eine Geduld und Ausdauer, wie sie nur wenige besitzen, die aber Hein 
in hohem Maße besaß. 

Bevor ich im Winter 1901 meine Reise nach Südarabien antrat, übergab mir Se. Exzellenz 
Herr Sektionschef Di-. Karl Theodor von Inama-Stemegg einen von ihm zusammengestellten 
Fragebogen für statistische Erhebungen mit dem Wunsche, daß ich nach Tunlichkeit den statistischen 
Verhältnissen mein Augenmerk zuwenden möge. Dieser mir so wertvollen Anregung verdanke ich 
es, daß ich nach mancherlei fruchtlosen Versuchen doch endlich, ich möchte sagen, ein, wie ich 
hoffe, nicht ganz unbrauchbares Material zusammenzustellen in der Lage war. 

Den ersten Versuch wollte ich schon im Jänner 1902 in der zwischen der Araberstadt Aden 
und dem Hafenorte Tawähi gelegenen Ortschaft al-Ma'allah machen. Dort befindet sich der 
Landungsplatz der arabischen Segelscliiffe und eine buntgemisebte Menge von Arabern, Somali 
und Swahili belebt den Platz. Ich wollte zuerst Haus für Haus nach der Einwohnerzahl auf- 
nehmen, mußte aber den Gedanken bald fallen lassen, da ein brauchbares Ergebnis nur nach 
wochenlanger, mühevoller Arbeit zu erlangen gewesen wäre. Zudem hörte ich, daß von Regierungs- 
wegen zeitweise Volkszählungen vorgenommen werden, die freilich auch nur mir Überwindung zahl- 
reicher Hindernisse stattfinden können und mit Rücksicht auf die ungemein fluktuierende, aus 
den verscliiedensten Stämmen sich zusammensetzende Bevölkerung nur ein ungefähres Bild der 
Wirklichkeit geben dürften. 

Was mir in Aden nicht gelungen war. sollte ich zu meiner Freude, freilich auch nicht im 
gewünschten Maße, in Gischin, dem Hauptorte des Mahralandes, erreichen. Während meines 
etwas mehr als zweimonatlichen Aufenthaltes dort gelang es mir erst nach etwa sechs Wochen, 
durch täglichen freundlichen Umgang das Mißtrauen einiger Personen derart zu beseitigen, daß sie 
mir erklärten, sie wollten mir alle nur gewünschten Aufschlüsse verschaffen. Vor allem bin ich 
in dieser Hinsicht einem kaum dem Knabenalter entwachsenen Sohne des Sultans Abdallah von 
Sehnt, meinem Freunde Sod her Abdallah, zu bestem Danke verbunden. Er war. so lange ich in 
Gischin weilte, fast immer vom frühen Morgen bis zum späten Abend an meiner Seite und erfüllte. 



1 Mitteilungen der k. k. Geographischen Gesellschaft in Wien 1903 S. 219 — 264. 



XIV Einleitung. 

soweit er kenn!«', alle meine Wünsche. Ein ausgezeichnetes Material lieferte mir ferner ein Sklave 
des Sultans Ali von Gisehin. ein dort geborener Swahili, Namens Hflip-i. In Dankbarkeit muß ich 
auch des einen mir zur t gebenen Askeri (Soldaten) A li her Ise gedenken, der im Lau!'.- der 

Wochen mir immer anhänglicher wurde. Endlich lieferte mir einige Daten mein stets hilfsbereiter 
Lehrer, der Hädrami Äbüd her Ali. 

Da der Sultan ausdrücklich den Wunsch geäußert hatte, daß ich meine Spaziergänge ein- 
stellen möge, und ich Grund hatte, mich diesem Wunsche zu fügen, so saß ich fast die ganze 
zweit.- Hälfte meines Gischiner Aufenthaltes gleichsam als Gefangener in meinem Hause. Ich konnte 
also nicht daran denken, die statistischen Erhebungen von Haus zu Haus selbst vorzunehmen. 
Zunächst wandte ich mich an Ali her Ise und fragte ihn. oh er mir helfen könne und wolle. 
Da er sich gerne bereit zeigte, so stieg ich mit ihm. wonu die Sonne untergegangen war und ich 
im Mejlis (Sitzraume) wegen zu großer Dunkelheit keine Texte mehr aufnehmen konnte, auf den 
Rem (Terrasse) meines Hauses hinauf, von welchem aus wir einen guten Überblick über den 
Bezirk üihbet hatten, und befragte ihn dort ohne weitere Zeugen Haus für Haus um dessen 
Bewohn mit nach Arabern und Swahili, nach Personen weihlichen und männlichen Ge- 

schlechtes. Da die Dämmerung eine unverhältnismäßig kurz dauernde ist. so konnten wir jeden 
Abend nur einen kleinen Teil der von uns überblickten Häuser durchnehmen. So entstand die 
erste Tabelle, welche eine summarische Übersicht über die Häuser und Bewohner in den Bezirken 
lühhet und Salälah gibt. Am 10. März 1902 wurden von Bihbet die Nummern 1 — 17, am 12. März 
die Nummern IS — 28, am 13. März der Schluß und von Salälah die Nummer 1 — 9, am 14. März 
der Schluß von Salälah aufgenommen. Die Häuser von Salälah sowie jene von Rihbet, die man 
von unserem Hause nicht sehen konnte, gab Ali aus dem Gedächtnisse an. Diese Tabelle habe 
ich den genauen Bevölkerungstabellen angeschlossen. Am 16. März versuchte ich mit Ali die 
Häuser nochmals mit Nennung ihrer Besitzer oder Haushaltungsvorstände aufzunehmen. An diesem 
Tage entstand das Bruchstück einer statistischen Tabelle von Rihbet mit den Nummern 1 — 7, 
welches ich der summarischen Übersicht angeschlossen habe. Aus den an diese beiden Tabellen 
angefügten Bemerkungen, in welchen ich einen Vergleich mit den vorausgegangenen Bevölkerungs- 
tabellen ausführte, kann man sich ein Bild von der relativen Zuverlässigkeit der gegebenen 
Zahlen machen. Es ergibl sich, dal.! Alis Angaben sich mit jenen Hayris, soweit sie sich auf 
die arabische Bevölkerung des Bezirkes Rihbet beziehen, so ziemlich decken. Freilich sind in 
Hinsicht der Sklavenanzahl bedeutende Unterschiede vorhanden, die sich aber daraus erklären. 
daß 'Ali als Araber sich um die Swahili nicht kümmert; so stimmen auch seine Zahlen für das 
von mir bewohnte Haus, in welchem er täglich aus und ein ging, ganz und gar nicht, während 
Havri- Zahlen in diesem Falle rollständig genau sind. Auch für die Sklaven des Sultanshauses 
nannte Ali Zahlen, die mit den Tatsachen, die ich aus eigener Erfahrung weil.;, in Widerspruch 
stehen. Betonen muß ich nochmals, daß ich sowohl bei den Aufnahmen Alis, wie hei den anderen 
den Gewährsmann immer allein vor mir hatte. 

Da ich sah. dal.! 'Ali mit den Sklavenverhältnissen nicht vertraut war, wandt.' ich mich an 
Ilavri. der- oft in mein Hau- kam und sich mir gegenüber immer zutunlich erwies. Er versicherte 
mich, dal! er alle Einwohner von Gisehin ohne Ausnahme persönlich kenn, und dal.! er gerne 
bereit sei. mir vollständig zuverlässige Angaben zu machen. Doch könne dies erst in (}>-v Nicht 
geschehen, da aiemand davon wissen dürfe. Sofort am seihen Tage stellte er sich etwa um die 
zehnte Stunde ein, und während alles schon schlief oder sich am Tanze belustigte, 1 saßen wir auf 
unseren Kisten und gingen Haus für Haus durch. Am 15. .März wurden die 75 Nummern des 
Bezirk..- Yontuf aufgenommen, eine Arbeit, die bis nach .Mitternacht währte. Am 17. März wurde 
der Bezirk Rihbet, am 18. .März wurden die Bezirke Salälah. Yegäut, Durüb und Manzäf erledigt, 



1 Es Ichen die Swahili beim eintönigen Trommelschlag .1..' ii Vi. In durch- 

tanzten. Vielleicht w Umstand für Harri günstig, s.> daß sein Ausbleiben im Sultanshause nicht 



Einleitung. XV 

Von da ab blieb Ilavri aus mir unbekannten Gründen aus. So Leid es mir tat, ersuchte ich 
dann meinen Freund Süd. mir auch noch die Stunden bis Mitternacht zur Verfügung stehen zu 
wollen, was er mit Freuden tat. Ich muß gestehen, daß Söds Art und Weise, wie er die Tabellen 
diktierte, mir die Überzeugung' ihrer Verläßlichkeit aufzwang. 

Söd her Abdallah gab am 21. März die Tabelle für den Bezirk Maglol und für die Häuser 
sowie für die Zelte 1 — 14 von Süg, am 22. März den Rest von Süg und den Bezirk Haft, außer- 
dem ergänzte er den Bezirk Yentüf durch das einzige Zelt, das zu ihm gehört, und endlich gab 
er die Nummern 33 — 48 von Maglöl. Am 2ö. März liefert er mir die Zahlen und Namen für den 
etwa l 1 /* Stunden von meinem Hause entfernten Bezirk Deber. 

So entstanden die Bevölkerungstabellen I — X, welche den Berechnungen in den übrig 
Tabellen, die ich selbst anlegte, zu Grunde liegen. Auch die anderen Tabellen, die sich auf den 
Besitz von Haustieren und Dattelpalmen, auf den Felderbesitz und auf die Yermögensverhältnisse 
beziehen, wurden in der tiefen Stille der Mitternacht angelegt. Ich habe das Nötige jeweils hei 
diesen Tabellen angemerkt. 

Es gereicht mir zur besonderen Genugtuung, für die Verläßlichkeit der Tabellen eine ganz 
unerwartete Stichprobe anführen zu können. Der von mir in Schaich Othman hei Aden kurz vor 
meiner Abreise nach Europa angeworbene Hadrami Muhammed ben c Awad von 'Inät war vor Jahren 
selbst in Gischin gewesen und hatte dort in einem Hause einige Tage gewohnt. Ich las ihm die 
Namen der Hausbesitzer vor und er war sehr erstaunt, darunter richtig jenen Mann zu finden, 
der ilrm Gastfreundschaft gewährt hatte. Dann befragte ich ihn um die Anzahl der in diesem 
Hause wohnenden Personen, einschließlich der Swahili, und seine Angaben deckten sieb ganz genau 
mit meinen Aufschreibungen. Es war eines der im Bezirke Salälah befindliehen Häuser. 

Ich glaube demnach annehmen zu können, daß die in den folgenden Tabellen niedergelegten 
Zahlen, wenn sie auch nicht absolut vollständig richtig sind, doch relativ den tatsächlichen Ver- 
hältnissen entsprechen, so daß die aus ihnen gezogenen Schlüsse immerhin ein der Wahrheit nahe- 
kommendes Bild geben. Wäre nicht meine Abreise von Gischin so plötzlich erfolgt, so wären die 
Tabellen noch reicher ausgefallen. Ich hatte meinem Freunde Söd noch manche Aufgaben gestellt, 
die leider unerledigt bleiben mußten. 

Gischin ist der Xame des ganzen Landstriches, der sich vom Ras Sirwen bis zum Ras Derjah 
in einer ungefähren Breite von 7 km etwa 2b km weit längs des Meeres erstreckt. Landet man an 
dem sanft ansteigenden Strande, hinter dem sich in etwa 3 km Entfernung ein zum Meere parallel 
streichender, niedriger Höhenzug erstreckt, so hat man unmittelbar vor sich die grünen Durrah- 
felder des Maglol. der durch 15 Ziehbrunnen mit hohen galgeuartigen Gerüsten bewässert wird. 
Zwischen den in zwölf große Parzellen geteilten Feldern liegen zerstreut 4* Mattenzelte, in welchen 
nicht nur die Feldarbeiter, sondern auch andere, mitunter ganz angesehene Leute wie z. B. mein 
Lehrer, der Hadrami Abüd ber Ali, wohnen. Hinter dem Maglöl Hegt in der Mitte das Zentrum 
von Gischin, der Bezirk Rihbet. d. h. Stadt, in welchem der Sultan Ah residiert, wo sich die 
Häuser der übrigen Sultansfamilien und Vornehmen befinden. Dort wohnte auch ich. Bloß durch 
ei neu Friedhof davon getrennt, liegt östlich der bedeutendste und größte Bezirk namens Yentüf. 
fast gänzlich von den mächtigen und reichen Mitgliedern des Stammes Gidhi bewohnt. Obwohl 
^ entüf von meinem Hause aus nur wenige Minuten entfernt war, wurde es mir doch strengstens 
untersagt, dorthin zu gehen, allerdings, nachdem ich es schon vielfach durchstreift hatte. Westlich 
von Rihbet befindet sich Salälah. das zumeist von den Zuwedi und den Ber Musmär bewohnt 
wird. Dort hausen auch ziemlich viele von den Fischern. Die westliche Begrenzung von Salälah 
bildet das breite, geröllreiche Wädi Gabun mit einer Süßwassergrube aus welcher täglich einige 
W eiber in Lederschläuchen das Wasser für den Hausbedarf den Leuten »-eo-en Bezahlung mit 
Ta am i Hirse) zutragen, da die verschiedeneu Hausbrunnen nur brackiges Wasser liefern. Jenseits 
des Wadi Gabüri liegen die Dattelpalmenhaine von Yegäut Durüb, wo zumeist Leute aus dem 
l.l.idramüt wohnen, die sich am besten auf die Dattelpalmenkultur verstehen. In Durüb. das etwas 



XVI Einleitung. 

mehr landeinwärts liegt, haben die beiden Sultane Abdallah von Sehüt und Sälim von Sokotra 
sowie der reiche Schaich Ahmed Villen, die sie zur Zeit der Ernte bewohnen. Sonst gibt es nur in 
Jegäut aoch secbs aus Lehm gemauerte Häuser. Den Abschluß gegen Westen hin bildet eine 
kleine, nur aus fünf Mattenzelten bestehende Ansiedlung, Deber. Hinter Rihbet und Yentuf den 
Böhenzug hinan liegen zerstreut die elf .Mattenzelte des Manzäf. Von Yentuf nach Osten erstreckt 
sich etwa eine halbe Stunde weit bis zum Wädi Yidnüt die Ebene Fashät. Jenseits des Wädi 
Vidni'it liegen die Häuser des Ortes Süg, die bis auf zwei vollständig leer stehen. Eine unheim- 
liche Stille lagert über diesem Teile Gischins, der. wie der Name sagt, als Markt einst lebens- 
frohe Tage gesehen haben muß. Die wenigen Einwohner, die Süg, an dessen Eingang noch zwei 
einsame Kokospalmen von längst vergangenen Zeiten träumen, noch zählt, wohnen in Zelten. 
Noch weiter östlich gegen Käs Derjah zu liegt der kleine Bezirk Haft, den ich seihst nicht sah. 
Dort sollen sich außer den drei von mir in den Tabellen verzeichneten Häusern noch Zelte be- 
finden, die von Ahdäm bewohnt sind. Diese werden auf eineu Mann namens Sabal zurückgeleitet, 
der ein Abessynier war. Sie sollen seit 280 Jahren in Haft wohnen. Jenseits des Höhenzuges, sagte 
man mir. bilde die nordliche Grenze Grischins ein Ort Murif, den ich aber nicht sab, obwohl ich diesen 
Höhenzug überschritt und dabei einen weithinreicbenden Überblick hatte. 

In den folgenden Tabellen stellte ich bezirksweise die Häuser- mit ihren Bewohnern, in Araber 
und Swahili geschieden, zusammen, wobei genau Männer und Knaben, Frauen und Mädchen aus- 
einandergehalten sind. Die Gesamtzahl der Bewohner ermittelte ich mit 2686. Dazu ist jedoch 
zu bemerken, daß in allen Häusern, deren Männerzahl mehr als zehn beträgt, nur die Einerzahl 
die ständigen Bewohner angibt; die Zehner- und Hunderterzahl zeigt die ab und zu einkehrenden 
Beduinen aus dem Innern an. Wir haben sonach in Yentuf 220, in Rihbet 20 und in Salälah 60 
Beduinen, zusammen 300 Männer, die zur Zeit meiner Zählung in Gischin waren, dann aber 
wieder ins Innere gingren. Sie brachten verschiedene Handelsartikel und ich war von meinem 
Hause aus Zeuge, wie sie vor dem Sultanspalaste in feierlichem Gesänge ihrem Herrscher huldigten. 
Wenn wir also die 300 Beduinen in Abschlag bringen, so bleibt eine ständige Bevölkeruni;' von 
2386 Seelen. Da nun Gischin eine Ausdehnung von etwa 175 Am 2 hat, so kommen auf 1 km? 
ungefähr 13 — 14 Bewohner. Die Anzahl der arabischen, d. h. nicht als Sklaven oder deren Abkömm- 
linge zu betrachtenden Männer stellte ich mit 849 fest; von diesen müssen aber die 300 Beduinen 

- 

in Abschlag gebracht werden, so daß sich ihre Zahl auf 549 reduziert. Diesen stehen 342 Frauen 
gegenüber. Es sind also um 207 mehr Männer als Frauen vorhanden; ebenso überwiegt die Zahl 
i\>-\- arabischen Knaben um 49 jene der Mädchen. Es ergibt sich schon aus diesen Zahlen, daß 
Vielweiberei in Gischin nicht oder nur in sehr beschränktem Maße vorkommt; und tatsächlich ist 
mir kein Fall bekannt geworden, daß ein Mann mehr als eine Frau im Orte hätte, wohl aber gibt 
es viele, welche an verschiedenen Orten je eine Frau unterhalten, so daß sie beim zeitweiligen 
Wechsel ihres Aufenthaltes immer ein eigenes Heim finden. Dagegen gibt es in Gischin eine 
iße Zahl von Männern, die dort keine Frau haben, wie z. I!. unser Askari Bahit, weil sie ihre 
Hauptwohnung in irgend einer Berghöhle des Innern aufgeschlagen haben, die sie von Zeit zu 
Zeit auf einige Tage aufsuchen. Bei den Swahili überwiegen die Frauen, allerdings nur um 46. 
Das erklärt sich aus dem größeren Werte, den eine Sklavin besitzt, wie die von mir angelegte 
Werttabelle ergibt. 

Aus diesen beiden Berichten wird man einen Begriff bekommen von den Arbeiten 
Dr. Heins und seiner mutigen Frau, ich möchte sie aber durch einen Brief ergänzen, 
welcher für die Scliwcst« r Dr. Heins. Frau Direktor Grill, bestimmt war, sie aber nicht 
erreicht bat, weil er nicht abgeschickt werden konnte. Er schildert die erlebten 
und erduldeten Ereignisse und Gefahren sehr lebhaft und gibt uns ein paar Moment- 
photographien, die ofl mehr sagen als die ruhig zu Hause niederoeschriebenen Berichte. 



Einleitung. XVII 

Gfischin, 27. Jänner 1902, ' <S Uhr abends. 

Endlieh haben wir unser so heiß ersehntes Ziel erreicht. Wir sitzen in einem halbverfallenen 
aus Lehm erbauten Hause, von dem jeder Regenguß einen Teil abschwemmt. Unsere Wohnung 
ist ein kleines Zimmerchen, durch dessen niedere Fensterluken, die wir notdürftig mit Tüchern 
und Kleidern verhängen, lustig der Wind streicht. Tische. Stühle, Betten und dergleichen unnütze 
Dinge kennt man hier nur vom Hörensagen oder gar nicht. Der einzige in Gischin verfügbare 
Lehnstuhl wurde uns vom Sultan, einem alten, schwachen Greis, gleich am ersten Abend zur Ver- 
fügung gestellt und paradiert neben einer als Tisch dienenden, leeren Kiste im Empfangssaal. 
Gischin ist ein armseliger Ort, der aus regellos aufgebauten Lehmhäusern besteht. Das statt- 
lichste derselben bewohnt nicht etwa der , allmächtige" Sultan Ali, sondern bildet die Zwingburg 
der bewaffneten Macht. Wer diese eigentlich ist. weiß ich noch nicht. Alles läuft mit Lunten- 
flinten altmodischen Aussehens, mit Schwertern und mit scharf gekrümmten Seitenmessern herum. 
Die Leute haben ein unheimliches, wildes Aussehen. Das wirre Haar, das nie einen Kamm sieht, 
halten ein paar um den Kopf geschlungene Stricke fest, die Brust ist halb entblößt. Die Frauen 
tragen große, schwere Nasenringe, die gerade in der Mitte des Nasenrückens anscheinend knapp 
am Nasenbein eingesteckt sind und in der Ebene der Nasenscheidewand liegen. Den Oberleib der 
Frauen verhüllt meist ein blaues Tuch, unter welchem sie ein blaues oder rotes Hemd tragen, das 
vorne nur etwas über die Knie reicht, während es rückwärts als lange Schleppe durch den tiefen 
Sand dahingeschleift wird. 

Wir kamen vorgestern um 8 Uhr früh in Sicht von (Tischin, dessen Häuser kaum vom 
übrigen Erdreich unterscheidbar sind. Auf der Zwingburg wehte die rote Sultansflagge. Unser Schiff 
ankerte weit draußen. Viermal mußte unser Ibrähirn hin- und herfahren in dem vom Sultan 
gesandten Boote, aus dem fortwährend Wasser geschöpft werden mußte, bis wir endlich die 
Erlaubnis erhielten - - es war 5 Uhr nachmittags ! ! — selbst ans Land zu fahren. Als wir landeten, 
war die .Mayo" bereits wieder hinter Ras Seherwen verschwunden und wir waren allein und ver- 
lassen! Durch das Wasser wurden wir von den Leuten an den flachen Strand jretrag'en und wir 
stapften durch den tiefen Sand unserem Hause zu, in dessen ganz kahlem Empfangsraum uns der 
Sultan umgeben von den Großen des Reiches erwartete. Es war ein eigenartiges Gefühl, das ich hatte, 
als ich da mit unterschlagenen Beinen neben diesem armseligen, immer spuckenden Potentaten saß. 
Nach einigen Vorstellungsworten zwischen Ibrahim und dem Sultan, der ührigens sehr schlecht 
arabisch spricht (arabisch verstehen liier nur sehr wenige Leute), wurden die übrigen Verhandlungen, 
da keine Einigung erzielt werden konnte, auf den folgenden Tag verschoben. Wir verbrachten 
die Nacht auf einer auf den festgestampften Lehmboden gebreiteten Matte bei dem zugigen Luft- 
loch, das mir etwas rheumatische Schmerzen einbrachte. Der Sultan sandte uns noch zum Abend- 
essen auf einer Strobtasse Reis und Datteln, die höchst unappetitlich aussahen. Kaufleute gibt es 
hier nicht. Man bekommt hier gar nichts, weder Zucker noch Mehl, noch sonst etwas, nicht einmal 
Tabak. Gestern Vormittag fand sich der Sultan zum großen Palaver ein, dessen Um und Auf darin 
bestand, daß ich 1000 Rupien zahlen soll, damit die Beduinen nicht unser Leben bedrohen. Ich 
bot ihm 100. dann 150 Rupien, allein er verlangte mehr. Da erhob ich midi, ich war schon als 
Araber gekleidet, und verließ das Zimmer. Ibrahim und Marie redeten mir zu, doch wieder das 
Palaver aufzunehmen. Ergebnis: Wir müssen jederzeit zwei Soldaten in unserem Hause halten. 
die uns auf Schritt und Tritt begleiten: da angeblich die Beduinen, die sehr zahlreich liier herum- 
stolzieren, unser Leben gefährden. Gestern machten wir einen sehr schönen Spaziergang mit 
unseren flintenbewaffneten Soldaten. Heute ersuchte uns der Sultan nicht mehr so weit zu gehen. 
Wir sind also jetzt Gefangene der Beduinen, die angeblich! heute früh in unser Haus dringen wollten. 
Vorläufig ist es aber ganz ruhig. Marie hat böse Bekanntschaft mit Moskito gemacht und ist 
nicht ganz wohl. Ihre Lippen sind vom Fieber gesprungen. Das Wasser ist elend: entweder 
brackig oder schweflig. 

W. Hein, Mehri-Texte. c 



XVIII Einleitung. 

Zweiter Brief, der aber nicht beendet wurde: 



.3. Februar, 1 j s 7 Uhr früh. 



Nun sind wir eine Woche hier in diesem paradiesischen Orte wo drei Kamele faulen, dort, 
wo sie starben; wo aus jedem Hause aller Unrat durch eine Holzrmne auf die Straße geleitet wird, 
wenn man von Straßen reden kann. Die aus Lehm aufgeführten Bauten stehen regellos, die einen 
da. die andern dort, die meisten von ihnen halbverfallen. Zwischen ihnen jagt der .-tändige Wind 
den tiefen Sand zu oft haushohen Dünen empor. Zwischen der .Stadt Bihbet' und dem Meere 
u einige Durrahfelder, die den Augen ein angenehmes Bild bieten. Sie werden gut bewässert. 
Bei diesen Feldern hausen beute in Zelten, die aus Matten gefertigt sind, dieser Teil heißt Maglol. 
Von unserem Hause aus haben wir einen sehr hübschen Blick auf das weite Meer, dessen Bollen 
und Donnern unaufhörlich an unser Ohr dringt. Unser Haus seilet i-t eine weitläufige, halbe 
Buine, die nur ein durch ein Ilolzschloß scheinbar verschließbares Gemach hat, in dem wir arbeiten 
und essen und schlafen. Es ist im ersten Stock gelegen, hat einen festgestampften Lelunboden, der 
gegen die Mitte zu ausgetreten ist. Alles steht daher schief und Leuchter fallen mit Vorliebe um. 
Die weiß getünchten, aber sehr verschmutzten Wände sind mit Strohfeuern verschiedener Größe und 
mit Glasflaschen europäischen Ursprungs behangen. Die drei verschieden großen Fenster. — in einem 
muß man sich hineinlegen, um hinabzusehen — sind nur mit verlumpten Lappen verhangen. Vor das 
eine stellten wir überdies die Dunkelkammer, da der Vorhang nicht ausreicht und auch das vorge- 
nagelte Tuch fortwährend flattert. In diesem Baume gibt es weder Stühle noch Tische, noch Betten. Die 
großen Kisten dienen als Tische, die kleinen als Bänke, die Koffer als Kasten. Unser Bett besteht 
aus einer auf den Boden gebreiteten Matte, auf welche Marie einen mit Holzwolle und dergleichen 
Dingen gefüllten Überzug legte. Unsere Plaids und zwei kleine Reisepolsterchen ergänzen unser 
Nachtlager. So liegen wir ganz erträglich und schlafen verhältnismäßig gut. Ab und zu schwirrt ein 
Moskito um die Ohren, der vielleicht soeben aus unserem Trinkglas herausgekrochen ist. In unserem 
Trinkwasser, das wir aber nicht trinken, schwimmen die Moskitolarven recht vergnügt herum. 

Im Indischen Ozean am Bord der ,Mayo\ 1. April 1902, i> Uhr nachmittags. 

Bings um uns kräuseln sich wieder die tief dunkelblauen Wellen des Indischen Ozeans, in denen 
timsende und tausende von Sonnensternen flimmern. In weiter Ferne verblassen im Dunste die 
Gebirge der arabischen Halbinsel, deren Küste wir heute morgens verließen. Hinter uns liegen 
zwei Monate voll der reichsten Erfahrungen mit viel Freud, aber noch mehr Leid. Es ist mir jetzt, 
da ich müde und abgespannt wieder der Heimat zufahre, als ob ich diese ganze Zeit geträumt 
hätte und ich kann die Wirklichkeit nicht fassen. Vorgestern drohte mir noch das Haupt des 
Gidhi-Stammes mit anversöhnlicher Feindschaft. Gestern Vormittag ließ der Sultan den einzigen, 
ohnehin nur von ihm benützten Stuhl wegnehmen — alles drängte zu einer kritischen Entscheidung, 
da - es war etwa l / g 12 Uhr am Ostermontag - läuft hinter dem Ras Schirwen ein Dampfboot 
hervor und steuert geradenwegs auf Gischin zu. Um 3 Uhr las ich seit mehr als zwei Monaten 
uieiler Briefe und sogar sehr viele, l'm o Uhr waren wir an Bord, Wir haben Gischin verlassen. 
ohne dem Sultan nur ein Weit des Abschieds zu sagen. Es würde hier zu weit führen, wenn ich 
jetzt alle- niederschreiben wollte, «;is wir fühlten, was wir dachten. Genug an dem, daß ich mein- als 
einen .Monat (44 Tage) das mir zur Wohnung angewiesene halbverfallene Lehmhaus nicht verließ. 
Gearbeitel haben wir in zu ei Monaten, ich kann es mit Stolz sagen, wie nicht leicht irgend 
jemand. Marie hat Fische. Eidechsen, Vögel, Pflanzen und vieles andere gesammelt und geordnet 
und ich habe mein- als zweihundert Märchen, Lieder und sonstige Erzählungen in der Mehrisprache 
auf; :. Marie war in Gischin die eiste Europäerin und die meisten Leuten hatten überhaupt 

• inen Europäer gesehen. Wir haben auch manchen Erdenfleck betreten, den noch keines 
—en ; so nennen sie in Gischin die Europäer) Aug.' geschaut hat, 



Einleitung. XIX 

Dr. Hein hat die Mehri- und Hadrami- Texte in Gischin aus dem Munde ver- 
schiedener Gewährsmänner aufgenommen. Jede Erzählung und jedes Gedicht sowie 
jedes Sprichwort und jedes Rätsel trägt das Datum der Aufnahme und verzeichnet 
den Überlieferer des betreffenden Stückes. Frau Dr. Marie Hein, welche alle die 
Leute genau kannte, hat auf meinen Wunsch ein kurzes Verzeichnis derselben an- 
gefertigt und bei jedem die von ihm herrührenden Stücke verzeichnet. 

AI um allim 'Abiid ber Ali, Hadrami, geboren in Gäsan, würdiger, älterer Mann mit Voll- 
bart, Lehrer, Schneider, Vorbeter und Leichenwäscher, wohnte in seinem Mattenzelt im Maglol und 
hatte Ziegen. 

Er wurde zum Uliersetzen der Texte aufgenommen und war, sofern ihn nicht seine verschie- 
denen Beschäftigungen abhielten, schon meistens nach 7 Uhr früh am Platz, zwischen 12 — 1 Uhr 
war Pause und dann ging's weiter, bis die Dämmerung einbrach, beiläufig 6 Uhr abends. Die Texte 
wurden ihm Wort für Wort vorgelesen, und so übersetzte er sie ins Hadrami, wodurch die 
Wiedergabe schwerfällig wurde. Bei Unterbrechungen, die oft nach einigen Sätzen eintraten, 
sein- häufig lagen sogar Tage dazwischen, wurde ihm die ganze Erzählung vorgelesen, damit er 
sich doch teilweise des Zusammenhanges erinnern könne. Stets war er aber dabei emsig mit 
seiner Schneiderarbeit beschäftigt. Er erklärte, 30 — 40 Erzählungen zu wissen, und war gekränkt, 
wenn er längere Zeit nicht zum Wort kam. Er war sehr ruhig, freundlich und hilfsbereit. Be- 
kleidet war er mit weißer Fota, üblichem kurzen Hemde und Tmäma, sah aber dadurch meist 
recht schmutzig aus. 

Erzählungen: Nr. 1— '2, 29—30, 33—34, 36—37, 41, 52, 58. 
Noch unübersetzt: ü. 

lli ber 'Isa ber Sa'd Kabile ber Marfig, Nejd Tubüt, Soldat im Dienste des Sultans, uns gegen 
Bezahlung zugeteilt; sollte uns bei den Spaziergängen nach Osten begleiten. Zart gebauter, ziem- 
lich junger Mann, sehr freundlich und anhänglich. War meist den ganzen Tag bei uns. Bekleidet 
war er mit weißer Fota, mit bunt gestreifter Bordüre, stets offenem, kurzem Hemde und Kopf- 
schnur, Gürtel mit Schwert. Er trug lange Haare und hatte Kinnhart. Vermögend, besaß auch 
Dattelpalmen. 

Erzählungen: Nr. 13, 17—20, 25, 28, 31, 35, 39, 47, 48, 53, 55. 

Noch uuübersetzt: 7. 

Lokalitätsangaben. 

Lieder: Nr. 5-7, 33 (mit Söd). 

Rätsel: Nr. 17—20. 

lli ber Misrah, Schwiegersohn des Sultan Abdallah von Sehüt; Söds Schwager kam nur 
ein- oder zweimal, fuhr nach Ostafrika. 

Erzählungen: Nr. 3 — 6. 

AydarÜS ber Habib Salem, Mehri aus Gischin, Knabe von 10 Jahren, der als Sohn des 
Säyyid Sälim von Allen ehrerbietigst mit Handkuß begrüßt wurde. Er trug blaue' Fota und 
Jäckchen. Er war ein lieber, gefälliger Bursche und sehr viel bei uns. Sein Vater, der uns als 
Wezir genannt wurde, als er auf die „Mayo" kam, fuhr mit derselben nach Aden und kehrte 
auch erst mit ihr heim. Ein erwachsener Bruder, Scherif, kam zweimal wegen Wundbehandlung 
und verreiste dann. Auch die zwei kleinen Brüder gingen bei uns aus und ein. Abderrahmän, 
6 Jahre, war sehr scheu, während uns der putzige, noch nicht vier Jahre alte Abubekr in seinem 
blauen Kleidchen, mit Glückchen an der Brust, recht viel Spaß machte und von allen verzärtelt 
wurde. Wähnten im Rihbet. 



XX Einleitung. 

Erzählungen: Nr. 54. 
Noch unübcrset/.t: "-'. 
Kinderspiele und Sprüche: 13. 

Bahit ber Nasir vom Stamme Herezi. Beduine aus dem Innern (jebel Irjel), wo er eine 
Berg-hohle bewohnte. Er ging während unserer Abwesenheit dreimal heim. Er brachte Weihrauch- 
häumchen und Pflanzen mit. die er selbst bestimmte. Einmal nahm er seinen kleinen Knaben mit, 
der auf einem Auge blind war. und wollte, daß wir ihn behandeln; er war über unsere Ablehnung 
.-ehr gekränkt. Eine Zeit bot er sich auch an, mit nach Wien zu gehen, kam aber dann davon 
wieder ab. Er trug blaue F6ta und Leder-Kopfschnur und, wenn es kühl war, blaue Föta um 
den sonst nackten Oberkörper: hatte Lanze und Seitenmesser (jenbiyet), samt anderem Zugehör. 
wie Feuerstahl etc.. an einem Ledergurt. - Er hatte viel dunklere Hautfärbimg wie die Gischiner 
und da die blauen Fötas stets abfärben, bläulichen Schimmer, langes, zerzaustes, schwarzes Haar 
und schwachen Bartwuchs. Sehr ernst und schwermütig. Er war der zweite uns zugeteilte Soldat 
und sollte uns nach Westen begleiten. — War, wenn er nicht verreist war, immer am Platz. 

Niemals j, immer rein g. 

Erzählungen: Nr. 32, 40, 43, 51, 56, 57. 

Noch unübersetzt: 5. 

Lieder: Nr. 3—4, 24. 

Noch unübersetzt: 2. 

Sprüche: Nr. 16—21. 

Hunderufnamen und Monate. 

Beräki bir Sa'id Kabile Bir Gamzayt, 18 Jahre alt, Beduine, der des Festes wegen aus 
dem Innern kam. 

Unübersetzt: Lied. 

I ii in An ber Saränj, ber Sä'd, Bootbesitzer, bewohnte sein Mattenzelt in Maglol. Er holte 
und brachte uns zur „Mayo". Kurzweg wurde er „Emir al bahr" genannt. Behäbiger, lustiger 
Mann, der Schiffer- und Fischerlieder mit Feuereifer vortrug; einmal gab er ein Fischerspiel mit 
Gesang zum Besten, wobei er lebensgefährlich wild mit den Stecken in der Mejlis herumfuhr und 
die Anwesenden immer im Refrain einfielen. Es war sehr schnurrig anzuhören. 

Lieder: Nr. 27, 30—33, 40. 

Unübersetzt: 1. 

Lokalitätsnameu von Meer, Flur und Strand. 

Fischer Mubärik. 

Meer-, Flur- und Strandnamen. 

Mohammed ber Ali. Gidhi, Junge von 12 Jahren, der S6d dienstlich zur Seite stand. 
Rätsel; Nr. 1, 5- 

Muh am med ber Nhis, Gidhi, 12 Jahre alt. 

Noch unüb i Erzählungen: 5. 

Noch unübersetztes Lied: 1. 
Gidhi Einteilung. 
Kein j, nur tr. 

Sa'd ber M-Uhäinined min ähl ben Kaiset von Seger, zwischen Easweil und Sük. Kam um 

in- Europäerin zu sehen mit einem Knalien. 
i.i. .1: Nr. -j;;. 



Einleitung. XXI 

Sa'id = Söd ber abdällah, Sohn des Sultans Abdallah her Muhammed von Sehüt und der 
Bagilah. die ganz allein in ihrem Hause in Rihbet wohnte, während Söd sich bei seinem Großvater 
Sultan Muhammed her täu'ari aufhielt. 

Er war hall) erwachsen und zart gebaut, vielleicht 13 Jahre alt, trug deshalb noch den 
Haarschopf. Bekleidet war er mit weißer Föta und vorne offener weißer Jacke. Er war ein sehr 
kluger Junge und stand uns vom ersten Tage unserer Ankunft als guter, anhänglicher Freund zur 
Seite. Schon um 6 J / 2 früh trat er mit dem Milchtopf in unser Zimmer und oft saß er erklärend 
bis um Mitternacht bei uns. Er versorgte uns mit Milch und Salz, brachte Tiere, Vögel etc.. 
ethnographische Gegenstände und teilte uns deren Namen mit, bemühte sich um die Statistik, und 
geradezu rührend war es, wie er sich freute, als Ostermontag das Schiff in Sicht kam, nachdem er 
gewiß besser die Situation überschaute, in der wir uns befanden. Er nalim wirklich herzlich von 
uns Abschied, man fühlte, daß er ihm schwer fiel. 

Erzählungen: Nr. 1, 7—12, 14—16, 22, 26—27, 42, 45—46. 

Noch unübersetzt: 9. 

Lieder: Nr. 8, 28—29. 

Unübersetzt: 18 (Ernte-, Fest-, Schlummer- und Trauerlieder). 

Sprüchwörter: Nr. 1—3, 6—16. 

Unübersetzt: Redensarten (Schimpfwörter, Schnellsprechübung, Rufnamen) 5. 

Spielverse: 3. 

Sef ber Soliw, Gidhi, 13 Jahre alt. 

Erzählung: Nr. 50. 
Lieder: Nr. 13, 19, 35—39. 

Sällb ber Yasakör, Gidhi, Kaufmann. 

Erzählung: Nr. 24. 
Lieder: Nr. 20—21. 

Sälih ber Musällem, Gidhi, Sohn eines sehr vermögenden Mannes, der von uns der kleine 
Kaufmann genannt wurde, da er vorzüglich zu handeln verstand bei allem, was er brachte. Vater 
Musallem ber Gafayl in Yentüf auch Besitzer von Dattelpalmen. Er war es, der für drei Eier 
einen Revolver verlangte, und trotzdem erklärte er, daß er, wenn wir ihm selbst die halbe Mejlis 
(ein sehr großer Raum) voll Geld geben würden, doch nicht mit uns nach Europa gehen wollte. 
Vielleicht 10 Jahre alt. 

Erzählungen Nr. 21, 23, 38. 
Lieder: Nr. 8, 28—29. 
Rätsel: 21—26. 

Räwwah ber Sayd. 

Lieder: Nr. 9—12. 

Zayd bin Sälim. 

Sprichwort mit Söd, Fackelzugbrauch mit Söd. 

Zum Schlüsse gebe ich. aus den zahlreichen Nachrufen auf Wilhelm Hein den 
kurzen Nachruf wieder, welchen sein Jugendfreund Dr. Robert Sieger, Professor 
an der Universität Graz, in der ,Deutschen Rundschau für Geographie und Statistik', 
XXVI. Jahrg., 4. Heft, veröffentlicht hat. Er enthält eine kurze Biographie und eine ante 
Charakteristik Wilhelm Heins und daran anschließend eine Bibliographie (auf Grund 
einer Zusammenstellung von Frau Marie Hein) ebenfalls von R. Sieger veröffentlicht. 



XXII Einleitung. 

Arn 19. November 1903 ist in Wien der Ethnograph und Forschungsreisende Wilhelm 
Hein nach langem schweren Leiden gestorben, ehe er in die Lage kam, das reichliche von ihm 
in Südarabien gesammelte Material abschließend zu verarbeiten. Lag das Schwergewicht seiner 
Sl idien auch nicht auf geographischem Gebiete, so ist doch auch die Geographie durch sie vielfach 
gefördert worden und die Geographen hofften insbesondere von seinen geplanten weiteren Reisen nach 
Sokotra und Hadramaut reiche Ergebnisse, da seine ungemeine Energie und Arbeitskraft schon auf 
iner Reise 1901/02 wertvolle statistische und geographische Erkundungen zustande gebracht hatte. 
Reiche und große Hoffnungen sind durch seinen unerwarteten Tod zunichte geworden. 

Hein war am 7. Januar 1861 in Wien geboren. Schon als lOjähriger Bürgerschüler trug 
er sich mit dem Gedanken, den großen Afrikareisenden nachzustreben, deren Berichte die damalige 
Jugend mit Heißhunger verschlang; eine Tagebuchnotiz aus dieser Zeit spricht bereits von dem 
Plane einer Reise nach Sana in Arabien. Mit klarem und festem Willen suchte er sich die dazu 
erforderliche Vorbereitung zu schaffen. Auf zahlreichen Ferienreisen härtete er seinen von Haus 
ans keineswegs kräftigen Körper ab und übte sich im Beobachten geographischer und insbesondere 
volkskundlicher Tatsachen. Während der vier letzten Gymnasialjahre besuchte er als außerordent- 
licher Hörer der orientalischen Sprachen die Vorlesungen D. H. Müllers au der Universität, 
und als er 1881 die Hochschule bezog, war er bereits ein tüchtiger Kenner des Arabischen. An 
der Wiener Universität betrieb er neben orientalischen Studien auch eifrig Geschichte, Geo- 
graphie und Ethnographie und war ein Hörer von Simony, Penck und Paulitschke. Dem in 
Stagnation geratenen studentischen ..Verein der Geographen an der Universität" wußte er durch 
seine Energie neues Lehen einzuflößen, so daß er als zweiter Gründer des jetzt blühenden 
Vereines gelten kann. Am 22. Juli 1885 wurde Hein zum Doktor der Philosophie promoviert. Seine 
Dissertation behandelte die Geschichte des Kalifen Omar IL, mit deren Quellen er sich auch später- 
hin beschäftigte. Ein Vortrag darüber wurde 1891 auf dem Londoner Orientalistenkongreß durch 
ein Diplom anerkannt. Doch hielt Hein die Arbeit nicht für abgeschlossen und wollte sie nicht 
früher veröffentlichen, ehe sich ihm Gelegenheit böte, sie durch Verwertung seiner ethnographischen 
Studien in neuartiger Weise zu vertiefen. 

Die Ethnologie hatte nämlich inzwischen seinen Gesichtskreis wesentlich erweitert: immer 
mehr wandte er sich ihr zu. Nachdem Hein 1886/87 in Straßburg bei Nöldecke, Eutin-- und 
Hübschmann seine orientalischen Studien fortgesetzt hatte, trat er im Oktober 1887 als Volontär 
in den Verband der ethnographischen Abteilung des naturhistorischen Hofmuseums in Wien, in 
dem er 1889 wissenschaftlicher Hilfsarbeiter. 1894 Assistent, 1901 Kustos-Adjunkt wurde. Im 
Jahre 1889 hatte er sich mit Marie Kirchner verehelicht, an der er eine treue, opferbereite Gattin 
und eine durch ungewöhnliches Verständnis ausgezeichnete Mitarbeiterin und Reisegefährtin gewann. 
Auf umfassenden Reisen leinte er die meisten europäischen Museen kennen und erwarb sich durch viele 
kleinere Aufsätze zur vergleichenden Ethnographie und durch die vorzüglichen Dienste, die er in 
-teter Hilfsbereitschaft einheimischen und ausländischen Forschern leistete, einen so bedeutenden Ruf 
als Museumsethnograph, daß er schon 1894 in die Redaktionskommission des .Internationalen Archivs 
für Ethnographie' gewähll wurde. Einen ehrenden und materiell verlockenden Ruf an das Leidener 
Museum lehnte er trotz seiner bescheidenen Stellung in treuer Anhänglichkeit an sein,. Heimat ah. 

I>ie Arbeit des Stubengelehrten konnte ihm nicht genügen. Seine Naturanlage verlangte 

der Betätigung durch eigene Beobachtungen. Deshalb wandte er sich zu der Erforschung 
heimatlicher Volkskunde und veröffentlichte (teilweise im Anschluß an die Lieblingsbesehäfti 
gungen seiner Jünglingsjahre) Studien über Totenbretter und über Volksspiele, wie Perchtentänze, 
Huttierlaufen, Bauernspiele, denn Wiederbelebung er z. B. in Kr imml mit Erfolg versuchte. Ein 
alpenländisches Hexenspiel und das eigenartige Faustusspiel von I 'rettau hat er herausgegeben. 
Lag ihm bei diesen Studien ganz besondei die Feststellung geographischer Verbreitung 
am Heizen, wie in seinen ;i i i -c I ■ 1 1 ei '„ n i lei i arbeiten über die Totenbretter, so zogen ihn anderseits 
weit ausgedehnte ethnographische Vergleichungen ganz besonders an. Seine Beteiligung an 



Einleitung. XXIII 

der Arbeit seines Bruders A. R. Hein über die Ornamentik der Dajaks in Borneo (insbesondere 
die Ausarbeitung des Index dazu, der selbstständigen Wert besitzt) führte ihn einerseits tief in 
malaiische Studien, deren reifste Frucht wohl seine Habilitationsarbeit über indonesische Scliwcrt- 
griffe ist; anderseits führte sie ihn aber auch in den Studienkreis K. v. d. Steinens, Hjalmar 
Stolpes und anderer Forscher ein. die dem Ursprung der Ornamentik nachgingen. Mit streng- 
sachlicher Zurückhaltung gegenüber allen Hypothesen hat er durch Jahre die Verwendung der 
Tier- und Menschengestalt in der Ornamentik über die ganze Erde verfolgt und aus dem 
reichen darüber gesammelten Material zahlreiche Tatsachen veröffentlicht. Diese Studien leiteten 
ihn auch zu einer eingehenden Beschäftigung mit slawischen volkstümlichen Handarbeiten, die ihn 
— den gut deutschgesinnten Mann - - in enge wissenschaftliche Berührung mit tschechischen 
Forschern brachte und durch eine Medaille der Präger tschechoslawischen Ausstellung 1895 aner- 
kannt wurde. Diesem regen Interesse für österreichische Volkskunde entsprang die Gründung des 
Vereines und des Museums für österreichische Volkskunde, die wir ihm und M. Haber- 
landt verdanken. Mehrere Jahre Geschäftsführer des 1894 gegründeten Vereines, schied er später 
aus demselben aus und wandte seine ganze Hingebung und Energie der Wiener anthropologischen 
Gesellschaft zu, deren Sekretärstellvertreter er seit 1891 war. Später Sekretär und Redakteur 
dieser Gesellschaft, in der die österreichische Volkskunde ebenfalls Pflege und Förderung fand, 
hat er in ihren , Mitteilungen - eine Fülle von Aufsätzen veröffentlicht, in denen oft in allerknappster 
Form wichtige Ergebnisse mitgeteilt waren. So stellt eine -winzige Xotiz über die Schädel- 
trophäen der Jivaros- Indianer das Ergebnis mühevoller und scharfsinniger Experimente dar: 
durch diese ward die als Ammenmärchen verlachte Präparierung der Kopftrophäen durch 
heiße Steine als Tatsache erwiesen. Am 11. März 1901 habilitierte sich Hein als Privatdozent 
für allgemeine Ethnographie und erwarb sich rasch den Ruf eines ausgezeichneten anregenden 
Lehrers. 

Während all dieser Jahre hatte er seine arab istischen Studien fortgesetzt und hielt mit zäher 
Hoffnung seinen Jugendtraum einer Reise nach Arabien fest. Der Spätherbst 1901 brachte 
ihni dessen Erfüllung. Er wurde von der kais. Akademie der Wissenschaften, dem k. k. Unterrichts- 
ministerium und dem Hofmuseum zu linguistischen und ethnographischen Zwecken nach Makalla 
entsendet. In jeder Beziehung durch die sorgfältigsten Vorstudien vorbereitet, traf er mit seiner 
Gattin gegen Ende 1901 in Aden ein, wo ilim eröffnet wurde, daß aus politischen Gründen eine 
Reise nach Makalla unzulässig sei. daß ihm aber die englische Regierung den Besuch von Gischin 
gestatten und erleichtern wolle — ein willkommener Tausch. In Gischin angelangt, fand Hein 
sich schwer enttäuscht. Der Sultan sali ihn für ein Ausbeutungsobjekt an: als Hein sich seineu 
Erpressungen nicht fügte, wurde ilim das Verlassen seines Hauses untersagt und das Ehepaar war 
durch mehr als 40 Tage förmlich gefangen gehalten, bis um Ostern 1902 die durch das Ausbleiben 
aller Berichte ängstlich gewordene Regierung von Aden einen Dampfer zu seiner Befreiung 
entsendete. Was Hein in dieser Zeit, in seiner Bewegungsfreiheit behindert, bei unzureichender 
Nahrung und unter steten Gefahren geleistet hat, grenzt ans Unbegreifliche. Sein Haus wurde der 
Sammelpunkt zahlreicher Eingeborener, die ihm ein reiches Material sprachlicher und ethno- 
graphischer Art, insbesondere zahlreiche Märchen, Sagen und Sprichwörter lieferten. Er legte 
eine große ethnographische Sammlung an, während seine Frau zoologische und botanische Objekte 
zusammenbrachte; er erkundete von seinen Besuchern — stets mit strenger Kritik ihre Angaben 
vergleichend und prüfend — die Routen ins Innere und sogar eine Statistik des Ortes, die 
(als einzige Publikation von dieser Reise bei seinen Lebzeiten) vor kurzem in den .Mitteilungen 
der k. k. Geographischen Gesellschaff erschien. In Aden erforschte er die Sprache der rätselhaften 
Jiberti und nahm auch Soniälitexte auf, und es gelang ihm unter Hintansetzung aller Gefahr, wert- 
volle anthropologische Aufnahmen an Eingeborenen zu machen. 

Nach Wien brachte Hein dem Auftrage der Akademie gemäß einen Mahra -Araber und einen 
Sokotra-Mann mit. Während eines halbjährigen Aufenthaltes der beiden nahm Hofrat D. IL Müller 



XXIV Einleitung. 

mit dem ersteren, Hein selbst mit dein zweiten Sprachstudien vor, die auch der Herausgabe der 
mitgebrachten Mahra-Texte dienlich sein sollten. Als er endlich an die abschließende Bearbeitung 
der letzteren schreiten konnte, stellten sich bald Anzeichen schwerer Erkrankung ein. Monatelang 
hat er sein Zimmer nicht verlassen können, aber noch bis in die letzten Wochen war er nach 
semen — leider rasch abnehmenden - Kräften an der Bearbeitung der Texte tätig, die zum 
o-roßen Teil fertiggestellt sind. Die anderen Ergebnisse seiner Reise sind Rohmaterial geblieben. 
Mögen es sachkundige Hände ausgiebig und bald verwerten! 

Ein grausames Geschick hat Hein in dem Moment der Wissenschaft und seinen zahlreichen 
Freunden entrissen, als er im Begriff stand, die vielerlei Studien, die er betrieben hatte, zu einem 
großen einheitlichen Lebenswerk zu vereinen. Er war ein Mann von eiserner Willenskraft, ein 
treuer und selbstloser Diener der Wissenschaft, unerbittlich streng gegen Unanfrichtigkeit und 
Halbheit, aufopfernd hilfsbereit für jede ernste Bestrebung anderer, pflichtgetreu bis zum Äußersten 
und von gründlicher Gewissenhaftigkeit auch in der kleinsten Nebenarbeit. Wie oft hat er nicht 
für eine kleine Rezension weitgreifende kritische Studien angestellt, die denn auch nicht selten 
zur Erkenntnis neuer Zusammenhänge führten. Wie er von der Wissenschaft die höchste und strengste 
Auffassung hatte, so auch von den sittlichen Pflichten des Einzelnen gegen die Gesellschaft und 
in der Freundschaft. Im Dienste der Körperschaften, denen er seine organisatorische Arbeitskraft 
zur Verfügung stellte, scheute er die kleinlichsten Hilfarbeiten nicht - und ebenso freigebig war 
er mit seiner kostbaren Zeit, ja auch mit materiellen Opfern, wenn es der wissenschaftlichen 
Förderung seiner Freunde und Fachgenossen galt. Die Lücke, die sein Tod gerissen hat, wird 
noch lauge schmerzlich empfunden werden. 

Aus dem Nachrufe des Regierungsrates Dr. Frauz Heger (Internationales Archiv 
für Ethnographie, Bd. XVII, 1904) möge folgende Stelle hier noch mitgeteilt werden: 

Hein war eine eigenartige, sein- selbständige Natur. Wenn er einmal etwas als richtig erkannt 
hatte, so verfolgte er mit seinem, mitunter an Starrsinn grenzenden eisernen Willen die ihm vorschwe- 
bende Aufgabe und gab sich ihr mit vollem Eifer und besonderer Gründlichkeit hin. Dies sowie sein 
reiches Wissen auf verschiedenen 'Wissenschaftsgebieten, womit er dem behandelten Stoffe immer 
neue und interessante Seiten abzugewinnen wußte, kamen seinen Arbeiten, welche sich durch tiefe 
Erfassung des Themas und erschöpfende Ausarbeitung auszeichnen, überall zugute. In der Erfüllung 
seiner Museumsaufgaben war er stets von peinlicher Genauigkeit und Gewissenhaftigkeit, so daß 
die vnii ihm verfaßten Museumsinventare als Musterarbeiten bezeichnet werden können. Sein frühes 
Hinscheiden muß daher nicht nur für die Wissenschaft im allgemeinen, sondern ganz besonders für 
das Institut, dem er 1<> Jahre hindurch angehörte, als ein schwerer Verlust bezeichnet werden. In 
diesem hat er sich durch seine Arbeiten ein würdiges und unvergängliches Denkmal gesetzt. 

Rührende Worte widmete ihm auch der langjährige, hochverdiente Präsident der 
Anthropologischen Gesellschaft in Wien Freiherr Ferdinand von Andrian: 

Ein grausames Geschick entzog unseren Freund den berechtigten Erfolgen seiner- Tätigkeit. 
Sein ganzes Leben war ein Kampf mit schwierigen Verhältnissen gewesen. Er hat ihn mit erhobenem 
Haupte durchgeführt, ohne jemals seine l'luTzeugung zu verleugnen. Eine unglaubliche materielle 
Anspruchslosigkeit ließ ihm die .Mittel frei für seine geistigen Bedürfnisse. Er erzielte wissenschaft- 
lichen Gewinn aus Missionen, welche niemand anderer unter den dargebotenen Bedingungen unter- 
nehmen wollte. Vorteilhafte Anträge vom Linzer Museum, von der holländischen Regierung schlug 
er an Mi1 seiner Heimat innigst verwachsen, wollte er in Wien ans Ziel kommen, Er hätte 
dies unzweifelhaft in nicht ferner Zeil erreicht. Wir durften auf eine reiche Entfaltung der in 
strenger Selbstzucht erwachsenen wissenschaftlichen Eigenart des Ethnographen Hein zählen. Sein 
Verlust trifft schwer unsere junge, mi1 unzähligen Hindernissen bei uns kämpfende Wissenschaft. 



Einleitung. 



XXV 



Bibliographie 

(auf Grund einer Zusammenstellung von Frau Marie Hein) 



Abkürzungen: Ann. = Annalen d. k. k. 
naturhist. Hofmuseums, Wien; Arch. = Internationales 

Archiv f. Ethnographie, Leiden ; DZ. = Deutsche Zeitung, 
Wien; Korr. = Korrespondenzblatt der deutschen Ges. 
f. Anthropologie etc., Berlin; LH. = Allgemeines Litera- 
turhlatt; MAG. = Mitteil. d. anthropolog. Ges., Wien; 
MAV. = Mitteil. d. D. u. Ö. Alpenvereines; MGG. = 
Mitteil, d.k.k.geogr. Ges., Wien: MWC. = Monatsblätter 
des Wissenschaftl. Klub, Wien; NFrPr. = Neue Freie 
Presse, Wien; NWT. = Neues Wiener Tagblatt; ÖLIJ. 
= Österreichisches Literaturblatt, Wien; OTZ. = 
Osterreich. Touristenzeitung, Wien; ZOV. == Zeitschrift 
f. österr. Volkskunde, Wien ; ZV. = Zeitschrift f. Volks- 
kunde, Berlin. 

1884 — 1. Ein Sehwabenbrief, ÖTZ., 287 ff. 

1885 — 2. Der erste Mahdi, NFrPr., 29. Juli. — 3. 
Artikel in Pierers Konversationslexikon, 7. Auf- 
lage, Berlin-Stuttgart, W. Spemann. 

1887 — 4. Anzeigen, MAG., 199 f. 

1888 — 5. Anzeigen, MAG., 70 f., 215 f., 279-282. 
1890 — 6. Ornamentale Parallelen, MAG., 50-58; — 

7. Index zu A. R. Hein, Die bildenden Künste bei 
den Dayaks auf Borneo, Wien, Holder, kl. 1". 
186— 228. — 8. Das Dreizinkenkreuz, MAG. [83]. 
— 9. Anzeigen, ebd. 115 f. 

1891 — 10. Die Totenbretter im Böhmerwalde, MAG. 
85 — 100; NWT. 6 u. 7. August. — 11. Die Ver- 
wendung der Menschengestalt in Flechtwerken, 
MAG., 45 — 56. — 12. Beiträge zur Geschichte 
der Labyrinthe, ebd. [38]. — 13, Der IX. internat. 
Orientalistenkongreß in London, ebd. [66]. — 
14. Beiträge zur Ethnographie von Borneo, Arch. 
IV. 285. — 15. Anzeigen, MAG., 38 f., 83, 196 f.; 
MWC, XII. HS XIII. 29, Korr. XXII. 56, 
Das Ausland, 420. 

1892 — 16. Die Verwendung der Menschen- und Tier- 
gestalt in slawischen Stickereien, MAG. [35]. — 
17. Die Columbus- Ausstellung in Madrid, NFrPr., 
13. Oktober. — 18. Anzeige, MAG., 70 f 

1893 — 19. Kopftrophäen der Jivaros, MAG. [28]. — 
20. Die ethnographischen Sammlungen der Colum- 
bus -Ausstellung, ebd. [36]. — 21. Vorlage von 
Dajakobjekten, ebd. [87]. — 22. Ethnographische 
Ausstellungen in Mähren, ebd. [91]; Die Aus- 
stellung in Proßnitz, DZ., 18. Juli. — 23. Anzeigen, 
MAG., 43, 187, 191, 225, 230. 

1894 — 24. Die geographische Verbreitung der Toten- 
bretter, MAG., 211—226. — 25. Tänze und 
Volksschauspiele in Tirol und Salzburg, ebd. [45] 
bis [48]. — 26. Zur Entwicklungsgeschichte des 

W. Hein, Mchli-Tcxte. 



Ornaments bei den Slowaken, ebd. [151]. — 27. 
Volkskundliche Reisenotizen aus Österreich, ebd. 
[197] ff. — 28. Volksspiele in Krimml, ÖTZ.. 171. 
in Strutz bei Brunn, ebd. 185; ethnographische 
Ausstellung in Welka, ebd. 230. — 29. Matten 
van de Kabahan Dajaks Residentie, Borneos 
Westkust, Bulletin van het Kolonial Museum, 
Haarlem, S. 28. — 30. Ein Beitrag zur Verwendung 
der Menschengestalt in dajakischen Flechtwerken; 
Festbundel van taal-, letter-, geschied- en aardrijks- 
kundige bijdragen . . . an Dr. P. J. Veth, 273 ff. 
— 31. Urgeschichte des Menschengeschlechtes 
(mit M. Hoernes) in Jastrows Jahresber. d. Ge- 
schichtswissensch., § I, 1— I, 10. — 32. Anzeigen 
ÖLB., 658, 720. 

1895 — 33. Zur Entwicklungsgeschichte des Ornaments 
bei den Dajaks, Ann. 94 — 114. — 34. Hexenspiel; 
ein salzburgisches Bauernstück, ZÖV., 43 — 53, 
74 — 79. — 35. Ethnographische Ausstellungen in 
Napajedl, Kwassitz-Schlapanitz, ÖTZ., 6. — 36. 
Über Totenbretter, ZÖV., 64. — 36 a. Ethno- 
graphische Touren in Österreich. Nachr. d. S. 
Austria, D. u. Ö. A.-V., 18. — 37. Schmuckaus- 
stellung in Brunn, ZÖV., 55; fieckoslawisehe Aus- 
stellung in Wien. ZÖV., 182. — 38. Öecho- 
slawische ethnographische Ausstellung in Prag, ebd. 
265 — 275, vgl. 182. — 39. Gemeindesiegel aus 
der Bukowina, ebd. 346 ff. — 40. Bericht über 
die Exkursion nach Znaim, MAG. [70] — [74]. — 
41. Anzeigen, ZÖV., 18, 57, 59 f., 88, 184, 188, 
223 f., 276 f. — 41 a. Kustos Trapp ebd. 184. 

1896 — 42. Holzfiguren der Waguha. Arch., Suppl.-Bd. 
IV, 13 — 21. — 43. Über Volksbelustigungen in 
den Alpen, ÖTZ., 90. — 44. Das ethnographische 
(jeehoslawische Museum in Prag, ZOV., 219. — 
45. Mitarbeit am Katalog des Museums f. österr. 
Volkskunde [mit M. Haberlandt] und dem .dop- 
pelten Lehrgang der Zeichenschule' von A. und 
A. R. Hein. — 46. Anzeigen, Österr. Monatschr. 
f.d. Orient, 127 ff., ÖLB., 625 f., 659 f., ZÖV., 
94, 186, 252, 366, MWC, XVII, 113. 

1897 — 47. Hexn Nachspill, ZÖV., 168-176. - 48. 
Marterln in Mähren, ebd. 288. — 49. Anzeigen, 
ebd. 25, ÖLB., 466, 559. 

1898 — 49 a. Das Huttlerlaufen in Tirol, Nachr. d. S. 
Austria D. u. Ö. A.-V., 22. — 50. Armringe von 
Eibesthal in N.-Ö. und von Ukamba, MAG. [53] 
—[57]. — 51. Die Grotte Schweizersbild bei Schaff- 
hausen, Mitt. d. Sekt. f. Naturk. d. ÖTC. X, 17. — 
52. Das alpine Schützenfest, Kaiser-Jubiläums- 

d 






XXVI 



Einleitung. 



Schützenzeitung, 30. Juni 1898; das alpine Fest 
auf dem Schützenfestplatz, Ostdeutsche Rundschau, 
5. Juli. — 53. Anzeigen, Deutsche Literaturzeitung, 
802, MAG.. 104. 
1899 — 54. Indonesische Schwertgriffe, Ann., 317—358 

— 55. Das Huttlerlaufen, ZV., 109-123 — 56. 
Eiserne Weihefiguren, ebd. 324 — 328. — 57. 
Mährische Marterln u. rumänische Erinnerungs- 
kreuze, ebd. 399 ff. — 58. Nachträgliche Be- 
merkungen zu den Armringen von Eibestal, MAG. 
[39]. — 59. Ein Fund in Drasenhofen, ebd. [38]. 

— 60. Echte Tiroler Lieder, Tiroler Tagblatt, 
2. Mai; Tiroler Weisen, Meraner Zeitung, 1. Juni: 
zur Pflege des Volksliedes in den Alpenvereinen, 
MAY., 131 f. — 61. Dr. Philipp Paulitschke f, 
MAG. [70] ff. — 63. Zur Tätowierung der Samo- 
aner, MGG., 310—323. — 63. Der Schi.ri.ln- im 
Pongauer Perchtenlaufen, Korr., 137 f. (MAG., 
1900 [71] f.). — 64. Ein Jodlerfundort in Nieder- 
österreich, ,Das deutsche Volkslied'. II, 8. — 65. 
Bericht über eine Studienreise 1898 nach Holland 
und Belgien, Ann., 56 — 62. — 66. Das Musee du 
Congo in Tervueren, MGG., 15*3 f. ; das Museum 
f. Völkerkunde in Hamburg, Arch., 150. — 67. Eine 
japanische Ausstellung in Leiden, MGG., 248. — 
68. Franz R. v. Hauer, Arch., 1G0. — 69. An- 
zeigen, LB., 180, 211. 277, 285, 308, 372, 404, 
468, 499, 693, 723, ZV., 340, Arch., 150, MAG., 
94, 169, 233 ff. 

1900 — 69 a. Die afrikanische Ausstellung der St. Petrus 
Claver-Sodalität in Wien, Arch., 162 — 170. — 
70. Die Opferbärrautter als Stachelkugel, ZV., 
420-426. - 71. EineGailtalerin, Globus LXXX, 
S. 216. — 72. Die Sommerversammlung des Ver. 



f. Landeskunde in Pulkau, MAG, [179]; Bericht 
über eine Exkursion n. Baden, MWC., XXI, 73; 
Exkursion nach Schloß Kreuzenstein etc., MAG., 
[178] f. — 73. Bericht über eine Reise in die 
Schweiz etc. MAG. [1 17] ff. — 74. Zur Erinnerung 
an Philipp Paulitschke, MGG. 101—109. — 75. 
Ulrich Jahn f, MAG.. 64. — 76. Victor de Stuers f, 
ebd., 182. — 77. Bemalte rumänische Kreuze, 
ebd. [119]. — 78. Votivfiguren aus Kärnten u. Tirol, 
ebd. [151] f. — 79. Anzeigen, ZV., 109, 233 f., 
349, MAG., 55, 60, 99, 156, 168 ff., 173 f., 
213 ff., LB., 92, 220, 278, 379, 405, 451, 498, 
MGG., 324 ff. 

1901 — 80. Opferkröten, MAG. [20] ff. — 81. Das 
Prettauer Faustusspiel, Das Wissen für Alle I, 
681 — 683, 697 ff., 717 ff., 737 ff., 757 ff. — 
83. Buddha u. seine Lehre, ebd., 633—636. — 
83. Eine Medizinpfeife der Payaguä- In dianer, 
MAG. [128]. — 84. Reliefplatte von Benin, ebd. 
[129]. — 85. Anzeigen, MAG., 88 f., 91, 98, 
106 f. [141], 219—223, 375, LB., 117. Anzeigen 
f. deutsches Altertum 1901, 84 ff.; Exkursions- 
berichte. MAC. [67], [94], [107] f. 

1902 — 86. Vorläufiger Bericht über die Reise nach 
Südarabien. Anz. d. k. Akad. d. Wissenseh., phil.- 
hist. Kl.. Xr.XVI (Juli), 11 S. Vgl. MAG. [54]. - 
86 a. Anzeige MAG. 411. 

1903 — 87. Ein Beitrag zur Statistik Südarabiens, 
MGG., 219 — 264. — 88. Anzeigen. MAG., 
280 ff., 299. 

Hervorgehoben muß die reiche Ausstattung aller 
größeren und vieler kleiner Aufsätze mit Abbil- 
dungen werden, durch welche ihr Quellenwert ge- 
steigert wird. 



Von den Resultaten der Heinscheii Forschungsreise sind bis jetzt, abgesehen 
von der von ihm selbsl veröffentlichten Schrift: .Ein Beitrag zur Statistik Südarabiens', 
noch publiziert worden: 

,l).r Dschäberti-Dialekl der Somälisprache* von Leo Reinisch, Wien 1904 (Sitzungs- 
berichte der kais. Akad. d. Wissensch. Bd. CXLVII1). 1 

,Fische aus Südarabien und Sokötra' bearbeitet von l>r. Franz Steindachner, 
W'i.ii 1902 (Denkschriften der math.-naturw. Klasse der kais. Akad. der Wissensch., 
Bd. LXXI, S. 121 — 168). 2 



1 Hofrat Reinisch Kam. nicht genug die Sorgfall rühmen, mit der Hein * 1 i . - Sammlung von .Somali-Texten und 
■ iwörtern und K '. n ... t- n gemacht hat, 

1 Dei \ .rfasser sagt hierüber: .Vorliegende A enthält dii Bearl itung d. chthyologischen Material«, 

wahrend der siidarabischen Espedition der kais. Akad. d. Wissensch. (1898/9 gesammelt wurde, sowie der von 

Herrn und Frau Dr. W. Hein während ihres Aufenthaltes in Gischin und Scheich Othman im Winter 1901 '.' gemachten 



Einleitung. XXVII 

.Hymenopteren Südarabiens', bearbeitet von Fr. Fr. Kohl, Wien 1906 (ebenda- 
selbst, S. 169— 301). J 

Auch die folgenden zwei Schriften enthalten einige auf die Resultate der Heinschen 
Reise bezüglichen Stellen: 

,Ein Beitrag zur Ornis Südarabiens', von Dr. L. v. Lorenz und C. E. Hellmayr, 
Wien 1902 (Denkschriften der math.-naturw. Klasse der kais. Akad. der Wissensch., 
Bd. LXXI). 

,Batrachier und Reptilien aus Südarabien', von Dr. Franz Steindachner, Wien 
1903 (Sitzungsberichte der kais. Akad. der Wissensch., math.-naturw. Klasse, Bd. (KU). 

Das botanische Material befindet sich in den Händen des Professors Dr. R. Wettstein 
Ritter v. Westersheim und harrt noch der Veröffentlichung. Die Publikation des 
ethnographischen Materials hat Dr. Hein insofern vorbereitet, als er die Abbildungen 
der Gegenstände bereits hat zeichnen lassen. 

Was nun das linguistische Material aus Mehri und Hadrami betrifft, so bildete 
es seit seiner Rückkehr aus Südarabien seine stete Sorge. Ein großer Teil war von 
seiner Hand niedergeschrieben und mit Übersetzung und Noten versehen. Der Rest 
wurde von Frau Dr. Hein geschrieben und von ihm revidiert. Zu manchen 
Stücken finden sich Glossen, welche einen Einblick in die Art, wie er arbeitete, 
gewähren. 

Ich habe mich an das Manuskript Heins gehalten und nur dort, wo sichere 
Fehler vorlagen, geändert, was freilich nicht immer in den Noten augegeben werden 
konnte. Eine durchgreifende Änderung erfuhr die Schreibung mancher Wörter, die 
Hein, freilich nicht ganz konsequent, auf h auslauten läßt, so z. B. hamuh , Wasser. 
hebreh ,Sokir, höh ,ich', seh .sie-, büh ,hier', ks/Jh .er fand-, bktih ,er weinte', sowie alle 
Verba tertiae y. In all diesen Fällen habe ich das auslautende h gestrichen. Um- 
gekehrt hat Hein das h oft weggelassen, wo es notwendig stehen muß, z. B. si ,mit 
ihm' für sih, te ,ihn' für teh etc. Wo ich sonst Änderungen vorgenommen habe, ist es 
stets in den Noten angegeben worden. 

Ich habe mich nicht leicht entschlossen, meine dringenden Arbeiten bei Seite zu 
legen und an die Bearbeitung und Herausgabe der Heinschen Mehri- und Hadrami- 
Texte zu schreiten; aber die Pietät gegen den verstorbenen Freund, die Pflicht gegen die 
kais. Akademie und last not least der wissenschaftliche Wert dieser Texte heischten 



Ausbeute Frau Dr. Hein verwendete besondere Sorgfalt darauf, die einheimischen Namen für die ihr überbrachten 

Fische festzustellen, und ich bringe dieselben nach ihren Angaben in phonetischer Schreibweise. Da über die Fischfauna 
der arabischen Südküste wegen der großen Schwierigkeit eines langen Aufenthaltes in diesen unwirtlichen Gegenden 
für Europäer nur äußerst dürftige Nachrichten vorliegen, haben erwähnte Aufsammluiigen einen bedeutenden wissen- 
schaftlichen Wert in zoogeographischer Beziehung.' 

1 Der Verfasser sagt hierüber: ,In vorliegender Arbeit erscheinen nun die Hymenopteren (gesammelt von 0. Simony) 
bearbeitet. In zirka 700 Stücken umfassen sie 61 Gattungen mit 138 Arten. Von diesen werden 49 als „uovae species" 
beschrieben und in das wissenschaftliche System eingefügt. Dabei erscheint freilich auch das Material mit einbezogen, 
welches mein leider nunmehr verewigter unvergeßlicher Freund und Kollege Dr. Wilhelm Hein von seiner südarabischen 
Reise mitgebracht hat.' 

d* 



XXVIII Einleitung. 

von mir das Opfer, das ich nun bringen mußte. Sehr, erleichtert hat mir Frau Dr. 
Hein die Arbeit. Sie bewahrte die Manuskripte mit größter Sorgfalt, wußte über alle 
Einzelheiten der Reise und der Sammlungen Bescheid, konnte mir Kopien von schlecht 
ächriebenen und schlecht erhaltenen Glossen anfertigen. Sie hat sich wie um die 
Forschungsreise ihres Mannes, so auch um die Herausgabe dieser Texte wirkliche und 
anerkennenswerte Verdienste erworben, was hier ausdrücklich und mit Dank hervor- 
gehoben werden möge. 

Mein lieber Freund Prof. N. Rhodokanakis in Graz hat eine Korrektur des Hadrami- 
Textes gelesen und mich dabei auf allerlei Versehen aufmerksam gemacht. Seim' 
Bemerkungen konnten nur selten während der Korrektur berücksichtigt werden. Ihm. 
dem vortrefflichen Kenner vulgärarabischer Dialekte, bleibt es vorbehalten, die 
grammatischen und lexikalischen Beobachtungen, die er an diesen Hadrami-Texten 
nacht hat. an passender Stelle zu veröffentlichen, wogegen ich es wohl kaum 
werde vermeiden können, diesem Textbande ein Mehri-Glossar folgen zu lassen. 

Besondere Schwierigkeiten boten die Lieder (S. 152 ff.), so daß ich entschlossen 
war ■ — wie ich ja mit den von mir aufgenommenen Shauriliedern zum Teil getan 
habe — sie nicht zu veröffentlichen. Da jedoch, wenn auch der Zusammenhang 
der Gedichte oft unklar ist, einzelne Verse einen guten Sinn geben und neues Sprach- 
material bieten, hielt ich es im Interesse der Sache gelegen, sie möglichst unverändert 
abzudrucken. Dagegen glaubte ich nicht, die von Hein nicht übersetzten Texte schon 
jetzt veröffentlichen zu sollen, obgleich sie sachlich nicht uninteressant und vielfach 
leicht verständlich sind, so daß ich von manchen bei der Lektüre eine Interlinear- 
übersetzung anfertigen konnte. 

Schließlich möchte ich noch hervorheben, daß Dr. Hein sich um die süd- 
arabische Linguistik ein ganz besonderes Verdienst durch die Auffindung und Mit- 
nahme des Soqotri 'Ali ihn 'Amor erworben hat; denn letzterem verdanken wir die 
zahlreichen und vortrefflich überlieferten Soqotri-Texte sowie später die Überlieferung 
der Shauri- und Zafär-Texte, wobei er mir und Dr. Rhodokanakis ausgezeichnete 
Dienste -(leistet hat. Die Wahl des Mannes ist auf das Konto Dr. Heins zu setzen. 

Ich glaube auch im Sinne Dr. Heins und seiner mutigen Frau zu handeln, 
wenn ich diesen Band Dr. Julius Euting in Straßburg in herzlicher Verehrung und 
Freundschaft zueigne. 

Wien, im Juli 1909. 

I). II. Müller. 



I. PROSATEXTE. 



Mehri. 

1. Amor: gayj, sih härmet 
usih noher. 1 iva te kesobah 
tekefod he noher bast, tomer: 
.had hayr minnif yömer: 
,had hayr minnis lä'. 

2. Te nhor tayt tarhät" 
bigdyr bast, ämör: ,het had 
has 3 minnis lä, has terdhs ti 
bigdyr bast. 

3. 'Ad* 1 härmet hayr min- 
nis, has se tüzimi bast. whu 
hayr mins, ahdlsimin 5 tes u 
het tahdlsimin 5 ti Id. 



4. U has hdlsimis" ti l 



ii. 



c ädi 6 ahds had, yahdisemin 5 
tey hayr minnis we yahäzizi, 
u het has häbü (häbü). 

5. 'Ad 6 c ajz6n G hayr min- 
nis, tahdlsemin 5 ti, ivahii es- 
hol halsemet? gayj misreh, 
hini deker hal häbü u hal 



1. Der sprechende Vogel. 

Deutsch. 

1. Er sagte: Ein Mann hatte 
eine Frau und hatte einen Noher. 
Und als am Morgen sie dem 
Noher das Frühstück gab, sagte 
sie: ,Ist jemand besser als ich?' 
Er sagte: , Niemand ist besser 
als du.' 

2. Als eines Tages sie (ihn) 
ohne Frühstück ließ, sagte er: 
,Du, niemand ist schlechter als 
du, da du mich ohne Frühstück 
ließest. 

3. Noch gibt es eine Frau, 
die besser ist als du, da sie mir 
Frühstück gibt. Und ich bin 
besser als du, ich achte dich, 
und du, du achtest mich nicht. 

4. Und da du mich nicht 
achtetest, finde ich noch jemand, 
der mich achtet besser als du 
und mich schätzt, und du bist 
die schlechteste der Leute. 

5. Noch gibt es Frauen, die 
besser sind als du, die mich 
achten, und ich, ich verdiene 
Achtung. (Ich bin) ein guter 
Mann, ich habe einen Ruf bei 



IJacJrami. 

1. Gäl: rijjdl, ma'iyye lidr- 
meh ivamdiyye tiyür. was- 
subh 'atdytahu häda 'ttuyür 
gada, gdlli (sie): .dhadahdyr 
minni?' yagül: ,md 'dd nds 5 
ahdyr minnis'. 

2. Nehdr wdhid halldthu 
bigdyr gada, gdla lahd: ,dnti 
mä c dd nds ahds 3 minnis, 
yom halletenä bigdyr gddä. 10 

3. c Ad hormeh ahdyr min- 
nis, yomhä ta'tdynä gada, 
wa dnä ahdyr minnis. aha- 
semiki wa dnti mä tahasi- 
minä. 15 

4. Wayöm mä hasamtinä 
'ddanä ahdsal nds, yuhaH- 
münä ahdyr minnis' iva ya- 
izünä, wa dnti ahdss annäs. 

5. 'Ad harim ahdyr min- 2 o 
nis, yuhasimünä, wa dnä 
astähil alhismah. rijdl zayn, 
wall dikr Hnd ennds ica'ind 



1 noher ist ein Vogel, der sprechen kann. '- Ergänze t.eh (oder lies: tavhdth Müller). 3 Für lias beziehungs- 
weise ahds (Müller). * Lies richtig: äd; auch sonst ist das 'ayn zu streichen. s Lies: ahdhnim; ebenso bei den 
übrigen Formen dieser Wurzel hai statt hali. 6 Lies richtig: a für o; auch sonst ist das 'ayn zu streichen. 
W. Hein, Meliri-Tcxtc. 1 



I. Prosatexte. 



1. Der sprechende Vogel. 



düel u hal minosib u hal 
hasröf u hal mugadimüten u 
hal giböyel u hal musöyeh. 



6. U het Ms halsimet 1 Id 
ö vc. Ms qadr* Id we his 'az 3 

Id wabts nämös Id. 

7. Wald het hayr 'ajizön, 3 
häbü ydjibem 3 bis, Mt wa- 
hibis wahdmes wagduse wa- 

10 gddse* wa habinse waha- 
bdntse icahölse wahaletse wa- 
hädedtse wahabün lahabinse 
wahabün lahdlse wahabün 
lahadidis wahabün lahilis 

15 icahübvn lehdditis wahabün 
lehabdntse wahabün lehimis 
wahabün lehametse wahabün 
lehib ///uiis tvegdub 5 lehimis 
waqöten 6 lehimis waqoten 6 

20 lehame'tse tcahabün lehabün 
hämetse 7 wahdbse xvahäub 
lehdbse wohdul lehdbse Wa- 
lldürn lehdbse wahamüten le- 
hi'ibse wahabün lehamüten 

25 hdbse. 1 

(abüd her Mi. 31. Jänner 1902.) 



den Leuten und bei den Sul- 
tanen und bei den Würdenträgern 
und bei den Scherifen und bei 
den Stammesoberhäuptern und 
bei den Beduinen und bei den 
Gelehrten. 8 

6. Und du, du hast keine 
Achtung und du hast keine 
Wertschätzung und du hast 
kein Ansehen und in dir ist 
kein Ehrgefühl. 

7. Und wenn du die beste 
der Frauen wärest, liebten dich 
die Leute, dich und deinen 
Vater und deine Mutter und 
deine Brüder und deine Schwe- 
stern und deine Söhne und deine 
Töchter und deine Mutterbrüder 
und deine Mutterschwestern und 
deine Vaterschwestern und die 
Söhne deiner Söhne und die Söhne 
deines Mutterbruders und die 
Sühne deines Vaterbruders und 
die Sühne deiner Mutterschwe- 
ster und die Sühne deiner Vater- 
schwester und die Sühne deiner 
Töchter und die Sühne deines 
Schwagers und die Sühne deiner 
Schwägerin und die Söhne des 
Vaters deines Schwagers und 
die Brüder deines Schwagers und 
die Schwestern deines Schwa- 
gers und die Schwestern deiner 
Schwägerin und die Söhne der 
Sühne deiner Schwägerin und 
deinen Großvater und die Väter 
deines Großvaters und die Mutter- 
brüder deines Großvaters und die 
Schwäger deines Großvaters und 
die Schwägerinnen deines Groß- 
vaters und die Söhne der Schwä- 
gerinnen deines Großvaters.' 



adddel icdind almandsib wd- 
ind alasrdf wdind almagä- 
dimah wdind algabdyil wd- 
ind almasäyeh. 

6. Wadnti md lik hismah 
ica md lik gadr wa md lik 
c izz icald fik nämüs. 

7. Waldu dnti ahdyr al- 
harim, annäs yahubbvni*. 
dnti wäbüki wa ilmmik v<i/< 
ivdnis wähawdtis wdbandtik 
wa aulddik ivähwälik wahä- 
Idtik wdammdtik, c aydl c ayd~ 
lik wdaydl hälik wdaydl 
'dmmik wdaydl bintik wd- 
aydl sdhrik wdaydl sahrätik 
icdayul abü sdhrik wähwän 
sdhrik wahawdt sdhrik waha- 
wdt sähratik 1 . 

(31. Jänner 1902.) 



i Li bei den übriges Formen dieser Wurzel hai statt A,< - Lies: ga 3 Lies richtig: 

„ fii,- V I gdu. ' Lies: wag6ten. ' Nies: hom,',,. s Lies: Häuptlingen (Müller 



2. Abu Nuwäs' Hirsekorn. 



I. Prosatexte. 



Mehri. 

1. Bänuwwäs higrdur, te 
gahdyb mkön, u ksü serüh, 
ir/izamem te hittät. higrdur 
bis hal gajinöten. 

2. Amor: ,hüm legale si- 
ken.' dmör: ,nehdmek legale 
sifnjld, myöre tsüna bifnj'. 1 
dnwr: ,ld, hu sdnan biken Id. 
mgören tüzemen ti hattdti, 
am ber gdlken'. dmör: ,hi- 
stou'. gajinöten dmör: tot 
(dot) ä hattätk'. 

3. Hazü Bänuwwäs, bkü(h). 
dmör: ,ais da hü', dmör 
gajinöten: ,ays de nhä'. 
bkü(h) Bänuwwäs. uzümen 
teh kebs, hebre tiwit. 2 ha- 
graur bi-kebL 

4. Rizneh birek begdr. be- 
gur dehar kebs. has ksöbeh, 
hesöbeh ber möyit. bekü(h) 
Bänuwwäs. amör: ,dewukö? 
ltdtem hini kebs'.' 

5. Uzümem teh 3 gödeb. he- 
grdur begödeb u gelbeh berek 
hiyer. has ksöbeh, gödeb möt. 
dmör: ,icukö tagdlben teh 
berek hiyer? hiyer tuwüim 
teh'. 

6. Uzümem teh Bänuwwäs 
hayr. hagrdur Bänuwwäs 
bihdyr, reseneh* berek riköb. 
riköb rikdah hayr. Bänmv- 



2. Abu Nuwäs' Hirsekorn. 

Deutsch. 

1. Abu Nuwäs ging fort, bis 
er an einen Ort kam, und er 
fand zwei, die ihm ein Hirse- 
korn gaben. Er ging fort damit 
zu Mädchen. 

2. Er sagte : ,Ich will (es) rö- 
sten mit euch - '. Sie sagten: ,Wir 
wollen nicht, daß du etwas rö- 
stest, dann machst du dich lustig 
über uns'. Er sagte: ,Nein, ich 
mache mich nicht über euch lu- 
stig. Dann gebet mir mein Hirse- 
korn, wenn ihr (es) schon ge- 
röstet habt'. Sie sagten: ,Gut!' 
Die Mädchen sagten : ,Nimm 
dein Hirsekorn V 

3. Es lehnte ab Abu Nuwäs, 
er weinte. Er sagte : ,Die Speise 
ist mein'. Es sagten die Mäd- 
chen: ,Die Speise ist unser'. Es 
weinte Abu Nmväs. Sie gaben 
ihm einen Widder, das Junge 
eines Mutterschafes. Er ging fort 
mit dem Widder. 

4. Er band ihn fest unter Kü- 
hen. Die Kühe spießten den 
Widder. Als es am Morgen war, 
war er schon tot. Es weinte 



sagte : 
mir den 



,Di 



Wid- 



Abu Niuväs. Er 
wieso? Gebt 
der!' 

5. Sie gaben ihm einen Stier. 
Er ging fort mit dem Stier und 
steckte ihn unter Esel. Als es 
am Morgen war, starb der Stier. 
Er sagte : , Warum stecktet ihr 
ihn unter Esel? Die Esel haben 
ihn gefressen'. 

6. Sie gaben dem Abu Nuwäs 
einen Esel. Es ging fort Abu 
Nuwäs mit dem Esel, er band 
jhn fest unter Kamelinnen. Die 
Kamelinnen zertraten den Esel. 



10 



ITadrami. 

1. Bänawäs sär, hdttä 
wasdl makdn, hassdl tinte?i,° 
c atuh häbbah ta'dm. sär biha 
'ind al-bunayyät. 

2. Gallahenna: ,bagdyt ■> 
dgli md'akum ta'dm'. gälü: 
,mä bagaynäk tdgli, bdd 
tagdrras band', gäl: ,lä, mä 
gärras bikum. ba'd ta'tünä 
hdbbati, ilä kud galäyten'. 
gälü: ,zen'. albanät gälü: 
,hud taämak-. 



3. Galdb Bänuwwäs, bakd. 
qäl: 6 ,attdäm hdggi'. gälü 
albanät: ,atta'dm hagganä'. 15 
bakd Bänawwäs. dtüh kabs, 
weled algänamah. sär bilkdbs. 



4. Tardhnh rud c a albdgar. 
albägar gatdlü alkdbs. yöm 
assdbh, sabdh mdyyit. bakd 20 
Bänuwwäs. gäl: ,kef ddh? 
'atünä li kdbsi." 

5. c Afüh t_ör. sär bittör wa- 
tardhuh 'ind alhamir. yöm 
asstibh, attör mät. gäl: ,kef 25 
tarahtuhfi lhamir? tcalhamir 
gatalüh ". 

6. 'Atüh Bänuwwäs himär. 
sär buh Bämiwwäs bilhimär, 30 
tardhuh wasdt arrikäb. arri- 
kdb rikdah al himär. Bänuw- 



'Lies: bin. 2 Weibliches Schaf, richtig: 
oben Z. 19 rizneh (Müller). 5 Lies: fnrn. 



fevnl (im hadr. zänah , Mutterschaf. 
Lies: gäl. 



3 Öfters te geschrieben. 



1* 



Vgl. 



I. Prosatexte. 



2. Abu Nuwäs' Hirsekorn. 



was dmör: ,höm hayri; hayri 
ar sikem, latdrkem te 1 . 

7. Uzümem te bä nuwwäs 
:> haybit. sei haybit Bänuw- 
wäs, hegrdur bis. ksnh häbü, 
di gdbrem ajüz. dmör: ,ajüz 
härndy 1 . dmör; ,haum leshot 
haybit tar härney'. dmör 
10 Bänuicwäs : ,nugödir hü/c e 
W. dmör: ,ld, hom mag- 
ddn; kaum shdts tar hämey. 
ishdtam tes der hämey 1 . 



8. Ishdtum häbü wa hdd- 
15 yem tiwi häbü. gerdyrem. u 

Bänuwwäs thoidül bd d häbü, 
buküh. dmör: ,hätem haybiti'. 
amörem heh: ,thum tibkeh 
meken u thum hör, het me- 
20 hdsele se lä'. 

9. Thoulül Bänuwwäs. has 
häbü mfösem, hafür ajüz 
wagadelis te tawäh hol bet 
de ddidat. 

28 10. Amor: ,7to si hämi. 
hörn Ms ise, dmelem e Ms 
i£e'. amörem: Jiagafid hä- 
mek iSe'. Bänuwwäs huzüh, 
dmör: ,hujür lahagfadis iS&'. 

so 11. Hujür hagefüd Ms isL 
dmör: ,ajüz, has Ues i . ajüz 
wugefot. yehegäris. has ha- 
gäris, Bänuwwäs bkuh. dmör: 
,had hämi hegäris. ar föm 
defünim ajüz.' 

12. Ddulat düfa Bänuw- 



Abu Nuwäs sagte : ,Ich will 
meinen Esel; der Esel ist nur 
bei euch, ihr habt ihn getötet'. 

7. Sie gaben dem Abu Nuwäs 
eine Kamelin. Es nahm die Ka- 
melin Abu Nuwäs, er ging fort 
mit ihr. Er fand Leute, die eine 
Alte begruben. Er sagte: ,Die 
Alte ist meine Mutter'. Er sagte: 
.Ich will die Kamelin über meiner 
Mutter schlachten'. Sie sagten 
dem Abu Nuwäs : ,Wir vermö- 
gen es dir nicht'. Er sagte : 
,Nein, ich bin ein Armer, ich 
will sie schlachten über meiner 
Mutter. Schlachtet sie über mei- 
ner Mutter'. 

8. Es schlachteten die Leute 
und es verteilten das Fleisch die 
Leute. Sie gingen fort. Und Abu 
Nuwäs verblieb nach den Leu- 
ten, er weinte. Er sagte: ,Gebt 
meine Kamelin!' Sie sagten zu 
ihm : ,Du magst weinen viel und 
du magst weinen wenig, du wirst 
nichts erreichen'. 

9. Es verblieb Abu Nuwäs. 
Als die Leute weggegangen wa- 
ren, grub er die Alte aus und 
trug sie, bis er abends kam zum 
Haus des Sultans. 

10. Er sagte: ,Mit mir ist meine 
Mutter; ich will für sie Essen, 
bereitet ihr Essen'. Sie sagten : 
, Bring deiner Mutter das Essen 
hinab'. Abu Nuwäs lehnte ab, 
er sagte: ,Der Sklave soll ihr 
das Essen hinabbringen'. 

11. Der Sklave brachte ihr 
die Speise hinab. Er sagte : ,Alte, 
nimm dein Pissen'. Die Alte 
schwieg. Er stößt sie um. Als 
er sie umstieß, weinte Alm Nu 
was. Er sagte : ,Einer hat meine 
Mutter umgestoßen. Ihr müßt 
die Alte begraben'. 

12. I »er Sultan gab dein Abu 



was gäl: ,bagdyt himäri: 
himäri mdakum, gataltühn 
dntum'. 

7. Atüh Bänuwwäs, nä- 
gah. sallahä annägah bänuw- 
wäs, sär bihä. hassdl näs, 
yagbirün 'ajüz. gällahum : 
,al'ajüz ummi.' gäl: ,bagdyt 
ddbah annägah fög Ummi'. 
gälü li-Bänuivwäs: ,mä ndg- 
dur 'alelc'. gäl: ,lä, dnä mes- 
kin\ bagdyt ddbah föq iemmi', 
dabahühä fög timmuh. 



8. Dabahü annäs watagä- 
samü alldhm annäs. icasärü. 
Bänuicwäs bakä. gäl: ,hätü 
li nägati'. galüluh: ,in ba- 
gdyt tebkl galil au ketir, 
mä tuhdssil sey'. 

9. Geles 1 Bänuwwäs. yöm 
sär annäs, hafdr aVajüz 
ivasär bihä ilä albit adddu- 
lah. 

10. Gäl: ,mdi ummi. ba- 
qdyt 2 lahä 'asä, lagü lahä 
'asä'. galüluh: ,ndzil lium- 
iiiuj; 'asä'. Abänuwwäs galdb, 
gäl: y al'dbd yunzil lahä al- 
asä . 

11. aVdbd nazdl lahä al'- 
usil. gäl : Jtddd 'asäis'. al- 
'ajäz sakdtat. saggdthä. yöm 
saggdthä, Bänuwwäs bakä. 



12. Adddulah dafiiluh li- 



1 Lies: jelit. ' Lies: '■■■ 



3. Die weite Reise. 



I. Prosatexte. 



was siqat. 1 Bänuwwäs ha- Nuwäs Geschmeide. Als Abu Bänuwwäs sügah. Bänuwwäs 
grdur. has Bänuwwäs hege- Nuwäs fortgegangen war, begru- s dr. ddfan (dafdnuf) al'ajüz. 
rdur, defönem ajüz. 

(abüd her dli, 3. Februar 1902.) 



ben sie die Alte. 



(3. Februar 1902.) 



Mehri. 

1. Häbü mamvet 2 azurnem, 
yejhim; wa häbü, am her 
azurnem, yefdssahem; 3 wa 
häbü, am her jehem, alde- 
mils. i 

2. Wa had min häbü ge- 
sell gdlbeh wa yeftasihim 5 
wayejhüm bigdr fezal; ta 6 
watgen, yedöd." 

3. Wadinyä tizeh arkahäd; 
wahdd, tau hl yehemz, yeg- 
bdds ä lä, wahdd teghabdh, 
walü yahämz* lä. 

(dli her miirah. 10. Februar 1902.) 



3. Die weite Reise. 

Deutsch. 

1. (Es gibt) Leute, die sich zu 
einer Reise entschließen und rei- 
sen, und Leute, die nachdem sie 
sich entschlossen, den Plan än- 
dern und Leute, wenn sie reisen, 
(tun es) zum Lebenserwerb. 

2. Und einer von den Leuten 
tröstet sein Herz und besinnt sich 
und geht ohne Aufschub ; bis er 
zufrieden gestellt ist, kehrt er 
zurück. 

3. Und das Irdische erblüht 
nur bei einem; und einer, gerade 9 
wenn er es will, faßt es nicht, 
und einer, zu dem kommt es, 
und wenn er es nicht will. 



Zur Erklärung diene, daß Ali ben Miirah, der eine Tochter 
hat, im Begriffe stand, eine Segelfahrt nach Ostafrika anzutreten, 
zugrundeliegende Gedanke nahe. 



Hadrami. 

1. Annas, in kän 'azamü, 
yesäßru; wannäs, in ahtärü 5 
t dzamü, yefsdhu; wannäs, in 
kän lidjl el-mdesah. 

2. Wahdd min en-näs ya- 
sdlli 'dlä gdlbah wa-yeftdsah 10 
wa-yesäßr bi-lä mihrah, wa- 
in kän yetagdnnd al-gdlb, 
yerüd. 

3. W-ad-dunyä tdzhi illä 
maa had; ica-hdd, ica-läu 15 
kän yebgähä, mä yagbddhä, 
wa-hdd tijlh, wa-ldu mä 
yebgähä. 

(10. Februar 1902.) 

des Sultans Abdallah geheiratet 
Daher lag ihm der dem Text 



4. Die verlästerte Frau. 



Deutsch. 



Hadrami. 

1. Gäl; rijjäl mehri jälis 



Mehri. 

1. Amor: täd bir Afrer 1. Er erzählte: Ein Ben Afrär 

thölid bi-rahbet gerhtt u-sih verblieb in einer anderen Stadt fi biläd gayr wa-dndah hdr- -20 

härmet bi-rahbet dikmeh u- und er hatte eine Frau in J ener meh fi biläd hädik wa-än- 

sih hermet gerhtt be-domeh. ^ adt und eine andere Frau in deh hdrmeh fi biläd hädä. 



1 Lies: sigat. - Im Hadrami mit in kän wiedergegeben, dürfte aber von der Wurzel näwü (wünschen, wollen) 

kommen. (Das Wort manwet bedeutet ,Reise', wie arab. ,^ß<yi; im Hadr. I, iUo \vcp .-.IS rj\ ist ,i.*^H nach \ v «lc 
im Gedanken zu erganzen; ich habe danach die Übersetzung geändert. Müller.) r ' Lies wohl: yefiUakem. 4 d ist 

ein Laut, der unserem rd oder besser unserem tonlosen r entspricht; ich kenne das Wort nicht; es ist offenbar zusammen- 
gesetzt und vielleicht alremi*' zu lesen; al ist vielleicht hat; vielleicht ist mW zusammengezogen aus ma-<iy$ — maSäak. 
5 Soll wahrscheinlich yeflasihen (sgl.) heißen. 6 ta scheint auf einem Hörfehler zu beruhen; oder es heißt te ,bis', dann 
ist Igen ohne wa zu lesen. ' Lies: yerdod. 8 Der Erzähler wiederholte dann die Wörter: wahdd teghabdh waldu 

yahämaz mit der angegebenen Sprechvariation. 9 lau ist ein hadrami -Wort und bedeutet ,eben'. 



i 



I. PuOSATEXTE. 



4. Die verlästerte Frau. 



2. Wa-mgören jihnüt wa- 
atniyüt al tawdlhä tca-ksut 1 
ica-gataut saug minh wa- 
ruddöt iva-tallöt 2 bi-hbün 

5 ica-biröt ; nköt bi-gajin. 

3. Mgoren häbü amörem : 
,min hü hibres domehf 1 . 
am&rten: 3 .min gdji'. sib- 
diyüm i tes häbü. amrot: 

io ,hoU6lr. amör: .hallölis />'/. 
sahtdnnis'. 

4. Ugnfod;* ta gaj nökä 
wagoföd bi-rahbet, arüdem 
teh häbü megheb he-bet, ukü- 

15 bem birek mejles. 

5. Gahäyb gajen latuwel- 
hem. atjibem beh. amör: ,he 
hibrr. amör: ,jurüh wutöh 
iru-irntnli:. amörem: ,zed- 

20 geh', icatemmot harj&t. 

(äli her mifrah, 10. Februar 1902.) 



2. Und dann ging sie fort und 
begab sich zu ihr und sie fand 
(ihn)und sie erschöpfte die Liebes- 
glut an ihm und sie kehrte zu- 
rück und sie empfing einen Sohn 
und sie gebar; sie kam nieder 
mit einem Knaben. 

3. Dann sagten die Leute: 
, Woher ist dieser dein Sohn?' 
Sie sagte: ,Von meinem Mann/ 
Die Leute erklärten sie als Lüg- 
nerin. Sie sagte: , Meine Frei- 
heit'. 5 Sie sagten:, Nicht deine Frei- 
heit, wir werden dich schlachten'. 

4. Und er stieg ab; 6 als der 
Mann kam und in der Stadt ab- 
stieg, trafen ihn die Leute ; er 
trat ein ins Haus 7 sie gingen in 
den Sitzraum hinein. 8 

5. Es kam der Knabe zu ihnen. 
Sie verwunderten sich über ihn. 
Er sagte: ,Er ist mein Sohn'. 
Er sagte : ,Es ist so und so ver- 
laufen'. Sie sagten: ,Er hat es be- 
stätigt'. Und es endete die Rede. 



2. Wa-bd\len säret wa ta'- 
dnnat ilä 'dndaha toa-hassa- 
lät wa-gatddt es-saug min- 
nuh wa-reje c dt iva-sdllat bi- 
'iyäl u-iveledet ; jäbat iveled. 

3. Ba'aden en-näs gälü: 
,minhen weledis hädä'. gä- 
let : ,min zduji'. keddebühä 
en-näs. gälet: .haläli'. gälü: 
,lä halälis, bänedbifris'. 

4. Hdttä zauj ja' ira-nazdl 
ß-l-biläd, c ardohu 'n-näs, ja 
ad-där hdggeh, ddhalü fi-l- 
mejlis. 

5. Ja weled la-indehum. 
ta'djjabü fih. gäl: ,hü ioeldi\ 
gäl: ,jdrä kadä wa-kadä-, 
gälü: ,sedeg l . wa-tdm al- 
kaläm. 

(10. Februar 1902.) 



Zur Erläuterung: Die Bin Afrer sind die Mitglieder des Sultänhauses zu Gischin. Als Ali ber 
Misrah die Geschichte begann, wurde er von den Umstehenden dafür getadelt. Infolgedessen heißt 
in der von ihm selbst gegebenen IJädrami-Übersetzung: ,Ein Mahrimann'. Die Erzählung trägt un- 
verkennbar den Stempel der Wahrheit an sich, und es ist fast zweifellos hier Sultan Abdallah von 
S hut, der Schwiegervater des Erzählers, gemeint. Sultan Abdallah hat eine Frau in jener Stadt', 
(1. i. Schiit, und eine andere, namens Bagilah, Sods Mutter, in , dieser' Stadt, d. i. Gischin. Da offen- 
bar Sultan Abdallah lange Zeit von Gischin abwesend war und gleichwohl seine in Gischin allein 
in einem Hause wohnende Frau einen Sohn, vermutlieh unseren Sod, gebar, so war dies den Leuten 
höchst verdächtig. Daran, daß die Frau den mehrere Tage beanspruchenden Weg nach Sehut unter- 
nommen hätte, dachte niemand. 



5. Frauenversarnrnlung. 



Mehri. 

i. Siy&ren fähre wa-taamolen wdad wa- 
Satirdken kil fayt fdrgas wa-ktt ber wadis 
fdrgas la todüd lü. 



Hadrami. 

l. Testren mdrreh ica-talagcn icu'ad wa- 
tasterihni kel wähdah serkeh tca-Uadi 'in- 
dahä fdrgahä mä c dd terädeh. 



1 Lies: luith (Mülles). Iirs: laltöt. 3 Lies: am ' fo( hier irrtttmlich antizipiert und sollte 

bleiben, wie im Hadrami -Text. ■"• Lies: Mein eheliches Kind (Müller). ' Soll wegbleiben] ' Das Haus der 

Bagilah, das sie ganz allein bewohnt. Sultan Abdallahs Baus ist nahebei. 1'" Übersetzung schließt Bich dem 

Badrami-Texl an. mit dem die sijauri- und Soqotri-Versionen abereinstimmen. Im Ms. lautet die Übersetzung: schlugen 
ihm die Leute tot, ins Haus zu I. Eis i nelb ieht •• , ,,[,,'/, zu lesen tider »u-ijhi'h als l'ait pass. anzusehen (Müller). 

'^idie Übersetzung und die Erklärungen dazu fehlen (Mülles). 



6. Die Nachtwerbung. 



I. Prosatexte. 



2. Wa-tagtabören tar herüh iva-teshöten 
ica-tertiröken 1 tar herüh iva-sisin mihnet 
lä ar sebil di nhdj dsi. 

{äli her miärah, 10. Februar 1902.) 



2. Wa-tataäradayn fang er-räs ica-tad- 
bahen ica-tasteriken fög er-räs ica-lä ma- 
dhem fdgah ülä sebil al-lab c äsi. 

(10. Februar 1902.) 



Mehri. 

1. Amor: gayj sih haybit 
u-sih gayj wa habdnteh sil- 
Us. amör : ,kel tatduyük 3 
bhüli, hdffagah ; yeghdbük 
k-söbeh, tifagah lä 1 . toll 
amür: Jidstou'. 

2. Hetöbeh gdj k-söbeh. 
hazfth minuh. amör: ,ho 
hdybi di-maraddy i gdj, ha- 
töbeh 5 hine bhüli'. 

3. Haz gdj hatöb liineh 
bhilli, ajüz hazöt. amör: 
,wnkö thizVf töli hatlefm hi 
(he) ivi-se, latgdys. 

4. Amör hdbü: ;wukö ta- 
lätgas'? amör: hazzdut la- 
ydtyi'. amörim lieh : Jehöni 
min bümehl wukö taldtgas 1 ! 

5. Amör: ,hattou, jihmöne'. 
wa-töli jihem; ten G nükä 
mukön, tallüb. had yüwizmeh 
wahdd yahdyzeh. 

{äli her miirah, 10. Februar 1902.) 



6. Die Nachtwerbting." 

Deutsch. 

1. Er erzählte: ,Ein Mann hatte 
eine Kamelin und er hatte einen 
Mann, 7 und seine Töchter wa- 
ren drei. Er sagte: 8 , Jeden, der 
des Nachts zu dir kommt, 11 ver- 
heirate ihn; kommt er zu dir 
am Morgen, verheiratest du ihn 
nicht'. Darauf sagte er: ,Gut'. 

2. Es warb bei ihm ein Mann 
am Morgen. Er lehnte es ihm 
ab. Er sagte : ,Mein Vater wird 
zufrieden sein mit einem Mann, 
der bei ihm bei Nacht warb'. 10 

3. Als der Mann bei ihm bei 
Nacht warb, lehnte die Alte 
ab. Er sagte : , Warum lehnst du 
ab?' Darauf stritten sie, er und 
sie, er tötete sie. 

4. Es sagten die Leute : , Warum 
tötest du sie'?' Er sagte: ,Sie 
lehnte für meine Schwester ab'. 
Sie sagten ihm : ,Geh' fort von 
hier! Warum tütetest du sie!' 

5. Er sagte: ,Gut, ich werde 
fortgehen'. Und darauf ging er 
fort; bis er an einen Ort kam, 
bettelte er. Einer gab ihm und 
einer weigerte es ihm. 



IJaiJrami. 

1. Gdl: rijjdl ma'dh nä- 
gah wa-mddh rijjdl ica-ma- 5 
ah bindt t_aldt. gdl: ,min 
tawdk fi-l-läyl, zdwijah; ica- 
min jäk as-subh, Id tazdici- 
jah'. teil gdl: ,tdyyib\ 

2. Rijjdl hatdb 'indeh es- 10 
silbh. hazd minh. gdl: ,dnä 
abüya md raddy rijjdl, ha- 
tdb 'indeh fi-l-ldyl\ 

3. Yöm rijjdl hatdb 'indeh 
fi-l-läyl, hazdt 'ajüz. gdl: 10 

,wards tehzv? teli tahdlafü 
hü loa-hi, gatdlhä. 

4. Gdlü an-nds: ,ivardk 
tegtelhä'? gdl: ,hazet c dlä 
haicdti L . gdlü luh: ,sir min -2» 
hinä ! wardk tegtelhä' ! 

5. Gdl: .tdyyib, bä-nsir'. 
Urteil sdr: hdttä ja makän, 

ydtlub. had yd'tih ua-hdd 
ydglab. 25 

(10. Februar 1902.) 



7. Der Tölpel und der Ziegenbock. 

Mehri. Deutsch. Hadranii. 

1. Amör: gdji serüh, 11 go, l. Er sagte: ,Zwei Männer, 1. Gdlü: rijjdl ifnen, ah- 

hagrerem; ta ghdybem hol Brüder, gingen fort; bis sie ivdn, sdru; hdttä jü 'ind es- 

1 Lies: teStiroken. - Anscheinend eine Erzählung, die auf einer wirklieben Begebenheit beruht, worauf die 

ganz unbegründete Erwähnung der Kamelin und dreier Töchter hinweist. Von der Kamelin wird weiter gar nicht ge- 
sprochen und von den drei Töchtern kommt nur eine für die Werbung in Frage. 3 Lies: tatuuyük. 4 Richtig wohl: 
maradäy; es wurde aber anscheinend an Stelle des d ein tonloses rd gesprochen. 5 Lies: hatöb. & Lies: Ce. ' D. h. einen 
Sohn. s D. h. zum Sohn. 9 Als Werber um eine deiner Schwestern. 10 Ich übersetze die Stelle: Mein Vater hat mir 
letztwillig befohlen (merod = merot oder letzteres ist Hörfehler) einen Mann, der bei mir wirbt (lies: hatöb hini) in der 
Nacht. Wahrscheinlich steckt dasselbe Wort auch in mä raday (Müller.!. u Für terü (Müller). 



s 



I. Prosatexte. 



7. Der Tölpel und der Ziegenbock. 



däulet, amörem: ,nehdum 
nahdem'. amör : Jiastöu'. 

2. Hadömem. wa-tdd min- 
hem hdyicar. 1 has nehöri 

5 amörem had&k hdywar: 1 ,hat 
fa§d!', amor: Jiastöu'. 9 

3. Hagrdur; ta ghayb hol 



kamen zum Sultan, sagten sie: 
.Wir wollen dienen'. Er sagte : 
,Guf. 

2. Sie dienten. Und einer von 
ihnen war ein Tölpel. Als eines 
Mittags sie zu diesem Tölpel 
sagten: ,Hol Essen!', sagte er: 
,Gut'. 



sultän, gälu: ba-ndhdam 'in- 
dak\ gdl: ,häsil'. 

2. Wähid minhum mag- 
röm. yöm hijr gälü lidäk al- 
magröm: ,jib el-gadä' ! 5 gäl : 
,häsil'. 

3. Sär; hdttä ja Hnd al- 



3. Er ging fort; als er kam 
härmet de ddulet, amor: zur Frau des Sultans, sagte er: hörmeh hagg as-sultän, gäl: 
Jiaum fatd de häbü: gäjü* >} ch ™" das Essen d<* Leute; j0a g dyt ^ a< j ö än-näs; zdujis 



10 hdzbi'. arniröt : ,hdstou'? 

4. Sei fse, hagrdur b€-fse. 
Has gdydel fse, hallät tesrdb 
ganteh.* amor: ,tsreb gentey 
ld l . wagoföt menh. 

15 5. Hinsiis lis be-fse wa- 
ll agräur be-gdr fse. amörim: 
fse ho'? amor: ,ber han- 
sesk be-fse 1 . amor: ,iefk b häy- 
weV. amor: ,wukö ho hdy- 

20 wel'? amor: da, het hdywel'. 



6. Intduhem. ledug* hibat. 
has bar ledüg* hibät, jihem; 
te ksnh härön, hagrdur bisen; 



dein Mann schickt mich'. Sie 
sagte : ,Gut'. 

4. Er nahm das Essen, er 
ging fort mit dem Essen. Als 
er das Essen trug, ging der 
Schatten mit ihm. Er sagte : 
,Geh' nicht mit mir'. Er (schwieg) 
blieb bei ihm stehen. 

5. Er warf nach ihm mit dem 
Essen und ging fort ohne das 
Essen. Sie sagten: ,Wo ist das 
Essen'? Er sagte: ,Ich habe 
schon mit dem Essen geworfen.' 
Sie sagten : ,Sieh den Tölpel'. 
Er sagte: , Warum bin ich ein 
Tölpel' ? Sie sagten : Nein, du 
bist ein Tölpel'. 

6. Sie kämpften. Er tötete 
sieben. Als er schon die sieben 



ivassäni'. gälet: ,hdsil'. 

4. Sei al-gadä, sär bi-l- 
gadä. yöm hdmal al-gadä, 
delel tsir maah. gäl: Ja 
tsiri md'i'. sakatdt minh. 

5. Ramä lahä bi-l-gdda 
wa-sär bilä gada. 5 gälü: ,al- 
gdda fiwen' ? gäl: ,ged ra- 
mdyt bi-l-gdda'. gäl: ,ente 
magröm'. gäl: ,waräh dna 



magrom 
magröm' 



"2 



gäl : , lä, ente 



6. Tagäicaru. gatdl sdbi'- 

ah. yöm gad gatdl sdba'ah, 
getötet hat, ging er: als er Ziegen „ ,'-, .„,. ., ,„._ ,. 

° , . ° ° ' ... sardd; sät qanam, qafta bi- 

4 i j. i 7 j* j 7 7 i J* 7 fand, einer er fort mit ihnen: , . , , 

•js ta ghayb hat dad, 1 ksuh dad » f 8 . ' -ädnam ; ja 'Inda al-alb, 

x j A bis er kam zu einem Dombaum, & ' J 

fand er den Dombaum mit Dom. säf '<*& fth dorn. 

7 . Er sagte : ,Ich werde, die 

Dom herunterwerfen und ihr 



be-d'"mi 

7. Amör: ,1m njiföne dorn 
u-tem bekeren tesen'. härön 
tnwiyu dorn, amör: ,uköh 

30 tutäwiyum dorn'? 

8. Sihtdysen kel ad arid, 
ksuk birik gdneh 8 damit. 
amor: ,hit gay, sahtdnnak In; 

35 ln't lagdtk hini dorn', nijzöt. 

(Söd bei 11. Februar 1902.) 



leset sie auf. Die Ziegen fraßen 



die Dom. Er sagte: 
freßt ihr die D6m'"? 



.Warum 



8. Er tötete sie alle außer 
einen Bock, er fand in seinen 
Hörnern eine Dom. Er sagte: 
.Du bist mein Bruder, ich werde 
dich nicht töten; du hobst mir 
Dom auf. (Die Geschichte) kam 



7. Gäl: dnä bähdrraj minh 
ad-döm ica-dnten laffen ed- 
döm 1 . al-gdnam dkalü ad- 
döm. gäl: ,icaräken fäkalen 
ad-döm' f 

8. Dabähhen kallahen c äd 
tSs, iäf i'i gdrndh dömeh. 
gäl: ,dnta ahihj. mädbahdk; 
dnta laffdyt U ad-döm'. h<i- 
lasat. 

(11. Februar 1902.) 



zu Ende. 

1 Für hAywel (Müller). 2 Die Betonung dieses Wortes wechselt in der Tat (Müllki a Lies: gäjü. * Für 

!Ä üLwo». .Seite'. Für hnl!ii( ist vielleicht hallälh zu lesen (Müller). b ,Dein Aussehen ist' (Müller). ' Die wech- 
selnde Betonung des Wortes ist auffällig. " Für />■'••</ Müller). : Für d&d Mimik ■ Für gtineft, Radix ., J> (Mülli 



8. Mutter und Tochter. 



I. Prosatexte. 



Mehri. 

1. Amörim: ajüz sis X 
hbdntsen hdymeh; wa-te nhör 
gaj yeghdbsem, 1 yasöm lisen 
daum wa-zubür 2 be-hileg ga- 
jinöt. 

2. Gajinöt buküt. ajüz 
amiröt he-gajinöt: ,ukoh ti- 
biki'f amiröt: ,gdtye tagd- 
ziben tv. amiröt: ,uköh ta- 
gdziben tes'? 3 ajüz amiröt: 
,hdstou l . 

3. Hagarröt bi-gajinöt te 
mkön, tagöber hdbü. amör: 
,het min höfnj'f amiröt: ,ho 
wa-hebriti min bümeh'. 

4. Amor: ,tafiöm thim* sim b 
fiebrits'f amiröt hem: 6 ,ye- 
hdul'. semets lihem bi-asirit. 
tetmen 7 tis iva-hagrörem Ms. 
wa-njizöt wa-gezöt. 

(SSd her abdällah, 11. Februar 1902.) 



8. Mutter und Tochter. 

Deutsch. 

1. Sie sagten: Eine Alte hatte 
fünf Töchter; und als eines 
Tages ein Mann zu ihnen kam, 
verkaufte er ihnen Dom und 
Zubür um die Ringe des (jüng- 
sten) Mädchens. 

2. Das Mädchen weinte. Die 
Alte sagte zum Mädchen: , Warum 
weinst du' '? Sie sagte : , Meine 
Schwestern berauben mich'. Sie 
sagte: , Warum berauben sie 
dich'? Die Alte sagte: ,Gut'. 

3. Sie ging fort mit dem Mäd- 
chen bis zu einem Ort, sie be- 
gegnete Leuten. Sie sagten: , Wo- 
her bist du' ? Sie sagte : ,Ich 
und meine Tochter sind von hier'. 

4. Sie sagten: , Willst du deine 
Tochter verkaufen'? Sie sagte 
ihnen: , Jawohl'. Sie verkaufte 
sie ihnen um zehn. Sie kauften 
sie und gingen fort mit ihr. 
Und (die Geschichte) kam zu 
Ende und sie schloß und wurde 
fertig. 



Hadrami. 

1. Gdlü: 'ajüz mdiahä ba- 
nätehd hams ; yöm al-liejer 
rijjäl yajihen, yabi 'aldyhen 
daum wa-hömer bi-hüeg al- 
bundyyah. 

2. Al-bundyyah beket. al- 
c ajüz gdlet: ,3 beniyyah! iva- 
rds tibhi'? gdlet: Jiawdti 
tagsabdiini'. gdlet: ,wardhd 
tagäzibdnnis'? al-ajüz gdlet: 10 
,ljLdsil i . 

3. Sdret bi-l-bint hattd 
mkdn, 'dradat an-nds. gdlü: 
,dnti min w8n'? gdlet: ,dni 
ica-binti min hinä'. 15 

4. Gdl: ,bagdyti tabi'i bit- 
tis'? gdlet: ,hdsel, bäbi\ 
bi'dthä 'aldyhem bi-asarah. 
astaröhä wa-gaffü bilid. tva- 
njazdt iva-dngasat iva-tahdl- 20 
latat. 

(11. Februar 1902.) 






9. Der Rabe und der Fuchs. 



Mehri. 

1. Amörem yagrdyW loa-hi- 
tdyl: 9 ,nahhdum zadgd'. amör 
hitdyl: ,hdstou'. hitdyl amör 
yagrdyb: ,fsek MniK dyniel 
lieh sarbet. fsöhem fdhreh, ta 
njözem. 



Deutsch. 

1. Es sagten der Rabe und 
der Fuchs: ,Wir wollen Freunde 
sein'. Es sagte der Fuchs : ,Gut.' 
Der Fuchs sagte zum Raben : 
,Dein Mittagessen ist bei mir'. 
Er machte ihm Schorbet. Sie 
aßen miteinander, bis sie zu 
Ende waren. 



IJadrami. 

1- Gdlü gar ab wa-talab : 
,ndbgi natardfeg'. gdl talab: 
,hdsil'. talab gdl lil-gordb : 
,gaddk Hndi 1 . laggd luh stir- 25 
beh. tagdddu mdrrah, hdttd 
dnjazu al-gdda. 



1 Lies: yeghäbsen. 2 Zubür ist eine rote Schotenfrucht und schmeckt wie Zitrone; sie heißt im Hadr. hörnet; in 
Aden zubär, in Mekka tämar hindl. 3 Hier wiederholte der Erzähler: ,tagdziben W. Er erklärte aber, daß dies nicht 

hieher gehöre, was ich jedoch bezweifle. Es paßt sogar sehr gut in Vergleich zu der Erzählung D. H. Müllers von der 
sprechenden Stute, die ebenfalls auf die Frage, warum sie weine, sagt: ,Ich weine', also die Frage als Antwort wieder- 
holt (Vgl. Bd. I, S. 77, Z. 5). 4 Thim ist zu streichen (thim ist Verbesserung für thom, welches letztere also zu streichen 
ist, Müller). 5 Lies: teilm. 6 Lies: hehem. 7 Lies: teSmem; das m wegen des folgenden iion geworden. 8 Für 
häganiyb; bisweilen hat das Ms. gartib für goräb (Müller). 9 Lies: hitdyl (Müller). 

W Hein, Mehri-Texte. 2 






10 



I. Prosatexte. 



9. Der Rabe und der Fuchs. 



2. Yagrdyb amör hitdyl: 
.isi'l: li'mr. dymel heh mege- 
lüt. % as>'s//em fähre. 

5 3. Hitdyl amör: ,nahhdum 
lagaleg rdb el-alamin'. ya- 
grdyb amör: ,/idstou'. 

4. Fdrra beh, ta has be- 
reit mkon, amör: ,attagölig 

io ad'?- II Hin,- : ,ddi agölig ad.' 

5. Ferre beh; te has bereh 
mkon, amör: ,attagolig ad'? 
amör: ,ldd ägligah lä. agö- 

15 Hg Mtem men tdyri iva-Mtem 
ininhdlliye.'- 

6. Yagrdyb amör: ,hu ga- 
tdk; deed 3 tar gaff* deh'. 

20 7. Has dör, injifeh. hi- 
tdyl ja r min tar gatf di ya- 
grdyb, ydumer: ,bdli, bi-mjä- 
ret berek tesrir! bdli, bi-mjd- 
ret beri-k tesrir! bdli, bi- 

25 mjdret berek tesrir' ! 

8. Wiga' birek tesrir. gaj- 
jen jerü leh, yuwizmeh kan- 
zir. haujirU jerüt Ich. tu- 
wezmeh kanzir. 

30 9. Mgoren hrüj, hagrdur. 
nijzöt iva-gazöt ica-htalatot. 

(Söd her abddllah, 12. Februar 1902.) 



2. Der Rabe sagte zum Fuchs: 
,Dein Abendessen ist bei mir'. 
Er machte ihm gerösteten Ta- 
'äm. Sie speisten zusammen. 

3. Der Fuchs sagte: ,Wir 
wollen den Herrn der Welten 
sehen'. Der Rabe sagte: ,Gut'. 

4. Er flog mit ihm, bis als 
er schon war an einem Ort, 
sagte er: , Siehst du die Erde?' 
Er sagte : ,Noch sehe ich die 
Erde'. 

5. Er flog mit ihm : als er 
schon an einem Ort war, sagte 
er: , Siehst du die Erde'? Er 
sagte: ,Ich sehe die Erde nicht 
mehr. Ich sehe Himmel ober 
mir und Himmel unter mir.' 

6. Der Rabe sagte: Ich werde 
müde; dreh' dich auf diesen 
Flügel'. 

7. Als er sich drehte, warf 
er ihn hinab. Der Fuchs fiel 
vom Flügel des Raben, er sagte: 
,Gott, um ein Fallen in einen 
Teich ! Gott, um ein Fallen in 
einen Teich! Gott, um ein Fallen 
in einen Teich! 

8. Er gelangte in einen Teich. 
Ein Knabe ging an ihm vorbei, 
er gibt (warf) ihm einen Stein. 
Eine Sklavin ging an ihm vor- 
bei, sie gibt (warf) ihm einen 
Stein. 

9. Dann ging er heraus, er 
ging fort. Sie (die Geschichte) 
kam zu Ende und sie schloß 
und wurde fertig. 



2. Al-gordb gdl lit-talab : 
,'asdk c mdi'. laggd luh mdgli. 
ta'dssü mdrrah. 

3. AMa'lah gdl: bagdynä 
nasöf rabb al-älamina' '. al- 
gordb gdl: ,hdsil i . 

4. Tar beh, yom gedeh 
makdn, gdl: ,tes~6f l-ard'? 
gdl: . c ddnä nesüf'. 

5. Tar beh, yom gedeh 
makdn, gdl: tesüf l-ard'? 
gdl: Ja, md c dd asufeh. a§&f 
samd fogi wa-samd tdhti'. 

6. El-gordb gdl: ,nd za- 
hdft; dör fög el-jindh deh'. 

7. Yom dar, saggätah. at- 
td%ab sagdt min fög jindh 
al-gordb, yegül: ,ydllah, bi- 
sdgtah fi gadir! ydllah, bi- 
sägtah fi gadir ! ydllah, bi- 
sdgtah fi gadir 1, ! 

S. Jdfi-l-gadir. waled mar 
'alf'h, hdddafeh bi-häsä. hddi- 
meh mdrrat 'ali'h. hdddafteh 
bi-hdsä. 

9. Ti'i/i hdraj min al-<)n- 
dir wa-rdwwah. nejazdt n-<i- 
gtasat ivd-htalatat. 

'(12. Februar 1902 | 



Mehri. 

l. Amor: Jserir va-tiri'h 
nöjer. gahaböt hallot, weme- 
hdmd di-söbeh birelcditeierir'. 



10. Die Hyäne und der Fuchs. 

Deutsch. . üadranii. 

1. Er sagte: Es war ein Teich 1. Gdl: gadir ica-fogeh 

and auf ihm ein Stein. Es kam hdsa. gut (}.jät) ddba'ah. we- 

' yisbdh fi-l-gad/r. 



die Hyäne und der Fuchs, der 
schwamm in diesem Teich. 



Ta'.'un, in M.l i genannt, im JJadramüt ebenso, in Aden miqti .das folgende 

aSüi. J A'd = ard (mit tonlosem r) = Erde. ■ lh-,',1 — ilor. ' Für fei (Mttu 



10. Die Hyäne uud der Fuchs. 



I. Prosatexte. 



11 



2. Amirot mehemd: ,wukö 
het biimeh'? amör: diu bü- 
meh, an jeröhem li häbü, 
yuivezmem ti göt'. 

3. Amirot mehemd: ,ho 
haum bädük'. amör: ,thim 
bddi, tahdwioel'. amirot: ,ye- 
hdul, haum bädük, iva-het 
gäj misreh'. 

4. Gerbot bädeh. Has ne- 
hör yeghdybem tes bedien, 
jidtifmis bi-ddrb, ta gibwat 
has; hagrdgrem häbü. 

5. Has häbü hagrdgrem, 
yeghdbs mehemd. amör: ,ices 
u-ioes'. gebhöt hallöt. amör: 
.tagäybih lä; ho heregdis'. 1 

6. Yeltöm 2 Ms kuivöd 3 de 
tomer. iva-gadlets. has bers 
mkön, yehirgis tis mehemd 
wayeßül Ms. 

7. Galgöt minh, te kseth. 
has kseth, amör: ,thim he'? 
hallöt amirot: ,lek laum ä 
lä; haum la§dg ä buk', 
amör: ,tahim sa1uUg i d bi, 
hdstou 1 . 

8. Sarjöt leh birek zoter. 
amröt: Jiibinya, haum le- 
hdggar hatäb, wa-tem si- 
dhem min tingdd ä leh hi- 
yötet 1 . 

9. Has ajüz haggar öt, 'me- 
hemd ydmer: ,mb mb mb 1 . 5 
amirot: ,tituwivi he L ? amör: 
,detiiwici göt. an thdumen 
göt, nteren li. 1 ' 

1 Lies: hereydis. 2 Lies: t/eiom. 
ob man knuspern wollte. 6 mägtaf ist 



2. Sie sagte zum Fuchs: 
,Warum du hier' ? Er sagte : 
,Ich bin hier, wenn vorüber- 
gehen bei mir die Leute, geben 
sie mir Essen'. 

3. Sie sagte zum Fuchs: ,Ich 
will nach dir'. Er sagte: .Du 
willst nach mir, verweile'. Sie 
sagte: ,Jawohl, ich will nach 
dir und du bist ein guter Mann'. 

4. Sie kam herbei nach ihm. 
Als des Tages die Beduinen zu 
ihr kamen, schlugen sie sie mit 
einem Stock, bis die Besinnung 
schwand ; es gingen fort die 
Leute. 

5. Als die Leute fortgingen, 
kam zu ihr der Fuchs. Er 
sagte: ,Was ist mir dir'? Es 
schalt die Hyäne. Er sagte: 
, Schilt nicht; ich werde dich be- 
friedigen'. 

6. Er kaufte ihr einen Korb 
Datteln. Und sie trug ihn. Als 
sie schon an einem Ort war, 
stahl ihn ihr der Fuchs und 
flüchtete mit ihm. 

7. Sie sah nach ihm (dem 
Fuchs), bis sie ihn fand. Als 
sie ihn fand, sagte er: ,Was 
willst du'? Die Hyäne sagte: 
,Dir ist kein Vorwurf; ich will 
dich verbrennen'. Er sagte: ,Du 
willst mich verbrennen, gut'. 

8. Sie nähte ihn im Korb zu. 
Sie sagte: , Meine Tochter, ich 
will Brennholz holen und ihr 
hütet euch, ihm die Naht zu 
lösen'. 

9. Als die Alte fortging, sagte 
der Fuchs : ,mb mb mb'. Sie 
(eine der Töchter! sagte: ,Was 
ißt du' ? Er sagte : ,Ich esse 
eine Speise. Wenn ihr Speise 
wollet, löset mich.' 



2. Gälet li-td'leb: ,waräk 
tasbäh bi-l-gadir'f gäl: ,nä 
hinä tebedddyt, in kän mdrru 
'indi an-näs, yatöna göt\ 

3. Gälet ad-ddb'ah: ,dni 5 
bagdijt min betdak'. gäl: ,lau 
bagdyti min bä'di, dg'adi'. 
gälet: ,bagdyt min badek. 
wa-4nte rijjäl semsüm 1 . 

4. Gä'adet min badeh. yöm 10 
jühä bedü, nedefühä bi-l-'dsä, 
hdttä rähat (1. dähat); gäffü 
ennäs. 

5. Yöm gäffü an-näs, yi- 15 
jihä attalab. gäl: ,ices ha- 
bär'. loa-häsemteh ddb'ah. 
gäl: Ja tahäsimi; dnä ardis'. 

6. Yesteri lahä gösarah 20 
tdmr. loa-hamlethä. yöm icd- 
salat makän, yesrdghä at- 
tälab ica-yesrud bihä. 

7. Daioicdrt minh, lammä 
sä f et eh. yöm säfeteh, gäl: 25 
,bagdyt wä'? gälet ad-ddb c ah: 
,mä c alik laum; bagdyt dhri- 
gek i . gäl: ,bagdyti tahrigini, 
häsil. 

8. Hdyyatat c aleh fi-l-mdg- 30 
taf. 6 gälet: ,yä banäti, dni 
bä-gdffi bi-jib hatäb, wa-nten 
idhinen'. . . 

9. Yöm särat al-ajüz, at- 35 
tjblab yegül: ,ms ms', gälü: 
,tükul wd'? gäl: ,äkul göt. 
in bagdytn al-güt ', fuken 
minni Ihiyät 1 . 



3 Lies: kuwworet. 4 Lies: tahdSg. 5 Wird mit den Lippen gemacht, so, als 
ein geflochtener Korb, der über die im Hause aufbewahrten Datteln gestülpt wird. 






12 



I. Prosatexte. 



1 1 . Die sieben Söhne. 



10. Amor: 1 Jidstou, ntreye 10. Sie sagte: ,Gut, ich werde 10. Gdl: ,häsil'. faken 

lük'. nto 2 leh, wa-hdgraur. dich lösen'. Sie löste ihn und c al<'yh al-hiyäteh, u-gdffa. na- 

nijizot wä-gazöt icä-lßalatöt. er S [li S f o rt - (D' e Geschichte) j azdt wa -gtasät iva-litdlatat. 

ist zu Ende und abgeschlossen 

(S6d her abdällah, 12. Februar 1902.) , r .. 12. Februar 1902.) 

v und fertig. ' 



11. Die sieben Söhne. 



Meliri. 

1. Amor: gayj iva-sih hi- 
5 benhe ibdyt. iva-ta-k-sobeh 

yagrdyrem, yahddimim, iva- 
gasardun yithäyifem. yahdyf 
min kel täd mikeyol d'es. 

2. Ajüz tämor: ,tvuköh 
io ays haur'? yämor: ,ays haur 

ld', te mkön jihemem. 

3. Te nakä-mkon? häbü 
amörem: ,de-wuköh fem'? 
amörem : ,nahd nahdudem 

15 hidmet'. tdmör: , hidmet dihe'? 

4. Amörem: ,nahä had 
i/nhödem tin wa-hdd yuhö- 
dem zuwdyr, wa-nugölig min 
hal di-bdli gidireh'. 

20 5. Sruh jihemem, iva-äd 
Ii/imüh. te nakd-mkön,'' amor: 
,de-wukö thn tajihemem'? 

6. Amörem: ,nahä ta nij- 
höm, himdan be-gayj ddulet 

25 töjer wa-hibin haibdyt, wa- 
nahdum nasker kinük'. 

7. Gdj ddidet amör: ,kam l ? 
amörem : .Li-v:ärh asrin vi- 
yälK dindet amor: Jidstau, 

so hödümem'! 



Deutsch. 

1. Er sagte: Es war ein Mann 
und mit ihm waren seine sieben 
Söhne. Am Morgen gingen sie 
fort, 4 arbeiteten, und des Spät- 
nachmittags kamen sie heim. Es 
brachte jeder einzelne ein Maß 
Ta'am. 

2. Die Alte, sagte: , Warum 
ist der Ta'äm wenig'? Sie sagen: 
,Der Ta am ist nicht wenig', bis 
sie nach einem (anderen) Orte 
gingen. 

3. Als sie an einen Ort kamen, 
sagten die Leute: ,Was ist mit 
euch'? 5 Sie sagten: ,Wir leisten 
Arbelt'. e Sie sagen : ,Was für 
eine Arbeit'? 

4. Sie sagten: ,Wir, einer 
arbeitet in Lehm und einer ar- 
beitet in Stein, und wir sehen 
dabei, was der Herr (Gott) ver- 
fügt hat'. 

5. Zwei gingen fort, und es 
waren noch fünf. Als sie an 
einen Ort kamen, sagten sie: 
, Warum ginget ihr fort'? 

6. Sie sagten: ,Wir, als wir 
fortgingen, hörten wir von einem 
reichen Sultansmann und seinen 
sieben Söhnen, und wir wollen 
bei dir Soldaten sein'. 

7. Der Sultansmann sagte: 
,\\'i>' viel'? Sie sagten: ,1m 
Monat zwanzig Taler'. Der 
Sultan sagte: ,Gut, dient'! 



Harjrami. 

1. Gdl: rijjdl wa-md'ah 
'iyäl sdb'ah. le-sübh yasirü, 
ydhdumu. le-asiyyah ydtwu. 
wa-yatdwwu 1 kullu wähid 
gars ta'äm. 

2. 'L-ajüz tagül: ,waräh 
ta'äm suiviyyah'f yagülu: ,et- 
ta'dm mä hü galil 1 , hattd 
mekän säfaru. 

3. Lammd jü mekän. näs 
gälü: ,waräkum ntüm 1 ? gälu: 
nihnd nahdüm hidmah'. gälü: 
,hidmdt ays' ? 

4. Gälü: ,nihnä had yah- 
düm tin iva-häd yahdum 
hdsa, ica-nsüf min hdda li- 
räbbi gdddarah'. 

5. Itjiin min/mm säru, ua- 
'äd hdmsah. hdtta ju mekän, 
gälu: fWaräkum ntiimtasirv/ 

G. Gälü: nihnd smä'na bi- 
rijji'd ddula täjir wa-iyälah 
sdb'ah, bagdyna nahdüm'. 

7. As-su/tdn gut: .kaiir .' 
gälü: .fi-s-salitv 'isrtn riyäl'. 
as-sufydn gäl: ,hdsil, dh- 
dumu' ' 



1 Sollte amirßt sein. (Ist plur. fem., ebenso das folgende nt6r, Mülles.) '-' Lies: ntdr. Sollte fem. sein. l 

* Pflegten sie fortzugehen etc. (Mülles). 6 Was wollt ihr? (Mülles). "Wir sind Arbeiter (Mülles). 
m M :ui yadv « . ti (Mut leb). 



11. Die sieben Söhne. 



I. Prosatexte. 



13 



8. Hodümem hineh. te- 8. Sie dienten bei ihm. Als 8. Hddmu mdahu. te 5 

sneh nükä harb, wdthaf in einem Jahr Krieg kam, senehjä/iarb,wa-tawä e gaum, 

gaum, loa-lättagem liyek. kamen des Abends die Feinde lva -tagätaho deläk (deläk). 

und sie töteten diese. 

9. Järim asrin u-liek hi- 9. Es fielen zwanzig und 9. Sdgatu minhum c isrhi 
bdyt järim, iva-sruh fillem. diese sieben fielen und zwei wa- deläk säVah, wa-tnin 5 
te nekd-mukön, 1 yikesem ajüz Aohen. 2 Als sie an einen Ort & rc [ u j ldtta j ü ^^ §& f u 

'ajiiz wa-banätha sdb'a. 



iva-habdntse höbä. 

10. Amörim: ,nehdum ne- 
tahdwwal hinnis'. amirot: 
,tehdwicalem ica-tem giyüj 
misäralv. 

11. Tahaulilem senSt. has 
seilet halldut, amorem: ,ad 
nehdum hinis lä'. amiröt: 
,tehdyyimem hini lä, bäli 
siMl hikunv. 

12. Jihemem. te jrehum 
l'ajüz bis 1 höba ayenten we- 
bis höba srdnten tue-bis e 
höba hidüten, 

13. amorem: ,nehdum net- 
tag', amiröt: ,§i humüh lä'. 
amorem: ,hin gäli, Ms fdi- 
let'. amiröt: ,haums lä fal- 
let', amorem: ,tahim fadilet 
lä, tarähs birek si lä'. 

14. U-jihemem. te mkön, 
kesöhem göbel. jirühem hinah. 
dek söh amör: ,de-gdy'. amo- 
rem : de-gäk lä, dömeh ar 
göbel'. amör : ,de-göbel lä'. 



kamen, finden sie eine Alte und 
ihre sieben Töchter. 

10. Sie sagten: ,Wir wollen 10. Gdlü: ,bä-ndg^ud 'in- 
bei dir verbleiben'. Sie sagte: dis' . gälet : .agudu wa-ntem 
,Verbleibet, und ihr seid gute „^y semäslm'. 10 
Männer'. 

11. Sie verblieben ein Jahr. 11. Gd'dü seneh. yöm se- 
Wie^das Jahr um war, sagten ne / t m (lrrat, gdlü: ,mä ad 

bagdynä 'indis'. gälet: ma 



sie: ,Wir wollen nicht mehr bei 
dir (bleiben)'. Sie sagte : ,Ihr 
wollt bei mir nicht (bleiben), 
der Herr mach es euch leicht'. 

12. Sie gingen fort. Als sie 
bei einer Alten vorbeikamen, die 
sieben Augen und die sieben 
Füße und die sieben Hände 
hatte, 

13. sagten sie: ,Wir wollen 
trinken'. Sie sagte : Ich habe 
kein Wasser'. Sie sagten : ,Uns 
wenig, 3 dir Überfluß'. Sie sagte: 
.Ich will ihn nicht, den Über- 



'äd bagdytu c indi, dllah ye- 
sehhil lakum tarig'. 15 

12. Särü. mdrru c ald 'ajf/z 
fiha sdb'a "iyün wa-fiha 
sdb'a rujiil wa-fiha sdb'ah 
idet, 



13. 

rab'. 
gälu : 



gälu: ,bagdyna nds- 20 
gälet: ,mä si may'. 
,nti rahima, ba-yagd c 



lis fadila'. gälet: ,md ba- 
fluß'. Sie sagten: , Du willst den gdyt al-fadUa'. gälu: ,mä 
Überfluß nicht, es ruhe auf dir bagdyti fadila, lä tardh lis 25 

bdraka'. 

14. Wa-säru hattd mkän. 
Idhgu Yid. mdrru 'indeh. däk 
al-kabir gäl: ,da hüy'. gälu: 
,mä Im huk, da-l-üd'. gäl: 30 
,da mä hu 'üd'. 



15. Amör: lä, gaddu! ne- 
hdum nehäggar bireh (1. birek) 
höter'. amör: Jieräna gdö'! 



kein Segen'. 4 

14. Und sie gingen fort. Als 
sie an einem Ort waren, fanden 
sie einen Balken. Sie gingen an 
ihm vorbei. Jener Große sagte : 
,Dies ist mein Bruder'. Sie sag- 
ten: ,Dies ist nicht dein Bruder, 
dieser ist nur ein Balken'. Er 
sagte: ,Dies ist kein Balken'. 

15. Sie sagten: ,Nein, vor- 
wärts! Wir wollen fortgehen in 
das Tal.' Er sagte : ,Also vor- 



15. Gäl: Jiäyya! bagdyna 
nagdffi gdda-l-ivddi'. gäl: 
Myya gaddu'! 

1 Lies: nakäam mkön. 2 Worauf sich 7 und '.! beziehen, ist schwer zu sagen: die ganze Erzählung ist übrigens 
sehr unklar und verworren (Müller). 3 Ob hin gäli so richtig verstanden ist, weiß ich freilich nicht (Kaum richtig; 
auch heißt <*X~-ia9 hier nicht .Überfluß', sondern etwa ,Dank' (Müller). 4 birek heißt sonst .zwischen' und nicht ,Segen', 
aber das hadr. &J^j spricht für Heins Auffassung ^Müller). 5 Lies: hdttü (te ist auch gut, Müller). 6 So Ms. für 

dawä (Müller). 






14 



I. Prosatexte. 



11. Die sieben Söhne. 



16. Hagrdyrem. te gahdy- 
bem mukön gdher, ksöhem 
häbü meken di higizäymem. 

17. Amörem: .nehdum na- 
5 del hi-ticelihenv. te gahj&y- 

bem hinehem, fiShem hine- 
hem. iva-min tar fsa higrdy- 
rem. 

18. Te gahdybem bir4k 
io nehar difilfel, süktfem; wa- 

sihem kelb. has bihilli, kalb 
yedtya lehem. 1 gulügem minh. 
te ksühem teh, hagräyrem 
hem iva-he. 
15 19. Te ghdybem mekön, 
ledshum gdji sruh tehaulilem. 
amör: ,da-ukö tim thaulel- 
kem'9 amör: ,nhä di-btedye?i'. 

20. Amör: ,sau 2 nhä nit- 
20 hdwwal henikem'. amör: ,ta- 

hdm hinen, häya hikem! wa- 
nhä nabyöd höhn lä'. 

21. Thaulilem. Te wagt 
amörem: .nhä da-hdtkirem bü- 

25 mah, toa-täu njihüm,'. amör: 
Jhaym teil nejhOm, hdstou'. 

22. JiMmem had wätuh 
wa-hdd wutuh. ad täd je- 
hi'm he-rihbet [Hajtarmöt. 

30 has nüka, härüs u-nüka bi- 
hubün wa-sih hihrlt u-sih 
hibnihe dagtät. 

l'3. Tod minhem seh fir- 



16. Sie gingen fort. Als sie 
an den anderen Ort- kamen, 
fanden sie viel Leute, welche 
rasteten. 

17. Sie sagten: ,Wir wollen 
hinübergehen zu ihnen hin'. Als 
sie zu ihnen kamen, aßen sie bei 
ihnen. Und vom Essen gingen 
sie fort. 

18. Als sie in die Schlucht 
Filfil 4 kamen, schliefen sie; und 
sie hatten einen Hund. Wie es 
Nacht war, verschwand ihnen 
der Hund. Sie sahen nach ihm. 
Als sie ihn fanden, gingen sie 
fort, sie und er. 

19. Als sie an einen Ort 
kamen, fanden sie zwei Männer, 
welche da saßen. Sie sagten: 
."Warum verweiltet ihr (hier)*'? 
Sie sagten: ,Wir sind ermüdet*. 

20. Sie sagten : ,Jetzt ver- 
weilen wir bei euch'. Sie sag- 
ten: , Wollt ihr bei uns (bleiben), 
seid willkommen 'I Und wir hassen 
die Menschen nicht'. 

21. Sie blieben da. Nach einer 
Zeit sagten sie : ,Wir haben 
uns hier verzögert und jetzt 
gehen wir fort'. Sie sagten: , Wollt 
ihr. daß wir fortgehen, gut'. 5 

22. Sie gingen fort, der eine 
so und der andere so. Nur 
einer ging fort in eine Stadt 
Hadramüts.Wie er kam, heiratete 
er und bekam Kinder und er 
hatte eine Tochter und er hatte 
seine drei Söhne. 



16. Wa-säru. hattd jü 
mkdn tdni, hdssalu nds jem 
wa-ddllu. 

17. Gälu: ,bagdyna na- 
mür laindahurri'. hattd icd- 
salu läindahum, taädddu 
'indahum. ica-min bdd 7- 
gadd sdru. 

18. Hdtta wdsalu icasdt 
sa'b filfil, ndmü; iva-md'a- 
hum kelb. yöm bi-leyl, da 
'aldyhem. ddwwaru minh. 
hassalüh. yöm hdssalü, gdffu 
hum wa-hii. 

19. Hdtta jü mkdn, sdfu 
rijjälayn gd l du. gdl: ,ward- 
kum ga'ddtum'? gälu: ,nihnd 
tebadddyn' . 

20. Gdl: .tau nihnd ndg- 
ud indakum'. gdl: ,bagdytu 
indanä, hdyya bi-kem! nihnä 
md ndbyad en-nds'. 

21. Gd'dti. hdtta wagt 
gälu: ,nihnd angatäna hind, 
tau ba-nsir'. gdl: ,bagdytu 
nihnd nasir, häsel'. 

22. Sdru had kida tca-hdd 
kida. Yid wähid sär l-al- 
biläd Hadarmüt. 1 ' yöm wdsal, 
zdwwaj iva-jäb 'iyyäl wa- 
ma'üh 1 bit wa-manh 7 'iyyäl 
taldt. 

23. Wähid minnahum md- 

s 






23. Einer von ihnen hatte eine 
hin. wa-td gasrdun üfidU Stute. Und als es Spätnachmittag ' a h hdylak 9 yaum el-asr 

war. ritt er um die Wette und sie n i s abiq wa-yasbiqüh. hdtta 
iil" rholen ihn. Als eines Tages er 
einer Sklavin die Töpfe zerbrach, 



wa-yifidrim teh. te nehör 
fayt debür li-fyaujdten 5 giddr, 



yisäbig wa-yasbigüh. 
yaum wähid kdssir 'dla jä- 
riyah buräm, 



1 abüd her all her dsk ri sagte: dduyc tclicm. • Lies: tau. :l Wohl für hautjarlen |>1 

folgende amör and der Sal . ,Di I uns unsere Töpfe', beweist; im rjadrami strlit allerdings sg. 4oA^, 

□de Satz im Plural, wornach die Übersetzung zu rektifizieren ist Müller). ' Das Wädi Filfil liegt im 
Mahraland nnd ist durch das W&di 'Fsm dem Wfrdi Mstleb tributär. '' Man würde erwarten: Wollt ihr, daß ihr f.irt- 
6 Lies: hadramüt. ' Beide richtig (Müller). ' l'as richtige rjadramiwort ist mtihrah. 



11. Die sieben Söhne. 



I. Prosatexte. 



15 



24. haujäten amör : ,het 
t et aber la-nhd glderyen. hi- 
bak digruh l mink firhin d- 
üzümuk firhin tibrit'. 

25. Hagräur gajjen. te hal 
hibah, amör: ,haitm firhin, 
dl jit'. amor: ,tats'.' 2 

26. Haz k-sobeh hagräur 
gajjen, sfeder ; hdbu fidri- 
hem taur hdwili wa-täur 
gdher tl-röt beh birök ad, 
we-ldd herijöt beh Id. 

27. Heruj bi-dd tdd, his- 
ris ica- hagräur. te ksuh 
godeb di-mot, jeldeh, wa-hds 
ber jeldeh, libis jeldeh de 
godeb, hibre di-bagrU. 

28. Wa-hagrdur. te ga- 
häyb rihbet gayrhit, hudfnn 
hal däidet jemmöl di-riköb. 
wa-te k-söbeh yagobed rikob 
wa-t gasräivican ithauf. 

29. Te nhör tagt hagzom 
sihem, ars hibänten la-ddulet 
hobä, di sfig, hibäntha härba 
sfig rbot hasrof. 

30. Tagt minsen gännet 
hazöt mine gayjs, sifgöt bdl 
kos wa-wugöt seh. wa-te k- 
sobeh yehagräur yelubid zä- 
yur. 

31. Wa-liyik hit tagäbhem 
gädsen. 3 tdmoren Ms: ,sebb, 
Mt härmet di-bdl kos'. 



24. sagte die Sklavin: ,Du 
zerbrichst mir meine Töpfe. Dein 
Vater hat dir Unrecht getan; 
sie haben dir eine gebrochene 
Stute gegeben'. 

25. Es ging weg der Jüngling. 
Als er bei seinem Vater war, 
sagte er: .Ich will die Stute, die 
gut ist'. Er sagte: ,Nimm sie'. 

26. Wie am Morgen der Jüng- 
ling fortging, ritt er um die 
Wette ; er überholte die Leute 
das erste Mal und das andere 
Mal flog sie mit ihm ins Land 
und kam nicht mehr mit ihm 
heraus. 

27. Er kam in einem Land 
heraus, band sie fest und ging 
fort. Als er einen Stier fand, 
der tot war, häutete er ihn ab, 
und wie er ihn schon abgehäutet 
hat, zog er des Stieres, des Jun- 
gen der Kuh, Haut an. 

28. Und er ging fort. Als er in 
eine andere Stadt kam, diente 
er beim Sultan als Kamelknecht 
der Kamelinnen. Und am Mor- 
gen führte er die Kamelinnen 
zur Weide und am Spätnach- 
mittag kam er heim. 

29. Als er eines Tages mit 
ihnen rastete, war die Hochzeit 
der sieben Töchter des Sultans, 
welche heirateten, seine vier 4 
Töchter heirateten vier Scherife. 

30. Eine von ihnen, die Jüngste, 
lehnte ihren 5 Mann ab, sie heira- 
tete einen Dickbauch und lag 
mit ihm. 6 Und als es am Mor- 
gen war, ging er fort, er schoß 
Wildziegen. 7 

31. Und diese sechs pflegten 
ihre Schwester zu schelten. Sie 
sagten zu ihr: .Schweig, du 
Frau des Dickbauchs'. 



24. 'l-järigah gälet: ,ntä 
takässir 'aläyna burdmnä. 
buk dam minnak al-mührah 
'atök, miihra maksüra'. 

25. Sdr n-ivelU laind buh, 5 
gdl: ,bagäyt miihra, di (di) 
hi zenah'. gdl luh : ,hodha'. 

26. Yaum as-siibh sdr 'l- 
waled, sdbeg; en-nds sabä- 
ghem äwwal märra wa-tdni io 
märra tdret buh fi wasät 
el-ärd, md 'ad harrijcth. 

27. Häraj fi ard wdhiJ, 
geyyedha bi-häbl wa-sör. 
hätta liässal tör mäyyit, näd- 15 
dar minneh al-jild, yöm ned- 
dar al-jild, lebes al-jüd hag 
at-tor, toaläd al-begweh. 

28. Wa-sdr. hätta wdsal 
bildd tdni, hädam 'ind döle 
jemmdl taht er-rikdb. yaum 20 
assübh yär c i ar-rikdb iva-le 
'l-'äsr yedawwihem. 

29. Hättä yaum wähid gä- 
c ad 'indahem zuwdj bandt ad- 
ddula säb'a, yezäwwijen, band- 25 
teh ärbd zdwwijen ärba 'asräf. 

30. Wdhidah mlnnehen sa- 
gireh hazet min zäujaha, 
zäwwajet maul al-bätan wa- 
xoagdät mdah. wa-yäum su- 30 
bah yagäffi yädrub däbi. 

31. Deldk sit tahäsimen 
ühtahen. tagiden: ,skuti, nti 
hormit maul el-kerseh'. 



1 Verstelle ich nicht (Müller). - Vielleicht von k^i (Müller). 
hier ,sechs' (Müller). 3 Wohl den ihr zugedachten Scherif (Müller). 

pflegte er fortzugehen und Wildziegen zu schießen (Müller). 



Lies: gätsen (Müller). ' Man erwartete 
5 Lies: war bei ihm (Müller). ' Oder: 



16 



I. Prosatexte. 



11. Die sieben Söhne. 



32. Hagarröt. te hal gajs, 
amirdt lieh: ,ho gdtye gaböh 
ti, tdmir (so) hini: härmet 
dibäl kos 1 . 

5 33. Has jihme hagräyrem 
gayüj la-hit, amor: ,nehäum 
nalbed züyör'. lad ksühem 
si Id. 

34. Hagräyrem. ta hal 
io bäl kos di dayb tiwl di zär, 
amor: ,an thaym tiwl, gay- 
bem ti larekezkem kel e tdd 
bi-negd birek mitfireh'. amö- 
rem: Jidstau'. 

15 35. Rikzehem kel tdd bi- 
ndgd u-wezimehem kel tdd 
icagazdt da tiwl wa-hagrdur. 
te gahdyb hal harmcth, amor: 
,an ä tgatri sis, dmer hisin: 

20 galigen gayjiken, bihem heh 1 
bir6k matfdrihem'. 

36. Amor: ,hdstau, nhd 
galgdyn gayjin'. gallogem 

25 töhern bhi'lli, küsen behem 
min ndged ndged. amorem: 
."•uköh tem bikem mingdud'9 2 

37. Amorem: ,vhd ben si 
Id. has k-söbeh kdssisen di 

; <o hanöb, amirot: ,ho kiisk bi- 
gdyji ndged'. u-liyek hdymeh 
amorem: ,nhd kosen bi-giyü- 
jen ngdud birek mitfarihem'. 

38. Iias kassöbeh se gah- 
35 bot, amirdt: ,sinken gayiji- 

ken, behem he'? liyyik wu- 
lougäuf? lad gdtiri lä kdssar. 



32. Sie ging fort. Als sie bei 
ihrem Mann war, sagte sie zu 
ihm: , Meine Schwestern schalten 
mich, sie sagen zu mir: Frau 
des Dickbauchs. 

33. Wie morgens die Männer 
der sechs fortgingen, sagten sie: 4 
,Wir wollenWildziegen schlagen'. 
Sie fanden nichts mehr. 

34. Sie gingen fort. Als sie 
beim Dickbauch waren, welcher 
das Fleisch einer Wildziege briet, 
sagte er: ,Wenn ihr Fleisch 
wollt, lasset mich euch ein- 
brennen jedem einzelnen ein 
Brandmal auf seinen Arsch'. 
Sie sagten : ,Gut'. 

35. Er brannte ihnen einem 
jeden einzelnen ein Brandmal 
und gab ihnen jedem einzelnen 
einen Anteil des Fleisches und 
ging fort. Als er zu seiner Frau 
kam, sagte er: ,Wenn sie mit 
dir reden, sag ihnen : Seht eure 
Männer, was an ihnen auf ihren 
Ärschen ist'. 

36. Sie sagten: ,Gut, wir wer- 
den unsere Männer sehen'. Sie 
sahen sie bei Nacht, sie fanden 
an ihnen je ein Brandmal. Sie 
sagten: , Warum ist an euch je 
ein Brandmal'? 

37. Sie sagten: ,An uns ist 
nichts'. Wie es Morgen ward, 
trafen sie dieÄlteste und sie sagte: 
,Ich habe an meinem Mann ein 
Brandmal gefunden'. Und diese 
fünf sagten: ,Wir fanden bei 
unseren Männern ein Brandmal'' 
auf ihren Ärschen'. 

38. Wie sie am Morgen kam, 
sagte sie: ,Saht ihr eure Män- 
ner, was ist an ihnen' V Diese 
schwiegen, sie redeten nichts 
mehr gebrochen. 



32. Gaffet, hdtta 'ind zdu- 
jeha, gdlet luh: ,ni Ijawdti 
Laxemenni, tagulen li: nti 
mardt maul al-kerse'. 

33. Yaum as-siibh sdru zi- 
wdj hugfig sittah, gdlu: ,ba- 
gdyna nddreb ddbi'. md 'dd 
hdssalu si. 

34. Sdru Hnd maul el-kers 
'äyadbi (so) lahm hdg ä ddbi. 
gdl: ,'n kdn tdbgu lahm, 
hallüni ndtikum kul wdhid 
radffi gähcah'. gdlu: ,häsü { . 

35. Arddfhem kul wdhid 
radf wa-atdhum kid wdhid 
hdslah min lahm wa-sdru. 
hattä jü 'ind harmdtah, gdl: 
,in c dd tekelimins, gidi lehen: 
süfen zuwdjaken, ays fihem 
fi wast ga'dioahum'. 

36. Gdlet: ihäsel, nihnd 
ba-nsuf zuwdjen. gid sufnd- 
kem fi layl, fihem min radf 
rddaf. 

37. Gdlu: .nihnd md fl 
nihnd si'. yaum as-sübh ta- 
Idhagen hen el-kebirah, gdlet: 
,ni lahägt fi zauji radf. iva- 
deldk ' hams gdleu : . u/h na 
lahdgnä fi zaicdjena radHj 
wast gdäicahunf. 

38. Yaum. as-sübh hi jet, 
gdlet: ,süften zwdjiken, fi- 
hem ey$'? deldk 1 sfkten, md 
'dd takdlamt it. 



1 Sonst hüen ,was' (Müller). j Lies: ' (pl von ndged Müller). 3 Lies: wiig&uf. ' Genau: 

i in jeder von ihnen (Müller). ' Lies: Brandmale (Müller). I tadelten (demütigten sie) nioht 

die Überlieferung schwankt stark bezüglich d und <'. 



12. Die sieben Brüder. 



I. Prosatexta. 



17 



39. Amiröt: ,hirogen mind 
tgabehen ti tcagaa 1 bädikem 
na-bäd hämariken ica-nsSm- 
ken. wagäffen lattagtariyen 
lä bdd imöh. hirogen 1 . 

40. Wa-hirjöt min hinisen. 
amiröt: ho her gabdhk tesen 
wa-ber sufekbi-hanoß- . amör: 
,Mbgis bädisen wa-hehdlas 
minsin'. 

41. Wa-hagrdur. jihem he 
ica-se. te nakä-mkon 2 b-äd 
fad. ksöhum häbü meken 
birek rihbet, di shnem bi- 
nedget. 

42. Amorem: ,täioicen nes- 
sdtcm 3 mindvg täd\ tesmem 
mindng täd ica-hagräyrem 
beh. 

43. Te ghdybem hal h'har 
tad, amor hihem: ,tdwwu- 
kum tazimem te si\ amorem: 
,nhä nasuddüd minh lä, lä- 
ken hU badlübek* teh ten, 
tath'. 5 dabteh wa-hagrdur 
beh. wa-gazäut wa-htaüdut 
wa-hiyüm jizdut. 

(Söd bei- abdällali, 13. Februar 1902.) 



39. Sie sagte: ,Hütet euch 
davor, mich zu schelten, bei 
euch und bei eurem Leben und 
eurer Seele. Schweigt, redet 
nicht mehr von heute ab. Hütet 
euch'. 

40. Und sie ging heraus von 
ihnen. Sie sagte: ,Ich habe sie 
schon gescholten und habe schon 
Genüge geleistet bei meiner 
Seele'. Er sagte: ,Laß es blei- 
ben nach ihnen und laß ab von 
ihnen'. 

41. Und er ging fort. Sie 
gingen, er und sie. Als sie an 
einen Ort kamen in einem Land, 
fanden sie viel Leute in der 
Stadt, welche Flinten verkauften. 

42. Sie sagten: ,Jetzt kaufen 
wir eine Flinte'. Sie kauften 
eine Flinte und gingen mit ihr 

fort. 

43. Als sie zu einem Alten 
kamen, sagte er zu ihnen : ,Jetzt 
gebt mir etwas'. Sie sagten : 
,Wir verzichten nicht auf sie. 
aber du hast sie schon von uns 
erbeten, nimm sie'. Er nahm sie 
und ging mit ihr fort. Und es 
ist aus und es ist zu Ende und 
die Sonne ist untergegangen. 



39. Gdlet: ,alirigen lä c dd 
tahäsimanni tcegä bddiken 
wa-b&d a'märiken wa-nsem- 
ken. wasdkaten la 'ad takal- 
amen min bdd al-yöm. ahri- 5 
gen'. 

40. Wa-harfa min 'indhen. 
gälet: ,ni. gad hasamdythen 
iva-gdd icafäyt bi-nefsi l . gäl: 
.yahdllis min bddihen 10a- 10 
nti hayr minhen'. 

41. Wa-säru hu wa-hi. Te 
ju (so) makdn fi ard, sdfü 
nds katir wast 'l-beled, a- 
yabiu 7 banddig. i» 

42. Gdlu: ,tau nesteri ben- 
deg ivähid'. dstaru bendeg 
wähid wa-säru buh. 

43. Hdtta ju makän lä- 
%nd icdhid sebeh, gäl lahüm: 20 
Jiiwwukum tdtü bi-yah'. gälu: 
,nihna mä ndstad minh, lä- 
ken ente gad taläbt nihna 
H-bendeg, htiduh 1 . dhadeh wa- 
sdr beh. wa-gdzzat lo-dhtala- 25 
tat wa-s-sems gäbet. 

(14. Februar 1902.) 






12. (13) Die sieben Brüder. 



Mehri. 

l. Amorem häbü: hlbäyt 



Deutsch. 



1. Es sagten die Leute: Es 
yd fähre wat bihttli indhjem waren sieben Brüder zusammen, 
ganbus(s) te fagh dihelli u- und als es Nacht wurde, spielten 



yeskifem te-k-s-söbeh. 

2. Te Uylat tayt tatdy- 
icahum harmit, tagdreh li- 



sie Gambus 6 bis Mitternacht und 
schliefen bis am Morgen. 

2. Eines Nachts kam zu ihnen 
eine Frau, sie rasierte ihre Kinn- 



l.laijrarai. 

1. Gdlu nds: saba'a ah- 
wdn märrah fi-l-ldyl yäVabu 
ganbüs(s) hdtta nus al-ldyl 
icayanimu hdtta 's-söbah. 30 

2. Hdtta Idylah wähidah 

tdtwümm hörmah. tdhlng li- 



1 Die Bedeutung des Wortes wagä'a ist dunkel (Müller). 2 Lies: nakä'am mkSn. 3 Lies: netsäum. * Lies: 
her tlubek. 5 Radix k^ö, daneben diibteh (Müller). 6 Ein Saiteninstrument. ' Vgl. 16, 8 'ä-yddbi (Müller). 
W. Hein, Meliri-Texte 3 



18 



I. Prosatexte. 



12. Die sieben Brüder. 



haytihem Idylat häwliy&t. u- 
Idylet gayh/t 1 tawut. tugoreh 
likiyet di söh wa-tagörih li- 
htyet di gannün. 

5 3. Te nuhör tayt yenöbeh 
bis, yehdum el-tdns. yerdbi- 
'<ni tes di gannün. ngot gd- 
thein. 

4. Wa-sehem hehar, heda- 
10 dhem. dmör: Jidfgam tas 

ti 1 . dmör: mifgäye tes tük 

w. 

5. Hämtnis Fdtmeh 'l-beda 
wa-gduse ibdyt gerhot lihiy- 

15 yiti min dih te dih. 

6. Wa-hehar sih habrin- 
tehe sellit, tirit habdnten l- 
arabiyyet wa-tdyt hibrit di- 
habSiyyet. 

20 7. Amor: ,hu jihmöne 1 . u- 
jihem, hugä hisen kel e tagt 
ma/j:ii/ di-gözel. dmör: bird- 
mneli i . dmör: .hdstou'. 

8. Jihem u-hügä hisen kel 
25 e tayt miröt w-ämor: ,ho 

j/hmöne. kaum l-agldgken 1 . 2 

9. Wa-jihem. te ufikamkom, 
ksu 3 ajzon hoba wa-sisen 
hdba habentsen u-sisen hi- 

:iii Iji'gt grilligen. 

10. Jirü hinisen, thaulil. 
dmör: ,da-ukö thoulelken 1 ? 
dmör: ,suk n hnjet lä wa- 
hriggar hdrmah . 

35 li. Hagrdur. te gahdyb 
/ml sagt, fird wa-jihem. te 



1 l'iir jarhit (MÜMJäB). ■ Lies 

6 Lies: von da bis dorthin Miller). 



bärte in der ersten Nacht. Und 
die andere Nacht kam sie, sie 
rasierte den Kinnhart des Alte- 
sten und sie rasierte den Kinn- 
bart des Jüngsten. 

3. Eines Tages erwachte er 
bei ihr, 4 er will sie durchbohren. 
Es nimmt sie in Schutz der 
Jüngste. Sie wurde ihre Schwe- 
ster. 

4. Und mit ihnen war ein 
Alter, ihr Yatersbruder. Er 
sagte: , Verheiratet sie mir'. Sie 
sagten : ,Wir werden sie dir 
nicht verheiraten'. 

5. Ihr Name war Fäfirnah, 
die Neue, und ihren sieben Brü- 
dern rasierte sie die Kinnbärte 
von diesem zu diesem. 5 

6. Und der Alte hatte drei 
Töchter, zwei waren die Töchter 
der Araberin und eine war die 
Tochter der Abessynerin. 

7. Er sagte: ,Ich werde fort- 
gehen'. Und er ging fort, er 
ließ ihnen, einer jeden einzelnen, 
ein Zimmer mit Garn. Er sagte: 
, Dreht es'. Sie sagten: ,Gut'. 

8. Er ging fort und ließ ihnen, 
einer jeden einzelnen, einen 
Spiegel und sagte : ,Ich werde 
fortgehen. Ich will euch sehen.' 

0. Und er ging fort. Als er 
an einen Ort kam, fand er sie- 
ben Frauen und mit ihnen ihre 
sieben Töchter und mit ihnen 
sieben Knaben. 

10. Er ging zu ihnen, sie 
saßen da. Er sagte: , Warum 
verweilt ihr (hier)'? Sie sagten: 
.Du hast keinen Anlaß (uns zu 
tragen) und geh' deinen Weg. 

1 1. Er ging fort. Als er zu einem 
Segelboot kam, stieg er auf und 
ging fort. Als er an einen Ort 
oglagken, '- lls. oft auf h auslautend 



hdyahum Idylah aivwaliyah 
wa-ldyla tdniya tawet, hd- 
lagat lihyat 'l-kebir ica-hdl- 
gdt lihyat as-sagir. 

3. Yaum ivdhdah ydnbalt 
haha, ba-yafdnha. rabbaha 
(ajäraha) däk as-sagir. wa- 
jet uhtahum. 

4. Wa - md'ahum sdybah. 
'dmmahum. gdl: ,bagdyt zdw- 
wi j 'aleyha'. gälü: ,mä ba- 
gdyna lak'. 

5. Al-bdde'a (al-dwwalah) 
ismaha Fdtimah ic-ahicänaha 
sdbaa hdlgat lihyeti min hine 
lammd hine. 

6. Wa-s-sdybah md c ah ba- 
ndteh teldt, tj atdyn bandt al- 
'arabiyya wa-wdhdah bint 
al-habsigga . 

7. Gdl: ,dna bdsir'. wa- 
sdr, trah Iahen kul icdhda 
mdhzan hdg i gdzal (fihi 
gdzal). gdl: ,gdzzilen l . gdlu: 

,hdsil c . 

8. Sdr u-trdh Iahen kul 
wdhdah mdntara (so) wa-göl : 
,dnä bdsir. bäsf/fken 1 . 

9. Wa-sdr. hdtta ja ma- 
kdn, säf 'aj@iz sdb'a wa-md- 
'ahen sdb'a bandt wa-md'aln u 
sdb'a sugayarin. 

10. Mdrru 'indahen gd- 
'iddt. gdl: ,icardken anten 
gaidrit- .' gi'ihi : ,in kdn mri 
metak hrija. mur fartgak'. 

11. Gdffa. hritta ja 'ind 
sri'gah. taldi wa-sdr. hdttä 

' bb). * Lies: durch sie (Miller). 



13. Hirtin und Wehrwolf. 



I. Prosatexte. 



19 



nüka mkon, gufüd u-nüka 

mkön, atuicüd ica-fird. 

12. Wa-zirü. te nüka ml. 
gufüd ica-adül. te gahdyb 
bit, tehülul wa-dymel gah- 
"'V. wa-gahdymem häbü me- 
ken ua-hagräyrem. 

13. Gahdyb hol habdnteh, 
sihabrisen. dmör: ,nhd ma- 
sdrah wa-gdyten dyelf. dmör: 
Jidstau'. 

14. Hagrdur. te gahbis, 
sahabris. amiröt : ,lä, tebe- 
dyen W. dmör: ,tebedyen lis 
<■■ !<"(•. u-gazdut ic-ahtalatdut. 

(aod ber abddllah, 15. Februar 1902.) 



kam, stieg er herab und kam 
an einen Ort, er tauschte ein 
und stieg auf. 

12. Und er eilte. Als er in 
ein Land kam, stieg er ab und 
kehrte zurück. Als er nach 
Hause kam, verweilte er und 
machte Kaffee. Und es kamen 
viel Leute und sie gingen fort. 

13. Er kam zu seinen Töch- 
tern, er fragte sie. Sie sagten : 
,Wir sind brav und unsere 
Schwester ist schlecht'. Er sagte: 
,Gut'. 

14. Er ging fort. Als er zu 
ihr kam, fragte er sie. Sie sagte: 
.Nein, sie lügen über mich". Er 
sagte: ,Sie lügen über dich nicht'. 
Und es ist aus und es ist zu 
Ende. 



jdmakdn, hdbat wa-jämkän, 

ahdd badaa wa-tdla. 

12. Wa-sdmar. hdtta jd 
ard, hdbat u-tdla\ hdtta jd 
'd-där, gd'ad roa-ldgga gdh- 5 
wa. wa-jü nds ketjr wa-sdru. 

13. Jd, '/nil bandteh, taha- 
bdrhen. gdlen: ,nihnd masä- 
rah'. wd-htahen zdniyah. 
gdh ,/iäsel'. 10 

14. Sdr. hdtta jdhä, taha- 
bdrhä. gdlet : ,ld, takdibhi 
c aUyya'. gdl: ,md takdihen 
c alis\ icagdzzat ic-ahtd/atat. 

1T>. Februar 1902.) 






13. (15) Hirtin und Wehrwolf. 



Mehri. 

x.Amör: härmet has k-so- 
beh garrdut 1 bi-hdrön ivi-rdut 
birek hötar wa-thölöt wa-am- 
gdut min k-söbeh te gasrdun, 
injsos. 

2. Gabris gayj we-gätleb 
e kob, dibed 3 lis höz tit wa- 
huhdu bis te tar jilel, sewis* 
wa-tawwu tiwis ica-dabtdysJ' 



3. Has gasrdwan ajüz tah- 
föt ddyja, sihiberim tes, amö- 
rim his: ,hoz ho- f Amirüt: 
,hoh gdfik we-rdyk birek ho- 
ter wa-yduyek. Wa-hds gas- 
rdun, gaj tdhfi ica-gatlüb hini 



Deutsch. 

1. Er sagte: Eine Frau ging, 
wie es Frühmorgen war, mit 
den Ziegen und weidete in 
einem Tale und verblieb und 
saß von Frühmorgen bis Spät- 
nachmittag, dann ging sie (heim). 

2. Es begegnete ihr ein Mann 
und er verwandelte sich in einen 
Wolf, er nahm ihr eine Ziege 
und lief mit ihr bis auf den 
Berg, zerlegte sie und aß ihr 
Fleisch und hatte sie genommen. 

3. Wie Spatnachmittag die Alte 



IJadrami. 

1. Gdl: hörmah sdret yaum 15 
as-subh bi-ydnam ica-rd'ot 
bi-ivdst wddl iva-gd'adat wa- 
gd'adat rnd'a l-gänam min 
söbeh le-bad fuhr (^J rdhat. 

2. Wdfgah rijjdl udgteleb 20 
dib, ähadhä ddnah wdhdah 
wa-hdbb la fög jebel, ke- 
lahä wa-keld Idhmahä wa- 
haddhä. 

3. Gudhä gäbet mardh, jat 25 



zur Behausung kam, fragten sie Qdt) hddrah (meskan ydskunü 
sie; sie sagten zu ihr: ,Wo ist ß h a l. b g da j m tahabberuhd : 



die Ziege'? Sie sagte: ,Ich ging 
fort und weidete im Tale und 
war sorglos. Und wie es Spät- 
nachmittag war, kam ein Mann 
zu mir und verwandelte sich in 



,w&n ad-ddnah l ? gdlet: ,mh- 
na sart wa-rddyt ß l-ivädi, 
nasdyt. yöm l-asr rijjdl jdnä 30 
10-dgtalab li dib wa-hdseni 



1 Für hagarröt (Müller). - Lies: infiöt. 3 Lies: dibe!. * Nach der Hadrami -Übersetzung sollte stehen 

tewis, synon. mit tawwü tiwis; vielleicht aber ist die Wurzel ^^-i Fleisch braten, dann auch: sich ein Stück Braten 
abschneiden; seum würde dann bedeuten: er zerlegte sie. 5 dabtäys (= er packte sie) muß wohl hier stehen in der 

Bedeutung eines Perf. log. so hat er sie gepackt, d. h. sie war weg, verloren. 

3* 



20 



I. Prosatexte. 



14. Der Töchterfeind. 



köb wa-gazbis ti ua-liagrdur 
bis te tar jibel ica-tewis. 

4. Wa-läzarömeh tem böl 
i möl. tefySm tahmelem ti 
5 wa-tahim tahasirim ti, hö ri- 
bdtkum. we-them tahmelem 
ti, tem hol i möl. w-ahäusib 
min-kem le-gd tahäsrem ti lä. 



5. W-ahöseb min-kim man- 
10 fät wa-mdnäl as ijer ben 
mahlög wa-gdurib'. Bdl 1 l 
möl issdmifyem. 

(dli ber wa, 16. Februar 1902.) 



einen Wolf und nahm sie Hin- 
weg und ging fort mit ihr bis 
auf den Berg und fraß sie. 

4. Und jetzt, ihr seid die 
Herren des Vermögens. Wollt 
ihr mich belasten 2 und wollt 
ihr mich Verlust leiden lassen, 
ich bin eure Schutzbefohlene. 
Und wollt ihr mich belasten, 2 
ihr seid die Herren des Ver- 
mögens. Und ich zähle auf euch, 
daß ihr mich nicht Verlust leiden 
lasset. 

5. Und ich erwarte von euch 
Nutzen und Gewinn, wie es 
geht zwischen Einheimischen 
und Fremden.' Die Herren des 
Vermögens waren großherzig. 



wa-sär bihd hdtta fög l-jebel 
wakaläha. 

4. Wa-dalhin entu ahl al- 
mäl. bagdytu tahamilüna ica- 
thasiruna, dni rabVdtkum. 
wa-bagdytu tahamilüni, fntv 
ahl al-mäl. dhsub minna- 
kum md tahasiruna. 



5. Wa-dhsub minkum mdn- 
fdah mitlama tekün bdynanä 
baj/n mahlug wa-gartb.' Ahl 
il-mdl yeberrthi. 

(16. und 18. Februar 1902.) 



Mehri. 

1. Amor: gajinüten tirit 
ganten wa-sisen hebsen wa- 

15 sisen gdwisen sirilh. ica-te-k- 
söbah tard'ayn härun wa- 
hat-gasräivwen tethöfen. 

2. Te nhör tagt hagrdyr, 
sogaulisen [köb], tiiwwa U- 

20 sen hauz wa-tivM wa-unf6§. 
dmör: ,teu minhö'f dmör: 
t nhd räyen hdrün, köb su- 
gdwilin, gazbin hoz wa-tiwit'. 

Amor: ,hdggaren bi- 
25 hdrün'. töli Imzzyüw, dmör: 
jirihenJ lad nahdmken hinin 
lä'. dmör: ,/idstau'. 

4. Wa-hagrdyr. te gahdyb 
'.•'<//. amörem Msen: ,ten 



14. (16) Der Töchterfeind." 

Deutseli. 

1. Er sagte: Es waren zwei 
Mädchen, Schwestern, und mit 
ihnen war ihr Vater und mit 
ihnen waren ihre zwei Brüder. 
Am Morgen trieben sie Ziegen 
zur Weide und am Abend kehr- 
ten sie heim. 

2. Als eines Tages sie fort- 
gingen, überfiel sie [ein Wolf], 
aß ihnen eine Ziege und ein 
Schaf und ging von dannen. 
Er sagte: , Woher (kommt) ihr'? 
Sie sagten: .Wir trieben die 
Ziegen zur Weide, ein Wolf 
überfiel uns, er raubte uns eine 
Ziege und ein Schaf. 

3. Er sagte: ,Geht fort mit 
den Ziegen'. Darauflehnten sie 
ab, er sagte: ,Geht zu! Wir 
wollen euch nicht mehr bei uns.' 
Sie sagten : .' tut'. 

1. Und sie gingen fort. Als 
sie an einen ' >rl kamen. 



1 Lies: 161. 2 leb Übersetze: .Wollt ihr mit mir Geduld haben' I Mi llbr). 

M LLJ 



IJadrami. 

1. Gulen: 4, hinten ahicdt ica- 
mdahen abühen ica-maahen 
ahwdnhen atnin. ilä as-so- 
beh yar'en l-gdnam, ilä 'asiy- 
yah yadwen. 

2. Hdttä yöm icähid sdn n, 
gär [dibj 'aleyhin, akdl min- 
hiu gdnam wa-ddnah tva- 
rdwwah. gdl: ,nnten minin''/ 
gölen: ,vhd rddyna gdnam, 
dib gar 'aleyna wa-häs aliyna 
sah ira-danalr. 

3. Gäl: ,sirin bi-l-gdnam*. 
wattäli [laien. gäl: ,sir&nJ 
ma'äd b'agaynäken Hndanä'. 
gdlit : .zen'. 

4. Wa-säru. hdtta wdsh 
makän, gdlu: .antra min&n'f 

3 Vgl. Südarabüdu Expedition VI. 57ff. 



14. Der Töchterfeind. 



I. Prosatexte. 



21 



min-hö'? amörem: ,nhd ha- 
dümem. töli hdbü hanfirem 
tön', amörem: ,häyya M- 
kem'. 

5. Tayt min sen sifgöt 
ddulet. an-sis gajjön, yigdy- 
neh, wa-dn-sis gajinöt, yes- 
hdtis. 

6. Te senet tayt hehar ji- 
htm, iva-se dinyit, dmör : 
,an anköt bi-gajinöt, sihdt- 
mis; wa-dn anköt bi-gajjen, 
gannihmeh 1 . 

7. Töli biröt, anköt bi- 
gajinöt. taith 1 dmör: ,nhdum 
nesfydtis'. gdnnün hazzü lis. 
töli trdhmis hol hallets. 

8. Te senet hehar nüka. 
dmör: ,hdrmet, sis he 1 ? amö- 
rim: ,sis gajinöt, wa-ber 
shdtin tes 1 -. dmör: ,hdstau l . 

9. Te n/iör tayt ga/iböt 
gajinöt hal daidet, dmiröt: 
,haumk thdrba hini möwes 1 ". 

io. Amor: ,dimi hibriti, 

wa-hdum neshdtis'. amörem: 
,lä, da hibretik W. dmör: 
,lä, de hibriti'. töli hazzdhum. 
amörem: ,da hibretik ld l . 



11. Iliek sieh amörem: 2 
,da hibretik 1 . töli gannün 
hazzö lis. dmör: ,antif siz'. 3 

12. Netfi siz. 3 te nükä mkön. 
tehidül hdli fad. wa-ta-k- 



ten sie zu ihnen: , Woher seid 
ihr'? Sie sagten: ,Wir haben ge- 
dient. Darauf haben die Leute 
uns verjagt.' Sie sagten: ,Seid 
willkommen'! 

5. Eine von ihnen heiratete 
den Sultan. Wenn sie einen 
Knaben hat, zieht er ihn auf, 
und wenn sie ein Mädchen hat, 
schlachtet er es. 

6. Als eines Jahres der Alte 
wegging, und sie war schwanger, 
sagte er : ,Wenn sie nieder- 
kommt mit einem Mädchen, 
schlachtet es; und wenn sie 
niederkommt mit einem Knaben, 
zieht ihn auf. 

7. Darauf gebar sie, sie kam 
nieder mit einem Mädchen. Der 
Große sagte: ,Wir wollen es 
töten'. Der Kleine lehnte für 
sie ab. Darauf ließen sie es bei 
seiner Muttersehwester. 

8. Als es ein Jahr war, kam 
der Alte. Er sagte: ,Was hatte 
die Frau'? Sie sagten: ,Sie hatte 
ein Mädchen, und wir haben 
es schon getötet'. Er sagte: ,Gut'. 

9. Als eines Tages das Mäd- 
chen zum Sultan kam, sagte 
es : ,Ich will, daß du mir Rasier- 
messer schleifest'. 

10. Er sagte: , Diese ist meine 
Tochter, und ich will sie schlach- 
ten'. Sie sagten : ,Nein, das ist 
nicht deine Tochter'. Er sagte: 
,Nein, das ist meine Tochter'. 
Darauf lehnten sie ab. Sie sag- 
ten : ,Das ist nicht deine Toch- 
ter'. 

11. Jener Große sagte: ,Das 
ist deine Tochter'. Darauf lehnte 
der Kleine für sie ab. Er sagte: 
,Pack dich fort mit ihr'. 

12. Er packte sich fort mit 
ihr. Als er an einen Ort kam, 
verweilte er unter einem Clnist- 



gölen: ,nhd haddmna. voat- 
tdli n-nds tardönä.' gdln: 
,Iiayyd bikem'. 

5. Wdhdah minnahen ta- 
zdwivajat 'd-ddulah. jdbat 5 
weled, tarabbih, iva-in md- 
'aha bit, yedbdhha. 

6. Hdttä seneh wahid 'as- 
sdybeh sdr, wa-hi hdmilah. 
gdl: ,in jdbet bit, debhöha; 10 
wa-in jdbet bi-tveled, rdbbüh'. 



7. Wattdli jdbat bi-bit. al- 
kebir gdl: ,bagdyna nad- 
bdhha'. as-sagir hazd c aley- 
ha. wattdli hallöha 'inda 15 
hdletha. 

8. Hattd seneh jd's-sdybah. 
gdl: ,'l-hdrmah, maahä ays'? 
galu leh: ,maaha bit', kid 
dabahndha'. gdl: ,zen l . 20 

9. Hattd yaum wahid jdt 
'l-bit Hnd ad-ddideh, gdlet: 
,bagdt tesin mowds i . 

10. Gdl: ,di bitti, wa-ba- 
gdyt dbdhha'. gdlu: ,md hi 25 
bittek 1 . gdl: ,ld, di bitti'. 
wettdli hazdu. gdlu: ,md hi 
bittet. 



11. Ddk al-kebir gdl: ,dd 
bittak'. ivattöli s-sagir hazd 30 
'aleyha. gdl: ,eltelli\ 

12. Astel md'hä. hdttä wa- 
sdl makdn, jelos halt wdh- 



1 Für ioh (MCller). 



Lies: delc 66h dmor (Müller). 



Für sis (Müller). 



i 



22 



I. Prosatexte. 



14. Der Töchterfeind. 



söbah yahagräur yaMbid Ms dorn. 2 An (jedem) Morgen ging dah. 'ilä 's-subh sär yedreb 

er fort, er schloß (jagte) ihr Vhä edabä. 



zayur. 

13. Te leyla tagt yethdfs 
däv.let. dmör : ,hams si'. 

5 amirot: .ho si gay} häd ye- 
gödir lieh ld l . 

14. Amiröt: ,amilem heh 
dat. toli amilem heh dät. 
has hisön gahäyb, tihis, jär. 

io has jär, yedkükem teh, ya- 
läbdem teh. letög hlbdyt. 

15. Wa-higräyrem. has hi- 
gräyrem, bagät ajüz, jurüt 
leh, di jär. töli hamardat(h). 

15 sis kelibit hüröt wa-sis tiwit 
afiröt. thölib tayreh ilshduf, 
na-kelibit telhös, te loigo? 
Iti-ljayr. 

16. Has wigdb bi-hayr, 
20 jihem, te gahäyb rihbet. has 

gahäyb, tholül. yehaghäybem 
teh habz. hezü min-sen. 

17. Amörim heh: ,keb bi- 
rik beyt'. iva-uküb birek 

iö beyt. amörern heh: ,reköb\ 
dmör: ,rikbone lä. ica-zum- 
k'un ti lamset wa-mandüg 
asV. dmör: ,dddhi 

18. Dibtdyhem wa-rikeb 
30 tar firhin. dmör- ,habb al 

muhäsin 1 : amirot: ,habis l ! 
tafrör beh. wa-jih&m, te nükä 

mh'jn . 



Wildziegen. 

13. Als eines Nachts der Sul- 
tan zu ihr kam, sagte er: ,Ich 
will dich für mich'. Sie sagte : 
.Mit mir ist mein Bruder. Nie- 
mand kann ihn überwinden'. 

14. Sie sagte: , Machet ihm 
('hristdorn'. 3 Darauf machten 
sie |ihm Christdorn. Als das 
Pferd kam, glitt es aus, es fiel. 
Als es fiel, drangen sie ein auf 
ihn, sie schlugen ihn. Er tötete 
sieben. 

15. Sie gingen fort. Als sie 
fortgingen, kam schnell eine 
Alte, ging zu ihm, der gefallen 
war. Darauf kurierte sie ihn. 
Mit ihr war eine schwarze Hün- 
din und mit ihr war ein rotes 



13. Hdttä Uylah wdhdah 
dawäh ed-doideh. gäl l'hä: 
.bagdyt mi'is 1 . gälet leh: ,ani 
mdi ahi. mä had ydgdar 
'aleyh 1 . 

14. Gdlet: daggöleh gasl 
('Ijin) 1 . icattäli laggö luh 
Ijin. yöm ja l-hisän, sagät. 
yöm sagät, dakkü 'aleyh, hattä, 
darbüh. hattä gatdl sdb'ah. 

15. Wa-säru. yöm s&ru, 
bagät 'ajuz, märrat 'aleyh, 
jäbet leh sigär. icattöli sei- 
let mü'ha kilbeh södi wa- 
md'ha dänah hämra. hälbet 



Schaf. Sie melkt über ihn die ßgeh Idban, wa-l-kelbeh t>l- 
Milch, und die Hündin leckte, häsuh, hdttä wagä bi-häyr. 



bis er gesund wurde. 

16. Wie er gesund wurde, 
ging er fort, bis er in eine 
Stadt kam. Wie er kam, ver- 
blieb er. Sie brachten ihm Brote. 
Er lehnte sie ab. 

17. Sie sagten ihm: .Tritt in 
das Haus ein'. Und er trat in 
das Haus ein. Sie sagten ihm: 
, Reite'. Er sagte: ,Ich werde 
nicht reiten. Und gebt (ihr) mir 
ein Schwert und eine Elinte, 
vielleicht.' Sie sagten: ,Nimm 
sie'. 

18. Er nahm sie und ritt auf 
einer Stute. Er sagte: ,Eil zu 
Rauheiten'! 4 Sie sagte: , Deine 
Eile'! Sie fliegt mit ihm. Und 
er ging fort, bis er an einen 



16. Yöm wagä' bi-häyr, 
sär, hattä icasäl biläd. vom 
wasdl el-biläd, jeles. jäbu 
leh hubz. hazd minnahen. 

17. Gälu leh: ,adhöl ß l- 
beyt'. (Inhal ß wasdt el-beyt. 
gälu leh: ,arkeb'. gäl: .mä 
bd drkeb gayr wa-a'tayt>'nii 
lemseh ira-bundüg hen(?)'. 
gälu leh: Jr/'/dhen 1 . 

18. Hadähem ica-rekeb fög 
möhreh. gäl: ,asted' ! gälrt: 
Jiayr lis'. tafirri buh. wa- 
sär, hätta wasdl makän. 



Ort kam. 

1 Oder auch i/ayj- der Erzähler bemerkte ausdrücklich, daß man hiides je nach Anschauung sagen könne. * Der 
Mehritext ist an dieser .Stelle offenbar verhört worden; es soll heißen; ,nhtili </.i" und nicht ,häli lad', was im IJadrami 
mit An/' unl". Nach Miil.iainiiii'il soll dies ,ganz allein' bedeuten. 3 Aus den Blättern des Christ- 

dorns wird ein Beifenartiger Absud gemacht, der auf den Boden geschüttet, diesen glatt macht, so daß man beim Be- 
treten der betreffenden Stelle ausgleite und stürzt. * al muh&iin = hal muhtiiint oder heißt es: eile aufs Btri 
_st<)V Die Stute sagt zu sich selbst: ,Eil' dich'. 



14. Der Töchtevfeind. 



I. Prosatexte. 



23 



19. Has nükä, amörem: 
,wukö ndkd'ak'? amör : ,nd- 
ka'ak. si tebüt si Id. häbü 
lübudme iva-hirijk mine mz- 
wit 1 . töli amörem: Jidstau'. 

20. Wa-jihem. te nüka 
mkön, ksoh (kso) häbü miken. 
tholül hinehem wagt. 

21. Wa-jiMm. te nüka ad 
tad, ksoh (kso) ajzdn thaulil 
meken. tholül hinsen. 

22. Te nhor tagt geghdg- 
bem tehem hitdyl sruh, hin- 
firem tehem wa-fi6hum. 

23. Has fsöhum, teghduben 
tehem hiojiriti sirit. dmör: 
,tau nejhöm'. 

24. Jihemem. te nükä- 
mkön, ksöhum sarh wa-tho- 
lilem. te nhor tagt dmör 
häbü: ,imö sihem ars\ dmör: 
,tau nethdwwel nöfg ars'. 
teholUem. 



25. Te nhor tagt teghd- 
bhem ajüz, amiröt: ,taiowu- 
kum tahilelem hini'. hillem 
hinis. 

26. Te nehör tayt gejegd 
lehem hujür, gukuor gajinot. 
wa-te-k-sobeh tagrdur tra- 
nigen härün, wa -hujür ge- 
grdur gekwdrs. 

27. Te nhor tagt amiröt: 
Jiaum gagsi'. hagrdur si. te 
wizlem tar gattät, amiröt: 
,haum l-eflefc. feilet, has 



19. Als er kam, sagten sie: 
.Warum kamst du'? Er sagte: 
,Ich kam, eine feste Sache ist 
nicht mit mir. Die Leute schlugen 
mich und ich kam heraus aus 
dem Tod'. Darauf sagten sie: 
,Gut'. 

20. Und er ging fort. Als er 
an einen Ort kam, fand er viele 
Leute. Er verblieb bei ihnen 
eine Zeit. 

21. Und er ging fort. Als er 
in ein Land kam, fand er viele 
Weiber sitzend. Er verblieb bei 
ihnen. 

22. Als eines Tages zu ihnen 
zwei Füclise kamen, 1 jagten sie 
sie und aßen sie zu Mittag. 

23. Als sie aßen, kamen 1 zu 
ihnen zwei Sklavinnen. Sie 
sagten: ,Jetzt gehen wir fort'. 

24. Sie gingen fort. Als sie 
an einen Ort kamen, fanden 
sie eine Lustbarkeit und sie 
verblieben. Als eines Tages die 
Leute sagten: , Heute ist bei 
ihnen Hochzeit', sagten sie: 
, Jetzt verbleiben wir, wir woh- 
nen der Hochzeit bei'. Sie ver- 
blieben. 

25. Als eines Tages zu ihnen 
eine Alte kam, sagte sie: ,Jetzt 
wohnt ihr bei mir'. Sie wohnten 
bei ihr. 

26. Au einem Tage kam zu 
ihnen ein Sklave, er buhlte mit 
einem Mädchen. Und als es am 
Morgen ist, ging sie die Ziegen 
zur Weide zu treiben, und der 
Sklave ging weg, er buhlte mit ihr. 

27. Eines Tages sagte sie: 
,Ich will meine 2 Brüder (be- 
suchen). Er ging mit ihr fort. 3 
Als sie auf einen Bergsattel ge- 
langten, sagte sie: ,Ich will dich 



19. Yöm wasdl, gälu: ,kegf 
jit'? gdl: .fit, mä si tebet 
md'i. n-nds ddrbu wa-harSjt 
min el-möt'. wattöli gälu: 



1 Iui IJaiJrami heißt es ,brachte man ihnen', was von Mehri abweicht 
- IJadrami , deine' (Müller). 3 So übersetze ich, indem ich hagraur H[s] lese 



,z$n'. 



20. Wa-sär. Jidtta wasdl 
makdn, hdssal nds ketir. je- 
les 'indalmm wagt. 

21. Wa-sär. hattd ja ard 
wähid, hdssal harim jälisät io 
ketir. jeles 'indahen. 

22. Hdtta göm. icähid jäbu 
leh ta'leben. tardühum wa- 
gaddühum. 

23. Yöm gaddühum, gejibü 15 
lehüm järitagn. gälu: ,nhä 
nasir'. 

24. Säru. hdtta wasalü 
makän, hdssalu sarh wa- 
jelesu. hdttä göm wähid gälußo 
n-näs: ,al-göm mdhwm zu- 
wdj'. gälu: ,tau nhä najlis 
7iuwdßghä'. jelesu. 

25. Hdttä göm wähid ta- 
jihem ajüz. gdlet: ,tdwwu- 25 
kum tahillu Hndana'. hdllu 
"ndaha. 

26. Hdtta göm wähid mar 
alighum c abd. bakdt al-bu- 
ndggah. hdttä s-söbeh särat 30 
tdr'i gdnam, wa-l-abd sdr 
gihrij mdlia bi-ziwäj. 

27. Hdtta göm wähid gd- 
let: ,bagdgt aga hol 1 , sdr 
mä'ha. hdttä ivnsäl fög gär, 35 
gdlet: fiagdyt ahrij l-geml 

Vgl. jedoch Z. 24 tajihem (Müller). 
(Müller). 



24 



I. Prosatexte. 



14. Der Töchterfeind. 



6er felMt, henisset beh min 
tar gattdt. has wezil bi-gda, 
mot. 

5 28. Wa-nfsdt. te wathafdt 
hal gddse, amörem: ,gas 
hö' ? amirdt : ,gay di gabdr 
ars'. 

29. Has jihma hibis ämör : 
io ,haum sis 1 . amirdt: , an te- 

häuni si, gaddu 1 . higraur sis. 

30. Has gahbdt, amirdt: 
,hibi, Jiaum l-afldhk'. filleth. 
te has hehar tan, tedddeh 

15 (dJa^jsü) ivatehgdgs ddjib. 

31. Yelgäfs bi-dafrit. has 
legfis bi-dafrU, amirot: ,San- 
kür, Sankür! lehdug li." ge- 
gddib dafrit bi-jenbigget, wa- 

20 jdr hehar. dniör : , bdli hd- 
tres'! 

32. Wa-hagrdur sis hüjör. 
anfsfit. te hal hdmes, ami- 
rdt: ,hibis hö 1 ? amirdt: ,hibi 

25 di-wizel li-riköb we-mtdhfal'. 1 
wa-höhar Idd wäthaf lä. 



33. Amirdt: ,hdmi, haam 
l-dmdl Ms serbet 1 . amildt 
iSrbet, wa-birek serbU gebi- 
•"" Uiten. ajüz tuwfit, te §ebdt. 
amirdt: ,hdmi, ddiS did lag- 
mU dih'. dabddt lagmit, >ra- 
hirkis aybU. yeshdf gddis 
te bivfk bayds. ajüz mtdt. 

' Lies: mldh/e. I Idjib, im 

Mclirilandes. a Sankür ist 



lausen'. Sie lauste ihn. Wie sie 
schon gelaust hatte, schleuderte 
sie ihn von dem Bergsattel hin- 
ab. Wie er zu Boden gelangte, 
starb er. 

28. Und sie entfernte sich. 
Als sie heimkam zu ihrer Schwe- 
ster, sagten sie: ,Wo ist dein 
Bruder' ? Sie sagte : ,Mein Bru- 
der, der begegnete einer Hoch- 
zeit'. 

29. Am Morgen sagte ihr 
Vater: ,Ich will mit dir (gehen). 
Sie sagte : ,Wenn du mit mir 
willst, vorwärts'. Er ging mit 
ihr fort. 

30. Wie sie kam, sagte sie : 
,MeinVater, ich will dich lausen'. 
Sie lauste ihn. Als der Alte 
einschlummerte, nahm sie ihn 
und schleuderte ihn den Döjib 2 
hinab. 

31. Er faßte sie beim Zopf. 
Wie er sie beim Zopf faßte, 
sagte sie: , Sankür, Sankür! 3 
Tritt zu mir!' Er schnitt den 
Zopf mit dem Seitenmesser ab, 
und es fiel der Alte. Er sagte: 
, Mein Herr (Gott) vernichte dich'! 

32. Und es ging mit ihr der 
Sklave fort. Sie entfernte sich. 
Als sie bei ihrer Mutter war, 
sagte sie: ,Wo ist dein Vater'? 
Sie sagte : ,Mein Vater, der ist 
zu den Kamelinnen gelangt. Er 
wird heimkommen.' Und der 
Alte kam nicht mehr heim. 

33. Sie sagte: , Meine Mutter 
ich will dir Scherbet machen'. 
Sie machte Scherbet und in den 
Scherbet Feuersteine. Die Alte 
aß, bis sie genug hatte. Sie 
sagte : , Meine Mutter, nimm 
noch diesen Bissen, und in ihm 
vs :ii- ein Feuerstein. Er verletzte 
ihre Kehle bis in den Magen. 
Die Alte starb. 

I.lai.lrami Dijb, ist ein lier^ im Gebiete 
des Sklaven, ihres Buhlen. Ein seh 



min rdsek'. hdrrajet el-gdml 
mina räseh. gdm kid harra- 
jdt leh, mät. 

28. Wa-rdicivahat. hdtta 
ddwat 'ind uhtaha, gälu la- 
hä: .hos fen'? gdlet: ,ahi 
Inga zuwdf. 

29. Ydm sdr, abüha gdl: 
hagdyt ma'is'. gdlet leh: ,in 
bagdyt mdi, gaddu 1 . sdr 
mdaha. 

30. Ydm ice seiet, gdlet: 
,abüg, bagd yaflik 1 . fald 
luh. hdtta ydm as-sdybah 
i/'hn, hddath wa-tagsihi je- 
bel ismh dijb. 

31. Gabedha bi-s-sd'r. gdm 
lagdfha bi-sdraha, gdlet: .yd 
Sankdr, yd Sankdr! alhdg 
'alt!' yagäs sd'raha bi-jenbi- 
yah, wa-sagdt s-sdybah. gdl: 
,rdbbi 'dtaris' (jf^xij! 

32. Wa-sdr md'ha l-'abd. 
rdwtcahat hdtta 'ind ümma- 
ha. gdlet: .abüs fen ( ! gdlet: 
,abüg sdra bi-r-rikdb v:a-bd- 
yddmvi'. tea-s-sdybah mdud 
dawd. 

33. Gdlet: ,yd limrni, ba- 
gdgt leggi lis sörba'. Idggai 
Idha sörbah, was} es-sorbah 
hajdr. al-ajuz kelet, Jidttä 
sdbdat. gdlet: ,yd dmmi. 
'adis hüdi lugmah 1 . hddat 
lugmah, wa-fiha hdjrah. sa- 
hdtha fi hdlgaha hdtta Ji 
irn.-t kdrsaha. 'l-ajd: mdtet. 

dos Stammes Ben 'Amr .IM, im Norden 
r gebräuchlicher Sklarenname. 



14. Der Töchterfeind. 



I. Prosatexte. 



25 



34. Has mtöt, yekessem 
birek bay'cls hibre. gänuhum 
teh, gat genet dl gannetfh], 
waseh riköb. 

35. Te sanet hehar täd 
yehrigeh lieh 1 wa-rikebha. tra- 
mgoren gat dl gatdnnamöt. 
te has gahbot, lä'ad kseth 
e lä. 

36. Hns kseth e lä. buküt. 
te seböt, witgföt. hagarröt, 
te gahbot rihbet. has gih- 
böt, hidmöt lahnefs. 

37. Te nhör tagt ksoth e 
berdh gayj, felleth. te sat 
hankür dimd, tindtifen tdy- 
reh. 

38. Amor: ,wukö het tlbiki, 
min he 1 ? amirot: ,debeki ka- 
hlnöfi'. dmör: Ja, Mt hanefs 
lä; hdddeli'. amiröt: ,ho 
gdi'ibek tek; het gay 1 . dmör: 
,ho gas'. ,iv-het hirdgk li, 
has ddak gannön'. dmör: 
zidgis'?' 1 amiröt: ,zidgl'. 



39. Amur: ,si riköb hal 
gayj hdmsen'. amiröt: ,ga- 
ddu. hagrdyrem lau', wdt- 
hefem hal hehar. 

40. Amor: .hat rikdbye'. 
dmör: ,riköb le-het lä, ri- 
köb al-hö'. dmör: ,am seil 
le-het. död mdgnem wa-hdg- 
gar. na-höm hdggar bl-hu- 
nöfi; wa-nehöm nagldgsen; 

1 Für teh? (Müller.) - I>. h. 
sein, welches für hir&gh verhört wurde 
W. Hein, Mehri-Textc. 



34. Wie sie gestorben war, 
landen sie in ihrem Magen einen 
Sohn. Sie zogen ihn auf, die 
junge Schwester war es, die 
[ihn] aufzog, und mit ihm waren 
Kamelinnen. 

35. Nach einem Jahr stahl 
ihn ein Alter, ihn und seine 
Kamelinnen. Und dann suchte 
(ihn) die Schwester, doch (wo- 
hin immer) sie kam, fand sie 
ihn nicht mehr. 

36. Wie sie ihn nicht fand, 
weinte sie. Als sie genug hatte, 
schwieg sie. Sie ging fort, bis 
sie in eine Stadt kam. Wie sie 
kam, diente sie für ihre Seele 
(um ihren Lebensunterhalt). 

37. Eines Tages fand sie ihn, 
er war schon ein Mann, sie 
lauste ihn. Nach einer Weile 
fühlte er Tränen, die auf ihn 
tropften. 

38. Er sagte: , Warum weinst 
du, weßwegen'? Sie sagte: ,Ieh 
weine für meine Seele' (d. h. 
ohne Ursache). Er sagte: ,Nein, 
nicht für deine Seele; erzähle 
mir'. Sie sagte : ,Ich erkannte 
dich ; du bist mein Bruder'. Er 
sagte: ,Ieh bin dein Bruder'? 
Sie sagte: ,Und du wurdest mir 
gestohlen, wie du noch jung 
warst'. Er sagte: , Deine Wahr- 
heit'? 2 Siesagte:,MeineWahrheit'. 

39. Er sagte: ,Ich habe Ka- 
melinnen bei einem Mann, fünf- 
zig'. Sie sagte: , Wohlan. Gehen 
wir nun. - Sie kamen abends zu 
dem Alten. 

40. Er sagte: , Meine Kamelin- 
nen her'. Er sagte: ,Die Kame- 
linnen gehören nicht dir, die 
Kamelinnen sind mein'. Er 
sagte : ,Wenn sie dein sind, 
nimm den Futterkorb und geh, 
und ich will allein gehen (d. h. 

Sprichst du die Wahrheit' (Möller). 3 
(Müller). 



34. Yöm mätet, yehdssilu 
fi wast kirsaha weled sagtr. 

. . . hdttä dhtahu 's-sagirah 
rabdth, iva-md'ahu rikdb. 

35. Hdttä seneh sdybah wä- 5 
hld sdraguh hu iva-rkäbeh. 
wa-bd'd dhtahu ddwwaret, 
hdttä jat, mä Yid hdssalath. 

36. Yöm mä hdssalath. 
bdkat. hdttä sdb'at, tcdgfat. 10 
särat, hdtta jat blläd. yöm 
jat, hddamat c ald nefsaha. 

37. Te yöm lodhdali lih- 
gäth gedeh rijjäl, hdrrajet 
min räsah gaml. has 'd-dum- 15 
'ah, tdsgot föguh. 

38. Gäl: ,waräs tabkin, 
min es'? gälet: ,dbki ma'a 
ndfsi'. gäl lahä: ,lä, ma 
tabkin min ne\fsis, fyaki li'. 20 
gälet: ,dni 'ardftek; dnta 
altüy. gäl lahä: ,äna hos'. 
,wa-ente mä hakeyt 3 li, wa- 
'dddksagir 1 . gälleh: ,sedgis'? 
gälet: .sidgi'. 



25 



39. Golti: li rikäb Hnd 
rijjäl hamsin'. gälet: ,gadäu'. 
wa-säru. hdttä dawdo 'Inda 
sdybah. 

40. Gäl: ,liat rikdbi'. gäl: 
,mä hen rikäbak. rikäb hdggi'. 30 
gäl leh: ,in kdn hen hdggak, 
hud ez-zanbil wa-sir, wa-nä 
bästr 'ata nifsi; wa-bagdyna 
nesüßien; in kdn hen haggek, 

Scheint eine Übersetzung vun herujk zu 



26 



I. Prosatexte. 



14. Der Töchterfeind. 



dn-sen le-het, tegrduren se- 
ruk. wa-dn-sen 'l-ho, tegrdu- 
ren siri'. 

41. Hagrdur hehar, he wa- 

5 mägnameh, ica-riköb higrdyr 

rt gajj&n, wa-hihar higrdur 

sirih. yillij (Hty) jvr&b min 

has jidfeh bi-lauyUsi Sirtt. 



42. Wa-hagr&ur gajjen. te 

io gahayb hal gat, se wa-hujür 
ber sih hubiui. kso hujür 
yehdulib. 

43. Ye'etgeh. yeshdfah he 
wa-hibdnha wa-yagzduz minh 

18 siteh wa-yuw6zmiz(s) gath. 

44. Amor: ,hdkam lis tat- 
tSyis'. amiröt: ,beddukes'. wa- 
se dibdüt. gerSts birek ksdt. 



45. Has jihma ksis. dmör: 
20 ,zah (sah) het tduis t<".< h'r. 
yegrisit hiris bi-lemsöt. 

iß.Wa-yahigrdur min ha- 

li'ikrna, te ksoh hdbü taho- 
lilem. amdrim: ,Mt min hü'? 
25 dmör: .Im min hal bi-l-gasffis 
wa-gdyjis'. dmör: ,sük M 
Unis l V 

(17. Februar 191 

47. Wa-jihern min hal gat, 
te nüka hä'-Imen. has nüka 
30 1>i-ht?-Iiii- > bdifaw-stre. 

ii igd'a tojir wa-bSl-hayr. 



ohne Futterkorb); und wir wol- 
len sie sehen: wenn sie dir ge- 
hören, gehen sie hinter dir. und 
wenn sie mein sind, gehen sie 
hinter mir'. 

41. Es ging der Alte, er und 
sein Futterkorb, und die Kame- 
linnen gingen hinter dem Kna- 
ben, und der Alte ging hinter 
ihm. Ein schäbiges Kamelfüllen 
schlug er aus Zorn mit zwei 
Stöcken (d. h. mit zwei Stock- 
hieben). 

42. Und es ging der Knabe. 
Als er kam zur Schwester, 
hatten sie und der Sklave schon 
Söhne. Er fand den Sklaven 
melkend. 

43. Er tötete ihn, er schlachtet 
ihn und seine (ihre) Söhne und 
schnitt ihm seinen Penis ab und 
gab ihn seiner Schwester. 

44. Er sagte: ,Das Urteil 
für dich, daß du ihn ißt'. Sie 
sagte : ,Ich habe ihn schon ge- 
gessen'. Und sie war es, welche 
log. Sie versteckte ihn in einer 
Büchse. 

45. Am Morgen fand er ihn. 
Er sagte: .Fürwahr hast du ihn 
nicht gegessen'. Er schlagt ihr 
Haupt mit einem Schwert ab. 

46. Und er irinp: von dort. 
bis er Leute fand, die da saßen. 
Sie sagten: ,Yon wo bist du'? 
Er sagte: ,Ich (komme) von 
dem Vater 2 der Schlechtigkeiten 
und ihrem Mann'. Sie sagten: 
.Was hattest du bei ihr (zu 
tun)?' 3 

1 7 . Und er ging von der 
Schwester, l>is er nach dem 
Jemen kam. Als er nach dein 
.lt men kam. trieb er Handel 
(*\r^? £"■?)■ Er wurde reich und 

1 lelT Villi < illt. 



yesiren loaräk, wa-in kän 
hin hdggi, yesiren xcarug'. 



41. Sär s-sdybah, hu wa- 
zenbi/eh, ica-rikäb siren ward 
l-wulid, tea-s-sdybah sär tea- 
räh. guüd f A ih jerdb min 
'l-gayd hedduh bi-üd marra- 
tin. 

■ 42. Wa-sär '1-ivulM. hdttä 
wasdl 'ind iihtah, ua-l- c abd 
mdfh 'iyal. hdssal 'l-abd 
yählub. 

43. Gatdluh hu wa-iyäluh 
wa-gds mini t eh zübbuh wa- 
l atäh ühtn//. 

44. Gä ! : Jwkum 'alis tau- 
kulin n]t '. gälet : ,kid kaldytuh '. 
kidbet. dammetha ß wast 
küs'ah. 

45. Tom sär, säfha. gäl: 
.sah dnti mä keteytiha'. gas 
räsalia bi-lt'msah. 

46. Wa-sär min 'indahum. 
hdttä liiiy.fi/ näs jälistn. gälu: 
,dnta mintn'f gäl: .'inä min 
'ind hü l-gasä'is wa-zaujaha'. 
gäl: ,suf i ays mnlur.' 



4 7. II d-sär min 'im/ /ii, 

hattä wasdl '1-Jem6n. yaum 
wasdl \'-./i'nn ii. Idgga bay' 
wa-äira. wagd? töjer wa-sähab 

i/-hdnr. 



I Mehritext steht ii = ab : hadr. Im. Richtig: umm- 

'>'. I ten. :i Hier brach Söd, da die Sonne unterging, ab; die Forte tsung, die er 

am nächsten Ta hließt nicht direkt au. vom I bersetzer für Suk verhört zu sein (Müli 



14. Der Töchterfeind. 



I. Prosatexte. 



27 



48. Te sem't yeghdbhe gayj. 
ämör: ,het min hö'? ämör: 
,ho mine bädiyet ira-hdnm 
l-ahoga hunuk ärbd miyet'. 
hoga hineh ärbd miyet. wa- 
sih habün. 

49. Wa-bedui jihem, te 
nüka bädiyet. has nüka bä- 
diyet, Mrria b-dek ber-rehbit 1 
ber mot. 

50. Amor: .haurn l-ejhom 
la-direhmiya' . jihem, te nüka. 



48. Nach einem Jahr kam zu 
ihm ein Mann. Er sagte: ,Von 
wo bist du'? Er sagte: Ich bin 
aus der Wüste (ein Beduine 3 ) 
und ich will bei dir vierhundert 
(Taler) niederlegen (als Depot)'. 
Er legte bei ihm vierhundert 
nieder. Und er hatte Söhne. 

49. Und der Beduine ging, 
bis er in die Wüste kam. Wie 
er in die Wüste kam, hörte er 
von jenem Herrn der Stadt, daß 
er schon gestorben sei. 

50. Er sagte : ,Ich will gehen 
um mein Geld'. Er ging, bis er 

has nüka, ämör: direhmiya kam - Wie er kam > sa g te er = 



hö?' ämör: ,direhim nhd 
wedd'n haben hö galbisen ld'. 
ämör: ,sahbirem mölem, wu- 
göne mölim dvida biseic. 

51. Molim ämör: ,wat Uy- 
la di hamis zog birek hirem'. der Nacht des Donnerstag ruf 
ämör. bar. te tuwö birek 
hirem, zag: ,wuu:ö Mbörifc' ! 
lad simdy' 2 lä. bar, te tuwö 
hol godi. 



,Wo ist mein Geld'? Sie sagten : 
,Wir wissen nicht, wo unserVater 
das Geld hingelegt hat'. Er 
sagte: , Fragt den Mu'allim, 4 
der Mu allim wird wohl davon 
wissen. 

51. Der Mu'allim sagte: ,In 



52. Has taiciLöh, ämör: 
,ho Mbörik lad simdy UV. 
ämör: .wat leyl di hamis 
zaug birek Bir-berhüt'. zag: 
,wö Sayd'! ämör: ,ivehau'. 

53. Amor: .diMt het anhük, 

min hö birek bümah'f ämör: 

,het föne häbü ydamUem tük sa S te: > Vor dem haben dich die 

Leute zum Herrn von Gut ge- 



im Häram (d. i. im Innenraum 
der Moschee)'. Er sagte: (,Gut'.) 
Er ging zur Nachtzeit. Als er 
in den Häram kam, rief er: 
.Hebe Mubarak' ! Er hörte nicht 
mehr auf ihn. Er ging zur Nacht- 
zeit, bis er zum Qädi kam. 

52. Wie er kam, sagte er: 
.Mubarak hört nicht mehr auf 
mich'. Er sagte: ,Wann es die 
Nacht des Donnerstag ist, ruf 
im Bir Beihut'. 5 Er rief: ,He 
Sa c id'! Er sagte: ,Ach ja'. 

53. Er sagte: ,Das bist du, 
woher kommst du hieher'? Er 



bäl hayr'. ämör: ,de-hö jhdmk 
■min hol gayt wa-däbtak mins 
ä hälliet lä. wa-töli bäli 
humöli hi-siwuöd. wa-het ji- 



maeht'. Er sagte: .Ich bin ge- 
gangen von der Schwester und 
habe nicht von ihr Lösung (Ver- 
gebung) genommen. Und dann 
hat mein Herr mich zum Feuer 
1 Entstanden aus bäl-rihbet. 2 Vielleicht: ist kein Hörender mehr (Müller). 
Städter. 4 Mu'allim oder im Mehr, mölim entspricht unserem Doktortitel (besser: 
berühmte Schwereldampfhöhle bei Qabr Hüd. e Vom Übersetzer verhört für ber mot 



48. Hättä seneh jäh njjäl. 
gäl: ,änta minin'? gäl: na 
in in al-bädiyah wa-bagäyt 
dtrah 'indak drba'a miyah'. 
tardh 'indah 'drba'a miyet 5 
gars. wa-m'äh Hydl. 

49. Wa-J-bedui sdr, hdtta 
wasdl 'l-bädiyah. ydm wasdl 
H-bädiyah, lium 'dd ddk ß 
l-biläd hadramüt. 6 io 

50. Gäl: ,bagdyt sir lid- 
derähim'. sdr, hdttä wasdl. 
ydm wasdl, gäl: .darähim 
feu 1 '? gdlü: ,'d-derähim md 
z alimnä fen tardhlm in nbüna'. 15 
gäl: Jahdbbaru 'l-mtidllim, 
bäyekün al-mn'dlliin derä bi- 
heir. 

51. Gäl al-muällim: ,leylat 
al-hamis uasdt el-hardm sdy- 20 
yah\ gäl. serä. hattä daicä 
wasdt al-haräm, säyyah: ,we 
Mubdrek'! md c äd sami'eh.- 
sard. hattä dawä'ind al-gddi. 

52. Ydm dcurä. gäl: ,we 25 
mubärak mä'dd sirn'alv. gäl: 
.tragt leylat al-hamis tdrib 

fög Bir-belhöt'. tärab: ,wt 
Sdvk! gäl: ,tve nä'am'. 

53. Gäl: ,änta minin kn- 30 
dek hine'f gäl: ,ente n-nds 
yeldggük sähib 'l-hayr'. gäl: 
,dnä sirt min Hnda beyti 1 
wa-lä hadet minnaha hilliyah, 
wa-täli rab el-'alamin dmmar 35 
'alayya bi-n-när. ira-enta sir 

" D.h ich bin vom Lande (<*ojb), kein 
Lehrer, Müller). 5 Bir Belliüt ist die 
(Müller). ' Verhört für gayt (Müller). 
4* 



28 



I. Prosatexte. 



15. Die hochmütige Sultanstoehter. 



hörn kissiöne direhmike bi- 
had el-faluni. ica-hit ana 
ta'ajdb bi saddan 1 la-gögti 
tetahdl mini'. 

5 54. JiMm, te nüka rehb&t. 
has nüka rehbet, seil direh- 
mihe. u-jihem, te nkdys. has 
nkdys, dmör: ,het, gas birek 
iUiwuöd ua-di-jehdmk let- 

io walse mdatöni wa-hdum mins 
halltet he gd§-. hallöt minh. 
wa-gazaut. 

(sSd bei- abdällah, 18. Februar 1902.) 



versetzt. Und du geh, du wirst 
dein Geld am Orte X. X. tinden. 
Und wenn du mich liebst, wirst 
du zu meiner Schwester eilen; 
sie löset mich'. 

54. Er ging, bis er in die 
Stadt kam. Wie er in die Stadt 
kam, nahm er sein Geld, und 
er ging, bis er zu ihr kam. Wie 
er zu ihr kam, sagte er: ,I)u, 
dein Bruder ist im Feuer, und 
ich bin zu dir gegangen eilig 
und ich will von dir die Lösung 
für deinen Bruder'. Sie löste 
ihn. Und es ist zu Ende. 



bätahdssil derdhimek bi- 
makän el-fulän. wa ente tahib 
as-siddah 1 li-ühti tahil mm- 
nak (1. minniy. 

54. Sdr, hdtta icasäl fi 
biläd. yöm ja l-biläd, sal 
derähimeh. wa-sdr, hdtta 
wasdlha. yöm icasdlha, gdl: 
,dnti, ahüs fi n-när wa-sirt 
laindis mutddnni toa-bagdyt 
minnis hu (1. haliyyei) hüS 1 . 
halldt minneh. wa-gazdt. 

(19. Februar 1902.) 



Mehri. 

1. Amor: gayj sih hibinhe 
Siro wa-sih hibrit dd-gah. 

15 2. Wa-ta-k-sobeh yahagrdur 
yerikob tarfirhin, ica-hat-gas- 
rön yathof yekün di ribek tar 

firhhi. 

3. Yd» u/er Fdtmah hibrldv" 
20 ddulat: ,haum le-mösi Ms 1 . 

tdumer: ,het an talahnn ta- 
im'xi bi, gazäz anhrir di hi- 
bek iva-häini'Ir. 

4. Te sdnat fegt Sit im zayd. 4, 
25 has §itim zayd* gahdyb. 

dmör: ,had yehöm zaj>h/ 
amiröt: ,yahdul, ho haum 
zayd 1 . w-uküb, te vcazal lis. 
has ivazal (j-oj) lis, dtkki lis, 
30 mösi Ms. 

5. Has gasrdun yethdfs. 
dmör Fafmah hibride sa/fdn: 
,haum l-mösibffl. amiröt: , an 



15. (25) Die hochmütige Sultanstochter. J 

Deutsch. 



1. Er sagte: Mit einem Manne 
waren seine zwei Söhne und 
eine Bruderstochter. 

2. Und als es am Morgen 
war, ging er fort, er ritt auf 
einer Stute, und als es Spät- 
nachmittag war, kehrte er heim, 
er war reitend auf der Stute. 

3. Er sagte zu Fätimah, der 
Tochter des Sultans : ,Ich will 
dich küssen'. Sie sagte: ,Wenn 
du mich küssen willst, schneide 
die Nase deines Vaters und 
deiner Mutter ab'. 

4. Eines Tages (Jahres) ver- 
kaufte er Fische. Wie er die 
Fische verkaufte, kam er. Er 
sagte: .Will einer Fische'? Sie 
sagte: , Ja wohl, ich will Fische - . 
Und er trat ein, bis er zu ihr 
gelangte. Wie er zu ihr gelangte, 
drang er auf sie, er küßte sie. 

5. Wie es Spätnachmittag war, 
kehrte er zu ihr ein. Er sagte 
zu Fatimah, der Tochter des 
Sultans: .Ich will dich küssen'. 



IJadrami. 

1. Gäl: rijjdl mdHh wele- 
den wa-bit höh. 

2. Wa-ydum as-söbah yasir 
wa-ydrkab fög al-mühra, üa 
'l-'äsr yddwi y aktin räkib fög 
al-mühra. 

3. Yagül Fatnieh bit ed- 
ddulah: ,bagdyt bäsümmi.r. 
gdlet: ,dnt in bagdyt tasüm- 
mani, gus ndhrat abük wa- 
timmak'. 

4. Hdttä seneh wdhidah 
yabi seyd. yaum jdb e seyd, 
gäl: .had baga seyd'f gdlet: 
juTinn. anf bagdyt seyd'. 
wa-dahdl, hdttä wasdlha. 
y'oum wasdlha, ddkka'aliyha 
sdmmaha. 

5. Youm al-dsr dawäha. 
gäl-ldha: .gä Fätimah bit 
as-sulfdn, bagdyt asummis' 1 . 



' Die Stelle ist, wie es scheint, verderbt. Im Badrami könnte man an ^.s^ denken (Rhodokakakis), aber /u'nj-i/, 
spricht dagegen Mi 1 1 1 i: - Yuii Abschnitt 1- ab schließt sich daran eine andere Erzählung, die wenig Sinn hat Min 

Hier und weiter unten für liibrit di oder de (Mci.i.kiO. * Für - ' oder *ayd (Mülles). 



15. Die hochmütige Sultanstochter. 



I. Prosatexte. 



29 



tehöm temösi bi, gizäz anherir 
di hibek iva-hämek 1 ': 

6. Amor: ,het misyets är si- 
hilet bi-gtänöt (ääLS) de zayd 1 . 
amirot: ,getwör l mehigzdyz 
lihydtk has 3 de halg u-het had 
yehxirj suk lä'. dmör : ,ho 
ahürijs siset la'. 3 amirot: ,ho 
ahiirij sük lä ica-het ar he- 
win'. ica-higrdur. 

7. Te nhör teyt de tha- 
wallöt taghdbs hibride molim 
wa-hibride tojer. wa-yeghöb 
hibre di bäl bigär. 

8. Has gahdyb, hibrit de 
tojer amirot; ,rayt l-gdhi* 
gayji'. wa-hibrit de molim 
amirot: ,rayt l-gdhi* gayji'. 
ica-hibrit de ddulet amirot: 
,yesü tifer sirdyni W. 

9. Hegräur. te hal hibah, 
dmör: ,ho hibrit de ddulet 
gdbhati'. dmör: ,min tar he'? 
dmör: ,min tar §i lä, min 
tar sebeyt 1 , 

10. Wa-hdgraur hibah. te 
hal ddulet, dmör: ,hibretek 
gabhöt hibri min tar ga\ 
wa-sdeds. 

11. Te nhor teyt wukäb 
i Visen, hibtal lisen kal. wa- 
d t/mal hebün wa-birü. dmör: 
,biken mön 1 -? dmör: ,Mn hi- 
bri di bäl begär 1 . amörem 
heh: ,jihdm l . 



,Wenn du mich küssen willst, 
schneide die Nase deines Vaters 
und deiner Mutter ab'. 

6. Er sagte: ,Du, dein Kuß 
ist nur leicht, um ein bißchen 
Fische'. Sie sagte : ,Gott zer- 
breche dich, Rasierter am Kinn- 
bart, 5 Schlechtestes der Ge- 
schöpfe, und niemand redet mit 
dir'. Er sagte: ,Ich rede nicht 
mit dir'. Sie sagte: ,Ich rede 
nicht mit dir, und du bist nur 
niedrig'. Und er ging fort. 

7. Als sie einen Tag ver- 
weilte, kam zu ihr die Tochter 
des Richtei-s und die des Kauf- 
manns. Und es kam der Sohn 
des Herrn der Kühe. 

8. Wie er kam, sagte die 
Tochter des Kaufmanns: ,Uaß 
er doch mein Mann wäre'. Und 
die Tochter des Richters sagte: 
,Daß er doch mein Mann wäre'. 
Und die Tochter des Sultans 
sagte : ,Er kommt nicht gleich 
dem Nagel meines Fußes'. 

9. Er ging fort. Als er bei 
seinem Vater war, sagte er: ,Die 
Sultanstochter schmähte mich'. 
Er sagte: ,Ob welcher Sache'? 
Er sagte: ,0b keiner Sache, ob 
Sattheit'. 

10. Und es ging fort sein Vater. 
Als er beim Sultan war, sagte 
er: , Deine Tochter schmähte 
meinen Sohn ob Nichts (Erde)'. 
Und er wehrte es ihr. 

11. Eines Tages trat er ein 
zu ihnen, vergewaltigte sie alle. 
Und sie bekamen Kinder und 
gebaren. Er sagte: ,Wer war 
bei euch'? Sie sagten: ,Bei uns 
war der Sohn des Herrn der 
Kühe'. Sie sagten zu ihm: 
,Geh\ 



,in bagdyt tasümmani, gus 
nührat dbük iva-ümmak'. 

6. Gäl: ,enti summets i bi- 
getebet seyd'. gälet: ,alläh 
yagiissir nämdsek, yä mahlög 5 
al-lihyah, yä has 2 en-näs, 
wa-Snta mä had ydhrij 6 
mddh. gäl: ,dna mä ata- 
källam miis'. gälet: ,dni 
mä atakdllam md'ak iva-dnta 10 
haicin'. loa-sär. 

7. Hdttä youm wäh/d jä- 
lisah jabü, lahd wdled 1 al- 
mudllim wa-bit et-täjir. wa- 
yiji waled möl al-bagdr. 15 

8. Youm ä ja, weled et- 
täjir gälet: ,yä reytuhu 6 
zäuji'. wa-bit al-mu'dllim 
gälet: ,yä reytahu s zäuji'. 
wa-bit ed-döulah gälet: ,mä 20 
yeswä dafür rijli'. 

9. Sär. hattd 'ind abüh, 
gäl: ,bit ad-döulah häsamät- 
na'. gäl: ,min fög eys'? gäl: 
,mä min fög si, min fög 25 
saba'. 

10. Wa-sär abüh lä-ind 
ed-ddulah. gäl luh: ,bittek 
häsamat wäladi min fög al- 
gä c '. wa-mnd'ha. 30 

11. Hdttä youm icähid 
dhal 'aleyhen, batdlhen külla- 
hen. wa-lägen Hyäl wa-wdl- 
den. gäl: ,min batdlken i f 
gälu: ,bina weled möl el- 35 
begär 1 . gälu luh: ,sir l . 



1 Verschrieben für yethnr (Müller). - Für Aas = „la. (Müller). 3 Lies: ho ahnrij SU e lä. * Radix 

unqa = gSj (Müller). 5 IJadr.: Gott vermindre dein Ansehen. 6 Das Mehri-Wort für das arabische (Müller). 

' Lies: bit (oder für wAledt? Müller). 8 So Ms. (Müller) = dj£\\ b nicht \X.*} (Rhodokanakls). 



30 



I. Prosatexte. 



15. Die hochmütige Sultanstochter. 



12. Wa-ji/i/hii. te nukd 
mkon. has ivuka, yckosi gaj- 
unten sirit wa-hamesen. 

13. Wa-ta-k-söbeh tit min- 
> tri'ui. hdmmis ILandni. töz- 

mü megsim di gozel. tcimor 
his: ,birdmih, toa-ioathäfs te 
birdmh Id, da-s-sdhtis- . 



14. Te gasrdwwen wahfdth 
io bireh gözel. wa-hätmaut wä- 
hlt is. 

15. Te-ke-s-sobeh hagar- 
röt, te kasöt gdj, thulül. Tag- 
hdbh ajüz. 

is 16. Wa- [ha] garrot sis te 
mkon. amör: .nehämn liähn- 
fciV 

17. Jihimem, te n&kam* 
has nükam* mdoni hdbü s!- 

20 hem ars, thölilem hol ars. 

18. Amör: ,de Msen ha- 
sdrs'i dmör: ,hasdds kuw- 
wö'd wa-mästf de-lhdym'. 

19. Bi-helli firodat. tho- 
26 l/lem, te barem lahdl firödet. 

atdiyem. 

20. Min tdri ise barem, 
te to mkon. has tn mkdn, 
hdsim häbü, thölilem. amö- 

so rem: ,da-ukd tim thaidel- 
linr.' dmör: ,nethöl6lim hum- 
ßyen' (sie). 

abdällah, 19. Februar 1902.) 



12. Und er ging, bis er an 
einen Ort kam. Wie er kam, 
fand er zwei Mädchen und ihre 

Mutter. 

13. Und als es am Morgen 
war, trieb eine von ihnen zur 
Weide, ihr Name war Hanoni. 
Sie gab ihr einen Korb Garn. 
Sie sagte ihr: , Spinn es, und 
kehrtest du heim, ohne daß es 
gesponnen ist , schlachte ich 
dich'. 

14. Als es Spätnachmittag war, 
brachte sie es heim, gerade war 
es gesponnen. Und sie verbrachte 
die Nacht allein. 

15. Als es am Morgen war, 
ging sie fort, bis sie einen Mann 
fand, er verweilte. Es kam zu 
ihm die Alte. 

16. Und sie ging fort mit ihm 
an einen Ort. Er sagte: ,Wir 
wollen mit Leuten sein'. 

17. Sie gingen, bis sie kamen. 
Wie sie kamen, da waren Leute, 
mit ihnen war eine Hochzeit. 
Sie verweilten bei der Hochzeit. 

18. Er sagte: ,Was ist ihr 
Werbepreis'? Er sagte: ,Ihr 
Werbepreis ist ein Korb Datteln 
und ein Stück Haifisch'. 

19. In der Nacht war Auf- 
bruch. Sie verweilten, bis sie 
Nachts zum Aufbruch gingen. 
Sie aßen zu Nacht. 

20. Nach dem Nachtmahl 
gingen sie des Nachts, bis sie 
an einen Ort kamen. Wie sie 
an den ( )rt kamen, fanden sie 
Leute, sie verweilten. Sie sagten: 
, Warum verweiltet ihr'? Sie 

;ten: .Wir verweilen für uns'. 



12. Wa-sdr, hattd wasdl 
makän. youm icasäl mahnt, 
yahdssil bunayyät tintdyn 
wa-ümmahen. 

13. IIa \s-siibh wdhdah 
minnahen tdr'a, ismahaHan- 
nöni. ta'tiha guffah gazl, 
tagol lahd: ,gazilih wahatih. 
in Id gazaltih, bedbihis 1 . 



14. Hdtta 'l-'asr dawwdtuh 
küduh magzal. wa-bäyyatat 
wdhdaha. 

15. Hdtta 's-subh särat, 
hdtta hdssalat rijjdl jdlis. 
jätuh 'aji'iz. 

16. Wa-sdrat maaliu hdtta 
makdn. gäl: .bagdyna mu'a 
'n-nds e . 

17. Sdru, hdtta icäsalu. 
youm wdsalu, hdssalu nds 
md'ahum zuwdj. jdlasu 'ind 
'z-zuwdj. 

18. Galü luh: ,da ays 
hasäretha'9 gdl: ,hasärt gö- 
sarah iva-hüt luhdm'. 

19. Bi-l-leyl serruha. jelsu, 
hdtta rdhü lä-ind al-mdsrn. 

ti/assu. 

20. Min fög el-'dsa $dru, 
hdtta i/airn makdn. youm 
dawä makdn, hdssalu nds, 
jdlesu. gdlu: ,däkS intum 
jaldstu'? gdlu: Jaldsna l dla 
dnf'nsana'. 

(20 Februar 1902.) 



1 Das nachgesetzte -fci kann ich nicht erklären. Sollte es für .las vorgesetzte ke stehen wie in beiden V, r 
äoqotri und des Sjjauri? (Mülles M- Mülli 



16. Der Kern im Schlünde. 



I. Prosatexte. 



31 



16. (27) Der Kern im Schlünde. 



Mehri. 

1. Hize Mz4 luk. dmör: 
srit gduten, fit hdmmes Aka- 
kümber. wa-tit hdmmes Me- 
hdteh* 

2. Tuwiciyu daum. Aka- 
kümber ivetgöt birek gards 
jelddt wa-kibsot. 

3. Wa-Mehdteh huhut Ins 
li-hmuh. has gihböt, kesut 
kelüb birik himuh. 

4. Amirot: ,kelb, hardj min 
birek himülv. dmör: Jjirjöne 
Id. an tahimi lahirej, hat 
Ii'mi midhor 1 . amiröt: ,hdstou l . 

5. Amirdt hi-bigret: ,wa- 
haum medhör'. ,an tehhni, 
hntini hasis'. 

6. Taghibot tar Mr. has 
gihböt tar bvr, kusot gayj. 
amiröt: ,hdm haiis li-bagreyt, 
iva-bagreyt tazdmi midhor 1 . 

7. Amor: ,hät mihrffl-, 
hagarröt. te hol haddüd, 
a na rot: ,zemi mihr&b 1 -. 

8. Amor Jus: ,an thim 
v/ihrrb. hat sein" hohdut 
la-sehr, taghibot, te hal sijrit, 

fogdut la-sigrit. lä-dd gadrot 
Ms Id. 

9. Amirdt: hoö magwek, 
ya darb', dmör: ,ho güi la; 
nomil yetüwwi 1 . 



Deutsch. 

1. Errat, errat dir. 1 Er sagte: 
Es waren zwei Schwestern, der 
Name der einen war Akakuin- 
ber und der Name der anderen 
Muliätah. 

2. Sie aßen Dum. Der Aka- 
kumber blich in ihrem Schlünde 
der Kern stecken und sie würgte. 

3. Und Mahätah lief für sie 
um Wasser. Wie sie kam, fand 
sie Hunde in dem Wasser. 

4. Sie sagte : ,Hund, geh aus 
dem Wasser heraus'. Er sagte : 
,Ich werde nicht herausgehen. 
Wenn du willst, daß ich heraus- 
gehe, bring mir einen Knochen.' 
Sie sagte : ,Gut'. 

5. Sie sagte zur Kuh: ,Und 
ich will einen Knochen'. ,Wenn 
du willst, bring mir Gras.' 

6. Sie kam zum Brunnen. 
Wie sie zum Brunnen kam, fand 
sie einen Mann. Sie sagte: ,Ich 
will Gras für die Kuh, und die 
Kuh gibt mir einen Knochen'. 

7. Er sagte: , Bring eine Säge'. 
Sie ging fort. Als sie beim 
Schmied war, sagte sie: ,Gib 
mir eine Säge'. 

8. Er sagte ihr: ,Wenn du 
eine Säge willst, bring Kohlen'. 
Sic lief um Kohlen. Sie kam 
zum Baum, rüttelte an dem 
Baum. Sie vermochte über ihn 
nichts mehr. 

9. Sie sagte: ,Wo ist deine 
Stärke, o Holz'. 2 Er sagte: ,Ich 
bin nicht stark; die Ameise ißt 
mich'. 



IJadrami. 

1. Gdl: bd-ahzilak bi-tin- 
ten abtrat, wdhddh ismaha 
Akakümber, wdhdah ismaha 
Mahdfah. 

2. Kaiin daum. 3 hdnagat 5 
fi wasdf hdlgaha 'djlah [wa- 
sdf ad-dumahj iva-nkdbasat. 

3. Wa-Muhdtah hdbbat la- 
hd l-el-md. youm jdt, hds- 
salat keläb wasdt el-mä. 10 

4. Gdlet: ,yd kelb, hurüj 
min icasdt al-mä'. gdl: ,iiia 
bd-dhruj. in bagayttna dh- 
riij hdti li 'adm&n. hag el- 
'dyd'.* gdlet: ,zayn'. 15 

5. Gdlet l-el-bdgarah: ,ba- 
gdyt 'admän'. ,in bagdyti, 
häti li hasis'. 

6. Jdbet 5 lahd min fög al- 
bir. youm jdt fög al-bir, has- 20 
salat rijjdl. gdlet: .bagdyt 
hasis li-l-begarah ica-l-bega- 
rah tatina 'adiudn'. 

7. Gdl Iah: .hdti misdr'. 
sdret hdtta 'ind al-hadddd. 25 
gdlet: .hat misär'. 

8. Gdl leh: ,in bagdyt mi- 
sdr, hdti /ahm', hdbbat ba'd 
el-fdhm. hdtta jdt 'ind se'jrah, 

fdg'at e ald 's-sejarah. mä 'ad 30 
gadardt 'aleylia. 

9. Gdlet: ,yd magicdk, yd 
ud'. gdl: ,dna md-nä ge'tci ; 
1 il-derr ydakülna'. 



1 Vielleicht: ich gebe dir ein Rätsel; für ahize luk. Vgl. Hadr. afyzilak (Müller). 
was nicht richtig ist, trotz des hadr. ya (Müller). 3 Erganze: Akakümber (Müller). 

Feiertag (Müller). 5 Weicht von dem Mehritext ab (Müller). 



Hein: Starker, o Holz, usw., 
* Fehlt im Mehri: Für den 






32 



I. Prosatexte. 



17. Zwei Diebe. 



10. Amirot: ,hoö magwök, 
ye ndnmit. dmör: fidö 1 gdi 
lä; i:l£is tetiir. 

11. Amiröt: ,ho 2 magwes, 
5 ya rtfit-. amirot: ,ho gawiy- 

yat lä; sannürat tetüi'. 

12. Amirot: ,höö mugwes, 
ye sannürat 1, . amiröt: ,ho 
gawwiyet lä; hdbü yelddagem 

io (yeldtagem) ti\ 

13. Amiröt: .höö nmgwey- 
kem, ya hdbü 1 . amörim: ,nhä 
giwöy In: rabb al-almin ye- 
Iddagir. 

iö 14. Amiröt: Jwö magwek, 
ya rabb al-almin 1 . amür: ,ho 
gdwwi iva-hdd gdwwi minni 
li'r. tca-gazdut. 

(sodber abdullah, 19.— 20.Februarl902). 



10. Sie sagte: ,Wo ist deine 
Stärke, o Ameise'. Sie sagte: 
,Ich bin nicht stark; die Schlange 
ißt mich'. 

11. Sie sagte: ,Wo ist deine 
Starke, o Schlange'. Sie sagte: 
,Ich bin nicht stark; die Katze 
ißt mich'. 

12. Sie sagte: ,Wo ist deine 
Stärke, o Katze'. Sie sagte: .Ich 
bin nicht stark; die Leute töten 
micli'. 

13. Sie sagte: ,Wo ist eure 
Stärke, ihr Leute'. Sie sagten : 
.Wir sind nicht stark; der Herr 
der Welten tötet uns'. 

14. Sie sagte: ,Wo ist deine 
Stärke, o Herr der Welten'. Er 
sagte: ,Ich bin stark und nie- 
mand ist stärker als ich'. Und 
es ist zu Ende. 8 



10. Gdlet: ,yd magwdk, 
yd derr'. gdl: ,dna md-nä 
gewl; al-hands ta'akülna'. 

n. Gdlet: yd magwäs, yd 
hands'. gdlet: ,md-ni gawiy- 
yah: el-Mrrah tdakulni'. 

12. Gdlet: ,yd magwäs, 
yd hirrah 1 . gdlet: ,md-ni 
>l<i> r >yyah; en-nds yagtulüni'. 

13. Gdlet: ,yd magwäkum, 
ya-n-näs'. gälu: ,ma nha 
gawvoiyin ; rabb al -'alamin 
ydgtul nhä\ 

14. Gdlet: ,yd magwdk, 
yd rabb al- alamin 1 . gdl: ,dna 
gaivwi wa-ld had agvcd min- 
ni. lä\ icagazut. 

(20. Februar 1902.) 



Mehri. 

l. Amor: s~ruh jihemem, 
20 gadlam hunfihem zuwod. tad 
gilydal hnaf zuwod iva-gulüb 
tirdh rimid, u-täd gdhar 
gidt'ih gabiiah zuwod, gulnh 
firdh t'/fer. 
25 2. U-jih&men. te bd-ad tdd, 
teholilem al härmet, ydämi- 
rem. Ms: Jn"imen\ 

3. W-tehtililem hinis, te 

mkdn hürügum bökur de 

30 dölet we-girim tes we-shdtm 

tes we-gerems al ajiiz. 



17. (28) Zwei Diebe. 

Deutsch. 

1. Er sagte: Zwei gingen fort, 
sie trugen Wegzehrung für sich. 
Einer trug für sich die Weg- 
zehrung und legte auf sie Asche, 
und der Andere legte ihr gegen- 
über die Wegzehrung, er legte 
auf sie Dreckknödel. 

2. Und sie gingen fort. Als 
sie in einem Lande waren, ver- 
weilten sie bei einer Frau. Sie 
sagten zu ihr: , Unsere Mutter'. 

3. Und sie verweilten bei ihr, 
bis sie an einem Orte eine Jung- 

lin des Sultans stahlen und 
sie fortführten und sie schlach- 
teten und sie bei der Alten ver- 
steckten. 



IJadrami. 

1. Gälü: tinin sdru, hdmlu 
anfösahum zawdd. wdhid 
hdmal li-nefmh zawdd iva- 
tardh fögah remdd, u-wähid 
at-tdni trah gubäluh zawdd, 
taräh föguh bd'ar. 

2. Wa-särfüJ hdtta bi-drd 
wdhid. jel4s(ü) 'ind hörmah. 
yagülün lahd ümmahum,. 

3. Wa-gitdu Hndaha. hdtta 
makdn sdrgu ndgah hagg 
ad-döulet wa-sdru bihd wa- 
dabhtihä wa-dammüha 'inda 
'ajüz. 



1 Lies: h., (Müller). M lleh . 3 Di'- Pointe dieser Geschichte wäre viel feiner, wenn eine der 

Schwestern •■inen Knochen geschluckt hätte. Die andere Schwester eilt um Wasser und findet den lluiil der einen 
Knochen verlangt. Um diu Knochen va beschaffen, eilte sie nun ?on einem zum andern, bis sie zur Schwester käme, 
in deren Schlund der Knochen steckt. — Vielleicht i*t unsere Erzählung .ins einer ähnlichen Geschichte verderbt (Müller). 



17. Zwei Diebe. 



I. Prosateste. 



33 



4. Wa-mgore fugüd bdkreh 
wa-dymel hnaf hol yehdum 
leksü dorn di hirgays. kisiyeh 
Id. 

5. Jiriwem him sruh be- 
mkön dekme d-ameleh. we- 
tdd minhem hol bire"k hdle 
dekme. 

6. Yeghöb hineh gah. dmör: 
,deh hibö'? dmör: diu ber 
hüllek we-ldzröme gatub 
gdti 1 . 

7. Wi-selleh wa-hagrdur, 
yehöm lesleih Iglebh birek hal- 
let, fizd dolet meledd beh. 

8. We-dület gulüb ruböt 
guyüj haskerhe tar hallet bi- 
hilli. 

9. Wa-ds be-hilli, ajuz 
jirüt hinihem. amirot: ,de 
mon ilyeh 1 ? dmör: ,wuko het- 
shabir'f amiröt: .ho körn le- 
hinikem gahicet'. dmör: ,häts 
el-bil 1 . 

10. Ddbtams iva-jirdm tis 
wa-diyühem mins. iva-gäj 
tuivüh, galüb harüh da gah 
birek gober. we-mgore bär 
ice-ddybet haslebihem wa- 
hirgäyhera. 

li. Wa-ds mgore ossem 
mine sinet loa-gdfiyim lal 
ddulet, dmür: ,nhd bar hi- 
regen 1 . 

12. We-ddulet hazüb djüz 
birek rihbet. dmür: ,gallega 
hini birek rihabät mina tüvwi 
glä ho min mkon i . 



4. Und dann vermißte er die 
Jungkamelin und er nahm sich 
fest vor, daß er finde diesen, 
der sie stahl. Er fand ihn nicht. 

5. Sie gingen, sie, die zwei, 
an jenen Ort, an dem er es ge- 
tan hatte. Und einer von ihnen 
lagerte sich in jenem Schatten. 

6. Es kam zu ihm sein Bru- 
der. Er sagte: , Warum dies'? 
Er sagte: ,Ich habe mich schon 
(im Schatten) gelagert und jetzt 
hat sich zusammengezogen mein 
Hals'. 

7. Er nahm ihn auf und ging 
fort, er wollte ihn aufnehmen, 
ihn legen auf den Friedhof. Er 
fürchtete sich, der Sultan werde 
ihn wegschaffen. 1 

8. Und der Sultan legte vier 
Männer, seine Soldaten, auf den 
Friedhof hei Xacht. 

9. Und wie es bei Nacht war, 
kam die Alte zu ihnen. Sie 
sagte: ,Wer sind diese da'? Sie 
sagten: , Warum fragst du'? Sie 
sagte: ,Ich will für euch Kaffee 
(geben)'. Sie sagten: ,Gib ihn 
her'. 

10. Sie nahmen ihn und schlürf- 
ten ihn und wurden betäubt von 
ihm. Und der Mann kam (des 
Nachts), legte den Kopf seines 
Bruders in ein Grab. Und dann 
ging er (des Nachts) und nahm 
ihre Waffen und stahl sie. 

11. Und wie sie dann auf- 
standen vom Schlaf und sich 
zum Sultan begaben, sagten sie: 
,Wir sind schon bestohlen wor- 
den'. 

12. Und der Sultan sandte 
eine Alte in die Stadt. Er sagte: 
, Schau mir in der Stadt nach 
dem Fleisch, wo des Orts es ist'. 



4. Wa-bad fagdd an-nd- 
gah ica-ldgga nefsuh li- 
ydbga dlladi sarägha. md 
hassahih. 

5. Mdrrit hum tirdnfi ma- s 
kän ddk elladi sargühd. ica- 
wähid min/mm taddllel ica- 
sdt aij-diläl. 

6. Ja 'indich hüh. gäluhu: 
,däke'? gdl: ,dnä kidna fi 10 
dildl ica-dalhhi ngatäb hdlgi'. 



7. Wa-sdlluh xca-sdr, bägd 
yeselleh. tarhuh fi at-türbah. 
faza, ad-duidah md yedrl 
buh. 15 

8. Wa-d-dölah trah drbaa 
rijjdl Yoskar fog at-türbah 
bi-l-leyl. 

9. Wa-ydum bi-l-leyl, 'ajüz 
mdrrat 'indahum. gdlet: ,dd 20 
min dölä'? gdlu: ,wards dnti 
tatahdbari'? gdlet: ,bagdyt 
la-indakum'. jdt Id- indahum. 
gdlu lahdr 

10. Hadühä wa-sorbühd 25 
ica-ddhu minneh. wa-rijjdl 
dawd, trah ras hüh wasdt 
el-gdbr. tca-bd'd sard wa- 
hdd saldbhum ica-sardghum. 

11. Wa-ydum ba'd gdmu 30 
min en-ndum wa-sdru la-'ind 
ad-ddidah: ,nhä sardgna'. 2 

12. Wa-d-ddulah rasdl 
'ajüz wasdt el-bildd. gdl la- 
hd: ,sfifi li wasdt el-bildd 35 
min akdl fyen min makdn'. 



1 Lies: daß der Sultan es erfahre (Müller). 
W. Hein, Mehri-Texte. 



Weicht vom Mehritext ab (Müller). 



34 



I. Prosatextk. 



17. Zwei Diebe. 



13. Wa-ajüz gerrdut. ga- 
haböt bi beyt tit al ajüz, 
amirot: ,ho de-gdulig mine 

thriri, //um klberiti'. 

5 14. Amirot: .yehdul, ho si 
tiwwi. hibri de shat handf. 
ica-lazeröme hu wazmetes 
tiwwi'. 

15. Wa-h-irjdt he bar. ye- 

10 göbers gai/j tar hob. dmör: 
,het min hb'f amirot: ,ho de- 
gäulig mine tiwwi 1 . dmür: 
Jtagdil l-h4'9 amiröt: Jto de- 
gadöl tiwwi'. 

15 16. Amor: ,ad ye-hö 2 me- 
hezde tes tiwwi; sis ar haur. 
gab ye-hö 2 lehezdes tiwwi 1 . 
amirot: ,dstau'. 

17. Wa-hagarrdut seh le- 
20 birek beyt. dmür: ,sillib li'. 

we-selböt leh. we-heruj birek 
hajf w-halvg et-tenur ive-zdg 
lis. dmür: .hiley la-bü'. 

18. Amor: ,hams tahbez 
25 hini, ar hdmi bfime la. gar- 

rdut faatdb'. amirüt: ,astdu, 
habizite hük'. yakbiibs bin'k 
tennttr. higrdur mins. 

19. Wa-ddulet sibetä ajäz: 
30 Idd gahböt Id. yahhdn Ijt \n 

saüS gajinüten, tit hibrit de 
ddulet wa-t'/t hibrit de gta^i 
wa-ft hibrit de gabili. 

20.We-bdr b-hilliyu he-biyt, 
35 tagdlgen mine gayj dSkme. 
te ("irr he-biyt ti*. ksi gayj 
t&d. 

' \> h. die Tochter eines einem 
hof (Miller). 3 Weicht vom Mehri 



13. Und die Alte ging fort. 
Sie kam bei einem H«aus zu der 
Alten. Sie sagte : ,Ich schaue 
nach Fleisch, ich will (es für) 
meine Tochter'. 

14. Sie sagte: , Jawohl, mit 
mir ist Fleisch. Mein Sohn hat 
für sich gesehlachtet. Und jetzt 
habe ich dir Fleisch gegeben'. 

15. Und sie ging hinaus. Es 
begegnete ihr der Mann an der 
Türe. Er sagte: , Woher bist du'? 
Sie sagte : .Ich schaue nach 
Fleisch'. Er sagte: ,Was trägst 
du'? Sie sagte: ,Ich trage Fleisch'. 

16. Er sagte: ,Ich werde dir 
mehr Fleisch dazu geben ; du 
hast nur wenig. Laß mich dir 
mehr Fleisch dazu geben'. Sie 
sagte: ,Gut'. 

17. Und sie ging mit ihm fort 
in das Haus. Er sagte: ,Wart 
auf mich'. Und sie wartete auf 
ihn. Und er ging hinaus in den 
Hof und zündete den Backofen 
an und rief nach ihr. Er sagte: 
, Wohlan, hieher' ! 

18. Er sagte : .Ich will, daß 
du mir Brot bäckst, meine Mutter 
ist nicht da. Sie ist fortgegangen 
um Brennholz'. Sie sagte: ,Gut, 
ich werde dir Brot backen'. Er 
stieß sie in den Backofen. Er 
ging fort von ihr. 

19. Und der Sultan hielt die 
Alte für zu langsam; sie kam 
nicht mehr. Es gingen hinaus 
die Mädchen, eine (war) die 
Tochter des Sultans und eine 
die Tochter des Qäiji und eine 
die Tochter eines Qabili. 1 

20. Und sie gingen bei Nacht 
zu dem Haus, sie schauen nach 
diesem .Mann. Als sie zu einem 
1 laus kam. fanden sie einen Manu. 

großen Bedninenstammc angehitrigen Mann 
text ab (Müller). 



13. Wa-l-'ajüz sdrat iva- 
rdfat la beyt wähid. el-ajv.z 
gdlet: ,dni asüfmin akdßjla- 
v:eledi'. 

14. Gdlet: .dni fakdlj mai 
loeledi astd'kal, dabdh nef- 
suh iva-delhin wa-dni 'afdyts 
lahm'. 

15. Wa-hdrjat l-el-bdr. ya- 
c dridhä rijjdl fög el-bäb. gdl 
lahd: ,dnti min-in'? gdlet: 
.ani asüf min lahm', gdl leh: 
.tahmilinas' ? gdlet: ,ani hd- 
mileh laham'. 

16. Gdl lahd: ,dna l dd- 
ana bäzdyidis bä-dkul] mi- 
c is gayr suwiy. hailind dna 
azidis lahm', gdlet: ,z$n'. 

17. Wa-sdret mauh la ua- 
sdt el-beyt. gdl lahd: ,augafi 
li'. tva-jalsdt luh. wa-hardj 
uasdt ed-dird ica-sdf müfa 
| riBKö) wa-tdrrab 'aleyha. gdl 
lahd: ,gaddu'. 

18. Gdl: ,bagdytis tdhbizi 
tndana, 'indft] limmi hfne- 
[läj. sdrat hdtah\ gdlet: 
,ztn'. hdbzet luh ive-waga'dt 
luh wasdt el-mufa. wa-sdr 
minha. 

19. Wa-d-ddidah astdbta 
'l-ajüz; md 'dd jdt. fadrjen 
taldt bandt, udhdah bit ed- 
dölah iva-wdhdah bit el-gddi 
wa-wähdah bit el-gabili. 

20. Wa-saren bi-lel l-el-br>/f. 
yesüfen min rijjdl ddk. hdtta 
dawön l-el-bigt. wdhdah Sä- 
fat s rijjdl. 

es (Mülleh). 2 Für adi-lw und gäbl- 



17. Zwei Diebe. 



I. Prosatexte. 



35 



21. Amur: ,het min hö'? 
am/ rot: ,höm l-egaleb lok 
fyöl 1 . almeth bi-dlem wa-her- 
jöt minh her. wa-godsa de 
salab lis be-bdr. wa-almöt 
saddet bi-dlm be-lemi. wa- 
bdröt minh. 



22. Amirot: ,ho bar alemk 
böb wa-bdr alemk gayj wa- 
bdr aUmk saddet 1 . ica-bär. 
te tiiwwe, dmür: ,nhd bar 
garüben beyt'. dmür: ,astdu'. 

32. Wa-mgöre he bar. te 
tar biyüt, kel almisen min 
alm alm. ica-bdr l-äl juöbi. 

2 4. W-äs k-söbeh hazböhem, 
behem min dlam dlam. gi- 
yüj gdfyem birefkj juöbi, haz- 
behem Mhem min dlam dlam. 

25. Wa-mgöre dmör ddulet: 
Jiibö l-amöl? kusk teh Id. 
mdenihem bihem min dlem 
dlem wa-biyüt bisen min dlem 
dlem'. 

26. We-mgöre lad mvida, 
hibö la-amöl Id. te kalldyni, 
hazöb häjirethe birek rihb&t. 
dmür: ,k-söbeh kel de-hi fhej 
gayj laghdyb he beyt 1 . 

27. Wa-ds k-söbeh, hdbü 
gehdybem teh rihbet kdlles. 
wa-ds gehdybem teh, jizüm 
lihem iva-dymel hehem fse. 



21. Er sagte: ,Von wo bist 
du'? Sie sagte: 1 ,Ich will dir 
den Zustand legen (d. h. dir 
einen Gruß entbieten)'. Sie be- 
zeichnete ihn mit einem Zeichen 
und ging von ihm hinaus. Und 
ihre Schwestern warteten auf 
sie draußen. Und sie bezeichnete 
das Tor mit einem Zeichen mit 
Indigo. Und sie ging (des Nachts) 
von ihm. 

22. Sie sagte: ,Ich habe schon 
bezeichnet die Türe und schon 
bezeichnet den Mann und schon 
bezeichnet das Tor'. Und sie 
ging (des Nachts). Als sie kam 
(des Nachts), sagte sie: ,Wir 
kennen schon das Haus'. Er 
sagte: ,Gut'. 

23. Und dann ging er des 
Nachts. Als er bei den Häusern 
war, bezeichnete er sie alle mit 
je einem Zeichen. Und er ging 
des Nachts zu den Waschbecken. 

24. Und wie sie am Morien 
aufstanden, war an ihnen je ein 
Zeichen. Die Männer begaben 
sich zu den Waschbecken, sie 
waren des Morgens mit je einem 
Zeichen gezeichnet. 

25. Und dann sagte der Sul- 
tan: ,Wie mach' ich (es)'? Ich 
fand ihn nicht. Siehe sie, an 
ihnen war je ein Zeichen, und 
die Häuser, an ihnen war je ein 
Zeichen. 

26. Und dann wußte er nicht 
mehr, wie er es mache. Gegen 
Abend sandte er seinen Sklaven 
in die Stadt. Er sagte : ,Am 
Morgen komme jeder, der ein 
Mann ist, ins Haus (des Sul- 
tans)'. 

27. Und wie es Morgen war, 
kamen die Leute zu ihm, die 
ganze Stadt. Und wie sie zu 
ihm kamen, bewirtete er sie und 
machte ihnen das Mittagessen. 



21. Gdl: ,<hiti miii-hi-f 
gälat: ,bagdgt urüd 'aleyk 
as-saläm'. 'alametuh bi-habdr 
ica-hdrajat minh bar. wa- 
hwdtahä wägifdt lahä fi-l- 5 
bar. wa-dlmat as-siddah bi- 
'dlam bi-nll. ica-säret mivuh. 



22. Gälet: ,ani gad 'aldmt 
bdb iva-gdd 'aldmt rijjäl iva- 
gdd aldmt as-siddah'. wa- io 
sdrat. hdtta daicdt, gdl: ,nhd 
kud 'ardfna beyt'. gdl: ,zin'. 



23. Wa-bd'd hu sdra. fög 
el-biyüt küllahum 'aldmhen 
min 'dlam 'dlam. wa-sdra 15 
Id-'ind al-mesjid? 

24. Wa-ydum subh subd- 
hen min 'dlam 'dlam. rijjdl 
sdru fi-l-mesjid, sdbhu fihim 
min dlam dlam. 20 

25. Wa-bd'd gdl ad-ddulah: 
,däkef 2 hassdlt fihim min 
'dlam 'dlam wa-l-biyüt fihim 
min 'dlam 'dlam'. 

26. Wa-bd'd md 'ad dard, 25 
kayf. hdtta bi-l-leyl rasdl 
'abideh wasdt el-bildd. gdl: 
,as-sabh kull min hu rijjdl, 
ydjji l-el-beyt'. 

27. Wa-ydum es-söbeh an- 30 
nds jau 'indah ahl al-bildd 
külhum. wa-ydum jau 'in- 
dah. ddllu 'indah 2 wa-ldgga 



1 Die Sultanstochter, als die wichtigste von den Dreien (Müller). - Weicht vom Meliritext ab (Müller). 

5* 



36 



I. Prosateste. 



1 T. Zwei Diebe. — 18. Sprichwort. 



wa-hegezäymem wa-füem wa 
suklfem. te tohr essem. 

28. Wa-äs essem, ast&miem. 
dmür: ,lihdyten her gdttes' 

5 [gat tes?J. dmür: ,de hibd 
li-lidyten her gdttes'? dmür: 
,wida h'r. 

29. Amur ddulet: ,ho ha- 
zäbek likem 1 . dmür: .lern har- 
bdtiye, haddalem ti; mon su- 

io hat bekrif tarhone teh tar 
rihbetv. 

30. Wa-för gayj täd min- 
he~m, dmür: ,ho d-emlek, he- 
regk bi-hldi we-here'gk tük 

15 bdkrak wa-shdtek tes wa-tauk 
tis'. 

31. Amur: ,het lazeröme 
dad rihbet ice-ho herjöne 
in ins iva-het dads, as het 

20 gudürk li bi-herged dhn, kal- 
tes wa-hö herjöne mina rih- 
bet wa-Mt be-l-hene Jmk we- 
het tshals'. we-gazdut. 

'.er ise, 20. Februar 1902.) 



Meiiri. 

Di hofer mahfirüt, yijdr 
25 birkis. 

(dli her he, 20. Februar 1 
Helm. 

1. Elbd'a yaudüd leh. wa- 
liüliii läzerörrn l<Tn<l bihem 
terbd'at Id wa-bihi m //" 



Und sie verbrachten den Vor- 
mittag und aßen und schliefen. 
Als es Mittag war, standen sie 
auf. 

28. Und wie sie aufstanden, 
nannten sie sich. Sie sagten : 
, Unsere Barte sind schon ab- 
geschnitten'. Sie sagten: .Warum 
sind unsere Barte schon abge- 
schnitten'? Er sagte: ,Ich weiß 
es nicht'. 

29. Es sagte der Sultan: ,Ich 
sandte nach euch'. Er sagte : 
,Ihr seid nieine Untertanen, er- 
zählt mir: Wer hat meine Jung- 
kamelin geschlachtet? Ich werde 
ihn über meine Stadt setzen.' 

30. Und es erhob sich ein 
Mann von ihnen, er sagte: ,Ich 
machte es, ich stahl mit meiner 
Hand und ich stahl dir deine 
Jungkamelin und ich schlachtete 
sie und aß sie'. 

31. Er sagte: ,Kimm jetzt die 
Stadt und ich werde aus ihr 
hinausgehen und du nimm sie, 
wie du vermochtest über mich mit 
diesem Diebstahl, ganz und ich 
werde hinausgehen aus der Stadt 
und Gluck sei dir und du ver- 
dienst sie'. Und es ist zu Ende. 



18. (29) Sprichwort. 

Deutsch. 

Wer eine Grube gegraben hat, 
fallt in sie. 

19. (30) Erläuterung. 2 

Deutsch. 



lahüm gada, wa-dällu wa- 
tagdddu ica-nämu. hdtta et- 
tuhr gämu. 

28. Wa-ydum gämu, ba- 
taru. gälu : ,lhäyänä kud 
angasen'. gälu: ,däke liha- 
yänä kid agtdsen 1 ? gälu : 
,döla' (verhört für ivida lä). 

29. Gäl ad-dölah: ,dna 
rasdlt 'aleykum'. gäl: ,dn- 
twm rabaati, hakü li: min 
dabdh an-näga? buhallih 
fög el-biläd. 1 

30. Takällam rijjäl icdhid 
minhum, gäl: ,dna lagayt, 
sardgt bi-yäddi ica-sardgtak 
an-näga iva-dabähfah wa- 
kaldytah'. 

31. Gäl luh: ,dnta delhi» 
hud el-biläd ica-äna ba-dhruj 
minhä wa-dnta hiidhä. yaum 
dnta gedert bi-l-kaläm (so) hd- 
dä kulleh wa-nä bä-dhruj min 
al-biläd wa-dnta bi-l-hanä lak 
ica-enta tastähilha'. ica-gazat. 

(23. Februar 1902.) 



IJadrami. 

Man ydhfur höfarah, yds- 
gut fiha. 1 

' (21. Jänner 1902.) 



Hadrami. 

1. Den Schutzgenossen feindet 1- RabVuh ijernd 'aleh. ica- 

er an; und bei den Leuten ist n-nds md c dd fihum delhin 
jetzt nicht mehr Schutzgewähr tdrbda wa-ld fihum ndmüs 

' Im guten Hadrami heißt dieses Sprichwort: Min hüfar t6m, t/asgdt fth. (20. Februar 1902.) * Dieses Stück 

scheint eine Erklärung >le> Sprichwortes zu 9ein und bezieht sich vielleicht auf einen bestimmten Fall, wo der Sultan 
Untreue gegen die Beduinenstämme übte und infolgedessen jeden Halt und jede Stütze verloren hatte (Mi li.kr). 



19. Erläuterung. 



I. Prosatexte. 



37 



lä wa-bihem fekar lä wa- 
bihem dimmet lä wa-bihem 
tegbilet lä. 



2. Wa-bihem haynöten me- 
liert wa-bthim endidyat meken. 

3. Wa-tirekban tireh lä 
kal de-hi [he] bih anwit lä 
iva-bih tagbilet di gaböyel lä. 

4. Wa-kel di-hi gabili, ye- 
kün daleylh lyduma lä. 

5. Wa-gtdubha yekün birek 
hunüt lä ica- yekün birek 
atöl lä u-birek gajgajät lä. 

6. Wa-kel di-hi mini ge- 
böyel, yekün ar birek hiSinet 
xca-birek ädel wa-birek her- 
jet de fsög lä. 

7. Wa-häbü yeshdlyem teh 
iva-yaajibem bell, ioa-yekfm 
heh heyör ioe-yetold cd gduha, 
yesyensibem teh. 

{dli her he, 20. Februar 1902.) 



Mehri. 

1. Amur: gayj sih habdn- 
tah saltt wa-dymel lasen min 
mahzin mahzen, kel täd di- 
mila gözel. 

2. Wa-jihem, as safer, w- 
as safer te rihbit, taholül. 
wa-mgöre nükä. yagdhirem 
bell galyen. amürem heh: M- 
britek tagmfnn'. 



und bei ihnen ist nicht Ehr- 
gefühl und bei ihnen ist nicht 
Hochsinnigkeit und bei ihnen ist 
nicht Schutzverpflichtung und 
bei ihnen ist nicht Gastfreund- 
schaft. 

2. Und bei ihnen ist viel Trug 
und bei ihnen ist viel Verdorben- 
heit. 

3. Und nicht paßt zu ihm 
jeder, 1 bei dem nicht Schutz 
und bei dem nicht Gastfreund- 
schaft der Stammesgenossen ist. 

4. Und jeder, der Mitglied 
des Stammes ist, nicht sind seine 
Wegweiser diese. 

5. Und sein Herz ist nicht in 
Gemeinheit und es ist nicht in 
Beschränktheit und nicht in Un- 
lauterkeit. 

6. Und jeder, der von Stäm- 
men ist, er ist nur in Achtung 
und in Gerechtigkeit und nicht 
in der Rede der Verdorbenheit. 

7. Und die Leute finden ihn 
angenehm und sie lieben ihn, 
und er ist der Beste und er 
steht in Ansehen bei seinen 
Brüdern, sie sind stolz auf ihn. 



20. (34) Die drei Töchter. 

Deutsch. 

1. Er sagte: Es war ein Mann, 
mit ihm waren seine drei Töch- 
ter, und er machte ihnen je ein 
Zimmer, jedes einzelne voll Garn. 

2. Und er ging fort auf Reisen. 
Und als er bis zu einer Stadt 
reiste, verweilte er [dort]. Und 
dann kam er [heim]. Es be- 
gegneten ihm Jungen. Sie sag- 
ten zu ihm: , Deine Tocher ist 
schlecht"'. 



wa-lä fihum fikr iva-lä fi- 
lm in d/mmah wa-lä fihum 
tdgbilah. 



2. Wa-fihem hiyäna ketir 
wa-fihem fasälah ketir. 5 

3. Wa-lä taräkib 'aleh kvJ 
ladi mä fihi 'inwah wa-lö 

fih tdgbilat el-gabäyel. 

4. Wa-min hu gabili, mä 
yekün minnuh häda. 10 

5. Wa-lä yekfni wasdt el- 
hawän wa-lä yekün fi l-atäl 
wa-lä yekün fi l-hayänah. 

6. Wa-min hu gabili, ye- 
kün minnuh hismah wa-fih 10 
c ddel wa-lä fih kaläm al-fa- 
sälah lä. 

7. Wa-n-näs yahibbün ds- 
luh iva-yahibbünuh, iva-yekün 
hu hayr an-näs wa-yentaW 20 
'ind ahivänuh mitlamä, ya- 
hubbünuh.- 

(24. Februar 1902.) 



Hadrami. 

1. Gäl: rajjal mä'ah bannt 
talät wa-ldgga lallen min 
mdhzan mdhzan, kul wdhidah -25 
malän gazdl. 

2. Wa-sär, säfar. wa-ydum 
säfar Id-biläd, jaläs, toa-bd'd 
ja. 'dradüh sugayriyin. gälu: 
.dnta bittak bätilah'. 30 



1 Der Sinn scheint zu sein: Es 
keinen Schutz findet usw. (Müller). 



ist kein Verlaß auf den und keine Zusammengehörigkeit mit dem, bei dem man 
2 Weicht vom Mehritext ab (Müller). 



38 



I. Prosatexte. 



20. Die drei Töchter. 



3. Gaföd rthbi-.t. dmür hu- 
jür: .hdggar l-al hibriti wa- 
dmür Ms: herej ber L . 

4. Wa-gräur bis. te ga- 
ö hdyb hinis, ksis tasälliyen. 

wa-stlib lis, te zeliyöt. as 
yöt, silimüt. 

5. Amiröt: ,icukö h 
ämür: .Mbis da-hezabi la- 
to hinis'. amiröt: ,ästou, her- 

jite'. 

6. We-gerrdut. te bi-sedd 
di-rihbM, thuwullöt. ämür: 
Mbis de-hazzabi le-hinis. 

15 ämür hini: shats 1 . 

7. Amirüt heh: ,en thöm 
shdti, shdti. ho dmlek se ld'. 
ämür: ,ho mhdJiige lis lä; 
het ar bäüti. ica-ho muhdg- 

20 gire'. te gahayb al bäleh. 
ämür: ,ho ber shatk tes 1 -. 



8. Wa-thollöt inhdli himit. 
hima b'ts täd doulet. ämür: 
.hörn l-ahäds bis', ica-hozob 

25 la-hinis be-zandüg ica-dmür 
Ms: ,hdmeh le-hinW. 

9. Te nkays ice-tarh6t hi- 
rits, tr rilrmet enkdut. as rih- 
rnet enkdut, süzüh min tereh. 

;i , 10. Ftahdt we-ksüt birkeh 
derehim wa-h-hdt. dmür: ,ho 
hdmmi Hammed bir Göbsa'. 
wa-s~ahrajt6h. dmür: ,ho »köne 

1 Lies: zu ihr: für Mehr! bis und 
däbJfit schlachte sie (Miller). 3 Daß 
Textes sind unklar (Müller). 



3. Er stieg ab in der Stadt. 
Er sagte einem Sklaven: ,Geh 
zu meiner Tochter und sag ihr: 
Geh hinaus auswärts'. 

4. Und er ging mit ihr. 1 Als 
es zu ihr kam, fand er sie be- 
tend. Und er wartete auf sie, 
bis sie gebetet hatte. Wie sie 
gebetet hatte, grüßte sie. 

5. Sie sagte: ,Was hast du'? 
Er sagte: , Dein Vater ist es, der 
mich sandte zu dir'. Sie sagte: 
,Gut, ich gehe hinaus'. 

6. Und sie ging. Als es war 
bei dem Wall der Stadt, hielt 
sie sich auf. Er sagte: ; Dein 
Vater ist es, der mich sandte zu 
dir. Er sagte zu mir: Schlachte 
dich'. 2 

7. Sie sagte zu ihm: ,Wenn du 
mich schlachten willst, schlachte 
mich. Ich habe nichts getan'. 
Er sagte: ,Ich werde nicht die 
Pflicht tun an dir; du bist ja 
meine Herrin, und ich werde 
gehen'. Als er zu seinem Herrn 
kam, sagte er: ,Ich habe sie 
schon geschlachtet'. 

8. Und sie verweilte unter 
einem Zelt. Es hörte von ihr 
ein Sultan. Er sagte: ,lch will 
sie heiraten'. Und er sandte zu 
ihr mit einem Koffer und sag-te 
zu ihr: ,Ich will ihn bei dir'. 3 

9. Als er zu ihr kam und sie 
(ihn) ließ, war es, als ein Regen 
kam. Wie der Regen kam, er- 
hob sie sich von ihm. 4 



10. Sie öffnete und fand in 
ihm Geld und einen Brief. Er 
sagte: ,Mein Name ist Ahmed 
bin Göbsa'. Und sie langte ihn 
heraus. Er sagte: ,Ich werde 
zu ihr kommen'. 



3. Nazdl U-l-biläd. gäl l- 
al-'abd: ,sir lä-ind bitti iva- 
gid lahä: hdrji bar 1 . 

4. Wa-sär bi-hd. hdtta wd- 
sal 'indahd, hassdlha tasdlli. 
agdflalid, hdtta sdllat. yaum 
sdllat, sdllamat. 

5. Gdlet: ,ivaräk dnta'f 
gäl lahä: ,abüs icassäna lä- 
indis-, gälet: ,zen'. hdrjet. 

6. Wa-särat. hatta gdfa 
'l-biyiht, jdlsat. gäl: ,abüs 
icassäna lä-indis. gäl li: 
ddbhis'. 

7. Gälet luh: ,in bagdyt 
tadbdhni, adbähni. dni mä 
lagdyt si'. gäl: ,dna mä hdg- 
gat 'aleys; dnti hubäbati, wa- 
nd bäsir 1 . hdtta ja c ind si- 
dah, gäl: .anä kid dabdhtha'. 



8. Wa- jdlsat taht hdy- 
mah, . . . fiha wähid döulah. 
gäl: jbagäyt zäwicej 'aleys'. 
iv-drsal lä-indahä bi-sandüg 
■wa-gäl lahd: ,bagdytuh lä- 
'indis'. 

9. Hdtta jähä loa-tdrhat 
'indahä, hdtta md'a 'l-matdr 
jät. yaum jät er-rähmah, ta- 
mdyyal min fdugah. 

10. Fdtahat ica-hässalet fi 
ivasdtuh derähim ica-hdt. 
gäl: ,dna ismi Ahmed bin 
Göbsa'. wa-stahräjtuh. gäl: 
,dna bäjis 1 . 



l.lailranii bi-hd ist wohl lü und hi-hä zu lesen (Miller). * Lies: aha/s. hezw. 
er bei dir bleibe (Müller). * Konstruktion und Sinn des Mehri- und IJadrami- 



20. Die drei Töchter. 



I. Prosatexte. 



39 



11. Wa-dibtöt dir ehern we- 
garrdut bisen. te lal gäj täd, 
amirot: Jiom had&m la-ame- 
lem hini beyt'. wa-wäzmete- 
hem jdl. ica-bäröt. 

12. Te k-s-söbeh gahdybem. 
dmür: ,nhd baren; an tahim, 
ndbni his. hildy.' amirüt: 
,binehem 1 hini büma'. wa- 
binot beyt, te njizöt beyt. 

13. As injizöt beyt, gäj 
nüka. dmür: ,hdmmi Hamed 
bir Göbsa 1 . nüka birek säet 
dilübed. as nüka, högä we- 
gufüd te he bayd dikme 
dikme harmit da-amelets. 
tca-härüs bis ua-emel his 

dft. 



14. Wa-mgore gudse widd 
bis. dmür: ,nhd giyüjien fi- 
gre iva-Mt har minin. wa- 
sis gäj rahim ica-sih dirihem'. 
dmür: ,nehdum nigaleb lis 
hol 1 . 

15. Amiröt: ,dstau. tu- 
wihen 1 ti'. wa-ds tuioe tes, 
emel Ms hadiyyet. se tag- 
Idgs lä. taive tes: ,nehdum 
nagleb lis hol', we-tholil hi- 
nis. te säten, bär. dmür: 
,la-hnefs bi-sallom'. 



16. Tuicüzmisenfotti[fotli] 
iirit la-h-harir. amirot: ,hdm- 
sen hubünyiken hadiyyet'. 



11. Und sie nahm das Geld 
und ging mit ihnen. Als sie bei 
einem Mann war, sagte sie: ,Ich 
will Diener, daß sie mir machen 
ein Haus'. Und sie gab ihnen 
Lohn. Und sie ging fort (abends). 

12. Als es am Morgen war, 
kamen sie. Sie sagten : ,Wir 
sind schon (da); 2 wenn du willst, 
bauen wir dir. Wohlan.' Sie 
sagte: ,Baut mir hier'. Und sie 
bauten das Haus, bis das Haus 
fertig war. 

13. Als das Haus fertig war, 
kam ein Mann. Er sagte: ,Mein 
Name ist Ahmed bin Gobsa'. 
Er kam in einem Segelschiff, 
er schlug (den geraden Kurs 
ein). Wie er kam, ließ er (den 
Anker) fallen und stieg ab bis 
zu jenem Hause, welches jene 
Frau gemacht hatte. Und er 
heiratete sie und machte ihr ein 
Gastmahl. 

14. Und dann erfuhren ihre 
Schwestern von ihr. Sie sagten: 
,Unsere Männer sind arm und 
du bist besser als wir. Und mit 
dir ist ein schöner Mann und 
bei ihm ist Vermögen'. Sie sag- 
ten : ,Wir wollen dir den Zu- 
stand legen (d.h. dich begrüßen)'. 

15. Sie sagte: ,Gut. Kommt 
(abends) zu mir'. Und wie sie 
(abends) zu ihr kamen, machten 
sie ihr ein Geschenk. Sie be- 
achtete es nicht. Sie kamen 
(abends) zu ihr: ,Wir wollen dir 
den Zustand legen (d. h. dich 
begrüßen)'. Und sie verweilten 
bei ihr. Als es eine Weile war, 
gingen sie (abends) fort. Sie sag- 
ten:, Über deine Seele sei Frieden'. 

16. Sie gibt ihnen zwei Tücher 
aus Seide. Sie sagte: ,Ich will 
(bestimme) sie euren Söhnen als 
Geschenk'. 



11. Wa-hadet derähim iva- 
säret bihen, hdtta lä-'ind rij- 
ji'il u-ahid, gälet: ,bagdyt dh- 
dum Idggu c indi beyt'. wa- 
ydtünlmm ujrah. loa-säret. 5 

12. Hdtta as-subh jau. 
gäl: ,nhd bennäyin; in ba- 
gdyti, ndbni. gaddu'. gälet: 
,banu li Mna'. wa-banät (so) 
beyt, hdtta najazdtha 3 beyt. io 

13. Yaum nejazdt al-beyt. 
rijjäl ja. gäl: ,ismi Ahmed 
bin Göbsa 1 -. ja fi 's-sd'iyah 
yadarib. yaum ja, trah iva- 
nazdl, hdtta nazdl li-l-beyt 15 
dik dik el-hörmah li lagd- 
tha. wa'drras bihä ica-ldgga 
lahä difah. 

14. Wa-bctad hawätaha 
derydn bihä. gälu: ,nlj,ä zu- 20 
icäjena särü ica-dnta hayr 
min-nhä. wa-ma'is zouj ra- 
him wa-vfiuh derähim 1 . gälu: 
.bagdyna narüd 'aleys 'l-häl'. 

15. Gälet: ,zen, adwü* nhä\ 25 
wa-ydum dawenhä, i laggen 
lahä, hadiyyah. M mä tsüfhä. 
daioeynhä: .bagdyna narüd 
'aleys al-häl'. ica-jdlsü 'iu- 
dahä. hdtta saa, sarin. gälö 30 
lahä: ,riiddi c dlä nefsis as- 
salänv. 

16. Tdtihen futaten hag 
harir. gälet: ,bagdytahen li- 
Hyälken hadiyyah'. 35 



1 Auffallend ist das /(, das nicht zur Wurzel gehört. 
Bauleute (Müller). 3 Was soll ha bedeuten? (Müller). 



2 Mehri: Vom nomen verbale bar; IJadrami: Wir sind die 
4 Rad. i5vi> "las auch zu ^^o wird (Müller). 



40 



I. Prosatexte. 



20. Die drei Töchter. 



it. Amur: ,nhd bärutna'. 

tva-gafddt siseu. fit minsen 

wathirot wa-skaböt birik jä- 

byet zigig. 1 amirüt: ,nhd bä- 

5 rutmc. wa-bär mins. 



18. Wa-snkfot te-k-s-söbeh, 
se wa-gäjis. as k-s-söbeh, 
gäjis gardur le-birek jdbyet 
wa-gazzdum. ksti jebyet bir- 

i" k'is zegij. 1 ice-zug mins. amu: 
(so) ,äe mdmülseiv. 

19. Wa-gddlemeh min bi- 
rik humu. wa-amür: ,ho 
jihmune la-dl hobye'. jiMm 

15 l-al höbhe. wa-simrüd, sih 
dewi. lad se nüka bi (1. bell) 
ld, wa-hibah ica-hämeh ye- 
kün t/reh- ica-lad yehjeri- 
yem hdd e Id. 



20 20. Kel di-jirü 3 hörim* 
i/amirem heh: ,döwi hibren 1 . 



rü s 



21. Te Uylat tit, gäj ji- 
riheg bi-horim: 1 dmür: 

.ho ham sreh'. te gahdybem 
■>:, teh, dmür: .ho miskm kuj- 
ji'iji de-jhüm kdrmi'. 

22. Amur: ,ho si diwe ld\ 
dmür: .harnk tedövci hibr'r . 
we-r&dd i seh, we-divtih. seh 

hltS diwidten. as reb'at min 
diwidten, wigci bi-hdyr. 



17. Sie sagten: ,Wir werden 
gehen (des Abends )'. Und sie 
ging hinab mit ihnen. Eine von 
ihnen blieb zurück und schüttete 
in die Badewanne Glas. Sie 
sagten : ,Wir werden gehen 
(des Abends)'. Und sie gingen 
(abends) von ihr. 

18. Und sie schlief bis am 
Morgen, sie und ihr Mann. Wie 
es am Morgen war, ging ihr 
Mann in die Badewanne und 
wusch sich. Er fand in der 
Badewanne Glas. Und er rief 
nach ihr. Er sagte : .Das ist 
ihre Tat'. 

19. Und sie trugen ihn aus 
dem Wasser. Und er sagte: ,Ich 
werde zu meinen Eltern fort- 
gehen'. Er ging fort zu seinen 
Eltern. Und er wurde krank. 5 
Mit ihm war (er bekam) Arznei, 
nicht mehr kam eine Sache bei 
ihm (d. h. es half ihm nichts 
mehr). Und sein Vater und seine 
Mutter blieben bei ihm und gin- 
gen nicht mehr zu jemand (d. h. 
sie machten keineBesuchemehrV 

20. Zu jedem, der den Weg- 
ging, sagen sie: ,Gib Arznei 
unserem Sohn'. 

21. Einmal in der Nacht, ging 
ein Mann desWeges in der Ferne. 
Er 6 sagte: .Ich will hinter ihm - . 
Als sie zu ihm kamen, sagte er: 
,Ich bin ein armer Pilger, der 
ich meinen Weg- gehe'. 

22. Er sagte: .Ich habe keine 
Arznei'.' Er sagte: ,Ich will, 
daß du meinem Sohn Arznei 
gibst'. Und er kehrte zurück 
mit ihm. Und er gab ihm 
Arznei. Mit ihm waren drei 
Arzneien. Wie die vierte von den 
Arzneien war, wurde er gesund. 8 



17. Gälu: ,bä-nesrV. ica- 
ndzlat md'hiim. icdhdah min- 
nahinna fairäkarat ica-säk- 
bet fi 'l-jäbyeh zijäj. gdlet: 
nhä bä-nesri'. wa-sdret (so) 
mhinaha. 

18. Wa-nämat hdtta '§- 
subh, hl wa-zdujahä. hdtta 
's-söbeh, zdujahä sär fi ica- 
sdt al-jäbiyah iva-tagdssal. 
hdssal al-jäbiyah fi wasdtha 
zij<\). ica-sdyyah minnahä. 
gäl: ,da mdmulhen 1 . 

19. Wa-hdmlüh min icasät 
al-mä. wa-gäl: ,dnä bäsir 
lärind dldv. sär lä-'ind dh- 
luh. ica-mirid iiddeh. ica- 
lä 'äd si ja buh. to-abüh 
tea-ümmuh yaga'ün föguh 
iva-lä c äd yahrujiin lä-'iud 
had. 



20. Kul min mar at-taHg, 
yagulu luh: .däiui waUdna'. 

21. Hdtta leylah icähida/t. 

rijjdl mar fi tarig bald, gäl: 

,bagdyt gafäh'. hdtta waslüh, 

gäl: ,dnä miskin hajjäj. asir 

fi tarigr. 

22. Gäl luh: .mu si duwd 
ma'dk'. gälü: .bagdytak tadd- 
wi »reledi'. wa-rdd ma'uh. 
wa-d-dawd ma'tih. däwäh 
talät marrdt. yaum ar-rdbia 
min ad-dauyät. u:agd c bi- 
lidyr. 



1 So Ms. für zijij Möller). s Vgl. ^1* ,__i» 5 , hebr. vbv "lÜV Müller). 3 Ma Müller). ' So Ms. (Müller). 

n«Jr. .Hddeh ,sehr' scheint iih dewi zu stecken (Müller " Wohl der Vatei (Müller). : lladrami: Hast du 

keine Arznei? (Müller). ■ lladrami : ,1'nd er kehrte zurück mit ihm. Und er hatte Arznei bei sich. Er gab ihm 

dreimal Arznei. Als er sie zum vierten Male gab, wurde er gesund. Danach ist auch der Mehri-Tezt zu verstehen (Müller). 



20. Die drei Töchter. 



I. Prosatexte. 



41 



23. Gdj dmür: ,ho jik- 
möne. ba dawik teh'. dmür: 
,thdurn he' 9 dmür: Jiaum 
kerrät wa-bäkürt di-dheb ica- 
kerrdt di-dheb'. 

24. Wa-jihem te ddah. as 
Hi'ika he beyth, dmür: ,ho 

jihmdne'. te nuka, ksnh här- 
met wa-hbinhe. wa-tholül 
hinihem. 

25. Yegrdur la-dl gahwU. 
Je l-aded'. we-t geräar la- 
dl gahuet, hibreh yanehij bi- 
baköret iva-karrdt. as rtid, 
ksuh gajjen hibreh di-yane- 
hij bi-kerrdt ica-bäkor. 

26. Amur: ,de min-hö'9 
amirut : .haulk minhem lä\ 
töli dmür: ,ugone hit nika's 
le-hini ho tce-lazeröme het 
tahim tahdgligehem ti ho we- 
läzeröme ho bar gölig tehem'. 

27. Amur: ,di-het dewis 
ti\ amirot: .yahdum'. 1 dmür: 
,bdli sis\ amirot: ,d-är ho 
ajöb buk', ica-gazaut wa- 
htalatdut. 

(dli her he, 21. Februar 1902.) 



23. Der Mann sagte : ,Ich 
werde gehen. Ich habe ihm 
schon Arznei gegeben.' Er sagte: 
.Was willst du'? Er sagte: ,\ch. 
will einen Ball und einen Schlag- 
stock aus Gold und den Ball 
aus Gold. 2 

24. Und er ging fort bis in 
sein Land. Wie er zu seinem 
Hause kam, sagte er: ,Ich werde 
fortgehen'. Als er kam, fand er 
die Frau und seine Söhne. Und 
er verweilte bei ihnen. 

25. Er ging in das Kaffee- 
haus. ,Bis daß ich zurückkehre.' 
Und als er zum Kaffee ging, 
spielte sein Sohn mit dem Schlag- 
stock und dem Ball. Als er zu- 
rückkehrte, fand er den Knaben, 
seinen Sohn, welcher mit dem 
Ball und dem Schlagstock spielte. 

26. Er sagte: ,Von wo dies'? 
Sie sagte: , Deine Macht ist nicht 
von ihnen (d. h. kümmere dich 
nicht um sie)'. Nachher sagte 
er: ,Es wird sein, du kamst zu 
mir und jetzt willst du mich 
sie sehen lassen und jetzt sah 
ich sie schon'. 

27. Er sagte: ,Du hast mir 
Arznei gegeben'. Sie sagte: ,Er 
will' (vielleicht: Jawohl). Er sagte: 
.Mein Herr (Gott) ist mit dir'. 
Sie sagte: ,Ich liebe dich nur'. 3 
Und es ist zu Ende und aus. 



23. 'B-rijjdl gdl: ,dnä bä- 

sir. bar(d)aiowik ydh\ gdl: 
,bagdyt ays'f gdl: ,bagdyt 
ki'ah wa-bäknrah dahdb 10a- 
krdh dahdb'. 5 

24. Wa-sdr hdtta drduh. 
yaum jd hü* beytuh, gdl: 
,and bäsir'. hdtta wasdl, hds- 
sal hörmah wa-iydlah. 10a- 
jales 'indahum. 10 

25. Yaldggi gdhioa. hdtta 
yarild. ila sär Id-ind al- 
gr'ihwa, waleduh yal'db bi-l- 
bäkürah wa-l-krdh. yaum 
rad, hdssal wided wileduh ts 
ydlab bi-l-krdh ica-l-bäkürah. 

26. Gdl: ,da minin'? gd- 
let luh: ,md hdulek minna- 
hum'. wa-t-tdli gdl: ,wdga 
dnti jibti (?) bahüm luh wa- 20 
dalhin dnti bagdyti tasragt- 
nahum tarawwina ydhum 
irn-delhin dnä kud süftahum.' 

27. Gdl lahd: ,dd dilti 
irasseyti'J' gdlet: ,rabb al- 25 
'alamin mdis'. gdlet luh: ,dd 
ani ahübbak'. tca-ängasat 
wa-htdlatat. 

(22. und 25. Februar 1902.1 



21. (35) Die drei Brüder. 



Mehri. 

l. Tdd jihim. te nüka bi- 



Deutsch. 



IJadrarai. 

l. Einer ging fort. Als er in 1. Wdhid sdr. hdtta jd 

rahbet, hudüm. wa-arüs wa- eine Stadt kam, diente er. Und bildd, haddm. ica-tazdicwaj 



1 Vielleicht ya{iäul. s Der Zusatz ,und den Ball aus Gold' erklärt sich daraus, daß an erster Stelle ,aus Gold' 

fehlt (Müller). 3 Der Sinn der letzten zwei Abschnitte ist dunkel. Unzweifelhaft ist hier vom Erzähler eine Episode 
ausgelassen worden. Der Mann wird aus dem eigenen Hause fortgeschickt, nachdem ihm Stab und Blatt aus Gold ab- 
genommen worden waren. Er kommt wieder ins Haus des kranken Sohnes, wo inzwischen der Vater gestorben zu sein 
scheint. Die Witwe erkennt ihn als den Retter ihres Sohnes und verliebt sich in ihm. So etwa denke ich mir den 
Zusammenhang. Im einzelnen bleibt vieles unklar (Müller). 4 hü entspricht Mehri he vMüller). 5 Wohl verderbt aus 
deioii ti (Müller). 6 Diese Erzählung enthält die Geschichte einer Familie und keinen Märehenstoff (Müller). 

W. Hein. Mehri-Teste 6 



42 



I. Prosatexte. 



21. Die drei Brüder. 



dymel hariiu't wa-äymel mins 
fyebün, drba gajjvten wa-fag- 
§is gallige. 

2. Wa-mgören agdurim. te 
5 i'agd! iiyelj. Itögem gayj. wa- 
mgören shdrbem ica-ltögem 
fäd. wa-mgören sirüh atv- 
gem (latügem) täd gäher. 

3. Wa-mgorin m'küben 1 
10 birek beyt ica-slebdem häbü. 

gayj wuküb lihem, atögeh. 2 
as bar atögeh, 2 sekken 3 beyt. 
wa-grdyr we- wuküb birek 
biyyetihem. ica-lä-ad hurnj 
15 la sen&t. 



4. Wa-mgorin hirüjem, let- 
bedem. tca-ds ber letbedem, 
(l)atogem .sirü. riddem kini- 
yah. 

20 5. As b-hilliyu, srüh ilyek 
Ijirüjem mine biytihem. jiM- 
mem bedyet. te wdfgem gayj- 
Itögah u-jiMmem. 

6. Te lief gern harmeti si- 
25 risfarisen bisen. wa-fdd nükä 

min harmeth bi-hdrbd gaj- 
vüten wa-nükä bi-gajjträ 
ydsru, wa-d6k gäher n/'>k>i 
bi-rböt gdlyen. tarhdyhem 
30 Irägärib, 6 te l-gähum gayüj. 

7. As bärhem gayüj, ji hö- 
rnern, te nikdäm al gduwi- 
hem, ntduhem. fäd beh $arb, 
Ibidmeh beh, wa-fdd gäher 

35 beh mäfdanet. wa-yentduhem 



er heiratete und machte (sie) 
zur Frau und bekam von ihr 
Kinder, vier Töchter und drei 
Jungen. 

2. Und dann wuchsen sie heran. 
Als sie groß waren, töteten sie 
einen Mann. Und dann kämpf- 
ten sie und (die Leute) töteten 
einen (von den drei Brüdern). 
Und dann töteten die zwei einen 
anderen. 

3. Und dann gingen sie (die 
zwei Brüder) hinein in das Haus 
und beschossen die Leute. Ein 
Mann ging hinein zu ihnen, sie 
töteten ihn. Als sie ihn getötet 
hatten, verrammelten sie das 
Haus. Und sie (die Leute) gin- 
gen fort und gingen hinein in 
ihre Häuser. Und sie (die Brü- 
der) gingen nicht mehr hinaus 
ein Jahr. 

4. Und dann gingen sie hin- 
aus, sie kämpften. Und wie sie 
kämpften, töteten sie (die Brü- 
der) zwei. Sie kehrten zurück 
heimwärts. 

5. Wie es bei Nacht war, gin- 
gen jene zwei (Brüder) hinaus 
aus ihrem Haus. Sie gingen fort 
ins Land. Als sie einen Mann 
trafen, töteten sie ihn und gin- 
gen fort. 

6. Als sie zwei Frauen trafen, 
heirateten sie sie. Und der eine 
bekam von seiner Frau vier 
Töchter ' und er , bekam zwei 
Knaben und jener andere be- 
kam vier Jungen. Er ließ sie 
aufwachsen, bis sie Männer 
wurden. 

7. Wie sie Männer waren, 
gingen sie fort. Als sie zu ihren 
Brüdern (d. h. Brudersöhnen, 
den zwei Söhnen des anderen) 
kamen, stritten sie. Der eine 

vmi den zweien) hatte einen 



ira-Idgga hormah ica-jäb min- 
nahä 'iyäl, drba' banät wa- 
talätah 'iyäl. 

2. Wa-bd'd kübru. hdtta 
wdgdu rijäl, gdtlu rijjal. 
wa-bd'd härabü ica-gdtalu 
wähid. wa-bd'd tnin gdtalu 
icähid täni. 

3. Wa-bd'd ddhalu wasdt 
al-beyt wa-därabu 'n-nds. 
rijjal dahdl 'aUyhem, gdta- 
lüh. yaum kid (so) gdtaln.li. 
sdkku 'l-beyt. wa-sdrü wa- 
ddhalu fi biyütihem wa-l-'äd 
harjü seneh. 



4. Wa-bd'd hdrju ica-lw- 
rabu. wa-ydum härabu, gdt- 
lau tnia wa-rdddu lä buyüt- 
hum. 

5. Yaum bi-l-lel tinin dö- 
läk hdrjau min buyüthum. 
wa-säru al-bädyeh. hdtta wä- 
fagau rijjal, gdtalüh we-säru. 

6. Hdttä uäfagau horma- 
tdyn, 'drrasu bihinna. wa- 
wähid jdb min härmet eh b- 
erbd banät wa-jäb wdldayn. 
wa-däk at-täni jdb b-erbda 
'iyäl. hallähum ydkbarün, 
hdtta wdgdu rijäl. 

7. Yaum, kidhum rijäl, 
särü. hdtta jä'u 'ind }j.awä- 
nahum, tagdweru. wähid ßh 
'/'(/. (brhf'hßh. wa-t-tdni fih 
fdfnah. wa-tagdwaru makä- 



1 Lies: 3 Für Utfägeh (Mm 3 Ftlr stkkem (Müller). 4 Für iMt (Müllbb). ' Lies: ägärim. 



21. Die drei Brüder. 



I. Prosatexte. 



43 



mkdnihem, tdd minhem md- 
tig> 

8. Wa-mgorin minhem ar- 
böt gdyicu jihemem min ha- 
läkme. te ndkdam Hadra- 
müt, bniicem hdzen. te icagct 
sauh, htllem birkeh, gazäym 
hdrbd senin. 

9. Te Mit herüjem ha-bär. 
as bdrhem bi-bär, antduhem 
hhn wa-hdbü gayrhuten. ya- 
Idddigem 3 srü. 

10. As bar ledögem srüh, 
riddem kinyeh. te icuköb bi- 
rek hdznahem, shfdil 3 birkeh. 
yeldbdem tehem häbü mini 
bar. yeldbdem srüh, yezdy- 
bem tehem. 

11. Wa-m? goren feilem ilyek 
be-bdr. te wuköb birek biyeti- 
him, yenöka gaum; yehrije- 
hem birek 4, biyetihem. as ber- 
hem be-bdr, saldbdemeh, te 
yezdyb minneh sru. 

12. Wa-mgören ilyek l-birek 
biyüt yelebdem l-il be-bdr, 
yezdyb menhem asrit. wa- 
ilyek l'- be-bdr feilem bddyet. 
shillil. 3 iva-gazdut. bes. 

{sälih her micädllem, em gidhi, 
22. Februar 1902.) 



Stock, sie schlugen ihn damit, 
und der andere hatte eine Stich- 
waffe. Und sie stritten an ihrem 
Ort, einer wurde getötet. 

8. Und dann gingen die vier 
Brüder von ihnen von dort fort. 
Als sie nach Hadramüt kamen, 
bauten sie eine Burg. Als sie 
groß wurden, wohnten sie in ihr, 
sie ruhten vier Jahre. 

9. Einmal des Nachts gingen 
sie hinaus. Wie sie draußen 
waren, stritten sie, sie und die 
anderen Leute. Sie (die Leute) 
töten zwei. 

10. Wie sie die zwei getötet 
hatten, kehrten sie zurück heim- 
wärts. Als sie in ihre Burg hinein- 
gegangen waren, verblieben sie 
in ihr. Es schössen auf sie die 
Leute von draußen. Es schössen 
die zwei (Brüder), sie trafen sie. 

11. Und dann flohen jene ins 
Land. Als sie in ihre Häuser 
hineingingen, kam ein (Volks-) 
Haufen ; sie hießen sie aus ihren 
Häusern herausgehen. Wie sie 
draußen waren, schössen sie auf 
ihn (den Haufen), bis sie von 
ihm zwei trafen. 

12. Und dann beschossen jene, 
die in den Häusern waren, die, 
welche draußen waren, sie trafen 
von ihnen zehn. Und jene, welche 
draußen waren, flohen ins Land. 
Sie (die Sieger) verblieben. Und 
es ist zu Ende. Genug. 



nahum, icähid minkum mag- 

ti'il. 



8. Wa-bad mtnnahum är- 
ba'a ha ic an särü min hinäk. 
hdtta w&ilu Hadramüt, ba- 5 
udti husun. hdtta icaga' ka- 
bir, hdllu fih drbd senin. 

9. Hdtta lelah, hdrjü l-el- 
'bdr. yaum kidhum fi-l-bdr, 
tagäioaru, hum wa-n-näs ta- 10 
niyin yetgätalün, yegtalün 
tinin. 

10. Yöm kid gdtalit, tinin, 
rdddu räja'in. hdtta dahin 
fi hüsnahum, jelsufih. darbü- 15 
hum en-nds min al-bdr. ddrbu 
tinin, sdwwabüh tun. 

11. We-bd'd serdu döläk 
l-el-bdr. hdtta ddhalu fi bi- 
yütahum, yejihem gom; har- 20 
rdjhum min biyutahum. yaum 
kidhum fi-l-bdr, darabuhum, 
hdtta sdbu minhum tnin. 

12. Wa-bdd doldk li fi-l- 
biyüt yadrabün li fi-l-bdr, 25 
yesibun minhum 'dsrah. wa- 
doläk li fi-l-bdr serdu 'l-bä- 
diyah. wa-jdlsu. wa-gazdt. bes. 

(22. Februar 1902.) 



Mehr 



22. (37) Die Tochter der Abessynierin. 

Deutsch. 



IJadrarui. 

1. Amor: hehar fagir, sih l. Er sagte: Es war ein armer 1. Gäl: sebah fagir, md 

si la ica-sih habdntha 5 sirit Alter, er hatte nichts (kein Ver- md'ih si wa-md'ih bandti 30 
wa-sih ajüz harmdt. 6 iva-tayt mögen) und hatte seine zwei tint $ n wa _ m tfij l ' a jf (2 horma- 



' Für maüig (Müller). 
mbivek = k^j« -^ (Müller). 



Radix: Uog (Müller). 3 Für thidil (Müller). 4 Soll wohl nun heißen (vielleicht 
Für habäntah (Müller). 6 Lies: harmüth (Müller). 

6* 



44 



I. Prosatexte. 



22. Die Tochter der Abessynierin. 



hibride 1 hehar hdmes hab- 
sis? hdmes ber mütöt. wa- 
hallöt hal hdmes wa-gäds. 3 



2. Te senet, amirot Ms: 

5 ,jihim! lad hams 4, hin"/ Id. 

wa-dn riddis, sahtdyte tes'. 



3. Tili fallöt. jihmot tet- 
hqf mkön wa-tetsöbeh mkön 
ioa-thfot birek zabbod. 5 

10 4. Yeghdybem tes hibeyt 
hibün la-ddulet. issit galog- 
mis la ica-tdd galgdys. gdlho 6 
hdtim inhdli zöwer. 7 we-nfu- 
sem. 

iö 5. Te has wizlem (wi§lem) 8 
seri rihbet, di gannön amör: 
} hinhek hdtmi'. rikeb tar 
firhin loe-rid. amörem: ,ne- 
hdum narid sük'. hazzüh. 



20 6. Has icdthaf, ksis birek 
zabbödet. 5 amör: ,het mine 
gc? wa-lü muslimöt'f amirot: 
,hoh musdlmöt'. amör: ,in 
hU musdlmöt, gaddu 1 . 

25 7. Haggardt' 3 seh, heriki- 
bis far firhin, rikbot. te gih- 
böt birek hdzan (hdsan), 



Töchter und hatte eine Alte, 
sein Weib. Und (was) eine Toch- 
ter des Alten (betrifft, so) war 
ihre Mutter eine Abessynierin. 
Ihre Mutter war schon gestorben. 
Und sie (diese Tochter) hielt sich 
bei ihrer (Stief-)Mutter und ihrer 
Schwester auf. 

2. Nach Jahr und Tag sagte 
(die Stiefmutter) zu ihr: ,Geh 
fort! Ich will dich nicht mehr 
bei mir. Und wenn du zurück- 
kehrst, werde ich dich schlach- 
ten'. 

3. Dann floh sie. Sie ging 
fort, kam (abends) an einen Ort 
und kam morgens an einen Ort 
und kam (abends) zu einem 
Aloebaum. 1 ' 1 

4. Es kamen zu ihr die sieben 
Söhne des Sultans. Sechs sahen 
sie nicht und einer sah sie. Er 
legte einen Siegelring unter einen 
Stein. Und sie gingen (nach- 
mittags) fort. 

5. Wie sie hinter (d. h. vor) 11 
die Stadt kamen, sagte dieser 
Junge : 12 , Ich habe meinen 
Siegelring vergessen'. Er ritt 
auf der Stute und kehrte zu- 
rück. Sie sagten: ,Wir wollen 
mit dir zurückkehren'. Er lehnte 
es ab. 

6. Wie er (abends) kam, fand 
er sie in dem Aloebaum. 10 Er 
sagte: ,Bist du ein Erdegeist 13 
oder eine Muslimin'? Sie sagte: 
,Ich bin eine Muslimin'. Er 
sagte: ,Wenn du eine Muslimin 
bist, vorwärts'. 

7. Sie ging mit ihm, er setzte 
sie auf die Stute, sie ritt. Als 
er in das Schloß kam, sab er 



t"h. vsdhdah bit 's-sebah tim- 
mahä habsiyah. iimmaha km] 
mdtet. ica-hdllet c ind iimma- 
ha ica-iihfaha. 



2. Hattd sdnah, gdlet la- 
Itn : .sirif mä 'ad bagdytis. 
wa-in rajd'ti, bä-ädbahis~\ 



3. Wa-t-täli serdat. sän f. 
hdtta daicwat makdn. iva- 
sdbbahat makdn iva-daicdt fi 
subbärah. 

4. Yejfnilw sdb'ah c iydl 
ed-doleh. sitta md säfuha 
ica-wdhid sdfaha. tdrho u hä- 
tem tdhta hasd. ica-rdivvah". 

5. Y6m icdslü gdfa 'l-bi- 
Idd, ddk as-sagir gdl: .na- 
seyt hdtimr. rakeb fög el- 
muhra wa-räd. gdlü luh: 
,bä-narjd' md'ak'. hazd. 

6. Tom da ad. hasxdlha fi 
teasdt as-subdrah. gd!: ,dnta 
jinni an müslim'9 gdlet: ,ani 
miislimah'. gdl: .in känW 
muslimah, gaddu'. 

7. Wa-sdret mu'uh. rak- 
kdbha fög al-mülira. rdkbet. 
hdtta jü f wasdf al-htisun, 



1 Kür hibrlt de (Müller). ' Kür liabiit i Mi i.i.kr). 3 Besser: gats (Müller) 4 Für 'f?ia»i.J (Miller). * Kür 
«abhört oder saborä (Müller). • Kür gälluh(1) (Müller). ' Gleich «'»• oder *6r (Müller). 8 Die eingeklammerten 
Worte rOhren von mir her (Müller). • Besser haggarSt (Möller). '" Richtig: Tamarinde (Müller). " Man ä 
wenn man zur .Stadt kommt: man kommt , hinter die Stadt'. Umgekehrt, wenn mau aus der Stadt geht: ,tum Anfang 
der Stadt'. ia D. h. der .Jüngste von den sieben, welcher das Mädchen gesehen hatte. " D. h. wohnst du als Dämon 
unter der Erde u Plural statt Singular? (Möller). " Suhstantivum verbale .Mim 



22. Die Tochter der Abessy nierin. 



I. Prosatexte. 



45 



gelbis birek gäzer (gdser). sie in den Oberstock. Sie vi 
thawulldt birek gäzer. 

8. Wa-he gafüd, te wizal 
imzd. has wizal imzd, dmür: 
,hdrbdam ha-gajinot ilsöz 
(ises) : . ica-härbcia Ms. has 
wizal, hugä' ilsez birek häl- 
fet, wugduf mins. tdamethe 
Id. iva-hätüm ilsez. 



9. Wa-ka-s-söbeh yeghdy- 



weilte in dem Oberstock. 

8. Und er stieg herab, bis er 
hinab gelangte. Wie er hinab 
gelangt war, sagte er: , Bringt 
dem Mädchen sein Abendessen 
hinauf. Und (einen brachte (es) 
ihm hinauf. Wie er (hinauf) ge- 
langt war, stellte er ihr Abend- 
essen nieder in das Fenster. Er 
schwieg zu ihr. Sie kostete es 
nicht. Und ihr Abendessen stand 
über Nacht. 

9. Und am Morsren brachten 



tarähha fi 'l-gdsr. jalsdt fi 
'l-gdsr. 

8. Wa-hu nazdl, hdtta wa- 
sdl taht. yom wasdl taht, 
gdl: ,tdlli\i Vi-l-bundyah 'asä- 5 
ha 1 . wa-talld c lahd. yaum 
wasdl, wdggd al-asä fi % 
half ah. wa-sakdt minnahä. 
mä ta'mätuh. wa - bdyyat 
c asdhä. 10 

9. Ydm as-subh jdbau ga- 



bem teh 1 fsis wa-wugäufem sie ihr ihr Frühstück und ddhä wa-sdktu minnahä, mä 
mins, häd gatri sis lä. wa- 
ta'ameth lä. 



had takdllam mdha. 
tdmdtuh. 



wa-lä 



10. We-te jihme, haglyhj- 
bem tes ilses. amorem Ms: 



,asisi'. assiöt. 2 



li. Wa-mgöre amür Ms: 
,nhdum nebär'. iva-bär bis 
te fini rihbet. has wizal fini 
rihbet, amör Ms: ,sallib le 
(salib li), wa-nhd wezalleye 
(ivesaleyej bu, te nadecV. 



12. Jirö (jiroh) lis hufär. 
amör: ,da mdn^ wugföt 
minh. has wugföt minh, bar. 



13. Te teicüh mkön. bdr 
lis gajinoten. amör: ,nhd 
sdffen suköfen 1 -. amirot: ,hd- 
stau'. ,nehdum nahdzif (uio) 
be-läb'. töli amirot: ,hdstou l . 
hezzafif. 



schwiegen zu ihr, niemand 
sprach mit ihr. Und sie kostete 
es nicht. 

10. Und als es Morgen (d. h. der 
nächste Tag) war, brachten sie 
ihr ihr Abendessen. Sie sagten 
zu ihr: ,Iß (das Abendessen)'. 3 
Und sie aß (das Abendessen). 

11. Und dann sagte er zu 
ihr: ,Wir wollen fortgehen (bei 
Nacht)'. Und er ging mit ihr 
fort (bei Nacht) bis zum Anfang 
(d. h. das Ende) der Stadt. Wie 
er zum Anfang (Ende) der Stadt ^>M: ,agaß li, wa-nh,ä bä- 
gelangt war, sagte er zu ihr: nasdlli hina, hdtta ndrja''. 
,Wart auf mich — und wir 

werden (wieder) hieher gelangen 
— , bis wir zurückkehren'. 

12. Es traf auf sie ein Sklave. 12. Marr 'aleyha 'abd. gäl: 
Er sagte: ,Wer ist dies'? Sie ,dd min 1 ? sektet minh. yom . 25 
schwieg zu ihm. Wie sie zu ihm s ^ m m i nnu J h s ^ rät 



10. Hattä sär, 5 jäbü laha 15 
'asähä. gälü lahd: ,gümV. 
tddssat. 



n. Wa-bad gäl lahd: ,ba- 
gdyna nesri'. wa-sarrähä 6 
hattä guddäm el-bildd: yaum 20 
wasdl guddäm 'l-biläd, gäl 



hatte, ging sie 4 



fort 



geschwie 
(bei Nacht). 

13. Als sie 4 (nachts) an einen 
Ort kam, gingen zu ihr (nachts) 
Mädchen. Sie sagten: ,Sieh da, 
wir haben geschlafen'. Sie sagte: 
,Gut'. (Sie sagten) : ,Wir wollen 
uns zu Reihen stellen im Spiel'. 
Dann sagte sie: ,Gut'. Sie stell- 
ten sich zu Reihen. 



13. Hdtta daivä makän, 
sareyn lahd al-bunayyät. gä- 
len lahd: ,nhä addr (so) nihä 
nimna 1 . gälet: ,zin l . ,bagdyna 30 
nasüf bi-l-la t db i . wa-t-täli 
gälet: ,zen\ soffen. 



1 Lies: haghäybem tes. 2 Kaum richtig. Es muß heißen entweder 'aisöt ,sie erhob sich' oder atosiot (Müller.) 

3 Richtig: , Erhebe dich' (Müller). 4 Lies: ,er', sonst müßte barSt, bezw. teivöt stellen (Müller). 5 sär entspricht 

jihme (von jihem gehen) und bedeutet wie jenes den folgenden Tag (Mülleri. 6 Wörtlich: er ließ sie gehen (Müller). 



46 



I. Prosatexte. 



22 Die Tochter der Abessynierin. 



14. Wa-amür: ,de hit fya- 
l'i'intse harim wa-nhä ha- 
bdntiyen gayüj'. 

5 15. Atniröt: .hästau. hsöd 
höba'a 'iniyen. ice-häd le-hälg 
Siwöd Id birek beyt timin 

yauiu:. 

16. T6U sef gayj yetdm- 
io'en lis. amor : Jidstau, ho 
§alek sehem 1 ilyduina kel'. 
wa-ialUhem. 

it. Wa-dmör: ,mölim l- 

eksföP bis', molim dmür: 

15 ,hdstou'. icd-mbuh bi-dds. 

wa-härus bis. ioa-wug6t seh. 

nükä tnins bi-tagiis galliyen. 

18. Amirot: ,haum l-ejhdm 
l-agaleb haid il-hibi wa-hdmi 

20 ua-gdtye'. dmör: Jidstau'. 
dmür: ,thim sis mö'? ami- 
röt: ,haum molim'. dmör: 
,hdstau'. 

19. Jihem sis molim wa- 
25 hujür iva-hujurit. te nakd'm 

mkön, dmör Ms molim: ,ta- 
himi neshat hibres ahtiyer 
wa-tehimi l-enhdj X bis ahti- 
yer 1 . amirot: ,ld, hdumak 
30 teshdf hibri 1 . dmör: Jidstou'. 
yeshdtah. loa-jihemem min 
haldkme, te nakd'm mkön. 



20.Has rdkdrn mkön, dmör: 
Jahimi l-eshöf föbrfä ydher 



14. Und sie sagten: , Deine 14. Wa-gäl: e ,dd enti ba- 

Tüchter (d. h. die Mädchen auf ndtis harim wa-nhd *iyä- 

deiner Seite) sind die Frauen lanä riiidl' 
und unsere Töchter die Männer'. 



15. Sie sagte: ,Gut. Der Auf- 
wand (für das Hochzeitspiel soll) 
siebenhundert (Taler betragen). 
Und niemand soll Feuer an- 
zünden in seinem Hause acht 
Tage.' 3 

16. Dann, siehe, belauscht sie 
ein Mann. 4 Er sagte : ,Gut, ich 
nehme diese alle auf mich'. 5 
Und er nahm sie auf sich. 

17. Und er sagte: ,Der Mu- 
'allim soll dich (einstweilen) in 
Obhut nehmen'. Der Mu'allim 
sagte: ,Gut'. Und er rüstete zur 
Hochzeit. Und er heiratete sie. 
Und sie war mit ihm. Er bekam 
von ihr drei Jungen. 

18. Sie sagte: ,Ich will gehen, 
um meinen Vater und meine 
Mutter und meine Schwester zu 
begrüßen (nach ihrem Befinden 
zu sehen)'. Er sagte: ,Gut'. Er 
sagte: ,Wen willst du mit dir'? 
Sie sagte: ,Ich will den Mu- 
'allim'. Er sagte: ,Gut'. 

19. Es ging mit ihr der Mu- 
'allim und ein Sklave und eine 
Sklavin. Als sie an einen Ort 
kamen, sagte zu ihr der Mu- 
'allim: .Willst du, daß wir deinen 
Sohn schlachten? Wähle! Oder 
willst du, daß ich mit dir (ge- 
schlechtlich) spiele? Wähle!' 
Sie sagte: ,Nein, ich will, daß 
du meinen Sohn schlachtest'. Er 
sagte: ,Gut'. Er schlachtete ihn. 
Und sie gingen von hier, bis 
sie an einen Ort kamen. 

20. Als sie an einen < ht 
kamen, sagte er: , Willst du, 



15. Gdlet: ,z$n. hasdr sdb'a 
m'iyah. ica-ld had yd'lig en- 
ndr ß wasdt al-beyt tamd- 
niya ayydm'. 

16. Wa-t-tdli a$dr (so) rijjäl 

yetasdmmd 'dldyha. gdl: ,zen, 
and suftahum (so) dola külla- 
hum'. wa-sellahum. 

17. Wa-gdl: ,el-mudllim 
yatakaffdl bis', el-mu'dllim 
gdl: ,zen'. wa-ndbba bi-z- 
ziwdj. loa-z-zawdj bihd. tca- 
ivag'dt miCuh. jdb minnaha 
bi-taldta Hydl. 

18. Gdlet: ,bagdyt asir 
rudd us-seldm la-büyeh wa- 
itmmi toa-hawdti'. gdl lahd: 
,zen'. gdl lahd: .bagdyti min 
ma'is'f gdlet: ,bagdyt el- 
miidllim'. gdl lahd: ,z&n'. 

19. Sdr ma'ahä al-muäl- 
lim wa-'dbd ica-jdriyah. hdtta 
wdslu makdn, gdl lahd el- 
miidllim: ,bagdyna nddbah 
weledis tahdyyari iva-bayay- 
üna asir ma'is tahdyyir'. 
gdlet: ,md bagdytdk tastr 
mai, ddbah iceledi'. gdl: 
,zfoi'. dabdhuh. wa-sdr min 
hindk, hdtta jäu makdn. 

20. Y6m wdslu makdn. gä- 
lahä: ,bagaytina ddbah w6- 



1 Lies: tehem. - Wohl für ekte/61 (Müller). ' D. h. jedermann soll acht Tage frei bewirtet werden; die Rede 
ist scherzhaft gemeint. * Wie sich ;uis dem folgenden ergibt, war dieser Mann der Sultan der betreffenden Stadt. 

: 1>. Ii die 700 Taler; er macht aus dem Spiele Ernst. 6 amüi am bgebildet, das 3. p. sg. m. und 3. p. pl. f. bezeichnet. 



22. Die Tochter der Abessy nierin. 



I. Prosatexte. 



47 



ahtiyer'. amirot: ,lä, ashdtah 
gäher'. shatdh. wa-jhemem 
min haldkmeh, te nüka mkön. 



21. Has nüka mkön, ämör: 
,tahimi l-eshot hibris gäher 
ahtiyer'. amiröt: ,ld, asha- 
tdh i . sliatdh. wa-jihemem min 
haldkme. 

22. Te nüka mkön, ämör 
Ms: Jiaum l-eriköb lis i . ami- 
röt: ,hatim lä'. sgölis. telis 
gazabdth. huhäut. se thuioeh 
iva-heh siris, te gazabdth. 

23. Has gazabdth, irid, te 
nüka hallduk hol däulet. has 
nükä hal ddulet, dmör: ,har- 
meti ho'? ämür: ,diyöt'. 



24. Ddulet jihem, te nüka 
ad. has nüka, kasis. dmür: 
,iüukö ddyays'f amirot: ,ho 
mölim sugäuli leylet häwalit 
wa-shdt hibri as-iäuh ica- 
läylat gayrhit sahdt hibri 
gäher'. ica-leylat gayrhit ga- 
zabdth ica-fallöt. 



25. Te töli ämör: ,het mö- 
lim td'mol lydumeh 1 , yawiz- 
meh janbiyet toa-yelidgah. 1 
wa-hds ber Iddgah. 1 jihem, 
te nükä mkön. 



daß ich deinen anderen Sohn 
schlachte? Wähle!' Sie sagte: 
,Nein, 2 schlachte ihn, den an- 
deren'. Er schlachtete ihn. Und 
sie gingen von hier, bis sie an 
einen Ort kamen. 

21. Wie sie an den Ort kamen, 
sagte er: , Willst du, daß ich 
deinen anderen (d. h. den dritten) 
Sohn schlachte? Wähle!' Sie 
sagte : ,Nein, schlachte ihn'. Er 
schlachtete ihn. Und sie gingen 
von dort. 

22. Als sie an einen Ort kamen, 
sagte er zu ihr: ,Ich will auf 
dir reiten'. Sie sagte: ,Ich will 
nicht'. Er ging auf sie los. Dann 
entwischte sie ihm. Sie lief. Sie 
lief und er hinter ihr, bis sie 
ihm entwischte. 

23. Wie sie ihm entwischt 
war, kehrte er zurück, bis er 
dorthin kam zum Sultan. Wie 
er zum Sultan gekommen war, 
sagte er (der Sultan) : ,Wo ist 
meine Frau'? Er sagte: ,Sie ist 
verschwunden'. 

24. Der Sultan ging fort, bis 
er in ein Land kam. Wie er 
kam, fand er sie. Er sagte : 
.Warum bist du verschwunden'? 
Sie sagte: ,Der Mu'allim be- 
drohte mich die erste Nacht und 
schlachtete meinen großen Sohn 
und die andere Nacht schlach- 
tete er meinen anderen Sohn'. 
Und die andere (d. h. dritte) 
Nacht entwischte sie ihm und 
floh. 3 

25. Als er dann sagte : ,Du 
(obwohl) Mu'allim, du tust diese 
(Dinge)', gab er ihm das Seiten- 
messer (d. h. er stach ihn damit) 
und tötete ihn. Nachdem er ihn 
getötet hatte, ging er fort, bis 
er kam an einen Ort. 



ledis at-täni tahäyyarv ; . gälet: 
,lä, ddbah at-täni'. dabdhuh. 
wa-säru min hinäk, hdtta 
wdslu makän. 

21. Yöm icdsalu makän, 5 
gäl : ,bagaytina nädbah we- 
ledis tälit tahäyyarv. gälet: 
,adbdhuh'. dabdhuh. wa-säru 
min hinäk. 

22. Hdtta jäu makän, gäl io 
lahä: ,bagdyt drkab 'aleys\ 
gälet: ,mä bagdyt'. häddahä. 
häsdtu. i wa-hdbbat. hi tahub 
wa-hü yahüb gafäha, hätta 
häsahä." 15 

23. Yöm häsahöJ radd, 
hattd ja hinäk Hnd ad-dölah. 
yöm ja c ind ad-dölah, gäl: 
,el-mardh fin'9 gälluh: ,ad- 
ddyydat-. 20 

24. Ad-dölah sär, hdtta ja 
ard. yöm ja, hassdlhä. gäl 
lahä: ,waräs diti'f gälet: 
,ani al-miiällim häddani 
dwwal leyleh iva-dabdh we- 25 
ledi el-kebir ica-leylat at- 
täniyah dabdlj, iceledi at- 
täni'. ica-leylat at-tälita hä- 
setuQi) toa-serdet. 

25. Hdtta töli gäl lahii: 30 
,dnte al-mudllim taldggi hä- 
kada', 'atäh jembiyyeh ico- 
gatäleh. ica-yöm kid gateleh. 
sär, hdtta ja makän. 



1 Beachte d für t (Mülles). 2 D. h. ich will nichts mit dir zu tun haben. 3 Irrtümlich verfiel der Erzähler 

hier aus der direkten Rede in die Erzählung, vergaß auch die Ermordung des dritten Sohnes. 4 Lie?: hä&dtuh i^Müller). 
3 Man erwartet hasätah (Müller). 



48 



I. Prosatexte. 



22. Die Tochter der Abessynierin. 



■26. S/k hibrit. wa-t hamts 26 Mit ihm war (d. h. er hatte 26. Mä'uh bit. min al- 
min hamfo uäzans. yezyüd eine Tochter. 6 Von Donnerstag zu hamis l-al-hamis ya'tihä* au- 
bis wagiyyet. te hamts yä- Donnerstag (d.h. jeden Donners- g 7 yyah, hattd hamis at-täni, 

i > * /- /- - i tag) wog er sie. Es ist bei ihr ,„_-x«A« i,r, nnc/!->> hihA ni, 

her, wainis. gazur (qasur) ° . . .. « azanha. ua-gasai oitia au- 

um eine Auffiyycui mein*. Ais es 7 >•;->; 7 * .*.*•** 

ö Ms wagiyyet. wa-yüzans ha- der andere 5 n ne rstag war, wog »^ ßa Harms at-täm 

mis yäher, yegözer Ms wa- er sie . E s mangelte bei ihr eine yauzdnha, ydgsar fiha au- 



giyyet gayrhit. 



27. Yaltöm 1 Ms täd* bi- 
sab'at-dsar jineh. fitte bi- 

l" haldugsen. 3 

28. Has bi-hilli, yäj tuwii.* 
amirot: ,tagiröb lä, ho 4 hdy- 
yibi di-fit bi täy. wa-he ad 
le-hitiyö lä; loa-hö fazä'ak 

15 IfikK dmür: ,lä, ho fäzaak 
hibis /«'. amiröt : ,lä, Mt 
fäzaak hibi lä, ar Mt nit- 
fös'. 

29. Amor: Ja', hazo. ydy- 
20 rib hinis wa-thulül te fagh 

di-hilli. has fagh di-hilli, 
bar, te tuwü he beyt. 

30. Has tuwö, hagrdur la- 
hdl rihöd. dmür: .rihäd hal- 

25 leygi'. dmör: fiästau'. 

31. Has k-söbeh, ddulet 
hazüb hasker. dmör: ,yalö- 
yem hal rahödat'. amörim : 
Jidstau 1 . 

30 32. Ilagrdyrem, te gahdy- 
bem hal rihöd. has gahdy- 
bem hal rihöd, yikäsiyem sdy- 
dar hal rihöd ddkme. silbern 5 
hasker, te di gäj gahdyb. 



Augiyyah. Und er wog sie den giyyah täniyah 
anderen (den dritten) Donners- 
tag, es mangelte bei ihr eine 
andere (zweite) Augiyyah 7 



27. Er kaufte ihr Parfüm um 



27. Ydstari lahä v suba'ata- 



Kleider ein. 



17 Guineen. Er rieb es in ihre 'äsar jüniyah. ydda (so) bi- 

tiyäbhin. 

28. Yöm bi-l-leyl, rijjäl 
daioä. gälet: ,lä tagrub'. 
gälet: ,ani abüy masdh li 
ba-r-rth ica-hü 'äduh mä 



28. Wie es bei Nacht war, 
kam (nachts) ein Mann. Sie 
sagte: .Nähere dich nicht, mein 
Vater hat mich mit Parfüm ein- 
gerieben; und daß er es nicht 
noch am Gerüche merkt; und U^taicih u-ani fazd't 'ale'yk'. 
ich fürchte für dich'. Er sagte: gäl: ,lä, dna mä fazät abüs, 
,Nein, ich fürchte deinen Vater lä'. gälet: ,lä, ant mä fazd't 
nicht'. Sie sagte: ,Nein. du furch- a fö t y } \^ g ü y r { n f a tandffas'. 
test meinen Vater nicht, nur atme 



du (d. h. bleib am Leben)' ! 

29. Er sagte: ,Nein\ Er lehnte 
ab. Er näherte sich ihr und ver- 
weilte bis Mitternacht. Wie es 
Mitternacht war, ging er fort, bis 
er kam (bei Nacht) nach Hause. 

30. Wie er (bei Nacht) ge- 



29. Gäl: ./(?'. hazä. gareb 
'{ndahä iva-jeles hattd nus 
el-leyl. yöm nus al-leyl, sarä, 
hdtta dawä al-beyt. 

30. Yöm dawä, sär lä-ind 



kommen war, ging er zum Wä- al-yäsl. gäl: bä-ydgsü tdu- 
scher. Er sagte: , Wasche meine ^ ^ ; ^ 
Kleider'. Er sagte: ,Gut'. 

31. Wie es am Morgen war. 
sandte der Sultan Soldaten aus. 
Er sagte: ,Seht (nach) bei der 
Wäscherei'. Sie sagten: ,Guf. 



31. Yöm as-subh, ad-dölah 
rdsal al- c dskar. gäl lakdm : 
,sufu 'ind al-yäsV. gälu: ,zen'. 



32. Sie gingen, bis sie zum 32. Särax, hdtta icdslu 

Wäscher kamen. Wie sie zum •/„,/ ,,l. t jdsl. yöm icdslu 'ind 

Wäscher gekommen waren, fan- ol _- lhJ , ' /„;,„/',, i:dav \ nd ai _ 

den sie ein Schamtuch bei diesem , ... ... , c , , 

, ^ i- a i i/asi aäK. lelsau al-askar. 
Wäscher. Es warteten die bol- 

daten, bis dieser Mann kam. 



hdtta '/>'/ rijjäl. 



1 Lies: yaiom. s Lirs: !ä ;/ . ' Lies: fyal&ugs. 4 Im Ms. meistens mit auslautendem h. 5 Für Müller). 

• Wa* jetzt folgt, gehört nicht zn dcv vorangehenden Erzählung (Mt u.kkV ' Er vermutete nun, daß sii> aus Liebes- 

leidenschaft abnehme. Eine andere, vielleicht plausiblere Erklärung gibt Hein in der Schlußuote (Müller). ' Miß- 

lindliche Übersetzung von yüzan», das mit verwechselt zu sein Bcheinl Müller). " Ergänze >ih be-. 



23. Eine Frau besucht ihre Brüder. 



I. Prosatexte. 



49 



33. Has gayj gahäyb, lig- 
fem. ämör: ,nehdum nds- 
hath 1 . ämör: Jiaum l-estg'. 

34. Wa-hds ber sig, yesü- 
kib tar hanäf zllet de-humu. 
yegtalüb nöher, yefrür min 
tärhem ica-gazäub. 

35. Te gahäyb hal härmet, 
ämör: ,thhn si'? amirot: ,ya- 
häul'. jihmöt seh, te nükä 
bi-säda. wa-hehar ad yefta- 
häus. 

36. Wa-gäj härüs bi-hibrtt 
di hehar iva-aytalis leh wa- 
atid jänia da-myendi tise. 
wa-nüka mins bi-hebün gaj- 
jeni sru wa-gajinöt. wa- 
gazäut tva-htalitöt. 

(S6d bei- abddllah, 22. Februar 1902.) 



33. Wie der Mann gekommen 
war, ergriffen sie (ihn). Sie sag- 
ten : ,Wir wollen ihn töten'. Er 
sagte: ,Ich will trinken'. 

34. Und wie er schon ge- 
trunken hatte, goß er über sich 
einen (Metall-)Topf Wasser. Er 
verwandelte sich in einen (Noher-) 
Vogel, er flog von ihnen auf 
und verschwand. 

35. Als er zu der Frau kam, 
sagte er : , Willst du mit mir' ? 
Sie sagte : , Jawohl'. Sie ging 
mit ihm, bis er kam in Schnellig- 
keit (in Sicherheit). 2 Und der 
Alte suchte noch. 

36. Und der Mann heiratete 
die Tochter des Alten und ent- 
führte sie ihm und er raubte 
alles. 3 . . . Und er bekam von 
ihr Kinder, zwei Jungen und 
ein Mädchen. Und es ist aus 
und zu Ende. 4 



33. Yöm ja rijjäl, Ugfüh. 
gälu: ,bagäyna nedbdhuh 1 . 
gäl: ,bagdyt dsrab'. 

34. Wa-yöm kid sirib, ydk- 
tib (jUs ?) fög nefsuh sufriyat 5 
md. agtaleb ndhar, far min 
fögahum ica-sared. 

35. Hdtta ja 'ind hörmah, 
gdlahä: ,bagäyti mii'? gälet: 
.na'dm'. säret mduh, hdtta 10 
wasdl fi sa'ätuh. tva-s-sebah 
yetfessah. 

36. Wa-r-rijäl tazäwwej 
bi-bit as-seybah wa-'attälhä 
c aleh iva-jd md'ha wa-hab- 15 
bdlha, wa-jäb minnahä bi- 
Hydl itnin wa-bit. wa-änga- 
sat loa-htälatat . 

(25. und 26. Februar 1902.) 



23. 

Meliri. 

l. Härmet jehmot min al 
gduse, ti (te) nkot bi-rihbet. as 
beres bi-rihbet, gazamüt bis. 
hallüt sanet wa-hadimüt. 



(44) Eine Frau besucht ihre Brüder 

Deutsch. 

1. Eine Frau ging von ihren 
Brüdern fort, bis sie in eine 
Stadt kam. Als sie schon in der 
Stadt war, blieb sie in ihr. Sie 
hielt sich ein Jahr auf und diente. 



2. La-gdds hadimüt sane- 
tye trit, sefgdut gayj. köt 1 
minneh bi-gajjeti tirit wa- 
tagsts galligen, gazmüt hint- 
hem, t-agäurim. 

3. As berhem steh, amirot: 
,jihmiten, gelbit la-gduy hol 1 , 
ica-jihmüt, te hinthem. as 
bers hinihem, gazmdt rubüt 
wörih. 



2. Sie diente fürwahr zwei 
Jahre, sie heiratete einen Mann. 
Sie bekam von ihm zwei Mäd- 
chen und drei Jungen. Sie blieb 
bei ihnen, bis sie groß wurden. 

3. Als sie schon groß waren, 
sagte sie: ,Ich werde fortgehen, 
ich werde meine Brüder begrü- 
ßen'. Und sie ging fort, bis sie 
bei ihnen war. Als sie schon bei 
ihnen war, blieb sie vier Monate. 



IJadrami. 

1. Hörmah säret min 'ind 
ahicänahä, hdtta j dt el-biläd. 20 
yöm kidha fi-l-bildd, jdlsat 
fihä. hallet sineh tva-hddmet 
seneh. 

2. Bad senten tazäwwajet 
rijjäl. jäbet minnuh bi-bintön 25 
wa-talätah Hyäl. jälset 'inda- 
hum, hdtta kebrü. 



3. Yöm kidhum kubär, gä- 
let: ,bäsir rud el-häl Yda ah- 
wäni'. wa-säret ila 'indahum. 
yöm kidha ''indahum, jelset 
drbda äshur. 



30 



1 Für nkot (Müller). 2 Woher diese Bedeutung? (Müller). 3 Die Mehri -Worte sind unverständlich; im 

Hadrami steht dafür ,und er schwängerte sie' (Müller). 4 Das Mädchen scheint, so wie das Aschenbrödel, allwöchent- 

lich Gold aus sich geliefert zu haben. Einmal nun trat in der Goldlieferung eine Verminderung ein, die offenbar dem 
Liebhaber zur Last fällt. Um diesen zu finden, wendet der Vater das Parfummittel an. 

W. HciD, Mehri-Teite. 7 



50 



I. Prosatexte. 



24. Der kluge Ratgeber. 



4. Mgörin amiriit: ,haum 
laded'. amörim Ms: .tahim 
tadid la-ho'? amiröt: ,haum 
laded l-al habinye'. hiziyüs, 

&amörem: ,ld'. saminethum, 1 
amiröt: .kaum ladid l-al 
hibinya'. hiziyfis. 

5. Gizmüt seles sentn. bd- 
'ad sales sinm, jihmöt, te nköt 

10 hibinse. gazmüt hinihem, t- 
egdurim; wag' au gayüj. 

6. Mgörin hämehem mtöt 
ica-hibinsa ad yiböki. mgörin 
jihemem, te ndkdm bi-rihbU. 

15 hadümem, te wdgdem sthem 
möl mekin. 

(sälih her niHsallam, 23. Februar 1902.) 



4. Dann sagte sie : ,Ich will 
zurückkehren'. Sie sagten zu 
ihr: , Wohin willst du zurück- 
kehren'? Sie sagte: ,Ich will zu 
meinen Söhnen zurückkehren'. 
Sie lehnten ihr es ab, sie sag- 
ten: ,Nein'. Sie flehte sie an, 
sie sagte: ,Ich will zu meinen 
Söhnen zurückkehren'. Sie lehn- 
ten ihr es ab. 

5. Sie blieb drei Jahre. Nach 
drei Jahren ging sie fort, bis 
sie zu ihren Söhnen kam. Sie 
blieb bei ihnen, bis sie groß 
wurden; sie wurden Männer. 

6. Dann starb ihre Mutter und 
ihre Söhne weinten noch. Dann 
gingen sie fort, bis sie in eine 
Stadt kamen. Sie dienten, bis 
sie reich wurden. 



4. Wa-bd'd gälet: ,bagdyt 
drja''. gdlu lahd: ,bagäyti 
terjaln lä-fen'f gdlet: ,ba- 
gdyt drja' lä-'ind HyäV". ha- 
zöhä, gdlu lahd: ,bagdyti 
es'? gdlet: ,bagdyt drja' lä- 
'ind 'iydli i . galböhä. 



5. Jelset 'indahum taläta 
sinm. ba'd taldt sinm sdrat. 
hdtta jdt Id-'ind 'iydlahä. 
jelsat 'indahum, hattd kebru 
wa-wag'ö rijäl. 

6. Wa-bd'd ümmahum wa- 
tet wa-iydlaha yebkön. wa- 
bd'd sdru, hdtta jdu al-bildd. 
hddmu, hdtta icdga' mä'uhum 
mal ketir. 

(27. Februar 1902.) 



Mehri. 

1. Amor: tdd, hibah wa- 
hdmeh wa-gduh we-kelleh 
möt. sih derehem mtken wa- 

20 sih härün mökin. 

2. Yahömd bi-hibrit di tdd 



24. (54) Der kluge Ratgeber. 

Deutsch. 

1. Er sagte: Es war einer, 
dem sein Vater und seine Mutter 
und seine Brüder und seine Ge- 
samtheit (der Verwandten) ge- 
storben waren. Er hatte viel 
Geld und er hatte viel Kleinvieh. 

2. Er hörte von der schönen 



gäJier rahimet, min galgdts Tochter eines anderen, deren An 
tauddd, i bi-miyet. 



Uaijrami. 

1. Gdl: wdhid, abüh wa- 
ümmah wa-ahwdnuh fcälla- 
hum mdtu. mä'uh fidüs ke/lr 
ica-mduh gdnam ketir. 

2. Ydsma' bi-bit wdhid 
tt'tui rahimah, min sdfaha 
mdrrah wdhidah, bi-mtyah. 

3. Bagä yestr. nui z dd hag 
bi-indluh. hdtta makdn, ya- 
hdssil wdhid bedui. gdl: ,dnä 
wa-dnta bagäyna ahiodn ica- 

Er sagte: ,Ich und du, wir wollen bagäyna nahdllis an-niytä, 

Brüder sein und wir wollen die gdl: ,<i»ta. <lelliin dnä 6ö- 
Absicht ausführen'. Er sagte:, Ich s )r ini-h'njiji It'nia i)a<l<C. 
werde jetzt fortgehen, und du be- 
reite eilig für uns das Frühstück'. 8 

1 Wohl^^^Loü^»)! ,u"i Schutz bitten', dann aber auch ,sicfa in Schute stellen', daher .gehorchen' (Mi ller). ■ Kür 
(aur fäd (Möller). * Fürydyfl ' (Mi u > Et). 'So M« (Mi cur). ■ Vgl B .anu.i-, Dialekt im Do/ar,V. Erzählung, Anfang. 



3. Yahdum ii-jhöm. lad 
26 hagdug bi-mölah Id. te mkön, 
kus tdd bedui. dmör: ,ho 
wa-het nehdum gay 3 wa-ne- 
hdum nahlez (nahles) niyyW. 
dmör: ,het, läzeröme ho mu- 
80 häggir wa-hdjil hin föd'.* 



blick einmal um hundert (Drach- 
men zu erkaufen ist). 

3. Er wollte gehen. Es war 
kein Rechtsanspruch (von Seite 
irgendwelcher Erben) auf sein 
Vermögen mehr. Als er an einen 
Ort kam, fand er einen Beduinen. 



24. Der kluge Ratgeber. 



I. Prosatexte. 



51 



4. Te has nuhüren, hefsu, 
taurah lieh fse birek halfö. 
hasgasrdicwen, wathdf dmür: 
,da-icuko sdlbek (sdlhek) U 
lä? lad hamk gay la\ 



.5. Has k-s-sobeh, kus täd 
gäher. dmür: ,hamk gay wa- 
hö wa-het fahre' . dmür: ,hdj- 
jil hin fse, ho muhdgir'. 
gerdur. ,ica-Mt hdggil (1. hdj- 
jil) lahin fse 1 } 

6. Has her galül (jalid) he- 
hen fse, icegd' le-ta y mi lä. 
dmür: ,ho si ribd, tuictvi- 
yona minah lä'. 

7. Has bereh iholül te l- 
dser, gäj batd. has l-dser. 
gäj wdthaf. he ad yeglegah 
wa-le (so) he sih höjat lä. 



8. Amur: ,Mt her fdSk'f 
dmür: da, tuwwi min ribäi 
lä'. dmür: ,hamk ribdi wa- 
gdy wa-nehäum nahalet fdhra, 
iva-hu an mdtk, mdl dorne 
yedddeh; 2 läzeroma ad suk 



9. Amur: .gajjit tagt rahi- 
met, nehaum nejhüm wedis'. 
dmür: ,nehdum nedäud (k~üS) 
zd'mat, nejhüm birkls-. 

1 So Ms. (Müller). s Für «Jü*. 
nach einem flüchtigen Blick, daß sein 
Auftrag wörtlich ausgeführt hat. * 



4. Als es Mittag war, früh- 
stückte er (der Beduine), ließ 
ihm (dem Reichen) das Früh- 
stück im Fenster. Wie es Spät- 
nachmittag war, kam er (des Spät- 
nachmittags). Er sagte: , Warum 
hast du nicht auf mich gewartet? 
Ich will dich nicht mehr zu 
meinem Bruder.' 

5. Wie es am Morgen war, 
fand er einen anderen. Er sagte: 
,Ich will dich zu meinem Bruder 
und ich und du sind zusammen'. 
Er sagte : .Bereite eilig für uns 
das Frühstück, ich werde fort- 
gehen'. Er ging fort. ,Und du be- 
reite eilig für uns das Frühstück'. 

6. Wie er schon für sie das 
Frühstück gekocht hatte, ge- 
schah es, daß er es nicht ko- 
stete. Er sagte: ,Mit mir ist ein 
Kamerad, ich werde nicht ohne 
ihn essen'. 

7. Wie er schon verweilte bis 
zum Nachmittag, verzögerte sich 
der Mann. Wie es Nachmittag 
war, kam der Mann (des Spät- 
nachmittags). Er sah ihn noch 
und nur ist mit ihm keine Be- 
schäftigung. 3 

8. Er sagte: ,Hast du schon 
gefrühstückt'? Er sagte: ,Nein, 
ich esse ohne meinen Kameraden 
nicht'. Er sagte: ,Ich will dich 
zu meinem Kameraden und zu 
meinem Bruder, und wir wollen 
zusammen gemeinsame Sache 
machen, und wenn ich gestorben 
bin, so nimm dieses Vermögen; 
jetzt ist bei dir (gib mir) noch 
ein Rat'. 

9. Er sagte: ,Es gibt ein 
schönes Mädchen, wir wollen zu 
ihr gehen'. Er (der neue Kame- 
rad) sagte: ,Wir nehmen ein 
Segelboot, wir gehen darauf. 



4. Yöm al-hdjr, hu tagdd- 
da, hallä luh gada tcasät: 
al-lvilfah. yöm al-dsr, dawä. 
gäl: ,däke mä jelest li? mä 
'äd bagdytek hüy 1 . 5 



5. Yöm as-sübh, hdssal 
wähid täni. gäluh: ,bagäytak 
hvg w-anä wa-dnta mdrrah'. 
gäluh: ,dgal lanä gada, dnä 
bäsir i . sär. ,iua-änta dgal io 
lanä gada 1 . 

6. Yöm kid li'ib(f), laggä 
lahum gada, ivagga'uh mä 
tdma'uh (**!>). ,dnä mai rabii, 
mä bä-6kel minnah, lä'. 

15 

7. Yöm kid jeles, jeles, 
hattd sär; 4, rijjäl bäta. yöm 
sär, 4 rijjäl dawä. hu 'äduh 
yasüfuh wa-illä ho mä md- 
'uh häjah. 

20 

8. Gäluh: ,dnta kid taga- 
d&t'? gäluh: ,lä, mä okul 
min rabi'i lä'. gäluh : ,ba- 
gdytak rabii wa-hüy iva- 
bagäyna nählut mdrra, wa- 
äna in mut, mäli häda hu- 25 
duh; delhin 'äd mddk sor'. 



9. Gäl: ,bit wähdah ralü- 
mah, bagäyna nesir la-in- 
dahä*-. gäl: ,bagdyna nahiid 30 
zd'imah, nesir ftha'. 



*^,\ ,\vie yeir'ü für Hrit oder isri't (Müller). 3 D. h. er, der Heimkehrende, sieht 
neuer Bruder, ohne etwas neues zu unternehmen, auf ihn wartet, daß er also den 
Aus äser verstümmelt (Müller). 

7* 



52 



I. Prosatexte. 



24. Der kluge Ratgeber. 



10. Arbdam birkis firMni 

yesrU. 1 te nakd'm hallekem, 

tehülrlem hallekme, ddbdani 

hemfihem beyt bi-nehor ham- 

5 sta dsar gars. 

w.Has gasrdicwen, yezdm- 
lim la-firhhii yesrU} dSkkem 
bidui dmür: Jdurik ar si 
ho'? töjer dekkem dmür: ,wa- 
io göd hdbü yagdbehem, nehduin 
la-hirej lä-birek beyt 1 . toli 
dikkem bedui dmür: ,nehdum 
nahiked firheni yesr/f. 

12. Wa-has gasrduwen, 
15 dmür: .het läzeröme dmel 

mendil 1 . ica-amöl derrdt di- 
dhib wa-amol zabigat bälit 
hümu gerüs wa-am6l lam- 
sit di-dheb wa-ltebü bi-hizeb 
20 btsen miyet wa-hamsin gdrs 
wa-bendüg kdlleh zeyat. 

13. Has gasrduwen, Itidi- 
yum di-firln'ii. hdbü amorem: 
,de-m6)t yahdivwiyem bi-rih- 

25 bet'f hibrit di-ddulet amiröt: 
,haum la-glSghem'. dmürem: 
.iK'hnin ld, fiz'an hdbü, me- 
l-gd bin']; beyt wa-ma la-lbe- 
dim teh'. wa-hozim. 



30 il.Doulet dmur: .da-wuko? 
s'iltem hetenv? dmür: ,nhd 



10. Sie brachten auf dieses zwei 
Stuten hinauf. Als sie dorthin 
(in die Stadt des Mädchens) 
kamen, verweilten sie dort, sie 
nahmen für sich ein Haus für 
den Tag um fünfzehn Taler. 

1 1 .Wie es Spätnachmittag war, 
sattelten sie die zwei Stuten. 
Jener Beduine sagte: ,Wenn 
nicht bei mir, wo ist mein Rat'? 2 
Jener Reiche sagte: ,Und schon 
schimpfen 3 die Leute, wir wol- 
len herausgehen (aus dem Ver- 
sammlungszimmer) in das Haus. 4 
Dann sagte jener Beduine: .Wir 
wollen die zwei Stuten um die 
Wette rennen lassen'. 

12. Und wie es Spätnach- 
mittag war, sagte er (der Be- 
duine) : .Mach (lege an) jetzt 
einen Seidenturban', und er legte 
an eine Weste von Gold und 
legte an einen Lendenschurz 
um fünf Taler und legte an ein 
Schwert von Gold und legte ein 
Wehrgehänge an, daran 1 50 Taler 
waren, und eine Flinte ganz mit 
Edelmetallbeschlag. 

13. Wie es Spätnachmittag 
war, ritten sie die Stuten um 
die Wette. Die Leute sagten: 
,Wer sind diese, die um die 
Stadt herumreiten'? Die Toch- 
ter des Sultans sagte: ,Ich will 
sie sehen'. Sie (die Leute vom 
Sultanshof) sagten (zur Sultans- 
tochter: ,Wir wollen nicht, wir 
fürchten die Leute (die zwei 
mit ihren Leuten), daß sie etwa 
ins Haus einfallen und daß sie 
etwa ihn (den Sultan) erschlagen'. 
Und sie lehnten ab. 

14. Der Sultan sagte: ,Warum? 
Was ist mit ihnen'? (d. h. was 



10. TällcLii fiha mührah 
traten, hattd jou hindk, jel- 
söu, haddu l-dnfüsahum beyt 
ß kul yom hamsfdsar gers. 

11. Yom al-'dsr, zdmaln 
le-l-muhrah tinteyn. gär c aley- 
him. bedui gdluh: ,sörek'. 
gdl: ,dnä mar', at-tdgir däk 
gi'd: ,en-nds kid yejün, ba- 
gdyna ndhruj IIa icasdt al- 
beyt'. wa-t-tdli däk el-bedwi 
gdl: .bagdyna naicdkkib 'ald 
muhraten 1 . 

12. Wa-yom al-dsr, gdluh: 
,'iiita dalh'in Idgga dusmdl 
wa-leggi derruat dahdb wa- 
liggi sabigah mölä hdmsah 
gurüs wa-ldggi Umsah dahdb 
wa-hzib bihen m/yah wa- 
hamsin gers toa-bündug kül- 
lah sigah 1 . 

13. Yom al-asr, tasdbagü 
bi-miihrah. an-nds gälü: ,dd- 
min yedürün 'dla 'l-bildd i ? 
bit ad-döleh gdl et : ,bagdyt 
asfifttliHiif. gdlü: ,mä ba- 
gdyna, ßzfna an-nds, had 
yaga fi-l-beyt, md yadrnböh i . 
hdtta hazdu. 



14. Ad-d6lah gdl: ,däke? 
iiii'i'jniin ay&$ gdlu: ,nihd 



1 Für .»i'/i' \v<;pii des vorangehenden Vokals (Müller). s Lies: ,Dein Rat ist nur bei mir'. Das folgende lw ist 
eine pronominale Verstärkung von ii, also gleich Her baijramisclie Text weicht stark ab, aber inä mai be- 

stärkt mich in meiner Auffassung. Die Übersetzung ist hier höchst ansicher Müllbb). * Vermutlich hat die Qadrami- 
ubersetzung recht, wo es heißt: , Schon kommen die Leute'. Darnach wäre yag&beliem versprochen statt ijeghdyhem. 
' D. h. in das Wohnzimmer, wo wir ungestört sind, (Wohl bener aus dem Haus, Mülles.) 



24. Der kluge Ratgeber. 



I. Prosatexte. 



53 



ndkdam ar hanfiyen'. amör: 
,lehikdem birek rihbet lä 1 , 
ämür. 



15. Hazdub icadehem. di- 
(=te-Jndka'am tehem wahase- 
hem, dmür: ,nhd nehäum ne- 
häris bi-gajinöt i . dmür: ,ga- 
tirem ki-hdbsu. 1 hdbsu an 
yehdymem, hdstau; wa-dn 
yehdymem la, had la-haköm 
lehem lä; wa-dn bar ars bis, 
latahlül büme lä; dlfi, iirü 
hasöret 1 . 



16. Wa-drs nehori sir'it. 
jihemem bis birek zd'imat. 
Mbes wa-hämes wa-gdus ad 
yebekyen ba'adis. 

17. Töli däulet dmür: ,wu- 
ko Mm di-bekyem bdadis'f 
töli ddulet hazü: ,rahsdt lä, 
te-l-ledä'. dmür: ,da-wukö 
tem k ? dmür: ,nhd fogan 2 hi- 
brit ua-nehdms tejhom min 
hine Ar. 

18. W-töli amör: .hat dlfi 
srah, ice-la trdh le-jhiim bis; 
v:a-ld hat direhem, Mbsu(h)'. 
amürem : ,dJfi sru bad chi- 
wyaK dmür: ,nehaum net- 
hdwwel 3 büme'. töli dölet 
hazü. 



wollen sie?) Sie sagten: /Wir 
sind nur aus freiem Antriebe 
oder: allein (ohne Begleitung) 
(d. h. ohne bestimmte Absicht) 
gekommen'. Er sagte : ,Daß ihr 
nicht in der Stadt um die Wette 
reitet', sagte er. (Dieses Gespräch 
wurde durch Boten vermittelt.) 

15. Er sandte zu ihnen. Als 
sie zu ihnen (zum Sultan und 
seinem Hofstaate) allein kamen, 
sagte er (der Reiche) : ,Wir 
wollen das Mädchen heiraten'. 
Er sagte: , Redet mit ihren 
Eltern. Wenn ihre Eltern wol- 
len, gut; und wenn sie nicht 
wollen, daß nicht einer gegen sie 
Maßregeln ergreift, und wenn 
die Hochzeit mit ihr war, daß 
du dich nicht hier aufhältst; 
2000 (Taler) ist die Brautkauf- 
summe'. 

16. Und es war die Hochzeit 
zwei Tage.* Sie gingen mit ihr 
auf das Segelboot. Ihr Vater 
und ihre Mutter und ihre Brü- 
der weinen noch nach ihr. 

17. Dann sagte der Sultan: 
, Warum weinen sie nach ihr'? 
Dann lehnte der Sultan ab: 
, Keine Erlaubnis (zum Weg- 
fahren), bis daß ich es weiß'. 5 
Er sagte: , Warum (weint) ihr'? 
Sie sagten: ,Wir haben die Toch- 
ter verheiratet und wir wollen 
nicht, daß sie von hier fortgeht'. 

18. Und dann sagte er: ,Gebt 
die 2000 (Taler wieder her), 
und wenn nicht, laßt ihn mit 
ihr fortgehen ; und wenn ihr 
nicht das Geld gebt, geht ins 
Gefängnis'. 6 Sie sagten: ,Die 
2000 (Taler) sind schon ver- 
schwunden'. Er (der Reiche) 
sagte: ,Wir wollen uns hier auf- 
halten'. Dann lehnte der Sultan ab. 



ßna gayr 'ald dnfusna 1 . gdl: 
Ja tökibfin wasdt al-bildd', 
gdl. 



15. Wdssa lä-indahum. 
hätta jä'ühum wdhdahum, 5 
gdlü: .nihä bd-nazduwej bi- 
bint i . gdl laküm: ,takdllamu 
mä'a abwänahä. in bagdu, 
zin; wd-in md bagdu, lä had 
yahkwm c aJdyhem; Üä kud 10 
tazduwej 'aleyha, md bä- 
nahil 1 Jana, alfen hasära 1 . 



16. Wa - tazäuwej yöm at- 
täni. säru bhä, ji-zdimah. 
abühä wa-ümmaha wa-hwä- 15 
naha ydbkün bddahä. 

17. Bad ad-dölah gäl: 
,warähum yebkün bd'dahä'f 
wa-t-täli ad-dolah hazd, gäl: 
,md si rühsah\ gäl: ,warä- 20 
küm dntum 1 ? gälu: ,nihä 
fagädnä bittanä wa-mä ba- 
gaynähä tasir min 'indanä 1 -. 

18. Wa-bad gäl: ,hat alfin, 
wdllä hdlloh yesir bihä; wa- 25 
lä hat ed-derähim, habsö 1, 
(habsoh). gälo: ,alfen kid 
dä'atK gälo: ,bagdyna nejlis 
hina 1 . wa-t-täli ad-dolah 
hazd. 30 



1 Für häbüs oder huhüs (Müllek). 2 Für fükan (Müller). 3 Lies: nethäu-u-e!. 4 IJadraim: ain zweiten 

Tage (Müller). 5 Fehlt im IJadiami (Müller). 6 Kaum richtig. Ich übersetze: ,Wenn nicht, gebt das Geld'. Er 
sperrte ihn ein (Müller). 7 Lies: tahil (Müller). 



54 



I. Prosatexte. 



25. Die drei Schwäger. 



19. Amur: ,we-lü teddfd 

li'mi bi-nehör mlten, hörn ld 1 . 

dmür: ,in tehdym ld, hdtem 

dräh'rm'r. duldet dmür: ,zem- 

5 hem drähem wa-le hörmeteh'. 



20. Amur: ,sin direhim 
ld wa-hemmaan sebbed hibrit 
e ld 1 . döidet dmür: ,hdkem 
dlfi sruh wa-jihemem'. dmür: 
,nhöm ld, nehdum ar har- 
10 meV. dölet amür : ,tehdym 
tejhimem, ber s~ikem drähimi- 
kem'. wa-jihemem. 

(»anh ber yasakor, 23. Februar 1902.) 



19. Er sagte: ,TJnd wenn du 
mir für den Tag 200 (Taler) 
zahlst, will ich nicht'. Er (der 
Reiche) sagte: ,Wenn du nicht 
willst, gebt mein Geld her'. Der 
Sultan sagte: ,Gebt ihnen (ihm) 
das Geld, wenn nicht, seine 
Frau'. 

20. Sie sagten: ,Wir haben 
kein Geld und haben nicht im 
Sinn, die Tochter zur Sklavin 
zu machen (d. h. zu verheira- 
ten)'. Der Sultan sagte: ,Nehmt 
2000 Taler (die er offenbar selbst 
zahlen will) und geht fort". Er 
(der Reiche) sagte: ,Wir wollen 
nicht, wir wollen nur die Frau'. 
Der Sultan sagte : , Wollt ihr 
fortgehen, da habt ihr schon 
euer Geld. Und sie gingen fort. 1 



19. Gdl: ,wa-lo tedfd' li 
kullu yöm mitin, md bagdgt 1 . 
gdl: ,in md bagdytu, iidtu 
derdhimi'. ad-dolah gdl: , c atuh 
derähimuh wa-illd hormatnh 1 . 



20. Gdlü: ,md rnd'na derä- 
him wa-lä hammdyna nafük 
bittana'. ad-dolah gdluh: 
Jmdu alfen iva-sirü 1 . gdl: 
,mä bagdyna, bagdyna al- 
horrnah'. ad-dolah gdl: ,6a- 
gdytu taslrün, kud md'kum 
darähimkum'. wa-sdr. 

(27. Februar 1902.) 



Zur Erklärung: Der Kamerad des reichen Mannes ist dessen Ratgeber. Er ist es, der 
das Wettreiten auf den zwei Pferden um die Stadt in Vorschlag bringt, um dem Sultan Angst und 
Sorge einzujagen. Er rät auch die kostbare Bekleidung an, damit der Freier zugleich gewaltigen 
Eindruck mache. Der Reiche mußte auch, da er einen zuverlässigen, treuen Kameraden und Rat- 
geber suchte, die Probe machen, die im Beginn der Erzählung berichtet wird. 



25. (55) Die drei Schwäger. 



Mehri. 

l. Tdd, dmür, seh ielis 
göthe tdd tdhfeh" nöhor, ha- 
lb rüs bis, wa-tdd tdhfeh nömil 
ica-härüs bis, wa-tdd tdhfeh 
jinni. 



2. Te mukön dmör him- 

hem, s dmör: ,höm le-jhdm 1 . 

20 dmör: ,himak ba-tU, hdm- 

mas bit berg s'ams'. jihem 



Deutsch. 

1. Es war ein Mann, sagte 
er, der drei Schwestern hatte. 
Einer kam (Spätnachmittags) zu 
ihm als Vogel, er heiratete sie 
(eine der drei Schwestern), und 
einer kam als Ameise und heira- 
tete sie (die zweite Schwester), 
und einer kam als Jinni. 4 

2. Irgend einmal sagte ihr 
Schwager (zu ihnen), er sagte: 
.Ich will fortgehen'. (Auf ihre 
Frage wohin) sagte er: .Ich hörte 
von einer, deren Name istTochter 



Hadrami. 

l. Wdhid, gdl, mar' taldt 
hawdt. wdhid dawdh nähr, 
zawicdj bikd, wa-wdhid da- 
wdh ddrrah wa-z-zdwaj bihd 
wa-wdhid dawdh jinni. 



2. Hdtta makdn gdl: ,ba- 
gdytah/riir." gdl: ,bagdytasir l . 
gdl : ,samd't bi-wdhdah, (s- 
mahä bit barg es-sems-. sdr 



1 Mit der Tochter, weil die Verwandten uicht das Geld herausgaben, und mit den 2000 Talern, welche der Sultan 
zahlte, um sie los zu werden. • Ms. hier und weiter Uh/e ohne h (Müllbr). a Lies richtig: himhe; (himhrm scheint 
mir richtig zu sein, Mi i.i.Kit). ' Dämon, und er beiratete die dritte von den Schwestern. 6 Lies: md'ili oder mau!, 

im). e Lies: gdl sihruhum; die Verschreibung entstand durch das folgende bagiyt (Miller). 



25. Die drei Schwäger. 



I. Prosatexte. 



55 



wa-ddybad min el himah 
hintabüt wa-ddybad min el 
nomil hintabot. 

3. Wa-nöhor for beh. ga- 
lüb hintabüt birek höh wa- 
fär. te tuwti tar beyt, gdt- 
lab nomll loa-icuköb min es- 
sez da-bob ica-ksö härmet 
birek mijles. 



4. Wa-galüb hindabüt bi- 
rek ho wa-gdtleb nöhor ire- 
jefjef. iva - hamdt härmet, 
amirot : ,da-mön? het jinni 
w-illä muslim' ? dmür : ,ho 
muslim'. 



5. Amirot: ,het ribcti. hibi 
yeshdtiren li ke-d yahöm la- 
häris bi\ dmür: ,ho hörn le- 
hre] sis yalleylah'. amirvt : 
,ho Mb ke-d yahöm la-glegi 
wa-la-hädis bi yahätöm al 1 

6. Amur: ,astoit, ho her- 
jöne sis 1 . amirot: ,had ladä 
bi lä'. dmür: ,ho terhone 
had la-glegis lä wa-hö far- 
röne yalteylah, te la-ded IW. 
wa-äs ßhme, far wa-dymel 
wetdkma le-tarküb dekme. 



des Sonnenblitzes'. Er ging fort 
und nahm von seinem (Noher-) 
Schwager eine Perle (mit sich) 
und er nahm von der Ameise 
eine Perle. 2 

3. Und der Noher flog mit 
ihm. Er (der Bruder der Schwe- 
stern) steckte die (Noher-)Perle 
in den Mund und flog. Als er 
(des Abends) über das Haus 
(der Tochter des Sonnenblitzes) 
kam, verwandelte er sich in 
eine Ameise und trat von der 
Schwelle der (geschlossenen) Tür 
ein und fand die Frau (die 
Tochter des Sonnenblitzes) im 
Empfangszimmer. 

4. Und er steckte die (Noher-) 
Perle in den Mund und ver- 
wandelte sich in einen Noher 
und pläderte (schlug mit den 
Flügeln). Und es hörte (dies) 
die Frau. Sie sagte: ,Wer ist 
das? Bist du ein Jinni oder ein 
Muslim'? Er sagte: ,Ich bin ein 
Muslim'. 

5. Sie sagte : ,Du bist mein 
Kamerad. Mein Vater gibt jedem, 
der mich heiraten will, Aufgaben 
auf Er sagte: ,Ich will mit dir 
die Nacht reden'. Sie sagte: 
,(Was) meinen Vater (betrifft, 
so muß) jeder, der mich sehen 
und mich heiraten will, bei 
dem Elefanten eine Nacht zu- 
bringen'. 

6. Er sagte: ,Gut, ich werde 
mit dir reden'. Sie sagte : ,Daß 
niemand von mir wisse'! Er 
sagte: ,Ich werde niemanden 
dich sehen lassen und ich werde 
die Nacht fliegen, bis ich zu 
dir zurückkehre. Und wie es 
Morgen war, flog er und machte 
so dieses Geschäft. 



wa-hdda min Hnd sihr?ih 
hdrzah wa-hdda mi ad-ddrra 
hdrzah. 

3. Wa-n-nehar fdrra buh, 
tardh el-hdrzah fi itmuh ica- 5 
far. hdtta dawd fög el-beyt, 
agtaläb ddrra wa-dhdl min 
tardf al-bdb wa-hdssal Mr- 
mah fi wasdt al-mejles. 



4. Wa-taräh al-hdrzah fi io 
dtmuh (so) lod-gtaJab ne"har 
wa-jdnnah. sami'tuh al-hor- 
mah. gdlet : ,da-min? enta 
jinni au muslim 1 ? gdl: ,dnä 
muslim 1 . 15 



5. Gdlet: ,enta rabfi. abüy 
yehätir 'aley min bagd ya- 
'ärris bi 1 . gdl: ,dnä bagdyt 
ahrij mais el-leylah 1 . gdlet: 
,an1 Mbi (Mehri) min bagd 20 
yesüfani loa-yazduwaj bi yes- 
teri alf/il 1 . 3 

6. Gdl: md yegül si, 4 dna 
ba-atkdllam ma'is 1 . gdlet: ,md 
bagdyt had yadri bi 1 . gdl: 25 
,dnä md bä-hälli had yesü- 
fis, Id. w-and bä-fir al-ley- 
lah, hdtta di'ja' 'aleys 1 . wa- 
ydum sdr, fdrr wa-lägga hd- 
kada c dla soluh. 5 



30 



1 Für hol. Daraus verderbt ist im IJadrami alf fU (1000 Elephanteu). Wie yeHeri entstanden ist, weiß ich nicht 
(■JIclleb). - Diese Perlen hatten die Eigenschaft, jeden, der sie in den Mund steckte, in einen Nöher oder in eine 

Ameise zu verwandeln. 3 Vgl. Note 1 (Müller). 4 Weicht ab vom Mehri (Müller). 6 Wohl io'ghih (Ehodokasakis). 



56 



I. Prosatexte. 



25. Die drei Schwäger. 



7. Ämür : Jw mushdtre 
we-mhädse Ms', amirot: ,in 
tahdum tahädis bi, garbone 
Si l h'r. Amur: Ja, ho ar gar- 

5 böne tes'. ämür: ,k-s-söbeh 
muhdgire lel fil wa-gtiröne 
ka-hibis'. 

8. Wa-gdtri ka-hibis. dmür: 
,kal di-yehöm Mni, yeukub 

10 lel fil'. dmür: ,ho kböne le- 
hni(h)'. dmür: ,fil yelüdg 
häbüK dmür: ,ho muwetkUe 



la-hineh'. 2 dmür 
nasibak'. 



Mt wa- 



7. Gdl: ,dna bä-hdterk 
wa-bä-zäuivej bis*, gdlet: ,in 
bagdyt tazduwej bi, md bä- 
tarif si*. gdl: ,ld, dnä bä- 
arif mdSs'. gdl: ,as-subh 
bäsir l-al-fil wa-bä-atkdllem 
maa abüs\ 

8. Atkdllem mä'a abüha. 
gdl: ,min bagd li, yedhul 
c dla el-fil 1 . gdl: .dnä bä- 
ddhul'. gdl: ,el-/U ydgtul 
en-nds'. gdl: ,dnä bä-aticd- 
kal c aleh'. gdl: ,ant wa-nasi- 
bak'. 



7. Er sagte : ,Ich werde die 
Aufgaben erfüllen und dich hei- 
raten'. Sie . sagte: ,Wenn du 
mich heiraten willst, wirst du 
mich nicht erkennen'. 3 Er sagte : 
,Nein, ich werde dich sicherlich 
erkennen'. Er sagte: ,Am Morgen 
werde ich zu deniElefanten gehen 
und mit deinem Vater reden'. 

8. Und er redete mit ihrem 
Vater. Er (der Vater) sagte : 
,Jeder, der von mir (meine Toch- 
ter) verlangt, geht zum Elefanten 
hinein'. (Der Elefant war in 
einem eigenen Hause einge- 
sperrt.) Er sagte : ,Ich werde 
zu ihm hineingehen'. Er (der 
Vater) sagte: ,Der Elefant tötet 
die Leute'. Er sagte: ,Ich werde 
ihm vertrauen'. 4 Er (der Vater) 
sagte: ,Du und dein Geschick'. 5 

9. Und er ging zu ihm hinein 
und verwandelte sich in eine 
Ameise und packte ihn bei 
seinem Hodensack. Und der 
Elefant machte Anfälle (gegen 
seinen Bedränger) und fand nie- 
manden. Und er (blieb) auf ihm 
an seinem Orte, bis der Elefant 
starb. Wie der Elefant tot war, 
verwandelte er sich in einen 
Vogel und riß seine Augen aus. 
Er steckte die Perle in seinen 
Mund (d. h. richtig: er nahm 
sie heraus) und verwandelte 
sich in einen Mann und stand 
da am Morgen. 

10. Wie es am Morgen war, 
öffneten ihm die Leute, sie fan- 
den ihn, ihn und seine Waffen. 
Er sagte: ,Ich habe meinen 
Herrn (Gott) um Schutz ge- 
beten vor ihm. Wie ich ihn 
tütete (d. h. den Todesstreich 
führen wollte), war er schon ge- 
tötet'. 

1 Lies: li. 2 Im Ms. Arne, Igife etc. ohne h (Mi li.er). 8 Dies bezioht sich auf die zweite Aufgabe, bei welcher 
der Freier das Mädchen aus einer Schar vermummter Mädchen herausfinden soll. * Ich habe Vertrauen auf mich gegen 
ihn (Mi li.er). 6 D. li. da trügst die Verantwortung (Miller.) ° Passiv der ersten Verbalform (Ruopokanakis). 



15 9. W-uküb la-hneh wa- 
gdtleb nömil wa-lgifeh bi- 
ajirözeh.* tea-f-fil sinfieh wa- 
ksü hdd e Id. wa-mkönah 
tireh, te fil möt. as fil möt, 

20 gdtlab nöhor wa-ngöl ayen- 
the. gidüb Jiindaböt birek höh 
wa-gdtlab gayj wa-zdr, te- 
k-s-söbeh. 



9. Dahdl lä-induh xo-ägta- 
lab ddrrah ica-lagdfuh bi- 
'aurdtuh. ua-l-fil hdd (hadd) 
ica-ld hdssal had. loa-makä- 
nuh fögith, hdtta '1-fU mät. 
yaum mät al-fil. agt aldb ndhr 
wa-nagdl 'eyiiniih. tardh al- 
hdrzahfi dtmuh (so) w-agtaldb 
rijjäl wa-gdm as-sübh. 



10. As k-s-söbeh, häbüfütu- 

25 Jiem leh, kisiyim teh, he wa- 

häsUbha. ämür: ,bdli hehdlk 

minh. as lutögk teh, he bar 

yaUdig-. 



10. Yaum as-sübh, an-näs 
falhü leh, hassalüh, hü wa- 
saldbuh. gdl: ,rabb al-'ala- 
mhi ydnsif minnak. yaum 
gatältuh, ho kud yügtid'. 6 



25. Die drei Schwäger. 



I. Prosatexte. 



57 



11. Häbtt dmür: ,in tehöm 
hibrVi, galeg mins birek 
mijma\ ua-harmU am/ruf: 
,an goriibk ti Id. amilite 
hötem bi-hidi'. wa-ddulet 
dmür : .galeg mins 1 . .galdg 
mins birek ajzdn, te ksis. ica- 
ds ksis, rud lal ddulet. dmür: 
,hö ber kusk tis 1 . 



12. Amur: ,in tahdmz, 1 
bfneh 2 Ms beyt min bi-hilli 
t< k-s-söbeh la-gä bei* enjizöt, 
in tahdmz 1 hibritv. dmür: 
,ho si himi, kaum la-sdbkra 
beh', dmür. si'iduf bi-hideh. 
dmür: ,s"ük he'? dmür: ,dau- 
let dmür: in tehdum hibriti, 
bind hini beyt la-gä bads 
mundwar te k-s-söbeh la-gä 
bers bi-hdjf wa-hijjit'. dmür: 
Jdds e lük lä, k-s-söbeh ta- 
sdubeh ber nijzöt'. wa-bi- 
hilli jinnön biniyem beyt. 



13. As k-s-söbch, hazbehöt 
beyt has beyt di ddulet. wa- 
härüs bis ua-dibddys wa- 
galbis birek beyt ica-dayif 
Us. ica- ddulet wazamts teh 
hibrit wa-furüd bis. wa- 
hdysa'd dis 3 wa-dymel la-his 



11. Die Leute (der Sultan) 
sagten : .Wenn du meine Toch- 
ter willst, sieh nach ihr in der 
Menge'. Und die Frau sagte 
(d. h. sie hatte es ihm schon 
früher gesagt): ,Wenn du mich 
nicht kennst, (so wisse) ich werde 
einen Siegelring an meine Hand 
machen'. Und der Sultan sagte: 
,Sieh nach ihr'. Und er sah 
nach ihr unter den Frauen, bis 
er sie fand. Und wie er sie ge- 
funden hatte, kehrte er zum 
Sultan zurück. Er sagte: ,Ich 
habe sie schon gefunden'. 

12. Er (der Sultan) sagte: 
,Wenn du sie willst, bau ihr 
ein Haus von Nachts bis am 
Morgen, daß es schon fertig ist, 4 
wenn du sie willst, meine Toch- 
ter'. Er sagte (zu sich): ,Ich 
habe meinen Schwager (den 
Jinni), ich will ihn zu Hilfe 
rufen', sagte er. Er klatschte mit 
seiner Hand (das Rufzeichen). 
Er (der Jinni, der sofort er- 
schienen war) sagte': ,Was hast 
dir.-' Er sagte: ,Der Sultan 
sagte: Wenn du meine Tochter 
willst, bau mir ein Haus, daß 
es schon vergipst ist bis am 
Morgen, daß es schon sei mit 
Vorhof und Hinterhof (versehen) - . 
Er sagte : ,Es (soll) nicht mehr 
(wie ein Kummer) auf dir (lie- 
gen), am Morgen ist es schon 
fertig". Und bei Nacht bauten 
die Jinni das Haus. 

13. Wie es am Morgen war, 
war das Haus (des Morgens) 
wie das Haus des Sultans. Und 
er heiratete sie und er nahm 
sie und brachte sie in das Haus 
und gab für sie ein Hochzeits- 
mahl. Und der Sultan gab sie 
ihm, die Tochter, und bestimmte 



11. An-nds gäl : ,in ba- 
gdyt bitti, suf minnaha fi 
wasdt al-mdjma' 1 . wa-hormah 
gälet : ,ant mä 'ardftani bä- 
Idggi häfam fi ydddi 1 . wa- ■> 
d-döalah gäl: ,suf minnaha' . 
säf minnaha fi wasdt al- 
harim, hdtta hassdlha. wa- 
ydum hassdlha, radd lä-'ind 
ad-ddulah. gäl: ,dnä kud io 
hassdltaha 1 . 



12. Gäl: .in bagdytha, ebin 
(abni) lahd beyt min bil-leyl 
hdtta 's-subfi la-gä* küdha 
näjizah, in bagäyt bittv. gäl: 15 
,dnä md'i sihri, bagdytuh 
ya'äwinna', gäl. dardb bi- 
yddduh. gäluh: ,ays ma'dW 
gäl: ,ad-döulah gäl: in ba- 
gdyt bitti, abni li beyt la- 20 
gä kiduh mundwwar ild as- 
söbeh küdha fiha dir' wa- 
hijwah 1 . gäl luh: ,mä 'ädha 
'aleyk, ild 's-subh tasbah ki- 
dha näjizah, wa-bil-leyl dl- 25 
jin bä-yabnün beyt 1 . 



13. Yaum as-söbh asbahdt 
beyt kdmd. beyt ad-döleh. 
wa-drras bihd wa-hadähä 
wa-tardhhä fi icasdt al-beyt 3ü 
iva-ddyyaf 'aleyha. w-ad- 
döulah 'atäh. iyyäha bittuli 
wa-sdllaha wa-häsar 'aleyha 



1 Für tah&ms (Müller). 
wie im Mehri; Const. wie heljr. 
W. Hein, Mehri-Teste. 



2 Lies: bine; Z. 20 betont bine (Müller). 
•xrh. Vgl. 59, 3. 



Für haysar lis (Müller). 



Rad. 



e^ 



58 



I. Prosatexte. 



26. Die beiden Diebe. 



ä jirit wa-hijäSen (hijdrtsen). 
wu-thuwwulöt be-beytis wa- 
amilot hubün. wa-gizyöt te 
htalsot. 

(dli bei- ue, 23. Februar 1902.) 



für sie das Brautgeld. Und er 
(der Bräutigam) zahlte für sie 
das Brautgeld und gab ihr Skla- 
ven und Sklavinnen. Und sie 
verblieb in ihrem Haus und be- 
kam Kinder. Und es ist zu 
Ende, bis es aus ist. 



wa-ldgga lalid 'abid wa- 
jaicdr (_>*>»•). wa-jdlset fiha 
wa-ldggat Hyäl. wa-dngazat 
dhtalatat. 

(24. und 25. Februar 1902.) 



26. (56) Die beiden Diebe.' 



Mebri. 

1. Amor: kdbü iiru, tdd 
.=> hirig di Mukdllah wa-tdd 

hirig Tarmut. tvdtfag an fahre, 
galügem. agabit birek sijirit, 
sis hubün bayd. 

2. Hirig di Mukdlla, dmör 
10 heh hirg di Tarmut: ,na- 

hdum nagaleg, ho wa-het, 
m&n minin hirg hayr'. dmür: 
.hardna, hdstou 1 . 

3. Firdm le-tawäzil, te wi- 
rb zilem. tva-hds icizilem, hirig 

di Mukdlla hirgdys wa-gu- 
lüb birek mutmindtah. wa- 
Mrig di Tarmüf gehörig hirg 
di Mukdlla u:a-yagülib birek 
20 halegeh. 

4. Te icdzlem be-gd', dmür 
hirg di Mukdlla: ,bdydke hö'f 
dmür: ,bdydi birek mutmi- 
nSti 1 . galög, lad ksisen Id. 
has lad ksisen lä, dmör: 

25 i//4/^ e yd/dt) saf ber masli'. 
dmür: ,ld, yessen ar bü; ho 
di hirig tesen tek, wa- 
hirig har minlr. 



Deutsch. 

1 . Er sagte : Es waren zwei 
Leute, einer ein Dieb von Ma- 
kalla und einer ein Dieb von 
Hadramüt. Sie trafen zusammen. 
Sie sahen auf einem Baume ein 
Vogehveibchen, das Eier hatte. 

2. Zum Dieb von Makalla 
sagte der Dieb von Hadramüt : 
.Wir wollen sehen, ich und du, 
wer von uns der bessere Dieb 
ist'. Er sagte: , Wohlan, gut'. 

3. Sie stiegen hinauf, um hin- 
zugelangen, bis sie hingelangten. 
Wie sie hingelangt waren, stahl 
der Dieb von Makalla ihr (die 
Eier) und steckte (sie) in seine 
Schurzfalte. 2 Und der Dieb von 
Hadramüt stahl (sie) dem Dieb 
von Makalla und steckte (sie) 
in sein Kleid. 

4. Als sie zur Erde gelangten, 
sa«;te er zum Dieb von Makalla: 
,Wo sind deine Eier'? Er sagte: 
.Meine Eier sind in meiner 
Schurzfalte'. Er sah (nach), er 
fand sie nicht mehr. Wie er sie 
Dicht mehr fand, sagte er: ,0 
Schrecken, o Schrecken ! Sieh, 
schon sind sie verzaubert'! Er 
sagte: ,Nein, sie sind ja hier: ich 
habe sie dir gestohlen, und sieh, 
ich bin ein besserer Dieb als du'. 



Hadrami. 

1. Gdlü: näs itnin, icdhid 
sdrig al- Mukdlla wa-icdhid 
sdrig Hadramüt. taudfagan 
mdrrah. sdfu ter wasdt sej- 
rah, mdha Hydl bed. 

2. Sdrig al-Mukdlla, gdluh 
sdrig Hadramüt : .bngdyna 
nesüf, and wa-dnta, min 
min-niha (üLc) sdrig hayr 1 . 
gdl: ,zen'. 

3. Tdlfu iva-wdslu, hdtta 
ivdslu. ica-yom wdslu, sdrig 
al-Mukdlla sardgha wa-taruh 

fi tibdnuh. wa-sdrig Hadra- 
nint sareg sdrig al-Mukdlla 
wa-tardh fi tdubuh. 

4. Hattd ivaslü fi-l-ga, 
gdl sdrig al-Mukdlla: ,bSy- 
dak fen 1 ? gdl: ,beydi fi ti- 
bdni'. sdf, md 'dd hassdlhen. 
ydin md 'dd hassdlhen. gdl: 
.mi hasfeti hasfe'ti* addrlun 
kud amtasdh' n'.gdl: Ja. aSäf- 
hen gayr hina; min alladi 
sare'ghen iyydk, wa-zänna 
sdrig hayr mfiniak". 



' Vgl. die Schlußbemerkung Heins und Erzählung XII in Mehrt- und Soqoiri-Sprache, II, S. 76ff. (Müllbk). ' Dm 
llül'ti intuch wird so um den Leib geschlungen, daß es oben eine Querfalte bildet, die als Tasche dient. :l Ms. hns/ri. 

Vgl. BhodokAKAKM, Glossar zur Do/ar- Sprache, s. v. (Mi i.i.kk). 



26. Die beiden Diebe. 



I. Prosatexte. 



59 



5. Higrdyrem wa-gahdy- 
bem hal ajüz. amiröt heh: 
,/iamk hibrV. dmür: Jiästou'. 
wa-wigciam fahre, wa-t bi- 
hilli min be-hilli yibärern 
yehirigem birek häzen de 
cläidat diheb wa-faddät. 

6. Te Uyla tagt, hirig dl 
MnkdUa yütög. dmür heh: 
,hibö ferkdtk (fergatk?)'? 
dmür: .ferketi gazzöne hirek; 
lad had ydgribak ld'. dmür: 
,haräne hdstou\ yeddud(h) 
wa-yeshdtah. 

7. Has bar dibdeh wa- 
sahteh, wugöf wa-hdgraur. 
te gahdyb hal ajüz, dmür 
ajüz: ,hibris ber möt'. buküt. 

8. Amur: ,tabiki Id. an 
tahim tebki, gadil gidör'. 
amiröt: ,hdstou'. gadalethem. 
has icdzelet birek rihbet, ta- 
dddhem wa-tehinsüs behem 
min tar heres. itbtrem kal. 
has tibrem, beküt, te yedd- 
fa'em Ms hamstä'sar jineh. 

9. We-hgarrdut min haldk- 
ma, te gahböt he beyts. has 
gahbot he beyts, tküsi höhn 
de ihidilem, ibeyt gayüj iva- 
höbd harim. amiröt: ,de si- 
kem Msen büme'? dmürum 
his: ,tahim tagdff Wald hin- 
gdye tes, baren ibeyt geyüj 
ica-höba y herim 1 . amiröt: ,ld, 
ho icagfiten i . 



5. Sie gingen fort und kamen 5. Sdru wa-jdu 'ind 'ajüz. 
zu einer Alten. Sie sagte zu gälet luh: jbag&ytak iceledi 1 . 

ihm: .Ich will dich zu meinem „*.]. i -!„.,•/< < < * i 

„ , ' „ , „ . gut: ,hasd'. wägu marrah. 

Sohn'. Er sagte: ,Gut'. Und sie , . t , , . , 7 . , * 

,„„„„„ tt i xt i . Iiatta bi-l-Leyl sarau yesriqun 

waren zusammen. Und Nacht z x i) 

um Nacht gingen sie ins Schloß wasäi al -^§un frag ed-dölah 5 

des Sultans Gold und Silber dehib wa-feddah. 

stehlen. 

6. Einmal des Nachts band 
er 1 den Dieb von Makalla. Er 
sagte zu ihm: ,Wie ist deine 
Absicht'? Er sagte: ,Meine Ab- 
sicht ist, ich werde dein Haupt 
abschneiden; niemand kennt 
dich mehr'. Er sagte: , Wohlan, 
gut'. Er packte und schlachtete 
ihn. 

7. Wie er ihn schon gepackt 
und geschlachtet hatte, schwieg 
er und ging fort. Als er zur 
Alten kam, sagte er zur Alten: 
,Dein Sohn ist schon tot'. Sie 
weinte. 

8. Er sagte : , Weine nicht. 2 
Wenn du weinen willst, trage 
die Tontöpfe'. Sie sagte: ,Gut'. 
Sie trug sie. Wie sie in die 
Stadt gelangte, packte sie sie 
und warf sie von ihrem Haupt. 
Sie zerbrachen alle. Wie sie 



zerbrachen, weinte sie, bis sie 
ihr fünfzehn Guineen gaben. 



9. Und sie ging fort von dort, 

bis sie zu ihrem Haus kam. 

Wie sie zu ihrem Haus kam, 

fand sie Leute, die verweilten, 

sieben Männer und sieben Frauen. 

Sie sagte : ,Was ist mit euch 

hier'? Sie sagten zu ihr: , Willst kum ruß h/na'? gälü lahd : 

du schweigen oder wir werden ,bagdyti taskutin iva-illä bü- 

nahn&gis, kud nihd sdb'a 
rijäl wa-sdü harim 1 . gälet: 
,lä, ani bä-dskuP. 



6. Hdtta h'ylah wähidah 
sdrig al-Mukdlla gatdl. gä- 
luh: ,keyf bä-tasäuwi'? gäl: 
.baydyt agiis räsak; mä 'äd io 
had yd'rifak, la\ gäl: ,li- 
baydyt, häsil'. haddh ica- 
dabähuh. 

7. Tom kid hiddh wa- 
dabähnh, sakdt ica-sär. hdtta 16 
ivasdl 'ind 'ajüz, gäl li-l- 
'ajüz: ,iceledis kud mät'. bd- 
kat. 

8. Gdlahä: ,lä tabkm lä. 
in baydyti tebkin, silli el- 20 
buräm'. gälet: ,zen'. salldt- 
hum. yaum jat (so) ivasdt al- 
biläd, haddthum ica-nädgat 
bühum min fög räsha. ta- 
kdssaran kullalmm. yaum 25 
takdssarau, bakdt, hdttä ddf'u 
lahd hamstd'ser jüniyah. 

9. Wa-särat min hinäk, 
hattä icdslat Id-beytaha. yöm 
wdslat lä-beytahä, hdssaiat m 
näs jälsln, sdb'ah rijäl ica- 
säb'harim. gälet: ,dä (so) ma- 



dich erwürgen 



iebe 



wir sind schon 
Männer und sieben 



Frauen'. 3 Sie sagte: ,Nein, ich 



werd« 



e schweigen' 



1 Vielleicht .wurde gebunden', d. h. geriet in eine Schlinge, von der er ihn nicht losmachen kounte. Noch schwerer 
ist gatal im IJadrami zu erklären; nach Rhodokanakis hat der Übersetzer lulog für yüloq gehurt (Miller). - Sie durfte 
nicht weinen, damit man nicht merke, daß der Ermordete zu ihr gehöre (Ml'ller). s Die Leute sind wohl ausgeschickt, 
um die Häuser zu durchsuchen, wo um den Toten getrauert wird (Müller). 

8* 



60 



I. Prosatbxte. 



27. Die Töchterfeindin. 



10. Wagföt, te has hem 
herüjem. has hem herüjiiu, 
tashdut bagret de ddulet, seh 
wa-lrfrg de Tarmüt. wa- 

5 yddfnem addynsa (sg. addyd) 
loa-yjäldem tes. 

11. Wa-yejhimem, te ndka- 



10. Sie schwieg, bis wie sie 
hinausgingen. Als sie hinaus- 
gingen, schlachtete sie die Kuh 
des Sultans, sie und der Dieb 
von Hadramüt, und sie begruben 
ihre Knochen und häuteten sie 
ab. 1 

11. Und sie gingen fort, bis 



'em rahbit. yaghdybem la-hdl sie in die Stadt kamen. Sie 



häbü. amürem: ,sikem hesen'? 
10 dmür: ,'nhd alamdhyen (ata- 

mdhyenfy. tahulilem hini- 

hem. te utintarfse, higrdyrt m. 
12. Te wdthfem mkön, 

ksühm (so) bidioeyten hitt, te- 
15 rdyen härdun. dmür: ,tdu- 

waken tehgd'hen ten wi-nhd 



kamen zu den Leuten. Sie 
sagten: ,Was ist mit euch'? Er 
sagte: ,Wir sind ermattet'. Sie 
verweilten bei ihnen. Nach dem 
Frühstück, gingen sie fort. 

12. Als sie Spätnachmittags 
an einen Ort kamen, fanden sie 
sechs Landweiber, sie weiden 
Ziegen. Er sagte : .Jetzt gebt 



uns zu trinken, denn wir sind 
bed (ber-di) taymen: hegyu gchon durgtig < gie gaben ihnen 

tehem. tigern ica-higrdyrem. zu sinken. Sie tranken und 

gazdut wa-htalatdnt. gingen fort. Und es ist zu Ende 

(sod ber abddUah, 24. Februar 1902.) und aus. 



10. Wa-säktat, yom hum 
hdrjau. yom. hum hdrjau, 
ddbhat bdgrah hag ad-dolah, 
Iti ua-särig Hadramüt. ««a- 
ddfnü 'admdnaha wa-jdl- 
döha. 

11. Wa-sdru, hdtta jäft 'l- 
bildd. jdu Id-ind an-näs. 
gdl: .mäknm hauwäh'? gdlü: 
,nihd memhünin 1 . jelsöu 'in- 
dahum. hattd min fög al- 
gadä, sdrü. 

12. Hattd ddu makdn, 
hdssalu bediciydt sit, tar'dyn 
al-gdnam. gälu lahin (so): 
,tduioaken tasgen, nihä kud 
damena'. sagöhum. serbü wa- 
sdru. gasdt w-dhtalatat. 



(27. und 28. Februar 1902.) 

Diese Erzählung ist im zweiten Teile abgekürzt und enthält Motive aus anderen Erzählungen. 



27. (58) Die Töchterfeindin. 



Mehri. 

20 1. Amur: gayj, sih härmet 
wa-sth habdntahd sirit, teyt 
hdmmaha Fdpnah wa-fiyi 
hdmmahä Nur, wa-sih hibreh. 
jihömem he wa-hibreh. 

25 2. Has hem ßhemem, am- 
rot hojür: ,hdggar bisen, te 
wat berk be-j§hi, sahdfsen 
wa-hdghabi deresen birek 
johlet 1 , dmür: JidstoU'. 

30 3. HagroMr bisen, te hal 
tagdlgeh rihbet Id. dmür 



Deutsch. 

1. Er sagte: Es war ein Mann, 
der eine Frau und zwei Töch- 
ter hatte, eine, deren Name 



IJadrami. 

l. Gdl: rijdl, ma'uh hör- 
mah ica-ma'üh bandtith tin- 
tdyn, wdhdah ismaha Fdt- 
mah ica-icdhdah ismaha X/h-. 
wa-ma'üh iceled. sdr hü wa- 
wSleduh. 

■2. Yom hum sdru. gdlet 
al-'dhd: ,sir bähen UV kuddk 
ßl-gdr, dabdhhen wa-hdt 
Gebirgsrand, 8 schlachte sie und ddmmahinna ß wasdf jdhla 1 . 
bringe mir ihr Blut in dem gdl: ,zen'. 
Lederschlauch. Er sagte: ,Gut'. 

3. Er ging mit ihnen, bis ihn 3. Sdr bihin, hattd mä 

die Stadt nicht mehr sah. 8 Er sagte tasüfuh al-bildd. gdl lahin: 



Fätimah, und eine, deren Name 
Nur war, und er hatte einen 
Sohn. Sie gingen fort, er und 
sein Sohn. 

2. Wie sie fortgegangen waren, 
sagte sie (die Frau) zum Skla- 
ven: ,Geh mit ihnen (den zwei 
Töchtern), bis du schon bist am 



1 Auch diese. Motiv gehört diesem Märchen au. Allerdings findet das Schlachten etwas spät statt: das »eitere 
ist sinnloser Zusatz (MÜLLES ' Besser: im Wärfi (MrM.KR). n Mi- ml. rlialb des Gesichtekreises der Stadt. 4 Gleich 

Jl oder nach Rhodokanakis für \ 3> \ ^ ' 



27. Die Töchterfeindin. 



I. Prosatexte. 



61 



hisen: Jidgiren! wa-dn rid- 
daken, sihtdnaken'. higrdyr 
gajinüten. 

4. Has hagrdyr, yelübid 
zdr, yehmel jehalet düre toa- 
hagrdur, te gahdyb hal ajüz. 
has gahdyb hal ajüz, dmür: 
,bar s/idtk tesen'. amirot: 
,döre hö'f dmür: .galle 1 döre 
is'. amirot: ,zidgek'. 

5. Wa-gajinüten, tijdyr Il- 
sen ajüz mine gd. amiröt: 
,ahdmken hinr. dmür: ,hd- 
stou'. wiyga sis. 

6. Te leylet, tahdum tas- 
hdtsen. halgöt §iwöd. ami- 
röt hisen: ,sikfen l . sökif. 

7. Te soften amiröt: ,Fdt- 
meh'. amiröt: ,h$'f amiröt: 
,wukö suköfis ld'? amiröt: 
,kallüb di ndbhem'. tebdr la- 
kallüb, telddgahem. amiröt 
Ms: ,sükf zardume, hö ber 
latdgk kalldbye'. sukföt. 

8. Te sa't amiröt : ,Fdt- 
meh'. amiröt: ,he'? amiröt: 
,wukö snkdfs ld'? amiröt: 
,riköb tanhibüben'. tabdr li- 
riköh, talddgisen. amiröt: .hu 
ber latdgk riköb. sukf zerdu- 
me'. 

9. Amiröt: Jtadkök wa- 
djöj di-yazdrhenv . tbdr lehem, 
talddgehem. amiröt: ,sukf 
zarduma, ber latdgk saytiye'. 

10. Amiröt: ,bgdr tabdb- 
yen'. amiröt: ,ld ilhd illa 



zu ihnen : ,Geht ! Und wenn 
ihr zurückkehrt, werde ich euch 
schlachten'. Die Mädchen gingen. 

4. Wie sie gegangen waren, 
schoß er eine Wildziege, füllte 
den Lederschlauch mit Blut und 
ging, bis er zur Alten kam. Wie 
er zur Alten kam, sagte er (ihr): 
, I c 1 i habe sie schon geschlachtet'. 
Sie sagte : ,Wo ist das Blut' ? 
Er sagte: ,Sieh das Blut da'. 
Sie sagte: ,Du sprachst wahr'. 

5. Und (was) die Mädchen 
(betrifft), stieß auf sie eine Alte 
vom Lande. Sie sagte: ,Ich will 
euch bei mir'. Sie sagten: ,Gut'. 
Sie waren mit ihr. 

G. Als es Nacht war, wollte 
sie sie schlachten. Sie zündete 
Feuer an. Sie sagte zu ihnen: 
, Schlafet'. Sie schliefen. 

7. Nach einer Weile sagte sie: 
,Fätimah'. Sie sagte: ,He'? Sie 
sagte: , Warum schläfst du nicht'? 
Sie sagte: ,Die bellenden Hunde 
(stören mich)'. Sie ging (des 
Nachts) über die Hunde, tötete 
sie. Sie sagte zu ihr: , Schlafe 
jetzt, ich habe meine Hunde 
schon getötet'. Sie schlief. 

8. Nach einer Weile sagte sie: 
.Fatimah'. Sie sagte: ,He'? Sie 
sagte: , Warum schläfst du nicht'? 
Sie sagte: .Die Kamelinnen brül- 
len'. Sie ging über die Kame- 
linnen, sie tötete sie. Sie sagte: 
,Ich habe die Kamelinnen schon 
getötet. Schlafe jetzt.' 

9. Sie sagte: ,Die Hähne und 
Hennen gackern'. Sie ging des 
Nachts über sie, tötete sie. Sie 
sagte : , Schlafe jetzt, ich habe 
schon mein Hausgetier getötet'. 

10. Sie sagte: ,Die Kühe 
brüllen'. Sie sagte: ,Es ist kein 



.siren! wa-in rdddeten, ned- 
bdhken. säru "l-bunaygdt. 

4. Yöm siren, dardb dabi, 
mala jdhla dam wa-sdr, 
hdtta ja c ind c ajßz. yöm jd 5 
c ind c ajüz, gälahd: ,kid da- 
bdhtahen'. gälat: ,dam fen'f 
gdlahä: ,snfi ad-ddm dd-/m'f 
gdlet : ,saddgt i . 

ö.Wa-l-bunayyät,temür (so) io 
'aleyhen 'ajüz min al-gd\ gdlet 
lahinna: .bagdytakenma'iya'. 
gälen (so).- ,zen'. waga mdlia. 

6. Hdtta leylah bagut ted- 
bdhhen. 'dlget an-ndr. gdlet iö 
Iahen: .ni'men'. na inen. 2 

7. Hdtta sa'aten, 3 gdlet : 
,Fätmeh'. (gdlet) ,hu'. gdlet: 
,'wardsmd nümti'? gdlet lahd: 
,al-kildb yasayyihen'. tesri 20 
le-l-kildb, gattaläthum. gdlet 
lahd: ,ndmi dalhin, ked ga- 
tdlt kildbi'. ndmat. 

8. Hdtta sd'a, gdlet: ,Fdt- 
meh'. gdlet: ,hä'? gälet: ,iva- 25 
ras md numti i ? gdlet: ,ar- 
rikäb yasayyihen'. tesri la- 
r-rikdb, gattaläthen. gdlet: 
,ani kid gatalt ar-rikdb. del- 
hin ndmi'. 30 

9. Gdlet: ,ad-dijdj yasäy- 
yihun 1 . sardt, gattaläthum. 
gdlet lahd: ,ndmi delhln (so), 
kid gatalt ndsrati'. 

10. Gdlet: ,al-bägar ya- 35 
sayyihen'. gdlet: ,ld ildha 



1 Abgekürzt für galeq (Müller). ■ Man vergleiche ni'men mit nämi (Z, 

im Genus (hen und hum etc.), ferner in der Aussprache ked und kid (Müller). 
en fenj nach dem Mehri (Müller). 



31, 34), sowie andere Inkonsequenzen 
" Kaum Dual, sondern auslautendes 



62 



I. Prosatexte. 



28. Die drei Wunderdinge. 



'Höh. ho bar injizk sdytiye 1 . 
tbdr la-bgär, teshdtsen. ami- 
röt: ,sukf, bar shdtk 'nsiriti 
kdlles'. 



5 n. Amirot: ,ad härön, 
shdtsen 1 . amirot: ,lä, sahtd- 
tasen lä l . amiröt: ,hardna, 
ho muskfite W. tbär la-härön, 
teshdtsen. 

10 12. Amiröt: ,sukf'. amiröt: 
,an talumi la-säkf, gazdm 
Siwöd'. amiröt : ,gäzamatis 

W. 

13. Tadöd ays ica-twih 
15 sirisen. teffdr'en mins birek 
nahlit. tafföre sirisen. tardh 
tis, ti wazallöt birek nahlit. 
tandfden bis nahlit. ajüz 
järüt icu-mtöt. 

(Söd her abdüllah, 24. Februar 1902.) 



Gott außer Gott. Ich habe schon 
mit meinem Hausgetier ein Ende 
gemacht'. Sie geht (des Nachts) 
über die Kühe, sie schlachtet 
sie. Sie sagte: , Schlafe, icli habe 
schon mein ganzes Vieh ge- 
schlachtet'. 

11. Sie sagte: ,Noch sind die 
Ziegen (da), schlachte sie'. Sie 
sagte: .Nein, ich werde sie nicht 
schlachten'. Sie sagte: , Wohlan, 
ich werde nicht schlafen'. Sie 
ging (des Nachts) über die Zie- 
gen, schlachtete sie. 

12. Sie sagte: , Schlafe'. Sie 
sagte: ,Wenn du willst, daß ich 
schlafe, verlösche das Feuer'. 
Sie sagte : ,Ich werde es nicht 
verlöschen'. 1 

13. Sie ergriff ein Messer und 
lief hinter ihnen. Sie stiegen 
(auf der Flucht) vor ihr auf eine 
Dattelpalme. Sie steigt hinter 
ihnen hinauf. Sie ließen sie, 
bis sie auf die Dattelpalme ge- 
langte. Sie schütteln sie, die 
Dattelpalme. Die Alte fiel und 
starb. 



illa 'llah'. gälet: ,gud 2 naj- 
jezt ndsrati 1 . sardt la-l-ba- 
gdr, ddbbahathen. 3 gälet: 
,nämi, gad 2 dabdht ndsrati 
küllaha'. 

11. Gälet: ,'äd al-gdnara. 
dabbihihen'. gälet: ,lä, mdni 
muddabihdthen'. 3 gälet: .ani 
mdni (Ul u Ul) manäiimlr. 
sardt la-l-gdnam, dabbahd- 
then'. 3 

12. Gälet lahä : ,nämi'. 
gälet: ,in bagaytini näm, dtfi 
an-ndr'. gälet: ,mäni mute- 

fiyetha i . 

13. Tähud sakkin wa-ta- 
hüb gaf ahen. sdraden minna- 
hä fög nähiah. tdl'at gafä- 
hen. Jiallinha, hdtta icdslat 
wasdt annähiah. ydnfnden 
bi-n-ndhlah. al-afaz sägtat 
wa-mätet. 

(28. Februar 1902.) 



28. (61) Die drei Wunderdinge. 



Mehri. 

20 1. Amur: däd (täd) bar. 
te al täd, dmür: ,wö'? dmür: 
,miskin'. ,yehöm he 1 / dmür: 
,yehöm ise\ dmür: ,sellöb 
(selöb) hildkme'. silib leh. 

26 hiirt'ij hell Iiöz. dmür: ,dads'. 



2. Dibfdys wu-bär bis. te 

muköii. Iji'iz //t'i/ajjnt hehmiyit. 



Deutsch. 

1 . Er sagte : Einer ging (des 
Nachts). Als er bei einem war, 
sagte er: ,Wer da'? Er sagte: 
,Ein Armer'. ,Was will er?' Er 
sagte: ,Er will ein Nachtessen'. 
Er sagte : , Warte da'. Er war- 
tete auf ihn. Er brachte ihm 
eine Ziege heraus. Er sagte : 
.Nimm sie'. 

2. Er nahm sie und ging (des 
Nachts) mit ihr. Als er an einem 
Ort war, warf sie ihm hundert 
|( icldstiickc). 



Hadrami. 

1. Gäl: icähid sard ila 
'ind icähid. gäluh: .antmin:? 
gdluh: ,miskin'. gäl : .miskin 
bagd ays-? gäl: ,bagä 'asä\ 
gäluk: ,dgaf 'indak-. agdf 
luh. harrdj luh sah. gdluh: 
Ji/iilhä'. 

2. Hadähä wa-sarrdhä. 
hattd makdn, as-sdh wdldat 
luh bi-m&yit* 



1 Die beiden Mädchen ergreifen nun die Flucht, nachdem die Alte Wir ganies Hab und Gut geopfert hat. * Sons) 
leud oder leid (Müller). : Das Wort hat wohl einen Do|i]ielton JahliahiUhen (Müller) : Sol siehe 63, 7 (Min 



28. Die drei Wunderdinge. 



I. Prosatexte. 



6;j 



3. Wa-grdur bis. te al 
ajüz, harmeth, amirüt: ,min 
hö sük höz'? dmür: ,sarfddk 
tSs'. hätüm bihilli, loa-te-ka- 
s-söbeh. 

4. As k-söbeh, höz hagaj- 
jöt heh mlyet. wa-dibtdys 
iva-gardur min haldkme. 

5. As gardur, ajüz garröt 
bi-höz. amirüt: ,Jiöm la-räi 
tar bir de dölet'. 

(5. Yagölgis hibri de dölet. 
yehaghäbs höz. dmür: ,höm 
la-hlet bis 1 , toe-rdut, te nu- 
hüre. as nuhüre, yehallöfis 
höz gayrhit. 



7. We-garrdut we-sedhöteh 
Id. te be-beyts, h&iar dmür: 
,wuku hibtdys'? amirüt: ,/at 
yirdyk 1 tar bir de dölet. 
hätiniem. te bi-hilli, dmür: 
,höz, hagaj 2 hin miyet'. höz 
lad hagajöt Id. 

8. Hagzdymem, he wa- 
ajüz. dmür: ,hibö emlis bi- 
höz'? amirüt: ,höz, yirdik 1 
tis tar bir de dölet. la-gd 
gajjin di hagalti asi 1 . dmür: 
,ho bdröne galgöne min ise 1 . 



9. Amur: bar. te al täd, 
dmür: ,het md'f dmür: ,mis- 
kiti 1 . dmür: ,miskin yehöm 



3. Und er ging mit ihr. Als 
er bei der Alten, seiner Frau, 
war, sagte sie: ,Woher hast du 
die Ziege'? Er sagte: ,Ieh habe 
sie erbettelt'. Er verbrachte die 
Nacht, bis es Morgen war. 

4. Wie es Morgen war, warf 
die Ziege ihm hundert. Und er 
nahm sie (die hundert) und ging 
von dort. 

5. Wie er gegangen war, ging 
die Alte mit der Ziege. Sie 
sagte: ,Ich will sie weiden beim 
Brunnen des Sultans'. 

6. Es sah sie der Sohn des 
Sultans. Er brachte ihr eine 
Ziege. Er sagte: ,Ich will mit 
dir Gemeinschaft machen'. 3 Und 
sie weidete, bis es Frühnach- 
mittag war. Wie es Fiühnach- 
mittag war, vertauschte er sie 
mit einer anderen Ziege. 

7. Und sie ging und sie be- 
merkte es nicht. Als sie in 
ihrem Hause war. sagte der 
Alte: , Warum bist du so lange 
ausgeblieben'? Sie sagte: ,Ich 
habe beim Brunnen des Sul- 
tans geweidet'. Sie verbrachten 
die Nacht. Als es Nacht war, 
sagte er: , Ziege, wirf uns hun- 
dert'. Die Ziege warf nicht mehr. 

8. Sie verbrachten den Tag, 
er und die Alte. Er sagte: ,Wie 
hast du es mit der Ziege ge- 
macht'? Sie sagte: ,(Was) die 
Ziege (betrifft), ich weidete sie 
beim Brunnen des Sultans. Es 
kann vielleicht der Knabe sein, 
der mich betrogen hat'. Er 
sagte : ,Ich werde gehen, ich 
werde um Nachtessen sehen'. 

9. Er (der Erzähler) sagte : 
Er ging (des Nachts). Als er 
bei dem einen war, sagte er: 



3. Wa-sdr bihä. hattd Hnd 
'ajüz, hormStuh, gdlet luh: 
,minin lak as-sdh l ? gälahä: 
,taldbtahd i . baydt bi-l-leyl, 
hdtta as-sübh. 5 

4. Yöm as-sübh, as-sdh 
walddt luh bi-miyat. haddhä 
wa-sdr min hindk. 

5. Yöm sär, sdret ('ajüz md) 
as-sdh. gdlet: ,bagdyt ar'dhd 10 
fög al-bir hag ad-dolah l . 

6. Yesüfahä iceled ad-dö- 
lah. jdb lahd sah. gälahä: 
jbagdyt dhliit bis', wa-raat 
hdtta yöm. yöm an-nahär, i;> 
hdlfat as-säh täniyah. 



7. Wa-särat wa-dihnet 
(^jjö). hdtta fi Mytahä, as- 
sebah gäl : ,waräs batdyti'f 
gdlet: ,ani ra c dyt fög bir o 
ad-dölah'. bdyyatu. hattd 
bi-l-lM, gäl: ,as-säh ivdldat 4, 
bi-mdyit l . mä c dd wdldat. 

8. Dällu (Jk), hu wa-l- 
'ajüz. gäl: ,däke laggeti bi- 25 
s-säh'f gdlet: ,as-säh rdäy- 
tahäfög bir ad-döulah. 'äsd b 
wided, gäldtni 1 -. gäl: ,dna 6 
dsri asüf min c asä'. 



9. Gäluh: ,äsri l .~ hattd 30 
'ind ivä/ud, gäluh : ,dnta 
min'? gäluh: ,dna miskin'. 



1 Für iräyk (Müller). 2 Daher gaj Mann, eigentlich jj, (Müller). 3 D. h die beiden Ziegen sollen mit- 

einander grasen (Müller). 4 Lies: wdldi (Müller). 5 Ms. 'ürddhä (Müller). " Ms. add. 'asä (Müller). ' Lies: 
gäl: sard (Müller). 



64 



I. Prosatexte. 



28. Die drei Wunderdinge. 



he'? ämür: ,hom gut 1 , ämür: 
,sellob (selob) kaldkme'. si- 
lib leh. te säten tmmyeh. 
ämür: .hok ka'Mt'. ämür: 
5 ,hu msMn, hlbo la'möl bi- 
kdbit'? ämür: ,in tahöm td- 
töti, 1 ämer: kdbit mile'. 



10. Wu-bär bis. te al här- 
met be-bet, amirüt: ,iuuko 

10 hibtdyk'? ämür: ,ho, gäj 
wezmi kdbit'. amirüt: ,hibö 
nä'mol bi-kdbit'f ,wat Ue 
duwöh, amireyge Ms: kdbit 
mile! wa-temöli hin hir&z 1 . 

15 amirüt: .astou'. ämür: Jiäti- 
meye, te k-sobeh l . 



11. As k-sdbeh, gäj graur 
lel gahwet. ica-se amirüt: 
,höm la-häggir lal Ber-agil, 

20 la-möl kdbiti hilgät'. 

12. Garräut. ksut Bar-agil 
di loiiiör. amirüt: ,sabähkum'. 
ämür: ,märhaba'. ämür: ,sis 
hisen'? ajüz amirüt: ,H kd- 

._,.•, bit, hörn bis halgät'. ämür: 
,sallib (salib) haläkme'. ämür: 
,hu le-hiius\ imil fäslah, te 
njüz. as njüz, gahbis. 



13. Amur: ,tehim hföen'? 
30 amirüt : ,kamk tä'amol hini 



, Wer bist du' ? Er sagte : ,Ein 
Armer''. Er sagte: ,Was will 
der Arme'"? Er sagte: ,Ich will 
Essen'. Er sagte: , Warte da'. 
Er wartete auf ihn. Nach einer 
Weile kam er (des Nachts) 
zu ihm. Er sagte: .Nimm da 
die Holzsehüssel'. Er sagte: ,Ich 
bin ein Armer, wie soll ich es 
mit der Holzsehüssel machen'? 
Er sagte: ,Wenn du zu Nacht 
essen willst, sag' : Holzschüssel, 
fülle dich'. 

10. Und er ging (des Nachts) 
mit ihr. Als er bei der Frau im 
Hause war, sagte sie: , Warum 
bist du so lange ausgeblieben'? 
Er sagte: ,Der Mann gab mir 
die Holzschüssel'. Sie sagte : 
,Wie machen wir es mit der 
Holzschüssel'? ,So oft (die Zeit) 
des Nachtessens gekommen ist 
(des Nachts), werden wir zu ihr 
sagen: Holzschüssel, fülle dich! 
und sie füllt sich uns mit Reis'. 
Sie sagte: ,Gut'. Er sagte: ,Wir 
werden die Nacht verbringen, 
bis es am Morgen ist'. 

11. Wie es am Morgen war, 
ging der Mann zum Kaffee. Und 
sie sagte : .Ich will zum Ben 
'Agil gehen, daß er an meine 
Holzsehüssel einen King mache'. 

12. Sie ging. Sie fand Ben 
'Agil zimmernd. Sie sagte: .Euer 
Morgen (sei gut)'. Er sagte: 
,Geräumigkeit (d. h. Willkom- 
men)'. Er sagte: ,Was ist mit 
dir'? Die Alte sagte: ,Ich habe 
eine Holzschüssel, ich will an 
ihr einen Ring'. Er sagte: , Warte 
da'. Er sagte: ,(Bald komme) ich 
zu dir'. Er machte seine Ar 
beit, bis sie fertig war. Wie sie 
fertig war, kam er zu ihr. 

13. Er sagte: .Was willst du'? 
Sie sagte: ,Ich will, daß du mir 



gäluh: ,miskin bagä ays'f 
gdluh: ,bagäyt gilt', gäluh: 
,ägaf'indak'. jeles luh. hattä 
sä'ah daicäh. gäluh: ,hak 
as-sähfah'. gäluh: ,äna mis- 
kin, aUggi kef bi-s-sähfah' ? 
gäluh: ,in bagäyt tafäsa, 
gul: sahfeti mili 1 . 



10. Wa-sarrähä. hattä 'ind 
hurmüth ß-l-bet, gälet luh : 
,wardk batäyt'? gälahä: /um. 
ri "ijäl 'atäna sähfah' ; . gälet 
luh: ,kef naleggi bi-s -säh- 
fah'? ,ilä 2 'l-asä dawä, bä- 
ngül lahä: as-sähfah mili! 
wa-timteli lanä ruz'. gälet: 
,zen l . ,bä-nabeyyit, hattä '§- 
sübh'. 



w.Yom as-siibh, rijjäl sär 
la-ind al-gähwa. wa-hi gälet: 
.bagäyt asir la-ind Bin-'agil, 
yaleggi sähfah al-hilgah'. 

12. Säret. hdssalet Bin- 
'agil yäusir. gälet luh: ,as- 
bähtu'. gul: .m<hhaba\ gäl 
lahä: ,ma'(s es-? al-ajüz gä- 
let: .nun sähfah, bagäyt lahä, 
hilgäh'. gälahä: .ägafi (so) 
'iridis', gälahä: .'hm la-indis'. 
Idgga hidmatuh, hdtta inj'':. 
yoru inji'z. ja'hä. 

13. Gälahä: ,bagäyti wäh 1 ? 
gäli t luh : ,bagäytak taUggi 



1 Für ta'tiSi (Miller). 2 Gleich \>\ (Rhodokanakis V 



28. Die drei Wunderdinge. 



I. Prosatexte. 



65 



helgdt he-ka'biti'. dmür: 
.mtenyek tes le-gd timle hini 
hirez 1 . dmür: ,ho amilöne 
his kdbits ive-selib (selib) fre- 
lakme 1 . 

14. Seibot (seibot) leh ha- 
lakme. i-död (l±~z>) Jcdbit 
dikme wa-yehdlfen Ms kd- 
bit gayrhtt. ämür: ,galeg kd- 
bits, ber njuzk tes'. amiröt : 
,bäli suk 1 . 

15. Wa-garrdut min haldk- 
me. ta-al gdjis, dmür: ,wukö 
het hibtdys 1 ? ,gdfyek bi-k- 
kdbit lal Bir-agil, hdm Id- 
möl Ms helgdt'. dmür: .wuko 
tagdfyen bi-k-kdbiten, we- 
läzaröme nhd ndtösi he 1 ? 



16. Hätlmem halle, as k- 
söbeh, garäur. te al gayj, 
dmür: ,wuko höt 1 ? dmör: ,ho 
si si lä iva-hö miskia'. dmör: 
,selöb haldkme 1 . silib leh, te 
gahbeh. as gahbeh, ivuzmeh 
tarb. 



17. Higräur beh. te ber eh 
bi-horim, amor : ,tarb nihdj 
(nihäj) 1 -. lebdeh, te gayüb 
hass. mgorin inddhem leh 
bi-humö. Ulli sidhü'. 

18. Wa-higrdur, te al ajüz. 
as bereh al ajüz, amirüt: 
,icuko haghdbk gut ld'? dmür: 
,had wizmi gut ld; wazümem 
ti tarb. wa-Mt ga/e tarb dih, 
nhdji behK nahjöt beh. dmör: 
,tarb nhäj'! lebdis tarb, te 

W. Hein, Mehri-Texte 



einen Ring an meine Holz- 
schüssel machst'. Er sagte (zu 
sich): ,Ich stelle sie auf die 
Probe, daß sie sich vielleicht 
mir mit Keis füllt'. Er sagte: 
,Ich werde dir deine Holz- 
schüssel machen und warte da'. 

14. Sie wartete da auf ihn. 
Und er nahm diese Holzschüssel 
und tauschte ihr eine andere 
Holzschüssel aus. Er sagte: ,Sieh 
deine Holzschüsse], ich habe sie 
schon fertig gemacht'. Sie sagte: 
,Mein Herr sei mit dir'. 

15. Und sie ging von da. 
Als sie bei ihrem Mann war, 
sagte er: , Warum bist du so 
lange ausgeblieben'? ,Ich bin 
mit der Holzschüssel fortgegangen 
zu Ben 'Agil, ich wollte, daß er 
ihr einen Ring mache'. Er sagte: 
, Warum gehst du mit unserer 
Holzschüssel fort, und jetzt, was 
werden wir zu Nacht essen'? 

16. Sie verbrachten die Nacht 
leer (im Magen). Wie es am 
Morgen war, ging er. Als er 
bei dem Mann war, sagte er: 
, Warum (kommst) du'? Er sagte: 
,Ich habe nichts und ich bin 
ein Armer'. Er sagte: , Warte 
da'. Er wartete auf ihn, bis er 
zu ihm kam. Wie er zu ihm 
kam, gab er ihm einen Stock. 

17. Er ging mit ihm. Als er 
schon auf dem Wege war, sagte 
er: ,Stock, spiel'. Er schlug ihn, 
bis ihm die Besinnung schwand. 
Dann begossen sie ihn mit Wasser. 
Darauf kam er zu sich. 

18. Und er ging, bis er bei 
der Alten war. Wie er schon 
bei der Alten war, sagte sie: 
, Warum hast du kein Essen ge- 
bracht - ? Er sagte: , Niemand 
gab mir Essen ; sie gaben mir 
einen Stock. Und sieh diesen 
Stock, spiel' mit ihm'. Sie spielte 
mit ihm. Er sagte: ,Stock, spiel'! 



li Mlgah lel-sdhfah 1 . gäla- 

hä: ,tamanneytahd tdmtali 
li ruz 1 . gdl: ,änd bä-aleggi 
lis sdhfats wa-ägafi 'indis'. 



14. Jelsdt luh 'indahä. 5 
hdda as-sdhfah dik icahal- 
Idf lahd sdhfah tdniyah. 
gdlahd: ,süfi sühfats, kud 
nejje'zthöK gälet luh: ,alldh 
yetdioil c ümrak i . 10 

15. Wa-säret min hundk 
la-ind zdujahd. gdlahä: ,wa- 
rds batäyti'? ,sirt bi-s-sdh- 
fah la-ind Bin- agil, bä-leggi 
lahd Mlgah'. gdlahä: ,ivards 15 
tegäffln bi-sahfetna, wa-del- 
hin nihd natdsa ays 1 ? 

16. Bdyyatu ba-ld c dsa. 
yöm as-siibh, sdr. hattd c ind 
ar-rijjdl,gdluh: ,wardk antd 1 ? 20 
gdluh: ,dnä md mal si wand 
miskin 1 . gdluh: ,dgaf'indak'. 
ägdf luh, hattd jd la-induh. 
yöm wasdl la-induh, 'atdh 
'ud. 25 

17. Sdr buh. hattd küduh 
fi-t-tarig, gdluh: ,yd c üd al- 
c db'. hddduh, hdtta gdb his- 
stih. wa-bdd tdyyaru 'alih 
bi-l-md. wa-t-tdli dahdr. 30 

18. Wa-sdr la-ind al-'ajüz. 
yöm küduh Hnd al-'ajüz, gd- 
let. luh: ,wardk md jibt gut"? 
gdlahä: ,md had bä-ydtlna; 
c atona Yid. wa-ente suf c üd 35 
hdgguh, al c db buh. Übet buh. 
gdl: ,ya 'üd l'db' ! dardbhd 



66 

gayböt hass. wa-ndöh lis bi- 
humöh, wa-sidhdut. 

19. Wa-gräur beh. te hol 
hibre di däulet, ämür: ,Mk 
5 he-.' ämür: ,*2 tarb'. dmür : 
,tarb hdbü yn'fihem beh hi'f 
dmür: ,häbü yindhjem beh'. 
dmür: ,hdm la-nhäj i beh'. 
wa-nhäj bell, wa-tdrb libdeh, 
io t& gayüb hass. indöh leh bi- 
humu, te sidhü. 



20. Amur: ,wukö talübdi 
wa-tahyilem bi'9 dmör: ,ho 
hiyelk buk lä'. dmör: ,an 

15 thöm la-hyel buk lä, hat 
h,özi'. dmür: ,/iözak min gade 
he'? dmür: ,hiyelk li bi-ajüz 
wa-ddbtak hüzis'. dmür: ,an 
ddbtak höziz, gale hozek'. 

20 dmür: ,hats'. dibit hözeli. 



21. Wa-higrdur bis lal- 
ajüz. amirot: ,ber sedddk 
höze'f amiir: ,yahdul'. dmür: 
,azdbs (u^ae) hinis wa-ho 

25 muhdggire' . 

22. Higrdur. te al Bir- 
agil di wasör, Bir-agil amür: 
,sük he- ? dmür: ,si darb', 
dmür: ,tahdmah hesen'? dmür: 

30 hdbü yendhjem beh'. dmür: 
jyd'melem heh hibö'? amör: 
,zemm li. fydm la-nhdj beh'. 
dmör: ,tümer heh hibö'f 
,dumer heh: tnrh nhdj'. tva- 

35 nhöj l,ch Ber-agtl. wa-lebdih 



I. Prosatexte. 

Es schlug sie der Stock, bis ihr 
die Besinnung schwand. Und 
er begoß sie mit Wasser und 
sie kam zu sich. 

19. Und er ging mit ihm. Als 
er bei dem Sohn des Sultans 
war, sagte er: ,Was ist mit dir'? 
Er sagte: ,Ich habe einen Stock'. 
Er sagte: ,(Was) den Stock (be- 
trifft), was lieben die Leute an 
ihm'? Er sagte: .Die Leute spielen 
mit ihm'. Er sagte: ,Ich will 
mit ihm spielen'. Und er spielte 
mit ihm. Und der Stock schlug 
ihn, bis ihm die Besinnung 
schwand. Er begoß ihn mit 
Wasser, bis er zu sich kam. 

20. Er sagte: , Warum schlägst 
du mich und überlistest mich'? 
Er sagte : Jch habe dich nicht 
überlistet'. Er sagte: ,Wenn dii 
willst, daß ich dich nicht über- 
liste, gib meine Ziege her'. ,Von 
was für einem Wert ist deine 
Ziege'? Er sagte: ,Du hast mich 
bei der Alten überlistet und ihre 
Ziege genommen'? Er sagte: 
,Wenn ich ihre Ziege genommen 
habe, sieh deine Ziege'. Er 
sagte: ,Gib sie her'. Er nahm 
seine Ziege. 

21. Und er ging mit ihr zu 
der Alten. Sie sagte: ,Hast 
du deine Ziege schon zurück- 
erhalten'? Er sagte: , Jawohl'. 
Er sagte: ,Bind sie bei dir an 
und ich werde gehen'. 

22. Er ging. Als er bei Ben 
'Agil, dem Tischlermeister, war. 
sagte Ben 'Agil: ,Was ist mit 
dir'? Er sagte: .Ich habe einen 
Stock'. Er sagte: .Was willst 
du mit ihm'? Er sagte: ,Die 
Leute spielen mit ihm - . Er 
sagte: ,Wie machen sie es ihm'? 
Er sagte: ,Gib (ihn) mir, ich 
will mit ihm spielen'. Kr sagte: 
,Wie sagst du zu ihm'? ,Sag' 
zu ihm: Stock, spiel'. Und es 



28. Die drei Wunderdinge. 

al-vd, hdtta gäbat al-hiss. 
wa-tdyyar 'aWia bi-l-ntä. 
wa-hdzrat. 

19. Wa-sdr buh lä-ind bit 
(weled) ed-dölah. gdlahä: 
,ays mddk'? gäl: .mi'iyya c üd'. 
,an-näs yahubbünuhfbu ays)'? 
gdl: ,an-näs yaVabün buh', 
gäl: ,bagdyt al'db buh', wa- 
Vlb buh. wcirhddduh, hdtta 
gab hissuh. tdyyar 'aleh bi- 
l-md, hdtta astddhar (s. 65, 30 
und 67, 3). 

20. Gdl: ,däke tahuddüna 
ica-takdibün 'aley 1 ? gdluh: 
,and md hayydlt bak\ gdl: .in 
h'i Ixigdytana (a)hayyil bah; 
'dtina sah 1 , gdluh: ,sdtak min 
gada ays' ? gdluh: ,h,ayydlt 
bi-l-ajüz ica-hadäyt sätahä'. 
gdluh: ,in haddyt sdtek, hud 
sdtek'. gdluh: .hdthä'. hadd 
sdtuh. 



21. Wa-sdr bahd lä-ind 
al-ajüz. gäUt luh: ,kud rad- 
det sdtek' y gdlahä: ,nddm. 
rusnihä (o***) 'indis wand 
bdsh--. 

22. Sdr. hdtta Hnd Bin- 
'agil, gdluh: ,ma'äk ays'? 
gdluh: .rna'i 7/c/\ gdluh: ,6a- 
ydytuh ays-? gdl: ,an-nds 
yel'abilm beh 1 . gdluh: ,ya- 
laggü buh ays'? gdluh:", 'atAna 
iyydh bä-aVdb buh', gdluh : 
,tagül luh ays- ,' ,gul luh: 
yd 'üd el'db'. wa-ttb buh 
Hin-agil, wa-hddduh 'üd, 



29. Der Kuß. 



I. Prosatexte. 



67 



tarb, tö gayüb hass. has 
gayüb Iiass, indäuhem leh 
bi-humuh, tt sidhü. 



23. As sidhii, ämür: ,wuko 
tahibedi'? ämür: ,sähbir ha- 
ndfk i . ämür: ,ho emlek se 
W. ämür: ,hom ka'biti, hi- 
yelk li bi-ajilz 1 . ämür: ,däb- 
tak ka'biti iva-läzeröme hörn 
ka'Mti 1 . wizmeh kdbith. 



24. Wa-higräur bis. tä al 
ajüz, amirot: ,ber serdedk 
ka'bitk'? ämür: ,yehäul\ 
ämür: ,läzerömeh nhä bäd 
serdoden kdbiten wa-bäd 1 
serdoden hozen wa-bäd ser- 
doden molen ica-nhäm net- 
höwel be-beyten, wa-bäli ber 
toazmin rezg wa-bär mini- 
yin bäli. wa-täuwis lad si- 
shiian 2 bin lä we-träh zäuas 
wa-träh gesiritis'. wa-gazäut 
t-ahtalasot. 



(äli ber ise, 28. Februar, 
1. und 2. März 1902.) 



spielte mit ihm Ben 'Agil. Und 
es schlag ihn der Stock, bis ihm 
die Besinnung sehwand. Wie 
ihm die Besinnung geschwunden 
war, begossen sie ihn mit Wasser, 
bis er zu sich kam. 

23. Wie er zu sich gekommen 
war, sagte er: , Warum schlägst 
du mich'*? Er sagte: ,Frag' dich 
selbst'. Er sagte: ,Ich habe 
nichts gemacht'. Er sagte: ,Ich 
will meine Holzschüssel, du hast 
mich bei der Alten überlistet'. 
Er sagte: ,Du hast meine Holz- 
schüssel genommen und jetzt 
will ich meine Holzschüssel'. Er 
gab ihm seine Holzschüssel. 

24. Und er ging mit ihr. Als 
er bei der Alten war, sagte sie: 
,Hast du deine Holzschüssel 
schon zurückerhalten - "? Er sagte: 
, Jawohl'. Er sagte: ,Jetzt haben 
wir schon unsere Holzschüssel 
zurückerhalten und wir haben 
schon unsere Ziege zurück- 
erhalten und wir haben unser 
Gut zurückerhalten und wir 
wollen in unserem Hause ver- 
bleiben und mein Herr (Gott) 
hat uns den Lebensunterhalt ge- 
geben und Gott hat uns zuge- 
messen (unseren Teil). Und du 
jetzt, sei nicht mehr unzufrieden 
mit uns 2 und laß dein Geschrei 
und laß deine Grimassen. Und 
es ist zu Ende, bis es aus ist. 



hattä gab hissuh. yöm gab 
hissuh, täyyar 'aleh bi-l-md, 
hattä astädhar. 



23. Yöm astädhar, gCduh: 
,toaruk tahuddana' ? gdluh : 5 
,tahäbbar nefsek\ gdluh: ,and 
mä laggit si'. gdluh: ,bagäyt 
sahfeti. hayyält e li bil- 
'ajfiz'. gäl: Jiadeyt sahfeti 
ica-delhin bagäyt sahfeti 1 . 10 
'atdh sahfetuh. 

24. Wa-sdr bihd. hattä 
'ind al-'ajüz, gälet luh: ,kud 
radd&t sahfetak'? gäl: ,na- 
c äm l . gdl: ,delhinah nahd 15 
kud astaraddeyna sahfeti 
iva-küd astaraddeyna sdtani 
ica-kud astaraddeyna mdlana 
wa-bagäyna nejlis fi bSytana, 
loa-rabb al-alamin gad'atdna 20 
rizg wa-küd 'änana rabb al- 
'alamin. ica-täuwtvis 3 Id 'ad 
ta c adibi nhd, Id, wa-hälli si- 
ydhis ica-hälli gisretis'. wa- 
gasät hattä ähtalasat. 25 

(l.und 3. März 1902.) 



29. (62) Der Kuß. 

Mehri. Deutsch. IJadrami. 

1. Amor: tdd, seh gajinot 1. Er sagte: Es war einer, er 1. Gdl: lüdhid, mdüh bint 
tit, hämmis HabMt-lül. gal- hatte ein Mädchen, deren Name wähdah, ismaha Häbbat-lül. 
bis birek gdser, wa-häd ya- Perlenkorn war. Er steckte sie in tarähha wasät al-gäsr, wa- 
gälgis Id. eine Bur S UDd niemand sah sie - \d had yesüfahä. ' 

2. Te nhor tit, nüka gdj 2. Eines Tages kam ein Mann 2. Hattä yöm wdhid, jd 
tdd la-hineh. amör heh: zu ihm. Er sagte zu ihm: , Willst rijjäl ivdfiid lä-induh. gdl so 



1 Gleich bar-dl (Müller). - Vgl. arab. 



o\ .suche keine Feindschaft mit uns' (Müller). 3 Subst.verb. (Müller). 

9* 



68 



I. Prosatexte. 



29. Der Kuß. 



Ahöm tahdffigi (tahäfiki) hi- 
britk? hörn la-häris bis'. 

3. Amur: .tegödir la-hasärts 
/'/'. dmür: ,hoh gödir la- 
5 hasdrtis. kam hasdrts'? 



4. Amur: .hasdrts hobd 
miyeh wa-füogse bi-höbd mi- 
yah wa-diydftse bi-höbd mi- 
yah wa-sebhdts hobd miyah 

io wa-hldämse ibiyt hajirU wa- 
höbd hojei'ten wa-bedä'tse bi- 
höbd miyah wa-his kaü dah- 
gät mashatöt wa-his kell 
jirrfät mashatöt wa-his kel 

15 jiniät ibeyt artöl mah'. 

5. Wa-hijro ars. te nhör, 
amfir la-Mbis: ,höm la-fred 
bi-harmeti'. dmür hdybis: 
,afözd la-hibriti min Ij/uüm. 

20 am galgöt hiyum. mahwiy- 
yardt'. dmör: ,äd ibö la- 
amöl bis'? amör: ,amöl Ms 
sigdft hadul\ amör: ,ho gi- 
dirk ld'. amür heh: ,am het 

25 giderk ld, tardhs hini'. amör: 
,ho tarhdns hinük IQ; fizd- 
ak lis min had la-hbets 1 li'. 
dmör: ,ho had yuwükeb hini 
ld'. dmör: ,haräna, hörn la- 

30 jhöm'. dmör heh : ,/tdstou'. 



du deine Tochter mir verheira- 
ten ? Ich will sie heiraten'. 

3. Er sagte: ,Du vermagst 
nicht ihren Brautpreis (aufzu- 
bringen)'. Er sagte: ,Ich ver- 
mag ihren Brautpreis (aufzu- 
bringen ). Wieviel ist ihr Braut- 
preis?' 

4. Er sagte : ,Ihr Brautpreis 
ist 700 und ihre Kleider um 
700 und ihr Gastmahl um 700 
und ihre Morgengabe 700 und 
ihre Dienerschaft sieben Sklaven 
und sieben Sklavinnen und ihre 
Ausstattung um 700 und für sie 
jeden Schritt ein Schlachttier 
und für sie jeden Freitag ein 
Schlachttier und für sie jeden 
Freitag sieben Pfund Butter'. 



6. Jihem min hinis. te 
rihhi't, amör: ,ho nSkdak 
rihhi''t\ yawädd lnh ddulet. 
dmör heh: ^nikdak min hb~'f 

1 I.iosr In-hhrjs und ttbei 
Stadt; lies: min rihhr.i (MOixbb). 



5. Und er veranstaltete die 
Hochzeit. Eines Tages sagte er 
zu ihrem Vater: ,Ich will mit 
meiner Frau abreisen'. Es sagte 
ihr Vater: ,Ich fürchte für 
meine Tochter von der Sonne, 
wenn sie die Sonne gesehen 
hat, wird sie schwarz werden'. 
Er sagte: ,Wie soll ich es nur 
mit ihr machen'? Er sagte: 
,Mach' ihr ein eisernes Dach'. 
Er sagte: ,Ich vermag es nicht'. 
Er sagte zu ihm: .Wenn du es 
nicht vermagst, laß sie bei mir'. 
Er sagte: ,Ich lasse sie nicht 
bei dir; ich fürchtete für sie, 
daß nicht jemand sie mir ver- 
führe'. 1 Er sagte: , Niemand tritt 
hei mir ein'. Er sagte : ,Nun, 
ich will fortgehen'. Er sagte zu 
ihm: ,Gut'. 

6. Er ging fort von ihr. Als 
er in der Stadt war, sagte er: 
,Ich kam zur Stadt'. 8 Es wußte 
(erfuhr) von ihm der Sultan. 
Er sagt«' zu ihm: , Woher kommst 

mit ihr sich vermische (Müller). 



luh: ,bagdyt tazauvcijna bin- 
tak? bagdyt darris bahr . 

3. Gdluh: ,mä tdgdar c ald 
hasärethä'. gdluh: ,dnä dg- 
dar 'ald hasärethä' . gäluh : 
,kam hasärethä'/ 

4. Gäluh: .hasärethä sab 1 
miyah wa - tiyäb ahä bi- sab 1 
miyah loa-diyäfdthä bi-sdb' 
miyah ica-subhdthä bi-sdb 1 
miyah iva-hdämahä sdb'ah 
'abid wa-sdb' jaicär ira-badä- 
'dthä bi-sdb' miyah wa-lhä 
bi-külli ddhgah dabihah wa- 
Ihd bi-külli jüm'ah dabihah 
loa-lhd bi-külli jüm'ah sdb- 
'ah artäl sdnur. 

5. Wa-mdr az-zuwdj. hitta 
yöm,gä1 la-bühä: .bagdyt (e)sul 
hormeti'. gäl abühä: ,dfzd 
le-bitti min as-sems. in säfet 
as-sems, bä-tasduwwid'. gd- 
luh: ,gayr kayf laggi bahd'f 
gäluh: ,lagg lahä sdgfah ha- 
did'. gdluh: ,änä mä gadirt'. 
gäluh: ,in kän mä gadert, 
hdllahä 'indi'. gäluh: .nun 
mä bä-atrdhhä 'fndak : fizft 
'aleyha min had ya'ayibhä". 
gäluh: ,dnä mä had yddhul 
'indi'. gäluh: .bagdyt a&r'. 
gäluh: ,zen'. 



6. Sdr min 'induh. hattd 
bildd, gdluh (gäl): ,dnä jit 
min bildd'. darä buh ad- 
dölah. gäluh: .jit minin'9 

- l.ladrami besser: Ich komme ans einer 



29. Der Kuß. 



I. Prosatexte. 



69 



dmör: ,ho nekdak min rih- 
beti'. dmör: ,nekdak tehöm 
hesen 1 ? dmör: ,ho ardsk bi- 
gajinot tagt 1 , dmör lieh: ,hi- 
brit de mo'? dmör: ,iuuko 
tesahbür mins 1 ? dmör: ,höm 
le-dd (jh-) bi-hämmis'. 

7. Amor: ,ho harjone lük 
W. dmör heh: Jiaräna, lä- 
zeroma ahtiyör, am tehdmi 
la-shdtk ahtiyör, wa-thdmi 
la-hbesk ahtiyor'. dmör heh: 
,ho harjone lük Id gayr wa- 
rdbak ti, ädi azimdne. am 
hörn la-hrej lük, inkdne le- 
hnük'. 

8. Amur heh: ,tehom hesen 
min häyom' / dmör: ,hom 
sanet'. dmör heh: ,hastöu'. 
wezmeh mahlet sanet. iva-Jie 
taholül hineh bi-rihMt. itte 
hewil sanif, hasöb leh doulet. 
nükä lahäl doulet. amor heh: 
,dä-wukö het tahsöb Ir ? 
dmör: ,ho hörn la-sahbirek 
min hem harmetk. blnin, ho 
wa-het, iart sanit wa-terbd't. 
birk tehrej li bi-hem har- 
metk. blnen sanet, we-läzerö- 
me wizel särtek. hamk teh- 
r6j li 1 . 



9. Amor heh: ,hastou, har- 
jone lük, am Mt wazmdnni 
mitlabeti. dmör 1 Mni: Jiastou 1 . 
dmör heh doulet: ,matlabdtk 

1 Wenn die Übersetzung richtig 
werde ich mich entschließen (Müller). 



du'? Er sagte: ,Ich kam von 
meiner Stadt'. Er sagte: ,Du 
kamst, was willst du'? Er sagte: 
,Ich habe ein Mädchen ge- 
heiratet'. Er sagte zu ihm : 
, Wessen Tochter'? Er sagte: 
, Warum fragst du nach ihr'? 
Er sagte: ,Ich will ihren Namen 
wissen'. 

7. Er sagte: ,Ich werde dir 
(es) nicht sagen'. Er sagte zu 
ihm: ; Nun, jetzt wähle, wenn du 
willst, daß ich dich schlachte, 
wähle, und wenn du willst, daß 
ich dich einsperre, wähle'. Er 
sagte zu ihm : ,Ich werde es 
dir nicht sagen, außer du ge- 
währst mir Schutz, (dann) werde 
ich noch die Absicht haben. 2 
Wenn ich zu dir reden will, 
werde ich zu dir kommen'. 

8. Er sagte zu ihm: ,Was 
(wieviel) willst du von Tagen'? 
Er sagte: ,Ich will ein Jahr'. 
Er sagte zu ihm: ,Gut'. Ergab 
ihm die Frist eines Jahres. Und 
er verblieb bei ihm in der Stadt. 
Als das Jahr um war, sandte 
zu ihm der Sultan. Er kam zum 
Sultan. Er sagte zu ihm: 
, Warum sendest du nach mir'? 
Er sagte : ,Ich will dich nach 
dem Namen deiner Frau fragen. 
Zwischen uns, mir und dir, ist 
ein Jahr und ein Schutzverhält- 
nis ausbedungen. Nun sollst du 
mir den Namen deiner Frau 
sagen. Zwischen uns ist ein 
Jahr (ausbedungen) und jetzt 
ist deine Bedingung erfüllt (an- 
gelangt). Ich will, daß du mir 
es sagst.' 

9. Er sagte zu ihm: ,Gut, ich 
werde es dir sagen, wenn du mir 
meine Bitte gewähren wirst. Sage 
zu mir: Gut'. Es sagte zu ihm 
der Sultan : , Deine Bitte ist ge- 



gäluh: ,dnä jU min bilddi'. 
gdluh : ,jit bagdyt eys 1 ? gd- 
luh: ,dnä tazauwwejt bi-bu- 
ndyyah wdhdah'. gdluh: ,bit 
min"? gdluh: ,wardk tet- 5 
hdbbar viinnahä'? gäluh: ,ba- 
gdyt adrd bi-ismhä l . 

7. Gdluh: ,dnä md bä- 
ahki lak 1 . gdluh: ,delhin at- 
hdyyar, in bagdyt dnä ad- 10 
bdhk athdyyar, wa- bagdyt 
dnä ahbisek tahdyyar'. gd- 
luh: ,md bä-ahki lak, Id, 
gayr iva-rabbd'tana, 'ädand 
bä-d'zim. in bagdyt ahki lak. 16 
bdji lä-'indak'. 

8. Gdluh: fiage'yt ays min 
ayydm' / gäluh : ,bagdyt se- 
neh 1 . gäluh: ,zen'. 'atdh muh- 
leh sdnah. wa-hü jeles Hn- 20 
duh fi-l-bildd. hdtta hduwal 
as-sdnah, rdssal 'aleyh ed- 
doleh. jd lä-ind ed-döleh. 
gäluh: ,da-waräk tirsil 'aley'? 
gdluh: ,dnä bäthabbdrak min 25 
ism hormetk. bin nihd, and 
tva-ente, wä'ad seneh. 3 we- 
küdek tdhrij li bi-ism hor- 
metek. bin nihd seneh, wa- 
delhin wasdl ivaadak. ba- 30 
gdytak tahkt li'. 



9. Gäluh: ,zen, bä-ahki 
lek, in kän bagdyt ta'tina 
matlubi 1 -. gdluh: ,gul li: ,hä- 
sel'. gäluh ad-döleh : ,ivatlü- 35 



ist, wofür die hadramische Version spricht, muß es amer lauteu (Müller). - Dann 
3 wa-rabba'at scheint ausgefallen zu sein (Müller). 



70 



I. Prosatexte. 



29. Der Kuß. 



hdslat'. dmür: ,ho harmdti 
hdmmis Habbet-Ifd\ 

10. Amur heh döulet: ,ta- 
hum hPJen' ? dmör: .ho hörn 

5 la-möl Ms beyt'. dmör: ,ha- 
rdna hdstou 1 . dmör heh: ,ta- 
höm hesen'? dmör heh: .hörn 
geböwi! hadid wa-höm hab- 
wöbet hadid wa-höm saded 

10 la-hadid wa-höm selösil la- 
hadid wa-höm hagfeiet la- 
hadid wa-höm hilef la-hadid 
wa-höm hahvdht la-hadid 
wa-höm mfötih la-hadid'. 

iö dmör: ,hardna hastöu'. 

11. Amur: ,hirej U, hörn 
le-dd hasöret harmetk, kam 1 ? 
amör heh: ,Mbis sil lehis hö- 
bd miyeh hasdrtis wa-halögse 

20 bi-höbd miyeh wa-diyeftis 
bi-höbd miyeh wa - sabhdtis 
bi-höba' miyeh wa-sigtis bi- 
höbd miyeh ua-baddtis bi- 
höbd miyeh wa-selli 1 Ms bi- 

25 kdl sigd't mashatöt wa-ha- 
ddmse ibeyt hajirit wa-höbd 
hojerten ua-his bi-kdl jirrf- 
dt ibeyt artöl mah\ 

12. Amör heh: .hardna, 
30 hörn suk la-gUg harmetk'. 

dmör heh: ,hdstou; lakin ho 
hörn mink hit mardkib, hörn 
la-hdrbd berkisen badd'at 
de ho', dmür heh: Jidstou'. 
35 wizmeh. wa-sdttal (Rad. Sit) 
seh dölet, te nvkä rihb&h. 

13. Has nükä rihbit, hsdub 
lahdl himeh. dmör: ,ho si 
ddulet, yehöm la-gfed la- 
to fflig hibv'tlr. dmür: ,ho hi- 



währt'. Er sagte: .Der Name 
meiner Frau ist Perlenkorn'. 

10. Es sagte zu ihm der Sul- 
tan: ,Was willst du'? Er sagte: 
.Ich will ihr ein Haus machen'. 
Er sagte : ,Nun gut'. Er sagte 
zu ihm: ,Was willst du (noch)'? 
Er sagte zu ihm : ,Ich will 
eiserneDeckenbalken und ich will 
eiserne Türen und ich will eiserne 
Tore und ich will eiserne Ketten 
und ich will eiserne Schlösser 
und ich will eiserne Fenster 
und ich will eiserne Bretter und 
ich will eiserne Schlüssel'. Er 
sagte: ,Nun gut'. 

11. Er sagte: ,Sage mir, ich 
will den Brautpreis deiner Frau 
wissen, wieviel war er'? Er 
sagte zu ihm: ,Ihr Vater nahm 
für sie 700 als ihren Brautpreis 
und ihre Kleider um 700 und 
ihr Gastmahl um 700 und ihre 
Morgengabe um 700 und ihren 
Schmuck um 700 und ihre Aus- 
stattung um 700 und er nahm 
für sie bei jedem Schritt ein 
Schlachttier und ihre Diener- 
schaft sieben Sklaven und sieben 
Sklavinnen und für sie an jedem 
Freitag sieben Pfund Butter'. 

12. Er sagte zu ihm: ,Nun, 
ich will mit dir deine Frau 
sehen'. Er sagte zu ihm: ,Gut; 
aber ich will von dir sechs 
Schiffe, ich will auf sie hinauf- 
bringen meine Ausstattung'. Er 
sagte zu ihm: ,Gut'. Er gab 
ihm. Und es reiste mit ihm der 
Sultan, bis er kam in seine 
Stadt. 

13. Wie er in die Stadt ge- 
kommen war, sandte er zu sei- 
nem Schwiegervater. Er sagte : 
.Mit mir ist der Sultan, er will 
herabsteigen, deine Tochter 



bek lidsel'. gdluh: ,and hor- 
meti ismahä Hdbbet-lid' . 

10. Gdluh ad-döleh: ,6a- 
gdyt ays"- / gdluh: .and bä- 
leggi Ihd beyt\ gdluh: ,zin'. 
gdluh: .bagdyt ays 1 / gdluh: 
.bagdyt gebdl hadid wa-ba- 
gdyt abicdb hadid wa-bagdyt 
seded hadid wa-bagdyt seld- 
sil hadid wa-bagdyt gafäl 
hadid wa-bagdyt haldf ha- 
'/'"/ wa-bagdyt 'Iwdh hadid 
ica-bagdyt gälid hadid'. gd- 
luh : .zen'. 

11. Gdluh: ,dhki li bi- 
hasdret hormStek, kam'? gd- 
luh: ,abühd sal lahd sab" 
miyah hasärethd wa-tiydbhä 
bi-sdbd miyah wa-diyäfithä 
bi-sdb' miyah wa-subhdthä 
sab' miyah wa-sögdthd bi- 
sdb' miyah ica-badddthd bi- 
sdb' miyah ua-sdl lahd bi- 
kt/ll ddhgah debihah iva- 
hddmahd sdb'ah 'abid wa- 
sdb' jawär wa-lhd bi-küll 
jüm'ah sdb'ah artdl sdmi>r. 

12. Gdluh: .delhinah ba- 
gdyt ma'dk bäsüf hormetek 1 . 
gdluh: .zen; läkinna bagdyt 
minnak sittah merdkib, bä- 
t'l/li' fihen badu'iitr. gdluh: 
.zen'. 'atdh. wa-s&r ma'-dh 
ad-dölah, hattd j<i al-biläd. 

13. Yöm icasil al-bildd, 
rasdl Id-'ind sihruh. gdluh : 
,ma"t ad-dölah, bagd yesüf 
luitalr. gdluh: ,dnd bitti 



1 Das auslautende « hat nur euphonischen Charakter (Miller). 



29. Der Kuß. 



I. Prosatexte. 



71 



briti a'jöb had la-glegs W. 
amör: ,hardna, ho duf'öne 
hük höbet miyeM. 

14. Arnör : Jidstou, hnm 
la-sdhbiris. am thdmk tegfed, 
hdstou i . dmür: ,ho gafdöne; 
Mni dder Id. ho ber wezemk 
htmak matalbdth wa-amerk 
heh: hörn la-glig harmetk. 
dmür Mni: hdslou. ica-läzerö- 
me tahdmi 1 la-gfed, ahtiyor, 
wa-tahdmi 1 la-hdsag buk, 
hU wa-häsnek, ahtiyor 1 -. 



sehen'. Er sagte: ,Ich liebe 
nicht, daß meine Tochter je- 
mand sieht'. Er sagte: ,Nun, 
ich werde dir 700 bezahlen'. 

14. Er sagte: 4 ,Gut, ich will 
sie fragen. Wenn sie will, daß 
du herabsteigst, gut'. Er sagte: 
.Ich werde herabsteigen; für 
mich ist keine Entschuldigung. 6 
Ich habe schon deinem Schwieger- 
vater seine Forderung gegeben 
und ihm gesagt: Ich will deine 
Frau sehen. Er sagte zu mir: 
Gut. Und jetzt, willst du, daß 
ich herabsteige, wähle, und 
willst du, daß ich dich ver- 
brenne, dich und dein Schloß, 
wähle'! 

15. Er 6 sagte: ,Ich will noch 
meine Frau fragen. Wenn sie 
will, daß du herabsteigst, gut'. 
Die Frau sagte: ,Wenn der 
Sultan herabsteigen will, so ist 
meine Bezahlung 2000'. Der 
Sultan sagte: ,Gut'. Sie sagte 
zu ihm: , Steig herab'. Der Sul- 
tan stieg herab, er und seine 
Soldaten. 

16. Sie räumte ihm ein Haus 
und machte ihm ein Gastmahl 
und ehrte ihn, ihn und seine 
Soldaten. Wie er schon in der 
Stadt war, sagte er zu ihr: 
,Ich will deine Tochter sehen'. 
Sie sagte zu ihm: , Meine Toch- 
ter befand sich heute morgens 
unwohl und ich will, daß du 
bei mir zwei Monate wartest'. 

17. Er sagte zu ihr: , Niemand 
ist Statthalter nach mir, 7 die 
Stadt nimmt Schaden nach mir, 8 
und ich fürchte für sie von den 
Sultanen, daß sie einer mir 
nimmt'. Sie sagte : ,Nein, nie- 
mand nimmt sie dir'. Er sagte 
zu ihr: ,Ich fürchtete deinen 



mähib had yesußiä ld l . gd- 
luh: ,anä delMn bä-adfd' 
lek sab' miyah'. 

14. Gdluh : ,zin, bäthab- 
bdrhä. in bagdtak tenzil, zen'. 5 
gdluh: ,dnä bä-dnzel; md 'ad 
li '6dr Id. and kud a'tüyt 
sihrak matlabituh wa-gütta'' 
luh: bagdyt svf hormetk. 
gdli: zen. wa-delMn bagdyt io 
dnzil, athäyyar, wa-in ba- 
gdytana dhrigak, ant wa- 
hosnak, athäyyar 1 . 



15. Amör: ,ho hörn ddi 
la-sdhbir harmeti. am iahdmk 
tagfed, hdstou i . härmet ami- 
röt : ,am ddulet yahüum la- 
gfed, dif'dti alfyesrö 1 . 2 ddu- 
let amiir : Jidstou 1 . amirot 
heh: ,gifödK ddulet gufüd, 
he wa-askereh. 

16. Harjöt heh beyt tea- 
amilöt heh diyeft wa-hlsmdth, 
he wa-askereh. has berk birek 
rihbef, dmor Ms: ,höm la- 
gleg hibrits 1 . amirot heh : 
} hibrtti imiili sebhöt be-Ur 
lua-hämk taslöb (taslob) Mni 
warh yesröK 3 

17. Amur Ms. ,had yes- 
düd bd'di la, rihbet ta'attdul 
bd'di, iva-hö fözd Vis mina 
duwM, had yaddds IP. ami- 
rdt: ,ld, had yaddds (i^-o) 
lük ld l . amör Ms: ,ho fizei- 
dk gdyjis min le-jhöm Ms 1 . 

1 Für tnhtim; das i ist euphonisch (Müller). 2 Für alfi-Sero (Müller). 8 Für u-ärhi Sin', (Müller). 4 D. h. der Mann 
der Frau sagte zum Sultan (Müller.) 5 D. h. mir gegenüber gibt es keine Ausrede (Müller). 6 D. h. der Schwiegervater 
(Müller). 7 kann mich ersetzen in meinem Sultanat (Müller). 8 In meiner Abwesenheit (Müller). 9 Für gutta (Müller). 



1 5. Gdluh : ,dnä 'ddna bä- 
thubbar hormeti. in bagdtak is 
tenzil, zin'. al-Tj&rmah gdlet: 
,in kdn ad-döleh bagd yed- 
hul, yedfd' alfin 1 . ad-döleh 
gdl: ,zen l . gdlet luh: yenzil 
wa-askeruh. 20 



16. Harrajdt luh bot wa- 
laggdt luh diydfeh ica-has- 
samdtuh, hu wa-askeruh. yöm 
ki'iduh fi wasdt al-bildd, gd- 
lahä : ,bä-süf bittis 1 . gdlet 25 
luh: ,bitti al-yöm sabhdt ba- 
sdr wa-bagdytak tejlis 'indi 
sahrin'. 

17. Gdlahä: ,md had ye- 
süd bd'di, al-bildd tefdttal 30 
bd'di, wa-nd dfza' 'aleyhä 
min ad-duwel, had yakudhd 
'aley'. gdlet luh : ,md had 
yahudhä 'aleyk\ gdlahä: ,and 
fazdit zdujis min yesir lahd\ 35 



72 



I. Prosatexte. 



29. Der Kuß. 



amiröt : ,gdyji yasenös lä, 
sdureh gayr minhälye 1 . dmür 
Ms: ,hastöu, hörn minnis 
terbaat, ho wa-rihbiti, te 
5 la-rde'h. 

18. RibdHeh. lieh 1 wa-rih- 
be'th. wa-ihauwulül hinis, has 
ber ribctth, seilet yatrit. 2 has 
halöt senit yetrit, 3 dmür Ms: 
io ,läzeröme wizal sei'tis; hörn 
le-jhöm. häglgi hibrits 1 . ami- 
röt : .hdstou'. 



19. Harjöt heh hibrits. 
dmür Ms: ,ho läzeröme, has 

io ber gulugk tis, jihmöne; wa- 
hdms teze"mi seffit min hiris i . 
amiröt heh : ,ahgög Ms lä, 
agsdus hires lä'. amör: ,ha- 
rdna. z6mi kimMmis 1 . ami- 

20 rot heh: ,ahgög Ms lä la- 
tardhs jinäyet i . dmor Ms: 
,zemi hätmis\ amiröt heh: 
,sis gayr hötem täd'. 



20. Amor Ms: ,haräna, ho 
25 jihmöne lä, t$ al-mösi bis 1 . 

amiröt heh: ,am tehöm tmösi 
bis, Sähbir hibis 1 . dmür heh: 
Jinin U'-mösi bi-hibretk 1 . dmür 
heh hibis: ,misydt hibrlti bi- 
<jt)l Heß. dmür heh: ,ha- 
stöu, hörn le-sdhbiris. am 
thamk temösi bis, hdstou 1 . 

21. Sahbür hibr&h. amör 
Ms: ,ddulet yehöm le-mösi 



Mann, daß er weggeht über 
sie'. 3 Sie sagte: ,Mein Mann 
getraut sich nicht, sein Wille 
ist nur unter mir'. Er sagte zu 
ihr: ,Gut, ich will von dir einen 
Schutzvertrag, ich und meine 
.Stadt, bis daß ich zurückkehre'. 

18. Sie nahm ihn in Schutz, 
ihn und seine Stadt. Und er ver- 
blieb bei ihr, wie sie ihn schon 
in Schutz genommen hatte, zwei 
Jahre. Wie die zwei Jahre um 
waren, sagte er zu ihr: , Jetzt 
ist angelangt (erfüllt) deine Be- 
dingung; ich will fortgehen. 
Zeig mir deine Tochter'. Sie 
sagte : ,Gut'. 

19. Sie brachte ihm ihre Toch- 
ter heraus. Er sagte zu ihr: 
, Jetzt, wie ich sie schon ge- 
sehen habe, werde ich fort- 
gehen; und ich will, daß du 
mir ein Haar von ihrem Kopfe 
gibst'. Sie sagte zu ihm: ,Ich 
halle kein Recht über sie, ich 
schneide ihr Haupt[-haar] nicht 
ab'. Er sagte : ,Nun, gib mir 
ihren Schleier'. Sie sagte zu 
ihm: ,Ich habe kein Recht über 
sie, daß ich sie unverschleiert 
lasse'. Er sagte zu ihr : .Gib 
mir ihren Siegelring'. Sie sagte 
zu ihm : ,Sie hat nur den einen 
Siegelring'. 

20. Er sagte zu ihr: ,Nun, 
ich werde nicht fortgehen, bis 
ich sie küsse'. Sie sagte zu ihm: 
,Wenn du sie küssen willst, frage 
ihren Vater'. Er sagte zu ihm : 
,Ich will deine Tochter küssen'. 
Es sagte zu ihm ihr Vater: ,Der 
Kuß meiner Tochter um 3000'. 
Er sagte zu ihm: ,Gut, ich will 
sie fragen. Wenn sie will, daß 
du sie küssest, gut'. 

21. Er fragte seine Tochter. 
Er sagte zu ihr: ,Der Sultan 



gälet luh: .zduji mä yestänis, 
söruh ülä min tdhti'. gälahä: 
,zin, bagdyt minnis terbaah, 
anä wa-bilädi, hdtta er ja' 
ilä bilädi'. 

18. Wa-jelSs 'indaha, yöm 
kud rabddtuh, santen. yöm 
hdllat santen, gälahä : ,del- 
hin wasel icadis; bä-sir asüf 
bittis-. gälet luh: ,zen l . 



19. Harr aj et luh bittahö. 
gälahä: ,delhinah, yöm kud 
süftahä, bä-sir; bagdytis ta'- 
tina sä'rah (so) min räshä'. 
gälet: ,mä aMg'aleyha agüs 
räshä 1 . gälahä : ,'athia nug- 
bdthä'. gälet luh: ,mähug 
'aleyhä atrdhhä mdjna 1 . gä- 
lahä: ,'atina hätimhä'. gälet 
luh: ,mä si maha gayr hä- 
tim wähid 1 . 



20. Gälahä: ,dnä mä. bä- 
sir. hdtta summahä'. gäUt 
luh: ,in bä-tstimmaha, ta- 
hdbbar abühä L . tahdbbar abü- 
ha, gäluh: ,bäsum bUtclc. 
gäluh abtihä: ,sdmmat bftti 
bi-taläta aläß. gäluh : ,zin, 
bätahabbdrhä . in bagdtk ta- 
sdmmahä. zrir. 

21. Tahdbbar bittuh. gä- 
lahä: ,ad-dölah bä-yasüiu- 



1 Für teh (Mdllkb). * Für seniti iirit (Müller). 3 Besser: losgeht auf sie (Möllbb). 



29. Der Kuß. 



I. Prosatexte. 



73 



bis', amirot lieh: ,hastöu, 
misyeti bi-ibeyt iU,f\ dmür 
ddulet: ,hdstou, icäzmens ('aus 
wasmdne 4- Suff.) ibeyt ilif'. 

22. Wida' gdyjis bi-döulet, 
yehöm le-mösi bi- härme 1 th. 
dmür: ,dd mö'f amör: ,he 
mosi bis', amörim heh: ,hi- 
bis dmör heh: mosi Ms. voa- 
sidftö tagtit ilef'. 

23. Wa-jhem däulet. has 
jihem dölet,sell tireh bi-asker. 
dmör: ,dä-wuko het sdllek 
t'iri-? dmür heh: ,mo dmür 
h ü k : temösi bi-harm etv ! 
dmür: Jiet amerk hini: hörn 
le-slelk si, hörn la-gleg har- 
metk. has, ivazemk tük matl- 
h'tk wa-hU lazeröme tehöm 
teshdrbin ti' f 

24. Amor heh: ,de gabil 
ha.imetiJ has hdsmk tük wa- 
azezk tük wa-het teshol his- 
met lä ica-teshol gSdr Id. 
kusk tük hass di häbü, wa- 
kdd he hass di häbü, yekän 
heh musdllat lä wa-heh hls- 
met lä. wa- lazeröme el- 
yöme gabil menfa'äti hük 
ira-msdllati hük? iva-kätl >/: 
hass häbü, yeshöl elyöim . 



will dich küssen'. Sie sagte zu mis\ gdlet luh: ,zen, sammeti 

ihm: ,Gut, mein Kuß um 7000'. bi-sdb'ah aläf 1 . ad-dolah gäl: 

Es sagte der Sultan: ,Gut, ich ;Z g„ t- < atäh sä}fah al& f 
werde ihr 7000 geben'. 2 



25. Has reddek li, ayebek 
bi-terbdtk, wa-ykün beh 1 his- 
met iva-terbat wa-dz wa-gddr 
gayr gabili. kusk tük het 
gabili lä, has gaböyil lä- 



22. Es erfuhr ihr Mann von 
dem Sultan, er wolle seine Frau 
küssen. Er sagte: ,Wer ist das'"? 
Er sagte: ,Er hat sie geküßt'. 
Sie sagten zu ihm : ,Ihr Vater 
sagte zu ihm: Küsse sie. Und 
er ließ sich 3000 bezahlen'. 

23. Und es ging der Sultan 
fort. Wie der Sultan fortgegangen 
war, zog er über ihn mit Sol- 
daten. Er sagte: , Warum zogst 
du über mich'? Er sagte zu 
ihm: ,Wer sagte zu dir: Küsse 
meine Frau'? Er sagte: ,Du 
sagtest zu mir: Ich will dich 
mit mir nehmen, ich will deine 
Frau sehen. Da ich dir deine 
Forderung gegeben habe, willst 
du mich jetzt bekriegen'"? 

24. Er sagte zu ihm: ,Ist dies 
meiner Achtung entsprechend"? 
Ich habe dich doch geachtet 
und dich geehrt, aber du ver- 
dienst die Achtung nicht und 
du verdienst die Wertschätzung 
nicht. Ich habe dich gefunden 
als den Schlechtesten der Leute, 
und jeder, der der Schlechteste 
der Leute ist, dem ist kein Ent- 
gegenkommen und dem ist keine 
Achtung. Und jetzt, sind diese 
(Dinge) entsprechend meiner 
Unterstützung dir gegenüber 
und meinem Entgegenkommen 
dir •gegenüber"? Und jeder, der 
den Schlechtesten der Leute 
ehrt, verdient diese (Dinge). 

25. Da du dich gegen mich 
gekehrt hast, schmähe ich deinen 
Schutzvertrag, und (denn) es 
ist Achtung und Schutzvertrag 
und Ehre und Wertschätzung 
nur bei einem Landsmann. Ich 



22. Darä zdujahd bi-d- 
dölah, bagä bä-yesum hör- 5 
meth. gäl: ,dä min''? gäluh: 
,sümmahä'. galü luh: ,abühä 
gäluh: sümmahä. wa-astddfcC 
taläta aläf'. 

23. Wa-sär ed-dolah. yöm 10 
sär ed-dolah, sill föguh bi- 
c dsker. ,däke sellöt fögv? gä- 
luh: ,min gälak: tesüm hor- 
meti'? gäluh: ,dnta glitte 
(gütte) li: bäsillak mai, bä- 15 
süf hormetk. yöm 'atdytak 
mdtlabetk wa-delhin dnta bä- 
tahäribna'? 

24. Gäluh: ,dä gebil his- 
me"ti"? yöm hassdmtek wa- 20 
'azzdytak wa-dnta mä tastä- 
hil al-hismah wa-lä tastähil 
al-gedr. hassdltak hass an- 
näs, ica-min hü hass an-näs, 
mä yekün luh musdllah wa- 26 
lä luh Msmah. wa-delhhiah 
gabil vienfadtak iva-m'sallä- 
tek? wa-min hu hass an-näs, 
yestähil häda. 



25. Yöm reddet 'aUyya, 30 
c ebak bi-terbadtak, wa-yekün 
fih hismali wa-terbiah wa-iz 
wa-gedr gayr el- gabili. has- 
sdltak mä dnta gabili, mitl 



1 beh wie liaclramisches fih greift gabili vor (Müller). 
W. Hein, Hehri-Texte. 



Pa<j. er gab ihr (Müller). 



10 



74 



I. Prosatexte. 



l>9. Der Kuß. 



häli hismet 
nsöbet. 



ica-1 erbat wa- 



26. Kusk tük fjayr fyadrdy- 
mi, hass di haddrmat. wa- 
5 käd he hadrdymi, yekün bih 
sömet lä wa-beh dsl lä wa- 
beh tegbilet Ja wa-beh niyo- 
bet lä; yerdod leh gayr dsleh. 



27. Wa-läzeröme teshölgayr 
10 loterj. Iken ho (het) weg'ak 
ribä'i. wa-ked he döidet, beh 
dsl tadivilet, yerdüd la-ribah 
lä, gayr ked he hass di da- 
wtl. ica-ho hibye yeddüdt m 
16 la-harbdätihem lä, we-hö am 
reddak Ink, ayibk. 



28. We-h6 dikri bi-kdll 
rihbet; wa-dm ho latdgk 
tük, hagüt dsli wa-hasmeti 

20 iva-tedwileti hol dutcM wa- 
hdl milük. lä-ad Mni deker 
lä iva-dz e lä ica-hismet e 
lä, ayebk bi-ribai. häbü yäm- 
rem : dorne dölet berli hass 

25 di daioel. 

29. Wa-ked yerdüd la-ribä- 
ah, lä-ad yekün heh tadioi- 
let e lä wa-deker lä, hagdut 
hirt'l; häbü, ridd hass di da- 

•;.i ii-r.J. 

30 . IIa s (Wal fk>~öj hadrdy- 
mi, heh ha$met e lä la-hdl 



habe dich nicht als Landsmann 
gefunden, [nicht] wie Landsleute 
gegen Gott Achtung und Schutz- 
vertrag lind- Ahnenstolz haben. 1 

26. Ich habe dich nur als 
einen ITadrami gefunden, als den 
Schlechtesten der Hadrami. Und 
jeder, der ein Hadrami ist, an 
ihm ist keine Ehre und an ihm 
ist kein Charakter und an ihm 
ist kein Stammesgefühl und an 
ihm ist keine Würde: es kehrt sich 
gegen ihn eben sein Charakter. 

27. Und jetzt verdienst du nur 
die Tötung. Aber ich wurde 
dein Kamerad. Und jeder, der 
ein Sultan ist, bei dem ist der 
Charakter der Sultanswürde, er 
kehrt sich nicht gegen seinen 
Kameraden, nur jeder, der der 
schlechteste der Sultane ist. Und 
meine Väter kehrten sich nicht 
gegen ihre Kameraden, und wenn 
ich mich gegen dich kehre, bin 
ich verflucht. 2 

28. Und mein Ansehen ist in 
der ganzen Stadt ; 3 und wenn 
ich dich töte, fällt mein Cha- 
rakter und meine Achtung und 
meine Sultanswürde bei Sultanen 
und bei Königen. Nicht mehr 
wäre mir Ansehen und Ehre 
und Achtung, verflucht wäre ich 
bei meinen Kameraden. 4 Die 
Leute würden sagen : Dieser 
Sultan ist schon der schlechteste 
der Sultane. 

29. Und jeder, der sich gegen 
seinen Kameraden kehrt, nicht 
mehr ist ihm Sultanswürde und 
nicht Ansehen, er ist gefallen 
bei den Leuten, er ist der schlech- 
teste der Sultane geworden. 

30. Wie einer sich an einem 
Hadrami vergreift, ist ihm keine 



el-gabäyil lä, 
rdbbak wa - lä 
wa-lä nesäbah. 



md hassamt 
ftk terbdah 



26. Hassältak gayr hddri, 
hast al-hadärim. ica-min hu 
hddri, mä yekün fih süm 
wa-lä fih dsl lä. 5 tca-lä, fih 
tdgbilah wa-lä fih nayäbah; 
mä yaräd 'aleh illä dsluh. 



■21. Wa-delhhi mä testähil 
illä al-gdtl. läkin ante wa- 
gd't rabi'i. ira-min hu dolah, 
fih dsl at-Udwalah, mä yerud 
'ald rabxuh, gayr min hu 
hass ad-ddwal. wa-nä ab- 
wäni mä yerüdün (so) 'ahi 
ribadthum lä, s wa-nä in 
rdddet 'alek, 'ibt. 

28. Wa-nä dikri fi-ki'dl 
biläd; wa-in käu gatdltak, 
sagdt dsli wa-hismi'fi wa- 
tedicah'ti 'ind ad-duwel wa- 
l-mulük. mä 'äd li dikr wa- 
lä hismah, 'ibtah bi-rabtfi. 
yagülün an-näs: da ad-dö- 
lah hass ad-düwel. 



29. Wa-min yerud '«l<i 
rabinh, mä 'äd yekün luh 
Urba'ah wa-lä dikr, sagdt 
toasät an-näs, riß' hass ad- 
düwel. 

30. Kamd wdhid hadä hd- 
dri. mä luh hismah 'ind an- 



1 Der Sinn ist: Nur bei einem Gabili (d. h. bei einem Abkömmling eines großen, edlen Beduinenstammes) i>t 
Achtung etc. vorbanden; ich habe dich nicht als solchen befanden. .Landsmann' ist nnrichtig (Möller. * Richtig: be 
ich eine Schändlichkeit (Mülles . 3 Besser: im ganzen Land.' (Müller). l Ich beginge eine Schändlichkeit gegen meine 
Bundesgenossen (Müller). 6 Das nachgesetzte ld ist durch den Einfluß des Mehri entstanden M 



30. Die verkrüppelte Braut. 



I. Prosatexte. 



75 



häbü; yekün birek fsölet, wa- 
yhügi't äsleh birek häbü wa- 
bin'k duwel wa-birek mulük 
n-a-manosib. yaswiden icäjhe, 
yekün tallobi. 

31. Lä-ad had yeswa'od 1 
beh lä; ber hugöt äsleh bi- 
r&k häbü, wa-ya'azizeh gayr 
äsleh iva-tagbileteh; ica-äm 
lä-äd beh tagbilit e lä wcb- 
terbcCt e lä wa-ysör la-grö- 
yeh lä wa-wejhe lä, hagüt 
bir&t. häbü'. fertek. 

(abiid ber üli, 28. Februar und 
1. März 1902.) 



Achtung bei den Leuten; er ist 
in Schande und sein Charakter 
fällt bei den Leuten und bei den 
Sultanen und bei den Königen 
und Notabein. Schwarz wird 
sein Gesicht, er ist ein Bettler. 
31. Nicht mehr beachtet ihn 
jemand; schon ist sein Charakter 
bei den Leuten gefallen, und 
es ehrt ihn nur sein Charakter 
und sein Stammesgefühl ; und 
wenn bei ihm kein Stammes- 
gefühl und kein Schutzvertrag 
mehr ist und er bei seiner Rede 
und seinem Ansehen nicht steht 
(bleibt), ist er gefallen bei den 
Leuten'. Fertig;. 



näs ; yekün fi-l-fasälah, wa- 
yäsgut äsluh fi wasät en-näs 
wa-ind ad-düwal wa-fi-l- 
mulük wa-l-manäsib. yasäuw- 
wid loejhu, yekün talläb. 

31. Mä had yesüfuh; gad 
sagüt äsluh ß wasät an-näs, 
ica-lä ydizzuh gayr äsluh 
ira-tagbilätuh iva-in lä c äd 
fih tägbilali wa-terba'ah, lä, 10 
wa-lä yegüm 'alä kalämuh 
iva-wijhu, lä, sagät fi wasät 
an-näs'. 

(1. und 2. März 1902.) 



30. (63) Die verkrüppelte Braut. 



Meliri. 

i. Amur: gayj, si gajnüti 
yesrtt, tarä'yen häron. jiro 
Ilsen doidet, rikeb tar firhin. 
himäysen tahärjen 2 gatit idäy- 
sen. fit min-sen gännet wa- 
t'it haxöbet. 

■2. Amor hisen: ,höm la- 
galegken tehicähyen lahäl 
beyt di-hibke/f. as gaji unten, 
tehivöhyen. tit min-sen tebrit 
wa-fit min-sdn sdheht. i-tebrit 
fidröt sdheht, wa-he yagolig 
lisen. 

3. Has bi-hilli, bar la-häl 
hib-sen. ämür heh: .hörn la- 
häris hinük bi-tit min habäut- 
ka'. ämür heh: Jiabänti ti- 
brüten; had ydarüs bi-sen 
lä\ ämür: ,lä, ho gännnk 
e bi-s we-lü se tibrit'. ämür 
heh: ,hästou'. 



Deutsch. 

1. Er sagte: Es war ein Mann, 
mit ihm waren zwei Mädchen, 
sie weideten Ziegen. Es stieß auf 
sie der Sultan, er ritt auf einer 
Stute. Er hörte sie miteinander 
reden. Eine von ihnen war klein 
und eine groß. 

-'. Er sagte zu ihnen: ,Ich 
will euch laufen sehen zum Hause 
eures Vaters'. Es standen die 
Mädchen auf, sie liefen. Eine 
von ihnen war verkrüppelt und 
eine von ihnen gesund. Und 
die Verkrüppelte überholte die 
Gesunde und er sah nach ihnen. 

3. Wie es Nacht war. ging 
er (des Nachts) zu ihrem Vater. 
Er sagte zu ihm : ,Ich will bei 
dir eine von deinen Töchtern 
heiraten'. Er sagte zu ihm: , Meine 
Töchter sind verkrüppelt; nie- 
mand heiratet sie'. Er sagte: 
,Nein, ich bin zufrieden mit ihr, 
und wenn sie verkrüppelt wäre'. 
Er sagte zu ihm : .Gut'. 



Hadrami. 

1. Gäl: rijjäl, mauh bin- 
tin, yer'in gänam. marr 15 
'aley-hem 3 ed-döleh, räkib fög 
muhra. shni-hin yahden mdä 
anfudiinna. wähdah minna- 
hen sagirah, wähdah kebirah. 

2. Gäl la-hinna : ,bagäyt 20 
asäf-ken habben lä-ind ab- 
wänken'. yom al-bunayyät 
habbän, wähdah min-hinna 3 
maksüra wa-wä/idah minna- 
hinna* sahihah. al-maksüra 25 
sdbgat as-sahihah, wa-hü yet- 
sdwwaf 'aley-hen. 3 

3. Yom bil-lel, sarä lä- 
'tnd abü-hen. gäluh: ,änä 
baarls 'indak bi-icähdah min so 
banätak'. gäluh: ,banäti mu- 
kassarät; mä had ydarris 
bi-hen'. gäl: ,anä gan&t bi- 
hä ica-lö hi maksüra'. gä- 
luh: ,zin'. 35 



1 Wohl = ki« 



(Müller). 



Für kul-tic! (Müller). 3 So abweichend (Müller). 



10* 



76 



I. P 



ROSATEXTE. 



30. Die verkrüppelte Braut. 



4. Amur lieh: ,kam hasärt- 
is'f dmür heh: .huyma mi- 
yah'. dmür heh: .hdstv"\ 
arüs bis wa-dymel his diyeft. 

5 5. Has min tar diyift, 
dmür heh: ,höm harmeti'. 
dmür heh: Jiarmätk tibrit, 
tesyör lä'. dmör: ,maharkabe 
tes tar firhin 1 . dmur heh: 
io ,se terköb lä l . dmür: ,ar ibt 
Idmöl bis'? dmör: ,naff,äum 
nagddls birek zenbil 1 . 

6. Wa-gddlem tes wa-bären 
bis te beyt gäyjis. daulet. 

15 has ke-s-söbeh, gehdybem teh 
häbü. amörim heh: ,nehöm 
angaleg harmetk 1 . dmör hi- 
hem: ,/iarmeti tdsüs e lä'. 
amörim heh: ,dä-wukö tdsus 

20 e lä 1 ? dmör hihem: ,tibrtt'. 

7. Amörim heh: ,ivukö td- 
rüs bis, has se tibrit'? dmör 
hihem: ,ho djbek bis, has 
feddaröt gads'. amörem heh: 

25 ,hasdrt-is'/ dmör hihem: ,hd- 
srek hdymeh miyeh'. amörim 
heh: Jiastöu 1 -. 

8. Amörim: ,nehdum nag- 
Idgs'. dmür hihem: .tärhem 

30 ti, fröm la-sahbiris. am tehdm- 
kum tagUgem tes, hdstou 1 . 
sahbir-is. dmür his: ,häbü 
yehdymem la-glegem t$S l . 
am hat h eh : ,1m tibrit; hit 

36 sa'yi-k l'i lä, tahdmi 1 lohn''} 
birSk hdbü'9 dmür: ,ld, ho 
aj&jk Ms'. 

1 Euphonisches i (Miller.) * 



4. Er sagte zu ihm: .Wieviel 
ist ihr Brautpreis' ? Er sagte zu 
ihm: ,500'. Er sagte zu ihm: 
.Gut'. Erheiratete sie und machte 
für sie ein Gastmahl. 

5. Wie es nach dem Gastmahl 
war, sagte er zu ihm: .Ich will 
meine Frau'. Er sagte zu ihm : 
, Deine Frau ist verkrüppelt, sie 
geht nicht'. Er sagte: ,Ich werde 
sie auf der Stute reiten lassen'. 
Er sagte zu ihm : ,Sie reitet 
nicht'. Er sagte: ,Wie, daß ich 
es nur mache mit ihr'? Er sagte: 
.Wir wollen sie in einem Korbe 
tragen'. 

6. Und sie trugen sie und 
brachten sie (des Nachts) zum 
Hause ihres Mannes, des Sultans. 
Wie es Morgen war, kamen zu 
ihm die Leute. Sie sagten zu 
ihm: .Wir wollen deine Frau 
sehen'. Er sagte zu ihnen: ,Meine 
Frau steht nicht auf. Sie sag- 
ten zu ihm: , Warum steht sie 
nicht auf? Er sagte zu ihnen: 
.Sic ist verkrüppelt'. 

7. Sie sagten zu ihm: , Warum 
heiratest du sie, da sie verkrüp- 
pelt ist' ? Er sagte zu ihnen : 
,Ich liebte sie, wie sie ihre 
Schwester überholte'. Sie sag- 
ten zu ihm : Jhr Brautpreis' ? 
Er sagte zu ihnen: ,Ich bezahlte 
als Brautpreis 500'. Sie sagten 
zu ihm : .Gut'. 

8. Sie sagten : .Wir wollen 
sie sehen'. Er sagte zu ihnen: 
,Laßt mich, ich will sie fragen. 
Wenn sie will, daß ihr sie sehet, 
gut'. Er fragte sie. Er sagte zu 
ihr: , Die Leute wollen dich 
sehen'. Sie sagte zu ihm: ,Ich 
bin verkrüppelt; schämst du 
dich nicht für mich, (daß) du 
willst, daß ich hinausgehe unter 
die Leute'? Er sagte: .Nein, 
ich liebe dich - . 

Kür lmlli'i-)ii; ne ist wohl aus <mn abgekürzt (Müller) 



4. Gäluh: .kam hasär et //'/■.' 
gäluh: .hdmsah miyah'. gä- 
luh: ,zen\ zdwivaj bi-hä ua- 
leggd la-hu dt/ah. 

5. Yöm min fög ad-dtfah, 
gäluh: .bagdyt hormeti 1 -. gä- 
luh: .hormetk maksvra, mä 
tasir 1 . gäluh: .bärakkib-hä 
fög al-mühra'. gäluh: ,hi 
mä terkeb'. gäluh: ,kef aleggi 
ba-hä'. gäluh: ,bä-nasf/!a- 
hä wasdt az-zanbil-, 

6. Hamlu-hä wa-serrv-ha 
hattd beyt zduja-hä, ad-dölah. 
yöm as-sübh, jau 'induh au- 
nds. gälu luh: ,bagdyna ve- 
suf hormdtk- . gdlahum: ,hor- 
miti mä tgum'. gäluh: ,dä- 
wardhä mä tegüm'9 gäla- 
hum: .mak'urcr. 

7. Gälu luh : .tearäk ta- 
'arris ba-hä. yöm- /in mak- 
süra'? gäla-hum: ,and hab- 
beyta-hä, yöm sebget uhta- 
hä'. gälu luh : .hasirt ays' .' 
gäla-hum: ,hasirt hdmsah mi- 
yah-. galit, luh: ,zen l . 

8. Galit luh: ,baädyna 
nasüf-hä'. gäl la-hüm: ,hallö- 
ne, 2 bä-athabbi'r-hä. in bagdt- 
kum tesfifüna-hä, zeu e . bat- 
hdbbar-hä. gä/a-hä: ,an-näs 
bagdu yasüfünis 1 . gälet luh: 
.<uii maksüra; dnta mu asta- 
hdyi 'al£y, bagdyt-ani dhruj 

fi wasdt an-nds'9 gdla-hä: 
,dnä habbetis 1 . 



31. Der lügenhafte Soldat. 



I. Prosatexte. 



77 



9. Amirot heh: .höh, häbü 
dihkeye minni, has ho tibrtt'. 
ämür Ms: ,yedhdykem mins 
e lä. am dahäkem mins, 
latgdn-hem'. amiröt heh: ,ha- 
räna, hit gadlone anfüs häbü'. 

10. Amor: ,yehdid, ho fozd 
hirej lä] ho daulet, agodir 
agdöl hirej häbü; li nefs lä. 
ahokim, ked (so) dahäk minni, 
aletgeh. dorne hdkm li-du- 
wel, yekünfi (st) minh, yekün 
touwas'i minneh, yekün awej. 
wa-ho, had yegödir li lä; 
hini hibet hal häbü, iva-kdd 
feza'i, yekün hini deker hal 
duwtl wa-birek rehöyib. Id- 
ad had yeslül tiri bi-gdum, 
tekün rihbiti ma'dddalat'. 
fertek. 

(abüd bei- tili, 1. März 1902.) 



9. Sie sagte zu ihin: ,Die 
Leute werden über mich lachen, 
da ich verkrüppelt bin'. Er 
sagte zu ihr: ,Sie lachen nicht 
über dich. Wenn sie über dich 
lachen, werde ich sie töten'. Sie 
sagte zu ihm: ,Nun, du wirst die 
Spottreden 1 der Leute tragen'. 

1 0. Er sagte : .Jawohl, ich fürchte 
das Gerede nicht; ich bin der 
Sultan, ich vermag das Gerede 
der Leute zu tragen; über mich 
gibt es keine Spottrede. 1 Ich herr- 
sche; jeden, der über mich lacht, 
töte ich. Dies ist die Art der 
Sultane, es ist die Steuer von 
ihm, es ist das Reich machen von 
ihm, es ist krumm. 2 Und (was) 
mich (betrifft), niemand vermag 
über mich; mir ist Furcht bei den 
Leuten und jeder fürchtet mich, 
es ist mir Ansehen bei den Sulta- 
nen und in den Städten. Niemand 
nimmt mehr (Stellung) gegen 
mich mit (Volks- oder Soldaten-) 
Haufen, meine Stadt ist in ge- 
ordneten Verhältnissen'. 3 Fertig. 4 



9. Gälet Iah: ,ani, an- 
näs bä-yedhakün minni, ydm- 
ni maksüra'. gäla-hä: ,mä 
yadhakün minnis. in ddhku 
minni s, gatält-hum i . gälet 5 
luh: ,bagdu, dnta bä-tdhmil 
anfüs an-näs'. 

10. Gäl: ,nd c am, dna mä 
dfzd min al-hardj; dnä dö- 
lah, dgder sil hardj en-näs, 10 
dhkum 'alä men dahäk, men 
(al-)gatdl.hä'la hükm ad-duel, 
yakün si minnuh, tauwasi 
minnuh, yekün 'awej. wd-na, 
mä had yagder c aldy; minni 15 

fazct 'i?iä an-näs, wa-min 
fazd' minni, yekün li dikr 
ind ad-düel wa-fi-l-bulud. 
mä 'ad had yesül fögi bi- 
gdum, takün bilädi mu'dd- 20 
dalah'. 

(3. März 1902.) 



31. (64) Der lügenhafte Soldat 

Mehri. Deutsch. 

1. Amur: dät, sih hibreh. 1. Er sagte: Es war einer, mit 



ämür: ,hibi, fergak ti, zemi ihm war sein Sohn. Er sagte:, Mein 



miyet'. ämür: ,höm la-bär 
bis 1 , ämür: ,him'ak bi-hibride 
(hibrit de) doulet, titdyu tar 
bidi (bir-di) hibis we-ho sel- 
böne (selbone) lis haldkmeh, 
te se tuwe'. 



Vater, du bist mir verpflichtet, gib 
mir hundert'. Er sagte: ,Ich will 
mit ihnen 1 den hundert) des Nachts 
gehen'. Er sagte: ,lch hörte von 
der Tochter des Sultans, sie kommt 
bei Nacht zum Brunnen ihres Va- 
ters und ich werde auf sie dort war- 



IJaqlrami. 

1. Gäl: wähid, mdüh we- 
leduh. gäluh: ,'alek b-dllah 
tdt.ina miyah 1 . gäluh: ,ba- 
gdyt asri bahä'. gäluh: ,si- 
mi't bi-bit ed-dolah, tddwi 
min fög btr abüha. and bä- 
agdf lahä hinäk, h^d hi 
tadwi'. 



25 



ten, bis sie kommt'. 5 

1 Wörtlich: die Seelen der Menschen (Müller.) 2 Diese Stelle verstehe ich nicht, weiß auch nicht, wie Hein 
zu dieser Übersetzung kommt (Miller). 3 Auch dieser Erzählung, wie so vielen anderen dieser Sammlung, fehlt die 

Pointe. Die Verkrüppelte mußte doch auch laufen können, da sie im Wettlaufe ihre Schwester überholte. Wahrschein- 
lich erwies sich ihre Yerkrüppelung zuletzt nur als Verstellung und ihr ganzes Sträuben, vor den Leuten zu erscheinen, 
hatte nur den Zweck, sich der Liebe des Sultans zu versichern. Nachdem sie aber vor den Leuten erschienen war, bewies 
sie, daß sie gar kein Krüppel war. — Wenn die Erzählung nicht so gelautet hat, so muß man sie also ergänzen (Müller). 
4 Ich vermute, daß der Mehri sich hier des deutschen Wortes .fertig' bedient hat, welches er wohl öfters heim Abschluß 
einer Erzählung von Hein gehört haben dürfte (Müller). 5 Es scheint, daß die Hundert verloren ging, sobald er ver- 
schlief und sie nicht zu nehmen wußte, wie in ähnlichen Erzählungen (Müller). 



7- 



I. Prosatexte. 



31. Der lügenhafte Soldat. 



2. Süküf Jj.aldhm.eh. mgore 2. Er schlief dort. Dann kam 

tuwüt mina beyt di hib-is. sie (des Nachts) vom Hause 

se wa-hijdd-se? te tuwut tar ihres Vaters > sie und ihre Skla - 

... ' . 7 *, ,.-, 7 Ai - vinnen. Als sie (des Nachts) 

bir we-qalqot bid hib-is wa- _ . v . ' 

7- „ /» /•* z,uu Brunnen kam und den 

bjerütlek,ksut-kdi-suMf.Jone Bnmnea ihres Vaters sah und 

hasset(h). töli lad vs Id. tar- auf ihn stieß) fand sie ihn schla . 

hdth ua-bäröt minh. 



2. Ndm hindk. ba'd da- 
wdt min bet abüha, hi wa- 
järiydtha. hattd dawdt fög 
el-bir wa-sdfet bir abüha 
ira-mdrrat l aleh, hassaldtuh 
naim. duwwal gauwwamdt- 
uh, wa-t-täli md 'ad gdm 
lahd Id. 6 halldtuh wa-sardt 
minnuh. 



3. Süküf, te k-s-sdbeh. as 

k-s-sdbeh, dmür hödem: ,im- 

io wukö hatäk* ti Idf ica-ho 

bar wazemk tük defdat. wa- 



3. Ndm hattd s-sübh. yöiu 
es-sübh, gdl le-l-hddim: ,wa- 
rdk md gaicwdmtana? wd- 
na kud 'atdytak njretek. wa- 
läkin dna bäsir lä-ind abvy 
wa-bü-lel bä-drja' 1 . 

4. Sdr lä-ind abüh. abüh 



fend. Zuerst weckte sie (ihn), 

dann stand er noch nicht auf. 

Sie ließ ihn und ging (des Nachts) 

von ihm. 

3. Er schlief, bis es Morgen 

war. Wie es Morgen war, sagte 

er zu dem Diener: , Warum 

wecktest du mich nicht? Und 

ich habe dir schon die Bezahlung 
Iken hu niuhaqqire L-al hibi , ., . , , 

w ■ gegeben. Aber ich werde zu 

wa-kallayni reddoni . meinem Vater gehen und abends 

wiederkehren'. 

4. Gardur. te l-al hibch. 4. Er ging, bis er bei seinem 

15 fjdbeh amür lieh: ,had' kusk Vater war. Sein Vater sagte zu gdluh: ,hassdlt had'? gdluh: 

had'9 dmür: ,kusk hdd e ihm: .Hast du jemand gefunden'? ma \ hassdlt had Idf duwical 

i' r* *;/, 7, i„„4„„ £,-, Er sagte: .Ich fand niemand; • 7 , . ' t«! , -, 1. 

la; tone mbek, hardne su- ° ' ' jelest iva-bad numt. wa-la 

. , n „ , . , , zuerst wartete ich, nun schlief " 

kejk. mgore tuwut mine beyt .^ ^^ kam ^ yom ^^ had gauwwam-na. ma ad 

di hib-is wa-jirüt 11 kisiy- ilires Vaters und stieß auf mich, 9 umt lä - abüya, 'aleyk b- 

20 yeti. sukefk, we-hasesi. lad d sie fand mich, ich schlief und dllah c dd-ana l-leylah bä-dsri 

uik e Id. ica-hibi, fergak ti sie weckte mich. Nicht mehr lä-inda-ha, hattd asuf-hä'. 

ad yellelah. hörn le-bd'r le- stand ich auf - Und mein Vater, 

du bist mir verpflichtet noch 
diese Nacht, ich will zu ihr 
gehen (des Nachts), bis daß ich 
sie sehe'. 

5. Sein Vater gab ihm hun- 



hinis, te la-gldgs- 



5. H'ibeh icezmeh miy&t. 
ir, dniur: .h/t kesyöne Itäd e dort. Er sagte: ,Du wirst nie- 
ld, d-ür gatdy lid; tehsör 1 . ,nand finden, außer es ist dir 
dmür: .im bärdne yelleleh 
te tar bir ica-selböne lis 10a- 



semröne lis, te tuwi 1 . 

30 6. Wa-siyleb lis (ar bir. 
wa-fwöt mine b&yts te tar 



licstiinint, den Brautpreis zu 
zahlen'. Er sagte: ,Ich werde 
diese Nacht bis zum Brunnen 
gehen und auf sie warten und 
auf sie wachen, bis sie 5 kommt 
(des Nachts)'. 

6. Und er wartete auf sie am 
Brunnen. Und sie kam (des 



5. Abuh 'atdh rrdyih. gdluh: 
,dnta md bä-tahdssil had lä. 
d-är gada 'aleyk tdhsar'. gd- 
luh: .bä-dsri el-leylah hattd 
fög al-bir wa-bä-ajfös lahd, 

bä-asmür la-hä. hattd tddwi'. 

6. Wa-jelis lahd fög el- 
bir. wa-dawdt min bfythum 6 






bfdi hib-is wa-galgäts v:a- Nachts) von ihrem Haus zum hattd fdg Ur abüha wa-sdf- 

1 l'iir hijuri-Ki' (Möller). ' Für haietk (Müllbr). Lies: redddnet (Müller). • Lies: hitt (Müllm 

inzi-: zu ihm (Mii.i.er) r ' Wieder Kintliili ilcs Mehri (Möller). ' Von numt bis mcmi (tuktfkj ist aasgefallen 

■ lu-hnd iinrichtigerweise eingeschalte) worden (Müller). s Lies bfythä: (Müllbr). 



31. Der lügenhafte Soldat. 



I. Prosatexte. 



79 



thiröj heh hotim min hidis 
wa-tcL-mdl-h b-fudeh wa-bäröt 
minh te beyt di hib-is. 



bäröt min haldkme, te jirüt Brunnen ihres Vaters und sah ha wa-sarä 3 min hinäk, hdtta 
leh. ksiith di-sükuf. föne has- ihn (den Brunnen) und ging (des mdrrat 'aleh. hassaldtuh nä- 

sesh. (hassoth) sukiif mkoneh. Nachts ) von dort, bis sie auf 7,». duwwal gauwwamdtuh. 

ihn stieß. Sie fand ihn schlafend. 

Zuerst weckte sie ihn. Er schlief 

seines Orts (d. h. wieder). Sie 

zog für ihn den Siegelring 

von ihrer Hand ab und tat ihn 

an seine Hand und ging (des 

Nachts) von ihm zum Hause 

ihres Vaters. 

7. Er schlief. Bis es am Morgen 
rdur l-al hibeh. as gahäyb war, ging er zu seinem Vater. \ä-ind abüh. yöm ja lä-'ind 
al hibeh, dmür: .her si ho- Wie er zu seinem Vater gekom 

x.- 'i7-7 7 '17 7 men war, sagte er: .Ich habe 

tun, ahha ho ber qabdak , , ' g ' 

. , . ~~ , , ,. ' J " schon den Siegelring, wahrschein- 

tes'. amnrheh: ,het ber gul- i ic h habe ich sie schon ergriffen«, fl^ddtaha'. gäluh: ,dut„ 
gak tes'f dmür: ,lä adkyel- E r sagte zu ihm: ,Hast du sie kud suftaha'? gäl: ,lä. 'dd- 
leylah zemi miyet'. schon gesehen"? Er sagte: , Nein, ek al-Uylah atina mfya/r. 

noch diese Nacht gib mir hun- 
dert'. 
8. Amur: .hibr-i, bed stilt 8. Er sagte: ,Mein Sohn, du 
miy% miken tva-ber fuicdtk nas t schon viele hundert und 



7. Suküf. te k-sobeh, ga- 



näm makänuh. harrajdt luh 
hätim min ida-ha, tarhatuli 
fi iduh wa-sardt minnuh 
hattd bet abiiha. 



7. Näm. Imtta as-säbh, sär 



abüh, gäl: ,kud ma'iyya ha- 10 
schon den Siegelring, wahrschein- Hm > Mdr ' a "»«"**''»«» kud 



te. 

lä\ dmür: ,hibi, hibrek dd- 
di ho bes yelleylah zemi mt- 
yet'. dmür : ,/pbri, ho ar 
ajob buk, ho-k'. 

9. We-bär bis te tar bir 



8. Gäluh: .kud mdäk mi- 10 
ydt ketir ica-küd fauincutti- 



■sen; lä-ad wuzmone tuk ich habe sie schon verschwen- hm; m& w Mm ^ 



det; 1 ich werde dir nichts mehr 
geben«. Er sagte: ,Mein Vater, 
noch bin ich dein Sohn, nur 
diese Nacht gib mir hundert'. 
Er sagte: ,Mein Sohn, ich liebe 
dich nur, 2 nimm'. 

9. Und er ging (des Nachts) 



gä- 



luh : ,yä yäbah, c äd-na al- 
leylah 'dtin miyeh 1 . gäluh : 
,anä ahibb-ek, hiidha. 20 



9. Wa-sir* hdtta fög al- 



wa-silib (dlib) lis. thölül damit bis zum Brunnen und war- btr wa-agäf lahä'. jele's lahä 



ica-silib lis. tuuut mina beyt 
di hib-is wa-tuwüt te tar 
bidi hib-is wa-jirüt leh. wa- 
nibeh bis. 



tete auf sie. Er saß da und 



dawät min bet abü-ha wa- 

wartete auf sie. Sie kam (des , , . , f „ , „ , „ 7 

Nachts) vom Hause ihres Vaters düWat liattu f°9 btr abu - ]ia 

und sie kam bis zum Brunnen wa-mdrrat 'aleh. wa-nbdh 25 

ihres Vaters und sie stieß auf bihd. 
ihn. Und er erwachte durch sie. 

10. Er sagte zu ihr: , Woher 10. Gälahä: ,dnti min-hi'? 

amiröt: ,ho min tar (kommst) du'? Sie sagte: , Ich gälet : ,äni min fog bir abiiy 1 . 

bidihibi: amiröt: ,si Met (komme) vom Brunnen meines g fa. & rf mM tatöta avyton 

,a 7 7- •„ ,„ , , „, Vaters'. Sie sagte: ,Drei Tage J . r , , , ai> „ 

h " k wa - het stoße ich aufdich und du schlafet ™urr <aUyk wa-änta tanäm so 

vor mir'. Er sagte: ,Ich erwachte min '- 9 lV : ' dna mä nibehte 

nicht durch dich und ich will bis wa-bagdyt asüfis bi-dyni . 
dich mit meinem Auge sehen'. 



10. Amur his: Met min 



teskof mini 1- , dmür: ,ho nabk 
bis lä wa-höm la-yUgs bi- 
dyni'. 



1 Es kann auch heißen: du hast sie verschwendet (Müller). * Besser: nur weil ich dich liebe (Müller). 

3 Unrichtigerweise masc. für fem., aber die Worte passen überhaupt nicht gut hinein (Müller). 4 IJadr. Imperativ 

daher ' nach lahä (Rhod.). 



80 



I. Pr OS ATEXTE. 



32. Die Wildziege. 



11. Amiröt : ,ho hör/j lä 
ica-hibi ar yegdbuh-i wa-ye- 
torhi la-hrej lä ar wa-bi- 
hilli dseK dmür: ,läzeröme 
5 häyye bis 1 , herüjem, hi wa- 
si, ica-zdkkem la-hinfihem 
bub. 

iL». Wa-ygölig-hem dskari 
wa-yehweh lal Jiib-is. dmür: 
io Jjibretk birik mahzen di- 
yeherjem, se wa-gäj'. dmür: 
,hibriti thürij lä. wat bödek. 
sihtöne tük*. dmür: .shdti. 
wöt bödek'. 

15 13. Wa-hehar hühdu lal 
mahzen. te gahdyb lal mah- 
zi'n. arnür: ,ho miskin, hörn 
l-krh birik mahzön lal häbü 
wu-hö miskin hujjöji 1 . wu- 

■ii) hüb te hini-kem. 

14. As icuküb hini -kern. 
wuzüm härmet derwSs-he. 
wa-hlthaut te beyd (beyt) di 
hib-is. yafdthem Uy-hem gäj. 

o.t dmür: ,wukö tibiyd la-hibriti9 
mdinl-him ar hajajin 1 . dmür: 
,vha signiyen büme'. dölet 
dmür h-dskeri: .het tibeyd 
la-hibriti. hihi iti tahorij mkön 

30 lä toa-ho sihtöne tük'. wa- 
shltdh. wa-njizöt, te ahtali- 
söt. 

(äli her he, 2. März 1902.) 



11. Sie sagte: ,Icli gehe nicht 
aus und mein Vater schilt mich 
nur und er läßt mich nicht aus- 
gehen, nur bei Nacht vielleicht". 
Er sagte: , Jetzt willkommen dir'. 
Sie redeten, er und sie, und 
schlössen für sich die Türe. 

12. Und es sah sie ein Sol- 
dat und er lief zu ihrem Vater. 
Er sagte: ,Deine Tochter ist im 
Zimmer, sie reden, sie und ein 
Mann'. Er sagte : , Meine Toch- 
ter redet nicht. Sofern du lügst, 
werde ich dich schlachten'. Er 
sagte: , Schlachte mich, soferne 
ich gelogen habe'. 

13. Und der Alte lief zum 
Zimmer. Als er zum Zimmer 
kam, sagte er: ,Ich bin ein 
Armer, ich will in das Zimmer 
eintreten zu den Leuten und ich 
bin ein armer Pilger'. Er trat 
ein, bis er bei ihnen war. 

14. Als er bei ihnen eingetreten 
war, gab er der Frau sein Pilger- 
kleid. Und sie lief bis zum Hause 
ihres Vaters. Man öffnete ihnen. 
Der Mann sagte : , Warum lügst 
du über meine Tochter? Sieh, 
es sind nur Pilger'. Er sagte : 
,Wir sind hier aufgewachsen'. 
Der Sultan sagte zum Soldaten: 
.Du liipst über meine Tochter. 
Meine Tochter ist nicht an einen 
Orthinausgegangen und ich werde 
dich schlachten'. Und er schlach- 
tete ihn. Und es ist fertig- und aus. 



ii. Gälet luh: ,dni md 
ahrüj e lä, wa-büya gayr 
ya'äligna wa-lä yahallini 
dhruj [gayr] bi-l-leyl'. gäl: 
,delhinah yahayyä bis', herjii, 
hi wa-hü, ica-sdkkn 'ald an- 
fösahum al-bäb. 

12. Wa-ys&fahum 'dskeri 
wa-hdbb lä-'ind abü-ha. gä- 
luh: Mtt-ak fi wasdt al-mdh- 
zen yahdün, hi wa-rijjät. 
gäluh : ,bitti mä tdhdi. in 
kdn kidibt, bä-adbähak'. gä- 
luh : .adbdhna, in kdna (so 
= U\ is) kidibt 1 . 

13. Wa-s-sebah [halb] c ind 
al-mdhzen. hattd ja 'ind al- 
mdhzan, gäluh: ,änä miskin. 
bä-ddhul wasdt al-mdhzan 
lä-'ind an-nds, and miskin 
hajjäji'. dahdl hattd 'indahum. 

14. Yöm dahdl 'indahum. 
'ata al-hörmah tiyäbuh. ica- 
hdbbat hdtta l-bet abüha. 
fdthu la-rijjäl. gäluh: {ivar&k 
tekdib 'ald bitti? azdnnuh 
'inda-hnm hajjaji'. gälu: .nihä 
tarabbdyna Idna''. ad-dölah 
gäl lil- dskeri: .dnta tekdib 
'ald bitti. bitti mä tdhruj 
makän wa-nd bä-adhdhak\ 
wa-dbdhuh. wa-ngasdt wa- 
thdllasat. 

i. März 1902.) 



Mehri. 
1. Sih habd n/aha 1 Sirit 
wa-sih hibrih. dmür hibreh: 
Jii'im la-wdziyak (^y^^): tcs- 



32. (65) Die Wildziege. 



Deutsch. 



1. Mit ihm waren seine zwei 
Töchter und mit ihm war sein 
Sohn. Er sagte zu seinem Sohn: 

nadeicät lä wa-tüzim ' Ich wiU (iir 1,u ' i,ien ' 1 '' uu ' n, 

1 Lies; hahanth oder fiabdnteh (Mi i . 



Hailrami. 

l. Ma'üh bandtuh t inten 
iva-ma'uh weleduhr gäl li- 
waldduh:* ,bä-ausik: lä ta- 
sddig an-nddl wa-lä tä'ti 

So mit abweichendem Akzent (Muli i 



32. Die Wildziege. 



I. Prosatexte. 



81 



hdmtak ajüz lä, wa-tfüg dayf 
lä wa-hdffig-is gabili, voalü 
fagir'. wa-t-toli fagdy-s dayf 
toa-tdyt gat fagdy-s gabili. 
,we-tüzim hdmt-ek hämek lä 1 . 



2. Mgörin jihem, te nükä 
hal ddulet. iva-bandu beyt, 
te ziröt beyt. mgörin äymel 
Ms mahözin. magörin hal 
birkis, he ica-hämeh. sih zä- 
rit iva-sek Us birek mahzin. 
ua-ämür: ,hämi, sudhi bis 
mithirSgi 1 Ms al-hdd. am ber 
had ivida bis, yagdsbis t?. 
amirüt : ,hastou'. 

3. Ddulet dmür: ,ho be- 
ser, setyek ai-seywi hi-sdrV. 
toli hasäub la-hdl ajüz. ti 
gahbeth kM an-ntsa, amirüt: 
,hö hemmek Id-hrijas süg'. 
dmür: ,am hardg 2 tes ä hin-i, 
daföne'. 

4. Semüt. te gahdbs hal 
hibris, yaddds wa-yekkebs 
birek mahzen. dmür: ,hämi, 
ho ber sahdtk zäri(t) di ddu- 
let; wa-het, am ahrigis 3 bis, 
yeshdtye ddulet. ar garrdye- 
li metheregi 1 ld-hd, wa-dn 
ber ddulet wida bis, yesjj,dt 
le-gr$s'. 



Willen kundtun: finde nicht Ge- 
meinheiten achtenswert und gib 
nicht dein Geheimnis der Alten 
(preis) und verheirate nicht einem 
Fremden und verheirate sie einem 
Stammesgenossen, auch wenn er 
arm ist'. Und dann verheiratete 
er sie einem Fremden und eine 
Schwester verheiratete er einem 
Stammesgenossen. ,Und gib nicht 
dein Geheimnis deiner Mutter 
(preis)'. 

2. Dann ging er, bis er zum 
Sultan kam. Und sie bauten 4 
ein Haus, bis das Haus stand. 
Dann machte er darin Zimmer. 
Dann wohnte er in ihm, er und 
seine Mutter. Er hatte eine Wild- 
ziege und er schloß sie in das 
Zimmer ein. Und er sagte: , Meine 
Mutter, achte auf sie, rede über 
sie zu niemand. Wenn jemand 
von ihr erfährt, 5 raubt er sie 
mir'. Sie sagte: ,Gut'. 

3. Der Sultan sagte: ,Ich bin 
unwohl, ich habe Lust nach Wild- 
ziegenfleisch'. Darauf sandte er 
zu der Alten. Als sie zu ihm 
kam, die List der Frauen, 6 sagte 
sie: ,Ich wollte sie auf den Markt 
hinausführen'. Er sagte: ,Wenn 
du sie zu mir hinausführst, werde 
ich bezahlen'. 

4. Sie eilte fort. Als er sie 
zu ihrem Sohn brachte, nahm 
er sie und gab sie in das Zim- 
mer hinein. Er sagte : , Meine 
Mutter, ich habe schon die Wild- 
ziege des Sultans geschlachtet; 
und wenn du über sie redest, 
schlachtet mich der Sultan. Ver- 
heimliche es, rede mit nieman- 
dem, denn wenn der Sultan von 



sirrek li-'ajüz wa-ld tazduw- 
u-ej ad-da'if lä, 7 wa-zdwwij 
gabili, wa-ldu fagir'. wa- 
bd'd zawivdjha da'if wa-icdh- 
dah iihtuh zaicwejha gabili. 5 
,ioa-lä td'ti sirrek li-ümmak 
lä'. 1 



2. Wa-bd c d sär, hattd jd 
c ind ad-dolah. band beyt, 
hattd gämet. wa-bd'd Idgga 10 
fiha mahäzin. wa-bd'd hall 
flha, hü wa-vmmuh. mdtih 
däbyeh, geled c aleha fi toa- 
sdt mdhzan. xoa-gäl la-timm- 
ah: ,adhdni bahä, mä tah- 15 
din bahä la-hdd. in kän 
hadeyti bahä lahdd, yahüs 
c aley l . gälet luh: ,z%nK 

3. Ad-dolah gäl: ,anä ba- 
sdr, astehtt lahm ad-ddbyah'. 20 
wa-t-täli rasdl lä-ind al- 
l ajüz. hattd jätuh keyd an- 
nisä, gälet luh: ,ani hamm&t 
aharrijhä lak as-süg'. gäl: 
,in harrdjtiha U, bä-ddfa H . 25 

4. Daat. hattd jäbhä s c ind 
waled-ha, hadäha iva-tardh- 
ha wasdt al-mdhzan. gäl l- 
ümmuh: ,anä kud dabäht 
ddbyat ad-dolah; in kän 30 
hadeyti bahä, yadbdhna ad- 
dolah. habbini, lä tahdin la- 
hdd, wa-in kud ad-dölah da- 
rä bahä, yedbdhna l-eßahä'. 



1 Für mithirejl = min thireji (Müller). 2 Lies: harcj abgekürzt aus tharej (Müller). s Lies: ahnjiS (Müller). 
4 IJaiJrami: er baute (Müller). 5 Hadrami: Wenn du zu jemand von ihr sprichst (Müller). 6 ,List der Frauen' 

ist entweder Epitheton oder ihr Name (Müller). 7 Das nachgesetzte lä ist dem Einflüsse des Mehri zuzuschreiben; 
der letzte Satz gehört vor wa-ha'd (Müller). " Vielleicht ja bihä (Müller). 

W. Hein, Mehri-Texte. 11 



82 



I. Prosatexte. 



32. Die Wildziege. 



5. Garrdut fyami 1 de ddu- 
let, sahbiröt wa-drdt? te gah- 
böt cd ajüz, amirüt: ,hö he- 
iter wa-mhisiyet, sedyek tiwi 

5 dl zärit L . amirüt: ,am het 
geryit li, ho hibri yeshät zäri 3 
de d&idet. wezmide* tes ayir' 
di tiwi. läkin het garaye li 
mathirig bi; ica-än bar widä" 
10 ddulet, yesh.6t hibr'r. 

6. Garräut ajüz. te gah- 
bdt ddulet, amirüt: ,zärtk 
hol juwerek 1 . hasäub leh 
ddulet. ämür : ,le-gahdybi l . 

15 gardur. te gihbeh, ämür: 
,zäretk sey (zäriti, suk), tehöm 
tahdt zäriti häyyet, ahtiyör, 
wa tehöm tahdt zärit-i hdy- 
yet : icd-l-la sahtön te-lc. 

20 7. Amur : .ad hesen yafedi 
min zäretek : am aghäbk tey 
taläiin bäkrah, tafedyen te, 6 
wa-gahäbk talätin bäkrah Id, 
sahtone tek ; sin-sin tdd'. 

25 ämür: ,zemi mahlet, ämür: 
,wizmek isrin yom. am la- 
ghäbk tesen lä, sahtön tek'. 



8. JiMm. te tcäthaf hal- 

himeh d-ärüs ba-gät, himeh 

30 dayf, ämür: ,hö li zäri de 



ihr erfährt, schlachtet er (mich) 
ihretwegen'. 

5. Es ging die Schwiegermutter 
des Sultans, sie fragte und suchte. 
Als sie zur Alten kam, sagte 
sie: ,Ich bin unwohl und schwach, 
ich habe Lust nach Wildziegen- 
fleisch'. Sie sagte: ,Wenn du es 
geheimhalten wirst, mein Sohn 
schlachtete dieWildziege des Sul- 
tans. Ich werde dir ein Bischen 
Fleisch geben. Aber halte es ge- 
heim, rede nicht über mich ; 
denn wenn der Sultan es erfährt, 
schlachtet er meinen Sohn'. 

G. Es ging die Alte. Als sie 
zum Sultan kam, sagte sie: , Deine 
Wildziege ist bei deinem Nach- 
bar'. Es sandte nach ihm der 
Sultan. Er sagte: ,Er komme 
zu mir'. Er ging. Als er zu 
ihm kam, sagte er: , Meine Wild- 
ziege hast du, willst du mir 
meine Wildziege lebend geben, 
wähle, und willst du meine Wild- 
ziege lebend geben; und wenn 
nicht, werde ich dich schlachten'. 

7. Er sagte: ,Nocb etwas gibt 
mir Ersatz anstatt deiner Wild- 
ziege: Wenn du mir dreißig 
Kühe 7 bringst, gibst du mir Er- 
satz, 8 und bringst du nicht die 
dreißig Kühe, werde ich dich 
schlachten ; ihr Alter sei eines'. 
Er sagte: ,Gib mir eine Frist'. 
Er sagte: ,Ich gebe dir zwanzig 
Tage. Wenn du sie mir nicht 
bringst, werde ich dich schlach- 
ten'. 

8. Er ging. Als er (des Spät- 
nachmittags) zu seinem Schwager 
kam, der die Schwester geheira- 
tet, seinem Schwager, dem Frem- 



5. Särat sihret ad-dölah, 
tahäbbarat ica-däuwwarat. 
hattä jät 'ind al-ajuz, gälet 
la-hd: ,ni ba-sär 9 wa-taman- 
net lahm ad-däbyah''. gälet 
lahä : ,in känis 10 mä baget 
tähkln bi, ani waledi dabäh 
ddbyet ed-dölah. bä-tis galil 
lahm, lakän änti ähfi li min 
tahdin bi; wa-in kän darä 
ad-dölah, yedbah lottedi'. 

6. Säret al-ajüz. hattä jat 
'ind ad-dölah, gäldt luh: ,da- 
byetek Hnd jdrek'. ivässa c aleh 
ad-döleh. gdluh: ,yfji'. sdr. 
hätta ja lä-induh, gäluh: 
,dabyeti mä c -ak, bagäyt tijib 
dabyeti, athayyar, iva-bagdyt 
tejib dabyeti hdyyah; wa-illä 
bä-adbdhak'. 

7. Gäl: ,'äd si yafdina: 
in jibt talätin bäkrah, tafde- 
nak, wa-lä mä jibt talätin 
bäkrah, bä-adbdhak, sinna- 
hen wdhid'. gäl: ,'ati-itn 
muhiah', gäluh: ,a'at/k isrin 
yom. in Id jibta-hen, adbdh- 
ak'. 



8. >8är. hattä daicä 'ind 
sihruh, tazäuwwaj bi-u/jt/ih. 
sihruh doütf, gdluh: ,änä li 



1 Für hamxt, wegen des folgenden d (MÖLLBl 2 Für darßt, Rad. ,o (Mi "i.i.er). 3 Für zärit, wegen des 

folgenden ,/ (Müller). 4 Für wezmUe (Möller). e Für <//»/. wegen dos folgenden d (Müller). ' Lies ttk nach 

l.iadr. tafd&nak; will man aber Heins Übersetzung beibehalten, so muß man ti oder tey lesen (Miller). ' Lies liier und 
weiter unten; junge Kamelinnen. Gibst du für dich Ersatz (Möller). " ,Und schwach' fehlt (Müller). 10 Sub- 

Btantivum verbale: Wenn du mich nicht verraten willst (Mi ller). 



32. Die Wildziege. 



I. Prosatexte. 



83 



ddulet. het htmi, hdmmek taf- 
de ärnri, misnik, wa-hämmek 
la, ho jihmone 1 . dmür: ,äo, 
ica-lü ti sehil, fedyone tik; 
ldkin dorne bereh meken, ga- 
derkhe ld'. 



9. Töli jihem. icdthaf hol 
himeh gdher gabili, ica-he fa- 
gir sih si 1 Id. dmür: ,hdyya 
buk, Mmi, ho si si 1 lä, wd- 
Ikin ho si gauya 1 . dymel leh 
ise wa-shdt lieh. 



den, sagte er: ,Auf mir (lastet) 
die Wildziege des Sultans. Du 
bist mein Schwager, hast du die 
Absicht, Ersatz zu leisten für 
mein Leben, deine Ansicht, und 
wenn du die Absicht nicht hast, 
werde ich gehen'. Er sagte : 
,Wenn es mir leicht wäre, würde 
ich für dich Ersatz leisten; aber 
dies ist schon viel, ich vermag 
darüber nicht'. 

9. Dann ging er. Er kam 
(des Spätnachmittags) zu seinem 
anderen Schwager, dem Stammes- 
genossen, und er war arm, er 
hatte nichts. Er sagte: , Will- 
kommen dir, mein Schwager, ich 
habe nichts, aber ich habe meine 
Brüder'. Er machte ihm ein Abend- 
essen und schlachtete für ihn. 

10. Und am Morgen ging er, 
er und sein Schwager. Als er 
zum Wasser kam, 6 sagte er: 
.Meine Brüder, ich komme zu 
euch, mein Schwager ist auf 
der Suche, er hat die Wildziege 
des Sultans geschlachtet und 
jetzt soll er sie ihm lebend zu- 
rückgeben und wenn nicht, 
(lasten) auf ihm dreißig Kühe, 
deren Alter eines ist'. 

11. Dann sagten sie: , "Will- 
kommen dir, dir und deinem 
Schwager. Dreh' dreißig Stricke'. 
Sie brachten ihm je einen. 7 Noch 
ein Alter und eine Alte begeg- 
neten sich auf einem Strick. 8 
Jeder, der kam, wollte eine 
Kamelin bringen. Zuerst 9 kam 
der Mann, schnitt ihn zwischen 
ihnen. 10 Dann kamen 31 Kame- 
linnen, er brachte sie (Spätnach- 
mittags) zum Wasser. 



ddbyet ad-dölah. ica-dnta 
sihri, hammet tafdina'f gdl: 
,bi-rayak'. An ld hammet, 
bä-slr 1 . gdluh: ,and, wa-ldu 
si sahl, bä-afdik; ldkin da 5 
kiiduh jem. md gedert c aleh'. 



9. Dawd Hnd sihruh at- 
tdni gabili, wa-hi'i fagir, md 
mdüli si. gdluh: ,yd hdyya 
bak, sihri, md si ma% wa- io 
lakin ma% ahwdni 1 . laggd 
luh c asd wa-dabdh luh. 



10. Wa-ke-s-sobeh gardur, 
he wa-himeh. te luurüd ha- 
der humü, dmür: ,gauye, 
ho agrdur tawdli-kum, ho 
Mmi la-gligat, asfrdt 2 zäri 
de ddulet, wa-läzerome la- 
reds la-ddulet hdyyat wd-lla 
leh talätin bdkrah sinni-sen 
tdd\ 

n. Töli amörim: ,hdyya 
buk, het wa-himek. fhös ta- 
lätin mihdöm'. 3 gahdybem 
teh min tagt tayt. ad liehar 
wa-ajüz gatibrö ha-der 4 mih- 
tdym tdd. kdd (kal-d) gahdyb, 
yahom la-häghab bdkrah. fe- 
nöni yenükä gdyj, yahiskeh 
biuwe-hi. 5 mgorin yeghdyb 
wdhid wa-telättn bekrah, tau- 
hdyfem tar humü. 

1 Lies: si (Müller). 2 Für shat (Müller). 3 Für mihtom vergleiche bald mihtäym (Müller). 4 Für tarl 

(Müller). 5 Dual? (Müller). 6 An der Tränke fand er die Stammesgenossen (Müller). ' Lies: ja eine, sehr 

junge Kamelin (Müller). 8 D. h. beide bekamen einen Strick und jeder von ihnen erhob Anspruch das junge Kamel 

zu liefern. 9 Ich möchte es lieber ,da' übersetzen (Müller). 10 D. h. er zerschnitt den Strick in zwei Teile, seil, daß 
jeder eine Kameliu bringen konnte, so wurden 31 Kamele; im Ms. steht überall ,Kühe', auch hier (Müller). 

11* 



10. Wa-s-subh sdr, hü wa- 
sihruh. hattd ja fog al-möt, 

gdl la-hiim: ,yd hawdn-i, 15 
i'iuä (ajsir lä-'inilakum, hdda 
sihr-i dabdh ddbyet ed-dolah, 
wa-delhinah yeji ba-hd wa- 
illä yasdüim taldtln bdkrah 
sinna-hen wdhid'. 20 



11. Gälü luh. ,hayyd bek, 
dnta ica-sihrak 1 - . fahds talä- 
tin hitäm. jabü luh min wd- 
hidah icähidah. 'ad as-sebah 
wa-ajüz ta c dradu fog hitdm 25 
wdhid. min ja, bagd yejib 
bdkrah. diewal yeji rijjdl, 
gafdbuh beyna-hum. iva-bd'd 
yeji lüdhid tea-talätin bdk- 
rah, hdtta däwivd-hen fog 30 
el-md. 



84 



I. Prosatexte. 



33. Der schlaue Kadi 



12. Myörin jihem, he wa- 
himeh, wa-amür : ,dd-ye hörn 
sey rabäy min gduye ( . wa- 
jihemem, hem wa-rikdbihem. 

13. Te nükä la-hdl ddulet, 
gahdybem yirögiz, Mm voa- 
bkerihem. amürim: ,nehaum 
nafde h-Mmen mine miwit, 
has sahdt zäret-k, het ddulet'. 



12. Dann ging er, er und 
sein Schwager, und er sagte: 
.Noch will ich mit mir vierzig 2 
von meinen Brüdern'. Und sie 
gingen,, sie und ihre Kamele. 

13. Als er zum Sultan kam, 
kamen sie springend, sie und 
ihre Kühe. Sie sagten: ,Wir 
wollen Ersatz leisten für un- 
seren Schwager vom Tode, da 



12. Wa-bad säru, hü wa- 
sihruh, toa-gäl: ,bagdyt mdi 
arbdhi rijjäl 1 . säru, hum 
wa-rikäbhum. 

13. Hattd jäu lä-ind ed- 
döleh, jdu, hum loa-zämil- 
hum wa-rikäbhum. gdlü: ,6a- 
gdyna nefdi sihr-ana min 



deine Wildziege geschlachtet oirmßt, V öm dahd l l dabyetak, 



io amür: ,ho gablön tfoen gabel hat, du bist der Sultan'. Er dnta dolah'. gäl: ,anä ba- 



di zariti. 

14. Amur: ,salliV li böme'. 
yagrdur. te gahdyb la-hdl hdm- 
eh, yehrüj zärit min birik 

15 maJjzin hdyyet. te gahbis hal 
ddulet, dmür: ,is zäretk, dau- 
let, wa-bkör ilyöma ham-s&n 
hnni, wa-tahlölen lieh wa- 
tahrömen hi i . 

20 15. Ma görin hagrdyr M- 
hem, wa-häs bar agrdur b'i- 
hem, afsiyl-hem wa-hihni- 
hem wa-kermihem. yazyöt. 

{bahlt, 3. März 1902.) 



sagte:, Ich werde sie annehmen als hv.dhen gabU dabyefi'. 
entsprechend meiner Wildziege'. 
14. Er sagte: , Warte auf mich 
hier'. Er ging. Als er zu seiner 



14. Gäl: ,agafü li hina'. 
sär. hattd ja lä-ind ümmuh, 
hdrrej ad-ddbyah min icasdt 
al-mdhzan hdyyah. hattd jdbhä 
'ind ad-dölah, gäluh: ,suf dab- 
yetek, ad-dolah, tce-l-bukür 
bagayta-hen li-sihri, yehillhi 
Iah wa-tetharrdmen 'aley'. 

15. Wa-bd'd säru bi-hem, 
ica-yöm kud säru bi-hem, 
gaddähum wa - hassdmhum 
wa-karrdmhum . tra-dngasat. 

(4. März 1902.) 

Es ist nicht ganz deutlich, was mit der Wildziege geschehen war. Der Sultan scheint sie von 
der Alten gekauft und sie dem Sohne übergeben zu haben. Der Sohn scheint nun die Schlachtung 
der Wildziege fingiert und selbst seiner Mutter eingeredet zu haben, daß er die Wildziege des 
Sultans geschlachtet habe. Der Sultan seinerseits forderte die lebende Wildziege oder Ersatz. Der 
reiche, aber schäbige Schwager ließ ihn im Stich, der arme, aber edle Beduine verschaffte ihm 
den Ersatz — er aber wendete ihn eben diesem Schwager zu. Der letzte Wille des sterbenden 
Vaters hat sich also in jeder Weise bewährt — quod demonstrandum erat (Müller). 



Mutter kam, führt er die Wild- 
ziege aus dem Zimmer lebend. 
Als er sie zum Sultan brachte, 
sagte er: ,Da ist deine Wild- 
ziege, Sultan, und diese Kühe 
will mein Schwager, und erlaube 
es ihm und verbiete es mir'. 3 

15. Dann ging er mit ihnen, 
und wie er mit ihnen gegangen 
war, machte er ihnen ein Mittag- 
essen und ehrte sie und ach- 
tete sie. Es ist zu Ende. 



Mehri. 

i. Amür: gdj, sih sadigeh, 

25 gddi. has nehör, dmür le- 

gödi: ,ho hum le-jhöm wa-het 

hamk tesded bä'di h-ebfnya 

wu-hö öd (dud'i) gayr lük hit, 



33. (66) Der schlaue Kadi. 

Deutsch. 

1. Er sagte: Es war ein Mann, 
mit ihm war sein Freund, ein 
Kadi. Eines Tages sagte er zum 
Kadi: ,Ich will fortgehen und 
will, daß du nach mir Vormund 



Qadrami. 

l. Gäl: rijjäl, ma'>'/i sa- 
dtguh, gddi. yöm nehdr, gäl 
lel-gdih' : ,bäsir wa-dnta ba- 
gdytak tasud bddi Hyäli, 
astd'min 'alök, yömak nita 



1 Man würde erwarten )tU6b (Müller). j Ms. vier; das » von rabdyn i-t ausgefallen (Müller). 

diese Eamelinnen «ill ich für meinen Schwager, sie mögen ihm gestattet, mir verboten sein (Mülli 



: t.ii-s: Und 



33. Der schlaue Kadi. 



I. Prosatexte. 



85 



has het sadigi'. dmür lieh: 
,hast6u'. dmür heh : ,jihöm\ 
loa-jiMm gayj. 



2. Te nuhor, gahdyb le-beyt, 
ksu harm&t birek beyt. thulül 
Mnls. amirot heh: Jhäm-i 1 
la-mol hük gahwet'f amür 
Ms: ,hast6u l . amilöt heh gah- 
wet. has bar amilöt heh gah- 
wU, dmür Ms: ,hom la-heg- 
gir'. amirot heh: Jidstou'. 

3. Amür Ms: ,gdyjis merd-i 
wa-hö läzerome hörn la-hrij 
lis, am Mt herjite M ld'. ami- 
rot heh: Jidstou. ho herjite 
buk Id. wukö ho la-hrej buk 
toa-het sadig di gdyji'. 

4. Amur Ms: ,gdyjis: wat 
ndka'k le-häl harm&ti, amir 
Ms: ad, bis Si Imbun' f ami- 
rot heh: ,yehol, bi hubün'. 
dmür Ms: ,ber sis kam wo- 
rih'f amirot heh: ,ber si 
werh'. 



5. Amür Ms: ,ioa-läzerome 
Mbö, hibres göser toa-gdyjis 
jihem min tiris. wat nükä, 
kisyone hibrös gösir'. amiröt 
lieh: ,gayr Mbö la-mol läze- 
rome'? 



meiner Kinder seiest und ich 
habe nur zu dir Vertrauen, da 
du mein Freund bist'. Er sagte 
zu ihm: ,Gut'. Er sagte zu ihm: 
,Geh fort'. Und es ging der 
Mann fort. 

2. Eines Tages kam er (der 
Kadi) zum Hause (seines Freun- 
des), er fand die Frau im Hause. 
Er verblieb bei ihr. Sie sagte 
zu ihm: , Willst du, daß ich dir 
Kaffee mache'? Er sagte zu ihr: 
,Gut'. Sie machte ihm Kaffee. 
Nachdem sie ihm Kaffe ge- 
macht hatte, sagte er zu ihr: 
,Ich will gehen'. Sie sagte zu 
ihm : ,Gut'. 

3. Er sagte zu ihr: 2 ,Dein 
Mann hat mich bevollmächtigt 
und jetzt will ich mit dir reden, 
wenn du nicht über mich reden 
wirst'. Sie sagte zu ihm: ,Gut. 
Ich werde nicht über dich reden. 
Warum sollte ich über dich 
reden und du bist (doch) der 
Freund meines Mannes'. 

4. Er sagte zu ihr: 2 ,Dein 
Mann (sagte zu mir): Sobald 
du zu meiner Frau kommst, 
sage zu ihr: Ist schon bei dir 
etwas von Kindern ? (d. h. fühlst 
du dich schon schwanger'?)' Sie 
sagte zu ihm : .Jawohl, bei mir 
sind Kinder'. Er sagte zu ihr: 
Wieviel Monate ist es schon mit 
dir (her)' ? Sie sagte zu ihm : 
,Es ist schon mit mir einen 
Monat (her)'. 

5. Er sagte zu ihr: , Und jetzt 
ist es wie? Dein Sohn ist kurz 
(d. h. noch nicht voll) und dein 
Mann ist von dir fortgegangen. 
Sobald er kommt, wird er deinen 
Sohn kurz finden'. Sie sagte 
zu ihm: ,Wie soll ich es - nur 
jetzt machen'? 



sadigi'. gdluh : ,zen l . gäluh: 
,sir l . wa-sär ar-rijja 



2. Ifdtta yöm, ja lel-bet, 
hdssal el-hörmah wasdt el- 
bet. jeles 'indahä. gälet luh: 5 
,bä-naleggi lak gähwah'. gd- 
lahä: ,zen : . laggdt luh gäh- 
wah. yöm kud laggdt luh 
gaMvah, gdlahä: ,anä bä-sir^. 
gälet luh: ,zin l . io 

3. ,Z6jis icassd-na, del- 
Mneh bä-tkdllam mfis, in 
känis 3 mä bä-tahkin bi\ gälet 
luh: ,zhi. dni md bä-tkdllam 
bak. l-e"jleh atkalldm bak 1 5 
wa-dnta sadig 1 zöji'. 



4. ,Z6jis gdli: ild jit z ind 
hormeti, gdlahä :* 'ad fis si 
c iydl l ? gälet luh: ,nd c am, ß 
c iydl'. gdlahä: ,gud (so) mi'is 20 
kam sühur'? gäUt luh: ,kud 
(so) md% sehr'. 



5. Gdlahä: ,delMnah Mf, 
wa-ledis gdsir wa-zöjis sär 
min fögis. ild ja, bä-yahdssil 25 
wa-Udis gdsir'. gälet luh: 
,gayr lief aleggi delhin'f 



1 Eigentlich: ,willst du mich' und dann: , willst du, daß ich' (Müller). 
stantivum verbale (Müller). 4 Lies gülahä (Müller). 



Fehlt im IJadrami (Müi.i.ei:) 



Sub- 



86 



I. Prosatexte. 



33. Der schlaue Kadi. 



6. Amur Ms: ,ho mahdt- 
time leh, has he hibre di sa- 
digi; hagegk leh lä, ivat nükä 
he gösir. hom lehättim leh 1 . 
5 amirot hch : Jidstou'. gardur 

SIS. 



7. Te birwöt, anköt bi-gaj- 
jen. wa-gindth, te agäur. has 
agdur, nükä hibeh. duwo lä 
io beyt wa-dymel diyeft wa- 
hschtb la-häbü wa-gödi wa- 
dymel hihem diyeft. has min 
tar diyeft, barem häbü wa- 
herüjem min hin-eh. 



is 8. Wa-hds ber hurüjem, du- 
wüt la-hnih harmeth wa-gib- 
höt xoa-amiröt heh: jrukö het 
hibtcfk wa-rödek bi, ho wa- 
hibri. wa-nükä le-hni gödi 

20 sadigek wa-amür hini: bis 
si hubün? amerk heh: ya- 
hdul. dmür hini: bar sis kam 
v:örih min has sällis bi-hu- 
bün? amerk heh: ber st werh. 

zsdmür: harana, ho gdyjis 
mirdi wa-dmür hini: sahbir 
harmeti bisi hubün au Id. 
amirk heh: yehdul. dmür 
hini: ho läzeröme feza'k leh, 

30 wat nükä, yekün gösir, wä- 
hn fragdgk lä ; has he hibre 
di sadigi. yekün gösir lä, 
iva-hö läzeröme hörn le-hät- 
i/'iii leh. ber dmür Mni sa- 

35 digi; am harmeti bis hubün 
i'ili, hdttim lihem. amerk 



6. Er sagte zu ihr : ,Ich werde 
ihn vervollständigen, da er der 
Sohn meines Freundes ist. Ich 
habe kein Recht über ihn (d. h. 
keine Macht mehr es zu ändern), 
sobald er als ein Kurzer kommt. 
Ich will ihn vervollständigen'. 
Sie sagte zu ihm : ,Gut'. Er 
verkehrte mit ihr. 

7. Als sie gebar, kam sie mit 
einem Knaben nieder. Und sie 
zog ihn auf, bis er heranwuchs. 
Wie er herangewachsen war, 
kam sein Vater. Er kam des 
Abends ins Haus und machte 
ein Gastmahl und sandte um 
die Leute und den Kadi und 
machte ihnen ein Gastmahl. Wie 
es nach dem Gastmahl war, 
gingen des Nachts die Leute 
fort und gingen hinaus von ihm. 

8. Und wie sie schon hinaus- 
gegangen waren, kam des Nachts 
zu ihm seine Frau und schalt 
und sagte zu ihm: ,Warum bist 
du so lange ausgeblieben und 
hast mich und meinen Sohn 
allein gelassen? Und es kam 
zu mir der Kadi, dein Freund, 
und er sagte zu mir: Ist mit 
dir etwas von Kindern ? Ich 
sagte zu ihm: Jawohl. Er sagte 
zu mir: Wieviel Monate ist es 
mit dir schon, seitdem du mit 
Kindern empfangen hast? Ich 
sagte zu ihm : Mit mir ist es 
einen Monat her. Er sagte: ,Nun, 
dein Mann hat mich bevollmäch- 
tigt und zu mir gesagt : Frage 
meine Frau, ob etwas von Kin- 
dern (da) ist oder nicht. Ich 
sagte zu ihm: Jawohl. Er sagte 
zu mir: .letzt fürchte ich für 
ihn, sobald er kommt, ist er 
kurz und ich kann (dann) nichts 
(mehr dagegen) tun; da er der 



6. Gäla-hä: ,and bä-tem- 
mim 'aleh, yömuh loaled sa- 
digi, mä hagge 'aleh, ilä ja 
gäsir, bä-tdmmim "'aleh 1 . gä- 
let luli: ,zen\ sär md'ha. 



7. Yöm loeldet, jäbet weled. 
ica-rabbätuh, Jiattd kubür. 
yöm kubur, ja abüh. dawä 
lä betuh wa-legga diyäfah. 
yöm min fög ad-difah, sardu 
an-näs min 'inda-hum. 



8. Wa-yöm kud särü, da- 
wdt lä-induh hormetuh wa- 
'älaget. gälet luh: ,warä-k 
batet, nadegt(?) bi, anl wa- 
waledi. wa-jä lä-indi al- 
gädi sadigek wa-gal-i: si 
fis 'iydl? gutta 1 luh: ndäm. 
gäl-i : kud mdis kam dshur 
min yöm selleti bil-iydlf gä- 
let luh : kud ma'iya sehr. 
gälahä : zöjis wassäna wa- 
gdli: tahübbar hormeti : fis 
Hydl au lä? gutta 1 luh: na- 
'dm. gäli: delhineh fizit c aleh, 
ilä ja. yekün gäsir, wa-nä 
in ä haggät, lä, yömuh xoaUd 
sadigi, mä yekün gösir /</,- 
wa-nä delhinah baget timmim 
'i'deh. gud (so) gäli sadigi: 
in Icän hurmrti filia SiHyäl, 
timmim 'alehum. gutta 1 luh: 
z$n. wa-tdmmam 'alehum. 



1 Kür i/nli (Müller). s Die Nachsetzung des lä ist dem Mehri nachgebildet (Müller). 



33. Der schlaue Kadi 



I. Prosatexte. 



87 



heh: hastöu. lua-temilm lihem. 
wa-läzerome wa-lö ho temöm 
Wiem lä gödi, ho hibri gösir'. 



9. Amur Ms: ,hastöu'. gdy- 
jis hasöb la-häl gödi. dmur 
heh, le-nkd läzeröme. dmür: 
, hastöu', godi, ,wiiko he 
yahsöb li'9 nüka le-hineh 
godi. has nüka le hineh, dmur 
heh: ,dä-wukö Mt tehsöb li'f 
dmur heh: ,dölet yehsöb lin, 
ho wa-Mt'. dmer 1 heh: ,has- 
töu'. 

10. Gardyrem fahre, te 
wiselem hol dölet, amürim 
heh: ,dä-ivukö Mt tehsöb lin'? 
dmür : ,ho hiniak, amürim 
hini: gödi ridd le-harm&t sa- 
dtgeh, wa-läzerome yehdm-i 2 
le-ltdgah, la-htiyör, wa-ye- 
höm le-dfä* hini, la-htiyör, 
dlfi ürü. am düfa? hini dlfi 
sirü, latgdnah lä'. 

11. Godi amur : ,hastöu, 
daf'öne hük dlfi sirü'. wa- 
jihem gödi min hal ddulet 
wa-dmür heh: ,zemi mahlet 
ibeyt warh'. dmür heh ddu- 
let : ,hdstou'. jihem godi. 

12. T6 niikä hal härmet 
di sadigeh, hirüj lis. dmür 



Sohn meines Freundes ist, (darf) 
er nicht kurz sein, und ich will 
ihn jetzt vervollständigen. Es 
hat mein Freund schon zu mir 
gesagt: Wenn meine Frau nach 
mir mit Kindern (schwanger) 
ist, vervollständige sie. Ich sagte 
zu ihm: Gut. Und er vervoll- 
ständigte sie. Und jetzt, wenn 
sie nicht der Kadi vervollstän- 
digt hätte, wäre mein Sohn kurz'. 

9. Er sagte zu ihr: ,Gut'. Ihr 
Mann sandte nach dem Kadi. 
Er sagte zu ihm, er solle jetzt 
kommen. Es sagte: ,Gut', der 
Kadi (dachte sich) : , Warum 
sendet er nach mir'? Es kam 
zu ihm der Kadi. Wie er zu ihm 
gekommen war, sagte er zu ihm: 
, Warum sendest du nach mir'? 
Er sagte zu ihm : ,Der Sultan 
sendet nach uns, nach mir und 
dir'. Er sagte zu ihm: ,Gut'. 

10. Sie gingen miteinander. 
Als sie zum Sultan gelangt waren, 
sagten sie zu ihm: , Warum sen- 
dest du nach uns'? Er sagte: 
,Ich hörte, sie sagten zu mir: 
Der Kadi hat sich gegen die 
Frau seines Freundes gekehrt, 
und jetzt will er, daß ich ihn 
töte, er wähle und (d. h. oder er 
will mir bezahlen, er wähle) 
zweitausend. Wenn er mir zwei- 
tausend bezahlt hat, werde ich 
ihn nicht töten'. 

1 1 . Der Kadi sagte : ,Gut, 
icli werde dir zweitausend be- 
zahlen'. Und es ging der Kadi 
vom Sultan fort und er sagte 
zu ihm: ,Gib mir eine Frist von 
sieben Monaten*. Es sagte zu 
ihm der Sultan: ,Gut'. Es ging 
der Kadi fort. 

12. Als er zu der Frau seines 
Freundes kam, redete er mit 
ihr. Er sagte zu ihr: ,Der Sul- 



wa-delhtnah wa-ldu md tdm- 
mam 'aleyhim al-gädi, hü wa- 
ledi gäsir'. 



9. Gdlahä: ,z$n l . zöjha 
rasdl lä-ind al-gädi. gäluh, 5 
delhinah yiji. gäluh: ,zön'. 
gäl el-gädi: ,waräh yersil 
'alt'? ja lä-induh al-gädi. 
yöm ja lä-induh, gäluh: ,dä- 
toaräk tSrsil 'ali'f gäluh: ,ad- io 
dölah yersil 'aleyna, anä wa- 
dnta'. gäluh : ,z&n l . 

10. Säru mdrrah. hattd 
toaslü c ind ad- dölah, gälü 
luh: ,dä-waräk tersiValeyna'? 15 
gäluh: ,anä sime't : al-gädi 
radd c alä hörntet sadiguh, 
wa-delhina bagdyt agtüluh, 
yatahdyyar, iva-bagä yedfa 
alfön, yethdyyar. in dafd c li o 
alfen, md bä-agtüluh'. 



11. Gädi gäl : ,zen, bä-adfd c 
lek alfin'. wa-sär al-gädi 
min c ind ad-dölah. gäluh: 
,'dtina muhiah sdb'ah dshur 1 . 25 
gäluh ad-dölah: ,z&n.' sär 
al-gädi. 

12. Hdtta ja lä-ind här- 
met sadiguh, tekdllam maahä. 



1 Lies: &mur. - Eigentlich: ,er will mich' und dann: ,er will, daß ich'. 



88 



I. Prosatexte. 



34. Der Mann mit dem Affen. 



Ms: döulet dmür hini: dä- 
wukö rdddek la-harmet di sa- 
digak? amerk heh: ajebk Ms 
toa-tamemk la-hibres, has 
."> Mbek jihem min tireh. wa- 
läzeröme dmür hini: lak ha- 
söret dlfi §irü l . 



13. Amirot heh: ,hastöu'. 
dmür Ms: hardna ivazemk 
io teh mahlet ibeyt warh wa- 
läzeröme am nekdk bihem lä, 
dmür hini: latgdnk, het ica- 
se'. amiröt heh : ,hak dlfi 
Sirü'. 

15 14. Dibed dlfi iru wa-ji- 
Mm la-häl döulet. wizmeli 
dlfi sru wa-dmür heh: ,höm 
mink tirbat ; rdbf-i ho toa- 
hibinye 1 . ribeeh ddidet he wa- 

20 hifnnhe, he ua-harmet, it-te 
la-zelim mine diniye. wa- 
gazdut. 

abüd her uU, 3. März 1902.) 



tan sagte zu mir: Warum hast 
du dich gegen die Frau deines 
Freundes gekehrt? Ich sagte zu 
ihm: Ich liebte sie und vervoll- 
ständigte ihren Sohn, da sein 
Vater von ihm (vor der Voll- 
endung der Befruchtung) fort- 
gegangen war. Und jetzt sagte 
er zu mir: Auf dir (liegt als 
Pflicht zu bezahlen) einen Braut- 
preis von zweitausend'. 

13. Sie sagte zu ihm : ,Gut'. 
Er sagte zu ihr: ,Nun habe ich 
ihm eine Frist von sieben Mo- 
naten gegeben, und jetzt, wenn 
ich nicht mit ihnen (den 2000) 
komme , sagte er : ich werde 
dich töten, dich und sie'. Sie 
sagte zu ihm: ,Nimm die zwei- 
tausend'. 

14. Er nahm die zweitausend 
und ging fort zum Sultan. Er 
gab ihm die zweitausend und 
er sagte zu ihm: ,Ich will von 
dir eine Schutzgewähr; gewähre 
mir Schutz, mir und meinen Kin- 
dern'. Es gewährte ihm Schutz 
der Sultan, ihm und seinen Kin- 
dern, ihm und der Frau, bis 
daß sie abgingen vom Diesseits. 
Und es ist zu Ende. 



gdlahä: ,ad-dölah gäli: dä- 
kef raddet c dlä härmet sa- 
digek? gutta luh: habbetha 
wa-tdmmet c dla toa-ledhä, 
yöm abüh sdr min föguh. 
ua-delMn gäli: l alek alfen'. 



13. Gälet luh: ,zin l . gdlahä: 
"ateytuh muhiah säb'ah dshur 
ica-delMnah gäli: in lä jibt 
be-hiim, bä-agtÜak, änta wä- 
hl 1 , gälet luh: ,hak alfen'-. 



14. Hadd alfen wa-sdr lä- 
c ind ad-dölah. 'atäh alfen 
wa-gäl luh : ,bagdyt minnak 
terba'ah; rabbCna and wa- 
'iyäli'. rdbbduh ad-döleh hü 
wa-Hydluh wa~l-hörmah, hattd 
yezidün min ad-dunya. hdg- 
sat. 

(5. März 1902.) 



34. 



Mehr 



1. Amur: nükä gayj wa- 
seh minjeh. wat gasrdwwan, 

25 y e b r yeh birek rihbet. yend- 
ka'em lidbü la-hineh, ydmrem 
luh: ,tahöm söm minjehk'? 
dmür hihem: ,lä'. amörim 
heh: ,hardna, nehdrnk 1 te- 

30 nd/äj seh 1 , dmür hihem: Jias- 
h'iiiK wa-nhäj seh kal Uylat 
nehdli bit. 



(69) Der Mann mit dem Affen 

Deutsch. 

1. Er sagte: Es kam ein 



Mann und mit ihm war ein Affe. 
Am Spätnachmittage ließ er ihn 
in die Stadt hinausgehen. Es 
kamen die Leute zu ihm, sag- 
ten zu ihm: , Willst du deinen 



IJadrami. 

l. Gäl: ja rijjdl. ma'uh 
rubbäh. yöm el-'dsr, yahär- 
rijuh wasdt al-biläd. yejün 
an-nds lä-induh. yegülün 
luh: ,bagdyt tebi rubbähak' ? 



Affen verkaufen'? Er sagte zu gäl lahiim: Ja', galü luh: 
ihnen: ,Nein'. Sie sagten zu ,delh/u bagayndk tal'üb 
ihm: ,Nun. wir wollen, daß du ,„„<„-/,.. (/ , ;/ l ahdllt: -C , V . ,ra- 
mit ihm spielst'. Kr sagte zu 
ihnen: , Gut'. Und er spielte mit 
ihm jede Nacht unter dem Hause. 



Vib ma'uh kul lelah taht bit. 



1 .Wir wollen dich', dann ,wir wollen, daß du' (MÖLLEE . 



34. Der Mann mit dem Affen. 



I. Prosatexte. 



89 



2. Te leylat tayt, widcV 
beh däulet. hasob leh. dmür 
heh : ,hdmk tinkd-i'. dmür 
heh : ,ho inhöne Id ; gayr am 
tehöm tahdffig-i hibretk, in- 
kone'. dmür heh ddulet: 
Jmstöu, muhäffige tük hi- 
briti'. 



3. Nükä la-hdl ddulet. has 
nüka la-hdl ddulet, dmür heh: 
,sük Msen tagddleh'f dmür 
heh: ,si minjeh'. dmür heh: 
,hom la-gldgeh'. dmür heh : 
Jiastou, am tehdm-i 1 la-hdg- 
ligeh tük, hdhrij hini hibritk, 
hörn la-gldgs'. dmür heh: 
,hastou, am thdmk tagligs. 
musdhbire tesK dmür heh : 
Jiastou 1 - . 

4. Sahbür hibreth. dmür 
Ms: ,gayj yehom la-gldgis'. 
amirot heh : ,hastöu. wat bi- 
hilli la-dwdh-i'. 2 dmür heh 
hibis: ,amüone hük iie ( (so). 
dyrael heh ise. has bi-hilli, 
dnwö 3 gayj. 

5. Has berh? gabrith gaj- 
nöt, hibrit de ddulet: ami- 
röt heh: ,de tagdöl heSen 1 -? 
dmür Ms: .ajdöl höjet'. ami- 
rot heh: ,hom la-g/dgis l . dmür 
Ms : Jiastöu, am thim ta- 
gldgs, tardh-i le-sükf hirris 
bi-hilli 1 '. amirot heh: Jiastou 1 . 



2. In einer Nacht erfuhr von 
ihm der Sultan. Er sandte um 
ihn. Er sagte zu ihm: ,Ich will, 
daß du zu mir kommst'. Er 
sagte zu ihm: ,Ich werde nicht 
kommen ; außer wenn du mir 
deine Tochter verheiraten willst, 
werde ich kommen'. Es sagte 
zu ihm der Sultan: ,Gut, ich 
werde dir meine Tochter ver- 
heiraten'. 

3. Er kam zum Sultan. Wie 
er zum Sultan gekommen wai-, 
sagte er zu ihm : ,Was trägst 
du mit dir' '? Er sagte zu ihm : 
.Mit mir ist ein Affe'. Er sagte 
zu ihm : ,Ich will ihn sehen'. 
Er sagte zu ihm: ,Gut, wenn 
du willst, daß ich dir ihn zeige, 
laß deine Tochter zu mir heraus- 
gehen, ich will sie sehen'. Er 
sagte zu ihm: ,Gut, wenn du 
sie sehen willst, werde ich sie 
fragen'. Er sagte zu ihm: ,Gut'. 

4. Er fragte seine Tochter. 
Er sagte zu ihr: ,Ein Mann 
will dich sehen'. Sie sagte zu 
ihm: ,Gut. Sobald es bei Nacht 
ist, soll er zu mir kommen (des 
Nachts)'. Es sagte zu ihm ihr 
Vater: ,Ich werde dir das Nacht- 
essen machen'. Er machte ihm 
das Nachtessen. Wie es bei 
Nacht war, ging der Mann. 

5. Wie er schon da war, trat 
ihm das Mädchen, die Tochter 
des Sultans, entgegen. Sie sagte 
zu ihm: ,Was trägst du da'? 
Er sagte zu ihr: ,Ich trage ein 
Ding'. Sie sagte zu ihm: ,Ich 
will es sehen'. Er sagte zu ihr: 
,Gut, wenn du es sehen willst, 
laß mich bei dir bei Nacht 
schlafen'. Sie sagte zu ihm: 
.Gut'. 



2.Hdtta lelah wdhdah, dura 
buh ad-dolah. warn 'alih. gä- 
Inh: ,bagdytek tiji lä-indi 1 . 
gäluh: ,dnä mä bä-jt ld; gayr 
in bageyt ta'tina bittek, bd-ji'. 5 
gdluh ad-dolah: ,zen, bä- 
zauwwijak bitti 1 . 



3. Jd lä-ind ad-dolah. yom 
ja lä-ind ad-dolah, gdluh : 
,ma'dk ays hdmiluh'? gd- 10 
luh: ,mdiya rubbdh 1 . gdluh: 
,bagdyt (a)süfuh'. gdluh: ,zen, 

in bagdytana ('u)rauicwik 
iyydh, rauwivand bittek, ba- 
gdyt asüfha 1 . gdluh: ,zen, in 15 
bagdtak tasüfhä, bä-thabbdr- 
hä\ gdluh: ,zen'. 

4. Tahdbbar bittuh. gäla- 
hä: ,rijjdl bä-yasüf-is'. gd- 
let luh: ,z£n. ild b bil-lel yd- 20 
duw-r. 6 gdluh abüha: ,bähggl 
lak 'asd'. laggd luh 'as~d. 
yom bil-l&l dauicd er-rijdl. 



5. Yom kud-uh, c äraddtuh 
bit ad-dolah. gälet luh: ,dd 25 
ti'ihmil ays'? gdla-hä: ,hdmiP 
hdjah\ gälet luh : ,bagdyt 
asüfhä'. gälahä: ,ztn, in ba- 
gdyti tesüflnaha, hallina näm 
'indis bil-lel . galdtluh: ,zen l . so 



1 ,Wenn du mich willst', dann ,wenn du willst, daß ich', vgl. IJadr.: in bagäyt-ana (Müller). s Wohl richtig: 

ia-dwä-i, da das h nicht wurzelhat't ist (Müller). 3 Ms. duwoh (Müller). * Substantivum verbale. 5 Gleich \}l 

(Rhod.). 6 Verbalsuffix i für im wie im Mehri (Müller). "• Ergänze äna (Müller). 

W. Hein, Mehri-Texte 12 



90 



I. Prosatexte. 



34. Der Murin mit dem Affen. 



6. Has bi-hüü. duwö 1 le- 6. Wie es bei Nacht war, 

hnls. has duwö 1 U-hnis, dmür g' m 8 er zu ihl - Wie er zu ihr 

Ms: ,gazäm mezbih'. amirot P*«>g«n war, sagte er zu ihr: 

, , r , ,, , v TA1 _. ■ , .lösche die Lampe aus'. Sie 

heh: Jezadk (so) hibi mm la- . ., , , I , 

' • sagte zu ihm: , Ich furchte meinen 

5 da'« 6?'. rfffl«r; ,wukö Mbis VateFj daß er von mir erfährf 

yewäda' bU? mahäglige täh Er sagte: , Warum erfährt dein 



Aö;'e£ /rf. .^cm/?' loa-gazdms 
mizbeh as&. 



7. Gazmdt mizbeh. has 
10 gazmdt mizbeh, dmür Ms: 

däzerome ho hibserk e ld, 
am thim-i le-hdgligis höjet\ 

8. Te ke-s-sobeh, amirot heh: 
,höm la-glegs läzerome 1 . dmür 

15 Ms: ,hastöu'. herjis Ms. sign 
minjeh. dmür Ms: ,da heseu 



Vater von dir? Ich werde dir 
das Ding nicht zeigen, außer 
du verlöschst die Lampe viel- 
leicht'. 

7. Sie verlöschte die Lampe. 
Wie sie die Lampe verlöscht 
hatte, sagte er zu ihr: ,Jetzt 
sehe ich nicht, wenn du willst, 
daß ich dir die Sache zeige'. 

8. Als es am Morgen war, 
sagte sie zu ihm: ,Ich will es 
jetzt sehen'. Er sagte zu ihr: 
,Gut'. Er ließ ihr es heraus- 
kommen. Es schrie der Affe. 



hinisyesgdug'f amirot: ,him Er sagte zu ihr . Wag ^^J 
s) ld 1 . dmur : ,hardna, ho fe- 
zciak min la-siikf be-ga l . 



bei dir'? Sie sagte: ,Bei mir 
ist nichts'. Er sagte: ,Nun, ich 
fürchte mich auf der Erde zu 
schlafen'. 

9. Sie sagte zu ihm : .Nun, 
steige herauf zu mir auf die 
Liegebank'. Er sagte zu ihr: 
,Gut'. Es schrie das andre Mal 
der Affe. Er sagte zu ihr: .Ich 



20 9. Amirot heh: ,hardna, 

hdfra hini tar henduV. dmür 

Ms: ,hast6u'. sigg jös gäher 

mfnjeh. dmür Ms: ,ho fd- 

za'afc. amirot heh: ,läzer6me fechte" ^^"si^agt 
25 an feza'k, keb birek halegi\ ,j e tzt, wenn du dich fürchtest, 

dmür Ms: ,hdstou i . komme herein in mein Gewand'. 

Er sagte zu ihr : .Gut'. 
10. Sigg minjeh. dmür Ms: io. Es schrie der Affe. Er 

,ho Idzeröme le-sükf hb l f sa £ te zu i,ir: »Wo soll ich jetzt 

amirot heh: ,am thdm tsebb schlafen<? ^ s *gte zu ihm: 



30 wa-illa musägite la-hibi'. 



, Willst du Ruhe geben, sonst 



werde ich nach meinem Vater 
dmür Ms : ,am thim-i le-sdbb, 8chreien .. Er sagte zu ihr: ,Weim 
gdb-i le-sör sis 1 . amirot heh: du willst, daß ich Ruhe gebe, 
Jiastou'. laß mich mit dir verkehren'. Sie 

sagte zu ihm: ,ihn'. 
ii. Siytir Sts. has siyürsls, n. Er bescblief sie. Wie er 
söbeh, dmür le-hibis: sie beschlafen hatte, wie es am 

1 t/h.duwSh (Müller). - So Ms. 3 f \j\ Gl 



6. Yöm bil-lel, dauä lä- 
'indahä. yom daivd lä-inda- 
ha, gälahä: ,dtfi as-sirdj\ 
gäldt luh: ,/azd't abüy yedrd 
bi'. gdlahä: ,däke abüs yedrä 
bis? mä-nd murauwwis al- 
hfijch, gayr ica-taffet assirdy. 



7. (Tafet as-siräj.) Yom 
tafet as-sirdj. galahä: ,anä 
delhin md suft e ld, in ba- 
getina* rauicwU al-hdjeM. 

8. Yom as-säbh, gälet luh : 
.bagdyt asüf el-häjclv. gdla- 
hä: ,zen'. harrejha la-hd. 
sdyyah er-rdbh. gdlahä: ,dd 
ays %ndis yasily f gälet luh : 
.md si 'indi'. gälahä: ,dnä 
delhin fizä't md ndm fil-gä''. 



9. Gälet luh : ,taW indi 
fög el-hendül'. gdlahä: ,zinK 
säyyeh mdrrah tdni er-ru- 
bdh. gdlahä: .dnä fizd'f. 
gälet luh: ,dalMneh in fizd't, 
(luMd wasät tobi'. gdlahä: 
,zfot. 

10. Sdyyah ar-rubbdh. gd- 
lahä: ,delhina/i <n><i />i)m s 
fin'f ,in bagdyt tan dm wa- 
Ülä bätdrrib 'ald abüy'. gd- 
lahä: ,in bagat/tina- andm, 
hallhia asir ma'iy. gäUt luh : 
,zin l . 

11- Sdr mä'aha. yöm sdr 
maaha. yöm as-siibh, gdl la- 



35. Die zwei Waisen. 



I. Prosatexte. 



91 



,kusk asker bi-hilli, yindgjem 1 
bi-hibritk'. hasob la- asker. 
dmür hihem: ,tem yelloh ne- 
hdjkem bi-hibritfr. amürim 
heh: ,lä, nhd nehäjim bi-hi- 
britk e lä\ 



12. ämür hihem: ,ahtiye- 
rim, thbnem ti le-ltdgkem, 
misnö-kem, wa-tMm tahrejem 
li bi-sädg, ahtiyerim 1 . gasdut. 

(abüd her Mi, 4. März 1902.) 



Morgen war, sagte er zu ihrem 
Vater : Ich fand Soldaten bei 
Nacht, sie spielten mit deiner 
Tochter'. Er sandte um die Sol- 
daten. Er sagte zu ihnen: ,Ihr 
habt diese Nacht mit meiner 
Tochter gespielt'. Sie sagten zu 
ihm : ,Nein, wir haben nicht mit 
deiner Tochter gespielt'. 

12. Er sagte zu ihnen: , Wäh- 
let, wollt ihr, daß ich euch töte, 
eure Meinung, oder wollt ihr 
mir die Wahrheit reden, wählet'. 
Es ist aus. 



biVia : Jiassdlt al-dskar fil- 
W, yel'abün bi-bittek'. wdssä 
lel-äsker. gäl lahum: ,dntum 
al-bärih laibtu bi-bitti\ galü 
luh: ,lä, nihd md Idibna bi- 5 
bittet. 



12. Gäl lahum: ,in bagay- 
tüna agtül-kum, tahäyyaru, 
wa-in lä bagaytüna la agtül- 
kum, takällamu bis-sidg i . in- 10 
gasdt. 

(5. März 1902.) 



Mehri. 

1. Amur: däd, 2 sih hubün- 
he sirii. mgore hehar möt wa- 
härüs bi-hämthem täd gäher, 
wa-mgöre galligen sihem se 
Id. bdad hibhem sihem dijojit, 
tebyüd he-hem mdshaz, mds- 
haz. wa-galliy&n ydtelimem 
wa-hehar wa-ajüz yekünem 
be-bet hibhem mujanbet. 

2. Te nehud dit, s hehar sa- 
hdt dijöjet we-garyis. dmür 
hojrit: ,icat galliyen gahdy- 
bem, gariyis mi?ihem i . gahdy- 
bem galligen min al almät. 
dmür höjrit : ,thalig hesen'? 
amirot: ,di hälog tiivi di 
hibek 1 . amirot : ,tiwi de di- 
jöjet 1 . dmür: ,hom la-gldgh'. 

Tanüjuf heh. 



35. (to) Die zwei Waisen. 

Deutsch. 

1. Er sagte: Es war einer, 
mit ihm waren seine zwei Kin- 
der. Dann starb der Alte und 
es heiratete ihre Mutter ein an- 
derer, und dann hatten die Klei- 
nen nichts. Nach ihrem Vater 
hatten sie eine Henne, sie legte 
ihnen je ein Goldstück. Und die 
Kleinen lernten und der Alte 
und die Alte waren im benach- 
barten Hause ihres Vaters. 

2. Eines Tages schlachtete der 
Alte die Henne und versteckte 
sie. Er sagte zur Sklavin : , So- 
bald die Kleinen kommen, ver- 
stecke sie vor ihnen'. Es kamen 
die Kleinen aus der Schule. Er 
(einer von ihnen) sagte zur Skla- 
vin: ,Was kochst du'? Sie sagte: 
,Ich koche das Fleisch deines 
Vaters'. Sie sagte: , Das Fleisch 
der Henne'. 4 Er sagte: ,Ich will 
es sehen'. Sie stürzte es ihm um. 



Hadrami. 

1. Gäl: wähid, mdih c iyäl 
tneyn. ba'd as-seybah mät 
ua-ärras bi-ümmuhum wähid 
täni wa-bdd as-sugayirin mä 15 
md'ahum si. min bdd abü- 
hum mdahum dijäjah, tebid 
lahum kull yöm mdshas. wa- 
s-sugayarin yefalamün wa- 
s-seybah wa-l-ajüz yekünu fi 20 
heyt abühum at-tdni. 

2. Hattd yöm icähid, as- 
s~$bah dabdh ad-dijdjah ica- 
habbäha. gäl lil-järiye: ,ild 
jdu as-sügayirin, habbiha 25 
minnahum'. jdu as-sugayirin 
min c ind el-ülmah. gäl lil- 
järiya: ,%lgi lahum'? gälet 
Iah: ,d'lig lähm abük 1 . gälet 
luh: ,dlig lahm ad-dijäjah'. 30 
gälu lahä: fiä-nsüfha'. kab- 
betuh. 



1 Lies: yinähjem. 2 Für täd (Müller). 3 Für nehOrt tayt (Müller). 4 D. h. das Fleisch, das jetzt deinem 

Vater gehört, aber von der Henne herrührt (Müller). 6 Man würde erwarten 'ei und t'ilgl (Müller). 

12* 



92 



I. Prosatexte. 



35. Die zwei Waisen. 



3. Mdeni Mhar di gulüb 
hiroh de dijöjit we-gdlb. 
gajjen sirüt hiröh de dijbjet 
ica-teräuh bdgi de tiwi we- 

s wuzüm gah galb iva-tuwyeh 
wa-nfüSem l-al almet. 

4. Te wdthfem, ksiyem ha- 
mehem wa-mdsyem bis. amtir: 1 
,hämi, hibi ber sahdt lin di- 

10 jSjten. tca-het hdhhal minin, 
nhd lad hin mnteh lä ica-läd 
hin mahdllet lä, wa-nhd ke- 
s-söbeh muhgarräye, vsa-het 
hdhhal minin', amirot: ,tem 

15 bi-hdlt. 

b.Wa-gdfyem. te ber-hem 2 
mekön , higzdymem. mgöre 
■mfüSem? te mekön, hätimem, 
ti zübehen. as ke-s-sobeh, hi- 
20 yüm sirgdus (sirgdut) le-hem 
wa-zdlliyem föjer »ra-giriyem 
sd'ten. 



&.Wa-ds beri-hem bekiyem, 
dmür di ieh, dmür .- ,he gan- 
25 nun, wukö tibdyk'f dmür: 
Jiähhal mini, wa-gabrüS-en 
tthi Jidrmi tirit; tit hei jire 
bis wa-tit hu jiryöne bis', 
adülem kal täd bi-tit. 

30 7. Täd dduya, wa-täd ji- 
him, te birek rihbet tit. ksu 
härmt"/ na-hibrits wa-thölül 



3. Sieh da, der Alte hatte den 
Kopf der Henne und das Herz 
hineingesteckt. Der Knabe ver- 
schluckte den Kopf der Henne 
und ließ das übrige Fleisch und 
gab seinem Bruder das Herz und 
er aß es und sie gingen (am Früh- 
nachmittag) in die Schule. 

4. Als sie (am Spätnachmittag) 
kamen, fanden sie ihre Mutter 
und küßten sie. Er (einer von 
ihnen) sagte : .Meine Mutter, 
mein Vater hat uns schon un- 
sere Henne geschlachtet. Und du 
gib uns frei, nicht mehr ist uns 
eine Heimat und nicht mehr int 
uns eine Wohnstätte, und wir 
werden am Morgen fortgehen, 
und du gib uns frei'. Sie sagte: 
,Ihr seid frei' - . 

5. Und sie wandten sich. 4 Als 
sie an einem Orte waren, hiel- 
ten sie Mittagrast. Dann gingen 
sie am Frühnachmittag. Als sie 
an einem Orte waren, verbrach- 
ten sie die Nacht, bis sie am 
Morgen waren. Wie es am Mor- 
gen war, ging die Sonne über 
ihnen auf und sie beteten das 
Frühgebet und sie lasen (den 
Koran) 8 eine Weile. 

6. Und wie sie schon weinten, 
sagte der Ältere, er sagte : ,0 
Kleiner, warum weinst du'? Er 
sagte: ,Gib mich frei, und es 
sind uns zwei Wege bejresnet; 
auf einen stoße du und auf einen 
werde ich stoßen'. Sie bogen 
ab, jeder auf einem. 



7. Einer ging verloren und 
einer ging fort, bis er in einer 
Stallt war. Er fand eine Frau 
und ihre Tochter und verblieb 



3. Ader as-s~6bah galeb 6 
ras ad-dijäjah. wa-hdd al- 
icided wa-sardtha 1 ras ad- 
dijäjah wa-hdllä bägi al- 
lähm %ca-atä hüh el-gelb wo- 
kaläha iva-rduicuahü laind 
al-'ulmah. 

4. Hattd jdu, hässalü üm- 
mahum ica-sammüha. gäl 
laJia: ,ümmi, abüna kud da- 
bdh ad-dijäjah. wa-inti hilli 
min nihä\ gäUt luh: ,z&n 
bi-l-lel'.* 



5. Särü. hattd küduhum 
makän, ddllü. wa-bd'd rduw- 
icahu. hattd makän, bdyyatn 
hattd as-subh. yöm as-sübh, 
as-sams sergat Idhum wa- 
sdllu mdrrah ica-särü 9 sä'a. 



6. Yöm kud-hnm bakän. 
gäl al-kebir, gäluh: ,as-sugd- 
yir, waräk täbkv? gäluh: 
,hiü minni, bä-ya'äridu nihä 
tinten tnriig; wahdah dntah 
murr fiha ira-nä wdhdah 
bä-miirr fiha'. mdrrau kull 
wäkid ji wdhdah. 

". Wdhid dairä, wa-wähid 
sdr, hattd fil-biläd wdhdah. 
hdssal hörmah wa-bütahä, 



1 Einer im Namen beider. 2 Für nfüiem (Möller). 3 Substantivuni verbale (MCllerV 4 ,Und sie gingen 
irt' (MÜLLKr). I.lai.lr. ,und sie gingen' (MÜLLER ' Vielleicht ist gal/> WO- nach ()ah'l> ausgefallen (Mi i.i.kr). Das 



Fem. Suffix ha ist auffallend (Möller). 
il»s Mcliri (Müller). 



* Scheint verhört für Um bi-hall (MÜLLEr). 



.Sie gingen' statt ,sie lasen' 



35. Die zwei Waisen. 



I. Prosatexte. 



93 



hinisen wa-hagzdum hinisen. 
mgore härüs bi-hibrits wä- 
hl Ijr '6 bis äds. 

8. Mgore amirot hämes: 
.gayj yahzöbih, anhdl heh gdyj 
mdshaz kil yöm kil yöm 1 . ami- 
rot: ,tehdilü 11 lä'. amirot: 
däzeröme hadeldlk tes'. ami- 
rot : ,hu agüdir leh. amlite 
heh samm 1 . 

9. Wa- mgore loazmet teh 
ica-sidahiyls lä wa-tdb, te 
gduye, wa-ds gduye, hurüj 
hirüh di dijojet min birek 
hdfleh. härmet, hameth, sei- 
lulh 1 minh ica-tgtilbeh birek 
haggät we-te'dlgen teh bi-rif- 
gät. 

10. Wa-gdyj tcigd be-ser, 
wa-mgöre bäli nüdi leh bi- 
dfyet wa-mgöre wigd bi-hdy'r. 
wa-hurüj he-mesjid wa-zöli. 
wa-mgöre hurüj tad 2 dekkit 
di-mesjtd wa-t-tömi la-gäji 
sirö di yeherijem. dmür : ,ie- 
grit 3 tirit siri rihbet, tagt di 
minfd't wa-tit da dayrüryit: . 

11. Wa-grdur min haldkme 
l-al sljer, ksu bi-sen harf, tit 
di baglät wa-tit afiröt. wa- 
higrdur min haldkme, te he- 
bet, wuküb birek bet. ksu hi- 
rim-he, tit hamith wa-tit 
harmeth. hintäub hi-sen türi 
tirü. 



bei ihnen und hielt Mittagrast 
bei ihnen. Dann heiratete er ihre 
Tochter und hielt mit ihr Hoch- 
zeit. 

8. Dann sagte ihre Mutter: 
,Der Mann ist am Morgen unten, 
er scheißt ein Goldstück jeden 
Tag, jeden Tag'. 4 Sie sagte : ,Du 
sagtest mir nichts (Warum sag- 
test du es nicht?)'. Sie sagte: 
, Jetzt habe ich dir es gesagt'. Sie 
sagte : ,Ich werde ihm beikom- 
men, werde ihm Gift machen'. 

9. Und dann gab sie es ihm 
und er bemerkte sie nicht und 
es wurde ihm übel, bis er spie, 
und wie er gespieen hatte, kam 
der Kopf der Henne aus seinem 
Bauch heraus. Die Frau, seine 
Schwiegermutter, nahm ihn von 
ihm und steckte ihn in eine 
Büchse und hängte ihn an einen 
Nagel. 

10. Und der Mann wurde un- 
wohl und dann verlieh ihm Gott 
Gesundheit und dann wurde er 
gesund. Und er ging hinaus in 
die Moschee und betete. Und 
dann ging er heraus auf die Bank 
der Moschee und hörte zwei Män- 
nern zu, die redeten. Er sagte: 
,Zwei Bäume sind hinter der 
Stadt, einer des Nutzens und 
einer des Schadens'. 

11. Und er ging von dort zu 
den Bäumen, er fand auf ihnen 
Früchte, einen mit Baglah (= 
Datteln) und einen rot. Und er 
ging von dort, bis zum Haus. 
Er trat in das Haus ein, er fand 
seine Frauen, eine war seine 
Schwiegermutter und eine seine 
Frau. Er ließ ihnen zwei Frucht- 
stücke fallen. 



jeles 'indahum wa-ddlla Hn- 
dahä. wa-bcid 'drras bi-bit- 
tahä wa-mdrr bahä al-\irus. 

8. Ba'd gälet ümmaha: ,ar- 
rijäl yesbih tdhtuh mdshas 5 
kull yöm kullyöm'. gälet luh: 
,waräk md tahki li'f gälet 
lahä: ,delhinah bä-ahki li-s'. 
gälet: ,ani agder luh. bä- 
leggi luh as-sdmm. 10 

9. Wa-bd'd bä-'atih iyyäh 
wa-lä yedrä bi'. wa-kaläh 
wa-gaddfuh, wa-yöm kalä-h, 5 
hdraj ras ad-dijäjah min 
wasdt suicäh. hörmah, sih- 15 
rdtuh, salletuh minnuh wa- 
tarhdtuh wasdt gas ah ica- 
'allagetuh bi-r-rüfgah. 

10. Wa-r-rijäl wagcu be- 
sdr, wa-ba'd robb al-alamin 20 
nädä luh bil-äfiyah wa-bd c d 
wagd c bi-hdyr. wa-harej lel- 
mesjid wa-sdllä. wa-bd'd harej 
fög ad-dikkah hag al-mesjid 
xca-tsdmmd 'ald rijjälen yah- 25 
dun. gälü: ,segerten gafd 
H-biläd, wdhdah lil-mdnfdah 
wa-wdhdaJi lid-darürd' . 

11. Wa-sär min hinäk lä- 
c ind as-sijär, hässal fi-hinna 30 
harif, ivdhdah beglah wa- 
icähdah hämra. wa-sär min 
hinäk, hdtta H-bet. wa-dahdl 
ica-sdkk al-bet, hdssal harim, 
wdhdah sihretuh ioa-iodhdah 35 
hormetuh. saggdt le-hen bis- 
ratin. 



1 Vür Seilülh (Müller). 2 Für tat- (Müller). * Für tejtiti (Müller). 4 Übersetze: ,der Mann, unter ihm ist des 
Morgens, (unter) ihm, dem Manne, ein Goldstück jeden Tag (Müller). ä Der Text weicht stark vom Mehri ab (Müller). 



94 



I. Prosatexte. 



36. Jungfrau Mond. 



12. Wa - tuwitehem. dmur 
lieh: ,dä min ho beserliyöme i ? 
wa-üs e bi-sen min gon gon 
te-s-sagf. ämür: ,hüz e minin 1 . 

5 ämür: ,in thvmen le-hüz min- 
ken, zemen ti dih cli bi-rif- 
gät>. 

13. Amirot: ,antaicel ha- 
ndfk ice-hüz minin 1 , yuwezm- 

10 sen türi tiro li-menfä't ica- 
süzüm minsen we-shati-sen. 
wa-gazäut. 

(äli her we, 5. und 6. März 1902.) 



12. Und sie aßen sie. Sie sag- 
ten zu ihm : ,Woher sind diese 
Bisr (= Datteln)'? Und es er- 
hob sich auf ihnen je ein Hörn 
bis zur Decke. Sie sagten: ,Nimm 
es von uns'. Er sagte: ,Wenn 
ihr wollt, daß ich es von euch 
nehme, gebt mir dies auf dem 
Nagel'. 

13. Sie sagte: , Lange selbst 
darnach und nimm es von uns'. 
Er gab ihnen zwei Fruchtstücke 
des Nutzens und ließ sie fort- 
gehen von ihnen und schlach- 
tete sie. Und es ist aus. 



12. Wa-kalänhen. gälü luh: 
,dä minin 1 al-bisr dölah'f 
bagü fl-hinna min garn garn 
hdtta as-sdgf. gälet luh: Jiar- 
rrjhen mi-nhä'. gäl-hinna: 
,i}i bagaytena harrijhum min- 
naken, a'teynali fi-r-rüfgah'. 

13. Gälet luh: ,hüduh en- 
nefsak wa-härrij mi-nhä\ 
'atd-Mnna al-basrat&n lil- 
mänfaah ica-hdrraj minna- 
hinna wa-dabdhhen. wa-an- 
gazdt. 

(6. und 8. März 1902.) 



Mehri. 

l. Amur: täd, sih harm&t 
iva-sis gajinöt, hemmis We- 
15 rit. 2 hirnd bis ddulet. sesial* 
min rahbeth. te nükä la-hdl 
hibis, ämür heh: ,höm la- 
hddis hinük, himdk bi-hib- 
ritk, hämmis Werit'. 



36. (72) Jungfrau Mond. 

Deutsch. 

1. Er sagte: Es war einer, 
mit ihm war eine Frau und mit 
ihr war ein Mädchen, ihr Name 
war Mond. Es hörte von ihr ein 
Sultan. Er machte sich auf aus 
seiner Stadt. Als er zu ihrem 



rjadrami. 

l. Gäl: ivähid, mci-äh hör- 
mah wa-mdhd bineyyah, is- 
maha Gamär. sirnd* bahä n,i- 
dolah. astäl min biläduh. 
hattä ja lä-ind abüha, gäluh : 



Vater kam, sagte er zu ihm: , Ich ,bagäyt a'drris indak, simit 
will bei dir heiraten, ich hörte bi-bittek, ismaha Gdmar 1 . 
von deiner Tochter, deren Name 
Mond ist'. 

2. Er sagte zu ihm: ,Gut, 
wenn du bei mir heiraten willst, 
fürchte ich, daß du über den 
Brautpreis nicht vermagst, ihr 
Name ist teuer'. Er sagte zu ihm: 
li; kam hasdrts 1 / ämür heh: ,Ich werde es auf mich nehmen; hasärätha'f gäluh: ,bä-tasula 5 
25 Jellone lük miyet firhin we-hu wieviel ist ihr Brautpreis'? Er 'alek miyäh mührah wa-nä 

hamsin bäkrah ica-hämes de- sa S te zu ihm: > Du wirst auf dich 

nehmen hundert Stuten und für 
mich fünfzig junge Kamelinnen' 
und für ihre Mutter ist ihre Be- 
zahlung zwanzig Seidenkleider'. 
Es sagte zu ihm der Sultan: 
,<iut, ich will, daß du mir die 
Hochzeit veranstaltest'. 



20 2. Amur heh : ,hastuu, am 
thöm thddis hini, fizdk tük 
tegödir la-hsärts e lä, häm- 
mis gdl'v. amvr heh: ^ellöne 



fats asrin tales i . ämür heh 
ddulet: ,/iastöu, hamk thijer 
hini ars'. 



2. Gäluh: ,zen, in bagayt 
tddrris c indi, fizitak mä tig- 
der 'alä hasärethä, ismaha 
galt 1 , gäluh: ,bä-sul b li; kam 



hamsin bäkrah wa-ümmaha 
dafätha 'isrhi rnasft hai ir\ 
gäluh ad-dölah: ,zin, bagäyt- 
ek tamür li az-zewäf. 






Für ^jil ^^c (Mfu.Kit). 



"'ii' ist vielleicht ursprünglicher als häril (Mülles). 



* Hein: Kühe (Mi i.ler). 5 Im Ms. steht '•■- laHla an erster und bä-Hl an zweiter Stelle (M0u.be). 



1 Für ,fe«n/ (Mixlkr). 



3 7. Jungfrau Sonne. 



I. Prosatexte. 



95 



3. Amur heh hibis: ,medi- 
yife hesen i f ämür heh: ,me- 
diyife his sekker iva-asel 1 . 
ämür heh : ,hastöu l . hijro ars. 
has min tar ars, ämür heh: 
,höm le-bär bi-harm&ti 1 . ämür 
heh: ,ho hibriti, hdmmis goli; 
ahegog lis e lä min tahrej min 
hini e . dmür: ,ho muthäwile 
hinük lä'. 



4. Ämür heh hibis: ,am hei 
muthduwile Juni (lä), binehis 
bet; fezdk lis min hiyüm ta- 
däds e lükK ämür heh: ,ha- 
stöu 1 . benu Ms bet wa-sallis 
min hat hibis. 

5. Te dawis nhäli bet, ami- 
rot heh : ,ho wakebite lä, gayr 
ica-gehdbk hini hadämiye hi- 
bes, hastöu, wakebiten 1 - . hädico 
his hadämse humü hibis. 



6. Amiröt heh: Jäzerome 
hamk sisöm 1 hini saffet di- 
dheb 1 . sisem his. amirot heh: 
,ddi hörn minddyf harir, ho 
jenbeti galyet ; ahegog lis be- 
g& ä lä, ica-ho hdmmi göli, 
had yelhägi lä gayr hit, has 
het ddidet 1 . ica-gasäut. 

(ahüd her Ali, 5. März 1902.) 



3. Es sagte zu ihm ihr Vater: 
,Was wirst du als Gastmahl 
geben'? Er sagte zu ihm: ,Ich 
werde als Gastmahl ihr Zucker 
und Honig geben'. Er sagte zu 
ihm: ,Gut'. Er veranstaltete die 
Hochzeit. Wie es nach der Hoch- 
zeit war, sagte er zu ihm: ,Ich 
will mit meiner Frau (des Nachts) 
gehen'. Er sagte zu ihm: ,Der 
Name meiner Tochter ist teuer; 
ich kann es ihr nicht auferle- 
gen, daß sie von mir hinausgeht'. 
Er sagte: ,Ich werde nicht bei 
dir verbleiben'. 

4. Es sagte zu ihm ihr Vater: 
,Wenn du (nicht) bei mir ver- 
bleiben wirst, bau' ihr ein Haus; 
ich fürchte für sie, daß die Sonne 
sie dir nimmt'. Er sagte zu ihm: 
,<Jut'. Er baute ihr ein Haus 
und nahm sie von ihrem Vater. 

5. Als er sie (abends) unter 
(hinter) das Haus brachte, sagte 
sie zu ihm: ,Ich werde nicht 
eintreten, außer du bringst mir 
meine abessynischen Diener, gut, 
(dann) werde ich eintreten'. Er 
brachte ihr (abends) ihre fünf 
abessynischen Diener. 

6. Sie sagte zu ihm: , Jetzt 
will ich, daß du mir eine goldene 
Bank kaufst'. Er kaufte sie ihr. 
Sie sagte zu ihm: ,Noch will ich 
einen seidenen Teppich, meine 
Seite ist teuer; ich kann es ihr 
nicht auferlegen, daß sie auf 
dem Boden (liegt), und mein 
Name ist teuer, keiner erlangt 
mich außer du, da du Sultan 
bist'. Und es ist aus. 



3. Gäluh abü-ha: ,bä-ta- 
ddyyif ays'? gäluh: ,bä-ddy- 
yif lahä sükkar wa-'dsal\ 
gäluh: ,zen l . marr 2 az-zewäj. 
yom min az-zewäj, gäluh: 5 
,bagäyt serri fuserri) hor- 
meti'. gäluh: ,dnä bitti, is- 
mahä gäli; mä ('ajhig 'aley- 
hä taforü'j min Hndi 1 . gäluh: 
,mä-nä jälis %ndak l . 10 



4. Gäluh abüha: ,in lä 
bagdyt tdjlis c indi, (bin lahä 
bet; fizit 'aldyhä min as- 
sems tahudhä c alek l . gäluh: 
.zenK band lahä bet iva-sälla- 15 
hä min c ind abüha. 

5. Hattd daioivähä taht 
el-bet, galet lull: ,dni mä-ni 
täli'ah, gayr wa-ßbt li ha- 
dämi hubus, zen, bä-dtla l . 20 
dawwä lahä liadämha ham- 
sdh hubüs. 

6. Gälet luli: ,delhina ba- 
gdytak testeri li sdffah d'hdb 1 . 
astarä lahä. gälet luh: ,'äd- 25 
eni bagdyt firäs harir, dni 
jdnbi gäli; mä ahig c aWi fi- 
lgä\ iüd-ni ismi gäli, mä had 
yahassil-ni gayr inta, ydum- 
ek doleh 1 . wa-dngasat. 30 

(7. März 1902.) 



Mehri. 

l. Amur: gayj, sih gajnöt, 
sis hämes, hhnmüt bi-hibrits 

1 Für tUom und ttiem (Müller). 



37. (76) Jungfrau Sonne. 

Deutsch. 

1. Er sagte: Es war ein Mann, 
mit ihm war ein Mädchen, mit 

2 Für amärr (Müller). 



IJadrami. 

1. Gäl: wähid, ma'iih bu- 
näyyah, wa-mduh ümmaha, 



96 



I. Prosatexte. 



37. Jungfrau Sonne. 



Hiyüm. rtükä la-häl hibis tö- 
jir. dtnür heh : ,thdm Söm 
(tsöm) li hibreth 1 ? dmür heh: 
,yehdul, sam4ns (esamSns)'. 
5 ('nt)ur heh: ,bi-kdm samAns 
IV f dmür heh: ,bi-hobd ba- 
gäl\ dmür heh: ,hastöu l . dmür 
heh: ,zem-i mihlet'. dmür heh: 
,hdstou i . 



io 2. Jihem le-hdl hibinhe. 
dmür hihem: ,se§mek (ses- 
mek) gajnot bi-höbd bagäl'. 
dmür heh tdd min hibinhu: 
,ho hörn la-häris bis 1 , dmür 

15 heh hibeh : Jidstou. am thöm 
thäris bis, hsdrts humüh tief 1 . 
dmür heh hibre'h: ,hastou l . 

3. Amur: ,höm le-jhöm lis 
la-häl hibis 1 . dmür heh Jii- 

20 breh: ,höm le-jhöm sük la- 
fflegs 1 -. dmür heh: ,fözd lü-k, 
am jehämk si, had IdydnkK 
dmür heh: ,wukö Idydnem 
ti 1 ? dmür heh: ,ho agälgak 

25 hayr min hebinye'. dmür heh: 
,ho afözd had Idyen-i lä, si 
hihem seher 1 . dmür heh: ,th&m 
tejhöm si, hdstou'. 



4. JiMm sih hibreh. te 
30 mekön, gabürem tehem höbd 
suweher, tfüh gajj&n. segg 
hibeh. dmür: ,hibri ho i ? ami- 
rnt heh härmet: ,am thöm 
tadfd' hini, hibrek bireh 
86 k-s-suwiher 1 . dmür Ms: ha- 



ihr war ihre Matter; sie nannte 
ihre Tochter Sonne. Es kam zu 
ihrem Vater ein reicher Mann. 
Er sagte zu ihm: , Willst du mir 
deine Tochter verkaufen'? Er 
sagte zu ihm; ,Jawohl, ich werde 
sie verkaufen'. Er sagte zu ihm: 
,Um wieviel wirst du sie mir 
verkaufen'? Er sagte zu ihm: 
,Um sieben Maultiere". Er sagte 
zu ihm: ,Gut'. Er sagte zu ihm: 
,6ib mir eine Frist'. Er sagte 
zu ihm: ,Gut'. 

2. Er ging zu seinen Söhnen. 
Er sagte zu ihnen: ,Ich habe ein 
Mädchen um sieben Maultiere 
gekauft'. Es sagte zu ihm einer 
von seinen Söhnen: ,Ich will sie 
heiraten'. Es sagte zu ihm sein 
Vater: ,Gut. Wenn du sie hei- 
raten willst, ihr Brautpreis ist 
fünftausend'. Es sagte zu ihm 
sein Sohn: ,Gut'. 

3. Er sagte: .Ich will ihret- 
wegen zu ihrem Vater gehen'. 
Es sagte zu ihm sein Sohn: ,Ich 
will mit dir gehen, daß ich sie 
sehe'. Er sagte zu ihm : ,Ich 
fürchte für dich, wenn du mit 
mir gehst, daß jemand dich ver- 
zaubert (mit dem bösen Blick)'. 
Er sagte zu ihm: , Warum (meinst 
du), daß sie mich verzaubern'? 
Er sagte zu ihm: ,Ich sehe in 
dir den besten meiner Söhne'. 
Er sagte zu ihm: ,Ich fürchte 
nicht, daß jemand mich ver- 
zaubert, mit mir ist gegen sie 
ein Zauber'. Er sagte zu ihm: 
, Willst du mit mir gehen, gut'. 

4. Es ging mit ihm sein Sohn. 
Als sie an einem Orte waren, 
begegneten ihnen sieben Zaube- 
rinnen, sie raubten den Knaben. 
Es schrie sein Vater. Er sagte: 
,Wo ist mein Sohn'? Ea sagte 
zu ihm eine Frau : .Wenn du 
mir bezahlen willst, dein Sohn 



sdmmat bi-bittahä a^-SSms. 
ja lä'ind abüha täjir. gäluh: 
,bagdyt tabi 'aley bittafc? 
gäluh: ,nd'am, bä-steriha'. 
gäluh: ,bi-kdm bä-testeriha'? 
gäluh: ,bi-sab' bagäl 1 . gäluh: 
,z$n l . gäluh: ,'dtina mühiah'. 
gäluh: ,zfoi i . 



2. Sär lä-ind abüh (1. 'iyä- 
luh). gäluh: ,astaret bundy- 
yah bi-sdb 1 bagäl'. gäluh wä- 
hid min 'iyäluh: ,anä bä- 
'drris bahä 1 . gäluh abüh : 
,zen. in bagdyt tetzduivicaj 
bahä, hasäritha hamsa aläf'. 
gäluh icaleduh: ,z$n'. 

3. Gäluh: jbagdyt asir laliä 
lä-ind abüha'. gäluh waled- 
uh: ,bagdiß ma c dk bä-süfha'. 
gäluh: ,fizi't 'alek, in sirt 
mal, had yugbedek'. gäluh: 
,ke yagbudüna'f gäluh: ,anä 
sufak Mr min'iyäli'. gäluh: 
,anä mä dfzd had yagbüdna. 
mi'i lahum sihr\ gäluh: ,6a- 
gdyt tesir mfä, zen'. 



4. Särmdüh iraleduh. hattd 
makän, c äradühum sab' sa- 
u'i'thir, sallen al-iculed. sdy- 
yah abüh. gäl: ,iceledi fen'f 
gäUt luh hormeh: ,bagdyt 
tidfd li. jib Iah weUdek, 
kuduh md'a as-sawähir'. 



37. Jungfrau Sonne. 



I. Prosateste. 



97 



stöii, diiföne Ms, am hadwes 
teh ti'. arniröt heh: ,hast6u, 
diföne hini hesen 1 ? dmür 
Ms: ,dif'6ne Ms baglet 1 . 



5. Bärüt sirih. has duwüt 
tar tennür, ksüt ajzön, thd- 
men tsfydten teh. tegdsbeh te- 
sen wa-bärüt beh. te hadwith 
la - hol Mbeh, arniröt heh : 
,gale x hibrekK dmür Ms: 
Jiastöu'. arniröt heh: ,höm 
defd'ti 1 . wezmis baglet. wa- 
ajüz jihmöt. 



6. Wa-he, hehar, jihem, he 
wa-hibreh, la-hdl gajnöt. te 
nika'am la-hdl gajinöt, kti- 
sum Mbis ber möt. amürim 
Ms : ,nehöm nijhöm; nehdms 
sin 1 , arniröt Mhem : ,ho läze- 
röme Mbi ber möt iva-hämi 
tcahsis büme 1 . amürim Ms: 
,nhd bar sismen tös min M- 
bis wa-läzerörae tarhet&s lä\ 

7. Arniröt Mhem hämes: 
,am intern def'dya hini bag- 
let, hdstou'. ivuzümem tes bag- 
16t. arniröt Mhem : Jäzeröme 
ddydera (k~i) gajnöt'. dib- 
dem tes loa-jhemem Ms t$ 
rihbdth. 

8. Has nika'am rihböt, gaj- 
jen dmür Mbeh: ,hamk tehi- 
jer Mni ars'. amür heh M- 
beh: ,hastöu'-. gajjen sehbür 

1 Abgekürzt für galeg (Müller). 
W. Hein, SIchri-Telte. 



ist scliou mit den Zauberinnen'. 
Ei- sagte zu ihr: ,6ut, ich werde 
dir bezahlen, wenn du mir ihn 
(des Nachts) bringst'. Sie sagte 
zu ihm: ,Gut, was wirst du mir 
bezahlen'? Er sagte zu ihr: 
,Ich werde dir ein Maultier 
zahlen'. 

5. Sie ging (in der Nacht) 
hinter ihm (dem Knaben). Wie 
sie (des Nachts) zum Ofen kam, 
fand sie Weiber, die ihn schlach- 
ten wollten. Sie raubt ihn ihnen 
und ging (des Nachts) mit ihm. 
Als sie ihn (des Nachts) zu 
seinem Vater brachte, sagte sie 
zu ihm: , Siehe deinen Sohn'. 
Er sagte zu ihr: ,Gut'. Sie sagte 
zu ihm: ,Ich will meine Be- 
zahlung'. Er gab ihr ein Maul- 
tier. Und die Alte ging. 

6. Und er, der Alte, ging, er 
und sein Sohn zu dem Mädchen. 
Als sie zu dem Mädchen kamen, 
fanden sie ihren Vater schon tot. 
Sie sagten zu ihr: ,Wir wollen 
gehen, wir wollen dich mit uns 
nehmen'. Sie sagte zu ihnen: 
, Jetzt ist mein Vater schon tot 
und meine Mutter allein hier'. 
Sie sagten zu ihr: ,Wir haben 
dich schon von deinem Vater 
gekauft, und jetzt werden wir 
dich nicht lassen'. 

7. Es sagte zu ihnen ihre 
Mutter: ,Wenn ihr mir ein Maul- 
tier bezahlen werdet, gut'. Sie 
gaben ihr ein Maultier. Sie sagte 
zu ihnen: , Jetzt nehmt das Mäd- 
chen'. Sie nahmen sie und gingen 
mit ihr bis zu seiner Stadt. 

8. Wie sie in die Stadt kamen, 
sagte der Knabe zu seinem 
Vater: ,Ich will, daß du mir 
die Hochzeit vorbereitest. Es 

2 Hier ist ein Satz ausgefallen. 



gälahd: ,z3n, bä-adfd' lis, in 
dawaytih li'. 2 gäUt luh: 
,bä-adfd' lis bdglah 1 . 



,zen' 



5. Seret gafdh. liattd da- 5 
loet fög at-tandr, hdssalet 
frerim, bagdyn yedbdhneh. 
tehüs hinna iva-saret. hattd 
daioettuh lä-'ind abüh, gälet 
luh: ,hud ivaledek'. gälahd: 10 
,zen'. gälet luh: ,bagdyt daf- 
c dti'. 'atäha bdglah. al-ajuz 
sdret. 



6. Wa-hü, as-sebah, sdr, 
hü wa-waleduh, lä'ind al-bu- 15 
ndyyah. hiattd jau lä'ind al- 
bundyyah, hdssalau abttha 
kud mät. gäldu lahd: ,ba- 
gdyna nesir; bagaynds ma c 
nhd 1 . gälet la-hüm: ,dni del- 20 
h/na abüy kud mät iva-ümmi 
loähdaha Mna'. gälü lahd: 
,nhd kud astereynds min abüs 
iva-delhinah mä bä-nahallis~ l . 

7. Gälet lahüm ümmaha: 25 
,in bagdytu tadfdu li bdglah, 
zen'. c atäha bdglah. gälet lä- 
hum: ,delh,inah hüdu al-bu- 
jidyyaM. hadöha wa-säru 
bihd hattd bildduh. 30 

8. Yöm jäu al-bildd, al- 
wulöd gdl la-büh: ,bagdytak 
tamürr li az-ziwdf. gdhih 
abüh: ,zen l . al-wuled tahdbbar 35 



13 



98 



I. Prosatexte. 



38. Der Besuch im Vaterhause. 



hibeh, dmür heh: Jiaserts 
kam' ? dmür heh : ,has6rts 
lekk wa - baglet 10a - diyefts 
oser juwöni hlriz di-ziret 
5 iva - holögse ruböt harduret 
v:a-sabhäts Simsete lül, we- 
böli didis difdthem min sa- 
bäiyet\ dmür heh: ,hast6n, 
kall &i tebüt'. wa-gazdut wa- 
io htalasöt. 

(abüd ber äU, 6. und 7. März 1902.) 



sagte zu ihm sein Vater: ,Gut'. 
Der Knabe fragte seinen Vater, 
er sagte zu ihm: , Wieviel (be- 
trägt) ihr Kaufpreis'? Er sagte 
zu ihm: ,Ihr Brautpreis (betragt) 
hunderttausend und ein Maultier 
und ihr (Hochzeits-)Mal zehn 
Säcke Kessireis und ihre Kleider 
sind vier Seidengewänder und 
ihre Morgengabe ist ein Perlen- 
diadem, und (was) die Herren- 
(Familienmitglieder oder Kinder) 
ihres Vaterbruders (betrifft, be- 
trägt) ihre Bezahlung je ein 
Redif (ein über die Schulter 
geworfenes Tuch)'. Er sagte zu 
ihm: ,Gut, jede Sache ist fest'. 
Und es ist zu Ende und aus. 



abüh, gäluh: Jjasärethä 1 
kam'? gäluh: ^asärethä 1 lek 
ica-bdglah wa-diyafdthä 1 'dsr 
jawäni ruz kessi wa - tyäbhä 
drbd hild harir wa-subahd- 
thä jebin lül, wa-iyäl 'dm- 
maha daf'dt/mm min sai- 
yah'. gäl: ,zen, kulle si tdbit 1 . 
wa-ngazdt iva-thdllasat. 

(8. und 10. März 1902.) 



38. (7 



Mehr 



7) Der Besuch im Vaterhause 

Deutsch. 



1. Amur: gayj täd jihem. 
te nükä bi-rihbet, thülül ha- 
lakme. fyadüm haldkme, sa- 
net yihiidim. 
15 2. As min bdd senU, bann 
bet. tdmelis (te-amdis) as 
bet de ddulet, gazdum birkis 
ruböt wduicrih. mgörin arüs. 

3. Wa-gazmüt härmet hi- 
20 neh birrk bet. wa-mgörin an- 

köt be-rböt galligen, gannet- 
hem sanit. as ber gannethem 
sanet, nköt b-hdrbd. gazmüt 
hinisen senet yetrit (senSti- 
■-'•". Int). 

4. Amirot: ,höm IS-jhöm'. 
dmür: Jidstou 1 . amirot: ,höm 
li-glib hol la-hdl h-ibye'. 
dmar: ,tehim sis mö'? ami- 

m rot: ,tahöm (1. h.öm) si fyujür*. 
dmür: ,hdstau, dddah 1 . 

1 So akzentuiert das Ms. (Müller) 



1. Er sagte: ,Ein Mann ging. 
Als er kam in eine Stadt, ver- 
weilte er dort. Er diente dort, 
ein Jahr dient er. 

2. Wie es nach einem Jahre 
war, baute er ein Haus. Als er 
es gemacht hatte wie das Haus 
des Sultans, blieb er in ihm 
vier Monate. Dann heiratete er. 

3. Und es blieb die Frau bei 
ihm in dem Haus. Und dann 
kam sie nieder mit vier kleinen 
(Knaben). Sie zog sie auf ein 
Jahr. Wie sie sie schon ein 
Jahr aufgezogen hatte, kam sie 
nieder mit vier (Mädchen i. Sie 
blieb bei ihnen zwei Jahre. 

4. Sie sagte: ,Ich will gehen'. 
Er sagte: ,Gut'. Sie sagte: ,Ich 
will meinen Vater begrüßen'. 
Er sagte: .Wen willst du mit 
dir'? Sie sagte: ,Ich will mit 
mir einen Sklaven'. Er sagte: 
.•int, nimm ihn'. 

a Sie Dahin ihn (Müllkb). 



IJadrami. 

1. Gäl: wähid rijjäl sär. 
hattd ja ß biläd, jeUs henäk. 
hadeim henäk, sdnah ydhdum. 

2. Yöm min ba'd sdnah, 
bdna bet. hdtta laggähä kd- 
ma bet ad-dölah, jeUs fiha 
drbdah dshur. bdd 'drras. 

3. Wa -jelsat al-hörmah 
'induh fil-bet. wa-befd jäbat 

drba'ah 'iyäl rab- 

bdt-hum seilten. 



4. Gälet : ,bagdyt asir\ 
gäla-hä: ,zdn'. gälet luh: ,bä- 
rüdd as-saläm 'ald abüy'. 
gäl: ,bagdyti min mi'is'? 
gdlet: ,bagdt/t mü 'ahd\ gäla- 
lu'i: ,zeu'. haddtuli.'- 



39. Die zwei Kinder. 



I. Prosatexte. 



99 



5. We-jhemöt. te nkot hibse, 
cjazmüt hinihem. te ber sis 
'rböt wduwrih, amirüt: ,höm 
le-jhöm l-al hibinye 1 . hibis 
amür : ,lä'. amirüt: ,ho hörn 
le-jhöm'. 

6. Amur: ,lä, nhd nhdms 
ar hinin 1 , amirüt se : ,dä 
iciihy / dmür : ,nhd barr te- 
rihtes, tejhim lä'. amirüt: 
,astöu\ smdnnath. dmür: 
y dstau l . 

7. J/hmot. te nkot hibtnse, 
gazmut hinihem. gazdut. 

(sälilj. ber musällam, 7. März 1902.) 



5. Und sie ging. Als sie kam 
zu ihrem Vater, blieb sie bei 
ihnen. Als schon mit ihr vier 
Monate (vorüber) waren, sagte 
sie: ,Ich will zu meinen Söhnen 
gehen'. Ihr Vater sagte: ,Nein'. 
Sie sagte: ,Ich will gehen'. 

6. Er sagte: ,Wir wollen dich 
nur bei uns'. Sie sagte zu ihm: 
.Warum dies'? Er sagte: ,Wir 
werden dich niemals lassen, du 
gehst nicht'. Sie sagte: ,Gut'. 
Sie drang in ihn. Er sagte : 
,Gut'. 

7. Sie ging. Als sie zu ihren 
Söhnen kam, blieb sie bei ihnen. 
Und es ist zu Ende. 



5. Wa-säret. hattd jat la- 
buhä, jdlsat 'indahum. hattd 
mdha drbd sühur, 1 gälet: ,bä- 
sir 'ind Hyäü'. abühä gäl: 
,W. gälet: ,ani bä-sir 1 -. 5 

0. Gäl: ,lä, bagdytis illä 
Hndi 1 . gälet luh: ,däke'? gäla- 
hä: ,nhä kud tarahnäs, lä 
tstri 1 . gälet: ,zen'. astemen- i 
neth. gäl: ,zen'. 

7. Särat. hattä jat 'iyälha, 
jelsat 'indahum. wa-dngazat. 

(8. März 1902.) 



Mehri. 

1. Amür: däd, sih gajjen 
wa-gajnöt iva-sihem häme- 
hem, ica-hibhem seh si lä. 

2. Te mkon, wuküb lehem 
idhä, amür harmeth : ,hibo nd- 
möl? sin dawehi lä, wa-nhd 
figre'. amirot : ,hibö ndmöVf 
hehar amür: ,nhd sin ar 
hbiinyen, het nuhor haj i seh 
dahi b-hibrits wa-ho nehor 
hdjj gannün madhvye bi-hibri 
wa-amilöne teh daläget 1 -. 

3. Wa- gajjen, di-ydtali- 
men dl almet, seff, gajjen 
yettdm'an le-hem wa-grdur 
lel almdt. ica-ds nhüre rüdd 
he-beyt, ksu gdth tethön degtg 
de-bar. dmür giti : ,zemi, sis 
degigK amirot: ,h6 wuzmite 



39. (79) Die zwei Kinder. 1 

Deutsch. 

1. Er sagte: Es war einer, 
mit ihm war ein Knabe und ein 
Mädchen und mit ihnen war ihre 
Mutter und ihr Vater hatte 
nichts (war arm). 

2. Einmal kam über sie das 
Fest. Er sagte zu seiner Frau: 
,Wie machen wir es? Wir haben 
keine Opfertiere und wir sind 
arm'. Sie sagte: ,\Yie machen wir 
es'? Der Alte sagte: ,Mit uns sind 
nur unsere Kinder, du am Tage 
der großen Wallfahrt schlachte 
deine Tochter und ich am Tage 
der kleinen Wallfahrt werde 
meinen Sohn schlachten und ich 
werde ihn machen zum Opfer'. 

3. Und der Knabe, welcher in 
der Schule lernte, siehe, der Knabe 
horchte ihnen zu und ging zur 
Schule. Und wie es Spätvor- 
mittag war, kehrte er zurück ins 
Haus, er fand seine Schwester, 
sie mahlte Weizenmehl. Er sagte: 
, Meine Schwester, gib mir, mit 



IJacJrami. 

1. Gäl: wähid mdüh wuled 15 
wa-bitt wa-mdhum umma- 
hum, wa-bühum mä mdüh si. 

2. Hdtta makän, ddhal 
'aleyhum %d. gäl li-hurmetuh : 
,keyf naleggi? mä si mdna 20 
dabäyih ici-nhd fagdrna'. 
gälet: ,keyf naldggi'. as-sebah 
gäl: ,md c -nihä gayr 'iyälana, 
yöm nahär al-hdj el-kebir 
debhi bittis wa-nd nahär al- 20 
hdj as-sagir bä-adbah weledi 
bä-leggih dihiyyeti'. 

3. Wa- wuled yeta'dllam 
'ind al-ülmah, addr, al wided 
yetsdmmd 'alehum wa-sär 30 
lal-ülmah. yöm en-nahär rija 
lel-bet, hdssal ühtuh tethan 
degtg bür. 2 gäl l-dhtuh: ,'ati- 
na degig'. galet luh: ,mä 



1 Vgl. Die Mehri und Soqotri-Sprache n, S. 99 ff., 20. Erzählung (Müller). 2 So Ms. (Müller) 



13* 



100 



I. Prosatexte. 



39. Die zwei Kinder 



tük /«'. dmür M .• ,zemi, wa- 
hirjöne lis bi-höjet fayt 1 . ami- 
rüt: ,gay, höjet di-M'f dmür: 
,k-s-söbeh him'ak hdmi wa- 
5 hibi di-yherijem ; dmür: de 
Mm nhör <li-häjji-s-seh hörn 
l-eshör gajnöt wa-nhör di- 
hdjj gannün hörn l'-eshöt 

9 



io 4- Wa-gajjen hdmmeh Ha- 
mid wa gajnöt hdmm-is Fdt- 
meh. amirot: ,hibö ndmöl 
läzeröme'. dmür: .widak hi- 
bö nassöwi lä'. amirot heh: 
iö ,gabn neslel degig birek hä- 
kyös, wa-het hdggir be-hem 
reheg bi-hörim di-nhd, dl nlid 
jiryeye, ica-hef mgöre nf&s 
l-dl ahnet; tcit rüddek, ksyöne 
20 hämi teddufir hini kö c . dmür: 
fdstou 1 -. ,wet birk min bal- 
16k, ddud muhdddat wa-mii- 
reg wa-hüh be-hem we-hö 
hühite sirük wa-amirite ha- 
lb mi: ,sillib (silib) 1 . 

5. Wa-gardur l-al almet. 
mgöre jirö li-sen iva-ddybad 
mahdddet wa-miireg wa-hait- 
hau behetti. amiröt: ,hämi 

30 Mm l-ehüh sire'h'. amiröt 
ajüz: ,dslou l . htihaut sire'h, 
te lihgdth. wa-ds lihgdth, hü- 
hdyem. 

6. Yighdub bddk-hem he- 
35 har. dmür: ,hubünye /><>■.' 

amiröt: ,hubünyen berfülbnir. 

1 Ergänze Umtthä (Mülleu). - 



dir ist Mehl'. Sie sagte: ,Ich 
werde dir es nicht geben'. Er 
sagte zu ihr: ,Gib mir es und 
ich werde zu dir reden von 
einer Sache'. Sie sagte: .Mein 
Bruder, was für eine Sache'*? 
Er sagte: ,Am Morgen hörte ich 
meine Mutter und meinen Vater, 
welche redeten; er sagte: Ich 
will am Tage der großen Wall- 
fahrt will ich schlachten das 
Mädchen und am Tage der klei- 
nen Wallfahrt will ich schlachten 
den Knaben'. 

4. Und der Knabe sein Name 
war Hamed und das Mädchen 
ihr Name war Fätmeh. Sie sagte: 
.Wie machen wir es jetzt'. Er 
sagte : ,Ich weiß nicht wie wir 
tun'. Sie sagte zu ihm: ,Laß 
uns das Mehl in Säcke raffen, 
und du gehe mit ihnen weit auf 
unseren Weg, wo wir auf (in 
ihm) stoßen werden und du gehe 
dann am Frühnachmittag in die 
Schule ; sobald du zurückgekom- 
men bist, wirst du finden meine 
Mutter, sie flicht mir Zöpfe'. 
Er sagte: ,Gut. Sobald du schon 
von dort bist, nimm das Haar- 
stäbchen und den Kamm und 
laufe mit ihnen und ich werde 
laufen hinter dir und werde 
meiner Mutter sagen: warte'. 

5. Und er ging zur Schule. 
Dann stieß er auf sie und 
nah in das Haarstäbchen und den 
Kamm und lief mit ihnen. Sie 
sagte: , Meine Mutter ich will 
hinter ihm laufen'. Es sagte die 
Alte: ,('ut'. Sie lief hinter ihm 
bis sie ihn erreichte. Und wie 
sie ihn erreichte, liefen sie. 



6. Es kam nacli ihnen der 
Alte. Er sagte: ,Wo sind meine 
Kinder'? Sie sagte: .Unsere 
Kinder sind schon geflohen'. 

Ms. muiüt (Müller). s Lies: sär (Müller). 



bä a c ßk ber 1 . gälahä: ,'atina 
wa-bä-ahkilis bi-hdjah wdh- 
dah'. gälet luh: ,ahuy, hdjei 
eys'? gälahä: ,as-sübh simit 
vmmi wa-büyak yahdün, ye- 
gülün: nahär al-hdj el-kebh' 
bä-nddhah al-bundyyah wa- 
nahdr al-hdj as-sagtr bä- 
nedbah al-weUd'. 



4. Wa-l-wulöd ismuh Ha- 
med wa-l-bundyyah 1 Fdtmah. 
gälet: ,keyf naleggi del/iina'. 
gäl: ,mä dereyna keyf na- 
leggi'- gälet luh: ,/jdll-niha 
nesül ad-dagig fil kiyäs, wa- 
dnta sir bi-hum ba c id ß- 
tarig nihä, hdytmd namur 
toa-dnta bd'd rduwicih al- 
c ülmah; ilä rijit, bä-tahässil 
ummi tagahMf li dni. gal: 
,zen'. ,Üa küdek min hinäk 
hud al-musiit' 2 ica-l-miihdd- 
dah wa hübb bi-hum wa-ni 
bä-hübb gafäk iva bä-gid 
l-ummi: dgafi'. 

5. Wa-sir 3 l-al-ulmah wa- 
bd'd marr 'aleyhen wa-hadä 
al - muhdddah ica -l- musüt ä 
wa-habb buhum. gälet l-üm- 
mahä: ,bä-hiibb gqfdh'. gälet 
al-ajüz: ,zen'. h abbat gafdh 
wa-lihgdtuh. wa-y6m lihgd- 
tuh, habbü. 

6. Ja ba'dahum as-sebah. 
gäl: 'iyäli fön'? gälet luh: 
} %yäl-nihä küd S4rdau\ 



39. Die zwei Kinder. 



I. Prosatexte. 



101 



7. Wa-Mhar lihgäyhem wa- 
ajüz seh wa-hühäyem siri-hem 
wa-galliyhi yahicähyem wa- 
hehar yäumer: ,bäli hagdbri- 
kem kidmet di-hindäb wa-t&m 
telgätem, te nha nüz6l i . wa 
gajnöt wa gajjen ilgdutem. 



8. Wa hihär huhäyem. te 
as ber-hem galligen huhäyem, 
amirot ajüz: ,bäl-i hagabri- 
kdm kidmet di - iveshduten' . 
wa-hühäyem hihär ica-ajüz 
wa galligen ilgdutem. 

9. Te as hihär girbem, fu- 
luhem (1. füllum ?) min-hem. 
hehar amür: ,bäli hagdbri- 
kem bay'r gallem le-rdedkem 1 . 
gajjen amur : ,hö wa - hibi 
bar nirkob tirik'. adül min- 
Mm. 

10. Ajüz, amirot: ,bäli ha- 
gdbrikem dehib le-gä di-yehr- 
düf'. jiro li-hem. amirot gaj- 
7iot: ,seike%n! ho wa hämi ber 
narehed hirihiyen tirek-, dhih 
gdttab wa-hehär wa ajüz 
ruddem. 



11. Wa-galliyin garäyrem. 
gajinüt hämm-is Fdtmeh wa 
gajjen hdmmeh Hamed. wa- 
gdfyem, te tar e srir higzdy- 
men gajinüt iva-gäs. 

12. Mgore mfüsem. 1 te ber- 
hem mkon, amirot: Jiinhdyt 



7. Und der Alte erreichte sie 
und die Alte mit ihm und sie 
liefen hinter ihnen und die Klei- 
nen liefen und der Alte sagt: 
,Mein Herr mache euch begeg- 
nen einen Haufen Perlen und ihr 
leset ihn auf, bis wir anlangen'. 
Und das Mädchen und der Knabe 
lasen auf. 



8. Und die Alten liefen. Als 
sie schon (da waren), liefen 
die Kleinen. Die Alte sagte : 
,Mein Herr mache euch begeg- 
nen einem Haufen Brustschmuck 
(Amulette) und es liefen die Alten 
und die Alte. Und die Kleinen 
lasen auf. 

9. Als die Alten sich näherten, 
flohen sie von ihnen. Der Alte 
sagte: ,Mein Herr, mache euch 
begegnen einen brünstigen Ka- 
meelhengst, daß er euch zurück- 
kehren macht'. Der Knabe sagte : 
,Ich und mein Vater, wir reiten 
schon auf dir'. Er bog ab von 
ihnen. 

10. Die Alte sagte: ,Mein Herr, 
mache euch begegnen einen Gieß- 
bach, daß er hinterdrein komme'. 
Er stieß auf sie. Es sagte das 
Mädchen: , Willkommen! Ich 
und meine Mutter, wir waschen 
schon unsere Kopfhaare über 
dir'. Der Gießbach hörte auf 
und der Alte und die Alte 
kehrten zurück. 

11. Und die Kleinen gingen. 
Des Mädchens Name war Fät- 
meh und des Knaben Name war 
Hamed und sie wandten sich, 
bis sie ober einem Teiche die 
Mittagszeit verbrachten, das Mäd- 
chen und ihr Bruder. 

12. Dann gingen sie am Früli- 
nachmittag. Als sie schon an 



7. Wa-s-sebah lahdghum 
wa-l-ajüz mduh wa hdbbu 
gafähum wa -s- sugayarin 
(habbu) wa-s-sibah yagül: 
,rdbbi (lä-yejibkum) 2 ydrid- 5 
kum kudmeh harez wa-dntum 
talgatünuh, hdtta nihd nji'. 
ua-l-wided ica-l-bundyyah 
yalgutun. 

8. Wa-s-sebah hdbb. hdtta 10 
kicdhum as-sugäyariyin hdb- 
bu, gälet el-'ajüz: ,rdbbi 
ya'äridkum kudmeh al-hu- 
rüz e . wa hdbbu as-sebah wa- 
l-ajüz ica-s-sugäyarin yal- 15 
gutün. 

9. Hattä as-siyäbah gär- 
bau, serdau minnahum. as- 
sebah gäl: ,rdbbi ydäridkum 
bi-bdir sakrän yeriiddakum'. 20 
al-iüided gäl: ,an& wa-büy 
bagdyna nerkeb fogek 1 . c ddel 
minna-hum. 

10. Al'ajuz gälet: ,räbbi 
ydäridkum sei yegd yerdif 1 . 25 
marr 'aleyhum. gälet al- 
bunndyah: ,yä hayr de-s- 
söf! yom küd äni wa-ümmi 
ndgsil risä-niha 1 . as-sel gdt- 
tab wa-s-sebah wal -'ajüz 30 
rdj'ti. 

11. Wa-s-mgayarin säru. 
al-bundyyah ism-aha Fdtmeh 
wal- wid &d ismuh Hamed. 
wa-säru, hattd fdg al-gadir 35 
ddllau al-bundyyah iva-hüha. 

12. Wa-bd'd räuwicahu. 
hdtta küdhum makän, gälet: 



1 Für nfüiem. 



Das Eingeklammerte fehlt im Mehri (Müller). 



102 



I. Prosatexte. 



39. Die zwei Kinder. 



mhdddeti ive-miiregi 1 . dmür: 
,hö gab-i l-arded le-hem'. 
amiröt: Jizak lük zär min 
la-gldbk li, tva-hö selbite lük 
5 büme wa-het hüäh'. wa-gaj- 
jin hühuu wa-se salbot leh. 



13. Wa-jiriyem lis saff di- 
zäyür. amiröt: , Hamid gdy 
10 si-kem'? amürim: ,ka-sdff-, 
mtölli salbot bi-mköns wa- 
jiriwem lis bö-mken-nihem. 
amür: ,gds ka-zdffK 

15 14. Mtälli te sä'ten adül 
le-hnis gas, ber gdtleb zär 
we-ber emlem heh göni tirö, 
tdd di-mhdddet wa-tdd di- 
misreg. iva nfsöt beh wa ami- 

20 löt be-gayd iva-geröth, 1 te 
tu- Cd beh tar blr dit (tit) wa- 
tir-s sgirit hinobet wa-gatri- 
yot. 



25 15. Wa-häbü yesenyem tirs 
wa-se diriyyet, tgürib häbd 
Id. as k-s-sobeh hujür yesiin 
we-se tegtüri birek sigrit wa 
gas yahadrij tar ätem yenö- 

so hcj bi-humu wa- hujür ye- 
göbheh yümer h-eh: ,kälb süz 
unhilr. wa gajinöt tegülib 
le-ljnjiir tnmer: ,bdlk has di- 
haklöb 1 -. wa- hujür yümer: 

35 ,sal),h'. we-se" tadumer: ,sidek 
iihd el-jeldh'. 



einem Orte waren, sagte sie: ,Ich 
vergaß mein Haarstäbchen und 
meinen Kamm'. Er sagte: ,Laß 
mich zu ihnen zurückkehren'. 
Sie sagte: ,Ich furchte für dich 
die Wildziege, daß sie dich mir 
verzaubert, und ich werde hier 
auf dich warten und du laufe'. 
Und der Knabe lief und sie 
wartete auf ihn. 

13. Und es stießen auf sie eine 
Reihe (Rudel) Wildziegen. Sie 
sagte: ,Ist Hamed, mein Bruder, 
mit Euch'? Sie sagten: ,Mit der 
Reihe'. Darnach wartete sie an 
ihrem Orte und sie stießen auf 
sie an ihrem Orte. Sie sagten: 
,Dein Bruder ist mit der Reihe'. 

14. Darnach, nach einer Weile 
bog zu ihr ab ihr Bruder, er 
war schon verwandelt in eine 
Wildziege und schon hatten sie 
ihm gemacht zwei Hörner, eines 
war das Haarstäbchen und eines 
war der Kamm. Und sie ging 
am Frühnachmittag mit ihm und 
sie machte ihm einen Strick und 
sie zog ihn, bis sie abends zu 
einem Brunnen kam, und über 
ihm war ein großer Baum und 
sie verbarg sich. 

15. Und die Leute schöpf- 
ten Wasser aus ihm (aus dem 
Brunnen) und sie war fremd, 
kannte die Leute nicht. Als 
es Morgen wurde, schöpfte ein 
Sklave und sie verbarg sich auf 
dem Baum und ihr Bruder 
ging zum Wasserlauf heraus und 
spielte mit dem Wasser und der 
Sklave schalt ihn, er sagte zu 
ihm: ,IIund fahr ab so (geh 
weiten'. Und das Mädchen ant- 
wortete den Sklaven, sie sagte: 
,Dein Herr ist der schlechteste 
der Hunde'. Und der Sklave 



,nisit al-muhäddah wal-mu- 
süf. gdlaha: ,halli-na drja 
'aleyhum'. galet luh: ,fizl c t 
'aleyk min ad-dabi min yeg- 
libäk li icd-ni bä-agdf lak 
hina wa-dnta hub'. wal- 
loul&d hdbb wa-hi agafet luh. 

13. Merrau 'aleyhä sdff 
dibydn. galet laliiim: ,bagdyt 
ahüy, mä'kum'. gälü lahä : 
,md'a as-sdff-, at-tdli jelset 
ß makdnaha wa - mdrrau 
'aleyhafi makdnhum. gälahä: 
,hüha (hüka) maa as-sdff'. 

14. At-tdli hdtta saah merr 
lä-indaha kdd agtalib ddbi 
iva-küd laggü luh gurün it- 
nin, wdhid al-mahdddah 
wa - wdhid al - musut. wa- 
rduwwah(at) buh ica-laggdt 
luh hdbl wa-jerrdtuh, liattd 
dawdt-uh fög al-bir wdhdah 
ica-fögha sijrah kabirah wa- 
thdbbat fi wasatha. 

15. Wa-n-näs yesnün fdg- 
ha* tca-hi nezhat, md tä'rif 
an-nds. yöm as-stibli al-abd 
yesni tca-hi ahtdbbat //-.<- 
stjerah u-a-hüha herej fög 
al-dtm yel'ab bil-mä wal- 
'dbd ya'äliguh, yagül luh: 
,yä ktlb tamdyyel kida'. wal- 
bunäyyah terüd Yda-l-'dbd 
tugül luh: ,sidek hdss al- 
kiläb'. wal-dbd yugül: Ji- 
mayyel 1 . wa-hi tugül: ,sidek 
Inis el-jilfadn'. 



Lies: jeroth (Müller). 



So Ms. (Müllek). 



39. Die zwei Kinder. 



I. Prosatexte. 



103 



16. Hühau te al gath wa- 
gajinot hatmöt haldkme seh 
ica gas dekme, hätimem bi- 
rek sigrit (sijrit) ; ica-gäs ber 
gdtleb hoter zär. 

17. Te k-s-söbeh bäl Ur 
gahäyb hujür he bäleh: ,har- 
met tit birek sigrit se wa- 
gäs 1 . wa-he doulet bäl bir 
ämür hujür: ,se ho'? ämür: 
,birek sigrit'. dmur: ,k-s-sö- 
beh gdbi le-t-toma' lis we- 
gäs, yehdurij tar ätem we- 
y'nehij bi-humu'. dmur: 
,jihme magtire wa mutammd 
lis'. wa-bär gayj he beth. 



18. Te k 
min e beth 
gätri birek 
hurüjj zär 
bi-humu. 
gayj. wa 
ämür: ,süz 
galböt leh 
,sidek dbd 



-s-söbeh gahäyb 

he-tdr bireh ica- 

amUeh. iva-höter 

d&cme ice-nhdj 

ive -t-tömd l-eh 

- hujür gibhdyh, 

wutüh jeläh'. wa 

gajinöt, amiröt : 

el-jeläh 1 . 



19. Wa-siyür la-hüs gay], 
dmür: ,hit muselmüt wale ji- 
niyot i . dagdd finot bi-hires 
amirot: ,laüm hö miiselmüt i . 
yenüfeg täyris bi - sabigat. 
amiröt: ,het mo-? ämür: ,hö 



sagt: ,Geh fort'. Und sie sagt 
zu ihm: ,Dein Herr ist der 
Sklave des Kupplers'. 

16. Er lief bis zu seiner 
Schwester und das Mädchen ver- 
brachte dort die Nacht sie und 
dieser ihr Bruder, sie verbrachten 
die Nacht in dem Baume (Dik- 
kicht); und ihr Bruder war 
schon in ein Wildziegengeißlein 
verwandelt. 

17. Als es Morgen war, kam 
der Sklave zu seinem Herrn, 
dem Herrn des Brunnens: ,Eine 
Frau ist in dem Baumdickicht, 
sie und ihr Bruder'. Und er, der 
Sultan, der Herr des Brunnens, 
sagte zum Sklaven: ,Wo ist sie'? 
Er sagte: ,In dem Baumdickicht'. 
Er sagte: ,Am Morgen laß mich 
ihr zuhorchen, ihr und ihrem 
Bruder, er geht heraus zum 
Wasserlauf und spielt mit dem 
Wasser'. Er sagte: , Morgen 
werde ich mich verbergen und 
ihr zuhorchen'. Und es ging des 
Nachts der Mann in sein Haus. 

18. Als es Morgen war, kam 
er aus seinem Hause bis zu sei- 
nem Brunnen und verbarg: sich 
in seinem Saatfeld. Und das Geiß- 
lein ging heraus, diese Wildziege, 
und spielte mit dem Wasser. Es 
horchte ihm zu der Mann. Und 
der Sklave schalt es, er sagte: 
,Geh fort so, Kuppler'. Und es 
antwortete ihm das Mädchen, sie 
sagte: ,Dein Herr ist der Sklave 
des Kupplers'. 

19. Und es ging zu ihr der 
Mann , er sagte : ,Bist du eine 
Muslimin oder eine Dämonin'? 
Sie verhüllte sich mit ihrem Kopf- 
haar, sie sagte : ,Mit nichten, ich 
bin Muslimin'. Und er warf auf 
sie ein Hüftentuch. Sie sagte : 



16. Häbb hattä'ind uhtvh 
ival-bunäyyah bäyyatat hinäk 
hi wa-huha däk, bdyyatau 
fi wasdt as-sijrah; wa-huha 
küd agteleb 'ärseh 1 bad ddbi. 5 



17. Hattä es-söbeh jd el- 
'dbd tkallam mä'a siduh möle 
l-bir: ,hörmah wahdah fi 
wasdt as-sijrah, hi wa-hüha'. 
wa-maule l-bir dölah gäl io 
lil-'äbd: ,hi ßn'f gäluh: ,fi 
wasdt as-sijrah'. gäluh: ,es- 
siibh bä-tsdmma' 'aleyha hi 
wa-huha, (ye-)harej fög al- 
c dtm wa-yil'ab bil-mä'. gäl: 15 
,sär bä-ydhtd 1 '. 2 wa-sdrä ar- 
rijjäl Üä betuh. 



18. Hattä as-sobh ja min 
betuh hätta fög al-bir ira- 
hta fi wasdt al-amäl wa-l- 20 
'drsah härjet, ad-dabyeh dik, 
wa-liib bil-mä. tsämmd'aleh 
rijjäl. iva-l-'dbd 'äleguh, gä- 
luh: Jimäyyel kida jeläly. 
räddat c aleh al-bunäyyah, 25 
gälet luh: ,snlek c dbd el-jeldh'. 

19. Wa-sär lä-indaha rij- 
jäl , gälaha : , dnti müsli- 
mah au jiniyyeh'. tagättat 
bi-sa'raha, gälet: ,ani musli- 30 
meh'. naddg (?) fögha bi-sabi- 
gah. gälet luh: ,dnta min'? 



1 Weicht vom Mehri ab und ist mir unverständlich (Müller). 
stecken (Rhod.). 



- i/dhta für yähta (^j^ä.) er ging sich ver- 



104 



I. Prosatexte. 



39. Die zwei Kinder. 



däulet'. ämür: ,de-zär gas'/ ,Wer bist du'? Er sagte: , Ich bin 
amiröt: ,bäli her galbeh zdr der Sultan'. Er sagte: ,Ist diese 
weli he gajjen fendune'. 
dmür: ,heley he beyt 1 ! 



Wildziege 



20. Grawe bis. dmür: ,höm 
le-häris bis 1 , amirot: ,hö si 
had lä, si bäli wa-gay ar 
howatdr dorne', wa-he sih 
io harmeth wa - kirne th be - bet 
gayrhit. dmür: ,hö mahdfse 
bis wa-msemleke bis. amiröt: 
,dstau'. wa-dabddys wa-hijrö 
Ms ars. 



15 21. Wa mgöre terets (ü*^>) 
jirüt Ms, ksiu(t) gäjis haldkme 
Id. dmür: ,el6h (yillu) sin lal 
dhib nefröm naglegh'. amiröt: 
,hö had ba'di la; laken ho si- 

20 ken 1 . amiröt: ,azdbh büme, te 
nhd nrded'. nfüs wa ddybed 
tes sisen. te al bir tit, amiröt: 
,sdber buh, Fdtmeh'. ami- 
röt: ,sis M'9 wa-harmöt de- 

25 niyit tekbübem t<ss birek bir. 
tva-bir berkis a Ihdumt le- 
hdym belis. wa-higrdyr mins 
ti be-bet. 



30 



22. Gayj gahdyb, ksti har- 



dein Bruder'? Sie 
sagte : ,Mein Herr (Gott) hat ibn 
schon verwandelt in eine Wild- 
ziege sonst war er früher ein 
Knabe'. Er sagte: , Vorwärts ins 
Haus'! 

20. Er ging mit ihr, er sagte : 
,Ich will dich heiraten'. Sie sagte: 
,Mit mir ist niemand, mit mir ist 
mein Herr und mein Bruder ist 
nur dieses Geißlein'. Und mit ihm 
war seine Frau und seine Schwie- 
germutter in einem anderen 
Hause. Er sagte: ,Ich werde dich 
heiraten und mich zu deinem Ge- 
bieter machen'. Sie sagte: ,Gut'. 
Und er nahm sie und er berei- 
tete ihr die Hochzeit. 

21. Und dann stieß ihre Mit- 
frau auf sie, sie fand ihren Mann 
dort nicht. Sie sagte : , Gestern 
war er mit uns beim Gießbach, 
wir wollen ihn sehen'. Sie sagte: 
Nach (außer) mir ist niemand 
(da); aber ich bin mit Euch'. Sie 
sagte: ,Sei am Morgen da, bis 
wir zurückkommen'. Sie gingen 
am Frühnachmittag und sie nah- 
men sie mit sich. Als sie an einem 
Brunnen waren, sagte sie: , Schau 
hinab nach ihm, Fätmeh'. Sie 
sagte: ,Was ist mit dir'? Und die 
schwangere Frau, sie warfen sie 
kopfüber in den Brunnen. Und 
der Brunnen in ihm waren Hai- 
fische, der Haifisch des Iblis. Und 
sie gingen fort von ihm (dem 
Brunnen) bis nach Haus. 

22. Der Mann kam und fand 

i 



meth di-gayböt. dmür: ,wukö seine Frau (die) bewußtlos (war 
het di-gayübs'? amiröt: ,hu Er sa -' te: , Warum warst du 1 
shuiueyk tivoi' . amiröt: ,höm 



wußtlos?' Sie sagte: ,lch habe 
Begierde auf Fleisch'. Sie sagte: 
86 itwi di-höter de', amür his: ^ wi „ da8 Fleisch dieses Geiß- 



gälaha: ,anä ad-dölah'. gdla- 
ha: ,dd ad-ddbi hük'f gälet: 
,rdbbi küd rddduh ddbi icdlla 
hü wided duwwel'. gäl: 
ddu lal-bW! 



,ff a - 



20. Sdr bahd. gdl: ,bagdyt 
azaicicej bahd (bis)', gdlet: 
,ani mä had mdi, mdi rdbbi, 
iva huy gayr al- c drsah hddi'. 
wa-hü ma'üh hormituh fil-bet 
tdniyah. gdl: ,and bd-azauw- 
toej bis wa - bd - a'gid bis', 
gälet luh: ,zhx'. ica-hadäha 
wa-marr bahd az-zuiodj. 



1 Es scheint, daß seine ersto Frau sich als Fatiueh ausgegeben hatte, 
Siten wollte (Müller). * Es fehlt vielleicht 'imla (Müller). 



21. Wa-bd'd halld-ha fög 
harlfdt-ha mar rat l aley-ha 
mä hdssalat zöjha hinäk. gälü 
luh: ,al-bdreh mdd nihä 2 da- 
hdb bä-nesüfuh'. gälet luh: 
,mä h c 'id bd'di; laken ani 
md'ken'. gäh't: ,asbih hinäk, 
hattd nihä nerüd'. rauwwa- 
hdu wa-hadauha machen, 
hattd 'ind al-bir wdhdah, gd- 
let: ,sirif, Fdtmeh'. gälet la- 
hä: ,mi c {s dys', ica hörmah 
hübla neksöha wasdt al-bir. 
ical-bir fiha luhdm. luhdm 
iblis. ica-säru minäha hattd 

fi bet. 

22. Er-rijjäl jd, hassdl 
Jiormetuh gäyibah. gälahä : 
,waräs dnti mugdyyibnt'r f 
gdlet: ,ani astehidft) lähm-. 
gälet luh: ,bagdyt lahm 'dr- 

uud so den Bruder ihrer Nebeubuhleriu 



40. Der geheilte Geizhals. 



I. Prosatexte. 



105 



,het amürs lä da gay tahi- 
men läzeröme neshath'. dmür 
bijdrten: ,räkiben mishdn'. 



23. Ya/nceh minh hoter, te 
al bir we-huwö bis. amirot 
heh: ,ber biricek ica-si hibre 
di-ddulet tar mirbati'. ica- 
wdthf gdyjis sirehöter. dmür: 
,dd mö birik bir? amiröt: 
,de ho Fatmeh, de mdmul 
di-hamrtJr . 

24. Hfihäu birek rihbet we- 
jiyis häbü l-al bir iva-harbä* 
ä Ihäym iva-birkeh harmeth. 
amiröt: ,hö ber biruicek wa- 
si gajjen hibre di-saltän wa- 
di-haddfk heh'. ,ica-läzeröme 
min ho l-ebtdt lis'? amiröt: 
,batätem min gdyre min egi- 
feh di mdsif'. loa-büttem lis 
ica-gdfyem bis te he-beth. 



25. Wa-ksii hemith iva-har- 
meth. as bereh tar böb, shdt 
hemith, wa-as bereh birek 
mißes, sahdt harmeth dikme 
häuliyet. wa-harmet thauive- 
löt, se (seh?) wa-gds. wa-ga- 
ziyüt te ahtelesöt. 

(dli her he, 7. und 8. März 1902.) 



leins'. Er sagte zu ihr: ,Hast du 
nicht gesagt : dies ist mein Bru- 
der? Du willst jetzt, daß wir ihn 
seidachten'. Er sagte seinen 
Sklavinnen : ,Stellt die Feuer- 
bücke auf'. 

23. Es lief von ihm das Geißlein 
Ins zu dem Brunnen und sie 
liefen mit ihm. Sie sagte zu ihm: 
, Schon habe ich geboren und 
mit mir ist der Sohn des Sultans 
auf meinem Schoß''. Am Spät- 
nachmittag kam ihr Mann hinter 
dem Geißlein. Er sagte: .Wer 
ist im Brunnen'? Sie sagte: ,Das 
bin ich, Fatmeh. Das ist die Tat 
deiner Schwiegermutter'. 

24. Er lief in die Stadt und 
er rief die Leute zum Brunnen 
und er zog den Haifisch heraus 
und in ihm war seine Frau. Sie 
sagte : ,Ich habe schon geboren 
und mit mir ist ein Knabe, der 
Sohn des Sultans und ich sitze 
ihm'. 1 ,Und jetzt von wo soll ich 
ihn aufschneiden über dir'? Sie 
sagte: ,Schneidet ihn nur auf von 
seinem Hintern den Fisch'. Und 
sie schnitten auf über ihr und 
kehrten zurück mit ihr in sein 
Haus. 

25. Und er fand seine Schwie- 
germutter und seine Frau. Als er 
schon an der Tür war, schlachtete 
er seine Schwiegermutter und 
als er schon im Sitzzimmer war, 
schlachtete er seine Frau, jene 
die erste. Und die (zweite) Frau 
verweilte mit ihm und ihrem 
Bruder. Und es ist zu Ende bis 
es aus ist. 



sah di 1 . gdlahä: ,dnti md 
giitti (gülti): ,da hüy? ba- 
gdyti delhina tidbaheneh 1 . gdl 
lil-jairar: ,rakkiben al-mis- 
hän'. o 

23. Hdbb min-n-uh al- 
'drsah, hattd c ind al-btr tca- 
habbü bahd. gälet luh: ,kud 
bdrak, 2 ma'uh waled ad-dölah 

fögi'. ica-daiod zögaha (zö- 10 
jaha) gaf al-Yirsah. gal: 
.da min icasdt. al-bir l ? gälet: 
,dä-ni Fatmeh, da ma'mttl 
sihretk 1 . 

24. Habb fi loasät al-bildd 15 
ica-tdrrab "dla-n-nds lä-ind 
al - bir wa - tdlld luhdm ica- 
fi icasätuh hormdtuh. gälet 

luh: ,ani kud wilidt iva- 
mit'-i wulM waled as-sultän, 20 
irt(-ni jälset luh (u)rdbbih'. 
,iva delhinah minin nefgü- 
suh'? gälet: ,min gafäya hüt i . 
ica-fägsü 'aleyha ica-gaffu 
ba-hä hdtta bötuh. 25 

25. Wa-hdssal hormetuh 
ica-sihrätuh. yöm kuduh fög 
al-bdb, dabdh sihrdtuh ica- 
yöm ktiduh ßl-mejlis, dabdh 
hormdtuh d/k al-l-duicalah. 30 
ioal-hormah jelsat ma'uh 
wa-häha. tva-nagasat iva- 
thallasat. 

(10. und 11. März 1902.) 



40. (80) Der geheilte Geizhals. 

Mehri. Deutsch. Uadrami. 

1. Gayj töjir jihim. te- i. Ein reicher Mann ging. Als 1. Eijjäl täjir sdr. hattd 

tcdthf hol hibinhe, amirut er am Spätnachmittag zu seinen dawä 'ind 'iyähih, gälet luh 35 



1 Und ich sitze da und pflege ihn (Müller)). 
W. Hein, Mehri-Teste. 



2 Gleich mehri blrwek (wilidt) ; für ma'üh lies mä'i (Müller). 

14 



106 



I. Prosatexte. 



40. Der geheilte Geizhals. 



heh harmeth: ,het gayj tojir, 
amol hini gaut, ho ica- 
hbinye'. dmnr: ,ho wazmdn- 
na-kem la'. agome l handfh 
5 rikdb, te bdrsen meken; wa- 
hazdub labälisen, te nkd'em 
teh. as nekciam teh, amür: 
,höm askerikem i . amürim: 
,hdstou'. 

io 2. Amur: ,miskerite-kem 
l-ays ica-hiröz wa-mahh wa- 
törner wa-ayd wa-magdöd 
wa sallit (salzt) wa-sims&m'. 
wa Saugern, te gzdymen. herij 

15 hanfdy-hem fse wa-hem ar 
jemmü'at 2 wa-sihem st lä ar 
kir ehern icu-möl kalleh ar 
di-gdyj ddkme, di sihem. 



3. Bai mal dymel handfh 
20 fse lä. amürim: ,dä-wukö 

dmlek handfk fse la'? amür: 
,ld, lä'. ,fs"6 si-n-nahä'. fso 
sihem. te as ber fsö, sügisem. 

25 

4. Te ivdthfem mkön, atim. 
hirij hanfey-hem ayse. amür: 
,dd-wukö heregk handfk ayie 
lä 1 .' amür: 3 ,ho ar di fal- 

30 lahk'. dmür: ,lä, lä. het atösi 
si-nhd 1 -. amür:* Jiastou'. atösi 
sihem. 



5. Te k-s-söbeh, agrdyr, te 

35 wwrüdem ha-dSr humti. hau 

mini rikdbihem, mgören hi- 

gdyioem tdsen. as bir-hem 



•" 



Kindern kam, sagte zu ihm seine 
Frau : ,du bist ein reicher Mann 
mache (gib) mir Nahrung, mir 
und meinen Kindern'. Er sagte: 
.Ich werde euch nicht geben'. 
Er sammelte für sich Kame- 
linnen bis sie schon viel waren ; 
und er sandte nach ihren Herren, 
bis sie zu ihm kamen. Wie sie 
zu ihm kamen, sagte er: ,Ich will 
euch mieten'. Sie sagten: ,Gut'. 

2. Er sagte : ,Ich werde euch 
mieten für Ta 'am und Reis und 
Butterund Datteln und Aydfische 
und Magdodfische und Ol und 
Sesam'. Und sie beluden (die 
Kamele) bis sie die Mittagszeit 
verbrachten. Sie brachten her- 
aus für sich das Mittagmahl und 
sie waren nur Kameltreiber und 
mit ihnen war keine Sache außer 
ihr Mietlohn und das ganze Gut 
gehörte jenem Manne, der mit 
ihnen war. 

3. Der Herr des Gutes machte 
für sich kein Mittagessen. Sie 
sagten: , Warum machst du für 
dich kein Mittagessen'? Er sagte: 
,Nein, nein'. ,Iß Mittag mit uns'. 
Er aß Mittag mit ihnen. Bis wie er 
Mittag gegessen hatte, brachen 
sie auf am Frühnachmittag. 

4. Als sie am Spätnachmittag 
an einen Ort kamen, nächtigten 
sie. Sie brachten für sich her- 
aus das Nachtessen. Sie sagten: 
, Warum bringst du für dich kein 
Nachtessen heraus'? Er sagte: 
,Ich bin noch satt'. Er sagte : 
,Nein, nein'. ,Du, iß Nachtessen 
mit uns'. Er sagte: ,Gut'. Er aß 
Nachtmahl mit ihnen. 

5. Als es am Morgen war. 
gingen sie fort, bis sie zu einem 
Wasser kamen. Sie luden ab von 
ihren Kamelinnen, dann tränkten 
sie sie. Wie sie schon für sich 



hormetuh: ,anta rijjäl täjir, 
laggl li gut, dnä wa-iyäli'. 
gäl: ,änä mä ba-'atikum'. 
jemmd li-nefsuh rikäb, Iidtta 
kud-hünna ketir; wdssa 'ald 
mavMlihem, hattd jdu lä- 
c {nduh. yum jdu la-induli, 
gäl: ,bagdyt astakrikum'. gä- 
lü: ,zen l . 

2. Gäl: ,bä-astakrikum ta- 
'äm wa - riiz wa - samn wa- 
tdmr wa-id wa-bagziz ica- 
salit tea jÜjifr. ica-hammalv . 
hattd da llu. hdrrajau l-dn- 
füsahum gada ica-hum jam- 
mälah mä mahum sl gayr 
kirähum lual-mäl killluh hdg 
er-rijjäl däk li-md'hum. 



3. Maule l-mäl mä laggä 
li-nefsuh gada lä. gälü: 
,ivaräk mä lagget li-nefsak 
gada'? gal: ,lä, lä'. gälü 
luh: Jagädda mdd nihd'. 
tagddda md'ahum. yd in küd 
tagddda md'ahum, rduwahu. 

4. Wa-daicdu makän, bä- 
tau. hdrraju l-anf&sahum 
c asd. gälü-luh: ,waräk mä 
harrdjt li-ndfsak 'asd'? gäl 
lahum: 'äd-ana sabYin'. gä- 
lü luh: ,lä, lä. dnta ta'('/ss 
ma c d nihä'. gäl lahum: ,z$n\ 
ta'dssa mahum. 

5 . Hätta -s- sübh , särau. 
wirdau fog el-mä. hat tau 
min rikdbahum wa-bd'd sa- 
gdu - h in na. y&m kud - hum 



Püi qjdma Müllki 



jdmmoSlett (Mülleb 



3 So Ms. | Mi t.i.er). 



40. Der geheilte Geizhals. 



I. Prosatexte. 



107 



her gern hanfeyhem fse, tahd- ihr Mittagessen herausbrachten, hurrajau l-anfäsahum gada, 

nem hanfeyhem fse, te fse'y- mahlten sie für sich das Mittag- tahnau l-anfäsahum gada, 

kern ngüz; wa-ribahem shäu- essen, bis ihr Mittagessen fertig hattd gaddhum nejez; ica- 

UiU arnur: ,dä-ivukÖ shoidül?* war; und ihr Kamerad verweilte. raWahum -^ q älu: ,dä- 

7 /? 7 ,., »,.,'.•, . Sie sagten: .Warum verweilst , 7 . T . _ * ,. ,. 

harek hanajk jse La. arnur: j ? t, v, t r- . j- 1, 1. ■ ivr-f warak jdlis? ma harrdjt Li- 5 

tagessen herausgebracht'. Er nefsak gada', gäl lahum: 
sagte: ,Ich bin nur gesättigt'. : and sibi't 1 . galü luh: ,tagdd 
Es sagte (einer): ,Iß zu Mittag mdä nihä'. gal la-hurn: ,md 

mit mir'. Er sagte: ,Ich werde hä-tagddda makum' wa- 

nicht mit euch ruittagessen'. Sie 1 f 1 '11 
aßen das Mittagessen und er 
verbrachte den Mittag. 

6. Sie sammelten ihre Kame- 
linnen und beluden sie und 
brachen auf am Frühnachmittag. 
Und jener, ihr Kamerad, welcher 
mit ihnen war, tat für sich Was- 
ser in einen Schlauch. 

7. Und als er schon hinter 
hem, te bereh bi-jehi icahseh, ihnen am Frühnachmittag auf- wa j l g a ßhum, hattd küduh 
yaküseyebhdhi yetrö* di-yen- brach bis er schon war an einer ^^ wäMuK ' Msml na f_ 

tauhem. gallüg llhem. toli tad B^bene, ^ « «wei Cha- , yithäddün. tesewwef 

. ■,„ „ „ , , maleone, welche kämpften. Er J 

min/tem azurn a L-met; iva- ... _. „ , , . , 

sah ihnen zu. Darauf beabsich- 

toh (i)förd leh. te dek hurvf tigte5 einer von ihnen zu sterben . 

min täyreh bereh di gayüb, und darauf stieg er auf ihn hin- 
auf. Als jener sich von ihm, der 
schon ohnmächtig war, wegwen- 
dete, begoß er es mit Wasser; es 
kam zu sieh. 

8. Der Mann brach am Spät- 
nachmittag auf. Als er an einem 



,ho ar seb'ak'. amür: ,fse SC 
amür: fseyone sikem La', 
fsiwem ica-he higzdum. 



6. Agenda* Ml rikdbihem 
loa-sdugem lisen wa-sügisem. 
loa-ribähem ddkme sihem 
dymel handfah humü birek 
hl nid (nw). 

7. Wa-hds bereh sugüs siri- 



6. Sagau rikäbhum wa- 
hdmmalu 'aleyhen ica-rduw- 
wahu. wa-rabihum mdlium 
Idgga mä fi girbah. 

7. Wa-yöm küduh rduw- 



15 



nesleh bi-humü; sedho. 



c alehem. icat-täli wähid 'dzam 20 
yemüt; ica-bdd fard 'aWi. 
hattd däk tamdyyel min-fd- 
guh küduh gdyyeb, tdyyar 
föguh bil-mä; astedhan. 



8. SugüS gayj. te mkön 
yagdbreh gayj gäher. amür: 
,het yellileh ar sey -ho', amür: 
,ho sey harbd'tiye ica-bdf 
sitgisem ive-msäugeS ar siri- 
hem 1 . amür: ,lä, mink e bid 
lä, het ar sey'. amür: 4, ,ha- 
rdna, hastöu'. 



9. Gamüs beh birek gä\ 



Orte war, begegnete ihm ein 
anderer Mann. Er sagte: ,Du 
bist (bleibst) diese Nacht nur 
mit mir - '. Er sagte: ,Mit mir 
ist meine Kameradschaft und sie 
sind schon am Frühnachmittag 
aufgebrochen und ich werde auf- 
brechen nur (schon) am Früh- 
nachmittag hinter ihnen'. Er 
sagt: ,Nein, es ist dir kein Ent- 
kommen, du bist (bleibst) nur mit 
mir'. Er sagte: , Wohlan, gut'. 
9. Er tauchte mit ihm in die 



8. Rauwwah ar-rijjdl. ma- 25 
kdn 'afdduh rijjdl tdni. gdl: 
,dnta al-lelah mdiyya'. gd- 
luh: ,and mdiyya rabddt-i 
10a - küd 7'duicwahu iva - bä- 
rduivivah gayr gafähum'. gd- 30 
luh: ,md minnak büd Id, 
dntah mdiyya'. gdluh: ,zdn l . 



9. Gas buh fi wasdt algä. 



' YKix tholül und thoulälk (Müller). ' Für yajenia (Müller). ' Für tro (Müller). ' Die Schreibung- 

von ämur schwankt in diesem Stücke sehr (Müller). 3 War nahe daran (Müller). 

14* 






108 



I. Prosatexte. 



40. Der geheilte Geizhals. 



te as sidheh. mdeni, he bereh 
bi-höter hol giyöy. dmwrheh: 

,tezäz In. lük si In. het ar 
sey-ho, tezäz ld\ dymel heh 
5 aySe ica-hismeh. atoSi. as her 
atosi, dmür: ,höm le-gofi sere 
harbätiye\ dmür: ,Mt ber 
hdrgek 1 tey mine meywit we 
zeröme hörn le-k-kermak, as 
io ber kSrmak tey yalliih; de 
molk sük lu. he är ka-hdmey; 
wa-zeröme Mm la-hdar lis, 
te zemeh' 2 tek'. 



15 



10. Hazüi ajüz, amirüt: 

jnrhnijte teh la, molar de ho, 
ddbdak teh aricet min hat 
hibek'. dmür: ,bar, am tdgib 
20 bi, afded leh moleh 1 . amirüt: 
Jidstou, has het hibri, ber 
smenenk tey 1 . wuzmiteh. 

11. Salleh, te tarheh min 
2 5 hol di-n/ns beh. igraur ke- 

■<-söbeh, te lahdg harbdthe. 
agrdyrem, te gzdymem. has 
gzdymem, häbü yahdym la- 
hdfyrigem Ipanfey-hem bdsat. 
30 amür: ,lä, tim yimüh kdlle- 
ketn ar hini ho', yafeurüg 
kihem tömer wa-Jßröz wa- 
mahh. twiwem. 

12. As berhem sugisem te 
36 kalldyni, amür: ,ays~6kem 

Für ht'u-jck Mi ii 



Erde unter. Bis wie er zu sich 
kam, siehe, da war er schon in 
einem Tale bei den Geistern 
(Dänionen). Er sagte zu ihm: 
, Angstige dich nicht, keine Sache 
ist gegen dich, du nur mit mir, 
ängstige dich nicht'. Er machte 
ihm ein Abendessen (fa'am) und 
er ehrte ihn. Er aß das Abend- 
essen. Als er das Abendessen 
gegessen hatte, sagte er: ,Ich 
will zu meiner Kameradschaft 
zurückkehren'. Er sagte: ,Du 
hast schon herausgebracht mich 
von dem Tod und jetzt will ich 
dich achten, wie du mich schon 
gestern geachtet hast; dein Gut 
ist nicht mit dir, es ist nur mit 
meiner Mutter; und jetzt will 
ich anwesend sein bei ihr, bis 
sie dir es gegeben hat'. 

10. Es lehnte ab die Alte; sie 
sagte: ,Ich werde es ihm nicht 
lassen, das Gut gehört nur mir, 
ich habe es genommen als Ge- 
schenk von deinem Vater'. Er 
sagte: , Niemals, wenn du mich 
liebst, gib ihm sein Gut zurück'. 
Sie sagte: ,Gut } wie du mein 
Sohn bist, habe ich dir schon die 
Gunst erwiesen'. Sie gab ihm. 

11. Er packte ihn bis er ihn 
ließ dort, wo er mit ihm am 
Frühnachmittag gegangen war. 
Er ging am Morgen bis er seine 
Kameradschaft erreichte. Sie 
gingen, bis sie die Mittagszeit ver- 
brachten. Wie sie die Mittagszeit 
verbrachten, wollten die Leute 
für sich herausbringen das Gabel- 
frühstück. Er sagte: ,Nein, ihr 
seid heute alle nur bei mir'. Kr 
brachte ihnen heraus Datteln und 
Keis und Butter. Sie aßen. 

12. Als sie schon am Früh- 
nachmittas aufbrachen bis es 



hattd astedhan, adaruh. led~ 
duh fi icasdt al-drd 'ind al- 
jin. gdl-uh: ,lä tifza', ma 
c alek si, dnta illa mi'i, la 
tifzd' 1 . leggd lüh ta'äm iva- 
hasdmuh. tddssa. yom kud 
ta'dssa, gdl: ,bä-sir gafä ri- 
bddt - i l . gäluh : ,enta kiid 
harrnjt ana min el-möt wa- 
delhina bagdyt (it)kerrimak, 
yom kerrdmt-ana al-bdreh: 
mälak mä hu mddk gayr 
ma'd ümnii: wa-delhina ba- 
gdyt ahdur 'aleyhä, hattd 
fa'tik iyyäh 1 . 



10. Hazdt el-ajüz, gdlet: 
,mä bd-atrdhvh la, al-mnl 
hdggi, hadetuh 'atiyyali min 
'(nd abük c . gäl: ,in kän ta- 
hubbina. ruddi luh mäl/dr. 
gdlet: ,zi?i, yömak dnta 10a- 
li'ili. küd astamanneyt-ani-. 1 
'atdthu. 

11. Sdttuh, hdtta halldh 
min hetmd yerdnicnih Lnh. 
sär as-sübh hattd hdssal >■/'- 
bä'dtuh. sdru hattd ddllü. 
yöm ddllu, en-näs bä-yafyar- 
rijün l-anfösahum t><ist. gd- 
lahurn: ,el-ynm küllakum 'indi 
nna\ ahdrrij 6 lahum tdmr 
wa rüz wa-samn. kahin. 



ii'. Yi'nn kldhum rduwwa- 
hau hattd bil-h'l. gdlahum: 



Für .V lezfmeh tek (Miller) 



4 Eigentlich: Hast iln von mir die Gunst erlangt (Miii.n:' 



3 Öfters <ufar geschrieben (Mi i 1 
Für >ir.hi'irri : i (MÜÜKb). 



41. Der gefoppte Freier. 



I. Prosatexte. 



109 



hall ar hini ho', amürim: 
,hast6u i . amürim h-eh: ,nhöm 
nsähbirek Mt. ke-n-nehor te- 
touzm §& Id wa-zröme Ibiidk 
misra dä-wukö Mt 1 ? dmür: 
.küsk yebhdh yetrö 1 yentdu- 
hem. wa-töli gayj dmür hini: 
Mt sahnak 2 tay mine mey- 
wet, wa-zerome, has her sdl- 
mek tay, hom la-hddr la- 
hämey, te tezimk ä molek 
wa-het molek föne ar k-hd- 
mey. wa-töli hdmey amiröt: 
hastöu, has her eh gayj suk 
ribd'ak* dadh. wa-ruddüt 



wiga 



leh mdleh wa-gayj 
misre'. gasdt. 

(Bahlt bei- askäri, 7. und 9. März 1902.) 



Abend war, sagte er: , Euer 
ganzes Abendessen ist nur bei 
mir'. Sie sagten: ,Gut'. Sie 
sagten zu ihm : ,Wir wollen dich 
fragen. Am Anfang hast du 
keine Sache gegeben und jetzt 
bist du gut geartet; warum, du'? 
Er sagte: ,Ich habe gefunden 
zwei Chamäleone, sie kämpfen. 
Und darauf sagte mir ein Mann: 
du rettest mich von dem Tod, 
und jetzt, wie du mich schon 
gerettet, hast, will ich anwesend 
sein bei meiner Mutter, bis sie 
dir dein Gut zurückgibt, und 
dein Gut war zuerst nur mit 
meiner Mutter. Und darauf sagte 
meine Mutter: ,Gut, wie schon 
der Mann mit dir schon dein 
Kamerad ist, nimm es. Und sie 
gab ihm zurück sein Gut. Der 



,'asdkum %ndi and', gdlu: 
,zen i . gdlu-luh: ,bd-nathab- 
berk inta. kän-ek b md td'ti 
hdd si loa -delhinah xvagd't 
mesrah; dd-keyf dnta 1 ? gal: 5 
Jiassdlt neffähen yethädün. 
we-bd z d rijjäl gdli : enta 
si yesellimak* min al-mot, 
iva-delhina, yom kud sal- 
Idmt-ana, bagdyt bä-tdhdur 10 
l-ümmi, hattd ta'tik mdlek 
wa-aüwwel mdlek gayr ma'd 
ümmi. wa-bd c d ümmi gdlet: 
z&n, yom küdnh ar-rijjdl 
mddk rabtak, hiid-uh. wa- 15 
raddet luh mdl-uh iva-r- 
rijjäl icagd' misrah'. lüa- 
angasat. 

(9., 10. und 12. März 1902.) 



Mann wurde gut'. Es ist zu Ende. 

Der Mann besaß ein großes Vermögen, gönnte sich aber nicht das Geringste, weil es eigentlich 
einer Ginnfrau gehörte, die ihm die Verwaltung, aber nicht die Nutznießung überlassen hatte. Er 
rettet ein Chamäleon, das sich als Ginn und als Sohn der Ginnfrau entpuppt. Für die Rettung 
seines Lebens erwirkt ihm der Ginn das Eigentumsrecht bei seiner Mutter und so bekommt der 
Mann auch die Nutznießung und wird von seinem Geiz geheilt. Eine eigentümliche Auffassung des 
Geizes ! (Müller.) 



41. (93) Der gefoppte Freier. 



Mehri. 

1. Amur: gayj sih hibreh, 
hdmmeh Hibre min hileh? 

2. Amur le-Mbeh: Jwm 
le-hdris'. dmür heh: ,hast6u'. 
dmür heh: ,hardna, jihmöne, 
hörn 1-agUg li-hnof-i min 
harmU 1 ". 

3. Jihtm gajjen, te nükä 
rihbet tit. ksüh höbd ajzon. 



Deutsch. 

1. Er sagte: Es war ein Mann 
mit ihm sein Sohn, sein Name 
war Sohn von seinem Mutter- 
bruder. 

2. Er sagte zu seinem Vater: 
,Ich will heiraten'. Er sagte zu 
ihm: ,Gut'. Er sagte zu ihm: 
, Wohlan, ich werde gehen, ich 
will für mich nach einer Frau 
sehen'. 

3. Es ging der Knabe, bis er 
in eine Stadt kam. Er fand 



1 yebhähi tro (Müller). 2 Ms. yessalmak (Müller). 3 Ein Wechsel 

bald zu seiner Mutter, bald zu dem Manne sprechen läßt (Müller). * Vgl. 

Sprachwissenschaft S. 94 ff., Verwandtschaftsname als Personenname (Müller). 
,; Lies tesel/im-ana (Rhod.). 



rjadrarui. 

i. Gal: rijjäl, ma'üh weled, 
ismuh Weled min hdluh. 

20 

2. Gdl l-abüh: ,bagdyt 
ddrris 1 -. gdluh: ,zin'. gdluh: 
,bä-sir daüwwir li-nefsi min 
hdrmalt. 

3. Sdr al-ividdd wa ja bi- 
Idd wdhdah. hassäl sab' 25 

der Person, indem er den Ginn direkt 

Th. Nöldeke. Beiträge zur semitischen 

5 Substantivum verbale (Müller). 



110 



I. Prosatexte. 



41. Der gefoppte Freier. 



sähbireh, amörheh: ,Mt ni- 
ka'ak min ho'? dmür lasen: 
,n{ka'ak min rihhett. amü- 
ren 1 heh: -työlig min hi£en l 9 

b dmür hisen: ,ho gölig min 
harntet; hörn la-häris'. ami- 
röt heh tit minsen: ,ho si 
hibriti, mhaffagite 2 iis sük'. 
dmür h-is: ,hastou l . sahbris, 

10 dmür Ms: ,hasdrts kern-/ 
amiröt heh: .hasdrts sihnet 
merkab bayd dfer 1 . dmür 
h-is: ,hastöu, hörn, le-jhom'. 



15 4. Jihem min hinis. te 
niikä rihbet tit, yekus härmet 
tit. dmür Ms: ,äd had yes- 
söm bdyd äfer'f amiröt heh: 
,yehdul, ho si dijöjet tibijüd 

20 bayd äfer; am thöm tesSamz 
(tistöms), Semite tes lük 1 . 
dmür Ms: ,bi-kdm'? amirot 
heh: ,bi-miyet l . 

5. Amur his: ,hastöu, hörn 
25 le-jhom le-sahber hibi'. sah- 

bür hibeh. dmür heh: ,has- 
tt'm!-. sesmis (setmis) wa-nükä 
bis te beth. hds k-s-sobeh, 
sibhöt nhdl-se biddyt lebnit. 
30 tirhdy-s nhal-se, wa-has nhör 
gayrMt, ksüh nhdl-se biddyt 
gayrhit libnit. 

6. Ilas k-s-sobeh, jiMm te 
rihbit gayrhit, Jesu härmet i 

-. tirit. Sähbireh, dmür heh: 
,het min ho-/ dmür: ,ho min 
rihhitr. dmür heh: ,thom 
hisen nfledak büme'f dmür: 
,ho hörn l-eSSöm bnyd äfer 1 . 
miröt tit minsen: ,ho frnite 

'Pili Müller). 



sieben Frauen, sie fragten ihn, sie 
sagten zu ihm: , Woher kommst 
du'? Er sagte zu ihnen: ,Ich 
komme von meiner Stadt'. Sie 
sagten zu ihm : , Wonach siehst 
du (was suchst du)'? Er sagte 
zu ihnen: ,Ich sehe mich einer 
Frau um; ich will heiraten'. Es 
sagte zu ihm eine von ihnen: 
,Mit mir ist meine Tochter, ich 
werde sie dir verheiraten'. Er 
sagte zu ihr: ,Gut'. Er fragte 
sie, er sagte zu ihr: , Wieviel 
ist ihr Brautpreis'? Sie sagte 
zu ihm: ,Ihr Brautpreis ist eine 
Schiffsladung roter Eier'. Er 
sagte zu ihr: ,Gut ich will gehen'. 

4. Er ging von ihr. Als er 
in eine Stadt kam, fand er eine 
Frau. Er sagte zu ihr: , Verkauft 
noch jemand rote Eier'? Sie 
sagte zu ihm: , Jawohl, mit mir 
ist eine Henne, die rote Eier legt; 
wenn du sie kaufen willst, werde 
ich sie dir verkaufen'. Er sagte 
zu ihr: ,Um wieviel'? Sie sagte 
zu ihm: ,Um hundert'. 

5. Er sagte zu ihr: ,Gut, ich 
will gehen, daß ich meinen Vater 
frage'. Er fragte seinen Vater; 
er sagte zu ihm: ,Gut'. Er kaufte 
sie und kam mit ihr bis in sein 
Haus. Als es am Morgen war, 
befand sich am Morgen unter 
ihr (der Henne) ein weißes Ei. 
Er ließ es unter ihr, und wie 
es am andern Tag war, fand er 
unter ihr ein anderes weißes. 

6. Als es am Morgen war. 
ging er bis in eine andere Stadt, 
er find zwei Frauen. Sie frästen 
ihn, sie sagten zu ihm: , Woher 
bist du'? Er sagte: ,Ich bin von 
meiner Stadt'. Sie sagten zu 
ihm: ,Was willst du (daß) du 
hergekommen bist'? Er sagte: 
,l''li will rote Hier kaufen'. Es 



harim. tahabbdrnah, galü 
luh: ,enta jit min-in'? gdl 
li-hinna: ,jit min bilädi 1 . gä- 
lü luh: ,tadduwwir min dys 1 ? 
gälihin: ,and dduwwir min 
hörmah; bagdyt adrris 1 . gä- 
let luh wdhdah minna-hin- 
na: ,ani mdiyya bit, bagdyt 
azauicwijak iyydha 1 . gdlaha: 
,zen'. tahabbdrha, gälahä: 
Jiasäretha kam 1 -? gälet luh: 
,hasäret-ha sihnat mdrkab 
bed ahmar'. gälahä: ,zen, 
bagdyt asir'. 

4. Sär min 'indaha. hattä 
ja biläd wahdah, hassal hör- 
mah wdhdah. gälahä: .'ad 
häd yabi dhmar'? gälet luh: 
,näam, ani mdhjyah dijdjah 
tabtd bed dhmar-, in bagdyt 
tastariha, bä-Wha 'aleyk\ 
gälahä: ,bi-kdm l ? gälet luh: 
,bi-miySt'. 

5. Gdlaha: ,zen'. gälahä: 
,bä-sir athdbbar abüy'. athdb- 
bar abüh, gäluh: ,zen l . as- 
terha ja bha hattä betuh. 
yöm as-subh, sibhat tahta-ha 
bedah beda. halläha tahta- 
ha, yöm nahdr at-täni, has- 
sal 3 tdhtah bedah beda. 

6. Yöm as-subh. sär hattä 
biläd täniyah, ftässal 9 horma- 

ttn. tahabbdrnah, gälu luh 
,dnta min-in c / gdl Iahen 
,anä min bilädi'. gälu-luh 
,bagä//t dys j}t lä-Mni'9 gäl 
la-hi'na: ,dnä ba-dstari bid 
dhmar'. gäUt luh uahdah 



Für mhafikUt (Müllei 



So M \l 



42. Die drei Schwäger. 



I. Prosatexte. 



111 



lük, am het gassöne Mni 
lihyetk 1 . Jiastou'. gass Ms 
lihyeth. dmür Ms: .läzerome 
her gdssak lihyiti, samt 1 
bdyd\ amirot lieh: ,te bi- 
Mlli\ 

7. Has bi-hilli, diiwo la- 
Ms , amiröt lieh: ,am het 
läzerome gassöne Mni hl- 
ddnt-ke. mhidicite hük bdyd 1 . 
dmür Ms: Jiastou'. gass Ms 
hlddnteh. 

8. Has birs fillüt min 
tireh, bär he, te duico hol 
Mbeh. has duico hol Mbeh, 
sahbireh Mbeh, dmür heh: 
,mö gas? lihyetk 1 -? dmür heh: 
Jiarmet 1 . gulüg beh Mbeh, 
ksii hlddnteh gdttes. dmür 
heh: ,mb gass hlddnik 1 ? dmür 
heh: ,harm§t l . dmür heh hi- 
beh: ,küsk tük läzerome hdss 
min gduke 1 . wa-gazdnt iv-ah- 
talatdut. 

{abüd her dli, 8. März 1902.) 



sagte eine von ihnen: ,Ich werde 
dir verkaufen, wenn du deinen 
Bart für mich abschneiden laßt'. 
.Gut'. Er schnitt seinen Bart ab. 
Er sagte zu ihr: , Jetzt habe ich 
schon meinen Bart abgeschnitten, 
gib mir die Eier'. Sie sagte zu 
ihm: ,Bis bei Nacht'. 

7. Als es bei Nacht war, ging 
er des Nachts zu ihr, sie sagte 
zu ihm: ,Wenn du jetzt deine 
Hände für mich abschneiden 
wirst, werde ich dir bei Nacht 
die Eier bringen'. Er sagte zu 
ihr: ,Gut'. Er schnitt seine Hände 
für sie ab. 

8. Wie sie schon von ihm floh, 
ging er bei Nacht, bis er des 
Nachts zu seinem Vater kam. 
Wie er des Nachts zu seinem 
Vater kam, fragte ihn sein Vater, 
er sagte zu ihm: ,\Ver hat deinen 
Bart abgeschnitten'? Er sagte 
zu ihm: ,Eine Frau'. Es sah 
an ihm sein Vater, er fand seine 
Hände abgeschnitten, er sagte 
zu ihm: ,Wer hat deine Hände 
abgeschnitten'? Er sagte zu ihm: 
,Eine Frau'. Es sagte zu ihm 
sein Vater: ,Ich habe dich jetzt 
als den schlechtesten von deinen 
Brüdern gefunden'. Es ist zu 
Ende und aus. 



uinmahen: ,ani bä-bi c 'alegk, 
in bagdyt tagüs lihyetek'. 
,zin'. gas UhyUuh. gälaha: 
,delMna küd gassit lihyeti, 
c atina bM'. gälet luh: ,hattd 5 
bil-lel'. 

7. Yöm bil-lel, dawd la- 
Hndaha. gälet luh: ,delhina 
in bagdyt tagüs li adänak, 
bä-danwici lak al-bid'. gd- 10 
laha: ,zhi l . gds lahd add- 
nuh. 

8. Yöm kiidha serdat min 
föguh, sarä, hattd dawd 'ind 
abüh. yöm dawd 'ind abüh, 15 
tahdbbaruh abüh , gdluh : 
,min gds UhyUek!-? gdluh: 
,hormali l . sdf buh abüh, 
hässal addnuh magtübdt. 
gdluh: ,min gas addnek'f 20 
gdluh: ,hörmah'. gdluh a- 
büh: ,delMnah hassältak has 
min hawdnek i . ica-dngasat 
wa-thdllasat. 

(11. März 1902.) 



Mehri. 

1. Amur: gayj, sih ha- 
bdnthe hobd ica-seh hibinhe 
Uro. hdrbd- möt wa-dd 
sallit. yiffeg-sen, 3 hinöbi yif- 
fdgs näher we-lhagts* yiffdgs 
jinni ica-gaunet yiffdgs nö- 
mtl wa jhemen bi-sen. 

1 Lies: zemi (Müller). 



42. (104) Die drei Schwäger. 

Deutsch. 

1. Er sagte: Es war ein Mann 
mit ihm waren seine sieben 
Töchter und mit ihm seine zwei 
Söhne. Vier starben und es waren 
noch drei. Er verheiratete sie, die 
Große verheiratete er an einen 
Noher (Zaubervogel ) und die 
sich ihr Ansehließende verhei- 
ratete er an einen Geist (Jinni) 
und die Junjre verheiratete er an 



Bacjrami. 

1. Gdl: rijjdl mduh ba- 25 
ndtuh sdb c iva-md'uh c iydluh 
itntn. drbd muten wa-dd ta- 
lätah zäiüicej-henne, al-ke- 
birah zaicicdjha nähr wa- 
lähigdtha yizawicijha jinni 30 
wa-s-sagirah zawiodjha ddr- 
rah ica-särü bihen. 



Für drba (Müller). 



3 Für yifök-sen (Müller). 



Lies: lhagts (MüllerI. 



112 



I. Prosatexte. 



42. Die drei Schwäger. 



2. Te loägt yehömd bi-tit, 
hdmm-is Fatmeh bit Berg- 
as-s6ms. dniür: ,/jo jihmöne i . 
ami' riiit he/t: JijhOm lä 1 . 

5 dmür: ,ho ar jihm6ne\ 

3. Jihem, te nuka hal nä- 
her, has nüka hal noher, 
dmür: ,ho hirtiak bit berg 
ai-sems wa-de-§lül na-bl 

10 mins ld l . dmür: ,tduwwak 
tafdit loa-kdm min tdd bar 
■<lhätem\ dmür: .ho riddöne 
Id, himmak terfdi Si hat, 
ho hörn ica-gabdl ma'tiy- 

15 t/ak wa-het himi'. dmür: .hak 
hütem wa-thöm tegtileb aga- 
f'it. galldbeh birek hol?, dysi- 
yeh ive-shat lieh mish taut. 



20 4. Wa-bär, farr, te icdthf 
hal gath. kslyu tirdi härön. 
amür: ,het min ho, gayti 1 ? 
amirot: ,ho min büme de- 
rdy i . marhböt beh tca-äysyeth 

25 ti-a-as bereh amür: ,hirdak 
bi-bit bei'g as-sems', amürim: 
tduwwak tardit 1 ica-hük zal- 
leh e /«'. amür: lä, himma- 
kem tiztmem ti $%, hdttem, 

30 wa-himmakem lä, w&ddirem'. 
yawdzmiiii teh hanrfabüt, 
amür: ,an tehöm tagtileb 
nöm'tl, galldbs birek hok, 
w-an te/iöm tagtileb geyj, 

' Kür tarib'd Miller). 
4 So Ms. (Mi-u.KK). Gleich \>\. 



eine Ameise. Und sie gingen 
mit ihnen. 

2. Nach einer Zeit, hörte er 
von einer (Frau), namens Fatmeh, 
der Tochter des Sonnenblitzes. 
Er sagte: ,lch werde gehen'. 
Sie sagten zu ihm: ,Du gehst 
nicht'. Er sagte: ,Ich werde just 
gehen'. 

3. Er ging, bis er zum Noher 
kam. Wie er zum Noher kam, 
sagte er: ,Ich hörte von der 
Tochter des Sonnenblitzes und 
ich nehme weg 2 und (es gibt) 
von ihr nicht (ein Zurück)'. Er 
sagte: , Kehre jetzt zurück und 
gar manch einer ist schon ge- 
schlachtet worden'. Er sagte: 
,Ich werde nicht zurückkehren, 
beabsichtigst du mir eine Sache 
zu schenken so gib sie her, ich 
will sie und ich nehme dein Ge- 
schenk an und du bist mein 
Schwager'. Er sagte: ,Nimm 
einen Siegelring und willst du 
dich in einen Vogel verwandeln, 
so stecke ihn in deinen Mund'. 
Er gab ihm ein Abendessen und 
schlachtete ihm ein Schlachttier. 

4. Und er ging des Nachts, 
er flog, bis er Spätnachmittag 
zu seiner Schwester kam. Er 
fand sie, sie weidete Schafe. Er 
sagte: , Woher bist du, meine 
Schwester'? Sie sagte: ,Ich bin 
von hier, ich weide'. Sie bot 
ihm den Gruß und speiste ihn 
Abend und wie er schon sagte: 
,Ich habe von der Tochter des 
Sonnenblitzes gehört', sagten sie: 
.Keine jetzt zurück und für dich 
ist kein Heil'. Er sagte: ,Nein, 
beabsichtigt ihr mir eine Sache 
zu geben, gebt sie her, und 
beabsichtigt ihr nicht, laßt es 
bleiben'. Sie geben ihm eine 

2 Besser: ich pack' es an (Miller). 
(Möller). 



2. Hattd wagt yäsma' bi- 
wahdah, ismaha Fatmeh bit 
Berg - as - sams. gäl : , and 
bä-sir'. galü luh: ,lä tesir 
la'. gäl: ,anä gdyr bä-sir 1 . 

3. Hattd jd c ind an-ndhr. 
yom ja 'ind an-ndhr, gäl: 
,anä simft bit Berg-as-sems 
iva-sel, mä mi'i minna-ha'. 
gäluh: ,tadwivak s tirjd, kam 
min loähid andabdh\ gäl: 
,anä mä bä-rud lä. hammet 
tersil mi'i, bi-si hat and ba- 
gayt wa-gbel mdtiyyek wa- 
dnta sihri'. gäl: ,hud ho- 
tem; in bagdyt tegtelib tera/t, 
tarähuh fi wasdt titmak '. 
'assdh wa-dabah luh dabi- 
hah. 



4. Wa-sarä, farr, hattd 
dawä'ind uhtoh. hassdlha 
tdr'a gänam. gdlaha: ,min- 
in, yd-tihti'? gälet luh: ,ani 
min hina rdaina\ rahhabet 
buh wa-assetuh wa-yom kii- 
duh gäl: ,simit bi-bit Berg- 
as-Mms', galü luh: Jaiiir- 
icak terjdi wa-md lek sa/äh 
lä'. gäl: Ja /tdmmeten 1 ta' 
tena si, häfön, >ra-ii> klin- 
ken* md hammeten* hallenuh 
c atdynuh hdrzak, gäl&n luh: 
,in bagüt/t terjd' ddrrah, 
fardhha fi ütmek, wa-ld s 

3 Substantivuni verbale (Miller). 



42. Die drei Schwäger. 



I. Prosatexte. 



113 



küziz 1 birek hok 1 . ämur: ,has- 
tou'. wa-daybed hanäfh. 



5. Wa-jihem. t& nüka hal 
gäth geyrhtt, marhböt beh. 
wa-hätüm hini-hem. amürim: 
,thöm i lle-hö'f dmür: ,ho 
him'ak bi-bit berg as-sems 
wa-ddye 2 ltaivdl-se'. amü- 
rim: ,hdstoa, wat leylat ta- 
höm tibne hdzan, anbeh-en 
sidef bi-k-Mdmet 3 tagtit tu- 
icör i . dmür: Jidstou, li-kem 
ar idöb ( . 

6. Wa-jihem. ti bi-hflli 
yenüka fagh di-hüli, tuwd, 
galüg tau («j«). te tuwö hal 
ajüz, dmür h-is: ,de tänwwuh 
di Msen de'? amiröt: ,de 
tau di-Fdtmeh bit berg as- 
sems'. dmür: ,(e)hdugd hin- 
U gassi, te lafded'. amiröt: 
,hdstou l . hugä gas. 

7. Wa-higrdur, hatdur bi- 
rek süg. te gasrduwwen, 
wdthf. has icäthf, thölül 
hin- is te magrdb. has k-ma- 
grdb, bar, galüb handabut 
birek höh lüa-far gdtlab nö- 
her, te tuicü hinis. has 
tu teil hinis, gdtlab nümil, 
wuküb Ms min hälfet, has 
tuicii, sudiif hendül. amiröt: 



Perle, er sagte: ,Werm du dich 
in eine Ameise verwandeln willst, 
stecke sie in deinen Mund, und 
wenn du dich in einen Mann 
verwandeln willst, nimm sie aus 
deinem Mund heraus'. Er sagte: 
,Gut'. Er ging fort (packte sich). 

5. Und er ging. Als er zu 
seiner anderen Schwester kam, 
begrüßte sie ihn. Und er ver- 
brachte bei ihnen die Nacht. Sie 
sagten: , Wohin willst du'? Er 
sagte: ,Ich hörte von der Toch- 
ter des Sonnenblitzes und ich 
(werde) noch zu ihr'. Sie sagten: 
,Gut, sobald es Nacht ist, (und) 
du willst bauen eine Burg, rufe 
uns, stampfe mit dem Fuße zwei- 
mal'. Er sagte: ,Gut, über euch 
sei Pein'. 4 

6. Und er ging. Einmal in 
einer Nacht, um Mitternacht, kam 
er, er sah einen Lichtschein. Als 
er des Nachts zu einer Alten 
kam, sagte er zu ihr: , Woher ist 
dieser Lichtschein'? Sie sagte: 
, Dieser Lichtschein ist von Fät- 
meh der Tochter des Sonnen- 
blitzes'. Er sagte: .Ich lege bei 
dir mein Bündel ab, bis daß ich 
zurückkehre'. Sie sagte: ,Gut'. 
Er legte das Bündel ab. 

7. Und er ging fort, er schlen- 
derte auf den Markt. Als es am 
Spätnachmittag war, kam er. Wie 
er Spätnachmittag kam, verblieb 
er bei ihr, bis es Sonnenunter- 
gang war. Wie es Sonnenunter- 
gang war, ging er des Nachts 
fort, steckte die Perle in seinen 
Mund und flog in einen Noher 
verwandelt bis er des Nachts zu 
ihr kam (der Tochter des Sonnen- 
blitzes). Wie er des Nachts zu 



bagdyt terja rijjäl, tardhhä 
fi iitmek'. 5 gdl: ,zin'. hadä 
nefsüh. 



5. Wa-sär. hattd jd 'tnd 
uhtoh at-täniyeh, rahhabdt 5 
buh. iva-bäyyat 'indahum. 
galü luh: ,bagdyt fen'f gdl 
lahin : , and simi't bi - bit 
Berg-es-sems waäd ana lä- 
gadäha'. galü luh: ,z§n, 10 
yöm bagayt tibni el-husn, 
nebbi 6 nihd sadaf bi-küd- 
meh 1 taldtah marrät 1 . gdl: 
yZen, 'alikum al-adäb'. 

6. Wa-sär. hattd bil-lel 15 
wisel nus al-lel, sdf dau. 
hattd dawd "ind al-ajüz, gd- 
lahä: ,li-dawä da eys hdda'f 
gälet luh: ,da ddu Fdtmeh 
bit Berg -as-sems'. gdlahä: 20 
,iceggi'i s 'iridis gass-i hattd 
arjd''. gälet luh: ,zin'. ivdg- 
ga' gassuh. 

7. Wa-sär wasdt as-süg. 
hattd l-dsr, dawd. yöm da- 25 
icä , jeles 'indaha hätta 
l-mdgrib. yöm al-mdgrib, 
sard, tardh harzah fi ütmuh 
wa-fdrr agtaldb nähr, hätta 
daicä 'indaha. yöm daicä 30 
'indaha agtaldb derrah, da- 
hdl 'aleha min al- half ah. 
yöm dawd, dareb al-hendül. 



1 Eine sehr merkwürdige Form. Die Wurzel scheint Lij, hebr. NJ£' zu sein, also hüsis ntCXKI. Für birek muß wohl 
mbirek k~oj ^ gelesen werden (Müller). 2 Subst. verbale wie hebr. HlJ? (Müller). 8 Für gidmet arab. ? ^s? 

Miller). * Sobald euer Wort nicht wahr ist. 5 Vgl. Note 1 (Müller). 6 Für nebbih (Müller). 7 Vgl. 

Note 3. s Imper. d. 2. Form : Laß niederlegen, oder lege nieder bei dir (Müller). 

W. Hein, Mehri-Texte. 15 



114 



I. Prosatexte. 



42. Die drei Schwäger. 



,k$t md'? wvgöf min-s, tarh- 
is, te sukföt. has sukföt, sis 
birigfi) tirö, tdd di-fadddt 
va-täd di-dheb. yeslul di 
5 di-fedddf, yigdlb(h) hol hires, 
wa-yeÜül di di-dheb, yigdl- 
beh hol teräntse. 



8. Wa-bär. te tuimi hol 

io ajüz, amiröt: ,het min ho 1 ? 

dmür Ms: ,ho min büme 1 . 

wa-thölül hinis. has k-migrdb 

bar le-hdlleh. 1 



9. Te tuwü hinis bi-mkö- 
15 neh, amiröt: ,het md'? dmür: 

,ho nejem'. dmür Ms: ,wa- 
hit md'? amiröt: ,ho Fät- 
meh'. dmür: ,Fdtmeh mö'? 
amiröt: ,ho Fdtmeh bit Berg- 
en as-sems'. dmür: ,höm la-hd- 
ris bis', amiröt: ,hibi yihayz 
('Rad. hazii) li; häbü kide 
kide ber mötem, ftl yeti- 
hevi'. oiitür: ho fizak ti(h) 
26 lä, fll. 

10. Gafüd la-hdl hehar. 
dmür: ,höm luhtub hinük'. 
aniör: diesen hasörd- di-hi- 
britk'? dmür: ,haserts wez- 

30 net< ibiyt tuwör dhib 1 . dmür: 
jhdstou 1 . 

11. Yehrür* beh la-hdl ftl. 
has ftl gdtfdar* leh, ycgta- 



ihr kam, verwandelte er sich in 
eine Ameise, er trat bei ihr von 
dem Fenster aus ein. Wie er 
des Nachts kam, stampfte er das 
Ruhebett. Sie sagt: ,Wer bist 
du'? Er schwieg vor ihr, er ließ 
sie, bis sie schlief. Wie sie schlief, 
waren mit ihr zwei Kannen, eine 
von Silber und eine von Gold. 
Er nahm die von Silber weg, 
stellte sie zu ihren Häupten und 
er nahm die von Gold weg, er 
stellt sie zu ihren Füßen. 

8. Und er ging des Nachts. 
Als er des Nachts zu der Alten 
kam, sagte sie: , Woher bist 
(kommst) du'? Er sagte zu ihr: 
.Ich (komme) von hier'. Und er 
verblieb bei ihr. Wie es am 
Sonnenuntergang war, ging er 
des Nachts ins Freie. 

9. Als er des Nachts zu ihr 5 
kam nach seinem Orte, sagte sie: 
,Wer bist du'? Er sagte: ,Ich 
bin ein Stern'. Er sagte zu ihr: 
,Und wer bist du'? Sie sagte: 
,Ich bin Fätmeh'. Er sagte: 
,Wessen Fätmeh'. Sie sagte: 
,Ich bin Fätmeh die Tochter des 
Sonnenblitzes'. Er sagte: ,Ich 
will dich heiraten'. Sie sagte: 
,Mein Vater wird mich ver- 
weigern ; die Leute sind so schon 
gestorben, der Elefant aß sie'. 
Er sagte: ,Ich fürchte ihn nicht, 
den Elefanten'. 

10. Er stieg zu den Alten 
hinab. Er sagte: ,Ich will bei 
dir werben'. Er sagte: ,Was ist 
der Brautpreis deiner Tochter'? 
Er sagte: ,Ihr Brautpreis beträgt 
ihr Gewicht sieben Mal in Gold'. 
Er sagte: ,Gut'. 

11. Er eilte mit ihm hinab zu 
dem Elefanten. Wie der Elefant 



gälet luh: ,dnta min'? sa- 
kdt minnaha, tardhha, hdtta 
ndmet. yöm namat, mdlia 
ebrigin, wdhid fiddah wa- 
■wähid dahdb, yesül hagg 
al-ßddah, hdtta halläh 'ind 
räsha, toa-sel hag ad-dnhab, 
halläh c ind rujülha. 



8. Wa-sard. fidtta dawd 
'ind 'ajüz, gäUt luh: ,dntah 
min-in'? gäl lahd: ,and 6 min 
hina'. ica-jeles 'indahä. 



9 fi makänuh, gä- 
let luh: ,anta min'? gälahd: 
,and ntijm'. gdl lahd: ,wa- 
dnti min 1 ? gälet luh: ,ani''' 
Fdtmeh 1 . gdl lahä: ,Fdtmeh 
min'? gälet Iah: ,ani a Fdt- 
meh bit Berg-as-sems'. gdl 
lahd: ,bagdyt a'arris bis 1 , 
gälet luh: , abüya ydhzi a- 
ley; halg yem küd mdtü, al- 
fil kaldhem'. gdl lahd: 
,and md fizCt si lä al-fik. 

10. Neder lä-ind as-se- 
bah. gdluh: ,bagdyt dhtub 
'indak'. gdluh: .kam hasd- 
ret bittak'? gdl: ,hasäretha 
toeznaha sab' marrdt dahdb 1 . 
gäluh: ,zen'. 

11. Harre buh lä-ind al- 
fil. yöm iil-fil radd 'olih. 



1 Lies le-hdle = ^J\ ^\1 Im JJadrami fehlt dieser Satz (MÖLLBll). 
M'u.kh). a Vgl. jor»' Strandläufer (Müller). 

6 Zur Tochter des Sonnenblitzes (Müller). 



1 Für ha»6rel wegen des folgenden di 
4 Vgl. gäydav Tieger, also eigentlich „Losgehe.!-" iMm.i.kk 1 . 
6 and fem oni? (Rhod.) 



42. Die drei Schwäger. 



I. Prosatexte, 



115 



lüb nümil, yezetüt (yizaffd) 
le-jidor, te yegbdzeh. bi-ajri- 
zeh. dilüf dilüf te siba. has 
siba, jär, gayüb hass, hatal- 
geh min ajr&zeh wa-td'neh 
birek gäfdeh ica füteh. wa- 
ämür: ,ftehem, ber latagk 
teh'. 



12. Herüj. iva-ämür: ,äd 
l-ük tizhddz 1 min berek mi- 
yet härmet 1 , dmür: ,hdstou'. 
has k-s-sobeh hagfidem tesen 
fahre wa-gafüd fahre te 
imzä. has vcizel imzä, yelgof 
bis tdur hdull. amürem: ,de 
se lä; sahitem teh'. dmür : 
,tehimem teshttem, shitem, ho 
di garöbkes, se ar dima'. 
wa-hagfidem t$s tör gäher 
wa-garbis. wa-has ber gar- 
bis, härüs bis. 



13. Wa-amürim: ,äd luk 
häzan ; tabneh Met yom'. 
dmür: ,hdstou, ehöm mink 
rahsdt silet yom. wa-hat bi- 
hilli äddi-heyüm tijzä lä-äd 
had la-hrij lä'. has heyüm 
jizdut, yahtaut bet hall bet 
da ddulet wa-dgars has tös 
iva-sdüf be gd\ 



auf ihn losging, verwandelte er 
sich in eine Ameise, er lehnte 
sich an die Mauer an, bis er ihn 
bei seinen Hoden packte. Er 
(der Elefant) stürmte, er stürmte, 
bis er genug hatte. Wie er genug 
hatte, fiel er, es schwand ihm 
das Bewußtsein, er ließ los von 
seinen Hoden und durchbohrte 
ihn in seinem Nacken und machte 
ihm den Garaus. Und er sagte: 
jÖffnet, ich habe ihn schon ge- 
tötet'. 

12. Er ging heraus. Und er 
(der Sultan) sagte: ,Noch liegt 
dir ob, sie zu erkennen unter 
hundert Frauen'. Er sagte: ,Gut'. 
Wie es Morgen war, brachten 
sie sie zusammen hinab, und 
er stieg 2 zusammen hinab nach 
unten. Wie er nach unten ge- 
langte, packte er sie das erste 
Mal. Sie sagten: ,Das ist sie 
nicht, schlachtet ihn'. Er sagte: 
,Wollt ihr schlachten, schlachtet 
mich, der ich sie erkannt habe, 
sie ist nur diese'. Und sie brach- 
ten sie herab das andere Mal 
und er erkannte sie. Und wie 
er sie schon erkannt hatte, hei- 
ratete er sie. 

13. Und sie sagten: ,Noch 
liegt dir ob eine Burg, du baust 
sie in drei Tagen'. Er sagte: 
,Gut, ich will von dir Nachsicht 
drei Tage. Sobald es Nacht ist, 
vom Sonnenuntergang an, (darf) 
niemand mehr herausgehen'. Wie 
die Sonne untergegangen war, 
grundrißte er das Haus unter 
dem Hause des Sultans und 
machte es groß wie es (das 
Sultans Haus) und stampfte auf 
die Erde. 



yegtalib ddrrah, yesüt 'ald 
l-jidär, hdtta gabdsuh fi 
ku'letuh. delef, delef. hdtta 
seyyeb. yom sdyyeb, sagdt, 
gab hissuh, taldguh min 5 
kiildtuh wa-tddnuh fi häl- 
guh tca-fauiowdtuh. toa-gäl 
lahüin: .fathdu, kud gatdl- 
tufr. 



12. Haraj ica-gäl: ,'ädek iö 
tezhdd min wasdt al-miyah 
al-mardh 1 . gäl: ,zön'. yom 
es-silbh, sarrafinä-hen 3 mdr- 
rah wa-nddren mdrrah hat- 
ta tdht. yom ivdslen taht, 15 
lagdt ba-hd auwwal. gälü 
luh: ,mä hi hi (\. di?); dab- 
hduha '.* gälet 5 la - hum : 
,bagdytü tedbahüni, adbahü- 
ni 'irifta-ha hi ger di'. wa- 20 
nazzalüha marra täni ica- 
c ardfha. ica-yöm küd 'irifha, 
'arrds ba-he. 



13. Wa-gdlu: ,'dd c alek 
hiisn, tebnih taldtah ayydm'. 25 
gdl: ,z$n, bagdyt minnak 
ruhsah taldtah ayydm. ica- 
yom bil-Jel c dd as-sems ta- 
gib, la l dd had yahrüj W. 
yom as-sems gdbat, hat bet 30 
tdht bet ed-döleh iva kab- 
bdrha kamdha wa-dardb fil 
gd\ 



1 Für tizhdds wegen des vorangehenden d (Müller). 

: Lies: ,sie stiegen' nämlich die hundert Frauen (Müller) 

1 Lies: dabhäu-hul (Müller). 5 Lies: gäl (Müller). 



s Lies: sarrahü-hen (Müller). 



15* 



116 



I. Prosatexte. 



42. Die drei Schwäger. 



14. Herüjem leh jenn, ye- 
hdf his. ive - benühem ' bet, 
had min-hem al-tin wa-had 
yikkerrüs bi-mföl wa-hdd li- 

o gböwel wa-hdd la-hallef wa- 
häd li-mfdulet wa-hdd yis- 
fdhsen häbyor wa-hdd yä- 
möl sidöd wa-hdd yebügad 
la-hüjdrten yenühij bi-bhau- 

io hari-sen, wa-bayt 'njzöt, befs 
agär mini bet di-ddidet. 



15. Wa-jihemem. te yagab- 
rem ajüz tit, amürim : ,Mt 
hdmmis mö-f amirot: ,hammi 

15 Kasmet 1 . amürim: ,Kasmet 
higiyyen' f amirot : ,hom lä'. 
wedrem tts. 

16. Wa-jihemem, te yagdb- 
rem ajüz gayrhit, hdmmis 

20 Jardnah, we-stohilem min 
haldkme. te yagdbrem hüj- 
rit, amürim : ,hemmis mö l ? 
amirot: Jidmrni Rdurem-<ii- 
kizkiz'. amürim: jiet hdmm- 

25 is Rdurem-di-kizkiz'? ami- 
rot: ,yahdtd. i . yikdbdem (yi- 
labdem) tes bi-läuyet yetrW 1 
wa-nikdem afd-em. s wa-nji- 
zöt. 

(aod her abddüah, 9. u. 10. März 1902.) 



14. Es kamen heraus über 
ihn die Geister, er fürchtete 4 
was. Und sie bauten das Haus, 
einer von ihnen war über dem 
Lehm und einer legte die Grund- 
mauern mit Stein und einer war 
über die Balken und einer über 
die Fenster und einer über den 
Abort und einer grub die Brun- 
nen und einer machte die Tore 
und einer eilte über die Skla- 
vinnen, er spielte in ihren Hütten 
und das Haus wurde fertig, es 
war schon größer als das Haus 
des Sultans. 

15. Und sie gingen. Als sie 
eine Alte begegneten, sagten sie: 
,Was ist dein Name'? Sie sagte: 
.Mein Name ist Kasmet'. Sie sag- 
ten: ,Kasmet, tränke uns'. Sie 
sagte : ,Ich will nicht'. Sie ließen 
sie. 

16. Und sie gingen, bis sie 
eine andere Alte begegneten, 
ihr Name war Jaranah (die Lang- 
halsige?), und sie gingen weg 
von dort. Als sie eine Sklavin 
begegneten, sagten sie: ,Was ist 
dein Name'? Sie sagte: ,Mein 
Name ist Meer der Finsternis'. 
Sie sagten: ,Dein Name ist Meer 
der Finsternis'? Sie sagte: ,Ja- 
wohl'. Sic schlugen sie mit zwei 
Tragstöcken und kamen in ihr 
Land. Und es ist aus. 



14. Harjü luh jin yifza' 
eys wa-bandu bet, hdd min- 
nahum la-t-tin had ydkbus 
bil-hasd wa-hdd l-el-jebdl 5 
wa-hdd lel-haldf wa-hdd 
'ald az-zawäliya wa-had yäh,- 
fir al-abyär wa-had yaldggi 
seddet wa-had yahub 'ald 
l-jaicdr, yel'ab f-il bahdhir 
wa-bit tarn, ktiduh kebir min 
bet ad-dolah. 



15. Wa-sär. hdtta 'dradan 
'ajüz ivihda, gälü lahd: 
jsmis min'? gdlet: ,ani ismi 
Kdsmeh i . gdlu la-hä: ,Kes- 
met el-jinn'P gdlet: ,md 
bagdyt'. hallü-ha. 

16. Wa-sdru, hdtta 'dra- 
dau 'ajüz täniyah, isma-ha 
Jerdnah, wa sdrau min hi- 
ndk. hdtta 'dradau jdriya 
galn la-hd: ,ismis min'? 
gdlit: ,ismi al-Bdhr ad-ddl- 
meh'. gälü lahd: ,dnti ismis 
al-Bdhr ad-dalmeh^ gdlet: 
,na'dm'. haddü-ha bi-luäten. 
tva-jdu wa-'dddu} iva-nej- 
zet. 

(12., 13. März 1902.) 



43. (105) Die Portia von Gischin. 



30 



Mehri. 

l. Gayj jihim iva-sih hi- 
breh. dmör Jjibrih : ,hom l- 
awdzzik;* wat (= wa-te) im //, , 



Deutsch. 



I.Iadrami. 

i. Ein Mann ging und mit l. Rijjdl sdr wa-ma'uh 
ihm war sein Solm. Kr sagte weUduh. gdl liweliduh: ,ba- 

zu seinem Sohn: ,Ich will dich ( - /dl/t „„,;).. //( «„„ (lm - f ;„„/ 

1 Das h wohl '1p? Hiatus wegen (Müller). Für lauy&i terit (Müller). :l Für arifhem (Müller). ' hü 

wohl = h -\- 4i und der Sinn ist wohl: er fürchtete sich etwas, d. h. ein wenig (Möller . Lies: gebäl (Müller) 

Verhört für higlifyen tränke uns (Müller). ! Gleich 'dien» verhört für irdJum (Müller). " Für l-awdtiik (Müller). 



43. Die Portia von Gischiu. 



I. Prosatexte. 



117 



däd 1 hibrit di-ardbi'. möt 
hehar. 

2. Jihem hibröh, te icdthf 
bi-huwödi, yeküs gayj, ydmöl 
bir, yeslül ä diu min birek 
humü. dmör : ,dä-wukö d 
diu ye[h]rdUam humü ld"? 
dmör: ,jire, si holak W. 



3. Sügüs; te be-minheg, 
yeküs gayj di-yefhös gayd 
ica-ygadfür be-dsreh. 2 as tu- 
weth siicdt, dmör: ,dä-wukö 
atti'iurih siwöt attehe 1 ? dmör: 
,jire, s Si hdulek ld'. 

4. Gardur; te bereh [le- 
minjheg, yeküs hayr di-yad- 
hör egattdt, dmör: ,iced bü- 
läh min as-setdn; het tedhör 
gattdt dima hesen' ? dmür: 
,jiri, $i hdulek W. 

5. Sügüs; te bi-minheg, 
yeküs bayr wa-he bi-feitt 
hduwas zubön, bis si gaut Id. 
,ioa-dd-icukö het di-Mllek bis 
toa-se bis fegar 1 ? ämür: ■jire, 
ii hdulek lä'. 



6. Sügüs; te be-minheg, 
yeküs bayr gdher bi-fesit ga- 
rehit, hin-eh hayr alldh ice- 
he hatif. dmür: ,dä-wuko het 
hatif wa-hnük d gd jid we- 
ttiwe-ld'? dmür: ,jire, si 
hdulek /«'. 



letztwillig beauftragen, sobald ich 
gestorben bin, nimm die Tochter 
des Arabers'. Es starb der Alte. 

2. Es ging sein Sohn; als er 
spätnachmittags in ein Tal kam, 
fand er einen Mann, der einen 
Brunnen machte, er hob die 
Eimer von dem Wasser auf. Er 
sagte: , Warum bringen die Ei- 
mer kein Wasser herauf? Er 
sagte: ,Geh weiter, die Sache ist 
nicht dein Zustand (das geht 
dich nichts an)". 

3. Er ging am Nachmittag; 
als er auf dem Hochwege war, 
fand er einen Mann, welcher 
einen Strick drehte und ihn 
hinter sich warf. Wie das Feuer 
ihn fraß, sagte er: , Warum läßt 
du das Feuer ihn fressen'? Er 
sagte: ,Geh, das geht dich nichts 
an'. 

4. Er ging, als er gerade hoch 
war, fand er einen Esel, welcher 
mit dem Kopf eine Höhle stoßt. 
Er sagte: ,Gott helfe mir vor 
dem Teufel; was stößt du diese 
Höhle'? Er sagte: ,Geh weiter, 
das geht dich nichts an'. 

5. Er ging am Nachmittag; 
als er auf dem Hochwege war, 
fand er einen Kamelhengst, und 
er war eine Zeit auf einer leeren 
Bergebene, auf ihr war keine 
Nahrung. .Und warum wohnst 
du auf ihr und auf ihr ist die 
Armut"? Er sagte: ,Geh weiter, 
das geht dich nichts an'. 

6. Er ging am Nachmittag; 
als er auf dem Hoehwege war, 
fand er einen anderen Kamel- 
hengst auf einer anderen Berg- 
ebene, bei ihm war das Beste 
Gottes und er war hungrig. Er 
sagte: .Warum bist du hungrig, 
und bei dir ist gute Erde und 



(j^L) bü al-'drab'. mdt as- 
sebah. 

2. Sdr loeleduh; hattd da- 
wd fi-uddi, hdssal rijjdl, 
yelaggi bir, sei ed-ddlu min 5 
wasät al-md. gdl-luh:* ,dä- 
ke ad-daldu md yatdlla'ün 
md ld 1 ? gdl-luh: ,sir md 
hdulek 5 si 1 . 



3. Rduwwah; hattd küduh to 
tdli c , hdssal rijjdl yafhds 
habl ica-yandtig (?) buh la- 
gafäh. keletuh an-ndr. gdl: 
,da-wardk hallet anndr td- 
kuluh'? gal-luh: ,sir md ts 
hdulek si 1 . 

4. Sdr, hattd küduh tdli 
hdssal himdr yintah gar. gdl: 
,aüd büläh min as-setdn; 
dnta tintah el-gdr 'dla eys'.'. -J" 
gdl-luh: ,sir md hdul-ek si'. 

5. Rduwwah; hattd küduh 
tdli% yehdssil bir 6 we-hi 
fil-jdhi haliyyah"' zamdn, md 25 
fihä gut lä. gäl-luh: ,däki 
halleyt hina ica-hi fihä al- 
fdgr'? gdl-luh: ,murr md 
hdul-ek si'. 

6. Räuwicah; hattd küd- 30 
uh min tdli'' yahdssil bir 6 td- 
niyaK' fil-jdhi gayr, s hi Hn- 
daha rdhmat alldh ica-hü 
jey'dn. gdl-luh: ,däicarak 
enta jey'dn wa-indak ard 35 
zin wa-ld tokul ld'? gdl- 



1 Für ddt = k-^ö (Müller). a Für sereh (Müller). g Ms. stets jireli (Müller). 4 Im Ms. stets gdl-uh (Müller). 
5 Auffällig ist die Schreibung für häl (Müller). 6 Für -~äJ (Müller). ' Oben täniyah. 8 Bald Mask., bald Fein. 



118 



I. Prosatexte. 



43. Die Portia von Gischin. 



luk: ,murr mä hdulek si'. 



7. Sügüs: te be - minhig, 
yeküs hf'har. agär min In- 
hal-, wa-yeküs hinSh (lad, 1 bell 
jirem bad nem wa-baä bah- 



7. Rduwwah; fyattd küd- 
uh tdli', hdssal sebah, dkbar 
min as-siydbah, ica-y'hdssil 
'induh 'üb, fih dorn bd'd 



du ißt nicht'? Er sagte: ,Geh 
weiter, das geht dich nichts an'. 

7. Er ging am Nachmittag; 
als er auf dem Hochwege war, 
fand er einen Alten, größer (äl- 
ter) als die Alten, und er fand 
bei ihm einen Tlbbaum, auf ihm 

5 litten iva-beh skiyä wa-bih einige reife Domfrüchte und ei- n fy wa bd'd näjeh wa-fih 
hddb. wa-küs s hthdr yateica nige unreife, und an ihm Dornen, sök wa-fih icardg. hdssal 
min taref. dmür: .[nä-]€id und an ihm Blätter, und er fand sebah yükul min tardf. gäl: 
bi-l/äh min as-setdn, Ut im- den Alten essend von den Enden. ^ na 'üd billdh min as-setän, 

Er sagte: ,Wir suchen Hilfe bei 

Gott vor dem Teufel; was ist 

dir? iß von dem Guten und das 

Schlechte lasse'! Er sagte: ,Geh 

weiter, das geht dich nichts an'. 

8. Er ging am Nachmittag; 



köf attö min hall jid we- 
io dhe gomih wdddireh'! dmür: 
,jire, si hdulek hr. 



8. Sügü§, te be- minhig, 
yeküs gayj lihyeth kdllis leb- 

15 nit sayb. dmür: ,ud bi-lläh 
min as-setän, dd-wuko li- 
hyetk lebnit wa - het wutö- 
m«'? dmür: ,jire, si hdu- 
lek b'r. 

20 9. Sügüs. te be-minheg, 
yethöf gayj gdher yekün fagh 
di-lihyeth sayb wa-fagh, di- 
hüröt. dmür: ,jire, si hdu- 
lek lä l . 

t>5 10. SügiiS, te be-minheg, 



enta icaräkf tükul min az- 
zen iva -da al-juicicah 
hälloh'. gäl: ,murr, md hdu- 
lek si'. 

8. Sdr hat tu küd-uh min 



als er auf dem Hochwege war, ß g> hä?§a i ri jj ä i Uhy&uh 

fand er einen Mann, sein ganzer int l"j ->l -h <*j 

„ . . ' _, & kulleh beda seb. aal: ,na üd 

Kinnbart war weiß.'' Er sagte: ,.,,,, . ' _ 

,Wir suchen Hilfe bei Gott vor bllläh mm «^«»'- gälriuh: 

dem Satan; warum ist dein Bart 4 a wardk lihydtek beda wa- 

weiß und du so'? Er sagte: ,Geh dnta kdda'? gdl-luh: ,murr, 

weiter, das geht dich nichts an', md s'i hdulek 1 -. 



9. Er ging am Nachmittag; 
als er auf dem Hochwege war. 
kam er spätnachmittags zu ei- 
nem anderen Mann, sein Bart 
war zur Hälfte weiß, zur Hälfte 
schwarz. Er sagte: .Geh weiter, 
es geht dich nichts an'. 



9. Rduwwah, hdtta kuduh 
(>'ili\ yedwi rijjäi täni ntis 
lihyetuh beda wa-nüs swid. 
gdl-luh: .murr, ma hdulek si'. 



10. Rduivicah, hdtta kuduh 



10. Er ging am Nachmittag; 

yeküs gayj lihyeth liurdt wa- als er auf dem Hochwege war, ^fe"', hdssal rijjäi lihyetuh 

hv Xr.hti-C t„„ *n„ n J„ m &t r,i; san el * einen Mann, sein Bart A j i * * ■ .-■ ' 

he 8UKUJ tar mgadamet lai ,,,.., soaa wa-hu naunn loa maq- 

, ,,„ 7 7 . 7 ,., ., . . war schwarz und er schlief auf , v * o o 

halleg] d,-harmeth. as- gayj dem Schoß (Vorderteil des KIei . damat harmetuh. yom ar- 

tann ddyns, garrdth bi-mi- des) seiner Frau Wie der Ahe rijjäi näyim fögahä, gassdt- 
30 grät ica-asus* muddut lieh schlummerte auf ihr, schnitt sie uh bi-migrät wa-gdmet mdd- 

[h'udis/. gayj dmür: ,dä- es mit einer Schere ab und stand det la-r-rijjdl. gäla-lhnr 

auf und reichte ihm (die Hand). 
Der Mann sagte: , Warum ver- 
darbst du das Kleid'? Sic >:igtc : 
,Ich fürchtete, daß er erwacht'. 
Wie er schlummerte, verbrachte 
er die Nacht bei ihr. 



wukö hirib§ & halleg'? ami- 
r/'it: ,afözd min lahdngizeh 1 . 
Has he (dun, atüm hints. 



.dd-iraräs hardbti at-tiyäb-.' 
gdlet: .fizi't an yinbeh. y&m 
In'/ ndm, bdyyet '{ndahä. 



' Für dSd (Miller). - Für wa-yek<U i Mi lleu). 8 Für has (Mcller). 4 Für ahit (Muij.br). 

' Für hiril,< (MüLLBn). " Ergänzt muß werden ,und er juupr', was vielleicht in «4 (für JjLÜ>) steckt; dagegen spriclit 

jedoch im Mehri iayh Mini ' Ms. gdla-ha hier und weiter unten, ebenso oben gal-hu. 



43. Die Portia von Uischin. 



I. Prosatexte. 



119 



11. Amirüt: ,dä-het le- 
hoiVf dmür: ,ho hörn asäh- 
bir la-bnU l-aräbi'. amirüt: 
,de-hö binit l-aräbi'. 



11. Sie sagte: ,Wohin (willst) 11. Gälet luh: ,ba.9fy f tä- 

du'? Er sagte: ,Ich will fragen fön'? gäla-lhä: ,anä bä- 

thäbber min bint al-ärab'. 



nach der Tochter des Arabers'. 
Sie sagte: ,Ich bin die Tochter 
des Arabers'. 



,da- 



bit al- 



5 12. Amur: ,ho hibi diwazyey, am ber 
thöm tahäris, hars bundyyat al-ardbi wa- 
mafosör hsor min möli. hdysar Ms tceznis 
min möl di-hibeh. iva-dayif icarh. 



13. Has töü di-drydft, sijzäur* sitta asär 
io gars. siyür, te hol harmüth, dmür Ms: 

,sijzdrk 3 sitta asär gars 1 . amirüt: ,kineh la- 
hdl zidlg di-Mbek yegrddk sitta asär gars'. 

14. Amur: ,M dirthem lä, laken has Mt 
hibrd di-zadigi, mnhdgride tek sitta asdr 

io gars ica-zibröne lük asrin ydm. Müddak ll 
asrin yöm, hdstou; wa-miiddak li lä, lük 
rötal mine badenak\ wuzmeh. 

15. Te mgören dmür: ,hat dii'ahimye'. 
dmür: ,si direhem lä'. dmür: ,hat rötal 

so min ättduyek-.* dmür: ,wezm6n tek hag 1 . 

16. Agarröh 5 la-häl buneyyet el-aräbi. 
amiröt: ,küsk lük ar weli temded sitta 
dsar weld tezin retel min ättduyek'. am 
izyedk li-retel, lük hirök ashäteh iva-dm 

25 agzdrk mine retel, lük hirök ashäteh; lük 
ritel swesicd, am izyedek ivele gazdrk 
(qasärk) lük hirök, ar swesive. 



17. Amur: ,fiza'k min hizd walö la-häjzer 

(hdqser) mine retel; #ö?ra la-derdhimye l . 

30 amiröt: ,hibö wigdk het wa-gayj bäli retel 



gaUt luh: 
arab. 

(12./ 13. März 1902.) 

12. Er sagte: ,Mein Vater hat mich letztwillig 
beauftragt: wenn du schon heiraten willst, heirate 
die Tochter des Arabers und den Brautpreis 
zahl' von meinem Gut'. Er zahlte den Brautpreis 
für sie, ihr Gewicht (an Silber) von dem Gut 
seines Vaters und er machte ein Gastmahl einen 
Monat (lang). 

13. Wie es nach dem Gastmahl war, hatte 
er einen Mangel von sechzehn Talern. Er ging. 
Als er bei seiner Frau war, sagte er zu ihr: ,Ich 
habe einen Mangel von sechzehn Talern'. Sie 
sagte: ,Geh zurück zu dem Freund deines 
Vaters, er borgt dir sechzehn Taler'. 

14. Er sagte: ,Mit mir sind keine Drachmen, 
aber weil du der Sohn meines Freundes bist, 
werde ich dir die sechzehn Taler borgen und ich 
werde mich mit dir zwanzig Tage gedulden; be- 
zahlst du sie mir in zwanzig Tagen, gut, und 
bezahlst du sie mir nicht, ist auf dir ein Pfund 
von deinem Körper'. Er gab ihm. 

15. Als er dann sagte: ,Gib meine Drachmen' 
sagte er: ,Mit mir sind keine Drachmen'. Er 
sagte: ,Gib das Pfund von deinem Fleisch'. Er 
sagte: ,Ich werde dir geben das Recht'. 

16. Er brachte ihn zu der Tochter des 
Arabers. Sie sagte: Jch finde, es liegt dir nur 
ob: entweder du bezahlst sechzehn oder du 
wiegst ab ein Pfund von deinem Fleisch'. Wenn 
du nimmst mehr über das Pfund, hast du deinen 
Kopf (verwirkt), ich schlage ihn ab, und wenn 
du weniger nimmst als ein Pfund, hast du deinen 
Kopf (verwirkt), ich schlage ihn ab; dir gebührt 
ein Pfund geradeaus, wenn du mehr oder weniger 
nimmst, hast du deinen Kopf (verwirkt); es ist 
nur geradeaus. 

17. Er sagte: ,Ieh fürchte vor dem Zuviel- 
machen, oder daß ich weniger nehme als ein 
Pfund; ich will meine Drachmen nicht lassen 
(ich will sie haben)'. Sie sagte: ,Wie bist du 



1 ni fem. (Rhod.) - Hier bricht der Hadrami-Text ab. 

(Müller.) 5 Lies : hagaror (Müller). 



Für iigzäur und Sigzirk. 



4 Für Awih 



120 



I. Prosatexte. 



43. Die Portia von Gischin. 



middek leh du wezenk leh'. dmür: Ja ho 
gayj hirjey minneh. te adür derdhimhe 1 . 
amirüt lieh: ,de gayj Id, d& ar ho hdrjek 
tek minh, te adür derdhimhe'. 



5 18. Wat 1 kessöbeh, talbüs labs di-gäyj, 
trat 1 kalldyni, se härmet, icattöli wiärüt 
sayat. amirüt he-gdyjis: ,svfir birMs'. 
amfir: ,hdstau'. 

19. Söfer birek säyet, te as ber eh bi- 

io rihbit, amürim: ,da gauicwiyet nehötn ender 

Us, te tiltäl wa-dn ber bat- lüt siyetseh 2 

kallesen tibätlen. Kalldyni tauyis hibre di- 

däulet. dmür.- Jwm lerkdb lis-f amirüt: 

Jidstau, laken hörn Idamol hük gahwet fa- 

iö nöni 1 . wa-mgören tuuizmeh le-gri hämer 

giyüb has; tahrüj hötem min hidis wa- 

galbeih birek sneöt. te nur et min siwöt. as 

ber miret amirüt hüjrit: ,SelSl fdmeh 1 . se- 

tid 3 fdmeh hüjrit ica-harmet tizahdreh bi- 

•20 hötem dehne bin setteh iva-bin ajrezeh. 

amirüt [hejhüjrit: ,ishdbeh, he ber gijüb, 

heder* kudmit'. 



20. Te has sidho, bar. Te tutvü hol gah, 

dmür: Jiet berk mins au ddek'f dmür: 

25 ,bers, ica-Mt, in tahöm has tey, gire wedis 1 . 



21. Siyür, te tawayis, dmür: ,höm lerköb 
IW. amirüt: ,höm la'amöl hük gahioet'. 
dmür: ,hdstau l . teizmeth gahwet birkis 
Iji'imr. giyüb has. 
so Has giyüb has tahruj hö-tem wa-tgalbeh 
birik Siwöf, te miret. amirüt hüjrit: ,selel 



geworden, du, und der Mann, der Herr des 
Pfundes, bezahltest du ihn oder wiegest ihm 
(Fleischt ab'? Er sagte: ,Mich ließ ein Mann 
hinauskommen von ihm, bis ich seine Drachmen 
zurückgab'. Sie sagte zu ihm: , Nicht ein Mann, 
nur ich ließ dich herauskommen von ihm, bis ich 
seine Drachmen zurückgab'. 

18. Sobald es am Morgen war, zieht sie an das 
Kleid des Mannes, sobald es Abend war, war 
sie eine Frau. Und darauf zimmerte sie eine 
Sa'iyah (kleines Segelschiff). Sie sagte zu ihrem 
Mann: , Reise in ihr'. Er sagte: ,Gut'. 

19. Er reiste in der Sa'iyah, bis (wie) er 
schon in einer Stadt war, sagten sie: , Diese ist 
stark; wir wollen auf sie hinaufsteigen, bis sie 
vergewaltigt wird, und wenn sie schon ver- 
gewaltigt ist, werden die Segelboote alle (zu- 
grunde gehen) zerstört (werden)'. Am Abend 
kam der Sohn des Sultans zu ihr. Er sagte: 
,Ich will auf dir reiten'. Sie sagte: Gut, aber 
ich will für dich zuerst Kaffee machen'. Und 
dann gab sie ihm Wein zu schlürfen; es schwand 
ihm die Besinnung. Sie zog den Siegelring von 
ihrer Hand und steckte ihn in das Feuer, bis 
er glühte von dem Feuer. Wie er schon glühte, 
sagte sie zur Sklavin: ,Heb seinen Fuß". Ea 
hob seinen Fuß die Sklavin und die Frau brand- 
markte ihn mit diesem Siegelring zwischen seinen 
After 5 und zwischen seinen Hoden. Sie sagte 
zur Sklavin: , Schleife ihn, er ist schon ohn- 
mächtig, auf den (Mist-) Haufen'. 

20. Bis (wie) er zu sich kam, ging er des 
Nachts. Als er des Nachts zu seinem Bruder 
kam, sagte er: , (Kommst) du schon von (mit) 
ihr oder (willst) du noch'? Er sagte: , Schon 
(hatte ich) sie, und du, wenn du willst sein wie 
ich, geh zu ihr'. 

21. Er ging; als er des Nachts zu ihr kam. 
sagte er: ,Ich will auf dir reiten'. Sie S8 
.Ich will dir Kaffee machen'. Er sagte: ,Gut'. 
Sie gab ihm Kaffee, in ihm war Wein; es 
schwand ihm das Bewußtsein. 

Wie ihm das Bewußtsein schwand, zog sie den 
Siegelring ab und steckte ihn ins Feuer; (bis) 
als er glühte, sagte sie zur Sklavin: ,Heb seinen 



1 Für wa-ad oder wa-tei (Müller). ' Lies: tiylUt (Mi li.er). 3 Für iellül [oder das Mask. wird wir im 

Arabischen, weil es dem Subjekt vorangeht, gebraucht Miller). * Für (ar Miller). Ms. hier und weiter 

unten: Penis (Müller). 



43. Die Portia von Gischin. 



I. Prosatexte. 



121 



fdmeh 1 , ica-tezahäreh beh ben sit ica-ben 
ajirez. 

Amirüt hujrit: ,ishibeh, te tahdhrijeh tar 
kudmet'; giyüb has, t$ sidhu, bar. 



5 Te tuicü hol gah, hibre de-daidet, dmv/r: 
,het ber abtdlks du ädvlr. 

Amur: ,e lä, är amilot htni hämr wa- 
hds giyibk, zihrdti ba-hötem ben sit iva-bin 
ajirez'. 
io 22. Amur: ,de ho amilot bey has tele het. 
haräna (ndjhwml legihmö 1 sere gayjis; 
täd minhe'y 2 lainer di-säiti, iva-täd minhe'y 
ashöd, se säiteh'. 

23. Jihmo sireh; te lihgdyh bi-rihbet. 
1» dmür: ,het sük säiyet lä, säiyet hol di-hibre 

di-ddulet'. dek sehed dmür: tfdgeh säiyet 
är di-hibre di-ddulet. ica- dorne sih iwäi 
lä 1 . 

24. Harmeth himmöt beh di-hem gasdubeh 
- 1 " säHyeteh. te nkot bi-rihbet, amirüt: ,seh 

s&Hyet lä, dorne d-är gasdubeh ua-hö 
sahdet lihem wa-Mt ddulet, am het tanzduf 
bauwihem, kdlle-hem hadämye tea-tirö 
li'ihem alomet, hibre di-ddulet wa-hibre di- 
25 mugdddam, di-zahdrk tehi 2 bi-hötem tea- 
aldmthi tagt: ,galgäyhi, ya ddulet. dmür: 
,saff zädgis wa-tey sdffki siki swäi lä, wa- 
sSiyet är dorne htiuelW. ivizmeh sä'iyeteh. 

25. Gihem (jihem), he ivasaiyeteh, te nüka 
30 bi-rihbeth wdthaf di-yelübid. harmit 

amirüt lieh: ,ise-kem är hiney'. amilot 
h/hem l£e, amirüt: ,ber-kem minhö'? 

26. Amur: ,gehdmk, te beri bi-rihbet lih- 
gdy hibre diddulet wa-seh hibre di-ma- 

oo gaddarn. icat-töli gasbdy saiti. icet-töli 



Fuß'. Und sie brandmarkte ihn mit ihm zwischen 
After (oder Penis) und Hoden. 

Sie sagte der Sklavin: ; Schleife ihn, bis du ihn 
hinausbringst auf den Misthaufen'; es war sein 
Bewußtsein geschwunden. Als er zu sich kam, 
ging er (des Nachts) heim. 

Als er des Nachts zu seinem Bruder kam, 
dem Sohn des Sultans, sagte er: ,Hast du sie schon 
vergewaltigt oder bist du (wie früher) noch'? 

Er sagte: ,Nein, nur machte sie mir Wein 
und wie ich bewußtlos war, brandmarkte sie mich 
mit dem Siegelring zwischen After und Hoden'. 

22. Er sagte: ,Sie machte an mir wie an dir. 
Wohlan, ich will, daß wir hinter ihren Mann 
gehen, einer von uns, daß er sage: dies ist meine 
Sa'ivah, und einer von uns bezeuge: sie ist 
seine Sa'iyah'. 

23. Sie gingen hinter ihn; als er ihn erreichte 
in der Stadt, sagte er: .Du, mit dir ist keine 
Sa'iyah, die Sa'iyah ist des Sohnes des Sultans'. 
Dieser bezeugte, er sagte: Es ist seine Wahrheit, 
die Sa'iyah ist nur des Sohnes des Sultans. Und 
mit diesem sind keine Segelschiffe'. 

24. Die Frau hörte von ihm, daß sie seine 
Sa'iyah geraubt haben. Als sie in die Stadt kam, 
sagte sie: ,Mit ihm ist keine Sa'iyah, dieser nur 
beraubte ihn und ich zeuge gegen sie und du, 
Sultan, wenn du urteilst zwischen ihnen, alle sind 
meine Diener und bei zweien ist ein Zeichen, 
beim Sohn des Sultans und beim Sohn des Vor- 
stehers, welche ich gebrandmarkt habe mit dem 
Siegelring, und ihr Zeichen ist eines'. Der Sultan 
sah ihn, er sagte: ,Sieh, ihre Wahrheit, und ihr, 
sieh, mit euch sind keine Segelschiffe und die Sa'i- 
yah gehört nur diesem ersten'. Er gab ihm seine 
Sa'iyah. 

25. Er ging, er und seine Sa'iyah. Als er in 
seine Stadt kam, kam er des Spätnachmittags 
unter Büchsenknallen. 4 Die Frau sagte zu ihm: 
,Euer Abendessen ist nur bei mir'. Sie machte 
ihnen das Abendessen. Sie sagte: ,Von wo 
(kommt) ihr schon'? 

26. Er sagte: ,Ich ging. Als ich schon in der 
Stadt war, erreichte mich der Sohn des Sultans 
und mit ihm war der Sohn des Vorstehers. Und 



Mehri 

w. 



darauf raubte er mir meine Sa'iyah. Und darauf 

1 Für le-jihmo (Müller). 2 Hier und im folgenden liegen Dual-Suffixe vor, die im Soqotri vorkommen, im 

aber noch nicht nachgewiesen worden sind (Müller). 4 Zum Zeichen der Ankunft (Müller). 

Hein, Meiri-Teite. 16 



122 



I. Prosatexte. 



44. Die sremeinsame Hochzeit. 



nüka serif, dmür: da-kdlla-hem är ha- 
ddmye, di-saiyet är di-he dorne w-ilyek 
seh shcai lä l . amirüt: ,de-serif /<) da är 
ho hdrjek hak saitek'. 



kam ein Scherif, er sagte: ,Sie alle sind nur 
meine Diener, die Sa'iyah ist nur dieses (Man- 
nes) und mit jenen sind keine Segelboote'. Sie 
sagte: ,Das war kein Scherif, das war nur ich, 
ich habe dir deine Sa'iyah herausgebracht'. 



44. (lio) Die gemeinsame Hochzeit. 



Mehri. 

5 l. Amur: gayj seh ibdyt hibinhu iva- 
sihem hämehem. gandthem, te agdurim. 

2. Has agdurim, amürim li-hibhem : ,na- 
hdmk tahäris hin', hibhem dmür hihem: 
.hastou 1 . dmür: ,ho fiz'ak likem; si ica- 

io siyyet min gay. dmür hini : am äresk bi- 
hibinke kallehem fahre miteye'-. 

3. Ke-s-sübh, amürim la- hibhem: ,nha 
fizan miyüt lä'. arns hihem. has dawihem 1 
la-hdl 'auwdrris, has ka-s-söbeh hisbehem 

iö jinöyis fjinöyiz). 

4. Wuküb la-hdl hämehem, dmür Ms: 
Jmbunse her motem kdllahem'. amiröt heh: 
,läzerome hlbö l-a'möl 1 ? dmür Ms: ,nehöm 
nigMrhem'. amirot heh: ,hast6u'. gibrihem 

20 ica-ridd le-bet. 

5. Amur Ms: ,läzerome hörn l-ejhöm 
l-esdhbir hesen himwüt hibinyeh'. jihem te 
nüka rihbet tit, kusyeh gayj tihl. dmür heh: 
,het min ho?' dmür: ,ho min rihheti'. 

25 dmür heh: ,thöm hesen büme'f dmür: 
,ho hörn l-esdhbir si h u bunye ibdyt, aresk 
hihem fahre ; wa-nhor ars toukübem hal 
'awdrris wa-hazbehem jinöyiz kdllahem'. 

6. Amur heh: Jäzeröme arded rihbetk; wat 
30 nikctk rihbetk, harm<'ll, inkdyte hak bi-ibdyi 

galligen fahre, wat agdurim wa-silmem, 
hdris hihem kiil täd wahSeh'. vmgazdut. 

(ab&d bei- dli, 9. März 1002.) 



Deutsch. 

1- Er sagte: ,Es war ein Mann, mit ihm waren 
seine sieben Söhne und mit ihnen war ihre 
Mutter. Sie zog sie auf, bis sie groß waren. 

2. Als sie groß waren, sagten sie zu ihrem Va- 
ter: Wir wollen, daß du uns heiraten laßt'. Ihr 
Vater sagte zu ihnen : .Gut'. Er sagte : ,Ich 
fürchte für euch, mit mir ist ein letztwilliger 
Auftrag von meinem Bruder. Er sagte zu mir : 
Wenn du alle deine Söhne zusammen heiraten 
läßt, werden sie sterben'. 

3. Am Morgen sagten sie zu ihrem Vater: 
,Wir furchten den Tod nicht'. Er ließ sie hei- 
raten. Wie sie des Abends zu den Bräuten 
gingen, wie es am Morgen war, waren sie am 
Morgen Leichen. 

4. Er trat bei ihrer Mutter ein, er sagte zu 
ihr: ,Alle deine Söhne sind gestorben'. Sie 
sagte zu ihm: ,Wie mache ich jetzt'?' Er sagte 
zu ihr: ,Wir wollen sie begraben*. Sie sagte 
zu ihm: ,Gut'. Sie begruben sie und kehrten 
zurück in das Haus. 

5. Er sagte zu ihr: , Jetzt will ich gehen fra- 
gen, was meine Söhne sterben machte'. Er ging. 
Als er in eine Stadt kam, fand ihn ein Mann. 
Er sagte zu ihm: ,Von wo bist du'? Er sagte: 
.Ich bin von meiner Stadt'. Er sagte zu ihm: 
.Was willst du hier'? Er sagte: ,Ich will fragen: 
mit mir waren meine sieben Söhne, ich ließ sie 
zusammen heiraten und am Tage der Hochzeit 
traten sie bei den Bräuten ein und am Morgen 
waren sie alle Leichen'. 

6. Er sagte zu ihm: ,, Jetzt kehre in deine 
Stadt zurück; sobald du kommst in deine Stadt, 
wird deine Frau zusammen mit sieben Kleinen 
zu dir kommen. 9 Sobald sie groß geworden und 
sich wohl befinden; laß sie jeden einzeln hei- 
raten', lud es ist zu Ende. 



1 l är dmci'em (Mi 



Winl dir deine l'i-.iu sieben Kinder gebären (Müllef 



45. Die Fackelschalen. 



I. Prosatexte. 



123 



45. (lis) Die Fackelschalen. 



Mehri. 



Deutsch. 



1. Wat nuka wdrh di-dhd, galligen yi- 
fdrhem ica-yessimem (yestimem) kuköbür 
min hal häjrlt. hdmmis mizzäyt mgofer 
ica-tahyilem bi-galliy&n wa-hü de kebböret 

5 di-glseth la-jebfs (jibersj seice bi-hitdyt. ica- 
ssöm (tsöm) min ribd iva gasmet dys bi- 
rijjdut 1 (oder dys inydica in kihbet), ua-sis 
hämes, hdmmis Sidet 2 ferhin tahföf his 
bdy' wa-sird. 3 wa-ajüz geyrh.it, hdmmis 
10 Sallhnat el-hur ica-hibrits, hdmmis Subayeh 
xca Subayeh sis hibrlt, hdmmis Hidej. 

2. Mguren galligen yiddydem kubobe'r 
iva-yimhdytem li-sen bi-ttn ica-yamttem 
hdyt wa-s-sit di Bire-nhis di-ziröt bi-amg 

iö di-kubofet, wa-ygdlbem birkesen hatäb wa- 
birek hatab siicöt ica-idlögen. ice-ybdrem 
yeslülem de beyt de Ali bir Tduari. wa- 
mgören haß kelles. ica-böli Yentuf yinefsem 
Rihbet Id ica-böli Rihhet yinefsem Yentiif Id. 

20 3. Wa-häbü yuwezmem te-hem hatab wa- 
äys , wa-kaü had hal-hem wa-au had 
wizmi-hem si Id, ya'dmrem: ,arri yendug 
sitk\ an he gayj yadmrem. wa-in se 
härmet ya'dmrem: ,arri yendug sits wa- 

25 yendug minsbets 1 . 

4. Wa-yagdVem he-hem zenbil di-hatdb 
we-yddmrem: ,scUmin kiber dd sagdyr-hem 
bir bdle sktu hajjin hajjät mummin mümndt 
yelle bi-kurdyn bi-kurdyn wase'. 

so 5. Wa-galliy&n ya'dmrem: ,ydmln, yd- 
mln, ydmln'. wa-yndhjem kubboret timin 
yom. wit leylet di-tisd, yitdbrem kubober 
yihduyem bi-mesjid di-Seggdf tagtit tuwör. 

1 Mir unverständlich, ebenso das folgende (Müller). 



1. Sobald der Monat des Opferfestes kommt, 
freuen sich die Knaben und kaufen Fackelschalen 
von einer Sklavin, ihr Name ist Penislutscherin, 
und sie (die Sklavinnen) überlisten die Knaben 
(beim Kauf), und der Mund der Fackelschale, 
sein Ausmaß ist nach ihrer Vulva mit einem Fa- 
den genommen. Und sie verkauft um ein Viertel 
und ein Halb Scheffel Ta'äm Duchen, und mit ihr 
ist ihre Mutter, ihr Name ist Vulva der Stute, 
sie erleichtert ihr den Kauf und Verkauf. Und 
eine andere Alte, ihr Name ist Salimah der 
großen Vulva, und ihre Tochter, ihr Name ist 
Subayeh (kleines Licht), und mit Subayeh ist 
eine Tochter, ihr Name ist Glotzauge. 

2. Dann nehmen die Knaben die Fackelscha- 
len und schmieren sie mit Lehm aus und sie 
machen Faden und der Penis des ,Ber-nhis' der 
steht in der Mitte der Fackelschale, und sie 
stecken in sie Brennholz und in das Brennholz 
Feuer und es brennt. Und sie gehen des nachts, 
sie beginnen mit dem Haus des Ali be Tduari. 
Und dann den ganzen Bezirk (nehmen sie haus- 
weise durch). Und die Einwohner von Yentuf 
gehen nicht nach Rihbet, und die Einwohner 
von Rihbet gehen nicht nach Yentuf. 

3. Und die Leute geben ihnen Brennholz und 
Ta'am, und jedermann ist bei ihnen, und wenn 
ihnen jemand keine Sache gibt, sagen sie: ,Die 
Katze fresse deinen Penis', wenn es ein Mann 
ist, sagen sie es. Und wenn es eine Frau ist, 
sagen sie: ,Die Katze fresse deine Vulva und sie 
fresse deine Schamhaare'. 

4. Und sie tragen ihnen einen Korb mit Brenn- 
holz (zu) und sie sagen: .Seid gesund Große, 
dies ist ihr Kleiner der Sohn des Herrn der Woh- 
nung, Pilger und Pilgeriunen, Gläubige (Män- 
ner), Gläubige (Frauen), o Gott, mit Wieder- 
holung, mit Wiederholung; vielleicht'. 

5. Und die Knaben sagen: ,Amen, Amen, 
Amen'. Und sie spielen Fackelschale acht Tage. 
Sobald die Nacht des Neunten ist, zerbrechen 
sie die Fackelschalen, sie umkreisen die Moschee 
.Saggäf dreimal. Sie sagen: ,Nimm mich o 

2 Vgl. SU, Z. ii (Müller). 3 Für sire (Müller). 

IG* 



124 



I. Prosatexte. 



46. Der Kampf der Vögel. 



ydämrem: ,selli, yä Saggäf, ya nehdf jid 
al-asrdf'. ica-yhäwdhyem te l-teberem sir6 
beyt di Müsö. 

(sod bei- abdällah und zayd her sdlim, 10. März 1902.) 



Saggäf, o wir fürchten den Großvater der Sehe- 
rife'. Und sie laufen, bis daß sie zerbrechen (die 
Fackelschalen) hinter dem Hause des Muse. 1 



46. (i io) Der Kampf der Vögel. 



Mehri. 



Deutsch. 



i. Amur: nökri tirv tizzärem (tisörem). 

5 tijer le-hem nhüm. amiröt hi-hem: ,tim min 
kb'9 amürim: ,nha föne hatdurem birek 
rihbet; töli lad lidzlen (J-* 3 ^ si Id.' ami- 
röt: ,ä l-gd tagdzbem häbü gut min hldeti- 
hem i . amürim Ms: ,nha giwöy W. amürim: 

io Jd, gawwiyet ar het: tagdzbem 2 häbü gut 
min hiditi-hem'. amiröt: ,e he ho gewwiyet 
eiü tar hidüten le-bhöyim agdzb-hem sdlwe 
min hlditi-hem'. loa-sü far hldeti-hem. 

2. Tigdyr 3 le-hem zögar. dmür: ,de si-kem 
t5 hi l f amürim: ,de nhüm bis hldiyyet meken 
thürij b€-gawwits, dd sis sdrh di-guwwit 
min hol Mbseh 1 . 4, dmür: ,ho guwey mins 1 . 
amiröt: ,gaswör l . amür: ,ld, gasivir ar Mt\ 
amiröt: ,le-gaswö'r ar he 1 ? dmür: .yalidul, 
20 gai$Lcir ar het vca het ndgzat la-hdl jdfs, 
sera's wofi la, sera's sei'' göze'r. tesagir al- 
behöyem 1 . teddud ica-tisgöf leh, gadür Ms. 



3. Has gadür Ms, litgdys wa-farr min 
haldkme. te gabür yagrdyb^ yagrdyb amür: 
25 ,het min ho'? zögar dmür: ,het icidd'ak 
la, ho gaici? wa-has te fdkrek, säff lad h < i </ 
gaivi mtnni Id; gddrik he nhüm wa-se 
lad had gawi mins Id yagrdyb'. dmür: 
Jiahlek mins wa-hä bgak bädis wa-tardhk 



1. Er sagte: ,Zwei Nöher standen. Es stieß 
auf sie ein Nehümvogel'. Er sagte zu ihnen: 
.Woher seid ihr'? Sie sagten: ,Wir sind zuerst 
in der Stadt herumgeschlendert; darauf fanden 
wir nichts mehr'. Er sagte: ,Es geschieht 
(vielleicht), daß ihr raubt den Leuten die Nah- 
rung aus ihren Händen'. Sie sagten zu ihm: 
.Wir sind nicht stark'. Sie sagten: ,Nein, stark 
bist nur du: du raubst den Leuten die Nahrung 
aus ihren Händen'. Er sagte: ,0 ja, ich bin 
stark, ich stehe auf den Händen der Behövim, 5 
ich raube ihnen die Wachtel aus ihren Händen, 
und ich stehe auf ihren Händen. 

2. Es stieß auf sie ein Zögar. Er sagte: ,Was 
ist mit euch'? Sie sagten: , Dieser Nehüm, bei 
ihm ist viel Schneid; er redet von seiner Kraft: 
noch ist mit ihm die Wurzel der Kraft von sei- 
nem Vater. Er sagte: ,Ich bin kräftiger als er'. 
Es sagte der Nehüm: , Krepiere'. Es sagte (der 
Zögar): ,Nein, du nur krepiere'. Er sagte (der 
Nhüm): ,Daß nur ich krepiere'? Er sagte (der 
Zögar): , Jawohl, nur du krepiere und du bist 
mangelhaft wo immer du gehst, dein Benehmen 
ist nicht entsprechend, dein Benehmen ist ein 
zu kurz geratenes (ungeschult); pack dich zu 
den Tieren'. Er nahm (Anlauf) und packte ihn (den 
Zögar), er bemächtigte sieh seiner (des Nhüm . 

3. Wie er sich seiner bemächtigt hatte, tötete 
er ihn und flog von dort. Als er einem Raben 
begegnete, sagte der Habe: , Woher bist du'? 
Der Zögar sagte: .Weißt du nicht, (daß) ich 
stark bin? Und wie du nachdenkst, sieh, nichl 
mehr ist jemand stärker als ich; ich habe mich 
des Nhüm bemächtigt, und er der Nehüm — 
nicht mehr war jemand stärker als er, Rabe', 

,Ich 



Er sagte 



habe mich losgemacht von ihm. 



1 Das Haus des M.Mini MusS befindet sich in KihbiH. Es bezieht sich die vorliegende Schilderung auf Vorgänge in 
Rihlx'-t. 8 Lies tagdzben (Müller). 3 Lies yijairl Vgl. Z. 6 (Müller 4 So: lies hxbjel (Müller). 

6 Anne Vi t bedeutet 'li'-^ Wort ,Tiere', 



46. Der Kampf der Vögel. 



I. Prosateste. 



125 



terdfs birek mahfiröt se xca-hibinse, hds 
se bis nämüse lä iva-bis azze lä wa-he kal 
di-htma' hiddöten la-nhüm yäumer, l-gä de 
se ar gawiyyet toe-se dyles tar fözal de $i 

5 Id. bis ar ad di-haddöten ica-hadddt tar 
fizal di si W. 1 amür: ,ho hörn l-isnahk 
ba'de nhüm 1 . amür: ,giröb het wugöne hayr 
mini nhüm Id. te nhüm wu-se gauwwiyyet 
gaici mini wdjhak Mt ho gaderk Ins 

io altdgks. ntdiüiem zogar we-yagrdyb, ntauhem 
te möt zogar. has zogar möt, yagrdyb sd'r, 
dmur: jicäüaskee 1, . amürim hi-yagrdyb: ,dä- 
wiiko tisär'en'f amür: ,zögar eltüg nhüm 
iva-zogar, has ber eltog nimm, siba (so) li 

iö ho we-ntduhem, te zogar möt'. has zogar 
möt, jihem yagrdyb te nüka hal g&uhe. 
has nüka hal gduhe amürim: diesen sabeb- 
ek^f amür: ,ntduhem ho iva-zögar wa-eltdgk 
teh wa-f fdz'ik teh la-htdi'. amürim sdffak 

20 ar gaici 1 . amür: Jaubeh di ho gawi'. 



4. Wi-jMm min haldkme. te gabür rah- 
müt, rahmüt amirot: .yagraijb, lo-ammak 
ar gawi had yagüdir hük ld'. amür: 
hardna, mo yehöm has ti ho'/ amirot: ,ho 

-'"' Ijnin has tek wa-thdm tisnauhi, yekün ar 
bi-hamek 1 . amür: daum bi-hämis ar Mt'. 
yintduhem te fizyet möt tue bityet l-hidis 
wa-amirot: ,wdüaskee' '. 

5. Amürim: ,dä-vmkd het i / amirot: ,ho 
30 wa-yagrdyb ntduhemfn) wa-dltdgk teh'. wa- 



und ich bin nach ihm (Sieger) gebliehen, und 
ich ließ ihn in einer Grube verscharren, ihn 
und seine Kinder, da an ihm kein Anstand war 
und bei ihm kein Ansehen war, und jeder, der 
die Redereien des Nhüm hörte, sagt: Es wird 
sein (vielleicht), daß er eben stark war und er 
war einseitig im Urteil und das ist keine Sache. 
Bei ihm waren nur Redereien und er war scharf 
(bissig) in dem Urteil, das ist keine Sache'. 
Er sagte (der Zogar): ,Ich will dich bekämpfen 
nach dem Nhüm'. Er sagte: .Komm näher, du 
wirst nicht besser werden als der Nhüm. Als 
der Nhüm und er war stark; ich bin stärker als 
dein Gesicht, ich habe mich seiner bemächtigt, 
ich habe ihn getötet. 2 Sie kämpften, der Zogar 
und der Rabe. Sie kämpften bis der Zogar starb. 
Wie der Zogar tot war, krächzte der Rabe, er 
sagte: ,Wäüaskee'! (Der Siegesruf). Sie sagten 
zum Raben: .Warum krächzt du'? Er sagte: 
,Der Zogar tötete den Nhüm und der Zogar, 
nachdem er den Nhüm getötet hatte, hat gegen 
mich Stellung genommen und wir kämpften, 
bis der Zogar tot war'. Es ging der Rabe, 
bis er zu seinen Brüdern kam. Wie er zu sei- 
nen Brüdern kam, sagten sie: ,Was ist dein 
Grund'? 3 Er sagte: ,Wir haben gekämpft, ich 
und der Zogar, und ich tötete ihn und ich 
würgte ihn mit meiner Hand'. Sie sagten : 
, Siehe, du bist eben stark - . Er sagte: , Gewiß, 
ich bin stark'. 

4. Und er ging von dort. Als er einem Rah- 
müt begegnete, sagte der Rahmüt: ,Rabe, und 
was dich betrifft, nur du bist stark, niemand 
bemächtigt sich deiner'. Er sagte: , Wohlan, wer 
will sein wie ich'? Es sagte (der Rahmüt): 
Ich will sein wie du, und willst du mich be- 
kämpfen, ist es nur mit deiner Mutter'. 4 Er 
sagte (der Rabe): , Gewiß nicht, nur mit 4 deiner 
Mutter, du'. 5 Sie kämpften, bis er ihn zu Tode 
würgte und zerriß ihn mit seiner Hand. Und 
er sagte: Wüüaskee'. 

5. Sie sagten: , Warum (schreist) du'? Er 
sagte (der Rahmüt): ,Ich und der Rabe kämpf- 
ten und ich tötete ihn'. Und es ging der Rah- 



1 Ich verstehe diese Stelle nicht, die Übersetzung scheint mir nicht zutreffend (Müller). 2 Ich übersetze: 

da ich des Nhüm, und er war stark, stärker als du, mich bemächtigt und ihn getötet habe (Müller). * Besser : 

Was ist deine Sache d. h. was ging mit dir vor (Müller). * Lies: Um deine Mutter d. h. deine Mutter wird dann 

den Verlust zu beklagen haben (Müller). 5 Du ist nur eine nachdrückliche Verstärkung (Müller). 






126 



I. Prosatexte. 



47. Mahayrnüd und Leylenöt. 



jihmöt min haläkme r ahm fit, te (/abrät 
sime ämür: ,sekSyn rahmüt, ar senk tes 
hasinet'. we ysgöl la-rahmüt. te latgrays. 
was fiz'yis la hideh. iva-sär, ämür: wä 
5 ü askee'. 

6. Amürim: ,dä suk he 1 ? ämür: ,ho her 
latägk rahmüt wa- rahmüt latgöt yagräyb 
wa-yagräyb Itüg zogar ica zögar Itüg nhüm 
ica-nhüm tersöt hidöten le-bhöyim'. 

io 7. Wa-jh$m sime. gabür jirfit. amirot: 
,het min hö? ämür: ,ho min büme, hom 
l-e$nauk.a-k ß-esndh-k]'. ua-snuhay-s } te 
fiz'yis la-Md-is, amirot: ,wäüaski$! ho ber 
latägk sime'. 

15 8. Wa-tijhöm min haläkme. te tagäu- 
birem mtiröy amirot: ,het min hö i ? amirot: 
,ho di-ltdgk sime'. amiröt: ,höm l-asnduhis'. 
wa-snühäts wa-ßz'yets le-hidis. amirot: wä- 
üaskee! ho ber ltdgk jirfit 1 . wa-tijhöm 

20 min haläkme. te tagöbir rik tisnäuhen teh, 
yeletgis ä mtiröy. rik ämür: Jiükü kükü 
kää\ 

9. Amürim: ,dä-wukö hdt x $ ämür: ho 
ltdgk ämtiröy'. 

(aöd ber ahdüllah, 10. März 1902.J 



müt von dort. Als er einem Kormoran begeg- 
nete, sagte er: ,Sei gegrüßt (Heda) Rahmüt, ich 
schaue dich nur prahlerisch'. Und er nimmt 
den Anlauf auf den Rahmüt, bis er ihn tötete 
und ihn mit seiner Hand würgte. Und er krächzte, 
er sagte: ,Wäüaskee'. 

G. Sie sagten: ,Was ist mit dir'? Er sagte: 
,Ich habe schon den Rahmüt getötet, und Rah- 
müt tötete den Raben, und der Rabe tötete den 
Zogar und der Zogar tötete den Nhüm und der 
Nhüm krallte sich in die Hände der Behoyim 
ein'. 

7. Und es ging der Kormoran. Er begegnete 
einer Jirfit. Er sagte (der Jirfit): ,Von wo bist 
du'? Er sagt: ,Ich bin von hier, ich will dich 
bekämpfen'. Und er bekämpfte ihn, bis er ihn 
würgte mit seiner Hand, er sagte: ,Wäüaskee! 
Ich habe schon den Kormoran getötet'. 

8. Und er geht von hier. Als er einem Mtiröy 
begegnet, sagte er: ,Von wo bist du'? Er sagte: 
,Ich habe den Kormoran getötet'. Er sagte: 
,Ich will mit dir kämpfen'. Und er bekämpfte 
ihn und würgte ihn mit seiner Hand. Er sagte: 
,W äüaskee! Ich habe schon den Jirfit getötet'. 
Und er geht von dort. Als er einen Rik be- 
gegnet, bekämpft er ihn, er tötet den Mtiröy. 
Der Rik sagte: ,Kukükükükää'. 

9. Sie sagten: , Warum (schreist) du so'? Er 
sagte: ,Ich habe den Mtiröy getötet'. 



47. (121) Mahayrnüd und Leylenöt. 



Mehri 



25 1- Amur: däd (täd), sih harnidth wa sih 
hubünhe wa seh hebrit di-gdh. toe-he ji- 
him söfer. wa-hibrit di-gah, tarhis hal 
harmeth. tiräiyen härön, gajinöt iva-harmet, 
te biri'h linter. 

3 2. Te mihüf dit (fit), amirot he gajinöt: 
,Leyllenöt: keb la-h-höter hirfk regeb'. ami- 
röt: ,ho hebzdrk tih lä ( . amiröt: ,is bi-amg 



Deutsch. 



1. Er sagte: ,Es war einer, mit ihm war seine 
Frau und mit ihm seine Sühne und mit ihm die 
Tochter seines Bruders. Und er ging fort, er 
reiste. Und die Tochter seines Bruders ließ er 
bei seiner Frau. Sie weideten Ziegen, das Mäd- 
chen und die Frau, bis in das Tal. 

2. Eines Tages sagte sie zu dem Mädchen: 
, Leylenöt, tritt wegen des Zickleins in die Höhle 
ein'. Sie sagte: ,Ich habe es nicht gesehen'. 
Sic sagte: .Schau in die Mitte der Holde - . Sie 



1 Jirfit ist fem. und Ami ist inask. Die Ansetzung der Genusendungen wie der Suffixe ist also nicht in Ordnung. 
In der Übersetzung werden beide als Mask. behandelt (Mi u.eb). 



47. Mahaymüd und Leylenot. 



I. Prosatexte. 



127 



di-regebK wukbdt Ich icu-znüt lis regeb 
iva-nfsöt mins te sire härdu(njse we-tdyiben 
bi-sen te he-dayjas. 



3. We nüka gayjis mint sfer. dmür: 
& ,bes l gay ho'? amiröt he gayjis: ,yirayk 
harön, ho wa-se, ioa-diyaut l . dmür: ,nehdm 
nijhöm ica-gdyrib lin yedha wa-neh-om 
nizmel tS he-bedyet te ar rlgöb 1 . 2 wa-zmülem 
ica-jihemem, te haldkme tahülilem al-jibel. 



io 4. We-gdyreb li-hem hdjj seh. dmür; 
mehöm neshdt hunfoyen. härmet amiröt: 
,astdu l . amiröt : dn taliöm teshöt, ashöt min 
härenke'. dmür: ,härdun le-hö ica-liärdun 
le-het ar fahre wa-galy'iyh ar min möl 

15 di-ho mine jefsU di-ho; toa-het, sis ar min 
hidi ho ica-rizgis di-gtnma 2, ar min hini 
ho, ica-kdl hdd nsibeh iva-kdl häd rizgeh 
yekün ka-hdd. hit rizgis min hiniho wa- 
bdli ber hätiy-is hubün wa-ber hätiy-is rizg'. 

20 wa-amiröt lieh: ,wugöni* heh rizg dorne min 
hinäk Id. mine bäli'. 



5. Wa-dmür Ms: ,M min hinis lä wa-hi 
min hini ho la, bdli yezdrfen hini ar bdli. 
iüi-nhd fenöne, nha s$-lä, mgöre bdli yi- 
zdrfen ten gayj, ya'möl hibre birek höfel 

-ö di-harmet, wa-he fenöne netgdt 5 di-humü. 
mgöre ya'möl serdnten, mgöre hidüten, 
mgöre ya'möl hlddnten , mgöre ya'möl 
aydnten, mgöre ya'möl fenhär, mgöre 
ya'möl hiro, mgöre ya'möl mismd', mgöre 

so ya'möl sitteh wa-ajrezeh' . 

6. Wa-dmür: ,athn, nehöm neshöt hau- 



trat ein in sie, sie verschloß über sie die Höhle 
und sie ging am Frühnachmittag von ihr bis 
sie hinter ihren Ziegen war und sie lockruft sie 
bis zu ihrem Wohnplatz. 

3. Und es kam ihr Mann von der Reise. Er 
sagte: ,Wo ist die Tochter meines Bruders'? 
Sie sagte zu ihrem Mann: ,Ich weidete Ziegen, 
ich und sie, und sie verschwand'. Er sagte: 
,Wir wollen gehen und es nähert sich uns das 
Opferfest, und wir wollen satteln (und dann rei- 
ten) bis aufs Land, bis (wir) bei den Kamelinnen 
sind''. Und sie sattelten und sie gingen fort bis 
sie dort verweilten bei dem Berge. 

4. Und es näherte sich ihnen die große Wall- 
fahrt. Er sagte: ,Wir wollen für uns schlachten'. 
Die Frau sagte: ,Gut'. Sie sagte: ,Wenn du 
schlachten willst, schlachte von deinen Schafen'. 
Er sagte: ,Die Schafe von mir und die Schafe 
von dir sind (gehören) nur zusammen und sie 
kommen nur von meinem Gut und von meinem 
Dienen (Arbeiten); und du, mit dir (dein Besitz) 
ist es nur von meiner Hand und deine Nahrung, 
die gesammelt wurde, ist nur von mir, und das 
Los jedes einzelnen und die Nahrung jedes ein- 
zelnen ist mit dem Einzelnen. 6 Deine Nahrung 
ist von mir (selbst). Und Gott hat dir schon 
gegeben Sühne und schon hat er dir gegeben 
Nahrung'. Und sie sagte zu ihm: ,Und sie 
wird sein, 7 diese Nahrung, nicht von dir, von 
Gott'. 

5. Und er sagte zu ihr: ,Sie sind nicht von 
dir und sie ist nicht von mir, Gott nährt mich, 
nur Gott. Und wir sind zuerst nichts, dann nährt 
Gott uns zu einem Mann, er macht den Sohn 
in den Bauch der Frau, und er (der Sohn) ist 
zuerst ein Tropfen Wasser; dann macht er Beine, 
dann Hände, dann macht er Ohren, dann macht 
er Augen, dann macht er Nasenlöcher, dann 
macht er das Kopfhaar, dann macht er die 
( Hirenmuschelu und dann macht er seinen Penis 
und seine Hoden'. 

6. Und er sagte: , Verbringe die Nacht, wir 
wollen für uns schlachten'. Sie sagte: , Sobald 



1 Für bertl (Müller). 2 Lies riköb (Müller). 3 Lies di-jtiima {ft^X^X) (Müller). * Ist wngöne zu 

lesen oder ist es Suffix der ersten Person? Das folgende heh seheint überflüssig zu sein (Müller). 5 Sonst nfaföt 

(Müller). 6 D. h. jeder hat sein Los, das ihm gebührt, und jeder hat seine Nahrung, die ihm zukommt. 

7 Vielleicht: Und daß mir diese Nahrung ward etc. Vgl. Note 4 (Müller). 



128 



I. Prosatexte. 



47. Mahaymüd und Leylenöt. 



föyen'. amirot: ,wat jihmeh, neshof. dmür: 
,dstau l . silib te jihmeh. as jihmeh sahdt 
nhnefh toa-ägmel midbüt. 

7. Wa-tiyöt sank hibridi gah. amiröt: 
5 .hadtdi, zemi tiwi, ivele zemi bizret (bes- 
i'it), we-hö birek regeb 1 . dmür: Jmbiinye, 
gdffem 1 ! yibdkyem hubünhe; hibüd hubünhe. 
dmür: paffem'! dmür (amiröt): ,wukö te- 
lebdehem' ? 

io 8. Wa-gdufen galligen, dmür: .höiul-et- 
töma' zdyk di mö birek regebf' siyür lel- 
regeb we-t-tomeK '. gajinöt birek regeb. ami- 
röt: ,d-ar ho Leylenöt; hadidi, fteh U, 
wa-harmetk zinüt If. wa- galligen gatörem 1 

io teh. dmür: ,de-galliyen tibekyem la-hesen'f 
dmür: ,de-hämen labdeten'. 

9. Amur: .hörn l-ettöma' mö birek regeb'? 
amiröt: ,d-ar ho Leylenöt. dmür: ,het 
bers min hö büme'f amiröt: sdhbir har- 
20 metk'. dmür: ,ho muhöze mis 2 zuwdyr'. 

io. Te njüz, medeni bar tlicigel dagdid-is 
mini jedrlt tuwwuts, u-a-harjis tva-shat 
hnrmdth ica-shat hubünhe'. 

11. Wa-gahdgbcm, teh tirö di-yehdtbem 
25 Ms: dmür: ,mo minkem yehdmz, Mahay- 
müd ivale Mahaymiden? täd min-Mm yej- 
höm le shöf di-jirbi(\ 

12. Jihem Mehaymüd, dmür: ,ho hamz 1 . 
wa-jihim. as jihem, habü ba'deh imlem Ms 

30 dtwe. iva-Mahaymidön härüs bis wa-hijru 
ars. ica Mahaymüd lad nüka Id. 

13. Wa-harba'em te-hem, Leylenöt wa- 
Mhaymiden, loa-giriwem. wa-nüka Mhay- 
mud. te haldkme, dmür: ,Leylenöt hö'? 

35 amürim: ,bar mtöt\ dmür: ,hoh giryöne 



es morgen ist, schlachten wir'. Er sagte: ,Gut'. 
Er wartete, bis es morgen war. Wie es morgen 
war, schlachtete er für sich und machte einen 
Opferaltar. 

7. Und es roch den Geruch die Tochter seines 
Bruders. Sie sagte: Mein Vatersbruder, gib mir 
Fleisch oder gib mir eine Bisret-Dattel und ich 
bin in der Höhle'. Er sagte: , Meine Söhne, kehrt 
euch'! Es weinten seine Söhne; er schlug seine 
Söhne. Er sagte: .Kehrt euch'! 3 Sie sagte: 
, Waruni schlägst du Sie'? 

8. Und es kehrten sich 4 die Kleinen. Er 
sagte: ,Ich will horchen, wessen Stimme in der 
Hohle ist'. Er ging zu der Höhle und horchte. 
Das Mädchen in der Höhle sagte: ,Dies bin eben 
ich, Leylenöt; mein Vatersbruder, öffne mir, und 
deine Frau hat verschlossen über mir'. Und die 
Kleinen liefen ihm nach. Er sagte: , Weswegen 
weinen die Kleinen'? Sie sagten: ,Unsere Mutter 
hat uns geschlagen'. 5 

9. Er sagte: ,Ich will horchen, wer in der 
Höhle ist'. Sie sagte: ,Das bin nur ich, Leyle- 
nöt'. Er sagte: , Woher (kommst) du hieher'? 
Sie sagte: , Frage deine Frau'. Er sagte: ,Ich 
werde von dir den Stein wegrücken'. 

10. Als er fertig war, siehe, schon waren zer- 
fressen ihre Wangen von einem Wurm, welcher 
sie gefressen hatte, und er brachte sie herauf 
und er schlachtete seine Frau und er schlachtete 
seine Söhne. 

11. Und es kamen zu ihm zwei (Männer), 
welche um sie werben. Er sagte: , Wer von euch 
will sie, Mahaymüd oder Mahaymiden? Einer 
von euch gehe um Milch von einer krätzigen 
Kamelin'. 

12. Es ging Mahaymüd. Er sagte: ,Ich will 
sie'. Er ging. Wie er gegangen war, machten 
die Leute nach ihm ihr eine Medizin. Und 
Mahaymiden heiratete sie und bereitete die Hoch- 
zeit. Und Mahaymüd kam nicht mehr. 

13. Und sie zogen sie hinauf, Leylenöt und Ma- 
haymiden, und sie versteckten sieh. Und es kam 
Mahaymüd. Als er dort war, sagte er: ,Wo ist 
Leylenöt'? Sie sagten: ,Sie ist schon gestorben'. 
Er sagte: ,Ich werde lesen (den Koran) über 



1 Eigentlich: tröpfelten hinter ihm her (Müller). a Gleich min-ii. 1 >as vorangehende Wort scheint IV. Form 

von »);' (NX*) z " se ' n (Müller). ' Richtig: Schweiget (Möller). * Lies: Schwiegen (Müller). b Damit 

(reinen und die Stimme <!.■- M.idcliens in der Iliihle nicht geliürt werde (MÜIXEb). 



48. Geschichte einer Familie. 



I. Prosatexte. 



129 



Ms', ica-hem ar di-bedyem bell, dufünem 
lieh liirih la-k-kabüt. 1 dmür: ,ziröne tis 1 . 

14. K-s-söbeh wa-gasrduwwen yigdy'r tir-s 
kal yöm kal yöm. ica-gajinüten tijeryen 

5 hinih, kal yom, tird'iyen hineh. ti läylat 
fit, tU min-sin akirot häräun, wa-Mt 2 
thulül al-göber, jiryüt 3 leh. amirot: ,vmk6 
thdulalk büme? wa-Leylenöt birek gdzar, 
se xue-Mhaymiden, wa-Mt hdbü ar di-bedyi- 

io ivem buk wa-di-difünem hük hirih la-k- 
kabüt'. 1 dmür: ,amurs hibo 1 ? 

15. Gahbetfli) gats, amirot: ,ico Mhay- 
müd, hdbü ar di-bedyem buk', iva-graur. 
tit min-sin, ivezmis sabigat wa-tit min-sin 

iö wezmis halliyit. 

16. Wu-gofi. dmür: ,Leylenot, Säber ll 1 -. 
amirot: ,ewdlle' ! säbiröt leh mini hälfet 
di-gdzer icahi säbür lis min al-hajf. he 
slgdug icu-möt, ica-se sigdut ivu-mtöt. 

20 17. Wa-hfürem hehem gabür fahre, wa- 
mötem zca-üs tar gubüri-hem iegriti tirit, 
tit di-bzayliyet wa-tit di-hinni. 

18. Wa-hdbü yd'mirem hihem: ,Mehay- 
müd ioa-Leylinot hlbö ya'tajibem'. dmür: 
25 hibo ya'tajibem tca-sijir, hibo tagtabüren 
wa-Kibo tebedüden kal tit mkon' 1 . wa-yd'- 
mirem: ,ajeb hibo jekün wa-hdbü hibo yd- 
tajibem'-. ica-gazaut te ahtalsot. 

[Ali her ise, 10. und 11. März 1902.) 



ihr (über ihrem Grabe)'. Und sie logen ihn nur 
an. Sie begruben ihm Widderköpfe. Er sagte: 
,Ich werde sie besuchen'. 

14. Am Morgen und am Spätnachmittag las 
er über ihr jeden Tag, jeden Tag. Und Mädchen 
stoßen auf ihn, jeden Tag, sie weiden bei ihm. 
Einmal in einer Nacht sammelte eine von ihnen 
die Ziegen und er verblieb bei dem Grabe, er 
las über ihm; sie sagte: , Warum verweilst du 
hier? Und Leylenot ist in dem Obergeschoß, sie 
und Mahaymiden, und die Leute haben dich 
nur belogen und haben dir Widderköpfe be- 
graben'. Er sagte: ,Wie sagst du'? 

15. Es kam zu ihm ihre Schwester, sie sagte: 
,Wehe, Mahaymüd, die Leute haben dich nur 
belogen'. Und es ging eine von ihnen, er gab 
ihr ein Hüftentuch, und einer von ihnen gab er 
einen Schmuck. 

16. Und er wendete sich. Er sagte: ,Leylenot, 
blick' auf mich'. Sie sagte: ,Ah, bei Gott'! Sie 
blickte auf ihn vom Fenster des Obergeschoßes 
aus und er blickte auf sie von dem Hof aus. 
Er freute sich und starb und sie freute sich und 
starb. 

17. Und sie gruben ihnen ein Grab zusammen. 
Und sie waren tot und es erhoben sich auf 
ihren Gräbern zwei Bäume, einer war ein Bzay- 
liyet (eine wohlriechende Frucht) und der andere 
ein Henna-Baum. 

18. Und die Leute sagen zu ihnen: ,Mahay- 
müd und Leylenot, wie lieben sie sich'. Sie 
sagten: ,Wie lieben sie sich und die Bäume, 
wie begegnen sie sich und wie streben sie aus- 
einander jeder einzelne am Orte'. Und sie sagen: 
,Die Liebe, wie ist sie, und die Leute, wie lieben 
sie sich'. Und es ist aus, bis es zu Ende ist. 



48. (122) Geschichte einer Familie. 

Jlfhri. Deutsch. 



1. Amur: gayj toa-sih gdteh. jihimem te 
30 bir-hem riheg, ber sihem sanet. nikaem bi- 
rahbit iva hillem bis. 



1. Er sagte: ,Es war ein Mann und mit ihm 
war seine Schwester'. Sie gingen, bis sie weit 
waren ; schon war ihnen ein Jahr (vergangen). 
Sie kamen in eine Stadt und wohnten in ihr. 



1 Sonst kebi (Müller). 
W. Hein, SIebri-Teste. 



Lies wa-he (Müllek). 



3 Lies yigdyr oder garyü (Müller). 



17 



130 



I. Prosateste. 



48. Geschichte einer Familie. 



2. Wa-gayj arüs. nüka bi-tagtit galligen 
a-gajinöti tiiit. wa-hämehem ganuvtiliem, te 

wigaem gayüj, wa gajinöt, te wigaem harhn. 

3. As ber-sen harhn, hibsen jihem, he 
s vn-hibinhe. te nüka bi-rihbet gayrMt, he- 

dümen he ica-hibinhe, hedümem senet. 

4. As ber sihem send biniwem bet, te 
amlem tes as bed di-däulet. as ber sttiw- 
icet('}) bed fsoj di- duldet, daulet ämür: 

io f höm Itemz (Is&ns) minMm 1 . amür: ,neltemz 
(nestimsj lä'. daulet ämür: ,ho tvuzmön te- 
kem gäymet 1 . ämür: ,nehdms lä 1 . ämür: 
,atgöne (latgöne) tekem'. ämür: Mägait. 

5. A daulet wuküb birök bet. as berh 
15 birek bit, tehülül sanet; lad hurüj lä. te 

lilat yihaurij, yiUtgimeh. an ber atugeh 
(latiigeh), yhcäkbem birek bethem. 

6. Häbü lyek hurüj, te berhem bi-ber, 
yiläbdem tehem bi-banadgät, lyek birek bet 

20 yüäbdem lyek al-bi-ber, tva-yilätgem min- 
Ik'iu tiro, feilem birek biySti-hem. 

7. Gazaym birMs, sihem arböt wäureh 
im- jihnrij min birkis. as ber-hem be-ber 
yisläbdem lyek al -beber, yilätgem min-hem 

25 tagtit. as ber atüg min- Mm tagtit fillem 
weyhiy, lad nikaem zöyid lä. 

8. Jihemem. te nikaem hal härmet, ta- 
hiij'ibui länis. wa-gzäymem. ica-hbün le- 
gdyj aritem min ftarmit. 

30 9. Täd nüka bi-rböt galligen, wa gajinöti 
yatrit; ginnet-hem te ivigem gayfib (gayiij), 
wa gajinoten, te loiga' harim. as ber-sen 
Ijurnu sfinj tagt, d nköt bi-gajjen iva gaj- 
jit. ica-tayt min-sen amiröt: Jiämk-Ii'r. 
mar: ,hdmi'. amiröt: ,lä, hält', halis. 

LO. pibfdys gayj gäher. gazmüt s'eh, te 
nköt bi-tagtit galliyin wa-bi- gajinöti tirtt 



2. Und der Mann heiratete. Er bekam drei 
kleine (Knaben) und zwei Mädchen und ihre 
Mutter zog sie auf, bis sie Männer wurden und 
die Mädchen, bis sie Frauen wurden. 

3. Wie sie schon Frauen waren, ging ihr Va- 
ter fort, er und seine Söhne. Als sie in eine 
andere Stadt kamen, dienten sie, er und seine 
Söhne. Sie dienten ein Jahr. 

4. Als ihnen ein Jahr (vergangen) war, bauten 
sie ein Haus, bis sie (es) machten wie das Haus 
des Sultans. Wie es schon gleich war dem 
Hause des Sultans, sagte der Sultan: ,Ich will 
es von euch kaufen'. Er sagte : ,Wir verkaufen 
es nicht'. Der Sultan sagte: ,Ich werde euch 
den Preis geben'. Er sagte : ,Wir wollen ihn 
nicht'. Er sagte: ,Ich werde euch töten'. Er 
sagte: ,Töte uns'. 

5. Der Sultan trat in das Haus ein. Als er 
schon in dem Hause war, verweilte er ein Jahr ; 
er ging nicht mehr heraus. Eines Nachts ging 
er heraus, sie töteten ihn. Wie sie ihn getötet 
haben, traten sie in ihr Haus ein. 

6. Jene Leute gingen heraus. Als sie schon 
im Freien waren, schössen sie auf sie mit Flinten. 
Jene im Hause schössen auf jene die im Freien 
waren und sie töteten von ihnen zwei. Sie 
flüchteten in ihre Häuser. 

7. Sie blieben in ihm; vier Monate (vergingen) 
ihnen und sie gingen von ihm heraus. Wie sie 
im Freien waren, schössen sie auf jene, welche 
im Freien waren, sie töteten von ihnen drei. Als 
sie schon drei von ihnen getötet hatten, flohen 
sie eilig. Sie kamen nicht mehr. 

8. Sie gingen. Als sie zu einer Frau kamen 
verweilten sie bei ihr. Und sie blieben. Und 
die Söhne des Mannes heirateten (je) eine Frau. 

9. Der Eine bekam vier Knaben und zwei 
Mädchen; sie zog sie auf, bis sie Männer wurden, 
und die Mädchen, bis sie Frauen wurden. Wie 
sie schon Frauen waren, verheiratete er eine. 
Sie bekam einen Knaben und ein Mädchen und 
eine von ihnen saute: ,Ich will dich nicht'. Er 
sagte: ,Ich will dich'. Sie sagte: .Nein, laß mich 
frei'. Er ließ sie frei. 

10. Es nahm sie ein anderer Mann. Sic blieb 
mit ihm. bis sie drei Knaben und zwei Mädchen 
bekam, und sie zog sie auf, bis sie groß wurden. 



49. Der närrische Mann. 



I. Prosatexte. 



131 



ica-gannet-hem, te icig'em siyeh. as ber-hem 
siryeh, jihemem senet. as her sihem sanet 
widern bi-rihbet. 

11. Gazaym bis iva-hedümem, te ivigd 
5 sihem, ärba? miye. jihemem ica-shäyn sdyet 
ica-jihemem bis. te mkaem gäuyehem, thülil 
hinihem. ica-gazäut. 

(sä/ih her musallim, 11. März 1902.) 



Wie sie schon groß waren, gingen sie fort ein 
Jahr. Wie schon ihnen ein Jahr (vergangen) 
war, gelangten sie in eine Stadt. 

11. Sie blieben in ihr und dienten, bis ihnen 
vierhundert (zuteil) wurde. Sie gingen fort und 
sie beluden eine Sa'iyah. Und sie gingen fort 
mit ihr. Als sie zu ihren Brüdern kamen, ver- 
weilten sie bei ihnen. Und es ist zu Ende. 



49. (129) Der närrische Mann. 



Mehri. 



Deutsch. 



l. Amur: gayj, seh sallit gajinüten, tirit 
hanyöb wa-tit gennit. 

io 2. Jihem min hini-sen. te bereh mkön, 
yekils gayj täd. dmörheh: ,höm suk'. dmür 
lieh: ,liastöu'. 

3. Jihemem fähre, te ber-hem mkon, 
ämür heh: ,bäl h a bdnten lä, 1 läzeröme 

15 gaddli loellä gaddli'. 2 dmür heh: ,läzeröme 
ho la-gaddlk hlbö 1 ? xougduf minh. 

4. Wa-siyürem. te ber-hem mkon, dmür 
heh: Jiigahi wälla higyank'. dmür heh: 
,min ho läzeröme Iiumu büme birek jibel'f 

20 wugduf minh. 

5. Siyürem fähre, te berhem mkon, kü- 
sem jinozet. dmür heh: ,döme moyit au 
fyay'? dmür heh: ,Mt absdrk te lä cli he 
moyit lä'? wugduf minh. 

25 6. Wa-siyürem mkani-hem fähre, te bir- 
hem mkom, küsem amel zor. dmür: ,amel 
dorne ber jizez au ädeh 1 ? dmür heh: ,gu- 
16g teh zor mköneh lä'? wugduf minh. 

7. Wa-siyürem fahre, te gahdybem rih- 

30 bet, dmür heh läzeröme Mb di-gajinüten : 

,het läzeröme thöm la-hb 1 / dmür: ,ho hörn 



1. Er sagte: Es war ein Mann, mit ihm waren 
drei Mädchen (Töchter), zwei waren groß und 
eine klein. 

2. Er ging fort von ihnen. Als er schon an 
einem Orte war, fand er einen Mann. Er sagte zu 
ihm : ,Ich will mit dir'. Er sagte zu ihm : ,Gut'. 

3. Sie gingen zusammen. Als sie an einem 
Orte waren, sagte er zu ihm : ,Herr der Tochter, 
nein, 3 jetzt trage mich oder ich trage dich'. Er 
sagte zu ihm : ,Wie, daß ich dich jetzt trage' ? 
Er schwieg vor ihm. 

4. Und sie gingen. Als sie schon an einen Ort 
kamen, sagte er zu ihm: , Tränke mich oder 
wir tränken dich'. Er sagte zu ihm : , Woher 
jetzt Wasser hier im Gebirge (nehmen )' '? Er 
schwieg ihm. 

5. Sie gingen zusammen. Als sie an einem 
Orte waren, fanden sie eine Leiche. Er sagte 
zu ihm: ,Ist dieser tot oder lebend'? Er sagte 
zu ihm: , Siehst du ihn nicht, daß er tot ist'? 
Er schwieg ihm. 

6. Und sie gingen ihres Orts zusammen. Als 
sie an einem Orte waren, fanden sie ein Saatfeld, 
stehend (in Ähren). Er sagte: ,Ist dieses Saat- 
feld schon geschnitten oder ist es noch'? Er 
sagte zu ihm: ,Sieh es, 4 steht es nicht an seinem 
Ort'? Er schwieg ihm. 

7. Und sie gingen zusammen. Als sie in die 
Stadt kamen, sagte zu ihm jetzt der Vater der 
Mädchen: /Wohin willst du jetzt'? Er sagte: 
.Ich will nach dem größten Hause der Häuser'. 



1 Das lä scheint eine Dittographie vom folgenden Worte zu sein (Müller). 2 Lies la-gaddlk; das la ist wegen 

des vorangehenden la ausgelassen worden (Müller). 3 Ist wohl zu streichen: s. Note 1 (Müller). * Vielleicht 

für tgulog siehst du denn nicht etc. (Müller). 

17* 



132 



I. Prosatexte. 



49. Der närrische Mann. 



la-bU agär di-biyüt'. dmür lieh: ,ho Mti 
agär di-biyüt; thom si lä'9 dmür: ,ehöm 
sük br. 

8. Bär minh. ica-tuwü, te la-hdl habänth. 
5 dmür heh: ,het min hö? 1 dmür lasen: ,ho 

min rihbet tit'. dmür heh: ,mö sük 1 ? 

9. Amur hisen: ,si gayj. has ber-hem 1 
bi-hörem dmür hini: thdmi la-gaddlk ah- 
tiyor, we-thöm tagddli ahtiyor. wagdfk 

io minh. iva-jihemen. te beren mkon birik 
jibil, dmür hini: läzeröme thdmi la- 
hgdk, ahtiyor, wa-thöm tahgähi, ahtiyor? 
uagdfk minh. mgöre amerk heh: min ho 
la-hat hük humii büme? we-jihemen 

15 fahre. te mkon kusen jinözet. dmür 
hini: dorne möyit au hayP amerk heh: 
dorne möyit. wa-siyüren fahre, te mkon 
jören hal amel. dmür hini: dorne ber sireb 
au ädeh? amerk heh: ädeh. wukö abserk 

20 teh lä? wa-jihimen ho wa-h4. te gahdy- 
bem rihbet amerk heh: läzeröme tehöm i 
le-ho? dmür heh 2 : ho hörn bet agär di- 
biyüt. amerk heh: ho beti agär di-biyüt. 
wa-bär minni 1 -. amirot le-lubis gajinöt gan- 

25 net: .thdmi ho la-häftek au thom had min 
gdt-ye thdftek. amür las: lä, hämis ar het 
tahaft-i i . amiröt lieh: Jiastöu 1 . 



10. Amiröt lieh: ,gayj dikme, has hirüj 
$&k, dmür hük: Ihdmi la-gaddlk au thom 
tagddli? yehamk tehirej seh', dmür Ms: 

30 ,hastd 

11. Wa-amiröt heh: ,has jerkem la-ji/in- 
zet, dmür hük : da möyit au hay ? has täd 
yijhöm icahseh bi-hörem am möt hdd yu- 
ivöde' bc/i In; wa-has dmür h-ük: higgahi 



Er sagte zu ihm: .Mein Haus ist das größte der 
Häuser, willst du nicht mit mir'? Er sagte: ,Ich 

will mit dir nicht'. 

8. Er ging des Nachts von ihm. Und er kam 
des Nachts zu seinen Töchtern. Sie sagten zu 
ihm: , Woher (kommst du)'? Er sagte zu ihnen : 
,Ich (komme) von einer Stadt'. Sie sagten zu 
ihm: ,Wer w-ar mit dir'? 

9. Er sagte zu ihnen: ,Mit mir war ein Mann. 
Wie wir schon auf dem Wege waren, sagte er 
zu mir: Willst du, daß ich dich trage, wähle, 
und willst du mich tragen, wähle. Ich schwieg 
ihm. Und wir gingen. Als wir schon an einem 
Orte im Gebirge waren, sagte er zu mir: Willst 
du jetzt, daß ich dich tränke, wähle, und willst 
du mich tränken, wähle ? Ich schwieg ihm. 
Dann sagte ich zu ihm : Woher soll ich dir 
hier Wasser geben ? Und wir gingen zusammen. 
Als wir an einem Orte waren, fanden wir eine 
Leiche. Er sagte zu mir : Ist dieser tot oder 
lebend? Ich sagte zu ihm: Dieser ist tot. Und 
wir gingen zusammen. Als wir an einem Orte 
waren, stießen wir auf ein Saatfeld. Er sagte 
zu mir: Ist dieses schon geschnitten oder ist es 
noch ? Ich sagte zu ihm : Es ist noch. Warum 
siehst du es nicht. Und wir gingen, ich und er. 
Als wir in die Stadt kamen, sagte ich zu ihm : 
Wohin willst du jetzt? Er sagte zu mir: Ich 
will in das größte Haus der Häuser. Ich sagte 
zu ihm: Mein Haus ist das größte der Häuser. 
Und er ging des Nachts von mir'. Es sagte zu 
ihrem Vater das jüngste Mädchen : , Willst du, 
daß ich dir erkläre oder willst du, daß jemand 
von meinen Schwestern dir erklärt'. Er saffte 
zu ihr : ,Ich will, nur du erklärst mir'. Sie sagte 
zu ihm: ,Gut c . 

10. Sie sagte zu ihm: ,Jener Mann, wie er 
mit dir redete, sagte er zu dir : Willst du, daß 
ich dich trage oder willst du mich tragen? Er 
wollte, daß du redest mit ihm'. Er sagte zu 
ihr: ,Guf. 

11. Und sie sagte zu ihm: .Wie ihr auf die 
Leiche stießet, sagte er zu dir: Ist dieser tot 
oder lebend? Wie einer allein auf dem Wege 
fortgeht, wenn er gestorben ist. nicht weiß je- 
mand von ihm. Und wie er zu dir sagte : Tränke 



1 Lies b&rcn Mii.i.kii! 



Lies hini (Miller). 



50. Der Spiegel und der Spinnrocken. 



I. Prosatexte. 



133 



icdlla hämi la-hgdhk, jirö l-artk, gass inins 
darb wa-midgeh ica-t-tügi minh. iva-has 
dmür hük: amel dorne ber slreb au ddeh? 
has ddeh zör. has tdd bi hagleh ddeh hdy 
5 mut e ld\ wa-gazdut iv-ahtalatot. 

(abüd ber Ali, 11. März 1902.) 



mich oder willst du, daß ich dich tränke ? stieß 
er auf einen Arikbauni, schnitt von ihm einen 
Zweig ab und kaute ihn und trank von ihm. 
Und wie er zu dir sagte : Dieses Saatfeld ist 
es schon geschnitten oder ist es noch? wie es 
noch stand. Wie einer, bei dem sein Verstand 
noch lebend ist, nicht gestorben ist. Und es ist 
zu Ende und aus. 1 



130) Der Spiegel und der Spinnrocken. 



l. Amur: tdd, 
godi. 

2. 
kall 



50. 

Mehri. 

sih habdnthe tirit wa-he 



Mgöre jihem. 
Üd mahzin 



wuzüm habdnt-he min 

ica-min kall tit mlrot. 

io ,wat nika'ak, kall di-mlrets ber ahtebsöt, 

de se gahub; wa kall di-mahzens dd la-h- 

herjüt minh berdm Id, de se gahub 1 . wa-he 

jiMm. 

3. Wa-tit min-sen sis mukküör yekkewi- 
15 rem Ms iva-yendhjem bi-mirets wa-tablül 

bi-gduzel Id. 

4. Wa-gats dik sis hujrit. ioat nuhüre 
min nuhüre wa-gasrduwwen min gasrduw- 
toen, tahrüj ä-s-sijojet (sijöjed) iva-tehweziyen 

20 mine gözel birdm ica-mahzen ddkme tt 'njuz 
wa-mlr&ts di-hügöt dd la-galydts Id, te Mb- 
is nüka. 

5. As laylat di-hibis icdthf min ä s/er 
makküör le-gats yeherigem tes mlrit-s wa- 

25 yahallif Ms mlrot tagmüm weyeherigem t$s 
mlrot jitt zoa-yenafs bis la-hdl hibis. 



6. Amur: Jjibriik di-gannet gahüb, hass 

di-glhdb kall ; galle mlrets ber ahtebsöt 

wa-gazlis ad lahmdth 2 bi-hidis Id, we-di 

30 di-nhd hinis mlrets dds häyednüt wa-gdzlis 

ber ngüz källeh i . 



1 Dieses Märchen ist sehecht erzählt und schlecht gedeutet und bricht in der Mitte ab. 
und Soqotri-Sprache' I. S. 111 ff. und 209 ff. (Müller). - Lies lahmdth, V ^»^J (Müller). 

hatte (Müller). 



Deutsch. 

1. Er sagte: Es war einer, mit ihm seine zwei 
Töchter; und er war ein Kadi. 

2. Dann ging er fort. Er gab seinen Töchtern 
jeder einzelnen ein Zimmer und jeder einzelnen 
einen Spiegel. , Sobald ich gekommen bin, ist 
jede, deren Spiegel schon getrübt ist, eine Hure, 
und jede, aus deren Zimmer sie noch nicht 
herausgebracht hat die Wolle, 3 die ist eine Hure'. 
Und er ging fort. 

3. Und eine von ihnen mit ihr waren Buhler, 
sie buhlten mit ihr und sie spielten mit ihrem 
Spiegel und sie dachte an den Spinnrocken nicht. 

4. Und jene, ihre Schwester, mit ihr war eine 
Sklavin. An jedem Spätvormittag und jedem 
Spätnachmittag ging sie auf die Gebetsmatten 
heraus. Und sie zupfte von dem Spinnrocken 
Wolle, (sodaß) dieses Zimmer fertig (leer) war. 
Und ihr Spiegel, welcher hingestellt war, war 
noch so, als ob sie ihn nicht gesehen hätte, als 
ihr Vater kam. 

5. Wie es die Nacht war, in welcher ihr Vater 
Spätnachmittag von der Reise gekommen war, 
stahlen die Buhler ihrer Schwester ihr ihren 
Spiegel und ließen ihr zurück den (untauglichen) 
schlechten Spiegel und stahlen ihr den guten 
Spiegel und sie gingen am Frühnachmittag mit 
ihm zu ihrem Vater. 

6. Sie sagten: , Deine Tochter, die Kleine, ist 
eine Hure, die schlechteste aller Huren ; siehe 
ihr Spiegel ist schon getrübt und ihr Spinnrocken, 
sie hat ihn mit ihrer Hand noch nicht angerührt. 
Und die, die wir bei ihr waren, ihr Spiegel ist 
noch neu und ihr Spinnrocken schon ganz fertig'. 

Man vergleiche ,Mehri- 
3 Die sie zu spinnen 



134 



I. Prosatexte. 



51. Weiberlist. 



7. Wa-mgore hehar angam lis, lad wu- 
küb Its lä. te nhör tit, ämür: Jjvm la-keb 
lis, hörn le-sähbiris. clig tar böb. ämür: 
,dä mo'1 ämür: ,di-Mbis l . fethäut leh. has 
5 umküb, bv.küt. amiröt: .hibi, de het da- 
ngämk li ho', ämür: ,yehäul, hibriti, het 
arnlis ma'mül tau lä'. amirüt: .hihi häbü 
bedöhem buk 1 , ämür: ,hibriti häbü yebe- 
dyem lis lä'. 

io s. Amirüt: ,galleg gazli'. galgäyh, mdeni 
he bar njüz gäzlis. ämür: ,hat mrret-s'. 
hh'jüt miröt. amur : ,dä-wukö mirot-s tag- 
müm i ? amirüt: jnakküdr la-gäyti hirüg 
miröti wa-hallif hini miröt tagmüm'. 



15 



9. yihzäub la-gats. as gahbut, sihtäy-s. 
has ber sihtäys yeshot mukkuörs kall. vcad 
di-sitem haddiyet bi-mitäyn, yaicezmis had- 
diyet kalles. 

(sef ber sölim, 12. März 1902.) 



7. Und dann zürnte der Alte über sie, nicht 
mehr trat er bei ihr ein. Als es ein Tag war, 
sagte er: ,Ich will eintreten bei ihr, ich will sie 
fragen'. Er klopfte an die Türe. Sie sagte: ,Wer 
ist das'? Er sagte: ,Das ist dein Vater'. Sie 
öffnete ihm. Wie er eintrat, weinte sie, sie sagte : 
.Mein Vater, das bist du, der du zürntest über 
mich'. Er sagte: ,. Jawohl meine Tochter, du hast 
keine schöne Tat gemacht'. Sie sagte : ,Mein 
Vater, die Leute haben dich belogen'. Er sagte: 
, Meine Tochter, die Leute lügen über dich nicht'. 

8. Sie sagte: , Siehe meinen Spinnrocken'. Er 
sah ihn, siehe er war schon fertig ihr Spinn- 
rocken. Er sagte : ,Gib her deinen Spiegel'. 
Sie brachte den Spiegel heraus. Er sagte : , Warum 
ist dein Spiegel schlecht'? Sie sagte: ,Die Buhler 
meiner Schwester stahlen meinen Spiegel und 
hinterließen mir den schlechten Spiegel'. 

9. Er sendet nach ihrer Schwester. Wie sie 
kam, schlachtete er sie. Wie er sie schon ge- 
schlachtet hat, schlachtet er alle ihre Buhler. 
Und der (der Vater) war es, der ein Geschenk 
um zweihundert kaufte, er gab ihr das ganze 
Geschenk. 



51. (i3i) Weiberlist. 



Mehri. 



1. Gayg togir, sih dukkön, toa-ya'mdl 
20 bay iva-slre. kutüb be-böbeh ,keyd di-gayug 

söh min keyd di-agzün i . 1 

2. Te li'at (so), gurüt leh gaggit. 1 wa- 
ksuteh di-kutüb be-böbeh ,keyd di-gayüg 
ägär mine keyd di-agzün'. amirüt: Jja- 

25 bäs'-eh ,keyd di-gayüg' icatrdfr är 'keyd di- 
agzün'' ämür: ,hab§one t$h lä 1 . 

3. Amirüt: Jjaräna, z€mi bi-gärs zeböd'. 
ämür: Jiastöu'. dibtäteh we-ftet bi-fämis. 
ämür: ,dä-wuko het fets tä bi-fämis'? ami- 

so rüt: ,häulek min si la; döt är gärsek'. 
iguSüt. 

1 Für ijay Mi i.u:i; . 



Deutsch. 



1. Es war ein reicher Mann und er hatte 
einen Laden und trieb Handel. Er schrieb an 
seine Türe: ,Die List der Männer ist größer als 
die List der Frauen'. 

2. In einer Nacht stieß auf ihn ein Mädchen. 
Und sie fand es, daß er an seine Türe ge- 
schrieben hatte : ,Die List der Männer ist größer 
als die List der Frauen'. Sie sagte: ,Lösch' es 
weg 'die List der Männer* und laß nur die 
List der Frauen''. Er sagte : ,Ich werde es nicht 
wegwischen'. 

3. Sie sagte: , Wohlan, gib mir um einen 
Taler Zibet'. Er sagte: ,Gut'. Sie nahm es und 
schmierte es auf ihr Bein. Er sagte : .Warum 
schmierst du es auf dein Bein'? Sie sagte: 
.Dein Befinden hat nichts mit der Sache [= das 
geht dich nichts an]; nimm nur deinen Taler'. 
Sie ging [am Frühnachmittag]. 



51. Weiberlist. 



I. Prosatexte. 



135 



4. Te bi-hilli, taweth, di-ya'mol mezbeh 
birek dukkön. amirüt: ,höm bi-gdrs zebod'. 
dmür: Jiastdu'. wuzmis bi-gdrs zebod. fe- 
teteh bi-fämis. dmür: ,dä-ivukö hiribs ze- 

5 böd bi-fämis'? amirüt: .jire, si hdulek lä'. 
sügüsüt. 

5. Te kalläyni tawdt, di-ya'mol mizbäh. 
dmür Ins: ,äd musßgäte tey'. amirüt: ,het 
tegdudir la-haserti lä. dmür: ,lä, agdudir; 

io litt hibri 1 di-mö'f amirüt: Mbri 1 di-gödi'. 

6. Amirüt: ,hibi yahez min la-lidffigi. 
ydumir hibriti är tibrit wa-aurit wa-gdäs' 2 
är hügür 3 mahmellet, ice-y'dumir Ms elyöme 
te led asäffeg lä. laken het amer: ho är 

15 ham-s'. amur : ,hastou l . 

7. Siyür. te hol Mbis, dmür: ,lidm adäut 
hibretk'. dmür: hibriti ar tibrit ice-aurit 
ive-yagdäs i ar hügür ioa-se birek mah- 
mallet'. dmür: ,welü ahdms'. dmür: ,hasröne 

20 luk wezn-is', dmür: ,haräna, hastou'. ,%oa- 
iliyefti ivarh 1 . dmür: Jiastöu'. 



8. Wvzüm direhem, gabdyl-is, wa-diytf 
warh. mgören hügür e tauye harmöt, 5 
yagdäs i birek mihmillet. bukiih. dmür: 

25 .gidemi bd'd e mdli 1 '. 

9. Mgören siyür. te birek dukkön-eh, 
dymel mizbäh. tawdt -eh hibri} di-ddulet. 
amirot: ,hom bi-gdrs zebod 1 . buküh. dmür: 
,ho mdli ber-tem wa-higisk li-gä di-hdsrek 

30 «;' Ms het ica-dm athdrigen 6 tey he Mt'. 



io. Amiritt: .härigen 6 tek, laken habes 
c keyd di-gayüg H '. dmür: .hastou'. habs-eh. 



4. Als es bei Nacht war, kam sie des Nachts 
zu ihm, der Licht machte im Laden. Sie sagte: 
,Ich will um einen Taler Zibet'. Er sagte: .Gut'. 
Er gab ihr um einen Taler Zibet. Sie schmierte 
es an ihr Bein. Er sagte : , Warum verwüstest 
du das Zibet an deinem Fuß"'. Sie sagte: ,Geh 
weiter, die Sache geht dich nichts an'. Sie ging 
[am Frühnachmittag]. 

5. Am Abend kam sie zu ihm, der Licht 
machte. Er sagte zu ihr: ,Ich werde dich noch 
frei machen [= heiraten] - . Sie sagte: ,Du ver- 
magst nicht über meinen Brautpreis'. Er sagte: 
,Nein, ich vermag ; wessen Tochter bist du' ? 
Sie sagte: ,Ich bin die Tochter des Kadi'. 

6. Sie sagte: ,Mein Vater lehnt ab mich zu 
verheiraten, er sagt: meine Tochter ist nur ver- 
krüppelt und blind und es trägt sie nur ein 
Sklave in einem Korb, und er sagt: an ihr sind 
diese (Fehler) bis er (der Werber) sie nicht 
mehr nimmt. Aber du sage, ich will nur sie'. 
Er sagte: ,Gut'. 

7. Er ging. Als er bei ihrem Vater war, sagte 
er : .Ich will deine Tochter nehmen'. Er sagte : 
, Meine Tochter ist eben verkrüppelt und blind 
und es trägt sie nur ein Sklave und sie ist in 
einem Korbe'. Er sagte : ,Und wenn, ich will 
sie'. Er sagte : ,Ich werde dir als Brautpreis 
ihr Gewicht bestimmen'. Er sagte : , Wohlan, 
gut'. ,Und mein Gastmahl einen Monat'. Er 
sagte : ,Guf. 

8. Er gab das Geld, er nahm sie und das 
Gastmahl war ein Monat. Dann brachte der 
Sklave bei Nacht die Frau, er trug sie in einem 
Korbe. Er weinte. Er sagte : ,Mein Vorrang nach 
meinem Gut (ist mir verloren gegangen)'. 

9. Dann ging er. Als er in seinem Laden 
war, machte er Licht. Es kam des Nachts zu 
ihm die Tochter des Sultans. Sie sagte : ,Ich 
will um einen Taler Zibet'. Er weinte. Er sagte: 
,Mein Gut ist schon zu Ende und ich denke, 
daß es geschehen könnte, ich zahlte den Braut- 
preis nur für dich, wenn du zu mir heraus- 
kommst, o du'. 

10. Sie sagte: ,Ich komme heraus zu dir, 
aber wische weg ,die List der Männer - . Er 
sagte : ,Gut'. Er wischte es weg. 



1 Für hibnt (Müller). 
5 Lies bi-hannet (Müller). 



2 Rad. gdl (Müller). 3 Ergänze ica-se birile (Müller). 

Für athärijen etc. g für j (Müller). 



Für yagdäh (Müller). 



136 



I. Prosatexte. 



52. Das Siegel und der Männersmrtel. 



11. Amirüt : ,icet k-s-söbeh gahüb la-häl 
fyim-ak, amtr lieh: höh haggöm 1 ica-hibi 
fjtaggöm wa-möli de-fkübeh dr min mah,- 
gim'. gödi dmür: ,a haggöm yewuküb 
5 birik beti ld l . dmür: ,ho beri ar himak, 
hirgdne 1 lä ar wi-ddfa'ak hini möli ase'. 
dmür: daut mölek iva-hireg miney'. 

(bah'U her äskeri, 12. März 1002.) 



11. Sie sagte: , Sobald es Morgen ist, geh' zu 
deinem Schwiegervater, sag' ihm : Ich bin ein 
Schlüpfer und mein Vater ist ein Schröpfer und 
mein Gut, seine Aufschichtung (Anhäufung) ist 
nur vom Schröpfkopf*. Der Kadi sagte: ,Ein 
Schröpfer tritt nicht in mein Haus ein'. Er 
sagte: ,Ich bin schon nur dein Schwiegersohn, 
ich werde nicht hinausgehen nur wenn du hast 
mir zurückgegeben mein Gut, vielleicht"'. Er 
sagte: ,Nimm dein Gut und geh hinaus von mir'. 



52. (134) Das Siegel und der Männergürtel. 



Mehri. 

l. Amur : gayj, sih härmet bi-rifyMth wa- 
thülül sis. 
io 2. Te mkon, jihim min tiris, te rihbet 
tagt, has nüka rihbet, thülül Ms, wa-ariis 
wa-dymel hubün. 

3. Te mkon hasbut (hasbüt) tuwdlh hor- 
meth. amiröt hell : ,tahöm tahirej, ahtiydr, 

15 we tahämi la-nkdk, ahtiyör, ica-dm lad ta- 
hdmi Id, hdseb hini b-i-hil6y\ icugdnf mins. 

4. Has lelet amirot la gayj fad: ,hdm- 
mek tabdr bi la-hal gayji 1 ? dmür his: 
,yehdid, himmak la-bdr bis 1 , amirot: ,dib- 

20 töne li Msen jdl-ek'? dmür Ms: ,dibtone 
lis mila siseb ambir 1 . amirot heh: ,hdstou ( . 

5. Amur his: ,hardna, ho, wat bi-hilli, 
doyöne tes toa-megtelbe hU nöher icat daük 
tis, mut/jduwwile his birik hijjit ica-het 

25 galeg minni. wat gaUgs ti gafed. wat ddus 
le-hini, irkib tiri wa sidh min tifzd' wa-ho 
farröne bis 1 . 

6. Farr Ms, te hidwis hol gdyjis, has 
hidwis hat gdyjis, gelbts birek hijjit wat 

so thülul his. wa-se firöt birek bit. 

7. Te duwHt birek mijiles, ksüt gdyjis, 
1 Für liujjöm etc. herjSnt etc. (Müller). 



Deutsch. 

1. Er sagte: Es war ein Mann, mit ihm war 
eine Frau in seiner Stadt und er verweilte mit ihr. 

2. Nach einer Zeit ging er fort von ihr bis 
in eine Stadt. AVie er in die Stadt kam, ver- 
weilte er in ihr und heiratete und zeugte Söhne. 

3. Nach einer Zeit sandte zu ihm seine Frau. 
Sie sagte zu ihm : , Willst du herausgehen (zu 
mir), wähle, und willst du, daß ich zu dir komme, 
wähle, und wenn du mich nicht mehr willst, 
schicke mir meine Entlassung. Er schwieg ihr. 

4. In einer Nacht sagte sie zu einem Mann: 
, Wünschest du des Nachts mich zu meinem Mann 
zu bringen'? Er sagte zu ihr: ,Jawohl, ich wünsche 
mit dir des Nachts zu gehen'. Sie sagte: ,Was 
wirst du mir als deine Löhnung nehmen'? Er 
sagte zu ihr: ,Ich werde dir einen Fellsack 
Ambra nehmen'. Sie sagte zu ihm: ,Gut'. 

5. Er sagte zu ihr : , Wohlan, sobald es Nacht 
ist, werde ich zu dir kommen und mich in einen 
Nöher verwandeln, sobald ich des Nachts zu dir 
gekommen bin, werde ich dich im Vorhof er- 
warten und du sieh nach mir. Sobald du mich 
gesehen hast, steige herab. Sobald du des Nachts 
zu mir gekommen bist, reite auf mir. Hüte dich, 
dich zu fürchten. Und ich werde fliegen mit dir'. 

6. Er flog mit ihr, bis er sie brachte des 
Nachts zu ihrem Mann. Wie er sie des Nachts 
zu ihrem Mann gebracht hatte, setzte er sie in 
den Vorhof ab und wartete auf sie. Und sie 
stieg hinauf in das Haus. 

7. Als sie des Nachts in das Sitzzimmer kam. 
fand sie ihren Mann, er schlief (schlafend). Als 



52. Das Siegel und der Mannergürtel. 



I. Prosatexte. 



137 



sukuf. te mkön äs. dmür: .da-mo'? här- 
met dime ivagföt minh. dmür: : ivukdne 
dime mehr iy fit min benti 1 Gasen. 

8. Garaur sis. has bers sellüt hötem wa- 
5 mihniiret ica-bäröt min hineh ica-rikböt tar 

nöher. bar bis. 

9. TS hadwi-s bet-s, tkawwelüt tagtit 
icarh. ica-Sellot' 2 bi-hubün. amürim Ms 
gduse: ,min hö bis hibfoi'? amirot hihem: 

io jdm sihem hibhem, ädkem (or-ny) tawad'en 
beh. ic-am he farh, altegem ti. 

10. Anköt bi-gajjen iva-gineth te agdur. 
has bereh seh, nüka hibeh; amirot li-gajjen: 
,jire gaber hibak\ gajjin garaur. te ga- 

15 hdyb, ksii habü hol hibeh. 

11. Gajjen amur hihem: ,/iibihö'? amü- 
rim heh : ,het, min hö sük Mb' ? dmür : 
,hdgligem teh ti, am ho hibreh lä, yijhod 
minni 1 . haglügem teh hibeh; huho~ la-hnih. 

20 12. Has toizal hineh, ligef hibeh bi- 
gatyeh. amürim heh häbü: ,giribk gajjen 
dorne'? dmür hihem: ,lä l . amürim heh: 
.gajjen dorne farh; wida'en hibeh mol lä 1 . 

13. Has himehem gajjen, hurüj hötim 
25 wa-mihmiret min birek mitbineth, loizmihem 
hibeh. dmür heh: ,girtbk elyöme li-mö'? 
dmür: ,elyome le-ho\ dmür heh: ,min hö 
hem sük elyöme'? dmür heh: ,min hal 
hämi\ galüg bi-hem hibeh ica-dibdythem. 

30 14. Te tuwo he-beyt, he wa-gajjen wa- 
häbü, dymel hihem ise ica-aysihem? has 
ber aysihem, 3 barem, has ber barem, tuwö 



es Zeit (wörtl. Ort) war, stand er auf. Er sagte : 
,Wer ist das'? Diese Frau schwieg ihm. Er 
sagte: ,Es ist (vielleicht) diese eine Mahrafrau 
von der Hafenstadt Gischin'. 

8. Er verkehrte mit ihr (beschlief sie). Wie sie 
fertig war, nahm sie einen Siegelring und den 
Männergürtel und sie ging bei Nacht von ihm. 
Und sie ritt auf dem Noher. Er ging des Nachts 
mit ihr. 

9. Er brachte sie des Nachts in ihr Haus, 
sie verweilte drei Monate. Und sie nahm mit 
Söhnen (wurde schwanger). Es sagten zu ihr 
ihre Brüder: ,Woher bist du schwanger''? Sie 
sagte ihnen: ,Wenn ihr Vater mit ihnen ist, 
kennt ihr ihn noch, und wenn er ein Bastard 
ist, tötet mich'. 

10. Sie bekam einen Knaben und sie zog ihn 
auf, bis er groß war. Wie er groß war, kam 
sein Vater. Sie sagte zu dem Knaben: ,Lauf, 
begegne (lauf entgegen) deinem Vater'. Der 
Knabe ging. Als er kam, fand er Leute bei 
seinem Vater. 

11. Der Knabe sagte zu ihnen: ,Wo ist mein 
Vater'? Sie sagten zu ihm: ,Du, wo hast du 
einen Vater'? Er sagte: .Zeigt ihn mir, wenn 
ich sein Sohn nicht bin, verleugnet er mich'. 
Sie zeigten ihm seinen Vater, er lief zu ihm. 

12. Wie er zu ihm gelangte, packte er seinen 
Vater an seinem Halse (fiel ihm um den Hals). 
Es sagten zu ihm die Leute : ,Kennst du diesen 
Knaben'? Er sagte zu ihnen: ,Nein'. Sie sagten 
zu ihm: ,Dieser Knabe ist ein Bastard; wir kennen 
seinen Vater, das Vermögen 4 nicht'. 

13. Wie der Knabe sie hörte, zog er aus 
seiner Hüfte n tuchfalte den Siegelring und den 
Miinnergürtel heraus. Er gab sie seinem Vater. 
Er sagte zu ihm : ,Kennst du diese, wessen sind 
sie'? Er sagte: , Diese sind mein'. Er sagte 
zu ihm: , Von wo sind diese mit dir'? Er sagte 
zu ihm: ,Von meiner Mutter'. Es sah sie sein 
Vater an und nahm sie. 

14. Als er des Nachts nachhause gekommen 
war, er und der Knabe und die Leute, machte 
er ihnen das Abendessen und sie aßen das Abend- 
essen. Wie sie schon zu abend gegessen hatten, 



1 Für Bender (Müller). 2 Ist wahrscheinlich gar nicht mit 411 J.^o zusammenzustellen, sondern mit JLi 

.schwanger werden' (Miller). 3 Für ayfi'em (Müller). * ,Das Vermögen' gibt keinen Sinn. Ich vermute, daß 

mal entweder gestrichen oder in einer anderen Bedeutung, etwa ,ganz und gar' genommen werden muß (Müller). 

W. Hein, Mehri-Texte. 18 



138 



I. Prosatexte. 



53. Der Knochen im Schlund. 



la-hdl harrneth. dmür Ms: ,min hö~ sis 
gajjen dorne/ has ho jahdmk min hinis 
sis Imbun lä 1 . amirot lieh: ,wukö galek 1 
alamtek lä k-gajjen'f dmür Ms: ,yehdul, 
5 (julükkis, harana jahdöne läzeröme di-he 
hibrek, lä'. dmür: ,ld jehddk tes lä. dorne 
hibri ijiribk hötim wa-mifymir&, di-ho 1 . 



15. Amiröt heli: .garebk ti lä, has dank 
tük leylat dikme, has het wahsuk'? dmür 
10 Ms : .giribk tes lä, leken ho sityek täd Gi- 
siyinüt i . amiröt hell : ,da-hö dduk täk'. 
dmür Ms: ,dawis ti birek M'? amiröt: 
,däwak tar nöher wa-atdmk hinük; wa-has 
bi-hilli bärk, te ddicak bet di-hibi l . 



15 16. Amur Ms : ,sddgis saß bodis lä, 
has dibtiä hötim ua-mihmiret; wa sefs lä- 
zeröme hiyör di-ajzön'. wa-gasdut iv-ahta- 
lasatit. 

{abüd her Ali, 12. und 14. März 1902.) 



gingen sie des Nachts. Wie sie schon des Nachts 
gegangen waren, ging er des Nachts zu seiner 
Frau. Er sagte zu ihr : , Woher ist dieser Knabe ? 
Wie ich von dir fortging hattest du keine Söhne'. 
Sie sagte zu ihm : , Warum sahst du die Zeichen 
nicht, (die) mit dem Knaben sind'? Er sagte zu 
ihr: ,Jawohl, ich sah sie'. , Wohlan, wirst jetzt 
nicht leugnen, daß er dein Sohn ist'. Er sagte: 
,Nein, ich leugne es dir nicht. Dieser ist mein 
Sohn, ich habe erkannt den Siegelring und 
meinen Männergürtel'. 

15. Sie sagte zu ihm: ,Hast du mich nicht 
erkannt, wie ich zu dir kam, jene Nacht, wie 
du allein warst'? Er sagte zu ihr: ,Ich habe 
dich nicht erkannt, aber ich roch eine Gischinerin'. 
Sie sagte zu ihm: ,Das war ich, ich kam des 
Nachts zu dir'. Er sagte zu ihr: ,In was kamst 
du des Nachts zu mir'? Sie sagte: ,Ich kam 
des Nachts auf dem Noher zu dir und ich ver- 
brachte die Nacht bei dir, und wie es Nacht 
war, ging ich bei Nacht fort, bis ich des Nachts 
in das Haus meines Vaters kam'. 

16. Er sagte zu ihr: ,Du sprichst wahr, siehe, 
du logst nicht, wie du nahmst den Siegelring 
und den Männergürtel. Siehe, jetzt bist du 
die beste der Frauen'. Und es ist zu Ende 
und aus. 



53. (139) Der Knochen im Schlund. 



Mehr 



1. Amur: dät, 2 sih gith, ica-hibhem ber 
20 möt lua-hämehem ber mütöt. wa-sihem ar 

hdzen, yethülUem birkeh. 

2. Wa-gajjm yegrdur häyg, yagdudij 
mäsöf, wa-giithem, M wa-gdth, mina hayg. 
yümer he gath: wa-tehigföd leh difrits, 

25 loa-hüllem haldkme wa-ygdudif kil yöm 
kil yöm. 

3. Te nehör dit, 2 gahdyb al-gdth, lad 
ksvjU Id. mdeni häbü halferu bädeh wa- 






Deutsch. 



1. Er sagte: Es war einer, mit ihm war seine 
Schwester und ihr Vater war schon gestorben 
und ihre Mutter war schon gestorben. Und sie 
hatte nur eine Burg, in der sie wohnten. 

2. Und der Knabe ging (pflegte zu gehen) 
zum Strand, fing mit dem Netz den Masöffisch 
und ihre Nahrung, seine und seiner Schwester, 
war vom Strande. Er sagte zu seiner Schwester 
und sie ließ hinabfallen über ihn ihren Zopf, 3 
und sie wohnten dort und er fängt mit dem Netz 
jeden Tag, jeden Tag. 

3. Eines Tages kam er zu seiner Schwester, 
nicht mehr fand er sie. Siehe Leute kamen 
hinter ihm und sie stiegen hinauf zu seiner Schwe- 



1 Abgekürzt aus galegk (Miller). 
heit bewundere (Müller). 



Für {,)■! und !j! I Mi i i i i. 



D. h. wohl: Sie ließ ihn ihre Sohön- 



54. Die Milch der Wildzie^e. 



I. Pkosatexte. 



139 



firäm la-gäth; ica-mgöre he firä bddihem. 
wa-gds hammeh Mahdmd wa-gdth hämm-es 
Fdyrah. 

4. Mdöni di gatot bi-addyd. amirot: 
5 ,gälag hlni min hlle'. 1 

5. Wa-hühau; te gahdyb al-bediciyüt 
dmür : Jiöm hile. 1 Affdyreh wa-ytgabis 
arg al kasdyrehK amirot: ,in thom hlle, 
hhh le-humü td tar ätem'. ksü kalb de-gött 

io ätem. 

6. Amur: ,in tehöm humii. hat hini irjob 
di-bagrit'. hühaii. te al bäl bagret, dmür: 
,höm rijöb; ive-rijöb hamh kalb ica-kalb 
hörn min hineh humü tca-humii hamh he- 

15 bedwiyüt wa-bedwiyüt hörn min hinis hile 1 
ica-hile 1 hämh Affayreh ica-Affayreh toeyt- 
gab-is arg äl-kasdyreh' . 

7. We hühaii min haldkme. t& l-al-bäl 
bir, dmür: ,hom gezaty. dmür: ,in thom 

20 gazab, hüh l-al haddöt'. 2 

8. Amur haddot: ,hdm mihrtini'J dmür: 
in tehöm mihrin, 4, hdggir la-s-sihar'. gardur 
la-s-sehar. has gahdyb, gath ber mutöt. 

{dli her he, 13. März 1902.) 



ster und dann stieg er hinauf nach ihnen. 
Und ihr Bruder, sein Name war Mahdmd und 
seine Schwester, ihr Name war Fayrah. 

4. Siehe, die würgte an einem Knochen. 
Sie sagte: , Suche mir nach Sauermilch'. 

5. Und er lief. Als er zu einer Beduinin kam, 
sagte er: ,Ich will Sauermilch, es ist hinein- 
gekommen in den Hals der Affayreh ein Kno- 
chenstück, 3 seine Bruchteile'. Sie sagte: ,Wenn 
du Sauermilch willst, lauf um Wasser bis zum 
Wasserlauf'. Er fand einen Hund, der den 
Wasserlauf bedeckte. 

6. Er sagte: ,Wenn du Wasser willst, gib mir 
die Nachgeburt einer Kuh'. Er lief. Als er 
bei dem Herrn der Kuh war, sagte er: ,Ich will 
die Nachgeburt, und die Nachgeburt will der 
Hund, und vom Hund will ich Wasser, und das 
Wasser will ich für die Beduinin, und von der 
Beduinin will ich Sauermilch und die Sauermilch 
will ich für Affayrah und Affayreh, es ist hinein- 
gegangen in ihren Hals ein Knochenstück, seine 
Bruchteile'. 

7. Und er lief von dort. Als er bei dem Herrn 
des Brunnens war, sagte er: ,Ich will Rohr - . 
Er sagte: ,Wenn du Rohr willst, lauf zum 
Schmied'. 

8. Er sagte zum Schmied: ,Ich will eine Sichel'. 
Er sagte: ,Wenn du eine Sichel willst, gehe um 
Kohlen'. Er ging um Kohlen. Wie er kam, 
war seine Schwester schon tot. 



Diese Erzählung bildet eine Variante zu Nummer 16 ,Der Kern im Schlünde' (S. 31) und 
bestätigt meine Vermutung (oben S. 32, Note 3), daß ursprunglich von einem Knochen die Rede 
war. Der Beginn des dritten Abschnittes: , Eines Tages kam er zu seiner Schwester und fand sie 
nicht mehr', greift der Erzählung voraus, und was folgt, ist in gewissem Sinne eine Erläuterung 
dieses Satzes. Interessant ist Abschnitt 6, wo eine Aufzählung der Gänge gegeben wird. Diese 
Aufzählung müßte sich nach jedem Gange wiederholen. Die Absätze 7 und 8 passen nicht an 
den Schluß oder sind einer anderen Variante entlehnt (Müller). 



Mehr 



1. Gay] tdd, hammeh Muhdnnis hädbeb, 
25 ribä ka-daület; inhäli(h) hibiith, dime 
gennet. 



1 Schwankende Betonung (MfixEn) 
1 So Ms. (Müller). 



54. (ho) Die Milch der Wildziege. 

Deutsch. 
1. Es war ein Mann namens Muhannis Häd- 
beb (= Fliegenverscheucher), mit dem Sultan be- 
freundet; unter (ihm) war diese seine kleine Toch- 
ter (d. h. der Sultan hatte eine kleine Tochter). 

Für haddöd (Müller). 3 Sonst: Flechse, Sehne (Müller). 



18* 



140 



I. Prosatexte. 



54. Die Milch der Wildziesre. 



2. Nfüsem le-lim v;a-icdthfem te he-beyt. 
wed ßmeh, 1 ars sihem hat däulet. gas- 
räuwwen säbir lisen min halfst wa fdiyü 
tihem be-lim wa-hijriwem ars. 

5 3. Muhännis, he ma-harm&th, trühem teh 
birek metdubeh ica-lyek trühem tehem bi- 
rek mejölis, hem wa-harimihem. 

4. Wa-däulet iciga' ba-ser. iva-jihemem 
min-hem tirü hdmhe, galögem heh min i shöf 
di-zäyür iva-ldd ksiicem st Id. 

10 5. Hagräur Muhännis kisiyehem birek 
rigeb. dmür hehem : ,saläm aUykem 1 . 
dmür: ,dä-wukö thn büme'? dmür: ,nha 
negdulig min % shöf he-daufet wa-töli lad 
küsen heh se lä l . dmür: ,ho galgone hikem 

15 min i shöf, laken ll ken min mdzJiar mdz- 
har ben sit iva-ajrit 1 . dmür: Jio gahbone 
Mkem i shauf. dmür: ,h6kom i shöf. dmür: 
däzerome hom le-zhdrkem'. amnrim heh: 
Jidstou'. zihrehem. 

20 6. Wa-nfüsem. amürim heh: ,het sen'f 
dmür: da, h<> sl-kem l . dmür: ,ddi al-fnuwi 
di-girö (jiruj handfeh i §hduf\ 

7. Has k-magräb, t,aw6 rihbet. te 
wukub hal harmeth wesmis (wezmis) 1 shditf, 

25 wa-hugä halldughe. 

8. Wa-mgöre gayüb birek rimid. wa- 
lyek wuzümem daület i §hduf. saufä be(h) Id. 
wahibrith tdumer : ,hibi, hak i shöfi ho', 
dmür: ,ho adod (i>^i\) i shoj di-mishäli lä'. 
we-t-töli tämeh dmür: ,jid dorne 1 . ioa-t-toli 

30 jir4 si tibd yöm. icigd* bi-hüyr. 

9. Mgore di yahteribem. te as häbü bef 
yahteribem, tcdthf Muhdnnis hädbib, seh 



2. Sie gingen des Frühnachmittags zu den Li- 
monen und kamen Spätabends bis zum Hause. 
Sobald es Morgen war, war die Hochzeit mit 
ihnen 2 bei dem Sultan. Am Frühnachmittag 
sah er auf sie vom Fenster und sie bewarfen 
sie mit Limonen und sie bereiteten die Hochzeit. 

3. Muhanuis, ihn und seine Frau, ließen sie 3 
in den Küchen und jene* ließen sie in den Sitz- 
zimmern, sie und ihre Frauen. 

4. Und der Sultan wurde krank. Und es 
gingen fort von ihnen zwei seiner Schwäher, sie 
sahen für ihn nach Wildziegenmilch und sie 
fanden nichts. 

5. Es ging Muhännis, er fand sie in einer 
Hohle. Er sagte zu ihnen: , Friede über euch'. 
Er sagte: , Warum seid ihr hier'? Er sagte: 
,Wir sahen nach Milch für den Sultan und dar- 
auf fanden wir ihm (für ihn) nichts'. Er sagte: 
,Ich werde für euch nach Milch sehen, aber auf 
euch ist je ein Nagelbrandmal zwischen Penis und 
Hoden'. Er sagte: ,Ich werde euch Milch brin- 
gen'. Er sagte: , Nehmt die Milch'. Er sagte: 
, Jetzt will ich euch mit einem glühenden Nagel 
brennen'. Sie sagten zu ihm: ,Gut'. Er brannte sie. 

6. Und sie gingen des Frühnachmittags. Sie 
sagten zu ihm: ,(Gehst) du mit uns'? Er sagte: 
,Nein, ich gehe mit euch'. 5 Er sagte: ,Noch bin 
ich zuerst, der die Milch gebracht hat'. 

7. Wie es am Sonnenuntergang war, kam er 
des Abends in die Stadt. Als er bei seiner 
Frau eintrat, gab er ihr die Milch und legte 
seine Kleider ab. 

8. Und hierauf entschwand er in der Asche. 
Und jene gaben dem Sultan die Milch. Sie 
nützte ihm nichts. Und seine Tochter sagte: 
,Mein Vater, ich habe für dich Milch'. Er 
sagte: ,Ich nehme die Milch, welche gemolken'"' 
ist, nicht'. Und darauf kostete er sie. Er sagte: 
,Gut ist diese'. Und daraufgingen mit ihm vor- 
über vier Tage. Er wurde gesund. 

9. Dann bekämpften sie sich. Bis wie die 
Leute sich schon bekämpften, kam Spätabends 
Muhännis Hädbeb, mit ihm war sein Schwer! 



1 Lies jihme (Müller). 2 D.h. ihre Hochzeit (Müller). a Die Leute des Sultans (Mi 

n Männer der Sultanstöchter (Müllki ' Vielleicht Iip-s.t: .ich gehe nicht mit euch- (Müller) 

ii.iut mir geraten zu sein. Vielleicht: .Schmutzig' (Müller). 



Die 



55. Die Verschwörung. 



I. Prosatexte. 



141 



lamseth, we-shärib ke-ddulet. letgehem kal, 
letüg miyet rijjäl. wa-nfüs wa-t-toli ddu- 
let dmür: ,dä mö dorne 1 ? töli dmür: 
,hasker di-hdyzem teh bi-lamsit 1 -. wa-nfü- 
5 sem häbu kal had mkön. wa-ddulet nfüs 
he beyt. 

10. Te has bi-hilli, dmür h-äjüz: ,bär 
rihbet kalles'. amirüt: .ho atiyü marr min 
siri bit'. dmür: ,mkönis galeg'. bärüt ma- 

10 känis, töli amirot : ,atiyüh ar büme 1 . dmur 
Ms: ,keb hal Muhdnnis 1 . 

11. Amirot: ,da min ho tay da-marr 1 ? 
dmür: ,bi-mejhiret'. amiröt: ,da min he mej- 
hiret dimef 1 dmur: ,da ar hanöfi gdttarek'. 

15 dmirüt : ,indiih hörn la-glägs' 1 . galgdts. 

12. Hasber galgdt-s serböt la-hal ddulet. 
amirot: ,gdyj dorne, beh mangasset bi-amg 
di-sirdyneh- . ddulet hazdub lüdeh. dmür 
heh: ,le-serba lüdi'. dmür: ,ica-hdmmek 

20 le-serba lä'. ica-t-töli gaföd lüdeh. dmür: 
,da buk min hesen dime'? dmür: ,min 
si lä'. 

13. Amur: ,lä hdddlv. dmür: ,thom le- 
heddlek rdbcHi 1 . dmür: ,het ribä'i 1 . dmür: 

25 .ho birek häbu midri mö lahmi bi-lamset'. 
dmür: Jiilldy serb, hdmk birek mahz&n 
dorne lä 1 . dmür: ,hdmk, het u-a-harmetk 
birek gäzer'. wa-ngasdt. 

(aidarils her !iabib sfilem, 13. März 1902.) 



und er kämpfte 1 mit dem Sultan. Er tötete sie 
alle, er tötete hundert Männer. Und er ging 
am Spätnachmittag und darauf sagte der Sultan: 
,Wer ist dieser'? Darauf sagte er: ,Die Solda- 
ten, welche ablehnten ihn mit dem Schwert 
(= sie verweigerten ihm das Schwert 2 ). Und 
die Leute gingen am Spätnachmittag jeder ein- 
zelne des Ortes. Und der Sultan ging am Spät- 
nachmittag in sein Haus. 

10. Bis wie es bei Nacht war, sagte er zu 
einer Alten: ,Geh des Nachts in die ganze Stadt'. 
Sie sagte: ,Ich rieche Myrrhe 3 hinter dem Hause'. 
Er sagte: , Siehe deines Orts'. Sie ging des Nachts 
ihres Orts, darauf sagte sie: ,Ich rieche sie nur 
hier'. Er sagte zu ihr: , Tritt ein bei Muhannis'. 

11. Sie sagt: ,Von wo ist der Geruch der 
Myrrhe'? Er sagte: ,Beim Arsch'. Sie sagte: 
,Von was (hat) dieser Arsch (den Geruch)'? 
Er sagte: ,Dies, ich bin nur gestrauchelt'. Sie 
sagte: ,Gib her, ich will ihn sehen'. Sie sah ihn. 

12. Wie sie ihn schon gesehen hat, ging sie 
hinauf zum Sultan. Sie sagte: , Dieser Mann, bei 
ihm ist eine Schlagwunde in der Mitte seines Bei- 
nes'. Der Sultan sandte zu ihm. Er sagte zu ihm: 
,Daß er hinaufsteige zu mir'. Er sagte: ,Und ich 
habe nicht die Absicht, hinaufzusteigen'. Und da- 
rauf stieg er hinab zu ihm. Er sagte:, Von wo ist 
bei dir diese (Wunde) - ? Er sagte: ,Von nichts'. 

13. Er sagte: ,Nein, erzähle mir'. Er sagte: 
, Willst du, daß ich dir erzähle, verleihe mir 
Schutz'. Er sagte: ,Du bist mein Schützling'. 
Er sagte: ,Ich war unter den Leuten, ich weiß 
nicht, wer mich mit dem Schwerte getroffen hat'. 
Er sagte: , Lasse mich, steig herauf, ich will nicht 
in diesem Zimmer'. Er sagte: ,Ich will dich und 
deine Frau im Obergeschoß'. Und es ist zu Ende. 4 



55. (i4i) Die Verschwörung. 

Mehrt. Deutsch. 

1. Amur: däd (täd) khänh b askeri de- l. Er sagte: Einer war Soldat des Sultans. 

30 daulet. mgore aymel heh gogdyt. 6 dmür: Dann machte er ihm ein Licht. Er sagte: ,Die 

1 D. h. wohl: Auf der Seite des Sultans (Müller). 2 Vielleicht: ,Die Soldaten wehrten ihn ab mit dein 

Schwerte' — und verwundeten ihn dabei (Müller). 3 Welche wohl auf die Wunde gestrichen wurde (Müller). 

4 Diese Geschichte ist eine schlechte Variante einer Erzählung-, welche sich weit ausführlicher au anderem Orte findet. 
Ein richtiges Verständnis dieser Erzählung kann mau aus der Vergleichuug mit jener bekommen. 5 Es liegt 

hier wieder ein Substantivum verbale vor ,sein sein' für ,er war'; auffällig- ist das /( in der Mitte des Wortes (Müller). 
6 Weder die Etymologie des Wortes, noch der Sinn des Satzes ist mir klar; aus dem Zusammenhange scheint hervor- 
zugehen, daß er dem Sultan eine Verschwörung gegen dessen Person meldete (Müller). 



142 



I. Prosateste. 



55. Die Verschwörung. 



,hdbü sihem iccVd be-bdr ica te mihilli 
yemsi he-bar ica-hurüjem he-bar min-hem 
ahdd asdr gayj iva-hzübem be-benädgat 
ive-hnes magtdsten wi-jiw&h mudddhaböt. 



5 2. Wa-nfüsem, wa ribähem siMm, t& 
hagabrihem gdam icahün (so) sihem menedelet 
wa-sihem ftöyil ica-hubüny ehern sihem, wa- 
habantihem sihem, wa-harhnihem sihem 
wa-sin denyüten. 

io 3. Wa-gdum göbel lehem wa- ribähem 
haddelehem. dmür : ,gdum yehöm le-sdugar 
likem 1 . dmür: Jiet sidfd'k min häbü'9 
dmür: ,ho läzeröme maJyriföye tiik min sef 
ed-doülah ica nha duwel neflül Id. wa- 

iö gdum. läzeröme wezlöne tem 1 . 

4. Yilätgrem Ipibunyihem wa-yebfdutem 
fül 1 la-herrimihem wa-sen denyüten wa- 

herrhhihtm möt wa-hubüny ehern mötem wa- 
hem wa-hefem hunfihem bi-mendöl wa ftöyil. 

20 5. Wa-amürim ribähem: ,nha radddye 
lük Id wa-latgdye tük lä l . 

6. Wa-gdum göbel U-hem wa-letügem 
tdd i'li'yhem wa-Mm beyhef (meyMff), te 
njüzem. ica-as njnzem, gdum- icizal, sellem 

25 häsldbihem wa-wukubem rifrbit wa-thulilem 
bis ddulet gäher. 

7. Wa-riyet häuweliyyet jellöt he-bädyet 
wa-dd sifhem härmet fdyt, hibr"t (ftibrit) di- 
döidet fellut mint duwel häwulöy t<' jibel 

30 tdd h/immeh jibel Assdud. thauwelöt, te bir- 
icöt. wa-as birwöt ('oder birriwöt) wugöt hol 
häbü wa-ihauwulöt hinihem wa-ganüt foibris. 

8. Te bi'rch .<<■//. ihn irr: Ju'imi, ho jihmöni 1 . 
jihem. te bereh bi-rihbi't fit. thnlid haldkme 



Leute haben eine Verabredung (Zusammen- 
kunft) im Freien und als meine Wohnung ins 
Freie geht 3 und es gingen heraus ins Freie von 
ihnen elf Mann, und sie sandten Flinten und 
Schwerter silberbeschlagen und Westen gold- 
benäht (-gestickt). 

2. Und sie gingen am Frühnachmittag, und 
ihr Schutzherr war mit ihnen, bis ihnen begeg- 
nete das Heer, und mit ihnen waren Seiden- 
Tmämas. mit ihnen waren Lunten und ihre 
Söhne waren mit ihnen und ihre Töchter waren 
mit ihnen und ihre Frauen waren mit ihnen und 
sie waren schwanger. 

3. Und das Heer ging los über sie und ihr 
Schutzherr führte sie an. Er sagte: ,Das Heer 
will über euch losstürzen'. Er sagte: ,Hast du 
dich um Schutz umgesehen vor den Leuten'? 
Er sagte: ,Ich werde dich jetzt herausführen 
vor dem Schwerte des Sultans und wir sind 
Sultane, wir fliehen nicht. Und das Heer jetzt 
wird es zu euch gelangen'. 

4. Sie töteten ihre Söhne und sie schnitten auf 
die Bauche ihrer Frauen, während sie schwanger 
waren, und ihre Frauen starben und ihre Sühne 
starben und sie banden sich fest an Kopftüchern 
und Lunten. 

5. Und sie sagten zu ihrem Schutzherrn : .Wir 
werden dich nicht zurückweisen und wir werden 
dich nicht töten'. 

6. Und das Heer ging vor über sie und sie 
töteten der eine den andern von ihnen und 
sie waren gebunden, bis sie fertig waren. Und 
wie sie fertig waren, langte das Heer an, sie 
nahmen ihre Waffen und sie traten ein in die 
Stadt und sie verweilten (sie setzten ein 3 ) einen 
anderen Sultan. 

7. Und die erste Untertanenschaft floh aufs 
Land und noch war mit ihnen eine Frau, die 
Tochter des Sultans, sie floh von den ersten 
Sultanen bis auf einen Berg, sein Name ist Berg 
Assäud. Sie verweilte bis sie gebar und wie 
sie geboren hatte, war sie bei den Leuten und 
verweilte bei ihnen und sie zog auf ihren Sohn. 

8. AU er schon groß war, snyti- er: .Meine 
Mutter, ich werde fortgehen'. Kr ging fort. Als 
er schon in einer Stadt war, verweilte er dort 



1 Sg. hofl (Mülles). 2 Vielleicht: Und da meine 

ließ sich darin nieder der andere Sultan 



Wohnung ins Freie geht (konnte ich es merken) (Möller). 

iMi'i i 



55. Die Verschwörung. 



I. Prosatexte. 



143 



al doület täd. iva-dd le-gözib Id. wa-dmür: 
,hom la-hdris hinük'. dmür: ,dstou l . harüs 
hineh wa-hijro hell ars iva-tarh ek birek 
manzel täd, he wa-harmeth. wa-thülül bi- 
5 rek mij/es. 

9. Wa-n-kssobeh min kssobeh tegdußd lel 
hibis timesyen beh. ica-ydumer Ms: ,wa-yis x 
habdris 1 ? yedumer : ,iveysiceys, gayjis ad 
yagtüri sis'f amirot: ,yekün af icugduf, 

10 widdk da-seh hesen la we-ykün dyneh he- 
rörem. wa-n-kssdbeh min k-ssobeh yekün 
birek hälfet wa-yekün af yehsüs ive-ygd- 
belen hatreh le hini ld>. 

10. Amur: ,hibriti toet jthme, amilone 
15 heh felier 1 -. amirot: ,Mhi gayj dorne ioi- 

dcik he gayj an härmet lä l . dmür: ,ho 
jihme amel humti birek zlri tirö birik satJi 
wet sin harim kal häzyör yindgzem la wat 
k-ssöbeh, sdber sihem, tvet k-ssobeh gafed 
20 la-hinP. 

11. Wa-hdbü yagdlgem tehem la-häzyor, 
harüjem la-hinihem. wa-galügem tehem häbü. 
madeni Mm ngüzem Id. 

12. Amur im he duldet: ^v-dmmes härmet, 
25 härsot hinüh'? dmür: ,ld, ar he di-yehsüs 

birek hatreh 1 . dmür hibreth: ,wa-dn k-sso- 
beh, muhdfre Idl-Mmi iva-galböne leh hol 1 . 
gulüb leh hol. dmür: ,Msen birek hdtrek i f 
dmür: ,het memenye ti wa-hit tekün dynek 
so he-rörenv. dmür: ,ho gälbi reheg\ dmür: ,het 
tibdyk min hesen 1 ? dmür: ,sedgik bi-ärdi 
[bi-drdi)'. 

13. Amur: Jio mumenye tük, las hU 
thom wa-het himi, ica-haddali het rao'. 

35 dmür: ,muhdddale tük, dr ivezmöne ti las 
ho höm\ dmür: ,hini wa-bi-icdjhl wa-het 
häddali 1 . dmür: ,ho muhdddale tük, ho 



bei einem Sultan. Und noch rasierte er sich 
nicht. Und er sagte : ,Ich will bei dir heiraten'. 
Er sagte: ,Gut'. Er heiratete bei ihm und er 
machte ihm die Hochzeit und er ließ ihn in 
einer Wohnstätte, ihn und seine Frau. Und er 
verweilte in dem Sitzzimmer. 

9. Und von Morgen zu Morgen steigt sie hin- 
unter zu ihrem Vater, sie küßt ihn und er sagte 
zu ihr: ,Und sieh ihre Nachricht'? Er sagt: 
,Was, was, dein Mann spricht er noch mit dir'? 
Sie sagte : ,Er schweigt nur, ich weiß nicht was 
mit ihm ist, und sein Auge ist zum Meer (ge- 
richtet). Und von Morgen zu Morgen ist er im 
Fenster und er seufzt nur, und er wendet seine 
Gedanken nicht zu mir'. 

10. Er sagte: ,Meine Tochter, sobald es Morgen 
ist, werde ich ihm Gedanken machen'. Sie sagte: 
.Dieser Mann, ich weiß nicht ist er Mann oder 
Frau'. Er sagte: , Morgen tue ich Wasser in zwei 
Wassergefäße auf dem Dache und neunzig Frauen 
(sobald sie die Frauen) sind werden alle die 
Wasserkrüge nicht weniger werden, 2 sobald es 
am Morgen ist, schau mit ihnen herab, sobald es 
am Morgen ist, komm zu mir herab'. 

11. Und die Leute sahen sie über den Wasser- 
krügen, sie gingen herauf zu ihnen. Und es 
sahen sie die Leute. Siehe, sie wurden nicht 
weniger. 

12. Sie sagten zu dem Sultan: ,Und wenn 
sie eine Frau ist, heiratete sie bei dir'? Er 
sagte : ,Nein, er seufzt nur in seinen Gedanken'. 
Er sagte zu seiner Tochter : ,Und wenn es am 
Morgen ist, werde, ich hinaufsteigen zu meinem 
Schwiegersohn und ihn begrüßen'. Er begrüßte 
ihn. Er sagte: ,Was ist in deinen Gedanken'? 
Er sagte: ,Du gewährst es mir, 3 dein Auge ist 
aufs Meer (gerichtet)'. Er sagte: ,Mein Herz ist 
fern'. Er sagte : , Weswegen weinst du' ? Er 
sagte : ,Ich hänge an meiner Erde'. 

13. Er sagte: ,Ich bin dir gewährend was 
du willst, und du bist mein Schwiegersohn, und 
erzähle mir, wer du bist'? Er sagte: ,Ich werde 
dir erzählen, nur wirst du mir geben, was ich 
will'. Er sagte : ,Bei mir und bei meinem Ge- 
sichte, und du erzähle mir'. Er sagte : ,Ich 



1 Sonst i'J, das y vielleicht zur Vei-meiduDg des Hiatus, oder soll darin ,r£j\ stecken? (Müller). " Streiche: 

Neunzig Frauen! Aus den Wasserkrügen wird auf das Geschlecht geschlosseu wegen der nötigen Reinigung nach dem 
Verkehr (Müller). 3 D. h., du teilst mir die Ursache deiner Aufregung mit (Müller). 



144 



I. Prosatexte. 



55. Die Verschwörung. 



däulet as t-tik ica-laken ho hubye we-ähli 
di-litegem' } 

14. Amur: ,ho mugezje tük wa-amilöne 
Mik las het thöm'. dmür: ,häbü ber gdb- 
5 dem rihbeti, rihbet di-hübye wa-hübye ber 
li'ttagem 1 kal iva-dd bigak ar ho wa-hdmi 
sellöt bi. ti agürik hdmi jihmöt bi-dd (ard) 
gdher iva-läzerome nikdk te hinük Mt ica- 
läzeröme baf-s hinük Juf\ 



io 15. Amur: Jidstau, muminye tük, thvm 
hesen? dmür: ,hom al-hatri hü (so) yefrdm 
wa-ho ad la-gdzbak Id wa-magdzbe te bi- 
äfdi di-hub-ye magdzbe de tar mesjid di- 
hibye 1 . 

15 16. Amur: ,ho wuzmöne tük höbd merd- 
kib, sin wa-haskerisen iva-zldmsen bärüt 
ica-rzöz ica-giyüj'. dmür: ,astdu'. 

17. JihSm he ua-meräkibhe, jihem bisen 

te he rihbeth ica-hagfüd hvjür bi-hilliu, 

20 wa-alüm kel di-hi riyeth. dmür: ,aldms 

hini bi-segrit wa-kel di-hi rfeti Id gdbs 1 . 

wa-almi-sen min s"egrit, segrit. 



18. Wa-as k-s-söbeh hujür fird leh wa- 
dmür : ,ho lebdöne rihbet tve-hine 2 hdzen 
25 de-ddulet, vce-he hdmmeh Bü-suicdyrib, 
tca-wdtnek wa-muhüdge watäni, te lateg 
ddulet wa-te lagbod rihb&t di-hübye wa- 
magdzbe Id te tar mesjid di-höbye'. 



19. W'a-tisk-ssObe/t, hujür göreb he bdleh 

30 gahwöt, wa-häbü hin-eh meken ivugöne as 

hdrbd miye ica-hem kdlla-hem katiri wa- 

BüSuwdyrib yUUrfen le-hem meddufd mine" 



dir erzählen ; ich bin ein Sultan wie du, 
aber meine Eltern und mein Volk wurden ge- 
tötet'. 

14. Er sagte: ,Ich werde dir vergelten und 
ich werde dir machen, was du willst'. Er sagte: 
,Die Leute haben schon meine Stadt eingenom- 
men, die Stadt meiner Eltern, und meine Eltern 
sind schon getötet worden alle und ich bin nur 
noch geblieben, ich und meine Mutter, (die) 
mich empfangen hat. Als ich groß war, ging 
meine Mutter fort in ein anderes Land und jetzt 
bin ich gekommen, bis ich bei dir bin (bis zu 
dir) und jetzt ist sie schon bei dir'. 

15. Er sagte: ,Gut, ich werde dir gewähren, 
was w r illst du'? Er sagte: ,Tch will (was) mein 
Gedanke will und ich, noch bin ich nicht rasiert, 
und ich werde mich rasieren, bis ich im Lande 
meiner Väter bin. Ich werde mich rasieren, bis 
ich auf der Moschee meines Vaters bin'. 

16. Er sagte: ,Ich werde dir sieben Schiffe 
geben sie und ihre Soldaten und ihre Ladung 
ist Pulver und Bleikugeln und Männer'. Er 
sagte : ,Gut'. 

17. Er ging, er und seine Schiffe, er ging 
mit ihnen bis in seine Stadt und er ließ einen 
Sklaven hinabsteigen bei Nacht und er bezeich- 
nete alle, welche zu seiner Untertanenschaft 
(gehörten). Er sagte: , Bezeichne sie mir mit 
einem Baum und jeder, der nicht zu meiner 
Untertanenschaft gehört, nicht, laß sie'. Und 
bezeichnete sie Baum für Baum. 3 

18. Und wie es am Morgen war, stieg der 
Sklave zu ihm hinauf und sagte: Job werde 
die Stadt beschießen und für mich die Burg 
des Sultans'. — Und sein Name war der Vater 
des Schnurrbärtleins [Bü Suwäyrik]. ,Und ich 
schwor und ich werde meinen Schwur halten, 
bis der Sultan getötet ist und bis daß ich ge- 
nommen habe die Stadt meiner Väter und ich 
werde mich nicht rasieren, bis ich nicht auf der 
Moschee meiner Väter bin - . 

19. Und wie es am Morgen war. näherte sich 
ein Sklave seinem Herrn mit Kaffee 4 und (es 
waren) viele Leute bei ihm. es wird sein vier 
hundert und sie alle sie waren Katiri und Bu- 
Suwevrib stellte in Reihe sogen >ie ■' vom Meer 



1 So das Manuskript Mimik . 
Brachte ein Sklave Beinern Herrn Kaffee. 



l Miii.kh). ■ D. h. mit je einem Baum (Mi 

ganze; Kanonen (MülJ 



* Richtig: 



56. Ajenäf und ihre Söhne. 



I. Prosatexte. 



145 



raurim tva-sih höbet meräkib iva-sih gayüj 
wa-rzöz ica-bärüt. 

20. We-lbfid häzen k-ssöbeh wa-gaivit la- 
ddulet iva-as sül finjön, yehom la-margah, 

5 ivugot beh jeleliyet toa-ltagdth he ica-finjon 
ica-gduhe ica-haskerhe iva-häzen hidem bi- 
hem tva-motem kal. 

21. Ad gayj täd hurüj iva-Jcsii firhin 
wa-k-kadö lis he-bedyet. te bereh mkon 

io gaser&yen, jirö la-ajüz tirai. amirot: ,da 
sük Msen? takkäyd la-hagle\ dmür: ,da- 
Bü-smväyrib gäbid rihböth 1 . ajüz tafföt 
mind ferhät. ica-rüd la-hinis, dmür: ,hos'. 
ivazmis hidw&t di-jenbiyet di-dheb iva- 

15 wezmis saMgat, hadwdts di-dheb. amur : 
,da biseris, has ßrihs he ddulet'. 

22. Wa-gibed (geybed) rihbeth. iva-hegfüd 
rihbeth ica-gözib bi-mesjid di-hübhe wa-binö 
biyüt loa-härüs wa-dymel Imbun iva-rud as 

20 häweleh wat telyeh iva-wiga' be-dinye wa- 
bi-mütän di-hübhe iva-möt. wa-gazdut ti 
htalsot. 

{Ali her ise, 13. und 14. März 1902.) 



und mit ihm waren sieben Schiffe und mit ihm 
waren Männer und Bleikugeln und Pulver. 

20. Und er beschoß die Burg am Morgen und 
er stellte auf den Sultan ein und wie er nahm 
die Tasse, er will den Kaffee, fiel bei ihm eine 
Kanonenkugel und tötete ihn und die Tasse und 
seine Brüder und seine Soldaten und die Burg 
fiel x mit ihnen zusammen und sie starben alle. 

21. Noch ein Mann kam heraus und fand 
eine Stute und ritt mit ihr aufs Land. Als er 
schon Nachmittag an einem Orte war, stieß er 
auf eine Alte, die weidete. Sie sagte: ,Was ist 
mit dir? Du laufst hinauf'. 2 Er sagte: ,Der Bu- 
Suwayrib hat seine Stadt genommen'. Die Alte 
tanzte vor Freude und er antwortete ihr, er 
sagte: ,Nimm'. Er gab ihr die Scheide des Seiten- 
messers aus Gold und er gab ihr das Lenden- 
tuch, die Borte war von Gold. Er sagte : ,Das 
ist dein Lohn, wie du dich gefreut hast für den 
Sultan'. 

22. Und er nahm seine Stadt und er ließ 
(die Leute) in seine Stadt hinabsteigen und er 
rasierte sich in der Moschee seiner Väter und 
er baute Häuser und er heiratete und er zeugte 
Söhne und er setzte (die Burg) in ihren ersten 
und nachmaligen Zustand. Und er wurde (an- 
säßig) in der Nähe der Stadt und auf der Wohn- 
stätte seiner Väter und er starb. Und es ist 
zu Ende, bis es aus ist. 



56. (149) Ajenäf und ihre Söhne. 



Mehr 



l. Tagt agüz, hdmmis Ajenäf, sis hdyr. 
agüz sis riköb ica-sis hibinse, ibeyt gayüg. 



25 2. Amirüt : ,gazdyyem i . i gaziicem ka- 
gdum. te nikdavi hol häbü, sägdyr 5 lihem; 
min -Mm tirö ategem e wa-hamo minhem 
riddem. te wdthafem hol hamehem Ajenäf, 
buhlt Ajenäf iyzdym 7 hinis. 



Deutsch. 



1. Es war eine Alte, ihr Name war Ajenäf, 
sie hatte Vermögen. Die Alte hatte Kamelinnen, 
hatte ihre Söhne, sieben Männer. 

2. Sie sagte: , Macht einen Raubzug'. Sie 
machten einen Raubzug mit einem Haufen 
(=Rotte). Als sie zu Leuten kamen, beraubten 
sie sie, von ihnen wurden zwei getötet und 
fünf von ihnen kehrten zurück. Als sie Spät- 
nachmittag zu ihrer Mutter Ajenäf kamen, weinte 
Ajenäf; sie blieben bei ihr. 



1 Besser: Wurde zerstört (Müller). " Vom Meere zum Gebirge d. i. nach Norden. 3 Diese Erzählung 

scheint die Geschichte einer mutigen Frau und ihrer Söhne zu geben, die wohl bei den Beduinen nicht vereinzelt vor- 
kam (Müller). 4 So überliefert. Vgl. 146 Note 1 (Müller). 5 So überliefert. Vgl. 140 Note 2 (Müller). 
Für lategem (Müller). ' So Ms. Sing, und Plur. Vgl. 146 Note 4 (Müller). 

W. Hein, Mehri-Toxte 19 



146 



I. Prosatexte. 



5 7. Der Bankert. 



3. T6 rnkdn, gazö gaum. amirot: Jiubün- 
ye, gazzfyem'. 1 gaziwem. te nikdam hal 
häbü, sügäyrem- lihem; atögem 3 fubün 
l-Afndf, atcgem 3 dagsdyt wa-tirö riddem. 
5 te wdthafem hal hämekem Ajendf, amirüt: 
,agddm-i ba'd hibinye 1 . as ber atögem, 3 ig- 
zdymem* hinis. 



4. Toli jihem gdum. amirüt: ,hibinye, 
gazeyyem 1 ha-gaum 1 . amürim: .hastdu'. 

io gaziwem. t% nikdam hal häbü, sugdyr 2 
lihem ä gaum. atdgem 3 hubün l-Ajnaf. 

5. Nikdam ad bi-habir di-hibime di-hem 
ber ategem. 3 yegdyzi gdum. te nuka hal 
hibyär & d-Ijenäf i yigdrifsen 6 ä gdum. led 

15 ridem 1 dr hubunye-sen. wa-gasüt w-dhta- 
lasat. 

(hahil ber ds/ceri, 14. März 1902.) 



3. Eines Tages (Ortes) machte eine Rotte 
einen Raubzug. Sie sagte: , Meine Söhne macht 
den Raubzug'. Sie machten den Raubzug. Als 
sie zu den Leuten kamen, beraubten sie sie. Es 
wurden getötet Söhne der Ajenäf, es wurden 
getötet drei und zwei kehrten zurück. Als sie 
Spätnachmittag zu ihrer Mutter Ajenäf kamen, 
sagte sie: ,Wehe mir, nach meinen Söhnen'. 
Nachdem sie (die drei) getütet waren, blieben 
sie (die zwei) bei ihr. 

4. Darauf ging die Rotte fort. Sie sagte: 
.Meine Söhne macht den Raubzug mit der Rotte'. 
Sie sagten: ,Gut'. Sie machten den Raubzug. 
Als sie zu den Leuten kamen, beraubten sie die 
Rotte. Es wurden die Söhne der Ajenäf ge- 
tötet. 

5. Sie kamen noch mit der Nachricht, daß 
ihre Söhne schon getötet worden sind. Es 
macht einen Raubzug die Rotte. Als sie zu den 
Kamelinnen der Ajenäf kamen, rafft sie weg die 
Rotte. Nicht mehr kehrten sie zurück, nur 
ihre Söhne (== die Kamelfohlen). Es ist zu 
Ende und aus. 



57. (i50) Der Bankert. 



Mehri. 



1. Gajjit her gtU ka-s'agsdyt giyüg. täd 
min-hem yeswäd-is (j^x*«\) bi-hilliyyü. 
wa-se gatriyot min heybis wa-gduse wa- 

20 harne's, te tuwüt hal gdig dehne. 

2. Has tuwüt, rikeb lis. wa-amirüt heh: 
,het gräy-l-li l . Amur: Jiastöu, giryöne lis'. 

3. Siyür, te bi-ars. has bereh bi-ars, 
/u'rüg li-gdh. dmür : ,ho ber rikbek U-gaj- 

vsjit; vuhr! am thom tarköb lis, ämir Ms: 
gay di-hirüg li: ho dr di-rdkbek lis; wa- 
hU thimi, atrdh-l* arraköb lis, ahtiyeri, 
wa-thimi Id, harjöne bis birik habü, tal-le- 
diam bdys~'. 



Deutsch. 



1. Ein Mädchen redete mit drei Männern. 
Einer von ihnen läßt sich von ihr versprechen 
bei Nacht. Und sie versteckte sich vor ihrem 
Vater und ihren Brüdern und ihrer Mutter, bis 
sie des Nachts zu jenem Manne kam. 

2. Wie sie des Nachts kam, ritt er auf ihr 
und sie sagte zu ihm: ,Du, verbirg mich'. Er 
sagte: ,Gut, ich werde dich verbergen'. 51 

3. Er ging, bis er bei einer Hochzeit war. 
Wie er schon bei der Hochzeit war, redete er 
mit seinem Bruder. Er sagte: .Ich bin schon 
auf dem Mädchen geritten, und du, wenn du 
willst, reite auf ihr, sage zu ihr: Mein Bruder 
hat mit mir geredet: ich eben, der ich ritt auf 
ihr; und du, willst du mich, lasse mich auf dir 
reiten, wähle, und willst du mich nicht, werde 



1 Sd überliefert. Vgl. 185 Note 4 (Müller). 



So überliefert (Müller), 






Ms. Sing, und I'lur. (Mi llbr). 



'■ Wohl : hihyärl pl. von biyr ,--»..> (Müller). 



Für tätigem (Mülii * So 

1 \\ oM für i/ij<iri/xeii (Mi 



ü riddem ob. Z. ■'&, und S. 115, Z. 28 (Mi i.i.kh). " Das >' drückt hier Bowohl die fem. Endung des [mper. als auch 

'.der ersten Person akk. aus = ^«.a. J>\ (Mül " D. h. halt es geheim, verrate mich nicht iMiim; 



58. Das verliebte Paar. 



I. Prosatexte. 



147 



4. Amirüt : ,am häbü bcr-hem le-deam 
bd-y tarhdyte tek terkob li l . rikib lis. ami- 
rüt: ,zeröme grayel-W. dmür: Jiastou ha- 
räna'. 
o 5. Gardur. te bereh bi-iväd (j* 3 ) hol 
gdithe, hirtig la-gah, dmür: ,ho ber rikbek 
la-gajjit; am thöm, terkob lis has te-y'. 
dmür: Jiastou'. 

6. Bär. te tawiyls, dmür: ,ä gd-y dmür 
io hini: di-rikeb lis; wa-thim, atrdh-i arra- 

köb lis, ahtiyeri'. amirüt: ,1a'. 1 

7. Rikib lis. wa-dinyöt min-h wa-mgore 
himlüt bi-hibre birek hdfa-s 2 sdyt irörih. 
töli birwöt. 

io 8. Heybis icidct bis. dmür: ,da min hö~ 
hibri dorne'? amirot: ,da-fdrh. ho gayg 
rikeb li wa-hazlak (j-a=-) minneh hibre 
dorne iva-zerome ganyite teh'. dmür: ,ioe lü 
ganyite teh, ho är sahtone tes'. 

20 9. Hzö lis gas, dmür: ,tarhöne t&s issd- 
hat W. dmür: ,haräna, jihmo min hine-y 
Mt ica-se, lad hörn la-hdberk 3 i ld'. jihim. 

(balnt ber äskeri, 14. März 1902.) 



ich reden von dir unter den Leuten, bis daß 
sie wissen von dir. 

4. Sie sagte: ,Wenn schon die Leute von mir 
wissen, 4 werde ich dich auf mir reiten lassen'. 
Er ritt auf ihr. Sie sagte: , Jetzt verstecke mich'. 
Er sagte: ,Gut, wohlan'. 

5. Er ging. Als er schon bei einer Besprechung 
bei seinen Brüdern war, redete er zu seinem 
Bruder, er sagte: ,Ich bin schon auf dem 
Mädchen geritten; wenn du willst reite auf 
ihr wie ich'. Er sagte: ,Gut'. 

6. Er ging des Nachts. Als er des Nachts zu 
ihr kam, sagte er: ,Mein Bruder sagte zu mir, 
daß er auf dir geritten ist und willst du, lasse 
mich auf dir reiten, wähle'. Sie sagte: ,Nein'. 

7. Er ritt auf ihr. Und sie wurde schwanger 
von ihm und dann trug sie einen Knaben in 
ihrem Bauche neun Monate. Darauf gebar sie. 

8. Ihr Vater erfuhr es von ihr. Er sagte: ,Von 
wem ist der Sohn'? Sie sagte: ,Das ist ein 
Bankert. Ein Mann ritt auf mir und ich fand 
(empfing) von ihm diesen Knaben und jetzt 
werde ich ihn aufziehen'. Er sagte: ,Und wenn 
du ihn aufziehen wirst, werde ich eben dich 
schlachten'. 

9. Es lehnte ab für sie ihr Bruder, er sagte: 
,Ich werde sie nicht schlachten lassen'. Er sagte: 
, Wohlan, geh fort 5 von mir, du und sie, nicht 
mehr will ich dich sehen'. Er ging fort. 



58. (i5i) Das verliebte Paar. 



Mehr 



l. Amur: gayj yeskauren harmöt, sis 
hibis wa-hämes wa-gduse. 

25 2. Wet bi-hilli ydmrem Ms: ,bdr, hileb 
bagrW . te leylat, bärot, hilböt. has beris 
terdüd min hal bagret, gibrüt makwiris bi- 
hörem. 

3. Gulüb lis hol, seglibüt minh hol. has be- 

30 reh hirüj sis minhal sdrem wa-se tagdol shof 

birek galen wa-he sor U-skiyyeh, te ke-s-sobeh. 



Deutsch. 



1. Er sagte: Ein Mann buhlte mit einer Frau, 
mit ihr war ihr Vater und ihre Mutter und 
ihre Brüder. 

2. Sobald es bei Nacht ist, sagten sie zu ihr: 
,Gehe bei Nacht, melk die Kuh'. Als es Nacht 
war, ging sie des Nachts, sie molk. Wie sie 
schon zurückkehrte von der Kuh, begegnete sie 
ihren Buhlen auf dem Wege. 

3. Er begrüßt sie, sie erwiderte ihm den Gruß. 
Wie er schon mit ihr redete, standen sie und sie trägt 
die Milch in einer Milchschüssel und er stützte 
sich auf sein Schwert, bis es Morgen war. 



1 Es muß wohl hastuu lauten, oder er tat es gegen ihren Willen (Müller). - Für huß-is (Müller). 

Für sdberk (Müller). 4 Lies: wissen sollen (Müller). 'jihmö Dual? (Müller). 

19* 



148 



I. Prosatexte. 



58. Da* verliebte Paar. 



4. Has ke-s-söbeh dmür Ms: ,hö muhi- 
gire ica-läzeröme häm-s tahirej li am het 
musfigäte ti. hörn le-dd' bis. w-am het te- 
tehim-i lü. amer hini 1 . amirot he.li: ,ho 

5 hdmlc: lad hörn giyüj hdyr mink W. 

5. Amur las: Jiastdu, ho ädi läzeröme 
musdfre wa-hdms teslib (teslib) li i t-te ho 
Idnka 1 . amirot lieh: ,thöm kam siniir . 
dmür Ms: .hörn sahlit sinin 1 . jihem min 

10 hinis ica-se silbot leh £ahlit sinin. 

6. Has silbot sahlit sinin, lad nüka Id. 
sifgöt. has harnst min sinin, nüka rihbeth. 

7. Gabürem teh häbü, sehbirihem, dmür 
hihem: ,harmet hdmmis Nür-di-hiyüm, äd-is 

15 thauwulut au ber sifgöt 1 ? amttrim heh: 
,ber sifgöt 1 . 

8. Jar, gayüb hdsseh. nddsem teh häbü 
te bi'ti/li. has icislem beh beteh, icukübem 
beh ica-hirbaem teh te hagle, has herbd > em 

20 teh, tuwdthem hämeh, amiröt hihem: ,da 
hibri, beh hesen, has nddskem teh mina 
hnyg 1 ? amürim Ms: ,hibres wida'am hesen 
beh lä. has gafüd min rörim, he bi-hö'jr, 
wa-has bereh jär, gayüb hdsseh'. 



25 9- Himriddth hämeh. ti leylat, amiröt 
heh: ,a hibri, het lüijisk hesen miridek'f 
dmür Jus: ,ho muhdddile t<"s lä'. icugföt 
minneh. 

io. Te b'yhit gayrMt, tuwüt hartnit, dug- 

30 göt tar böb. sihmtfe-s, he säg (sag) le-hä- 

meh, dmür his: ,mö far böb yidgdug'? 

galgöt hämeh, amiröt: ,da mö dime tar 

böh- .' amiröt Ms: .härmet fit thöm tigleb 

hol li-Mbriä, an, jj, hihii la-hih. Mfybirek'. 

li. Safrbireth, amiröt heh: ,harmti thöm 

'■ lült höh. dmür his: ,hast6u, sdkbiris, 



4. Wie es am Morgen war, sagte er zu ihr : 
,Ich werde gehen und jetzt will ich, daß du mit 
mir redest, wenn du mich heiraten wirst, will 
ich wissen um dich, und wenn du mich nicht 
willst, sage es mir'. Sie sagte zu ihm : .Ich 
will dich, nicht mehr will ich bessere Männer 
als dich'. 

5. Er sagte zu ihr: ,Gut, ich werde jetzt noch 
reisen und ich will, daß du auf mich wartest, bis 
daß ich komme'. Sie sagte zu ihm : ,Wieviel Jahre 
willst du (ausbleiben)'"? Er sagte zu ihr: ,Ich 
will drei Jahre (ausbleiben)'. Er ging fort von 
ihr und sie wartete auf ihn drei Jahre. 

6. Wie sie drei Jahre gewartet hatte, kam 
er noch nicht. Sie heiratete. Wie es das fünfte 
von den Jahren wai-, kam er in seine Stadt. 

7. Es begegneten ihm Leute, er fragte sie, 
er sagte zu ihnen: ,Die Frau, ihr Name ist 
Licht der Sonne, verweilt (wartet) sie noch oder 
hat sie schon geheiratet'? Sie sagten zu ihm: 
,Sie hat schon geheiratet'. 

8. Er fiel, es schwand ihm seine Besinnung. 
Es schleppten ihn die Leute bis in sein Haus. 
Wie sie mit ihm zu seinem Hause gelangten, 
traten sie ein mit ihm und brachten ihn hinauf, 
bis hinauf. Wie sie ihn hinauf getragen hatten, 
kam zu ihnen des Nachts seine Mutter, sie sagte 
zu ihnen : ,Das ist mein Sohn, was ist mit ihm, 
daß ihr ihn vom Strande geschleppt habet'? Sie 
sagten zu ihr: ,Wir wissen nicht, was mit deinem 
Sohne ist. Wie er vom Meere herabkam, war 
er wohl und wie er schon gefallen war, schwand 
ihm sein Bewußtsein. 

9. Es pflegte ihn seine Mutter. Eines Nachts 
sagte sie zu ihm : ,0, mein Sohn, was stellst du 
dir vor, was dich krank gemacht hat'? Er sagte 
zu ihr: ,Ich werde dir nicht erzählen'. Sic 
schwieg vor ihm. 

10. In einer antlern Nacht kam (des Nachts) 
eine Frau, sie klopfte an der Tür. Kr hörte sie, 
er schrie nach seiner Mutter, er sagte zu ihr: 
.Wer klopf) an der Tür'? Es sah nach) seine 
Mutter, sie sagte: .Wer ist diese an der Tür'? 
Sie sagte zu ihr: .Eine Frau will deinen Sohn 
begrüßen, wenn er will, daß ich eintrete, frage ihn - . 

11. Sie fragte ihn. sie sagte zu ihm: ,1'inc 
Frau will dich begrüßen'. Er sagte zu ihr: 
,Gut, frage sie, wessen Frau sie ist'? Sie fragte 



58. Das verliebte Paar. 



I. Prosatexte. 



149 



härmet di-mö 1 ? sdhbirits, amiröt Ms: ,het 
harmit di-mö' f amiröt Ms: ,ho härmet di- 
hinofi, sdtgalek bi-hibre-s. amurim Mni, 
da-gayj tdd nüka mine sf&r, hörn la-gUb 
5 U-höV. amiröt Ms: ,hibri är be-Ser yesdeh 
bi-häbü W. 

12. Amiröt Ms: ,het sdhbireh, am yehdm-i 
l-kib lä, yagtüri s/s, 1 wa-dm yehdm-i lä, 
ruddite 1 . amiröt le-hibris: ,harm$t dime 

io sinöt bi'. ,amer Ms: heb'. 

13. Wukbüt wa-fir'öt. te tuwüt hineh, 
amiröt lieh: ,höm le-mösi buk 1 , dmür Ms: 
,het mö'? amiröt lieh: ,hoh Nür-di-hiyüm'. 
dmür Ms: Jiastöu', mlsyöt bell wa-simrut 

15 hineh. 

14. Te bi-hilli, amiröt heh: ,höm le-bär'. 
dmür Ms: ,/iastou, hdms zem-i höjet ttt 1 . 
amiröt lieh: ,hesen höjit"? dmür Ms: ,höm 
kimkemis i . wezmet-eh teh. 

20 15. Wa-bäröt wa-dmür Ms: Jthme hdms 
tatwih-i'. 2 amiröt lieh: Jiastöu'. has jihme 
tuwdth wa-daggöt tar böb. sehmays, dmür 
la hämeh: ,fteh la-harmU'. fithöt Vis. 

16. Wa-fir'öt, te tuwüt hineh. has tuwüt, 
25 thauwulüt ica-simröt seh. has bi-hilli, ami- 
röt lieh: Jiöm le-bär 1- . dmür Ms: ,zem-i 
kimkömis 1 . wizmeth iva-bäröt dmür Ms: 
,äd-is jihme tuweh-i~ mkönis'. amiröt heh: 
Jiastöir. bäröt min hineh. 



30 iv. Te tuwöt le-bets, amiröt-U gayjjis: 
.hörn kimkem'. dmür Ms: ,hö kimkemis'? 
amiröt heh: ,nhayk 3 gajinüten ica-stür li 
kimkemi'. toizm-is kimkem. 



sie wessen Frau sie ist'? Sie fragte sie, sie 
sagte zu ihr : , Wessen Frau bist du' ? Sie sagte 
zu ihr: ,Ich bin die Frau meiner Seele, 4 ich 
beschäftige mich (in Gedanken) mit deinem Sohn. 
Sie sagten mir, daß ein Mann von der Reise 
kam, ich will ihn begrüßen'. Sie sagte zu ihr : 
,Mein Sohn ist eben krank, er gibt auf die 
Leute nicht acht'. 5 

12. Sie sagte zu ihr: ,Du frage ihn, wenn er 
will, daß ich nicht eintrete, spreche er mit dir, 1 
und wenn er mich nicht will, werde ich zurück- 
kehren'. Sie sagte zu ihrem Sohne: , Diese Frau 
bedrängt mich'. ,Sage ihr: Tritt ein'. 

13. Sie trat ein und stieg hinauf. Als sie des 
Nachts zu ihm kam, sagte sie zu ihm: ,Ich will 
dich küssen'. Er sagte zu ihr: ,Wer bist du'? 
Sie sagte zu ihm : ,Ich bin Licht der Sonne'. 
Er sagte zu ihr: ,Gut'. Sie küßte ihn und ver- 
brachte die Nacht im Gespräch mit ihm. 

14. Als es bei Nacht war, sagte sie zu ihm: 
,Ich will gehen'. Er sagte zu ihr: ,Gut, ich 
will, daß du mir ein Ding gibst'. Sie sagte zu 
ihm: ,Was für ein Ding'? Er sagte zu ihr: 
,Ich will deinen Schleier'. Sie gab ihn ihm. 

15. Und sie ging des Nachts und er sagte zu 
ihr: , Morgen will ich, daß du des Nachts zu 
mir kommst'. Sie sagte zu ihm : ,Gut'. Wie 
es morgen war, kam sie des Nachts zu ihm und 
klopfte an die Tür. Er hörte sie, er sagte zu 
seiner Mutter: , Offne der Frau'. Sie öffnete ihr. 

16. Sie stieg hinauf, bis sie des Nachts zu 
ihm kam. Wie sie des Nachts gekommen war, 
verweilte sie und verbrachte die Nacht im Ge- 
spräch mit ihm. Wie es bei Nacht war, sagte 
sie zu ihm : ,Ich will des Nachts gehen'. Er 
sagte zu ihr: ,Gib mir deinen Schleier'. Sie 
gab ihn ihm und sie ging des Nachts. Er sagte 
zu ihr: ,Noch komme morgen zu mir des Nachts 
deines Orts (zur rechten Zeit)'. Sie sagte zu 
ihm: ,Gut'. Sie ging des Nachts von ihm. 

17. Als sie des Nachts in ihr Haus kam, sagte 
sie zu ihrem Mann : ,Ich will einen Schleier'. 
Er sagte zu ihr: ,Wo ist dein Schleier'? Sie 
sagte zu ihm: ,Ich habe mit Mädchen gespielt, 
und sie haben meinen Schleier entzwei gerissen'. 
Er gab ihr einen Schleier. 



1 D. h. er möge dir es ausdrücklich sagen (Müller). - Das h wohl des Hiatus wegen (Mülles). 3 Für nhajlc 
oder sogar nhajk he- (Müller). 4 Ich gehöre mir selbst (Müller). 5 Er kümmert sich um die Leute nicht (Müller). 



150 



I. Pkosatexte. 



58. Das verliebte Faar. 



18. Wa-has bi-hÜli, bäröt mkönis la-hal 
gayj. has fuwöt, duggöt tar böb. sihmd'ais 
gayj, dmür Ins: ,da mö'f amiröt lieh: ,da-hu 
NÜi'-di-hiyum'. ftüh Ms, wa-fi^dt, te hineh. 
:. ksiih ber-eh bi-haslibhu 1 wa-halSghu. 1 ami- 
rüt Ms hämeh: ,hom le-dfd' Ms, hol thim 
has nif'as hibri 1 . amiröt Ms: ,hibr$s dr 
sadigi, hörn lis difdt W. 



19. Simrüt hinihem. has bers amiröt: 
io .//('im te-bär. ämür Ms gayj: ,dd-i yelley- 

lah hörn kimkimis 1 . amiröt lieh : ,ho 
fiza'k gdyji min la-gabdhi'. 

20. Amur Ms: Jjardna hdysar lis kam'? 
amiröt heh: ,hdysar li hdrba' miyeM. 

16 dmür Ms: ,am hit tahimi, ho ßdydnis'. 
amiröt heh: ,hastdu, am thöm zem-i ha- 
s&rti läzeröme hdms'. wizmis hdrba miyeh 
ica-se wizmdth kimkimis. toa-bäröt, te tu- 
icöt la-hal gayjis. 



20 21. Has k-s-söbeh amiröt heh: ,z>'m-i 
kimkimi, ho jindyt, gajinüten bar Sitör 
li kimkimi 1 . dmür Ms: ,de het kallSt 2 
gajinüten sdtren kimkimis, de het ar gah- 
bet. am beri gtahabs, timer : gajinüten stör 

25 kimkemr. amiröt: ,am het giribk ti gahbet 
am thöm tahdlyi l-gd* bi-Mbek wa-hdmek 
wa-Mlek'. 



22. Amur Ms: ,am hit wezmite te (yj ha- 

s,'rti, hi-l mahdlliyet minni bi-herba''. has 

30 ber hilyilyis, amiröt heh: ,Jj,as£rtek kam'? 

dmür his: } miy&V. tehinsus heh bi-miyet 

,r, -ziditeh gars~. 



18. Und wie es Nacht war, ging sie ihres 
Orts (zur rechten Zeit) zu dem Mann. Wie sie 
des Nachts kam, klopfte sie an die Tür. Es 
hörte sie der Mann, er sagte zu ihr: ,Wer ist 
das'? Sie sagte zu ihm: ,Das bin ich, Licht 
der Sonne'. Er öffnete ihr und sie stieg hinauf 
bis sie bei ihm war. Sie fand ihn schon mit 
seinen Waffen und seinen Kleidern. Es sagte 
zu ihr seine Mutter: ,Ich will dir bezahlen, was 
du willst, wie du meinem Sohne genützt hast'. 
Sie sagte zu ihr: ,Dein Sohn ist eben mein 
Freund, ich will nicht von dir eine Bezahlung'. 

19. Sie verbrachte die Nacht im Gespräche bei 
ihnen. Wie sie schon sagte: ,Ich will des Nachts 
gehen', sagte zu ihr der Mann : .Noch diese 
Nacht will ich deinen Schleier'. Sie sagte zu 
ihm : ,Ich fürchte meinen Mann, daß er mich 
schilt'. 

20. Er sagte zu ihr: ,Nun wieviel zahlte er als 
Brautpreis für dich'? Sie sagte zu ihm: ,Er 
zahlte als Brautpreis für mich vierhundert'. Er 
sagte zu ihr: ,\Venn du mich willst, werde ich 
dich loskaufen'. Sie sagte zu ihm : ,Gut, wenn 
du mich willst, gib mir meinen Brautpreis, ich 
will ihn jetzt'. Er gab ihr vierhundert und 
sie gab ihm ihren Schleier. Und sie ging des 
Nachts, bis sie des Nachts zu ihrem Mann 
kam. 

21. Wie es am Morgen war, sagte sie zu ihm: 
,Gib mir meinen Schleier, ich bin schleierlos, 
Mädchen haben meinen Schleier entzwei ge- 
rissen'. Er sagte zu ihr: ,Daß Mädchen jede 
Nacht deine Schleier entzwei gerissen haben, (be- 
deutet) daß du eine Hure bist. Wenn du schon 
gehurt hast, sagst du: Mädchen haben meinen 
Schleier entzwei gerissen'. Sie sagte: ,Wenn 
du mich schon als Hure erkannt hast, "wenn du 
willst, entlasse mich, daß es sei bei deinem 
Vater, bei deiner Mutter und bei deinem Mutter- 
bruder'. 

•2-2. Er saute zu ihr: .Wenn du mir meinen 
Brautpreis gibst, bist du entlassen von mir mit 
vier (mit vier Entlassungen)'. Wie er sie schon 
entlassen hatte, sagte sie zu ihm: .Wieviel ist 
dein Brautpreis'? Kr sagte zu ihr: .Hundert'. 
Sil' wirft ihm hundert hin und sie gibt ihm 
einen Taler mehr. 



1 So Ms. Mi i.i l u . 



Für l a '<''•'< ' M 



59. Das verliebte Paar. 



I. P 



ROSATEXTE. 



151 



23. Wa-bäröt. dmurhfs: Jäzeröme hiligs 
Jehyiti bi-gayr hwnu'r. amiröt heh: t ked he 

hegt, yeshul gayr alyöme 1 . 

24. Wa-bäröt, te tuwut bet di-hibis. has 
5 tuwüt, ämür Ms hibis: ,yelleylah min hö 

dawis ten 1 ? amiröt heh: ,ho yelleyleh ber-i 
shalyeh 1 . ämür: ,wukös hälyes min tar 1 he 1 ? 

25. Amiröt heh: gibh-i, ämür hini: het 
tabär kal leylat, timir : ho bärite la-hal 

io gajinüten, icat daas, timer : hörn kimkem 
kimkem. gajinüten sitreh adis tehim-i tibdi 
la-gajinüten ; de-Mt är gahbet kad-se gah- 
bit, gayüj yisätren kamökimse wi-shälyek 
minh wuzümkt-eh harsät-eh 1 . 



15 26. Amur Ms: ,yeshöl gayr löteg, has he 
yigäbhis bi-gähb i . amiröt heh : ,ld, tilitgeh 
lä, kfehe k-sär 1 - (k-sar). 

27. Htmd bis sadigis di-se ber sihilMyet. 
te leylet tiaco le-liäl hibis, bereh bi-häyr 

20 has häweleh wa-tdlyeh. ämür le-Mbis : ,höm 
le-häris hinük bi-hibritk' . 

28. Arüs bis toa-sett Ms hasöret härba' 
miyeh min tar ars sellis le-beth ica-amilöt 
minh hubün, loa-tahäwelüt seh te umtöt. 

25 wa-gazdut. 



23. Und sie ging des Nachts. Er sagte zu ihr: 
, Jetzt hast du meinen Bart ohne Wasser rasiert'. ' 
Sie sagte zu ihm : , Jeder der schlecht ist, ver- 
dient nur dieses'. 

24. Und sie ging des Nachts, bis sie in das 
Haus ihres Vaters kam. Wie sie des Nachts 
kam, sagte zu ihr ihr Vater: , Woher bist du 
diese Nacht zu uns gekommen'? Sie sagte zu 
ihm: ,Ich wurde schon diese Nacht entlassen'. 
Er sagte: ,Warum bist du von ihm entlassen'? 

25. Sie sagte zu ihm: ,Er schalt mich, er 
sagte zu mir: Du, du gehst jede Nacht, du sagst: 
Ich werde des Nachts zu Mädchen gehen, sobald 
du des Nachts kommst, sagst du : Ich will einen 
Schleier, einen Schleier, Mädchen haben ihn 
entzwei gerissen, du willst mich noch belügen 
über die Mädchen; du bist nur eine Hure, jeder, 
die eine Hure ist, zerreißen die Männer ihre 
Schleier, und ich wurde entlassen von ihm, ich 
gab ihm seinen Brautpreis'. 

26. Er sagte zu ihr: ,Er verdient nur getötet 
zu werden, wie er dich schilt wegen Hurerei'. 
Sie sagte zu ihm: ,Nein, töte ihn nicht, lasse ihn 
mit seiner Schlechtigkeit'. 

27. Es hörte von ihr ihr Freund, daß sie schon 
eine Entlassene. Als es Nacht war, ging er zu 
ihrem Vater, er war schon wohl, wie sein erstes 
(= früher, im Anfang) und wie sein darauf 
(= später). Er sagte zu ihrem Vater: ,Ich 
will bei dir deine Tochter heiraten'. 

28. Er heiratete sie und er (der Vater) nahm 
für sie einen Brautpreis von vierhundert und 
nach der Hochzeit nahm er sie in sein Haus 
und sie gebar von ihm Söhne und sie verweilte 
mit ihm bis sie starb. Und es ist zu Ende. 



(abüd bei- Ali, 14. und 15. März 1902.) 
1 Lies tar (Müller). 2 D. li. du hast mich böse zugerichtet (Müller). 



IL LIEDER 



1. (12) Der Sturm. 

Mehri. IJadrami. 

1. We di we 1 kerim, leerim! wa-kerim, sämüt 2 yd kerim! min al-dma. 

2. wa-medit aliyen min ä bobes kayyalüt. i habob 9 kos 10 'ald min al-bdbhä tekil. 

3. tcshdren le-galüb we-riye di senkatüt,' tes'il c ald 'l-gelüb wa-riyyah mundked, 

4. hds e höma be-zefüt. iva-nesma' bi 'l-kaldm bi-sifäh. 

5. wa-hdzza di s märefi la-hine nahd jarüt. wa-hdssah al-marüf la'dnda nahnd märrat 

6. mikan bisen nabahöz* wa-behdzt seltanutj fes bihin wajd' voa-l-vcaja gad stdf 

"' ■ ica-megdmmisen gaueh, min a rej yeha- iva-l-mugim fdugahen gaud min arrdjah 

zamüt. 8 masmüt 

8. ddr waluü gardb di söj we-ser ddis hay- da icaldu bdglali min sdj wa-sdr c ddhä ja- 

danüt. didah 

1. Hochherziger, Hochherziger! Und Hochherziger, sie wirft Schaum aus. 

2. Und der Nordwind hoch weht von seinem Tore. n 

3. Er erregt 12 das Herz und die Lungen, die erschlafft sind, 

4. Wie er 18 hörte die Nachricht. 

5. Und die Botschaft 14 des Bekannten ging zu uns vorüber. 

6. Viel sind bei ihnen die Schmerzen und der Schmerz ward sichtbar. 

7. Und ihr Kapitän 15 irrte umher, vor Schrecken verstummt. 

8. Dies ist noch 16 wenn auch ein Schiff von Ebenholz, sein Segel ist noch neu. 

1 Nach Mubammed: Itädiwe. - Muh. sagt, es solle famAb ==, heißer Wind' (Samüm) heißen. Ich denke, daß 
iüt richtig ist und zu der Wurzel 1 ^_^s gehurt. Die Bedeutung ist mir freilich nicht klar. Es scheint auch das ,wa- 
kerim' nicht recht zu passen. Nach Muh. wäre Sämüt auch der Wind von Säm, also der Nordwind. Doch auf diese 
Erklärungen ist gar nichts zu geben. — Die I.Iadrami-Überset/.ung verstand Muh. nicht. — Im Arab. bedeutet '4i»ä von 
der Woge: ..Schaum auswerfen'. :l Kayi/aliil soll nach Muh- heißen : es ist nicht viel Wind, also , sauft willen'. 
4 Lies: ienkaddt. '' Lies: wa-fyazzät di. ° Lies: bUen ä bahoz; Muh. sagt freilich, daß der pl. auch nabahSz 
heiße. ' Lies: Seian&t von der Wurzel ßro = sehen. 8 Lies: rej e hazamüt. ider Wind kann habnb 

sein. 10 Nordwind. ll Die Welle wirft Schaum au^ an das Ufer und der Nordwind hält ihr vom Tore (des 
Meeres, d. i. von der Küste aus) das Gleichmaß ( l^S 1 d. h. weht ihr entgegen (Mi 1.1.1:1; |. '• l.Iadr. ,er entzündet, 

LaJ!o; Mehr. ,sie (fem. pl.) verzaubern' -ä* - ; rii/i di für riyet-di; Senkadüt = C1->Js£XJ^i«j\ Widerwillen empfinden. 
Mi 1 i.kr). w Vielleicht Am he zu lesen. u liazzäi [Jyait&t) soq. hdti; für .vorüber' besser >herttber' (Müller), 
dmmiten für me en f jJiJt- Zu hadr. mugtm sagt Sein-Glosse: Vater, Bruder, Verwandter (Müller). 
ladr.; im Mehri steht, dir. Wenn es nicht verschrieben ist, müßte man es übersetzen: Ea ärehl sich (das Schiff), 
wenn es auch aus Teckholz und seine Segel noch Idit neu sind (Mi 1 u 



2. Trost im Sturm. 



II. Lieder. 



153 



9. tufwllen nimakser 1 wa-haddyr harfiyüt. 

10. ica-s-suböh, yebore Id, bi-ruörem yebtahiit. 

11. daum di-hätüt gaul iva-bi-gdybet yedkimüt,- 

12. sef we-dih hamüm gal loa-zarflt le-sahsüt. 

13. yah,allül ha-tdyr sift hidarit 3 mahajüt. i 

(Sod ber abddllah, 14. Februar 1902.) 



tqfdwil mdksar (al-mojah) al-bahr frag el- 

herif 
lüd-lladi yagüs md yüsel qdr el-bdhr yeb- 

tahit 
hddajdb gaul (alkaldm) wa-ß-l-qdlb makmut 
dhfa Hndeh md galil ica - 1 - hdjarah md 

hasset 
yehill fog as-sdhil dhdar md fih md Mlwu 

al-bdhr. 

(14. Februar 1902.) 



9. Es branden die Wogen und das herbstliche Meer. 

10. Und er schwimmt, er kommt nicht hinüber, im Meere ist er verwirrt. 

1 1 . Dieser, der die Rede bringt und im Herzen den Zorn unterdrückt, 

12. Sieh, und ihm ist wenig Wasser und der Stein fühlt nicht. 

13. Er weilt auf dem Strand, dem grünen mit brackigem Wasser. 

Das Gedicht scheint einen Seesturm zu beschreiben, durch welchen ein Schiff in Gefahr 
geriet oder gar Schiffbruch gelitten hat. Ein Taucher will die Kunde davon an die Küste bringen. 
Im Ganzen ist das Gedicht leidlich zu verstehen, nur die letzten zwei Zeilen sind unklar (Müller). 



2. (14) 



Meli 



1. tehfat l kuds, ta-kdzdis' 3 zabib, 

2. iva-tndgs (tnaks) hays zaröm habib. 

3. hih, gdlbi, hih! arzin ica-sib! 

4. hem bdd yezgdyf, lad ijt/üb. 

5. ica-yagdlig mindufi hinehem gerib. 

6. wa-jid tagatlüg le-sebk hadtd. 6 

7. mebterhe la la - hndf ferid. 

8. wa-tdyrhe derüb kel si mhagalid 



Trost im Sturm. 

Ila^rami. 

taivdtna kos tca-kösahd töfdn, 
ica-tdnkis 'l-häjis dellun hdbbab. 7 
dskut, yd galb, dskut! drzun wa - teretteb ! 
hum ba'd yasullün, la 'ad yahtdb. 
tca-yasüfib ras el-jebel 'indahum gerib. 
wa-z-zäyn tagdllacf bi-sdbak hadid. 
md bd-yatabärrah 'dla nefsah wahid. 
wa-fogahu durüb kul si musdmmd 'aldyk. 



1. Leise kommt das Nordwindchen, bis sein Wehen Sturm ist, 

2. Und er wühlt auf den Gedanken jetzt ein Fegen (Wühlen). 

3. Schweig, mein Herz, schweig! bleib fest und standhaft! 

4. Mancher (von ihnen) singt, nicht mehr fürchtet er sich. 

5. Und er sieht das Berghaupt 11 ihnen nahe. 

6. Und fest schließt er das eiserne Gitter. 

7. Nicht wird er betrübt sein in der Seele allein. 

8. Und über ihm die Wände, alles mit Wachs 10 überzogen. 

1 Lies: tufwilen i malcser. - Lies: yetkimiU. 3 Lies: hilarit. 4 Muli, liest mahajüt; er sagt, daß z. 

B. bir mahjüt ein Brunnen mit Brackwasser ist. 6 Für käusi? (Müllek). 6 Auffallend ist der Wechsel des 

Reimes (Müller). ' Muh. übersetzt hd/ibab mit: , wenig' (von der Rede z. B. schweige ein wenig, rede ein wenig). 

8 Lies tagällag. 9 Das Berghaupt verkündet die Kühe der Küste; iünäufi ist vielleicht n. 1. (Müller). 

10 Oder: mit Pech überzogen (IJadr.). Dagegen Mehri ,verschlossen' d. h. die Lücken sind verpicht (Müller). 
W. Hein, Mchri-Teite. 20 



154 II. Lieder. 3. Der Tag des Engpasses. 

9. we-rözenm % leh bi-buicdyher hadid wa-tdrahu 'aleh bi-bawähir hadid 

10. wa-meddam tiroh birek rehadid. wa-mäddu turüh s bi-waset rehdid. 6 

11. we-l-he 'nkori seh sifni 1 iva-madid.' 2 mä bä-yaji md'ah hdttayerü'dd'aldyh hissah. 

12. wa-lü umbü leh bi-jize meffanid ica-ldn nebbd 'alih bi-nds ketir 

13. de-l-he 'nkon seh sifniyu - madid 2 md ba-yeji md'ak hdtta yarud rids ketjr~' 

14. u-lii umbü leh bi-jize meffanid. wa-ldii, drsel c nleh nds ketir 

15. wa-bäli kerim bi-nejm gawid* wa-rdbbanä kertm bi-nijm gawi 

ig. wa-täymel suhob birog wa- hadid wa-in kdn Idgga sahäb, berg wa-rad 

17. wa-filk sahdb ica-azüm l-gayid. wa-s-sd'iyah sahdbha wa-'dzem yadi'. 

18. wa-rakibem teh tdr se bi-senid. . wa-rakabüh Jan. geh musdnned c ald l-möj. 

19. wa-jize wa-abiret da-lbud* mahmid wa-l-bahriya ioa-1-mutdabirin hämidin had 

el-büdP 

(söd her abdallah, 15. Februar 1902.) (15. Februar 1902.) 

9. Und sie heben empor 9 über ihm die eisernen Anker 

10. Und sie werfen ihn aus im Seichtwasser. 10 

11. Und nicht wird er kommen mit ihm, bevor er erholt ist 11 

12. Und wenn er auf ihm befiehlt 1 - den Matrosen in Reih und Glied, 

13. Siehe 11. 

14. Siehe 12. 

15. Und Gott, der Hochherzige, den Sternen gebietend, 

16. Und er macht Wolken. Blitz und Donner 

17. Und das Boot ist die Wolke und er rüstete sich zur Ferne. 

18. Und sie fuhren auf ihm im Gleichgewicht. 

19. Und Matrosen und Passagiere sind diesmal beruhigt. 

3. (17) Der Tag des Engpasses. 

Zum Aufbau dieses Liedes sei bemerkt: Es besteht aus zwei fünfzeiligen Absätzen, welche durch die einleitende Kurz- 
zeile (6) ,Es folgte mir Ber-Gadeh' abgeteilt sind. Sie gehört nicht eigentlich zum Gedichte, wie dies ja das Fehlen des Reimes 
beweist. Die letzten drei Zeilen (12 — 14) sind eine Wiederholung des Anfangs (Z. 1 — 3) mit kleinen Varianten (Müller). 

Mehri. IJadrami. 

1. as nhör di sab ä dayg min hagf naht mir 1 "' l-yöm hatafnh er-ribaa min jebel habbu c indah u 

2. iva-gazdubah e ribe iva-serif sere yedür wa-gasabüh ar-rabäa wa-s-siyyid wardh yedür 

1. Wie es war der Tag des engen Passes vom Gebirge, wir befehligten. 

2. Und er raubte ihn, den Genossen, und der Seherif schweifte hinter ihm her. 

1 Von fdnä hinfällig sein? Oder zusammenhängend mit /cur in der Bedeutung: bevor? Dann gehört toa dazu: 
2 Lies mardxd. ' FJadr. gawi (jjS) mächtig .gebietend'. Dies stimmt aber mit dein Mehriwort 

nicht überein. Ich übersetze: Und Gott, der Hochherzige, der untertaucht (^U) in die Sterne. Und der macht 
d-äymet) Wolken, Blitz und Donner. Und das Boot ist die Wolke und sie lassen es in die See stechen; yrniid ist also 
wieder von ^j>\± abzuleiten. Die arabische Paraphrase ist ungenau (Müller). ' .Dieses Mal', hadr. had. el-bi 

wohl von Irhud , schlagen' abzuleiten, wie hebr. ~1'2 Mal und Schlag bedeutet. Demnach ist auch im l.ladr. cl-l/iüdi zu ' 

'uriih sind nach Muh. im l.ladr.: Maßstäbe aus Bisen (Sgl. (arh); hölzerne heißen trüfrah p\. sfar. — mdddu: sie messen 

1 h6r »ml f'ili mä '• Statt näs ketii lii hüsah; vgl. 11 " h&di 'l-mdrrah 6 Mehri n 

heißt sonst verbinden. (MÜLLER). 1o Sie erstrecken den Wurf ins Seichtwasser. " Besser: Bevor es (das Schiff) 

h ■•-teilt (repariert) ist (Müller). Vielleicht: Und selbst wenn er befiehlt, d. h verfügen könnte über 

zahlreiche Matrosen (Müller). " Lies nahumSr. " I >.<s l.ladr. bat ribä'a .Weg' für Engpaß und foabbii für 

lir. Es igt i vmi ;,c abzuleiten, oder mindestens vom l.ladr. so verstanden wurden (Mülles). 



3. Der Tag des Engpasses. 



II. Lieder. 



155 



3. yegatüri vm yibäyk wa-aydnteh hanezür ma'ndh min el-hauf yedür* iva-ydbki ica- 

'iyanah damct ydndur 

4. ica-nesdutem at humid loa-l-luöye 1 hadirür wa-hdrragü l-hamül iua-l-ud harrddha 



kal wdhid ydhud gismah min as-sdbä'ig 
wa-nutür 

dgebni Ben - Gadeh 



5. iva - gazdufem harwä la-zeböig wa-ntür. 

6. agabdy Bir i Gadeh 

7. delesse 2 wel- hager wal-hober wä-shubür mä yesir c ala l-hag bi-fabie ndmeleh ülä 

min räsi ä 

8. te seörid afiyiig ica-sirü ivah atiyim 3 ja fdg el-mä bir ismaha Fiyüg ica-l-fahäyid 

teldyamu fi Fiyüg 

9. nefgdyhem bi-mäteg 4, wa-banwihem nagd hadafüh bi-magtül seget baynahum .... 

aför 5 
10. lad d hdd slehag Id wel-mehedin e ä hdor 1 lä had lahgah minnahum lä had hdssal 

minnah häbar 
n. hanberö telomi Id d-ahßri am biyür Id telumüna in kün batdl .... 



12. da nhor di sab e dayg agayirem lafadör 

13. agasäubeh se ribd iva-serif sere yadür 

14. yegatüri iva-yibdyk wa-aydnteh icanuzür. 

{Bahit her n&fir vom Stamme herezi, 18. Februar 1902.) 



kawwiyühu fi-l-gdlb rabd'ah loa-s-sdyyid 

wardh yedü r 
yaddmi c min l-\tyn ica-ydbki wa-'uyüneh 

nazdl minneh d-damd\ 

(18. Februar 1902.) 



3. Er verbarg sich und er weinte und seine Augen tränten. 

4. Und sie zerrissen die Lasten und die Stöcke der Zeltmatten, 

5. Und sie zerteilten die Anteile der Männerschurze und Frauenkleider. 

6. Es folgte mir Ber Gadeh 10 

7. Der, nicht beleidigte er und nicht höhnte er und nicht redete er und fragte er. 

8. Bis er nach Fiyüg 11 ging, und er stritt und wehrte. 

9. Sie warfen Getötete, und zwischen ihnen ballte sich eine Wolke. 

10. Nicht mehr einer hat erreicht und nicht ein Künder verkündet. 

11. Die Gesamtheit tadelte mich nicht, der ich vertragsbrüchig bin, wenn er falsch ist. 

12. Dies ist der Tag 12 des engen Passes, sie fielen her über den Schwachen. 

13. Er raubte ihn, den Genossen, und der Scherif schweift hinter ihm umher. 

14. Er verbirgt sich und er weint und seine Augen (und) sie tränten. 

1 Für luwöye (Müller)- " de-le-Sse (Wurzel : « «*«j). 3 Lies wa-hatiyör. i Für malteg (Müller). 

5 nagd statt nagd. 6 Wurzel ,-,i)- ' Für hdor (Müller). s Der IJaclr. bietet eine Paraphrase , Aus Furcht 

schweift er einher 1 . Das Wort via nah ist wohl gleich äIXä^ (Müller). 9 Die letzten vier Worte sind eine un- 

geschickte Paraphrase: ,Er verletzt nicht das Recht des Genossen, das wir nur nach meinem Kopfe üben'. 10 Eine 

Familie des Stammes Ber Ra'ufit. n Name eines Brunnens ' 2 Darnach ist Z. 1 u. 12 nhor zu lesen (Müller). 



20* 



156 



Mehri. 



II. Lieder. 

4. (18) Spottgedicht auf Nsayb. 1 



4. Spottgedicht auf Nsayb. 



1. hdnbiro 2 Ha gab i Nsayb hagirän 3 söhili 

2. ica-gibliyyet vtahter der zalbe gaddut* 

3. he wugon yetobet lä wa-fuivod labe shaiä 

4. ragt he ka Bei' Gadeh ka Migebi wa-Bäfay 

5. di hasom 5 ä tifatön tahalöl birrk gof 

»;. ira-tangäden te zuwöm loalgafed lahdlAdahdyt 

7. ka-Br ä Bögi agteräg 

8. adha mär yehozileh 6 

9. te Isere bi-haselob wa-fuwdyt duwilgdg 
10. wallagä ke-mosim §oh 

n. Ber Amerduten simbiret ivayatüha se hizi 

12. wallagä ka-Mas'aday 

13. U-Yelltbi wa-Gtaböb 

14. bi-aded magayisdt wa-min tdyrah mähli 

15. wallagä ka-Hirziye iva-Shäyli loa-Gimze 

16. ivallagä ke-Bin Yervh wa-fahädi Zay'ari 

17. wallagä ka-Bin Bahdur agabayli yasiräy 

18. ddmmah yasbolä lä wa-hafire zäzalldy. 

[bahU ber näfir, ls. Februar 1902.) 

1 



Hadraini. 

'l-jamä' Mahjüb Nasib 'abd swähili 

yet'dnah bi-jembiyyah fög sddrah gatdb 

mä yä«hi bi-nefseh 

ragt ka-Bin Gadeh, ka-Magäybi iva-Räfäy 

yahsdmeh yaftdnhe tehdl fi sddreh 

yeftänha fi-l-ldyl yanzel fi tvädi Adahdyt 

ka-Bin Bdygi yäzlum 

ddah ydglibu 'aldyh min el-gdtal 

te yelbis saldb ziyän wa-jedid ziyän fmoet ket'ir 

'l-magdddem 

Bir Amrüten wa-yetbci 

ka-Mesadi 

mä ismuh Yellebi wa-jebel ismuh Gesb'ib 

bi-l-'iddah mugayisät minfogeh biindug mähli 

ka-Haräzi wa-Sahdyli wa-Gimzdy 

ka-Bin Yerüh ica-fahidat Zdg'ari 

ka Bin Bahör al-gabtli sedid 

mä yämtarit iva-rabiah mä yahallih. 



(18. Februar 1902.) 

Die Gesamtheit den Hagbäb Nsayb (Mahjüb Nasib), den Sklaven, den Swahili, 

2. Und der Stamm den Gefesselten, auf seine Lenden er schnitt. 

3. Er vielleicht steht nicht fest, und der Sinn ist bei ihm nicht freigebig. 

4. daß er doch wäre wie Ber Gadeh, wie Migebi und Räfäy! 

5. Sie empfindet Ehrfurcht, sie gedenkt, sie wohnt im Herzen, 

6. Sie ist unruhvoll bis zur Mitternacht. Und nicht stieg er hinab nach Ardahayt. 

7. Wie Ber Bogi befehdete er. 

8. Er noch, nicht außer er besiegt ihn. 

9. Bis er anlegte die Waffen und die Schurze, die schönen, 

10. Und nicht war zur Marktzeit der Alte 

11. Ber Ameräuten war schwach, und mit ihm folgte Hizi(?). 

12. Und nicht war er wie Mas'adäy 

13. Beim (Wasser) Yellebi und beim (Berg) Gtabob (Gesbib) 

14. Mit dem passenden Wehrgehänge und darüber dem Mahli (silberbeschlagene Flinte). 

15. Und nicht war er wie Hirziye und Shayli und Gimze, 

16. Und nicht war er wie Bin Yeroh und der Stamm Zay'ari 

17. Und nicht war er wie Bin Bahaur. Der Stammgenosse ist stark. 7 

18. Sein Blut schlingt er nicht, nur sein Geleitsmann verließ ihn nicht. 

1 Es scheint hier eine Art Higä, ein Spott- oder Tadelgedicht auf einen Häuptling vorzuliegen, der den Erwartungen 
nicht entsprochen und nicht nach berühmten Mustern gehandelt hat. Manche Verse, so z. II. gleich die zwei ersten und 
V. 7— n, sind ganz anverständlich, weil mau die Tatsachen nicht kennt, auf die sie sich beziehen (Müller). 
1 Vgl. Jaun, Glossar: Gesamtheit (dicht ) fyamberöu (Mülleb). ' Beduinisch: Sklave (Hein, Glosse). ' Das l.ladr. 

/ weicht stark ab; die Übersetzung zum Teil nach Muh., ist gewiß nicht richtig (Mülleb). '' Lies: ti^aidm. e Die beiden 
Verse sind anverständlich. Dil Übersetzung gibt keinen Sinn und stimmt weder mit dem Text, noch mit dem l.ladr.; 
ibersetzt Hkin in der Glosse: Er spielt (Mülleb). ' Wohl: der starke Gabili, Epitheton zu Bin-Bahanr (Mülleb). 



5. und 6. Spottgesänge. II. Lieder. LLh 

5. (19) Spottgesang auf Ber Siläym. 

Wie es scheint, ist dieses Lied ein Spottgesang auf Sölem ber Siläym ; der Speer scheint bildlich statt Penis gebraucht zu sein; 
die Trangrube dürfte die Vulva bedeuten. (Wenn der Mann Sölem hieß, muß der Name nach sölem ergänzt werden Müller). 
Mehri. Hadrami. 

1. hä däna dön dene dene dene ddn 1 

2. hä däna dön bäli sölem (Sölem) Bar Saläyb 2 alläh yusdllim Bin Siläym 

3. ha däna don be-gendt had isdym bi-ramh ahdd yäsmi 

4. hä däna don zerg lad s izürg e lä yezrag 'äd mä zerag 

5. hä däna don ad yagölig bi-himhdyn c äd yesüf bi-Jaibbaha (nutnä farj 'l-mirät) 

6. hä däna don ica-mazdyfat ba'arüt sifah hagg al-bahr rähat minhä as-sifah 

7. hä däna don iva-hagäb 4 ' et-tomar minh ica-yahsad 6 et-tdmr minh 

8. hä däna don min e kesr da hsindt b min kütur 'l-hdsnah 

9. hä däna don emel küt bi-häzalöl. Idgga husn fi salälah' 

(äli ber he, 18. Februar 1902.) (18. Februar 1902.) 

1. hä däna don dene dene dene dän 

2. hä däna don Gott grüß den Sölem ber Saläyb (Bin Siläym) 

3. hä däna don Mit dem Speer einer hochwirft 

4. hä däna don Er stieß (mit dem Speer), nicht mehr stößt er. 

5. hä däna don Noch sieht er nach der Vulva 

6. hä däna dön Und die Trangrube entleert sich 

7. hä däna dön Und besser sind die Datteln als es 

8. hä däna dön Als eine Vielheit von wurmstichigen Datteln 
i». hä däna dön Er macht einen Wachtturm aus Dattelkörben. 



6. (3i) Spottgedicht auf Bar Mäusim. s 

Mehri. IJadrami. 

1. hä däna don sddi bell Bar Mäusim Seh gdllibeh 10 'ajebni dhyar min en-näs 11 Ihn 

Maiisim kebir 

2. hä däna ddn sulen teh min tan' tin hamdlnah min fog at-tin 

3. (hä däna dön) we-s-siyisen he bine tva-s-säs al-bind 

1. hä däna dön Glück mit ihm, dem Bar Mäusim, dem Großen 

2. hä däna dön Wir haben ihn vom Lehm aufgenommen. 

3. (hä däna dön) Und die Fundamente hat er gebaut 

1 Dan ist der Name des Spiels, bei dem ein Mann ein oder zwei Speere in die Luft wirft und wieder auffängt. 
Die Lieder, die bei diesen Gelegenheiten gesungen werden, beginnen stets mit hä däna dön. 2 Sölem ber Saläyb 

(lies Saläym) ist der Name eines Mannes. s Lies la-äd. * Soll nach Muhammed ben 'Awad , besser' bedeuten. 

5 Wurmige Dattel. e Muhammed ben 'Awad meint, daß es heißen solle: ,wa-yalisan' , das die Beduinen statt: ,wa- 

ahsan' sagen sollen. ' Salälah ist der Name jenes Bezirkes von Gischin, in dem die Fischer wohnen; doch ist die 

Übersetzung hier falsch; häzilöl im Mehri ist Plural, dem das arabische sillah oder sdllah, Korb, Dattelkorb, entspricht. 
8 Es scheint ein Spottgedicht zu sein auf einen Häuptling, der aus kleinen Verhältnissen vom Stamm emporge- 
hoben worden war, der auch geschworen hat, daß er ihre Rechte wahren werde, trotzdem eidbrüchig geworden ist 
(Müller). 9 Ich lese heh bim: und übersetze: ,Und wir gründeten ihm einen Bau'. Daß siyhen wie das vorange- 

hende iülen und der nachfolgende hurüfen nur 1. Pers. plur. ist, scheint mir zweifellos (Müller). 10 gällibeh 

ist mehri und bedeutet: Er sei gegrüßt; 'ajebni soll dasselbe im hadr. bedeuten, wie ich in Gischin notierte. n ,Der 

beste der Menschen' ist hier ein höchst ungeschickter Zusatz. Die Paraphrase der Z. 3 — 7 ist zum Teil unverständlich 
und falsch (Müller). 



158 

4. hä däna dön ice-hurüfen he-y-yimtn 

5. hä däna don de-jizüm birek seh 

6. hä däna don yejizüzi amalet 1 

7. hä däna don wa-yez&urib ahhacUn. 

(Ali her he, 20. Februar 1902.) 



II. Lieder. 



7. und 8. Spottlied und Kommentar. 



huriif talätin jüzu yesrifüh lä-indah 
ydhlif fug as-seyh 
ydgusmh 'dmaluh 
ice-yefhasüh mitl al-musäybili. 

(20. Februar 1902.) 



4. hä däna don Und wir wandten ihn zum Qorän 

5. hä däna dön Er, der schwur im Schayh (beim Grabe des Heiligen) 

6. hä däna don Er schneidet ab das Machen 2 

7. hä däna dön Und er zerreibt (ihn wie) den Musäybili. 3 

Dieser Hä-däna-dön-Gesang soll ein Gesang des Stammes Gidhi sein. 



Mehri. 

1. hä däna don bäli sölim Bin Simdyr 

2. hä däna don yessukof birek jerb 

3. hä däna dort ive-zelgät le hewegays 

4. hä däna dön yebediden haleicäh 

5. hä däna don bi-nuiaöle serigays. 

{äli ber ue, 20. Februar 1902.) 



7. (32) Spottlied auf Bin Simäyr. 

H.adrami. 

alläh yasdllim ibn Simäyr 
yanäm fög H-hayd 
wa-l-jinäbeh lä yundirhä 
yebdi lauh 
Jiadid yasrdhhä. 

(20. und 23. Februar 1902.) 



1. hä däna dön Mein Herr (d. h. Gott) grüß den Bin Simäyr 

2. hä däna don Er schläft in der Vulva 

3. hä däna dön Und den Samen läßt er nicht fallen 

4. hä däna dön Er zertrennt die Bretter 

5. hä däna dön Mit seinem Spitzhammer trennt er sie entzwei. 



8. (33) Kommentar. 



Dieser Text bildet einen Kommentar zum vorstellenden hä-däna-dün-Gesang, der von Hadrarni- Ursprung sein soll. Es 
richtet sich der Spott gegen einen IJadrami Sa'id (oder auch Sa'ayyid) bin Simäyr, der mit einem Weibe aus der Sultans- 
familie von Gischin, der Ber Afrer, zu tun hatte. 



Mebri. 

1. sa'id tholül birik jerb 
ber Afrer; ica-yegsödem beh 
tca-yd'mirem heh : 

2. buk sennet, sukf birSk 
jerb, toa-sennetk mene meys, 
yesköf birek jerb 



Deutsch. 

1. Sa'id verweilte in der Vulva 
einer Ber Afrer; und sie be- 
singen ihn und sagen zu ihm: 

2. Bei dir ist ein Penis, schlaf 
in der Vulva und dein Penis ist 
vom* Rasiermesser, er schläft in 
der Vulva 5 



IJadrami. 

1. sa'id jeles fög hayd bin 
'Afrir; loa-gasdd 'aleh wa- 
yagül 'aleh: 

2. se'neh namt fög al-hdyd, 
loa-zuhbak mitVl-müs, yanäm 
tvasat H-hayd 



1 Die Übersetzung der zwei letzten Zeilen schließt, sieh mehr dem rjadr. .-in, das aber nur eine Paraphrase zu sein 
int. Ich möchte die Stelli vermutungsweise übersetzen: Er müht ab das Feld und sehneidet es ab mit vollkommener 



Kasur (arab. 



1 >j-£> 



und 



), d h. er beutet die Leute gründlieh aus (Mi ller). 



1 Wenn einer falsch schwört, 



sagt man von ihm (in hadr. : yagüff 'ibnnluh — er sehneidet ab sein Machen, d. lt. er wird krank und kann nichts mehr 
unternehmen. •' Musäybili i-t ein.' Art Duhn von gelblicher Farbe, aus dessen Mehl Brot gebacken wird. 4 Wie 

rmesser. 6 Scheide d.h. wie das Messer in der Seheide, so ruht der Penis in der Vulva. 



9. Die Gegensätze. 



IL Lieder. 



159 



3. iva-zalgät la-häugays, 
yebdiden hahceh. bi-maoleh 
terigays. 

4. bäli jomel wa-aivin, an 
drag U-yehdys, yebediden 
halwäh bi-maoleh terigdys. 

(dli ber he, 20. Februar 1902.) 



3. Und den Samen läßt er 
nicht fallen, er zertrennt die 
Bretter, mit seinen Spitzhammer 
trennt er sie entzwei. 

4. Mein Herr (Gott) erhebt 
und hilft, daß der Saft nicht 
falle, er zertrennt die Bretter, 
mit seinem Spitzhammer 1 trennt 
er sie entzwei. 



3. un-jinabah mä yahalli 
fög el-ard. yebdi loh manä 
mdrah. bi-ka'älah sereghä 

4. rabb al-alaminayajdmil 
iia-ya'in la-'irg, lä yastr 

ß-l-drd, ydbdi loh hadid 
yesrdh. 

(23. Februar 1902.) 



Mehri. 

icegdyt fön 



1. ber hini 

9 &u f 

2. hardun kirüh ice-sgdf mine jöf 

3. hay be-ryahdn wa-k-kdul wa-k-kdud 

häuf 

4. ivugön diret seh wa-yeshatäuf 

5. wa-ben hajer zawwireh asduf 

6. az gdybed harf ica-beh starduf 

7. loaharehen be-gdbd la-hdydah natduf 

8. häbü sue la 

9. hdd es mikin mej'nöt miltäuf 

10. te w-lu skub hazf ica-ddyreh adduf 

11. ica-ddlh zabib di-yehzarduf 

12. wa-l-be skelel l-eddel min häuf 



9. (36) Die Gegensätze. 2 

Hacjrami. 

kud li wagt dicival marra dskut 



tdd di 3 ice- 



ba'd digt wa-gasddteh min el-jof 
ber hdyya bi-l-liabüb wa-r-rih dzyeb 

yekün dar ica-hatdf 

wa-nüjum bin hdjar gdwioamah sdf 

yaum gabdd hdraf wa-tdrraf 

wdhhdrhen li-gdbd yddduh fdt 

an-nds mdhum saicä 

had mäkin sinih minna 'r-rih 

wa-ldu sabb bi-husf wa-fduguh 'azef 

wa-matdr sabib li-ydtrah 

we-ld luh geder la bud min hof 



1. Schon ist es für ihn 5 Zeit, früher einer schwieg 

2. Ein wenig empfand er Widerwillen und sang von der Brust 

3. Willkommen Wind und Stürme, Nordwind 

4. Vielleicht drehte er sich mit ihm (dem Schiff?) und er schreitet rasch aus. 

5. Und den Polarstern, seinen Stand sehe ich. 

6. Wie er faßte, wandte er und schlug ihn auf die Seite 

7. Und er verzögerte sie mit den Griffen seiner Hand, der Wasserschwall. 

8. Die Leute sind nicht gleich 

9. Einer, wie er stark ist, in den Mantel eingehüllt 

10. Bis, wenn er schüttet die Matten (?) und darüber die Blattrispen (?) 

11. Und der leichte Regen, der fällt 

12. Und nicht ist ihm Kraft, nicht entzieht er sich der Furcht 

1 Der Penis. 2 In dem Gedichte scheinen zwei Gegensätze geschildert zu werden. In der ersten Hälfte 

(V. 1 — 7) wird ein tapferer Schiffer beschrieben, der gegen Wind und Wetter kämpft und den Wasserschwall abwehrt, 
wogegen in der zweiten Hälfte (V. 8 — 14) ein Mann geschildert zu werden scheint, der nicht ohne Furcht und Tadel 
einen Pfeil aus dem Verborgenen abdrückt. Im einzelnen bleibt vieles dunkel, wozu nicht wenig die stark abweichende 
hadr. Paraphrase beiträgt (Müller). 3 Ist zweifelhaft: vielleicht nur i. * Es ist nur wa-k-k&ul oder wa-l-- 

(vermutlich das erstere) richtig. 6 Mehri //im", Hadr. li also ,mir' (Müller). 



160 II. Lieder. 10. Bettlergruß. 

13. be-gddh mirüg ica-s-sdham hatditf bi-icaja yetdrrig min al-beden wa-s-sdham 

hatdf 'aleyhem 

14. w-adhem mina gayb yesdnyeh nauf. min gayr md yesüfünah as-siyyah 

(sätih her musällam, 22. Februar 1902*.) (22. Februar 1902.) 

13. Mit dem Pfeil zielt er und der Pfeil nimmt seine Bahn 

14. Und sie noch ohne Kenntnis sehen sie die Spitze. 

10. (40) Bettlergruß. 

Zur Erklärung: Wie sich aus dem Texte ergibt, war Ben 'Ali ben Mussallam ein Bettler, der von 'Itäb im Mehrilande 
stammte. Von Gischin fährt zu gewissen Zeiten (etwa einmal im Jahre) ein Segelschiff über Soqotra nach Sansibar 
(Sawah.il); wenn dieses nach monatelanger Abwesenheit beladen mit Produkten aus Ostafrika heimkehrt, so findet sich 
Ben 'Ali sicherlich am Strande ein, um sich Ton den glücklich Heimgekehrten etwas zu erbetteln. Er verweist darauf, 
daß Gott ihm zur Seite steht, daß der (stadtbekannte?) Hurenjäger, daß selbst die Hadijah bint Sulüm (wahrscheinlich 
eine Gefallene) ihm Almosen gaben. Durch die Nennung des jedenfalls gutbekannten Namens der Hadijah lenkt er die 
Aufmerksamkeit sicherlich auf sich, erregt wohl auch hie und da ein Gelächter. Selbst die Wolke in ihrem weißen 
Kleide spendet ihm, was sie kann — ihren Schatten. So wendet er sich nun vertrauensvoll an den Führer des Schiffes, 
den Einzigen, 'Audät ben Umbüs, er möge ihm eine Girsah, d. i. eine halbe Kokosnuß voll (Ta'äm, Reis oder dgl.), oder 
noch weniger geben. Um sicher zu gehen, stimmt er des Schifführers Lob an, der mit sicherer Hand selbst bei heftigem 

Sturm das Schiff seine bestimmte Bahn gelenkt hat. 
Jlehri. Hadrami. 

1. ica-t- hdbü ndka-mina sawähil, yenoka ber- illa jäu 'n-näs min as-sawähil, yeji iceled 

Ali ber Musällam ben Atöben. ya'mur: 'Ali bin Mussdllem min c Itdb. yegül: 

2. ,aun de-l-bdli we-rihmon; ,ma'inat rabb al-alamin; 

3. ,duna de-he keicerön asigdun; ,'aun minhu 'asgdn; 

4. ,duna da-Hadijah bint Solöm; ,'aun hadijah bit sulüm; 

5. ,aun de kettöt, da amilot gafdun ,maünat as-sahdb, Idgga giyäm 

6. ,wa-bis hatydyg lobon. ,wa-ßha tob bydd- 

7. ,tva-msemmana tükä 1 ,wa-bä-astaminnak 

8. ,wa-tdd Auddt bir Ambüs. ,'Auddt bin Umbüs. 

9. ,girzdt au nasföt! ,girsah au gatil! 
io. ,gabis 2 sikko, ,gabdd as-sekän, 

11. ,aun 3 temriLr tve-lük 4, töfiV. ,in tamir we-ldu tofdn. wa-dngasat 1 . 

(sdd ber abdällah, 22. Februar 1902.) (26. Februar 1902.) 

1. Und als die Leute kamen von Sawähil, kam Ben 'Ali ben Musällam von 'Itab. Er sagte: 

2. ,Hilfe meines Herrn (d. h. Gottes) und des Barmherzigen; 

3. , Hiife von ihm, der buhlen wird liebestoll; 

4. ,Hilfe der Hadijah bint Sulüm; 

5. , Hilfe der Wolke, welche Schatten 5 machte, 

6. ,Und an ihr ist ein weißes Kleid. 

7. ,Und ich werde dir vertrauen 

8. ,Und dem Einen, 'Ainlät ben Umbüs. 

9. ,Eine Gir§ab oder ein Bischen! 
10. ,Er ergriff das Steuer'', 

/, 11. ,Wenn er ausfuhr 7 , und selbst bei Sturm'. 

1 Lies tftk 2 Li-'s gabid Lies an ' Lies we-U (vielleicht für we-ln-ke Möller). 5 Wörtlich 

Deckung. ■ Ergreifend das Steuer (Möller). ' Wenn du ausfuhrst (Müller). 



11. Schilderung einer Reise. 



II. Lieder. 



161 



Mehr 



1. hodi beh : kerim, ka-m-medit dellehdyt 

2. di-kataboh tagd' ioa-l-la tewis wafagdyt 1 

3. we-t ehdutif ä rikbit la-h-hawodi afferdyt 

4. wa-z-ziig 2 matazöm ica-Yednöt batahdyt 

5. ioa-Gebhdun s ober dek has kdt minh&yt 

6. ber i yorib* bi-tahhi we-bezdur iga yiket 5 



7. ica-lyome he-der'' arm lud la-z-zöh'' i wa- 

dalldyt 

8. bed idul Ber-Gani ive-t-tnöba' dabahdyt 

9. bi-häraf ice-mhiddr we-bi-zdurah s si yefdyt 
10. ice-zenod i yemö gahayb bi-gallüten 9 dihdyt 
11- la-z-zehed e aböreh Id min d nötaddyt 

hedöd ice-biräag ice-bedit as-sabahdyt 10 



12. 



11. [ii) Schilderung einer Reise. 

Hadrami. 

dhdi, ydlla, beh, kerim, kerim, käme H-kös 

tedläh 
sedduh yega Yda tdwiuaha wäfagha 
ica-tdhtif li-jibäl 'dla 'l-wddi el-kebir 
wa-s-siig dig ica-Yedmüt nafis 
wa-jebel Jibhdnn fi-'l-jenbi däk mitl el- 

hiLsun menhot 
kud ydlbit sahdb yesüf bad kebir ica-baad 

segir 
ica-l-yom n fög al-md' hasd gawi bald 



13. bi-doöreh dr ä hagz min ä s-sift wa-mafydäyt 

14. kel-yaum tee-hi hdlli ica-s-satafet tkün 

gassdys (gaSsdyt) 



al-mugeddem Bin-Gani wa-dskaruh yagülu 

mdrhaba 
bi-dgl kalämuh geioi wa-fikr yefti 
ica-zdnd si yagüm c aUh bi-rijjäl yajmd'ahum 
md darä keyf yefti min as-sahäb li-yatarid 
min as-sahäb ica-l-berg sahdb yesir fi-s-säma 

al-yöm sabbahdyt 
bi-kaldmah yab'idah as-sähil mähdah 
kul yom ica-hö halt wa-sdtfah takün haliyah 



1. Leite ihn recht, Edelmütiger (= Gott), wie der Wind (das Schiff) treibt. 

2. Er legt seinen Holzsattel auf und er ist auf ihrem (der Kamelin) Rücken im Gleichgewicht. 

3. Und sie (die Kamelin) schreitet rasch aus nach den Bergvorsprüngen des roten Tales 

4. Und die Schlucht ist eng und (das Wädi) Yednüt dehnt sich zur Ebene. 

5. Und (der Berg) Jibhäun auf jener Seite ist wie ein behauener Wachtturm. 
G. Schon ragt er in die Wolken und er sieht aus nach nah und fern. 

7. Und diese (die Reisenden) sind am Wasser an der Bergwand und im Schatten. 

8. Fern ist der mächtige Ben Gani und die Gefolgschaft ruft laut 

9. In der Rede und Versammlung und mit Verstand gibt sie Rede und Antwort. 

10. Und der Häuptling kommt heute mit den Verständigen um sich herum. 

11. Nicht weiß er einen Ausweg vor den Stichelreden. 

12. Donner und Blitz und Kälte bricht los 

13. In seinem Herumirren auf der Sanddüne vom Strand und mahdäyt(?). 

14. Alle diese 13 und er sind untätig und die Matte ist leer. 

1 Wörtlich: , Dessen Holzsattel aufliegt und auf ihren Rücken paCt- (Müller). - sega pl. siyeg ist ein Bergvor- 

sprung des Wädi, also eine sehr kurze Bergnase; maltazön = dig nahe aneinand erstehend; ba(ahayt = nefh breit (Hein, Glosse). 
3 Hadr. Jibhaum (Müller). * yörib haftet fest (die Wolken haften am Berggipfel). So Hein, Glosse. Dies stimmt 

mit dem hadr. yatbit und arab. < >,\ (Möller . b Besser yikdyt nach der Glosse. Die Bedeutung ist wohl ,nahe 

und fern'. Hein in der Glosse übersetzt: ,er sieht das Land (pls), den Boden, und denkt an i-JCs einen vermuhrten 
Weg, was mir aber wenig zu passen scheint (Müller) 6 he-der = he-lar? Vgl. Z. 17 (Müller). ' z«iÄ=arab. 

ry^ Bergwand (Hein, Glosse). s Vielleicht we-biz&ureh Einsieht von _^aJ (Müller). 9 Radix ,_J-is? Vgl. V. 18 

(Müller). i0 Für sabahäyt (Müller). u Verhört für hörne diese (Müller). '" Lies ,den ganzen Tag' (Müller)' 

W. HeiD, Mebri-Texte. 21 



162 



II. Lieder. 



12. Loblied auf Tau'ari. 



15. le-d-de hdd yenüfig lä loe-le huzi ä nikäyt 

16. te nuhör zerö beSäur min 's-sidi wa-sigdyt 

17. feri ha-der-yemüt ä musäbir al-lifet 1 

18. agalüten yedagdyt bi-hammi la-fadagäyt- 

19. menti Nezer loe-Darbut Sagamüten la-dagdyi 

20. hol tdmmak da nämüs we-t-tiger li-yentahayt 

2 1 . ua-hager la-Ber Masdud hol la-zdraf we-rizäyt 

22. hol la-ydyl lad he kirär vn-lmnli argdyt 

23. boli yamuttamindyn wa-jenblt aUhdyi 

24. ica-hazdun mudarabdyn da bandyem di- 

raddyt. 



md 'ad kad yenfag wa-lä yehzur 3 nekdyit 
Tidtta yöm sarä al-gis&r* min sadd we-nedicth 
fög jebel yänfug iva-lä ydhti* 
as-sugdr* yitgün 1 fi-l-hdwa bi-zdnd 
icddi M'nüi wa-wddi Nezer u-a-wddi Darbüt 

wa-wddi Segamüten tawilah 
gabäyil me si dhsan minnah wa-t-tijdr 

yegümfi ii " 
hdjrah Jini Masdud jebel tahtuh nahl 
mi'ydnah* tarig icahid garib 'aU'h 
md'ahum benddig ziydn wa-l-jenbiyah saninah 
husüm 'aleha masdwif 10 fög al-fyusün. 



(rawwäh her sayd, ein gidhi, 23. Februar 1902.) 26. Februar 1902.) 

15. Noch ist keiner erschöpft und niedergedrückt von der Pein. 

16. Wenn es Tag ist, eilt er davon, krank von Nachttau und Feuchtigkeit. 

17. Er steigt hinauf nach dem Hadramüt heimwärtsziehend, 

18. Die Vernünftigen sind erregt durch die Hitze der Wunde. 

19. Die Täler Minti, Nezer und Darbut, Segamüten durchwandert er des Nachts. 

20. Zu deiner Vollkommenheit des Anstandes. Und die Kaufleute brechen auf. 

21. Und der Felsen des Bin Masdud ist beim Bergeshang und Wohlsein 

22. Beim Dickicht, keiner kommt dorthin, und die Umgebungen sind wasserreich. 

23. Sie sind die Herren der guten Flinten und der scharfen Seitenmesser 

24. Und die Burgen sind wohlbewehrt. Die sie erbaut haben, sind zufrieden. 



Mehri. 



i. hddi be(h) kerim kerim de-Üb6 n mine delug 

2. hol dülhä 1 ' 2 medit tajehöw magdm dig 

3. ice-tigere gd' hoböt min Yenofi tca-Higeg ls 



12. (42) Loblied auf Täu'ari. 

Hadrami. 

hddi yd kirim kerim jebel s~dbi 
kos yöm tddlah tesir makdn ad-dig 
wa-tamür ard wahid min jebel Tanöfi 
wa-sfib Hajej 

1. Leite ihn recht, Edelmütiger, Edelmütiger (=Gott). (Er ist es,) der hochaufragt vom Bergeshang. 

2. Beim Treiben kommt der Wind an einen engen Ort 

3. Und er stößt auf den Erdboden, den weitgestreckten, vom (Berge) Yanöfi und von (der 

Schlucht) Hajej. 

1 Nach Heins Glosse: der überschreitet in der Schnelligkeit (Mülleh - Bri letzton Zeilen enthalten ins- 

besondere dunkle Worte und Wendungen, bezüglich deren ich nicht einmal irgend welche Vermutung auszusprechen p 

i;i:). v:«)- er sucht (Hein, Glosse). * giS&r ist der Steinstrand, der längs der Meeresküste als ein 

niederer Damm verläuft (Hein, Glosse). 5 yahfi er überschreitet eine Kluft, eine Grube; yänfug kr. mite ein Berg- 

n.-ime 91 Hl -.. 'Josse). ' [si die Übersetzung von agalüten (jJJU); der Hadr. dachte an galllUen von L _LJi3 

I.Mi ii: ' Soll heißen yatrim sie (liegen (Hein, Glosse). " Die hadr. Übersetzung weicht in den letzten Versen 

noch mehr ab als im ganzen Gedichte, ist aber meistens verständlich (Müller). ' Mi'an kleiner Bach lli w , ( 

• dein gayl zu entsprechen, das aber IIiin Dickicht tibei ler . 10 milw&f pl. maiäwif Schießloch der 

lii Gl je); sie heißen bo, weil >ie gleichzeitig Ausblii ihren Mülli " Name eines Berg 

IIkin, (ilosse). a dtihih Min Wind, er weht sanft (Hein, (ilosse). ' 3 Die Leseart Ijigeg gegenüher hijtj des 

Hadr. wird durch den Reim geschützt (Möller). 



13. Loblied. IL Lieder. 163 

4. gazadunye 1 Taudri amminaumis 2 ad elheg 3 bä-agsud Bin Tuär ztn dsluh 

5. bedicor gafüd we-füg 4, iva-hissobah ta-l anfig kud marr wa-hisäbuh hattd yamür 

6. wa-sirüh matamandyn jihmö sere nteg wa-tantn gäliyin sdru gafd 

7. wa-mgören he bann bi-kuöri 5 la-Magteg iva-bd'd 1mm seru bi-kawdri jebel Magtig 

8. gihed yahsäsh lä baäsiMtiya higSg mä had si yegdar c aleh gad tabdtti al-higeg 

9. wa-hallöt di-mdsadi sagäbal lä-ireg gabili yegäbbil ma yagdhil 
10. wa-dutri hirig minh. 6 mä had ydgdar c aleh. 

(rawwäh her sayd, 23. Februar 1902.) (2G. Februar 1902.) 

4. Ich werde besingen Täu'ari, 7 von Ansehen glänzt er noch. 

5. Schon ging er nach allen Seiten und er stieg herab und ward mächtig und seine Rechnung 

ist bei großen Ausgaben. 

6. Und zwei Wohltäter (Tau'aris Söhne) kamen nach ihm, ein neues Geschlecht (?). 

7. Und dann gingen sie (nachts) mit den Getreuen auf (den Berg) Magteg. 

8. Eifer richtet ihn nicht auf, schon wird verweilen der Würdige. 

9. Und die Wohnung des Glücklichen empfängt den Edlen. 
10. Und die Raubtiere stahlen von ihm. 



13. (43) Loblied. 

Mehri. Hadrami. 

1. hödi be kerim kerim la-sibe mind zabür 8 hddi ya kerim kerim min fög jebel bdid 

2. hala dulih dmadid aför i yetatayrur kos yöm tediah as-sahäb yattdyyar 

3. ad iddufer 9 agamlel amla hazb iva-humür yetagdreb as-sahäb iva-yatardzan 11 lagga 

saivdd 12 wa-mafdr 

4. ica-dihib-e d-rnan galldy iva-d gahdyb di- min ras al-wädi yaldggi hiyas 13 

y dafür 

5. sadafö sawegi kal wa-gehiyyet 1 " wa-abor sali as-sawägi kullahen al-gdhi wa-l-masäyil 

1. Führe ihn recht, Edelmütiger, Edelmütiger (= Gott)! (Er ist es,) der emporsteigt vom 
Bergeshang 
Beim Treiben der Wind; die Wolken läßt er fliegen," 

3. Noch schichtet er auf die Wolken; er macht Sturm und Dunkelröte 

4. Und den Sturzbach von Bergeshöh, so oft er kommt mit Macht. 

5. Es überfluten die Rinnsale alle- und die Ebenen und Ufer. 



2 



1 Von gäzad gehen (Hein, Glosse), womit natürlich arab. üjo^aü zusammenhängt (Müller). 2 Steckt hierin das 
namüs? (Hein, Glosse.) 3 äd laheg noch glänzt (Hein, Glosse), sonst lahej, hier wiederum g für j. (Müller). 4 bedwor 

halte ich gleich bei- tuioör ,schon oftmals' (Müller). 5 Jcüriyeh pl. kawäri die Zwanzigzahl einer Sache z. B. küriyeh kütul, 
küriyeh tiyäb, aber nicht küriyeh rijjäl. — Im Hadr. heißt der Kopf von Menschen oder Tieren kor pl. kirän; man sagt ana bi- 
kSri ich selbst, nahn U-kur&na etc. (Hein, Glosse). "Wie er hier zur Übersetzung ,Getreue' kommt, weiß ich nicht (Müller). 

6 Die Übersetzung der drei letzten Verse gibt keinen guten Sinn, ist daher auch kaum richtig. Sinngemäß und in Über- 
einstimmung mit dem Hadr. ist die erste Hälfte in Vers 8 zu übersetzen: Eifer (Kampf) des Feindes macht auf ihn 
keinen Eindruck. Der letzte Vers ist, wie schon das Fehlen des Reimwortes zeigt, falsch überliefert (Müller). 

7 Der Begründer des Sultansgeschlechtes von Gischin. s Angeblich pl. von zabr, hadr. subr Bergabhang; slbe hadr. 
1^0 angeblich er steigt auf einen Berg (Hein, Glosse). Zu zabr vgl. Hamdäni al-Gazirat 195, 12, J.^i-\ *-i^. y^\ 3- 
Oben 42, 1 sagt Hein: sibe = Mbi Name eines Berges (Müller). 9 Nach Bahit und Abüd soll es heißen: ad yarodif. 
10 Für jehiyyet (Müller). ll Die Wolken stoßen zusammen und stehen einander gegenüber (Hein, Glosse). 

12 Schwarze Wolken (Hein, Glosse). ls hxsah pl. h.iyäs Geröll (Hein, Glosse). 14 Wohl richtiger im Anschluß 

an den Hadr.: Beim Treiben des Windes fliegen die Wolken (Müller). 

21* 



164 II. Lieder. 14. Auf zum Kampf. 15. Kacbe. 

6. ad zenö di yemö geheb he-gaüüten dllä dür c dd zenüd at-tamimah kaytamä bagähum 

yadurun manh 

1. heybeh bei- ydumer dod da-garebk te yagyür abüh kad yagül leh hitd wa-t-täli yatagdyyar 

hdtiruk 

8. di-bütal Arindyt ice-zellöbet ydterür li-yabättal Arinayt minliu zaldbeh yesrud 

9. we-zeröm birek icagt ka-da Joker wa-huzür wa-delhtn ß wagt mugdllab min tafdkkar 

wa-hazdr 
10. te nagd' d-bäli bei. 1 hdtta yängud mölä al-beyt. 

(rawwäh ber sayd, 23. Februar 1902.) (26. Februar 1902.) 

6. Nur eilt, der heute kommt, zu den Decken schweift er. 2 

7. Sein Vater sagt schon: Nimm! Ich kenne dich! Bis er sich ändert 

8. (Er) der schädigt Arindyt und der Pfeil sitzt fest. 

9. Und jetzt in der Zeit wie der, der sinnt und späht 
10. Zur Vernichtung des Herrn des Hauses. 



'& 



14. (45) Auf zum Kampf. 

Mehri. Hadrami. 

1. tdwwan gaddu nigäd ä yabel taunihä gaddu meru 5 

2. wa-nautaldu* de-M bi-Ul wa-netaicdllam luh bi-l-leyl 

3. yekün di-sgadim gönen wa-fazU yekün tagdddamu 'ardb ketir 

4. wa-sihem Äwad be-zöyid hdwel xoa-mahum 'Awad ß zäyid garäm 

5. wa-ldugad bi-Sdyd deke hatabil iva-Sa'td bagd yejihem däk al-hatit 

6. sih radf wa-rüm wa-ha-tayreh gawil.* md'uh bündug wa-ldmsah. b 

(sayf ber sölem, ein rjidhi, 23. Februar 1902.) (27. Februar 1902.) 

1. Wir jetzt, vorwärts, wir entzünden den Feuerstein 

2. Und wir gehen los. Er ist es, der bei Nacht 

3. Voranschreitet unseren Tapferen und Genossen. 

4. Und bei ihnen ist 'Awad mit übergroßer Schlauheit 

5. Und er faßt den Sa'id, jenen Zwerg. 

6. Er hat Schwert und Rum-Flinte und auf ihm ist eine Gawel-Flinte. 

15. (46) Rache. 

Mehri. Badrami. 

1. Ihväk vca-le-b ber dymel gazdz yaldggi gissah 

2. wa-nöteJj, mah la-aded gazgöz !<>!/yar bi-s-sdmu fög al-hasd 

1. Jone und jene, schon übte er Hache 7 

2. Und er schüttete Butter über eine Zahl I Kies) Steine 

1 Auffallend ist wieder der kürzere Vers am Ende ohne Reimwort; Tgl. Ö. 163, Note 6 (Miller). 2 Die Über- 

setzung paßt weder zum Mehri-, noch zum Hadrami-Texl (Müller). n Für nautetöm (Heim, Glosse). 4 G«i<<7 

ist auch eine Flinte; der Unterschied zwischen rinn and gawil liegt in der Verzierung (Hein, Qlo 8 = yo4«7, das 

. ..I ist nicht übersetzt, auch die folgenden zwei Zeilen weichen vom Mehritext ab (Möller). 

Schwert Hei», Glosse). Uso ^.Los, dagegen Bagt Hein in der Olosse davon abweichend: er 

hat Taten vollbracht: glfiah , 'i< lleb 



16. Azizah. 



II. Lieder. 



165 



3. wa-mtdnik he(h) mäber wu-rzöz 

4. lagd lamtahul wahdli yebhöz 

5. ica-gabeh da-hdub lad minnah mhduz 

6. yejdzmem hük täidjat ä rhduz 
1- wa-tsaujis wagdd wa-tebteruz. 

(sayf bei- solem, 23. Februar 1902.) 



bagd luh md'bar bdrütfdj wa-rsäsah 

Hnd al-mandtlf 1 lidytma md waggd'atuh 

yestduji' 
mahdsamat aboh 
yahlif luh hattet taga rahis 
toa-terdwih wahid wa-tabäriz. 

(27. Februar 1902.) 



3. Und ich 2 wünschte ihm Pul verhorn und Bleikugel. 

4. Vielleicht gewährt er eine Frist; die Angst schmerzt 

5. Und vor dem Schelten der Väter gibt es kein Entfliehen mehr. 

6. Sie schwören dir schnelle Strafe 

7. Und du gehst (nachmittags) den Weg und trittst (zum Zweikampf) vor. 



16. (47) 'Azizah. 



Meliri. 

1. azizah ar jet 3 bi-z-zeyn 

2. magyer arne mahnet ice-l-si tarahdyn 

3. wa-d hdtfen bei 4, r-a fogat wa-deyn 

4. Uvea miskin het gayb sütdyn h 

5. loa-sedlah haus amse min ayn 1 ' 

6. tetdurih herüh ive-terdym gamgäym 

7. ioa-t6h yehüyam bdr i yezahdym 

8. yasrätiam lük min tar Serweyn 

9. has göter arüb birek hatrdyn. 

(sayf bei- sofern, 23. Februar 1902.) 



Hadrami. 

mardh zeynah 

mamhön wa-ld si tardhna 

wa-yahufdyna al-fdga iva-d-deyn 

dnta gas im 

wa-tedlah kos min wasdt al-bdhr 

tatrdh ar-rds iva-terüm gumgumah 

wa-daivd ydhwi ySgrabu 

yatlcb lak min fog Semvön 

al-mätar fi-l-widydn ydtbid. 

(27. Februar 1902.) 



1. 'Azizah ist gewiß schön in Schönheit (= sehr schön) 

2. Eifersuchtsvoll sind wir nur beschäftigt und lassen nichts (unversucht) 

3. Und es drückt uns Übles: Armut und Schuld. 

4. Wenn du ein Bettler bist, geh (schicksals)ergeben. 

5. Und es treibt der Wind, wenn er (kommt) vom Ursprung (= Meer) 

6. Und er läßt das Vorgebirge und er verläßt (seinen) Scheitel. 

7. Und er kommt (des Nachts), sie wehen; er geht des Nachts, sie legen sich, 

8. Sie steigen auf über dich vom Ras Serwen 

9. Wenn Regen haftet (dauert an) in den Tälern. 



1 m&ntaf pl. manätif Wunde (Hein, Glosse). 2 Hadr. 3. Person! auch sonst ist die Übersetzung dieses 

Stückes vielfach unsicher und die Paraphrase weicht stark ab ^Müller). a Fem. ron ßd (Hein, Glosse). 

4 Vielleicht bile Böser (Hein, Glosse). 5 Uwa = walau; gaib geh; iut&yn gemüßigt /JjjX-o (Hein, Glosse). 

6 min ayn = woher (Hein, Glosse). • 



166 II. Lieder. 17. Die Wolke a. d. Gipfel. 18. Sonne v. beute. 

17. (48) Die Wolke auf dem Gipfel. 1 

Mehri. Hadrami. 

1. zarome weridk tar ez-zaberen 2 fiel hin fög an-nöf 

2. wa-kusk haldt bi-z-zdyn magyU sitft filia az-zen gdli 

3. wa-djet li-mins hurüb ek-kehrir s al-habüb al-hdr md yejiha 

4. icagot bi-jddah 4 bi-g&f terter ga md fih 'dwej 

5. mdden di-milleh azzdyt u-gdser maden müh md ho zen sajr 'df md ho zin 

6. sö-lü 5 tegd seh ica-nsims al-der wa-lo tega mddh ica-nasübah yedor 

7. da-l-st bitalgdyt 6 bi-shof de-nser md tabdllagt bi-Ubn hagg dn-naser 

8. we-l-se bi-harir gdli di manSir al-hanr gdli 

9. sigats arzayd min tar ambir. sagäha zön min fög 'anbei*. 

{sayf b er >ölem, 23. Februar 1902.) (27. Februar 1902.) 

1. Jetzt bin ich gekommen auf Bergeshöhe 

2. Und ich fand eine Seidenhülle in teurer Schönheit 

3. Und lang wallte sie, und nicht war heftig von ihr der Glutwind. 

4. Sie fiel auf den Boden, auf die glatte Ebene 

5. (Wie) ein Abbau von Salz, (wie) Azzaytgras und schniutziggrün 

6. Gleich wenn sie füllt mit ihm und ihr Odem kreist, 

7. Welche nicht sich begnügt mit Tiermilch 

8. Und nicht ist sie aus teurer Seide, die entfaltet (ist) 

9. Ihr Tau ist ein liegenfall von Ambra. 

18. (49) Sonne von heute. 

Mehri. Hadrami. 

1. Myom d-imüh de-löm le-ba-hdyr. sems al-yöm 

2. wa-bdhaz ahoz birek yadagdyr al-wajd' fi beddnuh 

3. wa-jedl-e dol Idd minah ä-msdyr rijluh mustedda 

4. we-dd de-deri hatafet wi-jdyr wa-aduh yahtdf tea-yamur 

5. raythti ka-baglet da-gdsmas gayr reytuh mitl as-saiyah 
g. wa-lö tiyeren de-si min zagdyr at-tuyür ismuh sdgar 

7. ica-sddeh hagrdur wa-gufi majed wa-kubruh sdr iva-gaffa 

8. Idd sdsgalla 1 wa-l fitan mirid. wa-lä fitdn al-mardd. 

{sayf her sölem, 23. Februar 1902.) (27. Februar 1902.) 

1. Sonne von heute, diese sind nicht gesund 

2. Und der Schmerz wühlt im Körper 

3. Und das Gelenk ist schlaff, nicht ist mehr von ihm ein Gang 

4. Und noch versteht er das Schreiten und Gehen. 

5. O daß er doch wäre wie ein Segelschiff, dessen Los ein anderes ist. 

6. Und er flöge wie ein Sagar-Vogel! 

7. Und sein Glück ist gegangen, gewendet hat sieh sein Ruhm, 

8. Nicht wirkt er mein- und nicht denkt er der Krankheit. 

1 Schilderung der auf Bergeshöhe lagernden Wolke, die sich dann hinabsenkt. 2 Dafür ist wohl 

zu lesen des Keimes wegen. Vgl. ob. 8. 1 (>; t Note 8 (Möller). :i hun'ih \iabüb\ g&f= hadr. jorf Steinabfall des 

Geländes; terlir geradeaus, direkt, hier vielleicht glatt (Hein, Glosse). ' Zu jAdah. Boden vgl. .Jahn s.v. mi- 

Diini : ' je ' illii . Glosse). '' Wohl transponiert aus tabällag. Der Sinn ist: es gewährt 

nicht Milch, sondern Regen (Müller). ' Läxij\ ( 1 1 k i s , Glosse). 



19, 20, 21. Ich und Suweyd etc. II. Lieder. 167 

19. (50) Ich und Suweyd. 

Mehri. Hadrami. 

1. we-hö wa-Suweyd anedbined 1 kebit BerJaun Ana wa-Sniced miß Bin Jaun 

2. hujisk i zad lad si habe 2 Id wa-l gdylab raicwäh buh mä'ad si habdr wa-l-gdlb mä 

di-rdd räythu bi-Jbhdun red habdr rdytana fi jSbel Jibhon 

3. bi-sebi 3 di-gdt wa-lä bi-Yantüf zal ho l- musdbbah gavA aa-ld fi-Yantüf zal nik.nd 

isddd 4, hal bit ber Jaun nahäsim 3 %nd al-magddimah 

4. yezöb sad am bade azüm da-soreh m'jed ydzbi sed kud l dzam saldbhum röm wa-s- 

salldbahhum e rub wa-d-seski had. seyf had. 

(sayf ber sdlem, 23. Februar 1902.) (27. Februar 1902.) 

1. Und ich und Suweyd sind gleich und gleich wie das Haus (= der Stamm) Bin Jaun 

2. Ich brachte (nachmittags) den Sa'd; es gibt keine Nachricht; und das Herz antwortet nicht. 

daß es doch wäre am Jibhaun, 

3. Am hochaufragenden, der stark ist, und nicht in Yentüf. Geh fort! Ich will Streit führen 

beim Hause Bin Jaun, 

4. Er verwundet mit Gewalt, wenn schon er will, er entwand ihm den Ruhm; es raubte ihnen 

Flinte und Schwert einer. 

20. (5i) Lobgedicht auf Ber Bögi. 

Mehri. Hadrami. 

1. hedi we kerim kerwi mina dyni zagaföt hädi yd kerim kerim min 'dyni zdgfat 

2. wa-häbü yetörih Id ica-yndks gäyibüs 6 iva-n-nds md yatrahün Id wa-yenkus al- 

gäyibdt 

3. wa-Bir Bögi affaicil has gorit tawwidöt Bin Bdgi gid sdr yöm el-gdrah tälet 

4. arine wagot-i b-Zdyd wa-mhyonis 7 garibot. gayr yenwP ddgget bi-Sa'id ivdgtah ydgreb. 

(sayf ber solem, 23. Februar 1902.) (27. Februar 1902.) 

1. Leite recht, o Edelmütiger, Edelmütiger! Von meinem Auge fließt es reichlich 

2. Und die Leute lassen es nicht und wühlen auf die Verläumdungen 

3. Und Bin Bägi nahm es zum Vorzeichen, als der Überfall lang dauerte, 

4. Er fiel aber über Sa'id her und seine Zeit war nahe. 

21. (52) Lobgedicht auf einen Helfer." 

Mehri. Deutsch. Hadrami. 

l. homa bi- Jibhon tinüiy Ich höre, zum Jibhon will sie dsma' bi-Jebhdn tenwi 

•2. tca-hsobis böti Id Und ihre Rechnung ist nicht beglichen iva-l-hisdb md hü bitti 10 

3. ica-msögis la-alög Und ihr Antreiben der Jungkamele wa-masdgali U-l-'ildg 

1 = hadr. 'anid bened gleich und gleich, d. h. wenn zwei Stämme Krieg führen und beide gleich viel oder keine Toten 
haben, dann sind sie 'aned bined (Hein, Glosse). " Wohl für haber (Hein, Glosse). 3 6sbi heißt auch nach Heins 
Glosse , gleich', daher hadr. muöabbah (Müller). * aded = ^ai. 5 Wir streiten (Hein, Glosse), also wohl nakäsim 
zu lesen (Müller). 6 Hadr. nakas=ftafy el kaläm die Rede beginnen: güyibuS (1. gayib&t) = gäyibüt (gibät) Schmäh- 
rede (Hein, Glosse). ' Hier scheint Hein das Wort von ^--<^^ abzuleiten; in der Glosse aber sagt er: zoa-mhonis garibot 
und ihre Arbeit naht (d. i. die Arbeit der Plünderung), leitet es also von -yST ab. Das hadr. toagta spricht aber für die erste 
Annahme (Müller). s = er will nicht; al gärah dagget bi-Sa'id = die Plünderer stürzen sich auf Sa'id (Hein, Glosse). 
Dieses Lied ist offenbar ein ha dfmna don-Gesang (Hein) und scheint ein Loblied auf einen raschen Helfer zu sein, 
der sich nicht einmal Zeit nahm die Last auf dem Kamele gleichmäßig zu verteilen (Müller). 10 Und die Rechnung 
ist nicht gut, stimmt nicht. Man sagt = a(-larig bitti = sawä der Weg ist gut (Hein, Glosse). 



168 



II. Lieder. 



22. Klagelied. 



Mehri. 

4. fon fforib ba-Difgävt 

5. yahdiden lisn kal 

6. riheg ica-garib ica-bäd 

7. ta yel-lileh de-shu 

8. tegal wa-rzin wa-mäyl 

9. tarahdh la-dahr däd 
10. hambarP talümah lä 
n. he da-sini emanüt 

12. wa-aför di-gatüt 

13. toll sagibo 2 hanaf 

14. ica-hafül l-el sank 

15. min jedeh wa-madä 

1 6 . ica-dumer ho wa het hasgä 

[sank ber yasakor, ein gidhi, 
23. Februar 1902.; 



Deutsch. 

Früher weiß ich den Difgäut 

Er bildet die Grenze für sie alle 

Weit und nah, und nachher 3 

Als es eines Nachts war, da vergaß er 

Schwere und Gewicht und Überneigen 

Er legte es auf einen Rücken. 4 

Die Gesamtheit tadelt ihn nicht. 

Er sah den Regen 

Und die Wolken, die bedecken, 

Dann raffte er sich auf 

Und eilte zu Sank- 

Vom Bergeshang und Wüstenland 

Und sagt: Ich und du sind wie Brüder. 



Hadrami. 

nd'raf biläd zuwedi 
yahdddid 5 'aleyhen kul 
bdid ica-garib wa-bad 
hdtta Uylah nesä 
at-tügul ica-r-razin wa-l- 

mel 
tdrhuh fög ad-ddkr da 
sogar md 'alehum 16m lä 
ho säf matär 
wa-s-sahdb yezid 
wa-t-täli rad nefsuh 
ica-gereb lä as-sdnh 
min al-matdr 
ica - yagöl änä wa - dnt 

mitl dhwän. 

27. Februar 1902.) 



22. (53) Klagelied." 



Mehri. 



amor: 



Hadrami. 



1. hesen bäli zäyah siker li min fer gä 

2. galb fon di ritbüh 

3. ta hardXi sigeteh kaus wa-gamö fer afix't 

4. wa-mhöl di min sarg dymel sdhab we-tbä 

5. ica - Ber Bögi ber Hamid minnah hibet 

wa-fazd 

6. ber yejörib yedgög iva-yefürik di lä 

1. miken tem tehduhem minh wa-da-hnöh 
mine msd 



ays dlläh gid selluh min fögi 
bi-gdyr dd'iva 

si galil mastdg kos as-sahäb taki 
ica-l-mihel min serg lägga sahäb ydgrub 
wa-Bin Bägi bin Hamid mtnnuh höf 

ica-ga'rif yecldug wa-yafük al-idmdn 
ketir minnahum yesrudon minnuh n ä yeg- 
der 'dla si 



1. Warum hat mein Herr ihn genommen, mir entrissen von der Erde? 

2. Das Herz zuerst wurde ohnmächtig, 

3. Bis es in einer Weile mit Sehnsucht erfüllte der Wind und der Schatten auf den Wolken 

4. Und der Regenhimmel von Osten her Wolken machte. Und es -wandte sieh ab. 

5. Und Ben Bägi ben Ahmed, vor ihm ist Furcht und Schrecken. 

6. Schon versucht er es, er zermalmt und zerreibt die Rippen 

7. Ihr Viele flieht vor ihm, und er drückt darnieder! 

1 ,die Gesamtheit', wie oben S. 150, 1, hadr. fag&r sü>t die Etymologie des Wortes, eigentlich: die Kind. 
.St am nies) (Mtixek). - Lies iagWi, er schimpfte sich? Bsm, Glo Vor und nach bildet det Berg Difgäut 

die Grenze auf ferne und nahe. ' All' Lasten legte er auf ein Kamel, ohne deren Gewicht und Überhängen zu 

iken. \&ddid ManähilJ er bildet die Grenze hadr. yutitd Hm;,. Glosse . otweder auf Bil 

selbst •Hier auf jemand, den er getötet hatte. l>i.' Übersetzung mancher Verse (so z. B. V. 2) ist höchst ansicher, das 
r. enthält bisweilen nur kurze Glossen (V. 2 U. 9) und weicht vielfach vom Mehri ab MÜLU 



23, 24. Lob des Mesar und Lob der Hadijab. II. Lieder. 169 

8. wa-s-salimi tar gaus kobi se humü sard ica-sallemi fi jebel gous 

9. tetamüten nehim/r de li berdlj, säbyd yafaubbün 

10. tarahdysen sebiyöt hallähen säbiyät 

11. läzerömeh hu ica-het mizalba shäum hod delfyin dnä iva-ente matdmä bagdyt. 

(sanh, her yasakor, 23. Februar 1902.) (27. Februar 1302.) 

8. Und Sallemi auf dem Gaus-Berge, geh mit mir zum schlechten Wasser. 

9. Ihr dürstet und wir gießen aus (das Wasser); sie sind kriegsgefangen. 

10. Laß sie los, die gefangenen (Frauen). 

11. Jetzt werden wir, ich und du, warten. Was willst du? 

Das Gedicht Hein 57 lasse ich weg, da Hein selbst sagt : ,Dieses Gedicht ist hoffnungslos verworren 
und kaum irgendwie richtigzustellen noch zu übersetzen' (Müller). 

23. (6 7) Lob der Mesar. 

Mehri. Haglrami. 

1. hay medit mcüiazbahdt kds sdbbah 

2. serzöt li-bo fon hiberzdt tafük el-bdb min el-hasd 

3. te ber-i selelk wukö nhndk sdt gasid sellM sd'ah 

4. gahbt-ni gauin aha be-trät ja fi-l-jof 

5. wa-tdd di sdbür tdr e micejhdt wdhid yestif fög al-gdr 

6. wa-Mesar ar jitt am bet Sarhdt hörmah ismaha Mesar tdyyibah min betSerhät 
"'. bed sink-is taur bi-dyni al-dät kud suft mdrrah wdhid bi-'dyni 

8. öbed la-hdyn hamu bedett biyüt taht wa-l-md hdli 

9. iva-amel hize min gayr sirwä't. ica-l-dmal yetld bi-ld md iva-bi-ld %ddn. 

(sa'd bei- muhdmmcd von seyer, 4. März 1902.) (4. März 1902.) 

1. Willkommen Wind, am Morgen wehender, 

2. Er schneidet gegen die Türe, zuerst zu Tal stürzend, 

3. Als ich schon aufgebrochen war, warum"? eine Weile 

4. Es kam zu mir der Haufe wohl mit plötzlichem Überfall 

5. Und einer blickte auf die Zufluchtsstätte 

6. Und Mesar ist nur hübsch vom Hause Sarhät. 

7. Schon sah ich sie einmal mit meinem Aug beim Christdorn. 

8. Jenseits ... ist das Wasser süß 

9. Und das Saatfeld sprießt ohne Schöpfwerk. 

24. (68) Lob der Hadijah. 

Mehri. Hacjrami. 

i- sef wa-d hidüsk bi-haleb d-ishät md fina has fid-hald md-na Hnd an-näs 

2. Hadijah bir Sa'd tkobi asett Hadijah bint Sa'd tatla' mitl an-ndhl 

1. Sieh, sobald ich von Sinnen bin, 1 

2. Steigt Hadijah, die Tochter Sa'ds auf wie eine Dattelpalme; 

1 Sobald ich durchgegangen bin mit der Leber des Zornes (?) 
W. Hein, Mebri-Texte. J2 



170 



II. Lieder. 



25. Xatursckilderung. 



3. se as sibär dillis adät 

4. sihnes hayds wa-t-te gay ig dt 

5. v:u-guw6mer sakek bacl li-sen fiagdt 

6. rayt-hü Tc-Mehdmd le-sbaldeh Seid 

7. bi-mahdafä iva-le sinwizät 

8. wa-lä beh sihi le-btöre le-Sd'd 

9. yenegdim lük in-et algdt 

10. he tebüdis Id ivagäyte bednl 

n. sertdmk senet wa-mdd famhdt. 

(sa'd her muh.dmm.ed, 4. März 1902.) 



hi mitl sd'iyah 'aleha al-amdna 
sihnet-ha bu-ges hattd Jedffet 
wa-lehdn meskük yedrdb fdguh geddiim 
rdyt-ak Muhdmmed bddrubuh Sdah (\. Sd'd) 
bi-rijl nemsik es-siyüf 

wa-lä bi-s-sefi netbdrrd l alth saa (\. Sd'd) 
yeriiddu 'alek in antd gasim 
dnta mdnta ihn 'ammeh icagat bid'ah 
yöm sdret el-hdrmah seneh luiim ica-l- 
gdlb sdr. 

(-1. März 1902.) 



3. Sie ist wie ein Boot, auf dem anvertraute Waren sind, 

4. Er belädt es mit Waren bis zur Genüge 

5. Und die ? sind geschlossen, schon ist auf ihnen ? 

6. wäre ich doch mit Muhammed, daß ihn niederschlüge (?) Sa'd 

7. Mit dein Fuß und nicht weicht er zurück (?) 

8. Und nicht ist bei ihm ein Schwert, daß er übertreffe den Sa'd. 

9. Sie streiten gegen dich, wenn du unerfahren bist. 

10. Er ist nicht hart, es wird eine Neuheit werden (?). 

11. Ich bin gedehmütigt ein Jahr und der Trotz ist gebrochen (?). 



Mehri. 

1. wn-Sd'd sügüs mbol karer 1 

2. la-fäg* Zigdyt ballt harer 3 

3. wa-gire mäkid l-tduwwek nser 

4. wa-Yiberirn gaieh wa-bid Gatmer 



5. we-t-ti tegeicim auli di-Niher 






25. (7i) Naturschilderiuig. 

Hadrami. 

wa-Sa'd sdr rdwwah 

la-ivddi Zigdyt fi-bildd el-Hirezi mitl al- gär 

yesir sib tduw-ak habb 

ivddi Yiberim fi-bildd ez-Zuwidi bagd ya- 

mürr-uh wa-sdb Gatmör fi-bildd ez- 

Zuwidi 
tdtlci al-jebel fög icädi Niher fi-bildd az- 

Zuwidi 



1. Und Sa'd ging am Frühnachmittag, der Verständige des unvermuteten Angriffs, 

2. Daß er eile zum Tale Zigayt, der Herrin des Wassergemurmels, 

3. Und er stieß auf die Schlucht, daß ich jetzt enteile. 4 

4. Und das Tal 5Tiberim überschritt er und die Weiße von Gatmer. 

5. Und als du hinansteigst den Beginn des Tales Niher, 

1 karer arab.,S plötzlich laufen (Hein, Glosse). 8 feg (Wurzel Jj) hadr.j^o, beduin. wäfag (Hein, Glosse) 

a ItarUr, die schwache. Aushöhlung an der Seite, der W&dis, die länger oder kürzer ist und sich häufig wiederholt (wahr- 
nlieh durch Anschwemmung ihr Wadis entstanden), han'r sin;,', badr. hajijah. In allen "Wallis des I.lai.lraniiit. sagt 
Mii allim, gibt es an den Seitenhängen vier Höhlenzeichen übereinander. Die unterste Aushöhlung beißt gär, darüber 
säg *'-■*>> darüber Ijnjijah und endlich ('"./'' Was darüber bis zur Bergspitze ist, heißt duheg jti. Das Bergplateau 
beißt mgad j^s."; die Bergerhöhung von diesem Plateau aus heißt ("<./'/.; einzelne kleine Erhebungen heißen g&rah sg., sie 
kommet ' vor. Der Berghang zwischen gär und säg heißt dira £),} (Hein, Glosse). ' Bein, (Messe sagt: 

,kad ei bnell; ' | \irt mäkid er eilt schnell*. Was richtig ist, weiß ich nicht (Müller). 



26. Ein Ruderlied. II. Lieder. 171 

6. iva-soni e gcV haze iva-Gamarer yesüf al-gä loa-Mfrah 

7. am tesrahdum 1 mete (&u) di-naser in kdn ja mtdr yehrüj hasis 

8. we-häy bi-medit yemö därir wa-hdyya bi-l-habüb al-ydm ketir 

9. si-s tabb' 2 gamtdr we-lbüd himer flha sahdb al-hdyt wdfyid 

10. loa-mddd ba-gdym 3 toa-ddlla-hum bi-gem 

11. hardna atalaug wa-äymel nzer bdd atldg wa-legga söl 

12. wa-s-sobel gafüd mineh tverwer ica-s-sahdb habdt xceswed 

13. wa-hiröh di ber-hdul azüm e-l-giyer ica-rds as-sel laggd ketir bä yezid 

14. te ber-ah gaddb tayon we-kdir ydm küduh kebir yesitl at-turdb 

15. wa-älmeh hell la-kddueher. 4 ica-'aldmah yahil lä-tül Yanralc. 

{bahit her mus&llam, 5. März 1902.) (6. und 7. März 1902.) 

6. Siehst du das Land: Felsblöcke (Erhöhungen) und Gruben. 

7. Wenn es regnet, ist es reich an Tieren. 5 

8. Und willkommen Wind heute des Treibens; 6 

9. Mit ihm entschwindet das Gewolke und es schlägt die Röte 

10. Und es dehnt die Wolke. 

11. Nun entlädt es sich und macht den Gießbach 

12. Und der Regen kommt herab, eine dunkle Gabe, 

13. Und der Kopf des Regenstromes macht sich daran überzufließen, 

14. Bis er schon aufwallt, lehmig und trübe. 

15. Und seine Spur verbleibt während aller Zeit. 

26. (73) Ein Ruderlied. 

Alle Verse beginnen im Mehri mit irjä bö öhe ja und schließen mit höbeyl ayr ja. So z. B. V. 1 u. 2: 
irjä bö öhe ja, läzeröm hannüt min zabh, höbeyl ayr ja 
irjä bö öhe ja, tari garimüt, höbeyl ayr ja 
Der Beginn eines jeden Verses im Hadrami lautet: nirja ö erja; das Ende: hohes arja . hübes 

ist der Ruf der Bootleute beim Tauziehen. 
Mehvi. Deutsch. Hadrami. 

1. läzeröm 1 hannüf min Sie färbt mit Henna am Morgen. nerjä' delhin Vi hdnnat min 

zabh as-snbh 

2. tari garimüt* Auf dem Kopfe m i n fSg er-rds 

3. sirüg wa-hüd Kamm und Haarabteilung 10 masdt bi-msiit 

4. ica-nabul hiröh Und schüttelte das Haupthaar 11 xca-neffad räsuh 

1 Hier scheint es Hein als Verbalform zu fassen; in der Glosse teilt er es in tei -f- rafydum ab und übersetzt: ,es 
plätschert der Regen' (Müller). - Im Hadr. sagt man: rijäl tabb, der Mann geht geradaus (Hein, Glosse); Hein 

versucht gam + tar ,es fliegt die Wolke' zu lesen (Müller). 3 Auffällig, aber nicht vereinzelt ist die kürzere Zeile 

ohne Reimwort. Vgl. ob. S. 159, Z. 8 (Müller). 4 Für la-kal-deher (Hein, Glosse). 5 Hadr. , kommen die Kräuter her- 

vor' (Müller). '"' Mir unverständlich (Müller). 7 Zuerst lüzerome, bei einer Wiederholung läzom. s Man könnte 

fast geneigt sein anzunehmen, daß das Lied ursprünglich gereimt war. Mit leichter Umstellung erhält man noch die 
Reime 1. hannüt, 2. garimüt, 3. hihi, 5. Iiinid, 6. mahtabüt, 7. hagäut, 8. kahditl, 10. gamaygimot, 18. mejilt&t, 19. ma'jibüt, 
26. magelüt, 41. beliyot, 45. lagahdut, 51. magatibot. — Das Lied ist dann vielleicht erweitert worden, wobei die Reime 
auseinandergerissen wurden. Vielleicht gehören auch die Reime 13. bor 16. Sür, 17. hin-, 22. Sur&i; 23. Debür zusammen. 
Eine andere Reimgruppe scheint von V. 52 ab vorhanden zu sein: 53. ivaldyt, 55. dayt, 58. zayd, 62. rayt, 63. kar&yt (Müller). 
9 Zuerst far gerimüt. 10 Richtig: kämmte er und teilte das Haar ^Müller). u D. h. er schlägt mit einem Stäbchen 
das Haar. 12 Entspricht dem läzerom des Mehri und gehört nicht zum Vers, sondern kennzeichnet den Anfang des 

Ruderliedes. Der Mehri-Vers hat durchschnittlich 5 Silben (Müller). 

22* 



172 



II. Lieder. 



•2i5. Ein Ruderlied. 



5. iSlllk lifi hnä'1 

6. tar mahfabüt 

t. Mtim lifs hagdut 

8. ba;/)i Kabdüt wu-Z6m 

9. mah di Sigiträ 

10. toad gamaygimöt 

11. Mbbuk tar day'r 

12. hal köli yijdyr 

13. zamm jjanbiyyet bor 

14. auwiysi min dimä 

15. yesyür bi-gdr skdn 

16. we-s-xanai Sur 

17. debbarät al-hür 

18. iük nr/'i.s mejlUiiV 
i!». hälyet mdjibüt 

20. w&yl-is" nrfna wayl 

21. mm 5"e^ö6 eWe7 

22. fugüden ar Surür 

23. 6a 5 tZ rce#a£ wa-Dbür 

24. wfyl-is as tdmil 

25. Bökor de-k-Keiciron 

26. <ie4 magelüt hätems 

27. wa-Shamite gd'd 

28. hümek adu le-s-Üntt 

29. w6-Ber Belhdf 

30. smä/' we-mtid 

31. //"/' ////« ra'&fis 

32. iva-habber lä-'dtid 1 

33. 6er amürk hük 

34. miken yeden 

35. /*e£ thöma Id 

36. we-lhit äegrdur 

37. Wa-llln'in-iji 

38. hib-kum mtdhfe 

39. "■/■-, ,(i^/'i/ hiröh 
bdli Ms tibiWc 

4i. f/V. / beliyöt 

ad 'l-fi'hi Jp.dd.ur 
e-l-le böni did 



Radix rdd. 



D 



Ich legte auf dich den Wasserschlauch 

Auf das Brennholzbündel. 

Der Siegelring fiel auf sie, 

Zwischen Kabdüt und Zorn. 

Butter von Soqotra 

Fieber des Kopfes 

Ich stieg auf die Hausterrasse 

Beim Winde geht er vorbei. 

Gib das starke Seitenmesser 

Ein Boot ohne Segeltau 

Es geht ohne Steuer 

Und die Boote von Sur 

Sind verankert im Hafen. 

Mit dir ist eine geschmückte Braut. 

Der Silberschmuck ist herrlich. 

Wehe dir, wehe! 

Vor den Seelenkämpfen der Nacht! 

Wir sehnen uns nach Sarür 

Nach dem Dattelpalmenwald und Debür. 

Wehe dir, da du machst. 

Bäkrah ben Kaurän 

Bei geröstetem Ta'äm verbringst du die 

Nacht 
Und würgen wird die Kehle. 
Ich träumte vom Feind im Schlaf. 
Und Bin Balhäf. 
Er schlief und streckte sich aus. 
Laß uns beraten 
Und keine Nachricht kommt 
Ich habe dir schon gesagt 
Vieles schadet 
Du hörst nicht 
Und nicht stehst du fest 
lud meine Kinder 
Kuer Vater wird abends kommen. 
lud er schüttelt den Kopf 
Gotl mache es ihr leicht 
Noch gibt es Unglück. 
Noch sind die Brüder zugegen 4 
1 "inl die Söhne des < >heims 
ttographie aus V. 9 | Mi i.i 1 



sallet lis gerbah 
min fög al-hatdb 
hat im 'ale-ha sagdt 
ben wddi Kebdeh tva-Zöm 
samn Zogöträ 
ward, hümmat Zogöträ - 
tilit fög ar-rem 
Hnd ar-rih yamürr 
'u 't< nih jenbiyyah gaiciyyah 
bedin 3 bi-gdyr demdn 
yesir bigdyr sekkdn 
wa-bgdl Sur 
mudebberdi al-hür 
ma'dk 'arüs mejUyyah 
hdliyah mäjibah 
yd wtl-is min wel 
min sugnb al-h'l 
fegede-nä surür 
ba c d ndhl wa-dbür 
yä wtl-is yöm taleggui 
Bäbah bin Kaurän 
c dla H-gdli bdtet 

'äla sahnt al-hdlg 
hilimt 'ii'hl 'lila i ii-nöm 
wa-bin Balhäf 
ni'iiii wa-tmidded 
hal nihd netsdu 
wa-l-habe~r yerjd? 
kud gult ' Jak 
ketir yadür 
inta md tismd' 
wa-ld inta testagir 
wa-'iydli 

abü-kum bä-yddwi 
wa-ndbba er-rds 
rdbbi yehauwin-ha 
'<}(/ i l-ij, liydt 
'(/(/ ahwdn hddrau 
w-ld Hydl al-dm 

Bin kl. Iboot, 4 Von liiii ab von mir 



27. Der freche Dieb. 



II. Lieder. 



173 



44. bdli bis tilgüh 

45. ad el-lagahdut 

46. ydllo bi-hüt auicär 

47. yismä" toe-ld yebsdr 

48. täjir hinük bun 

49. wa-hinülc mergahdt 

50. sdrwi di rikob 

51. iliyek magatibot 

52. iva-maseybili 

63. tdniak beh icaldyt 

54. arene gaioi 

55. yellahdg dayt 

56. wd-ber ga-y fett&n 

57. «//i wa-ld groy 

58. £d# (tar-de) yebni zayd 

59. $(2cfc' wa-märdm 

60. (£/?' kürabed 

61. al-mahdif 

62. rdyt-ana yd rayt 

63. hödim Bä-kardyt 

64. hdyya bi-mdit 

65. wa-ma'segat kos 

66. rayt-i-hü sebb 

67. la-delefk hat e bob. 

(jam'än ber sad, 6. März 1902.) 



Gott, mache sie schwanger 

Noch war sie nicht schwanger 

He! ein blinder Fisch 

Er hört und sieht nicht 

Bei dir ist ein reicher Mann 

Und bei dir ist Ware 

Sarvipflanzen für Kamele 

den mit Geräten beladenen 

Und gelbe Hirse 

Deren Geschmack bitter ist 

Nur daß er kräftig ist 

Er erreicht den Kiesstein 

Sie erinnern sich meines Brudersohns 

Er ist heiser und spricht nicht 

Darauf baut ein Fisch 

Hädi und Maräm 



könnte ich, o könnte ich 

Sein ein Sklave der Bäkiret 

Gegrüßt sei Nordwind 

Und die Geliebte des Nordwindes 

wäre ich auch jung 

Daß ich vom Tore herunterspringe. 



rdbbi bihä tdhbal 
'äd-hä mä-hiblet 
ydllah bi-hüt aivar 
ySsmd wa-ld ydbsar 
tdjir "indak bun 
wa-indak mergahah 
s&rwi hag er-rikdb 
döläk muhammalät 
wa-l-musäybili 
tadmtuh c 6f 
gayr iva-hü gawi 
yelhdg al-hasd 
weled ahüy tfdttan 
ica-dür fsoj 'ald l-kaldm 
fög yebni sid 
hälhal md'ramah 
an yekän hol abed al- 

wdget 
yegfiz min al-bdhr 
rdgtana yd rayt 
h<)äim Bd-kirU 
hdyya bi-l-kos 
iva-mdasügah al-kös 
rayt-and sebb 
agfiz min al-bdb. 

(7. März 1902.) 



Zu diesem Gedichte finden sich noch Glossen von Heins Hand, die ich hier nur in Auswahl gebe: Z. 1 höbeyl 
von habal reden; ayrja wiederholt den höbet d. h. die Rede. Der Anfang soll heißen: irjä buh irjä = rudd el-kahbn. — Z. 2 
gerimüt hadr. gümgumah Scheitel mit Haaren; ohne Haare hadr. gärhah, mehr, jelhät. — Z. 3 ljud Scheitellinie, wenn die 
Haare nach beiden Seiten abgekämmt sind. — Z. 4 (hadr.) neffad (so) er schlägt die Haare mit einem Stäbchen, manhuz 
genannt, das gewöhnlich schwarz ist. — Z. 9 Soqotra-Butter (vom Schaf); bekannt ist auch die Zafär-Butter (vom Rind). 

— Z. 10 Fieber ist im Hadr. werd. Im Hadramant ist das Fieber von Soqotra und des W. Msila berüchtigt. Fieber 
heißt im Mehri johl, wad = werd? — Z. 1 1 subbuk, hadr. geba (1. leba M.). — Z. 13 'ali: ,er stieß das Seitenmesser heftig, 
er tötete'. — - Z. 11 demttn Segeltau. auioeysi ist etwas größer als ein beden (aweysiyyeh); bgal pl. von bdgleh große Sa'iyeh. 

— Z. 10 Sür ein beled bei Maskat gegen Zafär zu. — Z. 21 Sugüb pl. von Sagb Sorge. — Z. 25 Bokor = Be/cor Manues- 
name. — Z. 27 Sahm el-halg Luftröhrenverschluß, mehri gäd (mit d) Kehle. — Z. 34 testagir du gestehst (legräur). — 
Z. 39 Lies statt nabba im Hadr. nabAl. — Z. 40 tibilel (so!) Gott möge es ihr leicht machen. — Z. 43 wallebtmi lies viel- 
leicht walhabän; hadr. tahbel kinderreich machen. — Z. 46 Bettlerruf: Gott gib mir einen blinden Fisch. — Z. G3 Bä- 
Jciret ein zu Sehnt begrabener Heiliger. Die Familie heißt al-Bäkiret. 



27. (74) Der freche Dieb. 



Mehri. 

l. dmür : gayj tdd jihem 
min al hibhe. te bereh bi- 



Deutsch. Hadrami. 

1. Er sagte: Ein Mann ging 1- gdl: rijjdl icähid sdr 

fort von seinem Vater. Als er min 'ind ahn/t. hattd kudlih 



174 



II. Lieder. 



28. Jirnan und 29. der Agabit-Vosiel. 



horim, kus gayj di yehürig. 

2. dmür : .tehurig gaut di 
hdbü ; tehirgis le-Msen ? l dm ü r : 
,furagak ti-s giydk/ 1 

3. dmür: ,hidim la-hndfk! 
dmür: Jjadmöne la-hnöfi Id. 1 
dmür: ,'dd wuköthdmtehirig?' 
dmür: Jtzdk hdd e lä.' 

4. as dmür wutakm, yeldtg- 
eh wa-jihem min hineh. te 
her eh mekon riheg, ymcdfgem 2 
härmet, as her wufgdys, zdli. 
gazdut. 

(fälih her miisallam, 0. März 1902.) 



schon auf dem Wege war, fand 
er einen Mann, der stiehlt. 

2. Er sagte: ,Du stiehlst die 
Nahrung der Leute. Warum 
stiehlst du sie'? Er sagte: ,Ich 
habe sie gestohlen, ich war 
hungrig'. 

3. Er sagte: , Diene für deine 
Seele (= für dich)'. Er sagte: 
,Ich werde nicht für meine Seele 
dienen'. Er sagte: , Warum willst 
du stehlen'? Er sagte: ,Ich 
fürchte niemanden'. 

4. Wie er so gesagt hatte, tö- 
tete er ihn und ging fort von ihm. 
Als er schon an einem fernen 
Ort war, begegnete er einer Frau. 
Wie er schon sie begegnet hat, 
betete er. Es ist zu Ende. 



fi-t-tarig, hdssal rijjäl yesrig. 

2. guluh: ,tesreg gut an- 
näs; tusrug l-eysP gdl: ,seregt- 
üh. ju c t.' 

3. gäluh: ,hudüm li-ncfsakr 
gäluh: ,mä bä-dhdum 'dla 
nefsi.' gäluh: ,dä-ki bagdyt 
tesrugf' gäluh: .mäßzi't had 
e la. 1 

4. yöm gäl hdkada, gatdl- 
uh wa-sdr min "mduh. hattd 
küduh makän bald, yuwäfig 
hörmah. yöm lüäfaghä, sdlla. 
dngasat. 

(7. März 1902.) 



3. 
1. 
5. 



1. 

2. 






28. (75) Jiman, der Häiigebauch. 



Mehri. 



ddi, hibi, ho Jimdn hefrar bäl hangaddut 
hthar yewurüd di-humü wa-yidwira bägdut 



Haijrami. 

'dd abü-y dnä Jümän sebah rabbi bütnuh 

tanaggadat 
as-sebah yesir 'ind al-mä bd-y6Srab min 

al-hisi 
as-sebah dsluh zen wa-gajar li-mdnjäbuh 
wa limmi mä tägleb mä tedfur ma td'si 
matd mä, jd al-hdyr fiha sewd fdset. 

(7. März 1902.) 



hehar duwöreh jid wa-gaföre di-bäh-ndkdut 
ioa-hä~m6y tehüdif lä wa-l-iirükid ba-l-azdut 
te men al hdyr gahdyb bis kiri§ nzahdut 

(fälih her musällam, 6. März 1902.) 

1. Noch, mein Vater, bin ich Jum'an, der Alte, der Herr des Hängebauchs, 3 

2. Der Alte geht zum Wasser und trinkt aus dem Brunnen, 

3. Der Alte, gut ist seine Abstammung, und er verzieh dem, der mit ihm kam, 

4. Und meine Mutter widerspricht nicht und stößt nicht zurück und widersetzt sich nicht, 

5. Als er kam zum Guten, war bei ihr die Eingeweide entleert. 



29. (78) Der Agabit- Vogel. 



Meliri. 



Hädrami. 



Agaln/* manwdt tsafdr* bidyit 

man ä<l h<t<l<l>'il icase närit 



ai-tih/r yasih sdrha 6 kadddbah 

min yöm l dduli subh wa-M 'ä(d)-tasih 

1. So oft der Vo^>'l schreit, ist er ein Lügner 
•J. Wenn es noch morgen ist und er sehreil 

1 Für jiya'k (Möller). - Für yuw&feg (Müller). Der Hängebauchige. ' agalM im Harjr. shariyyah, 

ist »in Vopr?l in der Größe einer Amsel, 1 Rücken schwarz, am Bauche grau, ruft vor Sonnenaufgang, frißt la'äm und 
Datteln, kein Zugvogel. Unter dem Vogel ist hier eine Krau zu verstehen (Hein, Glosse). 4 Li Mi i.i.ek). 

farhah ? ' 



30. Hälahi-Lied. II. Lieder. 175 

3. wa-hitem ydsayö 1 tkii lebenit ica-s-samä yäbsah tekün bedah 

4. wa-l-Ms afür, ice-l-bls berit 2 Id fiha gamäm wa-lä fiha berd 

5. we-l-bis yeshäub ica-lä fiha sahäb 

6. loe-sdyh di-bdrg we-l-hed rinnit wa-ldm' el-berg wa-r-rad mdsi 

7. we-l-häman hdul bäl-eljibit. wa-lä simina as-sel 'ä-yesawivi al-Ujbah. 

(sälih her musällam, 7. März 1902.) (10. März.) 

3. Und der trockene (klare) Himmel ist weiß 

4. Nicht ist an ihm eine Wolke und nicht ist an ihm eine Kälte 

5. Und nicht bewölkt es sich an ihm 

6. Und (nicht ist) der Schimmer des Blitzes und nicht der wiederhallende Donner 

7. Und nicht hören wir den Gießbach, den Herrn des Getöses. 

30. (si) Hälahi-Lied. 3 

Mehri. Hadrami. 

1. hälahi lahälho he rddüt min hejs hälahi lahalhö rdddat min al-hätir 

2. Mihi Ihälho sang wödi bi-hlse sang hälahi lahalhö sigrah wddi fi-h asjär 

3. lodhillihi Ihälhö bise hdmmeh Lehdut hälahi lahalhö fih ismaha Lehdut 

4. icdhillihi Ihälho wödi di-yelwödi hälahi lahalhö wddi el-wädi 

5. wdhillihi Ihälhö mesgob el-fewädi hälahi lahalhö mesgub al-galb 

6. wdhillihi Ihälhö amirot heh hamk hälahi lahalhö gälet luh bagdytek 

7. ivdhillihi Ihälhö gdlbehe he weyü-k hälahi lahalhö galbi yahwäk 

8. ivdhillihi Ihälhö drene megdll hälahi lahalhö gayr intah mugil 

9. wdhillihi Ihälhö fegar geb henuk hälahi lahalhö al-fdgr 'indak 

10. wdhillihi Ihälhö sebbek taha? siyüb hälahi lahalhö sebbit fog es-sibän 

11. icdhillihi Ihälhö hdnh kell di-hyüb hälahi lahalhö han Ml men hu häyin 

12. wdhillihi Ihälhö ämr we heyehise hälahi lahalhö l Amr iva-lsä 

13. wähiU/hi Ihälhö rudk bihi hejä hälahi lahalhö nedigt be-Mm fi-l-ga 

14. wdhillihi Ihälhö alni fehlt 1 tebküt hälahi lahalhö c ayn icähdah tebki 

1. hälahi lahälho sie kam zurück von dem Gedanken 

2. hälahi lahälho die Sangpflanze, ein Tal, in ihm ist die Sangpflanze 

3. hälahi lahälho es (das Tal) hat den Namen Lehaut 

4. hälahi lahälho es ist das Tal der Täler 

5. hälahi lahälho ein Aufruhr ist mein Inneres 

6. hälahi lahälho sie sagte zu ihm ich will dich 

7. hälahi lahälho mein Herz liebt dich 

8. hälahi lahälho aber du bist arm 

9. hälahi lahälho die Armut kam zu dir 

10. hälahi lahälho du bist geklettert auf die Ruder 

11. hälahi lahälho er zerdrückt jeden der schlecht ist 

12. hälahi lahälho 'Ainir und 'lsä 

13. hälahi lahälho er (ich?) schleuderte ihn zur Erde 

14. hälahi lahälho ein Auge von mir weint 

1 Für gasayt (Müller). 2 Für beridt (Müller). 3 In der Glosse Heins heißt es: ,Lied vom Emir el- 

bahr'. 4 Für tiho tebkü? Vielleicht ist nach Hadr. tayt zu lesen (Müller). 



IT»; 



II. Lieder. 



30. Hälahi-Lied. 



15. 

17. 

18 

19. 

20. 

21. 

22. 

23. 

24. 

25. 

26. 

27. 

28. 

29. 

30. 

31. 

32. 

33. 

.".1. 

35. 

36. 



däma frörn higedhem hdlahi lahalhb 

tum zayrhöb tum hdlahi lahalhb 

wa-rebay-n sen fiyu hdlahi lahalhö 

sind' tabhözn kell hdlahi lahalhb 

temuhrthen hdlahi lahalhb 

häte li yagräyb hdlahi lahalhb 

hdtem he th/rhöy hdlahi lahalhb 

häte Uli jerfit hdlahi lahalhb 

zabrk zibhür hdlahi lahalhö 

ue-d-husä genuin r hdlahi lahalhö 

i,in sükaf he wathdnnah hdlahi lahalhb 

dr ive-sahli-yis hdlahi lahalhb 

iva-megore M se hdlahi lahalhö 

sagw he-yls hdlahi Inhal im 

berh ruwe timis hdlahi lahalhö 

hdtkem zhet henhöb hdlahi lalmllm 

hdi helhi sergäs Ita'ahi lahallm 

hat he ber jaun seh hdlahi lahalhö 

seh bdl zem h-6 räut hdlahi lahaU/ö 

zemk deb d-he bar hdlahi lahalhö 

ad len keth lä hdlahi lahalhö 



irähillihi Ihdlhö 
wdhillihi Ihdlhö 
v:dhillilii Ihdlhö 
irnhillihi Ihdlhö 
wdhillihi Ihdlhö 
wdhillihi Ihdlhö 

wdhillihi Ihdlhö 

wdhillihi Ihdlhö 
wdhillihi Ihdlhö 
wdhillihi Ihdlhö 
wdhillihi Ihdlhö 
wdhillihi Ihdlhö 
wdhillihi Ihdlhö 
wdhillihi Ihdlhö 
wdhillihi Ihdlhö 
wdhillihi Ihdlhö 
inihilUhi Ihdlhö 
wdhillihi Ihdlhö 
wdhillihi Ihdlhö 
wdhillihi Ihdlhö 
wdhillihi Ihdlhö 
wdhillihi Ihdlhö. 

{jihnan ber sab, 8. März 1902.) 



addem'ah küd sdl 

tamm az-zdrb 

iva-ai/yä m asta ufen 

hin yistdujaen kdlla-hen 

hin fi-hem jirah 

jib li gurdb 

hat li tiröy 

liät'i li jerf 

sdbrak min sabdr 

toa-men zcasa keiir 

min iuhn 'induh 

gayr wa-astahdbhahä 

wa-bd\l hü-wa-hi 

sdr wa-hadd mahä 

kud lemeshä 

kamä al-lukdah 

hat li sed tirgäs 

hat li bin yon al-kebir 

mdulä er-rdgabah 

rdbbi yatik dib al-bdr 

dd mä jdh 

(10. März 1902.) 



15. 
16. 
17. 
18. 
19. 
20. 
21. 






hälahi 
hälahi 
hälahi 
hälahi 
hälahi 
hälahi 
hälahi 

22. hälahi 

23. hälahi 

24. hälahi 

25. hälahi 

26. hälahi 
hälahi 
hälahi 
hälahi 
hälahi 
hälahi 
hälahi 
hälahi 
hälahi 
hälahi 



27. 
28. 
29. 
30. 
31. 
32. 
33. 
34. 
35. 



lahälho die Träne will hervorquellen 

lahälho fertig ist der Zaun, fertig ist er 

lahälho und unsere Herren sind mannbar geworden. 

lahälho die Handwurzeln schmerzen alle 

lahalhö die Handgelenke sind eitrig 

lahalhö gib mir den Raben 

lahalhö gib mir den Sturmvogel 

lahälho gib mir den Jirtit (Vogel. Möve) 

lahälho gedulde dich eine Geduld 

lahälho und sei viel sanft 

lahälho wer schläft hat seine Ruhe 

lahalhö und er liebt ilm eben 

lahälho und dann er und sie 

lahälho er redet zu ihr 

lahälho schon hat er sie berührt 

lahälho gebt mir eine große Handvoll. 

lahälho gib mir einen tirg 

lahälho gib mir einen Sohn des großen Jon 

lahäll ■ Berr, gib ihm den Nacken 

lahälho er gebe dir den Wolf, der in der Nacht gehl 

lahälho noch hindert er ilm nicht gegen uns. 



31. Wegweiser und 32. Fiscbnetzholz. 



II. Lieder. 



177 



1. 


ey hey hey 


2. 


ey hey hey 


3. 


6y hey hey 


4. 


ey hey hey 


5. 


ey My hey 


6. 


ey hey hey 


7. 


öy hey hey 


8. 


ey My hey 


9. 


&y hey hey 


10. 


ey My hey 


11. 


ey hey hey 



(jum'än 



31. (10 

Mehri. 

dellll, yä älläh delil 
dellll her amiirk hük 
dellll meken yederdur 
dellll het thom-(a) i lä 
dellll ica-l-tasigraur 
dellll tca-bar gay fettöm 
dellll sehöwalhd gayröy 
dellll §erwi di-riköb 
dellll wa-magättabut 
dellll kel-d-amür mejnün 
dellll hdyivel miztaltbl. 

her saränj, bei- sad, 9. März 1902.) 

1. 0, o Wegweiser, 

2. O, o Wegweiser, 

3. 0, o Wegweiser, 

4. O, o Wegweiser, 

5. O, o Wegweiser, 

6. 0, o Wegweiser, 

7. 0, o Wegweiser, 

8. 0, o Wegweiser, 

9. O, o Wegweiser, 

10. 0, o Wegweiser, 

11. 0, o Wegweiser, 



l) O Wegweiser. 

IJadrami. 

iy hey hey delil yällah delil 

iy hey hey delil küd gutta lak 

e he he delil ketir yadur 

i he M delil inta mä tasma 

e he he delil ica-lä tdstagir 

e he he delil ya bin hüy tafdttan 

% he he delil tafakkar l-al-kaläm 

§ he M delil tarig el-jimäl min serwin 

>' he he delil ica-muhammalät 

e hi he delil min gäl dnä magrun 

e he he delil magrun mustadil. 

(12. März 1902.) 

o Gott Wegweiser 

schon hab ich es dir gesagt 

vieles schadet 

du hörst nicht 

und du schwärzest nicht an 

und schon mein Bruder 2 gedenke 

es läuft über ihn die Rede 

der Scherwenweg der Kamelinnen 

und sie sind beladen 

jeder der sagte verrückt 

der Narr strauchelt. 



Jeder Mehri-Vers beginnt: 
Mehri. 

1- yele ball 

2- teda höken 

3. mine wigef 

4. lad yehömd 

5. gay) edMe 

6. yegtüri si-sen 
''■ tdajöben 

8- teftanögen 

9. he-mahölä 

10. la-gasräwwen 

ii- hamceräuten 

12. leyye bäli 

1 Lies thoma (Müller). 
W. Hein, Mehri-Texte. 



32. (102) O Fisclmetzholz. 

t'y hohem, jeder Hadrami Vers: vy 'ud hdgg-al jerif und jeder deutsche 
Vers: Fischnetzholz. 



Deutsch. 

O Fischnetzholz, mein Herr 

O Fischnetzholz, sie lachen 

Wer schweigt 

Nicht mehr er hört 

Der gerechte Mann 

Er redet mit ihnen 

Sie lieben 

Sie sehen zu 

In den Schatten 

Des Spätnachmittags 

Den Schwarzen 

O mein Herr 



IJarJrairji. 

ey c ud hdgg-al jerif yärdhbi 

yehokum tadhaken 

in/ 11. as-sdktah 

ma'ud yisma 

r/ij'V. 'ddl 

yitkdllam mähen 

tnhibben 

tetsauiodfen 

bi-d-dildl 

hagg al c dsr 

süd 

yä räbbi 



- Wohl richtiger nach dem IJadr. : Und meines Bruders Sohn (Müller). 

23 



178 



II. LlEDEK. 



33. Ostwind. 



13. het he bdli 

14. het azize 

15. wa-nha mtöne 

16. nhe nemtdnyen 

17. ar ä wofi 

18. we-s-sedödi 

19. ben gaböyil 

20. we-gaboyel 
21 ar tdtfiten 

22. ta'i al-tite 

23. we-ber Küddeh 

24. sefce£ sekkel 

25. we-thtelfen 

26. /-r/; (lirvyib 

27. we-tisgduta 

28. be-mahliyus 

29. sara;i c&^e 

30. tgayne botal 

31. loe-hewiciyen 

32. wiw? jimd't-se 

(j&m'än her sarönj l>tr s'ad, 
9. März 1902.) 



Du bist mein Herr 

Du bist der Mächtige 

Und wir werden sterben 

Und wir erbitten 

Nur Festigkeit 

Und Frieden 

Zwischen den Stämmen 

Und Stämmen 

Nur stellen sie auf 

Einer dem Andern 

Und Ben Küddeh 

Er holt sich, er holt sich 

Und es gehen aneinander vorüber 

Über dir die Hiebe 

Und sie durchschlagen 

Den Kettenpanzer 

Und der (Wind) Scherwen beginnt 

Wird es schlecht 

Und es ist übel 

Von ihrer Gesamtheit 



änta rdbbi 

änta c aziz 

ica-nihd bä-nemüt 

wa-nihd natmänna 

gdyr wäfi 

wa-s-sülh 

beyn al-gabuyil 

wa-l-gabäyil 

gayr tajiben 

icdhdah la-wdhdah 

ica-bin Küddah 

tasdkkel takikkal 

wa-iatkdlafen 

lak ad-dardyib 

wa-tasug 

sdbaka 

serwi mä tärdbi 

al-hauwin 

we-yhitiowin 

min jamd'atuh. 

(12. März 1902.) 



33. (103) O Ostwind. 

Jeder Mehri-Vers beginnt: ey he gddüm, jeder Hadrami-Vers: ey hey la-jdnb al-mdsrig und von V. ."> 
ab wie es scheint sdba l ud, jeder deutsche Vers: O Ostwind. 



Mehri 

1. ey he gddüm ber-si min halset 

2. ey he gddüm mingatemahaut 

3. ey he gddüm tul al-markäzbls 

4. ey he gddüm wa-l-ma'süt de-hdgr 

5. '7/ /"' gddüm zol kowi zel 

7 he gddüm vc-l-kirbet tahefs 
'/ he gddüm les kerim humür 






Badrami. 

ey h("y lajdnb al-mdsrig kzid-ha min al-hahah 

mä hdssalet minnah st 

tül md fihd mdrkaz. 

wa-üd al-mdsut md hi hdyr 

sdba 'ud al-barosi kowi 

sdba c ud kerböt fdharet 

sdba 'ud 1 illa ddan ar-rab 



1. Ostwind, o Ostwind, schon ist er vom Ende 

2. Ostwind, o Ostwind 'las Boot ist von allen Dingen) entblößt. 

3. (In) der Länge (der Zeit) ist kein Mast in dir 

4. Und nicht ist das Fischschlagholz, das gut war. 

5. Es hört auf das Ankei'-Schwimmbolz ein Aufhören 

6. Und nichl das Anker-Schwimmholz erscheint 

7. ^\'.■ls de,- Edelmütige (Gott) befiehlt 

Mi hier ab durchwegs zu wiederholen ist, gehl aus dem Ms. nicht mit Sicherheit hervor (Müllbb). 



34. Strickspannen. 



II. Lieder. 



179 



8. ey he gädüm dul bäli dul 

9. ey he gädüm gdfere zallat-k 

10. ey he gädüm wa-s-sanöbeg red 

11. ey he gädüm min hafer gilub 

12. ey he gädüm hat le-hl habllt 

13. ey he gädüm min hoblet gallub 

14. ey he gädüm hdte zöwar hat 

15. ey he gädüm hdte li ma'teg 

16. ey he gädüm wa ma'teg gannun 

17. ey he gädüm hdte ll bathat 

18. ey he gädüm zöwef di di-hjol 

19. ey he gädüm hdte Üben hat 

20. ey he gädüm dlk ä z-zäga'dyt 

(jum'än ber sardnj ber sa'd, 9. und 15. März 1902.) 

mein Herr, führe 



sdba 'ud yedül alläh 
sdba 'ud yagfir azzälah 
sdba 'ud iva-s-sanäbtg rdddet 
sdba 'üd mina l-hufra 
säba 'üd hat li hablit 
sdba 'üd gdffa minnuh 
sdba 'üd hat al hdjrah hat 
sdba 'üd hat ll ma'teg 
sdba 'üd wa-mdteg gannün 
sdba 'üd hat li turäb 
sdba 'üd hdjrah 
säba 'üd hat liben hat 
sdba 'üd dik dlladi tasäsi 

(21. März 1902.) 



8. Führe, 

9. Er verzeiht deine Sünde 

10. Und die Segelschiffe führe zurück 

11. Aus dem Strudel kehrten sie zurück (die Schiffe) 

12. Gib mir ein Wrack 

13. Aus dem Wrack kehrt er zurück 

14. Gib den Stein gib 

15. Gib mir den Platz Ma'teg 
IG. (Und Ma'teg, das kleine) 

17. Und gib mir Staub 

18. Den Stein der der Hijol ist 

19. Gib Liben gib 

20. Der Hahn kräht 



34. (120) Strickspannen. 



Rhythmuslied gesungen beim Strickspannen an einer Qa'ada. Yä-hillihi wä-lalhö bildet immer die Antwort auf den 
Wortlaut des Gesanges. Der eine sagt den Text, der andere yä hillihi usw. Ist der Text fertig, sagen beide yä-hillihi 
usw. immer schneller bis sie wällallö, wdllallo sagen. Den Text der Verse 1, 3, 5 usw. sagte Ali ber Ise, den Text der 

anderen Verse Söd ber Abdallah. 



Mehri. 



1. au tauiciv-an gadau yä-hillihi ivä-lalhö 

2. au Sa'd higraur yä-hillihi ivä-lalhö 

3. au goß yemjed yä-hillihi wä-lalhö 

4. lä säd gallä yä-hillihi icd-lalhö 

5. v:e-l-fitan mired yä-hillihi wä-lalhö 

6. au Sa'd nuhdyl yä-hillihi wä-lalhö 

7. au bindder yikuft yä-hillihi lod-lalhö 

8. au skiyye-h yijeyl yä-hillihi wä-lalhö 



Deutsch. 
Au jetzt wir vorwärts yä-hillihi wä-lalhö 
Au Sa'd geht fort yä-hillihi wä-Ialho 
Au er kehrte um, er ist ruhmvoll yä-hillihi wä- 

lalhö 
Nicht ist das Glück teuer yä-hillihi wä-lalho 
Und nicht ist der Verstand zurückkehrend yä- 
hillihi wä-lalhö 
Au Sa'd Nuhäyl yä- hillihi wä-lalhö 
Au die Hafen plündert er yä-hillihi wä-lalhö 
Au sein Schwert putzt er yä-hillihi wä-lalhö 



180 



II. Lieder. 



35. und 36. Die Lagsi-Flinte etc. 



9. as vje-s Serdft yä-hillihi wd-lalhö 

10. via-hmü di-mejwöl yä-hillihi wä-lalhö 
li. au hinid beh zäft yä-hillihi wd-lalhö 

12. au netteyyeh Id yä-hillihi wd-lalhö 
!3. kdl d-dd beh nefs yä-hillihi wä-lalhö 

1 1. yä-hillihi wä-lalhö, yä hittihi wä-lalhö 
15. yä-hillihi wd-lalhö wällallö wdllallö 

(äli her he und sod her abddllah, 10. März 1902.) 



Er machte gleich die Würde yä-hillihi wä-lalhö 
Und das Wasser der Quelle yä-hillihi wä-lalhö 
Au der Wasserschlauch in ihm ist Tran yä- 

hillihi wä-lalhö 
Au wir trinken es nicht yä-hillihi wä-lalhö 
Jeder, der bei ihm ist noch reicher Betrag yä- 

hillihi wä-lalho 
Yä hillilii wa-lalho, yä-hillihi wä-lalho 
Yä li i llili i wä-lalho, wällallö, wällallö. 



Mehri. 

X. Sa'd el-hämä zarhdt di-lagsi 
2. we-tzdurih loi-ren jibel Hiyim 

3 ivu-täub le-sämk bi-guwöm wa-adil 

4 ase ica-bir mdtk wa-beri difin 
5. wa-de di-bädi s-e-dr li-gawi. 

(sef her solim, 12. März 1902.) 



35. (132) Die Lagsi-Flinte. 

IJadrami. 

Sa'd yesma' serhah bündug lägsi 
yesrah yerin 'jibel Hdyyem 
tdubah lä nebfak b-il-gtmah w-el-ddl 
'asd dnä atweffa we-ndefent fi-l-gabr 
we haddk ba'dana ma'ah Id gimah 

(.«'/ her sSlim, 12. März 1902.) 



1. Sa'd nicht hört er den Knall der Lagsi-Flinte 

2. Und sie knallt und es widerhallt das Gebirge Hiyim 

3. Und niemals verkaufe ich dich um einen Preis und als Pfand 

4. Vielleicht und schon bin ich gestorben und schon bin ich begraben 
■">. Und der. der nach mir ist, mit ihm ist nur kein Wert. 



Mehri. 

1. hörnet bi-häbü yehurij we-sa'öret ydöni 

2. icad nüka yekabibem lefhät di-bef Temmöni 
:; <)d la-gayzdb mint wa-la möl di-Benyöni 
4. sin minöten /call däuye göni lisen emagöni 

5 kun hnUiscn r'mdörij wa-mehöyis la-tuwöni 

,;. he nr te />/!■>'. [mrautenber gaztih wa-ber atöni 

Idybef minh dam haddehwe-bedähar amtöni. 



36. (133) Das anvertraute Gut. 

l.Iadrami. 

nesma' bi-n-nds yakällimu wa-sa'ärali y&ni 
yömyißyelcubbüna'al&hli-fahtdahbin Temäni 
iiiä yagsabüneh al-amdnah iva-l-möl Beniyäni 
al amdnah dayya'eh kullahu yagänni 'aleha 

al-mvgdnni 
y6rja'(ilrh yidrej 'aleh we-l-htseh li-tuwöni 
lu'i (IIa bin Amrduten gud gazd wa-muta'dnni 
IkuIi'i minneh ddm, gäsmuh wa-fi ddhreh 

el hayt md baf/ä. 

her sSlim, 12. März 1902.) 






(sef i 12. März 1902 

1. Ich hörte von Leuten sie reden und ihr Gesang meint (lautet): 

2. Sobald er kam, stürzen sie hinab über den Stamm der Bin Tuwoni 

:;. Noch nicht raubt er das anvertraute Gut und nicht das Gut des Banianen 

!. Sie die anvertrauten Güter, alle sind sie verschwunden, es singt über sie der Sänger 

5. Er hat sie frei gelassen (die Güter) dem Wanderer und seine Nahrung ist der Tuwoni-Fisch 

Er i m ist der Bir Amrauten er hat schon geplündert und schon hat er begehrt 
7. Er nahm von ihm das Blut, er teilte es und offenkundig, wenn er die Absicht hat. 



37, 38, 39, Willkommen Nordwind etc. IL Lieder. 181 

37. (135) Willkommen Nordwind. 

Mehri. Ha<Jrami. 

1. hdi bü ber häuf da imal gaber rih bin häuf da imäl gubdr 

2. wugone di-sizifo wa-daybat haber bä-yagci %nduh sifah tva-mu'üh hdbar 

3. wed gusim Minsdyd hal he di-hikir hässal rijjäl ismuhü Minsdyd illadi yejlis 

4. has mdusim ziröh wa-zdit la-sfer yöm el-mdusim samdr wa-zdd c ald as-sdfar 

5. wa-giyib hattdt min tar makser ica-gäyib fi-l-gubbah min fog al-mdksar hag 

al-mojeh 

6. gdyb kal di hi gä mine ficeder gäyib kul ahüh min al-fuicdd 

7. ica-nha mina ä S-sdug nehom nefirdr ica-nihna min as-saug bagayna natir 

8. negtileb tayir nagtalib tiyür. 

(sef her sölim, 13. März 1902.) (sef bei- sölim, 13. März 1902.) 

1. Willkommen dir, Nordwind der macht Staubwolken 

2. Vielleicht beschreibt er und nimmt eine Nachricht 

3. Und er findet Minsayd, bei ihm ist Zaudern 

4. Wie die Zeit eilt und die Reise überschreitet 

5. Und es schwindet der Wogenschwall vor der Sturzwelle 

6. Und es schwindet jeder, der ein Bruder ist, aus dem Herzen 

7. Und wir aus Sehnsucht, wir wollen fliegen 

8. Uns verwandeln in Vögel. 

38. (13 6) Willkommen Westwind. 

Mehri. IJadrami. 

1. häi bis midytt yimiih min-agdut hayyd bis kos al-yom min al-giibbah 

2. zaffüt gamalel wa-bönis rigdut ?dffi a t al-gamdm wa-bwanis rigdud 

3. iva-bilag hdjs le-hdli yestäut wa-bdlag al-häjis min hdyt yasüt 

4. liyyäg welleb icukö tgattdut al-gdlb loardk, inta 

5. he kdl di-säfuh wa-d-süem iydut kulla men bi-hdyr yerjcf 

6. iue lü di-higzoh ber leh di-hatdut ica-lo tawdffa mahtüt 'atth. 

(sef ber sOlim, 13. März 1902.) (sef ber solim, 13. März 1902.) 

1. Willkommen dir, Westwind heute von dem Wogenschw^all 

2. er stellt in Reih und Glied das Gewölke und dein Kennzeichen ist die Wolkenzerstreuung 

3. Und er erreicht den Gedanken, wo immer er entfernt ist 

4. Es geziemt sich ein Herz, warum bist du so heiß 

5. jeder der gesund wird, sobald er heil ist, kehrt er zurück 

6. Und wenn er auch stirbt, schon hat er über ihn den Strich gezogen. 

39. (137) Die Kinder des Kerison. 

Mehri. IJacJrami. 

1. hubün la-Kerison ber bi-hem antabet auldd hag Kerison gatfdj-fihem ndtbah 

2. wa-yeötem ka-migrdb ica-yegotd al-le bet ica-yejlis faugeh ma'a l-magrib tca-yegta c 

as-sdlb 

1. Die Kinder des Kerison, schon ist bei ihnen Verrücktheit 

2. Und er sitzt am Sonnenuntergang und er schneidet ab das harte Holz 



182 



II. Lieder. 



40, 41. Das Segelboot, E gib mir. 



3. hambirü" hagäb hamed has hißweh le-seddet 

4. ica-hamed habireh jid ica-adäydeh numset 

5. ica-melüm le-boli kfit hedi fogd bi-lmisU 

(sef her iolim, 13. März 1902.) 



an-näs yd hugayhah hamed yöm haffnh 

l-al-bab 
tca - hamed hdbaruh zen wa - zenduh fih 

gi'avwah 
wa-l-melämah li-ähl ad-där had yadrabuh 

bi-l-ldmseh 

(sef her sölim, 13. März 1902.) 



3. Gesamtheit, nicht verdient den Tod Hamed, wie sie ihm nacheilten zum Tor 

4. Und Hamed, seine Nachricht war gut und sein Arm, in ihm war Kraft 

5. Tadel den Herren des Turmes, es schiäfft ihn einer mit dem Schwerte. 



Mehri. 



1. gerigähf mine skan-s bi-semömel au tin 

2. wa-adäf la'ina hätlb wa-selmün minä hirüd 

3. iör-is ar ki-jemd dar loa-mugöm di bäl si 

4. icalla Gdyti ica-Salah yalla gdyz äk-kilmati. 



40. (138) Das Segelboot. 

IJadrami. 

gerigähf min auicwal sugl zen gaici 
ica-atdf is-saiyah min sejerah hätib wa- 

selmdnah min sejerah hirüd 
sdurak mitl al jama'där wa-megdm sähib el- 

mäl 
wa-mitl al Gdäiti wa-negib Salah ya'tj 

luh däf'ah li-l-kilmati. 

(sef her sölim, 13. März 1902.) 



(sef her sölim, 13. März 1902.) 

1. Versteck die Holzschale von ihrem Steuerruder an ist sie schön und stark. 

2. Und die Bauchwandung der Sä'iyah ist aus Hätib-Holz und der Bug aus Hirüd-Holz 

3. Ihre Erlaubnis ist nur dem Jema'där und dem angesehenen Großsultan 

4. Und dem Ga'aiti und Salah, er gibt ein Geschenk dem Dolmetsch. 



41. (153) 



Mehri. 



1. 


§y 


2. 


ty 


3. 


ty 


4. 


ey 


5. 


* 


6. 


ty 


7. 


% 


8. 


% 


9. 


<V/ 


10. 


'■'/ 




1.'. 


'■// 



hey dellil e hdte 1% dukk6n = duk&m 

My dellil ewd dukkon gannün 

hey he ede-ellil 1 ehdt l-i mükhilet 

hey he ede-ellil e s-ise m6l gannün 

hey he ede-ellil e gayj yabürik lis 

hey he ede-ellil e se tanüfa' bell 

hey he ede-ellil e hur tcse/idud 

hey he ede-ellil e hdte l-hi zalhat 

hey he ede-ellil e hdte l-hi derjet 

hey he edi-ellil e döbel tar fiyet 

hey h<' edt-ellil <■ hdm la-glüg la-gldgs 

hey /" edi-ellil e l-6da habzir-dys 

1 Wahrscheinlich \-\ durc SU lesen und 



E gib mir. 

Deutsch. 

O, o führe 1 e gib mir den Dukümberg 
O, o führe e und den kleinen Dukümberg 
O, o führe e gib mir die Augenpulverbüchse 
O, o führe e mit ihr ist der kleine Augenpulver- 
streicher 
O, o führe e der Mann kniet auf ihr 
0, o führe e sie wirft ihn 
0, o führe e schon zankt sie 
0, o führe e gib mir eine Fette 
O, o führe e gib mir das Ras Dertscha 
0, o führe e die benachbarte Seite 
O, o führe e ich will, daß er sieht, daß er sie sieht 
O, o führe e daß er \vi>sc. er sah sie 
,o Führer 1 zu abersetzen, Vgl, ob. 8. 177 Z. 1 ff. (Mülles). 





41. E gib mir. 


13. 


ey hey he 


edi-ellü 


14. 


iy hey he 


ede-ellü 


15. 


iy hey he 


edi-ellü 


16. 


iy hey he ede-ellü 


17. 


ey hey he 


ede-ellü 


IS. 


ey hey he 


edi-ellü 


19. 


ey hey he 


edi-ellü 


20. 


iy hey he 


edi-ellü 


21. 


ey hey he ede-ellü 


22. 


ey hey he 


edi-ellü 


23. 


ey hey he 


edi-ellü 


24. 


ey hey he 


edi-ellü 


25. 


ey hey he 


edi-ellü 


26. 


ey hey he 


edi-ellü 


27. 


ey hey he 


edi-ellü 


28. 


ey hey he 


edi-ellü 


29. 


iy hey he 


edi-ellü 


30. 


ey hey he 


edi-ellü 


31. 


ey hey he 


edi-ellü 


32. 


ey hey he 


edi-ellü 


33. 


ey hey he 


edi-ell'd 


34. 


ey hey he 


ede-ellü 


35. 


ey hey he 


edi-ellü 


36. 


iy hey he 


edi-ellü 


37. 


ey hey he 


edi-ellü 


38. 


ey hey he ede-ellü 


39. 


iy hey he 


edi-ellü 


40. 


ey hey he 


edi-ellü 


41. 


ey hey he 


edi-ellü 


42. 


ey hey he 


edi-ellü 


43. 


iy hey he 


edi-ellü 


44. 


ey hey he 


edi-ellü 




(jum'äi 


1 ber sarai'j 



II. Lieder. 

e hösi hösi bir O, o führe 

e hösi makßrüt O, o führe 

e hat yizdyr gannün 0, o führe 

e hat gizäyr a s-sayh 0, o führe 

e häta häder hat 0, o führe 

e hat singäbah hat 0, o führe 

e hat yigäyt hinob 0, o führe 

e hat garböbet hat O, o führe 

e hat gifögef hat 0, o führe 

e häta hijel hat 0, o führe 

e hate l-hi lemsit 0, o führe 

e hdte joitb a s-seyh 0, o führe 

e hate li migöt O, o führe 

e hat kinüma hat O, o führe 

e fiz'ak ak-kanum O, o führe 

e man tidbi hol Ivk O, o führe 

e hata tomer hat 0, o führe 

e hate mzailifun 0, o führe 

e hate l-hi zihtöt 0, o führe 
e hdte lhaym a s-seyh O, o führe 

e hate l-hi hifyit O, o führe 

e hat mdsif gannün 0, o führe 

e hate l-hi targas 0, o führe 

e hate l-hi nübhi 0, o führe 

e jema di maröb 0, o führe 

e hdte l-hi sibsib O, o führe 

e hdte l-hi bahhayt 0, o führe 

e sin tabhözen kal O, o führe 

e lud l-hi mahzen O, o führe 

e groy magtire lä 0, o führe 

a gdulig ica-wugauf O, o führe 

e Iti'rfe s-seyb asseyh 0, o führe 

4er sad, 15. März 1902.) 



183 

e er gräbt, er gräbt einen Brunnen 

e er gräbt eine Grube 

e gib einen kleinen Gazayr 

e gib einen großen Gazayr 

e gib einen Häder, gib 

e gib einen singäbah gib 

e gib den großen Yigäyt 

e gib den Garböbet gib 

e gib Geröllsteine gib 

e gib dem Hijerplatz gib 

e gib mir ein Schwert 

e gib einen großen Schild 

e gib nur das Wurfholz 

e gib Läuse gib 

e ich fürchte die Läuse 

e daß sie kriechen auf dich 

e gib Datteln gib 

e gebt den Dattelkern 

e gib mir einen Rihtöt 

e sib einen großen Haifisch 

e gib mir ein Haifischweibchen 

e gib einen kleinen MaVlf 

e gib mir einen Targas 

e gib mir einen Nübin 

e zusammen mit dem Maröb 

e gib mir einen Sibsib 

e gib mir einen Bahhayt 

e sie schmerzen alle 

e gib mir ein Zimmer 

e ich werde keine Rede reden 

e er sah und schwieg 

e gib mir ein großes Ruder. 



m. RÄTSEL. 



1. (20.) 1 

Mehri. Deutsch. Hadrami. 

hize hize lük, mizd mize lük Errat, errat dir, paß auf, paß auf dhzi ahzi lek, dnbah wa- 
wa-hegiser buk für dich und enthülle bei dir (hitaba(h) li 

iva-hemd di-mäyön lakka'dis Und das Wasser des Gießbaches ica-l-mä l-'aydn yermxk. 
buk. fürwahr rollt fort mit dir. 

hazdl. Finde. 2 afdssir. 

(sod ber abdüllah, 18. Februar 1902.) (18. Februar 1902.) 

2. (21.) 

Iil-J hize lük: bi-zenbil di Errat, errat dir: In einem Korb fdssir: zenbil mäkln gdli. 

mile maglöt. ist, der voll ist von ge- 

Mtein di meldt kibköb. röstetem Ta'äm. - Der as-samä maldneh nujüm. 

Ur,d ber abdmah, 18. Februar 1902.) Himmel, der voll ist von (18 . Februar 1902 .) 

Sternen. 

3. (22.) 

hize hize lük: min Jihyit hehar Errat, errat dir: Von dem Kinn- fdssir: min lihyat saybah 
himlüt bayt. bart des Alten, er hat er- mdlat 'l-bayt. 

mizbeh himlö bayt. füllt das Haus - — Die siräj meld 'l-bayt. 

,,■„ , .o^i. inn«»\ Lampe hat erfüllt das Haus . „, , onoN 

(sod ber abdMlah, 18. Februar 1902.) r (18. lebruar 1902.) 

(d. h. das von ihr ausstrah- 
lende Licht). 

4. (23.) 

hke hize lük: bi-rigem di Errat, errat dir: Auf einem ge- fassir : mdsrafah melänah td- 

mile ferdra. flochtenen Teller, voll von dm ha yd. 

Mytem di milöt kibköb. weißem Ta'äm. — Der as . sam ^ ma fdn nujüm. 

,,. .r. ,-, t .«.„«■> Himmel, der voll ist von : ,.,„ „ , ,„.., 

(muhdmmed ber Ali, 19. Februar 1902.) ' (19. Februar 1902.) 

Sternen. 

5. (24.) 

hizS hizS lük: min wäl war Errat, errat dir: Von einem fdssir: min wa'l ica-ddbyah 
renüti irit u-derhis wo- Steinbock und zwei Wild- itntn wa-säi wa-tays 

addyd wa-agüz. 3 zie S en nud einem Kleinen wa-ajüz. 

1 Vgl Nr. 26. J Das Obige soll die allgem he Einleitung für Rätsel-Unterhaltungi-n sein. Darnach 

folgen die Rätsel. s agüz sagte Muhimmed deutlich statt ajOz; ebenso in Nr. 23 rigem statt rij'm. In Gischin 

gibt es viele Leute, die g statt j sagen. 



6 bis 11. 



III. Rätsel. 



185 



Mehri. 

zdydet wa-riwön zdydet ica- 
derhiz höz wa-teh wa- 
wa-agiiz. 1 

(muhämmed her äli, 19. Februar 1902.) 



Deutsch. 

einem Knochen und einer 
Alten. — Ein weibliches 
Wild und Wildziegen weib- 
liche und eine kleine Ziege 
und ein Ziegenbock und 
eine Alte. 2 



hize hize luk iva-mize mize 
luk wa-hemzah buk 

humil di Gaus&n yekkddsen 
buk. 

(i6d her abdällah, 19. Februar 1902.) 

hize hize luk iva - mze mze 
luk wa-he gdsar buk tca- 
hcmzdh buk wa-hdlis buk 
ica-hmü di-mäyon yik- 
kefsen buk iva-gaj mag- 
sei' yeslagfen t/'d: 

(söd her abdällah, 8. März 1902.) 



Hadrami. 

al-unta hag l-wal, yugäl lahä 
bi-l-mehri zdydet, wa- 
drnab xoa-zdydet unta 
min jami el - imüiüs, 
toa-sdh, mdna gdnam, 
wa-tays wa-hörmah . 3 

(19. Februar 1902.) 

fässir, ädhan, Id tandm, wa- 
dnturn battälm. 

md mahal yusämma Gausen 
büdd gidhi yekerdihäk. 

(19. Februar 1902.) 
7. (82.) 

Rate, rat für dich, und paß ahzt lek wa-änta yati w-anta 



6. (26.)* 

Errat, errat dir, paß auf, paß auf 
für dich und scherze mit dir. 
— Das Wasser von Gausen 5 
rollt dich fort. 



auf, paß auf für dich, und 
er lacht über dich, und er 
spaßt mit dir, und er scherzt 
mit dir, und das Wasser 
des Wasserlaufes wirft dich 
um. und der lachende Mann 
ergreift dich. 



bellet kaldmak md ydn- 
gasi wa-tethduwioas bi- 
n-nefs wa-m.d al-mayän 
yandig bek wa-rijjal 
yati yaydicirak 

(11. März 1902.) 



8. (83.) 

hze, hze luk min si birek ga Rate, rat für dich von einer ahzi lek min si fi-l-ga mahn, 

mahsi. — amel. Sache in der angefüllten — 'amdl. 

(sod her abdällah, S.März 1902.) Erde. — Saatfeld. (11. März 1902.) 

9- (84-) 

hze, hze lük, bi-ii bi-jiMl se Rate, rat für dich nach einer ahzi lek bi-si fi-l-jebel md 

Id. — sijer. Sache am Gebirge, keine si. — sijer. 

{söd bei- abdällah, 8. März 1902.) Sache (=ist sie nicht). — (U MUrz 1902 ) 

Bäume. 

10. (85.) 

hze, hze lük. si birek rörim Rate, rat für dich. Eine Sache ahzt lek si fi-l-bdhr; md si. 

is-s$y lä. — zayd. im Meere; es ist keine — sed. 

[md her abdällah, S.März 1902.) Sache. — Fische. (11. März 1902.) 

11. (86.) 
hze,hzelukbi-ydjyehüdimmin Rate, rat i\\r dich von einem ahzi lek min rijjdl yahdum 

has hiyum tesrög te tijzd Mann, er dient von Sonnen- min yöiit tesrug as-sdms 

yehöfi se lä. — mikyol. aufgang bis Sonnenunter- ] }attd ta gfö M _ m iJcydL 

(söd her abdällah, 8. März 1902J f a "^' el ' v 01 ' 131 ^ keme (11. März 1902.) 



1 agüz sagte Muhämmed deutlich statt ajüz; ebenso in Nr. 23 rigäm statt rijem. In Gischin gibt es viele Leute, 
die g statt j sagen. - Die Antwort scheint der Junge (Muhämmed ber Ali) im richtigen Wortlaut vergessen zu 

haben. Er war 12 Jahre alt und ein Gidhi. 3 Ich notierte derhiz = klein j höz = Ziege; tays = Ziegenbock. 

4 Vergl. Nr. 20. 5 Gausen ist eine Lokalität im Gebiet des Stammes Gidhi. 

W. Hein, Meliri-Texte. 24 



186 



III. Rätsel. 



12 bis 19. 



12. (87.) 

Mehri. Deutsch. Harlrami. 

hze, hze lük bi-gaj tad ye- Rate, rat für dich von einem ahzi lek bi rijjdl wdhid, yasöl 
nüzuf jimem le hähyö'r Mann, er hebt empor die al-rnd hdgg al-biyür wa- 

wa-yistor min kell ta- Wassermengen der Brun- 

rifem wa-yihfdywi i-se T' T* "' T"^ V ° n 

,* 7A7 allen Seiten und verschüttet 

La. — dolu. . , , „ r , , , 

nichts. — VVasserschlauch. 

(sod her abddüah, 8. März 1902.) 

13. (88.) 

fyze, hze lük bi-harniöt. Tiäbü Rate, rat für dich von einer Frau, 

yehddmims wet lad ye- die Leute dienen ihr, sobald 

himmis M yahadmims sie sie nicht mchr wollen, 

— sarwät. ' zerstören sie sie. 

Brunnensrerüst. 

(sod ber abddllah, 8. März 1902.) 

14. (89.) 

hze, hze lük bi-hdrmet tayt Rate, rat für dich von einer ahzi lek bi-hörmah v<ih<l<ih 
tehüdim wagt wa-temüt. Frau, sie dient eine Zeit tdhdum wagt wa-temüt. 

— nahlit. l,nd stirbt - — Die Dattel- —nahleh. 

(sod ber abddllah, 8. März 1902.) palme. ^ ^^ 1902 _j 

15. (90.) 

hze, hze lük bi-gayj yohaudim Rate, rat für dich von einem ahzi lek bi-rijjal ydhdum 
we yaghaub fseh lä. — Mann, er dient und es wa-lä yeftb gaddh. — 



Das 



yesta'ig min kul tardf, 
wa-mä yetayyir si. — 
dal". 

(11. März 1902.) 

ahzt lek bi-hörmah, an-nds 
yahdumünha Üa rnä-'äd 
begauha, yahribv riha. 
— tesruah. 

(11. März 1902.) 



hendül. 

(sod ber abddllah, 8. März 1902.) 

hzi, hze lük bi -härmet ta- 
hüdim wdgt, wa-ibür. 
— sihdrjet. 

(sod her abddllah, 8. März 1902.) 
Mehri. 



'kommt sein Mittagessen 



nicht. 



Die Ruhebank. 



al -hendül. 

(11. März 1902.) 



16. (91.) 
Rate, rat für dich von einer ahzi lek bi-hörmah tdhdum 



Frau, sie dient eine Zeit 
und geht zu Grund. — 
Die Kiste. 

17. (10G.) 



wdgt wa - tetbawwai 
wdgt. — sihhdrah. 

(11. März 1902.) 



Deutsch. 



hze, hzi lük be-gayj, habü yagdlgem teh Rate, rat für dich von einem Mann, die Leute 

iva-had yekdl as tili Id. — kibkib sehen ihn und niemand kann wie er. — 

ijvhrnr fr tar jibil, ydmöl basfit. Der Stern, er fallt herab bis auf den Berg, 

(dli ber Ue, 9. März 1902.) C1 ' ma ° ht e ' n L ° cL 

18. (107.) 

\zi lük be-gaj yahdutir birelt rihbit. Und rate, rat für dich von einem Mann, er 



— hattof. 

e, 9. März 1902.) 



schlendert in der Stadt herum. 
Fanghaken. 



Der 



19. LOS 



a hzi, hzi lük bi harmit, an herjöt mini 
bSyts, tekün fafdyt. hiyum. 

dli her Ue, 9, März 1902.) 



Und rate, rat für dich von einer Frau, wenn 
sie herausgeht aus ihrem Haus, ist si.' 
nackt. — I>ic Sonne. 



20 bis 26. 



III. Rätsel. 



187 



20. (109.) 



Mehri. 



Deutsch. 



ira-hze, hze lük bi-harmet al-gut se lä. 
hob in higtait. 

(Ali ber ise, 9. März 1902.) 



Und rate, rat für dich von einer Frau, sie hat 
keine Schwester. — Höbin higtait (der 
von den Seinen getrennte Stein). 1 



21. (123.) 



hze, frzi lük, wa-mze, mze lük min st talams- 
eh wi-tham'ah wa-s-sänyah' 2 lä. — r'tyeh. 

(sälih ber musallim, 11. März 1902.) 

22. 

hze, hze lük min st yiten ioa-ysobä lä. — 
siwöt. 

{sälih ber musallim, 11. März 1902.) 



Rate, rat für dich, und paß auf, paß auf für dich 
von einer Sache, du greifst sie, und du hörst 
sie und du siehst sie nicht. — Der Wind. 

[124.) 

Rate, rat für dich von einer Sache, sie ißt und 
wird nicht satt. — Das Feuer. 



23. (125.) 



hzi, hzd h'tk min hassa wa-bitta ica-bizza. 
— häzan, beyt, mahzen. 

(sälih ber musallim, 1 1 . März 1902.) 



Rate, rat für dicli nach (den Wörtern): Er hat 
rasiert und er wurde geschnitten und er 
wurde erbeutet. — Die Burg, das Haus, 
das Zimmer. 3 



24. (126.) 



hze, hzi lük min uro yestanyot* sweswe. — 
adfor. 

(sälih ber musallim, 11. März 1902.') 



Rate, rat für dich von zweien, sie sehen sich 
gradaus an. — Adfor (eine Pflanze). 



hze, hze lük min st, ydsut birek gfi 
häräum taüicwineh. — ■ märay. 

(sälih ber musallim, 11. März 1902.) 



25. (127.) 
ira- 



Rate, rat für dich, von einer Sache, sie steht 
auf der Erde und die Ziege 
Der Mär'ay (eine Grasart). 



auf der Erde und die Ziegen essen sie. 



26. (128.) 



hzi, hze lük min hugrit wa-hibinseh hasrof. 
— mdell& wa-fndjnat. 

(s&W} her musallim, 11. März 1902.) 



Rate, rat für dich von einer Sklavin und ihre 
Söhne sind Edle. — Die Kaffeekanne und 
die Kaffeetassen. 5 



1 Das ist ein alleinstehender Felsen im Wädi Gabüri, beiläufig eine Stunde von Gischin entfernt. - Für 

ti&nydh (Müller). 3 Die Wörter in der Frage, deren Bedeutung mit der Auflüsung in keinem Zusammenhange steht, 

sollen in ihren Anfangsbuchstaben die Anfangsbuchstaben der zu erratenden Wörter geben. Es wäre daher statt des 
dritten Wortes der Frage ,biz:a' richtig ,missa' zu lesen. 4 Lies yeHanyol (Müller). 5 Die Kaffeekanne aus Kupfer 

kommt über das Feuer und wird russig, daher wird sie als Sklavin bezeichnet, die Kaffeetassen sind nicht geschwärzt. 



24* 



IV. SPRÜCHE. 



1. (29.) 

Mehri. Deutsch. Hadrami. 

dihöfermakfirüt,yijärbirMs. Wer eine Grube gräbt, fällt in man ydhfur höfarah, ydsgut 

(üli her ise, 20. Februar 1902.) sie. 1 flha i 

(24. Februar 1902.) 

2. (92.) 

diktur groyeh, kitrot mal- Wessen Kede viel ist, dessen min kdttar kalämuh, katar 
mätli. Tadel ist viel. m in mitluh 3 

(sod her ahdullah, 8. März 1902.) (November 1903.) (11. März 1902.) 

3. (94.) 

di - haßbr mahfirot, yegär Wer eine Grube gräbt, fällt in sie. mdnhdfar hufrah, sagdt fika. 

berklS. (12. März 1902.) 

(söd hei- abdäüak, 9. März 1902.) 

4. (95.) 

mdr yendka bi-hzzün. Die Zeit kommt mit (bringt) al-mada yeßb al-husvit. 

(sod her abd&llah, 9. März 1902.) Burgen. 4 (12. März 1902.) 

5. (96.) 

gahbet tettewiben lä Die Hure bereut nicht. el-gabeh mä tatüb. 

• 9 März 1902.) (12. März 1902.) 

6. 
humü an bdr kidir lad had Wenn das Wasser schon getrübt al-mä illa kdd fyamdj mä '6d 
yetdgineh lä. ist, trinkt es niemand mehr. had yeirdbuh 

■ ■„/,, 9. März 1902.) (12. März 1902 

1 Im gul i. Hadrami beiß) dieses Sprichwoi | ffh. — 20. Februar 1902. -' Vgl. Eccl. 10, 8. 

ii. 4 Vgl. Die Zeit bringt Rosen Mii.i.kr). 



7 bis 16. 



IV. SprCche. 



189 



Mehri. 



ddyf yibgö'd <]äyf. 

(sod ber abdällah, 9. März 1902.) 



de-ltug be-Ser beh löteg. 

(sod ber abdällah, 9. März 1902.) 



7. (98.) 
Deutsch. 



Hadrami. 



Der Gast haßt den Gast. ad-d&yf yibgad ad-dayf. 

(12. März 1902.) 

8. (99.) 

Wer tötet im Bösen, bei dem ist ya gätil absir b l -il-gätl. 
das getötet werden. (12. März 1902.) 



9. (100.) 

ber amirk Mik meken, bei' Schon habe ich dir viel gesagt, ki'id gilt 3 ldk ketir, laggau 



dmlem wutomeh 2 . 

(sod ber abdällah, 9. März 1902.) 
Mehri. 

rnusekter möleh yihzdubeh fagir. 

(söd ber abdällah, 10. März 1902/ 



machet schon ebenso. kida. 

(12. März 1902.) 

10. (lll.) 

Deutsch. 

Der Verschwender seines Gutes ist am Morgen 
arm. 



11. (U2.) 

sau'r di-foijür yighäbk min birek göti. Der Bat des Sklaven kommt zu dir vom Nacken. 

(söd ber abdällah, 10. März 1902.) 

12. (113.) 

u-a-hdor be-bedi, bedi yenofä Id. Und hüte dich vor der Lüge, die Lüge nützt nicht. 

(sod ber abdällah. 10. März 1902.) 

13. (114.) 

tca-Mör min tahtilef, mahtalof gamm. Und hüte dich uneinig zu sein, die Uneinigkeit 

(sod ber abdällah, 10. März 1902.) ist schlecht. 

14. (115.) 

wa-hdor min ta'amol baij wa-sire min gayr Hüte dich Handel zu machen ohne Erlaubnis 
idn di-Mbek. deines Vaters. 

(sod ber abdällah, 10. März 1902.) 

15. (116.) 

wa-kel di-dysig, hdyr. Und jeder, der liebestoll ist, ist ein Esel. 

(sod her abdällah, 10. März 1902.) 

16. (117.) 

yetiüiy wa-ywöda lu ica-yfgor we-yhäusib Id. Er ißt und weiß es nicht, und er ist arm und 

(said bin säum, 10. März 1902.) rechnet nicht. 



1 abSir b mißverständlich für be-sar beh, wie es ja im Mehritext stpht (Mlxler). - Mehri lautet: sie hauen 

es auch schon getan (Miller). 3 Für gult (Müller). 



190 



IV. Sprüche. 
17. (143.) 



17 bis 23. 



Mehri. 



Deutsch. 

Ach über den, der einen Bruder hatte und er 
starb. 



gidSmeh kdd 1 seh gah täd ice-mvt. 

(bahil her äskeri, 14. März 1902.) 

18. (144.) 

gidi'uieh käd* seh deryeh ar gajjüten. Ach über den, dessen Nachkommenschaft nur 

{halnt her äskeri, 14. März 1902.) Mädchen sind. 

19. (145.) 
Ach über jeden, der eines Kamelhengstes entbehrt. 



gidemeh kal de-adüm minh i beär. 

(balßt her äskeri, 14. März 1902.) 

hehar yeten teyri wa gäisa. 

(bahit her äskeri, 14. März 1902.) 

zv-geddmeh kal di-sugü§ toli di-nhör. 

(hahit her äskeri, 14. März 1902.) 

wa-gedemeh kad ärüs b-ägüz söfer. 

(balßt her äskeri, 14. März 1902.) 



20. (146.) ' 

Der Alte ißt Grünes und Trockenes. 

21. (147.) 

Und ach über jeden, der frühnachmittag geht 
und nach Wasser gräbt (?) 2 

22. (148.) 

Und ach über jeden, der eine Alte heiratet, 
eine Herbstfrucht. 



23. (152.) 
de hdüm tuwwö, wad sibd sugwö, wed Wer arbeitet ißt, und der Satte ist stark, und 
suküf hijwö. wer schläft, ist untätig. 

(sod her abdällah, 15. März 1902.) 
1 Für kal-de (Miller). 2 So Ms.; die letzte Phrase steht nicht im Texte (Müller). 






V. SPIELE. 



1. (38.) Der Kranke und der Arzt. 

Mehri. Deutsch. Hadrami. 

1. ämür: gäj be-ser. wa-t i. Er sagte: Ein Mann ist im 1. gälü: rijjäl marid. läge- 

bi-hilli, yardybem leh. wa-te- Übel (d. h. krank). Und als es deh fi-l-Uyl ye'rja 'aleyh. 



k-s-sobeh, yazdubah skel. 



Nacht ist, sagen sie über ihm: 
,hey bi harnrähä. 2 Und als es 
am Morgen ist, befindet er sich 
(am Morgen) wohler. 

2. Und als es ein Tag war, 
sagten sie: ,Was war sein Heil- 
mittel'? 

3. 8ie sagten: ,Sein Heilmittel 
war die Tochter des Yimäni, 3 
Fatmeh, welche die Frauen ver- 
steht und die tote Frucht (im 
Mutterleib) kennt. Es ist aus. 



ica-lagedeh sobh yesbah dskel. 



2. te nhor tayd, amorem: 
fiesen tdbbah'? 

3. dmör: .tdbbah bas Imeni 
Fdtmeh, thdwwul la-agzon 
wa-tagäurim 1 mdatuwor. ga- 
zdut. 

(sod bei- abddllah, 22. Februar 1902.) 

Anmerkung: Dieser Text bezieht sich auf ein Spiel der Knaben, in welchem einer den Kranken, ein anderer 
den Arzt vorstellt. Die Anspielung- auf Fatmeh soll offenbar einen versteckten Witz enthalten. 



2. te yaum icdhdah gälü: 
,wts tdbbafr? 

3. gäla: Jdbbah bint yi- 
meni Fdtmeh, tälucaVl-harim 
wa-tdrif 'l-weled, "lUdi hu 
mayt fi-l-batn. 

(22. Februar 1902.) 



2. (39.) Der Besuch des Arztes. 



Ein Knabenspiel. Knaben bilden einen Reihen mit zu Torbogen gebildeten Armen; sie gehen einer nach dem andern 

durch diese Armtore. In der Mitte liegt zugedeckt ein Kranker. Es kommt der Arzt, der dem Kranken helfen soll und sagt: 

Mehri. Deutsch. 

1. ,hey bi-hamrähd i ! i l. ,<;>, ihre Röte'! 

Darauf sagen die Knaben im Kreise: 

2. ,ivi-yehey bi-hamrähä'! 2. ,Und o, ihre Röte'! 

Darauf sagt der Arzt : 

3. ,jodib % Ms si ti nehey? 3. ; Geh fort zu ihr mit mir, bis er röchelt'! 

1 Lies tagdurib. - Darüber siebe die folgende Nummer. 3 Yimäni ist der Name des Oberhauptes der 

Tamin, der in Gäsam residiert. Der berühmte Yimäni ben 'Abdallah starb vor wenigen Jahren. Heute regiert sein 
Sohn 'Ali beu Yimäni. 4 hdmrah soll die Bezeichnung für Schmerzen in der Brust und im Fleische sein. Kopf- 

schmerzen u. dgl. sind darunter nicht verstanden. Wenn jemand von einer Schlange gebissen wird, so bindet man eine 
Bergkristallkugel oberhalb der Wunde fest und spricht dazu das ,hey bi-hamrahd' . 



192 



V. Spiele. 



3. Ringelspiel. 



Darauf sagen die Knaben, wie vor: ,wi-ythey bi-hamrah d' ! 
Darauf sagt der Arzt: 

4. ,yehdy li-seddyk kirebük'! 

Daraufsagen die Knaben wie vor: ,wi-yehty bi-kamrähd!' 
Darauf sagt der Arzt: 

5. ,hey bi-hamrähd'! 

Darauf sagen die Knaben sehr vielmal und sehr schnell: 

,bi-hamrähd' ! 
Dann steht der Kranke auf. 

(söd her abddllah, 22. Februar 1902.) 



,Und o, ihre Röte!' 

4. ,0 daß ich vertreibe deinen Kummer'! 

,Und o, ihre Röte'! 



5. ,0, ihre 

.Ihre Rute'! 



Röte' 



Mehri. 

1. gajiimten, has bi-hilli, 
tadduwyen, tattögen bi-hidü- 
ten la-tayt hldäysen wa- 
tndhjen: ,we-d hawäylah di- 
jär u-mon bidduk mihtdym'. 

2. wa-äglat legerob be- 
teref. tezifnen; teiebdn, ta- 
bdren: ,ice-d haweleh di-jär 
wa-men bidok e mhitäym 1 . 



3. henobet tdumer: ,we-d 
haiceleh di-jär.' wa-gamiöten 
tdmren: .ua-men bidok e 

■iiiluti'nim'. 

4. wa-mgören tahatlögen 
hidüten li-tlt idäysen wa- 
I hären kel tit mkön. 

(sod her abddllah, 24. Februar 1902.) 



3. (59.) Ringelspiel. 

Deutseh. 

1. Die Mädchen kommen, wie 
es bei Nacht ist (des Nachts), 
sie fassen sich bei den Händen 
untereinander und spielen : ,Und 
es ist sein Mutterbruder, der 
gefallen ist, und wer zerreißt 
den Strick'. 

2. Und die Verständige (die 
Anfüli rerin des Spieles) nähert 
sich dem Ende (des Reigens). 
Sie tanzen ; bis sie genug haben, 
gehen sie (des Nachts): ,Und 
es ist sein Mutterbruder, der 
gefallen ist, und wer zerreißt 
den Strick'. 

3. Die Große (die Anführerin) 
sagt: ,Und es ist sein Mutter- 
bruder, der gefallen ist'. Und 
die Kleinen sagen: ,Und wer 
zerreißt den Strick'. 

4. Und dann lassen sie die 
Hände untereinander los und sie 
gehen (des Nachts) jede einzeln 
an (ihren) Ort (d. h. nach Hause). 



IJadrami. 

1. al-bandt, yörn bi-l-W, 
yadiven, yetgäbaden bi -l- 
yadddt beynahum (so) ben wa- 
taTäben wa-tgülen: : ahwäluh 
sagät wa-min gatdb al-hdbl'. 

2. iva-l-'ägilah tdgrub ß 
tardf. tazuffen; idd sebden, 
sarin: ,ahwdluh sagät wa- 
min gatdb al-hdbl'. 



3. al-kebtrah tagül: ,ah- 
iväluh sagät'. wa-sugayridt 
tagfden: ,ica-min gatdb al- 
hdbl'. 

4. ica-bd'd ydtligen yaddd- 
tahen li-dnfusahen wa-yas- 
rin küllu wdhdah mkän. 

(28. Februar 1902 



Mehri. 

i. äajinüten, voai bi-hÜli, 
U ndhjen ^abürdgi'. wa- 
hädget trid beh addyd min 
hidis riheg. 



4. (60.) Haburägi-Spiel. 

Deutsch. 

1. Die Mädchen spielen sobald 
es bei Macht ist, ,Habüragi'. 
Und die Scharfblickende (d. h. 
die Geschickteste, die das Spiel 
[eitel wirft ihn, dm Knochen, 
weil von ihrer Hand. 



Hadrami. 

i. al-bandt, ild bi-l 
yeVdben ,habürdgi l . wa-l- 
hddigah tendüg /<»// 'ddm min 
yiddaha ba'id. 



4. Habtträgi-Spiel. 



V. Spiele. 



193 



2. ica-tgdlgen mlnh. v:a- 
dn tit kasdth, tmoüzimeh 
hadget. wa - teftajüjen min 
tireh, te telhumin 1 be-viidön. 
wa-telh.dm.en 1 be-midon. bes. 

3. w at adiyu beh. terid 
hadget, tomer: ,h.öbire'g i . wa- 

tahicdhyen gajinüten, tagdlgen 
mlnh. 

4. ica-kal d-kseth, taictz- 
mah dglet. ica-dglet telhdum 1 
beh midön. wa-mgdren 
tebären he-biyetisen. bes. 

(sSd btr abd&llah, 24. Februar 1902.) 



2. Und sie sehen (= suchen) 
nach ihm. Und wenn eine ihn 
gefunden hat, gibt sie ihn der 
Scharfblickenden. Und sie ren- 
nen von ihm weg, bis sie erreichen 
das Ziel. Und sie erreichen das 
Ziel. Genug. 

3. Sobald sie zu ihm (das Ziel) 
zurückgekehrt sind, wirft die 
Scharfblickende, sie sagt: ,Hö- 
bireg"'. Und es laufen die Mäd- 
chen, sie sehen nach ihm (dem 
Knochen). 

4. Und jede, die ihn gefunden 
hat, gibt ihn der Verständigen. 
Und die Verständige erreicht 
mit ihm das Ziel. Und dann 
gehen sie (des Nachts) in ihre 
Häuser. Genug. 



1 Lies lelhömin, telh&men telhdum und ydlhamen (Müller). 



2. wa-tadduioiccren min- 
nah, wa-ila wdhidah hassa- 
lätuh, tatiha al-hädigah. wa- 
yetanätafen min föguh, luHta 
yalmdsen al-midän. wa- 
ydlhamen 1 buh almiddn. bes. 

3. ilä Ytden buh, tendug 
buh al-hädigah, tegül: ,tenebbi 
buh', ica-yahubben al-bunay- 
yät, yaddiciren minnuh. 

4. icä-lladi hassaldtah, 
tat di al-agilah. wa-l-ägilah 
talmds buh almidän. n-a-bad 
yesren ila biyütahe». bes. 

(28. Februar 1902.) 



W. Hein, Hehri-Texte. 



INDICES. 



Abdallah, Sultan von Sehut 6, 

Anm. 
Abessynierin 18, 19; 44, 3; 95, so 
Abu, Nuwäs (Ba-nuivwäs, Bana- 

wds) 3 ff. 
Affayrah (Fayrah) n. p. f. 
Ahmed bir Göbsa n. p. m. 38, 32 
Ajenaf 11. p. f. 145, 23 
Äkakümber n. p. f. 30, 2 
Ali her Tdu'ari n. p. m. 123, is 
Amerduten n. p. m. 156, n; 180, 6 
'Amir 11. p. in. 175, 12 
Araber, — in 18, s; 117, 1 
Ardahdyt n. 1. 156, r, 
Arindyt n. p ? 164, 8 
Assdud (Berg) 142, 30 
Atoben Cltdb) n. p. in. 160, 1 
Audät bir Umbüs n. p. m. 160, 8 
'Aiuad n p. m. 164, 1 
Azizah m. p. I. 165, 1 

Bagilah 'u. p. f. 6. Anm. 7 
Bäkiret n. |>. m. 173, 62 
Bäl kdi = Dickbauch 15, 28 
B&kor de-k-Keioirdn (Bdkrah bin 

Kawrän) n. p. m. 172. 25 
£en Balidur n. ]>. in. 156, 17 
Benyoni = Baniane 183, s 
/.'</■ .1////' 11. g. 5, 19; 158, 1 

— Agil n. p. m. 6 1, 19 

— Ali ber Musdllam n. |>. in. 
L60, io 

— (bivii) Amerduten n. p, 111. 
L56, u; ISO, G 

— Zföjri n. p. in. 156, 7; 167, s 



I. Namenindex. 

(Die Zahlen geben Seite und Zeile an.) 

Ber Bögi ber Hamed n. )>. in. 
168, 5 

— Belhdf n. p. m. 172, 29 

— Gadeh n. p. m. 154, Anm. 
155, o; 156, 4 

— Gani n. p. m. 161, s 

— Jdun n. 167, 1 

— Küddeh u. p. m. 178, 23 

— Masdud (Felsen) 162, 21 

— Mdusim n. p. m. 157, 1 
—(bire')-Nhis 123, u 

— Sildym 11. p. m. 157 

— (bire) lammoni n. g. 180, 2 
Birg ais-Sems = Sonnenblitz n. 

].. f. 55, 1; 112,2 
Bir Belhüt - (Brunnen) 27, 2s 
Bü ber Häuf (Nordwind) 181, 1 
i',n Suwdyrib n. p. m. 144, 20 

Parbid (Tal) 162, 19 

Debur 162, 23 

Derjet (Ras Dartscha) 182,8 

Difgdut (Berg) 168 

Dojib (Berg) 24, 15 

Dukkon (Berg) 182 

Fiihitah 11. |i. f. 28, 1:1; 60,22; 

112, a ; 100, n 
FÜfil (Schlucht 1 14, 10 
Fiyüg | Brunnen) 155, s 

Gatmir n. 1. 170, 1 
Gaus 1 Berg) 169, 1 
Gauien n. I. 185, . 
Geibib (Berg 156, ,; 



Gidhi n. g. 158, Anm. 
Gimse n. p. m. 156, 15 
Gisehinerin 137,3; 138, 10 
Gtabob (GeSUb) (Berg) 156. 13 

Habbet lül n. p. f. 67, 2<; 
Hadijah bint Solem n.p. f. 160, 4 
Hadijah bint Sa'd n. p. f. 169, 2 
Hadrami 11. g. 74, 4 
Haäramüt n. 1. 14, 211: 43, 5; 58 10: 

162, 7 
Hagäb % Nsayb (Mahjüb Nasib) 

Name eines Sklaven 156, i 
Hajej (Scblucht) 162, 3 
Hamed n. p. 111. 100, 10; 182, 3 
Hanoni n. p. f. 30, 5 
Hibre min hile n. p. m. 109, 19 

u. Anm. 4. 
Hide'j (Glotzauge) n. p. f. 123, 11 
Ilijer 183 

Hjöl (ein Stein) 179, 17 
Ilii/im (Gebirge) 182, 20 
Hiyüm n. p. f. 96, 1 
Hirziye 11. p. m. 156, 15 
Hizi 11. ]>. in. 156, n 
Hobin higfait 187, Anm. 
ha-^Imen (el- Jemen) 26. 29 

'Isä n. |>. 111. 175, 12 

'7*7)1 (so! Wädi) 14, Anm. 4 

J ardnah n. ]>. E. 1 16, so 
Jibhdun 1 Berg) 161, u; 167, s 
Jiman (der Eängebauch) 174 

,/idi 11 11. |>. in. 167. 1 



Indices. 



195 



Kahdüt n. 1. 172, 8 
Kasmet n. p. f. 116, 15 
Katiri n. g. 144, 31 
Ked-an-nisa n. p. f. 81, 22 
Kerison 11. p. m. 181, 1 (unten) 

Lehdut (Tal) 175, 3 
Leylenüt n. p. f. 1-6, 31 
Liben, n. 1. 179, is 

Magteg (Berg) 163, 7 
Mahdmd n. p. m. 139, 2 
Mahd t ah n. p. f. 31, 4 
Mahaymiden 11. p. m. 128, 20 
Mahaymüd n. p. m. 126, 31 
Mehriyut (Mahrafrau) 137, 3 
Makalla n. 1. 38, 9 
Marti 183, 37 
Masaddy n. p. m. 156, 12 
Mesar n. p. f. 169, g 
midyit (Westwind) 181 
Migebi 11. p. rn. 156, i 
Minsdyd 181, 3 
üfinü (T«Z) 162, 19 
Mizzdyt göfer n. p. f. 123 
Muallim 27, ig; 46, 13 
Mubarak n. p. 111. 27, 22 
J/jJfammecZfüie/icwnc^n.p.m. 170 



MuhdnniS Kadibeb n. p. in. 146. :: .. 

Nezer (Tal) 162, ia 
Nihef (Tal) 170. , 
Nsayb 156 
W/V n. p. f. 60, 25 
Nur di hiyüm 184, 12 

Portia von Gischin 116 

Rüfdy n. p. m. 156, 4 

Raurem de kiskis n. p. f. 116,24 

Sa\l Nuhdyl 179, 
Sad n. p. m. 167, 2; 180, 1 
Sagemüten (Tal) 162. 1« 
/Sa<7</«/(MoseheeinGischin)123,33 
Sa^d 27,29; 159; 164..,: 170, g 
Sa'idbinSimdyrix.j). m.lD8, A11111. 
SaZa£ 182, 4 Mitte 
Sallemi 169, 1 
Sallimat 123, is 
Sankür (Sklavemiame) 24, is 
Sarhäi 11. g. 169, 6 
Sann- 11. 1. 172. 22 
Sawähil n. 1. 156, 1; 160, 1 
Sdrwi, Serwi, Serweyn = Ras 
Scheriven 177: 178, 29 



Sehüt 6, Anm. 

Shdyli n. p. in. 156, 15 

SuZei n. p. f. 123, 8 

Sokofra 11. 1. 172, 19 

Solem (?) &er Saldym 157, 3 

Sulim (?) Sin Simayr n.p. 111. 158 

Suhdyah 11. p. f. 123 

Suweyd n. p. 111. 167, 1 

Stör n. 1. 172, ig 

Tduari n. g. 162 — 163 

IFerii n. p. f. 94, u 

Yanofi (Berg) 162. 12 
Yednüt u. Yedwut 1 Wädi) 161, 4 
Yellehi (Wasser) 156, 13 
el-Yemen (so! n. 1) 26,29 
Yentüf (Bezirk von Gischin) 123, 

is ; 167, 9 
Yimdni 11. p, m. 191 Anm. 3 
Yibdrim (Tal) 170, 4 

Zayäri n. g, 156, ig 
Zcu/cZ n. p. m. 167, 4 
Zigayd (Tal) 170, 2 
Zorn (Tal) 172, s 
Zuwedi 11. g. 170, 5 



Affe 88, 24 

Agabit- Vogel 174 unten 

Aloebauni 44, 9 

Alte 4,7; 22, u; 61, 11; 116, .3 

— mit 7 Augen etc. 13, n 

— vom Baum schütteln 62, 18 
Alter 118, 2 

Ambra 136, 21 unten 
Ameise 31, 34 

— heiratet 54, 15 unten; 112 
oben 

Anblick eines Mädchens zu be- 
zahlen 50, 22 

Arik-Baiun, dessen Zweig kauen 
133,2 

Arznei geben 



II. Sachindex. 

(Die Zahlen geben Seite und Zeile an.) 

Arzt -(Kinderspiel) 191 
Asche 140, 2G 
Aufgaben stellen 55, is 
Augiyyah (Gewicht) 48, 5 

Backofen anzünden und die Alte 
hineinstoßen 34, 22, 29 

Badewanne, Glas hineinschütten 
40,5 

Baglah - Datteln 93, 31 

Balken als Bruder erklären 13, 29 

Ball - Schlagholz aus Gold 41,4 

Bank, goldene 95, 25 

Bankert 147, 17 

Bart abschneiden 36, 4; 111,3; 

118,15 



Bart rasieren 151, 2 
Bastard 137, n unten 
Bauch der Frau 127, 24 

— aufschneiden 142, 17 
Baum (sprechender) 31, 30 

— des Nutzens und des Scha- 
dens 93, 26 

— (unter dem Baum sich ver- 
bergen) 102, 24 

Bäume über Gräber wachsen 

129, 22 
Beduine 11, 11; 27, 4: 50, 28 
Beduinin 139, 15 
Besinnung schwinden durch 
Stockschläge 05, 28 
148, 17 

25* 



196 



Indicks. 



betäubl werden mit Kaffee 33, 26 

— — — Wein 120, 16, 29 

Bettlergruß (Gedicht) 160 

Bisr-Datteln 94, 3; 128, 3 

Blätter essen 118, i 

Blut, (Menschen — ) in Leder- 
schlauch füllen 60, 29 unten 

Borte aus Gold 145, is unten 
idmal brennen 16, u; 120, ig 

brandmarken 120, 22 unten 

Braut verkrüppelte 75, 24 

Brautpreis (Kaufsumme) 53, 12; 
58, 1; 63, 3: 76, _: IS, ■;,;: 88, 1; 
94.2:;: 110, 10; 117.,.,; 135,9; 
150, 13 

Brief im Koffer 38, 30 

Brunnen mit Haifischen 149,29 

Brustschmuck auflesen (Weg- 
hindernis) 101, 11 

Büchse (Dinge verstecken) 26, is; 
93. is 

Burg 67, ,•;; 144, 2-. 

— bauen 43, 27: 113, 13 

— — in einer Nacht 115, 25 
Butter i7 Pfund als Brautpreis) 

68,H 
Bzailiyet-Baum 129, 24 

Chamäkon (dämonisches Tier) 

107, 19 
Christdoni 21, Anm. 

I »atteln stehlen 11. 21 

I »attelpalme (auf die Dattelpalme 

flüchten.) 62, 1; 
Diebe 32; 58, 5 
Dombaum 8, ■_■.■, unten 
— fruclit 9. i 

— — in Bockhörnern 8, 33 
—kern im Halse stecken blei- 
ben 31, 6 

I »onnerstag 27, 20; 48, 2 

Eier \ erzaubern 58, 8, 23 

— rote l !•», 11 

Elefant 55, 2s unten: 114, 25 
1 iß I ledicht) 154 

: 117, 18 
Entla in der Ehe) 150, 2;, 



Erdgeist 44. 22 

Erlösuiii;- aus dem Feuer 28, 10 

Fackelschalen zertrümmern 123 
Fackelzug der Kinder vor di m 

großen Fest 123 
Fensterschauen 129, 17; 140,4 
Fest großes — kleines 99, 19 
Feuer anzünden 46, 7; 61, 15 
Feuerböcke 105, 5 
Feuer fressen 117, 19 
Feuerstein ins Getränk geben 

24, 30 
Fisch (im Fische gebären) 105, 19 
Fische verkaufen 28, 2s 

— aufschneiden 105, 21 
Fischerlied mit Fischnamen 183 
Flinten 17, 5; Lagsi— 180 
Flintengattungen 104, Anm. 
Frau, verlästerte 5 

Freitag 68, 13 

Friedhof 33, ,9 

Frühgebet '.»2, 21 

Fuchs (in der Fabel) 9,22: 10,22 

Fuß mit Zibet bestreichen 135 

Futterkorb 25, 34 

( rambüs 1 Spiel) 17, 33 

Garn drehen, spinnen 18,22; 

30, e; 37, 20 
Gastmalil 37, 3: 39, 17; 68; 71,22: 

76, 4; 86, 10 
Gebetsmatten 133. 19 
Geislein 104, 10 

Geister 108, 2 

( lelil in der Büchse 38, 31 

— werfen 62, 27 

Gesicht 125, 10 unten; 143, 37 
Gewicht (Körper) mit Gold auf- 
wägen I 1 1, 30 

— (Brautpreis bestimmen) 135, 20 
Gießbach (Weghindernis) 101, 25 
Gifl machen 93, 10 
Glas in die Wanne schütten 40, s 
1 Goldstücke scheißen 93, 6 
( irab ( im ( rrabe verweilen) 129, -, 
l iras bringen 31, is 

Haar \ erlangen 72, is 



I taarstäbchen 100, 22 
Habürägi-I Mädchen)-Spiel 192 
Ha dana don- Gesänge 158 

1 falm 1)1. 31 

Haifische des Teufels 104, 30 

Hals zusammenziehen = sterben 

33, 11 
Hände abschneiden 111, 10 
Haupt abschneiden 59, 10 
Höhle 12(1, 31 
Hennen 61, 31 

— die ein Goldstück Legt 91, is 

— die rote Eier legt 110, 19 
Henna-Baum 129, 22 
Hennenkopf speien 93, 15 
Herr der Welten 10, «; 32, 13 
Herz der Henne essen 92, 2 
Hirsekorn 3 

Hirtin 19, 15 

Hochzeit 15, 21: 23,22: 30, 19 
4i i, 16 ; 53, 12; 68, ig; 93, 3 
94, 29 ; '.'7, 35; 104, u; 122,2- 
140,3: 143,4: 146,24 

— mahl 57, 32; 98, .. 

— spiel 46, g 
Holzschüssel (Zauber) 64, 5 
Hörn wachsen '.»4. 1: 102, ia 
Hüftentuch 129. u 

— falte 58, 8 ; 137,25 
Hund 14, n: 31, 10: 139,9 
Hunde, bellende 61, 20 
Hündin, schwarze 22. 15 
Hund (Schimpfwort) 102,34 
Hure 133. 11; 150. n 
Hyäne (Fabel) 10, 34 

Iblis 104,30 

lll.kium 118,3 

'1 111,1 ina aus Seide 142, e 

[ndigo 35. g 

1 iimi f>5, 5; 103. 29; 108. 2: 111,30 

Kabile 34, 32 

Kadi 27. n: 34, 32; 84. 25; 133, 7: 

13.">. 10 
Kaffee machen l'.l. s: 33.2:.: I>4, i~: 
85, s; 120. ,7: 14 1. so 

Kaffeehaus 41.li 

Kamele 83, 28 



Indices. 



197 



Karnelfüllen 26, s 
Kamelhengst 101, 20; 117,25 
Kamelinnen 3, si; 7, 5; 24, 2c; 

25, sg: 61, 26 ; '-»4. ,,-,: 106, e; 

127, 8 ; 128,29; 154. 21: 177. g 
Kamelknecht 15, 29 
Kamm 100, 22 

Kanne aus Silber und Gold 116,? 
Katze (sprechende) 32. 6 

— als Verwünschung 123 
Kessireis (= ind. Reis) 98, 9 
Kind rauben 96, 31 

— schlachten 99, 34 
Kinnbart, rasierter 17, 32: 29, 6 
Kleider ablegen 140, 25 
Kleinvieh 50, 20 

Knochen bringen 31, 15 

— im Hals 139, 4 

Kohle bringen 31, 37; 139, 22 
Kopf begraben 33, 27 
Kopftücher festbinden 142, is 
Koran lesen 128, 35 
Kort (in einem Korb tragen) 

75, ia 
Küche 140, g 
Kuh 29. is; 31, n: 60, 3; 61, 35; 

82, 22; 139. u ; 147,2e 
Kuß(-schätzung) 29,3; 72, 30 

Lendentuchschürze 52, is; 145, 15 
mit Limonen bewerfen (Hoch- 
zeitsbrauch) 140, 5 

List der Frauen, Männer 

134, 20 
Loblieder 162—163, 167, 169 
Lösung aus dem Feuer 27, 35 

Mahli (-Flinte, silberbeschlagen) 

156,u 
Männergürtel 137, 6 
Männerkleider anziehen 120, 5 
Maultier 96, 8 
Medizin machen 128, 30 
Mehl mahlen 99, 33 
Milch der "Wildziege 139 unten 
- lecken 22, 17; 128, 27 

— schüssel 147, 31 
Morgengabe 68,9; 98, 10 
Moschee 93, 2S ; 123,33; 144, u 



Muslim. Muslimin 44,23; 55, is; 

103 (Gegensatz zu Jinni) 
Myrrhe riechen 141, 9 

Nagel als Schätzung 29, 21 

— brandmal 140, 'is 
Nasen abschneiden 28,22 
Netz (zum Fischen) 138, 23 
Noher (sprechender) Zauber- 
vogel 1 ff. 

— heiraten 54, 15; 111,29 

— (in einen Noher sich ver- 
wandeln 49, e ; 136, 2 ff. 

auf Noher reiten 137, 6 

Ofen '.»7. 7 

Opferaltar, -fest 127,-; 128,3unten 

Opfertiere 99, 20 

Parfüm 48, s 

Penis abschneiden, fressen 26, 
u; 123 

Perle (Zauber-) 55, 3; 113, 1 

Perleuhaufen auflesen (Weg- 
hindernis) 140, 10 

Pferd 22, 9 

Pfund 68,14; 119,20 

Pilgerkleid anziehen 80, 23 

Rabe (in der Fabel) 9, 22 
Rasieren 144. 10 
Rasiermesser schleifen 21,23 
Rechtsanspruch haben 50, 25 
Ringelspiel 122 
Rohr holen 139, 19 

Saatfeld 131,25 

Sack 98, 5 

Säge 31, 2i 

Sai'yah (zimmern) 120, 7 

Satan 118, s 

Sauermilch 139, 5 

Schaf, rotes 22. u; 

Schafe weiden 112, 20; 127, 13 

Schamtuch 48, 32 

Schatten (verfolgen) 8, 12 

Schlachten 21, 11; 26, 13; 38, 15; 

46, 31 ; 60, 29 
Schlachttier 112, , 4 



Schlange, sprechende 3:.'. 3 
Schlagwunde 141, is 
Schleier 72, 19 
Schlund (im Schlund stecken 

bleiben) 31, g 
Schmied 31, 20; 139, 20 
Schröpfer 136, 2 
Schröpfkopf 136, r, 
Seidenkleider 94, .-.; 98 5 

— -tücher. -turban 39, 33; 52. 17 
Sesam 106, u 

Sklave des Kupplers (Schimpf) 

103,2 
Spiegel 18, 26; 45. 30; 133, 10 
Spinnrocken 133. 1,: 
Spottgedicht 156—158 
Stehlen 19, 6 ; Waffen— 35,29 
Siegelring 48, 12; 57, 5; 72, 23 

79, 5; 112,i6; 137,5 

— mit glühendem — einbren- 
nen 120, 20 

Sonne (schwarz werden durch 

die Sonne) 6K, 20 
Stern 1 14, ig 
Stier 3, 21 ; 15, 15 

— -haut anziehen 15, 10 
Stock (Zauber) 65, 25 

Strick drehen 147,n; 83,2s; 102,24 
Strickspannlied 179 
Stute 14.34; 2"_'. 30; 2*. ig; 44, is; 
48,i 8 ;52. 2 ;76, 9; 94, »5; 145, 9 

Ta'äm, gerösteter 
Teich 10, 24; 101,35 
Teppich, seidener 95, 26 
Tod 23, G ; 108, 13 
Tölpel 8, 4 
Topf aus Ton 14. 3g: 59, 21 

— aus Metall voll Wasser (zur 
Verwandlung) 49, g 

Unterwelt, in die Unterwelt 
tauchen 107, 33 

Verschwinden in die Unter- 
welt 108, 1 : 127, 3 

Verwandschaftsnamen im Rah- 
men einer Erzählung 2 ff. 

Verzaubern 58,»:; 96,24 

Vogelfänger — behoyim 124, 12 



198 



IxDICES. 



Ikampf (Fabel) -namen, 



-siegesrufe 124 IT. 



Wägen 48,s I Körpergewicht 119) 
Waisen 91 
Wallfahrt 99,24 

Wangen, wurmzerfressen 128, 21 
Wäscher 28, 21 
Waschbecken 35, » 
Wasserkrüge 117, 5 
Wasserlauf 102, s; 139, 10 
Weste von Gold 52, 17; 142. H 
Wette (um die Wette reiten) 14, 

:;,: 52,3 

Widderkopf begraben 129, 2 



Wildziegen, -Heisch. -Milch, 139; 
15, u; 81, 31; 102. c; 140,4 

— verwandeln 102, 7 
Wunderdinge 62 

Zabor (Frucht) 9, u u. Anm. 

Zahlen 

drei (3) 7, 7; 14, 32; 18, 1«; 37, 
24; 42, 3; 46, 17; 49, 27; 50, 9; 
54, u; 79, 30 ; 111, 27; 115. »«: 
130, 1 u. 37; 131, o; 137 7: 



146,26; 148, 



150. 



42, 20; 72, 30 
fünf (5) 9, 2; 12, 21; 



52. 



20; 



5!l 



• 26) 



148, 



52, 6 ; 25,27; 74,27; 94,27: 96,c 
sieben (7) 8,23; 12, iu. 26; 13, 
7 u. 17; 18, 4 u. 29; 59, 34: 68, 
10: 96, s u. 31; 110, 1: 111, 26; 
114, 30 ; 122, 6U.80; 145. u 
46, 7 ; 68.7: 73, 9 
neun (9) 143, 32; 147, ,5: 143, u 
Zauberinnen 96, 31 
mit Zeichen versehen 35, 15 
Zibeth 134,28 

Ziegen weiden 8,24; 19, 17; 20, 
17; 60,i6; 62, 6u.h: 126.28 
— -hörner 8, . 
Zopfabschneiden 24. v.r. 138,25 
Zopfflechten 100, 20. 



III. Corrigenda. 



(Die Zahlen geben 

6 2 lies : ihm statt ihr 

830 „ tutuwiyen statt tutüwiyum 

ksu statt ksiik 

9 .. iva-ahtalatdt ist ausgefallen 

11 7 .. hallot statt hallot 

11 26 .. launv'i statt lammä 

12 25 .. hibinah ibdyt statt hibin haibdyt 

13 9 .. hiniS statt hinniS 

14 34 .. iSfede'd statt iSfede'd 
1 I i6 .. tebür statt debür 

14 (Aurn. 4) lies: Ism statt 'Fsm 

15 e lies: jeldeh statt jeldeh 

17 2 .. bei waget a steht im Ms. Anm. umgduf 

18 2.1 .. hadr. gazzilen statt gdzzilSn 
]'. ' .. hdz statt höz 

21 28 .. hibretk statt hibretik 

22 2 ■• schoß statt schloß 
25 15 ,, tdyreh statt tdyreh 

27 .Jh.. Shimdy statt simdy und streiche Anm. 2 

28 17 ,, rikeb statt ribek 

•">2 27 .. streiche den Punkt vor Ms 



Seite und Zeile an.) 

33 36 lies 
36 20 
3"i is 



Igd statt glä 
.Ms. herjed 
Ms. da leylha 
37 13 Ms. hadr. hayagah 

51 19 ,. höjatah statt hojat 

52 ig .. lu'tmuh statt hümu 

61 3 „ tatdbyen statt tabdbyen 
64 13 .. amweyye statt amure'yge 

65 Ms. stets humäh statt />»?no 

66 23 .. /(ose/c statt Aöse 
7 1 23 .. 6erA statt &er& 

95 21 .. Immüh statt humu 
111 30 ., ganni't statt gaundt 
114 (Anm. 4) lies: Tiger statt Tieger 
123 7 lies: Äi£&& statt A7/'//„V 
123 17 .. (deutsch) Vier statt be 
146 3 .. hubün statt fubün 
156 1 „ Hatjtib statt Hagbdb 
169 ., »u» <V//vr st.'itt .S'//r/- 

169 .. Mesar statt Mesar 
179 16 ist die deutsche Übersetz, ausgefallen 






Inhaltsübersicht. 



Einleitung 



Seite 

i-xxvin 



I. Erzählungen. 

Der sprechende Vogel. Abüd ber Ali 

Abu Nuwäs' Hirsekorn. „ „ „ 

Die weite Reise. Ali ber Misrah . 

Die verlästerte Frau. „ ,, „ 

PVauenversammlung. „ „ „ . 

Die Nachtwerbung. „ „ „ . 

Der Tölpel und der Ziegenbock. Söd ber Abdallah 

Mutter und Tochter. „ „ 

Der Rabe und der Fuchs. „ „ „ 

Die Hyäne und der Fuchs. „ „ „ 

Die sieben Söhne. „ „ „ 

Die sieben Brüder. „ „ „ 

Die Hirtin und der Wehrwolf. Ali ber Isa 

Der Tochterfeind. Söd ber Abdallah 

Die hochmütige Sultanstochter. „ „ „ 

Der Kern im Schlünde „ „ „ 

Zwei Diebe. Ali ber Isa 

Sprichwort. „ „ „ 

Erläuterung. „ „ „ 

Die drei Töchter. „ „ „ 

Die drei Brüder. Sälili ber Musallem . . . . 

Die Tochter der Abessynierin. Söd ber Abdallah 

Eine Frau besucht ihre Brüder. Sälih ber Musallem 

Der kluge Ratgeber. Sanh ber Yasakör 

Die beiden Schwäher. Ali ber Ise . 

Die beiden Diebe. Söd ber Abdallah . 

Die Töchterfeindin. „ „ „ 

Die drei Wunderdinge. Ali ber Ise 

Der Kuß. Abüd ber Ali . 

Die verkrüppelte Braut. „ „ „ . 

Der lügenhafte Soldat. Ali ber Ise 

Die Wildziege. Bahit 

Der schlaue Kadi. Abüd ber Ali 

Der Mann mit dem Afi'en. „ „ „ 
Die zwei Waisen. Ali ber Ise . 



1 

3 

5 

5 

6 

7 

7 

9 

9 

10 

12 

17 

19 

20 

28 

31 

32 

36 

36 

37 

41 

43 

49 

50 

54 

58 

60 

62 

67 

75 

77 

80 

84 

88 

91 



Seite 

Jungfrau Mond. Abüd ber Ali 94 

Jungfrau Sonne. „ „ , 95 

Der Besuch im Vaterhaus. Sälih ber Musällem . 98 

Die zwei Kinder. Ali ber Ise 99 

Der geheilte Geizhals. Bahit ber Askeri . . . 105 

Der gefoppte Freier. Abüd ber Ali . . . . 109 

Die drei Schwäher. Söd ber Abdallah . . . . 111 

Die Portia von Gischin. Bahit 116 

Die gemeinsame Hochzeit. Abüd ber Ali . . . 122 
Die Fackelschalen. Söd ber Abdallah und zayd 

ber Sälim 123 

Der Kampf der Vögel. Söd ber Abdallah . . 124 

Mahaymüd und Leylenöt. Ali ber Ise . . . 126 

Die Geschichte einer Familie. Sälih ber Musällem 129 

Der närrische Mann. Abüd ber Ali . . . . 131 

Der Spiegel und der Spinnrocken. Sef ber Sölim 133 

Weiberlist. Bahit ber Askeri 134 

Das Siegel und der Männergürtel. Abüd ber Ali 136 

Der Knochen im Schlund. „ „ „ 138 
Die Milch der Wildziege. Aydarus ber Habib 

Salem 139 

Die Verschwörung. Ali ber Ise 141 

Ajenaf und ihre Söhne. Bahit ber Askeri . . . 145 

Der Bankert. „ „ „ ... 146 

Das verliebte Paar. Abüd ber Ali . . . . 147 

II. Lieder. 

Der Sturm. Söd ber Abdallah .... 152 

Trost im Sturm. „ „ „ .... 153 

Der Tag des Engpasses. Bahit ber Nasir . . 154 

Spottgedicht auf Nsayb. „ „ „ ... 156 

Spottgedieht auf Ber Siläym. Ali ber Ise . . 157 

Spottgedicht auf Bar Mäusim. „ „ „ 157 

Spottlied. „ „ „ . . 158 

Kommentar dazu. „ „ „ . . 158 

Die Gegensätze. Sälih ber Musällem . . . . 159 

Bettlergruß. Söd ber Abdallah 160 

Schilderung einer Reise. Rawwäh ber Sayd . . 161 



200 



Inhaltsübersicht. 



Loblied auf Tau'ari. Rawwäh ber Sayd . . 

Loblied. „ „ » 

Auf zum Kampf. Sayf ber Sölem . 

Kaehe. „ n » • 

Azizab. n n n 

Die Wolke auf dem Gipfel. „ „ „ 
Sonne von beute. „ „ „ 

leb und Suweyd. • „ „ „ 

Lobgedicht auf Bei- Bögi. „ „ „ 
Lobgedicht auf einen Helfer. Sanh ber Gasakor 
Klagelied. „ „ „ 

Lob der Mesar. Sa d ber Muhammed 
Lob der Hadijah. „ „ . 

Naturschilderung. Babit ber Nasir .... 
Ein Ruderlied. Jum an ber Sa d 
Der freche Dieb. Sälih ber Musallem . 

Jiman der Hängebauch. „ „ „ 

Der Agabit- Vogel. „ „ „ 

Hälahi-Lied. Jum an ber Sa d 

O Wegweiser. Jum'an ber Saränj ber Sa d 
Fischnetzholz. , „ „ „ 

Ostwind. „ „ * „ r> 

Strickspannen. Ali ber Ise und Söd ber Abdallah 
Die Lagsi-Flinte. Sef ber Sölim . . 

Das anvertraute Gut „ „ „ . ■ 

Willkommen Nordwind „ „ „ . 
Willkommen Westwind. „ „ „ . 



Seite 

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177 
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179 
180 
180 
181 
181 



Die Kinder der Keriäon. Sef ber Solim 
Das Segelboot. „ „ „ 

E gib mir. Jum an ber Saränj ber Sa d 



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III. Rätsel. 

Söd ber Abdallah 1 — 3, 6— 16 . . . 184—186 

Muhammed ber Ali 4 — 5 184 

Ali ber Ise 17—20 186 

Sälih ber Musallem 21— 26 187 

IV. Sprüche. 

Ali ber Ise 1 188 

Söd ber Abdallah 2 — 15 188—190 

Said bin Sälim 16 189 

Babit ber (Nasib) Askeri 17— 22 . . . 189—190 

V. Spiele. 

Der Kranke und der Arzt. Söd ber Abdallah . 191 

Der Besuch des Arztes. „ „ „ .191 

Ringelspiel. „ „ „ .192 

Habürägi-Spiel. „ „ „ .192 

Indiees. 

Namenindex 194 

Sachindex 195 

Corrigenda 198 



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