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Full text of "Semitische sprachwissenschaft"

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über dieses Buch 

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0VKa4lAÄVARI> LIBRARY a — - — j^ 4^g "- — y f 

lillllll iB^gl 



AH SCIÖ A 



^^^'^^ 



Samiüluitg Göschen 



Semitische 
Sprachwissenschafb 



üO 



Prof. Dr. C. Brociteimaim 




'OK 



e,s^ 



Eije Eteological Scfiool in 
fgarbarli Snibersitg 




ANDOVER-HARVARD THEOLOGICAL 
LIBRARY 

MDCCCCX 

CAMBRIDGE, MASSACHUSETTS 



r^ 



QIPT 
ntOM THE UBRARY Of 

IflLÜAM R. ARNOLt 



•!5sriiii 



$atiiiiiiung 6$$d)ett ^rrr 80)^f. 

e. J* 65rchcn*rdM TcrlagslHmdlung, Hefpxfg. 



tf<tritli*krafl, Sie tmt^kmafll^ftt, 

von 5riebn(^ Barit), Oberinaenieur 
in Itürnbcrg. 2. (Eeil : üerfqieöene 
irtotoren nebft 22 (Tabcnen über il}re 
Anf<!^affungs> unb Betriebsfoften. 
mit 29 Abbilbungen. Hr. 225. 

#cit»e8ttita«rpicU oon Dr. €. Ko^I* 
rauTd), profcffor am Kgl. Kaifcr« 
lDiI^cIiits«6Dmnaüum 3U ßannooer. 
mit 14 Hbbilb. tlr. 9ts. 

tfi0l00le btr llflatitcit oon Dr. VD. 
migula, Prof, an 6er forftafabcmie 
<Ei|ena(^. mit 50 Abbflb. Hr. 127. 

tf iolotfif htv 9i<rf I : <EntfteI)ung u. 
tOeiterbilb. b. tTieriDelt, Be3ief}ungen 
3ur organif(^en Itatur o. Dr. {}einr. 
Simrot^, profeffor a. b. Uniocrfität 
£eip3ig. mit 33 flbbilb. Ilr. 131. 

^11: B<3ie^ungcn ber (Tiere jur 

organ. Hatur o. Dr. f)einr. Simrot^. 

grof. an ber Unioerfit&t £eip3ig. 
tit 35 Hbbilb. Hr. 132. 
fleidierci. (Ce;tiIOnbiiftrie III: 

IDäfcberei, Blel^erei, SSrbcrei unb 

i^re^ilfsftoffe oon tmibelm maffot, 

£ebrer an berPreu|.bÖD.5a<ttfdtuIe 

f. ScrHIinbuftrie in Xrefclb. mit 

28 5{g. ttr. 18a 
^»^Üiltuna. Ce^rgongbcreinfa^en 

11. bopp. Bua)I)aUungDon Hob. Stern, 

Oberleljrer ber ©ff.ßanbelsle^ranft 

ii.Do3.b.f)anbeIs{}odnd)uIe3. £ei))3ig. 

mit oielen Sormitlaren. Hr. llS. 
#ti^^4a oon Profeffor Dr. Cbmunb 

f^arbo. Xlr. 174. 
^ut^tnnunht.%btifi btr, oon f>or« 

rat Dr. Otto piper in mflnd^en. mit 

SOHbbilb. nr.ll9. 
ei|f mit, ^UQcmein« nnb plftttkUa- 

lifdi»« oon Dr. mar Rubolp^i, 1)03. 

0. b. (Tedm. Qo<!^fd)uIe in Darmftabt 

mit 22 Siguren. Hr. 71. 

äfidliitir^e. oon Dr. lo^nnes 

^oppe. I: (TiHeoric unb ^ang ber 

analpfc nr.247. 
II : Heaftion ber metaüoibe unb 

metalle. Itr.24a 
<— Attorgtttiirdie« oon Dr. 3of. Klein 

in mann^eim. Hr. 37. 
fiefie aud): metallc — metaüoibe. 



Cl|ftitit, «cfdiiilite Ibtr, oon Dr. 

Qugo Bauer, Affiftent om djem. 
Caboraiorium ber KgL ([e(^nifd)en 
f>0(bfd)ule Stuttgart. I: Bon ben 
älteften Seiten bis 3ur Berbrennungs« 
t^rie oon £aDOt|ier. Itr. 264. 

— ber ^Mtnfktffptpbinbutt^tn 
oon Dr. Qugo Bauer, Htfiftent am 
(^m. Caboratorium ber KgL (Ced^n. 
I)ocQf(^uIe Stuttoart I. .II: Ali- 
0)attM)e Berbinbungen. 2 teile. 

III: KarbocnflifAe Berbinbungen. 

nr. 19a 
IV: ^eteroctjüifdje Berbinbungen. 

Hr. IM. 

— inr^anifdit, oon Dr. 3of. Klein in 
mannljeim. Hr. sa 

— |fl)t|fl«tO0irdtet oon Dr. med. H. 
£egal)n in Berlin. 1 : affimilation. 
mit 2 (Tafeln. Hr. 240. I 

II: Biffimilation.. mit 2 (Tafeln. 

Hr. 241. 

^I^tmifdi-9itdtnifä)t ^nalnft oon 
Dr. <5. £unge, Brofenor an ber Cib« 
n5{f. polqtec^n. Sattle in Surid). 
it 16 Hbbilb. Hr. 195. 

9ümpfktff:tU9it. Kur3gcfa6tes£cf)r« 
bu(^ mit Beifpielcn für bas Selbft- 
f tubium u. b. praftifc^en 6ebraU(^ oon 
Sriebric^ Bart^, (Dberingenieur in 
ttümberg. mit 67 Figuren, ttr. 9. 

9<ratvfntiird|itw, aie. Kursgefagtes 
£ei)rbu(^ m. Beifpielen für bos Selbf t« 
ftubium unb Un proft 6ebrau(^ oon 
Sriebrid) Bart^, Oberingenieur in 
Itümberg. mit 48 Figuren, ttr. & 

9iim|^f hurbitttit , 9ic, il}re tDir- 
fungsmeife unb Konftruftion oon 3n« 

genieur ifermann IDilba in Bremen. 
It 89 Hbbilbungen. Br. 274. 

mHttUfüdihtuiTditt 

I ausiDoJ|I m. (Einitg. u. 

^erausgegeb. 0. Dr. f)erm. 

langen, Bireftor ber Konigin £uife* 

>d)u!e in Königsberg l pr. tlr. 137. 

9iettridtf|»ctt. Kubrun u. Bietriebepen. 

mit Einleitung unb BOorterbud) oon 

Dr. CD. £. 3iric3ct profeffbr on ber 

Unioerfitfit mifnftcr. UlIQ. 



«' 



iriUncit. 3nf 

iBSrterb. berau 



\mm\nm 6$$«en ^^1=:: so ff. 

6. % edfcbdiTche TerUgsbAtidlirag, lUfpzig. 



9i|f<rfttti«lrtil|ittm0 oon Dr. 5r^c 
3utiler, Prof. a. KorlsgomnaHum in 
Stuttgart. Ütlt 68 5iö. Hr. 87. 

— Repetitorlunt u. flufgabenfantmlung 



nr.l46L 

<Sblbitii»^fr mit (BratnmatU, Über* 
fetsuira un6 iETl&uterungen oon Dr. 
iDtn^eim Ranif(^, 6i)mnaf{aI'<Dber« 
Ulixtx in ©snobrürf. Hr. 17J 

fßiftnbüütnhunh» oon a Krau] 
ötoL Ijfitteninaen. I.€eU:I>osRoI 
eifen. initl75tg.u.4tCafeIn.Ilr. la 

— ILfCeU: Das Sd)mie6eifcn. iTttt 25 
5i9uren unö 5 (Cafein. Hr. 163. 

eifktHfitSi* (Cbeotetp^iifit III. (Teil: 
(EleftriaitSt u.maanetismus. Don Dr. 
<Buft ZStQtt, profeffor a. b, Unioerf. 
UHen. mit 33 aibilögn. Hr. 7b. 

ttlrlttr^dtf mie oon Dr.f^einr.Danneel, 
Prioatbosent in Breslau. I. (Teil: 
a^eoretifcbe (Eleftrod^emie unö i^re 
pl)t)filalifq*(^entif<!^en (5run6Iagen. 
mit 18 5iguren. Hr. 252. 

4fSUktr0t«ii)niJt. (Einfflbrung in Me 
ntoöemc 6Ieid(« un6 n)e(meIfirom* 
te^nif oon 3. 1)ermtann, Profeffor 
5er (Eldtrote^nil an öer Kgl. Ütckn. 
^oäMflüt Stuttgart. 1 : Die p^qfl* 
talifqen (ßrunUagen. mit 47 5ig. 
Hr. 196. 

— II:Dle (Bleidiftromtedinif. mit 74 
Siguren. Ilr. 197. 

— III: Die tDe^felftronttcdjnit mu 
109 5i9uren. Hr. 198. 

Ißpi^üxitn, 9{e, htit ki*&fifättn^p»if, 
Husioal)! ous 6eutfd)en Dichtungen 
6es t3. 3a^rl)un5erts oon Dr.Diftor 
3unr, Hftuarius 5er Kaiferlid^en 
ataöemie öertDiffenf^aften inlDien. 
Hr. 289. 

lartidit oon Dr. a. ttippoI5t ir., 
mitglie5 5es Kdnigl. preulif^en 
meteorologifc^en 3nftituts 3U pots« 
5am. mit 14 HbbUö. un5 StCafeln. 
Hr. 176. 



i^ik oon Profeffor Dr. Cliomas 
Hi^elis in Bremen. Hr. 90. 

3um Beftimmen 5er QAufigeren in 
Deutf^lanö 0iil5n)a^fen5enPfIan3en 
oon Dr. tD. migula, profeffor an 
5er 5orfta!a5emie €ifenad). l.tCeil. 
mUSO abbilöungen. ttr. 268. 

2. tTelL mit 50 flbbilbungen. 

nr. 269. 

fürlverei. (rertil'3n5uftrie III: 
roäfdjerei, Bleicherei, 5ärberei u. i^re 
^ilfsftof fe 0. Dr. U)i«j. maf f ot, Ce^rer 
a. 5.preu6. ^ob.5a<i}f<i)uIef . tTe^Uin« 
5uftriei.KrefcI5. m.285ig. Hr. 186. 

itvnfpvtdtmtftnt ila#, oon Dr. 
£u5n){g ReUftab in Berlin, mit 47 
5iguren un5 1 tCafel. Hr. 166. 

gtfkitiktiUitlfvt oon IP. I}auber, 
Diplomingenieur, mit sa^Ireid^en 
5iguren. ttr. 288. 

^Uffrthriltati^n. (Certil-3n5uftrie II: 
XDeberei, IDirferei, pofamentiererei, 
Spitzen« un5 6ar5{nenfabri!ation 
un5 5il3fabrilation oon Prof. IXtai: 
Gürtler, Direftor öer Konigt (Cec^n. 
Sentralftelle für t[e;til'3n5uftrie 3U 
Berlin, mit 27 $ig. Rr. 186. 

|f{ttiiitfit>inr(i»r4|dft o. PrSfiöent Dr. 
R. oan öer Borgljt in Berlin. Rr. 148. 

Ififfbtrci tmh |firilttttii)t o. Dr. Karl 
(E(f f tein, Prof. an 5er Sorftaf aöemte 
(Eberstoaiöe, Hbteilungsöiriaent bei 
öer f)auptftation öes forftliqen Der« 
fu^sioefcns. Rr. 159. 

$pvm€ifammlunti* MaUftm^.t u. 
Repetttorium ö. mat^matif, entl). öie 
n)i(^tigften Formeln unö Cel)rföiie ö. 
Hrit^metif, Hlgebro, algebraifd^en 
Hnalqfis, ebenen (Beometrie, StereO' 
metrie, ebenen u. fpl}&rif^n tTrigo« 
nometrie, matb. 6eograpme, analrit 
(Beometrie ö. (Ebene u. ö. Raumes, ö. 
Differeni* u.3ntegralred)n. o. (D. (El). 
BürfleUfProf. am KgL Realgt)mn. in 
Sd)m.«6mfinö. mit18 5ig- Rr.61. 
piftifkktdlfdft, oon 6. maller, Prof, 
am (bqmnafium in Ulm. Rr. 186. 



i0ttf€fmnü «ttf b«v 4« VwMfiVU* 



Sammlung Göschen 



kn X, / 



Semitische 

Sprachwissenschaft 



von 



Dr. C. Brockelmann 

Professor an der Universität Königsberg 



Leipzig 

G. J. GÖschen'sche Verlagshandlung 
1906 



Andover-Harvard 
Theological Library 

CAMBRIDGE, MA3S. 



Alle Hechte, insbesonderu das Übersetzungsrecht, 
von der Yerlagshandlung vorbehalten. 



Spamersühe Buchdruckerei in Leipzig -R. 



Inhalt. 

Seito 

Vorbemerkungen 13 

I. Abteilung. Die semitischen Sprachen 14 

1. Der Name Semiten ' . 14 

2. Das semitische Uryolk 16 

8. Die Ägypter und ihr Verhältnis zu den Semiten . 17 

4. Die Verwandtschaft der semitischen mit den hami- 

tischen Sprachen 18 

&. Indogermanen und Semiten 19 

6. Das Ursemitische 19 

7. Charakteristik der semitischen Sprachen .... 20 

5. Die Verwandtschaftsverhältnisse der semitischen 

Sprachen 21 

9. Das Assyrisch-Babylonische 22 

10. Das Altkana'anäische . 24 

11. Das Moabitische 24 

12l Das Hebräische 25 

18. Das Phönizische _. 28 

14. Das Altaramftische yon Zingirli und Nerab usw. . . 30 

16. Das Biblisch- Aramäische . 32 

16. Das Ghrisüich-Palästinische 32 

17. Das Jadisch-Palästinische 34 

18. Das Samaiitanische 35 

19. Das Neuwestaramäische 35 

20. Das Mandäische und die Sprache des babylonischen 

Talmuds 36 

21. Das Syrische 36 

22. Das Neusyrische 38 

28. Das Altnordarabische 39 

24. Die altarabische Liedersprache _ * * ' ^^ 

2ß. Die alten Dialekte und die Sprache des Qo/ans . . 42 

28. Das klassische Arabisch 43 



4 Inhalt. 

Seite 

27. Die ueuarabischen Dialekte 43 

28. Das Sttdarabische 44 

29. 90. Das Altäthiopische 45 

31. Tigrina und Tigre 47 

32. Das Amharische 48 

da Amharische Dialekte 49 

n. Abteilung. Die semitische Schrift 49 

34. Die Herkunft der semitischen Schrift 49 

85. Innere Entwicklung der nordsemitiscfaen Schrift, 

Reibenfolge und Namen der Buchstaben .... 51 

86. Die hebräische Schrift 52 

37. Die aramäische und arabische Schrift 52 

38. Die südsemitische Schrift 52 

39. Die Vokalbezeichnung 53 

III. Abteilung. Vergleichende Grammatik der semitischen 

Sprachen 54 

1. Hauptstück: Lautlehre 54 

40. I. Einteilung der semitischen Sprachlaute .... 54 
IL Kombinationslehre 56 

1. Laute und Lautverbindungen 56 

41. a) Lauteinsätze 5o 

42. b) Lautabsätze 56 

43. fc) Berührung von Vokalen 57 

44. d) Diphthonge 57 

45. e) Berührung von Vokalen mit Konsonanten ... 58 

2. SilbenbUdung 58 

46. Silbenahlaut . 58 

47. Silbenauslaut 58 

48. Geminaten 60 

3. Der Akzent und seine Wirkungen auf den Wortkörper . 61 

49. 1. Der ursemitische Akzent 61 

2. Der altarabische Akzent 61 

3. Der hebräische und der aramäische Akzent . . 61 

4. Der assyrisch-babylonische Akzent 62 

5. Der Satzakzent 62 

in. Lautwandel und Lautwechsel . 63 

A) Lautwandel 63 

i. Lautwandel durch Veränderung der Artikulationsbasis . 63 

a) der Konsonanten 63 



Inhalt. 5 

Seite 

1. Laryngale, Velare und Palatale 63 

60. Im Altarabischen 63 

61. Im Äthiopischen 64 

62. Im Hebräischen und Aramäischen 64 

63. Im Assyrisch-Babylonischen 64 

2. Zischlaute und Dentale 64 

64. Die semitische Lautverschiebung 64 

66. Im Arabischen 65 

66. Im Abessinischen 66 

67. Im Hebräischen 66 

68. Im Aramäischen 66 

68. Im Assyrischen 66 

60. 8. Labiale 67 

4. Sonorlaute 61 

61. Im Arabischen 67 

62. Im Assyrischen 67 

6. Die konsonantischen Vokale u und i 67 

68. Im Hebräischen und Aramäischen . ^. 67 

64. Im Baby Ionisch- Assyrischen 68 

b) der sonantischen Vokale 68 

66. Allgemeines 68 

1. Lange Vokale 68 

66. Ursemitisches e 68 

67. Arabisches ä 68 

68. Hebräisches 5 > ö . ._ 68 

69. Hebr. und Aram. T > f 69 

70. Hebr. ö > ü 69 

71. Westsyrische Vokalyerschiebung 69 

72. Babylonisch-Assyrische Vokalverschiebung ... 69 

2. Kurze Vokale 69 

73. i > a im Äth. Hebr. und Aram 69 

74. i und u > e im Äth 69 

76. a > e, i im Hebr. und Aram 70 

76. i > • im Hebr. und Aram 70 

77. u > o im Hebr. und Aram 70 

78. Die kurzen Vokale im Arab. und Assyrischen . . 71 
2. Kombinatorischer Lautwandel 71 

a) Assimilation von Konsonanten 71 

a partielle progpressive Assimilation in Kontakt- 
stellung 71 



Inhalt. 

Seite 

79. von Zischlauten 71 

80. t > d im Westsemitischen 71 

81. t> t nach q im Araniäischen 71 

82. t> d im Assyrischen 72 

ß partielle progressive Assimilation in Fernstellung 72 

83. Im Hebräischen ^ . . . 72 

84. Im Syrischen 72 

Y partielle regi'essive Assimilation in Eontakt- 
stellung ....:..... V 72 

85. Allgemeines ...;.. 72 

86. Jm Arabischen 73 

87. Im Äthiopischen . . ; 73 

88. Im Phönizischen 73 

89. Im Aramäischen 73 

90. Im Assjrrischen 73 

d partielle regressive Assimilation in Fernstellung 74 

91. Im Arabischen 74 

92. Im Syrischen 74 

93. Im Assyrischen 74 

£ totale progressive Assimilation 74 

94. Im Arabischen . '. 74 

95. Im Äthiopischen 74 

96. Im Hebräischen 75 

97. Im Aramäischen 75 

98. Im Assyrischen . . . . , 75 

C Totale regressive Assimilation 75 

a) Von Dentalen 75 

99. Im Zahlwort sechs 75 

100. Im Reflexiv 75 

101. Bei denPerfektafformativen und der Femininendung 76 

b) von Sonoren 77 

102. von n : . 77 

108. von! 78 

17 Reziproke Assimilation 79 

104, Von Dentalen im Arabischen 79 

106. Von Dentalen und Zischlauten im Assyrischen . 79 

b) Assimilation von Vokalen untereinander ... 80 

106. Im Arabischen . 80 

107. Im Äthiopischen 80 

loa Im Hebräischen 80 



Inhalt. 



i 



Seite 

109. Im Aramäischen 81 

110. Im Assyrischen 81 

c) Assimilation von steigenden Diphthongen unter- 
einander' und mit benachbarten Vokalen ... 82 

111. Im Arabischen 82 

112. Im Hebräischen 82 

118. Im Aram.Oischen . 82 

114. Im Assyrischen 82 

d) Assimilation yon fallenden Diphthongen ... 82 
116. im Ursemitischen und im Arabischen ..... 82 

116. Im Äthiopischen 83 

117. Im Hebräischen 83 

118. Im Aramäischen 83 

119. Im Assyrischen 84 

e) Assimilation von Konsonanten an Vokale (Palata- 
lisierung, Mouillierung, Spiration) 84 

120. Im Arabischen 84 

121. Im Amharischen 84 

122. Im Hebräischen und Aramäischen 84 

123. .Im Babylonisch-Assyrischen 85 

124. f) Assimilation von Vokalen an Konsonanten . . 85 

1. Einfluß der Laryngale 85 

125. Im Gemeinsemitischen 85 

126. Im Hebräischen 85 

127. Im Aramäischen 86 

128. Im Assyrischen 86 

129. 2. Einfluß der Labiale 86 

190. 3. Einfluß der Zischlaute 87 

181. 4. Einfluß der Sonorlaute 87 

g) Entstehung neuer, prothctischer und anaptyk- 

tischer Vokale (Sproßsilben) 87 

182. Im Wortanlaut 87 

133. Im Wortauslaut 88 

B) Lautwechsel 88 

1. Dissimilation 88 

a) von Konsonanten 88 

184. 1. von Sonoren 88 

185. 2. von Labialen 89 

186. 8. von Zischlauten und Dentalen 89 

187. 4 von Laryngalen 89 



Inhalt. 

Seite 

138. 5. von Geminaten 90 

ISO b) von konflonan tischen V.ohalen 90 

14U. c) vonkonsonantisclienund sonantiscbenTokalen 91 

141. d) Qualitative Dissimilation von sonantischen 

Vokalen 91 

142. e) Quantitative Dissimilation von sonantischen 

Vokalen 92 

14S. 2. Dissimilatorischer Silbenschwund 92 

144. 8. Haplologische Silbenellipse ........ 92 

145. 4. Epenthesis 94 

146. 6. Metathesis 94 

147. 6. Quantitfttswechsel benachbarter, sich nicht be- 

rührender Vokale 95 

148. C) Satzphonetik (Sandhi) .......... 95 

2. Haüptstadc: Formenlthre 96 

Vorbemeikimgen , . . 96 

149. Wurzel, Lautgesetz und Analogiebildung .... 96 
I. Nomina 98 

1. Pronomina 98 

150. A) Pronomina personalia separata ' . 98 

151. B^ Pronomina personalia suffixa ...... 100 

152-156. C) Demonstrativa 101 

157. D) Relativa 102 

158. 159. E) Interrogativa ; 103 

2. Nomina 104 

A) Nominalstammbildung .....!... 104 

160. Zweiradikalige Nomina 104 

161. Dreiradikalige Nomina 104 

B) Genus und Numerus .......... 105 

192. Genusunterschied 105 

168. 164. FemininenduAgen 106 

166. Kollektiv und Plural 107 

166. Pluralendungen • • • . . 107 

167. Femininplural , 109 

168. Plural durch Doppelung 110 

169. Dual HO 

C) Kasusbildung Hl 

170. Im Ursemitischen 111 

171. Im Arabischen 112 

172. Im Äthiopischen » ... 113 



Inhalt. 9 

Seite 

. 173. Im Heljraischen .* , 113 

174. Im Aramäischen 114 

175. Im Babylonisch- Assyrischen . 114 

176. Kasus adverbialis 114 

177—179, D) Determination und Indetermination . . . 114 

3. Zahlwörter 116 

180. Die Kardinalia von 1—10 116 

181. Ihre Konstruktion 117 

182. Die Kardiualia von 11—10 117 

188. Die Zehner HS 

184. 100 und 1000 118 

186. Die OrdiqaUa 118 

186. Die Bruchzahlen 118 

187. 4. Adverbia, Prftpoaitionen und Partikeln . . . 119 
IL Verha 119 

1. Stammbildung* 119 

188.* Allgemeines 119 

189. Der Grundstamm 120 

190. Der Intensivstamm 120 

191. Der Zielstamm 120 

192. Das Kausativ 120 

198. Die t-Reflexive 120 

194. Das n-Reflexiv 121 

195. Das Passiv 122 

196. Seltenere Stämme . .- 122 

197. Mischbildungen 122 

2. Tempus- und Modusbildung 123 

198. Perfekt und Imperfekt . 123 

199. Imperativ 124 

200. Modi des Imperfekts 124 

8. Bildung der Personen am Imperativ und Im- 
perfekt 126 

201. Endungen des Imperativs . . * 126 

202. Präformative des Imperfekts 126 

208. Endungen des Imperfekts 127 

4. Bildung der Personen am Perfekt 127 

204. Im Singular 127 

206. Im Plural 128 

6. Partizipien und InHnitive 129 

206. Partizipien 129 



10 Inhalt. 

Seite 

207. Infinitive 130 

6. Sekundäre Tempora 131 

208. Im Assyrischen 131 

209. Im Neusyrischen 131 

210. 7. Paradigma des Imperativs im Grundstamm . 131 

211. 8. Paradigma des Imperfekts im Grundstamm . 132 

212. 9. Paradigma des Perfekts 133 

213. 10. Paradigma der abgeleiteten Stilmme .... 134 
11. Yerba mit n als erstem Radikal ....(.. 138 

214. 12. Yerba mit * als erstem Radikal 140 

215. la Yerba mit u als erstem Radikal 141 

2ia 14. Yerba mit 'It als erstem Radikal 143 

217—226. 15. Yerba mit ti und i als zweitem Radikal 144 

227—238. 16. Yerba mit "u und jT als drittem Radikal . 149 
284—240. 17. Yerba mR identischem zweitem und 

drittem Radikal . * 155 

241. 18. Die Yerba in Yerbindung mit Suffixen ... 159 



Drucbfehlerberiehtigang. 

Seite 22 Zeile 21 muß es statt „im hohen Norden" richtig 
heißen: „im Osten und Norden". 



Literatur. 

£. Renan, Histoire generale et Systeme compar^ des langues 

semitiques. Premiöre partie (la seule parue). 8. ^d. Paris 1863 

(veraltet). 
Th. X^öldeke, Die semitischen Sprachen, eine Skizze. 2. Auflage. 

Leipzig 1899. 
W. Wright, Lectures on the comparative grammar of the semitic 

languages. Cambridge 1890. 
H. Zimmern, Vergleichende Grammatik der semitischen Sprachen, 

Elemente der Laut- und Formenlehre. Berlin 1898 (Porta 

linguarum orientalium XVII). 
Fr. W. M. Philippi, Wesen und Ursprung des Status constructus 

im Hebräischen. Ein Beitrag zur Nominalflexion im Semitischen 

überhaupt. Weimar 1871. 
PauldeLagarde, Übersicht über die im Aramäischen, Arabischen 

und Hebräischen übliche Bildung der Nomina. Göttingen 1889. 

Register und Nachträge 1891 (Abb. d. Ges. d. Wiss. Bd. 35 u. 37). 
J. Barth, Die Nominalbildung in den semitischen Sprachen. 

Leipzig 1891, 2. Ausg. 1894. 
Th. Nöldeke, Beiträge zur semitischen Sprachwissenschaft. 

Straßburg 1904. 
Fr.Delitzsch, Assyrische Grammatik, Berlin 1889 (Porta linguarum 

Orient. X). 
B. Stade, Lehrbuch der hebräischen Grammatik. 1. Teil. Leii)zig 1879. 
W. Gesenius, Hebräiscbe Grammatik, völlig umgearbeitet von 

£. Eautzsch. 27. Aufl. Leipzig 1902. 
Paul Schröder, Die phönizische Sprache. Halle 1869. 
M. Lidzbarski, Handbuch der nordsemitischen Epigraphik. 

2 Teile (Text und Tafeln). Weimar 1898. 
Ders. Ephemeris für semitische Epigraphik. Gießen 1902 ff. 
E. Eautzsch, Grammatik des Biblisch-Aramäischen. Leipzig 1884. 
E. Marti, Eurzgefaßte Grammatik der biblisch-aramäischen Sprache. 

Berlin 1896 (Porta ling. Orient XVIII). 
H. L. Strack, Grammatik des Biblisch- Aramäischen. 4. Auflage. 

Leipzig 1905. 
Th. Nolaeke, Beiträge zur Eenntnis der aramäischen Dialekte. 

II. Über den christlich-palästinischen Dialekt: Zeitschrift der 

Deutschen Morgenl. Gesellsch. Bd. 22, S. 448—527. 
G. Dalnian, Grammatik des jüdisch-palästinischen Aramäisch. 

2. Aufl. Leipzig 1905. 
J. H. Petermann, Brevis linguae samaritanae grammatica. Berlin 

1878 (Porta ling. Orient. HI). 
Th. Nöldeke, Mandäische Grammatik. Halle 1875. 
S. D. Luzzato, Grammatik der biblisch-chaldäischen Sprache und 

des Idioms des Talmud Babli, deutsch von M. S. ErOger. 

Breslau 1878. 



12 Literatur. 

Th.Nöldeke, Kurzgefaßte Syrische Grammatik. 2. Aufl. Leipzig 1808. 
C. Brockelmann, Syrische Grammatik mit Paradigmen, Literatur, 

Chrestomathie und Glossar. 2. Aufl. Berlin ld05 (Porta ling. or. V). 
Th. Nöldeke, Grammatik der neusyrischen Sprache. Leipzig 1868. 
A. J. Maclean, Grammar of the dialects oi vemacular Syriac. 

Cambridge 1895. 
E. S ach au, Skizze des Fellichi-Dialekts von Mosul. Berlin 1895. 

(Aus den Abh. der E^l. Preuß. Ak. d. Wiss.) 
Dr. C. P. Caspar is Arabische Grammatik. 5. Aufl. von A. Müller. 

Halle 188?: 
A Grammar of the Arabic language, transl. from the German of 

Caspari and ed. with numerous additions and corrections by 

W. Wright. 3. ed.by W.RobertsonSmith andM. J. deGoeje. 

2 voll. Cambridge 1896. 
A. So eins Arabische Grammatik, 6. Aufl. von C. Brockelmann. 

Berlin 1904 (Porta ling. or. IV). 
M. Hartmann, Arabischer Sprachführer. 2. Aufl. Leipzig 1895 (für 

den syrisch-arab. Dialekt). 
M. Löhr, Der vulgäraiabische Dialekt von Jerusalem nebst Texten 

und Wörterverzeichnis. Gießen 1905. 
W. Spitta-Bey, Grammatik des arabischen Yulgärdialekts von 



Ägypten. Lefpzig 1880. 



Lehrbuch der ägypto-arabischen Umgangssprache. 

Kairo 1890. 
C. Reinhardt, Ein arabischer Dialekt gesprochen in Oman und 

Zanzibar. Berlin 1894. 
H. Stumme, Grammatik des tunisischen Arabisch. Leipzig 1806. 
W. Marcais, Le dialecte arabe parle ä Tlemcen. Paris 1902 (PubL 

de l'öcole des lettres d' Alger, XXVI). 
M. Vassalli, Grammatica della lingiia maltese. 2. ed. Malta 1827. 
Fr. Hommel, Südarabische Chrestomathie. München 1898. 
A. Dillmann, Grammatik der äthiopischen Sprache. 2. Aufl. von 

C. Bezold. Leipzig 1903. 
F. Prätori US, Äthiopische Grammatik. Karlsruhe und Leipzig 

1886 (Porta ling. or. VII). 
F. Prätorius, Grammatik der Tigriiiasprache. Halle 1871. 
J. Schreiber, Manuel de la langue TigraS. Vienne 1887. 
L. de Vito, Grammatica elementare della lingua tigrigna. Roma 1895. 
F. Prätorius, Die amharische Sprache. Halle 1879. 
I. Guidi, Grammatica elementare della lingua amarina. 2. ed. 

Roma 1892. 



Vorbemerkungen. 

Die Aufgabe der semitischen Sprachwissenschaft ist 
die Erforschung der äußeren Schicksale und der inneren 
Entwicklung der semitischen Sprachen. Für beide Ge- 
biete gibt es zurzeit noch keine erschöpfende und ab- 
schließende Darstellung. Yor 50 Jahren hatte Renan 
eine solche geplant, er hat aber nur den ersten Teil seines 
Werkes, die Geschichte der semitischen Sprachen, ver- 
öffentlicht, und auch dieser ist durch die Entdeckungen 
der zweiten Hälfte des 19. Jahrh. veraltet. Einen Ersatz 
dafür bietet Nöldekes Skizze, an diese schließt sich im 
wesentlichen unsere erste Abteilung an. Die innere Ge- 
schichte der semitischen Sprachen, die Entwicklung ihres 
Lautstandes, ihres Formenbaues und ihrer Sätzfügung 
kann nur durch möglichst umfassende Yergleichung der 
einzelnen Sprachen festgestellt werden. Die Lösung dieser 
Aufgabe ist zwar schon durch zahlreiche wertvolle Spezial- 
untersuchungen vorbereitet, aber noch nicht zum Abschluß 
gekommen. Die vergleichend^! Grammatiken von "Wright 
und von Zimmern fassen die Ergebnisse der Forschung, 
wie sie vor 16 und vor 8 Jahren stand, zusammen. Wenn 
die im folgenden gegebene Darstellung von dei* ihrigen 
erheblich abweicht, mehr vielleicht als beide voneinander, 
so erklärt sich das daraus, daß in der Zwischenzeit die 
Forschung nicht geruht hat. Der hier mitgeteilte Abriß 
ist ein Auszug aus einem Grundriß, der hoffentlich im 



14 I. Abteilung. 

Laufe der nächsten Jahre wird erscheinen können. Hier 
sind nur die sicheren Ergebnisse der bisherigen Arbeiten 
mitgeteilt, eine Erörterung aller noch strittigen Punkte 
muß dem Grrundriß vorbehalten bleiben. Ebenso verbot 
sich hier natürlich von selbst die Feststellung des Anteils 
der einzelnen Forscher an den bisherigen Ergebnissen. 
Auch dies wird im Grundriß nachgeholt werden. Der 
hier zurYerfügung stehende Raum nötigte, wie in den par- 
allelen Arbeiten von Meringer (Indogermanische Sprach- 
wissenschaft, No. 59) und Zaun er (Romanische Sprach- 
wissenschaft, No. 128), auf eine Darstellung der Syntax 
zu verzichten. Die auch für die Semitistik maßgebenden 
Gfrundbegriffe der allgemeinen Sprachwissenschaft konnten 
als durch Meringers Darstellung bekannt vorausgesetzt 
werden. In den Kreis der Betrachtung können im wesent- 
lichen nur die altsemitischen Sprachen bezogen werden, 
unter diesen werden wir für den kana anäischen und den 
aramäischen Zweig die beiden Hauptvertreter, das He- 
bräische und das Syrische, in erster Linie berücksichtigen, 
die anderen Dialekte und die jüngeren Idiome können nur 
gelegentlich zur Yergleichung herangezogen wei-den. 



I. Abteilung. 

Die semitischen Sprachen. 

1. In der sogenannten Yölkertafel Gen. 10 werden 
die Völker und Stämme Yorderasiens in drei große 
Gruppen eingeteilt und auf die drei Stammväter Sem, 
Ham und Japhet, die Söhne Noahs, zurückgeführt Das 
war die einzige damals bekannte Form, ethnologische 
\md politische Zusammengehörigkeit auszudrücken. Daß 



Die semitischen Sprachen. 15 

dem Verfasser dieser Übersicht politische und kulturelle 
Zusammenhänge mindestens ebenso wichtig waren wie 
ethnographische, oder vielmehr, daß er diese überhaupt 
nicht unterschied, zeigt sehr deutlich der Umstand, daß 
er Elam und Lud, die Elynaäer und die Lyder, als 
Yasallen des assyrischen Reichs, zu Sem rechnet, obwohl 
diese beiden Völker weder unter sich noch mit den 
Assyrern verwandt wären. Umgekehrt rechnet er die 
Phönizier, die nächsten Verwandten seines eigenen 
hebräischen Volkes, zu Harn wegen ihrer nahen poUti- 
schen und kulturellen Beziehungen zu Ägypten. . 

Als mm aber Schlözer gegen Ende des 18. Jahrh. 
nach einem gemeinsamen Namen filr die Hebräer, Ara- 
mäer, Araber und Abessinier suchte, deren Sprachen 
untereinander verwandt sind, bot sich ihm von selbst 
der Name Semiten dar, weil in der Völkertafel Hebräer, 
Aramäer und Araber von Sem abgeleitet werden. Dieser 
Name ist auch in der Tat so kurz und zweckmäßig, wie 
ein künstlicher Name nur sein kann, und, daß die moderne 
Wissenschaft mit ihm einen anderen Sinn verbinden muß 
als der Verfasser von (Jen. 10, spricht nicht gegen ihn. 

Hebräisch und Arabisch sind einander in so vielen 
Beziehungen ähnlich, daß schon jüdische Gelehrte des 
10. Jahrh. ihre Zusammengehörigkeit erkannten. Noch 
augenfälliger sind die Beziehungen zwischen Hebräisch 
und Aramäisch, und als man im 17. Jahrh. anfing, sich 
mit der Eirchensprache der Abessinier näher zu be- 
schäftigen, konnte man nicht umhin, deren nahe Ver- 
wandtschaft mit dem Arabischen alsbald zu erkennen. 
So hatten denn die großen Orientalisten des 17. Jahrh. 
schon eine im wesentlichen richtige Vorstellung von der 
Einheit des semitischen Sprachstammes, lange ehe Bopp 
die Verwandtschaft der europäischen Sprachen unter- 



16 I. Abteilung:. 

einander und mit dem Indisch -iranischen begründen 
konnte. Dem 19. Jahrh. war es dann vorbehalten, nach 
Entzifferung der Keilschrift das Assyrische als einen 
neuen Zweig dem semitischen Sprachstamm anzugliedern 
und durch genaueres Studium anderer nur aus Inschriften 
bekannter Äste, wie des Phönizischen und des Süd- 
arabischen, sowie seiner jüngeren Ausläufer unsere Kennt- 
nis semitischen Sprachlebens zu bereichem und zu ver- 
tiefen. 

2. Die Erkenntnis, daß alle diese Sprachen eine grdße 
Gruppe Wlden wie die der Indogermanen, der Uralaltaier 
und der Bantuvölker in Mittel- und Südafrika, hat not- 
wendig die Annahme zur Folge, daß die Völker, die diese 
Sprache redeten, auch historisch einmal eine Einheit 
gebildet haben. Diese Annahme ist allerdings sofort 
durch die bekannte Tatsache einzuschränken, daß Sprachen 
nicht nur von Generation zu Generation vererbt, sondern 
auch nicht selten von einem Volke einem anderen, ihm 
unterlegenen aufgezwungen werden, wie die Römer ihre 
Sprachen den Kelten, Iberern usw. aufgedrängt haben. 
So ist es mehr als wahrscheinlich, daß die BabylonicT, 
oder wenigstens viele von ihnen, ihre semitische Sprache 
nicht von ihren Urahnen ererbt haben. Auch von. den 
Hebräisch und Aramäisch redenden Bewohnern Syriens 
und Palästinas stammten viele von nichtsemitischen Vor- 
fahren ab. Noch augenfälliger vielleicht ist die nicht- 
semitische Herkunft Semitisch redender Stämme in Abes- 
sinien. Aber das Volk, das sich nach Norden imd Süden 
hin ausbreitete und anderen seine Spi^ache aufzwang, 
muß doch einmal einen gemeinsamen Wohnsitz gehabt 
haben. 

Wo nun aber dies semitische Urvolk gesessen 
hat, das ist eine Frage, die wohl nie sicher wird bearit- 



Die semitischen Sprachen. 17 

wortet werden; die Sprachwissenschaft kann zu ihrer 
Lösung jedenfalls nur sehr wenig beitragen. Wenn 
man aber bedenkt, daß noch in historischer Zeit sich 
beobachten läßt, wie die Kulturländer in Mesopotamien 
und Syrien immer wieder von Nomadenslämmen aus den 
arabischen Wüsten überflutet werden, bis zuletzt die 
mächtigste dieser Yölkerwellen, die im engeren Sinne 
sogenannte Arabische, ganz Vorderasien und Nordafrika 
überschwemmt, so ist allerdings anzunehmen, daß Arabien, 
das Land, aus dem aller Wahrscheinlichkeit nach auch 
die semitische Bevölkerung Abessiniens stammt, als die 
Urheimat der Semiten zu gelten hat. Wie und woher 
die Semiten nach Arabien gekommen sind, kann uns 
dann nicht weiter interessieren. 

3. Ob mit den oben aufgezählten Völkern und Sprachen 
schon der ganze Umfang des ursprünglichen Semitentums 
erschöpft sei, ist gleichfalls zurzeit noch nicht sicher zu 
entscheiden. Es scheint sehr vieles dafür zu sprechen, 
daß die alten Ägypter eigentlich in diesen Kreis hinein- 
zubeziehen sind. Je mehr die Forschung den ältesten 
Formenbau des Ägyptischen, wie er in den Pyramiden- 
texten vorliegt, erschließt, desto überraschender tritt 
dessen Ähnlichkeit mit dem semitischen zutage. Der 
beste Kenner des Altägyptischen, Er man, hat geradezu 
vermutet, daß das Ägyptische eine semitische Sprache 
war, die sich aber schon sehr früh von ihren Verwandten 
getrennt habe und seit Jahrtausenden ihre eigenen Wege 
gegangen sei. Durch die Vermischung der einwandern- 
den Semiten mit den älteren, anderssprachigen Bewohnern 
des Niltals und durch die frühe Blüte ihrer Kultur sei 
das Ägyptische viel schneller und durchgreifender ent- 
wickelt als die Sprachen der anderen Semiten, ähnlich 
wie das Englische sich unter denselben Umständen so weit 

Brockelmann, Semitische Sprachwissenschaft. 2 



18 L Abteilang. 

von den anderen germanischen Sprachen entfernt hat. 
Zurzeit ist aber die Erforschung des Altägyptischen noch 
nicht so weit gediehen, daß es schon Erfolge verspräche, 
ihre Kesultate für die semitische Grammatik zu verwerten. 
4. Dasselbe gilt in noch höherem Maße für öXe Ver- 
gleichung der semitischen mit den sogenannten h amiti- 
schen Sprachen. Unter diesem Namen faßt man die 
Sprachen der Berbern in Nordafrika und die der soge- 
nannten Kuschitea(Bischari, Bedscha, Saho, Galla,Dankali, 
Somali und die Agau, d. s. Büin, Chamir imd Quara) in 
Abessinien und seinen Nebenländem zusammen. Es 
scheiat allerdings, als wenn dieser Sprachstamm in einem 
gewissen Verwandtschaftsverhältnis zu dem semitischen 
stehe. Dafür sprechen namentlich gewisse auffallende 
Übereinstimmungen in den Grundzügen des grammatischen 
Formenbaus, denen freüich ebenso viele tiefgehende 
Unterschiede zur Seite gehn. Wenn jene Übereinstim- 
mungen wirklich auf Verwandtschaft beruhen und nicht 
etwa auf Entlehnung, was immerhin noch nicht ganz 
ausgeschlossen ist, so haben sich die beiden verwandten 
Stämme jedenfalls schon vor aller Geschichte vonein- 
ander getrennt, wahrscheinlich viel früher als etwa die 
Ägypter von dem Hauptstamme der Semiten. Nun ist 
die Erforschung der hamitischen Sprachen selbst noch 
keineswegs zu abschließenden Resultaten gekommen, 
weder was die verwandtschaftliche Gliederung der ein- 
zelnen Sprachen, noch was die Entwicklung ihres gram- 
matischen Baus anlangt; diese letztere Untersuchung 
wird auch dadurch sehr erschwert, daß wir alle diese 
Sprachen nur in ihrer jüngsten Gestalt kennen, da keine 
einzige von ihnen in älterer Zeit literarische Verwendung 
gefunden hat. Eine voreilige Vergleichung einzelner 
hamitischer Spracherscheinungen mit semitischen kann 



Die semitischen Sprachen. 19 

daher nur zu leicht zu irrigen Schlüssen führen. Es 
empfiehlt sich, die Grammatik der semitischen Sprachen 
zunächst für sich zu behandeln und die weitere Ver- 
gleichung mit dem Hamitischen aufzuschieben, bis hier 
die Forschung einmal zu gesicherten Kesultaten gelangt 
sein wird. 

5. Ganz ergebnislos endlich sind alle Versuche ge- 
blieben, das Semitische mit noch anderen Sprachstämmen, 
namentlich dem indogermanischen, in Beziehung zubringen. 
Ob zwischen Semiten und Indogermanen ursprünglich 
somatische Verwandtschaft besteht, ist eine Frage für 
sich. Wenn sie wirklich einmal in näheren Beziehungen 
zueinander gestanden haben soUten, so liegen diese 
jedenfalls so weit zurück, daß sie in der Sprache keine 
Spuren mehr zurückgelassen haben. 

6. Als die Semiten nun noch ein Volk bildeten, 
müssen sie auch eine gemeinsame Sprache geredet haben. 
Freilich gibt es keine wirkliche Umgangssprache in einem 
einigermaßen ausgedehnten Gebiete, die nicht schon in 
Dialekte gespalten wäre. Die Sprachen, die uns in hi- 
storischer Zeit selbständig gegenübertreten, müssen zu 
der Zeit, da das ürvolk noch in einem Lande beisanmien 
wohnte, schon als Dialekte bestanden haben, wenn sich 
audi ihre Eigentümlichkeiten erst später nach ihrer Tren- 
nung schärfer ausgeprägt haben. Natürlich sind aber 
jene Dialekte ebensowenig wie später die Sprachen 
immer streng voneinander geschieden gewesen. Wie diese 
namentlich in ihrem Wortschatz sich untereinander mannig- 
fach beeinflußten, so werden es in vorhistorischer Zeit 
erst recht die Dialekte getan haben, nur daß wir hier 
mangels jeder Überiieferung nichts mehr davon nach- 
weisen können. Wie es im Grunde eine Fiktion ist, von 
der gemeinsamen Umgangssprache eines großen Volkes 

2* 



20 L Abteilung. 

zu reden, wenn man nicht die Sprache der Literatur 
meint, die, mag sie auch das ideale Muster sein, doch 
nirgends ganz so im wirklichen Leben gesprochen wird, 
so ist es natürlich erst recht eine Fiktion, wenn wir im 
folgenden von dem ürsemitischen reden. Wir geben 
uns nicht einmal mehr der Illusion hin, daß es möglich 
sei, durch Yergleichung der einzelnen Sprachen ihre 
gemeinsame ürmutter auch nur mit annähernder Wahr- 
scheinlichkeit zu rekonstruieren. Was wir als ursemitische 
Formen aufstellen, das sind gewissermaßen nur Formeln, 
in denen wir den gegenwärtigen Stand unserer Erkennt- 
nis vom Werdegang und vom gegenseitigen Verhältnis der 
einzelsprachlichen Erscheinungen zum Ausdruck bringen. 
7. Was den semitischen Sprachstamm vonanderen 
unterscheidet, ist im Lautstand vor allem das Überwiegen 
der Konsonanten über die Vokale. Für den Semiten 
verbindet sich der Hauptbegriff eines Wortes mit den 
Konsonanten, und die Vokale sind nur dazu da, die 
Modifikationen dieses Begriffes zum Ausdruck zu bringen. 
Demgemäß liegt auch bei der Aussprache das Haupt- 
gewicht der Artikulation durchaus auf den Konsonanten, 
und die Vokale ordnen sich in ihrer Klangfarbe diesen 
unter. Im System der Konsonanten überwiegen die 
Laryngale und Velare, sowie die Zischlaute und Dentale 
in den mannigfachsten Nuancen. Der Wortbegriff haftet, 
wie gesagt, an den Konsonanten, und in der weitaus 
übierwiegenden Zahl der Wörter sind deren drei die 
eigenthchen Träger der Bedeutung,, zu denen manchmal 
noch Vor- oder Nachsätze hinzutreten, um jene zu modi- 
fizieren. Eine Wortzusanmiensetzung kennen die semi- 
tischen Sprachen nicht, und nur in den jüngsten sind 
zuweilen Genetiwerbindungen so eng zusammengewachsen, 
daß sie wie ein Wort behandelt werden können. Beim 



Die semitischen Sprachen. 21 

Yerbum sind ursprünglich die subjektiven Zeitformen, 
Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft, überhaupt nicht 
ausgedrückt, sondern nur das objektive Moment der 
vollendeten oder noch nicht vollendeten Handlung. Erst 
die jüngeren Sprachen schaffen sich nach und nach allerlei 
Bezeichnungen auch für jene subjektiven Zeitformen. 
Dafür sind die Ausdrucksmittel für die sogenannten 
Aktionsarten, aktiv, passiv, neutrisch, intensiv, kausativ, 
reflexiv, konativ, um so reicher. Der Satzbau bewegt sich 
ursprünglich in einfacher Beiordnung und gewinnt erst 
allmählich auch die Mittel zur Bezeichnung der Unter- 
ordnung. Die Wortstellung ist anfangs streng und fest 
geregelt und erhält erst spät eine gewisse Freiheit. 

8. Die ältere Sprachwissenschaft pflegte das ver- 
wandtschaftliche Verhältnis der einzelnen Glieder eines 
Sprachstammes unter dem Bilde eines Stammbaums dar- 
zustellen. Seither ist man (s. Meringer S. 69) zu der 
Einsicht gekommen, daß alle Dialekte ursprünglich durch 
unmerkliche Übergänge miteinander verbunden waren. 
Nun sind aber die M\mdarten mächtiger Gemeinden im- 
stande, mit der Zeit ihre Nachbarn aufzusaugen. So 
stoßen nach und nach immer unähnlichere Idiome anein- 
ander, aus den Mundarten entwickeln sich selbständige 
Sprachen, die nun die Verkehrsgemeinschaft mit ihren 
Verwandten nicht mehr aufrecht erhalten können. Daher 
zeigen auch die Sprachen je nach ihrer geographischen 
Lage nähere und entferntere Beziehimgen, die sie gruppen- 
weise zusammenschließen. Das Assyrisch-Babylonische 
steht als Ostsemitisch allen anderen Sprachen als den 
westsemitischen gegenüber. Diese zerfallen dann wieder 
in Nordwestsemitisch, das Kana'anäische und Aramäische 
um&ssend, und in Südwestsemitisch, das sich in Arabisch 
und Abessinisch gliedert. 



22 I. Abteilung. 

9. Am frühsten von allen semitischen Sprachen, ab- 
gesehen vom Ägyptischen, haben sich offenbar die meso- 
potamischen Dialekte selbständig entwickelt Nach 
der zuerst bekannt gewordenen Fundstätte nennen wir 
diese gewöhnlich a potiori Assyrisch; richtiger wäre 
der Name Babylonisch, da das Mündungsgebiet des 
Euphrat und Tigris die älteste Heimat dieser Sprache war, 
von der aus sie erst allmählich nach Norden vorgedrungen 
ist. In Babylonien haben die einwandernden Semiten 
die schon hoch entwickelte Kultur eines älteren Volkes, 
der Sumerer, die mit keinem jetzt noch bekannten Volke 
verwandt gewesen zu sein scheinen, und damit zugleich 
deren Bilderschrift übernommen. Diese entwickelten sie 
allmählich zu einer immer noch mit Ideogrammen stark 
durchsetzten Silbenschrift, die man nach der Gestalt ihrer 
Grundelemente die Keilschrift nennt, und die dann auch 
von allen ihren Nachbarn angenommen wurde. Im Westen 
ward mit der Schrift zugleich die babylonische Schriftsprache 
übernommen, bis beide etwa im 11. Jahrh. v. Gh. durch 
nationale Schrift und Sprache verdrängt wurden, während 
im hohen Norden die Keilschrift den nationalen Sprachen 
sich anpaßte. Das semitische Idiom erlitt in Babylonien bei 
der Übernahme durch eine anderssprachige Bevölkerung 
das in allen ähnlichen Fällen imvermeidliche Schicksal; 
seine Aussprache mußte sich dem Organ der Unterworfenen 
anpassen, von denen die Sieger auch viele Wörter für 
ihnen noch unbekannte Kulturbegriffe entlehnten. Infolge- 
dessen gingen alle Laryngale bis auf den einfachen Kehl- 
deckelverschlußlaut und der tönende volare Reibelaut g 
verloren. Auch der tonlose Velar q ward wenigstens in 
Babylonien selbst zum tönenden Palatal g. Die konso- 
nantischen Vokale u und i gingen im Anlaut verloren; 
ersterer hielt sich allerdings noch längere Zeit Die in 



Die semitischen Sprachen. 23 

ihrer Artikulation nur wenig voneinander verschiedenen 
beiden sch-Laute des ürsemitischen fielen in einen zu- 
sammen, die interdentale Artikulation wurde überall durch 
die postdentale ersetzt, ein Vorgang, der sich auch bei 
den beiden nächst benachbarten Sprachgruppen, der 
kana'anäischen und der aramäischen, wiederholt. Die 
altererbte Nominalflexion war im Altbabylonischen noch 
vollständig erhalten, ging aber schon früh wie in allen 
jüngeren seniitischen Sprachen nach und nach verloren. 
Als das Babylonische sich vom Oemeinsemitischen trennte, 
war dort die Ausbildung der beiden Zeitformen noch 
nicht abgeschlossen. Das erst in der Bildung begriffene 
sogenannte Perfekt geriet im Babyl. ganz unter den 
Einfluß des älteren Impf, und übernahm von diesem die 
präfigierende Flexion. Daneben entwickelte sich wie 
später im Aram. eine vom Yerbalnomen ausgehende dritte 
Zeitform. Vom jüngeren Babylonisch unterscheidet sich 
das in Nordmesopotamien geschriebene Assyrisch nur 
wenig, hauptsächlich allerdings wohl, weil es eben eine 
von dem Kulturzentrum im Süden stark abhängige 
Schriftsprache war. In den Briefen, in denen wenigstens 
zuweilen die Umgangssprache durch die schulmäßige 
Hülle hindurchschimmert, treten allerlei Abweichungen 
zutage, und diese würden sicher noch mehr ins Auge 
fallen, wenn wir wirklich volkstümliche Texte besäßen. 
"Wenn die Zischlaute im Assyr. schärfer gesondert er- 
scheinen als im Babyl., so beruht das allerdings nur auf 
einer vollkommeneren Ausbildung der Schrift. Aber ein 
wirklich phonetischer Unterschied ist die Erhaltung des 
Velaren q und des im späteren Babylonisch in v 
übergehenden m. Seit dem 8. Jahrh. drangen in das 
mesopotamische Kulturland immer größere Schwärme 
aramäischer Nomaden ein, besiedelten nach und nach das 



24 L Abteilung. 

offene Land und nisteten sich später auch in den Städten 
ein. Dadurch ward die alte mesopotanüsche Sprache immer 
mehr zurückgedrängt, und seit den Zeiten Alexanders, 
vielleicht schon frilher, war sie vollends tot Als Kirchen- 
imd Literatursprache hat sie sich freilich unter den 
Priestern noch mehrere Jahrhunderte gehalten. 

10. Noch vor den Aramäern war aber ein anderer Zweig 
der Semiten in die Kulturländer des Nordens eingedrungen. 
Diese nannten sich selbst nach dem Zentrum ihrer späteren 
Wohnsitze, dem Tiefland an der Küste des Mittelländischen 
Meeres, die Kana'anäer.' Unsere älteste Quelle für die 
Sprache dieser Semiten sind einzelne Glossen in den mit 
Keilschrift in babylonischer Sprache geschriebenen Briefen, 
die palästinische Kleinfürsten des 15. Jahrh. v. Chr. an 
den ägyptischen König Amenophis IV. richteten und 
die in el-Amama in Ägypten wieder aufgefunden sind. 
Schon in diesen Glossen sehn wir das wichtigste Charakter- 
zeichen des kana'^anäischen Vokalismus, den Übergang 
des alten ä in ö-w, der viele Jahrhunderte später auf dem- 
selben Boden wieder im Westaramäischen sich vollzieht, 
wahrscheinlich also mit Prätorius auf eine Lautgewohnheit 
der vorsemitischen Bevölkerung des Landes zurückzu- 
führen ist. 

11. Das nächstälteste Originaldenkmal in kana- 
*anäischer Sprache ist die i. J. 1868 entdeckte, jetzt im 
Louvre zu Paris aufbewahrte Siegesinschrift des Königs 
Mesa. von Mö'äb (bald nach 900 v. Chr.) Sie zeigt im 
wesentlichen schon alle die Eigentümlichkeiten in Gram- 
matik und sogar im Stil, die den uns am besten bekannten 
kana'anäischen Dialekt, das Hebräische, auszeichnen. In 
der Granamatik zeigt sie nur eine Besonderheit, ein Ee- 
flexiv vom Grundstamm mit einem t hinter dem 1. Radikal, 
wie es sonst nur das Arabische kennt. Freilich ist zu 



Die semitischen Sprachen. 25 

bedenken, daß ja die altsemitische Schrift nur die Kon- 
sonanten, und auch diese vielleicht nur unvollkommen 
ausdrückt, daß daher in der lebenden Sprache mancherlei 
dialektische Unterschiede bestanden haben mögen, die in 
der Schrift verschwinden. 

12. Der wichtigste kana'anäische Dialekt ist aber 
für uns der israelitisch-hebräische. Dessen ältestes 
Denkmal ist das Lied der Debora (Richter 5), das noch 
aus der Zeit der Erobenmgskämpfe stammt, also noch in 
das 2. vorchristliche Jahrtausend hinaufreicht. Wie es 
kommt, daß die Sprache der erobernd in Kana'an einge- 
drungenen Israeliten in allen wesentlichen Punkten mit 
jener der älteren Bewohner dieses Landes identisch ist, 
ob das auf Stammesverwandtschaft oder auf Sprachent- 
lehnung beruht, läßt sich nicht mehr ausmachen. Die 
Blütezeit der uns erhaltenen historischen und prophetischen 
Literatur ist die spätere Königszeit, aus dieser besitzen 
wir auch noch ein epigraphisches Denkmal in der im 
Schacht des Siloah-Kanals bei Jerusalem gefundenen, 
von dessen Vollendung berichtenden Bauinschrift. 

Von dialektischen Unterschieden innerhalb des Hebr. 
haben wir nur eine direkte Überlieferung in der bekannten 
Erzählung Richter 12, 6, daß die Ephraimiten in dem 
"Worte äibböle|) „Ähre'' Samech für Öln sprachen ; aus einer 
so vereinzelten Nachricht lassen sich natürlich keine 
weiteren Schlüsse ziehn. Im Wortschatz zeigen allerdings 
die im Nordreiche entstandenen Schriften, namentlich das 
Buch des Propheten Hosea, einige Besonderheiten. 

Der Untergang des judäischen Nationalstaates be- 
deutete auch füi- die hebräische Sprache einen schweren 
Schicksalsschlag. Freilich haben die Exulanten in Babylon 
ihre Sprache sicher nicht aufgegeben, sie werden gerade 
in der religiösen Not um so zäher an ihr festgehalten 



26 I. Abteilung. 

haben. So sind denn auch einige der schönsten Denk- 
mäler der hebr. Literatur, namentlich der sogenannte 
Deuterojesaias (Jes. 40 ff.) im Exil entstanden. Auch 
in Palästina haben die Verbannten nach ihrer Heimkehr 
das Hebr. als Volkssprache noch in voller Geltung vor- 
gefunden. 

Mit dem Beginn der hellenistischen Zeit aber hatte 
das Hebr. sich überlebt. Die zahlreichen Juden, die da- 
mals nach Ägypten und weiter nach dem Westen aus- 
wanderten, konnten schon inmitten einer Griechisch 
redenden Umgebung ihre Muttersprache nicht bewahren. 
Ihre in der Heimat zurückgebliebenen Volksgenossen 
waren aber in der gleichen Lage gegenüber dem damals 
in ganz Vorderasien als Verkehrssprache durchdringenden 
Aramäisch. Dies konnten sie um so leichter gegen ihr 
nationales Idiom eintauschen, weü beide sich außer- 
ordentlich nahe standen. Dieser Sprachwechsel wird sich 
noch leichter vollzogen haben als die Verdrängung der 
Volksdialekte in Norddeutschland durch das Hochdeutsche. 
Als Sprache der Keligion und der Schule hielt sich 
das Hebr. noch viele Jahrhunderte. Auch nachdem es als 
Volkssprache längst tot war, ist noch viel Hebräisch ge- 
schrieben worden. Der Charakter dieser Schriftsprache hing 
natürlich davon ab, wie weit die einzelnen Autoren mit der 
alten Literatur vertraut waren. Das um 200 v. Chr. ge- 
schriebene Sirachbuch, von dessen Urtext seit 1897 wieder 
größere Stücke aufgefunden sind, ist noch in sehr gutem 
mid reinem Hebr. geschrieben. Andere ungefähr gleich- 
zeitige und etwas jüngere Schriften, wie Esther, der 
Prediger und manche Psalmen, zeigen dagegen schon 
ein sehr stark durch die herrschende aramäische Volks- 
sprache gefärbtes Hebräisch. Dieser aramäische Einfluß 
mußte im Laufe der Zeit natürlich immer mehr wachsen. 



Die semitischen Sprachen. 27 

Die in den beiden Talmuden aufbewahrten juristisch- 
rituellen Diskussionen aus den Gesetzesschulen der ersten 
nachchristlichen Jahrhunderte sind zwar auch noch he- 
bräisch geschrieben, aber ihr Wortschatz ist schon zum 
großen Teil dem Aramäisclien entlehnt. Immerhin haben 
auch diese letzten Ausläufer der hebräischen Literatur 
noch einige Wörter aufbewahrt, die sich durch ihren 
Lautstand als echtkana'anäisch ausweisen und nur zu- 
fällig im A. T., das ja bei seinem geringen Umfang nur 
einen Ausschnitt aus dem alten Sprachgut bieten kann, 
nicht belegt sind. 

Im Lautstand, der Konsonanten sowohl wie der 
Vokale, hat nun das Hebr. seit den ältesten bis auf die 
jüngsten Zeilen scheinbar fast gar keine Wandlungen 
durchgemacht Aber gewiß eben nur scheinbar. Die 
22 Buchstaben des altsemitischen Alphabets haben schwer- 
lich alle Laute der Sprache ausgedrückt, sondern ge- 
wissermaßen nur mehr oder weniger weite Artikulations- 
sphären, ähnlich wie sich die arabische Schrift stets mit 
drei nur die wichtigsten Klangfarben sondernden Vokal- 
zeichen begnügt hat. Noch die spätjüdische Tradition 
hat es für nötig gefunden, die beiden Nuancen des sch- 
Lautes, die in der Schrift nur ein Zeichen haben, durch 
diakritische Punkte zu sondern. Die Umschrift hebr. 
Eigennamen bei den LXX unterscheidet noch den volaren 
tönenden Reibelaut g von dem laryngälen *, die beide in 
der Schrift nur ein Zeichen haben und später in der 
Tat zusammengefallen sind. So wäre es sehr wohl mög- 
lich, daß die Aussprache in älterer Zeit noch andere 
lautliche Nuancen unterschieden hätte, von denen uns 
keine Überlieferung mehr meldet Dasselbe gilt erst recht 
für die Vokale, die in der Schrift ursprünglich überhaupt 
nicht bezeichnet wurden. Nach imd nach sind zwar für 



28 I- Abteilung. 

die langen Vokale ü — o, % — e hier und da die Zeichen 
für die konsonantischen Vokale ti und i eingetreten, aber 
die späteren Abschreiber haben sich dabei sicher nicht 
mit diplomatischer Treue an ihre Vorlagen gebunden, 
sondern diese Zeichen nach der Aussprache ihrer Zeit 
gesetzt. Alle kurzen Vokale kennen wir überhaupt nur 
nach der jüdischen Überlieferung, die etwa im siebenten 
nachchrisÜichen Jahrhunderte nach dem im Gottesdienst 
üblichen, feierlich kantillierenden Vortrag festgelegtwurde. 
Diese Überlieferung erweist sich allerdings durch die 
Sprachvergleichung als eine relativ treue; sie ist vom 
Aramäischen weit weniger, als man erwarten sollte, be- 
einflußt. Immerhin ist sie in sich selbst noch nicht 
ganz fest; die sogenannte babylonische Punktation hat 
manche ältere Form bewahrt, die in der von ihr abge- 
leiteten tiberiensischen schon durch eine jüngere Bildung 
ersetzt ist. Fast ein Jahrtausend rückwärts hat uns die 
Umschrift der LXX wieder in manchen Fällen altertüm- 
licheren Lautstand erhalten. Und wieder etwas urwüchsiger 
ist die leider sehr unvoUkonmiene Umschrift hebräischer 
Eigennamen in den assyrischen Annalen. 

13. Neben dem Hebräischen war das Phönizische 
der bedeutendste kana^'anäische Dialekt. Den Konsonan- 
tenbestand des Phönizischen kennen wir ziemlich genau 
aus zahlreichen Inschriften, von denen einige bis in das 
9. und 10. Jahrh. vor Chr. hinaufreichen mögen, die 
aber zumeist erst der Zeit nach dem 5. Jahrh. angehören. 
Dieser Konsonantenbestand deckt sich durchaus mit dem 
hebräischen, doch besteht auch hier der Verdacht, daß 
die Schrift den wahren Lautstand der Sprache niur un- 
gefähr andeutet. Die Namen der beiden Hauptstädte von 
Phönizien, Tyrus und Sidon, werden wie im Hebr. im 
Anlaut mit demselben Zeichen S geschrieben, das die 



Die semitischen Sprachen. 29^ 

Griechen nach ihrer Umschrift in doppelter Aussprache 
gehört haben müssen. Daß sie ungefähr richtig gehört 
haben, bestätigt die Sprachvergleichung. In „Tyrus" war 
ursprünglich im Anlaut ein englisches hartes th mit 
festem Absatz, das im Aram. zu t wird, in Sidon da- 
gegen ein S. Die Yokale kennen wir nur aus der grie- 
chischen Umschrift von Eigennamen und einzelneü 
phönizischen Wörtern, hier scheinen die Unterschiede 
vom Hebr. immerhin etwas bedeutender gewesen zu sein. 
Auch die Syntax, soweit wir sie aus dem gedrungenen 
Stile der Inschriften kennen lernen, war mit der hebr. 
nicht ganz einerlei. Das wichtigste syntaktische Kenn- 
zeichen des Hebr., welches das Moabitische mit ihm teilt, der 
Gebrauch der Tempora in der Erzählung, die mit dem 
Perf. beginnt und dann im Impf, apocopatum fortfährt, 
fehlt dem Phönizischen. Dafür hat das Phönizische einen 
im Hebr. noch fehlenden, aber später im Arab. wieder- 
kehrenden Ansatz, die Tempora durch Anwendung eines 
Hilf sverbums (Ään „war") vor dem Perf. zur Bezeichnung 
der Yorvergangenheit etwas genauer zu präzisieren. 

Durch ihre Kolonien verbreiteten die Phönizier ihre 
Sprache über die wichtigsten Küstenländer des Mittel- 
meeres, aber nur in Nordafrika, in Karthago und Um- 
gegend, gewann sie wirklich festen Boden. Das Punische 
kennen wir gleichfalls aus zahlreichen, leider meist sehr 
kurzen und in späterer Zeit graphisch arg verwilderten 
Inschriften. Den eigentlichen Klang der Sprache lernen 
wir aus einigen punischen Versen kennen, die Plautus in 
seinem Pönulus angebracht hat. Leider sind diese Verse 
wahi-scheinlich nicht einmal von Hause aus ganz korrekt 
konzipiert, jedenfalls später von den Abschreibern noch 
stark entstellt und daher nicht mehr mit voller Sicher- 
heit zu verstehn. Für den Vokalismus des Punischen 



30 L Abteilung. 

ist eine gewisse Verdampfung der Vokale, namentlich 
des ö > M {sufet =hehv. söfßt „Richter") charakteristisch. 
Im Neupunischen sind ebenso wie in den jüngeren ara- 
mäischen Dialekten die Laryngale bis auf ' und h auf- 
gegeben. Im Mutterlande mag sich das Phönizische noch 
etwas länger gehalten haben als das Hebr., um 100 v. Chr. 
war es aber jedenfalls dort auch schon vom Aram. aufgesogen. 
Zäher hielt sich das Punische in Nordafrika gegenüber 
den durchaus von ihm verschiedenen maurischen Sprachen 
und dem Latein; hier war es vielleicht noch im 5. Jahrh. 
nach Chr. lebendig. 

14. Die nächste VölkerweUe, die nach den Kana^'anäem 
gegen das Kulturland im Norden anflutete, waren die 
Aramäer. Seit dem 14. Jahrh. v. Chr. meldet uns die 
Literatur der Assyrer und Babylonier von den Arimi oder 
Ahlame, die als Nomaden die Wüste im Westen von 
Mesopotamien durchstreiften, als Räuber die Grenzen des 
Kulturlandes unsicher machten und allerlei schnell wieder 
zerfallende Staatswesen schufen. Sie drangen aber aus 
der Wüste nach NW vor in die Länder, in denen nicht- 
semitische Völker schon eine ziemlich hohe Kultur ge- 
schaffen hatten. Sie wuchsen in deren Kultur hinein und 
drängten ihnen dafür ihre Sprache auf. Deren für uns 
älteste Denkmäler sind die bei dem jetzigen Zingirli ge- 
fundenen Inschriften der Fürsten von Sam'al, von denen 
einer noch den unsemitischen Namen Panammu trägt. 
Mit dem Alphabet entlehnten aber diese Aramäer 
auch orthographische Gewohnheiten von den Kana'anäern. 
Wir sahen, daß diese für gewisse Lautgruppen nur ein 
Zeichen hatten. Diese Aramäer schrieben nun ihre 
Zischlaute mit denselben Zeichen wie die Kana'anäer. 
Ursemitisches ^, j), j5. fielen im Kana'anäischen später 
mit x^ s und s zusammen und wurden seit alters mit 



Die semitischen Sprachen. 31 

denselben Zeichen geschrieben. Das taten nun auch 
diese Aramäer, obwohl bei ihnen jene . Laute später 
zu c?, /, t wurden. Dieselbe orthographische Eigentüm- 
lichkeit zeigen noch die etwas jüngeren Inschriften, die 
in Nerab bei Damaskus gefunden sind. Hier ist aber 
auch ein grammatischer Einfluß zu beobachten. Das 
Kelativpronomen lautet nicht wie sonst im Aram. di 
oder x% sondern sa, wie im Nordkana^'an. und allerdings 
auch im Assyiisch-Babylonischen ; es läßt sich daher 
nicht sicher eotscheiden, ob das auf dem Einfluß der 
benachbarten Kana^^anäer oder auf dem der herrschenden 
Assyrer beruhte. 

Wir sahen schon, wie das Aramäische im assyrischen 
Eeiche immer weiter vordrang, bis es endlich selbst zur 
Herrschaft kam und das Assyrische aus dem Leben ver- 
drängte. Aus einzelnen kleinen Denkmälern ersehn wir, 
wie seine Orthographie sich allmählich von älteren Ein- 
flüssen befreit und den reinaramäischen Lautstand dar- 
zustellen sich bemüht. Als die Perser die Assyrer in 
der Herrschaft Vorderasiens abgelöst hatten, war das 
Aramäische schon die internationale Verkehrssprache ge- 
worden, die allmählich auch die kana'anäischen Dialekte 
aufsog. Die offizielle Stellung des Aramäischen im Perser- 
reich war sogar so stark, daß persische Statthalter in 
Kleinasien, wo niemals Semiten in größeren Massen gelebt 
hatten, ihre Münzen mit aram. Aufschriften versehn 
ließen. Neuerdings ist auch bei Arabsun, dem alten 
Arabissos in Kappadozien, eine von einem semitisch-ira- 
nischen Mischkultus berichtende Inschrift in aramäischer 
Schrift und Sprache gefunden, die uns zeigt, daß das Ara- 
mäische in diesen Gegenden zur persischen Zeit nicht 
nur die offizielle Sprache, sondern auch in gewissem 
Umfang die Sprache des geistigen Lebens überhaupt war. 



32 I. Abteilung. 

Eine ähnliche Stellung hatte das Aramäische in persischer 
Zeit auch in Ägypten; daß es hier in Aktenstücken auf 
Papyrus viel länger in Gebrauch blieb, lag allerdings 
mit daran, daß die Aussteller dieser Akten zum Teil Juden 
waren. Auf semitischem Boden verdrängte das Aramäische 
nicht nur die kana'anäischen Dialekte, es drang auch in 
arabisches Sprachgebiet ein, hier allerdings wohl ledig- 
lich als Schriftsprache. Das zeigen uns einige Inschriften 
aus der Datteloase Teimä im nördlichen Higäz, deren 
älteste und bedeutendste vielleicht noch aus vorpersischer 
Zeit stammt. 

15. Die frühsten uns erhaltenen Literaturdenkmäler in 
aramäischer Sprache rühren von den Juden her. Es sind 
das die aramäischen Erzählungen im Buche Ezra, das 
eigentlich mit Nehemia einen Anhang zu den Büchern 
der Chronik bildet, ims also nur in einer vom Chronisten 
überarbeiteten Form vorliegt. Immerhin zeigt die Sprache 
hier noch eine etwas altertümlichere Gestalt als in dem 
167 oder 166 v. Chr. geschriebenen Buche Daniel, das 
aus einem hebr. Urtext am Anfang und Schluß und einer 
aramäischen Übersetzung in der Mitte zusammengesetzt 
zu sein scheint. Im konsonantischen Lautbestand ist mit 
diesem älteren Westaramäisch die Sprache der palmyre- 
nischen und der nabatäischen Inschriften identisch, erstere 
aus den ^;ei^ ersten, letztere aus dem ersten vorchrist- 
lichen Jahrh. Die Palmyrener waren selbst Aramäer, 
freilich unter der Herrschaft einer arabischen Aristokratie ; 
die Nabatäer dagegen waren Araber^ denen das Aramäische 
eben nur als Schriftsprache diente; in ihren Inschriften 
verrät sich daher auch je nach ihrem Bildungsstande gar 
oft die arabische Muttersprache. 

16. Dies Westaramäisch war auch die zur Zeit Jesu 
in Palästina herrschende Umgangssprache, deren genaue 



Die semitischen Sprachen. 33 

Form für jene Zeit wir allerdings leider nicht kennen. 
Im N. T. finden sieh im ganzen nur etwa 16 Wörter der 
Landessprache in griechischer Umschrift. Aber die ara- 
mäische Grundlage des ältesten Evangeliums, wie es 
Markus niedergeschrieben, läßt sich unter dem griechischen 
Gewände in Satzfügung mid Redeweise, zum Teil auch im 
Wortschatze noch ziemlich deutlich erkennen. Leider 
besitzen wir keine Denkmäler des palästinischen Dia- 
lektes aus altchristlicher Zeit. Die Christen in Palästina 
waren seit dem 3. Jahrh. wie alle ihre aramäischen 
Glaubensgenossen ganz von dem geistigen Zentrum in 
Edessa abhängig und bedienten sich daher auch lange 
Zeit der dort entstandenen Bibelübersetzungen. Erst die 
christologischen Streitigkeiten, die auch die Christenheit 
des Ostens spalteten, hoben diesen Zusammenhang auf. 
Die Palästinenser als Melkiten, Anhänger der vom by- 
zantinischen Kaiser angenommenen Beschlüsse des 
Konzils von Chalcedon, sagten sich von den Jakobiten 
und Nestorianem des Ostens los und schufen sich etwa 
seit dem 6. Jahrh. auch eine eigene Literatur in ihrem 
spezifisch judäischen Dialekt. So entstand zunächst eine 
Übersetzung der Evangelien, die, obwohl in ihrer Heimat 
niedergeschrieben, doch dem griechischen Urtext sich 
viel sklavischer anschmiegt als die alten edessenischen 
Übersetzungen und daher viel weniger als diese geeignet 
ist, uns den Sprachgeist des aramäischen Urevangeliums 
zu vergegenwärtigen. In diesen Dialekt ward dann auch 
das A. T. nach den LXX und eine ziemlich große Anzahl 
von Werken griechischer Kirchenliteratur, Hymnen, 
Legenden usw. übersetzt. Vor den arabischen Eroberern 
wich dieser Dialekt aber viel schneller zurück als das 
edessenische Syrisch, nnd so war er bis auf eine im 
Vatikan aufbewahrte Evangelienhandschrift bis vor 

Brockelmann, Semitifiche Sprachwissenschaft 3 



34 L Abteilaiig. 

kurzem verschollen. Erst im letzten Jahrzehnt sind dann 
auf dem Sinai, in Damaskus und Ägypten weitere Reste 
aufgetaucht, eine Nilliturgie zeigt uns, daß dieser Dialekt 
von Christen in Ägypten noch im Ritus verwandt wurde, 
als er aus dem täglichen Leben schon lange verschwunden 
war. 

17. Viel umfangreicher als die palästinische Literatur 
der Christen war die der Juden. Als das Hebr. aus- 
gestorben war und vom Volke nicht mehr verstanden 
wurde, kam die Sitte auf, bei Verlesimg des heiligen 
Textes in der Synagoge jedem Verse alsbald eine Über- 
tragung in die Landessprache folgen zu lassen. Das ge- 
schah lange Zeit mündlich und erst, als diese Gewohnheit 
selbst eine durch ihr Alter geheiligte Institution ge- 
worden war, ging man daran, diese Targüme, wie man 
sie nannte, aufzuzeichnea. Am frühesten ward das 
durch eine Verwechselung mit dem griechischen Bibel- 
übersetzer AquUas dem Onkelos zugeschriebene Targüm 
zur Thora festgelegt, aber auch dies nicht vor dem 
5. Jahrh. Noch etwas jünger ist wohl das Targüm zu 
den Propheten, das für den Gottesdienst nicht dieselbe 
Bedeutung hatte wie das zur Thora. Beide Targüme 
zeigen aber den palästinischen Dialekt in ziemlich reiner 
Gestalt, wenn auch natürlich durch manche Hebraismen 
entstellt. Die mindestens zwei Jahrhunderte jüngeren, 
sogenannten jerusalemischen Targüme dagegen sind schon 
in einem künstlichen, aus westlichen und östlichen Ele- 
menten gemischten Dialekte geschrieben. Erhalten sind 
uns auch die älteren beiden Targüme hauptsächlich durch 
die Juden in Babylon, die sie zuerst mit der bei 
ihnen heimischen Punktation versahen. Während die 
tiberiensische Punktation in der Überlieferung des Abend- 
landes, wo der Targümvortrag in der Synagoge keine 



Die semitischen Sprachen. 35 

praktische Bedeutung mehr hatte, stark verwilderte, be- 
wahrten die südarabischen Juden mit der alten Sitte des 
Targümvortrags auch die babylonische Yokalüberlieferung, 
die uns daher erst in letzter Zeit näher bekannt geworden 
ist Etwas älter noch als die Sprache der Targüme ist 
die einiger kleuierer Denkmäler, wie der Fastenrolle, 
einiger Sprüche und gewisser ürkundenformulare. Einen 
erheblich jüngereu Sprach typus stellen dagegen die ara- 
mäischen Bestandteile des jerusalemischen Talmuds 
dar, die aus der galiläischen Umgangssprache geflossen 
sind. Hier sind die Laryngale größtenteils schon auf- 
gegeben, und auch sonst ist der konsonantische Lautstand 
stark abgeschliffen. 

18. Mit der aus Ghaliläa stammenden Sprache des 
jerusalemischen Talmuds nahe verwandt ist die der 
Samaritaner, nur kommt vielleicht in ihrer Eecht- 
schreibung der Schwund der Laryngale noch konse- 
quenter zum Ausdruck. Wir kennen diesen Dialekt 
leider nur ans einer Pentateuchübersetzung, die sich 
sklavisch an den hebr. Text hält imd sich sogar nicht 
scheut, hebräische, dem Aramäischen ganz fremde Wörter 
einfach aufzunehmen. In demselben Dialekt haben im 
Mittelalter, als er schon ausgestorben war, samaritanische 
Gelehrte noch mancherlei zu schreiben versucht, was 
ihnen aber meist ebensowenig gelang wie ihre Versuche, 
hebräisch zu schreiben. 

19. Durch die arabische Erobenmg ward das Ara- 
mäische im Westen völlig aus dem Leben verdrängt. 
Nur in drei entlegenen Dörfern des Antilibanus bei 
Damaskus hat sich ein anunäischer Dialekt bis heute 
lebendig erhalten, der aber ohne allen Zusammenhang 
mit den alten Literatursprac^hen sich sehr stark weiter 
entwickelt hat. 

3* 



36 I. Abteilung. 

20. Im Osten erstreckte sich das aramäische Sprach- 
gebiet von den armenischen Bergen durch die Flußtäler 
des Euphrat und Tigris hinunter bis an ihre Mündimg 
am Persischen Golf. Diese östlichen Dialekte unter- 
scheiden sich von denen im Westen hauptsächlich da- 
durch, daß in ihnen das Präfix der 3. p. m. Impf, nicht 
wie im Westar. und in allen anderen semitischen Sprachen 
t, sondern n ist, und daß der affigierte Artikel des Ara- 
mäisclien hier seine ursprüngliche Bedeutung ganz ver- 
loren hat Den aramäischen Dialekt Babyloniens 
kennen wir in doppelter Ausprägung. Im Orient pflegen 
sich religiöse Sekten so stark voneinander abzusondern, 
daß auch ihre Sprache im selben Lande ziemlich ver- 
schieden wird. Aus Babylonien haben wir Sprachdenk- 
mäler im Dialekt der Juden und in dem der gnostischen 
Sekte der Mandäer. Ersterer liegt im sogenannten 
babylonischen Talmud, genauer in dessen gemä- 
rischen Bestandteilen vor. Wie alle jüdisch-aramäischen 
Dialekte ist auch dieser von hebr. Einflüssen nicht ganz 
frei geblieben. Um so wertvoller ist uns die auch für 
die Religionsgeschichte Vorderasiens sehr wichtige Lite- 
ratur der Mandäer, weil sie uns einen reinaramäischen 
Dialekt bietet, dessen Wort- und Satzfügung weder vom 
Hebr. wie die jüdischen, noch vom Griechischen wie die 
christlichen Dialekte berührt ist. Auch die Schreibweise 
der Mandäer ist von der historischen Orthographie der 
anderen Dialekte unabhängig und stellt daher den wirk- 
lichen Lautstand, für den wieder das Schwinden der 
Laryngale charakteristisch ist, sehr treu dar. 

21. Der wichtigste von allen aramäischen Dialekten 
ist aber der von Nordmesopotamien geworden. Hier war 
Edessa in den ersten Jahrhunderten n. Chr. das 
Kulturzentrum, und die Sprache dieser Stadt muß schon 



Die semitischen Sprachen. 37 

in vorchristlicher Zeit literarisch verwertet und dadurch 
unter eine gewisse schulmäßige Zucht gekommen sein. 
Zwar ist uns nur ein Sprachdenkmal erhalten, das viel- 
leicht noch aus heidnischer Zeit stammt, der Brief des 
Mara bar Sarapion, der sich nicht im geringsten von 
den späteren Erzeugnissen der christlichen Literatur 
unterscheidet. Diese begann schon im 2. Jahrh. mit 
den Bibelübersetzungen und entwickelte sich zu einem 
sehr reichen, wenn auch wenig originellen, alle Zweige 
des damaligen Geisteslebens umfassenden Schrifttum. 
Die Streitigkeiten über die göttlich-menschliche Natur 
Christi, die im 5. Jahrh. die Christenheit erschütterten, 
spalten die bis dahin einheitliche syrische Kirche in zwei 
feindliche Lager. Die dem römischen Reiche unter- 
stehenden westlichen Syrer bekannten sich zur monophy- 
sitischen Lehre des Jakob Baradäus, nach dem sie sich 
Jakobiten nannten, während ihre Brüder im persischen 
Reiche der entgegengesetzten Lehre des Nestorius 
folgten. Dadurch wurden diese beiden Zweige der 
Syrer — so nannten sich diese Aramäer, weil ihr alter 
Volksname gerade so wie der der Hellenen als Bezeich- 
nung der Heiden in Mißkredit gekommen war — ein- 
ander so entfremdet, daß auch ihre ursprünglich einheit- 
liche Schriftsprache sich nun in zwei gesonderten Dia- 
lekten ausprägte. Im Westen kam wie im Kana'anäischen 
(s. o. § 10) die wahrscheinlich schon der vorsemitischen 
Bevölkerung eigene Neigung zur Herrschaft, das ä zu ö 
zu verschieben. Als nun seit dem 7. Jahrh. die arabische 
Eroberung das Aramäische auch in diesen Ländern seiner 
Herrschaft beraubte, befriedigten die beiden Sekten je für 
sich das Bedürfnis, die im Leben dahinschwindende 
Sprache für die Rezitation des Bibeltextes im Gottes- 
dienste zu fixieren. So entstanden zwei Überlieferungen 



38 I. Abteilung. 

über die Aussprache des Syrischen, von denen die öst- 
liche im allgemeinen den altertümlicheren Charakter trägt. 
Ausgestorben ist das Syrische seit der arabischen 
Eroberung im 7. Jahrh. noch nicht ganz. Es hat als 
Kirchen- und Literatursprache noch 6 Jahrhunderte 
weiter gelebt, und seine Literatur hat auf die der Araber, 
soweit sie an die wissenschaftlichen Traditionen der 
Griechen anknüpfte, einen sehr erheblichen Einfluß aus- 
geübt. Fast noch wichtiger war die Kulturmission des 
Syrischen im Osten. Wie das Aramäische schon im 
Achämeniden reich als gemeinsame Verkehrssprache gedient 
hatte, so behauptete es auch unter den Sasaniden noch 
einen so bedeutenden Einfluß, daß die Perser jener Zeit 
für ihre eigene Sprache nicht nur die aramäische Schrift, 
sondern mit ihr auch zahlreiche aramäische Worte als 
Ideogramme entlehnten. Einen jüngeren, spezifisch 
syrischen Schrifttypus verwandten dann die Manichäer für 
ihre in persischer Sprache verfaßten religiösen Schriften ; 
diese nahmen sie auf ihren Wanderungen bis tief in das 
Innere Zentralasiens mit, und dort in Turfan in Chinesisch- 
Turkistan sind kürzlich umfängliche Reste von ihnen zu- 
tage getreten. Diesem Zuge nach Osten folgten einige 
Jahrhunderte später wieder die Nestorianer. Sie trugen 
das Christentum bis nach China hinein, wo das Denkmal 
von Si-ngan-fu in parallelen Kolumnen chinesisch und 
syrisch von den Erfolgen ihrer Missionstätigkeit erzählt. 
Auch hier ist ihre Kulturarbeit nicht spurlos unter- 
gegangen; die Mongolen bedienen vsich noch heute eines 
a\is dem syrischen abgeleiteten Alphabets. 

22. Als lebende Sprache hat sich das Ostaramäische 
nur in einigen abgelegenen Gegenden erhalten, so im 
Gebirge Tür ^Abdin in Mesopotamien, in einigen Land- 
strichen östl. und nördl. von Mosul, in den nahen kur- 



Die semitischen Sprachen. 39 

dischen Bergen und an der Westseite des ürmiasees. 
Diese Dialekte haben sich ähnlich wie die noch im Libanon 
gesprochenen sehr stark von den altaramäischen entfernt. 
Die Laryngale sind auch hier zumeist geschwunden, und 
die Palatale sind vielfach zu Affrikaten geworden. Die 
beiden ^Itsemitischen Tempora sind ganz aufgegeben und 
durch Neubildungen aus dem Partizipium ersetzt, für die 
sich schon im Altsyr. Ansätze finden. Der Wortschatz 
dieser Dialekte ist natürlich sehr stark von den benach- 
barten, weit mächtigeren Sprachen der Araber, Kurden 
und Türken beeinflußt. Schon zu Beginn des 17. Jahrh. 
haben nestorianische Geistliche versucht, in dem heute 
Fellichi genannten Dialekte der Bauern aus der Um- 
gegend von Mosul die kirchliche Dichtung der alten 
Literatursprache nachzuahmen. Im 19. Jahrh. haben 
dann zuerst amerikanische Missionare den Dialekt von 
Urmia zur Schriftsprache erhoben, in der sie nicht nur 
die theologische, sondern auch die allgemeine Büdung 
dieser Syrer zu heben sich bemühen. Di^ römische 
Propaganda hat es sich dann nicht nehmen lassen, ihren 
Spuren zu folgen, hier aber mit weniger Glück als in 
Bairut bei den Arabisch redenden Christen. 

23. Die letzte Welle der semitischen Völker Wanderung 
brachte die Araber in die Kulturländerund machte ihre 
Sprache zur Erbin fast aller anderen semitischen Idiome. 
Das Arabische steht, wie wir sahen, mit dem Äthiopischen 
als Südwestsemitisch den kana'anäischen imd aramäischen 
Dialekten als Nordwestsemitisch gegenüber. Es unter- 
scheidet sich von diesen durch vollständigere Ei'haltung 
des ursprünglichen, namentlich an mannigfach nuancierten 
Laryngalen und Sibilanten reichen Lautstandes, sowie 
durch treuere Bewahrung der alten Vokalfülle. Das ur- 
semitische Formensystem liegt hier in seiner reichsten, 



40 I. Abteilung. 

fast alle Möglichkeiten der ursprünglichen Anlage er- 
schöpfenden Ausbildung vor. Dadurch ist beim Yerbum 
die Ausdrucksfiihigkeit der Sprache allerdings sehr ge- 
steigert; aber die überreich entwickelten inneren Plurale 
des Nomens kann man nur als eine überflüssige und daher 
eigentlich schädliche Wucherimg ansehn. 

In Arabien selbst lassen sich zwei große Dialektgruppen 
unterscheiden, die süd- imd die nordarabische. Diese 
letztere Gruppe hat sich erst später als jene der Kultur 
erschlossen, dann aber um so reichere Früchte getragen. 
Die bis vor kurzem noch weit verbreitete Meinung, daß 
die Beduinen Nordarabiens bis zum Auftreten des Propheten 
Muhammed aller Kultur entbehrt hätten, ist freilich irrig. 
Dort, wo die Wüste und das Kulturland grenzen, haben 
sich die Araber den Einflüssen ihrer Nachbarn nicht ent- 
zogen. Wir sahen ja, daß schon in persischer und dann 
wieder in römischer Zeit arabische Staaten mit aramäischer 
Kultur und daher aramäischer Schriftsprache bestanden. 
Fast alle Kulturbegriffe werden im Arab. mit aramäischen 
Wörtern bezeichnet, unter denen sich deutlich zwei Schich- 
ten, eine ältere und eine jüngere (s. § 55), scheiden lassen. 
Aber auch in einheimischer Schrift und Sprache ist in 
Nordarabien schon ziemlich früh allerlei aufgezeichnet, 
freüich keine großen Inschriften politischen oder sakralen 
Inhalts, sondern niu- Graffiti, in denen wandernde Hirten 
ihre Namen der Nachwelt überlieferten. Das Alphabet 
ist in ihnen nicht das aramäische, sondern ein Zweig des 
südarabischen, direkt aus dem phönizischen abgeleiteten. 
Die Sprache ist noch nicht mit der späteren Literatur- 
sprache identisch, sie unterscheidet sich von ihr haupt- 
sächlich durch den Artikel ha und han gegenüber aL 
Solche Inschriften sind von Damaskus bis nach el-Oela 
im nördl. Higäz gefunden worden in drei Typen, die man 



Die semitischen Sprachen. 41 

safatenisch, lihjanisch und thamudenisch genannt hat. 
Aber diese älteren Schriftarten wurden durch die von 
einer höheren Kultur getrageoe und empfohlene aramäische 
Schrift, speziell in der bei den Nabatäern heimischen 
Form verdrängt. Der älteste arabische Text in dieser 
Gestalt ist kürzlich in en-Nemära bei Damaskus gefunden ; 
er stammt aus dem J. 328 n. Chr. imd schmückt das 
Grab eines ai-abischen Königs. Die Sprache ist hier 
schon fast ganz die der späteren Literatur bis auf wenige 
auch in ihr bezeugte Dialektformen. Ähnlichen Typus 
zeigen auch die beiden nä<5hstjüngeren arabischen In- 
schriften, die von Zabad bei Aleppo aus dem J. 512 oder 
513 n. Chr. und die von Haurän s. von Damaskus aus 
dem J. 568; erstere bietet neben dem arabischen einen 
syrischen und einen griechischen, letztere nur einen 
griechischen Text. 

24. Wenn nun die Araber vor Muhammed ihre 
Sprache auch nur selten auf Steindenkmälem verewigt 
haben, so hatten sie damals doch schon eine nationale 
Poesie zu hoher Blüte entwickelt. An dieser nahmen 
allerdings nicht alle Araber teil, sondern nur die des 
mittleren Higäz, des ganzen Negd und seiner Nebenländer 
einschließlich der Landschaft am Euphrat (Nöldeke), 
während die dem Römerreich untertänigen Araber in 
Syrien an ihr nur als Empfanger beteiligt sind. Alle 
Dichter dieser Länder, obwohl sie verschiedenen Stämmen 
angehörten, bedienten sich einer gemeinsamen Sprache, 
die in dieser Form freilich wohl nur eben als Lied er - 
spräche existierte. Die Annahme einer solchen Dichter- 
spraehe auch für eine Zeit, in der die Poesie noch nicht 
oder wenigstens noch nicht vorzugsweise sich der Schrift 
bediente, hat durchaus nichts Bedenkliches, sondern läßt 
sich durch manche analoge Beispiele bei sogenannten 



42 I. Abteilung. 

Naturvölkern stützen. Diese Dichtersprache zeichnet 
sich durch großen Formenreichtum aus und bedeutet in 
der Feinheit ihrer syntaktischen Ausdrucksmittel den 
Höhepunkt aller semitischen Sprachentwicklung. Ihr 
Wortschatz ist außerordentlich reich, da er aus den 
Quellen aller einzelner Yolksdialekte gespeist wurde. 
Aber dieser Reichtum, den arabische Lexikographen so 
gern und manchmal ein wenig übertreibend gepriesen 
haben, ist eigentlich kein Zeichen eines weiten, sondern 
vielmehr der eines engen Bewußtseins. Alle Einzelheiten 
der ihn umgebenden Natur beobachtet der Beduine, 
namentlich soweit sie ihn persönlich berühren, aufs 
schärfste, und alle diese Einzelheiten im Bau der Wüste, 
Eigenschaften der Tiere usw. bezeichnet er durch eigene 
Wörter. Das ist auch keineswegs etwa eine besondere Eigen- 
heit des Semiten, sondern findet sich unter analogen 
Kulturverhältnissen bei den verschiedensten Völkern der 
Erde wieder. Aber diese selbe Sprache besitzt auch die 
Mittel, zarte Empfindimgen der Liebe und des Ehrge- 
fühls auszudrücken, und sie hat bei aller Sachlichkeit 
der Beobachtung einen hohen poetischen Reiz. Mit 
Recht haben die Araber in' der Sprache der vorisla- 
mischen Zeit stets ihr Ideal gesehen. 

25. Neben der Liedersprache lebten nun aber in 
Nordarabien auch die Dialekte der Stämme, von denen 
ims freilich nur die späteren Grammatiker spärliche 
Kunde geben. Einen dieser Dialekte aber kennen wir 
näher, den von Mekka. Er liegt dem Buche des Pro- 
pheten Muhammed, dem Qor'än, zugrunde, wenn M. 
vielleicht auch bemüht gewesen sein mag, seine Sprache 
etwas der herrschenden Liedersprache anzupassen. In 
der Niederschrift, die allerdings nicht vom Propheten 
selbst, aber doch aus seiner nächsten Umgebung stammt, 



Die semitischen Sprachen. 43 

spiegeln sich denn auch Lautverhaltnisse, die von denen 
der Hochsprache wesentlich abweichen. Die religiöse 
Autorität des Buches brachte es mit sich, daß man an 
seiner Schreibweise nichts zu ändern wagte, daß man 
diese vielmehr überhaupt für die maßgebende ansah. 
Als später zur reinen Konsoiiantenschrift Yokal- und 
andere Lesezeichen hinzukamen, setzte man diese aller- 
dings nach den Regeln des Hocharabischen, und sie 
verhalten sich nun zu den Konsonanten, die man nicht 
zu ändern wagte, wie die zu lesenden Varianten (Q®re) 
zum konsonantischen Text (K®|)ib) im Hebräischen. 

26. Durch den Qdr'än ward das Arabische so weit 
verbreitet, wie kaum eine andere Sprache der Welt. Für 
alle Muslimen ist es die einzige im Gebet zulässige Rede- 
form. Dadurch war das Arabische auf lange hinaus 
allen anderen von Muslimen geredeten Idiomen sehr über- 
legen. Es ward die gemeinsame Literatursprache, die 
auch nach dem Aufkommen nationaler Literaturen bei 
den unterworfenen Völkern auf wissenschaftlichem Ge- 
biete sich zum Teil bis heute allein behauptet hat. In 
dieser Literatur herrschte im Prinzip das klassische 
Arabisch, d. h. im wesentlichen die alte Liedersprache 
mit einem den veränderten Verhältnissen angepaßten 
Wortschatze. Bei den Arabern selbst war sie freilich 
den Einflüssen der lebenden Volksdialekte nicht ganz 
entzogen, aber sie hat diese doch bis heute an einer 
selbständigen literarischen Ausbildung gehindert. 

27. Im täglichen Ijeben aber konnte es natürlich 
schon in der Blütezeit der arabischen Kultur nicht aus- 
bleiben, daß die Stammesdialekte immer mehr Boden 
gewannen, wenn auch die Gebildeten sich klassischer 
Redeweise beflissen. Auch die Sprachen der unter- 
worfenen Völker, namentlich der Perser, lieferten ihre 



44 !• Abteilung. 

Beiträge zu dem Wortschatz der arabischen Yulgär- 
dialekte, aber es ist doch eine irrige MeinuDg der 
Nationalgrammatiker, die „Sprachverderbnis" sei auf ihren 
Einfluß allein zurückzuführen. Leider kennen wir die 
Volksdialekte des Mittelalters nur aus spärlichen Notizen 
bei Grammatikern und noch spärlicheren wirklichen 
Sprachproben, wie den Beduinenliedem, von denen der 
Historiker Ihn Chaldün einiges mitteilt. Erst europä- 
ische Gelehrte des 19. Jahrh. haben die heute im Orient 
gesprochenen Dialekte erforscht. Wir können fünf große 
Hauptgruppen unterscheiden, die Dialekte der arabischen 
Halbinsel, die Mesopotamiens, Syriens, Ägyptens und die 
Nordwestafrikas. Diese letzteren heben sich von den 
anderen am schärfsten ab. Der alte Yokalreichtum ist 
hier am stärksten redu^siert, offenbar unter dem Einfluß 
der Berbersprachen sind die Konsonanten eng zusammen- 
gedrängt. Ihr wichtigstes formales Merkmal ist die Um- 
bildung der 1. p. pl. des Impf, nach Analogie der 2. und 
3. p. und die Neuschöpfung der 1. p. sg. aus diesem PL,' 
infolgedessen diese mit dem alten PI. zusammenfällt 
(altai\ naktub wird nekketbu nach iekkStbu, altar. 'aktub 
verdrängt durch nekteb nach iekteb). Ganz eigenartig 
entwickelte sich einer dieser Dialekte, der von Malta. 
Weil von Christen gesprochen, ist er seit Jahrhunderten 
dem Einflüsse der anderen, muslimischen Dialekte ent- 
zogen und dafür sehr stark vom Italienischen umgebildet 
Dies ist auch der einzige Dialekt, in dem schon seit über 
50 Jahren Bücher in lateinischer Schrift gedruckt sind. 
28. Viel stärker aber als diese nordarabischen Dia- 
lekte untereinander wichen sie von der Sprache der Süd- 
araber ab. Diese hatten schon viele Jahrhunderte vor 
Chr. in ihrem fruchtbaren Lande, dem noch die Seg- 
nungen des indischen Transithandels zugute kamen, 



Die semitischen Sprachen. 45 

eine hohe Kultur entwickelt. Sie hatten das bei den 
Kana^anäern erfundene Alphabet entlehnt und es dem 
reicheren Lautstand ihrer Sprache angepaßt und weiter 
entwickelt. Ihre Laute deckten sich im wesentlichen 
mit den arabischen, nur hielten sie die drei im Nord- 
arab. auf zwei reduzierten Sibilanten des Ursemitischen, 
wenn auch nicht in der ursprünglichen Gestalt, noch aus- 
einander. Ihre Sprache liegt uns wieder in zwei Dialekten 
vor, dem sabäischen und dem minäischen, der im Pro- 
nomen der 3. p. und im Kausativ mit s sich dem Ost- 
semitischen nähert. Dieser Dialekt ist durch eine Handels- 
station auch nach el-Oela im Higäz verpflanzt, er findet 
sich aber anderswo neben dem sabäischen. Beide Dia- 
lekte, neben denen vielleicht auch noch ein 3., der von 
Hadramaut, bestand, kennen wir nur aus allerdings sehr 
zisüilreichen und zum Teil sehr langen Inschriften, die aber 
wegen ihres sakralen Charakters, noch mehr durch archi- 
tektonische Fachausdrücke dem Verständnis große 
Schwierigkeiten bieten. Daß die ältesten Inschriften bis 
zu den jüngsten aus dem 6. Jahrh. n. Chr. kaum eine 
sprachliche Entwicklung zeigen, rührt natürlich daher, 
daß sie nicht in einem Yolksdialekt, sondern in einer 
festen Schriftsprache abgefaßt sind. Durch die islamische 
Eroberung kam in Südarabien, dessen Kulturblüte schon 
vorher geschwunden war, die Sprache der Nordaraber 
zur Herrschaft. Nur in den abgelegenen Küstendistrikten 
Mahra und Schilir, sowie auf der Insel Sokotra hielten 
sich eigene südarabische Dialekte, wenn auch nicht direkte 
Nachkommen der alten Schriftsprachen, bis heute. Diese 
Dialekte haben sich in ihrer Isoliertheit weiter von dem 
altsemitischen Typus entfernt als die anderen arabischen 
und selbst die aramäischen Yolksdialekte. 

29. Nächstverwandt mit dem Südarabischen ist die 



46 I. Abteilung. 

Sprache der Semiten, die eben von Südarabien aus das 
gegenüberliegende Abessinien kolonisierten und sich 
mit den älteren hamitischen Bewohnern des Landes 
stark vermischten. Wann sie dort einwanderten, wissen 
wir nicht, jedenfalls lange vor Chr. und wahrscheinlich 
ganz allmählich. Wir kennen aber ihre Sprache, die nach 
dem Volke Ge^ez heißt und oft auch mit einem schon von 
den Abessiniem selbst auf sich bezogenen griechischen 
NamenÄthiopisch genannt wird, erst aus nachchristlicher 
Zeit aus Inschriften, deren älteste, aus dem J. 350 nach 
Chr., und eine etwa ein Jahrh. jüngere noch in sabäischer 
Schrift gehalten sind. Die beiden nächsten Inschriften, 
«twa aus dem J. 500, zeigen schon die Besonderheit der 
äthiopischen Schrift, die Vokale, die in den altsemitischen 
Alphabeten unbezeichnet bleiben, durch feste Modifika- 
tionen der Buchstaben auszudrücken. Auch der Laut- 
«tand ist hier schon jünger als im Arab. Nicht nur sind 
wie im Nordarab. die drei Sibilanten auf zwei redu- 
ziert, auch die Interdentalen sind wie im Hebr. und 
Assyr. zu Postdentalen geworden. Die Sprache dieser 
Inschriften ist, obwohl sie für einen heidnischen König 
gesetzt sind, schon dieselbe wie in der wahrscheinlich 
um dieselbe Zeit entstandenen Bibelübersetzung. Nachdem 
das Christentum in Abessinien zur Herrschaft gelangt 
war, schloß sich an die Bibel eine ziemlich umfängliche 
geistliche Literatur an, meist aus dem Griechischen über- 
setzt. Ihre Sprache hat vor den anderen semitischen 
den Vorzug einer freieren Syntax und einer beweglicheren 
Satzbildung, der aber nicht unbedingt auf fremdem Ein- 
fluß beruhen muß. 

30. Ein langes Leben ist der Öe'^ezsprache nicht be- 
schieden gewesen. Während der Wirren, unter denen 
im 12. Jahrh. das alte aksumitische Reich zerfiel, verlor 



Die semitischen Sprachen. 47 

das Gte'ezvolk seine politische Bedeutung. Die salomo- 
nische Dynastie, die seit dem J. 1270 von Schoa in Süd- 
abessinien aus das Reich wieder einte und dann bis zum 
J, 1855 an der Herrschaft blieb, gehörte dem Volke der 
Amhara an, die eine dem Ge'ez zwar verwandte, aber 
doch sehr verschiedene Sprache redeten. Trotzdem be- 
ginnt erst mit dieser Dynastie die eigentliche Blüte der 
äthiopischen Literatur, die allerdings auch jetzt fast gar 
keine originellen Leistungen aufwies, sondern ganz von 
der in Ägypten blühenden christlich-arabischen Literatur 
abhing. Durch das Arabische ward nun der Satzbau der 
Sprache mehr beeinflußt, als früher durch das Grrie- 
chische. In der allmählich immer mehr verwildernden 
Orthographie schiebt sich der Lautstand der jüngeren 
Yolksdialekte dem der alten Sprache imter. Die Ver- 
einfachung der Zischlaute geht noch einen Schritt weiter, 
indem jetzt auch ä mit ä zusammenfällt, und die Laryn- 
gale werden auf den Kehlkopfverschluß und auf h be- 
schränkt. 

31. Aus dem Ge'^ez entwickelte sich im Mittelpunkte 
des Landes in der Nähe der alten Hauptstadt Aksüm 
eine neue Sprache, die man nach ihrer Heimat der Land- 
schaft Tigre, mit amharischer Endung Tigrifia nennt. 
Diese Sprache ist von der im Lande herrschenden am- 
harischen sehr stark beeinflußt. Den alten Charakter 
hat der weiter nördlich in der italienischen Kolonie 
Eritrea und auf den Dahlakinseln gesprochene Dialekt, 
den man mit einem künstlichen Unterschied mit dem 
Landesnamen Tigre selbst bezeichnet, etwas treuer be- 
wahrt. Er stammt allerdings wahrscheinlich nicht vom 
Ge'^ez selbst ab, sondern von einem diesem nächst ver- 
wandten Dialekte. Daß er sich im ganzen altertümlicher 
gehalten hat, erklärt sich daraus, daß er von Muslimen 



48 n. Abteilung. 

geredet wird, die durch ihre Religion an näherem Verkehr 
mitden Amharisch sprechenden Christen gehindert werden. 
Diese Muslime sind aber ihrem Blute nach nicht Semiten, 
sondern ziemlich reine Hamiten, daher ist auch ihre 
Sprache wieder von der hamitischen eigentümlich beein- 
flußt. 

32. Im Süden Abessiniens, in den Ländern südlich 
und südöstlich vom Tanasee waren aber die Semiten 
schon viel früher und viel stärker von den Hamiten auf- 
gesogen. Das mit den Ge^ez verwandte Volk der Amhara 
hatte freilich den Hamiten seine Spraxjhe aufgenötigt, 
diese aber hatten das semitische Idiom nach ihrem Geiste 
umgebildet. Der Lautstand ist dem altsemitischen schon 
sehr unähnlich geworden durch die bereits erwähnte 
Vereinfachung der Zischlaute und der Laryngale, dazu 
kommt eine weitgehende Mouillierung der Liquiden, 
Palatalen und Dentalen. Am stärksten aber zeigt sich 
der hamitische Einfluß im Satzbau, in dem fast alle ur- 
semitischen Gesetze in ihr Gegenteil verkehrt sind. Die 
Pronomina, die sonst in den semitischen Sprachen nur 
geringe Verschiedenheiten zeigen, sind hier durch Neu- 
bildimgen fast ganz entstellt. Beim Nomen ist die alte 
Bildimg des Feminins und des Phuals nicht mehr lebendig, 
sondern nur noch in erstarrten Resten erhalten. Der 
Wortschatz ist mindestens zur Hälfte den Hamiten ent- 
lehnt, und auch die andere reinsemitische Hälfte ist durch 
Lautzersetzung den Originalen sehr unähnlich geworden. 
Das Amharische ist, obwohl es durch die seit 1270 zur 
Herrschaft gelangte sogenannte salomonische Dynastie 
zur Staatssprache erhoben wurde, von der Literatur, in 
der das Ge'^ez herrschte, noch lange ausgeschlossen ge- 
blieben. Einige Kriegslieder aus dem 15. und 16. Jahrh. 
sind seine ältesten Denkmäler. In der politischen Lite- 



Die semitische Schrift. 49 

ratur, den Chroniken und einigen von der Reichs- und 
Hofordnung handelnden Werken macht sich allerdings 
der Einfluß des Amharischen, namentlich im Wortschatz, 
so stark geltend, daß die Abessinier selbst die „Chro- 
nikensprache'' (lesäna iärik) als eine eigene Gattung 
ansehen. Eine rein amharische Literatur aber gibt es erst 
seit dem 17. Jahrh., und ihre auch jetzt noch sehr spär- 
lichen Denkmäler gehen zum Teil erst auf den Einfluß euro- 
päischer Missionare zurück. 

33. Stärker abweichende Dialekte des Amharischen wer- 
den in Qurägue (südlich von Schoa) und namentlich in 
Harar, der bekannten Handelsstadt (östlich von Schoa), ge- 
sprochen. Wenn die Sprache von Harar den eigentlichen 
Araharern heute unverständlich geworden ist, so liegt 
das daran, daß sie von anderen Hamiten als jene beein- 
flußt ist, und daß in Harar durch den dort herrschenden 
Islam das Arabische auf die Landessprache eingewirkt hat. 



II. Abteilung. 

Die semitische Schrift. 

34. Die Ostsemiten, die Babylonier und Assyrer, be- 
dienten sich der außerordentlich komplizierten Keilschrift, 
die von ihren Vorgängern in Babylonien, den Sumerern, 
erfunden war. Alle Westsemiten dagegen schreiben ein 
gemeinsames Alphabet von ursprünglich 22 Buchstaben, 
die aber nur die Konsonanten einschließlich der konso- 
nantischen Vokale u und i ausdrücken. Deren älteste 
Grestalt zeigt uns eine phönizische Inschrift aus Cypern, 
wohl noch aus dem 10. Jahrli. v. Chr., und demnächst 
der Denkstein des moabitischen Königs Mesa* (s. o. § 11). 

Brockelmann, Semitische Sprachwissenschaft. 4 



50 II. Abteilung. 

Über den Ursprung dieser Schrift, die bekanntlich auch 
von den Griechen angenommen und dadurch die Mutter 
aller europäischen Schriftsysteme wurde, läßt sich ziu-zeit 
noch nichts Sicheres sagen. Da sie im Vergleich mit 
denen anderer Völker schon sehr vollkommen ist, und 
da wir bei den Westsemiten selbst keinerlei ältere und 
primitivere Vorstufen finden, so lag es nahe, ihren Ur- 
sprung anderswo zu suchen, und so sind nach und nach 
dafür vier Hypothesen aufgestellt: 

1. Aus der ägyptischen Schrift hat schon 1859 de 
Rouge die semitischen Buchstaben ableiten wollen. In 
der Tat stimmen die phonetischen Elemente der Hiero- 
glyphen in dem Prinzip, nur die Konsonanten zu be- 
zeichnen, mit der semitischen Schrift überein, und es 
wäre wohl möglich, daß die semitischen Schrifterfinder 
wenigstens dies Prinzip aus Ägypten übernahmen. Alle 
Versuche, in einzelnen Hieroglyphen Vorbilder der Buch- 
staben nachzuweisen, sind allerdings gescheitert. 

2. AusderostsemitischenKeilschriftwoUteDeecke 
1877 die Buchstaben ableiten; er ging dabei aber von 
den neuassyrischen Formen dieser Schrift aus, was schon 
aus chronologischen G-ründen unmöglich ist. Delitzsch 
wollte 1899 in seinem Buche „Die Entstehung der Keil- 
schrift" die Buchstaben auf die altbabylonische Bilder- 
schrift zurückführen. Diese war aber, als die westsemi- 
tische Schrift entstand, seit mehr als 2000 Jahren außer 
Gebrauch, wenn es damals auch in Babylon noch Priester 
gegeben haben mag, die sie zu lesen vermochten. Wie 
hätte also ein Westsemite darauf kommen sollen, auf 
jene längst vergessenen Bilder zurückzugreifen? Da die 
Keilschrift im 15. Jahrh. v. Chr. die gemeinsame Ver- 
kehrsvermittlerin für ganz Vorderasien war (s. o. § 9), 
so wäre es historisch wohl denkbar, daß auch die Buch- 



Die semitische Schrift. 51 

stabenschrif t aus ihr entstanden wäre ; doch bot die Keil- 
schrift, die nie über eine sehr komplizierte und schwer- 
fällige Silbenbezeichnung hinausgekommen ist, nicht den 
geringsten Anhalt für eine Erfindung der Buchstaben. 

S.Jensen hat 1 8 9 9 die semitische Schrift aus d er der so- 
genannten hetiti sehen Denkmäler in Nordsyrien und 
Kleinasien ableiten wollen, die selber von der ägyptischen 
abzuhängen scheint. Aber die Ähnlichkeit der von ihm 
als Vorbilder für die semitischen Buchstaben angenom- 
menen Zeichen mit diesen ist zu gering, um überzeugend 
zu wirken. 

4. Endlich hat 1899 Evans, der Erforscher der alt- 
kretischen Kultur und Entdecker des Minospalastes, die 
altkretische Schrift, die eine Tochter der ägyptischen 
sei, als die Mutter der semitischen zu erweisen gesucht, 
gleichfalls ohne durchschlagende Argumente. 

35. Läßt sich die Frage nach dem Ursprung des 
Alphabets zurzeit noch nicht beantworten, so scheint es doch 
noch möglich, innerhalb des Alphabets selbst Spuren 
einer Entwicklung aufzuzeigen. Wie die Ostsemiten erst 
allmählich zu einer schärferen Scheidung der Zischlaute 
gekommen sind, und wie die Südsemiten später ihrem 
Lautstand entsprechend das Alphabet erweitert haben, 
so macht Lidzbarski im Anschluß an Halevy darauf 
aufmerksam, daß |- | h = H nur eine Erweiterung von 
I h = £*, ^ s = 5* eine solche von ^ z = Z zu sein 
scheint, daß (g) t = sich nur durch den Kreis von 
X t= runterscheidet und daß W § aus VVs entstanden 
sein kann. Auch die uns jetzt geläufige Reihenfolge der 
Buchstaben ist zwar sehr alt, denn sie wurde schon von 
den Griechen mit entlehnt; aber vielleicht doch nicht die 
allerursprünglichste, denn die Abbessinier haben eine 
andere Reihenfolge, die aus ihr nicht abgeleitet werden 

4* 



52 II. Abteilung. 

kann. Auch die Namen der Buchstaben sind schon von 
den Grriechen mitentlehnt; doch scheinen auch hier die 
Südsemiten wenigstens beim N", dessen älteste Gestalt ^ 
mehr zu ihrem Nahäs „Schlange" als zum nordsem. Nun 
„Fisch" stimmt, einen älteren Namen erhalten zu haben. 

36. Das für uns älteste Denkmal hebr. Schrift ist 
die bereits ei-wähnte Siloahinschrift (s. o. § 12), deren 
Charaktere den phöni zischen und moabitischen noch ganz 
nahe stehen. Diese altkana'anäische Schrift muß bei 
den Juden noch bis in die Zeit ISTehemias in Gebrauch 
gewesen sein; denn, als die Samaritaner sich von ihnen 
lossagten, übernahmen sie den Pentateuch in dieser 
Schrift. Auf Münzen erscheint sie bei den Juden selbst 
noch bis zum Jahre 135 v. Chr. 

37. Mit der aramäischen Umgangssprache nahmen 
die Juden aber in hellenistischer Zeit auch die aramäische 
Schrift an, die zwar auch auf die altkana^^anäische zurück- 
geht, sich aber schon früh mehr kursiv entwickelt hatte. 
Diese Neigung zur Kursive ist von den Juden in den 
Bibelhandschriften künstlich wieder aufgehoben, verrät 
sich aber bei mehreren Buchstaben noch durch die Um- 
biegung der Grundlinien, die in den älteren Finalgestalten 
noch gerade herunter gezogen werden. Die große Be- 
deutung, die die aramäische, speziell die syrische Schrift 
in der Kultur des Ostens gewann, ist schon o. § 21 er- 
wähnt. Yon den Nabatäern übernahmen später die Ara- 
ber ihre Schrift, die sie ihrerseits allen zum Islam be- 
kehrten Völkern vermittelten. 

38. Ursprünglich aber bestand in Südarabien eine 
besondere, allerdings gleichfalls aus der altkana'anäischen 
abgeleitete Schrift, die den volleren Lautstand des Süd- 
semitischen durch allerlei Modifikationen der ursprüng- 
lichen Buchstabenformen auszudrücken verstand. Eine 



Die semitische Schrift. 53 

Zeitlang war diese Schrift auch in Nordarabien bis in die 
Gegend von Damaskus verbreitet; durch die semitischen 
Einwanderer ward sie nach Abessinien verpflanzt, wo 
sie noch heute herrscht. 

39. Die westsemitischen Schriftarten stellen alle ur- 
sprünglich nur Konsonanten dar. Daw und i im Hebr. und 
Aram. zum Teil ihre ursprüngliche konsonantische Funktion 
aufgegeben hatten, nachdem alte Diphthonge kontrahiert 
waren, so verwandte man diese beiden Buchstaben auch 
zur Schreibung von solchen ü — ö und t— e, die nicht 
aus Diphthongen hervorgegangen waren ; ähnlich dienten 
h im Hebr. und ' im Aram. zum Ausdruck für ä. Am 
vollkommensten ist diese Vokalbezeichnung im Arab. 
durchgeführt. Kurze Vokale bezeichneten zuerst die 
Syrer und im Anschluß an sie die Juden und später die 
Araber durch allerlei kleine Zeichen über und unter den 
Buchstaben. Die Weslsyrer bedienten sich später zu 
diesem Zweck einfach der griechischen Vokalzeichen, 
Kur die Mandäer haben das Prinzip, die Vokale durch 
ursprüngliche Konsonanten auszudrücken, das auch im 
Abendlande durchdrang, selbständig bis zur vollen Vokal- 
bezeichnung ausgebildet; Ansätze dazu finden sich auch 
in der spätjüdischen Orthographie. Die Abessinier end- 
lich haben eine vollständige Vokalbezeichnung durch 
Modifikationen der Konsonantenzeichen selbst ausgebildet. 



54 in. Abteilung. 

III. Abteilung. 

Vergleichende Grammatik der 
semitischen Sprachen. 

1. Hauptstäck: Lautlehre. 
I. Einteilnng der semitischen Sprachlante. 

40. Die Vergleichung der einzelnen semitischen 
Sprachen ergibt, daß sie ursprünglich einmal gemeinsam 
folgende Laute besessen haben: 

1. zwei explosive, mit Verschluß gebildete Lippenlaute 
(Labiale), ein stimmloses p mit gehauchtem Absatz und 
ein stimmhaftes h\ 

2. zwei explosive Zahnlaute (Dentale), ein mit der 
Zungenspitze am Rande der Oberzähne stimmlos mit ge- 
hauchtem Absatz gesprochenes t und ein ebenso stimmhaft 
gebildetes d; 

3. ein mit dem Zungenrücken stimmlos an dem Zahn- 
fleisch mit festem Absatz gesprochenes t] 

4. zwei explosive Gaumenlaute (Palatale), ein stimm- 
los mit gehauchtem Absatz gesprochenes k und ein 
stimmhaftes g] 

5. einen stimmlos mit festem Absatz gesprochenen 
explosiven Graumensegellaut (Velar) q\ 

6. zwei zwischen den Zähnen (interdental) gesprochene 
Spiranten, ein stimmloses p und ein stimmhaftes (d)] 

7. zwei ebenso, aber mit Hebung des Zungenrückens 
an das Zahnfleisch und mit festem Absatz gesprochene 
Reibelaute (Spiranten), ein stimmloses jB und ein stimm- 
haftes d] 



Vergleichende Grammatik der semitischen Sprachen. 55 

8. fünf Zungenreibelaute, ein stimmlos mit der Zungen- 
spitze am Rande der Oberzähne gebildetes s, ein stimmlos 
mit der Zungenspitze am Zahnfleisch mit flacher, kessei- 
förmiger Einbiegimg des Zungenrückens gebildetes s, ein 
ebenso, aber mit tieferer Einbiegung des Zungenrückens 
gebildetes s , ein stimmlos mit dem Zungenrücken am 
Zahnfleisch mit festem Absatz gesprochenes s und ein 
stimmhaft am Rande der Oberzähne gebildetes z; 

9. zwei am Gaumensegel gebildete Reibelaute (velare 
Spiranten), ein stimmhaftes g und ein stimmloses ä; 

10. vier Kehllaute (Laryngale), den Kehldeckelver- 
schlußlaut', den stimmlosen Kehlkopf reibelaut h und 
eine mit starker Zusammenpressung des Kehlkopfes ge- 
bildete Abart desselben ä, sowie ein ebenso, aber mit 
Stimmton gesprochenes* (^Ain); 

11. vier Sonorlaute, das labial-nasale w, das dental- 
nasale n, ein l und ein r, von dem sich nicht ausmachen 
läßt, ob es ursprünglich mit der schwingenden Zungen- 
spitze oder mit dem schwingenden Zäpfchen gebildet 
wurde. 

12. Außer diesen 27 konsonantischen Geräusch- und 
Sonorlauten besaß das Semitische noch die beiden kon- 
sonantischen Yokale u und i, 

13. Unter den sonantischen Vokalen des Semitischen 
lassen sich für die Zwecke der Grammatik zimächst nur 
die drei Hauptklangfarben a, i, w, mit ihren Längen ä, t, w, 
aussondern, deren mannigfache Nuancen im Semitischen 
im wesentlichen durch die umgebenden Konsonanten 
bedingt sind. Durch Verbindung mit den konsonantischen 
Vokalen u und ( entstehen die fallenden Diphthonge au 
und ai. 



56 ni. Abteilung. 

II. Kombinationslehre. 

1. Laute und Lautverbindungen. 

41. a)Laiiteinsätze. Jeder anlautende Vokal wurde 
im Semitischen ursprünglich fest, d. h. mit Kehlkopf- 
verschluß eingesetzt. In der Entwicklung der einzelnen 
Sprachen treten aber mehrfach auch schon Vokale mit 
leisem Einsatz auf. 

Im Bab.-Ass. deutet die zuweilen vorkommende 
Kontraktion von lä ^ nicht" mit einem folgenden Vokal 
(limnu „böse" aus */ä imnu „nicht recht") und die von 
lü mit den vokalisch anlautenden Verbalpräfixen (*/w 
ilisud > liksud) auf leisen Einsatz. Dieser ist auch für 
die nach Abfall der Laryngale (s. § 53) freianlautenden 
Vokale anzunehmen. Im Ar. wurde der Anlaut des Artikels 
al sowie die vor Doppelkonsonanz sekundär entstehenden 
Vokale leise eingesetzt (s. u. § 132). Im Äth., Hebr. 
imd Aram. ist für die aus ue und ^e entstehenden Vokale 
ü und t leiser Einsatz anzunehmen. 

42. b) Lautabsätze. Fester Vokalabsatz findet sich 
in vielen somit. Wörtern als wesentlicher Bestandteil der 
dreikonsonantigen Wurzel, z. B. ras „Kopf", bi'r „Brunnen", 
mkul „er ißt". Im Bab.-Ass. ist dieser feste Absatz schon 
stets unter Ersatzdehnung des Vokals aufgegeben: resu^ 
ekulj ebenso im Aram. resä^ iechul^ nechuL Im Altar, 
dagegen war der feste Absatz erhalten geblieben, aber 
schon in dem der historischen Orthographie (die daher 
btrund büs inrbi'r und bu's schreibt) zugrundeliegenden 
mekkanischen Dialekt, ebenso wie in den späteren Vulgär- 
dialekten aufgegeben. Im Äth. deutet die in solchen 
FäUen eintretende Vokaldehnung (wä^' ^kala „zwischen" aus 
*nia'kala) wohl auf Verlust des in der Orthographie noch 
beibehaltenen Absatzes. Im Hebr. ist der feste Absatz 



Vergleichende Grammatik der semitischen Sprachen, 57 

in einfach geschlossener Silbe im Inlaut erhalten, in doppelt 
geschlossener Silbe im Inlaut aber und im Auslaut ge- 
schwunden (nedär „fruchtbar", abet ^ra^sy^rös „Kopf" 
und * mäsa^ > mäm „fand".) 

43. c) Berührungen von Vokalen. Unmittelbare 
Berührung zweier Vokale ist im Semit, unmöglich. Schon 
im Ursem. sind daher Vokale, die nach dem Ausfall von 
u und * zusammenstießen, stets kontrahiert: ^gauama^" 
qäma „stand", ^iaglimna > iaglüna „sie offenbaren" usw. 
Gleichfalls schon im ürsem. kontrahiert wurden die nach 
Ausfall des festen oder gehauchten Einsatzes zusammen- 
stoßenden Vokale des Impf.- und des Kausativpräfixes: 
ar. iuqtü^hehr. iaqttl, aram, iaqtelaxJLS*iu''aqtil^ *iukaqtil. 
Ebenso werden im Bab.-Ass. zwei nach Ausfall der 
Laryngalspiranten (s. u. § 53) zusammenstoßende Vokale 
kontrahiert : *rahämu^*rehemu > remu „lieben". Im Hebr. 
finden sich solche Kontraktionen nur, wenn der erste kiu-ze 
Vokal zum Murmel vokal (s. u. § 49,3) reduziert ist: rästm 
„Häupter" aus V'^äsim, mäpaiim „200"aus*w«'ä^ww, 
wird aber auch dann oft durch Systemzwang verhindert: 
hhtfü „sie sündigten". Im Altar, bleibt der feste Einsatz 
zwischen zwei Vokalen stets erhalten, aber schon in dem 
der Orthographie zugrunde liegenden mekkanischen 
Dialekt ist er aufgegeben und nach % und ü durch i und 
u ersetzt, daher schreibt man hattiaiun für hatl ^atun 
„Sünde" und ruuüsun für rU^üsun „Köpfe". Dasselbe 
geschieht oft im Aram. Seltener findet sich Vokalkon- 
traktion nach Aufgabe des gehauchten Einsatzes, so im 
Äth., Hebr. und Aram. bei den Suffixen des Fron. 3. Pers. 
aÄM>äth. und hebr. ö, äÄt> aram. äu 

44. d) Diphthonge. Schon im Ursem. finden sich 
Diphthonge, deren zweiter Bestandteil entweder ursprüng- 
lich zur Wurzel gehört, wie in maut „Tod", oder die durch 



58 III. Abteüung. 

Kontraktion entstanden sind, wie in *gahiü '^ * gala/u^ 
Auf diesem Wege entstehen neue Diphthonge auch wieder 
in den einzelnen Sprachen. 

45. e)BerührungvonYokalen uiitKonsonanten. 
Schon im ürsem. wurden u und * im Wortinnern nach 
konsonantischem Auslaut aufgegeben und der folgende 
Yokal zum Ersatz gedehnt: *iaquumu^ iaqümu „steht". 
Fester Yokaleinsatz nach Konsonanten im Wortinnern 
bleibt in den meisten Sprachen erhalten, nur im Syr. 
wird er ständig übergangen: ^nes'^al'^ nescd „er fragt". 
Direkter Übergang von Konsonant zu Yokal (s. u. § 53) 
erfolgt auch im Assyr. nach Ausfall der Laryngalspiranten: 
*nari^m > waräm „geliebt". 

2. Silbenbildung, 

46. 1. Jede Silbe lautet im Semit, ursprünglich mit 
einem einfachen Konsonanten (resp. dem Kehlkopfver- 
schluß s. 0. § 40,10) an, und dieser Zustand ist im Äth. 
und Ass.-Bab. noch durchaus erhalten. Im Altar, sind 
durch Akzent und Analogiebildungen manche Ausnahmen 
entstanden, die aber im Satzanlaut und nach konsonan- 
tischem Auslaut durch Sproßsilben (s. u. § 132), nach 
vokalischem Auslaut durch dessen Yerbindang mit dem 
ersten Konsonanten zu einer Silbe {*qäla 'hrug > gälahrug) 
beseitigt werden. In den neueren Dialekten aber, nament- 
lich inNordwestafrika, hier vielleicht unter dem Einfluß der 
Berbersprachen, ist Doppelkonsonant im Wortanlaut nicht 
selten. Im Hebr. bildet nur das Zahlwort 2 staiim nach 
tiberiensischer Aussprache, die aber auf ganz sekundärer 
Analogiebildung beruht (s. u. § 179), eine Ausnahme; 
ebenso im Syr. das auch durch. sekimdäre Analogie ent- 
standene stä 6. 

47. 2. Im Innern des Wortes kann die Atemdruck- 



Vergleichende Grammatik der semitischen Sprachen. 59 

grenze Dach einem Yokal oder nach einem Konsonanten 
fallen; die im ersteren Falle entstehende Silbe nennen 
wir eine offene, die zweite eine geschlossene. In ge- 
schlossener Silbe duldet das Semit, ursprünglich nur kurze 
Vokale; tritt in der Formbildung ein langer Vokal in 
eine geschlossene Silbe, so wird er gekürzt: "^qauamtä 
> *qämtä > hebr. qamtä „du standest", *mquum > 
*iaqüm > arab. iaqum. Dalier werden im Arab. auch 
Diphthonge in geschlossener Silbe monophthongisch: 
*hauifiu > *haiflu > hifiu „ich fürchtete", und Tri- 
pthonge im Hebr. und Aram. zu Diphthongen vereinfacht: 
*aihü > *ain > au „seine". Dies Gesetz ist nun aber 
in keiner Sprache rein erhalten, alle dulden jetzt in 
sekundär entstandenen, geschlossenen Silben auch lange 
Vokale. Im Ass. läßt sich zwar die Länge der Vokale 
in heliu „Herrin" und simtu „Gesetz" nicht direkt be- 
weisen, sie ist aber wahrscheinlich, da sich bei ä Schrei- 
bungen wie ta-a-amtu „Meer" finden. Das Altar, duldet 
lange Vokale nur in durch Doppelkonsonanz geschlossenen 
Silben, wie dällüna „irrende", und in solchen, die erst 
in der Pausa durch sekundären VokalabfaU geschlossen 
sind, wie dällün. Im Äth. ist das alte Gesetz zwar noch 
mehrfach in der Formbildung wirksam, doch finden sich 
auch schon Ausnahmen, wie 'emüntü und %mäntü „sie". 
Im Hebr. halten sich lange Vokale in sekundär ent- 
standenen, einfach geschlossenen Silben, wie iaqüm „steht", 
werden aber in doppelt geschlossener Silbe verkürzt, 
wie s^lostäm „sie drei" zu sHqsü. Im Aram. finden sich 
zwar schon früh geschlossene Silben mit langen Vokalen, 
z. B. bibl. ar. sämtä „du hast gesetzt", ^*ttdtä „Werk", 
doch ist das alte Gesetz noch bei den Ostsyrern in 
Wirkung, die daher "ahmn für "äJ^mm „Ewigkeiten" 
sprechen. 



60 III. Abteüung. 

48. 3. Die Atemdruckgrenze kann nun aber auch 
in einen Konsonanten hinein verlegt werden. Indem 
sich in derselben Artikulation der Atemdruck senkt und 
wieder ansteigt, entsteht der akustische Effekt eines ge- 
spaltenen oder gedoppelten Lautes, der sich mit dem 
vorhergehenden und dem folgenden Yokal zu je einer 
Silbe verbindet (Sievers). Im Semit, finden sich solche 
Geminaten als Mittel der Wortbildung und infolge von 
Assimilation. Im Ass. entstehen sekundäre Geminaten 
nach langen Vokalen, indem die Grenze des Atemdruckes 
aus diesen in den folgenden Konsonanten verlegt wird, 
z. B. üru > urru „Licht", rüqu > ruqqu „fern", und 
nach kurzen Vokalen durch die Wucht des exspirato- 
rischen Akzents (s. u. § 49), z. B. inädin > inaddin 
„er gibt". Da aber auch etymologisch berechtigte 
Doppelung in der Schrift oft nicht ausgedrückt wird, so 
ist anzunehmen, daß dem Ass. später das Gefühl für 
echte Gemination wie im Westsyr. und im Deutschen 
geschwunden war. Im Hebr. und im Aram. findet sich 
sekundäre Doppelung oft nach kurzen Vokalen vor der 
Tonsilbe, im Hebr. meist nach ü, wie *iülad^ iullad 
„wurde geboren" (s. u. § 49,3), im Aram. nach ä und e, 
wie qcdlU „wenig", nesse „Weiber". Beide Sprachen 
geben dagegen etymologisch berechtigte Doppelung im 
Wortauslaut auf, das Syr. allerdings nur im Verbum: 
hebr. 'appt: ^af „Zorn", syr. pekkaf: poch „zerbrach". 
Das Hebr. hat außerdem die Gemination von Laryngalen 
und vor Murmelvokalen verloren, z. B. xikkarön, aber im 
Stat. cstr. *xikk^rön > xichrön „Gedächtnis" ; doch ist sie 
im letzteren Falle meist durch Systemzwang wiederher- 
gestellt, daher dibb^rü „sie sprachen" zum Sing, dibber. 



Vergleichende Grammatik der semitischen Sprachen. 61 

3. Der Akzent und seine Wirkungen auf den Wortkörper. 
49. 1. Im ürsemit. herrschte ein freier, d. h. von 
der Silbenquantität unabhängiger und nicht an eine be- 
stimmte Stelle gebundener exspiratorischer (s. Meringer 
S. 20) Wortakzent. Neue, vor ein Wort tretende Bil- 
dungssilben zogen den Akzent auf sich, am Wortende 
aber verschoben sie ev. den Akzent um eine Silbe. 
Dieser Akzent bewirkte in der unmittelbar folgenden 
Silbe den Ausfall kurzer Yokale. Zu qätäla heißt das 
Refl. *ndqatdla > *näqtdla, und dessen Impf. *iänaqdtilu 
> iänqdtilu, zum Imper. *qutul das Imperf. *idqutül > 
iaqtul. Wie es scheint, übte der Akzent auch auf die 
Klangfarbe kui'zer Vokale eine dem idg. Ablaut (s. Meringer 
S. 88) vergleichbare Wirkung aus; so dürfte sich der 
Vokalwechsel bei den Imperf ektpräformativen: ia, ii, iu 
(s. u. § 201) erklären. Durch den Akzent wurde schon 
im ürsem. die Quantität langer Vokale in unbetonten 
Silben im Wortauslaut gemindert, dieser Neigung wirkte 
aber in den einzelnen Sprachen oft die Analogie entgegen. 
Die alte Freiheit des Akzents, wenn aucht nicht immer 
die ursprüngliche Stellung, ist im Äth. erhalten. 

2. Im Altar, trat ein vorwiegend musikalischer Ak- 
zent auf, der von der Silben quantität abhing. Der Akzent 
rückt so weit nach vorne, bis er eine lange Silbe trifft; 
ist keine solche vorhanden, so ist die erste Silbe des 
Wortes betont. In den neueren Dialekten aber ist über- 
all der exspiratorische Akzent zur Herrschaft gelangt. 

3. Im Hebr. und im Aram. fielen unter dem Drucke 
des alten Akzents die kurzen Vokale im freien Auslaut 
ab: "^qatdla > qaidl, *dahdbu'^ dahdb. Dadurch trat 
in beiden Sprachen der Ton in den meisten Wörtern auf 
die letzte Silbe, und im Hebr. ist dann durch Analogie 
die Ultimabetonung im Kontext noch weiter ausgedehnt; 



62 in. Abteilung, 

nach qatäl betonte man auch qui^lu, während im Satz- 
schluß (Pausa) wie im Aram. die alte Betonung qatälü 
erhalten blieb. Im Syr. fielen dann auch noch die aus- 
lautenden langen, schon im ürsemitischen quantitativ 
geschwächten (s. o. 1.) Yokale ab, *qUdlü > q^tdlj und 
dadurch ward hier die Ultimabetonung noch weiter aus- 
gedehnt. Kurze ä und ü in offener Silbe vor dem Ton 
blieben im Hebr. erhalten, während sie im. Aram. zu 
Murmelvokalen reduziert wurden. Da nun die hebr. 
Punktatoren in ihrer lebenden Umgangssprache die 
Fähigkeit verloren hatten, kurze Vokale in offener, un- 
betonter Silbe zu sprechen, so träten in ihrer Aussprache 
an die Stelle der überlieferten kurzen ä stets lange Yo- 
kale; für qätcd, das im Aram. zu q^tal geworden war, 
sprachen sie qätal. Kurzes ? blieb teils als e erhalten, 
teils war es zum Murmelvokal reduziert: ''inat > 'enäb 
„Traube", aber Hläh > '*/ö^ä „Gott". Nach ü verdoppelten 
die Punktatoren den folgenden Konsonanten: iulai'^ 
iuUad „ward geboren". Kurze Yokale in offener Silbe 
an zweiter Stelle vor dem Ton wurden im Hebr. und im 
Aram. zu Murmelvokalen reduziert: hebr. *qataltemy> 
q^taltem „ihr habt getötet", *datarim> dfbanm „Worte". 

4. Für das Ass.-Bab. gibt es keine Überlieferung 
über den Akzent, auf den man daher nur aus einzelnen 
grammatischen Erscheinungen zurückschließen kann. 
Ähnlich wie im Äth. erscheint der Akzent nicht an eine 
bestimmte Stelle gebunden, wenn er auch nicht immer 
seine ursprüngliche Lage beibehalten hat. 

5. Außer dem Wortakzent gibt es in allen semitischen 
Sprachen auch einen Satzakzent, der die Betonung der 
einzelnen Wörter im Satze abstuft. Im Hebr. Avaren die 
Nomina stärker betont als die Yerba, daher die betonten 



Vergleichende Grammatik der semitischen Sprachen. 63 

Vokale im Nomen gedehnt werden: xahM „Gold", während 
sie im Verbiim kurz bleiben: qatal „tötete". Der Imper. 
hat Allegro-, die erzählenden Formen haben Lentobetonung, 
daher wird *gälä > „offenbarte" gcda, im Imper. aber 
*gäsä > g^sa „berühre" (vgl. § 198). Dem Hebr. und 
dem Arab. eigen ist die stärkere Betonung des Satz- 
schlusses (der Pausa). Im Hebr. bewirkt sie auch beim 
Verbum Vokaldehnung wie qätäl und bewahrt öfter eine 
ältere Betonung. Im Arab. bewirkt sie Abfall der Vokale 
und von un, in, während an zu ä wird. Dieser letztere 
Vorgang findet sich auch im Hebr. ebenso wie die Um- 
gestaltung der Femininendung at zu ah, das im Hebr. 
und Aram. weiter zu ä wird. 



III. Laatwandel nnd Lautwechsel. 

A) Lautwandel. 

1. Lautwandel durch Veränderung der Artikulationshasis: 

a) der Konsonanten. 

1. Laryngale, Velare und Palatale, 

50. 1. Das Altar, hat im wesentlichen den urspr. 
Lautstand erhalten, nur war das g, dessen alte Aus- 
sprache der heute in Ägypten gesprochene Dialekt noch 
bewahrt hat, schon wie in den meisten neueren Dialekten 
zu der mouillierten Affrikata ^ (dx) geworden, die ent- 
sprechende Mouillierung von A; > c ist nur in gewissen 
Beduinendialekten eingetreten. Die tonlose Velar- 
explosiva q ist in einigen syr. Dialekten tönend ge- 



64 III. Abteilung. 

worden und in einigen Beduinendialekten gleichfalls 
mouilliert; in Ägypten und Palästina ist sie oft abgefallen 
und nur der feste Ein- oder Absatz ' übrig geblieben: 
qamar > ^amar „Mond''. Der tönente Yelarspirant g 
ist in dem südarabischen Dialekt von Da t Ina zu "' ge- 
worden. 

51. 2. Im Äth. war g schon früh zu " geworden. 
Unter dem Einfluß der sie umgebenden kuschitischen 
Sprachen haben das Äth. und das Amhar. in zahlreichen 
Wurzeln für die Velare q, h und die Palatale k, g die 
Aussprache mit Lippenrundung ^!t^ äü, 1^, ^ angenommen. 
In den jüngeren abessinischen Dialekten ist h mit h und 
"" mit ' zusammgefallen, im Amhar. endlich ist h-h weiter 
zu h geworden. Hier finden sich auch Mouillierungen von 
q und k (s.u. § 121). 

52. 3. Im Hebr. und Aram. ist ^ > ^ und ^ > Ä, ver- 
einzelt in dialektischer Aussprache h ^ h geworden. 
Im Neupun., sowie im Samar., Galil., Mand. und Neusyr. 
ist ' durch den Kehl köpf Verschluß ersetzt imd zum Teil 
vielleicht ganz aufgegeben, vereinzelt ist auch h-h in 
der Aussprache mit h zusammengefallen. 

53. 4. Im Ass.-Bab. sind die Laryngalspiranten, ^h 
und h, sowie der tönende Yelarspirant g vollständig auf- 
gegeben, und nur der Kehlkopfverschluß ' und der ton- 
lose Yelarspirant h sind erhalten geblieben. Im Bab. 
ist die tonlose Yelarexplosive q schon früh tönend ge- 
worden und vielleicht weiter zur Palatalen g geschoben. 

2. Zischlaute und Dentale, 

54. Deren Verschiebung in den einzelnen Sprachen 
zeigt diese Tabelle: 



Vergleichende Grammatik der semitischen Sprachen. 65 



ürsemit. 


tf 


d i 


i P. 


d s 


/ 
8 


8 8 


Z 


Altar» 


tß 


d d 


t ß. (x) d(d) s 


S: 


8 


X 


Ath. 


t s 


d X 

d X 


t s 


d s 


8 

/ 
8 


8 
8 8 


% 


Hebr. 


t 


8 


X 


Aram. 


t 


T 


t 


'(q) s 


r 
8 


8 8 


X 


Ass.-Bab. 


t s 


d X 


t 


8 


8 


8 8 


X 



55. 1. Die interdentalen, emphatischen Laute ^ und^, 
deren ursprüngliche Aussprache sich noch in einigen 
Beduinendialekten gehalten hat, sind im Arab. wohl schon 
in klassischer Zeit zu Postdentaleu verschoben, wobei 
ersterer tönend, z^ letzterer aus einem Reibe- zu einem 
Verschlußlaut d wurde. Die Verschiebung von lu'sem. 
«> 8 und von s > « muß im Nordar. erst verhältnismäßig 
spät erfolgt sein; denn es gibt dort Lehnwörter aus dem 
Aram., die dieselbe Lautverschiebung wie die Erbwörter 
durchgemacht haben (8dtan > saitän, „Satan", särtßä > 
säriia „BaUcen"), während eine jüngere Schicht von 
Lehnwörtern die aram. Laute beibehält {sakkm '^ 8iklcin 
„Messer", s^aqräq>saraqräq „Orünspecht*'). So er- 
klärt sich auch, daß die Nordaraber bei Annahme des 
nordsemitischen Alphabets das Zeichen für s-s zur 
Schreibung ihres s aus 8 und ihres s aus 8 und s ver- 
wandten, weil eben diese letztere Verschiebung damals 
noch nicht abgeschlossen war. Im Südarab. dagegen muß sie 
viel früher durchgeführt sein, denn hier dient das nordsem. 
Zeichen 8-8 nur zur Schreibung von s, während 8 (aus 
,v) mit dem nordsem. Zeichen für 8 (Samech) geschrieben 
wird. Doch muß der Laut des s aus s von dem urspr. 
8 immerhin noch verschieden gewesen sein, denn für 

Brockelmann, Semitische Sprachwissenschaft 5 



66 in. Abteilung. 

letzteren Laut tritt ein von s abgezweigtes Zeichen 
auf. In den meisten neueren Stadtdialekten sind z und 
d in d und die Spiranten f und d mit den Explosiven 
i und d zusammengefallen. In Nordmarokko und einigen 
Distrikten Algeriens ist t (aus i und p) zur Affrikata ts 
(deutseh x) verschoben. 

56. 2. In der durch die neueren abessinischen Dialekte 
beeinflußten Aussprache des Äth. ist s<s verschoben, 
doch entsteht in den Dialekten durch Mouillierung des s 
ein neues s. Die Spirans s (aus f imd s) ist in der 
späteren Aussprache zur Affrikata ts^ mit festem Absatz, 
d zur Affrikata ts ohne festen Absatz verschoben. 

57. 3. In der späteren Aussprache des Hebr. fielen 
8 und s zusammen. 

58. 4. In den ältesten aram. Inschriften von Zingirli 
und Nerab erscheinen die ursem. Laute J5, ß und d wie 
im Hebr. zu ä, s und x verschoben, wahrscheinlich weil 
sie damals ihre ursprungliche Aussprache noch erhalten 
hatten und man bei Annahme des kana'^anäischen Alphabets 
die hier fehlenden Laute durch annähernd entsprechende 
Zeichen darstellen mußte, ürsem. d wurde zunächst zu 
g verschoben, während es nach urspr. g einige Male zu 
8 dissiihiliert ist {grd>'rs^ gmdy'^ms), in den ältesten 
Inschriften erscheint für dies g q^ das wohl als g^ auf- 

. zufassen ist, und dies hält sich durch Dissimilation nach 
r auch in den späteren Dialekten (Jer. 10, 11) noch in 
dem Worte ""arqä „Erde", während für gewöhnlich dies 
g wie urspr. g mit*" zusammenfiel. In den jüngeren aram. 
Dialekten ist s > s geworden. 

59. 5. Im späteren Ass. wurde J, wie es nach der 
Umschrift assyrischer Eigennamen im A. T. scheint, als s 



Vergleichende Grammatik der semitischen Sprachen. 67 

gesprochen; vielleicht war das aber nur eine Folge 
kombinatorischen Wandels. 



3. Labiale, 

60. Im Südsem. (Arab. und Äth.) wurde die tonlose 
Lippenexplosiva p zur tonlosen Spirans f verschoben. 
Im Nordsem. (Hebr. und Aram.) erscheint diese Spirans 
wie die entsprechende t zub erst durch kombinatorischen 
Lautwandel (s. u. § 122). 



4. Sonorlaute. 
61. 1. Im Nordarab. wurde lu-spr. frei auslautendes ?>?, 
wenn es nicht durch System zwang geschützt war, wie in 
qum : qämaj oder erst durch sekundären Yokalverlust in 
den Auslaut trat, wie in htim aus humü „sie", zu n, hebr. 
tm>ar. in „wenn", die Kasusendimgen um, im, amy> 
tm, in an; daher reimen auch im Qor^'än noch m imd n 
unbedenklich. 

62. 2. Im Bab. wurde m nach Vokalen zur Spirans v 
und dies zum konsonantischen Vokal w, daher erscheinen 
die Monatsnamen KisUmu und Stmänu in hebr. Umschrift 
als Kisleu, Stuän, L wurde im Ass. -Bab. später als 
stimmloser, lateraler Zungenspirant gesprochen, daher es 
vor s zu w dissimiliert wurde und durch Dissimilation 
aus einem Zischlaute hervorgehen konnte (s. u. § 136 c). 

5. Die konsonantischen Vokale u und i, 

63. 1. Im Hebr. und Aram. wurde w> * verschoben, 
äth. uarh > hebr. ierah, aram. iarhä „Monat" ; doch 
hält sich u in allen Dialekten in w^ ua „und", sowie in 
eimgen anderen "Wörtern. 

5* 



68 ni. Abteilung. 

64. 2. Im ältesten Bab. war u im Wortanlaut noch 
erhalten, im späteren Bab. wie im Ass. ist es im Anlaut 
wie im Inlaut geschwunden. I im Wortanlaut ist schon 
im ältesten Bab. geschwunden, ursem. *iaumu > ümu 
„Tag", ebenso im Inlaut nach Konsonanten, *niqiu^ 
mqu „Opfer" mit Ersatzdehnung des vorhergehenden 
Vokals. Dagegen hält sich i im Inlaut zwischen zwei 
kurzen Yokalen, iliia „mein Gott", daianu „Richter" usw. 

Anm. Über das Schicksal der Diphthonge s. u. §§ 115 
bis 119. 

b)der sonantischen Vokale. 

65. Wie in den einzelnen semitischen Sprachen, 
namentlich im Arab., so war wohl schon im Ursem. die 
Klangfarbe der drei Grundvokale a, i, u von der Ein- 
wirkung der umgebenden Konsonanten abhängig; hier 
werden daher nur solche Wandlungen besprochen, bei denen 
diese Einflüsse nicht direkt in Frage kommen. 

1, Lange Vokale, 
66. 1. Ursem. e, das durch Kontraktion aus a-i (e) 
entstanden war, wird im Altar, (wo aber dialektisch e 
erhalten bleibt oder wieder auftritt) zu ä, im Hebr., Aram. 
und Ass. zu e verschoben: ursem. *wam(6)rw> arab. 
war, hebr. ner „Licht", ursem. *kaui{e)nu^ ass. kenu, aram. 
kenä „fest". 

67. 2. In manchen arab., namentlich in westlichen 
Dialekten wird ä, wenn es nicht durch die umgebenden 
Konsonanten, Laryngale und emphatische Laute, gehalten 
wird, zu 1", e und in einigen Dialekten weiter zu t ver- 
schoben: bäb^" tunis. beb^ malt, bib „Tor". 

68. 3. A wird im Hebr. zu o, im Westaram. (ein- 
schließlich des Westsyr.) zu ö verschoben: qätel „tötend" 
> hebr. qötel^ westaram. qötd. 



Vergleichende Grammatik der semitischen Sprachen. 69 

Anm. Im Hebr. trifft dieser Lautwandel auch sekundär 
entstandenes ä: *ra'*s> *rä5> rös „Kopf", unterbleibt 
aber bei unbetont auslautenden Längen, die schon im 
Ursem. quantitativ reduziert waren (s. o. § 49,1), kä^kö, 
aber *Jcakä > Icäekd „so". 

69. 4. Im Hebr. und Aram. wird i in hauptbetonter, 
frei auslautender Silbe zu hebr. und syr. e, bibl. aram. f, 
in unbetonter Silbe bleibt es teils erhalten, teils wird es 
durch Analogie zu e: *ßamäm';> hebr, s^mönSj s,ra,m.t^mäne 
„acht^'j dl (aram. im Nebenton di) > hebr. ze „dieser" ; in 
nebentoniger Silbe bleibt im Hebr. teils i erhalten, teils 
ward es nach e analogisch zu e. 

70. 5. Im Hebr. wird ö in offener tonloser Silbe zu 
ü: märios „Zuflucht" mit Suff. 1. Pers. Tnf^nim^ doch wird 
ö in vielen Fällen durch Systemzwang wiederhergestellt. 

71. 6. Im Westsyr. wird f>i, ö>w verschoben, 
ostsyr. herä > westsyr. Inrö „Brunnen", ostsyr. qätolä > 
westsyr. qötülö „Mörder". 

72. 7. Im späteren Bab.-Ass. muß das durch Umlaut 
(s. u. § 128) aus ä entstandene e eine so geschlossene 
Aussprache angenommen haben, daß es mit % nahezu 
zusanunenfiel, daher die Orthographie zwischen e und l 
ständig schwankt. 

2. Kurze Vokale. 

73. 1. Im Äth., Hebr. und Aram. wurde i in betonter 
geschlossener Silbe zu ä : äth. *labiska > labäska „du hast 
angezogen", arab. &m/>hebr. aram. *bant^ ^batty»- bap 
„Tochter". 

74. 2. Im Äth. fielen i und u in dem unbestimmten 
Vokal e zusammen, arab. ""udn^ äth. ""ezn „Ohr", arab. 
sinny- äth. sen „Zahn". 



70 in. AbteUung. 

75. 3. Im Hebr. und Aram. ist ä in geschlossener 
Silbe, soweit es nicht durch umgebende Laryngale er- 
halten ist, meist zu e und weiter über e zu i geworden. 
Während die LXX urspr. ä durchweg noch durch a um- 
schreiben, erscheint in der jetzigen Punktation dafür 
meist ?, wofür Hieronymus oft noch e hat; auch in der 
syrischen Überlieferung schwankt die Aussprache zuwei- 
len noch zwischen a und e. 

76. 4. i bleibt im Hebr. in unbetonter geschlossener 
Silbe erhalten: sifrö „sein Buch", in unbetonter offener 
oder betonter einfach geschlossener Silbe aber jwird es 
zu 6 , das bei Enttonung zu | wird: Hnab > 'ena^ „Traube*', 
iitiin > ritten „gibt", teted, aber uatfelfd. Im Bibl. Aram. 
schwankt die Punktation in betonter einfach geschlossener 
Silbe zwischen i und e : i'ckil „konnte", aber q*red „nahte". 
Im Syr. ist jedes tzue verschoben, doch hält sich i zu- 
weilen unter dem Einfluß von Zischlauten gtsrä „Brücke", 
und öfter in ostsyr. Aussprache. 

77. 5. u in betonter geschlossener oder offener Silbe 
wird im Hebr. zu o: ^qtids > qod^ „Heiligtum", *qatün> 
qätqn „klein". In offener unbetonter Silbe bleibt ü mit Ver- 
doppelung des folgenden Konsonanten (s. o. § 49,3) erhalten : 
iulad^ m/^„ wurde geboren". In geschlossener unbetonter 
Silbe schwankt die tiberiensische Punktation zwischen u 
und o: huslahySiher kofqad, vor Geminaten überwiegt Ä, 
zuweilen schwankt die Aussprache bei demselben Worte: 
i^hunnenü Js. 27,11, aher i^honnenü Ps. 67,2 „er er- 
barmt sich unser". Im Bibl. Aram. bleibt u im Verbum 
in betonter offener und geschlossener Silbe erhalten: 
s*tiuqü „lasset", iisgtcd „verehrt", im Nomen wird es in 
betonter geschlossener Silbe zu q : q^sqt „Wahrheit", 
in unbetonter geschlossener Silbe bleibt es erhalten: 



Vergleichende Grammatik der semitischen Sprachen. 71 

Jcußlaiiä „Wände", wenn es nicht durch benachbarte 
Konsonanten zu g wird, wie durch r in sgrsöM „seine 
Wurzeln". Im Syr. bleibt ü in unbetonter geschlossener 
Silbe erhalten: g'Wsä „Heiligtum", in betonter geschlossener 
Silbe wird es bei den Ostsyrem zu o, wofür im Westsyr. 
wieder ü eintritt: ostsyr. ;g'^os > westsyr. q^^tiis „Hei- 
ligtum". 

78. 6. Im Arab. und im Ass.-Bab. werden die kurzen 
Yokale nur unter dem Einfluß benachbarter Konsonanten 
umgewandelt 



2. Kombinatorischer Lautwandel. 
a) Assimilation der Konsonanten. 

a) Partielle progressive Assimilation in Kontakt* 
Stellung. 

79. 1. Im Arab., Hebr. und Aram. wird das t des 
Keflexivs einem emphatischen oder tönenden Zischlaute, 
mit dem es die Stelle wechselt (s. u. § 146), zu t resp. 
d assimiliert: arab. *istabaga > istabaga „färbte sich", 
*idtagda > idtagda „legte sich", Sztagara > ixddgara „Heß 
sich zurückhalten", hebr. *histaddaqy histaddaq „wurde 
gerechtfertigt", syr. *ext*ch% > exd*ehl „wurde besiegt". 

80. 2. Gemein westsemit. ist die Assimilation des t 
als dritten Radikals zm d m Wurzeln mit h als zweitem 
Radikal, ausgehend von Formen, in denen h imd t sich 
unmittelbar berührten: ass. '^kbt > westsem. ^kbd 
„schwer", ass. ^^ht westsem. ^^hd „verschwinden". 

81. 3. Im Aram. wird t als zweiter Radikal in Wur- 
zeln mit q als erstem diesem zu / assimiliert, zunächst 
in Formen, in denen sich q und t unmittelbar berührten: 
ursem. fqpr^ hebr. ^qsr, aram. '}/*qtr > ^qp- „binden". 



72 m. Abteilong. 

82. 4. Im Ass. wird das t des Reflexivs einem m 
und g zu d, einem q zu / assimiliert: amdahis „i(^h 
kämpfte", mvgdasru „stark", aqtirib „ich nahte", auch das 
Femininzeichen ^ wird nach m und n zu d: tämdu „Meer", 
smündu „Schwalbe", vgl. ^ntn'^^ndn „geben". 

ß) Partielle progressive Assimilation in Fern- 
stellung*). 

83. 1. Im Hebr. ist der dritte Radikal der Wurzel 



arab. \dhk > hebr. )*shk dem ersten assimiliert zu q : 
sähaq „lachen". 

84. 2. Im Syr. wandelt griech. jr = j^' in Lehn- 
wörtern einen folgenden Laut mit leisem oder gehauch- 
tem Absatz in einen solchen mit festem Absatz : ngöoconov^ 
p^arsop^'ä „Gesicht", noddyQa^p^Hagrä^ „Fußgicht". 

y) Partielle regressive Assimilation in 
Kontaktstell ung. 

85. Wohl in allen semitischen Sprachen wird in 
der lebendigen Aussprache ein stimmloser Laut einem 
folgenden stimmhaften oder umgekehrt ein stimmhafter 
einem folgenden stimmlosen durch Annahme oder Ver- 
lust des Stimmtones assimiliert. Ebenso wird in der 
Aussprache ein n einem folgenden Labial zu w, und ein 
m einem folgenden Dental zu n assimiliert. Bei der 
außerordentlich konservativen Orthographie der meisten 
semitischen Sprachen kommen diese Erscheinungen imnaer 
nur durch gelegentliche Inkonsequenzen oder durch 
Grammatikerzeugnisse zu unserer Kenntnis. Im folgenden 
sind nur einige der wichtigsten Fälle zusammengestellt. 



*) Die Assimilation in Fernstellung beruht eigentlich 
nicht auf Lautwandel, sondern auf Lautwechsel, doch ist es 
nicht ratsam, sie von den in mancher Beziehung verwandten 
Erscheinungen der Kontaktassimilation zu trennen. 



Vergleichende G-rammatik der semitischen Sprachen. 73 

86. 1. Im Altar, wird s vor d zvl z m fasdyfazd 
„Aderlaß", s vor g zu x ia altar. sagtr^ neuar. zgtr 
„klein", d vor g zu J5 in ""idq > ""ißq „Traube", n vor b 
zu m in minbar > mimbar „Kanzel", m vor / zu n in 
mimtar > mintar „Regenmantel". 

87. 2. Im Äth. ist der Übergang von x vor < zu s in 
der Schrift ausgedrückt in hebest pl. habäuez = ar. hubz 
„Brot", und in ""a^aest neben ''aga'ezt pl. von 'e^«i'„Herr"; 
umgekehrt ist s vor b zu ;?; geworden in *sabata (= hebr. 
säbat) > zabata „schlagen" , und zwar zuerst in Imper- 
fektformen wie *iesbet^ iezbet. 

88. 3. Im Phöniz. ist z vor k zu s geworden in der 
-^'skr = hebr. ^xkr „gedenken". 

89. 4. Im Aram. sind solche Assimilationen in wei- 
terem Umfang nur für das Mand. und das Syr. bezeugt, 
für ersteres durch zahlreiche Abweichungen von der 
historischen Orthographie, für das letztere durch die 
Nationalgrammatiker. In der syr. Orthographie kommt 
die Assimilation zum Ausdruck in efsäpä „Rosinen" von 
der Y0S imd in '^pst = arab. ^^bst „ausbreiten", '^zdq 
= hebr. '^sdq „gerecht sein", femer in zahlreichen 
griechischen Lehnwörtern, in denen ajLt durch zm wieder- 
gegeben wird, wie in dem Namen Koofmgy- Qozmä, 
Im Jüd.-Aram. zeigt sich diese Assimilation in s^tütä^ 
dem Deminutiv zu zötä „klein". 

90. 5. Im Ass. wird b einem folgenden 5 zw jp assimiliert: 
^dibsu^' *dipsu > di^m „Honig" (s. u. § 146, 6), s einem 
b znz in hebr. aram. ys^> ass. '^zbl „tragen", m einem 
Dental oder Zischlaut zu n: si?ndu^ sindu „Gespann", 
hamsä^ hamä „fünfzig". 



74 III. Abteilung. 

^) Partielle regressive Assimilation in Fernstellung. 

91. 1. Im Altarab. ist jo einem r zu b assimiliert in 
hebr. pa/os = arab. burgüp „Floh". Assimilationen wie 
^irät > xirät „Straße" (wie dies aus lat. strata entlehnt) 
finden sich oft in den Qor'änleseregeln vorgeschrieben. 
Von den zahlreichen Assimilationen in den neueren Dia- 
lekten sei nur der "Wandel eines Lautes mit gehauchtem 
Absatz in einen solchen mit festem Absatz durch r er- 
wähnt, syr. arab. tor > tör „Ochse", darb > darb „Weg", 
der sich in Nordwestafrika auch progressiv findet, altarab. 
raup > marokk. rutt „Pferdemist", altarab. 'afrtt > timis. 
""afrlt „Dämon". 

92. 2. Im Syr. wandelt / = griech. r in Lehnwörtern 
ein k, das sonst der regelmäßige Yertreter von ^ ist, in 
q in x^Q^^^^ qarttsä „Papier", p^ = ji ein 6- in s in 
odncov'^ säp^önä „Seife^^ 

93. 3. Im Ass. erscheint ursem. ä, das sonst aufge- 
geben wird (s. 0. § 53), als Ä in hakämu = arab. hakama 
„erkennen", hapäru = arab. hafara „graben", buhälu = 
arab. fahl „Hengst", wohl unter dem Einfluß der folgen- 
den Liquida, die in lahu = arab. laJian = hebr. l*M 
„Kinnbacken" denselben Wandel progressiv bewirkt. 

e) Totale progressive Assimilation. 

94. 1. Im Altarab. wird das t des 8. Stammes einem 
vorhergehenden d und t stets, einem d^ s und d oft ganz 
assimiliert: *idtaraka > iddaraka, Httalaba > ütalaba^ 
*idtakaray'iddakara, *idtaga^a^ iddaga'^a, *istabara'^ 
issabara, 

95. 2. Im Äth. assimiliert sich das Femininzeichen t 
meist einem d und t als drittem Radikal: *uähedt^ 
*uähedd > uähed „einzige", *masatt > *masaU > masat 
„Räuber" (PI.)*. 



Vergleichende Grammatik der semitischen Sprachen. 75 

96. 3. Im Hebr. assimiliert sich das h des Suffixes 
der 3. Person einem n und t der Yerbalendungen: ^-enhü 
> ennü^ -aihü > attü, 

97. 4. Im Aram. assimiliert sich s/> ss in allen Ab- 
leitungen des Yerbums s'leq „aufsteigen": "^neslaq > 
nessaq, *asleq > asseq usw. Im Syr. wird ebenso zl > 
zx assimiliert in den Ableitungen des Yerbums ^*xal 
„gehn" : *^äxlm > ^äxzm, *nezlün > nezxün usw. Ferner 
wird f^tt assimiliert . im Reflexiv des Kausativs: 
*"eeaqtal> etiaqial. 

98. 5. Im Ass. assimiliert sich das t des RefJ. vor- 
hergehendem s: *astabat'^assahat „ich nehme". 

C) Totale regressive Assimilation: 
a) von Dentalen. 

99. 1. In allen semitischen Sprachen mit Ausnahme 
des Südarab. wird im Zahlwort 6 der 2. dem 3. Radikal 
assimiliert, südarab. sidp = ursem. *sidp > *sipp > ass. 
stssu, hebr. ses, aram. 5eJ5, nordarab. sitt (entweder mit 
Dissimilation ftir *sipp oder mit reziproker Assimilation 
für *sidpy 

100. 2. In allen somit. Sprachen assimiliert sich das f 
des Refl. einem Zischlaut und Dental als erstem Radi- 
kal, zunächst im Imperfekt, wo es seinen Yokal aufgab 
(s. 0. § 49,1). 

a) Im Arab. finden sich solche Formen im 5. und 
6. Stamm, namentlich in der Sprache des Qor'äns, wo auch 
nach Analogie des Impf, solche Perfektformen gebildet 
werden: iaiadakkaru '^ *iatdakkaru'> iaddäkkaru „er 
erinnert sich", iatatahharu > ioMahharu „er reinigt sich". 

b) Im Äth. ist diese Assimilation bei Zischlauten 
und Dentalen die Regel : Hetsammai > iessammai „er 
wird genannt", *iettanfaq '^ iettamaq „er wird ge- 



76 m. Abteilung. 

tauft'*. Im Tigriila und Amharischen ist sie auf alle 
übrigen Konsonanten ausgedehnt worden, aber wohl erst 
durch Analogie. 

e) Im Hebr. findet sich diese Assimilation außer bei 
Zischlauten und Dentalen vereinzelt auch bei k und n: 
mipdabher > middahber „sprechend", hiptahhamü > 
hittahkamu „wir haben uns gereinigt", tißlcönm > 
tikkönm „wird befestigt*', hißnabb^'' ü';> hinnab¥''ü „sie 
prophezeiten'*. 

d) Im Syr. ist diese Assimilation noch auf Dentale 
und Zischlaute beschränkt, im Mand. und in der Sprache 
des babylonischen Talmuds aber auf viele andere Laute 
übertragen. 

101. 3. In allen semitischen Sprachen assimiliert sich 
das t der Perfektafformative und des Feminiaums einen 
Dental als 3. Eadikal: 

a) Im Arab. wird die Assimilation von J5, flf, d, ^, t an 
das t der Perfektafformative für zulässig erklärt: lahiptu 
> labittu „ich verweilte", ^aradtu > ""arattu „ich wollte**, 
^ahadtuy- ^ahattu „ich faßte**, basaitu'^basattu „ich breitete 
aus**, doch wirkt der Systemzwang meist der Lautneigung 
entgegen und erhält den ursprünglichen Laut. In den 
neueren Dialekten dagegen ist die Assimilation wohl überall 
durchgeführt, doch findet sich gelegentlich auch progressive 
Assimilation, wie im tunis. hahattuy- habatt, die im Altar, 
nur ganz vereinzelt vorkommt, wie in icdtu > vddu „ich 
kehrte zurück**. 

b) Auch im Äth. findet sich neben der progressiven 
Assimilation der Femininendung (s. o. § 95) die regressive: 
naladt^ualai „Tochter**, ""ahadti^ ""akattt „eine**. 

c) Im Hebr. findet sich diese Assimilation nur in den 
Perfekten mit ^ als 3. Radikal und in einigen Femininen 



Yergleich^ide Grammatik der semitischen Sprachen. 77 

mit d als 3. Eadikal in der Schrift ausgedrückt: *kärapti 

> käratti ,4ch setzte fest", *ladi>lap „Geburt", ^'afmdt > 
"^ahap „eine"; in Formen wie ""äbadtä „du hast gedient", 
sähattä „du hast geschlachtet" bewirkt, wenigstens in 
der Orthographie, der Systemzwang die Erhaltung der 
ursprünglichen Laute. 

d) Im Aram. ist nach der syrischen Tradition die 
Assimilation von /, t, d als 3. Eadikal an das t des 
Fem. und des Perf. durchgeführt: p'^tttä^ p'sittä 
„einfache", Nation > Nation ,4hr habt verachtet", *h^daßtä 

> h^dattä „neue", *^athept > ""abhett „du hast beschämt", 
*'edtä'> 'että „Kirche", '^adton'^ "Nation „ihr habt 
gemacht". 

e) Im Ass. ist die wahrscheinlich beim Fem. durch- 
geführte Assimilation aus der Schrift nicht zu erkennen. 

b) von Sonoren. 

102. 1. Fast in allen somit. Sprachen ist die Neigung, 
ein n einem unmittelbar folgenden Konsonanten zu assi- 
milieren, stark verbreitet: 

a) Im Altar, drängt der Systemzwang die Lautaeigimg 
sehr zurück, sie ist nur bei den Partikeln 'tn „wenn", 
'aw „daß" und den Präpositionen min und ^an „von" 
durchgedrungen, deren n einem folgenden m und l assi- 
miliert wird: 'in lä'y 'iUä, 'an ^> 'cUlä, min mnn^ 
mimrrum^ ^an mä> 'ammä] dazu kommen einige FäUe 
in der Satzphonetik (s. u. § 148, 1). In den neueren 
Dialekten ist die Assimilation viel weiter ausgedehnt. 
Auch im Südar. scheint sie eine größere Rolle gespielt 
zu haben, obwohl sie in der Schrift nur gelegentlich zum 
Ausdruck kommt, wie in pintaiy" pütm „zwei", bint> 
bitt „Tochter", 'anfus> 'affus ",Seelen". 



78 III. Abteilung. 

b) Im Äth. ist die Assimilation überall durch System- 
zwang aufgehalten, und im Tigrina und Amharischen 
finden sich nur wenige Spuren, tigr. 'ato neben ^ente 
„du m.", amh. ''dcct neben ""anct „du f.". 

c) Im Hebr. ist die Assimilation fast konsequent 
durchgeführt: iingas'^ iiggds „er wird berühren", min 
I4ch^^> mülachiSy ^''^hall* lenkä > "^hcdlHekJ^ „ich preise 
dich"; nur als 3. Eadikal von Yerbalformen bleibt n 
durchweg erhalten, außer in den Ableitungen von napan 
,.geben": ^mipantay- napaita usw., in denen der Dissi- 
milationtrieb mitwirkt. 

d) Im Aram. wird ti als 1. Eadikal einem folgenden 
Konsonanten außer h urspr. stets assimiliert: *^anpeq^ 
"appeq „führte heraus", als 2. Radikal aber nur in einigoD 
isolierten Nomina wie syr. *ganbä'^ gabbä „Seite", als 3. 
nur in einigen isolierten Femininen wie *santä'^sattä 
„Jahr". Das n der Präp. min „von" wird im Onkelostargüm 
durchweg assimiliert, weit seltener in den anderen Targümen 
und im palästinischen Talmud, im Syr. nur in einigen festen 
Verbindimgen wie *menkä^ mekkä „von da", im Mand. 
nur in mille „woher". Das Mand. hat überhaupt von 
allen älteren aram. Dialekten n vor Konsonanten im 
weitesten Umfang wiederhergestellt, wie es scheint unter 
Mitwirkung der Geminatendissimilation (s. u. § 138). 
Im Neusyr. finden sich Spuren der Assimilation nur noch 
in altererbten Wörtern. 

e) Im Ass. ist diese Assimilation in noch etwas 
weiterem Umfang als im Hebr. durchgeführt, so stets 
beim 1. Radikal: Hndin^iddin „er gab", und oft beim 
3. Eadikal : Hibintu > libittu „Backstein", sogar nach langen 
Vokalen: ^ummänlu^ ^vmimäUu „Heer". 

103. 2. In weit geringerem Umfang ist die Neigung, 



Vergleichende Grammatik der semitischen Sprachen. 79 

/ einem folgenden Konsonanten zu assimilieren, durch- 
gednmgen. 

a) Im Altar, wird das l des Artikels einem folgenden 
Zischlaut, Dental und den Liquiden r, l und n assimiliert: 
cd mmsu > assamsu „die Sonne", cd riglu > arriglu „der 
Fuß", in den neueren Dialekten wird diese Assimilation 
auch auf Palatale ausgedehnt: ägypt. el kull'^>^kkull 
„alles", und wie der Artikel wird auch die Präposition 
'a/ „auf" behandelt. 

b) Im Äth. findet sich diese Assimilation nur in ""alkö > 
^akkö „nicht". 

c) Im Hebr. wird das l des Yerbums laqah „nehmen" 
im Impf, dem 2. Radikal assimiliert: *iilqah *iiqqah usw. 

d) Im babyl. Talmud und im Mand. wird das / der 
Präp. 'al „auf" mehrfach assimiliert. 

tj) Rezij)roke Assimilation. 

104. 1. Im Altarab. werden im 8. Stamme die Laut- 
gruppen dt^dd (neben ^ s. o. § 94) und ßt imd dt > 
tt (neben ^jf s. o. § 79 und dd s. o. § 94) assimiüert: 
*idtakarai> iddakara, *iptalama^ iitalamaj "'^iätciga' ay- 

%ttaga a. 

105. 2. Im Ass. werden die Lautgruppen ds, ß, (sy 
8s^ ^, xs^ Sä, wenn das s zum Suffix der 3. Pers. gehört» 
und ^t im Reflexivstamm zu ss assimiliert: qaqqadsü^ 
qaqqassü „sein Haupt", saUatsü > saMassü „seine Beute", 
qatsüy> qässü „seine Hand", ''arkitssü'^ ""arkussü „ich 
band ihn", karassü^ karassü „sein Bauch", izüxsü'^ 
ixüssü „er teilte es", murussü > murussü „seine Krank- 
heit", astäkan > assakan „ich setze", doch finden sich 
auch etymologisierende Schreibungen wie mätsü „sein 
Land" und bintmnu „ihre Fesselung". 



80 ni. Abteilung. 

b) Assimilation von Yokalen untereinander. 

106. 1. In manchen arab. Dialekten wird ä, -wreim 
es nicht durch einen Laut mit festem Absatz oder eine 
Laryngalis gehalten wird, einem vorhergehenden, seltener 
einem folgenden i zu | (daraus e und in Nordwestafrika 
% s. 0. § 67) assimiliert: kitäb> kiteh „Buch", läkin> 
lekin „aber". Das ü des Sufixes der 3 Pers. Sing. m. 
AM, PI. m. hum^ f. hunna, Dual humä wird vorhergehendem 
i, t, ai zu i assimiliert: *riglihu';> riglihi „seines Fußes'*, 
*qädlhum^ qädihim „ihr Richter", *''alaihunna';> ""alai- 
hirma „auf ihnen". Manchmal in offener und stets in 
geschlossener Silbe wird ä und u einem folgenden ü und 
i zu w resp. t assimiliert: *samna^ simna „Jahre", qnmi 
> qisli „Bögen", die Nominalformen fa^'^ül und fa'^'U 
werden in klassischer Sprache stets zu fu'^'ül und ft^'^tt 
In aUen neueren Dialekten und, wie sich danach annehmen 
läßt, auch schon in der lebendigen Aussprache des Alt- 
arabischen richten sich alle Vokale eines Wortes in ihrer 
Färbung nach dem Yokal der Haupttonsilbe, der seiner- 
seits imter dem Einflüsse der umgebenden Konsonanten 
steht. 

107. 2. Im Äth. wird ein a, dem eine Laryngalis mit e, ü 
oder % folgt, diesem zu S (aus u oder ? s. o. § 74) assimiliert: 
"^iedahen > iedehm „ist unversehrt", *nasa^ü '^nase^ü „sie 
erhoben", *lahtq > lehtq „alt". Diese Assimilation erfolgt 
auch, wenn die Laryngalis ursprünglich verdoppelt war: 
*maMier ^ mehlier „lehre". Die Proklitika sowie die 
Kausativ- und Reflexivpräfixe des Verbums behalten aber 
durch Systemzwang ihre ursprünglichen Vokale. Um- 
gekehrt wird ein e, dem eine Laryngalis mit ä folgt, 
diesem zu ä assimiliert: *iehau€r';> ialmuer „er geht". 

108. 3. Im Hebr. wird hauptbetontes ä einem folgen- 
den 6 zu 6 assimiliert: *nafs^*näfes (s. u. § 133) 



Vergleichende Grammatik der semitischen Sprachen. 81 

> we/"!? „Seele". Die Vokale der Proklitika *la> l* „zu", 
*HJ>¥ „in", ^ka^JC „wie", *wa> w* „und" werden, 
wenn ihnen eine Laryngalis oder q mit gefärbtem Murmel- 
vokal folgen, diesem zu dem entsprechenden Voll vokal 
assimiliert: ^la'^ihoz'^ le^^hoz „zufassen", ^bi'^^tärä 
ba^atärä „mit einer Krone", *ua''ihoxy>' tce^ihqz „und 
fasse". 

109. 4. Dies zweite Gesetz gilt urspr. auch im Aratn. 
Im BibL Ar. ist es noch ganz in Kraft: *laq^bel';> 
loq^tel „gegenüber", ua^inas^ ue'^'nas „und Menschen". 
In den Targümen wird es schon durch Systemzwang 
beeinträchtigt; es heißt zwar noch loq^teL aber schon 
liq'f&m neben q°äam „vor^^ In den anderen aram. 
Dialekten ist diese Assimilation vollständig aufgegeben; 
sie liegt im Syr. nur noch in den erstarrten Resten 
hiqtal „gegen", Itiqdam „früher*' und bäpar (aus *bir- 
""^pary- *ha''^par) „nach" vor. Der zwischen Doppel- 
konsonanz im Wortauslaut entstehende Hilfsvokal e (s. u. 
§ 133) wird vorhergehendem u zu u—o assimiliert: 
*qitds';> *qtides *qtidus > q^dcis „Heiligtum". Mehrfach 
wird im Aram. ä durch vorhergehendes w zu ö: *«nä5> 
nabat.bibl.aram. ''nö5„Menschen", ar. mgär^ aram.«e'ör 
„klein"-, TVQawog^BjT. t^önä. 

110. 5. Im Ass. wird betontes ä und ä durch vor- 
hergehendes oder folgendes i, c, e, u zu e, e, unbetontes 
ä durch vorhergehendes e, e zu % umgelautet: *tisaJcnts 

> useknis „ich unterwarf", *pätihu > *peiiku > petü 
„öffnend", *imäru > imsru „Esel", hamätu > *emätu > 
emetu „Schwiegermutter", *?wrmäww>st/rweww„Cypres- 
se", *8a''labu':> *selabuy> selibu „Fuchs". 

Brockelmann, Semitische Sprachwissenschaft. 6 



82 III. Abteüung. 

c) Assimilation von steigenden. Diphthongen 
untereinander und mit benachbarten Yokalen. 

111. 1. Im Altar, wird u einem vorhergehenden i 
und i stets zu i assimiliert; raßvua^raMia „war zu- 
frieden", aiuäm^ aiiäm „Tage'*; seltener wird umge- 
kehrt ein u folgendem i zu i assimiliert : buiait > biiait 
„Häuschen", ''uiün > ""iiün „Augen". Der Diphthong ia 
wird in den meisten neuarabischen Dialekten zu ii und 
oft noch weiter zu i kontrahiert. 

112. 2. Im Hebr. wurde nach der Umschrift der 
LXX und nach der vom G^rammatiker Qimhl bezeugten 
Aussprache ii^i kontrahiert: lishäq'^ laaax. 

113. 3. Im Aram. ist der Diphthong ii in dem allen 
Dialekten gemeinsamen *iißai^''lpaiy^tp „ist" kon- 
trahiert Sonst bleibt ii > syr. ie durch Systemzwang 
erhalten. Im Syr. und Mand. wird i*>«^ und w*>w 
kontrahiert: **^ä>i(tä'„Hand", haiifßäy> haiüßä „Tier". 

' In den jüdischen Dialekten wird durchweg noch j* und 
u^ geschrieben, aber wohl nicht mehr immer gesprochen. 

114. 4. Im Ass. wird jedes *ia> *ii> * kontrahiert: 
^iaJcsud^ *iiJcsud'^ iJcSud „er eroberte", *iamnu^'^iimnu 
> imnu „rechts". 

d) Assimilation von fallenden Diphthongen. 

115. 1. Schon im ürsemit. wurden ii und iuy>T 
und uu^ü kontrahiert: diiny- dm „Gericht", ruuh^ 
ruh „Geist". 

2. Im Altar, wird au folgendem i zu ai assimiliert: 
"^kauiuny- kaiiun „Brennen": iu wird zu *, ui teils zu 
^, teils zu u kontrahiert: *iu ad'^ i ad „Drohimg", 
huiduny- Inäun „weiße", '^kuisä^küsä „Schlauheit". 
In den neueren Dialekten werden au und ai meist zu ö 
und e kontrahiert. 



Vergleichende Gramipatik der semitischen Sprachen. 83 

116. 3. ImÄth. sind au und ai. wenn sie nicht durch 
folgendes u und i oder durch die umgebenden Konso- 
nanten gehalten sind, zu ö und e assimiliert: mafaim&s 
„Arzt"^ haiiäl „stark", ^'ain „Auge", aber *maudäf^ 
mö^ö/* „Schleuder", *Äair> her „gut". In den Nominal- 
formen aber wird oft ai und auch die schon im ürsemit. 
kontrahierten ii und iu als ei und eu durch Systemzwang 
wiederhergestellt: masfe „Ahle", aber mar ""ai ,^erde", 
Wiei „schön", matleu „folgend". 

117. -4. Im Hebr. sind at und au in betonter ge- 
schlossener Silbe erhalten: baip „Haus", maup „Tod", 
doch ist au wohl schon früh zu äu geworden und zu- 
weilen zu ö kontrahiert: iöm „Tag" (die weitere Ent- 
wicklung dieser Diphthonge s. u. § 133). In betonter 
offener Silbe wird a* > i: *qänai > qäne „Rohr", df- 
haraika > d^ärecha „deine Worte". In unbetonter oder 
nebentoniger offener oder geschlossener Silbe wird aiy- e 
und aw > J : hep hepi^ möp möpi. 

118. 5. Im Aram. ist wie im Hebr. ai im betonten 
Wortauslaut zu e kontrahiert: *qasai^ q^se „hart". In 
betonter geschlossener Silbe bleibt ai im Bibl. Aram. 
wie im Hebr. erhalten: *qait > qaiit „Sommer", im Syr. 
aber nur in Silben, die erst in der letzten Entwicklung 
geschlossen sind: — aikd> ailc (s. o. § 49,3), sonst 
wird es hier kontrahiert: *t^ain'^ tren „zwei". In un- 
betonter geschlossener Silbe werden au imd a.i in allen 
Dialekten zu ö ( westsyr. ü) und e (westsyr. t, selten e) : 
iaum > iöm „Tag**, bep „st. cstr. Haus". In unbetonter 
offener Silbe bleiben au und ai im Syr. erhalten: iaumä 
„Tag", haitä „Haus", im Bibl. Aram. bleibt zwar meist 
ai\ ""ainm „Augen", au aber wird zu ö: iömä „Tag", und 
in den jüngeren Dialekten überwiegen e und ö immer mehr. 

6* 



84 in. Abteilung. 

119. 6. Iin Ass. werden die Diphthonge ai und au 
durch reziproke Assimilation zu t und ü: *batht> Mtu 
„Haus^'j maiäu > mütu „Tod". 

e) Assimilation von Konsonanten an Vokale. 
(Palatalisierung, Mouillierung und Spiration.) 

120. 1. Schon im Altar, der Stämme Mudar und Rabi^a 
wurde das Suff. 2. Pers. sing. fem. ki durch Palatalisierung 
zu c, das nach Abfall des i im freien Auslaut zu 5 redu- 
ziert wurde : minki > minci > mim „von dir". Bei den 
Beduinen der syrischen "Wüste und des Negd wird jetzt 
q und k durch Assimilation an folgendes oder vorher- 
gehendes: a, ä, e, 6, i, i zu e (ts) und c (is): kaläm'^ 
cdäm „Rede", riq'yrlc „Speichel". 

121. 2. Im Amhar. ist das Suff. 2. Pers. s. f. stet^ 
zu 5 geworden, und in einigen Wörtern wird k durch 
folgendes a zu c: äth. kehelay»- mla „können". Gleichfalls 
nur in einigen Wörtern wird q zu c' (ts mit festem 
Absatz): *menqe'' > mmce „Quelle". L wird durch folgen- 
des *, j, e mouüliert und dann zu t reduziert: gadäW^ 
gadäi „Mörder". Z, s, ts^ ts"" werden unter denselben 
Bedingungen zu X, s, c, c^ ""axäzt > ""axüx „Befehlshaber", 
uuräsz > uaräs „Erbe", c?, t, t werden ebenso zu ^, c, 
c': uadädt'^ uadag „Freund". Im Tigiina und vereinzelt 
auch im Amhar. wird h nach einem Yokal spirantisch und 
dann zu u reduziert: *sabe'' '^*sa^e';> sau „Mensch". 
Ebenso wird k im Tigr. und Amhar. nach einem Vokal 
und oft auch nach Konsonanten und im freien Anlaut zu 
chj das im jetzigen Amhar. zu h reduziert wird. 

122. 3. Im Hebr. und Aram. werden die momentanen 
Verschlußlaute b, j», d, /, ^, k einem folgenden Vokal zu 
den Dauerlauten $, /", Ct, p 3, eh assimiliert. Die so 
entstandene Spirans bleibt oft auch erhalten, wenn der 



Vergleichende Grammatik der semitischen Sprachen. 85 

Vokal, der sie hervorgerufen, schon wieder geschwunden ist: 
*malakai > *malachm > hebr. malehe „Könige", dahabä 
> daha^a > syr. daMä „Gold". Die konsonantischen 
Vokale u und i verhindern im Syr. wie andere Konsonanten 
die Spiration: baitä^ während sie im Bibl. Aram. wie 
Vokale spirierend wirken: baipä „Haus". 

123. 4. Im Ass. wird k durch folgendes u zn q: 
ixkur > isqur „berief". Im Ass. wird zuweilen t durch 
folgendes i und (als ü gesprochenes j u zu s: iUly- itiy> 
ist „mit", maaitu'>''^inaatüy>'ma(isü „viel". 

f) Assimilation von Vokalen an Konsonanten. 

124. Wie schon o. § 40,65 gesagt, stehen in allen 
somit. Sprachen die Vokale ganz unter dem Einfluß der 
umgebenden Konsonanten, was in der konventionellen 
Orthographie nicht immer zum Ausdruck kommt. Hier 
sollen nur noch einige besonders wichtige Erscheinungen 
besprochen werden. 

1. Einfluß der Laryngale, 

125. a) In allen somit. Sprachen verwandelt eine 
Laryngalis als 2. oder 3. Radikal mehrfach den Vr oder %- 
Vokal des Impf, in a: von fataha „öffnen" arab. iaftahu, 
äth. ieftäh^ hebr. iißah, syr. neftah, ass. ipte (aus *iptah), 

126. b) Im Hebr. entwickelt sich beim Übergang von 
den langen Vokalen w, t, e, ö zu den mit stark konträrer 
Artikulation gesprochenen Laryngalen ein Gleitlaut a, der 
aber nicht Silbenwert hat, sondern mit dem langen Vokal 
einen Diphthong bildet : rüak „Geist", gätöah „hoch". 
Einer urspr. verdoppelten Laryngalis (außer ä, h) und r 
werden i zn e^ a zu a, w zu ö assimiliert: *hrraeh > 
berach „segnete", '^m^barrech'^m^ärech, *mfburräch ^ 
m^boräch. Unbetontes i wird einer LaryngaUs zu e assi- 



86 • in. Abteilung. 

miliert: das Hif^il von häser heißt hehslr „ermangeln 
lassen". Kurze Vokale, die nach den Akzentgesetzen zu 
Murmelvokalen reduziert werden, behalten bei Laryngalen 
ihre ursprüngliche Klangfarbe: ""^gälä „Wagen", ''^löhtm 
„aott", h^B „Krankheit". 

127. c) Im Aram. bleibt e aus i bei Laryngalen 
erhalten, im Mand. ist sogar oft a bei Laryngalen zu e 
geworden, das dann nach deren Aufgabe als Länge 
erscheint: *taht > tet „imter", *ra'mä':> remä „Donner". 

128. d) Ebenso verwandelt im Ass. urspr. *" und h 
progressiv und regressiv a in e und ä in e: *ba^lu';> belu 
„Herr", *" aräbu';> erebu „eintreten". Umgekehrt erscheint 
im Anlaut von Wurzeln V^^'yh, h öfter ä für etymologisch 
berechtigtes ü und t: akul „iß", alik „geh". 

2. Einfluß der Labials, 

129. In allen semitischen Sprachen verwandelt eine 
Labialis öfter vorhergehendes, seltener folgendes a und i 
in u. 

a) Arab. ^umm „Mutter" aus ^imm, das noch im Dialekt 
der Hudail erhalten, lubb „Herz" = nordsem. leb u. a. 

b) Im Äth. ist vielleicht nefs „Seele" für gemeinsem. 
nafs aus einer Zwischenform *nufs zu erklären. 

c) Im Hebr. wird der Murmelvokal von w* „und" 
einer folgenden Labialis zu ic assimiliert, das dann mit 
uzn ü verschmilzt: u^melech'P' ümelech „und ein König". 

d) Im Aram. ist diese Assimilation besonders im 
Christi. Pal. verbreitet; aus dem Syr. vgl. mappulßä 
„FaU" mit hebr. mappelä und tujpp^ßä mit hebr. tippd 
„Tropfen". 

e) Ass. ^mu = gemeinsem. ^em „Name", gupnu = 
*gapnu „Eebe". 



Vergleichende Grammatik der semitischen Sprachen. 87 

3. Einfluß der Zischlaute, 

130. Die Zischlaute wandeln urspr. a mehrfach in 
e-i: syr. Af'el ^eskah „fand", 6esrä „Fleisch" (aus *^arä), 
ass. scUäsä'^selasa „dreißig", *xafcaru'^ xikaru „Männ- 
chen", *^arscUu > irsitu „Erde". 

4, Einfluß der Sonorlaute. 

131. a) Im paläst. Aram. und im Mand. wandeln r, 
seltener / ein a zuweilen in u: hebr. larden^ lurd^ä 
„Jordan". Umgekehrt wandeln im Syr. r und l öfter ü und t 
in ä: s^fel'^ s'fcd „niedrig", *sebbulta';> sehhaltä „Ähre". 

b) Im Ass. bewirken die Sonore oft Umlaut von ä > e : 
jmtäru'^pateru „öffnen", ^agämu '^ mgemu „schreien". 

g) Entstehung neuer, prothetischer oder 
anaptyktischer Vokale (Sproßsilben). 

132. 1. Da nach den semiitischen Silbengesetzen 
(s. 0. § 46) Doppelkonsonanz im Wortanlaut unmöglich ist, 
so entwickelt sich, wo eine solche in der Formbildung 
doch zustande kommt, vor dem ersten Konsonanten, seltener 
nach ihm ein neuer Vokal, der sich mit ihm zu einer 
Silbe verbindet. 

a) Im Arab. ist dieser Hilfsvokal i: *bin' „Sohn"> 
*bnun > ibnun^ *nqatala'^ inqatala. 

b) Im Äth. ist der Hilfsvokal e: *min^*mina'P' 
*mna^ ^emna „von" ; in Verbalformen tritt durch Analogie- 
bildung nach dem Kausativ ä dafür ein: ''astar''aia „er 
hat gezeigt". 

c) Im Hebr. und Aram. ist der Hilfsvokal gleichfalls e, 
der aber in hebr. Verbalformen durch Analogie nach dem 
Kausativ durch hi ersetzt wird: hebr. «Vö'»*' > 'e^ro**' 
„Arm", syr. 'ej5ga</aZ> hebr. hipqattal. 



88 in. Abteilung. 

133. 2. Doppelkonsonanz im Wortauslaut wird im 
Hebr., Aram. und Ass. durch Annahme eines Hilfsvokals 
aufgelöst, und zwar im Hebr. und Aram. durch c, das durch 
eine Laryngalis in a verwandelt und im Aram. vorher- 
gehendem u zu u assimiliert wird (s. o. § 109), im Ass. 
durch denselben Yokal wie in der Hauptsilbe: *pagr^ 
hebr, peger (s. o. § 108), aram. ^*^ar, si&B,pagar „Leiche", 
*sifr^ hebr. sefer^ ass. sipir „Schrift", *w«n>hebr. özen, 
ass. uxun „Ohr*^ Die Diphthonge ai und au in ge- 
schlossener Silbe werden im Hebr. in aii und *dwM> 
aue aufgelöst: haity- baiip „Haus", *maut';> *mauuß^ 
mduep „Tod" (s. u. § 140 c). 

B) Lautwechsel. 

i. Dtssimüaiion: 

a) von Konsonanten. 

1. von Sonoren. 

134. In allen semitischen wie in den meisten anderen 
Sprachen beeinflussen sich zwei Sonorlaute in demselben 
Worte derart, daß einer der beiden seine Artikulationsart 
wechselt. Diese mehr für das Lexikon als für die 
Grammatik wichtige Erscheinung kann hier nur in einigen 
typischen Beispielen vorgeführt werden. 

a) Arab. la^allaydial. h^anna „vielleicht", ''uluän neben 
""unuän „Aufschrift". 

b) Äth. "^regl^^regr mit Assimilation, > ß^ mit 
dissimilatorischem Schwund „Fuß". 

c) Hebr. lün „übernachten" von lail „Nacht". In 
reduplizierten Bildungen schwindet der Sonorlaut der 
ersten Silbe: *qilqalöny^ qtqälön „Schmach", */f*sarsVa> 
h^söfrä „Trompete", * kirkar > kikkär „Kreis". 



Vergleichende G-rammatik der semitischen Sprachen. 89 

d) Ebenso im Aram.: *sels(dtä';>86saää ,^ette", 
*qenq'näyqeq'nä „Pflug*', * gargartä^ gaggartä „Kehle". 
Beachte *^ew> t^en „zwei". 

e) Ass. hhru „Mutterschaf" aus *lahlu durch Assi- 
milation aus *raMti = hebr. räkel. 

2, von Labialen, 

135. a) Im Westsem. kaukab „Stern" aus *kabkab, 
im Ass. nach einem anderen allgemeinen Gesetz mit 
Assimilation kakkabu. 

b) Altar, fagama^' neuar. sy r, pagama^ äth. sa^ama 
„küssen". 

c) Aram. ra&?'*Öin> syr. raur^n „große". 

d) Im Ass. wird das Nominalpräfix m vor einer 
Wurzel mit einem Labial zu n dissimiliert: *markabtu'^ 
nafkabtu „Wagen". 

3. von Zischlauten und Dentalen. 

136. a) Altar, 'sams aus *sams = ursem. ^^ams 
„Sonne", süt „sechs" aus *8ipp = *8idp (s. o. § 99). 

b) Im Altsab. und Äth. ist im Zahlwort paläp „drei" 
das erste J& zu s dissimiliert: altsab. 5a/äJ&, äth. salastü, 

c) Im Abs. wird jeder Zischlaut vor einem anderen 
Zischlaut oder Dental zu l dissimiliert: ^aUistu'^salaltu 
„drei", manzaztu > manxaMu „Standort", assl > alsi „ich 
schrie"; umgekehrt wird l (s. o. § 69) vor einem Zisch- 
laut zu n dissimüiert in *laipu';> *laim^nem „Löwe". 

4, von Laryngalen. 

137. a) Schon im ürsem. ist der feste Absatz eines 
Vokals, der gleichzeitig mit festem Einsatz gesprochen 
wurde, aufgegeben und der Yokal zum Ersatz gedehnt: 
* ""a^mur > ^ämur „ich sprach". Vielleicht ist auch schon 
im ürsem. bei zwei aufeinanderfolgenden Silben mit 



90 III. Abteüung. 

festem Einsatz der zweite unter Ersatzdehnung ausgefallen 
in "^anä „ich" aus *^an'*a. 

b) Im Altar, ist dies zweite Gesetz ganz durchgeführt: 
at>är > ä6är „Brunnen" ; im Äth. bewirkt es in dem aram. 
Lehnwort ""ab^asay- ''abbasa „sündigte" Assimilation des 
zweiten \ 

c) Im Hebr. ist h am Schluß einer mit h beginnenden 
Silbe unter Ersatzdehnung aufgegeben in *hahltch';:> "^hälich 
> kölich „er ließ gehen". 

d) Im Syr. wird ^, dem noch ein "" im Worte folgt, 
zu ' dissimiliert: **'ä^ä> 'ä*'ä„Holz",**'crä> 'e/^'ä „Rippe". 

5. von Oeminaten. 

138. In allen Dialekten, namentlich aber im Aram., 
besonders häufig im Mand., und Ass., werden verdoppelte 
Dentale, Labiale und Palatale durch Einschub emes n 
aufgelöst: bibl. aram. tidda'' > tinda'' „du wirst erkennen", 
ass. unabbt > unambt „er rief laut". Im Amhar. und im 
Ass. findet sich diese Dissimilation auch bei sekundärer 
Verdoppelung: amh. *dabr'^ *dabar > *dabbar^ dambar 
,,Grenze", ass. inddin > inaddin > inamdin (gesprochen 
inafidin s. o. § 85) ,,er gibt". 

b) von konsonantischen Vokalen. 

139. a) Folgen im Arab. zwei mit u beginnende Silben 
aufeinander, so wird das erste u zu "* dissimiliert: 
*uauaqin^ auaqin „Unzen". 

b) Im Arab., Hebr. und Aram. wird zuweilen ein i, 
dem ein Zischlaut oder r, / folgen, zu' dissimiliert: arab. 
N. pr. lasgtib^ "" Ä^vb^ hebr. ''dh'e „Heil!" von ^w, 
hebr. N. Pr. Fstmqn^ syr. "'Astmön- 



Vergleichende Grammatik der semitischen Sprachen. 91 

c) von konsonantischen und sonantischen 
Vokalen. 

140. a) Im Arab. wird u im Wortanlaut vor u und % 
zuweilen zu ' dissimiliert: üuJiaib^^ ühaih.l^, m..uisäh^ 
""{sah „Gürtel", meist aber wird dxuxih. Systemzwang der 
ursprüngliche Laut wiederhergestellt. In gewissen Nomi- 
nalformen wird ww im Anlaut zu tu dissimiliert: *tnigan^ 
tvqan „Frömmigkeit". 

b) Im Äth. werden die Lautgruppen ww, uü^ n, il 
meist zu eu, tie, ei, ie dissimiliert: *m€uüt'^ meuet „tot"* 
*saHip'^ sateio „indem er trinkt". 

c) Im Hebr. werden die Lautgruppen n >' i^, i/ö > 'ö, 
uu^ ue dissimiliert: * ftäum'^ s^bä^trn „Gazellen", 
*häuöpy> riaöp „Triften", *mavt'^ mäuupy> w?awe^„Tod" 
(8. 0. § 133). ^ ^ . ^ 

d) Im Aram. ist t^ > n > e (s. o. § 69) dissimiliert: 
part. pass. *gaM > *gdlü > g'le „offenbart". Die Gruppe 
uuu ist zu iuu > syr. mu dissimiliert in hunuar > hiuuar 
>syr. heuuar „weiß". 

d) Qualitative Dissimilation von sonantischen 
Vokalen. 

141. a) Im Altar, wird ä vor oder nach ä zu t dissi- 
miliert: Inf. des Kaus. *^aqtäly>' *^iqtälj Dualendung äni: 
Pl.-end. üna] Akk. des Fem. |pl. *äta > äti. Dieselbe 
Dissimilation scheint schon im Ursem. erfolgt zu sein in 
*^asrä'>*^isrä „zwanzig". Kurzes oder langes i wird zu 
a fselten ä) dissimiliert: Nartiirli^ > Namarti, MadtnU > 
Madami. Htrii > Härii. Dieeelbe Dissimilation scheint 
schon im Ursem. in *bimn ^*hamn „Söhne" erfolgt zu sein. 

b) Im Äth. wird T, dem noch ein % folgt, zu e dissimiliert : 
*/kifetm> hohem „gib mir". Durch Dissimilation wird 
*met> leltt „Nacht'^ 



92 ni. Abteilung. 

c) Im Hebr. und im Aram. wird von zwei aufeinander- 
folgenden kurzen oder langen u oder o das erste, seltener 
das zweite zu i, t oder e, e dissimiliert: hebr. *Äwföw> 
Msön „äußerer", *lülö'>l'üle „wenn nicht", *nochhö'^ 
nichhö „ihm gegenüber"; aram. *kuUönä (Mc. 6,9 S noch 
kuitoniän) = hebr. kuitonep > phöniz. ;^eTa>r > mand. 
kittönä^ syr, hotüna „Rock", d&^.kidtmu^ *qatalühü^ 
qatlühi „sie haben ihn getötet". 

e^ Quantitative Dissimilation von sonantischen 
Vokalen. 

142. Im Arab. und im Aram. wird von zwei auf- 
einanderfolgenden Yokalen manchmal der erste gekürzt: 
arab. '^Mad^mi^ Madmu> J^adanu^ (s. o. § 141a), 
Inf. des III. Stammes */a'a/ > fV^ (s. a § 141 a) > fi'äl; 
aram. *7na^här'^*mahär^ m^har „morgen"; syr. > anai^ 
>*näi, aram. *denä> dfriä „dieser", ^üqa „Straße", 
Demin. X^qäqä. 

2. Dissimilatorischer Silbenschitmnd. 

143. 1. Schon im ürsem. wurde die unbequeme Laut- 
gruppe ui (s. 0. § 140) im Anlaut der Imperative I. u 
abgeworfen: *uipib^pib „setz dich". 

2. Im Arab. wird zuweilen unbetontes u vor u und t 
vor i ausgestoßen : uahuua > uahua ,,und er", uahiia > 
wxhia „und sie". 

r\ r\ II 

3. Im Aram. wird eine Silbe mit und kurzem, resp. 
Murmelvokal im Wortanlaut vor h abgeworfen: *ahap^ 
haß „Schwester", * ""ahad > had „eins". 

3. Haplohgische SübeneUipse. 

144. Folgen zwei Silben mit gleichen oder sehr 
ähnlichen Konsonanten im Anlaut aufeinander, so werden 
sie mit simultaner Assoziation in eine verschmolzen; 



Vergleichende Grammatik der semitischen Sprachen. 9B 

ebenso wird eine Silbe mit dem gleichen Konsonanten im 
An- und Auslaut zuweilen mit einer vorhergehenden 
vokalisch schließenden Silbe zusammengezogen. Im ersteren 
Falle wird der Silbenverlust im Semit, zuweilen durch 
Verdoppelung des Konsonanten ausgeglichen. 

1. Schon im ürsem. ist dieser Vorgang bei den 
Verben erfolgt, deren zweiter und dritter Radikal identisch 
sind: ^radadüy- raddü\ stehn die beiden Radikale in 
derselben Silbe, so erfolgt die Ellipse nur im Aram. und 
dialektisch im Arab.: "^haxaxta > syr. haxt „du hast ge- 
plündert", arab. ""ahsastu^ ^ahastu. Gleichfalls schon im 
ürsem. sind zuweilen reduplizierte zweiradikalige Nomina 
gekürzt: syr. lailai „bei Nacht", arab. lail^ äth. lelU 
(s. 0. § 141 b), aus *lailait, hebr. laiü^ ass. pl. /i/ä^w „Nacht". 

2. Im Arab. erfolgt die Silbenellipse bei Dentalen beim 
Zusammenstoß der Personal- imd Stammpräfixe im 5. und 
6. Stamme: tataqätalüna> /o^ä/o/wna „ihr bekämpft euch", 
und bei Sonoren bei Zusammenstoß der verbalen Plural- 
endung nä mit den Suffixen nl und nä: iaqtulünanä^ 
iaqtulünä „sie werden uns töten", und der Präpositionen 
min „von" und ^alä „auf" und der Kasusendungen «w, 
in, an, mit dem Artikel: minaly> mü, ^alal'^ ""cd, unüy- 
ul usw., bei konsonantischen Vokalen in bunaiiiiay' 
bunaiia „mein Söhnchen". 

3. Im Äth. wird die Endimg der 2. f. pl. kennä zunächst 
vor den Suff, m und nä, dann durch Analogie auch vor 
anderen zu kä gekürzt: kennäm > kam, 

4. Im Hebr. werden die Gruppen Ut, n^ (aus iii^) und 
Hl > t: **'i5nuw > ""Itrtm „Hebräer**, '^miü^mtnäm (aus 
*mini'mt7iäm) > mtminäm „von ihrer Rechten", *8üs'nm 
> simm „Pferde". Überlange Wortformen wie qHaltumvhü 
werden gekürzt: qHaltühü. Im Hebr. und im Aram. tritt 
für b^teß „im Hause" bep ein. 



94 III. Abteilung. , 

5. Aram. *Wiä*ä >'a^tä „Löwe", lailaiävä^ lailäm 
„nächtlich", syr. *hadapa>hapa „neu". 

6. Ass. saXasiseri'^ saXaseri „dreizehn". 

4. Epenthesis. 

145. 1. Der Dissimilationstrieb führt iin Arab. zur 
Entwicklung von *'aww«^ > *'am^«^ > ^airvuq „Kamele". 

2. Im M^d. findet sich Epenthesis von * nach Sonoren 
aiich ohne dissimilatorische Einflüsse: qanm'^qctiim 
„Rohr", samiä y> sai77iä „blind". 

5. Metathesis, 

146. Mit den Erscheinungen der Dissimilation ist die 
Metathesis, die Umstellung von Lautfolgen, die dem Sprach- 
gefühl unbequem, nahe verwandt; sie geschieht zunächst 
meist in Kontaktstelluug, breitet sich aber öfter analogisch 
über ein ganzes Paradigma aus. Gleich der Dissimilation 
bietet sie im ganzen mehr lexikalisch-etymologisches als 
grammatisches Interesse und kann daher hier nur in 
einigen, besonders wichtigen FäUen betrachtet werden. 

1 . Schon im Ursem. ist das t des Reflexivs hinter den 
ersten Radikal des Verbums, wenn dieser ein Zischlaut 
war, getreten: arab. istamala „hüUte sich ein", äth. Kau- 
sativ -Refl.- Präfix asta- (sonst erfolgt hier Assimilation 
s. 0. § 100 b), hebr. histammer „er hütete sich", syr. 
^esi^mech „er stützte sich", ass. astanan „ich kämpfe". 

2. Im Arab. findet sich Metathesis u. a. zwischen 
Zischlaut und konsonantischem Vokal in qaus „Bogen", pl. 
* quuüs > * qusüu > q^is^i (mit Dissimilation) , sowie 
zwischen s und Palatalen und Labialen in den Fremd- 
wörtern : ' AM^avÖQog y-al Iskandar, lat. eocerdtics > ^ askar 
„Heer", äxpivuov > Isfint, zwischen Vokal imd Sonorlaut 
in al TYiar^a „den Mann", aber imraan „einen Mann" 
(s. 0. § 132 a). 



Vergleichende Grammatik der semitischen Sprachen. 95 

3. Im Äth. findet sich Metathesis zwischen Labial 
und Zischlaut in ^''efsentü'^^esfentü „wie viel", zwischen 
Palatal und Zischlaut in nasaka „beißen", aber mqnka^s 
„Kinnlade" usw. 

4. Im Hebr. zwischen Sonoren in simlä (= arab. 
samlai) > scUmä „Mantel", zwischen Sonorlaut und Vokal 
in fnar''^söp^ m^a^'^söß „zu Häupten". 

5. Im Aram. zwischen Labial und Zischlaut in hebr. 
h^söräy- aram. s^arßä „frohe Botschaft", zwischen Sonor- 
laut und Laryngal in arab. pagr > hebr. sa''ar';> aram. 
tar'^ä „Tor", zwischen konsonantischem Vokal imd Labial 
in ^'uäf^i^ hebr. iäfe)';> *päue'^ *jo«'e (mit Dissimilation) 
y-pe „schön". 

6. Im Ass. zwischen Zischlaut und Labial in ^diprn 
(= hebr. (M>as s. o. § 90)> dispu „Honig", zwischen 
Zischlaut und Dental in tisbutu, Form kitsud von sahaut 
„fassen". 

6, Qtumtitätswechsel benachbarter, sich nicht berührender 
Vokale. 

147. Findet sich im Arab. in lamamun > ^Icumäniiun 
> lanianin „Südaraber", Sa^'miiun^ ^marniiuny' Sa- 
"^ämiiun ^^Sa'^amin „^jki£^\ vgl. auch den Übergang von 
ka^aiiin y-lcain „wieviel" und von an ^aiii in *mami > 
'*mant> rnaiiit „tot". 

C) Satzphonetik (Sandhi). 

148. Das einzelne Wort ist im Gnmde nur eine 
grammatische Abstraktion, in der lebenden Sprache 
kommt es meist nur im Zusammenhang des Satzes vor, 
der dem naiven Sprachgefühl als eine Einheit gilt. Daher 
wirken dieselben Gesetze, die das Wort im Innern umge- 
Btalten, oft auch zwischen den einzelnen Wörtern eines 



96 m. Abteilung. 

Satzes. Die historische Orthographie läßt aber diese Yer- 
änderungen meist nicht erkennen, und nur die Tradition 
der Nationalgrammatiker gibt uns davon Kunde. 

1. Im Arab. wird beim Lesen des Qor'äns vielfe,ch 
der Auslaut eines Wortes, namentlich die Nominal- 
endungen un, in, an, dem Anlaut des folgenden assimiliert, 
und diese Assimilation wird in sorgfältigen Handschriften, 
namentlich philologischer Werke, auch nicht selten be- 
zeichnet. 

2. Im Hebr. und Aram. wird eine Explosiva im 
Wortanlaut auch durch den schließenden Yokal des 
vorangehenden Wortes zur Spirans verschoben (s. o. § 1 22). 

2. Hanptstfick: Formenlehre, 
y orbemerkangen. 

149. a) Fast alle Wörter der semitischen Sprachen mit 
Ausnahme der Interjektionen und der ihnen verwandten 
Pronomina lassen sich je zu Gruppen zusanmienschließen, 
deren gemeinsamer Bedeutungskem an drei Konsonanten 
haftet. So liegt den hebr. Wörtern mälach „er herrschte", 
melech „König", mcUehüß „Königtum", mamlächä „Reich" 
der kem mlk „herrschen" zugrunde. Mit einem von den 
jüdischen Nationalgrammatikem geprägten Terminus 
pflegt man diesen Kern als „Wurzel" (jT) zu bezeichnen. 
Mehrere Wurzelgruppen lassen sich oft noch zu einer 
höheren Einheit zusammenschließen, deren Bedeutungskern 
an zwei gemeinsamen Konsonanten zu haften scheint; so 
weisen zahlreiche Wörter mit Qer gemeinsamen Bedeu- 
tung des „Abhauen s", „Zerschneidens" die Lautfolge 
Palatal oder Velar, Zischlaut oder Dental auf. Wie nun 
aber im Leben der Sprache an den Wörtern immer nur 



Vergleichende Grammatik der semitischen Sprachen. 97 

mehr oder weniger eng begrenzjte Einzelbegriffe haften, 
die miteinander Assoziationen eingehn, ihre Gebrauchs- 
sphäre erweitem und vom Konkreten zum Abstrakten 
übergehn, nicht aber etwa aus einer unbestimmten, weiten 
Grundbedeutimg herauswachsen, so ist auch die Annahme, 
daß jene drei- oder gar die zweikonsonantigen „Wurzeln" 
die historischen Vorgänger der wirklichen Wörter seien, 
unhaltbar. 

b) Die Grammatik hat es nicht mit Wurzeln zu 
tun, sondern mit fertigen Wörtern, und die Aufgabe der 
Formenlehre ist es, ihre Beziehungen zueinander und 
ihre im Satze erfolgenden Umbildungen zu beschreiben 
und, soweit möglich, zu erklären, namentlich aber ihre 
Weiterentwicklung im Laufe der Sprachgeschichte zu 
schildern. Diese Weiterentwicklung ist in erster Linie 
durch die Lautgesetze bedingt. Da nun aber alle Formen 
eines Paradigmas und alle nach einer Form gebildeten 
Wörter im Gedächtnis zu Assoziationsreihen sich zu- 
sammenschließen, so wird die Wirkung der Lautgesetze, 
die diese Assoziationen manchmal stört, nicht selten 
durch analogische Neubildungen aufgehoben. Das Fem. 
zu hebr. sälös aus *saläs „drei" sollte eigentlich (s. o. 
§ 47) salast heißen, das nach § 133 zu *s*lesep gewor- 
den wäre; dafür tritt nun aber nach sälös sHosep ein. 
Die Analogie gleicht auch unbequeme Verschiedenheiten 
innerhalb desselben Paradigmas aus: das Perf. hatte lu-- 
sprünglich die Endungen 2. p. m. ta f. it^ 1. p. ku\ im 
Arab. ist nun für ku tu eingetreten, im Äth. aber für ta, 
ti ka, kt. 



Brockelmann, Semitische Sprachwissenschaft. 



98 




ni. Abteilung. 
I. Nomina. 

L Pronomina, 




A) Pronomina personalia separata. 


• 


150. (Nur 


selbständig als Subjekt und Prädikat.) 




Sg. Ärab, 


Äth, 


Hebi\ Äram. 


Jss* 


1. "anä 


^ana 


"änöcU "anä (syr. ""enä) 


''anäku 


2, m. "anta 


^anta 


""am 'antä (syr. 'aU) 


'aUa 


2. f. ^anti 


^anti 


(atti) ""att ^att 


'atti 


3, m. hu^a 


ue'etü 


hü hü 


äü 


3. f. hija 


ie^etl 


.ht ht 


S% 


PI 








1. nahnu 


nehna 


nahnü ""(^nahnä 


nim 






""anahnü syr, '^anahnan 


amnl 






h^an 




2.m,^antum(ü) ''antemmu ^att^m ^ antun 


attunu 






syr. ""attön 




2. f. ""antunna 


""antin 


^atten(ä) syr, ""atten 


(attina) 


3. m. hum(ü) 


''emuniü hemma himmö(n) 


Sun(u) 



(ue^etomu) (hem) syr, hennön 
3. f. hunna 'emäntü henn(ä) hennön 

{ue'etön} 



äina 



Anm. Ursprünglich gehören nur die Pron. der 1. 
und 2. Pers. zusammen, das der 3. ist eigentlich ein 
Demonstrativ, das aber in gewisse syntaktische Beziehungen 
zur 1. und 2, Pers. getreten ist, dabei aber mehrfach 
seine alte Funktion noch beibehalten hat. Die 1. imd 
2. Pers. sind im Sg. aus ^a resp. tä, U, die uns selb- 
ständig noch beim Yerbum begegnen werden, mit ^an 
zusammengesetzt zu ursem.* '*an^a> ^anä (s. o. § 137 a). 
Der Schlußvokal ist in arab. Prosodie meist kurz. Im 
Ass. ist ""anä durch kü, das wieder beim Verbum selb- 
ständig auftritt, verstärkt, im Hebr. ist das ü den Suff. 



Vergleichende Grammatik der semitischen Sprachen. 99 

(s. u. § 151) zu f angeglichen. Die Bildung der 1. Pers. 
PL ist dunkel. Die älteste Form liegt im Arab. und Hebr. 
vor. Im Hebr., Aram. und Ass. ist sie durch Vorschlag 
von ä dem Sg. angeglichen, im Äth., Aram. und Ass. ist 
der Schlußvokal dem des Suff, angepaßt. Für die 2. PL 
sind als Grundformen ^antumü f. ""antinnä anzusetzen, 
aus denen die äth. Formen {e = ü und t s. o. § 74) direkt 
entstanden sein können. Im Arab. und Hebr. sind die 
Vokale ausgeglichen, imd zwar im Arab. nach dem Mask., 
im Hebr. nach dem Fem. Im Aram. und Ass. sind die 
urspr. Vokale erhalten, dafür aber das n des Fem. auf 
das Mask. übertragen. 

In der 3. Pers. ist die urspr. Konsonantenverteilung 
nur im südarabischen Mehridialekt erhalten : m. he pl. hun, 
f. 86 pl. sen. Im Ass. ist der Anlaut des Fem. auf das 
Mask. übertragen, in den anderen Sprachen der des Mask. 
auf das Fem. Im Äth. und im Phöniz. ist das Pron. 
durch ein weiteres demonstratives Element t verstärkt. 
Das anlautende h ist im Äth. geschwunden und die kon- 
sonantischen und Bonantischen Vokale in uu imd ii haben 
ihre Funktion gewechselt: ww>we, n> ie. Die Aus- 
gleichung der Vokale und Konsonanten im PI. ist im 
selben Sinne wie bei der 2. Pers. erfolgt, nur ist im Äth. 
das m des Mask. auch auf das Fem. übergegangen. Neben 
den altererbten Formen hat das Äth. Neubildimgen vom 
Sg. aus nach dem Muster der Suffixe. Nur das Arab. 
bildet in der 2. und 3. Pers. einen Dual aus dem ms. PI: 
anturnä und humä. 



100 



ni. Abteilung. 



B) 

151. (Als 

Sg, Ardb, 

Verb, m 
2.m. ka 
2. f. U 
3.m, hu 

3. f. hä 
FL 
1. na 

2.m, hum(ü) 

2, f. kunnä 

3,m, hum(ü) 



Pronomina personalia suffixa. 
Genitiv am Nomell und als Akkusativ 
am Verbum.) 

Hehr, Aram. Assyr, 

t ia 

m m 

k ka, ku 

k ki 

^, ht, eh äUf S 



Ath. 

ia 

m 

ka 
kt 

hü, ü 
ö 
häy ä 



% 
m 

ka 
k(x) 
hu, u 
ö 
hä, h 



Sa, Verb. Si^ S 



na 



nä, n 



3.f, hunna 



nt, nü, Verb. 

nd§t, nöM 
kemmü k^m körn, syr. kön kun(u) Verb, 

kunüäu, kunüäi 
ken k^n ken kina, Verb, 

kinääi 
ömü, hömü hem, m, hörn, syr. hön Sunü, äun, 

mö hmüti, Verb. 

Sunu, sunüti, 

Sunütu, äunüäi 
ön, hön, h^n, n hen äin(a), Verb. 

• Hnä(ii), 

Hnätu^ SinäH 

, Anm. Neben der Grundform der 1. Pers. ia scheint 
schon im Ursem. die ursprünglich wohl unter anderem 
Akzent aufgekommene Form i gestanden zu haben, aus 
der das Yerbalsuffix m mit einem n zur Vermeidung 
des Hiatus hervorgegangen ist, daher dies im hebr. 
kämönl „wie ich" auch außerhalb des Verbs vorkommt; 
im Hebr. war % wie im Aram. urspr. unbetont, daher ist 
seine urspr. Vokalfärbung nach § 69 erhalten. Im PI. 
ist die Grundform nä im Hebr. und zum Teil im Ass. der 
Endung des selbständigen Pronomens angeglichen. Im 
Sg. der 3. und im PL der 2. und 3. Pers. sind die Aus- 



Vergleichende Grammatik der semitischen Sprachen. 101 

gleichlingen im selben Sinne wie beim selbständigen 
Pron. erfolgt. In arab. Beduinendialekten ist in der 2. 
pl. kam, f. kin das ui-spr. Verhältnis noch bewahrt. 
Die äth. Suffixe ö, ömü, ön sind durch Kontraktion von 
*hu, *humüj *hun mit einem zum Nomeu resp. Verbum 
gehörigen a entstanden. Das Aram. hat die urspr. Form 
der 3. Pers. hü nur als u in den Diphthongen m und 
au (vgl. 0. § 49) erhalten, sonst ist sie durch die in 
Dissimilation nach ü (s. o. § 141 c) entstandene Neben- 
form /it verdrängt, die sogar an jene Diphthonge noch 
einmal angehängt wird: bibl. ar. öhi^ syr. au(h%), tufhtj. 

C) Demonstrativa. 

152. 1. Als primitivstes Demonstrativ dient das im 
Arab. noch als Interjektion „siehe" gebräuchliche ha, im 
Hebr. (und Lit janischen) prä-, im Aram. suffigiert als Artikel : 
hebr. habbait, aram. *baiiha'^ baiiä „das Haus". Im 
Arab., Hebr. und Aram. verbindet es sich mit dem jetzt 
hauptsächlich als Pron. der 3. Pers. dienenden Demonstr., 
im Aram. zum Hinweis auf Ferneres ,jener". Im Syr. 
fäUt das zweite h fort: hau. häi. hännön. härmen, im 
Neuar. durch Dissimilation das erste h\ ähö, cM, ähom» 

153. 2. Ein Demonstr. n liegt im assyr. asranu „dort" 
und im syr. muniän (ä) „heute", tamman „dort" vor und 
verbindet sich im Syr. auch mit den gebräuchlichsten 
Demonstrativen (s. u. § 155). Im Ass. liefert es das ge- 
wöhnliche Dem. annü „dieser", das mit nominaler Flexion 
f. anmtu^ pl. m. annüii^ f. annati bildet. Als Pendant 
dazu bildet das Ass. das ebenso flektierte ammü „jener". 

154. 3. Als wichtigste Demonstr. erscheinen in den 
westsemit. Sprachen im Sg. ä^ und dt mit wechselnder 
Verteilung auf die beiden Geschlechter und '/- im PI. 
Im Arab. ist 6^ Mask. und dt Fem. mit den Nebenformen 



102 in. Abteilung. 

tz und tä. Im Ath. ist umgekelirt zä f. und xe (aus dt) m. 
Ebenso im Hebr. m. ze (aus zt s. o. § 69), f. zö, öfter 
mit nominaler Femininendung zöp. Im Aram. ist dt als 
Eelativ comm. gen., rfä dient als Fem., im Syr. daneben 
(s. u. § 155) d^ (aus *ö^). Der PL arab. ''uläii)^ hebr. und 
bibl. aram. elle^ el ^ ist imgeschlechtlich, das Äth. aber 
differenziert m. "^eUü^ f. ^ella. 

155. 4. Das Arab. verbindet dies Demonsti\ mit hä 
als Hinweis auf Naheliegendes „dieser": häd^^ f. häd^l^ 
hMih% pl. hä^ulä''i. 

Das Sab., Phöniz., Äth. und Aram. erreichen dasselbe 
durch Anhängung eines w, das im Äth. noch durch tu 
verstärkt wird: Sab. dn^ pL ^In f. mit nominaler Endung 
"*//, äth. zeniüj pl. comm. ""ellön, m. ""dlöntü, f. ^eüäniü, 
phön. m. «/2, aram. den, d*nä (s. o. § 142), pl. bibl. ar. 
^illm. Im Syr. wird dies Pron. noch einmal durch hä 
verstärkt: hüriä (aus *Ää^nä), f. käds, hMä, pl. hallen: 

156.5. Eine Bezeichnung für das Femerliegende „jener" 
gewinnt das Arab., Äth. und Aram. durch Anhängung von k. 
Das Arab. d^ka^ f. tlka, pl. ""uläka wird gewöhnlich noch 
durch Einschub eines / verstärkt: dalika, f. tüka, pl. 
""ülaika {^ulMiha wird meist durch haplologische Silben- 
ellipse, s. 0. § 144, vermieden). Die äth. Formen zelm, 
f. ^entekUj pl. ""ellekü werden durch tu verstärkt zu: zek^^etüy 
^entaktt, pl. ^ellektü, ^ellek^etü. Im Bibl. Ar. entsteht 
zunächst m. deck, f. dach, pl. ""illech, durch n verstärkt 
bibl. ar. dikken, mit hä paläst. hädech, pl. syr. halöch und 
hälech, babyl. hännech. 

15-7. D) Relativa 

entstehn in allen semitischen Sprachen aus den Demon- 
strativen. Im Arab. findet sich so im Dialekt der Taiii'' und 
in der Inschrift v. J. 328 (s. o. § 28) du, im Sab. "^ f. ^ty 



Vergleichende Grammatik der semitischen Sprachen. 103 

in der Schriftsprache dient das durch la und den Artikel 
verstärkte cdlaM^ f. aUati, die den PL nach Analogie der 
Nomina cUladtna, f. aUätl bilden, im Äth. xä, f. ""entä^ pl. 
""eUa. Im Hebr. findet sich gelegentlich so xü und ze^ 
im Aram. sind dl und im Syr. d* die gebräuchlichen 
Formen. Das Ass. und Hebr. haben in m' (su), hebr. se, 
s ein sonst nur noch in arab. pamma^ hebr. «am, aram. 
tamrrmn „dort" vorkonmiendes Dem. für diesen Zweck 
differenziert. Im Hebr. dient aber meist '"Jer, wahr- 
scheinlich urspr. ein Subst. in der Bedeutung „Ort", dann 
„wo", wie assyr. asar als Relativ. 

E) Interrogativa. 

158. 1. Die substantivischen Interrogativa sind ebenso 
wie die Demonstrativa aus Interjektionen hervorgegangen, 
die erst innerhalb der einzelnen Sprachen differenziert 
sind. So dient rm im Ass. und Äth. als „was, wie", im 
Hebr. ml als „wer", in der Nebenform me (s. o. § 69) 
aber als „was"; den gewöhnlichen Ausdruck für „was" 
gewinnen das Ass. und Äth. daraus durch Verstärkung 
mit dem demonstrativen n\ ass. mlnUy äth. ment Mä 
dient im Hebr., Arab. und Aram. als „was", durch Ver- 
stärkung mit dem demonstrativen n entsteht aber im Ass., 
Aram., Arab. und Äth. der Ausdruck für „wer": ass., 
äth. mannü^ aram., arab. man] in der jüngeren syr. Form 
niäna (aus *mä<5t*nä), mün bleibt die Bedeutung „was" 
erhalten. 

159. 2. Die adjektivischen Interrogativa gehn vom 
Stammeaiaus, der im Äth. unflektiert für beide Geschlechter 
dient, im Ass. Kasusendungen: aiiu^ im Arab. auch die 
nominale Feminin^dung: ^aiiun^ aiiatun^ annimmt, im 
Aram. durch das Demonstr. verstärkt wird: syr. ""aina^ f. 
^aidä^ pl. ^ailen. 



104 m. AbteUung. 

2. Nomina, 
A) Nominalstammbildung. 

160. 1. Die große Masse der semitischen Nominal- 
bildungen beruht auf dreikonsonantigen Basen, aber 
gerade imter dem ältesten Sprachgut finden sich mehrere 
Nomina, die nur zwei Konsonanten aufweisen. Es sind 
das erstens die Verwandtschaftswörter 'a6 „Vater", ""ah 
„Bruder", kam „Schwiegervater", die gewissermaßen als 
Fremdwörter aus der Kindersprache anzusehn sind. Eine 
zweite Gruppe bilden das Zahlwort „zwei" (s. u. § 179) 
und die Wörter: arab. sa/a/, hebr. säfä^ &jt. sefpa^ ass. 
^aptu „Lippe", ar. nm^ äth. wäj, hebr. maiim^ syr. 
maiia^ ass. me „Wasser", arab. sä"", hebr. «e, ass. su'^u 
„Schaf", hebr. m^ßtm^ ass. mutu, äth. met „Mann", die 
auch im Altägypt. als sn, spt, mu, su^, mt vorliegen. Dazu 
kommen noch eine Anzahl weiterer, nur dem Semitischen 
oder nur einzelnen semitischen Sprachen eigener Wörter. 

161.2. Wie im Idg. aus der Basis bhere sowohl Verbal- 
formen wie *bhereti „er trägt", als Nomina wie q)OQog 
„Träger" erwachsen, so dienen auch im Semit, Basen 
wie qatal^ qutul, qitil als Verba und als Nomina; die 
Analogie der meisten Sprachen aber befürwortet die 
Annahme, daß die verbale Bedeutimg sich erst aus der 
nominalen entwickelt hat. Dafür spricht im Semit, auch 
der Umstand, daß die nominalen Typen viel mannigfaltiger 
ausgebildet sind als die verbalen. Eine vollständige 
Übersicht über auch nur die wichtigsten dieser Typen 
würde den Rahmen dieses Buches sprengen. Es sei hier 
nur erwähnt, daß die zweisilbigen Basen sowohl durch 
Akzentzurückzielmng einsilbig werde»: qatl, qitl, qutl^ 
als auch durch Vokaldehnung: qatäl^ qättl, qatül usw., 
der als synonymes Bildungsmittel oft die Anhängung der 



Vergleichende Grammatik der semitischen Sprachen. 105 

Femininendung qatalat usw. parallel geht, erweitert werden 
können,, und daß in den meisten dieser Bildungen die 
Möglichkeit konkreter und abstrakter, substantivischer und 
adjektivischer Anwendung nebeneinander vorliegt. Weitere 
Bildungen entstehn durch die Präfixe ma und ta: maqtal, 
iaqtcdy erstere vorwiegend in der konkreten Bedeutung 
des Ortes oder des Werkzeuges einer Handlung, letztere 
vorwiegend abstrakten Sinnes. Eine dritte Stufe entsteht 
durch Suffixe, unter denen an und ti die wichtigsten 
sind. Diese Suffixe können z. T. auch an fertige Nomina 
antreten, z. B. arab. ^ard „Erde", ""ardti „irdisch". 

B) Genus und Numerus. 
162. 1. Das Semitische unterscheidet zwei sogenannte 
Genera, Masc. und Fem. Das erstere wird gewöhnlich 
durch den reinen Wortstamm ausgedrückt, letzteres meist 
durch Endungen davon unterschieden. Mit dem natürlichen 
Geschlecht hat aber diese Unterscheidung wahrscheinlich 
ursprünglich nichts zu tun. Gerade in den Fällen, in 
denen sich das natürliche Geschlecht der Beobachtung 
am meisten aufdrängen mußte, hat die Sprache die Ge- 
schlechter nicht durch grammatische Mittel, sondern durch 
besondere Wortstämme unterschieden; vgl. ursem. himär 
„Esel", ''atän „Eselin", arab. hisän „Hengst", faras „Stute", 
hebr. ^aiü „Widder", rähel „Mutterschaf" u. a. So ent- 
behren auch im Arab. die Bezeichnungen für spezifisch 
weibliche, aus dem Sexualcharakter resultierende Zustände 
durchweg der Femininendung: ^äqir „unfruchtbar", hämü 
„schwanger", murdi „säugend" u. a. In allen sem. 
Sprachen finden sich zahlreiche Wörter, die ohne Fem.- 
endung als weiblich gelten, doch neigt das Ass. dazu, 
sie als solche auch äußerlich zu bezeichnen : „Seele" arab. 
nafsun^ äth. nefs^ hebr. nefes^ aram. nafsä^ ass. naptstu^ 



106 ni. Abteilung. 

„Erde" arab. "^ardun. hebr. eres, aram. ar^'a, ass. irsüu. 
Andrerseits tragen öfter gerade männliche Berufsnamen 
die Femininendung: arab. ÄaZ^/a^ „Stellvertreter", ''aUämai 
„Vielwisser", räuiiat „Überlieferer", hebr. qöhelep „Pre- 
diger". In primitiven Sprachen finden wir nun nicht 
nur zwei Nominalklassen wie im Semit, oder drei wie 
im Idg., sondern meist eine weit höhere Zahl grammatisch 
unterschiedener Rangklassen, in die alle Dinge der sicht- 
baren Welt eingeteilt werden. Diese Einteilung beruht 
im Grunde auf mythologischen, besser superstitiösen 
Erwägungen, insofern dem Naturmenschen die ganze 
Welt belebt erscheint. 

163. 2. Vielleicht lassen sich auch im Sem. noch 
Reste von mehr als zwei solcher Nominalklassen erkennen. 
Neben der gewöhnlichen Femininendung at, mit der t je 
nach dem Akzent wechselt, stehen noch einige antiere 
Endungen, die dem jetzigen Sprachgefühl als synonym 
mit jener erscheinen, ursprünglich aber abweichende 
Bedeutung gehabt haben dürften. Es sind das arab. ä' 
== hebr. ö , im Arab. jetzt besonders in der Form fa'lau^ 
dem Fem. zu "afalu^ der Bezeichnung für Farben und 
Körperfehler, im Hebr. nur noch in Ortsnamen wie Sll^^ 
ferner arab. ä (e), jetzt besonders in fu^lä^ dem Fem. zu 
^afalu^ als Elativ, dem im Hebr. sowohl aj in Sarai^ Neben- 
form zu Sara^ als | in ""isse „Fieber" imd e in ^esre „zehn" 
und aram. ai in syr. tu iai „Irrtum" u. a. und e, * in 
syr. hre(pä)^ bibl. ar. ''qh^rl „eine andere" entsprechen. 

164. 3. Die gewöhnliche Femininendung at neben t 
hat sich unverändert im Ass. und Äth. gehalten. Im 
Arab. ist sie üi der Pausa, dem stärker betonten Satz- 
schluß, zu ah geworden; im Hebr. und Aram. hat sich 
dieselbe Pausalform auch im Kontext der Rede festgesetzt 



Vergleichende Grammatik der semitischen Sprachen. 107 

und ist hier weiter zu ä geworden, während sich at nur 
in enger Verbindung mit einem folgenden Genitiv (s. u. 
§ 170) und im Aram. vor dem angehängten Artikel ä 
(s. 0. § 152) in *J5ä gehalten hat 

165. 4. Dieselben Endungen, die das grammatische 
Fem. bezeichnen, dienen auch zum Ausdruck des Kollektivs 
und des Abstrakts. Diese drei Kategorien liegen bekanntlich 
auch in manchen idg. Formklassen noch imgeschieden 
nebeneinander. Wie nun im Idg. aus einem kollektiven 
Sg. der PL des Neutrums hervorgegangen ist (Meringer 
S. 112), so gehn auch die semitischen Plurale von solchen 
Singularen aus. Zimächst kann der PI. durch einfache 
Stammbildung vom Sg. abgezweigt werden. So gehört 
im Arab. zu himär „Esel*' der PL hamlr, im Syr. zu 
k'märä der PL hemrä^ zu qariat „Dorf" im Arab. der 
PL qurä (aus *quraiu\ im Syr. zu q'^npä der PL quriä. 
Wie im Aram. liegen auch im Hebr. solche durch einfache 
Stanunbildung gewonnene Plurale nur in verkümmerten 
Ansätzen vor, mn so reicher aber hat sich dieser Bildungs- 
trieb im Arab. und Äth. entfaltet und hier die anderen 
Pluralbildungen stark eingeengt. Auf die Einzelheiten 
dieser Bildung weise, die man als ,4nneren oder gebrochenen 
Plural" bezeichnet, kann hier nicht näher eingegangen 
werden. 

166. 5. Ihrem Wesen und ihrem Ursprung nach sind 
nun aber mit diesen Bildungen die gewöhnlichen, durch 
Endungen entstandenen Plm'ale identisch. Für diese 
hatte sich im ürsemit. noch kein konstanter Sprach- 
gebrauch durchgesetzt, daher in ihnen immer nur einzelne 
Sprachgruppen zusammengehn. Es finden sich folgende 
Endungen: 

a) äw, in allen Dialekten als Abstraktendung häufig, 
ist die gebräuchliche Pluralendung im Äth. an Per- 



108 in. Abtöilungf. 

sonenwörtem und Adj. wie qastsän „Priester", hadtsän 
„neue". Im Arab. findet sich diese Endung nur mit sing. 
Flexion an gebrochenen Pluralen wie ^ihuän „Brüder", 
fursän „Keiler". Im Ass. tritt dieselbe Endung sehr 
gewöhnlich als äni auf: üäni „Götter*' und im Syr. in 
Verbindung mit e (s. u. d] an Wörtern für Spezereien 
und Würden: meshäne „Öle", raur^bäne „Magnaten". 
Als Endung des weibl. PI. im St. absol. ist sie im Aram. 
vom Verbum her übertragen, da der Absol. in erster 
Linie als Prädikat im Satze auftritt gleich dem Verbum. 

b) w, das in Verbindung mit der gewöhnlichen Feminin- 
endung t als ütu im Ass., üp{ä) im Hebr. und Aram., das 
als öt im Äth. entlehnt ist, Abstrakta bildet, ist am 
häufigsten im Arab., wo es im Gegensatz zu t (s. u. c) 
für den Nominativ spezialisiert ist. In ihrer ursprünglichen 
Gestalt hat diese Endung sich nur vor einem unmittelbar 
folgenden Genitiv erhalten, während sie selbständig zu üna 
(s. u. c) erweitert ist. Recht häufig ist sie auch im 
Altbab., der Sprache Hammurabis, wo sie gleichfalls als 
Nominativ dient im Gegensatz zu e (s. u. d): auelü 
„Menschen". Wieder in Verbindung mit der Feminin- 
endung als üti ist sie auch im Ass. noch die allein ge- 
bräuchliche Phuulendung der meisten Adjektiva: üäni 
rahüti „die großen Götter". In einer altaram. Inschrift 
von Zingirli kommt dieselbe Endung in "'allähü „die 
Götter" vor. 

c) i, im Aram und Äth. {ahafi „eine") als Feminin- 
endung und wieder in Verbindung mit t im Äth., Hebr. 
und Aram. gewöhnliche Abstraktendung (hebr. reslp 
„Anfang"), ist im Arab. im Gegensatz zu ü für die obliquen 
Kasus (Genitiv und Akkusativ) spezialisiert imd wird im 
Status absolutus gleich dieser durch na erweitert. Im 
Äth. ist diese Endung an allen Pluralen, gleichviel welcher 



Vergleichende Grammatik der semitischen Sprachen. 109 

Bildung, gebräuchlich, wenn sie Suffixe annehmen, an 
äußeren Pluralen wie kebürämhü „seine Yomehmen" 
und inneren wie ""abamhä „ihre Väter". Im Hebr. und 
Aram. ist sie die gewöhnliche Endung des Plurals im 
Status absolutus, wie im Arab. verstärkt durch n (aus 
nä) im Aram., Moabit, und vereinzelt im Späthebr. und 
durch m im älteren Hebr. und im Phöniz. 

d) e, e, als Femininendung im Arab., Hebr. und Aram. 
und als Abstraktendung im Aram. an Infinitiven und im 
Äth. (ueddäse „Lobpreis") häufig, ist neben äni die ge- 
wöhnliche Pluralendung des Ass., sowohl alleinstehend 
Avie rakbe „Boten*^ als namentlich vor Suffixen: beleia 
„meine Herren"; im Altbab. war diese Endung im Gegen- 
satz zu ü für die obliquen Kasus spezialisiert. Im Aram. 
hat sie sich im Gegensatz zu m für das determinierte 
Nomen (Status emphaticus) festgesetzt, im Bibl. Aram. 
zunächst nur nach der Endung der Beziehungsadjektiva 
äi, in etwas weiterem Umfang in jüngeren westaram. 
Dialekten und als herrschende Endung im Ostaram. 

e) ai ist. die gewöhnliche Endung des Plurals im 
Status constructus und vor Suffixen im Hebr., wo sie 
im freien Auslaut zu e kontrahiert werden mußte (s. o. 
§ 117), und im Aram., vielleicht in beideu Sprachen aber 
erst durch eine Übertragung vom Dual her; im Westaram. 
ergibt sie mit dem Artikel hä (s. o. § 152) die Endung 
des determinierten Plurals: *aihä'^ aiiä, 

167. 6. Auf einem anderen Prinzip beruht die Bildung 
des Plurals von<der Femininendung at, die durch Dehnung 
des Vokals ät erfolgt (vgl. im Arab. den nach diesem 
Muster gebildeten PI. alläti zu alkUl o. § 157). In allen 
semit. Sprachen aber finden sich Nomina, die im Sg. die 
Femininendung haben, den PI. dagegen nach Weise der 



110 in. Abteilung. 

Mask. vom reinen Stamme bilden (arab. sanat, hebr. ^änä, 
aram. ^aitä^ pl. sanüna, sänlm, ^mn)^ und andrerseits 
zahlreiche Nomina, die im Sg. den reinen Stamm auf- 
•weisen, im PL aber die Femininendmig annehmen, nament- 
lich im Äth., wo ät geradezu die herrschende Plural- 
«ndimg für unbelebte Dinge imd Abstrakta geworden ist. 
Im Hebr. tritt die Endung öf vereinzelt hinter die singu- 
larische Femininendung t, wo diese vom Sprachgefühl nicht 
mehr als solche empfunden wird (q^säßöp „Bögen" von 
qe8ep\ im Äth. aber ist das gewöhnlich der Fall: ""ämat 
„Jahr'^ pl. ""ämatät. Die Flexion dieses ät ist urspr. 
dieselbe' wie im Sg. (s. u. § 171), das Hebr. aber über- 
trägt die Pluralsuffixe der Masc. meist auch aufs Fem.; 
neben ^*^tqpäm „ihre Väter" tritt später ''^topehem, aber 
^,meine Väter" heißt schon stets ^^bopaL 

168. 7. Ihrem Wesen nach sehr altertümlich ist die 
Bildung des Plurals durch Verdoppelung der ganzen, 
zweiradikaligen Wurzel, die in aram. ratr^e, syr. 
raur^e „große" von rah^ und daqd^qe „kleine" vorliegt; 
im Hebr. findet sie sich nur bei vokalisch schließenden 
Wörtern in pißj^p neben p^wp „Schneiden" von joe, pi, 
■eigentlich „Mund", und in meme neben häufigerem me, 
Status constr. von maiim „Wasser". 

169. 8. Neben dem Plural stand im^ Semit, ursprüng- 
lich ein Dual zunächst zur Bezeichnung natürlicher Paare, 
wie der Griiedmaßen, dann aber auch öfter schon zum 
Ausdruck der einfachen Zweiheit. Er endete auf ä imd 
-a j ; im Arab. sind diese zur Bezeichnung des Kasus rektus 
-einerseits, der Kasus obliqui andrerseits differenziert 
imd im Status absolutus gleich dem PI. mit der Endung 
^a versehn, die aber nach § 141 hinter ä zu m dissimi- 
liert imd dann so auch auf ai übertragen wiu'de. Ebenso 



Vergleichende Grammatik der semitischen Sprachen. 111 

wird ai im Hebr. und Aram. im Status absolutus wie 
der PI. mittelst m resp. n verstärkt. Im Aram. ist aber 
der Dual im Aussterben begriffen; während das Bibl. 
Aram. noch i'daiin „zwei Hände", raglaiin „zwei Füße" 
u. a. kennt, liegt er im Syr. nur noch in den Zahlwörtern 
t^en „zwei" und maßen „zweihundert" vor. Im Ass; ist 
ä die gewöhnliche Dualendung, sowohl selbständig mit n 
verstärkt in apsän „zwei Seile", als vor Suffixen wie 
tnasu „seine Augen". Im Äth. liegt der Dual nur in 
erstarrten Resten vor; als ä in 'eirä „zwanzig" (s. u. § 182) 
und als e (aus a*) in kel^^e „zwei", und mit Yerlust der 
Bedeutung in haq^e „Hüfte" und in den Suffixformen 
''edehu „seine Hand" usw. 

C) Kasusbildung. 
170. 1. Während für den Plural die nur im Altarab. 
und im Altbab. auftretende Unterscheidung eines Nomi- 
nativs und eines Kasus obliquus sich nicht mit Sicher- 
heit der Grundsprache zuschreiben läßt, ist es allerdings 
wahrscheinlich, daß diese im Singular schon eine ziemlich 
entwickelte Kasusbildung besessen hat. Das ürsemitische 
unterschied vermutlich einen Nominativ als Kasus des 
Subjekts und vielleicht auch des Prädikats mit der En- 
dung w, einen Genitiv als Kasus der näheren Bestimmung 
eines Nomons mit der Endung I und einen Akkusativ 
als Kasus der näheren Bestimmung eines Yerbiuns mit 
der Endung a ; dazu kam, in loserer Beziehimg zu diesem 
Paradigma stehend, ein Adverbialkasus mit der Endung 
u, der vielleicht schon im Ursem. nicht auf den Sing, 
beschränkt war, sondern auch auf den PL und Dual 
übertragen werden konnte. Der Ursprung der einzelnen 
Endungen ist dunkel. Die Yokale waren jedenfalls ur- 
sprünglich lang, aber nach § 49,1 schon im Ursem. anzeps. 



112 ni. Abteilung. 

Eine vollere Form der Akkusativendimg ist vielleicht im 
äth. hä, der Endung des Akk. von Eigennamen, noch 
erhalten und vielleicht ist dies M mit dem in § 152 be- 
handelten Deutewort hä ursprünglich identisch, hätte 
alftO eigentlich die Richtung auf eine Sache hin bezeich- 
net. YieUeicht ist die Nominativendung u dementspre- 
chend auf einen Pronominalstamm hü zurückzuführen. 
Für die Genitivendung I endlich ist es vielleicht nicht 
ausgeschlossen, einen Zusammenhang mit der § 161 
erwähnten, Adjektiva der Beziehung und der Zugehörig- 
keit bildenden Endung li zu vermuten. In allen somit. 
Sprachen findet sich neben dieser Endung noch ein 
anderes Mittel, die Genitivbeziehung zwischen zwei 
Nominibus auszudrücken; das erstere, das Regens, wird 
mit dem Rektum durch den Akzent eng • zusammen- 
geschlossen, es tritt in den Status constructus. 

171. 2. Das Altarab. hat die drei Hauptkasus noch 
unversehrt erhalten, doch sind die Vokale gekürzt und 
treten nur* noch in der Pausa, im Reim, gelegentlich als 
Längen auf. Stets lang sind sie im Status constr. der 
Verwandtschaftswörter ""ah, „Vater" ""ah „Bruder'', ham 
„Schwiegervater" geblieben, in denen die Länge den 
fehlenden dritten Radikal ersetzt. Neben dieser voll- 
ständigen Deklination besitzt das Arab. noch eine unvoll- 
ständige, bei der Genitiv und Akkusativ in der Endung 
ä zusammenfallen; diese ist hauptsächlich auf Eigen- 
namen und gewisse in nächster Beziehung zum Verbum 
stehende Büdimgen beschränkt und wahrscheinlich eben 
von der nur zwei Modi unterscheidenden Imperfektflexion 
her übertragen. Aus rein lautlichem Grunde fallen in 
der Flexion des fem. Plurals gleichfalls' Genitiv und 
Akkusativ zusammen, indem die Akkusativendung ata 
nach § 141 zu äti wird. In den neueren Dialekten ist 



Vergleichende Grammatik der semitischen Sprachen. 113 

die Kasusflexion durch den lautlich begründeten Abfall 
der Endvokale aufgegeben; Reste von ihnen haben sich 
unter dem Schutze von Suffixen gehalten. 

172. 3. Im Äth. hat sich der Nominativ nur an den 
Zahlwörtern wie "akadu „einer**, ganz lebendig aber der 
Akkusativ mit der Endung a gehalten, er hat aber seine 
Gebrauchssphäre erweitert, indem er im Status constructus 
auch als Nominativ auftritt: ""egxT^'abeher „Herr der 
Welt = Gott", Die Endungen des Nominativs und des 
Genitive haben sich, aber ohne ihre Bedeutung, noch vor 
den Suff, in dem unbestimmten Vokale e (s. o. § 74) 
erhalten. In den Verwandtschaftswörtem ^ab, ^ah, kam 
haben sich die langen Vokale ü für den Nom. und ä für 
den Akk, vor Suffixen erhalten. 

173. 4. Im Hebr. hat sich gleichfalls niu* der Akk. 
a erhalten, aber nicht als Kasus des direkten Objekts, 
sondern nur zur Bezeichnung der räumlichen Richtung 
auf etwas hin: }msä „hinaus", Bdi>4ld „nach Babel" und 
erstarrt in läilä, eigentlich „bei Nacht", dann „Nacht" 
schlechthin. Ohne seine Bedeutung hat sich der A.kk. 
vor den Suffixen der 3. Pers. sg. gehalten: ö (aus ähü) 
,,sein", äh (aus aha) „ihr". Der Genitiv hat sich als 
Längie t an den drei Verwandtschaftswörtem im Status 
constr. und vor Suffixen: ^dtichd „dein Vater" usw. ge- 
halten und ist von da analogisch von Eigennamen wie 
Attmeleeh auch auf andre wie Malktseäeq^ pun. Hamm- 
haal und einige appellative Verbindungen wie }fnV^l>dnö^ 
„das Füllen seiner Eselin" übertragen; als e aus i er- 
scheint die Genitivendung vor dem Suff. 2. f. s. efh. 
Vom Nominativ liegen nur noch erstarrte Beste in Eigen* 
namen wie M'püselah, pun. Hasdrubal= ''AxrtUfa''al „Hilfe 

Brockelmanni Semitische Sprachwissenschaft. 8 



114 IIL Abteilung. 

Baals'^ vor, die wahrscheinlich auf Analogiebildung nach 
den Verwandtschaftswörtern beruhn. 

174. 5. Das Aram. hat außer dem Akkusativ in bibl. 
ar. ^ellä „oberhalb" nur noch erstarrte Kasusreste vor 
Suffixen, das w des Nom. bei den drei Verwandtschafts- 
wörtern, das t des Gen. in eck „dein" f., ch „sein", das 
ä( des Akk. in äch „dein" m., äh „ihr" und nach Analogie 
des Verbums gekürzt in an „miser". 

175. 6. Im Altbab. sind alle drei Kasus noch in 
lebendigem Gebrauch. Im späteren Sprachgebrauch ver- 
wischen sich die syntaktischen Unterschiede mehr und 
mehr, die Endungen werden daher oft promiscue ge- 
braucht, w^ahrscheinlich allerdings nur in einer pseudo- 
historischen Orthographie, nachdem sie in der lebenden 
Sprache abgefallen waren. 

176. 7. Der Kasus adverbialis auf ü ist am leben- 
digsten im Ass. erhalten, nicht mu- am Sg., sondern 
auch an Dualen wie sepü^'a „zu meinen Füßen". Im 
Arab. \md Äth. liegt er in einer Reihe von Adverbien 
vor: ar. tahlu „unten", qablu „vorher", ba'^du „nachher", 
äth. lä'^lü „oben", tähtü „unten", qadtmü „früher", und 
mit der Mimation (s. u. § 179) temätem (aus *4tmi) 
„gestern". Das Hebr. hat diese Endung noch an einem 
Sg. mit Mimation in silsom (aus *-swm) „vorgestern" und 
an einem PI. in iahdäu (aus '^iahdaiu) „zusammen". 

D) Determination und Indetermination. 
177. 1. Ein besonderes Zeichen der Determination, 
einen bestimmten Artikel hat das Sem. urspr. nicht be- 
sessen, und das Ass. und Äth. haben diesen Zustand be- 
wahrt. Im Äth. kann das Nomen alleinstehend die 
schärfste, demonstrative Determination besitzen: iöm 



Vergleichende Grammatik der semitischen Sprachen. 115 

„heute", und diese Fähigkeit haben auch noch das Arab. 
C'awaw „dies Jalir") und das Hebr. {""aitä „jetzt*'). Sonst 
hat das Arab. ö/, das Hebr. hä als vorgesetzten Artikel; 
im Sadar. dient nachgesetztes w, im Aram. nachgesetztes 
ä zur Determination. Im Syr. hat aber dies a seine deter- 
n^iinierende Kraft wieder eingebüßt und ist die normale 
Endung der Noraina geworden; die Determination kann 
hier nur noch beim direkten Objekt, das dann mit der 
Präposition Z* eingeleitet wird, ausgedrückt werden und 
wird oft durch Suffixe umschrieben; in den Evangelien 
setzt die altsyr. Übersetzung häufig „seine Jüngör", wo 
der griechische Text nur „die Jünger" bietet. Noch weiter 
geht das Äth., indem ein Nomen durch ein auf es selbst 
bezügliches Pronomen suff. determiniert werden kann: 
be^esthü „der Mann". 

178. 2. Durch sich selbst determiniert sind in allen 
sem. Sprachen Nomina, von denen ein Genitiv abhängt, 
die im Status constr. stehen (s. o. § 170), und daher 
auch Nomina mit Suffixen. 

179. 3. Ein Zeichen der Indetermination , einen un- 
bestimmten Artikel besitzen in lebendigem Gebrauch das 
Nord- und das Südar. In letzterem dient dazu die Endung 
ni (Mimation), wahrscheinlich verkürzt aus dem verall- 
gemeinernden Pronomen mä „was, etwas", das in diesem 
Sinne noch im Nordar. vorkommt. Aus diesem vi ist 
nach § Gl im Nordar. n geworden. Im Bab.-Ass. ist 
diese Mimation zwar noch sehr lebendig im Gebrauch, 
aber ohne ihre urspr. Bedeutung, wahrscheinlich deshalb, 
weil das Pronom. mä, mit dem f Qr das Sprachgefühl die 
Endung verknüpft blieb, hier nicht verallgemeinernde, 
sondern hervorhebende Bedeutung hatte. Im Äth. mid 
Hebr. liegt diese Endung nur noch erstarrt in Adverbien 
vor: äth. iemcUem „gestern" (s. o. § 176), gesam „morgen", 

8* 



116 in. Abteilung. 

hebr. sUsöm „vorgestern", iömäm „bei Tage", kinnäm 
„umsonst"; das Aram. hat sie noch in Imäm „bei Tage", 
doch wird sie hier schon ganz als Bestandteil des Stammes 
empfunden, daher sie den Artikel tmämü und später 
sogar Plui*alendungen annimmt, wie auch das Äth. an 
gesam noch die Akkusativendung gesama anhäogen kann. 

5. Zahlwörter, 
180. 1. arab. "ahadun, f. "ihdä (s. o. § 141), äth. 
''aJiadü, f. 'akäti (s. o. §' 166 c), hebr. ""ehM, f. 'aÄaj5, 
aram. had^ f. h'da (s. o. § 143, 3), ass. edu „einzig" als 
Zahlwort verdrängt durch isten. 

2. arab. ipnärd (aus "^pinäni), f. ipnatäni und piniani, 
äth. kd^e (= arab. küani „beide"), hebr. s'naiim, f. 
siitaiim (tiber. nach Analogie des Masc. staiim, s. o. § 46), 
aram. t^ren, f. tarten (s. o. § 134 d), ass. sinä, f. sittä, 

3. arab. paläß, f. pcdäpatun^ äth. ^aläs^ f. ^alästü 
(s. 0. § 136 b), hebr. ^alos, f. sHoscü^ aram. f*/^/, f. <*fcy&ä, 
ass. salasij f. salästi, 

4. arab. ^arha'un^ f. ^arba^atun^ äth. ^arba^, f. 
^arbä^tü, hebr. ^arba ^ f. ""arbaä^ aram. ^arba^ ^arb^^äy 
ass. ^arba% f. erbitti, 

5. arab. hamsun, f. hamsatun, äth. hames, f. Äawes^w, 
hebr. Mmesy f. amissa (Analogiebildung nach dem 
folgenden Xjs, JisSa für urspr. *Äawsa), aram. hames 
(für *}fmes nach arba")^ f. Äaw^a, ass. hamsi^ f. hamilti. 

6. (s. 0. § 99) arab. sittun^ f. sittatun^ äth. «ess«, f. 
sedesiUy hebr. ?es, f. Szssa, aram. se^, f. Xi^/ä, syr. s^ä 
(nach Äamsä), ass. 5^ss^, f. Sis^Y. 

7. arab. 506*"^, f. sab^atun^ äth. safe^i^, f. sab^atüy hebr. 
«eöa^, f. siJ*^a, aram. «*Öa*^, f. «aö'^ä, ass. 5«W, f. sibittL 
Der urspr. Anlaut ist wahrscheinlich im Ass. und im 



Vergleichende Grammatik den: semitischen Sprachen. 117 

Südsem. (wo 8 dann nicht auf s zurückginge) bewahrt, 
da er hier zum ägypt. sfk gegenüber sis 6 stimmt, 
während er im Hebr. und Aram. an 6 angeglichen ist. 

8. arab. ßamänin, t famäniiaiunj äth. sainän% f. 
samänltü, hebr. s^mönej f. s^mönä^ aram. t^mane^ f. 
i^mäniä, ass. samäne. f. samänit. Das im Ass. statt 
lautgesetzlich zu erwartenden s erscheinende s ist durch 
Angleichung an sibi entstanden. 

9. arab. tis^'un^ f. tis'^aiun, äth. ies%j f. tes^aiü^ hebr. 
tesa^^ f. tis^äj aram. t^sa^, f. ies^äj ass. iiSdj f. /m7. 

10. arab. ""asrun, f. ^asaratun^ äth. '"oÄrw, f. ^asartü, 
hebr. *^ß.ser, f. "^kojräy aram. ^^^ar, f. ''«sra, ass. ^e-Tn, f. 
^eSerit, 

181. Die Zahlwörter 1 und 2 sind Adjektiva, die 
übrigen Substantiva, von denen das zu zählende ur- 
sprünglich im Genitiv abhängt; doch finden sich in allen 
Sprachen auch schon Ansätze des attributiven Gebrauchs. 
Die Zahlwörter von 3 bis 10 haben ursprünglich stets 
das dem zu zählenden entgegengesetzte Geschlecht, doch 
wird auch dieser Sprachgebrauch namentlich im Äth. 
durch Überwiegen des Fem. stark zurückgedrängt. 

182. Die Zahlen von 11 bis 19 werden durch im- 
mittelbare Yerbindung der voranstehenden Einer mit 
der Zehn ausgedrückt, indem von 13 bis 19 mit der 
mask. Zehn sich fem. Einer und umgekehrt verbinden; 
diese Verbindungen enden im Arab. unflektierbar auf a 
(zu 13 im Ass. s. o. § 144, 6). Der Zehner hat dabei 
andere Vokale als in der ersten Dekade: arab. m. ""asara^ 
f. 'asraia, hebr. ^äsär, f. ""esre (s. o. § 166 d). Nur im 
Äth. werden diese Zahlen diu"cli einfache Addition der 
Einer und der mit den Grundzahlen übereinstimmenden 
Zehner mittelst ua „und" gebildet. 



118 ' III. Abteilimg. 

183. Die Zehner von 30 bis 90 wurdöi urspr. mit 
der männlichen Pluralendung von den Einern abgeleitet: 
20 dagegen wurde durch den Duül auf ä von 10 gebildet: 
*%'.vm (s. 0. § 141a), äth. und ass. ""esrä. Im Ass. und 
Äth. sind nun aber durch 20 die Endungen aller folgenden 
Zehner veranalogisiert: ^elasä^^aläsä usw., während in 
den anderen Sprachen 20 der Analogie der übrigen Zehner 
gefolgt ist: arab. '"tsrnna^ hebr. ""esrim, aram. ""esrin, 

184. 100 arab. imatun (in vielen Dialekten, so auch 
dem der Orthographie zugrunde liegenden mäiatun\ 
äth. me^'et^ hebr. we^z, ar^m. ??i*%7, syr. mä^ ass. st. estr. 
me'.at. 

1000 arab. "alfun^ hebr. VJe/", bibl. aram. '"/a/*, 'aZpa 
syr. %7M/*, 'rt/j[?ä, mit abnormer Yokaldehnung infolge der 
Energie, mit der höhere Zahlen ausgesprochen zu werden 
pflegen. Äth. 'eZ/'ist 10 000, ass. 1000 wahrscheinlich Um, 

185. Die Ordinalia für 1 werden wie im Idg. nicht von 
der Grundzahl, sondern in den verschiedenen Sprachen 
von verschiedenen Stämmen abgeleitet: arab. ''auualu 
(aus *^a^ualu)j f. ^ülä, hebr. risön (von rös „Haupt", 
s. 0. § 141 c), äth. qadämlj aram. qadmäiä] im Ass. kanii 
die Grundzahl 'S^ten auch als Ordnungszahl verwandt 
werden. Die übrigen Ordinalia von 2 bis 10 werden im 
Arab. und Äth. als Part. act. des 1. Stammes (arab. 2, 
pänin, äth. sänlt „der folgende Tag", sonst ÄY/ie"*), im 
Hebr. imd Aram. von 3 bis 10 nach der Form qatll mit 
der Endung der Beziehungsadjektiva gebildet (3. hebr, 
sHisl, aram. Hipäiä)] der 2. ist hebr. seni, aram. teniänä^ 
daneben im Syr. die jüngere Form i^aiiänä. Im Ass. 
haben sie die Form qatul: salsu, f. salultu (s. o. § 136 c). 
186. Bruchzahlen haben die Form qutl: arab. ßnlp, 
aram. tulfä ^/g, hebr. hömes ^/g, ass. süssem ^/g, eigentlich 



Vergleichende Grammatik der semitischen Sprachen. 119 

2/g. ImÄth. ist diese Fonn vielmehr MultipUkativ: sels 
„dreifach" usw. 

4. AdverMa, Präpositionen und Partikeln, 
187. Diese Wörter sind im Semit, teils pronominalen, 
teils nominalen Ursprungs,- sie aufzuzählen ist hier kein 
Raum. Nur auf eine grammatisch interessante Analogie- 
bildung bei den Präpositionen sei hier hingewiesen. „Auf" 
und „hinzu" heißen urspr. *''älai (arab. "cdä, äth. lä^la, 
hebr. aram. ^al) und * ""Hai {arab. ^ilä, hebr. ^el) und 
haben diese Formen vor Suffixen bewahrt. Infolgedessen 
überträgt sich die scheinbare Dual- oder Pluralbildung 
vor Suffixen im Hebr., Aram., namentlich aber im Äth. 
auch auf viele andere Präpositionen. Hebr. nach ^'^lelrnn 
„auf ihnen" auch tahtehem „unter ihnen", benehem 
„zwischen ihnen" usw., aram. ifhöpaihon^ bainaihon usw., 
äth. sogar ""emnehii „von ihm", meslehu „mit ihm" u. a. 



II. Verba. 

i. Stammhüdung. 
188. Zum Ausdruck der verschiedenen Wendungen 
des Yerbalbegriffs (Aktionsarten) bildet das Semit, von 
der dem Nomen und dem Verbum gemeinsam zugrunde 
liegenden Basis (s. o. § 161) aus verschiedene Verbal- 
stämme, die zwar keineswegs bei jedem Yerbum durch- 
geführt werden können, doch aber zu einem festen 
Schema zusammentreten. Der Basis am nächsten steht 
die 3. p. m. sing. Perf., die daher im folgenden als 
Paradigma dient und zwar von den Verben ^/pqd^ südsem. 
^fqd „beobachten" und 'j/gtl, südsem. ^qtl „töten", obwohl 
sie im Ass. nicht mehr als solche vorliegt. 



120 in. Abteilung. 

189. 1. Der Gruhdstainin arab. fäqada, äth. faqäda, 
hebr. päqdd^ aram. p'qdd, ass. paqad^ dessen ursprüng- 
lichste Form und Betonung im Äth. erhalten ist, hat trans. 
Bedeutung. Daneben stehen zwei intrans. Formen, eine 
wie arab. hasuna „war schön'^y hebr. qäton „war klein" 
zur Bezeichnung dauernder^ ii^härierender Eigenschaften, 
und eine wie arab. iabisa, hebr. iä^es „war trocken" zur 
Bezeichnung wechselnder Eigenschaften. Im Äth. fallen 
diese beiden Formen lautgesetzlich zusammen (s. o. § 74), 
im Hebr. ist die erstere Form schon sehr, selten und im 
Aram. liegt sie nur noch in erstarrten Besten vor. 

190. 2. Durch Verdoppelung des zweiten Badikals 
entsteht eine Form mit intensiv-iterativer Bedeutung, die 
aber öfter auch schon kausativ wird: arab. fäqqada, äth. 
faqqdda, hebr. piqqed (s. o. § 75), aram. paqqed, beide 
mit dem Vokal des zweiten Eaäikals der Analogie des 
Impf, folgend, zai&, paqqad. 

191. 3. Das Südsemit, bildet durch Dehnung des 
ersten Vokals einen Zielstamm: arab. qaiala „tötete*', 
qätala „suchte zu töten, bekämpfte". Sonst liegt dieser 
Stamm niu- noch im Hebr. in erstarrten Besten wie 
m'^söfet „Widersacher" zu sdfat „richtete" vor. 

192. 4. "Wieder allen Sprachen gemeinsam ist die 
Bildung eines Kausativstammes mittelst eines Präfixes, 
nach dem der Vokal des 1. Badikals nach § 49, 1 ausfällt 
Das Präfix ist 'a im Arab., Äth. und Aram., ka (hi) im 
Hebr. und sa-sa im Ass. und Minäischen. Doch findet 
sich ka vereinzelt auch im Arab. {haräqa „vergoß*') und 
regelmäßig im Bibl. Aram., sa mehrfach im Aram. und 
sa regulär im Reflexiv im Arab. und Äth. 

193. 5. Zu jedem dieser Stämme gehört ein Reflexiv 
mit dem Präfix ta. Im Refl. des örundstammes sollte 
nach § 49, 1 der Vokal des ersten Radikals schwinden; 



Vergleichende Grammatik der semitischen Sprachen. 121 

diese ursprüngliche Bildung liegt nur noch in der äth. 
Fomi tansea „er erhob sich" und im tunisischen Arab. 
als fqtdl vor. Sonst ist sie überall durch Analogiebil- 
dungen auBer Kurs gesetzt Im Altarab. ist nach dem 
Muster des Impf, und der Wurzeln mit einem Zischlaut 
als erstem Radikal die Form iqiatala{9. o. § 146, 1) ent- 
standen. Im Äth. folgt das Präformativ der Analogie des 
Befl. zum Intensiv und die Stammvokale der des intrans. 
Grundstammes mit iaqatla. Im Hebr. liegt die Form nur 
noch in Jdßpäq'dü „sie wurden gemustert" vor nach 
Analogie des Impf. Dieselbe Analogie bewirkt im Arara. 
^eßp^qed. Im Ass. ist wie im Arab. das Muster der Verba 
mit einem Zischlaut als erstem Radikal durchgedrungen : 
'kidsad. Das Refl. des Intensivstammes liegt im Arab. 
und Äth. in der Urform taqäiiala und taqattdla vor. Im 
Hebr. und Aram. (wie vereinzelt auch im Arab.) ist sie 
durch eine Neubildimg nach dem Impf, verdrängt: aram. 
^ejypaqqad^ im Hebr. und Bibl. Aram. mit Beeinflussung 
des Präfixes durch das Katusativ kifqattal Im Ass. ist 
auch hier die Analogie nach den Zischlautwurzeln durch- 
gedrungen :- ^•/aSsa^:?. Das Refl. des Zielstammes im 
Arab. und Äth. ist regulär taqdtala^ taqätdla. Das Refl. 
des Kausativs im Arab. und Äth. geht vom s- Kausativ 
aus und ist nach dem Muster des Impf, umgebildet: arab. 
istaqtala, äth. ^astaqtöla mit einer weiteren Analogiebil- 
dung nach dem Aktiv des Kausativs. Das Hebr. hat dies 
Refl. verloren. Im Aram. wird es vom 'a-Kausativ aus 
gebildet: ettaqtal (s. o. § 97.) Im Ass. lautet es regulär 
-^talcsad, 

194. 6. Neben diesem Mlefl. haben das Arab., Hebr. 
und Ass. noch ein Refl. zum Grundstamm mit 7i als 
Präfix. Dessen Grundform liegt im hebr. Perf. nifqaä 
und im ass. Imperativ naksid vor. Im Arab. ist sie 



122 III. Abteilung. 

wieder nach dem Impf, umgeformt: infdqada. Im Äth. 
endlich wird diese Form nicht mehr vom Grundstamm, 
sondern nur noch von vierradikaligen Wurzeln wie ^an- 
far^asa „er hat gehüpft" und Ableitungen wie ^ansatata 
„er hat geschaudert" gebildet; das Präfix folgt der Ana- 
logie des Kausativs und das wirkt auch auf die Bedeutung 
ein: ""ansotata auch „er hat schaudern gemacht". 

195. 7. Zu jedem der vier Hauptstämme gab es ur- 
sprünglich ein Passiv, das im Arab. an Stelle der Yokale 
a-a-a die Folge u-i-a aufweist. Im Äth, ist dies Passiv 
ganz verloren. Im Hebr. fällt im Perf. das Passiv des 
Grundstammes nach § 49, 3 mit dem des Intengivstammes 
zusammen : iullad „er wurde geboren" wie kuppar „wurde 
gesühnt", das des Kausativs lautet hqfqad (s. § 77); der 
Vokal des 2. Radikals folgt der Analogie des Impf. Im 
Bibl. Aram. ist nur noch das Passiv des Kausativs hqnhaß 
„er wurde herabgeführt" rein erhalten, das des Intens! vs 
ist verloren und das des Grundstammes nach dem Muster 
des Partizip t'rid „er wurde vertrieben" umgebildet. Im 
späteren Aram. liegt das Passiv nur noch in Partizipien 
und nicht mehr als solchen empfundenen Infinitiven vor. 
Im Bab. endlich ist das Passiv nur noch in einigen iso- 
lierten Formen erhalten. Das Arab. bildet Passive auch 
vor den Refl.; davon finden sich sonst nur vereinzelte 
Spuren im Hebr. 

196. 8, Außer den vier Hauptstämmen. besitzen ein- 
zelne semitische Sprachen noch verschiedene weitere 
Bildungen, von denen hier nur noch der 9. Stamm des 
Arab. wie ihmaira „war rot", dem im Hebr. ra^mm „war 
grün" entspricht, erwähnt sei. 

197. Dem Äth. und Ass. gemeinsam ist die Neigung, 
das Schema der 4 Hauptstämme durch Neubildungen zu 
erweitern. So bildet das Äth. ein Kausativ nicht nur 



Vergleichende Grammatik der semitischen Sprachen. 123 

vom Grundstamin: ""aqtdla, sondern auch vom Intensiv- 
und vom Zielstamme: ""aqattäla und ''aqätdla; vereinzelt 
finden sich Intensiv -Kausative auch im Ass. Beide 
Sprachen neigen ferner ziu: Häufung synonymer For- 
mantien beim Eefl. Das Äth. bildet zu dem jetzt kausa- 
tiven Refl. ""nnföWa „er hat bedeckt" das Refl. Pass. 
taniöle'a „er ist bedeckt worden", ass. iptanalahü „sie 
verehren". Ganz selten finden sich Mischungen des n- 
und des /-Refl. im Althebr., häufiger in der Sprache der 
Mischna. Das Neuärab. mischt das Kausativ -Refl. mit 
dem Intensiv in dem weitverbreiteten istanna „waiten" 

2. Tempus- und Modusbildung, 

198. 1. Das Semitische unterscheidet nur zwei sog. 
Tempora, das durch Präformative vom Imperativ aus ge- 
bildete Imperfekt, und das, außer im Ass., durch Affor- 
mative von einem durch reguläre Yokalabtönung vom 
Imperativ verschiedenen Stamme gebildete Perfekt. Per- 
fekt und Imperfekt sind dabei nicht im Sinne der idg. 
Grammatik, sondern in ihrer ursprünglichen Bedeutung 
„vollendete" und „unvollendete" Handlung zu nehmen. 
Von dem in einer Syntax näher zu erörternden Gebrauch 
der beiden Zeitformen sei hier nur bemerkt, daß die ein- 
fache Erzählung in den meisten somit. Sprachen im 
Perfekt, im Ass. aber im Impf, erfolgt, und daß das 
Perfekt hier im Sinne eines Präsens und Futurums ge- 
braucht wird; Analogien zu beiden Anwendungen finden 
sich übrigens in allen anderen somit. Sprachen. Das 
Hebr. imd Moabit, beginnen die Erzählung im Perf., 
setzen sie dann aber im Impf. (ev. im Jussiv, s. u. § 200; 
mit 7ia „und" fort. 



124 III. Abteüung. 

199. 2. Der Imperativ des Grundstammes liegt ur- 
sprünglich in 3 Formen vor, zwei transitiven *puqud 
und *piqid imd einer intransitiven *paqad. Diesie letztere 
Form ist nur im Ass. erhalten geblieben, sonst überall 
durch die demImperativeigeneAllegrobetonung(8.o. §49d) 
zu p^qad geworden. Letztere Form gehört zum Perfekt- 
stamme paqid, die beiden ersteren zum Perfekt paqad. 
Welcher Imperativ ursprünglich zum Perfekt paqud 
gehörte, läßt sich nicht mehr ausmachen. Im Äth., 
wo ja paqud mit paqid zusammenfällt, gehört zu beiden 
der Imperativ p^qad, im Arab. gehört zu qatul -qtul, 
was aber vielleicht auf Ausgleichung zwischen Perfekt 
und Imperativ beruht. Die Imperative mit i-e zum Grund- 
stamm sind im Hebr. imd Aram. im Aussterben begriffen, 
im Hebr. liegen sie bei starken Verben jetzt nur noch 
in gewissen Formen vor, die die Sprache durch falsche 
Analogie zum Kausativ zieht, im Syr. nur noch in ne'hed 
„er tut" und nexben „er kauft". Häufiger sind sie in 
beiden Sprachen noch bei schwachen Yerben; sonst sind 
sie meist durch Formen mit u-o und mit a verdrängt. 
Die abgeleiteten Stämme haben i beim zweiten Eadikal 
mit Ausnahme der <-Refl. zum Intensiv- und Zielstamm 
im Arab., zum Grundstamm, dem Intensiv- und Ziel- 
stamm im Äth., zum Intensivstamm im Hebr., wo aber 
daneben auch schon oft Formen mit (i')e auftrete!), zum In- 
tensiv- und Kausativstamm im Aram. und zum Gnmd- 
stamm im Ass., die ä beim 2. Eadikal zeigen. 

200. 3. Schon im Ursem. bestand wahrscheinlich die 
Möglichkeit, gewisse syntaktische Beziehungen beim 
Imperfekt durch Endungen zu unterscheiden; doch ist 
der Sprachgebrauch in den einzelnen Sprachen so ver- 
schieden, daß sich kein bestinmites Paradigma für das 
Ursem. ansetzen läßt. Am reichsten und konsequentesten 



Vergleichende Grammatik der semitischen Sprachen. 125. 

entwickelt, sind die Modi im Arab. Hier steht neben dem 
Judikativ mit der Endung u ein Subjunktiv auf a, ein 
endungsloser Apokopatus und zwei Energikusformen auf 
an und anna. Im Äth. dient die endungslose Form als 
Subjunktiv, der Indikativ war davon durch die Endung 
a unterschieden, die sich aber jetzt nur noch vor Suffixen 
hält und durch Analogie auch auf die Subjimktivformen 
mit Suffixen außer dem der 2. Pers. . übertogen ist 
Als nach dem AbfaU der Endung im freien Auslaut die 
beiden Modi wieder zusammenfielen, benutzte die Sprache 
das Vorhandensein von Parallelformen im Grundstamme 
und im Intensivstamme, um die Modi neu zu differenzieren. 
Im Grundstamm stand neben ieqiel ein ieqcUel, im In- 
tensivstamm neben iefassem ein durch Vokalassimilation 
daraus entstandenes *iefessem > ießsem. und diese Neben- 
formen übernahmen nun die Funktion des Indikativs. 
Das Hebr; unterschied ursprünglich einen Indikativ mit 
vokalischer Endung und einen endungslosen Jussiv, die 
aber beim starken Verbum nach Abfall der Endungen 
zusammenfielen. Bei den Verben mit u und i als 2. Radikal 
aber hielt sich der Unterschied, da hier im Indikativ des 
Kausativs der lange Vokal iäqim erhalten blieb, während 
er im Jussiv * iäqim ^jaqem nach § 47 gekürzt war. 
Von hier aus wurde der Modusunterschied wieder auf 
das Kausativ aller übrigen Verba übertragen, indem man 
zu der regelrechten Form iaqtd einen neuen Indikativ 
iaqül bildete, von dem aus dann die Länge auch ins 
Perfekt hiqttl eindrang. Vom Energikus liegen im 
Hebr. Reste mit seiner ursprünglichen Bedeutimg im 
sog. Adhortativ der 1. Pers. "^esl'hä „ich will senden" 
vor, wo d wie im Arab. aus an in der Pausa entstanden 
ist (s. § 49, 5); wie im Arab. wird diese Bildung auch 
auf die 2. m. s. des Imperativs übertragen. Ohne ihre 



126 III. AbteUung. 

ursprüngliche Bedeutung liegen Reste des Energikus 
beim Impf, mit Suffixen wie iiqqähennü aus iiqqähenhü 
(s. 0. § 96) „er wird ihn nehmen" vor. Diese Bildung 
findet sich auch im Westaram., das auch- noch Spuren 
des Jussivs liat (s. u. § 102), wälirend im Osfar^n. alle 
Modusunterschiede verloren sind. Im Bab. Ass. finden 
sich als verbale Endungen u^ das auch noch in später 
Zeit vorwiegend in abhängigen Sätzen auftritt, und a, 
das oft die Fortsetzung einer Erzählung markiert; doch 
ist der Gebrauch dieser Endungen schon früh gestört und 
später ganz regellos geworden. 

3, Bildung der Personen am Imperativ und Imperfekt 

201. 1. Im Imperativ dient der reine Stamm für die 
2. m. sg., das Fem. sg. hat die Endung i, PI. m. t7, PI. 
f. ä im Äth., Aram., Ass. und vereinzelt (Jes, 23, 11) 
auch noch im Hebr.; sonst ist im Hebr. wie im Arab. 
hierfür nach Analogie des Imperfekts die Endung ar. wa, 
hebr. nä eingetreten. Nur das Arab. hat einen Dual 
comm. gen. mit ä als Endung. Die Endimgen sind un- 
betont, nur t und ü erhalten jetzt im Hebr. sekundär im 
Kontext den Ton. 

202. 2. Beim Imperfekt werden die Personen durch 
folgende Präfixe unterschieden: 3. m. sg. ?*a, 3. f. sg. /«, 
2. Bg. ta, 1. sg. ""a, 1. pl. na. An Stelle des a tritt durch 
Ablaut i bei den Intransitiven mit a beim zweiten Radikal ; 
im Arab. ist dafür aber durchweg wieder a eingetreten 
und i hält sich nur dialektisch; im Hebr., Aram. und Äth. 
hat sich das i-e über den ganzen Grundstamm ausgebreitet, 
und nur das Hebr. hält bei gewissen Yerbalklassen (1. 
laryng. iahhos „er bindet": iehsar „es mangelt", med. ü 
uiqüni „er steht": iebös „er schämt sich", med. gem.. 



Vergleichende Grammatik der semitischen Sprachen. 127 

iasqb „er umgibt" : i emar „er ist bitter") den ursprünglichen 
unterschied fest. Im Syr. ist für i in der 3. p. m. überall 
n eingetreten. Im Ass. wird lautgesetzlich ja>n>i 
(s. ö. § 1 14) imd na wird durch Analogie nach den Suffixen 
(s. 0. § 151) zu ni' Im Intensiv-, Ziel- und Kausativstamm 
wird das unbetonte, ä im Arab. und Ass. zu u^ hinter dem 
im Arab. das Kausativpräfix ^ä synkopiert wird. Im 
Äth., Hebr. und Aram. tritt für u e resp. * ein, das im 
Hebr. und Aram. mit dem Kausativpräfix zu a, im Äth. 
zu a zusammenfließt. 

203. 3. Die 2. f. sg. hat die Endung i, die 2. und 3. 
m. pl. die Endung ü. Im Arab. tritt hinter diese Endungen 
im Indikativ noch ein wa, das als n ohne Unterschied 
der Bedeutung im Hebr. noch öfter erscheint; im Bibl. 
Aram. fehlt das n noch im Jussiv, im Syr. aber ist es 
zur Alleinherrschaft gelangt, imd hier hat sich vor Suffixen 
noch .die vollere Form nä erhalten; im Ass. tritt hinter 
ü zuweilen ohne Bedeutungsunterschied nL Die 2. und 
3. f. PI. haben im Hebr. und Arab. die Endung na^ nä, 
im Äth. und Ass. ä, vielleicht in Analogie nach dem 
Imperativ. Hinter diesem ä erscheint im Ass. nach dem 
m. zuweilen ein ni und im Aram. ist ä stets nach dem 
m. zu an, vor Suffixen änä erw^eitert. Die 3. f. pl. liat 
ursprünglich dasselbe Präfix wie das m., im Hebr. aber 
tritt für i meist t nach dem Sg. ein. Nur das Arab. 
hat einen Dual der 2, u. 3. Pers., der mit der Endung 
a{ni) vom Sg. abgeleitet wird. 

4, Bildung der Personen am Perfekt, 

204. 1. Am Perfekt werden die Personen durch En- 
dungen unterschieden u. zw. 3. m. sg. a, das im Hebr. und 
Aram. lautgesetzlich abfällt und sich nur vor Suffixen noch 



128 IIL AbteUung. 

hält, 3. f. sg. at, aram. und hebr. vor Suffixen aß, hebr.- 
phöniz. a nach Analogie dös Nomons (s. o. § 164), 2. m. sg! td 
noch im Hebr., Bibl. Aram. und vor Suffixen im Syr., 
wo ä sonst abfällt, im Arab. verkürzt zu tä, 2. t sg. 
tJ, im Hebr. zuweilen noch im freien Auslaut und stets 
wie im Aram. vor Suffixen erhalten, während * sonst 
abfällt, im Arab: meist verkürzt zu ü; doch ist auch hier 
das t noch oft erhalten; 1. p. sg. arab. tu, äth. kü, hebr. 
tij aram. i, seltener it. Als Grundform muß das äth. kü 
gelten, das hier dann analogisch auch die 2. p. mit kä und 
kt nach sich gezogen hat, während in den anderen Sprachen 
umgekehrt die 1. P. im Anlaut nach der 2. umgebildet 
ist. Der Yokal ü ist im Arab. regelrecht gekürzt und 
im Aram. abgefallen; im Hebr., Phöniz. imd vereinzelt im 
Aram. ist er nach Analogie der Suffixe zu i geworden. 
205. 2. Im PL hat die 3. m. die Endung w, die im Syr. 
lautgesetzlich abfällt und später durch eine Neubildung 
nach Analogie des Pronomens (qHälün) ersetzt wird. 
Das Fem. hat die ursprüngliche Endung ä noch im Äth. 
und Bibl. Aram. bewahrt, so wie vor Suffixen im Syr., 
wo sie im freien Auslaut abfällt und später durch eine 
Neubildung nach dem Pronomen (qHäUn) ersetzt wird. 
Im Arab. wird ä nach Analogie des Imperf. durch na 
ersetzt, und im Hebr. ist die Form auf ä bis auf wenige 
unsichere Beispiele verloren und wird durch die mask. 
Form mit vertreten. Die Endungen der 2. PL verhalten 
sich zu den Sg.-Formen wie bei den selbständigen und 
suffigierten Pronominibus. Grundform des Mask. ist 
tumü, im Arab. jetzt meist verkürzt zu tum, äth. wie 
im Sg. zu kemüj im Hebr. und Aram. nach dem Fem. 
zu tem (aber vor Suffixen noch tu aus iumü, s. o. § 144, 4) 
und tön geworden. Die Grundform des Fem. ist tinnäj 
arab. nach dem Mask. iunnä, äth. ken (vor Suffixen noch 



Vergleichende Grammatik der semitischen Sprachen. 129 

kennä neben kä, s. o.§ 144, 3), hebr. fe na, xneist ten^ 
aram. ten; im Aram, lautet diese Endung vc»* Spffixen 
teriä und in Analogiebildung dazu auch das mask. tönä. 
Die 1. Fers, PL hat im Arab. und im Aram. yor Suffixen 
die Endung wä, .die im Syr. im trei^n Auslaut zu n wird, 
später nach dem Suffix zu tian erweitert,- im Äth. ist sie 
zu nä verkürzt. Im flebr. ist, für nä nach Analogie des 
selbständigen Pronotaens nü eingetreten. Nur das Arab. 
hat einen Dual der 3. u. 2. Pers,, erstere wird vom Sing*, 
letztere vom Plural mit der Eüdurig ä abgeleitet. 

5. Partizijmn und Infinitive. 

206. 1. Das Partizipium des Grundstanim^s lautet in 
allen Sprachen qätil, das im Äth. zu qätel, hebr. qotely 
aram. qätel wird, im Äth. ist aber diese Form nur in 
einigen Substantiven wie uäres „Erbe" noch lebendig. 
Die abgeleiteten Stäxume, mit Ausnahme des n-Reflexivs 
im Hebr., wo das Partizip durch Dehnung des 2. Vokals 
aus dem Perfekt entsteht, bilden ihr Partizip mit dem 
Präfix m, das im Arab. und Ass. stets den Yokal u hat. 
Im Hebr. und Aram. verscl^miizt das Präfix mit den 
Stammpräfixen der ^-Reflexive und des Kausativs und 
hat im Intensivstamm Munnelvokal. Im Äth. hat das ii} 
stets den Vokal a, doch ist seia Gebrauch hier sehr ein- 
geschränkt; von den ^-Reflexiven außer dem Kausativ- 
Reflexiv wird es überhaupt nicht mehr gebildet, dafür 
greift es aber vereinzelt auf den ersten Stamm über. 
Der zweite Radikal hat überall den Vokal i, der im 
Äth., Hebr. und Aram. zu e, e wird. Als Partizip. Pass. 
des Grundstammes dient im Hebr. qätülj das im Arab. 
durch m zu maqiül erweitert^ im Äth. durch Vokal- 
assimilation zu qetül wifd; im Äth. wird diese Form auch 

Brockelmann, Semitische Sprachwissenschaft. 9 



130 III. Abteilung. 

auf die abgeleiteten Stämme übertragen (fehsüm „voll- 
endet", bürilk „gesegnet*'). Im Aram. dient statt dessen 
q^tl, dessen Äquivalent qafil auch in den anderen 
Sprachen zuweilen diesen Sinn hat. Die abgeleiteten 
Stämme bilden das Part: Pass. mit dem Präfix m, für 
dessen Vokal dasselbe gilt wie beim Aktiv, und mit dem 
Vokal a beim 2. Radikal. lin Äth. ist aber dies Part. 
Pass. noch seltener als das des Akt. Das Ass. kennt 
überhaupt kein Part. Pass. 

207. 2. Als Infinitive dienen in den einzelnen Sprachen 
sehr verschiedene Verbalnomina. Durch Dehnung des 
Vokals beim 2. Radikal des Perfekts entsteht der Infinitiv 
des Grundstammes im Ass. {kdsädu „erobern") und die- 
selbe Form dient als sog. Inf. abs. im Eebr. nicht nur 
beim Grundstamm {qätöj)^ Eon dem auch im n-Refl. (niqtöl) 
und im Intensivstamm (qattöl, pass. quttöl)^ im Arab. 
(s. 0. § 141) ist dies der gewöhnliche Infinitiv der ab- 
geleiteten Stämme mit Ausnahme des Intensivstammes 
im Aktiv und des Intensiv- und des Zielstammes im 
Reflexiv. Im Aram. wird dieser Infinitiv durch w-Präfix 
erweitert; ohne dies Präfix bleibt der alte Infinitiv des 
Pass. im Intensivstamm (quttäl) als Nomen actionis. Als 
Infinitiv des Grundstammes dienen im Arab. je nach der 
Bedeutung der Verba sehr verschiedene Nomina, ebenso 
im Äth., wo aber die Formen qattl und qaülöt überwiegen ; 
das Hebr. verwendet die Imperativbasis auch als Infinitiv, 
ebenso auch in den abgeleiteten Stämmen ; im Aram. ent- 
steht der Infinitiv des Grundstammes durch präfigiertes 
m aus dem Perfekt {meqtal). Die Infinitive der Reflexive 
des Intensiv- und des Zielstammes haben im Arab. u 
beim 2. Radikal (taqattul^ iaqätvl\ und dies ist auch die 
gewölmliche Bildung in allen abgeleiteten Stämmen im 
Ass. (ki^udu^ suksudu usw.) und im Äth., wo sie mit 



Vergleichende Grammatik der semitischen Sprachen. 131 

der Endung ö und öt erweitert werden {fassemö „beenden", 
''afqei'ö „lieben" usw.), und dieselbe Bildung liegt im Ost- 
aram. (Bab.-Talm. und Mand.) auch, mit der Endung e 
vor. Als Infinitiv des aktiven Intensivstammes im Arab. 
endlich dient die Form taqill^ die sonst namentlich im 
Aram. noch als Nomen actionis häufig ist. 

6, Sekundäre Tempora, 

208. 1. Das Ass. hat neben den beiden alten Zeitformen 
noch eine dritte zur Bezeichnung dauernder Handlungen, 
das sog. Permansiv. Es entsteht im Orundstamme aus 
einer Nebenform des Partizips mit kurzem Vokal (kasid), 
das zunächst das Fem. kcisdat und nach Analogie des 
Verbums den PL m. kasdü (wi), f. kasdä bildet. In der 
2. und 1. Pers. werden die Pronominalzeichen mit dem 
Stamme durch ein noch nicht erklärtes ä verbunden: 
2. m. s. kctsdät (a), f. kasdäti, 1. s. kasdak (u\ 2. m. pL 
kasdätunUj l.^l.kasdäni{nu). In den abgeleiteten Stämmen 
verbindet sich dieselbe Flexion mit den Infinitivstämmen. 

209. 2. Im Syr. entsteht durch Verbindung des 
Partizipiums mit den enklitischen und daher verkürzten 
Formen des Personalpronomens ein Ausdruck für das 
Präsens. Im Neusyr. ersetzt dies Tempus allein die ver- 
lorenen altsemitischen Zeitformen. 

7. Paradigma des Imperativs im Orundstamme, 

210. 

Aräb. Äth, 

2. m, 8, vqtül qetel 

2,f, 8. uqtült qeteli 

2. m. ph uqtülü qetelü 
2, f. pl, uqtulna qetelä 



Hebr. 


Aram. 


As». 


VtQl 


qtql 


kuiud 


qiflf 


qnm 


kui(u)d{ 


(mql'cM 






P. qtqlx) 






giflü 


rtcm 


}cu8(u)dn 


(P. i46lü) 






qiölna 


<tt9m 


kui(u)dd 
9* 



132 



III. Abteilung. 



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9^ 



^D 



• • • r* 7^ 



»5. 



Co 

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Co 



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2.S- S- 



2?* S?* 






Sä 

§1 



2* ä* Pt* ^f ^ 

Ä. Si4 8^ Ö e 


















^ S2 



212, 



Vergleichende Grammatik der semitischen Sprachen. 

9, Paradigma des Perfekts. 
a) mit ä beim 2. Radikal. 



133 



Arah. 



Äth. 



Hebr, 



Aram, 



5. m, s. 


qdtaki 


qatdla 


qatdl 


qHal 


3, f. s. 


qätalat 


qatdlat 


qatdla 


qetlap 


2. m, s. 


qatdltä ' 


qatdlkä 


qatdltä 


qHdlt{a) 


2. f. s. 


qatalii 


qatalkl 


qätalt{t) 


qHaU(}) 


1. s. 


qataltu 


qatdlkü 


qatalti 


qetlep 


3. VI. j)l. 


qdtalü 


qatdlü 


qat^Iä 


qdtalü 


3. f.pl. 


qatdbia 


qatdla 




qHal{ä) 


2. m. pl. 


qai(Utum{ü) 


qatalkcmmü 


qHaJtSm 


q^taltön 


2. f.pl. 


qataltunna 


qatalkm 


qHaltm 


qH alten 


l.pl 


qatdlnä 


qatdlna 


qatdlnü 


q'taln(ä) 


3, m, du. 


qdtalü 








3. f, du. 


qätahtä 








2. du. 


qatdUumä 









b) mit t beim 2. Badikal. 
5. m. sg. lubisa Idhsa lates l^bes 

2. m. sg. laUsta labdska lahasta l*hest 



c) mit u beim 2. Radikal. 
3. m. sg. qatula qatla qatql 

2. m. s. qatvltä qatdlka qatqlta 



134 



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Vergleichende Grammatik der semitischen Sprachen. 135 



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Arab. 
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qatü 

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qiiäl 
qütila 
iuqätalu 
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Akt 
Akt 

Akt 

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Pass, 
Pass, 


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III. Abteilung-. 



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Vergleichende Grammatik der semitischen Sprachen. 137 



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138 III. Abteilung-. 

/-Reflexiv des Zielstammes. 

Arab. Äth, 

Perf. Akt taqdtala taqatäla 
Impf, f, iaiaqdtalu ietqatal 
Impei\ ,j taqälal^ taqatal 

Part. ,, mulaqatilnn 
Inf. taqcitulun taqatel6{t) 

^Reflexiv des Kausativstammes. 

Arab. Äth. Aram. Ass. 

Perf. Akt. isidqiala " astaqtdla "* ettaq i al 
Impf, y, jastdqtilu iästdqtel nettaqtal tistdlcsid 
Imper. ,, istdqtil ""astdqtel ^ ettaq tal sutak^id 

Part. \y mustdqtilun mastäqtel mettaqtal tnustaksid 
Inf istiqtälun ^ astaqtelö{t) mettaqtalü sutaksudu 

11. Verba mit n als erstem Radikal. 

213. Nach § 102 wird n als erster Radikal im Hebr., 
Aram und Ass., wemi es vokallos ist, dem 2. Radikal assimi- 
liert. Das hat in allen drei Sprachen die weitere Folge, daß 
der Imperativ nach Analogie des Impf, ohne n neugebildet 
wird, u. zw. im Ass., wo der Imper. noch zweisilbig ist, 
mit einem Vokal vor dem 2. Radikal, im Hebr. und 
Aram., wo er einsilbig ist, ohne diesen; doch ist im Hebr. 
die* Analogiebildung nur bei den Verben mit e und a 
beim 2. Radiltal durchgedrungen. 



Grundstamm. 






Hebr. 


Aram. 


Ass. 


Impf, iissor . 


nettor 


issur 


litten 


neitel 


iddin 


iigga's 


nessab 





Vergleichende Grammatik der semitischen Sprachen. 139 





Hebr, Aram» Ass. 


Imper, 
Inf. 


n'^sor tor usur 
ten (ged) idin 
gas sat 
n^sor tep mettar 




n-Beflexiv des Orundstammes. 


Ilebr. Perf niggas, Inf niggos 




t- Reflexiv des Qnmdstammcs. 


Ass. Impf Präler. ittakir, Inf itkuru 


Kaiimtivstamm.. 




Hehr. Aram. Asi<. 


Perf 


Akt. higgts ''appeq 


Impf 
Imper. 


,y jflgg^^ nappeq usansir 
,, fictggfjf ""appeq sunsir 


Pari. 
Inf 

Pei'f 
Impf 


,, maggts mappeq musansiru 
,y hagges vwppäqü sunmru 
Jiaggts 
Pass. huggas b.a.honJiap 
>> iuggas_ 


Pari. 


,y mvggäs mappaq 




Peflexiv des Kausativsiammes. 


Aram. 


Perf ""ettappaq 



Anra. hebr.-ass. nsr^ aram. ntr: „bewachen'*, hebr. ninj 
aram. ntl (nur im Impf, vorkommend, mit Assimilation 
des 3. Radikals an die meist darauf folgende Präposition 
/ des Dativs), ass. ndn (s. o. § 83) „geben", aram. n^gad 
„ziehen", liebr. nägas „berühren", aram. n^sat „nehmen", 



140 in. Abteilung. 

ass. nakäru Refl. „sich empören", aram. n^faq „heraus- 
gehen", n^hep „herabsteigen". 

12, Verba mit ' als erstem Badikal. 

214. Die Lautgruppe ' a "* ist nach § 1 3 7 schon im Ursem. 
zu 'ä dissimiliert; nur im Äth. ist durch Systemzwang 
in der 1. Pers. sg. Impf, "^e' wiederhergestellt. Im Hebr. 
wird die Aufgabe des "* von der 1. Pers. aus analogisch 
auf das ganze Impf, des Grundstammes bei den Verben 
""ahad „zugrunde gehen", ""a^a „wollen", afä „kochen", 
"aclial „essen", "amar „reden" übertragen; bei anderen 
Verben finden sich solche Analogiebildungen nur verein- 
zelt und im Kausativ sind sie ganz unterblieben. Im 
Aram. aber ist "" im Silbenschluß stets geschwunden, und 
die Übereinstimmung des Impf, mit dem von Verben 
mit u als erstem Radikal hat die Neubildimg des Kausa- 
tivs nach deren Muster zur Folge. Im Ass. ist gleichfalls 
im Silbenschluß ' stets unter Ersatzdehnung des Vokals 
geschwunden, für den Imper. vgl. § 128. Im Arab. 
bilden die Verba ""akala „essen", ^amara „befehlen", 
""ahada „fassen" ihren Imper. mit Verlust des ersten Radi- 
kals ; im ^Refl. des Grundstammes wird bei ^ahada wie im 
Aram. das dem t assimiliert. Für das Ath. kommen 
nur die Vokalassimilationsgesetze (s. o. § 107) in Betracht. 





Arab. 


Äth. 


Hebr. 


Aram. 


Ass. 


Grdst. 












Perf. 


' ähada 


""aftäza 
ja^ahaz 


""ahaz 


'ehad 




Impf. 3. p. 


ja^huäu 


je^^höz 


nq^ad 


'e^uz 


Impf. Lp. 


""ahndu 


""a^aliaz 


^i? 


nemar 
4hod 


'äjjiuz 


Imper, 


J^ud 


""ahaz 


'^hgz 


ajiuz 



Cemar) 
Inf ""tthgz m^^ad 



Vergleichende Grammatik der semitischen Sprachen. 141 



Arab. 



Ath. 



Hebr. Aram. 



Aös. 



Intens. 










Impf, 3, p. 






fiaUeß 


u^ahhiz 


Impf.l.p. 






'alle? 


cuSm 


Kausativst. 










Ferf. ^ßhada 


''a^hdza 


hffin 


""avhed 




Impf. 3. %u J^idu 
Impfl.p, ühidu 


m^hez 


ia^^htz 


naufied 


uäahiz 


'ä'fiez 
'ä'hez 


'öMz 


""au^ed 


uMhiz 


Imper. ''ahid 


'auhed 


sühiz 


Inf, ""ihädun 


'ä'kezö{t) 


ha'^lilz 


wauhadu 


Mhuzu 


Part. mu^hidun 


(ma^^men) 


ma'^lviz 


mauh^ed - 


muMhiz 


Perf.Pa^s. ""ühida 




hq^^ohaz 






n-Refl. des Grdst 










Impf 




ie^ahez 


' 


innahiz 


t-Befl des Grdst 










Perf. iüdhada 


ta^ahza 




'ett'^hed 




Uamara 






^eßemar 




Impf jatta^idu 


ie^tahäz 




neU^hed 


iiahaz 


ia^'tamiru 






neßemar . 




Imper. ittahid 


ia^'ahaz 




ebaJid 


iihaz 


ttamir 






epamr 




Part. muttajiidun 






mett/hed 




mu^tamirun 




meßemar 




Inf ittihädun 


ta^ahezöit) 




mett^^ädü 


Hhuzu 


ttimärun 






meßemärü 



13, Verba mit u als erstem Radikal. 

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215. Schon im Ursem. wurde im Imper. des Grimd- 
stammes der Yerba mit i beim 2. Radikal die Silbe vi 
abgeworfen (s. o. § 143, 1). Im Westsem. wurde zu 
diesem Imper. auch das Impf, und ein Inf. mit Feminin- 
endung ohne u gebildet. Der fehlende 3. Radikal wurde 
dann im Hebr. imd im Aram. durch Dehnung des dem 
starken Yerbum angeglichenen Präfixvokals (ia^ii^ie) 
ersetzt; bei den aram. Yerben ipet „sitzen" und ida'' 



134 



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Abteilung. 










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Vergleichende Grammatik der semitischen Sprachen. 135 






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Vergleichende Grammatik der semitischen Sprachen. 137 






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146 III. Abteüung. 

auch auf die Formen ohne konsonantische Affixe über- 
tragen, "wo sie das ä ganz verdrängt haben. Sie werden 
nun weiter auch auf das Kausativ des örundstammes 
übertragen, auf das dann auch im Impf .-Imper. die Flexion 
des Grundstammes übergeht Doch findet sich hier auch 
noch die ursprüngliche Flexion, bei der aber der nur bei 
konsonantischen Affixen berechtigte kurze Vokal auf das 
ganze Paradigma übertragen wird (nach ^aqamka auch 
^aqama statt ^aqäma). Der Indikativ des Impf, imd alle 
übrigen abgeleiteten Stamme folgen ganz dem starken 
Yerbum. 

223. Im Hebr. wird im Perf. des Gnmdstammes das 
urspr. a nicht zu ö verschoben, nach Analogie des ä in 
den Formen mit Affixen tritt ä dafür ein; im w-Kefl. 
aber bleibt ö erhalten, weil hier in den Formen mit Affixen 
der Yokal nicht gekürzt wird. In den Perfekten aller 
abgeleiteten Stämme und in allen Imperfekten tritt nämlich 
in den Formen mit Affixen eine Analogiebildung nach 
den Yerben mit u, resp. i als 3. Kadikal ein, vermittelt 
durch die Analogie der med. gem. mit ö im PerL und 
I im Impf, zwischen Stamm und Endung, Im Imper: 
des Grundstammes sollte das schon im Ursem. verkürzte 
ii als erscheinen; dafür erscheint aber nach Analogie 
der Formen mit Endungen wie qümt die Länge qüm. 
Im Kausativstamm wird der Vokalwechsel der Präfixe 
in Perf. und Imperfekt {hi als he und ia als iä) auch 
hier durchgeführt, dadurch fällt das Perf. wie heqtm mit 
dem Perf. der Verba mit i als erstem Eadikal zusammen 
{heqim wie heq1s\ s. o. § 216. Infolgedessen wird nun 
auch das Part. Akt. {meqlm statt *maq%m^ aber PL noch 
m'qtmim) und das ganze Pass. (hüqam) nach Analogie 
der li gebildet. Der Intensivstamm wird abweichend 



Vergleichende Grammatik der semitischen Sprachen. 147 

von allen anderen Sprachen nicht mit Verdoppelung des 
2. Kadikais, sondern nach Analogie des Zielstammes der 
med. gem. (s. u. § 237) gebildet: römem. 

224. Im Aram. wird im Perf. des Grundstammes 
das ä auch in den Formen mit konsonantischen Affixen 
festgehalten, der einzige Rest intransitiver Bildung ist 
hier miß „er starb", dessen l gleichfalls unveränderlich 
ist. Die Verba mit u haben die mit i bis auf das einzige 
saniy n^slm „setzen" verdrängt; umgekehrt breitet sich 
im Intensivstamm die Büdung der med. i auf Kosten 
der med. u aus. Das Refl. des Grundstammes ist völBg 
durch das des Kausativstammes ersetzt {^eWqitn). 

225. Im Ass. wird auch im Intensivstamm unter 
Aufhebung der Verdoppelung ii und i ausgestoßen, und 
die umgebenden Vokale werden kontrahiert; im Inf. aber 
tritt statt der zu erwartenden Länge Ktirze mit Verdoppelung 
des folgenden Konsonanten ein. 



226. 



Grundst. 



Arab. 



Ath. 



Hebr. 



Aram. Ass. 



Ferf, tr, tf 


qäma 


qöma 


qäm 


qam 


ikän 


„ intr. ^ 


¥fa 


hö'a 


bä' 






if tr. i 


8ära 


äema 


häm 


8äm 




„ 2. m. 


qumta 


qömka 


qämtä 


qämt 






¥fta 


hö'ka 


bäfä^ 








sirta 


üej/nka 


samtä 


samt 




Impf. tr. ^ 


iaqümu 


jfyüm 


iäqüm 


neqüm 


ikün 


„ intr, ^ 


iahäfu 


iebä' 


iäöö' 




ibä 


f, tr. i 


iastru 


imm 


iä^lm 


n^stm 


itib 


3.f.pl. 


iaqumna 




t^qüm§nä 







10* 



148 

Arab. 

Imper, tr, ^ qüm 

„ intr.^ haf 

„ tr, i 8ir 

Part. qä^imun 

Inf, tr. tf qay^mun 

„ intr. ^ Jatf/«*» 

„ tr, i 8a%run 

Ferf. Pa88, qtla 

Impf. „ iuq^u 

Part. „ tf idMquLun 

„ „ j mam-un 



ni. Abteilung. 



Äth. 
qüm 

Sim 

qaißm 



Hebr. 

qüm 

bö' 

glm 

qam 

qöm, qüm m«qäm 

hö 

iim 



Aram. 
qüm 

9lm 
qä^em 



Ass. 

kün 

(bä) 

tib 

kä^in 

känu 



qüm 
»Im 



bibL-ar. him 

qtm 

8tm 



Intensivst. 
Perf. 
Impf, 
Inf 

Kausativst. 
Perf Akt. 

„ 3, m, 8. 

Impf Akt, 

Imper. „ 

Part, „ 
Inf „ 

Perf Pa8S, 
Impf „ 
Part. ,. 



qdiiytama qau^äma qömem qajiem ukän 

ukln 
kunnu 



""aqäma ^aq&ma heqim ''aqtm 

^aqöma 

^aqamta ^aqamka h^qimößä ^aqtmt 

^aqömka 

iu^mu jdqem jäqtm n*<fim 

jüqüm 

^aqim ^aqem häqem ^a^m 

^aqüm 

mii^mun m^qim mfi^m 
*iqämatun^aqemö(t)haqtm m^qämü 

häqem 

^uqima hüqam 

pigßmu j^üqatn 

muqämun hnitjam m«qäm 



Vergleichende (rrammatik der semitischen Sprachen. 149 





Arab. 


Hebr. 


n-Befl. des Grandst. 




P^f. 


inqäla 


näqöm 


ff ?S, fltt 


inqalta 


n^qümößa 


Impf. 


ianqalu 


iiqqöm 


Imper, 


inqäl 


hiqqöm 


PaH. 


munqälun 


näqöm 


Inf. 


inqiiälun 


hiqqöm 



Anm. ^qum „stehen", ^qul „sagen", Yb^f »sich fttrch- 
ten", yäir „reisen", ^hü^ „eintreten", Y^im „setzen", ]/kun 
„feststehn". 

16. Verha mit u und i cUs 3. Badikal. 

227. Vielleicht sind schon im ürsem. die Lautgruppen 
iu->ii- und ui^ ii assimiliert (s. ö. § 111), so daß 
die bei beiden Verbalklassen möglichen je 3 Formen schon 
auf je 2 reduziert waren; jedenfalls hat keine Sprache 
das ursprüngliche Schema vollständig erhalten. Gleich- 
falls schon im ürsemitischen waren u und i zwischen 
zwei kurzen Vokalen oder zwischen einem kurzen und 
einem langen Vokal (außer a-ä) ausgefallen, und es er- 
gaben sich folgende Kontraktionen: a-a^ ä^ a-ü^ au^ 
Ort > ai, OrU > ä, U'U > ü, i-u > t, u-ü > ü, i-ü > ?7, 
U'i > tj i-t > T. 

228. Im Arab, fallen die /// u in allen abgeleiteten 
Stämmen mit den Uli zusammen, weil in den Imperfekten 
mit i beim 2. Eadikal wohl schon im Ursem. iu > ii 
geworden war; den Impf, folgten dann die Perfekte und 
den Aktiven des Intensiv- und Zielstammes ihre Reflexive. 
Als Konsonanten halten sich u und i in den Diphthongen 
au und ai vor konsonantischen Affixen, sowie in den 



150 III. AbteüuEg. 

Gruppen aiWL^ am^ uua^ iia, uim, im. Die Diphthonge 
uu und ii werden zu ü und t kontrahiert (s. o. § 115). 
Das aus a-a entstandene a in der 3. p. f. s. Perf. wird 
in der geschlossenen Silbe gekürzt (s. o. § 47), und dieser 
Analogie folgt auch der Dual {ramatä nach ramät für 
*ramätä). Im Impf, des trans. Grundstammes haben alle 
Yerba III ti w, alle III i *, entsprechend den Verben 
mit u und i als 2. Eadikal. Im Jussiv und im Imper. 
werden in den Formen ohne Endungen die auslautenden 
Vokale nach Analogie der Verba II u und i gekürzt 

229. Im Äth. sind alle ursem. Kontraktionen bis auf 
ww> w und ii^t, für das auch schon oft e* wieder 
eintritt, aufgehoben ; ebenso werden die schon im Ursem. 
kontrahierten Lautgruppen uua, aübj auü, aiü, iiüj uuü, 
letztere beiden als eiü, euü wiederhergestellt. Die Verba 
III u sind dadurch wieder ganz von den Uli geschieden, 
und auch in dem Impf, der abgeleiteten Stämme ist jetzt 
eu wiederhergestellt. Dagegen ist au öfter zu ö kontrahiert 
und in dem Verbum halldua „er ist" kann dies ö durch 
Analogie auch auf die 3. P. übertragen werden: hallo, f. 
hallöt, 

230. Im Hebr. sind die 3. u schon ganz mit den 3. 
i zusammengefallen; das Part, sälm „ruhig" und die 
Storni salauti Job. 3, 26 können nicht als Reste einer 
älteren Bildungsweise gelten, sondern sind junge Deno- 
minativa von salua „Ruhe". Im Grundstamm ist in der 

. 3. Pers. die intrans. Bildung ganz mit der trans. auf ä 
zusammengefallen; das ursem. ä wird nicht zu o, sondern 
zu ä, weil es schon im Ursem. im freien Auslaut anzeps 
war (s. 0. § 49). In der 3. P. PL ist das nach Kontraktion 
von a-ü > au zu erwartende q nach Analogie des starken 
Verbums durch ü verdrängt, das ursprünglich schon 
beim intrans. Grundstamm iiü > ü berechtigt war. 



Vergleichende Grammatik der semitischen Sprachen. 151 

Infolgedessen wird nun im Grundstamm auch in den 
Formen mit Affixen das trans. ai> e ganz durch das 
intrans. ii > t verdrängt, und dies i dringt auch in die 
abgeleiteten Stämme mit Ausnahme des Passivs vom 
Intensiv- und Kausativstamm ein. In den endungslosen 
Formen des Impf, fallen tränsf imd intr. Bildung zusammen, 
da nach § 117, 69 aj und ii beide e ergeben. In den 
Formen mit vokalischen Endungen sind nun die Trans, 
auf i und ü aus iil und iiü zur Herrschaft gelangt, vor 
der Endung na dagegen die intr. Form mit e aus ai. 
In den endungslosen Formen des Jussivs wurde wie im 
Arab. dier auslautende Vokal gekürzt und diese Kürze 
mußte im Hebr. abfallen: itsbey-usb, iigle"^ iigeL 
Dieser Analogie folgt zuweilen auch der Imper. der ab- 
geleiteten Stämme, wie sau „befiehl" und ha^'äl „führe 
herauf"; sonst endet der Lnper. auf e, der unbetonten 
(s. § 49, 5) Nebenform zu e (s. § 69). Die aktiven 
Partizipien und die passiven der abgeleiteten Stämme 
enden auf e aus ii und ai, das vor weiteren vokalischen 
Endungen schwindet; das pass. Part, des Grundstammes 
hat jetzt wieder die urspr. Form wie galüi. Die Inf. 
const. haben die Endung öß. Vereinzelt finden sich im 
Hebr. Formen von 3. ?', die ganz nach Analogie des 
starken Verbums gebildet sind, und umgekehrt gehen 
öfter Formen von Verbum mit ' als 3. Radikal ganz in 
das Schema der 3. i über. 

231. Im Aram. ist bis auf wenige Verba, in denen 
sich aus besonderen Gründen die Flexion der 3.' erhalten 
hat, dieser Übergang schon ganz vollzogen. Dafür hat 
aber das Aram. im Grundstamm den im Hebr. verlorenen 
Unterschied zwischen transitiver und intransitiver Flexion 
noch erhalten. Das Trans, endet auf a, das Intr. auf i, 
mit dem sich die Endungen des Fem. ap und des PL m. 



152 III. Abteilang. 

ü zu iah und hi verbinden. In der 3. f. &. des Trans, 
wird die schon im Ursem. gektirzte Länge naoli Analogie 
des Mask. wiederhergestellt. In der 2. p. sg. und pL 
des intr. Grundstammes ist das t nach dem Vokal t in 
Analogie nach den tr. Formen auf ait und dem starken 
Verbum überall explosiv. Die abgeleiteten Stämme folgen 
im Perfekt dem Muster des intr. Grundstammes. Die 
Impf, aller Stämme enden auf e, das mit in zu en, mit 
ün zu ön, mit an zu iän verschmilzt In den aus 
Diphthongen entstandenen Endungen en und ön hat der 
intr. Grundstamm den tr. verdrängt und auch alle ab- 
geleiteten Stämme mit Ausnahme des Keflexivs vom 
Intensiv- und Kausativstamm, in denen diese Bildung 
von Hause aus berechtigt war, nach sich gezogen. 

Im Imper. steht in der 2. m. sg. neben der trans. 
Form auf 1 eine im Syr. jetzt sehr seltene intrans. auf 
aj, die aber im Syr. schon auf das Refl. des Grundstammes 
übertragen ist Das Fem. dieser Form auf äi (mit Quan- 
titätswechsel für ä — t) und der PL m. auf au, Fem. pl. äim 
ist nicht nur auf die trans. Form, sondern auch auf alle 
abgeleiteten Stämme übergegangen, genau so wie die 
Formen auf en und -ön im Impf. Aus diesen Formen 
ist dann in den abgeleiteten Stämmen mit Ausnahme 
des Eefl. vom Grundstamme ein neues Mask. auf a abs- 
trahiert worden. 

Alle Partizipien enden auf |, das im Pass. des 
Grundstammes nach § 140 d aus ti entstanden ist 

232. Das Ass. hat wenigstens bei dem einen Yerbum 
'\/*mnu „zählen" noch die urspr. Flexion der Verba 3. u 
mit ü im Impf, erhalten. Sonst ist überall die Flexion 
der 3. i mit i im Impf, durchgedrungen, das vor den 
Endungen ü und a schwindet. 



Vergleichende Grammatik der semitischen Sprachen. 153 



233. 

Grundst. 

Perf, tr. 5. ^ 
„ intr. 3. i 
„ tr. 3. i 
„ intr, 3. % 



Arab. Ath. 

talä taJa^fa 

san^ta niehe^a 

ramä ramajfii 

fhoziia ^abeia 

3. f. 8, tr. 3. 2f talat tala'^t 

3. f. 8, intr. 3. u saru^at mehet^t 

3. f. 8. tr. 3. i ramat ramaiat 

3. f. 8. intr. 3. % haziiat 'äbeiat 

2. m. 8. tr. 3. ^ tala'^ta talayka 
(talöka) 

8arüta maJiayLka 

ramaita rama%ka 

haztta ^abeika 

tala'^ tala^ü 

sarü m^e^ü 

rama^ ramaxü 

^azü ^ahejiü 

Jiutlü ieÜü 

iasrü iemha^ 

iarrni j^ermi 

jfilizä ie'^bai 
iarrni 

iatlüna ietie^ü 

ia8rüna vsmhayß 

yirmüna j^ermeiü 

jahza^na j,e^baiü 

iatlüna ^eti&^^ä 

iftsrüna {emhayß 

iarmina {ermeiä 

%ahzaina ie'baiä 

utlu telef^ " 

i*«ru mdha^ 

irmX remejk, 

ihza ^ebai 
rätnin 

matlü^un tele^ 
marm%%un 

tal^un tale^ö(t) 

ramiun rameiö(t) 



f1 


2.m.8.intr.3. 


U 


ff 


2. m. 8. tr. 3. 


i 


1t 


2.m.8.intr.3. 


• i 


ff 


3. in.pl. tr.3. 


1* 


n 


3.m.pl.intr.3. 


1* 


if 


3. m. pl.tr. 3. 


i 


ff 


3.m.pl.intr.3 


•i 


Impf. 3. m. 8. tr. 3. 


«f 


ff 


3.m.8.intr.3. 


1* 


ff 


3. m. 8. tr. 3. 


i 


ff 


3. m. 8. intr. 3, 


•i 


Ju88. 3. m. 8. tr. 3. 


i 


Impf.3.m.pl tr.3. 


tf 


ff 


3.m.pl.intr.3. 


V 


if 


3. m. pl tr. 3. 


% 


ff 


3.m.pl.intr.3, 


'i 


ff 


3. f. pl. tr. 3. 


u 


ff 


3. f. pl. intr. 3. 


u 


ff 


3. f. pL tr. 3. 


i 


ff 


3. f. pl. intr. , 


3. 


Imper. tr. 3. ^ 




ff 


mtr. 3. jf 






tr. 3. i 




ff 


intr. 3. i 




Part 


. Akt. tr. 3. i 




Part 


. Pa88. 3. V 




tf 


,, 3. i 




Inf. 


tr. .7 1} 




}} 


tr. 3. i 





Hebr. Aram. Ass. 



rämä r«mä irdmi 
hedt 



räm^ßa r^mäß tarami 
}iediaß 



rännßä r^mait tarami 
h^dtf 



ramu f*>maif> %mnu 



iinn§ nerm^ irmi 
ne^d\ 



iirmü nermön irmü 
nehdön 



ttrm§na nermHän irmä 
nehdHän 

munu 

r^mS r^mi rimi 

lydtfeStai) 
röm^ räm§ rämü 

rämüi r^me 

r^möß mermä ramü 



154 



III. AbteiluDgr. 



j^ 



=11 



5«^j^- (fe c^j Co c« ?« 5^ Jo ?« fö Cö Co 2. 

*§,*^ 00 * *S.*S- .* ?> .* ?e ?» 
'c^j Co Co ?* Co Co 5« S*s Co Co 5« 

lU.'ss >»<.^ >«».>s >«».^ i«.».>«*.>«s 



»I» I 




^ 



3 



'SS'a"S'2^2"S'2 2»" 



3 3 a -< >«* • 

I 




*^* 


1 


*< 


2 


gl 


1, 


«c., 




&I 


;s 


^ 


3 


|. 


1 


Q 


s 


g 


§ 


J 


>S' 


Ä 



H 



r 



« # 






i 



i 



Vergleichende Grammatik der semitischen Sprachen. 155 
17, Verha mit identischem 2. und 3. Radikal. 

234. Schon im ürsem. wurde der Yokal des 2. Radikals 
(durch haplologische Silbenellipse, s. o. § 144, 1), wenn 
der 1. und der 2. Radikal kurzen Yokal hatten, ausge- 
stoßen. In den Formen mit Präfixen war diese Ellipse 
schon eingetreten, ehe noch durch die Betonung des 
Präfixes der urspr. Vokal des 1. Radikals geschwunden 
war (s. 0. § 44, 1); so wurde *nnsababa^ noch ehe aus 
*ndqatdla *ndqtäla entstand, zu *ndsdbba. 

235. b) Im Arab. erfplgte die Elision des kurzen 
Vokals beim 2. Radikal auch dann, wenn der 1. ä hatte. 
Steht der 3. Radikal vokallos am Wortende, so finden 
sich im Jussiv neben den ursprünglichen, regelrechten 
Formen wie iafrir auch solche, in denen nach Analogie 
des Indikativs der 2. und 3. Radikal vereinigt sind und 
einen in der Klangfarbe nach dem Hauptvokal sich 
richtenden Hilfsvokal erhalten, wie mfirri, 

236. c) Im Äth. sind durch Analogiebildungen nach 
dem starken Verbum die ursprünglichen Formen durch- 
weg wiederhergestellt; nur in den Perfekten mit e beim 
2. Radikal im intrans. Grundstamm und im Refl. des 
Grundstammes sind die verkürzten Formen durchweg 
erhalten. In den Imperf. und Imper. mit e beim 
2. Radikal finden sich gleichfalls noch verkürzte Formen, 
doch sind hier die Analogiebildungen nach dem starken 
Verbum schon häufiger. 

237. d) Im Hebr. finden sich Analogiebildungen nach 
dem starken Verbum in der 3. p. m. s. des trans. Grund- 
stammes wie hanan „er erbarmt^ sich", bei Suffixen aber 
wie hannam „er erbarmte sich meiner" und in intrans.wie 
mar „war bitter" ist die ursprüngliche Bildung allein 
erhalten. Im Imper. ist nach dem PL *subbü > sqbbü 



156 in. Abteilung. 

der ursprüngliche Sing. *siibub ganz durch *subb > söb 
verdrängt. Bei den Präfixen des Imper. ist der urspriing- 
liche Unterschied zwischen Trans, wie a > ä und Intr. 
wie ?> e (s. 0. § 203) erhalten. In den Formen mit 
konsonantischen Affixen finden sich nur noch selten ur- 
sprüngliche Bildungen wie haxaxnü „wir haben geplün- 
dert", Deut. 2, 35. Sie sind durchweg ersetzt durch 
Analogiebildungen nach den Verben 3. u. Zur Zeit, als 
diese auch im Perf. der abgeleiteten Stämme noch nicht 
in die Analogie der 3. i übergegangen waren, bildete 
man nach der Proportion *saMä („er hat beruhigt", dessen 
a nach § 49, 1 anzeps war) : *sallautä > ^sallqpä zu *sabbä 
die Form sahhöpa und übertrug diese Bildung auch auf 
die abgeleiteten Stämme wie h^s^ibböpa. Im Impf, jener 
3. u war schon im Ursem, (s. o. § 227) m>ii geworden, 
daher hier die 3. p. pl. f. schon t'sallena lautete; dazu 
bildete man nun auch i'svbhenL dann t^sihbena usw. Im 
Kausativ bildete man zu dem Impf, iaseb mit demselben 
Vokalwechsel wie im starken Verbum und bei d«i 2. u 
das Perf. heset^ und dazu in weiterer Analogie nach den 
2. u und indirekt nach den 1. * (s. o. § 223) auch das 
Part, wie meseb (für *maseb) und das Pass. hüsab. Das 
w-Refl. des Grundstammes wie nasab stimmte ganz mit 
dem trans. Grundstamme wie qatal überein, infolgedessen 
büdete man zu miqat nach qaPlä auch das Fem. naq^ta 
„sie ekelte sich", und da die Bedeutung mehr zum in- 
trans. als zum trans. Grundstamm stimmte, bildete man 
für "^namas ein names „zerfloß". Im Intensivstamm sind 
zwar ursprüngliche Bildungen wie hülel „er pries" er- 
halten, da aber die Häufung gleicher Konsonanten unbe- 
quem war, wurden sie meist dui-ch den Zielstamm wie 
söbeb ersetzt. Zuweüen finden sich bei diesen Verben 



Vergleichende Grrammatik der semitischen Sprachen. 157 

nach aram. Muster gebildete Formen, nicht nur solche 
mit Präfixen wie iidd^mü „sie schweigen" Job 29, 21, 
die man geneigt sein könnte, lediglich als Aramaismen 
der Punktation aufzufassen, sondern auch solche mit 
Affixen wie tamnü „wir sind zu Ende", Nu. 17, 28. 

238. Im Aram. werden die Formen mit konsonantischen 
Affixen nach Analogie der endungslosen Formen, in denen 
die Verdoppelung nach § 47 verloren war, neugebildet. 
In den Formen mit Präfixen tritt nach ihrem kurzen 
Vokal, der lautgesetzlich hätte zum Murmelvokal werden 
müssen, nach Analogie des starken Verbums sekundäre 
Verdoppelung ein. Das aktive Part, des Grundstammes 
folgt in der Form ohne Endung der Analogie der Verba 
2. u wie bä^ez „plündernd",* ist sonst aber regelmäßig 
wie bäzztn. 

239. Im Ass. finden sich ursem. Formen nur noch 
im Permansiv des Grundstammes wie sall^ sallat und in 
den abgeleiteten Personen des Imper. im Grundstamm 
wie suUz, sonst ist überall wie im Äth. die Analogie des 
starken Verbums durchgeführt. 



240. 

Grnndst. 
Perf, tr. 3. m. 

„ intr, 3, m. 

„ tr.3.f. 

„ intr, 3. f. 

„ tr. 2. m. 8. 

„ intr. 2. m. 8. 
Impf. 3. m. 8. tr. 

„ 3. m. 8. intr. 

„ 3. f. pl.tr. 



Arab. 

farra 

hamma 

farrat 

hammat 

fararta 

hamiintQ 

iafirru 

iahammu 

iafrirna 



Ath. 

fiaSaSa 

hamma 

^a^aSat 

hammat 

haSaSka 

hamamka 

iehmam 



Hebr. 

säbab 

ham 

sabbä 

hamma 

8abbößä 

hammößa 

iäsöb 

%eham 

i^subbenä 



Aram. Ass. 

kaf iSalal 

ham 

keppap taSalal 

hemmaß 

kaft taMal 

harnt 

nekkof iMul 

nehham 

iälulä 



158 



TU. Abteilung. 



Arab. 
Imper. tr. 2. m, s, ifrir 

(firri) 

„ 3. f. 8. firri 

Part Akt tr, fmirun 

„ Paus. mafrürun 

Zielst. 

Perf. Akt färra 

„ Pass. fürira 

Kausativst. 

Perf. Akts, m, 8, ^afarra 
„ „ 5. f. 68. ^afarrat 
„ „3, w. s. ""afrarta 
Impf, „ 3, m, 8. iufirru 
„ S.fpl, iufrirna 
Imper. „ "afrir 

Ca firri) 
mufirrun 
^ifrärun 
^ufirra 
mufarrun 



Part. „ 
Inf, 

Perf Pas8, 
Part „ 

n-Refl. 
Perf. 

„ 3.f8. 

„ 2. m. 8. 
Impf. 3. m. 8. 

„ S.fpl 
Part 
Inf. 
f-Refi, 
Perf 
Impf. 



Ath. 
he^eS 

fieSe^i 



Hebr. 
8gb 

8obbt 

8öbeb 
8äbüb 



haSdH söbeb 



^anbdba he8eb 
""anbdbat hesebbä 
^anbabka hoaibbößä 
%änbeb iä8eb 
jßnb^ä . t*8ibb^na 
^änbeb ha8eb 

meseb 
ha8Eb 
hüsa^ 



Aram. 
kof 

kof(i) 

kä'ef 
k^fif 



'akkef 

'akk^faß 

'akkeft 

nakkef 

nakk'fän 

'akkef 

makkef 
makkäfu 



Ass. 
äulul 

Sulli 

äälilu 



uSa^lal 



uäaMil 



des Grondstammes. 

infarra 

infarrat 

infararta 

ianfarru 

ianfarirna 

munfarrun 

infirärun 
des Grundstammes. 

iftarra tahaSSa 

ißftarru jetf^aJi 



mü8äb makkaf 

nasab _ . iääalal 

na8abbä 

n^8abbdßä 

j,i88ab 

ti88abb§nä 

nä8ab 

hi§8öb 

eßk*fef 
neßk^fef iHalal 



Vergleichende Grammatik der semitischen Sprachen. 159 

Arab. Äth. Hebr. Aram. 

f-Refl. des Zielstammes. 
Terf. tafärra tahä^aSa hißporar 

^Eef . des Kausativstammes. 

Per f. istafarra ""eitaJckaf 

Impf. iastafirru nettaJckaf 

Anm. arab. farra „fliehen*', hamma „heiß sein", äth. 
haSaSa „suchen", ^anbdba „verkünden", hebr. säbab „um- 
geben", aram. kaf „zurückhalten", assyr. SaMu „plündern". 

18. Die Vm'ba in Verbindung mit Affixen. 

241. Vor Suffixen erhalten sich öfter ursprünglichere 
Verbalendungen, die im freien Auslaut verkürzt waren. 

a) Im Arab, bleibt vor Suffixen die ursprüngliche 
Länge des Vokals im Affix der 2. f. s. des Perf. erhalten : 
qataltihi^ ebenso das auslautende ü der 2. m. pl.: qatal- 
tumühu. 

b) Im Äth. hält sich vor Suffixen die urspr. Länge 
der 1. Pers. PI. wä, der 2. m. s. Icä und der 2. f. pl. 
hemm] letztere aber kann durch haplologische Silben- 
ellipse (s. 0. § 144,3) vor den Suffixen der 1. p. m 
und na ZM Icä verkürzt und in dieser Form auch mit 
anderen Suffixen verbunden werden. Umgekehrt wird 
das auslautende % der 2. f. s. vor m zu e dissimiliert 
(s. 0. § 141 b) und dies Ice erscheint dann auch vor der 
1. p. pl. Das anlautende h der Suffixe der 3. p. geht 
nach dem ä der 2. p. s. Perf. verloren und dies ver- 
schmilzt mit den Suffixvc^calen zu ö, a, öww, ö«; in 
dieser Gestalt werden die Suffixe nun auch auf die urspr. 
vokallos schließenden Formen des Verbums übertragen. 

c) Im Hebr. wird durch den Antritt der Suffixe der 
ursprüngliche schw^here Satzakzent des Verbums (s. o. 
§ 49, 5) so veratärkt, daß diese Formen jetzt dieselbe 



160 III. Abteilung. 

Vokallagerung zeigen wie die Nomina. Während qatcUü > 
qat^lu wird, ergibt qatalum > qHalMni, Yon urspr. 
EnduDgen halten sich vor Suffixen im Perf. das ä der 
3. m. 8.: qHa&m^ das aß der 3. f. s. i^Iaäapm, das i 
der 2. f. s. : n^säplm\ in der 2. m. pl. wird *tumü durch 
haplologische Sübenellipse (s. o. § 144, 4) zu tu: heHipüni. 
An die endungslosen Formen des Impf, treten die Suffixe 
der 2. Pers. noch direkt an wie iiqtolcha, die anderen 
Suffixe aber folgen der Analogie der Yerba 3. «, die 
durch den Gleichklang der Plurale auf ü vermittelt wird : 
nach ia'hiem bildet man auch iism'rem. Dieselbe 
Analogiebildung findet sich auch beim Imper. wie hor^etn 
„töte mich" neben urspr. Formen wie ff^^älah „erlöse sie". 
Vor Suffixen erhält sich ferner die alte Endung des 
Modus energicus e«, aber ohne seine urspr. Bedeutung: 
usmaenna „er wird sie hören". Die 2. und 3. f. pl. 
kommen mit Suffixen nicht vor, sondern werden diu-ch 
die Mask. ersetzt. 

d) Im Aram. halten sich vor Suffixen die urspr. 
Vokale der 3. m. sg. Perf. a, 3. m. pl. Perf. und 2. m. 
PI. Impf, ü^ 3. f. pL Perf. und 2. f. pl. Impf, ä, 2. s. m. 
tö, 2. s. f. /«, 1. pl. «ä, 2. pl. f. teriä und des m. PI. im 
Impf, ünä und der 2. f. s. «nä, deren ä auch auf die 

2. m. pl. im Perf. übertragen wird: iöna. In den endungs- 
losen Formen des Impf, erscheint vor den Suffixen der 

3. sg. ein F: neqfliu{hi) „er wird ihn töten", das aus einer 
urspr. selbständigen Akkusativpartikel (verwandt init 
arab. "^tuL, äth. kiiä, phöniz. ""tiapy hebr. 'öJ5, ""ep^ jüd. 
aram. mß) entstanden ist. Dasselbe i kann mit £Jlen 
Formen des Imper. verbunden werden. Bei diesem findet 
sich daneben eine Analogiebildung nach dem intr. Imper. 
der 3. i auf ai wie q^lqlainij) „töte mich". 



iM^fftputtf ht» s* y»»fa<irtttf> 



$amnliiii9 mditn irsr 80]3>f. 

6. % 65rcbenTcbe TerUtfBbandtirag, Heipzig. 



f 0rfhi»irrenrilt<iftoon Dr. flb. Sä^wav» 
paä^, Profeffor an öer 5orftafaöemie 
Cberstoalöe, HbteilungsMriaent bei 
öer tjauptftation bes forftUc^en Per- 
fud^sroefens. Hr. IOC 

ittmj^wpvt, $a0j im ^cittrdien 

oon Dr. Rubolf Kleinpaul in Ceipsig. 
Hr. 55. 

gvtmhmcritvbudi, 9etttrd|t0, von 
Dr. Rubolf Kleinpaul in Ceipjig. 
Hr. 273. 

«fkrbitteitfairriltftiitftt« tTeirtil • 3n« 
buftric II: IDeberei, IDirferei, pofo- 
ntentiererei, Spieen» unb (Barbinen- 
fabrlfation unb Slljfabrifation oon 
Prof. irtay (Bürtler, Dircftor ber 
Kdnigl. (Eed)nifd)en Sentralftelle für 
tlertil*3nbuftrie ju Berlin, mit 27 
Figuren. Hr. 185. 

Oe^hSHe oon Dr. <E. Rein^er^, pro« 
feffor on ber ttec^nifdjen IJodjfdjuIe 
i^annooer. mit66AbbiIb. Hr. 102. 

<9jr«0irfttflri«« %nvontmifdtt, Don 

Dr. Siegm. ©untrer, profeffor a. b. 
(Ced)mfqen f)od)fd)uIe in otünc^en. 
mit 52 Hbbilbungen. Hr. »2. 

— Plmhtditi oon Dr. Siegnt. (Büntber, 
profeffor on ber KSnigL deAnlfdien 
godbf<^ttIe in münd^en. mit 32 
Abbilbungen. ltr.26. 

— f. au<!^: Canbesfunbe. — Cänberfunbe. 

«t^ltfgic 0. profeffor Dr. (Eber^.Sraas 
in Stuttgart mit 16 Hbbilb. unb 4 
flafeln mit über 50 Figuren. Hr. 13. 

Btpmtttie, Sltialntirilie« ber iBbtnt 
o. Profeffor Dr. m. Simon in Stras- 
burg, mit 57 5i9uren. Itr. 65. 

^uff^abtnfammiüni f itir^ttit- 

ttitilTilieti f$eoittctH» htv ißbtnt 

oon (D. tC^. Bürf len, profeffor am 
KgL Realgi}mnafium in Sdimfib.« 
<5münb. m\t 32 Siguren. Rr. 266. 

— ättolntiriite« ^<^ Itftittttt« oon 

Prof. Dr. tlt Simon in Strasburg. 
mit 28 abbilbungen. Hr. »9. 



^ttmtfHt, HardeUcttbco. Dr. Hob. 
ßauhner, prof. an ber Untoeriitdt 
3ena. 1. mit 110 Slguren. Rr. 142. 

— ebtnt, oon <B. maljler, profeffor 
am (Bijmnafium in Ulm. mit 111 
3tDeifarb. 5*9« Hr. 41. 

— Ilvoieltiitfc. in fnntl)et Bebanblung 
oon Dr. Karl Doeljlemann, prof. an 
ber Unioerfitat münd^en. mit 91 
Figuren. Rr. 72. 

^ffdiidtU« ^abifilie« oon Dr. Karl 
Brunner, Prof. am (Btjmnaflum in 
Pfors^elm unb priDatbo3cnt ber ©e» 
fdjldite an ber lEedin. Jjodjfdjule In 
Karbrulje. Rr.23ü. 

— iBatitvifätt^ oon Dr. fjans OcEel in 
augsburg. Rr. 160. 

— b«]» ^manünlfdten fUiiite« oon 
Dr. K. Rotl} in Kempten. Rr. 190. 

— Ileittrdie, ittt piittelalter (bis 
1500) oon Dr. $. Kune, 0berl. am 
KgL Culfengijmn. In Berlin. Rr. 33. 

tt. ber |leli0i0n«hH<ac oon Dr. 

5. Kurse, (Dberleljrer amKgl.£ulfen. 
gpmnafium In Berlin. Rr. 34. 
flelje audi: (Quellenfunbe. 

— £ttmi'6hf dit, oon Dr. H. Stcrnfelb, 
Prof. a. b. Unloerf. Berlin. Rr. 85. 

— ißtitdiifdit, oon Dr. t)elnrl<^ 
Sn)oboba, profeffor an ber beutfd)en 
Unloerfltät Prag. Rr. 49. 

— bf « 19. f alrvlytttibert* o. ®s!at 
3ager, o. fjonorarprofeffor an bet 
Unloerf. Bonn. l.Bb<^n.:1800-1852 
Rr. 216. 

2.Bb<^n.: 1853 bis <Enbeb.3a^rf} 

Rr.217. 

— 3^itvntl0 bis auf Me grlec^. Seit oor 
Lic. Dr. 3. Benjlnger. Rr. 281. 

— i0tl|ritt0en0, oon Dr. l)erm 
I)ertdE)sn>eller, 6el). Regierungsral 
in Strasburg. Rr. 6. 

— bt* aiUn iHltfraettiimb«« oon 
Dr. 5r. ßommel, Prof. a. b. Unloerf 
münd)en. m. 6 Bllb. u.1 Kart Rr. 48 



$dmiiiliind GSiAen 



3« in elegantem 
6. % 6drd>cn'rchc TcrUgebandlinig» lUfp^g. 



8ojaf 



6er Uiseit bis 1439 von Prof. Dr. 
$tam ooti Krones, neubcarbeitet von 
Dr. Korl U^lrj, Prof. an öer Unio. 
<Bra3. ttr. 1U4. 

II: Don 1526 bU 3ur (begenioart 

Don t}ofrat Dr. $xam oon Krones, 
Prof. an öer Unio. (Sxai. tlr. 105. 

— UBmifdit^ oon ReaIgi}mnafiaI>Dir. 
Dr. 3ul. Hodi in (brunemalb. ttr. 19. 

— Hisrnrclico. Dr. mu^. Recb, (Dberl. 
amiDftergiimnafiumintTtain}. Xtx.4, 

— ttüittftrilre, oon profeffor (Dtto 
Kaemmel, Reftor bes itiloloigiim» 
nafiums 3U Ceipjig. Hr. 100. 

— $iliniei|eririlt«t oon Dr. X. Dänb« 
fiter, Prof. a.b.Unio.9firi(!^. nr.l8a 

— teastir^f, oon Dr. (buftao Dierds. 
nr.266. 

— l^tv Clictttif fie^e: (Oiemie. 

— htv IBütAtxti flclje: Rtaleret 

— htv VlatJf emutik f. : mat^ematit 

— htv mitfUt fielie: RlufU. 

— l^ev |lfllba009{lt fielK: P&bogogif. 

— >«r |M|i|ftlt fie^e: p^ijfif. 

— ]b«»^n(trd|cn90]nan<rf.:Roman. 

— bev ^rntfilftn $|rriu4e fie^e: 
(brammatif, Deutfqe. 

— ]>«0 Jbttttrdien ifitierHfl|t#- 
tt>«rttt0 fiei.e: Unterrid^tstDefen. 

•cr(i|iittt»n'inr»ttr(l|iift« ll^inleltmts 
in bie, oon Dr. (Emft Bem^eint, 
profeffor an 6er Unioerfität ©reifs* 
loalö. Hr. 270. 

•tr«n^ltcH*Ulrre« Der menfc^Iic^e 
Körper, fein Bau un6 feine tlatig« 
leiten, oon (E. Rebmann, 0berfd)ul« 
rat in Karlsruhe. Rtit (befunö« 
beitslet)re oon Dr. med. ß. Seiler, 
mit 47 &bh. u. 1 traf. Rr. 18. 

•fwcrbciof fett oon n)emer Sombart, 
Profeffor an 6. Unioerfität Breslau. 
1. II. Hr. 203. 204. 

f&tmi&fiUmtUn, ina|», Rtünj» un6 
6eiDid)tsiDefen oon Dr. Rüg. BItn6, 
Prof. an öer Qanöelsf^ule in Köln. 



mU^ltK^mmMihM^ 9i*, mm C 

Kinsbrunner, Ingenieur un6 Dozent 
für (Elettroteqnit an öer Rtunic^ 
S<^oI of (Ced)noIogi) in IRan^^fter. 
mit 78 5igttten. Rr. 257. 

OUtrilierlnm^e oon Dr. 5ri4 Rta« 
^ti \n micm mu 5 RbbOÖ. im 
tfect unö 11 (Cafein. Hr. 154. 

IH^ttfH«)^ vtm ftrilfImvQ. Qart* 
mann oon Rue, iDoIfnun oon 
€fd)enba(!^ u. <bottfrieö oon Strag« 
bürg. Ausma^I aus öem bOf. €pos 
mit Rnmertungen unö n}orterbu<^ 
oon Dr. K. marolö, Prof. am KgL 
5vicöriAsfonegium 3u Königsberg 

•rftttUttaHlt. |leattrd|f, unö furje 
<bef(bid)te öer öeutfAen Sprad)c oon 
Sc^ulrat profeffor Dr. 0). £i)0tt in 
Bresben. Rr. 20. 

— l&vit&M^t, \x 5ormcn(ebtc oon 
Dr. Qans mel^r, profeffor an 
öer Kloftcrfä)uIe su moiObronn. 
Rr. 117. 

II: Beöeutungsle^re unöSijntä; 

oon Dr. Qans melier, profeffor an 
öer KIofterfd)uIe su maulbronn. 
Rr. 118. 

— $attittir<i|** <5runöri6 öer loftei« 
nifiben Sproi^Iebre oon Profeffor 
Dr. tD. Botfd) in Iitagöeburg. Rr.82. 

— lUittfUyoib^Mttrilr». Ber Ribe« 
funge Röt (n Rustoabl unö mittel« 
boqöeutfdie (Brammatif mit funem 
XDdrterbud^ oon Dr. W. (Boltber, 
Prof. a. ö. Unioerfität Roftod. Rr. 1. 

— Kttrurdte, oon Dr. €riA Bemefer, 
profeffor an öer unioerfität 
Prag. Rr. 66. 

fie^e au^ : Ruffife^es (befprS^s* 

bu4 - Cefebud). 

Dan^tUk^rrerirmtbottf, Setitrilic, 
oon Prof. <[b* 6e Bcau;, (Dfficier öe 
r3nftruction publique. Rr. 182. 

— <!Enatiril|f . oon €. €. n)l)itfielö, M. 
A., Qberlelirer an King Cömarö VII 
(brammar S(^ool in King's Conn. 
Rr. 2S7. 



Sammluiid SSscben 



3cinele0aittem 
CcimDonMonö 

6. % 69rd>cii'rd>e TerUgsbandlung» JUfpzfg. 



80}^f, 



fkfilic« 9. profeffor tCl). te Bea^, (Dfft* 
de¥Ö€ r3nftrttctton publique, uz, 18S. 

— MaiUnifdit, oon profenor aibcrto 
6e Beau;, ^berlcbrer am Kgl Jnftitiü 
S. S. Hnnunsiata in ^lorens. Kr. 21d. 

— Bptiuifänt^ oon Dr. aifrc6o Ilabal 
oie IMaxiescurrcna. Hr. 295. 

||iiitb«l#ii0litilt« |ln*niäirti0)r, oon 
Dr. Qeinr Sieocfing, Prof. an Ö€r 
UnioerfUat Otarburg. tlr. 2tö. 

^mthtUmftftn^ 9a#, oon Dr. tDUb. 
tcris, Proftffor an 6cr Unioerfität 
Cottingen. I: Das fjanbelsperfonal 
ttnb öcr IDorenbanöeL tlr. 296. 

II: Die €ffeftenb5rfe unb Me 

innere Qanöelspolitif . itr. 297. 

^ atm e nl titlfve oon H. Qalm. mit 
oielen llotenbeilagen. tlr. 120. 

Httffm irnrr tt ?^it ^. ii r . ^ r'T^ n-r*^ rr att 
^fil^nbAiSp uTiti (t30ttfvic> Lidtt 
Stroflbttra, auswallt cus ftcm 
pfiffen (Epos mit Ritmerfungen 
unb tÖorterbui|^ tjoh D r. K. IKaroIb, 
ptofsnor am KonSeIi<Jlfrt ^^'rtci^ncfis« 
ionegium 3u UönigsfctTg S pt, llt.22, 

V Dr. m. f^oberlattht pdnatbo3.a,b. 
llnlMrfildt IDitti. !. IL Ht. HSi. 168. 
^Ibeitfafic, jPir tovvtrdjf^, Don Dr. 
(Dtio Cultpolb 3irtc3f^ Prof. an 
b(r ItniüL^Tjitüt IHün^tcr. Hr. JJ2. 

— ficht atitlj; ITItfthöItifltt. 
}»bii]|rt«, J^naraaiiiMt« fllrtttti- 

rdfC, ü. Dr. (hu% Bluter in tlFjor« 
lütt^nburg, t ^ Die tcblaucfobainbU' 

itrie unft i^fe K^bcujmfigc. ITiit 12 

— -' II: SttltsiofiDfleii, Kaltratae, 
UüngerinbuTtri e 1 1 n ft n^i-Tn .i » h i es. 
init6 dafdrv. :.. . . 

ni: HnorganifAe (n^emifc^eprO« 

parote. IKtt 6 ttafeln. Hr. 207. 

— htv $Uiliate, htv künnu ^au- 
^cinemtb bc#|liavtcl#. I : «las« 
unb (cramifd)e 3nbuftrie oon Dr. 
(Buftao Rauter in Cbarlottcnburg. 
mit 12 tlafeln. nr. 283. 

II: Die3nbuftriebertfinftnAen 

Baiüteine unb bes mörtels. mit 
12 aafeln. Itr. 284. 



fttt»sviilvcil|inistg oon Dr. 5riebr 
3unfer, Profeffor am Karlsgi)mn 
in Stuttgart mit 89 5ig. ur. 88 

fttt«erali:rifTnane' Re|>etitoriumunb 
Auf9p£i«iTtciininTim§ «ur integral« 
rctfinung oon Dr. ^rfebric^ 3unfer, 

ftü[«n<?r flJTi Kacisgtimnoflum in 
tu it gart mit M Sfguren. Hr. 147. 

|titvt«nltu»b4, gd^cMtfitlid^ bargefteüt 
oon 4E. ^e[cid^ Dlreltor ber t f. 
Xlauti{d)en Sd)uie in Cuffinpiccolo 
unb 5* Sauter, Orofeffbr am Real* 
gt^ntnaftum In Ulm, neu bearbeitet 
oon Dr. Paul Dinfe» Affiftent 
ber <befellf4att für (Erbfunbe in 
Berlin. mtt70HbbUbungen. nr.8a 

ftinltnilieb. martin Cutber, (T^om. 
mumer, unb bas Kirqenlieb bts 
16. 3a^I}unbert$. AusgemS^It 
unb mit Einleitungen unb An» 
merfungen oericI)en oon profeffor 
6. Beriit, (Dberlet^rer am nitolai' 
gqmnafium ju £ei|)3ig. Rr. 7. 

lUhtialcJlirc oon profeffor Dr. XX>, 
Kbppen, meteorologe ber Seeoarte 
ßamburg. mit 7 tlafeln unb 2 
jiguren. Rr. 114. 

|torl0ttial0frii|{iittt oon Dr. Dletri^ 
Sd)Sfer. profeffor ber Cefcbidite an 
ber Unioerfttöt Berlin. Rr.1% 

^pmpühHawfUlfVt. mufilaüf^c 
Sormcnlebre oon Stephan Uxtffi. 
L n. mit oielen Rotenbeifpielen. 
Rr. 149. 150. 

$i9vpt9t htv itttttriilliitrt, r«in #Mt 
mih ffittf 8;iiti0ktitftt« oon 

€. Rebmann, (DberfAulrat in Karls« 
ru^e. mit (oefunboeitsle^re oon Dr. 
med. Q. Seiler, mit 47 Abbilbungen 
unb I HafeL Rr. 18. 

^tiftaUü^vapIfU oon Dr. VD. Brufins, 
profeffor an ber Unioerfität Straft« 
bürg, mit 190 AbbUb. Rr.2ia 

lUtbrmi mtb ^Utridtetren. mit 
Einleitung unb R>5rterbu^ oon 
Dr. ©. C. 3lric3ef, profeffor an ber 
UnioerfU&t mflnfter. Rr. 10. 

He^ auA: Ceben, Beutf^^ im 



$aiiiiiiliiiig G$$(ben 



£ciitiDaii&batt6 
6. % 6drdicn'rd»c TcrUgsbandlunff, Heipxf«. 



80}^f 



on 5cc UnioerfUfit 

Dr. 8ein4 (Bflnt^r. tXr. 5& 
lUlti^, ilU «ranIHriiim, oon (Carl 
Kanqmtanit, 5ü(^Ie^Ter o. 5* f. (. 
6Ta)>^if(I)en Ce^r» un6 t)erfu(E)s« 
onftalt in IDten. tttit 3aI}Ireid)en 
HbMIÖungcn unb Beilagen. Hr. 75. 
fturtfi^vifl fie])e: Stenographie. 

gStt^frlntit^c von t^itr09ii oon 
Dr. 5ran3 ßciöerid), profeffor am 
5randscO'3o|epbinuni in InSöIing. 
tItU 14 (Ee^ärtdien un6 Dia« 
grammen unö einer Karte öer 
Hlpeneinteilung. tlr. 62. 

Ulit oon Dr. 5ran) I)ei6eri^, Prof. 
0. SrandscoOof epljinuni in tnöMing. 
ntil 11 (Lejtf ärt<||en u. Profil. Hr. ö3. 
€ati^e#kttti^c «0tt ^oi^cti oon Prof. 
Dr.©.Kieni^inMarIsrul»e. m.profiI. 
abbiI^ttngen un6 1 Karte, tlr. 1»9. 

— h€0 ^ni^vtUki* ^anttn pon 
Dr. ID. <Bö^, profeffor an öer KgL 
tCeAn. fiod)f<l^uIe Iitfindten. mit 
Profilen. AbbiU». IL 1 Karte, nr. 176. 

— 90it M,WMßmfhnmtviha oon 
Prof. ur.R Öfipel in Bremen, ^it 
18 ObbUbungen unb 1 Karte. Hr. 2S4. 

— 90n ISiraft«$0tltritt0ctt oon Prof. 
Dr. R. Cangenbect in Strasburg i (E. 
mit 11 Abbilbgn. u.1 Karte. nr.215. 

— htv fbttifditn Holbiitrel oon 
Dr. ^ri^ Regel, profeffor an ber 
Uniocrfitat IDteburg. mit SKfirt* 
^en unb 8 Abbilöung. im tCe^rt unb 
1 Karte in Sorbenbrud. tlr. 236. 

— 9ün %1ktwt^ - llstgitm oon 
Dr. RIfreb 6runb, prioatbojent an 
ber UnioerfUattDien. mit lOtCe^« 
tnuftration. unb 1 Karte, tlr. 244. 

— ^»# |taiti«v»id|« ^ndiftu o. Dr. 
3. Semmri^, Oberlehrer am Real» 
gomnaf. in planen, mit 12 Hb* 
bUbungen u. 1 Karte. Rr. 258. 



(S^ioeben, ttormegcn u. D&nemarl) 
oon Qeinr. Kerp, £ef)rer am iBornna' 
fium unb teurer ber (Erbfunoe am 
Comenius'Seminar yu Bonn, mit 
11 Abbilb. unb 1 Karte, ttr. 202. 

- lbt# |tatti«rfiilv# IPlIvttcmiierfl 
oon Dr. Kurt ßaffert, Profeffor ber 
(beograpbie an ber ßanbelsnoqf Aule 
in Köln, mu 16 boObUbem unb 
1 Karte. Rr. 157. 

guit^tiHrtriliiifllUl* ^tMtb^Ukvt 

oon Cmft Cangenbeit in Bo^um. 
Rr. 227. 

gflTftt, 9mtriltt#, im 18. fulrr- 
limibtH. KultutMftorit^e Cr« 
Ifiuterungen sum Itibelungenlieb 
unb jur Kubrun. Bon profeffor 
Dr. iul. BieffenbaAer in 5reibttrg 
i. B. mit 1 dafel unb 30 Hb. 
bilbungen. Rr.93. 

ScfTItto« ißmüia 49al0ftt mit Cin« 
leitung unb Rnmerfungen oon Prof. 
Dr. m. Dotfdi. Rr. 2. 

— miittta ti. ^avnhtim. mit Ritm. 
oon Dr. TComafc^el. Rr. 5. 

giiltt« (TlKoretif^e pbpfif II. tCe«: 
£i^t unb tBärme. Pon Dr. ®uft. 
3Sger, profeffor an ber Rnioerfitot 
n)ien. mit47flJ 



glUvatuv, 



flbbilöungen. Rr. 77. 
3lli|t04l|betttrii|<, mit 



Crammotif, Überfettung unb Cr« 
Ifiuterungen oon ul). Stfaauffler, 
"Irofeffbr am Realgqmnafium in 
Um. Rr.28. 
SüemttnrbcttkmSUr U* 14. tt* 15. 
falirlntitbcvf». Rusgemfi^It unb 
erl&utert oon Dr. I^ermann 3an%en, 
Bireltor ber Königin Cuife'Sd)ule in 
Königsberg i Pr. Rr. 181. 

— ht0 16. fidrrltntt^tvt* I : HUiv- 
tin ^ntqsr, mffüUL {Mmmcir tt» 
lb(i# giivättniith >e# 16. Mir- 
biutbcrt*. Rttsgenfi^It unb mit 
Einleitungen unb tlnmerfungen oer« 
feilen oon Prof. (B. Berlit, Ober« 
lebrer am RiIoIaigi)mnaflum ju 
£eip3ig. tlt. 7. 



e*%63f<l»en'fd»e VerUtfahÄndlung, Ilcfpzig. 



fitenittiv^ntltmainr 1^«# 16.|kKlyr- 
• lrttitbfH*II:||an»$ftdl*. ai^« 

Setoablt unb erläutert oon Prof. Dr. 
iuLSa^r. nr.24- 
— Uli V^n tfvimi H# Jft^lUn- 
hit0eti : ivÄirt» ||ittt«tt, mfii^vf, 

geiDäi)It un6 erläutert oon Prof. 
Dr. 3ullus Saljr. Hr. 36. 
gHtvafwctu. fit, >«• *^*H*** 

I. (Cell: Die Clteroturen ©ftaflens 
unb 3nMens ©. Dr. IK. BaberlatiM, 
Prloat6o3ent an 6er Uniüeriität 
fi>ien. Ar. 162. 

— II. tte« : Die Clteraturen 6er per- 
ter, Semiten unb dürfen, oon Dr. 
tri. Baberlonbt, prlootbosent an 
berUntoerfltätlDlen. Hr. 163. 

Citemtstrocfitiitfifo« flcntrili«» oon 
Dr. Uta; Koq, profejfor an ber 
Uttloerfltät Breslau. Itr.81. 

— aftttrdie, >«r Itlamimrfeit oon 

Sari tDeltbrec^t, profeffor eai ber 
tEed|nlfd»en i)odif<^uIe Stuttgart. 
Ur. 161. 

— actitril|*>*#19.f<kltrl|ttnbfvt0 
oon (tarl IDeltbre^t, profeffor an 
ber (Eedtnlfdien fio<i)f(fiuIe Stuttgart. 
I. n. nr. l84. 185. 

— mn«nfdtt, oon Dr. Karl rOeifer 
Inmien. Hr. 69. 

<5ninb3flge unb.ßaupttijpen ber 

engllf^en £lteraturgef<^lil^te oon Dr. 
Amolb in. tu. SiJ^rder, Prof. an ber 
f)anbeIs^o(^fd^ule inKdln. 2 (Celle. 
Hr. 286. 287. 

— l&tUA^ifAit^ mit Berü<tfl4tlgung 
ber <Bef<l^lct)te ber IDtflenfdiaften 
oon Dr. Alfreb (btxdt, profeffor 
an ber Unloer[it&t <Brelfsn>alb. 
nr.70. 

— »olitttirillf , oon Dr. Karl Dotier, 
profeffor a. b. UnloerfltOt Qelbel« 
berg. llr. 125. 

— P^vbifilte« I. (Cell: DU Islänblft^e 
unb norveglf^eClteratur besIttUtel« 
alters oon Dr. IDoFfgang (5oltI)er, 
profeffor an ber Unloerlltdt RoftoiL 
Hr. 264. 



iitevil«itV0»riitiil|te«|l0Htt«U|irilf«, 

oon Dr. Karl oon Reln^arbftoettner, 
profeffor an ber KgL (Ced)nlf<tien 
Qo^fcqule In mflni^en. Hr. 218. 

- iBmifdjtf oon Dr. f)ertnann 
3oad^lm In I)amburg. tlr. 52. 

■ 9titmril|c, oon Dr. <Beorg polonsül 
In mannen. Hr. 166. 

- ^lavlfdjt, oon Dr.^Jofef Karäfel 
In U)len. 1. tCeU: Ältere Clteratur 
bis 3ur IDlebergeburt Hr. 277. 
— 2. (Cell: Dos 19. 3aMwn6ert 
Itr. 278. 

- BpanifOit, oon Dr. Rubolf Beer 
S IDlen. L H. Hr. 167. 168. 

S00ari«^«tt. Olerftenige (Cofeln 
unb 6eaentafeln für logarltl^ntlf ^es 
unb trigonometrtfc^es Red)nen In 
«oel Sorben aufammengeltellt oon 
Dr. Ijermonn Sdjubert, profeffor 
an ber Cele^rtenfd^ule b. 3oQan« 
neums In l)antburg. Hr. 81. 
i^gili* Pfi}(^ologle unb £ogU )ur 
*^llnfüStuna In ble pijllofopVc 
oon Dr. (Cl). €lfen^ans. mit 13 
5lguren. Hr. 14. 

$ttilr*v» IRinrHtt, «Hütit. mnvtuv 
* unh hM Itiriütisacb htf 1«. 
9altvl|imbcrt#. Husgen)a^lt unb 
mit (Einleitungen unb Hnmertungen 
oerfelicn oon Prof. ®. Berllt, ©ber- 
lebrer om Hllololgijmnaflum 3U 
Celpslg. Hr. 7. 
9lii0ticti#mn#. (CbeoreHf^e Pfiqftf 
m. (Cell: €leftrl3ltat unb tTtognetls« 
mus. Don Dr. ^uftao 309«^» 
Profeffor an ber Unloerfltät Qnen. 
fitlt 33 abbUb. Hr. 78. 

ülaUvti, ««ril|«tt* htv, h n. III. 

IV. V. oon Dr. Rl^. TRutl^er, pro- 
feffor an ber Unloerfltät Breslau. 
Hr. 107-111. 

|ltar<lrHtettfl««tfttte, fie. Kun« 
oef ofttes Cc^rbu^ mltBelfplelenrnr 
bos ^elbftftublum unb ben ptait (Be* 
brouA oon 5r. Bort^, (Dberlngenleur 
In Hümberg. Httt 86 5l9- Hr. 8. 



i$diniiilund SSscben 

6. % eafdicn'fche TerUgabandtmiq, JUfpzfg, 



3efn elegantem 
Ceiittoanbbttnö 



nrtfnt ooit Dr. «uguttBnnb, ürof. 
on 6er t)onöeIsf<^ttIe inKöln, nr.283. 

Vlaffititaltir« von Dr. 0tto Rd^m in 
Stuttgart. Hr. 221. 

9ltttl|»ittatik, ««Miiiltt« ber, oon 

Dr. a. Sturm, Profeffor am Ober» 
gijmnafUiminSeitenftetten. Hr. 226. 

meiifattilt. (Ebeoret. p^i)fif I. (Eell: 
nte<^anll unb fttujtlf. Oon Dr. 
(Buftaö 3figer, Prof. an 6er Unlo. 
roten, mit 19 Rbhüb. Hr. 7a 

l^ferf^lmtt^«, ^Imfkf^t, t>on Dr, 
(Ber^arö Sdjott, flbteilungsoor ftclicr 
on 6er Deutf<^en Seetnarte in Ham- 
burg. m\t 28 flbbiI6. Im ttejt un6 
Sttafeln. Hr. 112. 

IttftaU« (flnorgani|<^e(E^emle2.a:e«) 

0. Dr.©sfarS<i|mi6t, 6lpL3ngenieur' 
flfflftent an 6er Könfgl. BaugetDer!» 
f^ute In Stuttgart, tlr. 212. 

HUtiillMh» (flnorganifc^e Chemie 

1. ttein oon Dr. (Dsfar $^mt6t, 
6ipl. Ingenieur, Hffiftcnt on 6cr 
Kgl. BougetDcrf|d|Ulc tn Stuttgart, 
llr. 211. 

^titfiVüU^it oon Dr. ID. TErobert. 
profeffor on 6er Unioerfitot 3nns. 
bruct . ntit 49 abblI6ungcn un6 7 
tCofeln. tlr. 64. 

fHintvalü^it oon Dr. R. Brauns, 
profeffor on 6er Unloerfltät Klei, 
init 130 Hbbllöungen. Hr. 29. 

Wtonerikng tmh $imtilr»4t4titt0. 

tDoItl^er o. 6. DogeIn}ci6e mit flus- 
waU aus minnefong un6 Spruc^. 
6{d)tung. Httt Hnmerfungen un6 
einem IDörtcrbuc^ oon Otto 
(bfintter, Profeffor on 6er Oberreol« 
fc^ule un6 on 6er Ztdixu ßoÄfÄuIe 
in Stuttgart. Hr. 23. 

Sf**»«« >«*««»!•»• Oon Dr. 
©.tmguIOjProf. a.6.5orftaIa6emie 



: 



mti^itsmefen oon Dr. Aug. Bßn6. 
Sölftr^'Sw^ Qanöebfoule fa! 

^^99, mttmttif, tltarttn Cutbcr, 
pomos ntumer un6 6as Kir Aenäeö 
IX lf\ ?*^W- Husaeioailft un5 
mit «inleitungen ttn6 anmertunacn 
»«rfjS;« wn Prof. <B. Berllt, ©berL 
am niioIaigi)mn. 3u £eip3tg. Kr.?. 

mmtlaUrrlidiftt, oon Dr. A 
monier, mit so^Ireii^en Äbbttb. 
unb muflfbeUogen. Itr/m. 

PÄ^Äf/%?> ». StepWIcr^t. 
nr^iÄ. ^»««»«Welen. 

fm^kMfdMU iit0 17. ttttb 18« 
fahvbunhtvi0 oon Dr. K. (Bruns« 
fil fn Stuttgart. Itr. 239. 

" JJ****®' »tt^rlrmtOnrt* oon Dr. 
r[i.f€S!7S Stuttgart, i. n. 

5ne6riiS^jiautfmann, *1 
6er Unloerfltfit KleL Ilr.ii 

fftuma^t tttt» »auHriiit, oon 

Dr ßerm. SteuMng, profeffor am 
Kgl. (Bpmnafium tn I0ur3en. Hr. 27. 

— ficlje aaä^: IjeI6enfage. 

HöMtllt. KurjerabrlftbestfigU^on 
Bor6 oon t)an6ebf(^iffen mige« 
aanbten ttells 6er Sc^iffa^rtsfunbe. 
Don Dr. 5ran3 Sdjulse, Direftor 



unb mitteIBo|*beutf(^e ©roS^ 
mit Jurjem lDörterbu<^ oon Dr. U). I 
©öftrer, Profeffor an ber Unioerfitfit 1 
Rofto(t. ttr. 1. ' I 

"" t"; ^i*5j-?.*f5:J«^«"' Deutf(^es, im| 



«. % eSfeben'fdie Terlag8haii4lutig> l^pzig* 



5or?t ö. (Bro6l».lani)T»lrttd»aftIl4«n 

Oerfudisanftalt ftuguftenbetg. Imt 

63 Siguren. Hr. 123. 
lläbaoogilt Im (Brunbrift oon pro. 

feffor Dr. W. Rein, Dlreftor öes 
)ä6ogogt]dien Seminars an 6er 
Intoerfltot 3ena. Hr. 12. 
- fßtfdyidiU htv, von ©berlcljrer 

Dr.Ij.lDeimerinnDlesbaöen. Hr. i4o. 
|liilS«nt«lO0U ©. Dr. Hub. IJoernes, 

prof.attberUnli)erntöt(Bra3. mit 

87 AbbUöungen. Hr. 95. 
^wnlUlpttfpthfivt. HedtttDlnUtge 

unb f Alefrolnnige flronometrle oon 

grofeffor 3. öonberllnn In Breslau, 
tu 12l5iguren. Hr. 260. 
Mfrrirelttitfe nebft einem Rvfianq fib. 
SAattenfonItruWon unb parallel- 

SertoeftlM oon ardjlteft f)ons 5reij« 
erger, Oberlehrer an ber Bauge- 

loeSfdluIe Xbln. ttltt 88 Hbbllb. 

Hr. 57. 
IlttroaiHMr^e »on Dr. H). Brubiö, 

Prof.a.b.UnfoerfltatStra6bttrgl.(E. 

tilü 15 flbbUb. Hr. 173. 
milattfc« m^i t^v Bau unb Ibr Ceben 

oon ©berie^rer Dr. <E. Dennert. 

mit 96 abbUbungen. Hr. 44. 
Ullanf cnlii0l«0ie oon Dr. H). ITtlguIa, 

Prof. 0. b. 5orfta!abemle (Elfena*. 

mtt60AbbUb. Hr. 127. 

«rfe nttb -tllft|ft«l#0le oon Dr. 
H). ntlgula, profenor an ber 5orft. 
atabemle (Hfenac^. mit 50 Hb« 
bllbungen. Hr. 141. 

l|lllf»tt|c«ir»i<M* 9o«* Einteilung bes 
gesamten pflansenretc^s mit ben 
»Idrtlglten unb befannteften arten 
oon Dr. $• Relnecfe In Breslau unb 
Dr. H). migula, ürofeffor on ber 
5arlta!obemle «fenodj. mit 50 
5iguzen. Hr. 122. 

llflattfftiwflt« mt, htv fßtmafftv 
oon Dr. U). miguIa, Prof. an ber 
5orftaf abernte Ctfcna«!^. mit 50 ab 
bllbungen. Hr. 158. 



Ißhavmakc^Mfkt. Don apotliejer 
5. S&mlttfjenner, afflftent am Bo» 
tan. 3nftttut ber ttedjnH<ben Qodj- 
trfjiiTs Itarlsnib«^ Hr. 251. 

Boii Dr. mar a>finl|d|er, Prof. a.b. 
UitEuf riitdi Koiitgsbccg. Hr. 281. 

- piiidifllogie lUtü £o^ü jur <ElnfüJr. 
h 61 e Pijllo^optyie oon Dr. ttn. 
CnctiUatts. mit 13 5tg- Hr 14. 

11 1) 0t o n rap It i c Dan prof . f}. Kegler, 
5adilcltter an öcr t t (Brapbttd?cn 
t:,.F.r- n'i^ lVr^irrh=;rtnftaU In iDlen. 
;;u. , *«,^iii uiiO i2 abbllb. Hr. 94. 

yittiftlt« m^tovttifajt, 1. deü : Hlcdia. 
ntf unb afuftl!. Don Dr. ©uftar 
3äger, Profeffor an ber Unloerfitol 
n)l?n. mit 19 abbllb. Hr. 76. 

11. ttell: Cld)t unb ©firme. Doti 

Dr. (buftao 3äger, profeffor an bei 
Unlo. Ölen, mit 47 abbllb. Hr. 77, 

III. aelX: €Ieftrl3ltat unb magne 

tlsmus. Don Dr. (buftao 3ägcr 
Prof. an ber Unloerftt&t UHen. mii 
33 abbUb. Hr. 78. 

— «»etiltidit» htv, oon a. Kljtner 
Profeffor an ber ©roft^. Realfdjul 
3U Slnsljelm a. € I: Die Pbpftt bl 
Heroton. mit 13 5lg. Hr 293 

1 1 : Die pbnf i! oon Heroton bis 3U 

(Begenroart. irilt 3 Slguren. Hr 294 

yiltflUialiriltr attfgabcnrammltttti 
oon (b. mabler, Prof b. matljem 
u. Pboflt am (bqmnaflum In Ulm 
mit ben Refultaten. Hr. 243. 



|lbt|ftltoliril|c formeiramittltttii 

oon (b. Itlaliler, Prof. am (Btim 
naflum In Ulm. Hr. 136. 

Iliitftilt, flic« bcft |lbcnblattbc«oo 
Dr. Bons Stegmonn, Konferooto 
am ©erman. Hadonalmufeum 3 
Hümberg. mit 23 dafeln. Hr. in 

Pcttih, ^cntfflie, oon Dr. KBorlnsf 
Do3ent a. b. Unlo. müncben. Hr. 4( 

lltfromcniicrcrci. ([ertll«3nbu{trie I 
meberel, U)lrferel, Öofamentlerere 
Spleen« unb 6arolnenfabrlfatio 
unb 5ll3fabrlIatlon oon Profeffc 
mar ©Urtier, Dlrettor ber König 
ICeAn. 3entralftene für tCertU^an 
jtt Berlin. m\i 27 5lg» Hr. 18 



CdmnilutidfiSscbeii^ltc: 80M 

^^ 6. 'J. egfdienTche Terlage))an<tlung> JUipzig, 



^fifAiüiüeit ttttb <0g{k 5ur Cinfüht. 
in Mc PItUofopljie, oon Dr. (tb. 
€Ifenl)ans. Utii 13 $iQ. Hr. 14. 

Ififadtaplftinh, evnnhvifl ber, oon 
Dr. <B 5. Cipps in Ceipjig. Witt 
3 5i0uren. Ilr. 98. 

^umptn, InibrattUrilie tmb i^neit- 
ntatirdt« J^nlasen. (Ein furjer 
überblid üon Rcgierunasboumetiter 
Ruöolj VoQbt, (Dbcriefrer an 6er 
' ll tjöberen irtafdiincnbau)diule in 
»fen iriitao^ilretdjenabbtlbungen. 

<<titeU«nJnm>e fnr bnttfitteti Oe- 

rdlidttr oon Dr. (Eorl 3acob, prof. 

0. ö. Unloerfüät Tübingen. 2 Bänöe. 

Ilr. 279. 280. 
Itfilmen, ItaitfmStmirdiei»« oon 

Ridjarö juft, ©bcrle^rer on 6cr 

©ffentlitfien ^anöelsle^ranftalt öcr 

DresbenerKaufmonnfdjaft. I. II. III. 

Hr. l.ft). 140. ih7. 
||«dit«lclrre. SlUdemcine, oon Dr. 

U1). Stembcrg in Cljarlottcnbnrg. 

I : Die metljoöc. Itr. 169. 

— n : Das Spjtem. Hr. 170. 
|led|t»rii|ttt« 9tr itttetmoHottitU 

0ett>erbltdte, oon 3 Iteubcrg, 

Katferl. Regierungsrat, TTtilglleb 6es 

Kaifertpatcntamts 3uBerlin. nr.271 . 
itebeleltrc. Hcutrd}«, o. Qans Probft, 

(Bnmnafialprofejfor in Bamberg. 

intt e*her (tafcl. Itr. 61. 
Pfa0imt#0erdrid)t<, 'Umenmntnt- 

lidie, oon D. Dr. Rtaf Cö^r. Prof. 

on 6er Uniocrfität Breslau, itr. 292. 

— ^nbifdie« oon Profeffor Dr. <E6« 
mun6 t)ar6i). Itr. 8a. 

— — Jlclje (mi\ Bu66^a. 

ster0Uid|enbctt, oon Prof. Dr. (Cb. 
flc^clis In Bremen. Ilr. 208. 
Il^man. <bef(^i(^te 6. 6eutf(^en Romans 
oon Dr. Qellmut^ ITlicIfe. Ilr. 229. 

iittmrdt-9(tttrdifft ißtfpvMi9hnAi 

oon Dr. €rl<^ Bemefer, profeffor an 

6er Unioerfltät Prag. Itr. Ha 
yttfftrdie« $erebiid| mit ®Ioffar oon 

Dr. <Erid} Bemefer, Profeffor an 6er 

Unioerfität Drag. fir. 67. 
flelje au^: (Brammattf. 



$adt«, Hatt«. Ausgewallt un6 er- 
läutert oon Prof. Dr. Julius Sa^r. 

$att0eti<«e« Das (Tterreii^ I : Sfiuge* 
tiere oon (Dberftubicnrat Prof. Dr. 
Kurt Campert, Oorfteljer 6es KgL 
Itaturalienfabinetts in Stuttgart 
mit 15 Hbbilbungen. Rr. 282. 

$dfitttetiltonrtn«ltti0ntn o. Prof. 3. 
Bonbcrlinn In Breslau. Rlü 114 5ig. 

$d)mavo%er n. ^dttttar^eirttttit 
inbcrtiermelt. (Erfte<HnfüI}rung 
in Me tierif(^e Sdimaro%errun6e 
0. Dr. 5ran3 o. IDagner, o. o. Prof. 
o. 6. Unloerj. (Bicßen. Rtit 67 ab- 
bllbungen. . Itr. iol. 

oon Jjans Hmrljeln in Qalle o. S. 
Ilr. 259. 

$drttl|>rari#. inet^o6if 6er Oolfs« 
fdjule 'Oon Dr. R. Seifert, Seminar- 
oberleljrcr in flnnabcrg. Rr. 50. 

mmpiisUi* BHuplMmmu* oon 
Bans 3ofob (Efirlftoffel o. (Brimmels- 
I)aufen. 3n Husnal)! l}erausaegeb. 
oon Prof. Dr. $. Bobertaa, Doaent 
on 6er Unioerfltät Breslau? Rr. 188. 

***5jj*f.«^f ??" P'<^f- Dr. tr^omos 
H<^elis in Bremen. Rr. 101. 

$ri%«tifalrriltiiti0ft. ITerttWnöuftrie 
II: Weberei, ©irferei, Dofamen- 
tiererei, Spi^jen* un6 <Bar6inen. 
fobrifation un6 5tt3föbrifation oon 
profeffor Rlor ©ürtler, Dtreftor 6er 
Königl. tCedinlfdien Sentrolftelle für 
(EejtiU3n6uftrie zu Berlin. Ritt 27 
5iguren. Ilr. 185. 

^pradihtttkmtiUv, mpüfätt, mit 

©rommottf, Uberfetjung. un6 Er- 
läuterungen 0. Dr. ßerm. 3an||en, 
Direftor 6er Königin Cuife-SAuIc in 
Königsberg i. pr. Rr. 79. 

§pvaAwirrtnrdian, «lenttfittirdte« 

0. Dr. Ri(lj. Coewe in Berlin. Rr.238. 
— |ln^90crtttiinirdic,o. Dr. R. Rlerin- 

8er, Prof. o 6. Unio. (broj. Ritt einet 
ofel. Rr. 5a 



^ 0. % eörd»en'fd»e VerUgshandlung, I^cfpzig. 



oon Dr. Aöolf Zaxmtt, prioatöosent 
an 5er UniDerfit&t IDten. 1: £aut« 
leljrc u. lDortIet)re I. Itr. 128. 

— — 11 :U)orlIel)re II u. Sijntoj. Itr. 25a 

— ^emitirriie, von Dr. (£. Brodel« 
mann, profeffor an btt UntoerfitAt 
Königsberg. Rr. 291. 

$taat*redtt« yrentirdie«, oon Dr. 
5ri% Stter-Sontio, profeffor an btt 
Unioerfitat Bonn. 2 ÖleUe. Rr. 298 
u 299. 

iiammt^kmtht^ 9*tttrfl{t, oon 
Dr. Ruöolf XXluäi, a. o. Profeffor an 
5. Unioerfltat tDien. lltü 2 Karten 
un6 2 Mein. Hr. 120. 

$tatik. I. (Teil: Die <BrunMel)ren 6er 
Stotif ftarrer Körper o. ID. ßauber, 
WpIoTO. 3ng. mit 82 $\q. Hr. 178. 

— IL (Teil: Ängcwanöte Stotif. IHÜ 
61 5l9uren. Hr. 179. 

^Unpgfopliiit nac^ öem Softem oon 
5. 3t. Babelsberger oon Dr. Albert 
S<^ramm,mitglle6 bes Kgl. Stenogr. 
3nftüuts üresben. Itr. 246. 

— Ce^rbud» 5er Derelnf a^ten Deutfdben 
Stenographie (^Inlg^Softem Stoue« 
Sdtrei)) nebft Sc^Iüffel, Cefeftüden u. 
einem Anfang o. Dr. Amfd, Ober« 
lebrer bes Kaoettenbaufes (Dranten« 
ftein. Itr. 86. 

^ttttdttmlt von Dr. iE. n)e5elln5, 

grofeffor a. 5. Unloerfltät (Cfiblngen. 
tlt34flbbU5. nr.201. 
iUrtomtitU von Dr. R. 6Iafer In 

Stuttgart. Rllt 44 5iguren. Rr.97. 
§iUknnbt von Karl 0tto ßartmann, 

(bewerbefdiuloorftanb In l!al)r. Rtlt 

7 DoUbilöern un5 196 T[ext«3nu« 

ftratlonen. Rr. 80. 
StilinoUgUt aUgcmeitit fl|cmir4|C, 

oon Dr. (Buft. Rauter In (R^ar« 

lottenburg. Rr. lia 

CttrfitrbllMfc, 9ie, mit bejonberer 
Bcrfl(ffl(^tlgung 5er fpntqetlftl^en 
Rtet^ooen oon Dr. ßans Bu<berer, 

ßrofcffor an 5er Kgl. Htd^n. ^o^« 
^ule Dresöen. Rr. 214. 
C«lcg[ra|>ltir, 9if «Uktrfrdt.c« oon 



^tftamtnA, Die <Entfte^ung 5es HIten 
TEeftaments oon Lic. Dr. R). Staerl 
in 3«ntt Itr- 272. 

— Die (Entftebung 5es Reuen lEefta« 
ments oon Prof. Lic. Dr. Carl (Tlemen 
in Bonn. Rr. 285. 

«fvtU-its^ttftri« II: meberei, RHr- 
(erei, pofamentiererei, Spleen« unb 
(5ar5inenfabriIatlon unb 5ll3fabrl« 
(ation oon prof. Vdoj^ (bürtler, Dir. 
ber Könlgllcl)en tCed^n. SentralfteÜe 
fflr I[estlt-3n5uftrle 3u Berlin. Ritt 
27 5i9. Hr. 185. 

- 111: R)öfd)erel, Blel^eret, 5&rberei 
unb l^re I)Ufsftoffe oon Dr.tDüb. 
ntaffot, Cel^rer an 5er preuß. böb. 
5a(bf(bule für Cei^Itnbuftric in 
Krefeld. Rtit 28 5ig. Rr. 186. 

8%enit0biftiaitkiJi(t[e^lfd)e IDfirmc» 
lebre) oon K R)alt^er un5 RL 
Röttluger, Dlpl.«3ngenleuren. Rllt 
54 5ig. Rr. 2k 

9;irrbi0l00ic I: Cntfte^ung un5 
IDeiterbilbung 5er Ziermtlt, Be« 
5lel)ungen 3ur organlfc^en Ratur 
oon Dr. ßelnriA Simrotb, Profeffor 
an 5er UnlDerfltät Celpjig. Rtlt 
33 abbllbungen. Rr. 181. 

-^ II: Bestellungen ber (Ctere jur or« 
ganlf<^en Ratur oon Dr. ^einrid) 
Stmrotl), Prof, an 5er Unloerfttat 
£eip3lg. Rtlt 35 Abbllb. Rr. 182. 

Sieroeoava|rl|ie oon Dr. Amolb 
3acobt, Profeffor ber Soologle an 
ber Kgt forftaf abernte 3u tCbaranbt 
Rtit 2 Karten. Rr. 21Ä 

9ittkunht o. Dr. 5ran3 o. R)agner, 
Profeffor an 5er Unloerfltät 6le(^en. 
RtU 78 Abbllbungen. Rr. 60. 

Citrreidt, |la»« I: S&ugetiere oon 
(Dberftublenrat Drof. Dr. Kurt Canu 
pert, Dorfte^er oes KgL Raturalien« 
tabinetts in Stuttgart Rtlt 15 Ab« 
bllbungen. Rr. 282. 

dtriitiiitUltre, Angemetnc un5 fpe^i« 
eile, oon Dr. pauI Rlppert in Berlin. 
Rr.228. 

«tfilie, oon Dr. (berl). Qeffenberg, 
prioatbo). an 5er Hedin. f)o^f(I)uit 



e. % earcbcnTcbt TerUgsbandlung, £,efpz{g. 



ilitUirriil|i#it>f mt« $«# 9fffittliil|», 

Don Dr. Paul Std^ner, ^qmnafial* 
Oberlehrer in Stoiifau. Hr. ISO. 

— •«ruiUitc b«# beittriii«ttyttttv- 

tiAfüweftn^ von Prof. Dr. 5rtc6- 
rid) Seiler, Dtreftor öes Kgl. (bxm» 
nafiutns 3u Cucfau. I. t£eil: üon 
anfang an bis 3um <En6c 6es 18. 
3aqrl}unöert$. tlr. 275. 

II. (teil: OoTit Beginn bes 19. 

3al)r^unberts bis auf bie <5egen* 
»art. Ilr. 276. 

Ifrgerdtidlt* l^tv mtufdilftH o. Dn 
niori3 Ijoemes, Prof, an ber Unio. 
IDien. mit 53 m>hüb. Xlr. 42. 

iftr^fbertredtt« an» htntfdit, an 

literarifdien, fiinftlerifdjen unb ge» 
iDerblidien S(t)dpfungen, mit befon« 
berer Berfi(ffid)tigung ber inter« 
nationalen Verträge oon Dr. (Buftao 
Rauter, PatentaniDAlt in (Rjarlotten- 
burg. Itr.263. 

ffttfidttvtm^«>mtKtl$tmtaik oon Dr. 
aifreb CoeiDij, Drof. an ber Uni©. 
Sreiburg i B. Itr. 180. 

fftvftditvunMn»tTtn, 900, »on Dr. 
iur. Paul nlolben^auer, Dosent ber 
Derfidierungswiffenjc^aft an ber 
l)anbels^0(^f(^ule Köln. tlr. 262. 

ff'iiktvkmtht oon Dr. ntic^ael Qaber« 
lanbt, prioatbosent an ber Unioerf. 
H)ien. mit 56 flbbilb. Itr. 73. 

y^ikftlieb, IIa« bettirdt«, aus* 
gen)äl)lt unb erläutert oon Profeffor 
Dr. 3uL Salir. tlr. 25. 

P0tk*nfitifdiafttltht0 o. Dr. Carl 
3oI}S. 5u<^s, Profeffor an ber Uni* 
oerfität 5wiburg i. B. tlr. 13a 

PfilktwivifAafUpoimk oon prS« 
fibent Dr. tt. oan ber Borgbt in Ber» 
Iln. Ilr. 177. 

ftfaintavUlth, 9a0, Im Oersmaße 
ber UrfArift überfe^t unb erläutert 
oon Prof. Dt. I). aitljof, ©berle^rer 
0. Realgpmnafium ilDeimax. Hr. 46. 



^tüUitvvtu htvPtgglmHht mit 

austoa^I aus minnefana u. SptüA* 
bic^tung.^ mü Hnmerfungen unb 

Seinem IDorterbudj oon (Dtto (Büntter. 
'^i^* ^^:®berrealfdjule unb a. b. 
edjii.IJo^f(^. in Stuttgart Hr. 23. 
^mttknnbt, oon Dr. KarIQaffatf, 
Profeffor an ber H)iener Qanbels^ 
afabemie. I. Seil: Unoraanif<be 
IDaren. mit40abbiIbungen.IlriS. 

"SÄurgr^S?.S*"- "^ 

uqt unb tDärme. Don Dr. (Buftao 

3ä9er. profcr^^r an h^t UiilMriität 
tüten, mit 47 ÜbhMh. Hr. 77; 

mohitnatntk) sort K njsütber u. 
Ex H°**!^ecr. SfpIOngenfeuren. 
mit 54 Stgurew, Ilr '2Ji 
IMörrtTtrfi. ierHIOnöuffde III: 
lÜQfctjerei, Bleit^eret, 5arf>erei unb 
Itfte EjilMtoffe Uün Dr.mtllj.mQfJot, 
f f ttT«r an b«t pteuft. ^gl). faditAuIe 
]\\x üeftilintmTtrie In Krefeld, tJtit 

28 5^fl. nt. ise. 

y«ff<5. f ö*. unb feine Oenoenbung 
in 3nbuftrie unb (Bemerbe oon Dr. 
«nift £eber,l)ipL.3ngen. inSaoIfelb. 
mU 15 Äbbttbungen. Hr. 261. 

ffitbtrtU tCertiliJnbuftrie ü: tDe> 
berei, IDirferei, Pofamentiererei, 
Spieen- unb (Barbinenfabrilation 
unb 5il3fabrifation oon Profeffor 
mar (bilrtler. Bireftor ber Kdnigl. 
Ceqn. 3cntraIfteUe für QDcrtiUJn« 
buftric 3u Berlin, mit 275ia. nr.185. 

IpliirhtrH. (Ce;tiU3nbuftrie n. IDe* 
berei, UMrferei, Pofamentiererei. 
Spieen« unb (Sarbinenfabrilotion 
unb 5U3fabriIation oon Profeffor 
majf (Bürtler, Bireltor ber Köntgl. 
(Cedin. 3entralftene ffir ([ertU>3tu 
buftriesu Berlin, mit 275ig. Ilr. 185. 

mtt^lfram von Ciril|ettl»ad|. Qart» 
mann o. Aue, IDoIfram o. <Efd>en« 
bad) unb <Bottfrieb oon $tra|bura. 
Husna^I aus bem l)8f . ^os mit 
Hnmerfungen u. IDbrterbuq o. Dr. 
K. marolb, Prof. a. Hat 5riebriAs- 
foneg. 3. Königsberg l pr. UrT^ 



$aniiiilun0 88$cben 



3e in elegantem 
Ceinioan66an6 



6. 'J, 6drd}en'rcb€ YerUgsbandlung, Hefpxfg. 



80}^f 



yHivtfrlmilr na^ 6er neuen öeutf^en 
Reditf^^reibung Don Dr. Qeinric!^ 

— ftmdit*, oon Dr. 5cr6. Detter, 
pxof.anb. UnioerfitOt Prag. tlr.6i. 

iei4|cttrd|itlc Don prof. K Klmmid^ 
in Ulm. Ittit 17 tCafeln in tLon», 
5arben« unb (Bolbörud u. 135 Doli' 
unb lEestbilöern. tlr. 89. 



i»iil|twtt, iS^tomtMfdtt^, oon Q. 
Betfer, Hrcl^iteft un6 teurer an 6er 
Baugeverlfd^ule in tnog6eburg, 
neu bearb. o. Prof. 3. Donbcrlinn, 
biplom. un6 ftaatL gepr. 3ngenieur 
in Breslau, mit 290 5ig- un6 23 
tTafeln im (Eest. Xtr.68. 



IDettere Bänbe crf^eirten in rafc^cr S^Ige. 



G. J. Qöschen'sche Verlagshandlung in Leipzig. 



GmnilriBderHanilelsseoiniphie 

von 

Dr. Max Eckert 

Privatdozent der Erdkunde an der Universität {diel 
2 Bände 

I: Allgemeine Wirtschafls- und Verkehregeographie 

Preis: Broschiert M. 3.80—, geb. in Halbfranz M. 6.— 

II: Spezielle Wirtschafte- und Yericehrsgeographie 

Preis: Broschiert M. 8.—, geb. In Halbfranz M. 9.20 

r\ieser Grundriß ist ein Versuch, die Handelsgeographie als ein ein- 
^^ heitliches wissenschaftliches System, das die gesamte Wirtschafts- 
und Verkehrsgeographie umfaßt, darzustellen. Ihr Wesen und ihre 
Aufgaben bestimmt der Verfasser dahin, daß sie von der Kenntnis der 
allgemeinen Lage und der orographischen und hydrographischen Vor- 
aussetzungen aus die gründliche Einsicht in die Erwerbs- und Ver- 
kehrsverhältnisse sowohl eines einzelnen Landschaftsgebietes bzw. 
eines einzelnen Wirtschaftsreiches, als auch der gesamten Erde, unter 
steter Berücksichtigung der wichtigsten klimatologischen, geologischen, 
volkswirtschaftlichen und politischen Faktoren, vermittelt. 



Leltloden der Hondelsseosropliie 



Dr. Max Eckert 

Preis: In Leinwand geb. M. 3.— 

r\ieser Leitfaden ist für die Hand des Schülers bestimmt. Er ist im 
^-^ allgemeinen ein Auszug aus dem vorstehenden „Grundriß der 
Handelsg.eographie" ; wenn sich aber auch die stoffliche Verteilung 
im großen und ganzen nach diesem Werk richtet, so sind doch in 
einzelnen Punkten bedeutende Veränderungen vorgenommen worden. 
Außerdem wurde das statistische Beiwerk auf ein Minimum beschränkt 



0. J. 



SP^ 



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WIDENER 
CANCELLED 



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