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Full text of "Stettiner entomologische Zeitung"

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HARVARD UNIVERSITY. 



LIBRARY 



MUSEUM OF COMPARATIVE ZOÖLOQY. 

te3 







yku.aA^/<J/ l<j(Tl^ 




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FEB 19 1901 






^^^^ 



B&tomologbche Zeitang. 



ftft. Sahrgting. 



Mit 5 colorirteD Tafeln. 



Preis des Jahrgangs bei directem Bezug 
durch den Verein: 

= Mark. = 



STETTIN 1894. 



Druck von R. GraBsmann. 



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•. ^♦'■ 



^■' ^: 



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Entowologische Zeitung. 



Herausgegeben 

von dem 



entomologisclieii Vereine 



STETTIN. 



Fttnfundfttnfzigster Jahrgang. 



T 



Stettin 1894. 
Drack Ton R. Grassmann. 



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/«'^ 



i . :3 '■ 



I' ff -; ii ' : ' . . 11 1 



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F£ß iO 1901 



Entomologische Zeitung 

herausgegeben 
von dem 

efitomologisehen Vereine zu Stettin. 

Redaction: ^^ Commission bei den Bach- 

T^* ii^s.«s«v Ytai»»« v^*a<*-^«^..« handl. Fr. Fleischer in Leipzig tu 
Bn HAlamk DolUPÄ, Voml^ender. ^ Friedländep ft Solm in Berün. 

Mr. l—B. 55. Jalugang. Januar-März 1894. 

lieber eiiilge neoe, von Merrn l FruMorfer 
auf Java entdeckte Coleopteren. 

Von H. J. Ilolbe. 



Unter d6n zahlrdchen, von Harm Fruhstorfer auf 
Java gesammelten Coleopteren befinden sich recht werthvolle 
uxnd theäweise neue Arten, von denen im Folgenden einige 
behandelt werden sollen, welche Herr Fruhstorfer so liebens- 
wtLrdjig war, der Sacpmlung des königlichen Museums fttr 
Naturk^de geschenkweise zu überlassen. Ihm sei dafür an 
diesem Orte herzlich gedankt,. 

An erster Stelle erlai^be ich mir, 
einen sehr merkwürdigen Lamellicornier 
vorzuführen. Dieser, ein Angehöriger der 
^Ateliden» -erscheint als eine fast völlig 
isolirteForm in dieser Käfergruppe, welche 
bekanntlich im w&rmeren Amerika eine 
UuQgpere Reihie eigenartiger Gattungen mit 
hüb^ah^ und auffallenden Arten aufweist. 
Bemerkenswerth ist nun der Fruhstorfer'sche 
K&fer vor Allem durch die ;i(iemlich groBen, 
■^weit vQirstjrfaenden, ßiQhelförinigen Mandibeln, 
.welphe, zwei vorgestreckt^ Hörnern gleich, 
fde^ft^ Käfer euieir gewissen Schmuck verieihen. Ic|i g^tatte 
mr, diQ nem Gattung ..^. JShren ihres Entdeckers mit dem 
Humen'. . ^- >; ::.■<'.■ ,■,:''. 

. F|nihfttQ]fei;iä 

XU belegen. Diese. Gärung ist.ii^ der Familie der Ri^teliden 

Stett. entomol. Zeit. 1894. , ^ 




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zu der Gruppe der Pelidnotinen zu stellen, wofür das sehr 
kurze Labrum, die 10-gliedrigen AnteDnen, das mit der Stirn, 
verwachsene, breit abgerundete Eopfschild, die quer stehenden 
Vorderhüften und das hinten gerandete Pronotum die Belege 
abgeben. 

Es ist diese indeß die einzige Gattung der Pelidnotinen,. 
welche der Osthemisphäre angehört; die aus mehreren Gat- 
tungen bestehende artenreiche Gruppe war bisher auf da» 
tropische und subtropische Amerika beschränkt. 

Das indische Gebiet beherbergt jedoch noch einige andere^ 
durch abweichende Ausbildung der Mandibeln ausgezeichnete 
Formen aus der Familie der Ruteliden, Abweichungen vom 
Typus, die eben nur bei den vereinzelten asiatischen Gattungen^ 
nicht aber bei irgend einer Rutelide eines anderen Erdtheil» 
vorkommen. Zudem findet sich eine solche Ausbildung der 
Mandibeln in keiner anderen Familie der Lamellicornier wieder^ 
ist aber bekanntlich in der Familie der Lucaniden eine dei> 
meisten Arten zukommende Auszeichnung des männlichen 
Geschlechts und hat bei vidien Arten einen hohen Grad von 
Vollendung erreicht. Diejenigen vereinzelten Ruteliden des 
indischen Gebietes, mit welchen Fmhsiorferia hinsichtlich der 
Gröfie der Mandibeln sich vergleichen läBt, sind 

Didrepanephorus aus Nord-Indien (Wood-Mason, Attiw 
Mag. Natur. Hist. 5. Ser. H. Vol. 1878 p. 422) und 

Bicanloceplialiis aus Birma (Gestro, Annali d. Mus. (Sv. 
Genova. XXV. 1888 p. 623). « 

Diese beiden Genera gehören aber zu der speziellen 
Gruppe der Rutelinen und unterscheiden sich beträchtlich von 
Fruhstorferia^ denn sie sind mit der indischen Gattung Parastaaia, 
zunächst verwandt, eine Verwandtschaft, an der Fruhstorferia 
nicht den geringsten näheren 'Antheil hat. Nach der Abbil- 
dung des Dicauloeephalus zu schliefen, ist Fruhstorferia dieser 
Gattung am ähnlichsten. 

In der Körperform und Färbung ähnelt die neue Gattung: 
manchen der kleineren Djnastiden, nainentlioh Bothyrms und 
SeaptophUus, 

Das Eopfechild (der Clypeus) ist vorn sehr abschüssig 
mid steht fast vertical zu der Stirn; es ist vorn breit abge- 
rundet. Die Seiten des Clypeus zeigen am Grunde einen ab- 
stehenden Zahn und sind vor diesem tief ausgerandet. Stirn 
und Clypeus sind miteinander verwachsen, zwischen ^beiden 
ist in der Mitte keine Spur von einer Naht zu sehen, aber 
die nach den Seiten zu vorhandene vertiefte Linie beweist, 
daß hier die Spur der Nahtlinie zu suchen ist. 

Stett. entomoL Zeit. IBM. 



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Di^ einfachen, schicken, laag^o, Mandibelp sia4 gegen 
'eiQan4ß' sichelförmig gebogen, fast so lang wie das Pronotupa 
upd; angespitzt; dlß Spitze ist etwas aufwär^ts gebogeob, der 
ganze- Innenrand einfach und die leichte Kr^minung der B»U9ken^ 
Seite eine sehi^ gleichn^ä^ge. Die Augenleiste (der Canthus) 
ist plattenförmig, zienüich gioß ijnd steht winklig vor. Pie 
^tiri^ ist eben. 

Der breijte u^d oberseits convexe Prothorax ist an den 
Seiten geri^ndet; die Hinterw:inkel sind stumpfwinklig abge- 
rundet Der Hjintei^rand ist mit einem aufgeworfeneu Rande 
versehen, iji der Mitte vor dem Scutellum aber ungemndet. 
Die Mitte des Hinterrandes ist breit, aber nur wenig nach 
iiintea voifge^ogen. 

Das Scutellum ist dreieckig, doppelt so breit als lang; 
seine Seiten sind gerundet, die Spitze kurz und stumpfwinklig« 

Die Flügeldecken sind bis hinten hin fast gleiohm&Big 
breit und am Ende breit abgerundet, im übrigen sehr einfach 
gebildet. 

Der Prosternalfortsatz ist vorn eingesenkt, nach hinten 
^ber senkrecht zur Längsaxe des Körpers au%erichtet und 
bildiet dann eine etwas verbreiterte, nach hinten zu ver- 
schmälerte und abgerundete Platte. Die Yorderhüften stehen 
-quer. Der Mesosternalfortsatz fehlt. 

Die Beine sind kräftig entwickelt, die Vorderschienen 
tiußen dreizähnig; die Rückenseite der geraden Mittel- und 
Hinterschienen ist unbewehrt. An den Tarsen sind die vier 
«ersten Glieder kurz, das Krallenglied aber, namentlich d^iS- 
jenige der Vordertarsen, kräftig entwickelt, gekrümmt und 
an der Innenseite mit eivem Zähnchen versehen. Von den 
beiden Krallen ist die äußere etwas größer und tief gespalten, 
die innere schlanker. 

Das Fygidium ist kurz und gewölbt. An der Unterseite 
sind die Vorder-. Mittel- und Hinterbrust, sowie der Hinter- 
rand der Schenkel behaart. Die vier ersten Bauchschienen 
des Abdomens sind recht kurz; das erste, den intercoxalen 
Fortsatz liefernde Segment des Abdomens ist in der Mitte mit 
-einem Längskiel versehen. Das fünfte Segment ist in der 
Mitte mehr als doppelt so lang als die vorbeigehenden Seg- 
mente. Das sechste (letzte sichtbare) S^ment ist leinten aus- 
gerandet 

Charakteristik der Gattung Firukstorfer^. 
Corpus robustulum band incy^satmn, glabrum, peiitore 
breviter piloso. 

Stett «ntomol. Zeit 1894. 



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Caput Simplex. Mandibulae longissimae, porrectae, fal- 
ciformes, graoilee, simplices, acuminatae, apice pauluium sur- 
8uni fiexo. Clypeus vertioalis antice late rotundatus, lateribus 
basin versus sinuatis dentemque exstantem basalem utrinque 
praebentibus. Prons et clypeus connati, vestigio suturae inter 
has partes lateraliter impresso, me^io autem nullo. Ganthus 
majuseulus laminiformis, extus rotundate angulatus. Labrum 
brevissimum. Antennae 10-articulatae, clava elongata. 

Prothorax sat latus, lateribus rotundatis, angulo postico 
rotundato-obtuso, basi utrinque distincte marginata, lobo ante^ 
scutellari brevi immarginato. Scutellum latum breve, lateribu» 
rotundatis, apice obtuso. 

Elytra aequaliter lata, pone medium haud ampliata. 

Processus prosterni intercoxalis antice sat profunde im- 
missus, dein super coxas elatus, laminiformis coxasque postice 
superans. Processus mesost^rni intercoxalis oullus. 

Pedes robusti, tibiae primi paris extus tridentatae, secundt 
et tertii paris margine extero inermi, recto, simplice. Tarsi 
incrassati, articulis 4 pritnis brevibus; articulo unguifero, prae- 
sertim tarsorum anticorum robustulo et incurvato, intus denti- 
culo armato; unguiculo interno gracili, extero majore pro- 
funde ßsso* 

Die Spezies, auf welche die Gattung gerundet ist, möge 
heißen 

Frnlistorferia javana n. sp. 

Gastanea, nitida, mandibulis clypeoque rufocastaneis et 
nitidis, illorum apice nigro, hoc opaco, haud vel indistincte 
punctato, punctis autem limbo propioribus distinctis; fronte 
paree distincte punctata, subnitida, postice glabra^ impunctata, 
laevi; macula iiTegulafi pronoti juxtamarginali vittaque «ingula 
elytrorum obliquata, a callo humerali usque ad callum ante- 
apicalem pertinente, nigris; — pronoto nitido ^rope mar- 
gines laterales opaco, dorso distincte undique punctato, punctia 
inter se remotis, punctulis autem subtilissimis densis inter illa 
conspicuis; scutello subtilissime et obsolete confertim punc- 
tato, punctis nonnuUis utrinque majoribus; elytris nitidis^ 
limbo laterali et apicali opaco, totis irregulariter punctatis^ 
ad basin ipsam laevioribus et subtiliter punctatis, stria dis- 
coidali impressa longitudinali obsoleta; pygidio breviter flavo- 
piloso, punctulato, punctis ut acu exsculptis, subdensatis, irre- 
gulariter positis, minutis; pectore abdomineque fuscis^ 
nitidis, illo flävo-piloso; pedibus laete rufocastaneis, femorum 
latere postico apiceque, apice omnium tibiarum dentibusque 
anticorum nigris; tibiarum anticarum dentibus tribus externis 

Stett. entomol. Zeit 1894. 



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brevibus, dente xaeöiö deoii antenori appreadmato^ tarsis nigro- 
castaneie Tel nign», a^rtficulM ad partem bmameiB. >*^ Long, 
oorp., maudib« exeep^^ 29 mm« 
W est- Jura, Gcbitge. 

Enobitonia^ • 
eine neue Gattung der Galliobrominen. 

Der ZoAopteins stispectns Kits; (Noteö Leyden Mus. VII. 
1885. S. 125. Tttf. 4. Fig. 8) von West-Java unterscbeidet 
sieb von den echten ZonopUrus- Arten so bedeutend, da£ die 
Annabme sich aufdrängt, diese Spezies geböte einer beson- 
deren Gattung aü. Kitsema selbst scheint .dies 1. c. schon 
vermuthetzu haben; weilflnn aber nur ein einzelnes Weibchen 
vorlag, so ist es begreiflich, daB er die Art vorläufig noch 
in der Gattung Zonopterm belieB. 

Herr Pruhstorfer fand die ebenso seltene wie schöne 
Spezies in einigen Exemplaren im Gebirge West- Javas wieder 
auf, und zwar in beid^ Geschiechlern. 

Die neue Gattung unterscheidet sich von Zonopterus durch 
die nndeutiichen oder theilweise fehlenden Riechfurchen der 
Antennen, die tiefer getrennten tuberCula antennifera, das ge- 
krümmte 3. AntennengHed, dessen äuBere Spitze meh^ aus- 
gezogen iöt, und den abweichend gebildeten Prothorax. Die 
Seiten des Prothorax werden von je einem glatten, dicken 
und breiten, aber vedängerten Längs wulst eingenommen, der 
von der Rückenfläche durch eine tiefe, breite Furche getrennt 
ist. Beim Männchen ist dieser Längs wulst länger und erreicht 
beinahe die Basis des Prothorax, beim Weibchen ist er kürzer. 
An der Basis ist der Prothorax eingeschnürt. Der Rücken 
desselben ist glatt und vor dem rundlich vorgezogenen Vorder- 
rande der Quere nach etwas eingedrückt. Beiderseits der 
Mitte der Scheibe befindet sich ein Eindruck. Auf der Unter- 
seite des Ph)tbDnqs^. geht dec ^Sckb S^itenwulst ohne Naht 
und Eii;idrq<^ in dcus copvexe Stern<nm über. Dei: Pvosternal- 
fortsatz i§t^ breite paroJUelse^tig ,uqd n^ig sla^k gebogen; mm 
Auße^^en £^m IBlnd^ sind : biAter den Hüften von den 
EpJ&ternen weit getrennt. Bei ^onopterusi i^ d^r Projsternf^l^ 
forti^a^ schmäler,^ hinten; nach einwäürts stark umgebo^^ 4n4 
am, EmdejBta^k ya^broitert, > derart,; daß ^eine AuÄenecken 
bi^tcF 4^ Jäijf^n ^,^ die) Episteraea . sehr nahe herantr^tea 
und ffut denseJh^ 8idt>: fas^ . verbinden* Die Si^benkel sind 
im JBasfidth^il, nj^menü^ch bdn^ Männchen, breiter nijd, md;^T 
zi9Bamm^pge4rüi^kt a|& ^bei Zqnqptem». 

8t«tt. eatomol. Zeit. 1894. 



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8 

Charafetenstik von Ifoaldtoiiia n« g. 

Tubercultt antennifera profunde separata. 

Antennarum articulus < ieithis distincte curvatus, apice 
ejus exteriore produeto; sulci olÜBtctorii desuat aut parum 
coDspicui apparent. 

Prothorax latus, latera longitudinaliter crasse callosa, 
callus elongatus glaber a dorso suleo profunde separatus; 
dorsum glabrum, nitidum, fere impunctatum, utrmque disci 
inaequaliter foyeolatum, ante marginem antieum transv^isim 
depressum; pars basalis circuito eonstricta. 

Processus prosterni intercoxalis latiusculus, plus minusve 
arcuatus, parallelus vel postice vix latior, apice postico utrinque 
haud iobato acetabulisque anticis postice late apertis. 

Femora basin versus compressa in mare latiora, in femina 
angustiora. 

Zur Vergleichung lasse ich hier folgen eine originale 
CharaJs:teri8tik von Zon(^^teni8 Hope. 

Tubercula antennifera parum ebvata, sulco tenui vix 
separata. , 

Antennarum articulus tertius plus minusve rectus, apice 
exteriore haud producto; sulci olfactorii inde ab articulo tertio 
usque ad ultimum distincti. 

Prothorax simplex superne punctato-rugosus, opacus vel 
subnitidus, lateribus tubere medio indistincto exstructis^ dorsum 
lateraliter inaequale, subtuberculatum, disco simplice planato 
vel subconvexo; pars basalis circuito eonstricta. 

Processus prosterni intercoxalis angustior, valde arcuatus, 
postice admodum dilatatus, lobo utrinque apicali pone coxas 
cum epistemorum lobo conjuncto vel parum ab hoc separato; 
acetabula antica itaque fere clausa. 

Femora in utroque sexu basin versus aequaliter sensim 
attenuata, parum compressa. 

Beschreibung der EEchitonia suspecta Rits. 
(J GraciKs, prothorace majore, latiore; callo utrinque 
lateral! longiore, totam fere longitudinem laterum occnpante, 
OTibtiliBsime rv^eAo^ fere opaco; antennia longioribus et ro- 
bttstloribus quam in $, tertiam elytrorum partem apicalem 
perti]»enlibug, articulis quinque primis nigris vel nigro- coeruleis, 
aräculo quinto obscuro interdum basin versus infuscato, arti- 
culis ceteris ferrugineo-flavis; elytrorum foscih aut flavo- 
aut albo-sericeis, fascia (plaga) lutea basali ovata, nee suturam 
nee latera attingente, lo4am autem basiu oecupante, fascia 
media latera haud attingente; gula brunnea; pectoribt»9 medio 

Stett. entomol Zeit. 1894. 



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9 

et postico abdomineque luteo-ferrugineis, marginibus plus 
minusve obscurioribus, eegmento abdomiDaii ultimo (scilioet 
OCUÜ6 aperto, i. e. sexto) postice^ medio inciso; femoribus 
iatioribus, baeiiD versus oompressis tibiisque paululum latis et 
compressia* — Long, corpw 39 — 56 mm. 

$ Minus gracilis, prothorace angustiore, callo utrinque 
laterali pauIo breviore, glaberrimo, nitido, impunctato; an- 
tennis dimidium elytrorum haud superantibus, articulis qua- 
tuor primis nigro-coeruleis, articulo quinto interdum infuscato; 
fasciis elytrorum luteis, basali et postmediana majoribus, 
4»t suturam et latera attingentibus, postice plus minusve rectis 
vel obliquatis, fascia postmediana interdum postice dentata; 
gula nigra; pectoribus medio et postico abdomineque ob- 
scurioribus, illis obscure rufo-plagiatis, hujus segmentorum 
medio et parte postica luteis; segmento abdominali ultimo (6.) 
postice sinuato; femoribus gracilibus, basin versus angustis 
tibiisque compressis minus latis. — Long, corp, 39 — 51 mm. 

Einige Stücke beiderlei Geschlechts vom Gebirge West- 
Java's. 

Auffallend ist die verschiedene Größe der vorliegendem 
l^emplare, sowohl des inäiinlichen wie des weiblichen Ge- 
schlechts. Die degaote Form und Färbung fallen namentlich 
bei den größeren Männchen auf. Die Ausdehnung der dunkel- 
^Iben Färbung ist in beiden Geschlechtern verachieden. Beim 
Männchen erscheint die gelbe Färbung im Grundtheile der 
Flügeldecken als große ovale Makel, welche weder <tie Naht 
Boch den Seitenrand erreicht und nur in der äußeren Bc^sal- 
ecke an den Schultern den Rand der Flügeldecken berührt. 
Auch die breite gelbe Binde hinter der Mitte der Flügeldecken 
erreicht beim Männchen nicht den Seitenrand und ist hinten 
wie vorn mehr oder weniger ausgezackt oder ganzrandig. 
Bei einem der großen Männchen folgt ein von der gelben 
Binde ausgehender schmaler Streifen gegen die Spitze der 
Flügeldecken hin der Naht. 

Die breite gelbe Basal binde der Flügeldecken umfaßt beim 
Weibchen das ganze Basalviertel vom äußersten Seitenrande 
bis zur Naht. Ebenso reicht die hinter der Mitte befindliche 
^uerbinde vom Außenrande bis zur Naht und ist hinten zu- 
weilen ausgezackt. 

Bei einigen Männchen ersch^nt die Färbung der Flügel- 
decken auffallend anders; denn die Makeln sind bei diesen 
Btü^ken weift tomentirt, während sie bei den übrigen Stücken, 
auch bei den weiblichen, gelb tomentirt sind. 

Butt, eotomol. Zeit. 1894. 



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10 

Die ADtenoen sfod ^U>, aber die 5 ersten Gliecier der 
Männchen ßehwarz bis schwassblau; di^ fünfte Glied ist 
zaweüen n(ur ai^gebräunt«. Auqh. ßind die Antennen l&ogei; 
als beim Weibern and errdeben das, ApieejdrMtel der flügtl^ 
decken. Beim Weibe^hen sind n^ur die 4: ersten Gl^edec 

I; auBerdem das gelb- 

s ist bedingt durch 
ntenschwiele, welche 
bgegrenzt ist. Diese 
Qchen größer, inatt- 
chen etwas kleiner, 
jh ist der Prothorax 
größer als derjenige 

n Männchen gelb; 
ganze Kopf. Ebenso 
der Hinterleib gelb- 
Beim Weibchen 
her die dunkle Fär- 
bung nimmt Ueberhand und läßt auf dem Brustabsohnltt nur 
dunfcelgelbbraune Wische und auf dem Abdomen je eine 
rundliche gelbe Makel auf der Mitte und den gelben Hinter^ 
rand der mittleren Segmetlte übrig. 

Die zusammengedrückten Schienen und der ^usammen^ 
gedrückte Basaltheil der Schenkel sind beim Männehen breiter 
als beim Weibchen. Das 6. sichtbare Abdominalscgment i£i 
beim Männchen in der Mitte des Hinterrandes eingeschnitten;. 

Die Gattung 2ono]^tenis 

enthielt bisher die folgenden Arten: > 

1. flavitarsis Hope, Trans. Linn. Soc. London XIX. 1843 
p. 111. Tab. lÖ. Fig. 7; Ritsema, ÜTotes Leyd. MusL 
XII. 1890 p. 174. — Silhet, Himalaja. : 

2. consanguinens Rits., Notes Leyd. Mus. XL 188d 
p, 10. — Himalayai 

3. grandis Thoms./ Revue et Mag: Zool. (3.) VL 187& 
p. 31; Not. Leyd. Mus. VIL 1887 p. 127. — Mafecca. 

4. magnificns Bates, Proceed. Zool. Soc: London 188^ 
p. 391. — Borneo. 

5. redemaimi Nonfcied, Deutsche JBntOtn^.Z^itschr.; 1891. 
S. 274. — Oeyk>n. . : . i. 

Hieran schließt sich die Beschreibung der folgenden neue^ 
Spezies von Java. . . : . 

Stet«, entomol. Zeit 1894. "^ 



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11 

Zonoptem» frihi^oiftri n. sp; $; 

Nigro-velutinus, antemiis luteis, artieolö basali rafo apicem 
versus paulo obscurato; elytüs n^ris ftavö-b^fttödtttis^ fasciiö 
suturam et marginem pertinetitibus, altera postbftsali redtft 
majore, altera postmediana obliquata, minore; pedibus fc^ru- 
gineis, femoribus fusco-n^ris basin versnis ttrfis, pe(JtOi^ ab- 
domineque fusco-nigris flavo-sericeis, iflo partim föseo; -^-^ 
capite rugoso-punetato antice laevigato, ihedio fiföfeato, oewloft 
versus punetato; antennis tertiam eljtrorum^ partem capientibus 
scapo rüde punetato, apice extus spinam emittente; pro* 
thorace vix breviore» quam medio latiore, antiöe et posticö 
constricto, tubere laterali mediano rotundato, medioeritör pro^ 
ducto, callo laterali, tuberi anteposito, transverso; dorso elevatö 
et inaequali, rüde punetato, callo utrinque anteapic6li sub- 
glabro; eljtris latiusculis subcostatis, brevissime tomentosid; 
sternis abdomineque subnitidis subtilissime punetatis puud-^ 
tisque intersparsis majoribus praeditis, punetis s^mentoruni 
abdominalium majoribus, quam in metasterno minoribus; seg- 
mento ultimo (scilicet oculis aperto) postice rotundato, integro. 
— Long. corp. 43 mm. 

Süd-Java, Gebirge, ein Weibchen (Fruhstorfer). 

Diese schöne Art gleicht in der Größe ungefähr dem 
Z. grandis Thoms. von Malacca, unterscheidet sich aber durch 
die Färbung der Antennen und der Beine und durch die 
Form und Ausdehnung der Flügelmakeln. 



Beiträge 



Eenntniss der Longicornier (Goleoptera). 

Von H. J. Kolbe. 



m. 
Phantasis und Phrissoma. 

Die Systematik dieser Gattungen war bis in die neuere 
Zeit recht unklar geblieben; Arten der einen Gattung wurden 
in die andere versetzt, oder beide Gattungen sogar zusammen- 
geworfen, obgleich sie wirklich ganz scharf unterschieden 
sind. Zum Theil ist die Verwirrung aus dem Umstände zu 
erklären, daß die Weibchen der Phantasis- krieu verkannt 
wurden, weil die Form des letzten Tastergliedes, was bis 

Steti «ntom<^ Zeit 1894. 



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12 

Jetzt noch nicht bekannt geweeen. zu seia acheint, in beiden 
Geschlechtern eine ungleiche ist. I^acordaire hat die Syste- 
matik dieser Gattungen in seinen ^Genera des Col6opt^es* 
Sd. IX, S. 286 jedoch theilweise schon ganz richffig ent- 
wickelt. 

Auch Thomson hat in dem. ^E^ai d'une Classification 
des Cerambycides^ 1860 S. 25 bei Aufstellung der Gattung 
JPhantasis eine Anzahl Unterschiede zwischen dieser und 
Phmmma hervorgehoben. Um so aufiGallender ist es dem- 
nach, da^ Baron von Harold in den Mitth. d. MOnchener 
Bot. Vereins IL 1878 S. 51 schreiben konnte: ^Ich kann 
mich nicht dazu entschließen, die^e Formen {FharUasiiQ gene- 
risch von Phrissoma zu trennen oder gar wie Lacordaire 
will, in zwei verschiedene Gruppen zu bringen.^ Dement- 
sprechend vere^ligte auch Quedenfeldt Arten von Fhßn^qM& 
mit Phrisaoma (Berlin, Ent. Zeitschr. 1882 S. 337); ebenso 
Fairmaire (C. R. Soc. Entom. Belg. 1882 S. 55); nicht 
aber Gerstaecker (Jahresber. Hamburg. Wiss. A^mt, 1^ 1884 
8. 61 und v. d. Decken's Beißen in Ost- Afrika ^I. Bd. 
2. Th. 1873. S. 256). Auch P^ringuej hat die Gattung 
PhantoLm erkannt (Transact South Äfrican Philos. Spe. VI. 
4892. S. 79). 

Ein wichtiges Kennzeichen und Unterscheidu^gsmittel der 
genannten Gattungen liegt in der Bildung des Epistoma« 
Dieses ist entweder vorgezogen, so daß der Clypeus unsicht- 
bar ist, während das Labrum sich scheinbar direkt an das 
Epistom anschließt, oder das Epistom ist vorn abgestutzt 
(nicht vorgezogen), und vor demselben ist der Clypeus sicht- 
bar als ein kui*zes gelbes oder gelbbraunes Verbindungsstück 
zwischen Epistom und Labrum. 

Wenn wir bei Betrachtung dieser Unterschiede einen 
Blick auf die gesammten Lamiiden werfen, so eyhalten wir 
folgende Uebersicht, woraus sich die Aufstellung zweier 
Gruppen ergiebt, die aber ohne Zweifel keinen rein syste- 
matischen Werth haben. 

Zur I. Gruppe, Lamiiden mit unsichtbarem Clypeus, 
gehören die Dorcadioninen, Monileminen und Phantasiinen 
(mit der einaigen Gattung Phantasis), Auch bei einigeq Gat- 
tungen der Baräinen (Phryaesihes und Temnasceli^) und qoch 
bei vereinzelten Gattungen anderer Lamüdengruppen ist der 
Clypeus durch das Epistom mehr oder weniger deutUch verdeckt. 

Zur n. Gruppe, Lamiiden mit freiem Clypeus 
gehört die große Masse der übrigen Lamiiden. Auch Pbr%$aoma 
ist eine Gattung dieser Gruppe und femer die neue Gattung 

Stett. entomol. Zeit. 1894. 



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19 

ÄcarUheg^s, wdche aus Arten besteht, d^en Zugehörigkeit zu 
Phantasü, also zur I. Gruppe, bisher stets ftüteohlich ange- 
nommen ist und niemals angezweifelt zu sein scheint In der 
That ist der Glypens Ton Acarähesihes deutlieh sichtbar und 
das Epistom verkürzt. Aoantheathes kann cdso garnicht bei 
Phantasie stehen und ist demnach näher mit Phrissoma^ nebst 
Trachjatolß und Lamia, verwandt, welche die Gruppe der 
Lamiinen bilden; sie gehört aber zur Gruppe der Parmeninen^ 
welche durch den Mangel einer Cicatrix am Ende des Scapus 
von dßn Lamiinen sich unterscheidet. In der Gruppe der 
Parmeninen zeigt Acan^iesthes (deren Arten in Sud-Afriko^ 
leben) einige Aehnlichkeit mit den australischen Gattungen 
Stychus und Microtragus. 

In einer Uebersicht veranschaulicht, stellen sich die er- 
wähnten Gruppen in folgender Weise dar: 

I. Epistoma protractum, cljpeus inconspicuus, scapi 
cicatrix nulla. Metasternum brevissimum. — Hierher 
die Dorcadioninen, Monileminen und Phantasiinen. 
U. Epistoma obtusum, haud productum, cljpeus distinctus^ 
Metasternum brevissimum. 

A. Soapi cicatrix nulla, — Parmeninen nebst den 
Dorcadidinen und Hexatrichinen. 

B. Scapi cicatrix distincta. — Lamiinen. 

Die voriftehenden Gruppen enthalten die Lamiiden mit 
sehr kurzem Metasternum. Es folgt dann die lange Reihe der 
Lamiidengruppen mit verlängertem Metasternum. 

Phardaais, Acanthcsehes und Phrissoma, welche bisher theil- 
weise durcheinander oder zusammen geworfen oder mit ein- 
ander verwechselt wurden, sind also nicht nur drei von ein- 
ander gut geschiedene Genera^ sondern gehören auch zu ebenso^ 
verschiedenen Gruppen, nämlich 

Phantasis zu den Phantasiinen, 
Acanthesthes zu den Parmeninen und 
Phrissoma zu den Lamiinen. 
Die neue Grattung Aeanthesthes ist für Phantasis crispa 
Gmel. Oliv, {^dentitulata Thoms.) und amyderoides White auf- 
zustellen und folgendermaßen zu charakterisiren: 

Epistoma obtusatum, haud productum; clypeus conspicuua 
distinctus. 

Scapus antennarum cicatrice apicali carens. 
Palporum articulus ultimus breviter ovatus, incrasdatus. 
Pronotum tuberculo magno tumido discoidali, posti(^& 
biapicato, instructum. 

8i«tt. entomol. Zeit 18M. 



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^4 

Mjtfa brevkura, minus quam in genere Phcattasi veur 
trieoBa, ovalia, humms oarentia. 

Tibiae mediae extus integcae« 

F^QiOüa pbätloa abdominie apioera siqpeirantia. 

Processus intercoxalis se^entl abdominalis primi irigonalis, 
aokgttstatus, aeitki& 

Die 0«ittung stimmt mit J^m^oma ttber^ in der Bil- 
dung des Bpistoms und des intercoxalen Fortsateee des erst^i 
Abdominakegments, mit I^antam in der Bildung des Scapns 
und beinahe oder theilweise aueh des letEten Palpengliedes, 
unterscheidet sieh jedoch von beiden durch die Mdung des 
Pronotums, der Flfigddecken, der Mittelschien^ und der Länge 
der Hinterschenke]. 

Durch die vid weniger bauchigen Flügeldecken und die 
längeren Hinterschenkel weicht AcaiMesthee schon beim ersten 
Anblick von Pkomktsis ab. 

Soweit ich aus den Besohreibimgen ersehe, gehören auch 
Phantom tub&^eu&fera Tiioms^ bra^deroides Thoms., heros 
Pascoe und hipporhina White zu Äcanthesthe$, 

Hier mögen noch die Charakteristiken vtiu Phmiasis und 
Pknssoma Platz finden: 

Phantasis Thoms. 

Ep^toma protractum;^ cljpeus incon^icuus. 

0capus aptennarum cioatrice apicali carens. , 

Palporuu\ afticuhis ultimus incras^atus, securiformis ((J) 
aut ovatus (apice truncato) ,«^ut subsecuriformis ($). 

Pronotum yalde inaequale^ seriebifis du^ibus aliquot tuber- 
culorum lae^isuois mar^n^ anticum et posticum pertlnentibuS) 
4ul)erculif 2 duplic^s mediis majoribus. 

Elytra ampla ventricosa, humeris plus . minusye Cß>renti^. 

Tibiae pedum secundj paris extus iiitegrae« j^EiedJQ levissime 
dilatato et subangulato. 

Femora pedum tertii paris s^picem abflominis haud per- 
(inefttia. .,-..■,,■• > ■ ,. , ^. > > . . , • ■ 

, Pl*9(?es8|i8 intercoxaiis segmenti, abdpminalip prjpai w^br 
trigonalis, latiof et brevior quam in geuj^re PhrissQn^ate,,, 

^ . Pie^JhergeböreE^.^^an^^a Gu^r. (^roÄterpffm/Tbopis.)» o»er- 
nica Thoms., pharUoma m., stupida m., gorgo m., carinata Bl&tgrf, 
umhraiica m.^ ßdsegua m^^ «a«5t^awa ^JB^i^., ,;5j>iß9^rw»?i Tfcoms., 
tßrribilk Xhoms,^ satoßica T^hpma.,, om^no^a xß.^ p^rificakt m., 

occtdenialis Lansb. ms' r 

Stett eatomol. Zeit 1894. • • ^ , ,. . . . > 



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15 

'' ' Epifiitioma. obtimatuiki, olypieu» eonspiouus* 

Scapu8 anteDnarum cicatrice iastructus^ hac maa^ne tetnd 
costiformi cincta. 

Palporum articulus ultimus gracilis^ elongato-ovatus. 

ProDOtum plus miousve laeYigatum aut inaequale, medio 
tantum paululum tuberculato. 

Elytra ovalia» quam in genere Phant<m angustiora, humeria 
ßubangulatis distinctie. 

Tibiae pedum secun^i paria extue sinuatae. 

FoxQora pedum tertü paris apicem el^rorum haud per; 
tioentia. 

Processua intercoxalis segmenti abdominalis primi trigo- 
nalis, angiistatus, acutus. 

Hierher geboren die Arten crispum F, Gast., umhrinuvr 
White, terremm White und terricolum Thoms. 

Aus Vorstehendem mag ersehen werden, da& aiph Phan- 
ta9iS) Fhrigsomß und AcarUkesthe^ durch ^ne Reihe von Merk^ 
malen /vcmein^indeir. unterscheiden, und daB dieee^ Merkmale 
theüweiee esipen höheren systematischen Werth haben, als 
ihn Gattungen der Longicornier beanspruchen, z,, B. auÄer 
der ^n hervorgehobenen Bildung des Epiatoms und dep 
C^peus namentlich , die Bildung, der MitteUchienen, das Vor- 
handensein odear Fehlen der Cicatrix am Ende des Fühler- 
«c^ftesy die Form de? lets&ten Palpengliedes. 

I^i^l^cn macht Baron von Harold wiederum die 
Bemerkung (Coleppt. Hefte 1879 Bd. XVI. 8, 175), da& eine 
wiederholte Beschäftigung mit dem Gegenstande ihn in. der 
AJWlicbt bestHikt habe, daü Phaniam und PAris9omß nicht von- 
einander zu trennen seien; auch Pascoe habe, keine besonderen 
Unterschiede gefunden. Dieser unterscheidet nämlich Phantasie 
von Phrissoma hauptsächlich durch die Abwesenheit des 
Humeralwinkels der Flügeldecken (Journal of Entom. 11. S. 279). 
^^Phrisaoma sanri^Hcum^ Harold (Mitth.. d. .-Münch. Ent. 
Ver. n. S. 51) und' retrospinosum Harold (Col. IJefte XVI. 
8. 175) geböten nach unseren Darlegungen ddmnach zu 
Phanta^s. 

' Itk det'QMiiing ÄnariheBthes heti ffir d^e'BpeiA^ denHculata 
Thoms. der ältere Name crispa Gmel. OMv. einzutreten; 
gmeUni Ofemm.- ist gleiöhfellö ein Öyutoriym zu crwpÄ Gmelin. 
Uebrigens vermengt Olivier unter senief crfopa zwei Arten 
miteinander, von denen die eiaae (Entom.. IV.j67i.Taf. 3. 
Fig. 18) :d«utHGh/daa'üloon(A0t^65i0nfi^a.€hxkeL. ijsI, .ifnährcnd 
die Fig. 87 auf Taf. 12 nur ein PÄr^^N^n^^^sein kann. Aus 

. Stett entomol. Zeit. 189i. .1 ; ; ^ .: i • u- - 



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16 

der kurzen Beschreibung S. 112 (IV. Bd. 67) ist nichts Be- 
stimmtes zu entnehmen, welches auf die eine oder die andere 
Art zu beziehen wäre. 



Es ist interessant, zu bemerken, wie das Ineinandergreifen 
von Morphologie und geographischer Verbreitung auch bei 
der Betrachtung der eben erwähnten Longicornier-Grpppen 
wieder zum Ausdruck kommt. Es haben nämlich diejenigen 
Gruppen der Lamiiden, welche durch die complicirte Bil- 
dung des Epistoms (insoweit dieses in auffallender Weise vor- 
gezogen ist und den Cljpeus bedeckt) ausgezeichnet sind, eine 
beschränkte geographische Verbreitung; die Dorcadioninea 
sind nur auf einen Theil des paläarktischen Gebiet«, die 
Phantasiinen nur auf das äthiopische Gebiet und die Mo- 
nileminen auf den südwestlichen Theil von Nordamerika 
beschränkt. Dagegen erfreuen sich Gruppen der Lamiiden^ 
mit einfachem Epistom meist einer sehr weiten Verbrei- 
tung; die Parmeninen z. B. sind über alle Erdtheile ver- 
breitet. Wir nehmen an, daB die complioirtere Bildung des 
Epistoms das Produkt einer neueren Zeitperiode ist, während 
wir für die elementare Bildungsstufe der großen Masse der 
Lamiiden nothwendiger Weise in eine frühere Zeit zurttck- 
schauen müssen. Eine weitere Verbreitung der Formen jener 
höheren Organisationsstufe war aber bei der Gonatellatioa 
der Erdtheile unmöglich geworden. Die auf höherer Organi- 
sationsstufe stehenden Gruppen und Gattungen haben daher 
eine beschränktere Verbreitung, als die auf tieferer Organi- 
sationsstufe befindlichen. 



Uebersicht der Arten von Phantasis. 
I. Antennae large et longius setosae: 

phantoma n. sp., stupida n. sp., gorgo n. sp. 
n. Antennae vel parce vel indistinete vel haud 
setosae. 
a. Granula eljtrorum ut dytra ipsa tota tomentosa: 

gigantea Gu^r. 
bu Granula eljtrorum glabra, nitida. 

Aa. Ck>stae eljtrorum reetae, int^ae, glabrae: 
earinata F&hr. 

Stett. entomol. Zeit. 18M. 



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17 

bb. Ck>8tae eljtrorum continuae, haud interruptae, glabrae, 
fere rectae, perpariim flexuosae tuberculieque utrinque 
appressis exstructae: 
retrospinosa Har. 

cc. Costae elytromm flexuosae, tuberculatae, tuberculis 
interdum separatis. 

a. Carinulae duae proDoti anticae mediae laüus 
separatae, plus minusve parallelae: 
aa. Interstitia tuberum pronoti glabra: 

sansibarica Har. 
ßß. Interstitia tuberum pronoti punctata vel ru- 
gulosa : 

hrachyceroides Kolbe, ominosa n. sp., peiri- 
ßcata n. sp. 
ß, Carinulae duae pronoti anticae mediae approxi- 
matae, postice conniventes. 
aa. Interstitia tuberum pronoti glabra: 
auguria a sp., umbraHca n. sp. 
ßß. Interstitia tuberum pronoti punctata vel ni- 
gulosa : 

adsequa a sp., dolosa n. sp., apedrum Thoms. 
dd. Eljtra tres series tuberculorum praebentia, seriebus 
reotis neque flexuosis, tuberculis erectis, inter se 
separatis: 

avemka Thoms. 
Die Arten PharUasis terribiUs Thoms., saianiea Thoms, 
und oeddentaUs Lansb. sind mir unbekannt. 

Phantasis phantoma n. sp. ^ $. 

Nigro-fusca, setis nigris erectis restita; capite antice, 
pectore pedibusque griseo-fuscis; abdomine nigricante utrinque 
triseriatim maculato; maculis serierum duarum exteriorum 
albidis, serie tertia interiore lineaque mediana fuliginosis; 
antennis robustis hirtis, apicem versus glabris; tuberculo 
utrinque juxtaoculari indistincto; prothorace haud breviore 
quam latiore, punctato, dorso medio biseriatim octo-nodoso, 
Bodis quatuor mediis paulo magis inter se distantibus, quam 
anticis et posticis, his minus distinctis; elytris tricostatis, 
costis alternatim tuberculatis, interstitiis granulatis, granulis 
nitidis interstitiorum exteriorum crassioribus, interstitii lateralis 
confluentibus, apice utrinque breviter dentifero; metatarso 
pedum posticorum duplo longiore quam latiore, articulo secundo 
vix breviore quam latiore. 

BUHL entomol. Zeit. ItM. ^ 



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18 

$ Palporum articulo ultimo late «ecuriformi; eljtris altius 
costatis, granulis interstitiorum majoribua. — Long. corp. 
28 mm. 

$ Palporum articulo ultimo calyciformi, apice obtusato; 
elytris yentricosis longioribus, costis tuberculiferis minus ele- 
vatis, granulis interstitiorum minutis multo parcius disse- 
minatis; antennis minus crassis. — Long. 32 mm. 

Bin Paar (cj $) vom Tanganijka-See, wahrscheinlich 
im Südwesten desselben gefunden (P. Reichard). 

Phantasis itupida n. sp. $. 

Griseo-fusca, capite, prothorace elytrisque pilis erectis 
brunneis sat dense vestitis^ costis elytrorum griseo-rufis, pectore 
pedibusque umbrinis, basi apiceque femorum pallidioribus; 
abdomine fusoo, brunneo- et griseo-umbrino seriatim maculato; 
antennis robustis hirtis, apicem versus glabris; palporum 
articulo ultimo ovato, latiusculo, apice minus late obtusato; 
tuberculis antenniferis vix porrectis, rotundatis; pro- 
thorace transverso, punctato, disco quadrinodoso, nodis mo- 
dice elevatis, carinis antemarginalibus duabus mediis postice 
convergentibus, tuberculis 2 antebasalibus mediis minus distinctis; 
elytris tricostatis, costis rectis utrinque granulatis, granulis 
laevibus, nitidis, deplanatis; interstitiis punctatis, subtiliter 
parce granulatis, apice utriusque elytri sinuato, angulis parum 
aeque porrectis; metatarso pedum posticorum dimidio lon- 
giore quam apice latiore, articulo secundo brevi, transverso. 
— Long. 29 mm. 

Süd-Afrika? 

Phantasis gorgo n. sp. $. 

Fusco-nigra, capite distincte, prothorace minime, elytris 
nullomodo pilosis nee setosis; vertice medio pronotoque per 
mediam longitudinem griseo-serieeis, pectore pedibusque fuligi- 
nosis, his apicem versus nigricantibus; abdomine nigro-füsco, 
seriebus quinque macularum pallidioribus, duabus utrinque 
exterioribus griseis, serie media continua vittiformi; capite 
punctato, tuberculo utrinque juxtaoculari distincto; antennis 
irobustis et large setosis; palporum articulo ultimo late secu- 
riformi; prothorace haud breviore quam latiore, fere im- 
punctato, hie et illic subtiliter punctato, dorso longitudinaliter 
bis^iatim 8-tuberculato, tuberculis 2 anticis cariniformibus 
postice conniventibuß, tubereulis 2 posticis exiguis, 4 discoida- 
libus majoribus; elytris oblongis haud ventricosis, scabris, 
serrato-costatis, tuberculis costarum subacutis aut rotundatis, 

StetU entonaoL Zeit. 1894. 



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t9 

mierdfiiiis profuiule foveolatis et granulatis, duobus exterioribus 
Tude reticulatis; apice elytrorum utrinque sinuato, aügiilo 
«uturali paulo producto, angulo exteriore papilliformi; p^um 
posticorum metatarso dimidio longiore quam latiore, articülo 
«eouodo paulo breviore quam latiore; segmento ultimo brevi, 
anedio impresso, postice obtusato. — Long. corp. 32 mm. 

Bei Mpwapwa in Deutsch-Ostafrika am 5. Juni 1890 
1 (J (Dr. F. Stuhlmann). 

Die Art ist ausgezeichnet durch die länglich-ovalen Flügel- 
•decken, den nicht oder nur sehr schwach und zerstreut punk- 
ürten Prothorax und die kr&ftigen Antennen, derea erstes 
Olied stark beborstet ist. 

Phantasis braehyoeroides Eolbe $, 
(Stettiner Entom. Zeit. 1893, S. 257). 

Der Beschreibung des $ kann ich jetzt diejenige des 
$ hinzufügen, da ich einige in den Zusendungen des Herrn 
Oskar Neumann aus Deutsch-Ostafrika enthaltene Exemplare 
der Gattung Phantom nur auf diese Art beziehen kann. Der 
«Körper ist größer als beim (^, der Hinterkörper mit den 
Flügeldecken bauchiger, die Rippen derselben weniger hoch, 
^las letzte Palpenglied schmäler und der Prothorax kürzer. 

Diagnose: Femina mare major, elytris admodum ven- 
tricosis, prothorace breviore, palporum articülo ultimo an- 
gustato, subsecuriformi, duplo longiore quam latiore; costis 
«eljtrorum minus altis et minus sinuatis, distincte continuis^ 
tuberculis mediocribus, interstitiis costarum profunde foveolatis 
•et granulatis, apice utriusque elytri paulo sinuato, angulis per- 
f>&rum productis. — Long. $ 29 — 34 mm. 

Umgegend von Tanga, März 1893; Magila, Anfang 
Mai und Eorogwe, Mitte Mai 1893, von Oskar Neu- 
manp. Ein (^, zwischen Magila und Eorogwe Anfang Mai 
gefunden, mißt 25 mm. 

Phantasis ominosa n. sp. ^ $. 

Umbrina, vage fusco-maculosa, femorum apice pallido, 
Tcntre indistincte seriatim pallide et vage fuseo- maculatö; 
capite punctato, tubercuk) utrinque juxtaoculari indistincte, 
iuberculis antenniferis elevatis subacutis, vertice punctato, fovea 
media vix punctata; prothorace tuberöse foveolato, sub- 
rugoso, tuberibus mediis biseriatis, carinulis duabus anticis, 
eat distantibus, paulo curvatis, tuberibus duobus mediis dupli- 
4^atis, spatio mediane binodulo et foveolato, tuberculis 2 postieis 
«ndistinctis; elytris parum scabrosis, costis paulo elevatis« 

Stett. entomol. Zek. 1894. ^ 



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20 

plus minusve vel dupliciter Tel alternatim tuberculatis, inter- 
stitiis foveolatis et granulatis; apice utriusque eljtri subsiouata^ 
angiilo interiore minime porrecto, exteriore breviter apicatov 

(^ Elytris ovatis postiee modo abruptis; palporum arti- 
culo ultimo late securiformi; eegmento abdominali ultimo postiee 
rotundato. — - Long. corp. 23 mm. 

$ Eljtris ampliatis loDgioribue^ postiee sensim et modiee 
declivibus; palporum artieulo ultimo angustato, paulo longiore 
quam latiore, apiee truncato; segmento abdominali ultimo 
breviore, postiee medio aliquante sinuato. — Long, corp^ 
25 tnm. 

Ein (^$ von Mrogoro in der Landschaft Ukaml 
(Deutsch-Ostafrika) in der Zeit vom 16.— 18. Mai 1890 voa 
Dr. F. Stuhlmann gefangen. 

Die Art ist der Ph, brachyceroides ähnlich, unterscheidet 
sich aber durch etwas anderen Habitus, die Sculptur der 
Flügeldecken und im weiblichen Geschlecht durch kürzeres 
letztes Palpenglied. 

Phantasis petrMcata n. sp. $. 

Minus crassa, postiee acuminata, atro-fusca, griseo-varie- 
gata, pectore toto femoribusque basin versus umbrinis eorum- 
que apice pallido, abdomine utrinque biseriatim griseo-macu- 
lato, medio interrupte tenuiter vittato; tuberibus antenniferis 
antice rüde punctatis, tuberculo exiguo infra exstructis; an- 
tennarum scapo ante apicem constricto; palporum articula 
ultimo angustato, apice obtuso; prothorace transverso rudi, 
foveolato, supra bicristato, cristis longitudinalibus ante mediumi 
interruptis, parte posteriore bituberculata, spatio dorsali rugata 
tuberculis 2 exiguis praedito; elytris subscabris postiee acu- 
minatis, medium versus ampliatis, costis paulo elevatis distincte 
tuberculatis, tuberculis nitidis altemis vel dupiicatis; inter- 
stitiis profunde foveolatis parce granulatis; apice utriusque 
eljtri paulo sinuato, angulis perparum productis, angulo interiore- 
rotundato, exteriore obtuso. — Long. corp. 27 mm. 

Ein Exemplar (?) aus ügogo in Deutsch-Ostafrika im? 
Juni 1890 von Dr. F. Stuhlmann gefunden. 

Die Spezies gehört in die nähere Verwandtschaft von 
Ph. brachyceroides. 

Phantasis angnria n. sp. $. 

Minus crassa, postiee attenuata, fere acuminata, fere tota 
fulvo-umbrina, ventre, abdomine pedibusque pallidioribus, ab- 
domine Seriebus sex macularum fuscarum ornato, maculis. 

Stett« entomol. Zeit 18di. 



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21 

^eriei utriusque externae majoribus, utroque elytro maculis 
'sex fuscis exstructo; tuberibus aDtenniferis subelevatis rotuo- 
<dato-depres8is, tuberculis 2 anticis (frontalibus) distinctis^ ver- 
tice longitudinaliter canaliculato haud puoctato; palporum arti- 
ciilo ultimo breviter Bubovato, apice obtuso; prothorace 
vix loDgiore quam latiore, tuberoso, haud punetato, tuberibus 
biseriatis, carioulis anticis approximatis postice couvergentibus, 
tuberibus duobus mediis modice separatis duplicatis et crassis, 
tuberculis duobus posticis exiguis; elytris ovatis postice aJi- 
<|uanto eloDgatis, sensim et modice dehiscentibus; costis paulo 
elevatis tuberculisque laevissimis uigris ornatis, costa prima 
4id basin callosa; interstitiis costarum parum et haud pro- 
funde foveolatis, parce iuaequaliter nigro-granulat^s; apice 
utriusque eljtri sinuato, angulo interiore breviter porrecto, 
exteriore apicato. — Long. corp. 27 mm. 

Am Jipe-See (Deutsch-Ostafrika) von v. d. Decken 
gefunden. 

In dem Werke ^von der Decken's Reisen in Ost-Afrika'^ 
in. Band 2. Abth. S. 256 ist dieses Stück unter dem Namen 
Fh. gigantea Gu^r. aufgeführt. 

Phantasis umbratica n. sp. ^. 

Ph. auguriae similis, umbrina, fusco-vari^ata, pedibus 
fulvo-umbrinis, apice femorum griseo-albido, tarsis fuscis; ab- 
<lomine utrinque biseriatim griseo- et fusco-maculato; tuber- 
culis duobus frontalibus distinctis; vertice impresso et pro- 
funde punctato, punctis similibus postocularibus; palporum 
articulo ultimo late securiformi; prothorace haud longiore 
quam latiore, tuberöse, vix punctato, tuberibus biseriatis, me- 
-dianis compressis duplicatis, carinulis duabus anticis inter se 
approximatis, postice convergentibus, tuberculis posticis in- 
distinctis; elytris brevibus ventricosis alte convexis, postice 
valde dechvibus, costis sat elevatis plus minusve sinuatis, 
•distincte tuberculatis, costa prima ad basin simplice; inter- 
stitiis costarum foveolatis et subtiliter vage et iuaequaliter 
granulatis; apice utriusque elytri sinuato, angulo interiore 
breviter porrecto, exteriore apice mammUliformi exstructo; 
«egmento ultimo brevi, medio postico obtuso. — Long. 
<5orp. 24 mm. 

Sansibar, 1 (J. 

Vielleicht ist dieses Exemplar nur das ^ zu auguria $, 
<la die habituelle Verschiedenheit nur ein Geschlechtsunter- 
«chied sein kann. Neben Unterschieden in der Beschaffenheit 
der Sculptur der Flügeldecken finden sich noch andere; na- 

Stett entomol. Zeit 1894. 



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22 

mentlich ist hervorzuheben, daß bei un^atica der Vertex eih^^ 
gedrückt und tief punktirt und auch der Raum neben der 
Grube hinter den Augen punktirt ist, während bei aaguria 
der Scheitel glatt, unpunktirt und nur von einer vertieften) 
mittleren Längslinie durchzogen ist. 

Von Ph, sansibarica ^ unterscheidet sich umbraUca na- 
mentlich durch die rauhere Sculptur; die Tuberkeln der Mtigef' 
deckenrippen sind höher, die Graneln auf 4en Zwischen- 
räumen unregelmäßig gestellt, die Grübchen tiefer. Bei scm- 
sibariea stehen die Graneln auf den Zwischenräumen der 
Flügeldecken in je einer regelmäßigen Reihe. 

Die ähnliche Ph. brachyceroides hat hinten etwas aus- 
gezogene und mehr verlängerte Flügeldecken. Die Höcker 
der Flügeldeckenrippen sind höher, die Zwischenräume zwischea 
den Rippen schmäler. Die Spitzen am Ende der Flügeldecken 
treten weniger vor. Der Prothorax ist gerunzelt und punk- 
tirt Die Stimhöcker sind undeutlich oder fehlen. Das End- 
glied erscheint etwas weniger breit. 

Fhantasis adsequa n, sp. ^, 

Umbrina, fusca, pectore et ventre fulvo-umbrinis, pedibus 
fuliginoso-fuscis, apice femorum anguste ferrugineo-flavis, ventre 
nebuloso-maculato ; capite antice punctato, tuberculis duobus 
frontalibus nullis; vertice toto parce punctato, medio impresso 
ruguloso et foveolato; palporum articulo ultimo late securi- 
formi; prothorace pauIo longiore quam latiore, tuberöse^ 
foveolato, punctato, ruguloso; tuberibus dorsalibus biseriatis^ 
duabus earinulis anticis inter se approximatis postice conver- 
gentibus, spatio intermisso callo medio glabro exstructo; 
tuberibus duobus mediis altis biapicatis, sulco medio tuber- 
culis duobus minutis exstructo; tuberculis duobus postici» 
indistinctis; elytris ovatis, postice modice abruptis, ubique 
scabris, seriebus tribus tuberculorum duplicatis, tuberculis sub-^ 
acutis retro versis, interstitiis profunde foveolatis et granuloso- 
tuberculatis, apice subsinuato, extus utrinque apicato; meta- 
tarso pedum posticorum duplo longiore quam latiore,. 
articulo secundo haud breviore quam latiore; segmento 
ultimo postice rotundato-obtuso. — Long. corp. 25 mm. 

Bei Mpwapwa in Deutsch-Ostairika am 7. Juni 1890 
(Dr. F. Stuhlmann). 

Diese Spezies ist der ominosa sehr ähnlich, aber die 
Elügeldecken sind gestreckter als bei dem ^ dieser Art, der 
Vorderkopf ist stärker punktirt, die beiden Kiele vor dem 
Vorderrande des Prothorax anders beschaflfen, die Sculptur 

Stett entomol Zeit. 1894. 



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23 

der Flügeldecken rauher, der Metatarsus und das folgende 
Glied länger. 

Ebenso steht adsequa der brachyceroides nahe, aber die 
Antennen sind weniger dentlich beborstet, auch kürzer und 
weniger kräftig; die beiden Kiele vorn auf dem Prothorax 
stehen näher beisammen, der Zwischenraum zwischen beiden 
ist glatt und mit einer glatten Beule versehen, bei bracht^ 
ceroides gerunzelt. 

Fhantatis doloia n. sp. $. 

Crassa, postice obtusa. fusca, eljrtris terreis, pedibus, ab« 
domine ventreque fusco-umbrinis haud maculatis, apice tan- 
tum tibiarum isabellino-pilosis; tuberculis duobus frontalibus 
distinctis; antennarum scapo ante apicem haud constricto; 
palporum articulo ultimo subsecuriformi, angustato, apice 
obtuso, dorso curvato; prothorace transverso, biseriatim 
tuberoso, carinulis duabus antids postice convergentibus, 
tuberibus duobus discoidalibus binodulis, spatio intermisso 
dorsali tuberculis duobus exiguis praedito; elytris ovatis 
postiee obtusis, pone medium latiuscuUs, costis subdepressis, 
flexuosis, tuberibus costarnm vix elevatis, interstitiis parum 
foveolatis granulisque nitidis dispersis praeditis; apice utriusque 
eljtri sinuato, angulo suturali paulo producto, angulo exteriore 
obtuso; metatarso pedum posticorum dimidio longiore 
quam latiore. — Long. corp. 28 mm. 

Keren, Abjssinien (Beccari). 

Diese Art ist habituell von auguria $ recht verschieden; 
die größte Breite der Flügeldecken liegt nicht in der Mitte, 
sondern hinter derselben. Auch sind diese hinten abgestumpft 
und nicht allmählich verjüngt. Der Prothorax ist breiter und 
kürzer, seine mittleren Höcker sind wulstiger. Die beiden Stim- 
höcker unterhalb der Tubera antennifera sind weniger deut- 
lich. Das schmale Endglied der Palpen, welches bei auguria 
ziemlich kurz ist, ist hier länger. 

Fhantasis gif antea Gu^r. 

Phantasis proserpina Thoms. ((J) — Physis. I. 1867. 
8. 29 — ist identisch mit gigantea Gu^rin (Iconogr. d. r^gne 
anim. III. 1844. S. 241), von der Thomson nur das $ 
kannte. Die von diesem Autor 1. c. ang^ebenen Unter- 
schiede (längerer Körper, dunkle mit braungelb untermischte 
Färbung, beilförmiges Endglied der Palpen, längere und hinten 
mehr abfallende Rügeldecken und mehr hervortretende Tu- 
berkeln) sind keine Artunterschiede; denn die Form dea 

Stett. entomol. Zeit 1804. 



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24 

Körpers, der Flügeldecken und des Endgliedes der Palpen 
sind sexuellen Verschiedenheiten unterworfen. Das ^ hat 
etwas längere, hinten mehr abfallende Flügeldecken, stärker 
hervortretende Höckerreihen auf denselben und ein beilförmiges 
Bndglied an den Palpen. Thomson hat seine proserpina 
nach einem (^ beschrieben und mit dem $ von ffigantea Gu^r. 
verglichen. Von der Färbung seiner gigantea sagt Gu^rin: 
^brun terne avec de faibles taches nebuleuses un peu cen- 
dr^ sur les ^lytres^. Dieses deckt sich mit Thomson''8 
Angabe bei proserpina: ^fusca, pubescentia brunneo-flava 
. variegata.^ Hierin ist kein eigentlicher Unterschied zu finden. 

Au&ählnng der Arten der Oattnng niantaais. 

1. Phantom phantoma n. sp. — Tanganijka-See. 

2. PÄ. stupida n. sp. — Süd-Afrika? 

3. Ph. gorgo n. sp. — Deutsch-Ostafrika: Mpwapwa. 

4. Ph, gigantea Guer. Iconogr. d. regne anim. IH. 1844. 
S. 241 $ (proserpina Thoms. Physis. I. 1867. S. 29 (J) 
Gaffraria, Damara. 

5. Ph. carmata F8.hr. Öfversigt Vetensk. Akad. Förhandl. 
1872. No. 2. S. 29. — Transvaal. 

6. Ph. retrospinosa Harold, Col. Hefte XVI. 1879. S. 175. 
(sub Phrissoma) — Malange in Angola. 

7. Ph. sansibanca Harold, Mitth. Münch. Ver. 1878. 
S. 51 (sub Phrissoma), — Britisch-Ostafrika: Ukamba. 

8. Ph. brachyceroides Kolbe, Stettin. Entom. Zeit. 1893. 
S. 257. — Deutsch-Ostafrika: Dar-es-Salaam, Tanga, 
Magila, Korogwe. 

9. Ph. ominosa n. sp. < — Deutsch-Ostafrika: Mrogoro in 
der Landschaft Ukami. 

10. Ph. petrißcata n. sp. Deutsch-Ostafrika: ügogo. 

11. Ph. auguria n. sp. — Deutsch-Ostafrika: Jipe-See. 

12. Ph, umbratica n. sp. — Sansibar. 

13. Ph. adsequa n. sp. — Deutsch-Ostafrika: Mpwapwa, 

14. Ph. dohaa n. sp. — Abjssinien, Eeren. 

15. Ph. spectrum Thoms. Syst. Ceramb. 1865. S. 547; 
Physis L 1867. S. 27. — Ngami-See. 

16. Ph. avermca Thoms. Syst. Ceramb. 1865. S. 547; 
Physis. I. 1867. S. 28. — Zambesi. 

17. Ph. ternbiUs Thoms. Class. Ceramb. 1860. S. 26. Katal. 

18. Ph. satanica Thoms. Class. Cemmb. 1860. S. 26. 
Regnum Astaborica (Nilus albus). 

19. Ph. occidentalis Lansb. Notes Leyd. Mus. IX. 1887. 
S. 111. — Humpata in S. W. Afrika. 

statt entomol. Zeit. 1894. 



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25 

Die Gattung Phaniasia ist nach unseren bis jetzt erlangten 
Kenntnissen auf Süd- und Ostafrika beschränkt; ihre Arten 
finden sich in Natal, Transvaal, am Zambesi, in Betschuana- 
land, Damaraland, Ovampoland, Benguela, Angola, — Mo- 
49ambik, Deutsch-Ostafrika, Britisch-Ostafrika, am weiBen Nil 
und in Keren (Abyssinien). In Westafirika reicht die Gattung 
nordwärts nur bis Malange in Angola und ostwärts bis zum 
"Quango; ob die hier gefundene Art retrospinosa Har. noch 
«östlich davon im Lunda-Reich gefunden ist, erscheint nicht 
klargestellt. Quedenfeldt führt noch gigantea Gu6r. vom 
•Quango auf (Berlin. Ent. Zeitschr. 1882 8. 337); was aber 
unter dieser Spezies zu verstehen ist, ob die echte gigantea 
oder eine andere Art, läßt sich gegenwärtig noch nicht ent- 
scheiden, weil die Quedenfeldt'sche Sammlung gerade nach 
Frankreich geschickt wird. In Deutsch-Ostafrika fanden sich 
Arten der Gattung bis jetzt nur im Küstengebiet und land- 
einwärts bis Ugogo und dem Massai-Gebiet In waldreichen 
Gebieten scheinen Vertreter der Gattung zu fehlen. Auch 
aus dem Gaplande ist keine Art bekannt. Aus dem Wald- 
gebiet Westafiikas scheint die Gattung völlig ausgeschlossen 
zu sein. 

Die Arten von Phantanis leben jedenfalls zum größten 
Theile, vielleicht alle, in Gegenden von steppenartigem Charakter. 
Ueber ihre Lebensweise ist nichts bekannt. Es ist aber wahr- 
flcheinlieh, daß sie^ gleich den Angehörigen der nahe ver- 
wandten Gattung Doreadion. in der Erde an Pflanzenwurzeln 
ihre Metamorphose durchmachen. Daß die Käfer "der Gattung 
Phantasis als Erdkäfer (gleich den Dorcadien) am Boden leben, 
können wir aus ihrem Körperbau schließen. Der schwere 
Körper mit den verhältnißmäßig kurzen Beinen entspricht nur 
einer solchen Lebensweise und ist ganz verschieden von dem 
schlanken, mit meist langen Beinen ausgestatteten Körper der 
meisten übrigen Longicornier, die sich gewöhnlich an Baum- 
stämmen aufhalten oder an belaubten Zweigen oder Blüthen 
umhersteigen. Manche Käfer der Gattung Phantasis tragen 
noch, wenn sie in Originalverpackung aus Afrika bei uns 
ankommen, Bodenschmutz an ihrem Körper. 

Nähere Angaben über die Beschaffenheit der Oertlich- 
keiteu, an denen Phardasis- Arten gefunden, können uns daher 
immer willkommen sein. So z. B. schreibt Dr. Stuhl mann 
über die Gegend von Mpwapwa, wo Ph. gorgo und adsequa 
gefunden wurden: ,^Die Vegetation ist außerordentlich dürftig; 
nur hie und da bieten einige große Sjkomoren und Kaude- 
laber-Euphorbien dem Auge einen Ruhepunkt. Im Uehrigen 

Stett. entomoU 2Seit. 1894. 



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26 

ist der Boden meist mit kniehohem Büschelgras bedeckü;: iss 
harte, spitze Aristida-Gras, eine Stipaeee, findet sich n«r an 
den sandigen Uferläufen.^ (Mit Emin Pascha ins Herz ¥Oi» 
Afrika. Berlin, D. Reimer, 1894. S. 41.) — Aehnlieh beift 
es über ^das trockne^ Ugogo, wo I^antasis petri/ieata lehit 
y,6anze Strecken entbehren völlig der Vegetation, so da8 die 
heftigen Winde Sand- und Aschentheile in großen Staubhosen 
vor sich her wirbeln können. Andere Theile sind mit dünnem 
Steppengras, wieder andere mit dichtem Dornbusch bewachsen, 
der dem australischen Scrub sehr ähnelt. Einzelne Acazien, 
Dahlbergien, AiFenbrod bäume und Fächerpalmen sind in der 
Ebene verstreut.^ „An anderen Orten herrschen Dornsträucher 
vor, wie Mimosa und Randia, die dem Wanderer überall 
entgegenstarren.*' (Ebenda, S. 47 — 48.) — Während die 
PhantasiS'K^er in diesen dürren Steppen ihre Existenzbedin- 
gungen finden, scheinen ihnen dieselben in den Urwaldgebieten 
zu fehlen. In den Bergwäldern von Usambara fand Con- 
radt nicht eine einzige Spezies dieser Gattung; aber in den 
benachbarten Steppengebieten ist Phantasis brachyceroides an 
den verschiedensten Punkten zu finden. 

IV. 

Mycerims ud Myeerinieis nebst Verwandten. 

Im Jahre 1835 beschrieb Audinet-Serville seine 
Apomecyna doreadMdes vom Senegal (Ann. Soc. Ent. Fr. 1835 
S. 78). Im Jahre 1857 stellte Thomson die Gattung Myee- 
rinus auf und beschrieb dazu als typische Art den dorcadioides 
vom Senegal, ohne daB daraus zu ersehen ist^ daB die Thom- 
son'sche Art sich auf die Serville'sche bezieht. Im Gemminger- 
Harold'schen Gataloge wird Thomson's Spezies für identisch 
mit der Serville'schen gehalten. Daß hier aber zwei Arten 
vorliegen, die zu verschiedenen Gattungen und sogar zu ver* 
schiedenen Gruppen gehören, will ich im Folgenden darlegen. 
Schon in der Stettin. Entom. Zeit. 1893 S. 71 habe ich kurz 
darauf hingewiesen. 

Unbekannt schont es bislang gewesen zu sein, daß wir 
es überhaupt mit zwei Arten vom Senegal (Senegambien?) 
zu thun haben, und eben daraus entstand die Verwirrung. 
Lacordaire scheint die Gattung Mycerinus gar nicht gekannt 
zu haben; er führt sie zwar in den „Genera des Col^opt^res**- 
Bd. IX. S. 542 und 583 an und macht Bemerkungen über 
ihre systematische Stdlung, aber eine Charakteristik der Gat- 
tung findet sich in dem Werke nicht. Zum Theil beruft er 

StMt. ««tnmol. Z«K 1894. 



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27 

sich auf Thomson. Dieser Entomologe hat die Gattung 
Mycerinus h c. nicht hinreichend gekennzeichnet, ebensowenig 
die zugehörige Spezies dorcadioides-^ von den Hauptmerkmalen, 
Bildung der Sterüaltheile und Erallen, ist nichts geSfi^t. Aus 
einigen Angaben, namentlich über die Bildung der Flügel- 
deekenspitze, läfit sich aber entnehmen, daß er nicht den 
Serville'schen dorcadioides vor sich gehabt hat. 

Thomson führt als Kennzeichen seines Mycerinus dor- 
cadioides hauptsächlich folgende an: ^^Antennes atteignant 
Textr^mit^ du corps chez les (J seulement, plus courtes chez 
les $, troisi^me article beaucoup plus long que le quatri^me, 
qui est plus long que les suivants. Prothorax subquadrangu- 
laire, k peine d6prim6 sur les bords lateraux ant^rieurs, mutique; 
saillies sternales aplaties; la prosternale dilat^e, et la m^o- 
sternale bilob^e k Textr^mit^. Elytres un peu plus large» 
ik leur naissance que le prothorax, arrondies aux ^paules^ 
convexes, un peu plus larges au tiers post^rieur, subaiguös- 
k rextr6mit6. — D'un brun clair blanchätre, tomenteux;. 
äntennes brunes. Une ligne noire peu distincte au milien du 
prothorax. Plusieures lignes brunes longitudinales, peu distincte» 
sur les Elytres. T^te lisse; une raie entre les yeux. Pro- 
thorax faiblement tuberculeux, avec une saillie 16g^re k 1& 
base. Le reste du corps lisse. — Long. 18 mm. — Du 
S^n^gal.^ (Archiv. Entomol. L 1857. S. 300—301.) 

8erville beschreibt seinen dorcadioides in der II. Division 
seiner Gattung -4pom€cywa (^^lytres arrondies et mutiques 
k Textr^mit^*) folgendermaßen: y^Long. 7 lignes. Corps en- 
ti^rement couvert d'un duvet blanchätre tr^-court et tr^s- 
serr^. Front avec un sillon au milieu. Yeux noirs; labre 
couvert d'un duvet brun; mandibules d'un noir luisant. CJor- 
selet in^al. Elytres l^g^rement rebord^es ext^rieurement et 
k la suture, chacune avec deux raies longitudinales obscures, 
n^atteignant pas l'extr^mite. Äntennes et pattes semblables 
au Corps pour la couleur et le duvet. Jambes entrem^diaires 
et post^rieures ayant ext^rieurement au-delä du milieu une 
frange de poils bruns, courts, raides et serr^s. Du S^n^gal.^ 
(Ann. Soc. Ent. France 1835. 8. 78.) 

In der Königl. Sammlung hierselbst befinden sich beide 
Arten in einigen Stücken aus alter Zeit. Die eiue Art ist 
bezettelt : 

yfMycerinus dorcadioides Thoms. Senegal^, 
die andere Art: 

y^Saperda dorcadioides Buq. Senegal.^ 

StetU entomol. Zeit. 1894. 



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28 

Beide Arten empfing die Königl. Sammlung von Buquet. 
Auf die zweite paßt vollständig die Beschreibung der Ser« 
ville'schen Spezies. Diese gehört einer neuen Gattung an, 
die ich unter dem Namen Mycerinicus in den ^Beiträgen zur 
Kenntniß der Longicornier^ L (Stettin. Ent. Zeit 1893. S. 71) 
«rrichtet habe. Die Gattung Mycetinicus gehört, wie ich nun- 
mehr festgestellt habe, zur Gruppe der Hecjridinen. Habi- 
tuell ist sie von Hecyrida allerdings recht verschieden, aber 
eine vermittelnde Form, welche ich unter dem Namen Niphe- 
cyra (n. g.) interpres (o. sp.) weiter unten beschreibe, und 
welche mit Hecyrida zunächst verwandt ist, zeigt die nahe 
Verwandtschaft mit Mycerinicus an. 

Mycerinus Thoms. ist eine Gattung der Niphoninen. 
Thomson's Angabe, daß sie mit den Apomecyuinen zunächst 
verwandt sei, und Lacordaire's Ansicht, daß sie zu den 
Saperdinen gehöre, kann deswegen nicht aufrecht erhalten 
werden. 

Außer dem Mycerinicus dorcadioides Serv. aus Senegam- 
bien und dem M, pundiventris m. (Stettin. Ent. Zeit. 1893. 
S. 71) aus Togo in Ober-Guinea besitzt die Königl. Samm- 
lung noch zwei neue Arten, deren Beschreibungen hier folgen. 

Mycerinicus subcostatus n. sp. (J $. — =- Major, pulvereo-^ 
albidus, elytrorum vittis duabus discoidalibus griseis, diffusis, 
apicem haud pertinentibus; pedibus griseo tomentosis; pectore 
et ventre dense griseo pilosis, hoc impunctato; prothorace 
transverso, dorso inaequali, subcalloso, callis duobus ante- 
medianis calloque siogulo postico mediano, punctis dorsi utrinque 
singulis postmedianis et nonnuUis lateralibus profundis; scu- 
tello lineam tenuem impressam medianam longitudinalem 
praebeote; elytris subtiliter punctatis, punctis tomento tectis, 
utriusque eljtri costis obsoleiis basin versus distinctioribus. 

$ Segmente ultimo libero medio subsulcato, sulco foveo- 
lam basalem praebeute. 

Long. corp. ^ 17,5—18,5, $ 18—20 mm. 

Tanganijka-See (Paul Reichard); Iramba in Deutsch- 
Ostafrika, 10. Juni 1892 (Stuhlmann). 

Diese Art unterscheidet sich von den übrigen drei Arten 
durch ihre Größe. Statt der mehr oder weniger deutlichen 
dunklen Längslinien der anderen Spezies sieht man auf den 
weißlichen Flügeldecken dieser nur je zwei sehr verwaschene, 
zuweilen undeutliche Längswische. 

Mycerinicus limhatus n. sp. $ unterscheidet sich von M. 
pundiventris durch die schwach erhabenen gelbbraunen Längs- 
linien der Flügeldecken, die geringere Punktirung des Ab- 

Stett entomol. Zeit 1894. 



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2» 

domens und die helle Färbung des bei dieser Art schwarz- 
braunen Saumes an der Außenseite der Apicalhälfte aUer 
Tibien. Ferner iist die Mittelrippe der Flügeldecken von der 
inneren ebenso weit entfernt als von der äußeren, bei punc- 
üventris steht sie der inneren näher als der äußeren; und die 
tomentartige Behaarung der Flügeldecken ist rauh, während 
sie bei puncHverdris fein und glatt erscheint. 

Die Färbung des gauzen Körpers und seiner Anhänge 
ist durch die dichte uud kurze anli^ende gelbgraue Behaarung 
bedingt. Die Körperhaut selbst erscheint an abgeriebenen. 
Stellen glänzend braunschwarz. Der Saum der Flügeldecken 
ist weißlichgrau tomentirt. Die Antennen überragen ein wenig 
die Mitte der Flügeldecken. Auf dem Pronotum sind nur 
beiderseits der Mitte im hinteren Drittel und an den Seiten 
einige tiefe, größere Punkte zu sehen. Die drei gelbbraunen- 
Linien der Flügeldecken treten als schwach erhabene Rippen 
hervor. Die Punktirung der Flügeldecken ist nur an abge* 
riebenen Stellen deutlich zu sehen. — Länge des Körpers 
13 mm. 

Einige Exemplare von der Niger- Benue-Expedition. 
(Hartert und Staudinger). 



Nipheeyra n. g. generi Hecyridae similis, di£fert anten- 
narum articulo tertio recto, prothorace elytrisque laevibus 
haud tuberculatis nee fasciculatis, illo tuberculis utrinque lat^ 
ralibus exstructo, tuberculo altero subapicali minore, altero 
postmediano conico majore. Frons inter antennarum basin 
concava. Antennae infra ciliatae, apice articulorum paroe 
piloso. Prothorax antice et postice constrictus. Prosternunv 
intercoxale arcuatum antice truncatum. Mesostemum inter- 
coxale arcuatum sulcatum. 

Diese Gattung ist auf die im folgenden beschriebene neue 
Spezies gegründet. Sie weicht von Hecyrida durch den glatten 
Prothorax, die glatten Flügeldecken und das gerade dritte 
Antennenglied ab. Bei jener Gattung sind der Prothorax und 
die Flügeldecken mit Höckern, Rippen und Haarbüscheln aus- 
gestattet. Nur findet sich bei Nipheeyra an den Seiten des 
Prothorax vor dem Vorderrande eine kleine Tuberkel und 
hinter der Mitte ein stärkerer conischer Höcker. Hierdurch 
unterscheidet sich die neue Gattung von Mycennku8\ bei dieser 
Gattung ist femer die Stirn flach, bei Nipheeyra aber concav. 
Bei jener Gattung ist auch der Prothorax vorn und hinten 
eingeschnürt, nicht aber bei MycerMeus. 

Stett. eatomoL Zeit 18M. 



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30 

Niphecyra irderpres n. sp. Der Körper ist röthlieh^raa 
:gef&rbt (tomentirt), 4 verwaschene LäogslinieQ auf dem Pro- 
notum sind grauröthlich^ 4 deutliche, aus feinem Toment ge- 
bildete Längslinien auf jeder Flügeldecke und ebenso die Nabt 
und der Außenrand sind röthlich. Eine eingedrückte mittlere 
Längslinie auf dem Kopfe ist zwischen den Grundhöckem der 
Fühler vertieft, vom aber undeutlich und nicht vertieft. Einige 
größte Punkte auf dem Vorderkopf zwischen den Augen 
4ind auf der Stirn jederseits neben dem hinteren Augenlappen 
treten deutlich hervor. Die Antennen errdchen die Spitze 
der Flügeldecken und sind unterseits mäßig aber deutlich 
^gefranzt. Der Prothorax ist um ein Drittel breiter ab lang; 
die Seiten sind leicht gerundet; der Seitenhöcker tritt hinter 
^er Mitte k^elförmig vor, der kleine anteapicale Höcker jeder- 
seits ist klein. Die Rückenseite des Prothorax ist mit ei^- 
.zelnen zerstreuten Punkten besetzt, die hinten viel größer 
und tiefer sind als vorn; eine mittlere Längslinie ist nur hinter 
der Mitte als deutlicher Längseindruck sichtbar. Der Hinter- 
rand des Prothorax ist beiderseits ausgeschweift und in der 
Mitte stumpfwinklig voi^ezogen. Das Scutellum ist viereckig, 
nach hinten zu etwas verschmälert, der Hinterrand abgestutzt 
Die Flügeldecken verjüngen sich im letzten Drittel und sind 
am Ende abgerundet. Von den vier schwach erhabenen 
röthlichen Längslinien erreichen die beiden inneren die Basis, 
:aber nicht die Spitze; die zweite verbindet sich hinten mit 
der vierten; beide schließen die verkürzte dritte Linie ein. 
Die Zwischenräume zwischen den erhabenen Längslinien 
^Rippen) sind unregelmäßig tief punktirt. Die rothe Naht- 
linie trennt sich vorn von der Naht und stößt auf den hinteren 
Winkel des Scutellums. Die Schultern der Flügeldecken treten 
-etwas buckelfbrmig vor und sind innenseits von einem tiefen 
JSindruck an der Basis b^renzt. Auf der grauen Unterseite 
sind die Sterni, die Coxen und der Hinterrand der Abdominal- 
segmente dicht roth behaart. — Die Länge des Köi-pers be- 
beträgt 15 mm. 

Fundort: Itari südwestlich vom Victoria-See, 2. No- 
vember 1890. (Stuhlmann.) 

Hecyrida rufoHneata Quedf. aus dem Lun da -Reich zwi- 
schen dem Quango und Kassai (Berlin. Entom. Zeitschr. 1888, 
S. 208) gehört ohne Zweifel auch zu Niphecyra und unter- 
scheidet sich von N. irUerpres durch den schmäleren, aschgrau 
tomentirten Körper und Flügeldecken, etwas längeren und 
schmäleren, auf dem Rücken gröber punktirten Prothor^, 
Blessen Seiten fast gerade sind und in der Mitte nur einen 

Stett. entomol. Zeit 1894. 



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31 

eäir kurzen Spitzhöcker zeigen. Femer sind die Antennen 
viel kürzer als der Körper und unterseits nur schwach und 
kurz gefranzt. 



Die GattuDg Mycerinus J. Thomson (Archives Entomol. L 
1857 8. 300), welche vofn Autor der Gattung nur unvoll- 
kommen charakterisirt ist, ist im Folgenden gekennzeichnet: 

Corpus elongatum, antice et postice attenuatum. 

Oculi divisi, lobis postice tantum co^junctis, lobo inferiore 
parvo, transverso. Anten nae corpore breviores, articulis 3. et 
4. junctis quam sequentibus omnibus minime brevioribus, scapo 
•cylindrico. 

Prothorax cjlindricus antice paulo attenuatus, lateribus 
minime rotundatis, inermibus, antice et postice truncatus, mar- 
gine postico leviter bisinuato. 

Eljtra antice fere parallela, postice attenuata, utriusque 
elytri apice acuminato. 

Prosternum et mesosternum int^rcoxalia arcuata, illud 
antice curvatum nee abruptum. Coxae anticae extus angu- 
latae. Acetabula media aperta. Metasternum subeloi^tum. 

Pedes breviusculi, femoribus tertii paris segmentum ab- 
dominale secundum vix superantibus. Tibiae secundi paris 
extus integrae. Tarsi subdilatati, unguiculi divergentes. 

Die einzige Spezies, dorcadioides, Thoms. 1. c, lebt am 
Senegal; ihre Oiiginalbeschreibung ist oben S. 27 mitgetheilt. 



Niphotragulus n. g. Niphoninarum. Oenus generi Mycerino 
affine, unguiculis divergentibus, metasterno autem brevissimo. 
Frons parum concava, leviter sulcata. Antennae corpore bre- 
viores, robustulae, haud ciliatae, scapo cylindrico breviore 
quam articulo tertio, hoc longiore quam quarto. Oculi divisi 
Hneaque tenui postica conjuncti. Prothorax transversus, bre- 
viter cylindricus lateribus integris leviter ampliatis. Elytra 
parum ampliata, brevissime biapicata, basi haud cristata. 
Prosternum et mesosternum intercoxalia simplicia, arcuata. 
Femora ante apicem infra leviter sinuata. Tibiae mediae 
extus integrae. 

Die Gattung unterscheidet sich von Mycerinus namentlich 
durch das sehr kurze Metasternum. Auch zu Marmylaris 
(Himalaya) steht sie in naher Beziehung; aber die Flügel- 
decken dieser Gattung sind convex und etwas bauchförmig; 
die Antennen sind etwas länger als der Körper. 

Sielt. entomoL Zeit. 1894. 



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32 

Der iotercoxale Fortsatz des sogenanntea ersten Abdominal- 
s^ments ist bei einem Exemplar von Niphotragulus durdi 
eine deutliche Naht von dem Segment geschieden, woraus 
hervorgeht, daß der Fortsatz einem besonderen Segment an- 
gehört. Yergl. mein Buch ^Einführung in die Kenntniß der 
Insekten"". 1893 S. 39. 

Die Spezies, auf welche die Gattung gegründet ist, heißt 

Niphotragulus bäte» n. sp. Brunnens, griseo-pubescens^ 
capite antice et postice subtumido et parce punctulato, supra 
depresso; prothorace transverso, quarta vel quinta parte bre- 
vipre quam longiore, undique profunde nee dense punctato, 
margine antico subrotundato, postico subemarginato, lateribus 
parum ante medium ampliatis; eljtris prothorace minime latio- 
ribus, medium versus minime ampliatis, dein sensim attenuatis^ 
crassius quam prothorace punctaüs, punotis partim subseriatis; 
utroque elytro lineis duabus glabris subcostatis exstructo, apice 
singulo paulo producto. — Long. 7,5 — 9,5 mm. 

Njassa-See, 2 Exemplare. 

Von Marmylaria 6uc/r%t^Pa80oe liefert Aurivillius eine 
. Abbildung in der Ent. Tidskr. Arg. 12. 1891. S. 106. Diese 
Gattung ist wenig bekannt und von Lacordaire in den 
^Genera des Col6opt^res^ nicht aufgeführt. Die König). Samm- 
lung zu Berlin enthält zwei Exemplare dieser Art aus dem 
Himalaja. 

V. 
Die Cfattung Paehystola Reiche. 

Diese Gattung wurde von Reiche in dem Werke 
,^Voyage en Abyssinie** von Ferret und Galinier, HL Bd. 
S. 394 aufgestellt. Der Autor gründete die Gattung auf 
Lama fuliginosa Ghevr. und fügte eine neue Spezies^ variegata, 
hinzu. Während die Charakteristik von Pachyatola bei Reiche 
sehr dürftig erscheint, finden wir bei Lacordaire, Genera 
des Col^opt^res. Vol. IX. S. 437 eine genaue Schilderung der 
Gattungscharaktere. Lacordaire zählt mehrere Spezies auf, 
welche zu Pachyatola gehören sollen, aber er schiebt fuUginosa 
in den Vordergrund; auch passen die angeführten Gattungs- 
charaktere nur auf diese Art. Eine zweite echte Pachystola 
ist lapidoaa Thoms. 

Von den übrigen Arten, welche zu dieser Gattung ge- 
stellt wurden (z. B. noch im Cataloge von Gemminger und 
Harold), kann die oben erwähnte variegata Reiche in der 
Gattung nicht verbleiben. Bei dieser Spezies sind nach Aus- 

Steti. eBtomoL Z«it 1894. 



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33 

weis der Beschreibung und Abbildung die Antennen viel 
länger, das dritte Glied derselben ist kürzer als der Schaft; 
die Augen sind größer; auf der Scheibe des Pronotunas finden 
sich drei Tuberkeln. In der Figur zeigen die mittleren Tibien 
an der Außenseite keinen Ausschnitt. Variegata gehört dem- 
nach einer besonderen Gattung, Anhomelix n. g., an. 

Auf andere der mir bekannten Spezies, welche bisher zu 
Pachystola gezogen wurden, z. B. anniUicomis Ghevr., habe ich 
die zu den Phrynetinen gehörende Gattung SynhomeUx ge- 
gründet (Stettin. Entom. Zeit. 1893 S. 69). Dieses Genus 
unterscheidet sich von Anhomelix^ soweit aus der Beschreibung 
(1. c.) und Abbildung der Art variegata sich ersehen läßt, 
namentlich durch das glatte Pronotum, das kurz cjlinder- 
förmige 2. Antennenglied und den Ausschnitt an der Außen- 
seite der Mittelschienen. Es erscheint zweifelhaft, ob Änho- 
meHx eine Gattung der Phrynetinen ist. 

Pachystola gehört nicht zur Gruppe der Phrynetinen, 
welcher sie bisher einverleibt wurde; der Körperbau und ihre 
Charaktere sprechen vielmehr für eine Verbindung mit den 
Omacanthinen. Hierfür ist z. B. der Ausschnitt an der 
Außenseite der Mittelschienen charakteristisch, wodurch sich 
die Gattung zugleich von den Phrynetinen unterscheidet Die 
Gruppe der Omacanthinen umfaßte bisher nur die west- 
afrikanische Gattung Omacantha und zwei indische Gattungen 
(Ithocritus und Joesse). 

Die Gattung Pachystola ist folgendermaßen gekennzeichnet: 

Antennae apicem versus tenuiores. Scapus incrassatus, 
clavatus. Articulus secundus brevis, clavatus. Articulus 
ultimus obtusus. 

Prothorax paulo longior quam latior, dorso depresso, 
scabriusculo. 

Elytrorum dorsum planatum. 

Prosternum intercoxale postice truncatum. Mesosternum 
intercoxale arcuatum, concavum. 

Tibiae pedum secundi paris extus sinuatae. Femora 
tertii paris basin segmenti abdominalis quinti attingentia. 

Die beiden hierhergehörigen Arten sind folgende: 

1. Pachystola ßiUginosa Chevr. Diese wurde in Sene- 
gambien, in Togo bei Bismarckburg und am Albert-Nyansa 
gefunden. 

2. Pachystola lapidosä Thoms. scheint auf Niederguinea 
beschränkt zu sein. Ich kenne sie aus dem Hinterlande von 
Kamerun (Jaunde-Station). Thomson führt sie vom Gabun, 
Quedenfeldt aus dem Quango-Gebiet auf. 

Stett. eotomoL Zeit. 1894. ^ 



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34 

Was Quedenfeldt als Pachystola obesa Westw. be- 
zeichnet (Berlin. Ent. Zeitschr. 1882 S. 350) ist eine viel- 
leicht neue Spezies von Ckreostes, 

VI. 

Die neue Gattnng Pseudhammiis. 

Die zu dieser Gattung gehörenden Arten wurden bisher 
theils zu Monohammus^ theils zu Leprodera gestellt. Sie haben 
den tiefen Ausschnitt an der Innenseite der Mittelschienen und 
den vorstehenden Zahn oberhalb dieses Ausschnittes gemein- 
sam, wodurch sich Pseudhammus von Monohammus unterscheidet. 
Durch die langen Vorderbeine ist sie Monohammus sehr ähn- 
lich. Der Kopf ist hinter den Augen etwas verlängert und 
geradseitig; auch dies ist eine Eigenthümlichkeit der neuen 
Gattung. Der untere Augenlappen ist quer, breiter als lang. 
An den Antennen ist das 3. Glied länger als das 4. Der 
Scapus besitzt eine kräftige, halbmondförmige, gerunzelte, 
scharf umrandete Narbe; der Rand derselben ist bogenförmig 
und ziemlich hoch aufgerichtet. Auch die Form der Narbe 
(Gicatrix) ist charakteristisch für die neue Gattung. Die Bil- 
dung des Prothorax ist wie bei Monohammus, aber ganz 
anders als bei Leprodera, Das Mesosternum .besitzt einen 
mittleren Höcker. Die Vorderbeine sind (wenigstens beim (J) 
sehr verlängert; ihre Schienen sind an der Innenseite im 
apicaJen Drittel oder Viertel mit einem Ausschnitte versehen, 
und oberhalb desselben mit einem Vorsprunge oder einem 
spitzen Zahne, wie bei Leprodera und Epkedia, 

Habituell ist Pseudhammvs von den beiden zuletzt genannten 
Gattungen ganz verschieden. 

Es gehören zu Pseudhammus die beiden im Folgenden be- 
schriebenen neuen Arten, myrmidonum und harpax^ ferner 
Leprodera discoidea Harold, congoana Duv. und ocdpüaUs La- 
meere, sowie Monohammus oculifrons Chevr. 

Diese sechs Spezies sind auf das westafrikanische Wald- 
gebiet beschränkt. 

Psendhammiui myrmidonnm n. sp. (^. 

Fuligineo-umbrinus, pronoto eljtrisque brunneo-nubilosis 
et maculatis, occipite maculis quatuor nigris ornato; antennis 
fusco-brunneis corpore parum longioribus, articuUs 3. — 10. 
basin versus articuloque 11. toto pallidicribus; capite supra 
toto medio longitudinaliter sulcato; facie interoculari et fronte 
fere totis profunde punctatis; illo juxta oculos lateraliter uni- 

Stett. entomol. Zeit. 1894. 



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35 

^ostato; protborace baud loDgiore quam latiore, dorso parce 
punctato, medio trituberculato, tuberculo medio postico dupli- 
<5ato; scut^llo postice obtueo-rotimdato; prosterno ante 
-coxas traDSversim strigato, processu iotercoxaJi convexo laevi; 
velytris ad basin latis, apicem versus leviter attenuatis, pone 
«cutellum depressis, pone bumeros et basin granulatis, dein 
punetatis, punctis apicem versus sensim subtilioribus; pedi- 
^us modice elongatis, anticis quam ceteris aliquanto Ion- 
^oribus, tibiis ejusdem paris modice armatis, dente interiore 
^nteapicali subacuto, brevi; tarsis anticis paulo dilatatis et 
«ciliatis. — Long. corp. 21 mm. 

Ein Exemplar (<^) bei der Ituri-Fähre, westlich vom 
Albert-See, im Gebiete des Zwergvolkes, von Herrn 
Dr. F. Stuhlmann am 24. August 1891 gefunden. 

Psendhammus harpax n. sp. (^. 

Pseudhammo myrmidonum similis, major, umbrinus, eljtris 
fusco irroratis et nubilosis, antennis totis fnscis, capite supra 
solo prope sulcum medium punetato; mesostemo intercoxali 
loto sulcato; pedibus anticis valde elongatis, tibiis paulo 
üexuosis, dente acuto longiore anteapicali armatis; tarsis ejus- 
<lem paris dilatatis et eiliatis, metatarso longiore quam in 
specie praecedente. — Long. corp. 32 mm, long, pedum anti- 
«orum 31 mm. 

West-Afrika, 1 ^. 

Der vorigen Art ähnlich, aber größer, der Prothorax 
länger, auch die Vorderbeine verhältnißmäßig länger. Das 
Prosternum ist zwischen den Hüften gefurcht. Die Vorder- 
schienen sind geschwungen und am Innenrande weit vor der 
Spitze mit einem ziemlich kräftigen spitzen Zahne bewehrt 
und unterhalb desselben ausgeschnitten. 

vn. 

Neue Arten und Varietäten versehiedener Gattungen 

der Lamiiden. 

Hitocris semieoUaris n. sp. c^. 

Oracillima, nigra, capite, protborace (plus dimidio pronoti 
posteriore nigro excluso), femoribus pedum anteriorum coxis- 
^ue anticis flavotestaceis, segmentorum 3. et 4. abdominalium 
macula singula laterali postica aureo-pilosa, segmentis duobus 
primis abdominalibus ai^enteo-pilosis, segmento secundo utrinque 
postice nigro; coxis mediis fusculis, posticis nigris; antennis 

Stctf. entomol. Zeit. 1894. 3 



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36 

fuscis, articulis tribus primis atris, quatuor ultimis ochraceo- 
ferrugineis; eljtris fusco-uigris, basi et sutura coerulescenti^ 
uigris; scutello argeateo-piloso; prothoraoe cjlindrico bicoD- 
stricto, minime breviore quam longiore, disco postice sub- 
nodoso; eljtris pone humeros attenuatis, angustissimis, apiceia 
versus parum attenuatis, apice transversim sinuato; femo- 
ribus tertii paris segmentum abdominale seeundum superan- 
tibus; segmento abdominali ultimo postice rotundato, media 
anteapicali depressiusculo. — Long. corp. 22 mm. 
Aquapim an der Goldküste (Dr. Reichenow). 

Hitooris princeps Jordan 
Novit. Zool. I. 1894 p. 155. 

Nigra, capite, prothoracis margipe antico antennarumque 
articulo primo laete luteis; scutello segmentisque abdominalibu» 
duobus primis argenteo-sericeis, segmento priore basin versus 
lutescente; antennis corpore longioribus, articulis quatuor 
ultimis ferrugineis; eljtris nigris basin versus coerulescen- 
tibus, minus quam in specie praecedente attenuatis, apice 
fusco oblique sinuato; prothorace transverso biconstricto^ 
nodoso, inter nodos punctato; abdomin e, segmentis duobus 
primis exceptis, fusco-nigro, segmento ultimo postice sinuato; 
pedibus coxisque nigris, tarsorum articulis tertio et unguifero 
fuscis; femoribus posticis apicem segmenti secundi haud totum 
pertinentibus. — Long. corp. 21 mm. 

Kamerun, Barombi-Station (Dr. P. Preuss). 

Diese Art. ist der vorigen sehr ähnlich, aber wahrschein^ 
lieh von ihr spezifisch verschieden. 

Hitooris nigrieomis Ol. var. breviplagiata n. 

Speciei genuinae simillima, sed eljtrorum parte basali 
testacea paulo majore plagaque flavo-sericea suturali breviore; 
Serie punctorum eljtrorum suturali basin versus duplicata. — 
Long. corp. ^ 17—23, $ 22—25 mm. 

Delagoa-Bai in S. 0. Afrika (Frau Rosa Monteiro). 

Die Flügeldecken sind tief schwarz, aber der Basaltheil 
in größerem Umfange scherbengelb, der seidenschimmernde 
hellgelbe Nahtfleck kleiner und weniger weit nach hinten 
ausgezogen. Der breite Raum neben der Naht hinter dem 
Scutellum ist dicht fein punktirt, bei der echten nigricomis 
glatt. Der discoidale Zwischenraum zwischen der Naht und 
den discoidalen Längsrippen enthält 4 Punktreihen, bei der 
echten nigricomis 3. Schb'eKlich ist die Punktirung der Flügel- 
decken eine kräftigere. Die Höcker des Pronotums treten 
mehr hervor. Beim ^ ist das erste Abdominalsegment, gerade 

Stett entomol. Zeit» 18M. 



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37 

«o wie bei der tjpischeD Art, ganz scherbengelb, beim $ 
aber ist es mit einer schwarten oder schwarzbraunen mitt- 
ieven Längsbinde versehen. 

Hitooris gigantea Noofried 
(Entomol. Nachrichten 1892 S, 140). 

Major, ferrugineo-testacea, antennis, postpectoris macula 
postica laterali (interdum deficiente) segmentisque abdomina- 
libus ad partem et tibiis tertii paris nigris; eljtris fosco-cinereis 
griseo-submicante serieeis eorumque lateribus atris, parte antica 
tertia testaceo-ferruginea, parce pilosa, suturam versus palli- 
diore niaculaque argenteo-albida pubescente suturali distineta 
consecuta; episternis metathoracalibus plagisque segmentorum 
abdominaliuin albido-sericeis, micantibus; labro proAinde sinu- 
ato; prothorace biconstricto supra nodoso; elytris pone medium 
modice coarctatis, striato-punctatis, apice transversim sinuato, 
utroque acute biapicato. 

(^ Antennis corpore disUncte longioribus, ooulis approxi- 
ffnatis; segmento ultimo (scilicet oculis aperto) postice sub- 
TOtundato et longitudinaliter late impresso; segmentis duobus 
primis totis fusco-testaceis albido (albo-flavescente) serieeis, 
«lacula singula segmenti tertii utrinque laterali postica plagisque 
«nagnis segmenti quarti, ad marginem posticum conjunctis, 
fusco-testaceis et albido (albo-flavescente) vel argenteo-sericeis; 
plaga propjgidii ferruginea albo-serioea. 

$ Antennis corporis apicem vix superantibus; oculis late 
^istaatibus; segmento ultimo abdominali (oculis aperto) postice 
obtusato; medio marginem posticum versus depresso et piloso, 
pilis accumbentibus; abdomine nigro, laterum s^mentorum 
«duorum primorum macula lata trigonali, macula parva laterali 
^segmenti tertii fasciaque transversa postica segmenti quarti, 
in medio interrupta, testaceis, albido-sericeis. 

Long. corp. ^ 28—30, ? 32—33 mm. 

Dela^oa-Bai (Frau Rosa Monteiro). 

Zuw^ien ist beim ^ das zweite Segment des Abdomens 
|n der IflKMe schwarz, bei einem $ aber die hintere Hälfte des 
Jietastemums schwarz. 

ABfangs hielt ich die Stücke von der Delagoa-Bai für 
'die Angehörigen einer neuen Art, denke jedoch, daK sie zu 
gigantea Nonfr. 1. c. vom Sambesi gehören, da die wesent- 
lichsten Angaben in der Beschreibung auf dieselben passen. 
Ich glaube aber, eine vollständige Beschreibung der mir vor- 
li^enden Stücke liefern zu sollen. Auch Angaben über die 
Unterscheidung der Geschlechter, worauf wahrscheinlich aus 

Stett. entomoL Zeit. l^M. 



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38 

Mangel an Material in der Nonfried^schen Beschreibung keiner 
Rücksicht genommen ist, habe ich ^ bei dieser Gelegenheit 
gemacht. 

Poecilostolus n. g. Oberiinarum. 

Fairmaire beschrieb 1887 in den Ann. Soc. Ent^ 
de France S. 345 die Volumnia miHtaris (Tabora). Mit dieser 
Art ist die von Gab an 1890 in den Trans. Ent. Soc. 
London S, 326 beschriebene Nupserha kirki von Mpwapwa 
augenscheinlich identisch. Schon dieses Schwanken in der 
generischen Stellungnahme ist verdächtig. In der That gehört 
die Spezies militam (= hirkt) weder zu der einen noch zu 
der anderen Gattung. Sie ist charakterisirt durch die kurzen^ 
den Hinterrand des zweiten Abdominalsegments nicht erreichen- 
den Schenkel des dritten Beinpaares. Femer ist das erste 
Glied der Antennen kürzer als das dritte. Der Kopf liegt 
dem Prosternum nicht an. Der Prothprax ist cylindrisch, 
vorn und hinten tief eingeschnürt, seine Seiten in der Mitte, 
gerundet. Die Flügeldecken sind verlängert, aber die Rippenr 
derselben fast wie bei Nupserha beschaffen. 

Es scheint, daB die neue Gattung zunächst mit Dystu^ 
des indischen Faunengebiets verwandt ist. 

Stemotomis zintgrafü n. sp. 

Dieee Art ist der süd- und ostafrikanischen St. bohemani 
ähnlich. Die Grundfarbe der Flügeldecken ist schwai-z mit 
graublauem Tomente, welches mehr aus Wischen und ein- 
gestreuten Sprenkeln besteht. Die Flecken und Binden sind 
blaßroth, ihre Zahl und Stellung ebenso wie bei bohemavi,. 
nur ist die 5. Fascia schräg gestellt und mehr zerrissen (bei 
bohemani quer gestellt und meist in zwei Flecke aufgelöst). 
Die Schulterspitzen treten mehr heraus, die hintere Ecke des^ 
Schulter vorsprunges springt knopfförmig vor (bei bohemani 
bildet sie eine stumpfe Ecke). Das Zähnchen der Mandibelm 
ist gerade vorgestreckt. Der Mesosternalfortsatz ist abgestutzt. 

Diagnose: Velutina, griseo-coerulescente vel viridi suffusa, 
pallide carneo vel ferrugineo maculata, pronoto transversim 
fasciata, elytrorum fascia basali recta, fascia secunda, suturam 
versus ad posticum vergente, extus autem maculam humeralem 
haud attingente, — fascia tertia, ex maculis duabus, inter- 
dum disjunctis, constituta, marginem iieque suturam attingente^ 
— macula communi discoidali transversa, — fascia quarta 
obliqua, e maculis duabus (interdum disjunctis) formata, — 
fascia quinta valde obliqua direpta, — stria juxtasuturali ultra- 

Stett. entomoL Zeit. 1894. 



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39 

mediana, — signoque aDteapicali, litteram V formante, — his 
totis fasciis et maculis caroeis; maculis minutis coeruleo-griseis, 
puncta singula exsculpta cingentibus, inter fascias in fundo 
obscuriore dispersis; processu prosternali emarginato, meso- 
Sternali obtuso vel emaTginato. 

(J Dente mandibularum basali porrecto, leviter curvato. 

Long. corp. 16—19, ? 18—22 mm. 

Bei Balibiirg im Hinterlande von Kamerun (Dr. Zintgraff)^ 
— ßaliland (Mus. Lübeck). 

Petrognatha gigas F. var. spinosa. 

Alle Stücke dieser Art, welche auf dem Kamerun- 
gebirge (bei Bwea) von Dr. Preuss gefunden wurden, unter- 
scheiden sich von der Hauptform durch die stacheligen Flügel- 
decken. Diese sind reichlich mit aufrecht stehenden Stacheln 
besetzt, welche nur nach der Spitze zu kürzer und etwas 
nach hinten gebogen sind. Im üebrigen ist kein Unterschied 
zwischen dieser Form und der Hauptform zu finden. Diese 
Varietät mag unter dem Namen spinosa (elytris large spinosis, 
spinis robustis totis erectis, apici propioribus aliquanto mino- 
ribus, leviter curvatis, retroversis) aufgeführt werden. 

Aus anderen Gegenden Kameruns vorliegende Exemplare 
besitzen keine Spdr von Stacheln, ebensowenig wie solche 
aus Ober- und Nieder-Guinea. 

Die Körperlänge der (J vom Kamerungebii^e beträgt 
39— f>5, die der $ 60—66 mm. 

Phrystola brunneioornis n. sp. ^ $. 

Phrystolae coecae similis, at minor, plaga pectorali lateral! 
cretacea integra; utriusque elytri maculis anteapicalibus distincte 
binis, interiore majore; antennis brunneo-ferrugineis, scapo 
nigricante articulisque 2 vel 3 sequentibus ftiscis vel fusco- 
brunneis; palpis laete ferrugineis; pronoti tubercuHs minus 
elevatis, disco quadrinodoso, tubere medio oblongo posteriore 
sulcato, postice bipartito; elytris, excepta parte apicali glabra, 
parce et subtiliter punctatis. — Long. corp. (J 22, § 25 mm. 

Es liegen vor: 1 rj von Chinchoxo, nördlich von der 
Mündung des Kongo (Güssfeldt), und 1 ? aus der Gegend 
zwischen dem Lulua und Kassai im Gebiet des oberen 
Kongo zwischen dem 5^ — 7<> südl. Br. (von Wissmann er- 
halten, der die Käfer von einem arabischen Händler be- 
kommen hatte). 

Das männliche Stück von Chinchoxo wurde von Queden- 
feldt (Berlin. Entom. Zeitschr. 1883 S. 139) fälschlich als 
Inesida mammillata Dalm. bezeichnet. 

Stett entomol. Zeit 1894. 



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40 

Phrystola bulbifera n. sp, ^ ?. 

Corpus totum caesio-albido aut ieabellino tomentosum 
maculisque et fasciis fulvo-ocbraceis ornatum, et quidem ma- 
culis Bubhumerali et basali fasciisque duabus obliquis, a mar- 
gine laterali incipientibus, altera antemediana mox abbreviata, 
altera majore suturam versus prolongata et antice maculam 
albidam cingente, suturam ipsam non pertinente; maeulis 
duabus anteapicalibus transversim positis, interiore majore 
elongata; pectore utrinque cretaceo biplagiato, plagis fulvo- 
ochraceo cinctis; — oculorum lobo inferiore minore et bre- 
viore quam in Ph. coeca et brunneicomi^ simili autem vel 
eodem atque in Ph, hecphpra-^ prothorace bulbo maximo 
discoidali subgloboso, simili atque in Ph. hecphora, sed foveolis 
vel suicis brevibus (vertice glabro excepto) instructo, ornato; 
tubere laterali mediano conico spinam aeutissimain emittente; 
prosterno intercoxali plus minus ve profunde sulcato^ tubere 
postico modo simplice^ projecto, subacuto, modo biapicato. 
— Long. corp. ^ 22—28, $ 21—33 mm. 

Kamerun, im Gebirge bei Bwea (Dr. P. Preuss). 

, Diese Art ist durch die abweichende Färbung vor den 
Verwandten ausgezeichnet 

« 

vni. 
Die neue Gattung Oligosmerns. 

Der von Baron v. Harold beschriebene Hypocrites lim- 
halis Har. (Monateber. d. Akad. d. Wiss. Berlin. 1880 S. 266) 
aus Ost-Afrika bildet mit noch einigen anderen Arten des 
äthiopischen Gebietes eine eigene Gattung^ OUgosmerus. Diese 
ist den Gattungen Hypocrites, Promeces und Rhopahmeces ha- 
bituell ähnlich und erinnert durch die längliche Keule, welche 
von dem Endstück der Fühler gebildet wird, und zwar in 
beiden Geschlechtern, an die letztere Gattung, weicht aber 
von allen näheren Verwandten durch die wenig ausgebildeten 
Riechfurchen der Antennen und die kurzen Schenkel der 
Hinterbeine ab. 

Die Riechfurchen (sulci olfactorii) beginnen erst am 
fünften Gliede, sind aber an diesem undeutlicb, an den fol- 
genden Gliedern, bis zum zehnten, deutlicher, aber weniger 
gut begrenzt, als bei Promeces und Bhopalomeces, Das dritte 
Glied ist um 1/4 länger als das vierte. Der Scapus ist kurz. 
Die 3 bis 4 letzten Glieder bilden eine längliche Keule; das 
letzte Glied ist am Ende stumpf abgerundet. Das 3. — 10. 
Glied ist außen am Ende in eine kurze Spitze aui^zogen. 

Aett. entomol Zeit 1894. 



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41 

Die Antennen sind in beiden Geschlechtern etwas länger als 
der Körper. Der Cljpeus ist durch eine bogenförmige Naht- 
linie von der Stirn getrennt. Der Prothorax ist kaum so 
lang als breit oder wenig länger. Die Flügeldecken sind lai^ 
und schmal, nach hinten kaum verengt Die Schenkel aller 
Beine sind allmählich keulenförmig verdickt, die der beiden 
Hinterbeine sind kurz und erreichen nicht den Hinterrand des 
•dritten freien Abdominalsegments. 

Charakteristik: Antennae in utroque sexu corpore paulo 
longiores. Scapus breviusculus; articulus tertius quarto quarta 
vel tertia parte longior; articulorum 3. — 10. apex exterior 
acutus; articuli 3 vel 4 ultimi incrassati, in utroque sexu 
clavam oblongam praebentes; articulus ultimus apice obtuse 
rotundatus; sulci olfactorii articulorum 3. et 4. nuUi, 5. in- 
distincti, 6. — 10. paulo distinctiores. Clypeus a fronte sutura 
curvata separatus. Prothorax fere brevior vel parum lon- 
gior quam latior, lateribus rotundatus. Elytra elongata, 
angusta, fere tota parallela, apicem versus vix attenuata. 
Femora omnium pedum sensim clavata, pedum posticorum 
abbreviata segmentumque abdominale quartum haud per- 
tinentia. 

* 1. Oligosmerus limbalis Harold 1. c. 

Ost- Afrika: Mombassa-Kenia. 

2. Oligosmerus satnratns n. sp. $. 

Viridi-cyaneus, subnitidus, limbo suturaque elytrorum 
violaceis, pectore et ventre laete aeneo - viridibus, pedibus 
viridi-cyaneis, tibiis tarsisque violaceis, antennis violaceis apicem 
versus atris; capite dense rugoso-punetato; clypeo rüde 
puDctato, medio postico laeviore; prothorace haud longiore 
<}uam latiore, pone medium ampliato, antrorsum attenuato, 
postice constricto, lateribus paulo rotundatis, dorso transver- 
fiim plicato-rugoso, lateribus rugoso-punctatis, eorumque medio 
laevigato; elytris transversim vermiculate rugosulis, humeris 
laevioribus punctatis; pectore et ventre tomentose griseo- 
pilosis. — Long. corp. 14 mm. 

Central- Afrika: Butumbi, südlich vom Albert- 
Cdward-See am 7. Mai 1891 ein Exemplar (Dr. Stuhlmann). 

Oligosmems anreovittis n. sp. ^» 

Diese Art ist dem 0. UmbaUs Harold in der Färbung am 
ähnlichsten; sie ist aber größer, der Prothorax etwas kürzer 
und an den Seiten gleichmäßig gerundet; die Beine sind blau, 

Stett entomoU Zeit. 1894. 



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42 

bei limbaHs grün. Von 0. saturatus m. unterscheidet sie sieb 
hauptsächlich durch andere Färbung, andere Sculptur und die 
gleichmäßig gerundeten Seiten des Prothorax, der nach vom. 
und hinten ziemlich gleichmäßig verengt ist. 

Diagnose: Elongatus, angustatus, viridiaeneus, elytrorun? 
limbo suturali coeruleo, vitta laterali, ab humeris cupreo- 
auratis usque ad apicem pertinente, aurichalcea; antenois 
pedibusque cyaneis, illis apicem versus atro-cyaneis et opacis; 
— clypeo, fronte verticeque confertim rugoso-punctatis; pro- 
thorace haud longiore quam latiore, medio ampliato lateribus- 
que aequaliter rotundatis^ supra rugoso-punctato, tenuiter trans- 
versim plicato, ad marginem posticum laeviore^ lateraliter 
laevigato, sparsius punctato; elytris transversim rugoso-^ 
punctatis, humeris simpliciter punctatis; pectore et ventre 
tomentose griseo-piloßisT 

Long. corp. 16 mm. 

Nordost-Afrika: Suakim, 1 Exemplar (Dr. Stecker)^ 

IX. 
Macrodontia ehrenreiolii n. sp. ^, 

Fuscus, obscurus, elytris brunneis; mandibulis capit^ 
fere duplo longioribus, flexuosis, extus enim longe sinuatis 
apiceque parum incurvatis, margine interiore basin versus 
integro, apicem versus denticulis 12 — 15 (alternis plerumque 
minoribus) armato, dente mediano majore; prothorace plua 
duplo latiore quam longiore, lateribus irregulariter crenatia 
dentib usque duobus acutis armatis, anteriore dente breviore, 
posteriore longiore; dorso prothoracis postice cristis obliquis 
subcrenulatis exstructo, area discoidali fere quadrata, postice 
pedunculata, punctata. — Long, corp., mand. except., 61 mm, 
long, mandibularum 23 mm. 

Ein Stück aus Central-Brasilien, wo es im Quellgebiet 
des Xingu (Campos), am Nebenflusse Ku lesen bei Beginn 
der Regenzeit — Oktober bis November 1888 — von Herrn 
Dr. Ehrenreich gefunden wurde. 

Der Hauptcharakter der Spezies li^t in der Bildung der 
Mändibeln, wodurch sich diese Art von den wenigen übrigen 
Arten der Gattung unterscheidet. Die langen Mändibeln sind 
am Außenrande in der Basalhälfte nach auswärts gekrümmt, 
in der Apicalhälfte ausgeschweift, einwärts gebogen und am 
Ende nach innen gekrümmt. An der Innenseite sind sie nur 
von der Mitte bis zur Spitze gezähnelt; der erste Zahn ist 
der größte. 

statt, entomol. Zeit. 1894 



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43 

Der Körper ist dunkelbraun bis schwarzbraun; die Flügel- 
decken sind um das Schildchen merklich heller braun, fast 
matt, nur schwach glänzend. Die Antennen sind schwarz. 
Der Kopf ist oberseits eingedrückt und mit einer, vom Clypeus 
bis zum Prothorax reichenden Längsfurche versehen. Neben 
den Augen finden sich jederseits zwei Längserhabenheiten, 
von denen die hintere etwas nach innen gerttckt ist. Neben 
diesen Längserhabenheiten ist der Kopf grob gerunzelt und 
punktirt, auch hinter den Augen kräftig punktirt, der Scheitel 
in der Mitte glatt. Der Prothorax ist viel (etwa 2^]^ mal) 
breiter als lang, vorn etwas schmäler als hinten, an den 
Vorderecken abgerundet, hinter diesen an den Seiten gezäh- 
nelt und mit zwei größeren Zähnen bewehrt, von denen der 
vordere kurz, breit und spitz, der hintere aber als nach hinten 
gerichteter Ausläufer der Seitenränder kräftiger ist. Der Rücken 
des Prothöräx ist an den Seiten matt, »ehr dicht und sehr 
fein gerunzelt-punktirt; vorn auf der Mitte mit einem fcwt 
quadratischen, an den Ecken in einen spitzen Winkel aus- 
gezogenen großen, sehr fein und sehr grob punMirten Felde 
versehen, welches den Vorderrand und in einem fußförmigen 
Streifen den fiinterrand des Prothorax berührt. Eine scharfe 
rippenfbrmige Erhabenheit läuft in den spitzen hinteren Zahn 
des Seitenrandes aus; eine crenulirte Rippe geht von dem 
Hinterrande aus nach innen und verbindet sich bogenförmig 
mit der ersteren Rippe. 

Die fast mattfarbigen, schwach glänzenden Flügeldecken 
zeigen sehr schwache Spuren von Längsrippen; die Naht läuft 
in ein spitzes Zähnehen aus. 

Das letzte freie Abdominedsegment ist am Ende breit abr 
gestutzt und in der Mitte etwas eingezogen. 

X. 
Die Gattung Macrotoma. 

Macrotoma, eine der bekanntesten Gattungen der Prioniden, 
enthält recht verschiedenartige Bestandtheile, Neben der gigan- 
tischen serripes F. von Fernando Po, mit den außerordentlich 
langen Vorderbeinen im männlichen Geschlecht, giebt es in 
Afrika und auf Madagaskar Arten, welche mit jener Form 
sehr contrastiren. Die indischen Arten von Macrotoma sind 
unter dem Gattungsnamen Piinobius abgetrennt, weil die Bil- 
dung des Prothorax und des Metasternums in den beiden 
Geschlechtern eine verschiedene ist. Auch bei einigen Spezies 
Madagaskars und Afrikas (z. B. corticina Schh. und gregaria 

Stett. entomoL Zeit 1894. 



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44 

Thoms.) ist der Prothorax in den beiden Geschlechtem un- 
gleich gebildet. Und daß die ziemlich große Zahl der afri^ 
kanischen und madagassischen Arten mit der genannten serripes 
nicht ohne weiteres in einer geschlossenen kleinsten systema- 
tischen Kategorie zusammenbleiben können, davon zeugt die 
ganz verschiedene Beschaffenheit jener Arten. 

Alle jene Unterschiede betreffen nur das männliche Ge- 
schlecht, . und etwaige Gattungscharaktere könnten nur von 
diesem Geschlecht entnommen werden. Damit aber würden 
<iie so aufgestellten Genera aufhören, Genera zu sein; sie 
durften nur als Subgenera bestehen können. Es ist wahr, 
daß die Systematiker in dieser Hinsicht meist keine Richt- 
schnur befolgen. JSs sind viele Genera geschaffen, die nur 
;auf ein Geschlecht begründet sind, während das andere. Ge- 
;schlecht von dem gleichen des nächstverwandten Genus gene- 
risch nicht verschieden ist 

Dementsprechend sehen wir die separirten Speziesgruppen 
in der Gattung Macrotoma nicht fQr selbstständige Genera, 
sondern n^f für Subgenera an; auch Prinobim Muls. ist ein 
•Subgenus. 

M. serripes F. ist der Typus der Gattung Macrotoma; 
•diese isolirte Spezies ist daher auch unter diesem Gattungs- 
namen in specie allein zu verstehen. 

Folgende Uebersicht hat die Subgenera von Macrotoma 
2um Gegenstande. 

1. Maorotoma Serv. i. sp. 

Prothorax in utroque sexu fere aequalis, in $ 
paulo minor. Metasternum in utroque sexu totum 
aequale. Corpus grande. 

^ Pedes antici longissimi; antennae usque ad articu- 
lum nonum intus spinosae, articulo tertio longissimo, gra- 
cili, haud incrassato. 

$ Pedes et antennae multo breviores. 

Hierher gehört nur M, serripes F. von der Prinzeninsel 
im Busen von Guinea. Die Königliche Sammlung enthält ein 
Paar dieser gigantischen Spezies aus älterer Zeit. Die Körper- 
länge des (J beträgt 110 mm, die Länge der Vorderbeine 
desselben 139 mm, die des dritten Antennengliedes 50 mm. 
Das $ ist 91 mm lang. 

2. Sbg. Metriotoma n. 

Prothorax in utroque sexu aequalis, rugoso-foveo- 
latus, disco interdum laevi. Metasternum in utroque sexu 

Steit. entomol. Zeit. 1894. 



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45 

totum aequale, puDctulatum. Pedes maris antici paulo 
majores. Antennarum articulus tertius incrassatus. Gorpud 
plurimarum specierum haud maximum, plerumque mediae 
magnitudinis vel fere exiguum. 

Hierher gehört die Mehrzahl aller Macrotoma-Axten Afrikas 
und Madagaskars, z. B. palmata F., natala Thoms., coelaapis 
White, aeneocostata n., gracilipes n., caffra n., fuUginosa Fähr., 
scabridorsis White, miiis Gerst., micros White, infans Quedf., 
foveolata Kolbe, jejuna Kl. u. s. w. 

3. Sbg. Prionotoma n. 

Prothorax in utroque sexu diversus, metasternum in- 
. utroque sexu aequale. 

(5 Prothorax quadrangulus, trans versus, supra den- 
sissime et tenuiter punetatus, dorso biplagiato, plagi& 
laevibus punctisque profundis exstruetis. Pedes et antennae 
longiores et crassiores. 

$ Femiois Macrotomarum ceterarum similis; prothorax 
antrorsum attenuatus, supra scabre foveolatus et rüde pune- 
tatus, dorso medio laevi. 

Hierher gehören gregaria Thoms. aus Senegambien, erga- 
toides m. aus Kamerun und corticina Schh. von Madagaskar. 

Diese Untei^ttung bildet einen Uebergang zu der folgen- 
den Untergattung Prinobius. 

4. Sbg. Prinobius Muls. 

Prothorax et metasternum in utroque sexu diversa. 

<J Prothorax plus minus ve quadrangulus, antice latior 
quam in $, dorso fere toto confertissime subtiliter 
punctato plagisque nonnullis, praesertim areis duabus dis- 
coidalibus, nitidis, impressis et irregulariter foveolato-punctatis 
praedito. Metasternum area magna trigonali nitida, 
parce pilosa, signatum. Antennae et pedes ut in speciebus 
subgenerum Metriotomae et Prionotomae, 

$ Feminis Macrotomarum ceterarum similis. Prothorax 
antrorsum attenuatus, rüde et crasse foveolato-punctatus, dorsa 
plus minusve nitido, minus punctato. Metasternum totum 
punctulatum. 

Hierher gehören die indischen Arten M, luzonum F., 
pascoei Lansb. u. s. w, und die mediterraneische scuteüaris Germ^ 

Die sexuelle Differenzirung in der Bildung des Prothorax 
ist bei Mekiotoma noch nicht ausgesprochen, wohl aber bei 
Prionotoma und Prinobius, Bei Metriotoma und Prionotoma fehlt 
auch noch die sexuelle Differenzirung des Metasternums, welche 

Stett entomol. Zdt. 18M. 



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46 

wir nur bei Prinobius finden. In diesem Subgenus ist also 
die sexuelle Difierenzirung am besten ausgebildet, 

Es folgen jetzt die Beschreibungen einiger neuer Arten. 
Maorotoma sylvia n. sp. $. 

Elongata, angustata, opaea, capite atro, prothorace nigro- 
fusco, dorso subnitido, elytris brunneis opacis apicem versus 
pallidioribus, alutaceis; antennis pedibusque castaneis; pectore 
flavovilloso, abdomine pilis flavis erectis parce vestito; capite 
irregulariter punetato, linea impressa, mediana, longitudinali 
postice laevi; spatio interoculari parce punctato; vertice rugoso 
pone oculos subtilius granulato-rugoso; antennis eljtrorum 
medium distincte paulo superantibus; prothorace parvo 
scabroso, ante marginem anticum transversim elevato, dorso 
rüde foveolato-punctato, postice laevigato, suleo lato plaoato 
sublaevigato, disco utrinque late depresso, lateribus multi- 
spinosis, margine antico truncato; elytris elongatis subtilissime 
rugosis, antice scabris, prope scutellum elevatis et hispidulis, 
costis nonnuUis subtilibus postice obsoletis, angulo apicali 
suturali acute producto; femoribus omnium pedum supra 
inermibus, infra duplice serie spinarum armatis, tibiis anticis 
antice et postice spinosis, tibiis mediis antice distincte, postice 
minime spinosis, tibiis posticis fere integris spinisque minimis, 
laxe distantibus, intus instructis. — Long. corp. 63 mm. 

. Zu welcher der Untergattungen diese Macrotoma gehört, 
ist noch nicht festzusteUen, weil nur das Weibchen bekannt 
ist. Vermuthlich gehört sie zur Untergattung Metriotoma, Sie 
ist länger und schmäler als palmata, mattbmun, auch anders 
sculptirt. Der humeralis White (Catal. British Mus. VII. 
Longicorn. I. p. 37) scheint sie ähnlich zu sein. 

Es liegt ein Exemplar von Mukenge im Balubalande 
(Central-Congo) vor, von Dr. Pogge in der Zeit vom 
26. Juli bis 10 September 1882 aufgefunden. 

Macrotoma (Metriotoma) graoilipes n. sp. ^. 

Gracilis, fulvescens, capite atrofusco opaco, antennia casta- 
neis basin versus nigrescentibus; prothorace rubrocastaneo; 
scutello elytrisque testaceis, illo atro-marginato, bis prope basin 
dififuse fulvis; margine eljtrorum laterali extremo usque ad 
apicem fusco-nigro, margine suturah anguste brunneo; peo- 
toribus medio et postico abdomineque fulvis, pedibus anticis 
nigro-castaneis, horum tarsis pedibusque mediis et anticis laete 
i^astaneis; capite paulo elongato, occipite medio sublaevl, 
iere scab^e punctato, pone oculos opaco et granuloso, fronte 

Stett. entomol Zeit 1894. 



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47 

foveolato; antennis corpore paulo longioribus, articulis 3. — 8. 
intus spinulosis; scapo compresso extus rugoso-punctato, latere 
interiore apiceque punctato laevigatis, supra longitudinaliter 
impresso; articulo secundo constricto, tertio toto incrassato 
transversim rugato, supra et infra sulcato; prothorace an- 
trorsum attenuato, lateribus spinosis, margine antico trisinuato; 
dorso vermiculatim scabroso-foveolato, antiee transversim im- 
presso, postice utrinque depresso, disco direpte laevigato et 
inaequaliter punctato, latera versus opaco; scutello dense 
granulato; eljtris corlaceis prope basin suturamque anticam 
^cabrosis, super scutellum exstantibus, subcostatis, angulo 
suturali apicali spinoso; pedibus anticis elongatis, scabrosis, 
eorumque feinoribus et tibiis intus spinulosis, bis dente apicali 
armatis; pedibus posterioribus laevioribus, femoribus tibiisque 
intus spinulosis, tibiis autem posticis totis integris, tibiis omnium 
pedum extus sulcatis tarsis gracilibus; pectore abdomineque 
flavopilosis, segmeutis duobus ultimis densius et longius flavo- 
TÜlosis. — Long. corp. 52 mm. 
Kamerun (Braun, 1887). 

Maorotoma viridesoens Jordan $. 
(Novit. Zool. I. 1894 p. 142.) 

Nigra, plus minus ve nitida, eljtris aenescentibus, pectore 
brunneo-piloso; capite subnitido, spatio interoculari canali- 
culato glabro, utrinque rüde punctato, canaliculo verticem 
percurrente; antennis medium eljtrorum paulo superantibus; 
prothorace antiee attenuato, marginibus lateralibus denti- 
«ulatis, angulis anticis dente armatis, angulis posticis longius 
spinosis; dorso toto laevigato, nitido, parce punctato, punctis 
utrinque majoribus, postice feie nuUis, lateribus rüde füveolato- 
€X8Culptis, opacis, medio longitudinaliter modice canaliculaio; 
ely tro utroque quadricostato, costis ante basin subito obsoletis, 
interstitiis costarum et lateribus opace brunneo-fuscis; basi 
costisque (bis certo visu) nitidis, illa circa scutellum elevata 
et scabrosa, humeris glabriusculis, parte apicali pone costas 
laxe reticulata, dente suturali apicali distincto, acuto; femo- 
ribus tibiisque anterioribus infra modice spinosis; abdomine 
nitido obsolete punctato. — Long. corp. 44 mm. 

Mukenge in Balubaland (Central -Congo) 1 $ von 
Dr. Pogge, Oktober 1882. 

Trotz einiger Abweichungen gehört dieses Exemplar wohl 
zu der Jordanischen Spezies. 

Vermuthlich gehört die Art zur Untergattung Metriotoma. 

Stett. entomol. Zeit. 1894. 



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48 

Macrotoma (Metriotoma) oaffira d. ep. <^. 

FuBco-atra, coriacea, subnitida, subtus picea vel castanea, 
abdomine castaneo-nigro, lateribus . et apice fulvis, pectore 
luteo-piloso, antennis nigris, articulis 4. — 11. pedibusque rubro- 
castaneis; capite rugoso-punctato, supra parce luteo-piloso^ 
pone oculos et in vertice scabre granulato; anteonis laevibus 
nee scabris nee spinulosis, scapo sat grosse articuloque 
teiiio laxe punetatis, articulis sequeutibus minime punctatis^ 
protborace trapezoidali, margine autico medio emarginato^ 
lateribus denticulaiis; aogulis posticis spinosis et dentatis; 
dorso toto rudi, scabro, parce luteo-piloso, disco utrinque 
depresso; sc u teil o castaneo nigro-marginato, subtiliter scabro- 
punctato, linea idedia longitudinali laevi; elytris coriaceis, 
rugosis, prope scutellum elevatis et scabris, in dorso bi- vel 
trilineatis, lineis abbreviatis; femoribus tibiisque infra breviter 
spinosis. — Long. corp. 43 — 53 mm. 
Capland (Krebs), Natal (Pöppig). 
M. scabridorsia White ist eine ähnliche Art, aber kleiner; 
das Pronotum ist gröber sculptirt, die Antennen sind st&rker 
punktirt; das Scutellum ist glatt, nur vereinzelt punktirt und 
mit einer mittleren Längsfurche versehen. Die Eljtren sind 
nicht gerippt; die Brust ist schwächer behaart; d£tö Ab- 
domen ganz schwarz und glänzend. 

Maorotoma (.Prionotoma) ergatoides n. sp. ^. 

Fusco-bruunea, opaca, protborace castaneo, elytris 8U;ro- 
marginatis suturaque nigra; antennis nigrofuscis, nitidiSy 
corpore minime longioribus, articulis 4. — 11. pedibusque rubro- 
castaneis, illis tenuibus scapo brevi antice scabroso et hispidulo^ 
articulo tertio incrassato, sulcato, hispido, triplo longiore quam 
quarto, articulo ultimo curvato, quam paenultimo dimidia 
longiore; protborace transverso autrorsum minime attenuato^ 
opaco, densissime punctato, hie et iUic impresso, sulco tenui 
medio longitudinali postice distincto; dorso utrinque antice 
foveolato, foveola extus rüde punctata et subnitida lateraque 
versus area rugosa exigua exstructa, lateribus denticulatis;. 
sc u teil o depresso, piloso, sat dense punctulato, apice emar- 
ginato; elytris subtilissime scabrosis, quadrilineatis (lineis 
duabus exsterioribus obsoletb), juxta scutellum elevatis et 
scabris, angulo suturali apicali acuto; prosterno densissime 
punctato, convexo, marginibus tantum prope coxas pilosis; 
metaste rno, epimeris coxisque posticis longe flavo-pilosis; 
femoribus tibiisque pedum anticorum iofra hispidis et spinu* 
losis, illis apicem versus supra scabris, femoribus pedum 

Stett entomol. Zeit 1894. 



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49 

.posterioriim infra parum spinuiosi^, tibiis Jateraliter tantum 
Bcabris; tibiis anticis paulatim elongatis, apicem versus cur- 
vatis, apice interiore leviter unguiculato; abdomine parum 
piloso, segmentis ecabre punctatis, lateraUter impressis^ apice 
ßegmenti ultimi (scilicet oculis aperti) emarginato. — Long, 
corp. 31 mm, 

Barombi-Station in Kamerun (Dr. Preuss). 

Der Käfer hat das Aussehen eines kleinen männlichen 
Er^ates, 

Macrotoma palmata F. 

Hinsichtlich der Sculptar der Fitigeldecken und der Länge 
der Beine finden sich unter den zahlreichen, aus verschiedenen 
Gegenden Afrikas vorhegenden Stücken Unterschiede, welche 
uns zeigen, daß wir es mit Varietäten zu thun haben. 

1. M. palmata F. i. sp. Elytris laevibus, nitidis, rugoso- 
punctatis. — Chinchoxo (Kongogebiet J, Mosambik, Ostafrika 
(Bura-Berge, v. d. Decken). 

2. Var. rugubsa n. Eilytris vermiculatim rugulosis, sub- 
nitidis, punctis impressis plus minus ve nuUis. — West- Afrika: 
Loanda, Banana und Bona bis Yivi (unterer Kongo); C. Afrika: 
Yiotoria-See; N. 0. Afrika: Sennaar. 

Es kommen Stücke vor, deren Flügeldecken eine wurm- 
artig verschlungene Sculptur zeigen, ohne Spuren von zwischen- 
gestreuten Punkten, bis zu sotehen, auf deren Flügeldecken 
deutliche Punkte und nur schwache Runzeln zu sehen sind. 

3. Var. brevipes n. Tibiis tarsisque omnium pedum paulo 
brevioribus. — Die Schienen und Tarsen aller Beine sind etwas 
verkürzt, namentlich ist der Metatarsus kürzer als bei gleich 
großen Stücken der typischen Form. An den Hinterfüßen ist 
der Metatarsus so lang als die beiden folgenden Glieder zu- 
sammen, bei der typischen Form deutlich länger und dünner. 

Stücke dieser Varietät liegen vor von Banana am Kongo 
(Dr. WolO, aus dem Lunda-Reich (Dr. Pogge) und von Tanga 
in Ost- Afrika (0. Heumann). 

Die Bedeutung von Lokalformen scheinen alle diese 
Varietäten nicht zu haben. 

Bezüglich der Unterscheidung der Geschlechter der Ma- 
crotoma palmata ist zu bemerken, daß die Punktirung der 
Abdominalsegmente auf der Ventralseite nach dem Sexus ver- 
schieden ist. Beim (^ sind der feinen und sehr dichten Punk- 
tinipg der Segmente mehr oder weniger deutliche größere 
rmd zerstreut stehende Punkte beigegeben. Beim $ sind die 
Segmeiite glatt und glänzend ; es fehlt die feine, dichte GruQd- 

Stett. entomoL Zeit ISM. ^ 



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60 

punktirung, auch von den zerstreuten größeren Punkten ist 
nichts vorhanden. 

Macrotoma sontellaris Germ. 

Diese einzige der europäischen Fauna angehörige Spezies 
der Macrotominen gehört zum Subgenus PrmobiuSy dessen übrige 
Spezies das indische Faunengebiet bewohnen. 

Die Art findet sich in Süd Frankreich, Dalmatiea, Corsica, 
Sardinien, Sizilien, Griechenland, Greta, Aegjpten (Suez) und 
Marocco (Tanger). 

Die Königl. Sammlung enthält 1 (J $ aus Cypern (von 
dem Wiener Naturalienhändler Stentz erhalten), je ein $ aus 
Griechenland (Doris, Lidoriki, 11. August 1887) und von 
den südlichen Sporaden (Nikaria), welche Herr E. von 
Oertzen gesammelt hat, und einige $ von Sardinien und 
Corsica. 



Die Goleopteren-Fauna Gentral-Afrikas. 

Von H. J. Kolbe. 



I. 

Von Herrn Dr. F. Stnhimann im Seengebiete (Vietoria-, 
Albert-Edward- und Albert-See) gesammelte Longicomier. 

Bemerkens werthe Aufschlüsse über die Ausdehnung und 
die inneren Grenzen der zoogeographischen Hauptgebiete des 
Continents Afrika geben die während der Emin-Pascha- 
Expedition in den Jahren 1890 bis 1892 von Dr. F. Stuhl- 
mann im centralafrikanischen Seengebiete zusammengebrachten 
Thiersammlungen. Es zeigt sich jetzt, daß das westafrikanische 
Faunengebiet sich bis zum Victoria-See (Bukoba, an der West- 
seite des Sees, und Uganda, an der Nordseite desselben) aus- 
dehnt und daß diese Erscheinung mit der Thatsache in Be- 
ziehung steht, daß bis hierher die westafrikanische Waldflora 
vorgerückt ist. An die Waldflora sind natürlich nicht alle 
Thiere gebunden, und die Erscheinung der erwähnten Ver- 
breitung tritt auch nur bei den Pflanzenfressern und den 
waldliebenden Thieren hervor. Hierüber habe ich kürzlich 
in einem kleinen Artikel ^Ein Beitrag zur Eenntniß der fau- 
nistischen Verhältnisse des centralafrikanischen Seengebietes^ 

Stett. entomol. Zeit. 1894. 



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(Archiv f. Naturgeschichte. 1894. 60. Jahrg. I. Bd. S. 55-63) 
einige Mittheilungen gemacht. 

Da die Bockkäfer (Longicornier) enge mit der Flora 
ihrer Heimath zusammenhängen, namentlich aber fUr die Baum- 
und Strauchvegetation charakteristisch sind, so sind die Ange- 
hörigen dieser Coleopterenfamilie ganz besonders zu zoo- 
geographischen Forschungen geeignet, insofern die Waldflora 
die Grenzen eines pflanzengeographischen Gebietes bestimmt. 
Die im Folgenden behandelten, von Dr. Stuhl mann im cen- 
tralafrikanischen Seengebiet gesammelten Bockkäfer bestehen 
größtentheils aus westafrikanischen Formen und sind ein an- 
schauliches Beispiel davon, daß diese ihre Verbreitung eine 
Folge der Ausdehnung der westafrikanischen Waldflora bis 
in das Seengebiet ist. 

Von den aufgeftlhrten Spezies sind 27 bereits aus anderen 
Gegenden Afrikas bekannt, beziehungsweise außerhalb des 
Seengebietes gefunden; 18 von diesen gehören ausschließlich 
Westafrika an, nämlich 
Tithoes frontalis, 
Macrotoma castaneipenmSy 
Plocederus chloropterus, 

,y basalis, 

Gallichroma cranchi, 
Monohammus X-fulvurn^ 
Acridocephala bistriata, 
Pachystola fuliginosa, 
Prosopocera ocellata, 

Nur 2 Spezies sind ostafrikanisch, nämlich 
Ceroplesis irregularis und 
Cymatura mucorea. 

Südostafrikanische Beziehungen sind gleichfalls sehr ge- 
ringfügig, da sie nur durch die einzige Art Nitocris mgricorrds 
angedeutet sind. 

Weit über West- und Ostafrika und theilweise bis Süd- 
afrika verbreitete Arten sind 



Sternotoms aglaura, 

„ imperialis, 

Pinacostema mechowi^ 
Phryneta aurodncta^ 
„ macularis, 
Phrystola hecphora, 
Moecha adusta, 
Ceroplesis fissa, 
Synnupaerha homeyeri. 



Mallodon downesi, 
Xystrocera mgrüa, 
Phryneta spinator, 
Dichostateß collaris, 

Die neuen Arten (14) sind allerdings meistentheils ^) auf 



Coptops aedificator, 
Ceroplesis quinque/asdata und 
Volumnia westermanni. 



*) Macrotoma cattaneiperinit n. sp. aus der Gegend des Albert- 
Edward-Sees ist schon früher von Pogge im Balnba-Lande (Congo- 
Gebiet) gefunden; ebenso ist Sternotomis aglaura n. sp. (aus Uganda 
und der&egend des Albert-Nyansa) von Zenker aus Taunde im öst- 
lichen Hinterlande von Kamerun eingesandt. 

4* 



Statt, entomol. Zeit. 1894. 



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52 

das Seengebiet beschränkt und lassen eine nähere Beziehung 
zu dem west- oder ostafrikanischen Gebiet höchstens aus der 
Verbreitung der Gattung oder der näheren Verwandtschaft 
der Spezies erkennen, üiernach weisen Colpoderus stuhknamii, 
CaUißhroma emini und ituricum, Synaptola debiUs (?), Mecaspis 
glabripenniSj Pseudhammus myrmidonum und Niphecyra interpres 
auf Westafrika hin, aber nur Oligosmerus saturatua auf Ost- 
und iNordostafrika. 

Aus den vorstehenden Angaben ist zu entnehmen, daß 
die Longicornier-Faunß, des central-afrikanischen Seengebietes 
ein durchaus westafrikanisches Gepräge hat Die westliehe 
Fauna reicht bis an das Westufer des Victoria-Sees (Statioo 
Bukoba) und bis Uganda an der Nordseite dieses Sees. Die 
Südseite des Victoria-Sees gehört ohne Zweifel zum ost- 
afrikanischen Faunengebiet. Hieraus ist es dann erklärlieh, 
da& die schon oben erwähnte Ceroplesis irregularis^ eine in 
Ostafrika verbreitete gewöhnliche Spezies, noch bei Muansa 
(am Südufer des Victoria- Sees) gefunden wird. Wir kennen 
indeß zu wenig von der Insektenfauna dieser Gegend, um 
über deren Charakter urtheilen zu können. 

Jetzt folgt die Aufzählung der von Dr. Stuhlmann im 
Seengebiet gesammelten Spezies. 

I. Prionidae. 

1. Colpoderus stuhlmanni n. sp. $. 

Der Körper ist sammt den Flügeldecken glänzend schwarz 
mit einem Stich ins Braune. Die Palpen sind dunkelbraun, 
das letzte Glied ist länger als bei C. caffer Kl. und mehr beii- 
förmig. Die Fühler sind ziemlich lang, der Scapus ist länger 
als bei caßer. Die kurzen Mandibeln sind mit einem stumpfen 
Zahne vor der Mitte des Innenrandes versehen. Das Epistam 
ist vorn in der Mitte ausgebuchtet, die Stirn vorn der Quere 
dach eingedrückt, der Eindruck beiderseits grubenförmig. Die 
Stirn ist glatt, unpunktirt, der Scheitel punktirt. Der Pro- 
thorax erscheint kürzer als bei den anderen Arten der Gat- 
tung. Der Hinterrand des Pronotums ist beiderseits tief aus- 
geschnitten, der Art, daß die Mitte nach hinten weit vor- 
gezogen erscheint, während die spitzen Hinterecken mehr 
n,ach vom gerückt sind; die Seitenränder sind gezähnt und 
gebuchtet. Das Pronotum ist glatt, die Punktirung derselben 
60 fein, da6 sie bei schwacher Vergrößerung nicht wahr- 
zunehmen ist, nach den Seiten etwas deutlicher; die Seiten 
selbst sind fast grob punktirt. Die breiten Flügeldecken 

Stett. entomol. Zeit. 1891. 



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53 

«ind schwach ledrig gerunzelt, der Nahtwinkel hinten kurz 
^sugespitzt. Das Prosternum ist zwischen den Hüften ver- 
schmälert und der Länge nach eingedrückt, dets Hesosternum 
zwischen den Hüften riel schmäter als bei caffer und tief 
auBgehöblt. 

Länge des Körpers 44 mm. 

Es liegt nur ein weibliches Stück aus dem Eibissibili- 
Walde am Ituri, westlich vom Albert-See, vor (7. Sep- 
tember 1891). 

Die neue Art steht dem Colpoderus forcipatus flar. wegen 
<ies länglichen Scäpus der Antennen näher als dem caffer Kl. 
iund substriatus Har. 

2. Mallodon downesi Hope. 

West-Lendu, westlich vom Albert-See, AnCeuig 
Oktober 1891. — West-, Ost- und Südafrika. 

3. Tithoea frontalis Har. 

Bei Migere in Butumbi, südlich vom Albert-Edward- 
See, Anfang Mai lb9i. — Congo-Gebiet (Lunda, Baluba). 

4. Maorotoma eastaneipennis n. sp. $. 

Brunnea, nitida, glabra, capite atro, prothorace nigro- 
•eastaneo, elytris oastaneis apioem versus dilutioribus, antennis 
pedibusque brunneis, Ulis basin versus obscurioribus; spatio 
interoculari impresso, sulco medio frontali postume profundiore; 
occipite pone oculos subtilissime dense granulato; antennis 
«lytrorum medium superantibus, scapo scabroso-punctato apicem 
versus laevigato, articulis 3. — 8. laevigatis parce punctatis, 
ultimis opacis, sulcatis, foveolatis; prothorace lateraliter 
<5oriaceo-rugoso et flavo-piloso, dorso toto late laevigato, sub- 
tilissime et parce punctulato pilisque sparsis, sub lente tantum 
«onspicuis, vestito; margine antico trisinuato, lateribus spinosis; 
elytris sat latis eorumque parte basali unacum scutello 
<leplanata, fere totis coriaceis, nitidis, basin versus diffuse 
punctatis, prope scutellum subscabris, lineis tribus subelevatis, 
^nguk) suturali apicali acuto; pectore pik>so densiseime sub- 
tifiter punctato; femoribus tibiisque omnium pedum supra 
et infra spinosis; abdomiue laevigato subtilissime laxe puno- 
tnlato, vix conspicue brevissime parce piloso. — Long. cotp. 
§6—66 mm. 

Es liegt vor je ein Exemplar von Massogua, nördlieh 
vom Albert-Edward-See (21. Dezember 189), Dr. Stuhlmann), 
von Mukenge im Baluba-Land am Lulua-Flnß (Oongo* 

Btett. entomoU Zeit 1894. 



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H 

Gebiet,. September 1881, Dr. Pogge) und aus der G^end 
zwischen dem Lulua und Kassai (Wissmann). 

Die Art ist der M, natala Thoms. sehr ähnlich, aber 
glänzender. Das Pronotum ist mehr convex, mit wenigen 
Eindrücken versehen und auf der Scheibe nur fein punktirt; 
die Seiten sind nur schwach gerunzelt. Die glänzenden, Flügel- 
decken sind gerunzelt-punktirt, nicht so stark gerunzelt, wie 
h^i natala. Der Hinterrand des Pronotums ist x in der Mitte 
mit einem winkligen Vorsprunge versehen. 

IL Cerambyeidae. 

5. Haplogaster n. g. Dorcasominarum. 

Corpus pilosum. Antennae 12-articulatae, validiusculae, 
inde ab articulo tertio compressae, apice articulorum pluri- 
morum exteriore porrecto; scapo brevi conico, articulis 3. — 6. 
inter se fere aequalibus. Prothorax fere duplo latior quam 
longior, supra nodosus, lateraliter tubere medio conico armatus, 
margine pronoti postico bisinuato, medio lobato. Elytra 
postice attenuata et paulo hiscentia nee abdomen totum ob- 
tegentia, basi cum humeris convexa, epipleuris nullis. Coxae 
anticae transversae et conicae. Acetabula antica et media 
apert^. Pedes mediae longitudinis; femora latiuscula, com- 
pressa, aqte apicem postice dilatata; femora antica tibiaequct 
omnium pedum paulo curvata. Abdomen segmenta quinque 
libera praebens; segmenta duo ultima supra haud obtecta. 

. . Die Gattung ist ausgezeichnet durch die hinten etwas 
verschmälerten und ein wenig klaffenden flachen Eljtren^ 
dejißn die Epipleuren fehlen; ferner durch die compressen 
Antennen und Schenkel. Letztere sind am Hinterrande vor 
der Spitze rundlich bis winkelig erweitert. 
Die hierher gehörige Spezies ist 

Haplogaster emini n. sp. ($?). 

Testaceus, subnitidus, capite punctulato, vertice, pro- 
thorace scutelloque nigris, pronoti maculis duabus rufis; an^ 
tennis atris, articulis duobus basalibus nigris, scapo annulo 
dimidiato subapicali extero rubro signato; pronoto bicon- 
stricCo, medio trituberculato, tuberculo medio postice biapicato; 
elytris testaceis, coriaceis, punctatis, fascia antemediana ab- 
breviata maculaque anteapicali atris ornatis; pedibus nigris,. 
femoribus anterioribus rufotestaceis eorumque apice nigro, 
femorum anticorum dimidio basali basique mediorum nigris^ 
femoribus posticis infra rufotestaceis. — Long. corp. 21 mm. 

Stett. entomol. Zeit 1894. 



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55 

Bei Buginda, südlich vom Albert-See, am 11. Juli 
1871 ein Exemplar gefunden. Vermuthlich ist dieses Stück 
weiblichen Geschlechts. 

6. Syndere n. g. Oleomeninarum. 

Caput aliquanto productum, genae paulo prolongatae. 
Oculorum lobus superior mediocris. angustatus. Antennae 
superiores, abbreviatae, dimidium corpus haud superantes, 
apicem versus paulo incrassatae; scapus cylindricus, articuli 
sequentes apicem versus ampliati, apice articulorum 3. — 10. 
extus acuto, articulo tertio quam scapo vix longiore; articulo 
quarto quam quinto breviore. Prothorax basi coarctatus, 
apicem versus attenuatus, lateribus rotundatis inermibus. 

Elytra prothorace latiora, depressa, lateribus fere rectis; 
apice bisinuato, angulo extero spinam praebente, angulo 
suturali acuto. 

Coxae anticae globosae, paulo prosilientes, mediocres, 
extus simplices nee angulatae, eorumque acetabula postice 
clausa. Acetabula coxarum mediarum extus clausa. 

Femora pedunculata extus carinata, secundi paris recta, 
tertii paris curvata. (Pedes antici desunt.) 

Abdomen conicum simplex, segmentum primum duobus 
eequentibus paulo brevius. 

Die Gattung ist mit Dere nahe verwandt. 

Syndere bicolor n. sp. $. 

Opaca, atra, vitta pronoti mediana longitudinali elytrorum- 
que vitta humerali, ultra medium prolongata, rufis, macula 
indistincta basali brunnea; capite, sternis lateribusque pro- 
thoracis inferis subargenteo-sericeis, lateribus pronoti atris; 
eljtris densissime ocellato-punctatis, carina longitudinali haud 
acuta. — Long. 10,5 mm. 

Bei Undussuma, südwestlich vom Albert-See, 1050 m 
hoch, Ende Juli 1891 ein Exemplar. 

7. Nosoeme n. g. Oeminarum. 

Os breve, epistoma emarginatum, palpi breves, genae 
brevissimae. Oculi sat magni, supra spatio lato inter se 
separati, lobo superiore angustato et paulo abbreviato. An- 
tennae 0^) corpore breviores, sulcatae, subtus brevissime 
ciliatae, scapo brevi paulo incrassato, articulis tertio, quarto, 
quinto longitudine inter se fere aequalibus; articulorum 3. — 6. 
apice nodose. 

Stett. entomol. Zeit. 189i. 



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5(J 

Protliorax lateralitef ioermw, iateribm rotimdati»; Scu- 
tellum exigüum, breve, lateribus rotundatis, postice etnar- 
gioatum. 

Elytra eloogata paulo depressa. 

Processus prosternalis et mesostemalis intercoxales 
au^stissimi) ille inter ooxas abbreviatus. Coxae aQtedores 
lere contiguae) majusculae, globosae. Aoetabula antica extusi 
distincte angulata. 

Femora autica medio inorassata, posteriora apicem versus 
incrassata^ clavata, baai fere pedunculata. Metatarsua pedum 
posteriorum elongatus, posticoruia a;rticuli8 seq^entibue eon- 
juDCtis distiocte longior. 

Abdomen cootraetum. 

Prosppe Thoms. (Systelaa Ceramb. S. 248), eine mir 
unbekannte Grattung, sebeint die nächste Verwandte vo» 
JSosoeme zu sein. 

Ifosoeme clavipes n. sp. 

Fusca, flavo-griseo pubescens, antennia fusco-nigris, arti- 
chU» 3. — 6., apiee et basi nigris exceptis, rufobrunne^^ scapo 
hispido, scabro; vertice n^edio pone tuberenla antennifer» 
foveolato; prothorace vix longiore quam medio latiore, pronoto 
vanegate subsericeo, punctato ; ely tris punclati», subeoetatiSy 
Costa in utroque eljtro singula, humeris laevibus; tibiis anticis 
curvatis, posticis rectis, mediis fere rectis. — Long. corp. 
13 mm. 

Bei Undussuma, südwestlich vom Albert-See, am 

6. August 1891 ein Exemplar. 

8. Xystoooera nigrita. Serv. 

Bei Undussuma, südwestlich vom Albert-See, Ende 
Juli 1891. — lieber Afrika weit verbreitet. 

9. Plooederus cUoroptanis Chevr. 

Bei Bukoba am Westufer des Victoria-Sees im Harz 
1892. — Westafrika (Aschanti, Kamerun). 

10. Plooederus basalis Gahan. 

Bei Bukoba mit voriger Art, Mär^ 1892. — West- 
afrika (Gabun, Njam-Njam). 

11. Oligosmems satnratns n. sp. Kolbe. 
(Diese Zeitschrift, 1894. S. 41.) 

Bei Butumbi, südlich vom Albert-Edward-See am 

7. Mai 1891. 

Btett. entomol. Zeit. 1894. 



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57 

12. ncrosyne btevioorids 1^. 

Im Wabudso-Wald, westlich von Wakaugu^ im 
Westen des Albert-Sees^ am 5. September 1891. — West- 
afrika (Sierra Leone, Togo, Accra^ Gabun, Kamervn, Quimgo, 
im N. 0. vom oberen Congo). 

13. CaUiohroma ittirioam n. sp. $. 

C afro L. affine, viride, fronte antica spa^ioque supero 
interoculwi cjaneo-tinctis; prothorace certo viau, et q^idem 
praesertim a latere, violaceo nitente; scutelio viridis elytris 
atroviolaiceis, humeris cyaneis, sutura vitta viridi,^ deoee aAireo- 
pilDsa, a scutello usque ad apicem pertineete, ornata;. labro 
fii6€0-nigro; antennis brunneis apicem versus aigncaatibus; 
pedibus totis rufis, femoribus anteriprum castaneo-ruiis; clypeo 
IHftQctato-rugoso, linea media longitudinali elevata glabra; ver- 
tice ßubtilissime tranaversim rugidoso; prothorace paulo 
longiore quam latiore, antice et postice covstricto^ nitido, 
glabro, dorso dense strigato, strigis partim traosversis^ partim 
oblique curvatis, antice callos duos depressos cingentibus, ante 
callos autem interruptis; lateribus niti^is, cono utrinque sub- 
acuto mediane bulboque anteapicali exstructis; scutello sub- 
tiliter rugoso-punctato, postice canaliculato; elytris tomento 
fuligineo-atro vestitis, subtilissime traue versim rugosis, humeris 
glabriusculis; pectore et ventre (a latere visis) tomento denso 
flavo-cremeo yestitis. — Long. oorp. 20 mm. 

An der Ituri-Fähre, westlich vom Albert-See, am 
24. August 1891 gefunden. 

Die Art unterscheidet sich von C. afrum L. durch den 
im vorderen Drittel oberseits glatteren Prothorax, die sehr 
feine querrunzlige Sculptur der Flügeldecken, das längere 
5. Abdominalsegment ($), die etwas schwächeren Hinter- 
schenkel und abweichende S^rbung. Auch von C. concerdricale 
Jordan (Novit. Zool. Mus. Tring. I. 1894. S. 166) aus Loanda 
und Euilu unterscheidet sich die neue Spezies durch das vorn 
glatte Pronotum. 

14. Callielnoma enuni n. ^>. $. 

Gracile, opulentum, orichalceum, capite cyaneo, cljpeo 
aureo viridi-ciucto, labro nigro-fusco, antennis atro-cyaneis, 
prothorace oupreo pyritoso antice cyaneo, scutello orichalceo 
vel pyritoso, elytris pedibusque cyaneis, illorum vitta suturali 
communi, retro attenuata, viridi, haud pilosa; — antennarum 
articulo tertio quam quarto dimidio longiore, subcarinato, 
fiulcis olfactoriis valde abbreviatis ad apicem tantum distinctis; 

Stett. entomoL Zeit. 1894. 



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58 

scapo brevi ejusque apice extus producto; prothorace paulo 
longiore quam latiore, cono laterali mediano spinoso, dorso 
antice bicalloso, postice transversim strigoso, strigis posteriori- 
bus haud interruptis; parte prothoracis posteriore constrieta 
transversim bicarinata; scutello medio sulcato; elytris dense 
subtiliter vermiculate rugulosis vel coriaeeis, humeris laevibus 
punetatis et rugulosis; p.ectore et ventre orichalceis, leviter 
albo-sericeis, medio leviter cupreo, lateraliter viridescentibus» 
— Long. corp. 28 — 29 mm. 

An der Ituri-Fähre, westlich vom Albert-See, am 
26. August 1891 zwei $ gefunden. 

Die Spezies ist nahe verwandt mit C, longinum Har. des^ 
Lunda-Reichs im Congo-Gebiet. Bei dieser Art ist aber der 
Kopf ganz kupferroth und messingfarben, der vordere Ab- 
schnitt des kupferrothen Prothorax nicht blau, sondern gans^ 
kupferroth; die Naht der Flügeldecken ist nur schmal grün 
und vom Scutellum bis zur Spitze mit einem Bande grau- 
gelber kurzer Härchen bekleidet. Vielleicht ist C. emini als 
Lokalform (Subspezies) von C. longinum aufzufassen. 

15. Callichroma cranchi White. 

Am Duki-Fluß, südwestlich vom Albert-See, 
16. August 1891. — Westafrika (Congo-Gebiet: Baluba-Land). 
Mit dieser Art ist C. carinkoUe Quedf. identisch. 

16. Mecaspis glabripennis u. sp. ^, 

Cyanea, violaceo tincta, labro, apice mandibularum, an- 
tennis pedibusque nigris, tibiis tarsisque anticis et mediis, illis 
ad partem, horum articulis 3 primis, griseo-pilosis, dimidio 
interiore articulorum tarsorum secundi paris tarsisque tertii 
paris^ articulis 4. et 5. exceptis, argenteo-sericeis, tibiis posticis 
nigro-pilosis; pectore, medio excepto, lateribusque abdominalibus 
argenteo-sericeis; — capite supra punctulato; pronoto 
glabro, disco utrinque punctulato, postice et latera versus 
plicis singulis transversis vel obliquis instructo; elytris gra- 
datim attenuatis, glabris, haud dense punetatis, nusquam sub- 
tiliter dense punctulatis; segmento abdominal i quinto 
postice emarginato; femoribus pedum primi et secundi paris 
infra subdentatis, tertii paris intens. — Long. corp. 2 4 mm. 

1 (J von Eavingo in der Landschaft Mpororo, süd- 
östlich vom Albert-Edward-See, am 12. April 1891. 

Die Spezies ist der M, plkaticollis Quedf. vom Quango 
am ähnlichsten, unterscheidet sich von dieser Art aber durch 
den glatten, weniger dicht punktirten und kürzeren Prothorax, 

fitett. entomol. Zeit 1891. 



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59 

die weniger dicht punktirten, glatten Flügeldecken und die 
ungezähnten Hinterschenkel. 

17. Synaptola debilis n. sp. 

Aurato-viridis, pronoto partim orichalceo, sutura eljtrorum 
flavo-pilosa, pectore et vpntre laete viridi-aeneis, antennis 
pedibusque fusco-nigris, scapo brunneo, medio femorum ante* 
riorum rubro, femoribus postieis infra rufis; capite punctulato, 
cljpei punctis laxioribus, vertice antice laevigato ; labro nigro 
sinuato, brevi; antennis apicem elytrorum vix superantibus; 
prothorace paulo longiore quam latiore, tubere utrinque 
margiuali medio producto subobtuso, dorso partim nigro* 
velutino, postice transversim rugato et punctato; sc u teil o 
brevi raro rüde punctato; elytris retro vix attenuatis, den- 
sissime subrugoso-punctatis, juxta suturam, praesertim scutellum 
versus, subtiliter transversim rugosis; pectore et ventre, 
medio excepto, subargenteo-sericeis; prosterno intercoxali 
postice tuberculo exstrücto; femoribus omnium pedum dente 
inferiore anteapicali armatis; metatarso pedum posticorum 
artioulis duobus sequentibus distincte longiore; segmento 
abdominali 5. postice rotundate obtuso, mai^ne postico 
medio minime sinuato; segmento 6. tenui, flavo-brunneo, 
utrinque linea media fusca. — Long. 19 mm. 

Ein Exemplar aus dem Seengebiet ohne nähere Angabe^ 
vielleicht (?) von Undussuma, südwestlich vom Albert-See. 

Diese Spezies ist keine echte Synaptola, sie unterscheidet 
sich von den Arten dieser Gattung durch den zarteren Körper, 
die längerer^ Antennen und deutlichen Seiten höcker des Pro* 
thorax. 

18. Phyllocnema janthina n. sp. ^. 

Tota cyanea, antennis corpore parum longioribus, labro 
transverso obtuso, capite supra punctato, sulco interoculari 
antice distincto, postice nuUo; prothorace paulo longiore 
quam latiore, dorso laevigato profunde neque dense punctato^ 
antice et postice partim glabriusculo, tubere utrinque laterali 
robnstulo nee acuto; elytris subtilissime dense rugoso-pune- 
tatis et subtiliter atro-velutinis, lineis duabüs longitudinalibus 
subglabris; pectore medio et postico lateribusque segmenti 
abdominaHs primi argenteo-sericeis ; femoribus pedum tertii 
paris apicem elytrorum multo superantibus, tibiis ejusdem 
paris bifariam late foliaceis, intus minus quam extus dllatatis; 
metatarso tarsorum posticorum articulis duobus sequentibus 

Stett. entomol. Zeit. 1894. 



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jütictis loDgitudine aequali; s^menfo abdominali quinto postjce 
emargioato. — Long. corp. 17 mm. 

Am Daki-FluB, südwestlich vom Albert-See, am 
19. August 1891 ein Exemplar. 

in. Lamiidae. 

19; Monohammuft X-ftalihim Bates. 

West-Lendu, westlich vom Albert-See, 27. October 
t891. — Kamerun. 

20. ttoüdhammtis ntuhlmanüi n. sp. $. 

Elongatus, umbrinus, eljtris albo-sticlis, capite impunotata. 
per totam longitudinem (a thorace ad clypeum) profoade 
sulcato; oculis sat magnis, genis brevibus; anteanarum aeapo 
elongato, articulo tertio quam quarto tertia parte longiore^ 
pro thorace angusto, latiore quam longiore spioaque laterali 
U^edia acutissima armato, antice et postice biconstrieto^ dorao 
trituberculato, tubere medio postico int^ro; elytris elongatis, 
antice granulatis (granulis nitidis et glabrisX medium veiBus 
punctatls, postice impunctatis; apice elytrorum rotundftto; 
pedibus anticis haud elongatis, tibiis simplicibus postipe al^liqiie 
sinuatis. — Long. corp. 26 mm. 

Opesse, westlich vom Albert-8ee, am 4. Mo- 
vember 1891. 

21. Fdetdhalnmns myrmidonum n. sp. 
(Kolbe, Stettiner Ent. Zeit. 1894, S. 34.) 

Ituri-Fähre, westlich vom Albert-See, am 
24. August 1891. 

22. Actidooephala bistifiata Chevr. 

Undussuma?, südwestlich vom Albert-See. West- 
afrika: Guinea, Alt-Calabar.) 

23. Frosopocera ooellata Chevr. 

Buginda, südHch vom Albert-See^ 7. Jufi 1891. 
(Westafrika: Guinea, Gonge, Quango.) ./ 

24. Paohyitola fhliginosa Chevr. 

Am Duki'FluB, südwestlich vom A)bett-S6e, 
19. August 18dl. (Westafrika: Senegambfen, Togo.) 

Stott. entomol. Zeit. 1894. 



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6« 

25. Phiyitola heophora Thoms. 

Undussuma, südwestlich vom Aibert-See (1050 m), 
9. August 1891. (Westafrika, Guinea.) 

26. Phryneta spinator F. 

Kafuro in Karague, westlich vom Victoria-See, 
März 1891; Eirima, nordwestlich vom Albert-Edward- 
Bee, 21. Mai 1891. (West-, Bad- und Ostafrika.) 

27. Phryneta aoroeineta Gu^r. 

Buessa, südwestlich vom Albert-See, 12. August 1891. 
(Westafrika: Ober-Guinea, Senegambien, Togo.) 

28. Phryneta mAcnlaris Harokl. 

Ohne nähere Angabe der Herkunft. Vielleicht von 
Bukoba? — (Lunda-Beich, Baluba-Land und Lulua-Flu£ im 
Congo-Gebiet, Üelle-Gebiet). 

Die Flügeldecken sind schwächer punktirt als bei den 
Stücken aus dem Congo-Gebiet. 

29. Tragocephala sp. 

Bei Bugundi, südlich vom Albert-See, 7. Juli 1891, 
1 Exemplar. 

30. Stemotomis aglanra n. sp. ^ $. 

Pallide aerugineo vel glauco tomentosa, elytris albido- 
cremeo maculatis et fasciatis^ sicut in SL bohndorffi Wat, 
maculis autem et fasciis, praesertim ad marginem exteriorem, 
interruptis; oculis minoribus tuberculoque cariniformi mesa« 
sternali emarginato. 

(J Mandibulis supra cornu paulo incurvato porrecto in- 
structis. 

Long. corp. 32 mm. 

Bei Uganda, nördlich vom Victoria-See, am 28. Der 
zember 1890, und bei Buginda, südlich vom Albert-See, 
am 18. Dezember 1891 gefunden. 

Ganz gleiche Stücke dieser Spezies liegen auch von der 
Jaunde-Station, im östlichen Hinterlande von Kamerun, vor» 

Die Spezies ist der 8t, bohndorß Wat. aus Njam-Njam 
sehr ähnlich, aber der Körper ist größer, die Flecken auf den 
Flügeldecken sind alle sehr ähnlich gestellt, aber die längs 
des AuBenrandes befindlichen sind voneinander getrennt. Die 
Punktirung der Flügeldecken ist weniger grob. Der Quer- 
höcker des Mesosternums ist ausgerandet. 

Stett entomol Zeit. 1894. 



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62 

Die Augen sind verhältnißmäßig kleiner als bei St. bohn- 
dorffi. Das Pronotum ist mit zwei gleichmäßig gebogenen 
Querkielen versehen, von denen der hintere jederseits in den 
Seitenhöcker übergeht und mit dessen Spitze verbunden ist, 
genau wie bei hohndorffi, 

31. Stemotomis imperialis F. 

Im westlichen Lendu, westlich vom Albert-See, am 
27. October 1891 gefunden. Die Spezies ist weit über Guinea 
und bis zum oberen Congo verbreitet. 

32. Pinacosterna mechowi Quedf. 

An der Ituri-Fähre, westlich vom Albert-See, am 

26. August 1891 gefunden. Die Spezies wurde am Quango, 
im Innern von Angola, entdeckt. Sie findet sich auch bei 
Ihembo, nordöstlich vom oberen Congo (Duvivier). 

33. Coptops aedificator F. 

In West-Lendu, westlich vom Albert-See, am 

27. October 1891. — Weit über Afrika verbreitet. 

34. Dichostates collaris Ghevr. 

Bei Undussuma, südwestlich vom Albert-See, 1050 m 
hoch, am 21. November 1891. — Ost- und West-Afrika. 

35. Cymatnra mueorea Fairm. 

Bei Buginda, südlich vom Albert-See, 10. Juli, und 
bei Undussuma, im Südwesten des Albert-Sees, Ende 
Juli 1891. — Somali-Land und Deutsch-Ostafrika. 

36. Moecha adnsta Harold. 

Bei Butalinga, im Süden des Albert-Sees, am 
25. Juni 1891. — West-Afrika: Congo, Kimpoko, Baluba, 
Lunda, Lulua, Njam-Njam, Uelle-Gebiet, Kamerun. 

37. Ceroplesis irregnlaris Harold. 

Bei Muansa, am südlichen Ufer des Yictoriasees, 
vom März bis Mai 1891; im nordwestlichen Ukami, bei 
Njerengere am 8. Mai 1891, und überhaupt in Ostafrika. 

38. Ceroplesis fissa Harold. 

An der Atjangara-Fähre, südlich vom Albert-See* 
am I.Juli 1891; bei Itimba, südlich vom Albert-See, am 

28. Juni 1891; in* West-Lendu, westlich vom Albert- 

Stett. entomol. Zeit. 1894. 



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63 

See, am 2. October 1891; bei Kafuro in Karague, west- 
lich vom Victoria-See, am 29. März 1891. — West-Afrika: 
Oongo, Lunda, Baluba und im Gebiet des Uelle. 

39. Ceroplesis signata Waterh. 

Bei Bukoba am Westufer des Victoria-Sees am 
17. Dezember 1890. 

40. Ceroplesis quinquefasciata F. 

Bei Opesse, westlich vom Albert- See, am 4. No- 
vember 1891. — Ost- und West-Afrika. 

41. Niphecyra-interpres Kolbe (S. 30 dieses Bandes). 

In Itari, südwestlich vom Victoria-See, am 2. No- 
vember 1890. Ich hielt die Spezies bisher für Hecyridä rufor 
Uneata Quedf. ; nach Vergleichung mit der Type erwies sie 
sich als neue Art. 

42. Apomecyna qnadristieta n. sp. 

Nigro-fusca, nitida, antennis pedibusque castaneis; capite 
irregulariter punctato; antennis nitidis apicem versus paulo 
crassioribus, opacis, articulis 3. et 4. longitudine inter se 
aequalibus; prothorace minime longiore quam latiore, an- 
trorsum attenuato, dorso fere inaequali, grosse et profunde 
puDCtato, punctis inaequaliter dispositis, margine antico glabro; 
elytris nitidis striato-punctatis (punctis quam in prothorace 
minus crassis), parce albo-maculatis, nonnullis maculis parvis 
in utroque elytro bifariam (ante medium 4 — 5, pone medium 
marginem versus 3 — 4) conglomeratis; apice utriusque elytri 
oblique subsinuato-truncato, angulis, praesertim angulo interiore, 
rotundatis; corpore infra nitido, parce subtiliter tomentoso ; 
lateribus pectoris punctatis, abdomine glabro, macula singula 
minuta segmentorum utrinque albida. — Long. corp. 8 mm. 

An der Ituri-Fähre, im Westen des Albert-Sees, 
am 25. August 1891. 

43. Dasystola n. g. Acanthocininarum. 

Corpus, antennae, elytra pedesque pilosa, hirta; caput et 
prothorax declinata; illud hoc angustius. Os breve, facies 
inter ocularis transversa, convexiuscula; frons interantennaria 
plana, tuberculis antenniferis depressis; genae brevissimae; 
oculi magni late emarginati, lobo inferiore longiore quam 
latiore. Antennae corpore breviores, hirtae, crassiusculae, 
articulis cyhndricis; scapo subcylindrico fere clavato, ceteris 

Stett. entomol. Zeit. 1894. 



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64 

articiilis singulis majore, articulo tertio quam qiiarto paub 
loQgiore, hoc et quinto aequalibus. Prothorax transverauiy 
ante basin cooBtrictus, antrorsum attenuatus, lateribus sub* 
angulate rotundatis haud tuberculatis. Scutellum breve^ 
po8tice late obtusatum. Elytra prothorace latiora, convexa, 
vix elongata, breviuscula, simplicia, oec tuberculata nee cannata^ 
irr^ulariter punctata. Pedes breves, femora 8ubclaval% 
tibiae mediae extus sinuatae. Acetabula antica extus excisae^ 
coxae extus aogulatae. Bteroa et abdomen medium nitida. 
Die Gattung ist auf die folgende Spezies gegründet. 

Dasystola hirta n. sp. 

Brunnea^ pronoto obscuriore antiee brunneo, eapite, 
sternis pedibusque fuacis vel nigrescentibus ; eapite et pro- 
thorace dietincte et profunde punctatis; elytris profunde punc- 
tatis, prope basin fere scabris, punctis suturam et apioem 
versus minus grossis, prope suturam mediam subtillbus, iineifr 
duabus juxtasuturalibus impressis, linea suturali ad apicem 
ducta profundiore, altera subtiliore abbreviata; pectore abdo- 
mineque subtiliter parce punctatis. — Long. corp. 9 — 9,5 mm^ 

Bei Bukoba, am Westufer des Victoria-Sees, am 
25. November 1890. 

44. Synnnpserlia homeyeri Harold. 

Bei Undussuma, im Südwesten des Albert-Sees, 
1050 m hoch, am 6. August 1891. — Diese Art ist von 
Baron von Harold nach Stücken aus Angola als Nupserhß 
homeyeri beschrieben. 

45. Nitocris elegantnla n. sp. (^ $. 

Rubro-testacea, eapite, prothorace plagaque elyti^runi 
basali, bumeros et basin ocoupante suturamque vix attii^este, 
sanguineis; elytris, basi excepta, atris, dimidio apicali medio 
fusco; antennis nigris, pedibus rubro-testaceis, tibiis tarsisque 
fusco-rufis; eapite confertim punctato antiee sukato; aa^ 
tennis corpore longioribus, articulis primis infra paulo ciliatis, 
articulo tertio quam quarto breviore; prothorace plus tertia 
parte Ipngiore quam latiore, ante medium et basin paulo con- 
stricto, nitido, parce profunde punctato; elytris anguetist 
medium versus paulo angustioribus, dein minime latioribus^ 
supra deplanatis, strlatopunctatis, in parte quarta apicali irre- 
gulariter punctatis, apice sinuato, angulo exteriore apicis lon- 
giore et acuto, angulo suturali rotundato; femoribus pediua 
tertii paris segmenium abdominale tertium vix pertinentibui- 

Stett. entomol. Zeit. 1894. 



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«9 

^ Segnventik i4>domiiia)ibuö^ pauIo' löngloribtis quam in $; 
siigiifeiiti qufnti margitie apicttli' Kifgufif«Su£^ er paulo profbndicis 
eniargiDaio; antetmis cioi^oti3 dimidio longioHbusi 

$ Si^entl quinti margitie apicali latfus' ^ miifös pm«^ 
Ainde sinuato medioque* baslkl vei^us leviMime canalioula^; 
atitieniik! coi^[>ak^ tiertSa partim locfgidribus. 

Long; corpi (J 12, $ 13;5 mm^. 

Bei M'uansa, am Sttdufbf des Yi'ctoi^ia-Sees, in 
der Zeit vom 15. Mänt bia 15; Mai' 1891 gefunden; 

46. NitocriB nigricomis Oliv. 

Bei BukobÄ, am Westufer des Victor1a-9eer, im 
Februar 1«91. -— Capland^ Natal, Oelagoa-6^. 

47. Volumnia westermanni Thoms. 
Auf dem Ru-Ns&ororo (2000 m hoch), nördlich vom 
Albert-Edward-See, am 8. Juni 1891. — West-, Süd- 
und Ost-Afrika. 



Microlepidopteroiogiscbes 

aas West-Indien. 



Den vielen Freunden und Bekanüten des Baron von Hede- 
mano, namentlich unter den Kleinfiftlterliebhabem, wird dei* 
nachst^ende Auszug aus zwei Briefen willkommen sein, 
welche an Herrn Rogenhofer und mich gerichtet sind, lunud 
da dieselben auch einige biologische Beobachtungen uad Br- 
fikhrungen enthalten^ welche uns von Sammlern ia den Tropen^ 
gegenden nur immer äußerst spärlich zufließen, besonders auf 
dem erwähnten Spezliedgebiet. 

Herr von Hedemann schreibt unterm 18. und 25. Mär^ 
dieses Jahres: 

,)Hit meinem Freunde F. Oudmann^ einem ebenso eifrigen 
lükrosammler wie ich^ schifißte ich mich am 15. Februar an 
Bord der Thuringia der Hamburg -Amerikanischen Packetr 
Aktien-Gesellschaft in Hamburg ein. Wir hatten Billets bia 
Puerto Cabello in Venezuela genommen. Diese Hamburger 
Schiffe sind billig, L Kajüte bis St. Thomas 400 Mark, bia 
Puerto Cabello 450 Mark. Die Kost ist einfach, aber sehr 
gut Nach einer ziemlich stürmischen Ueberfahrt langten wir 
am & d. Mts.^ also nach drei Wochen, hier in St. Thomaa 
an. Schon bei der Einfahrt beschlossen wir, Venezuela auf- 

Stett. entomol. Zeit 1894. ^ 



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m 

zugeben und uns ganz der Durchforschung der drei P&nisch- 
Westindischen Inseln zu widmen. Wir haben es nioht be-; 
reut: denn obgleich die Vegetation recht trocken ist, wiirdQ 
von uns schon ein geradezu überraschendes Sammelergebnifi 
erzielt. In einem Boardinghpuse, etwa 100 Fufi ttber 
dem Meere, haben wir einstweilen \inser Hauptquartier auf- 
geschlagen. Jeder von uns hat ein recht geräumiges Zimmer^ 
^pfür wir incl. Kost 2 Dollars (etwa 8 Mark) pro Tag be- 
zahlen, also nicht mehr, wie in Europa. Morgens stehen wir, 
um 58/4 Uhr auf. Die Verpflegung besteht in famosem Cafe 
um 6 Uhr Morgens, um 11 Uhr folgt ein warmes Frühstück 
von 2 — 3 Gängen, Obst und Kaffee und um 7 Uhr das Diner 
von 3 — 4 Gängen. Das Essen ist gut, aber ziemlich monoton, 
nur die täglichen Seefische variiren in unglaublich vielen Arteo. 

Aus dem Bett geht es direkt ins Stürzbad; nach dem 
Kaffee wird von 61/ 2 — 9^1% oder 10 Uhr eine Exkursion 
gemacht, wobei wir das Sammelterrain möglichst oft wech- 
seln. Da man wegen der Hitze danach stets bis auf die Haut 
durchnäfit ist, folgt ein völliges Umkleiden; nach der Früh- 
stücks-Gigarre, wenn nicht gar zu viel zu spannen ist, Siesta 
bis gegen 1 Uhr, dann Spannen, Visitiren der Baupengläser, 
Au&eichnen von Notizen u. s. w. bis 4 Uhr, dann .wieder 
Exkursion bis 6^/29 ^^ ^ schon finster ist. 

St. Thomas ist ganz gebii^g^ trocken, ohne Wasseriauf. 
Mimosen, Acaciengestrüpp, Gactus, von Bäumen nur wild und 
kultivirt wachsende Obstbäume, sind die Repräsentanten der 
höheren Vegetation. Die Viehweiden resp. Felder sind voa 
Bromelien, einem hohen, Ananas ähnlichen Gewächs eingefaßt. 
An der Küste wachsen Kokuspalmen und die großblättrige 
Uva maritima. — Fast alle Gewächse sind mit unangenehmen 
Stacheln besetzt, bei manchen auch die Blätter, was einem 
Schmetterlingsnetz nur ein kurzes Dasein gestattet. 

Bis jetzt herrscht noch die trockne Jahreszeit mit starken 
Winden, wodurch der Fang und später das Präpariren in der 
ewigen Zugluft zu einer wahren Qual gemacht werden. Eän- 
zelne Regenschauer deuten auf baldigen Eintritt der Regenzeit. 

Von dem Reichthum an Microlepidopteren hier macht 
man sich keinen Begriff. Allerdings tritt jede Art nur in 
wenigen Exemplaren auf, mit einzelnen Ausnahmen z. B. 
eine» kleinen, metallglänzenden iS^a/Amopo(/a-ähnlichen Geschöpfs, 
das die Hinterbeine (anstatt der mittleren) seitwärts ausstreckt 
und über den Rücken krümmt und stellenweise zu Tausenden 
fliegt. Aber dafür die Menge der Arten! Ein Zaun von 
trocknen Kokuspalmzw eigen, welcher Negerhütten einzäunt,' 

Stett. entomol. Zeit. IBM. 



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67^ 

ist besoDders ergiebig« Obgleich' nur etwa 200 Schritt lang, 
hat er doch bisweilen gegen 40 Spezies Tineiden ei^eben. 
Entgegen meinen sonstigen Tropen-Erfahrungen ist dieses auch 
die zahlreichst vertretene Gruppe, nicht die der Pjraliden. 

Auch sonst bieten die Kokus- und Ananas-(?)Hecken daa 
Beste. Wenn man sie beklopft, fliegt jedesmal viel Schönes 
heraus, verschwindet aber oft augenblicklich und auf Nimmer^ 
wiedersehen zwischen den stachligen Pflanzen. 

Charakteristisch ist die Kleinheit der Formen^ selbst bei 
europäischen Gattungen, wie Depressaria, Oelechia, Oracilaria 
u. 8. w. — Von Gracilarien oder diesen äußerst nahe stehen- 
den Arten haben wir in den kaum 3 Wochen unseres Hier- 
«eins bereits 15 — 16 Arten gesammelt, ferner 4 Arten Stath- 
mopoda, von denen drei mit schönen Metallfarben, sowie das 
vorhin erwähnte, verwandte Thiel*, mehrere Arten Argyresthia^ 
IMkoeoüeitSy 1 Phgüoenistis, 2 NepHcula und sonst ein ganzes 
Heer von Tineen, Gelechiden und Lavema; eine sehr schöne 
«chte Cosmopteryx (wahrscheinlich die C. Sti Vincenti Wlsghm.) 
wurde in einigen Stücken erbeutet, ebenso eine Cemostomaj 
mehr Gelb aufweisend, als die schneeweißen europäischen 
Arten. Von Coleophoren haben wir nur eine Art, dagegen 
mehrere Oecophoren aus der Nähe von 0. pseudospretella, von 
Ergatis zwei schöne Spezies. 

Zahlreiche Raupen und Minen, die namentlich der gedul- 
dige und scharßlugige Gudmann ein besonderes Talent hat zu 
entdecken, sind in unserm Besitz, Manches davon bereits aus- 
gekrochen. Freilebende Raupen haben wir bisher gar keine 
gefunden. Alle minirten in Blättern oder lebten in Körnern 
und Htllsen. Ob dies wohl den zahllosen Feinden — Myriaden 
von Ameisen, Spinnen und Eidechsen — zuzuschreiben ist? 
Hier miniren z. ß. alle Gelechien, die Stathmopoda-Üinlichen 
Arien, von denen die eine beiläufig einen Cofeoj>Äoren-artigen 
Sack besitzt, in den sie sich aus der Mine zurückzieht. 
Eidechsen sahen wir oft die verschiedensten Insekten ver- 
zehren, niemals jedoch Cicaden, von denen es hier wimmelt. 
Dies mag denn auch der Grund sein, daB manche Eleinfalter 
Cicaden imitiren. So giebt es z. B. ein schneeweißes, den 
Nepticula verwandtes Thierchen, mit sehr dicker Fühlerwurzel, 
einer bräunlichen, im Halbbogen auf der Mitte des Vorder- 
flügels vom Innen- zum Vorderrand laufender Linie, In 
ruhender Stellung ist es äußerst schwer von einer Gicade zu 
unterscheiden, zumal da es dann Kopf und Fühler tief senkt 
und so zu sagen unter der Brust verstieckt. Kurzum, es giebt 
auf Schritt und Tritt des Wunderbaren und Neuen so viel, 

Stett. entomoL Z«it. 1894. ^* 



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6» 

dftft man mit d«r Schilderung nklii fertig würde, woUle man 
eiiM eokhe versuchen. 

Von der Schwierigkeit der Pr&paration, dem ewigea 
Kampf mit den Ameieen — meine vier Tischbeine stehen in 
ebensoTie] Blechgefftflen mit Oel — > u. s. w. will ich nicht 
reden, da es schon su oft von früheren Tropenreisenden er^ 
wähnt wurde. Kleine und kleinste Sachen spanne ich sftmmt^ 
lieh sofort, von Pyraliden, Crambiden, Phycitiden u. dgl. 
immer nur je einige Stücke. Es würde auch schwer halten, 
»ehr 2u bewidtigen, denn Abends ist man todtmüde und frob^ 
auf dem Bedkon der herrlichen tropischen Nacht zu geniefien^. 
Gegenwärtig (18.|3. 94) sind Land und Meer vom ent- 
zttckendsten Mondsehein beleuchtet. Um 10 Uhr wird unter 
das Mosquitonetz gekrochen und gut geschlafen. -^ 

Wir gedenken, der dänischen Naehbarinsel St. Jan einen 
Besuch abzustatten, um dann bald unser Hauptsammetfeld, die 
dritte Insel St. Croix zu besuchen. Von letzterer als der 
feuchtesten verspreche ich mir viel.^ 



Unterm 15. April 1894 berichtet dann eine Postkarte 
im Wesentlichen Folgendes: 

^Nach Empfang dieser Zeilen bitte ich Sie, nicht mehr 
hierher zu schreiben, da ich Anfangs Juni die Heimreise an- 
trete und Ende Juni in Copenhagen einzutreffen hoffe. Meine 
Ausbeute an kleinen und kleinsten Thieren ist glänzend und 
ich freue mich schon darauf, sie Ihnen zu zeigen. Die An* 
strengungen und der Schweiß, die dieses Resultat hervor- 
brachten, waren aber groß und ich werde es für dieses Mal 
mit reichlich drei Monaten ununterbrochenen Sammeins be- 
wenden lassen. Trotz der paradiesischen Natur sehne ich 
mich bei einer permanenten Temperatur von 27 — 40 ^ R. im 
Schatten doch öfter nach den heimathlichen kühlen Buchen- 
wäldern und — einem Trunk kühlen Bieres.* — 

Besonders interessant erscheint endlich ein am 22. Mai 
1894 auf der Heimreise „an Bord des Kehrwieder auf Höhe 
der Azoren'* geschriebener in le Havre zur Post gegebener 
Brief, da er u. A. ein Resum^ aller gemachten Erfahrungen 
und damit werthvoUe Fingerzeige für Forschungsreisende ent- 
hält, die in der glücklichen Lage sind, früher oder später eine 
ähnliche Exkursion auf die West-Indischen Inseln unternehmen 
zu können. Einige darin enthaltene Bemerkungen beziehen 

Stett. entomol. Zeit. 1894. 



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60 

vMh, bcüäitfig beineikt, auf VoitoUSge «Lm ünteneichnaten In 
Betreff der dort vielleicht mögGchoi Fmag^ «md Baobai^hliuigt- 
MetiMde. 

^Ihren Brief vom 40. Aprfl erfeielt Ich In 8t. Thomas 
•am 10. Mai, eben von St. Croix mrttckgekehrt, wo Ich drei 
Wochen gesammelt hatte. 

£He Regenzeit begann schon Ende Aprü. Hatte bis dahin 
das Slepfen in den Bflschen stel« eine ergiebige Ausbeute 
geliefert, so wjurde es damit nach dem Niederrausohen der 
ersten tropischen Begensehaoer gaiis andera. Oft konnte 
4eli als Resultat 2-^38tündigen Kk^pfens nur 1 oder 2 Thiere 
^tttiieimsen, kam öfters ganz leer nach Hause und nur der 
Lampenfang Abends gab meistens gute Ausbeute. ^ — Unter 
diesen Umständen zog kh es vor, heimzukehren und schiffte 
mich am 12. Mai in St. Thomas ein, während »ein Freund 
O. am glüdMm Tage über Haiti, Havanna und New-Yor k die 
fiüekfehnt anzutreten gedachte. 

Mit Ausnalmie der letzten beiden Wochen bin ich im 
Oanzen mit meiner Ausbei:^ sehr zufrieden. In den nenn 
Wochen des Sammeins habe ich ungefHhr 300 Spezies Micra 
(darunter Zweidrittd sehr kleine!) erhalten, viöle in aahl- 
Tdehen Exemplaren. In Europa hätte ich in der gleichen 
Zeit, npeh dazu vom 6. März bis 10. Mai, nicht annähernd 
iBOviel des Neuen und Interessanten sammeln kennen, selbst 
'wenn ich nach Griechenland oder Spanien gegangen wäre. 

6e<Hnetriden sieht man wenig, meist nur grüngeftrbte^ 
von denen ich 6 — 7 Arten gelegentlich an der Lampe fing, 
ohne sonst die GrroBschmetteriinge zu beachten. 

I>as Räuchern mit der GkimmiMase habe ich in den Aloe- 
Hecken, jedoch ohne Resultat versucht. Eine solche Hecke 
ist 10 — 20 Fuß breit und der Rauch dringt liöchstens 1/2 Fuß 
in den dichten Pflanzenwuchs hinein. Denn innerhalb der 
Aloe-(?)Pflanzen (die Neger nennen sie y^Pioguin^, sie sind 
an den Blatträndern mit zolllangen Stacheln versehen), be- 
findet, sich noch ein ganzes Gewirr von Schlingpflanzen. 

Der Fang an der Lampe, wobei alle Fenster offen stehen 
{Okuafenster giebt es ohnehin bekanntlich nicht, nur soe. 
Jalousien), war an manchen AbenJen geradezu erstaunlich 
ei^iebig, an anderen wieder Kefeite er so gut wie garniohts. 
JiTadi der Regenzeit, im Sept^Enber und Oktober, aoH bis- 
weilen eine solche Menge von KleinfaHem Abends die Lampen 
toMchwirmen, daß sie auelöschen. 

THe scUechieste Samm^eil; für Kkin&lter ist in West- 
Indien leider die von mir diesmal gewäUCe, kuia vor nnd 

Stett. eotomol. ZeU. 1894. 



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70 

bei Beginn der Regenzeit, die beste wohl die kurz nach der 
Kegenzeit von September bis November. 

Alle in Europa geübten Fangmethoden erweisen sieb al» 
werthlos. Man mufi hier von Neuefn zu sammeln lernen und 
sich eine wesentlich andere Methode aneignen. An Planken^ 
Mauern, Baumstämmen z. B. findet man absolut Nichts. 

In üppigen, echt tropischen Waldparthien, von denen e& 
auf St. Croix noch urwaMfthnliche giebt, findet man ebenfieJls 
so gut wie garnichts. Trocknes, steriles, dünn bewachsene» 
Terrain ist am reichsten an Kleinfaltern. 

Wiesen oder wiesenähnliche Terrains giebt es in den 
Tropen überhaupt nicht. Umgestürzte, vermodernde Baum- 
stämme wimmeln so von Ameisen und Termiten, dafi schwer- 
lich andere Insekten, namentlich auch Raupen, darin ge- 
deihen können. 

Eigenthümlich und auffällig ist hier das gänzliche Fehlen 
von Cryptoleehien, dieser sonst im tropischen Amerika so 
zahlreichen Familie. Dafür ist das interessante Genus Aero- 
lophus recht gut — mit 8 — 9 Spezies — vertreten. 

Unsere Zucht hat viel Interessantes ergeben, so namentr 
lich in den letzten Tagen aus Uva maritima eine sehr schöne 
purpurrothe Ge^c^e (CercUophoraf)^ die ich früher schon mehr- 
fach gefangen hatte, aus Mongroveblättern eine Cemiostoma, 
die Anfangs minirte, zur Verpuppung aber sich einen 
coleophorenartigen Sack bereitete, dann aus unbekannter 
Pflanze eine sehr schöne Cosmopteryx, die wir übrigens auch 
schon gefangen hatten, ebenso eine Ergatis und viele andere 
schöne Sachen. Die am zahlreichsten vertretenen Gruppen 
der Tineinen sind die Oracilariden und LaverrUden, erstere oft 
mit wunderbar geschmückten Beinen, eigene Genera bildend. 
Auch einen großen Chüo (oder Schoenobiusf) habe ich aus 
Zuckerrohr mehrfach erzogen. 

Sehr schwierig war das Spannen, der kleinsten, Nepticula- 
großen Thiere bei dem fatalen Zugwind und dem andauern- 
den Kampf mit den Ameisen, Termiten u. s. w. 

Da wir während der üeberfahrt seit 5 Tagen regnerisches, 
stürmisches Wetter und dadurch überall Wasser in den Cabinen 
haben, muß ich leider befürchten, daß meine mühsam ge- 
spannten Thiere die Flügel senkjsn werden.^ 

Soweit diese Briefauszüge. — Es ist wohl abzusehen, 
da^ die Ausbeute meines sehr werthen Freundes, ähnlich 
wie s. Z. die Golumbische des Baron von Nolken und sdnes 
B^eiters, Herrn Petersen, eine Fülle neuer Arten und Formen 
bieten und dadurch sehr wesentlich zur Kenntniß der kleinsten 

Stett eniomol. Zdt. 1894. 



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71 

•tiropiiBch^ Arten bez. Ergänzong ihrer Formen auf aystemcL- 
iiscbem Gebiet beitragen wird, wie sich dies schon in ein- 
zelnen bezüglichen Bemerkungen angedeutet findet. Ich kann 
Yollkommen verstehen, was Herr von Hedemann mir zum 
Schluß seines Briefes ausspricht: ^W&ren Sie doch mit mir 
in West-Indien gewesen! Es hat einen unsagbar eigenthOm- 
liehen Reiz, in den Tropen zu sammeln, jeden Moment auf 
Neues, Ungeahntes zu stoßen und seine Kenntniß dabei in 
ganz anderem Maßstab zu erweitern, als es in Europa noch 
irgendwo möglich ist. Sie brauchen nicht zu befttrchten, wie 
Sie es mir schreiben, daß das Sammeln in der Heimath mir 
nun langweilig werden wird, wissen aber auch, wie es mich 
läi^t schon stets wieder dahin zieht und daß ich gern ab 
und zu auf ein Paar Monate in die Tropen gehen werde^ da 
ich ja ganz frei und unabhängig bin.^ 

Stettin, im Mai 1894. 

Ed. HeriiLg. 



lieber einige anstralisclie Dipteren. 

Von Dr. E. Bergroth 
in Tammerfors (Finnland). 



Aus seiner entlegenen Farm Coomooboolaroo im Inneren 
von Queensland hat mir Mr. George Barnard eine Anzahl 
Insecten zugesandt Unter diesen finde ich auch einige Dipteren, 
deren Namen ich hier publicire als einen wenn auch unbe- 
deutenden Beitrag zur Kenntniß der Insecten eines sehr wenig 
bekannten Gebietes. Bei der Bestimmung einiger zweifelhafter 
Formen hat mich Herr V. von Böder in Hoym unterstützt, 
wofür ich ihm hier meinen herzlichen Dank ausspreche. 

Die unten aufgeführten Arten sind alle, in der nächsten 
Umgebung von Goomooboolaroo nahe Duaringa (Central- 
Queensland) gefangen. 

Fam. Tabanidae. 
1. Silvias Silvester n. sp. 

Caput cinerenm, breviter pilosukim, palpis fuscis, pro* 
boscide et antennis fusconigris, harum articulo primo piloso, 
annulo primo articuli tertii articulis basalibus latiore. Thorait 

Mett. eotomoL Zttt. ISM. 



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¥iUa media la^ lateralij^iis angustia, iiono MibtiKter tetan 
x^ms densiu» ^ loi^us piloaulQ. 8oii4eUmii oiDfraeum, paj^ 
<c^v&ß albido-pilosuiii. Padus ojnereijtni, lateuibva 'SubfSMirieuiatim 
aD»o<tpilo8uaL A^e bjatipaQ, hm «t ceUiila ico«tali leriaBiBie 
üfky^ecentibuü, pavte a^picali y«iiae «uheaeiaHe dnfra per4^[>tttiiHii 
isat loAgvua ferrugjpeQ'liwbata, ramo ai:q)Qriore venae citt»tefis 
prope baaio axigidato ^ aaepe a^pondioulato, «pioe reoun/to. 
B^uamaß ^bidae. Saltones fueochmgri. Pedes oigri, leouB 
cuier^U. Abdomion (in $) thoca^e .(«ine BoiitciUo) fere dvplo 
]aiigiua, sf^meotis duobua primis oioereis, auperae maoiiBs 
duabus diicoidalibu« fu^eo-aigris BOtMis, «aculis «egmenti 
aecundi mc^iiia, margioem basalem tasgentibus, tseterii «eg- 
juentis mgm., postioe anguete äavido^marginaliis et bEeTifcer 
flavido-pilosis. Long. $ 9 mm. 

Fam. Bombyliida«. 

2. jBKtfBoaafä insignis Macq., Dipt. exot. Suppl. Y, 73, 

tab. m, f. 7. 

Farn, Dolichopodidae. 

3. Soiapus paÄygyma Mapq^ Dipt. exorf^ ßuppl. HI, 197, 

tab. IV, f. 1 (Psilopas). 

Statt des vergebenen Namens Psilopus muß Zeller's Be- 
nennung eintreten, da auch der früher aufgestellte Name 
Leptopus Fall, vergeben ist. 

Fam. Sjrphidae. 
4« ErittaUs EMeri n. sp. 

Dense breviter albido-pilosus, glaueo-virens, subaenescens, 
scutello viridi-coeruleo, nitido, fronte et epistomate argenteis, 
vitta media nigra nitida, antennis fusco-testaceis, proboscide 
fusco-nigra, linea media longitudinali et maculis utrinque duabus 
magnis lateralibus thoracis cum macula parva tertia extra 
has, macula basal! laterali transversa et limbo lato apicalir 
medio antrorsum angulato-producto segmenti secundi ab- 
dominib, maculis tribus segmenti tertii et quarti abdominis, 
media ovata, lateralibus tranaversis margini postico approximatis, 
nigris, limbo postico segmentorum ventralium albescente, 
pedibus fuscis, femorifous parte apicali excepta coeruleis, tibiis 
baain versvs lat^cenübus. Epittoraa e la^re visum «ubtus 
quam supra fere triplo latias; ocuH in maee eontigui; «eta 
«steojmlis pliimosa. Alae vüreae, cellula cnargiiiali «pteili 

autU entomoL Zeit. 1894. 



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73 

basi leyissime flavescaiite; sqtuawae aU^Hlae et albo-fimbriatae* 
Abdomen ellipticum^ tboxi^ce et soutello uoitis Jbaud losgioa. 
Long. (J 10 mm. 

Diese hübsche Art kann mit keiner der beschrf^enen 
australischen .^ri^^o/t^-Species verwediselt werden. Die P&r- 
bung erinnert an E. pukheUus Macq» 

Farn. Taehinidae. 
5. Miorotropeia Sktisei n. tp. 

Cupreo-aenea, versicolor, nigro-p!k>aa et setosa, capite 
aureo, yesica frontal! ejusque carina utrioque 4eorsum ol)lique 
continuata et proboscide nigris, i^apitulo )m^^» fu^eo, oitfMa 
posteriore oculorum subargenteai macuUs quattuor aniici» ffo^ 
thoracis ac fascia ba$»U medio interr^pt» segme^tonm 4o]^ 
salium et ventralium secundi, tertü quartique ab^Oüms 
jucgenteo-relucentibus^ squamis niveis, Ca^^ in g^m et> 
praecipue in ocqpite aureo-pilosum, <^ilija poeioetnJaritHito, 
iDArCrochaetis, vibrissi« setuUsque in optiea fn>nUß <eompei»is 
lugris, verüce superne vieo oculo iatit^dine sAibaeqnali, nt^ 
teAois dilute rubiginosis, articulo secundo apicem rex9H$ dAa- 
tato, setulis pauds et seta apioaU longiore oigris praedüo, 
articulo tertio secundo tertia parte kmgtore^ 6eta 0uda, palpif 
rufotestaceis, nigrosetulosis, apicem labri noB attingentitoa* 
ThoraiK sijie scutello longitudine paullo latior» Alae leviter 
cinerascentes, a basi earum usque ad apicem celltdorum mar- 
ginalis, basalium analisqtie obscure infumatae. Abdomen late 
oyale^ margine apicali segtoeati i&eiii darnüis serie cpacro- 
ehaetarum, dimidio apicaJi segmenti quarti doraalis «erie 
duplice transversa macrochaetarum instructo. Pedes atri. 
Long. $ 12 mm. 

Von den beiden besebdebeoeo Aitea dieser Gattung 
steht sie M, sinuata Don. am nächsten, ist aber schon 4urch 
die abweichende Färbung leicht zu unterscheiden. 

Die gaaerisebe fiteUung dieser Art wurde mir ya« Hern 
▼OB SOder aagegeben. im TraMr^f the Auatralaa. A^soe. fi»r 
ibe Advanc. of Si^ence 1890^ f^. 536 filhrt Skiwe «diese 
fiaUungals fra^liebes fijnony«! mi Muiilia auf. Die GMluogen 
äod jedoch gut uolersdUede« und wenden von Brauer m»i 
Y, Bei^genelamm seg^r in y<eraehiedene Grup^n gestellt. fiJMge 
Autoren nennen das Genus nnvichtig .^cmtopesa^ o\m^ 
Maeqvart ««sdrmiiklic^ a^giebt^ daft der Käme ^petke eaatee^ 
bedeutetet und somtt yon VQOtug ahgidätet ist 

StetU eatomoU Zeit. 1884. 



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:T4 

Fam. Muscidae. 

6. Stomorrhina snbapicalis Macq., Dipt exot. Suppl. 11 (Idia). 

Da der Name. Idia frttber vergeben ist, muß für diese^ 
Gattung Rondani'a Benennung eintreten. 

Fam. Sarcophagidae. 

7. Sarcophaga asaimilifl Macq., Dipt. exot. Suppl. IV, 234. 

Fam. Anthomyiadae. 
8. Spilogaster fuscitarsis n. sp. 

Luteo-ferruginea, dordo thoracis yittis tribus albescentibu^ 
notato, callo bunlera'li etiam levissime albido-pruinosulo, seg- 
mentis duobus ultimis dorsalibus abdominis plaga magna 
communi nigra praeditis. Caput ein ereo- argen teum, vitta 
frontali nigricante, proboscide et palpis fuscis, antenuis lüteo> 
ferrugineis, articulo ultimo apieein versus fuscescente, seta 
longe plumosa, fusco-nigra, basi ftavida. Thorax macrochaetis 
postsuturalibus quattuor instructus. Alae leviter cinerascentes, 
venis anterioribus fiaveseeiltibus, posterioribus fusceseentibus, 
Vena transvereia postioa undulata; squamae luteo-ferrugineae. 
Pedes luteo-ferruginei, nigro-setulosi et pilosi, tarsis fuscis^ 
tibiis postieis medio seta una rigida exserta instruetis. 
Long $ 9 mm. 

Jiine schon durofh die Färbung leicht kenntliche Art. 

9. Coenosia n. «p. 

Da das Exemplar etwas defekt ist, bleibt die Art besser 
unbeschrieben. 

Fam. Sapromyzidae. 

10. Sapromyza Barnardi n. sp. 

Lutea, abdomine vage fuscescente. Caput transversum, 
fronte oculo sat multo latiore, epistomate mox supra apicem 
linea transversa impressa praedito, proboscide, palpis anten- 
nisque concoloribus, seta harum sat longe plumulosa. Abdomen 
quam thorax cum scutello multo brevius. Alae latae, sab- 
hyalinae, macula fusca circum venas transversas, ante apioem 
venae radialis propeque apicem venae cubitalis et discoidalis 
omatae, vena transversa postica ad venam transversam w>- 
ticom quam ad apicem venae discoidalis pauUo magis 
approximata; halteres concolores. Pedes lutei, tibiis omnibus 
seta praeapicaü instructis. Long. 3,2 mm. 

8tett. entomol. Zeit. 1894. 



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'75 

Farn. Drosophilidae. 

11. Drosophila balteata n. sp. . 

Testace^v limbo i^stieo's^fiiteptorfim jdörsaljiüm abdomiois 
nigro, segmentis tribu6 ültimis inierdum totis nigris, quinto 
raro toto flavido. Alae subhyaliiiae, costa usque ad apicem 
venae discoidalis pertr^ta,- vena BüböostaH brevi, ante venam 
transversam anticam desinente, vena radiali subrecta, sat longe 
ultra medium alae producta, vena cubitali apice a vena radiali 
•quam a vena discoidaH pluJB quam duplo longius distante^ 
^egmento ultimo venae discoidalis peuultimo plus quam duplo 
longipre, vena transversa postica a vena transversa antiea 
et ai) apice venae posticaHs subaeque longe remota. Fedes 
testacei. Long. 1,8—2 mm. 

12. Drosophila bellnla n. sp. 

Fulva, dorsp abdominis macula laterali segmenti primi, 
macula media subapicali segmenti secundi, macula laterali et 
media subapicali segmenti tertii et quarti (laterali segmenti 
quarti interdum deficiente), saepe etiam puncto medio segmenti 
quinti nigris ornato, ventre . macula laterali segmenti tertii, 
quarti quintique nigris notato. Palpi longi et lati, compressi, 
apicem epistomatis sat longe superantes. Alae subhyalinae, 
ad apicem venae cubitalis brevissime apiculatae, costa solum 
ad apicem venae cubitalis pertracta, vena subcostaU brevi, 
ante venam transversam anticam desinente, vena radiali 
d^picem versus recta, longe ultra medium alae producta, venä 
cubitali apice a vena radiali quam a vena discoidali circiter 
duplo longius remota, segmento ultimo venae discoidalis 
penultiino paüUo plus quam duplo longiore, vena transversa 
postica a vena transversa anfica quam ab apiice venae posticalis 
paullum longius distante. Pedes paUide testacei. Long. 
2—2,5 min. 



Stott. eatomoL Z«it 189i. 



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w 



Aeidalia ade^haria n. sp. 



ven 
Pllng»i«r an Sheyclt. 



Ajnf eioer OrieAtKeise üug mein Bruder Paul «m 23. Jdän 
1892 bid Jeriobo io Palästina eia frisches $ der vorJiegaedea 
Art^ welches mehrere Eier legte. Es gelang ihm trote dee 
ibartwähreoden Ortwechsels die Räupchen zu ziehen und eia 
Paar davon im Mai fast erwachsen hierher mitzubringen, aus 
welchen ich Ende Juni einen ^^ Anfang Juli ein $ erzog, 
welche der Mutter in allem gleich sehen. 

Das Thier steht der Acid, turbidaria HS. ab. turbulentaria 
j9tgr. am nächsten und hat ganz ähnliche Färbung wie ein ^ 
der letzteren Form von Jerusailem, welches mir Dr. ötaudinger 
aus seiner Banmilung zum Yer^eich sandte, jedoch lassen die 
anders gebildeten Fühler und Hinterbeine des (J, abgesehen 
Ton den Unterschieden in Zeichnung und * Habitus, kein» 
Zweifel an der artlichen Verschiedenheit. 

Im Ausmaß bleibt adelpharia hinter den mir vorli^enden 
Stücken von turbidaria zurück, die Länge eines Vorderflügels 
bekägt 9 gegen 11 mm, die Vorderflügel sind etwas schmier 
mit abgerundetem Innenwinkel, die Hinterflügel verhältnis- 
mäßig kleiner. Die Färbung ist ein mattes, etwas bräunlich 
angeflogenes Gelb; mit Hülfe der Lupe sieht man einzelne 
eingestreute dunkle Schuppen, die schwarzen Mittelpunkte sind 
auf allen Flügeln fein und scharf, die bräunlichen Querlinien 
zusammenhängend tmd deutUch wenn auch zart aufgetragen. 
Die innere läuft ähnlich wie bei turbidaria und setzt sich arf 
den Hinterflügeln nicht fort, wie dies die übrigen Linien thun, 
die äußere ist nur wenig gewellt, aber nicht zackig wie bei 
turbidaria^ zwischen beiden steht der Mittelschatten auf den 
Vorderflügeln hinter, auf den Hinterflügeln vor dem Mittel- 
punkte. Die hellere Wellenlinie ist ebenfalls auf allen Flügeln 
sichtbar und besonders auf den Hinterflügeln nach innen etwas 
dunkler schattirt, sie steht etwas näher am Saume als bei 
turbidaria. Eine eigentliche Saumlinie fehlt, auf der Basis der 
einfarbigen Franzen stehen zerstreut ein Paar feine schwarze 
Punkte; bei turbidaria und ab. ist der Saum viel schärfer ge- 
zeichnet. 

Stett. entomol. Zeit 1894. 



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77 

Di« ÜDtumeite aller Fitgel idt iw eegenralBe %wt ver* 
waidt«» Aft hiB auf die «eiiatfeti Mi()M]^iikte ToUkoiamea 
xeichiuiBgiloe^ weislieher als die Obeneite und echwaeh seidea' 
glttmeiid. Von den Beinen \^ das erste nsd zweHe Paar 
beider Oesoblechter sowie das letzte Paar beim $ ähnlich wki 
bei tmbidaria mit 0:1:2 Paar Sporen versehen, bei dein ^ 
von adelpharia sind die Behiemen der Hinterbeine Iftnger und 
starker verbratert) die Tarsen dagegen erfaeMicb kurzer, kaum 
^fs so lang als die Schienen, w&hrend sie bei ktfindaria etira 
^9 der Lange Imben. Die männlichen Fahler sind dann, korc 
gewimpert (kann halb so lang als bei turhidaria), die des $ 
sind fjBkdenförmig. Die Palpen sind etwas sehlanker nnd glatter^ 
gdbHch, auften dunkel angeflogen, die Stirn ist tiefsehwans^ 
Seheitdi) Thorax nnd der ziemfieh kurze Leib von der Färbung 
der FlOg^ 

Die Raupe war erwachsen etwa 30 mm lang, schlank^ 
randlicfa, nach hinten sehr wen% dicker, die Seitenkante etwa« 
wnlttig, der Kopf schwach eingebuchtei Die Färbung dea 
Backens ist blaß gelUiehbraun, etwas grfln gemischt^ der 
Baach hdlgrau; bis auf die eben angedeutete Rttckenlinie ist 
da» Thier zeichnungslos. In der Form erinnert die Raupe aa 
die der A43id. marffkiepundata 6dze, ist aber nicht ganz so 
schlank, der Kopf und die Brustfüße werden in der Rnhe nicht 
so vorgestreckt. 

Die Abbildung der Raupe von Acid. rubiginata Hnfn. bei 
MiBi^e, Je. II pl. 100 f. 16 ist ähnlich, doch ist die der 
adelpharia etwas gedrungener, die Luftlöcher treten nicht hervor. 

Die leere Puppe ist glänzend hellbraun mit etwas dunk- 
leren Stigmen, sonst zeiohnungslos, mäl^ schlank mit spitzem^ 
Hinterleib, die Afterspitze trägt eine Anzahl (etwa 8) steifer 
Borsten von ungleicher Länge mit hakenförmig umgebogener 
Spitze. 



Znr Biologie der Spilottayras altbeae Hfibner 

von Heinrioh OrOM. 

Anfangs Juli hatte ich Gelegenheit ein $ dieser Species 
zu beobachten, welches seine bräunlichen, in der Form einer 
Hohnsamenkapsei am ehesten vergleichbaren Eier einzeln an 
den Blättern von Betonica officinalis absetzte. Die Räupchen 
schlapften nach 16 Tagen, skelettirten zuerst unter leichtem 
Gespinnste die Blätter oberhalb der £inmttndung der Stiele 

Stett. entomol. Zeit. 1894. 



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78 

und ttberwiaterten aiemlich klein in umgeschlagenen Blatt- 
rändern. Im Frühjahre verlieBen «ie diese indessen ver-^ 
trockneten, theilweise auch abgefallenen Wohnungen und 
legten sich frische zwischen den jungen Blättern an, die sie 
mit fortschreitendem Wachsthum nach ihrem Orößenbedttrfiusse 
erneuerten und sehr reinlich hielten. Sie fraßen stets außer- 
halb derselben, am liebsten in vollem Sonnenschein. 

Die junge Raupe ist violettschwarz, erwachsen Uaugrau 
mit lichtgrauen in quere Reihen geordneten Wärzchen und 
weißlicher oben umgebogener reichlicher Behaarung. Die 
Dorsale besteht aus schwarzen auf den vorderen Segmenten 
zusammenhängenden Punkten. Die Seitenlinie bildet ein 
lichterer Streifen, unter welchem auf jedem Ringe nach vorne 
ein schwarzer deutlicher und dahinter einige undeutliche 
Punkte stehen. Kopf schwarz, weiß und schwarzborstig, 
flachkugelig, von der Größe des zweiten S^ments; das erste 
ist eingeschnürt, in der Jugend ganz schwarz, BfiUet <riben 
licht getrennt und zeigt schließlich nur mehr beiderseits 
scbwärzliche Chitinplättchen. Die Füße sind schwarz, Bauch- 
füße und die stumpf Aflerklappe gelblichgrau, Stigmen braun, 
Bauchseite schwärzlichgrau. Gestalt walzig, nach vorne dünner, 
rttckwärts rasch abfallend, seitlich wenig kantig, unten abge- 
flacht, Länge ca. 20 mm. 

Sie verpuppten sich im Laufe des Mai in denselben 
Blättergehäusen, welche sie vorher als Raupen bewohnt hatten. 

Die Puppe ist schwarz, blau bereift, 18 mm lang, unter 
der Lupe betrachtet kurz behaart, hinter dem Thorax starke 
eingezogen, die Flügelscheiden und Augen ziemlich vortretend. 
Afterspitze dreitheilig mit Häckchen, gelbbraun. 

Die (J(J schlüpften Ende Mai, die $$ erst vom 20. Juni an. 

Der Falter liebt die hier mit Betonica viel bewachsenen 
Wald- und Gebirgs wiesen und findet sich auf letzteren noch 
bis 1300 Meter. Er fliegt unten von Ende Mai bis Ende 
Juni, höher im Juli, die $$ immer sehr spärlich. 

Dorfmeister fand die Raupe in Steiermark auf Marrubium. 
peregrinum, welches hier nicht vorzukommen seheint, die der 
Var. baeticüs wurde im Süden ebenfalls auf Marrubien ge- 
funden. Nach der eingangs erwähnten Beobachtung und den 
Flugorten glaube ich für hier Betonica als Hauptnahrungs- 
pflanze derselben ansehen zu dürfen, zweifelsohne kommt sie 
aber noch auf weiteren verwandten Pflanzen vor, da sie auch 
die ihr versuchsweise vorgelegte, ihrer eßbaren Knollen wegen 
eingeführte, japanische Stachys affinis gerne annahm. 

Steyr, Ober-Oesterreich, im September 1894. 

Stett. entomol. Zeit. 1894. 



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79 



Die Raupe von Cidaria alaadaria Freyer 

von demselben. 



Vor Jahren habe ich eine Notiz über diesen Spanner in 
den Putb. ent. Nachr. (1880 pag. 195) veröflTentlicht, die 
bezüglich der Raupe einer Verbesserung bedarf, weil ich die 
Beschreibung nach einem Exemplare, das bereits abgeftrbt 
^er Verwandlung nahe war, genommen hatte. 

Die Grundfarbe der schlanken, ca. 23 mm langen, 
runden, seitlich kaum merklich kantigen Raupe ist grün, auch 
•der kleine schief nach vorne gestellte Kopf und die Nach- 
4»efaieber. Mandibeln und Füße in ihren äußersten Theilen- 
«twas bräunlich, lieber den Rücken laufen vier gleich dicke 
iT^eiße Linien, in deren Mitte die Pulsschläge des Rücken- 
^flSßes sichtbar sind. Ringeinschnitte und die oft ver- 
schwommene Seitenlinie wei^elb. Die Stigmen stehen in 
weißen Punkten. Auf der Bauchseite eine meist undeutliche 
Mittellinie, die öfter auch ganz fehlt. 

Die ovalen hellgrünen, dünnschaligen Eier werden an 
der Unterseite der Blätter von Atragene alpina meist paar- 
w^eise al^esetzt und schlüpfen nach 8 Tagen. Die Raupe ist 
schon nach 3 Wochen erwachsen. 



Der Pfeiigiftkäfer der Ralataari-Wüste, 
Diamptaidla simplei Pering. (locasta Fairm.) 

Mittheilung von H\ J. Kolbe (Berlin). 

Von den verschiedenartigen Pfeilgiften, welche bei afrika- 
nißchen Völkern in Gebrauch sind, z. B. Schlangengift, giftig 
wirkender Saft von mancherlei Pflanzen, ist eines durch seine 
absonderliche Herkunft bemerkenswerth; denn es wird aus 
den Larven einer Käferart gewonnen. Soweit bekannt, be- 
dienen sich desselben jedoch nur die Buschmänner der Kalahari- 
Wüste. In der Litteratur finden sich nur wenige Angaben über 
PfeilgifUnsekten, und alle beaiehen sich unge&hr auf dieselbe 
liegend, gehen aber ia ihren ESnselheiten auseinander, was 

Stettri entomoL Zeit 1894. 



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M 

wohl darin seinen Grund hat, daß die Miitheilungen ungenau 
abgefaßt sind oder auf irriger Annahme beruhen. In der 
älteren Litteratur &nd ich eine MUtheilung von Le Vaillanl. 
Dieser Reieeiide araäbH i» siifaieiii Werke ^Beise im d«s Inline 
von Afrika" (Frankfurt a. M, 1790. Theil U. 8. 58) voik 
einer giftigen Raupe, welche in Groß-Namaqualand vorkommt 
und von den Eingeborenen zur Bereitung eines Pfei^ftes 
verwendet wird. Sie ist Äi/a Zoll lang und lebt auf v«r- 
schiedenen Pflanzen, ist aber nur dann giftig, wenn ihre NiUur« 
pflanze giftig ist. Wenn sie von einem Geranium g^iomm^ 
wird, so ist sie giftfrei; aber auf den Felsen des Land«» 
wächst in großer Menge eine kleine Strauchart, deren Saft 
sehr giftig wirkt, und die ihre giftige Eigenschaft den Raupea 
mittlieilt, welche ihre Blätter ebenso gern fressen, wie die^ 
jenigen des Geranium. Die Wilden sammelten diese Ranpea,, 
um ihre Pfeile mit dem Gifte zu infiziren, dessen EHnfiihruag 
in die Wunde den baldigen Tod zur Folge hat. Die von 
dem Geranium auf die Giftpflanze übertragenen RaapeA 
erwarben bald die giftige Eigenschaft der letzteren. (Mit- 
getheilt von A. Lefebure in den Annales de la Societ6 entomolog« 
de France 2. S6r. T. IX. S. 25—26). 

Spätev berichtete Livingstone in seinem Werke 
„Narrative of an expediüon to the Zambesi^ (Lcmckm 186S 
S. 4&7X daiß die den ni^rdlichen Tbeä der Ka^ahcnri bewoi^ 
nenden Buschmänner die Eingeweide einer kleinen Rm^^ 
welche „'Ngä" genannt wird, als Pfeilgift verwenden, und daE 
die Wirkung dieses Giftes ganz außerordentlich heftig seL 
Der angeschossene und damit dem Tode geweihte Mann ver- 
fiele in Delirien und kehre in seiner Phantasie zu einem 
Zustande der Kindheit zurück. Sogar große Thiere ver- 
endeten tfuTcfr vergiftete Pfeile bald. 

Naeht J. G. Wood (The natural history of Man. liondott^ 
186B. S. 286) lebt das als „N'gwa" oder „K'aa^^ bezeichnete 
Thier auf einem dornentragenden Baum, wdcher „Maruru 
papeeri'' heißt. Ausgewachsen fällt die Raupe herab auf den 
BiBideni, gräbt sich hier ein und fertigt unter der Erdoberfläche 
^n^^ aus Erdkrümchen bestehenden Kokon. Da d'er K^rper^ 
saft der Raupe oder der Puppe tötlfch wirkt, wenn er lYf 
eine Wunde kommt, so zerdrück« der Buschmann daB Thier 
zwischen seinen Fingern und läßt den auströpfelndien Körper^ 
saft diesselben auf die Pfeilspitze Mlen und an dhser eitt^* 
trocknen; 

Sehinz, welcher 1886 Sfkiwest-A^ka durchferschte, 
topa«hte m BrMirung, daß cKe BuBclH»iänner zum Yergiftetf 

Stett. entomol. Zeit. 1894. 



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81 

ihrer Pfeäe^ sich dm Giftes einer unterirdisoh lebeodeD, in 
einem. Kokon aus Btde liegeudea Puppe bedienen^ indem sie 
dm Gehäuse zerbrechen und mit daa Safle der EmgeweMe 
das obere Ende des Pfeilschaftes beeirdefaen. Die ab Raupen 
b^eiolmelie Larte^ aus welcher die erwähnte. „Giftpuppie^ 
sich bildei, leU naoh Angabe der Bielfonlaini^ Busebmänner 
auf eln^ bestixumten Strauchart, Commiphora africana, 
(IL Sohinz, Deutsch-Sttdwest-Afrika. 1893, 8. 390 und 402). 

Naeh Fleck, welcher Deutsch-iSadweet-Afrika bis zur 
Kal«^ri- Wüste bereiste, vergiften die Bttschmänaer cter 
Kaiahari ihre Pfeile mit dem ,,Oel einer Fliege bezw. ihrer 
Puppaa^S Die Leute folgen d^ Spur des angeschossenen 
Wildes, um es zu beiden, sobald es verendet ist. (Fleck ^ 
Reise durch die Kaiahari zum Ngarai-See. Abhandlung in 
den Hittheilungen von Forschungsrdsenden und Gelehrten aus 
den deutschen Scfaut^ebieten^ 1893, Bd. YL S. 29). 

Mit diesen Giftpuppen haben wir gegenwärtig uns näher 
zu beschäftigen. Vor einiger Zeit empfing ich von Herrn 
Professor Dr. L. Lewin (Berlin) Larven und Erdkokoas nebs^ 
Puppen und Käfern, welche er von Dr. Fleck erhalten, der 
diese Thiere aus der Kaiahari- Wüste mitgebracht hat und sie 
ala dic^ifoigen eben erwähnten Objekte bezeichnet, von deneai 
daa Pfeügiit stamoM;. 

Diese von Fleck aus der Kal^ari- Wüste mitgebrachteu 
Yerwandlungsstadien geliOaren offenbar zusammen. Der Käfec 
ist eine Art der Chrysomieliden, welche als Larve und auch, 
im entwickelten Zustande aul Pflanzen leben und sich von 
deren Blättern ernähren. Er gehört zur Gattung Diamphküai, 
Gerst. und ist erst im Jahre 1892 unter dem I^amen simpkx 
von P6ringuey nach Stücken aus dem Ovampo-Lande in 
den Transaetions of the South African Philosophical Society, 
(kpe Town, 1892. VoL VL Part 2. S. 88 beschrieben. Das 
Ovampo-Land liegt nordwestlich von der Kaiahari. 

Einen Theii der Larven, Kokons und Käfer überliefi, mir 
Herr Professor Lewin bereitwilligst für die Königl. Sammlung« 

Der ^förmige, kleine Käfer ist graugdb bis lehmgelb 
geAlrbt und auf dem Kopfe, dem Pronetum und diem vorf^mi»^ 
Theile der Flügddecken n^ schwarzen Fleeke» rersehe». 
Auf den Flügeldecken befindet »ch gew^nlid» nur eis. 
Sebulteräeek, zuweüen auch noek ein länglicher Fleck in^ d^^^ 
Nähe de» S^tetiums neben der Naht und! em Mai^nalfieek 
neben dem AuSenrande hinter der Mitte. Bei allen Stücken 
ist der Außenrand der flüg^deeken bis zur Spitze- sek«Fara; 
dieser schwarze Band ist sehr schmal, an der Spitze- der- 

Stett. «ntomol. Zeit. 180*. ^ 



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82 

Rügeldeckea aber etwas verbreitert. Das Proootum weist 
fünf größere und vier sehr Jdeine punktförmige^ Flecke auf!» 
nämlich drei in einem Triangel stehende Flecke auf der Scheibe, 
seitlick davon je einen großen Fleck und vor diesem nach 
außen zu je zwei schwarze Pünktchen. Die Mitte des Kopfes 
wird von einem dreieckigen Flecke eingenommen, dessen 
Spitze nach hinten gerichtet ist. Auf dem Hinterkopfe stehen 
zwei Flecke; zuweilen ist auch in der Mitte des Epistomsi 
ein kleiner schwarzer Fleck vorhanden. Ferner sind^ das 
Scutellum und die Seiten, der Episternen des Meso- und Meta- 
thorax. schwarz. Die Schenkel sind gelbbraun, das Apical- 
4rittel derselben und ein Fleck am Grunde, sowie die Tibien 
und Tarsen, schwarz. An dßn schwarzen Antennen sind die 
drei ersten Glieder rothbraun und glänzend, aber mit je einem 
schwarzen Fleck versehen. Die Mitte, des Kopfes wird von 
einer glatten Längslinie durchzogen; beiderseits derselben be- 
finden sich dicht gedrängte tiefe Pttnktchen. Die Punktirung 
des Pronotums und der convexen Flügeldecken ist ziemlich 
fein und unregelmäßig.. Die Länge des Körpers beträgt 7 bis 
10 mm. 

Von Larven li^en nur einige eingekrümmte, aus den 
gleich zu beschreibenden Erdkokons entnommene Stücke vor. 
Sie sind gelblich, der Kopf und der erste Brustring bräunlich 
und hornartig, wie bei anderen Chrysomelidenlarven. Auf 
dem Kopfe sieht man zwei runde Grübchen, welche zueinander 
quer stehen. Die kurzen Beine sind schwarzbraun. Ob eine 
eingehendere Beschreibung am Platze wäre, könnte nur eine 
vergleichend-morphologische Untersuchuug lehren. 

Der aus grauscbwarzen Sandkörnchen bestehende Kokon 
ist kurz eiförmig, an den Enden stumpf abgerundet und 12 
bis 13 mm lang. Dies ist aber nur die äußere Hülle, welche 
noch eine ihr dicht anliegende, aus einer bräunlichen häutigen 
Substanz bestehende innere Hülle enthält. Diese innere HtÜle 
unischließt die Larve, beziehungsweise die Puppe. 

i Ueber den Giftstoff macht Lewin in seiner kürzlich 
publizirten injbaltreichen Abhandlung „Die.Pfeilgifte^ Historische 
uiid experimentelle Untersuchungen^ (Virchow's Archiv fllr, 
pathologische Anatomie und Physiologie und filr khnisc^he 
Medizin. 136. Band, 1894) auf Seite 424—426 folgende Mit- 
theilungen. Es standen zur Untersuchung nur 10 ganze Käfer, 
eine kleine Menge Larven und außerdem Kokonkümmer zur 
Yerf&gung. Jedes dieser drei Materialien wur^e besonders 
behandelt. 

Stett. «ntomol. Zeit. ISM. 



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Die Larven, wurden zu einem Pulver zerstofien und mit 
heiBem absolutem Alkohol extrahirt Nach Verdunsten des^ 
selben bleibt ein gelbes, krjstallinisches, sauer reagirendes 
^Oemisch von Fett und Fettsäuren zurück. Dasselbe löst sich 
auch in Aether, Benzol und Chloroform. Auf Wasserzusatz 
entsteht eine Emulsion. Petroleumäther trennt die Masse in 
zwei Theile. Der in Petroleumäther lösliche Theil verbleibt 
nach dem Verdunsten des Lösungsmittels als gelbe krystallinische 
Masse zurück, deren Schmekpunkt nach vielfachem Um* 
krjstallisiren bei 50 © C. ermittelt wurde. 

Die kleine Menge wurde in Alkohol gelöst und mit 
alkoholischer Bleiacetatlösung versetzt Es entstand ein weißer 
Niederschlag, der nach dem Abfiltriren mit verdünnter 
Schwefelsäure behandelt und mit Aether ausgeschüttelt wurde. 
Das Ergebniß war eine Fettsäure, die bei 51 ^ zu schmdzen 
b^ann und bei 53 ^ zu einer durchsichtigen Flüssigkeit 
schmolz. 

Der in Petroleumäther unlösliche Rückstand löst sich 
zum Theil in hei&em Wasser. Er ist für Kaninchen ungiftig. 
Nur eine außerordentlich lebhafte Darmperistaltik setzt nach 
subcutaner Beibringung der wässrigen Lösung ein. Man sieht 
durch die Bauchdecken hindurch die vermehrte Bewegung der 
Därme, und bald folgen breiige Entleerungen. 

Die mit Alkohol extrahirten Larven wurden mit Wasser 
auf dem Wasserbade ausgezogen. Es filtrirte sehr langsam 
•eine gelbbräunliche Lösung. Nachdem sie vollkommen filtrirt 
war, reagirte sie alkalisch, war bereits wieder trübe geworden 
und ließ sehr viel Tripelphosphatkrystalle erkennen. Sie hatte 
eich bereits zersetzt und äußerte bei Kaninchen keinerlei 
Wirkung. 

Der Versuch wurde mit Larven derart wiederholt, daß 
sie als Pulver sogleich mit warmem Wasser extrahirt und 
die entstandene Lösung möglichst schnell abgesogen würde. 
Nach zwei- bis dreimaliger Wiederholung gelang es, eine klare 
Lösung zu erhallen, die sich folgendermaßen verhielt: Sie 
reagirt stark sauer, giebt schwach, aber deutlich erkennbar 
die Biuretreaktion und läßt beim Kochen, besonders nach 
Zusatz von Salpetersäure einen feinflockigen Niederschlag aus- 
fallen. Sublimat und Pikrinsäure liefern Niederschläge, die in 
Kochsalzlösung löslich sind. Auch Phosphorwolfram- und 
Phosphormolybdänsäure liefern Präcipitäte, Platinchlorid eine 
leichte Trübung. Der durch diese Reagentien ausfeilende Stoff 
ist ein. Eiweißkörper. In der enteiweißten Lösung liefert nur 
noch Pikrinsäure eine leichte Trübung« 

Stett. «ntomoU Zeit. 1804. ^ 



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Bie aerstaiDpfte» ganzen Käfer teiyboeHenf sich chemisch 
und toKÜHilo^edi wie die Larven. Ft^^eeliei, deoea die wfieeng«^ 
GifUösuBg ao9 Lcurven pder Käfern subcntaa beigebracht wsrde, 
reagirledi auch in längerer Beobachtungsseit gap mcht darauf. 
Bei Kaninehen erecheinen nach etwa 1^1^ \m 2* Stunden nach 
subcutaner InjectioB« der eiweiB'haUigen Lösung die ereteti^ 
TergiftungsejmptoiBe. Die ro^ber muateren Bewegungen 
werden eingeatelli Die Thiere sitaen^ ruhig da, suchen dunkle 
Ecken auf, legen sich auch, wabrecheinlioh w^ die sicbtbai^ 
vermehrte Darmperistaitik ihnen Schmerzen bereitet, platt auf 
den Bauch. Yeranla&t man sie i&u Bewegungen, so 
erscheint fflr eine gewisse Zeit Zittern von Kopf 
und Bumpf. Die Neigung und wohl* auch die Fähigk^t Mr 
Bewegungen, nimmt immer mebii und mehr ab, währeikd 
Seneibilität, Herz- und Athemthäügkeit noch normal sind und 
fitft bis kurz vor dem Tode normal bleiben. Die hinteren 
GliedmaBen werden vom Körper abgestreckt, der K^pf in 
den Nacken gez<^en, und schließlich Mit dets Thier um. In 
diesem Zustande verharrt es noch eine halbe bis eine Stunde. 
Ohne Dyspnoe und Krämpfe erlischt dann das Leben. 

Das gleiche Verhalten sah Lewin bei einer Taube. Auch 
Met Sißhwinden der Bewegungslust, Durchfölle und Hinkauern 
in einem scheinbar benommenen Zustande. Es trat aber 
wiedei^ vollkommene Erholung ein. 

Die Section. ergab bei den au Grunde gegangenen 
Thiciren eide ziemlich erhebliehe Hyperämie des ganzen Darmefi» 
und ausgeprägte Entzündungserscfaeinungen in den Nieren. 
Der linke Ventrikel war bretthart oontrahirt, der rechte weich, 
mit dünnflüssigem Kute versehen« 

Bei einem kleinen Kaninchen wurde eine möglichst 
enteiweißte Giftlösung injizirt, und zwar ohne jeg- 
lichen to:|iikologisoheB E^rfolg. 

Als Resultat seiner Untersuchungen, soweit das zur Ver- 
fügung stehende geringfügige Material ein Urth^il ikb&c daä 
Qift zuläßt, hält Lewin dieses für einen giftigen EiweiA- 
körper, für ein Toxalbumin. Dafür spricht, nach Angabe 
diesf^ Forschers^ neben dem chemischen Verhalten, vor Allem 
die . Syipptomatplpgie, die mit d6r von anderen giftigen 
Albutnosen, beziehungsweise Peptonen^ übereinstimmen. 

Nfikch subcutaner Einspritzung eines wässrigen AusBuges- 
der Erdkokons bei aw^i Kaninchen ti*ateBr innerhalb 
10 Stunden keine Vergiftungssymptome ein« Nach 24 Stunden 
starben aber die Thiöre. Offenbar befanden sich ih den 
Kokons die Larven, Puppen oder Käfer. 

Stett. entomdl. ZtiU 1894. 



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m 

S« iet inteitestant/ da£ igleioheefHig auch von andern 
43ti<^ dieebeeügliehe toxikdogiscjbe Uota*8ttGluuigeii ütber ^ieatlbe 
Coleoptore»s{)«ie8 v^fgetiomm^n siiid. Bae Mata-ial vat diesen 
UntersHichuiigen stammt aus dersdben QueUe, von dem oben 
genannten Reisenden Dr. Fleck. Die iüttkeihing dailM^r 
^^ereoyen ui^e&hr nm dieselbe 2eit Im ^Biologisehen Central- 
Uatt"", Band 14 No. 10 (16. Ifel 1894) 6. 3^7-639 und 
iMfct den Professor B. Scliio« (Zürich) «om Autor. In dies» 
Ifittheüung äußert sich Professor Böhm (Leipzig) über die 
KsAur ^es von dieser K&fersperaes stammendeo Pfeägiftes, 
-während Fairmaire (Paris) ebenda fi. 339 eine Besöhreibimg 
*^es PfeMgiftkäfers liefert, den er unter dem Namen Diamphidia 
Ißemsta n. sp. aufführt. Dieselbe Spezies ist zwei Jahre ifrüher, 
^e oben Seite 81 angeführt, von P^ringaey witer dem 
STamen Dkunpkidia simpiex bekannt gemacht. 

Böhm äufiert «ich 1. c. p. 399 über das Gift der Larven 
folgendermaßen. Die Larven entheiten ein Gift uns der Gruppe 
4er Toxalbumine, welches bei Kaltblütern schwach und sehr 
Jaogsam, bei Bängethieren aber sehr stark und je nacfh der 
?Höbe der Gifl^be in kürzerer oder längerer Frist tödtlich 
^ijvirfct. 

Die naeh subcutaner Einverleibung der wässrigen Lösui^ 
i^Mftretenden Erscheinungen bestehen in HämogloMnurie, Durch- 
üdien und allgemfeiner Paralyse. Post mortem findet man 
von der Injectäonsstelle aosg^tend die Haut und die angren- 
jBettden Faseien in weiter Ausdehnung im Zustande hämorrha- 
gischer Entzflndtiog. Schwere Läsionen zeigen außerdem die 
Kieren, die Darmschleimhaut und, bei protrahirterem Verlauf 
der Vergiftung, auch die Lungen^ Pleura und Peritoneum. 
Die Wirksamkeit des Giftes wird durch Erhitzen der wässrigen 
Lösung desselben auf 80 bis 100 o C. mit Sicherheit auf- 
gehoben. 

Wie man «ieht, stimmen die Resultate aus den toxikolo- 
gischen ITtttetsuebungen ^er beiden Forseher im großen Ganzen 
Oberein; der giftig wirkende Stoff ist ein giftiger Eiweißkörper 
4[Tozalbumin). Dieses Gift gehört za denjenigen Giften, welche 
durch Eindringen ^in das ^Hut wirken; der^ Vtrdauungskanal, 
«owie die Excretioosoigane (liieren) sind $m stärksten in 
Mitleidenschaft gezQgen. Die Wirkung besteht ^nsc^ieineiid in 
ieioer Zersetzung des \Blutes, welche lUle übrigen fErs^heits- 
«erscheinungen der betreffenden inneren Organe im Gefolge bat. 

Es ffrägt 4ich nun, wie die Di&mphidia mmpka: die GtfUg- 
^peit klangt liat. Bs «ind'^twei ^FäHe »mö^idii; eipsiteos Icanm 
fder Eftfer, ibe^iebm^s^w^ise seine Larve an sieh eiwen ti^ft- 

Stett eniomoL Zdt. 18M. 



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86 

jstoff eüthalten^ oder zweitens, die Larve kana den GiftstofiT 
von ihrer ITährpflanze entnehmen. Hierüber wissen wir nichts 
bestimmtes; am wahrscheinlichsten ist aber das letztere* 

Von den nächsten Verwandten des Pfeilgiftkäfers ist nichts 
Nachtheiliges bekannt geworden. 

Die übrigen Arten der Gattung Diamphidia sind femoralis^ 
Gerst. in Ost- und Südost- AMka; angolensis Jac. in Angola; 
nigroomata Stäl in Natal und vütaHpemis Balj in Damaraland. 

Die nächstverwandte Crattung ist Qadotelia n. g. {Polydada 
Chevr., Cladocera Hope), deren Arten gleichfeills in Ost-, Südi- 
und Südwest-Afrika leben. 

= Diamphidia Gerst ist durch die einfachen Antennen 
charakterisirt; das 4. Glied ist länger als das 3. Der Pro- 
thorax ist länger^ und seine Ränder sind fein. ' Die Beine 
sind länger und die Schenkel dicker als bei Qadotelia, 

Bei Cladotelia sind die Antennen kammfbrmig; das 4.,. 
5., 6. und 7. Glied sind von fast gleicher Länge. Der Vorder- 
und Hinterrand des Prothorax sind deutlich aufgeworfea. 
Diese Gattung wurde bisher unter den Namen Polydada Chevr* 
(1840) oder Cladocera Hope (1840) aufgeführt. Da aber 
schon eine Gattung Polycladus Blanch. (1847) sich in der 
Zoologie (bei den Vermes) findet, und ebenso der Name 
Cladocera längst bei den CrustarCeen (und Polypen) vei^eben 
ist, so ist eine Neubenennung der Gattung nöthig, zu welchem 
Zwecke hiermit der Name Cladotelia vorgeschlagen wird. 

Die Trennung der beiden Genera ist durchaus statthaft^ 
obgleich neuere Autoren beide oft zusammenwarfen. 



Mit dem Tode bestraft. 

Eine entomologische Erinnerung von £. Bade. 



Vor des Sommers übergroßer Güte hatten auch wir 
Schutz und Erholung auf den luftigen Höhen des Harzes 
gesucht. Am Sonnenberge, wo der Brocken in seiner mäch- 
tigen Höhe fast greifbar nahe vor Einem liegt, dort lernte 
ich den seltsamen Herrn kennen, von dem ich hier erzählen 
will. An einem jener herrlichen Abende, wo die zuckenden 
Blitze in der Tiefe versanken, während der Mars mit seiner 
ungewöhnlich hellen blutrothen Scheibe den Himmel im Westen 
zierte, da war es, wo mich der Schein eines Lichtes in einen 

Stetl. entomoL Zeit. 1894. 



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87 

losen Eiefernbestand abwärts vom Pfade hineinlockte. Mne 
hohe, breitschulterige Gestalt schob sich dort mit einer Blend- 
laterne von Baum zu Baum und nahm hier und da einen 
Schmetterling oder Käfer auf^ die an dein aufgestrichen 
klebrigen Safte festhingen. Da ich selbst eifriger Käfer- 
sammler bin, war mir die Situation sofort vertraut, und ich 
durfte mir gestatten, den Fremdling als Handwerksgenossen 
anzusprechen. Die Bekanntschaft war bald gemacht, obschon 
Einer vom Andern weder Kleidung noch Gesichtszüge erkennen 
konnte. Nun trat auch noch eine Mädchengestalt aus dem 
Dunkel der Bäume heraus — die Tochter und Gehülfin des 
leidenschaftlichen Sammlers, der seit vielen Jahren schon 
allsommerlich den Harz besuchte, um seine reichen Samm- 
lungen immer wieder um einige neue Arten oder Abarten zu 
bereichem. Und seit Jahren schon schleppte er auch sein 
Töchterchen mit in die Berge, damit dieses ihn auf seinen 
einsamen Wanderungen bei Tag und Dunkd begleite und ihm 
beim Insektenfange behülflich sei. 

Diese jetzt nicht mehr ganz junge Dame schloK sich bald 
innigst an mdne Tochter an und als sie erst deren Freunditi 
geworden, schüttete sie dieser gegenüber ihr ganzes Herz aus. 
Wie es so herrlich war^ als Mütterchen noch lebte und unt6r 
deren liebevollen Händen das Töchterchen viel verheißend 
heranwuchs, der Vater aber in gemOthlichem Sammlerstolz 
Gattin und Tochter gern bei seinen Arbeiten um sich sah 
und sie scherzend und ernsthaft belehrende Einblicke thun 
ließ in das geheimnißvoll reizende Leben dieser kleinen bunten 
Wesen und in die wohlgeordneten Kästen, in denen immer 
mehr und mehr Falter und Käfer und sonstiges Krabbelzeug 
sich zusammenfand. Wenn auch etwas nervös von Natur 
und ganz aufgehend in seinen prächtig aufgespannten Schätzen, 
konnte Vater doch gut und umgänglich sein, wo er Theil- 
nahme namentlich für seine leidenschaftliche Schmetterlings- 
liebe fand. Und dies war bei der Mutter wenigstens äußer- 
lich der Fall, bei dem Töchterchen aber war Alles gut und 
schön und wichtig, was Vater dafür hielt. Die Mutter saß 
dann mit ihren kleinen häuslichen Arbeiten, mit Stricken oder 
Häkeln und dergleichen beschäftigt, die Tochter mit großen 
^ugen dabei, wenn der Vater spannte und ordnete und immer 
noch verbesserte; und so waren die Tage und Jahre schön 

und friedlich dahingegangen, bis — bis in einem ver; 

hängnißvoUen Augenblicke das Garnknaul der Mutter beim 
Abwickeln eines Fadens in die Höhe schnellte und vernichtend 
durch einen der Kästen rollte, worin die seltensten und 

Stett entomoL Zeit. 1894. . t 



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«ähönstea Sohmetterliage «nthalten waren. Da eirfeiftte dBn 
'Vater eine unglaubliche Wuth, eine bisher me an ihm wahr- 
jgenommene Erbitterung trotz der rührendsten ThräiSNi d^ 
offenbar schuldlosen Gattin, trotz der Zärtlichkeiten des für 
lue Mutter flehenden Kindes. Eine furchtbare Wandlung 
msar mit dem Vater vorg^ai^n und der Friede des Hauses 
für aHe Zeiten vernichtet. Tag um Tag und Monat um Monat 
irergingen^ Mutter und Tochter sahen keinen Theil der schönen 
4Skmmlungen mehr in der Hand des Vaters, hörten kein freund- 
liches Wort mehr aus seinem Munde» Mit eisiger Kälte trat 
^r gegen die Gattin auf und duldete nie wieder eine An- 
näherung derselben. Und die Mutter? — So lauge noch eine 
Hoffnung auf Vergebung und Aussöhnung in ihrem Herzen 
.^immte, trug sie das schwere Verhängnfß; aber allgemach 
wurde das Fünkchen schwächer und schwächer und mit ihm 
eehwand auch zusehends die Lebenskraft der SchwergeprOften. 
Der Vater sah nichts von dem, was mit ihr vorging, und 
selbst als zum letzten Abschied auf ewig die Hand di^ Ster- 
benden ihm entgegenzuckte, sah er mit eisiger Kälte Über sie 
weg — und so folgte er ihrem Sarge. 

Auch der Tochter irische HoffnungsblUthen begannen «u 
welken; der Jugend Jahre vei^ehen und die Kraft der Jugend 
-schwindet, nur der alte Mann bleibt eisenfest. Alle die Falter, 
die damals das Verderben getroffen, siod längst durch frische 
und schönere ersetzt, aber es fallt kein Sonnenblick mehr 
aus den Augen des Sammlers auf das trauernde Kind und 
das erstarrte Herz des Vaters kann sich der Liebe nicht 
wieder erschließen. 



Znr Lebensgeschiebte der 

Hitea semüiilveFki flw. imd Blafroplnuies 
leriiigiDella IIb. 

Der beobachtende Entomologe soll doch Nichts unbeachtet 
lassen, ^umal wenn er sich den Kleinfaltem gewidmet hat, 
wäre es auch eine von ihrem ehemals glückUchen Besitzer 
fcchnöde verlassene, im WaM oder Feld ausgesetzte — alte 
Hose. Sie kann leichtlich eine Berühmtheit erlangen, wie die 
des Herrn von Bredow, wenn auch auf andern W^en nnd 
infchrten und ftr ein anderes Publiknm, als jene! — 

Eraer unsrer eifrigsten und glücklichsten Bpezialkdllegen 
in Potsdam findet vor einiger Zdt auf einem seiner Aui^flflge 

Stett entomoL ZeH. ISH. 



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w 

ftrm Frabs^umii, «otoeiflet ^ti ^Slsück (davon «b, ^e «b iskdi 
igiivade ^ den TrsmiipoTt "tind iür eibeti iZ«r(^vevBiK3i isigDeD 
t«^ und erhiüt diamos ^laxih 'einig^rr ä^eit ^aufiar tdktmen 
l&Al6op^. rtoHceUa aueh efn Bicettipki)r ligt 'vielhegdhrten 
iR^. demifnke&a Iko. — - Ifoti tmußinmi ^isaoki, iwieviti^<^]i- 
«^mme alljldirlieh «v^^beaiB 'oKeh diem scbönon (E^lter «b- 
^gi^udht MT^etden, ^wicMel -Dütsiefiide von ^iifk^- und «OBstIgen 
jfiin^dgelBedieTn memt ebetwo r^BUltaÜos, 'wenig»<;«n8)hi^B6tiieff 
^di«Ber Ai*t mi Zut^hlswecken eiogesamknelt «iTt^uiüd^, om nicht 
nur das :ftreudige Erstaunen des glttokHob^n Finden ^eondem 
auch die Eile zu verstehen, mit welcher er sich an den Hosen- 
fundort zurückbegiebt, um doch wohl klopfenden Herzens zu 
«eben, ob der Best des kostbaren Zucht- und Bekleidungs- 
fitückes noch vorhanden ist oder inzwischen irgend welche 
anderweitige Verwerthung gefunden hat. — Nein, er liegt noch 
da, kenntlich an dem fehlenden Probestück, wird sorg&ltig 
emballirt und liefert demnächst noch 20 oder mehr Exemplare 
der T. sendßiheUa, — ^ Grdiet hii| und thuet desgleidl«en und 
mit gleich gutem Resultat! — Auch dürfen wir in dieser 
Spezialbranche nicht einmtig sein: alte Sleid^, Filzschuhe, 
Pferdehufe (vide Zeller^ Linn, VI, p. 118), ja sogar Cadaver 
von Hasen, Krähen und sonstigem Gethier haben schon 
manches Prachtthier von echten Tineen für die vSammlung 
geliefert, in wdcher es .mit einem tröstlichen „Non elet^ 
über die Erinnerung an die duftenden Eta^ppen seiner Her- 
kunft hinweghilft. 

Aus meiner eigenen Praxis jüngsten Datums will ich nicht 
unerwähnt lassen, dafi ich Binde Mai und bie Mitte Jiuii d. J. 
Blabaph. ferruginella Hb. zahlreich durch Zucht erhalten habe. 
JBiiie mir verwandtschaftlich nahe stehende «Dame brachte mir 
die ersten lebenden Falter mit dem Bemerken, daß die Art 
allabendlich in größerer Zahl von 4 Ühr Nachmittags ab auf 
ihrem Balkon üiege. Wir forschten darauf dem Ursprung der 
Xhiere nach und entdeckten ihn bald mit Sicherheit in etlichen 
Slumentöpfen, welche in ihrem untersten Theil mit Horn^änen 
sJs Düngemittel gefüllt waren. Die außerordentlich sch^nko, 
^glänzend horngraue und lebhafte fiaiQ>e^) fand sich hier ieidier 

*) Sie erinnerte tnidh namentlidi an die von Oenoph. V. flamm, 
«owie «n ein uns bisher imner -nocJh ifftthd^lhaft g^^bliebenes Thiar, 
^m ioh aasföhrlieher «elioo eixHiml (Siett. £nt. Etng.lSftl^.Jdl unter 
T. arcuatdla Stt.) erwähnt habe, defsen Znxcht jedoch ^auch iseUdetti 
uns noch nicht jgelang. Fast möchte ich hier an T. an^$tipenmt HS. 
denken, deren Sralter fretlidi gerade an dem Fundort der 'Raupe noch 
nifcfkX YQB iQnfr ang^rofftti TTOrde, trotsd^mletatere nittht aüzu'sdt^ war. 

fitett entomol. Zeit 18M. 



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90 

:xiur i^koch in eioem Exemplar. Sie lebt in lai^en, 8chw»TE> 
graueo, aus Hornmuhn gefertigten Eöhren von l^/s — 2 cm 
Länge, in welchen sie «ich auch verpuppt. Zahlreiche leere 
Puppenhülsen ragten aus solöhen Röhren hervor. Unter miehr 
als 40 Exemplaren der Bhb. ferrugineUa fand sich nur nodi ' 
eine Blab. rusHceUa. Der Falter der ersteren variirt beiläufig 
sehr wenig in der Zeichnung und namentlich nicht so, daB^ 
sich Uebergänge zu Blab. lofnbardicä ei^ben, einer Art, die 
in unserm Faunengebiet noch nicht gefunden wurde und die 
ich auch keinenfalls für eine var. von ferrugineUa ansehe 
kann^ wie dies in England durch einzelne Beobachter geschah» 

Stettin, im Juli 1894. 

Ed. Hering. 



Eine neue europäische Noctuide. 
Luperina standfussi n. sp. m. 

Von M. WUkOtt. 



Das. Genus dieses in der zweiten Hälfte des Augustes 189^ 
in Zürich am elektrischen Lichte gefangenen Thieres ist gegen- 
wärtig n^it voller Sicherheit noch nicht bestimmt, da das aus- 
schlaggebendste Merkmal, die Untersuchung der Greifzangen 
des männlichen Crenitalapparates, wegen der sehr kleinen 
Anzahl der zur Zeit von dieser neuen Art ip den Sammlungen 
vorhandenen Exemplare, bisher noch nicht studirt wurde. 

Folgen wir Lederer's Noctuinen Europas Wien 1857 in 
systematischer Hinsicht, so gehört das Thier nach seinem 
gesammten Körperbau, der Flügelzeichnung, wie der FlOgel- 
form, nach dem Mange) von Schöpfen auf dem Hinter- 
leibe u. s. w. am wahrscheinlichsten in das Genus Luperina Bu 

Unsere neue Art steht keiner der bisher bekannten 
fipecies des Genus Ijuperina sichtlich nahe, denn während der 
graublaue oder graugelbliche Farbenton, welcher den Thorax 
und die Oberseite der Vorderflügel im wesentlichen charak- 
terisirt, einigermaßen an chenopodiphaga Bbr. oder immunda £v« 
erinnert, stimmt mit diesen Arten wiederum die Lage der 
Zeichnungsmomente nicht gut. 

Diese Lage der Zeichnungsmomente könnte weit eher 
mit gewissen, lebhaft gefärbten Stücken, von hup, zoWcoferi Frr. 

Stett entomoU Zeit. 1894. * . . 



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91 

^as dem Büdlichen Rufiland TerglicbeD werden; Mein zoK- 
koferi Frr. hat vielmehr Gelb in der Grundfarbe beigemischt, 
ist wesentlich gröBer, 51-^55 mm, und hat im Jahre eine 
viel spätere ITugzeit. 

Wohl das einzige bisher bekannte Stück von Lup. zoUi- 
y.koferi aus der Schweiz wurde von Herrn Staatsanwalt Caflisch 
bd Chur den 11. Oktober 1879 am Köder gefangen, es mißt 
53 mm und gehört der sehr. schwach gezeichneten Form an, 
welche Freyer Neuere Beiträge etc. Taf. 184 Fig. 1 und 2 
und Herrich-Schäfifer Noctuiden Fig. 103 abgebildet haben. 
Es kann daher unsere neue Noötuide unter keinen Umständen 
als stark abweichende Lokalvarietät von Lup. zolUkoferi Frr. 
angesehen werden. 

Die Spannweite der Lup. standßissi Wsktt. beträgt 
38—41 mm. Die Vorderflügel sind an ihrer Basis 4— 15, 
am Außenrande 9 — 10 mm breit und gehen am Apex in 
einen sehr stumpfen Winkel aus. 

Die Grundfarbe des Thorax und der Oberseite der Vorder- 
flügel ist^ wie bereits gesagt, ein mehr oder weniger lichtes 
.Blaugrau, das mit der Zeit sehr bald einen Stich ins Gdb- 
- liehe zu erhalten scheint 

Die Nierenmakel, weil vielfach mit weißen Schuppen 
gefüllt, ist grell ausgeprägt, die Ringmakel hingegen weniger 
scharf^ immerhin bei allen 5 der 6eschreibung zu Grunde 
liegenden Stücken deutlich sichtbar. Am schwächsten markirt 
ist die Zapfenmakel. Bei einem Stück ist sie, trotz vorzüg- 
licher Erhaltung dieses Exemplars, gar nicht zu bemerken, 
bei einem zweiten nur in eehr schwacher Andeutung, die drei 
übrigen Individuen zeigen sie klarer ausgesprochen. 

Von den vier Wellenlinien, welche den Flügel oberseits 
von dem Costal- zu dem Dorsalrande hin annähernd parallel 
mit dem Außenrande durchqueren, ist die erste, den Frauzen 
am nächsten liegende, welche bei den meisten Mamestren die 
80 charakteristische W-Zeichnung bildet, in sehr verschiedener 
Schärfe bei den fünf Individuen vorhanden. Theils ist sie 
nur als schwacher Schatten wahrzunehmen, theils grell dadurch 
ausgesprochen, daß sich von ihr aus als Basis 2 — 4 schvväch- 
licbe Dreiecke, deren Spitze nach der Flügelwurzel zeigt, von 
den mittleren Theilen des Flügels aus erheben. 

Die zweite WellenHnie, dicht vor der Nierenmakel, 
sehr ähnlich verlaufend wie die gleiche Linie bei Luper. ruheUa 
Dup., ist bei allen Individuen charakteristisch vorhanden; 
na<$h außen schmal, licht aufgeblickt und in gleicher Richtung 
auf den Rippen zu scharfen Spitzen ausgezogen. 

Stett. entomol. Zeit 189i. 



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«2 

Der Theil des Elügeb «wisobeö dieser WeHeitt»ie -und 
der Kierenmakel ut hei frier ifaKttiplaffeii anaihemd ebeMk> 
dunkel achattirt wie die ^orgeiMiakiten -Droieckie dier erstell 
Qaerbinde, hingegen durchzieht den Flt^ keinerld du«4^ 
flchattirung swisdien ITierMi' nBd Btngmakci Mväh dem 
DoFBairande hin, wie ihn Henioh^Schäfbr bei ^ein^ IMte 
aniUs Donzel abbildet und feeschreibt, tin Punkt, auf den 
wjr ^[>äler noch aurackkommeB. 

Die beiden wurcelwärts hinter der ^in^akel nodk 
folgenden WeUei^men sind stumpf gesahnt uüd die der FlQgel- 
basis Kunftohst Uegende, also die vierte Mich unserer Zah- 
lung, 'Vom C!o8talrande her und bis gegen die Flttgdmitle 
hin kenntlich vorhanden. 

Die dritte ist indiridudl sehr un^cioh entwickelt. Bei 
•einem Stock ist sie als Doppel wtHlenlime mit lichter Aus- 
AlUung sehr deutlich ausgesprochen; bei den Übrigen vier 
Individuen finden sich alle Uebergftnge von die^r klaren 
Form, welche vier kleine 'Bogen darstellt, bis zu fast, voll- 
-«Mtavdiger Unkenoitlidhkeit. 

Die welligen Franzen der TorderflÜgel sind einfarbig und 
der übrigen Flügelfläche gleich gefärbt. 

Die Saumlinie der Flügel ist lichter und nach iinnen 
zwischen je zwei Bippen schwarx .puuktirt Gsaublau iWiie 
die Oberseite der VorderflOgel ist auch die Bebaar««^ <uad 
Beschuppung des Thoras;, der Stirn, der Palmen \und der 
Oberseite der FüBe, letztere sind am finde .jeden GUiefdes 
-lichter geringelt. 

Gleichge&rbt sind auch die Fühler, weleke 'Mm ^ ein 

Paar kurzer Win^perpinsel auf Jedem Gliede Beig^) der 

weibliche Fühler besitzt anstatt dieser nur ,je zwei ^kime 
^Härchen. 

JDie HinteiilCIgel «ind in ihrer Basis loberseits k^i ibeid^i 
«GeeohUchtcTn lieht w^lgrau, rebeQ«6 /die 'weHtgen rfimnaen 
-derselben. ITaoh dem Audenrande hin (verdunkeln siohidiie 
Anterflttgel sdir erheblich. Noch vor dieser ^/erdnnfaehiiig 
durchaieht den ^FlQgd eine sehr /feitte Linie (paaralW vdom 
tAufienrande, welehe «ich auf den NfQdf fiippen im ^mittewn 
Theiie des Flügels zu scharf abgeaetatenfFOnktöben -vevdiclitot. 

J)em verdunkelten AuBeaitaiifde dfr Hinterflttgel ^gleich- 
igeftlrbt «zeigt rsich -auch der TboratL untetveits und «der Leib 
.ohcfseits .und uatersdts wie .die Unterseite der Büße, ebenso 
.die Unterseite der Vtorderfiügel tiach derBpÜM su «ad idie 
Unterseite der .QinteiflQgel »iSa^ des OostalGanies. 

Stett. «nlomoL Zeit. 1894. 



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Im üebrigea* ist die Uoterteile beider PlOgelpaare tichi* 
welBgmu «ü etwas. Seiden^aas. 

Drei Slttoke. aeige» auf 4<ev Ubtevseile sller FHlgel' ri&e* 
feine BogenUnie, welche den Flügel etw» am Bnde des zwdten^ 
IMMete puraUd; den? AutenvsnEide dnrchsiehti 

¥on. den; der Beschreibung zu Grunde liegenden Stttreken- 
wurdeo drei< Ebcempkre' am 14, Id« und S8. August WQd-^ 
von B^nrn Frfiparator A, KägeK in ZUgtic^ am eiektrisehen 
Licht erbeutet. Ein Bxempkr fing Herf Bttni-Inauen am^ 
29« JixigfaBi 1893 an gleiei^m Ort in gleicher Weise. 

Das fanfte Stflek, ein sehr gut erhaltenes, bei Innsbruck, 
von dem verstorbenen Herrn Dr. Settari gefangenes (J, be- 
flndei sieh seit mehreren Jahren in der Sammlung des Herrn 
A. Röder (Wiesbaden). 

Es wMT dieses Exemplar von Herrn Röder ans der 
Sammlung des Herrn Dr. S^ätaii (Meran) als Hadena^ cmiUs B. 
übernommen wordeii und galt als serielle unter den Iiepir 
dopierologen^r 

Diese Thalsache gab die Veranlassung dazu, daß die 
vier Züricher Stttcke znndchst flQr Hadma^ cmiHs B. an- 
gesehen wurden. 

Es kann sich aber bei dieser neuen Art um Hadena 
amiU» B^ nicht handdn« Anük Boisduval findet sieh (mit 
Fragezeichen) in dem Staudinger'schen Katalog der Lep4äop* 
t^r^A des europäischen Faunengebietes, Dresden 1871, in das 
Genus Hadena (N. 1402) eingereiht 

Dr. Staudinger folgte darin wohl lediglich der Arbeit 
Lederer's (cir. Die Noctuinen Europas Wien 1857 p. 106), 
welcher oniHe Donz. als Hadena anführt. 

Boisduval, welchem das einzige von DonzeP) im Juli 
bei Digne gefangene Sttick, wie es scheint, in Natura vorlag, 
denn nur auf dieses einzige Exemplar^), ein abge- 



*) Weil Donzel dtis in Frage kommende Exemplar fing, so wird 
er ttberwkgend in der Litteratur als Autor dieser Art aufgeführt, 
naeh den wisfienschaftlich anerkannten Können der Komendatur g^t 
dies nicht an, und wurde daher von Dr. 0. Staudinger in seinem i 
Katolog mit Recht rectificirt. 

^) Donzel sagt selbst bei der Aufzählung der von ihm in den 
Basses^ Alpes gefangenen Schmetterlinge: 

PoBa Mdlis, Digne, Jufflet. 

Je n!ai jaxoais vu qp! un exemplaire de cette espöee. Je le prii 
le 15 juillet 1837, pos^ contre une porte, dans Digne möme. 

Ferner erwähnt „Bellier" in seinen Observat. sur les l^pid. des 
Basses* Alpes (Ann. d. 1 s. ent. d. France 1854, 1856, 1857, 1859) das 
l^hier nirgends» 

Btett. entomcO. Zeit 18M. 



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94 

flogeoee Weibchen, etotzt sich alle Litteratur über 
diese Art, führt anUis zuerst in aeinem ,,Genera et index 
metho4icu8 europaeorum lepidopterorum Paris 1840 p. 127^ 
unter dem Genus PoUa auf. 

Die Anmerkung zu der in diesem Yerzeichnisse lediglich 
mit Namen aufgeführten Art lautet: Affinia certe Rufioinctae, 
et major et distincta; alae anticae ad apioem minus rotun- 
datae, albido cinereoque variae, inedio obseunores, nebulosO' 
obsoletae. Alae posticae infuscato-albidae. 

Eine genauere Beschreibung findet sich dann in Boisduval 
et 6uen6e ,,Species g^n^ral des L^pidopt^res Noctu^ites par 
M. A. Guen6e Tom. IL p, 42 Paris 1852.« 

Auch hier ist aniUs wieder in das Genus PoUa eingereiht 
und zwar hinter Pol. rufocincta v. mudda Gn. 

Die Größe des hier charakterisirten Thieres, 44 mm, 
die ausdrücklich betonte lange, schmale und am Apex zuge- 
spitzte Form der Vorderflügel, sowie die scharf ausgesprochene 
Schattenlinie, welche zwischen Nieren- und Ringmakel den 
Yorderflügel vom Gostal- nach dem Dorsalrande hin durch- 
zieht, lassen PoUa aniHs B. als ein von unserer vorbeschriebenen 
Art sicher verschiedenes Tbier erscheinen. 

Das eben citirte Werk führt 1. c, p. 42 die Abbildung 
Herrich-Sqhäflfers von PoUa anilis Donz. an (cfr. Herrioh- 
Schäffer. System. Bearb. d. Schmetterl. v. Europ. Bd. IL p. 264 
Abbild. Noctuen 385 Regensburg 1845) und da es zu dieser 
Herrich-Sch^ffer'schen Abbildung nichts bemerkt, so scheint 
es diese als zutreffend anzuerkennen. 

Auch dieses Herrich-Schäffer'sche Bild wie sein Text 
lassen sich auf unser neues Thier nicht wohl beziehen, da 
der Vorderflügelschnitt, wie die bereits vorher in ihrer Lage 
charakterisirte Mittelzeichnung dagegen sprechen. 

Herrich' Schäffer, welcher das Original-Exemplar un- 
zweifelhaft vor sich hatte, vei^leicht die Zeichnung desselbea 
mit der von Mamestra CHadma) nebulosa Hfn., zumal werden 
auch die sehr großen Nieren- und Bingmakel von aniUa mit 
denen von nebulosa Hfn. in Parallele gestellt, während diese 
Abzeichen bei unserer neuen Noctuide über das Durchschnitts- 
maß nicht hinausgehen. 

Duponchel endlich, welcher PoUa aniUs Donz. ebenfalls 
in Natura vor Augen hatte> beschreibt und abbildet (cfr. 
Histoire naturelle des l^pidopt^res de France Supplement IV 
Paris 1842 p. 218 und 219 Taf. 69 Fig. 1), bezeichnet sie 
als der Pol. rufocincta HS. verwandt, aber durch jene bereits 
wiederholt angeführten Merkmale der Vorderflügelform von' 

Stau. entomoL Zeit 1894. 



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9» 

<lie8er verschieden. Eine eingehendere Beschreibung wird mit 
Verweisung auf* das Bild unterlasßeo. 

Leider läßt nun aber dieses Bild, welches Guen^ 1. c. 
p. 42 als ^d^testable^ beurtheilt, außerordentlich viel zu 
wOnschen übrige nur der dunkle Querschatten durch den 
FLttgel, welcher unserer neuen Art vollständig fehlt, ist auch 
^uf dieser Abbildung klar ausgesprochen und muß daher doch 
wohl sehr auffälliger Natur gewesen sein. 

Späteren Autoren lag PoHa anUis B. in Natur nicht mehr 
vor, sie beziehen sich lediglich auf die von uns bisher be- 
sprochene Litteratur^ wir können die Ausführungen dieser 
späteren Autoren mithin übergehen., 

Am besten wäre es natürlich gewesen, das Donzel'sche 
Original selbst zur Hand zu haben. Herr Charles Oberthttr 
wurde deshalb befragt, ob ihm nichts über das Verbleiben 
desselben bekannt sei? 

Er vermochte indeß eine genaue Auskunft nicht zu 
geben, vermuthete aber, daß noch am ehesten Material aus 
•der Donzel'schen Sammlung in dem Museum von Lyon vor- 
handen sein könnte. Allein in Lyon weiß man nichts von 
der Donzel'schen Sammlung. 

So konnte denn die F^ge, wa« Polia amUa B. eigentlich 
«ei ? ? zu einer definitiven Entscheidung nicht geführt werden. 
Immerhin wurde constatirt, daß PoUa aniUs B. sicher, nicht 
identisch mit unserer neuen Art und daß diese, neue Art 
bisher bei Innsbruck und Zürich nachgewiesen ist, also wahr- 
scheinlich auch an dazwischen liegenden Oertlichkeiten vor- 
kommen und mithin in den Vorbergen der Alpen eine aus» 
gedehntere Verbreitung haben dürfte. 

Außer der Sammlung des Herrn Röder Wiesbaden (1 (^) 
ist Luperina standfussi m. zur Zeit noch vertreten in der 
Sammlung des Herrn Rudolph Zeller (Balgrist bei Zürich) (1 (^), 
in der des Herrn Dr. M. Standfuss (Zürich) (1 $) und in 
meiner eigenen ((J$). 

Ich benenne das neue Thier dem ausgezeichneten Züricher 
£Intomologen, meinem Freunde Dr. Max Standfuss zu Ehren. 

Breslau, den 25. August 1894. 



0t«tt. «ntonol. Z«tt. 18M. 



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m 



Tetr^inmmgßi^fRetiJkßU^n.. 



Diät SitaoDg yfiom 25; Oktober er. leitete' zum^ reteteo lAif 
iMUi Bmmm^ wiedesfeolleB mdirmofiatliofa^tr Abwesenheilr iir 
Sumatra der Vorsitzende d^ei^ Vereine, Dr. H. Dohm. B%r 
^' Daatev mnev Abwesenheit wurde dem Cnterzeidmeteii 
die Extediguiig^ d^ kLufendeoT' G^eeohlKfte dies ViorsilBeiiden' über- 
tnigeiu Auf den VX)rsofalag beider wurden zu Ehre«m4^ 
gliedern des Vereins ernannt: 

1. üerr Bv. Ol &taudin'ger^ i& Dreeden-BSasewits. 

2i j^ Professor Pitacli, uneer llaBgjS^igee Voretoodfe^ 
nitglied'. 

Als ordentliche Mitglieder wurden in Vorsehlag^ 
gebracht und g^wifchlt die Herren: 

I4 Rentnev R. Nitasche, Lep. 

2^ Rechtsanwalt' Bit&ehl, Lep« 

^> Dv. med. LehmaHD> CoL 

4. Kaufmann Rud. Tietz, L^» 

& Kaufoncum H* Sebmidt, Lep., 
sämmdieh i» Stettin^ Sanier die Herren: 

6. Sehum^ann^ MittelscbuHehrer in Pose», Gol. 

7. B. Ba^e, Rechimngsrath io Oöttingen, Co>. 

d. Casimir Bohek, K. K. Ojmnaslalprofeseor m 

Przem.ys]i (6afeien>, Dipl. 
9i. Friedrieh Gudmann, Cfeind. jftr. in Göpenhagett^ 

Microlep. 
Dem Vereins-Rendanten Herrn Kaufmann Gust. Scbulz^. 
wurde fttr die Rechnnngsftfhrung d.er letzten zwei Jahre 
Decharge ertheilt und ihm seitens des Vorsitzenden für seine 
Mühewaltung der Dank des Vereins ausgesprochen. 

Der günstige Stand des Vereinsvermögens gestattete es, 
der Versammlung den Vorschlag zu unterbreiten, daft zur 
Oomptetirung der Bibliothek in Einzelwerken fönende Bücher 
beschafit werden sollten: 

Felder-Rogenhofer, Novara-Reise, Lepidoptera, i 
Distant, Rhopalocera Malayana, 
6uen6e, Sp^cies gei^. des Lepidopt. nocturnes. 
E. Hofmann, Die Raupen der Großschmetterlinge Europas. 
Eolbe, Einführung in die Eenntniß der Insekten. 
Stainton, The Tineina of North America by Dr. Braken* 
ridge-Glemens. 

Stett entomol. Zeit 18M. 



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9V 

Die BeschaflFung dieser Werke wurde gutgeheifien und 
demnächst in die Wege geleitet. Hierbei wurde noch er- 
örtert, daß die Vereinsbibliothek seit ihrem Entstehen in 
Einzel werken vorwiegcad dufcfr GF^BSOhenke' der Autoren 
und sonstige zuföUige Zuwendungen, also nicht in planmäßiger 
Weise zusamttiengettommen^ sei. Es^ erechieii daher ange- 
messen^ die dabei tmiurgenräß* hervorgettetencnr erheblichen 
liüoken allmttttlig noch' Maßgabe d^ Vereins^rmdgeosstand^ 
weh fbt'nertlin attsmftlllen. 

Dtoi> BedOtfniß nach regerem Stelhungsaustäusch untei* 
dfeir bishefigen und den neuerdings in erfreulicher Wfeise zu- 
gi3w«chBeüea örtlichen VereinsmitgÜedern wurdfe durch disn 
Wunsch' Ausdruck gegeben, daßr^zunäohsfwähreuddbs Winter- 
halbjahre» 1894|95' monatlich zweihial' ffeste Abendfcusammeo- 
küttft» abgeholtfen werdfen möohteoi Dieselben- wurden« jieweilfe 
Äwf dfett zweiten' und' vierten Dienstag im* Mbnat, Abende 
8 Ühr (!m« Restaurant 0i Bach^ am K^nigsplate) ffestgesetafe. 
Ffemer truwife seitens de& Vorstande» des Pommerschen 
SüsamtB die Bbnutisimg^ der InsektensanTmlungen dissselben zu 
D^eWöinfttfi^nszweeken: filr die Tereinsmitglifeder an den 
SötititÄg^Vormfttagen iram l'O — 12^ Uhr gestattet. 

Leidfer war es bei deöi neuerdihga spärMöheren SSuflieS^ 
P9n geeignetem MaT^erfal f(tr die Pubükstibn nfcM au vet- 
meiden gewesen, daß die Ausgabetermine der Vierteljahres- 
hefte sich allmählig in unliebsamer Weise verschieben mußten. 
Die Vereinsleitung kann im Hinblick auf diese Thatsache den 
Mitgliedern nur den Wunsch aufs Wärmste ans Herz legen, 
sich reger und zahlreicher als während der letzten Jahre mit 
Veröffentlichungen zu betheiligen. Das 1. Heft des laufenden 
Jahrgangs wird vor Ablauf dieses Monats zur Ausgabe ge- 
langeu; das 2, voraussichtlich noch vor Jahresschluß druck- 
fertig sein. Dem letzteren werden fünf wohlgelungene kolo- 
rirte Tafeln beig^eben,- deren Herstellungskosten der Vor- 
sitzenxie in liberalster Weise übernommen hat, wie er der 
Versammlung bei seinem Scheiden erklärte. Dieselbe sprach 
ihm <^für den gebObteiideii Dank dureh den Herrn Vereins- 
rendanten aus. 



Stettin, den 15. November 1894. 



I. V. 
Ed. Herixig, 

Vereins-Sekretör. 



ötett entomol. Zeit. 1894. 



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98 



Inhalts -Terzeichniss. 



Ueber einige neue, von Herrn J. Fruhstorfer auf Java 
entdeckte Coleopteren von H. J. Kolbe. S. 3. — Beiträge 
zur Kenntnifi der Longicornier (Coleoptera) von demselben. 
S. 11. — Die Coleopteren-Fauna Central- Afrikas von demr 
selben. 8. 50. — Microlepidopterologisches aus West-Indien 
von Ed. Hering. S. 65, — Ueber einige australische Dipteren 
von Dr. E. Bergroth. S. 71. — -Acidalia adelpbaria n. sp. 
von Rudolf Püngeler. S. 76. — Zur Biologie der Spilo- 
thyrus altheae Hübner von Heinrich Gross. S. 77. — 
Die Raupe von Cidaria alaudaria Frejer von demselben. 
S. 79. — Der Pfeilgiftkäfer der Kalahari- Wüste, Diamphidia 
Simplex P^ring. (locusta Fairm.). Mittheilung von H. J. Kolbe. 
8. 79. — Mit dem Tode bestraft. Eine entomolögische 
Erinnerung von E. Rade. 8. 86. — Zur Lebensgeschichte 
der Tinea semifulveJla Hw. und Blabophanes ferru^nella Hb. 
von Ed. Hering. 8. 88. — Eine neue europäische Noctuide. 
Luperina standfussi n. sp. m. von M. Wiskott. 8. 90. — 
Vereinsangelegenheiten. 8. 96. — Inhalts- Verzeichniß. 8. 98. 



Ausgegeben Ende November 1894. 



Stett. «Btomol. Z«lt t894» 



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Entomologische Zeitung 



herausgegeben 
von dem 



entomologischen \ereiiie zu Stettin. 

Redactiou' ^'^ Commission bei den Buch- 

Dr. Heinrich Dohni,Vo.iUender. r^eKnfef f S^^ ^^^^^^^^^ 

Nr. 4-6. öö. Jahrgang. AprO-JuBi 1894. 



Verzeichniss 

der von Herrn Dr. Panl Prevss in Kanwnn gesammelten 
Sdmabelkerfe nebst Beschrelbmig der neuen Arten 

von Dr. 7. Karsoli in Berlin,^ 
mit 2 chromolitliographirten Tafeln (I und II). 



-Al. Heteropteren. 

L Pentatomideen. 

Arthropteriden: 

1. Coptosoma atenes Karsch, Bnt. Nachr. XVIII, 1892, 
p. 129. — Tafel I, Figur 10. 

Nkidtin, flarum, capile nigro, pronoto tnargine basaK 
late nigro, decliyitate apicali maonlis doabus rotundato-sub- 
transversis dietantibus signata, scutelk) angusiisdime nigro- 
hmbato et vitta transversa mat^nes laterales haud attingeote 
lata, antice parum emarginata, postiee rotundata omato, ombo- 
atque metasterno nigris, opacis, ventre plaga magna discali 
nigra nitida iastructo, utrinque maculis nigris qulnque sig^ato, 
segmento sexto s^mentoque geoitali medio nigris, pedibus 
aotennisque ferrugineis. ^. 

Corpus superne glabrum. Caput laeve, long^us ante ooulo9 
productum, antrorsum valde angustatum, jugis latis, planis, 
sttbcoDcaviusculis, tylum superantibus, antioe convergentibus, 
apiee ipso contiguis, ocellis prope oculos positis. Pronotam 
eubtilissime punctulatum. ScuteHufn Knea impressa subbltsali 
destitutum, apice sat profunde sinuatum, parte basali läe- 

Stett. entomol. Zeit. 1894. * 



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100 

viuscula, disco medio subtiliter, latera versus distinctius et 
crebrius punctulato. Tibiae superne sulco destitutae. Yenter 
laev^tus, segmeotis singulis tosi serie punctorum instructis. 

Long. corp. 6, lat. 6 mill. 

Secundum dispositionem Stälii prope C mMlum et 
transversum \ocB,ndum^ sed aIio modo picturatum. 

Habitatio: Barombi (1 (^). — Exemplum alterum ex 
Akem Africae oecidentalis Museum Berolinense possidet. 

2. Probaenopa dromedarius White. — Barombi. 
SouteUeriden: 

3. Sphaerocoris anmiiui (F.). — Barombi. 

4. Cr^ptacrus comes (F.). — Barombi; Buea. 
Pentatomiden: / 

5. Ätehcera serrcUa (F.). — Barombi. 

6. Hymenomaga formosa (Dist.) — Barombi. — Tafel I, 
Figur 6 (^). 

. . . 1, Caüra exceka Dist. — Buea. 

8. Lerida^) punctata (Pal.). — Victoria; Barombi. . 

9. Chalcocoris anchorago (Drury). •— Victoria; Buea. 

10. Nezara o Sign, (an ? N. orbiculata Dist.). — Barombi. 

11. Zangis guineenm (F.) Stäl. 2). — Barombi. — 
Tafel II, Figur 9 (<^). 

12. Bathycoelia thalassina (H.-Sch.). — Kribi. 
Asopiden: 

13. Leptohbus mun^ayi Sign. — Victoria. 

14. Platynopus thomsoni Sign. var. — Barombi. 

15. Platynopus rostratus (Drury). — Barombi. 
Zostheniden: 

16. Piezostemum calidum (F.). — Barombi; Buea. 

17. Ttssaratoma afzdii Stal. — Barombi, 

18. Tessaratoma homimani Dist. — Barombi. 

19. Tessaratoma aethiops Dist. — Buea. 
DinidorideiL: 

Patanocnema nov, gen. 

Corpus ovatum, depressum. Caput latum, jugis tylo 
longioribus, latis, apice contiguis, antice latissime truncatis, 
marginibus lateralibus emarginatis, bucculis valde elevatis. 
Rostrum ad coxas posticas extensum, articulo basali bucculas 



^) Für Merda Stäl^ einen schon früher bei liCpidopteren ver- 
gebenen Gattungsnamen. 

. 2) Diese Art kann nach St&Ts eigener Diagnose der Gattung 
Zdngis^ £n. Hemi. 5, p- 64: „membrana tota decölore^ keine 
Zanffis sein, paßt aber in keined der bis jetzt aufgestellten Gen^b. 

Stett. entomol. ZolU 18M. 



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101 

superaote. AntenDae ({uadri-articulatae, artioulo primo capitis 
apicem paullo superaote. Pronotum aogulis lateralibus obtüsis^ 
baud prominulis. Scutellum parte apicali lata, apice rotüodato- 
angustato, frenis ultra medium scutelli vix extensis. Membraua 
basi reticulata. Steroa leviter sulcata. Venter basi inermis. 
Pedes validiusculi, tibiis posticis feminarum, basi parteque 
apicali exceptis, supra subiusque dilatatis, parte dilatata intus 
distiocte exeavata. 

20. Patanocnema ovata Karsch, Ent, Nachr. XVIII, 1892, 
p. 130. - Tafel I, Figur 9 ($), 

Supra subtusque nigra, subnitida, jugis marine antico 
«t externo, pronoti marginis lateralis antici limbo aogusto, 
abdomiois dorsi basi, conuexivi macula transversa laevi media, 
corii limbo angusto, alarum basi nee non pedibus, rostro, 
antennis rubris, scutello macula apicali maculisque duabus 
pone frena positis, neo non maculis duabus segmentorum 
ventris marginalibus flavidis; femoribus aunulo subapicali, 
antennarum articuli tertii medio, articulo quarto toto nigris; 
membrana fusca, apice pallidiore; alis nigro*opacis, margine 
lato posteriore pallido. $. 

Antennarum articulus secundus omnium longissimus. 
Hargo costalis corii basi distincte sinuatus. 

Long. corp. 15,5, lat 10 mill. 

Habitatio: Barombi. 

21. Ägpongopus remipes Stäl. — Barombi. 

22. Aspongopus sepuloralis Stäl. — Barombi, 

23. Aspongopus monticola nov, spec. 

Niger, subnitidus, subtus subaeneus, articulo apicali ai^^ 
teonarum apicem versus in testaceum vei'gente, pedibus inter- 
dum testaceo-fuscis, abdomioe dorso basi ultra medium, vitta 
lata media longitudinali nigra excepta, rubro, alis nigris. ^ $. 

Corpus ovale. Caput piarginibus lateralibus distincte 
leviter sinuatis, apice subinciso, lobis lateralibus apice obtuse 
rotundatis, antice contiguis. Antennarum articulus secundus 
tertio longitudine aequalis, quartus tertio dimidio loDgior, 
subampliatus et «ubsulcatus. Pronotum marginibus lateralibus 
aDticis parum rotundatis^ aogustissime reflexis, supra ci^m 
scutello deose punctulatum et transveraim subruguloso-striolatum. 
Ck)rium subtiiissime punctulatum et substriolatum, margine 
apicali late rotundato; membrana basi areolis instructa. 
Femora subtus subspinulosa; tibiae posticQie feminarum) basi 
parteque apicali exceptis, supra subtusque leviter dilatatae, 
parte dilatata intus distincte exeavata. 

Long. corp. ^ 13, $ 14, lat, ^ 8, $ 9 mill. 

Habitatio: Buea. 

Stett entomoL Zeit. 1894. ^ 



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10!2 

24. Äspongopus Hmbaka Sign. — Barombi. 
Phyllooeplialiden: 

25. Daüira striaia (Sign.)* — Barombi; Knbi. 

26. Baiieryptui disHn^ua (S^.). — Barombi. 

27. Macrina jwenca (Burm.). — Barombi. 

II. Coreüdeen. 
Ketiden: 

28. Elasmopoda falx (Drury). — Barombi. 

29. Hoploptema roM (Dali.). — Graeregion des Kamerun- 
gebirges, 1. Oktober 1891, 2400 Meter. 

80. Hophptema comuta (Dali.). — Barombi. 

81. Plectrocnemia erudata (Dal!.). — Kribi; Barombi; 
Buea. 

32. Pkärocnemia obhngipes (F.). — Barombi. 

33. Plectrocnemia granuhta (8t4l). — Kribi. 

34. Plectrocnemia hoUentotta (Pal.). — Kribi. 

35. Plectrocnemia lividipes (Fairm.). — Barombi. 

Elasmocnema nov. gen. 

Oeoeribus Mictis Leach et Odontobohe St^ finitimum 
genus, differt praesertim angulis apicalibus segmeetorum t^^i 
et quarti abdominis in spinulam distinctissimam productis. 

Articulus tertius aDtennanim haud düatatus, articulus 
quartus primo paullo, tertio plus duplo longior. Ai^uli 
laterales pronoli reeti, distinote Donnibil prominuli, margines 
laterales antice recti, vix nisi obsoletissime subserrati. Yenter 
maris tubercnlatHS. Femora postiea maris in latere inleriore 
tuberculis destituta, in laftere exteriore serie subdorsali dngula 
longitudinali tuberculorum armata. Tibiae posticae maris 
superne haud dilatatae, oalcari subapicali armatae, subios in 
angulum, ante medium positum ampliatae. 

36. Ehsmocnema Umpidipemie Karsch, Ent. Nachr. XVIII, 
1892, p. 131. — Tafel I, Figur 2 (cj). 

Nigra, femoribus anterioribus in ferrugiDeum Tergenübus, 
tarsis posfticis paOidis, membrana fusea, basi nigra nitida, alis 
hyaKnis, margine anguste infiiscato. 

Long. corp. 25, lal. pronoti 8, abdom. 7,2 mal. 

Habitaiio: Barombi (1 c^). 

37. Mygdonia tuberculosa (Sign.). — Barombi. 

38. Gossutia ßaveola (DruTj). — Barombi. 

39. Anophcnemis tristator (F.). — Kribi. 

40. Anoplocnemis melandwlica (Stäl). — Kribi. 

41. Änoplocnemis graeilicomis (Stäl). — Barombii 

Stett. entopol. Zeit 1891. 



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103 

Ihdaderidsn: 

Hwtnambogaster nor. gen. 

Corpus modice depressum. Caput subquadratum, tuber- 
culis aDtenniferis libere promioulis, parum distaotibus, sub- 
<3ont!gui8, oblique truncatis, tjlo ioter illa tubercula didtingueado, 
visqüe ä basi sensim curvato-declivi, impressiohe longitudioali 
brevi pone tjlum nee non fovea ante oeellos posita utrinque 
<ii8tinguenda, bucculis brevibus. Rostrum eoxas intermedias 
haud attingens, sat erassum, articulo secundo tertio longiore. 
Antennae longae, artieulis primo, seeundo, quarto simplieibus, 
articulo primo secundo distincte longiore, apicem versus sensim 
crassiore, artieulis secundo et quarto longitudine subaequaJibus, 
erticulo tertio fere toto dorso laminatim dilatäto, diiatatione 
eompressa, granulosa, margine rotundato. Pronotum ultra 
medium sat convexodeclive, apiee subtruncatum, lateribus 
posterius productis, basi ante scutellum truncata, angulis 
posticis obtusis, i'otundatis, marginibus lateralibus anticis tuber- 
eutätis. Scutellum subaequilaterum. Corium apice angulum 
apicalem versus subangustatum, levissime sinuatum, margine 
apicali sutura clavi nonnihü longiore. Membrana venis sub- 
undulatis, subfurcatis. Hamus et vena decurrens alarum basi 
late distantes. Mesosternum apice haud impressum. Abdomen $ 
atque $ basi ad basin vet ad medium segmenti quarti valde 
ampliatum, pone medium marginis lateralis anterioris subito 
profundius sinuato vel bisinuato, dein angustato, margine 
laterali posteriore toto leviter emarginato, hemeljtris multo 
latius, connexivo haud reflexo, sutura connexivi subnüHa, 
«^mento ventrali sexto feminae postice profunde acutangu- 
larHer emargiüato, fere usque ad basin fissö, fissura antice 
plica transversa recta terminata, segmentis genitalibus dorSi 
apice sim][>liciter emai^inatis. Coxae posticae subcontiguae. 
Femora subtus spinis acutis sat remotis, duplici s6rie j>ositis 
armata, apicem versus sensim leviter inerassata, femorär posKielk 
maris valde inertosata. Tibiae posticae feminae re^^tae, maris 
<iartatae, superne suleatae. 

Hormambogaster bildet ein in seiner Totalerscbeinuag der 
asiatiechen G^tUmg DcUader Am. Serv. sefif ttlmliches Oenus, 
stimmt ml Dahder aoeh im Baue der Fahler ttberein, ist 
«tber dttrch die am Grunde vom hamus getrennte vena 
•decurrens der Hinterflflgel von ihr sehr wesentlich verschieden; 
auch Dalader c^ccmiu» Dali. ka«in uttmöglfch mit Daleukr 
äfcuHeosta Am. Serv. und planiv^nim Wertw. cöogenerisch sein, 
da auch bei o^rteomr«, vi^ie bei OdonUrrhopcfh Stät von der 
Insel Mfludagaskary hamus und vena; decurrens im Hinterflügd 

Statt entomoL Z«it 1S94. 



-Digitized by 



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104 

breit getrennt bleiben. Es wird nothwendig sein, in der Gruppe 
der Daladeriden wenigstens vier Gattungen mit folgenden 
Differentialcharakteren anzunehmen: 

1 (2.) Hamus et vena decurrens alarum basi haud distantes. 
Genus asiaticum . . . . Dalader Am, Serv. 
'2 (1.) Hamus et vena decurrens alarum basi late distantes» 
Genera africana et madegassa. 

3 (6.) Tubercula antenniferia parum distantia. Antennarum 

ärticulus primus secundo aeque longus vel distincte 
longior, hoc simpllci, tertio plus minus dileUato et 
quartö paullo longiore. 

4 (5.) Antennarum ärticulus tertius parum dilatatus. 

Latera abdominis regulariter rotundata . . . • 
... . . . . . . . . . Daladeropsis n. g. 

! 5 (4.) Antennarum ärticulus tertius basi ipsa excepta 
laminatim valde dilatatus. Latera abdomini» 
utriuque tri-emarginata . . Harmambogaster KekTseh^ 
6 (3.) Tiibercula antenniferä nonnihil distantia, anten- 
narum ärticulus primus secundo subaequalis, huiu& 
parte plus quam tertia apicali incrassata et tuber- 
culata, tertio haud dilatato, gracili, quarto bre« 
viore (ex St&l) . . . Odontorhopala St&l i873. 

42. Hormambogaster expankus Karsch, Ent. Nachr. XVIII^ 
1892, p. 131. — Tafel I, Figur 1. 

Ferrugineus, fuscp-punctatus, hemelytris, tibiis, tarsis,. 
antennarum articulis primo et secundo totis, tertio basi griseo- 
Savesqentibus^ fusco-maculätis, antennarum articulo tertio^ 
scutellö nigris, antennarum articulo quar^o, alis, margine 
apicaii angusta nigra excepta ochraceis^ abdomin^ dörso plua 
minus rubro-fei*rugineo^ 

Long. corp. <J 30, $ 32, lät.' abd. ^ ^0, $22; miU. 

Habitatio: Barombi. > ' ^ 

H^moeoceriden: ;; . .. ; 

43. Homoeocerus palhns (F.). .— Barombi. .5 

44. Homoeocerus vicariahs Karsch, Ent Nachr. . XYIII, 
1892, p. 132. 

Sordide stramineus, abdominis dörso testaceo, disco suhr 
sanguineo^ antennis fuscis^ articulo quarto parte dimidia basal! 
testacea, pronoto inter angulos laterales fäscia nigricante 
notato, membrana pallide vinacea, margine bäsali fuseo, alis 
pallide vinaeeis, metasterno maculä punctiformi nigra signato. ^ 

Oculi sessiles. Ärticulus primus antennarum capite säHes» 
duplo longior, articulo tertio distincte longior, ärticulus quartus 
tertio parum longior. Articulussecundusrostri tertio: ptiirum 

8t«tt. entomol. Zeit 1894. 



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105 

brerior, quartus teriio tertia parte longior. PrODoti aaguK 
laterales haud promiauli. Margo apioalis eorii obüquuß^ prope 
apicem clavi levissime rotundatiis, angulum apicalem versus 
sensim siauatus, angulo apicali loDgius producto. AbdomeD haud 
ampliatum, sat aogustum, lateribus valde reflexis instruotum. 
Plica s^menti sexti ventris feminarum angulata, ab apice 
segmenti remota, anguUs ßssuralibus inermibus, obtusis. 

Lorg. corp. circiter 20 mil)., lat. pronoti 6,8) abdominis 
6 mill. 

Habitatio: Barombi. 

Die Art steht oaeh StäKs Tabelleu den philippinischen 
Ai-ten Homoeocerus fasdfer (Stdl) und Homoeocerus fasciatus St&l 
am nächsten, unterscheidet sich jedoch von diesen beiden 
Arten schon durch den schwarzen Punktfleck der Pleuren 
der Hinterbrust. 

Aniiofceliden: 

44. Leptoglossus membranaceus (F.). — Kribi; Victoria; 
Bueä. 

Phytomeriden: 

45. Rhyticoria apinipes (Pal). — Barombi. 

III. Lygaeideen. 
Lygaeiden: 

46. OneopeUus bueanus Karsch, Ent. Kachr. XVIII, 1892, 
p. 132. — Tafel I, Figur 8. 

Niger, opacus, tylo, antennis, pedibus, ventre, dorsi con* 
nexivo nee non segmento apicali nitidis, pronoto anterius prope 
cannam longitudinalem mediam antice posticeque abbreviatam 
utriaque impressione transversa nitida ornato; abdominis dorso 
nee non corio clavoque superne in ferrugineum vergentibus, 
eapite inferne, stemis pleurisque ferrugineis, opacis, corio 
clavoque inferne nee non macula membranae nigrae opacae 
ante cellulam basalem sitae ferrugineis; alis pallidis, parum 
infuscatis. (J. 

Totum corpus sat longe densiusque nigro-pilosulum. 
Rostrum coxas posticas vix superans, articulo quarto tertio 
breviore, secundo tertio longiore. Antennarum artjculus quartus 
tertio subaeque longus, secundo distincte brevior. Pronotum 
margine postico sinuatum, inter scutellum et angulos posticos 
utrinque depresso-ampliatum. Scutellum convexum, postice 
carina instruet^m.. Hemeljtra lata, corio pone tertiam p^rtem 
basalem sensim ampliato. 

tiOng. corp. 12, lat pronoti circiter 4 milU 

Habitatio: Buea, alt. 2300 m (1 ^3. 

Steit. entomol. Zeit. 1894. 



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J06 

9yRhooofide&: 

47. ÄrdUochus boerhaviae (F.). — Barombi. 

Sericoeork töv. gen. 

Corpus ovale, totum breviter sericeum. Caput haud 
deflexum^ bucoulis leviter elevatis. Oculi breviter subpedun- 
culati. Rostrum basiD ventris, articulo primo basin capitis 
attiDgens. Antennae articulis primo et secuudo subaeque 
loQgis. Pronotum apice capitis cum ocuHs latitudine sub- 
aequale, area calloea, impressione lioeari coutiQua circumscripta, 
aotice iustructum, margioibus lateralibus sat late explanatis^ 
levissime reflexis, extus leviter rotundatis. locisurae ventris 
tertia et quarfa utrioqe distincte curvatae. Sutura clavi et 
margo apicalis corü rectus, angulo apicali rotundato, subaeque 
longi. Alae completae, bamo instructae. Pedes mediocres, 
coxis anticis inermibus, femoribus anticis subtus in margine 
interiore spinulis nonnuHis armatre. 

47. Sericocoris acromelanthes Earscb, Ent. Nadir. XVIII, 
1892, p. 133. — Tafel I, Figur 7. 

Flaveseente testaceus, supra opacns, subtus. pallidior« 
subnitidus, rostri articulis tribus apicaiibus fuscis, antennarum 
articulo apicali, parte dimidia basali flava excepta, tylo, 
punctis impressionis linearis aream anticam pronoti inehideafei^ 
sternis, atria Aubapicaii propkuroram striaque basali meso- 
atque metapleurorum thoracia, mesonoto, metanoto^ stria Ion- 
gihidinaH femorum, spinuHs femorum anlicomm, tibiis^ tarsis 
B(^gri8, margine antico et poslico propleuromm, margine postico 
meso-alque metapieuroruni Ihoracift subeallosis nee noa aoe^ 
tabmMs ebwrneis; menbrana unicolor, pallida; alae aeqiMliter 
infuscatae. 

Hemdytra punotukta, sericea. 

Long. corp. 13,5, lat. pron. 5 mill. 

Uabitatia: Barombi. 

48. Cenaeus apidcomis (Fairm.). — Barombi. 

49. Dysdercu» superstitiosns (F.), — ■ Barombi. ^ 

50. Dysdtrm» mekmöderta Karsch, B!nt. Nachr. XVIII, 
1892, p, 133. — Tafel I, Figur 4. 

Pallide nifo-testaceus, capitis cotio, antenni», tibüs, tarsie, 
rostro apice, fascia basali transversa angusta meso-atque meta- 
pleurorum thoracis, marginibus ostiolorum odorifcrorum nee 
non Stria transversa basaH segmentorum 3., 4., 5., 6. ventris 
ntrinque nigris, area posteriore pronot! Infbscata; membrana 
pallida, basi flaveseente, aHs leviter infomatis^ area paKdiore 
instructis. $. 

iitttt e&tomoL Zeit. 1894. 



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107 

Thorax margioibus lateralibus subsinuaiis. Aniennaniin 
^niicalus primiis secundo diatinele longior, Fbmora antica 
«ubtu0 spinulis armata. 

Long. oorp. 18, lat. pron. 5,5, abdom. €,5 mill. 

Habitatio: Barombi. 

IV. Capsideen. 

Linoeerocms nov. gen. 

Corpus oblongo-ovatum. Caput ante oculos horizontaliter 
porrectum, latitudioe longius, inter oculos magnos linea media 
impressa longitudinali instructum. Antennae longae, funiculatae, 
«riicalis primo et secundo crassioribus, apicalibus gracflioribus, 
articulo primo capite longitudine aequali, secundo apicem 
versus sensim inorassato, primo duplo et dimidio fere longiore. 
Ocdli haud distinguendi. Rostrum coxas posticas haud 
Fuperans, articuKs tribus basalibus longitudine subaequalibu«, 
<|uarto tertio paullo longiore. Pronotum pauUo convexum, 
basi latum, rotundatum. apicem versus sensim angustatum, 
«pice coHari instructum, marginibus lateralibus rotundatis, band 
^u^utis. El3ira abdomen louge superantia, fere tota coriacea, 
cuneo distinete discreto instructa. Alae hämo nullo instructae. 
Pedes graciles, coxis anticis elongatis, tarsorum posticorum 
«rticuto basali dnobus apicalibus simul sumtis longiore. Ab- 
<lomen anguslum, ventre pone partem tertiam basalem carina 
percurrente compressa longitudinali media instructo. 

51» Linocerocoris carndventris Karsch, Ent. Nachr. XVIII, 
1892, p. 133. — Tafel 1, Figur 12. 

Testaceo-flavus, nitidus, antennis, basi articuli tertii excepta, 
marginibus lateralibus capitis, vitta lata marginal! pronoti, 
vitta lata longitudinali media, antice abbreviata^ et apicem 
versus subito angustata pronoti, vitta basali marginal i utrinque 
scutelli, hemelytris, striis nonnullis flavis longitudinafibas 
exceptis, tibiarum anteriorum apice, tibiarum posticarum parte 
dimidia bs^ali nigris nitidis, ventris carina fusca. 

Lang. corp. 8,5, lat. pronoti basi 3, elytri 8 miD. 

Habitatio: Barombi. 

V. Redaviideen. 
HaipMtoiidea: 

52w Margasu9 afzeSi 8t&l. — Batombi. 

53. Ärddhekm quadndm^ (F.). — BarömM. 

54. H^on^ehmm pieiuratm (Fairm.). -^ Bfltromlä. 

Stett. entomoL ^it. 18M. 



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108 

5.5. nonoctonus subimpietu$ 8iäi? — Buea. (Die Be- 
stiminuDg ist mir oicht sicher; Stäl selbst be- 
zeichnet En. Hem^ 4, 1874, p. 21 seinen Phonoctonus 
subünpictus eis Varietät von Phon, immäis 8täl.) 

56. Pisiius HpuUformis (F.). — Barombl 

57. Sphedanoleates fenestriculatus Karsch, Ent. Nachr. 
XVm, 1892, p. 134. — Tafel I, Figur 13. 

Bicolor, nitidissimus, capite, antennis, pedibus (coxia 
exceptis), lobo posteriore pronbti nigns, nitidis, sternis, coxis^ 
pleuris thoracis^ abdomioe toto flavescentibus, corio parte 
dimidia costali nee non basi ipsa clavi fusco-coriaceis, parte 
dimidia interiore corii cum maxima parte clavi nee non mem- 
brana vitreis, infuscatis, aus hya)inis. 

Corpus minus gracile. Articulus primus rostri elongatus, 
secundo paullo brevior, parte anteoculari capitis et dimidio 
oculi simul sumtis longitudine subaequalis. Articulus primua 
antennarum capite prpnotoque simul sumtis haud longior. 
Margines laterales antici et postici lobi postici pronoti angust^ 
depressi, angulis lateralibus inermibus, obtuse rotundatis. 
Impressio lobi antici pronoti percurrens, stricturam attingens^ 
lobus posticus pronoti impressione longitudinali laevi retrorsum 
eyanescente instructus. Pedes sat breves, femoribus omnibu^ 
basi et apicem versus nodulosis, anticia paullo incra^satis. 
Qemelytra apicem abdominis longe superantia; areola discoidali 
hemelytrorum vitrea, longa, plus duplo longior quam latior. 

Long. corp. 9 mill. 
. Habitatio: Barombi. 

Species insignis, prope leucocephalum (^ flamm Sign.) et 
dnctipes Sign. (Stäl, En. Hem. 4, 1874, p. 33) loeanda. 

58. Hypertolmus obtusus (Pal.), var. bttubercukUus (Stäl)» 
— Barombi. 

59. Diphymus bicoior (F.), var. b. Stalii. • — Barombi. 

^iPtiipho4iiden: 

, . . 60. Centraspis impmaUs (Westw.), var. bicolor Dist — 
Bueo.. 

61. Pf^sorhyncAus lucidus (St. Farg. Serv,.). — Barombi. 

62. Bathysmataspis rufipes Reut. — Victoria, Barombi. 
(? = Santosia simülima Stäl). 

Miqmerocerus nov. gen. 

Corpus elongatum. Caput suboblongum, leviter biitann^ 
cum collo pronoto circiter dimidio brevius et sat niulto latius, 
Collum versus rotundato-angustatum. Tuberculi antenniferi 
extus infei'ne marginem interiorem genarum arctissime tangentea 

Steit. entomoL Zeit. 1884. 



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np9 

et a genis sutura subtili disjuQctis, parte exteriore taDtum tuber- 
culorum illorum ab infero distingueoda. Rostrum ^rticulo 
secuDdo tuihido, prinio distiocte brevTore, boc duobus ultiinis 
sipaul sumtis paullö breviore. Antenoae (<^) lobgius pilosae) 
sex-articu)atae, articulo primo apicem capitis \ superapte et 
secundo plus quam dimidio breriore,' tertio qüarto fere duplo 
longiore, quinto quarfo pauHo longiore, sexto qüarto subaeque 
longo. ProDotum latitudine J)a8ali subaeque lönguni, ante 
medium profuodius cöostrictum, impressiobe lohgitudinali 
stricturam interrumpente, sed ante stricturam interrupta, 
apicem et basin versus abbreviata^ in disco lobi anterioris in 
foveam ampliata, hiac impressione, impressionibus lateralibus 
lobi posterioris stricturaque transversa carinulatis, märginibus 
posticis pronoti lateralibus totis depressis. Scutelium apice 
latum, mucronibus latissime distantibus instructo. Mesoaternum 
latum, planum, sulcis tribua longitudinalibus transversim cari- 
nulatis, medio per metasternum continuato, ibique paullo 
latiore. Ven^er spiraculis parvis rotundis, in media limbi 
segmeiitorum positis, segmentis nee tuberculatis, nee impresso- 
punciatis, incisuris ventris carinulatis. Pedes graciliores, 
femoribus anterioribus incrassatis, inferne inermibus, anticis 
in medio subangulatis, tibiis anterioribus fossula spongiosa 
oblonga instructis, tarsis posticis articulo tertio duobus basalibus 
conjunctis distincte longiore. 

Genus generi Hexamerocerus Reut, finitimum, differt prae- 
sertim statura minus gracili, anteiinarum articulo tertio qüarto 
nee non quinto sexto longiore, femoribus inferne muticis, ventris 
segmentis laevibus,.haud tuberculatis. 

63. Miamerocerus seopaeeus Karsch, Eni Nachr. XVIII, 

1892, p. 135. — Tafel I, Figur 11. 
Corallinus,^ antennarum articulis 8ecünd6,tertSo, qüarto 
longius bigro^pilosis sextöqne nigns^qüinfo apice tietntüm 
infusdato^ p^oböto apice maeulis minoribüs subbngitudibälibus 
abguste disjiinctis duäbüsque majöribus basalibus stricturiim 
attibgiäntibus subconfluentibus^' proplcuris thoracis mäeula 
peik^drriebte obli^uä strictu'ram ättingent^, mesopleuris limbö 
pöstiico, fnetapleüris macula subrötündatä prope cöxas pbsitä, 
TtietasierBi margine basali; Ifmbö postico s^iiiebtorüm ventris, 
märgiuey versus dÜÄtato et in biedio late intenupto, nigris 
tifticli8,'Wnnexi vi segmentis intüs ftiacula nigra signätis, elytris 
B?igriö,^'()ßacis. -^• 

^ liöng. cörp. 12,7 mill. - 
..-,., Hahitatio: l^arbmbi. . 

8tett.eiitomoUZttit.189i. t .- 



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110 

Matamaspis nov. gea. 

Ocelli nuili. Aotennae artioulis octo compositae, ariiculo 
primo quasi stipite coarctafo sufiuUo, tuberculis aDtennärum 
eodem modo quam in genere Centraspis et af&ntbus constructis. 
£(08tri artioulus secundus primo subbrevior, crässus, sub- 
conicus, basin versus sensim tumesceos. . t^ronotüm carina 
laterali instruetum, lobus anticus postice tantum impressus, 
loibus posticus lobo antico multo brevior, metauotum, cariois 
duabus longitudinalibas subappropinquatis instructum, totum 
liberans, margo posticus ante angulos bfitöales scutelli haud 
siDuettus^ impressio loogitudinalis loborum strieturam distincte 
interrumpens. Femora anteriora incrassata, postica compressa; 
tibiae anteriores fossa spongiosa iiistructae; tarsi omnes tri- 
articulati. Elytra nulla. Alae nullae. Spiracula ventris 
rotundata. 

64. Maraenaspis typhhps Karsch, Ent. Kachr., XVlII, 
1892, p. 134. — Tafel I, Figufr 5. 

Fusea, antennarum articulis quatuor apicalibus flavescen- 
tibus, prosterni fbvea stridulatoria pallida, tarsis omnibus 
flavido-rubris, connexivi margine externo, limboque postico 
marginem internum versus latiore, nee noo ventris disco latius 
cervmo-Tubris. $. 

Abdominis dorsum minutissime punctulatum, connexivi 
mai^o iateiiius punctato-rugosus. 

Long. coTp. 23,S, lat. pron. 6,5, abdom. 9 mill. 

Habitatio: ßarombi. 

Rhochmog^ter nov. gea. 

Ocetti Ddlli. Anleanae artteulis sex eompositae, artieulo 
secundo priolo subaeque longo. Proaotum stmstura subtili 
iQBtructum^ lobo basali bravissimo, transverso, lobo anteriore 
posteriore m^ilto angustiore, suko longitudinali carens. Scu- 
teUum loDgum, pronoti loagitudine, sulco longitudinali pei^ 
curreate instrnctum, posterius sensim angustatum; elytra lobi- 
formia, lateralia. Mesosternum fovea profunda sat angusta 
marginib«M valde elevatis iastructa iasigne; ntetasternum lon- 
gitudinaliter excavatum, marginibue sat elevatis iastructum. 
Femora antica valde, intermedia minus incrassatay postica 
paullo compressa; tibiae anteriores fossa spongiosa iastructa; 
tars» omnes biarticulali. Segmentum dorsale quartum abdo- 
minis sulcis duobus profundis posterius convei^entibus et 
aream mediam aatice posticeque , subtruacatam, margiaem 
posticum segmeati quarti subattingentem intcludentibus ia- 
structum; connexivum angustum, onfinitio gltfbrüttt; ventris 

Siett. eatomoL Zeit. ISM. 



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111 

segmeota 1., 2., 3., 4., 5. profunde loi^tudmaliter sulcata, 
segmentum sextum sulco subtili instructum; 8piriteul& ventrit 
rotuDdata. 

65. Rhochmogaster dimerus Karscb, Eni. Nachr. XYIII, 
1892, p. 135. — Tafel I, Figur 3. 

Rufo-test^oeua, subnitidus, abdomine, cooneicivp excepto, 
nigro, opaco, tylo, antenois oigria, nitidis. -^. 

Femora anteriora subtus spinis duabu$^ postica spina 
ai^gula, longe pone medium posita, armata. Abdomiuis 
segBienta dorsalia impreseione transversa anguBta utrinque 
laterali instructa. 

Long. corp. 20, lat. pron. '5,6, abdom. 8 mill. 

Habitatio: Barombi. 

66. SarUosia semstriata Earsch, Ent. Maehr. XYIU, 
1892, p. 135. — Tafel U, Figur 7. 

Flavo-testacea, coUo, capitis basi, rostro, pronoti vittis 
duabus inter stricturam et basiu anterius conyergentibus, 
pleororum tboracis mai^ne ktto externo, sternis fere totis, 
ventriö segmentorum limbo lato postico, nee non Hmbo an- 
gustiore antico, femoribus, parte fere tertia apicali excepta, 
qigris, parum nitidis, corio macula diseali magpa nee non. 
apice, clavo, membrana tota, segmentis dorsalibus abdominis 
quatuor anticis, parte dimidia posteriore, segmeatis duobus^ 
ultimis fere totis nigris, opacis. $, 

LoQg. corp. 18,7, lat. pron. 5, abdom. circiter 8 mill. 

Habitatio: Buea. 
|tedTlviide^: 

67. Platymeris horrida 8täl. — Buea. 

68. Tetroxia beatdvoisi Fairm. — Barombi. 

69. Acanihaspis öiHneohia (Pal.). — Barombi. 
Salyavatiden: 

70. Petabckirm variegatus (Pal)* — Barombi. 
Emesiden: 

71. Isehnobaena preusst Karsch, Ent. Nachr. XVIII, 
1892, p. 136. 

Testacea, nudissima, laerigata, suhopaca, subtus paUidior, 
parte dimidia anteriore capitis, meso- atque metanoto, prae- 
sertim beusin versus, abdomine apicem versus fuscis, coxis 
posterioribus nigris, subnitidis, tibüs antie^s annulo medio, 
tibiis posticis annulo subbasali jQavida oroatis, capitc subtus, 
rostro toto flavo. (J. 

Long. corp. 34, lat. maxima circ. 1 müh 

Habitatio: Barombi 

St«tt. eotomoL Zelt. 1894. 



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112 

VI. Galgulideen. 
Kononyoliiden: 

72. PhmUus grandicolHs (Germ.). — Barombi. 

VII. Naucorideen. 
73.1) Laccoeoria spurcus (Stäl). — Barombi. 

^) Zu diesen 73 Arten konunen von der Barombi-Station noch 11 
fernere durch den früh verstorbeneu Hauptmann Zeuner gesammelte 
und dem Museum überwiesene, in der s]>ateren Preuss*schen Ausbeute 
aber nicht enthaltene Arten, die sich in das System wie folgt ein- 
schalten : 

L Pentatomideen. 
Arthropteridan: 

1 bis: Plaiaipis plagifera Montand. 

Pantatomidaii: 

6 bis: Halyomorphm annulicornU Sign. 

6 ter: Seponiia nUteUa (Stäl). 

7 bis: Caüra orata nov. spec. 

Supra atroviridis, limbo marginis lateralis antici pronoti limboque 
costali partis dimidiae basalis corii, macula parva irregulari subobsoleta 
verticis, macula minima basali media scuteUi nee non connexivo toto 
luteis, abdominis dorso chalybaco; subtus lutea, capitis lateribus ad 
oculos atroviridibus, rostro atroviridi, articulo basali solo luteo, sternis 
vitta lata longitudinali percurrente atroviridi ornatis, ventre vitta 
utrinque lata lateralis oritieia nigra nitida extus tangente, atra nee non 
aegmeutis singulis margine basali anguste atris et macula media lon- 
gitudinali antice dilatato-rotundata, postice angustata percurrente atra 
ornatis, segraento genitali toto atroviridi, antennis atroviridibus, 
pedibus atroviridibus, coxis, trochanteribus, femoribus basi ultra 
medium luteis. ^. 

Late ovalis. Pronoti anguli laterales rotundati, haud prominuli. 
Antennarum articulus tertius secundo longitudine subaequalis, quartus 
tertio cum secundo simul sumtis aeque longus. 

Long. corp. 11, lat. 7 mill. 

Quae parva species Caurae marginatae Dist. maxime affinis. 

Uabitatio : Barombi (Zeuner). 
Asopidan: 

13 bis: Leptolohui elurneatus Karsch. 
Eusthenidon: 

19 bis: Cydogatlridea nigromarginata Reutt. 

n. Corel'deen. 
Leptocorisidan: 

45 bis: Leplocorisa apicalit Westw. 

V. Beduvüdeen. 
Narpactorideri: 

55 bis: Vt$iuia lineaticeps (ßi^n.). 
57 bis: 2Uf$nts acutus (Pal.)* > 

Stiyavatid«n: 

70 bis: Petalochiru* murra^ Sign. 

Stenopodiden: 

70 ter: Tkoddmus ^im/uetpinosut (F.). < 

9(4(t. entomol Zeit. 1S94. 



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113 

B. Homopteren. 

I. Stridulantien. 

Cioadiden: 

74 (1.) PkUypleura limbimacula Karsch. — Victoria. 

75 (2.) Platypteura afzeHi Stäl. - Kribi. 

76 (3.) Flatypleura rutherfordi Dist. — Victoria. 

77 (4.) Flatypleura dimidiata Earscb. — Victoria. 

Tibioeniden: 

78 (5.) Trismarcha umbrosa Karscb. — Barombi. 

79 (6.) Trismarcha sericosa Karsch. — Barombi. 

80 (7.) Trismarcha fuUginosa Karsch. — Barombi. 

81 (8.) Nablistes terebrata Karsch. — Victoria; Barombi. 

II. Cercopideen. 

Cercopiden: 

82 (9.) Tomaspis dichroma nov. spee. — Tafel II, 

Figur 6 (^), 6a ($). 

Nigra, fronte apice excepto, pronoto, limbis lateralibus 
^anticis limboque basali sat angustis nigris exceptis, maculis 
tribus vel macula et Stria longitudiDali tegminum flavis, alis 
fuscescentibus, abdomine sanguineo, pedibus nigris, apicem 
versus subsanguineis. 

^: Tegniina maculis tribus flavis rotuudatis, duabus ante 
medium, altera^ corii ad suturam clavi, altera in medio clavl 
positis, nmculaque singula pone medium corii posita. 

$: Tegmina vitta flava longitudinali per suturam davi 
ducta, medio ampliata, maculaque singula oblonga pone medium 
corii posita ornata. 

Long. corp. (J 11, $ 13, expans. elytr. <J 31, $ 34 mill. 

Species Tomaspidi xanthospilae Stäl finiUma. 

Habitatio: Barombi (1 (J, 1 $, in cop. capt.). 

83 (10.) Tomaspis homochroma nov. spec. 

Supra dilute testacea, verticis basi macula interocellari 
«xcepta, scutetlo disco excepto, abdomine subsanguineo-fuscis;^ 
subtus subsanguineo - f usca, fronte margineque laterali pro- 
thoracis dilüte testaceis. (J, $. 

Frons basi convexa, parte dimidia apicali subdepressa et 
carina longitudinali instructa, utrinque transversim sulcata. 
Pronotum subtiliter punctatum, basi sat profunde sinuatum; 
Tegmina subtifiter dense pinnctulata. Tibiae posticae bispibösaC' 

Long. corp. ^J 12, ? 12,5, exp. tegm. <J 33, $ 34 mill. 

Hfibbitatio: Barombi. 

6tett. entomoL Zeit. 1894. 



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^14 

84 (11.) Tomaapia binotata Dist (?) — Tafel II, Figur 8. 
Nigra, niiidiseima, macula discali oblonga pone medium 

tegmioum posita cinoabanua, aus fuscesoentibus, disco palfi- 
diore. (J. 

Vertex leviter excavatus, disco ocellos ferente inter oculos 
convexo. Frons convexa, transversim sulcata, carina Ion- 
gitudinali obtusa instrueta, Pronotum utrinque oblique leviter 
impressum, subtiliter transversim striolatum, basi profunde 
sinuatum. Scutellum pone medium leviter impressum, sub- 
tiliter trans.versim striolatum. Tibiae posticae extus bispinosae. 

Long. corp. 8, tegmiuis 9,5, expans. tegmioum 23 mill. 

Habitatio : Barombi. 

Speoies parva, Thmaspidi binotatae Dist. similKma. Annoa 
species di versa? 

85 (12.) Locris halurga nov. spec. 

Dilute eianabarina, capite, proooto, hoc incano-sericeo 
pubescente, pedibus anticis fere totis, tibiis tarsisque inter- 
m^iis, tibiis posticis apice nee non tarsis nigris, alis totis 
infuscatis, basi tantum cinoabariuis. ^, 

Prono um rüde punctatum. Tegmina subtilissime den- 
sissimeque punctulata. 

Long. corp. 6,5, tegminis 7,2, cxp. tegm. 16,5 mill. 

Habitatio: Barombi. 

lU. Aphrophorideen. 
Aphrophoriden: 

86 (13.) Ptyelus grossus (F.). — Barombi. 

87 (14.) Poophilus natalensis (Stäl). — Barombi. 

IV. Jassideen. 
Centirotiden: 

88 (15.) Leptocentrus bos (Sign.). — Barombi, 
Jassiden: 

89 (16.) Siva gravis (Stäl). — Barombi. 

V. Fulgorideen. 
Ynlgoriden: 

90 (17.) Äphana novemmaculaia Dist. (nee Karsch). — 

Tafel II, Figur 1 ($). — Barombi; Buea. 
Die Art, welche ich früher (Berl. Ent Zmiachv. XXXV, 
1890^ p. 6ß) für Aphana navemmacuhta Dist uisah, iai eine 
von der echten Aphana novemmaculata Dist. sehr y^nschiadtUM 
Art und muB einen neuen Kamen erhalten, während die von 
mir als Äphana basißava (1. c. p. 62) beschriebene Art der 

Stett. entomOU Zeit. 1894. 



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115 

Aphana novemmaculata Dist. (nee Karsch) sehr nahe steht. 
Dieee drei Arten unterscheide ich so: 

1 (2) DeckflUgel im dunkler gefilrbten basalen Zwei- 

drittel mit zahlreichen, nach dem AuBenende und 
dem Hinterrande (Innenrande) zu gehäuften, farb- 
losen Felderchen; Hinterflttgel mit großem, innen 
und hinten schmal, außen breit braungelb um- 
randetem milchweißen Basalfelde, welches fünf 
oder sechs, ziemlich im Halbkreise stehende, dunkel- 
braune oblonge Flecke und einen unregelmäßig 
begrenzten, die ganze äußerste Basis einnehmenden 
dunkelbraunen Wurzelfleck führt: 

Aphana basilactea n. sp. (novemmaculata KskYsch 
nee Dist.). — Tafel H, Figur 3 ((J). 

2 (1.) Deckflügel ohne gehäufte farblose Felderchen. 

Hinterflügel gelb, ohne dnnkle Berandung, in der 
basalen Hälfte grün, gelb oder roth mit vier oder 
sechs dunklen Flecken und einem zweistrahl^n, 
nie die ganze Flügelbreite einnehmenden schwarzen 
Wurzelfleck. 

3 (4.) Pronotum mit 4, Schildchen mit 4 vorderen und 

1 oder 3 schwarzen Flecken an der Spitze. 
Hinterflügel des ^ in der Basalhälfte carminroth, 
des $ gelb. Hinterleib des (J gelb, der Rücken vom 
Grunde bis über die Mitte hinaus schwarz. Hinter- 
leib des $ schwärzlichgrün, nur die Genitalringe 
gelbroth. Costalfeld des Deckflügels beim $ bis 
über die Mitte der Länge hinaus schwarzgrün: 
Aphana novemmaculata Dist. 

4 (3.) Pronotum und Sehildehen ohne deutliche dunkle 

Flecke. Hinterflügel gelb, in der Basalhälfte bleich 
gelb. Hinterleib des $ einfarbig grün. Costalfeld 
des Deckflflgels nicht dunkler als der Rest (da die 
zahlreichen mir vorliegenden (J ^ und die vier $ $ 
der Aphana novemmaculata Dist. unter einander 
gar nicht variiren, so dürfte Aphana basiflava eine 
gute Art darstellen, was jedoch, da das ^ fehlt 
und ich nur 1 $ gesehen habe, immerhin zweifel- 
haft bleibt): 

Aphana basiflava Karsch. 

ai (18w) Folydktya preussi Karsch. — Barombi. — 
Tafel II, Figur 2 (^l 
Bm^toltthyiiidm: 

92 (19.) Eine Larve iMd^pomtysf), — Barombi. 

Statt. cDtomoL Zeit. 1894» ^ 



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116 

Pictyophariden: 

93 c20.) Simotettix vüreus (Schaum). — Kribi; Barombi. 

94 (21.) Dictyophara elUpHca (Walk.) Stal. — Barombi. 
Flatiden: 

95 (22.) Flata dohmi nov. spec. — Tafel II, Figur 5. 
Flava, abdomioe pedibusque dilutioribus, alis albidis, 

fronte, pronoto, scutello maculis punciiformibus duabus sub- 
basalibus nigris ornatis, pronoto insuper macula simili singula 
discali loborum lateralium, scutello insuper maculis utrinque 
tribus lateralibus majoribus subluoaribus signato, tegmioibus 
macula irregulär! discali pone medium maculaque majore 
marginali pone apicem clavi posita sanguineis oroalis, gra- 
uulis nonnullis praesertim prope marginem positis nee non 
venulis transversis singulis sanguineis. 

Caput cum oculis pronoto subaeque latum. Frons basi 
eonvexa, pauUo declivis, antice plana, haud carinata, mar- 
ginibus lateralibus elevatis, acutis, inclusa. Scutellum distinctius 
bicarinatum. Tegminum margines pone medium subparalleli, 
margo anticus rotundatus, posticus emarginatus, margo apicalis 
truncatus, subrectus, angulo exteriore (inferiore) rotundato, 
angulo interiore (superiore) producto, acuto. 

Long. corp. 12, tegminis 17, exp. tegminum 36 — 37 mill. 

Habitatio: Barombi. 



Keue und wenig bekannte Java-Rbopaloceren 

Ton II* Fmlistorfer* 



Z^uxidia dohrni m. 

Tifel IV. Fig. 6 cJ, Tafel IK. Fig. 2 ?. 

(J. Vorderflügel oben sehr dunkel ultramarinblau mit 
einer sebr breiten, hellblauen Binde, die violett irisirt. Die 
Binde ist stark gewellt, beginnt in der Costale und endet, 
sich etwas verschmälernd, am Außenwinkel. Basis der Fltlgel 
braun bezogen, der Apex hell ultramarinblau mit 2 undeut- 
lichen violetten Flecken vor der Spitze. 

Hinterflügel dunkelbraun mit einem brdteja^ gebogenen, 
violetten, submarginalen Bande, das sich von der CSosta bis 
in den Anal-Schwanz ausdehnt, wo es sich etwas verachmälert 
und nur die schwarze Spitze, frei läißt. .Yon diesfet Sub- 

Stctt. tntom^l. Zelt. 1894. v.v. --. 



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117 

marginal -Binde an sind die Fiilgel bis zur Submediana dunkel- 
blau angeflogen, Anal-Schwanz laug ausgezogen. 

Flttgel unten bräunlich, mit einer gemeinsamen, kastanien- 
braunen Binde, die den Außenwinkel der beiden Zellen be- 
deckt und einer schmalen, gelbbraunen Saumbinde am 
Außenrande. 

Die violetten Flecken am Apex der Vorderflügel durch- 
scheinend, die Zelle von 4 braunen, ungleichmäßigen Binden 
gekreuzt. 

Hinterflügel an der Basis und am Anal-Schwanz zu beiden 
Seiten der Disco idal-Binde violett angeflogen. An der Sub- 
costale und zwischen der Submediana und der ersten Mediana 
Je ein großer, runder Augenfleck. 

Die Zelle wird von 3 unres:elmäßigen, braunen Binden 
durchzogen, von denen die mittelste am dunkelsten und 
deutlichsten ist. 

Kopf und Thorax oben braun, wollig behaart. Abdomen 
dunkelblau, kui*z behaart, Palpen graubraun, ebenso der übrige 
Körper unterseits. Fühler rothbraun. 

$: Größer in Gestalt und bleicher in Farbe. 

Yorderflügel an der Basis hell cacaofarben, mit einem 
unregelmäßigen, weißlich blauen, seidenglänzenden Bande, das 
von der Costale bis zur ersten Mediana reicht. Der Apex 
der Flügel schwärzlich mit zwei hellen Flecken vor der Spitze, 
die beiden Seiten des Bandes ultramarinblau angeflogen, der 
Analwinkel ockerfarben gesäumt. 

Hinterflügel heller als die vorderen, an der Basis lang 
behaart, mit einem ziemlich breiten, ockerfarbenen Mai^nal- 
Bande, das sich bis zum Anal-Schwanz erstreckt, sich vor 
diesem etwas verschmälert und durch eine gleichlaufende, 
schwarze Subapicalbinde an der Innenseite stark ausge- 
randet wird. 

Flügelunterseite bleicher- als beim (J. Außenrand roth- 
braun geaäumt. 

Die blaue Binde der Vorderflögel und das schwarze. 
Subapicalband der Hinterflügel durchscheinend, das gemein- 
same Discoidal-Band stark gewellt. Anal-Schwanz schwarz, 
mit 2 violetten Strichen an den Rändern. Körper oberseits 
dunkelbraun, ebenso behaart, Palpen gelbbraun, Thorax und 
Abdomen weiß behaart, Fühler rothbraun. 

Spannweite des (J 77 mm, des $ 87 mm. 

Von allen anderen mir in natura vorliegenden Zeumdien 
Cluxe^rij amethystus, honfiddi^ doubhdayt) unterscheidet . sich 
dohmi durch einen ovalen Duftfleck, der sich über der. Mjtte 

Stett. entomol. ZdU 189i> ^ 



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118 

der Suboiediane der Yorderflflgel ausbreitet und der allen 
anderen Arten fehlt. Dag^en sind die Duftapparate der 
ffinterflügel weit weniger aufifiallend, wie z. B. jene der n&chst 
verwandten 2kvxidia horsßeldi. Zwischen Costale und 8ob- 
costale ist eine rundliche, tief ausgehöhlte und deshalb 
auf der FlUgelunterseite bauchig hervortretende Grube ein- 
gesenkt, die mit glänzenden Rändern umgeben und mit roth- 
braunen Schuppen au^eftllh; ist, welche von einem Büschel 
schwärzlicher Haare bedeckt werden. Unterhalb dieser Duft- 
grube befindet sich in der Zelle noch ein matt glänzender, 
länglicher Fleck, der mit etwas längeren, schwarzen Haaren 
bestanden ist, welche in gelblich weiße Spitzen auslaufen. 

Der zweite bei horsßeldi, am^hystus^ luxeri und doubledayi 
noch in der Zelle befindliche Haarbüschel fehlt ganz, und die 
bei horsfieldi und amethystus so deutlieh herausquellenden, 
zwischen Ml und SM in einer Hautfalte eingebetteten Haar- 
pinsel erscheinen bei dohrni nur als ein zarter Flaum. — 
Zeuxidia dohrni ist demnach auch durch eine Reihe anato- 
mischer Unterschiede charakterisirt. 

Die meisten Exemplare stammen vom Vulkan G6d^, 
Westjava, wo das erste $ auf einem Musa-Blatt sitzend 
beobachtet wurde. Später fand ich noch ein Pärchen auf 
4500 Fuß Höhe in Kaffeegärten im Innern der Insel. 

II. 
Papilio aijnna HorsC var. gedeensis m. 

(J: Vorderflügel dunkelgrün mit einer kaum sichtbaren 
Spur einer Längsbinde — die bei arjuna stark markirt ist. 
Flügel fast dreieckig — der Apex lang und spitz ausgezogen 
und der Außenrand deutlich gewellt im Gegensalz zur Stamm- 
art, die nach der Abbildung abgerundeten Apex und kaum 
gewellten Außenrand hat. 

Hinterflügel mit kleinerem Schillerfleck als arjuna, der 
jedoch in der Costale verschwimmt und die Zelle entweder 
nur zu einem ganz geringen Theil ausfüllt, häufig nur berührt 
und mitunter selbst- kaum erreicht. 

Hinterflügel stark ausgerandet mit langem Schwanz, dessen 
Oberseite ganz mit grünen Punkten bestreut ist. 

Unterseite der Vorderflügel schwarz, am Apex weiß 
punktirt mit einer Reihe von weißen Zwischenrippenflecken, 
die von der Costale bis zur Submediana reichen. 

Unterseite der Hinterflügel mit 7 deutlkshen Augenflecken^ 
die von orangeroth und violett geerbten Binden umsäumt 
werden, 

0tett entomol. Zeit. liM. 



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119 

Spannweite der ^^^ meiner Sammlung zwischen 80 and 
^6 nun schwankend. 

Horafield bildd; anscheinend ein $ ab (Descriptive Cata- 
logue of ihe Lepidopterous Insects in ihe Museum of ihe 
East India Company Taf. L Fig. 14), das 101 mm Spann- 
weite hat und sich durch das gelbe Colorit des Abdominal- 
auges und der Monde von mir vorliegenden gedemsis $$ 
unterscheidet «- wenn nicht die Farbe unglücklich gewählt 
oder im Laufe der Zeit verblaßt ist. 

Die beschriebenen ^^ stammen vom Vulkan G^6 aus 
4000—5000 Fuß, wo die Thiere einzeln oder nur selten 
gesellig an bewakieten, sandigen Bachufern sitzen. 

Das $ diff^irt vom ^ nur durch die etwas hellere Grund* 
färbe und die mit intensiverem Orangeroth umzogeaen Anal' 
Allgen und die anscheinend etwas breiteren, weiBen Franzen 
der Flügel. 

Spannweite nach 2 $$ 88 und 91 mm. 

Auch aus Sumatra erhielt ich die Form gedeensis, die 
nur dadurch von meinen Javanen abwei<^t^ dafi der Discoidal- 
fleck der Hinterflügel nicht bis an das Analauge reicht. 

Papilio arjuna Horsf. var. teaggerends m. 

Taf. III, Fig. I. <J. 

Hat mit dem Typus nach der Abbildung die hellgrüne, 
an PapÜio paris erinnernde Längsbinde auf den Vorderflügeln 
gemeinsam — unterscheidet sich aber von diesem durch be- 
deutend geringere Größe und die Färbung der Unterseite der 
Hiuterflügel. 

Hinterflüge] bräunlich, mit 4 Augenflecken zwischen der 
Costale und der in den Schwanz mündenden 3. Mediana und 
2 Abdominalaugen an der Submediana und 1. Mediana. 

Der bei arjuna und var. gedeensis sehr deutliche Halb- 
mond zwischen der 2. und 3. Mediana verschwindet fast ganz 
und ist nur durch einen kleinen orangerothen Fleck ange- 
deutet. 

Die schwarzen Monde zwischen der Subcostaie und 
3. Mediatia mit wenig deutlichen, gebrochenen orangerothen 
und violetten Binden und nur an der Innenseite begrenzt — 
während sie bei den eben citirten Formen davon fast um- 
säumt werden. 

Der irisirende Fleck auf der Oberseite bedeckt die Zelle 
au etwa ein viertel der Größe und bleibt in der Costale, wo 
er sich etwas verschmälert, noch recht deutlich* In der 
Zeichnungsanlage und dem Verlauf dieses SchiUerfleckes 

Stelt entomol. Zoit. 1894. 



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^1^0 

eiinöert tenggerensis an dien kürzlich von mir beschriebenen 
Papilio priüwitzi, 

Schwanz kürzer als bei arjuna und ya,r. gedeen^is und 
der bei diesen recht deutliche Lappen an der Mündung der 
zweiten Mediana kaum hervortretend. 

Spannweite der 5 i^^J meiner Sammhing 77 mm. 

Gefailgeri habe ich die Ex^mplarä im November 4890 

ito Tengger-Gebirge (Ostjava) auf 5000 Fuß Höhe wo 

die Falter die BIttthen der dort angepflanzten Cinchohabäume 
besuchten. 

$: unterscheidet sich vom (J durch die bedeutendere 
Größe, mattere Grundfitrbe und lichter grüne Beöchuppung. 
Der blaiue DÜBCoidalfleck der Hinterflttgel schmäler, Analaugen 
größer, ittit breiterem Orange-Saum. 

Zwisohenrippenflecke der Vörderflügelunterseite breiter 
und heller. Die suhmarginalen Augenfleeke der Hinterflügel 
mit bedeutend grösseren, orangerothen, violetten Halbmondea 
umsäumt. Spannweite 93 mm. Nadi einem Exemplar aus 
dem Brüsseler Museum, wdches mir Herr S^v^rin auf die 
zuvorkommendste Weise zur Beschreibung übergab. 

Ein seit meiner Beschreibung dieser beiden Lokalformen 
mit dem typischen Stücke im Britischen Museum angestellter 
Vergleich ergab, daß tenggerensis dem arjuna Horsf. nach 
meiner a. o. citirten Stelle bereits ausgesprochenen Yermuthung 
sehr nahe steht und sich von diesem eigentlich nur durch die 
breitere Binde am Vorderflügel unterscheidet. 

Das von Horsfield abgebildete Exemplar deckt sich auf 
der Oberseite mit meinem tenggerensis^ auf der Unterseite mit 
gedemsis — ein Widerspruch, der mir erst klar wurde, als 
ich am Bn Museum 1 ,^2. arjuna und 2 (J^ von gecleensis 
unter e;inem gemeinsamen Etiquett stecken sah. 

1 Das von Horsfield abgebildete Exemplar scheint ver- 
schwunden zu sein, denn auf dem noch vorhandenen (J und $ 
zeigt sich die Vorderflügel- Binde nur in Gestalt eines faden- 
dünnen Streifen. 

Auf alle Fälle kann die Westjavaform gedeensis aufrecht 
erhalten werden — die außer angegebenen Unterschieden noch 
differirt durch die graublauen Zwischenrippenflecken der Vorder- 
flügel, welche bei arjuna und tenggerensiö braungelb erscheinen* 

Herona pringondani m. 

Tafel IV, Figur. 6. $. 

(^. Vorderflügel licht kaffeebraun, mit 2 weißen Fleckchen 
vor dem Apex und einer breiten, weißen, stark ausgebuchteteu 

Stoit entomoL Zeit. 1894 



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121 

Binde. Diese reicht von der Mitte der Costale bis zum Ittoen- 
rand, irisirt heliviolett zwischea der dritten und ersten Mediane 
und umschliefit 2 bräunliehe Flecke zwi&ehen der zweiten 
und der Submediane. 

Der Aufienrand in der Nähe der unteren Radiale tief 
eingebogen^ im weiteren Verlauf gewellt. Der Innenrand bis 
zur Mitte der Flügel mit zarten, gelblichen Haaren besetzt. 

Unterseite strohgelb — mit bläulich weißem Apicaltheil 
— einer bräunlichen Rand binde und drei schrägen, braunen, 
unregelmäßigen Binden in der Zelle, von denen die äußerste 
den Innenrand erreicht. Die mit der Oberseite corresppn- 
direndeu Flecken der Subapiealbinde deutlicher hervortretend 
als auf der Innenseite der FlUgel. 

Hinterflügel stark ausgerandet, hellkaffeebraun, an der 
Basis und am Innenrand mit langen bräunlichen Haaren bedeckt. 
Außenrand mit einer ziemlich breiten, schwarzbraunen Binde, 
die in der oberen Hälfte mit 4 weißen Monden bestreut i&t, 
welche jedoch bei einigen Exemplaren nur rudimentär sind. 
Eine breite, weiße Submarginalbinde wird zwischen der Costale 
und dritten Mediane von einer dunkelbraunen, nach Innen 
verlaufenden Zickzackbinde und einer ebensolchen — welche 
nahe dem Außenrand in der dritten Mediane entspringt und 
am Analwinkel mündet, unterbrochen. Innerhalb der weißen 
Submarginalbinde zwischen der Subcostale und unteren Radiale 
ein schräger, gelblicher dreieckiger Fleck. 

Unterseite der Hinterflügel weißlich und violett bezogen 
mit gelbbrauner nach dem Aualtheil hin sich verschmälernder 
Marginal binde, einem braunen, sehr unregelmäßigen Discal- 
streifen, der von der Costale bis zur Submediäne reicht und 
einem braunen an der Basis der oberen Radiale. Innenrand 
weißbehaart. 

Körper und Palpen oberseits braun — unten weißbehaart. 
Außenseite der Flügel gelbbraun, Innenseite weißlich. Fühler 
oben seh warab raun, unten heller, Fühlerkolben ringsum schwarz 
mit rothgelber Spitze. 

Spannweite 69 — 73 mm. 

Nach 6 (^(^ und 4 $$ meiner Sammlung und benannt 
nach dem ersten Fundort dieser Art, der Kaffeepflanzung 
Pringondani, im südlichen Theile des östlichen Java. 

Dallas dorylaea Feld. var. altivaga m. 

Tafel IV, Fig. 8. c?. 

Beide Flügelpaare oben weiß, an der Basis und am 
schwarzen Vorderrand der Vorderflügel bis zur Mitte d^r 

Stett. entomol. Zeit. 1894. 



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122 

Go8t«ie blaugrau beschuppt. Am Apex der Vorderflfigel ver- 
breitert sich der schwarze Costakaum zu eioem breitea Fleck, 
der die Zelle leicht berührt, sich dann verschinälert und als 
dünne Franze am Aualwinkel endet. 

Der Apicahheil mit drei gelblichen, undeutlichen, läng- 
lichen Flecken (die bei einem Exemplar jedoch kaum zu 
erkennen sind) und an der Innenseite ausgebuehtet. Die Aus- 
buchtungen mit grauen Strichelchen geftlllt. 

Unterseite der Vorderflügel gleich der oberen, nur glänzt 
das Schwarz am Apex seidenartig und die Innenseite des 
Apicalfleckes ist deutlicher umschrieben. 

Vier größere, sehr deutliche, gelbe und zwei kleinere, 
wei&liche Fleckchen stehen in einer gebogenen Reihe ror dem 
Apex. Die Basis der Flügel ist schwarz beschuppt und hell- 
gelb angeflogen. 

Hinterflügel oben mit schmaler, schwarzer, gezackter 
Marginalbinde, röthlich durchscheinendem Innenrandsfleck und 
transparenter Marginalbinde der Unterseite. 

Unterseite der HinterflQgel citrongelb, am Innensaum 
safrangelb angeflogen. Am Außenrand ein zweimal so breites 
schwarzes Band als auf der Oberseite, das durch eine Reihe 
von 5 gelben Zwischenrippenflecken unterbrochen ist. Innen- 
seite des Bandes stark gewellt. 

$ kleiner als das (J, mit breiteren Zeichnungen auf den 
Flügeln. Das Apicalband der Vorderflügel umsäumt den 
Analwinkel und zeigt eine Reihe von fünf verwischten gelb- 
lichen Flecken. Marginalband der Hinterflfigel ebenfalls mit 
fünf undeutlichen Linienflecken besetzt und innen von blau- 
grauen Atomen begrenzt. Unterseite wie beim <J, nur alle 
Randbinden breiter und die darauf gestreuten gelben Flecke 
größer und deutlicher. 

Kopf und Körper schwarz, blaugrau behaart. Abdomen 
oben grau, unten weißlich. Palpen schwärzlich grau, Augen 
dunkelbraun, Fühler schwarz, an der Innenseite weiß bezogen. 
Schenkel und Schienen schwarz mit weißer Rinne. 

Spannweite der ^^ 51—53 mm, der $$ 49—51 mm. 
Nach 6 männlichen und 4 weiblichen Exemplaren meiner 
Sammlung. 

Vorliegende Varietät unterscheidet sich von der bisher 
nur in einem Exemplar bekannt gewordenen Delias dorylaea 
von den Aru-Inseln durch die tiefschwarze Farbe der Bänder 
und die auf der Oberseite weniger deutlichen, mitunter ganz 
▼ersehwindenden und gelbgetönten Fleckchen des Apical- 
theiles — femer durch das breitere Marginalband der Hinter- 

8(«tt. «alomoL Zeit» iSML 



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12S 

fiügel — • welches den Vorderrand erreioht, innen deutlicher 
gesfthnt ist und gelbe, längliche Zwisohenrippenflecke trügt, 
die bei dortflaea weiB gefUrbt und riindlieh sind. 

Auf der Unterseite der Vorderflügel TOn cJUvaga stehen 
im Apicaltheile 5 gelbe Flecke und ein wei&er Fledc — bei 
dorylaea 3 gelbe und 3 weiBe Flecke. 

Außerdem sind die Hinterflttgel von dorylaea unterseits 
ockergelb, von alHvaga citron- oder canariengelb und die bei 
ersterer weißen und gelben Marginalpuiikte in der vorliegen- 
den Varietät ausschließlich gelb gefärbt. 

Dallas bromo m. 

Tafel III, Fig. 3. 

Nächst verwandt DeUaa onihoe Boisd., von der sie sich 
durch hellere Zeichnungen und das weniger breite Marginal- 
band der Hinterflttgel sofort unterscheidet. 

(^. Vorderflttgel schwarz mit 6 weißgrauen länglichen 
Flecken, die in einer gebogenen Subapicalreihe sich zwisehen 
•den Rippen vertheilen. Am Ende der Zelle 2 sich tangirende 
weiße Punkte, die sich so um das Zellende l^en, daß sie 
von einer dOnnen schwarzen Ader durchzogen werden. Unter- 
halb der Zelle 2 große hellblaue Wisohflecke; mitunter ist 
Auch der Innenrand in der Mitte noch blau bezogen. 

Unterseite der Vorderflttgel wie oben, nur sind die 
Discalflecke bedeutend kleiner und in der Mitte der Zielie 
steht noch ein blauer Tupfen, auch ist der ganze Innenrand 
blau gesäumt. Costale auf beiden Seiten an der Basis blau 
bereift. 

Hinterflttgel oberseits mit intensiv rother Basis, so daß 
die Art einigermaßen an parthenia Stdgr. erinnert, jedoch ist 
der rothe Fleck nicht so ausgedehnt wie bei dieser Art. 

Jenseits des Basalfleckes ein tiefeingeschnittener, drei- 
lappiger, schwarzer Fleck, der sich mit dem im Gegensatz zu 
•crUkoe kaum halb so breiten Marginalband vereinigt. Mitte 
der Hinterflttgel weiß, der Innenrand bis zur ersten Mediane 
intensiv gelb gefärbt. Basaltheil an den Rändern der rotben 
und schwarzen Flecke blau bereift und mit langen, ebenso 
gefärbten Haaren bekleidet. Unterseite prächtig gelb, wie 
bei crithoe getbeik durch schwarz umsäumte Bippen, die sieh 
an der Außenseite allmählidi verbreitern und sieh mit dem 
schmalen, schwarzen Marginalband vereinigen. An der 
schwarzen Basis rothe Flecke, die von einem breiten 
schrägen schwarzen Bande umsäumt werden, das bd ertiAo^ 
sehr schmal ist und sieh mitunter selbst in ein Gewirr von 
schwarzen Punkten auflöst. 

ttett entomol. Zeit 1894. 



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il24 

?. Auf den niDdliehen Vorderflögeln im Vei'gleich mk 
cfti^e auffallend dunkel — bei welcher Art umgekehrt das 
(^ wieder dunkler ist wie das (^ von hromo. Die hier rund- 
lichen 6ubapicalflecke weniger deutlich als beim $ und mit 
mir einem undeutlichen Punkt am Zellende und sehr kleinen 
obsoleten Tupfen unterhalb der Zelle. Unterseite fast wie 
oben, nur sind die Flecken deutlicher und der Innenrand wie 
h^\m (J blau bereift 

Hinterflügel breiter schwarz gesäumt und der Basalfleck 
nicht so intensiv roth wie beim ^, Der Innentheil gelb, nur 
im O^ensatz zum ^ gerade, der Innenwinkel weiß. Unter- 
seite wie beim ^. 

Fühler schwarz, unterseits weiB bereift, mit einem roth- 
braunen Punkt vor der Spitze. 

Kopf und Brust schwarz, mit graublauem Flaum bedeckt. 
Abdomen oben schwärzlich, unten weißlich. 

Spannweite der ^^ 58 — 60 mm; diese scheinen an 
Größe weniger zu differiren wie jene von crithoe^ von denen 
ich Exemplare von nur 52 und solche von 68 mm Spann- 
weite besitze. 

Nach 6 (J(J und 2 $$ meiner Sammlung, letztere von 
50 und 58 mm Spannweite. 

Vorliegende Art fand ich in den Schluchten des Ten^er- 
gebirges und benenne selbe nach dessen noch thätigem 
£ruptronskrater „Bromo^. 

Ddias hromo besucht in Gesellschaft von Prioneris autothisbe 
(deren $5 ihr sehr ähneln) die wohlriechenden Blumen von 
Cinchonabäumen, die ihr Aroma weithin ausstrahlen und auf 
denen ich auch den prächtigen Papilio arjuna var. tenggerensis fing. 

Eljrmnias (Dyctis) maheswara m. 
t Tafel V, Fig. 10. c?, Tafel IV, Fig. 7. 2. . 
1 Nächst verwandt E, andersoni Moore, mit der sie im ^ 
in der violettbraunen Grundfarbe übereinstimmt, aber schon 
durch die bedeutendere Größe unterschieden ist. Die bei 
ancier^on» zusammenhängenden, nach innen abgerundeten Mar- 
ginalfiecke der Vorderflügel stehen bei maJieswara getrennt 
und sind nach innen scharf zugespitzt, was besonders für die 
Vier untern gilt. Mßhesi^ara bat ferner auf der Costale eine 
Anzahl blaugrauer Fleckchen^ die andersoni fehlen. Das Mar- 
ginalbahd der HiirterHügel der neuen Art ist wie bei andersoni 
gefärbt, ttber weniger breit und tiefer von der braunen Grund- 
■forbe eingeschnitten als bei jener. 

' «Die Unterseite der Vorderflügel ist bei beiden Arten sehr 
ähnlich. Den Hinterflügeln fehlt dagegen das breite, wdße 

Siett. entomol. Zeit. 1894. 



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135 

Marg;inalbaDd, jedoch zeigen sich bei maheswara vier blut^ 
rothe Basalflecke und eine Reihe von 7 weißen Punkten 
zwischen den Rippen, die bei andfirsoni fehlen. 

Das $ zeigt auf der Unterseite, besondei's der Hinter^ 
flöge], viel Aehnlichkeit mit E, godferyi Distant, von der es 
aber durch den sehr breiten violettschwarzen Apicalsaum und 
eine Reihe von sechs obsoleten, gelb- und blaugrttnen Flecken 
auf der Oberseite der Vorderflügel unterschieden ist. Unter 
der Zelle der VorderflOgel ein breiter, gelber Fleck, dessen 
Händer ein Gewirr blaugrttner Punkte darstellen. 

, Hinterflügel oben mit einem sehr großen hellgelben Fleck 
in der Mitte, einem breiten, schwarzen Saum, der am Inqen^ 
rand endet, blaugrünem Basaltheil und z^tem^ blauem Flaum 
an der Subcostale und oberen Radiale.. 

Unterseite: Vorderflügel wie beim (J, braun, schwarz- 
melirt, nur mit etwas dunklerem Apex und noch einem 
weißen Fleck in der Mitte zwischen der ersten und zweiten 
Mediane. Hinterflügel am Außenrande schwarz und gelb, an 
der Wurzel der Gostale und oberen Radiale schwarz und 
grfku melirt, mit dunkelgelber Mitte, einem schrägen, schwar^en^ 
sehr unregelmäßigen Bande und einem blulrothen Fleck zu 
beiden Seiten der Wurzel der ersten Mediane. Zwischen den 
Rippen 7 weiße Punkte, von denen die zwei untersten am 
kleinsten sind und zusammenstehen. 

Körper und Abdomen schwarz, oben schwarz und blau- 
grün, unten bräunlich behaart. Augen rot h braun. Füße oben 
schwarz — unten gelblich braun. Palpen oben und unten 
schwarz, an den Seiten in der Mitte gelblich. Fühler -oben 
schwai-z, unten gelb. 

Spannweite eines (J 50 mm, von 2 $$.60 und 62 mnu 

Gefangen im März 1893 am Vulkan. G6d^, Westjava, 
auf etwa 5000 Fuß Höhe. 

Symbrenthia hypatia. 

Tafel III, Fig. 4. 

Der (J wurde beriBits 1869 von Wallace in den Transactions 
der Entom. Society London, pag. 345 sehr zütrefi^end be- 
schrieben, ist jedoch sehr selten geblieben. Ich fing einige ^ 
im südlichen Theil des westlichen Java in der Bai von Pala- 
buan und in den Ügampangs auf etwa 1000 Fuß Höhe, wo 
die Falter an nassen Stellen auf der Erde sitzen. 

Das $ habe ich in der Berhner entom. Zeitschrift 1893, 
Heft IV, pag. 366 beschrieben und lasse hier eine Abbildung 
des (^ folgen, das von einigen Autoren (von Dr. Staudinger 
mit Consequenz) mit S, hyppocta Gram, verwechselt wurde. 

itott. entomoU Z«it 1894. 



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iM 



Ein neuer Tagfalter aus SSas 

beschrieben von H, FmlisterfeP« 



Herona djarang m. 

Tafel V, Fig. 9. <?. 

Nächst verwandt Herona pringondani Frühst, mit der sie 
die Oröße und braune Grundfarbe gemeinsam hat, von der 
sie sich jedoch durch gedrungenere Vorderflügel, weniger 
stark eingeschnfirten Apex und rundlichere Hinterflttgel sofort 
unterscheidet. Das Snbapicalband der Vorderfltigel ist viel 
breiter, das Submarginatband der Ilinterflügel schmäler als 
bei pringondani, auch hat djarang nur einen braunen Ple<^ 
auf dem weiften Rande zwischen der ersten Mediane nnd der 
Submediane. Das schmale Snbmarginalband der HinterflUgel 
reicht nur bis zur dritten Mediane und setzt sich dann als 
dünner Streifen bis zum Analwinkel fort, der beim $ etwas 
markirter ist. Flügeln nterseite dunkler als bei pringondani mit 
deutlicher durchscheinenden Bändern der Oberseite, auch frfilt 
die weißliche Apexspitze und der Randfieck zwischen der 
oberen und unteren Radiale. AuBenrand aller Flügel weiß 
befranzt — jedoch fehlen die Seidenhaare an der Submediane. 

Das $ difiFerirt vom ^ nur durch die Größe nnd die 
breiter angelegten Zeichnungen, auch sind die Palpen des $ 
weiß — jene des ^ bräunlich. 

Körper und Fühler wie bei pringondani, 

Spannweite des (J 58, des $ 70 mm. 

Nach einem Pärchen meiner Sammlung, das ich mit 
einer Partie kleinerer Niasfalter, die von Missionaren ehi- 
gesandt wurden, zusammen erwarb. 

Djarang, aus dem malayischen, heißt selten, eine Be- 
lohnung, welche die Spezies sicher verdient, da sie in den 
vielen, in den letzten Jahren nach Europa gelangten und ein- 
gdiend bearbeiteten Sendungen fehlte. 

Interessant ist, daß djarang der javanischen Herona näher 
steht als H, sumairensis von dem zunächst liegenden Sumatra. 



Stett. entomol Zeit. 1894. 



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127 

Etnige Worte Aber Horphoteaaris schSnbergi. 

In der Iris Band VI Heft 2, pag. 363—365 stellt Herr 
Dr. Staudinger dieße von mir in die neue Gattung Morpho- 
tenaris gebrachte Art einfach zu Tenaris^ und fühlt sich ver- 
anlaßt, mir in stark persönlich gefärbten Redewendungen zu 
empfehlen, das Aufstellen von neuen Gattungen zu unter- 
lassen, und geht dann zu einer Kritik meiner Arbeit über. 
Ich bestätige Herrn Dr. Staudioger nun gerne, daft ich ein 
anderes Prinzip im Beschreiben innehalte wie er selbst zu 
thun pflegt. Ich publizire z. B. jedesmal zuerst die Diagnosen, 
und lasse später die Tafeln drucken, auch habe ich noch 
nie eine Art nach bloßen Zeichnungen aufgestellt Meine 
Methode hat so den Yortheil, daß Mesalliancen von Begriffen 
wie ^Die auf der Abbildung nach innen am Vorderrafld 
stehenden 3 weißen Flecken sind nicht weiß^ *) in meinen 
Arbeiten nicht mitunterlaufen. 

Um nun zu zeigen, auf welche Weise Herr Dr. St. es 
erreicht mir Unterlassungssünden nachzuweisen, citire ich hier 
die Original-Diagnose meiner neuen Gattung: ^Yorderflügel mit 
langgezogenem Apex, weit vortretender Basis, tief aus- 
gebuchtetem Außenrande und stumpf abgerundetem Analwinkel. 

Hinterflügel breit eiförmig, im Gegensatz zu der fast kreis- 
runden Form der Tenaris, der Apicaltheil abgerundet, Anal- 
winkel etwas ausgezogen wie bei einigen Opsiphanes. Be^ 
sonders charakteristisch ist eine seichte Einbuchtung des sonst 
nicht gewellten Außenrandes an der Falte zwischen der 
zweiten und dritten Mediane. Die obere Discocellulare im 
Gegensatz zu Tenaris aufiallend kurz. In der Nähe der 
Wurzel der Subcostale ein länglicher Duftapparat, der unter- 
seits deutlich hervortritt und oberseits einen chamoisfarbenen 
Pinsel trägt, dessen Haare gegen die Spitze heller werden. 
Alle Rippen deutlich hervortretend, besonders markant auf 
der Unterseite. 

Kopf braun, Augen rothbraun, Körper und Thorax unter-r 
seits schwarzbraun. Palpen sehr lang, schwarz mit 
weißem Haarstreif an der Aussenseite. Thorax oben 
weißlieh mit einer Reihe brauner Haare.*^ 

Ich verweise meinen Gönner nun auf die gesperrt ge- 
druckten Stellen, weil ich annehmen muß, daß er meine Be- 
schreibung nur flüchtig gelesen hat. Wie käme er sonst zur 
Behauptung, ich habe vergessen zu erwähnen : „daß der Innen- 
rand der Vorderflügel des Ten, schönbergi-^ ganz besonders 

*) Iris 1891, pag. 85. 
Stete eatomol. Zdt. IM«. 



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128 

stark ausgebogen ist (zumal im Basaltheil), wie bei keiner 
anderen Tenaris- Art. Und : ^Das hätte er besser als Gattungs- 
nerkmal verwenden können, wie manches andere, obwohl es 
sicher auch keine neue Gattung mit begründen helfen kann.^ 
Ich habe, wie aus meinem Citat hervorgeht, eben mit anderen, 
«nd mit nur drei Worten das ausgedrückt, wozu Herr Dr. St. 
Tier Zeilen aufwenden muß. 

Auch meine besonders hervorgehobene Bemerkung 
^Palpen sehr lang, schwarz mit weißem Haarstreif an der 
Außenseite'^ beliebte Herr Dr. St. zu übersehen, um folgenden 
sieh an Obigen anschließenden Ausfall zu motiviren: ,,Eher 
könnten dies die wirklich recht langen, dunklen (schwarzen), 
weiß gestreiften Palpen thun.^ 

^ Auch daß die obere Discocellulare sich bei allen Tenaris- 
Arten verschieden lang oder kurz zeigt, ist mir keineswegs 
entgangen. Ich kann nur bestätigen, daß sie bei den vielen 
Exemplaren, die ich in meiner und der Sammlung des Ber- 
tiner Museums vor der Aufstellung meiner Gattung nach- 
gesehen habe, nirgends so kurz ist wie eben bei Morphotenaris. 

Auf Grund der Einwendungen des Herrn Dr. St. liegt 
somit gewiß keine Veranlassung vor, die Gattung Morpliotenaris 
einzuziehen. 

Ich habe in der Zwischenzeit am Museum in Budapest 
:Rwei weitere Exemplare der M, achönbergi gesehen, von denen 
eines ganz meiner Beschreibung entspricht, ein zweites aber 
einer sehr auffallenden Varietät angehört. Auf diesem Stücke 
ist das characteristische braune Band der Vorderflügel nur 
undeutlich vorhanden, und von gelblich brauner Färbung. 
Schmutzigbraun oder lehm braun (?) wie es sich nach Dr. St. 
auf seinem (J zeigt, könnte ich aber auch die Farbe des 
Bandes bei diesem Stück nicht nennen. Es ist dies übrigens 
mehr oder minder Ansichtssache, und die Beurtheilung und 
correcte Bezeichnung der Farben bleibt immer schwierig, 
auch wenn man Uülfsmittel, wie die ,,Chromotaxia von 
Saccardo^, benutzt. 

Berlin, 9. November 1894. 

H. Frnhstoifer. 



Stett. entomol. Zeit. 1S94. 



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129 



[Phyllothelys macra ^JV^estw. 

Von Dr. H. Böhm. 

ffierzu Tafel V Fig. 5. 6. 

Westwood piiblicirt in seiner Revisio losectoruin Familiae 
Mantidafum eine Gattung Ceratocraniay begründet auf ein ein- 
zelnes Stttek der Hopesehen Sammlung, welches so ungenügend 
erhalten sein muß, daß Westwood das Geschlecht desselben 
nicht bestimmen konnte. Auch die Abbildung der Art, 
Ceratocrania macra, bestätigt durch die schematisehe Zeichnung 
des Hinterleibs, der schon in der Beschreibung unerwähnt 
bleibt, daß derselbe fehlte, oder zur Unkenntlichkeit entstellt 
sein muß. Uebrigens ist die Art durch die Form des Kopfes 
mit dem langen Fortsatz auf dem Scheitel, durch die Lappen 
an den Beinen so kenntlich, daß man nicht fehlen kann, sie 
zu identificiren. 

' Das beschriebene Exemplar ist nicht, wie Westwood 
vermuthet, ein $, sondern das Männchen einer Art, welche 
mir nicht blos aus Borneo, sondern auch aus Deli (Sumatra) 
und vom Tengger-Gebirge (Java) in beiden Geschlechtern 
vorliegt. 

Weshalb Westwood auf die Art eine neue Gattung be- 
gründet hat, ist mir unerfindlich; es müßte denn sein, daß 
•die Beschreibung im Manuscript schon seit langer Zeit gelegen 
hätte ^ und daß bei der Publikation des Werkes Westwood 
HbeJ^ehen hätte, sie bei der inzwischen von Wood Mason 
in dem Journal der Asiatic Society trefflich beschriebenen 
und abgebildeten Phyllothelys Westwoodi unterzubringen. In 
^€v That ist die Bildung des Kopfes, des Pronotum, der Beine^ 
•des Abdomen, die Flügeladerung ganz übereinstimmend, ab- 
gesehen von den im Folgenden erwähnten specifischen Ab- 
weichungen. 

- Der lange Fortsatz des Scheitels ist auf der Unterseite 
flach, auf der Oberseite in der ganzen Länge durch einen 
«erhabenen Mittelkiel getheilt, am Ende nicht ausgerandet, 
sondern stumpf zugespitzt. Bei dem $ ist der Fortsatz 13 
bis 14 mm lang, beim ^ nur halb so lang. 

Die Bedomung der Yorderhfiften ist schwächer als bei 
P. Weatwoodi, die Dornen oder vielmehr die spitzigen Höcker- 
chen stehen ziemlich weitläufig. Die Lappen an den Schen- 
keln der hinteren Beinpaare beschreibt Westwood als einen 
in der Mitte eingebuchteten Lappen, ebenso wie Wood Mason 

Jtett. entomoL Zeit. 1894. 



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130 

bei P. Westtcoodi. Man könnte ebensogut bei der Tiefe der 
Einbuchtung und der verschiedenen Größe der beiden Theile 
des Lappens von einem kleinen basalen und einem großen 
apicalen Lappen sprechen. Die Erweiterung der Schienen ani 
der Außen- und Innenseite ist viel beträchtlicher als bei der 
indischen Art. 

Die Flügel des Männchens überragen den Hinterleib er- 
heblich, die des Weibchens erreichen nur das vorletzte 
Abdominalsegment. 

Die Erweiterung des Abdomen ist, wie bei P. West- 
woodi^ gleichmäßig bis zum 5. Segment, welches dann aber 
»icht nach hinten zu in eine Spitze ausläuft, sondern an der 
$eite einen breit gerundet^jn Lappen bildet; von hier aus. 
verjüngen sich die Segmente, wie bei P. Weatwoodi. 

Die Grundfarbe der Art ist schmutziges Olivengrün. Der 
Scheitelfortsatz, die Innenseite der Vorderbeine und die Be- 
dornung der Vorderhüfteu schwärzhch. 

Beim Weibchen sind die Deckflügel einfarbig olivengrün, 
an der Unterseite das Marginal- und Analfeld schwärzlich^ 
ohne Flecken oder andere Zeichnung, die Hinterflügel glän- 
zend pechbraun mit schwarzem Vorderrand, in der Vorder- 
hälfle sonst fast einfarbig, nur gegen die Spitze zu ebensa 
wie die ganze Hinterhäifte mit hyalin begrenzten Queradern. 
Die ßückensegmente des Abdomen sind ebenfalls in der 
Mitte mit breiten glänzend pechbraunen Flecken gezeichnet. 

Beim Männchen sind die Flugorgane hyaUn, nur der 
Vorderrand der beiden Flügelpaare- und die Spitze derselben 
leicht rauchfarben. Der Hinterleib ist durch besondere Fär- 
bung nicht ausgezeichnet. 

Ueber die Lebensweise der Art kann ich nichts mit- 
theilen, da ich die Sumatraner Stücke nicht selbst gefangen 
habe. Während meines Aufenthaltes fing ich das Weibchen 
einer noch unbeschriebenen Art, welches Abends aus einer 
Baumkrone auf die Veranda geflogen kam. Da ich hoflfe, 
von dieser Art noch mehr Material zu erhalten, spare ick 
mir die Beschreibung derselben auf. 

Die Abbildung der beiden Geschlechter auf Tafel V ist 
ip natürlicher Größe. 



8tett eiitomoL Zeit. 1894^ 



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131 



Drei Gheometriden-ZTritter. 

Hierzu Tafel V Fig. 1—4. 



Die Beschreibungen dreier Geometriden- Zwitter, und 
zwar von: 

1. Acidalia virgularia Hb. und ab. BiscbofEaria Lab., 

2. Bapalus piniarius L., 

3. Gleogene Peletieraria 

sind der Redaktion schon vor längerer Zeit zugegangen. Da 
es aber wünschenswerth erschien, dieselben auch in Abbil- 
dungen den Lesern vorzuführen und die Herstellung der letz- 
teren sich nicht sofort ermöglichen ließ, so konnte die Ver- 
öffentlichung erst in dem vorliegenden Heft erfolgen. 

1 Aeidalia virgidaria Hb. und ab. Bischoffaria Lah. 
von Otto Habloh. 

Tafel V Fig. 1. 

Am 14. August v. J. fand ich in der Umgebung Wiens 
ein sehr dunkles, grauschwarzes Weibchen von Acidalia vir- 
gularia Hb., welches nach Frey Lepid. der Schweiz pag. 192 
wohl identisch mit der von Laharpe in dessen Geom. pag. 20 
1852 beschriebenen ab. Bischoffaria sein dürfte. * 

Die von Hübner -Geyer 586 — 88 abgebildete Acidalia 
Bischoffaria gehört nicht hierher, dieselbe macht mit ihrer 
gezackten Wellenlinie überhaupt nicht den Eindruck einer 
Acidalia, sondern eher einer sehr schwarzen Eupitheda Rectan- 
gnlata L. oder Ghloeratu Mab. 

Uebrigens zieht schon Herrich-Schäffer in Band VI Suppl. 
zu Vol. ni. Index Seite 3 und 26 Acidalia Bischoffana H. G. 
zu Eupithecia Rectangulata L. 

Ich bewahrte dieses sehr dunkle Weibchen einige Tage 
lebend auf und erhielt auch mehrere Eier von demselben ; die 
sich daraus entwickelnden Räupchen zog ich mit welkem 
Salate auf. 

Am 29. September erschien der erste Schmetterling, ein 
vollständig getheilter Zwitter (Taf. V. Fig. 1), die linke 
männliche Seite ebenso dunkel gefärbt wie das obige Weibchen, 
die rechte weibliche Seite von der normalen Färbung einer 
gewöhnlichen Virgularia, die Fühler und Hinterbeine einer 
jeden Seite dem verschiedenen Geschlechte entsprechend ge- 
bildet; die Theilungslinie geht über die Mitte des Hinterleibes. 

Stett. Mtomol. Zeit. 1894. ^ 



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132 

Am 2. Oktober erschien ein zweites ganz gleiches Stück, 
zugleich mit einem graiischwarzen Männchen, am 4. Oktober 
ein ebenso gefärbtes und ein normales helles Weibchen; am 
5. Oktober zwei normale Weibchen. 

Es gelang mir, das dunkle Männchen mit einem der 
hellen Weibchen zur Copula zu bringen, doch gingen die aus 
den ca. 40 Eiern erzielten Raupen leider bald zu Grunde. 

Zwitterbildung ist bei Spannern verhältnißmäßig selten 
beobachtet; was diese beiden Thiere noch interessanter macht, 
ist daß sie Stammart und Aberration in sich vereinigen. 

Die Raupen anbelangend, unterscheiden sich dieselben 
ß-ußer durch etwas dunklere Färbung in nichts von gewöhn- 
lichen Virgularia, 

2. Bupalas piniarius L. 
von Alois Bogenhofer. 

(Tafel V Fig. 2.) 

Links (J rechts $, scharf längs getheilt, der linke Fühler 
männlich, der rechte weiblich; Leib dunkel, ziemlich schmächtig, 
die Genitalien außen schwer unterscheidbar. 

Die Grundfarbe der männlichen Seite weißlich, die der 
weiblichen ochergelb. Ausmaß beider Seiten fast gleich groß, 
je 2 cm. Unterseite wie gewöhnlich. Das interessante Stück 
wurde am 26. Mai 1892 von Herrn Lehrer Rossrucker bei 
Hernstein in N. Oe. gefangen und dem kaiserl. Museum gütigst 
überlassen. 

Bisher sind 2 Zwitter dieser Art bekannt gemacht 
worden. Einer, ganz ähnlich dem vorliegenden, von Fuchs 
in der Stett. entom. Zeit. 1877 S. 131 von Oberursel, ein 
zweiter unvollkommener ebenda von H. Frey 1883 S. 373 
aus Frankfurt a. M. 

3. Cleogene Peletieraria 
von Teod. Seebold. 

(Tafel V Fig. 3. 4.) 

Ich besuchte im Jahre 1891, ungefähr zu derselben Zeit, 
wie im vorhergehenden Jahre, den ^Col de Rion^, ca.. 2000 m, 
in der Absicht, die schöngefärbte CoHas phicomone, die Ckogene 
Peletieraria sowie verschiedene Psyche- und JEre^te»-Arten zu 
erlangen, fand mich jedoch in meinen Erwartungen, obgleich 
von dem schönsten Wetter begünstigt, gründlich getäuscht; 
da wo im vorhergehenden Jahre Tausende von Erebien ihr 

Stett. «itomol. Zeit 18M. 



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183 

Spiel irieben, waren dieselben nur vereinzelt wahrzunehmen. 
Die Nährpflanze (Andromeda) der Cl. Peletieraria war in Folge 
des vorhergegangenen strengen Winters auf winzige Büsch- 
chen reduzirt, der Falter selbst nur in einigen wenigen Exem- 
plaren aufzutreiben, von $ keine Spur. 

Ich brachte die geringe Ausbeute, ohne sie näher zu be- 
achten, in Sicherheit und fand bei dem nachherigen Präpariren 
der Thiere ein Exemplar eines Peletieraria (J, welches mir 
auf den ersten Blick ein verkrüppeltes Exemplar zu sein 
schien. Nach näherer Untersuchung stellte sich dasselbe als 
ein interessanter Hermaphrodit heraus. 

Die linke Seite der Flügel ist auffallend kleiner als die 
rechte; die Ober- und Unterseite der Flügel ist weißgelblich 
gesprenkelt, ebenso ist auch der Körper, welcher das Aus- 
sehen eines männlichen Körpers hat, mit weißlichen Schuppen 
geringelt. (Das $ der Peletieraria ist bekanntlich weißgelblich 
gefärbt.) Das Auffallende in der Erscheinung ist jedoch, daß 
der linke Fühler, welcher der weiblichen Seite entspricht, ein 
männh'cher Fühler ist, während der rechte Fühler, welcher 
der männlichen Form entspricht, die weibliche, ungezähnte, 
fadenförmige Form aufweist. Es scheint dies jedenfalls eine 
sehr interessante Bildung zu sein. 



Hugo Ctiristoph. 

Nachruf von Major Ed. Hering. 



Immer lichter werden die Reihen klangvoller Namen, die 
auf dem Gebiet der Entomologie jahrzehntelang unser Stolz 
waren. Wieder hat der unerbittliche Tod in diese eine 
schmerzliche Lücke gerissen. Hugo Christoph ist am 
5. November sanften Todes aus seiner rastlosen Thätigkeit 
abberufen worden. Er hat als Lohn — wenn es uns ge- 
stattet ist, so zu sprechen — • für ein langes arbeitsames Leben 
ein kurzes und schmerzloses Hinüberschlummern gefunden. 
Viele Freunde aus alter und neuerer Zeit werden ihm mit 
seiner Familie nachtrauern als einem ebenso liebenswürdigen 
und gefölligen Collegen und Freunde, wie bescheidenen und 
charaktervollen Menschen. Seiner Familie war er ein sorg- 
licher und rastlos arbeitsamer Vater und Gatte. Er hat selbst 
in reichem Maaße dafür gesorgt, daß sein Name unver- 
geßlich bleibt. 

8t«tt, «ntomol. MX. ISM. ^* 



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134 

Ueber die letzte Lebenszeit des Verewigten bin ich im 
Stande, Folgendes zu berichten: 

Zu Beginn dieses Frühlings hatte er, wie fast alljährlich 
in den letzten Jahren, im Auftrage Seiner Kaiserlichen Hoheit 
des Großfürsten eine Forschungsreise in die Kirgisensteppe 
am Ural auf dessen asiatischer Seite, nicht weit vom Inders- 
kischen Salzsee, unternommen, von welcher er und viele 
Freunde mit ihm eine besonders interessante Ausbeute, nament- 
lich im Hinblick auf die Feststellung etlicher zweifelhafter 
Arten Eversmann's erwarteten. Leider erhielt diese hofFnungs- 
freudig begonnene Reise durch allerhand Widrigkeiten der 
Witterung und durch körperliche Beschwerden Christoph's 
eine allzufrühe Unterbrechung und dann ein definitives Ende, 
wie ich aus seinem letzten Briefe an mich, d. d. Sarepta, den 
3. August 1894, erfuhr. Er schreibt darüber Folgendes: 

^Daß meine Reise an den Inderskischen Salzsee eine 
recht mißglückte war, hat Ihnen meine Frau wohl kurz niit- 
getheilt? — (Dies war unterm 13. Juni von Petersburg aus 
geschehen.) — Ich habe nie eine weniger angenehme und 
unergiebigere Reise, als diese gemacht. Schon die Fahrt selbst 
war des steten heftigen und kalten Nordost- Windes wegen 
keine angenehme. Die Entbehrungen in Bezug auf leiblichen 
Comfort waren mir ja schon vorher bekannt, aber da in 
Folge mehrjährigen Mißwachses die Kirgisen sehr verarmt 
sind, so war gegen früher Alles noch schlechter und dürftiger. 
Ich kam in Indersk an, als soeben erst der Winter zu Ende 
war und die Vegetation gerade anfing sich zu beleben. Da 
aber auch jetzt noch täglich heftiger Ostwind wehte und 
kein Tropfen Regen während meines ganzen Aufenthaltes 
fiel, 80 war die Gegend sehr bald fast zur Wüste geworden. 
— Die früher hier gefangenen guten Sachen blieben ganz 
aus und meist waren die recht anstrengenden Exkursionen 
total erfolglos. Ich hätte, so sage ich mir jetzt, jedenfalls 
besser gethan, schon nach den ersten 14 Tagen Indersk zu 
verlassen und ein besseres Sammelgebiet aufeusuchen, aber 
ich hoiFte immer noch auf Aenderung der Witterung. Dazu 
kam noch, daß ich entweder durch zu anstrengende Exkur- 
sionen oder Erkältung bei dem beständigen Wind und Sturm 
mir ein örtliches Leiden zu zog, daß mich endlich bestimmte, 
diese Reise aufzugeben. Ich verließ also in der ersten Juui- 
woche Indersk und fuhr über Uralsk nach Busuluk. Hier 
machte ich einige Versuche mit Sammeln und hatte günstige 
Resultate, so daß ich gern einen längeren Aufenthalt ge- 
nommen hätte, aber die etwas ermüdenden Exkursionen riefen 

8tett. «ntomoli Zeit. 1894. 



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138 

das schon erwähnte Uebel wiederum in verstärktem Maße 
hervor, so daß ich Busuluk aufgab und erst wieder in 
Chwalynsk an der Wolga weitere Sammelversuche machte, 
aber ebenfalls wieder wegen dieses Uebels aufhören mußte 
und mich nun entschloß, bis Sarepta zu reisen und hier ärzt- 
liche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Ich mußte vorerst jede 
Anstrengung auf Exkursionen und diese selbst vermeiden und 
bin froh, daß sich das Leiden nicht wieder eingestellt hat. 
Die Ausbeute, die ich bisher hatte, befriedigt mich wenig. 
NamentHch bietet der Tag- und Nachtfang von Microlepidop- 
teren wenig, wovon es doch sonst hier viele und schöne 
Arten gab. An Regen hat es nicht gefehlt und daher ist die 
Vegetation auch nicht schlecht, aber da jetzt Steppe und 
Wald ohne alle Rücksichtnahme vom Vieh be- und zertreten 
werden, so hat das wohl auch seine schädlichen Einfltlsse 
auf die Insekten weit. ^ 

In Sarepta erholte sich Christoph dann bei seiner Familie 
ausgezeichnet, ja er äußerte damals, daß er sich wohler als 
seit Jahren fühle. Ende September kehrte er mit den Seinigen 
nach Petersburg zurück, wo er bis zu seinem letzten Lebens- 
tage seiner gewohnten Thätigkeit oblag, zuletzt noch im Palais 
mit der Einordnung der Pjraliden in der Großfürstlichen 
Sammlung beschäftigt. Er war bei dieser Arbeit am Vor- 
mittag des 6. November noch munter und heiter wie immer 
gewesen, aß zu Hause mit gutem Appetit und ging Nach- 
mittags um 5 Uhr aus, um seinen täglichen Spaziergang und 
Besorgungen zu machen. Bald nach 7 Uhr wieder nach Hause 
gekommen, wurde er vom Hausdiener auf der Treppe, be- 
wußtlos zusammengebrochen, etliche Stufen unterhalb seiner 
Wohnung aufgefunden. Das Wort ^Ohnmacht** und ein Hände- 
druck waren für seine Gattin die letzten Beweise, daß er 
noch bei Bewußtsein war. Ohne die Sprache wieder zu 
erlangen, schlief er bald nach 9 Uhr zum ewigen Schlaf hin- 
über. Ein Gehirnschlag hatte seinem Leben ein Ende be- 
reitet. Am 10. November war die Beerdigung. Der Groß- 
fürst trug den Sarg mit aus der Kirche. — 

Ueber den Lebensgang des Verewigten war dessen Wittwe 
so freundlich, mir nachstehende Daten zu bieten, denen ich 
aus der Feder eines langjährigen Freundes nur noch Weniges 
hinzufüge. 

Hugo Th. Christoph wurde am 16. April 1831 in Herren- 
hut im Königreich Sachsen geboren, woselbst er auch seine 
Ausbildung als Mitglied der Mährischen Brüdergemeinde, ebenso 
wie der ihm gleichaltrige, aber schon 1889 im Tode vor- 

Stett. entomol. Zeit 1894. 



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136 

aufgegangene Benno Möschler, erhielt, mit dem ihn innige 
Freundschaft bis an's Lebensende verband. Nach beendigtem 
Lehrkurs trat er 1851 als Lehrer in die Knabenanstalt der 
Brüdergemeinde in Niesky ein. In gleicher Eigenschaft siedelte 
er 1858 nach Sarepta über, wo er bis 1870 als Lehrer der 
dortigen Schule fungirte. Die Jahre 1861 — 1863 verbrachte 
er in Petersburg, Gatschina und Peterhof, um die russische 
Sprache zu erlernen. 

Schon in früher Jugend war die Entomologie seine aus- 
gesprochene Lieblingsbeschäftigung, welcher er denn auch 
als Erholung fast jede Mußestunde opferte. Seine ersten 
entomologischen Tagebücher datiren vom Januar 1849 und 
zeigen, daß er damals bereits mit namhaften Entomologen, 
z. B. Professor Hering und Pastor Standfuß in r^em brief- 
lichem Verkehr und Austausch stand. 

Seit 1870 widmete er sich ausschließlich der Entomologie 
und trat zu Dr. Staudinger in nähere Beziehungen, bis er 
1880 eine Anstellung bei seiner Kaiserlichen Hoheit dem 
Großfürsten Nicolai Michailowitsch erhielt, womit seine üeber- 
siedelung von Sarepta nach Petersburg verbunden war und 
in welcher ihn der Tod ereilte. 

Von seinen zu entomologischen Zwecken unternommenen 
Reisen sind folgende zu nennen: 

1870, 1871 und 1873 nach Nord-Persien. 

1872 nach Transkaspien und Daghestan. 

1874 wieder nach Transkaspien. 

1875 in die Kirgisensteppe an den Salzsee von Indersk. 

1876 von Februar bis 1877 November an den Amur. 

1878 nach Persien. 

1879 nach .Chwalynsk an der Wolga. 

1880 in den Kaukasus und mit General lieutenant Komaroff 
nach Abchasien, dem Batumschen Gebiet, dann 
nach Borshom und Bakurian. 

1881 nach Ordubad und an den Goktscha-See (Kaukasus). 

1882 nach Achal-Tekke, später Igdir (Erivan) und 
Kasikoparan. 

1883 nach Ordubad, Istisu und Kasikoparan. 

1884 ins Thal der Kura. 

1886 in den Kaukasus. 

1887 nach Kasikoparan. 

1888 ebendahin. 

1891 und 1892 in den Ural nach Guberli (Dorf im 

Orenburgschen Gouvernement). 
1894 in die Kirgisensteppe bei Indersk, 

Stett. entomol. Zeit. 1894. 



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137 

Während er in früheren Jahren alle Insektenordnungen 
sowie Amphibien, Conchylien, Pflanzen und Steine gesammelt 
hatte, beschränkte er sich seit seiner Anstellung in Petersburg 
ausschließlich auf die Lepidopteren. 

Daß er sich rücksichtslos allen Strapazen und Gefahren 
dieser Reisen preisgab, beweisen die leider aber erklärlicher 
Weise nur in beschränktem Maße von ihm veröffentlichten, 
höchst interessanten Berichte über diese Reisen wie deren 
ungemein reiche Ergebnisse. Es konnte aber auch nicht aus- 
bleiben, daß er damit in ungewöhnlichem Grade seinen sonst 
sehr gefestigten Körper anstrengte. 

1888 kehrte er schwerkrank an Darmkatarrh von der 
Reise nach Kasikoparan zurück. Auf Anrathen der Aerzte 
und dem Wunsch seines hohen Chefs folgend, gebrauchte er 
während der Sommer 1889 und 1890 eine Kur in Karlsbad 
und machte beide Male als Nachkur Reisen nach Tirol und 
speziell an das Stilfser Joch. Die Kuren waren von aus- 
gezeichnetem Erfolg, so daß er in den folgenden Sommern 
wieder Sammelreisen unternehmen konnte. 

1892 befielen ihn in Guberli ein starker Rheumatismus 
sowie später Schwindelanfälle in Folge Blutandrangs zum 
Gehirn, die der Familie nicht geringe Sorge für sein Leben 
einflößten. Es ist daher wohl erklärlich, daß die Gattin ihn 
im vergangenen Frühling nur mit schwerem Herzen in die 
Ferne ziehen sah, besorgt, es könne ihm dort ein ernsthcher 
Unfall zustoßen. Und leider sollten diese Besorgnisse nur zu 
bald nach der Rückkehr eiue, wenn auch unerwartete, ent- 
scheidende Bestätigung erfahren. 

Können wir schon aus der Zahl und dem Umfang der 
während der letzten 24 Jahre von Christoph unternommenen 
Reisen entnehmen, wie ungemein inhaltreich seine Sammel- 
thätigkeit bis zuletzt gewesen sein muß, so ist damit das Gebiet 
seiner Forscherarbeit weitaus noch nicht erschöpft. In Sarepta 
wie in Petersbui^ wurden die nicht der praktischen Aus- 
übung gewidmeten Monate durch eine weitausgedehnte Corre- 
spondenz, Pflege der Sammlungen und namentlich durch die 
Ausarbeitung zahlreicher Publikationen ausgefüllt. Wie schon 
der 1871er Katalog von Drr. Staudinger und Woeke auf- 
weist, sind von ihm selbst, von Zeller und von B. Möschler 
eine größere Zahl neuer südrussischer Falter in der Stettiner 
und Berliner entom. Zeitschrift veröffentlicht worden. Eine 
ungleich größere Zahl von Novitäten wurde aber nach Aus- 
gabe des genannten, Katalogs von ihm aus verschiedenen 
Gegenden des östlichen Theils der paläarktischen Fauna be- 

Stett. eatomol. Zeit 1894. 



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138 

schrieben, namentlich in meist sehr umfangreichen Yeröffent- 
lichungen russischer Fachschriften. Nach der Zahl der von 
ihm benannten und beschriebenen Arten nimmt denn auch 
Christoph unter den neueren europäischen Lepidopterologen 
eine der ersten Stellen ein. Es erscheint hier am Platz, ein 
Verzeichniß zu bieten von den wesentlichsten 

Publikationen Cliristopli's. 

1. In der Stettiner Entom. Zeitung (1855—1893). 

1. Einige im hohen Norden beobachtete Insekten. (Nach 
Miertschings Reisen in Labrador, Banks Land 70<^ 4' 30" 
n. Br.) 1855. 16. p. 111—113. 

2. Bemerkungen zu einigen in Labrador vorkommenden 
Schmetterhngen. Mit Anmerkungen der Redaktion. 
1858. 19. p. 307—315. 

3. Der Begattungsakt von Orgyia dubia und wahr- 
scheinHch noch mehreren Orgjia-Arten. 1862. 23. 
p. 154—155. 

4. Vier neue südrussische Schmetterhnge. 1862. 23. 
p. 220—224. 

5. Beschreibung einiger neuer Schmetterlinge aus der 
Umgegend von Sarepta. 1867. 28. p. 233—240. 

6. Biologische Notizen über einige Schmetterlinge. 1867. 
28. p. 240—246. 

7. Bericht über meine persische Reise vom Jahre 1871. 
1872. 33. p. 204—217. 

8. Nach und vom Amur. 1878. 39. p. 201—219 und 
p. 401—410. 

9. Eine Reise im westlichen Kaukasus. 1881. 157 — 166. 

10. Diagnosen neuer Lepidopteren aus Tekke. 1887. 48. 
p. 162—167. 

11. Pellonia tabidaria Z. und Pellonia Sieversi Chr. 
1892. 53. p. 245—247. 

12. Lepidopterologisches 1893. 54. p. 31—37. 

2. In russischen Fachschriften (1872—1889). 

1. Neue Lepidoptera des europäischen Faunagebietes, 
Horae Soc. Ent, Ross. T. IX. 1872 p, 3—39. Taf. 
I et n. 

2. Neue Lepidopteren des Amurgebietes, Bulletin de la 
Soc. Imp. de Moscou Tome LV, 1880 p. 33—121. 
Tome LVI, 1881 p. 1—80 und 405—436. Tome LVII, 
1882 p. 5—47. 

£tett. entomoL. Zeit 1894. 



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139 

3. Einige neue Lepidoptera aus Russisch- Armenien, Hör. 
Sog. Ent. Ross. T. XVII, 1882 p. 104—122. 

4. Zwei neue Schmetterlinge aus Persien. Ibid. 
p. 123—126. 

5. Diagnosen zu einigen neuen Lepidopteren des palä- 
arktischen Faunengebietes. Horae T. XXII, 1888 
p. 308—314. 

6. Lepidoptera aus dem Achal-Tekke-Gebiete. M^moires 
sur les Lepidopteres, Tome I, 1884 p. 93 — 138. PI. 
VI— VIII, Tome II, 1885 p. 119—171. PL VI— VIII 
et XV, Tome III, 1887 p. 50—125. PI. III— V. 
Tome IV, 1889 p. 1—58, PI. I-III. 

7. Sclimetterlinge aus Nord-Persien. M^m. s. 1. Lep. 
Tome II, 1885 p. 201—207. PI. XII et XIII. 

8. Neue Lepidopteren aus dem Kaukasus. Id. Tome V. 
1889 p. 193—202. PI. IX. et X. 

Als vielleicht ersten schriftstellerischen Versuch führt Hagen 
noch eine Arbeit aus dem Jahre 1853 in seiner Bibliotheca 
Entomologica an. Sie ist in den Abhandlungen der Natur- 
wissenschaltlichen Gesellschaft Saxonia 1853, T. 1. p. 42 — 43 
erschienen und betitelt: ^Beschreibung eines eigenthümlichen 
neuen Apparats, Microlepidoptera leicht, ohne sie zu be- 
schädigen, zu tödten.^ 



Wenn wir das nun abgeschlossene Leben Christoph's im 
Ganzen überschauen, so entwickelt sich uns aus dem Rahmen 
einer einfachen deutschen Lehrerexistenz durch natürliche 
Neigung und Begabung einerseits, sodann in Folge der eigen- 
artigen Verhältnisse der Gemeinde, aus welcher es seinen 
Ursprung nimmt, immer unter Bethätigung einer ganz eminenten 
Arbeitskraft und Arbeitsleistung ein reiches und vielumfassen- 
des Forscherleben, dessen Fortdauer in der Wissenschaft für 
alle Zeiten gesichert bleibt. 

Noch verlautet Nichts über den Verbleib der Sammlung 
des Entschlafenen, von dessen beiden Söhnen, wie die Wittwe 
sagt, keiner Interesse an der Entomologie hat Eine letzt- 
willige Verfügung über dieselbe ist nicht vorhanden. Da die 
Sammlung durch viele Typen wie auch sonst durch ihre 
Reichhaltigkeit einen bedeutenden Werth haben muß, so wäre 
wohl zu wünschen, da& sie ungetheilt in den Besitz eines 
Sach- und Fachkenners überginge. 

Stettin, im Dezember 1894. 

Stett. entomol. Zeit. 1894. 



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140 



Rüsselkäfer der alten und neuen Welt. 

Von J. FaiUt. 



iDdia Orient aus. Cossonus proximus. 

Sepiomtis AunviUiusi. Mimua fretus, 
Epilaris Severini. America merid. 

Borneo. Anchybchynrhus Burmeisteri. 

Epilaris blanda. Diasthetus basalis. 

A"'^^' Leptoschoinvs suturalis. 

Tanymecus aliems. Pentacerus n. gen. 

brachyderoides, _ Homi. 

SystcUes sparautus. Cevlon 

- castellams. hchnopus n. gen. * 
Ephmerostylus n^ gen. . laprobanus. 

Theryt. 

Leptobaris Gerstäckeri, t^ . ,, «jQ-v». 

. Pagtophloeus tnconspedus, 

Cyla^ robustus. * Dyscerus FVuhstorferi. 

Sepiomns Aurivilliusi n. sp. S. parallelo Chvrl. simillimus, 
fronte minus convexa, antennarum funiculo tenuiore, oculis 
minus convexis, prothorace breviore pallide brunneo-trivittato, 
elytris postice subverticaliter declivibus, eutura vittaque 
humerali, macula parva quadrata antemediana in interstitio 
tertio fusco-brunneis distinctus. Lg. 7, lat. 2.4 mm. 
Sen Tai (Tonkin). 

S. parallelus Chvrl., von dem mir das typische Stück ($) 
vorliegt, hat dieselbe Größe, eine viel höher längsgewölbte 
Stirn, die Fühlergeißel ist namentlich an der Basis viel 
dünner, immerhin aber zur Spitze verdünnt, die Augen sind 
gewölbter, der Thorax ist etwas länger und zeigt ebenso wie 
die hinten schräger abfallenden Decken keine Spur einer 
dunklen Zeichnung. 

Unsre Art, von der mir ein Pärchen vorliegt, hält in 
Bezug auf die Dicke der Fühlergeißel die Mitte zwischen 
meinem ßgulus und der Chevrolatschen Art. 

Epilaris blanda n. sp. Oblongo-ovata, subdepressa, dense 
vinaceo- et viridi-squamosa; rostro latitudine fere duplo lon- 
giore, medio carinato; fronte sulcata; prothorace elongato- 
quadrato cylindrico, basi bisinuato, irregulariter punctato et 
granulato, medio obsolete sulcato; elytris humeris obliquis, 

BtetL entomoL Zeit. 1894. 



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141 

dorso antice depressis oblique adscendentibus, postice valde 
declivibus, punctato-subsulcatis, fascia transversa mediana in 
interstitio quarto antrorsim producta viridi-squamosis, fascia 
lata postica sejuncta maculaqiie triangulari utrinque ante apicem 
subfusco-squamosis. Lg. 8.5 — 10, lat. 3 — 3.8 mm. 

Kina Balu (N.-Borneo) Museum Tring. 

Die beiden eingesendeten Stücke gehören demselben Ge- 
schlecht ($?) an, sind aber nicht gut konservirt; das eine 
von ihnen läßt die Zeichnung auf den Decken erkennen, die 
auf dem Thorax nur errathen. Auf den Decken sind die 
Seiten und Spitze heller traubenkernfarbig; eine breite, die 
flinf ersten Spatien einnehmende Querbinde, eine dreieckige 
Makel vor der Spitze auf den Spatien 3, 4, 5 und der Rücken, 
soweit er nicht von der grünen Beschuppung eingenommen, 
sind dunkel traubenkernfarbig mit bräunlichem Schimmer, der 
durch dicke braune Borstenschuppen auf diesem Theil der 
Spatien hervorgerufen ist; die hinten gerade und dicht an die 
dunkle stoßende grüne Querbinde reicht bis zum Außenrande, 
ist aber auf den Spatien 6 und 7 unterbrochen, ihr Vorder- 
rand aber bildet einen nach vorne offenen Bogen, dessen 
Arme sich auf Spatium 4, theilweise auch auf 5 bis zur Höhe 
der Hinterbrustmitte erstrecken. Thorax wenigstens unten 
und an den Seiten, ebenso die Unterseite von Kopf und Rüssel 
und die Fühler weißlich, unten neben dem Seitenrande mit 
einer schmalen und dunklen Längsbinde, die sich auf das 
Deckenspatium 9 bis zur grünen Querbinde fortsetzt. Unter- 
seite bis auf das grünhche Abdomen und die grünen Seiten- 
stücke der Mittelbrust hell traubenkernfarbig. Der mit hellen 
Borstenhaaren besetzte Thorax ist an der Spitze schmäler als 
das fast halbkuglige Auge, GeißelgHeder 1 und 2 kaum an 
Länge verschieden und so lang als 2 und 3 zusammen ge- 
nommen, 3 bis 7 quer, die Keule oval, zugespitzt und so 
breit als die Schaftspitze und kaum um die Hälfte breiter als 
die Geißel. Der Rüssel neben dem Mittelkiel auf dem Rücken 
flach, an der Spitze tief eingedrückt. Decken mit stumpf- 
winkligen Schultern und bis hinter die Mitte parallelen Seiten, 
hinten gerundet zugespitzt, an der Basis flach niedei^edrückt, 
ihre Längs Wölbungslinie von der Basis bis hinter die Mitte 
geradlinig ansteigend, hier am höchsten, dann eine kurze 
Strecke gerundet und schnell zur Spitze abfallend, die Dorsal- 
furchen in der Mitte tiefer und mit größeren Punkten, die 
Seitenstreifen nur gegen die Spitze vertieft, die Dorsalspatien 
und die Naht auf der abschüssigen Stelle stumpf kielförmig. 
Das Schildchen kreisrund, flach und mit der Naht gleich- 

Stett entomol. Zeit. 1894. 



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143 

farbig beschuppt. Die Beine siod wahrscheinlich ungemakelt, 
mit abstehenden hellen Borstenhaaren besetzt. Yermuthlich ist 
der augenscheinlich abgeriebene Thoraxrücken ebenso hell 
bräunlich oder dunkel traubenkernfarbig beschuppt wie die 
Oberseite von Kopf und Rüssel. 

Epilaris Severini n. sp. Oblongo-ovata, dense albescenti- 
squamosa, supra fumido-et dilute coeruleo-fasciata; oculis 
valde convexis; funiculo antennarum cum clava aequicrassis; 
rostro elongato-quadrato inter sulcos duos obtuse carinato^ 
prothorace remote rugoso-granuloto, medio sulcato; elytris 
postice gibbosis, dorso remote punctato-sulcatis, interstitiis 
dorsalibus elevatis, macula magna communi antica _L efßciente 
fumido-, interstitiis secundo et quarto in declivitate maculaque 
laterali postbasali diluto coeruleo-squamosis. Lg. 10, lat. 
4.5 mm. 

Malacca (Brüss. Mus.). 

Etwas breiter, hinten höher gewölbt, mit viel dickeren 
Fühlern und ganz anders gezeichnet als die vorhergehende 
Art, aber mit ganz gleicher Längswölbungslinie der Decken. 
Der Rüssel ist höchstens um die Hälfte länger als breit, die 
beiden Längsfurchen nicht parallel sondern flach klammer- 
förmig den breiten und beschuppten Mittelkiel einschließend. 
Stirn gefurcht, hinter den Augen halsförmig abgesetzt. Fühler- 
schaft an der Spitze breiter als der Durchmesser der mehr 
als halbkuglig gewölbten Augen. Der cylindrische Thorax 
parallelseitig wie bei bianda geformt, neben der Mittelfurche 
kräftiger, an den Seiten flacher und spärlicher körnig. Decken 
hinter der Mitte am breitesten und höchsten, mit stumpf- 
winkligen, etwas mehr abgerundeten Schultern, die Dorsal- 
spatien auf der höchsten Stelle stumpfkielig, die abwechseln- 
den wie die Naht hinten etwas erhabener. Schildchen und 
Beine wie bei bianda, letztere aber kräftiger. Geißelglieder 
von derselben relativen Länge wie die der vorhergehenden 
Art, 1 und 2 dreieckig, die übrigen doppelt so breit als lang, 
an der Spitze rechtwinklig zur Achse abgestutzt, zur Basis 
bogenförmig. 

Der Rücken von Kopf und Rüssel, Thorax und Decken 
ist hell rauchbraun, die Seiten, eine (zuweilen auch bläuliche) 
ovale Makel auf Spatium 2 in der Mitte sowie die abschüssige 
Stelle hell traubenkernfarbig; eine unregelmäßige annähernd 
dreieckige, dicht vor der Mitte und mit der Basis auf dem 
Seitenrande stehende, mit der Spitze die Furche 3 erreichende 
Makel sowie die abwechselnden Spatien auf dem hellen Apex 
hellblau, auf der Vereinigungsstelle der Spatien 3, 4, 5 eine 

Stett entomoL Zeit. 1894. 



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143 

rundliche Makd dunkel traubenkernfarbig. Die Spatien 2 und 
4 sind auf der höchsten Stelle unregelmäßig zweireihig, die 
übrigen dorsalen einreihig mit bräunlichen Borstenschuppen 
besetzt. 

Bei den beiden hier beschriebenen Arten sind die Vorder- 
sclüenen gegen die Spitze, die mittleren schon von der Basis 
ab gekrümmt. 

Tanymecus alienus n. sp. $. Oblongus, subconvexus, supra 
squamis cervinis subalbidisque variegatus undique pilis densius 
pbsitus; rostro brevi fronte depressa parum angustiore; oculis 
breviter ellipticis vix convexis; antennis crassioribus; pro- 
thorace oblongo maxima latitudine ante medium, ad latera 
subalbido-vittulato; scutello albido; elytris maxima latitudine 
post medium utrinque ante apicem obsolete impressis, leviter 
punctulato-striatis; interstitiis planis, quarto basi apiceque, 
quinfo anlice posticeque abbreviato, sexto ab humeris fere 
usque ad medium corporeque subtus subalbidis. Long. 7, 
lat. 2.1 mm, 

Erytrea Colonie (Abessinien). Von Herrn Thery ein- 
geschickt. 

Dem T. villicus Fhr. am ähnlichsten, von ihm jedoch 
durch breiteren Kopf und Rüssel, vor der Mitte verbreiterten 
Thorax und hinter der Mitte verbreiterte Decken, helle und 
dunkle, wenn auch weder scharfe noch sehr hervortretende 
Zeichnung, sowie durch längere, namentlich auf Kopf und 
Rtissel abstehende Behaarung verschieden. 

Die schmale helle Seitenbinde auf dem Thorax setzt sich 
auf die Basis vom Deckenspatium 4 fort, ist hier bald abge- 
kürzt und erseheint erst wieder vor der kahlen Schwielen- 
stelle; Spatium 5 ist beinahe in seiner ganzen Länge (nur an 
der Basis und Spitze abgekürat), 6 von der Schulter bis zur 
Hinterhüftenhöhe weiBlich. Thorax am Vorderrande breiter 
als an der Basis, hinter jenem weder geschweift noch abge- 
schnürt, von der breitesten und gerundeten Stelle bis zur 
Basis ziemlich geradlinig verengt, neben der weißlichen Seiten- 
binde, d. h. innerhalb mit einer undicht beschuppten, daher 
dunkleren Längsbinde. Die Decken haben vortretende aber 
rundere Schultern und noch feinere Punktstreifen als villicus, 
dagegen gleiche Form und Lagerung der Schuppen. An den 
kräftigeren Fühlern ist Geißelglied 1 fast doppelt so lang, 
bei villicus kaum länger als 2. Beine viel kräftiger als 
bei diesem. 

Tanymecus brachyderoides n. sp. ^. Elongatus, angustus, 
convexior, squamulis rotundatis minoribus cinereis ex parte 

8t«tt. eatomol. Z«it. 18M. 



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144 

ipetallico-nitentibus inaequaliter obsitus et pubescens; fronte 
nonnihil convexa; rostro fronte aequilato parallele, latitudine 
breviore, confertim punctato, medio tenuissime carinulato; 
prothorace latitudine fere dimidio longiore, lateribus nonnihil 
rotundato, eat dense punctato; elytris elongato-ellipticis, humeris 
nullis, dense punetato-substriatis, interstitiis planis. Lg. 7.2, 
lat. 2 mm. 

Land der Bogos. 

Unter den vielen mir bekannten Arten ist keine, deren 
Schultern so verwischt w^ären als bei der neuen, die den Ein- 
druck eines Brachyderes macht. 

Der Rücken von Rüssel, Kopf und Thorax ist undichter 
beschuppt als die Seiten. Augen groß, kurz oval und nur 
leicht gewölbt. Fühlergeißel beinahe zweimal so lang als der 
Schaft, Glied 1 um die Hälfte länger als 2, dieses etwas 
länger als breit. Tkorax an den Seiten gleichmäßig flach 
gerundet, am Vorderrande kaum breiter als an der Basis, mit 
der größten Breite in der Mitte, die Seiten dichter weißlich 
beschuppt. Decken 2^/2 mal so lang als breit, lang elliptisch, 
hinten nur wenig mehr gerundet- verengt als vorne, mit der 
größten Breite in der Mitte, ungleichmäßig, besonders hinten 
fleckig beschuppt, die Schwielenstelle von der Spitze durch 
eine kleine Eahlmakel hinter einer weißlichen Strichmakel 
auf Spatium 4 angedeutet. Beine kräftig und nicht dicht, die 
Unterseite sehr dicht weißlich beschuppt. Die Haare zwischen 
den Schuppen der Oberseite sind kürzer als die bei der vor- 
hergehenden Art und* stehen auf Rüssel, Kopf sowie gegen 
die Deckenspitze wenig ab, was jedoch nur zu konstatiren 
ist, wenn man den Käfer gegen das Licht betrachtet. 

Systates sparsutus n. sp. Ovatus, nonnihil convexus, 
nigro-piceus, aenescens, paulo nitidus, inaequaliter cinereo- 
squamosus et setis erectis obsitus; fronte punctata medio 
canaliculata; rostro unicarinato; articulis antennarum tribus 
pnmis gradatim brevioribus, reliquis aequibrevibus; prothorace 
quadrato ad latera parum rotundato, dense fortiterque granulato- 
punctato; elytris breviter ellipticis, dense punctato-substriatis, 
interstitiis coriaceis, maculis numerosis postice ex parte con- 
fluentibus cinereis ac setis subalbidis et fuscis irregulariter 
obsitis. Lg. 5, lat. 2 — 2.8 mm. 

Erytrea Colonie (Thery). 

Halb so groß als moniliatus Fairm. — Col. des Somalis 
1882 p. 87 — und abyssinicus Fairm. — Ann. Fr. 1882 
p. 106 — ; von beiden hauptsächlich durch den nicht ge- 
körnten Thorax und durch beborstete Decken verschieden. 

Stett. entomol. Zeit. 1804. 



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145 

Rüssel und Stirn ziemlich grob punktirt und mit gelb- 
grauen Borstenschuppen undicht besetzt. Fühlerschaft lang 
und dünn, zur Spitze wenig dicker und kaum dicker als die 
Geißel, Glied 1 das längste und beim Männchen mindestens 
um die Hälfte, beim Weibchen nur wenig länger als 2 (ebenso 
unterscheidet sich auch 2 von 3), die übrigen von gleicher 
Länge und beim Männchen deutlich länger, beim Weibchen 
kaum so lang als breit, Keule lang oval, an beiden Enden 
verengt und nur wenig dicker als die Schaftspitze. Thorax 
am Vorderrande und an der Basis gleich breit, näher dem 
Seitenrande mit einer dichter beschuppten nicht scharfen 
Längslinie. Decken beim Weibchen doppelt so breit als der 
Thorax, Rücken nur flach längsgewölbt, zur Spitze gerundet, 
beim Männchen steil, beim Weibchen mit einem Bogen ab- 
fallend, dessen höchster Punkt die Deckenspitze überragt, 
also die Decken hinten beulig aufgetrieben erscheinen läßt; 
die runden Punkte in den kaum vertieften Streifen durch 
sehr schmale Stege getrennt, die breiten Spatien kaum ge- 
wölbt, fein lederartig gerunzelt und mit beinahe senkrechten, 
auf den kahlen Stellen dunklen, auf den beschuppten Stellen 
hellen Borsten besetzt. Hinterbrust und Abdomen mit Borsten- 
haaren, Beine mit Schuppenborsten undicht besetzt. Hinter- 
schienen des Männchens gebogen. 

Systates castellanns n. sp. Oblongus, minus convexus, 
nigro-piceus, opacus vix conspicue pubescens; antennis valde 
elongatis brunneis; fronte depressa sulcata; rostra substrigoso 
medio carinato, articulo primo funiculi secundo fere duplo, 
hoc tertio nonnihil longiore, reliquis brevioribus alternatim 
longioribus et brevioribus, sexto brevissimo vero latitudine 
longiore, prothorace subquadrato, antice quam basi angustiore, 
ad latera rotundato, sat dense granulato; elytris oblongo- 
ellipticis postice magis attenuatis, dense punctato-striatis, 
interstitiis latis, nonnihil convexis, coriaceis. Lg. 8, lat. 
2.8—3.2 mm. 

Erytrea Colonie (Thery). 

Die von Fairmaire aus Chöa — Ann. Belg. 1893 
p. 35 — 39 — beschriebenen Arten sind mir in natura nicht 
bekannt, sollen aber yi»#tallisch glänzend oder überhaupt glän- 
zend, dicht oder abstehend behaart sein, können hier also 
nicht in Frage kommen. In der Körperform hat unsre Art 
die größte Aehnlichkeit mit vulgaris Harold — Monatsb. Acad. 
1880 p. 264 — , weicht aber von ihm durch dünnere, längere 
Fühler und Beine, durch andre relative Länge der Geißel- 
glieder, durch andre Wölbung und Skulptur der Decken, 

Stett. entomol. Zeit. 18M. 



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146 

sowie durch das Analsegment ohne Grube und die gebogenen 
Hinterschienen des Männchens ab. 

Rüssel wenig länger als breit, zuweilen mit zwei ange- 
deuteten, zur Basis hin konvergirenden Nebenkielen, ^ugen 
kurz elliptisch und weniger gewölbt. Fühlerschaft an der 
Spitze deutlich gekeult und hier so dick als die lange schmale 
Keule, Gei&elglieder 4 und 6 kürzer als die an Länge abneh- 
menden 9^ 5, 7, aber immer noch länger als breit, 1 so lang 
als die drei folgenden. Thorax kaum so lang als breit, vorn 
leicht geschweift und mehr als zur Basis verengt, beim 
Männchen mit größter Breite vor, beim Weibchen in der 
Mitte, auf dem Rücken mit kurzem feinen Mittelkiel zwischen 
den nicht großen aber ziem lieh dichten Körnern, an den 
Seiten weniger dicht und feiner gekörnt. Decken beim 
Männchen mehr, beim Weibchen weniger als doppelt so lang 
als breit, der Länge und Quere nach sehr flach gewölbt, hinten 
schräg ((J) oder steil (?) gerundet abfallend, die Punkte in 
den Streifen durch sehr schmale Brückchen getrennt. Die 
ganze Oberseite ist undicht mit einer schwer sichtbaren dunklen 
Behaarung besetzt. Analsegment des Männchens hinten breit 
und flach abgerundet, etwas dichter aber ebenso fein punktirt 
als die drei mittleren Segmente, 1 fein quer gerieft. 

Ephimerostylus nov. gen. Tanyrhynchinoram. 

Corbuiae tibiarum posticarum apertae. Rostrum subtus 
rotundato-convexum cum capite continuatum, conicum, basi 
transversim vix Impressum. Scrobes apicales foveiformes. 
OcuU laterales oblongi vix convexi. Scapus antennarum tenuis 
marginem anticum prothoracis valde superans, apice clavatus; 
funiculus scapo longius, articulo primo longissimo, septimo 
conico; clava oblonga gracilis. Prothorax basi truncatus lobis 
ocularibus nullis. Scutellum invisum. Elytra decem-striata^ 
humeris nullis. Processus abdominalis coxis posticis aequilatus 
apice truncatus. Segmenta tres intermedia aequilonga, primum 
postice truncatum. Episterna metasterui angustissima vix 
conspicua. Unguiculi connati. 

Der apicalen Fühlereinlenkung unijder nicht genäherten 
Augen wegen mit Tanyrhynchus und Solenorhinus Seh. ver- 
wandt, von beiden schon durch die am Grunde verwachsenen 
Krallen, die gleichlangen di^ei mittleren Segmente, die linien- 
förmigen Hinterbrustepisternen, den seitUch vom Kopf nicht 
abgesetzten Rüssel und durch die langen dünnen Fühler zu 
unterscheiden. 

Stett. eatomol. ZdU 1894. 



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147 

Rüssel mit schräg nach außen abfaHenden und anliegend 
behaarten Seiten, die mit der gewölbten Unterseite und dem 
flachen Rtlcken zwei Kanten bilden, zwischen deren Spitzen 
die kahle, von oben theilweis sichtbare Fühlergrube liegt; 
die Spitze hat einen ziemlich tiefen und glänzenden, die ganze 
Breite des Rückens einnehmenden Eindruck. Fühlerschaft 
nicht dicker als die Geißel und nur an der gekeulten Spitze 
dicker und so dick als die lange Fühlerkeule. Die Hinter- 
schenkel erreichen das Analsegment, die Schienen so lang als 
die Schenkel. Trochanterenborste vorhanden. 

Ephimerostylns Theryi n. sp. Ovalis, convexus, nigro- 
piceus, subnitidus densecinereo-plerumque inaequaliterpubescens; 
antennis aliquando tibiis rufo-brunneis; rostro paulo conico 
latitudine basali fere duplo longiore, tenuiter trfcarinulato, 
cum fronte subplana confertim punctulato; articulo primo 
funiculi secundo duplo longiore sed rostro breviore, sexto 
brevissimo latitudine longiore; prothorace transverso ad latera 
rotundato-ampliato, confertim vadoso-granuloso, longitudinaliter 
nonnihil convexo, linea media plerumque impunctata; elytris 
ellipticis mediocriter convexis, dense striato-punctatis, inter- 
stitiis planis (?) vel paulo convexis ((J), alutaceis, pedibus 
haud crassis, tibiis intus obscure denticulatis. Lg. 7, lat. 
2.3—3 mm, 

Variat rostro articulo primo funiculi haud longiore . . . 

var. bardns. 

Erjtrea Colonie. Von Herrn Thery eingeschickt und 
nach ihm benannt. 

Im Habitus einem Otiorhynchus caucasicus Strl. ähnlich. 
Rüssel in beiden Geschlechtern länger als das erste Geißel- 
glied, an der Spitze zwischen den Fühlereinlenkungen so breit 
als die flach gedrückte Stirn zwischen den Augen, diese 
elliptisch, fast doppelt so lang als breit, ihre längere Achse 
parallel der des Rüssels. Geißelglieder bis zum sechsten all- 
mälig an Länge abnehmend und schlank kugelförmig, Ü noch 
etwas länger als breit, 7 an der Spitze am breitesten, aber 
nicht an die Keule geschlossen, diese beinahe so lang als die 
drei letzten Geißelglieder und zur Basis runder als zur Spitze 
verengt. Thorax am Hinterrande fast doppelt so breit als 
an der Spitze, mit der größten Breite in oder dicht hinter 
der Mitte, die Körnelung fein und nicht hoch. Decken reich- 
lich um die Hälfte (<?) oder um kaum ein Viertel ($) länger 
ab breit, hinten stumpf zugespitzt, die größte Breite in der 
Mitte, ihre Längswölbung von der des Thorax verschieden, 
hinten gerundet, beim Männchen schräg, beim Weibchen steil 
abfallend. Beine schlank. 

atttt. «atomoU Z9iU 18M. ^^ 



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148 

Die Bekleidung besteht aus anliegenden, höchstens gegen 
die SpKze wenig abstehenden Härchen, die stellenweise etwas 
dichter stehen und die Decken unregelmäßig gefleckt er- 
scheinen lassen. 

.(J. Hinterschienen gekrümmt, alle Schenkel unten, alle 
Schienen innen ziemlich dicht und langhaarig gewimpert. 

Unter einer größeren Anzahl von Stücken, ließen sich 
leicht mehrere beiderlei Geschlechts ausscheiden, bei denen 
Kopf und Rüssel etwas breiter, letzterer nicht länger als das 
erste Geißclglied ist und die ich als var. bardus bezeichnet habe. 

Leptobaris Gerstäckeri n. sp. Elongata, convexa, nitida, 
rufo-picea; rostro crasso arcuato prothorace longiore, basi 
leviter transversim impresso; prothorace basi immarginato, 
antice contracto undique sat dense fortiterque punctalo; elytris 
prothorace aequilatis, fortiter antice seriatim punctatis^ postice 
punctato-striatis, interstitiis serie punctulorum remotorum obsitis. 
Lg. 5, lat. 1.2 mm. 

Sierra Leona. (Thery). 

Von L. castanea Gerst. durch bedeutendere Größe, durch 
viel dickeren und längeren Rüssel, sowie durch breitere und 
viel gröber skulptirte Decken verschieden. Rüssel so lang als 
Kopf und Thorax zusammen, beim Weibchen länger, seine 
Basis durch einen flachen Quereindruck abgesetzt. Thorax 
etwas länger als breit, die Seiten gerundet, in der Mitte am 
breitesten, die Hinterecken eingezogen, zur Spitze kurz ge- 
schweift-verengt, letztere kurz halsförmig, die kräftigen Punkte 
auf dem Rücken größer und tiefer, die auf den Seiten feiner 
und flacher, die Räume zwischen den Punkten auf dem 
Rücken kleiner als diese. Decken an der Basis etwas er- 
weitert und hier kaum schmäler als der Thorax in der Mitte, 
von hier ab nach hinten geradlinig und kaum, hinten gerundet 
verengt, an der Spitze fast abgestutzt, die Punkte in den 
Streifen noch etwas größer als die auf dem Thorax und sehr 
dicht gestellt, die Stege zwischen ihnen an den Seiten leichte 
Querrunzeln bildend, die Spatien etwas schmäler als die Punkte, 
lederartig gerunzelt, vorne flach^ hinten gewölbt. Fühler beina 
Männchen zwischen Spitzendrittel und Mitte, beim Weibchen 
in der Mitte eingelenkt. 

Leptobaris picea n. sp. Latior, elongata^ minus convexa 
nigro-picea; a praecedente etiam prothorace breviore, ad 
latera magis rotundato ac densissime punctato, punctis in 
striis elytrorum obsoletioribus distinctus. Lg. 5.5, lat. 1.5 mm. 

Sierra Leona. 

Steit. eniomol. Zeit. 1894. 



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149 

Die drei bisher beschriebenen Arten unterscheiden sich 
nach folgender Tabelle: 

1. Thorax mindestens so lang als breit, Körper heller 
oder dunkler röthlich und höher quergewölbt, Thorax 
an den Seiten nicht dichter als auf dem Rücken 
punktirt, 

2. Decken deutlich schmäler als der Thorax in der 
Mitte, dieser an der Spitze nicht halsförmig zusammen- 
gezogen aber leicht abgeschnürt, die Punkte auf ihm 
klein, nicht tief und kleiner als die Räume zwischen 
ihnen, Rüssel an der Basis kaum eingedrückt, Körper 
glänzend castanea Gerst. 

2. Decken nicht oder kaum schmäler als der Thorax 
in der Mitte, dieser an der Spitze halsförmig zu- 
sammengezogen, die Punkte auf ihm gröber, tiefer und 
größer als die Räume zwischen ihnen, Rüssel an der 
Basis durch einen deutlichen Quereindruck abgesetzt, 
Körper weniger glänzend . . . ' Gerstäckeri n. sp. 
1. Thorax deutlich kürzer als breit, an den Seiten 
stärker gerundet und viel dichter als auf dem Rücken 
punktirt, Körper flach quergewölbt und pechschwarz 

. . . picea n. sp. 

Cylas robustu» n. sp. Crassus, niger, opacus fere glaber; 
rostro capite vix angustiore, sua latitudine plus quam dimidio 
longiore, dorso ab insertionibus antennarum usque ad verticem 
late longitudinaliter impresso, apice remote punctato; pro- 
thorace laxe punctulato, medio partis globosae postice cana- 
liculato; elytris alte convexis, humeris angulatis nitidis, sub- 
seriatim valde remote vix conspicue punctulatis; femoribus 
posticis apicem corporis superantibus. Lg. 5, lat. 2 mm. 
Erytrea Colonie (^Thery). 

Diese Art gehört zur Gruppe der Arten, deren Hinter- 
schenkel die Körperspitze überragen und deren Decken hoch- 
gewölbt und kurz sind wie bei submetalHcus i) Desbr., rußpes 2) 
und impundatus 3) Fst. Durch den dicken Rüssel und die 
kaum gewölbten Augen steht sie den beiden ersten Arten am 
nächsten, unterscheidet sich jedoch von ihnen durch bedeutendere 
Größe, den matt schwarzen Körper und die schwarzen Beine. 

Die Seiten des Rüssels zeigen vor den Augen kurze 
Längsfurchen, treten dicht hinter der Fühlereinlenkung schwach 



1) Journ. Asiat. Soc. of Bengal. 1890 p. 240. 
^) Stett. ent. Z. 1891 p. 282. 
») Ann, Fr. 1893 p. 513, 

Statt enftomol. Zdt. 1894. ^^"^ 



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150 

zahnförmig vor und jeder Punkt der Spitzenhälfte des Rackens 
trägt ein feines kurzes Borstenbärchen; die eingedrtlekte Längs- 
furche reicht sich verflachend bis zur Hinterrandhöhe der 
etwas genäherten Augen, deren Entfernung etwa ^j^ der Rttssel- 
breite beträgt. Der Kopf zeigt am Augenhinterrande eine 
kurze eingedrückte Furche. Der Thorax ist hinten breit 
wulstartig abgeschnürt und hier kaum breiter als der Rüssel; 
auf dem kugelförmigen Theil sind die Punkte an den Seiten 
in der Mitte etwas deutlicher. Decken in den Schultern 
doppelt so breit als der Thorax, an der Basis schmäler als 
die Basis des letzteren, parallelseitig, hinten stumpf gerundet, 
hoch quer- und längsgewölbt, beim Männchen mit dem höch- 
stei;i Punkt dieser Wölbung vor, beim Weibchen in der Mitte. 
Schenkel verhältnißmäßig dünn, nicht gekeult-, außen mit einem 
kleineu Eindruck vor der Spitze; Schienen mit röthlichen 
Borstenhärchen in den deutlichen Punkten. Alle Geißelglieder 
quer, die Keule beim Männchen kaum länger als die vier 
letzten Geißelglieder, beim Weibchen kürzer. 

Cossonus proximus n. sp. Parum convexus, niger, 
nitidus; rostro elongato, arcuato, apice haud subito dilatato, 
inter antennarum insertiones canaliculato; capite post oculos 
hnea transversa impresso; fronte sulcata; prothorace oblonge, 
dorso longitudinaliter parum convexo et antice posticeque 
profundius impresso, utrinque area vix punctulata, in im- 
pressione et ad latera fortiter punctato; scutello rotundato 
nonnihil convexo nitido; elytris pone scutellum impressis, 
punctato-striatis, interstitiis angustis, uniseriatim punctulatis. 
Lg. 7.3, lat. 2 mm. 

Abessinien (Thery, Donckier). 

Von dem nahestehenden canaliculatus Fabr. durch be- 
deutendere Größe, gewölbtere Oberseite, durch sehr viel län- 
geren, zwischen den Fühlereinlenkungen gefurchten Rüssel, 
um das Schildchen eingedrückte Decken mit deutlich punk- 
tirten Spatien und durch schwarzes Abdomen verschieden. 

Rüssel etwas kürzer als der Thorax, weitläufig aber 
deutlich punktirt, die nicht breite Spitzenerweiterung beim 
Männchen so lang als breit, beim Weibchen die halbe Rüssel- 
länge einnehmend. Kopf hinter den Augen nicht sichtbar 
punktirt. Thorax an den Seiten mehr gerundet als bei 
canaliculatus^ hinter der Spitze geschweift erweitert und seitlich 
flach eingeschnürt, der Längseindruck mit unpunktirter Mittel- 
linie auf der vorderen Hälfte, parallelseitig, dann dreieckig 
erweitert und gekielt, beim Weibchen in der Mitte viel flacher 
oder unterbrochen, die Punktirung an den Seiten weniger 

Stett. eatomol. Zeit 1804. 



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151 

kräftig als bei canaUculatuSy nach innen zu feiner und weit- 
läufiger, auf dem Felde neben dem Eindruck sehr fein. Die 
Deckenstreifen flach, an der Basis tiefer, der Eindruck hier 
nicht nur auf die Naht, sondern auch auf die beiden ersten 
Spatien ausgedehnt. 

Mimus fretus n. sp. Oblongus, niger, nitidus; antennis 
elava excepta, tibiis apice tarsisque rufis, elytris castaneis; 
capite parum conico post oculos vix convexos fere impunctato 
strigaque obsoleta transversim impresso; fronte medio sulco 
impressa sat fortiter punctata, rostro prothorace breviore 
arcuato, cylindrico, feminae nonnihil angustiore et vix punc- 
tulato, maris remote punctato et inter antennarum insertiones 
sulcato, antennis in utroque sexu submedianis; prothorace 
latitudine nonnihil longiore antrorsim valde angustato, basi 
paulo bisinuato, sat grosse punctato, basi utrinque lineae 
mediae impunctatae triangulariter impresso, in impressione 
dense punctato; scutello parvo rotundato; elytris antice pro- 
thorace parum latioribus, ad latera paralleHs, postice rotundato 
angustatis, nonnihil convexis, punctato-striatis, interstitiis uni- 
seriatim punctulatis; corpore subtus sat fortiter punctato. 
Lg. 4.3, lat. 1.3 mm. 

Abessinien (Thery, Donckier). 

Wenn Fahraeiis in Coleopt. Caffr. p. 283 mit den 
Worten: ^articulo 2« funiculi reliquis majore^ gemeint hat, dies 
Glied sei auch länger als 1, so stimmt das nicht mit unsrer 
Art überein, da bei dieser Glied 1 länger als 2, dieses länger 
als jedes der an Breite zunehmenden folgenden ist. Im Uebrigen 
besitzt der vorliegende Käfer alle sonstigen von Fahraeus an- 
gegebenen Gattungsmerkmale, von denen der cylindrische 
Rüssel und die bei beiden Geschlechtern dicht bei der Mitte 
eingelenkten Fühler meiner Meinung nach die ausschlaggeben- 
den für die Gattung Mimus sind. Die Hüftenentfernung weicht 
von der der exotischen Gossonus Woll. nicht ab. 

Die Fühlerfurchen sind schräg nach unten gerichtet. 
Der Fühlerschaft ist so lang als die Geißel und erreicht fast 
den Augenhinterrand und ist im Spitzendrittel keulenförmig 
verdickt. Der Thorax ist von den leicht eingezogenen Hinter- 
ecken bis zum Spitzendrittel fast geradlinig und weniger, 
dann geschweift und stärker verengt, wie die Decken flach 
quergewölbt und seine grobe Rückenpunktirung wird nach 
den Seiten zu dichter. Die Decken fallen an der Basis wenig 
und kurz ab, ihre Spatien sind etwas schmäler als die Punkt- 
streifen, und die Streifen 8 und 9 sind vor der Spitze zu 
einer tiefen Furche vereinigt. 

Stett. entomol. Zeit. 1894. 



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152 

Anchylorbynchus Burmeisteri d. ep. Flavo-testaoeus, sat 
dense paleaceo-squamosus^ rostro, vitta angista marginali in 
dimidia parte anteriore elytrorum, ^pimeris mesoeterai, vitta 
lata prosterni rostroque nigris^ articulis duobus primis funiculi 
elongatis aequilongis: rostro protborace cum capite longiore, 
parum arcuato, supra quinquecarinato; protborace transverso 
lateribus ßubrecto, angulis posticis acutis; elytris latitudine 
fere seequiloiigioribus obsolete punctato-striatis; femoribus 
anticis in utroque sexu siibtus tantum incrassatis. Lg. 6.5 — 9, 
lat. 3.5 — 5 mm. 

var. elytris macula magna rotundata nigra vittae marginali 
adnexa notatis var. bimacnlatus. 

Entre Reos am Rio Uruguay (Argentinien). 

Abgesehen von der bedeutenderen Größe weicht Bur- 
meisteri von den bisher beschriebenen Arten durch die schwarae 
Zeichnung, von mutabilis Fhrs. noch durch ovale Schuppen, 
längeren Rüssel und Beine und die durch eine Schuppe aus- 
gefüllten Punkte in den Deckenstreifen, von aegrotus Fhrs. 
durch scharfwinklige Thoraxhinterecken, -kurzes drittes Geißel- 
glied, durch noch größere Schuppen, von beiden durch die 
nur nach unten verdickten Vorderschenkel ab. 

Wenn Fahraeus den Rüssel der von ihm beschriebenen 
Arten siebenkielig nennt, so hat er augenscheinhch die sehr 
fein erhabene Oberkante der Fühlerfurche mitgezählt. Zwischen 
den Fühlereinlenkungen steht eine längliche, erhaben um- 
randete Grube, der Mittelkiel endigt auf der etwas flach ge- 
drückten Stirn in einem vertieften Punkte und die dicht 
punklirten Räume zwischen den Kielen fiind mit länglichen, 
keilförmigen, an der Spitze abgestutzten Schuppen besetzt. 
Geißelglied 3 länger als jedes der drei folgenden, etwas länger 
als breit und etwa um 1/3 kürzer als jedes der beiden gleich- 
langen ersten Glieder. Die Schuppen der Oberseite sind fast 
ganz, die mehr weißlichen auf den Hinterbrustseiten und 
Vorderbrustmitte sehr dicht, die auf den Beinen und dem 
Abdomen undichter gestellt. 

Der schwarze Deckenaußenrand erstreckt sich von der 
Basis bis zu den Hinterhüften und erweitert sich bei der 
Abänderung bimaculatus in eine große rundliche Makel, die 
nicht ganz den dritten Punktstreifen erreicht. 

Nach dem verstorbenen Direktor des National-Museums 
in Buenos Aires ist diese Art genannt, die mir mit den 
Früchten einer Palmenart, in denen die Larve lebt, vom 
jetzigen Direktor jenes Museums, Herrn Professor Carl Berg, 
geschickt wurde. 

Stett, entomol. Zeit. 1894. 



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183 

Diasthetus 1) baaalis n. sp. Rhombicus, violaceus, glaber, 
nitidus; tarsis nigris^ anteoDis piceis, fascia lata basali eljtrorum 
rufa; fronte depressa cum capite remote punctulatis; pro- 
thorace basi profunde bisinuato, antioe constricto, dorso gibbo, 
valde remote punetato, utrinque lobi mediani basalis leviter 
impresso; scutello rhombico impunctato; elytris humeris et 
ante apicem callosis, apice obtuse rotundatis, tenuiter remoteque 
punclulato-striatis, striis antice ad latera posticeque pro- 
fundioribus, interstitiis planis fere impunctatis; prosterno ante 
coxas fascia transversa dense albido pubescente; pectore, ab- 
domine pedibusque sat grosse remoteque punctatis; femoribus 
unidentatis. Lg. 6 — 8, lat. 3.5 — 4 mm. 

Paraguay. 

Mit arUiquns und tumidus Boh. verwandt, von ersterem 
durch den hochgevvölbten Thorax, von letzterem durch nicht 
goldgelb behaarte Tarsen, von beiden durch die breite, rothe, 
basale Querbinde verschieden, die in der Mitte neben dem 
Schild eben nicht ganz die Basis erreicht. 

Die Naht ist leicht vertieft und Punktstreifen 9 der ganzen 
Länge nach tief eingedrückt. Hinterbrust gröber als die Seiten 
des Abdomens, dieses in der Mitte noch feiner punktirt. 
Fühlerkeule des Männchens reichlich dreimal so lang, die des 
Weibchens kaum halb so lang als die GeiBel. Diese lange 
männliche Fühlerkeule ließ mich in basalis anfängUch einen 
CyUndrocerus vermuthen, bis der breite Mesosternalfortsatz und 
andre Abweichungen der neuen Art auf die Gattung Diasthetus 
führten, die vom Autor nur kurz (loc. c.) charakterisirt ist. 
Daraus, daß Pascoe die lange männliche Fühlerkeule nicht 
erwähnt, kann man schließen, daß ihm von tumidus Boh. und 
cupreus Pasc. — loc. c. p. 327 — nur Weibchen vor- 
gelegen haben. 

Die Diagnose dieser ausgezeichneten Gattung würde nach 
den mir vorliegenden Arten etwa lauten: ♦ 

Rhomboidalis. Unguiculi connati. Femora deatata. Pro- 
cessus mesosternalis quam abdominale fere aequilatus, antice 
verticaliter declivis et interdum anguHs lateribus antrorsim 
nonnihil productis, canalis pro receptione rostri nullus vel 
indicatus. Coxae anticae nonnihil distantes. Rostrum basin 
versus sensim incrassatum. Antennae post medium rostri 
insertae, clava maris valde elongata. Prothorax basi profunde 
bisinuatus, elytra ante apicem utrinque callosa. 



1) Eine mit CyUndrocerus Seh. verwandte Gattung, die Pascoe in 
Ann. and. Mag. 1889 p. 828 für Centrinus iumidvs Boh. errichtet hat. 



StetU entomol. Zeit. 189:1. 



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154 

Außer den oben genannten Arten gehören zu dieser 
Gattung noch die folgenden, in meiner Sammlung vertretenen: 
Centrinus pareUinus Boh., lucens Germ, und wahrscheinlich auch 
die von Boheman als Cylindrocerus beschriebenen azureue, 
cyaneus und interstitialis, 

Leptosetioinns sutnralis n. sp. Ovatus, niger, opacus; 
corpore subtus, scutello suturaque elytrorum albido-, prothorace 
helvolo'squamosis; hoc densissime punctato maculis duabus 
nigris nonnunquam confluentibus notato; capite minore; rostro 
tenuiore; elytris longioribus striatis, in striis acutis obsolete 
punctatis, inlerstitiis planis densissime punctatis, Lg. 3.8, 
lat. 1.8 mm. 

Paraguay. 

Etwas schmäler, auch länger als macukUus Boh. und von 
ihm durch den kleineren, schmäleren Rüssel, die einfarbig 
weiß beschuppte Unterseite, sowie durch die bis auf die 
Naht unbeschuppten Decken bei gleicher Thoraxzeichnung 
leicht zu unterscheiden. 

Rüssel des Männchens wohl an der Fühlereinlenkung, 
nicht aber auch wie bei maculatus an der Spitze etwas er- 
weitert, feiner skulptirt, ohne deutlich erhabenen Mittelkiel; 
Fohlerkeule gleich an der Basis einseitig erweitert und bis 
zur Mitte parallelseitig, dann bis zur Spitze einseitig geschweift 
verengt und im Ganzen höchstens um i|4 länger als die Geißel, 
Glied 2 der letzteren nur wenig kürzer als 1. Beim maculatus- 
Männchen ist die Keule reichlich doppelt so lang als die 
Geißel, beiderseitig erweitert und bis vor die gerundet ver- 
engte Spitze parallelseitig und Geißelglied 2 mindestens doppelt 
so lang als 1. 

Thorax etwas länger als bei maculatus und zur Spitze gleich- 
mäßiger conisch, der Antiskutellarlappen schmäler und länger, 
jeder Punkt mit einem bräunlichen schuppenartigen Börstchen. 
Decken um die Hälfte länger als breit, die Streifen etwas 
breiter, die Spatien gröber und dichter punktirt, die Punkte 
mit etwas erhabenen Rändern und jeder von ihnen mit 
einem bräunlichen kurzen Börstchen. Beim Weibchen des 
mir vorliegenden Pärchens schließt die gelbe Beschuppung 
zwei braunschwarze Makeln vom Durchmesser des Kopfes, 
beim Männchen eine große quere, an den Seiten abgerundete 
und in der Mitte sich bis zum Vorderrande erstreckende 
Makel ein. 

Stett. entomol. Zeit. 189i. 



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155 

Pentacerns nov. gen. Cossonmornm. 

A genere Ithaura *) Pasc, funiculo quinque-articulato, coxis 
anticis anguste distantibus, prothorace basi leviter bisinuato, 
margine laterale compreöso, tibiis rectis extus carinulatis, 
segmeDto abdominale teriio et quarto simul sumptis plusquam 
duplo longioribus distinctus. 

Die Fflhler sind nahe der Rüsselmitte eingelenkt, der 
kurae, die Augen nicht erreichende Schaft ist an der Spitze 
beinahe so dick als die Keule, Glied 2 der Geißel so lang 
als breit, 7 noch länger aber auch viel breiter, an der Spitze 
so breit als die ziemlich halbkuglige Keule. Fühlerfurchen 
an der Einlenkungsstelle von oben sichtbar, schräg auf die 
Unterseite gebogen, zur Rüsselbasis hin verbreitert und hier 
nur durch eine schmale Leiste getrennt. Kopf kugelig, vom 
Rüssel ringsum abgeschnürt. Die großen gewölbten an den 
Seiten der Rüsselbasis sitzenden Augen stehen unten etwas 
weiter von einander als oben. Der Rüssel ist mindestens so 
lang als der Yorderschenkel, gebogen, etwas breiter als hoch^ 
seitlich von den Augen bis zur Fühlereinlenkung gefurcht. 
Thorax vorne gerade abgestutzt, die Seiten zu einer 
stumpfen Kante comprimirt. Schildchen deutlich. Decken 
breiter als die Thoraxbasis, hinten vor der Spitze zusammen- 
gerafft und gekeult, der zehnte Punktstreifen von den Hinter- 
hüften bis vor die Spitze unsichtbar. Schenkel kräftig aber 
wenig verdickt, die hinteren erreichen die Spitze des vierten 
Abdominals^ments, Schienen etwas kürzer als die Schenkel 
und wie diese etwas comprimirt, auf dem Rücken und unten 
ziemlich scharfkantig abgeflacht, außen mit einem aus kleinen 
beborsteten Körnchen zusammengesetzten feinen Kiel, ihre 
Spitze senkrecht zur Achse und dann schräg nach unten ab- 
gestutzt, die innere Ecke mit einem Dorn, die Mitte der Spitze ^ 
mit einem schrägen Hornhacken, die Tarsen kurz, schmal, 
Glied 3 etwas erweitert und zweilappig, alle unten mit Haar- 
sohle, 4 mit zwei feinen gespreizten Krallen. Vorderhüflen 
kuglig, dem Hinterrande des Prosternums genähert, ihre Ent- 
fernung sowie die der Mittelhüften gleich schmal, nämlich 
kaum breiter als die Basis des Hornhackens; der Abdominal- 
fortsatz so breit als die Hinterhüften, vorne stumpfspitzig ge- 
rundet. Hinterbrust doppelt so lang als der Mittelhüften-, 
durchmesser, ihre Episternen schmal linienförmig. Die zwei 
ersten Abdominalsegmente in der Mitte verwachsen. 



Journ. Linn. See. 1871 p. 215 tab. VI. f. 2a-^c. 

* ■ 
Stett. oitomol. .Zeit. 1894. 



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156 

SoM'ohl Ithaura als Pentacerus gehören zu deu Dryophthorinen 
und zwar zur Gruppe Drt/o/rtW Leconte zwischen Oononotus Lee. 
mit sieben- und Dryotribus Hörn mit fünfgliedriger Fühler- 
geißel. Bei allen vier Gattungen sitzen die Augen an den 
Seiten des an der Basis vom Kopf abgeschnürten Rüssels, die 
Fühler sind nahe der Rüsselmitte eingelenkt und der ganze 
Körper ist mit einer glasurartigen Masse überzogen, die auf 
eine ähnliche Lebensweise dieser Thiere wie die der Bagous- 
Arten schließen läßt, 

Pentacerus Homi n. sp. ^, Oblongus, subdepressus, totus 
crusta pallido-lutea et nitida tectus; capite impunctato; oculis 
mox ante stricturam basalem rostri sitis, convexis, supra 
dimidia latitudine rostri remotis; rostro fere prothoracis lon- 
gitudine, arcuato, seriatim punctato, medio obsolete carinulato, 
hasi setis nonnullis erectis obsito; prothorace quadrato, basi 
leviter bisinuato, ad latera subparallelo, intra apicem subito 
contracto, inaequaliter punctato; elytris latitudine duplo lon- 
gioribus, prothorace paulo latioribus, subparallelis apice retusis, 
sat grosse punctato-striatis, interstitiis convexis postice carinatis; 
pedibus parce setosis. Lg. 6.5, lat. 2 mm. 

Brasilien; nach einem Männchen beschrieben und nach 
dem verdienstvollen amerikanischen Coleopterologen Georg 
H. Hörn benannt. 

Rüssel breiter als hoch, zwischen den Augen quer- 
gewölbter, der seitliche Eindruck vor den Augen tief. Ftihler- 
schaft kaum kürzer als die Geißel. Thoraxvordenand unten 
und an den Seiten abgeschnürt und reichlich halb so breit 
als die breiteste Stelle, diese dicht hinter der Abschntirung, 
die Seiten von hier aus nach hinten fast geradlinig und wenig, 
vor den Hinterecken geschweift und mehr konvergirend. Die 
Außenecken der Deckenbasis leicht naxjh vorne vorgezogen, 
die zwei inneren Punktstreifen von der Basis bis zur ab- 
schüssigen Stelle und die drei äußeren gegen die Spitze feiner 
und weniger vertieft, auch die Punkte in ihnen kleiner und 
die Spalien zwischen diesen Streifen flacher, die übrigen 
Streifen furchenartig mit größeren Punkten, auch die Spatien 
gewölbter und schmäler, das neunte am Hinterrande bis zur 
Naht wulstig; die Naht, zwei mit ihr zusammenhängende, 
außen am fünften Streifen abgekürzte Querbinden sowie einige 
unregelmäßige Flecke am Außenrande etwas dunkler geförbt. 
Schenkel oben und unten mit kurzen, fast anliegenden, die 
vier Kanten der Schienen und der Kiel auf der Außenseite 
mit schräg abstehenden und etwas längeren hellen Börstchen 
besetzt. Hinterbrust dichter und gröber als das Prosternum, 
das Abdomen am feinsten punktirt. 

BMX. entomol. Zdt. 1894. 



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157 

Als Auszeichnung des Männchens ist das scharf quer- 
gefurchte, hinten stumpf gerundete Analsegment aufzufassen. 

Ischnopus noY. gen. Heilipinarum Fst. 

A genere Typacro Kirsch, sulura inter segmenta dua 
prima distincta, articulo septimo funiculi clavam adnexo, 
angulis exterioribus eljtrorum antrorsim productis ac angulos 
posticos prothoracis amplectantibus, metasterno inter coxas 
breve diametro coxarum anticarum aequilongo, femoribus 
muticis, articulo tertio tarsorum secundo non latiore distinctus. 

Eine ausgezeichnete Gattung, die im Habitus an Neoplinthus 
erinnert, die aber der Schienenbewehrung und der Fühler- 
keule wegen, deren Glied 1 nicht hornig und kürzer als die 
drei folgenden ist, zu den HäUpinen^) gehört, Sie schließt 
sich der in der Mitte nicht verwachsenen zwei ersten Ab- 
dominalsegmente, und des nicht erweiterten dritten Tarsen- 
gliedes wegen unmittelbar an Euthycus Pasc. — Ann. Mus. 
Civ. Gen. 1885 p. 220 — an und unterscheidet sich von 
ihm durch mehr nach oben gerückte Augen, das an die Keule 
geschlossene siebente Geißelglied, kürzere Hinterbrust, unge- 
keulte und ungezähnte Schenkel, längeres zweites Abdominal- 
segment und durch die die Thoraxbasis an Breite überragende 
Deckenbasis. 

Ischnopns taprobanus n. sp. c^. Elongato-oblongus, supra 
depressus, undique dense cinereo-squamosus, fronte depressa, 
foveolata; rostro subrecto prothorace paulo breviore quadri- 
fariam punctato; articulis duobus primis elongatis, aequilongis, 
septimo clavam adnexo paulo breviore sed crassiore; pro- 
thorace brcviter elliptico, lobis ocularibus late rotundato- 
produetis, intra apicem et basin sinuato-angustato, varioloso- 
punctato ad latera longitudinaliter dorso rhomboidali-impresso, 
in impressione mediana marginem anticum persecante ab- 
breviatim carinulato; elytris elongato-ellipticis basi profunde 
emarginatis, interstitio quarto antice producto prothoracis basin 
amplectante, dorso depressis antice impressis, punctis magnis 
remotis seriatim impressis, interstitiis dorsalibus praesertim 
postiee tuberculatis; femoribus ante apicem subalbido-annulatis, 
tibiis apicem versus arcuatis, intus remote denticulatis; prosterno 
ante coxas tumidulo. Lg. 17, lat. 6 mm. 

Ceylon; nach einem Männchen beschrieben. 

Der ganze Körper, die Fühler, mit Ausnahme der Keule, 
und die Beine sind mit einer dünnen ocherfarbigen Kruste 



1) Bestimmungstabelle der Gattungen siehe Stett. ent. Z. 1898 
p. 202. 

stett. entomoL Zeit. 1894. 



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188 

bedeckt, die nur an der Spitze der Erhöhungen und auf den 
Sehenkeln eine weißliche Beschuppung erkennen läßt. Von 
den vier Punktreihen auf dem Rüssel sind die äußeren furchen- 
artig vertieft und die inneren zwischen den Fühlereinlenkungen 
vereinigt. Die Geißelglieder 3 bis 6 kaum an Länge und 
Breite verschieden, jedes von ihnen kaum so lang, 7 länger 
und deutlich länger als breit, etwas konisch und wenig 
schmäler als die Keule. Thorax länger als breit, seine Basis 
flach gerundet und vor dem fehlenden Schild chen mit einem 
kurzen dreieckigen Eindruck; je ein schräger Eindruck an 
den Vorderecken hebt an der Spitze der durch runde Ein- 
drücke undulirten Seiten einen Höcker ab uod ist auf der 
Unterseite in eine Querfurche fortgesetzt; der rhombische 
Dorsaleindruck erreicht lange nicht die Basis, wohl aber 
schmal offen den Vorderrand, der hier flach zweibeulig er- 
scheint und durch zwei mit dem abgekürzten Mittelkiel zu- 
sammenstoßende gebogene Querkiele in zwei Hälften getheilt 
ist, deren hintere herzförmig erscheint. Die elliptischen flach 
gedrückten, hinten schräg gerundet abfallenden Decken sind 
reichUch doppelt so lang als in der Mitte breit, die flachen 
Seiten steil nach unten und innen abfallend, beide noch mit 
vier größeren, die Naht und 1, 3, 5 mit je zwei kleineren 
runden Tuberkeln, von denen die hintersten zapfenförmig sind. 
Körper unten zerstreut punktirt. Analsegment des Männchens 
an der Spitze breit und flach gerundet, die Mitte sehr flach 
ausgerandet. 

Pagiophloeus inconspectns n. sp. $. Elongatus, niger, 
subopacus, setulis flavidis parce adspersus; pedibus nigro-piceis, 
antennis rufo-brunneis; roslro crasso curvato, fortiter punclato 
utrinque bisulcato, medio carinato; prothorace elongato cylin- 
drico intra apicem ad latera sinuato-angustato, longitudinaliter 
convexo, granulato; elytris parallelis, postice rotundato- 
attenuatis, utrinque ante apicem profunde impressis, foveolis 
subquadratis seriatis, interstitiis angustissimis, remote sub- 
granulosis, secundo apice dentiformiter producto; pedibus 
nitidis, femoribus acute dentatis; abdomine nitido. Lg. 10, 
lat. 3 mm. 

Java (Fruhstorfer), 

Meinem P. Rühli äußerst ähnlich, jedoch die Beine viel 
dünner, der Thorax viel gröber gekörnt, die anliegende Be- 
borstung der Oberseite viel spärhcher, der Rüssel kürzer, das 
Abdomen feiner punktirt. Der höchste Punkt des längs- 
gewölbten Thorax liegt bei drei mir vorli^enden Weibchen 
vor der Mitte. 

Stett. eatomol. Zeit. 1894* 



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159 

Dyscerns Frnhstorferi n. sp. Elongatus/ niger, opacus, 
parce albido-setosus, flavido-fasciatus; fronte puncto impre8$a; 
rosto prothorace longiore antice nonnihii arcuato, fortiter 
punctato, lineis elevatis carinulaque media praedito; prothorace 
ad latera rotundato, lobis ocularibus vix indicatis, granulis 
apice nitidis unisetosis obsito; elytris humeris rotundato- 
rectangulatis, ad latera parallelis, postice acute rotundatis, 
apicibus acuminatis, ante apicem profunde impressis, dorso 
striato-punctatie, interstitiis duobus internis quam punctis 
latioribus C<^) remote subgranulatis, singulo fasciis duabus 
angustis flavidis, una antemediana arcuata, altera postica 
transversa signatis. Lg. 7.5 — 11.5, lat. 2.5 — 3.8 mm. 

Javanus Fst. olim. 

Java. 

Von der Körperform des vorhergehenden. Rüssel länger 
als der Thorax und nur hinter der Spitze gebogen, mit einer 
Seitenfurche dicht über der Fühlerfurche, die anliegenden 
hellen Borstenhärchen in den großen gereihten Punkten quer- 
gelegt, von der Fühlerei n lenk ung ab an Höhe abnehmend und 
feiner punktirt. Stirn zwischen den Augen schmäler als der 
Rüssel und dicht, zum Scheitel hin feiner punktirt, jeder 
Punkt mit einem sehr kurzen Härchen. Thorax so lang als 
in der gerundeten Mitte breit, zur Spitze nur wenig mehr 
als zur zweibuchtigen Basis verengt, der Rücken mit dem 
höchsten Punkt seiner flachen Längswölbung vor der Mitte 
und meist mit abgekürzter erhabener Mittellinie, die Körnelung 
zur Spitze und zu den Seiten feiner. Schildchen schwach 
herzförmig, kahl, gewöhnlich mit einem Längseindruck. Decken 
sehr flach gewölbt, auf der vorderen Hälfte ganz flach und 
zwischen den zweiten Punktstreifen der Länge nach flach 
eingedrückt; die an der Basis gereihten Punkte sind hier fast 
viereckig, in den zwei inneren Streifen kleiner, und gehen 
zur Spitze in kleine runde in vertieften Streifen stehende 
Punkte über, die Stege zwischen den Punkten vorne sehr 
schmal und stellenweise körnerartig, an den Seiten rtinzel- 
artig, die Naht und die zwei ersten Spatien, wenigstens beim 
Männchen, flach und breiter als die Punkte, alle undeutlich 
und fein gekörnelt; von den Querbinden liegt die hintere 
zwischen den Streifen 1 und 8, die vordere gebogene, nach 
vorne offene zwischen 1 und dem Randstreifen, gewöhnlich 
aber beim Männchen auf Spatium 2, beim Weibchen auf 
3 unterbrochen. 

Dieser Art sehr ähnlich ist eine auch von Fruhstorfer 
auf Java gefundene, die Pascoe in Journ. Lin. Soc. 1876 

AUtt. «ntomol. Z«iU 1894. 



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leo 

p. 169 als Hylobius notatus beschrieben hat und die nach der 
Diagnose zwei oder drei weiße Querbinden haben soll: 
Dieses letzte oder legt die Vermuthung nahe, daß der ge- 
schätzte Autor möglicherweise den Fruhstorferi mit notatus 
vermengt hat. Wichtig für die Trennung beider Arten ist 
außer der Deckenzeichnung die verschiedene Thoi-axskulptur. 
Während der Thorax bei meinen Stttcken von notatus (2 (J, 1 $), 
entsprechend der Diagnose, punktirt ist und körnerartige 
Räume zwischen den Punkten aufweist, ist bei Fruhstorferi 
keine Spur von Punkten, dagegen eine einfache Körnelung 
vorhanden. Ist meine Bestimmung richtig, so unterscheidet 
sich notatus von letzterem noch durch längeren, von der Ftihler- 
einlenkung zur Spitze tief längsgefurchten Rüssel, längere 
Fühler, rund vorgezogene Augeulappen und durch drei Quer- 
binden; von diesen ist die vordere in beiden Geschlechtern 
auf den Spatien 3 und 7 unterbrochen, die mittlere am Anfang 
der abschüssigen Stelle besteht nur aus je einer Punktmakel 
auf 1 und 2 (bei einem Männchen auf der rechten Decke 
noch eine Punktmakel auf 6) und die dritte ist nur durch je 
eine Punktmakel auf 2 und 8 vor der Spitze angedeutet. 

Herr Fruhstorfer, dem ich die neue Art gewidmet, hat 
noch eine dem notatus ähnliche aber viel kürzere Art auf 
Java gefunden, die mir nur in einem, nicht gut konservirten 
Stück vorliegt. 



Synonymische Bemerkungen 

über 

Od. Ferrngata, Spadicearia und llnidentaria. 

Von Louis B. Frout, F. E. S. in London. 

Daß zwei ganz verschiedene Arten unter obigem Namen 
vereinigt stehen, ergebt sich daraus, daß die Genitalien des 
Männchens sehr ansehnliche und standhafte Unterscheidungs- 
merkmale zeigen: vgl. Aurivillius „Nordens Fjärilar^; Ento- 
mologist's Record^ (London), V, S. 112. Wenn aber Herr 
Speier (Stett. ent. Zeit. XLVI, S. 93) beweist, das C. Vmden- 
taria Haw. blos Varietät von Ferrugata sei, so ist das ja ge- 
schehen, weil er unter Ferrugata die Art meinte, die von den 
englischen Autoren als Unideniaria beschrieben ist. Diese Art hat 
bisweilen ein rothes Mittelfeld, das viele Aehnlichkeit mit dem 
stett. entomoL Zeit. 18M. 



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Mittelfelde der Ferrugaria Haw. (Neuman, British Moths, 
S. 170; Entomologist 11, S. 19) hat. Aber die Ferrugaria 
Haworth's, und die Lampa's (Ent. Tid., VI, S. 110) und von 
Aurivillius, die in den Genitalien sich ganz und gar unter- 
scheidet, ist deswegen eigene Art. Diese Art, die sich in 
vielfachen Varietäten zeigt, ist = Spadicearia Bkh., H.-S. 
Daher hat Herr Dr. Staudinger in dem Catalog 1871 mit 
Unrecht Spadicearia zu seiner Ferrugaia als ab. Spadicearia 
gezogen, da er als Ferrugaia ^die echte dunkle Cid, Ferrugaria, 
Tr. X., 2. 332" (Zeller, Caroli Clerck Jcones Insectorum 
Rariorum critisch bestimmt, Stett. ent. Zeit., XIV) — 
d. h. die rothe Form der Unidentaria der englischen Autoren 
— auffahrt. 

Nach Zeller (Caroli Clerck Jcones etc.) soll 
Ferrugaia Cl. = Spadicearia Bkh. sein; daß aber dies so sei, 
erscheint mir etwas zweifelhaft; das Bild ist nicht gut, und 
läßt sich durch die bleiche Grundfarbe mit Ferrugaia Linn. 
(= Unideniaria Haw.) vergleichen, obwohl die sehr blaßrothe 
Vorder flügelbinde eher auf Spadicearia paßt. Wenn die letztere 
Bestimmung richtig ist, so wäre die Synonymie wie folgt zu 
berichtigen : 

1. Ferrugaia Cl. Je. 6, 14; Hb. 460; Wd. 553; Alche- 
millaria Esp. 40, 5. 6; Spadicearia Bkh. V. 389; 
Frr. 650. 2; ab. Spadicearia Staud. Cat. 2632 a. 

2. Corculaia Hufn. Berl. M. IV, 616; Ferrugaia L. F. S. 
338; Hb. 285; Gn. H, 413; (aria) Tr. VI, 2. 148; 
Limriaia Bkh. V, 381; Ferrugaia Staud. Cat. 2632. 
a. ab. Unideniaria Haw. Lep. Br. p. 308; Wd. 551; 
Gn. 414; Ferrugaria Frr. 650. 1 et aliorum auctorum 
pro parte; Unideniaria Staud. Cat. 2633 (al. ant. 
fascia nigra). 



SUtt. «Btomol. Z«it. 1894. 



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162 



Coleopteren aus Togo in Ober-Guinea. 

Von H. J. Kolbe. 



I. 

Cleindeliden von der Station Bismarckbnrg und Umgegend, 
gesammelt von Herrn Leopold Conradt. 

Die KenntniB der Cicindelideo ist durch die Sammlungen 
Conradt'ß in Togo in mehrfacher Beziehung erweitert worden. 
Zunächst erfahren wir, daß an einem und demselben Orte 
eine beträchtliche Zahl von Arten lebt. Das ist jedenfalls in 
Afrika je nach der Oertlichkeit sehr verschieden; es scheint 
aber, daß Gegenden, in welchen freies offenes Land (Steppen, 
Felder) mit Buschwald abwechselt, für die Cicindeliden ein 
günstigeres Terrain bilden als solche Gegenden, in denen der 
Urwald vorherrscht. Senegambien und Togo sind deswegen 
artenreicher als Kamerun. Auch Angola und das Quango- 
Gebiet sind verhältnißmäßig artenreich. Aus Kamerun sind 
in recht auffallender Weise nur vereinzelte Arten bekannt. 

Herr L. Conradt hat während seines Aufenthaltes in 
Togo im Jahre 1893 bei Bismarckburg 18 Spezies dieser 
Familie aufgefunden. Diese treten sämmtlich von Ende März 
bis Ende April auf, also während des Ueberganges zur Regen- 
zeit und im Beginn derselben. Nur Euryoda versicolor wurde 
auch im Juni und Gcindela senegalensis im August gefunden. 

Von den 18 Arten erwiesen sich 6 als noch unbekannt, 
von denen 5 zu den Gattungen (Untergattungen) Cratohaerea 
und Euryoda gehören, Herr Dr. Walther Hörn hat 4 Arten, 
nämlich Cratohaerea aurostemalis, kolbei, conradti und Euryoda 
gibbosa, in den Entom. Nachr. XX. 1894 S. 245—247 be- 
schrieben; eine andere Euryoda wird im Folgenden (S. 164) 
und die sechste Art, Cicindela peringueyi n. sp. von Dr. Hörn 
demnächst in der Deutschen Entom,. Zeitschr. beschrieben. 

Die gesammelten Arten, welche Herr Dr, W. Hörn be- 
züglich ihrer Identität einer freundlichen Durchsicht unter- 
worfen hat, sind folgende: 

1. Tetracha bocandei Gu6r., Ende April 1893. 

2. Cicindela flavosignata Gast., am 14. April 1893 auf 
Feldern sehr vereinzelt. 

Stett. exitomol. Zeit. 1894. 



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163 

3. Cicindela lagabris Dej. Ende März bis Ende April auf 
Feldern, nicht selten. 

Var, anthracina Gu6r. Am 2., 4. und 21. April 
zwischen Gras laufend. Diese Form ist ganz matt- 
schwarz, nur ein kleiner Schulterfleck hellgelb. 

4. Cicindela deyroUei Gu^r. Anfang April zwischen Gras 
sehr vereinzelt. 

5. Cicindela cincta F. Von Ende März bis Anfang Mai 
auf Wegen und Feldern ziemlich häufig, sehr flüchtig. 
Abends wurde die Art vereinzelt, zwischen Gras ge- 
funden. Die braune wie die grüne Varietät kommen unter- 
einander in ziemlich gleicher Anzahl von Individuen vor. 

6. Cicindela luxen Dej., die grüne Varietät. Vom 21. März 
bis 22. April auf Feldern beobachtet. Sehr flüchtig. 

7. Cicindela senegalensis Dej. Auf der Reise von Klein- 
Popo nach Bismarckburg Mitte August 1892 erbeutet. 

8. Cicindela octognttata F. Am 25. März im Busch auf 
Kraut, am 28. März zwischen Gras auf Feldern und 
Wegen, auch am 12. April gefunden. Eine gleichfalls 
aufgefundene abweichende Form ist von der Art nicht 
zu trennea 

9. Cicindela peringueyi n. sp. Hörn (Deutsche Entom. 
Zeitschr. 1895). Am 18. April gefunden, sehr ver- 
einzelt, wie die vorige. 

10. Cicindela flavidenl^ Gu6r. Ende März bis Mitte Apri)^ 
nicht selten. 

11. Cicindela saraliensis Gu^r. Am 15. April ein einziges 
Exemplar bei der Station. Diese Art scheint sehr wenig 
bekannt zu sein. 

12. Euryoda versioolor Dej. Ende März auf Wegen und 
Feldern vereinzelt, auch in den ersten Tagen des Juni 
gefunden. 

Die Elytren sind etwas convexer als bei der echten 
versicolor. Die Flügel sind sehr verkürzt, etwa 4 mm 
lang, das Geäder ist aber sehr deutlich. 

13. Euryoda dromicaria n. sp. (Beschreibung unten.) Am 
29. März in sehr wenigen Exemplaren auf Feldern 
zwischen Gras. — Ungeflügelt. 

14. Enryoda gibbosa n. sp. Hörn (Entom. Nachr. XX. 1894 
S. 247). Ende März auf Feldern zwischen Gras in 
wenigen Exemplaren. Dr. R. Büttner fand diese Art 
in der ersten Hälfte des März 1891 während des Ueber- 
ganges zur R^enzeit, 

Die schöne Art weicht durch die smaragdgrüne bis 
blaue und violette Färbung ohne helle Flecke von den 
Stotu eatomol. Mk 1894. ^^ 



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164 

übrigen Arten der Gattung ab. Die FlQgel sind voll- 
ständig entwickelt, wie bei Cratohaerea. 

15. Cratohaerea conradti n. sp. Hom (Entom. Nachr. XX. 
1894 S. 246). Nach Hörn in Togo (Conradt). — Ein 
von Herrn E. Baumann bei Misahöhe in Togo in 
den ersten Tagen des April 1894 gefundenes Exemplar 
beßndet sich in der Königlichen Sammlung. 

16. Cratohaerea kolbei n. sp. Hörn (ebenda 8. 245). Ende 
März bis April, vereinzelt. 

17. Cratohaerea aurostemalis n. sp. Hörn (ebenda S. 245). 
Ende März auf Feldern einzeln. — Diese und die vor- 
genannten Arten von Cratohaerea-Arten sind mit völlig 
entwickelten Flügeln versehen. 

18. Jansenia angnstiooUis Boh. Mitte April vereinzelt auf 
Feldern zwischen Gras. 

Die Art ist weit verbreitet und ursprünglich aus 
Caffrarien bekannt. 

Beschreibung der Enryoda dromicaria n. sp. ^ $. 

Die Art sieht in Form und Färbung einer Dromica ähn- 
lich. In der Gattung Euryoda gleicht sie, was die Zeichnung 
der Elytren anbetrifft, am meisten der fesHva Dej., ist aber 
im Uebrigen von dieser Art sehr verschieden; der Prothorax 
ist oberseits rauher sculptirt, seine Querfurchen sind tiefer; 
die Elytren sind etwas bauchig, weil sie an den Seiten ge- 
rundet sind, außerdem viel gröber punktirt und mit einer 
dorsalen Längsreihe von Grübchen versehen, die im Grunde 
blaugrün sind; die Nahtspitze der Elytren ist viel länger und 
schärfer. Die marginale Stellung der 3 Makeln auf jeder 
Flügeldecke ist indeß bei beiden Arten außerordentlich ähnlich. 
In der Sculptur der Oberseite gleicht die neue Art mehr der 
versicohr Dej. als der festiva Dej. ; die Sculptur ist noch etwas 
gröber als bei jener. 

Recht ähnlich ist der neuen Art auch die ungefleckte 
E. bocandei Gu6r. vom Senegal, indeß ist der Prothorax dieser 
Art an den Seiten mehr gerundet und die Elytren sind an 
den Seiten fast gerade, nur sehr wenig gerundet. Die Sculptur 
des Kopfes, des Prothorax und der Elytren ist feiner. 
Diagnose der nov. spec. 

Obscure aenea, subnitida, fere opaca, elytris obscure 
aeneis hie et illic leviter virescentibus, a latere visis paulo 
atro-cyaneis, maculis tribus utrinque marginalibus luteis ornatis, 
macula antica humerali elongata, media et postica ovatis; 
labro flavo nigro-limbato, mandibulis nigris extus albidis; 

Stett. entomol. Zeit. 1894. 



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166 

antennis fuscis, articulis 4 primis nigrie eorumque basi, articuli 
primi excepta, interdum brunnea; palpis testaceis, articuJo 
ultimo infuscato apiceque nigro; pectore et ventre cyaneis, 
nitentibus, femoribus metallico-viridibus, interdum apicem versus 
aurichalceis, latere autem interno cyaneis, tibiis tarsisque fuscis, 
bis apiceque illarum partim nigris; eljtris pauIo ampliatis, 
lateribus conspicue rotundatis, basin versus rüde punctatis, 
latera et apicem versus punctis subtilioribus, serie dorsali 
fovearum viridium vel cyaneo-viridium longitudinali distincta; 
alis DuUis, rudimento tantum alarum minimo angusto relicto. 
— Long. corp. ^ 12,5, $ 14 mm. 

Ende März 1893 zwischen Gras auf Feldern laufend 
gefunden (L. CJonradt). 

Die Flttgel fehlen, nur ein sehr kurzes, schmales, der 
Nervatur ermangelndes Rudiment von 1^/2 mm Länge ist von 
den Flügeln übrig geblieben. 

Wie bei Euryoda drormeariaj so sind auch (nur in ge- 
ringerem Maße) bei versieolor Dej. die Flügel rudimentirt, nicht 
aber bei gibbosa Hörn, welche das Aussehen einer Cratohaerea 
hat. Bei den Arten dieser Gattung, wenigstens bei den drei 
aus Togo vorliegenden, sind die Flügel völlig entwickelt. 
Auf dieses morphologische Verhältniß der übrigen Arten von 
Euryoda find Cratohaerea will ich jedoch hier nicht näher 
eingehen; auch nicht der Frage näher treten, ob es einen 
systematischen Werth hat. 



Bezüglich der Verbreitung der Arten mag noch ange- 
fahrt werden, daß die schon bisher bekannten Arten fast 
alle auf Ober-Guinea und Sen^ambien beschränkt zu sein 
scheinen. In Nieder- Guinea giebt es wieder ganz andere 
Arten. 

Nur Jansenia angusHcoUis Boh. ist auffallend weit ver- 
breitet, da die Art ursprünglich aus Natal beschrieben ist und 
auch in Transvaal vorkommt. 



Stett. entomoU Zeit. 18M. 



11^ 



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166 



Beiträge zur TCenntniss 

der 

Mistkäfer, Lamcilicornia ontbopliila. 

Von H. J. Kolbe. 



IV. 
Arten von Bolboceras, Anachalcos und Gyronotns aus Afrika. 

Die Gattung Bolboceras ist in allen Continenten durch 
einige oder zahlreiche Arten vertreten, doch beschränkt sie 
sich auf die tropische, die subtropischen und die wärmeren 
gemäßigten Zonen dieser Continente. Wo Bolboceras spärlich 
oder garnicht vertreten ist, finden wir die nahe verwandte 
Gattung Geotrypes in ihren verschiedeneu Formen, und zwar 
vornehmlich in dem nearktischen und paläarktischen Gebiet. 

In Afrika südlich von der Sahara und in Australien ist 
Bolboceras reich entfaltet, während Oeotrypes fehlt. Die Arten 
von Bolboceras sind großentheils klein (7 — 12 mm lang oder 
wenig länger); doch kommen daneben auch recht große 
Formen vor, welche das Volumen größerer Geotrypes haben, 
namentlich in Afrika. In Australien leben eine ganze Reihe 
größerer Arten. Vereinzelte mäßig große Formen giebt es 
auch in Amerika und im indischen Gebiet. Wie wenig die 
Fauna Afrikas bisher noch bekannt war, erkennen wir 
wiederum aus der Vorführung der folgenden neuen Spezies. 

Bolboceras princeps n. sp. <^. 

Grande, testaceum, nitidum, subtus flavo-pilosum, pronoto 
rufo-testaceo ejusque lateribus paulo pallidioribus; capite 
supra densissime rugoso-punctato, postice vix iaeviore; clypeo 
trapezoidali antice carinato, carina in margines laterales con- 
tinuata; carina frontaU antica utrinque abbreviata, bidentata; 
prothorace supra laevigato, disco toto impunctato, marginem 
anticum versus parce punctulato, postice impunctato, lateribus 
dense subtiUter rugosis, vix punctatis; dorso toto subplanato 
utrinque disci antice calioso, postice foveola antescutellari 
instructo et utrinque modice breviter tuberculato; mai^ne 
antico medio producto et breviter bilobato; cornu utrinque 
pronoti laterali erecto vei*ticali, margini postico approximato, 
rugoso-punctato, postice carinato; scutello coriaceo; elytris 

8tett. tntomol. Zeit 18M. 



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modice punotato-striatis, striis parum impreesis, interstitiis 
planis suturaeque propioribus convexiusculis; tibiis anticis 
extus ö-dentatis, posterioribus gracilibus parum pilosis. — 
Long. corp. 23 mm. 

Bei Tanga in Deutsch- Ostafrika (0. Kickel). 

Eine ausgezeichnete Art, absonderlich durch das jeder- 
seits vor den Hinter winkeln des Prothorax sich erhebende 
aufrechte Hörn. Das unbekannte Weibchen dieser Art ist 
dem gigaS'^ jedenfalls sehr ähnlich. 

Bolboceras gigas n. sp. $. 

Species inter congeneres africanas maxima, testacea, nitida, 
pronoto subnitido rufotestaceo lateribusque ejus pallidioribus ; 
capite supra rugoso - punctato, vertice laevigato; clypeo 
trapezoidali antice carinato, carina in margines laterales con- 
tinuata, angulis utrinque anticis rotundatis; carina frontali 
utrinque abbreviata, sat alta, bidentata; pronoto dense sub- 
tiliter rugoso-granulato, medio antico laeviore et punctato, 
medio dorsali bicalloso, callis pronis transversis antice laevi- 
gatis et postice depressis, rugosis, m argine medio antico rotun- 
date lobato, ante marginem posticum transversim elevato; 
scutello subtilissime coriaceo; elytris modice punctato- 
striatis, 'striis dorsalibus parum impressie, interstitiis planis aut 
leviter convexis; tibiis anticis sexdentatis, posterioribus 
gracilibus, parum pilosis. — Long. 35 mm. 

Bei Bismarckburg im Hinterlande von Togo (Ober- 
Guinea) ein $ am 30. April 1889 von Herrn Hauptmann 
Kling gefunden. 

Diese Art ist noch größer als atams m., hell rothgelb, 
auf den Elytren glänzend, im übrigen sehr ähnlich. An den 
Vorderschienen fehlt der kleine hinterste Zahn. Der frontale 
Querkiel mit den beiden Höckern ist etwas höher, der Quer- 
kiel des Pronotums in der Mitte getheilt; das Pronotum vor 
dem Querkiel glänzender. 

Bolboceras atayns n. sp. $. 

Grande, brunneum, subnitidum, fere opacum, subtus flavo- 
rufo pilosum; capite supra densissime rugoso-punctato, circuito 
carinato, clypeo trapezoidali; carina frontali utrinque abbreviata, 
bidentata; pronoto toto dense rugoso-granulato, medio lon- 
gitudinaliter lineam interruptam tenuem, partim laevigatam, 
praebente, ante marginem posticum totum transversim elevato, 
medio antico subplanato utrinque leviter calloso, margine 
antico medio subrotundate lobato, carina discoidali transversa 

Stett. entomoL Zeit. 1894. 



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168 

antioe laevigata, nitida, in medio subsinuata; eljtris striato- 
punctatis, striis modice impressis; interstitiis planatis vel sub- 
convexis; tibiis anticis 5-dentati8, posterioribus gracilibus, 
parum pilosis. — Long. corp. 23 — 24 mm. 

Aus dem Conde-Gebiet, im Norden des Nyassa- 
Sees, zwei Weibchen. 

Die beiden Exemplare sind einander ganz gleich und 
scheinen Weibchen zu sein, da ihnen Hörner und Gruben 
auf dem Prothorax fehlen. Sie haben die Größe eines größeren 
Geotrypes. Der Kopfrand ist vorn und an den Seiten kiel- 
fbrmig erhaben. Zwei Stirnhöcker sind durch einen Querkiel 
verbunden. Das Pronotum ist in seiner ganzen Ausdehnung 
fein runzlig granulirt, nur vorn in der Mitte, an der Vorder- 
seite des kurzen Querkiels, glatt und gegen den Vorderrand 
hin punktirt und runzlig. Die Elytren sind theilweise querrissig. 

Bolboceras interruptum n. sp. 

B. rugifero m. simile, castaneum, nitidum, capite anteriore 
Tugoso tuberculoque mediano minuto exstructo, vertice laevi- 
gato; pronoto nitido, utrinque grosse et parum densius 
punctato, dorso parcius punctato, postice impunctato, forea 
dorsali antica parum impressa ante marginem ipsum posita; 
margine postico costulato, medio autem interrupto, simplice, 
punetis costae aggregatis majoribus; elytris paulö profundius 
punctato -striatis, interstitiis planatis; tibiis anticis extus 
7-denticulatis. — Long. corp. 9 mm. 

Bei Dar-es-Salaam in Deutsch-Ostafrika 1 Exemplar 
im Jahre 1891 von Herrn Leopold Conradt gefunden. 

Obgleich diese Art dem B, rugiferum m. sehr ähnlich ist, 
so ist sie doch ganz bestimmt unterschieden durch die in der 
Mitte unterbrochene hintere Randleiste des Pronotums, welche 
bei rugiferum ununterbrochen durchläuft. Fernere Unterschiede 
sind noch folgende: Die Punktirung an der erwähnten Rand- 
leiste ist feiner. Der mittlere Eindruck auf dem vorderen 
Theile des Pronotums liegt unmittelbar vor dem Vorderrande, 
ist aber bei rugiferum etwas mehr zur Scheibe hingerückt. 
Das Scutellum ist glatt, unpunktirt. Die Elytren sind tiefer 
gestreift. 

Aus W estafrika liegen einige sehr ähnliche Stöcke vor, 
welche wohl keine besondere Spezies, wohl aber eine eigene 
Subspezies zu bilden scheinen. Der mittlere Eindruck auf 
dem Vordertheile des Pronotums fehlt; der Kopf ist hinten 
auf der Mitte der Stirn weniger rauh sculptirt, glatter. Diese 

Stett. entomol- Zeit. 1894. 



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169 

Form mag als Subspeo. gmneense bezeichnet werden. Sie liegt 
vor von Malange in Angola (Schutt) und Mukenge in 
Baluba-Land (Pogge). 

Bolboceras rngiferum m. 

(Berlin. Ent. Zeitschr. 1883 p. 19; — Nova Acta Leop.-Carol. 
Akad. Bd. 50. 1887 p. 248.) 

Castaneum, nitidum, capite rugoso postice laevigato, tuber- 
culo unico clypeali exstructo; pronoto utrinque haud denee, 
in disco parce punctato, postice laevigato, fovea media ante- 
marginali distincta ((J $) aut fere nuUä ($), margine postico 
costulato, costula tota integra; elytris punctato -striatis vel 
tenuiter crenato-striatis, interstitiis vix convexis; tibiis anticis 
extus 7-denticulatis. — Long. corp. 7 — 11 mm. 

Chinchoxo, nördlich von der Congo-Mündung (Falken- 
stein); Banana am unteren Congo (Hesse); Mukenge in 
Balubaland im centralen Congo-Qebiet (Pogge); Salvador 
(Büttner). 

Im Vorstehenden ist die Diagnose erweitert wegen der 
nahe verwandten neuen Formen. Leicht mit rugiferum zu ver- 
wechseln ist interruptum m. subspec. guineense m., die in den- 
selben Gegenden vorkommt; bei letzterer Form ist indeß die 
Randleiste am Hinterrande des Prothorax in der Mitte unter- 
brochen, bei rugiferum aber ganz durchlaufend. 

Bei einem Stück von rugiferum aus Banana (Hesse) ist. 
die Tuberkel des Epistoms etwas mehr nach vorne gerückt 
und länglich statt konisch, und' der mediane Eindruck auf 
der vorderen Hälfte des Pronotums ist rundlich. Aehnlich 
verhält es sich bei dem typischen Stück aus Chinchoxo und 
einem sehr kleinen, 7 mm langen Exemplar aus Salvador im 
Gebiet des unteren CJongo; bei diesem Stück ist der mediane 
Eindruck des Pronotums sehr schwach. Bei dem großen 
11 mm langen Exemplar aus Mukenge ist die kräftige konische 
Tuberkel des Vorderkopfes vom Vorderrande etwas weiter 
entfernt, und der mediane Eindruck des Pronotums größer, 
tiefer und dreieckig ((J). 

Bolboceras sansibaricam n. sp. c^. 

Ferrugineo-bninneum^ capite postico medio laevi, im- 
punctato, planato, vertice convexo postice subtiliter trans- 
versim rugoso-punctato, lateribus verticis clypeoque parce 
distincte punctatis; clypeo rugoso, obtuso, postice corniculis 3 
transversim positis armato, corniculo medio majore; pro- 
thorace lato, convexo, medio supra antico excavato, cavo 

Stett. entonu)!. Zeit. ISH, 



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170 

medio punctato tuberibusque postice duobus mutiois parvis, 
sulco separatis, terminato; dorso postice laevi impuuctato, pone 
cavum ipsum lateraque versus utrinque dorsi rüde punctato; 
margine medio antico lobato, breviter bideutato; scutello 
medio mediocriter punctato; elytris punctato-striatis, punetis 
striarum transversis, interstitiis fere planatis et postice leviter 
convexis; tibiis anticis extus sexdentatis. — Long. corp. 
12 mm. 

Sansibar (Dr. G. A. Fischer). 

Diese Art scheint dem mir unbekannten B. excavatum 
Gaut. und politum Westw. aus Senegambien ähnlich zu sein. 
Von B. caffrum Boh., dem sie in der Bildung des Kopfes 
gleicht, unterscheidet sie sich durch den abgestutzten Clypeus, 
den Mangel der beiden Zähnchen in der Mitte des Vorder- 
randes des Prothorax, den längeren und weniger breiten Ein- 
druck vorn in der Mitte, und die glatte, unpunktirte hintere 
Hälfte desselben, sowie durch die weniger reichliche Punktirung 
des Scutellums. 

Bolboceras littortde n. sp. 

Species ex minoribus, rufo-castanea, capite antice rugoso, 
postice sensim laeviore, vertice laevigato impunctato; clypeo 
antice levissime arcuato, fronte tuberculo medio antico minuto 
exstructa, utrinque quoque prope angulum genarum tuberculo 
exiguo singulo; pronoto nitido, supra et postice fere impunc- 
tato, latera versus sat large punctato, medio antico impresso, 
impressione aliquot punetis antice praedita, margine medio 
sublobato et- brevissime bidenticulato; elytris mediocriter 
punctato-striatis, interstitiis minime convexiusculis, suturae 
propioribus et postice distinctius leviter convexis; tibiis anticis 
7-denticulatis, denticulis posterioribus valde exiguis. — Long, 
corp. 7,5 — 8 mm. 

In Deutsch-Ostafrika bei Pangani am Meere im 
Januar 1891 und Januar 1892 von Leopold Conradt ge- 
funden. 

Die Art scheint dem B, cycloidum Fairm. aus Somali 
ähnlich zu sein, aber die Vorderschienen dieser Art sind nach 
Fairmaire nur vierzähnig. Femer ist bei der neuen Art 
das Pronotum reicher punktirt. Die Elytren sind nicht so 
stark punktirt-gestreift, wie bei cycloidum, 

Bolboceras snahelnm n. sp. ^. 

Clypeo bituberculato distinctum, tuberculis duobus approxi- 
matis, connatis, margini clypei antico antepositis; fronte inter- 

Stett. entomol. Zeit. 1894. 



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171 

ooulari oallis duobus exstruota; vertioe laerigato parce puno- 
tulato; pronoto laevi, medio antico profunde impresso, foveam 
glabram impunctatam praebente, margine antico medio lobato 
bidenticulato, dorso medio et postice impunctato, linea media 
dorsali longitudirialiter vix impressa, indistineta, dorso utrinque 
latera versus distinete punctato; scutello subelongato, glabro, 
impunctato; elytris punctato-striatis, punctis striarum rotun- 
datis, intersiitiis planis, minime convexis; tibiis anticis extus 
S-dentatis, dente apicali majore gracili. — Long. corp. 13 mm. 

Am Tana-Fluß in Witu (Ost-Afrika) von Denhardt 
entdeckt. 

Die Art ist ausgezeichnet durch den bis an den Vorder- 
rand des Clypeus vorgeschobenen kräftigen Doppelhöcker. 
Auf der Stirn zwischen den Augen sind zwei nebeneinander 
stehende stumpf abgerundete Höcker zu unterscheiden. Das 
Labrum ist deutlich ausgerandet. Der Eindruck in der Mitte 
vor dem Vorderrande ist tief und einfach, hinten nicht von 
Höckern begrenzt; der in der Mitte etwas vorgezogene Vorder- 
rand des Pronotums trägt zwei kleine nebeneinander stehende 
Zähne. Der Rücken und der ganze hintere Theil des Pro- 
notums sind unpunktirt. Die 4 hinteren Zähnchen der am 
Außenrande 8-zähnigen Vorderschienen aind sehr klein. 

Bolbooeras qninqnedens n. sp. 

Obscure brunneum, capite pronotoque brunneo-nigris vel 
nigris, hoc latera versus fusco-brunneo; capite densissime 
granuloso- et rugoso-punctato, circuito marginato, clypeo a 
fronte carina mediocri subrecta (paulo arcuata) separato; 
vertice carina altiore, brevissime trituberculata et utrinque 
abbreviata, exstructo; pronoto inaequali, medio antico im- 
presso et punctato nodulisque quatuor cincto, supra laevigato, 
nitido, subtilissime punctulato, dorso transversim subsulcato et 
parce grosse punctato, ante marginem posticum ipsAm sulcato 
et dense punctato, lateribus pronoti totis rugoso-punctatis; 
elytris modice punctato-striatis, striis parum impressis, duabus 
interioribus antice scutellum versus curvatis, interstitiis planis, 
interstitio primo convexo, tertio prope basin ampliato, ceteris 
sat latiore; tibiis anticis extus ö-dentatis. — Long. corp. 
11—13 mm. 

Auf der Reise von Damara-Land bis zum Ngami- 
See von Dr. Fleck gefunden. 

Die Art ist ausgezeichnet durch die fünfzähnigen Vorder- 
Bchienen, sowie durch die Bildung des Pronotums und der 
inneren Streifen und Interstitien der Elytren. 

8tett entomol. Zeit. 1894» 



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172 

Bolbooeras rafotestaoenm Boh. var. pimotioolle m. 

Bx minoribus, castaneum, dy^eo nigoso rotundate obtuso, 
a fronte carina antrorsam curyata, totam frontis latitudinem 
tenente, separate; fronte nitida, antice leviter punctulata; 
vertice carinato; postice punctato, carina utrinque abbreviata; 
pronoto nitido, parce punctato, medio antico minime impresso, 
Stria punctorum dorsali ad scutellum pertinente, dorso postice 
parce vel haud punctato; scutello antice parce punctato; 
elytris profundius quam in B, suahelo punctato-striatis, inter- 
stitiis parum, postice autem distinctius convexis; tibiis anticis 
extus 10-denticiilatis, dentibus anterioribus majoribue. — 
Long. corp. 9 — 10,5 mm. 

Deutsch-Ostafrika, und zwar bei Madinula (St. Paul- 
Illaire) und Tanga (0. Kickel). 

Auch ein sehr kleines, 7,2 mm langes Exemplar aus 
Dar-es-Salaam (L. Conradt) gehört zu dieser Art Der 
mediane Längsstreifen unregelmäßig stehender Punkte auf dem 
Pronotum liegt in einer schwachen Furche. 

Die Varietät punäicolle hat einen scharf ausgeprägten, 
glatten, etwas gebogenen vorderen Kopfkiel. Sie gleicht hier- 
durch genau dem rufotestaceum Boh., der ein glatteres, kaum 
punktirtes, nur hier und da mit einigen Punkten versehenes 
Pronotum hat. Sonstige Unterschiede zwischen der ostafrika- 
nischen und der caflfrarischen Form scheinen nicht vorhanden 
zu sein. 

Bolboceras globnlare n. sp. 

B. rufotestaceo Boh. affine, fere globosum, nitidum, brunneo- 
castaueum, prothorace pallidiore flavo-brunneo, antico medio 
fusco, macula utrinque laterali atra; capite anteriore rugoso- 
punctato, vertice laevi latera versus parce punctato; clypeo 
a fronte carina transversa, prorsum convexa, separato; carina 
posteriore interoculari transversa abbreviata; prothorace 
parce profunde punctato, punctis autem obsoletissimis et sub- 
tilissimis interspersis densioribus, area antemarginali media 
impressa; elytris striato-punctatis, interstitiis glabris, sub- 
planatis, minime punctatis; pectore abdomineque rufo-fusco 
pilosis; tibiis anticis extus S-denticulatis, dentibus tribus ante- 
rioribus majoribus. — Long. corp. 8 mm. 

Bei Malange in Angola von Dr. Max Buchner 
entdeckt. 

Aus der Verwandtschaft des B, rufotestaceum Boh. 
(CafFrarien); der vordere Kopfkiel ist weniger gebogen, hinter 

Sißtt. eniomoU Zeit. 1894. 



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178 

demselben die Stirn vorn gerunzelt Der Prothorax ist unregel- 
mäßig zerstreut und grob punktirt. 

Bei dem gleichfalls nahe verwandten congoense m. be- 
findet sich auf der Stirn keine Querleiste, sondern zwei nahe 
beisammen auf einer Erhöhung stehende Tuberkeln. 

Bolboceras togonioum n. sp. <^ $. 

B. fulvo Goryi proximum, rufo-brunneum, marginibus 
pronoti antico et postico elytrorumque basi angusta et sutura 
limboque scutelli nigris vel fuscis; capite antice rugoso, spatio 
iuteroculari et vertice laevigatis, parce punctatis; carina capitis 
anteriore prorsum valde arcuata, subangulata, carina posteriore 
obtusato et utrinque abbreviato, fere binodoso; clypeo antice 
obtusato, labro leviter sinuato; prothorace laevi, parce 
punctato, disco longitudinaliter subsulcato, postice glabro, area 
antemarginali media in ^ distinctius, in $ parum impressa et 
punctata; scutello medio parce punctulato; elytris medio- 
criter punctato-striatis, interstitiis levissime convexis; tibiis 
anticis extus 9-denticulatis, denticulis quinque posterioribus 
minimis. — Long. corp. 8,6 — 10 mm. 

Bei Bismarckburg im Hinterlande von Togo, Juni bis 
Juli 1891, von Dr. R. Büttner entdeckt. Conradt fand 
die Art am 12. April 1893 am Boden, ebenfalls bei Bis- 
marckburg. 

Ausgezeichnet durch den parabolisch vorgezogenen, einen 
abgerundeten Winkel bildenden vorderen Kopfkiel. 

Der Querkiel der Stirn ist stumpf erhaben und beider- 
seits abgekürzt Die schwache mittlere Längsfurche des Pro- 
thorax ist ziemlich deutlich und unr^elmäßig punktirt und 
mündet vor dem Vorder rande in einen flachen Eindruck. 

Bolboceras monticola n. sp. 

Castaneum, capite antice rugoso-punctato,subopaco, postice 
subnitido, parce et grosse punctato; clypeo obtuso a fronte 
carina curvata et parum elevata separate; vertice tuberculis 
duobus minutis approximatis, paulo inter se separatis, exstructo; 
pronoto haud confertim distincte punctato, postice laevigato, 
antice medio haud impresso; inter puncta pronoti punctulis 
minutissimis et subtilissimis densioribus; scutello toto punc- 
tulato, punctis mediis distinctioribus; elytris profunde striatis, 
striis punctatis, interstitiis convexis postice altioribus; tibiis 
anticis extus 8-denticulatis. — Long. corp. 10 mm. 

Auf der Plantage Derema im gebirgigen Usambara, 
850 m hoch, am 25. September 1891 Abends im Woh»^ 
zimmer von Leopold Conradt gefunden. 

mm, entomoL Zeit 1894. 



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174 

Der vordere Kopfkiel ist zwar bogenförmig, aber schwächer 
als bei togonicum m., er kommt daher dem Vorderrande des 
Clypeus weniger nahe als bei dieser Art. Die beiden Stirn* 
höcker sind recht deutlich. Der Prothorax ist oben gröber 
und etwas reichlicher punktirt, daher weniger glänzend und 
in der Mitte vor dem Vorderrande ohne die Spur eines Ein- 
drucks. Das Scutellum ist fein punktirt. Die Eljtren sind 
recht tief gestreift und mäßig stark punktirt, die Interstitien 
sehr copvex. 

Anaohalcos holsti n. sp. (^ $. 

Subelongatus, modice convexus, supra fusco-brunneus, 
cupreus, subnitidus vel subopacus; capite anteriore medio 
subtilissime punctato vel impunctato; prothorace amplo 
antice elytris haud angustiore, postice minus elongato quam 
in A. procero'^ elytris longioribus quam in speciebus formae 
brevioris et latioris, lateribus minus rotundatis et in medio 
subrectis, striis tenuibus punctatis, vittis laevibus nuUis vel 
indistinctis; tibiis anticis intus crenulatis ((J) vel integris ($), 
posticis in ^ elongatis et biflexuosis. apiceque oblique truncato 
et parum elongato, in $ sat latis, brevioribus, subflexwosis; 
in (J lamina segmenti ultimi ventralis sat porrecta et reflexa^ 
$ pygidio bituberculato, lamina segmenti ultimi ventralis 
angusta, medio vix vel subangulato. — Long. corp. 25 — 28 mm. 

Im nördlichen Usambara, Station Mlalo (Holst). 

Von dem gleichfalls in Usambara lebenden A. aurescens 
Bat. durch die längeren Elytren verschieden, deren Seiten 
viel weniger gerundet sind; ferner durch fast matte, kupfer- 
braune Färbung der ganzen Oberseite, schwächer punktirte 
Scheibe des Kopfschildes, längere und mehr geschwungene 
Hinterschienen und die etwas mehr ausgezogene innere Spitze 
derselben. Der Prothorax ist nicht schmäler als die Flügel- 
decken, weniger gestreckt als bei procerus Gerst., , überall 
weniger grob, aber vorn und in der Mitte deutlich feiner 
punktirt als bei aurescens. Die Elytren sind gegenüber den 
kurzen, gedrungenen Arten (cupreus F., convexus Boh.) läng- 
lich, an den Seiten in der Mitte nur schwach gerundet, fast 
gerade. Die Hinterschienen sind etwas verlängert und doppelt 
geschwungen, am Ende schräg abgestutzt und etwas mehr 
ausgezogen als bei aurescens, aber viel weniger als bei procerus. 
Beim $ stehen die beiden Tuberkeln des Pygidiums näher 
beisammen als bei aurescens $. 

Stett. entomoL Zeit. 189A. 



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175 

AnachalcoB hopei n. sp. 

(J A, hokti similis, ßubelongatus, modice convexus; pro- 
thorace amplo, elytris parum latiore, postice fere sicut in 
A, procero elongato; elytris laevivittatis, sat dense punctulatis 
et leviter rugulosis, rugulis partim granulatis, epipleuris sub- 
angustis; tibiis posticis elongatis, flexuosis, sat curvatis, apice 
oblique truncato, modice elongato (sicut in A. hokti) -^ tibiis 
anticis leviter crenulatis; lamina segmenti ultimi ventralis 
brevi, haud porrecta, late rotundata. 

$ Tibiis posticis angustis, brevioribus quam in (J, sub- 
flexuosis; pygidio haud tuberculato, anteapicem leviter bulboso, 
bulbo linea impressa fere fisso; lamina segmenti ultimi ven- 
tralis brevissima, angustissima. 

Long. corp. 28 mm. 

Vaterland: Sierra Leone 1 (J; Bismarckburg in 
Togo 1 $, März 1891 (Dr. R. Büttner). 

Die Art unterscheidet sich von A. hokti durch die glatten 
Streifen der Elytren und die stärker gebogenen, längeren 
Hinterschienen des (J. 

Das $ unterscheidet sich von A, hokti $ namentlich 
durch den Mangeln der Tuberkeln auf dem Pygidium und 
die schmäleren Hinterschienen. 

Anachalcos pleuriticus n. sp. ^. 

Elongatus, fusco-cupreus, supra modice nitidus, elytris 
subnitidis la^era versus subopacis; capite medio subtilissime 
punctato; prothorace amplo, elytris vix angustiore, parum 
breviore quam in A. procero, postice late rotundato; elytris 
haud laevivittatis, epipleuris multo angustioribus quam in 
A, procero* tibiis anticis intus crenulatis, posticis elongatis, 
angustis, biflexuosis, apice elongato; lamina segmenti ultimi 
ventralis polita, modice porrecta, apice rotundato-angulato. — 
Long. corp. 28 mm. 

Ein Exemplar (rj) aus dem Capland, von Dr. 0. Thieme 
erhalten. 

Von den nächsten Verwandten (procerus Gerst., magnus 
Bat., hokti m.) durch die schmalen Epipleuren zu unterscheiden 
und dadurch dem A, hopei ähnlich, vor dieser Art aber durch 
die vorspringende Apicalplatte des letzten Ventralsegments 
ausgezeichnet. 

Anachalcos diversipes n. sp. $. 

Convexus, obscure cupreus, breviter ovatus, capite pro- 
notoque nitidis, elytris subnitidis latera versus opacis; 

Butt ttttomot. ZeiU 1894. 



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176 

epistomate subtiliter punctato; prothorace brevi, supra pro- 
funde et partim densissime, medio antico minus profunde et 
parcius punctato; elytris subtilissime striatis, interstitiis sub- 
rugose punetatis, lateribus modice rotundatis; tibiis posticis, 
sicut in A, convexo^ brevibus, latiusculis, simplicibus, magis 
arcuatis quam in A, convexo; pygidio postice apicato, tuber- 
culis duobus latius inter se eeparatis, lamina infera latiuscula 
angulumque porrectum praebente. — Long. corp. 22 mm. 

Ein Weibchen aus der Gegend von Derema im östlichen 
Usambara im Dezember 1891 von Leopold Conradt ge- 
funden. 

Diese Art ist dem A, convexus Boh. ähnlich, unterscheidet 
sich aber vom $ dieser Art durch die yrinklig vorspringende 
Apicalplatte des letzten Yentralsegments. Die Hinterschienen 
sind dicker und kürzer und roth gefranst. Die beiden Tuberkeln 
des Pygidiums sind weiter voneinander getrennt. Der Pro- 
thorax, ist an den Seiten vor den Vorderecken ziemlich tief 
ausgerandet. 

A, diversipes ist kleiner als aurescens Bat., der gleichfalls 
bei Derema vorkommt, und oberseits weniger glänzend. Der 
Prothorax ist kürzer als bei dieser Art und dichter punktirt. 
Die beiden Tuberkeln des Pygidiums sind weiter voneinander 
getrennt. Die Apicalplatte des letzten Ventralsegments ist 
deutlich breiter und springt winklig vor. Die Hintertibien 
sind kürzer, breiter und weniger geschwungen. 

Gyronotus fimetarius n. sp. c^$. 

Nigro-fusco-aeneus, supra totus opacus, infra lateribus 
exceptis nitidus, antennis castaneis, clava laete flavo-ferruginea; 
a 0, pumilo (Boh.) sat diversus, paulo longior, minus con- 
vexus, clypeo similiter bidenticulato, spatio autem interden- 
ticulari angustiore; prothorace elytrisque subtilissime pune- 
tatis, brevissime setulosis granulisque minutis obsitis, granulis 
pronoti laevibus, depressis; hoc plus duplo latiore quam lon- 
giore, lateribus paulo dilatatis et deplanatis, marginibus late- 
ralibus rotundatis et refiexis; elytris striatis, striis impressis, 
interstitiis alternis leviter convexis, spatio humerali deplanato; 
epipleuris elytrorum latioribus quam in O. pundlo, leviter con- 
cavis; pygidio ab elytris toto obtecto, subflexo, lato, parum 
convexo, postice laevi limbato. 

(J Tibiis anticis longioribus et angustioribus quam in $, 
arcuatis, extus dentibus tribus denticulisque compluribus (his 
minutis) armatis, caleare apicali minuto. 

SteU. ontomol. Z«it. 1894. 



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177 

? Tibiis anticis brevioribus apicem versus latioribus, 
dentibus denticulisque extus similiter exstructis, calcare apicali 
majore. 

Long. eorp. 13 — 15 mm. 

Die Gattung Gyronotus schien bisher auf Südafrika be- 
schränkt zu sein. Obgleich die vorliegende Art in einigen 
Punkten von G. pumilus Boh. recht verschieden ist, so kann 
sie doch nur zu dieser Gattung gehören. Der Körper ist 
größer, dabei etwas schmäler; die Flügeldecken sind verhältniß- 
mäßig länger und weniger convex, der Prothorax breiter und 
nach den Seiten zu flacher. Die Oberseite ist schwarzbraun, 
matt, mit schwachem Bronzeton; die Färbung der Unterseite 
ist ähnlich, aber das Sternum der Mittel- und Hinterbrust glän- 
zend. Ebenso glänzt der Saum des Spaltes der Kloake. Der 
Clypeus ist in der Mitte des Vorderrandes mittelmäßig halb- 
mondförmig ausgeschnitten und beiderseits des Ausschnittes 
mit je einem aufgebogenen Zähnchen versehen. Die Punk- 
tirung des Kopfes ist eine ziemlich dichte. Der Prothorax ist 
stark doppelt so breit als lang, vorn tief ausgerandet mit 
stumpf vorspringenden Vorderecken; die Seiten sind, nament- 
lich nach vorn zu, abgeflacht, die Seitenränder selbst schmal 
aufgebogen. Auf der Scheibe, nach vorn zu und beiderseits 
der Mitte bemerkt man einige kleine Eindrücke. Die ganze 
Oberfläche des Prothorax ist ziemlich dicht und fein punktirt; 
aus jedem Punkte entspringt eine sehr kleine, niederliegende 
Schuppe; zwischen den Punkten bemerkt man je ein glänzen- 
des, rundes, erhabenes Pünktchen. Die Hinterecken des Pro- 
thorax sind stumpfwinklig mit vorspringender Ecke. Die 
Flügeldecken sind am Grunde so breit wie der Prothorax, 
an den Seiten verbreitert, aber vor der Mitte am breitesten, 
nach der Spitze zu allmählich verjüngt. Die Längsstreifen der 
Flügeldecken sind schwach, wenig vertieft, aber ziemlich breit. 
Die Zwischenräume sind reichlich und fein punktirt; aus 
jedem Punkte entspringt ein kleines rundliches Schüppchen; 
zwischen den Punkten flnden sich zahlreiche kleine, glänzende, 
schwielenförmige Pünktchen, welche größer sind als diejenigen 
des Prothorax. Die umgeschlagenen Seiten (die Epipleuren) 
der Flügeldecken sind der Länge nach etwas eingedrückt. 
Die schmalen leicht gekrümmten Vorderschienen sind außen- 
seits gezähnelt und gegen die Spitze zu mit drei größeren 
Zähiicn versehen, von denen der mittlere dem Endzahne 
näher steht als dem oberen; zwischen dem zweiten und 
dritten Zahne befinden sich zwei oder drei Zähnchen. Auch 
die Mittel- und Hinterschienen sind schwach gebogen. Das 

Btttt. t&tomoL Z«it. i8M. 



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178 

Pygidium ist von den Elytren bedeckt, von oben also nicht 
sichtbar und durch eine erhabene Kante, welche von einer 
Seite zur anderen reicht, getheilt. Die Kante schmiegt sich 
an den Rand der Flügeldecken an. Der untere Theil des 
Pygidiums ist viel schwächer convex und kürzer als bei 
pumUus Boh. 

Findet sich bei Derema in Usambara, 850 m hoch, im 
August und September an Exkrementen, faulen Früchten u. s. w.; 
auch Anfang Dezember an Koth (Conradt). 



Coleopteren aus Afrika. 

Von H. J. Kolbe. 



I. 
Oryctes ingens n. sp. ^. 

Grandis, corpulentus, piceo-niger, subnitidus, subtus 
castaneus, nitidior; cornu frontali longissimo, curvato, elytro- 
rum basin fere attingente, antice punctulato, lateraliter et 
postice rugoso; prothorace amplo, tubere medio compresso 
armato, lateribus antice inaequaliter elevatis carinaque sub- 
mediano juxtamarginali exstructis; elytris dense punctatis, 
4-striatis, stria externa antice cariniformi, lateribus fere rectis, 
minime curvatis; tibiis auticis S-dentatis^ posterioribus ad 
apicem bidentatis, dente exteriore latiore, fere biapicato. — 
Long. corp. 72 mm. 

Bei Madinula in Deutsch-Ostafrika von Herrn St. Paul- 
Illaire gefunden. 

Diese Art gehört zu den größten der Gattung und ist 
dem 0. cristatm Snell v. Voll. (Tijdschr. v. Ent. I. 1858 
p. 21) ähnlich. Bemerkenswerth ist die Art außer durch die 
Körpergröße durch die Bildung des Prothorax. Das Kopf hörn 
ist sehr lang und gekrümmt und erreicht nach hinten gebogen 
fast den Grund der Elytren; es ist vorn etwas punktirt, an 
den Seiten und hinten runzelig. Der Clypeus trägt wahr- 
scheinlich zwei divergirende Spitzen, welche an dem vor- 
liegenden Exemplar aber abgestoßen sind. Der Prothorax ist 
in der vorderen Hälfte so breit wie die Elytren; die vordere 
Hälfte des Seitenrandes ist aufgebogen und zeigt gegen die 
Mitte des Randes hin einen aufgerichteten lappigen Vorsprang. 

8t«tt. «ntomoU Zolt. 1804. 



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179 

Von diesem Vorsprunge entspringt eine nach hinten gerichtete 
und vom Seitenrande getrennt verlaufende Leiste, welche in 
eine, dem Hinterrande parallel gerichtete Erhebung übergeht. 
Auf der Mitte des Rückens erhebt sich ein sclimaler, seitlich 
comprimirter, vorn und hinten abgestutzter Höcker, welcher 
auf der oberen Kante von einer Furche durchzogen ist. Beider- 
seits des Höckers und vorn ist das Pronotum abgeflacht und 
fein gerunzelt, neben dem Seitenrande aber mit Längsrunzeln 
versehen. Das hintere Fünftel des Pronotums ist convex, 
glatt, fein punktirt, vor dem Hinterrande grob punktirt. 

Die breiten Blytren sind deutlich und ziemlich dicht 
punktirt; auf jeder befinden sich vier theil weise convexe 
Längsstreifen, von denen der äußere nach der Schulterbeule 
zu kielförmig erhaben ist. Der Seitenrand der Elytren ist 
fast gerade, schwach gerunzelt, bei 0. cristatus gewinkelt. 

Die Vordertibien sind dreizähnig, ohne eine Spur von 
zwei kleineren Zähnen, die nach Snellen von VoUenhoven 
bei cristatus vorhanden sind. 



Ostafrikanische Arten von Macropoda. 
1 . Macropoda tuberculifera n. sp. ^ $. 

Nigra, subnitida, elytris ovatis, capite et prothorace rüde 
punctatis, illo quadricostato, costis laevibus, duabus intermediis 
brevioribus et postice conniventibus litteramque V praebentibus, 
lateralibus rectis; epistomate et vertice subtilius punctatis; 
prothorace paulo latiore quam longiore, minus transverso 
quam in M. reticulata Gerst., margine antico simplice, dorso 
medio longitudinaliter depresso et utrinque foveolato, inter- 
stitiis punctorum et fovearum laevigatis; elytris aspero- 
tricostatis et tuberculosis, tuberculis compluribus apicem versus 
irregulariter positis, majoribus magis numerosis quam in 
M, reticulata Gerat., singulis inter se transversim conjunctis; 
processu intercoxali prosternali elongato, parallelo, horizontali, 
glabro, impunctato vel vix vel parce punctato, medio plerumque 
longitudinsditer impresso, apice obtuse rotundato. — Long, 
corp. 15 — 17 mm. 

Mpwapwa im Innern von Deutsch-Ostafrika, 5. — 7. Juni 
1890 (Dr. F. Stuhlmann), im Januar und Februar 1894 
(Lieutenant Böhmer); außerdem bei Mgera in N. Nguu und 
in der Massai-Steppe zwischen Mgera und Burunge in 
Irangi, Juni 1893 (0. Neumann). 

Diese Art scheint bisher mit M. reticulata Gerst. ver- 
wechselt zu sein, die nach wiederholten Angaben über Ost- 

12 

Stüt. tBtonoL Stil. i894i 



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180 

afrika verbreitet sein soll. Mir sind niemals deutsch-ostafrika- 
nisclie Stücke von reticulata vorgekommen, die in Mosambik 
heimathet. Dieser Art sehr ähnlich ist indeß die hier be- 
schriebene tubercuHfera, Die Tuberkeln der Eiytren sind jedoch 
größer, zahlreicher (namentlich auf der hinteren Hälfte) und 
unregelmäßig gestellt; die Längsrippen sind nur vorn und an 
den Seiten deutlich markirt. 

Auf der Stirn treten vier erhabene, glatte Längsleisten 
hervor, von denen die beiden mittleren kürzer und breiter 
sind und hinten convergiren; die zwei äußeren Längsleisten 
stehen jederseits neben den Augen. Hinten zwischen diesen 
Frontalleisten finden sich große tiefe Punkte und einige glatte 
Längsrunzeln; vorn sind die Stirn und das Epistom viel 
schwächer punktirt. Der Scheitel ist fein punktirt. Der Pro- 
thorax ist weniger breit und ein klein wenig länger als bei 
retkulaia, hinten etwas mehr als vorn verengt und vor dem 
Hinterrande ein weuig eingeschnürt, auf dem Rücken mit 
unregelmäßig gestellten und ungleich großen Punkten besetzt 
und jederseits auf der Scheibe mit einigen größeren Grübchen 
besetzt. Die Zwischenräume zwischen den Gruben und Punkten 
sind glatt. 

Die Eiytren sind stark gehöckert; es sind drei mit Höckern 
besetzte Rippen zu unterscheiden; zwischen diesen Höckern 
und auf der hinteren Hälfte finden sich viele unregelmäßig 
gestellte größere glatte Höcker. Die Zwischenräume zwischen 
den Höckern sind glatt und sehr vereinzelt punktirt. Die 
Randrippe ist von den Pleuren nicht so scharf abgesetzt, 
wie bei reticulata. Die Pleuren sind tief punktirt und zeigen 
neben der dorsalen Randrippe noch eine Längsreihe kleiner 
Höcker. 

Der Mesosternalfortsatz ist glatt, lang, gerade nach hinten 
gerichtet, nicht umgebogen, unpunktirt oder nur sehr wenig 
punktirt und meist der Länge nach in der Mitte eingedrückt. 

Der Metatarsus der Mittel- und Hinterfüße ist etwas 
länger als bei reticulata. Das Abdomen ist glatt, an den 
Seiten schwach punktirt, an der Basis der drei ersten Seg- 
mente auf der Mitte längsfaltig. 

2. Macropoda transversalis n. sp. 

Mit der vorigen Art zusammen findet sich in Deutsch- 
Ostafrika an verschiedenen Lokalitäten eine sehr ähnliche 
Art derselben Gattung, welche mit jener leicht verwechselt, 
werden kann. Auf dem Kopfe fehlen jedoch die mittleren 
Längsrippen, die seitlichen sind höher und vom breiter. Der 

StotU «ntomol Zeit. 1894. 



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181 

Clypeus ist viel schmäler und grob punktirt, an den Seitea 
vor dem Endbuckel der frontalen Längsrippe winklig aus- 
gerandet. An den Antennen ist das 2. Glied länger und das 
3. Olied kürzer als bei tubercuUfera, Der Vorderrand des 
Prothorax ist beiderseits neben den vorspringenden Vorder- 
ecken recht tief ausgebuchtet. Die Seiten vor den vorsprin- 
genden Hinterecken sind ausgeschweift. Der Prothorax ist 
oberseits tief und gi'ob punktirt und beiderseits der Scheibe 
mit einigen Grübchen versehen; einige glatte größere Stellen 
treten auf der Scheibe deutlich hervor. Die Elytren sind 
ähnlich grob gehöckert wie bei tuherctdifera, aber die Mar- 
ginalrippe ist tiefer herabgezogen, die Pleuren infolgedessen 
schmäler. Die Höckerrippen sind theilweise höher, nament- 
lich nach den Schulterecken hin. Auf den Zwischenräumen 
stehen gleichfalls Höcker. Die meisten Höcker sind der Quere 
nach miteinander verbunden und bilden dann erhabene Quer- 
runzeln oder Querleisten, welche im Basaldrittel der Eljtren 
abgeflacht und glatt sind. Nach hinten zu werden die Höcker 
immer spitzer, wie bei tuberculifera. Auf den Pleuren der 
Elytren fehlt die aufgelöste Höckerreihe neben der dorsalen 
Höckerrippe, oder vielmehr sie ist mit dieser enge verbunden. 
Die Abdominalsegmente sind in größerem Umfange längsfaltig, 
am Ende aber und an den Seiten, namentlich der letzten 
S^mente, reichlich punktirt. Die Hinterhtiften sind weiter 
voneinander entfernt. Der Prostemdfortsatz ist hinten ver- 
längert und nach der Spitze zu verschmälert. Der Metatarsus 
aller Füße ist kürzer. 

Diagnose: 

Nigra, subnitida, rudis, capite rüde punctato, fronte ion- 
gitudinaliter rugata, areis duabus mediis minutis glabris, 
utrinque juxta oculos costaiÄ, costa convexa, punctata, an- 
trorsum latiore; clypeo angusto profunde punctato, utrinque 
angulariter exciso; prothorace latiore quam longiore, pro- 
funde punctato, disco profunde bifoveolato, convexo et lae- 
vigato, parcius profunde punctato, angulis anticis productis, 
margine antico utrinque juxta anguloe profunde sinuato-exciso, 
lateribus ante anguk>$ posticoe paulo productos leviter sinuatis ; 
elytris scabrosis, asperis, tuberculato-tricostatis, costis humeros 
versus altis, tuberculis complaribus aut plurimis (lateralibus et 
dorsalibus anterioribus) inter se connexis, rugulos vel costas 
trans veraas glabras praebentibus; sutura fere ultra medium 
hifte glabrata; processu prosternali elongato, deflexo, 
apicem versus aUienuato, parce punctato, medio longitudinaliter 
sulcato; coxis posticis late distantibus, abdomine lateraliter 

Stttt wtottol. MU 18M. ^ 



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182 

et apice punctato; segmentis abdominalibus tribuB 
anterioribus large longitudinaliter plicatis. — Long. corp. 
13,5 — 15 mm. 

Die Spezies ist an denselben Orten gefunden, wie tuber- 
cuHfera^ als ob beide nebeneinander vorkommen. 



Außerdem sind von Macropoda noch in Ostafrika ge- 
funden : 

3. M. baocata Gerst. (Archiv, f. Naturg. 37. Bd; p. 58; 
V. d. Decken's Reisen in Ostafrika. III. Bd. 2. Abth. 
1873. p. 167). — Jipe-See. 

Haag beschrieb dieselbe Art unter dem Namen 
foveicoUis (Mitth. d. München. Ent. Ver. 1878 p. 88). 

4. M. nigrogemmata Fairmaire (Ann. Soc. Ent. France, 
1887 p. 168). — Zanguebar. 

5. M. multiplicata Fairmaire (Ann. Soc. Ent. Beigique, 
1891, p. 292). — Somali. 

6. M. reticulata Gerstaecker (Bericht d. K. Akad. Wiss. 
Berlin, 1854 p. 530; Peter's Reise nach Mosambik. 
Zool. V. 1862 p. 273). — Tette in Mosambik. 

7. M. gerstaeckeri Haag-Rutenberg, Adesmiiden (Beiheft YII 
der Deutsch. Ent. Zeitschr. 1875 p. 20). — Mosambik. 

Chiroscelis stygica n. sp. 

Nigra, nitida, giabra, robusta, epistomate antice trisinuato 
et quadrispinoso, fronte quadrituberculata; antennis brevibus; 
mento cordato, lato, dense ferrugineo-villoso, antice sjnuato; 
prothorace lato, convexiusculo, glabro, impunctato, lateribus 
subrectis, postice vix attenuato, angulis anticis et posticis late 
rotundatis, foveis singulis dorsalibus, obsoletis, minutis, variis, 
laterali interdum utrinque majore; sc u teil o minuto; eljtris 
laevibus, subtiliter et fere obsolete punctato-striatis; processu 
prosternali intercoxali arcuato, simplice; pedum anticorum 
femoribus integris, tibiis latis fere pedunculatis, tridentatis, 
inter dentem exteriorem primum et medium crenulatis vei 
denticulatis, iatere interno medio subdentato, infero scabroso. 
— Long. corp. 37 — 38 mm. 

Diese Art bewohnt Usambara in Ostafrika und hält 
sich in waldiger Gegend auf. Conradt fand sie bei Derema 
in einer Höhe von 850 m im Urwald unter morschem Holz 
Mitte August 1891. Auch in den der Küste näheren Ge- 
bieten kommt sie vor, z. B. bei Tanga, wo Oskar Neu- 
mann sie im März 1893 erbeutete. 

8t«tt. Mtomol Ztit. UM. 



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183 

Habituell zunächst mit Ch. austraUs Westw. Westafrikas 
verwandt, aber sonst sehr verschieden. Das Epistom ist drei- 
buchtig, daher vierzähnig, die Stirn mit 4 Tuberkeln ver- 
sehen, die Antennen kürzer. Mentum breit herzförmig, vorn 
in der Mitte ausgerandet, wie bei australis, aber auf seiner 
ganzen Fläche dicht mit rostrothen Haaren bekleidet, wie bei 
keiner anderen Art der Gattung. Der intercoxale Fortsatz 
des Prosternums ist einfach gebogen, ungehöckert. Die Vorder- 
schenkel sind zahnlos, die Vorderschienen nur dreizähnig, am 
Ende unterhalb der Tarsen und an der Außenseite oberhalb 
des oberen Zahnes crenulirt. Die Mittelschienen sind am 
Ende stark erweitert und mit mehreren kleinen Zähnchen 
bewehrt. 

Prioscelis tridens n. sp. 

Elongata, angustata, nigra, nitida; capite subnitido, fronte 
media impressa punctulata, labro et epistomate rugosis, hoc 
simpliciter sinuato, medio margine vix subdentato vel integro ; 
mento cordato, lateraliter rotundato; prothorace subquadrato, 
angulis rotundatis; processu intercoxali postice tridente; elytris 
punctato-striatis, interstitiis convexis, octavo et decimo punc- 
tatis; femoribus tibiisque omniüm pedum intus crenulatis; 
tibiis anticis basin versus rectis, apicem versus valde curvatis, 
arcuatis; tibiis mediis et posticis dente interno armatis; in 
iUis medio et acuto, in his subbasali et fere obtuso; pectore 
abdomineque parce granulatis, sicut in P. Jabricii, — 
Long. corp. 35 — 37 mm. 

Ostafrika, Usambara; L. Gonradt fand diese Art 
am 13. Dezember 1891 unter Holz auf der Plantage Derema. 
Nach Stuhlmann kommt sie auch bei Bagamoio und bei 
Mhonda in Usegua (September 1888) vor. 

Eletica stnldmanni n. sp. $. 

Ex majoribus, E. waterhousei Thom. similis, elytris minus 
rugosis eorumque fasciis rubris paulo diversis; pectore et 
ventre pedibusque nigris, nigro-fusco (haud flavo) pubescen- 
tibus; corpore tolo nigro, elytrorum basi fasciisque duabus 
latericeo-rubris, fascia anteriore inter basin et medium posita, 
posteriore postmediana; capite rüde punctato atro, opaco, 
occipite cum vertice nitido, minus punctato, pone foveolam 
frontalem glabro, sulco medio antice distincto, postice obsoleto ; 
prothorace paulo latiore quam longiore, dorso postico late 
impresso formamque ferri equini praebente, ante marginem 
posticum transversim elevato, medio autem interrupto, sulco 

Stett. entomol. Zeit 1894. 



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184 

discoidali longitudinaJi distincto; eljtris leviter rugosis et 
quadricostatis, haud punctatis. — Long. corp. 31 mm. 

Bei Buessa, südwestlich vom Albert-Njansa, am 
11. November 1891 von Herrn Dr. F. Stuhlmann gefunden. 

Die Art hat einige Aehnlichkeit mit der von Thomas 
beschriebenen E, waterhousei aus Ober- Guinea (Ann. Mag. 
Nat. Eist. 6 ser. XII. 1893 p. 138), aber die Elytren sind 
weniger rauh sculptirt; die Scheibe des Pronotums ist hinten 
tiefer eingedrückt; die Unterseite nebst den Beinen ist ganz 
schwarz und schwarzbraun pubeszirt, nicht gelb, wie bei 
E. waterhousei. 

Eletica rngieeps Ancey. 
(Le Naturaliste IL 1880 p. 205. — Zanzibar inter.) 

Die größte unter den bekannten Arten Afrikas, der 
E, stuhlmanni m. ähnlich, aber braun statt schwarz. Kopf 
einschließlich des dunkelrothen Scheitels und der Stirn ganz 
runzlig und grob puuktirt; die Mittelfurche tiefer. Der Pro- 
thorax oberseits runzlig und z. Th. grob punktirt, auf der 
hinteren Hälfte nur undeutlich eingedrückt und mit einer in 
der Mitte unterbrochenen, mittleren Längsfurche versehen. 
Eine große rothe Makel ziert jederseits nach vorn zu den 
Prothorax. Elytren runzlig und nicht punktirt, die beiden 
Längsrippen der Scheibe deutlich, die äußere nach hinten zu 
verschmälert. Die drei gelbrothen Querbinden sind ähnlich 
wie bei stuhlmanni'^ die mittlere (im Basaldrittel) ist etwas 
weiter nach hinten gerückt, schmäler und unterbrochen; auch 
die dritte ist schmäler und etwas anders gebogen. Unterseite 
schmutzig gelbbraun bis mattbraun, das Abdomen heller als 
die Brust, der Hinterrand des Metasternums, die Mitte der 
metathorakalen Episternen und ein (zuweilen fehlender) Längs- 
streif auf den Schenkeln hellgelbbraun. Behaarung der Unter- 
seite und Beine greisgelb, aber sehr kurz und dünn. Tarsen 
heller oder dunkler braun, Krallen braun bis schwarz. — 
Länge des Körpers 34^ — 35 mm. 

Zuweilen fehlen die gelbrothen Binden auf den braunen 
Elytren. 

Vaterland: Ostafrika. Stücke aus Kikoko in Usaramo, 
von Dr. F. Stuhl mann am 18. August 1888 gesammelt, 
befinden sich im Berliner und Hamburger Museum. 

Eletica dimidiata n. sp. ^. 

E, coloratae Har. similis, nigra, capite posUce et infra 
prothoraceque rufocastaneis, hujus disco toto usque ad inar- 

Steü. entomol. Zeit 1894. 



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16S 

ginein antioum nigro, eljtris testaceis, quincunce fere apioali 
horum nigro; occipite parum latiore, in summo fortius punc- 
tato; cljpeo paulo emargioato; pronoto convexo, nitido, 
antice rugoso, opaco, piloso, dein laevi, lateribus confertim 
punctatis, disco longitudinaliter sulcato, utrinque foveola majore 
praedito, ante marginem posiieum transversim haud impresso; 
abdomine minus subtiliter piloso; tarsorum articulis paulo 
longioribus. — Long. eorp. 25 mm. 

Ein (^ aus Aschanti. 

Die Art ist nahe mit colorata Har. aus dem Congo-Gebiet 
verwandt. Der Kopf ist hinten etwas breiter und auf der 
flöhe des Hinterkopfes stärker punktirt. Der Clypeus ist 
schwach ausgerandet, bei colorata abgerundet. Das Pronotum 
ist vor dem Hinterrande convex, bei colorata der Quere nach 
eingedrückt. Die Behaarung der Unterseite des Körpers ist 
weniger fein. Die Fußglieder sind etwas länger als beim $ 
von colorata. 

Eletioa colorata Harold. 
(Coleopterologische Hefte XVI. 1879 p. 141.) 

In der Königlichen Sammlung befinden sich das typische 
Stttck, ein (J, aus dem Lunda-Reiche (Pogge) und drei 
.Exemplare, welche nachträglich von Dr. Pogge im Baluba- 
Lande (Congo-Gebiet), und zwar bei Mukenge resp. auf 
der Reise von hier nach dem Lualaba (oberer Congo) 
1881 — 1882 gefunden wurden. Von diesen Stücken sind 
1 (J und 1 $ dem typischen Stücke sehr ähnlich, nur befindet 
sich auf der vorderen Hälfte der Elytren statt der Querbinde 
nur eine mittelgroße Makel auf gelbem Grunde. Das dritte 
Exemplar, ein (J, ist durch die blutrothe Färbung der Elytren 
ausgezeichnet, die nur auf dem hinteren Drittel ganz schwarz 
sind; der dunkle Fleck vor der Mitte ist sehr klein. Mit 
dieser Varietät stimmt die von Champion beschriebene Eletica 
bicolor vom Aruwimi (Proceed. Zool. Soc. London, 1890 
p. 645) überein, nur fehlt ihr die dunkle Makel auf der vor- 
deren Hälfte der Elytren, wie aus der Figur ersichtlich ist. 
Die breite Querbinde auf der basalen Hälfte der Elytren kann 
sich also bis zu einem kleinen Fleck vermindern, der schließ- 
lich selbst auch noch verschwindet. Aehnlich verhält sich 
die in Ostafrika vorkommende, mit colorata naheverwandte 
E. gahani Thomas. 

Eletica gahani Thomas 1. c. 

liegt vor von der Missionsstation Mkusi in Usambara 
(200 m hoch), am 15. Dezember 1891 von Leopold Con- 

Stett. entomol. Zeit. 1894 



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186 

radt gefunden; ferner von dem nahen Küstengebiet 6^ südK 
Br. (Hildebrandt). Ein Exemplar im Hamburger Museum fand 
Dr. Stuhlmann am 15. August 1888 bei Bagamoio. 

Eletica unifasciata n. sp. (^. 

Fusca, dense flavo-griseo villosa, elytris testaceis, pone 
medium fusco-fasciatis, pedibus atrofuscis ; vertice ex parte 
glabro dense punetato, medio suleato, area vertieis antica 
glabra impunctata hune sulcum reeipiente; prothoraee hirto, 
opaco, punetato, parum latiore quam longiore, biimpresso, fere 
foveolato, pone et juxta foveas laevissimo, impuncteto, medio 
laevisulcato ; elytris laxe coriaeeis, fere laevibus, nitidis, pone 
medium paulo coaretatis, utroque eljtro supra valde tricostato, 
Costa prima brevi basali pone scutellum suturae conjuneta; 
Costa seeunda longa fere apicem pertinente; costa tertia dorsali 
medium paulo superante; costa quarta tenui juxtamarginali ; 
pedibus dense flavo-griseo pilosie. — Long. corp. 17 mm. 

Mbusini in Usegua (Deutsch-Ostafrika). 

Der Körper ist dunkelbraun bis schwärzlich und dicht 
graugelb zottig behaart. Seiten des Prothorax braun. Flügel- 
decken hell scherbengelb mit dunkelbrauner breiter Binde hinter 
der Mitte, die am Vorder- und Hinterrande gezackt ist. Beine 
ähnlich behaart wie der Körper, nur etwas feiner. Scheitel 
dicht punktirt, von einer tiefen Furche durchzogen, die vorn 
von einem glatten unpunktirten Feldchen aufgenommen wird. 
Prothorax dunkel graugelb, dicht behaart und punktirt, ober- 
seits auf der hinteren Hälfte glatt, glänzend, mit zwei flachen, 
punktirten und behaarten Gruben auf der Scheibe. Flügel- 
decken mit starken Rippen, die erste Rippe bald hinter der 
Basis abgekürzt und schräg in die Naht mündend, die zweite 
hinten feiner und vor der Spitze aufhörend, die dritte nur 
über die Mitte eben hinausgehend, die vierte fein und neben 
dem Seitenrande verlaufend. 

Eletica pubicoUis m. 
(Entom. Nachr. XH. 1886 p. 300.) 

Es liegen vor 1 ^ zwischen Vi vi und Stanley Pool 
am Congo von Hesse und 1 $ bei Mukenge in Baluba- 
Land Mitte September 1881 von Pogge gefunden. 

Der E. niansana m. sehr ähnlich, die Elytren sind rauher 
sculptirt; auf dem behaarten und punktirten Prothorax nur 
mit einer tieferen, schmäleren Furche versehen. Labrum vom 
abgerundet oder abgestutzt. 

Stett entomol, Zeit. 1894. 



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187 

Eletioa niansana n. sp. ^. 

E. pubicoUi m. similis, capite toto nigro, griseo-piloso, 
toto (cum vertice) subtiliter rugoso, profunde sulcato, inter 
oculos plane impresso, labro antice sinuato; prothorace 
nigro, disco figura lata et sinuata^ sanguinea, guttisque late- 
ralibus signato, utrinque sulci medii longitudinalis leviter 
foveolato; eljtris nigro-piceis, faseiis tribus pallide rufis 
ornatis, fascia prima basali angusta, basin ipsam tenente, ad 
humeros dentata, fascia secunda antemediana ad marginem 
cum basali juncta, extus lata, intus angusta, obliqua, paulo 
retro versa, ad suturam scutellum versus continuata, fascia 
tertia (postica) arcum magnum, postice apertum, praebente, 
ad suturam postice continuata; macula apicali colore fasciarum; 
plaga trigonali metasterni, macula singula ep ister nor um 
pectoris medii et postici maculisque s^mentorum abdominalium 
rufis; pectore et abdomine cum pedibus griseo-flavo pilosis; 
bis nigris, femorum stria exteriore et interiore tibiarumque 
Stria interiore sanguineis; tibiarum apice et unguiculis fuscis. 
— Long. corp. 27 mm. 

Bei Muansa am 8üdufer des Victoria-Njansa 1 ^ 
(Dr. F. Stuhl mann). 

Diese Art ist kleiner als E. rugiceps Ancey und anders 
gezeichnet. In der Zeichnung der Elytren ist sie der E. pubi- 
collis m. ähnlich. 

Eletioa pallidipennis Fairmaire. 
(Annal. Soc. Ent. Belg. 1891 p. 297.) 

Fairmaire beschrieb die Art aus Somali. Die vor- 
liegenden Stücke aus der Umgegend von Tanga gehören nach, 
der Beschreibung 1. c. ohne Zweifel zu dieser Spezies. Die 
Fairmaire'schen StQcke sind oberseits nur roth, der Kopf aber 
großentheils und der Prothorax oben nur auf der Mitte schwarz. 

Die Stücke aus Tanga sind sehr verschiedenartig: 

1. <J Körper und Beine schwarz, aber der ganze Hinter- 
kopf, der Scheitel bis zur Stirn und das Pronotum gelb- 
roth, glänzend; der Vorderkopf schwarz, der Clypeus 
und das Labrum scherbengelb; das Pronotum mit ßiner 
schwarzen mittleren Längsbinde, das Scutellum gelbroth, 
die Elytren blutroth. Körperlänge 17 mm. 

2. ^ Körper nebst den Beinen ganz schwarz, auch der 
Kopf, das Pronotum und die Elytren; nur der Vorder- 
rand des Clypeus, das Labrum und die Taster gelb- 
braun. Körperlänge 17 mm. 

Butt «atomol. Zeit. 1894. 



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188 

3. (J Körper nebet den Eljtren schwäre, Vorderkopf mit 
breiter rother Längsbinde, Vorderrand des Clypeus, 
Labrum und Palpen gelbbraun; Pronotum mit zwei 
gelben Längsbinden auf der Scheibe; Beine, Saum der 
Abdominalsegmente und die Spitze des Abdomens gelb- 
braun; Tarsen schwarz. Körperlänge 17 mm. 

4. $ Körper schwarz, Seiten und Hinterrand des Hinter- 
kopfes, Vorderrand des Cljpeus, Labrum und Palpen 
gelbbraun; Seiten des Prothorax gelb, Soutellum schwarz; 
Elytren schwarz mit bräunlichem Scheine, Basis, Seiten- 
rand und Nahtrand gelbbraun. Körperlänge 24 mm. 

Diese Stücke wurden vom März bis April und Anfang 
Mai 1893 von Oskar Neumann in der Umgegend von 
Tanga in Deutsch-Ostafrika gefunden. 

E, paiUdipennis ist der rufa F. in Guinea sehr ähnlich 
und unterscheidet sich von dieser Art wie folgt: Die Rippen 
der Elytren sind im männlichen Geschlecht vorn viel weniger 
stark als bei der westafrikanischen Art; der Prothorax ist 
verhältnißmäßig kleiner und die Unterseite weniger rauh 
behaart. 

Eletica infans n. sp. (^ $. 

(^ E, rufae similis, at minor, nigra aut rufa, pedibus nigris, 
occipite alto, latiore, profunde sulcato, summo laevissimo, 
lateribus occipitis punctatis; fronte rugosa, punctata, media 
impressa; clypeo tenuiter sulcato, labro sinuato; antennis bre- 
vibus, articulo tertio et sequentibus brevibus, transversis, latis; 
prothorace paulo longiore, laevissimo, latera versus par- 
cissime punctulato, dorso sulcato utrinque modice foveolato, 
antice attenuato, rugoso, piloso; elytris, basi excepta, rugosis 
et punctatis, antice quadricostatis, bis costis mox abbreviatis, 
laevibus, plus minusve partim lineas postice obsoletas sinen- 
tibus; pectore griseo-villoso, pedibus pilosis, abdomine albo- 
griseo-sericante. 

$ Mari simillima, haud major, elytris densius vermiculato- 
rugosis nee punctatis, basi haud costata, lineis elevatis obsoletis, 
tarsis gracilioribus. 

Long. corp. 15 — 16 mm. 

Mit der Vaterlandsangabe ^Njam-Njam, Semnio^ 
(Bohndorff) von Schlüter in Halle erhalten. 

Kleiner als alle bekannten Arten des intertropicalen^ Afrika. 
Von E, rufa F. und laevieeps m. durch den hinten breiteren 
Kopf, den längeren Prothorax und die kürzeren Glieder der 

Mieii, entomoU Zeit. 1894. . 



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189 

AntanDen, von jener Art aufierdem durch die stärkeren, nur auf 
das Basaldrittel beschränkten Rippen der Eljtren verschieden. 
Die vier vorliegenden Exemplare (3 (J, 1 $) repräsen- 
tiren hinsichtlich der Färbung ebensoviele Varietäten: 

1. capite nigro, occipite toto, cljpeo labroque rufis; pro- 
thorace eljtrisque rufis, illius parte attenuata antica sul- 
coque nigris, $\ 

2. ut in 1., at eljtrorum parte tertia apicali margineque 
exteriore, post humeros desinente, nigris, (J; 

3. ut in 1., at elytris totis nigris, ^\ 

4. praesertim nigra, occipite toto, clypeo labroque, macula 
prothoracis utrinque singula laterali, maculis compluribus 
elytrorum (humerali, subbasali, marginal!, anteapicali) 
rufis, $. 

Das einzige weibliche Exemplar macht wegen der ab- 
weichenden Sculptur und Färbung den Eindruck einer be- 
sonderen Spezies. 

Aus dem Hinterlande von Togo (Bismarckburg, Conradt) 
liegen einige $ vor, welche sehr gut zu den ^ aus Njam- 
Njam passen, aber die Sculptur der Elytren und die Färbung 
sind verschieden von dem $ aus Njam-Njam. Die Aehnlich- 
keit der $ aus Togo mit dem ^ aus Njam-Njam, welche 
keine spezielle Unterscheidung zuläßt, veranlaßt mich, jene für 
infans zu erklären. Folgende Varietäten liegen aus Togo von 
infana $ vor: 

1. ut in var. 2. (Njam-Njam), at prothorace macula fusca 
ornato elytrorumque dimidio fere apicali nigro, long, 
corp. 14 mm; 

2. capite ut in 1 ., prothorace nigro, macula utrinque singula 
rufa, elytris totis nigris, long. corp. 13 — 17 mm; 

3. capite ut in 1., prothorace elytrisque totis nigris, long, 
corp. 17 mm. 

Conradt fand diese Stücke am 12. und 19. April 1893 
auf Gesträuch. 

Eletica laeviceps m. (Quango und unterer Gongo). 
(Entom. Nachrichten XII. 1886, p. 299.) 

Diese Art ist der rufa F. (Ober-Guinea) sehr ähnlich. Zur 
Unterscheidung der beiden Arten bemerke ich noch Folgendes: 

Bei laeviceps ist der Prothorax kürzer, die dorsale Mittel- 
furche deutlicher, das Bcutellum schmäler, die Rippen der 
Elytren schwächer. Das Labrum von rufa ist vorn aus- 
gerandet, von lamceps vorn abgerundet oder abgestutzt; die 
Antennenglieder von laeviceps $ sind länger und schmäler als 
bei rufa $. Im männlichen Geschlecht der laeviceps ist das 

Stett. entomol. Zeit. 1894 



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190 

1. Tarsenglied aller Beine deutlich kürzer als bei ru/a. Das- 
selbe gilt auch vom $. 

Beim ^ von laeviceps sind die Rippen am Grunde der Elytren 
zuweilen so schwach entwickelt, daß man solche Stücke für $ 
halten könnte. 

Paroenas n. g. Meloidarum. 

Die ebenso eigenthümliche wie systematisch wichtige 
Bildung der Erallen in der Familie der Meloiden ist bei der 
Untersuchung und Charakterisirung einer neuen Form dieser 
Familie in erster Linie festzustellen. In der vorliegenden Gat- 
tung, die von allen bekannten Gattungen AMkas recht gut zu 
unterscheiden ist, sind die Erallen ähnlich gebildet, wie bei 
Pyrota und Tetraonyx; denn die beiden Theile der bis zum 
Grunde gespaltenen Erallen sind fast von gleicher Größe. 
Die neue Form ist am nächsten mit Oenas verwandt, aber die 
Erallen sind nicht gezähnelt, wie in dieser Gattung, sondern 
ganz einfach. Die Antennen sind ebenso kurz; das dritte 
Tarsenglied ist kürzer. Die Augen sind quergestellt. 

Charakteristik: 

Corpus, elytra pedesque brevissime sericeo-pilosa. Epistoma 
prolatum, basin antennarum longe superans. Labrum emar- 
ginatum. Palporum maxiUarium articulus ultimus cylindricus, 
apice obtuso. Antennae breves, basin pronoti haud attingentes, 
articulo primo breviter cylindrico, dimidio longiore quam 
crassiore, secundo brevissimo, tertio conico duplo longiore 
quam secundo, 4. — 10. brevibus, apicem versus crassioribus, 
totis brevioribus quam crassioribus, undecimo acuminato. Oculi 
transversi. . Prothorax transvereus, subrotundatus, paulo brevior 
quam latior. Elytra prothorace latiora. Tarsorum articulus paen- 
ultimus brevis. Unguiculi omnino fissi, partes fissae duae utrius- 
que unguiculi magnitudine fere aequalibus, margine interno integro. 

Die einzige Art ist 

Paroenas limbata n. sp. 

Aeneo-viridis vel cyanea, subnitida, sericeo-pilosa, elytris 
cyaneis, opacis, rubro-limbatis (basi, limbo marginali et suturali 
apiceque rubris), interdum totis cyaneis; capite rugoso- 
punctato; pronoto inaequali, fere dense punctato, hie et iUic 
impresso; elytris dense et subtiliter rugoso-vermiculatis, lineis 
duabus, altera juxtasuturali, abbreviata, altera discoidali, basin 
et apicem haud pertinentibus. — Long. corp. 9 — 13 mm. 

Bei Muansa am Südufer des Yictoria-Njansa in der 
Zeit vom März bis Mai 1891 gefunden (Dr. F. Stuhlmann). 

6t««t eatomel. Zeit. 18H. 



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191 



Die Goleoptereu-Fauua Gentral-Afrikas. 

Von H. J. Kolbe. 



n. 
lieber einige neae Fonnen von Carabiden. 

Stuhlmannium n. g. Chlaeniinarum. 

In der Sendung des Herrn Dr. F. Stuhlmann aus dem 
Seengebiet Gentral-Afrikas befand sich eine sehr merkwürdige 
Carabidenspezies von großer Statur. Die systematische Zuge- 
hörigkeit zu irgend einer Gruppe der Garabiden ist auf den 
ersten Blick nicht erkennbar. Sollte man vielleicht bei dem 
bloßen Anblick eine Ansicht in dieser Beziehung aussprechen, 
so würde man geneigt sein, den Käfer für einen voluminösen 
Angehörigen der Gruppe der Sphodrinen zu erklären. 

Die systematische Untersuchung auf Grund der Synopsis 
von Leconte und Hörn ergab das überraschende Resultat, 
daß das eigenartige Thier, welches als Stuhlmannium bezeichnet 
werden möge, zu der großen Gruppe der CMaenünen gehört. 
In der That ist ein Verwandter unseres Käfers schon seit 
längerer Zeit in dem Rhopalomelus angusHcoUis Boh. aus Natal 
bekannt, der zu den Sphodrinen gestellt wurde. Wie schon 
dieser Vorgang zeigt, wurde auch *bei dieser Gattung nicht 
an die Chlaeniinen gedacht. Nun hegt noch eine dritte Form 
(ParaMaemu8 n. g.) vor, welche wir gleich&lis Stuhlmann's 
Forschungen verdanken; diese Gattung läßt den Ghlaenier- 
typus deutlich erkennen, während sie zu Stuhlmannium und 
Rhopalomelus nahe Beziehungen aufweist. Eigenthümlich ist 
diesen drei Gattungen die Grenulirung oder Zähnelung der 
beiden Längsleisten an der Unterseite der Schenkel. Diese 
Bildung habe ich bei den übrigen Ghlaeniiuen nicht auf- 
finden können» 

Auffallend ist bei Stuhlmannium der sattelförmige Eindruck 
auf dem vorderen Theile der hochgewölbten, nach hinten zu 
verjüngten Elytren, der schmale Prothorax, der stark abwärts 
gebogene Kop^ die eigenthümlichen Palpen, die gekrümmten 
Schienen der Mittel- und Hinterbeine, die weit vorstehenden 
fast kugelförmigen Mittelhüften und der lange, am Ende sehr 
verdünnte, zugespitzte und fast hakenförmig geb(%ene Fortsatz 
der hintersten Trochanteren. 

Stttt. Mtomol Ztit IML 



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193 

Die folgende Charakteristik möge zur näheren Kenn- 
zeichnung von Stuhlmanmum dienen: 

Corpus ingens, statura aliena. Caput valde 
deorsum flexum; oeciput crassum. Labram magnum, 
paulo brevius quam latius, antrorsum leviter atte- 
nuatum, angulis anticis rotundatis, margine antico 
medio paululum sinuato. Clypeus dente antico medio 
exstructus. Seta supraorbitalis juxta oculum utrius- 
que lateris unica. Ocali exigui. Antennae basin 
elytrorum paulo superantes, articulis tribus primis 
laevigatis. Ligula apicem versus ampliata, apice 
truncato, excavato, medio margine superiore et 
inferiore sinuato. Mentum profunde emarginatum, 
dente medio brevi apice emarginato. Palporum 
labialiam articulus ultimus curvatus, paenultimus 
(secundus) plurisetosus. Palporum maxillarium arti- 
culus secundus paulo curvatus, apicem versus in- 
crassatus, clavatus; articulus paenultimus ultimo 
longior, hie subcylindricus, apice rotundato. Pro- 
thorax iongior quam latior, dorso convexo, ante 
marginem posticum deplanato. Epimera mesosterni 
angusta, metasternalia distinota. Coxae mediae 
exsertae, subconicae. Femora omnium pedum du- 
plice Serie infra plus minusve dentioulata. Tibiae 
sulcatae, anticae rectae, intus apicem versus sinuatae, 
calcare superiore apicem haud attingente, leviter 
flexuoso; mediae valde geniculato-curvatae, postioae 
parum arcuatae. Troohauterum posticorum lobus 
valde elongatus, apice tenui incurvato, acuminato. 
Elytra gibbosa, ovalia, basin et apicem versus atte- 
nuata, abdomen totum tegentia, prope marginem 
lateralem costata, supra antice depressa, dein con- 
vexa, margine exteriore anteapicali exciso et plicato. 
Alae desunt. 

Auffallend ist das große Labrum, welches bei den Cara- 
biden meist ziemlich klein, aber bei Notiophilus^ Heüm, 
Catascopus, Miscelus, Anthia^ Polyhirma und in anderen Gat- 
tungen, sowie bei den Cicindeliden ebenfalls verhältnißmäßig 
groß ist. Der Clypeus ist durch eine deutliche eingedrückte 
Nahtlinie von der Stirn getrennt und vorn mit einem mittleren, 
vorstehenden Zahne versehen. An der Außenseite der Man- 
dibeln befinden sich keine borstentragende Punkte. Das letzte 
Glied der Maxillarpalpen ist kürzer als das vorletzte und diesem 
etwas abseits aufgesetzt; bei den Carabiden ist jenes in der 

Stett. eatomol. Ztit. iSdi. 



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193 

Regel länger als dieses. An der Innenseite des zweiten Gliedes 
der Labialpalpen befinden sich zahlreiche Borsten. Der innere 
Maxillarlobus ist sichelförmig gebogen und zugespitzt. Das 
Mentum ist sehr tief viereckig ausgerandet und weist in der 
Mitte des Ausschnitts einen kurzen stumpfen Zahn auf. Die 
Seitenstücke des Mentums sind weit vorgezogen. Dieses ist 
von der Kehle deutlich abgesetzt. Die Ligula ist stark vor- 
gezogen, vorn verbreitert, vorn ausgehöhlt; der obere Vorder- 
rand ist in der Mitte ausgebuchtet; am unteren Vorderrande 
befinden sich zwei Borsten. 

Der dicke Hinterkopf des nach unten geneigten Kopfes 
zeigt keine Spur von einem Halse. 

Die Augen dieses kräftigen Raubkäfers sind verhältniß- 
mäßig klein. An den Antennen, welche nichts bemerkens- 
werthes zeigen, sind die 3 ersten Glieder glatt; das 1. Glied 
ist kurz und etwas verdickt, das 3. schlank, länger als das 
4. und 5. zusammen. 

Der Prothorax ist viel schmäler als die bauchigen Elytren, 
um mehr als ein Drittel länger als breit, oben gewölbt, vorn 
und hinten gleich breit, an den Seiten in der vorderen Hälfte 
schwach gerundet, hinten gerade. Die Bpimeren des Meso- 
sternums sind sehr schmal, diejenigen der Hinterbrust deutlich, 
wie bei den Chlaeniern. Die Mittelhüften sind durch das 
Meso- und Metasternum geschlossen. Die Mittelhüften be- 
rühren sich und stehen etwas zapfenförmig vor. Die mäßig 
bauchförmigen Eljtren sind nach hinten stark verschmälert, 
fast zugespitzt und bedecken den Hinterleib vollständig; auf 
dem vorderen Drittel sind sie tief niedergedrückt, der Rücken ist 
hinter dem sattelförmigen Eindruck stark gewölbt, die Naht 
erhaben. Die Seiten der Eljtren sind in der vorderen Hälfte 
fast kielförmig gerandet; die Rand falte vor dem Spitzentheile 
(plica elytrorum marginalis anteapicalis) ist sehr gut aus- 
gebildet, verhältnißmäßig stärker als bei den Chlaeniern. Die 
Flügel fehlen. 

An den Beinen sind die Schenkel, Schienen und Trochan- 
teren der Hinterbeine auffallend gebildet. Die Schenkel sind 
am unteren Rande mit einer Doppelreihe von Zähnchen ver- 
sehen. Diese Doppelreihe geht an den Vorderschenkeln bis 
fast zur Basis, an den Mittelschenkeln bis zur Mitte, an den 
hintersten Schenkeln nimmt sie nur das apicale Drittel ein. 
Die Mrttelschenkel sind keulenförmig, dicker als die übrigen 
Schenkel. Die vorderen Schienen sind gerade, die mittleren 
stark gekrümmt, die hinteren mäßig gebogen. Der Schenkel- 
ring der Hinterbeine ist stark verlängert, nach hinten bu sehr 

Stfttt. «Btoaiol. Mt 1894. 



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194 

yerdttnnt, hakenförmig umgebogen und zugespitzt . Die Vorder- 
tarsen sind, wie die Tarsen der Mittel- und Hinterbeine, einfach. 

Die Uebereinstimmung von StMmanmum mit den Chlaeminen 
besteht in dem ähnlichen Baue der Ligula und des Labrum, 
dem Vorhandensein von nur einer Supraorbitalseta auf jeder 
Seite der Stirn, der Kürze des Scapus der Antennen, der 
Bildung der Mesosternal- und Metasternalepimeren, dem Fehlen 
von Ghätoporen an der AuBenseite der Mandibeln, dem Vor- 
handensein der Marginalfalte vor der Spitze der Eljtren. Da 
auch die Zahl der glatten (nicht tomentirten) Basalglieder der 
Antennen (ob 2, 3 oder 4) für die einzelnen Gruppen der 
Garabiden charakteristisch ist, so sei bemerkt, daß auch hierin 
SiuMmanrdum mit den Chlaeniinen übereinstimmt. Alle diese 
Kennzeichen dieser Gruppe sind demnach bei der neuen 
Gattung unwandelbar geblieben; nur in anderen Körpertheilen 
(Clypeua, Palpen, Eljtren, Beine, Troehanteren der Hinter- 
beine) hat im Verein mit der voluminösen Zunahme der 
Körpergröße eine auffallend abweichende Ausbildung statt- 
gefunden. 

Rhopahmelus Boh. gehört auf Grund derselben Charaktere 
neben Stuhlmannium zu den Chlaeniern, erinnert aber durch 
die gewöhnliche Form der Eljtren mehr an Parachlaenius. 
Der Prothorax von Rhopahmelus ist länglich und schmal, wie 
bei StuMmannium und manchen echten Chlaeniern. Das Labrum 
ist gleichfalls groß, der Scapus der Antennen ziemlich kura, 
die Augen verhältnißmäBig größer als bei StuMmamium, Die 
Troehanteren der Hinterbeine erinnern durch die ausgezogene 
und gebogene Spitze an die vollendetere Ausbildung in letz- 
terem Genus. Auch sind die Mittelechienen gekrümmt. Aber 
das lotete Glied der Maxillarpalpen ist länger als das vorletzte, 
jedoch zeigt sich hier die absonderliche Bildung einer auf- 
fallend keulenförmigen Verdickung der beiden letzten Glieder. 

Absonderlichkeiten in seiner äußeren Organisation theilt 
Stuhlmannium mit Hypocephalus Brasiliens. Da solche Absonder- 
lichkeiten mit zunehmender Körpergröße sich ausbilden, so 
sehen wir in Rhopahmelus eine Vorstufe zu Stuhlmannium. 
Bei allen diesen Formen besteht eine Eigenthümlichkeit darin, 
daß man auf den ersten Blick nicht sagen kann^ zu welcher 
Gruppe jede gehört. 

Da isolirte Gattungen von Thieren in dem Falle, daß 
noch zahlreiche entfernter verwandte Gattungen und Arten 
existiren, dasselbe Faunengebiet mit letzteren bewohnen, so 
ist es kein Wunder, daß Stuhlmannium und Rhopahmelus in 
denjenigen C!outinent leben, der die zahlreichsten und mannig« 

atett. «iitomoU Uli. 1894. 



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196 

faltigsten Formen der Ghlaeniinen enthält. Es sind aus dem 
äthiopischen Gebiet 15 Gattungen und mehr als 230 Arten 
der Chlaeniinengruppe bekannt. 

Es erübrigt noch eine Kennzeichnung der Spezies 

Stuhlmanniam mirabile n. sp. 

Corpulentum, magnunn^ elongatum, nigrum, 
anthracinum, nitidum, elytris subnitidis; capite 
sublaevigato, parce punctato, fronte interoculari 
impresso; antennis nigris inde ab articulo quarto 
fuscotestaceo - tomentosis; prothorace elongato, 
lateribus fere parallelis ante medium nonnihil am- 
pliatis, ante angulos posticos paulo sinuatis, dorso 
convexo glabro, impunctato, margines versus 
parce et subtiliter punctulato; elytris ante medium 
paulo ampliatis, supra striatis, striis profundis, 
interstitiis partim convexis et rugulosis, lateribus 
vix striatis, subrugosis; tibiis partim intus earum- 
que apice rufo-pilosis. 

Long. corp. 43 — 46 mm. 

Es liegen zwei Exemplare vor, welche Stuhlmanu am 
6. und 28. März '18^1 bei Kafuro in der Landschaft 
Karague, westlich vom Victoria-Njansa erbeutete. 

Obgleich an beiden Stücken die Yordertarsen einfach 
und schmal sind, so ist es doch möglich, daß wir es mit 
beiden Geschlechtern zu thun haben. Es läge dann der Fall 
vor, wie bei manchen anderen großen Garabidenformen 
(Procertis, ScarUes)^ während es bei den Garabiden Gesetz ist, 
daß beim (J die Vordertarsen verbreitert und mit einer ver- 
schieden gebildeten bürstenartigen Sohle versehen sind. In 
der That sind die beiden Exemplare im Habitus und in der 
Beschaffenheit des * letzten freien Abdominalsegments vonein- 
ander verschieden. Das kleinere, 43 mm lange Exemplar 
ist schmächtiger gebaut und vielleicht ein (J; vor dem Hinter- 
rande des letzten freien Abdominalsegments sind jederseits 
4 bis 5 in einer Reihe stehende borstentragende Punkte 
(Chätoporen) und eine seitwärts und etwas entfernter stehende 
Ghätopore zu erkennen. Das andere größere Exemplar ist 
robuster gebaut, und jederseits vor dem Hinterrande des 
letzten freien Abdominalsegments sind nur zwei Chätoporen 
und eine Anzahl unregelmäßig stehender kleiner Punkte vor- 
handen. 

dttU. eatomol. Z«lt. 1894. ^^ 



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196 

ParacUaenius n. g. Chlaeniioarum. 

Bei dieser neuen Carabidenform finden wir nichts voa 
der absonderliehen Körperbüdung, die uns bei Stuhlmanmum 
auffallt. Aber mit dem fast normalen Chlaeuiinentjpus von 
Parachlaenius verbinden sich einzelne Merkmale, welche zu 
Rhopalomelas und dadurch zu Stuhlmannium hinüberleiten. Die 
schon oben erwähnten Chlaeniinencharaktere finden sich jedoch 
auch bei Parachlaenius in gleicher Weise. Dazu kommt noch 
die feine Crenulirung der beiden Leisten an der Unterseite 
der Schenkel, ferner die leichte Krümmung der Mittelschienen 
und die etwas robuste Körperform, Merkmale, welche im 
engeren Sinne nur die nähere Zusammengehörigkeit von 
Parachlaenius mit den beiden anderen genannten Gattungen 
zur Anschauung bringen. 

Bei Parachlaenius ist der Kopf mäßig groß, der Hinter- 
kopf indeß nicht verdickt. Die Antennen überragen den 
Grund der Elytren und sind vom 4. Gliede an braun tomen- 
tiit. Die Augen sind von gewöhnlicher Größe, verhältniß- 
mäßig viel größer als bei Stuhlmannium. Das Mentum ist tief 
ausgebuchtet, die Seitenloben sind einander parallel; die Mitte 
des Randes im Grunde der Ausbuchtung ist dreieckig vor- 
gezogen. Das Labium ist verlängert, am Ende verbreitert, 
abgestutzt, an der Außenseite der Länge nach gefurcht, an 
der Vorderseite mit zwei Borsten versehen. An den Labial- 
tastern ist das zweite Glied iunenseits mit mehreren Borsten 
besetzt. Das letzte Glied der Maxillartaster ist länger als das 
vorletzte. Das sehr kurze Labrum ist tief ausgerandet. Auch 
das von der Stirn durch eine deutliche Naht getrennte Epistom 
ist vorn ausgerandet; die Vorderecken des Epistoms sind 
rechtwinklig. 

Der Prothorax ist fast quadratisch, ziemlich flach, die 
Scheibe beiderseits schwach convex. Vorn ist der Prothorax 
breiter als hinter der Mitte und an den Seitenrändern etwas 
gerundet. 

Die länglichen Eljtren sind mäßig convex. 

An der Unterseite der Schenkel aller Beine sind die 
beiden Längsleisten crenulirt bis schwach gezähnelt; an den 
Schenkeln der Mittelbeine findet sich außerdem ein größeres 
Zähnchen unterseits kurz vor der Spitze, an dessen Stelle an 
den Hinterschienen nur ein kurzer Vorsprung ist. Die Vorder- 
schienen sind gekrümmt; der Ausschnitt an der Innenseite 
reicht fast bis zur Mitte der Länge; der obere Sporn an diesem 
Ausschnitt ist etwas geknickt und so lang, daß er die Spitze 
der Schiene fast überragt. Auch die Mittelschienen sind 

Stett. entomoL Zeit. 1604. 



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197 

etwas gekrtimml, aber die Hintei*8chienen eind gerade. Der 
Fortsatz des Trochanters der Hinterbeine ist ziemlich lang 
und gerade, aber nicht in eine Spitze ausgezogen, sondern 
stumpflich zugespitzt. 

Charakteristik: Statura tota Chlaeniorum. Caput 
Simplex, Collum modice angustatum. Antennae 
basin prothoracis superantes. Labrum brevissimum, 
antice sinuatum. Palporum labialium articulus 
paenultimus pluri8e|to8us. Mentum profunde emar- 
ginatum, lobis longis parallelis, dente medio mo- 
dice elongato apiceque subrotundato. Ligula elon- 
gata, apice latiore obtuso, excavato, bisetoso. 
Prothorax subquadratus, supra fere planatus, mar- 
ginibus lateralibus parum elevatis, disco utrinque 
leviter convexo, lateribus ante medium parum 
rotundato-ampliatis. Elytra elougata paulo con- 
vexa. Femur omnium pedum subtus bicarinatum, 
carinis crenulatis; femora postica denticulo ante- 
apicali infra exstructa. Tibia pedum anticorum 
intus fere usque ad medium sinuata, calcare 
superiore longo apicem tibiae pertinente, geni- 
culato. Tibiae mediae paulo curvatae. Lobus tro- 
chanterum posticorum subacuminatus. 

Die einzige Spezies der Gattung ist 

Parachlaeoius emini n. sp. 

Niger, nitidus, totus rufo-tomentosus vel bre- 
vissime et haud dense rufo-pilosus; pronoto obscure 
ey aneo-nigro, lateribus brunneis, elytris violaceis, 
femoribus articuloque primo antennarum brunneis; 
prothoracis angulis posticis rectis, paulo obtu- 
satis; elytris modice convexis, subtiliter striato- 
punctatis, interstitiis striarum leviter convexis et 
punctulatis. — Long. corp. 27 mm. 

Ein Exemplar dieser eigenthümlichen Spezies wurde am 
1. März 1891 bei Kafuro in der Landschaft Karague, 
westlich vom Victoria-Njansa, von Dr. F. Stuhlmann 
gefunden. Es ist wahrscheinlich weiblichen Geschlechts; die 
Yordertarsen sind einfach, ziemlich dtinn. 

Die Spezies ist zu Ehren Emin Pasch a's benannt, in 
dessen Begleitung auf der großen Reise in das Seengebiet 
Stuhlmann die werthvoUen Entdeckungen in der Fauna 
dieser Gegenden Central-Afrikas machte. 

ßtett. entomoL Zek. 1894. ^"^ 



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198 

SnoUaeniiu n. g. Ohlaeniinarum. 

Kürzlich gelangte die Eönigl. Sammlung in den Besitz 
eines merkwürdigen Carabiden, der gleichfalls zur Verwandt- 
schaft von Stuhlmannium gehört und dem Parachlaenius sehr 
ähnlich sieht. Dieser Käfer stammt aus Njam-Njam und 
bildet ein wichtiges Glied in der Kette, welche die Gattung 
Stuhlmannium mit den echten Chlaeniinen verbindet. Während 
der Parachlaenius dem Stuhlmannium ziemlich entfernt steht, 
trägt Euchlaenius bei großer äußerer Aehnlichkeit mit 
Parachlaenius doch sehr nahe Beziehungen zu Stuhlmannium zur 
Schau. Aus diesem Grunde bildet Euchlaenius eine eigene 
Organisationsstufe und demgemäß ein besonderes Genus. 

Die habituelle Aehnlichkeit dieses neuen Genus mit 
Parachlaenius wird begleitet von einer ähnlichen Bildung der 
Beine. Bei Euchlaenius sind die Schenkel gerade, die mittleren 
Tibien gekrümmt, wie bei Parachlaenius, die vorderen Schienen 
gerade, die hinteren fast gerade. 

Nahe Beziehungen von Euchlaenius zu Stuhlmannium finden 
sich in der Bildung der Palpen. Das letzte (4.) Glied der 
Maxillarpalpen ist etwas kürzer als das vorletzte; beide 
Glieder sind eigenartig geformt, am Ende schwach knopf- 
förmig verdickt, wie bei Stuhlmannium, und erinnern auch ent- 
fernt an Rhopalomelus, wo diese Palpenglieder in auffallender 
Weise am Ende rundlich knopfiÖrmig, im Basaltheil aber sehr 
verdünnt sind. Bei allen übrigen Chlaeniern, auch bei 
Parachlaenius, sind die Palpenglieder, wie bei den meisten 
Carabiden, nach dem Ende zu gleichmäßig verdickt, und das 
letzte Glied ist länger als das vorletzte. 

Die Labialpalpen sind gleichfalls sehr ähnlich wie bei 
Stuhlmanmnm gebildet; das letzte Glied ist nämlich etwas ge- 
krümmt, und das vorletzte am Ende mehr verdickt als 
gewöhnlich bei den Carabiden, außerdem aber gleichfalls an 
der Innenseite mit zahlreichen Borsten besetzt. 

Der obere Sporn der Vorderschienen ist viel 
kürzer als bei Parachlaenius und nicht geknickt, wie in dieser 
Gattung, sondern einfach, fast gerade und nur schwach ge- 
bogen, und erreicht bei Weitem nicht die Spitze der Schiene, 
wie das bei Parachlaenius der Fall ist. 

Die Schenkel sind, im Gegensatze zu Stuhtmäwiium, 
Bhopalomelus und ParacMaenius unterseits nicht crenulirt; nur 
an den Mittelschenkeln sind schwache Spuren von Grenulirung. 
zu erkennen. Hierin bildet also Euchlaenius gleichfalls einen 
üebergang zu den echten Chlaeniern. 

Stett. entomol Zeit. 1894. 



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199 

Am auffaOendeten sind die Coxen der Hinterbeine 
gebildet. Diese Coxen sind am Ende mit zwei kräftigen 
Dornen besetzt, welche in der Richtung der Längsaxe der 
Coxen von der Spitze derselben abstehen. Diese Dornen sind 
spitz und von ungleicher Länge. 

Diagnose von Euchlaenius: 

Corpus elongatum, modicum, parum convexum, leviter 
tomentosum. Lahr um sat magnum, subquadratum, planum, 
glabrum, margine antico subsinuato et plurisetoso. Palporum 
maxillarium articulus ultimus paenultimo brevior, hie articulus 
et ille ante apicem levissime bulbosi. Palporum labialium 
ßrticulus ultimus paulo curvatus, paenultimus ad apicem sat 
incrassatus, intus plurisetosus. Antennae longae, basin ely- 
trorum multo superantes. Prothorax subcordatas, limbo 
lateral! anguste elevato. Elytra oblongo-ovata, parum con- 
vexa. Alae adsunt. Pedes graciles; tibiae extus longi- 
tudinaliter sulcatae, anticae rectae, mediae distincte arcuatae, 
posticae fere rectae: femora recta, subtus glabra, media tantum 
subtus obsolete crenulata et distincte inaequalia. Tibiarum 
anticarum calcar superius mediae longitudinis, apicem tibiae 
nullo modo pertinens, simplex, rectum, fere paululum arcuatum. 
Trochanteres postici paulo elongati^ apice dentibus duobus 
acutis, rectis armati^ dentibus porrectis, altero brevi, altero 
elongato. 

Euchlaenius trochantericus n. sp. 

Nigrescens, piceus, leviter nitidus, breviter flavo-pilosus, 
pronoto paulo cyanescente, limbo ejus brunneo-pellucido, 
elytris atro-eoeruleis; antennis castaneis, articulis 4. — 11. rufo- 
pilosis; palpis nigris, apice extremo castaneo; pedibus obscure 
castaneis vel fuscis; capite parum punctato, fronte media et 
utrinque impressa, collo toto glabro et impunctato; clypeo 
late emarginato; prothorace subcordato, parum convexo, 
parce punctato, medio longitudinaliter paulo sulcato, postice 
utrinque longitudinaliter impresso, ante marginem posticum 
transversim depresso, angulis posticis paulo rotundatis; elytris 
striatis, striis parum impressis et punctulatis; interstitiis 
levissime convexis et aciculato-punetatis; sternis abdomine- 
que, hoc quam illo densius, aciculato-punctatis, segmentis ab- 
dominalibus quoque transversim subtiliter rugosis; tibiis 
apicem versus et intus, nee non tarsis paulo rufo-fulvo-pilosie ^ 
tarsis anticis simplicibus, tenuibus. — Long. corp. 22 mm. 

In der G^end von Semnio im Lande der Njam-Njam 
(Djur-Gebiet) von Bohndorff gesammelt. 1 Exemplar. 

Stet*. entomoL Zdft. 1894. 



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200 

Wie aus der olHgen Darstellung der genannten Qenera 
hervoi^eht, sind in der Gruppe der Chlaeniinen zwei Abthei- 
lungen zu unterscheiden: 

1. Körper mehr oder weniger groß und robust; Mittel- 
schienen gekrümmt, die beiden Leisten an der Unter- 
seite der Schenkel crenulirt oder gezähnelt (die 3 ersten 
Genera), selten glatt oder fast glatt (4. Genus): Stuhl- 
mannium, Rhopalomelus^ Parachlaenius und Euchlaemns, 

2. Körper mittelgroß oder klein, schwächlich gebaut; Mittel- 
schienen gerade; die beiden Leisten an der Unterseite 
der Schenkel glatt: alle übrigen Chlaeniipen. 



Im Folgenden sind einige neue Arten der Gattung Anthia 
beschrieben, welche aus Central- und Ost-Afrika stammen. 

Anthia ida n. sp. <^. 

Nigra vel fusco-nigra, supra opaca, pronoti 
vitta mediana plagaque utrinque laterali, ely* 
trorum lateribus, vitta suturali antemediana macu- 
laque utrinque anteapicali fulvo-brunneis; capit« 
magno, confluenter et rugose punctato, vertice 
carinato; mandibula sinistra falcata; prothorace 
cordato, longiore quam latiore, rugoso, inaequali, 
postice bilobo, producto, lobis acutis, carina pro- 
noti laterali in lobum utrinque continuata; elytris 
ovalibus, convexis, apice late obtuso et sinuato, 
utroque elytro octo-carinulato, carinula exteriore 
(octava) partim obsoleta; vitta suturali lata, inter- 
stitiis intercarinularibus limbisque suturali et late- 
rali fusco-pubescentibus, fovea ampla singula utrius- 
que elytri anteapicali inter carinulas tertiam et 
octavam posita, carinula tertia prope hanc foveam 
excurvata, carinulis 4. — 7. interruptis et postice ob- 
solet is. — Long. corp. 26 mm. 

Bei Bukoba am Westufer des Victoria-Njansa, am 
16. November 1890 von Herrn Dr. Stuhlmann gefunden. 

Diese eigenthümliche Art ist durch die hinten breit ab- 
gestutzten und ausgebuchteten Elytren, die 8 feinen Rippen 
und den breiten Suturalstreifen der Elytren, sowie durch die 
Bildung des Prothorax ausgezeichnet und scheint der A. pul- 
cherrima Bates (Ent. Monthl. Mag. XXIV. 1888 S. 201) zu- 
nächst verwandt zu sein. Diese Art weicht aber u. A. 
namentlich durch die zwei Flecken auf jeder Flügeldecke ab. 

iStett. entomol. Zeit 18d4. 



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201 

Anthia bucolica n. sp. (^ $. 

Nigra, subnitida, elytris opacis, limbo pronoti 
lato elytrorumque limbo angustiore flavido-albo- 
tomentosis; bis late quadricostatis, interstitiis alter- 
nis latis, eonvexis, quarto (exteriore) minus lato, 
interstitiis alternis angustis et minus eonvexis; striis 
rare flavo-piloa^is, interstitiis omnibus pilis aecum- 
bentibus nigris obsitis; prothorace breviusculo, 
inaequaliter punetato. 

(J Prothorace ampliato, basin versus truneato- 
bilobo, lobis basin elytrorum tegentibus; mandibulis 
falcatis. — Long. corp. 28 mm. 

§ Prothorace brevi minore, postice magis atte- 
nuato, haud bilobo. — Long. corp. 29 — 32 mm. 

Diese Spezies ist ausgezeichnet durch die breiten con- 
vexen, fast rippenförmigen Zwischenräume, welche von sehr 
schmalen, weniger erhabenen Zwischenmumen unterbrochen 
werden. 

Gerstäcker beschreibt eine Anthia artemis vom Kili- 
mandscharo (Jahresber. d. Hamburg, wissensch. Anstalten. I. 
1884. S. 43), welcher die neue Art ähnlich zu sein scheint. 

A. bucolica n. sp. wurde bei Bukoba am Westufer des 
y ictoria-Njansa am 19. November 1890 von Herrn 
Dr. F. Stuhlmann gefunden. 

Anthia bourdoi Fairm. 

Diese, an die südafrikanische thoracica F. erinnernde Art 
scheint nur im Innern von Deutsch-Ostafrika vorzukommen. 
Stuhlmann fand sie am 19. Juni 1890 bei Mpwapwa, am 
11. Juli 1890 in Muhalala (Ugogo). Böhm sandte sie von 
Kakoma (Ugunda) ein, P. Reichard vom Tanganjika- 
See, G. A. Fischer fand sie südöstlich vom Victoria- 
Njansa und einige von Stuhlmann gesandte Stücke wurden 
bei Muansa am Südufer dieses Sees gefunden. 

Anthia adulatrix n. sp. ^, 

Diese Art hat ähnlich sculptirte Elytren wie A, bucolica m., 
aber es fehlt dem Pronotum des (J der hintere Doppellappen. 

Nigra, nitida, elytris subnitidis, mandibulis 
modice falcatis nee longis, pronoti macula utrinque 
laterali ovata limboque elj^trorum albo-tomentosis, 
bis late subcostatis^ interstitiis alternis latioribus, 
paulo eonvexis, alternis angustioribus, subconvexis, 
striis albo-pilosis, interstitiis omnibus pilis accum- 

Stett. •ntomol Zdt. 1894. 



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20i) 

bentibus nigris obsitis; prothorace inaequaliter 
punctato, paulo longiore quam in ^4. 6uco/fca^ postice 
sat attenuato, nee deplanato nee bilobo. — Long, 
corp. 29 mm. 

Tanganjika-See (P. Reichard). 

Anthia gorge n. sp. (^ $. 

Nigra, paulo nitida, elytris haud longe ovatiaf) 
pone medium latioribus eorumque margine extero 
mox pone basin flavo-pubescente; margine oeulorum 
interiore integro, parum curvato; labro medioeri 
glaberrimo; prothorace cordato, convexo, haud 
dense profunde punctato, postice fere constricto; 
elytris ovatis breviusculis, convexis, punctato- 
striatis, interstitiis costiformibus, alternis altiori- 
bus et latioribus, utrinque juxta strias seriatim 
punctatis. 

(J Pröthorax simplex, ut in $, mandibulis bre- 
vibus, tarsis anticis latioribus quam in $. 

Long. corp. ^ 38, ? 40 mm. 

JSei Bukoba am Westufer des Victoria-Njansa, 16. No- 
vember 1890 1 (J$ (Dr. F. Stuhlmann). 

Nahe mit Ä, hildebrandti Har. von der Ostktiste Afrikas 
verwandt, oberseits mehr convex, die abwechselnd stärkeren 
Zwischenräume der Elytren erhabener; die Episternen des 
Prothorax glatt, unpunktirt. Zweiter Zwischenraum der Elytren 
am Grunde ohne gelbe Borsten. Labrum kürzer; innerer 
Augenrand ohne Vorsprung nach den Augen hin. Pronotum 
weniger dicht punktirt. Unterseite tiefer punktirt. Metatarsus 
etwas kürzer. 

Anthia stygne n. sp. ^. 

Nigra, nitida, elongata, gracilis, elytrorum mar^ 
gine extero striaque brevi interstitii octavi post- 
humerali albo -pubescentibus; margine oeulorum 
interiore integro parum curvato, fere recto; labro 
medioeri, glaberrimo; prothorace cordato, simplice, 
convexo, haud dense profunde punctato, postice 
fere constricto; elytris elongato-ovatis, interstitiis 
costiformibus, alternis altioribus et latioribus, sin- 
gulis interstitiis lateraliter seriatim punctatis; 
episternis prothoracalibus glabris, postice punctatis, 
— Long. corp. 41 mm. 

Stett. eatomol. Z«U 1894. 



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203 

Bei Muansa am Südufer des Victoria-Njansa^ März 
bis Mai 1891 (Stuhlmann). 

Aus der Verwandtschaft der A, hildebrmdti Har., schlanker, 
Elytren lang-eiförmig, in der Mitte am breitesten, ihre ab- 
wechselnd höheren Interstitien kräftiger, der 2. Zwischen- 
raum am Grunde ohne helle Borsten, Saum der Elytren und 
ein kurzer Streifen auf dem 8. Zwischenraum hinter den 
Schultern weiß behaart. Pronotum mäßig dicht und tief 
punktirt. Innerer Augenrand leicht gebogen, aber keinen Vor- 
sprung bildend; Episternen des Prothorax unpunktirt. 



Anthia hildebrandti Harold findet sich in den Küstengegen- 
den von Deutsch-Ostafrika, und zwar bei Bagamojo (Hilde- 
brandt), Madinula (St. Paul-Illaire), Dar-es-Salaam 
(Stuhlmann). Auch im Hinterland der Küstenregion, und 
zwar in der Landschaft Ukami (Mai 1890), von Dr. Stuhl- 
mann gesammelt. 

Mit dieser Art scheint die von Chaudoir 1878 in der 
Revue et Mag. de Zool. S. 187 beschriebene A, ampHata iden- 
tisch zu sein. 



Vereinsang^elegpenheiten. 

In der Sitzung vom 8. Januar er. wurdeh als ordentliche 
Vereinsmitglieder in Vorschlag gebracht und gewählt: 

1. Herr Walter de Rothschild, London und Tring, 
Herts., England. Col. et Lep. 

2. Herr Geheimer . Regierungsrath von Tiedemann in 
Potsdam. Lep. 

3. Herr M. Rothke, Crefeld Land. Lep. 
Seinen Austritt aus dem Verein erklärte: 

Herr Dr. A. W. Schnitze, Sanitätsrath hierselbst. 

In der Sitzung vom 22. Januar er. wurde als ordent- 
liches Mitglied aufgenommen: 

Herr M. Liebmann in Arnstadt. Lep. 

Von der Neuauflage der Hübner'schen Exotischen Schmetter- 
linge, deren Beschaffung für die Vereinsbibliothek am 8. Januar 
gutgeheißen wurde, konnten in der letzten Sitzung schon die 
bisher bei P. Wytsman in Brüssel erschienenen Lieferungen 
vorgelegt werden. 

Stett. entomoL Zeit. ISdi. 



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204 

Iq erwünschter Weise hat sich neuerdings auch das für 
die nächsten Vierteljahreshefte erforderliche Druckmaterial 
gemehrt, so daß voraussichtlich der rückständige 55. Jahr- 
gang bis 1. April wird abgeschlossen und versandt werden 
können und demnächst der laufende 56. Jahrgang sofort in 
Angriff genommen werden kann. Es muß namentlich als 
eine für die Zukunft der Zeitung sehr erfreuliche Thatsache 
bezeichnet werden, daß mehr und mehr Fachmänner sich be- 
reit finden, die höchst bedeutenden vielfach noch unbeschrie- 
benen Schätze des von unser m Vereinspräses ins Leben ge- 
rufenen Museums einer Revision bez. Bearbeitung zu unter- 
werfen. Nachdem diese Thätigkeit schon auf dem Gebiet der 
Goleopteren, Lepidopteren und Orthopteren begonnen hat, 
deren Ergebnisse vorwi^end dem Vereinsorgane zu Gute 
kommen sollen, bleibt nur zu wünschen, daß auch für die 
übrigen, ebenso reich vertretenen Ordnungen sich demnächst 
geeignete Kräfte zu ähnliehe Arbeiten finden möchten. 

Als verstorben sind während des letztverflossenen Jahres 
dem Vereinsvorstand folgende Mitglieder bekannt geworden: 
Herr W. Eichhoff, Oberförster a. D., zuletzt in Straß- 
burg i. E. 

„ Georg Erschoff jr. in St. Petersburg. 

„ Dr. Freiher C. von Felder, Exe, zuletzt Oberbürger- 
meister von Wien. 

^ E. W. Jansen in London. 

^ C. F. Judeich, Geheimer R^ierungsrath und Direktor 
der Königlichen Forstakademie in Tharand. 

„ A. Kuwert, Gutsbesitzer auf Wernsdorf bei Tharau. 

y^ G. Reutli, Gerichtsnotar in Karlsruhe i. B. 

^ Dr. Jacob Spangberg, Professor an der Universität 
Upsala. 

Wir verfehlen nicht, den geehrten Mitgliedern unseres 
Vereins nochmals die Bitte nahezulegen, alle in dem letzt- 
erschienenen Mitgliederverzeichniß vorhandenen Unstimmig- 
keiten dem Unterzeichneten gütigst zur Kenntniß zu biingen, 
damit das nächste Verzeichniß möglichst korrekt aufgestellt 
werden kann. 

I. V. 

Ed. Hering, 

Vereins -Sekretär, 



BUiU entomol. Zeit. 1894. 



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205 



Inhalts -Terzelchnlss. 



Verzeichniß der von Herrn Dr. Paul Preuss in Kamerun 
gesammelten Schnabelkerfe nebst Beschreibung der neuen Arten 
von Dr. F. Kars eh. 8. 99. — Neue und wenig bekannte 
Java-Rhopaloceren von H. Fruhstorfer. 8. 116. — Ein 
neuer Tagfalter aus Nias, beschrieben von demselben. 8. 126. 

— Phyllothelys macra Westw. von Dr. H. Dohrn. 8. 129. 

— Drei Geometriden-Zwitter. 1. Acidalia virgularia Hb. und 
ab. Bischoffaria Lah. von Otto Hab ich. 8. 131. 2. Bupalus 
piniarius L. von Alois Rogenhofer. 8. 132. 3. Cleogene 
Peletieraria von Teod. 8eebold. 8. 132. — Hugo Christoph. 
Nachruf von Major Ed. Hering. 8. 133. — Rüsselkäfer der 
alten und neuen Welt von J. Faust. 8. 140, — 8ynonymische 
Bemerkungen über Cid. ferrugata, spadicearia und uniden- 
taria von Louis B. Prout. 8. 160. — Coleopteren aus 
Togo in Ober-Guinea von H. J. Kolbe. 8. 162. — Beiträge 
zur Kenntnifi der Mistkäfer. Lamellicornia onthophila, von. 
demselben. 8. 166. — Coleopteren aus Afrika, von demselben. 
8. 178. — Die Coleopteren-Fauna Central- Afrikas, von dem- 
selben. 8. 191. — Vereins - Angelegenheiten. 8. 203. — 
Inhalts- Verzeichniß. 8. 205. 



Ausgegeben Anfang Februar 1895. 



Stett. entomol. Zeit 1894. 



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Entomologische Zeitung 



herausgegeben 

von dem 



entomologiscben Vereine zu Stettin. 

/ 

Redaction: ^n Commission bei den Buch- 

Dr. Heiirieli Dokra, VorBitzender. i"lä.5?J S,???»^ ^T^'*- 
' B. FnedlSnoer & Solm in Berlin. 

No. 7-9. 66. Jahrgang. Juli-September 1894. 



Synopsis 

der 

in Afrika gefondenen Arten der Rnteliden-Oattnng Popillia. 
Von H. J. Kolbe. 



Anfangs hatte ich die Absicht, nur eine Ergänzung zu 
der ^Monographischen Revision der Ruteliden-Gattung Popillia^ 
von Dr. G. Kraatz (Deutsche Entom. Zeitschr. 1892 
S. 177—192, 225—306) zu liefern, soweit die afrikanischen 
Arten in Betracht kommen. Bei der ziemlich groBen Anzahl 
der neuen Arten, die jetzt hinzutreten, scheint es jedoch 
nützlich, um eine vollständigere Uebersicht der nunmehr aus 
Afrika bekannten Formen zu gewinnen, alle diese Arten im 
Zusammenhange vorzuführen. Den 32 von Kraatz aus Afrika 
aufgezählten Spezies stehen jetzt 52 gegenüber. Die meisten 
Beiträge an Popillien (meist neuer Arten) verdankt die Königl. 
Sammlung in Berlin den Herren Dr. F. Stuhlmann aus 
Central- Afrika (Seengebiet), Leopold Conradt aus dem 
Hinterlande (Bismarckburg) von Togo in Ober-Guinea, 
Dr. R. Büttner aus demselben Lande, E. Baumann aus der 
Gegend von Misahöhe in Togo, Dr. P. Preuss aus 
Kamerun, Botaniker Zenker aus Jaunde (Hinterland von 
Kamerun), Dr. P. Pogge aus Balubaland (Mukenge) im 
Innern des Congogebietes u. s. w., deren ausgezeichnete Sammel- 
thätigkeit für die Bereicherung unseres Museums mit afrikani- 
schen Insekten von ausschlaggebender Bedeutung war und 
theilweise noch ist. 

Stett. entomol. Zeit. 1894. ^^ 



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208 

Yon den bekannten Arten der fiattung wuzde die ndnus- 
cula Har. abgetrennt, weil sie eine besondere Form darstellt 
und verdient, ab eigenes Oenus angesehen zu werden (Narmo- 
popilUä). 

Eine Uebersiebt der Arten lä£t trotz der GleicbfiSrmigkeit 
der meisiteD doch «eine gtir^pen^netee 64iederuag der Formen 
erkennen; P. oberthüri Eraatz und phyUoperÜUna m. sind zu 
separiren; es wurden auf sie Subgenera gegründet (PeripopUUay 
PseudopopüUd). Auch die grö&eren Arten caJUpyga Dohm, 
princeps Har. u. A. können als eine Untergaüuog voa der 
großen Masse der Popiüien mit Fug und Recht getrennt 
werden Ctjupopiüia), wSLhrend dorsigera Newm. nebst candezd Er. 
wegen des ganz verschiedenen Processus mesosternalis ein 
Subgenus für sich bilden (CcdopopMd). Auch die kleinen 
Arten (bitada Eraatz und Verwandte) lassen sich wegen des 
kurzen stumpfen Processus mesosternalis leicht von den eigent- 
lichen PopilUen unterscheiden und mögen die Untergattung 
MetapopüUa bilden. 

Die generell trennenden und speziell vereinigenden Charak- 
tere, durch welche diese Subgenera gekennzeichnet sind, sind 
entnommen aus der Form und dem Entwicklungsgrade des 
Prosternalzapfens (Fortsatzes, Processus mesosternalis), der 
ficulptur der Eljtren, der Bildung der Hinterwinkel des Pro- 
thorax (allerdings nur in gewissem Orade), theilweise in Ver- 
bmdung mit der Eörpergröde und dem Charakter der F&rbttng. 

Im Folgenden sind die Subgenera entwickelt. 

Die Subgenera des Oenus Popillia. 

I. 

Prothorax postiee marginatus, trunoatus, scutellum versus 

paulo rotundatus; pjgidium nudum neque fasciculatum. Species 

minoris magnitudinis « . Subg. PeripopHka. 

U. 
Prothorax postioe lobatus vel productus et plus minusve 
trisinuatus; pjgidium pilis bimaculatum vel bifasciculatum, in 
«peciebus nonnullis ad basin transversim fasciatum. . 

A. Prothoraois anguli postici obtusi vel rotundati vel recti, 

angulis ipsis obtusatis. Corpus infra pilis plerumque 

densius veatitum, medio per longitudinem nudo. 

1. Processus mesosternalis, a latere visus, altus, valde 

compressus, laminiformis. Prothoraois anguli postici 

recti. Elytra glabra, subtiliter striato-punctata, striarum 

U%tU «ntomol. Z«it. 1894. 



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m9 

ioterstitia lata inregulariter distiDCte pMQctulata. Species 
majores diseolores, eljtris laete fasi^ialiB aut pla- 
giatis Subg. ColopopiUia, 

2. Proceasus mesostenifl^ elongatos, baatatus, reofcus^ 
pltt8 minusve validus, apiee rotundate obtusato, fere 
truncato. Prothoracis anguli posUei obtu«i. Eljtra 
pbis minuaye glabra, subtiliter vel distinctius striato- 
puDCtata, striarum interstitia lata irr^ulaöt^r 4istiA0te 

punotttlata. Species ma^res^ unicolores 

Subg. EupopiUia. 

2. Proeessus mesosteraalis ptus minusve mediocris, pro- 
duotus, plerumque atteouatus et leviter curvatus. 
Prothoraois anguli posttci obtusi vel rotundati. Eljtra 
fltriato-punctata rel siikata, interstitiis glabris impune- 
tatis vel subtilissime vix coospicue punctulatie, 
rarissiiine distincUus punctatis. Species plerumque 
mediae magnitudinis, unicolores vel in elytris colore 
laeto suffusi Popillia i. sp. 

4. Species minores, unicolores vel fasciatae et vittatae 
vel bimaculatae, eljtris glabris, striato-punctatis, inter- 
stitiis laevibus. Processus mesosterniJis brevissimus. 
Prothoracis anguli posteriores sat obtusi vel rotun- 
dati Subg. Metapopiiüa. 

B. Corpus subelongatum; prothorax longiusculus, angulis 

posticis rectis. Scutdlum breve, postice acuminatum. 

P^tus parce, abdomen parcissime pilosum. Processus 

mesosternalis conicus, acutus Subg. PseudopopilUa. 

Was diesen Untei^attungen gemeinsam ist, nämlidi die 
Summe der Charaktere der Gattung PopiUiay iai in der Form 
und Bildung einzelner Eörpertheile, sowie in der habituellen 
EigNithümlichkeili der Eörperform der hierher gehörigen Käfer 
begründet. Der Körperbau ist im Allgemeinen kräftig; meist 
ist der Körper ziemÖch kurz, vorn und hinten verschmälert 
und oberseits etwas abgeflacht oder flach gewölbt Der Kopf 
erscheint ähnlich wie bei Anomakiy der Kopfschild ist breiter 
als lang, nach vom zu seitlich zugerundet, am Yorderrande 
abgestutzt und fein gerandet. Die 9-gliedrigen Antennen haben 
eine in beiden Ges^lechtern gleiehe KeiUe. Die Mundtheile 
sind nach Burmeister krääig gebildet, die Mandibeln am 
Ende des hornigen Theils mit 2 bis 3 Zähnen, die Galea der 
Majdllen mit 6 Zähnen bewehrt. An dem sechseeki^n Pro- 
4horax sind die Hmterecken stumpf^ abgerundet oder recht- 
winklig; der Hinterrand ist in der Uitte gegen das Scutellum 
liin vorgezogen und dreibuchtig. Die Oberseite desselben 

statt. entomoU Zeit. 1894. ^^* 



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210 

ist unbehaart und flach gewölbt und entbehrt meist merk- 
licher Eindrucke, wodurch sich Popiüia theilweise ron der 
nahe verwandten Gattung Strigoderma (Amerika) unterscheidet^ 
deren Arten mehr oder weniger deutliche Eindrücke auf den» 
Pronotum besitzen. Nur Popiüia bUmpressa m. und zum Theil 
auch bOacta Er. weisen auf den Seiten des Pronotums Mn- 
drüeke auf, wodurch sie den amerikanischen Verwandten 
noch ähnlicher werden. 

Die Eljtren sind ziemlich flach und kurz, . während 
sie bei Anomala gewölbt sind. Deswegen sind die weiß- 
gefleckten Seiten des Abdomens von oben etwas sichtbar, 
was nicht bei Anomala der FaU ist. Oberseits sind die Flügel- 
decken punktirt-gestreift (mit 5 bis 6 Streifen auf dem Rücken 
versehen); bei manchen Arten sind die Streifen tief eingedrückt, 
furchenartig. Selten sind die Flügeldecken fast glatt, aber 
mit unter der Lupe sichtbaren sehr schwachen Punktstreifen 
versehen. 

Jederseits vor den Schulterecken der Elytren und neben 
den Hinterwinkeln des Prothorax wird unter der Lupe die 
abgerundete Spitze der Scapulae des Mesothorax sichtbar. 

Das Pygidium zeigt gewöhnlich zwei gröBere oder 
kleinere weiße oder gelbe Haarflecke, die bei einigen größeren 
Spezies zu einem transversalen Bande am Grunde des Pygidiums 
verbunden sind. Beim Männchen ist die abgerundete Spitze 
des Pygidiums conisch vorgezogen und springt über den 
unteren Nahtrand merklich vor, nicht aber beim Weibchen. 
Das letzte (f^ei sichtbare) ventrale Abdominals^ment ist beim 
Männchen kürzer und hinten ausgerandet, beim Weibchen 
länger und hinten abgerundet. 

Auf der Unterseite ist die Behaarung dichter als bei 
Strigoderma, auf den 3 oder 4 vorderen Abdominalsegmenten 
bildet sie gewöhnlich jederseits schmale Querbänder; die Miitte 
der Brust, namentlich des Metasternums, und des Abdomens 
ist unbehaart und glänzend. Bei Popillia phyUoperthina m. ist 
aber die Behaarung der Brust und des Abdomens recht locker, 
ähnlich wie bei Strigoderma. Bei den meisten Popillien sind 
die Abdominals^mente jederseits in der Mitte oder hinter 
derselben von einer unregelmäßig verlaufenden oder fast ge- 
raden feinen Querleiste durchzogen, von der die hellen Haare 
ihren Ursprung nehmen. 

Der Mesosternalfortsatz (processus mesosternalis) 
ist entweder lang und kräftig oder mittelmäßig lang, gerade 
oder gebogen, ^ oder kurz und rundlich abgestutzt, je nach 
der Spezies, aber auch fdr die Subgenera charakteristisch. 

Stett entomol. Zeit. 1894. 



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211 

Die Beine sind kräftig, die Tarsen kurz und meist 
etwas dick. Die Erallen sind an den HintetfüBen stets ein- 
fach, aber die äußere ist stärker und etwas länger als die 
innere; aa den VorderftiBen ist die innere dünn und kürzer^ 
die äußere breiter, etwas länger und gespalten. Von den 
beiden Krallen der Mittdftlße ist die größere (äußere) beim 
Männchen einfach, beim Weibchen am Ende ge- 
spalten oder zweispitzig. Die ~ Vorderschienen sind 
außen mit zwei Zähnen bewehrt, von denen der apicale beim 
Männchen kürzer und seitwärts gerichtet, beim Weibchea 
beträchtlich länger und mehr nach vorn gerichtet ist. Der 
obere kleine Zahn der Vorderschienen ist entweder deutlich 
und spitzig oder schwach entwickelt und stumpf. 



Die Unterschiede der einzelnen Arten beruhen 
hauptsächlich auf Verschiedenheiten in der Oberflächei> 
bescha£fenheit des Pronotums, der Form der Hintereck^n des- 
selben, der Beschaffenheit der Elytren, des Pjgidiums, der 
Behaarung und der Sculpturverhältnisse der Abdominalsegmente 
und der Form des Mesostemalfortsatzes. 

Die Sculptur des Kopfes zeigt kaum merklich hervor^ 
tretende Verschiedenheiten; bei den meisten Arten ist sie 
recht ähnlich oder gleich, nämlich vom runzlig oder runzlig 
punktirt, auf der Mitte punktirt und auf dem Scheitel glatter. 

Das Pronotum ist meist auf der Scheibe glatt und glän-* 
zend, nach den Seiten und dem Vorderrande zu punktirt; 
bei manchen Arten ist die Punktirung auch auf der Scheibe 
deutlich, bei anderen weicht die Punktirung der Seiten einer 
transversalen Strichelong. Doch kann die Sculptur bei den 
Individuen derselben Spezies variiren, wie schon Kraatz 
hervorhebt. In erheblichem Maße finde ich die Veränderlichr 
keit der Sculptur des Pronotums bei P. büada Kr. bestätigt. 

Gute Artunterschiede liefert jedoch die Sculptur der 
iBSjtren, Die dorsalen Punktstreifen derselben lie^n theils 
flach auf oder sind vertieft; sie sind entweder paarweise an- 
gelegt, so daß schmälere und breitere Zwischenräume (Interr 
stitien) miteinander abwechseln, oder diese sind alle von 
gleicher oder fast gleicher Breite. Bei ungleich breiten Int^r- 
stitien sind die schmäleren meist etwas convex,. und dies er- 
innert uns wieder an die primären Verhältnisse der Rippen^ 
bildung auf den Blytren vieler Coleopteren.*) 



*) Kolbe, Einfahrung in die Kenntniß der Insekten: Berlin, 
1893, S. 257—261. 

Stett. entomol. Zeit 1894. 



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313 

Auch die FunktiraDg der InterslitieD ist fttr die Uuter- 
Scheidung der Arien wielitig. In den Untergattui^n Ca/6- 
popiUia und Eup^pUka, sowie bei P. irUerpunäaia El. sind die 
Interstitien mit zahlrevehen, neHilfoh kräftigen oder auefa 
schwächeren, aber immer dentlicfaen, unregdmäftig aneinander 
stehenden Punkten besetzt. Sonst sind die Interstitien glatt^ 
scheinbar unpunktirt, aber bei stärkerer YiBrgrößening sind 
zerstreut stehende äußerst feine Pfinktchen zu erkennen. 

Als den ersten der Interstitien der Blytren bezeichne ieh 
den zwischen dem Hahtrande nnd dem ersten Punktstreifen 
beBndliehen. Auf dem 2. nnd 4. Interstitium ist bei rielen 
Arten eine an der Basis beginnende, mehr oder weniger tegd- 
mäB^e, zuweilen doppelte Reihe ron Punkten zu sehen, 
deren Vorhandensein, Ausbildung, Länge oder gänzliches Fehlen 
für die Arten im Allgemeinen meist charakteristisch ist. Ge- 
wöhnlich sind diese Punktreiben verkürzt; aber bei einigen 
Arten ist die Punktreihe des 3. Zwischenraums so vollständig 
ausgebildet, daß sie den regulären Punktstreifen gleicht und 
diesen gleich werthig erscheint (bei crenatipennis Qued. und 
melanoehlora m.). 

Auch die Form, Bildung und Scutptur des Pjgidiums 

?3ben Artunter&chiede ab. Höckerig oder kantig ist das 
ygidium beim $ von princeps Har., erythropus Er. und 
muUeri m. Die Größe und Form der beiden Haarfiecke de» 
Pygidiums weichen nach der Art vielfach voneinander ab; 
bei einigen Arten bilden sie zusammen ein breites Band. 

Desgleichen ist die Form und Größe des Mesosternal- 
fortsatzes sehr verschieden und für die Charakterisirung der 
Spezies von Werth, aber auch für die Kennzeichnung einiger 
Untergattungen, namentlich CalopopiUia und MetapopiKa. In 
dem SubgcQus EupopiUia ist der Processus mesostemalis 
kräftig ausgebildet, gerade, scbaftH^rmig und am Ende rund* 
lieh abgestutzt. In dem Subgenus PopüUa i. sp, erscheint der 
Processus mittelmäßig entwickelt, bei vielen Arten gebogen 
und etwas zugespitzt, bei anderen gerade und am Ende ab- 
geruiidet. PseudopopilUa mit der einzigen Art phyUoperthina m. 
hat einen eigenartigen Processus, er ist kegelförmig und zu- 
gespitzt. 

Nicht minder liefert die Beschaffenheit der Abdominal- 
Segmente gute Merkmale fElr die Kennzeichnung der Spezies 
und kleiner Artengruppen. Die Mitte der Segmente ist ge- 
wöhnlich unbehaart una ohne sonderliche Merkmale, aber die 
ganzen Seiten sind recht verschieden. Bei manchen Arten 
werden die Seiten der Segmente durch eine feine^ aber deuftr 

Stett. entomoL Z«it. 18M. 



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318 

liehe Leiste der Quere iiaeh balbtrt; dieee Leiste trägt franse»* 
förmig helle Haare, welche nach hinten gerichtet sind, s. B^ 
bei kuertosot, iulcipenmef amarog^^imy conffoana, dorBofudakty 
di eU ng uendoy njämeMfi^ u; d. w« Die Behaannag' der S^mente 
erscheint hier demnach in der Fond voa QnepbMdern; vor 
der Leiste sind die S^mente unbehaart. 

Bei andere^ Arten nsd diese Querb&nder unterbrochen^ 
die Segmente tn^en jederseits Haarfleeken; das ist der Fall 
bei iUra und anthtatma. 

T^ährend bei den genaanten Arten die einzeben Ab* 
domnialsegmente nur hii^r der Leiste behaart sind, findel 
sich bei anderen auch vor der Leiste eine Behaarting, wäfa- 
r«ttd die Leiste theilweis^ ebenso gerade und regül&r verläuft 
(Jemorakß) obUt^atüy nUer^undoia)* 

Die Leiste fehlt bei vielcin Arten oder ist nur nach au Ben 
zu als unregelmäßige Qaerlinie erkennbar; iai ersterea 
Fallö sind die Seiten der S^mente gans behaart (dorsigeray 
eandezti^ eaUipyga) rußp$8, hilari$^ broumi, ovatOy aenea^ b%impre$9a)y 
im zweiten Falle sind die Segmente nach außen zu nur hinten, 
nach innen zu vom Vorder^ bis zum Hinterrande behaart 
(UpunctaUiy hexaspüa, mMeriy aerena, chloroUcay gramnea^ cdbertina, 
bUactä). 

Das letzte Segment (das frei sichtbare) des Abdomens 
nimmt in allen diesen Fällen an der geschilderten Art der 
Behaarung der übrigen Segmente nicht theil; und das vor- 
letzte ist oft schwächer behaart als die drei vorderen S^;mente. 

Die im Vorstehenden kurz geschilderte Beschaffenheit 
der verschiedenen Popillienarten läßt in den meisten Fällea 
deutlich eine progressive Ausbildung der Organe, der 
Organtheile und der Beschaffenheit derselben erkennen. Bei 
den kleineren Spezies herrschen tiefer gestreifte Elytren, 
schwächer behaarte Abdominalhcgmente und ein kurzer Meso^ 
sternalfortsatz vor (^MetapopUUa und PopUUa L sp. theilweise); 
die grö&eren Formen fallen dagegen durch die gktten, nur 
schwach punktirt-gestreiften Eljtren, die dicht behaarten Seiten 
der Brust und des Abdomens und den starken, langen MesO'* 
sternalfortsatz auf. Die progressive Ausbildung der Organe 
b&lt mit der Vergrößerung des Körpervolumens gleichen Schritt. 

Auch innerhalb der Artengruppen nehmen wir diese 
Erscheinung wahr; P. distinguenday Uturata und bitacta bekunden 
noch nicht den Fortsehritt, welchen wir bei den verwandte 
Arten aenea und biimpressa erkennen, namentlich bei jener 
Art, deren Körpergröße, Glätte der Eljtren und dichte Be* 
haarung der Seiten des Abdomens sich vor der geringeren 
Größe, den gefurchten Eljtren und nur theil weisen Behaarung 

Stett. entomoL Steit. 18M. 



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214 

d^r Abdominalsegmente der ersteren Arten (diaünguenda u. s. w.) 
merklich hervörthun. 

In der Untergattung PopiiUa i. sp. stehen die mit stark 
gefurchten Eljtren, nur theilweise behaarten Abdominakeiten 
und schwächerem MesostemaUortsatz versehenen Arten smarag- 
dina^ crenoHpermie, cangoana^ dorsofascMia, crasaiuscula u. s. w., 
sowie lacertosa und sulcipenms denjenigen Arten g^enüber, 
welche sich durch glatte Eljtren, mehr oder weniger ganz 
oder gröBtentheils behaarte Seiten des Abdomens und durch 
kr&fbigeren Mesostemalfortsatz auszeichnen, nämlich bipundaia, 
hexaspila, müUeriy serena nebst Verwandten, sowie hüaris, 
bröwrd und otata. 

Die gleiche Erscheinung flUlt in der Untergattung EupopUUa 
auf; callipyga und dorsigera nebst ccmdezei stehen auf der Stufe 
der Vollendung, aber meinhardH hat gröber punktirte Elytren, 
sowie nur schwach und nur theilweise behaarte Abdominal- 
seiten^ und damit steht der kleinere Körper in Beziehung. Princeps 
bildet ein Mittelglied. MeinhardH steht auf der untersten Stufe. 

SchlieBlich möge noch die geographische Ver- 
breitung berührt werden. Die Popillien gehören zu den- 
jenigen lamellicomen Ooleopteren, nämlich zu den Ruteliden, 
die gerade in Afrikfi in generischer Entfaltung sich sehr 
wenig hervörthun. Hier finden sich nicht massive Formen, 
wie sie unter den Namen Chryatna, PbmotiSj Chrysophoraj 
PeUdnota, Chlorotay Macraspis u. s. w. aus dem wärmeren 
Amerika bekannt sind. In Afrika finden sich von Ruteliden 
nur kleine und kaum mittelgroße Formen; sie gehören den 
12 Gattungen Anomala, Rhinypiia, PhyUopertha, Iseplia, Phaeno- 
meris, PopilUa, Narmopopülia, Pharaonus, Onatholabis, Adoretus, 
Adoreiopsis und Trigonostomum an. Wie mächtig erscheint g^en- 
über , diesen winzigen und ärmlichen Formen die reiche 
Ruteliden weit Amerikas; mehr als 50 Gattungen sind aus 
Mittel- und Südamerika bekannt, die gröBtentheils reich an 
Arten sind. Keben den vielen groBen, außerordentlich schönen 
und wohlentwickelten Formen Mexikos, Central • Amerikas, 
Columbiens, Venezuelas, Brasiliens, welche den vorhin er- 
wähnten und noch vielen anderen Gattungen angehören, finden 
sich auch hier zahlreiche Arten von geringer EörpergröBe 
(^Anomala, PhyUopertha, Strigoderma^ Bolax u. A.); von Anomalß 
allein über 100 Spezies nach Bates (BioL-Centr.-Americana. 
Vol. n. p. 2) in Central-Amerika und Mexiko. 

Auch das tropische Asien und Ostasien weisen mehr 
Rutelidengattungen auf, als Afrika. In Europa giebt es nur 
4 Gattungen. 

Stett. eatomol. Zeit. 1894. 



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215 



Zu den artenreichsten jener 12 Gattungen Afrikas 
(äthiopisches Gebiet) gehört Popt^, die hier jetzt mit 51 Spezies 
repräsentirt ist und den JB'ormenreichthum dieser Gattung im 
indo-chinesischen Gebiet erreicht. Die 51 Spezies sind auf 
West-, Central- und Ostafrika beschränkt; in Süd- und Südost- 
Afrika giebt es anscheinend nur die einzige bipunctcUa F., die 
auch bis Ost- und Westafrika verbreitet ist. Aus SUdwest- 
Airika ist keine einzige und aus Kordost-Afrika nur eine 
Spezies bekannt. Diese merkwürdige Vertheilung lä£t sich 
vorläufig nicht erklären, mag aber in Vegetatiönsverhältnissen 
begründet sein. 

Zur Orientirung über die Vertheilung der Arten auf ein- 
zelne Länder des intertropicalen Afrika und der angrenzenden 
Gebiete mögen vorläufig folgende Angaben genügen. 

Togo: 
doTsigera Newm. 
caiUpyga Dohm. 
anthracina m. 
obUierata GylL 
smaragdina Eraatz. 
Merpunctaia Er. 
bUacta Eraatz. 
bUmpressa m. 
aenea m. 
propinqua m. 
phyüoperthina m. 

Eamerun: 

dorsigera Newm. 
eaUipyga Dohm. 
stddpennia Hope. 
tnelanoMora m. 
büacta Eraatz. 

Congo-Gebiet: 

dorsigera Newm. 
ißclioicki Eraatz. 
princeps Harold. 
aenescena m. 

Phänologisch 
L. Conradt, E. 
Dr. Pogge gemacht. 



caUipyga Dohrn. 
serena Harold. 
müüeri m. 
hipundcUa F. 
atra Qued. 
congoana m. 
crenaHpenms Qued. 
violaceipennis Qued. 
crasaiuscula m. 
bUacta Eraatz. 
njamensis m. 
Uiurata Qued. 

Centralafrika- 

nisches 

Seengebiet: 

prifieeps Harold. 
ovata m. 
chhroHcä m. 
graminea m. 
albertina m. 
bipunctata F. 
brotjom m. 
nyasska m. 



Ost-Afrika: 

oberthiiri Eraatz. 
princeps Harold. 
meinhardti m. 
hUaris Eraatz. 
ovata m. 

drcumcineia Eraatz. 
bipundata P. 
hexaspila Ancej. 
dorsofaadata Fairm. 
disHnguenda Fairm. 

Abjssinisches 
Gebiet! 

hexaspila Ancey. 

Südost-Afrika: 
bipunctata F. 

Süd-Afrika: 
bipunctata F. 

Südwest-Afrika: 
(keine Spezies.) 



e Angaben wurden von Dr. R. Büttner, 
Baumann, Dr. F. Stuhlmann und 



Stetk- entomoU Zeit 1894. 



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216 



Bs wurden gefuadeo: 

1. im Jtmuar: 

bipunctata F. in Mosambik, 
calHpyga Dohrn in Togo^ 
ifUerpunctcda £!r. in Togo; 

2. im März und April: 

dorsigera Kewm. in Baluba, 
aenescens m. in Baluba, 
anthracina m. in Togo, 
obUteraia Gjll. in Togo, 
interpunctata Br. in Togo, 
smaragdi/na Kraai2 in Togo, 
hilaris Kraata in Usambara, 
ovata m. am Yktoria-Njansa, 
bipunctaia F. in Mosambik, 
(Ura Qued. in Baluba, 
crassiuscula m. in Baluba, 
büacta Kraat2 in Baluba und 

Togo, 
iUurata Qued. in Baluba; 

3. im Juni und Jülr: 

dorsigera Netrm. hi Togo, 
prineeps HaroM am Albert- 

Ryansa, 
calUpyga Dohrn in Togo, 

Bei Bismarckburg in Togo wurden die meisten 
Spezies im Beginn der ersten Regenzeit (März) und am Bo^ 
oder bald nacb derselben (Juni, Juli) gefunden; avefa wäbfend 
der zweiten Re^efizeit (September bis November) fanden sich 
eine Anzahl Arten. Während der trocknen Moaate (Ai^ost, 
Januar, Februar) zeigten sich sehr wenige oder keine PopiUiea« 

Aueb in Baluba-Land (Ge■ira^€ongo) fanden sich die 
meisten Arten im März und AptiL 

Einige Arten, nämlich danigera Newm., pmeeps Havold, 
obUterata Gjll., interpunctata Er. vad M^ta Kraata treten thcil«« 
weise zu drei verschiedenen Perioden, nämlich im März — Apvily 
Juni— JbU und September — November auf. In wie weit Mi 
diesem Erscheinen verschiedene Generationen betheiligt sind, 
davon ist nichts bekannt. 

Ferner liegen über biologische Verhältnisse einiger 
Popillien Beobachtungen vor, und zwar von den Herren 

8t«tt. entomol. Zeit 1894. 



ohUUrata Öyll. in Togo, 
häefptmdaia Er. in Togo, 
ptopin^ tä, in Togo, 
phyUaptiiMm m. in Togo; 

4. ith AtiguiSt: 

princeps Harold am Victoria^ 

Nyansa, 
cangoana m. in Baluba, 
bitacta Eraatz in Baluba; 

5. im Septem^er-^Octobef: 

obhterata Gyll. in Togo, 
smaragdkia Kraatz in Togo, 
erenatipennis Q«ed. in Lunda, 
interpunctata Er. in Togo, 
aenea m. in Togo; 

6. im October-November: 

dorsigera Newm. in Togo, 
princeps Harold am Victoria- 

Nyansa, . 
eaüipyga Dohrn in Togo, 
albertina m. am Albert-Njansa, 
biimpressa m. in Togo. 



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217 

Leopold Conradt and Ernst Baumann. Diese Beobach- 
tui^a besiehen sich auf Angaben über den Aufenthaltsort. 

Popi^ taJMfyga wurde yon Baumann bei Misahöhe 
in Togo Anfang JuH im Walde an liehten sonnigen Stellen 
auf Blättern gefunden; und P. hterpfmciaia Er. hält sich nach 
demselben Beobachter an demselben Orte mit besonderer Vor- 
liebe an den Blüthen einer Mela«tomacee auf und ist sehr 
h&ufig (Mai — Juli). Daß calHpyga var. rubripes^ interpunctata 
und biintpressa an Gräsern, obUterata im Busch auf Kräutern, 
dieselbe Art, sowie interpunctata ond bitaeta Kr. var. nigra auf 
Gesträuch gefunden wurden, führe ich der Vollständigkeit 
wegen hier an. 

Jedenfalls wird das Bild, das wir uns Über die Popillien 
Afrikas machen, durch die angeführten Beobachtungen über 
die Erscheinungszeit und den Aufenthaltsort ein wenig prä- 
cisirt. Sie lieben den lichten Wald und mit Gräsern und 
Kräutern bestandene Plätze, und ihr Auftreten fällt in die 
r^nerische Zeit, wenn die Vegetation sich entwickelt und die 
Bfttthen sich entfalten. 



Hieran möge sich die Aufzählung aller in Afrika 
gefundenen Arten der Gattung schließen. Um die 
SrhemHUi^ derselben zu erleichtern« gebe ich folgende 
Uebersicht: 

I. Subg. PeripopiUia mti der Spezies P. obertküri Kraatz 

(No. 1). 
n. Subg. Cilepopillia mit den Spezies P. candezei Kraatz 

und dorsigera Newm. (No. 2 und 3). 
QL Biibg. Evpopillia: 

a. Segmentorum abdominalium lateribus totis pilosis; 
pjgidio fascia basal! transversa ornato — P. calUpyga 
Dohrn (No. 4); 
tk segmentorum abdominaüiifla lateribus extus semipilosis, 
inttts totis pilosis — P. princepa Har«^ welwichi 
Kraatz, aenescens m. und meinhardti m, (No. 5 — 8). 
IV. Subg. Popflüa i sp.: 

a. S^mentis abdominaübua utrinque simplieibus (haud 
transversiia eariaulatis): 

a. bis segmentis, medio excepto^ totis vd fere totis 
pilosis — P. rußpes F., browni m., kHaris Kraatz, 
ovata m. (hierher auch erythropus Kr.?) (No. 9—13). 

Stett. entomol. Zeit 1894. 



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218 



ß, iisdem eegmentis utrinque intuB totis piloisis, extuQ 
eemipilosis — P. bipwuctata F.^ hexaspiia Ancey, 
müBeri m., chhroHca m., graminea m^ serena Harold, 
äB)ertina m. und circufncincta Eraatz (Nr. 14—21); 

b. segmentis abdominalibus utrinque transversim inter« 
rupte carinulatis fasciculisque albiB poue carinulas 
ornatis; eljtris pone basia juxta suturam transversim 
impredsis — P. cUra Qued. und ardkradna m. (No. 22 
und 23); 

c. segmentorom abdominalium lateribus transversim 
distincte carinulatis, i. e. carinula longa tenui distincta 
transversa fere dimidiatis: 

a. iisdem segmentis fere totis utrinque pUosis — 
P. ifUerpunctata Er., soror Eraatz, femoraUs El., 
obUterata GjU. (No. 24—27); 
ß, iisdem segmentis utrinque semipilosis, i. e. pone 
carinulam solam pilosis, fere eiliatia: 
aa. eljtrorum interstitiis dorsalibus iuter se in- 
aequalibus, alternis altioribus — P. städpennis 
Hope, lacerioaa Cand. (No. 28—29); 
ßß. eljtrorum interstitiis dorsalibus inter se 
aequalibus: 
0. ely tris concoloribus — P. smaragdina Eraatz, 
cangoana m., crenatipemis Qued., mpripes 
Eraatz, laevieoUis Eraatz, melanochhrä m. 
(auch cyanoptera Hope und violaceip^nrns 
Qued.?) (No. 30—37); 
00. eljtris versicoloribus (fasciatis, vittatis) 
— ' dorso/asciata Fairm., nyasHea m., 
cra89iu8cuh m. (No. 38—40). 
V. Subg. Hetapopillia: 

a. Segmentorum abdominalium lateribus totis dense pilis 
vestitis, haud transversim carinatis — P. Iriimpressa m. 
und aenea m. (No. 41 — 42); 

b. segmentorum abdominalium lateribus extus indistincte 
transversim carinulatis et plus minusve semipilosis, 
intus plerumque totis pilosis — P. bitacta Eraatz 
(No. 43); 

c. segmentorum abdominalium lateribus totis distincte 
carinula transversa recta dimidiatis et semipilosis i. e. 
pone hanc carinulam solam pilosis vel ciliatis — 
P. distinguenda Fairm., liturakt Qued.,, njamensis m., 
propinqua m., signifera Eraatz, odogona Cand. (No. 
44—49); 

Stett. eatomoU Zeit 1894. 



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219 

d. s^mentis abdominalibus extus fasciculatis — P. opaca 
Kraatz (No. 50). 
VI. Subg. Psendopopillia mit der Spezies P. phyllopertf^na m. 
(No. 51). 



Bei der nun folgenden Aufzählung der Arten sind die 
Namen der Subgenera fortgelassen. Den schon früher be^ 
kannten Arten ist die Originaldiagnose oder Beschreibung des 
Autors beigefügt; wenn eine Neubeschreibung einer schon 
bekannten Spezies erforderlich schien, wegen der gegenseitigen 
Gegenüberstellung dieser und einer nahe verwandten neuen 
Spezies, z. B. bei atra Qued., serena Harold, büacta Kraatz, 
80 wurde die Originaldiagnose des Autors durch dne er- 
weiterte neue Diagnose ersetzt 

1. Popillia oberthüri Kraatz 
(Deutsche Entom. Zeitschr. 1892 S. 184). 

^Viridi-nigra, elytris coeruleis, basi rufo-testaceis, an- 
tennarum scapo rufo-testaceo, thorace basi truncato, disco 
laevigato lateribus minus crebre distinctius punctatis, elytris 
disco profunde G-creoatostriatis, lateribus 4-striatis, interstitio 
quarto punctorum serie notato, interstitio sexto basi punctis 
6 — 8, pygidio nudo, haud fasciculato, confertim punctato. — 
Long. 10 mill. $.•• 

Bei Mrogoro in Deutsch- Ostafrika. 

Das einzige bekannte Exemplar dieser auffallenden Spezies 
befindet sich in der Oberthür'schen Sammlung. 

2. Popillia candezei Kraatz 

(Deutsche Entom. Zeitschr. 1892 S. 185). 

^Statura et summa affinitas Pop, callipygae Dohrn, capit^ 
thoraceque supra virescentibus, eljtris autem rufo-testaceis, 
margine laterali apiceque viridibus, dimidia parte pygidii 
anteriore albido-flavo-pubescente, subtus pilis adpressis albido- 
flavis vestita, abdominis metasternique media parte exceptis. 
— Long. 18 mill. , lat. 9 mm.^ — Fernando-Po (Kraatz). 

In der Königlichen Sammlung befindet sich ein Stück ($> 
dieser ansehnlichen Art ohne spezielle Yaterlandsangabe; es 
wurde vor vielen Jahren mit anderen, aus ,)dem südlicheur 
Afrika^ stammenden Insekten von einem Herrn Schrecken - 
bach erworben. 

Stett. entomol. Zeit. 1894. 



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230 

Dieses Exemplar ist ohne Zweifel entftobt; denn die 
Eljtren sind braun (statt hell gelbbr^un)^ der Seitenrand und 
die Spitze sind mit einem breiten sehwanen, schwach 
metallisch schimmernden Saume versehen; die Naht ist ange- 
dunkelt und die Schulterecken schwarz mit Metallglanz. Kopf, 
Pronotum und Scutellum sind kupferfarben mit grünlichem 
Schimmer. Das Pjgidium ist dunkelgrün, erzfarben. Die 
Unterseite ist kupfer- oder dunkelgrün-erzfarben, dicht und 
anliegend gelb behaart; nur der Mesosternalfortsatz, die Mitte 
des Metasternums und Abdopiens und das letzte freie Segn^ent 
des letzteren sind glftnzend und unbehaart. IMe Beine sind 
dunkelgrtUfi und erzfarben, die Schenkel zum Theil gelb behaart. 
Die Punkte des Pronotums fließen an den Seiten der Quere 
nach ineinander. IHe Bäjtren siad unregelmäßig punktirt, 
auf dem Rücken sind zwei unregelmäßige Doppelreihen von 
Punkten unterscheidbar, deren Zwischenräume glatt und tekn 
punktirt sind. Das Pjgidium ist conisch vorgezogen und auf 
der hinteren Hälfte mit einem mittlearen Längseindruck ver- 
sehen; am Grun4^ ist es, wie bei coMpnga, von einem breiten 
Querbande gelber Haare eingenommen. Der Mesosternalfort- 
satz ist sehr hochkantig mit abgerundetem Bügel und kurzer 
abgerundeter Spitze, ähnlich wie bei dorsigera. Der obere 
Zahn der Vordertibien fehlt; an seiner Stelle befindet sidi 
nur ein schwacher Vorsprung. 

8. Fopillia dorsigera Newm. 

CTransact. Entom. Soc. London. 1841. HL p. 36. — Burmeister, 

Handb. d. Eni IV. 1. p. 306). 

^Nigro-aenea, elytrorum fascia mediana transversa com- 
muni fulva; podex brunneus, pilis albis bisignatus; eljtra 
striata*, striis punctis et, prima ei^cepta, abbreviatb.^ — Long, 
corp. 15 — 17 mm. 

lieber die von Nonfried in den Entom. Nachr. 1892 
S. 118 beschriebene PopiUia ßavotaeniatay welche ohne Zweifel 
zu dieser Art gehört, vergl. Kraatz Deutsche Entom. Z^tschr. 
18()2 S. 288. 

P. dorsigera ist gefunden im Gebiete des Kongo (Baluba- 
Land, Dr. Pogge, April 1883), am unteren Kongo (Exp. 
GrazeUe), in Kamerun, am Niger-Benue (nach Kraatz) 
und in Togo (Bismarckburg, Dr. Battner und Conradt). 

Während dnige Exemplare recht dunkel gefärbt sind, 
zeigen andere eine röthliche Grundfärbung; ich führe diese auf als 

Var. rubrotincta, Supra rufocastanea, certo visu viridj- 
micans, eljtris castaneis ante et pone &sciam latam flavidam 

Stett entomoL Zdt 18M. 



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a2i 

nigresoentibus vd viridinigris; abdomine, pygidio pedibusque 
cftstaneis et cupreis, tarais obscuris. — Bei Bismarckburg 
in Togo Ende Oktober und Anfang Novemb^ 1892 2 Exem- 
plare Yon Conf adt gefunden. 

Ejusdem varietatis specimen tertium obscurius, basi late- 
ribusque pronoti, bumeris apiceque eljtrorum, pygidio, ventre, 
abdomine partim obscure castaneis. — Bismarckburg in 
Togo in der Zeit vom Juni bis Juli 1891 von Dr. Bttttner 
gefunden. 

4. Popfllia callipyga Dobm 

(Stettiner Bntom. Zeitung. 1876 S. 79. — Kraatz, Deutsche 

Entom. Zeitschr. 1892 S. 185). 

Robusta, mi^r, in capite, pronoto, scutefio ^ytrisque satu- 
rate viridis vel viridi-olivacea^ subopaca vel nitida, fere crebre 
punctulata^ pronoto marginem posticum versus laeviore, in 
elytris striis nonnuUis geminatis plus minusve distinctis; pygidio, 
pectore, ventr« pedibusque nigris, leviter nigro*cupreo su^&isis; 
pygidii d»idio basaÜ, lateribus pectoris et abdominis pedibus- 
que ad partem dense albido- vel flavo-pilosis; dente superiore 
tibiarum anticarum distincto. — Long. 17 — 18 mm. 

Do hm beschrieb die Art nach Stücken aus Monrovia 
ixi Liberia, Kraatz fiihrt sie aus Ascha.nti an. In der 
^königlichen Sa^nimlung befinden »ch Stücke aus Togo O^sa- 
höhe, Juli 1893, E. Bau mann), aus dem Hinterlande von 
Kamerun (Barombi-Station am ElefwteurSee, Hauptmann 
Zeuner; Baliburg, Dr. Zintgraff) und aus dem Gebiet des 
unteren Kongo (St. Salvador, Dr. Büttner). 

E. Baumann fand die form- und farbenschönen Käfer 
bei der Station Misahöhe in Togo an lichten sonnigen 
SteUen im Walde auf Blättern am 5. Juli 1893. 

Die Art ist ausgezeichnet durch die gesättigt gi-üne Fär- 
bung der ganzen Oberseite und den Mangel an Metallglanz 
auf derselben. Eine gelbe oder weißhaarige Querbinde nimmt 
die Basalhälfte oder mehr als die Hälfte des Pygidiums ein. 
Die Elytren sind ziemlich dicht und wirr punktirt, weisen 
«ber drei mehr oder weniger deutliche Doppelreihen von 
Punkten auf, welche nicht oder wenig größer sind als die 
nnregdmäßig stehenden Punkte. Der obere Zahn der Vorder- 
schienen ist deutlich und steht etwas ab. Die Elytren sind 
neben dem Seitenrande einfach und glatt. 

Außer diesen gewöhnlich vorkommenden typischen Formen 
liegen zwei Varietäten vor. 

«tett. entomoL JSett. 169A. 



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222 

.Var. rubripes m. pedibus rufo-brunneie, tibiis poeticis 
fuscis, apice tibiarum anticarum tarsisque omDium pedum 
nigrie; apice pygidii rubro vel brunneo. 

Eioige Stücke aus Togo (Bismarckburg) wurden von 
Gonradt im November 1892 an Gras und von Dr. Büttner 
im Januar 1891 und Anfang Oktober 1890 gefunden. 

Recht abweichend erscheint die 

Var. castanea Eraatz 1. c. S* 185, capite, pronoto, scutello 
elytrisque saturate rufo-castaneis, pygidio, pectore, abdomine 
pedibusque nigris vel levissime infuscatis. 

Ein Paar ((J $) dieser eigenai-tigen Form erhielt die König- 
liche Sammlung von Staudinger mit der Fundortsangabe 
^Benue^; sie wurde offenbar auf der Niger*Benue-Expedition 
von Hartert und Staudinger gesammelt. Aus derselben 
Quelle erhaltene Stücke dienten Dr. Kraatz zur Charakterisirung 
dieser Varietät. 

5. Popillia princepB Harold 

(Mitth. d. Münchener Entom. Vereins. 1878 S. 102; Coleopterol. 

Hefte, XVL 1879 S. 51. — Kraatz, Deutsche Entom. Zeitschr. 

1892 S. 186). 

Viridi-aenea vel viridi-aurata, subtus subaurescens vel 
cupreo suffusa, tarsis plus minus ve cyaneis; pronoto latera 
versus confertim, antice subdense punctato, scutelium versus 
laevigato, subtiiissime autem et parce punctulato; scutello 
glabro, subtiiissime punctulato; elytris partim irregulariter 
punctatis, partim punctato-striatis, seriebus duplis punctorum 
nonnullis distinctis; pygidio albo-bimaculato, in femina postice 
bituberculato; processu mesostemali robust o, gracili. -^ Long, 
corp. 14,5—18,5. 

Die typischen Stücke wurden von Dr. Pogge im Innern 
von Angola auf der Reise in das Lunda-Reich gesammelt 
und befinden sich in der Königlichen Sammlung; auch aus 
der Gegend des oberen Kongo, zwischen dem L u b i 1 a s c h 
und dem Lomami (Dr. Pogge), liegt die Art vor. Dr. Stuhl- 
mann fand einzelne Stücke bei Undussuma, südwestlich 
vom Albert-Nyansa, 1050 m hoch, am 25. Juli 1891, 
ferner bei Buessa, südwestlich von demselben See, am 
12. August 1891 und bei Bataibo am Duki-Fluß, westlich 
vom Albert-Nyansa am 8. November 1891. Nach Stücken 
in der Oberthürschen Sammlung findet sich die Art auch in 
Ostafrika, bei Mamboia (Kraatz). 

Eine blaue Varietät (cyanelytria Kraatz) wurde nach Kraatz 
bei Mhonda in Usegua (Ostafrika) gefunden. 

SUU. entomol. Zeit. 1894. 



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%2S 

6. FopOUa welwioM Kraals 
(Deutsche Entom. Zatfichrift. 1892 S. 187). 

^Nigra, nitidula, parum convexa, thorace confertim 
distioctius punctulato, supra scutellum laevigato, scutello 
laevissimo, elytris omnium crebre subtüiter punctatis, abdomine 
crebre aciculato, distioctius albo-bifascicnlato, abdominis seg- 
mentis lateribus, linea transTersaM media parum perspicua, 
dimidia parte posteriore erel»!^ i^lvo-pilosis, medium versu« 
sicuti prosternum laevigatis, hoc fortüer produeto. — Long* 
17 mill.^ 

Ans Angola, 1 Exemplar in Gaod^e's Sammlung. 

Die Art ist der P. princeps Har. sehr ähnlich, wie Kraatz 
1. c. anführt, und würde sich vielleicht als schwarze Varietät 
dieser Art erweisen. Da das Weibchen von princeps durch 
eine eigenthttmliche Bildung des Pjgidiums ausgezeichnet ist, 
so wird sich die Identität oder die Verschiedenheit leicht 
erkennen lassen, sobald beide Geschlechter bekannt sein werden. 

7. Popillia aeneBceni n. sp. $. 

Gracilis, P. candessei Kr* similis, afßnis, obscura, unicolor^ 
fuligineo^halcea, clypei margine, elytrorum punetis marginibus* 
que, pygidio, pedtbus, marginibus segmentorum processuque 
mesosternali laete viridescentibus, certo visu pronoto quoque 
elytrisque obscure viridi-aeneis; pedibus obscure viridi-aeneis; 
capite et pronoto distinete punctatis, hoc parcius neque 
subtilius quam illo^ dorso autem subtiliter et parce punetatis, 
postice glabro, nitido, linea discoidali laevi mediana Ion- 
gitudinaJi autioe convexiusculo; scutello medio parce pro- 
funde punctato; elytris parum convexis^ ubique punctaüs, 
ut in plerisque majoris formae speeiebus hujus generis (co/^ 
pyga Döhrn, dorsigera Newm., candeaei Kraatz, princeps Harold), 
ßtriis dorsalibus plusminusve distinctis; pygidio bimaculatOi 
simplice; pectore et ventre, medio excepto^ flavo-pilosis; 
margine postico segmenti paenukimi (oeulis liberi) dorsalis 
medio fere angulato; segmenti s tribus ventral ibus utrinque 
ad maximam partem glabris, extue antice glabris, 8^;mento 
quarto utrinque tote semipiloso; processu mesosternali 
yalido. — Long. corp. 17 mm. 

Ein $ bei Mukenge im Baluba-Lande (Central-ACrika,, 
Congo-Oebiet) in der Zeit vom 16. Februar bis 23. März 
1883 von Dr. P. Pogge gefunden. 

Diese Art gehört zu der Gruppe der caMpyga^ princ^ 
u. A. und erimaert durch ihren schlankeren Körper an oon- 

Stett entomol. Zeit I8d4. ^^ 



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224 

dezei Er., der obere Zahn der Vorderschienen ist aber deut- 
lich ausgebildet. Das Pjgidium ist einfach, ohne Höcker. 
Der Mesosternalfortsatz ist, von der Seite gesehen, hochkantig, 
am Ende abgestutzt. 

8. Popillia meinhardti n. sp. $. 

Eine breite, ovale Art, auffallend durch die reichliche 
feine uoregelmäßige Punktirung der ganzen Oberseite. Fär- 
bung duokelgrOn bis blaugrOn, auf den Eljtren ein breiter 
dunkelbräunlicher Längswisch. 

Irgend eine afrikanische Spezies der Gattung, mit welcher 
diese neue Form nahe verwandt wäre, ist inir unbekannt. 
Aber eine ähnliche Punktirung finden wir bei caäipyga Dohrn, 
interpundata El. u. A. Die Zugehörigkeit zum Subgenus 
Eupopillia ist wohl unzweifelhaft. 

Diagnose: Ovata, sat lata, viridis, fere aeruginosa, parum 
nitida, supra tota crebre subtiliter punctulaia, vitta eljtrorum 
flavo-brunnea, indistincta, ab humeris usque ad apicem perti- 
nente; tarsis nigris virescentibus; capite et pronoto sub- 
tiliter rugoso-punctatis, punctis in vertice distinctioribus, 
dispersis; pronoti lateribus pone medium fere rectis, vix 
subsinuatis, linea dorsali mediana longitudinali parum impressa; 
elytris totis fere dense subtiliter punctulatis, seriebus puno- 
torum majorum dorsalibus sex, praeterea in interstitio lato 
secundo punctis numerosis ejusdem magnitudinis ac punctis 
striarum irregulariter dispersis; stnis eljtrorum lateralibus 
nonnuUis minus r^ularibus quam dorsalibus, sed paulo pro- 
fundioribus; pygidio gibberem posticum subacutum praebente, 
macula utriuque basaii pilosa direpta;. segmentis abdomi- 
nalibus latera versus Stria transversa postmediana, retrorsum 
pilosa gaudentibus. — Long. corp. 16 mm. 

Ein $ aus der Gegend von Hohenfriedberg bei Mlalo 
auf dem Gebirge des nördlichen Usambara in Deutsch- 
Ost afrika (E. Meinhardt). 

Ober- und unterseits sammt den Beinen glänzend grttn, 
Flügeldecken etwas weniger glänzend; die Ränder der Eljtren 
sind dunkelgrün, während eine undeutliche braungrüne schräge 
Binde von den Schulterecken bis fast zur Spitze reicht. Eopf, 
Pronotum, Scutellum, Brust, Bauch und Pjgidium sind grün- 
metalliscli, die Tarsen schwärzlich und grünlich. Die reich- 
liche Punktirung der ganzen Oberseite ist bei dieser Spezies 
recht auffallend; denn zwischen den größeren Punkten finden 
€ich zahlreichere feine aber sehr deutliche Pünktchen. Auf 
den Seiten des Pronotume fließen die gröberen und feineren 

SteU. entomol. Zeit. 189i. 



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225 

Punkte zu unentwirrbaren feinen Bunseln :2usammen; nach 
der Scheibe zu ist die Pünktirung lockerer^ auf der Scheibe 
selbst zerstreut. Die £9ytren sind von regelmäßigen Punkt- 
reiben durchzogen; die Zwischenräume dieser Streifen sind 
ziemlich dicht und fein punktirt, nur auf dem breiten zweiten 
Zwischenräume sind zahlreiche unregelmäBig stehende Punkte 
von derselben Größe wie die der Punktreihen; aber zwischen 
den größeren Punkten finden sich auch hier die sehr zahl* 
reichen kleinen Punkte. 

9. Popillia niftpes Fabricius 
(Entomologia Systematica. Tom. I. 1792. S. 129). 

^Nigra, ano bipunctato, pedibus rufis, tibiis posticis spinis 
annulatis, — Caput nigrum« antennis ferrugineis. Caput et 
thorax laevia, glabra, atra, obscure nitida, Immaculata. Ab- 
domen nigrum, segmento ultimo punctis duobus albis. Pedes 
ferruginei, digitis nigris, ungulis arcuatis, validis, acutis. Tibiae 
posticae annulis tribus elevatis e spinis brevibus, radiatis/^ — 
yßyn. Ceionia i-pmctata Oliv. Ins. .1. 6. 80. 101. tab. 10. 
fig. 93.^ — Sierra Leone. 

In der „Mantissa Insectorum^ Tom. I. 1787 S. 27 (also 
fünf Jahre früher) führt Fabricius dieselbe Art mit genau 
derselben Diagnose unter dem Namen Cetonia guadripunctata 
auf, offenbar irrthOmlich, da er selbst in der Ent. Syst. 1. c. 
die Olivier'sche quadripunctatay die mit seiner Art gleichen 
Namens identisch ist, mit seiner rufipea identifizirt und als 
synonym mit dieser aufführt. Auf der S. 27 in der Mant. 
Ins. I. ist (anscheinend durch einen Druckfehler) mit den 
meisten Namen eine Verwechselung vorgekommen. 

In der Ent. Syst. I. 129, und zwar unmittelbar vor rufipes^ 
führt Fabricius die Cetonia quadripunetata mit der Diagnose 
,,nigra thorace punctis quatuor albis'^ aus Italien auf. Die- 
selbe Diagnose steht in der Mantissa I. S. 27 bei S-punctata. 
Aus der Bezeichnung „quadripunetata^^ ist schon zu ersehen, 
daß ein Fehler vorli^; von 4 Punkten findet sich bei rußpes 
nichts. Und da Fabricius selbst den Irrthum berichtigt, so 
dürfen wir ihn nicht weiter fortschleppen, wie es in einigen 
Fällen bisher geschah. 

Bereits in den ^Species Insectorum^^ I. 1781. S. 52 ist 
Cetonia ^Aadripunctata aufgeführt, und zwar aus Italien und 
mit derselben Diagnose wie in der Entom. Syst I. 1792. 
8. 129. Diese beiden Beschreibungen beziehen sieh daher 
auf dieselbe Art. 

Stett. entomoL Zelt. 1894. 1^* 



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23« 

Was «Mi die defneoton^ i^quc^dripunöiati»* aDbdfRigl, 4S^ 
Fabrit^iii« ii^ der MMtitoa &kt eifiie andcjre Spcieie» gebräu^M 
als Msher, spater aber (ßat Syst. I. 4^), iftämlk^ tMBi ^nif^M, 
nieder einzieht, so fm^ es eicfi, wd^er A^ jjttHit Natiie 
zukommt; es ist eine Varietät von Ceionia inörio, wie sohott 
l^richson in der l^aturgeseh. d. Ins. Deittschlabds. I. Abth. 
8. Bd. B. 607 anführt. 

In der Mantissa aber ist det* Katne quadripunekUa kt- 
thOmlich an die Stelle von rufipes gerttelrt. iMeser Name stelrt 
auf derselben Seite (p. 27) bei der Beschreibung einer Spezies, 
die keine rothe Beine hat, unter d^ aber eine Ischnostoma zu 
verstehen ist. Da auf derselben Seite der Name euspidata 
steht, so ist es Ischnostoma euspidata. Cuspidata aber ist 
mit nobiUs auf derselben Seite und nobiUs mit cor data ver- 
wechsdt. Alles dieses ist in der Entomologia Systematica I. 2. 
S. . 129 stillschweigend berichtigt. Ich bemerke, daß die 
Diagnosen in der Mant. 1. c. und der Ent. Syst. 1. c. einander 
vollständig gleichen und daß nur die Namen der einzelnen 
Arten verwechselt sind. 

Die Spezies ist bishör nur in Sierra Leone gefunden. 
Kräatz ftthrt in der Deutsch. Ent. Zeitschr. 1892. S. 187—188 
folgclnde Varietäten auf: 

a. Var. „elytris olivaceo viridibus*'; Kraatz 1. c. 8. 289; 
(öewea« Newman, Trans. EJnt. Soc. London. III. 1841. 
S. 37). 

b. Var. „supra nigrocyanea, subtus viridula"; (subtyanea 
Kraatz 1. c. 187). 

c. Var. „supra elytris brunneis, «ubtus viridula''; (brtmnea 
Newman 1 c. 8. 36). 

d. Var. „«üpra subtusque nigra, aut itaterdum brunnea*'; 
(rußpes F. Eni. Syst. I. S. 129; Syst. Eleuth. II. 139). 

10. Papillia browni d. sp. ^J $. 

Zu denjenigen Arten von J'opiUia, welche mit der Harold- 
sclien serena des Lundareiches verwechselt werden können 
und auch verwechselt werden, gfehört die hier iu beschreibende 
'P, browni aus dem Nyassalande. Sie ist zunächst mit hUaris 
Kraatz aus Deutsch-Ostafrika verwandt, doch sind die Elytren 
weniger glatt und glänzend, und die äußeren Streifen derselben 
sind nicht stärker ausgeprägt als die inneren. Die dorsalen 
t'unktstreifen der Elytren sind stärker, die lateralen schwächer 
als bei kilafis, diese 4ind jeü^ ungefähr von gleicher Stärke. 
Kopf und Pröthorax sind hingegen sehr ähnUch beschaffen. 
Das Scutellum zeigt einzelne sehr feine Pünktchen. Die Seg- 

Stett. entoinol. Zeit. 1894. 



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2»7 

mmi/^ des Abdomeii^ sip^ beideraeits der Mitte gdkm ^w^ 
bel^aart^ wie bei hßlcuiß mi4 Q^o^ wfthre^d bei seKenß <D^ 
Seitiep. ^^v ^gmeoAe vqp einer oiitt^ep Quevlii^ie dur^b^ogei^ 
werdea» von welqher die Haigre mach hiatei^ f^u i^uagehea, m 
di^ü der vorder^ Theil ^^r SegQie^ an den Seitjep k^l i^. 
Per Dfeeo^irnalfoirtafMz ifit gP^en die Spitze yerjUagt 

Diagnpee: Viridis vel viridi-ann^lce^ (vel B^bc^p|^Hlk 
wl viridi-coerulea vel tot^i ^ati^i^t<f.<H)i^rulea), metj^llic«^ pedibu? 
viridibus, tarrfs pigr^ a,FtiQ«doi horiffli prmo viridis fronte et 
epWtpipaate dense punotatis, üia Tertioeai veiraug oba<)ietij|}8 
puaetatfl^ hoc medio Jaevig^o; pironoto gWb?a pitidiisjiflw^i 
lateribtts fere subito es^i fortit^ puaotati«, «w^rgi^e pc^rtiop 
utrinqiie t^oui^e? coetato medioque immaFgimto, »Qgiitls 
postiois rotiindf^ti^; acut eile ^bre, diaoQ iitriiM|ue {#rf9e 
subtilissimepunctulato; elytris modioe 9t]iato-j>u{ictQ4i9, puQ^ls 
striarum dorsalium haud profundioribus quaip lateralium, inter- 
stitio secundo per totam longitudipem medif^m punctulato, 
punctis anterioribus irregularibus et före bi- vel triseriati^^ 
posterioribus plerumque seriem simplicem praebentibus, inter- 
atitiis quavto et sexto pamm pünctatis; li^t^ribus elytrorum 
pone bumeros in $ ampliatis et profunde impressis; pygidio 
albogriseo-biplagiato; pectore abdomineque albogriaeo- 
pilosis, medio laevi, segmentis abdominalibus utrinque teile 
pilogis, (ransvergio) haud oarinatis, t— Lang. oorp. IJJ— 1& roro, 

Paa Muaeum erhielt eine Ansahl 3tiic)(e von Herrn 
R. Brown au« Milanji in British - CenUf^l- Afrika 
(ITyassatand)* 

Die meiaten Stücke dieser Art sind measingfarbeo (die 
Epische Form), vereinzelte goldigkupferfarben (var, a¥r€0- 
cupr^) oder blaugrttn (var. mridkcyamß) oder dunkelblau 
(va;r. {UrocgfaueQ}. Stücke mit gelbbraunem Wisch auf dep^ 
£3ytren, selbst nur mit eii»er Spur davon (wie bei Wian», 
•ind mir nicht vorgekommen. 

P. brQwni ist oiffenbar dieselbe Spes^ies, jfvelebe von Gah%P 
in den Proceed. 2^1. Soc, London, 1893 p.. 740 unter iem 
Hamen P. serma aus Britiscb43entral^Afrika aufgefQh^ ist, 

11. PopilUa hilurii Kraalz ^$ 
(Deutsche Bntom. Zeitschrift, 1892 p, 2%i). 

PöpiUiae browni m. appropinquans, minor, glabrior, nitidfor, 
dytrrs subtilius striatis, viridi-metallica vel subcyanea, subtns 
viridis vel cupraria, elylronim dieco intcrdum suffbse infuscato; 
capite crebre, vertice obsoletius punctulato; pro not o 
laevissimo, nitidissimo, lateribus distincte punctatis, lateraKter 

Stett. entomol Zeit. 1894. 



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238 

Mite angulos postieois reetis, his rotundatis Vel obtu8e rotun- 
dati», costula laterali in marginem postieum breviter transeuiite; 
43 c u t e 1 1 o longiore ^ (juatai latiorie^ glaberrimo, viiC püöctulato ; 
elytriB subtiliter striato-punctatis, striis eitterioribus rix vel 
parum profundioribus quam interioribus, his prope basin plus 
minusve obsoletis, interstitio secundo quam tertio dimidio 
latiore, punctuliato, punciti» angaste • biseriatis, pöne medium 
coeuntibus serielmque simpKeem praebentibns ; lateribus ely- 
trorum pone humeros in $ ampliatis et profunde foveolato- 
impressis; pygidio strigilato baain versus sublaevigato, utrinque 
albo-bimaculatO) postice in (^ magis quam in ^ P. hrowni 
proloQgato, fere subacuminato; processu mesosternali 
eiongaito, porrectOy apice rotundato; segmentis abdominalibue 
atmvque fere totis albo-pilosis, a^ea externa basali glabra. -f- 
Long. eorp. llr— 13 mm. 

Deutsch -Ostafrikä; Umgegend von Tanga, März 
Ims Aprit 1893 (0. Neumann); Lujenda-Fluß (nach 
Kraatz). ^ 

Für die typische Form dieser Spezies halte ich die 
metaUisc^-grttnen Sttteke; die vereii^elten goldkupfrigen Stücke 
mögen ab var. aw^cuprea, die ins Bläuliche schimmernden 
alsvar. .K^j^an^oen« bezeichnet werden. . 

^ JDieseduröh die togfallisch'grttne Färbung der Oberseite 
lind die stark glänzende, kupfrige Färbufng det Unterseite 
ausgezeichiiete Art ist mit P: hrowni wj» Nyassa^Land nah^e 
verwandt, unterscheidet sich von dieser Art jedocli durch deü 
Olänz und die Glätte der Oberseite, namentlich der EJytren, 
deren Punktstreifen^ viel feiner sind. Auch ist ^i/arifl^ durbh- 
schnittlich' kleiner als ihre Verwandte aüd dein Innern des 
Ejrdtheils. Der Prothörax der hUaria ist "etwas wenigör Kurz, 
'als bei ^dt(W; auch dad Scutdlum erscheint etwas länger. 
Ferner ist im männlichen Geschlecht das 'Pygrdium hinten 
-mehr verlängert Als bei hfowni. Dagegen sind bei beiden 
•Arten im weiblichen Öesehlecht^ie Elytren hinter den Schul- 
tern erweitert und neben dem !feande mit einem großen tiefen 
Eindruck versehen. Ferner ist der zapfenförpiig vorspringende 
längliche Mesosternalfortsatz bei beiden Arten ähnlich. Auch 
sind die Ab^ominalsegmente beiderseits bis auf eiben Streifen 
am* Grui^de ' in den , Außenecken behaart. Augenscheinlich 
haben beide Arten «inen engen genetischen Zusammenhat^, 
so daß die eine Art für eine Lokalform oder Subspezies ^e* 
halten werden könnte, wenn nicht beide von einander gut 
«getrennte Arten sind. 

S<ett entomoL Zeit 1894. 



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229 

Die voD dem höheren Gebirge bei Mlalo in Nord- 
Usambara vorHegendeu Exemplare der hilaria haben auf der 
Scheibe der Elytren eine große gelbbraune Makel; diese von 
Hol 8t gefundene Varietät mag als var. ^^^»ato bezeichnet 
.werdea Aus der Gegend von Tanga stammende einzeln^ 
Stücke haben eine undeutliche braune Makel auf ^en Elytren. 
Bei Tanga scheint die ^nfache Form vorzuherrschen. 

12. PopiUia ovata n. sp. 

Obgleich diese Art einige Aehnlichkeit mit chhroHca aus 
der ^eremi-Gruppe zur Schau trägt, so kann doch von einer 
näheren Yerwandtschaft nicht die Rede sein. Schon die Form 
des Körpers ist . eine andere. Dazu kommt die .Bekleidung 
der Ventralsegmente des Abdomens. Diese sind beiderseits 
der glatten Mitte ganz weiß behaart; die Behaarung beginnt 
schon am Grunde jedes Segments, während in der serena- 
Gruppe die Haare nach den Seiten zu von einer mittleren 
Querleiste ausgehen. P. ovata gleicht in der Bekleidung der 
Abdominalsegmente der hüaris Kraatz. 

Auf der Scheibe der Elytren ist eine kleine Stelle durch 
Querfalten ausgezeichnet; diese Bildung findet sich auch bei 
einzelnen Stücken von hilaris. Es scheint, da£ ovata und 
hilaris miteinander nahe verwandt sind. Gemeinsam mit der 
«erena-Gruppe haben diese Arten das oberseits glatte, glänzende, 
nur nach den Seiten zu punktirte Pronotum. 

Diagnose: Ovata, flavb-virens, capite pronotoque viridibua, 
elytris flavescentibus aut flavo-Tufis aut flavovirescentibus; 
pectore, abdomine pedibusque cupreis, tarsiö obscurioribus e^ 
aeneis; capite punctato, vertjce medio subglabro, epistomate 
rugoso-pimctato, margine perparum reflexo; pro not o glabro, 
laevigato, prope latera profunde punctato, antice subtilissime 
et parce punctato, margine postico ad angulos exteriores 
distincte costato; scutello subtiKter punctato, lateraliter 
laevigato; elytris modice punctato-striatis, punctis striarum 
exteriorum profundioribus, disco nonnihil plerumquie trans- 
versim plicato, interstitiis 1., 3., 5. subconvexis angustioribus, 
interstttio secundo latiore irregulariter vel fere biseriatim 
punetulato, hb punctis postice unam seriem praebentibus, 
interstitiorum 4. et 6. punctis aliquot subseriatis; pygidio 
mtido oblique rugoso, medio basali laeviore, utrinque macula 
magna albopilosa ornato; processu mesostemah robusto; 
peetore abdomineque albo-pilosis, medio toto laevigato, 
segmentis abdomlnalibus utrinque totis albopilosis nee «emi- 
pilosis. — Long. corp. 10 — 13 mm. 

SUtt. entomol. Zeit. 1884. 



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330 

Deotsch-Ostafrika: Madinttla(W. v. St. Paul-Illaire); 
Yictoria-NjaDfta: Bukoba, Si&re 1891 (StoMmano); 
TaogaBJika-&ee (Rddbard).' 

Die Art ist leicht kenntlieh an den grttnlidigribett Efjtreo, 
dem atnanigdgrflnen Pronotum und dem gleiehfalls grQnen 
Kopfe. Die Blytren sind selten dank^;rttn gesftnmt. Die 
sehr schwachen Panktstreifen lassen sie leicht von femoraUs KL 
unterscheiden. Die Eljtren sind weniger glatt und eben als 
bei hilaria. Die meisten Stfleke sind auch kleiner als 
diese Art. 

13. PopUUa evythtopni Kraat« 
(Deutsche £atom. Zeitsehr. 1892. S. 191). 

,,V!tidis, subtus nitidula, supra fere of^aca, parum con- 
vexa, cljpeo antice aureo-testaceo-marginato, capite thoraceque 
creberrime punctatis, scutello longiusculo, crebre pudctato, 
elytris dorso G-sulcatis, sulcis latis, densissime punctulatis, 
interstitiis laeViusculis, lateribus S-sulcatis, sulcis latis, dense 
punctulatis^ pjgidio parce perepicue punctato, distincte albo- 
bifasciculato^ apice bituberculato ($), pedibus laete cupreo- 
rufis. — Long. 13i/, mill." 

Var. „Hitidior, elytrorum dißco testaceo-pellucido.^ 

Sierra Leone (Mus. Eraatz). 

Diese Art ist der P. svldpennis Hope durch den flachen 
Körper, die breiten, seichten, dicht punktirten jPurchen der 
Elytren und ihre mattgrOne Färbung anscheinend ähnlich. 
Der Thorax ist flach, von gewöhnlicher Form, mit dner kurzen 
vertieften Linie am Hinterrande an den Hinterecken, oberseits 
sehr dicht und kräftig punktirt, vor dem Scutellum glatt. 
Von den 7 erhabenen dorsalen Kippen der kaum gewölbten 
Eljtren sind die 1., 3. und 5. Rippe stärker als die ander^. 
Zwischen den Rippen befinden sich breite, flache, dicht punk- 
tirte Furchen. Die Seiten der drei ersten Abdominalsegmente 
sind nach Eraatz dicht greis behaart. 

Bei aller hieraus sich ergebenden Aehnlichkeit unter- 
scheidet ein Merkmal die erythropua scharf von der auMpeamU; 
das ist die Bildung des Pygidiums. Dieses ist nach Kraats 
beim $ am Ende mit zwei Buckeln versehen, wie es ähnlich 
bei der P. princept Har. der Fall ist. Bei mUoipMnis $ ißt 
dagegen das Pygidium einfach. Aber auch wegen der 
dichten greisen Behaarung der Abdominalsegmente kann 
erythropM nicht zur näheren YerwandtscbaH; von sufdpenniiß 
gehören. 

Stett. eatomoL Zelt 1894. 



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23t 

14. FopiBia bipmu^iita Fabrieiua 
(MantissB Ineeoti. I. 1787. S. 25). 

^Gapite thoraceque viridi-aeneifl glabris, dytris testacefs, 
abdominis uTtimo segmento promiaeote bipuoctato. — Caput 
et thorax aenea, obscure nitida. Scutellum bjeve^ trianguläre, 
aeaeum. ßTytra glabra, laevia, testacea, Immaculata. Corpus 
atram, segmentis abdominis utrinque strigis albis. Ultimum 
segmentum prominet punctis duobus magnis albis.^ — 

Länge des Körpers 12—15 mm. 

Weit verbreitet. In der Königlichen Sammlung befinden 
sich Exemplare aus dem Capland^ Katal, Transvaal, 
Delagoabai, Mosambik (Inhambane, Quilimane), Ost- 
Afrika (Wanga, Kitui, Sansibar, Mombassa, Bagamoio, 
Victoria-Nyansa) und West-Afrika (Lunda). 

Dr. Stuhl mann sammelte die Art am 10. Januar und 
8. Mära. 1 889 bei Quilimane in Mosambik. 

Die Varietät Umbata ßoh. (Insecta Caflr. II, 51)) vom 
Limpopo-Flusse in Nord-Transvaal unterscheidet sich von 
der Hauptform durch die abweichende Färbung der Blytren. 
Diese zeichnen sich aus durch eine große, schwarze, fast von 
der Basis bis fest zar Spitee reichende breite Makel, die nur 
willen gdben Saum fast ringsmn tibr% läfit. — Hinter der Mitte 
reicht die schwarze Makel bis an die Naht heran. -^ In der 
Königlichen Sammlung befinden sich Stocke dieser Varietät 
ans Botsehabelo in Transvaal (Niemeyer); an demsdben 
Orte fand Niemeyer nach Ausweis vorliegender Stttcke 
auch die Hauptform. Vergl. ferner Dohrn, Stettin. Bnt. Zeit. 
1879. S. 188 und Kraatz, Deutsche Bnt. Zdtschr. 1893. 
S. 190. 

Var. apiccJis Kraatz (Deutsche Ent. Zeitschr. 1892. 
S. 190). ^Die schwarze Färbung erreicht die Spitze der 
Blytren."' — Delagoabai. 

15. Popillia hezaspila C. F. Ancey 

(Natoralista Sicifiano. Anno II. 1883. S. 96. — Kraatz^ 

Deutsche Entom. Zeitschr. 1892. S. 189). 

^Profunde violaceo-aenea, elytris exoeptis luteis, singuluqi 
ad bnmeros et ad apicem maculam nigram ferens, et inter 
eias tertiam elongatam angustam, et ad sutnram obscare 
aenesoeos. — Corpus ovale, nitidissimum, convezulum. Caput 
punctatum, antice subquadrato-rotundatunu fronte stria trans- 
versa Uneari separatum. Prothoraz marginulatus, basi sinuatus, 
relulgens, kteribus rotundatus, Eiytra latiora, ad humeros 

Stett entomoL Zeit. 18M. 



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232 

late vix callosa, seriebus obsolete punctulata, lateribus et apice 
post suturam s^ar^tim rotundata. Pygidiam, fiftscicuUs duobus 
latis villorum instructum. Pars infera corporis villosa. Ster- 
nalis Processus velut in P. bipunctaia F., sed minus ci^issus» 
— Long. 13, lat. 71/, milL^ — Ost-Afrika. ' 

Ifach Kraatz in Abyssinien und Mamboia zu Hc^üse; 
die in der Königlichen Sammlung befindlichen Stücke sind 
mit Abyssinien bfösettelt und 11— 12 mm lang. 

Var. viridula Kraatz 1. c. S. 189 ^Viridi-aenea, subtUä^ 
cuprascens.'^ Abyssinien. ' '. 

Die Art ist der P. bipunctatä recht ähnlich, aber voa 
iht deutlich verschieden. Die Färbung des Körpers ist Ran- 
zend metallisch grün bis kupferfarben. Die Ilytren sind 
schmutzig gelb, jede ist mit drei schwarzgrünen Makeln ge^ 
fsiert, einer länglichen auf der Schülterbeülie, eiüer schmälet» 
neben dism Seitenrande hinter der Mitte und einer breiteren, 
unregelmäßig geformten vor der Spitze. Auch die Naht der 
£3ytren ist schwarzgrOn. 

16. Popillia mülleri n. sp. <?$. 

Diese Spezies läßt keine nähare Verwandtschaft mit irgend 
einer apdereci mir bekannten afrikanische^ A;rt erkennen. 
Durch die kräftige St^itur und dei^ langen, dicken MesosternieJ^ 
fortsats} e^nnert sie ^^itfernt an die Ca%>f/^ar Grippe,, weipht 
.aber durch den Mangel der }ü dieser Gruppe charakteristischen 
dicl^^en Punktirung der Ely tren ab. Anscheinend bildet unsere 
Art eipe Mittelform zwischen jener Gruppe und den übrigen 
afrikanischen Arten der Gattung» Dijrch die Bildung des 
Pygidiums beim $ nähert sich P. müüeri der princeps Har. 

. Beschreibung: Ampla, ovata, breyis, subdepressa, chlorina, 
s^pra ce^rto vi§u suffuse fusco-limbata, capite, pronoto, scutello 
pygidioque viridi-aeneis, elytris flavo-viridibus, paulo nitidis, 
sutura lateribusque minime gi-amineis; pectore, abdomine 
pedibusque cupreis, femoribus et sternis viridi-aeneo suffusis; 
capite prothorac'eque confertissime pünctatis, vertice 
Taö^iöre, disco' pronoti parcius, postice haud punctato, glabro, 
linea dorsaii media longitudinali mox abbreviata; scutello 
iglabro medio sparsim punctulato; . elytrorum. sttiis vix 
impressis, interstitüs 1., 3., 5. leviter convexis, impunotatis; 
interstitio 2. punctato, punctis basalibus congregatis, dein fere 
biseriatis, postice autem seriem fere simplicem formantibus, 
usque ad. apicem continuatam; interstitio 4. seriem punctoxuoi 
plus minusve regularium, ante medium interruptam, praebente; 
spatio humerali punctulato; striis exterioribus quam interioribus 

Stett. entomoL Zeit 1884. 



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233 

erassiOribas; pectoris abdominisque lateribus td maximam 
partem flavido^pilons, Begmedtk abdotninalibiis tribus primis 
extus antice^ segmento quarto antice per transversuin toto 
glabris; pyg^idio äavo-albido bi-faeoicolato, in (J simplice, in 
$ postice depresso ei (insuper viso) biangulato; processiji 
mesosiemftti vaUdch — Long. corp. J3 — 14 mm. 

West-Afrika: Gebiet des^ Qua ngo, stfdlich vom Congo 
(Lieutenant MUller^ Dr. P^ Pogge). Vom Generalmajor 
G. Quedenfeldt unter dem Namen P» fnüUeri erhalten. 

Der breite und ovale Körper ist oberseits gr&n, Kop#, 
ProBOtum, Scntellum und Pygidium sind- dunkel metalliseb- 
grün, die Flfigeldeeken schön hellgrOn oder grdnliehgelb, von 
der Seite gesehen bräunlich schimmernd, namentlich an den 
Rändern; auch die Ränder des Kopfes und' des Pronotums 
schimmern bräunlich. • üalit- ubd Seitenränder der Elytren 
6iiMl jschmal und verwaschen grasgrün. Die Unters^te und 
Beine sind kupferfarben, die Sehenkel und das Metast emum 
in der Mitte grünlich schimmernd. Der Mesosternalibrtsatz 
ist ziemlich lang und pkmp, von der Seite gesehen fast gleich 
breit, am Ende abgerundet. • . 



Während die Artqn hilaris Kraatz, brotcni m. und ovata m. 
trotx ihrer Aehnliehkeit keineswegs für sehr nahe Ver- 
wandte der P. s^rena Hat*, zu halten sind, gehören <lie nach- 
stehend beschriebenen Arten chhroUca n. sp., graminea n. sp. 
imd (i/6er(ii?a n.,sp. in die .allernächste Verwandtschaft der 
fiarold'schen Spezies. > . 

17. Fopillia cUorotica n. sp. $. 

f. «erenae ,Haroldi similis, viridis, elytria . suffuse flavo- 
viresceatibus^ latera et suturam versus ^maragdinis, pedibus 
Tofo-cupr^is tibiarumque apice obscure viridi-aeneo, ^ tarsis 
nigris; pro not o lateraliter punctato, disco undique basin 
versuis laevigatö, margine thoracis postico utrinque tenuiter 
eostato, lateribus ante angulos posticos sinuatis; elytris modice 
punctatO'Striatis, punctis striarum exteiiorum profundioribus, 
jntersütiis 1^ 3., 5. leviter convexis, interstitiis 2. et 3. lati- 
Audine inter se aequalibus, illo punctis nonnullis irregularibus, 
postice uniseriatis^ exstructo^ interstitiis 4. et 3. latitudine 
inter se inaeqiialihus, totis impunctatis; tibiis tarsisque 
posticis paulo incrassatis; pygidio minus dense strigato-rugato, 
quam in P. graminea. — Leng. corp. 12,5 mm. 

Aus dem Seengebiet jenseits des Victoria-Nyansa 
ein Exemplar, $ (Dr. F. Stuhlmann). 

Stett. entomol. Zeit. 1894. 



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234 

Pie BljtreD dioaeir Bfet>m sind »jßUwaeb gi^aU^hg^, ao 
9liim RäGutern aber dttnkelgrOa; d^r zwdte Zwi8ch«^r^m i«t 
wenigor puuktirl, als bd «erena und scbiAlAer als bd dieser 
%)e«ies und bd gromma^ d^r vierte Zwis^bßaramn ist im- 
punkürt. Die Bei«e sind heUbräunfichrotb mii' scbif^a<^beiB 
Metallschimioeir bis kupferfarben. Die Hioi^rsch^^kel und 
SoUeiie& sind dicker als bei strma. 

Bei ehhroUccby grammea, serena und afkefüna sind diie 
Seiten der Abdominakegmente ^roßeath^s behaart^ werden 
aber aufien von dner Quarlioie durchzogen, van wacher die 
Haare ausgehen und nach hinten gerichtet sind», ß^ daA die 
vordere Hälfte der Segmente an de» Sitten kahl iiBt. 

18. Popillia graminea r^ sp. $. 

P. sermae similis, salurate viridis conoolor^ eljtris a kiiere 
visis pauIo fuseeecentibus; subtu» corpore viridis param 
aenescente; pedibus rufis leviter euprds vel v^eentibus, 
tibiarum apice viridi-aeneo^ tarais nigris; capitie antice et 
lateraliter dense punotato, fronte pamoipunctata^ vertice fere 
laevi; pronoto latera et praeseriim angidos versus antieos 
crebre punctato, disco laevigato et impunctato, marginibus 
thoracis lateralibus ante angulos posticos leviter sinuatis, anguHs 
bis reetis, margine postieo tri^uato prope angulos ulrinque 
simplioe, haud costato; scutello glabro impunetato; eljtris 
glabris punctato-striatis, interstitiis I.9 3., 5« leviter convexis, 
interstitio 2. lato irregularUer punetato, duplo fere lati(»e 
quam tertio, interstitio 4. antice tanlum punetato, punelis 
seriatis; pjgidio transversim strigato-rugato, medio laevi, 
basi utrinque macula mediocri flavido^piloßa ornato; pectore 
albopiloso, metasterno medio glabro; segmentfs abdominalibus 
utrinque ad partem semipilosis. — Long. corp. 13,& mm. 

Aus der Gegend des Victoria-Nyansa oder Albert* 
Nyansa, ohne ehie nähare Fundortsai^gabe (Dr. P, Stuhl- 
mann), 1 $. 

Von MoroHca ist das vorliegende als grarmnm beschriebene 
Stück durch die ganz grttne Färbung der Oberseite verschiadei». 
AuBerdem ist der 2. Zwischenraum fast doppelt so breit ak 
der 3., wie bei serena, während beide Zwischenräume bei 
eUoroHca von gleicher Breite sind. Ferner ist das Pjgidium 
etwas dichter punktirt als bei (MoroHca. Der Hinterrand dce 
Prothorax ist neben den Hinterwinkeln nidit gerandet. Der 
Punktstreifen des 4. Zwischenraumes der Eiljtren ist nur vom 
ausgebildet und nocli vor der Mitte abgekürzt, während er 
bei serena bis weit nach hinten reicht, bei chhrotica aber 
ganz fehlt. 

Statt, entomol. Zelt. 1894. 



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Die feehie sitid röthUoh, ki^p^M^rbea, bei strena gesättigt 
4tii^e}gyflB; *4ie Sintersehenk^l sehmiyier als bei dieser Art. 

Die imregeimäftig zu 2 1)18 3 nebeneinandei* i^beodeii 
Punkte dei9 eweiten Zwischefiraumes <ter Elytren sind voro 
zflihlreiehe)' ak hinten und bilden keine regelmäfiige L&ngsreihe. 
Die Pudklie des vierten Zwißclienraumee bilden eine regd-- 
ttilU^ige Reihe, reic4ien aber nioht bie zur liitte. 

19. FnplUia serena Harold 
(Coleopt. Höfte Bd. XVL 1879. S. SÄ). 

Diese Spezies liegt nur in dem einzelnen typischen 
Stück ((J) aus dem Lunda-Reich (Congo-Gebiet) vor. Das 
£xemplar ist demjenigen, nach welchem die graminea n. sp. 
beschrieben ist, recht ähnlich. Bei serena ist indeß die Rand- 
linie am Hinterrande des Pronotums neben den Hinterwinkeln 
deutlich ausgebildet, bei graminea aber gar nicht vorhanden. 
Die Punkte auf dem breiten zweiten Zwischenräume der 
Blytren bilden bei serena zwei Reihen, sind aber bei graminea 
unregelmäßig gestellt. Der vierte Zwischenraum auf den 
Eljtren ist bei serena breiter als der dritte und fünfte und 
mit einer bis in das hintere Viertel durchlaufenden regelmäßigen 
Punktlinie versehen; bei graminea sind der dritte, vierte und 
Ainfte Zwischenraum von gleicher Breite, und der vierte zeigt 
nur vorn eine Längsreihe von Punkten. Die beiden Haar- 
flecke des Pygidiums sind bei serena größer. Schließlich sind 
die Beine bei serena gesättigt dunkelgrün, bei graminea gans 
röthlich mit kupfrigem und leicht ei*zgr unliebem Sehimfmer« 
Die Tarsen sind bei beiden Arten schwarz. Das Pygidium 
ist bei serena auf der Seheibe grob punktirt, zeigt abcrr bei 
graminea ein at^egrenztes glattes LängsMd auf der Sohdbe. 

P. serma Har. 8elb5»t mag folgendermaßen charakterisirl 
wefden: 

Graminea, viridis, supra haud metallica, disco elytrornm 
olivaceo; pectore, abdomine pedibusque concoloribus, scilicet 
saturate submetallico - viridibus, tarsis totis subaeneo-nigris; 
pygidio albo-bimaculato; pedtore, medio excepto, segmentorum 
abdominalium lateribus femoribusque flavopilosis, segmentis 
abdominalibus tribus primis (sdlieet liberis) extus solum, 
segraento autem quarto uti*inque toto semipilosis; clypeo 
G(ubtiliter confertim ruguloso-punctato, fronte minus crebre 
punctata, vertice lineaque transversa sutumli inter frontem et 
clypeum glabris; pvothorace nitido, disco glaberrimo im- 
punctäto, apicem et latera versus subtilius, lateraliter fortius 
punctato; lateribus ante angulos posticos sinuatis, bis fere 

Stett. entomol. Zett 1894. 



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236 

r«etia, margine costi^to lineaque iinpressa margioadi in mar- 
giu^m posticum paulo contanuatis; scutello glaberrimo, basi 
puDOtato; eljtris striato-punetatis, interstitiis 2. et 4, latioribus 
quam 3* et 5^ bis adgustatis et leviter convexis; interstltii 
secundi seriebus duabus punctorum distinctiB apicemque per< 
tineDtibus, baein versua irregularibus; serie punctorum inter- 
stitii quarti simpHoe, quartam partem apicalem pertineote; 
pygidio medio aciculato-punctato^ latera et apicem versus 
transversim strigato. — L<Hig. corp. 13 mm. (J. 

Die Speeies ist ausgezeichnet durch die dunkelgrasgrttne 
Färbung des ganzen Körpers und die gesättigt grünen Beine, 
die abwechselnd breiten und schmalen Interstitien der Eljtren, 
die beiden fast regelmäßig verlaufenden Punktstreifen auf dem 
breiten zweiten Zwischenräume derselben, die bis ins hintere 
Viertel reichende Punktreihe des vierten Zwischenraumes und 
den bis auf den Hinterrand ein wenig sich fortsetzenden ver- 
tieften Randstreifen des Pronotums. 

Die Stirn ist etwas gröber und dichter pünktirt als bei 
graminea, das Scutellum an der Basis pünktirt, der Mesosternal- 
fortsatz etwas länger und dünner. 

20. Popillia albertina n. sp. $. 

Diese Spezies ist größer als serenaj graminea und Moratiea. 
Die Oberfläche des Körpers ist schön grün; die Elytren sind 
grasgrün und mit einer schrägen gelben Längsbinde auf der 
Mitte geschmückt oder grüngelb, ein breiter Streifen am Außen- 
rande, det Nahtrand, die Basis und Spitze grün. Die Beine 
sind hellkupferroth mit grünlichem Scheine, 

Laete viridis, nitida, elytris subochraceis, horum lateribus 
late suturaque et apice anguste smaragdinis; lateribus pectoris 
fere aurichalceis; pedibus rufo-cupreis, subvirescentibus, tarsis 
nigro-violaceis, articulo primo viridi; capite punctato, medio 
laeviore, glabro, parcius et subtilius punctulato, epistomate 
perparum reflexo; pronoto modice lateraque versus profundius 
punctato, disco laevigato impunctato, margine postico toto 
impunctato, lateribus ante angulos posticos rectis; scutello 
impunctato glabro; elytris leviter punctato-striatis, punctis 
striarum extenorum profundioribus, interstitiis 1., 3., 5, angustis 
leviter convexis, interstitio 2, lato, ejus punctis subreguls^ibus 
usque ad apicem biseriatis, punctis interstitii quarti seriem 
fere regulärem, e basi fere ad apicem peiünente, praebentibus; 
pygidio albo-bifasciculato; processu mesosternali robusto, 
apice obtuse rotundato; pedibus posticis, praesertim tibiis 
tarsisque, robustis, latis. — ^^ Long. corp. 14,5 — 16 mm. 

Stett. enUmioI. Zeit. 16H. 



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237 

Es liegen zwei weibliche Stacke von Bataibo am Duki- 
Fluß, westlich vom Albert-Nyansa, vor, welche Dr. F. 
Stuhlmann Anfang November 1891 sammelte. 

AuBer durch die Größe unterscheidet sich diese Spezies 
von den nächsten Verwandten noch durch andere Merkmale. 
Die Vorderschienen sind breiter, die Hinterbeine dicker und 
kürzer, zumal die Hintertarsen kräftiger und breiter als bei 
graminea. Die Glieder der Tarsen sind breiter als lang. Die 
ziemlich unregelmäßig stehenden Punkte des zwdlten Zwischen- 
raumes der Elytren bilden zwei deutliche Längsreihen, 
während die Punkte des vierten Zwischenraumes eine ziemlich 
regelmäßige Reihe bilden, welche bis in das hintere Viertel 
d^ Zwischenraumes reicht. Gegenüber diesen Unterschieden 
sind indeß die äußeren Punktstreifen der Elytren kräftiger 
als die inneren, genau -wie bei serena, grammea etc. Der 
Prothorax ist kürzer und breiter als bei graminea, und die 
kurze Randleiste am Hinterrande desselben neben den Hinter- 
winkeln fehlt völlig, ebenso wie bei graminea, 

21. Popillia oircumoincta Eraatz 
(Deutsche Entom. Zeitschr. 1892. S. 226). 

Diese Form sah ich in der Sammlung des Herrn 
Pr. Kraatz. Nach meiner Erinnerung gehört sie zur serena- 
Gruppe; der Autor selbst bezeichnet sie fraglich als Varietät 
vou serena, Sie „stimmt in den meisten wesentlichen Punkten 
mit serena überein, doch sind ihre Flügeldecken auf der ganzen 
Scheibe gelblich, so daß nur der Seitenrand und der nach 
dem Schildchen zu verbreiterte Nahtrand grün bleibt. Sie 
weicht außerdem in folgenden Punkten ab: Die Seiten des 
Thorax sind ziemlich dicht und kräftig punktirt; die Punkt- 
streifen der Flügeldecken werden nach außen etwas kräftiger; 
zwischen dem 3. und 4, Punktstreifen steht eine Längsreihe 
von 5 bis 6 Punkten; dabei ist die zweite Doppelreihe von 
Punkten unter dem 1. Punktstreif nicht mitgerechnet; auf der 
Unterseite befinden sich in der Mitte der Abdominalsegmente 
Jteine Querleisten.^ (Eraatz.) — Fundort: Mamboia in 
Ostafrika. 

Die letztere Bemerkung macht es wahrscheinlich, daß 
circumcinda mit hilaris näher verwandt ist, als mit serena; 
denn bei dieser und ihren nächsten Verwandten haben die 
Abdominalsegmente beiderseits je eine, allerdings unregelmäßige 
Querleiste in der Mitte, von der die nach hinten gerichtete 
weißliche Behaarung ausgeht. In der Ättom-Gruppe sind die 
Abdominalsegmente beiderseits ganz behaart. 

Stett. eniomoL Zeit 1894. 



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238 

22. ropiUia aira Qoedenfeldt $ 
(Berlin. Entom. Zeitschr. 1884. B. 321). 

Nigerrima, anthracina, nitida, pygidio maculia duabus 
minutis albie ornato, segmentis abdominalibus subtufi utrinque 
eiogulis maculam externam marginalem maculasque duas trana- 
versas interiores praebentibue, pectoris segmentis et partibus 
pilis albis cinctia, margine antico prosterni, coxis anticis, 
femoribus anterioribus apiceque pjgidii flavorufo-ciliatis; 
eapite confertim rugoso-punctato, postice juxta oculos Ion- 
gitudinaliter strigato, vertice nitido; pronoto super totum 
discum, et quidem usque ad marginem anticum et usque .ad 
foveolam lateralem, fere omnino glabrato, nitidissimo, antioe 
subtiliter tantum paree punctulato striaque punctorum media 
longitudinali irregularium exstructo; lateribus fere abrupte sat 
crasse punetato et anterius transversim strigato; foveola late- 
rali media distincta; eljtris subtiliter striato-punctatis, utrinque 
pone scutellum transversim impressis. interstitiis planis, inter- 
stitio secbndo seriem punctorum regulärem simplicem ultra 
medium Huctam interstitioque quarto puncta nonnulla subtilia 
basalia exhibentibus; pygidio couvexo medio nitido, punetato, 
latera et apicem versus dense strigoso, strigis fere longitudi- 
naiibus; abdomine medio distincte punetato et longitudinaliter 
obsolete parum strigato; eoxarum posticarum processu postico 
interiore extrorsum spectante, curvato, brevi. — Long. corp. 
121/2 mna; specimen typicum secundum autorem 13^/2 mm» 

Ein $ von Mukenge in Balubaland (Central-Congo- 
gebiet) Ende März bis A'pril 1883 von Dr. Pogge gefunden. 
Das typische Stük, welches sich jetzt in der Oberthür'schen 
Sammlung befindet, stammt vom Quango, einem südlichen 
Nebenflusse des Congo, westlich von Balubaland. Das 8tück 
von Mukenge, von welchem die obige Beschreibung entnommen 
wurde, stimmt recht gut mit der Beschreibung des typischen 
Stückes überein, namentlich hinsichtlich derjenigen Merkmale, 
in denen sich die Art von anthracina n. sp. unterscheidet, 
z. B.: „Halsschild in der Mitte ganz glatt, nur am Vorder- 
rande sehr fein, an den Seiten etwas stärker, aber in geringerer 
Ausdehnung als bei der bipundata punktirt^ (Quedenfeldt). 
Diese Angabe stimmt ausgezeichnet auf das Exemplar von 
Mukenge: Der Rücken des Prothorax ist in weiter Ausdeh- 
nung bis zum Vorderrande und bis zu dem Seitengrübchen 
glatt und sehr glänzend, und nur vor dem Vorderrande mit 
feinen Pünktchen und einem kurzen mittleren Längsstreifen 
unr^elmäßig stehender Pünktchen besetzt. Eine äußerst feine, 
selbst unter der Lupe kaum wahrnehmbare Punktirung findet 

Stett. entomol. Zeit. 1894. 



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239 

ßich auch auf der Scheibe, Fast plötzlich beginnt an den 
Seiten die grobe Punktirung. Daß Grübchen iat suemlich 
tief; vor demselben bis zu den Vorderecken sehen wir quer 
verlaufende Strichel. Innerhalb von dem mittleren Grübchen 
finden sich keine größere Punkte mehr. 

Der Punktstreifen des zweiten Zwischenraumes der Elytren 
i9t einfach und reicht etwas über die Mitte hinaus. 

Das Pjgidium ist convex mit vorspringendem BndbuckeJ 
und ohne mittleren Längskiel. Die Streifen verlaufen fast in 
der Längsrichtung, Das Abdomen ist auf der Mitte kräftig 
punktirt. Der innere Fortsatz der Hinterhüften ist kurz und 
nach außen gerichtet. 

23. popillia anthracina n. sp. (^$ 
(^ atra Kraatz L o* S. 188 nee Quedenfeldt). 

Leicht zu verwechseln mit der vorigen Art ist eine sehr 
ähnliche, in Ober-Guinea lebende. SieJst gleichfalls glän- 
zend schwarz, aber, nach dem bekannten Material zu urtheilen, 
etwas größer. Femer zeigt sie Unterschiede in der Sculptur 
des Pronotums und der Eljtren, in der Bildung des Pjgidiums 
und des inneren Fortsatzes der hinteren Coxen, auch in der 
Sculptur des Abdomens. 

Diagnose des ?: 

P. atrae Qued. simillima, at major, pronoto punctato 
et strigato, disco multo minus late glabrato, posteriore 
laevissimo, anteriore ubique distincte punctato, ad latera versus 
punctato, ad angulos versus anticos et pone foveolam 
mediam lateralem obsoletam transversim strigato; elytris 
utrinque pone scutellum paulo latius impressis, eodem modo 
punctato-striatis, interstitio secundo seriem punctorum^ antice 
duplicatam, ad apicem fere perductam praebente; interstitii 
quarti serie punctorum medium haud pertinente; pygidio 
fere deplanato lineaque elcvata media longitudinali, ultra 
medium haud prolongata, exstructo, utrinque hujus costae 
leviter depresso, aciculato-punctato, ad latera et apicem 
versus transversim et oblique strigoso; coxarum posti- 
carum processu postico interiore retrorsum extante, recto, 
longiore, acuto; pygidio et abdomine fere aequo modo ac 
in JP. atra albo-maculatis; pectoris s^menti^ et partibus, coxis 
femoribusque griseo-albp-pilpsis aut pilis albis cinctis vel ciliatis, 
apice abdominis fuscis pilis vestito. — Long. I51/2, mm. 

^ Pygidio parum subconvexo, postice paulo porrecto; 
medio nitido, parce at distincte punctato, latera versus oblique 
strigoso, — Long. corp. X4 mm. 

Stett. entomol. Zeit 1894. , * ^" 



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340 

Die ausfQhrliche Beschreibung ist von dem Weibchen 
entnommen in Rüiiksicht auf die gieichfalb nach einem 
Weibchen entworfene obige Beschreibung der ähnlichen 
ctra Qued. 

In der Königlichen Sammlung befinden sich ein mann- 
liebes und ein weibliches Exemplar, beide von Bismarck- 
bürg in der Landschaft Adeii (Hinterland von Togo). Das 
$ wurde Ende März 1893 von Leopold Conradt an Kraut^ 
das (^ gleichfalls im März (in der ersten Hälfte, während des 
Ueberganges zur Regenzeit) 1691 von Dr. R. Büttner ge- 
ftmden. 

Die Spezies kommt auch in dem an Togo gienzendeB 
Lande Ascbanti vor; denn diejenigen Stücke aus diesem 
Gebiet, welche Eraatz in der Deutschen Entomologischen 
Zeitschrift 1«92 S. 188 unter dem Namen P. atra Qued. 
aufführt und beschreibt, gehören zu anthraeina n. sp.; es sind 
xedit große Exemplare, 16 mm lang. 

Der Punktstr^en im zweiten Zwischenraum der Elytren, 
der bei aira ganz einfach und gleich hinter der Mkte abge- 
kürzt ist, ist bei antitracina vorn doppelt und reicht hinten 
bis fast zur Spitze. Das Pronotum ist in derselben Ausdehnung 
punktirt, wie bei bipunctcUa F., die Scheibe hauptsächlich nur 
auf der hinteren Hälfte glatt und glänzend, also in viel ge- 
geringerem Umfange als bei cUra^ nach vorn zu und neben 
dem Seitengrübchen nadi innen zu ist es deutlich punktirt, 
noch kräftiger an den Seiten. Hinter dem Grübchen und 
gegen die Yorderecken hin ist es in ziemlicher Ausdehnung 
kräftig querstriohelig. Das Grübchen ist viel schwächer als 
bei o/ra und undeutlich. Das abgeflachte Pjgidium des $ ist 
beid^seits des mittleren Längskiels der Basalhälfte schwach 
eii^edrückt Am au&llendsten ist der Unterschied in d&t 
Bildung des inneren Fortsatzes der hinteren Coxen; dieser ist 
länglich, gerade, nach hinten gerichtet und spitz. 

24. Popillia interpunctata (Klug) Erichson. 
(Wiegmanns Archiv f Naturgesch. II. Bd. 1842. S. 229 Anm.; 
— Butela obüterata Gyll. var. ß. in Schönherr, Synonymia 
Insectorum. 1. Bd. 3. Th. 1817. S. 65—66) = luUq)ennU Hope. 

E rieh so n bezieht die in der Könighchen Sammlang unter 
dem Namen if^erpunctata lüug hefindiidie Spezies airf obUt&raia 
Gyll. var. ß. 1. c. Gyllenhal beschreibt diese angebliche 
Varietät folgendermafien : ^Thoracis lateribus basique flavo- 
▼irentibus, elytris totis pallide olivaoeis, interstitiis punctulaüs. 
Diifert (scilicet ab obliteratd) thorads lateribus et margine 

6t«tt entomol. Zeit. 18M. 



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241 

medio baseos flavo-vireseentibus, djtrorum lateribus disco 
concoloribud, pallide olivaoeis, illarumque interstitiis striarum 
eubtiliter puDctulatis; ceterum simillima, an femina?^ (Sierra 
Leone.) 

An der Identität der irUerpunctata mit der Varietät ß 
von obliterata ist nicht zu zweifeln. Aiich Burmeißter 
spricht sich nicht dagegen aus (Handb. der Entom. 4^ Bd. 
1. Abth. 1844. S. 305 und 548), 

Charakteristisch ist für diese eigenartige Form die deut- 
liche Punktirung der Zwischenräume der Eljtren und die 
Färbung. Bei einem der vorliegenden Stücke sind die Inter- 
stitien glatt und nur schwach punktirt. 

Von interpfmdata Er. ist, wie bereits Kraatz, Deutsche 
Entom. Zeitschr. 1892 S. 233, mit Recht hervorhebt, die 
PopilUa luteipennis Hope nicht verschieden. Ich lasse hier die 
Beschreibung der Hope'^schen Spezies aus den Ann. Hag. Nat, 
Hist. 1842. Vol. IX. 8. 495 folgen: 

„Affinis PopüUae Oleae Newm.,* at non metallica. Viridi- 
succinea, capite djpeo - nigricanti. Thorax luteus lateribus 
-parum devatis, maculif binis virescentibus fere mediis, punctoque 
coneolori minor! iiisignüus. SeulielluBi viride glabrum. Eljtra 
striato-punctata auecioea, viridique colore aspersa, lateribufi 
saturatioribus. Podex utrinque aJbo-maculatus. Corpus eupreo- 
aeneum, lateribus abdominis utrinque et pectore flavis capillis 
V>bsitum. Femora flava, tibiis tarsisque cupreis. — Long. 
Jin. 51/2; lat. lin. 21/2. — Hab. In Afrika aequinoctiali.^ 

In der Königlichen Sammlung befinden sich Stücke vom 
Cap Palmas und Togo (Bismarckburg, Anfang März 1S91 
während des Ueberganges zur Regenzeit, und Juni bis 
Juli 1891, Dr. R. Büttner; 8. Oktober 1892 an Gras und 
am 26. Januar 1893 im Buseh auf Gesträuch, L. Conradt; 
bei Misahöhe nach E. Baumaan Anfang Juli 1893 ,,mit 
besonderer Vorliebe an den Blüthen einer Mdajstomacee^ sehr 
häufig, auch im Hai desselben Jahres gefunden). Kraatz 
führt die Art von Sierra Leone auf. Darnach ist sie nur 
aus Ober-Guinea bekannt. 

Es scheint mir, daß dem Klug-Erichson'schen Napnen 
(1842) vor dem Hope'schen (1842) der Vorzug zu geben 
sei, da die dem ersteren zu Grunde liegende Form mit guter 
Charakterisirung schon seit 1817 bekannt ist. In der Hope- 
scheu Beschreibung ist die charakteristische Punktirung der 
Eljtren nicht hervorgehoben. Zudem sind beide Namen in 
demselben Jahre publizirt, welcher zuerst, ist vielleicht nicht zu 
entscheiden. 

Stett. entomol. Zeit. 1894. ^^ 



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Ä42 

25» Popillia soror Kraatz 
(1. c. S. 230). 

^P. femorali KL var. viridissima Blanch. valde affinis, 
oblonge -ovata, saturatius (haud laete) viridis, antennis con- 
coloribus, thorace omnium crebre punctato, postice ad angulos 
posteriores haud marginato, elytris dorso regulariter 5-punctato- 
striatis, versus latera 4-punctato-8triatis, striis regularibus, 
punctis densis validiusculis, stria secunda tertiaque ante apicem 
ineurvatis, pygidio bifasciculato, crebre haud subtiliter aciculato, 
abdomine fusco-viridi, segmentis medio linea impressis, crebre 
punctatis et pilosis, pedibus fusco-viridibus, tarsis obscurioribus. 
— Long. 121/2 mill.^ — Assinien in Ober-Guinea (Müs. 
Paris et Kraatz). 

26. Popillia femoralis Klug 
(Erman's Reise um die Erde. Verz. d. Thiere und Pflanzen. 
Berlin, 1835. 8. 36. — Kraatz, Deutsche Ent. Zeitechr. 1892. 

S. 231). 

,,Yiridi-aenea, capite thoraceque punctatis, elytris punctato« 
striatis, disco femoribusque pallide viridi-luteis, pygidio albo- 
bimaculato.^ Isle de Priace (Mus. Berol.) (?). 

Auch aus Liberia (Dohrn) in der KönigUchen Sammlung. 

Var. viridissima Blanch. Sen^ambien, „elytris viridissimis^. 
(Kraatz). 

Var. oleae Newm. (immatura Thoms.) Gabun, „elytris 
pallidis, lateribus viridibus.^ (Kraatz). 

27. Popillia obliterata Gyllenhal. 

(Schönherr, Synon. Insect. L Bd. 3. Theil. 1817. App. S. 65. 

-^ Kraatz 1. c. S. 232. 

,^Luteo - viridis, punctatissima, chrysopraseo - micans, ely- 
trörum disco pallide olivaceo, pedibus rufis cupreo-nitentibus, 
pygidio immaculato.^ SierraLeone. 

Auch in der Königlichen Sammlung von Sierra Leone, 
außerdem von Bismarckburg (im Hinterlande von Togo), 
wo sie Anfang März, Juni und vom September bis Oktober 1891 
von Dr. R, Büttner, am 4. März 1893 im Busch auf Kräu- 
tern, und am 11. September 1893 auf Gesträuch von L. Con- 
radt grfunden wurde. Es li^en auch Sttlcke von Misa- 
Uöhe in Togo yori wo sie E, Bau mann am 10. April und 
i. iäai 1894 samnielte. 

Stett. entomoL Zeit. ISdA. 



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343 

Die Art unterscheidet sich von der sehr ähnlichen femo- 
raUs Bü. durch die kupfer* bis purpurrothen Seiten des Pro- 
notums und das mit Ausnahme der Mitte gelb behaarte 
Pjgidium, auf welchem bei femoralis zwei weiße Flcckeo stehen, 

28. Popillia suloipennis Hope 
(Ann. Mag. Nat. Bist 1842. Vol. IX. S. 495). 

„Viridis.^ capite subemarginato et punctato. Thorax late- 
ribus flavis disco creberrime punctulato. Scutellum viridi- 
opalinum. Eljtra viridi-aenea sulcata, sulcis interpunctatis. 
Podex cupreo-aeneus utrinque albo-maculatus. Corpus infra 
Viridi-aeneum, sterno cupreo, posticis segmentis abdominis 
pedibusque albidis capillis obsitum. — - Long. lin. 5^/2, lat. 
lin. 3.^^ — West- Afrika. 

In der Königlichen Sammlung befinden sich 

1. ein $ vom Cap Palmas (Willcox), 12 mm lang, 
mit gelblichen, grün schimmernden Elytren, und 

2. ein Paar (cj$) aus Kamerun, IS^/j— 14i/a mni 
lang, mit grünen Eljtren, Diese beiden Stücke über- 
ließ gütigst Herr Geheimer Hofrath Prof. Dr. W. 
Müller in Jena der Königlichen Sammlung. 

Das Pygidium des $ ist einfach, etwas kürzer als beim <^^ 
sonst in den beiden Geschlechtern nicht voneinander ver- 
schieden. 

Idi glaube mit Sicherheit diese Stücke auf P. suldpenni^i 
Hope beziehen zu müssen. Es sind bei denselben die breitea 
Furchen der Eljtren dicht unr^elmäßig, fein und reichlich 
punktirt und enüialten keine reguläre Punktreihe; die Punk- 
tirung geht auf die Rippen über. Aber die Rippen sind un- 
gleich, nämlich abwechselnd höher, glatter und nur wenig 
punktirt oder weniger hoch und dichter punktirt. Eine solche 
Sculptur ist mir von keiner anderen afrikanischen Spezies der 
Gattung bekannt; nur bei der mir unbekannten erythropua 
Eraatz scheint die Sculptur ähnlich zu sein. Hope's sehr 
kurze diesbezügliche Angabe bei seiner P. sulcipennis „sulcis 
interpunctatis^ ist wohl so zu verstehen, wie es in der eben 
geschilderten Weise die vorliegenden Stücke aus Kamerun 
und vom Gap Palmas zeigen. 

Burmeister (Handbuch d. Entom. IV. 2. p. 512) 
hat unter der Bezeichnung „sulcipennis Hope^ anscheinend 
dieselbe Spezies beschrieben; das dürfte aus der Angabe 
„dicht punktirte Furchen und dazwischen glatte Rippen^ zu 
schließen sein. 

Stett enitomol. Zeit. 1894. 



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344 

29. PopiUia lacertosa Caiid^e 
(Coleopt. Hefte. 1869. Bd. V. 8. 44). 

^Lata, aeneo- viridis, metallica; fronte et cljpeo creber- 
rime punctatis, hoc rufescente; prothorace eonvexo, creber- 
rime punctato, flavo late limbato; scutello purpurasceate; 
eljtris seu fulvis seu viridi-vicrfacieis, fulvo-maculatis, punctato- 
sidcatis, intersiitio seeuiido basi dilatato, impresso^ punctato; 
pjgidio albo-biplagiato, corpore subtus aenescente; pedibus 
crassis, fulvis, tarsis obseuris. — Long. 13 milL, lat. 7 miU. 
— Calabaria.^ 

Kraatz bezieht auf die vorstehend aufgeftlhrte sukipenni» 
Hope die P. lacertosa Cand. aus Old Calabar und ßavotrabeata 
Thoms. aus Kamerun (Deutsche Ent. Zeitschr. 1892 p. 192). 
Für P. lacertosa Cand. halte ich ein jedoch von sukipmnis 
verschiedenes StUck aus Old Calabar, dessen Eljtren tief 
und einfach punktirt^streift sind; die Streifen sind furchen- 
artig, die Punktreihen einfach, wie gewöhnlich bei den Arten 
von PopUlia, und die dorsalen Zwischenräume glatt, stark 
convex und einander gleich. Cand^ze's Angabe ^elytris 
punctato-sulcatis, interstitio secundo basi dilatato^ kann mich 
in der Annahme nur bestärken, daß das vorliegende Exemplar 
zu der Cand^ze'schen Spezies gehört. Ich stimme also mit 
Kraatz flberein, welcher ein Exemplar (nämlich das eben 
erwähnte aus Old Calabar) derjenigen Spezies, die seiner 
Darlegung 1. c. zu Grunde gelegen hat^ der Königlichen Samm- 
lung gütigst überließ. . Indeß sind stdcipennis Hope und lacer' 
tosa Gsind. zwei voneinander verschiedene Spezies, 
die nur im Habitus und in der Färbung einander ähnlich sind. 

Die PopiUia ßavotrabeata Thoms. (Archiv. Ent. 1858, ü. 
p. 63) von Oabun mag mit der lacertosa Cand. identisch sein; 
es läßt sich aus der Beschreibung wenig Positives zur Er- 
kennung der Spezies ersehen. Die Stelle, welche die Sculptur 
der Elytren betrifft, lautet: „61ytres fortement stri^es, ces 
stries larges, peuponctu^es; intervalles tr^-convexes.'*' 
Diese Angabe kann wohl auf die als lacertosa Cand. ange- 
sprochenen Stücke, keineswegs aber auf die Von mir für 
sulcipermis Hope gehaltenen bezogen werden. Der Name flava- 
iraheata Thoms. würde dann den Vorrang beanspruchen und 
acertosa Cand. damit synonym sein. 

30. Popillia taiaragdina Kraatz 
(Deutsche Entom. Zeitschr. 1892. S. 228). 

„Saturate viridis, subtus paullo nitidior, clypeo perparum 
reflexo, thorace toto crebre, lateribus creberrime punctato, 

8t«tt. entomoU Zeit. 1894. 



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245 

eeutello dense punctato, eljtris profunde punctato-striatis, 
interstitiis quatuor elevatis, primo basi (haud ad medium usque) 
crebre irregulariter punctato, abdominis segmentis pone medium 
striatis. — Long. 10 — 12 mill.** — Lagos. 

Zwei Stücke ($) aus Togo (Bismarckburg, März und 
September bis Oktober 1891, Dr. R. Büttner) in der König- 
lichen Sammlung. 

Die Ober- und Unterseite sammt den Beinen sind dunkel 
gra^rün, die Tarsen schwarzgrün; die Antennen gelbbraun; 

1. Glied grün metallisch. Pronotum dicht punktirt, manche 
Punkte quergezogen, auf der hinteren Hälfte in der Mitte 
weniger dicht punktirt, glänzend; Hinterecken abgerundet. 
Zwischenräume der Punktstreifen der Elytren ziemlich stark 
convex, äußerst fein und kaum sichtbar punktirt; die 
Streifen tief furchenartig mit quergezogenen groben Punkten; 

2. Zwischenraum mit einem vor oder fast in der Mitte abr 
gekürzten groben Punktstreifen, der nach dem Grunde zu 
aus nebeneinander laufenden, unregelmä&ig'gruppirten Punkten 
besteht; 6. Zwischenraum mit einem von den Schaltern kom- 
menden, aus unregelmäßig stehenden Punkten gebildeten groben 
Punktstreifen, der über die Mitte der Elytren hinausr^cht. 
Die beiden Haarflecke des Pjgidiums sind klein und schwach 
ausgebildet. 

Die Art ist nach Eraatz der cupripes vom Sensal nahe 
verwandt, aber die Beine sind einfarbig grün. 

Yar. mgrocyanea Kraatz 1. c. S. 228 ^Supra cyaneo* 
nigra.* Gabun (Mus. Oberthür). 

31. Popillia congoana n. sp. (^. 

P. smaragdinae Kr. appropinquans, ' viridis, graminea," 
nitidior, tarsis nigris partim viridescentibus, capite confertissime 
subtiliter rugoso-punctato, veilice laevigato vix vel parum 
punctato; prothorace angustlore,^ lateribus postice parallelis^ 
8ulco marginali in marginem posticum pauIo continuato; dorso 
band confertim punctato, postice laeviore et parcius et sub- 
tilius punctato, latera versus transversim densius punctato- 
strigato; scutello postice minus acuminato; elytris in dorso 
sulcatis, suicis minus profunde impressis, striato-punctatis, inter- 
stitiis sparsim punctulatis, interstitio secundo basin versus 
«ulco punctato, usque ad medium pertinente, exstructo; 
p y g i d i o subtiliter albo-bimaculato ; pectore utrinque tenuiter 
albo-piloso; segmentis singulis abdominalibus quatuor 
utrinque carinula dimidiatis serieque postica pilorum alborum 
omatis. — Long. corp. 10,5 mm. 

Stett. entomol Zeit. 1894. 



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246 

Mukenge im Bai uba- Lande (Central-Afrika, Congo* 
Gebiet), August 1883 {Dr. P. Pogge). 

Obgleich diese Art der amaragdina Kraätz (Guinea) recht 
ähnlich ist, so kann sie von dieser doch leicht unterschieden 
werden. Sie ist kleiner, feiner sculptirt, zerstreuter punktirt 
und glänzender; der Prothorax ist schmäler, das Scutellum 
hinten weniger zugespitzt. Die Elytren sind zwar gefurcht, 
aber weniger tief, und die Zwischenräume punktirt Der 
4. Zwischenraum der Blytren besitzt kerne Punktreihe, eben- 
sowenig wie bei amaragdina. Die Unterseite ist bei beiden 
Arten sehr ähnlich. 

32. Popillia crenatipennis Quedenfeldt 
(Berliner Entom. Zeitschr. 1888. S. 176). 

„Sat magna, metallico-viridis, cupreo-tincta; capite creber- 
rime ruguloso, thorace dense puuctulato, scutello fere laevigato. 
Elytris fortiter sulcatis, sulcis grosse punctatis, punctis oculatis, 
transversis; interstftiis convexis, parce subtilissime punctatis; 
Corpore subtus^ cum femoribus metallico-aurato, tibiis tarsisque 
Viridibus; pectore albo-vilk)so, femoribus abdominisque seg- 
mentis albo-ciliatis, pjgidio albo-bimaculato, aciculato; antennis 
nigro-viridibus; articulis 3. — 6. obscuro-ful vis ; metasterni pro- 
cessu prolongato, apice rotundato. — ^ Long, ll^/g""!'^ mill.'' 
' — Auf dem Marsche vom Quango bis Kassamba am Loange 
(Lunda-Reich, Central-Congogebiet) am S.September 1884 
vom Lieut. Müller gefunden (Mus. Berlin und Oberthttr). 

Der zweite von den übrigen Punktstreifen nicht ver- 
schiedene Punktstreif der Elytren entspricht der abgekürzten 
Punktreihe des zweiten Zwischenraumes bei smaragdina Kraafz; 
crenatipennis hat demnach 6 einander gleichende Dorsalstreifen 
auf den Elytren, smaragdina nur 5. 

33. Popillia cupripes Kraatz 

(1. o. S. 229). 

^Viridi-aenea, antennis pedibusque cupreis, tarsis vix dilu- 
tioribus, thorace fere toto confertim punctato, basi haud lineato, 
scutello punctato, elytris leviter sulcatis, punctato-striatis, inter- 
stitio primo basi punctis impresso, pygidio crebre subtilit^r 
aciculato, vix bifasciculato, pedibus longiusculis. — Long. 12 mill.'^ 
— Senegal, Old Calabar (Mus. Kraatz, Oberthür etc.). 

34. Popillia laevicollis Kraatz 

(1. c. S. 229). 

„ Viridi-aenea, nitidula, thorace lateribus subtilissime puno- 
tulato, nitido, elytris punctato-striatis, interstitio prim^o puno- 

8t«tt. eBtomoL Zeit 1894. 



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247' 

torum linea foasi irreguläri usque ad apicem producta, inter- 
ötitio tertio punctorum linea ultra medium producta, pygidiö 
vix bifasciculato, crebre punctato, femoribua viridibud, tibHö 
cupreis, tarsis cyaneo-nigris. — Long. 11 mill.* — Gabun 
(Mus. Kraatz). 

Von der verwandten P. cupripes Kraatz gut zu unter* 
scheiden. Nur die Schienen sind kupferroth, die Schenkel 
grün, die Tarsen schwarzblau. Das Pronotum ist fast ganz 
glatt, nur die Seiten sind sehr fein punktulirt; die Elytren 
kürzer und breiter, weitläufiger punktirt-gestreift. 

35. Popillia melanoclilora n. sp. $. 

Trotz der nahen Verwandtschaft mit smaragdina Kr. ist 
diese neue Art doch sogleich durch die abweichende Beschaffen- 
heit der Elytren zu unterscheiden; die Punktetreifen derselben 
sind nämlich nicht vertieft, und die Zwischenräume flach. 
^ Diagnose : Atroviridis, laevis, nitida, tibiis omnium pedum 
apiceque femorum anticorum cupreis, tarsis apiceque tibiarum 
posticarum nigris; antennis brunneis, articulo primp supra 
viridi-micante, clava nigro-fusca; capite antice rugoso, postice 
juxta oculos longitudinaliter strigato, strigis utrinque in verticem 
curvatis, hoc medio laevi punctulato; prothorace latiusculo, 
supra laevissimo, lateraliter et antice transversim strigato-punc- 
tato, lateribu^ angulisque posticis rotundatis, sulco lateral! in 
marginem posticum breviter ducto, tenui; scutello parce 
subtilissime punctato; eljtris striato-punctatis, striis haud 
impressis, interioribus et exterioribus aequaliter distinctis, 
interstitiis planis, interstitii secundi serie punctorum r^ulari, 
usque ad apicem ducta, antice duplicata, aiteris striis dorsalibus 
simillima, interstitio quarto serie punctorum dissoluta regulari, 
usque ad medium pertinente, exstructo; pygidio tenuiter 
albo-bifasciculato; pectore abdomineque parce albo-pilosis, 
metasterno utrinque antice et postice piloso; segmentis ab-^ 
dominalibus singulis ante marginem posticum et lateraliter 
albomaculatis, scilicet fasciculis pilorum alborum ornatis, 
praesertim macula alba segmentorum laterali distincta; pro- 
cessu mesosternali porrecto. — Long. corp. 12,5 mm. 
Bei der Barombi-Station am Elefanten-See im Hinter- 
lande von Kamerun von Herrn Dn Preuss entdeckt (1 $). 
• — Auch einige jüngst von Herrn Zenker von der Jaunde- 
Station im Hinterlande von Kamerun gesandte Stücke ge- 
hören zu dieser Art. Bei einem derselben sind außer den 
Schienen auch die Schenkel kupfrig mit grünlichem Schimmer. 
Länge des Körpers 11 — ll^/s ^^' 

Stett entomol Zeit. 189«. 



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248 

Der Körper des Barombikäfers ist ganz duDkelgrün und 
glänzend ; die Schienen sind metallisch purpurfarben, die Tarsen 
schwarz. Die Spitze der Vorder- und Hinterschienen isi 
dunkelbraun bis schwarz. Die Antennen sind braun bis 
schwärzlich, das erste Glied oben grünmetalHsch gefärbt. 
Das Pronotum ist beiderseits mit gleiohmälUg quergezogenen 
Punkten und Stricheln besetzt und nur auf der Scheibe und 
auf der Mitte der hinteren Hälfte glatt, aber sehr fein zer- 
streut-punktirt. Die Eljtren ^nd gestreift-punktirt, die Zwischen- 
räume flach; auf dem 4. Zwischenräume befindet sich eine 
bis zur Mitte reichende, aufgelöste Punktreihe. Die Punkt- 
reihe des 2. Zwischenraumes reicht bis zur Spitze der Eljtren 
und ist so vollständig ausgebildet, daß sie von den übrigen 
Dorsalstreifen kaum zu unterscheiden und als gleichberechtigter 
Streifen anzusehen ist; nur auf der vorderen Hälfte ist er theil- 
weise doppelt. Das Pjgidium zeigt zwei kleine weiße Haar- 
flecken. Die Unterseite ist schwach behaart. Auf den Abdominal- 
segmenten befinden sich vor dem Hinterrande schneeweiße 
Heiarflecke; am deutlichsten ist je ein Fleck in den Außen- 
ecken der Abdominalsegmente; theflweise ist auch der Hinter- 
rand weiß behaart. 

36. Popillia cyanoptera Hope 
(Ann. Mag. Natur. Hist. 1842. Vol. IX. S. 495). 

,, Viridis, caput cum thorace viride et panctatum. Scu- 
ieUnm palKdius. Eljtra striato-punctata, eyanea. Podice puncto 
utrinque albo-maeulato. Corpus infra viridi-aeneum nitidum^ 
lateribos abdominis utrinque albopilosis. Pedes bini anteriores 
pieei, quatuor femoribus posticis viridibus, tibüs tarsisque 
cupreo-aeneis. — Long. lin. 6; lat. Un. 3. — Hab. In Afrika 
aequinoctiali.^ 

Diese Spezies ist mir unbekannt. Ob sie mit einer 
anderen bekannten identisch ist? Vielleicht mit der folgendes? 

37. Popillia yiolaceipennis Quedenfeldt 
(Berlin. Entom. Zeitschr. 1888. Bd. XXXII. S. 177). 

^Statura mediocri, capite thoraceque metallico-viridibus, 
dense punctatis, hoc lateribus pone medium levissime sinuato. 
Eljtris ut in praecedenti, aed minus distincte sulcatis et punc- 
tatis, pallide violaceis, suicis viridi-tinctis, sutura, seutello, 
pygidio et corpore subtus cum pedibus metallico- viridibus; 
tarsis fere nigris, pectore, femoribus, abdominisque lateribus 
subdense albo-villosis, segmentis primis auratis; pygidio bima- 

Stett entomol. Zeit. 1»94. 



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24» 

culato, antennis luteis; meeosterni proeessu ut in praecedenti» 

— Long. 11 mill. — Baluba-Land, ößtlich vom Kassai, 
CentraI-Ck>Dg08taat.^ 

38. Popillia dorsofasoiflta Fairmaire 

(Annal. Soc. Ent. Fraqce. 1887. S. 124; — Kraatz, Deutsche 

Entom. Zeitschr. 1892. S. 226). 

^Ovata, atra, valde nitida, elytris teeiaceo-rufo fasciatis, 
fascia basin versus adscendente, extus marginem versus angulata 
et medio breviter retroducta, pygidio albo-bimaculato, abdomine 
utrinque transvereim albofasciato, femoribus albo-marginatis; 
capite dense punctato-rugoso, parum nitido; prothorace disco 
fere laevi, lateribus dense strigoso-punctato; scutello triangulari, 
subtiliter punctato ; elytris sat brevibus, medio ampliatis, apice 
separatim rotundatis, propygidium haud obtegentibus, basi 
haud impretsis, fortiter punctato-striatis, intervallis vix con- 
vexiusculis inaequaliter latis, margine sub humeros oblonge 
impressis; jpygidio oblique, asper ulo-punctato, strigoso; subtus 
lateribus punctato, metasterno antice valde angulato, compresso. 

— Long. 11 mill. — Zanzibar.^ (Fairmaire.) 

Diese kurz eiförmige Spezies ist kenntlich an der lebhaft 
scherbengelben Zeichnung der ^ytren auf dunkelerzgrünem 
Grunde; diese Zeichnung besteht in einer Basalbinde, einem 
Fleck unterhalb des Scutellums und einer schrägen Binde, 
welche von der Schulter bis zur Spitze reicht. Die Aus- 
dehnung der gelben Binden und Flecke ist bei verschiedenen 
Stücken oft verschieden. Die dorsalen Zwischenräume zwischen 
den Punktstreifen der Elytren sind convex. Die Stücke in 
der Königl. Sammlung stammen aus Dar-es-Salaam. 

39. Popillia nyassica n. sp. 

P. dorsofascicUae similis, capite autem prothoraceque cupreis, 
elytris castaneis, macula circumscutellari quadrata, postice 
utrinque apicata, sutura, interdum quoque margine apicali 
nigro-viridi-aeneis; scutello parce punctulato, lateribus sim- 
plicibus (utrinque absque linea marginal! impressa); pygidio 
feminae breviore quam in dorsofasciata $. — Long. 11 mm^ 

Aus Milanji in Britisch-Central-Afrika (Nyassa- 
Land) von Herrn Brown eingesandt; 2 Exemplare in der 
Königl. Sammlung. 

Diese Spezies könnte für eine geographische Varietät 
oder Subspezies der P. dorsofasciata gehalten werden. Die 
Färbung der Ellytren ist hell kastanienroth, nur ein quadratischer 
Fleck um das Scutellum, die Naht und zuweilen auch die 

statt entomol. Zeit 1894. 



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Spitze sind dunkelerzgrOn. Auf dem Scutellum fehlt jeders^ts 
neben dem Seitenrande die eingegrabene Linie, welche dorso- 
faadata auszeichnet. Auch ist beim $ das Pygidium hinten 
kürzer und weniger zugespitzt als bei dieser Spezies. 

40. Popillia crassiuscula n. sp. (^$. 

Brevis, ovata, crassiuscula, coi^vexa^ viridi-metallica, dis- 
color, clypeo et lateribus pronoti obscure signaturisque eljtrorum 
ktete testaceis; elytris ceterum cyaneis vel viridi-cyaneis, parte 
lata apicali decisa rufo-castanea, vitta laterali, subhumerali 
Vittaque media basali, humeros cyaneos cingente, maculaque 
appendicularia discoidali laete testaceis^ pygidio castaaeo 
viridi-micante, maculis duabus pilorum alborum ornato; antennis 
fuscis, clava atra; pedibus rufo-castaneis viridi-micantibus, 
tarsis apiceque tibiarum posticarum nigris, bis laete cupreis; 
capite et pronoto (illo densius creberrime) punctatis, vertice 
et tertia parte postica pronoti nitidis, subtilius et parcius 
punctulatis; elytris profunde sulcatis et striato-punctatis, 
interstitiis laevibus, inaequalibus, convexis, impunctatis, inter- 
stitio secundo serie punctorum brevi basali instructo; seg- 
mentis singulis abdominalibus quatuor, abdomine tnedio 
exceptö, carina tenui transversa dimidiatis et postiee albo-pilosis* 
processu mesosternali elongato; tibiarum dente süperiore 
in ütroqüe sexu valido. — ■ Long. corp. 12 — 12,5 mm. 

Ein Pärchen aus Mukenge, der Hauptstadt des Baluba- 
Landes iin südlichen Congo-Oebiete, im April 1883^ von 
Dr. Pogge aufgefunden. 

Diese Spezies ist vor allen übrigen durch den kun&en, 
gedrungenen Körper und die Färbung der Elytren ausgezeichet 
Die Elytren sind ziemlich tief gefurcht, die Zwischenräume 
convex, glatt, unpunktirt. Die Zeichnung der Elytren erinnert 
an P. dorsofasciata Fairm. 

41. Popillia biimpressa n. sp. $. 

Obgleich diese Art der bitacta Kraatz recht ähnlich ist, sd 
scheint sie doch von dieser gut unterschieden zu sein; denn 
das Pronotum besitzt jederseits in der Mitte neben dem Seiten« 
rande einen großen, tiefen Eindruck, der im Grunde punktirt 
ist. Da aber auch bei manchen Individuen von bitada eine 
schwache Spur eines Eindruckes jederseits auf derselben Stelle 
des Pronotums vorkommt, so würde der grubenförmige Ein- 
druck der neuen Form trotz seiner auffallenden Größe vielleicht 
nicht für einen durchgrieifenden Speziescharakter zu halten 
sein, wenn sich nicht noch andere Merkmale hinzugesdlten. 

Stett entomol. Zeit. 1894. 



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251 

Bei unserer neuen Form sind nämlich die Brust und. das Ab- 
domen stärker behaart als bei büada; die Mitte ist natürlich, 
wie immer, ganz unbehaart. Die Abdominalsegmente sind 
beiderseits vom Grunde bis zur Spitzel behaart, während sich 
bei bUacta die Haarbekleidung an die mittlere Querleiste jedes 
der betreffenden Segmente ansetzt, so daß die vordere Hälfte 
der Segmente jederseits haarlos bleibt. Dies läßt die neue 
Form als eine von bitada durchaus verschiedene Spezies er- 
scheinen. 

Diagnose: P, büadae Kraatzii similis, sed pronoto utrinque 
excavato; atro-viridis, nitida, eljtris nigris in disco et basin 
versus late castaneis; infra cum pedibus nigro-aenea, his 
viridi-suffusis; pectore et ventre, medio longitudinaliter excepto, 
sat dense flavo-pilosis, segmentis abdominalibus quatuor latera- 
liter totis pilosis; processu mesosternali brevi, — Long corp. 
10 mm. 

Bei Bismarckburg im Hinterlande von Togo am 10. 
November 1892 von Leopold Conradt ein einzelnes Stück 
auf Gras gefunden und der Königl. Sammlung überwiesen. 

42. Popillia aenea n. sp. $• 

Auch diese Spezies ist der bUada Kr, ähnlich, erinnert 
aber w^en der fast vollständigen Behaarung der Abdominal- 
seiten an bümpreasa m., von der sie sich folgendermaßeii 
unterscheidet. Der Körper ist größer, oberseits glatter, heiler 
metallischgrün und ungefleckt; die Elytren sind feiner gestreift, 
die Haarflecke des Pygidiums größer. Die ganze Oberseite 
ist grünlich-erzfarben mit leichtem Kupfer- oder Bronceschimmer, 
glatt und glänzend. Unterseite sammt den Beinen kupferfarbeQ, 
letztere, namentlich an den Hinterschienen, theilweise grünlich. 

Viridi-aeneä, leviter cupreo-aeneo-nitens, glabra, pectore, 
ventre pedibusque cupreis, tibiis plus minus ve virescentibus; 
capite antice dense tenuiter ruguloso; prothorace simplice, 
angulis postieis rotundatis, margine costulato laterali in mar- 
ginem posticum longe continuato, dorso postice glaberrimo 
fere impunctato, latera versus distincte punctato et breviter 
strigato, in disco et marginem anticum versus parce punc- 
tulato, dorso utrinque disci longitudinaliter depresso et distinctius 
sculpturato; scutello basin versus punctato; elytris glabris, 
tenuiter striato-punctatis, striis haud vel vix impressis, 
exterioribus crftssioribus, interstitiis planis isubtilissime et vix 
conepicue punctulatis; interstitio seoundo seriem punctorum, 
e basi ad apicem pertinentem, plus minus ve regulärem, prae- 
bente; punctis nonnullis intersUtii quarti jseriatiß, Serie mox 

SieU. entomol. Zeit. 1894. 



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252 

abrupta; pygidio duabus maoulis albis ornato; pectore et 
venire, medio longitudiBallter apiceque hujus exceptis, pedi- 
busque ad partem denee flavo-pilosis; processu mesosternali 
brevi. — Long. corp. 12 mra. 

Ein weibliches Exemplar wurde in Togo, und zwar 
bei Bismarckburg im Adeülande, im September 1893 von 
Leopold Conradt entdeckt. 

43. PopiUia bitacta (Cand.) Ersatz 
(Deutsche Entom. Zeitschr. 1802. S. 238). 

Obscure viridi-aenea, elytris gutta siugula solitaria discoi- 
dali flavida oroatis, capite antice rufo vel aeneo-viiiaceo vel 
viridi, antennis pedibusque rufis (var. bipustulata excepta), 
tarsis brunneis, tarsis pedum posticorum nigris, tibiis ejusdem 
paris cupreis, apice nigro; capite antice dense subtiliter 
rugoso; pronoto glabro nitido, lateraUter distincte punctulato, 
prope angulos anticos transversim strigato aut punctato, juxta 
marginem lateralem plerumque foveola media singula minuta 
instructo, angulis posticis rotundato-obtusis, Stria marginali in 
marginem posticum fere usque ad scutellum ducta^ elytris 
striatopunctatis, interstitiis dorsalibus leviter convexis, interstitii 
secundi serie punctoruoi regulari apicem non totam perünente, 
interstitio tertio quam quarto angustiore, ioterdum his duobas 
interstitik latitudine inter se aequalibus; segmentis abdo- 
minalibu« per totam latitudinem alUdoHsemipilosis, iotue 
autem utrinque medii e baei usque ad apicem pilosis; pygidio 
bimaentato, maculis transversis. — Long. eorp. 10 — 11 mm. 

Die typische Form wurde gefunden in Liberia, 
Aschanti, Kamerun (Ba>romb]-8tation, Hauptmann Zeuner), 
Oabun (Mungo, September, Buchholz), Baluba-Land 
(GentFal-Ck)ngogebiet, Mlirz und April 1681, August 1882, 
Dr. Pogge). 

Obersdts schwarzgrün, glänzend, die Fittgddecken mit 
je einem gelben Fleek etwas vor der Mitte und nicht weit 
von d&r Naht entfernt, auf dem 4. — 5. oder 3. — 5. ZwiBdieB- 
raume. Die Unterseite ist ebenfalls dunkelgrUn. Die Beine 
sind gdbbcaun, die Tarsen, namentiieh die der Hinterbeine, 
viel dunkler bis schwarz. Die Hintersehienen sind oieht 
-deutiich kupferroth. Das Proootum ist auf der Seheibe bie 
2um Hinterrande glatt, unpunktirt, nadi den Seiten zu Bielir 
oder weniger recht deutlich punktirt; meist befindet sieh ^n 
Orübchen neben dem Seitenrande, ung^&hr in der Ifitte. 
Die Punktreihen der Elytren sind etwas verti^ die Punkte 
klein, die Zwischenräume etwas convex oder flach; die 

Stett. entomol. Zeit 189i. 



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253 

Punktreihe des zweiten Zwischenraumes ist mehr oder weniger 
regdmäßig und einftieh. Die Abdominalsegmente sind haupt- 
«äehiieh auf der hinteren Hälfte weiS behaart; dieser weiBe 
Querstreif ist in der Mitte nicht unterbrochen, wie er es ge- 
wöhnlich bei den übrigen Popillien ist; nur bei der Var. 
bipusiulaia ist er unterbrochen. Beiderseits der Mitte reicht 
clie weiBe Behaarung bis nahe zur Basis, und zwar an den 
drei ersten Segmenten, aber nach dem Seitenrande zu be- 
schränkt sich die Behaarung wieder auf die hintere Hälfte 
der S^mente. 

Hinsichtlich der Färbung des Körpers, der Elytren, der 
Form der Pygidialflecke, der Breite des 3. und 4. Zwischen- 
raumes der Elytren, der Convexität der Interstitien, der 
Punktirung des Pronotums u. s. w. bieten sich uns einige 
Varietäten dar. 

a. Var. bimaonlosa n. 

Gracilior, glabrior, pronoto glabro lateraliter subtilissime 
punctulato, elytris glabratis paulo subtilius striato-punctatis, 
interstitiis minime convexis, utroque elytro plaga obliqua, 
€ medio usque ad humeros pertinente, ornato. — Guinea 
<Buquet), 2 $. 

b. Var. nigra n. 

Nigra, nitida, subviolaoeo paulo suffiisa, clypeo rufo vel 
lugrofusco^ pedibus rufo- brunneis; tarsis posticis apiceque 
iibiarum posticarum nigris; pronoto lateraliter distincte punc- 
tato, prope angulos anticos quoque punctato nee strigato, 
foreola laterali nuUa; macula elytrorum minuta. 1 (^ $ — 
Togo, Bismarckburg, am 24. April 1893 auf einem Strauche 
gefunden (L. Conradt). 

c, Var. bipustnlata n. 

Formae typicae similis, at supra nigrescens, nitida, capite 
prothoraceque nigro-viridi-aeneis, elytris fere nigris, macula 
elytrorum minuta; pedibus fere nigris, femoribus aeneo- 
viridi- tibiisque subviolaeeo-nigris; pronoto latera versus distinc- 
tius pcmctato et rugato, juxta marginem lateralem utrinque 
;paulo biimpresso; elytris paulo profundius striatis, interstitiis 
ä, et 4. latitudiiie aequalibus; segmentis abdominalibus 
utrinque totis semipilosis, medio late interrupto; 
rpygidio e^bido-blmaculato, maeulis trigonalibus mediocribus 
nee transversis. — Long.. 10 mm. — Bei Mukenge im 
£aluba-Lande {Central-Congo-Oebiet) im August 1882 und 
April 1883 je 1 $ von Dr. Pogge gefunden. 

Stett. antomol. Zeit. 1894. 



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254 

Trotz der vieleo Unterschiede von der typischen Form 
glaube ich die bipustulatß nur für eine Varietät der bitactß 
Kraatz halten zu müssen. Der äußere Eindruck der Form 
und Färbung ist genau so wie bei der typischen bitacta. 
Diese Art ist augenscheinlich sehr zur Variation geneigt. 
Wie bei bipustulata, so ist auch bei einem Stück der typischen 
bikida der 3. Zwischenraum der Elytren so breit wie der 4., 
während er sonst viel schmäler ist als dieser. Die Behaarung 
der Abdominals^mente reicht beiderseits der Mitte nicht bis 
zur Basis des Segments, wie bei der typischen bUacia und 
den anderen Varietäten. Zudem sind die Beine schwarz mit 
Metallschimmer, der auf den Schenkeln dunkelgrün, auf den 
Schienen schwarzblau ist. Die beiden Flecken des Pygidiums 
sind nicht in die Quere gezogen, sondern kleiner und dreieckig, 

d. Var. intacta Kraatz 1. c. S. 234. 

„Elytris haud testaceo - punctatis.^ — Kleiner, heller 
grünlich, ohne den gelben Fleck auf den Elytren. Sierra 
Leone. 

e. Var. foscipennis Kraatz 1. c. S. 234. 

„Elytris fusco-testaceis, puncto medio viridi.^ — Elytren 
gelbbraun und auf denselben statt des gelben ein grüner 
Fleck. — Aschanti. 

f. Var. viridipe» Kraatz 1. o. S. 234. 

Größer, Beine ganz dunkelgrün, Discus der Elytren gelb. 
— '■ Long. 13 mm. — Sierra Leone. 

44. Popillia distinguenda Fairmaire 
(Ann. Soc. Ent. de France. 1887. S. 124). 

^Sat breviter ovata, nitida, capite prothoraceque viridi- 
aeneis, elytris castaneo-rufis, subtus cum pedibus pygidioque 
rufa, hoc albo-bimaculato ; capite dense subtiliter punetato- 
rügoso, summo laevi; prothorace fere a basi angustato, laevi, 
lateribus punctato-strigosulis; scutello sat brevi, subtiliter 
punctulato; elytris apice separatim rotundatis, pygidium haud 
obtegcQtibus, utrinque striis punctatis impressis, ad o^arginem 
lineato-punctatis, intervallis convexis, laevibus, sexto ad hume- 
run^ dilatato, punctato, sutura elevata, angustissime aenea; 
propygidio dense asperulo, punctato; pygidio tranßversim 
strigosulo, laxe asperulo-punctato; pectore abdomineque lateribu^ 
albido-pilosis, abdomine fasciato, tibiis anticis bidentatis, 
metasteruo vald^ compresso-angulato. — Long, 9, mill.* — 
Usagara. 

Stett entomoU Zeit 1894. 



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255 

Auf diese Beschreibung paßt ein Stück der Königl. 
Sammlung aus Dar-es-Salaam. Da dieses Exemplar aber 
spezifisch mit der strigilata Kraatz (Deutsche Entom. Zeitschr. 
1892. S. 235) abereinstimmt und nur in der Färbung und 
Zeichnung der Elytren einige Abweichungen zeigt, so kann 
die Kraatz 'sehe Art als Varietät zu diaimgu&nda Fairm. ge- 
zogen werden. 

Var. strigilata Kraatz (1. c. S. 235). ^Fusco- viridis, 
nitidula, capite thoraceque medio laevi, lateribus dense punc- 
tatis, virescentibus, eljtris flavo-testaeeis, humeris, sutura, striga 
dorsal! postice abbreviata lateribusque (basi excepta) viridibus, 
pjgidio bifasciculato fortiter minus crebre punctato. — Long. 
91/2 milL^ 

Dar-es-Salaam, Sansibar, Melinda. 

Die Art gehört zur Verwandtschaft der P. hUada Kraatz. 

45. Popillia liturata Quedenfeldt 
(Berliner Entom. Zeitschr. 1884 p. 322). 

Diese Spezies ist in der Synopsis der Popillien von 
Kraatz nicht aufgeführt. Sie gehört zu den kleinsten Formen 
und ist wohl zunächst mit bitacta Kr. verwandt. Aber das 
Pronotum ist überall ziemlich grob punktirt, und die Punkt- 
streifen der Eljtren sind vertieft, furchenartig, die Punkte 
groß und tief. Die Zwischenräume der Punktstreifen sind 
convex. Auf dem zweiten Zwischenräume befindet sich eine 
etwas unregelmäßige Punktreihe, die der Basis näher eine 
vertiefte Doppelreihe von Punkten bildet. 

Diagnose: „Parva supra metallico-viridis ; capite, thorace 
scutelloque dense punctatis; eljtris profunde punctato-sulcatis, 
interstitiis convexis, laevibus, litura dorsali rufo-testacea. 
Corpore subtns cum pedibus atro-viridi, sat dense (pectoris 
abdominisque medio excepto) albo-villoso; pygidio maculis 
duabus magnis albo-villosis, tarsis obscuro-cupreis, palpis an- 
tennisque rufis, bis clava nigra; mesosterni processu haud 
prolongato. — Long. 8 mill. — Quango.^ (Quedenfeldt 1. c.) 

Die mir vorliegenden Stücke von Mukenge im Baluba- 
lande (Dr. Pogge, 25. März bis 20. April 1883) sind mit 
der Type verglichen. Die Spezies variirt jedoch in der Fär- 
bung der Elytren: 

1. Var. unicolor rj capite, pronoto, scutello elytrisque 
saturate viridi-aeneis, plaga antica utrinque maculaqne 
antescutellari pronoti et scutelH apice fuscis ; 1 Exemplar. 

2. Var. fulvipennis (J $ elytris fulvis, sutura obscurata ; 
2 Exemplare. 

Stett entomol Zeit. 1894. ^'^ 



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256 

3. Var. limhata $ eh'tris fulvis, margine laterali utriusque- 

eljtri postice viridi-nigro-limbato. 1 Exemplar. 
Mit der Type in der Färbung der Elytren übereinstimmende 
Stücke liegen aus Mukenge nicht vor. 

46. PopiUia njamensis n. sp. $. 

Der kurze, gedrungene Körper dieser Spezies findet sich 
unter den afrikanischen Formen in ähnlicher Weise auch bei 
crassiuscula m. Doch im Habitus finden sich deuthche Be- 
ziehungen zur Gruppe der bitada etc.; ohne Zweifel gehört 
die neue Art zu dieser Artengruppe. Wir werden in dieser 
Ansicht bestärkt durch die Bildung des kurzen Mesosternal- 
fortsatzes. 

Diagnose: Breviter ovata, piceo-aenea, viridescens, capite^ 
pronoto scutelloque viridi-aeneis, nitidis; pronoto vere brunneo 
dorsoque obscurato, scutello quoque postice infuscato; eljtris 
castaneo-rufis, area communi circumscutellari, macula humerali 
vittaque angusta, margini exteriori propiore, antice abrupta 
et postice callum apicalem pertinente, nigro- viridi-aeneis; 
pygidio, pectore ventreque piceis et viridi-aeneo suflPusis; 
pedibus brunneis, virescentibus, tibiis posticis cupreis, tarsis 
posticis nigro-cupreis ; pronoto brevi, duplo fere latiore quam 
longiore, lateribus rotundatis, anguiis posticis rotundato-obtusis, 
sulco laterali in marginem posticum ducto, dorso praesertim 
postice nitidissimo, subtilissime punctulato. latera versus distincte 
cvebre punctato et transversim strigato; elytris sat profunde 
striatis, striis seriatim punctatis, interstitiis laevibus, dorsalibus 
convexiusculis, interstitio secundo serie impressa puuctorum, 
fere ad apicem ducta, exstructo; pygidio ad basin fasciatim 
p^Sirce flavo-piloso, medio basali interrupto; processu meso- 
sternali brevi; segmentis abdominalibus utrinque semipilosis. 
— Long, corp, 10 mm. 

Ein weibliches Stück aus Semnio in Njam-Njam 
(BohndorflT). AuflFallend ist der sehr kurze Prothorax dieser 
Spezies. 

47. Popillia propinqua n. sp. r^. 

Piceo-aenea, tota nitida; capite, pronoto scutelloque viridi- 
fulgentibus, hoc et pronoto vere castaneis, hujus disco nigro; 
clypeo quoque brunneo; elytris piceo-nigris, fascia obliqua 
flava, ex humeris nata, medium versus suturae appropinquata, 
dein apicem versus juxta suturam continuata; pedibus testaceis 
viridi-aeneis, tibiis posticis apicem versus cupreis, tarsis fuscis; 

Stett. eotomol. Zeit. 1894. 



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257 

peetore viridi-aeneo, abdomine testaceo-brunneo leviter aenescente; 
pronoto lateraliter, praecipue prope aagulos anticos, dense 
transversim strigato, angulos postioos versus plus minusve 
punctato; disco aotice deosius punctato, postice totx) glabro, 
laevi, impunctato vel parce et subtilissime puoctulato; aagulis 
prothoracis posticis obtusis, lateribus postice sinuatis, linea 
marginal! elevata in marginem posticum continuata; elytris 
profunde punctato striatis, slriis paulo impressis, interstitiis 
leviter convexis, interstitio secundo serie puuctorum regulari, 
parum interrupta, exstructo; pygidii basi pilis albis fere 
tota, medio vix interrupto, parce vestita; segmentis abdo- 
min alibus quatuor carinula tmnsversa dimidiatis, pone hanc 
carinulam albopilosis; processu mesosternali brevi. — - 
Long. corp. 8 mm. 

In Togo bei Bismarckburg von Leopold Conradt 
1893 und bei Misahöhe im Juni 1893 von E. Bau mann 
entdeckt. 

Diese neue Art scheint der mir unbekannten P. signifera Kr. 
nahe zu stehen. Doch ist nach der Beschreibung die Zeich- 
nung der Elytren eine etwas andere. Der Puuktstreifen auf 
dem zweiten Zwischenräume der Elytren reicht bis zur Spitze 
derselben, bei signifera erlischt er bald hinter der Basis. 

Die gelbe Zeichnung der Elytren kann sich verringern, 
älinlich wie bei dorsofasciata Fairm., so daß nur eine kurze 
schräge Binde auf der vorderen und eine verkürzte Nahtbinde 
auf der hinteren Hälfte übrig bleiben. 

48. Popillia signifera Kraatz 

(Deutsche Entom. Zeitschr. 1892. S. 237). 

„Piceo-aenea, nitida, clypeo pedibusque rufopiceis, thorace 
lateribus rufo-translucidis, crebre minus subtiliter punctatis, 
dorso fere laevi, scutello crebre punctato, elytris nigro-piceis, 
regulariter punctato-striatis, stina secunda abbreviata, macula 
transversa obliqua testacea sub humeros ineipiente cum apicali 
ad angulum suturalem conjuncta, pygidio rufescenti bifascicu- 
lato, abdominis segmentis ultimis apice rufescentibus, lateribus 
linea traneversali impressa, flavo-pilosa, pedibus rufis, aeneo- 
virescentibus, pygidio modice prominulo. — Long. corp. 8 mill.^ 
— Old Calabar (Mus. Cand^e). 

Var. ^Macula posteriori nulla.^ (Kraatz 1. c.) — Old 
Calabar (Mus. Oberthür). 



Stett. entomol. Zeit. 1894. 



17* 



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258 

49. PopiUia oetogona Cand^ 

(Coleopt. Hefte V. 1869. 8. 45; — Kraatz, Deutsche Entom. 

Zeitschrift. 1892. 8. 237). 

^Viridis, nitida, vertice laevi; clypeo rugose puoctato, 
prothorace medio vix punctato, late flavolimbato ; scutello 
parum punctato; elytris punctato-striatis, vitta lata, obliqua, 
flava notatis; pygidio albo-biplagiato ; corpore subtus pedibusque 
rufocupreis, posticis obscuris. — Long. 8 miil., lat 5 milL^ 
— Old Calabar (Mus. Gandeze und Kraatz). 

Var. viridula Kraatz (l. c. 8. 237): ,,y iridis, clypeo, elytris 
pedibusque onicoloribus.^ — Aschanti. 

Der P. bitacia Kraatz nahe verwandt, kleiner und andera 
gefärbt. 

50. PopiUia opaea Kraatz 
(Deutsche Entom. Zeitschr. 1892. 8. 239). 

„Nigra, parum nitida, capite, thorace impunctato, scutello 
elytrorumque plaga longitudinali ovali viridibus, opacis, bis 
sutura et raarginibus omnibus testaceis, punctato-striatis, striis 
ad suturam valde irregularibus, propygidio perspicuo, dense 
piloso, pygidio parce breviter piloso, segmentis abdominiß 
longitudinaliter strigosis, mesosterni pleuris crebre aciculatis, 
metasterni pleuris minus crebre aciculatis, pubescentibus.^ meso- 
sterno haud producto, globuloso. — Long. 9 mill.^ 

Guinea (Mus. Oberthür). 

51. Popillia phylloperthina u. sp. 

Eine kleine, von den übrigen Popillien mehrfach ab- 
weichende 8pezie8 von schwarzer Färbung. Der Kopf, sowie 
der Prothorax auf den 8eiten und vor dem Vorderrande sind 
so dicht punktirt, daS sie mattschwarz erscheinen. Ferner 
sind die Hinterecken des länglichen Prothorax spitz recht- 
winklig. Die Elytren sind grob punktirt-gestreift, die abwech- 
selnden Interstitien höher convex. Die unregelmäßige und 
zum Theil doppelte Punktreihe des zweiten Zwischenraumes 
reicht etwas über die Mitte hinaus. Die Behaarung der Unter- 
seite ist sehr locker. Der Apicalzahn der Vorderschienen ist 
nur mäßig lang und nach außen gebogen, der obere Zahn 
deutlich. 

Diagnose : 

Nigra, capite pronotoque opacis, hujus disco posteriore 
et elytris nitidis; capite densissime punctato, vertice extremo 
nitido parcius puuotato; prothorace longulo, angulis posticis 

Stett. eotomol. Zeit. 1894. 



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259 

acute rectis, lateribuß paulo rotundatis, supra coofertissime 
dense punctato, obsolete S-foveolato, disco parciue at distincte 
puDctato, postice glabro, laevissitno; scutello brevi inaequa- 
liter punotulato; elytris rüde punctato -sulcatis, interstitiie 
glabris, alternis subcostatis, interstiiio secundo seriem punc- 
torum fere irregulärem, partim duplicatam, parum ultra medium 
prolongatam, praebente; etriis dor^alibus profundioribus quam 
lateralibus, puoctis striarum dorsalium tertiae, quartae, quintae 
transversis; pjgidio aciculato- punctato, maculis 2 griseo- 
pilosis haud densis ornato; pectore villoso, ejus medio et 
v^entre nitidis, nigris, subaeneis, s^mentis abdominalibus 
utrinque stria dimidiatis et laxe griseo-pilosis; processu 
mesosternali eonico, acuto. — Long. oorp. 8,5 mm. 

Ein Exemplar bei Mlsahöhe in Togo im Juni 1893 
von E. Baumann entdeckt. 

Mannopopillia n. g. 

Die kleine, als PopüUa beschriebene mnuscula Har. weicht 
von den echten Popillien merklich ab, wie schon Eraatz 
in der Deutschen Entom. Zeitschr. 1892. 8. 301 hervorhebt. 
Das Pronotum ist nämlich in seiner ganzen Ausdehnung rauh 
punktirt und behaart, bei den echten Popillien feiner punktirt 
und auf der hinteren Hälfte glatt, dabei unbehaart. Der 
Gljpeus ist etwas kürzer und abgestutzt, an den Yorderecken 
lederseits nach oben umgebogen. Auffallend ist, worauf bis- 
iier nicht hingewiesen wurde, daß die vorderen Tibien in 
beiden Geschlechtern gleichgebildet sind. Bernersteht 
der obere Zahn dieser Tibien senkrecht zur Längsachse der- 
selben; bei PopilUa steht er schräg (in einem spitzen Winkel) 
zur Längsachse. AuBerdem weicht diese Art durch die Bil- 
dung der Krallen von PopilUa ab, indem an den Mittelfüßen 
die äußere Kralle in beiden Geschlechtern gespalten ist. Beim 
Männchen von PopiUia ist die äußere (größere) Kralle der 
Mittelfüße einfach und nur beim Weibchen gespalten. 

Das letzte Segment des Abdomens ist beim Männchen 
hinten sehr schwach ausgerandet, beim Weibchen abgerundet. 
Das Pygidium ist in weiterer Ausdehnung behaart, als bei 
PopilUa. 

Charakteristik der Gattung: 

Glypeus brevis, margine antico truncato, angulis duobu^ 
reflexis, erectis. Pronotum totum rüde punctatum et villosum. 
Tibiarum anticarum dentes duo exteriores in utroque 
sexu similes, dente superiore perpendiculariter exstante. 
Unguiculi tarsorum pedum secundi paris in utroque sexu 

attstL ealoiDOl. Ztit 1894. 



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260 

aequales, unguiculo majore bifido. Processus mesosternalis 
parum productus. Pygidium ad magnam partem pilosum, 
parte postica striaque media nudis. Corpus subtus plus 
minusve villosum. 

N. minuscula Harold 
CPopillia mimscula Harold, Stettin. Ent. Zeit. 1879. S. 333) 

^Obscure viridi-aenea, elytns testaeeis, sutura, limbo. 
maeuiaque basali utrinque juxta scutellum nigris, pygidio nigro, 
basi utrinque albo-villoso. — Long. 6,5 — 7,5 mill.^ 

Sansibar (Hildebrandt). Die typischen Stücke befinden 
sich in der Königliehen Sammlung des Museums für Natur- 
kunde zu Berlin. 

In allernächster Beziehung zu Popillia steht die Gattung 

Onatholabis Eriehson. 

(Naturgesch. d. Insect. Deutschi. HI. 1847. S. 615 Note 3. — 
Kraatz, Deutsche Ent. Zeitschr. 1892. S. 298.) 

Der Clypeus ist ,schmäler als bei den Popillien, etwas 
mehr verlängert, vorn schwach ausgerandet; auch der Pro- 
thorax ist etwas länger und oberseits mehr oder weniger be- 
haart. Das Pygidium ist dicht mit Haaren bekleidet. Die 
Gattung ist auf Afrika beschränkt. Die 4 bekannten Arten 
sind in der Königlichen Sammlung vertreten. 

1. G. suturalis Castelnau, Hist. nat. II. p. 150. — Kraatz, 
1. c. S. 299. — Senegal (Buquet), Guinea (DeyroUe), 
Bismarckbürg in Togo (Dr. R. Büttner, September- 
Oktober 1891), Benue (Staudinger). 

2. G. dorsalis Kraatz 1. c. S. 299. — La bor 6 (Babbene) 
und Kongo. In der Königlichen Sammlung aus Njam- 
Njam (BohndorflF), von Schlüter erhalten. — Jline 
Var. nilotica beschreibt Kraatz 1. c. aus Ober-Aegypten, 

3. G. nickerli Kraatz 1. c. S. 301. — Leshumo (Ost- 
Afrika), von Dr. Kraatz erhalten. 

4. G. ludifican» Ancey Naturalista Sicil. II. 1883. S. 96; 
— Kraatz 1. c. S. 300. — Taborain Deutsch-Ostafrika, 
von Heyne erhalten; Kakoma bei Tabora ebenda, 
östlich vom Tanganjika-See (Dr. Böhm). — Die An- 
gabe, daB die Art am Zambesi vorkomm jn soll, erscheint 
mir zweifelhaft. 



Stett. entomol. Zeit. 1894. 



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261 

Liste der vorstehend aufgeführten Arien der Genera 
Popilliay NannopopilHa und Onatholabis. 

1. Genus Popillia Serv. 

A. Subgenus Peripopillia m. Seite: 

1. oberthüri Kraatz, Mrogoro in Deutsch-Ostafrika. ... 219 

B. Subgenus Galopopillia m. 

2. candezei Kraatz, Fernando-Po im Busen von Guinea 219 

3. dorsigera Newm., Togo, Benue, Kamerun, Kongo- 
Gebiet 220 

Var. rubrotinda m., Bismarckbui^ in Togo 220 

G. Subgenus Eupopülia m. 

4. callipyga Dohrn, Liberia, Aschanti, Togo, Kamerun, 

unterer Kongo . 221 

Var. rubripes m., Togo 222 

^ castanea Kraatz, Benue 222 

5. princeps Harold, Lunda- Reich und Baluba-Land im 
centralen Kongo- Gebiet, oberer Kongo, Albert-Nyansa 

und Mamboia in Deutsch-Ostafrika 222 

Var. cyandytria m., Usegua in Deutsch-Ostaftika . . 222 

6. welwichi Kraatz, Angola 223 

7. aenescens m., Baluba-Land (Kongo-Gebiet, Central- 
Afrika) 223 

8. meinhardti m., Usambara in Deutsch-Ostafrika 224 

D. Subgenus Popillia i. sp. 

9. rufipes F., Sierra-Leone .- 225 

Var. aeneas Newm., subryanea Kraatz, brunnea Newm. 
und rufipes F., ebendaLcr 226 

10. browni m., Britisch-Central- Afrika (Nyassa-Land) . . 226 
Var. aureocuprea m., ebendaher 227 

„ viridicyanea m., ebendaher , 227 

„ atrocyanea m., ebendaher 227 

11. hilaris Kraatz, Deutsch-Ostafrika: Tanga, Lujenda- 

Fluß 227 

Var. aureocuprea m., Tanga 228 

^ cyanescens m., Tanga 228 

„ biplagiata m., Mlalo in usambara 229 

12. ovata m., Deutsch-Ostafrika: MadinuJa; Victoria- 
Nyansa: Bukoba; Tanganjika-See 229 

13. erythropus Kraatz, Sierra-Leone 230 

Stelt. entomol. Zeit. 1894. 



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262 

Seite: 

14. bipundata F., Capland, Natal, Transvaal, Delagoabai, 
Mosambik, Deutsch - Ostafrika, Victoria -Nyansa, 

Luoda-Reich im Innern Westafrikas 231 

Var. limbata Boh., Limpopo, Transvaal; Zanguebar 

(nach Kraatz) 231 

Var. npicaUs Kraatz, Delagoabai 231 

15. hexaspUa C. F. Ancey, Mamboia in Deutsch-Ostafrika, 

Abyssinien 23 1 

Var. viridula Kraatz, Abyssinien 232 

16. mülleri m., Gebiet des Quango, südlich vom Kongo 232 

17. chhroUca m., Victoria-Nyansa 233 

18. (framinea m., Victoria-Nyansa 234 

19. serena Harold, Lunda-Reich im Kongo- Gebiet 235 

20. albertina m., Albert-Nyansa 236 

21. circumcmcta Kraatz, Mamboia in Deutsch-Ostafrika 237 

22. atra Qued.^ Quango und Baluba-Land (Gentral-Kongo- 
Gebiet) 238 

23. anthracina m., Bismarckburg in Tc^o 239 

24. interpunctaia Br. (luteipenrUs Hope, obUtercUa Gyll. 
var. jj), Cap Palmas, 8ierra-Leone, Togo 240 

25. soror Kraatz, Assinien in Ober-Guinea 242 

26. femoraUs Kl., Guinea, Liberia 242 

Var. viridissima Blanch. Sen^ambien 242 

„ oleae Newm. (immcdura Thoms.), Gabun .... 242 

27. obÜterata Gyll. (lucidipemis Cand.), Sierra-Leone, Togo 242 

28. sulcipenms Hope, Gap Palmas, Sierra-Leone und 
Kamerun 243 

29. lacertosa Cand. ifiavotrabeaia Thoms.?), Alt-Calabar 244 

30. 8marag(Una Kraatz, Lagos und Togo 244 

Var. nigrocyanea Kraatz, Gabun 245 

31. congoana m., Baluba-Land (Kongo-Gebiet) 24a 

32. crenatipennis Qued., Lunda-Reich (Kongo-Gebiet) . . 246 

33. cupripes Kraatz, Senegal, Alt-Calabar 246 

34. laevicoUis Kraatz, Gabun 246 

35. melanoMora m., Kamerun (Barombi-Station, Jaunde- 
Station) 247 

36. cyanoptera Hope, Westaftika 248 

37. violaceipenma Qued., Baluba-Land im Innern des 
Kongo-Gebietes 248 

38. dorsofasdata Fairm., Dares-Salaam in Deutsch-Ost- 
afrika 249 

39. nyassica m., Britisch-Central-Afnka (Nyassa-Land) . 249 

40. crassiüscula m., Baluba-Land im Innern des Kongo- 
Gebietes 250 

StoU. ento'mol. Zoit. I89i. 



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263 

E. Subgenuft Metapopillia m. Seite: 

41. biimpressa m,, Togo 250 

42. aenea m., Togo 251 

43. bitaeta Eraatz, Liberia, Aschanti, Kamerun, Baluba- 

Land 252 

Var. bimaeulosa m., Guinea 253 

y^ nigra m., Togo 253 

^ bipustulata m., Baluba-Land 253 

^ intada Kraatz, 8ierra-Leone 254 

^ fusdpennis Kraatz, Aschanti 254 

^ viridipes Eraatz, Sierra-Leone 254 

44. dkiUnguenda Fairm., Usagara 254 

Var. strigikUa Kraatz, Dar-es-Salaam, Sansibar, 

Melinda 255 

45. Uturata Qued., Quango 255 

Var. umcolor m., Baluba-Land 255 

^ fulvipennis m., Baluba-Land 255 

^ Umbata m 256 

46. njamensis m., Njam-Njam 256 

47. propinqua m. Togo 256 

48. signifera Kraatz, Alt-Calabar 257 

49. odogona Cand., Alt-Calabar 258 

Var. viridula Kraatz, Aschanti 258 

50. opaca Kraatz, Guinea 258 

F. Subgeniu Psendopopillia hl 

51. phyüoperthma m., Togo 25Ö 

IL Oenus Nannopoplllia m. 

i . münuscula Harold, Sansibar 260 

IIL Genus Onatholabis Er. 

1. sfduToMs Gast, Senegal, Guinea, Togo, Benue 260 

2. mekerU Kraatz, Leshumo in Ost- Afrika 260 

3. hdißcans Ancej, Tabora und Kakoma in Deutsch- 
Ostafrika 260 

4. dorsaHs Kraatz, Labor^ (Babbene); Kongo; Njam- 

Njam 260 

Var. nilotka Kraatz, Ober-Aegypten ( 260 



tMU, estoiDoL Zeit. 18M. 



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264 



Revision der Gattung Cypbonotus Duy. 

von E. Brenidce in Potsdam. 



lieber die Gattung Cyphonotus oder richtiger: über einige 
wenige Arten derselben ist in neuester Zeit wiederholt ge- 
schrieben worden. Das lebhafte Interesse, welches man dieser 
seltenen, der sibirischen und Mittelmeer-Region angehörenden 
Melolonthiden-Gattung entgegenbringt, wird nicht einmal durch 
eine reiche, dem großen Verbreitungsbezirk entsprechende 
Artenzahl belohnt. Es sind nur wenige, und wie ich nach- 
stehend zeigen werde, sehr wenige von den vielen unfer diesem 
Gattungsnamen bechriebenen Arten, welche zu dieser Gattung 
gehören, wohin sie durch eine völlig irrthttmliche Auffassung 
des Gattungsbegriffes gestellt wurden. 

Fischer von Waldheim gilt noch immer, und zwar aus 
allzu zarten Prioritäts-Rücksichten, als Autor der Gattung, 
obgleich derselbe weder die Gattung genügend charakterisirt 
noch den Eegriff und Umfang derselben richtig erkannt hat, 
denn er hat nicht nur Cyphonotus^ sondern auch Bhizotrogus 
und andere Arten in der Gattung vereinigt. Fischer kann 
daher nur als der nominelle Autor der Gattung betrachtet 
werden, während als wirklicher Autor Jaq. Duval anzusehen 
ist, der die Gattung in den Genera des Cokopterea charakte- 
risirt hat. Erichson erwähnt dieselbe nur kurz in der Natur- 
geschichte der Insekten Deutschlands. 

Im Nachfolgenden sollen zunächst alle diejenigen Arten 
kurz besprochen werden, welche der Catalog von Gemminger 
und Harold unter Anoxia (Cyphonotus) aufführt und welche 
zum Theil als Anoxia, zum Theil als Cyphonotus beschrieben 
wurden. Nur diejenigen Arten bleiben hier ausgeschlossen, 
welche mit zweifelloser Sicherheit zur heutigen Gattung Anoacia 
gestellt werden können. Nachdem die Ausscheidung aUes 
nicht hierher Gehörigen vollzogen, wird sowohl eine Charak- 
teristik der wenigen wirklichen OypÄowo/MS-Arten, als auch eine 
Uebersicht der mit Cyphonotus verwandten Gattungen, darunter 
die neue Gattung Trinoxia, folgen. 

A. Die bei Cyphonotus verbleibenden Arten. 

1. Gyphonotns testaceus Pallas (1781). Die zuerst be- 
schriebene Art der Gattung, welche bei dieser verbleibt. Nur 

statt, e&tomol Zeit. 1894. 



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265 

das $ ist bekannt. Das Vaterland ist das transkaspische 
Gebiet, Turkestan und der Caucasus*); doch habe ich aus 
letzterem Gebiet noch keine Stücke gesehen. 

2. Cyphonotns Anketeri Herbst. Natursystem, aller In- 
sekten. Käfer III. 1790 p. 43. Tafel XXII. 4. von Trans- 
caspien. Herbst hält seine Art für testaceus und sagt: er habe 
den von Herrn Pallas diesen (sie) Käfer gegebenen Namen? 
Testaceus mit einem anderen vertauschen müssen, weil sich 
schon ein Testaceus im. System befindet. Herbst theilt den 
Fühlhörnern eine dreiblättrige Keule zu, was irrthümlich ist; 
von der Brust sagt er von seiner Art, sie sei mit gelb- 
brauner Wolle überzogen. Obgleich Herbst nun seine 
Art nicht für verschieden von testaceus erkannt hat, so ist 
sie es dennoch und zwar beziehe ich den Anketeri auf: 

3. Cyphonotns oryctoides Semenow*). Provinz Trans- 
caspien: Repetek. Dieser Autor ist der erste, welcher in 
klarer und erkennbarer Weise einen Cyphonotus beschreibt, 
und ich stimme demselben völlig bei, wenn er seine Art von 
testaceus trennt. Die erhebliche Größe und die ^fulvo-villoso"" 
Brust sind diejenigen Charaktere, welche auch Herbst bei 
Anketeri hervorhebt, und welche mich veranlassen, beide Arten 
für übereinstimmend zu erklären**). Ich besitze ein $ aus 
Transcaspien von König, welches ich mit 2 als Anketeri 
Herbst bestimmten Weibchen im Mus. f. Naturkunde in Berlin 
verglichen habe. 1 Exemplar von Dr. v. Seidlitz ist das 
einzige mir bekannte testaceus-Exempl^r. 

4. Cyphonotns panper Hampe. Vom Urumia-See, von 
Salmas in Persien und vom Ararat. 

5. Cyphonotns detritns Fairm. von Tunis. 

B. Die aus der Gattung Cyphonotus ausscheidenden 

Arten. 

1. Cyphonotns monachns Kryn. Fischer (Bull. Mose. 1844 
p. 47) von Orenburg und aus Turcmenien. Ich halte diese 
Art für identisch mit: 

2. Cyphonotns &rino8n8 Kryn. ebenfalls von Orenburg. 
Nach der Beschreibung von Fischer zu urtheilen (die Be- 
schreibung Krynicki's im Bulletin Moscou 1829 p. 192 ist 



*) Andreas von Semenow Horae Soc. Ent. Ross. XXVI. 1892. 
p. 474, mit ausführlichem Litteratur-Nachweis. 

**) Wegen der formvollendeten Beschreibung Semenows würde 
ich gern seinem Namen die Priorität eingeräumt wissen, zumal bei 
Herbst nicht allein die Beschreibung sondern auch die Abbildung äu 
wünschen übrig lassen. 
Stott. entomol. Zeiu 1894 



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^466 

absolut nicht verwerthbar) ist es kein Oyphonotus, Dagegen 
lassen folgende Angaben in der Beschreibung daraus schließen^ 
daß es ein Rhisotrogus ist: An den Rändern des Thorax stehen 
lange Haare, die Basis der Flügeldecken ist gefurcht. Beide 
Angaben passen gar nicht auf einen Oyphonotus, wobl aber 
auf einen Rhizotroffus. Von einer Beschuppung oder Behaarung 
anderer Körpertheile, wie solche in die Augen fallend bei 
(Jyphonotus auftreten, ist nicht die Rede. Die Größenangabe 
von 7 Linien Länge und 4 Linien Breite läßt auch eber auf 
BMzotrogus als auf Oyphonotus schließen. Beide Arten wären 
daher aus der Reihe der Oyphonotus-Art^n zu streichen. 

3. Cyphonotus thoracicus Fischer, ebenda p. 48, von 
Sarepta, ist nach der Type im Dresdener Mus^m das Weib- 
chen von Rhizotrogus vfdpiwus 6jll. Auch diese Art ist daher 
zu streichen. 

4. Cyphonotns macrophyllus Fischer, ebenda p. 49, aus 
Turcmenien, ist nach der Type im Dresdener Museum = 
Shizotrogus pulvereus, also ebenfalls aus der Reihe der Oyphonotus 
Arten zu streichen. 

5. Cyphonotns af&nis Fisch., ebenda p. 50, aus Turcmenien. 
Nach der Beschreibung ist der Fühlerfächer zusammengedrückt 
und von der Größe desjenigen des C. macrophyttus^ also des 
Rhizotrogus pulvereus. Schon diese Angabe allein widerspricht 
der Annahme, daß es sich hier um einen Oyphonotus handelt, 
welcher einen kurzen rundlichen Fächer hat. Auch hier läßt 
die Angabe der behaarten Halsschild Ränder und der deutlich 
gefurchten Flügeldecken eher auf einen Rhizotrogus als auf etwas 
anderes schließen. 

Außer diesen sind noch die nachfolgenden Arten zu 
fJyphonotus gestellt worden: 

6. Anoxia a&ioana Gast. Annales de France 1832 und 
llistoire nat. des Ins. H. p. 132 No. 5. Von Ile de France. 
Man darf nach der Beschreibung wohl behaupten, daß die 
zweizähnigen Vorderschienen, mit schwachem dritten Zahn 
nicht auf emen Oyphonotus passen, der in beiden Geschlechtem 
deutlich drei Zähne ^n den Vorderschienen hat. Die Art scheint 
auch nicht wieder aufgefunden zu sein, denn Goquerel, welcher 
in den Annales de France 1866 die Fauna der Insel Bourbon 
behandelt, fuhrt dieselbe nicht an, dagegen aber den Oyin- 
fiognaster buphthalmus Bi. und diese Thatsache scheint die An- 
sicht Burmeister's (Handbuch IV. 2. 424) zu bestätigen, daß 
Anoxia afrieana das Weibchen des Oymnognaster sei. Aus 
der kurzen Beschreibung Laportes ist ein sicherer Schluß auf 
irgend welche Art jedoch nicht gestattet. Noch einen andern 
JBinwand, welcher gegen die Zugehörigkeit der Art spricht, 

Statt, «otomol. Zeit. 1804. 



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267 

möchte ich auseprecheo, wenn derselbe auch keine direkte 
Beweiskraft besitzt. Es betrifft den Yerbreitungsbezirk der 
Anoxia- und Gyphonotus-Arten, Nach der heutigen Kenntnift 
der Ausbreitung dieser beiden paläarktischen Gattungen ist 
die Annahme des Vorkommens derselben auf einer zur 
malagassischen Fauna gehörenden Insel, stark zu bezweifeln« 
Ich streiche daher diese Art aus der Reihe der Anoxia- und! 
Cyphonotua-Arien, 

7. Melolontha (Cyphonotns) Indiana Bl. Catalogue 1850. 
p. 162. aus Ind. septentr. 

Blanchard macht über die Anzahl der Fächerglieder, dieses 
für die Classifizirung wichtigsten Organes, keine näheren An- 
gaben. Man kann daher nur aus der Stellung, welche er seiner 
Art unter den Anowia-Arten giebt, schließen, daß auch hier 
der Fächer, wie bei den anderen ilnoxta- Arten, 5gliedrig im 
männlichen Geschlecht sei, und dieser Annahme steht nichts, 
entgegen. Die Art ist sehr selten; mir ist erst ein Exemplai^ 
bekannt, welches sich im Museum Brflssel befindet*). Es ist 
19 mm lang, etwas kleiner also als die Type, hat 5gliedrigen 
Fächer, dreizähnige Vorderschienen und an den äußeren Krallen 
einen starken Zahn. Die Art muß daher aus den Gattungen 
Cyphonaius und Anoxia ausscheiden und da für jene Charaktere 
bereits die Gattung Cyphonoxia vorhanden ist, stelle ich sie zu 
dieser Gttttung. Hier paßt sie sich der einen bis jetzt bekannten 
Art praestabiHs von Mesopotamien sowohl im Gesammthabitus 
vortrefflich an, als auch in der Art der Beschuppung und 
Behaarung der einzelnen Körpertheile. Das Weibchen dieser 
Gattung hat einen 4 gl. Fächer. 

8. Cyphonotns zemindar Sharp. Coleopt. Hefte XV. 1876. 
p. 85, aus Ost-Indien. 

Diese Art halte ich für identisch mit der vorigen, indiana Bl. 
Es liegen mir die beiden typischen Exemplare, welche sich in 
der Sammlung R. Oberthür's befinden, vor; sie stimmen mit 
der Beschreibung Blanchards genau überein und auch mit dem 
oben erwähnten Brüssler Exemplar. Das Männchen hat einen 
5 gl. Fächer, 3 zähnige Vorderschienen und an den äußeren 
Erallen einen starken Zahn. Selbst wenn man die Identität 
bezweifeln wollte, würde immer, und darauf kommt es hier 
zunächst nur an, diese Art ausscheiden aus der Reihe der 
CyphonotuS' Arien, 

9. Anoxia nivea Hampe. Wagner's Reise 1852. p. 311, 
aus Persien 



*) Vergleiche meine Arbeit über die Melolonthiden des Brüssler 
Museams in den M^moires de la soe. ent. de Belgique 1894. p. 26, 

Stett. entomoU Zeit. 1894. 



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:268 

In der Beschreibung ist klar gesagt, daß das Männchen einen 
sechsgHedrigen Fächer habe. Das genügt, um auch diese Art 
aus der Reihe der hierhergehörenden zu streichen. Nebenbei 
sei noch bemerkt, daß die ganze Beschreibung, bis auf die Fächer 
und die Größe, welche mit II1/2 lin. Länge und 51/2 lin. Breite 
angegeben ist, auch auf Oyphonoxia praestabUis paßt, mit welcher 
sie doch nicht identisch sein kann. Auch wird sie kaum 
zur Gattung Oryptotrogus gestellt werden können. 

Es mögen nun noch zwei Arten angeführt werden, von 
denen nur Namen, aber keine Beschreibungen vorhanden sind 
und welche daher auch keine Berechtigung haben, als Cypho- 
wo^ws- Arten aufgeführt zu werden. 

10. Anoxia bnphthalma Gast., welche in Hist. nat. des 
Ins. II. auf Tafel 14 (33) Fig. 5 abgebildet ist, wurde nirgends 
beschrieben, auch meines Wissens nii^ends erwähnt. Sie hat 
mit Gymnognaster nur den Artnamen gemein und ist weder 
eine Änoxia noch ein Cyphonotus^ daher sie hier übergangen 
^werden kann. Ich würde sie für eine schlecht gezeichnete 
Euchlora halten. 

11. Cyphonotns cancasicus Mot., welcher von Jaq. Duval 
in den Genera des Coleopt. III. p. 54 angeführt wird, ist eine 
unbeschriebene aus dem Caucasus stammende Art, welche 
wahrscheinlich auf testaceus zu beziehen sein wird. Da Duval 
der erste ist, welcher die bestimmte Angabe macht, daß bei 
Kjyphonotus auch das Männchen einen viergliedrigen 
Fächer habe, so folgt daraus, daß derselbe ein Männchen auch 
vor sich gehabt haben muß, und daß dasselbe mögHcherweise 
das bis jetzt noch unbekannte Männchen des testaceus gewesen ist. 

Zum Schluß muß noch eine Art erwähnt werden, obgleich 
dieselbe im Catalog Gemminger-Harold nicht bei Änoxia^ sondern 
bei Meblontha untergebracht wurde. Es ist dies: 

12. Melolontha opaca Billbg., M^moires de TAcad^mie 
imperial des sciences de St. Petersburg, tome VII. (1820) 
p. 384. Wenn man sich überhaupt um diese Art, welche 
der Autor ohne Angabe eines Vaterlandes beschrieben hat, 
und welche nach meiner Meinung allein schon deswegen auf 
den index mortuorum zu setzen wäre, bemühen will, so kann 
man wenigstens das eine mit Sicherheit feststellen, daß sie 
nicht dahin gehört, wo sie jetzt steht, nämlich unter Meblontha. 
Der Autor giebt in seiner Beschreibung an, daß er ein Weib- 
ehen vor sich habe, dessen Fühlerfächer 4 blättrig und dessen 
Vorderschienen 3 zähnig seien. Hiernach hat man die Aus- 
wahl nur unter den nachfolgenden mit Amxia verwandten 
Oattungen; denn nur bei diesen haben die Weibchen einen 

Stett. entomol. Zelt. 1894. 



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269 

4blättrigen Fächer; es ist daher nicht statthaft, die Art zu 
Melolontha zu stellen, deren Weibchen bekanntlich 6gliedrige 
Fächer haben. Da der Autor ferner sagt, sie sei mit drei 
behaarten Längsstreifen auf dem Thorax versehen, sie sei 
unten ^albido villosum^ und habe an den Seiten der Segmente 
4 weiße Flecke, so paßt alles dies — wovon sich ja ein 
Jeder leicht überzeugen kann — sehr gut auf eine Anoxia 
(villosa?). 

Jedenfalls aber darf man hiernach in der Art weder eine 
Melolontha noch einen Cyphonotus vermuthen, sodaß auch sie 
hier in Wegfall kommt. 

Unterscheidungsmerkmale der Cjphonotus-Arten. 

1. An den Krallen der Hinterfüße hat die eine einen 
kräftigen Zahn, die andere nur eine Basal-Verdickung, 
das Onjchium ist kurz, der innere Spitzenrand des 
letzten Tarsengliedes ist ausgebuchtet; das vorletzte 
Maxillartasterglied ist sehr kurz mit verbreiterter Spitze, 
das letzte Maxillartasterglied ist deutlich breiter als jenes; 
Thorax mit eingedrückter glatter Längslinie; die Körper- 
farbe ist schwarz. Von Tunis; Länge 20, Breite 10 mm 
detritns Fairm. 

2. An den Krallen der Hinterfüße hat jede einen Zahn, 
beim ^^ von verschiedener Stärke; das Onychium ist 
länglich, der innere Spitzenrand des letzten Tarsengliedes 
ist nicht gebuchtet; vorletztes Maxillartasterglied fast 
gleich breit, das letzte Maxillai-tasterglied nicht viel breiter 
als jenes, Thorax mit eingedrückter punktirter Längs- 
linie. Die Körperfarbe ist braun. 

a) Die Brust ist ziemlich dicht aber kürzer anliegend 
behaart, die Spitze der Hinterbrust ist daher deutlich 
sichtbar. 
$ mit schmalen, zugespitzten, weißen Schuppenhaaren auf 
dem umgeschlagenen Rand des Halsschildes, der Brust 
und deren Seitentheilen. Auf den Hinterleibsringen stehen 
m der dichten Punktirung kurze, anliegende, schwach 
schuppenartige Härchen, die sich an den Seiten ver- 
dichten, dazwischen einige längere Haare. Die Hinter- 
«chenkel sind sehr verbreitert, fast eiförmig, die Hinter- 
schienen tragen in der Mitte eine quere, stark erhabene, 
scharfe Borstenleiste und am Rande einen Zahn. Das 
(^ ist unbekannt. Aus Transcaspien (Repetek) und 
Turcmenien. Länge 33 — 40 mm; Breite 15 — 18 mm 

SAnketeri Herbst, 
oryotoides Sem. 

Stett. entomoL Zeit. 1894. 



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270 



$ kleiner, weoiger glänzend, die Brust noch kttrzer behaart, 
die Hinterschenke] schmaler; Transcaspieii, Turkestan, 

Gaucasus testacens Pallas. 

b) Die Brust ist sehr dicht und lang zottig behaart, die 
Spitze der Hinterbrust ist daher nicht sichtbar. 
$ schmal (im Yerhältniß zum $), der umgeschlagene Rand 
des Halsschildes, und die Schenkel mit weißen laozettlichen 
Schuppen und einzelnen, langen Haaren. Die Hinter- 
leibsringe sind mit deutlichen^ wenn auch schmalen 
Schuppen dicht bedeckt, dazwischen einzelne Haare. 
Das Halsschild ist ziemlich dicht und gleichmäßig mit 
lanzettförmigen, fein und lang zugespitzten Schuppen- 
haaren bedeckt, dazwischen besonders in der Mittellinie 
gelbliche Borstenhaare. Die Flügeldecken dünn und 
gleichmäßig kurz anliegend behaart, die Härchen sind 
besonders an den Seiten schuppenartig. Die hintersten 
Schienen haben am Rande zwei deutliche Zähne, aber 
keine Borstenleiste. Ararat, Persien (Ürumia-See und 
Salmas). Länge 20 — 25, Breite 9 — 12 mm. panper Hampe. 
Anmerkung. Die beiden $ von Salmas und 
vom Urumia-See. weichen von den Exemplaren vom 
Ararat etwas ab. Sie sind etwas größer, breiter,, 
die Schuppen des Halsschildes etwas kräftiger, die 
des Bauches schwächer. Das ^ von Salmas empfing 
ich zugleich mit 3 Weibchen durch Herrn Dr. Staudinger 
und Bang Haas. Das (J vom Urumia-See befindet 
sich in der Sammlung des Herrn R. Oberthür und 
stammt aus Prof. Rosenhauers Sammlung. In derselben 
Sammlung befindet sich auch ein (J, welches von 
Wagner's Reise in Persien herstammt, deren Exem- 
plare Hampe seiner Beschreibung zu Grunde legte» 
Es kann mithin als typisches gelten. 
$ von Salmas, braun glänzend wie Änketeri, das Halsschild 
ist groß, breit, gewölbt und hierin jener Art sehr ähn- 
lich. Der Clypeus ist vorn nicht ausgebuchtet, mit greisen 
und gelben Härchen, von denen einige zur Schuppen- 
bildung neigen, bedeckt; in der Mitte der Stirn steht 
in gröberen Punkten ein Schopf abstehender Haare. 
Das Halsschild ist an den Seiten gleichmäßig gerundet, 
der Rand durch Borstenpunkte unterbrochen, die Hinter- 
ecken abgerundet, die Oberfläche dicht, ungleich grob 
aber nicht tief, nadelrissig punktirt, mit kurzen anliegenden 
Härchen bedeckt; am Vorderrande stehen in gröberen 
Punkten kurze Borstenhaare; die vertiefte Mittellinie ist 

Stett. entomol. Zeit 1894. 



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271 

dichter puDktirt; am Hinterrande vor demlSchildchen 
ein kleiner glatter Vorsprung. Die Flügeldecken sind 
runzlig punktirt, mit sehr feinen Härchen, welche der 
Oberfläche kaum einen greisen Schimmer geben, bedeckt 
Das Pjgidium ist sehr dicht und fein punktirt, sehr 
kurz behaart Die Bauchringe sind mit sehr kleinen 
Schuppenhärchen dünn bekleidet (viel späi-licher als 
beim (^), auf der Mitte und an den Seiten sind einzelne 
längere Haare dazwischen gestreut. Die Brust dicht, 
lang, zottig behaart. Die Unterschenkel sind auf der 
Mitte glatt, im übrigen lang behaart Die mittleren 
und hinteren Schienen haben zwei kräftige Randzähne. 

Üebe[r8icht der mit Cyphonotus verwandten 
Gattungen*). 

Cyphonotus Duval. Der Fächer des (J hat 4, des $ 4 Glieder; 
beide Geschlechter mit dreizähnigen Yorderschienen; es 
sind 4 Arten bekannt. 

Anoxia Gast Der Fächer des ^ hat 5, der des $ 4 Glieder; 
^ glatte, $ 3zähnige Yorderschienen. Die Mitte des 
Bauches beim ^ eingedrückt, die Oberlippe sehr tief 
ausgehöhlt, halbmondförmig. (^ mit ungleichen Zähnen 
an den Krallen. 

Cyphonoxia Rttr. Wiener ent Z. 1889. 276. Der Fächer 
des (^ hat 5, des $ 4 Glieder; beide Geschlechter mit 
Szähnigen Yorderschienen. Mitte des Bauches beim ^ 
gerundet; die Oberlippe wulstig, in der Mitte nur 
schwach ausgehöhlt — ^ Reitter führt als Gattungs- 
unterschied den großen Zahn an der einen Eralle an; 
dieser Größenunterschied der Erallenzähne ist audi bei 
den ^noo^'a-Männchen vorhanden, während die Weibchen 
beider Gattungen zwei gleich große Zähne haben. 
2 Arten bekannt^ die sich folgendermaßen unterscheiden: 
Cyphonoxia zemindar Sharp.: das 3. Glied des Stiels 

ist nicht gestreckt, kaum länger als das 4. 
Cyphonoxia praestabüis Rttr.: das 3. Glied etwas ge- 
streckt, die Größe desselben variirt bei den ein- 
zelnen Exemplaren. 

Enranoxia Sem. Hör. Ross. 1889. 197. Der Fächer des ^ 
hat 5 Glieder; Weibchen mir unbekannt. ^ mit Szäh- 
nigen Yorderschienen, kräftige aber kurze Basalzähn« 
an den Erallen. Mit 1 Art. 



*) Die Arten, mit Tgliedrigem Fächer, welche sich hierdurch den 
Polyphylla-'Arten nähern, wurden nicht berücksichtigt. 

Stett. entomol. Zeit. 1894. 1^ 



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27^ 

Cryptotrom» Kr. Deutsche e. Z. 1888. p. 206. Der Fächer 
des (^ h|tt 6 Glieder^ die Zahl derjeoigeQ des Weibchens 
ist nicht aogegeben« walirscheinlich 4gliedrig. Die Yorder- 
schienen sind in beiden Geschlechtern Sz&hnig. 1 Art 
bekannt*). 

XriWTfiß n. g. Das Männchen hat 6, das $ 4 Glieder im 
Fächer. Das dritte Glied des Stiels ist deutlich ver- 
längerty schlank« der Fächer des ^ nicht verläogert, der 
defi $ rundlich. Nur die Yorderschienen sijad Ssähnig, 
die b^den hinteren Schieoenpaare haben beim (^ am 
Bande 2 sehr schwache Zähncben, beim $ zwei etwas 
kräftigere, jedoch sind die Kittelsehienen bei beiden 
schmal und schlank, die hinteren beim ^ schlank, beim 
§ kräftiger. Die Oberlippe ist tief ausgehöhlt, die 
Erallen sind beim ^ ungleich gezähnt, beim $ gleich. 
Die Oberseite ist beschuppt. Mit 1 Aii;.**) 



Ein neuer RUzotrogus ans Spanten 

von E. Br«iiike. 



Shizotrogns Bosinae. 

J4age 15 — 18; Brdte 7 — 8^/t mill., ausnahmsweise kleine 
Stücke: 13 mill. lang, 6Vs breit 

Der Kopf ist giM)ß, daa Kopfschild kurz, vorn schwach 
geschweift» grob puQktirt, in der Mitte dichter als an den 
Seiten, die Naht deutlich. Die Sürü ist gewölbt, dicht, sehr 
grob ruoriig punktirt, ohne deutlicbe höckvige Srhabenheit, 
kum behaart Das Halsschild ist an den Sdten germndet, 
nfteh hinten etwas gerader, nicht geschweift, mit breit gerundeten 



*) In Betveff der Zähnung der Mittelgehienen eatb&lt die Be- 
schreibung große Widersprüche. Die Diagnose aa^gt: ^,tibiae inter- 
mediae m utroque sexa bidentatae^; in der Beschreibung heißt 
es dagegen: ,,bei beiden Geschlechtern drels&hnig, fast ganz 
gleich gebildete Vorder- und Mittelschienen^, und am Sddoß der Be- 
sohreibnng heißt es wieder: ,,MittalfchieneiL zweizft]uug^\ Um die 
Confusion noch größer zu machen^ giebt die Abbildung wieder drei- 
zähnige Schienen an, und schließlich werden in der Erklärung der 
flgnren die Geschlechter verwechselt; No. 3 ist $, Ko. 4 c? und 
nicht umgekehrt. 

**) Trmoxia cyphonotaides von Bangalore ist als n. sp. in den 
Xemoires de la soc. ent. de Bel^lque 18M pag. 81 beschrieben. 

8t«tt. entomoL Zeil %9$tL 



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!»73 

Histereekeü und laog^ Raodbonteti; die Fläche M lAiemlic^h 
üAi pbnkl»!^^ die Punkte ftMt g^ich kfftMg, g^h m WH^ 
kaum dichter, hier mit leicht angedeuteter Lftög^lfnie, tinMiafttt, 
diei Zwischeiit&iime glatt; gleich Imitcfr dem bt^ und glatt 
au%eworf€»eB Y^rderrande steht eine diehte Reihe sehr groAe^ 
l^tti^te mit langen Haaren^ ebenso aral Hinterrande yör den 
Sehildebfn eine Reihe sehw&(^ef'er; dei^ das Sdiildohen be- 
deckende Haarsch^l isl dteht ab^f küra; Die FHIgeldecken 
sind schmal, auch bein $ nur seiiwadi Verbreitert, WeitläuMg 
und nicht grob j^nktirt, daiier die Oberfl&che gMt nad 
glänzend erscheint, die Naht und eine breite Rippe danebett 
heben sieh dareh scbwftchere Punktii^ng ab, die anderen 
Bippen verschwinden; beim <^ sind to der Basis danehie grob^ 
Borstenpunkte bemerkbar^ im^ Qbrigen sind mir ganz vereinzelt 
kurze Härehen in dei^ Punkten v64rhanden und sehr i]^iideutiieh, 
beim $ dagegen sind die Borstenpunkte an dier Barns mid inli' 
ersten und zweiten Zwisdlenraum s^r d^tKch mld auch die 
^nzelnen Hftrehen* sind Iftiiger i^ bekAr ^, lhk& Propygidium 
ist sehr dicht und lein punk^rt, das Pjgidiuw weitlänfliger 
und matt punkUrt, unbehaairi Die Borsten der Segmente 
fiind kurz aber kräftig, die Behaarung ao den Sdten ist äuBibtst 
fein. Die Hinterschenkel sind deutMch verdickt, glänzeivd, an 
beiden Seiten mit kurzen , aber kräftigen Borsten besetzt. 
Der 6orstenkranz der Hinterschienen ist undentlieb, die Ead- 
dforne sind schmaL, der größere igt länger als das erste 
Tarsenglied. Das Krallenzähnchen ist sehr klein. Die Brust 
ist dicht und lang behaart. Die Yorderschienen sind auch 
beim Männchen dreizähnig, aber der obere Zahn ist meist 
sehr schwach. Die Pleuren des Halsschildes sind sehr weit- 
iäuftig punktirt, ziemlich lang behaart. Die Fühler sind 
schlank, Glied 3 — 6 kräftig, ziemlich gleich lang, Glied 7 flach; 
4er Fächer des ^ ist schmal, allmählig verbreitert, vor der 
Spitze schwach gebogen, deifüieb kurzer als der Stiel; de^ 
dtff #eibtflieiis M fi^ kdopfferÄig. Öas Weiböhen weicht, 
außer durch die allgemehten Gel^chleehfecharaktere, auch noch 
durch die etwas längeren Borstenhaare der Hintersehenkel ab. 
Diese Art geh59t zur Gi'app^e <9es ekioMMifiitä, wacher 
«me disntiit^ gi^i>ekei^ &iim tfber kef^ Bö^r^ü^^Mfe mit 
4en> Fhig^ilaeken^ ha», inefr fbhlr deitt $ üe ekfllUI^Me 
B^aanmg dei» Fh^eMeelM», ^^«t)e Odf V&tUki^^M^ ArC 
eigrattiMilMi ist; 

lÜ^s: Koil) eiilidelc^kt^ fn ^cfftidn^diaCff Mt seMer Frait 
RbBina' eRtefee iWteftröSÄiite Arf Aüöttdis M rföliüico (Sierra 
Seg&räy mid versäiidte erief als ü^i'^. ae^Hvüs^ dienest hat abei* 

Stett. «ntomoU 2ML ISM. ^^ 



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274 

ein chagrinirtes Halsschild mit geschwungenen Hintereeken, 
schmalen Hinterschenkeln und ist mit der vorli^enden Art 
nicht zu vergleichen. 

Die erwähnten kleinen Exemplare unterschdden sich nur 
durch die geringe Größe, die allerdings sehr auffallend ist, 
sie sind nicht größer als ein kräftiger rufescens. Diese letztere 
Art erhielt ich ebenfalls von Max Korb, von derselben Lokalität 
und gleichzeitig den in Gemeinschaft mit ihm erbeuteten 
Rhiz. Korbt Rttr. (Wiener Ent. Zeitung 1894 pag. 302). 
Nach dem zahlreichen mir vorliegenden Material ist meiner 
Meinung nach Bh. Korbt als Varietät des rufescens au&ufass^i, 
allerdings als eine sehr beachtenswerthe, bei welcher die 
dichte Punktirung des Halsschildes fast ganz verschwindet 
und nur noch einzelne feine, kleine Gruppen bildende Punkte 
übrig bleiben, aber bis auf diese Abweichung stimmen beide 
Formen genau überein. Ja, es ist sehr auffallend, da& die 
deutlich kräftigere Behaarung der Flügeldecken, welche die 
spanischen rufescens-Weihehen haben und wodurch diese 
spanischen Stücke von den übrigen europäischen abweichen, 
auch die Weibchen des Korbt besitzen, was für die Zusammen- 
gehörigkeit beider spricht. 

Sehr interessant wird diese Art dadurch, daß es der 
erste bekannte Fall ist, wo bei einem Rhizotrogus die Punkti- 
ruD^ des Halsschildes fast völlig verschwindet, im Gegensatz 
zu einer häufig aufbietenden stärkeren gröberen Punktirung 
bei anderen Arten, wie margirdpesy cicatrieosus. Aus diesem 
Grunde ist auch ein neuer Name völlig gerechtfertigt. 



Zur RenntBiss der Melolontbiden Snmatra's 

von E. Brenflke. 



Herr Dr. Heinrich Dohm hat während des letzten Jahres 
dem Pommerschen Museum ^ne Anzahl in Soekaranda auf 
Nordost-Sumatra erbeuteter MehbrUhiden einverleibt, welche 
mir zur Bestimmung und Beschreibung gütigst überlassen wur- 
den; ich führe die Arten nachstehend auf und bemerke dazu, 
daß die Senca-Arten nicht hier, sondern in einer die Seriear 
Arten der Erde umfassenden Arbeit behandelt werden. Es 
betrifft 8 Arten, die, bis auf 2, bisher noch unbeschrieben sind. 

St«tt. entamol. Zeit 1894. 



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275 

Das bei Weitem interessanteste Stück der Sendung ist 
die seltene Pachydema vicobarica, die Bedtenbacher nach drei 
m&nnlichen Exemplaren von der kleinen Nicobaren -Insel 
(Sambelong) beschrieb, und welche die bisher einz^ bekannten, 
im Wiener Hofmuseum befindlichen Stücke dieser Art waren. 
In der vorliegenden Sendung ist neben 2 Männchen auch das 
bisher unbekannte Weibchen vorhanden. 

Apogonia fnlgida Shp. 

Apogonia negleeta Ritsema i. 1. Lftnge 6,5 — 7, Breite 
4 — 4,6 mill. Der lamcoHUs sehr ähnlich, aber das Kopfschild 
stark verkürzt. Die Flügeldecken sind ebenso grob sculptirt. 

Apogonia laevicoUis Lansb. 

Apogonia dmplex Shp. 

Apogonia Lenweni Ritsema i. 1. Länge 7,5—8, Breite 
4,5 — 5 mill. Eine in der Färbung rothbrauo und schwärt- 
Uch auftretende Art, die auf Hdsschild und Flügeldeckeii 
schwächer punktirt ist als rnnplex Shp. Beide Arten sind 
durch die schwach punktirten, nach hinten sich verbreitern- 
den Streifen der Flügeldecken ausgezeichnet. 

Apogonia minntiisima Brsk. 1 Exemplar, etwas ab- 
weichend durch deutlichere Punktirung des Haisschildes, üur 
4,5 mill. lang; Type von Malacca. 

Ftilopkolis grandis, 2 sehr grofie Exemplare von 35 mill. 
Länge, mit sehr dicht und fein runzlig punktirtem Halsschild, 
dessen Hinterecken deutlich abgerundet sind. (VergL H^moires 
Soc. ent. Belgique IL 1894. p. 28.) 

Lepidiota stigma, die Männchen haben chokoladenbraune 
Schuppen, die Weibchen weiBe. 

Lepidiota lepida» bisher nur von Malacca bekannt Auf 
Sumatra kommt auch die sehr ähnliche Obemdor/eri vor, 
welche sich durch schmälere schwächere Schuppen der Ober- 
seite und durch behaartes schmäleres Pjgidium unterscheidet. 

Lencopholis prozima n. sp. Länge 31 — 35, Breite 15 
bis 17 mill. 

Zur rori(la-6ruppe gehörend und der LeucophoUs rarida 
am ähnlichsten. Sehr kräftige, große Art, welche im Körper- 
bau von den Verwandten dieser Gruppe wenig abweicht und 
sich dadurch unterschddei, daß das Halsschild weder die ver- 
tiefte Längslinie wie rorida bat, noch die glatten Flecke wie 
plagiata. Die Schuppen sind etwas anders gestaltet als bei 
rorida: auf dem Halsschild sind dieselben etwas kräftiger; 
ebenso auf den Flügeldecken, wo die die Rippen andeutenden 
großen Schuppen besonders hervortreten; die Hinterhüften sind 
beschuppt, bei rorida behaart; die Brust ist behaart mit zahi- 

BMX, titimiftl, ZeU. 1894. 



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m 

tßidf^ßß ^G^upp^n id^fivriBdieD, Im mrida feUon äie Schuppen 
ßißt sipä mt in im tf itto s]^ito4ti3ii voibttudo». Die Pleuf eii 
4^f} Tbo^ic md 4i$iU mit kräj^n ^(kmgfi» Soboppen be- 

Le«copk*lii ^skoOA o. sp. Länge 27—32, Breite 14 
i»s 17 miU. 

Zur later(üi8'Qrupp% gehörend, das W^bohen mit einer 
Längsreihe Borsten auf dem Thorai:. 

Viel dioht^ beschuppt tUs htef^sHs, die Sehmppen der 
Obemeke Ueinev, eiförmiger, aber kräftiger als bei laieraHs. 
Auf dem Halssehild sind die Schuppen ftist rund aber dick 
und nicht so flach wie bei laiepaUs, dem Männehen fehlt die 
beim Weibchen vom Vorderrande bis tur Mitte ruhende 
Borstenrdhe. Auf den FlägeMeeken ist der verdichtete 
8<ihttppen£^iidf an den Seiten weniger kräfk% und nur in der 
btat^ BMfte mhtbar entwickelt Das l^ygidium ist weniger 
Weit. Die Unterseile ist weniger abweichend besehnppt, 
etwas sperrig, die HinterMften offc ohoe Haare. 

Die Art variirt mit geblichen Schuppen j bei einem 
Weibchen fehlen die Thoraxborsten. lebi erht^' diese Art 
schon vor einigen Jlahren vom Museum des Poljtechnienm in 
Zürich abersandt, und erlaubte mir dieselbe dem Direktor 
dtei^elbeo, H^ra fv^^swß Sehoch, su d^didrai^ ^hne sie 
iodeft bte JQti^ hejehriebea m hf^ben, 

Lefidieta graoUipe« Shp. Der Typus meiner 6. Lepidhia^ 
Gruppe, welcher ich jetzt ^ü üTamen AiäoteflM^ gebe und 
folgendermaßen begründe. 

Typus einer Lepidiota: die Lippentaster stehen an der 
Seite der Unterlippe, die Zunge ist stark eingese^mtrt, die 
SeiteDstäcke der Brust sind breit, das 9. GHed des Fahlere 
ist nicht verlängert, der Fahler ist K^liedrig, der Fächer 
S^iedrig. Zu diesem allgemeinen Gruppenoharakter kommen 
die besonderen M^kmale« duroh welehe sieh die G<Ütung von 
den typischen Lepidioten trennt. Dies sind die folgenden : Yoa 
einem Foi^tMuta der Hinterbrvst ist keine Spur Töriianden, der 
der YorderbnMt ist sehr klein. Me Obetlippe ist wv^stig, 
glatt, ohne tiefe AusbncbtiiAg^ die Unilerlipfie ohne erbabese 
Naht nwischen Lippen und Zmag^nsiück; die Tartoi sind 
si^lank, das Pygidinm ist lätj^lidi; die Kradlen haben ein 
kldnes Baeai-ZtimoheB und einen der Spitne nahe gertteltten 
kräftigen Zahn. Die Art ist genügt besdiridben (Col. 
Hefte XY. pi^. 77 und Berüner eUt. Z. 1892 p. 6€>. Die 
vorliegenden Etemplare dieser seltenen Art varüren zunächst 
in der Färbung, welche sowohl rötMeh s^ dunkler metallisch 

Stett entomol. Zeit. 1894. 



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2T7 

ist; in der Beschuppung ist ebenfalls ein auffallender Unter- 
schied bemerkbar, b«i d^n dunkleren Exemplar sind die 
Schuppen etwas JFeiner als bei dem röthlichen (omata m.). 
Ein drittes Stück Weicht durch dne sehr dichte, kräftigere 
Beschuppung, bei welcher die stärkeren in Reihen stehenden 
Börsten auf deü Flügeldecken sich nur schwach von den 
übrigen abheben, recht auffallend ab, und die Sütdcheidung 
darüber, ob auch dies eine selbstständige Art ist, witd von 
zahlreicherem Materüetl abhängen. 

Von der Omata erhielt ich durch Dr. Staudinger zwei kleine 
nur 8 mill. große Stücke von Borneo, welche durch die 
winzig kleinen Söfauppen der Oberseite fast den Andruck einer 
anderen Art machen^ und der opaUnea ähneln. 

Die zur Qattunjg Asactopholis gehörenden Arten sind die 
folgenden: 

gracilipes Shpi. von Sumatra. 

ornata ßrsk. von Sumatra und Borneo. 

opaUnea Burm. von Java. 

bicolor Shp. von Bengalen. 

EzopboUs hypolenoa, dadurch von den Ja.va-ikeaiplaren 
abweichend, daB hier d«u^ Abdomen bi« in die Mitte. boaehuppt 
ist und die Hinterhüften ohne Haare sind. 

Ootoplasia lineat». Eän Männchen dieser seltenen, durch 
die achtgliedrigen Fühler Iraoht kenntBchen AM. 

Pentelii^ disc^deoi« Bei dieser Art sind die Weibchen 
viel zahlireicher als 4ie Mäancben; die Geechleohtsdiffereni iil 
s«hr g^iring, Schenkel und Schienen siad auch bei dem MlUitt- 
chen verdickt, die Sporen nicht schmttter und nur an dem 
FühlerftU^ber ist es mir durch das sahlreiobe Material möglieii 
gj^worden, einen Unterschied festzusteUen. Der Fächer i«t 
JSgl^rig, b^m Männphen iat nur das ^rste Glied vei^ünt» 
b^im Weibch^ die beiden ersten Glieder; die Gröfiendifferew 
ist sel^ gering, 

Htletrichia gravida, dM*unter ein fast ganz schwarztt 

Bit. 

Holottiehia Betoii n. sp. Länge 22,5 Breite 12 mül. 

Der Holötrkhia leucophthahna von Java am ähnlichstem, 
kann man diese Art als eiä Yerbindungi^ed zwischen dieser 
und der Bolotrichkt gräioida betrachten. Die ünterscheidungs- 
merkniale dieser und der nächsten Verwandten sind die 
folgenden: 

Die Halsschildseiten sind stark gekerbt 
(Borneo) : . serrukUa Brsk. 

Stett. entomol. Zeit. 189*. 



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278 

Die Halsschildseiten sind glatt Nach 
hinten wenig gerundet, das Kopfechild 
schwach gebuchtet. 

Die Oberfl&che des 'Halsschildes hat 
jederseits einen großen punktfreien 
Flecken (Java) leucophthakna Wied, 

Das Halsschild ohne Flecke, gleich- 
mäBig, ziemlich dicht punktirt (Sumatra) Dohmi n. sp. 

Die Halsschildseiten sind glatt, nach 
hinten stark gerundet, das Kopfschild 
ist schwach gebuchtet, Halsschild sehr 
dicht punktirt (Sumatra) gravida Sharp. 

Halsschildseiten sind glatt, ziemlich 
dicht punktirt, Kopfschild sehr tief aus- 
gerandet, die Lappen nach hinten 
gebogen, an der Naht glatt (Java, . 
Sumatra, Malacca) biderUata Burm. 

Halsschildseiten sind glatt, Fläche sehr 
dicht punktirt, Kopfschild gleichmäßig 
punktirt, tief ausgerandet, aber nicht 
lappig (Sumatra) convexa Shp. 

Hdsschildseiten sind schwach gekerbt, 
Kopfschild tief ausgerandet, gleichmäßig 
dicht wie die Stirn punktirt, das Hals- 
schild sehr dicht punktirt (Sumatra) . . Behreim Brsk. 

Holotrichia Dokmi ist stark glänzend, oben grob aber nicht 
sehr dicht punktirt; unten auf der Brust und den umgeschlagenen 
Halsschildseiten dünn behaart. Das Kopfschild ist kurz und 
breit, schwach gebuchtet, dicht grob punktirt. Die Stirn ist 
grob punktirt, aufsteigend zum scharfen Scheitelkiel. Dad 
Halsschild ist breit, nach vom wenig schmäler als hinten, an 
den Seiten schwach gerundet mit stark gerundeten Hinter- 
ecken und vorgezogenen grubig vertieften Yorderecken; die 
Punktirung ist gleichmäßig, ziemlich grob und dicht aber nicht 
nadelrissig. Die Flügeldecken sind sehr grob punktirt, an 
der Basis dichter. Das Pygidium ist breit, grob weiüäuftig 
punktirt, in der Mitte glatt, der Rand dünn beborstet. Der 
Bauch ist glatt, leicht punktirt, leicht faltig gerunzelt, der 
vorletzte Ring ist quer tief gefurcht, der letzte an der Basis 
wulstig gefaltet, glatt zerstreut punktirt mit Spitzenborsten. 
Die Schenkel sind glatt, das erste Tarsenglied der hintersten 
Fußpaare ist länger als das zweite. Die Krallen sind kräftig; 
der Fächer ($) ist sehr kurz. 

Herrn Dr. Heinrich Dohrn gewidmet. 

statt. «Blomol. Zelk tSM. 



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279 

Holotoicliia pygidialis. Berl. Ent. Z. 1892 p. 190. 
Ich beschrieb die Art nach einem $, wdches am letzten 
Hinterleibsring einen zapfenartigen Vorsprung hat^ wodurch 
die Art leicht zu erkennen ist. Dieser Yorsprung fehlt dem 
Yorliegenden Männchen, bei dem der letzte Ring stark vertieft 
und die Mitte an der Spitze glatt ist. Ich zweifle aber 
trotzdem nicht, daß das Männchen zu dieser Art gehört. 

Holotrichia StandAissi Brsk. Es liegen 11 Männchen 
und 2 Weibchen dieser Art vor, welche wegen ihrer fant 
gespaltenen Erallen zu der Eurystoma-Gruippe gehört, einem 
Uebergang zwischen Brahmna und HohtriMa, 

Brahmina oribripennis Brsk. 2 Exemplare. 

Brahmina pnmila Sharp. 1 Exemplar. 

Paolmefsa n. g. Leptopodidarum. Die Nähte des Bauches 
sind deutlich erkennbar^ besonders beim Weibchen; die Mund- 
theile sind schwach; die Oberlippe wulstig; die Fühler 9 gliedrig, 
der BUcher 5gliedrig; die vier ersten Tarsenglieder der vorderen 
beiden Fußpaare stark erweitert, -die Tarsen schlank, die 
Krallen kräftig, gespalten mit breitem innerem 2ahn. Die 
Basis des Halsschildes in der Mitte nicht gerandet. Der Gat- 
tung Pachydema sehr ähnlich, besonders aber durch die 
erwähnte Bildung des Halsschildes und der Fühler zu untei^ 
scheiden. 

Auf Pachydema nicobariea Redt, errichtet. 

Bedtenbacher beschrieb das Männchen, das Weibchen 
blieb ihm unbekannt. Da das betreffende Reisewerk (Reise 
der österreichischen Fregatte Novara um die Erde in den 
Jahren 1857—1859 Theil H. 1867 von L. Redtenbacher) 
nicht in jeder Bibliothek zu finden ist, setze ich Redtenbachers 
Diagnose hierher und knüpfe daran die Beschreibung des 
Weibchens. 

Supra ferruginea, pruinosa, oapite dense, thorace eljtrisque 
subtiliter, parcepunctatis, subtus dilutior fiavo-cinereo hirsuta; 
tarsis quatuor anterioribus valde dilatatis. Long. 6 — 7 lin., 
lat 31/2—38/4 Hn. 

Die Länge des Männchens beträgt 13, die Breite 7 mill; 
des Weibchens 16 resp. 9 mill. Es ist wie die Pachydema- 
Weibchen, plumper, glänzender mit nicht verbreiterten, schlanken 
Tarsen an allen Beinen. In der Punktirung der Oberfläche 
findet kaum ein Unterschied statt, dieselbe erscheint wegen 
des fehlenden Reifes kräfliiger, besonders auf den Flügeldecken 
sind die Punkte grob aber nicht dicht. Das Pjgidium ist 
zerstreut punktirt. Der Bauch ist spärlich behaart, an den 
Seiten dichter. Die stark verbreiterten Hinterschenkel sind 

Statt. eatoiBol. Zeit 1894. 



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280 

grob punktirt, kurz anK^end behaart, £e an d^ Spitse stark 
verforeiterten Schienen sind kurz, kamn iSnger aha di^ Sehenkei, 
und haben in der Mitte ehien deutHclien Borstenkranz. ZHe 
Bnddörnen sind schmäl and nicht fötiger als das erste Tars^- 
glied. Die Vorderschienen sind grob dreizähnig. Die Gfieder 
de» Fohlerstieles sind schwach, giBstreckt,* der 5 ^iedrige F&dier 
ist kurz. — Beadhtenswerth ist diese Art noch desw^en, 
^eil He dei dn^tge Reprttsenlant der Lept^poMm m der 
orientalischen Region ist. ^«^ 

Potsdam, den 29. Januar 1895. 



Beitrag 

zur 

Reniitiilss der Micrskpktopteren-Fiiiiia 

von Dänisch-Westindien 

von 

W. von Hedemann. 

Am 12. Februar 1B94 schifften mein Freund, Herr Fred. 
Oüdmann, und ich nns in Hamburg ein, um auf den drei 
dänisehefii Inseln St. Thomas, St. Oroix und St. Jan in West- 
indien Microlepidopteren zu sammeln. Herr Major Hering hat 
in dieser Zeitschrift 1894 p. 6^5— -71 Auszüge au« meinen 
Reisebriefeü von dort veröiffentHcht, woraus das l^rr^n 
unserer Thätigkeit ersichtlich ist. Wir sammelten dort vom 
6. M&ra bis zum 10. Mai. Obgleich diese Zeit, der vorherr- 
schenden großen Dürre wegen, für den Entomologen die 
allerungttnstigste ist, gelang ^s uns doch, eine bedeutende An- 
zahl Arten zusammen zu bringen. 

Besonders richteten wir unser Augenmerk auf die klein- 
sten Arten der Twieirfew, warum denn auch unsere Aü8l)eiile 
aus dieser Familie am reichsten ausgefiütllen ist. Die Pyra^den 
vernachlässigten wh* leider, so daß unsere Sämmlui^ hiervon 
verhältnißmäßig arm ausfiel. 

Kur bezttgfich dieser Gruppe gelang es mir^ in der 
Litteratur und in den Sammlungen des Herrn Dr. O. Stan- 
dinger in Dresden und der des Kais. Zoolog. Hoftnuseums in 
Wien, die mir zum Studium mit größter Liberalitüt zu Gebote 

8t«tt. 6BtomoL Zelt. 1894. 



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381 

$t%mdeai — wofür iöh den Httnen Dr. Staiidinger, Baog-Haas 
und Dr. Rebel zu groficm Danke Tm-pfliohiet bia «"^ einen 
gr^ftdp TheU (inswisr Ausbevtß ^ beatimmeo, I» dea übrigen 
Gruppen 4^r Etoiafalter wwr daß KesuUat eiei scAkr ärmliohaa. 

Ulli Irrungen in den BetlniinmigeB vorzobeugen, saadle 
lob VLfkmf FgriiMdenMKt&nBi und einen Thei) Pterophoritiefi iiiid 
Tkeen an Herrn P. 0. T. Sndkn, wek^er die Gttte hatle, 
mü grofter S(»pgfali ttnaere Determinanden dör^zvmustern and 
h€ß neuen Galtungen nir ausführlich die Oi^tuctge-Charakteire 
mitzutheilen, weshalb denn auch seine diesbezüglichen Beraer- 
)mQgen den E^ern maiper ^enaa-Beachrmbungea bilden. Auch 
ib9i m bior unser li^slißhäter Dank ausgedrückt! 

Lord Walsingham war so freundlich, c^ Dur(^icht nnd 
B(ißUmi|i|ing d^ Reatoa noi^i^ Ausbeute m übemaliinen, und 
tehri^b ipir» daft a^ aiemlieb AUe» &m neu und unbesehridieii 

Im K^peiibagewr Zoologißcbeii MitaeuiQ befindet nch die 
sog, Fatoriciu^'f^I]^ Insekten^aifimhing, d. h. es iat die eher 
msJige Sebestedt'sohe ^ammlung^ di^ größtentbeile von Fabricius 
bestimmt upd «ach seiner Eotom, Syst, geordnet worden ist. 
Er h^t die Sammlung häufig benutzt und zahlreiche Typen 
seiner Beschreibungen befinden sich in derselben, die — 
obgleich über*^ 100 Jahre alt — noch merkwürdig gut 
erhalten ist. 

Es lag nahe, diese Sammlung behufs Bearbeitung unserer 
Westindischen Ausbeute g^nau durchzumustern, weil wie be- 
kannt, der weitaus größte Theil der von Fabricius beschrie- 
benen Exoten aus den damaligen dänischen Kolonien in West- 
indien, der Ouinea-^LÜste und Ostindien herstammte. 

Das Resultat . meiner Bemühungen war ein lohuendes^ 
denn ich habe eine Anzahl von Fabricius in seiner Entom. 
Syst beschriebener Pjfcaliden aus Westindien in der genannten 
Sammlung gefunden, mit unseren Exemplaren und seinen 
Piagnosien verglichen, . und kann daher manche Typen seiner 
in Vergessenheit gerathenen oder nicht gedeuteten Beschrei- 
bungen nachweisen und ihnen die gebührende Jlamens-Friorität 
wiedergeben. Dem Vorsteher der Entomologischen Abtheilung 
Herrn Dr. Meinert und Herrn Kandidat Schlick des Kopen- 
hagener^ Museums (weichet mit mir gemeinschaftlich unsere 
Ei:emplare mit den Fabriciqs'schen Typen verglich) statte ich 
hier meinen verbindlichsten Dank ab fttr die gestattete Be- 
notxung dieser Sammlung. 

Schließlich muß ich hier noch d^s Herrn L. P. Pan- 
toppidan auf St. Croix dankbar gedenken, der sich jaehr 

Stett. entomol. Zeit. 1894. 



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282 

thätig und erfolgreich an unsern Einsammlungen beteiligte 
und dem ich manche schöne Art verdanke. 

Von den dänischen Inseln und besonders von St. Thomas 
ist auBer von Fabricins schon Manches beschrieben worden, 
namentlich von Zeller, was daher kommen mag, daft diese 
obgleich kleine Insel fUr alle Routen von Europa nach den 
Antillen, Mexiko, Gentral-Amerika und dem nönllichen Theil 
von Süd-Amerika den Knotenpunkt bildet, wo der reisende 
Naturforscher kürzere oder längere Zeit sich auCeuhalten ge- 
nöthigt ist. 

Der Vollständigkeit wegen fahre ich auch solche Arten 
au^ die — obgleich nicht von uns gefunden — doch als von 
dort herstammend konstatirt worden sind. 

In diesem ersten TheUe meiner Arbeit, der die PyraUdina 
Rag. behandelt, bin ich Herrn Ragonot's Essai sur la Gassi- 
fication des Pyralites 1. Partie 1891 und seiner Monographie 
des Phycitinae et des Galleriinae L 1893 gefolgt. Ldder 
ist von beiden Arbeiten bisher nur der erste Band erschienen. 
Die Abkürzungen, die ich für die citirten Autoren in 
der Literatur anwandte, sind die allgemein üblichen. 

Feld. u. Rghfr. Novar.: Ist das Lepidopteren-Werk der 

Novara-Expedition. 
Gn. Pyr.: Guen^e DeltoYdes et Pyralites. 1854. 
Led. Pyr. : Lederers Beiträge tur Eenntnifi der Pyrali- 

dinen. 1863. 
Mschl. Jam. : Möschler Beitrag zur Schmetterlingsfauna 
von Jamaica. 1886. 
„ Port.: Möschler die Lepidopterenfauna von Por- 

torico. 1889. 
^ Surin.: Möschler die Lepidopterenfauna von Su- 
rinam. 1876—82. 
Rag. Pyr.: Ragonot Essai sur la Gassification des Pyra- 
lites. 1891. 
^ Phyc: Monographie des Phycitinae et des Galleriinae. 
1893. 
Reb, Gan.: kebel Beitrag zur Microlepidopterenfouna der 

Canarischen Inseln. 1892. 

8n. Tijd. v. Ent.: Snellen Tijdschrift voor Entomologie. 

Stgr. u. Wcke: Staudinger und Wocke Catalog der Lepi- 

dopteren des Europäischen Faunen-Gebietes. 1871. 

Wlkr. Cat.: Walker List of the Specimens of Lepidopt. 

Insects in the Collect, of the British Museum. 

1854—66. 

Stall. «BtoiiioL Zeit. iSM, 



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383 

Z. Chil. u. Cramb.: Zeller Ghilonidarain et Crambidarum 

Genera et species. 1863. 
Z. GafiEr.: Zeller Lepidoptera Microptera quae J. A. Wahl- 

bei^ io Caffrorum terra coUegit. 1853. 
Hör.: Horae Soeietatis Entomologicae Rossicae. 
Is.: Isis. 
Yerh. z. b. Ges. : Verhandlungen der Zoolog.-Botanischen 

G^esellschaft in Wien. 



Pyralidina Rag. 

Psrralidae Eag. 

1. Botys Phaenioealis Hb. Ztr. 115—116; Berg Stett. 
Ent Zeit 1876; Sn. Tijds. v. Ent. XXVI p. 125; Phoenicalis 
Gn. Pyr. p. 173; Isle de R6un. p. 61. finde April, Anfanga 
Mai nicht selten auf St. Croix auf mit Guinea-Gras (Panicum 
mazimum) bewachsenen Feldern. Es kommen Ekemplare 
vor, an denen die gelben Zeichnungen wenig oder gar nicht 
hervortreten, indem sie theilweise oder ganz röthlich über- 
haucht sind. 

Das Thier hat eine weite Verbreitung in 8. und N.- Amerika, 
der Insel R^union, Java und Celebes. 

2. Botys Xanthialis Go. Pyr. p. 443; Superbalis Wlkr. 
Cat. XXXIV p, 1397; Warren Trans. Ent. Soc. Lond, 1889 
p. 284; Incalis Sn. Tijds. v. Ent. 1875 p. 202 pl. 11 Fig. 13; 
Mßchl. Port. p. 285. 

Von uns nicht gefunden. Im Kopenhagener Zoolog» 
Museum steckt ein Exemplar mit der Etikette „S. Thomas^. 
Es gehört wohl zu Mösehler s Var. RoseaUs^ bei der das 
Saumfeld der Vorderflügel größtentheüs rosenroth gef&rbt ist 
Auch sind die Flecke an den Beinen bei diesem Stücke 
nicht schwärzlich, sondern rosenroth. 

Kommt auch in Brasilien, Neu -Granada, auf Guba und 
Portorico vor. 

3. Botys ViUicalis Mschl. Jam. p. 70; Port p. 285. 
1 $ am 7. Mai auf St. Croix gefangen. Herr Snellen 

hält sie nur fOr eine kleine (insulare) Form von FtnitalM Gn* 
(= Togaiia Led.) 

4. Botys Cerata F. Ent. Syst. ffl Prs. H p. 208 No. 294; 
Oedipodalis Gn. Pyr. p. 336; Sn. Tijds. v. Ent. 1895 p. 198; 
Mschl. Port p. 283. 

Stett. entomol. Zeit. 18M. 



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Ini d^ F^briciiis'selic» Sftfdmktig im KopcdihageA«!^ Museum 
finden sich die beiden gtfl ethe^oMna Typen «I seiner Be- 

1 ^ von QudiB., 1 $ Von mir . Anlnig» Mai an der 
Xampe gefangen« 

5. Botys Phaeopteralü Gn. Pyr. p. 349; Bdrg. St^L 
Etki. Z0it. 1876 p. 347; Sn. Tijds. y. Ent. XXX (1B87) 
p. 56; Warren Trans. Ent. Soe. L(md. 1889 pf^ 289; Plebejalis 
Led. Pyr. p. 373, 46? Taf. 10, Fig. 8. 

Auf St. Croix häufig auf der bei Pkaenkealis Hb. ge- 
nannten Stelle. 

Mr. Warren L c. erwähnt außer einigen Walker'sehen 
Arten auch B. GW^eoÄ» Sn. Tijds. v. Bnt. XVIII (1875) 
p. 198 pl. 11 Fig. 8 als synonym mit PhaeopteraHs Gn. 
Laut Herrn Snellen's brieflicher Mittheilung ist dies nicht 
4^ Fall 

6*. VCftjB aüaiafiir Kcrchl. JaAi. p, 17- t(yA. 286, Rg. ». 
Ein Botempltt^ d^^me Art yon St. öf&i% von Ba^on Eggf^ 
gfimngm, befind«! ^dy iüt Sopeuhciigen«)^ 2ool. ibsetM. BM> 
SHltob atiiidnnt gi^ «ift tföschlerfi^ Besch^eibumg «ttd E jilttt^tetW 
der Stasding^Mcbeft Sammtthing üttter dtoidem iTaittetf. 

7. Itety« Opa^sättii Feld tr. ßghf. NöYar. f af. I3f4 
Fig. 28 $. CScatalis So. i. 1.) Ein frisches $ am 4. Aj^Yil 
atrf St. Thöntds Mtr Morgcittis aus Gtebttst^b geklojift 

Mr. Warren Trans. Ent. Soe. Loüd. 18OT p. 287 liefet 
mi« ehiem (?) Oj^dK^orw m Bot Bse^aMßMä 1<6^. P;^. p^ 474 
]d. 11 Hg. 12. Abel! die AbbM^ltf^n beider Ar«e» md <iKe 
Be8ehrsä)ü]lg0fl d^ ExpanaAlis b«i Led^ei^ utl4 Wttrt^n ^^äB^e» 
nicht auf Opalisans. 

Mein J^enpter h«t Herr Sn^leu ^s OpeiUsms^ b#»titnmt; 
es stmgnt bezttgü^b de^ FlQgel itti« de^ Al^bilduttg iM 
l^ovara^ Werke. Am Hinterfeibe areSgt es auf deit^ 2. Se^ttenf 
hinteA emen sekneeweiBetiF Quei^sti^f. ß^s 3. bis 7. äte gtttoMt 
haben' an> den Se^n selineeWeifte 8ehu]^B, von ve^tt ntfeli 
hinten an Menge abnehmfend. Die Unterseite atter Flll^ 
ist haUgraui, lek$hft irifiiretfd; die VoMlepfifigei sind^ am 
Yorderrande und im Mittelfelde dunkelgrau gewölkt, e^^&tdeitt 
^]te Flttgel (lunkel Iftespveokelt. Kopf «ttteoi sedMeetweifi, 
Yoürd^scheübel lotUMtaun «nid seh^ärzlkk, Yordferschienen 
^eift uiäd, graub ges^keekt; Mittet- uad HiBlert)eilife g^ehfaU^ 
aber hell- und dunkelbraun, die letzteren weniges seterC 

8.? Ba^s VtfBltop^dttii n. sp'. D* nur elb gatatffrilBches 
$ von St Croi^ ^mm 29« April vorliegt, iM^ das^ 
Botys nicht sicher. 

Stett entomoU Zelt. 1894. 



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285 

FlQgelapaimuag 21 mm. Palpen fasi horäontal vorotehendy 
an dea Seiten ockerbraun^ oben etwas heiler. Das erste 
Glied unten weift, die beiden letzten heller als an den Seite% 
mit weißlichen Haaren untermengt. Fühler gelblich-braun; 
Kopf, Thorax und Schukerdeckeu hellröthUch-braun, ersierer 
am Scheitel längs der Augen mit feiner weifter Linie. Leib 
an den Seiten röthlieh-grauf elb, auf dem Rücken röthlich-braun. 

Yorderflügel von der Gestalt dtrer von Bot. rubiginaUs Hb., 
röthehroth, glänzend, bei gewissem Liohtfall leicht violettlioh 
irisirend. Die beiden Querstreifea (der äußere stark ge- 
schwungen) und die Mittelmakel granbraun, nur schwach 
hervortretend. Saumlinie graubraun. Die ziemlich langen 
Fransen unter dem Vorderwinkel graubraun wie die $aum- 
linie, sonst gelblich-grau mit dunklerer Theilungslinie. 

Hinterflügel hellgelb - bräunlich , das Saumdrittel vom 
Yorderwinkel bis zur Rippe Ib rauchbraun angehaucht^ die 
Saumlinie und die ziemlich breite Theilungslinie der hell- 
bräunlich-grauen Fransen reicht ebenfalls nur bis zur Rippe 1 b. 

Unterseite der Yorderflügel] hellbräunlich, der Hinter-* 
flügel gelblich. Die Zdchnungen der Oberseite schimmern 
matt durch. Brust, Bauch und Beine weiß. Die Schienen 
4er vorderen mit einem breiten braunen Ringe. 

Ich habe diese hübsche Art nach Herrn Pantoppidan 
auf St. Groix benannt, dem ich sie verdanke. 

9. Botys Flavaginalis n. sp. ^ 16,5, $ 18 mm. Die 
beiden Gieschlechter unterscheiden sich aicdbi nur durch die 
Gt^Se, sondern auch durah den Flttgelschnitt. Die Yorder- 
flügel des (^ sind schmäler, der Außenrand verläuft schräger 
und der Yorderrand ist mehr gebogen als beim $. Bei diesem 
ist letzterer &8t giorade. 

Die langen horizontal vorstehenden Palpen oben und 
an den Seiten lehmgelb, unten weifilioh. Kopf, Thorax, 
Schulterdecken und Leib lehmgelb, eiisterer am Scheitel über 
den Augen fein w^i gerandet. Fühler gelblich, die des (^ 
stark und gekerbt. 

Yorderflügel lehmgelb, sparsam mit einzelnen bräunlichen 
Atomen bestäubt Die beiden sehr undeutliehen Qu«*linien 
(die hinlere ia der unteren Hälfte stark geschwungen) sind 
bräunlichgrau. Eine Reihe feiner schwaner Punkte 4eatei 
die Saumlinie an. Fueiisen an ihrer Wurselhälfte lehmgelb, 
.auSen weißlich. 

Hinterflttgel gelblich^weift, durchscheinend, im Audendrittel 
gelblich. Eine Reihe undeutlicher dunkle Punkte längs dem 
Baum. Fransen wie die dier Yorderflügel, nur h^er. 

SML «BtonoL Zdt. 188&. 



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286 

Unterseite aller Flügel hdlgelblich, die der vorderen 
gegen den Yorderrand etwas dunkler. Die Saumpimkte aUer 
Flügel größer und deutlicber als auf der Oberseite. Sonst 
findet sieh als Zeichnung nur am Vorderrande der Vorder- 
flügel der Anfang der hintern Querlinie als mattbrauner Fleck. 

Beine und Bauch weifi, zeichnungslos. 

Von Herrn Gudmann Anfangs Mai in Mehrzahl von einer 
/So/atium-Art bei Frederiksted auf St Groix erzogen. Die Raupe 
ist zart hellgrün und lebt in einem durchsichtigen Oespinnst an 
der Blatt-Unterseite, in welchem sie sich auch verpuppt 

10. Botys Bipunctalis F. Ent. Syst Ul Prs. II p. 233 
»0. 386; Detritalis Gn. Pyr. p. 347 pl. 4 Fig. 10; Sn. Trans. 
Ent Soc. London 1890 p. 579. 

Auf St. Croix Anfang Mai einige Exemplare. Sie haben 
nur 23 mm. Flügelspannung. Baron Nolcken hat ähnlich 
kleine Stücke aus Golumbien mitgebracht. 

Im Kopenhagener Museum befinden sich 2 Exemplare 
dieser Art in der Fabricius'schen Sammlung unter obigem 
Namen. 

BipunctaUs lebt außer in West-Indien und S. Amerika, 
auch in Sikkim und Darjeeling. 

11. Botys Camifex Feld. u. Rghf. Novar. Taf 134 
Fig. 36 wird von den Autoren als von St Domingo und 
St. Thomas herstammend, angeführt 

Von uns nicht gefunden. 

12. Eurycreon Bifidalis F. Ent Syst m Prs. n p. 387 
No. 233; Evanidalis Berg Berl. Ent Zeit 1875 p. 134; 
Stett Ent Zeit 1876 p. 349; Sn. Tijds. v. Ekit XXX (1887) 
p. 57 pl. 5 Fig. 1; Mschl. Port. p. 290. 

Von Herrn Gudmann und mir je 1 Exemplar Anfangs 
Mai auf St Groix. 

In der Fabricius'schen Sammlung findet sich ein gutes 
Exemplar dieser Art Fabricius' Diagnose ist kurz, aber sehr 
kenntlich. Schon er giebt Westindien, Berg Argentinien als 
Vaterland an. 

13. Enrycreon Rantalis On. Pyr. p. 405; Led. Pyr. p. 
376 Taf. 12 Fig. 3; Z. Verh. zool. bot Ges. XXH p. 519. 

Nur ein $ am 4. April auf St Thomas, das mit Lederers 
Abbildung gut stimmt. 

RantaUs ist von Patagonien bis N.-Amerika verbreitet 

14. Enrycreon Crinitalis Led. Pyr; p. 376 Taf. 12 
Fig. 2; Z. Verh. zool. bot Ges. XXH p. 519. 

Am 28. März eine Anzahl Exemplare an eng begrenzter 
Stelle am Strande auf der bei St. Jan Hunden kleinen 

stett. «ntomoU Zdt. 1884. 



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287 

,^€rreat Thatoh Island^ gefangeo. Gestört sehneUt sieb das 
Tliier empor und vorwärts, etwa wie bei une Cichdela com- 
pestris, und lä£t sieb dann auf den Sand fallen, wo es 
äußerst scbwer za entdecken ist Unter eina^ndfo* vermengt 
fli^en Stttcke von heUrotb-brauner bis zu grdnlicb-grauer 
FlQgelfllrbung. Letztere Varietät bat eine glattere Fiügelfläobe 
als die rotbe Form und meistens am Innenrande den Anfang 
einer ersten Quer)iuie. Aucb ein stark rotb gefärbtes, völlig 
zeicbnungsloses $ fing icb auf St. Groix am 4. Mai. Iqh 
nabm Anfangs 2 Arten an, und scbickte alle Exemplare Herrp 
Snellen zur Ansiebt, der sie aber insgesammt als Ormtaüs I^iJU 
bestimmte. 

15. Samea Castellalis \Qn. Pyr. p. 19S; Sn. Tijds. v. 
Ent 1875 p. 211; Warren Trans. ?nt. öoc. Lond. 1889 
p. 271; Msebl. Port. p. 290. 

Eine der gemeinsten Pyralidm auf ,8t. Croix Anfangs 
Mai. Mr.. Warren 1. c. bäH CasteHaUs Gn. für identiseb mit 
S. EcdesiaUs Gn. 

16. CnaphaloorocM Perpwsalis Msebl. Port. p. 293. 

Ein Exemplar am 20. März auf St Tbomas, ein anderes 
am 3. Mai auf St. Croix. 

Zu Möseblers guter Bescbreibung weiß ieb nichts zuzur 
fügen. 

17. Cnaphalocroeit Sünilis n. sp. Ein ganz friscbes $ 
von St. Croix am 8. Mai. 

17 mm Flügelspannung. 

Palpen graubraun, oben auf der Scbneide beller. Kopf 
und Halskragen bellbraun, ersterer auf dem Sebeitel beider- 
seits mit einer feinen weißen Linie längs der Augen. Tborax, 
Sebulterdecken und Leib weißgrau, letztes Segment und 
Afterbuseb braun. Fübler drabtförmig, bräunlieb. 

Vorderflügel graugelb, am Vorderrande von der Wurzel 
bis binter die schwarzbraune^ halbmondförmige Mittdmakel 
dunkelbraun angeflogen. 3 Querstreifen, fein, scharf, braun. 
Der vordere entspringt am Vorderrande bei 1/3, krümmt sich 
bis zur vorderen Mittelrippe nach außen, von wo er gerade 
in den Innenrand läuft. Der hintere beginnt bei 2^3 am 
Vorderrande, ist hier dick, läuft fast senkrecht, immer feiner 
werdend bis zur Rippe 2, wo er endet. Zwischen diesen 
beiden zieht aus der Mittelmakel eine grade feine Linie in 
die Mitte des Innenrandes. Bei ^/s des Vorderrandes ent- 
springt eine breitere, braune, scharf gezähnte Wellenlinie und 
verläuft fast mit der ersten Querlinie parallel in den Innen- 
rand. In diese Wellenlinie verliert sieh auf Rippe 2 der 

Stett. entomol. Zeit. 1894. ^^ 



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288 

hintere Querstreif. Zwischen der Wellenlinie und dem Saume 
ist die Grund^rbe dunkler und bräunlich. Die Saumlinie 
dunkelbraun, doppelt, die innere am breitesten. Fransen grau. 

HinterflQgd heller als die vorderen, am Hinterrand sehr 
schwach bräunlich angeflogen, schwach durchsichtig, ebenfkils 
mit 3 feinen braunen Querlinien. Die erste als Fortsetzoog 
der der Vorderflügel endet oberhalb des Innenwinkels auf 
Rippe Ib; die mittlere gleichfalls als Fortsetzung der der 
VorderflOgel mündet in den Innenwinkel und ist zwischen 
Kippe 2 und Ib unterbrochen; die dritte bildet einen mit 
dem Saume parallelen feinen Strich vom Vorderrande bis 
Rippe 2. Doppelte, scharfe, braune Saumlinie wie auf den 
Vorderflügeln. ' 

Unterseite aller Flügel, der Bauch und die Beine hell- 
gelblichgrau, auf ersteren alle Zeichnungen und Färbungen der 
Oberseite matt durchscheinend. SimiUa steht am besten zwischen 
C. BifurcaHs Sn. und Persperaalis Mschl., ist von ersterer aber 
leicht durch die hellere Färbung, die meist stärker ausgedrückte 
Mittelmakel und die aus ihr in den Innenrand ziehende mittlere 
Querlinie zu unterscheiden; von letzterer durch bedeutendere 
Größe und breitere Flügel und die beiden schneeweißen Linien 
auf dem Scheitel, sowie von beiden Arten durch die unter- 
brochene mittlere Querlinie der Hinterflügel. 

18. ? Calamoclirous Chilonalis Led. Pjr. p. 477 Taf. 12 
Fig. 10. 

2 ganz frische $$ besitze ich von St. Croix von Anfang 
Mai. Herr Snellen, dem sie unbekannt sind, meint, daß 
sie das $ zu C. Chilonalis Led. sein könnten. Lederer fertigte 
seine Genus- und Species- Beschreibung nach einem (J. Im 
Ganzen paßt die Beschreibung recht gut auf meine Thiere, 
die aber in folgendem von ihr abweichen: 

Rippe 6 und 7 sind nicht Sförmig gekrümmt und zwi- 
schen dem Stiele von 8 und 9 findet sich kein blasiger, un- 
beschuppter Eindruck. Die Hinterflügel sind nicht weiß, son- 
dern auch schilfParbig, wenn auch nicht so lebhaft wie die 
Vorderflügel gefärbt und alle Flügel führen einen feinen 
schwarzen Mittelpunkt. Der Vorderrand der Vorderflügel ist 
ziemlich breit, etwas dunkler als der Rest des Flügels. Auch 
der Kopf ist dunkler, der Scheitel beiderseits längs der Augen 
sehr fein weiß gerandet. 

Sollte diese Art, nach Auffindung des c^, «ich dennoch 
als verschieden von CMoncMs Led. erweiaen, schlage ich für 
sie den Namen Insularis vor. 

Stttt. entomol. Zeit 1894 



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289 

Lederer erhielt sein Exemplar aus Venezuela. Seine Ab- 
bildung stimmt rttcksichtlich der Färbung durchaus nicht mit 
seiner Beschreibung. 

19. Enlepte (Äcrospila Led.) Conoordalis üb. Exot. 1 B. 1 ; 
Gn. Pyr. p. 345; Led. Pyr. p. 375: 8n. Tijds. v, Ent. 1875 
p. 222; Mschl. Verh. zool. bot. Ges. XXXI (1881) p. 428; 
Port. p. 294; Wan-en Trans. Ent. Soc. Lond. 1889 p. 278; 
Gastralis Gn. Pyr. p. 346; Led. Pyr. p. 392 PI. 13 Fig. 5; 
Socialis Sepp Surin. Vlind. III Taf. CXIV; Stett Ent. Zeit. 
1878 p. 440; Omiusalis Wlkr. Cat. XVIII p. 317. 

St. Thomas Anfangs April, St. Croix Anfangs Mai ver- 
einzelt. 

Lederer zog selbst später ConcordaUs Hb. und QastraUs 
Gn. zusammen (cfr. Mschl. Verh. zool. bot. Ges. 1881 p. 428). 
Auch die Herren Snellen, Rogeuhofer und Warren betrachten 
beide Art^n als zusammengehörig. 

Möschler in seinen Portorico-Lepidopteren sucht sie wieder 
als verschiedene Arten zu trennen, und führt verschiedene, 
angeblich unterscheidende Merkmale auf. 

Durch diesen Versuch hat er meiner Ansicht nach die 
Schwierigkeit, Cancordahs und GastraUs auseinander zu halten 
— wenn dieses überhaupt möglich ist — nur vermehrt. 

Unsere aus Westindien mitgebrachten Stücke 2 ^^y 
3 $$, und darunter ganz frische, besitzen die von ihm ange- 
führten Trennungsmerkmale beider Arten vereint. Z. B. reicht 
der Spitzenfleck bis an die Saumlinie und läßt keinen gelben 
Grund dazwischen. Der Hinterieib des ^ ist nicht einfarbig 
gelb, sondern gegen sein Ende stark bräunlich. Hiernach 
sollten unsere Thiere sec. Möschler zu Concordalis Hb. gehören. 
Nun sind aber die vorderen braunen Querstreifeu in beiden 
Geschlechtern bei unsem Exemplaren sehr verloschen und 
alle — nicht nur die ^(J — führen seitwärts am 2. Hinter- 
leibssegment je einen sehr scharfen schwarzen Punkt, Möschlers 
charakteristische Merkmale für Qastrahs Gn. 

Ich halte ConcordaUs Hb. und QastraUs Gn. für identisch, 
nicht einmal für Varietäten. 

Ein Gattungsmerkmal, das Lederer unerwähnt läftt,^ führt 
Möschler an, nämlich die außerordentlich langen Haare der 
dchulterdecken des (^, die bei unsem Stücken bis zum 
4. Hinterleibssegment reichen. 

Von Herrn Gudmann wurde am 20. April 1 (^ aus einer 
auf Orangenblättern lebenden, nicht weiter beachteten Raupe 
gezogen. Die Puppenhülse ist lang, schlank, heilbraungelb, 
«m Aftersegment dunkler. Die langen Flügelsoheideo reichen 

IQ« 
Stett. entomol Zeit. ISM. ^^ 



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290 

bis ans 5. Hmterleibss^ment. Vom S. bis 6. Begment bilden 
die Luftlöcher seitwärts einen gro&en, runden, braunen Fleck, 
der von vom nach hinten allmählig an GröBe abnimmt. Die 
Nähte der Fühler- und Fittgelsoheiden braun. 

ConcordaUs fliegt auch in Venezuela und am Amazonen- 
Strom, 

20. Bnlepte Tiipan<itata F. Eat. Syet m Prs. n. p. 217 
N. 327; Campalis Gn. Pyr. p. 344; Mschl. Port. p. 205, 
wo die ganze bezügliche Litteraltur ang^eben ist 

In der Fabricius'scfhen Sammlung befindet sich ein gut 
erhaltenes Exemplar unter obigem Namen. 

Von uns in wenigen reinen Stücken Anfangs Mai auf 
St. Groix an der Lampe gefangen. 

Bisher nur aus Westindien bekannt; Möschler nennt schon 
St. Groix als Fundort. 

21. Sarothronota Flegia Cram. 140 D; Led. Pjr. p. 394 
Taf. 13 Fig. 9; FiCgjalis Gn. Pyr. p. 310. 

Von uns nicht gefunden. Im Kopenhagener Zodogischen 
Museum befindet eich ein Exemplar von St. Groix. 

22. Bichogama Redtenbacheri Led. Pyr. p. 396 Taf. 13 
Fig. 10, 11, Ährt Lederer von St. Thomas an. Von uns 
nicht gefunden. 

23. Diohogama Oudmanni n. sp. 

Flügelspannung des (^ 30 mm. Palpen, Thorax, Beine 
und Leib wei£grau, letzterer auf den beiden letzten S^menten 
bräunlich. Der lange Afterbusch des (^ ockei^elb. 

Vorderflügel hell violettgrau, seidenglänzend, in der Mitte 
breit etwas dunkler, die Mittelmakel darin durch einen helleren 
Fleck angedeutet. Der Saum von Rippe 1 b ab gelbbräunlich, 
gegen den Vorderrand zu allmählig sich verbreiternd und an 
diesem eme Strecke lang schmal sich hinziehend. Bei günstig 
einfallendem Licht ist die hintere Querlinie durch sehr ^ feine 
schwärzliche Punkte angedeutet. Franzen dunkler, gelblich 
grau. Unterseite weiß, irisirend, Mittelmakel, Vorderradd und 
hinterer Querstreif vorn schwärzlich. 

Hinterwinkel weift, irisirend. Vorderwiokel und Saum 
bis Ader 2 schmal schwärzlich. Unterseite wei£, stäjrker wie 
oben^^irisirend. 

Hiermit ist dieses nur aus Westindischen Arten besteh^ide 
Genus auf 5 Species gebracht worden. 

Ein ($ von Herrn Gudmann, dem zu Ehren ich das Thier 
benenne, am 16. April aus einer auf St. Jan gefundenen 
grünen Raupe mit weißen Längsstreifen gezüchtet. Die röth- 
Uch braune Puppe in einem dünnen, zähen, hellgelblich grauea 
Gespinnste an einem Blatte. 

Stett. entomol. Zeit. 1894. 



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391 

24 Paehyarches Cestata F. Ent. Syst HI Pars n p. 206 
No. 287; Aurocostalis Gn. Pyr. p. 305; Lftd. Pyr. p. 398; 
Warren Trans. Ent. Soc. Lond. 1889 p- 263; Mscbl. Port, 
p, 298. 

Auf St. Thomas und St. Croix nicht gmde selten. 
Herr Gudmanu erzog sie in Mehrzahl auf ersterer Insel. Die 
Raupe lebt in zusainmengesponnenen Blättern einer Euphor* 
biacee. Sie ist 16fl[lßig, bteichgriLn mit durchscheinendem 
Darmkanal; ihr Kopf ist hellbraun. 

Lederer zieht Costata F. mit einem (?) zu Aurocostalis Gn. 
In der Fabricius''scben Sammlung des hiesigen Museums be- 
findet sich eine sichere ÄurocostaUs Gn. unter Fabricius" Namen. 

25. Paobyarobes IsooekOii Gn. Pyr. p. 318; Wlkx. Cat. 
p. 521; Led. Pyr. p. 398; Mschl Port p, 299. 

Von uns nicht gefundea Lederer nennt 8L Thomas imd 
Brasilien als Fundorte. 

26. Eudioptis Hyalinata L. S. N. HI, 2, 873, 879; 
F. Ent Syst III Pars II p. 103; Sn. Tyda. v. Ent 1875 
p. 230, 234; Waxren Trans. Ent Soc, Lond. 1889 p. 265; 
Mschl. Port. p. 299; Hyalinalis Gn. Pyr. p. 296; Lucernalis 
Hb. 108; Stphs. p. 43; Mai^nalis Cram. Tab. 371 D. 

Von uns in Anzahl auf St Croix gefangen, wo das Thier 
gegen Sonnenuntergang langsam und niedrig am Boden fliegt 
Mschl. 1. c führt itir die Raupe folgende Nährpflanzen an: 
Cncurbita pepo, melopepo und citrullus sowie Ipomaea batataa. 
Durch einen großen Thdl S.-Amerikas, Westindien bis in die 
Südstaaten N.-Amerikas verbreitet. 

27. Hedylepta Iudicata F. Ent. Syst. HI 2, p. 218 
K. 330; Vulgalis Gn. Pyr. p. 202 PI. 6 Fig. 8; Led, Pyr. 
p. 409; Sn. Tijds. v. Ent 1872 p. 94; ib. 1875 p. 240; Mscbl. 
Port. p. 301. 

Auf St Croix ziemlich häufig Anfangs Mai. Das Thier 
verliert durch den Flug leicht seine schöne braune Bestäubung, 
so daß frische und reine Stücke nur schwer zu erhalten sind. 
Geflogene Stücke skid gelb. 

In der Fabncius'schen Sammlung stehen 2 sichere Stücke 
der Vulgalis Gn. unter dem Namen Jndicata F. 

Fabricius nennt die Raupe: ^subpilosa, viridis, capite 
pallido." Nach Gundlach lebt sie auf verschiedenen Papi- 
Uonaceen. 

Das Thier ist bisher gefunden in S.-Amerika, Westindien, 
an^der Guinea-Küste, auf Java und Sumatra. 

28. Asoiodes Gordialis Gn. Pyr. p. 374 PI. 5 Fig, 10; 
Led. Pyr. p. 411; Mschl. Port. p. 302. 

Stett. entomol. Zeit 1894. 



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292 

Herr Gudmann fing 2 ^J^J, ich 2 $$ auf St. Thomas, 
die von Herrn Snellen als Oordialis Gn. bestimmt wurden. 
Außer in Westiüdien ist sie bisher nur in Cajenne gefunden 
worden, 

29. Lineodes n. sp.? Auf St. Croix am 5./ 5. 1 (J von 
Herrn Pantoppidan Nachts an der Lampe gefangen. Herr 
SneUen hält sie für neu, aber zu abgeflogen um eine Beschrei- 
bung davon zu geben. Vorderflügel und Leib schön dunkel 
weinroth, Hinterflügel grau. Erstes Hinterleibssegmeht schneeweiß. 

Als das Thier mir gebracht wurde, hielt ich es in seiner 
sitzenden Stellung für eine Pterophoride trotz der langen 
Fühler. Alle 4 Flügel bildeten nur einen langen, schmalen 
horizontalen Streifen, völlig wie ein Oedematophorus; z. B. Con- 
stanti Rag. in sitzender Stellung. Beim Spannen entfalten die 
Flügel sich allmählig; die hinteren waren in 3 Falten zusammen 
geknickt, von denen man beim gespannten Thiere nichts mehr 
bemerkt. 

Ob das Genus Lineodes Gn. nicht doch besser an der 
Spitze der Pterophorinen^ vor AgdisHs Hb. und Stenoptycha Z. 
steht., als unter den PyraUdenf 

30. Diasemia Inabsoonsalis Mschl. p. 306. 

1 $ am 4. Mai Nachts von Herrn Pantoppidan auf 
St. Croix gefangen. 

31. Ercta Vittata F. Ent. Syst. EI Prs. II p. 217, 
No. 328; Tipulalis Wlkr. Cat p. 426; Led. Pyr. p. 423 
Taf 15 Fig 15; Sn. Tijds. v. Ent. XXX (1887) p. 59; 
Torquillalis Jischl. Port, p, 302. 

Wurde auf St. Croix von Herrn Pantoppidan in beiden 
Geschlechtern in Mehrzahl an der Lampe gefangen. Das 
Thier fliegt erst nach Mitternacht. Möschlers Besehreibung 
(er stellt sie in das Genus Eudasta Led.) ist ausführlicher., als 
die Lederers. Beide stimmen übrigens gut mit meinen Stücken. 
Lederers Abbildung (ein $) ist sehr kenntlich, nur fehlen — - 
wie schon Herr Snellen 1. c. bemerkt — die 4 charak- 
teristischen schwarzen Punkte auf der AußenhäJfte des Vorder- 
randes. 

Bapoona*) n. gen. bei Ceratoclasia Led. Stirn flach, 
keine Nebenpalpen; Palpen aufsteigend mit undeutlichem End- 
glied. Die Fühler ^U der Vorderflügellänge, oberhalb der 
Wurzel beim (J verdickt (beim $ viel schwächer). Saum 
der Hinterflügel auf Rippe 5 eingebogen; ihre Rippe 4 und 5 
gestielt, ihre Unterseite beim ^ am Analwinkel mit dunklem. 



*) Rapoon, englisch ausgesprochen, ist eine Plantage auf 8t. Thomas. 
Stett. entomol. Zeit. 1894. 



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293 

eingedrücktem Schuppenfleck. Rippe 7 und 8 verbunden. 
Vorderrand der Vorderflügel grade, nur gegen die Spitze zu 
sanft gebogen. Hinterränd beim ^ sehr schräg, sanft ge- 
schwungen. Hinterieib des ^ lang, die HinterflOgel weit 
überragend. Beine kräfüg, die Schienen der vorderen mit 
einem starken, dichten Haarbusch, der beim $ schwächer ist. 
Schuiterdecken reichen bis zum 2. Hinterleib-Segment. 

32. Tristis n. sp Flügelspannung 22 mm. Kopf, Thorax, 
Xeib oben und alle Flügel einfarbig dunkel schwarzbraun, 
etwas glänzend, mit schwachem Kupferschimmer. 

Palpen oben und an den Seiten braun, unten schneeweiB. 
Bauch und Beine weiß, nur die Füfce der vorderen unten 
schwach bräunlich angelaufen. Der oben erwähnte Haar- 
busch der vorderen Schienen ist oben tief schwarzbraun, am 
Ende weiß, unten braun. 

Auf den VorderflOgeln ist ein dunkler strichförmiger 
Mittelpunkt. Von der ersten Querlinie ist kaum eine Spur 
sichtbar; die zweite beginnt bei ^/4 des Vorderrandes, verläuft 
bis Rippe 2 sehr schwach gewellt, fast senkrecht, bildet hier 
gegen die Wurzel einen Bogen bis unter den Mittelpunkt, und 
verläuft von da senkrecht in den Innenrand. Sie ist wenig 
dunkler als die Grundfarbe. Saumlinie etwas heller, Fransen 
dunkelgrau. 

Auf den Hinterflügeln setzt sich die nur schwach kennt- 
liche 2. Querlinie der Vorderflügel fort und läuft, mit dem 
Saume parallel, in den Innenrand. Saumlinie schmal, nur 
wenig dunkler als die Grundfarbe des Flügels; Fransen an 
der Wurzel grau, außen weiß. 

Unterseite aller Flügel heller braun, Inhenrand der 
VorderflOgel breit weißlich. Die 2. Querlinie aller Flügel 
seheint verloschen durch 

1 (J, 1 $ Mitte April auf St. Thomas erzogen. Leider 
unterließen wir, eine Rstupeiibeschreibung anzufertigen. Sie 
lebte in zusammengesponnenen Blättern eine)* im Blumentopf 
gezogenen Majoran-Pflanze. Die Puppenruhe währte 9 Tage. 

Herr Snellen besitzt ein Stück dieser Art aus Golumbien, 
▼on Baron Nolcken herrührend. 

33. CrasBopliora Miscellaüs Mschl. Port., p. 308 Fig. 11. 
Ein ganz frisches (^ am 1. Mai auf St. Croix an der Lampe 
gefangen. 

Möschlers Beschreibung und Abbildung sind gut. 

Heringia n. gen. bei Piletpcera Led. und im Habitus 
ganz wie diese Gattung. Die Fühler ziemlich ebenso, nur die 
Verdickung der männlichen nicht so lang (die des $ ohne Ver- 

fitett entomol. Zelt. 1894. 



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294 

diekang), die Vordertarsen sind aber normal und die Palpen 
vorstehend. Hinterleib des ^ lang, dick, die 2. Hälfte eigen- 
^ttmKeh verdiekt wie bei ?■ ÄuxomUia Minorali» So. <J, die 
nach Herrn SaeBens brieflicher Mittheilui^ ein neues Genus 
bilden muß. Auch das $ hat eine, wenn auch schwächere 
Verdickung des Hinterleibes. Die Schienen der VordcFbeine 
mit einem kurzen, dünnen HaftrpinseL Alles übrige wie bei 
PUetoceta Led. 

ieh beaenne dieses Genus meinen hochverehrten Freunde, 
Herren Major Hering in Stettin zu Ehren. 

^. Mendioa Uv sp. Bin düster aussehendes Thier. 
Gräfte, Färbung und Flügelgestalt wie MinoraUs 8n. 

Pal^n oben und an den Seiten dunkelbraun, unten 
sehneeweift: Vorderbeine hellbräunlißh^ der Pinsel der Schienen 
gelb bräunlich. Die anderen Beinpaare gelblich grau, ihre 
Schenkel und Sohienea mehr oder minder bräunlich angehaucht. 
Kopf und Thorax braungrau, Leib etwas heller. 

Verderflügel diuikel braungrau. Eine große, rundCr 
dunklere Mittelmakel tritt kaum aus der Grundfarbe hervor, 
ebensowenig wie der sehr undeutliche erste Querstreül Der 
Z'Weite ist heller als die Grundfarbe, gelblich, einwärts fein 
dufidder gesäumt. Er bildet am Vorderrande wie bei MinoraU» 
einen gelben Fleck, verläuft in der unteren Hälfte wie bei 
dieser, ist in der Vordevrandshälfte aber grade und biklet nur 
auf Rippe 5 einen kleinen Bogen gegen die WumKeh Die 
etwas hellere Saufnlioie tritt nicht so scharf hervor wie bei 
MinoraH8^ Fransen graubraun, mit einer kaum bemerkbaren 
dunkleren Theilungslinie. 

Hiaterflügel etwas heller wie die vorderen. Die Saum- 
Knie fein dunkler, Fransen grau mit dunklerer Theilungslinie, 
die vom Vorderrande bis Rippe 1 ziemHch stark, von da 
bis zdm Innenwinkel scfawäclier wird. Bei einem $ findet 
sieh eine Aadeutung d^r hinteren Querlinie. Die Hiuterflügel 
d^ andern Exemplare sind zeichnougslos. 

Uofterseite aU^ Flügel bdl bräunüehgrau. 

Das Thier scheint auf beiden Inseln nicht selten zu sein 
und kommt gern zum Licht. Es wird aber leicht durch 
den Flug vetietzt, da wir uoiter eintgeq 30 Stücken »ur 2 völlig 
gute Exemplare erhieken. 

35. Zinckenia Recnrvalis F. Ent. Syst. UI Prs. II 29. 
Gn Pyr. p. 225 PI. 8 Kg. 5; Z. Caffran p. 55; Stgr. u. Wocke 
Cat. 1871 p. 214 N. 273; Reb. Can. Micr. p. 247. 

Auf St. Croix und St. Thomas, nicht selteq. 

Möschler nennt nach Gundlach Amaranthus als Futter- 
pflanze der Raupe. 

Stett. «ntomol. Zeit. 1894. 



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295 

Sie ist cosmopolit, indem sie in Syrien^ Sikkioi., Japao, 
SL-Asien, Australien, den Südsee-Inseln, Sttd- Afrika, den Canaren, 
Si^Aoierika und Westindien gefunden wurde. 

3& Zintkeiiia FertpectaUs Hb. SamL Eur. Schm. Pyr. 
Fig. 101; Gn. Pjr. p, 226; 8n. Tijds. v. Ekit, 1874 p. 3; 
ib. 1876 p. 2M; ib. 1884 p. 43; ib. 1887 p. 59; Mschl. 
Port. p. 5». 

Auf St. Thomas einzeln, riel seltener als RecurvaUs F. 

Ouen^e nennt Lilium canadense als Futterpflanze. 

az Cataotonu« EnTezaUs Mscbl. Port p. 134 Fig, 15. 

Herr Gudmann fing am 27. März 1 ^ auf St. Jan^ am 
2ö. Aprfl 2 $ $ auf 8t Croix. 

Möschler kannte nur das $. Der ^ unterscheidet sich 
vom $ nur duTch schmalere Flügel und geringere Größe, 
18 mm gegen 28 mm. 

38. Ledereria D^htetali» Hb. Ztr. 691, 92; Gn. Pyr. 
p. 288; Mscb». Port. p. 315. 

Von uns nicht gefangen. Mösehler kennt sie ron 
8t Croix und den großen Antillen. Raupe laut Gundlftch 
auf verschiedenen Arten von Gordiacea. 

39. Ommatospila Hnmmnlalis Led. Pyr. p. 444 Taf. 17 
Kg. 13; Mschl. Port p. 316. 

Anfangs Mai nicht selten auf St Croix. Sie fliegt sehr 
niedrig in langsam schwebendem Fluge zwischen Panfcum 
maximnm. 

40. Synclera Tradncalis Z. Caflfr. p. 54; Stgr. n. Wcke. 
Cat p. 215 No. 278; Berg Stett Ent Zeit. 1876 p. 352; 
Mschl. Port p. 317; Betinalis Led. Pyr. p. 100; ünivocalis 
Wlkr. Cat Pyr. p. 489. 

Von Herrn Gudmanu und mir je ein frisches Exemplar 
auf St Thomas Mitte April gefangen. 

Bisher kennt man TraducaRs von Java, Celebes, Ostindien, 
Syrien, S.-Afrika, Brasilien und Westindien. 

41. Synclera Minima n. sp. 

Flügelspannung 11 — 13 mm, kaum halb so grofi als 
TradttcaUs Z. Die kurzen, stumpfen Palpen bdl ockergelb 
und weiß gemischt Die stark entwickelte Zunge gelb, Fahler 
faellockergelb, ebenso Kopf und Scheitel, Halskragen weiB. 
Thorax und Schulterdecken weiß, letetere am Ende gelblich. 
Leib weiB, auf jedem Segment oben und an den Säten mit 
ockergelber Behaarung, Bauch weiß; ebenso die Beine. 

Vorderflügel lang, schmal, Hinterrand sehr schräg. Grund- 
farbe aller Flügel weiß, allei* Zeichnungen und der Vorderrand 
der Vorderflügel ockergelb, letztere nach hinten an Breite 

Stett. entomol. Zett. 1894. 



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zunehmend. Nahe der Wurzel ein dicker Strich, beide Ränder 
berührend. Bei ijg des Vorderrandes beginnt die erste feine 
Querlinie und zieht in sanftem gegen die Wurzel concavem 
Bogen in den Innenrand. Bei *j^ des Yorderrandes entspringt 
die 2. Querlinie, läuft ziemlich gerade bis Rippe 2, wendet 
sich dann wurzelwärts und aufwärts in spitzem Winkel bis 
zur vorderen Mittelrippe etwa in der Mitte des Flflgels, und 
läuft von da, einen rechten Winkel bildend, in den Innenrand 
unfern der ersten Querlinie; sie ist nahe dem Vorder- und 
Innenrände am dicksten. Ueber der vorderen Mittelrippe 
finden sich zwei, vorn und hinten braun eingefaßte 4 eckige 
ockergelbe Flecke. Der äuKere stößt unten an die 2. Quer- 
linie, wo sie den rechten Winkel bildet, der innere, kleinere, 
liegt mehr wurzelwärts. Oben gehen sie in den gleichfarbigen 
Vorderrandstreifen über, weshalb man sie auch als zwei Vot- 
sprünge desselben ansehen kann. Der Aiißenrcmd breit ocker- 
gelb. Eine Reihe schneeweißer, fast zusammenhängender 
Punkte bildet die Saumlinie, die den Vorderrand bei einzelnen 
Stücken nicht erreicht und an ihrem obern Ende von 
schwärzlichen Schuppen begrenzt ist. Die ziemlich langen 
Fransen an der Innenhälfte ockergelb, außen weißlich. 

Hinterflgel außen breit ockei^elb gesäumt, der Saum mehr 
oder weniger deutlich nach innen grau begrenzt. Die beiden 
Querlinien der Vorderflügel, von denen die erste den Vorder- 
rand nicht erreicht, setzen sich hier fort. Die vordere ist 
auf Rippe 2 durch einen Längsstrich mit der hinteren ver- 
bunden. Saumlinie weiß, Fransen wie die der Vorderflügd. 

Unterseite aller Flügel weiß, die ockergelben Zeichnungen 
der Oberseite graubraun durchscheinend. 

Auf St. Thomas stellenweise häufig im März und April. 

Ein $, das Herr Gudmann am 27. Mai in Port au Prince 
auf Haiti fing, ist etwas größer als die größten $? von 
St. Thomas (14 mm), und führt ein helleres, reineres Gelb 
(nicht ockergelb), unterscheidet sich aber sonst durch nichts 
von den St. Thomas-Stücken. 

42. PetiQBtola Praeficalis Mschl. Port. p. 316 Fig. 5. 
Einige Exemplare Anfangs März auf St. Thomas, Anfangs 

Mai auf St. Croix an der Lampe gefangen. Der Falter ist 
schwer rein zu bekommen. 

Möschlers Abbildung ist zu röthlich in d^ Färbung ge- 
halten. Die Thiere sind fast ganz schwarz, ohne röthlichen 
Schimmer. 

43. Pterygisus (Isopteryx) Elavofdscalis Sn. Tijds. v. 
Ent. XXX (1887) p. 60 PI. 5 Fig. 3 und 4. 

Steit. entomol. Steit. 1894. 



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297 

Nur ein abgeflogenes ^ Anfangs Mai auf St. Croix ge- 
fangen. 

Weil der Genus-Name Isopteryx Gh. schon bei den Neu- 
ropteren Vergeben war, muß nach Herrn Snellens brieflicher 
Mittheilung, der Butler'sche Name Pterygisu^ (Trans. Ent. Soc. 
Lond. 1886 p. 429) an seine Stelle treten. 

44. HeUula Undalis F. Stgr. u. Wcke. Cat. 1871 p. 204 
N. 75; Mschl. Port. p. 2'/9; Reb. Micrdlep. d. C5anar. p. 248.* 

Ziemlich verbreitet auf St; Thomas, aber immer nur 
einzeln. 

Die von uns mitgebrachten Stücke entbehren, wie das 
von Herrn Dr. Rebel 1. c angeftlhrte Exemplar, völlig der 
dunkehl Bestäubung im Mittelfelde, jdag^en führen sie einzelne 
schwarse Saumpunkte, die weißen Hinterflügel mehr und zu- 
sammenhängender wie die Yorderfhigel. 

Das Thier hat, wie Dr. Rebel anführt, eine weite Ver- 
breitung in den warmen Ländern. 

45. Seirpopliaga Lencatea Z. Ghil. u. Oramb. p. 2; 
Hör. Xni p. 4; Mschl. Port. p. 321. 

Von uns nicht gefunden. Zeller führt St. Thomas als 
Vaterland an, sonst Portorico, Mexico, Panama und Brasilien. 

46. Chalcoäla BiscedaUs Mschl. Port. p. 320. 

Von Herrn Gudmann ein schlechtes Stück am 6. Mai 
auf St. Croix gefangen. 

47. Homophysa Badierana F. Ent. Syst. IH Pars II 
p. 263 N. 88-^ Sesquistrialis Hb. Ztr. 369—70; Gn. Pyr. 
p. 366; Led. Pyr. p. 455; Z. Verh. zool. bot. Ges. XXH 
p. 524; Dolatalis Mschl. Port. p. 321. 

Auf St. Thomas im März, auf St. Croix im Mai stellenweise 
nicht selten. In unserer Ausbeute finden sich Stücke von 
reinem Orangegelb, fast ohne alle Zeichnung bis zu solchen 
mit schwärzlichem Mittelschatten und Saum in allen Ueber- 
gängen. 12—14 mm Flügelspannung. 

In der Fa;bricius'schen Sammlung des Kopenhagener 
Museums steckt ein gut erhaltenes Exemplar als Badierana F. 

Herr Sndlen, der die Art als SesquistriaUs Rh. bestimmte, 
bemerkt, daß sie Nebenpalpen hat, die Lederer wohl über- 
sehen hat. Dolatalis Mschl. hält Herr Snellen für nicht ver^- 
schieden. 

48. ? Seybalista Bestionalis Led. Pyr. p. 455, 487 Taf. 18 
Fig. 15. 

Zu einem Thier, das auf St. Thomas nicht selten ist, 
bemerkt Herr Snellen: „Vielleicht ScybaHsta Restionalis Led., 
obgleich die Flügelform nicht ganz stimmt.^ 

Stett. entomol. Zeh. 1894. 



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2d8 

Die Beschreibung Lederers auf p. 487 paßt aUerdings 
sehr gut auf diese Art, dagegen ist die Flttgelform auf der 
Abbildung durchaus nicbt stünraend, aueh das Oolorii der- 
selben stimmt weder mit seiner Beschreibung noch mit unsern 
Stocken. Auf der Abbildung sind die Flügel viel länger. 

49. Tosale Moiitii Rag. Pjr. I. p. 66 PI. 5 Fig. 3. 
Von uns nicht gefunden; Herr Bagonet ftthrt St. Thomas 

als einzigen Fundort an. 

50. Qrthopygia Gtaaflalii Sn. Tijds. t. Ent. XXIX p. 189 
pl. XI Fig. 5; lUg. Pjr. Lp. 130. 

Von Herrn Crodmann ein $ am 11. Mära auf St Thomas 
gefangen. 

51. Pyralift MaBihotalis On. Pjr. p. 121: Led. Pjr. 
p. 343; R^. Pyr- I P- 136, 244; Vetosalis Wlkr. Cat. XIX 
p. 891 ; Achatina Butl. Eni Mo. Mag. XiV p. 49. 

Auf St. Thomas einige Exemplare in Hftusern an den 
Wänden sitzend gefunden. 

Des Thier hat eine wdte VerbreituDg m S.-Asven, Afrika, 
Australien, auf den Südsee-Inseln und im tropischen Amerika. 

Crambidae Rag. 

52. Chüo Ittterlimtatns Z. Hör. XVI p. 3 Tab. XI Fig. 1. 
Auf St. Thomas überall, wo Gras und schilfttHige Pflanzen 

wachsen, aber immer nur einzeln. 

53. Diatraea Sacekaralis F. SkrifW af Naturhistorie 
Sekkabet HI, 2 Hefte, Kjöbenhavn 1794 p* 63 Tab. VE 
Fig. 1; Ent. Syst. III Pars U p. 238 ». 411; Obliteraldift Z. 
Clül. u. Cramb. p, 8; Stetl. Ent. Zdt. 1872 p. 465; Hör. Xm 
p. 14; ib. XVI p. 163 Tab. XI Fig. 5a (J, 5b $; 
Feld. u. Rghf. Novar. Taf. 137 Fig. 24; Sa. Tijds. v. Bot XXXIV 
p. 349; Mschl. Port. p. 322, 

Diese Saccharalis F. hat den Lepidopterologen, obgleich 
beinahe alle sie in der ObiUereUella Z. vermutbeten, viel Kopf- 
zerbrechen gekostet. Namentlich waren es ia Fabricius' Difl^noae 
in der Bot. Sjst^ (die oben citirte Schrift von ihm war ihnen 
unbekannt^ obgleieh Z. ihrer, ohne sie gesehen zu haben, er- 
wähnt) zwei Stellen, welche ihnen die Deutong seiner Worte 
unsicher machten und die Gelehrten vermuthen ließen, daB er 
2 Arten mit einander vermengte. Diese Sidlen waren: 

1) ^Alae cinereae^. Nun sind allerdings die Flügel naob 
unsern Begriffen nicht grau, sondern gelblich. Wenn man 
aber, wie ich in letzter 2ieit, Gelegenheit gehabt hat, Fabricius' 
Diagnosen mit seinen Typen zu vergleichen, wird man be- 

Stett. entomol. Zeit. 1894. 



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2&9 

•merken, dafi der Begriff ^cioereae^ bei ihm sehr v«ge ist, 
und durchaus nicht grau oder aschgrau «llein bedeutet, sondern 
Ob^haupt eine helle, unbestimmte Farbe <von gelb bis grau. 
Als Beispiel erwähne ich nur Bedys BipunctaUs F. s=: Detrita^ 
Ghtt., deren Flflgel er auch cinereae ^nennt, die aber ein «chwer 
deßnirbares Gelb haben. 

2) ^Alae iüt^dum immaoolatae^. Nun gab aber Fabricius 
«eine erste 'Beschreibung des Thieres nicht in der Eni. Syst., 
sondern in der oben citirten Schrift ^Skrift af Naturhist. 
Selsk.^, ifTO tlie Diagnose lautet: „Alae interdum fere imma- 
culatae^. Das „fere'^ wird aus Versehen in der späteren 
Beschreibung in der Ent. Bjst. weggelassen worden sein. In 
Wirklichkeit finden sich unter etwa 20 von mir theils ge- 
fangenen, theUfi gezüchteten Exemplaren einzelne, bei denen die 
Punktreihen fast ga^. verschwinden. Bezt^lich der vorderen 
Querreihe von Punkten äuBert Zeller etwas Aehnliches, indem 
er Hör. XVI p. 10 sagt: „Bei den hellsten Weibern — ist die 
erste Querreibe von Punkten weniger dunkd und unvoll- 
ständiger, zuweilen blos aus längsstrichförmigen Verdunkelungen 
der mittleren Adern zusammengesetzt.^ 

Was mich aber meiner Sache ganz sicher machte, daß 
Saccharalis F. dasselbe Thier wie ObUterateUa Z. sei, ist die 
Abbildung zu jener Schrift, die zwar nicht colorirt. aber gut 
und ganz unverkennbar dieses Thier vorstellt. 

Was ich bei allen Beschreibungen des Thieres vero^isse, 
ist die Erwähnung, daß die beiden ersten Hinterleibsaegmeute 
oben gelb anstatt weiß sind. 

Auf St. Croix wird die Raupe zugleich mit einer weiß- 
gelblichen Dipteren-Larve dem Zuckerrohr noch ebenso ver- 
derblich, wie zu Fabricius' Zeit. 

Von der Raupe habe ich folgende Beschreibung gemacht: 

16 füßig, auf dem Rücken dunkelgrau, von fettem, öligem 
Aussehen, unten hellgelblichgrau. Auf jedem Segment einzelne 
borstenfbrmige Haare. Luftlöcher schwärzlich. Ueber diesen 
fleischige Wärzchen, die dunkler ab die Bauchfarbe sind. 
Eben solche Warzen, aber auf der dunklen Rückenfarbe 
schwer sichtbar, befinden sich auf jedem Segment des Rückens. 
Der große Kopf ist rothbraun, vorn am tiefsten gefärbt. Die 
kldne Afterklappe gelbUch graubraun, Füße gelbgrau. 

Die Puppe ganz, wie Fabricius sie beachreibt, hellbraun. 

Eigenthümlich ist, daß die Fransen sehr lose zu sitzen 
scheinen. Selbst bei gezogenen Stücken, waren dieselben 
schon verletzt, bevor ich erstere tödten konnte, weshalb 
tadellose Exemplare sehr selten sind. Auch Möschler erwähnt, 
daß er fast ausschließlich verletzte Exemplare erhalten hat. 

Stett. entomol. Zeit. 1894. 



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300 

54. Crambus LigoneUut Z. Hör. XVI p. 17 Tab. XI 
Fig. 9; Msohl. Port p. 323. 

Ein reines nnd ein verflogenes (^ von St. Groix. Herr 
Sne^len bezi/eeifelt die Verschiedenheit des Ligoneüus Z. von 
Cr. Deooreüus Zink. iPolyactineUus Z.) Zell. Cramb. et Ghil. 
p. 26; Verh. Zool. bot. Ges. 1872 p. 538. 

55. Crambus QoadrinoteUai Z. Hör. XIH p. 53 Fig. 21; 
ib. XVI p. 21. Ueberail sehr gemein auf beiden Insdn auf 
trockenen Viehweiden. Variirt ungemein in Größe und Deut. 
lichkeit der Zeichnung. Eine kleine Varietät, die ich Anfuigs 
für eine andere Art hielt, die aber auch von Herrn Snellen 
für Quadrinoteüus erklärt wurde, weicht in folgendem von den 
gewöhnlichen Formen ab: Sie hat auf den VorderflOgeln die 
äußere Querlinie weit schärfer, die beiden Punkte am Ende 
der weißen Längsstrieme durch einen bvjstunen Querstrich ver- 
bunden, und die Punkte unter der ^^eißen Strieme fehlen 
ganz, trotz der Reinheit der Stücke. 

56. Fascicostellas Z. Ghil et Gramb. p. 44; Hör XUI. p. 47. 
Diese Art ist auf St. Thomas fast ebenso gemein und an 

denselben Lokalitäten wie die vorhergehende und variirt in 
xler Stärke und Deutlichkeit der Zeichnung. Auf St. Groix 
fanden wir das Thier merkwürdiger Weise nicht. 

57. Argyria lacteella F. Ent. Syst. IE Pars H p. 313, 
No. 116; Albana F. Supph Ent. Syst. p. 476; Pusillalis Hb. 
Exot. Fig. 167, 168; Lusella Z. Ghil. et Gramb. p. 51; 
Hör. Xm p. 63. 

AeuBerst gemein auf St. Thomas, weniger auf St. Groix. 
Die von Zeller in Hör. XIH p. 63 beschriebene Varietät mit 
gelbem Querstreifen fanden wir in einigen Stücken nur auf 
einem — einer feuchten Wiese ähnlichen — Terrain, aber 
anstatt mit Gras, mit niedrigen kriechenden Pflanzen bedeckt 
Wir hielten sie Anfangs Mr eine andere Species. Sonst lebt 
das Thier mit Vorliebe auf trockenem Boden. 

In der Fabricius^schen Sammlung des Kopenhagener 
Museum« findet sicli ein Exemplar dieser Ai*t unter dem 
I^amen Albana F. 

Seine frühere Diagnose der Ladeeüa ist besser als die 
spätere der Albana. 

58. Fnndella PeUucens Z. Isis 1848 p. 866; Hör. XVI 
p. 83 Tab. Xn Fig. 41 a, b; Rag. Phycid. I p. 211 pL VH 
Fig. 21. 

Herr Gudmann entdeckte auf St. Thoma« Mitte März 
die Raupe in den langen Hülsenfrüchten der Cassia ocddentaUs. 
Die ausführliche Raupen-Beschreibung, die ich anfertigte, ist 

Stett. entomoL Zeit. ISM. 



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301 

leider verloren gegangen. Oft finden sich mehrere Baupen 
in einer Hülse, deren Kerne sie auJFressen. Sie verpuppen sich 
in derselben in einem schwärzlichen, mit Roth vermischten, 
losen Gespinnste. Die Puppe ist kurz, dick, röthlichbraun, 
ohne besondere Auszeichnungen. Der Falter variirt so stark, 
daß kaum 2 Exemplare einander gleich sind. 

Laut brieflicher Mittheilung des Herrn Snellen gehört 
Tylacoptüa Paurosema Meyrik. Ent. Mo. Mag. XXII p. 106; 
Rag. Phyc. I p. 321 pl. XXII Fig. 14 als synonym zu 
F. Peüucens, 

Schon durch Zeller von St. Thomas bekannt, außerdem 
in S.-Amerika. 

59. Salebria Contatella Grote North Amer. Entom 1880 
p. 49 PI. V Fig. 5; Rag. Phyc. I p. 348 PI. XXÜ Fig. 23. 

Einige wenige Stücke Anfieings Mai auf St. Groix an der 
Lampe gefangen. Bisher nur aus N.-Amerika bekannt. 

60. Salebria Infosella Z. Isis 1848 p. 869, Rag. Phyc. I 
p. 352 pl. VIU Fig. 15 und 

61. ? Salebria Intextella Z. Isis 1848 p. 871. 

Von uns nicht gefunden. Zelier nennt fUr beide Arten 
St. Thomas und Haiti als Vaterland. 

62. Aneylostomia Stercorea Z. Isis 1848 p. 873; Rag. 
Phyc. I p. 568 pl. XX Fig. 25: Ignobilis Butl. Proc. Zool. 
Soc. Lond. 1878 p. 494; DiffiselJa Z. Hör. XVI p. 178 
pl. XI. Fig. 11. 

Zwei nicht mehr ganz frische Stücke auf St. Thomas 
Anfangs April gefangen. 

63. Btiella Zinckenella Tr. IX, 1, 201; Rag. Phyc. I 
p. 572, wo die ganze diesbezügliche Literatur mit den zahl- 
reichen Synonymen angegeben ist. 

Herr Gudmann fing auf St. Croix am 26. April ein sicher 
hierher gehöriges Exemplar, bei welchem die gelbe Färbung 
der Zeichnung sehr hell ist. Sie kommt in allen fünf Welt- 
theilen vor. 

64. Homoeotoma Libertella Z. Hör. XVI p. 88 pl. XU 
Fig. 45. 

Wenige frische Exemplare auf St. Thomas am 9. April 
aus Gebüsch geklopft. 

Zellers Abbildung ist in der Färbung zu gelb gehalten. 

65. Ephestia Neuricella Z. Isis 1848 p. 592; Rag. Phyc. I 
pl. Vm Fig. 18. 

Nur 2 Exemplare auf St. Croix Anfangs Mai an der 
Lampe gefangen. Ragonots Abbildung ist sehr kenntlich. 
Zeller nennt St. Thomas als Vaterland. 

Stett. entomol. Z«it. IBM. 



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302 

66. Eph«0tia Hospitella Z. Yerh. eool. bot. Ges. 187S 
p. 338. 

Auf 6t. Thomas am 13. M^rz, St. Groix Ende April je 
.ein Exemplar gefonden. Bisher nur aus Texas «bekannt. 

67. Ephestia Parvula Z. Hör. XVI p. 96 Taf. XU Fig. 61. 
Auf St. Croix Ende April einige Exemplare an der Lampe 

gefangen. 

Bisher nur aus Columbien bekannt. 

68. Bphestia Simplicula 2i. flor. XVI p. 93 Taf. XH 

Fig. 49. 

Das Thier ist sehr häufig auf St. Thomas auf trockenen 
Viehweiden. 

Zeilers Abbildung ist wohl zu zeichnungslos ausgefallen. 
Die Art variirt stark, bei den deutlichsten Stücken steht in 
der Mitte der Vorderflügel eine schwache, röthlich gelbe V^olke. 

Bisher war nur Columbien als Fundort bekannt. 

69. Ephestia Ißlleri Z. Verh. zool. bot. Ges, 1875 p. 339. 
St. Croix Anfangs Mai. 

Zeller giebt die Größe der Mitten als die von Eluteüa 
an. Meine größten Stücke, $$, erreichen nur die Größe 
der kleinsten Exemplare von EluteUa, Sonst p^ßt Zellers 
Beschreibung gut. 

70. Ephestia luterpanctella Hb. Stgr. u. Wocke Cat. 
1871 p. 231; Z. Isis 1848 p. 863; Verh. zool. bot. Ges. 1875 
p. 336. 

Von uns nicht gefunden. Zeller erhielt das Thier durch 
Moritz aus St. Thomas. Es kommt auch in Texas vor. 

Außer den angeführten Arten, besitzen wir noch 
3 — 4 Arten Phycideen in unserer Ausbeute, abe^r nur in ein- 
zelnen oder weniger guten Stücken, so daß ich — obgleich 
Herr Snellen sie für neu erklärte — nicht wage, sie za 
beschreiben, bevor mir zahlreicheres Material, davon vor- 
liegen wird. 



Stett. entomol. Zeit 1894. 



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803 



EMge SclUDetterliDgs-Aberrationeii aas der 
Faana Crefdds 

von Max Bothtoe, Cr^eld. 



Es sind hier in der Umgebung meines Wohnortes in 
den letzten Jahren einige merkenswerthe Abänderungen von 
Macrolepidopteren gefunden bezw. gefangen worden, deren 
Beschreibung vielleicht auch einem größeren Kreise von 
Interesse sein dürfte, weshalb ich (dieselben hier folgen lasse. 

L Papilio machaon L. ab. n. nigrofasciata m. 

Die gelben Saummonde sind auf der Oberseite der Hinter- 
flttgel durch die davor befindliche schwarze Einfassung fast 
vollständig verdrängt, so daß diese wie ein schwarzes Band 
die Flügel einrahmt. Auf den Yorderflfigeln treten die gelben 
Monde noch ab verschwindend kleine Fteckchen hervor. Das 
rothe Auge ist halb blau, halb schwarz, nur an Saume der 
gelben Eiobuchtung am Innenwinkel verloschen roth berandet. 
Die Sehwänze sind kürzer, nach der Wurzel zu breiter. 
(Dieses Merkmal halte ich nicht für typisch.) Auf der Unter- 
seite ist die schwarze Einfassung ebenüeJls breiter als gewöhnUeJ;!, 
die gelben Saumflecke sind jedoch als Monde noch deutlich 
erkennbar. In allem Uebrigen ist er von einem gewöhnlichen 
macbaon durch nichts verschieden. 

Im Mai 1893 erzog ein hiesiger Sammler ein männliches 
Exemplar aus einer im Herbst an Fenchel gefundenen Raupe. 
Einige Wochen später, zu Anfang Juni, wurde ein in allen 
Theilen mit dem beschriebenen ^ übereinstimmendes tadelloses 
$ im Freien in Copula mit einem gewöhnlichen (^ angetroffen, 
circa 2 Stunden von der Fundstdle der Raupe der männlichen 
Aberration entfernt. Da machaon hierselbst im Allgemeinen 
nieht häufig ist, demselben ««ch wenig nachgestellt wird, eo 
halte ich «s nicht für ausgeschlossen, daß diese in der That 
prächtige Abänderung hierorts nicht zu den ganz außer- 
gewöhnlichen Erscheinungen gehört, sodaß eine Benennung 
derselben wohl gerechtfertigt ist, meines Wissens dieselbe von 
anderer Seite auch noch nicht beschrieben wurde. Es ist 
wohl anzunehn»en, daß diese Form auch an anderen Orten 
vorkommt. 

8t«tt. entomoL Zeit 1894. 



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304 

2. Pieris napi L. 

Ein (^ dieser so häufigen und doch wenig abändernden 
Art, mit gesättigt schwefelgelber Grundfarbe auf (Jer Ober- 
seite, wurde im Juni 1892 auf einer feuchten Wiese im Halser- 
bruch bei Crefeld gefangen. Auf dem rechten Yorderflttgel 
ist die gelbe Färbung etwas schwächer, die Zeichnungen auf 
der Oberseite wie bei napt, dieselben heben sich durch ihr 
intensives Schwarz besonders scharf ab. Auf der Unterseite 
sind die Vorderflügel ebenfalls gelb, dagegen die Spitzen der- 
selben, welche bei napi einen gelblichen Anflug haben, hier 
weißlich. Die Hinterflagelunterseite ist wie bei napi, kaum 
merklich dunkler. 

3. Epinephile janira L. ab. cinerascens Fuchs. 

Von dieser im nassauischen Rheii^u vorkommenden 
Abänderung wurde vor 2 Jahren hierselbst im Httlserbruch 
ein Exemplar gefisingen. 

4. Brephos parthenias L. 

Hiervon fing ich Mitte März 1892 ein prächtiges $ auf 
dem Hülserberg, einem trocknen sandigen Hügel unweit Cre- 
felds. Die auch bei jedem gewöhnlichen parthenias $ auf den 
Yorderflügeln sich bemerkbar machende bläulichweiBe silbrige 
Bestäubung, bedeckte bei diesem Stück fast die Hälfte der 
Vorderflügel von der Wurzel bis zur Spitze, am Vorderrande 
hinziehend, nach dem Ende zu jedoch an Breite abnehmend. 
Die Zeichnungen verloren sich in der dichten Bestäubung 
gänzlich. Sonst war der Falter, soviel ich mich erinnere, 
ganz normal; ich besitze denselben gegenwärtig nicht mehr, 
so daß ich Bestimmtes darüber nicht angeben kann. 

5. Acidalia bisetata Hufh. 

Im Juli 1889 fand ich im Herrenbusch bei Ossum 
(ungefähr li/g Stunden von Crefeld), einem feucht gel^enen 
Buchenhochwald, eine weibliche Abänderung, bei der die 
violettbraune Färbung der gewässerten Binde von der scharf 
weiß hervortretenden Wellenlinie bis zur Basis alle Flügel 
gleichmäßig bedeckt. Auch die Schattirung hinter der Wellen- 
linie tritt etwas schärfer hervor, sonst ist der Saum gelblich- 
weiß wie bei der Stammart. Auf der Unterseite ist diese 
Form ganz normal geillrbt, die braunen Schattirungen sind hier 
auf den Vorderflügän noch schwächer wie bei der typischen 
bisetaiß und auf den Hinterfiügeln verschwinden sie ganz. Auch 
der Hinterleib ist auf der Oberseite etwas bräunlich angehaucht 

Stett. eatomoU Zeit 16M. 



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305 

6. Ellopia prosapiaria L. ab. griseata Fuchs. 

Auch diese Form kommt bei uns, allerdings selten, vor. 
1892 wurde das erste Exemplar, 1 $, entdeckt, 1893 1 <J 
und 1 $ gefunden und 1894 wiederum 1 (J, merkwürdiger- 
weise sämmtlich in Weimuthkieferbeständen. Eine Zucht aus 
dem Ei, von praainaria $ und einem nicht ganz typischen 
griseata (J stammend, mit Weimuthkiefer gefüttert, ergab ein 
negatives Resultat. Sämmtliche daraus erzielten Falter waren 
entweder prasinaria oder Uebergänge zu prosapiaria, von der 
Färbung der griseata war auch kein Atom vorhanden. Dar- 
nach ist wohl anzunehmen, dafi die Nahrung keinen EinfluB 
auf die Veränderlichkeit dieser Art ausübt. , 

7. Hybeniia lencophaearia S. V. 

Von dieser variablen Art fand ein hiesiger Kollege im 
März 1894 auf dem Hülserberg ein ganz tadelloses albinistisches 
Stück. Die Grundfarbe bei diesem Exemplar ist reinweifi, 
auf den Vorderflügeln nur stellenweise mit kaum merklicher 
dunkler Bestäubung. Die Querstreifen sind tiefschwarz, die 
sich von der weißen Grundfarbe scharf abheben. Die Hinter- 
flügel sind reinweifc, ohne jegliche Bestäubung, ebenso der 
Hinterleib. 

Dieses ausgezeichnete Exemplar wurde bei stürmischem 
kaltem Wetter an einem Riefernstamm, fest in den Rinden- 
ritzen eingeklemmt, gefunden, nicht weit davon entfernt an 
demselben Tage eine melanistische ab. maerularia Wejmer^ 
welch Letztere übrigens seit einigen Jahren schon mehrfach, 
sowohl in trocken gelegenen wie in feuchten Waldungen hier- 
Belbst von Sammlern entdeckt wurde. 



Karl Reutti 

Am 12. Januar er. früh verschied in Karlsruhe i. B. 
nach kurzem Krankenlager an einer Lungenentzündung der 
GroBherzoglich Badische Gerichtsnotar, Herr Karl Bentti. 

Geboren am 29. Dezember 1830 zu Villingen im oberen 
Schwarzwald, absolvirte er in Freiburg i. B. das Ljceum und 
das juristische Triennium, worauf er 1850 zunächst beim 
Freiburger Stadtamte angestellt wurde. 1852—53 war er 
Notariatsverwalter in Schopfheim, von 1853 — 1860 in Lahr. 
Von dort nach üeberlingen am Bodensee versetzt und 1864 

Stett. entomol. Zeit 189^. 20* 



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306 

zum Geriohtsnotar ernannt, wurde er 1872 nach Lahr und 
im gleichen Jahre noch nach Karlsruhe versetzt, wo er bis 
zum Tode in angestrengter Amtsthätigkeit gewirkt hat. 

Alle genannten Orte bilden Etappen der entomolo- 
gischen Thätigkeit des Entschlafenen, welcher schon in 
frühester Jugend seine Erholung in der Beobachtung und dem 
Sammeln der heimischen Falterwelt suchend, sich namentlich 
dem Studium der Kleinfalter zuwandte. Letzteres brachte ihn 
frühzeitig mit den damals bedeutendsten Kennern derselben, 
u. A. mit Herrich-Schäflfer, Frey und Zeller in Beziehungen 
und schon im Jahre 1853 konnte er als Frucht seiner ento- 
mologischen Beschäftigungen ein recht tüchtiges, leider sehr 
schnell aus dem Buchhandel verschwundenes Erstlings^rerk 
veröffentlichen : 

^Uebersicht der Lepidopteren-Fauna des Groß- 
herzogthums Baden^. 
Dem Stettiner Entomologischen Verein gehörte er damals 
bereits und bis an sein Lebensende als Mitglied an. Die 
Entomologie verliert in ihm einen Forscher von streng wissen- 
schaftlicher Tendenz, den nur seine gewissenhaft ausgeübte, 
von Jahr zu Jahr sich steigernde Amtsthätigkeit und seit der 
Mitte der 70ger Jahre eine viel Zeit erfordernde schriftstellerische 
Thätigkeit im Berufsfache daran hinderte, auch auf entomolo- 
gischem Gebiet seine reichen Erfahrungen laufend zu ver- 
öffentlichen. Dies bleibt umsomehr zu bedauern, als er für 
sein Heimathland zweifellos der beste Kenner der Kleinfalter 
war und über ein sehr reiches Wissen, mit welchem ein 
scharfer kritischer Blick sich vereinigte, in dieser meist ver- 
nachlässigten Spezialität verfügte. Um so erfreulicher aber ist 
es, daß nach Mittheilungen des Herrn Professor Dr. Nüsslin 
und der Wittwe des Verstorbenen an mich, der Naturwissen- 
schaftliche Verein in Karlsruhe in voller Würdigung des 
Werthes und der Leistungen Reutti's, den Beschluß gefaßt hat, 
eine im Manuskript fast vollendete und durch mehr als 40- 
jährige Beobachtungen des Verfassers sowie anderer Badischer 
Lepidopterologen stark vermehrte neue Ausgabe der oben- 
erwähnten Territorialfauna auf seine Kosten herauszugeben. 
Da ich selbst während der Jahre 1883 — 1887 in der Lage 
war, das Entstehen und Wachsen dieser sorgfältigen Arbeit 
aus unmittelbarer Nähe und in regem Sammel verkehr mit 
ihrem Autor zu beobachten, so darf ich auch wohl behaupten, 
daß sie sich würdig den reichhaltigsten und interessantesten 
Territorial&unen Deutschlands anschließen wird und daher gani 
besonders verdient, der Wissenschaft erhalten zu bleiben. — • 

Stett. entomoL Zeit. 1894. 



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307 

In gleicher, Wei^e wäre zu wünschen, daß die schöne 
und reichhaltige, namentlich auch sehr sorgfältig determinirte 
und durchgearbeitete Sammlung Reutti's, welcher seine fau- 
nistische Arbeit nach ihrer Veröffentlichung noch einen be- 
sonders hohen Werth verleihen muB, als Oanzes dem Heimath- 
lande erhalten würde. Auch hierzu soD, äußerem Vernehmen 
nach, Aussicht vorhanden sein. Die Sammlung ist besonders 
reich an badischen, demnächst an deutschen Arten in vor- 
trefflicher Behandlung und Erhaltung der zahlreichen Exem- 
plare. Sie enthält eine bemerkenswerthe Anzahl von Typen 
ftlr Herrich-Schäffer'sche, von Heinemann'sche und Staudinger- 
sche Beschreibungen, — u. A. die von Herrickia excekella Stgr. 
ihirticruralis Peyerimh), Qdechia ReutHella Hein, {ayrticola Stgr.), 
lAta insularis Stgr. (inaulella Hein.). 

Benapnt wurde nach Reutti außer der eben erwähnten 
Oelechia meines Wissens nur noch Elach. Reuttiana Frey, in 
des Letzteren bahnbrechender Eiachisten-Arbeit (Linnaea XHI 
S. 251). 

Ganz unbeachtet scheint es geblieben zu sein, daß der 
einzige von Reutti selbst, allerdings mit irriger Vermuthung 
der Nährpflanze (und dadurch auch mit unzutreffender Namens- 
bezeichnung) beschriebene Falter, Lit?u)coüetis cerasineüa um 
2 Jahre die Priorität hat vor Ldth. quinqumotella Frey. Da 
aber die Beschreibung des Falters meines Erachtens jeden 
Zweifel ausschließt und andrerseits z. B. Zeller eine an ßenista 
germanica und tinctoria lebende Art derselben Gattung 
L, fraxinella benannt h^t, so wäre es wohl billig und den 
vorhandenen Nortnen entsprechend, i/^eon det ältere Name in 
der Literatur Giltigkeit erhielte. 

Reutti war ein ebenso liebenswürdiger, concilianter Mensch, 
wie gediegener Charakter, dessen vortreffliche humane Eigen^ 
Schäften fllr Jeden, der mit ihm als Entomologen oder somtn 
wie in Beziehungen trat, nur um so klarer hervortraten, je 
andauernder und intimer diese Beziehungen sich gestalteten. 
Seine Familie verliert in ihm einen ausgezeichneten Gatten 
und Vater. Wir alle werden ihm ein wohlverdientes, treues 
Andenken bewahren. 

Ed, Hering» 



Siett. entomol. Zeit 18M. 



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308 

Werehk»angelegenheiten. 

In der Sitzung vom 12. März wurden als Mitglieder auf- 
ge;iommen : 

1. Herr Lehrer Julius Oriebel in Speyer a. Rh. Lep« 

2. ^ Dr. med. Walther Hörn in Berlin. Col. i. spec* 
Gicindelidae. 

Den vielen entomologischen Freunden und Correspondenten 
unseres Vereinspräses, Dr. H. Dohrn, wird die Mittheilung 
erwünscht sein, daS derselbe am 10. März die Heimreise von 
Sumatra aus angetreten hat, auf derselben aber noch einen 
Aufenthalt von unbestimmter Dauer in Neapel nehmen wird. 
lieber seine Ausbeute von Insekten aller Ordnungen, welche 
gleichzeitig mit ihm, aber direkt hierher abgeht, spricht sieb 
derselbe recht befriedigt aus. Sie soll namentlich in den 
weniger beachteten Ordnungen und Gruppen, u. A. in Hetero- 
ceren und Microlepidopteren, besonders reichhaltig sein. Dies 
ist um so erfreulicher, als der Stationsort des Dr. Dohrn und 
seines Sammlers, nach allem was die früheren Sendungen dort- 
her enthielten, ein ganz besonders interessanter und ergiebiger 
sein mufi. 

I. V. 
Ed. Hering. 



Inhalts -Terzelchnlss. 



Synopsis der in Afrika gefundenen Arten der Buteliden- 
Oattung Popillia von H. J. Eolbe. S. 207. — Revision der 
Gattung Cyphonotus Duv. von E. Brenske. S. 264. -^ 
Ein neuer Rhizotrogus aus Spanien von demselben. S. 272. 
•-^ Zur Eenntniß der Melolonthiden Sumatra's von demselben, 
S. 274. — Beitrag zur Kenntniß der Microlepidopteren-Fauna 
von Dänisch-Westindien von W. von Hedemann. S. 280, 
— Einige Schmetterlings-Aberrationen aus der Fauna Crefeld'a 
von Max Rothke. S. 303, — Karl Reutti von Ed. Hering, 
S. 305. — Vereinsangelegenheiten. S. 308. — Inhalts- Ver- 
zeichniß. S. 308. 



Ausgegeben im Mäi*z 1895. 

Stett. entomol. Zeit 1804. 



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Entomologische Zeitung 

herausgegeben 
von dem 

entonoto^scben Vereine zu Stettin. 

Redaction: ^^ Cammission bei den Buch- 

Dr.Mfri.liD>l»,Yon.t,ender. rM.S«nS??"oto KÄn. 

No. 10-12. 65. Jalugaog. Oktober-Dezember 1894. 

Exotische Lepidopteren VH 

Beitra^r zur Lepidopt^reifaana von Rio Grande do SvL 
Von Chist. Weymer. 



Die Schmetterlinge aus Rio Grande do Sul, der sfldiichsten 
Provinz der brasilianischen Republik, sind in manchen deut- 
schen Sammlungen gut vertreten, da unter den lahlreichen 
Deutsehen des Landes sich gelegentHch einer oder der andere 
mit dem Einsammeln von Insekten b^afit. Eine Zusammen« 
Stellung der dort vorkommenden Arten ist jedoch mdnes 
Wissens noch nicht versucht worden. Zwar besitzen wir 
über die Lepidopterenfauna des mehr nördlich gelegenen 
Corcovado bei Rio de Janeiro Arbeiten von v. PrittwitB 
(Stett. Ent. Zeit. 1865) und von Dr. Seitss (ebenda 1889 und 
1890), sowie ttber das mehr südlich und westlich gelegene 
Argentinien von Dr. Burmeister (im 5. Bande seiner Description 
physique de la R^publique Argentine) und verschiedene kkinere 
Arbeiten von Dr. Berg. Kürzlich sind nun auch die Ameisen 
von Rio Grande do Sul in angezeichneter Weise durch 
Dr. Ihering bearbeitet worden (Berliner Ent. Zeitschr. 1894 
pag. 321 u. f.), welche Abhandlung eine Fülle höchst merk- 
würdiger Beobachtungen enthält, die jeder Naturfreund mit 
Interesse lesen wird. Einen kleinen Beitrag zur Ausfüllung 
eines Theiles der über die andern Insekten-Ordnungen noch 
bestehenden Lücken zu liefern, wurde ich durch das Eintreffen 
mehrerer Sendungen von naturwissenschaftlichen Gegenständen 
veranlaßt, die mein Freund Herr Prof. Wendt hier aus jenen 

Stett. entomol. Zeit. 1894. 21 



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312 

Gegenden empfidig. Käfer und Sobmetterlinge waren darunter 
am meisten vertreten, und da ich mich ftlr letztere besonders 
interessirte, so habe ich einen großen Theii derselben durch- 
sehen können. Die Sendungen stammen vom Südabhange der 
Sierra guerale, dem hinter Porto Alegre gelegenen Gebirge. 
Wenn auch aus dem nachfolgenden Verzelcimiß hervorgeht, 
daß mehrere Familien, welche die kleinern, weniger in die 
Augen fallenden Arteu umfassen, z. B. Eryciniden und Ljeae- 
niden, gewaltige Lücken aufweisen und namentlich die Hete- 
roceren schwach vertreten sind, so ist doch bei andern Familien 
das umgekehrte der Fall, so z. B. weisen die Papilioniden 
und Pieriden nahezu doppelt so viel, und die Njmphaliden 
üngeftlhr die Hälfte Arten mehr auf, als v. Prittwitz in seiner 
Fauna des Corcovado angiebt. Auch fanden sich einige mh" 
unbekannte Arten, die ich in der mir zugänglichen Litteratur 
nicht auffinden kann und daher für neu halten muß. 

J^. JRhopalocera, 

Papilioniden. 

.1. Papilio Polydamas L. Viele Exemplare. 

2. Papilio PolystictuB Butl. Trans. Entom. Soc. 1874 
pagi 435 war in sehr großer Anzahl in beiden Geschlechtern 
vertreten. Die Art unterscheidet sich von der ähnlichen 
Protodamas Godt. dadurch, daß die gelbe Fleckenreihe in der 
Mitte der Hinterflügel fast verbchwunden ist und die einzelnen 
Flecke nur durch wenige zerstreut stehende gelblich grüne 
Staubfedern angedeutet sind. Zuweilen fehlen aber auch diese 
ganz und sind dann nur die Flecke der äußern Reihe vor 
dem Saume schwach sichtbar. 

3. Papilio Enrikia Eschscholtz in Eotzebues Reise Taf. 1 
Fig. l«s b (1821). 

PapiHo Latus Roger Bull. Soc. Linn. Bord. L (1826), 
Boisd. Sp6c. G6n. I. pag. 311 (1836). 

Mehrere Exemplare. Nach der BoisduvaPschen Beschrei- 
bung kann ich Laius nur für synonym von Rurikia erklären. 
Böisduval hat das Werk von Eschscholtz nicht gekannt und 
erwähnt daher Rurikia nicht. 

4. Papilio Lysithons var. brevifasciatns m. 

Von dem Lysithous, wie ihn Hübner abbildet, dadurch 
verschieden, daß die weiße Binde der Vorderflügel nicht am 
Vorderrande, sondern erst unterhalb der untern Radiale 
(Rippe 5) und zwar mit feiner Spitze beginnt und sich bis 

Stett. entomol. Zeit 1894. 



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3ia 

zum Innenrande fortsetzt, dabei gleichmäßig und allmählig an 
Breite zunehmend, also ein lang gezogenes spitzes Dreieck 
bildend. Die Breite dieser Binde beträgt am lonenrande 
5 mm, also mehr als ein Viertel der Länge des Innenrandes; 
in Folge dessen berührt die innere Grenze dieser Binde die 
Mittelbinde der HinterflQgel, was bei der Stammform Lysühous 
nicht der Fall fat, indem die Binden hier meist 2 — 3 mm von 
einander entfernt bleiben. Der kleine rothe Fleck an der 
Wurzel der VorderflOgel fehlt auf der Oberseite. 

Die Gestalt der Binde der Hinterflttgel ist wie bei Lysühous 
und reicht nur etwas über die Flügelmitte hinaus. Sie besteht 
aus sechs weißen Flecken, einer (doppelt so groß als die 
übrigen) in der Mittelzelle, deren äußeres Drittel einnehmend, 
vier daran anstoßend in den Zellen 3 bis 6, von denen der 
in Zeile 4 der kleinere ist, und einer in Zelle 7 am Vorder- 
rande. Sie sind alle mir durch die feinen schwarzen Rippen 
von einander getrennt. Die rothen Randflecke sind in der 
Mitte stark eingeschnürt und in den Zellen 5 l^is 7 undeutlich, 
nur aus feinen zerstreuten Stäubchen bestehend. 

Die Unterseite ist wie oben, auf den Vorderflügeln zeigen 
sich zwei rothe Fleckchen an der Wurzel, die Hinterflügel 
haben drei solcher Fleckchen, ferner einen geraden rothen 
Streifen längs des Innenrandes und sieben deutliche rothe 
Randflecke. 

Ein weibliches Exemplar. 

5. Papilio eztendatns n. sp. 

Steht ebenfalls dem Pap, Lysithous Hubn. nahe, ist aber 
durch die längere, schmälere, bis neben den rothen Fleck am 
Innenrand der Hinterflügel ausgedehnte, weiße Mittelbinde 
verschieden, 

Gestalt und Größe wie bei Lysithous, Körper und Flügel 
schwarz, die Vorderflügel nach außen etwas dünner beschuppt, 
mit einer geraden, tiberall gleich breiten, weißen Binde, die 
vom Innenrande bis ganz nahe an den Vorderrand reicht 
und von schwarzen Rippen durchschnitten ist. Die Breite der 
Binde beträgt tiberall 11/2 — 2 mm. An der Wurzel ist ein 
undeutliches rothes Fleckchen. Die Franzen sind in der 
hintern Flügelhälfte schwarz- und weißgescheckt, auch ist der 
Flügelsaum neben den weißen Franzen in den Zellen 1 b, 2 
und 3 schmal weiß gefärbt. 

Auf den Hinterflügeln setzt sich die weiße Mittelbind^ 
bis neben den rothen Fleck am Innenrande in derselben 
Richtung wie auf den Vorderflügeln fort, und reicht also noch 
weiter als bei Chamissonia Eschsch. (= Bunichus Hübn.) Sie 

Stett entomoL Zeit. 1894. 21* 



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314 

lehnt sich am VordervwMfe hi ihrer halben Breite an die Binde 
der Vorderflflgd an und bestdit aus sieben eimelnen weiften 
Flecken, die durch breit schwarz eingefaBle Kppen vo» ein- 
ander getrennt sind. Besonders breit schwarz ist die obere 
IMscoceliularrippe, welche einen tiden Einschnitt in die Knde 
Uldet. Einer dieser sieben Flecke Kegt in der Ifittekelle sm 
deren Ende, doch ist er nur ein Drittel so groß, als der en^ 
sprechende Fleck bd LyHAöua, und nicht größer s^ der neben 
ihm auf gleicher Höhe liegende Fleck in Zelle 5. Zwei weitere 
Flecke liegen über, drei and»*e unter diesen. Die beiden 
ersten liegen in den Zellen 6 und 7, die drei andern in dea 
ZeUen 2, 3 und 4. Alle diese Flecke haben unge&hr dieselbe 
Größe, mit Ausnahme desjenigen in Zelle 3, welcher lanjp 
gestreckt und mehr als doppelt so groß ist als. die ttbrigeau 
(Der Fleck in Zdle 2 fehlt bei LysiOioui). Neben demselben 
liegt am Innenrande dn quergestellter rother Fleck und am 
Außenrande befioden sich in den Zellen 2, 3 und 4 rothe 
Halbmonde, die in ihrer Mitte stark eingesohnttrt sind. In 
den Einschnitten sind die Franzen weiß, auf den stumpf 
vorspringenden Ecken aber schwarz, ebenso an der mittel- 
mäßig langen, nach außen etwas verbreiterten Schwanzspitze. 
Neben den weißen Franzen ist der Saum auch hier weift 
gef&rbt, so daß auffia.llende weiße Halbmonde den Saum zieren. 

Auf der Unterseite ist die Grund&rbe etwas heller, mehr 
bräunlich, die Zeichnung ist wie oben, jedoch die weiße Binde 
der Vorderflagel nach hinten etwas verbreitert, die der Hinter- 
flügel aber wie oben. Die rothen Randmonde sind auch in 
den Zellen 5, 6 und 7 vorhanden und Überall in der Mitte 
getheilt. Der rothe Streifen längs des Innenrandes der Hinter- 
flttgel und die rothen Flecke an der Wurzel beider Flügel 
sind wie bei LysUhous vorhanden. 

Ein weibliches Exemplar. 

6. Papilio Pomponius HopfTer Stettiner Ent. Zeit 1866 
pag. 25, Honrath Berl. Ent Zeitschr. 1886 pag. 296 Taf. VI 
flg. 4. Zahlreiche Exemplare. 

Die innerhalb der rothen Saummonde liegenden Flecke 
sind an den mir vorliegenden Exemplaren nicht hellgelb, son- 
dern weiß, auch liegen sie in den Zellen 2 bis 6, also mehr 
nach dem Analwinkel hin, als bei der angeführten Abbildung. 
Bei einigen Exemplaren sind sie ganz undeutlich. Auch die 
Saummonde sind überall weiß^ nicht hellgelb. 

Die Vateriandsangabe Mexiko bei der Hopffer'schen Be- 
schreibung beruht vielleicht auf einem Irrthum, da Oodman 

Stttt. entomol. Zeit. 1894. 



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315 

und Salvio diese Art in 4er Biologia Centrali-Americana 
Qicht erwähnen. Ihr Hauptstaodquartier wird die Provinz 
Rio Grande do Sul aein, da mir s^hlreiche Exemplare daher 
vorlagen. 

Die Arten No. 3, 4, 5 und 6 gehören zu einer gemein- 
eehaftliohen Onippei, weil sie alle auf Aer Unterseite der üinter- 
fligel vor 4em Innenrande einen sehmaien rothen L&ngsstreifen 
haben, der den folgenden zwei Arten fehlt 

7. PapiUo Perrl^ebiu Boisd. Sp. geo. I pag. 305. Viele 
Bxemplare. 

Herr Dr. Btaudinger seheint diese Art aus Rio Grande 
do Sul noeii nicht erhaHen zu haben, denn er sagt pag. 15 
e^nes ikotenwerkes: ^Pe^. PenMms kommt in Paraguay 
and Argentinien (naeh Boisduval aueh in Rio Grande do Buf) 
▼of^i Nach der groden Anzahl der in den betreffenden 
(Bendungen enthaltenen Elxemplaren (84) ist er aber dort 
reehi hftuflg. 

8. PapiUo Ayayns Drury. Zahlreiche Exemplare. 

9. Pjipilio Vephalion Oodt. Sin weibliches Exemplar. 

10. PapiUo Cleotai Gray. Ein männliches Exemplar. 

11. Papilio Pompeins Fabr. Einige Exemplare. 

12. PapiUo Lycophron Httbn. Zahlreiche männliche, 
jedoch nur ein weibliches Exemplar (Ari^Aoti# Rog.)- 

13. PapiUo Heotorides Esp. (^ TorgucUkm Esp.). Zabi- 
reiehe männliche, jedoch nur zwei weibliche Exeviplaje. 

Var. melania Oberthür. Etudes d'BntOM. IV. pag. 76 
Taf. ni Fig. 3. Einige weibliche Eixemplare, leider in sehr 
schlechtem Zustande. Die Zeichnungsanlage ist gerade wie 
bei Heetarides $, nur fehlt die weifte Binde auf beiden Flügeln. 
Man kann jedoch ihre Lage auf den YorderflOgeln erkennen, 
indem die Grundfarbe an der Stelle der Binde nicht ganz so 
tief schwarzbraun ist, als auf dem übrigen Theil des Flügels« 
In der oben citirten Abbildung ist die Grundfarbe viel zu hell 

fehalten, auch die rothen Flecke nicht lebhaft genug gemalt, 
^rner tritt die helle Linie vor dem Auftenrande auf der 
Unterseite der VorderflOgel, welche man in der Abbildung 
kaum erkennen kann, bei den mir vorli^enden Exemplureo, 
als hellgelbe scharf begrenzte Linie sehr deutlich hervor. 

14. PapiUo Tkoai L. Häufig, viele Exemplare. 

15« Pft^iUo Pisdttsiltns L. Ebenfalls häufig und in vielen 
Exemplaren. Bei einzelneB Stocken ist die vierte Btade, von 
der Wurzel aus gereobnet, sehr kurz und reicht nur bis zur 
SubkoeUjjs. 

Stett. eatomol. Zeit 18M. 



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f3M 



Pieriden. 



16. Pereute Antodyca Boisd. (Euterpe Antodyca Boisd.)- 
Öp^c. G^n. I pag. 407. Eine Anzahl Exemplare, jedoch nur 
wenige Männer. 

17. Pereute Swaupusonü Gray (Eaierpe Swainsonü Gray). 
Viele Exemplare in beiden Geschlechtern, daher ziemlich häufig. 

Diese beiden Arten sind sich,, besonders im weiblichen 
Geschlechte, sehr ähnlich und werden wohl oft mit einander 
verwechselt. Es scheint mir daher nicht überflüssig zu sein, 
wenn ich ^.uf die Kennzeichen beider etwas genauer eingehe. 

Gemeinsam haben beide fast gleich große Arten in 
beiden Qeschlecbtern: die schwjarzbraune Grundfarbe auf beiden 
^Flt^eln, die blaugrau bestäubte Wurzelhälfte der Hinterflagel, 
,^ eiche Färbung sich etwas über den Innenrand der Vorder- 
flügel ausdehnt, diQ zixiuoberrothe breit« Binde auf der Unter- 
seite der Vorderflügel, welche von der Mitte des Vorderrandes 
bis zum Außenrand in Zelle 2 und 3 zieht, ferner zwei oder 
drei zinnoberrothe Flecke an der Wurzel der Hinterflügel auf 
der Unterseite und ebenda am Vorderrande derselben -Flügel 
einen langen schwefelgelben Fleck. Ferner haben die Weiber 
beider Arten auch auf der Oberseite der Vorderflügel eine 
breite rothe Binde, die durch die schwarzen Rippen in Flecke 
getrennt ist. Bei den Männern beider Arten besteht diese 
Binde aus kleinern, weißlichen oder blaugrauen, fein schwarz 
bestäubten Flecken, die stellenweise einen schwach rosafarbigen 
Schein annehmen. 

Die Unterschiede beider Arten bestehen dagegen in 
folgenden Merkmalen: 

a. bei beiden Geschlechtern: 

1. Die untere Discocellularrippe der Vorderflügel ist bei 
Aniodyca etwas kürzer als die mittlere Discocellularrippe, 
hei Sücainsonii ist umgekehrt erstere etwas länsjer. In 
den Hinterflügeln findet bei letzterer Art dasselbe Ver- 
hältnis zwischen den beiden genannten Rippen statt wie 
in den Vorderflügeln, bei Antodyca sind sie in den 
Hinterflügeln gleich lang. 

2. Der schwefelgelbe Fleck, den beide Arten auf der Unter- 
seite der Hinterflügel am Vorderrande haben, ist bd 
Swainsonü doppelt so lang als bei Antodyca und bei 
ersterer Art auch auf der Oberseite vorhanden, und 
zwar bei beiden Geschlechtern. Bei gewöhnlicher Span- 
nung ist er hier allerdings nicht sichtbar, da er im vor- 
dem Theil der Zelle 8 liegt und durch die Vorderflttgel 

Stett. entomol. Zeit. 1894. 



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317 

V \ bedeckt ist, biegt man aber den Vorderflügel vorsichtig 
in die Höhe, so sieht man ihn. Bei Antodyca fehlt dieser 
Fleck auf der Oberseite vollständig beim Mann and 
T)eim Weibe. 

• 3. Bei Antodyca <J befindet sich an der Wurzel der Mittel- 

zelle der Vorderflttgel auf der Unterseite ein mehr oder 
weniger deutHches rothes Fleckchen, das beim Weibe 
nur aus wenigen Schuppen besteht. Bei Swainsonii findet 
sich dieses Fleckchen bei beiden Geschlechtern nicht vor. 

b. beim männlichen Geschlecht: 

1. Bei Antodyca ^ ist die Spitze der Vorderflttgel und der 
Innenwinkel der Hinterflttgel mehr vorgestreckt, daher 
sind die Flügel etwas lönger und schmäler als bei 
Swainsonii ^. 

2. Bei Avtodyea <J zieht auf der Oberseite der Vorderfltigel 
ein bläulich grauer Längsstreif von der Wurzel des 
Innenrandes durch die Zellen 1 a, 1 b und 2 bis zur 
Wurzel der Zelle 3 und vereinigt sich hier mit der aus 
dem Vorderrande kommenden Querbinde. Bei Swain- 

1 sonii ^ zieht der bläulich graue Längsstreif nicht in die 
Höhe, sooderii bleibt am Innenrande in der Zelle la 
und dem hintern Theil der Zelle Ib und reicht bis in 
. die Nähe des Innenwinkels, 

3. Die erwähnte durch die Mitte der Oberseite der Vorder- 
fl^gel ziehende Fleckenbinde ist bei Swainsonii ^ weiB 
gefärbt mit schwach röthlichem Schimmer, welcher 
durch die ^othe Binde der Unterseite veraplaßt wird, 

r , dabei stark schwarz bestäubt und undeutlich begrenzt. 
Bei Antodyca ^ ist dagegen die vordere Hälfte dieser 
Binde bläulieh grau und nur der hintere, in Zelle 2 
und 3 liegende Theil ist weißlich mit viel schwächerem 
röthlichen. Schimmer. 

4. Bei ÄrUodgpß ^ befinden sich in den Zellen 4 bis 8 vor 
. der Vorderflügelspitze auf der Oberseite fünf bläulich 

graxie Längsstrahlen, von denen der mittlere in Zelle 6 

am längsten ist. Bei Swainsonii ^ befindet sich davon 

keine Spur. 

5: Bei Antodyca ^ stehen oben auf dem Saume der Hinter- 

,flttgel sechs bläulich graue Staubflecken in den Zellen 

• ' Ic bis 6, der erste und letzte zuweilen klein und un- 

deutlich, bei Swainsonii ^ sieht man davon ebenfalls nichts. 

67 Auf der Unterseite der Vorderflügel ist die zinnober- 

rothe Mittelbinde bei Swainsonii <? breit und nimmt deti 

äußern Theil der Mittelzelle ein. Bei Antodyca $ tritt 

Stett. entomol. Zeit. 1894. .;. 



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318 

sie ^ dagegen nichl in die MitteheUe and ist in Folge 
deeaen in ihrer vorderen Hälfte viel schittleg. Dagegen 
sind hier an Stelle des Mmgrauen Lingestreifens der 
Oberseite zwei zinnoberrothe Flecke im der Wursel- 
hftlfte der Zelle Ib und 2 yorlfinden, welohe bei Swim- 
amm ^ feUmi. 

c. beim weiblichen Geschlechte: 

1. Der AuBenrand beider Flflgd ist bei Antod^ca $ etwas 
stärker weltenfdrmig gebogen. In den Einschnitten liegen 
am Saume der ffinterflttgel kleine ABhäufungen von 
bläidich grauer Bestäubung., wovon man bei Bwaimsom $ 
nichts sieht 

2. Die liittelbinde der Yorderittgel ist bei Aidodffca $ auf 
der Oberseite ebenso lebhaft zinnoberroth ab auf der 
Unterseite, bei Swainäomi $ ist dagegen diese Binde auf 
der Oberseite mehr rosenroth, zuweilen in der vordem 
Hälfte blaA oder weltlich roth. 

3. Bei Är^oäyea $ ist diese Binde in dar vordem Hälfte 
etwas bretter, so daB sie einen kleinen Tkeil der Zelle 6 
bedeckt. Bei dwainsimi $ ist letzteres nicht der Fall^ 
dagegen tritt sie bei einen meiner Exenplare mit einem 
schmalen Fleckchen in die MittelzeUe ein. 

4. Die blaugraue Bestäubung auf der Oberseite am Innen- 
rande der Vorderflügel rächt bei iStsatnsoim $ nicht so 
weit nach auAen als beim Mann, bei drOodifoa $ ist 
sie aber nur auf die Wurzel beeehränkt. 

Die Gröfte wechselt 
bei Antodyea ^ von 29 mm bis 37 mm Vorderflügellänge. 

^ 8wain»onn^ ,, 31 ^ ^ 86 „ „ 

18. Archonias Bithys Httbn, Hehrere Exemplare. 

19. Oismorphia Astyocha Hübn. Ein Exemplar. 

20. Oismorphia MeUte L, Einige männliche Exemplare, 
welche zu derjenigen Form gehören, welche Boisduval als 
var. A in seinen Sp^cies O^n^ral I pag. 423 erwähnt, und 
bei der die schwarze Längsbinde unterhalb der Mediana der 
Vorderflügel beinahe ganz verschwunden ist. 

Ich bezeichne diese Form als var. Cbrisso. Die Grund- 
£srbe ist beller citrongelb als bei MeUU, weniger ins Chrom- 
geU>e ziehend. Die gelben Flecke in der schwarzen Spitae 
sind gr<^Ber und meistens ^u einem Fleck vereinigt Der 
ecbwarze Fleck in der Mitte des Vorderrandes ist kürzer und 

Bkm, eatomol. Z«ic. ISMk 



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319 

sobinftler. Bei eioera Bxemplar fehlt die erwähate .sehwsrte 
LiUigtbinde unterhalb der llediana gaoa^ nur tritt der eohwarae 
AuAeDraad als stumpfe Spitae nach kukm vor« Bei den beiden 
andern Exemplaren sind als Rudimente dieser Binde noeh ein 
sohwarses Fleckoben in Zelle 2 und ein etwae größerer Fleok 
in Zdle Ib sichtbar. Die Hinterflttgel haben nur in Zelle 4 
bis 6 einen sobmalea sehwaraen Außenrand, während der- 
selbe bei der Stammform viel breiter ist und ^ch bis in die 
Nähe des lanenwiDkela erstreckt. Auch auf der Unterseite 
ist die Grundfairb« heHer eitroagelb als bei MelUe. Diese Form 
nl^hert sich der CitnnifUm Feld, aas Yeneanela; jedoch hat 
Letztere viel breitere Vorderflügel, indem der Außeiiraiid der- 
•dbea 8(ark nach außen gebogen, und auch der Voi^errand 
unterhalb der Spitze stärker gewölbt ist Bei MelUe und vaf. 
Clariam ist der Außenrand fast gerade. Bei CUrineUß fehtt 
auch die stumpfe Spitze des schwarzen Außenrandes in 2ielle 2 
und der Fleck in der Mitte des Yorderrandes ist nur ganz 
klein, indem er nicht Ober die Subkostalis hinausreicht 

21. Dismorphia Qrisia Drurj. Wenige weibliche Exem- 
plare. 

22. Dismorpliia Thermeiia Godt Bipige Exemplare in 
beiden Oeschlechtern. 

23. Dismorpliia Dills Boisd. Zwei weibliche Exemplare. 

24. Dismorphia Vehemia Boisd. Hehrere Exemplare. 

25. Bnrema Arbtla Httbn. Bin männliches Exemplar, 
das sich ron gewöhnlichen Stfloken dieser Art dadurch 
unterscheidet, daß auf der Unterseite die Spitze der Vorder- 
flOgel und der Außenrand der Hinterflflgel nicht roth be- 
stäubt sind. 

26. Enrema Bera Dbl. Einige Exemplare. 

27. Boreauk Sinoä Godt. Einzelne Exemplar& 

28. Pierii Antodice Httbn. In Mehrzahl in beiden Ge- 
schlechtern, 

29. Pieris Henaote Boitd. Sp^. G^ I pag. 517. Ein 
männliches Bxemplar. 

30. Pieris Antomate Burm. Desc. phjs. de la BApnbl. 
Aigeotiae V pag. 8} PI IV Fig. 11. Bin männliches 
Exemplar^ 

31. Catoptüia Enbale L. Einige Exemplare. 

82. CaAepsilia Pkilaa L. Einzelne Exemplare, darunter 
dn Weib mit wenig Roth am Rande der Hinterfittgd. 

38. Catopsilia Argaate Fabr. Mehrere Exemplare. Das 
darunter befindHclie weibliche Exemplar hat nicht die gewöhn- 
liche orang^elbe Grundfarbe, wie es Butler in seinen LepM. 

Stttt. eotomol. Zeit. 18M. 



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320 

Exot. Taf. 44 Fig. 4 abbildet, und wie ich mehrere Stttoke 
aus mehr nördlichen Gegenden Südamerikas besitze, sondern 
^8- Itat citroDgelbe Grundfarbe, stimmt aber sonst in der Zeich- 
nung damit ttberein. 

Var. Hersilia Gram. Mehrere Exemplare. Das darunter 
befindliche Weib ist ebenfalls nicht hellorangegelb, wie es 
Butler Lep. Exot. Taf. 39 Fig. 8 abbildet, sondern hat auch 
citrongelbe Grundfarbe. 

34. Catopsilia Gipris Fabr. Wenige Exemplare. 

35. Catopsilia Trite L. Wenige Exemplare. 

36. Colias Lesbia Fabr. {Pi^rrothea Httbn. Zutr. 365, 366). 
Mehrere Exemplare. 

Var. Heliceoides Capr. Ann. Soc. Ent. Beige 1874 pag. 13. 
Ein weibliches Exemplar. Ist von der rothgelben weiblichen 
Stamrhform durch schwefelgelbe Grundfarbe verschieden. 

Danaiden. 

37. Danais Erippus Cram. Aeufterst gemein, die Zahl 
der übersandten Exemplare betrug an 600. ~ 

^ , 38. Danais Gilippus Gram. 18 Exemplare. 
39. Itnna Ilione Cram. Einzelne Stücke. 



Neotropiden. 

40. Methona Themisto Hübn. Mehrere Exemplare. 
' 41. Mechanitis Lysimnia Fabr. Einige Exemplare. 

42. Ceratinia Euryanassa Feld.- Wenige Exemplare. 

43. Ceratinia Eupompe flübn. In Mehrzahl. * 

44. Dircenna Dero Hübn. Zahlreich vertreten. 

45. Dircenn^ Ehoeo Feld. Ein Exetoiplar. 

46. Episcada Bylvo Hübn. Einige Exemplare. 

47. Episcada Hymenaea Prittw. illhofnia Uymenaea Prittw. 
Stett. Ent. Zeit. 1865 pag. 136). Mehrere Exemplare. 

r > 4B;'Lencpth3r]is Philoclea Hew. {Ithom^a Philodea Hew. 
Exot. Butt. I Ithom. Taf. 9 Fig. 50). Wenige männGche 
Exemplare. 

• 49. Lencothyris Munda Weym. {Ithomia Munda Weym. 
Stett. Ent. Zeit. 1875 pag. 372 Taf. I Fig. 4). Einige weib- 
liche Exemplare. Ich war anfönghch g^[ieigt, diese Munda 
als das Weib zu I%iloclea Hew. zu ziehen,- da aber Hewitson 
die Abbildung seiner Philodea für eid Weib erklärt (vergl. 
den Text zu d^r oben eitirten Tafel), so müssen bei Pküociea 
beide Geschlechter gleich gezeiclwiet sein, und Munda wird 
fjs besondere Art bestehen bleiben können. 

50. Pseudoscada Adasa Hew. Ein weibliches Exemplar. 

stett. entomoL Zeit. 1894. 



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aai 



'1 



' Acraeiden. 

51. Aatinote Thalia L. Viele- Exemplare. 

Heliconiden. 

52. Heliconins Pliyllis Fabr. Zahlreiche Exemplare. 

53. Eneides Aliphera Gpdt. Ein Exemplar.. 



Nymphaliden. ' 

, . 54. Golaenis Julia Fabr. Zahrreiche Exemplare. 
o5. Dione Juno Cram Mehrere Exemplare. 

56. Dione yanillae L* Viele Exemplare. Bei einem der 
Weibier ist die schwarze Farbe sehr vorherrscheDd. 

57. Dione Poeyi Butl. Einzelne Exemplare. 

58. Enptoieta Clandia Cram. Mehrere Exemplare» 

59. Pliyciodes Jlavia Godt. Mehrere Exemplare. 

60. Phyciodeg Ortbia Hew. Drei Exemplare in beiden 
GeBcblechtern. 

61. Phyciodes (Eresia) Lansdorfi Godt. Ein Exemplar. 

62. Hypanartia bella Fabr. (^ZabuUna Godt.) Viele 
Exemplare. 

63. Hypanartia Letbe Fabr. Viele Exemplare. 

64. Pyrameis Terpsichore Philippi. Viele Exemplare. 
! 65. Jnnonia Lavinia Gram. Sehr viele Exemplare. 

66. Anartia Jatropbae L. Wenige Exemplare. 
. i 67. Anartia Amalthea L. Zahlreiche Exemplare. 
68. Victorina Stelenes L Mehrere Exemplare. 
.69. Victorina Trayja Hübn. In Mehrzahl. 

70. Ageronia Perentina Godt. (^Febma Hübn.) Sehr viele 
Eixöpiplare. 

71. Peridromia Fornax HUbn. Einzeloe Exemplare. 

72. Peridromia Epinome Fdd. Zahlreiche Exemplare, 

73. Didonift Biblis Fabr. Mehrere Exemplare. 

74. Myscelia Orais Dr. Einzelne Exemplare. 

75. Ennica Margarita Godt. Einzelne Exemplare. 

76. Cybdelis Phaesyle Hübn. Zwei Exemplare. 

77. Epipbile Orea Hahn. Einijire Exemplare. 

78. Temenis Agatha Fabr. Einige Exemplare. 
,79. Callioore Candrena Godt. Zwei Exemplare. 

*8Ö. Callicore Elinda- Guen. Lep. du Mus6e de Gen^ve 
pag. 17. Sehr viele Exemplare. 

81. Gatagramma Pygas Godt. Einige Exemplare. 

82. Haematera Pyramns Fabr. Zahlreiche Exemplare. 

Stett. eDtomoL Zdt. 1894. 



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832 

83. Smyma Blomfleldis F^br. Zahlreiche Exemplare. 

84. Megalnra Coresia Godt Mehrere Exemplare. 

85. Megatora Peletu Sulzer; Hehrere Exemplar^. 

86. Dynamine Agaoles Dalm. Ein Exemplar. 

87. Bynamine Hjrrbima Dbl. Zahlreiche Exemplare. 
S8. Dynamine Titbia HUbo. Einige Exemplare. 

89. Dynamine Hylitta Cram. Hehrere Exemplare. 

90. Adelpba Calliphicla BuÜ. (Cjffkerea Gram. 376 C D). 
Einige ESxemplare. 

91. Adelpba Syma Godt. In Mebrzalü. 

92. Adelpba Mytbra Oodt. Ein Exemplar. 

93. Cblorippe Sarapbina tittbn. Tiele i^emplare, jedoch 
nur vier Weiber. 

94. Cblorippe Cyane Latr. Mehrere Exemplare. 

95. Cblorippe Laura Drury iSeüna Batas). Bäjiigf Exem- 
plare in beiden Geschlechtern. 

96. Cblorippe Vaonna Godt. Einige Exemplare. 

97. Cblorippe Agathina Cram. In MehnsahL 

98. Cblorippe Znnilda Godt. Wenige Exemplare. 

99. Anaea Xonms Fabr. Mehrere Exemplare, 
100. Prepona Deniopbon L, Ein Exemplar. 



Morphiden. 

101. Mofpho Catenarlns Ferrj {EpiHrapkit Hübn.). In 
Mebrsabl. 

102. M^rpha A&axibia Bsp. Wenige Exemplare in beiden 
Geschlechtern. 

103. Morpbo Aega Hübn. ZaUreiche raftnnliehe Exem- 
plare, aber nur ein Weib. 

104. Morpbo Cytberii Godt. var. T%amyrU Feld. ZaU- 
reiche männliche Exemplare, die sich von der Stammform 
Oythifia dadurch uoterschaiden, daft auf dem Rande beider 
Fltlgel ziemliob große dunkelbraune Dreiecke stehen. Audi 
sind die HinterflOgel mehr gerundet, und die Orundhrbe etwas 
dunkler ah bei OyAeris. 



Brassoliden. 

105. Opsipbanes Inyirae Habn. Mehrere Exemplare» 

106. Synastor Darius Fabr. Mehrere Exemplare. 

107. Caligo Martia Godt Zwei Exemplare. 

108. Erypbanis Beveesii Doubl. Einige Exemplare. 

Statt, eatonol. Zeit. 18M. 



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Satyriden. 

100. Tiiiphone macnlata Hopff Sielt. Eni. Zeit. 1874 
pag. 360. Zwei Exemplare. 

110. Euptyohia Hermei Fbbr. Einzelne Exemplare. 

111. Svptyohia mvioota BulL Ein Exemplar. 

112. Taygetis Tj^hiiBA Kabo. Hehrere Exemplare. 

113. EteoBa Tiaiphame Boiad. Mdurere Exemplare in 
beiden Geschleehtem. Boisduval beschreibt diese Satjride 
irrlhümlich beim Genus Euterpe anter den Pieriden. Die 
H&nner yariiren in der Zeichnung der VorderflOgel^ da Exemr 
plare vorkommen, welche von der weißlichgelben Flecken- 
binde auf der Oberseite dieser FlOgel keine Spur «eigen, da^- 
gegen haben die Weiber diese Flecke gröKer und deutlicher 
und auch die Binde der Hinterflttgel ist breiter. Ein ganz 
abweichendes Exemplar bezeichne ich als 

Yar. Vnlpecula. Größe und Gestalt desselben ist ganz 
wie bei Tisiphone $. Auch die Zeichnung ist ähnlich, jedoch 
ist dieselbe nicht weißlichgelb, sondern zum größten Theü 
roslÜBirb^ röthlichbraun (in derselben Färbe, wie sie sich bei 
SXuM Lefebvrei zeigt). Die Grundfarbe der PlQgel ist schwarz- 
braun. Von der erwähnten Rostfarbe sind auf den Vorder- 
flügeln: 

1. ein Streifen in der Mittelzelle, nahe an die Mediana 
gerückt, der wurzelwärts stark dunkel bestäubt ist, 

2. ein nach außen zweispilziger Fleck in der Mitte der 
Zelle Ib, der wurzelwärts in einen Stiel ausläuft und 

3. ein kleinerer, länglicher, an beiden Enden zugespitzter 
Fleck in der Mitte der Zelle 2. 

IMe Obrigen Zeichnungen der Vorderflügel sind schwefel- 
gelb und zwar vier Flecke hinler der Mitte in einer Reihe 
vom Vorderrande bis zu Zelle 3, und zwischen diesen und 
der Spitze noch drei Punkte in den Zeilen 3, 5 und 6, von 
denen nur der in Zelle 5 scharf hervortritt, die übrigen beiden 
undeutlich sind. Auf den Hinterflügeln ist die breite Mittel- 
binde ganz rost&rbig. Sie hat ganz dieselbe Gestalt wie bei 
Tisiphone, einschließlich des etwas abgetrennten Fleckes in 
Zelle 4, nur reicht sie etwas weiter wurzelwärts. 

Auf der Unterseite ist Vulpecula ganz schmutzig ockergelb 
gefärbt mit einem bräunlichen Ton, die schwarzen Rippen, 
Flecke und Längsstrahlen zwischen den Rippen sind wie bei 
Tisiphone, jedoch sind die silberweißen Strahlen und Flecke 
nicht vorhanden und von der bräunlich ockergelben Grund- 
fiarbe verdrängt worden. 

Ein weibliches Exemplar. 

statt entomoU Zeit 1884. 



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394 

Libytheiden. 

114. Libytbea Carinenta Gram. Einzelne Exemplaie. 

Eryciniden. 

115. Limnas Lyoisca Hew. Einige Exemplare. 

116. Syminachia Argiope Oodt Ein Exemplar. 

117. Emesis Tenedia Feld. Ein Exemplar. 

Lycaeniden. 

118. Theda Phydela Hew. Einige Exemplare. 

119. Thecla Melibaeus Fabr. Einige Exemplare. 

120. Thecla Tepbraens üübn. Ein Exemplar. 

121. Thecla Gelelata Hew. Ein Exemplar. 

Hesperiden. 

122. Thymele Eoryoles Latr. In Mehrzahl. 

123. Thymele Megacles. 

Ooniurus Megacles M^bille Le Naturaliste 1888 No. 27 p. 99, 
NoVitates Lepidopterologicae pag. 26 PI. 4 Fig. 1. Bin 
Exemplar. 

124. Thymele Proteus L. Mehrere Exemplare. 

125. Thymele Annns Fabr. Ein Exemplar. 

126. Telegonus Alardns Stoll. Ein Exemplar. 

127. Telegonus Blasins. 

Eudumus ßlasius Piötz Stett. Ent. Zeit. 1882 pag. 91. 
Ein Exemplar. Plötz giebt nur Cuba als Vaterland an, die 
Art ist also weiter verbreitet. 

128. Pyrrhopyge Acastns Cram. Einige Exemplare. 

129. Pyrrhopyge Xanthippe Latr. Ein Exemplar. 

130. Pyrrhopyge Gnetns Fabr. 2 Exemplare. 

131. Pyrrhopyge Malis Godm. und Salvin Proc. ZooL 
See. 1879 pag. 153 PI. 14 Fig. 1. Ein Exemplar. 

132. Carystns Silanion. 

Hesperia Silanion Plötz Stett. Ent. Zeit. 1882 pag. 442. 
Ein Exemplar. 

13^. Pamphila Athenion Hübn. Einzelne Exemplara 

134. Pamphila Phaeomelas Hübn. Einzelne Exemplare. 

135. Hesperia Sjrrichtns Fabr. Wenige Exemplare. 

136. Aohlyodes Thraso Httbn. Ein Exemplar. 

137. Aohlyodes Busirus Cram. Ein Exemplar. 

138. Aohlyodes Melander Cram. Ein Exemplar. 

139. Aohlyodes Thrasybnlns Fabr. Ein Exemplar. 

140. Helias Phalaenoides Hübn. Ein Exemplar. 

Stett. entomol. Zeit 1894. 



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325 

B. Heterocera, 

Sphingiden. 

141. Theretra (Chaerocampa) Tersa L. Eio Exemplar. 

142. PMlampelns Satellitia L. Ein Exemplar. 

143. Bilndia brevimargo Butl. Ein Exemplar. 

144. Bilndia corallina Druce. Ein Exemplar. Diese 
Art kommt also nicht bios in Mexiko und Guatemala, sondern 
auch in Südamerika vor. 

145. Cocytins (Amphonyx) Clnentins Cram. Ein Exemplar. 
i4H. Phlegethontins (Protoparce) mstica Fabr. Mehrere 

Exemplare. 

147. Phlegethontins (Protoparce) Lncetins Cram. Mehrere 
Exemplare. 

148. Bilophonota Elle L. Mehrere Exemplare. 

Sesiiden. 

149. Melittia cyaneifera Walk. Ein Exemplar. 

Zygaeniden. 

150. Isanthrene nstrina Hübn. Zwei Exemplare. 

• Arctiiden. 

151. Cyanopepla (Otaridea) jncnnda Walk. Mehrere 
Exemplare. 

152. Enplesia (j^ct^r/q) geometrica Feld. Reise der Novara 
Taf. 102 Fig. 6. Ein Exemplar. Dasselbe ist etwas größer 
als die citirte Abbildung. Felder giebt Guyana als Vaterland 
an. Die Art ist also weiter über Südamerika verbreitet. 

153. Lencopsnmis Circe Cram. Einige Exemplare. 

154. Thebrone hilara n. sp. 

Steht der Theb. leucophaea Walk. (Flora Butl. Lep. Exot. 
Taf. 61 Fig. 9) und der llieb. ceriaHi Druce Biol. Centr. Amer. 
Taf. 11 Fig. 11, 12 in Bezug auf Zeichnung der Vorderflügel 
nahe, doch ist der Verlauf der Binde der Hinterflügel ganz 
verschieden. 

$ Länge des Körpers 23 mm, eines Vorderflügels 28 mm. 
Der Körper ist einfarbig glänzend blauschwarz, nur stehen 
zwei Paar weiße Punkte zwischen den Augen und auf dem 
Halskragen und ein Paar desgleichen auf dem Thorax. Der 
After führt einen rothgelben Querstrich. 

Stett. entomol. Zeit 1894. 



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926 

Die Vorderflttgel haben dunkelgraobrauDe oder oliven«- 
färbte Grundfarbe mit einem ockergelben Punkt an der 
Wurzel. Etwas vor der Mitte bei ^/j der Flflgellänge zieht 
ein Mihwarser zackiger Qiierstreifen vom Yordenrande zum 
Innenrande quer durch den Flügel Er bildet z^wei Zackeik 
nach innen und drei Zacken nadi auSen. Der mittlere der 
letztern ist der größere und Hegt auf der Mediana beim 
Ursprung der Rippe 2. Dieser Streifen ist am Yorderrande 
ebensoweit von der Wurzel entfernt, wie am Inneorande. 
Ein zweiter solcher QuersCreifen li^ etwas hinter dar Mitte. 
Er beginnt am Yorderrande mit einem großen schwarzen 
Fleck, der auf der Schlußrippe der Mittelzelte liegt, reicht 
auf Rippe 4 in der Ntiie der Mediana am weitestea nach 
außen, und nähert sich dann dem ersten Querstreifui, mit 
dem er von Rippe 2 ab parallel verläufL Zwischen beiden 
Querstreifen zeigt sich in der Mittelzelle ein blaßröthlicher 
Schein, der durch den carminrothen Fleck der Unterseite 
verursacht wird. Dann folgt eine gelblich weiße, nach innen 
röthlich angeflogene Binde, die etwaß 'einwärts ^bogen von 
3/ 8 des Yorderrandes zur Mitte des Außenrandes zieht, von 
den schwarzen Rippen durchschnitten wird und dieselbe Gestalt 
hat wie bei Leucophaea Walk. Die Flflgelspitze ist außerhalb 
dieser Binde dunkelbraun, nach außen etwas heUer ia die 
Grundfarbe fibergehend. Ebenso gefllrbt ist der Innenwinkel 
unterhalb der weißen Binde. Dieses dunkelbraune Feld am 
Innenwinkel zieht sich einwärts bis in die Nähe der erwähnten 
zweiten zackigen schwarzen Querbinde, nur einen schmletlen 
Streifen der Grundfarbe freilassend. Fflnf kleine gelblich 
wei&e Punkte stehen au( dem Saume dicht an der schwarz- 
braunen Saumlinie in den Zellen Ib, 2, 5 und 6, und zwar 
in der erstgenannten 2^1e zwei, in den flbrigßn je einer. Die 
Franzen sind dunkelgraubraun. 

Die Hinterflttgel sind in der Wmzelhälfte und am Außen- 
rande schwarzbraun, hinter der Mitte mit einer lebhaft zinnober- 
rothen (fast carminrothen) Biade^ die nach vorne flieht 'über 
Rippe 7, und nach hinten nur wenig über Rippe 1b hinaus* 
reicht, also weder den Yorderrand noch den Innew*aad he> 
rtkhrt. In ihrer Mitte ist sie beinahe rechtwinklig umgebogen 
und an ihren beiden Enden in Zelle Ic und Zelle 6 doppelt 
so weit vom Saume entfernt, als in der Mitte in Zelte 3^ wa 
diese Entfernung nur 2 mm beträgt. Sie ist von den schwarzen 
Rippen durchschnitten und neben ihrer breitesten Steile in der 
Mitte liegt noch ein rother Fleck am Ende der MittelzeUe. 
Die Franzen sind schwarz. 

Stett. entomol. Zeit. 1894. 



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327 

Auf der Unters^te sind beide Flügel schwarzbraun, nach 
aufteu etwas heller. Beide Flügel haben an der Wurzel einen 
rothen Fleck. Vor dem Schluß der Mittelzelle der Vorder- 
flOgel liegt in der Mitte des Yorderrandes ein zinnoberrother 
E^ck, der nach vorne in Orangegelb überg^t. Hinter dem- 
selben Hegt eine orangegelbe, nach innen ins Zionoberrothe, 
nach auBen ins Ockergelbe übergehende Binde, die der Lage 
der widften Binde der Oberseite entspricht, jedoch nicht bis 
an den Yorderrand racht. Die weiBHch gelben Punkte vor 
dem Saum sind wie oben. Die Hinterflügel sind unten fast 
ganz einfarbig schwarzbraun, auBer dem erwähnten rothen 
Fleok an der Wurzel zeigen sich nur wenige zerstreute 
Stttubchen der rothen Binde der Oberseite, die nur in den 
^ Zdlen 3 bis 4 einen etwas hervortretenden Fleck bilden. 

Ein weibliches Exemplar. 

155. Phaloe Omenta Hübn. Zahbeiche Exempfore in 
beiden Geschlechtern. 

156. Phaloe Teilina n. sp. 

$ Länge des Körpers 22 mm, eines Yorderflügels 24 mm. 
Der Körper oben schwarz, der Halskragen mit zwei roth- 
gelben Flecken, der Hinterleib an den Seiten gelblichgrau mit 
einem schrägen schwarzen Seitenstrich auf jedem Ringe und 
^iner geraden schwarzen Seitenlinie darunter, unter welcher 
der Bauch hellockergelb gefilrbt ist. Brust und Beine sind 
ebenfalls hellockergelb. 

Die Yorderflügel sind schwarzbraun, an der Wurzel etwas 
ockergelblich bestäubt. Yon der Mitte des Yorderrandes zieht 
bis in Zelle 2 eine schwefelgelbe, stark schwarz bestäubte 
undeutlich begrenzte Querbinde. Vor der Spitze liegen zwei 
durchsichtige gelbliche Glasflecke in 2 mm Entfernung vom 
Saume gerade untereinander. Die Rippen sind im ganzen 
Flügel schwarz gefärbt, ebenso die Franzen. 

Die Hinterflügel sind schwefelgelb mit einem Stich ins 
Ockergelbe, mit breitem schwarzen AuBenrand. Auch der 
Vorderrand ist bis an die Subkostalis (Rippe 7) schwarz, 
geht aber wurzelwärts in Braun über. Ein schwarzer Streif, 
der vom Yorderrand über die SchluBrippe der Mittelzelle 
zieht, trennt von dem gelben Wurzelfelde zwei Flecke in den 
Zellen 5 und 6 ab. Der AuBenrand ist in Folge dessen in 
der Mitte in Zelle 3 am breitesten, circa 6 mm breit, dagegen 
in den Zellen 5 und 6 nur 4 mm breit und endigt am Linen- 
winkel ganz schmal. Nur wenige schwarze Stäubchen ziehen 
sich am Innenrande hinauf, jedoch ist die dem Innenrand 

statt, entomol. Zeit. ISdi. ^^ 



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328 

zunächst gelegene Rippe 1 a fein schwarz und die Mediana 
ebenfalls schwarz. Auch die Franzen sind schwarz, in deo 
Zellen Ib und Ic zum Theil gelb geftlrbt. 

Die Unterseite gleicht der Oberseite fast ganz, nur ist die 
Binde durch die Mitte der Yorderflügel rein schwefelgelb, nicht 
schwarz bestäubt. Die Vorderflügel haben an der Wurzel 
des Vorderrandes einen 5 mm langen rothgelben, und unter- 
halb der Mediana einen 7 mm langen schwefelgelben Längs- 
streifen, auch erstreckt sich in der Wurzelhälfte der Hioter- 
flttgel die schwefelgelbe Färbung bis an den Vorderrand. 

Ein weibliches Exemplar. 

Auf den ersten Blick sieht diese Art der Dysschema 
(Pericopis) Lud/er Butl. Lep. Exot. Taf. 61 F. 1 ziemlich 
ähnlich, sie ist aber durch das Entspringen der Rippen 3 
und 4 der Hinterflügel auf einem gemeinschaftlichen Stiele 
aus der Mediana, sowie durch die vielmehr nach der Spitze 
gerückte äußerste helle Binde der Vorderflügel von Lud/er 
verschieden. Außerdem besteht diese Binde bei TelUna aus 
zwei, bei Lucifer aber aus vier Flecken. Durch beide Merkmale 
nähert sich Tdlina aber den PÄo/oe-Arten Verania, Hehtes und 
Troetschi Druce Biol. Centr. Amer. Heter. Taf. 11, die aber 
in der sonstigen Zeichnung ganz verschieden sind. 

157. Daritis (Taxila) sacrifica Hübn. Zutr. 473, 474. 
Chehnia Crucifera Perty. Ein Exemplar. 

Lithosiden. 

158. Utetheisa (Deiopeia) omatrix L. Ein Exemplar. 

Antiloba n. g. 

Die Palpen überragen den Kopf um eine Augenlänge 
nach vorne, das dritte Glied ist kurz, kegelförmig. Der Rüssel 
ißt so lang wie der Thorax, die Fühler sind bis zu ihrer Spitze 
fein gekämmt, von zwei Drittel der Länge der Vorderflügel, 
die Augen im Verhältniß ziemhch groß, kahl. Der Hinterleib 
überragt die Hinterflügel um ein Drittel, die Beine sind nicht 
länger als der Körper, die Mittelschienen mit End spornen, die 
Hinterschienen mit Mittel- und Endsporuen. 

Auf der Unterseite der Vorderflügel liegt zwischen Mediana 
und Submediana nahe an der Wurzel eine eirunde knotige 
Verdickung, mit scharfem Rande. Dieselbe ist mit feinen, 
schwefelgelben Haaren bedeckt, die in der Längsnchtung des 
Flügels glatt anliegen, aber nicht über den Rand der Ver- 
dickung hinausgehen. In der Umgebung des Knotens ist der 

Stett. entomol. Zeit. 1894. 



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329 

Flügel mit hellfleischfarbigen Haaren dicht besetzt, jedoch 
einen schmalen Rand rund um den Knoten frei lassend. Die 
Mediaoa ist sehr nach vorn gerückt^ und läuft bis au dicken 
Knoten neben der Subkostalis. Die Mittelzelle bleibt daher 
2 mm von der Flügel wurzel entfernt. An der Subkostalis 
liegt schräg vor dem Knoten die Scheide der Haftborste. 
Rippe 2 entspringt neben dem Knoten aus der Mediana, 
Rippe 3, 4 und 5 entspringen aus einem Punkte am untern 
"Winkel der Mittelzelle, Rippe 6 und 7 aus einem Punkte 
aus dem vordem Winkel der Mittelzelle. Die obere und 
untere Discocellularrippe fehlen daher, und die mittlere Dis- 
cocellularrippe bildet in ihrem untern Theil einen wurzel- 
wäi'ts gerichteten Winkel, Rippe 8 aus Rippe 7 und zwar 
bei der halben Länge derselbien entspringend. Rippe 9, 10 
und 11 nebeneinander aus der Subkostalis hinter dem SchluB 
der Mittelzelle. Die Kostalis (Rippe 12) reicht von der Wurzel 
bis zu 2|3 der Flügellänge. 

In gewöhnlicher Flügellage sieht man von dem Knoten 
nichts, da er von dem weit vorspringenden Vorderrand der 
Hinterflügel überdeckt ist, nur beim Emporheben des Hinter- 
flügels kommt er zum Vorschein. Dieser vorspringende Lappen 
der Hinterflügel bildet eine halbkreisförmige Seheibe, die an 
ihren Rändern fein behaart, in der Mitte ihrer Oberseite, 
gerade da, wo sie den Knoten unmittelbar berührt, kahl und 
glänzend ist. Dieser Lappen sitzt nur an der Wurzelhälfte 
des Flügels, die äußere Hälfte des VordeiTandes der Hinter- 
flügel verläuft bis zum abgerundeten Vorderwinkel gerade. 
Die Mittelzelle der verhältnißmäßig kleinen Hinterflügel ist offen. 

Diese Gattung ist durch den Knoten der Vorderflügel und 
durch die vorspringenden Lappen der Hinterflügel von allen 
mir bekannten Lithosiden verschieden. 

159. Antiloba camea n. sp. 

Diese Art hat einige Aehnlichkeit mit Ammatho (Hypocritä) 
rubricostata H.-S. Exot. 439. rj Länge des Körpers 10 mm, 
eines Vorderflügels 12 mm, eines Hinterflügels 8 mm. 

Körper oben goldgelb, Thorax röthlich fleischfarbig ge- 
m^ischt, die Augen braun, Palpen goldgelb, Mittelglied der- 
selben an den Seiten mennigroth, Endglied unten mit dunkel- 
brauner Längslinie, Fühler heilockergelb, fein gekämmt. Hinter- 
leib oben breit mennigroth, unten goldgelb. Vorderbeine gold- 
gelb, Mittel- und Hinterbeine blasser gelb, die Vorderschienen 
mit mennigrother Kante. 

Die Grundfarbe der Vorderflügel kann man röthlich 
fleischfarbig nennen, da diese Farbe den größten Theil des 

Stett. entomol. Zeit. 1894. 22* 



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3^0 

Flügels eiDDimmt. Von der Mitte des Vorderrandes 'zieht zur 
untern Hälile des Äußenrleindes schräjg Über den 'Flügel eine 
breite goldgelbe Binde, die nicht weit vom Äufienrände stark 
eingeschnürt und in der 'Flügelmitte dünner beschuppt ist, so 
daß der 'Flügel hier halb durchsichtig erscheint. Am Vdrder- 
rande beträgt die Breite dieser Binde über 1/3 der FlUgellän^e, 
bei der erwähnten Einschnürung iaber nur 1 mm und atn 
Außenrande wieder über 2 mm. Das Wurzelfeld ist geg^n 
diese Binde bräunlich eingefaßt, auch zeigen sich einige bräun- 
liche Staubfleckchen in demselben. Auf der Miite des Innen- 
randes liegen zwei kleine eirunde, goldgelbe Flecke über- 
einander. An derjenigen Stelle, in der Nähe der Wurzel, wo 
der oben bei den Gattungs-Charaktereh erwähnte Knoten sitzt, 
reibt sich der fleischfarbige Staub leicht ab und es entsteht 
iiann ein dritter goldgelber Fleck. Auch die durch die 
Binde abg^renzte fleischrothe Flügelspitze ist an ihren Bän- 
dern braun eingefaßt. Die Franzen sind goldgelb. 

i)ie Hinterflügel sind einfarbig goldgelb ohne Zeichnung. 

Auf der Unterseite sind die Farben blasser und der Mittel- 
raum der VorderflOgel noch mehr von Schuppen entblöftt als 
oben; im Uebrigen ist die Zeichnung dieselbe wie auf der 
Oberseite. Wurzel und Innenrand sind mehr rosenroth ge&rbt, 
die Binde und die Hinterflügel blaß ockergelb, ebenso der 
Knoten der Vorderflügel und der denselben überdeckende 
Lappen am Vorderrande der Hinterflügol. 

Ein männhches Exemplar. 

Cyllopodiden. 

160. Phaeochlaena tendinosa Hübn. Einige Exemplare. 
Druce stellt in seiner Biol. Centr. Amer. diese Gattung zu den 
Euschemiden vor die Uraniden und Oeometriden. 

161. Üyces angülosa Walk. Zwei Exemplare. 

162. Brachyglene (Josid) anriflamma Hübn. Mehrere 
Exemplare. 

Lipiariden. 

163. Eloria festiva Cram. ^Penora fesHva Walk.). Eäki 
Exemplar. 

Ceratocampiden. 

164. Adelocephala skbangtilata Herr.-Schäff. £iXot. Fig. 
304, 305. Ein Exemplar. 

Stott. entomol. Zeit 1894. 



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165. Attacns Jacobaeae Walk. Zahlreiche Exemplare 
in beiden Geschlechtern. 

166. Attacns Orizaba Westw. Ein Exemplar. Dasselbe 
stimmt mit Exemplaren dieser 4^* ^^^ Mexiko vollständig 
überein. Die Art ist also weiter über Sticjamerika verbreitet. 

167. Automeris mbicnnda Schaus Amer. Lep. 1^1. HI 
F^g. 1. Ein aiännliclpes ]t£xem^p]ar. 

Lasiocampiclep. 

168. Phricodia Calchfts Cram. ^Dirphia Calchas Walk.). 
Zvt^ei männliche Exemplare. 

169. ||irpMa (Ormscodea) |Sjiolina Feld, l^ovara Taf. 90 
Fig. 4. Ein männliches fexepplar. Felder und ^irby geben 
nur Venezuela als Vaterland an. Außer dieseip Exemplar 
aus Rio Grande do Sul habe ich noch ein anderes Männchen 
^us der brasilianischen Prpyinz Paranä erhalten. Ai^cl^ diese 
Art ist dtiiier weiter (Iber Südapieri^Q^ verbreitet. 

170. Artace alma n. sp. 

Steht der Artace punctistriga Walk. nahe. 

(J Ls^nge des Körpers 17 mpi, ^ine? Vorderfltigßls 14 mwi. 

Gestalt, Fühler und Ripoenverlauf der Flügel sind ^ie 
Ijei PMUcfistrigay doch ist der ^interle|b etw?is mehr gestreckt. 
E|ie schwarzen Punkte auf den Rippen der Yprder^tigel, 
welche Punctistriga kennzeichnen, sind aber nicht vorhanden. 
Die Grundfarbe des Körpers und beider Flügel ist weiß, die 
Fi(|iiler sind gelbbr^Hu, bis zur Spitze gekämmt, pie Vord^y- 
flQgei haben einen schwärzlich giauen undeutlioh begrenzten 
Fleck auf der Sehlußrippe der Mittelzelle. Zwischen der 
Wqi-zel und diesem IJittelfleck liegen drei, saumwärts vor^ 
dejins^lbe^ poch vier bräunlich gr^ue wellenförmige Quer- 
slr^eifen. Die dem Mittelfleck an seiner äußern Seite zunächst 
liegenden zwei Streifen liegen etwas näher zusammen als die 
qbirigen und bilden mit dem Mittelfleck ein etwas dunkleres 
Mittelfeld. An denjenigßp Stelleq, wo di^Q zwei Streifen ^i^ 
SubkoataUs kreuzen^ stehen auf letzterer zwei feine dunkel- 
braune kurze Striche. Die übrigen Querstreifen stehen in 
gleicher Entfernung yon einai^d^r und der erste an der Wurzel 
ist auf deq Plpp^p d^nkeH)r«^un gefl^^skt. Aift Saunte pteh^p 
kleine bräupliob gmue Flecke zwischen den Bippen. 

Die Hinterflügel sind ganz weiß mit einem ver\iraschenen 
bräunlich grauen Fleck in der Mitte. 

Stett. entomol. Zeit. 1894. 



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332 

Auf der Unterseite sieht man von den Wellenlinien nichts, 
beide Flügel sind hier weiB mit einem verwaschenen bräunlich 
grauen Fleck in der Mitte. 

Ein männliches Exemplar. 

Noctuiden. 

, 171. Letis (Symia) Hypnois Hübn. Samml. Mehrere 
Exemplare. 

172. Latebraria Amphipyroides Ouen. 8pec. O^n. VII 
Taf. 17 Fig. 2. Ein Exemplar. 

173. Erebus odora L. Mehrere Exemplare. 

Deltoiden. 

174. Bescipha obtnsa Walk. Cat. Bd. 34 pag. 1195, 
Druce Biol. Cent. Amer. Heter. Vol. I pag. 486 Taf. 40 
Fig. 21, 21a. — Ein weibliches Exemplar dieser kennt- 
lichen Art.*) 



*)Anmerkungr. Da in dieser Gattung nur eine Art bekannt 
ist, und ich eine zweite dahin gehörige aus Jamal ca erhalten habe, 
so kann ich letztere wie folgt charakterisiren: 

Rescipha subviolacea h. sp. 

$ Länge des Körpers 15 mm^ die Palpen außerdem noch 5 mm 
schräg nach oben vorragend, Länge eines Vorderflügels 20 mm. 
Größe, Gestalt des Körp« rs und der Flügel gerade wie bei Ä. oUusa, 
auch die lang vorstehenden, schaufdförmigen, oben etwas zurück- 
gebogenen Palpen, der Rückenschopf, die vortretende Spitze der 
Vorderflügel, die Ecken auf den Rippenenden und die Ausbuchtung 
zwischen Rippe 1 und 2 derselben Hü^el sind gerade wie dort, nur 
der zweite Zahn am Innenrand derselben liegt etwas weiter nach 
außen. Die Färbung und Zeichnung i«t indessen verschieden. Der 
Rücken ist mehr ledergelblich grau, der Hinterleib hellergrau. Die 
Vorderflügel sind durch zwei, an den Rändern verwaschene, bräunlich 
violette Querbinden in drei Felder githeilt Die erste Querbiude liegt 
vor ^/3 der Flügellänge und ist in der Mitte etwas nach außen gebogen, 
die zweite liegt vor ^/g der Flügellänge und bildet hinter der Mittel- 
zelle einen großen, und nahe am Innenrande einen kleinen Winkel 
nach außen, und zwischen beiden einen abgestutzten Winkel nach 
innen. Das Wurzelfeld ist violettgrau, beinahe ebenso dunkel wie 
die Binde, so daß es sich von ihr kaum unterscheidet, das Mittelfeld 
ist ledergelblich ^rau, das Saumfeld ist wieder violettgrau, gegen die 
Spitze etwas ins Ledergelbe übergehend, mit einem khiuen schwefel- 
gelben, rostroth gekernten Fleck vor dem Ausschnitt in Zelle 2. 
Letzterer ist auch bei Oltusa vorhanden, nur noch kleiner. Die Kante 
des Vorderrandes ist schmal weiß. Am Innenrand sind die Franzen 
zwischen dem ersten und zweiten Zahn rothgelb, am übrigen Flügd 
veilgrau mit rostfarbenen Spitzen, nur zwischen den Einschi.itten am 
Saume ist ihre äußerste Sp.tze fein weiß. Ueber den ganzen Flügel 
breitet sich ein schwacher seidenartiger Glanz aus. 

Die Hinterflügel und die Unterseite sind wie bei Oltusa. — 
Jamaica, ein weibüches Exemplar. 

Stett entomoL Zeit. 1894. 



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333 



Uraniden. 



175. Coronidia (Coronis) Japet Blanch. Guy. R^De ADim. 
Ins. Taf. 145 Fig. 3. Ein Exemplar. 

Geometriden. 

176. Panthera (Pantherodes) pardalaria Hübo. Zutr. 335, 
336. Einio:e Exemplare. 

177. Bumia inqnietaria Maass. StUb. Reisen pag. 155 
Taf. Vn Fig. 23. Ein Exemplar. 

178. Heternsia (ScordyUq) qnadrnplicaria Hubn. Zutr. 
603, 604. Mehrere Exemplare. 

Elberfeld, Anfang Februar 1895. 



Sebmetterlinge ans SQd-Sban-tang 

von 
Direktor Dr. A. Seitz, Frankfurt a. M. 



Was mir heute Veranlassung zu nachstehenden Zeilen, 
giebt, ist eine kleine Collection von Lepidopteren, die der 
Missionar Herr Dr. Klapheck, 8. J., mit dem ich seinerzeit in 
Hongkong sammelte, mir gütigst übersandte. So geringen 
Werth die Publikation einer an Arten nicht reichen Collection 
auch sonst haben mag, so glaube ich für diese kleine Arbeit 
doch darum einiges Interesse beanspruchen zu dürfen, weil 
sie ein geographisch wichtiges Gebiet betrifft. 

Die Südgrenze der paläarktischen Region in Ostasien ist 
noch heute nicht gezogen und doch muß sie sich leichter 
und präciner ziehen lassen, als irgend eine andere fannistische 
Grenze. Man nahm lange Zeit stillschweigend die Südgrenze 
des Amurgebietes für die Südgrenze der ganzen paläarktischen 
Region; später rechnete man ^Nord-China^ hinzu, bezeichnete 
aber damit praktisch die Mongolei, denn alle Nord-Chinesischen 
Schmetterlinge wurden von den Bearbeitern der paläarktischen 
Region ignorirt. Staudinger bezeichnete seinen Katalog als 
den des „europäischen^ Faunengebiets, und mit dieser Be- 
zeichnung wurde das ^paiäarktische'* Gebiet mehr und mehr 
identifizirt. Dies geschah auch mit Recht, denn wenn das 
europäische Faunengebiet sich überhaupt nicht auf Europa 

Stett eDtomoL Zeit 1894. 



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334 

und seine Inseln beziehen soll, so muB es das paläarktische 
Gebiet umfassen, und zwar nicht zu einem beliebigen Theil, 
sondern ganz. 

Die Museen, welche ihre Sammlungen nach ^Faunen^ 
zusammengesteckt hatten^ sowie die Sammler, beschränkten 
sich früher auf Europa, dann kam das angrenzende Asien 
hinzu, später gar das Amuriatid und die japanteohe Insel Jeso, 
dann auch die Mongolei und Tibet., 

Nord-China wurde, wie erwähnt, stets ala, p^äarktisch 
angeführt, aber seine Arten in allen Katalogen und Scmheht 
langen aus diesem^ Gebiet^ we^e^usseii^ M«D€fhe/ Schmetter- 
linge, welche von Liebhabern gerae gezüchtet wurden, wie 
z. B. ÄcUas sehne, wurden in dea Handelslisteo stets außer- 
halb der paläarktischen Fauna aufgeführt und in den Samm- 
lungen zu den „Exoten^ gesteckt, und doch ist selene (var. 
rdngpoana Fldr.) in ganz Nord-China gemein. Ein auf der 
Versammlung der Deutschen Zoologischen Gesellschaft zu 
Berlin (1892) von mir angestellter Vei-such, die Grenze 
zwischen paläarktisobem und indischem, Gebiet dvirch Ziffern- 
vei^leiche festzustellen, wurde, wie es scheint, nicht für über- 
zeugend genug gehalten, oder wenigstens praktisch bei den 
Entomologen nicht berücksichtigt. 

Von der Willkürlichkeit und der unwissenschaftlichen 
Aii^assung kann man sieh ^nen Begriff maoheE^ weni^ man 
die Sammlungen derjenigetn Sammler durchmustert, die ^faju* 
nistisoh^ sammeln, d.h. ihre Arten n(K<h den Gebie^n ordnen, 
und: sich dabei — horribile dictu — naoh dcyn Handel&- 
liBten richten.*) So kommt es d^nn, daß. sie Ex:,emplare 
des- xuthu» aus Japan unter den Paläarktikern stecken haben,. 
Bisemplare des maehaon aber, am gleichen Orte gej^mgen» 
unter den — Indoauatraliern! Oft entscheidet qi^r die leichte 
Beziehbarkfiit respektive der billige Preis, ob ein 8chi»etter- 
ling paläarktisch ist oder nicht, da viele Sammler ihrep Stqlz 
darin, suchen,, eine „ziemlich vollständige paläarktische Samm- 
lung^ ZU; besitzen. Der PapiUo macil&ntus z. B, jS^det sieb 
nir^nds int den Sammlungen des paläarktischen Gebietes, ein- 
gereiht, während er in einemi; andern doch überbawpt nicht 
vorkommt und so geht ea vielen, Arten, die nicht häufig^ in 
dem Handel kommen. 

Diese menschliche Schwäche, lieber einer Art ibr% 
Eeämathsberecktigung abzusprechen, als der eigenen Sammlung 

^) Staadinger selbst hat wiederholt betont, daß er seine Handels- 
liste nicht als eine faanistische Zusammenstellung, sondiern als ein rein 
praktischen Zwecken dienendes Verzeichniß angesehen- wissen woüe. 
Stett. eutomol. Zeit 1894. 



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33& 

die Vollstäodigkeit^ ist recht zu bedauero^. und ßihrt uBpar* 
teiiscbe Foi^h^r htofig genug io InrÜiümeu. Sie orWfti?t viele 
literarißohß Curioßik, aber sie eataobuUigt sie ai»hfc. Bia 
Wjerhi d^ Daoh Sanunlungen gearbeitet i&t^ deren Stöche 
w.eder mit Vc^terlaods- noch/ Datumsangaben versehen sind, 
wird sich nipht (:Ui>ef ein Dilettanten-Maohwerk erheben^ und 
dabei ntttoen solche E^peotorationen dem Anaehen des Dilettan- 
tismus nichts, sie schädigen es vielmehr. 

Leid^ sind die faunistiscben Arbeiten über Ostasien recht 
ditrftig gewesen; erat vor Kjurzem hat &taudinger in seiner 
grjUadlichen Arbdit Ub0r- dae Amurgebiet eine größere Anzahl 
von Daten gegeben, die ihm zumeist durch seine direkten^ 
Bezüge yon ostasiatischen Lepidopteren ermöglicht wurden« 
Das Gebiet von Shan-tung, das in der folgenden Arbeit be- 
sprochen werden soll, hat er indessen nicht in den Bereich 
seiner Betrachtungen, gezogen; es liegt auch weit genug vom 
Amur ab. 

Der „Hwaog-Ho^ (=^ gelbe Welle) ändert beUanntlicb 
zuweilen seinen Lauf. Früher verließ er bei Eai'-fong den, 
35f) Breitegrad und w;andte sich südlich, um bei Ngan-tung 
ins Meer zu fließen. Später floB er hiqfer Kai-fong naclv 
Nordo^en und mündete in den J^arschen südlich der Grenze 
von Be-tschi-li. Vor mehreren Jahren suchte er theilweis^ 
sein altes Bett wieder auf. Grauenhafte Ueberschweaunungen^ 
bei denen Hunderttausende von Menschen umkamen, begleitetei^ 
diesen Vorgang. Dew Land, das zw^isphen diesen beiden^ 
Wasserläufen des Hw.ai^-Ho liegt, beißt Shan-tung; es erstrecl^ 
sieh in. einer spitzen Halbinsel ins gelbe Meer hinein und sein^ 
Fauna mag mit der, des gegenüberliegenden Korea die größte 
Verwandtßchstft haben; bevor aber die Beziehungen zwischen 
.dbai Lande Shan-tung und seinen Nachbar-Distrikten charak- 
ienairt werden, naag eine kura^e Besprechi^ng (Jer mir l^is jetzt 
jlJbersandl^:! Arten folgen. 

1, Fapflio ^iitbTl9 yar. xnthulus. 

Bei dieser Art lautet die Frage: wo hört xuthus auf und 
ft^gt xuthulus an? Bremer beschrieb als „xuthulas^^ die Früh- 
lingsgeneratiou von xutjms aus dem Bureja-Gebirge; er hiek 
sie aber für eine eigene Art, wie auch die ersten Beobachter 
Äraschnia prorsa und levana för zwei verschiedene Schmetter- 
Mngsarten hielten. Von einer Cramer'schen Abbildung des 
xuthus unterscheidet sich allerdings Biemer's xuthulus sehr, 
aber an anderen Orten als im Bureja-Gebirge gleichen sich 
die Unterschiede m^hr aus. Sohon in Japan^ wo, der xuthus 

Stett. entomol Zeit 1894. 



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336 

zu den allei^ewöhDlicbsteD Schmetterlingen gehört, wird die 
Frühlingsform so gioß und dunkel, daß sie einen Uebergang 
zwischen dem burejanischeu xuthulus und dem typischen xiähu^ 
bildet. Mit dieser Form haben die Shan-tung-Stflcke große 
Aehnlichkeit, nur daß die Orangeförbung auf der HinterflOgel- 
Unterseite etwas dfirftiger ist. In der Größe schwanken sie 
zwischen kleinen xuthulus und größeren Frühjahrsstücken von 
Japan. 

Eine andere Mittelform erhielt ich, als ich einst einige 
in Japan genährte xvthus-Fuipipen mit mir nach dem südlichen 
China nahm. Sie hatten sich im Oktober verpuppt und 
würden, in Japan belassen, erst im April des nächsten Jahres 
xuthiiluS'V9,\ter gegeben haben. So aber entwickelten sie sich 
im warmen Klima im Dezember; sie haben fast die Größe 
eines xutkuSy aber die lichte Zeichnung eines xuthulus. Die 
beträchtliche Größe ist sehr auffallend, denn diese hängt ja 
meist von der Verpuppungszeit der Raupe ab und ist somit 
im Puppenzustande schon gegeben. Bei meinen chino-japar 
nischen Stücken scheint aber eine durch die tropische Wärme 
hervorgerufene, energischere Ausdehnung der Flügel statt- 
gefunden zu haben. Denn erstens haben sie viel spitzere 
Flügel als die japanischen xuthulus*^ und zweitens ist die 
Beschuppung merkwürdig dünn, gleich als ob sie ursprünglich 
für die Bedeckung einer so großen Flügelfläche nicht vor- 
gesehen gewesen wäre. 

Die Raupe von Pap. xuthus erinnert durchaus an die 
anderer indischer PapiHo'iden, besonders an die der pammon- 
Gruppe. Grün, mit einigen weißen, z. Th. dunkel geringelten 
Querstreifen und weißen Seitenflecken über den falschen Füßen, 
fällt das Thier so wenig auf, daß man angestrengt nach ihm 
suchen muß, trotz seiner großen Häuflgkeit. In Japan fand 
ich die Raupe an dem überall zu Hecken angepflanzten Aegle 
sepiaria. Pryer giebt noch Xanthoxjlon schinnifolium als 
Futterpflanze an. 

Sericinns telamon var. telemachns. 

Staudinger hat unzweifelhaft recht, wenn er**) nur eine, 
stark variirende AH der Gattung Sericinvs annimmt. Alle 
bisher als „gute Arten^ aufgefaßten Formen haben nur den 
"Werth von Lokal Varietäten, Generationsformen und Geschlechts- 
dimorphismen. Die tekmachus von Schan-tung, von denen die 



^) Das eine Exemplar hat sogar anffalleiid vorgezogene Flügel-' 
spitzen. 

**) Romanoff, Möm. sur. 1. L^pid. VI. p. 58. 
Stett. entomol. Zeit. 1894. 



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337 

meisteD mit der StaudiDger'schen Beschreibung genau über- 
einstimmen, zeigen, daß sich ihr Färbungstypus keineswegs in 
dem ani^egebeoen engen Rahmen hält. Der rothe Fleck in 
der dunkeln Subapicalbinde der Vorderflügel kann fast ver- 
schwinden und die Flügelbasis, besonders am Innenrande der 
Vorderflügel, so stark dunkel bestäubt sein, daß man auch 
bei einzelnen tdemachua von einer schwarzen Flügel basis reden 
kann. — Seriiinvs ist, ebenso wie Thais und Lhhdorfia, eine 
ausschließlich paläarktische Gattung, die sich nur wenig über 
den 30. Breitegrad hinaus nach Süden verbreiten dürfte. 



Colias simoda. 

Simoda ist nichts weiter als die östliche Varietät der 
C hyah. Ich fing sie in allen möglichen Größen und 
Variationen im Mai in Shang-hai und wieder in zweiter Gene* 
ration im Juli. Die Weibchen können dabei gelb wie die 
Männchen sein, oder auch weißlich, wie die %a/e- Weibchen 
bei uns. Dieser Dimorphismus geht überhaupt durch alle 
Welltheile. Wo unsre C. edusa sehr häufig ist, wie in Por- 
tugal und Italien, trifft man nicht selten die weiße Weibchen- 
fofm helke. In Argentinien habe ich mir Notizen gemacht 
über die Zahlen Verhältnisse beider Formen (der weißen äcä- 
ceoides und der gelben ksHa) und beide gleich gefunden. — 
Die C. simoda habe ich auch viel in Japan gefangen, wo sie 
an Disteln und Klee fliegt. Die japanische Form — mit der 
übrigens die Shan-tung;Stücke ganz identisch sind, ist als 
polioqraphus beschrieben worden. Sie fliegt dort fast ohne 
Unte brechung das ganze Jahr hindurch. In Nord- und Mittel- 
japan verschwindet sie erst Ende Oktober und taucht im 
Februar schon wieder auf. 



Terias mandarina. 

Unter diesem Namen wurde diejenige Form beschrieben, 
deren blaßgelbe Flü<>el ganz oder fast ganz ohne schwarzen 
Saum sind, an dessen Stelle sich nur zuweilen einige dunkel 
rostfarbene Fleckchen finden. Ich kann au« eigener Erfahrung 
nur soviel sagen, daß T. manda'ina eine sogen. Winlerform 
eines andern Schmetterlings sein muß, als welchen ich die 
nordische Form der weitverbreiteten T, htcabe ansehe. — Ich 
fing meine erste mandarina Ende September am Mino-Wasser- 
fall unweit Hiogo und noch Ende November flogen die Thiere 
lustig umher. 

Stett. entomol Zeit. 1884. 



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33Ä 

In Shang-hai fliegt orientoHs im April und Kai in einer 
Form, die durch geringe Gröfte sowie durch das mattß Sehwan 
der Vorderflügelspitze und -punkte unsrer rapae nahe kommt; 
aber sie zeigt — besonders im weiblichen Geschlecht — 
immer noch deutliche Unterschiede:^) ie weiter man in den 
Sommer kommt, desto mehr entfernt sich die orientaHs von 
der rapae und zeigt im Juli sogar durch die beträchtliche 
Größe und die Intensität des Schwarz äuBerfich Aehnliehkeit 
mit brassicae (= crudvora Bd. ?). Die Shan-tung-Stücke, 
deren ich fQnf vor mir habe, gleichen etwa den Shang-hai- 
Exemplaren, die ich dort Ende Juni fing; sie haben die Größe 
von rapae^ aber eine dunklere und breiter schwarze Vorder- 
flügelspitze, ßutler's claripenm von Shang-hai ist sicher nur 
eine Aberration, hei der die schwarzen Flecke der Unterseite 
oben verschwinden. 

P^füri9 da|i>Udice. 

Dieser Schmetterling ist in China nicht selten. Ich be- 
sitze Stücke aus Tien-tsin, Peking und Shan-tung. Es scheint, 
daß ein so intensiver Saisondimorphismus wie bei uns (Mk- 
dice — daplicüce) dort nicht besteht. Leider sind meine Stücke 
nicht datirt^ doch scheinen sie (!er Größe nach beiden Gene- 
rationen auzugehören. Wenn dem so ist, zeigt die chinesische 
heUicUce-Form eine nur wenig mehr weiße Oberseite, als die 
Sommerform, auch ist der schwarze Mittelfleck der Vorder- 
flügel weniger reduzirt als bei unsrer belUdice. 

Argynnis niphe. 

In der reichen Collection fand sieh nur ein Stück, 
und zwar ein Weibchen mit weißer Apiealbinde. Man kann 
es sonderbar finden^ daß die M/)Äe-Weibcheu in Shan-tung 
e^pe weiße Bit^de haben, denn diese is( eiqe mimetisch^ Er- 
i^pheinung, eine I^achbildung von Danais ehrffsippu^ d^fi^eo 
Raupe sich und ihren Falter durch die Aufuahipe d^ gift^an 
Asclepiadeensaftes schützt. Folgerichtig sollte die weiße Bin4^ 
der niphe Uberall da fehlen, wo sie nicht mit dem cÄry^ippi^ 
oder einer ähnlich gefärbten Danaide zusammenfliegt. lc\k hi^be 
^uoh ein solches Weibchen hier vor mir, das kejne Spur einer 



*) Vor allem die ausgedehnte Schwarzfärbung der Vorder^ 
flügelbasis. 

Stett. entomol. Zelt. 1894. 



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339 

VtiBen Binde zeigt; es stb^mmt aus einiär Gegend Austrsüiens, 
'wo keine entsprechende Danaide vorkömmt. WarUm VÄ- 
'schwitiäiöt die Binde in *CHina nicht? 

£*ar dedjeüigen, der fh Odtasiien geskmmett hat, )schenlt 
die Antwort auf diese Frage nicht schwer. Argyrmia niphe 
ist überall iin pal&arktidchen Gebiet ein seltner. Schmetterling, 
während sie innerhalb der Wendekreise in vielen Gegenden 
recht zahlreich auftritt. Die nordischen Stücke sind aller 
Wahrscheinlichkeit nach iTachkommen solcher Exemplare, die 
sich über ihr eigentliches Gebiet, das orientalische, hinaus ver- 
breitet haben. In Hongkong (indische Fauna) ist rUphe noch 
häufig und fliegt dort mit Danais pkxippua (pernjüa) zu gleicher 
Zeit und an gleichem Orte, so daß ich zuweilen erst im Netz 
bemerkte, daß ich keine Danaide^ sondern eine weibliche 
niphe gefangen hatte; in Shang-hai i6t niphe eine vereinzelte 
Seltenheit. In Nagasaki sah ich im Herbst täglich einige 
niphe, im nördlicheren Yokohama wird sie von Pryer äIs 
,)Seiten^ bezeichnet. Es scheint also, daß niphe kaum nörd- 
licher geht als die braunen Danaiden, daß sie wenigstens im 
paläarktischen Gebiet zu wenig heimisch ist, um ein eigenes 
Gepräge, den ungewohnten Verhältnissen entsprechend, an- 
zunehmen. 

Grapta c-anrenm. 

Von der Sommerform liegt nur ein Stück vor, das auf- 
fallend klein ist. Auch die im Oktober erscheinende Herbst- 
form (var. pryert) ist dort klein, während ich vom nahen 
Peking größere Stücke besitze, auch Staudinger bei seiner 
Besprechung der Stücke vom Amur eine auffallende Kleinheit 
dieser Exemplare nicht erwähnt. Der Saisondimorphistaus 
ist bei den chinesischen Stücken ebenso groß, wie bei den 
japanischen. 

Grapta c-album. 

Während die Oberseite aller asiatischen und eur'opäischen 
Stücke nur wenig differirt, zeigt die Unterseite eine Reihe so 
constanter Unterschiede, daß diesem Thier eine Sumnie von 
Naihen gegeben wurde. Intermedia — interposita — hamigera 
— fentoni — Inniger a etc. Da ich über ein großes Material 
verfüge, so seien hier die constanten Unterschiede kurz her- 
vorgehoben : 

Die c-album von Shan-tung haben oben eine lebhaftete 
Färbung wie die Europäer; das Gelb ist feuriger, die dunkeln 
Flecke weniger intensiv schwarz, vor dem Außenrand eine 

Stett entomol. Zeit. 1894. 



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340 

lichte, am Gostalraod ins Weißliche ziehende, submai^nale 
Fleckenbiode. Die Oberseite erhält daher eine entfernte Aehn- 
lichkeit mit egea. Unten sind alle Flttgel mehr einfarbig, kaum 
daß überall eine dunklere Wurzeliiälfte von einer lichteren 
Außenhäute absticht. Das ^C^ ist weit undeutlicher, feiner, 
weniger weiß, oft nur als Haken oder Komma-artiger Strich 
bemerkbar. 

Pyrameis cardüi. 

Es will mir nicht gelingen, auch nur einen Unterschied 
zwischen den chinesischen und den europäischen Stücken auf- 
zufinden, den man für etwas anders als eine zufällige 
Variation ansprechen könnte. Meine ostasiatischen cardkd 
stammen aus Tien-tsin, Peking, Hongkong und Japan, und 
sind alle ziemlich gleich. Auch Stücke von Java und Sumatra 
weichen nicht wesentlich von unsern ab. Die einzige Form, 
die sich unverkennbar von dem cardut-TjpuQ entfernt, ist die 
australische var. kerahawi, die ich bei Melbourne auf öden 
Landflächen häufig antraf. Bei diesen ist schon die Fiügel- 
form eine ganz andere, da der Apex der Vorderflügel lange 
nicht so spitz hervortritt, wie bei cardui. Auch die Grund- 
farbe ist eine verschiedene und constante Differenzen finden 
sich an den Hinterflügeln, deren schwarze Punkte oben blau 
gekernt sind und vor deren gelbgrau und weiß gezeichnetem 
Discus auf der Unterseite ein breites Randband deutlich ab- 
gegrenzt ist. 

Pyrameis indica. 

Daß P. indica in Ost- und SUdasien fliegt, während die 
ihr nahestehende var. mlcanica auf den Canarischen Inseln 
. lebt, ist lange nicht das einzige Curiosum in der Verbreitung 
dieser Familie. Ich erinnere nur an die sonderbaren, isolirt 
stehenden Arten tammeamea, dejanei, abyssinica und gonerilla, 
die gewissermaßen wie versprengte Formen auftreten, und 
deren circumscripter Verbreitungskreis seltsam contraslirt zu 
den ungeheuren Fluggebieten anderer Arten Catalanta, cardui). 

Die indica zeigt biologisch genau dasselbe Verhalten in 
Nord-China, wie atalanta bei uns. Die Raupen leben in Ge- 
häusen von Nesselblättern, erscheinen zweimal im Jahre; die 
Schmetterlinge der zweiten Generation erscheinen sehr spät, 
im Oktober oder gar an warmen Novembertagen; sie über- 
wintern als Falter und fliegen besonders des Nachmittags an 
offenen Stellen, setzen sich kopfunter an Wände, Planken, 
Bäume etc.; sie ziehen den aus Baumwunden fließenden Saft 

Stett entomol. Zeit. 1894. 



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341 

sowie den der Früchte (besonders der Trauben) den Blumen 
TOT u. 8, w. Wie hier bei uns atalanta, so trifift man in 
Ostasien auf Bergspitzen häufig die indica in Gemeinschaft 
mit Pyr» cardui und oft sieht man Gruppen beider Falterarten 
in der Luft miteinander spielen. 

Lycaena orion. 

Schon in dem Werke der beiden Speyer: ^Geographische 
Verbreitung der Schmetterlinge Deutschlands und der Schweiz'' 
wird diese Lycaenide als von Peking bekannt aufgeführt. Die 
Shan-tung-Stücke, von denen mir zwei Männchen vorliegen, 
stimmen in Allem mit europäischen überein; jede besondere 
Benamung ist durchaus überflüssig, d. h. was die zweite 
Generation betrifft. Staudinger beschreibt Exemplare einer 
ersten Generation (var. omata)^ die sich (im Amurlande) sehr 
bedeutend von den typischen orion unterscheiden sollen, kleiner 
und oben mehr licht blau seien. Solche Stücke kommen nach 
Staudinger auch einzeln in Europa vor; ob als Frühlingsthiere, 
geht aus seinen Angaben nicht hervor. 

Orion findet sich zwar in fast ganz Buropa, von Skan- 
dinavien bis zum Mittelmeer stellenweise, aber nicht leicht in 
großer Zahl. Die praktischen ^Schmetterlingsbücher'^ nennen 
ihn, eines dem andern nachbetend, ^wenig verbreitet'', was 
man nicht wohl von einem Thier sagen kann^ das vom Amur 
bis Frankreich und von Schweden bis CJorsika geht. Daß 
es hier nur hie und da, im gemäßigten Asien aber fast überall 
vorkommt, scheint seine Heimath nach dem Osten zu ver- 
weisen. Trotzdem geht es nicht nach Japan. 

Lycaena argiolns. 

Ein Männchen von Shan-tung gleicht ganz genau einem 
solchen von Hankow, das ich Jankowsky verdanke. In Größe 
und Habitus stehen beide zwischen dem europäischen argiolus 
und der japanischen var. ladorides in der Mitte, aber die Augen 
der Unterseite sind um vieles weniger deutlich als bei allen 
andern argiolus. Aus einer Notiz in Staudinger's Amur- 
schmetterlingen,*) wonach die dortigen argiolus mit den Euro- 
päern fast ganz übereinstimmen sollen, scheint mir hervor zu 
gehen, daß im Osten bei argiolus ein Saisondimorphismus be- 
steht; wahrscheinlich sind dann die kleinen, den europäischen 
ähnlichen Exemplare Frühlings-, die andern Sommerfalter. 



*) Romanoff VI, p. 81. 
Stett entomol. Zeit. 1894. 



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342 

Eme vat. hügäU vob arghlus kenne ich nicht, aber es ist nieht 
uattH)gh*oh, äafi Fixsen die Form, die ich hier ans Shan-timg 
und Hfltiko# vor itiir harbe, 8o benannt. 

Lyoaena ai^gfiades. 

Diese Art ist überall in Ostasien sehr gemein und reicht 
südlich bis in die indische Region ('Hongkong). Ich erhielt von 
Shan-tung sowohl die eigentliche argiades als auch die kleine 
Frühlingsform polysperchon. 

Scelothrix maonlatns var. amnrensis ^tgr. 

Bei allen Shantung-Stücken, die mir vorli^en, sind ^tUe- 
vier Flügel oben stark weiß gefleckt, was bei den ji^anischen 
Exemplaren nicht der Fall ist Aber auch die Untersdte 
beider Formen ist sehr verschieden. Alle Stücke aus Shan- 
tung haben auf der Unterseite der HinterflUgel eine schön 
zimmtbraune Grundfarbe gegen ein schmutziges Grüngrau der 
Japaner. Wurzelwärts wird die zimmtbraune Farbe bei den 
Shan-tung-Stücken durch die milchwei&e Basalgegend scharf 
abgegrenzt und nach hinten reicht sie bis zu einer matt an- 
gedeuteten Submarginallinie, die sie vom breit gelbbraunen 
Au Benrand scheidet. Dadurch erhält das Thier eine lebhaft 
gefärbte und scharf gezeichnete Unterseite, die es weit mehr 
von seinen japanischen Verwandten trennt, als dies die oft 
minutiösen Unterschiede der einander nahestehenden euro- 
päischen Angehörigen von ^richthus von einander thun. 

Nisoniades tages. 

Staudinger erwähnt schon die lebhaft weiße Fleckung 
der Unterseite bei ostasiatischen Stücken. Aber auch oben 
sind, besonders auf den Hinterflügeln bei Shan-tung-Exemplaren 
da weiße Flecke, wo sich bei europäischen Stücken nur 
Andeutungen lichter Schattirung finden. Bremer, der übrigens 
auf die Zeichnungs- und Färbungsdifferenzen nur sehr selten 
eingeht,*) verzeichnet gar keinen Unterschied. Tages ist 
übrigens im Amurlande selten und scheint in Japan ganz 
zu fehlen.**) 

Nisoniades iilGlntäntis. 

Das einzige Exemplar, das ich aus Shan-tung erhielt, 
stimmt genau mit der Abbildung Bremer's (1. c. Taf. H Fig. 4> 

*) M^moires de l'Acad. Imp. Sei. St. Petersbourg, 1865, p. 32. 
**) Auch Pryer in seinen „Rhopalocera nihorica" führt ihn nicht auf. 
Stett. entomol. Zeit. 1894. 



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3^43 

tliiterBCheidet sich aber sehr wesentlich von einem Japanischen 
Stück, was äet Bemerkung bei Staudinger (1. c. p. 187), 
wonach „ Japan-Stücke mit Amur-Stücken fast ganz über^ 
emstiaimen^, widerspricht. Allerdi^s habe ich augenbliokli^ 
nur ein japanisches Exemplar vor mir; dieses ist aber viel 
gröBer als das Shan-tung-Stück sowohl, wie auch das in Bremer*8 
Abbildung; es ist lebhaft gezeichnet und gefärbt; die Vorder* 
flügel sind oben in der GostalhäUte des Mittelfeldes lebhaft 
wei^elb, unten sind sie leuchtend ockergelb mit weiS be- 
istäubter Spitze und schwarzbraunen Zeichnungen. Auch auf 
den Hinterflügeln sind beiderseits die Flecke gröfier und 
lebhafter. 

KacYoglosda steUatamm* 

Die Exemplare von Shan-tung unterscheiden sich nicht 
von den europäischen. — Dasselbe gilt von den japanischen 
Stücken. 

Theretra oldenlondiae. 

Diesen weitverbreiteten Schwärmer führt Staudinger unter 
seinen Amur-Faltern nicht mehr auf. Da er aber in Japan 
gemein ist und auch im südlichen China noch häufig vor- 
kommt, so wird er wohl, wenigstens jahrweise, wie unsre 
Th, cel&riOy zuweilen auch nach Norden ziehen und dann be- 
stimmt am Amur zu treffen sein. Das einzige Stück, das 
ich aus Shan-tung erhielt, ist ein großes Weibchen mit starker, 
weißer Thoraxzeichnung. Diese letztere ist übrigens bei den 
jf^ere^ra- Arten vielfach individuell. So besitze ich von der 
nähen Tk. japonka Stücke ohne jeden Medianstreif auf dem 
Thorax, und solche mit deutlichem Mittelstreif, der sich in 
den des Abdomens fortsetzt. Die Staudinger'sche var. suifuna 
dürfte (der Abbildung nach) eine nur unwesentlich verschiedene 
Lokalform von japonka sein. 



So manchem eifrigen Lepidopterölogen mag die hier be- 
sprochene Collection von Schmetterlingen recht unansehnlich 
und lückenhaft erscheinen. Der aber, welcher in China 
gesammelt hat, wird sie höher schätzen. Die Schwierigkeiten 
im himmlischen Reiche zu sammeln sind eben ganz besotiders 
große und Land und Leute dort gabz dazu angethan, dem 
eifrigsten Entomologen die Lüs(; an seiner Beschäftigung zu 
rauben. Was das Land selbst angeht, so ist in großen 

Stett. entomol. Zeit. 18M. 28 



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3«4 

JDi«fcrikiAD der Wald volbtämlig ausgerottet Die Uob^völkerupg 
.maißht das Laid kiMtbar^ so daB dborall Saatfelder aogela^ 
^önd, wo solebe aueh' nur irgead gedetfaen k^oneo. Blumige 
'Waktwieseft, lichte Wäkl^^ lAit Buschwerk uad Qppiger 
¥t^etatk)a bewachsene Bergabhäoge, kunu» alle«, was um 
.gute Fangpläitoe bieten kteBia^ &ß^ ^ tat obiaesischeo Ftaeh- 
■hiade nidbt Dag^ea bildel iki gaiube Ebene eiu wogea^es 
Kornfeld/ YOQ dem eopgi&Uig jede Kornblume, jedes Ua- 
4rfiulebeii afageleeea «ad selMm bdm Kehnen veroiehtet wird, 
ia einer solobea Gegeiul kaoa laao sieh natttrijch oieht 
.Irahreit Verzweifelnd stand ieb oft auf ^iaem der kaAua 
meterbreiten Wege, welche die fruchtbare Ebene von Shaag-kai 
durchziehen, mit meinen Fangapparaten bewaffnet und oft 
vergebens bemüht, die ttber die Saate» hinfliegenden CoUas 
wenigstens mit den Augen zu verfolgen. Bei zehntägigem 
«ogestreogtem Sammeln vom 1. biß 10. Mai in der Umgebung 
vou Shang-hai erbeutete ich in Summa drei Tagfalter, 80 daft 
ich schließlich meine Zeit darauf verwandte, die wenigen 
häufigeren Heterocer^ aa den vereinzelten Weidenstämmen 
abzulesen - — eine recht wenig lohnende Beschäftigung. 

Wenn schon das Land durch seine kulturelle Beschaffen- 
heit ftlr den Sammler ungünstig ist, ^o ist es dies noch mehr 
durch seine Bewohner. Die Bevöikerungziffer in den frucht- 
bareren Lagen China's ist ^ne außerordentlich große. Alles 
wimmelt von Chinesen, Auf den engen Wegen krabbeln ^ie 
hin und her, den Spaziergänger zu beständigem Ausweichen 
n6thigend. Auf jedem Felde hocken ein paar Baueru iu 
blauen Kitteln, die voller Mißtrauen auf Jeden hinblicken, de^* 
sich am Bande ihre» Feldes einem Insektchen zu Liebe zur 
Erde bückt. In Gegenden, wo man an den Anblick des 
Europäers gewölint ist, werden auch die Kinder recht lästig. 
Sie springen johlend um den Entomologen herum, verscheuchen 
die mobilen Insekten und zertrampeln das dürftige Gras der 
Wege. Vor Allem fehlt dem Fremden die Sprachkenntniß, 
um sich der Rangen zu erwehren und durch Brutahtät erwirbt 
man sich nur die Mißgunst der Eingeborenen, die wieder in 
anderer Beziehung hinderlich und selbst gefahrlich werden kann. 

Von diesem Gesichtspunkte aus wird man eine Collection 
von Schmetterlingen wie die obige,^ die in 100 Individuen 
etliche 20 Arten umfaßt, als eine ftlr die dortigen erschwerten 
Yerhättnisse ansehnliche bezeichnen müssen. Auch vom 
wissenscbafUichen Standpunkte bietet sie uns ein Ganzes dar, 
dessen Besultat oben bereits angedeutet wurde i^nd in dem 
Kachweis besteht, daß Süd-Shan-tung zum paläarktischen Ge- 
biete gehört. 

Stea. eatomol. Zelt. 1894. 



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845 

, ..AusschüeMcb pi^äiirkti^ch ,9^n4 von de^p^ld abgeführten 
Artei^ 10, aJbq über ^ie I^lftt ; mu ffkr 49^ ßf^Mi^ ist wohl 

y^. nutfniififina komo^ii auch in Jap»» vor, 4as sogar bis in 
4eii südlichsten Thiwl (J^iusbiu)*) paläarktiacb ^ein dürfte. 
JS» ist niebl; anzunehmen, daß ein^e VervpllstäiKiigHQg; nosrer 
Kenntnis der ShaA-tnng^Fai^na^ wie wünschenswerl^ sie auch 
wäre, an diesen» Resnltai etwas iM»der9 würde, Sohiiefilich 
l^ägt auch schon die benachbarte koreanisch« Fauna derpina^u 
den paläarktischen Charakter, daß eine YereinigMng vpn Sbai^- 
tung mit dem weit südlicher beginnenden ojicnlaUsphan Faunen- 
gebiet gezwungen erscheint. 



OraplioHtha tf^ Stgr; aad 

PMeH« ineafiMttdki SteoiH, 

^Lwei bisher Ven^g l^eipbaebtete Kleiiuifi|un«tt^lU)Ksayrt». 

Dr. O^ lilaailiayy, Vofadam. 



Seitdem ich ihich in den letzten drei Jahi*eü eingehender 
mit der Biologie der Mikrolepidopteren beschäftigt habe, ist 
es mir gelungen, von mehreren Arten, über deren Lebens* 
weise bisher entweder nur unvollständige and ^d8ichere An- 
gaben in der Literatur existirten oder Überhaupt nichts be- 
kannt war, die betreffenden Raupen in hiesiger Umgegend 
aufeufinden. Unter diesen Arten dürften Qropholithä tetfct- 
grammana Stgr. und Piuteüa xncamatdla Steudel von besonderem 
Interesse sein, da dieselben fVüher nur in drei resp. einem 
Exemplar gefangen wurden und mithin als besondere Selten- 
heiten anzusehen sind. Indem ich mir vorbehalte, über meine 
sonstigen biologischen Beobachtungen und die dadurch ge- 
wonnenen Erfahrungen betreffs Auffinden, Zucht und Unter- 
scheidung einzelner Mikrolepidopteren- Raupen demnächst in 
dieser Zeitschrifl fortlaufend zu berichten, will ich in Ifachsteheü- 
dem die genannten beiden Arten alleiil genauer behandeln und 
fch hoffe, daß durch meine Mittheilnngen in Beti^^ff der letzteren 
andere Sammler veranlaßt werden, mit besonderem Etfeä* 



*) Bei Nagasaki flieg'en vorwi^end paMarktische Falter, undf ntir 
gaiis^ wenige, äic man al» Sbwügl^ fon ^r kutkclieti^ Mkttn« b#- 
^ichqiiB kans;, 

Stett. entomol. Zeit 1894. • 1 S^i 



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^i6 

^näch denselben £u suchen und würde es. mich freuen, wenn 
durch Auffinden der Raupe oder des Falters der einen oder 
andern Art das Yorkoniinen derselben auch in anderen Gegen- 
den sicher gestellt würde. Ich bin näinlich der Ansicht, däfi 
be^de Arten, obgleich sie vordem so äuderst selten beobachtel 
wutden, dennoch auch in Deutschland' weit verbreitet sind, 
bisher jedoeh einarsdts wegen der eiemiich verborgenen Lebens- 
weise def Raupen, andererseits wegen der großen Flüchtigkeit 
und des Sichversteckthaltens der Falter von den Sammlern 
Übersehen worden sind. 

1. Orapholitha teträgrammäüa Stgr. Hör. Societ. Ent. 
Ross. 1879 8. 259 f. und Rebel Verhandl. d. zool. bot. Ges. 
in Wien 1889 S. 300 m. Abbild. Taf. Vffl. Fig. 1 ($). 

Von den drei in der Literatur bekannten Faltern (sämmt- 
lich $$) hatte Mann einen im Jahre 1857 bei Brussa (Klein- 
a6ien> gefangen, ein zweites Exemplar stammte aus Hadschyabad 
(Nordpersien) und befand sich in der Lederer^schen Samm- 
lung, das dritte Exemplar &nd Herr Dr. Rebel am 4. Juli 1883 
im Wiener Prater an der Lagerhausplanke. Ich selbst fin^ 
diese Art zum ersten Male und zwar in zwei Exemplaren 
den 26. Juni 1886 am Schlachtenseö im Grunewald (zwischen 
Berlin und Potsdam). An der betreffenden eng umgrenzten 
Stelle schienen auf niedrigem Gebüsch von wildem Hopfen 
anfangs Falter in größerer Zahl zu fliegen, doch waren si^ 
sehr flüchtig und wegen ihrer dunklen Färbung mit dem Auge 
schwer zu verfolgen. Es gelang mir nur zwei ziemlich fiische 
Stücke mit Bülfe des Netzes zu fangen, auch war es auf- 
fallend, da0 nachdem ich das zweite Exemplar erbeutet hatte, 
plötzlich sämmtliche Falter verschwunden waren und durch 
Klopfen auf den Hopfen und an die nebenstehenden Gebüsche 
nicht mehr aufzuscheuchen waren. Die Determination dieser 
beiden Falter war mir Jahrelang nicht möglich. Das von Heine- 
mann^sche Werk ließ mich dabei im Stich, da diese Art 
daselbst noch nicht aufgeführt ist; von Tauschfreunden, denen 
ich die Falter zur Bestimmung zusandte, erhielt ich sie unbe- 
stimmt zurück. Erst im Winter 1888 — 89 wurden sie mir 
durch die gütige Vermittlung des Herrn Major Hering, der 
sie an Dr. Wocke sandte, als Orapholitha tetragrammana Stgr. 
bestimmt. Meine Bemühungen, diese Art an der obengenannten 
Fundstelle a,m Schlachtensee wiederzufinden, blieben mehrere 
Jahre ohne Erfolg. Erst wieder 'im Jahre 1892 und zwar 
in den ersten Tagen des Juli fing ich daselbst 5 oder 6 Falter, 
nachdem ich schon vorher die Raupe in n&chster Umgebung 
Potsdams durch einen glücklichen Zufall entdeckt hatte. Im 

SUtt. eiit<HBOl. Zeit. iS94. 



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Kovenober 1891 nämlich fandeq wir, fitejrr I^ehi;erißi|gel (h^i^r)! 
und ich^ in. den sogenaputen Aplagein, b^ S^oBspuiß^ J>^inA. 
Suchen nach den Raupen von Bptysnubilßüs Qb., die ich zum. 
Zweck des Präparirens (Auf blasens). einsammeln wolUe, U^i^,^ 
ipthe Räupoben, ähnlich einigen Raup^ der ^Biiung Or^SoUtha'^ 
Reiche in den Rauken des wilden JQopfens ebensp wie dijs 
genannte Botys- krt s^u leben schienen/ H , 

Anfang Bebruar schlOfte aus diesen Raupen der erste 
Falter,, in dem ich zu meiner freudigen Ueberraschüng Qraph.^ 
tetragrammana Stgr. erkannte. Aus den daraus im Frühjahr. 
1892 cm verschiedenen Btellen hiesiger Umgegend . eingesamri 
melteu Raupen erhielt ich noch 6 Falter und' fing auch davQii 
Anfang JuH desselben Jahres gegen 15 — 18 Exemplare, hti' 
Jahre 93 und 94 züchtete ich noch ein%e .Stficke, wählend: 
ee. mir. allerdings nach dem Sommer 92 nicht melür gebi^ 
Falter zu fangen. An den meisten Fundstellen nämlich wird 
m.den letzten 2 — 3 Jahren durch gärtnerische liaßqahmen dec 
wilde Hopfen und damit natürlich leider auch diese gute Art 
sorstematisch ausgerottet, so daS ein fast TaUständiges Yecr 
schwinden derselben in den nächsten Jahi^n nicht ausge* 
schlössen erscheint, lieber die Anzahl der Falter, die seit ^2 
hier getangen, namentlich aber gezögen würden, kann ich 
keine, genaue Angabe machen, da auter mir auch meine 
hiesigen Samoielkollegen Herr Lehrer Engel und Herr KönigU 
Obergärtner Bfasch, welche beide ich zum Sammeln der Klein^< 
Schmetterlinge veranlaßt habe, davon eine größere Zahl ge^ 
ÄÜChtet haben. Im. Ganzen dürften es 60 — ^^70 Exemplare sein.; 

Besehreibung des Falters: Dr. 0. Staudinger (Hör*' 
Soc. Ross. 1879 8. 259) hat eine im ganzen zutreffende ße*' 
Abreibung deis Falters gegeben und Dr. Rebel (Verh. d. zool.; 
bot. G. z. Wien 1889 8. 300) dieselbe ergänzt und in einigen 
Punkten richtig gestellt, auch haben wir dem letzteren einö 
wöhlgeliihgene Abbildung des Falters (1. c. Taf. VIH Fig. 1> 
zu verdanken. Da jedoch die citirten Zeitschriften nicht jed^m' 
Leser und Mikrolepidopteren-Sammler zugänglich sein dürften,- 
ich außerdem z. Z. ein größeres Yergleichsmaterial vor mir 
habe (3 vollkommen reine gefangene und 19 gezogene Exem- 
plare), so gebe ich eine Beschreibung des Falters. 

Die Größe (Entfernung der Vorderflügelspitzen in ge- 
spanntem Zustande) schwankt zwischen 9^/2 und 14 mm. Die 
Vorderflügel haben ungeföhr die Form der Vorderflügel von^ 
Graph, fisaana Froel, die Grundfarbe derselben ist, wie Dr. Rebel 
richtig sagt, nicht schwarz (Staudinger), sondern dunkeloliven-' 
braun, am Saum am dunkelsten, nach der Flügelwnrzel zu' 



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m 

Auf dem Ibn^^iirai]^^ ythd tW^r iÄ ödtf eHiaÄ Mnter der Mitte 
fktM dAk nngdähf bis m die VlügeUtiMt adtr eim weöt^' 
d«kVQbfer hfiüftüMtgc^er, Qft^ «öfiefi gehogeMf heilet Fleck, 
de* dütöh drei darikle (utie die Vötdetflügel gcfilrbte) Linien 
g^th^it i^. Die Fftfbe di^ei^ ItiDeflft«tndflfleeke8 ist cßeht reiii 
weiB, wie bei compositeßa W,^ böndtth 8ehmuf:ftig gelblieh oder 
brttimlieh weife; er iet udgefähr '/$ so breit wie hoch; Yoa 
dei|' d^ei dunklen Tbeyui^linien ist regelmäftig die mittiere 
etwie bi^iler und deutUeher th die beiden seitlicben. Eine 
benierkenswerihe Abweiehung flade ich bei einem gesogeMn 
Bsemplare ((^); bei diesedi mnd nämlich die b^den seitlichen: 
TheiluDgslipien desselben Intieiurandsflecks iinks nur «ehr wenig 
siehti)«!^ wftlirend sie reohts gmz fehlei^^ so daA hier der« 
Inaeorandsfleek nur Einmal dunkel gdtheilt erseheint. Am 
Yorderrand befinden sich acht kleine helle fiftckchen, das 
1. bis 3. (Ton der Spitze an gezählt) fast vein weift, die 
andern mehr gelblieh wdft^ das 1. — 5, hinter^ das 6. ungefähr 
in und das 7. und 8. vor def Mitte gelegen; die drei ersten 
nach der FlQgekpitae zu gelegenen Häckchen sind immer ein^ 
&eh, die andern hin ubd wiedea* durch feine dunkle Linien 
getheilt) nicht gleichmä^g bei den einaelnen Exemplaren. 
Vom 1., 4.) 6. und 8. fiäekchen reep. Häekefaenpaare gehen 
bläulieh glänzende Bieilinteii und zwar vom 1. und 4. zur 
Stelle des Augenpunktes^ viHn 6. und 8. zum Spi^el. Diese 
Bleilinieü sind sehr »eken in ihrem ganzen Verlaufe deutliclr 
sichtbar, sondern meist nur dicht an den Häckchen. Der 
Spi^el selbst wjrd gebildet durch zwei (selten eine) breite 
deutliche^ röthüch oder violett glänzende^ dem Saume ungefähr 
parallel laufende Bleilipien. Der Saum ist durch eine feine 
ficbwaiize LimbaUinie ausgezeichnet, die sich vom Inn^nrands- 
winkel bis zum ersten Vorderrandshäckcben erstreckt, dicht 
vor. l^terem umbiegt und m^st in einem schwarzen, nicht 
s^iarf umgrenzten Spitzenäeck ^idet» An der Stelle des 
Augenpunktes zeigt dies^ LimbaUinie eine deutliche Eiabjiegttng, 
sehr selten ist sie dasdbet durch eine feine helle Linie durch- 
brocj^en. Die Fransen der Vorderflagel sind dunkel schwarz- 
grau, an der Wurzel heller, stark bleig^naend. Die Unter- 
seite der Vorderflttgel ist dunkelbraun, töthlich glänzend, am 
Innenrand in einem schmalen Streif heller, am Vorderrand 
mit weiftlichen oder gelblich weißen Häckchen, die nach der 
Flflgelwurzel updeullicher werden. Hinterfiflgel <^erseit9 dunkel- 
braun, wurzelwärts etwas heller, mit ^ur wenig helleren, mit 
d^Üigher „dunkler Theilungslinie versehenen Fpt^aetn. Die 

Stett. entomol. Zeit. 1894. - "^ - ' ■' "* -^''^^^ 



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S4d 

ÜDlerseite der Hioterfitiget ^t wie die der Yorderflttgel geförbt/ 
Scheitel) Thorcüc und Hiot^leil» siod bnuaasehwan, Gesieiif 
gelUioh weiA, Augen fein hell umrand«!, Palpen rein weiB; 
die Unterseite dee Hinterieibe» ist braun mit breiten gläniend 
weißen oder gelMich weiften SegmentrADdern. 

Beschreibung der Raupe: Die erwtichsene Raupe ist 
7—8 mm lang, dick, verhÄhniBmftfcig tröge, wie die meisleii 
6frapftoföAa-Raupen geformt; sie ist heilrosa mit einem Schein 
ins Gelbliche. Die Härchen tragenden Wärzchen sind wie der 
Körper geftrbt, daher wenig aufl^llend; Kopf hell bis dunkel- 
kastanienbraun, hinten und an den Nähten dunkler gerandet. 
Das in der Mitte durch eine feine hdle Linie getheüte Nacken* 
Schild sowie das kleine Afterschiki heübräunfichgrau, immef 
riel heller als der Kopf. Brust und BauchfilBe sind wie def 
Körper geftlrbt, erstere meist dunkel gefleckt. 

Lebensweise: Von Anfang oder Mitte November an 
findet man die erwachsene Raupe in den Ranken des wilden 
Hopfens, in welchen das Mark eine kleinere oder gröBere 
Strecke ausgefresSen ist, unter- oder oberhalb eines meist 
kleineu, oft schwer sichtbaren Flugloches in einem weißen, 
siemlich festen länglichen Gespinnst und zwar nach meinei;i 
Beobfiu^htungen vornehmlich an sehr sonnigen Stellen. Ob die 
Raupe in ihrer ersten Jugend von den BiQthen oder jungen 
Früchten sich nährt, was immerhin möglich wäre, oder ob 
sie, was mir wahrseheinlicher erseheintj von Anfang an im 
Stengel, namentKoh der jüngeren oberen Endtriebe lebt (iofe" 
fand öfter darin Fraßspuren) und sich später in die wegeif 
ihrer größeren Widerstandsfähigkeit zum Ueberwintem ge-^ 
eigneteren dickeren und festeren, ausgereiften Ranken begiebt, 
habe ich bisher nicht sicher feststellen können. Als Feinde 
der Raupe sind außer verschiedenen Ichneumoniden mti 
Schmarotzern aus der Klasf^e der Insekten kleine Vögel, 
namentlich Meisen zu nennen, welche auf der Jagd nach dea 
größeren und fetteren Ranpen des ähnlich lebendoi Hopfeu- 
zünslers, auch diese nieht v»«chmähen. Bis Anfang Mai hin 
fanden wir die Raupe noch unverpuppt Die Verwandlung 
dürfte mithin ungeföhr Ende Mai und Anfong Juni erfolgen. 
Die Falter schlüpfen je nach den Witteningsverhältnissen des 
Jahres Ende Juni oder Anfang Juli und zwar fast immer in 
den Morgen- oder ersten Vormittagsstunden; sie scheinen zienoh 
lieh gleichzdtig auszukommen; denn die Fingzeit ist eine sehr 
kurze, 8 — 10, höchstens 14 Tage. Wie ich schon oben 
erwähnte, siud sie überaus flüchtig und im Fluge außerordentr 
Uch schwer mit dem Auge zu verfolgen. Vormittags ungefäht- 

Stett. entomol. Zeit. 189*. 



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350 

▼on 10-^12 Uhr dttrftlB die gttnstigie Zeit zum Faageo .deef 
Faliere sdn, da man ihn um diese Zeit oicbt eelteu frisete 
geschlüpft auf den BtiUtern des Hopfeas .Bitzea sieht/ 6^eD>. 
Mittag und Nachmittags siad die Thiere sehe scheu; AbendS) 
habe ich sie noch, nianals gefangea, uuch m dieser Zeit nie 
im Freien beobachtet 

Für meine im Eingange ausgesprochene Ansicht, daft 
diese Art weit verbreitet sein dürfte, spricht der Umstajad,^ 
daß dieselbe bisher an sowßit auseinanderHegenden St^en -rr'. 
Nordpersien, Kleinasicn, Wien, Potsdam resp. Berlin ^— ge- 
fuiMien wurde. Als einen Beleg dafür, daß die Falter außer-: 
ordentlich leicht übersehen w^den können, ' führe ich Folgen^ 
des an: das verhältniBmäBig kleiDC Terrain, in der aller-, 
nächsten Umgebung Potsdams (circa i 10— r;16i Minuten von 
meiner Wohnung entfernt), auf welchem ich seit 1892 .vor- 
zugsweise die Raupe gefunden jund d,^n Falter gefangen habe, 
^atte ich vom Jahre 1880 an anpi meisten und gründlichste.D 
in Bezug auf Mikrolepidopteren durchforscht, \80 daß ich ah-' 
nahn), d^ß ich alle daselbst wenigstens in Mehrzahl vorkom-. 
mienden lUeinfalterarten allmählig aufgefunden hätte; dennoch, 
ist mir. diese, gerade dort nicht allspuseltene Art 12 Jahre hin-^' 
durch vollkommen entgangen. , : > , r 

Schließlich will ich noßb in ßezug auf die systematisch^ 
ISinreihung dieser Art bemerken, daß. Dr. SMiudinger sie zu 
Qrapk compositeUa F. stellt vornehmlich wegep des dreimal, 
getheilten Innenrandsfleks. Ich bin geneigt, zumal bei einem^ 
l^einer gezogenen Exemplare, wie oben 'erwäh)[it, der Innen-t 
randsfieck nur einmal dunker getheilt erscheint, dkßselbe bei 
Qf^ ßssana Froel. oder discretana Wck; einzuschieben,, und es 
ist dann namentlich die Flügelform, diß Färbung derselben, 
überhaupt der Totaleindruck des Falters für mich maßgebend. 

2. Plntella inoamatella Steudel, Stett. ent. Zeit. 1873; 
8. 340 f. . _ 

Am 28. 8. 71 fing Herr Sanitätsfath Dr. Steudel in der 
Nähe von Tarasp in Graubünden einen männlichen Falter 
dieser Art^ nach welchem er die Beschreibung in dieser Zeit- 
schrift (1. c.) anfertigte und welcher bisher das einzige in der. 
Literatur bekannte Exemplar . geblieben ist. Am 10. Juli 1887 
klopfte ich von einer Tanne in den oben erwähnten sc^e^ 
nannten Anlagen bei Sanssouci . eine : P/o^e^cfe, die ich bis 
vor Kurzem irrthttmHcherweise für v. hkingulaid Z. hielt, ob- 
gleich die von Heinemann'sche. Beschreibung nicht recht darauf 
paßte und mir die Determination daher JK weif elhaft . erschien. 
Im letzten Sommer erklärte mir Herr Hauptmann Herms, dem 

8t«tt entomoL Zeit. 1894. 



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351 

ich diese Ari seigte und. der die echte y. biomgukUa Z, bei 
Alt-'Damm ge&ngen hatte^ daß es eine andere Art sein mOsse,: 
Auf meine Bitte erhielt ich darauf yon Herrn Major Hering 
echte Pku: (mnuiaieUa Ourt. aU3 Bngland und aus RuBIand 
sowie TOB Zeller anerkannte y« biemgfdaia Z. sur An*^ 
sieht sugesandt, gleichseitig aber machte mich derselbe auf 
incaimatelia Steudel aufmerksam. Nachdem ich die Steudersehcj 
sehr ausftlhrliche Beschreibung dieser letzteren Art. gelesen^ 
halte, war es mir sofort klar, daft die/ von mir hier gefunr: 
dene, iitthümlich ftlr y. biängukUß angesehene Art^^ mcßmateU^k* 
Steudel sein müsse,, was mir yon Dr; SIteudel später bestät^^ 
wurde.*) 

Nach dem 10. 7. 87 bis «öm Herbst 92 fing ich nochi 
5 oder 6 meist reine und weaig abgeflogene Exemp are (eio' 
schlechtes und stark abgeflogenes Stttck einmal Ende April): 
und zwar an verschiedenen \yeit von einander getrennt liegen-^ 
den Stellen hiesiger Umgebung. Da ich nun nCich meinenT* 
Erfahrungen namentlich in Bezug auf die nsklife yerwandtenr 
Cero^tomo-ArteB annehmen mußte^ dafe die Zucht aus der Raupe^^ 
tieht schwierig und jedenfalk viel lohnender als das FangenJ 
des Falters sein wQrde, so kam es mir yor Allem darauf aoy 
die Raupe dieser Art au&iiflnden; Während aber bei- Qraph.i 
teiragranmana 8tgF, das Auffinden der Raupe nur durch einen 
glücklichen Zufall bedingt war, kann ich bei dieser Art mijt' 
einigem Rechte den glücklichen Erfolg meinen bisfaerigeoi 
biologischen Erfahrungen und .den darauf gegründeten Ver^j 
muthungen und Schlüssen zuschreiben. Da nämlich die JRanpeüC 
der Gattung PhUella, soweit sie bisher bekannt sind,, aus^j 
achlieBlich an Cruciferen lebeQ, nach meinen Beobachtungen) 
in Bezug auf die Flugzeit des Faiters -r ich hatte Falter voq 
Mitte Juni an bis Ende April, dann stark abgeflogen, augen- 
scheinlich übeiwintert, gefangen — die Erscheinungszedt der 
erwachsenen Raupe analog den meist^i Cero^/ioma- Arten ; 
Mitte oder Ende Mai anzunehmen war, so mußte tiacb 
meinem Dafürhalten die Raupe höchst wahrscheinlich ja fasti 
sicher um die eben angeführte Zeit aji einer Crucifere zuj 
finden sein. An den verschiedenen Stellen, an welchen ich* 



*) Dr. Steudel schreibt mir in Bezag hierauf: „%ein Stack äus> 
Tarasp ist zwar um ckca Vs-^Vi größer, wie dies:ftabh sonst, heü 
Engadiner Schmetterlingen oft der Fall ist, in der Farbe heller^ abef, 
die Zfeichnung und der Habitus stimmen, so daß die Farbe und dadurcli 
auch manche Details d6r Zeichnui^g resp. Schattirung sich ganz wohl 
aus dem Umstand erk&ren lassen, daß Ihre Exemplare e. 1., dasT 
meinige gefangen ist." r 

SUtt. entomol. Zeit. 1894. 



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d«tt Falter gefenden MAe, wach« von Cruciforen r^elmäftig 
Sii^ytibriiim alUaria (Latichhedefich). Mitte und Ende Mai 
ldd3 fiuelkle ich dsker mit gmn beeonderen Eiter baek der 
lUape auf dieeef Pflaoae aod ited e^r baM ao »eioer Freude 
eiae zweifellose Pluteltidea-Raupe^ die allerdings der Raape 
VoA PluMu crutifetarum Haiet^t ähatiok war. Weil das 
Sachen oaeh den Raupen auf der UaterBeite der Blfttter 
8f»esiell der WurzelbMltter einjähriger Pflansen sehr besehwei^ 
lieh and ftettraabend war, aaeh iaiinerhin die Mögliehkeit, die 
gefuiirdeneD Ranpen könnten der gewöhnlichen PI etudferarmm 
angehören, mir niclit gftnzHch «Atgeschloesen erschien, so not«- 
lieK ich es weiter zu suchen, nachdem ich vier Riaupen ge- 
funden hatte, und wartete das Zuchtresultat ab. ,AuV den 
vier resp. drei Raupen (eine Raape hatte ich für meine Raupen^ 
Sammlung präparirt), erhi^ ich drei prachtvoll gef&rbte Falter 
von incatmatelkL Im letzten FrU^ahr, Ende Mai und Anfai^ 
Juni 1894 hatte ich das OlOek, trotz des sehr ungOnstigen 
regnerischen Wetters gerade um diese Zeit über 30 Raupen 
zu finden, die fast ausnabttsloa Falter lieferten. Ich erleich' 
terte mir das Sueben eehr bedeutend dadurch, daß ich dia 
Raapen von den zweyährigen beeren und zur Blttthe gekom^ 
menen Pflanzen in den Schirm klopfte. 

Beschreibung des Falters: Da ich eine grötore An* 
zahl meist gezogener Exemplare (29 Exemplare, davon 26 e. L 
und zwar 14 ^^ und 15 $$) vor mir habe und einzelne 
Stocke freilich nur in geringem MaBe Abweichungen in der 
Zeichnting ntid Firbung erkennen lassen, so gebe ich nach- 
stehend eine Beschreibung des Falters, obgteich Dr. Steudei 
denselben in dieser Zeitschrift (1. c.) schon sehr genan und 
ausfuhrlich, allerdings nur nach einem Exemplar (ohne Hiaier^ 
leib) beschrieben hat. 

Die GröBe (Entfernung der Yorderflflgelspitaen des ge- 
spannten Falters) schwankt zwischen 15 und 20 mm. Die 
Yorderflttgel sind in ihrem breiteren Yorderrandtheil brtan- 
lich roth oder wie Steudei sagt, dunkel fleischroth gef&rbt, 
bei einigen Exemplaren mit einer stärkeren Beimischung von 
grau; sie sind am Vorderraode, namentlich nach der Spitse 
u am hellsten, gegen die Flügelmitte alimählich sich ver- 
dunkelnd; der. Innenrand dagegen ist von der Wurzel bis 
kurz vor dem Innenwiokel grauweiß, &at immer gemischt 
mit mehr oder weniger rosa oder gelbrosa. Diese helle 
Innenrandsstrieme, welche im allgemeinen ein Drittel so breit 
wie der Yorderflügel ist und die sich dicht an der FlOgel- 
wurzel bis an den Yorderrand verbreitert^ bei ^|t und an 

Stett. entomol. Zeit 18M. 



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350^ 

ihrem finde kntz Vor dem Innenwiökel in je öinef" iiieW* 
oder weniger scharfen Spitze bis ungeföhr zur Flflgddi^ttitfji 
i^ertiritl^ w&d von dem bräonheh rolhen Vo^dmandetlieil 4!ureh 
eine grausohwarze bfe tiefeehwarze, dtmla)w#Hd sohmal reit^ 
#eit gerandeto Bogenlitiie iibg^gremA. D^e eben €rvr&hiit6ti 
pyramidenartlged Verwölbuilgeti der InbenrAndsatneme I^ttJbb 
nichl immer in eine ireharfe Spitze ans, sondern öind eini^ 
Male abgerundet und nur wenig rorlretend. Eme bemerkeni^'- 
\rerthe Abweichdng findet sScii bei ekiem gezogenen Eic^mpla^^ 
bei demselben ist nftmiich die helle fltriente flieht hinter det 
mittleren Verwölbung (Pyraroide) durch die bis an den Inneia- 
rand reichende bi'audrothö Orundftirbe der Yorderflügel breü 
üdlerbrechen und ein dreieekiger grftüweifter Innenrandsfleck 
dicht vor dem Innenwinkel als E^e det dtrieme erecheint 
mithin Tt)n der8ett>ea völlkdmmefi getrennt. Der von Steudel 
angeführte schwelte weift umzogene Pulikt tin dei* Ba^is der 
mittlei^ii P^ramfide ist dürehalis nicht konstant; &st bei d^r 
Rtöfce der vorliegenden Bxemplate ist er nicht vorhanden, 
däige Male nur auf einer Seite, <iagegen kommt ein isolcher 
Punkt auch an der Bteis der Endpjramid^ vor dem Innen'^ 
Kinkel vor, auch finden sich kleine dunkle Punkte zerstreut' 
in der hellen Innenrandsstrieme, namentlich am Innenrandei 
■ Der von Steudel erwähnte dunkle Fleck „innen am Quer- 
aiste* ist selten deutlich, dagegen bemerkt man regelmäßig^ 
gerade tlber dem Innenwinkel und zwar gleich weit von 
diesem wie vom Vorderrande entfernt, eine nicht scharf um- 
schriebene ovale Aufhiellung, welche bei ungefthr der Hälfte 
deV Exemplare eine deutlich vortretende lehmgelbliche Färbung 
zeigt. Am Vorderrande stehen einige dunkle Flecke, nament- 
lich nach der Spitze zu. Am Außenrande ist eine feine^ 
schwarze Limballinie und eine ebentalls feine schwaiv^e 
Theilungslinie der t'ransen an ihrer Wurzel nur bei wenigen 
Exemplaren vorhanden, fast immer dagegen eine breitere 
graubraune Theilungslinie bei 1/2 der Fransenlänge deutlich 
sichtbar. Die Endhälfte der Fransen ist gelbröthlich gefärbt, 
viermal mehr oder weniger breit dunkel durchschnitten; Die 
Unterseite der Vörderflügel ist glänzend grau, die Frainsen des 
Vorderrandes sind meist schön roth geftlrbt, dunkel gefleckt, die 
des Außenrandes gelbroth oder bräunlich gelb mit zwei breiten 
Theilungslinien, dahinter dunkel gefleckt. Die HinterflOgel^ 
bei denen Ast 5 und 6 gesondert entspringen und die wenig 
Jbreiter als die Vörderflügel sind, erselieitten grau, narh der* 
Wurzel zu heller; die gelbgrauen Fransen haben dreht an 
der Wurzel einö sehr breite und bei ^j^ eine schmale dunkle 

Stett. entomol. Zeit. 1»M 



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354 

Thellungelinie. Pie Unterseite ist, udgef&br wie' die : Qberseite 
geftrbt. i 

Scheitel upd Thorax zeigen regdm^ig die Färbung de? 
I^ellen. Innenrandsstrieme, das Gesicht ist meist heller, fiM^ 
refn weifi^ P^pen gdbUch weiS, das Mittelglied derselbei^ 
^u0en duokelbiuun mit vortretendem Haai^busch^ der ^4 bis 
höchstens ^fs so lang ist als das aufrechtßtehende Endglied ^ 
unter der Spitze d^s letzteren kann ich bei keipem mdner 
Ep:empIanQ einen schwar^&en Bing, oder auch nur eine An7 
de^tung desselben sehen, wie Steudel angiebl» Die gelblich weiße 
Eahlergei^eList hellbtaun geringt, auB^rde^i etwas hinter der; 
Mitte, bei d/4 und an der Spita^e breit dunkelbraun gefleckt; 
Hinterleib oben grau, untßn etw^ heller^ gl^nzepd, an. dep. 
S^mentenden fein wjeiB gei^nd^t ; 

• Beschreibung der Raupe; Die BaMpe ist, ^ie 9^lle 
Ba^pen der FaipfH^ flcr- PlutellidcQ) eine Spindelraupet, d. h. 
sie ist in d?r Mitte. aijd didcsten,^ na^h vorn und nach hinten; 
a(ln|ählich ziemlich glelchofiäßig ejich. y^ijün^nd, sehr he^' 
"beglich und flink; und läßt sich bei Berührupg sofort zu^ 
Boden fallen oder an eipem Gespinnstfe^ep be^b. Ef-i 
i^achsen ist sie ungefähr 10 mm lang,- schön h^grüp,; neben 
dem wenig dunkleren sqhmal^n Rttcl^enläQgsstreif in der 
Mittellinie ist jederseits ein meist nicht sehr deutlicher und 
picht scharf abgegrenzter und! weiter seitwärts von diesem 
eip ebensolcher noch weniger auffallender hel^r Seitenläpgs- 
streif sichtbar; außerdem ist auf den ersten 4 bis 6 Se^enten 
öfters, jedoch nicht regelmäßig, . zwischen den eben erwähnten 
helfen Längsstreifen, ein nach vorp zu am deutlichsten, nach 
hinten allmählich ganz verschwindender, breiterer, dunklerer 
Streifen vorhandeu. Nicht, selten ist von allen diesen bellen 
und dunklen Streifen kaum etwas zu sehen. Dagegen sind 
die härchentragenden Punktwärzchen immer deutlich schwarz,- 
wenn i^uch sehr fein. Der Eopf, welcher fast wie der Körper 
gefärbt ist, nur mit geringer gelbbräunlicher Beimischung, ist 
immer mit zahlreichen feipen, aber scharfen schwarzen Punkt- 
<?hen versehen, ebenso die Stelle des Nac^enscbildes. — Hier, 
wie bei den meisten Pluteliidenraupen hat das erste Segmentj 
auf seiner Rückenfläche kein eigentliches scharf umgrenztes 
Schild, sondern nur eine nach den Seiten allpiählich abnehf, 
mende Verdickung der Haut. — Afterschild, Bauch- und» 
Brustfttße hellgrün, letztere dunkelgefleckt und mit dunklen. 
Spitzen. 

Die eben beschriebene Raupe ist der Raupe von PluL 
Qrtm/erarum, wie ich schon oben erwähnte, äußerst ähnlich,, 
zumal wenn die angeführten helleren und dunkleren Längs- 

SteU. entomol. Zeit. 1894. 



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355 

streifen, wie häufig, kaum hervortreten. Ineamaieüa-BAupen 
^nd zwar durchschnittlich entschieden gröfier als die töiI 
crueiferarum; allein Verschiedenheiten in der Gröfie geben, wiä 
'überhaupt, so namentlich bei den Saupen sehr nndchere 
Unterscheidungsmerkmale ab. Dagegen seheint mir die Puhk^ 
tirung des Kopfes, vielleicht auch des Nackenschildes in Bezug 
^f die Unterscheidung beider Arten von Wichtigkeit zu sein» 
Bei incamateUa finde ich den Kopf immer mit einer Viel 
gröBeren Anzahl feinar, scharf abgegrenzte schwarzer Punkte 
bedeckt als bei crueiferarum, bei welcher ich nur wenige, 
nicht so auflhllend hervortretende dunklere Punkte sehe. 

Ich hoffe später, wenn mir ein größeres Yergieichsmateriafl 
präparirter Baupen beider Arten zu Gebote steht {t. Z. habe 
ich nur vier meamateUa- und drei crueiferarum-BAUpen vor mir}, 
ein sicheres Unterscheidungsmerkmal finden und dann mit^ 
theilen zu können. 

Lebensweise: Die Coptila der überwinterten Falter 
und die Eiablage findet, wie bei fast allen Plutelliden-Arten^ 
80 auch bei dieser im Frühjahr statt. Die Baupen lebep 
auf der Unterseite der Blätter von Sisymbrium alliaria, in die- 
selben vom Bande aus oder in der Mitte kleinere oder größere 
Löcher fressend; in der ersten Jugend scheinen sie Hur die 
Unterhaut und das Chlorophyll zu verzehren. Daß die Baupen 
ein ^enn auch nur leichtes Gespinnst anfertigen, in welchem 
sie sich aufzuhalten pflegen, habe ich nicht bemerken können, 
abgtoehen allerdings davon, dafi sie, wie sehr viele Klein- 
falterraupen, an glatten Flächen feine der Fläche aufliegende 
Gespinnstfäden ziehen, um an denselben beim Sitzen und 
Kriechen einen sicheren Anhalt zu haben. In der ersten 
Hälfte des Juni, wohl auch tfchon Ende Mai, sind sie er- 
wachsen und werden in einem bräunlich gelben, zarten, weit- 
maschigen seidenen Gespinnst (wie PI crueiferarum und 
porredellay zu einer anfangs grünen, später gelbbraunen, dunkel- 
gefleckten Puppe, aus der nach einer sehr kurzen Puppenruhe 
nach b— 10, höchstens 12 Tagen der Falter schlüpft. Die Falter 
leben sehr versteckt und lassen sich noch am ehesten in den 
ersten 4 — 6 Wochen nach dem Ausschlüpfen von Bäumen 
und Büschen durch Klopfen aufscheuchen. G^en den Herbst 
'scheinen sie sich ganz zu verkriechen und erst im Frühjahr 
iiach Eintritt wärmerer Witterung zum Vorschein zu kommen. 
Das ducken nach dem Falter ist daher wenig lohnend; sehr 
günstig dagegen die Zucht aus dier Baupe, da selbst noch 
sehr kleine Baupen ohne große Mühe sich groß ziehen lassen 
Und beinahe jede'Baupö einen Fälter liefert. 

Stett entomoU Zeit. 1S94. 



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3.5(5 

)eh foia der festej» Ueber^^ugupg,^ daE mejise im^ E^igMge 
M^gQ^H-oeben^ lAasicl^ 4^i %acK #9^ Art m D^lmhhmi 
wait v^rbreij^ot seia dftrf^ «ehr b»id 4¥]*^ Auffiodea A&t- 
^Ibea ia fLoder^p Ge^nd^ji BesiätjgttQg ^Adeo wird, apbüW 
Sammler &pesie(l ia Gegeode«, iu wds^ea die vofo miv fmi- 
gestellte WuXt&rpÜJ^mMi wlU^htt ^ aber audi» an aadei«« 
Crucifereo meg d^ lUHpe aoderewo leb^ — mit Eifer wad 
eioiger Ausdf^uer tmb der {tai^pe suehea werdcsn. 

Zum SebluB will ieh liier aoeh kurs dniga Bemerkosgea 
maeben ttbier das Vertialtnül vimb PM. mcamattßa sbu den 
nächst ▼erwanöteo Artea der G«tt»Dg Piutelbk, sowie in Betreff 
4er Frage» ob dieselbe überhaupt als eine salbststHndige Art 
am^us^^eu iet. Steu^el bat po^ Raeht hervorfßhobe», daB 
pncomai^ wegen der gesondert eatspriageudeo Aeste 5 und 6 
^d^ Hjaterflj!;^l sowie wegen des yerhiUtnitmitftig kurzen 
Palpenbusches, der nur 1/4 — 1/3, höchstens i/g so lang als 
das Palpeneodglied ist, in die von Heinemann'sche Abtheiking B 
der Gattung PlviteUa «u stellen ist Von den drei (bei v. Hein.) 
in dieser AbtheiUing aufgeführten Arten: bicingulaia Z., Qnnu- 
laiellß Ort. und daleUa 8t, kommen wegen der ähnlicheu 
Zeichnungsanlage der Vorderflügel nui- die beiden erstgenannten 
als nächst verwandte in Betracht. Von diesen hatte ich 
1 Pärehen echter in England gezüchteter a»»«<4»^e&i Crt von 
Herrn Major Bering gütigst erhalten^ sowie aur Ansicht 
von demselben Herrn 2 (rj und $) bei PetrosaiHrodsk in 
lluBland gefangene angeblich ebenfaUs zu amsdoklla gehörige 
und 2 (^ und S) von ZeUer anerkennte echte (y.?) bkinguJaia' 
Falter. Außerdem besitze ich ip meiner Sammlung npcb vier 
theilweise nicht ga9Z reine^ am Rhein gefangene deutsche 
a/»7m/(2^e%i-Exemplare. 

Die Zeichnungsanlege aller dieser naJue verwa^tciaL Arien 
(resp. VarieMMien) ist insfofern einie ßehr äbnUcbe, als die beUe 
Innenrandssljrieme) welche immer voi^ liemiicb gleieber Form 
ist, g^en den n»ehr oder weniger dunkelge^btea Vorder- 
rand«theil dmr<^ eine schwarze Bogenlinie begrenzt wird. Bei 
imamaUtta nun ist nicht nur di^ gan»e Fitrbnng dieser Zieieh- 
nungen so auSia]lend veraehiedeR von der bei anmdcUeäa und 
bicinffulcUay d&ß schon darauf bin di^ Annabnie, es m eine 
eigene Art, mir gerechtfertigt ers^int^ sondern 8#eb die 
Form der Vorder«- und Binterflügel jsi so aW^bend von der- 
jenigen der beid^ genannten — die V,order« namantfiek ab^ 
die Hiaterflfiget sind relativ breiter, auch Mürber «ngisspitit •««<- 
da£ ich der von v, Hei»emean, welohem das Stauderaebe 
Exemplar zur Beatimmtung yprgeÜ^n baMe, ansgeep^iQ^aoen 

Stett. eatomoL Zeit. 1894. : ; 



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«57 

AosicAi^ marift0tßlh «ei mn^ ««dore öelbetsUiaAigie Jiii, voU 
mA gaw j^eipfliobteo kwiu. 

Ob allerdiogs kking^AUa Zu a«r «b wie YiuekUÜ von 
ammkiMa CuH oder« wie rao HeiiiemMm wäi, 9ie eigene 
Art apzuerkenaen ist. darüber bin ich z. Z. noch im Zweifel. 
Auch die vom Rhein stammenden annuhteUa-Feiiier weichen 
ein wenig von den englischen ab. Besonders interessant waren 
mir die in Rußland gefangenen angeblichen annulateüa-Exexn' 
plare. Dieselben sind sowohl hinsichtlich der Flügelform als 
auch in Bezug auf die Färbung deutlich verschiedea von den 
englischen Stücken und stehen nach meiner Ansicht unserer 
incamateUa ziemlich nahe. FQr die Beurtheilung dieser russi- 
schen Form betreffend ihre Zugehörigkeit zu dieser oder jener 
Art wttrde es von hohem Werthe, ja durchaus nothwendig 
sein, eine größere Anzahl reiner und möglichst frischer Falter 
j»um Vergleiche vor sith zu haben. Nur dann ließe sich nach 
meinem DafQrhalten ein eiaigeraiaßea siebered Urtheil darüber 
Allen. — 

Plut. incafnQjleUa Steudel würde am zweckmäl^sten in 
in dem von Heinemann'schen Werke als erste Axt der Ab- 
theiluug B. vor bumgukUa Zi^ im Katn^log von Dr. Staudio^er 
uad Dr. Wocke (1871) zwischea crnd/erarum Z. und annu- 
lat$Ua Curt. einzureihen sein. 

Potsdam, Anfang November 1894. 

Hachschrift. 

JBs erscheint mir aogebraeht, hier noch i« erwähnen, 
daßHes'rW. von Hedemaoo während «^oes klztea Aufent- 
Jbaltes ui Niedea'*Oealerreieh ein sicheres und ganz frisches 
■Rygmplar der PI incamoiella Steudel dort — weoo iefa mich 
raoht enmere, bei Mpdlii^ — ge&ngen hiat, desaen Zuge- 
hörigkeit zu dieser Art ihm auch voa Dr. H. Bebel in Wien 
bestätigt wurde. Der Anblick dieses Exemplars gerade gab 
mir s. Z. Veranlassung, Herrn Dr. Hinneberg auf die MQ>g- 
Uchkeit aufmerksam zu machen, daß er PL incamateUa auf- 
gefunden habe, bevor ich noch Exemplare von Potsdam vor 
Augen gehabt hatte. 

Herr von Hedemann berichtete mir dann später noch^ 
daß er mit S i eher hie it auch bei St. Petersburg früher 
PL incamafeUa gefangen, sie aber für annubUetta Curt. ge- 
halten habe. 

Ich habe hiernach und auch sonst keine Zweifel mehr, 
daß meine bei Petrosawodsk gefangenen Exemplare zu PL 

Stett. entomol. Zeit. 1894. 



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B58 

iMamaMa gehören. Sie weiehen von den aus Polsdain ep- 
bateenen keinenfalls mehr ab, ak meine aus dem Rbeii^|att 
stammenden J[fimfAi/e0a-Exemplare von englischen, welche mit 
der prachtvollen Curtis'schen Abbildung völlig flbereinstunmen. 

Ed. Hering. 



>^>^<»S^»^Ni»^%^>i»^»^^»>^»* 



Notizen über Rüsselkäfer 



von 
J. Fanst. 

Fortsetzung.^) 



83, In ^jMitth. Dresd. Mus. 1888— 89 No. 4 p. 16<^ 
errichtet Kirsch die Gattung Canephorni und hält dieselbe mit 
der von Pascoe in Ann. Ma^ 1886 p. 416 für Cyphu8 bi^pinus 
und lugtMs Boh. vorgeschlagenen Gattung Melactus identisch. 
Die beiden Gattungen stehen einander allerdings sehr nahe, 
sollten aber wohl wie folgt auseinander gehalten werden. 

Vorderhüften schmal getrennt, Hinterschienen mit 
schmalen geschlossenen Körbchen, Aufienrand der Decken 
bei den HinterhOften nicht gebuchtet und ftlr den 
Epistemenkopf nicht ausgeschnitten, Deckenstreifen 9 und 
10 bei den Hinterhaften nicht genähert; Typus ru/^pes 

Kirsch Canephomi Kirsch. 

Yorderhüften dicht an einanderstoßend, Hinterschienen 
mit ganz offenen Körbchen, AuBenrand der Decken bei 
den Hinterhaften gebuchtet und für den Epistemenkopf 
ausgerandet, Deckenstreifen 9 und 10 bei den Hinterhaften 

genähert; Typus bispinus Boh Ifelaotas Paso. 

Für Meladus ist aber der ältere, von Jekel 1875 — 
Col. Jek. u. Eleuth. Bibl. p. 143 — vorgeschlagene Name 
Melanocypkus zu substituiren. 

84. Die Gattung Synaptoplns Gerst. — Wiegm. Arch. 
1871 p. 69 — ist mit Oyponychus Pasc. — Joum. Lin. Soc. 1870 
p. 485 — identisch. Pascoe stellte seinie Gattung unter die 
Leptapsides Lac. Jekel beschrieb in Co]. Jek. u. Eleuth. 
Bibl. L875 p. 171 die Gattung QyponychuSy die er in einem 
ungedruckten Manuskript Oratoblosia genannt, ausftihrlich und 
stellt sie wohl richtiger zu den Brachyderides. Als S, cervmus 



54. Jahrgang 1893 p. 145. 
Stett. entomol. Zeit. 18»A. 



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3d9 

hat Ger&rUteker d&8 W^^beb^n bescbriebea; ätm Mänüchen 
fehlen die Schwieligen H(k;ker hinten auf den Deeken« Died6 
Art ist. in den Sammlungen zuweilen ak Ectätops emeraceei Seh. 
bestimmt. 

85. OonotMiebelns adsperra« Kirseh — Hitth. Dresd. 
Hus. 1888—89 p. 32 — schlage ich vor in LeconM um- 
zubenennen, weil bereits 1876 ein C. adapersus Lee. be- 
schrieben ist. 

86. Der Calandride HilipdBtorphiu subfiEtsciatus Desbr. 
Ann. Be%. 1891 p. 12 ist mit Nassophasis pictipes Pasc, in 
Ann. Mag. 1887 p, 378 identisch. 

Astycns 4-Tirgatii8 Desbr. loc. c. p. 5 =±: flavovÜMta Pasc. 

ibitycns grisens Desbr. loc. c. p. 5 ist ein Lepropus. 

Adees hylobioides Desbr. loc. c. p. 3 =r Pa^phhmAB 
(HeiHpus) orientoHs Mots. 

Aclees Ebelofid Desbr. loc. c. p. 2 ist ein PagtophloeuSy 
ebenso Adees bidentoliu Desbr. 

Kyllooemii braehyderoides Desbr. loc. c. p. 8 ist ein 
Synohbus. 

87. Cleonns limis M^n. ist mit Bothynoderes Seh. ver^ 
wandt; seine Bekleidung besteht aus lang dreisipfligen Schuppen 
(oder wenn man will entspringen jedem Punkt drei Schuppen- 
haare) und Oeiftelglied 2 ist mindestens doppelt so lang ak 1; 
er weicht aber von dieser Gattung sowohl durch den Habitus 
als auch durch die deutlich getrennten YorderhOften^ hierdurch 
aber von allen Cleoniden-Gattungen ab. Für Umis M^n. schlage 
ich den Namen Eurystemus vor. Zu jenen Unterschieden von 
Bothynoderes kommen noch hinzu der sehr kurze und brdte 
Rttssel und die unten herum vereinigten Fühlerfürohen. 

88. Die für Centrinus comcolUs Boh. von Pascoe errichtete 
Gattung Balbns — Ann. Mag. 1889 p. 322 ist mit Änopsilus 
Kirsch (1869) identisch. 

89. Die Gattung Lissorhinns Seh. gehört mit Wimpern 
hinter den Augen, was übrigens Jekel ^ Gol. Jek. u. Eleuth. 
Bibl. p. 142 — auch für Anypotactus, Pandeleteius und /«cäwo- 
trachelus bemerkt hat, neben Anomoderua Fst. 

90. Eiytrodon maroccanus Desbr. Frei. 1893 p. 12 =; 
fasciokUus Fairm. Ann. Fr. 1866 p. 59, der allerdings als 
Sciaphilus zusammen mit giganteus und aUemans und mit der 
Bemerkung beso/hrieben ist, daß sich diese drei Arten von 
der Gattung Sciaphilus unterscheiden, ersterer aber in der 
Form an die Gattung Cyelomus erinnert. Stierlin in seinen 
Bestimmuugstabellen führt alle drei Arten unter Oiiloneus, den 
giganteus aber noch einmal als Eiytrodon auf. 

fliett. entomol. Zeit. 18M. 24 



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360 

;, : .91. In der Beschreibung des A^^es Krüpeii Fst. — 
Deut. Eut Z. 1890 p. 315, Zeile 16 von oben muR ReiOen 
}i)rRQÜeii umgeäadert werdep; einen A, ReUteri giebt es bis- 
her nicht. 

92. Apodenu flayoebenas Thon^s. ist eine in der Färbung 
4i^r Fl^ldecken veränderliche Art. Es repräsentiren 

Stücke mit ganz schwarzen Decken die Stamm farbung, 
,, ,, auf der Spitzenhälfte rothen Decken die 

var. Thomsoni m, 
„ „ ganz rothen Decken die var. calceaius m. 
Stücke der letzteren von Gabun habe ich einigen meiner 
Oorrespondenten als gabonicus m. deierminirt; sie unterscheiden 
sich aber von solchen aus Old Calabar nicht. Alle drei Fär- 
bupgen besitze ich auch von Gabun. 

93. TemnoBchoita quadrivolnerata Thoms. vermag ich 
mit Chevrolat von quadrimaculata GjU. nur durch die rothe 
Schenkelfärbung zu unterscheiden. Stücke der Thomson'schen 
Art, bei denen die beiden rothen Makeln auf jeder Decke zu 
einer Längsbinde zusammenfließen, wie bei einem von Gabun 
meiner Sammlung habe ich var. conßiens genannt. 

94. In der Bestimmungstabelle einiger Xanthochelos- Arten 

— Stett. ent. Z. 1892 p. 48 — und zwar iu Zeile 10 von 
oben ist ein entstellender Druckfehler stehen geblieben; am 
Ende dieser Zeile muß „und*^ in „letztere^^ umgeändert, 
ebenso am Ende der Zeile 5 von unten hinter dem Komma 
das Wort »^letztere*' eingefügt werden. 

95. Wie ich mich durch Vergleich meiner Stenodema 
felrmginea vom Nyassa-See mit Leptobaris castanea Gerst. im 
Berliner Museum habe überzeugen können, sind beide Arten 
identisch. Jedenfalls hat die Gattung keine getrennten Yorder- 
hüften und von den beiden gekrümmten Haken an der inneren 
Schienenspitze ist der eine ein wirklicher Dorn, der andre 
ein. diesen Dorn unterhalb begleitender Borstenpinsel. 

96. Meine Epüaris venusta — Deut. Eut. Z. 1886 p. 341 

— gehört nicht zu dieser Gattung, die ich erst jetzt kennen 
gelernt, sondern ist ein Decophthalmus Chvrl. Letztere Gattung 
ist mit DermatodeSy dagegen Epilaris mit Episomus verwandt. 
^ 97. Der von mir als Corigetns fignlns beschriebene Käfer 

— Ann. Fr. 1893 p. 509 — , dessen abweichendie Fühler ich 
p. 510 erwähnte, gehört zu SepiomuSy einer Gattung, die 
Aürivillius 1892 in „Nouvelles archives du mus^um^^ für 
Episomus paraüelus Chvrl. errichtete. Von letzterem unter- 
scheidet sich figulus schon durch viel dünnere Fühler. Det 
Fühlerschaft des Mänüchens ist parallelseitig, der des Weibchens 
zur Basis verbreitert. - - • 

Stett. entomol. Zeit. 1894. . 



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98. lieptOBchoinuB maonlatng OjlL hat eioe in beiden 
Geschlechtern verschiedene Färbung. Der Thorax und di^ 
gemeinsame Deckenmakel ist beim Männchen gelb mit einem' 
Stich ins Röthliche, beim Weibchen ziegelröth. Aber auch 
die Ausdehnung der beiden schwarzen Makeln auf dem Thorax 
variirt; so fließen bei einem Pärchen aus Paraguay, das ich 
var. cordiger genannt, diese beiden Makeln zu einer breitien 
herzförmigen zusammen, bei einem andern Pärchen aus der- 
selben Gegend sind sie ungewöhnlich klein. Mit der Schuppen- 
förbung der Oberseite ändert auch die an den Seiten der drei 
ersten Abdominalsegmcnte ab. 

99. Herr Professor Dr. Carl Berg macht mich brieflich 
darauf aufmerksam, daK der Name Pedetes einer von mir in 
dieser Zeitschrift 1893 p. 337 errichteten Gattung bereits 1837 
von Kirbj für eine mit Athous Eschsch. indentische Gattung 
vergeben ist, weshalb ich meine Gattung in Pedetinns umändere. 

100. Mein Lixosomus Fairmairei — Stett. ent. Z. 1889 
p. 87 — muß penicillatns genannt werden, weil er schon 
10 Jahre früher in Ann. and Mag. 1879 p. 381 von Water- 
house als Lithinus penicilkUus beschrieben ist. 

101. In Horae Soc. Ent. Rossicae t. XXIX p. 105 be- 
schrieb ich einen Ceutorhynchus OyUenhah. Ich ändere diesen 
Namen, weil er schon 1890 an eine Varietät des Ceutorhynchus 
nubeculosus Gyll. vergeben ist, in fennicns um. 



Coleopteren aus Afrika 

von B. J. Kolbe. 



n. 

Cicindela neumänni n. sp. (^$. 

Gracilis, angustata, C. equestri Dj. signaturis elytrorum 
simillima, labro antice 5-denticulato; supra atrofusco-opaca, 
capite et pronoto atro-viridibud et fusco-aeneis, hoc purpureo- 
limbato; labro testaceo antice nigro; antennis atris, opacis, 
articulis 4 primis violaceis, viridi-tinctis; palpis flavo-testaceis, 
articulo ultimo nigro, paenultimo maxillarium testaceo-brunneo ; 
elytris rufo-flavo signatis, et quidem lunula elongata humerali, 
ad guttam suturalem antemedianam spectante, Stria long!- 
tudinali sublaterali, macula basali, duabus guttis suturalibus 
(altera postscutellari elongata, altera parva antemediana), dein 

stett. entomol. Zeit 1894. 24* 



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362 

macula subsuturali poetmediana, plerumque cum puncto 
discoidali minore medio^ margini extero ^ropiore, conjancta 
fasciamque obliquam praebente^ tandem macula rotundata 
posteriore juxtamar^nali striaque marginali apicali; pectore 
^bdomineque viridi-aeneiS) cjaneo vel violaceo tinctis, episternis 
purpureo- et violaceo-aeneis; pedibus viridi-a^ieis, femorum 
apice violaceo, tibiis tarsisque violaceis^ Alis badin versus 
brunneis; labro antice 5-denticulato, longiore quam in 
CL equeatri; prothorace subaiigustato, antrorsum leviter 
dilatato, lateribus rectis, juxta marginem lateralem setis singuEs 
reetis obsito ; lateribus metastemi et segmentorum 4 primorum 
abdoininalium albo-pilosis. — Long. corp. 15 — 17 mm. 

Diese neue Art ist der C. equestris DJ. aus Madagaskar 
zunächst verwandt,- namentlich wegen der gleichen Bildung 
des Labrums und der ähnlichen Zicichnung der Elytren. Aber 
der Körper ist bei gleicher Länge viel schmäler. 

Oskar Neumann ist der Entdecker dieser neuen Form; 
er fand sie bei Beginn seiner Reise ins Innere Afrikas bei 
Magila in Usambara Anfang Mai 1893. Ihm zu Ehren 
ist die Art benannt worden. 

Pholidochris brenskei n. sp. ^$. 

In den Annales de la Soci6t6 entomologique de Belgique 
1894 p. 563 fahrte ich aus Togo eine Art der Melolonthiden- 
gattung PhoUdochris unter dem Namen quedenfeldU Brenske 
auf Diese Art war mir bisher noch unbekannt, aber die 
Beschreibung in der Berliner Entom. Zeitschr. 1892 p. 50 
schien mir darauf zu passen. Kürzlich hatte ich nun durch 
die Güte des Herrn Brenske Gelegenheit, das typische Exem- 
plar der Ph, quedenfeldti (Lepidioid) anzusehen und mit den 
Exemplaren aus Togo zu vergleichen; es zeigte sich dabei, 
daß letztere von der PH, quedenfeldti verschieden sind und eine 
neue Art bilden, welche ich hier zu Ehren des Herrn Brenske 
zu benennen mir erlaube. 

Diese Art ist beträchtlich kleiqer als die PA. quedenfeldti^ 
im übrigen aber recht ähnlich, jedoch heller braun. Ferner 
ist das Epistom vorn in der Mitte etwas tiefer ausgebuchtet 
und beiderseits gleich der Stirn gröber und tiefer punktirt. 
Der sehr ähnlich geformte Prothorax scheint etwas länger zu 
sein; die Punktirung neben dem Seitenrande ist sehr ähnlich, 
aber außerdem finden sich noch recht deutliche, über die 
Oberfläche zerstreute, voneinander entfernt stehende Punkte, 
von denen bei Ph. quedenfeldti nur vor dem Vorder- und vor 
dem Hinterrande einige Spuren vorhanden sind. Das Scutrilum 

8t«U. entomol. Zett. 18M. 



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863 

ist etwas kürzer. Die Elytren sind et^as giftnsender, picht 
(>fl^umartig bereift; aber die Bippen uäd die PuDl^tiraog sind 
sehr ähnlich. Das Pjgidium ist breiter und kürzer, auch 
mehr convex; die Convexitftt H^ in der Mitte; die zerstreute 
Firoktirung ist etwas feiner. Das letzte Abdotninafeegment 
ist etwas kürzer. Die Behaarung der Brust und der Coxen 
ist ähnlich^ nur mehr grau als gelb. 
Besehreifo«ng: 

Castanea, nitida, eaap'M pronotoqne brunneis, nüidie vel 
«ubaitidis, illo obscuriore; soutelLo quoque brunnao; elytris 
*lfteUu8 castaneis, aotennis pa)pisq^e brunneis, pectore abdo- 
mineqjue obseure fuscis i^itidiS) illo subtiliter parce punctato, 
Hkteripiis abdominis parcjssii^e p^nctati8; pedibus laete castaneis, 
tibiis paulo obscurius br^nneis; epistomate latera versus 
grosse, haud profunde, punc(ato, medio impui^ictato, Kinargine 
antico medio sinuato; fronte grosse^ latjera versus grpsfius, 
verticem versus subtilius punetato; pronoto subtilissime 
eoriaceo, ubique parce^ la(era versus grossius et p^u)o densius 
pmtictato; scutello ogivali, api^ rotupdi^, b#sin versus 
distincte et parce punctato, apioem versus impuppt^; eljtriß 
laevibus, t^ransversirp subtjliter rijigosuli^, ubique pf^roe piipct^ 
(punctis vix co^spicue setiferis, setis brev^iipis), hiß (at j)l^, 
pr^ecipue ad costäß, setis parum elof^^tis si^gulis r^re obs^; 
costis 3 qtrjusque eljtn i^e4iocribus, interiore alterfs mf^is 
^)evata; pectore, coxis abdomii^eque flavo-gr^seo dßuse 
pilpsis, abdpfnine piljs f^lvfs singulis raris lopgis pil^ßq^e bre- 
V|#4imis f^lbogriseis, {fitera vejrsus densioribus, vesUto. 

(^ Ciava antennarum paulo longiorß; pronoto multo §ut>' 
iilius quam in $ cori^kceo, i^itido, pjjg^dio majore et magis 
convexp, laevigato, nitido, parce et subtiliter punctato, apice 
rotundato-obtuso, subsinuato, latera versus, praecipue auteqn 
Ante apicem impresso; abdomine pilis paulo longioribus, apicem 
et latera versus rarissime obsito, medio depresso; segmento 
<)uinto abdominaK medio postico exoisp, segmento sexto 
breviore postiee nedio iate et profunde sinuato, s^gwientp 
sepjtimo in sinu e^gmenti sexM distin^to; femoribus posticis 
angustioribMs, tibiis mcMdüs et posticis tarsisque on^niuip pedum 
longio^bus quam Jjp ^. 

$ Pronoto opaeo, djstinetiua «vbtjliter corj^^^eip^ pygHÜo 
minore modke eonvexo, postiee mjjpAis late rotundato, ^ub- 
tjijssioie coriae^, parce et distincte pi^nßtato pUisque non- 
iMiUis lopgiojribus hie et iUje obsito; abdomine pük loiig^bus 
fulvis ubiqib? rare veaiito, medio ^coovexo» 

Long, corp. <J 30, $ 48 mm. 

Sl«t«. «atomoL Ziit. 18M. 



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364 

Ein <J von der Togpküste 1893 (L. Cönradt), 2 ? 
von MisabÖhe in Togo, August 1893 und 1. April 1894 
(E. Bau mann). Pie Art fliegt des. Abends. 

:; Die Art ist durch die Geschlechtsunterschiede sehr au9- 
gezeiehQet» 

Pholidoohris qnedenfeldti Brenske $• 
ilepidiota quedenfeldti Brendke Berlki. £nt. Zeitschr, 1892 8. 50.) 

Kopf und Prothorax mattschwarz, kaum glänzend,« 
Scut^lhim und Elytren dünkelkastanienbraun, letztere pruinösr; 
Unterseite und Schenkel hellkastanienbraun. Schienen üüd 
Tarsen dunkelbraun; Brust, Coxen und erstes Abdotninäl- 
segment dicht goldgelb behaart. Die Punkte des Abdomens 
mit sehr kurzen, zerstreuten Börstchen namentlich an den 
Seiten besetzt; auf der Mitte ist das Abdomen fast ganz glatt, 
nur der Quere nach mit vereinzelten Punkten und sehr kurzen 
Börstchen versehen. — Kopf und Prothorax sehr fein ledrig 
gerunzelt^ ersterer sehr schwach, nach den Rändern zu immer 
deutlicher punktirt. Prothorax fast auf der ganzen Oberseite 
unpiinktirt, nach den Rändern zu fein, vor dem Vorder- und 
dem Hinterrande fein und deutlich, zerstreut, neben den Sefiten- 
rändern grob und tief pbnktirt. Elytren zerstreut und ziem- 
lich kräftig punktirt, diese Punkte mit sehr kurzen kaum 
wahrnehmbaren Börstchen; Rippen fast wie bei Pk. brenskei, 
aber ohne hervortretende einzelnständige Borsten. Pygidium 
hinten etwas länger, schwach cönvex,' mit der größten Con- 
Vexität vor der Spitze. ' ' ' 

Die Länge des Körpers beträgt 38 (nicht 35) mm. 
, Das Exemplar stammt von Aduma amOgowe(2o südL) 
in Westafrika. 

Lepidomela afrioana Brenske* . 
{Lepidiota africana Brenske Berlin. Ent. Zeitschr. 1892, S. 48.) 

Da der Autor in der Beschreibung die Schuppenbekleidung 
als dürftig bezeichnet und dazu den Senegal als Vaterland 
angiebt, so beging ich den Fehler, meine gut beschuppte 
Lepidomela cerrina vom Tana-Pluß in Ostafrika (Annal. Soc. 
entom. de Belgique 1894 p. 561) ftlr eine davon verschiedene 
Art zu halten. In der That stammt das typische Stfick der 
africana nicht vom Senegal, sondern laut des Zettelchens an 
der Nadel von Bagamojo (in Ostafrika) und ist stark 
abgerieben. Durch die Freundlichkeit des Herrn Brenske 

Stelt entomol. Zeit. 1884. 



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»65 

konnte ich das typische Stück seiner "Art' mit meioer Art 
yergleiehen und infolgedessen hiermit feststellen, daß beide 
Arten identisch sind. 



^, . Strongylinm episcopale n. sp. $. 

Diese schöne^ und große Art stellt eine ganz eigenartige 
Form unter deti afrikanischen Arten der Oattung dar. Sie 
und 'manche andere Gattungsgenossinnen eeigen uns, djaß die 
Gattung ßtrongylium, die auch über Asien und Amerika arteor 
reich rerbreitet ist, in Afrika gegenw&rtig am besten entfaltet 
ist; hier finden sich ihre Arten in allen Größen Von 7 bis 
tüehr als 30 mm Körperlänge und in der verschiedensteo 
Ausbildung der äußeren- Organtheile und, der Färbungi 
St. ^pUcopak zeichnet sich aus durch die mattviolette in Lila 
i^pielende Färbung dbr ganzen Oberseite. AuffUUig ist auch, 
daß die großen Augen auf der Stirn bei dem Weibchen fast 
zusammenstoßen. Regel ist in der Gattung StrongyUumy daß 
bei derselben Art die Augen des Männchens näher beisammen 
stehen, als beim Weibchen und im Allgemeinen bei diesen 
mäßig oder rocht weit voneinander getrennt sind. 

Diagnose : Grande, elöngatum, cönvexum, supra totum 
violaceo-lividum, opacum, elytris prothorace paulö' laetioribus 
et minus opacis, vix autem nOn nihil cönöpicue nitidis; pectore 
abdomineque nigris, subaeüeis, nitidis; antennis pedibusque 
totis nigris; capite et subtiliter punctäto et^labro; oeuKö 
magnis supra va(de approximatis; antennis basin prothoracis 
imodice superantibus, articulis 3. et 4. longitadine inter se 
fere aequalibus, illo fortasse nonriihil longiore; clypeo labröque 
subnitidis, punctulatis; prothorace transverso tertia parte 
latiore quam longiore, postice paulo angustato, lateribus leviter 
rotundatis, margine laterali totö carinatn, linea dorsali media 
longitudiuaH nonnihil impressa, disco distinctius subtiliter neque 
dense lateräque versus subtilius punctulato; scutello elongato 
postice acuminatö, medio impresso, punctulatö; elytris elon* 
gatis sat convexis, pone miedium parum ' ampliatis, totis sub- 
tiliter striato-punctatis, striis modice impressis, punctis striarum 
basin versus paulo profundiu«, postic^ sub'tilius punctatis, inter- 
stitiis levissime convexis; metasterni lateribus distincte parce 
punctatis; segmentis äbdotninalibus suhtilissime haud 
confertim punctulatis. — Long. corp. 38 min. 

Ein $ aus Baluba-Land (Central-Congo-Gebiet), vou 
Dr. P. Po gge entdeckt. 

St«tt. entomol. Zeit 1884. a 



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366 

9tB99fyliiun dmoi^ n. ap. ^ $. 

St. episeopaU simile, miuus eloögatum, alttus autem cod- 
veKum, capite et pronoto violaceo-lividis, opaoiS) elyl^ aftro- 
violaceis vel cyaneis, «ubnitidis; pectore, abdomine anteomsqv^ 
nigrie, Ulis nitidis; Ci^pite sat confi^rtitn mediocriter punc* 
tato, oculie in utroque sexu valde approximaiis; cljpeo 
iabroqne nitidis, punctulatis; antenois baain prothorada ad- 
modum superantibtiB, quam in 8t. epi$c0paU graoUioribqs, 
ariioolis 3. et 4. lengHudine ioaequaKbus, iHo quaHa paHe 
breviore; prothorace sieut fere in apecie pmecedeate 
fomato, Bupra subtiUssine coriaceo, in dieco di&linete et paulo 
eYassius, latera versua vix vel indisiinote punotato; Bcutello 
pauk) latiore et brevione^ elytiris giU>oaid pone medium 
leviter ampliatis, totis punotatihtlrialia, tiittriis paulo profitadiaa 
impreseis et onissifia punotatia, quam in SL $j^i9CQpQlij punctia 
apicem veraua aubtiliua punetatia; interatitiis leviter copvesi^ia; 
metasterni lateribus minus paroe puQOtfttia; segmentis 
abdomififklibus subtilissime punctulatis; 

^ OcuKs aat apppoxiinatis; antemiia graoiUaribiia, prae* 
eeirtim articulis 8. et 4. loBgiopihus; femovibüs omnium pedum 
infra basin v^ersus angaate gnaoo-tomentdais. , 

$ Paulis aupra i)aagis approi^imatfs quam in ^^ inier- 
atitio iptieroiculari c^i^ustissjmo^ femoribus simplicibus. 

l.ong. corp. (J 28, ? 30 mm. 

Im ^int^rl^nde vpn TogQ bei Bismarckburg zwei 
^empHre von Herrp Leopold Conradt am 24. März 1893 
)^(er 4^r Rinde eines Qapmes aufgefunden. 

^ scheint, daß diese Art das im sQdli^ßl^en Westafrika 
heiiii^l^ende St. episeqpak ins nör4ticlien Westafrijka vertritt. 
Bei4e 4-rteB sind einander recht ähnJicb, aber der Körper 
und ^iQ Ely tren von fiucale sind weniger lang und dabei viel 
pOlivexer. Pie Oberseite ist dunkelblau bis violett und ecbwach 
glf^Q^^nd. Pas dritl^ Antennenglied i^t deutlich kürzer als 
4§s vje|-te. Die feii^ß Grundsculptqr des Pronotums iat deut- 
lioher. Qbi^e Zw^eifel si^d die bt^jden Formen von einander 
gut zu unterscheiden, ßeide habep die Eigenthümlichkeit, daB 
4)6 AMgea ^uf der ^i}fü fast zusamn^ensto^en, und zwar in 
bei4en G^schlecbtern, und daß der sphmale Zwisohenrauni 
l^ein^ Weibchen noch schxnäler ist als beim Männchen, wäh- 
jet^d sonst dieser Zwisohenniun? umgekehrt beim Weibchen 
breiter ist. Die beiden Arten bilden ein eigenes Subgequs: 
EuBtrongyUum (corpus magnum, supra opacum vel subnitidum; 
elytra subtiliter punctato-striata; oouH magni, spatio interoculari 
in utroque sexu angusto, in $ angustiore quam in (^). 

Btett. entomol Zeit. 1694. 



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367 

£üne fUmliche Art acheint St. oBpUhiiermm Fairm. zu 
eeio (Aon. Soe. Eni. Belg. 1894, 38. Bd. S. 647); aber bei 
dieser Art sollen die E^tren hiaten kaum breiter sein ab 
vorn, fearner nicht gestreift, soqdem nur mit Punkilinien ver- 
sehen sein (lineaio-pnnetata, haud stnata), wiUurend die Xotiert 
stien flach sind. Diese Art ist daher offeabar von ductUe ver- 
schieden, das anch einem ÄspidostBmum nicht ähnlich sieht, 
wie die Fairmairesche Art (nach dem Autor). 

SttongyliiiiB tttiata Harold ^: 

Bi^ron y. Harold beschrieb diese beoieirkensw^rthe Spesies 
p^tch eine^i einseinen weiblichen Ei^en^plar in den „Coleopt. 
Heft. Bd. XVL 1879 S. 127, Piese? ^ sta^imt a^8 dem 
Lunda-Beich iip Innern des Iß^ongo-Oebietes., wo es Yon 
Dr. Pogge aufgefunden wurde, und befindet sjjch in der 
Berliner Königlichep ßamqiilung. 

Auf einer späteren Reise ^ei.ter na^h Osten fi^n4 
Dr. Pogge in Baluba-Land ein zweites Exemplar, und zwar 
das ändere, bisher noch unbekannte €^ohlecht ((^). 

Die Antennen und Beine desselben sind schlanker als 
beim Weichen, der interoculare Zwischenraum auf der Stirn 
schmäler, der Prothorax gröBer und fast quadratisch. Die 
Vorder* und Hinterschenk«! siad unterseits gelbbraun tomentirt, 
ein Merkmal, welches aucb manchen anderen Arten von 
ßtrongyihim im männlichen Geschlecht zukommt. Die vorderen 
Tibien sind etwas gekrümmt stärker als beim Weibchen und 
innen gezälinelt. Ohne Zweifel ist diese Beschaffenheit def* 
vorderen Tibien bei der Cppula^ion von Wf»rth. 

Diagnose: Mas a femina differt antennis longioribus^ 
asticulis paenultimis haud transversis; spatiq interooulari froa» 
taU angustiore; protboraee majore subquadrato; pedibus Ion- 
g^ribtts, femoribus primi et tectii paris infra fulvo-tomentosjs, 
tibiis anticis ourvatis et ps^uto robustioribns lat^feque interiove 
deaiieulatis. — I^ong. corp. 26 mm. 

Bei Mukenge in Baluba-Iiand (Ck)ng9 - Odinet) im 
Apnl 18B3 von Dr. P. Ppgge entdeckt. 

Die Spesies hat keine nähere Verwandtschaft mit ^«la 
beiden vorstehend beschriebenen Ai^en und gebart einen eigeiien 
flobgenus an. 

Strongylin^ mu^ta Harold 
subsp. fpyoiucigqn n. 

Während das echte Si. muata auf die sOdüche Region des 
wesftafrikanischen Qebietes beschränkt zu sem echeiot, kommt 

Stett. entomol. Zeit. 18S4. 



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368 

iVi Obeir-Guineöi. eine etwas abweichende ^^orria derselben Spezies 
vor. Den vorliegenden Stücken dieser Form fehlt der scliwatjhe 
lltessiägschiminer auf den Elytreo, welche außerdem etwas 
länger lind weniger convex sind. Auch die Antennen und 
Beine sind ikngeh Der Rand der Eljtren ist itn Spitzentheil 
Weüiger flach abgesetzt. 

Diagnose: Formae typicjBiö primo visu simillima, sed 
eljtris longioribüs, miniis alte convexis, striis pauIo subtilius 
punctatiS) splendore levi elytrorum subaureo nullo, ant«onis 
pedibusque in utroque sexu longioribüs; pronoto paulo crassius 
punctato elytrorumque litobo apiicali minus deplanato neque 
r^flexo; ^ antdnnarum articulis compluribus longioribüs qnani 
in ^ St, muätae genuini femoribusque infra minus dense fulvo- 

iniosis, tibiis anticis minus Curvatis, intus inaequaliter crenü- 
atis; $ antennarutn articulis pluriniis longioribüs quam in 
$ St. muatae genuini, 8.-— 10. haüd transveröis^ sed trigonalibus, 
longioribüs. — Long. cOrp. (J 29, $ 26 mm. 

Ein ^ aus ^ Guinea^ erhielt die Königliche Sammlung 
Mon Ak Bau, ein $ von E. Bau mann, d^r. dieses Exemplar 
bei der Sta^tioniMisahöhe in Togo (Ober-Guinea) am 2. April 
1894 auffand. , 

In der Sammlung des Herrn von Oertzen befindet sich 
öin Stück ($) mit der Angabe ^Cape Coast Castle^ (Ober- 
Guinea), welches mit dem weiblichen Mu8Sdums<Bxemplar der 
vorstehend beschriebenen Subspezied übereinstimmt. 

Ströngylinm fischen n. s"p. (J. 

'' Elongatum, parum convexum, postice paulo ampliatüm, 
libscufe viride, nitidum, antennis njgrocyaneis, articulis 4 primis 
nit^iis, quailo partim, ceterie totis oparis, pedibus totis cyaneis; 
ocülis valde; approximatis, fronte depressa; antennarum articulis 
sat brevibus, etquidem Articulis 5. et 6. parum, 7* minus, 
8. minime, 9. et 10. band longioribüs quam latioribus; pro- 
thorace convenienter proportioni parvo> quarta parte breviore 
^nam longiore, lateribus fere rectis costa marginal! tenui 
^istincta^ angulis anticis rotundatis^ dorso haud confertim 
punctato; elytris profunde striatis, striis dense crenatö- 
punctatis punctisque apicem versus et intus subtilioribus, inter- 
stitiis striarum convexis; femoribüs infra stria pilosa ultra- 
mediana vestitis; segmento ultimo (scilicet libero) postice 
;rotundato.robtuso. — Long. corp. 2il mm. 

Südöstlich vom Victoria-Njansa 1 <J (Dr. G. A. Fischer). 

Stell, entomol. Zeit. 1804. 



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n69 

Strongyliom snspicaz b. sp. $. 

,, Diese Art ist die oatafrikapische Vertreterin der ttbe^ 
r Westafrika verbteiteteD Artengruppe br$vkolU Mäkl.^ pogg^ 
Harold etc.; sie uoterscheidet sieb Jndeß von diesen durcb 
die dichtere Punktirung des Pronotums. 

St, poggei simile, viridi-metaHxum vel chalybeo-cyaneum, 
djtris viridi^eneis^ antennis nigria, . opacis^ articuljß primis 
nigro-c janeis ; pedibus chalybeo-cjaneis, femoribus in speei- 
minibus . immaturis basid versus castaneis; antennis apicepa 
versus latiusctilis, compressis, articulis 3. et 4. longitudine 
ioter se aequalibus, hoc trigonali, articulis sequentibus lutioribus, 
brevibus, 7.-^-10. plus dimidio litioribus quam longioribus; 
oculis sat approxitnatis^ fovepla froutali parva; prothoraoe 
sat lato, transvei^so, antice et postice vix attenuato, dor^so 
toto sai dense puncta^; elytris , prpfunde strif^tia, striis 
exterioribus basin versus deose .crenato^puDctati& — - I,<ong. 
corp. 24 — 27 mm. : 

Am Tana-Fluß in Witu (Denhardt). Bei. Derema in 
Usambara Mitte Dezemlier 1891 unter Holz gefunden 
(L. Conradt). ,.i - 

. Vqö den beiden Weibchen in der Sammlung des Herrn 
vpn Oerts^en zeigen die Etjtxen des einen (aus Bs^amojo) 
schwachen . Kupferglanz, während die Biytren des anderen 
gesättigt violett gefärbt sind und purpurnen Anflug zeigen, i 

Strongylinin »tulilmanni n. sp. $. 

St. suspicad simile, nigro-cyaneum, capite prothoraCeque 
subtilius punctatis,' antennis apicem versus latioribus, articulis 
3. et 4. longitudine inter se aequalibus, hoc multo^ latiore 
quam illo, securiformi, 5. paulo latiore; fronte interoculari 
glabra, parce punctata, foveola media sat profunde, oculis 
nonnihil magis distantibua; prothorace transvereo quarta 
parte latiore quatn longiore, punctis dorsalibüs minus densatis; 
elytrjs minus profunde sulcatie^ punctis sulcorum antice 
majoribus, tum abrupte fere noiulto subtilioribus; pectore ab- 
domineque nitidis, multo subtilius punctatis,, quam in 
iS. süspicace, punctis miötasterni läteralibus episternorumque 
majonbusi — Long. corp. 25 mm. 

Bei Bukoba am Westufer des Vicjoria-Njansa am 
16. November 1890 von Herrn Dr. B\ Stuhlmann gefunden. 

1 Dunkler blau als St. cyaneim m. vom Lubilasch, Kopf 
und Prothorax feiner punktirt, Antennen vom 4. bi« 11. 
Gliede breiter. 

Stett. entomol. Zeit 1804. , 



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370 

Im Uebrigen ist die neue Art dem Sl suapicax m. aus 
^en Küstenländern Deutsch-Ostafrikas ähnlich; aber der Kopf 
nnä der Prothorax dnd glatler, weil sie viel fdn^ p«nktirt 
mxä. Dagegen sind die Punkte 4er PHigeldeekesstrei^ In 
-der BftBaMlAä viel ^gcöfier und tiefer. 

StrongjUüin balnbMwi n. ßp. c^f. 

Den gleichfalls in Westafrika heimathenden Arten Si. poggti 
Har. und brecko&e Mäkl. sehr iUhnHch, kl^ner als erstere Art, 
-oben ganz grünmelallisch; auch die Unterseite und Beine 
grftnlich; Prothorax länger, subquadratisch, vorn nicht ver- 
sehmälert, an den Seiten etwas gerundet. Die Streifen der 
Elytren auf der vordetien Hälfte wen^er grob punktirt, die 
Zwischenräume weniger eonvex, auf der hiciter^i Hälfte fast 
tfiach. Stirn convex, hinten zwischen den Augen mit einem 
länglichen Grübchen. Viertes bis elftes Glied der Antennen 
schmäler und etwas länger, Mesostemum in der Vertiefung 
jiicht rauh punktirt, sondern fast datt^ etwas gerunzdt. 

Auch von Sl, br^^icote aus Kamerun ist die neue Art 
*gut zu unterscheiden^ Der Prothorax ist beim Männchen nieht 
schmäler als beim Weibchen. Letztes freies Abdomtaalsegmeot 
des Männchens viel wenige 4ief eingedraekt uad hinten ab- 
rgesttttzt. Beim Weibchen sind die Gäeder d^ Antennen 
kürzer als beim Weibchen von brevMhy aber von Reicher 
Breite* Der interoouiare Kwiseheorau« der Stirn ist etwas 
breiter. Der Prothorax ist oberseits etwas weniger tief punk- 
tirt, an den Seiten io beidaa ßMnhtefililftfp.iiMlir oder weniger 
abg^runijßt und vorn schmäler, bei brevicoüe m .den Seiten 
gerade. 

Diagnose: - 

St, poggei Har. et brecioQfH Mäkl. ßifi^ile, viridi^eoeum, 
^ latere visum plerujp^que fußco-brunaeum, antennis la^ris, 
basin versus cjaneßccntibus, pj^dibas pbscure viridi-metftlficis, 
tarsis pig^cantibus; protlioi^ce paFuni longiore quam in 
^» poggei, supra Ip^e profunde punctato; djtris punctato- 
striat)^, interstiUi^ conve^iußQjulis» striis distiacte impreesis, 
^ntice extrorsup^ foyeolatip. 

(^ Oculis majoribus, spatip ipteroc^Iarl frontali augu^tissioiiQ^ 
Urticulis antennarum longioribu«, 3. e^ 4. gracilibus Ipagj- 
tudineque ipter sc aequalibus; laieribus prothomcis rotupdatis. 

$ Spatio interoeulari Ifktiore, autennis qi'ious gracilibus; 
erticulis brevioribus, articulo 3. breviore quam in (J et sub- 
eylindrico, 4. apicem versus dilatato; iateribus prothorads 
minus rotundatis, subrectis. 

Long. corp. 23 — 26 mm. 

Btett. entomol. Edt 1894. 



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371^ 

Bei Hukenge in Baluba-Land (Ootkgo-Gebiet), von Februar 
bis März 1883 von Dr. P. Pogge gefunden. 

Stronfylhuü bttttn^ri n. dp. ^^. 

Splendens^ ^abnim^ obscure oriehalceuni, prothomcQ* 
elytrisque viridi- vel cjaneo- aqguste limbatis, seutello viridi- 
coemleo, antennis nigro-cyaneis, articuli 4. dimidio apicali^ 
articulisque sequentibus opacis; pedibus cyaneis vel viridis 
cyaneis, feniorum dimidio basali eastaneo^ pectore abdominequo- 
viridi-aureia, cjanescentibus; capite inaequaliter punctulato^ 
dypeo truncato; spatio frontali interooulari haud angustatos 
modice lato, ant^nnis basin elytrorum loi^e superantibus^ in 
^ ad medium fere pertinentibus, ariiculis 3. et 4. longitudine 
inter se in utroque sexu subaequalibus, hoc paulo longiorej 
prothorace transverso antice ezpanso, lateribus fere rectis, 
dietincte marginatis, angulis posticis oblique exstantibus; dorso 
subeonvexo, distinete, fere subtiliter, haud eonfertim punctata, 
postice medio longitudinaliter subeulcato; seutello minuto 
angustato, subtiliter pnnetulato; elytris elongatis, parallelis 
(in medio subcompressis), prothorace quarta parte latioribus, 
glabris, subtiliter striato-punctatis, interstitiis planis; pracessu 
prosternali horixontali, producto, acuminato; pedibus haud 
gracillimis, tarsorum posticorum articulo primo articulis duobui^ 
sequentibus coigunctis longitudine aequali. 

(^ Spatio interooulari paulo angustiore quam in $ auK 
tennisque gracilioribus; segmento abdominali ultimo (scilicet 
oeulis Ubero) paulo breviore quam in $, medio longitudinaliter 
postice sttbimpresso. 

Long. corp. 19 — 21 mm. 

Diese Art scheint bei Bismarckburg in der Landschailt 
Adeli (Hinterland von Togo) nicht selten zu sein; sie er- 
scheint von Anfang Oktober bis Ende Dezember und wurde 
sowohl von Kling und Büttner, als auch von Gonradt 
gesammelt. Letzterer fand sie Mitte Oktober an Bäumen unter 
Binde und auch am auslaufenden Kautschuksafte im Buschwald. 

Die Art erinnert durch die glatte, glänzende Oberseite 
und die Hessingfarbe an einige Arten der Gattung Praogena. 

Strongyliom baomanni n. sp. $. 

Obscure viridi-cyaneum, nitidum, elytris viridescentibua, 
levissime subcupreo nitentibus^ antennis atris opacis, articulis 
quatuor prioribus nigro-cyaneis, pedibus totis cjaneis tarsisque 
obscuris; capite eonfertim punctato, cljpeo truncato, oculis 
inter se valde approximatis; antennis basin prothoracis 

statt, eatomol. Zelt. 1894. 



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372 

aupemntibu?) articuli^ 3^ et 4^ gracilibua, Ipogitu^ine inter se 
aequäJibus; protj[i.oraee ti^asvareo plu^ triplo Isttiore quam 
' longiore, lateribu8 rotundatis, margine mediÖ indistiDcte, antice 
autem et postice distinctius subtiliter carioato, dorso toto con- 
fertissime et rüde punctato, paulo nitido; episternis lateri- 
bueque metasterni minus dense, sed profundius punctatis; 
elytris modice eloagatis, parallelis, pooe medium vix am- 
ptiatis, dein mox attenuatis, sat alte, praecipue mox pone 
basin convexis; e basi üsque ad apioem foveato-seriatis, fbveis 
variis plerumque elongatis (ortis e punctis confluentibus), 
foveis mediis majoribus quam ceteris basi et apiei propioribus; 
interstitiis leviter cönvexis, distinete neque parce punctulatis; 
pedum medlorum metatärso articulis 2.-4. longitudine aequali, 
posticorum metatarso quam articulis 2. et 3. conjunctis plus 
dimidio longiore. — Long. corp. 20 mm. 

Bei Misahöhe in Togo am 19. April 1894 von Herrn 
]^. Baumann entdeckt upd ihm zu Ehren benannt. 

Strongylium oonradti n. sp. $. 

Species elytris foveato-striatis, praecedenti similis, minor^ 
angustior, aeneo cuprea, subnitida, anteonis atro-violaceis, arti- 
culis 5. — 11. opacis; {iedibus cyaneis, sternis in medio plus 
minusve cyaneis vel violaceis; capite dense punctato, spaUo 
interoculari latiore; prothorace angustiore et densius punc- 
tato, quarta parte latiore quam longiore, supra confertim sub- 
riide punctato, lateribus modice curvatis; carinula lateral! 
tenui antice distincta, postice obsoleta vel nulla; soutello 
punctulato; episternis lateribusque metasterni minus con- 
fertim punctatis; elytris elongatis mediocriter cönvexis, 
parallelis, pone medium vix ampliatis, supra foveato-striatis, 
foveis elongatis inaequalibus, pröpe apicem minoribus; inter- 
stitiis elevatis et parce punctulatis, angustioribus epipleurisque 
angüstioribus quam in St baumanni; metatarso pedum 
secundi paris quam articulis 2. — 4. junctis breviore, tertii 
pari» metatarso quam articulis 2. et 3. tertia parte longiore. 
— Long. corp. 18 mm. 

Bei Blsmarckburg im Hinterlande von Togo von 
Leopold Conrad t entdeckt und ihm zu Ehren benannt. 

Die Art ist dem St, baumanni m. ähnlich, aber bronce- 
bis kupferfarben, weniger gläuzend, der interoculare Baum 
der Stitn bei dem gleichen Geschlecht breiter, der Pröthorax 
länger und schmäler und dichter punktirt, die GrUbchenreihen 
der Elytren dichter stehend. 

8t«tt entomoU Zeit, 1894. 



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?73 

Stropgylium e^egantnlum n. ^p.'c^$. ,;: . , 

' Spedes elytris foreolatostriatis, nitida, nigro-rjridisi 
cyanescens, elytris purpureo-cupreis margineque eorum externo 
(^pipleuns) ojaneia^ anteaui^ pedibusque cja^neis vet violaceis; 
oapite haud conft^rtim puq()tato, oculis inter $e approxijpfiatis; 
auriculis subangulatis; anteonis subgracilibus, opacis, artjculis 
tribus primis basique quarti nitidis, articulis 5.^—11. parum 
dilatatis oec latioribus quam longioribus^ articulo ultimo per- 
parum longiore, breviter ovato; prothorace angusto vix 
latiore quam longiore, dorso lue et illic parum impresso, 
inaequaiiter fere grosse punctato, lateribus tenuiter sed distioete 
mai-ginatis, epistemis minus confertim sed grossius punctati^; 
elytris nitidis, foveolato-striatis, foveolis rotundalis vel ovatis, 
prope basin et apicem minoribus, interstitiis laevibus vix punc- 
tulatis; tibiis angustis, rectis. 

^ Differt a femina oculis majoribus, interstitio frontali 
interocalari angustiore; aiitennis iongioribus, articulis 3. et 4. 
elongatis, 5. — 11. dimidiavel tertia parte Iongioribus quam 
latioribus; prothorace paulo latiore quam in femina, parum 
latiore quam longiore; femoribus subtus griseo-fulvo-tomen- 
tosis^ apicem versus nudis. 

$ Anten nar um articulis 3. et 4. minus elongatis, hoc 
latiore, 5. — 10. haud latioribus quam Iongioribus, articulo 
11. breviter ovato; prothorace angusto, haud latiore quam 
longiore. 

Long. corp. <^ 23, $ 19 mm. 

In Togo bei Bismarckburg ein Paar am 24. März 
1893 unter Baumrinde gefunden (L. Conradt). 

Strongylium fratemum n. sp. $. 

Species elytris foveolato-striatis, praecedenti simillima, at 
subnitida, cyanea, subtus nigro-aenea, elytris purpureo-cupreis, 
epipleuris horum aurichalceis, postice obscure aeneis; capite 
paulo subtiliüs punctato, antennis multo latioribus, articulis 
5. — 11. valde transversis, duplo fere vel omnino duplo, 9. et 
10. duplo et dimidio latioribus quam Iongioribus, 11. duplo 
latiore ejusque apice late rotundato, setis rigidis breviter 
obsito; articulo quarto quam teriio vix breviore, apicem versus 
dilatato; spatio^interoculari latiore; prothorace parum latiore 
quam longiore, antice paulo attenuato, supra subtiliter haud 
confertim punctato,. lateribus rotupdatia^ haud marginatis; 
elytris paiila rudiws. foYeolfi^to-striatis, minus nitidiß^ foveolis 
ad partem majoribus, rotundatis vel ovatia«. prope Quturain 

Stett. entomoU Zeit 189*. 



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374 

partim inter ee confluentibus, basi et apici proxhnis minoribtis; 
tibii» totioribuB^ comprema, latere externo (dorsiüi) cKnrato. 
— I4^g. oorp. 17^5. mm. 

Itt Tago bei Bismarckbnrg am Oibabaefae am 
27. FebriUKr 18^ unter Banmrinde gefundeo, 1 Stfiek 
(Coi^radt). 

Diese Art ist der vorigen äuterlich sehr ähnlieh, aber 
deutlich verschieden, namentlich durch die fehlende Randleiste 
an den Seiten des Prothorax, die mehr gerundeten Seiten und 
die viel feibere Punktirung desselben, die rauhere Sculptur 
und den geringeren Glanz der Eljtrep, die breiteren Tibien 
und di^ viel breiteren und kürzeren Antennen. 

Meoooenu fascionlatoi n. sp. (^$. 

Ab Omnibus apeciebus generis^ mihi oognitis, valde diffiert; 
griseo-tomentosus, fronte, vittis pronoti duabus macula^ue 
utrinque basali elytrorumque plaga utrinque apicali griseo- 
albidis; elytris disperse fasci^sulatis, fasciciilis majoribus 
postiois singulis aotice fusoo-brunneo-, postioe griseo-flav»- 
pilosis, fasciculis minoribus dispersis fuscis vel fulvis; femo^ 
ribus tibiisque griseo- vel fulvo-annulatis, tarsorum articulis 
-primo et ultimo albido- vel fulvo-griseis, horum apice articu- 
lisque 2. et 3. nigris; pectore et abdomine direpte äavo- vd 
fulvo-pilosis; rostro punctato, antice rugoso-punctato, haud 
suleato nee carinato, supra toto griseo-piloso; pronoto medio 
bituberculato, carina antebasali transversa utrinque flexuosa; 
elytris tuberculis compluribus obsiiis, tuberoulo utrinque post- 
basali tubercuiisque duobus postmedianis majoribus, ceteris 
minoribus; interstitiis striarum alternis variis, partim akioribus. 
(J Antennis corpore plus duplo longioribus, artieulis 

I. et 2. apiceque articulprum 3. — 8. glaucis, articulis 9., 10., 

II. totis nigris; spinis prosternalibus nullis. 

$ Antennis vix ad basin elytrorum pertinentibua, glaucis^ 
articulis tribus ultimis nigris. 

Long, corp., rostro excl., 12 — 15 mm, 

Diese Spezies wurde von Herrn L. Conradt in Usam- 
bara auf der Plantage Derema (860 m) von Bnde Sep^ 
tember his Ende Oktober und Anfang Dezember 1891 auf 
Holz, liegenden Baumstämmen und an Lianen gefiinden. 

Bs ist die erste in Ostafrika g^ndene Art der Gattung 
und durch die mit Haarbftscheln vei'sehenen H^ekor auf den 
Mjrtren ausgezeichnet. 

8t«tt. Mitorool. Z«it. 1884. 



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37» 

Mmocmm lAMifiMCiAtUt n. 8p. (}$. 

M, cmmUpedi Krsoh. simifis, fbscas^ minus tenuiter tomen- 
to80*piIo6Ufi, nifobrtinneo parce vari^;atu8, pronoti yittis daabus 
in niedio divergentibuB maculisque laetioribos folvis; djrtris 
fii8cia postmediaQa albidq-flava, direpta, macoKsque bad pro- 
pioribu8 et apicaübns falris omatis; pectore segmentisque ab- 
dommalibu8 plus minusre direpte fulvo-tomentosis; pedibus 
parce griseo-pilosis, femoribus autem annulo fulvo tibiisque 
annulo griseo-flavido omatis; tarsorum articulis primo et ultimo 
albidis, illiue apioe artioulisque secunde et tertio m'grofuscis, 
hujus lobis apice albidis; rostro baud sulcato et indistinote 
bicarinato; prothorace supra tenuissime coriaceo et parce 
puoctato. 

(^ Antennis corpore fere dupio longioribus, spinis pro- 
Bternalibus nullis. 

Long. corp. 11 — 13 mm. 

Bei Bismarckburg in Togo, April und Mai 1893 
einige Exemplare (L. Conradt)? 

Diese Art ist dem JU, annuUpes Krsch. offenbar zunächst 
verwandt wegen der weniger fdnen Behaarung, die beiden 
gemeinsam ist, sowohl ober- wie unterseits; aber die breite 
Mittelfurche des Rüssels ist nicht zur Ausbildung gelangt, und 
die wei£e Querbinde hinter der Mitte ist sehr deutlich, bei 
annuHpea nur angedeutet. 

Meoooenu barombimu n. sp. $. 

M. diversipedi Imh. similis, obscure fusco-griseus, opaeus, 
parcius griseo-olivaceo tenuiter pilosus, vitta capitis et rostri 
mediana, guttis ooto pronoti rhomboidaliter positis guttisque 
compluribus elytrorum, quarum utrinqoe duabus post- 
medianis transversim positis, guttaque pauio majore 
laterali submediano albidis^ antennis fere ut in M. diversipede 
coloratis; pectore et veutre aequaliter griseo-püosis; pedibuf^ 
griseo-tomentosis, tibiis ad magnam partem nigns, albido^ 
autem biannulatis (annulo submecliano et basali), tarsorum 
articulis primo et ultimo albis, illius apice articulisque secundo 
et tertio nigris; rostro dense rugoso, supra bicarinato 
medioque distincte sulcato, carinis apieem versus distinctis et 
divergentibus, ba«jn^ versus evaoescentibus, carinub media 
antioa glabra; pronoto glabro, et subtilissime coriaceo;. 
eljtrorum margine baaali elevato» — Long, corp., rostro 
excl., 13 — 15 nun. 

Im üinterlande von Kamerun auf der Barombi- 
Station von den Herren Dr. P reu es und Hauptmann Zeuner 
entdeckt, Preuss fand die Art auch bei Victoria in Kamerun. 

Stett entomol. Zeit. 1894. 25 



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378 

Diese Spezies ist tob IL (Hv&ripes Imfa. aa^ Ober-Guinea, 
der sie sehr ähnlich ist, folgendermaBen verschieden« Die 
Antennen des ^ sind bei gleicher Körperlänge kürzer; ebenso 
sind die Beine kürzer; die Flecken der £ljtren sind zahl- 
reicher, aber die Gonstellation der größeren Flecken ist die 
gleiche; der Discoidalfleck hinter der Mitte der Eljtren ist 
getheilt und besteht aus zwei nebeneinanderstehenden kleinen 
Flecken. 

Meeooeras momatns n. sp. <}. 

Griseo-fulvo tomentosus, prothorace fere nudo (deterso?), 
elytrorum tertia parte basali albida (partim nuda, verisimiliter 
detersa), parte media late fusca, apice autem griseo, sordido 
et fusco et albo indistincte variegato; antenm's fuscis; pectore 
et ventre griseo-vari^atis; pedibus laxe griseo-tomentosis, tibiis 
albo-griseo annulatis, tarsis griseis, articulis 2. et 3. apiceque 
primi fuscis; rostro dense punctato, bicarinato et sulcato, 
carinis fere usque ad oculos distinctis, suloo rugoso-punctato 
canaliculoque interoculari longo instructo, carinula media apicali 
brevi; antennis corpore duplo longioribus, articulo quinto 
quam quarto paulo longiore; prothorace tenuissime coriaceo 
et parce punctulato; spinis prosternalibus nullis, — Long, corp., 
rostro excl., 12 mm. 

Von dieser kleinen unscheinbaren Art liegt nur ein 
Männchen vor,, welches der Botaniker Zenker von der 
Jaunde-Station (im östlichen Hinterlande von Kamerun) 
einsandte. 

Es unterscheidet sich von M. laesifasdaius m. durch das 
gefurchte Rostrum und die abweichende Färbung der Eljtren. 

Der Meeocerus pUntherioides Karsch (BerL Entom. Zeitachr. 
1882 S. 402) aus Ghinchoxo (Congo-Gebiet) gehört in die 
Gattung PUntheria. Die Püntheria cinerea Jordan (Novität. 
Zool. I. 1894 S. 628) von Sierra Leone scheint mit P. p^- 
therioides Krsch. identisch zu sein. 

Tophodares Schönh. 

Die Gattung hat ihren Hauptsitz auf Madagaskar, wo sie 
die Anthribiden recht wesentlich repräsentirt; aber vereinzelte 
Arten finden sich auch in Afrika, wo sie aber durchaus in 
den Hintergrund treten. Zu den bekannten Arten dieses Erd- 
theils, fasdeulostis Fähr, in CaSrarien und darsaUs Qued. vom 
Quango, treten hier noch zwei neue Arten: 

Bim. entomoL Z«tt. 1894. 



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377 

. Tophoderet aaatiniui n« sp. 

EloDgatus, anguetatus, fusco-brunneus, griseo et fulvo 
teviter pilosus (ad partem detersus), subtus grlsescene, an- 
tennis nigro-fuscis, elava brunnea; pedibus fuscis, griseo-pilosis, 
tibiis fusco-antiulatis; capite et roetro supra glabris, püoc- 
tulaiis, hoc carina media laevi instructo; anteoDie usque ad 
basio protboracid haud longe pertinentibus; prothorace sub- 
codIco, latiore quam longiore, laterallter vix curvato, fere 
recto, angulis posticis anguste aeutis, carina laterali usqtie ad 
medium pertinente, dorso leviter convexo, planiusculo, sim- 
plice, subtiliter rugoso-punctato; eljtris duplo longioribus 
quam latioribus, simplicibus, ' neo tuberculatis nee costatis, 
8triato-punctati8, pone basin subcallosis. — Long. corp. cum 
rostro 16 mm. 

In Westafrika bei Malange (Angola) von Dr. Max 
Buchner entdeckt. 

Die Art ist durch den langen, schmalen Körper und die 
lang ausgezogenen spitzen Hinterwinkel des Prothorax aus- 
gezeichnet. 

Tophoderes acutangnliu n. sp. 

Breviusculus, leviter fulvescens, fusco alboque variegatus, 
plagis direptis quatuor dorsalibus albidis, pronoto postice fusco- 
bivittato, antennis fuscis, pedibus fusco -nigris griseo -pilosis, 
tibiis nigro-annulatis, pectore et ventre parce griseo-pilosis ; 
prothorace subconico, latiore quam longiore, lateribus fere 
rectis, vix perparum curvatis, angulis posticis elongatis, an- 
gustis, acutissimis, carina laterali usque ad medium laterum 
haud pertinente, dorso medio subplanato, disco leviter calloso; 
elytris breviusculis, dimidio fere longioribus quam latioribns, 
convexis, pone basin parum callosis, striato-punctatis; inter- 
stitiis planatis, alternis dorsalibus vix convexis. — Long, 
corp. (rostro excl.) 8,5 mm. 

Im Hinterlande von Togo bei Bismarckbui^ Mai bis 
Juni 1893 (L. Conradt). 

Durch den kurzen Körper und die lang ausgezogenen 
\ind schmalen, sehr zugespitzen Hinterwinkel des Prothorax 
ausgezeichnet. 

Syntophoderes n. g. 

Hoc genus generi Tophoderi proxime affine. Rostrum 
aequaiiter latnm, supra glabrum, simplex, absque sulcis, at 
in medio longitudinaliter carinatum, antioe subemarginatum. 
Antennae breves, usque ad medium prothoracem haud per* 

8t«tl. «Btomol. Zdt. 18M. 25* 



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37» 

tiDentes, articulis 9. primis loagitndme {doa minusve aequa- 
Ubus, aHiculis 3., 6. — 8. sin^idie ^uam quarto brevioribua» arti- 
culis 9. — 11. latioribus quam loogioribus, clavam brevem 
praeb^tibue. Oculi breviter ovalea, modice ooav^. Pro- 
tborax vix latior quam loogior, aotiQe sat atteuuatufl; carioa 
margini postico sat approi^imata, scutellum versus oonvexa, 
lateraliter late antrorsum curvata, mox autem desinens, usque 
ad medium laterum haud looge pertioenQr Elytrorum area 
suturalis per totam longitudinem depressa. Coxae pedum 
anticorum inter se perparum separatae, fere ioter coutingentes. 
Diese neue, auf die beiden folgenden Arten gegründete 
Gattupg ist von Tophoderes hauptsächlich durch das gleich 
breite Rpstrum und den beiderseits in einem Bogen nach 
vorn gekrümmten Querkiel des Pronotums unterschiedem 
Bei Tophoderes bildet der Querkiel mit den Seiteakielen 
beiderseits einen scharfen Winkel, der bei den meisten Arten 
ein spitzer ist, 

Syntophoderes nodifer n. sp. 

Fulvescens, tomento raro albido variegatus et fusco macu- 
latus, antennis atrofuseis vel atris, nitidia, dava tota atra, 
opacik; pedibus flavescenti-fulvis, annulo medio femorum ob- 
soleto, annulo subbasali exiguo apiceque tibiarum omoium 
pedum nigris; pectore abdomioeque flavescenti^pUosis; pro- 
noto longitudinaliter biimpresso, tuberculis tribus tranaversim 
ppsitis distioctis^ tuberculp medio subacuto; eljtris geriatim 
pupctatia, striis punctorum leviter flexuosis, punctis profunde 
exsculptis^ ioterstitiis striarum alterais elevatis (pi*ae8ertim 
iqterstitio tertio), primo et tertio pone basin »odosis, — 
Long, corp, (rpstro excl,) 8,5 — 11 mm. 

Im Berglande Usambara, auf der Plantage Derema 
(d5Q m) Ende Oktober 1891 vcue» L. Conradt an Hok 
sitzend gefunden; am 20. November 1891 gesammelte Stücke 
sind mit der Angabe ^an morschen eben gefallenen Baum- 
stämmen sitzend^ versehen. 

Syntophoderes g^uineensis n. sp. 

Praecedenti simillimus, griseo-avellaneus, supra submaeu** 
latus, signatura elytrorum suturali dorsali coarctata pallide 
grisea; antennis nigris vel fusco-nigris, nitidis, dava atra, 
artioulis 7. et 8. albido-pilosis^ pedibus griseit, femoribus 
n^o-subannulatis, tibiarum apioe et bafi nigris; pectore ab^ 
domineque griseo * fla vescentibns ; p r o n o t o loDgitudioaliter 
biimpresso, tuberculis tribus transversim positia magis depressis 

Steti. entomoL Zelt. 189A. 



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37S 

quaM in & nodyture; eljiris «emtion punetiUis^ fitri» levHer 
flesiioais, punclis alrianiin profubde esscvlptis, iDtereiitiis 
stariarum aüenm minus ahe aut perparun eleva*»^ callo Butb- 
iMMtli parnm eleTato^; metatarse oBuuiim pMum paub Ion- 
giore quam in 8. nmUfera, — Lang, corpv (rostro excl!) 
9—11 mm. 

Hinteriand von 'Kamerun, Jaunde^tation (Zenker); 
Mukenge in Balubaland, Central-Congo, Mitte September 1881 
(P<>gg^); Semnio im Lande Njam-Njam (Bohndorff). 
Aueh ein oberseits abgeriebenes Stück aus Sierra^Leone 
ffeAUM hierher. 

Schon Lacordaire seheint diese Art gekannt tu haben; 
denn die unbenannte^ in den y^Oenera des Col^opfT^res^ YII. 
B. 520, Anm. 1 beschriebene, mit dem nahe verwandten oder 
wenigstens recht ähnlichen Pht}fmrirhffr^5ku$ mikifiims F&hr. 
verglichene Spesies Iftßt sich nach der kursen Diieignose nur 
auf Byfdaphodete» fftdneensis n. sp. beaiehen. 

Diese westafrikanische Form von SgiO^phodei/^ ist dem 
Mtafrikanischen 8. nodifsr sehr ähnlich, aber durch die meist 
schmutzig ^>aue Färbung des ganzen Körpers, die weniger 
erhabenen H^Msker des Proikotums und den etwas längetren 
Metatarsua aller Beine zu unterscheiden. Der 8. nocüfer föllt 
durch die gelbbraune Färbung des ganzen Körpers auf. 

Sphiiictotiropis n. g. 

Diese Gattung gehört trotz der kleineren Augen wahr- 
eoheinlicii zu den Aoorjninen und ist zunächst mit Cedus 
PasCk verwandt, der sie durch die Bildung des Prothbräci>l- 
kieles ähnlich erscheint; aber die Augen sind kleiner, weiter 
voneinander getrennt; das mutiere Glied der Fühlerkeüle ist 
kürzer; das 3. FahlergKed ist länger als das 4. 

Gorpus perparum elongatum« Rostrum capite paido 
^ngustius, dq^ktnatum^ compressum, antrorsum leviter düa- 
tatttOi, supra inaequale, antice trunoatum. Antennae dinti- 
dium corporis superantes, articulo primo olavato, quam 2. phis 
dupk) longiore, hoc brevi, pyriformi; funiculus tenerrimus, 
artkulo B. quam 4. quarta parte breviore; dava elongata 
triarticulata, articulo medio duobus alteris breviore« Oculi 
distantes, modteae raagnitudinis, minores quam in eeteift 
Acorjninarum generibus. Prothorax latior quam kmgiof, 
supra inaequalis, lateraliter medium versus leviter sinuato- 
constrictus; carinula ppstica transversa a margine postico sat 
distans, medio angulato, lateraliter angulum indistincte form»a9, 
dein paulo apicem versMs flexa^ sed mediuii^ kterum haud 

Siett. eatomol. Zeit. 1894. 



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380 

auperans, mox poiie angalum posticüm sinuato-flezuosa, qua re 
constrictam formam prothoracis efBciens. Elytra dimidio 
longiora quam latiora, costata et leviter tabereulata. 

Fftr die Acorjninen ist das kurze birBförmige zweite 
AotenneDglied charakteristisch; dieses ist bei den Stenocerioen 
{Plaiynorrhynckus^ Diastatotropis etc.) länglich. 

^ ' Sphinctotropis albofitteiata n. sp. 

Fu8C0-atra, rostro, genis, scutello, macula pronoti media 
antescutellari fasciaque elytrorum postmediana abbreviata, 
dentata, albis; antennis atris basin versus ferri^neis, apice 
articulorum fupiculi articulisque duobus primis totis fuscid; 
pectore et ventre ^riseo-varjegatis, partim rufo-maculatis^ 
p(tni:^o segmentorum abdominalium laterali singulo postioe 
albo; pedibus fusco-nigris, albido-. vel griseo-anpulatis; pro- 
thorace rugoso et punctato; elytris seriatim punctatis, inter- 
stitiis alterjiis convexis, eostiformibus, tuberibusque atris non- 
nullis e basi uaque ad ^ scutellum obsitis. — Long. corp. 6 moi. 

In Usambara auf der Plantage De re m a (850 m) |[am 
28. August 1891 von L. Gönradt an Holzstämnien gefunden. 

Die Art ist dem Cedua audouirii Schh. ähnlich, aber kleiner. 

Platjrnorrliyiichiu Ghevr. i. 1. 
{Phloeophüua Schh.) 

Der Rttssel ist oben mit zwei Längskielen . und einer 
Mittelfurche versehen, schmäler als der Kopf und vorn ver- 
breitert. Die Augen sind mittelgroß, oval, mäßig convex. 
An den Antennen sind die zwei ersten Glieder länglich keulen- 
förmig; das zweite ist kttrzer als das erste, doppelt so lang 
ab dick; die Keule dreigliedrig. Der Prothorax ist wenig 
breiter als lang, der hintere Querkiel ziemlick weit vom 
Hinterrande entfernt, an den Seiten in stark gerunde^m Bogen 
nach vorn gewendet und bald aufhörend, etwa bis zur Mitte 
der Seiten reichend. Die Vorderhttften sind durch einen 
breiten intercoxalen Fortsatz voneinander getrennt. Im männ- 
lichen Geschlecht sind die Schenkel der Mittelbeine mit einem 
2iahne bewaffnet, im weiblichen Geschlecht, wie die Qbrigen 
Schenkel^ zahnlos. 

Von der recht ähnlichen Gattung SyrUophoderes (n. g.) 
unterscheidet sich Platynörrhynchus wie folgt: Der RQssel ist 
nicht glatt, sondern mit zwei Längskielen und einer Mittd- 
furche versehen; der Querkiel des Pronotums ist vom Hinter- 

Stett. entomol. Zeit tSM. 



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381 

rande weiter eotfernt,: die Vorderhüfteft sind durch einea 
breiten Fortsatz des Prostern^amfi vooehiaiHler getrennt, und 
das ^ besitzt an^ den liittelschenkelu reinen Zahn« 

Der westafrikanische P. sukifron^ F&hr. zeigt alle GattungsP- 
charaktere in gleicher Weise ausgebiidet, wie der P, ä^gresUB 
Boh., der in Bengalen zu Hause ist 

P. auloißrms Hegt vor aus Togo, BisQiarckburg (Con- 
radt) 4]nd> von der Jaunde-^Station im Hinterland^ von. 
Kamerun (Zenker), . 

PlatjrnonrliyiLchiui donovittis n. sp. $. 

Umbrinus, vitta pallidi^ lat|^ a rostro super pronotum 
elytraque per totam longitudinem usque ad apicem pertinente, 
in eljtris Iris coarotata, omatus^ his praeterea pustulis fuscis 
et griseis obsitis; antennis nigrofuscis, articulis 7. et 8. niveo- 
pilosis; pectore et ventre ad partem rufopilosis, segmentis 
abdominalibus guttis flavis ütrinque duabus notatis; pedibus 
fnseo-nigris parce griseo-pilosis, tibüs albido-annulatis, meta- 
tarso albo-pilosoy apice nigro; rostro medio lateraüter mag» 
epai*ctato quam in P. sukifronU Fähr., supra planato, eanaliculo 
medio brevi angusto exstructo; J^rothorace distincte latiore 
quam longiore, apicem versus valde attenuato, dorso inaequalf, 
medio depresso, bicalloso, carina transversa äezuosa; eljtris 
sat convexis^ brevibus, duobus junctis tertia parte longioribus 
quam latioribus, punctato-striatis, striis üexuosis, interstitiis 
alternis dorsalibus leviter convexis pustulisque fuscis vel atris 
obsitis, utroque elytro antice subtuberculato et nonnihil fasci- 
culato; femoribus inermibus. — Long, corp, 9 — 10 mm. 

Im Hinterlande von Togo, bei Bismarckburg, von 
L. Conradt je ein Exemplar eim i9. März 1893 auf Holz 
und am 14. Mai auf einem Pfahl gefunden. 

Von P. sukifrons Fähr, sehr verschieden, namentlich durch 
den kleineren, anders gefärbten und verhältnißmäßig kttrzereä 
Körper, vorn mehr verjüngten Prothorax, schwach gerippt^, 
kttrzere Elytren und das in der Mitte 49tärker eingeschnürte 
Rostrum. 

Homoeotropis n. g. Stenocerinarum. 

Corpus breviusculum. Rostrum capite longius et paulo 
angustius, supra planatum, depressum, per mediam longitu- 
dinem subtiliter carinatum, antrorsum dilatatum, margine antico 
subemarginato. Antennarum clava triarticulata, elongato- 
oväta, acuminata, articulo medio brevi; fiiniculi articuli solito 
magis incrassati, articulis duobus primis subaequalibus, clavatis. 

Statt. «ntomoL Zeit. ISSi. 



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382 

iuriieulö t^io quam qnario tertia parte iongiore. Oeuli 
distantes, modieae aukgokuclinifi, brevker ovaii, sat coorexi. 
Prothorax latior quam longior, anlrorsufli atonaatas; carkia 
traosYerta a margioe poetieo sat löoge distaae, leviter 
biflexuosa, lateralRer curvata, mox desmeiiB. Elytra quärta 
parte longiora quam iatiora, tuberculata. 

Zunftchat mit Diastatatrapis verwandt, KOrper jedoch 
kurzer, Augen stärker^ convex and kfirzer, Prothorax breiter 
als lang, hinterer Querkid desselben zw^'buoht^ und Efyiren 
gehöckert. 

H. taberealata n. sp. $, 

Fiisca, umbnno-griseo et nigro varie^prya^ elytr^rum macula 
parTa laterali subbumerali nigra, aatioe griseo-albida, abdoraine 
Iater»]iter nigro-maoulato, pedibns griseo-pilosiS) apicem versus 
tramversim ajjgro-bimacttktis, tibüs nigris griseo^biannulatis, 
tarsis nigris, articoli primi basi arlieuloque tertio albido-griseis; 
antennis uaque ad medium corpus perttnentibus; protho- 
race in disoo transversim impreesi^ earinula notedia iongi- 
tudinali antioe distineta instructo; elytris punotaio-striatiA, 
striis ad partem flexuosis, utroque eljtaro tubere postseutellan 
tubercuUsque compluribus minoribus praeditis. — Loag. oorp. 
5,5 mm« 

Usambara: Plaati^e Derema, am 21. Oktober 1891 
auf Oolz (L. Conradt). 

Peltonrlunns n. g. Tropiderinarum. 

Rostrum magnum, latum, totum deplanatum, glahrum, 
capite latius nee longius quam latius, e bMi osque ad medium 
diktatum, lateraliter in medio angulatum, dein apieem versus 
leviter attenuatum. Scrobiculi foveiformes, pone medium 
positL Oculi magai) antice inter se fere oontingentes. 
Antennae in mare corpore longiores, soapo mi^useulo, 
clavato, aotice et postice insolito abrupte et dense ciliatb, 
supra tomentoso; articulo secnndo exiguo, pyriformi, articulis 
3. — 8. longis, gracilibus, tenuibus, 8. eeteris perparum crassioie, 
quam 4. paulo breviore; dava elongata^ triarticulata, tenui. 
Prothorax valde transversus, duplo fere latior quam longior, 
aotrorsum leviter attenuatus; earina transversa biflexuosa, 
usque ad angulos versus posticos duota, tum antrorsum late 
incurvata« medium lat^um vix superans. Blytra brevia, 
convexa, tertia parte longiora quam latiora, simpUoia. Pro- 

Stett. antomol. Zeit. 1894. 



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«83^ 

«teroi spatiom inteicoxale angüatum. Femora olarata^ 
incraseata; tibiae ieanes; metatartus, praMcrtkn peditm anti- 
corum, graoilis. — *- Die ouisige Art ist 

Peltoirhmiui latiMftrif n. sp. 

. Ater, opacus, rostro, genis, articulis duobus primis aaten* 
Darum, plaga iaterali proiboracis antiea epUteroisque meta- 
thoracalibuB totie hiteis; antamis, apice articttloruai 3.— ^8. 
nodiformi brunneo exoq)to, uigrie; proaoti eignatttriB opaeif 
elytrorumqiie guttis exiguis ei etriis deeoloribus siogulie iDter^ 
Tsptis oinereis; peelore, abdömine pedibosque oin^reo-tomeo- 
UmBy epistemis prothomoalibus terioei«; proBOii nuargiDe postioo 
bisiouato; elytris punctato-striatis, ad ba«io transveniim im- 
pretrif. — Long. corp. i^j^ nm. 

Im Hinterlande v^d Togo bei Biimarokburg atti 
18. Hftrs 1888 im Buseh auf Holz von Herrd LeopoU 
Conradt entdeokt 

SseoheMq^ lati&ons o. ep. 

Exeehesopi quadrituberculaiae dissimiiis, ocuHfi uenlpe vix 
pedunculatis, atraiula, griseö paroe pilosa, aaleünis bttiDneis, 
elaTa atra, pedfbus fuscis, pectore abdomineque griseo-tomen- 
tosls; capite lato cum oeulis param aogustiore quam pro- 
thorace, oculis inter se valde remotis, fronte latissima; rostro 
antrorsum minime attenuato, paulo breviore quam latiore, 
utriuque supra basin aotennarum pauk) tobato; oculis medio- 
cribus, convezis, subcooicis; prothorace brevi, lato, mollo 
latiore quam lotigiore, lateribns rotundatis aalrorsum conoi- 
▼entibus, carina transversa a margine postico sat longe remota, 
täte bisinuata, lateiuliter acute ezstante; ely tri« duobus junetis 
tertia parte loogk>nbU8 quam latioribus, slriato-punetatis, disoo 
tilriusque eljtri caHis tribus, saturam sequentibus, exstructo, 
€alh> postieo indiBtineto. — Long. *corp. 3 mm. 

Hombassa in Oetafrika (Hildebrandt). 

Ein echter Execheaops ist mir unbekannt; es scheint aber, 
daB die ror^egende Art nahe Besiehui^en zu dieser Gattung 
hat. Bei Eaeähesops q9iadrUid>ereulata Fähr., der einagen be- 
kannten Art der Gattung, sitzen die Augen auf einem Stiele, 
wie aus der Pascoe'schen Figur des Z/ygaenodes monstrosus Pasc, 
(der nach Lacordaire wahrscheinlich mit Exechesops gua- 
drihibercukia Fähr, identisch ist) henroi^ht (Journal of 
Entom. I. T. 16. F. 5.> Bei E. l^rons jedoch tragen nur 
die an den Seiten dea Ko^es vorragendea fiokea die Augen. 
Die au&Ueade Breite der Stirn ist beiden Arten gemein- 

SUtt. «UomoL Zdt. 18M, 



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d84 

schaftlich; aber bei quadrikAerctUaia ist der Vorderkopf drei- 
eckig zugespitot) bei kUtfrani nach vom zu nur wenig ver- 
schmälert. Vermuthlich bildet diese Spezies eine besondere 
Gattung. 

Anooerastei Imh. 

Die Gattung wurde von Imhoff auf die einzige Art 
kpiäns aus Ober-Guinea gegrOndet (Genera €urcul. I. 1842). 
Später beschrieb Quedenfeldt (Beriin. Ent. Zeitschr. 1886 
S. 309 und 310) noch zwei Arten, undulaius und subeogtaius 
aus^ dem Gebiet des Quango (Nieder-Guinea); von Jordan 
wurd^ 1894 dazu noch sechs Arten bekannt gemacht 
(»oviUtes Zod. L). 

Unter diesen Arten finden sich zwei ganz gesonderte 
Artengruppen, auf welche bereits Jordan ]. c. S. 649 und 
651 aufmerksam machte. Da diese Artengruppen gut unter- 
schieden sind, keine Zwischenformen aufweisen und zwei 
Entwicklungstypen darstellen, so glaube ich sie als zwei 
Gattungen betrachten zu mflssen {Anotierastes Imh. und 
Efrieeratfteß a g.). 

Die Gattung Anocßroßtes enthält die größeren und schlan- 
keren Forinen, welche durch das sehr kurzezweite Aa- 
teiin.englied, das läpgere Rostrum mit den zwei 
deutlichen Kielen längs der Mitte des letzteren und 
deo beiderseits winklig umgebogenen Querkiel deß 
Px.onotums gekennzeichnet sind. Die Charakteristik 
die^x Gattung ist die folgende: 

Species a4 partem majores, • graciliores. Anten nae in 
marre loi^issimae, articulus secundus minutus, breyis, vix lon- 
gior quam crassior. Rostrum subeloi^tum, paulp longius 
quam latius, supra distincte longitudinaliter bicarinatum. 
Occiput subelongatum. Prothorax leviter tantum pone medium 
ampliatus; carii» a margine postico sat elopgata, utrinq^e 
angulata, dein oblique antrorspm currente, arcuata, ad medium 
laterum haud pertinens. 

Hierher geb(^en die Arten fepiduBlxnh. nnd nach Jordan 
die Arten ^6ome^rice<d,^ti^/ä«cialu«,.:Wf>iacuAi<2«« und o^ Jord.; 
ferner eine neue Art: 

Anocerastes variegatns n. sp. c^. 

A, kpidi Imhoffi minoribus speciminibus magnitudine 
similis, at elytris alit^ coloratis, large plus minusve fasciatim 
fulvo-umbrino variegatis; capite et prothorace plus minusve 
idistinctius rugulosis, oarinis rostri brevioribus et postice diver- 

Stett. «Btomol. Zeit. 1894. 



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385 

geotibus; pronoto per longHudinem rilediMiiplaoe caoaliculato, 
caDaliculo utrinque rugqlis contmuis limitato; eljtri^ foriiter 
puDctato-striatis, striis alternis apicem versus angustioribuei, 
ad partem coi^vexis. — Long. corp. vlS^. mm^- aateBB. 44 ntii;^. 
Aus Kameruay 1 <J. 

Anooerastes lepidus Imh. 

liegt vor aus deih Hioierlande von Togo (Bismarckburg), v<^o 
ihn Dr. Bttttner Juni bis JuK und Novefiiber 1891, L. Gon- 
radt am 11. März 1893^ im Busch auf Hols sammelte; feilet 
von Victoria in Kamerun (Dr. P. Preuss}. 

Epieerastes n. g. 

Genen praecedenti similis; specjes minores, minus gmciles« 
Antennarum articuUis secundus plus minusve longulus. Rostrum 
breve, latiüs quam lopgius, supra indistipcte vel uullomodo 
bicarinatum. Occiput breve. Prothorax postice Jatior; carina 
a pargine postico paruni distans, utrinque late curvata et 
oblique antrorsum currens, mbx autem abbreviata neque 
usque ad medium laterum pertinens. . 

Diese Gattung congruürt mit der Gruppe 11 von Anocerastef 
bei Jordan, Novit. Zool. I. 1894 8. 651. Es gehören hierher 
die Arien undulaius Qued., subeosiatua Qued.^ pjfgidiaUs Jord^, 
aUmus Jord. und vier neue Arten, welche im folgenden be- 
schrieben sind., 

Epicerastes convezieolliB n. sp. $. 

Olivaceo-griseus, antenniß rufo-griseis, . a}bido-afflatis, arti- 
culis 3. — :8. apice füscis, articulo 9. albido, 10. et 11. nigro- 
fdscis; prothorace supra griseo-submaculato, stria media antica 
longitudinali, mox abbreviata, punctoque siogulÖ utrinque 
albidis; elytris griseo-trifasciatis, interstitiis alternis striarum 
fusco-interruptis; pectore, abdomine pedibusque cinereo-toraen- 
tosis, tibiarum annulo subbasali apiceque fuseis, tarsorum 
articulo primo albo-piloso, apice articulisque sequentibud fuscis; 
aütennis corpore perparum longioribuö, articulo seeundo 
paulo elongatb, quam articulo tertio bis et dimidiö breviore; 
pronoto convexo, postice transversim perparum depresso, 
carina margini postico proxima; elytris subangustatis, pone 
basin leviter elevatis, ante medium vix impressis, interstitiib 
striarum alternis convexis, area suturali vix depressa. — 
Long, corp; 7 mm; 

Aus Kamerun (Braun). 

Stett. entomol. Zeit. 18M. 



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aae 

Ater^ flavido Tariegatas et maeulatus; aoteoois rufis, 
srticulis duobus basalibns apiceqae articalorum 3. — 8. fusco- 
idgris, articoH 9. dimidio basali albo, dimidio apfcali arti- 
colisque 10. et 11. atris; pronoto vitts flavida antica mediana 
omato, pilis quoqae dispersis flaTidis obsito; eljtris flavido 
et atro variegatis; pectore abdomineque cinereis, episiernis 
10680- et metathoraealibus fiavido-piloa», lateribus meiastem 
oigro-pUDctalls; femoribus atrofäscis, plas mintttre albido- 
toineotosiB, tibüs atPO-fuscis, bosi faanmi anMiloque medtano 
albis, tarsoraiB artieuli primi baai artieiiloque secandl^ tote 
alUdis; anteaDie corpore perparum longioribus, articulo 
seeundo brevi, subclavato, dimidio loi^iore quam crassiore, 
quinta vere vel aezta parte breviore quam articulo quarto; 
pfothorace conrexo, postice trattsversim levHer depresso, 
earina transversa margitii postico proxima; eljtris pone 
basin distincte eievatis, ante medium perparum depressis, 
interstitiis alternis, pra^sertim tertio, elevatis, hoc latiore 
et costiformi, area suturaK paulo depressa. — Long. corp. 
7,ö mm. 

Bei der Jaunde-Station im östKehen Hinterlande von 
Kamerun (800 m hoch) von Herrn Zenker aufgefunden. 

E. cosHger ist von dem ähnlichen corwexieoßis m. durch 
dunklere Färbung und hellere Zeichnung, das kürzere zweite 
Antennenglied, das im VerhältniB zum vierten längere dritte 
Glied der Antennen und die stärkere Rippe des dritten 
Zwischenraumes der Eljtren verschieden. 

Bpioerasteft sericant n. sp. $. 

Griseo-flavidus, melleo-sericeus, antennis brunneis, articulis 
duobus ultimis fuscis; prothorace fusco indistincte trivittato, 
elytris fasciate fusco-maculatis, lateribus sub humeros atratis; 
antennis corpore distincte longioribus, articulo secundo clavato 
duplo longiore quam crassiore; pro not! disco depresso, lon- 
gitudinaliter tricarinato, antice iutegro, harum earina media 
brevi, antice mox abrupta, alba^ earina transversa postica a 
margine postico sat distante; elytris pone bäsin gibbosis, 
ante medium oblique impressis, interstitiis altemis elevatis, 
interstitio tertio altiore et latiore, area suturali paulo depressa. 
— Lorg. corp. 6,5 mm. 

Auf dem Kilimandscharo, und iwat in der Ktiltnr- 
region (1500 bis 1700 m) von Professor Dr. Yolkeas 
entdeckt. 

Stett entomol. Z«it. IBM. 



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387 

Ipioerattei dmrsAlit n^ sp. $. 

Praecedentibus paulo robustior, flavescens, occipite fusco 
flavovittato, plaga fusca frootei^ versus prolongata; antenDis 
rufis albo-tomentoeis, articulis duobus priniis apiceque articu- 
loruin 3. — 8. fusconigris, articulo 9. laetius albido, apice 
autem articulisque 10. et 11, atris; prothorace atrato flavido- 
adsperso vittaque media abbreviata aatica alba notato; elytris 
super dorsum albo-plagiatis, hae plaga elongata, pone scutellum 
iDcipiente, fere cruciformi, antice abrupta et dilatata, usque 
ad apicem pertineute; pjgidio albo; aatennis apicem cor- 
poris vix superantibus, articulo secundo vis duplo longiore 
quam latiore, quinta parte breviore quam tertio; pro not i 
disco late impresso tuberculoque mediauo coaico, quod vittam 
anticam albam postice terminat, exstructo; canua postica a 
margine postico parum distante; elytris paulo ampliatie. 
pone basin leviter elevatis nee ante medium depressis. -^ 
Long. corp. 9 mm. 

In Usambara auf der Plantage Derema am 8. Ko* 
vember 1891 von L. Conradt am Aste eines Baumes entdeckt. 

Deuteroorates long^collis n. sp. ^. 

EJongatus, griseo-fuscus, large gilvo-tinctus et albo- 
variegatus, elytris inacurate fusco-subfasciatis, faseiis bas^)i^ 
postmediana, apicali direptis^ ad suturam interruptis, fascia 
intermedia ceteris distinctiore; antennis nigris^ artioulorum b«M9i 
ad dimidiam vel tertiam partem alba, articulo 9. albo apic^ue 
atro, 10. et 11. totis atris, pedibus nigro- et albo-annulc^tis; 
capite cum rostro plus duplo longiore quam latiore^ antenni» 
corpore fere duplo et dimidio longioribus; prothorace elon- 
gato, angustato, duplo fere longiore quam latiore; disco antice 
et postice impresso, medio csJioso; eljtris cjlindricis, sat 
profunde punctato-striatis, interstitiis alternis convexis, inter- 
stitio tertio costiformi, — Long. corp. 22 mm. 
In Usambara von Lieut Reimev oulideekt« 
Die Art ist ausgezeichnet durch den langen, schmalen. 
Prothoraa^ und die bräunliche und wdftliohe Sprenkelung der 
ganzen Oberseite. 

Xylinades simillimus Thoms. 
(Archiv, entom. H. 8. 112). 

■Obgleich es nicht letobt ist^ diese Tbooison'sohe Spezies 
zu deuten, so glaube ich doch einen mii* vorliegenden iXj^admi 
von Kamerun, der von, d«n flbrigen Arten Afrikas verschieden) 

Stett. eatomol. Zeit. 18M. 



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388 

ist, auf diese Art besielien zq iKlrfei^ weil derselbe in einem 
speziellen Merkmde mit X simiUimus congruirt; das ist die 
in der kurzen Beschreibung 1. c. sich findende Angabe, da£ 
die S^mente des Abdomens jederseits nur einen Fleck be- 
sitzen. Das Exemplar von Kamerun gleicht dem X fnacuUpes 
Bchh. in der Bildung der Antennen und der ähnlichen Fleckeo- 
zeichnung der Oberseite, unterscheidet sich aber von dieser 
Art durch die feinere Granulation des Pronoiums und 
der Eljtren, die geringere Länge der letzteren, den schwach 
zahnartigen, stumpfen Yorsprung an den Schultern 
derselben, namentlich aber durch die Verbindung des 
Querkiels des Pronotums mit den Seitenkielen, 
infolgedessen die letzteren winklig gebrochen sind. Bei 
X macuUpes ist der Querkiel des Pronotums beiderseits abge- 
kürzt und die Seitenkiele sind geschwungen, bilden aber keinen 
Winkel; ferner finden sich auf den Segmenten des Abdomens 
jederseits zwei Flecke. Vielleicht gehört auch der von 
Quedenfeldt beschriebene XyUnades simaHcoüis vom Quango 
(Berlin. Eut. Zeitschr. 1886 S. 315) zu simiUimus Thoms. 
Hier folgt die Beschreibung des oben erwähnten, fttr X simüUmtis 
gehaltenen Exemplars von Kamerun: 

Sordide alutaceus, fusco maculatus, pronoto medio vittis 
geniculatis fuscis cincto punctoque discoidah iiisco praedito; 
elytris parce fusco-adspersis, utroque macula basali, macula 
postmediana (e maculis tribus orta) maculaqüe apicali direpta 
communi fuscis ornato; pedibus atrofusco-annulatis, femoribus 
supra laevigatis, nigris; pectore abdomineque alutaceis, seg- 
mentis abdominalibus utrioque macula singiüa marginali fusca 
notatis; epistomate parum sinuato, minus profunde quam in' 
X. macuHpede; autenuis fere totis aequalibus ac in hac 
specie^ rostro canaliculato; prothorace latiore, late- 
ribus inagis rotundatis, dorso minus large et sub- 
tilius granulato, carina postica cum ciarina utrinque 
laterali conjuncta, hac angulariter fracta; eljtris 
brevioribus quam in X fnacut^ede, striis subtilius gra- 
nnlatis, humeris subdentatis. — Long. oorp. 12,5 mm. 

Kamerun, Barombi^Station, 1 $ (Hauptmann 
Zeuner). 

Auch ein Stück aus Guinea (Buquet) gehört hierher. 

Xylinadef simiUimiis Thoms. var. montannt m. 

. Praeeedenti similis, umbrinus, atrofusco maculatus, pronoto 
maouUs majoribus anterioribus et posterioribus - punotoque 
diaeoidali, elytris maeuKa noonullis majoribus, singula basali, 

Stett. eatoaoU Zeit 18M. 



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389 

dingula discoidafi, duabus lateralibas medianis, Donnullis 
apicalibus atris, segmentis abdominalibus niacula utrinqae 
marginali singula fusea notatis; proDOto parum punctato, 
punetis plurimis granulo miDutissimo, vix conspieuo, posi- 
poeito praeditis; eljtrorum striis simplicit^ punctatis, vix 
eubiiliter granulatts, prope basin autem distiacte granulaiis^ 
humeris subdentatis. — Long. *corp. 15 mm. 

Kamerun: bei Bwea auf dem Kamerun* Gebirge 
(Dr. P. P reu 88), 1 $. 

Das einzige Torliegende Stack ist von der vorstehend 
beschriebenen Art deutlich zu unterscheiden. Abgesehen von 
der unweBentliclien anderen Färbung besitzt das Pronotum 
anscheinend keine Graneln, aber die meisten der wenigen 
eingestochenen Punkte des Pronotums sind mit einem ihm 
hinten anli^enden, winzigen, selbst unter der Lupe nur 
schwach sichtbaren glatten Körnchen versehen; und auch auf 
den Eljtren finden sich deutliche Graneln nur am Grunde 
der Elytren auf den mittleren Streifen. Dagegen stimmt das 
Exemplar in der Bildung der Antennen, in der Verbindung 
der Kiele des Pronotums, in dem schwach zahnförmigen Vor- 
sprunge an den Schultern der EUjtren und in dem Vorhanden- 
sein nur eines Randfleckes jederseits auf den Segmenten des 
Abdomens mit simüHmus Tiioms. ttberein. Veitnuthlich gehört 
daher monianus als Varietät zu dieser Art. 

Xylinades altemans Imh. n. sp. 

Unter dem Namen y^altemana^ Imh.^ stecken in der 
Königlichen Sammlung einige JSxemplare einer XyUnades-Spezies 
aus ^Guinea^, welche dem X. macuUpes Schh. aus Natal etc. 
äufterst ähnlich ist. Anscheinend ist über X, aUemana Imh. 
piemals geschrieben. Die Unterschiede zwischen beiden Formen 
bestehen in einer verschiedenen Länge der Antennenglieder. 

Bei X macul^es ^ sind alle Glieder der Antennen kürzer 
als beim ^ von aUemans; das sechste, siebente und achte 
Glied sind picht länger als dick. Beim $ sind die Antennen- 
glieder gleichfalls kürzer und dicker ab bei aUemans $, zum 
Theil fast kugelig. 

Bei X aUemoM hing^en sind die Antennen länger und 
erreichen im männlichen Geschlecht die Basis des Prothorax; 
das zweite bis achte Glied sind länger als dick. Auch die 
Antennen des $ sind deutUofa von denen des mactdipu $ zu 
unterscheiden; die meisten Glieder sind nicht ki^eüg, sondern 
ein klein wenig yeriängert. 

Stett. entomol. Zdft. 18M. 



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390 

Man mag dieee beiden Formen für Unteruten einer 
Speaiee halten, jedenfallft sind sie yevsdiieden. 

X, mamiUpei Schh» li^ in ier Königlichen Sammlung 
vor aus Natal (Pöppig), Caffrarien (Krebs), Berema ia 
Usambara (Conradt, Oktober 1861), Seengebiet, VieCoria- 
Njaasa? (Stuhlmann), und Mukenge in Balubaland, Centn^ 
Congo (Pogge, Noremb^ 1881). -*- Körperiänge 11—30 mm. 

X. aäemoM Imb. ist in der Königiiehen Sammlung ver- 
treten aus Guinea (Imhoff, Dejrolle), Ghinchoxo, nördUeh 
von der Mündung des Cloi^. (Falkenstein) und von Bis- 
marckburg in Togo (Gonradt, März 1893. — Körperlänge 
12—17 mm. 

Oynandrooenu praeooz n. sp. (^$. 

O. otUennaH Laoord. multo minor, fiiscus, supra griseo- 
marmoratus, infra griseo-pUosus, antennis pedibusque brunneis, 
illarum articulis 3. — 6. albido-apicatis, 7. fare toto albido^ 
piloso, 11. toto albo*tomento8o; tibiis fusco-annulatis; capite 
punetato-rugoso, postice laeriore, rostro antice einuato; pro^ 
thorace subparaUelo, pone medium levitw ampliato, aotice 
ipso attenuato, margine laterali postice subsinuato, supra tolo 
(antiee exeepto) rüde punctato, disco longitudinaiiter biimpresso, 
margine postico ante scutelhim leviter angulato; segmento» 
primo abdomioali carinula media longitudinali abbreviata 
exstructo. 

(^ Antennis corpore p^parum longioribus, clava 5-articu- 
lata, longa, lata, compressa; abdomine medio longitudinaiiter 
depresso. 

$ Anteonis corpore multo brevioribus, clava parva, 
4-articuIata. 

Chinchoxo, nördlich von der Congomündung (Dr. Falke n- 
stein); auch in Ostafrika, bei Lindi, Juli 1891, sowie 
auf der Plantage Kikokwe bei Pangani (L. Gonradt). 

Das (J von Chinchoxo ist 9 mm, das (J von Lindi 
11 mm, dag^en das $ von Kikokwe nur 5 mm lang. 

Die Stücke aus Ostafrika sind von dem westafrikanischen 
artlich nicht zu unterscheiden^ das äußerst kleine $ von 
Kikokwe gehört ohne Zweifel hierher. 

Von O, antemudi» Laeord. ist die neue Art. sel^ ver> 
schieden, namentlich . viel kleiner; ferner ist das Rosirum in 
der Mitte des! Vorderraades nicht gezähnt, sondern aus* 
gebuchtet. Das 7« Glied de» Aalenaen ist beim <^ niofal 
länger als bveü, • sondern breiter als lang. . Der Pfothorax ist 
kürzer, vorn weniger verschmälert, obecseits muh punktivt. 

SUtt. entomol. Zeit. 1894. 



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£ia kuner Ungskid befindet sieh bei allen Stttckeii auf dem 
ersten 8eg»ent dee Abdomens. Die Eig^thamlichkeily dat 
das Männchen eine ftonfgliedrige, das Weibchen eine vier- 
gliedr^e Fühlerkieule besiteEt, hat die neue Art mit dem 
G. cmimnaHs Lacord. gemein. 

yan> Kar seh wurde dae Bxemi^ar Yon Chincfaoxo, 
welches der vcurstehoiden Beschr^bung zu Gcunde lag«, in 
der BttrHnv Bntom. Zeitschr. 188^ 8. 403 unter dem Kamen 
Armurhmua panthenima Imh. angeführt. Diese Art ist dem* 
nach von Ghinchoaco nicht bekannt, sie liegt vor V'om QH«ngo 
(y. Mechow) und von Bismarckburg im Hinterlande TOn 
Togo, wo sie L. Gonradt am Oibabaohe im Busch auf Holz 
am 5. Juli 1893 erbeutete. 

Aaemrrliimu sonvesicoUis n. sp. $. 

Cjlindricus, convexus, umbrinus, obsolete et parce fuseo- 
griseo variegatus; rostro brevi antice medio lohato; anr- 
tennis basin ptothoracis pauIo superantibus, articulo tertiö 
multo breviore quam quarto, quinto eadem longitudine ae 
tertio, crassiore, sexto nonnihil breviore et latiore quam quinto, 
7.— 11. clavam latam sat compressam praebentibns; pro* 
thorace breviore et latiore quam in A, pantherino linh. nee 
postice attenuato, antice, ad angulos muticos fpsos, rotundato 
et angustiore, marginibus lateralibus ante angulos posticos 
sinuatis, margine postico truncato; dorso toto convexo nee 
impresso, rugoso-granulato; eljtris striato-punctiBitis, inter- 
stitiis planis. — Long. corp. 11 mm. 

Aus dem Hinterlande von Togo, Station Bismarck- 
burg, Juni bis Juli 1S91 {I)t, R. Büttner). 

Phloeobins podioalis n. sp. $. 

Sordide cretaceus vel mucoreus, capite albo et fulv^o 
levft^ variegato^ rostro nigro subnitfdo; pronoto plaga magna 
semirotundata postica nigra, a maculis fulvis partim occupata, 
antice albo-msoginata, ornato; el jtris griseo et albo variegatiss 
plagis griseis direptis discoidalibus distinctioribus, maculaque 
singula trigonali juxtascutellari et macula sigilliformi rotundata 
apicali, eljtris communis nigris, excellenter ornatis; anten- 
narum artieulo nono midto latiore quam deoi««,, trigonali, 
hoc breviiore quam iaiiore; p.rotjioraiee antiroiisuni. bm^ 
aliteDuato, pronoto postice medio; lata depnesso, diMO^tr^i;^ 
vienrim triti^Mreulato, tobeneulo medio ao^ustioii» et altior^ 
nigro, «duobus altemis subd^ressis^. eljitdris striatjaj ^atcjU 

Stett. entomoL Zeit 1894. 26 



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393 

toniento deoso obteetis, interstitiis alterois postice levit^ 
äevatis; siogulo djtro pone basin et prope suturam calloso. 
^— Long. corp. 12—16 mm. 

Usambara: Plantage Derema (850 m hoch), Anfiftug 
Oktober und Mitte November 1891 an Lianen (L. Conrad t). 

Diese ziemlich grofie Bpesies ist ausgezeichnet durch die 
^hmutzig kreidige oder schimmelige Färbung der Oberseite, 
die beiden dreieckigen schwarzen Basalflecke am Grunde der 
^jriren und den gemeinschaftlichen, fast kreisrunden, ziemlich 
gröften schwarzen Fleck am Ende derselben. 

PUoeobhis postioatns n. sp. (^$. 

Griseo-fuscus, albido- et griseo-variegatus, fronte, lateribus 
plagaque eljtrorum apicali albidis, pectore, abdomine femori- 
busque sordide isabdlinis; antennis fuscis, articulis medüs 
apicem versus vel ad apicem ipsum albido-pilosis, 8. fere 
toto albido, 9. — 11. totis nigro-fuscis; scutello alba; eljtrorum 
interstitiis alternis fere totis rufo-fuscis, alternis cinereo- et 
rufo-fusco-variegatis; tibüs tarsisque griseis, plus minusye 
brunneo-annulatis; rostro antice triangulariter exciso; pro- 
thorace lato, medio scutellum versus longitudinaliter biimpresso, 
disco leviter et aequaliter transversim elevato: eljtris striato- 
punctatis, striis tomento haud obtectis, interstitiis alternis 
praesertim postice elevatis, utroque elytro pone basin paulo 
calloso. — liOng, corp. 13,5—15 mm. 

(^ Antennis corpore paulo longioribus, clava parum elon- 
gata, articulo ultimo quam 9. parum longiore, apice curvato 
penicillato. 

$ Antennis ad basin eljtrorum vix pertinentibus, tenuibus, 
clava sat angusta, ejus articulo primo (nono) longiore quam 
latiore, decimo haud latiore quam longiore. 

Usambara: Plantage Derema, Ende September und 
Anfang Oktober 1891 auf trocknen Lianen, am 24. Sep- 
tember und 1. Oktober in copula gefunden. (L. Conradt). 

Dem Ph. iMopygiaUs Thpms. WestaMkas ähnlich, aber 
weniger schlank, Prothorax und Eljtren breiter, Flügeldecken 
gesprenkelt. 

Phloeobins catenatnt n. sp. (^$. 

Fusco-umbrinus, albido et nigro variegatus, apioe elj- 
trorum griseo- albido, pectore, abdomine pedibusque flavo- 
griseia, tibiis fusco-bimaculatis; rostro antice parum profunde 
rotundate emarginato; antennarum articulo tertio fere quarta 
parte longiore quam quarto, clava angusta» ejus articulis l6o- 



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393 

gioribus quam latioribus; prothorace breviore; quam in 
Ph, mriegatOy lat^rüliter ante angulos posticos . recto, <)or80 
medio postice impresso, tuberculo discoidali subeleyato nigrp 
(interdum parum distincto), fasciculis sex minutis dorsalibus 
albis eodem modo positis ac maculis in pronoto Ph. variegaU 
(duobns utrinque juxtadiscoidalibus, altero pone alterum, tertio 
juxtamarginali); eljtrfs costatis, et quidem interstitiis alternis 
devatis, angustioribus, alternis planis nounihil latioribus, illis 
albido et nigro et umbrino maculatis. — Long. cotp. 
8—10 mm. 

Usambara: Plantage Derema, von Ende August bis 
Mitte Dezember 1891 auf Holz und liegenden Baumstämmen 
(L. Conradt). 

Durch die schwarz und wei£ gefleckten deutlichen Rippen 
der Elytren aui^ezeichnet. 

Phloeobius albifrons n. sp. (^. 

Pfk caienato similis, alutaceus, fronte cum rostro niVea, 
striis duabus utrinque postocularibus fuscis, eljtris plaga dis* 
doidali elongata cpmmuni, medium versus coarctata, albida 
omatis; rostro antice triangulariter exciso; spatio interooulari 
sat lato; antennis corpore fere duplo longioribus; pro- 
thorace sat brevi, ante scutellum band impresso, lateraliter 
ante angulos posticos sinuato, tuberculo discoidali medio 
instructo, utrinque autem subcalloso, dorso guttis dorsalibus 
quatuor albis minutis, per totam latitudinem transversim 
positis, notatp; eljtris costatis, et quidem interstitiis alternis 
elevatis et angustioribus, alternis planatis et nonnihil latioribus, 
illis ad partem albido et umbiino et nigro maculatis. — Long, 
corp. 9 mm. 

Usambara: Plantage Derema, ein Exemplar am 
7. Oktober 1891 auf Lianen (L. Conradt). 

Dem an demselben Orte lebenden Ph. catenatus m. sehr 
nahe verwandt, da die Körperform und theilweise die Färbung, 
sowie die Sculptur der Elytren recht ähnlich sind; dahingegen 
sind die Stirn und das Rostrum dicht schneeweiß behaart, die 
Augen 0) weiter voneinander getriennt, das 3. und 4. Glied 
der Antennen ((^) von gleicher Länge, der mittlere Höcker 
des Pronotums höher, dieses hinten auf der Mitte nicht ein- 
gedrückt. Auf den Eljtren ist eine große, gestreckte, ungefähr 
in der Mitte eingeschnürte, weder die Basis noch die Spitze 
erreichende weiBe Rückenmakel vorhanden, die dem Ph. 
catenatus fehlt. Es geht aus dieser Reihe von Unterschieden 

Stett. enftomoU Zeit. 18M. QR* 



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394 

hervor, daB wir es mit einer augensoheinUch spesifisch unter- 
schiedenen Form zu thun haben. Bie fieetänd^keit der Merk- 
male kann erst bei reicherem Ihterial erkundet werden. 

Fhloeobiii3 vui^tus q. sp. $. 

Subdongatua, umbrinus, pronoto et elytris^ albid/>*y«^e- 
gaiis, area utrinque elytcorum umbrina. postmediana, oapü» 
isabellino albido-maculato, antsnnis fiisois, arliculis 3.—?. 
albido-apioatis, 8. albo-piloso ad basin fusco; pronotOi pancUB 
(yel maculis minutis) nonnullis griseo-aJbi^ obsito; eljti^orum 
intenititiia alt^on^s umbrjnis, altemis albido- et un^^rina-nrnp^r 
latis; pectore, abdomine femorlbusque griseo-flayescenttbus^ 
tibiis albido-griseis, umbrino-biannulatis^ rostro antice rotun- 
date emarginato, elavae articuUs üt in PK posHcati femina«; 
prothorace simplice, medio postico leviter biimpresso, mar- 
gine postico leviter bisinuato; eljtris punctato-striatis, inter- 
stitiis latitudine inter se aequaKbus, pauIo convezis, altemis 
postiee altioribus; utroque eljtro callo postbasaü eioHrueto, 
praeterea huraeris callosis. — Long. corp. 13 mm. 

Usambara: Plantage Derema, 16. September 1691 
auf Höh (L. Conradt)« 

nioeobias afBnis n. sp. ^. 

Praecedenti oimüis, corpore paulo longipre, eljtria subr 
tilius striatis, iotierstitüs baud convexis, pectore, abdomine 
pedibpsque isabdlinis, tibiis fusco-biaonulatis; antennia corpore 
multq plus dimidio longioribus. — Long. corp. 14 mm. 

Im Hinterlande von Togo (Westafrika), auf der Station 
Bismarckburg 1893 von L. Conrad t gefunden. 

Diese Form ist von der vorstehend beschriebenen Art 
aus Ostafrika trotz aller Aehnlichkeit jedenfalls verschieden. 
Es li^ nur ein Exemplar vor. 

PhloeoUns knmiUs n. sp. c^$. 

Sqrdide griseo-fuscus, antennis nigro-fuscis, apice arti- 
culorum funiculi articuloque oetavo toto albidis; pronoto 
maculis fuscis et albis, ad, partem obsoletis, signatö, tuberculo 
medio nigro, angulis anticis laetioribus^ eljtris füsco et griseo 
variegatie, apicem versus juxta suturam pallescentibus, pustulis 
isabellinis; pectore, abdomine pedibusque paQidioribus, griseis, 
tibiis fusco biannulatis^ ro&tro antice rqtundate sinuato^ 
pronoto tuberculo medio instructo, utrinque calloso, medio 

Stett. eniomoL Zeit. 1894 



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aes 

posfcice depresgo, lateraliter «ote angulos posticoe siiiua^; 
elytris mox pone basin Bubfasciculatis, apicem versus piistulis 
elevatis coinpluribus obsitis. 

$ Anteonis corpore multo longioribus, articulo t^io 
quam quarto quarta parte ]ongiore; clava elongata te^ut, 
articulo ultimo multo longiore quam dodo, apicem versus fili- 
formi, curvato. 

^ $ Antennis brevioribus, oUva *WliUiOiila, apice iatemo 
articuli noui iotus apicatq, articulo deeimo teiiia parte «latiore 
quam longiore. 

Laug. corp. 6 — 8 mm. 

Ober- und Uater-Ouiuea: Togo^ Bismarckbuig^ 
16. Februar 1893 Abeuds im Zimmer ein $ (L, Coaradt); 
Accra (Ungar); Chinchoxo, nördlich von der MOndang 
de6€k)ngo (Falkeustein), 1 $ (von Karsch in der Be^p^r 
Entom. Zeitscbr. 1882 8. 403 unter dem Nanien Ph. a^6- 
penicUkUus Thoms. aufgeführt). 

Phloeohiopsis n. g. 

Genen Phioeobio simUlima, corpore eylindrieo, haud eloh- 
galo, sed oeuUs minoribus, spad6 interoeulari frontali littiore, 
^istomate obttiso, antennis {^) muito brevioribus, nsqüe ad 
«edium corpus haüd p^tinaxtibus, articulo primio tnedioorl^ 
secundo elongato quam tertio pamih breviore, arücolis tsrtio 
et quarto longitudine inter se aequalibns, dava triarticutata 
parva. Rostrum breve, lateribus parallelis, antice obtusum. 
Prothorax latior quam löngio'r, cönvexus, disco vix depresso, 
«sgtil» posticis rectiS) ^rina lateraH medlmki laterum paulo 
anperante^ ctffina postica mai^nali fere recla. Eljtra eon- 
vexa. Metatarsus omnium pedum brevis. Coxae posticae 
prooessu mesostemali mediocri separatae. 

Yon Phheobius haupts&ohlioh dtirch die kuräen AntenoeH 
im mtenlioheD €l^eschlecht, die breite Stirn, die kleineren 
Augen und das längere aweite Glied der Antennen verschieden. 
Die eihs&ige Art ist 

Phloeobiopsis sansibarica n. sp. ^, 

Albo-griseÄ, obsolete rufb- et füsco-väriegata, cofetiö fel^- 
Iroruitt lilbidis fusbo-^macblatis, antennis brunneis, clava fuscä, 
prothorace rufo- et albido-variegato, fusco- tnaculato ; elytroi*uäi 
plaga basali lateribusque discum versus infuscatis, disco antico 
areaque apicali albescentibus; rostro triplo fere latiore quam 
longiore; prothoraöe quarta parte latiore quam longiore, 
^üvexo, disco haüd depresso nee tubetdulato, l^teribiis levitcr 

Stett entomoL Zeit ISM. 



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396 

arcuatis; elytris junciis dimidio loDgioribus quam latioribus^ 
striato-panctatis, punctis tomento griseo obiectis, inconspicuis, 
utroque eljtro leviter quadricostato; abdomine medio, prae* 
sertim basin versas, longitudinaliter impresso. — Long. corp. 
7 mm. 

Sansibar (Hildebrandt). 

Anlodes albicans n. sp. ^. 

Ä. bifasdaio Qued. similis, at major et laetior, albo- et 
griseo-tomentosus, prothorace paiüo breviore, eljtris distinctius 
striato-punctatis, interstitiis striarum iJternis elevatioribus; 
pronoto töto albido, mediö lutescente, lateraliter obsolete fusco- 
maculato; eljtris albo-bifasciatis, fascia antica lateraliter ad 
posticüm Tersus düatato; spatio interoculari sat lato; pro^ 
thorace paulo breviore quam latiore, lateribus parallelis^ 
antice rotundate attenuato, dorso longitudinaliter biimpresso; 
abdomine medio infra longitudinaliter impresso. — Long, 
corp. 11 mm. 

Bei Madinula in Deutsch-Ostafrika von Herrn W. von 
St. Päul-IUaire gefunden. 

Diese Art ist dem in' Abyssinien und Arabien lebenden 
A bifaaciaäts Qued. am ftholichsten, aber größer und heller; 
die Binde der Eljtren ist weniger scharf begrenzt. Der Pro- 
thorax erscheint etwas kflrser, und die Flügeldecken sind 
deutlicher punktirt-gestreift. 

Ananlodes n. g. 

Greneribus Polyooryno et AuklcH affinis, corpore cjlindrico 
supra glabro, piloso, ^ simplice, prothorace convexo eljtris 
nonnihil latiore. 

Rostrum breve, planatum, antice rotundatum, scrobes 
antennarum foveiformes. Antennae basin prothoracis superantes; 
funiculus filiformis, dava triarticulata. Prothorax longior quam 
latior, antice attenuatus, fere compressus; cariua utrinqüe 
lateralis usque ad apicem haud pertinens, at medium laterum 
paulo superans. 

Die Antennen ragen Über den Prothorax hinaus, wie bei 
PolycoryrmSy ihre Keule ist aber dreigliedrig, wie bei Ätäadei. 
Die Seitenkiele des Prothorax sind nur etwas über dijd Mitte 
der Seiten hinaus verlängert. 

Ananlodes cylindricus n. sp. 
Griseus, murinus, fere unicolor, obsolete fusco et albido 
maculatus, vertice obsolete fusco-bivittato, pronoti punctis 
4 albidis transversim positis obsoletis, eljtris vix fusco-macu- 

Stett. entomoL Zeit 18M. 



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397 

latis, apteums brunneia, elava fusoa, pedibus brunneis griseo- 
pilosis; ante DD ar um articulis 2. — 5. eloDgatis, loDgitüdiDe 
ioter se fere aeqaalibus, secundo sequentibus paulo crassiore, 
articulis 6.., 7., 8. brevioribus, boc ^lis breviore; prothorace 
quarta parte loogiore quam latiore, medium versus leviter 
ampliato, densissime rugoso-puDctato, carimila margioali parum 
sinuata; eljtris subtiliter puDCtato^striatis, interstitiis planis. 
—r LoDg;. corp. 7 — ^8 mm. 

Im HiDterlande vod Togo bei der Station Bismarck- 
bürg am 21. Mai 1889 vod Hauptmaun Kling, im Mai 1893 
yoD L. Conradt gefunden. 

CaraniBtes afrioanus n. sp. 

Rufus, griseo et albido pubescens, fusco parce maculatus, 
eljtris inacurate fasciatim maculatis, fascia basah', plus rajnusve 
saturata, faseiisque media et postmediana, dilaceratis, fuscis; 
antennis rufo-brunneis, articulis duobus basalibus pallidis, davä 
atrofusca^ articulo ultimo albido- griseo -tomentoso; pedibus 
pallide rufis, fusco-annulatis ; pectore abdomineque nigrofuscis; 
aibo-pilosis, lateribus metasterni et abdominis apiceque hujns 
brunneis; antennarum articulis 3. et 4. longitudine sub- 
aequalibus; prothorace tertia parte latiore quam longioref, 
antrorsum bene attenuato, carina transversa lateraliter arcuata et 
incurvata, mox desinente, antrorsum haud prolongata; eljtris 
inaequalibus, pone basin callosis. — Long. corp. 4 mm. 

Die Art entdeckte Herr Leopold Conradt auf der 
Plantage Derema (850 m hoch) in üsambara (Ostafrika) 
am 20. September 1891 an Holz. 

Bisher schien die Gattung auf Madagaskar und die 
Maskarenen beschränkt zu sein, wo sie in einigen Arten ver- 
breitet ist. 



Nachtrag zam Cyphonotns-Artikel Seite 2§i 

Als sechste Art würde vergessen einzutragen hinter Oypko- 
notus detrüus (pag. 265) C. düedenfeldti Kr. von Tunis 
(Keruan) D. E. Z. 1894 p. 290, was hiermit nachgeholt 
werden soD. Die Art ist — - nach der Beschreibung — der 
detritus täuschend ähnlich, hat ein lang behaartes Halsschild, 
wodurch sie sich leicht unterscheiden lassen kann, und soll 
trotz aller Aehnlichkeit zu einer anderen Gattung gehören. 
Ich ziehe es vor, sie hier unterzubringen. 

Brenske. 

Stett. entomol. Zeit 18M. 



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398 

AUen^s Naturalist's Library. 

A haidbMk to the orAer LefM^ten 

by HIT. F. Ktrby. 

Unier obigem Titel ist kflrelich der erste Band eines 
neuen Handbud^es über Schmetterlinge in englischer Sprache 
erschienen, das gewissermaBen als eine kleine Ausgabe Yon 
Staudingers exotischen Schmetteilingen zu betracliten ist. lieber 
englische Schmetterlinge existiren 'bereits eine ganze Reihe 
▼on Handbüchern und es erscheinen auch noch immer neue, 
jedoch ein Werk, das neben den en^scben Arten auch die 
ausländischen in gedrängter Kürze behandelt, war noch nicht 
vorlianden. Diese Lücke auszirfÜlTen, ist die neue Arbeit 
Kirby's in dem von R. B. Sharpe herausgegebenen Naturalist's 
Library inach besten Kräften bemüht. 

Das Buch bildet eigentlich eine neue Ausgäbe des lepidop- 
terologischen Theils des früher von Dunean bearbeiteten 
HaJturalist's Library. Derselbe hatte jedoch die l^ritischen und 
die ausländischen Schmetterlinge je besonders behandelt 
Diesen Plan hat Kirby angegeben; er vereinigt beides, indem 
er alle zusajvmen in eine systematische Reihenfolge bringt 
und will dadurch die Sammler der britischen Arten zum 
Studium der Schmetterlinge der ganzen Erde hinüberführen. 
Die Tagschmetteriinge sollen in 2 Bänden, die Heteroceren in 
einem Bande bearbeitet werden. 

Der vorliegende Band I (klein Oktav) enthält 74 Seiten 
Einleitung und 261 Seiten Text mit 2 schwarzen und 35 gut 
und schön kolorirten Tafeln. Letztere sind zum größten 
Theil dem eben erwähnten frühern Duncan^^schen Naturalist's 
Library entnommen; es sind aber auch eine Anzahl neuer 
Tafeln hinzugefügt worden, welche Bilder von in der neueren 
2ieit beschriebenen und bisher noch nicht abgebildeten exoti- 
schen Arten eothalten. Das Buch erhält dadurch nicht allein 
Alf iLnftoger, sondern auch ftr weit^ fortgeedirittene Sammler 
ein erhöhtes Interesse, und wird zum Bestimmen einzelner 
Alicen unentbehrlich. Die in Elngland vorkommenden Arten 
der in diesem Bande behandelten Familien sind alle, und von 
mehreren derselben auch noch eine ganze Reihe von Aber- 
rationen abgebildet; letztere erscheinen als Bolzschnitte im Text. 

In der Einleitung bespricht der Verfasser die vier Ver- 
wandlungsstadien der Schmetterlinge. In jedem dieser Ab- 
schnitte wird man etwas mehr oder weniger Interessante» 
finden. So wird z. B. im ersten Abschnitt die Klassifikation, 

statt, eatomol. Zeit. 1894. 



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399 

welche sich Mos auf die Gestalt der Süer derselbeii grüadet, 
besprochen. Eine solche ist voo Dohertj iUr die iodiseheo 
Arten versucht worden, sie bietet «ber ihre besonderen 
Sohwierigkeitea, denn es würden z. B, die im vollkommenen 
Insekt so sehr verschiedenen Gruppen der PierMen und 
Libytheiden zusammengestellt werden mOssen, weil sie die 
gleiche Eiform haben. Bei dem Kapitel der Baupen erwähnt 
er des einzigen bekannten Falles von Parasitismus^ der bei 
einer Arctide QEpipyrops ixnomala Westw«) vorkommt. Die 
Raupe dieser Art schmarotzt auf dem Körper des gewöhn- 
lichen chinesischen Latemtri^ers (HotmM canddariue L.) in 
einer weißen baumwollartigen Htllle. Westwood bat in de* 
Transactions of the Entomological Society of London 1876 
pag. 519 — 524 genauer darüber berichtet und auch eine Ab* 
bUdung geliefert. 

Bei <kr Besprechung der eioselneB Körpei-theile im Keipitel 
^ma^o^ verwirft Kirby die Ausdrücke: primianes und secott- 
^aties, tlie manche Engländer in ihren Bes^n«ibungen Air 
Vorder^ und Hinlerfl^d gebrauchen, -dagegen wird der A«n^ 
diruok Hinterrand für de^lentgen Rand, de« wir Deutsche 
Attienrand nennen, beibehalten. Hidl)en die Hvnterflt^el auf 
lUype 3 oder 4 «one Ecke, so oennt er dies AufienwtnkeL 
Im Hinterflfigel nennt er die Subkostakippe zweiistig uüt 
aknmt dafllr nur eine Radialrippe an, Staudinger und Schatz 
betrachten dagegen die Subkostalis als ungelheilt und nehmen 
■wei Radiaien an« In Oanzen genommen ist das gieiehs 
denn alle drei gehören zn eiaem System und sind an ihrer 
Wurzel vert)UBden, nur bei einzeben Gattui^en der Neotropiden 
trennt skh die untere Radiale ab und nähert sich m^r der 
Mediana. Da die Engländer die drei Abzweigungen der 
Mediana von oben nach unten, wir Deutsche aber von unten 
nach oben zählen, die dritte Medianader der Engländer für 
uns also die erste ist, so schlägt Kii'by vor, sie die obere, 
mittlere und untere Medianader zu nennen. Es würde dies 
Verfahren entschieden von Vortheil sein, da wir Deutsche 
dann weniger Gefahr liefen, die englischen Beschreibungen 
falsch zu deuten. 

Es folgen Kapitel über den Fang, über das Spsmnen, 
sowie über das Einordnen der Schmetterlinge und das Kon- 
serviren derselben in den Sammlungen. Sodann wird die 
geographische Verbreitung der Tagfalter besprochen. Kirby 
folgt hier dem Vorgange von Dr. Sclater in dessen Arbeit über 
die Verbreitung der Vögel, wie er solches bereite in seinem 
frühem Artikel über denselben Gegenständ im Journal Linn. 

Statt, entomol. Zeit. 1R94. 



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400 

Society of London, Zoology Vol. XI pag. 431 gethan, und 
theilt demnach die ganze Erde in sechs Regionen. Diese sind 
genau dieselben, weiche wir in dem Werke von Staudinget 
vnd Schatz finden, nämlich die paläatktische, die aethiopisdb^ 
äle indische, die australische, die nearktische und die neotro- 
pische Region. Von der ersten und fünften dieser R^onen 
nimmt Kirby an, daß sie nur künstlich von einander getrennt 
seien, weil beide Faunen fast ganz übereinstimmen und die 
letztere nur durch die wenigen Ueberlftufer aus der neotropi- 
schen Region verschieden sei. Die Alpen vom Balkan bis 
zu den Pyrenäen bildenden reichsten Theil der paläarktischen 
Region; sowohl nördlich wie südlich von den Alpen nimmt 
die Artenzahl der Tagschmetterlinge ab, Südspanien hat daher 
nicht mehr derselben als Skandinavien, beide haben aber 
doppelt so viel Arten als England, das in Folge seiner isolirt«n 
Bord westlichen Lage noch nicht ganz 70 Tagfalterarten auf- 
weist, eine Zahl, welche in Deutschland an jedem Orte im 
Umkreis einiger Stunden gefunden witd. An der Südküste 
des mittelländischen Meeres soll die Artenzahl noch geringer 
sein, jedoch wenn auch Lucas in seiner Exploration sdentifique 
de FAig^rie nur 57 Arten aufgeführt hat, so ist diese Zahl 
entschieden viel zu gering, denn schon Oberthttr hat in den 
Etudes d'EntomoIogie 82 aJgierische Tagfalter erwähnt, wozu 
noch 8 in den Anmerkungen aufgeführte Arten treten. Zwei 
seiner Arten, Olauee und Äusonia, sind zwar als zweite 
fienerationen von Bekma bezw. BeUa einzuziehen, es bleiben 
daher noch immer 88 Arten Tagfalter für Algier übrig. — 

Die charakteristischen Gattungen jeder R^on werden 
namhaft gemacht, die meisten derselben finden sich in der 
neotropischen Region, da sich hier ganze Unterfamilien, ja 
^selbst ganze Familien finden, von denen die andern Regionen 
keine Vertreter aufweisen können. 

Zum Schluß der Einleitung bringt Eirby ein interessantes 
Kapitel über verschiedene Gewohnheiten der indischen 
Schmetterlinge nach den Beobachtungen des holländischen 
Sammlers Piepers, wie z. B. gewisse Pieriden sich in solcher 
Masse an Flußläufen oder andern wasserreichen Stellen des 
Bodens ansammeln, daß sie, aus der Ferne betrachtet, schein- 
bar große Blumen bilden, wobei die Beobachtung gemacht 
wurde, daß sie sich unwillkürlich so gruppirt hatten, daß die 
Randblätter der Blume als zwei concentrisclie Kreise von der 
einen, der innere Theil aber von einer andern, verschieden 
geftrbten Art gebildet wurden. Bei der Annäherung des 
Menschen löste sich dann die ganze Blume in einen Schwärm 

Stett. entomol. Zeit. 18M. 



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von SchmetterlingeD auf. Oder wie ein Papüh Helenus sich 
im klaren Wasser eines Blusses badet, dabei den ganzen 
Körper und ein Drittel der Flügel untertaucht, dann sich 
wieder erhebt und erfrischt davon fliegt; und noch mehrere 
ändere Episoden. 

In dem beschreibenden Theil gi 
Uebersicht der verschiedenen Systeme 
die Neuzeit und erläutert dieselben, 
schiedene Kennzeichen die Papilionid 
verbinden, bringt er nicht jene an 
wie es von Staudinger und Schatz g 
beginnt niit der großen Familie der ' 
beiden Geschlechtern nur vier vollkoi 
innerhalb dieser Familie mit der Vi 
wie in seinem Catalogue of Diumal I 
folge der übrigen Unterfamilien (wi 
aber nicht diejenige seines Catalogs, 
und RÖber angewandte. 

Bei dem knappen Raum, den sich das Buch voi^esehen 
hat, war es nicht m^Hch, alle Genera, wenn auch nur kurz^ 
zu behandeln und von den bekannten Arten konnten daher 
nur einige erwähnt werden. Bei der Gattungs- und arten- 
reichen Unterfamilie der Ithomänae (Neotropideu Schatz) 
werden z. B. nur zwei Gattungen Ithomia und Hymenitis auf- 
geführt, und von jeder einige Arten erwähnt, dagegen werden 
die in seinem Sjnonjnic Catalogue in einer Gattung unter- 
gebrachten Äcraeinae jetzt in drei Gattungen, Acraea, Gnesia 
und AcHnQte, eingetheilt, die dort noch aufgeführte zweite 
Gattung Alaena mit einer Art hat sich seitdem als Lyeaenide 
erwiesen. Bei der Unterfamilie der Nymphalinae wird CyntMa 
Juliana Gram, als eine von Arsinoe Gram, verschiedene Art 
betrachtet, da zu Arsinoe ein anderes Weib gehört, und das 
wahre Männchen der JuUana Cr. noch nicht bekannt ist. Die 
englischen Argynnis-ATten werden ausführlich behandelt, die 
kleinern Arten als zum Genun Brenthis Hübn. gehörig betrachtet, 
und wir ersehen, daß Brenth, dia nur sehr selten in England 
vorkommt und wohl auf dem Aussterbe-Etat steht. Interessant 
sind die Abbildungen verschiedener Varietäten und Aber- 
rationen von Argynnis Aglaja, Brenthis Selene^ Melüaea AihaHa 
und Vanessa urticae. Diejenigen der letztern Art entsprechen 
den drei benannten Formen var. turdca Stand., var. polaris 
Stand, und ab. ichnusioides Seljs. — Bei den verwandten 
exotischen Gattungen erfahren wir, daß das Weib von 
Lachnoptera lole Fabr. zuerst von Hewitson als Harma Hecatea 

Stett entomol. Zeit 1894. 



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402 

beschrieben worden ist. — Fflr Orapta Kirby wird der ältere 
Name Po^onia Httbn«, Ar Hamadiyas Boisd. (bei den Danainae) 
der neue Name TeBervo eix^eführt Ersteres wohl mit Rech^ 
4enn Hühner hat in seinem YerzeichniB bekannter Schmetter- 
linge (1816) schon fünf Arten in diese Gattung gestellt, die 
auch jetzt noch dazu gehören. Bei Van, AnUopa wird die 
4nerkwÜrdige Thatsache erwähnt, daß die in fingland in der 
freien Natur vorkommenden Exemplare gewöhnlich einen 
weißen Rand haben, und von den wenigen einmal gelegentlich 
aufgefundenen gelbrandigen Exemplaren wird vermuthet, daß 
sie aus vom Continente eingefllhrten Baupen stammen, deren 
Falter in England in Freiheit gesetzt sind. — Als wahr- 
scheinliches Weib zu Xiaiagramma Ästarte Cram. wird Cai, 
Sinamara Hewitson Exot. Butt 1. Cat. Taf. 3 Fig. 20, 21 
angesehen. — Bei den europäischen Ai^n der Gattung 
Umenüis wird der Name Camüia L. ftlr unsere bekannte 
Sibyüa und der Name DrusiUa Bergsträsser für die süddeutsche, 
bisher unter dem Namen Camitla S. V. verzeichnet Art ein- 
geführt. Von ersterer wird die schwarze Aberration ohne \<reiße 
Knde nach Ober- und üntefseSte abgebildet, welche ich iki den 
Jahresberichten des natiirwissetigdhaftlichen Vereins ili BSberf(eM 
Heft VI 1884 als ab. fnigtina beschrieben und ^bgebHdelt habe. 

Bei dem Genus ÄMpha wird erwähnt, ^ie das fallt 
Reiche Aussehen Yersdii^enet* Arten dieier Gattung den 
Altmeister Hewftson zuerst tum genatiefen Studium der 
'exotischen Scbtnelterlinge geführt; hat. — Bei d^n Satyrinae 
>*verden wieder die en^ischen Artelü genauer lyesprochen, 
wobei Coenonympha Ttphon Rott. und Polyddi/na Steph. zwar 
getrennt, aber doch nicht ab zwei sicher von einander v^- 
schiedene Arten behandeh werden. Polydafna Haw. !C^808) 
flillt aber mit Pfdhxentis Esp. Qrot 1786) zusanimfen, welcher 
i« Deutschland als VarietÄt von THphon Rott. betrachtet wird. 
Daß letztere Ansicht die richtige ist, beweiseti auch die ton 
Kirby gegebenen 14 Figuren b^Met Fortnen, da sie einen 
vollkommenen Uebergang vom aügenlosen Lctidion Borkh. bis 
zum rid' und großäugigen Phäoxems Esp, darstellen. — Auf 
die Sdtyrinat folgeü dann die El^mminaey ftnft Welchen der 
erste Band abschließt. 

Aus obigen kurzen Notizen geht her Vor, daß das Bueh 
in mancher Hinsicht Interessantes und Lehrreiches bietet und 
daher sowohl dem jungem wie- altern Lepidopteroldgen von 
Nutzen seiti wird. 

Elberfeld, Anfang April 1895. 

G. Weymer. 



Stett entomot Zeit 1894. 



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40S 



iHhalts^TerseldHilMk 



Exotische Lepidöpteren VII. Beitri^ zur Lepidoptereor 
fauna von Rio Grande do Stil von Gust. W ejmer. 8. 311. — - 
Schmetterlinge aus Süd-Shan-tung von Direktor A. Seitz. 
S. 333. — Grapholitha tetragraimnana Stgr. und Plutellä 
incarnatella Steudel, zwei bisher wenig beobachtete Klein- 
schmetterlingsarten, von Dr. C. Hinneberg. S. 345. — 
Nachschrift von Ed. Hering. S. 857. — Notiten über 
Rtlsselkäfer von J. Faust. Fortsetzung. 8. 358. — Goleop- 
teren aus Afrika von H. J. Eolbe. S. 361. — Nach- 
trag zum Gjphonotus-Artikd Seite 264 von Brenske. 
S. 397. — Allen'6 NaturaKst's Library. A handbook to the 
Order Lepidoptera by W. F. Kirby von G. Weymer. 
8. 398. — Inhalts -Verzeicfaniß. 8. 403. — Ilahalt des 
55. Jahrganges der Slettiner entomologischen Zeitung 1894. 
8. 403. — Alphabetisches Raster. 8. 405. 



Inhalt des 55. Jahrganges 

der Stettiner entomologischen Zeitung 1894. 

Seite 
lieber einige neue, von Herrn J. Fruhstorfer auf Java 

entdeckte Ck)leopteren von H. J. Kolbe 3 

Beiträge zur Kenntnifi der Longicornier (Ooleoptera), von 

demselben 11 

Die Goleopteren-Fauna Central- Afrikas von demselben . . 50 
Microlepidopterologisches aus Westindien von Ed. H'er i ng 65 
lieber einige australische Dipteren von Dr. E. Berg- 

rotii 71 

Acidalia addpharia n. sp. von Rudolf Püngeler... 76 
Zur Biologie der 8pilothyrus altheae Htlbner von Hein^ 

rieh Gross '. 77 

Die Raupe von Gidaria alaudaria Freyer von d^msdben 79 
Der Pfieilgiftkäfer der Kalahari- Wüste, Diamphidia Sim- 
plex P^ribg. (löcttsta Fainö.). Hittfaeilüng- von 
H. 3. Kolbe 79 

Steti entomol. Zeit. 1894. 



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m 

Seite 
Mit dem Tode bestraft. Eine entomologische EriDoeruiig 

von E. Bade 86 

Zur Lebensgesehichte der Tinea semifulvella Hw. und 

Blabopb^Buies ferru^neUa Hb. von Ed. Hering .. 88 
Eine neue europäische Noctuide. Luperina standfussi 

n. sp. von M. Wiskott •-..., 90 

Yereinsangelegenheiten 96 

Inhalts-Verzeichniß . 1 ..... , 98 

Verzeichniß der von Herrn Dr. Paul Preuss in Kamerun 

gesammelten Schnabelkerfe nebst Beschreibung der 

neuen Arten von Dr. F. Karsch 99 

Neue und wenig bekannte Java-EhopsJoceren von 

H. Fruhstorfer 116 

Eän neuer Tagfalter aus Nias, beschrieben von demselben 126 

Phyllotheljs macra Westw. von Dr. H. Dohrn 129 

Drei Geometriden- Zwitter. 1. Acidalia virgularia Hb. 

. und ab. Bischofiaria Lab. von Otto Habich... 131 

2. Bupalus piniarius L. von Alois Bogenhofer 132 

3. Cleogene Peletieraria von Teod. Seebold... 132 
Hugo Christoph. Nachruf von Major Ed. Hering. . . . 133 
Rüsselkäfer der alten und neuen Welt von J. Faust.. 140 
Synonymische Bemerkungen ttber Cid. ferrugata, spa- 

dicearia und unidentaria von Louis B. Prout 160 

Coleopteren aus Togo in Ober-Guinea von H. J. Kolbe 162 
Beiträge zur KenntoiB der Mistkäfer. Lamellicomia 

onthophila, von demselben 166 

Coleopteren aus Afrika, von demselben 178 

Die Coleopteren- Fauna Central-Afrikas, von demselben . . 191 

Vereins-Angel^enheiten 203 

Inhalts- VerzeichniÄ 205 

Synopsis der in Afrika gefundenen Arten der Euteliden- 

Gattung Popillia von H. J. Kolbe 207 

Revision der Gattung Cyphonotus Duv. von & Brenske 264 

Ein neuer Ehizotrogus aus Spanien von demselben . . . 272 

Zur KenntniB der Melolonthiden Sumatra's von demselben 274 
Beitrag zur KenntniB der Microlepidopteren-Fauna von 

Dänisch' Westindien von W. von Hedemann.. 280 
Einige Schmetterlings- Aberrationen aus der Fauna Crefekl^s 

von Max Bothke. 303 

Karl Reutti von Ed. Hering , 305 

Yereinsangel^enheiten. 308 

Inhalts-VerzeichniB 308 

Ebcotische Lepidopteren VIL Beitrag zur Lepidopteren- 

fauna von Bio Grande do Sul von Gust. Wey mer 311 

statt MiomoL Zilt 18M» 



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Seite 
Schmetterlinge aus Sad•Sha^-tuDg von Direktor A> ISertz 333 
Grapholitha tetragrammana Stgr. und Plutella incarnatella ,, 
Steudel, zwei bisher wenig beobachtete Klein- 
schmetterlingsarten, von Dr. G. Hinneberg .... 345 

Nachschrift von Bd. Hering 357 

Notizen über Rüsselkäfer von J. Faust. Fortsetzung.. 358 

Coleopteren aus Afrika von H. J. Eolbe 861 

Nachtrag zum Cyphonotus - Artikel Seite 264 von 

Brenske 397 

Allen's Naturalist's Library. A handbook to the Order 

Lepidoptera bj W. F. Kirby von G. Weymer. . 394 

Inhalts-Yerzeichniß ! 403 

Inhalt des 55. Jahrganges der Stettiner entomologisohen 

Zeitung 1894 403 

Alphabetisches R^ister 405 



Alpliabetisebes Register. 



Acalles Krüperi 360, Reit- 

teri 360, Rolleti 360 

Acanthaspis bilineolata . . . 111 
Acanthestes 13, amycte- 
roides 13, brachyderoides 
14, crispa 13, denticolata 

13, 15, Gmelim 15, heros 

14, hipporhina 14, taber- 
culifera 14 

Achylodes busiras 
melander 324, thrato 

thrasybulus 324 

Acidalia adelpbaria 76, bise- 
tata 804, marginepunctata 
77, mbiginata 77, turbidaria 
76, var. turbnlentaria 76, 
virgiüaria 131, var. Bi- 

schofiaria , 131 

Aclees hylobioides. 859 

Acraea , . 401 

Acraeinae ............... 401 

ZeiklSdi. 



Acridocephala bistriata 51; 60 

Acrolophus :. ... 70 

Actias selenevar. mngpoana 834 

Actinote 401, th^ia , 321 

Adelocephala aiibangulata 330 
Adelpha 402, camphicla322, 

mythra 322, syma. 322 

Ageronia februa 321, feren- 

tina 321 

Alaena 401 

Ammatho rubricostata .... 828 

Amphonyx cluentias 325 

Anachalcos anrescens 174> . 
convexus 174, capreas 174, 
divermpes 175, Hokti 174, 
Hopei 175, rnagnus 175, 
pleoriticus 175, procems. . 174 

Anaea mcffvus 322 

Anartia amalthea 821, jatro- 

phae 4 , 821 

Anaulodes 896| cyUiidriciia 897 



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40« 

Anchylorhyochns aegro 

' tu» ^6^ ßuHEefeteri ISQ, 

▼ar. bimaealstiie 102; ma- 

tabiliB 152 

An<5ylofltomia difflaeUaSGl, 

ignobilis 301> steraorea ... 801 
Anetirrhiftus eonv^oollis 

301, pantheriniu 391* 

Anhomelix variegata 83 

Anocerastes ater 384, bi- 
maculatus 884, geometncus 
884, kpidt» 384, 885, sub- 
costatns 384^ sab&sciata» 
384, ondnUHia 38i, varie- 

g«tiis.. 384 

Anomoderus 359 

Anoplocnemis gracilicor- 
nis 102, melancholica 102, 

tristator iq2 

Anopsilus 359 

Anoxia 264, 271, africana 

266, buphthalma 268, nir» 267 
Antbia 192, adulatrix 201, 
artemis 201, Bourdoi 201, 
bucolica 201, gorge 202, 
Hildebrandti 202, 208, ida 
200, pulcherrima 200,8tygne 

202, thoracica 2OI 

Anthomyiadae 74 

Antiloba camea 328 

Antilochuö Boerhaviae . . . 106 

Any potactus 359 

Aphana basiflava 115, basi- 
lactea 116, novemmacu- 

^*^ 114, 116 

Ap od er HS flaivöebenu» 360, 
van calceatUB 360, var. 
ThomsoHi 360, gabönkafr. . 360 
A p o gan ia fulgida 276^ laei^* 
colli» 275, Leuweni 276^ 
minutissima 275^ neglecta 

275, ^mpl^x 275 

Apamecyna dorcadioidee 
26, quadrtsttctA' gg 

8tett entomoL Zeit 1894. 



Araschnia levana335, proraa 33£ 
Arehiloehua qnadrid^ns . . 107 

ArchoBias biöiys 318 

Argynnis agli^a 401, niphe 

838, 845 

Argyresthi« 07 

Argyria albana 300, lac- 

tedla 300, lueella 300, pu- 

ailli^a 30a 

Artac« alma 331, puncti- 

striga 391 

Asactopholis bicolor 277, 
gtacilipes 276, opalinea 277^ 

ornata 277 

Aöciodes gordialis 291 

Aspongopus limbatus 102, 
monticola 101, remipes 101, 

aepulcralis lOl 

Astycus flavovittatufl 359, 

griseus 359, quadrivirgatus 859 
Attacus jacobaeae 331, ori- 

zaba , 331 

Atelocera serrata 100 

Athous 361 

Aulodes albicans 396, bi- 

feöciatus 396 

Automeris nibicunda 33t 

Balbua conicollia 359 

Basicryptus distinctus 102 

Batbycoelia thalaauna 100 

Biathysmataspis nifipe» . . 108 
Blabopha<nefr fermginellai 
88,. lombandica, 90, rasti- 
cella _ . 89 

Bolboceras atavus^ 167, 
caffmm 170, cydoidum 170, 
excavatnm 170, gigas 167^ 
globulare 172, guineense 
166; interruptem 168^ litto- 
rale 170, monticola 178{ 
princepfr 168, qttinquedena 
171) rttfotestaceum Yar. 
puncticoUe 172, rugiferiim 



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407 



169, sansibaricum 169, 
suahelum 170, togonicum . . 173 

Bombyliidae 12 

Botbymus 4 

Bpthynoderes 369 

Botyß bipunctalid 286, car- 
nifex 286, cerata 288, detri- 
talis 286, expansalis 284, 
finit^lis 283, flayaginali8285, 
grisealis 284, hil^ralis 284, 
opalisans 284, Pantoppidani 

284, pbaenici^alis 288, pbae- 
opteralis 284, rubiginaliB 

285, togalis 283, vüUcalis 
283, xantbialis 283, var. 
roß^is ; 283 

Brachyglene anriflamina. . 380 
B rahm Ina cribripennis 279, 

pumila 279 

Brentbis selene 401 

Brcpbos partbenias 304 

Bupaliis piniarius 132 

Oalamocbrous cbilpnalis 

288, inaularis 288 

Caligo martia 322 

Callicbroma afrmn 57, 
carinicoUe 58, concentricale 
57, Ocancbi 51, 58, Emini 
52, 57, iluricum 52, 57, 

longinum 58 

Callicore candrena 321, 

Clinda 321 

Calopopillia 209, 217, Oan- 
dezei 219, dorsigera 220, 

var. rabrotincta 220 

Canepboras 358, rufipes.. 358 

Caranistes africanus 397 

Oarystus silamon 324 

Catacteniza euvexalis 295 

Catagramma astarte 402, 

pygas 321, sinamara 402 

Catascopus 192 

Catopsilia argante 319, var. 

Stett. entomol. Zeit. 189i. 



)iersilia 320, cipris 320, 
eubule 319, pbüea 319, trite 320 
Caura excelsa 100, marginata 

112, orata 11? 

Penaeus apicicornis 106 

Centraspis imperiidis var. 

bicolor 108 

Centrinus conicollis 359, 
lucens 154, parallelinus 154, 

tumidus 158 

Ceratinia eupompe 320, 

euryanassa 320 

Ceratopbora 70 

Ceroplesis fissa 51, 62^irre- 

gnlaris 51, 52, 62, quinque- 

fasciata 51, 63, signata ... 63 

Geutorbyncbus feiuüciis 

361, GyUenbali 361, nubc- 

C1Ü09U8 361 

Gbaßrocampa tersa 325 

Ghalcocoris ancborago ... 100 

Cbfilco^la discedalis 297 

Cbaridea jucunda 325 

Cbelonia crucifera 328 

Cbilo 70, interlineatus 298 

Cbiloneus altemans 359, 

fasciolatus 359, giganteus. . 359 
Obiroscelis australis 183, 

stygica 182 

Cblorippc agatbina 322, 

cyane 322, laura 322, 

aerapbina 322, vacuna 322, 

zunilda 322 

Cicindela cincta 163, Dey- 
rollei 163, equestris 361, 
flavidens 163, flavosignata 
162, lugubris 163, var. an- 
tbracina 163, Neumanni 361, 
octogttttata 163, Peringueyi 
162, saraliensis 163, sene- 
galensis 163, versicolor . . . 168> 
Cidaria alaudaria79, alcbe- 
millaria 161, corculata 161, 

27 



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408 



ferrugata 161, spadicearia 

160, unidentata 160 

Cleogene Peletieraria 132 

Cleonus limis 359 

Cnaphalocrocis bifurcalis 
288, perpersalis 287, similis 287 

Cocytius cluentias 325 

Coenonympha laidion 402, 
philoxenus 402, polydama 

402, tiphon 402 

Colaenis Julia 321 

Goleophora 67 

Colias edusa 337, lesbia 320, 
337, var. heliceoides 320, 
337, hyale 337, phicomone 
132, poliographuß 337, pyr- 

rothea 320, simoda 337 

Golpoderus caflfer 52, for- 
cipatus 52, Stuhlmanni 52, 

substriatus 53 

Conotrachelus adspersuB 

359, Lecontei 359 

Ooptops aedificator 51, 62 

Coptosoma atenes 99, nu- 
bilum 100, tranaversum . . . 100 

Corigetus figulus 360 

Goronidia japet 333 

Goronis 338 

Cosmopterix Sancti Vin- 

centi 67 

Gossonus canaliculatus 150, 

proximufl l50 

Gossutia flaveola 102 

G r a m b u 8 decorellus 300, 
foscicostellas 300, ligonellus 
300, polyactinellus 300, 

quadrinotellus 300 

Crassophora miscellalis . . . 293 

Gratoblosis 358 

Gratohaerea aurosternalis 
164, Gonradti 164, Kolbei 164 

Gryptacrus comes 100 

Cryptotroguß 272 

Gyanopepla jucunda 325 

Stett entomol. Zeit 1894. 



Cybdelis phaesyle 321 

Gyclogastridea njgromar- 

ginata 112 

Gylas imponctatas 149, ro- 
bustus 149, rufipes 149, 

sabmetallicus 149 

Cylindrocems azureusl54, 
cyaneus 154, interstitialis. . 154 

Gymatura mucorea 51, 62 

Öyntiiia arsinoe 401, jaliana 401 
Gyphonotus 264,271,affim8 
266, Anketeri 265, 269, 
caucasicus 268, detritiis 
265, 269, 397, farinosus 
265, macrophyllus 266, mo- 
nachus 265, oryctoides 265, 
269, pauper 265, 270, 
Quedenfeldti 397, testaceus 
264, 270, thoracicus 266, 

zemindar 267 

Gyphonoxia 271, praesta- 

bilis . . 271 

Gyphus bispinus 358 

D a la d e r acuticosta 102, afri- 
canus 102, planiventris . . . 102 

Daladeropsis 103 

Dalsira striata 102 

Danainae 401 

Danais chrysippus 338, erip- 
pus 320, genutia 339, gilip- 

pus 320, plexippus 339 

Daritis sacrifica 328 

Dasystola 63, hirta , 64 

Decophthalmus venusta. 360 

Deiopeia ornatrix 328 

Delias bromo 123, crithoe 
123, dorylaea var. altivaga 

121, parthenia 123 

Depressaria 67 

Dere 55 

Dermatodes 360 

Deuteroerates longicollis. 387 
Diamphidia locusta 79, 85, 
Simplex 79, 85 



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Diasemia inabsconsalis .... 2^ 

Diastatotropus 880 

Diasthetus aotiquos 158, 

basalis 158, cupreus 158, 

tumidoa 153 

Diatraea obliterateüa 298, 

saccharalis 298 

Dicaulocephalus 4 

Dichogama Gudmanni 290, 

Redtenbacheri 290 

Dicbostates coUaris ... 51, 62 

Dictyophora elliptica 116 

Didonis biblis 321 

Didrepanephorus 4 

Dilophonota eUo 825 

D i 1 u d i a brevimargo 825, 

corallina 825 

Dione jnno 821, Poeyi 821, 

▼anillae 321 

Diphymus bicolor 108 

Dircenna dero 820, rhoeo. 820 
Dirphia calcha8 881,epiolina 881 
Dismorphia astyocha 818, 

crisia 819, dilis 819, meHte 

318, nehemia 319, ther- 

meaia 319 

Dolichopodidae 72 

Drosophila balteata 75, 

bellnla 75 

Drosophilidae 75 

Dyctis 124 

Dynamine agacles 322, my- 

litta 822, myrrhina 322, 

tithia 322 

Öynastor darius 822 

Dyscerus Fruhstorferi 159, 

notatus 159 

Dysdcrcus melanoderes 106, 

soperstitiosus 106 

Dysschema lucifer 328 

Ectatops cineracea 359 

Blachista Reuttiana 307 

Blasmocnema 102, limpidi- 

pennis 102 

8t ett. entomol. Zeit. 1894. 



409 

Elasmopoda falx. 102 

Eletica colorata 185, dimi« 
diata 184, Gahani 185, infons 
188, laeviceps 188, 189, 
niansana 186, 187, pallidi- 
pennis 187, pubicollis 186, 
rufe 188, rugiceps 184, 
Stuhlmanni 188, nnifleisciata 

186, Waterhonsei 183 

Ellopia prosapiaria ab. gri- 

seata 806 

Eloria festiva 830 

Elymnias Andersoni 124, 
Godferyi 125, maheswara. 124 

Elymniinae 402 

Elytrodon ÜEtsciolatus 359, 

giganteus 859, maroccanus 859 
Ephestia hospitella 802, 
interpunctella 802, MiUeri 
802, neuricella 801, parvnla 

302, simplicula 802 

Ephimerostylns 146, The- 

ryi 147, var. bardus 147 

Epicerastes albinus 885, 
convexicollis 385, costlger 
886, dorsalis 387, pygidialis 
385, sericans 886, sub- 
costatuB 885, undulatus . . . 385 
Epilaris blanda 140, Seve- 

rini 140, 142, venusta 360 

Epinephele janira ab. cine- 

rascens 304 

Epiphile orea 321 

Epipyrops anomala 399 

Episcada hymenaea 320, 

sylvo 320 

Episomus 360, parallelus . . 860 
Ercta tipiüalis 292, torquilla- 

lis 292, vittata 292 

Erebus odora 332 

Eresia Lansdorfi 321 

Eri Stalls pulchellus .> . ... 72 

Röderi 72 

EryphanJfl Reveesii 322 



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4iq 

]E!teona tisiphone 323, var. 

vulpecuk ". 328 

Etiella Zinken»!^ qoi 

£acl^itonia 7, ßuspecta ... 8 
Euchlaenius 198, troclian- 

tericu« 199 

Eucyrta geometrica 325 

Eudamus blasius 324 

Eudioptis hyalinata 291,. 

Incernalis 291^ marginalid. . 291. 
Bnlepte campalis 290, cob- 
cordalis 289, gastralis 289, 
omiusalis 289, socialis 289, 

tripunctata 290 

Eunica margarita 321 

Eupithecia chlo^rata 131, 

rectangulata 131 

Euplesia geometrica 325 

Eapopillia 209, 217, aenes- 
cens 223, callipyga 221, var. 
castanea 222, vair. rabripes 
222, Ueinhardti 224, prin- 
ceps 222, var. cyanelytira 

222, Welwichi 223 

Euptoieta claudia^ — 321 

Euptychia hermes 323^ 

muflcosa 323 

Euranoxia — 271 

Earema arbela 319, deva 
319, sinoe 319. var. man- 

darina 34& 

Burycreon bifidalis 286, 

crinitalis 286, rantalis 286 

]ß u r y d a Bocandei 164, dro- 
micaria 163, 164, festiva 
164, gibbosa 163, versicolor 163 

Sarysternus limis 359 

Eustrongylium 366,ducale 

366, episcopale 365 

]^ u t e r p e antody ca 316, S wain- 

, sonii 316 

^uthy CU8 157 

Ipixechesops latifrons 383, 
quadritaberculata 383 

Stett. entomol. Zeit. 1894. 



Bxopholig hypoleuca 277 

Plata Dohrni 116 

Fruhstbrferia 3, javana . . €^ 
Fundella pellucens 300 

Oelechia 67, B^uttiella 307, 

Byrticola 307 

Gnatholabis 260, dorsalis 
260» var. nijotica 260, ludi- 
ficans 260, Nickerli 260, 

saturalis ., 260 

Gnesia 401 

Goniurus megacles 324 

Gracilaria 67 

Grapholitha compositella 
348, discretana 350, fissana 

347, tetragrammana 345 

Grapta 402, c-album 339, 
c-aureum 339, Fentoni 339, 
hamigera 339, intermedia 

339, interposita 339 

Gymnogaster baphthahnos 266 
Gynandroeerus antennalis 

391, praecox 390 

Gypony chus 358 

Gyronotus fimetarius 176, 
pumilus 177 

Badena anilis 93 

Haematera pyramos 321 

Halyomorpha annulicornis 112 

Hamadryas 402 

Ha plo gaster 54, Emini ... 54 

Harma hecatea 401 

Hecyrida 28, rufolineata . . 3Ö 
Hedylepta indicata 291, 

vulgalis 291 

Heliaa phalaenoides 324 

Heliconius phylliß 321 

Hellula undalis 297 

Helluo 192 

Heringia 293, mendica 294, 

minoralis 294 

Herona djarang 126, prin- 



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411 



gondani 120, 126, 8uma- 

trensis 126 

Serrichia excelsella 307, hirti- 

oruraiis , . . 807 

Hesperia silanion 324» sy- 

• richtus 824 

Heteroptera 99l 

Heterusia quadruplicaria . . 833 

Hezamerocerus 109 

Hilipomorphus subifascia- 

tus 359 

Holotrichia Behrensi 278, 
bidentata 278, convexa 278, 
Dohrni 277, 278, gravida 
277, leucophthalma 278^ 
pygidialis 279, serratula 

277, Standfussi 279 

H o m o e c e r u s fasciatua 105, 
fascifer 105, pallens 104, 

vicarians : . . 104 

Homoeosoma libertella. . . . 301 
flomoeotropis 381, tuber- 

culata 382 

Homophysa badierana 297, 

dolatalis 297, sesquistrialis 297 
Hoplopterna comuta 102, 

Rothi 102 

Hormambogaster 103,104, 

expansus 104 

Hybernia leucophaearia . . . 305 

Hylobius notatus 159 

Hymenitis 401 

Hymenomaga formosa. . , . 100 
Hypanartia bella 321, lethe 321 
Hypertolmus obtusus var. 

bituberculatus 108 

Hypocephalus. 194 

Hypocrites limbalis 40 

lansenia angusticollis ..... 164 

Ilerda 100 

losia auriflamma 330 

Isanthrene ustrina ..... 325 

Ischnobaena Preussi 111 

I^chnopus 157, taprobanus 157 
Stett. entomol Zeit. 1894. 



Ischnotrachelus 359 

Ithaura 155 

1 1 h o m i a 401, hymenaea 320, 

munda 320, piiiloclea 320 

Ithomiinae 401 

luBonia lavinia 321 

Iiaccocoris spurcua 112 

Lachnoptera iole 401 

Lamia 13 

Latebraria amphipyroides. 882 

Laverna 67 

Ledereria diphtheralis .... 295 
L e p i d i o t a africana 364, gra- 

cüipes 276, lepida 275, 

Quedenfeldti 364, stigma. . 275 

Lepidbmela africana 364 

l]eprodera congoana 34, 

discoidea 34, occipitalis. . . B4 

Lepropus griseus 359 

Leptobaris castenea 149, 

360, Gerstäckeri 148, picea 148 

Leptocentrus bos 114- 

Leptocorsis apicalis 112 

Leptoglossus membrana- 

ceus 105 

Leptolobus ebumeatus 112, 

Murrayl 100 

Leptoscboinus maculatus 

154, 361, var. cordiger 361, 

suturalis 154 

Lerida punctata 100 

Letis hypnois 332 

Leucopholis lateralis 276, 

plagiata 275, proxima 276, 

rorida 275, Schochi 276 

Leucopsumis circe 325 

Leucothyris munda 320, 

philoclea 320 

Limenitis camilla 402, dru- 

silla 402, ab. nigrina 402, 

sibylla 402 

Lineodes spec 292 

Linocerocoris 107, carini- 

ventris 107 



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412 



Lissorhinüs 359 

Lita insularis 307, insalella. 307 

Lithinas penicükktns 361 

Lithocolletis 67, cerasi- 
nella 307, fraxinella 307, 

quinqaenotella 307 

Lixosomas Fairmaircl 361, 

penicillatus 361 

Locris halarga 114 

Luperina chenopodipbaga 
90, immanda 90, rubella 91, 
Standfussi 90, ZoUikoferi. . 90 
Lycaena ai^ades 342, var. 
polysperchon 342, argiolus 
341, var. iStügelii 342, var. 
, ladorides '341, orion 341, 

var. ornata 341 

Lyccf^anfeulosa 330 

Macrina juvenca 102 

Macrodontia Ehrenreichi . . 42 
Macroglossa stellatarum .. 343 
Macropoda baccata 182, 
foveicoDis 182, GerstÄckeri 
182, multiplicata 182, nigro- 
gemmata 182, reticiüata 
179, 182, transversalis 180, 

tubercolifera • 179 

Macrotoma 43, 44, castanei- 
pennis 51, 53, natala 54, 
serripes 43, 44, sylvia 46, 

viridescens 47 

Mallodon Dowoesi 51, 53 

Mamestra nebulosa 94 

Maraenaspis typhlops . .. 110 

Margasus Afzelii 107 

Marmylaris 31, Buckleyi. . 32 
Mecaspis glabripenni852, 58, 

plicaticollis 58 

Mecocerus annulipes 375, 
barombinus 375, diversipes 
375, 376, fasciculatus 374, 
inornatus 376, laesifasciatus 

375, plintheroides 376 

Megalura core8ia322, peleus 322 

Stett. entomoL Zelt. 1894. 



Melactus bispinus 358 

Melanocyphus .• . . . 358 

Melitaea athalia 401 

Melittia cyaneifera 825 

Melolontha Indiana 267, 

opaca 268 

Metapopillia 209,218, aeoea 
251, biimpressa 250, bitac- 
tata 252, var. bimaculosa 
253, var. bipostolata 253, 
var. fuscipennis 254, var. 
intacta 254, var. nigra 253, 
var. viridipes 254, distin- 
guenda 254, var. strigilata 

255, liturata 255, var. fulvi- 
pennis 255, var. limbata 

256, var. unicolor255, nja- 
mensis 256, octogona 258, 
var. viridula 258, opaca 258, 
propinqua 256, signifera . . 257 

Metoponytis 115 

M e t r 1 1 o m a 44, aeneocostata 
45, caflEra 45, 48, codaspis 
45, foveolata 45, fuliginosa 
45, gracilipes 45, 46, bome- 
ralis 46, infans 45, jejuna 
45, mitis 45, natala 45, pal- 
mata 45, 49, var. brevipes 
49, var. rugulosa 49, sca- 

bridorsis 45, 48 

Microtropesa Skusei 73, 

sinuata 73 

Mimus fretus 151 

Miomerocerus 108, scopa- 

ceus 109 

Miscelus 192 

Moecha adnsta 51, 62 

Monohammus oculifrons 34, 

Stuhlmanni 60, X-fulvum 51, 60 
Morpho aega 322, anaxibia 
322, catenarius 322, cytheris 

var. thamyris 322 

Morphotenaris Schönbergi 127 
Mnscidae 74 



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413 



Mycerinicus 26, dorca- 
dioides 28, limbatus 28, 
punctiventris28,subco8tatu8 28 
Mycerinus 26, dorcadioides 27 

Mygdonia tuberculosa 102 

Myllocerus brachyderoides 359 

Nablistes terebrata 113 

Nannopopillia 259, mi- 

nuscula 260 

Nassophasis pictipes 359 

Nepticula 67 

Nezara o 100, orbiculata . . 100 
Niphecyra 28, 29, inter- 

pres 28, 30, 52, 63 

Niphotragulus 31, Batest . 32 
Nisoniades montanus 342, 

tages 342 

Nitocris elegantula 64, gi- 
gantea 37, nigricornis 65, 
var. breviplagiata 36, prin- 

ceps 36, semicollaris 36 

Nosoeme 55, clavipes 56 

Notiophilus 192 

Nupshera Kirki 38 

Octoplasia lineata 277 

Odontorhopala 103, 104 

Oecophora 67, pseudospre- 

tella 67 

Oligosmerus40, aureovittis 
41, limbalis 40, 41, satu- 

ratus 41, 52, 56 

Ommatospila nummulalis. . 295 

Oncopeltus bueanus 105 

Opsiphanes 127, invirae .. 322 

Ormiscodes epiolina 331 

Ortbopygia Graafialis 298, 
Ory ctes cristatus 178, ingens 178 
Otiorhynchus caucasicus. . 147 

Pachnessa 279, nicobarica 279 
Pacbyarches aurocostalis 

291, costata291, isocelaliB. 291 
Pachy dema nicobarica 279 

8tett. entomol. Zeit. 1894. 



Pachy Stola 32, annulicornis 
33, fuliginosa 32, 33, 51, 60, 

lapidosa 32, obesa 34 

Pagiophloeus bidentulus 
359, inconspectus 158, orien- 
talis 359, Roelofsi 359, 

Rübli 168 

Papilio agavus 315, arjuna 
118, var. gedeensis 118, 
var. tenggerensis 119, bu- 
nichus 313, cleotas 315, 
Chamissonia 313, hectorides 
315, var. melania 315, hele- 
nus 401, laius 312, lyco- 
phron 315, lysithous var. 
brevifasciatus 312, machaon 
ab. nigrofasciata 303, maci- 
lentus 334, nephalion 315, 
paris 119, perrhebus 315, 
pirithous 315, polydamas 
312, polystictus 312, pom- 
peius 315, pomponius 315, 
PriUwitzi 120, protesilaus 
315, protodamas312, rurikia 
312, thoas 315, torquatinus 
315, xuthus var. xuthulus 335 
P am p h i 1 a athenion 324, 

phaeomelas 324 

Pandeleteius 359 

Panthera pardalaria 333 

Pantherodes 333 

Paracblaenius 191, Emini 197 

Parastasia 4 

Paroenas limbata 190 

Patanocnema 100, ovata.. 101 

Pedetes 361 

PedQtinus 361 

Peltorrhinus 382, latirostris 383 

Penestola praeficalis 296 

Penora festiva 330 

Pentacerus 155, Horni 156 

Pentelia discedens 277 

Pe reute aiitodyca316,Swain- 
sonii 316 



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414 



Peridromia epinome 321, 
fornax 321 

Peripopillia 208,217, Ober- 
thüri 219 

Petalochirus Murrayi 112, 
yariegatus 111 

Petrognatba gigas var. 
spinosa 39 

Phaeochlaena tendinosa .. 330 

Phaloe cruenta 327, lielotes 
328, tellina 327, Troetschi 
328, verama 328 

Phantasis 11, 14, adsequa 
14, 17, 22, axernica 14, 17, 
augnria 14, 17, 20, brachy- 
ceroides 14, 17, 19, cari- 
nata 14, 16, 24, dolosa 14, 
17, 23, gigant^ 14, 16, 23, 
gorgo 14, 16, 18, occiden- 
talis 14, 17, 24, ominoaa 
14, 17, 19, petrificata 14, 
17, 20, phantoma 14, 16, 
17, proserpina 14, 24, retro- 
spinosa 14, 17, 24, aansi- 
barica 14, 17, 24, satanica 
14, 17, 24, spectrum 14, 
17, 24, stupida 14, 16, 18, 
terribilis 14, 17, 24, um- 
bratica 14, 17, 21 

Pbilam peius satellitia 325 

Pbintius grandicollis 112 

Phlegetontius lucetius325, 
nistica 325 

Phloeobiopsis 395, sansi- 
Imrica 395 

Pbloeobius affinis 394, albi- 
fröDS 393, albopygialis 392, 
catenatus 392, humilis 394, 
podicalis 391, posticatus392, 
subpenicillatus 395, varie- 
gatuß 394 

Phloeophilus 380 

P h oll do Chris Brenskei 362, 

Qaedenfeldti 362, 364 I 

Stett entomol. Zeit. 1894. 



Phonoctonus pictnrata8l07, 

subimpictus 108 

Phricodia calcbas 331 

Pbrissoma 11, 15, crispum 
15, retrospinosum 15, sansi- 
baricum 15, terrenum 15, 
^rricolum 15, umbri^um . 15 

Phrosyne brevicomis 57 

Phrynesthes 12 

Pbryneta auroclncta 51, 61, 

macularis 51, 61, spii[iator51, 61 
PhrystQla bronneicornis 39, 
bulbifera 40, coeca ß9, 40, 
heppbora 40, 51, 61 

Ph'yciodes flavia 321, Lans- 

dorfi 321, orthia 321 

Pbyllocnema jantMna 59 

PhyJHocuistis 67 

Phyllothelys macra 129, 

Westwoodi 129 

Physorbyncbus lucidus.. 108 
Pieris autodice 319, auto- 
wate 319, bellidice 337, 
brassicae 337, claripenuis 
337, crucivora 337, dapli- 
dice 337, meoacte 319, Dapi 
304, rapae 337, var. orien- 

taHs 337 

Piezosternum calidum . . . 100 
Pinacosterna Mechowi. 51, 62 

Pisilus tipuliformis 108 

Plataspis plagifera 112 

Platymeris horrida 111 

Platynopus rostratus 100, 

Thomsoni 100 

Platynorhynchus agrestis 
381, dorsovittis 381, iBulci- 

frons 381 

Platypleura Afzelii 113, 
dimidiata 113, limbimacula 

113, Rutherfordi 113 

Plectrocnemia cruciatal02, 
granulata 102, hottentotta 
i02,Kvidipesl02,oblongipes 102 



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Plintheria cinerea 376, plin- 

therioides 376 

Plocederus basalis 51, 56, 

chloropteruß 51, 56 

Plutella annulatella 351, var. 
bicingulata 350, 350, cruci- 
feramm 352, Dalella 356, 

incarnatella 345, 350 

Poecilofetolus 38 

Polia anilis 94, rufocincta 

var. mucida 94 

Polycorynus 396 

Polydictya Preussi 115 

Polygonia 402 

Polyhirma 192 

Poophilus natalensis 114 

Popillia 207, 209,217,alber- 
tina 236, anthracina 239, 
atra 238, bipunctata 231, 
var. limbata 231, var. apica- 
liö 231, Browni 226, var. 
atrocyanea 227, var. aureo- 
cuprea 227, var. viridi- 
cyanea 227, chlorotica 233, 
circumcincta 237, congoana 
245, crassiugcula 250, crena- 
tipennis 246, cupripes 246, 
cyanoptera 248,dor8ofa8ciata 
249^ erythropus 230, femo- 
ralis 242, flavotrabeata 244, 
var. viridissima 242, var. 
oleae 242, graminea 234, 
hexaspila 231, hilarig 227, 
var. aureocuprea 228, var. 
bipJagiata 229, var. cyanes- 
cens 228, immatara 2^, 
interpunctata 240, laoertosa 
244, laevicollis 246, lucidi- 
pennis 242, luteipennis 240, 
melanochlora 247, Mtilleri 
232, nyassica 249, obliterata 
240, 242, ovata 229, rufipes 
225, var. aeneas 226, var. 
bnmnea 226, var. subcyanea 
Stett. entomol. Zeit. 18M. 



415 

226, serena 235, smaragdina 
244, var. nigrocyanea 245, 
sulcipennis 243, violacei- 

pennis 248 

Praogena 371 

Prepona demophon 322 

Prinobius 45, luzonum 45, 

Pascoei 45, scutellaris 50 

Prioneris autothisbe 124 

Prionostoma 45, corticina 
45, ergatoides 45, 48, gre- 

garia 45 

Prioscelis Fabricii 183, tri- 

<iens 183 

Probaenops dromedarius. . 100 

Procerus 195 

Promeces 40 

Prosopocera ocellata. . . 51, 60 

Prosype 5^ 

Protoparce Jucetius 325, 

rustica 325 

Pseudbammus 34, congoana 
34, discoidea 34, harpax 
34, 35, myrmidonum 34, 
52, 60, occipitalis 34, oculi- 

frons 34 

Pseudoscada adasa 320 

Pseudopopillia 209, 219, 

phylloperthina 258 

Psilopholis grandis 275 

Psilopus 12 

Pterygisus flavofuscalis . . . 296 

Ptyelus grossos 114 

Pyralis achatina 298, mani- 

hotalis 298, vetusalis 298 

Pyrameis abyssinica 340, 
atalanta 340, cardui 340, 
var. Kershawi 340, Dejeanei 
340, gonerilla 340, indica 
340, var. vulcanica 340, 
tainmeamea340,terpsichore 321 
Pyrrhopyge acastus 324, 
gnetus 324, malis 324, zan- 
tbippe 334 



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416 

Rapoona 292, tristis 293 

Rescipha obtasa 382, sub- 

violacea 332 

Rhizotrogus aestivus 273, 
cicatricosus 273, Korbi 274, 
marginipes 274, pulvereus 
266, Rosinae 272, nifescens 

274, vulpinus 266 

Rhochmogaster 110, dinie- 

rus 111 

Rhopalomeces 40 

Rhopalomelus angasticoUis 191 

Rhyticoris spinipes 105 

Rumia inquietaria 333 

Rutilia 73 

Salebria contatella 301, in- 

fusella 301, intextella 301 

Samea castellalis 287, eccle- 

sialis 287 

Santosia semistriata 111, 

^imillima 108 

Sa per da dorcadioides 27 

Sapromyzidae 74 

Sapromyza Barnai'di 74 

Sarcophaga assimilis 74 

Sarcophagidae 74 

Sarothronota flegia 290, 

flegyalis 290 

Öatyrinae 402 

Scaptophilus 4 

Scarites 195 

Scelöthrix maculatus var. 

amurensis 342 

Schoenobius 70 

Sciaphilus -. . 359 

Sciapus pacbygyna 72 

Scirpophäga leucatea 297 

S c r d y 1 i a quadruplicaris . . 333 

Scybalista restionalis 297 

Sepiomus Aurivilliusi 140, 

ligulus 140, 360, paraUelus 140 

Sepontia misella . , 112 

S er i ein US telamon y^T, tele- 
- machus • , . . 336 

Stett. entomoL Zeit 1894. 



Sericocoris 106, acrome- 

lanthes 106 

Silvias Silvester 71 

Simotettix vitreus 116 

Siva gravis 114 

Smy rna Blomfieldia 322 

Sphaerocoris annulus 100 

Sphedanolestes cinctipes 
108, ilavus 108, fenestricu- 
latus 108, leücocephaluä . . 108 

Spilogaster fascitarsis 74 

Spilothyris altheae77, var. 

baeticus 78 

Sphinctotropis 379, albo- 

febsciata 380 

Stathmopoda 66, 67 

Stenodema ferruginea 860 

Sternotomis aglaura 51, 61, 
Bohemanni 38, Bohndorffi 
62, imperialis 51, 62, Zint- 

graffi 38 

Stomorrhina subapicahs. . 74 
Strongylium aspidoster- 
num 867, balubanum 370, 
Baumanni 371, 372, brevi- 
coUe 369, 870, Büttneri 371, 
Conradti 872, cyaneum 369, 
ducale 366, elegantulum 373, 
episcopale 365, Fiacheri 368, 
fraternum 373, muata 367, 
subsp. togonicum 367, 
Poggei 369, 370, Stohl- 
manni 369, suspicax. . 369, 370 
Stuhlmannium 191, mira- 

biie 195 

Symbrenthia hypatia 125, 

hyppocta : 125 

Synaptola debilis 52, 59, 

Synaptoplus 358, c^rvinus 358 
Synclera minima 295, retr- 
nalis 295, traducalis 295, 

univocalis 295 

Syndere 55, biöolor 55 

Synhomelix annulicornis. . 33 



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417 



Synnupserha Homeyeri 51, 64 
Synolobus brachyderoides 359 
Syntophoderes guineensis 

378, nodifer 378 

Syrnia hypnois 332 

Syrphidae 72 

Systates abyssinicus 144, 
castellanus 140, 145, moni- 
liatus 144, sparButus 140, 
144, vulgaris 145 

Tabanidae 71 

Tachinidae 73 

Tanymecus alienus 140, 142, 

brachyderoides 140, 142, 

villicus 143 

Taxila sacrifica 328 

Taygetis ypthima 323 

Telegonus alardiis 324, bla- 

sius 324 

Tellervo 402 

Temenis agatha 321 

Temnoscelis 12 

Temnoschoita quadrima- 

culata 360, quadrlTulnerata 

360, var. confluens 360 

Tenariö 127 

Terias hecabe337,mandarina 337 
Tessaratoma aethiops 100, 

Afzelii 100, Hornimani ... 100 

Tetracha Bocandei 162 

Tetroxia Beauvoisi 111 

Thebrone cerialis 325, hilara 

325, leucophaea 325 

Thecla celelata 324, meli- 

baeus 324, phydela 324, 

tephraeus 324 

Theretra celerio 343, japo- 

nica 343, var. suifuna 343, 

Oldenlandiae 343, 345, tersa 325 
Thodelmus quinquespinosus 112 
T h y ra e 1 e aunus 324, eury des 

324, megacles 324, proteus 324 
Tinea angustipennis 89, ar 

cuatella 89, semifulvella . . 88 

Stett. entomol. Zeit. 1894. 



Tisiphone maculata 323 

Tithoes frontalis 51, 53 

Tomasp is binotata 114, 
dichroma 113, homochroma 

113, xanthospila 113 

Tophoderes acutangulus 
377, anatinus 377, dorsalis 

376, fasciculosus 376 

Tosale Moritzi 298 

Trachystola 13 

Tragocephala 61 

Trinoxia 272, cyphono- 

toides 272 

Trismarclia f uliginosa 113, 

sericosa 113, umbrosa 113 

Tylacoptila paurosema . . . 301 

Typacrus 157 

Ute t heisa ornatrix 328 

Vanessa antiopa 402, urticae 
401, ab. ichnusioides 401, 
var. polaris 401, var. turcica 401 

Vestula lineaticeps 112 

Victorina stelenes 321, trayja 321 
V o 1 um n i a militaris 38, 

Westermanni 51, 65 

Xanthochelus 360 

Xylinades alternans 889« 
maculipes 388, 389, similli- 
mus 387, var. montanus 388, 

sinuaticollis 388 

Xystrocera nigrita 51, 56 

Zangis guineensis 100 

Zeuxidia amethystus 117, 
Dohrni 116,Doubledayill7, 

Horsfieldi 117, Luxen 117 

Zinke nia perspectalis 295, 

recurvalis 294 

Z o n o p t e r US 8, consanguineus 
10, flavitarsus 10, Fruh- 
storferi 11, grandis 10, mag- 
nificus 10, Redemanni 10, 

suspectus 7 

Z o s t u s acutus 112 

Zygaenodes monstrosus .. 383 



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aaxmiflcudhes . S. OncofieUus hu^amis. 9. PcUanocne* 
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