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Full text of "System der Acalephen : eine ausführliche Beschreibung aller medusenartigen Strahlthiere"

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Smithsonian 

Institution 

Libraries 



Gift of 
DR. FREDERICK M. BAYER 



System der Acalephen. 



Eine ausführliche Beschreibung 



aller 



Medusenartigen Strahlthiere, 



\* - 



bearbeitet 



von 



Dr. Fr. Eschscholtz, 




snr 




Professor und Director des zoologischen Museums an der Universität zu Dorpat, Mitgliede mehrerer gelehrten 
Gesellschaften, Russ. Kaiserl. Hofrathe und Ritter des Ordens des heil. Wladimir. 




Mit 16 Kupfertafeln. 



Berlin, 
bei Ferdinand Dümmler. 

18 2 9. 






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Vorwort. 



indem ich meine Beobachtungen über Acalephen, welche innerhalb sechs 
Jahre auf Seereisen angestellt sind, ordnen und mittheilen wollte, mufste ich 
die schon früher beschriebenen, aber zum gröfsten Theile noch sehr unvoll- 
kommen gekannten Thiere dieser Klasse sehr genau studieren, vorzüglich um 
die Gattungen richtiger zu begrenzen und mit Merkmalen zu versehen. Da 
ergab sich aus dem Vergleiche mit denen, welche ich selbst untersucht hatte, 
so viel Neues für die systematische Anordnung der Acalephen, dafs ich mich 
bald entschlofs, alles zusammen zu fassen, damit Altes und Neues ein Ganzes 
bilde. Die meisten Verbesserungen konnte ich in der Ordnung der Rippen- 
quallen (Beroe, CestumJ und ganz vorzüglich in der der Röhrenquallen 
(DipltyeS) Physoplwra, VelellaJ anbringen und die bedeutendsten Zusätze 
machen, weil die dahin gehörigen Thiere sich vorzugsweise von den Küsten 
entfernt im hohen Meere aufhalten, wo ich sie eben antraf. Dagegen bedaure 
ich, von den Scheibenquallen oder den eigentlichen Medusen zu wenige 
gesehen und untersucht zu haben, weil deren gröfste Zahl in der Nähe 
der Küsten lebt. Jedoch konnte ich aus eben diesem Grunde, wegen der 
Zugänglichkeit dieser Thiere für Naturforscher, denen die Meeresküste nahe 
gelegen, die genauen und gründlichen Untersuchungen Anderer benutzen. 

Von den zweihundert Acalephen, welche in diesem Werke aufgezählt 
werden, habe ich den dritten Theil, namentlich 73 Arten, selbst untersuchen 
können und im lebenden Zustande beobachtet; unter diesen sind 14 Rippen- 
quallen, 27 Scheibenquallen und 32 Röhrenquallen. Mit der gröfsten Anzahl 
Medusenarten, welche Perön aufgestellt hat, konnte ich weiter nichts thun, 
als ihre Diagnosen ahschreiben, weil leider nichts mehr von ihm erschienen 
ist. Aeltere Werke habe ich benutzt, so viel mir zu Gebote standen, glaube 



IV 

aber nicht, dafs es von grofsem Nachtheile für dieses Werk seyn kann, wenn 
mir manche von ihnen fehlten, da die älteren Beschreibungen zu unvoll- 
kommen sind. 

Wo man früher Gefäfse nur müthmafste, beiden Rippenquallen nämlich, 
wird man hier ein ganzes Gefäfssystem beschrieben finden; auch ist bei den 
Rippenquallen die Entdeckung eines, Wasser aus dem Magen ausführenden 
Kanales (nach dem dem Munde entgegengesetzten Ende des Körpers hin) von 
Wichtigkeit. Bei den Scheibenquallen ist die Gestalt der Nebensäcke des 
Magens bei allen Arten, die beobachtet wurden, genau angegeben, da ihre 
Kenntnifs zur Bestimmung der Gattungen und Arten sehr noth wendig ist. 

Die Ordnung der Röhrenquallen besteht aus drei Familien, von welchen 
jede durch ganz besonders auffallende Merkmale von der andern geschieden 
wird; es könnte Manchen verleiten, dieselben als besondere Ordnungen auf- 
zustellen, wie es zum Theil auch schon geschehen ist; und auch mir schien 
es anfangs nothwendig, allein ich überzeugte mich endlich, dafs sie doch un- 
ter einander viel gröfsere Beziehungen haben, als zu den beiden andern Ord- 
nungen, und da ich allgemeine Merkmale für die Röhrenquallen gefunden zu 
haben glaube, so bin ich mit dieser Vereinigung ganz zufrieden. 

Die Hoffnung, dafs dieses Werk dem weitern Studium der Acalephen 
nützlich seyn werde, sey der einzige Gewinn, welchen ich von der sehr müh- 
samen Bearbeitung dieser Thierklasse und der Anfertigung der Zeichnungen 
davontrage ; möge es allen künftigen weltumsegelnden Naturforschern als Leit- 
faden gewidmet seyn. 

Dorpat, im Mai 1829. 



I 



. 



Uebersicht der einzelnen Abschnitte. 



Einleitung. 

Bearbeitung. 

Bewegungswerkzeuge. 

A. Ortsverändernde. 

a. Active. 

1. Bei Rippenquallen. : • 

2. Bei Scheibenquallen. 

3. Bei Röhrenquallen. 

b. Passive. 

4. Zum Schweben, bei Physophoriden und 
Velelliden. 

5. Zur Ortsveränderung, bei Physalia und 
t Velellcu- 

B. Fangfäden. 

a. Dehnbare. 

1. Bei Rippenquallen. 
' 2. Bei Scheibenquallen. 

3. Bei Röhrenquallen. 

b. Unveränderliche. 

4. Bei Velelliden. 
Ernährungsorgane. 
Gefäfssystem und Athmung. 
Fortpflanzung. 

Empfindung, Wachsthum , Reproduction und 

Verbreitung. 
Eintheilung. 

Erste Ordnung. Ctenophorae. 
Rippenquallen. 

Erste Familie. CalUaniridae. 

1. Cestum. 
^2. Cydippe. 
3. Callianira. 



Zweite Familie. Mnemiidae. 

4. Eucharis. 

5. Mnemia. 

6. Calymma. 

7. Axiotima. 

Dritte Familie. Beroidae. 

8. Beroe. 

9. Medea. . 
1.0. Pandora. 

Zweite Ordnung. Discophorae 
Scheibenquallen. 
Erste Abtheilung. Discophorae, 
plianerocarpae. 

Erste Familie. RMzostomidae. 

1 . Cassiopea. 

2. Rhizoctonia. 

3. Cephea. 

Zweite Familie. Medusidae. 

4. Sthenonia, 

5. Medusa. 

6. Cyanea. 

7. Pelagia. 

8. Chrysaora. 

9. Ephyra. 

Zweite Abtheilung. Discophorae 
cryptocarpae. 

Erste Familie. Geryonidae. 

10. Geryonia. 

11. Dianaea. 



IV 



12. Linuche. 

13. Saphenia. 

14. Eirene. 

15. Lymnorea. 

16. Favonia. 

Zweite Familie. Oceanidae. 

1 7. Oceania. 

18. Callirhoe. 

19. Thaumantias. 
' 20. Tima. 

21. Cytaeis. 

22. Melicertum. 

23. Phorcynia. 

Dritte Familie. Aequoridae. 

24. Aequorea. 

25. Mesonema. 

26. Aegina. 

27. Cunina. 

28. Eurybia. 

29. Polyxena. 

Vierte Familie. Berenicidae. 

30. Eudora. 

31. Berenice. 



Dritte Ordnung. Si/p7ionqphorae, 
Röhrenquallen. 

Erste Familie. Diphyidae. 

1 . Eudoxia. 

2. Ersaea. 

3. Aglaisma. 

4. Abyla. 

5. Diphyes. 

6. Cymba. 

Zweite Familie. Physophoridae. 

7. Apolemia. 

8. Physophora. 

9. Hippopodius. 

10. Rhizophysa. 

11. Epibulia. 

12. Agalma. 

13. Athorybia. 

14. Stephanomia. 

15. Discolabe. 

16. Physalia. 

Dritte Familie. Velellidae. 

17. Rataria. 

18. Velella. 

19. Porpita. 



A c a 1 e p h e n. 



mJie Acaiephen bilden eine Klasse der Strahlthiere, und stehen zwischen Zoophyten und 
Echinodermaten. 

Es sind Strahlthiere, welche mit besondern von der Körpermasse 
gesonderten Verdauungs-Organen und mit zur Ortsveränderung im freien 
Meere bestimmten Theilen begabt sind. 

So unpassend es scheinen mag, eine ganze Klasse von Thieren durch ihre Lebens- 
weise zu bezeichnen, so ist doch nur in dieser das einzige entscheidende Merkmal zu fin- 
den, wodurch die Acaiephen von den Thieren der angränzenden Klassen auf eine streng 
systematische Weise geschieden werden können. Das Bedürfnifs dieser Thiere, sich frei 
schwimmend zu erhalten und den Ort zu verändern, steht mit ihrer Ernährungsweise in 
der genauesten Beziehung, und da diese niedern Thiere eben so wie die eigentlichen Zoo- 
phyten fast ausschliefslich nur mit zur Ernährung erforderlichen Organen begabt sind, so 
mufs das Hinzutreten von Gebilden, welche zur Ortsveränderung des ganzen Körpers im 
freien Meere bestimmt sind, so müssen also active oder passive Schwimmorgane für so ein- 
fach gebildete Thiere von sehr grofsem Einflüsse seyn. 

Von den frei schwimmenden Infusorien unterscheidet sie das angegebene Merkmal: 
die von der Körpermasse abgesonderten Verdauungs- Organe. Die Bewegungs - Organe der 
Hydern, welche letztere schon durch den Mangel der eben angeführten Gebilde den Aca- 
iephen nicht beigesellt werden können, machen den Körper nur zum Kriechen und nicht 
zum Schwimmen geschickt. In letzterm Falle sind auch die Actinien, w r elche doch nur 

A 



nothgedrungcn ihren festen Standpunct verlassen, um sich anderswo anzusiedeln, aber nicht 
um in diesem frei schwimmenden Zustande (wie es bei den Acalephen der Fall ist) ihrer 
Nahrung nachzugehen. Wenn auch die Pennatulen frei im Meere schwimmen sollten, was 
ich bezweifle, so sind sie doch nicht mit Schwimm - Organen begabt; es scheint vielmehr, 
dafs sie ursprünglich mit ihrem Stiele im weichen Meeresboden stecken und nur durch, 
für sie nachtheilige Einflüsse, daraus hervorgerissen an die Oberfläche des Meeres kommen. 

Kein bekanntes zur Klasse der Echinodermaten gezähltes Thier ist mit besondern 
Schwimm-Organen versehen £, fast alle unter ihnen kriechen und einige wenige sitzen sogar fest. 

Die Acalephen haben besondere Höhlen oder Röhren, in welchen die 
aufgenommenen Nahrungsstoffe verdaut werden; es mangelt ihnen allen ein besonderer 
Ausführungsgang aus jenen, durch welchen die Ueberbleibsel der eingenommenen Nahrungs- 
mittel abgehen. Durch diese Bildung der Verdauungs - Organe stimmen sie mit den Zoo- 
phyten und einem geringen Theile der Echinodermaten, mit den Seesternen nämlich, über- 
ein; von den übrigen der letztgenannten Klasse sind sie dadurch wesentlich verschieden, 
indem dieselben mit einem wirklichen Darmkanale versehen sind. 

Bearbeitung. 

In dem Umfange, wie die Acalephen als Klasse hier bezeichnet sind, findet man sie 
von Schweigger aufgestellt und begränzt; er nennt sie (in seiner Naturgeschichte der 
scelettlosen ungegliederten Thiere, Leipzig 1820) „aus Gallerte gebildete Zoophyten, deren 
Organe strahlenförmig aus gemeinschaftlichem Mittelpuncte entspringen — ". Hierbei scheint 
dieser scharfsinnige Gelehrte doch nur die eigentlichen Medusen und Beronen im Auge ge- 
habt zu haben, denn von den ihm bekannten Gattungen Stephanomia, Physophora, Rhizo- 
physa, Physalide Diphyes gilt dies nicht, indem man bei diesen letztern Gattungen keine 
strahlenförmig vertheilten Organe antrifft. Uebrigens hat Schweigger diese Klasse besser, 
als es je von andern geschehen ist, anatomisch und physiologisch bearbeitet. 

Cuvier in seinem Hauptwerke der Zoologie (Le regne änimal etc. Paris 1817) 
trennte die Acalephen zuerst als eine eigene Klasse unter den Strahlthieren ; jedoch nahm 
er Thiere, welche von den Acalephen sehr abweichen, die Actinien, Zoanthen und Lucer- 
narien, noch mit unter sie auf, da doch die beiden erstem zu den Zoophyten und die Lu- 
cernarien (wenn nicht auch zu den vorigen) allem Anscheine nach zu den Echinodermaten 
zu gehören scheinen. Ihm waren weder ein Gefäfs-System, noch Respirations-Organe bei den 



DSI 



Acalephen bekannt. Er ist der Meinung, dafs vielleicht die Acalephes hydrostatiques einst, 
wenn man sie besser kennen lernen würde, eine eigene Klasse bilden könnten. 

Fast eben so begränzt, als Schweigger diese Klasse aufstellte, hatte Lamarck (in 
seiner Histoire naturelle des aniuiaux sans vertebres, im 2ten Bande, 1816) die Acalephen 
in der ersten Ordnung der dritten Klasse Radiair es unter dem Namen Radiair es molasses 
vereinigt, nur Lucernaria hatte er auch mit aufgenommen. 

Linne brachte diese Thiere in seiner viel umfassenden Klasse der Würmer in die 
Ordnung der Mollusca zusammen mit mancherlei Thieren und vereinigte alle ihm bekann- 
ten in der Gattung Medusa, und einige wenige setzte er unter Holothuria. 

Die grofse Gattung Medusa bearbeitete Mo de er (in den Neuen Abhandlungen der 
Schwedischen Akademie für das Jahr 1790) monographisch, jmd Peron systematisch, in- 
dem er dieselbe als eine Familie betrachtete, welche er in 29 Gattungen theilte. (Annales 
du Museum Tom. XIV.) 

Aufser diesen Systematikern giebt es noch viele Schriftsteller, welche über einzelne 
Thiere dieser Klasse naturhistorisch, anatomisch und physiologisch geschrieben haben, de- 
ren gehörigen Ortes Erwähnung geschehen soll. 

Bewegungs-Organe. 

Die Bewegungs - Organe der Acalephen sind entweder solche, welche die Ortsver- 
änderung des ganzen Körpers beabsichtigen, und das Bedürfnifs des Thieres, sich frei 
schwimmend zu erhalten, unterstützen, oder sie bestehen in Gebilden, welche zur Anlok- 
kung und Zueignung der wohl vorzüglich aus lebendigen Thieren bestehenden Nahrungs- 
mittel dienen und zum Theil auch zum Ergreifen derselben geschaffen sind. 

Die zur Ortsveränderung des Thieres bestimmten Organe sind wieder- 
um verschiedener Natur, sie sind sowohl active als passive zu nennen: active, indem sie 
durch Bewegung gewisser Körpertheile die Orts Veränderung des Körpers bewirken und 
denselben dadurch frei schwebend erhalten, oder sie sind passive, welche nur Erhaltung 
des Körpers in frei schwebender Lage bezwecken. Sowohl die activen, als auch die pas- 
siven Bewegungs-Organe trifft man bei sehr vielen als die einzigen dem Thiere zukommen- 
den an ; es giebt aber auch mehrere Thiergattungen, bei denen beide vereinigt bemerkt werden. 

Ganz verschieden von den activen Bewegungs - Organen der andern Acalephen sind 

<he Gebilde, welche den Körper der Rippenquallen in Bewegung setzen; sie bestehen 

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A 2 



aus sehr kleinen kammförmigen Organen, welche mit ihren breiten Flächen an einander 
liegen und auf diese Weise durch ihre grofse Anzahl lange schmale Reihen auf der äufsern 
Fläche des Körpers bilden. Jedes kammförmige Organ ist aus einer ziemlich grofsen An- 
zahl gleich langer, kurzer, platter, zugespitzter Fäden zusammengesetzt, welche bei den 
Rippenquallen von der gewöhnlichen eiförmigen Form nach dem geschlossenen Ende des 
Körpers hin zurückliegen. Sie werden von dem Thiere wie Flossen bewegt, nämlich lang- 
sam aufgerichtet und plötzlich zurückgeschlagen. Setzen sich die kammförmigen Flossen 
aller Reihen in Bewegung, so bewegt sich der Körper mit der weiten Oeffnung desselben 
oder bei andern mit der Mundöffnung voran mehr oder weniger schnell fort. Gewöhnlich 
verändern sie den Ort nur sehr langsam; nur die Arten der Gattung Medea schwimmen 
sehr schnell, man bemerkt bei ihnen auch ganz besonders lange Kammflossen. (Taf. 3. Fig.3.) 

Bei den meisten sieht man die Reihen der Flossen ungeschützt offen dastehen, bei einer 
Gattung aber, bei Pandora können sie von Flautfalten eingeschlossen werden. Es steht auch 
in der Willkühr des Thieres nur einige Flossen oder einige Reihen zu bewegen, in letzterem 
Falle erhält der Körper eine drehende Bewegung. Wenn die Flossen vom Körper getrennt 
werden, so bewegen sie sich doch noch einige Zeit hindurch lebhaft fort. Das Thier kann die 
Flossen auch ganz ruhen lassen. Bei der Bewegung glänzen die Flossenreihen mit den 
schönsten Regenbogenfarben, alles mit Metallglanz: man sieht lasurblau dicht neben roth- 
golden, dann dunkelblau mit hellem Goldglanze. Der Flossenreihen zählt man gewöhnlich 
acht auf dem Körper selbst oder an dessen Fortsätzen, selten bemerkt man nur vier. 
(Taf. 2. Fig. 6.) 

Die Triebfeder der Bewegungen dieser Flossen liegt wahrscheinlich in einem ähn- 
lichen Gefäfssysteme, als man es bei den Echinodermaten für die Bew r egungs-Organe durch 
die unübertrefflichen Beobachtungen Tiedemann's kennt, denn dicht unter jeder Flossen- 
reihe verläuft ein Gefäfs. 

Keine Bewegungen des Körpers oder Contractionen einzelner Theile desselben die- 
nen zur Ortsveränderung des Ganzen, wodurch sich die Rippenquallen wesentlich von den 
Scheibenquallen unterscheiden, mit denen sie von Linne vereinigt wurden. 

Die activen Bewegungs-Organe der Scheibenquallen bestehen in einer mehr oder 
weniger gew T ölbten glockenförmigen runden Scheibe, welche die Hauptmasse des Körpers 
bildet. Durch eine plötzliche Zusammenziehung dieser Scheibe, und zwar vorzüglich des 
äufsern Randes derselben, wodurch die, Scheibe eine stark gewölbte glockenförmige Gestalt 



annimmt, prefst das Thier die ausgehöhlte Fläche der Scheibe gegen die in dieser Höhlung 
befindliche Wassermasse und stöfst sich so auf eine kurze Strecke ruckweise fort, wobei 
also das Thier, mit dem mittlem Theile der gewölbten Fläche voran, sich fortbewegt. Da 
jede Meduse bei ruhigem Verhalten der Scheibe niedersinkt, so ist das fortwährende 
Schwimmen durch Zusammenziehung der Scheibe zur Erhaltung des Körpers in einer ge- 
wissen Höhe im Wasser nothwendig. 

Wodurch die Contraction der Scheibe bewirkt werde, ist schwer zu erklären, da 
Muskeln oder Muskelfasern nicht zu erkennen sind. Die Scheibe besteht aus einem schein- 
bar homogenen durchsichtigen kristallhellen sehr elastischen Körper; diese Masse ist aus 
einer überaus wasserreichen geronnen Lymphe gebildet, welches sich daraus ergiebt, dafs 
beim Eintrocknen der Scheibe die ganze Masse sich fast gänzlich verflüchtigt und man nur 
einen sehr unbedeutenden Rückstand erhält. 

Die gewölbte Oberfläche der Scheibe ist von einer sehr feinen Haut bedeckt, welche 
eigentlich die stärker geronnene daher etwas festere obere sehr dünne Schicht der homoge- 
nen Scheibenmasse ist; meistens ist diese Oberhaut mehr oder weniger gefärbt und bei 
den Scheibenquallen der Abtheilüng Phanefocarpae öfters auch körnig oder warzig. 

Die activen Bewegungs- Organe der Röhren quäl len stehen denen der Scheiben- 
quallen am nächsten; bei einer grofsen Anzahl derselben trifft man härtere Thierstücke 
ganz von der Masse der Medusenscheibe, nur nicht von glockenförmiger Form an, welche 
an die weichen Verdauungs - Organe geheftet und mit einer nach aufsen geöffneten Höhle 
versehen sind. 

Mittelst dieser härtern hohlen Stücke bewegt sich das Thier weiter, indem diesel- 
ben wie die Scheibe der Medusen sich zusammenziehen, das Wasser aus ihrer Höhle heraus- 
pressen und sich so ruckweise fortstofsen. In der äufsern Gestalt nähern sie sich bei eini- 
gen der würfligen, bei andern der keilförmigen und noch bei andern der walzenförmigen 
Form. In der ersten Familie der Röhrenquallen, bei den Diphyiden ist ein Schwimmstück 
hinter das andere geheftet, und gewöhnlich sind ihrer nur zwei vorhanden; ihre Contra- 
ctionen folgen in sehr kurzen Zwischenräumen auf einander, weshalb diese Thiere sehr 
schnell schwimmen. In der Familie der Physophoridae dagegen trifft man sie in zwei 
Reihen zu beiden Seiten des Nahrungskanales gelagert. Obgleich ihrer so viele bei einem 
Thiere vorhanden sind, und ihre Höhlen sich alle zu gleicher Zeit zusammenziehen, so 



verändert der ganze Körper doch nur sehr langsam seinen Ort, welches der schwachen 
Zusammenziehung ihrer Schwimmhöhlen zuzuschreiben ist. 

Zu den activen Bewegungs-Organen mufs man ferner einige Theile der Physalien 
und der Velelliden rechnen, welche jedoch nur die Lage der Körpermasse verändern, 
aber keinesweges die Ortsveränderung des ganzen Körpers zuwege bringen. Wenn man 
den Kamm oder die Blase einer PhysaMa berührt, so *zieht sie den Kamm so stark ein, 
dafs man nur noch einen runzlichen Streifen an seiner Stelle bemerkt, zugleich verkürzt 
sie die Blase augenscheinlich und legt sie auf eine Seite, so dafs der Kamm auf der Ober- 
fläche des Wassers zu liegen kommt. Diese Bewegungen und Zusammenziehungen der 
Blase und des Kammes werden durch feine Muskelstreifen bewirkt, welche man überall 
an beiden Theilen sich kreuzend bemerkt, sobald man ein Vergröfserungsglas zu Hülfe 
nimmt. Der Kamm ist der Rücken der Blase, ebenfalls mit Luft gefüllt und durch viele 
in senkrechter Richtung vorlaufende Einschnürungen in viele Fächer abgetheilt. Durch 
Zusammenschnürungen der Wände dieser Fächer und durch die Wirkung der Querfasern 
des mittlem Theiles der Blase wird die in ihr jetzt eingeprefste Luft gegen den obern Rand 
des Kammes getrieben und dehnt denselben so viel als möglich aus. Nach Berührungen 
sieht man diesen hohen Kamm verschwinden, weil die Zusammenschnürung der Fächer- 
wände aufhört; die Wände des Kamines fallen wie eine runzliche Haut zusammen, und 
die Blase selbst füllt sich mit Luft und wird dicker und ausgedehnter. 

Li Hinsicht der Bewegungen ist der Kamm der Physalien in Vergleich zu setzen mit dem 
kammartigen Organe der Gattung Ratart'a, welche im Ganzen einer. Velella gleicht. Dieser 
Kamm der Ratart'a ist weich und scheint starke senkrecht verlaufende Muskel zu haben: 
man bemerkt wenigstens Streifen, welche diese Richtung haben. Das Thier liegt bei aus- 
gespanntem Kamme seitwärts auf der Wasserfläche, so, dafs der Kamm mit einer ganzen 
Seitenfläche das Wasser berührt. Reizt man nun das Thier, vorzüglich am Kamme, so zieht 
es seinen Kamm so zusammen und ein, dafs derselbe fast ganz verschwindet und eine Folge 
davon ist, dafs das Thier sich aufrichtet und mit der Fläche, an welcher die Verdauungs- 
Organe sich befinden, nach unten gekehrt flach daliegt. Sobald es seinen Kamm aber wie- 
der ausstreckt, fällt es auf die Seite. 

Endlich ist noch von den Porpiten zu erwähnen, dafs sie, wenn man sie um- 
wendet, A. h. die mit Saugröhren besetzte Fläche nach oben richtet, sodann alle langen 
mit Warzen versehenen Fangfäden der einen ' Körperhälfte auf die nackte (jetzt untere) 



7 



Körperfläche wenden, die Fangfäden der andern Körperhälfte aber zu der entgegengesetz- 
ten Körperfläche hinstrecken; hierdurch wenden sie den Körper sehr bald wieder um. 

Den Vel eilen scheint es der kurzen Fangfäden und des hinderlichen starren Se- 
gels wegen sehr beschwerlich, wenn nicht unmöglich zu seyn, sich auf die Weise der Por- 
piten umzuwenden ; jedoch kommen sie wohl schwerlich in diesen Fall, da eben das Se- 
gel nur eine seitliche Lage, nicht aber ein vollkommenes Umwenden des Körpers gestattet. 

Einige der passiven Bewegungs-Organe der Acalephen bezwecken die Er- 
haltung des Körpers in einer frei schwebenden oder schwimmenden Lage. Solche Organe 
sind erstlich die Blasen der Physophoridae. Mit Ausnahme der Gattung Physalia 
trifft man bei den Thieren aller übrigen Gattungen dieser Familie eine kleine längliche 
Blase an, welche an dem obern Ende eine durch einen Schliefsmuskel geschlossene Oeff- 
nung hat. Diese kleine Blase ist nicht vermögend, das Thier oder wenigstens einen Theil 
desselben über die Wasserfläche zu erheben, sondern hat nur den Zweck, das mit der Blase 
versehene Ende des Thieres aufrecht zu erhalten, damit die Fangfäden zur untern Oeffnung 
heraushängen können. Nur in dem Falle, wenn der weiche Nahmngskanal durch Gewalt 
seiner härtern Hüllen beraubt wird, sieht man die Blase an die Wasserfläche treten. Es 
ist mir sehr wahrscheinlich geworden, dafs die Thiere, wenn sie in Gefahr gerathen, die 
Luft aus ihrer Blase herauspressen können, um in die Tiefe zu sinken. 

Im hohen Grade ausgebildet ist zweitens die mit Luft angefüllte Blase der P hy sa- 
li en, welche über dem Wasser befindlich auf der Wasserfläche liegt und somit die aus 
Saugröhren und Fangfäden bestehende Körpermasse schwebend erhält. Sie hat eine läng- 
liche Gestalt und ihre gröfste Ausdehnung ist die horizontale; an einem Ende ist sie etwas 
zugespitzt, an dem andern stumpf, aber an jedem Ende befindet sich eine von deutlichen 
Cirkelfasern geschlossene kleine Oeffnung. Wenn man die Blase drückt und die in ihr 
enthaltene Luft gegen eine dieser als Grübchen erscheinenden Oeffnungen prefst, so öffnet sich 
dieselbe und läfst die Luft entweichen; bei nachlassendem Drucke schliefst sie sich wiederum. 

Drittens trifft man auch Luftblasen bei Rataria, Velella und Porpita an; 
diese drei Gattungen haben das Uebereinstimmende, dafs in ihrer Körpermasse eine knor- 
plige oder kalkartige Schaale verborgen liegt, welche eine grofse Anzahl mit Luft gefüll- 
ter Zellen enthält. Bei Velella und Rataria bildet die Schaale eine aus zwei Hälften be- 
stehende Ellipse, bei Porpita eine runde Scheibe und bei dieser letztern und Velella liegt 
sie horizontal; dagegen steht der zellige Knorpel bei Rataria kammförmig aufrecht. 



8 

Anm. Es wird von mehreren Beobachtern der Medusen behauptet, dafs diese Geschöpfe 
auch mittelst Luftblasen schwimmen, und namentlich war der unermüdliche Peron so 
überzeugt hiervon, dafs er auf diesen Grund hin die systematische Eintheilung der Me- 
dusen bauete; er brachte zehn Gattungen unter die Abtheilung der mit Luftblasen ver- 
sehenen. Es ist mir keine Meduse begegnet, welche ursprünglich ihr zukommende Luft- 
blasen bei sich geführt hätte. Wenn sich Luftblasen in den vier den Magen umgebenden 
Säcken vorfanden, so waren sie erst dadurch in dieselben hineingekommen, dafs man 
das Thier beim Einfangen aus dem Wasser nahm, das in den Höhlen befindliche Wasser 
flofs aus und die Luft trat in seine Stelle ein ; legte man nun das Thier wieder ins Was- 
ser, so blieb natürlich die unter der Scheibe befindliche Luft in den Höhlen. 

Andere der passiven Bewegungs-Organe vermitteln eine Orts Veränderung des 
Körpers; daliin gehört zuvörderst die Blase der Physalien, welche vom Winde getrieben 
wird, vorzüglich wenn sie durch den aufgerichteten Kamm recht viel Fläche derselben 
darbietet. Ferner dient bei den Velellen das diogonal auf dem flachen Körper verlaufende 
halbkreisförmige Segel, welches senkrecht steht und von knorpliger Masse ist, dazu, das^ 
Thier mittelst des aufgefafsten Windes auf der Wasserfläche umherzutreiben. Dieses Segel 
ist rundum bis auf die oben in der Mitte hervorragende Spitze von einer schmalen wei- 
chen Haut eingefafst, w T elche die Fläche des Segels vielleicht durch Anspannung bei schwa- 
chem Winde vermehren soll. 

Was nun diejenigen Bewegungs-Organe anbelangt, welche zur Ernährung des Thie- 
res beitragen, so bestehen diese vorzüglich in Fang fä den, welche entweder lang aus- 
dehnbar und wieder einziehbar sind oder ihre Länge nicht verändern können. Die lang 
ausdehnbaren Fangfäden sind hohl und haben an ihrem Ursprünge eine mehr oder weni- 
ger grofse Blase, welche mit dem Kanäle in Verbindung steht, oder nur eine Erweiterung 
dieses Kanals ist. Diese Blase oder sackförmige Erweiterung des Kanals ist mit einer 
Flüssigkeit gefüllt, welche auf ihre Contractionen in den Kanal getrieben wird und auf 
diese Weise die langen Fäden auf eine Erstaunen erregende Weise ausdehnen. Durch 
Circelfiebern können die ausgedehnten Fäden die in ihrem Kanäle enthaltene Flüssigkeit 
wieder zurücktreiben und durch Längsfiebern werden die entleerten Fäden eingezogen. 
Diese Einrichtung stimmt wiederum mit der der Bewegungs - Organe der Echinodermaten 
überein. Die Flüssigkeit in den hohlen Fäden ist brennend und betäubend, wodurch die 
lebendigen eingefangenen Thiere gleich erstarren. 

. - Un- 



Unter den Rippenquallen trifft man solcher eigener Organe nur bei wenigen 
Gattungen an, welche vereint die Familie der Callianiridae ausmachen. Bei Cydippe und 
Cestum sind es ziemlich dicke fadenförmige Körper, welche an ihrem freien Ende mit vie- 
len, alle nach einer Seite gewandten feinen Röhren besetzt sind. Callianira dagegen hat 
zerästelte Fangfaden. 

Die Fangfäden befinden sich an den Seiten des Magens in besonderen röhrenförmi- 
gen Höhlen, welche äufsere Oeffnungen haben, aus denen die Fangfäden hervortreten. Bei 
Cestum sieht inan diese beiden Oeffnungen zu beiden Seiten des Mondes, dagegen Cydippe 
ihre Fangfäden aus den Oeffnungen hinausstreckt, welche sich an dem der Mundöffnung 
entgegengesetztem Körperende befinden. 0. Fabricius berichtet von seiner JBeore ovum, dafs 
sie ihre Fangfäden zur Mundöffnung herausstrecke. Nach der Zeichnung der Callianira 
tripleptera zu urtheilen, treten die Fangfäden auch am hintern Körperende aus den Röhren- 
öffhungen heraus. 

Die Fangfäden der Scheibenquallen sind alle ungetheilt und ohne Zweige, sie 
sind von zweierlei Art. Diejenigen, welche vom Rande oder der untern Fläche der Scheibe 
ihren Ursprung nehmen, und welche man lange Fäden nennen kann, stehen mit den 
Mägen in Verbindung, entweder durch die Magenanhänge, wie z. B. bei Pelagia, Cyanea, 
Aegina, oder vermittelst eines Ringgefafses am Rande -der Scheibe, wie z. B. bei Medusa, 
Tima. Bei den meisten trifft man weder eine Blase, noch eine Erweiterung an dem Grunde 
der Fangfäden an, daher denn auch die Verkürzung und Ausdehnung derselben nur im 
bedeutend ist, indem bei der Verkürzung die in ihnen enthaltene Flüssigkeit nur in den 
obern Theil der Fangfäden zurücktritt, Weshalb die verkürzten Fangfäden um ein merk- 
liches dicker sind, als die ausgedehnten. - 

Eine sackförmige Erweiterung des Kanals am Grunde des Fangfadens trifft man 
bei den Pelagien an, welche eine grofse Dehnbarkeit ihrer Fäden zeigen, und eine grofse 
lange Blase kommt bei Aegina sulpJmrea vor, welche nicht nur ihre Fangfäden schnell 
und sehr stark zu verkürzen vermag, sondern auch eine bei andern Medusen gar nicht be- 
merkte Beweglichkeit derselben beobachten läfst. 

Die langen Fangfäden müssen äufserlich mit sehr feinen, dem blofsen Auge unsicht- 
baren Warzen bedeckt seyn, denn sie hängen sich an fremde Gegenstände beständig an, 
und man fühlt mit den Händen diese Art Rauhigkeit, vorzüglich ist dies der Fall bei den 
Cyaneen. Es giebt aber auch Medusen, deren Fangfäden mit deutlichen grofsen Saugwar- 

B 



10 

1 ■ 

zen besetzt sind; namentlich sind die vier Randfaden der Gattung JHurylria an der innern 
Fläche und an der untern Hälfte mit grofsen in einer Reihe geordneten Saugwarzen be- 
gabt, und zweitens trifft man bei Slhenom'a acht Büschel sehr langer und dehnbarer Fä- 
den an, welche an ihrer innern Seite der ganzen Länge nach eine doppelte Reihe kleiner 
Saugwarzen haben. 

Zu bemerken ist noch, dafs bei den Scheibenquallen ohne Keimwülste die langen 
Fangfäden äufserlich an der Scheibe entspringen oder sich durch die Scheibe durchgebohrt 
zu haben scheinen, weil alle diese Medusen einen weichen häutigen Ringlappen, welcher 
meist einwärts geschlagen ist, am Rande der Scheibe besitzen. Unter den Scheibenquallen 
mit Keimwülsten entspringen die Fangfäden entweder vom äufsern Rande der Scheibe 
selbst, wie bei Medusa und Pelagta, oder an der untern Fläche der Scheibe, namentlich 
bei Sthenoma und Cyanea. Es giebt auch Scheiben quallen ohne Fangfäden, z. B. Rhizo- 
stoma, Ephyra, Eudora. 

Die zweite Art der Fang fä den, welche man die kurzen nennen kann, triflt man 
vorzüglich an den Rändern der krausen Blätter der Arme bei denjenigen Medusen an, 
welche mit Keimsäcken begabt sind. Sie bestehen aus kurzen dicken Fäden, welche an 
ihrem freien Ende einen dicken Kopf haben. Sie sind zwar hohl, aber ihre Höhle Öffnet 
sich nicht nach aufsen, weil sie nur die zur Ausdehnung der Fangiaden bestimmte Flüssig- 
keit aufnehmen soll, und ihr dickes Ende besteht aus einer Saugschüssel, mittelst welcher 
sie ihre Beute festhalten können. Obgleich diese kurzen Fangiaden bisher nur an den Ar- 
men der Medusa aurita und Rhizostoma Cuvieri genau beobachtet worden sind, so kann 
man sie doch bei den andern mit Armen ausgestatteten Scheibenquallen auch erwarten. 
Hierher gehören auch endlich die kurzen in eine grofse Saugscfiüssel sich endigenden Fang- 
fäden an dem Mundrande der Gattung Cytaets aus der Familie der Oceam'deti, , 

In der Ordnung der R ö h r e n q u allen sind die Diphyidae und Physophoridae mit lang 
ausstreckbaren Fangiaden begabt; der dritten Familie dagegen, den Velletiden, fehlen solche 
ganz. Unter den Physophoriden trifft man bei Physalia, Physophora und Apolemia Fang- 
fäden an, welche an ihrem Ursprünge mit grofsen länglichen blasenförmigen Flüssigkeits- 
behältern versehen sind, sich sehr lang ausdehnen und wiederum sich sehr kurz einziehen 
können, wobei sie sich schraubenförmig zusammenwinden. Die einfachen Fangfäden der 
Phy sollen haben eine Reihe nierenformiger Saugwarzen, mit denen sie ihren Fang festhal- 
ten. Bei Apolemia beobachtet man zwei Reihen runder Saugwarzen. Auch die Fang- 



11 

fäden der Rhizophysen sind einfache Fäden, welche sich schraubenförmig zusammenziehen 
können. Die Fangfäden der Gattung Epibulta, welche in grofsen Bündeln zusammen ent- 
springen, sind mit Zweigen versehen, welche wahrscheinlich ebenso beschaffen sind, als bei 
Apolemia. Diese Fangfäden sondern einen sehr stark auf die Nerven wirkenden Schleim 
aus, wodurch sie ihre Beute erstarren machen. Die Fangfaden der Gattungen Agalma und 
Hippopodius haben kleine Zweige, an welchen einförmige schraubenförmig gewundene mit 
zwei oder drei Spitzen an ihrem Ende versehene Organe sich befinden; bei Agalma be- 
merkt man zwischen den zwei Spitzen noch eine durchsichtige Blase. 

Bei Agalma sowohl als Rhizophysa bemerkt man am weichen Körper' dicht unter 
der Luftenthaltenden Blase eine Anzahl kleiner mit Flüssigkeit gefüllter Anschwellungen, 
welche die Ausdehnung der Fangfäden bewirken. Bei Diphyes sind die Fangfaden ästig, 
am Ende eines jeden Zweiges bemerkt man einen kleinen länglichen blasenförmigen Kör- 
per, welchem ein anderer dunkler schraubenförmiger seitlich angefügt ist. In der Masse 
des vordem harten Thierstückes befindet sich eine sehr langgestreckte mit Flüssigkeit ge- 
füllte Blase, welche den ganzen aus Saugröhren und Fangfaden zusammengesetzten faden- 
förmigen Körper ausdehnt. 

Fangfäden endlich, welche ihre Länge gar nicht, oder kaum merklich 
verändern können, kommen bei Velella und Porpita vor. Die der erstem Gattung sind 
einfach und nehmen nach der Spitze zu an Dicke allmälig ab; die Fangfäden der Porpiten 
dagegen sind fadenförmig oder keulenförmig und mit erhabenen Saugwarzen besetzt, welche 
bei einigen Arten in drei Reihen der Länge der Fäden nach vertheilt, bei andern Arten ge- 
stielt und am Ende bündelartig zusammengestellt sind. Sie theilen die eingefangene Nah- 
rung durch Hinbiegen ihrer Spitze den Saugröhren mit. Sie haben keine nesselnde Eigen- 
schaft, wenigstens wirken sie nicht so auf die menschliche Haut und in ihrer der Länge 
nach sich ausdehnenden Höhle erblickt man einen dunkler gefärbten Saft. 

Ernährungs-Organe. 
Die Ernährungs- Organe sind in den verschiedenen Ordnungen der Acalephen auch 
von ganz abweichender Beschaffenheit, in jeder Ordnung aber stimmen sie bei den einzel- 
nen Gattungen im Wesentlichsten überein. Die Nahrungsmittel werden entweder in Höh- 
len aufgenommen und daselbst verdaut, oder sie werden durch Saugröhren ausgesogen. 

B 2 



12 

Kein Thier dieser Klasse hat härtere Theile am Munde oder im Magen, welche man als 
Kauwerkzeuge betrachten könnte. 

Bei den Rippenquallen findet sich in der Mitte des Körpers eine Höhle, in wel- 
cher ganze Thiere verdaut werden, denn eigentliche Saugröhren bemerkt man in dieser 
Höhle nicht. Das Ausgezeichnetste dieser Ordnung ist aber der besondere Bau ihrer Höhle, 
dafs nämlich aus ihrem Hintergrunde ein kurzer gerader Kanal nach dem, dem Munde 
entgegengesetzten Ende des Körpers führt und sich daselbst nach aufsen öffnet. Diese Bil- 
dung hat mit der eines Darmkanals grofse Aehnlichkeit, allein sie scheint doch nur mit der 
Bewegungsweise der Thiere und nicht eigentlich mit den Verdauungs - Organen in Verbin- 
dung zu stehen. Denn da die Thiere so schwimmen, dafs sie mit der Mundöffnung voran- 
rücken, so mufs bei dem Offenstehen derselben das Wasser in die Höhle eindringen; es 
würde dem Thiere so vielen Widerstand leisten, dafs es gewifs nicht von der Stelle käme, 
wenn das Wasser nicht durch den angeführten Kanal freien Abzug hätte. 

Der Körper der Beroiden ist ganz ausgehöhlt, ohne dafs diese Höhle eine wahre 
Magenhöhle ist, sondern indem die Thiere mit der weiten Oeffnung der Höhle nach vorn 
gewendet schwimmen, nehmen sie die ihnen aufstofsenden kleinern Thiere, wie z. B. kleine 
Salpen in ihre Höhle auf, und wenn dieser Fang am Grunde der Höhle angelangt ist, so 
schliefst der Körper ihn durch Contraction des mittlem Körpertheiles ein und verdauet ihn. 
Im Grunde der Höhle befindet sich die Oeffnung der sehr kurzen Wasserröhre. 

Dagegen besitzen die Calliamridae und Mnemndae eine wahre Magenhöhle, welche 
nur einen kleinen Raum in der Mitte des Körpers einnimt und deren Wände mit eigenen 
Häuten ausgekleidet sind. Bei den Callianiridis trifft man äufser dem Magen noch Fang- 
fäden mit Saugröhren an, welche kleinere Thiere fangen und mittelst der Saugröliren aus- 
saugen können, dagegen die Magenhöhle ganze Thiere in sich aufnimmt und sie verdauet 

Die Verdauungs- Organe der Sc heibenqu allen befinden sich an der untern aus- 
gehöhlten Fläche der Scheibe und bestehen aus einer in der Mitte befindlichen nach unten 
geöffneten Vorhöhle, in welche bei den meisten grobe Nahrungsstoffe aufgenommen und 
verdauet werden, und sodann aus mehreren in der Zahl von vier bis zu mehreren Hun- 
derten von Nebensäcken, in welchen der Nahrungssaft weiter bereitet und zur Aufnahme in 
die übrige Körpermasse als Blut geeignet wird. Die Mundöffnung befindet sich bei den 
meisten Discophoris phanerocarpis zwischen den sogenannten Armen derselben, mit denen 
fast alle versehen sind. Bei der andern Abtheilung ist der Mund immer sichtbar und oft 



13 

röhrenförmig vorstehend. Die Gattung Rliizostoma hat statt der einzigen mittlem Mund- 
öffnung der andern Scheibenquallen acht nach aufsen geöffnete Röhren, die zu dem Magen 
führen und durch Einsaugen den Nahrungssaft dahin schaffen. Die ausführlichere Beschrei- 
bung dieses Saugapparates wird in der Familie der Rhizostomiden, und besonders bei Rhi- 
zostoma Cuvieri erfolgen. 

Der Gattung Tima müfste man eigentlich eine Magenhöhle absprechen, indem sie 
statt deren einen sehr stark gelappten Mund hat, aus weichem sogleich schmale Kanäle als 
Nebenhöhlen entspringen. 

Die Nebensäcke des Magens sind entweder breite Säcke, wie bei Pelagta, Chrysaora, 
Aegina, oder einfache Kanäle, wie bei Aequorea, Tima, oder gefäfsartig zerästelte Gänge, 
wie bei Medusa und Sthenoma. Aufser diesen giebt es aber noch mehrere Besonderheiten 
in der Bildung der Nebensäcke, welche schicklicher bei den einzelnen Gattungen aufgezählt 
werden können. Der in den Fangfänden befindliche Saft kommt aus den Nebensäcken, 
scheint aber nicht wieder in dieselben zurücktreten zu können. Bei den DiscopKoris pha- 
nerocarpis bemerkt man am Rande der Scheibe noch acht längliche undurchsichtige Kör- 
ner, zu welchen kleine Röhren aus den Nebensäcken führen; sie sind dem Zutritte des 
Wassess ausgesetzt und werden bei denjenigen Gattungen, wo sie im Grunde von Einschnit- 
ten des Scheibenrandes sich befinden, durch zwei besondere von einem Lappen zum an* 
dem, sowohl unten als oben, hinübergehende häutige Theile so beschützt, dafs sie gleich- 
sam in einem Becher zu liegen scheinen. Ihre Bestimmung scheint eine Umänderung des 
durch die kleinen Röhren zu ihnen gelangenden Nahrungssaftes zu seyn und vielleicht ver- 
treten sie die Stelle der Leber; sie haben ein drüsiges Ansehen. 

Dieselben Gattungen unter den Scheiben quallen, welche mit den erwähnten acht 
Randkörnern versehen sind, haben auch noch vier Säcke an der untern Fläche des Magens 
und in jedem dieser eine Wulst voll Keime. Von dem innern dem Magen zugekehrten 
Rande eines jeden Wulstes entspringt eine grofse Anzahl Saugröhren, welche frei in den 
Magen hineinragen; sie sammeln wohl den Stoff zu den Keimen ein. Vorzüglich grofs sind 
diese Saugröhren bei Pelagt'a, Cyanea; geringer bei Medusa aurita. 

Bei einigen Scheibenquallen, hauptsächlich bei Pelagt'a und Cyanea, wird man Fal- 
tungen der Vorhöhlen gewahr, welche in die Masse der Scheibe hineintreten. Die Cunina 
campanulata ist vorzüglich ausgezeichnet durch weit hinauf in die Scheibe tretende Häute, 
welche aber einen grofsen Theil derselben einzuschliefsen scheinen. 



,1 



u 

Die Verdauungs-Organe der Röhrenquallen bestehen bei allen einzig in Saugröh- 
ren, welche entweder offen in grosser Anzahl am Thierkörper sitzen (wie bie den Velelli- 
den und Physalia), oder als Zweige einer gemeinschaftlichen fadenförmigen Röhre erschei- 
nen (in Diphyes und den meisten Physophoridea); endlich sind einige Gattungen (z.B. Eu- 
doxia) nur mit einer einzigen Saugröhre begabt. Diese Röhren saugen entweder aus grös- 
sern Thieren den Nahrungsstoff aus oder verschlingen kleinere Thiere ganz, deren Ueber- 
reste sie dann durch dieselbe einzige Oeffnung wieder von sich geben. 
V Die Velelliden besitzen an der untern Fläche ihrer Körperscheibe in der Mitte 
einen grofsen flaschenförmigen Magen, dessen Mund wie eine Saugröhre gebildet ist. In 
diesen Magen nehmen sie kleine Thiere, unter diesen harte Crustaceen, auf und stofsen die 
unverdaulichen Theile wieder aus. Bei den Gattungen Velella und Porpita ist die ganze 
untere Fläche des Thieres rund um den Magen mit einer grofsen Anzahl kurzer Saugröh- 
ren besetzt, welche nur zum Aussaugen bestimmt sind. 

Gefäfs-System und Athmung. 

In den Rippenquallen ist das Gefäfs-System sehr ausgebildet und besteht im All- 
gemeinen aus mehreren Gefäfsen, welche aus dem Hintergrunde des Magens entspringen 
und sich zu den Flossenreihen begeben. Dafs das Blut von diesen aus und aus dem Kör- 
per wieder durch andere Gefäfse in die Gegend des Magengrundes zurückkehre, ist nur bei 
bei wenigen erst bekannt, bei allen übrigen aber vorauszusetzen. 

Bei den Callianiriden ist das Gef äfs - S}^stem zusammengesetzter, als bei den Mne- 
mnden, indem auch von den Fangfäden Gefäfse entspringen. Am vollständigsten ist der 
Verlauf der Gefäfse bei Cestum najadis beobachtet. (Fig. 1.«. und b.) Von der Wurzel eines 
jeden Fangfadens entspringt ein Gefäfs und begiebt sich an den Grund des Magens (in 
diesem seinen Verlaufe auch den Nahrungssaft von den Wänden des Magens aufnehmend); 
liier vereinigen sich beide in ein kleines Ringgefäfs, welches den Ausführungskanal des 
Magens, den Wasserkanal, eng umschliefst. Aus dem obern Rande des Ringgefäfses neh- 
men vier gerade Gefäfse ihren Ursprung, und begeben sich, auseinanderweichend jedes an 
eine Schwimmblättchenreihe, wo sie längs derselben verlaufen. In der Mitte einer jeden 
breiten Fläche des Thierkörpers bemerkt man ganz nahe der Oberfläche ein Gefäfs (im 
Ganzen also deren vier), welches aus dem Längsgef äfse der Schwimmblättchen seiner Seite 
dicht neben aber innerhalb der Stelle seinen Ursprung nimmt, wo jedes der vier aus dem Ringe 



15 

entspringenden Gefäfse sich mit den Längsgefäfsen vereinigt oder vielmehr eine plötzliche 
Biegung macht, um das Längsgefäfs zu bilden. Gleich nach seiner Entstehung steigt es bis 
fast zur Mitte der breiten Fläche herab und verläuft sodann gerade nach dem äufsersten 
Ende des Körpers. Diesem Gefäfse parallel bemerkt man ein anderes in der Körpermasse, 
welches das Blut wiederum von den Körperenden zur Mitte zurückfuhrt. 

Alle so eben beschriebenen Gefäfse sind gleich weite Kanäle ohne sichtbare Verzwei- 
gungen, in denen man kleine sehr schwach gelblich gefärbte Kügelchen in einer wasserhel- 
len Flüssigkeit sich fortbewegen sieht. In den von den Fangfäden entspringenden Gefäfsen 
steigen die Kügelchen aufwärts, erhalten im Ringgefäfse eine drehende Bewegung, und in 
den vier obern Gefäfsen beobachtet man sie zugleich auf- und abwärtssteigend, und zwar 
an der innern Seite aufwärts, an der äufsern abwärts. Wahrscheinlich haben diese Kanäle 
noch Zwischenwände oder es liegen immer zwei Kanäle so dicht neben einander, dafs 
man sie für einzelne ansieht. In den langen Seitenkanälen bemerkt man, wie die Kügel- 
chen von der Magengegend nach den seitlichen Körperenden sich bewegen, zuweilen aber 
auch in entgegengesetzter Richtung. Ob diese langen Seitenkanäle mit den vier aus dem 
klinge aufsteigenden Gefäfsen verbunden sind, oder sich nur kreuzen ohne sich zu berüh- 
ren, ist nicht entschieden. Das erstere schien der Fall zu seyn, konnte aber auch leicht 
eine Täuschung zum Gnmde haben. 

In den Mnemiiden fehlen die zwei von den Fangfäden entspringenden Gefäfse 
natürlich; es entspringen bei ihnen die vier auseinanderweichenden Gefäfse in der Näha 
des Magengrundes (wahrscheinlich aus einem Ringgefäfse) und ein jedes spaltet sich nahe 
der Oberfläche in zwei Zweige, welche sich sodann zu den Schwimmreihen begeben. 

Aehnlich diesen sind die Gefäfse in den Beroiden, wo sie bei Beroe leicht zu 
beobachten sind. Aus dem hintern Ende des Körpers, wo sich der Wasserkanal mündet, 
entspringen acht gleichmäfsige Kanäle, welche nahe der Oberfläche unter den Reihen der 
Flossenkämme verlaufend nach dem offenen Ende des Körpers hin sich begeben und sich 
hier an dessen Rande in ein Ringgef äfs verlieren. In ihrem ganzen Verlaufe schicken sie 
grofse sich bald zerästelnde Zweige ins Innere der Körpermasse und seitlich ab. An den 
Wänden der grofsen Körperhöhle nimmt man zwei ansehnliche Längsgefäfse wahr (Taf. 3. 
Fig. i.rf.), welche mit einen engern Ende ihren Ursprung aus dem Ringgefäfse erhalten und 
in ihrem ganzen Verlaufe nach dem hintern Ende des Körpers hin alle die von äufsern 
Gefäfsen entsprungenen Zweige wieder aufnehmen. Nur diejenigen Zweige der äufsern Ge- 



16 

fäfse, welche in der Nähe des vordem Körperendes abtreten, vereinigen sich auf der innern 
Fläche mit dem Ringgefäfse selbst. Es ist nur wahrscheinlich (aber wegen der Dicke der 
hintern Körpermasse schwer wahrzunehmen), dafs die beiden innern Gefäfse, welche als 
Venen zu betrachten sind, sich am hintern Ende des Körpers in einen Gefäfsring münden, 
welcher 'den Ausführungskanal des Magens oder der grofsen Höhle umschliefst, und dafs 
aus diesem Gefäfsringe, nachdem er die den Nahrungssaft vom Magen ihm zuführenden 
kleinen Zweige aufgenommen, sodann die zuerst erwähnten acht äufsern Kanäle entsprin- 
gen, welche sich wie Arterien verhalten. Durch diese Deutung der Gefäfse wird auch noch 
eine zweite Function der in Reihen vereinigten Flossenkämme einleuchtend, dafs sie näm- 
lich zugleich Kiemen sind. Dafs die Gefäfse der Beroiden mehr sind, als die Kanäle der 
Echinodermaten zum Hervortreiben der Fühlfäden und Bewegungswarzen, mit denen 
Schweigger*) bei Erwähnung der von Rolando an einer Beroe beobachteten Gefäfse sie 
vergleicht, erhellt aus dem Umstände, dafs sie einen völligen Kreislauf des Blutes unterhal- 
ten, und auch dort angetroffen werden, wo keine Bewegungswerkzeuge vorhanden sind. 

Was die Scheibenqu allen anbetrifft, so sind bei ihnen bisher noch keine Gefäfse 
entdeckt, weil die dicke Scheibe des Körpers sowohl, als auch öfters die Färbung der Häute 
die Beobachtung der Blutkügelchen sehr erschweren. Indem die Verdauungs - Organe der 
Medusenartigen Acalephen sich so sehr ausbreiten und oft gefäfsartig zerästeln, so werden 
die gröfsern Gefäfse durch die zahlreichen Nebensäcke oder zerästelten Kanäle ersetzt, in- 
dem sie schon den Nahrungssaft verbreiten. Es bleibt nun nur noch die Entdeckung klei- 
ner von ihnen entspringender in die Scheibenmasse eindringender Kanäle zu wünschen 
übrig, was aber wohl sehr schwer ist, da diese Kanäle wahrscheinlich nur in der gleichmäs- 
sigen Masse der Scheibe ausgehöhlt sind. Durch die eben erwähnte Ausbreitung der Ver- 
dauungs -Organe an der ganzen untern Fläche der Körperscheibe wird dem Zutritte des 
"Wassers zu den Häuten der mit Nahrungssaft gefüllten Nebenkanäle eine grofse Oberfläche 
dargeboten, wodurch eine Oxydation der Säfte auf dieselbe Weise bewirkt wird, als bei 
den Nebensäcken des Magens der Seesterne. 

Bei allen mit Schwimmstücken versehenen Röhrenquallen nimmt man feine Ge- 
fäfse wahr, welche von der Wurzel der Fangfäden und Saugröhren entspringen und in die 
Schwimmstücke dringen, wo sie sich an den Wänden der Höhlen derselben in zwei oder 

Vi drei 

*) Naturgesch. scelettloser ungegliederter Thiere S. 490. 



■■■■ ~^-~ • 

drei grössere Zweige spalten. Noch sieht man die Bewegung der Blutkügelchen in Gefässen, 
welche sich »in dem Kanäle der keulenförmigen Anhängsel der Gattung Apolemia befinden; 
an dem röhrenförmigen Vorsprunge derselben beobachtet man an den Kügelchen eine dre- 
hende Bewegung, was vielleicht durch den Eintritt des Wassers in den Kanal verursacht 
wird. (Taf. 13. Fig. 2.6.) Dadurch, dafs- der von den Ernährungsorganen kommende Nah- 
rungssaft in den Gefässen zu den Schwimmfäden geführt und hier an den Wänden der 
Holden derselben gleichsam ausgebreitet wird, durch die Zerästelung der Gefasse nämlich, 
so erhalten die Schwimmstücke zugleich die Function von Respirationsorganen, wozu noch 
die abwechselnde Zusammenziehung der Höhlen und dadurch bewirkte Ausstossung und 
Erneuerung der in ihnen befindlichen .Wassermenge bedeutungsvoll hinzukommt 

Dafs die bei vielen Röhrenquallen in Blasen eingeschlossene Luft auch vieles zur 
Oxydation des Nahrungsasftes beitrage, besonders bei Physalia, Welcher die Schwimm- und 
Respirationsstücke mangeln, ist offenbar. Eben dasselbe gilt von der Athmungsweise der 
Velellideriy welche mit einer grofsen Anzahl Luftzellen begabt sind, und aus dem Grunde, 
weil die Luft bei diesen Thieren über den gröfsten Theil des Körpers und über alle Ver- 
dauungsorgane ausgebreitet ist, können sie auch keine grofsen Gefäfsstämme besitzen. An 
dem sehr durchsichtigen Segel der Velellen bemerkt man äusserlich fein zerästelte ge- 
färbte Gefasse. 

Fortpflanzung. s - 

Die Acalephen pflanzen sich wie alle Strahlthiere nur durch Keime fort. Von allen 
Rippenquallen ist es die Gattung Beroe allein, deren Keime man kennt und welche sich 
durch vier undurchsichtige Längsstreifen bemerkbar machen. (Taf. 3. Fig. 2.) Es scheint, als 
wären immer zwei der Schwimmkämme-Reihen einander sehr genähert. An welchen Stel- 
len des Leibes des erwachsenen Thieres diese Keime sich aber entwickeln, ist noch nicht 
beobachtet. Die Keime haben so ziemlich dieselbe Gestalt, als das ausgewachsene Thier. 

Die Keime der Scheibenqu allen süid bekannt und leicht zu beobachten, aber 
auf eine merkwürdige Weise kennt man sie nur bei den mit den acht Randkörnern begab- 
ten, weshalb diese Gattungen zusammen hier die Discophorae cryptocarpae genannt sind. 

Man trifft bei den Scheibenquallen dieser Abtheilung in jedem Alter vier mit Keimen 
gefüllte Wülste an, welche an der untern Fläche der Verdauungswerkzeuge ihre Lage 
haben. So lange die Keime in ihnen noch unentwickelt sind, befinden sich diese Wülste in 

C 



18 

vier nach aussen geöffneten Höhlen; wachsen sie aber an, so treten sie bei einigen Gattun- 
gen vermöge ihrer Schwere zur Höhlenöffnung heraus und ziehen natürlich die sie umge- 
bende Haut mit sich, wodurch die frühern Höhlen also verschwinden. 

Dieser Umstand giebt Aufschlufs über die Ursache mancher Irrthümer in der Peron- 
schen Classification der Medusenartigen Acalephen, indem nach der Anwesenheit oder dem Man- 
gel dieser Höhlen, welche er Luftsäcke nannte, die Gattungen eingetheilt wurden. Im gewöhn- 
lichen Zustande enthält, wie schon früher erwähnt, keine dieser Höhlen Luft, nur dann, 
wenn man das Thier aus dem Wasser nahm imd nachher wieder hineinsetzte, blieb die 
in die Höhlen eingedrungene Luft in ihnen, weil die convexe Scheibe sie nicht entwei- 
chen liefs. 

Der unentwickelten Keime sind immer mehrere zugleich in einer Blase eingeschlos- 
sen, welche zur Zeit der Reife berstet. Eben solcher mit Keimen gefüllter Blasen trifft man 
bei den Gattungen Medusa (Aurellia) und Pelagia in den Falten der sogenannten Arme 
dieser Thiere an. 

Bei einer grofsen Anzahl von Gattungen der Scheibenquallen, welche hier mit dem 
Namen Discophorae cryptocarpae bezeichnet sind, hat man bisher noch nicht eine Spur 
von Keimen entdeckt. 

Die Keimwülste bestehen aus einem langen zusämmengefaltenen Gallertcylinder, der 
in seinem Innern Kügelchen enthält, welche aus dichterer Gallertmasse gebildet sind. 

Unter den Röhrenqu allen ist die Entwickelung der Keime in der Familie der 
Diphytden beobachtet; es bilden sich viele dicht zusammengedrängte Blasen mit trüber 
weifslicher Feuchtigkeit angefüllt in den Schwimmhöhlen dieser Thiere. (Taf. 12. Fig. S.d., 
Fig. 5. c.) Dafs dies Keime sind, wird dadurch wahrscheinlich, dafs man sie nur bei einigen 
Individuen antrifft, also schliefsen mufs, dafs es Theile sind, die zur Erhaltung des Körpers 
nicht nothw T endig; ferner spricht der Ort, wo man sie antrifft, für diese Annahme, da auch 
bei andern niedern Thieren die Respirationsorgane Keimbehälter sind. Zon den PhysopJto- 
riden, welche mit eigenen Schwimmhöhlenstücken versehen sind, ist es anzunehmen, dafs 
sie sich auf dieselbe Weise, wie die Diphyidae fortpflanzen. Bei den Physalien trifft man 
besondere Theile an, die man nicht anders, als für Keime deuten kann; man bemerkt bei 
ihnen an der untern Fläche der Blase zwischen der Saugröhre einzelne Bündel, die aus klei- 
nen Bläschen und Fäden bestehen und sich leicht vom Körper abtrennen. Eben solche Or- 
gane unterscheidet man auch bei grofsen Exemplaren von Porpiten. 



19 



Empfindung, Wachsthum, Reproduction und Verbreitung. 

Von allen Schriftstellern über Acalephen ist bereits angemerkt worden, dafs ihnen 
eigene Organe für Empfindung abgehen. Wenn sich vielleicht jemand einer Nachricht über 
die Nerven der Seeblasen, welche in einem im Novemberheft der Isis vom Jahre 1819 ab- 
gedruckten Briefe sich befindet, erinnern sollte, so wird derselbe auch wohl schon darauf 
gekommen seyn, dafs daselbst die durch Cirkelfibern geschlossene kleine Oeffnung der Blase 
für Nervenknoten angesehen, so wie dort die schwächern Fangfäden als Eierstöcke be- 
trachtet sind. 

Die Acalephen scheinen einjährige Thiere zu seyn, wofür der Umstand spricht, dafs 
man in kalten Zonen im Frühjahre Brut, und im Herbst und Winter ganz grosse Exem- 
plare antrifft. 

Das Reproductions vermögen scheint ihnen gänzlich abzugehen, was mif ihrer kurzen 
Lebensdauer in Uebereinstimmung steht, und wodurch sie sich sowohl von den eigentlichen 
Zoophyten, als von den Echinodermaten unterscheiden. Man trifft zerstümmelte Individuen 
an, wo die verwundeten Stellen durch Abrundung gleichsam vernarbt sind. 

Man hat bisher in allen Zonen Acalephen angetroffen, jedoch kommen aus den ein- 
zelnen Ordnungen fast ausschliefslich nur Rippen- und Scheibenquallen in kalten Regionen 
vor; dagegen sind die Röhrenquallen fast ganz auf die gemässigte und heifse Zone be- 
schränkt. Einige halten sich in Meerbusen und in der Nähe der Küsten auf, z. B. aus den 
Gattungen Medusa, Cyanea; die gröfsere Anzahl aber lebt im hohen Meere. So wie man 
es in andern Thierklassen bemerkt, so giebt es auch hier Gattungen, welche auf einzelne 
Regionen beschränkt sind, z. B. die Arten der Gattung Medusa sind bisher nur in der nörd- 
lichen Hemisphäre und zwar nur in der kalten und gemäfsigten Zone beobachtet worden, 
dasselbe gilt auch von den eigentlichen Cyaneen. Andere haben ihre Arten in sehr weit 
von einander entfernten Gegenden, namentlich trifft man die Arten der Gattung Cydtppe 
im nördlichen Eismeere und nahe unterm Aequator in der Südsee an; ein Cestum lebt im 
Mittelmeere, das andere in der Südsee. 

Alle Acalephen leuchten im Leben, wenn sie erregt werden, im Tode aber durch 
Fäulnifs. 



C 2 



20 

Eintheilung der Acalephen in Ordnungen. 
Alle Acalephen lassen sich füglich unter drei Ordnungen bringen, welche sich 
durch die verschiedene Bildung der Verdauungs- und Schwimmorgane von einander un- 
terscheiden. 
Erste Ordnung. Rippenquallen. Ctenophorae. 

Mit einer grofsen centralen Verdauungshöhle. Schwimmorgane sind äusserlichc Reihe 
von Schwimmfäden. 
Zweite Ordnung. Scheibenquallen. Dhcophorae. 

Mit einer grossen centralen Verdauungshöhle. Das einzige Schwimmorgan hat eine 
Scheiben- oder glockenförmige Gestalt und bildet die Hauptmasse des Körpers. 
Dritte Ordnung. Röhrenquallen. Syphonophorqe. 

Einzelne Saugröhren als Verdauungsorgane und keine centrale Verdauungshöhle. 
Schwimmorgane sind entweder besondere Höhlen, oder mit Luft gefüllte Blasen, oft 
beide zugleich. 



Erste Ordnung. Rippenquallen. Ctenophorae. 

Mit einer grossen centralen Verdauungshöhle. Die Schwimmorgane 
sind äusserliche Reihen von Seh wimmfäden. 
Der symetrisch gebaute Körper hat eine kuglige, eiförmige, walzenförmige oder 
bandförmige Gestalt, ist sehr weich, meistens leicht zerstörbar und kann nur sehrallmälig 
seine gewöhnliche Form verändern. Ausgezeichnet ist diese Ordnung durch die Reihen von 
feinen Blättchen, welche sich auf der äussern Fläche' des Körpers befinden und gleich Flossen 
den Körper , in Bewegung setzen. Man trifft gewöhnlich acht, seltener vier Reihen dergelben 
an. Alle Rippenquallen sind mit einer centralen, nach aussen durch eine grofse Mundöffnung 
geöffneten Höhle versehen, in welche sie, indem sie mit der Mundöffnung voran schwimmen, 
kleinere Meerthiere aufnehmen und verschlucken. Aus dem Hintergrunde der Höhle führt eine 
enge Röhre, der Wasserkanal, das in die Magenhöhle eindringende Wasser zur entgegenge- 
setzten Seite des Körpers und öffnet sich dort. Sie haben ein Gefäßsystem, das vom Magen 



21 

aus sich strahlenförmig ausbreitet, und welches aus verschiedenen Familien in der Einlei- 
tung ausführlich beschrieben ist. 

Der aus der Magenhöhle entspringende Kanal ist gleichsam der erste Anfang eines 
Darmkanals in der Thierreihe, wodurch die Rippenquallen einen Vorzug vor den Seesternen 
haben. Die äussern Reihen der Schwimmblättchen sind den Reihen kleiner Röhrchen der 
meisten Echinodermaten vergleichbar und das ausgezeichnete Gefäfssystem erhebt die Rip- 
penquallen über alle Acalephen. 

Im Magazin der Gesellschaft naturforschender Freunde in Berlin für das Jahr 1809 
S. 143 steht eine Einleitung zu den Rippenquallen, in welcher aber noch nichts Erhebli- 
ches vorkommt. 

Man nimmt in dieser Ordnung drei Familien wahr, nämlich: 
Erste Familie, Callianiridae, mit kleiner Magenhöhle und Fangfäden. , 
Zweite Familie, Mnemiidae, mit kleiner Magenhöhle ohne Fangfaden. 
Dritte Familie, Beroidae, mit grofser Körperhöhle, die zugleich Verdauungshöhle ist. 



Erste Familie. Callianiridae. 

Rippenquallen mit kleiner Magenhöhle und mit Fangfäden. 

Die Magenhöhle nimmt nur einen kleinen Raum in der Mitte des Körpers ein; an 
jeder Seite derselben befindet sich eine röhrenförmige, nach aufsen geöffnete Höhle, an 
deren Grunde ein ästiger, weit herausstreckbarer Fangfaden entspringt. Es gehören hierher 
die Gattungen Cestum, Cydippe imd Callianira, die sich folgendermafsen unterscheiden: 

1. Fangfäden mit feinen Fäden besetzt, einfach, 

a. Körper mit bandartig erweiterten Seiten . . . 1. Cestum. 

b. Körper kuglig oder eiförmig * . / . . . 2. Cydippe. 

2. Fangfäden zerästelt . ' . . . . . . 3. Callianira. 

1. CESTUM. Le Sueur. 
Corpus transversum, angustum, elongatum. 
Tentacula indivisa, ciliata. 
Der Körper hat eine schmale lange bandförmige Gestalt, indem sich an jede 



22 

Seite des mittlem Körpertheiles, in welchem die Magenhöhle sich befindet, eine sehr lange 
bandförmige Erweiterung anfügt. Die röhrenförmigen Höhlen der Fangfäden öflhen sich 
neben dein Munde. Die Reihen der Schwimmblättchen befinden sich an einer der langen 
Seiten des Körpers, welche der mit der Mundöffnung und den beiden Oefifnungen für die 
Fangfäden entgegengesetzt ist. Es sind^jederseits zwei Reihen, welche mit denen der an- 
dern Seite zwei Linien bilden. Zwischen beiden Reihen in der Mitte des Körpers befindet 
sich eine Grube, in welche sich die Ausführungsröhre der Magenhöhle öffnet. Diese Grube 
wurde von Le Sueur für die Mundöffnung angesehen, da seiner Beschreibung nach letz- 
tere sich zwischen den Reihen der Schwimmblättchen befinden soll. 

Die Fortbewegung des Körpers geschieht sehr langsam, indem derselbe beim Vorrük- 
ken mit einer der langen Kanten, an welcher sich der Mund befindet, sehr vielen Wider- 
stand findet, den die schwachen Schwimmblättchen schwer überwinden können. Es ge- 
schieht daher w r ohl die Ernährung vorzugsweise durch die Fangfäden, jedoch traf ich Me- 
dusenkeime in dem Magen an. Die Krümmungen des Körpers sind meist nur passive, von 
Wellen und Strömungen hervorgebracht, jedoch zuweilen auch willkührlich und recht 
lebhaft. 

1. Cestum Venefus, parte corporis media haud incrassata; margine tnferiori simplici. 

Le Sueur nouv. bullet, de la societ. phil. Juin. 1813. p. 281. T.5. F. 1. 

Isis 1817. S. 1506. T.12. 

Lamarck IL n. anim. s. vert. II. 463. 

Cuvier regne animal IV. 60. . 

Im mittelländischen Meere. 
Die Länge des von Le Sueur beobachteten, etwas verstümmelten Exemplares be- 
trug vier Fufs bei einer Höhe von 3f Zoll. Der Körper ist überall gleich dick und hat 
in dem mittlem Theile, welcher die Verdauungsorgane enthält, keine stärkere Masse. Der 
untere Rand ist einfach und nicht mit gefaltenen Randhäuten versehen. Wenigstens mufs 
man dieses aus den am angeführten Orte gegebenen Zeichnungen schliesscn, auch die Be- 
schreibungen führen nicht das Gegentheil an. Die Fangfäden wurden gar nicht beobachtet, 
die eigentliche Mundöffhung und die Oeffnungen der Röhren für die Fangfäden gar nicht 
bemerkt. 



23 

2. CESTUM NAJADIS, parte corporis media lateribus triplo crassiori; margine inferiort 
membranis plicatis imtructo. Taf. 1. Fig. 1. 

Mein Bericht in der Isis v. J. 1825 T.5. 

In der "Südsee, in der Nahe des Aequators. 

Drei Fufs lang, 2| Zoll hoch, drei Linien oben an den Reihen der Schwimmblättchen 
dick, an der entgegengesetzten Kante nur i\ Linien dick. Die Seiten des Körpers sind 
sehr durchsichtig, nur das äussere Häutchen ist weifslich. Die obere Kante ist ziemlich 
flach und hat als Einfassung an jeder Seite der ganzen Länge nach eine Reihe dicht neben 
einander stehender Schwimmblättchen. Die untere schmale Kante ist auch mit einer Ein- 
fassung von zwei schmalen Häuten versehen, die aber keine besonderen Bewegungen zei- 
gen. Der mittlere Theil des Körpers ist um sehr vieles dicker, als die verlängerten Seiten ; 
in dieser dicken Masse befinden sich die einzigen Eingeweide» Es weichen hier die gefal- 
lenen schmalen Häute des untern Randes aus einander, und in dem breiten Zwischenräume 
bemerkt man drei Oeffnungen: eine mittlere schmale und zwei seitliche längliche. Die 
mittlere schmale Oeffiiung ist der Mund, welcher zu einem engen Magen führt, der mit 
seinem spitzen Grunde nahe der obern Kante endigt, und aus dem der enge Kanal ent- 
springt, welcher in gerader Richtung zur obern Kante vorläuft, wo er in einer grossen Grube 
endigt. In dem Magen bemerkt man zwei aufrechte lanzettförmige Blätter , von denen je- 
des von der breiten Flache seiner Seite entspringt; sie sind von milchweifser Farbe, fein 
in die Quere gestreift und am äussern Rande mit einer fein gekräuselten dunklern Linie 
bezeichnet. 

Die beiden andern Oeffnungen führen jede in eine walzenförmige Höhle, die nur 
halb so lang ist, als der Magen, und von denen jede einer breiten Fläche des Thieres zuge- 
kelirt ist. Die innere Fläche dieser Höhlen ist ziemlich stark gelb gefärbt. . An ihrem 
Grunde entspringt ein Fangfaden mit einer gelblichen langen Blase, welche die zur Aus- 
dehnung des Fangfadens bestimmte Flüssigkeit enthält. Der Fangfaden selbst ist walzen- 
förmig und mit kleinen Fäden besetzt; er kann weit zur Oeffnung hinausgestreckt w r erden. 
Das ausgezeichnete Gef äfssystem ist in der Einleitung beschrieben und Taf. I. abgebildet. 
Anm. Bei einem Exemplare war ein langes Seitengefäfs durchgerissen: an dieser Stelle 

verursachte die Flüssigkeit blasenförmige Anschwellungen und färbte die umliegenden 

Theile bräunlich. 



24 ,' 
. 2. CYDIPPE. 

Corpus globosum vel ovatum. 

Tentacula thdhisa, ciliata. 

Der Körper kuglig oder eiförmig, ohne flügeiförmige Fortsätze, äusserlich mit acht 
Reihen Schwimmblättchen. Die Höhlen der Fangfäden öffnen sich an dem, dem Munde 
entgegengesetzten Ende des Körpers. Die Fangfäden bestehen aus einem röhrenförmigen 
Stamme, welcher an einer Seite mit vielen kleinen Röhren besetzt ist. 

Es ist wahrscheinlich, dafs alle Arten dieser Gattung acht Reihen Schwimmblättchen 
haben; dafs deren neun bei Cydippe Infundibidum angeführt werden, ist entweder ein Irr- 
thum, oder das beobachtete Exemplar war so mifsgebildet. Indem der Körper durch die 
zwei Fangfäden mit ihren Röhren gleichsam zwei Hälften hat, so müssen diese sich auch 
unter einander gleich gebildet seyn. Es scheint selbst nicht wahrscheinlich, dafs- Arten mit 
sechs Reihen in dieser Gattung vorkommen könnten, wie C. Cucullus beschrieben wird. 
Wenn jedoch wirklich nur sechs Reihen Fangfäden bei diesem Thiere vorkämen, so müfste 
es auch anders gebaut seyn und zu einer besondern Gattung gehören. 

Die Arten dieser Gattung sind ursprünglich mit den eigentlichen Berois vereinigt ge- 
wesen. Freminville war der erste, welcher die bekannten Arten unter zwei Gattungen 
vertheilte, brachte aber unglücklicherweise das Thier, welches von Brown zuerst mit dem 
Namen Beroe bezeichnet wurde, in seine neue Gattung Idya und liefs unter Beroe die spä- 
ter entdeckten, mit Fangfäden versehenen Arten. Zu diesem Mifsgriffe kommt noch der 
Unfall, dafs der sehr ähnlich lautende Name Idea vonFabricius für eine Schmetterlings- 
gattung und Idta von Lamouroux für eine von Sertttlaria gesonderte Gattung gebraucht 
worden. Da nun doch einmal eine Aenderung der Namen nothwendig wurde, so war es 
besser, für das ursprünglich so genannte Thier den Namen Beroe beizubehalten und der an- 
dernOattung einen neuen zu geben. Flemming schlug für diese Gattung die Benennung Pleu- 
robranchaea vor (Philosophy of Zoologie IL p. 612.J, aber der Name ist schon von Me ekel 
für eine, und von Cuvier für eine andere Molluscengattung (Pteurobranchus) verbraucht. 

1. Cydippe pileus, corpore subgloboso, tentaculis albidis. 
Gronovius Acta Helvetica IV. p. 36 Tab. 4. F. i — 5. 
Bast er opusc. subsec. 1. p. 124. Tab. 14. F. 6. 7. altera Beroes species. 

Slab- 



25 

■ ■ ■ ■• 

Slabber Physik. Belustig. S. 47.. Tab. 11. F. 1. 2. Glatte Beroe. 
Volvox bicaudatus. Linnaei Syst. nat. edit Xu. 1325. 
Beroe Pileus. Müller Zool. Dan. prodr. No. 2817. 
Modeer Neue Abhandl. Schwed. Akad. 1790. Uebers. 11. Band S. 38. 
Beroe laenigata, derselbe a. a. O. S. 41. 
Medusa Pileus, Gmelin Syst. Nat. 3152. 
Bruguiere Encycl. meth. Tab. 90. F. 3. 4. 
Beroe Pileus. Lamarck anim. s. vert. TL p. 470. 
Cuvier regne animal IV. 59. • 

In der Nordsee. 
Höchstens einen Zoll im Durchmesser. Körper durchsichtig; Magen und Fangfäden 
weifslich. 

2. C. Cucullus, corpore hemisphaerico, tantaculis coccineis. 
Martens Spitzberg. Reise, S. 131. Taf. P. fig. g. 
Adelung Geschichte der Schiffahrten S. 412. T. 17. F. g. 

- Beroe Pileus, Fabricius faun. Groenl. 361. 
Beroe Cucullus, Mo de er, N. Abh. Schwed. Akad. 1790. 11. Band S. 38. 
Im nördlichen Eismeere. 
Zwei Zoll lang. Martens beschreibt sie mit nur sechs Reihen Schwimmblättchen ; 
ob da nicht ein Irrthum vorgefallen seyn sollte? Der Körper ist nicht sehr durchsichtig, von 
halbkugliger Gestalt, Magenhöhle und die Röhren der Fangfäden purpurfarben mit licht- 
braunen Kanten, die Fangfäden zinnoberroth. 

3. C. DENSA, corpore ovali, tentaculis coccineis. 

Boroe densa, Forskai Descrip. anim. p. 111. v - 

Modeer 1. c. Band 11. S. 40. 

Im mittelländischen Meere. 
Gröfse einer Haselnufs, von eiförmig kugliger Gestalt, mit röthlichen Rippen und 
rothen Fangfäden. 

4. B. Ovum, corpore ovato, compresso; tentaculis sanguineis. 
Beroe Ovum, Fabricius Fauna Groenl. p. 362. 
Modeer 1. c. B. 11. S. 42. 

D 



26 

* ■ 

In der Baffinsbai. ; , ; 

Von der Gröfse eines Taubeneies bis zu der eines Enteneies. Farbe des Körpers 
blafs bläulich; die Reihen der Sehwimmfäden mit abwechselnden Farben selir glänzend. 
Die Reihen, welche die breiteren Flächen des Körpers einnehmen, verlaufen bis zu den äus- 
sersten Enden desselben, dagegen die vier auf den schmälern Flächen verlaufenden Reihen 
an beiden Enden abgekürzt sind. Die Fangorgane sind blutroth. 

Fabricius irrt in der Bezeichnung des Mundes, indem er ihn an das entgegengesetzte 
Ende des Körpers verlegt; er giebt bestimmt die Richtung an, welche das Thier beim 
Schwimmen nimmt. Was das für Organe, oder Theile von Organen sind, welche er das 
zweite Paar kürzere Fangfäden nennt, das sich aber nicht zu den Röhrenöffnungen heraus- 
strecken kann, ist mir nicht deutlich. 

5. C. Infundibulum, corpore breviter ovato; tentaculis albidis. 
Baster opusc. subs. 1. p. 123. T. 14. F. $. ' 
Gronovius Acta Helv. 5. p. 381. . 

Volvo x Beroe, Linne Syst, nat. ed. XÜ. p. 1324. 
Beroe Infundibulum, Müller prodr. Faun. Dan. No. 2816. 
' Modeer N. Abh. Schwed. Akad. 1790. 11. Band. S. 36. 
Medusa 1 rifun dib ul um , Gmelin Syst. Nat, 3i$2. 
Brug. Encycl. meth. PI. 90. F. 2. 
Beroe ovatüs> var. novem-costatus, Lamarck h. anim. s. vert. II. 469. 

In der Nordsee. 
Gröfse bis zu der eines Hühnereies. Körper von kurzer breiter eiförmiger Gestalt, 
sehr durchsichtig. Es werden von Baster die röhrenförmigen Höhlen der Fangfäden be- 
schrieben, aber die Fangfäden selbst hat f er nicht beobachtet,» woraus ich schjiefse, dafs sie 
von weifslicher Farbe seyn mögen. Es scheint unnatürlich, dafs ein Thier dieser Familie 
eine ungerade Zahl von Reihen der Schwimmfäden haben soll, es fehlen aber neuere 
Beobachtungen über dasselbe. v;) 

6. C. elliptica, corpore elongato elliptico, parum compresso; tentaculis albidis. 

In der Südsee, in der Nähe des Aequators. Taf.2. Fig. 1. 
Länge 1| Zoll, Breite | Zoll. Per Körper ist mehr als noch einmal so lang, als 
, breit, nimmt gegen beide Enden gleichinäfsig an Dicke ab, hat abgerundete Enden und ist 



27 

in der Mitte etwas zusammengedrückt; er ist durchsichtig, ungefärbt, nur die Reihen der 
Schwimmblättchen, die Fangfäden und Gefäfse sind weifslich. Die Höhlen der Fangfäden 
öflhen sich am hintern Körperende und ihre Oeffnungen sind rund. Die Fangfäden haben 
das Ansehen von feinen Röhren; der grofse röhrenförmige Stamm hat mehrere kleine Fä- 
den, die alle an einer Seite stehen. Die Schwimmblättchen sind kurz, die Zwischenräume 
zwischen zwei Kämmen sind zwei bis dreimal gröfser, als die Kämme lang sind. Der Mund 
steht etwas vor und ist gelappt; die Magenhöhle hat eine lange röhrenförmige Gestalt, in 
welcher man vier weifsliche krause Längslinien bemerkt. 

-7. C. dimidiata, corpore ovato ; cavitate postica rnaxirna. Taf.2. Fig. 2. 

In der Südsee, zwischen Neuseeland und Neusüdwallis. 
Diese Art wurde von Banks und Solander auf Capitäin Cook's erster Reise um die 
Welt am 13. April 1770 entdeckt, gezeichnet und Beroe biloba benannt. Die Entdecker 
hielten die grofse Höhle am hintern Ende des Körpers für einen Ausschnitt, daher die Be- 
nennung. Nach der in Bank's Bibliothek befindlichen Zeichnung (deren Ansicht ich der Güte 
des U.R. Brown verdanke) habe ich diese Art aufgenommen Und füge darnach hinzu: Kör- 
per einen Zoll lang, an der vordem Hälfte eiförmig, mit acht Reihen Schwimmblättchen. 
Die hintere eben so lange Körperhälfte ist aufsen eben und enthält eine grofse kegelförmige 
Höhle. Die Fangfäden treten an der Mitte des Körpers 'aus -ihren Röhren Hervor. Alles 
ist von weifslicher Farbe. ^L 

Anhang. Folgende Arten scheinen auch noch zu dieser Gattung 'zu gehören, können aber 
der mangelhaften Beschreibungen wegen nicht "genau bezeichnet werden: 

1) Beroe roseus, Voyage autour du Monde par Frey einet, Zoologie par Quöy et Gaitnard 
pag. 575. Tab. 74. F. 2. ovato-roseus, sexeostatus, ore abdito. Bei den Mollucken. 
Einen Zoll lang. Fangfäden werden weder erwähnt, noch abgebildet, aber sowohl die 
Gestalt, als die Bemerkung, dafs der Mund kaum bemerkbar sey, sprechen für diese Gattung. 

2) Beroe albens, Forskai Descript. anim. p. lil, nuce coryli äuplo major, costis albis; 
ovalisy tentaculid nullt's. Im mittelländischen und rotherilleere. — Obgleich ausdrücklich 
angemerkt wird, dafs die Fangfäden mangelhj so können sie doch leicht der Beobach- 
tung entgehen, wenn sie weifs gefärbt sind. Der Gestalt nach gehört sie zu Cydippe, und für 
diese Vermuthung spricht noch, dafs Forskai bei seiner Beroe rufescens als etwas besonde- 

D2 



28 

res, ihr allein Zukommendes anführt, dafs sie inwendig gänzlich hohl sey. Demnach 
wäre die rufescens allein eine Beroe, die andern Arten aber gehörten zu Cydippe. 
3) Scoresby bildet im Account qf the arctic Regiom Vol. II. PI. XVI. ft 4. auch ein 
Thier dieser Gattung ab, Welches er in der Nähe Spitzbergens beobachtete, giebt aber 
keine Beschreibung. 

3. CALLIANIRA. Peron. 

Corpus appendicibus lateralibus. 

Tentacula ramosa. " 

Der Körper mit seitlichen flügeiförmigen Anhängseln oder Kanten, auf welchen die 
Schwimmblättchen-Reihen sich befinden. Die Höhlen der Fangfäden öflhen sich an dem, 
dem Munde entgegengesetzten, Ende des Körpers; sie haben einzelne grofse Zweige. Der 
Mund steht röhrenförmig voiv (Es hat sich nicht gefügt, dafs ich eine Art dieser Gattung 
hätte selbst beobachten können ) ► * 

1. C. TRIPLOPTERA, appendicibus utroque latere alaeformibus tribus. 
Lamarck h. anim. s. vert. II. 467. 

Beroe heüagonus, Bruguiere encycl. PI. 90. F. 5. 

Im indischen Meere, in der Nähe von Madagascar. 
Der Korper ist länger, < als die Anhängsel; er ragt an beiden Enden hervor. Der 
hintere und mittlere Theil des Hinterleibes scheint mit vielen Papillen besetzt zu seyn. Die 
kurzen Fangfäden haben nur wenige grofse Zweige, drei bis vier. 

2. C. diploptera, appendicibus utroque latere alaeformibus duabus büamellosis. 
Lamarck 1. c. 467. 

Callianira. Peron et Le Sue.ur, annal. du Mus. vol. 15. p. 65. P. 3. F. 16. 
Im indischen Meere, in der Nähe von Neuholland, 
Obgleich die Fangfäden bei dieser Art nicht beobachtet sind, so scheint das Thier 
doch seinem Baue nach zu dieser Gattung zu gehören; die Thiere strecken, eingefangen, 
nur dann die Fangfäden heraus, wenn man sie ganz ruhig läfst, 

3. C. hexagoNA, corpore hemisphaerico, sexangulato / costis ciUath octo, 
Slabber physik. Belust. S. 28. T. 7. F. 3. 4, 

Beroe hexagona, Modeer I. c. S. 42. 
Bruguiere encycl. PI. 90. F. 6. 



29 

In der Nordsee. - l 

Das von Slabber an der holländischen Küste beobachtete Thier hatte die Gröfse 
einer Erbse, eine halbkuglige Gestalt, himmelblaue Farbe. Die acht Reihen der Schwimm- 
fäden sind sehr erhaben; die beiden Enden des Körpers stehen röhrenförmig vor und sind 
mit dunkelblauen Lappen umgeben. Die Fangfäden sind roth und haben drei grofse Zweige. 
— Im Ganzen ist diese Art der Callianira trtploptera sehr ähnlich, weshalb Bruguiere's 
Fig 6. auch von Lamarck dazu gezogen wird, allein es mangeln ihr die seitlichen flügel- 
formigen Fortsätze. - 



Zweite Familie. Mnemiidae. 

Rippenquallen mit kleiner Magenhöhle ohne Fangfäden. 

Die Magenhöhle nimmt nur einen kleinen Theil des Körpers ein; darin stimmen sie 
mit den Thieren der vorigen Familie überein. Es mangeln ihnen aber die Fangfäden gänz- 
lich, wodurch ihr Bau viel einfacher wird. Alle haben entweder grofse Lappen an der 
Mundöflhung, oder besondere mit Reihen von Schwimniblättchen besetzte Fortsätze in die- 
ser Gegend; an den meisten wird man beides zugleich gewahr. Ihre Bewegungen sind 
sehr langsam. 

Es sind vier Gattungen bisher aufgefunden, von denen keine früher bekannt war. 
Die Gattung Mnemia vereinigt die meisten bei den übrigen Gattungen vorkommenden 
Merkmale in sich. 
I. Mit schmalen Fortsätzen an der Mundöflhung, 

A. Mit Reihen von Schwimmblättchen auf dem Körper, 

a. Körper am Munde ohne grofse Lappen, äufserlich mit Papillen besetzt 4. Eucharis. < 

b. Körper am Munde mit grofsen Lappen, äufserlich eben . . 5. Mnemia. 

B. Ohne Reihen von Schwimmblättchen auf dem Körper . . . 6. Calymma. 
H. Ohne schmale Fortsätze an der Mundöflhung. . . ... 7. Axwtima; 

4. EUCHARIS. 
Corpus extus papülosum ; serdebus ciliarum octo;, 
appendicibus cvrcum os. 
Der Körper hat äufserlich acht Reihen Schwimmblättchen; an dem Ende des Kör;- 



30 - 

pers, wo der Mund sich befindet, ist er nicht mit grofsen Lappen versehen, sondern er hat 
hier schmale Anhängsel, welche mit Reihen von Schwimmblättchen besetzt sind. Die ganze 
äufsere Fläche des Körpers ist mit zapfenförmigen Hervorragungen bedeckt; in seiner Ge- 
stalt ist er viel länger als breit, an beiden Enden gleich dick, und ein wenig zusammenge- 
drückt. Am hintern Ende des Körpers befindet sich eine tiefe trichterförmige Höhle, in 
welcher sich der sehr kurze Ausführungskanal der Magenhöhle öffnet. An jeder der brei- 
tern Seitenwände des langen Magens verläuft ein Gefafs, das überall feine Zweige auf- 
nimmt; beide vereinigen sich am spitzen Grunde des Magens, bilden um die Ausfiihrungs- 
röhre ein sehr enges Ringgefäfs, aus welchem vier Gefäfse entspringen, die an den Wänden 
der trichterförmigen Höhle aufsteigen, und noch am äufsern Rande sich jedes in zwei Zweige 
spaltet. Die durch diese Theilung entstandenen acht Gefäfse verlaufen unter den Reihen 
der Schwimmblättchen. 

1. E. TlEDEMANNl, appendtctbus quatuor tetragonis brevibus, papillis corporis parvis 
densk. Taf.l. Fig. 2. . 

Im nördlichen stillen Meere, östlich von Japan. 
Körper 4 Zoll lang, lf Zoll breit, etwas von den Seiten zusammengedrückt. Die 
Reihen der Schwimmblättchen stehen an den breiten Flächen weit von einander, an den 
schmalen Seitenflächen aber dichter zusammen. Die Schwimmblättchen selbst sind sehr 
zusammengedrängt und daher um vieles länger als die Zwischenräume zwischen zweien. 
Die Oberfläche des Körpers ist blafs gelblich, braun gefärbt; an jedem Schwimmblättchen 
bemerkt man einen dunklern Punkt. Die Zwischenräume der Reihen der Schwimmblätt- 
chen sind mit kurzen zapfenförmigen Hervorragungen dicht bedeckt. Gegen das mit der 
Mundöffnung versehene Körperende hin entspringen von den warzigen Zwischenräumen 
vier vierkantige zolllange Fortsätze, die sehr schmal sind, in ihrer ganzen Länge eine gleiche 
Dicke behalten, und an ihren Kanten mit Reihen von Schwimmfäden besetzt sind; sie tra- 
gen also auch zur Fortbewegung des Körpers bei. Der Mund ist eine grofse Spalte mit brei- 
ten Lippen, der Magen lang und schmal mit einem etwas engern Schlünde. Dieses ausge- 
zeichnete Thier ist dem Verfasser des Meisterwerks der Anatomie der Holothurien, Seesterne 
und Seeigel, Herrn Professor Tiedemann gewidmet. 



31 

2. E. multicornis, appendicibus duabus corpore paulo bremoribus, papillis corporis 
raris tnaequalibus. 
Voyage par Freycinet, Zoologie par Quoy et Gaimard p. 574. Taf. 74. F. 1. Beroe 
multicornis. 

Im mittelländischen Meere. 
Zwei Zoll lang, von bräunlich rosenrother Farbe. Die beiden Fortsätze fast von 
der Länge des Körpers, die zapfenfürmigen Hervorragungen von ungleicher Länge, und nur 
wenige zerstreut. Die Zahl der Reihen der Schwimmblättchen wird auf fünf bis sechs an- 
gegeben. Die trichterförmige Höhle am hintern Körperende ist irriger Weise für den Mund 
angesehen worden. 

5. MNENIA. 

Corpus extus laeve, appendicibus circum os, et hinc lobatum. 
Der Körper hat äufserlich acht Reihen Schwimmblättchen, und ist stark zusammen- 
gedrückt. Die schmälern Seitenflächen endigen sich am Mundende in grofse Lappen, die 
breitern Flächen haben jede zwei lange trichterförmige Fortsätze, welche mit ihren feinen 
Spitzen gegen das Mundende des Körpers hingerichtet sind und Reihen von Schwimmblätt- 
chen tragen. Die äufsere Fläche des Körpers ist eben, am hintern Ende desselben endigt 
die Ausführungsröhre des Magens in einer trichterförmigen Höhle. 

1. M. Schweiggeri, corpore ovato, postice mutico. Taf. 2. Fig. 3. 

In der Bai von Rio Janeiro in Brasilien. 
Der Körper ist zwei Zoll lang, eiförmig, zusammengedrückt, das Mundende viel dik- 
ker als das andere; die äufsere Haut weifslich gefärbt, mit dunklern Körnchen dicht besetzt. 
Die schmälern Flächen trennen sich, fast vom Körperende an,, in zwei grofse Lappen, wel- 
che mit ihren wellenförmig ausgerandeten Seitenrändern einen grofsen Theil der breitern 
Körperflächen bedecken; sie nehmen nach dem Mundende hin allmählig an Breite zu, und 
stehen ein der Mundöffhung weit vor. Jeder Lappen ist mit zwei Reihen Schwimmblätt- 
chen besetzt, die gegen die Enden des Körpers allmählig verschwinden. Auf der Mitte 
der breitern, tiefer liegenden Seitenfläche des Körpers entspringen die lanzetförmigen 
Fortsätze, deren innerer Rand eines jeden nach hinten zu sich in eine Reihe Schwimm- 
blättchen in gerader Richtung fortsetzt. Die Sclrwimmblättchen sind lim sehr vieles brei- 
ter, als die unter ihnen fortlaufenden Gefäfse, sie sind aber nur halb so lang, als die Zwi- 



32 ■ 

schenräume zwischen zwei Blättchen. Die dicken Lippen der breiten Oeffnung des Mun- 
des haben jede in der Mitte einen kurzen dicken walzenförmigen Anhängsel. 

Möge diese Art ihren Namen zum Andenken des um die Naturgeschichte hochver- 
dienten Professors Schweigger führen, welcher ein Opfer seiner Wissenschaft wurde. 

2. M. KuHLH corpore ovato; stylis duobus posticis subulatis. Taf. 2. Fig. 4. 

In der Südsee, in der Nähe des Aequators unterm 180° Länge von Grw. 

Körper nur acht Linien lang, ganz von der Gestalt der vorigen Art, von welcher 
diese sich vorzüglich durch zwei pfriemenförmige, drei Linien lange Fortsätze am hintern 
Körperende unterscheidet. Die Seitenlappen am Mundende sind etwas breiter. 

Uebrigeris hätten sich auch noch andere weniger auffallende Unterschiede auffinden 
lassen, wenn nicht eine Fülle von neuen Formen an demselben Tage meine Aufmerksam- 
keit mehr auf sich gezogen hätte. Durch die Benennung dieser Art wünschte ich das An- 
denken des hoffnungsvollen Zoologen Dr. Kühl zu feiern, welcher auf Java ein Opfer sei- 
nes allzu grofsen Eifers wurde. 

3. M. Chamissonis, corpore elongato compresso. 

Chamisso in N. Act. Acad. Leop. Car. X. p. 362. T. 31. F. 3. Callianira heteroptera. 

Im südlichen Atlantischen Meere an der Küste des Vorgebirges der guten Hoffnung. 
Es ward nur ein drei Zoll langes Bruchstück beobachtet. Der hintere Theil des 
Körpers war beim Einfangen abgerissen. Der ganze Körper ist so durchsichtig, dafs es im 
Wasser unmöglich war, die wahren Grenzen desselben zu bestimmen; man erkannte nur 
die Reihen der schimmernden Schwimmblättchen, und die etwas weifslich gefärbte Magen- 
höhle, daher denn auch in der angeführten Abbildung nur diese Organe dargestellt sind, 
und selbst der Körper hinten unbegrenzt erscheint. Der Körper mufs in seinem vollkom- 
menen unverletzten Zustande lang seyn, indem das beobachtete Bruchstück schon zwei mal 
länger als seine gröfste Breite war, dabei ist es sehr stark seitlich zusammengedrückt. Die 
schmälern Seitenflächen bilden an der Mundöffnung grofse Lappen; die auf ihrer äufsern 
Fläche befindlichen Reihen der Schwimmblättchen stehen ziemlich weit von einander ab. 
Die Reihen der Schwimmfäden auf den breiten Flächen sind am nintern Ende und in der 
Mitte des Körpers weit von einander entfernt, am vordem Körperende aber w T enden sie 
sich, ziemlich plötzlich gegen einander. An ihrem äufsersten vordem Ende entspringen die 

lan- 



33 

lanzettförmigen Anhänge, an jeder breiten Fläche also zwei; sie sind an ihrem Ursprünge 
enger, als in der Mitte, ihr Ende ist zugespitzt. 

Diese Art ist nach meinem Freunde und Reisegefährten auf der ersten Reise des 
Cap. v. Kotz ebne um die Welt, Dr. Ad. von Chamisso benannt worden, der sich auch 
um die Zoologie durch die Beschreibungen der Mollusken und Strahlthiere so viel Verdienst 
erworben hat. 

^6. CALYMMA. 

Corpus appendicibus circum os; sertebus ciliarum in appendicibus tantum. 

Der Körper hat keine Reihen von Schwimmblattchen, diese befinden sich nur auf 
vier schmalen Fortsätzen, welche von den grofsen Seitenlappen eingehüllt werden, und mit 
ihren freien Enden gegen die Mundöffnung gerichtet sind. Die äufsere Fläche des Körpers 
ist eben, und der Ausführungsgang des Magens endigt sich nicht in einer trichterförmi- 
gen Grube. 

f. C. Trevirani. Taf.2. Fig.5. 

In der Südsee, in der Nahe des Aequators. 
Von der Grofse eines Enteneies. Der Körper ist seitlich zusammengedrückt, von 
der MundÖfihung bis zum Ende der Ausführungs-llÖhre des Magens gegen zwei Zoll hoch, 
von der äufsern Fläche eines grofsen Lappens zu der des andern 3f Zoll breit und nur 
etwas über einen Zoll dick. Die an den schmälern Seiten des Körpers befindlichen grofsen 
Seitenlappen sind durch ihren mittlem dickern Theil mit dem mittlem Leibe des Thieres, 
welcher die Magenhöhle enthält, verbunden, so dafs ihr freies Ende nur halb so lang ist 
als ihre breiten aber dünnen unregelmäfsig ausgezackten und faltigen Seitenränder, welche 
bis zum Grunde des Magens hinauf vom mittlem Leibe abgetrennt sind. Hier an dem Ur- 
sprünge der Ränder der grofsen Lappen bemerkt man ein Stück von einer Schwimmfäden- 
reihe, welches aber nur zwei Linien lang ist; und vom Ursprünge eines Randes des einen 
grofsen Lappen zu dem des entgegengesetzten Lappen verläuft ein blafsbrauner Streifen. 
Jeder grofse Lappen hat äufserlich an seinem obern Theile zwei grofse längliche braune 
Flecken, welche in schiefer Richtung verlaufende Streifen haben. Am Ursprünge eines je- 
den Randes der grofsen Lappen endlich entspringt, von ihm bedeckt, ein lanzettförmiger 
Fortsatz, der bis an die Mundöffnung reicht, zusammengedrückt ist, und an seinen beiden 
scharfen Rändern eine Reihe Schwimmblattchen trägt. Es kommen also an diesem Thiere 

E 



34 

doch auch acht Reihen solcher Schwimmblättchen vor, obgleich nicht auf der Körperfläche 
selbst. Am untern Ende des Körpers befindet sich die breite quere Mundöffnung. Der 
weifsliche Magen hat in der Mitte eine sehr starke Einschnürung, wodurch ein mützenfor- 
miger Vormagen, dessen Wände mit sichtbaren Gefäfsverzweigungen reichlich besetzt sind, 
von dem rimden Magengrunde abgetrennt wird, an welchem letztern an jeder seiner brei- 
tern Flächen ein aufsteigendes Gefäfs deutlich ist. Der Magengrund war bei dem einge- 
fangenen Exemplar mit kleinen Crustaceen angefüllt. Bei der Berührung der Oberseite des 
Thieres, vorzüglich der Stelle, wo die Gefäfse an die Oberfläche kommen, zog sich das 
Thier lebhaft zusammen und bewegte die grofsen Lappen. Bei Benennung dieser Thier- 
art habe ich dem ausgezeichneten deutschen Physiologen und Naturforscher, Professor G. R. 
Treviranus, meine Hochachtung bezeigen wollen. 

7. AXIOTIMA. 

Corpus appendicibus ad os destttutum. 
Der Körper hat zwei grofse Seitenlappen, welche jede mit zwei an der Spitze des 
Lappens zusammenstofsenden Reihen von Schwimmfäden besetzt sind. Andere schmale 
Fortsätze fehlen. Statt des Magens findet sich eigentlich nur eine Mundhöhle vor, denn 
so klein ist der Raum, aus welchem die eben so wie bei den vorigen Gattungen vertheil- 
ten Gefäfse aufsteigen. Die Kleinheit der Verdauungshöhle, und die Gröfse und Stärke der 
Seitenlappen läfst fast vermuthen, dafs die Thiere dieser Gattung ihre Nahrungsmittel mit 
den grofsen Lappen umfassen und einschliefsen und sodann aussaugen. 

1. A. Gaedei. Taf.2. Fig. 6. 

In der Südsee, in der Nähe des Aequators. 

Von der Gröfse eines Taubeneies. Der Körper ist etwas seitlich zusammengedrückt, 
sein längerer Querdurchmesser fast noch einmal so grofs, als seine Länge. Eigentlich be- 
steht der Körper aus den beiden grofsen Seitenlappen, welche durch seinen mittlem, die 
Gefäfsstämme enthaltenden Theil unter einander in Verbindung stehen; mit ihren freien En- 
den legen sie sich etwas über einander. Die Reihen der Schwimmfäden sind breit und 
haben an ihrer innern Seite einen braunen Streifen. Die äufsere Fläche des Körpers hat 
eine weifsliche Färbung. 

Durch die Benennung dieses Thieres wollte ich mich gegen Herrn Prof. Gaede für 
seine Anatomie der Medusen dankbar beweisen. 



35 

Anm. Ich habe den Namen Axia, welchen ich in meinem in der Isis 1S25 abgedruckten 
Bericht dieser Gattung gegeben hatte, in Axiotima umgeändert, weil von Leach schon 
eine Krebsgattung Axius genannt worden ist. 



Dritte Familie. Beroidae. 

Rippenquallen mit grofser Körperhöhle. 

An den hierher gerechneten Thieren kann man keine eigentliche Magenhöhle unter- 
scheiden, indem der Körper so gebaut ist, dafs er eine grofse Höhle bildet, deren Hinter- 
grund als Verdauungshöhle dient. Es sind immer acht Reihen Schwimmfaden vorhanden, 
welche auf der äufsern Fläche des Körpers verlaufen; am hintern geschlossenen Ende des 
Körpers, wo man den Ausfuhrungskanal der innern Höhle, wegen der Undurchsichtigkeit 
der dicken Körpermasse, nicht bemerken kann, befinden sich noch zwei warzenförmige 
Erhöhungen, welche mit Schwimmfäden besetzt sind- Die acht am geschlossenen Ende 
des Körpers entspringenden Gefäfse geben in ihrem Verlaufe nach dem vorderen offenen 
Körperende hin überall nach beiden Seiten starke Zweige in die Körpersubstanz ab; sie 
selbst endigen sich in einem Ringgefäfse an der grofsen Oeffhung. An der innern Fläche 
des Körpers fuhren zwei grofse einfache Längsgefafse, welche ihren Ursprung aus dem Ring- 
gefälse nehmen, und durch die Aufnahme der Seitenzweige verstärkt werden, alle Flüssig- 
keiten wieder zum Hintergründe der Höhle zurück. Der Körper ist immer ungetheilt, hat 
weder Fortsätze noch Fangfäden; kann aber verschiedene Formen annehmen. 

Die drei Gattungen dieser Familie unterscheiden sich auf folgende Weise: 

A. Reihen der Schwimmfäden offen 

a. Schwimmfäden, kürzer als ihre Zwischenräume . ■ . . . . 8. Beroe. 

b. Schwimmfäden mehr als noch einmal so lang als ihre Zwischenräume 9. Medea. 

B. Reihen der Schwimmfäden in Furchen, wo sie eingeschlossen werden können 10. Pandora. 

8. BEROE. Brown. 0. Müller. 

Series ciliarum apertae. Ciliae interstitiis brevwres. 

Der Körper hat gewöhnlich eine eiförmige Gestalt, ist aufsen mit acht Reihen Schwimm- 
fäden besetzt, welche vom hintern geschlossenen Körperende nach vorn hin verlaufen, aber 

E 2 



36 

das vordere Ende nicht erreichen, sondern früher verschwinden. Es sind immer zwei Rei- 
hen einander immer mehr genähert, als den andern nebenstehenden, und zwar verläuft 
solch ein Paar Reihen auf jeder der breiten Fläche des etwas zusammengedrückten Kör- 
pers, und eben so an den schmälern Flächen. Die Schwimmfäden, welche in den langen 
Reihen in kurzen Querreihen auf einander folgen, sind kürzer als der Zwischenraum zwi- 
schen zwei kurzen Querreihen, weshalb sie darch ihre Bewegung den Körper nur sehr 
langsam fortrücken können. Die Reihen liegen offen und können nicht verborgen werden. 
Der Körper kann verschiedene Gestalten annehmen; wenn das'Thier viele Nahrungsstoffe 
in seine Höhle aufgenommen hat, so schliefst es dieselben durch eine Zusammenschnürung 
des Körpers in der Mitte ein; will es den Rückstand der Nahrungsmittel aber entfernen, 
so kann es sich fast umstülpen. Nach Berührungen schliefst es die vordere Oeffhung und 
zieht sich fast kuglig zusammen. 

1. Beroe OVATA, radtis quatuor, postice abbreviatis. 
Brown Histor. jamaic. 384. F. 43. f. 2. Beroe. 
Bruguiere encycl. meth.pl. 90. f. 1. 
Linnaei system. nat ed X. p. 660. Medusa Beroe. 

Im westindischen Meere. 

Eine grofse ungefärbte Art, welche sich dadurch von den übrigen auszuzeichnen scheint, 
dafs von den acht Reihen der Schwimmfäden immer zwei das hinterste Körperende er- 
reichen und zwei neben ihnen stehende nicht. 

Dieses ist das erste Thier, welches mit dem Namen Beroe belegt wurde, und zwar 
von Brown in seiner Geschichte von Jamaica; nachher nahm Gronovius und O.Müller 
denselben für die Gattung an. 

2. Beroe Cucumis, 'radtis omnibus postice concurrentibus, extus immaculata, superßcie 

interna rubro-punctata, 
O. Fabric. faun. groenl. p. 361. 
Mo de er N. Abhandlung Schwed. Ak. Übersetzung v. Kastner. 1790. XI. S. 35. 

In der Baffinsbai. 
Bis 3 Zoll lang, aufsen ungefärbt, die Körpermasse weifslich mit bläulichem Scheine ; 



37 

an der innern Fläche mit dichten blutrothen Punkten bezeichnet, welche durchscheinen. 
Alle acht Reihen Schwimmfäden reichen bis ans hinterste Ende des Körpers. 

Alles Uebrige der Fabricius'schen Beschreibung bezieht sich auf die Gattung. 

3. Beroe Punctata, radiis omnibus postice concurrentibus, cilüs altera ab altera aeque 

dissitisextus ferrugineo- punctata, vasis haud coloratis. Taf.3. Fig. 1. 
Chamisso in N. Act. Acad. Leop. Car. X. p. 361. Tab. 31. F. 1. 

Im Atlantischen Meere nördlich von den Azoren. 
Gegen vier Zoll lang; von den acht Reihen Schwimmfäden, welche alle am hin- 
tern Ende des Körpers entspringen, reichen die an den breiten Flächen des Körpers nur 
bis zur Hälfte desselben, die vier andern Reihen sind etwas länger. Die Schwimmfäden- 
kämme stehen alle in gleicher Entfernung von einander, wodurch sich diese Art von der 
folgenden wesentlich unterscheidet. Die ganze Oberfläche des Körpers ist dicht gelbbraun 
punktirt; die Punkte sind bei gröfsern Exemplaren dunkler, als bei kleinem. Die Gefäfse 
sind ungefärbt. 

4. Beroe gilva, radiis omnibus postice concurrentibus, ciliis per paria approximatis ; 

vasis ferrugineis. 

An der Küste von Brasilien. 

Etwas über zwei Zoll lang. Die äufsere Fläche hell bräunlich gelb, mit dunklern 
bräunlichen Gefäfsen. Die Reihen der Schwimmfaden entspringen alle am hintern Ende 
des Körpers, und reichen bis nahe an den Rand des Vorderendes desselben. Von den 
Schwimmfädenkämmen sind immer zwei einander stark genähert. 

Zu dieser Art gehört die Abbildung Taf. 30. F. 3. in N. Act. Acad. Leop, Car. X., 
sie hat aber wenig Werth. 

5. Beroe capensis, vasis omnibus rufo-ferrugineis. 

Chamisso in N. Act. Acad. Leop. Car. X. 361. T. 30. F. 4. Beroe Capensis. 
Peron et Lesueur Voyage pl. 31. f. 1. Beroe macrostomus. 
Lamarck anim. s. vert. II. p. 469. Beroe cylindricus. 

Im südlichen Atlantischen Meere, in der Nähe des Cap's. 
Drei Zoll lang? Die Reihen der Schwimmfäden scheinen alle gleich lang zu seyn, und 
über den ganzen Körper hin zu verlaufen. Alle Haupt- und Nebengefäfse sind rothbraun gefärbt. 



38 

Anhang. Hierher gehört noch Beroe rufescens. Forskai Descr. anim. p. ili. Me- 
dusa Beroe rufescens y ovata oblong a; saepe quinque pollices longa, intus prorsus vacua. 
Im mittelländischen Meere. Ob die von Rolando abgebildete Art hierher gehöre, oder 
eine eigene ausmache, ist ungewifs. s. Rolando Memoria sulle cause da cui dipende la 
vita Tab. Fig. 1. 

Unbekannt ist mir Idya n. sp. Treminville nouv. bull, de la soc. phil. Mai 1809. 

p. 329 c. fig. unä' die Art, über welche Flemming inMem. of the R. Soc. of Edinburg. 3. 

£. 400 Tab. 38. f. 3. 4. Beobachtungen geliefert hat. So viel mir bekannt, ist noch keine 

Art von den europäischen Küsten genau beschrieben worden. 

9. MEDEA. 

Serien ciliarum apertae; ciliis interstitiis duplo longioribus. 
Die Schwimmfäden sind sehr lang, in den bekannten Arten mehr als noch einmal 
so lang als ihre Zwischenräume. Die acht Reihen der Schwimmfäden reichen vom hintern 
Theile des etwas zusammengedrückten Körpers bis etwas über die Hälfte. Die vordere 
Oeffnung des Körpers ist grofs, und der Körper bildet hier zwei sehr grofse Lippen, welche 
den dritten Theil der ganzen Körperlänge einnehmen. Wegen der sehr langen Ächwünm- 
f äden ist die Bewegung des Körpers sehr behende. Die hierher gehörigen Arten sind mi 
Verhältnifs zu den Beroen sehr klein. 

1. M. CONSTRICTA, corpore vasisque albicantibus. 

Chamisso in N. Act. Akad. Leop. Car. X. p. 361. T. 31. F. 2. Beroe constricta. 

In der Sundasee. \ 

Der eiförmige stumpfe Körper 5 Linien lang, Körper und Gefäfse weifslich trübe. 

2. M. RUFESCENS, corpore rufescente, vasisrufo-ferrugineis. Taf.3. Fig. 3. 

In der Südsee in der Nähe des Aequators. 
Der eiförmige, hinten etwas zugespitzte Körper, zwei Linien lang, die Lippen gewöhn- 
lich breiter als der Körper, welcher eine blafs ziegelrothe Farbe hat. Die Längsgefäfse der 
Schwimmfäden sowohl als das sehr kraus geschlängelte Ringgefäfs am äufsern Rande der 
Lippen sind bräunlich roth gefärbt 



39 
10. PANDORA. 

Series ciliarum in sulcis sitae; marginibus sulcorum membranis inslructis. 

Die kurzen Reihen der Schwimmf äden dieser Gattung liegen in Furchen, welche, 
durch die sich zusammenfügenden Seitenränder derselben, die Schwimmfäden einschliefsen 
können. Aufserdem ist sie noch durch eine Reihe von feinen Fäden, gleichsam Fühlfäden, 
ausgezeichnet, welche einen Kranz am äufsern Rande der vordem Körperöffnung dicht auf 
dem Gefässring bilden. Die Bewegung dieser Thiere ist sehr langsam. 

1. P. Flemmingii. Taf.2. Fig. 7. 

Im nördlichen stillen Meere, östlich von Japan. 

Körper 3 Linien lang und fast eben so breit, an der vordem Öeffnung gerade abge- 
schnitten; letztere ohne Lippen mit einem schmalen einwärts geschlagenen Hauptrand. Von 
den acht Reihen der Schwimmfäden reichen die vier auf den beiden breiten Körperflächen 
nicht bis zur Hälfte der Körperlänge,, die vier andern etwas über dieselbe hinaus. Die 
Schwimmfädenkämme stehen ziemlich dicht bei einander und sind sehr kurz. Die äufsere 
Fläche des Körpers hat eine weifsliche gelbliche Farbe, die Gefafse sind blafs röthlich braun, 
die beiden Endwarzen am dunkelsten gefärbt. 

Diese Art habe ich nach dem gelehrten Zoologen John Fleniming benannt, dessen 
Werk ich hier Öfters angeführt. 



Zweite Ordnung. Scheibenquallen. Discophorae. 

Mit einer grofsen centralen Verdauungshöhle. Das einzige Schwimni- 
örgan hat eine Scheiben- oder glockenförmige Gestalt, und bildet 
die Hauptmasse des Körpers. 

Die Scheibenquallen, welche unter dem Namen Medusen allgemein bekannt sind, 
haben einen vollkommen symmetrischen Körper, dessen Schwimmorgan eine mehr oder 
weniger gewölbte glockenförmige Gestalt hat und mit dem Namen der Scheibe (oder des 
Huts, pileus) bezeichnet wird. An der ausgehöhlten untern Fläche dieser Scheibe befinden 
sich die Ernährungsorgane, welche von besondern Häuten gebildet werden, und an denen 



- 40 

auch die Keime der künftigen Generation ihren Ursprung nehmen. Bei den meisten ste- 
hen mit den peripherischen Enden der Verdauungsorgane noch besondere hohle Fangfäden 
in Verbindung, welche vermöge des in ihnen enthaltenen Saftes ausgedehnt werden kön- 
nen. Dieser Saft macht wiederum durch seine mehr oder weniger ätzende Eigenschaft 
die Thiere erstarren, die mit seinen Fängern in Berührung kommen. 

Linne" begriff die wenigen ihm bekannten Scheibenquallen alle nebst einigen andern 
Acalephen unter der Gattung Medusa, welche von ihm vorzüglich Meernesseln genannt 
wurden. Peron lernte eine grofse Anzahl dieser Geschöpfe auf der Entdeckungsreise ken- 
nen, deren Bestimmung die Aufnahme der Neuholländischen Küsten war. Die Falirt, im- 
mer in der Nähe des Landes, mufste ihm besonders viele Arten dieser Ordnung liefern, in- 
dem sie sich vorzüglich dort aufhalten. Peron, unterstützt von dem ausgezeichneten Ma- 
ler Lesueur, einem Gefährten auf jener Reise, unternahm eine Classification aller Me- 
dusen in Familien und Gattungen, und gab eine Uebersicht von 29 Untergattungen, welche 
er in den Annales du Mus. d'hist. nat. im 14. Bande bekannt machte. 

Leider wurde die ausführliche Mittheilung aller seiner Entdeckungen durch einen 
frühen Tod den Wissenschaften geraubt. Es wird daher schwer, sich von manchen dort 
aufgestellten Gattungen einen Begriff zu machen, zumal da in der allgemeinen Eintheilung 
Mifsgriffe in der Deutung der Organe begangen sind. Wenn es schon schwierig ist, die 
verwandten Arten einer Gattung bei eigener Anschauung der Naturkörper durch bestimmte 
Merkmale zu unterscheiden, und diese festzusetzen, so wird es fast unmöglich, die Unter- 
schiede der meisten bekannten Arten anzugeben, welche gröfstentheils durch eine kurze, 
nur auf die Gattungsmerkmale Bezug habende Beschreibung, und eine noch unvollkomme- 
nere Abbildung bezeichnet worden sind. Es kann für die Wissenschaft von keinem Nutzen 
seyn, wenn solche Arten ins System aufgenommen werden, sondern es wird zweckmäfsi- 
ger seyn, sie in einem Anhange anzuführen, um einen künftigen Forscher auf die schon 
vorhandenen Beschreibungen aufmerksam zu machen. Bisher sind erst von drei Arten so 
genaue Beschreibungen erschienen, wie man wünschen mufs, dafs von jeder Gattung eine 
Art untersucht werden mochte, nämlich die genauesten Beschreibungen von Medusa aurita 
lieferten O. F. Müller, Gaede und v. Baer; den Bau der Rhizostoma Cuvieri hat zuerst 
Cuvier und nachher Eysenhardt ganz vorzüglich genau beschrieben; über Cyanea Ca- 
pillaris hat ebenfalls Gaede seine Untersuchungen mitgetheilt. 

Bei der Betrachtung der ganzen Gruppe der Scheibenquallen wird man bei vielen 

- Gat- 



41 

Gattungen von der regelmässigen Eintheilung des Scheibenrandes in acht Lappen oder von 
der Gegenwart von acht Einschnitten in derselben überrascht; man sieht ferner, dafs bei 
allen auch in diesen Einschnitten acht dunkle bisher noch unerklärte kleine Körper sich be- 
finden, und dafs überhaupt auch mit diesen Merkmalen noch andere Organe denselben Gat- 
tungen zukommen. Hauptsächlich aber sind diese so ausgezeichneten Gattungen mit Keim- 
behältern begabt, deren bei der gröfsten Zahl nur vier vorhanden sind; nur die Gattung 
Cassiopea macht durch eine gröfsere Anzahl derselben eine Ausnahme. Dagegen fehlten 
einer weit gröfseren Zahl von Gattungen diese Eigenthümlichkeiten, welches zu einer Ein- 
theilung aller Medusen in zwei Abtheilungen Anlafs gegeben hat, nämlich in Discophorae 
phanerocarpae und D. cryptocarpae. 



Erste Abtheilung, Discophorae phanerocarpae. 

Scheibenquallen mit Keimwülsten. 

Bei den Scheibenquallen dieser Abtheilung trifft man durchgängig am Rande der 
Scheibe acht Einschnitte an, in welchen eben so viele kleine eiförmige Körper von dichter 
undurchsichtiger Masse sich befinden, deren Bestimmung noch nicht erforscht ist. Eben so 
beständig sind sie mit vier (in nur einer Gattung mit acht) Säcken begabt, welche Keime 
enthalten, und entweder in besonderen Höhlen an der untern Fläche der Scheibe und äus- 
serlich von der Verdauungshöhle liegen, oder an denselben Orten frei herabhängen. Ganz 
gewöhnlich sind die Medusen dieser Abtheilung auch noch mit besondern Fortsätzen, wel- 
che man Arme nennt, begabt; diese nehmen ihren Ursprung aus der Scheibenmasse selbst 
aus der Mitte ihrer untern Fläche in abwechselnder Lage mit den Keimsäcken. Nachdem 
nun diese Arme als wahre Sauger oder nur als ErgreifungSorgane dienen, lassen sich diese 
Medusen in wesentlich von einander verschiedene Familien sondern, nämlich in die 
Rliizostomidae und die Medusidae. 

Die erwähnte regelmäfsige Gegenwart von acht Einschnitten und acht besondern 
Organen bringt diese Medusen in einige Uebereinstimmung mit den Rippenquallen, wel- 
che durch acht Reihen von Schwimmfäden ausgezeichnet sind; wenigstens scheint es 
natürlicher, die gegenwärtige Form der Scheibenquallen der vorigen Ordnung zu nähern, 

F . 



42 

als die Medusen der andern Abtheilung, bei denen man die Organe zu keiner bestimmten 
Zahl vertheilt antrifft. 



Erste Familie. Rhizostomidae. 

Es mangelt den Thieren dieser Familie eine grofse nach aufsen frei geöffnete Mund- 
öffnung, welche bei denen der andern Familie in der Mitte zwischen allen Armen befind- 
lich ist. Dagegen sind ihre vielfach zerästelten oder gespaltenen Arme mit vielen Säug- 
öffnungen begabt, und zur Aufnahme des eingesogenen Nahrungsstoffes dienen feine Röh- 
ren, welche den Saft zu dem Magen führen, indem sie sich in ihrem Verlaufen unter ein- 
ander vereinigen. Alle bisher bekannten Thiere dieser Familie sind mit Armen ausgestattet, 
als zur Ernährung unentbehrliche Organe. Fangfäden am Umkreise der Scheibe fehlen allen. 
Ich mufs bedauern, dafs ich bisher keins von diesen Thieren selbst beobachtet habe, wefs- 
halb alles Folgende aus andern Werken entlehnt ist. In einer dieser Gattungen wird die 
gewöhnliche Anzahl von vier Keimsäcken und eben so vielen Armen durch eine gröfsere 
Anzahl derselben überschritten. Alle scheinen nur an Küsten zu leben, im offenen Meere 
ist noch keine solche Meduse bisher angetroffen worden. 

Die drei bekannten Gattungen unterscheiden sich folgendermafsen : 

A. Mit acht Keimsäcken 1. Cassiopea. 

B. Mit vier Keimsäcken 

a. Arme ohne Fangfäden ..... 2. Rhizostoma. 

b. Zwischen den Armen grofse Fangfäden . . 3. Cephea. 

1. CASSIOPEA. Peron. . 

Discus ovarns octo. 

Diese ist die einzige Gattung unter den Scheibenquallen, welche mehr als vier Keim- 
säcke hat; ihrer sind nämlich acht vorhanden. Die Zahl der Arme ist eben so grofs. An 
ihrer innern oder untern Seite findet sich eine grofse Anzahl von Saugnäpfen. Die aus 
den Saugnäpfen beginnenden Röhren scheinen den Nahrungssaft in viele grofse Behälter zu 
fuhren, oder wenn ein mittlerer Magen vorhanden seyn sollte, so hat er eine grofse Anzahl 
Nebensäcke, wie man aus der Abbildung Forskaols von seiner Medusa Andromeda 



43 

schliefsen mufs. Die acht Oeffnungen zu den Keimsäcken werden in den Beschreibungen 
der hier aufgezählten drei Arten ausdrücklich erwähnt. 

1. C. FRONDOSA, margine disci lobato, cotyledonibus Omnibus parvis. 

Pallas spicil. zool. X. p. 30. T. II. f. 1—3. Medusa frondosa. 
Pallas Naturgeschichte merkw. Thiere 10, S. 40. Tab. II. f. 1—3. 
Bruguiere encycl. meth. pl. 92. f. 1. 2. 
Peron annal. du Mus. XIV. p. 357. Cassiopea Pallas. 
Lamarck hist. anim. s. vert. II. 512. Cassiopea frondosa. 

In der Nähe der Antillen. 
Pallas hat die Abbildung eines zehnarmigen Exemplars gegeben; da er aber auch 
zugleich achtarmige besafs, so mufs man das zehnarmige als ein abnormes ansehen, wie 
man solche auch unter andern Medusengattungen antrifft. — Die Scheibe hat 3 Zoll im 
Durchmesser, ist sehr flach gewölbt, aufsen weifslich gefleckt, am Rande (von durchscheinen- 
den schmalen Fortsätzen der Verdauungshöhlen'?) fein gestreift. Der Rand selbst hat acht 
ziemlich tiefe Einschnitte. Der Körner in den Einschnitten geschieht nicht Erwähnung. 
An der untern Fläche steht der mittlere Theil der Scheibe hervor, und ist mit acht Reihen 
Zotten bedeckt, welche vom Mittelpunkt strahlenförmig auslaufen, und aus kleinen gestiel- 
ten Saugnäpfen bestehen. Von dem Umfange des dickern mittein Theils der Scheibe ent- 
springen acht Arme, welche sich gleich von der Wurzel aus baumartig verästeln, und an 
ihren kleinen Zweigen gestielte Saugnäpfe an ihrer untern Seite tragen. Zwischen den 
Wurzeln der Arme erblickt man acht längliche Oeffnungen, welche zu den Keimhöhlen füh- 
ren. Von den eigentlichen Verdauungsorganen ist nichts bekannt, indem Pallas nur das 
in Weingeist aufbewahrte Thier beschrieben hat. 

2. C. Andromeda, margine disci crenato; cotyledonibus parvis et maximis intermi&tis. 

Forskaol Faun. Aeg. Arab. 107. T. 31. Medusa Andromeda. 
Gmelin syst nat. VI. p. 3157. 30. 
Bruguiere encycl. meth. pl. 91. 

Modeer h. Abh. Schwed. Acad. 1790. Uebers. 12. S. 157. 
Peron Annal. du mus. XIV. p. 356. Cassiopea Forskaolea. 
Lamarck hist. anim. S. vert. II. 511. Cass. Forsk. imd p. 512. Nota. 

F 2 



44 

Im rothen Meere und bei den Mascarenischen Inseln. 
Die Scheibe hat 4 Zoll im Durchmesser, eine dunkelblaue Farbe, und ist mit sech- 
zehn spatelformigen weißlichen Flecken gezeichnet, welche über einen Zoll lang sind und 
weder den Mittelpunkt noch den Rand erreichen. Nahe am Rande befinden sich zwischen 
zwei von den vorigen drei kleine längliche Flecken von derselben Farbe. Die Mitte der 
Scheibe ist mit mattschwarzen Kreuzen bezeichnet. Der äufsere Rand der Scheibe hat sehr 
kleine Lappen in grofser Anzahl (es mögen deren 64 — 96 vorhanden seyn). Die acht zer- 
ästelten Arme ragen etwas über den Scheibenrand hinaus; sie sind an der äufsern Seite 
glatt, auf der innern aber sein* zottig, und mit einer Anzahl sein- grofser und kleiner Saug- 
näpfe besetzt, welche unregelmäfsig unter einander vertheilt stehen. Die Farbe der Arme 
ist weifs und olivenfarbig, an den Kanten gelb und mit einzelnen gelben Flecken bezeichnet. 

3. C. lunulata, margine disct crenato, cotyledonibus rnagnis trifariam seriatis. 

Bor läse nat. hist. Cornw. T. 25. f. 16. 17. 
Pennant Brit. Zool. IV. 58. Medusa lunulata. 
Modeer Abhandl. schwed. Acad. 1790. 12. S. 159. 
Gmelin syst. nat. 3157. Medusa octopus var. cc. 
Peron Annal. du Mus. 14. 357. Cassiopea Borlasea. 
Lamarck hist. anim. s. vert. II. 511. Cass. Borlasea. 

In der Nordsee an den englischen Küsten. 
Die Scheibe erreicht eine Gröfse von zwei Fufs im Durchmesser; sie ist gewöhnlich 
ungefärbt, zuweilen schimmert sie aber etwas grünlich. Der äufsere Rand der Scheibe hat 
eine sehr grofse Anzahl sehr kleiner abgerundeter Lappen, welche an der Spitze blau sind. 
Auf der untern Seite in der Mitte trifft man acht Hervorragungen an, von denen die vier 
gröfsern als schildförmig, die vier kleinern mit den vorigen abwechselnden als herzförmig 
beschrieben werden. Zwischen ihnen befinden sich noch 16 krause Lappen. — Die acht 
Arme sind sehr wenig zerästelt, an der äufsern Fläche glatt, und an der innern mit blatt- 
förmigen Saugnäpfen besetzt, welche am Rande vielfach gefaltet und fast in drei Reihen 
vertheilt sind. Die zu den Keimhöhlen führenden acht Oeflhungen werden als halbmond- 
förmig beschrieben. 



45 
2, R1ÜZ0ST0MA. Cuvier. 

Discus ovarüs quatuor, brachia sine cirrhis. 

Die Gegenwart von vier Keimsäcken und der Mangel von Fangfäden unterseh ei- 
den zunächst die Rhizostomen von den beiden andern zu derselben Familie gehörigen Me- 
dusen. Ferner ist ihre Magenhöhle einfach, ohne Nebensäcke, indem sie nur gefäfsartige 
Verlängerungen zum Scheibenrande abschickt. Der Arme sind acht vorhanden, denen die 
Saugnäpfe, wie sie sich bei Cassiopea vorfinden, mangeln. Cuvier hat diese Gattung zu- 
erst aufgestellt, und nach den faltigen, mit vielen Saugöffnungen versehenen Armen ihr den 
sehr passenden Namen gegeben. Lamarck in seinem Systeme des animaux sans vertebres 
undPeron in seiner Classification der Medusen nahmen diese Gattung an ; später aber ver- 
einigte Lamarck in seiner histoire naturelle des animaux sans vertebres die Rhizosto- 
men mit Cephea, erstlich deshalb, weil ihm der Unterschied zwischen beiden Gattungen 
zu gering schien, andrerseits aber meinend, dafs der Name Rhizostoma auf einem Irrthum 
beruhe, indem er mitPeron die vier Höhlen der Keimsäcke für eben so viele Eingänge 
zum Magen ansahn. 

Die Zahl der bekannten Arten ist noch sein* geringe, aber dafür ist eine von ihnen 
so genau bekannt, dafs ihre Reschreibung an sich nichts mehr zu wünschen übrig läfst. 
Dafs die Gegenwart oder der Mangel eines Stiels (Vereinigung der Arme an der Wurzel 
unter sich) nicht von so grofser Redeutung ist, als Peron geglaubt hat, indem er dieses 
Merkmal bei seiner Classification der Medusen anwendete, sieht man in dieser Gattung, 
wo die erste Art einen Stiel, die beiden andern keinen haben. 

1 . R. Cüvieri, brackiis medio trifariam lamelliferis, basi in pedttnculum communem unitis. 
Pe'ron annal. du Mus. XIV. p. 362. 
Eysenhardt N. Act. Acad. Leop. Car. X. p. 377. T. 34. 

Cuvier Journ. de Phys. XLIX. p. 436. Rhizostome bleue. Rullet des scienc. II. p. 69. 
Regne Animal. IV. p. 57. 
Lamarck hist. nat. anim. s. vert. II. p. 517. Cephea rhizostoma und Cephea Aldro- 

vandi nach Peron's Rhizostoma Aldrovandi. 
Reaumur hist. de I'Acad. des Sc 1710. p. 473. PI. XI. fig. 27. 28. Gel£e de mer. 
Macri Nuove osservazioni int. la storia nat. del Pulmone marino c. icone 1778. 
Gmelin Lin. Syst. N. p. 3155. M. Pulmo. 



46 - 

Penn an t Britt. Zool. IV. 5S. Medusa undulata. 

Modeer N. Abh. Schwed. Akad. 1790. Uebers. 12. p. 229. 

Bor läse nat. hist. Cornw. 257. T. 25. f. 15. 

Gmelin I. c. Medusa octopus var. ß. 

Math. Aldrovandi de Exsang. IV. T. 18. f. 18. 

Es findet sich an den europäischen Küsten in der Nordsee, dein Atlantischen 
und Mittelmeere. 

Diese von altern Zeiten her schon bekannte Art ist von Reaumur, Macri und 
Cu vi er genau untersucht worden, und hat endlich an Eysenhardt einen so ausgezeich- 
neten Monographen gefunden, dafs man dessen am angeführten Orte gegebene Beschreibung 
für fast den Gegenstand erschöpfend ansehen kann. Diese Beschreibung wollen wir hier 
mit Hinweglassung aller Bemerkungen, welche die Medusen überhaupt angehen, und der- 
jenigen, die auf die gegebenen Abbildungen sich beziehen, wiedergeben. 

Die gröfsten Exemplare, welche Eysenhardt sah, hatten eine Scheibe von einem Fufs 
im Durchmesser; Cuvier bemerkt, dafs sie eine Breite von zwei Fufs erreiche (welche 
gröfsere Breite aber vielleicht dem Umstände zuzuschreiben seyn möchte, dafs diese Exem- 
plare von unbeweglichen Thieren ausgebreitet auf dem Ufer lagen); endlich erzählt Ma- 
cri, dafs die gröfsten Exemplare über 20 Pfund wiegen. 

Die Scheibe erscheint beim lebenden Thiere von fast kugliger Gestalt, wenn der äus- 
sere Rand nach innen untergeschlagen wird; der Scheitel ist dabei etwas flach gedrückt. 
Der äufsere Rand ist mit vier und sechzig kleinen halbrunden Lappen besetzt, welche fast 
so lang wie breit sind, und von denen immer acht zwischen zwei dunkeln Randkörpern 
liegen. Auf der untern Fläche der Scheibe vom Rande bis zur Mitte, zwischen dem äus- 
sern Rande und dem Mittelpunkte derselben laufen erhabene feine Leisten concentrisch 
herum, welche aus nichts Anderem als aus einer Hervorragung der Masse bestehen. 

Ausgezeichnet für diese Art ist der Stiel (pedunculus), ein starker, kurzer, stumpf- 
vierkantiger Theil, welcher an der Mitte der untern Fläche der Scheibe entspringt, nur ei- 
nige Gefäfse enthält, vom umgeschlagenen Rande der Scheibe ganz verdeckt wird und sich 
unterwärts in acht Theile spaltet. 

Jeder dieser acht Arme stellt einen langen nicht sehr starken prismatischen Körper 
mit abgerundeten Kanten dar, von denen die eine nach innen, die beiden andern aber 
nach aufsen gerichtet sind. Gleich an dem Ursprünge der Arme befinden sich zwei platte 



47 ■ 

dreieckige Anhange, welche nach aufsen gerichtet sind. Von den beiden freien Rändern 
dieser Anhänge ist der eine nach oben gerichtet, läuft völlig horizontal und ist vielfach ge- 
kräuselt; der zweite untere Rand ist einfach, und läuft schief von aufsen nach innen. Wei- 
ter unten trägt jeder Arm drei längere schmälere blattartige Anhänge, an jeder Kante ei- 
nen, so dafs also zwei nach aufsen, der dritte nach innen gerichtet ist. Die ersten beiden 
sind wie die obern Anhänge dreieckig; aber nicht ihr oberer Rand, sondern der längere 
schief herabsteigende äufsere Seitenrand ist vielfach gekräuselt. Der pach innen gerichtete 
imtere Anhang jedes Armes stellt nur eine schmale Leiste mit gekräuseltem Rande dar, 
die noch mehr verschmälert und fast ganz zum gekräuselten Rande geworden, bis zum 
Stamm hinaufsteigt, und hier gewissermafsen den fehlenden obern nach innen gekehrten 
Anhang ersetzt. Gegen den Stamm nähern sich je zwei benachbarte dieser gekräuselten 
innern Ränder einander mehr und mehr und kommen endlich auf der untern Fläche des 
Stammes zusammen, so dafs hier aus den acht genannten Rändern deren vier werden, 
welche den vier abgerimdeten Seitenkanten des Stammes entsprechen. Es entstehen da- 
durch auf der untern Fläche des Stammes vier flache Gruben, welche in ihrer Stellung der 
vier Oefihungen der Athemhöhlen auf der untern Fläche der Scheibe gleich stehen. Der 
Mittelpunkt der untern Fläche des Stammes tritt durch das Zusammentreffen jener vier 
Ränder erhaben hervor. Durch die Vereinigung der acht Rander in vier, und durch den 
damit zusammenhängenden, weiter unten zu beschreibenden Verlauf der innern Kanäle 
werden immer je zwei benachbarte Arme als zusammengehörig bezeichnet, so dafs man 
eigentlich sagen könnte, dieses Thier habe vier Paar oder vier tief gespaltene Arme. 

Ein jeder der gekräuselten Ränder ist mit einer grofsen Anzahl sehr kleiner, den 
blofsen Augen nicht sichtbarer kurzer Fangfäden besetzt, welche unter den Bewegungs- 
werkzeugen genauer beschrieben worden sind. 

Von den untern Anhängen aus erstreckt sich jeder Arm einige Zoll lang, als stumpf- 
kantiges allmählig schmäler werdendes Prisma abwärts, und endigt sich so, dafs seine drei 
Kanten sich in drei Blätter ausdehnen, deren jedes einen oberen, ziemlich horizontallaufen- 
den, und einen untern, schief bogenförmig von oben nach unten, und von aufsen nach in- 
nen herabsteigenden Rand hat, welche beide glatt sind. 

Diese drei Blätter fand jedoch Eysenhardt sehr selten. Es endigten die Arme ge- 
meiniglich stumpf gerundet. Zuweilen fehlte selbst der untere Fortsatz der Arme, so dafs 
die untern Anhänge an der Spitze der Arme sich befanden. Von dem Rande der drei 



48 

Blätter, in welche sich jeder Arm unten endigt, entspringen mehrere Gefäfse, die in den 
Blättern selbst vielfach anastomosiren, sich aber endlich im Stamme des Armes selbst in 
ein Ilauptgefäfs vereinigen, welches nach oben hinaufsteigt. Die Gefäfse der Blätter mün- 
den am Rande derselben nach aufsen; fehlen aber die Blätter, so trifft man am stumpfen 
Ende der Arme mehrere einfach und wenig verbundene Aeste an, welche nach aufsen 
münden; bei noch mehr verkürzten Armen endigt sich das Ilauptgefäfs mit einer einzigen 
gröfseren Oeffnung. Dasselbe bildet einen dreiseitigen Kanal, und giebt in jeden der untern 
Anhänge mehrere Aeste ab, die sich bis zu den gekräuselten Rändern erstrecken, und sich 
dort verzweigen. Da eingespritzte Flüssigkeit leicht aus den krausen Rändern hervor- 
dringt, so sind hier aller Wahrscheinlichkeit nach ebenfalls Saugöffnungen anzunehmen. 
Jeder der obern Anhänge giebt zum Hauptgefäfse einen Ast, welcher mit mehreren Zwei- 
gen aus dem krausen obern Rande entspringt. Gleichwie sich je zwei der nach innen ge- 
richteten untern Anhänge mit ihren krausen Rändern gegen einander neigen, und endlich 
auf der untern Fläche des Stammes vereinigen, neigen sich auch die Hauptgef äfse dersel- 
ben Arme gegen einander, und vereinigen sich endlich in Stämme. Es werden also aus 
den acht Gefäfsen vier, welche nur eine sehr kurze Strecke im Stamm fortlaufen, endlich 
alle auf einen Punkt zusammenstofsen, und so einen einfachen mittlem Kanal bilden. Zu 
diesem Punkte des Zusammentreffens hin stöfst noch ein fünftes viel geringeres Gefäfs, das 
an der Hervorragung der untern Fläche des Stammes gerade aufsteigt. 

Der durch das Zusammenfliefsen der fünf letzt erwähnten Gefäfse gebildete mitt- 
lere einzelne Kanal hat vier Seiten, und in seinen vier Winkeln befinden sich tiefe Längs- 
furchen, als Fortsetzungen der vier obern Gefafsstämme ; der Kanal steigt eine kurze Strecke 
aufwärts, indem er den obern Theil des Stieles und den Boden der Scheibe durchbohrt, und 
erweitert sich sodann in eine weite umgekehrt pyramidenförmige Magenhöhle, welche den 
mittlem fast knorpligen Theil der Scheibe einnimmt. Die Decke der Magenhöhle oder die 
Basis der Pyramide ist viereckig mit ausgeschnittenen Seitenrändern, und ihr mittlerer Theil 
ragt etwas in die Magenhöhle hinein. Die vier Seitenwände der letztern sind nach der 
Magenhöhle zu gewölbt; in den vier Winkeln setzen sich die immer breiter und flacher 
werdenden Längsfurchen des Kanals fort, welcher mit einer viereckigen Oeffnung die Spitze 
der Pyramide aufnimmt. Die vier Wände bestehen aus dünnen Häuten, welche die Magen- 
höhle von den vier Höhlen der Keimsäcke scheiden. 

An den Rändern der viereckigen Decke der Magenhöhle entspringen in gleichmäfsi- 

gen 



49 

gen Entfernungen von einander sechzehn feine Gefäfse, welche nahe der untern Fläche 
der Scheibe in gerader Richtung zum Rande derselben hin sich begeben, anfangs einfach 
bleiben, gegen den Rand der Scheibe hin aber seitwärts viele Zweige abgeben, welche sich 
mannigfaltig unter einander verbinden, und zwischen den gerade ausgehenden Gefäfsen 
dichte Gefäfsnetze bilden, welche sich so weit gegen die Mitte der Scheibe ausdehnen, 
als die erhabene concentrische Streifung an der untern Fläche derselben reicht. Die 
Netzgefäfse sind stärker und ihre Maschen gröfser gegen die Mitte der Scheibe, sehr viel 
dünner dagegen und die Maschen kleiner gegen den Scheibenrand. Ihre Gestalt ist unregel- 
mafsig, und oft sind sie unvollständig und nur halb geschlossen, die Zwischenräume sind 
häufig kleiner als die Gefäfse selbst. Die Gefäfsnetze reichen bis in die grofsen Lappen 
des Scheibenrandes, hören hier kurz vor deren äufserm Rande mit einem halben Kreise auf, 
ohne sich nach aufsen zu öffnen, oder noch Zweige abzusenden. Bei jüngeren Individuen 
bestehen die Gefäfsnetze aus viel wenigem Maschen als bei altern. 

Von den sechzehn geraden Gefäfsen begeben sich acht zu den kleinen dunkeln Rand- 
körpern, über welchen letztern sich die Masse der Scheibe auf der obern Fläche derselben 
zu einem länglichen Hügel erhebt, und am Rande selbst in zwei sehr kleinen Lappen en- 
digt. Dem kleinen braunen punktförmigen Randkörper gegenüber an der untern Fläche 
der Scheibe scheint eine sehr kleine Oeffnung zu seyn. Jedes der acht zu den Randkör- 
pern verlaufenden geraden Gef äfse giebt vor dem länglichen Hügel seine letzten Seitenäste an 
die benachbarten Gefäfsnetze ab, läuft dann unverzweigt bis gegen den Randkörper hin 
und theilt sich hier in drei Theile. Ein mittlerer sehr feiner Ast geht unter dem braunen 
Körper, vielleicht mit ihm in Verbindung stehend, gerade fort, und scheint zwischen den 
beiden kleinern Lappen sehr fein nach aufsen zu münden. Die zwei um vieles breitern 
Seitenäste gehen jeder in einen der kleinen Lappen, und endigen sich hier blind. 

Die acht übrigen geraden Gefäfse haben keine eigenthümliche Endung, sondern ver- 
liehren sich nahe am Rande der Scheibe in ihre lezten Nebenzweige. 

Die geraden Gefäfse und Gefäfsnetze scheinen zur weitern Verarbeitung und Ver- 
breitung des Nahrungsaftes, und zur Ernährung des gröfsten Theiles der Scheibe bestimmt. 
Der obere und mittlere Theil der Scheibe werden wahrscheinlich aus dem Magen selbst, 
die Arme und deren Anhänge aber aus den in ihnen enthaltenen Gef äfsen versorgt und ernährt. 

Die vier Oeffnungen an der untern Fläche der Scheibe sind länglich; in ihrem mitt- 
lem Theile werden sie durch Hervorragungen der Scheibenmasse, weniger an der gegen 

G 



" 50 

den Stiel gewandten Seite, stärker an der nach dem Aufsenende gerichteten Seite, beengt. 
Die Oeffnungen führen zu den sehr weiten Höhlen der Keimsäcke, welche einen von drei 
Flächen eingeschlossenen Raum bilden. Die untere Fläche ist ziemlich eben, wird aus der 
untern Masse der Scheibe gebildet und reicht von der Oeffnung bis zur Spitze, oder der 
untern Oeffnung des Magens hin. Die äufsere und zum Theil auch obere Fläche der Höhle 
besteht gleichfalls aus der Scheibenmasse, und ist -ausgehöhlt; die innere Fläche ist der 
schon erwähnte Scheibenrand zwischen dem Magen und jeder einzelnen Höhle der Keim- 
säcke; diese schleimige Haut ist gegen die letztere Höhle hin sehr stark ausgehöhlt und 
zwar von einer Seite zur andern, wodurch sie mit ihren Seitentheilen zugleich die Scheide- 
wand zwischen zwei Seitenhöhlen ausmacht. Jede dieser die innere Fläche der Höhle 
bildenden Häute trägt nach oben zu einen in die Quere gerade fortlaufenden dicken schlei- 
migen, bei Jüngern Individuen grünlich gelben, bei altern mehr braunrothen Wulst, welcher 
durch sehr kleine dicht beisammen stehende kurze und blinddarmähnliche Schläuche gebil- 
det wird, deren an der Haut befestigte Wurzel dicker ist, und deren freies Ende in einen 
sehr dünnen Hals ausläuft. Diese Schläuche sieht man sich langsam hin und her wenden, 
sich ausdehnen und zusammenziehen. (Nach den an Pelagien gemachten Bemerkungen sind 
diese Schläuche wahre Saugröhren.) In altern Individuen, wo der Wulst von mehr brau- 
ner Farbe ist, finden sich in diesem, aufser den Schläuchen, noch Eier oder Keime. Sie 
sind kuglig, dunkel, mit einem hellen, runden Fleckchen, und liegen in unzähliger Menge 
dicht an einander gedrängt. Uebrigens fand Eysenhardt weder Bläschen noch Eier in den 
Anhängen der Arme. 

Was die Farbe anbelangt, so ist das Thier in der Regel milchweifs, durchscheinend, 
oft stellenweise kornblau schimmernd, bisweilen fast ganz bläulich. Die Randlappen der 
Scheibe sind beständig sehr schön blau mit violettem Anstriche. Häufig sind auch die 
krausen Ränder der Anhänge ganz oder theil weise violett. Bei den grofsen eiertragenden 
Individuen aber findet man dieselben gänzlich rothbraun. Am schönsten ist die milch- 
weifse sowohl, als die violette Farbe in den kleinern Exemplaren; in den alten eiertra- 
genden dagegen schimmert alles ins schmutzig Röthliche. 

An dieser Meduse ist das brennende Jucken merkwürdig, welches dieselbe bei der 
Berührung erregt. Berührt man sie mit der Hand, so äufsert sich die Empfindimg erst 
einige Zeit nachher und ist mehr juckend; hat der berührende Theil aber eine feine Ober- 



51 

haut, wie z. B. die Lippen, so fühlt man augenblicklich ein heftiges Brennen, welches erst 
einem sehr oft wiederholten Waschen mit Wasser weicht. 

» • . 

2. Rh. PERSEA, brachiis quatuor lanceölatis, basi in pedunculum cylindricum unitis; 

disci margine membrana magna pendenti instructo. 

Medusa Persea, Forsk. Descript. anim. p. 107. T. 33. f. B. b. 
Modeer 1. c. p. 228. Gmelin I. c. 3158. 
Evagora tetrachira, Peron 1. c. p. 343. 
Orythia tetrachira, Lamarck 1. c. p. 503. 

Im mittelländischen Meere von Forsk aol beobachtet. 
Scheibe zwei Zoll im Durchmesser, fast ungefärbt, am Rande ungetheilt, aber durch 
eine dünne Membrane verlängert, welche weit herabhängt. Die Keimwülste weifs. Aus 
der untern Fläche der Scheibe entspringt ein einfacher, walzenförmiger Stamm, der an sei- 
nem Ende in vier lanzettförmige krause Arme getheilt ist. 

3. Rh. lutea, brachiis quatuor dichotomis cotyliferis, basi in pedunculum quadrangu- 

larem unitis. Disci margine denticulato. 

Orythia lutea, Quoy et Gaimard Annal. des sc. nat. X. T. 4. B. F. 1. 
Isis XXI. 339. 

In der Strafse von Gibraltar." 

Des gröfsten Exemplars Scheibe zwei Zoll im Durchmesser; sie ist stark gewölbt, 
bildet mehr als eine halbe Kugel, ist klein gefleckt; der Stamm dünn, sehr schwach ge- 
zähnt, Zähnchen ziemlich paarweise. 

Stiel vierseitig, dick, in vier Arme getheilt, welche sich bald wieder theilen, so dafs 
acht entstehen, deren Ende schwach gegabelt ist. Aus diesen Gabeln kommen acht kurze 
Anhängsel, die nach unten zunehmen und am breiten Ende dreieckig werden. 

Der Stiel hat auf seinem oberen Theile, und am Ursprünge seiner acht letzten Thei- 
lungen, Saugnäpfe, wodurch er in der Mitte dünner als an beiden Enden, aber weiter wird. 
Am obern Theile des Huts liegen die Keimwülste, welche von oben wie vier kreuzförmig 
liegende Kreisabschnitte aussehen. Beim Austritt aus dem Hute bildet der Stiel durch seine 
Theile vier uneigentlich genannte Mundöflhungen, deren jede eine Warze hat. 

G 2 



52 

4. Rh. Corona, brachiis discretts, extus cultratis, intus dentatis, apice foliolis duobus 

instructis. 

Forskaol Fauna aeg. arab. Descr. 107. n. 20. Medusa Corona. 

Gmelin Lin. Syst. N. 3158. 31. 

Modeer N. Abh. Schwed. Akad. 1790. Uebers. 12. p. 161. 

Lamarck hist. nat. anim. s. vert. II. p. 517. Cephea Corona. 

Peron Annal. du Mus. XIV. p. 362. Rhizostoma Forskaolii. 
Im rothen Meere, beobachtet von Forskaol. 
Obgleich die vom Entdecker gegebene Beschreibung nur kurz ist, so enthält sie doch 
mehrere Merkmale, welche gegenwärtige Art von der vorigen hinlänglich unterscheiden, 
Eysenhardt hält es zwar a. a. 0. S. 384 für höchst wahrscheinlich, dafs beide nur eine 
Art ausmachen, allein der Aufenthalt in einem Meere, das von den europäischen gänzlich 
getrennt ist, läfst schon auf eine Verschiedenheit von einem europäischen Urbewohner 
schliefsen. 

Die Scheibe hat vier Zoll im Durchmesser und einen gekerbten Rand, ist röthlich 
durchscheinend von Farbe, mit einem blauen zollbreiten Kreuze in der Mitte. Die Arme 
sind an der Wurzel nicht zu einem Stiele vereinigt, ihre äufsere Fläche wird wie ein Messer- 
rücken hervorstehend beschrieben,* ihre innere Seite ist breit, und an den Enden haben sie 
zwei Blätter. Auf der innern Seite nahe an ihrer Wurzel befinden sich einige ziemlich 
lange kegelförmige Zacken und gegen die Mitte zu haben sie einzelne auch mit Zacken 
versehene Aeste. 

5. Rh. Leptopus, brachiis discretis, tenuibus, ante apicem subulatum appendice ßlamentoso. 

Chamisso N. Act. Acad. L. C. X. p. 356. T. 27. f. 1. 

In der Südsee, nördlich vom Aequator, bei den Korallen-Inseln Radack. 
Der Durchmesser der Scheibe des beobachteten Exemplars betrug vier Zoll; ihr 
Rand ist Ungekerbt, und in der Nähe des Randes stehen grofse hellviolette Flecken; in 
der Mitte der Scheibe scheint ein gelbliches breites Kreuz durch. Die acht Arme entsprin- 
gen jeder besonders von der untern Fläche der Scheibe; sie sind fein und sehr lang, ha- 
ben jeder vier violette Längslinien, sind am Ende zugespitzt, und vor dem freien Ende 
mit einem länglichen violetten zottigen Anhange versehen. Vom innern Baue ist leider 
nichts bekannt. 



53 

6. Rh. Mosaica, hemisphaerica, glauca, verrucosa, margine cüiato; brachiis conige- 

ris punctatis. 
Quoy et Gaimard Voyage de Freycinet, Zool. p. 569. T. 85. f. 3. Cephea Mosaica. 

Bei Port Jackson. 
Die Scheibe hat 6 Zoll im Durchmesser, ist aufsen warzig, in der Mitte scheint ein 
im Innern befindliches Kreuz durch. Die acht Arme entspringen getrennt mit feinen Stie- 
len, und tragen unten dicke kegelförmige Körper, deren Basis oben befindlich ist, und die 
durch regelmäfsige Querlinien und kurze abwechselnd stehende Längsstreifen das Ansehen 
von Gemäuer haben. 

7. Rh. theophila, hemisphaerica ad peripheriam dentata, centro crucigera; brachiis 

octo ramoso-polychotomis cotyliferis. 
Peron annal. du Mus. XIV. 356. Cassiopea dieuphila. 
Lamarck 1. c. II. 511. 

An der Küste von de Witt's Lande, Nordküste Neuhollands. 
Da ihr nur vier Oeffhungen der Keimsäcke zugeschrieben werden, so kann sie nicht 
zu Cassiopea gebracht Verden. 

8. Rh. purpurea, 'hemisphaerica, brachiis octo pediculatis, ad pediculos coalitis, superne 

cruciaUm divarciatis. 
WLelitea purpurea Peron I. c. 343. 
Orythia Lamarck I. c. 503. 

An der Küste von de Witt's Lande. 

9. Rh. PERLA, disco campanulato, supra tuberculato; ore stylo elongato apice laci- 

niato munito. 
Medusa perla Modeer N. Abh. Schwed. Akad. 1790. Uebers. 12. 245. 
SlabberPhys. Bei. 58. T. 13. F. 1. 2. 
Bruguiere encycl. T. 92. F. 7. 8. 

In der Nordsee an der Küste von Holland von Slabber beobachtet. 
Die Scheibe ist so grofs, wie eine halbe Haselnufs, oben etwas über die Hälfte 
durchscheinend perlfarbig, und dicht mit grofsen Warzen bedeckt. Der äufsere Rand der 



54 

Scheibe ist glatt, und zwar läfst die Zeichnung die Warzen plötzlich an einer kreisförmi- 
gen Linie aufhören. Ein besonders herabhängender Saum des Randes ist vielfach einge- 
schnitten; aus acht Einschnitten desselben hängen acht kleine hellbraune Cylinder herab, 
an deren Spitzen sich die schwarzen Randkörner befinden- Bei keiner von allen übrigen 
Scheibenquallen stehen dieselben hervor, sondern sind immer versteckt. Aus der Mitte der 
untern Fläche der Scheibe ragt ein dicker hellbrauner, der Länge nach gefalteter Stiel et- 
was über den Scheibenrand hervor, und ist an seinem Ende in viele ziemlich gleich lange 
schmale Fortsätze getheilt. 

10. Rh. viridis, hemisphaerica, ad peripheriam subangulata, margine octodentato ; pe- 
dunculo nudo. 

Orythia viridis Peron 1. c. 327 und Lamarck 1. c. 502. 
An der Westküste Neuhollands bei Endracht's Land. 

11. Rh. CAPILLATA, subcampaniformis, intus cruce notata, pedunculo brevi brachüs ca^ 
pillaribus fasciculatim terminato. 

Mvagora capillata Peron 1. c. 343. 
Orythia Lamarck L c. 504. 

An der Westküste Neuhollands. 

Anm. Vielleicht kann man zu dieser Gattung noch bringen Ocyroe lineolata Peron 
1. c. 355. Cassiopea lineolata Lamarck 1. c. 511. „hemisphaerica, lineolis 20 di- 
varicatis intus radiata; margine subcrenato ; brachiis 4 basi unitis" 
An der Küste von de Witt's Lande. 

12. Rh. BORBONICA, margine disci integro, tenui, vnaculis albis subtriangularibus in or~ 
bem positis ex&mato ; brachiis octo dichotomis, ßmbriatis; capitulis pedunculatis, 
minoribus albis, majoribus violaceis zona alba praeditis. 

Cassiopea borbonica, Chiaje Memorie sulla storia e notomia degli animali 
senza vertebre del regno di Napoli L Tab. 3. 4. 

Im mittelländischen Meere; verursacht kein Brennen. 
Da vier Oeffnungen zu den Keimsäcken angegeben werden, so kann diese Art nicht 
zu Cassiopea gebracht werden. Der Berichterstatter über dieses Werk im 21sten Bande 



t 55 

der Isis, Albr. v. Schönberg, bemerkt nach eigner Beobachtung, dafs die Grundfarbe grün- 
lich blau sey. 

3. CEPHEA. Peron. 

Discus ovar ns quatuor. Cyrrhi magni tnter brachia. 
Vier Qeffnungen zu den Keimsäcken, acht zerästelte oder zottige Arme mit Saug- 
näpfen und lange zwischen den Armen entspringende Fangfäden machen die Merkmale 
dieser Gattung aus. Die vom Magen entspringenden und zum Scheibenrande sich ausbrei- 
tenden Gefäfse scheinen sehr breit und einfach zu seyn, wie man aus den in den Beschrei- 
bungen angegebenen Strahlen vermuthen kann. Die äufsere Fläche der Scheibe ist mit 
Warzen besetzt. Die beschriebenen, fünf Arten halten sich an den Küsten auf, im offenen 
Meere ist noch keine angetroffen worden. In der Bai von Manilla sahen wir 1818 eine 
schwarze Art, die wir aber nicht genauer untersuchen konnten. Lamarck giebt in dem 
Charakter von Cephea vier oder mehrere Mundöffnungen an. Ich finde aber in den Be- 
schreibungen der Arten bei. keiner mehr als vier Oeffhungen aufgezählt. 

1. Cephea cyclophora, brachns dichtomo-ramosis ; ramis triquetris, cirrhis e medio 
ttisci longissimis pendulis. « 

Peron Annal. du Mus. XTV. p. 360. 
Lamarck hist. nat. anim. s. vert. II. p. 515. 

Forskaol fauna aeg. arab. Descr. p. 108. Tab. 29. Medusa Cephea. 
Gmelin Linn. Syst. N. p. 3158. 
1 Mode er N. Abh. Schwed. Acad. 1790. Uebers. 12. p. 234. 
Bruguiere encycl. meth. pl. 92. F. 3. 

Im rothen Meere, beobachtet von Forskaol. 
Die Oberfläche der Scheibe ist mit kleinen Warzen bedeckt; sie hat vier Zoll im 
Durchmesser, ist durchscheinend und mit acht trüben, von der Mitte ausgehenden Strahlen 
(wahrscheinlich die durchscheinenden Verdauungsorgane) bezeichnet, welche sich am Rande 
der Scheibe mit zwei abgerundeten Lappen endigen (also wohl vor den kleinern dunklen 
Randkörpern). Der Scheibenrand ist mit 64 kleinen halbrunden Lappen emgefafst. An 
der untern Fläche der Scheibe entspringt ein kurzer aber sehr breiter dicker Stiel, der sich 
in acht kurze Arme theilt. Diese sind dreikantig, spalten sich in der Mitte, und ihre kur- 
zen Aeste theilen sich noch einmal; diese letzten vier Zweige sowohl als die innere Fläche 



56 

der Arme sind sehr zottig, und mit einzelnen zerstreuten blasenartigen Saugnäpfen besetzt 
Der Stiel und die Arme sind dunkelblau gefärbt, die Zotten dagegen haben eine dunkel- 
rothe, und die Saugnäpfe eine weifse Farbe. Von der Mitte der untern Fläche der Scheibe 
entspringen mehr als sechs Zoll lange weifsliche ziemlich dicke Fäden, die zwischen den 
Armen herabhängen, und deren die Zeichnung neune vorstellt In einzelnen Individuen 
sollen diese Fäden gar nicht vorhanden seyn, können daher wahrscheinlich eingezogen wer- 
den, und verhalten sich wohl wie wahre dehnbare Fangfäden«. 

2. C. TUBERCULATA, centro disci prommulo, brachiis bipartitis apice rnembranaceis. 
Macri N. oserv. del pulmone mar. p. 20. 

Gmelin Linn. syst. N. p. 3155. Medusa tuberculata. 
Peron Annal. du Mus. XIV. 361. 
Lamarck 1. c. 516. Cephea polychroma. 

Im Mittelländischen Meere, von Macri beobachtet. 
Der mittlere Theil der Scheibe soll vorragen, ihr Rand hat acht Einschnitte, an der 
Oberseite ist sie farblos, an der untern roth gefärbt, die acht bläulichen Arme scheinen als 
Hügel von der untern Fläche der Scheibe zu entspringen, die sich jeder sehr bald in zwei 
Zweige spalten. Diese verwandeln sich in eine durchsichtige weifsliche Haut, welche am 
Ende zottig, mit Saugnäpfen besetzt, und blau oder milchweifs gefärbt ist. Diese Meduse 
verursacht kein Brennen, und Macri fuhrt noch an, dafs sie ein Gewicht von 2 Pfund habe. 

Anm. Da mir die Beschreibung des Macri fehlt, so kann ich nicht verstehen, was 
Gmelin mit „subtus fibris invmmeris cuvris" meine. 

3. C. OCELLATA, stipite quadripartito, brachiis bißdis cirrhiferis. 

Mo de er N. Abh. Schwed. Akad. 1790. Uebers. 12. 235. Medusa ocellata. 
Peron 1. c. 361. Cephea ocellata und Lamarck 1. c. 516. 

Ihr Wohnort ist unbekannt, sie ist von Modeer nach Exemplaren, welche in Wein- 
geist aufbewahrt waren, und deren Scheibe im Durchmesser zwei Zoll maafs, beschrie- 
ben worden. Die ganze Oberfläche der Scheibe ist mit kleinen weifsen Warzen bedeckt, 
welche ein dunkler Ring umgiebt In der Mitte der Scheibe scheint eine rothbraune Zeich- 
nung gleich einer vierblättrigen Blume durch. Der jnittlere Theil wird von dem Rande 
durch einen grofsen Ring abgesondert, welchen Modeer einen Muskel nennt Der äufserste 

Rand 



57 

Rand selbst ist ungetheilt. Der Stiel ist in vier Theile getheilt und jeder Theil in zwei 
Arme, in deren Zotten hin und wieder kleine blofse eiförmige Körper sitzen (Saugnäpfe?). 
Am Ende eines jeden Armes hängt ein Faden von dessen Länge herab. Die Zotten schei- 
nen beim lebenden Thiere rothbraun zu seyri. 

4. C. fusca, hemisphaerica, iuberculata, fusco-nigricans ; albo-lineata ; margine dentato ; 

bfachns octo arborescentibus, cirrhis longis filiformibus intermixtis. 

Peron annal. du Mus. XIV. p. 361. 
Lamarck I. c. p. 516. 

An der Küste von de Witt's Land oder der Nordküste Neuhollands, von Pe- 
ron beobachtet. 

5. C. OCTOSTYLA, stipite quadriplicato, brachns ramosis, extus basi bilamellosis, cirrhis 

e medio disci plurimis. 
Forskaol Fauna aeg. arab. Decr. p. 106. T. 30. Medusa octostyla. 
Gmelin Linn. syst. N. p. 3157. 

Modeer N. Abh. Schwed. Acad. 1790. Uebers. S. 232. 
Bruguiere encycl. meth. T. 92. Fig. 4; 
Peron annal. du Mus. XIV. p. 361. Cephea rhizostomoidea. 
Lamarck 1. c. p. 516. 

- Im rothen Meere von Forskaol beobachtet. 
Die Scheibe mifst einen Fufs im Durchmesser, ist halbkuglig von Gestalt, bläulich 
von Farbe, aufsen dicht und fast schuppenartig mit Warzen besetzt. Der Rand hat acht 
tiefe Einschnitte, und in den dadurch entstandenen acht Lappen scheinen in jedem acht 
trübe excentrische Streifen durch. In der Mitte der Scheibenmasse läfst die Zeichnung ei- 
nen Bündel grofser an einem Ende offener Säcke erblicken, welche man für die an den 
Keimsäcken sitzenden Saugröhren ansehen kann. Der Stiel, welcher bei einem grofsen 
Exemplare die Dicke eines Menschenarmes erreicht, entspringt mit vier Wurzeln, hat aufsen 
vier Furchen, theilt sich in acht wiederum zerästelte Arme. Aufsen am Arme, von dort 
an, wo er vom Stiele entspringt, bis zum Theilungspunkte in seine Zweige, sitzen zwei 
häutige Anhängsel, die einen Zoll lang und fast vierseitig sind; ihr oberer Rand ist gefal- 
tet und zackig, der untere einfach. Von der Mitte der untern Fläche der Scheibe ent- 
springen viele, oben dickere, am Ende schmalere Fangfäden, deren die Zeichnung 17 vorstellt. 

H 



58 

6. C. CAPENSIS, hemisphaerica, coeruleo-rubens, margme dentato, brachns octo divisis 
cotyliferis. 
Quoy et Gaimard Voyage de Freycinet. Zoologie p. 568. T. 84. F. 9. 
Am Vorgebirge der guten Hoffnung. 
Die Scheibe hat 2 Fufs im Durchmesser. Die Zeichnung giebt innerhalb der acht 
gespaltenen und zottigen Arme noch acht etwas längere ziemlich dicke Fangfäden an. 
Anm. Die Cephea mosaica derselben Verfasser glaube ich wegen der mangelnden Fang- 
fäden schicklicher unter Rhizostoma unterbringen zu müssen. 



Zweite Familie. Medusidae. 

Unter den Scheibenquallen mit Keimsäcken zeichnen sich die der gegenwärtigen Fa- 
milie durch die grofse Oeffnung aus, welche sich an der untern Fläche der Scheibe in der 
Mitte befindet und zu dem Magen führt. Durch diesen Bau können sich die Medusiden 
auf eine einfachere Weise ernähren, als die Scheibenquallen der vorigen Familie, indem sie 
die sich ihnen darbietenden Nahrungsstoffe geradezu in ihren Magen aufnehmen und dort 
verdauen. Die gröfste Zahl der hierher gehörigen Thiere hat Arme um die Mundöffnung 
herum, es sind ihrer immer nur vier vorhanden, und ihr Bau ist viel einfacher als bei 
den Scheibenquallen der vorigen Familie. Eben so trifft man entweder am äufsern Rande 
oder an der untern Fläche der Scheibe Fangfäden an, deren Zahl bei einigen bestimmt, bei 
andern unbestimmt ist; sie mangeln jedoch auch einigen Gattungen. Der Magen nimmt den 
mittlem Raum an der untern Fläche der Scheibe ein, und ist an seinem Umfange mit ei- 
ner Anzahl von Anhängen versehen, welche bis zum Rande der Scheibe reichen. Diese 
Anhänge sind entweder unverzweigt und sackartig, oder sie gleichen baumartig zerästelten 
Gefafsen, die vielfach unter sich anostomosiren, jedoch nur in einer Ebene sich ausbreiten. 
Wenn Fangfäden vorhanden sind, so stehen sie immer mit diesen Anhängen des Magens 
in Verbindung, welche sich in die hohlen Fangfäden gleichsam fortsetzen. Der Keimwülste 
sind immer vier vorhanden, welche entweder in vier um den Magen gelagerten Säcken 
verborgen liegen, oder von der untern Fläche der Scheibe herabhängen. 

Von den Thieren dieser Familie trifft man einige Arten nur an den Küsten an, an- 
dere im offenen Meere, und dieser Aufenthaltsort ist nach den einzelnen Arten, nicht aber 
nach den Gattungen verschieden. Die Gattungen lassen sich folgendermafsen unterscheiden: 



59 

A. Mit Fangfäden, 

L Der Magen mit gefäfsartigen Anhängen, 

a. Fangfäden am Rande und an der untern Fläche der Scheibe, 4. Sthenonia. 

b. Fangfäden am Scheibenrande, ...... 5. Medusa. 

II. Der Magen mit sackförmigen Anhängen 

a, Fangfäden an der untern Fläche der Scheibe, ... 6. Cyanea. 

b. Fangfäden am Rande: 

a. In der Zahl von acht, . . . . . .7. Pelagia. 

ß. In der Zahl von vier und zwanzig, . . . 8. Clvrysaora. 

B. Ohne Fangfäden und ohne Arme, .. s . ■ . . . . 9. Ephyra. 

4. STHENONIA. 

Ventriculus appendicibus vasaeforrnibus. Cirrhi in margine et octo fasciculi eo- 
rum in pagina inferiori disci. 

Diese Gattung gehört zu denjenigen, bei welchen anstatt der Magenanhänge gefäfs- 
artig verzweigte Kanäle vom Umfange des Magens entspringen und sich gegen den Scheiben- 
rarid ausbreiten. Kurz vor der Theilung des letztern in kleine Lappen vereinigen sich 
alle Zweige zu einem Ringgefäfse, aus welchem nicht nur zwei kurze Fangfäden für jeden 
der sechzehn Randlappen, also überhaupt 32 entspringen, sondern auch noch acht Bündel 
feiner, langer, mit doppelter Reihe von Saugnäpfen besetzter Fangfäden, welche von der 
untern Fläche der Scheibe gerade herabhängen. 

Die einzige bekannte Art erreicht eine bedeutende Gröfse, hat vier kurze Arme und 
herabhängende Keimwülste. In Hinsicht der gefäfsartig verzweigten Kanäle schliefst sich 
diese Gattimg an die eigentlichen Medusen an, und durch die Bündel von Fangfäden an 
der untern Fläche der Scheibe stimmt sie einigermafsen mit Cyanea überein. 

1. Sthenonia albida. Taf. 4. 

An der Küste von Kamtschatka in der Awatschabai. 
Die Scheibe erreicht die Gröfse von einem Fufs im Durchmesser; sie hat nicht viel 
Masse, sondern ist flach ; ihre Oberfläche erscheint glatt und schwach weifslich gefärbt. Der 
äufsere Rand ist in 16 kleine Lappen eingetheilt, welche durch runde Ausschnitte von ein- 
ander geschieden sind. Unter diesen Lappen sind acht abwechselnd stehende um die Hälfte 

H2 



60 

breiter als die übrigen, und haben einen breiten Ausschnitt, so dafs man auch überhaupt 
24 Randlappen annehmen könnte. In der Mitte der breitern Lappen befinden sich die 
punktförmigen Randkörper. Die vier Arme sind sehr kurz, durchsichtig wie Kristall und 
ziemlich hart. Sie haben eine pyramidenförmige Gestalt, sind an der breiten Wurzel man- 
nigfach gedrängt gezackt, am freien Ende aber einfach. Keimsäcke finden sich nicht vor 
(wenigstens bei dem untersuchten grofsen Exemplare nicht), sondern die Keimwülste er- 
scheinen als Bündel von schmalen weifsen Bändern, welche sehr stark gefalten und an den 
Rändern kraus sind, und hängen in abwechselnder Lage mit den Armen von der untern 
Fläche der Scheibe herab. 

Der Magen ist nicht grofs, rund und ohne Nebenerweiterung; von seinem Umfange 
entspringen regelmäfsig acht Stämme von gefäfsartigen Nebenkanälen, zuweilen aber auch 
noch zwischen diesen an einzelnen Stellen ein kleiner einfacher Kanal. Jeder der acht 
Stämme spaltet sich bald nach seinem Ursprünge in drei Kanäle; die äusfern verlaufen 
einfach dem Rande der Scheibe zu, der mittlere aber giebt weiterhin rechts und links ei- 
nen Zweig ab, der sich zu dem äufsern Kanäle seiner Seite begiebt und in ihm aiühört, 
und theilt sich sodann in vier bis fünf kurze Zweige, die theils unter sich, theils auch zu- 
weilen mit den äufsern Kanälen durch schmale Quergänge anastomosiren. Alle erwähnten 
Kanäle und Zweige ergiefsen sich in ein Ringgefäfs, welches kurz vor der Theilung des 
äufsern Randes in Lappen rundum verläuft. Der mittlere Kanal eines Stammes ergiefst sich 
mit seinen äufsern kürzern Zweigen, einem gröfsern in der Mitte ausgeschnittenen Randlap- 
pen gegenüber, in das Ringgefäfs, zuweilen begiebt sich aber auch einer von den äufsern 
Kanälen dorthin. Gröfstentheils führen sonst die äufsern Kanäle sowohl als auch die hin und 
wieder zwischen den Hauptstämmen aus dem Magen entspringenden einfachen Kanäle in 
den Theil des Ringgefäfses, welcher an einem kleinen einfachen Randlappen gegenüber steht. 

In jedem gröfsern Lappen erblickt man als eine Fortsetzung des mittlem Kanals ei- 
nes Gefäfsstammes, über den Gefäfsring hinaus, einen kurzen schmalen Kanal, der sich bald 
stark erweitert und sodann gabelförmig spaltet; jeder der beiden Schenkel wendet sich an- 
fangs seitwärts, dann auswärts zum äufsern Rande des gröfsern Lappens und setzt sich 
noch über denselben hinaus als ein sehr kurzer Fangfaden. Aus der Mitte zwischen bei- 
den Winkeln tritt noch eine feine kurze Röhre heraus, und begiebt sich zu dem hier befind- 
lichen punktförmigen weifsen Randkörper, welcher in einem dem Zutritte des Wassers 
nach aufsen geöffneten Trichter liegt. Aus den Theilen des Gefäfsringes, welche einem klei- 



61 

nern Lappen gegenüber liegen, entspringen aus ihrer Mitte zwei von einander getrennte 
und entfernte Kanäle, welche sich, indem sie allmählig schmäler werden, nach dem äufsern 
Rande der Scheibe begeben und hier kurz vorher, ehe sie denselben erreichen, in. sehr kurze 
Fangfäden übergehen. Indem nun von jedem Lappen zwei kurze Fangfäden entspringen, 
so zählt man also überhaupt 32 Randfäden. 

Endlich nehmen noch aus denselben Theilen des Gefäfsringes, welche an einem klei- 
nen Randlappen vorüberführen, in ihrer ganzen Länge eine Reihe von Fangfäden ihren Ur- 
sprung, welche fast unzählig und im gewöhnlichen Zustande doppelt so lang sind, als die 
Scheibe ün Durchmesser hat. Sie sind ferner sehr fein, fadenförmig geschlängelt, und an 
einer Seite mit einer doppelten Reihe von sehr kleinen länglichen Saugknöpfen versehen. 

5. MEDUSA. Linne (Aurelia PeronJ. 
Ventriculus appendieibus vasaeformibus. Cirrhi marginales numerosi. 

Das mit der vorigen Gattung gemeinschaftliche Merkmal, die gefäfsartig verzweig- 
ten Anhänge des Magens, ist auszeichnend genug, die gegenwärtige Gattung der eigentlichen 
Medusen von allen übrigen dieser Familien zu unterscheiden. Unter allen Gattungen aber 
kommt ihr die unbestimmte Anzahl von kleinen unzähligen Randfaden zu, welche aus 
dem ganz am äufsersten Rande der Scheibe gelegenen Ringgefafse entspringen. Die Ge- 
stalt der vier Arme ist nach den Arten verschieden, und giebt die besten Kennzeichen 
zur Unterscheidung derselben ab. Nur die drei in dieser Gattung zuerst angeführten Me- 
dusen kann ich als verschiedene Arten beschreiben, die übrigen sind mir zweifelhaft, theils 
ob nicht einige nur als Varietäten der bekannten anzusehen sind, theils ob sie Überhaupt zu 
dieser Gattung gehören? 

1 . Medusa aurita. HemispJiaerica, brachiis lanceolatis membrana duplici ßlamentosa 
instruetis. 

Linnaei Fauna suecica ed. L Nro. 1287. — ed. II. p. 511. Nro. 2109. — Westgoth. 

Resa 172. T. 3. f. 2. — Oelandsk Resa, 160. — Lachesis Lapponica or a Tour in 

Lappland I. p. 338. c. fig. 
Gmelin syst. nat. p. 3153. - 

Aldrovand zooph. L. IV. 574. fig. inf. Urtica sexta. 
Müller zool. Dan. n. T. 76. 77. — Prodr. 2820. 



62 ' 

Modeer n. Abb. Schwed. Acad. 1790. Uebers. i2. S. 163. 

Baster opusc. I. 123. T. 14. f. 3. 4. (Medusa cruciata). 

Gaede Medusen S^12. T. I. 

v. Baer Ueber Medusa aurita in Meckel's d. Archiv f. d. Physiologie VIII. Band. 

n. Hft. 369. Taf. IV. und in der Isis 1826. VIIL 847. Taf. VI. 
Brug uiere encycl. meth. pl. 94. F. 1 — 3. 
Lamarck hist. anim. s. vert. II. 513. Aurelia aurita. 
Peron annal. du. Mus. XIV. 358. Aurelia rosea. 
Cuvier Regne, an. IV. 56. Cyanea aurita. , 

Im Baltischen und Nordmeere, und auch im englischen Kanäle sehr häufig. 
Ihre Scheibe mifst 6 Zoll im Durchmesser und hat keine dicke Masse, daher sie 
denn auch nur wenig gewölbt ist. Auf der ganzen äufsern Fläche derselben bemerkt man 
ziemlich dicht stehende weifse Punkte, welche Körnchen ähnlich sehen. Der äufsere Band 
hat acht sehr geringe Ausschnitte, wodurch dieselbe einigermafsen achtlappig zu nennen 
wäre, er ist mit einer unzähligen Menge feiner Fangfäden, die sich bis auf 5 Linien Länge 
ausdehnen können, gefränzt. Diese Fangfäden entspringen aus dem sogenannten Ring- 
gefäfse, sind aber eigentlich nicht ganz am äufsern Rande der Scheibe gelegen, sondern 
gleich unter ihnen bemerkt man zuerst einen sehr schmalen zerlappten Hautrand, und 
hinter oder unter diesem einen andern ungetheilten. Im mittlem Theile der untern Schei- 
benfläche stofsen die vier Arme kreuzförmig zusammen ; jeder von ihnen ist an seiner Wur- 
zel mit zweien ihm zur Seite stehenden vereinigt, nach aufsen der ganzen Länge nach 
stumpfrückig und nach innen mit einem Kanäle versehen, Welcher von zwei dünnen ge- 
kräuselten Hauträndern umgeben wird. Diese letztern sind von der Wurzel der Arme bis 
zu ihrer Spitze mit anderthalb Linien langen, am freien Ende verdickten Fäden besetzt, 
welche durch Ansaugen mit ihrem dickern Ende zum Festhalten der Beute geeignet sind. 
Die zwischen den Armen befindliche Mundöffnung (oder der Schlund) ist viereckig, und 
zwar haben die Ecken noch tiefe Einschnitte, weil sich die Kanäle der Arme dorthin fort- 
setzen; über dem Schlünde liegt der geräumige Magen, der sich nach dem Umfange der 
Scheibe hin ausbreitet; aber eine sehr geringe Höhe hat. Abwechselnd mit den Armen 
ist der Magen an vier Stellen an seinem Umfange in die Scheibenmasse hineingedrungen, 
wodurch er vier Nebenhöhlen enthält. Die Decke der Magenhöhle steht in ihrem mittlem 
Theile wie eine vierseitige aber sehr niedrige Pyramide (selten als eine achtseitige) nach 



63 

unten hin vor, und da die vier Kanten der Pyramide zu den Einschnitten zwischen den 
Nebenhöhlen verlaufen, so werden die letztern hiedurch noch mehr von einander geschie- 
den. Die Kanäle der vier Arme setzen sich auf dem Boden der Magenhöhle fort, begeben 
sich zu den Einschnitten zwischen den Nebenhöhlen und laufen in der Masse der Scheibe 
als ein gerades Gefäfs zu dem äufsern Rande der Scheibe hin. Der Boden einer jeden 
Nebenhöhle des Magens hat noch eine besondere Vertiefung, welche vom Schlünde aus 
ziemlich breit beginnt, sich aber bald stark verengert, und dann in der Mitte der Höhle 
sich stark erweitert und fegen den äufsern Rand hin verliert. Von jeder äufsern Ecke 
einer Nebenhöhle entspringt ein gefäfsartiger gerader unzerästelter feiner Kanal, der sich 
zum äufsern Rande der Scheibe begiebt, also überhaupt acht. Andere acht gef äfsartige Ka^- 
näle wechseln mit diesen ab und sind jeder mit zwei Nebenkanälen versehen, nämlich vier 
Kanäle entspringen aus den vier Einschnitten zwischen den Nebenhöhlen des Magens und 
geben bald auf jeder Seite einen den andern gegenüber stehenden Zweig ab, der sich so- 
dann in drei Aeste theilt; die Aeste spalten sich auch noch, ehe sie den äufsern Rand der 
Scheibe erreichen. Die vier andern Kanäle nehmen ihren Ursprung aus der Mitte des 
äufsern Randes einer Nebenhöhle, geben gleich darauf jederseits einen Zweig ab, der sich 
gewöhnlich in fünf Aeste theilt, von denen die meisten sich auch noch vor ihrer Ankunft 
am äufsern Rande der Scheibe spalten. Alle Kanäle und ihre Verzweigungen munden sich 
nun in ein Ringgefäfs, das am äufsersten Rande der Scheibe sich befindet und von welchem 
die kleinen hohlen Fangfäden des Randes entspringen. Die acht kleinen Randkörper sind 
gelb, liegen in einem Ausschnitte des Scheibenrandes von einer Falte desselben umgeben, 
stehen mit dem Ringgef äfse in Verbindung und befinden sich am äufsern Ende der mitt- 
lem Röhre der acht auf beiden Seiten Zweige abgebenden Kanäle. 

Die Oeffnungen der vier Keimsäcke sind elliptisch; die stark gefallenen Keimwülste 
sind zu mehr als einem halben Ringe zusammengekrümmt. Die Färbimg der Keimwülste 
sowohl, als auch des ganzen Verdauungs-Apparates fand ich bei dem in der Ostsee gefange- 
nen Exemplare meist blafsviolett, dagegen diese Theile nur weifslich bei den Medusen des 
englischen Kanals waren. 

Die Länge der Arme läfst sich sodann am besten bestimmen, wenn man die Scheibe 
auf die gewölbte Fläche legt; sodann reichen die Arme bis zum äufsern Rande der Scheibe, 
und ich fand sie bei kleinen Exemplaren von einem Zoll im Durchmesser, in eben dem 
Verhältnifs zur Scheibe, als bei ganz ausgewachsenen. Obgleich die Arme beim Schwiin- 



64 

men des Thiers unter der Scheibe hervorragen, so geschieht dieses doch viel weniger als 
in denen von 0. Müller gegebenen Abbildungen. 

2. Medusa labiata, hemispliaerica, brachns trigonis, appendice basal* trigono cuneatim 
pyramidem quadrilateram protensam formantibus. 

Cham is so N. Act. Acad. L. C. X. 358. T. 28. f. 1. Aurellia labiata. 

Im nördlichen stillen Meere, an der Küste von Californien. 
Die Scheibe mifst gegen einen Fufs im Durchmesser, hat wenig Masse, ist daher 
^such nur schwach gewölbt; am Rande bemerkt man sechzehn kleine Ausschnitte. In acht 
derselben befinden sich die Randkörner. Die Arme reichen nicht bis zum Scheibenrande, 
sie sind dreikantig, von ihren Flächen ist eine nach oben und zwei nach unten gewandt ; die 
untere Kante ist zackig; nach der Wurzel zu nehmen sie allmählig an Dicke zu und ha- 
ben hier einen langen dreikantigen Fortsatz, welcher eine äufsere, und zwei nach innen ge- 
wandte Flächen zeigt. Die vier Fortsätze bilden zusammen eine vierseitige Pyramide, 
welche im zusammengezogenen und daher gewölbten Zustande der Scheibe eben so tief 
herab ragt, als die Ränder der Scheibe. Zwischen diesen Fortsätzen liegt der Mund und 
der Schlund. Randfäden zeigt die angeführte Abbildung nicht, die gef äfsartigen Verzwei- 
gungen der Verdauungsorgane sind in ihr nur oberflächlich angegeben. Die Färbung der 
Keimsäcke und der Verdauungsorgane ist schwachviolett. 

3. M. GLOBULARIS, globosa y brachns trigonis, basi utrinqiie processu laterali uncinato. 

Taf. 6. Fig. 4 

Chamisso N. Act. Acad. L. C. X. 358. T. 28. f. 2. Aurellia globularis. 

Im nördlichen atlantischen Meere, nordöstlich von den Azoren. 
Die fast kuglig gewölbte Scheibe hat einen Durchmesser von drei Zoll, ihr Rand 
ist mit sechzehn kleinen Einschnitten versehen, und ihre Oberfläche sehr fein bräunlich gelb 
punktirt. Von derselben Farbe sind die gefäfsartigen Verlängerungen des Verdauungs- 
systems und die sehr kurzen Randfäden. Die vier sehr kurzen Arme bilden zusammen 
einen eiförmigen Körper, welcher nicht über den Scheibenrand hinaus ragt. Die lappen- 
förmigen und fein gefranzten Einfassungen der Arme sind jedoch etwas länger. Jeder Arm 
hat eine kegelförmige Gestalt, und ist in seiner Mitte an jeder Seite mit einem grofsen 
hakenförmigen Fortsatze versehen, welcher sich an den des zunächst gelegenen Armes an- 
fügt 



65 i 

fugt. Der Schlund ist rund und geräumig, und nimmt in seine Oeffhung einen ziemlich 
langen walzenförmigen Fortsatz auf, welcher von der Mitte der Decke der Magenhöhle 
herabragt. Die stark angefüllten Keimwülste bekommen von ihrem Inhalte eine dunkel- 
braune Farbe und haben eine dreiseitige Form mit stark abgerundeten Ecken. Wegen der 
Dicke der Scheibe ist es sehr schwer, die gefafsartigen Verlängerungen der Verdauungs- 
höhle genau zu beobachten. 

4. M. SURIREA, hemisphaerea, caerulescens ; margine denticulato, auriculisocto ad peri- 
pheriam. 

Lamarck 1. c. 513. Aurelia surirea. 
Peron I. c. 357. Aurelia suriray. 
Im englischen Kanäle. 

5. M. Campanula, caerulescens, campanulaeformis, apice depressa; margine amplicato, 

denticulato, tentaculifero. 

Lamarck I. c. 513 und Peron I. c. 358. Aurelia Campanula. 
Im englischen Ranale. 

6. M. GRAMJLATA, orbicularis, granulosa. 

Lamarck 1. c. 513. Aurelia granulata. 
Peron 1. «. 358. Aurelia melanospila. 
Bast er opusc. p. 123. T. 14. F. 3. 4. Medusa aurita. 
Im Nordmeere. 

7. M. tyrrhenä, orbicularis, convexa, laevigata, rubro maculata ; tentaculis longissimis. 

Gmelin Syst. N. p. 3155. 

Macri obs. del. pulm. mar. p. 19. M. amaranthea. 

Lamarck 1. c. 514. Aurelia tyrrhenä, 

Peron 1. c. 359. Aurelia amaranthea. 

Im toscanischen Meere. 
Laevis, tenera, hyalina, rubro -maculata, duas uncias pondere aequans, cavitatibus 
— singulis Stria rubra notatis. Gmelin l. c. 



66 

8. M. crucigera, hemisphaerica, cruce rufescente corporis latitudine. 

Gmelin Syst. nat. p. 3158. 

Forskaol Faun. aeg. Desc. p. 110. M. cruciata. Taf. 33. F. A. 

Modeer N. Abh. Schwed. Acad. Ueb. 12. 239. M. cacuminata. 

Bruguiere encycl. meth. pl. 93. F. 5 — 7. 

Lamarck I. c. 514. Aurelia crucigera. 

Peron 1. c. Aurelia rufescens. 

Vermuthlich im mittelländischen Meere. 
Sie ist halb so grofs als eine Kirsche, mehrentheils halbkugelrund, aber auch zuwei- 
len wie ein abgestumpfter Kegel, dann scheint sie von der Spitze bis zum Rande gefurcht. 
Auf der obern Seite ist sie mit zwei breiten und rothgelblichen Streifen bezeichnet, welche 
von einem Rande zum andern gehen und sich rechtwinklig durchschneiden. Der Rand 
des Körpers ist dünn und oft rothgelblich. Gleich unter ihm sitzen viele bläuliche Fühl- 
fäden, die wenig länger als der halbe Durchmesser des Körpers sind. Die am Rande 
mit faltigen Häuten besetzten Arme haben eine rothgelbliche Farbe. Modeer a. a. 0. 

9. M. RADIOLATA, convexa, purpurescens, Uneolis tenuissimis radiata. 

Lamarck 1. c. 514. Aurelia radiolata. 

Borlase com. p. 257. T. 25. F. 9 — 10. Med. var. 

Medusa purpurea Pennant Brit. Zool. 4. p. 57. 

Peron 1. c. 359. Aurelia lineolata. 

Medusa pur pur ata Modeer a. a. 0. S. 167. 

In der Nordsee. 
An der Oberseite der Scheibe scheint ein rothes Kreuz oder ein vierstrahliger Stern durch. 

Anm. Eine besondere Art ist noch die in der Baffinsbai lebende Meduse, zu welcher 
O. Fabricius unter der Aufschrift Medusa aurita einige Bemerkungen geliefert hat. 
Fauna groenl.p.369 „Subtus crux centralis eminens laevis (nee falciformis nee ciliataj, 
crucem circumdant quatuor cavitates orbiculares, marginibus ciliatis flavis (nun puneta- 
tisj, versus angulum crucis patentes: cilia marginalia corporis etia/m flava" 



67 

■ J 

6. CYANEA. Peron. 

Ventriculis appendicibus sacciformibus et vasaeformibus. 
Orrhorum fasciculi octo in pagina inferiori disci. 

Diese Gattung ist von Peron für solche Scheibenquallen aufgestellt worden, welche 
mit Fangfäden und sackförmigen Anhängen des Magens begabt sind, und zwar befinden sich 
ihre Fangfäden nicht am Rande der Scheibe, wie bei den verwandten Gattungen Pelagia 
und Chrysaora, sondern sie entspringen bündelweise an der untern Fläche der Scheibe; 
aufserdem giebt es noch am äufsern Rande der Scheibe gef äfsartige Fortsetzungen der Ver- 
dauungshöhle. Der sackförmigen Anhänge trifft man am Umfange des Magens 32 an, von 
denen 16 breitere mit eben so Viel schmälern abwechseln. Diese Nebensäcke sind auf eine 
ganz besondere Art gebildet, wie man es bei keiner andern Gattung der Scheibenquallen 
antrifft; ihre nach unten gewandte Haut hat nämlich dicht neben einander liegende Quer- 
falten, welche eigentlich schmale sackförmige Erweiterung dieser Haut sind, indem sie .an 
beiden Enden besonders abgesetzt erscheinen. Innerhalb der Querfalten befindet sich noch 
eine Reihe zackiger Bläschen, welche wahrscheinlich eine zur Verdauung beitragende Feuch- 
tigkeit, einen Magensaft, absondern. Die Bläschen stehen in allen Querfalten so geordnet, 
dafs sie auch excentrische Reihen bilden. Obgleich die Nebensäcke an ihrem äufsern Um- 
fange wegen der letzten Querfalte wie abgeschnitten oder geschlossen erscheinen, so ist 
dieses doch nur scheinbar, denn ihre Höhle hat noch manche Erweiterungen nach dem 
Rande der Scheibe hin. Zuerst sind 32 grofser Fortsetzungen der Nebensäcke zu erwähnen, 
welche mit den äufsern Ecken zweier Nebensäcken in Verbindung stehen, indem sie ihre 
Lage gerade einem Einschnitte zwischen zwei Nebensäcke gegenüber haben. Zwei sind 
einander mehr genähert als den nebenstehenden, weil breite Nebensäcke mit schmalen ab- 
wechseln. Diese Fortsetzungen sind viel länger als breit, sind ebenfalls mit breiten Falten 
versehen, welche aber ihrer Länge nach verlaufen (für die Scheibe also excentrische Strei- 
fen bilden), und ihre Querfalten enthalten ebenfalls Reihen von Bläschen. Aus den Fort- 
sätzen verbreitet sich nun die Verdauungshöhle nach allen Seiten, ohne dafs ihre untere 
Haut Falten hätte; die so erweiterte Höhle spaltet sich endlich vielfach und sendet ver- 
zweigte Aeste bis zum äufsern Rande der Scheibe hin. 

Die Fangfäden der Cyaneen entspringen in dichter Reihe theils vom äufern Rande 
eines jeden breiten Nebensackes, theils von denjenigen Seitenrändern der gefaltenen Fort- 
setzungen, welche den breitern Nebensäcken zugewandt sind. 

I 2 



68 

Dicht an der Mundöftnung entspringen vier Fangarme, welche der Länge nach stark 
zusammen gefalten sind, und die, wenn man sie ausbreitet, einen flachen dreieckigen Kör- 
per bilden, dessen Spitze am Mundrande angeheftet ist. 

Bei Jüngern Individuen sind die Keimwülste fast in eben so gestalteten Keimsäcken 
enthalten, als sie bei der Gattung Medusa bekannt sind ; wenn sich aber beim gröfser wach- 
senden Thiere die Wülste mit Keimen zu füllen anfangen, so sinken diese letztern durch 
ihre Schwere herab und hängen zwischen den Fangarmen. 

Die Arme sind bei keiner Art zu einem Stiel unter einander verwachsen, wie es 
dieser Gattung von Lamarck zugeschrieben wird. 

1. C. CAPILLATA, disci margine sedecies mciso: incisionibus altemis profundioribus ; lo- 
bt's quadrangularibus extus marginatis ; appendicibus plicatis ventriculi ochraceis, al- 
term's duplo latioribus, vasa angusta emittentibus. 

Medusa capillata Linnaei Faun. suec. ed. I. nro. 1286. ed. IL 2108. — Westgoth. 

Resa 172. T. 3. F. 3. — - Lach. Läpp. I. p. 337. c. fig. Gmelin syst. N. 3154. 
Müller prod. Zool. Dan. 2821. 
Bast er opusc. S. 2. p. 60. T. 5. f. 1. 
O. Fabricius Faun. Groenl. p. 364. 
Modeer N. Abh. Schwed. Acad. 1790. Uebers. S. 152. 
Gaede Medusen. S. 21. T. II. 
Cyanea arctica, baltica, borealis und brittannica Peron und Lamarck 

a. a. 0. 

Diese Art lebt vorzüglich in der Nordsee, geht auch in die Ostsee hinein, und 
ist ebenfalls im Eismeere und in der Baffinsbai beobachtet worden. 

Die besten Beschreibungen dieses Thieres haben Fabricius und Gaede geliefert. 

Die gröfsten Exemplare messen acht Zoll im Durchmesser. Die glatte Oberhaut der 
Scheibe hat eine gelblich röthliche Farbe. Der Scheibenrand hat sechzehn Einschnitte, von 
denen acht tiefere mit acht fast halb so tiefen abwechseln; in den letztern bemerkt man 
die Randkörner. Die sechzehn dadurch entstehenden Lappen haben fast eine viereckige Ge- 
stalt; an ihrem äufsern Rande erblickt man einen rundlichen Ausschnitt (nach der Gaede- 
sehen Zeichnung); Andere sprechen hier noch von einem kleinen Einschnitte. Die Arme 
reichen weit über den Rand des Thieres heraus. In der Mitte und am freien Rande sind 



69 

sie dünn und weich, und in der Nähe der Mundöffnung bilden alle vier Arme zusammen 
einen fast knorpligen Ring. Um in Uebereinstimmung mit der nächstfolgenden Art die An- 
hänge des Magens zu beschreiben, so lege ich nur denjenigen Theilen, welche in der von 
Gaede gegebenen Abbildung mit Querstreifen gezeichnet sind, die Benennung „Nebensäcke 
des Magens" bei, denn ich glaube, dafs Gaede seinen Magenanhängen (von welchen die 
Nebensäcke nach ihm nur der innerste Theil sind), durch Aufblasen die abgebildete Gestalt 
gegeben hat. Von den röthlich gelben Nebensäcken sind die breitern am innern Rande 
zweimal, am äufsern Rande dreimal so breit als die schmalen; sie haben vierzehn Quer- 
falten und enthalten blaue Bläschen, von denen man in den breitern Nebensäcken 10 bis 11 
und in den schmälern 4 bis 5 Reihen zählt. Aus den Nebensäcken setzt sich die Verdauungs- 
höhle noch in Räume fort, welche den breitern Nebensäcken gegenüber eine herzförmige, 
und den schmälern gegenüber eine schmale längliche Gestalt haben. Die kurzen Gef äfse, 
welche aus diesen Fortsetzungen der Verdauungshöhle entspringen, sind sehr schmal und 
fein. Von den länglichen Anhängen gehen zuerst zwei breite kurze Stämme aus, welche 
an den beiden einander zugewandten Seiten kleine Zweige abgeben und sich dann in vier 
Aeste spalten, die sich am Ende mehrfach verzweigen. Zwischen diesen breiten Stämmen 
entspringt aus der Mitte des länglichen Anhanges ein gerades Gefäfs, das sich un verzweigt 
zu einem dort in einem weniger tiefen Einschnitte des Scheibenrandes gelegenen Körn- 
chen begiebt. 

Von den beiden Enden der herzförmigen Anhänge entspringen kurze breite Gefäfse, 
die sich bald zerästeln, und zwischen ihnen eine Anzahl längerer und kürzerer fast einfa- 
cher feiner Gefäfse. 

Modeer erzählt, dafis diese Qualle zuweilen bis zwei Fufs im Durchmesser haben 
soll; er spricht ihr die Fangfäden ab, weil er aus Mifsverständnifs sie an die Ränder der 
Arme verlegt hat. 

Gaede nennt die Querfalten der Nebensäcke des Magens Schwielen und die Fang- 
fäden blinddarmähnliche Gefäfse, welche in drei neben einander liegenden Reihen ent- 
springen. 



70 

2. C. FERRUGINEA, disci margine sedecies inciso: incisionibus alternis profundioribus, lo- 
bt s quadrangularibus extus incisis; appendicibus plicatis ventriculi alternis dimidio 
latioribuSj ferrugineis, vasa latissima emittentibus. Taf. 5. Fig. 1. 

Im nördlichen stillen Ocean an der Küste vom Kamtschatka, den aleuteschen 
Inseln und an der Nordwestküste von Amerika beobachtet. 

Sie erreicht eine Gröfse von anderthalb Fufs im Durchmesser. Die Scheibe ist an 
der Oberfläche hellgelblich gefärbt; ihr Rand hat acht gröfsere und acht halb so tiefe Ein- 
schnitte; in letzteren befinden sich die Randkörner. Jeder von den 16 hierdurch entstehenden 
Lappen hat eine viereckige Gestalt, doch ist er gegen den gröfsern Einschnitt hin mehr ab- 
gerundet, als gegen den kleinern; an seinem äufseren Rande hat er einen winkligen Aus- 
schnitt. Die vier Arme sind kurze platte umfranzte Lappen; zwischen ihnen, etwas mehr 
nach aufsen, hängen die vier feingefranzten gelben Keimwülste frei herab. 

Bevor die grofse Magenhöhle sich in ihre 16 Nebensäcke theilt, hat sie an ihrem 
äufsern Rande in ihrer untern Haut zwei concentrische Falten, denen aber die Bläschen 
mangeln. Unter den Nebensäcken, welche eine hellbraune Farbe haben, sind die breitern 
an ihrem innern Rande nur um den vierten Theil, an ihrem äufsern Rande um die Hälfte 
breiter, als die nebenstehenden schmälern Nebensäcke (hierin scheint ein wesentlicher Unter- 
schied von der vorigen Art zu liegen). Jeder Nebensack ist mit zehn Querfalten verse- 
hen, welche mit spitzen Enden in der Nähe ihres Seitenrandes entspringen. Die Bläschen 
sind an der Wurzel schmal, am Ende viel breiter und mit mehrern Zacken versehen^ 
(Gaede beschreibt die Bläschen bei C. Capillata einfach); sie bilden in allen Querfalten 
zusammen in den breitern Nebensäcken 12 Reihen, und in den schmälern nur fünf. Den 
Einschnitten zwischen den Nebensäcken gegenüber befinden sich Fortsetzungen der Ver- 
dauungshöhle, welche der Länge nach gefalten sind, aber nicht so regelmäfsig als die Neben- 
säcke; auch sind die in jenen enthaltenen Bläschen nicht so regelmäfsig gestellt. Aus den 
Fortsetzungen verbreitet sich die Verdauungshöhle noch nach dem Rande der Scheibe hin, 
ohne aber an ihrer untern Haut Falten zu bilden; in der Nähe des Kanals spaltet sie sich 
in viele Theile, welche man sehr breite Gef äfse nennen könnte und die in ihrem kurzen 
Verlaufen an den Seiten und am Ende feine Zweige abgeben; eine besonders breite gefäfs- 
artige Fortsetzung bemerkt man an jeder Seite des Randeinschnittes, in welchem der gelbe 
Randkörper sich befindet. Durch diese sehr breiten Gefäfse unterscheidet sich gegenwärtige 



71 . 

Art ebenfalls wesentlich von C. capülata, und überhaupt entspringen alle genannten breiten 
gef äfsartigen Fortsetzungen der Verdauungshöhle aus einer gemeinschaftlichen Höhle, und 
nicht, wie bei C. capülata^ aus herzförmigen und länglichen Anhängen, wie denn überhaupt 
auch nicht die strahlenförmigen Scheidewände zwischen den Anhängen des Magens sich in 
ihrer ganzen Länge bei ihr vorfinden, sondern nur zwischen den Nebensäcken, Die Fang- 
fäden enthalten in ihrer Höhle einen rothen Saft, und sind an ihrer Wurzel platt 

3. C. Lamarckii, disci margine octolobato. Lobt's subtriangularibus apice incissis ; cir~ 
culo supra ventriculo et radns sedecim extemis cyaneis. Taf. 5. Fig. 2. 
Peron annales du Mus. XIV. 363 und Lamarck 1. c. 518. 
Dicquemare Journal de phys. 1784. dec. I. p. 451. T. 1. 

In der Nordsee. / 

Die von mir im Juni im englischen Kanäle gesehenen Exemplare hatten vier Zoll 
im Durchmesser. Die aufsere Fläche der Scheibe ist mit undeutlichen grofsen flachen Kör- 
nern besetzt und kaum merklich weifslich gefärbt. Der Rand hat acht tiefe Einschnitte, 
wodurch eben so viele hervorstehende fast dreieckige Lappen entstehen, welche an den 
Seiten eine Ausbucht und an dem abgerundeten Ende einen kleinen Einschnitt für das 
Randkörnchen haben. Die untere Haut des Magens und dessen Nebensäcke, welche eben- 
falls Querfalten haben, ist hellgrau gefärbt; die innere Haut dieser genannten Verdauungs- 
höhlen, welche sich an die Scheibenmasse anschliefst, ist blau, sie senkt sich an vielen Stel- 
len in die Scheibenmasse hinein, und da hierdurch zwei gefärbte Häute sich an einander 
legen, so entstehen viele blaue Linien. So erblickt man über dem mittlem Magen einen 
etwas zackigen hlauen Kreis, und innerhalb desselben noch ein Netz solcher Hautfalten. 
Vom Magenkreise gehen 1 6 Strahlen nach aufsen ab, von denen immer einer über der Mitte 
eines Nebensackes des Magens sich befindet Die Arme sind kurz, stark gefalten und an 
den Rändern zerlappt. Keimwülste und Fangfäden waren bei meinen Exemplaren Weifs ; 
Lamarck nennt die Fangfäden in der Diagnose blau. Am innern Rande der Keimsäcke 
bemerkt man kurze Saugröhren, welche in die Magenhöhle hineinragen. Die Fangfäden 
sind durch eine sehr grofse Anzahl feiner Körnchen, welche überall auf ihrer Oberfläche 
zerstreut sind, rauh, und hängen sich an fremde Gegenstände an. Die Nebensäcke des 
Magens sind an ihrem äufsern Rande schwach ausgeschnitten, so dafs ihre Ecken hier 
vorstehen. 



4. C. ROSEA, hemisphaerica, verrucosa, rosea, brachns quatuor cotyliferis, tentaculis lon- 
gissimis et numerosissimis. 

Quoy et Gaimard Voyage p. Freycinet, Zool. p. 570. T. 85. f. 1. 2. 

An der Ostküste von Neu-Holland bei Port Jackson. 
Scheibe acht Zoll im Durchmesser, -Rand achtlappig, jeder Lappen noch mit einem 
Einschnitte. Vier Keimhöhlen. Die Fangfäden (an jedem Lappen fünf nach der Zeich- 
nung) entspringen innerhalb der Scheibe von einem Ringe, welcher concentrische und excen- 
trische Streifen hat. 

Anm. Es wird von Peron und Lamarck noch eine Cyanea lusitanica, orbicula- 
n's, supeme vascults reticulata, fissuris duodecim marginalibus angeführt, welche nach 
Medusa capillata Tilesius Jahrb. der Naturgesch. aufgestellt ist. Die zwölf Einschnitte 
des Randes sind mir jedoch verdächtig. 

7. PELAGIA. Peron. 
Ventriculis appendicibus sacciformibus. 



Cirrhi marginales octo. 






Obgleich diese Gattung die sackförmigen Anhänge des Magens mit der vorigen ge- 
mein hat, so unterscheidet sie sich doch wesentlich dadurch, dafs hier die Nebensäcke bis 
zum Rande der Scheibe sich erstrecken, keine gefäfsartigen Verzweigungen an ihren Rän- 
dern zu bemerken sind, und dafs die Fangfäden vom Rande selbst entspringen. Der Ma- 
gen hat sechzehn Nebensäcke, und von acht abwechselnd stehenden geht aus der Mitte ih- 
res äufsern Randes, einem Einschnitte der Scheibe gegenüber, ein einzelner Fangfaden ab. 
Die Mundöffnung ist von vier Armen umgeben, welche schmal sind, ihrer ganzen Länge 
nach sich ziemlich gleich breit bleiben und an ihrer Wurzel mehr oder weniger unter 
einander verbunden sind. Vier schmale Keimwülste liegen in Säcken, und von ihrem 
innern der Magenhöhle zugewandten Rande entspringt eine Reihe von langen feinen 
Saugröhren, welche sich frei in der Magenhöhle bewegen und auch zuweilen aus der Mund- 
öffnung herausragen. 

Lamarck hat die Pelagien mit vielen andern sehr abweichenden Scheibenquallen, 

welchen Peron eigene Gattungen angewiesen hat, in einer, in Dianaea, vereinigt, und wegen 

der nicht beobachteten Oeffnungen der Keimsäcke in die erste Abtheilung der mit einer Mund- 

. - ■.. öff~ 



73 

Öffnung versehenen gestellt. Hierdurch wurden die Pelagien von den Chrysaoren, die 
Lamarck mit Cyanea vereinigt, sehr weit getrennt. Jedoch zeigen genauere Untersuchun- 
gen, dafs sich die Gattungen Pelagia und Chrysaora so nahe stehen, dafs man als das 
einzige Unterscheidungsmerkmal der letztern nur die gröfsere Zahl der Fangfäden angeben 
kann, welche wenigstens 24 beträgt. 

Die Pelagien leben alle auf offenem Meere. Die vier zuerst beschriebenen Arten 
habe ich selbst untersucht. 

1. P. PANOPYRA, purpurascens, disco subgloboso subtiliter verrucoso, vertice depresso; 
brachiis basi in pedtmculum elongatum unitis ; appendicibus ventriculi bifidis. Taf.6.fig.2. 
Medusa panopyra Peron Voyage,. Atlas T. 31. f. 2. 
Pelagia panopyra Peron Annales du Mus* XIV. 349. 
Dianaea panopyra Lamarck 1. c. 504. 
Wörterbuch der Naturgeschichte, Atlas T. 8, f. 3. 

Der Aufenthalt dieser Pelagien sind die Tropen des atlantischen Meeres und 

der Südsee. 

Obgleich ich diese Art auch im atlantischen Ocean gefangen und mit der von Peron 

und Lesueur gegebenen Abbildung ganz übereinstimmend gefunden habe, so erlaubten 

andere zugleich erhaltene Gegenstände doch nicht eine genauere Untersuchung derselben. 

Die nachfolgende ausführliche Beschreibung ist nach solchen Individuen atigefertigt worden, 

welche ich zu verschiedenen Zeiten in der Südsee zu beobachten Gelegenheit hatte. Da 

> 

mir kein Unterschied zwischen den Exemplaren aus dem atlantischen Ocean und der Süd- 
see bekannt ist, so gebe ich die Beschreibung zu dieser Pelagia. 

An den gröfsten Individuen hat die Scheibe gegen zwei Zoll im Durchmesser; sie 
ist fast so hoch als breit, auf dem Scheitel flach gedrückt und sogar etwas vertieft, an den 
Seiten aber stark herabhängend und der Band einwärts gewandt. Ihre äufsere Fläche ist 
sehr blafs röthlich violett gefärbt, mit weifslichen rauhen Körnern besetzt, welche nicht 
sehr grofs sind und sehr zerstreut stehen. Am untern Theile der Scheibe gegen den Rand 
hin bemerkt man am ganzen Umfang kleine Furchen, welche sich bis zu den sechzehn klei- 
nen Einschnitten des Randes erstrecken. Die fast viereckigen Randlappen haben an ihrem 
äufsern Rande einen kaum merklichen Ausschnitt; an ihren, den Einschnitten zugewandten 
Rändern bemerkt man äufserlich rundliche rauhe Körnchen von bräunlich violetter Farbe, 

K 



n 

die kleiner sind und dichter beisammen stehen, als die der Scheibe selbst. An der innern 
Seite sind die Lappen fein violett punktirt. Die vier Arme, welche wohl vier bis fünf mal 
länger sind als die Scheibe, bestehen aus einem rundlichen Stiele, der aufsen mit röthlich 
violetten länglichen Körnern besetzt ist, und der Länge nach zwei kraus gefaltene häutige 
Einfassungen hat. Diese häutigen Ränder sind blafs violett gefärbt; jeder von ihnen ver- 
bindet sich an dem ersten Drittheile der Arme mit einem häutigen Rande des zunächst ste- 
henden Armes, wodurch der sogenannte Stiel entsteht, welcher beim Schwimmen desThie- 
res weit unter der Scheibe hervorragt, und der einen röhrenförmigen Mund bildet. Die 
innere Fläche der Arme, welche durch die häutigen Ränder sehr breit und flach ist, 
scheint mit vielen, dem blofsen Auge unsichtbaren Rauhigkeiten besetzt zu seyn, indem sie 
sich an die Hand, an Holz anhängt, und selbst die Thiere, wenn sie schon matt werden, 
sich mittelst der innern Fläche der Arme an die Seiten des Glases, worin sie aufbewalirt 
werden, ansetzen; sie sitzen dann still ohne Contraction der Scheibe. 

Der grofse Magen ist an seinem Umfange in sechzehn Nebensäcke getheilt, welche 
sehr nahe neben einander liegen, schmal und lang sind, und sich bei dieser Art mit zwei 
schmalen Fortsetzungen endigen. Diese lanzettförmigen Fortsetzungen sind wenig kürzer, 
als der innere Theil des Nebensackes, werden vom Einschnitt des Scheibenrandes von ein- 
ander getrennt, so dafs jeder in einem andern Randlappen seine Lage hat, wenden sich 
mit ihren Spitzen seitlich etwas von einander ab, und erreichen fast den äufsersten Rand 
der Scheibe. Aus der Mitte zwischen beiden Fortsätzen entspringt aus jedem Nebensacke 
ein kleiner Kanal, der von acht mit den andern abwechselnden Nebensäcken zu den acht 
gelben eiförmigen Randkörpern sich begiebt, von den übrigen Nebensäcken aber zur Wurzel 
eines Fangfadens. 

Der Randkörper liegt in einem von zwei kleinen Lappen gebildeten Trichter; ein 
Lappen liegt an der äufsern Fläche der Scheibe, der andere an der innern ; zwischen bei- 
den hat das Wasser Zugang zu dem Randkörper. Der kleine Kanal, der sich zu Ietzterm 
begiebt, erweitert sich kurz vorher, ehe er denselben erreicht. 

Der kleine Kanal, aus dem der Fangfaden entspringt, verläuft in gerader Richtung 
bis zum Einschnitt des Randes, wo er sich blind endigt; aus seiner Mitte aber und untern 
Fläche entspringt der Fangfaden, bei dem man an seiner Wurzel mit dem VergrÖfserungs- 
glase feine Quer- und Längsstreifen erkennen kann, dessen Höhe gegen die äufsern Wände 
sehr weit und mit einem dunkelrothen Safte gefüllt ist, und der sich so stark verlängern 



kann, dafs er noch einmal so lang als die Arme herabhängt. Der von den Fangarmen 
durchschwitzende Saft verursacht auf der menschlichen Haut ein leichtes Brennen. Zwi- 
schen den Wurzeln der rundlichen Stiele der Arme findet man die vier eiförmigen Oeff- 
nungen, welche zu den Keimsäcken führen. Die Keimwiilste sind lang, stark gefalten, und 
bestehen aus dunkel purpurfarbnen Häuten, die mit gelben Keimen gefüllt sind. Die fei- 
nen Saugröhren desselben haben eine rosenrothe Farbe. 

Betrachtet man das Thier von .oben, so erblickt man einen feinen röthlichen Ring 
am Umfange des Magens, was man leicht für einen Gefäfsring halten kann; allein derselbe 
entsteht (wie er bei Cyanea hamarckii beschrieben ist) dadurch, dafs sich die obere Haut 
des Magens in eine kreisförmige Spalte der Scheibenmasse einsenkt. Man sieht ferner 16 
feine Streifen von dem Ringe über einem Nebensacke seiner Länge nach verlaufen, und in 
seiner Mitte spalten, so dafs die beiden Aeste desselben über den lanzettförmigen Fortsez- 
zungen der Nebensäcke sich befinden. - 

2. P. cyanella, purpurascens disco verrucis magnis demis ferrugmeis obsito, globoso ; 
brachiis summa bast tantum unitis, appendicibus •ventriculi bifidis. Taf. 6. Fig. 4. 

Medusa pelagia Löfflings Reise S. 105. 

Linnaei syst. nat. XII. p. 1098. Gmelin syst. N. p. 3154. 

Schwartz N. Abb, Schwed. Akad. 1790. Ueb. 12. S. 172. T.V.u. 1788. Ueb. 9. S. 195. 

Bosc vers. 2. p. 139. T. 17. F. 3. 

Pelagia cyanella und Denticulata Peron 1. c. XIV. p. 349. 350. 

Dyanaea cyanella und Denticulata Lamarck 1. c. 507. 

Pelagia noctiluca Chamisso in Choris Voyage pittoresque I. p. 3. T. 2. 

Im atlantischen Meere zwischen dem 30. und 40. Grade nördlicher Breite. 
Die Scheibe dieser Art, welche der vorhergehenden am nächsten steht und schon sehr 
lange bekannt ist, ist fast ganz kuglig, auch auf dem Scheitel gewölbt und mifst gegen 
2 Zoll im Durchmesser. Ihre Oberfläche ist sehr blafsbläulich gefärbt und mit grofsen läng- 
lichen aber flachen Warzen dicht besetzt, welche rothbraun gefärbt sind. Der Rand ist 
sehr stark umgeschlagen, seine acht Fangfäden purpurroth, die Randkörner dunkel roth- 
braun. Die Arme sind nur an der Wurzel unter einander verbunden, so dafs diese Verbm- 
dungsstelle nie unter der Scheibe hervortritt. Ihr rundlicher Stiel ist mit kleinen länglichen 
rothbraunen Flecken gezeichnet, welche gegen die Spitze des Armes zu kleinen Strichen werden.. 

K 2 



Ich glaube, dafs alle bei dieser Art angeführten Schriftsteller dieselbe Qualle beschrie- 
ben haben, deren ausgezeichnetere Merkmale ich hier angegeben habe, obgleich ihre Be- 
schreibungen, vorzüglich aber ihre Abbildungen, sehr abweichend erscheinen. Schwartz 
hat eine sehr breite flache Scheibe gezeichnet. Sie iniist über drei Zoll im Durchmesser, 
und in der Beschreibung führt er an, dafs er einige gesehen habe, welche zwei bis dreimal 
so grofs als die Abbildung waren, aber keine kleiner als die Figur; er hat sie im Septem- 
ber beobachtet, ich die meinigen im Mai. Die Verdauungsorgane haben im Ganzen die Ge- 
stalt der bei der vorigen Art beschriebenen; die sehr dicke Scheibe der gegenwärtigen Art 
erlaubte wegen ihrer geringen Durchsichtigkeit nicht von oben durch zu sehen, und die 
Untersuchung von unten wurde wiederum durch die Dicke der Ränder und ihre Ungefüg- 
lichkeit gehindert. 

3. P. FLAVEOLA, flavescens ; disco hemisphaerico, verrucis magnis elongatis crystalUnis 

dense obsito, brachiis basi discretis; appendicibus ventriculi bißdis. Taf. 6. Fig. 3. 

In der nördlichen Hälfte des stillen Meeres unter dem 34sten Grade N. Breite 
und 20 Ist. Grade westlicher Länge. 

Das im Juni gefangene einzige Exemplar hatte lf Zoll im Durchmesser; es unter- 
scheidet sich aufser seiner ungewöhnlichen Farbe noch durch verschiedene Merkmale von 
der andern Art. Die Scheibe ist schwach gewölbt, ihre Oberfläche ungefärbt und mit gros- 
sen kristallhellen eiförmigen Warzen dicht besetzt, welche aufrecht stehen und fast eine 
Linie lang sind. Die Arme sind kurz, nur dicht an der Scheibe unter einander durch ihre 
Randhäute verbunden, aufsen mit kleinen rundlichen gelben Körnern an ihrem rundlichen 
Stiele besetzt. Die Haut des Magens und der Nebensäcke, welche ganz eine solche Gestalt, 
wie bei P. panopyra haben, blafsgelblich. Die grofsen eng zusammengedrängten, stark ge- 
faltenen Keimwülste haben eine bräunlich gelbe Farbe; ihre langen Saugröhren sind auch 
gelb. Fangfäden zitronengelb und breit. Randkörner grofs und weifslich. 

4. P. discoidea, disco complanato, margine summo tantum inflexo, supra laevi; bra- 

chiis basi discretis; appendicibus ventriculi parum emarginatis. Taf. 7. Fig. 1. 

Im südlichen atlantischen Meere, in deriNähe des Vorgebirges der guten Hoffnung. 

Diese Art zeichnet sich im Vergleich mit den drei vorhergehenden sogleich durch die 

sehr flache Scheibe aus, welche nur eine sehr dünne Lage Gallertmasse besitzt. Sie hat 



: 77 ■.,-••; . 

ungefähr drei Zoll im Durchmesser, ist oben in ihrem gröfsten Theile flach und nur ein 
halber Zoll des Randes ist abschüssig; dabei erscheint ihre Oberfläche vollkommen glatt 
und ist kaum merklich röthlich gefärbt. Der sehr wenig einwärts gekrümmte Rand hat 
16 sehr schwache Einschnitte. Der sehr grofse Magen wird nur in der Nähe des Randes 
durch Einschnitte in 16 Nebensäcke getheilt, welche eine fast viereckige Gestalt haben. 
Acht von den Nebensäcken werden nach aufsen plötzlich breiter und bilden zwei kurze ab- 
gerundete Lappen, die am äufsern Rand noch gekerbt sind ; zwischen den Lappen entspringt 
unmittelbar aus dem Nebensack ein purpurfarbner langer Fangfaden. Die übrigen acht mit 
jenen abwechselnden Nebensäcke verengern sich dagegen kurz vor dem äufsern Rande 
plötzlich, bilden aber auch zwei kleine Lappen, welche mehr auswärts liegen und nicht 
gekerbt sind. In dem sie trennenden Ausschnitte liegt ebenfalls unmittelbar am Nebensacke 
ein gelbes Randkörnchen. 

Die vier sehr langen Arme haben sehr stark gefaltene rosenroth gefärbte und aufsen 
körnige Randhäute, welche die Arme an der Wurzel nur sehr wenig unter einander ver- 
binden. Die vier weifslichen Keimwülste liegen an ihren gewöhnlichen Stellen, jedoch 
nicht in Säcken verborgen, weil die Scheibenmasse zu dünn ist, um solche Höhlen bilden 
zu können; ihre Saugröhren sind ungefärbt. Die Falten der obern Magenhaut, welche in 
Spalten der Scheibenmasse eintritt, sind auch zu bemerken. 

5. P. NOCTILUCA, hyalino-rufescens; disco depresso, brunneo-verrucoso ; brachüs hast in 
pedunculum elongatum unitis. 

Medusa noctiluca Forskaol Faun. aeg. arab. p. 109. 
Modeer N. Abh. Schwed. Akad. 1790. Uebers. 12. 242. 
Medusa pelagica var. ß. noctiluca. Gmelin syst. N. 3154. 

Im mittelländischen Meere von Forskaol beobachtet. 

Scheibe drei Zoll im Durchmesser, oben flach, mit braunen Warzen und Punkten 
besetzt. Die Keimwülste roth. Der Scheibenrand ist in 16 zungenformige rothe und aus- 
wendig rothbraun gefleckte Lappen zertheilt, die aber doch mit einem dünnen Häutchen 
vereinigt sind. Jeder Lappen ist an seinem Rande mit einem dünnen Häutchen vereinigt 
und mit einem Streifen versehen. Fangfäden zusammengedrückt, roth, zolllang. 

Die Arme sind an ihrer Wurzel zu einem Stamme vereinigt, der noch einmal so 
lang ist, als der Körper dick ist. Die flache mit Warzen bedeckte Scheibe unterscheidet 



78 

diese Art hinlänglich von den vorhergehenden; es ist von ihr nur eine ausführliche Beschrei- 
bung zu wünschen. 

6. P. Labiche, convexa, verrucosa, griseo - ht/alina ; disci margine intus striato; brachüs 
foliaceis, violaceis; cirrhis rubris. 

Cyanea Labiche Quoy et Gaimard Voyage 1. c. p. 571. T. S4. F. 1. 

Im stillen Meere unter dem Aequator. 
Scheibe gegen zwei Zoll im Durchmesser, mit vier rothen Keimwülsten, vier Armen 
und acht Fangfäden. 

7. P. PHOSPHOREA, convexiuscula, laevis, ad periphaeriam ßmbriata. 
Medusa phosphorea Spallanzani voyage en Sicile p. 192. T. 4. 
Aurelia Peron 1. c. 358. Lamarck I. c. 514. 

Im mittelländischen Meere an der Küste von Sicilien. 
Wegen der angeführten acht Fangfäden setze ich diese zu den Aurelien gezählte 
Qualle hierher. 

8. CHRYSAORA. Peron. 

Ventriculus appendicibus sacciforniibus ; 
Cirrhi marginales viginti quatuor et plures. 

Die Chrysaoren stehen den Pelagien so nahe, dafs sie eigentlich nur eine Unter-Ab- 
theilung unter den letztern ausmachen sollten, und ich würde sie auch als solche dahin ge- 
stellt haben, wenn die Gattung nicht schon einmal aufgestellt wäre, und da ich eine zweite 
Art zu der längst bekannten hinzufügen kann. J 

Der Magen der Chrysaoren ist an seinem Umfange ebenfalls in 16 Nebensäcke ge- 
theilt, welche sich bis zu dem äufsersten Rande der Scheibe erstrecken und keine gefäfs- 
artigen Fortsetzungen aussenden; statt dafs bei den Pelagien nur ein grofser Fangfaden am 
äufsern Rande von acht Nebensäcken entspringt, kommen bei ihnen aus jedem drei grofse 
Fangfäden hervor, eine aus der Mitte und zwei aus den Ecken. Ihre vier Arme sind 
ebenfalls schmal und von zwei Randhäuten eingefafst. Die Keimwülste liegen in vier be- 
sondern Höhlen, und an ihrem innern Rande sieht man ebenfalls feine Saugröhren. 



1. Chrys. HYSOSCELLA, disci mar gute lobt's triginta duobus rotundatis integris, cirrhis- 
que viginti quatuor. Taf.7. Fig. 2. 

Medusa hysoscella Linne* syst, nat. ed XU. p. 1097. 

Gmelin I. c. 3153. —Modeer 1. c. 149. 

Borlase Nat. FI. Cornw. p. 256. T. 25. f. 7 — 12. 

Medusa fusca und tuberculata Pennant Britt. Zool. IV. pag. 75. 

Chrysaora, le Sueur, aspilonota, cyclonota, spilhelmigona, spilogona, 
pleurophora, macrogona. Peron 1. c. 365. 

Cyanea le Sueur, asptlonota, cyclonota, punctulata, pleurophora, ma- 
crogona. Lamarck 1. c. 520. 

Aurelia? crenata. Chamisso N. Auet. Acad. Leop. Car. X. 359. T. 29. 

Crusenstern's Reise-Atlas. T. F. 

In der Nordsee sehr häufig; Wandel li, welcher sie zuerst beschrieben hat, 
soll sie am Ausflusse des Tajo in dem atlantischen Ocean gefunden haben. 

Die sehr variirende Zeichnung der Scheibe und die- von derselben fast allein herge- 
nommenen Merkmale sind Ursache gewesen, dafs man diese Qualle so oft verkannt und 
unter so vielen Namen beschrieben hat. 

Die Scheibe erreicht eine Gröfse von 6 Zoll im Durchmesser, ist flach gewölbt und 
mehr oder weniger rothbraun fein punktirt oder gestreift. Die vorzüglichsten Varietäten 
der Zeichnung an der Oberfläche der Scheibe sind folgende: 1) ganz ungefärbt, wie sie 
noch von niemandem beschrieben worden; 2) mit einem runden Flecken auf jedem Rand- 
lappen, dabei der übrige Theil der Scheibe ungefleckt; bei einigen Exemplaren wechseln 
immer zwei zusammenstehende dunklere Flecken mit zwei andern ab, und zwar befinden 
sich die dunklern Flecken auf denjenigen Lappen, welche zwischen sich das Randkörnchen 
liegen haben. Diese Varietät bildet Chamisso Fig. A. B. ab; 3) mit 32 feinen rothbraunen 
Linien, welche vom Umfange der Scheibe her entspringen und sich in ziemlich weiter Ent- 
fernung von der Mitte zu zwei und zwei unter einem spitzen Winkel vereinigen, welches 
aber nicht bei allen in gleicher Höhe geschieht. Diese zu zwei vereinigten Linien werden 
von den Schriftstellern Radien genannt; in der Mitte der Scheibe steht ein kleiner Ring von 
derselben Farbe, und gleichzeitig traf ich bei dieser Abweichung die bei der zweiten Va- 
rietät angeführten runden Flecken auf dem Randlappen an. Diese ist mm wahrscheinlich 



80 

die Med. hysoscella Linne's, eben so die M. fusca Pennant's, die Chrysaora aspi- 
lonota und cyclonota Peron's (bei der erstem fehlt der Ring auf dem Scheitel der 
Scheibe, bei der letztern ist er vorhanden). Der rothbraunen Flecken des Randes geschieht 
von den Schriftstellern nicht Erwähnung, mag daher ihren Exemplaren gefehlt haben; 
4) mit sechzehn gegen die Mitte der Scheibe zugespitzten rothbraunen Dreiecjken am Um- 
fange der Scheibe und mit einem runden rothbraunen Flecken auf der Mitte. Es ist also 
hier der Zwischenraum zwischen zwei sich vereinigenden Linien der vorigen Varietät mit 
Farbe ausgefüllt, so wie der innere Raum des Ringes derselben. Den von mir beobachte- 
ten Individuen dieser Abweichung mangelten die Randflecken. Diese wird von Pennant 
Medusa tuberculata, von Peron Chrys. spilhelmigona und spilogona und von 
Lamarck Cyanea punctata genannt; £) mit den bei der vorigen Varietät beschriebe- 
nen 16 spitzen rothbraunen Dreiecken, dem runden Flecken auf der Mitte; aufserdem ist 
der ganze übrige Theil der Oberfläche der Scheibe etwas lichter rothbraun gefärbt bis auf 
schmale Einfassungen der Dreiecke imd des runden Fleckens, welche als durchsichtige Li- 
nien erscheinen. Die Randflecken fehlten den von mir gesehenen Exemplaren. Chamisso 
hat diese Varietät a. a. 0. B.C. abgebildet, und Peron nennt sie Chrysaora le Sueur, 
indem er die ganze Oberfläche der Scheibe als roth beschreibt, auf der ein weifser Ring in 
der Mitte und sechzehn weifse winklige Figuren am Umfange stehen. 

Der Scheibenrand wird durch 32 kleine Einschnitte in eben so viel kleine gerun- 
dete Lappen getheilt; es stehen jedoch, genau betrachtet, immer zwei Lappen näher bei- 
sammen, weil 16 von den Einschnitten gröfser (d. h. eigentlich kleine Ausschnitte) sind, 
als die übrigen. Die untere Magenhaut ist fein rothbraun punktirt; von ihren sechzehn 
Nebensäcken sind acht breiter und andere acht mit jenen abwechselnd schmäler; diese 
letztern werden hinter der Mitte ziemlich plötzlich breiter, bilden seitwärts eine rundliche 
Erweiterung, dann verschmälern sie sich wieder und theilen sich in zwei kurze abgerun- 
dete Fortsätze, von denen sich jeder in einen Randlappen hinein erstreckt; aus dem mitt- 
lem Ausschnitte zwischen beiden geht ein kurzer Kanal zu dem Randkörper ab, welcher 
in einem gröfsern Einschnitte des Scheibenrandes liegt. Die übrigen acht Nebensäcke sind 
sowohl an ihrem Ursprünge als auch an ihrem äufsern Rande beträchtlich breiter, als die 
so eben beschriebenen; sie haben in ihrer Mitte jederseits eine kleine Erweiterung, und 
nachdem sie darauf für die kleinen Erweiterungen der nebenstehenden schmälern Neben- 
säcke einen kleinen Ausschnitt erhalten haben, erweitern sie sich wieder um ein Geringes und 

geben 



geben an ihren Seitenecken einen ganz kleinen spitzen Fortsatz ab, welcher sich in den- 
jenigen Randlappen begiebt, in dem ein runder Fortsatz eines schmalen Nebensackes sich 
befindet. Innerhalb dieses kleinen spitzen Fortsatzes entspringt nun an einem kleinen Ein- 
schnitte des Scheibenrandes jederseits ein Fangfaden. Aufserdem treten nun vom äufsern 
Rande der breitern Nebensäcke zwei grÖfsere gerundete Fortsätze ab, welche sich eben- 
falls in zwei Randlappen erstrecken ; zwischen sich haben sie gleichfalls einen gröfsern Ein- 
schnitt des Scheibenrandes, und an dieser Stelle entspringt aus dem Nebensacke noch ein 
dritter Fangfaden, welcher dicker und um die Hälfte länger ist, als die seitlichen. Die 
Fangfäden sind glatt, ungefärbt, im Ganzen kurz, indem die acht gröfsern nur zwei Zoll 
lang werden. 

Die vier Arme sind lang und schmal; sie werden über einen Fufs lang, sind an der 
Wurzel nur sehr wenig unter einander vereinigt und bestehen aus einem rundlichen \ Stiele und 
zwei häutigen gefranzten schmalen Einfassungen. Rei den meisten Varietäten ist der Stiel 
dunkel rothbraun gefärbt und die Franzen durchsichtig. So war es auch der Fall bei den- 
jenigen Exemplaren, die Chamisso zeichnete und Fig. A. B. hat abbilden lassen. Aus 
Versehen ist aber der Stiel ungefärbt geblieben, dagegen die Franzen dunkel gemalt wor- 
den. Rei denjenigen Exemplaren, welche ich von der vierten Varietät zu beobachten Ge- 
legenheit hatte, waren auch die Stiele der Arme ungefärbt. Die Keimwülste haben eine 
weifsliche Farbe. Was die Oeffnungen an der imtern Fläche der Randlappen anbetrifft, 
welche Chamisso in der Fig. B. abgebildet hat, so habe ich mich überzeugt, dafs sie bei 
unverletzten Exemplaren gar nicht vorhanden sind, aber sein: leicht entstehen, wenn man 
mit einer Sonde durch den Mund und die Nebensäcke bis in einen runden Fortsatz der 
letztern gelangt, wo dann die Haut der runden Fortsätze wegen ihrer grofsen Feinheit so- 
gleich durchreifst. . _ , . 

In dem Magen trifft man zuweilen kleine Fische an, an denen die Verdauung schon 
stark vorgeschritten ist. 

2. Chr. lactea, disci margine lobt's viginti quatuor profunde emargtnatis; cirrhis pi- 
ginti quatuor longis, sedecemque brevissimis. Taf..7. Fig. 3. 

. An der brasilischen Küste in der Rai von Rio Janeiro beobachtet. 
Scheibe stark gewölbt mit einwärts geschlagenem Rande, zwei bis drei Zoll im 
Durchmesser, an* der äufsern Fläche blafs milchweifs gefärbt mit schwachem Purpurscheine 

L 



82 

und glatt. Der Rand ist in 24= kleine Lappen getheilt, die in der Mitte mit einem ziemlich 
tiefen Ausschnitte versehen sind. Die 16 Nebensäcke des Magens sind sehr ungleich an 
Breite; die mit Fangfäden versehenen sind noch einmal so breit als die nebenstehenden, 
sie theilen sich aufsen in zwei grofse breite Fortsätze, von denen jeder in einen Randlap- 
pen sich verbreitet, bis zum äufsersten Rande des Lappens sich erstreckt und daselbst ei- 
nem kurzen Fangfaden von lf Linie Länge den Ursprung giebt. Aufser diesen beiden 
entspringen, wie bei der vorigen Art, drei grofse Fangfäden, in den drei grofsen Einschnit- 
ten zwischen den Lappen, einer nämlich aus der Mitte des Nebensackes und zwei aus des- 
sen Ecken. Die grofsen Fangfäden haben eine blafs purpurrothe Farbe und sind zwei bis 
dreimal so lang als der Durchmesser der Scheibe. 

Die schmalen Nebensäcke endigen sich in dieser Art nur in einen Lappen mit zwei 
sehr kleinen Fortsätzen und schicken einen kurzen Kanal zu dem gelben Randkörper ab, 
der sich hier in dem mittlem Ausschnitte des Lappens befindet. 

Die ungefärbten Arme sind nicht sehr lang, mit breiten Häuten eingefafst, welche 
die Arme an der Wurzel unter einander verbinden. Die Keimwülste liegen in Höhlen und 
sind mit Saugröhren versehen. 

In dieser Art gehören also den breitern Nebensäcken zwei Randlappen an, wie in 
der vorigen Art; den schmälern kommt dagegen nur ein Lappen zu. 

3. Chr. MEDITERRANEA, hemisphaerica, alba, glabra, striis fulvis radiata; brachiis qua- 

tuor cruciatim patentibus. Peron und Lamarck I. c. 

Im mittelländischen Meere von Belon beobachtet; vielleicht nur Abänderung 
der Clvr. hysoscella, 

4. Chr. Pentastoma, hemisphaerica, rufa; margine ßssurts tentaculisque longissimis in- 

structo: brachiis oribusque quinis. Peron und Lamarck 1. c. 
An der Küste von Napoleons Land. 

5. Chr. hexastoma, rosea, margine albo dentato, brachiis sex praelongis ßmbriatis 

albidis. Peron und Lamarck 1. c 

In der Nähe von Van Diemens Land. 



83 

6. CHR. HEPTANEMA, orbicularis, hyalinö-albida; centro circulifero, extus lineis fusco- 
rufis radiato; tentaculis Septem tenuissimis. Peron und Lamarck I. c. 
Im nördlichen Meere. 

9. EPHYRA. Peron. 

Os simplex, bracJiiis destitutum. 

Cirrhi nee in margine, nee in inf er a parte disci. 

Diese Gattung ist zur Aufnahme derjenigen Quallen aus der Familie der Medusidae 
bestimmt, bei denen man weder Arme noch Fangfäden antrifft. Der Mund ist daher fast 
unbedeckt, der Scheibenrand entweder ungetheilt oder mit Einschnitten und Läppen verse- 
hen. Auf die Gegenwart der letztern Theile sonderte Peron eine Scheibenqualle unter 
dem Namen Euriale zu einer besondern Gattung ab. Allein da dieses Merkmal nicht so 
entscheidend ist, und auch der gegebene Name schon einer Thiergattung Unter den 'See- 
sternen zukommt, so kann man, Lamarck's Beispiele folgend, Euriale mit Ephyra verbinden. 

Ich kann dieser Gattung nur eine Art hinzufügen, welche Peron zu Euriale gerech- 
net haben würde. 

Ueber die Ephyra simplex des Peron, welche nach Medusa simplex Pen- 
uant, und nach Borlase N. H. Cornw. T. 25. F. 13. 14. aufgestellt ist, urtheilt Cuvier 
(regne anim. IV. p. 57. not.) mit vollkommenem Rechte, dafs sie eine verstümmelte Qualle 
sey (er meint ein seines Stammes beraubtes Rhizostoma), indem Borlase sie als nicht 
vollkommen rund, sondern etwas länglich und ganz kristallklar beschreibt; letzteres Merk- 
mal läfst nämlich vermuthen, dafs eine abgestorbene Qualle ihrer Oberhaut und Verdauungs- 
organe durch Reibung beraubt worden sey. 

1. E. TUBERCULATA, hemisphaerica ; margine membranula crenata aueto; inferna su- 

perßcie tuberculata, cruce duplice notata. Peron L c. 35A. Lamarck 1. c. 509. 
An der Küste von De Witts Lande. 

2. E. antarctica, plana, diseoidea, rosea; margine quindeeim foliolis ; inferna super- 
ficie tuberculata. Lamarck 1. c. 509. 

Euriale antarctica Peron 1. c. 354. 

In der Nähe von den Inseln Fournaux (Van Diemens Insel). 

L 2 



84 

3. E. OCTOLOBATA, margine disci lobt's octo magnis apice bifidis. Taf. 8. Fig. 1. 

Im atlantischen Meere, in der Nähe des Aequators. 

Die Scheibe des einzigen Exemplars hatte kaum eine Linie im Durchmesser. Ob- 
gleich es ein sehr junges Thier seyn konnte, so ist deshalb doch nicht anzunehmen, dafs 
dasselbe später bei gröfserer Ausbildung auch Arme und Fangfäden erhalten könne, weil 
ich Junge von andern Quallen, namentlich nur einige Linien im Durchmesser habende Jun- 
gen von Pelagia panopyra gesehen habe, welche schon ganz so an Armen und Fangfäden 
ausgebildet waren, wie die grofsen Exemplare, bis auf den sehr geringen Grad der Ent- 
wickelung der Keimwülste. Scheibe sehr flach, ungefärbt, ihr Rand mit acht tiefen Ein- 
schnitten versehen, in denen die rothbraunen Randkörper deutlich zu bemerken sind. Die 
acht Randlappen haben aufsen einen tiefen Einschnitt, und die dadurch entstehenden zwei 
Fortsätze sind stark einwärts gekrümmt. 

Der mittlere Theil erhebt sich als eine Halbkugel, und so grofs wie diese ist auch 
der Magen; die Mundöffnung erscheint als ein grofser Kreuzspalt und kann durch vier kurze 
rothbraune Lippen geschlossen werden. Vom Umfange des Magens entspringen als dessen 
Fortsetzungen 16 schmale Kanäle; acht von diesen sind sehr kurz und einfach, indem sie 
sich gerade zu den Randkörnern, zu dem Grunde eines tiefen Randeinschnitts begeben. Die 
andern acht Kanäle verlaufen in der Mitte eines Lappens, spalten sich, nachdem sie auf 
dessen Hälfte angelangt sind, in zwei schmälere Kanäle, die sich in die schmälern Fort- 
sätze der Lappen bis zu deren äufserstem Ende begeben. Die Kanäle sowohl als die vier 
an der untern Fläche des Magens sichtbaren Keimwülste sind rothbraun gefärbt. Von al- 
len Theilen der Keimwülste waren eigentlich nur die Saugröhren am deutlichsten zu er- 
kennen, was wohl dafür spricht, dafs das beobachtete Exemplar ein junges war. 






Zweite Abtheilung. Discophorae cryptocarpae. 

Scheibenquallen ohne Keimwülste. 

■ 

Gleichzeitig mit dem Mangel der Keimwülste an der untern Fläche des Magens wer- 
den auch die acht kleinen Körner am Rande der Scheibe vermifst, wodurch die Quallen 
dieser Abtheilung als viel einfacher gebaut erscheinen. Ihre Fortpflanzungsweise ist noch 



85 

nicht bekannt. JDie meisten gehören zu den kleinen Quallen. Eigentliche Arme, als Fort- 
setzung der Gallertmasse der Scheibe , wie man sie in der Regel bei den Quallen der ersten 
Abtheilung antrifft, findet man bei diesen nicht, allein einen Stiel oder eine Fortsetzung 
der Scheibenmasse an der untern Seite besitzen mehrere Gattungen. Man bemerkt freilich 
bei mehrern an der Mundöffnimg vier oder mehrere Fortsetzungen, die gewöhnlich als Arme 
beschrieben sind, allein diese Theile sind nur Fortsetzungen der Magenhaut, und nicht der 
Scheibenmasse. Eine so bestimmte Vertheilung der Organe, zu vier, acht, sechzehn, und 
in dieser Progression fort, welche die erste Abtheilung auszeichnet, vermifst man in der 
Regel bei den Scheibenquallen ohne Keimwülste. Es ist wohl gewöhnlicher, die Organe 
fcei ihnen in der Zahl von zwei, vier, sechs, u. s. w., anzutreffen, allein man findet sie 
auch zu fünf iind sieben vertheilt. 

Unter den Thieren dieser Abtheilung bemerkt man in Hinsicht des Baues der Ver- 
dauungsorgane so grofse Verschiedenheiten, dafs dieselben nicht nur die Aufstellung vieler 
Gattungen nothwendig machen, sondern auch zur Vertheilung unter mehreren Familien 
berechtigen. 

Die Quallen der ersten Familie zeichnen sich durch einen dicken Stiel aus, welcher 
eine Fortsetzung der Scheibenmasse aus der Mitte ihrer untern Fläche ist; sie werden unter 
den Geryoniden abgehandelt. 

Bei andern Quallen dieser Abtheilung liegt der häutige Magen frei; man bemerkt 
aber in Hinsicht seines Umfanges, seiner Form und seiner Anhänge zwei besondere, sich in 
mehreren Gattungen wiederholende Gestalten, so dafs ich versuchen will, hierauf noch 
zwei Familien zu gründen. In der zweiten Familie, der Oceam'den, bemerkt man nämlich, 
dafs der Magen nur auf einen sehr kleinen Raum in der Mitte der Scheibe beschränkt ist, 
und sich gewöhnlich noch trichterförmig verlängern kann; dagegen er bei den Aequoriden, 
welche die dritte Familie ausmachen, fast den ganzen mittlem Raum der Scheibe einnimmt, 
sich nicht trichterförmig verlängern kann , indem die Mundöffnung gewöhnlich weit offen steht. 

In die vierte Familie endlich, die Beremcidae, mufs man die von Peron entdeckten 
Gattungen setzen, denen er eine Magenhöhle ganz abspricht, und die durch Saugröhren 
ihre Nahrung aufnehmen sollen. 



86 



Erste Familie. Geryonidae. 

Das Ausgezeichnete dieser Familie besteht in einem langen Fortsatze, welcher aus 
der Mitte der untern Fläche der Scheibe entspringt, aus derselben gallertartigen Masse ge- 
bildet ist, wie die Scheibe selbst, und nicht zur Aufnahme von groben Nahrungsstoffen 
dient, sondern nur ihre Säfte einzieht. Denn dieser Stiel ist ganz so beschaffen, wie die 
Arme und der Stiel bei den Rhizostomiden: an seiner Spitze befinden sich Saugöffnungen, 
die in feine den Stiel durchlaufende Kanäle übergehen und so den Nahrungssaft den Ver- 
dauungshöhlen zuführen. 

Von den Peronischen Gattungen gehören hierher Geryonia, Lymnorea und Favonia; 
durch andere Arten aber, die theils auch schon Peron bekannt, jedoch von ihm in die 
Gattungen Geryonia, Oceania und Pelagia eingeschaltet worden waren, theils neuere Ent- 
deckungen sind, ist ihre Zahl auf sieben gestiegen, welche man auf folgende Weise be- 
zeichnen kann. 

A) Der Stiel an seiner Wurzel ohne Arme. 

I. Mehrere Magen von herzförmiger Gestalt 

II. Ein Magen oder mehrere von anderer Gestalt, 

a) Der Stiel am Ende in Lappen getheilt 
a) Nebensäcke am Umfange der Scheibe 
ß) Einfache Kanäle am Umfange der Scheibe 

b) der Stiel am Ende einfach .... 

c) Der Stiel am Ende mit gefiederten Armen 

B) Der Stiel an seiner Wurzel mit Armen. 

I. Fangfaden am Rande der Scheibe 

II. Keine Fangfaden , 






10. Geryonia. 



11. Dianaea. 

12. Linuche. 

13. Saphenia. 

14. Eirene. 

15. Lymnorea. 

16. Favonia. 









! 



10. GERYONIA. Peron. 

Ventriculi plures cordati in cvrcuitu disci. 

Cirrtii marginales totidem majores. 

Pedunculus ante appendicem plicatam constrictus. 
Die durchsichtige Scheibe aller bekannten Arten dieser merkwürdigen Gattung läfst 
an ihrem Umfange mehrere (4, 6 oder 8) herzförmige, flache, gefärbte Theile leicht erkennen, 
welche als einzelne getrennte Magenhöhlen anzusehen sind. Ihre Spitze ist dem Rande zu- 



gewandt und steht einem Fangfaden sehr nahe, welcher denn auch seinen Ursprung von 
hier nünmt. Der Stiel hat kurz vor seinem Ende eine Einschnürung, worauf ein gefaltener 
Anhang folgt, dessen Falten sich nach der Zahl der Magenhöhlen zu richten scheinen. Von 
dem Anhange entspringen eben so viel kleine Kanäle, als Magenhöhlen vorhanden sind, 
die in der Masse des Stieles an den Seiten desselben hinaufsteigen und sich zur Mitte des 
innern Randes der herzförmigen Anhänge begeben, wo sie gleichsam den Stiel des herz- 
förmigen Blattes ausmachen. Als Fortsetzung der Kanäle bemerkt man noch einen dunklern 
Streifen, durch die Mitte des Blattes verlaufen, wo die Magenhöhle wahrscheinlich noch 
eine Falte hat. 

Obgleich Forskaol von seiner Medusa proboscidalis ausdrücklich anführt, dafs, wenn 
man den Stiel aufschneide, man ihn nicht hohl finde, so habe ich doch an der geryonia 
tetraphytta aufser den feinen Seitenkanälen eine mittlere nicht gefärbte Röhre bemerkt, 
durch welche einige grüne Kügelchen entleert wurden, und andere noch an der zugeschnür- 
ten Stelle des Stiels verweilten. Da man diese Kügelchen mit grofser Wahrscheinlichkeit 
für Keime ansehen kann, so könnte man daraus schliefsen, dafs die Keimein der Mitte der 
Scheibenmasse (jedoch nicht von den Verdauungsorganen getrennt), ihren Ursprung nähmen. 
Bei denselben Exemplaren der G. tetraphytta war in der Mitte der Scheibe ein trüber vier- 
lappiger Fleck zu bemerken, in welchem man leicht den Keimbehälter suchen könnte. Ob- 
gleich ich nur eine von den Geryonien Perons in diese Gattung aufgenommen habe, so 
ist ihre Zahl doch auf sechs Arten gestiegen. 

1. G. minima, ventriculis octo/ pedunculo clavato; — 
Medusa minima Bast er, Opusc. sub. 2. p. 62. T. 7. f. 5. 
Modeer. I. c. 227. 

Orythia minima. Peron. 1. c. 328. 
Lamarck. 1. c. 503. 

An der Küste von Holland. 
Obgleich diese Qualle wegen der nicht beobachteten Fangfäden von Peron und La- 
marck zur Orythia gesetzt wird, so kann man doch wohl annehmen, da die Verdauungs- 
organe für gegenwärtige Gattung sprechen, dafs die Fangfäden bei einem kaum dem unbe- 
waffneten Auge sichtbaren Thierchen, das noch dazu vollkommen durchsichtig ist, leicht 
nicht bemerkt werden können ; jedoch wenn man ausdrücklich nach ihnen suchen würde, 



SS A ■ 

hoffe ich, dafs man sie auch finden werde. Aufser den acht Blättern am Umfange der 
Scheibe kommt noch ein vierlappiger Fleck in der Mitte vor. Der Stiel ist so lang, als der 
Durchmesser des Körpers und wird gegen die Spitze etwas dicker. 

2. G. PROBOSCIDALIS, ventriculis apice acuminatis sex ; pedunculo conico. 
Medusa proboscidalis. Forskaol. Faun. Aeg. Ar. 108. F. 36. f. 1. 
Bruguiere. Encycl. T. 93. f. 1. 

Modeer. 1. c. 246. 

Gmelin. S. h. 3158. 

Geryonia hexaphylla. Peron. 1. c. 329. 

Dianaea proboscidalis. Lamarck 1. c. 505. 

Im mittelländischen Meere. 
Diese ist die gröfste der bekannten Arten ; ihre Scheibe hat 2| Zoll im Durchmesser, 
und ist stark gewölbt und durchsichtig. Die Magenhöhlen sind nach dem Rande hin zuge- 
spitzt. Die acht Fangfäden des Randes entspringen da, wo noch ein besonderer schmaler 
Randsaum anfängt Der Stiel bildet einen langen Kegel, dessen Spitze nach unten ge- 
richtet und mit einer lappigen Haut besetzt ist, welche sechs Falten macht. Längs des 
Stiels steigen sechs matte, schmale Kanäle aufwärts zu den Mägen, welche ungefärbt zu 
seyn scheinen. 

3. G. TETRAPRTLLA, ventriculis quatuor ovatis, apice rotundatis, transversim striatis, vi- 

ridi costatis, pedunculo attenuato, apice cyathigero, viridi marginato. , 
Chamisso N. act. acad. Leop. Car. T. X. 357. T. 27. f. 2. 

In der Sundastrafse beim Eintritt in den indischen Ocean. 
Scheibe 9 Linien im Durchmesser, durchsichtig, stark gewölbt. Mägen breit, herz- 
förmig, an dem breiten innern Rande fast gerade abgeschnitten, die äufsere Spitze abge- 
rundet; der Quere nach fein weifslich gestreift, die breite Mittelrippe grasgrün. In der 
Mitte der Scheibe ist ein weifslicher vierlappiger Fleck zu bemerken. Am Rapide der 
Scheibe stehen vier lange Fangfäden, den Magenspitzen gegenüber, und mit ihnen wechseln 
vier andere sehr kurze, kaum merkliche ab. (Vielleicht finden sich bei allen Arten ganz kleine 
Fangfäden mit den langen abwechselnd.) Der Stiel ist an der Wurzel dick, wird dann plötz- 
lich fein, und ist sehr lang; sein erweitretes Ende hat eine kegelförmige Gestalt, und kann 

v sei- 



89 

seinen untern mit vier grünen Flecken versehenen Rand in vier Falten legen. Am Stiel 
bemerkt man vier weifsliche, ziemlich breite Streifen, die Kanäle verlaufen. 

4. G. BICOLOR, ventriculis quatuor ovatis, apice rotundatis, punctulatis, saepe viridii-costatis ; 

pedunculo attenuato, aptce cyathigero saepe viridi-et roseo-maculato. Taf. 11. Fig. 1. 

An der Brasilischen Küste am Cap Frio. 
Sehr ähnlich der G. tetrapliylla , und nur die Beobachtung , dafs die Mägen nicht mit 
feinen Querstreifen , sondern mit feinen weifslichen Punkten bezeichnet sind, bestimmte 
mich, mit Berücksichtigung anderer weniger entscheidender Merkmale, diese als eine be- 
sondere Art aufzustellen. 

Ln Ganzen ist diese Qualle viel zarter als die G. tetraphylla, etwas kleiner. Die Mä- 
gen haben dieselbe Gestalt, gewöhnlich auch den mittlem grünen Streifen, sind aber mit 
feinen milchweifsen Punkten bezeichnet. Auch die langen Fangfäden haben weifse Quer- 
streifen. In dem eben so gestalteten Stiele sind die vier Kanäle nicht weifslich gefärbt, da- 
her gar nicht zu bemerken. Der äufserste Rand der Scheibe , der wie bei G. proboscidalis 
noch über den Ursprung der Fangfäden hinüberragt, ist ungezackt, eingeschlagen, und be- 
steht aus der untern etwas undurchsichtigen Haut der Scheibe. Der untere Rand des Trichters 
(am Ende des Stiels) ist hellgrün, öfters mit Rosenroth eingefafst; auch den untern Theil des 
Stieles trifft man bei einigen Exemplaren rosenroth gefärbt an. 

5. G. ROSACEA, ventriculis quatuor latis, basi truncatis, apice rotundatis , lateribus inter 

se approximatis, rosaceis; pedunculo attenuato; apice margine rosaceo. Taf. 11. Fig. 2. 

In der Südsee in der Nähe des Aequators. 
Die halbkuglige Scheibe hat höchstens 3 Linien im Durchmesser ; die sehr breiten, 
an der Basis gerade abgeschnittenen, an der Spitze gerundeten rosenrothen Mägen berühren 
sich fast mit ihren Seitenrändern. Vier lange Fangfäden. In der Mitte der Scheibe sieht 
man einen gelben Ring. Der Stiel verschmälert sich allmählig; sein erweitertes Ende hat 
einen rosenrothen Rand. 

6. G. exigua, ventriculis quatuor cordatis, apice acutis, immaculatis, pedunculo clavato f 

apice membrana quadriplicata. 
Diana ea exigua. Quoy et Gaimard Annal. de sc. nat. Tom. X. 
Isis. XXI. Band. S. 342. T. 5. f. 5. 

M 



90 

In der Strafse von Gibraltar. 

Scheibe hat ungefähr neun Linien im Durchmesser, bildet mehr als eine halbe Kugel, 
ist ganz durchsichtig, am Ende spitz, ungefleckt. 

Vier Fangfäden. Der ziemlich lange Stiel wird gegen das Ende dicker, wo er nach 
der zugeschnürten Stelle mit vier kurzen vierfaltigen Membranen versehen ist. 

Die von den Entdeckern angeführte und abgebildete Varietät kann weder zu dieser 
Art, noch zu dieser Gattung hinzugezählt werden. 

11. DIANAEA. 

Ventriculus — ? 

Cirrhi marginales quatuor. 

Pedunculus apice labio sexies lobato. 

Um die Einheit der Merkmale anderer zu dieser Familie gehöriger Gattungen nicht 
zu stören, bin ich gezwungen, ein noch nicht vollständig beobachtetes Thierchen, das noch 
dazu nur als Varietät der Gergom'a exigua betrachtet worden ist, als alleinigen Gegen- 
stand einer besondern Gattung hinzustellen. Um aber nicht noch mehr Schuld auf mich zu 
häufen, wähle ich für dieselbe einen Namen, welchen Lamarck einer Vereinigung von 
fünf von Peron unterschiedenen Gattungen ertheilt, und der jetzt durch die geschehene 
Auflösung wieder aufser Gebrauch käme. 

Folgende Gründe haben mich zu diesem Schritte bewogen. 

1) Kann die hierher zu rechnende Qualle nicht mit den übrigen Geryonien vereinigt 
werden, weil ihr die herzförmigen Mägen fehlen; es ist vielmehr zu vermuthen, dafs ihre 
Verdauungsorgane ähnlich denen beschaffen sein könnten, als sie am Umfange der Scheibe 
bei der Dianaea endrachtensis (Freycinet voyage, Quoy et Gaimard Zool. T. 84. f. 2.) 
gezeichnet sind, und zwar stützt sich diese Vermuthung auf die zwei sehr unbedeutend 
scheinenden krummen Linien am Rande der Scheibe in der Figur von der Dianaea exigua 
vor. Auf anders beschaffene Verdauungsorgane läfst ferner die Beschaffenheit des Mundes 
schliefsen, wir sehen das sechslappige Ende des Stiels im Mifsverhältnisse mit den vier 
Fangfäden stehen, da doch bei den Geryonien die Lappen und Falteu des Stielrandes, die 
Mägen und die Fangfäden bei jeder Art in gleicher Zahl vorhanden sind. Die Abbildung 
dieser Dianaea zeigt zugleich deutlich eine mittlere Oeffnung zwischen den sechs Lappen, 
und ebenfalls einen mittlem Kanal in dem Stiele. 



91 ^ 

2). Würde diese Dianaea die Merkmale der folgenden Gattung Saphenia stören, 
wenn sie mit ihren vier grofsen Fangfäden, und dem gelappten Stielende vereinigt werden 
sollte mit Thieren, die durch zwei grofse gegenüberstehende Fangfäden und durch das ein- 
fache Ende des Stieles bezeichnet werden. 

3) Wird sie von andern Gattungen dieser Familie durch noch mehr auffallende 
Merkmale der letztern ausgeschlossen. 

i. D. exigua, Dianaea exigua varietas. Quoy et Gaimard annal. de. sc. nat. 
T. X. c. f. 
Isis. Band XXI. S. 342. T. 5. f. 7. 8. 

In der Strafse von Gibraltar beobachtet. 
Die ganz durchsichtige Scheibe mifst gegen neim Linien im Durchmesser. Der Stiel 
wird gegen sein Ende feiner, und ist daselbst mit einem erweiterten sechstheiligen Haut- 
rande versehen, aus dessen Mitte ein Kanal längs des Stieles zur Scheibe hinaufsteigt. Tier 
gleich lange Fangfäden entspringen vom Scheibenrande. 

12. LINÜCHE. 

Cirrhi marginales plures. 

Pedunculus apice dilatatus; canali octo ex apice pedunculi adscendentes , tunc 

bifidi et ad marginem disci usque perCurrentes , lateribus ramulos emittentes. 

Es ist ein Versuch, um ein merkwürdiges Geschöpf dieser Ordnung an einem mir 
passenden Orte einzureihen, dafs ich es als eine besondere Gattung nach den guten Abbil- 
dungen und der deutlichen obgleich kurzen Beschreibung aufstelle, welche 0. Schwartz 
von ihm gegeben hat. 

Die von dem Stiele aufsteigenden und sich bis zum Scheibenrande erstreckenden Ka- 
näle, die seitwärts viele kleine Zweige abgeben, beurkunden eine so ausgezeichnete Bildung 
dieser Qualle, dafs es nicht möglich ist, sie mit irgend einer andern Gattung zu vereinigen. 

1. L. UNGUICULATA, disco sedecim radiato, margine cirrhis sedecim brevissimis crasis. 
Medusa unguiculata. Schwartz. N.Abh.Schwed. Acad. 178S.Uebers.9.194.F.6.f. 1. 
Mo de er. 1. c. 12. 238. 
Pelagia unguiculata. Peron I. c. 349. 
Dianaea unguiculata. Lamarck. 1. c. 507. 

M2 



92 

Im caraibischen Meere bei Jamalen. 
Die Scheibe hat acht Linien im Durchmesser, ist auf dem Scheitel nach der Zeich- 
nung und der Beschreibung flach und die Fläche hat einen unbegränzten Rand , von welchem 
der Umfang der Scheibe gewölbt anfängt und weit herabhängt, so dafs die Scheibe eben so 
hoch als breit ist. (Es könnte jedoch geschehen seyn , dafs man bei einem so kleinen Ge- 
schöpfe wegen der wahrscheinlich sehr grofsen Durchsichtigkeit der Scheibenmasse , dieselbe 
ganz übersehen und nur den gefärbten untern und innern Theil bemerkt habe.) Der Schei- 
benrand hat sechzehn sehr geringe Einschnitte, in welchen eben so viele sehr kurze und 
dicke Fangfäden entspringen. Der kurze dicke Stiel erweitert sich an seinem Ende recht 
stark, und ist daselbst in vier kurze Lappen getheilt; er ragt nicht über den Scheibenrand 
hervor. Von seinem untern Rande entspringen acht schmale Kanäle , die sich an der Wur- 
zel desselben zu spalten scheinen, denn in der Scheibenmasse verlaufen von ihm aus sech- 
zehn Kanäle Zum Rande der Scheibe. Zwischen diesen Kanälen befindet sich ein Gefafs- 
netz. Es könnte vielleicht auch seyn, dafs die acht Kanäle des Stiels sich zu einem ring- 
förmigen in der Mitte der Scheibe gelegenen begäben (denn die Zeichnung läfst so etwas 
vermuthen) und dafs aus diesem Ringe die sechzehn Kanäle der Scheibe ausgingen. An 
der innern Fläche der Scheibe bemerkt man sechzehn grÖfsere braune Flecken , von welchen 
ein jeder auf einem Kanäle liegt; weiter nach aufsen in den Zwischenräumen der Kanäle 
erblickt man noch viele kleine runde Flecken von derselben Farbe. Die Gefäfse, welche 
ebendaselbst sich befinden, sind dunkel purpurn gefärbt, aucli in der Mitte der Scheibe steht 
ein purpurfarbener Fleck. Die durchscheinende Scheibe schimmert bläulich. 

13. SAPHENIA. 

Ventriculus — $ 

Cirrhi marginales duo longiores. 

Pedunculus apice simplex. 
Die Gegenwart von drei bisher bekannt gewordenen Quallen, welchen die angege- 
benen Merkmale zukommen, hat mich bewogen, sie als eine eigene Gruppe zusammenzu- 
stellen; und die vollkommene Uebereinstimmung in mehreren Theilen, wodurch sie von 
den andern Gattungen dieser Familie abweichen, läfst mich vermuthen, dafs diese Organe 
auf den noch nicht bekannt gemachten innern Bau derselben grofsen Einflufs haben 
müssen. 



93 

Der am Ende einfache Stiel läfst eine andere Art, ihre Nahrung zu sich zu nehmen, 
vermuthen, und ihre Verdauuugsorgane müssen nach zwei Seiten besondere Fortsetzungen 
haben, aus denen die Zwei grofsen Fangfaden ihren Ursprung nehmen. Bei zwei von den 
drei bekannten Arten. sind auch noch ganz kleine gipfelartige Fädchen am Umfange der 
Scheibe beobachtet worden; von der dritten der gröfsten kann man wohl behaupten, dafs 
sie bisher noch sehr mangelhaft beschrieben sei. 

1. S. BALEARICA, hemisphaerica ; pedunculo coniclo. 

Dianaea balearica Quoy et Gaimard, Frey einet voyage Zool. 566. T. 84. f. 3. 

Im mittelländischen Meere. 

Die durchsichtige flach gewölbte Scheibe hat 3 Zoll im Durchmesser, die Verdauungs- 
organe sind trüb gefärbt; der Rand mit zwei Fangfäden versehen , der Stiel ist kegelförmig. 
Anm. Obgleich die Verfasser in ihrer Diagnose sagen: peduncula clavato, so zeigt doch 
die Abbildung, dafs sie die Bedeutung von Keulenförmig dem naturhistorischen Sprach- 
gebrauche entgegengesetzt genommen haben, indem sie den Griff der Keule an das freie 
Ende des Stieles versetzen. 

2. S. bitentacülata, subglobosa; pedunculo filiformi. 

Dianaea bitentacülata Quoy et Gaimard annal d. sc. nat. X. c. f. 
Isis. Band XXI. S. 342. T. 5. f. 9. 

In der Strafse von Gibraltar. 

Die durchsichtige Scheibe mifst drei Linien im Durchmesser und ist mehr als eine 
halbe Kugel gewölbt. Bei dieser sind aufser den beiden grofsen Fangfäden noch sehr kleine 
Zipfel am Scheibenrande beobachtet. Der feine Stiel ist seiner ganzen Länge nach gleich dick. 

3. S. dinema, subconica; pedunculo subclavato. 

Geryonia dinema. Peron 1. c. 329. 
Dianaea. Lamarck. 1. c. 505. 

Im englischen Kanäle. 

Sie ist sehr klein, hat ebenfalls kleine Zipfel am Rande der Scheibe zwischen den 
zwei grofsen Fangfäden, und ihr Stiel ist keulenförmig. 



94 
14. EIRENE. 

Ventriculus — ? 

Cirrhi marginales plures. 

Pedunculus apice brachiis ßmbriatis. 
Das einzige Merkmal die gefiederten Arme an der Spitze des Stiels, ist hinlänglich: 
diese Gattung von den übrigen derselben Familie zu sondern. Peron hat zwei Arten ge- 
kannt, welche er mit seinen Oceanien vereinigte, und bei Lamarck findet man sie unter 
Dianaea. Die Zahl der Arme scheint nicht vier zu überschreiten, ihre einzelnen kurzen 
walzenförmigen Fäden sind wahrscheinlich Saugröhren. Nur bei einer Art ist die Zahl der 
Fangfaden am Rande der Scheibe bekannt. Es finden sich bei ihr sechs sehr lange vor. 

Die Arten sind: 

1. E. endrachtensis, hemisphaerica , rosea; cirrhis sex longissimis ; pedunculo tereti. 
Dianaea endrachtensis. Quoy et Gaimard; Freycinet voyage Zool. 566. 

T. '84. f. 2. 

An der Westküste Neuhollands. 
Die schwachgewölbte Scheibe mifst 2 Zoll im Durchmesser. Der walzenförmige Stiel 
wird gegen sein Ende schmäler, und ist hier mit drei oder vier einige Linien langen Ar- 
men versehen. Am Umfange der Scheibe zeigt die Zeichnung mehrere bogenförmige Li- 
nien, von denen immer eine zwischen zwei Fangfaden sich befindet, und aus denen man 
auf die Gestalt der Magenanhänge schliefsen könnte. 

2. E. viridula, subcampaniformis; pedunculo pyramidali quadribrachiato ; tentaculis 

brevissimis. 
Oceania viridula. Peron. 1. c. 346. 
Dianaea viridula. Lamarck 1. c. 506. 
Im englischen Kanäle. 

3. E. gibbosa, subhemispliaerica, tuberculis quatuorin dorso ; pedunculo quadribrachiato; 

tentaculis brevissimis. 
Oceania gibbosa. Peron 1. c. 346. 
Dianaea gibbosa. Lamarck. 1. c. 507. 
Im Mittelmeere bei Nizza. 



95 

4. E. Digitale, campanulata, hyalina, striata; margine ciliis flavis cum albis mixtts. 
Medusa Digitale. Fabricius faun. Grönl. p. 366. 
Müller, prodr. faun. Dan. n. 2824. 
Melicerto Digitale. Peron. 1. c. 352. 
Dianaea Digitale. Lamarck. I. c. 507. 

In der Baffinsbai. 

Ich vermuthe, dafs diese Qualle hier am rechten Orte sei. Fabricius Beschreibung 
lautet so: Haec omnium minima digitale tarn flgura, quam magnitudine refert. Corpus 
conicum hyalinum vix in aqua observaretur , si non motu ejus margo coloratus in conspe- 
ctum veniret. Striae multae vix notabiles longitudinaliter in verticem concurrunt. Maifigo 
ciliatus est ciliis intus hamatis flavis cum albis mixtis. 

In cavitate infera, quae profunda, pistillum apice, ut vi&etur penicillato dependet, 
in aliis album, in aliis penicillo flavo. 

15. LYMNOREA. Peron. 

Cirrhi marginales plures. 

Pedunculus ad basin brachiis instructus. 

i. L. triedra, subhemispliaerica , punctato - verrucosa , margine tentaculis brevissimis et 
tenuissimis; pedunculo longo trigono ad basin octo brachiato. 
Peron. annal. du mus. XIV. 329. 
Dianaea triedra. Lamarck. I. c. 505. * 

An der Südküste Neu -Hollands, in der Bass-Strafse. 
Farbe bläulich, die rothen Arme kurz, zweitheilig und gefranzt. 

16. FAVONIA. Peron. - 

Cirrhi marginales nulli. 

Pedunculus ad basin brachiis instructus. 

1. F. OCTONEMA, hemisphaerica , punctulata, crucigera; brachiis octo bißdis, cih'atis, 
rubris. Peron 1. c. 328. 
Orythia octonema. Lamarck. 1. c. 503. 

Im Norden von Neu -Holland, an der Küste von Arnheims-Land. 



% 

2, F. HEXANEMA, subhemtsphaerica , glabra, dorso crucigera; brachüs sex, fiUformt- 
bus, indivisis, ciliatis. Peron. 1. c. 328. 
Orythia hexanema. Lamarck. I.e. 503. 
Im südlichen atlantischen Meere. 



Zweite Familie. Oceanidae. 

In der Mitte der untern Fläche der Scheibe trifft man bei den Quallen dieser Familie 
den hautigen Magen ganz frei und auf einen kleinen Raum beschränkt an ; häufig verlängert 
sich der Magenmund röhrenförmig. Von dem Magen aus erstrecken sich schmale Kanäle 
zum Rande der Scheibe hin; diese Fortsetzungen sind wegen der Kleinheit des Magens um 
vieles länger, als der Durchmesser des letztern. Die Form der Scheibe ist bei vielen hoch 
glockenförmig; ihre untere Oeffnung kann viel kleiner zusammengeschnürt werden, als der 
Scheibendurchmesser ist, bei andern ist sie auch mehr flach. 

Diese Familie enthält sieben Gattungen, von denen Peron vier aufgestellt hat, näm- 
lich Oceam'a , Callirhoe , Wlelicerta und Phorcynia; eine fünfte Gattung enthält zwei längst 
bekannte Arten, welche Peron nicht berücksichtiget, und zwei sind endlich nach neuen 
Arten errichtet. 

Uebersicht der Gattungen. 
A. Mit Randfäden. 

I. Keine Fangfäden innerhalb der Scheibe; 

a) der Mundrand einfach oder mit Lappen, 
et) die Scheibe unten hohl, 

* die Randfäden einfach. 

-J- Der Magen am Munde mit kurzen Lappen . 

•f\ Der Magen mit langen Armen 
** Die Randfäden an der Wurzel blasenartig 
ß) Die Scheibe unten kegelförmig verlängert 

b) der Mundrand mit geknöpften Fäden besetzt 

II. Fangfäden innerhalb der Scheibe - . . . . 
B) Ohne Randfäden . . . . ..' . . . 



17. Oceania. 

18. Callirhole. 

19. Thaumanttas. 

20. Tima. 

21. Cytaeis. 

22. Melicertitm. 

23. Phorcynia. 



17. 



17. OCEANIA. Peron. 

Ventriculis ore lobato. 

Canali plures simplices. 

Cirrhi marginales plures. 
Die in dieser Gattung von Peron vereinigten Quallen haben einen kleinen Magen, 
dessen Mund trichterförmig verlängert und mit kleinen Lappen versehen ist, welche Arme 
genannt werden ; ihre Zahl ist gewöhnlich vier. Von dem Magen entspringen fadenförmige 
ganz einfache Kanäle, die sich zum Scheibenrande begeben, und daselbst bei einigen in 
einer kleinen Erweiterung endigen (von den übrigen Arten ist die Beschaffenheit der Kanäle 
gar nicht bekannt.) Die Zahl der Randfäden scheint sich nach der der Kanäle zu richten. 
Der unvollkommenen Beschreibung halber vieler Arten müssen mehrere Formen in diese 
Gattung gestellt werden, welche wahrscheinlich nicht dahin gehören. Zuerst mögen die 
von Peron erwähnten Arten aufgezählt werden, mit Ausschluß 'der Oceania viridula und 
gibbosa, die ich zu Eirene gezählt habe. Lamarck vereinigt die Oceanien mit mehrern 
andern Gattungen unter Dianaea. 

1. 0. PHOSPHORICA, subhemisphaerica , pedunculata ; tentaculis 32 ad peripheriam. 
Pexon. 1. c. 344. 

Dianaea. Lamarck. 1. c. 505. 
Im englischen Kanäle. - 
Ich halte dafür, dafs das Merkmal pedunculata auf den trichterförmig verlängerten 
Magenmund gehe, sonst müsste diese Qualle zur vorigen Familie gebracht werden. 

2. 0. lineolata, hemisphaeroidalis , annulo lineolis composito versus marginem; tenta- 

culis 120 tenuissimis. Peron. 1. c. 344. 
Dianaea. Lamarck. 1. c. 506. 

Im mittelländischen Meere. 
Vier schwache Ausschnitte am Scheibenrande. 

3. 0. FLAVIDULA, subhemisphaerica ; margine integerrimo; tentaculis numerosissimis, lon~ 

gissimis, tenuissimis. Peron 1. c. 345. 
Dianaea. Lamarck. 1. c. 506. 

Im mittelländischen Meere. 
Die Verdauungsorgane sind gelb gefärbt. 

- vN 



98 

4. 0. pileata, ovato-campanulata, supeme globulo mobili hyalino, tentacutis numcro- 

sis, basi flavis. 

Medusa pileata. Forskaol. Faun. Aeg. Ar. 110. T. 33. f. D. 
Bruguiere. Encycl. T. 92. f. 11. 
Modeer. 1. c. 241. Gmelin. 1. c. 
Oceania. Peron. 1. c. 345. 
Dianaea. Lamarck. I. c. 506. 

Im mittelländischen Meere. 
Das einzige von Forskaol gesehene Exemplar war lf Zoll hoch und etwas weniger 
als einen Zoll breit. Die Scheibe ist durchsichtig, am Rande mit vielen grofsen Fangfaden 
besetzt. Der rothe Magen ist mit vier langen lappigen Armen versehen, deren Ränder 
kraus sind. Auf der Höhe des Scheitels befand sich ein durchsichtiger Knopf, von der 
Gröfse einer Erbse. Ob dieser Knopf aber wirklich zum Thiere gehöre, möchte ich be- 
zweifeln, obgleich ein solcher auch noch bei andern kleinen Quallen von Peron beobachtet 
worden ist; könnte nicht eben so, wie man Cirrhipeden aus der Gattung Cineras auf der 
Scheibe der Quallen angesiedelt antrifft, eine Oscidea, oder eine Actinia eigener Art sich die 
Scheibe der Quallen zum Wohnsitz ausgewählt haben? 

5. O. diadema, subspJiaeroidalis, supeme tuberculo mobili acuto; brachiis quatuor bre- 

vissimis; margine coorctato; tentacutis duobus. Peron. I. c. 346. 

Dianaea. Lamarck. I. c. 506. 

Im englischen Kanäle. 
Durch die geringe Zahl der Randfäden weicht diese Art von allen übrigen Arten 
ab, vielleicht gehört sie daher auch nicht zu dieser Gattung. 

6. 0. Le Sueur, conica, apice acuta; brachiis quatuor brevissimis coalitis; tentaculis 

numerosissimis , longissimis. Peron. 1. c. 345. 

Dianaea. Lamarck. 1. c. 506. 

Im mittelländischen Meere. 
Randfäden goldgelb. 



99 ;■': 

7. 0. CONlCA, ovato-campamilata, superne acuta; costis mternis quatuor; tentaculis 

circiter 40, 
Dianaea conica. Quoy et Gaimard. annal. de. sc. nat. X. f. c. 
Isis. Band XXI. 342. T. V. f. 3. 4. 

Bei Gibraltar. 

Die Scheibe ist einen Zoll hoch und viel schmäler, im Ganzen eiförmig glockenartig, 
am Rande schmäler als oben , auf dem Scheitel zugespitzt. Am Rande ungefähr 40 lange 
Fäden. Der kleine kegelförmige Magen ist dunkelroth, und ist mit vier kurzen rothen 
Armen versehen. Innerhalb der Scheibe laufen vier Rippen (ob hervorstehende Kanten) 
vom Rande der Scheibe zum Mittelpunkte. Aufser diesen erstrecken sich vom Magen zu 
dem Scheibenrande eben so viel feine fadenförmige Kanäle, als Randfaden vorhanden sind; 
dicht am Rande haben sie eine runde Erweiterung, welche roth gefärbt ist. 

Beim Zusammenziehen ward das Thier kugelförmig; aufser der Zusammenziehimg 
des Hutrandes zeigte sich oft noch eine andere von oben nach unten, wodurch sich beide 
Enden des Kegels plötzlich näherten, und die kleinen Arme zur Mundöffhung heraustraten. 
Diese Zusammenziehung diente dem Thiere aber nicht zur Fortbewegung, sondern wahr- 
scheinlich zum Ergreifen der Nahrungsmittel. 

8. 0. bimorpha, dorso eminenti, subtus cruce minuta föraminibus qumque cincta, mar- 

gine ciliato. 

Medusa bimorpha. Fabricius Fauna Groenl. p. 365. 
Müller, prodr. faun. Dan. No. 2823. 

In der Baffinsbai. 
In mancher Hinsicht scheint diese Qualle mit der vorigen Art übereinzustimmen, vor- 
züglich durch die vier Rippen, welche der Scheibe zuweilen eine vierkantige Form geben. 
Fabricius beschreibt sie auf folgende Weise: Est medusa aequorea paullo minor. Ex- 
pansa orbicularis est; margine vere inflexo quadrata. Discus dorsi parvus eminens emittit 
radios sulcatos multos in circumferentiam , ex quibus quatuor in angulos quadrati tendentes 
excellunt; superßciem in quatuor areas quasi dividens. Margo ciliatus ciliis albis. Subtus 
concava est, ubi crux centralis elata alba, circa quam foramina 5 parva. 

N 2 



100 . . 

9. 0. ROTUNDA, globosa, intus quadriradiata ; brachiis quatuor b^evissimis obtusis; cutis 

marginalibus longis. 
Dianaea rotunda. Quoy et Gaimard. Annal. de sc. nat. X. c. f. 
Isis. Band XXT. 341. T. V. f. 1. 2. 

- Im mittelländischen Meere. 
Die fast kuglige Scheibe hat gegen einen Zoll im Durchmesser, und ist in ihrem 
obern Theile sehr dick. Im Innern bemerkt man vier Streifen, und in der Mitte vier kleine 
sehr kurze Arme, welche am Ende abgerundet und gekerbt sind und eine karmosinrothe 
Farbe haben. Die Randfäden sind länger als die Scheibe, und die Zeichnung giebt deren 
acht an, welche am Ende eines vom Magen ausgehenden geraden Kanals entspringen. 

10. 0. funeraria, disco hemisphaerico , crasissimo, brachiis canalibusque septenis, ciliis 
brevissimis. 

Dianaea funeraria. Quoy et Gaimard. Annal. d. sc. nat. X. c. f. 
Isis. Band XXI. 343. T. y. f. 10—15. 

Bei Gibraltar. 
Die Scheibe mifst etwas mehr als einen Zoll im Durchmesser, bildet mehr als eine 
halbe Kugel, ist sehr dick, so dafs die untere Höhle kaum den vierten Theil des Raums 
einnimmt. Die Oeffnung ist sehr weit ; die sieben sehr kurzen Arme und der 'Magen schwarz 
gefärbt. Vom Magen gehen sieben einfache Kanäle zum Umfange der Scheibe ab, und en- 
digen liier in einem kleinen eiförmigen Raum, welcher noch einen trüben Punkt enthält. 
Die Kanäle sind nicht alle gleich weit von einander entfernt, manche liegen sich näher. 
Die äufserst kurzen Randfäden sind in gröfserer Zahl vorhanden, als die Kanäle. 

11. 0. cacuminata, subconico- campanulata ; cruce rufescente; ciliis numerosis longis. 
Medusa cacuminata. Mo de er. N. Abh. Schwed. Acad. 1790. Uebers. 12. S. 239. 
Medusa cruciatal Forskaol. Faun. Aeg. Ar. 110. F, 33. f. A. a. 1. 2. * 
Bruguiere. Encyl. PI. 93. 5—7. 

Im mittelländischen Meere. 
Ihre Scheibe hat 6 Linien im purchmesser, ist halbkugelig, auch zuweilen halb- 
kegelförmig. Innerhalb erblickt man zwei sich kreuzende rothe Linien. Von oben betrach- 
tet sieht man in der Mitte der Scheibe vier kleine Oeffnungen, jede von einem weifsen 



101 

Ringe umgeben; von ihnen entspringen die vier röthlich gelben Arme. Der Randfäden ist 
eine grofse Anzahl vorhanden, die eine beträchtliche Länge haben. 

12. O. MARSUPIALIS, campanulata ; cutis magnis quatuor. 

Medusa marsüpialis. Linne. Syst. Nad. ed. XII. v. 1097. 
- Modeer. 1. c. 93. — Bruguiere. encycl. T. 92. f. 9. 

Urtica soluta marsupium referens. Plancus de Conchis. p. 41. T. 4. f. 5. 

Im mittelländischen Meere. 

Die Zeichnung stellt eine Qualle von einem Zolle im Durchmesser vor, mit hoher glok- 

kenformiger Scheibe, die wenig Dicke besitzt. Der kurze Magen hat vier kurze Arme, von 

ihnen gehen vier einfache Kanäle zum Scheibenrande, wo vier dicke Fangfäden entspringen, 

welche noch einmal so lang als die Scheibe sind. Der Scheibenrand scheint gekerbt 

zu seyn. 

. i - 

18. CALLIRHOE. Peron. 

Ventriculis brachiis longis. 

Canali plures. 

Cirrhi marginales plures. 

Die großen Arme, welche sich an der Mundöffnung des nicht trichterförmig ver- 
längerten Magens befinden , können bisher als die einzigen Merkmale angeführt werden, 
welche diese Gattung von Oceania trennen sollen. Vom Magen aus scheinen sich auch 
viele einfache Kanäle zum Scheibenrande zu erstrecken, welcher mit einer grofsen Anzahl 
Fangfäden besetzt ist. 

1. 0. micronema, subsphaerica , brachiis quatuor longissimis latissimisque , cirrhis bre- 

vissimis. Peron. 1. c. 341. 
Lamarck. I. c. 50J. 

An der Nordostküste Neu -Hollands. 

2. C. basteriana, campanulata, brachiis quatuor acutis, cirrhis longis. Peron. J. c, 342, 
Lamarck. 1. c. 502. Bruguiere. Encycl. T. 94. f. 4. 5. 

■ Medusa. Baster. op. subs. 2. p. 55. T. V. f. 2. 3. 
Medusa marginata. Modeer 1. c. S. 169. 



- m 

An der Küste von Holland. 
Die Scheibe mifst über \ Zoll im Durchmesser, ist glockenförmig und hat in der 
Mitte eine dicke Masse, am Rande ist sie dicker und dieser Saum mit feinen rothen Streifen 
bezeiclmet. Die langen Randfäden stehen in dichter Reihe. Die vier zugespitzten Arme 
erreichen den Scheibenrand; vom Magen gehen viele feine Kanäle zum Scheibenrande. 

19. THAUMANTIAS. 

Ventriculus simplex, brachiis destitutus. 
Canali ventriculi quatuor clavati. 
Cirrhi marginales plures hast bulbosi. 

Von den beiden vorhergehenden Gattungen dieser Familie ist gegenwärtige durch 
den Mangel der Arme am Munde, so wie durch die keulenförmigen Kanäle und die an der 
Wurzel mit einer blasenartigen Erweiterung versehenen Randfäden hinlänglich unterschieden. 
Der Magen scheint ein einfacher, häutiger Sack zu seyn, der sich im Ruhezustand ganz auf 
den Boden der Höhle zurückzieht, wie er bei hemisphaerica gezeichnet ist, oder wenn er 
Nahrung zu sich nimmt , so verlängert er sich auch trichterförmig ; in dieser letztern Gestalt 
erblickt man ihn in der Zeichnung der Cymbaloidea mit einem kleinen halbverschlungenen 
Fische. Von der keulenförmigen Erweiterung eines Kanals mufs wahrscheinlich eine feine 
Röhre die Verdauungsorgane mit einem Ringgefäfse am Rande der Scheibe verbinden, aber 
diese Vereinigung ist nicht beachtet worden. 

1. T. cymbaloidea, canalibus subito in clavam elongatam dilatatis. 
Medusa cymbaloidea. Slabber. phys. Belust. S. 53. T. 12. f. 1 — 3. 
Mo de er. 1. c. N. 239. 

Dianaea cymbaloroides. Lamarck. I. c. 508. 
Bruguiere. Encycl. T. 93. F. 2 — 4. 
Medusa campanella. Shaw miscell. vol. 6. 196. 

An der Küste von Holland. 

Die glockenförmige Scheibe hat 6 Linien im Durchmesser, ist durchsichtig und mit 

einem gelbbräunlichen Rande versehen. Die langen Randfäden, deren 18 abgebildet sind, 

haben eine rothe Farbe. Von gleicher Farbe ist der Magen und dessen Anhängsel , deren 

vier vorhanden sind. Sie entspringen als feine fadenförmige Röhren, erweitern sich aber 



103 

sehr bald plötzlich, und bilden lange dicke Keulen, welche noch einmal so lang sind als 
die feine Röhre; die dicken Keulen erreichen fast den Scheibenrand. 

2. ,T« hemisphaerica , canaUbus versus marginem disci clavatis. 
Medusa hemisphaerica. Gronovius. Act. helv. 4. 38. T. 4. f. 7.' 
Linne. Syst. Nat. ed. XII. p. 1098. 

Müller, prodr. Faun. Dan. No. 2822. u. Zool. Dan. T. VII. 
Modeer. I. c. 236. — Bruguiere. Encycl. T. 93. 8 — 11. 

In der Nordsee. 
Die durchsichtige halbkuglige Scheibe erreicht nur die Gröfse von zwei Linien im 
Durchmesser;, ihr Rand ist mit 16 bis 24 kurzen Fangfäden besetzt, von welchen jeder von 
einer Kugel entspringt. Der kleine sehr kurze vierseitige Magen hat hervorstehende Ha#tränder, 
welche man auch Arme genannt hat. Aus seinen vier Ecken gehen vier feine Kanäle nach 
dem Scheibenrande hin, die sich in der Nähe des letztern zu eiförmigen Säcken erweitern. 

20. TIMA. 

Discus facie mfera in conum productus. 
Ventriculus plicatus in apice coni situs 
Canali quatemi cum circulo marginali conjuncti. 
Cirrhi marginales numerosi. 

Der Magen dieser Qualle liegt ganz frei; indem die Scheibenmasse an der untern 
Fläche in einen Kegel verlängert ist, an dessen Spitze sich der stark gefaltene Magen be- 
findet. Vier breite im ganzen Verlaufe sich gleichbleibende Kanäle begeben sich zum 
Scheibenrande , wo sie durch eine sehr feine kurze Verbindungsröhre mit dem kreisförmigen 
Kanäle am Scheibenrande zusammenhängen. 

1. T. FLAVILABRIS, 

Im atlantischen Meere, nordöstlich von den Azoren im Mai beobachtet. 

Die Scheibe dieser neuen Gattung der Aequoriden ist an ihrer untern Fläche mit 

einem aus der Mitte hervorragenden Kegel versehen, welcher anderthalb Zoll über den 

Scheibenrand vorsteht. An seinem stumpfen Ende befindet sich eine breite vielfach gefaltene 

Haut, welche in vier Lappen getheilt ist, und eine schwefelgelbe Farbe hat. Von dieser 



104 

Haut entspringen vier ungefähr eine Linie breite , geschlängelte Kanäle von weifslicher Farbe, 
die an der äufsern Fläche des Kegels zu seiner Basis hinaufsteigen, und längs der untern 
Fläche der Scheibe bis zu deren äufsern Rand sich begeben, wo sie sich nachdem sie sich 
plötzlich verengt haben, in einen ringförmigen Kanal ergiefsen. Dieser letztere ist schmäler 
als die Seitenkanäle, und mit ihm hängt eine grofse Anzahl ungefähr 80 sehr kurzer Fang- 
fäden des Scheibenrands zusammen. Bei einer Vergröfserung erblickt man noch zwischen 
jedem Fangfaden drei ganz kleine Zipfel als äufsere Erweiterungen des Randkanals. 

Die ganz durchsichtige, mäfsig gewölbte Scheibe des einzigen Exemplars mafs drei 
Zoll im Durchmesser; es wurde im atlantischen Meere nordöstlich von den Azoren im 
Mai gefangen. 

* 21. CYTAEIS. 

Ventriculus ore tubnloso, rnargine stylis capitatis mstrucfo. 

Cirrhi marginales crasi pauciores. 
Die feinen einziehbaren Fäden mit dicken Knöpfen an ihren Enden, welche den 
Rand des röhrenförmig verlängerten Mundes besetzen, trifft man bei keiner Gattung dieser 
Familie an, es müfste denn seyn, dafs die Fädenbündel der Gattung Evagora auch so be- 
schaffen wären, dann. würden zum Unterscheidungsmerkmale dieser beiden Gattungen die 
starken Randfäden der Cytaeis dienen. Da bei dieser keine Kanäle bemerkt sind, welche 
die Verbindung zwischen Randfäden und Magen vermitteln, so kann sie auch nicht mit 
Oceania verwechselt werden. 

1. C. TETRASTYLA, disco cylindrico- campamdato ; cvrrhis quatuor crassis ascendentibus 
longitudine disci. Taf. 8. Fig. 2. 

' Im atlantischen Meere unter dem Aequator. 
Die fingerhutförmige durchsichtige Scheibe des einzigen Exemplars war nur eine 
halbe Linie hoch, und mafs noch weniger in der Breite. Die Masse der durchsichtigen 
Scheibe ist überall gleichmäfsig dick, am ungetheilten Rande derselben befinden sich vier 
sehr dicke Fangfäden, welche das Thier aufgerichtet trägt und deren Länge der Höhe der 
Scheibe gleichkommt. Am Rande der Scheibe, in ihrer Masse selbst bemerkt man dort, wo 
ein Fangfaden entspringt, einen ziemlich grofsen eiförmigen rothbraunen Körper. Der Ma- 
«en hat die Gestalt einer umgekehrten Bouteille. Sein oberer dicker Theil hat auf seinem 

Gip- 



105 

Gipfel noch eine kleine Hervorragung, und sein unterer Theil ist zu einer Röhre verlängert 
die sich über den Scheibenrand hinaus erstrecken kann. Der Mundrand ist mit ungefähr 
acht feinen mit einem Endknopf am Ende versehenen und einziehbaren Fäden besetzt. 

22. MELICERTUM. Oken. ßfelicerla. Peron.) 

Ventriculus ore lobato. 

Canali quatuor ad internam disci faciem cirrhis obsiti. 

Cirrhi marginales plures diversae magnitudinis. 

Unter allen Gattungen dieser Familie ist Melicertum die einzige welche Fangfaden an 
der innern Fläche der Scheibe hat, wo sie aus den vier vom Magen ausgehenden Kanälen 
entspringen. Zugleich sind die Randfaden ganz bestimmt von verschiedener Gröfse. Was 
den Magen anbetrifft, so ist er nur bei einer noch unbeschriebenen Art beobachtet worden, 
wo er eine röhrenförmige Gestalt hat, und an seinem freien Ende vier kurze Lappen be- 
merken läfst. Die Gestalt der Scheibe ist bei allen Arten glockenförmig. 

.V 

1. M. Camp AAULA, disco gibbo, limbo ampliato, raro ciliato. 

Medusa Campanula. Fabricius. faun. Groenl. p. 366. 
Modeer. I. c. S. 162. 

Melicerta Campanula. Peron. 1. c. 352. 
Dianaea. Lamarck. 1. c. 508. 

In der Baffinsbai an der grönländischen Küste. 

Conico - orbicularis campanam refert: discus emm gibbus conicus , et litmbus dilatatus, 
cujus ntargo ciliis flavis raro ciliatus , et intus angulis älbis radiatus. Subtus cava est us- 
que ad initium disci; ubi quadratum centrale de angulis suis radios emittens in formam 
crucis: haec omnia humiliora, nivea, marginibus crenatis. Crucem hanc vestiunt cirrhi 
tenuissimi longi, in aliis albi, in aliis flavi. Fabricius. 1. c. \ 

2. M. CAMPANULATUM, disco campanulato , subquadrangulo ; cirrhis marginalibus , qua- 

druplici ordine, numerosis , internis, ventriculum circumdantibus. 

Medusa campanulata. Chamisso. N. Act. Acad. Leopold. C. X. 359. 
T. 30. f. 1. 

Ö 



106 

In der Südsee. 
Scheibe ungefähr einen Zoll hoch , glockenförmig, äufser lieh kaum merklich vierkantig. 
Der Rand ist mit einer sehr grofsen Anzahl (ungefähr 168) kurzer Fäden besetzt, die von 
vier verschiedener Länge vorkommen und abwechselnd stehen. Die acht gröfsten entsprin- 
gen am höchsten an den Seiten der Scheibe, etwas tiefer folgen sechzehn kürzere, dann 
noch tiefer ungefähr 48 wiederum kürzere, und den äufsern Rand besetzen ungefähr 96 
sehr kurze Fäden. Ein Magen ist nicht beobachtet. Die vier langen Kanäle, welche vom 
Magen entspringen, sind an ihren äufsern Enden mit sehr kurzen Querkanälen in dichter 
Reihe versehen, und die langen Fäden entspringen dort von den Kanälen, wo sie sich 
kreuzen, umgeben also den (nicht beobachteten) Magen, und haben ihn wahrscheinlich dem 
Auge des Beobachters entzogen. 

3. M. PENICILLATUM, disco campamdato ; cirrhis marginalibus duplici ordine: octo ma- 

joribus et 32 minoribus f internis a ventriculo remotis. Taf. 8. Fig. 4. 

An der Küste von Californien. 
Die glockenförmige Scheibe, einen Zoll hoch, am Rande mit acht dickern und langem 
Fangfäden und 32 feinern und kürzern besetzt. Die Kanäle sind wie bei der vorigen Art 
beschaffen, ihre Fäden jedoch vom Magen entfernt, auf einen kleinen Raum beschränkt, 
und bilden daher pinselartige Bündel. Der Magen bildet eine lange Röhre, die am Ende 
in vier schmale Lappen getheilt ist. 

4. M. pusillum , disco bursaeformi '; ciliis marginalibus triplici ordine : octo longissimis 

et totidem breiissimis , sedeeim intermediis. 
Actinia pusilla. Swartz. N. Abh. Schwed. Acad. 1788. Uebers. 9. S. 196. 
T. VI. f. 2. 

Im atlantischen Ocean im 57. Grade N. Breite, im September. 
Dafs dieses Thierchen, dessen Scheibe die Gröfse einer Erbse hat, nicht zu den Ac- 
tinien, sondern zu den Scheibenquallen der Familie der Oceaniden gehöre, bin ich wohl 
gewifs, aber nicht, ob man es mit Recht dieser Gattung beizählen könne, denn das innere, 
mit Fangfäden besetzte Kreuz ist nicht beobachtet worden, es sind nur die Fangfaden von 
dreierlei Gröfse, die mich veranlafst haben, dieser Qualle am Ende der Gattung Melicertum 
einen Platz anzuweisen. Die Scheibe ist am Ende viel enger als am Gipfel; ihr Rand hat 



107 

acht am Ende keulenförmige Fangfäden von 6 Linien Länge, dann 16 mittlere von 2 Linien 
Länge, und endlich acht, noch um die Hälfte kürzere Randfäden. 

23. PHORCYNIA. Peron. 

Ventriculus ore tubuloso simplici. 
TSlargo disci cirrhis destitutus. 

i. P. eudonoidea, crassa supeme latior, retusa; limho magno , rotundalo; stomacho 
prominulo, inverse pyramidato. 
Peron. 1. c. 333. Lamarck. I. c. 494. 

In der Nähe von De Witt's Lande, an der Westküste Neu -Hollands. 
Farbe bläulich. 

2. P. PETASELLA, sulcanica, truncata y hyalina; margine integerrimo. 
- Peron. 1. c. 333. 

Lamarck 1. c. 494. 

An der Südspitze Neu -Hollands, in der Nähe der Inseln Fourneaux. 

3. P. istiophora, supeme convexa, limbo lato pendulo, margine integro suberisso. 
Peron. 1. c. 333. 

Lamarck. I. c. 495. 

An der Südspitze Neu - Hollands , in der Nähe der Inseln Hunter. 

4. P. CRUCIATA, disco canalibus quatuor albis, crucem referentibus. 
Medusa cruciata. Linne. Syst. Nat. ed. XII. p. 1196. 
Fauna, suec. N. 2110. — Lachesis. Läpp. 1. p. 399. c. fig. 
Müller prodr. Faun. Dan. 2818. 

Modeer. 1. c. S. 88. 

In der Nordsee an der Küste von Norwegen. 
In Hinsicht des Mangels der Randfäden läfst sich diese Art zu Phorcynia bringen, 
jedoch sind bei den andern Arten die Kanäle nicht angegeben. Ihre Scheibe ist vollkom- 
men durchsichtig. 



2 



108 



Dritte Familie. Aequoridae. 

Der Magen der Aequoriden nimmt einen grofsen Raum in der Mitte der untern 
Fläche der Scheibe ein. Der Mund steht gewöhnlich weit offen und kann nicht röhren- 
förmig verlängert werden. Nur bei wenigen Gattungen haben die Fortsetzungen der Magen- 
höhle nach dem Scheibenrande zu die Gestalt von schmalen Kanälen; es ist ihrer bei die- 
sen Gattungen aber eine sehr grofse Anzahl vorhanden , welche dicht neben einander stehen. 
Die Magenanhänge der gröfsern Anzahl von Gattungen dagegen, welche auch noch zu 
dieser Familie zu rechnen sind, sind sehr breit und sackförmig. 

Uebersicht der hierher gehörigen Gattungen. 

A. Nebensäcke des Magens schmale Kanäle. 

a) Mundrand ohne Fangfäden ....... 24. Aequorea. 

b) Mundrand mit Fangfäden 25. Mesonema. 

B. Nebensäcke des Magens breit sackförmig. 

a) Fangfäden einfach. 

* Fangfäden zwischen den Nebensäcken . . . - " . . 26. Aegina. 

* Fangfäden am äufsern Rande der Nebensäcke . . 27. Cunina. 

b) Fangfäden mit Saugwarzen . . . . . . ., 28. Eurybkt. 

C. Nebensäcke als lange dreiseitige Fortsätze des Magens . .29. Polixena. 

24. AEQUOREA. Peron. 

Appendices ventriculi canali plures lineares. 
Margo oris Simplex. 
CirrM marginales numerosi. 

Die grofse Anzahl von feinen Kanälen, welche Fortsetzungen der Magenhöhle sind, 
ist für diese Gattung sehr charakteristisch; solche kommen nur noch bei der folgenden vor, 
die sich aber durch Fäden am Mundrande unterscheidet. Die Oeffhungen der Kanäle aus 
dem Magen erscheinen als lange schmale Spalten. Die Randfäden sind nicht in gleicher 
Zahl mit den Kanälen vorhanden, allein, wie sie mit denselben in Verbindung stehen, ist 
noch nicht beobachtet. Bei einigen Arten ist es deutlich, dafs ihre Zahl gröfser ist, als die 
der Kanäle. 



109 

1. Aeq. FORSKALINA , planwscula; canalibus centenis et pluribus; subtus membrana pli- 
cata auctis; cirrhis diametrum disci aequantibus. 

Peron. 1. c. 366. 

Lamarck. 1. c. 498. 

Medusa aequorea. Forsk. 1. c. p. 110. T. 32. % 

Bruguiere. Encycl. T. 05. f. 3. 

Medusa patina. Modeer. I. c. 93. 

Im mittelländischen Meere. 
Die gröfsten Exemplare haben eine Scheibe von einem Fufs im Durchmesser, die 
nur schwach^ gewölbt und durchsichtig ist. Die schmalen Magenanhänge , deren man über 
hundert zählt, verlaufen in gerader Richtung vom Magen bis nahe zum äufsern Rande und 
sind der Länge nach an ihrer untern Seite mit einer geschlängelten Hautfalte versehen. Die 
Randfaden sind in grofser Anzahl vorhanden, ungefähr so viele als Kanäle, ihre Länge 
kommt dem Durchmesser der Scheibe gleich. 

Anm. Dafs die Medusa aequorea Linne. syst. Nat. ed. XII. N. 1097. zu dieser Art 
gehöre bezweifelt Modeer, a. a. O. S. 90., indem Linne diese Art aus Loeffling's 
Reise genommen hat; Letzterer hatte sie in den ostindischen Gewässern beobachtet, 
und sie mit folgenden Worten bezeichnet: Medusa aequorea orbicularis, planiuscula, 
tentaculis plurimis ex margine inßexo, branclms nullis. Dafs die sehr sichtbaren Kanäle 
durch kein Wort bezeichnet sind, läfst vermuthen, dafs diese Medusa aequorea Lin. 
gar nicht zu der gegenwärtigen Gattung gehöre. Eben dieselbe Bemerkung gilt auch 
von der Medusa aequorea Fabricii. Faun. Groenl. p. 364. {Medusa globularis 
Mo de er. 1. c. 91.) deren Scheibenrand so stark zusammengezogen ist, dafs die untere 
Oeflhung kaum halb so breit ist als <lie Scheibe selbst. Sie ist etwas kleiner als Me- 
dusa auriata, und hat gelbe Randfäden. 

2. A. CILIATA, planiuscula; canalibus ducentems; cirrhis numerosis brevissimis. T. 9. fig.-l. 

An der Nordwestküste Amerika's, zwischen dem 51. bis 41. Grade nördlicher 
Breite beobachtet. 

Die ziemlich flache durchsichtige Scheibe mifst bis 8 Zoll im Durchmesser. Die Ma- 
genhaut ist bei dieser Art eben so schmal, als bei der vorigen, wodurch eine sehr weite 



110 

Mundöffnung entsteht. Ungefähr 200 feine einfache Kanäle, welche eine milchweifse Farbe 
haben, verlaufen vom Magen bis zum Scheibenrande, welcher mit einer sehr grofscn An- 
zahl äufserst kurzer Fäden besetzt ist. Ein deutlicher Zusammenhang zwischen Kanälen 
und Randfäden ist nicht sichtbar und ein Ringgefäfs scheint nicht vorhanden zu seyn. 

3. A. GLOBOSA, subglobosa, canalibus circiter triginta, cirrhis totidem elongatis. T. 10. fig. 2. 

In der Südsee in der Nähe des Aequators. 
Die fast kugelige durchsichtige Scheibe mifst i| Zoll im Durchmesser. Der unge- 
theilte Scheibenrand ist mit ungefähr 30 feinen gegen einen Zoll lange Fäden besetzt. Der 
sehr grofse Magen wird von einer weifslichen Haut gebildet; seine Mundöffnung kann sich 
nicht nur schliefsen, sondern sich auch trichterförmig gestalten. Die Anhänge des Magens, 
deren 30 und 32 bei verschiedenen Exemplaren gezählt wurden, sind etwas breiter als bei 
den vorhergehenden Arten, und ihrer geringen Zahl wegen weit von einander entfernt; 
sie reichen bis zum Scheibenrande und haben eine grünlich graue Farbe. In Hinsicht der 
Gestait der Anhänge des Magens ist noch zu bemerken, dafs sie stark seitlich zusammen- 
gedrückt sind, dafs sie aber von aufsen noch eine Tiefe von einer Linie haben. 

4. A. mucilaginosa , hemisphaerica , canalibus viginti quatuor abbreviatis; cirrhis toti- 

dem brevibus supra disci marginem in facie externa ejus sitis. 
Medusa mucilaginosa. Chamisso. N. Act. Acad. Leop. X. 360. T. 30. f. 2. 

In der Südsee. 

Die halbkugelige ungefärbte Scheibe erreicht gegen 4 Zoll im Durchmesser und hat 
sehr wenig Consistenz. Ihre 24 kurzen dicken Fangfäden befinden sich nicht am Rande 
der Scheibe, sondern oberhalb desselben, an deren äufsern Fläche, und erreichen in ihrer 
Ausdehnung den Scheibenrand nicht. Die. Magenhaut ist etwas weifslich gefärbt; die Mund- 
öffnung ist klein. Die 24 schmalen Anhänge des Magens , welche mehr Tiefe als Breite haben, 
reichen bis zum Ursprünge der Fangfäden, stehen aber mit diesen in abwechselnder Reihe. 

5. A. eurodina, hemisphaerica , rosea, limbo radiatim lineato; tentaculis numerosissimis 

longissimisque ad peripheriam. 
Peron. 1. c. 366. und Lamarck. 1. c. 498. 

In der Bass-Strafse am Süd -Ende Neu - Hollands. 



111 

6. A. cyanea, hemisphaerica , ad periphaeriam subcoarctata , coerula; fasciculis lamel- 

laruni subclavatis, tentaculis capillaceis. 
Peron. 1. c. 337. und Lamarck. J. c. 499. 

An der Küste von Arnheims - Land. (Neu -Holland.) 

7. A. thalassina, depressa, centro gibba; limbo fasciculis lamellarum atmulatim lineato; 

tentaculis capillaceis. 
Peron. I. c. 337. 

Aequorea viridula. Lamarck. 1. c. 499. 
An der Küste von Arnheims - Land. 

8. A. ALLAlNTOPHORA, subsphaerica , inferne truncata, hyalina; subtus circulo corpori- 

bus cylindricis numerosissimis formato ; tentaculis brevissimis. 
Peron. 1. c. 338. und Lamarck. I. c. 500. 

9. A. undulosa, conoidea, lineis undulosis superne radiata , rosea ; tentaculis longissimis* 
Peron. 1. c. 338. und Lamarck. 1. c. 500. 

An der Küste von Arnheims -Land. 

10. A. RISSO, planulata, discoidea, hyalino-subrosea, subtus radiata; limbo augusto 
nudo ; tentaculis capillaceis longissimis. 

Peron. 1. c. 338. und Lamarck. 1. c. 500. - 
Im Mittelmeere. 

11. A. amphicurta, hemisphaerica , subtus eminentia centralis lineis verrucisque annnla- 
tim cincta; tentaculis brevibus. 

Peron. I. c. 335. und Lamarck. 1. c. 500. 
Aeq. Bunogaster. Peron. 1. c. 

An der Westküste Neu - Hollands. 

12. A. phosphoriphora , depressa, crassa, discoidea; subtus eminentia centrali gastrica y an- 
nulo lamellosa cincta, circuloque tuberculorum phosphoricorum; tentaculis raris brevibus. 

Peron. 1. c. 336. und Lamarck I. c. 500. 
An der Küste von Arnheims -Land. 



112 

' 13. A. MOLLICINA, depresset, canalibus viginti, cirrhis duodeeim. 
Med. mollicina. Forsk. I. c. p. 109. T. 33. 1. c. 
Bruguiere. Encycl. T. 95. f. 1. 2. 
Modeer. 1. c. 96. 
Foveolia. Peron. 1. c. 340. 
Aequorea. Lamarck. I. c. 498. 

Im mittelländischen Meere. 
Scheibe hat lf Zoll im Durchmesser, der mittlere Theil flach, der Rand herabhängend ; 
an diesem zwölf Gruben, von welchen 12 ziemlich grofse Fangfäden entspringen. Vom 
Magen aus gehen 20 Kanäle zum Scheibenrande hin. 

25 MESONEMA. 

Appendices ventriculi canali plures lineares. 

Margo oris ciliatus. 

Cirrhi marginales plures. 

In Hinsicht der Anhänge des Magens , welche ebenfalls schmal und in grofser Anzahl 

vorhanden sind, stimmt diese Gattung mit Aequorea vollkommen überein; es sind hier noch 

die Fangfäden hinzugekommen , welche den Mundrand besetzen. Zwei Arten können mit 

Gewifsheit hierher gebracht werden, nämlich Aequorea mesonema, Peron, und eine neue. 

1. M. Coelum pensile, canalibus numerosis, usque ad marginem disei produetis. Cirr- 
his marginalibus 17 longis. 
Medusa. Forskaol. Faun. Aeg. Ar. T. 28. f. B. 
Bruguiere. Encycl. T. 95. f. 4. 
Medusa Coelum pensile. Modeer. I. c. 95. 
Aequorea mesonema. Peron. 1. c. 336. 
Lamarck. 1. c. 498. 

Wahrscheinlich im mittelländischen Meere. 

Die bläuliche Scheibe mifst etwas über 3 Zoll im Durchmesser. Der Magen nimmt 

den gröfsten mittlem Raum ein, die Magenhaut erscheint aber nur als eine sehr schmale 

Hauteinfassung, welche mit einer grofsen Anzahl von dicken grofsen Fangfäden besetzt ist. 

Die sehr schmalen Kanäle sind in sehr grofser Anzahl vorhanden (es sind ihrer ungefähr 

- ' 170 



413 

170 gezeichnet) und reichen ungefähr bis zum Scheibenrande. Hier ist ein dunkeler Ring 
zu bemerken, und von ihm entspringen in grofsen Entfernungen von einander 17 grofse 
Fangfäden, die gegen einen Zoll lang sind. (Ich glaube, dafs man in der Zeichnung von 
Forskaol den Scheibenrand einwärts geschlagen sich denken mufs und nicht die Fartg- 
f äden an der untern Fläche der Scheibe entspringen lassen kann, Eine Beschreibung und 
Namen hat derselbe nicht gegeben.) 

2. M. ABBREVIATA, canalibus 17 brevibus; cirrhis marginalibus numerosis, brevissimis. 
Taf. 11. Fig. 3. 

In der Sundastrafse. 
Die halbkuglige ungefärbte Scheibe hat acht Linien im Durchmesser, ihr äufserer 
Rand mit einer grofsen Anzahl sehr kleiner Fangfaden besetzt. Die Mundöffhung ist klein, 
steht aber weit offen. Der Magen selbst besteht aus einer schmalen ringförmigen Haut, die 
mit kurzen Fangfäden besetzt ist. Seine Anhänge sind siebzehn sehr kurze Kanäle, die 
kaum den vierten Theil des Halbmessers der Scheibe durchlaufen. Magenhaut und Kanäle 
grünlich gefärbt. 

26. AEGINA. 

Appendices ventriculi latae, sacciformes: 
Cirrhis in interstitiis appendicum altemis. 
Drei Gattungen unter den Aequoriden haben breite Nebensäcke des Magens ; die hier 
aufgestellte imterscheidet sich von der ihr ähnlichen Cunina dadurch, dafs ihre Fangfäden in 
den Einschnitten zwischen zwei Nebensäcken des Magens, also aus dem Magen selbst ent- 
springen, und zwar sind der Fangarme um die Hälfte weniger als der Nebensäcke, weil 
immer ein Einschnitt übersprungen wird. Der Mund ist eine einfache runde Oeffnung des 
Magens. 

1. AEGINA CITREA, appendicibus ventriculi ejctus bilobis; cirrhis quatuor; disco extiis juxta 
cirrhos sulcato. Taf. 11. Fig. 4. 

Im nördlichen stillen Meere im 34° nördlicher Breite, und 201° westlicher 
Länge von Grw. 

Von dieser wurde nur ein Exemplar eingefangen, dessen starke gewölbte und sehr 

P 



114 

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dicke Scheibe zwei Zoll im Durchmesser mafs. Oberhaut der Scheibe blafs und kaum 
merklich gelb gefärbt. Merkwürdig sind an ihr die äufserlichen Furchen , welche man bei 
jedem Fangfaden bemerkt: es geht nämlich eine Furche vom Rande der Scheibe nach dem 
sehr hoch an den Seiten der Scheibe äufserlich hervorkommenden Fangfaden hinauf, und 
setzt sich Roch etwas weiter über denselben hinaus, nach dem Mittelpunkt der Scheibe 
hin fort. 

Der Fangfäden besitzt diese Art vier sehr starke von gelblich brauner Farbe; sie 
kommen an der äufsern Fläche der Scheibe (in der Mitte zwischen Mittelpunkt und äufserm 
Rande der Scheibe) hervor, und entspringen aus dem Magen selbst, und nicht aus dessen 
Nebensäcken, und zwar am innern Ende eines Zwischenraumes zwischen den Nebensäcken. 
Da es der Nebensäcke (also auch der Zwischenräume zwischen ihnen) acht giebt, und nur 
vier Fangfäden sich vorfinden , so geht immer ein Zwischenraum leer aus. Mit der Wurzel 
eines Fangfadens hängt bei jedem noch eine längliche dickere und zugespitzte blafsgelbe 
Blase zusammen, welche sich über dem Magen nach dem Mittelpunkt der Scheibe hin er- 
streckt; in diese Blase begiebt sich die in den hohlen Fangfäden enthaltene Flüssigkeit, wenn 
sie von den sich zusammenziehenden Fangfäden zurückgedrängt wird, und im Gegentheile 
tritt auf Zusammenziehen der Blase ihre Flüssigkeit wieder in die Fangfäden, und dehnt 
sie aus. Diese Blasen sind also ganz gleichbedeutend den blasenartigen Säcken bei den 
Seesternen und Holothurien, welche als Hauptorgane des Bewegungsgefafs- Systems ange- 
sehen werden. Im verkürzten Zustande schlagen sich die Fangfaden nach der Mitte der 
Scheibe hinauf, und legen sich hier zum Theil in die obere Furche; ausgedehnt hängen sie 
herab, und fügen sich mit ihrem Wurzeltheile in die untere Furche der Scheibe. Die Be- 
wegungen der Fangfäden geschehen mit einer besondern Raschheit, wie man sie an an- 
dern Scheibenquallen nicht gewohnt ist. 

An der untern Fläche ragt die Scheibe mit einem kurzen kegelförmigen Zapfen 
herab; indem sich der blafsgefärbte Magen dem letztern anschliefst, so erhält er eine trich- 
terförmige Gestalt; nach aufsen ist er durch einen einfachen runden Mund geöffnet. Der 
Magen setzt sich an seinem Umfange in acht viereckige Nebensäcke fort, welche so lang 
als breit sind, am äufsern Rande in der Mitte durch einen Einschnitt zweilappig werden, 
und eine dunkel zitronengelbe Farbe haben. Die Nebensäcke liegen so dicht neben einander, 
dafs sich nur ein sehr schmaler Einschnitt zwischen ihnen befindet. Die Zwischenräume 
der Nebensäcke unter den vier Fangfäden sind gelblich trübe. Der äufsere Rand der Scheibe 



115 ' 

hat viele kleine undeutliche Einschnitte, wodurch kleine Lappen entstehen, deren äufserer 
Rand mit vielen körnerartigen Zipfeln versehen ist 

2. AEGINA ROSEA, appendicibus ventriculi eoctus integris, cvrrläs quinque out sex. 
Taf. 10. Fig. 3. 

Die Scheibe hat 10 bis 12 Linien im Durchmesser, ist sehr schwach gewölbt, und 
hat eine glatte ungefärbte Oberfläche. Von vier Exemplaren hatten 3 fünf Fangfäden, und 
das vierte deren sechs , wonach auch die Zahl der Nebensäcke des Magens von zehn auf 
zwölf steigt. Die Häute des Magens und seiner Nebensäcke sind hellrosenroth; bei letztern 
trifft man ihren äufsern Rand ohne einen mittlem Einschnitt an. Die starken langen Fang- 
fäden sind an der Wurzel rosenroth , im übrigen aber citronengelh gefärbt. An der Wurzel der 
Fangfäden trifft man auch eine kleine Rlase an, welche in die innere Scheibenmasse hin- 
einragt, sie ist aber nur klein und kegelförmig, und hellrosenroth gefärbt. Die Räume 
zwischen denjenigen Nebensäcken des Magens, welche sich unter den Fangfaden befinden, 
haben ein körniges Ansehen, und sind auf jeder Seite von einer dunkelrosenrothen Linie 
begränzt, welche ein wahrscheinlich mit Flüssigkeit angefüllter imd vom Magen ausgehen- 
der Kanal ist. 

Diese Art wurde mit der vorigen an einem Orte angetroffen. 

Anm. Zu dieser Gattung gehören vielleicht noch folgende unvollkommen beschriebene 
Arten. 

1. Aequorea cyaivogramma, subcomexa , margine undulato caeruleo; tentacuUs margi- 

nalibus brevibus. 
Quoy et Gaimard, Freycinet voyage p. 663. T. 84. f. 7. 8. 

An der Nord Westküste Neu -Hollands; über einen Zoll breit mit 12 bis 20 
Randfäden. 

2. AEQUOREA grisea, subconvexa, supra grisea; margine integro, tentacuh's 12 brevi- 

bus; ore radiato. 
Quoy et Gaimard. 1. c. f. 4. 5. 

An der Nordwestküste Neu -Hollands. Ueber 1 Zoll breit. 

P2 



116 

3. AEQUOREA PUNCTATA, planiuscula ;, hyalma ; ore eminenti, amplo, basi punctato, um- 

brella margine undulata; tentaculis numerosis brevibus crassis. 
Quoy et Gaimard. 1. c. p. 564. T. 85. f. 4. 

Im nördlichen stillen Meere, im 36. Grade nördlicher Rreite zwischen den 
Sandwichsinseln und den Marianen. Vier Zoll im Durchmesser. 
(Was hier weit vorstehender Mundrand genannt ist, ist der verlängerte Scheibenrand.) 

4. AEQUOREA SEMIROSEA, mbconvexa ; umhrella hyalma, margme crenulato, ore amplo 

extante; tentaculis duodecim roseis. 
Quoy et Gaimard. 1. c. T. 84. f. 6. 

Bei Neu -Guinea. — Zwei Zoll im Durchmesser. 

5. AEQUOREA capillata, disco supra excavato; tentaculis 12 et pluribus. 
Quoy et Gaimard. Annal. de. sc. nat. X. cum fig. 

Isis. Band XXI. S. 343. T. V. 

Bei Gibraltar. 
Scheibe nur 4 Linien dick, ganz durchsichtig, oben eingedrückt. Randfäden mehr 
als 12, (die Zeichnung hat nur 8), sehr lang, straff, S-förmig, und einige immer nach 
oben geschlagen. 

27- CÜNINA. t '\ 

Appendices ventriculi latae sacciformes. , 
Cirrhus in margine externo cujusque appendicis. 

In Hinsicht der Gestalt der Nebensäcke des Magens stimmt diese Gattung mit Ae- 
gina überein, unterscheidet sich jedoch auf eine sehr bestimmte Weise durch den Ursprung 
der Fangfaden von dem äufsern Rande eines jeden Nebensackes, wodurch die Zahl der 
Fangfäden der der Nebensäcke gleich kommt. 

Uebrigens sind die Arten dieser Gattung sehr einfach gebildet. Der Magen ist mit 
einer runden Oeffnung, dem Munde, in der Mitte versehen. '>'•' 

1. C. CAMPANULATA, disco campanulato, appendicibus ventriculi basi angustioribus et 
dissitiSf apice conniventibus. Taf. 9. Fig. 2. 



117 

Im atlantischen Oceane. 
Der untere Durchmesser der glockenförmigen Scheibe beträgt etwas mehr als einen 
Zoll; sie ist vollkommen durchsichtig, und an ihrer äufsern Fläche glatt. Im Innern der- 
selben erblickt man die Verdauungsorgane und andere schwach weifslich gefärbte Häute. 
Der Mund ist eine einfach runde Oeffnung des Magens ; letzterer hat acht bis zehn breite 
Nebensäcke, welche an ihrem Ursprünge viel schmäler sind als an ihrem äufsern Rande; 
hier stofsen sie mit ihren Seitenrändern an einander, von ihrem Ursprünge aber bis über 
ihre Mitte sind sie durch einen breiten Zwischenraum von einander getrennt. Man bemerkt, 
dafs fünf Zwischenräume tiefer in den Magen hineinragen , als die übrigen mit jenen ab- 
wechselnden. 

Von der Mitte des äufsern Randes eines jeden Nebensackes entspringt ein kurzer 
weifslicher Fangfaden, welcher sogleich die Scheibenmasse durchbohrt und an ihrer äufsern 
Fläche erscheint. Ueber den Verdauungsorganen bemerkt man noch mehrere Häute im In- 
nern der hochgewölbten Scheibe; diese steigen von den äufsern und seitlichen Rändern der 
Nebensäcke aufwärts, und nahe der Scheibenkuppel senken sie sich wieder etwas herab, 
w r odurch sie liier eine runde Aushöhlung bilden. Da von den Seitenrändern der Neben- 
säcke zwei Häute zusammenstofsen , so erblickt man an diesen Stellen dunklere Streifen. 

Diese Art wurde im atlantischen Ocean nördlich von den Azoren beobachtet. 

2. C. GLOBOSA, di'sco globoso; appendicibus ventriculi undique dissitis. Taf. 9. Fig. 3. 
Südsee. 

Die kuglige durchsichtige Scheibe hat nur vier Linien im Durchmesser, ihre äufsere 
Oberfläche ist glatt. Der stark einwärts geschlagene Rand derselben ist mit zehn halbmond- 
förmigen Lappen versehen, von denen jeder mit drei körnerartigen Zipfeln an seinem 
äufsern Rande besetzt ist. Die grofse Mundöffnung ist bis auf einige Falten an derselben 
einfach. Der weifslich gefärbte Magen hat an seinem Umfange zehn breite Erweiterungen, 
welche schon an ihrem Ursprünge durch ihren runden Ausschnitt von einander entfernt sind, 
und nach aufsen noch weiter von einander abstehen. Aus dem äufsern Rande eines jeden 
Nebensackes entspringt ein ziemlich starker weifslicher Fangfaden, der die Scheibenmasse 
sogleich nach seinem Ursprünge durchbohrt und äufserlich über einem . Einschnitt zwischen 
den Randlappen erscheint. 



118 

Das Vaterland dieser Art ist die Südsee, wo sie in der Nähe des Aequators unter 
dem 180° (westlicher) Länge (von Greenwich) beobachtet ward. 

28. EURYBIA. 

Appendices ventriculi latae sacciformes. 
Cirrhi marginales cotyliferi. 

In Hinsicht der breiten Nebensäcke des Magens und des Ursprungs der Fangfäden 
vom äufsern Rande eines Nebensackes stimmt diese Gattung mit Cunina völlig überein, 
sie ist aber durch die mit Saugwarzen an ihrer innern Seite besetzten starken Fangfäden 
ausgezeichnet , und diese besondere bei den Scheibenquallen selten vorkommende Bildimg 
berechtigt wohl zu einer Trennung. 

1. E. EXIGUA, subglobosa; cirrhis quatuor, Taf. 8. Fig. 5. 

In der Südsee unter dem Aequator. 
Die kuglige durchsichtige Scheibe mifst nur f Linien im Durchmesser. Die Magen- 
höhle ist nicht grofs, hat eine einfache Mundöffnung; und vier breite dicht aneinandergren- 
zende Nebensäcke, die nur an ihren äufsern Rändern durch kleine Einschnitte geschieden 
werden. Aus der Mitte ihres äufsern Randes entspringt ein dicker Fangfaden (überhaupt 
also vier) welcher länger als die Scheibe und an seiner innern Seite und untern Hälfte mit 
einer Reihe grofser Warzen besetzt ist. 

29. POLYXENIA. 

Ventriculus ad periphaeriam in appendices trianguläres divisus. 

Appendices usque.ad cirrhorum originem productae. 

Membrana ventriculi inter appendices libera, dependens, intus plicata. 
Der Magen der Quallen dieser Gattung hat eigentlich keine Nebensäcke, oder wenig- 
stens nicht von der Art, als bei den übrigen Gattungen dieser Familie, sondern er ist an 
seinem Umfange in lange dreiseitige Zipfel getheilt, die mit ihren Spitzen sich bis zu den 
grofsen Randfäden erstrecken, und gleichsam in dieselben übergehen. Noch merkwürdiger 
ist der Magen in den Zwischenräumen der Zipfel beschaffen, indem er daselbst als ein« 
breite Haut frei herabhängt, welche noch innerlich mehrere schmale lange Falten, gleichsam 



' 119 

als viele Taschen hat. Da ich nur eine Art beobachtet habe, so mag dort eine genaue Be- 
schreibung der Theile folgen. 

1. P. ctanostylis, teuer 'a, hyalina; appendicibus ventriculi 16 — 18, et cyrrhis cyaneis 
toUäem. Taf. 10. Fig. 1. 

Im nördlichen atlantischen Meere, nordöstlich von den Azoren. 
Die sehr wenig Gallertmasse besitzende Scheibe hat 3 Zoll im Durchmesser, ist 
durchsichtig und glatt. Der Magen nimmt fast den ganzen untern Raum der Scheibe ein, 
hat eine grofse von einer faltigen Haut umgebene Mundöffnung, und zeigt an seinem Um- 
faug eine Anzahl grofser runder Ausschnitte, wodurch schmale lange dreiseitige Zipfel ent- 
stehen, die bis zum Scheibenrande reichen, und in die Randfaden übergehen. In den 
Zwischenräumen der Zipfel hängt die Magenhaut als ein freier Sack herab, dessen eine 
Haut mit acht schmalen langen taschenartigen Falten versehen ist, die vom Ursprünge des 
Sackes bis zu seinem freien Rande reichen. Die Randladen sind einen halben Zoll lang 
und himmelblau gefärbt. Zwei Exemplare hatten achtzehn Fangfäden (und eben so viele 
Magenzipfel), ein drittes deren nur sechzehn. Bei allen Exemplaren war die ganze untere 
Fläche von einer grofsen Anzahl kleiner Crustaceen besucht, die sich dort aufhielten, daher 
der Gattungsname wegen der vielen Gäste Qsvog). 

Anm. Als einen Anhang zu dieser Gattung glaube ich zwei vonPeron bezeichnete, leider 
nicht genauer beschriebene Aequoreen hersetzen zu können. 

1. Aequorea purpurea, plana, dtscoidea , purpwea ; Umbo subtus radiatim lamelloso: 

lameUis pplyphyllis, fasciculatis ; tentactdis brevibus. Peron. 1. c. 337. und La- 
marck. 449. 

An der Westküste Neu -Hollands. Mit 24 Bündeln von Lamellen. 

2. Aequorea pleuronota, dtscoidea; Umbo dorsali costellis radialo; lamellis per pares 

fasciculatis ; tentaculis denk, distantibus. Peron. 1. c. 388. und Lamarck. 499. 
An der Westküste Neu -Hollands. 






120 
Vierte Familie. Berenicidae. 

Die Thiere dieser Familie sollen keine Magenhöhle besitzen, sondern gefäfsartig ver- 
zweigte Verdauungskanäle durch eine Anzahl von Oeffnungen oder vielleicht kurze Saug- 
röhren Nahrungsmittel einnehmen. In dieser Hinsicht gleichen sie den Rhizostomiden. 
Zwei Gattungen sind von Peron entdeckt und aufgestellt worden, deren Scheibe flach ist. 

30. EÜDORA. Peron. 

Margo disci cirrhis destitutus. 

1. E. undulosa. Peron. Annal. du Mus. 14. p. 326. 
Lamarck. 1. c. 493. 

An der "Westküste Neu -Hollands. 
Die flache platte Scheibe zeigt an der Oberfläche vom Mittelpunkte strahlenförmig 
auslaufende geschlängelte Kanäle, und an der untern Fläche erblickt man ebenfalls von der 
Mitte ausgehende vielfach verzweigte Gefäfse. 

31. BERENICE. Peron. 

Margo disci cirrhis elongatis instructus. 

1. B. thalassina, convexiuscula ; vasculis sex majoribus in dorso centroque depresso 

permiscis. Peron. I. c. 327. 
Aequorea. Lamarck. I. c. 497. 

An der Westküste Neu-Hollands. 

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2. B. enchroma, subconvexa ; vasculis quatuor dorsi centro crucetn referentibus ; tenta- 

culis capillaceis longissimis. Peron. 1. c. 327. 
Aequorea. Lamarck. 1. c. 497. 

Im südlichen atlantischen Meere; Farbe grünlich. 

3. B. ROSEA, orbicularis planiuscula , rosea; superne vasculis trichotomis et polyckoto- 

mis; tentaculis capillaceis, longissimis et wumerosissimis. 
Aequorea rosea. Lamarck. 1. c. 497. 
'Cuvieria. Peron. voyage aux Terr. austr. Atl. T. 30. f. 2. 
"Wörterbuch der Naturgeschichte. T. 8. f. 1. 2. 

Vier 



121 

Vier im Kreuz stehende blaue Gefäfse sind an der Oberfläche der flachen rÖthlichen 
Scheibe sichtbar, die sich bald in 3 Aeste spalten, und jeder Ast theilt sich in der Nähe des 
Scheibenrandes in viele Zweige mit röthlichen Nebenästen. Die röthlichen Randfäden sind 
sehr fein und lang, und in grofser Anzahl vorhanden. 



Dritte Ordnung. Röhrenquallen. Siphonophorae. 

Keine centrale Verdauungshöhle, sondern einzelne Saugröhren. 
Schwimmorgane sind entweder besondere Höhlen, oder mit Luft ge- 
füllte Blasen, oft beide zugleich. 

So übereinstimmend die allgemeine Körperform bei den Scheibenquallen beobachtet 
wird, so mannigfaltig trifft man sie dagegen bei den Röhrenquallen an. Eine ganze Familie 
derselben zeichnet sich schon gleich dadurch aus , dafs ihr Körper unsymmetrisch gebaut ist. 
Eine grofse Anzahl der übrigen Röhrenquallen überraschen den Beobachter durch einen 
scheinbar aus einzelnen Theilen zusammengesetzten Bau , indem ein weicher Leib mit vielen 
Knorpelstücken von aufsen besetzt ist, die, obgleich angewachsen, sich doch bei geringer 
Berührung gleich abtrennen. Durch die Zusammenhäufung mehrerer solcher nicht symme- 
trischer Theile erhält der Körper erst ein regelmäfsiges Ansehen, so dafs man an ihm ent- 
weder zwei Seiten unterscheiden kann , oder durch Lagerung vieler Theile um ein mittleres 
Stück ein wahres Strahlthier gebildet wird. Wie aber auch der Körper oder dessen Theile 
beschaffen seyn mögen, so trifft man doch bei keinem Thiere dieser Ordnung eine grofse 
centrale Verdauungshöhle an, sondern die Nahrungsstoffe werden nur durch einzelne freie 
Saugröhren aufgenommen, und von diesen sogleich der Nahrungssaft durch Gefäfse den 
übrigen Körpertheilen zugeführt. Aufser diesen Saugröhren besitzen alle Gattungen noch 
Fangfäden, welche die meisten Thiere lang ausstrecken können, um mit ihnen zu fischen. 
Diese Fangfäden sind der Länge nach noch mit besonderen sehr kleinen Organen zum Er- 
greifen und Festhalten der Gegenstände, welche die Fangfäden berühren, versehen, die 
theils in Saugwarzen, theils in kleinen, oft schraubenartig gewundenen Fäden bestehen. 
An der Wurzel der Fangfäden trifft man bei mehreren Gattungen die schon in der Ein- 
leitung beschriebenen Blasen an, welche diejenige Flüssigkeit enthalten, durch deren Ein- 
tritt in die hohlen Fangfäden dieselben so stark verlängert werden können. 

Q 



122 

Die Saugröhren und Fangfäden machen den Hauptbestandtheil des Körpers der 
Röhrenquallen aus; zu "diesen kommt nun immer noch ein Schwimmorgan oder mehrere 
derselben hinzu,' und unter diesen herrscht eine grofse Mannigfaltigkeit. Hauptsächlich 
scheiden sich die Schwimmorgane in Blasen, die mit Luft angefüllt sind, und dadurch 
das eine Ende des Körpers an der Oberfläche des Wassers erhalten, während das andere 
Ende seine Netze in der Tiefe ausbreitet, oder in Schwimmhöhlen, die sich in gallert- 
artigen Theilen von fast knorpelartiger Härte befinden , mit denen der weiche Leib umgeben 
ist, welche ganz auf dieselbe Weise als die Scheibe der Scheibenquallen durch Ausstofsen 
des in der Höhle befindlichen Wassers, mittelst Contraction ihrer Masse, den ganzen Körper 
in Bewegung setzen. Die meisten Schwimmhöhlenstücke sind nur sehr locker mit dem 
weichen Leibe verbunden, und trennen sich sehr leicht von ihm, ohne sich wieder vereini- 
gen zu können. Schwimmblasen trifft man bei den Thieren der zweiten Familie immer 
nur eine an, bei denen der dritten Familie dagegen eine grofse Anzahl; Schwimmhöhlen 
hat ein Thier gewöhnlich mehrere und oft eine grofse Anzahl. 

Einige Thiere haben nur Seh wimmhöhlen, andere Schwimmhöhlen und eine Blase 
zugleich, und nur wenige besitzen als einziges Schwiinmorgan eine Blase; endlich sind noch 
einige mit mehreren Luftblasen versehen. Fast nach diesen genannten Unterschieden in, 
den Schwimmorganen sondern sich die Röhrenquallen in drei sehr natürliche Familien: 

1. diphyidae. Der weiche Leib ist mit seinem einen Ende an einen knorpligen Körper 
angewachsen und besitzt ein zweites Thierstück mit einer Schwimmhöhle. 

2. physophoridae. Der weiche Leib ist an seinem einen Ende mit einer mit Luft ge- 
füllten Schwimmblase versehen. 

3. velellidae. Der Körper enthält eine knorplige oder kalkartige Schaale, in deren 
vielfachen Zellen sich Luft befindet. 



Erste Familie. Diphyidae. 

Der weiche Leib ist mit seinem einen Ende an einen knorpligen 
Körper angewachsen, und besitzt ein zweites Thierstück mit einer 
Schwimmhöhle. 
Der Körper dieser Thiere besteht 1) aus zwei knorpligen, durchsichtigen Theilen, 



123 , 

die an einander gefügt sind, aber sich leicht trennen lassen, und 2) aus den weichen Saug- 
rohren und Fangfäden, welche an einen der knorpligen Theile angewachsen sind. Diesen 
letztern knorpligen Theil , welcher beim Schwimmen des Thieres der vordere ist, kann man 
das Saugröhrenstück, und den andern knorpligen Theil, der immer mit einer grofsen 
Schwimmhöhle versehen ist, kann man das Schwimmhöhlenstück nennen. 

Das Saugröhrenstück hat stets eine Vertiefung oder eine Höhle, in welche es einen 
Theil des Schwimmhöhlenstückes, bei einigen aber auch das ganze andere Stück aufnimmt; . 
bei vielen ist es auch noch mit einer röhrenförmigen, aber nur mit einer äufsern Oeffnung 
versehenen Schwimmhöhle versehen, welche aber bei allen viel kleiner ist, als die Höhle 
des Schwimmhöhlenstückes. In der zuerst genannten Vertiefung zur Aufnahme des andern 
Stückes sind nun auch die Verdauungsorgane anzutreffen, welche mit dem Saugröhren- 
stücke innig verwachsen und von ihm untrennbar sind, welche Bildung unter den Röhren- 
quallen nur dieser Familie zukommt , und sie ganz vorzüglich bezeichnet. Die Verdauungs- 
organe bestehen entweder aus einer einzigen grofsen Saugröhre, welche auf dem Grunde 
der Vertiefung des Saugröhrenstückes entspringt, und an deren Wurzel feine Fangfäden 
ihren Ursprung nehmen, oder aus einer mehr oder weniger langen feinen Röhre, an welcher 
in einiger Entfernung von einander mehrere Saugröhren wie Zweige derselben ansitzen , und 
von der zugleich mehrere Fangfäden ebenfalls abwechselnd entspringen. Mit der Wurzel 
der einen grofsen Saugröhre oder der ganzen Röhre steht noch ein farbiges Organ in Ver- 
bindung, welches man in der Masse des Saugröhrenstückes erblickt, und entweder eine 
eiförmige oder eine röhrenförmige Gestalt hat. Dieses Organ ist die Verlängerung der Ver- 
dauungsorgane , und enthält diejenige Flüssigkeit, mittelst welcher die weichen, röhrenför- 
migen Sauger und Fangfäden hervorgetrieben und ausgestreckt werden können. 

Das Schwimmhöhlenstück ist einfacher gebaut: es enthält in seinem gewöhnlich 
länglichen Körper eine ziemlich lange walzenförmige Höhle, welche sich an dem freien 
Ende des Körpers öffnet, und hierselbst meistens mit mehreren Zacken (Fortsetzungen der 
Kanten des Körpers) umgeben ist. Aus dem Grunde der Höhle sieht man feine trübe 
Linien zu dem Ende des Körpers gehen, welches sich mit dem Saugröhrenstücke ver- 
bindet. Diese Linien sind Gefafse, welche aus den Verdauungsorganen den Nahrungssaft 
in das Schwimmhöhlenstück leiten, theils um diesen Körpertheil zu ernähren, theils den 
Nahrungssaft an den Wänden der Schwimm höhle in zwei oder drei Längsgefäfse zu ver- 

Q 2 



124 

breiten, indem die Schwimmhöhle zugleich Respirationsorgan ist. Hat das Saugröhrenstuck 
auch eine Schwimmhöhle, so erblickt man auch an ihren Wänden Gefäfse. 

Zuweilen trifft man die Schwimmhöhle zur Hälfte mit einer etwas getrübten Masse 
angefüllt, in welche man noch trübere Häute die Masse in viele kleine unregelmäfsig ver- 
theilte Abtheilungen scheiden sieht. Drückt man diese Masse aus der Höhle heraus, so 
löst sie sich zu einer grofsen Anzahl einförmiger Bläschen auf, die man für Thierkeime 
halten mufs. Also hat die Respirationshöhle noch eine dritte Function, die der Fortpflanzung 
nämlich. 

Die Bewegungen der Diphyidae sind nach den mannigfaltig gebauten Gattungen auch 
verschieden; die, welche eine grofse Schwimmhöhle haben, und deren Saugröhrenstück an 
seinem freien Ende spitz ist, schwimmen recht schnell. 

Die ganze Familie der Diphyidae ist neuern Ursprungs. Cuvier stellte im Regne 
anitnal zuerst die Gattung Diphyes nach einem einzigen Thiere auf, und mehr kannte der- 
selbe von dieser Familie nicht. In den Jahren 1823 und 1824 fand ich viele hierher ge- 
hörige Thiere im atlantischen Meere und in der Südsee, und in meinem 1824 aus Kamt- 
schatka an die Isis abgesandten Berichte (der im Jahrgange 1825 der Isis gedruckt ist) be- 
zeichnete ich zwei neue Gattungen Aglaja und Eudoxia. Im Jahre 1826 waren die be- 
rühmten Naturforscher Quoy und Gaimard so glücklich, in der Nähe von Gibraltar eine 
grofse Anzahl ähnlicher Thiere zu beobachten, nach denen sie fünf neue Gattungen aufstell- 
ten: Calpe, Abyla, Cymha, Enneagonon , und Cuboides, welche sie im zehnten Bande 
der Annal. des. sc. nat. für 1827 sorgfältig beschrieben und abgebildet haben. Ihre Gattung 
Rosacea, welche sie nicht zu dieser Familie bringen, gehört auch hierher, ist aber nur 
mangelhaft. 

Ferner sind dieser Familie beizurechnen : Pyramis tetragona Otto , Tetragonüm Bel- 
zoni, Salpa polymorpha und triangularis Quoy et Gaimard. 

Man vertheilt die Gattungen am füglichsten in zwei Abtheilungen, nachdem sie nur 
eine Saugröhre oder einen Nahrungskanal besitzen: 
A. Mit einer Saugröhre: 

a) Das Saugröhrenstück ohne Schwimmhöhle . . . v . 1. Eudoxia. 

b) Das Saugröhrenstück mit einer Schwimmhöhle, welche als eine 

besondere Röhre frei steht . . . . . . . 2. Ersaea. 



125 

c) Das Saugröhrenstück mit einer Schwimmhöhle, die sich in der 

Masse des ganzen Theiles befindet . . . . . . 3. Aglaisma. 

B. Mit einer Röhre, an der viele Saugröhren wie Zweige sitzen. 

a) die Saugröhren unbedeckt: 

1) Die Schwimmhöhle des Saugröhrenstückes öffnet sich nach 

aufsen . . .4. Abyla. 

2) Die Schwimmhöhle des Saugröhrenstückes öffnet sich in die 

Höhle, in welcher das Schwimmhöhlenstück steckt . . 5. Cymba. 

b) Jede der Saugröhren von einer knorpligen Schuppe bedeckt. 6. Diphyes. 

1. EÜDOXIA. 

Tuhulus suctorius unicus. 

Pars corporis Organa wutritoria fovens Simplex {cavitate natatoria haud instructa). 

Das Saugröhrenstück dieser Gattung hat nur eine grofse Saugröhre, an deren Basis 
noch einige dunkel gefärbte Theile zu bemerken sind , in welchen man theils kurze mit der 
Saugröhre in Verbindung stehende Blinddärme , theils eingezogene Fangfäden vermuthen 
kann. Das Saugröhrenstück hat dort, wo das Schwimmhöhlenstück sich ansetzt, keine 
besondere Vertiefung zur Aufnahme des letzteren, und aufsen ist es abgerundet. Das 
Schwimmhöhlenstück ist entweder dem andern Stücke gleich oder übertrifft es um das 
Mehrfache in der Gröfse. 

1. E. BOJANI, parte corporis cavitate natatoria instructa quam altera triplo longiori, ad 
onficium quadridentata. Taf. 12. Fig. 1. 
Mein Bericht in der Isis, Band XVI. (1825) 743. T. 5. f. 15. 

Im atlantischen Meere in der südlichen Tropengegend. 
Beide Thierstücke zusammen haben eine Länge von 3 Linien. Das kleine Saug- 
röhrenstück gleicht einem kleinen Kugelabschnitte, indem es fast so breit wie lang ist, und 
an seiner äufsern Fläche gleichmäfsig gewölbt erscheint. Gegen das Schwimmhöhlenstück 
hat es eine schiefe Lage , so dafs man eine obere und eine untere Hälfte unterscheiden 
kann. An seiner innern Seite bemerkt man an der unteren Hälfte eine abgerundete Er- 
höhung: auf dieser ist das geschlossene Ende des Schwimmhöhlenstückes angeheftet; die 
obere Hälfte der innern Seite des ersten Stücks dagegen ist ausgehöhlt, und bildet, indem 



126 

das Schwimmhöhlenstück sich hier nicht an dasselbe anlegt, eine Röhre, aus welcher die 
Verdauungsorgane herausgestreckt werden können. Der Saugrüssel ist an seiner untern 
Hälfte blafsgrünlich, an seiner freien Hälfte aber weifslich gefärbt. An seiner Wurzel be- 
merkt man noch blafsröthlich gefärbte Blinddärme. 

Das Schwimmhöhlenstück ist mehr als dreimal länger, als das andere Stück, und 
viermal länger als breit; seine äufsere Fläche hat vier stark hervortretende Kanten , welche 
an dem freien Ende desselben in vier Spitzen hervorragen. Letztere umgeben hier die 
Oeffnung der Schwimmhöhle , und schützen sie vor dem Eindringen fremder Körper in die- 
selbe. Die zwei Spitzen, welche sich an der Seite des Körpers befinden, wo die Saugröhre 
hervortritt, sind kürzer als die beiden übrigen und vollkommen von einander getrennt, da- 
gegen die beiden übrigen länger hervorstehen, aber nur einen schwachen Ausschnitt zwischen 
sich haben. Die Schwimmhöhle hat an der Seite des Körpers, wo die Saugröhre hervor- 
tritt, an ihrem hinteren Theile eine schwache Erweiterung, dagegen ihre entgegengesetzte 
Seite ganz gerade ist. 

Diese Art ist zum Andenken eines der berühmtesten Zootomen unserer Zeit benannt 
worden. 

2. E. LESSONII , partibus cartilaginosis corporis longitudine aequalibus, parte nutritiva 
lanceolata compressa. Taf. 12. Fig. 2. 

In der Südsee in der nördlichen Tropengegend. 
Diese Art ist auch nicht gröfser, als die vorige, unterscheidet sich aber von ihr 
nicht nur durch die gleichgrofsen Thierstücke, sondern auch durch die Gestalt der letztern. 
Das Saugröhrenstück ist an den Seiten zusammengedrückt, hat eine dreiseitige Gestalt, 
ist länger als breit, und an dem freien Ende spitz. Die Saugröhre ist weifslich gefärbt, 
ihre Basis, so wie die daselbst befindlichen Blinddärme haben eine rÖthlich gelbe Farbe. Vom 
Grunde der Saugröhre aus erstreckt sich eine feine Röhre gegen die Spitze des Saugröhren- 
stückes hin , sie ist der Länge nach fein gekräuselt, und am Ende spitz und geschlossen. Diese 
Röhre enthält die Flüssigkeit, durch welche die Fang- und Verdauungsorgane ausgedehnt 
werden. Das kurze Schwimmhöhlenstück ist nur doppelt so lang als breit, enthält eine 
sehr weite, in der Mitte sich nach einer Seite krümmende Höhle und an deren Mündimg 
vier kurze Spitzen als Folge seiner vier äufsern Kanten. 



127 

Ihren Namen führt diese Art nach dem kenntnisreichen Zoologen der Entdeckungs- 
reise des Cap. Duperrey. 

3. E. FYRMUSfpartibus corporis arcteunitis, corpus pyramidale tetragonum formantibus. 
Pyramis tetragona. Otto in d. Act. Acad. L. CSarol. XI. T. 42. 

Im mittelländischen Meere bei Neapel. 
Obgleich nicht mit völliger Gewifsheit, so doch mit grofser Wahrscheinlichkeit glaube 
ich dieses Thier hierher bringen zu können, bei dem alles mit der gröfsten Genauigkeit be- 
obachtet ist; nur ist dem Verfasser damals unbekannt gewesen, dafs solche Thiere aus zwei 
Stücken bestehen, daher er denn nicht auf dieses Acht gegeben hat. So auch wäre es nöth- 
wendig zu erfahren, ob nur eine grofse Saugröhre oder eine gröfsere Anzahl derselben vor- 
handen ist. Beide Körpertheile werden einen Zoll lang, und bilden eine vierseitige Pyra- 
mide, deren hervorstehende Kanten fein gesägt und an der Oeffnung der sehr langen 
schmalen Schwimmhöhle als vier Stachel von ungleicher Höhe hervorstehen. Die Spitze der 
Pyramide, welche wahrscheinlich aus dem sehr fest ansitzenden Saugröhrenstücke besteht, 
ist ebenfalls vierkantig. 

4. E. triangularis, Salpa triangularis Quoy et Gaimard. Freycinet, Voyage p. 

511. T. 74. f. 9. 10. 

Bei Neu- Guinea. 
Wegen der Aehnlichheit mit der vorigen Art kann man dieses Thier hierher bringen. 
Vereinigte? Thierstücke über 2 Zoll lang. Die S6hwimmhöhle stark zusammengedrückt. 

2. ERSAEA. 

Tubulus suctorius unicus. 

Pars corporis nutritoria cavitate parva natatoria, tubuli instar prominenti, in- 

structa. 

Die Thiere dieser Gattimg stimmen in Hinsicht der Gestalt beider Körpertheile mit 
der vorigen Gattung vollkommen überein. Das einzige Unterscheidungsmerkmal ist eine 
sehr kleine Schwimmhöhle, welche sich in einer kurzen frei hervorstehenden Röhre befindet. 
Diese Röhre ist an der Wurzel der Saugröhre und mit ihr in der kleinen Aushöhlung des 
Saugröhrenstückes befindlich, in welcher sich das Schwimmhöhlenstück anfügt. Die bei* 



128 

den entdeckten Arten sind noch nicht genau beobachtet worden, und beide nach zwei 
eifrigen Naturforschern benamet, welche schon mehrere Entdeckungsreisen begleitet haben. 

1. E. Quoyi, parte nutritiva corporis lanceolata; parte natatoria apice libero processu 

membranaceo bilobo. Taf. 12. Fig. 3. 

Im atlantischen Meere in den Tropengegenden. 

Beide Stücke zusammen drei Linien lang. Das Saugröhrenstück ist dreiseitig, sein 
freies Ende ist lancettförmig spitz; diejenige Ecke, an welcher die grofse Saugröhre her- 
vortritt, ebenfalls lancettförmig zugespitzt, die dritte Ecke aber abgerundet. Die Wurzel 
der einzigen Saugröhre ist eine dicke gelbe Kugel, die noch mit gelben Fäden umgeben ist; 
dann folgt ein etwas schmälerer ebenfalls dicker Theil von rother Farbe, und endlich die 
sehr dehnbare rosenrothe Saugröhre. Der Behälter für die Flüssigkeit, welche die eben ge- 
nannten weichen Organe her vortreibt, ist sehr grofs, an seiner Basis breit, und läuft in eine 
lange Spitze aus. 

Mit diesem hier beschriebenen Saugröhrenstücke wurde auch ein Schwimmhöhlen- 
stück gefangen , das aber mit jenem nicht in Verbindung stand , daher es zweifelhaft ist, ob 
beide Stücke auch zusammen einer Thierart angehören. 

Das genannte Schwimmhöhlenstück ist zweimal länger, als das andere. Seine grofse 
Höhle ist in der Mitte am weitesten, und das geschlossene spitze Ende der Höhle w T endet 
sich nach einer Ecke des hier gerade abgeschnittenen Körpers; die andere dicke Ecke hat 
eine breite Furche, welche mit dem Saugröhrenstücke, wenn beide Stücke an einander ge- 
fügt sind, eine Röhre zum Durchgange der Saugröhre bilden. Die Schwimmhöhlenöftnung 
ist an einer Seite gerade abgeschnitten und unbewaffnet, jedoch erblickt man art der Seite, 
wo an dem entgegengesetzten Ende des Thiers die grofse Furche sich befindet, einen breiten 
flachen Fortsatz, der durch einen Einschnitt in zwei abgerundete Lappen getheilt wird. 

2. E. Gaimardi, parte nutritiva corporis lote triangtiluri ', parte natatoria apice libero, 

altero latere elevata et truncata, altero bidentata. Taf. 12. Fig. 4. 

Im atlantischen Meere in den Tropengegenden. 
In der Grofse stimmt diese Art mit der vorigen vollkommen überein, auch in der 
Färbung der Verdauungsorgane. Das Saugröhrenstück ist fast so breit als lang, dreiseitig. 
Der Flüssigkeitsbehälter an der Wurzel der Saugröhre ist an seiner Basis schmäler. Das 

Saug- 



129 x 

Saugröhrenstück, welches mit dem andern in Verbindung beobachtet wurde, ist sehr dick, 
die in der Mitte plötzlich gekrümmte Höhle befindet sich mehr an der einen Seite des 
Körpers. Das freie Ende dieses Stücks hat an einer Seite eine verlängerte Wand, welche 
gerade abgeschnitten ist, und an der andern Seite zwei kleine Spitzen. 

3. AGLAISMA. 

Tnbulus suctorius unicus. 

Pars corporis nutritoria cavitate parva natatoria interna instructa. 

Diese Gattung wurde von mir schon im Jahrgange 1825 der Isis unter dem Namen 
Aglaja bekannt gemacht; da jedoch diese Benennung schon anderweitig gebraucht ist, so 
hat die Gattung liier einen etwas veränderten Namen erhalten. 

In Hinsicht des einfachen Schwimmhöhlenstückes stimmt sie mit den beiden vorher- 
gehenden Gattungen überein. Das mit einer grofsen Saugröhre versehene Stück dagegen 
hat in seinem cubischen Körper eine kleine röhrenförmige Schwimmhöhle, die sich nach 
aufsen öffnet. Durch die Lage dieser Schwimmhöhle in der Masse des Körpers, (die nicht 
einen freien hervorstehenden Theil ausmacht, um durch ihre an einer freien Seite des Kör- 
pers befindliche aufsere Oeffnung, (die sich also nicht in die Vertiefung mündet, wo sich 
die Saugröhre befindet), unterscheidet sich Aglaisma von Ersaea. 

Es ist mir nur eine Art bekannt geworden, welche ich meinem Freunde, von Bär, 
dem unermüdlichen und glücklichen Forscher der Natur , gewidmet habe. 

1. A. Baerii, parte corporis nutritoria cuboidea , parte natatoria apice libero tridentata. 
Taf. 12. Fig. 5. - 

Aglaja Baerii. Isis. Band XVI. (1825) 743. T. 5. f. 14. 

Im atlantischen Meere in den Tropengegenden. 
Beide Thierstücke erreichen eine Länge von 1 Linien. Das Saugröhrenstück beträgt 
nur den fünften Theil von dieser Länge, ist cubisch, verlängert sich an einer Ecke in einen 
kurzen platten Fortsatz, welcher gerade abgeschnitten ist, und an einer seiner gröfsern Sei- 
tenflächen eine längliche Vertiefung hat. Dieser Fortsatz dient zur Anheftung an das andere 
Thierstück, wo die erhabenen Ränder desselben zu beiden Seiten der Vertiefung mit dem 
Körper des Schwimmhöhlenstückes zusammen eine Röhre bilden, aus der die Verdauungs- 
organe hervortreten können. 

R 



130 

i i 

Das lange Schwimmhöhlenstück hat vier Längskanten , von denen drei an dem freien 
Ende des Körpers in starke Spitzen sich verlängern, die vierte nicht verlängerte Kante aber 
theilt sich an der Mitte des Körpers in zwei, welche nach dem geschlossenen Ende des 
Körpers hin auseinanderweichend verlaufen. An diese kleine dreieckige Fläche legt sich 
der Fortsatz des Saugröhrenstückes an. Die grofse Höhle erweitert sich in der Mitte ein 
wenig. 

Hierher gehört wahrscheinlich als Schwimmhöhlenstück dieser selben oder einer an- 
dern Art das von Quoy und Gaimard im zoologischen Atlasse zu Freycinet's Reise 
p. 579. T. 86. f. 11. als Tetragonum Behoni beschriebene Thierstück. 

4. ABYLA. 
Abyla, Calpe fund Rosacea?) Quoy et Gaimard. 
Ductus nutritorius tubuUs pluribus obsitus. 

Pars corporis nutritoria cavitate parva natatoria interna^ extrorsum se aperienti, 
instructa. 
Mit der von Quoy und Gaimard aufgestellten Gattung Abyla glaube ich auch die 
von ihnen Calpe genannte vereinigen zu müssen, weil ich zwischen beiden keinen andern 
Unterschied, als in der Form der einzelnen Theile, vorzüglich des Saugröhrenstücks, an- 
treffe. Dieselben Naturforscher haben auch noch eine neue Gattung für zwei von ihnen 
entdeckte Thiere errichtet, die sie Rosacea benennen. Der Analogie nach mufs man 
schliefsen, dafs sie von beiden Arten nur das Saugröhrenstück beobachtet haben. Da die- 
ser Theil alle die Merkmale eines Thiertheils der Diphyidae an sich trägt, so kann man 
auch voraussetzen, dafs diese Thiere ein Schwimmhöhlenstück haben müssen. Fafst man 
einmal diese Ansicht auf, so läfst sich zwischen dem Saugröhrenstücke der beiden Rosaceae 
und denen der Gattung Abyla kein Merkmal auffinden , welches zur Trennung dieser Thiere 
in besondere Gattungen berechtigte. 

Diese Gattung nähert sich durch den langen mit vielen Saugröhren besetzten Nahrungs- 
kanal schon viel mehr der Stammgattung Diphyes, als die bisher beschriebenen. Ihre Fang- 
fäden haben eigene Stämme, von denen feine Fäden wie Aeste entspringen, welche letztere 
in ihrer Mitte mit einem länglichen dicken Körper versehen, und an ihrem Ende schrau- 
benförmig gedreht sind. Der Nahrungskanal mit seinen Saugröhren ist daher von den Fang- 
faden gänzlich getrennt, wodurch sich diese Gattung von Diphyes wesentlich unterscheidet, 



131 

so wie ausserdem durch die unbedeckten Saugröhren. Das Saugröhrenstück hat eine sehr 
kleine Schwimmhöhle, die sich in der Masse dieses Thierstückes befindet; hierdurch läfst 
sich gegenwärtige Gattung denn auch leicht von der folgenden Cymba unterscheiden. Die 
Salpa polymorpha Quoy et Gaimard, Fr eye, voy. p. 512. T. 74. f. 4. 5. scheint das 
Saugröhrenstück einee Abyla, wie die Beschreiber bei Abyla selbst bemerken. 

Ich habe für die hier vereinigten Gattungen den Namen Abyla vorgezogen, weil 
diese Thierart mir am vollständigsten beobachtet zu seyn scheint. Was die hierher einst- 
weilen gezogene Rosacea anbetrifft, so könnte man vielleicht noch andere Merkmale an 
ihren beiden Arten entdecken, die sie als Gegenstände einer wirklich verschiedenen Gat- 
tung bezeichnet. 

1. A. trigona, parte corporis nutritoria compressa parallellogramma ; parte natatoria 
apice clauso acuminata. 
Quoy et Gaimard. Annal. d. sc. nat. X., 1827. T. II. B. f. 1 — 8. 
Isis. Band XXI. 333. T. HI. 
Wörterbuch der Nat. Gesch. T. 76. 

Bei Gibraltar. 
Beide Körpertheile zusammen 20 Linien lang. Das Saugröhrenstück ist etwas länger, 
als breit, von den Seiten zusammengedrückt, mit zwei gröfseren Seitenflächen, deren Ränder 
einander parallel sind, und auf ihrer Mitte der Länge nach eine hohe kantige Leiste. 
Das geschlossene Ende hat einen kleinen Fortsatz. Am andern Körperende sieht man eben- 
falls einen Fortsatz in der Mitte zwischen den Ausgängen der beiden Höhlen; die kleine in 
der Masse des Thierstücks befindliche Schwimmhöhle ist an ihrer Wurzel bauchig, verlän- 
gert sich aber gegen ihre äufsere Oeffnung zu allmählig, in einen schmalen Hals. Am 
Grunde der zweiten nach aufsen erweiterten Höhle entspringt der ästige Nahrungskanal 
und die Fangfadenstämme ; von ihrer Wurzel aus sieht man in die Thiermasse hinein einen 
feinen Kanal, der sich sodann in das hintere Ende einer kleinen eiförmigen Blase mündet, 
w T elche der Flüssigkeitsbehälter ist. Feine Gefäfse verbinden die Wurzel der Verdauungs- 
organe mit der kleinen Schwimmhöhle. 

. Das Schwimmhöhlenstück ist dreimal so lang als das andere, hat drei Seitenflächen, 
welche von eben so vielen scharfen Kanten geschieden werden; von diesen ist eine viel 
gröfser und legt sich an eine vierte gezähnte Kante so an, dafs zwischen ihnen eine Rinne 

R 2 



132 

entsteht, welche zum Schutz der Verdauungsorgane bestimmt ist, die sich in diesem Kanäle 
ausstrecken. Die schmale enge Schwimmhöhle nimmt nur einen kleinen Theil der Körper- 
masse ein, und hat an ihrer Mündung fünf ungleiche Spitzen, die sich so zusammenfügen, 
dafs sie die Oeffnung bedecken. 

2. A. PENTAGONA, parte corporis nutritoria cuboidea, parte natatoria apice clausa ob- 
tusa. 
Calpe pentagona. Quoy et Gaimard. 1. c. T. II. A. f. 1 — 7 
Isis. 1. c. 332._ u. Wörterbuch d. N. G. T. 76. 

Bei Gibraltar. 
Länge beider Thiersücke 10 Linien. Das Saugröhrenstück bildet einen sehr kleinen 
Cubus, dessen Flächen etwas ausgehöhlt sind. Seine kleine Schwimmhöhle ist nach aufsen 
zu weiter, öffnet sich aber nicht (wie bei der vorigen Art) an derselben Seite des Thier- 
stücks, wo der Eingang der Höhle der Verdauungsorgane ist, sondern an einer andern seit- 
lichen. Der rundliche Flüssigkeitsbehälter hat noch einen schmalen Fortsatz. Der ästige 
Nahrungskanal ist ein wenig gelblich gefärbt. Das Schwimmhöhlenstück ist fünfmal länger 
als das andere, nur an seinem geschlossenen Ende so dick, wie der cubische Theil, in 
seiner Mitte aber dreimal so breit. Es hat 5 Kanten, welche an der Oeffnung der wei- 
ten Schwimmhöhle fünf ungleiche Zacken bilden. Zwei der Kanten des Körpers , deren eine 
als zackig, die andere als drüsig beschrieben wird, bilden eine Rinne für den Durchgang 
des Nahrungskanales. Die Fangfäden sind bei dieser Art nicht beobachtet worden. 
Anhang. Die Gattung Rosacea haben Quoy und Gaimard nach den Saugröhren- 
stücken zweier Thierarten aus dieser Familie aufgestellt; da sich aber an demselben 
keine Merkmale auffinden lassen, wodurch sie sich von Abyla unterscheiden sollen» 
so füge ich sie einstweilen dieser Gattung im Anhange bei. 

■ - 
1. Rosacea Ceutensis, parte corporis nutritoria subglobosa, latere unico ad orificium 

cavitatis natatoriae truncata. 

Quoy et Gaimard. 1. c. 

Isis. I. c. 339. T. IV. fig. 1.2. 

Bei Gibraltar. 
Dieses sehr weiche Thier, von der Gröfse einer kleinen Kirsche, hat eine kleine walzen- 



133 



förmige Schwiinmhöhle, welche in der Mitte einer abgestutzten Fläche des sonst fast 
kugligen Körpers sich nach aufsen mündet. Der ästige gelbliche Nahrungskanal entspringt 
in einer Vertiefung an einer andern Stelle des Körpers. Zwischen Schwimmhöhle und 
Nahrungskanal bemerkt man Gefäfse. 

2. Rosacea plicata, parte nutritoria reniformi. 
Quoy et Gaimard. 1. c. 
Isis. 1. c. 340. T. IV. f. 3. 

Bei Gibraltar. 

Dies Thierstück ist gallertartig, weich, von Consistenz der kleinen Medusen, glatt, 
oval und nierenförmig. An einem Pol ist ein grofses nicht tiefes Loch mit gefaltenen Rän- 
dern, aus dessen Mitte ein enger Kanal abgeht (wahrscheinlich nur Gefäfse), der am andern 
Ende sich in eine runde Höhle endigt. An einer Stelle hat der Körper eine Vertiefung, wo 
der ästige Nahrungskanal entspringt. Der Körper hatte keine Bewegung. 

5. CYMBA. 

Cymba> Enneagonum, u. Cuboidesj Quoy et Gaimard. 
Ductus nutritorius tubulis pluribus ohsitus. 

Pars corporis nutritoria cavitate parva natatoria, tubuli instar prominenti, in- 
structa. 

Bei dieser Gattung sehe ich mich ebenfalls gezwungen , mehrere der oben genannten 
beiden Naturforscher zu vereinigen, weil ich für die Aufstellung mehrerer Gattungen aus 
den hierher gerechneten Arten keine anderen Merkmale, als die der äufsern Körperform 
antreffen kann. 

Der Nahrungskanal ist mit vielen Saugröhren besetzt; die kleine Schwiinmhöhle des 
Saugröhrenstückes steht als eine besondere Röhre hervor (so verstehe ich wenigstens die 
Zeichnungen und Beschreibungen) und befindet sich in der Höhle des Nahrungskanals zu- 
gleich mit dem eigentlichen Schwimmhöhlenstücke, welches klein ist und bei einigen halb, 
bei anderen fast ganz in der Höhle des Nahrungskanals steckt. 



134 

1. C. SAGITTATA , parte nutritoria apice Ubero bifida; parte natatoria ad cavitatis orifi- 

cium irregulariter sexdentata. 
Quoy et Gaimard. 1. c. T. II. C. f. 1 — 9. 
Isis. XXI. 334. T. 3. und Wörterbuch d. N. G. 1. c. T. 16. 

Bei Gibraltar. 

Beide Stücke zusammen gegen einen Zoll lang. Das Saugröhrenstück ist über einen 
halben Zoll lang und nur wenig schmäler; an einer Seite ist dasselbe stark gewölbt, und 
hier steht es kielförmig hervor; an der andern Seite hat es eine breite bis zur Mitte 
reichende Höhle, in deren Grunde sich nicht nur der Nahrungskanal, sondern auch die 
kleine röhrenförmig hervorstehende, und an ihrer Oeffnung gezähnte Schwimmhöhle des 
Thierstücks befindet. Der von der Wurzel des Nahrungskanals entspringende schmale, 
S-förmig gekrümmte Flüssigkeitsbehälter wendet sich nach dem Ende dieses Thierstückes, 
welches dem Schwimmhöhl'enstücke näher ist; dieses Ende ist abgerundet, das entgegenge- 
setzte dagegen zweitheilig, mit weit aus einander stehenden Spitzen. 

Das Schwimmhöhlenstück ist schmäler, als das andere, und auch ein wenig länger; 
an einer Seite hat sie eine Furche, welche der Länge nach verläuft, von zackigen Kanten 
eingeschlossen wird und zum Schutze des durchgehenden Nahrungskanales dient. Die 
Schwimmhöhle nimmt nur einen kleinen Raum der Thiermasse ein, indem sie schmal und 
kurz ist, und hat an ihrer Oeffnung zwei lange und vier kurze Zacken. 

2. C. ENNEAGONUM , parte nutritoria spinis novem crassis circumdata; parte natatoria 

minima. 
Enneagonum hyalinum. Quoy et Gaimard. I. c. T. IL D. f. 1 — 6 

Isis. XXL 335. T. 3. und Wörterbuch d. N. G. T. 76. 

1 • 

Bei Gibraltar. 

Das Saugröhrenstück ist das grölste an dieser Art, es mifst 5 Linien im Durchmesse^ 
ist so lang wie breit und hat neun dicke nach allen Seiten hervorstehende Spitzen an sei- 
ner Oberfläche, von welchen eine einzeln stehende die andern an Gröfse übertrifft. In der 
Höhle der Saugröhren befindet sich nicht nur die kleine röhrenförmige Schwimmhöhle die- 
ses Stückes, sondern auch das ganze Schwimmhöhlenstück, welches so klein ist, dafs es 
sich in der genannten Höhle verbergen kann. Dieses Stück ist kurz und breit und hat 5 
Zähne an der Höhlenöffhung. 



135 

3. C. Cuboides, parte nutritoria cuboidea, parietibus concavis, parte natatoria parva 
apice libero quadridentata. 
Cuboides vitreus. Quoy et Gaimard. I. e. T. II. E. f. 1 — 3. 
Isis. I. c. 336. T. 3. und Wörterbuch, d. N. G. T. 76. 

Bei Gibraltar. 
Der cubische Saugröhrentheil , dessen Flächen etwas ausgehöhlt sind, ist ungefähr 5 
Linien breit; in seiner weiten Höhle befinden sich die röthlichen Saugröhren, die kleine 
röhrenförmige Schwimmhöhle mit gezähnter Oeffnung und das Schwimmhöhlenstück, welches 
letztere nur mit dem vierten Theile hervorragt, vierkantig ist, und an der Oeffnung der 
Schwimmhöhle abgestutzt und mit vier Ecken versehen ist. Noch wird ein sich schief um 
den mittleren Theil des Schwimmhöhienstückes herumwindender Wulst beschrieben. Der 
Flüssigkeitsbehälter ist als eine kleine eiförmige Höhle gezeichnet. 

6. DEPHYES. Cuvier. 

Ductus nutritorius tubulis pluribus obsitus. 

Tubuli squamis cartilagineis obtecti. 

Pars corporis nutritoria cavitate natatoria interna, extrorsum se aperienti, instructa. 

Diese Gattung ist vor allen vorhergehenden durch den eigentümlichen Bau ihrer 
Ernährungsorgane ausgezeichnet. Der Nahrimgskanal , der auch am Grunde einer Höhle 
des Saugröhrenstückes entspringt, ist, in regelmäfsigen Zwischenräumen von einander, mit 
einzelnen grofsen Saugröhren besetzt. Diese hähen an ihrer Wurzel einen Kranz von 
Wülsten, welche man für Blinddärme ansehen kann, und neben jeder Saugröhre entspringt 
ein lang ausdehnbarer Fangfaden. Beide Theile, nämlich jede Saugröhre mit ihrem Fang- 
faden, werden von einer knorpligen durchsichtigen Schuppe eingehüllt, welche letztere bei 
den verschiedenen Arten auch eine andere Gestalt hat. Jeder Fangfaden ist mit einzelnen 
Nebenfaden besetzt, die mit einer länglichen Blase endigen, deren Mitte wiederum ein schrau- 
benförmig aufgewundener kurzer Faden anhängt. Die Blase enthält nun wahrscheinlich 
die Flüssigkeit, welche den schraubenförmigen eigentlichen Fangfaden auszudehnen bestimmt 
ist Dafs am Ende des Nahrungskanals weder Saugröhren noch Fangfäden vollkommen 
ausgebildet sind, beobachteten Quoy und Gaimard. 

Das Saugröhrenstück hat eine grofse Schwimmhöhle, welche sich neben der andern, 



136 

gewöhnlich kürzern und weitern Höhle, die zur Aufnahme des Schwimmhöhlenstückes und 
des Nahrungskanales dient, nach aufsen öffnet. Das Saugrohrcnstück ist bei allen Arten an 
seinem geschlossenen Ende zugespitzt, und da die Thiere mit diesem Ende voranschwim- 
men , so wird es ihnen nicht hinderlich , wie denn diese Thiere auch recht schnell schwimmen. 

An dem Schwimmhöhlenstücke bemerkt man aufser der grofsen Höhle auch noch 
eine tiefe Furche, welche an einer Seite des Körpers der Länge nach verläuft, und zum 
Schutze des sich ausdehnenden Nahrungskanales dient; in der mittleren Gegend ist diese 
Furche von aufsen geschlossen, so dafs sie an dieser Stelle einen kurzen Kanal bildet. 

Das erste Thier dieser Gattung, welches Cuvier veranlafste, eine eigene Gattung 
aufzustellen, wurde von Bory de St. Vincent (Voyages dans les quatres principales iles 
des mers dAfrique T. I. 134. PI. VI. f. 3.) bei der Insel Tristan d'Acunha entdeckt und 
von ihm Salpa bipartita genannt; da mir aber das angeführte Werk nicht zu Gebote steht, 
so weifs ich nicht, zu welcher der bisher entdeckten Arten die erstere zu bringen sey. Im 
zoologischen Atlasse zu Freycinet's Reise haben Quoy und Gaimard p. 557 eine 
Diphyes Bory beschrieben und T. 86. f. 12. abgebildet; beides ist aber zur Bestimmung der 
Art ungenügend. 

Unter den von der ersten Reise Cook's herrührenden Handzeichnungen von Banks 
und Solander ist eine Diphyes abgebildet und Dagysa vitrea benannt worden. 

1. D. ANGUSTATA, cavitate natatoria partis nutritorii alter o duplo longiori, cavitate du- 
ctus nutritorn, ultra medium corporis protensa. Taf. 12. Fig. 6. 
Isis. Band. XVI (1825) T. 5. f. 16. 

In der Südsee in der Nähe des Aequators. 
Beide Körpertheile etwas über einen Zoll lang. Das Saugröhrenstück ist gröfser, als 
das andere, von den Seiten zusammengedrückt, mit zwei breitern dreieckigen Flächen. 
Seine Schwimmhöhle ist warzenförmig und sehr lang; sie verengert sich an ihrem Grunde 
plötzlich zu einer engen Röhre, welche bis zur Spitze des Thierstücks verläuft, und dort 
mit einem stumpfen Ende aufhört. Die Höhle zur Aufnahme des zweiten Thierstückes ist 
an ihrer Oeffnung sehr weit, verschmälert sich bis zu ihrem Grunde allmälig, und reicht 
bis weit über die Hälfte der Länge des ganzen SaugrÖhrenstückes. Der Flüssigkeitsbehälter 
ist lang, schmal und an beiden Enden zugespitzt, dabei von blafsrother Farbe; die rosen- 
rothen Saugröhren haben an ihrer Wurzel gelbe Blinddärme und stehen am Nahrungskanale 

ab- 



137 

abwechselnd auf der einen und der andern Seite. Die Nebenfäden des gelblichen Fang- 
fadens sind auch auf zwei Seiten vertheilt. Die knorpligen sehr durchsichtigen Schuppen 
der Saugröhren haben eine dreieckige Gestalt, sind an zwei Seiten , welche dem Nahrungs- 
kanale zugewandt sind, offen, und haben unregelmäfsige Ränder. 

Das Schwimmhöhlenstück ist etwas kürzer und viel schmäler als das andere; sein 
Fortsatz welcher in der Höhle des andern Stückes steckt, ist länger als die kleine Schwimm- 
höhle, welche letztere um die Hälfte kürzer ist, als die des Saugröhrenstückes. Sein freies 
Ende ist unregelmäfsig abgestumpft. An den Wänden der Schwimmhöhlen beider Thier- 
stücke bemerkt man drei Längsgefäfse. -* 

Anm. An dieser Art entdeckte ich schon im Jahre 1824 die Schuppen an den Saugröhren, 
welche letztere mit dem Nahrungskanale zusammen bisher für Eierstöcke angesehen 
wurden. 

2. D. DISPAR, cavitatibus natatoriis eaqualibus , cavitate ductus nutritorii ultra medium 
corporis protensa. ,. 

Chamisso. N. Act. Acad. L. Carol. X. 365. T. 32. F. 4. 

In der Südsee in der Nähe des Aequators. 
Beide Stücke zusammen anderthalb Zoll lang. Das Saugröhrenstück dem der vori- 
gen Art sehr ähnlich , der zusammengedrückte Körper an beiden schmälern Seiten mit drei 
Längskanten versehen. Die Schwimmhöhle geht an ihrem Grunde allmählig in eine lange 
Spitze über, und hat an ihrer Oeffnung drei Zacken. Die andere Höhle dieses Thierstückes 
nimmt § der Länge des Thiers ein, und ist an ihrer Mündung sehr weit. Die Saugröhren 
haben eine rothe Farbe. Das Schwimmhöhlenstück hat an seinem geschlossenen Ende einen 
dreieckigen zugespitzten Fortsatz; seine Schwimmhöhle ist eben so grofs als bei dem an- 
dern Thierstücke, und hat an ihrer Oeffnung mehrere Zacken. 

3» D. campanulifera, cavitate natatoria partis natatoriae quam altera majori; cavitate 
ductus nutritorii ante medium corporis desinentt. 
Diphyes. Quoy et Gaimard. Ann. des sc. nat. X. 1827. T. I. f. 7. 
Isis. Band XXI. 330. T. III. und Wörterbuch d. N. G. T. 76. 

S 



138 - 

Bei Gibraltar. 
Beide Thiertheile zusammen 2| Zoll lang. Die Schwimmhöhle des Saugröhrenstückes 
ist um die Hälfte schmäler und kürzer, als die des anderen Thierstückes ; sie ist an ihrem 
Grunde rund geschlossen, und was die Beschreiber einen feinen Kanal nennen, der vom 
Grunde der Höhle bis zur Spitze des Thierstückes reiche, sind feine Gefäfse, die von der 
Wurzel der Saugröhre erst zur Spitze des Thieres, imd sodann wieder zu der Schwimm- 
höhle sich wenden. Dieselben glauben auch, dafs diese Schwimmhöhle die Ueberbleibsel 
der Verdauung enthalte, indem sie sie zuweilen von einer schleimigen, molkigen Substanz 
angefüllt gesehen haben. Die breite Höhle des Nahrungskanales reicht nicht bis auf die 
Hälfte des Leibes; der Flüssigkeitsbehälter ist schmal und lang. Die Saugröhren haben nur 
eine blafsweifsliche Farbe, aber ihre Blinddärme an der Wurzel erscheinen gelb und roth. 
Die Schuppen der Saugröhren bilden kleine Glocken, die nur an ihrer freien Basis offen 
sind. Der Fortsatz des Schwimmhöhlenstückes, welcher zur Verbindung mit dem andern 
Thierstücke dient, ist lanzettförmig. Die Oeffnungen beider Schwimmhöhlen sind von Zak- 
ken umgeben. 

4. D. APPENDICULATA, cavitate natatorta partis tmtritoriae altera fere duplo majori, 
cavitate ductus rmtritorn brevissima. Taf. 12. Fig. 7. 

Im nördlichen stillen Meere. 
Beide Thierstücke zusammen sechs Linien lang. Das Saugröhrenstück hat an der 
Schwimmhöhlenseite zwei Kanten, an der gegenüberstehenden drei Kanten. Ihre Seh wimm- 
höhle ist so lang als das ganze Thierstück, am Grunde zugespitzt, und deren innere Haut 
blafs rosenroth gefärbt. Die Hälfte des Nahrungskanales ist sehr kurz, indem sie nur den 
vierten Theil der Länge des ganzen Thierstückes einnimmt, hat eine breite kegelförmige 
Gestalt und nur nach aufsen gewandte Spitze. Der Flüssigkeitsbehälter ist dagegen zwei- 
mal so lang und dabei dick. Die Saugröhren erscheinen rosenroth und. sind auch von 
Schlippen bedeckt, welche aber ihrer Kleinheit wegen nicht genau beschrieben werden 
konnten. Das andere Thierstück ist um den dritten Theil kürzer als das vorher beschrie- 
bene, dasselbe Verhältnifs bemerkt man auch in Hinsicht seiner Schwimmhöhle zu der des 
Saugröhrenstückes; sie ist aufserdem an ihrem Grunde abgerundet und erscheint gleichfalls 
blafs rosenroth. Der Fortsatz zur Verbindung mit dem andern Stücke ist sehr fein und 
hakenförmig. Am entgegengesetzten Ende des Schwimmhöhlenstückes trifft man noch einen 



139 " 

langen breiten Fortsatz an, welcher durch die verlängerten Seitenwände der Furche gebil- 
det wird. Beide Schwimmhöhlen sind an ihren Mündungen ungezähnt. 



Zweite Familie. Physophoridae. 

Der weiche Leib ist an seinem einen Ende mit einer mit Luft 
gefüllten Schwimmblase verseTien. 

Aufserdem ist er bei den meisten von einer Anzahl knorpliger Körper eingehüllt, 
welche bei vielen Gattungen mit Schwimmhöhlen begabt sind. 

So ähnlich diese Familie auf den ersten Blick der vorigen durch die dem weichen 
Körper anhängenden Knorpelstücke erscheint, so bestimmt lassen sich die hierher gehörigen 
Thiere erkennen, indem sie alle mehrere ausgezeichnete Merkmale besitzen. Der weiche 
Leib ist an keinen knorpligen Theil fest angewachsen oder eigentlich eingewachsen, wie bei 
den Thieren der Diphyidae, sondern dasjenige Ende desselben, von dem der Nahrungskanal 
entspringt, ist mit einer lufthaltigen Höhle versehen. Vermittelst dieser Luftblase erhält sich 
das eine Ende des Thieres an der Oberfläche des Wassers, während das andere Ende seine 
Fangfaden in die Tiefe senkt. Die Luft kann bei den allermeisten durch eine kleine mitt- 
lere Oeflhüng der Höhle, aus der Luftblase der PhysaMen aber vermittelst zweier Oeffhun- 
gen, aus derselben entweichen, und wahrscheinlich auch wieder- eingesogen werden. 

Von der Lufthöhle setzt sich der weiche Leib als Nahrungskanal fort, ist bei allen 
mit mehreren Saugröhren besetzt und trägt eine Anzahl von Fangfäden, welche letztere 
bei jeder Gattung eine verschiedene Beschaffenheit haben. Theils erscheinen sie als ein- 
fache Fäden, die entweder schraubenförmig gewunden oder mit Saugwarzen besetzt sind, 
theils sind sie mit feinen Zweigen versehen. Auch die feinen Zweige sind bei einigen ein- 
fach, bei andern endigen sie mit dicken Körpern, die zwei oder drei Spitzen haben. Einige 
wenige Gattungen sind durch besondere Flüssigkeitsbehälter an der Basis der Fangfäden 
ausgezeichnet. 

Der weiche Nahrungskanal wird bei der gröfsten Anzahl der Thiere dieser Familie 
von meltreren durchsichtigen ziemlich harten Theilen eingehüllt, deren bei allen mehr als 
zwei, bei vielen aber eine grofse Anzahl sich vorfinden. Bei einigen Gattungen trifft man 
nur gleichmäfsige Stücke an, und diese sind entweder ganz einfach und nur zum Schutze 

S 2 



140 

des weichen Leibes bestimmt, oder sie sind mit Schwimmhöhlen versehen, und zur Fort- 
bewegung des Körpers geeignet. Andern Gattungen ist es eigen, dafs ihr oberer, der 
Schwimmblase näherer Theil des Leibes mit Schwimmhöhlenstücken umgeben ist, dagegen 
den unteren Theil unausgehöhlte Thierstiicke von sehr verschiedener Gestalt einhüllen. Die 
Schwimmhöhlenstücke bilden bei allen Gattungen nur zwei Reihen an den Seiten des 
Nahrungskanales , aber die übrigen einfachem Thierstiicke umgeben in unbestimmter Zahl 
den Leib. Nur wenige Gattungen haben einen nackten Leib; von der Gattung Physalia ist 
dieses gewifs, von Discolabe auch sehr wahrscheinlich. 

Forskaol ist eigentlich der Entdecker und Begründer dieser Familie, denn aufser 
den höchst unvollkommenen früheren Nachrichten von den Seeblasen, ist vor ihm kein hier- 
her gehöriges Thier beschrieben worden, sodann enthält seine Gattung Physophora drei 
Arten, welche zu drei verschiedenen Gattungen gehören. Seine Zeichnungen und Beob- 
achtungen sind theils sehr unvollkommen, theils wurden sie an verstümmelten Thieren ge- 
macht, so dafs man nur mit Hülfe der später entdeckten Thiere dieser Familie errathen 
Jkann, wohin seine Arten gehören können. Linne bildete in der zweiten Ausgabe des 
S. N. die nachher ganz in Vergessenheit gerathene Gattung Salacia für die jetzige Physalia, 
weiche letztere Lamarck zu ihrem Gründer hat. 

Peron fügte dieser Familie die Gattungen Stephanomia und Rhizophysa hinzu. Die 
letzte Gattung wurde nach einem eben so seiner knorpligen Theile beraubten Individuum 
gegründet, wie es der Fall mit der Physophora filiformis Forskaol' s war. Von Ste- 
phanomia läfst sich vermuthen, dafs an dem von der St. Amphitritis beobachteten Exem- 
plare der obere mit der Luftblase und den Schwimmhöhlen versehene Theil abgerissen war, 
und dafs nur der untere Theil beobachtet wurde. Dagegen hat Peron eine vortrefflich 
erhaltene Physophora bekannt gemacht. In meinem Berichte an die Isis (Jahrgang 1825) 
machte ich die Gattung Agalma nach vollständig beobachteten Exemplaren bekannt. End- 
lich haben Quoy und Gaimard diese Familie durch die Beschreibung von vier meist voll- 
ständig beobachteten Thieren wesentlich bereichert; von einem bilden sie die Gattung Xip- 
popodius, die drei andern beschreiben sie unter Rhizophysa. Die Gattung Cupulita dersel- 
ben Verfasser dagegen, welche sie in der Beschreibung zu Freycinet's Reise bekannt 
machten, kann man zu keiner bekannten mit Gewifsheit bringen, weil die Fangfäden nicht 
beobachtet sind. Der Beschaffenheit der Schwimmhöhlenstücke könnte sie entweder zu Rhi- 
zophysa oder Apolemia gebracht werden. So verhält sich es auch mit ihrer an demselben 



141 



Orte beschriebenen Gattung Polytomus, welche nach einem Bruchstücke, vermuthlich eines 
Agalma, hingestellt ist. 

Schwimmhöhlenstücke von Thieren dieser Familie haben Eysenhardt nnd Lesson 
veranlagst, nach solchen zwei besondere Gattungen aufzustellen, welche Ersterer Ctmeolaria, 
Letzterer Pontocardia genannt haben. Auch die Gattung Gleba enthält Theile von Thieren 
dieser Familie; die Physophoriden sind gleichbedeutend den Acalephes hydrostattques , Cu- 
vier R. A. IV. 63. 

Da die Fangfäden bei jeder Gattung verschieden gebildet sind, so ist es wohl am 
natürlichsten, dieselben zu den vorzüglichsten Merkmalen bei der Eintheilung dieser Fa- 
milien zu gebrauchen. Es ist nur die Gattung Stephanomia, welche dieser Eintheilung 
Schwierigkeiten in den Weg legt, weil bei ihr weder die Fangfäden genau, noch überhaupt 
die Körpertheile beschrieben sind. Diese Gattung kann daher nur im Anhange abgehandelt 
werden. 

Erste Abt h eilung. Der weiche Leib von Knorpelstücken eingehüllt. 

I. Fangfäden mit besonderen Flüssigkeitsbehältern. 

a) Flüssigkeitsbehälter an der Wurzel der Fangfädenstämme. 

1. Fangfäden einfach . . . 

2. Fangfäden mit Zweigen ....... 

b) Flüssigkeitsbehälter an der Wurzel der Fangfädenzweige 

II. Fangfäden ohne Flüssigkeitsbehälter. 

a) Fangfäden einfach , 

b) Fangfäden mit Zweigen. 

1. Zweige sind einfache Fangfäden . . 

2. Zweige endigen mit besondern dickern Organen. 
* Diese Organe haben zwei Spitzen 

** Dieselben haben drei Spitzen ' . 
Als Anhang 

Zweite Abtheilung. Der weiche Leib nackt. 

a) Schwimmblase rund und einfach . . . , . 15. Discolabe. 

b) Schwimmblase länglich mit einem Kamme . . . 16. P/iysaha. 

Wären von allen Gattungen dieser Familie die knorpligen Anhängsel, wenn auch 



7. Apolemia. 

8. PhysopJiora. 

9. Hippopodms. 

10. Rhizophysa. 

11. Epibulia. 

12. Agalma. 

13. Athorybia. 

14. Stephanomia. 



142 

mir bei einer Art bekannt, so liefsen sie sich auf eine sehr leichte Weise auch durch diese 
Körpertheile unterscheiden. Folgende Eintheilung nach den Anhängseln mag zugleich als 
eine Uebersicht der Verschiedenheiten unter diesen Theilen dienen. Den Stephanomia hier 
einzureihen nehme ich an, dafs, wie schon erwähnt, die vorderen mit Schwimmhöhlen 
versehenen Knorpelstücke bei den von St. Amphitritis beobachteten Exemplaren mangelten. 
Die Gattungen Rhizophysq und Epibulia können aber in diese zweite Tabelle nicht aufge- 
nommen werden, weil man sie noch zu unvollkommen kennt. 

I. Abtheilung. Mit Schwimmhöhlenstücken. 

1. Schwimmhöhlenstücke allein, (?) 

a) Schwimmhöhle besteht aus einer Grube, welche von einem 

Blatte überdeckt wird ... . . « . . Hippopodim. 

b) Schwimmhöhle in der Masse des Thiers . . . . Physophora. 

2. Schwimmhöhlenstücke und Schlippenstücke zugleich, 

a) Schuppenstücke unregelmäfsig vertheilt, 

* Schuppenstücke keulenförmig und einzeln „ . . Apohmia. 
** Schuppenstücke eckig und an einander gefügt . . Agalma. 

b) Schuppenstücke in Reihen geordnet . . . . , Stephanomia. 



II. Abtheilung. Ohne Schwimmhöhlenstücke. 
* Schuppenstücke strahlenförmig verbreitet 



Athorybia. 



An den beiden, die zweite Abtheilung ausmachenden, durch den Mangel der knorp- 
ligen Anhängsel bezeichneten, Gattungen sieht man schon einige Körpertheile analog mit 
denen der dritten Familie , der Velleliden , gebildet. An der kleinen Blase der Discoiahe 
hängt gleichsam an einem Stiele ein scheibenförmiger, am Rande und der untern FJäche 
mit Saug- und Fangorganen versehener Körper, welchen man ohne Zwang mit der im 
Ganzen eben so aussehenden, aber mit einem Knorpel versehenen Gattung Porpita ver- 
gleichen kann. Dagegen haben die Seeblasen auf ihrer länglichen Schwimmblase einen Kanal, 
welcher ihnen als Segel dient, und segelartige Organe treffen wir bei zwei Gattungen der 
folgenden Familie an. 



143 

f. APOLEMIA. 
Stephanomia, Le Sueur* 

Tentacula simplicia , verrucis suctorns seriatis obsita. 

Vesiculae Uquore repletae, elongatae attenuatae ad basin tentaculorum. 

Partes cartilagineae natatoriae subglobosae. 

Partes cartilagineae solidae clavatae, singulae. 
Diese Gattung gehört zu denjenigen wenigen dieser Familie, welche besondere 
Flüssigkeitsbehälter an der Wurzel der Fangfäden besitzen. Diese Behälter haben hier eine 
langgestreckte Form, und werden gegen ihr freies Ende allmählig feiner, sie sind länger 
und dicker als die Saugröhren. Die Fangfäden sind einfache feine Fäden, an deren einer 
Seite man zwei Reihen kleiner Saugwarzen bemerkt. Die Schwimmhöhlenstücke haben 
eine fast kuglige Gestalt, besitzen eine innere Schwimmhöhle, die sich nach aufsen öffnet; 
sie fügen sich, abwechselnd stehend, in zwei Reihen zusammen. Hinter oder unter den 
Schwimmhöhlenstücken sind andere keulenförmige Enorpeltheile in den Nahrungskanal ge- 
heftet, welche einzeln stehen und sich nicht an einander fügen können« 

1. A. uvaria. Taf. 13. Fig. 2. . 

Stephanomia uvaria. Lesueur in seinen noch nicht edirten Abbildungen; La- 

marck 1. c. 462. 
Physophora. Cuvier regne animal. IV., 65. Note 3. 

Im nördlichen atlantischen Meere. 

Auf der Fahrt von den Azoren zu den englischen Küsten fing ich mehrere Exemplare 
von diesem Thiere, allein keines derselben besafs seine Schwimmhöhlenstücke; es mufsten 
beim Auffischen letztere losgegangen seyn, und ich erhielt nur Thiere, die aus dem 
Nahrungskanale ohne Schwimmblase, aus Fangfäden und den keulenförmigen Organen be- 
standen. Glücklicher Weise erkannte ich an den keulenförmigen Stücken das Thier in der 
Zeichnung von Lesueur, welcher ein vollständiges Exemplar dargestellt, und die ich durch 
die zuvorkommende Güte des Herrn Robert Brown in Banks Museum zu sehen bekam. 

Die in zwei Reihen, aber abwechselnder Stellung an einander gefügten Schwimmhöh- 
lenstücke haben (nach der Zeichnung Lesueur's) eine fast kuglige Gestalt von 10 Linien 
im Durchmesser; jedoch liefse sich eine etwas abgestumpfte Basis (der Theil, mit dem sie 
sich an einander heften) und eine sehr stumpfe äufsere Hervorragung unterscheiden ; letztere 



144 

umfafst die kleine rundliche Oeffnung der Höhle, deren Gestalt übrigens die Zeichnung 
nicht angiebt. Auf eine ziemliche Anzahl von SchwimmhÖhlenstüchen, zwischen deren 
obersten Ende die kleine Luftblase sich befindet, folgen nun die keulenförmigen Anhängsel 
des Körpers, diese sind von verschiedener Gestalt, drei bis fünf Linien lang, mit ihrem ge- 
krümmten spitzen Ende an den Nahrungskanal befestigt, mit ihrer gewölbten längern 
Fläche nach oben, mit ihrer ausgehöhlten kürzern nach unten gewandt. Einige sind dicker 
und gröfser als die übrigen, haben eine ganz platte Oberfläche und ein sehr kurzes feines 
Ende, welches stark gekrümmt ist. Bei andern folgt auf einen langen Stiel plötzlich ein 
dickerer Theil unter einer allmähligen Krümmung, und dieser ist an seiner gewölbten 
Fläche mit Warzen besetzt. Bei allen sieht man an ihrer ausgehöhlten Seite von ihrem be- 
festigten Ende gegen den dickern Theil hin einen feinen Kanal verlaufen, welcher anfangs 
der Oberfläche sehr nahe liegt, sich allmählig aber nur um ein sehr Geringes tiefer senkt, 
und sich am dicksten Ende der Keule blind endigt. Kurz vor seinem blinden Ende aber 
hat der Kanal eine Erweiterung, und eine kurze weite Röhre, die sich an der ausgehöhl- 
ten Seite des Thieres nach aufsen öffnet. In diesem Kanäle bemerkt man sowohl an der 
mehr oberflächlich als an der tiefer gelegenen Seite dasselbe kleine Kügelchen an einer Seite 
hin , an der andern zurück sich bewegen ; an der kleinen Oeffnung laufen sie rund um 
dieselbe. 

Die Saugröhren sind gelblich. Die Flüssigkeitsbehälter sind doppelt so lang und so 
dick als die Saugröhren, an ihrer Wurzel am dicksten und werden gegen das freie Ende 
hin allmählig feiner; ihre Farbe ist dunkel ziegelroth. 

Die langen einfachen feinen und geschlängelten Fangfäden haben an einer Seite zwei 
Reihen feiner Saugwarzen und haben einen eben so braunen Schleim als die Seeblasen. 

8. PHYSOPHORA. Forskaol. 

Tentacula ramulis clavatis. 

Vesiculae liquore repletae elongatae attenuatae ad hasin tentaculorum. 

Partes cartilagineae natatoriae cavitate interna. 

Wie die vorige Gattung besitzt auch diese lange zugespitzte Flüssigkeitsbehälter an 

der Wurzel der Fangfäden, sie entspringen aber alle von einem J*unkte her und umgeben 

daher die hinter ihnen verborgenen Saugröhren und Fangfäden. Letztere haben viele kleine 

keulenförmige Zweige, welche aber nicht näher beschrieben sind. Der obere Theil des 

* 

- Nahrungs- 



145 

Nahrungskanales zwischen der Luftblase und dem Ursprünge der Fliissigkeitsbehälter ist 
mit zwei Reihen knorpliger Thierstiicke bedeckt, welche aufsen etwas lappig scheinen und 
in ihrem Innern eine grofse Schwimmhöhle enthalten. 

Ich habe leider keine Art dieser Gattung beobachtet; die Ph. hydrostatica ist sehr 
unvollkommen beschrieben, die schön abgebildete Muzonema kann daher als Typus der 
Gattung dienen. 

1. Ph. MUZONEMA, vesiculis liquore repletis pluribus flavis. 
Peron voyage. Atlas pl. 29. f. 4. 

Lamarck anim. s. vert. II. 476. 

Im atlantischen Oceane. 
Nach der Abbildung ist das Thier von der Spitze der Luftblase bis zu dem Ende der 
Flüssigkeitsbehälter gegen vier Zoll lang. Die gelben Schwimmhöhlenstücke, deren sechs 
gezeichnet sind, bestehen aus einem mittleren mit der Oeffnung versehenen Theile, und zwei 
seitlichen gewölbten; sie berühren sich einander nicht? Die anderthalb Zoll langen Flüssig- 
keitsbehälter gleichen langen dicken Fühlfäden, sie sind an der Wurzel und an der Spitze 
gelb , in der Mitte bläulich. Die Farbe der Saugröhren ist dunkelblau ; diejenigen von ihnen, 
welche keine Nahrung zu sich genommen haben, erscheinen dunkelblau, fein und in Bündel 
gehäuft, die mit Nahrungsstoff gefüllten dagegen sind grofs, dick und hellblau. An der 
Wurzel der Saugröhren sind mehrere feinzottige hochrothe Organe abgebildet, welche viel- 
leicht für Blinddärme der Sauger gehalten seyn möchten. An den gelben Fangiaden sitzen 
blaue keulenförmige Zweige in grofser Anzahl nach allen Seiten gerichtet. 

2. Ph. FORSKAOLII, oblonga, vesiculis lateralibus apertis quatuor; totidem tentaculis, basi 

rubra ovifera. 
Quoy et Gaimard. Voyage Freycinet. 583. T. 87. f. 6. 
Zwei Zoll lang. Fundort nicht genannt. 

3. Ph. hydrostatica, ovalis, vesiculis lateralibus trilabis plurimis extrorsum apertis, in- 

testina media tentaculisque 4 majoribus rubris. 
Forskaol. Fauna aeg. arab. 119. T. 33. f. E. 
Bruguiere. Encycl. T. 89. f. 7. 8. 9. 
Lamarck I. c. — Mode er 1. c. Band X. S. 264. 

Im mittelländischen Meere. Anderthalb Zoll lang. 

T 



146 

9. HIPPOPODIUS. Quoy et Gairmard. 

Tentacula ramuUs ßliformibus. 

Vesiculae liquore repletae, globosae ad basin ramulorum. 
Partes cartilagineae fovea lamina supertecta natatoria. 
Diese Gattung ist durch verschiedene besondere Bildungen ausgezeichnet. Ihre Fang- 
fäden haben feine fadenförmige Zweige, welche schraubenförmig aufgerollt sind, und an 
ihrer Wurzel einen kugligen Flüssigkeitsbehälter besitzen. Von knorpligen Körpertheileri 
trifft man bei ihnen nur Schwimmhöhlenstücke an, welche flach sind, und deren Schwimm- 
höhle aus einer Grube an der untern und äufsern Fläche besteht, die mit einem Blatte halb 
überdeckt ist. Jedes Stück hat an seinem innern Rande einen kleinen Ausschnitt, wodurch, 
und durch die Aneinanderfügung aller Stücke unter einander, ein kleiner Kanal für die 
Ernährungsorgane gebildet wird. Sie sind auch in zwei Reihen gelagert, Andere ausge- 
höhlte Körpertheile besitzt das Thier entweder nicht, oder die beobachteten Tlüere hatten 
dieselben verloren. 

1. H. LUTEUS. 
Quoy et Gaimard Annal. des sc. nat. X. c. icone. 
Isis. Band XXI. 33S. T. IV. 
Gleba, Bruguiere encycl. PI. 89. f. 5. 6. 

Im mittelländischen Meere. 
Die unter sich verbundenen Schwimmstücke bilden einen kegelförmigen, seitlich zu- 
sammengedrückten Körper, von schuppigem Ansehen, welcher von der Seite gesehen, wo 
man beide Reihen der Schwimmstücke zugleich übersieht, der Aehre einer Briza oder einem 
Hopfenkätzchen gleicht. Die der Schwimmblase zunächst gelegenen Stücke sind die klein- 
sten, die untern werden allmählig gröfser, daher das Ganze eine kegelförmige Gestalt er- 
hält. Sieben bis acht Stücke wurden im Zusammenhange beobachtet (neun stellt die Zeich- 
nung vor), und ihre Gestalt mit einem Rofshufe verglichen, indem sie aus einem dicken 
Randtheile und einem mittleren Blatte bestehen, wodurch beide Flächen ausgehöhlt er- 
scheinen. An der untern Fläche ist die innere Hälfte stark ausgehöhlt; an dem innern 
Rande dieser Grube bemerkt man vier kurze Zacken , mit denen die Stücke sich an einander 
heften. Unter den Zacken befindet sich das Blatt, welches diese Grube überdeckt und zur 
Schwimmhöhle macht. In der Mitte der obern ausgehöhlten Fläche bemerkt man noch 



147 

einen Streifen, welcher das Gefäfs bezeichnet, das hier mit dem Nahrungskanale in Verbin- 
dung steht und über die Schwimmhöhle sich ausbreitet. 

Der Nahrungskanal mit seinen Saugröhren kann aus dem Kanäle der Schwimmstücke 
lang hervorgestreckt werden; eben so die Fangfäden, welche zwischen den oberen Saug- 
röhren entspringen. Die Flüssigkeitsbehälter an der Wurzel der Zweige von den Fang- 
fäden sind stark gelb gefärbt, sitzen auf einem kurzen Stiele, und haben ein fein gestreif- 
tes Ansehen. 

Die angeführte Gleba der Encyclopaedie stellt ein Schwimmstück vor. 

10. RHIZOPHYSA. Peron. 

Tentacula simplicia. 

Partes cartilagineae cavitate natatoria magna intus biloba instructa. 
Die Thiere dieser Gattung sind noch unvollkommener beobachtet, indem bisher nur 
der weiche Leib bekannt war, und auch Peron nur noch diesen und eben wegen des 
Mangels der Schwimmstücke die Gattung von Physophora trennte. Der weiche Leib allein 
zeigt aber doch schon Merkmale, welche man bei keiner andern Gattung antrifft; es sind 
nämlich seine Fangorgane ganz einfache Fäden , welche schraubenförmig sich aufrollen kön- 
nen und keine Nebenzweige besitzen. Durch den Mangel eigener Flüssigkeitsbehälter kann 
die Gattung leicht von Apolemia, welche auch einfache Fangfäden besitzt, unterschieden 
werden. Ich glaube nun auch Schwimmhöhlenstücke dieser Gattung zu kennen; ich bin 
meiner Sache aber nicht ganz gewifs, weil dieselben schon abgetrennt, jedoch mit dem 
weichen Leibe zugleich gefangen wurden. Es sind fast cubische Stücke, die eine grofse 
Schwimmhöhle enthalten, deren nach innen gewandter Grund durch einen tiefen Ausschnitt 
getheiit ist. 

Lamarck hat den Gattungscharakter von Mhizophysa undeutlich gemacht, weil er 
die Physophora rosacea Forsk. mit ihr vereinigen wollte. 

1. Rh. PLANESTOMA, tubulis suctoriis apice caeruleis; tentaculis aequalibus. 
Peron. Voyage. Atlas. T. 29. f. 3. 

Im atlantischen Meere? 
Die Schwimmstücke dieser Art sind nicht bekannt; an dem weichen Leibe deuten 

T 2 



148 

die gleichmäfsigen Fangfäden und die am Ende blau gefärbten Saugröhren auf eine von 
der folgenden verschiedene Art. 

2. Rh. Peronii, tubulis suctoriis apice rtrfo-ferrugineis; tentaculis superis caeteris ma- 
joribus. Taf. 13. Fig. 3. 

Im indischen Oceane, südlich von Madagascar. 

Die Luft enthaltende Höhle der Schwimmblase hat eine längliche Gestalt und ist an 
der "Wurzel mit einem kleinen durch Einschnürung entstandenen Anhange versehen. Die 
Saugröhren sind an ihrem letzten Drittheile rothbraun gefärbt ; die obersten Fangfäden sehr 
grofs, die untern nur klein. Die zugleich mit dem weichen Leibe gefangenen aber schon 
abgetrennten Schwimmstücke haben im Ganzen eine cubische Gestalt; nimmt man die Ansicht 
eines Stückes von der Seite, an welcher sich die Höhlenöffnung befindet, so bildet die Höhle 
ein Viereck mit abgerundeten Ecken. Die Oeffnung liegt nicht in der Mitte, sondern einer etwas 
schmälern Seite näher. Betrachtet man das Schwimmstück von einer der schmälern Seiten 
desselben, so erblickt man an einem Rande die hervorstehende röhrenförmige Oeffnung, am 
gegenüberstehenden Rande aber einen tiefen Ausschnitt an der Schwimmhöhle und am 
Schwimmstücke selbst. 

11. EPIBULIA. 

Tentacula ramulis simplieibus obsita. 

Partes cartilagineae adhuc incognitae. 
Die Fangfäden bei den Thieren dieser Gattung haben feine einfache Zweige, und 
erwägt man dabei, dafs sich an der Wurzel der 'Fangfäden keine besondern Flüssig- 
keitsbehälter vorfinden, so sieht man leicht, dafs sich die von dieser Gattung Jbekannt ge- 
wordenen Thiere, obgleich man ihre Knorpelstücke noch gar nicht kennt, doch mit keiner 
andern dieser Familie vereinigen lassen. Es gehören hierher: 

1. Physophora filiformis. Forskaol. Fauna. A. A. 120. T. 33. f. F. 
Modeer. N. Abhandl. Schwed. Ak. 1789. Ucbers. 10. S. 266. 
Bruguiere. Encycl. PI. 89. f. 12. 
Rhizophysa filiformis. Lamarck 1. c. 478. 



149 

Im mittelländischen Meere. 
Der Körper hellblau, alle Saugröhren gewöhnlich nach einer Seite. Der abgebildete 
einzige Fangfaden ist deutlich mit einfachen Zweigen versehen. 

2. Im nördlichen atlantischen Meere fing ich das Thier einer EpibuKa, das anders 
gefärbt war als bei der vorigen Art. Die Oeffnung der Lufthöhle wurde von einem breiten 
Ringe umgeben, der mit grofsen rothbraunen Punkten bezeichnet war. Der Leib und die 
Saugröhren gelblich; zwischen ihnen entsprangen vier rosenrothe Fangfäden, welche dicht 
mit einfachen Zweigen besetzt waren. 

An demselben Tage kamen auch Knorpeltheile von Physophoriden ins Netz, von 
zweierlei Art, die aber einem Thiere angehört zu haben scheinen. Sie waren 3 — 4 Linien 
lang. Einige waren mit einer eiförmigen Schwimmhöhle versehen, die eine sehr kleine 
zackige äufsere Oeffnung hatte; das Knorpelstück selbst bildete einen an beiden Enden ab- 
gestutzten vierseitigen Körper, an dem eine Fläche sehr breit, und eine andere gegenüber- 
stehende sehr schmal war. Andere Stücke hatten mehr gleichmäfsige Flächen , und art einem 
Ende einen grofsen dreiseitigen Fortsatz; eine Höhle scheinen sie nicht zu besitzen. An 
allen Kanten seiden ein Gefäfs zu verlaufen. 

3. Rhizophfsa Chamissonis, Eysenhardt in N. Act. Acad, Leop. Car. X. p. 416. 
T. 35. f. 3. 

Im nördlichen stillen Meere gefangen. 

Der Nahrungskanal blafs röthlich; von zwei Exemplaren hat das eine drei, das 
andere fünf Saugröhren. Rothe Fangfaden fanden sich bei beiden nur zwei, welche ein 
Brennen auf der Haut erregten. 

Anm. Wenn das von Quoy und Gaimard in Freycinet voyage p. 580. beschriebene 
und T. 87. f. 14. 15. 16. abgebildete Thier Cupulita Boodwich zu dieser Gattung Epi- 
bulia gehören sollte, wie es fast scheint, so wären denn auch die Schwimmstücke der- 
selben bekannt. Diese haben eine breite niedrige flaschenformige Gestalt, eine eben so 
geformte Höhle, sitzen in zwei Reihen, indem sich zwei gegenüberstehende mit ihrer 
Grundfläche an einander legen. Die Fangfäden sind roth, wie bei den übrigen Arten. 
An der Ostküste von Neu -Holland. 



150 
12. AGALMA. 

Tentacula ramulis clavatis: clava apice bwuspidata. 

Partes cartüagineae superiores cavitate natatoria mstructae, distichae; inferiores 
solidae, irreguläres, sparsae. 

Diese ist eine von den wenigen Gattungen der Physophoridae , von der man alle 
Körpertheile genau kennt, und von der man zur Erklärung der vielen andern unvollkom- 
men beschriebenen Schlüsse machen kann. Ich machte sie in einem aus Kamtschatka ab- 
gesandten Berichte an die Isis bekannt, und sie ist auch im löten Bande dieser Zeitschrift 
vom Jahre 1825 beschrieben und abgebildet. 

Die Fangfäden haben einzelne kurze Zweige, an deren Ende sich dickere Organe 
befinden; diese bestehen aus einem Körper, in welchem ein dunkel gefärbter Kanal schrau- 
benförmig gewunden ist, und aus zwei Fortsätzen, an dessen freiem Ende, zwischen denen 
man noch bei starker Vergröfserung eine längliche, mit wasserheller Flüssigkeit gefüllte 
Blase erkennt. 

Die Knorpelstücke, welche den Körper einhüllen, sind von zweierlei Art, nämlich 
einige mit einer Schwimmhöhle versehen, andere unausgehöhlt. Die Schwimmhöhlenstücke 
bedecken den obern Theil des weichen Leibes, liegen in zwei Reihen, auf jeder Seite gegen 
15 und dienen zur Fortbewegung des Thieres. Sie sind mit einer breiten flachen Keule zu 
vergleichen, deren dickeres Ende sehr schmal zuläuft, und deren schneidender Rand breit 
ist und in der Mitte einen tiefen Ausschnitt hat. Mit den beiden Seitenstücken dieses 
schneidenden Randes legen sich die einander gegenüberstehenden Stücke so an einander, dafs 
ihre beiden an einander grenzenden Abschnitte zusammen eine Oeffnung bilden. Die über 
einander liegenden Schwimmhöhlenstücke insgesammt setzen mittelst der genannten Oeffnung 
einen Kanal (wie in einer Wirbelsäule) zusammen, der zum Durchgange des weichen 
Nahrungskanales dient. An dem dicksten Ende des keilförmigen Schwimmhöhlenstückes 
befindet sich die äufsere Oeffnung der Hohle; diese setzt sich als eine kurze Röhre in die 
Masse der Röhre hinein fort, und erweitert sich sodann fast plötzlich zu beiden Seiten. 
Aus der Mitte des Ausschnittes am scharfen Rande läuft ein kurzes Gefafs zum Grunde der 
Höhle, spaltet sich dort in zwei Zweige, welche in gleicher Richtung weiter gehen, jeder 
an einer Seitenfläche der Höhle. Jeder Zweig schickt aus der Mitte der Höhlenfläche einen 
Ast rechts, den andern links ab, die sich zu den Seitentheilen der Höhle begeben. Diese 



151 

Gefafise mufs man für Kiemengefäfse ansehen, da die Schwimmhöhlen zugleich Respira- 
tionsorgane sind. 

Die obersten Schwimmhöhlenstücke weichen von dem mittlem dadurch ab, dafs sie 
kürzer und dicker sind, eine mehr ausgehöhlte und eine andere gewölbte Fläche haben, und an 
jedem Seitentheile ihrer Schwimmhöhle noch einen feinen kurzen Fortsatz bemerken lassen, 
(wenigstens sind sie bei Agalma Ohenn so beschaffen.) An die Reihe der Schwimmhöhlen- 
stücke fügt sich eine grofse Anzahl kleinerer solider Knorpelstücke von verschiedener Ge- 
stalt, die alle dicht an einander gefügt sind, ohne einen Zwischenraum zu lassen, und ohne 
in Reihen geordnet zu seyn, und die zusammen eine Röhre bilden, welche den Saugröhren 
und Fangfäden zum Schutz und zum Durchgange dienen. In der Zusammenfügung der 
soliden Knorpelstücke liegt der Unterschied zwischen Agalma und Stephanomia , wie ich 
noch ausführlicher bei der letzten Gattung darthun werde. 

i. A. Okenh, partibus natatorns ad cavitatis ostiolum cuneiformibus , ad margmem inter- 
num angulatim late excisis. Taf. 13. Fig. 1. 
Mein Bericht in der Isis 1825, XVI. 743. T. 5. 

Im nördlichen stillen Meere. 

Die vereinigten Knorpelstücke bilden eine Säule von 3 Zoll, welche an ihrer obern 
von Schwimmhöhlenstücken gebildeten Hälfte schmäler ist, als an der untern. Die Schwimm- 
hÖhlenstücke haben an ihrem innern scharfen Rande einen breiten Ausschnitt, welcher drei 
gleiche Seiten hat. An der Höhlenöffhung verengern sie sich pyramidenförmig, indem die 
schmalen Seitenflächen imter einem spitzen Winkel zusammenlaufen. Der Grund der Höhle 
hat keinen Ausschnitt, denn ihr Boden bildet bei einer seitlichen Ansicht eine gerade Linie. 

Von den ündurchbohrten Stücken gleichen einige einer sehr niedrigen Pyramide, 
deren Grundfläche zwei längere und zwei kürzere Seiten bemerken läfst. Die breitern Seiten- 
flächen stofsen an der Spitze der Pyramide früher zusammen, als die von den schmälern 
Seiten aufsteigenden. Andere Stücke sind sehr unregelmafsig; man bemerkt an ihnen eine 
breitere Basis, dann eine grofse gewölbte Fläche, und mehrere kleine ausgehöhlte, welche 
eine Seite des Stückes zackig machen. Der oberste Theil des weichen Leibes, welcher die 
Luftblase enthält, ist braun , darauf folgt ein feiner gelber Nahrungskanal, an dessen oberen 
Theile einige weifsüche Saugmägen sitzen , die sehr klein und zusammengedrängt sind ; nach 
einem Zoll Länge nimmt der Nahrungskanal eine blasse Rosenfarbe an und ist dicht mit 



152 

gleichfarbigen rosenrothen SaugrÖhren besetzt, zwischen denen einzelne Fangfäden ent- 
springen. 

2. Einer zweiten Art mögen vielleicht die einzelnen Stücke angehört haben, welche 
Chamisso unter dem Namen Stephanomia Amphitritis (N. Acta Acad. Leop. Car X. 367. 
T. 32. f. 5.) beschrieben hat, und deren Schwimmhöhlenstücke Eysenhar dt für eine eigene 
Thierart erklärte, und Cuneolaria incisa (p. 369) genannt haben wollte. Wenn bei der Zeich- 
nung der Schwimmhöhlenstücke keine Täuschung vorgefallen ist, so ergebe sich ein wesent- 
licher Unterschied in der Bildung derselben in der Nähe der Höhlenöffnung. Der Körper 
bildet hier durch ausgeschnittene Seitenflächen eine kurze Röhre. Der Ausschnitt am 
scharfen Rande des Thierstückes stimmt ganz mit dem der vorigen Art überein. 

Die abgebildeten undurchbohrten Stücke (B. C.) gleichen vollkommen den zuletzt be- 
schriebenen bei der vorigen Art. 

Diese Art Wurde fast in derselben Gegend gefangen, wie die vorige (nur acht Jalire 
früher). 

3. Einer offenbar von beiden vorigen verschiedenen Art gehört das Schwimmhöhlenstück, 
welches Lesson im dritten Bande der Memoires de la Soc. d'hist. nat. de Paris p. 417 un- 
ter dem Namen Pontocardia cruciata beschrieben und PI. 10. abgebildet hat; denn am 
scharfen Rande des Keils sieht man einen spitzwinkligen Ausschnitt, welcher nur zwei 
Seiten hat, und der Grund der Höhle zeigt in der Seitenansicht auch eine grofse Ausbucht 

Dieses Stück wurde in der Gegend der Mollucken aufgefischt. 

4. Endlich habe ich noch anzuführen, dafs ich im atlantischen Meere, östlich von Madera, 
den seiner harten Theile beraubten weichen Leib eines Thieres gefangen babe, das, seinen 
Fangfäden nach, offenbar zu dieser Gattung gehörte. Seine SaugrÖhren schienen rosenroth, 
die Fangfäden gelblich, mit vielen oben beschriebenen gestielten keulenförmigen Organen 
besetzt. Taf. 13. Fig. 4. 

Einige wenige der keulenförmigen Organe zeigten aber einen ganz verschiedenen 
Bau; sie bestanden aus einer Kugel an der Wurzel, an deren Seiten man zwei blaue 
Punkte deutlich unterschied , und endigten mit einem langen geraden Fortsatze, der an 
einer Seite noch mit einer Reihe kurzer dicker Fäden besetzt war. 

13. ATHO- 



153 

13. ATHORYBIA. 

~\i - 

Tentacula ramutis elavatis; clava aptce tricuspidata. 
Partes cartilagineae solidae tantum, radiatim dispositae. 

Die Fangfäden tragen an ihren Zweigen dicke Organe, die an ihrem freien Ende mit 
drei feinen Fortsätzen versehen sind , unter denen der mittlere kürzer, als die seitlichen, ist. 
Ausgezeichnet ist diese Gattung vor allen übrigen durch den Mangel der Schwimmhöhlen- 
stücke; man kann wohl nicht vermuthen, dafs diese den beobachteten Exemplaren gefehlt 
haben, denn Quoy und Gaimard haben zwei Arten vollständig beobachtet. Diese Gattung 
ist ferner durch die strahlenförmige Vertheilung der undurchbohrten Knorpelstücke merk- 
würdig. Alle diese Thierstücke sind einander gleich, und sitzen rund um den weichen 
Körper, alle in gleicher Höhe angeheftet. 

Quoy und Gaimard haben die beiden von ihnen im Mittelmeere entdeckten Arten 
als Rhizophysae beschrieben, da aber die von Peron als Typus der Gattung Rhizophysa 
abgebildete Rh. planostoma ganz einfache Fangfäden hat, und es zu vermuthen ist, dafs 
dieselbe auch mit Schwimmstücken begabt ist, so findet ein grofser Unterschied zwischen 
den Thieren beider Gattungen Statt. 

Ich glaube nicht zu irren, wenn ich Physophora rosacea Forskaol ebenfalls zu 
dieser Gattung ziehe. 

1. A. heliantha, partibus cartilagineis angustis, titrmque accuminatis, incurvis. 
Rhizophysa heliantha. Quoy et Gaimard. Annal. de Sc. nat. X. c. icone. 
Isis. Band XXI. 340. T. 4. 

Im Mittelmeere, bei Gibraltar. 

Schwimmblase rothbraun, die mit einfacher Oeßhung versehenen Saugröhren röth- 
lich, mit gelblichen Blinddärmen an ihrer Basis. Die Fangfäden ungefärbt, mit bräunlichen 
Keulen an den Zweigen. Die zolllangen Knorpelstücke sind sehr schmal , an der dicksten 
Stelle ungefähr eine Linie breit, (scheinen dreikantig), sind stark gekrümmt, an beiden 
Enden lang zugespitzt und haben an ihrer äufsern convexen Fläche eine Längsfurche. 

Sie scheinen mit ihrem obersten Ende an den weichen Körper geheftet zu seyn, so 
dafs, wenn der Leib seine Fangfäden ausstrecken will, die untern Spitzen von einander 
weichen. Hierdurch erhält der fast eiförmige gesammte Körper eine mehr kuglige Gestalt. 

Die Verfasser beschreiben in der Mitte zwischen den übrigen Saugröhren einen 

U 



154 

gröfsern, dickern, den sie für den Mund ansehen. Da aber jede Saugröhre schon einen 
Mund hat, und alle Röhrenquallen mit vielen Mägen (Saugröhren) versehen sind, so hat 
man nicht nöthig, noch einen besondern Mund oder Centralmagen zu suchen ; diesen dickern 
Mund sehe ich für eine mit Speise angefüllt gewesene Saugröhre von eben der Gröfse und 
Beschaffenheit wie die übrigen an. 

2. A. MelO , partibus cartilagineis latis, extus rugosis; extremitate superiore rotundato, 

intus appendiculato ; inferiori acuto. 
Rhizophysa Melo. Quoy et Gaimard. Annal. Sc. nat. X. c. icone. 
Isis. Band XXI. 341. T. 5. 

Bei Gibraltar. 

Die Knorpelstücke dieser Art, deren an dem einzigen Exemplare nur noch zwei an- 
safsen, sind breit, nämlich von aufsen nach innen einen Zoll lang, und an der dicksten 
Stelle an der Aufsenseite 5 Linien breit. Die äufsere gewölbte Seite hat 5 bis 6 runzlige 
Längskanten. Das untere Ende dieser Körpertheile ist spitz, das obere abgerundet, und in 
der Nähe dieses letztern an der innern Seite sieht man an jeder Seitenfläche einen eiförmi- 
gen platten grofsen Fortsatz, mittelst dessen sich die Knorpelstücke an einander zu heften 
scheinen. 

Die Saugröhren haben eine zackige Mundöffnung. Die keulenförmigen braunen 
Fangorgane an den Fangfäden sind länger, als bei der vorigen Art. 

3. A. ROSACEA, partibus cartilagineis imbricatis, incurvis^ extremitate inferiori rotundis. 
Physophora rosacea. Forskaol Fauna A. A. 120 T. 43. 

Bruguiere. Encycl. PI. 89. F. 10. 11. 

Modeer 1. c. Band X. 267. 

Rhizophysa rosacea. Lamarck 1. c. 478. 

Im Mittelmeere. 

Dieses Tliier weicht von den beiden früheren Arten dadurch ab, dafs die ziemlich 
breiten, am untern Ende abgerundeten Knorpelstücke in mehreren Reihen über einander 
gelagert sind. 



155 

14. STEPHANOMIA. Peron. 

Tentacula ramulis densis obsita. 

Partes cartilagineae natatoriae adkuc incognitae ; partes solidae seriatim dispo- 
sitae; fissuras inter se pro emissione tentaculorum praebentes. 

Ich setze voraus, dafs diejenige Art, nach welcher Peron die Gattung Stephanomia 
aufstellte, bisher unvollständig beobachtet sey, indem von dem Exemplare, welches er 
beschrieb, die Schwimmstücke losgegangen waren. Zu dieser Voraussetzung veranlafsten 
mich folgende Gründe : Man sieht in der Abbildung zackige Knorpelstücke in mehreren 
Reihen an einander geheftet, und zwar scheinen sie vier Reihen zu bilden. Da nun die 
Schwimmhöhlenstücke bei allen bisher bekannt gewordenen Thieren dieser Familie immer 
nur zwei Reihen bilden, so halte ich die Knorpelstücke dieses Thieres für undurchbohrte 
Schuppenstücke. Es läfst sich auch voraussetzen, dafs Peron der Schwimmhöhlen erwähnt 
hätte, wenn solche vorhanden gewesen wären. Dann wird keine Schwimmblase bei die- 
sem Thiere beschrieben, und die Zeichnung zeigt deutlich die Enden des freien Nahrungs- 
kanales. 

Es unterscheidet sich jedoch diese Gattung zunächst von Agalma durch die regel- 
mäfsig gereiheten Schuppenstücke, und dadurch, dafs sich letztere eins von dem andern 
entfernen kann, wodurch eine Spalte entsteht, durch welche die Fangfäden und Saugröhren 
hervortreten. Bei Agalma bilden die Schuppenstücke eine feste Röhre, aus deren untern 
Oeffnung allein die Fangfäden hervorkommen können. 

Die Beschaffenheit der Zweige an den Fangfäden läfst sich aus der Abbildung nicht 
ersehen. Die Art hat Peron Stephanomia Atnphitritis genannt; siehe Peron voyage 
Atlas PI. 29. f. 5. — Lamarck. 1. c. 462. 

Im südlichen atlantischen Meere. Die schuppenartige Knorpelsäule über 4 Zoll lang. 

15. DISCOLABE. 

Vesica aerifera rotunda simplex. 

Corpus in apice vesicae pedunculatae disciforme, nudum. 
Nur wegen der einfachen Schwimmblase kann man nicht anders, als diese Gattung 
zu den Physophoriden bringen ; sonst zeigt sie in der Bildung des Körpers wesentliche Ver- 
schiedenheiten, wodurch sie sich der nächstfolgenden Familie nähert. 

An einer kleinen mit Luft gefüllten Schwimmblase hängt die horizontale Körper- 

U2 



156 

Scheibe mittelst eines langen Stieles. Am Rande der Scheibe steht eine Anzahl von kegel- 
förmigen Anhängseln in einer Reihe. Diese Anhängsel sind aus einer unzähligen Menge 
kleiner scheibenförmiger an einander klebender Körper zusammengesetzt. An der Mitte der 
untern Fläche der Scheibe befinden sich einfache mit einer Reihe von Saugwarzen besetzte 
Fangfäden, welche sehr dehnbar sind. (So deute ich „das Ründel gestreifter Sauger," wie es 
die Entdecker der bisher einzigen Art beschreiben und abbilden). Die Fangfäden sind an 
ihrer Wurzel von kleinen gelben Körpern umgeben, welche man wohl für Saugrühren 
halten kann. 

i. D. MEDITERRANEA ; appendtcibus marginalibus disci rosaceis circiter duodenis. 
Rhizophysa discoidea. Quoy et Gaimard Annal. Sc. nat X. c. icone. 
Isis XXI. 341. T. 4. 

Rei Gibraltar. 
Die Länge des Körpers 1§ Zoll; der Durchmesser der Scheibe 5 Linien. Die Rand- 
anhängsel kann man auch wohl für Ergreifungsorgane deuten, und zwar vermuthe ich,dafs 
mit diesen diejenigen kleinen Thiere , wie z. B. Oustaceen , welche sich der Scheibe nähern, 
um sich derselben zur Nahrung zu bedienen, ergriffen, durch einen ätzenden Schleim be- 
täubt, und an die untere Fläche der Scheibe gebracht werden, wo die Sauger sie 
empfangen. Wenigstens kann man aus der grofsen Analogie mit Porp ita so schliefsen. Dafs 
diese Thierart auch noch mit besonderen Knorpeltheilen im vollständigen Zustande bedeckt 
seyn könne, scheint mir nicht wahrscheinlich. 
Anin. Das von Slabber in seinen physikalischen Belustigungen beschriebene und ab- 
gebildete sehr kleine Thierchen (S. 40. T. 9. f. 5 — 8) hat grofse Aehnlichkeit mit der 
eben beschriebenen Discolabe mediterranea, nämlich was die Form des Körpers anbe- 
trifft. Man findet die Zeichnungen copirt in der Brug. Encycl. T. 92. f. 12 — 15. Mo- 
de er nennt es Medusa conifera (N. Abhandl. Schwed. Acad. 1790. 12. Band. S. 99) 
und Peron Obelia sphaerulina (Annal. d. Mus. 1. c. 355. Lamarck 1. c. 510.). 
Man sieht an demselben einen scheibenförmigen Körper mit einem kegelförmigen 
Fortsatze in der Mitte, der mit einer Kugel (Luftblase?) endigt, am Rande 16 dicke Fäden; 
an der untern Fläche in der Mitte einen Magen, und rund um denselben noch vier rund- 
liche Organe. Der centrale Magen entfernt das Thierchen aber wieder von den Physopho- 
riden und bringt es zu den Velelliden. 



157 
16. PHYSALIA. Lamarck. 

1 Vesica aere zmplcta oblonga, supra cristata. 
Vesiculae liquore repletae elongatae ad basin tentaculorum. 

Die sehr grofse mit Luft angefüllte Schwimmblase hat immer eine längliche Gestalt, 
so dafs ihre gröfste Ausdehnung in horizontaler Richtung liegt. Bei allen Arten bemerkt 
man an einem Ende der Blase eine gleichfalls mit Luft gefüllte Verlängerung, welche nicht 
mit Saugröhren oder Fangfäden versehen ist, und an deren Oberfläche nahe dem Ende 
man eine deutliche Grube wahrnimmt, welche sich, sobald man die Blase zusammendrückt, 
öffnet, und die eingeschlossene Luft entweichen läfst. Bei einigen Arten beträgt dieser 
Theil die Hälfte der ganzen Länge der Blase, bei andern ist er dagegen sehr kurz. Das 
entgegengesetzte Ende der Blase ist dagegen bei allen an einer Seite mit Saugröhren besetzt, 
welche bei Jüngern Individuen viel unvollkommner sind als die übrigen an der Mitte der 
Blase befindlichen. Auch dieses Ende hat oben eine Grube, welche eine Oeffnung der 
Blase zu seyn scheint, und ist bei einigen Arten mit einem besonderen soliden Fortsatze 
versehen. Auf der obern Seite der Blase verläuft der Länge nach ein faltiger Kamm, 
welcher im gewöhnlichen Zustande auch mit Luft angefüllt ist, ans dem aber das Thier die 
Luft nach Willkühr herauspressen kann, wornach der Kamm als ein häutiger Lappen zu- 
sammenfällt, die Blase selbst aber dicker und gespannter wird. 

Die Blase besteht aus einer doppelten Haut, aus einer äufsern festen und einer 
innern viel feinern; wenn das Thier in Spiritus gelegen hat, so läfst sich die innere Haut 
als eine besondere Blase von der äufsern abtrennen. 

An der untern Seite der Blase befinden sich die Ernährungsorgane. Diese bestehen 
aus Saugröhren und Fangfäden. Erstere entspringen entweder einfach jeder für sich von 
der Blase, oder mehrere zusammen von einem gemeinschaftlichen Stamme. Die Fangfaden 
sind in so fern einfach zu nennen, als sie sich nicht zerästeln, und auch keine Nebenzweige 
haben; sie bestehen aus einem rundlichen Faden, welcher an der einen Seite mit einer 
Reihe von nierenfbrmigen Saugwarzen seiner ganzen Länge nach besetzt ist, und an der 
andern Seite noch durch eine schmale Haut unterstützt wird, welche ihn von der Wurzel 
bis zur Spitze begleitet. An der Wurzel jedes Fangfadens , deren ein Thier mehrere von 
verschiedener Gröfse hat, ist ein länglicher zugespitzter Flüssigkeitsbehälter, fast seiner 
ganzen Länge nach an den Fangfäden angeheftet und nur an seiner Spitze frei. Die Saug- 



158 

Warzen der Fangfäden scheinen die Organe zu seyn, welche den bekannten aut der Haut 
des Menschen heftiges Brennen erregenden Schleim absondern, durch welchen die einge- 
fangenen Thiere sogleich zum Erstarren gebracht werden. Sobald sich die Fangfäden ver- 
kürzen, winden sie sich schraubenartig zusammen. 

Die Seeblasen sind seit mehr als einem Jahrhundert von Naturforschern beschrieben, 
aber erst durch Lamarck hat die Gattung ihren jetzigen Namen erhalten. Da Linne 
die bekannteste Art in die Gattung Holothuria setzte, so wurde der von Browne gege- 
bene Name Arethusa nicht angenommen. Nachher wandte Linne diesen letztern Namen 
für eine Pflanzengattung an. Dafs für die Seeblasen jedoch schon im Jahre 1756 eine 
eigene Gattung errichtet worden, scheint nicht beachtet zu seyn, ja selbst dem Verfasser 
der auf 108 Quartseiten sich ausbreitenden Geschichte dieser Gattung (im 3ten Bande zu 
Krusensterns Reise um die Welt) ist dieses entgangen. Nämlich in der zu Lugduni 
Batavorum, 1756 in 8vo gedruckten, Edition von C. Linnaei systema naturae steht 
S. 97 die Gattung: Salacia: Corpus ovato- oblongum. Tentacula per fasciculos disposita. 
1. Species: Physalus. Einige haben nach der Linn ei sehen Benennung Holothuria Physalis 
den Gattungsnamen Physalis geschrieben; da dieser aber gleichlautend mit einer Pflanzen- 
gattung ist, so ist Physalia vorzuziehen. Durch einen Schreibfehler wahrscheinlich braucht 
Lamarck bei der Aufzählung der Species wieder das Wort Physalis. Hiermit jedoch nicht 
zufrieden, will Lesson den Namen in Cystisoma umändern (s. Diction. class. d'hist. nat. 
unter Physale.) 

Es ist den Naturforschern, welche Seeblasen oder ahnliche Acalephen nie im leben- 
digen Zustande untersuchen können, gar nicht zu verdenken, wenn sie die Bedeutung ein- 
zelner Organe nicht erkannten. Lamarck stellt Physalia unter die Abtheilung der Radi- 
aires anomales mit einem centralen Maule (Hist. nat. anim s. vert II. 457.); seine Vorgän- 
ger suchten auch nach einem Maule, und obgleich sie es nicht fanden, so nahmen sie sein 
Daseyn doch an. , 

Die langen Fangfäden wurden von Vielen für äufsere Fortpflanzungsorgane angesehen, 
Andere nehmen nur die gröfsern für Fangfäden, und machen die feinern zu Eierstöcken. 
Die richtige Bedeutung des Anhanges an der Wurzel der Fangfäden lernte ich erst durch 
die Bekanntmachung des, durch Flüssigkeiten bewerkstelligten, Bewegungssystemes, welches 
Tiedemann an Holothurien und Seesternen entdeckt, erkennen, obgleich ich schon früher 
viele Seeblasen untersucht hatte. Eysenhardt bildet diese Flüssigkeitsbehälter im 



159 

loten Bande der N. Acta Acad. Leop. Car. T. 35. an zwei Seeblasenarten sehr deutlich nach 
Chamisso's Handzeichnungen ab; in der Deutung derselben war er aber nicht auf rechtem 
Wege. In der Isis vom Jahre 1819 S. 184 liest man in einem dort abgedruckten Briefe 
des Dr. Blume, dafs derselbe an Seeblasen zwei Nervenknoten, welche sich am Kopfende 
zur Seite eines spindelförmigen Saugers befinden, entdeckt habe. Dafs der Verfasser sich 
getäuscht habe, ist gewifs. Die geschlossenen kleinen Oeffnungen der Seeblasen haben 
ganz das Ansehen eines Nervenknoten. Mit dieser Nachricht bekannt, habe ich sorgfältig 
beide Enden verschiedenerlebender Seeblasen betrachtet, aber nichts davon auffinden können. 

Dafs die Seeblasen aus ihren Schwimmblasen die Luft entweichen lassen könnten, 
um unterzutauchen, wie ältere Schriftsteller anführen, was jedoch nur als ihre Muth- 
mafsung anzusehen ist, hat noch niemand gesehen. Eingefangene Physalien, die man be- 
tastet, sticht, schneidet und ätzt, oder in Branntwein legt, würden es doch gewifs nicht un- 
terlassen, unterzutauchen, um solchen Behandlungen zu entgehen, wenn sie es könnten. 
Nur durch Zusammendrücken der Blase ist es mir gelungen, die Luft aus einer Oeffhung 
hinauszupressen. Jedoch habe ich an einer jungen Seeblase von 5 Linien Länge die Er- 
fahrung gemacht, dafs es diesem Thiere doch möglich ist; nachdem ich dies Thierchen 
einige Male berührt hatte, drückte es plötzlich alle Luft aus der Blase heraus, und sank 
auf den Boden des Glases. 

Aufser den Fangfäden und Saugröhren trifft man zwischen diesen Organen an der 
untern Fläche der Blase auch noch einen oder mehrere Bündel von kurzen Fäden an, 
welche man für Brut ansehen kann. Man konnte verschiedene Theile in diesen Bündeln 
unterscheiden, nämlich einen längeren an der Spitze verschlossenen Faden, dann einen 
röhrenförmigen oder trichterförmigen Körper, und eine kleine Kugel an der Wurzel der 
beiden vorigen. Diese Theile des Bündels fielen bei Berührungen des Thieres leicht ab , wo- 
durch sie sich auch schon als Brut zu erkennen gaben, denn diese Erscheinung trifft man 
bei allen niedern Thieren an. Von diesen drei genannten Organen in einem Bündel halte 
ich den ersten, den längern Faden für den Flüssigkeitsbehälter des noch nicht ausgebildeten 
Fangfadens; den trichterförmigen Körper für eine Saugröhre, und die kleine Kugel für den 
Blasenkörper, welcher noch nicht mit Luft gefüllt ist, und somit bildeten diese drei Theile 
zusammen die notwendigsten Organe eines Seeblasenkörpers. 

Wer jedoch aus der weitschweifigen, sich in Einzelnheiten immer wiederholenden 
Abhandlung über die Seeblasen im 3ten Bande zu Krusenstern's Reise um die Welt 



160 

mehr Aufschluß über diese merkwürdige Thiergattung zu erhalten glauben sollte, wird sich 
sehr bald getäuscht sehen. 

Es lassen sich mehrere Arten in dieser Gattung durch sehr bestimmte Merkmale 
unterscheiden, und es wäre ein Leichtes gewesen, dieselben nach den beobachteten Thieren 
zu bezeichnen und zu beschreiben. Aber auszumitteln , welche von diesen Arten die ver- 
schiedenen Schriftsteller meinen, das ist ein zeitraubendes und schwieriges Geschäft. Man 
sollte glauben, dafs eine so ausführliche Abhandlung, wie die angeführte in der Krusen- 
s t er n sehen Reisebeschreibung befindliche, diese Arbeit sehr erleichtern müfste; allein ich 
habe mit Verdrufs gesehen, dafs alle meine Zeit und Anstrengung beim Durchstudiren der- 
selben (was oft geschehen mufste, weil man wegen der verwirrten Darstellung durchaus 
keine befriedigende Auskunft erhält) vergeblich gewesen , obgleich fünf Arten hier aus ein- 
ander gesetzt werden. 

Eysenhart versuchte hiernach die Arten mit charakteristischen Merkmalen zu ver- 
sehen (im 10. Bande der N. Acta Acad. Leop. Car. S. 421.), allein er hatte es mit Arten 
zuthun, die gar nicht zu unterscheiden sind, denn die Ph.glauca, welche er mit Aretlmsa 
vereinigen will, gehört zu pelagica. Obgleich er die Osbeckii aufführt, meint er doch, dafs 
sie mit der Lamartimerii einerlei sey, und doch ist die Osbeckii weiter keine, als die pegalica. 

Lamarck unterscheidet vier Arten; vielleicht sind es auch wirklich so viele, ob- 
gleich ich nur drei kenne, und hier auch nur so viele beschreiben, kann, allein die speci- 
fischen Namen der drei hauptsächlichsten Arten von Lamarck sind nicht gut gewählt, sie 
müssen den älteren Namen weichen. 

1. Ph. Caravella, tubulis sueforiis pluribus ex radice communi. Taf. 14. Fig. 1. 
Medusa Caravella. Müller. Beschr. d. Berl. Naturf. Fr. 2. S. 190. T. 9. f. 2. 
Gmelin 1. c. 3156. 
Arethusa crista subrubella venosa. Brown. Nat. hist. of. Jamaica, 386. 

Jamaic. 1. p. 7. T. 4. f. 5. 
Physophora Physalis. Modeer. N. Abh. Schwed. Acad. (1789) 10. JS.2.60.«. T.lO.f.i. 
Physalia pelagica. Lamarck I. c. 480. 

Physalis Arethusa. Tilesius in Krusensterns Reise 3. S. 91. 
Physalia Arethusa. Chamisso in Choris Voyage pittoresque p. I. T. 1. i. 1 et. 2. 
Eysenhardt 1. c. S. 420. T. 35. f. 1. — Thalia. Brug. Encycl. PI. 89. 

Im 



161 

Im atlantischen Meere, hauptsächlich in den Tropengegenden, wird aber auch in der 
nördlichen Hälfte, in der Nähe der Azoren und an der Brasilischen Küste bis zur Insel 
St. Catharina angetroffen. 

Da bei dieser Art allein mehrere Saugröhren von einem gemeinschaftlichen Stamme 
oder Wurzel entspringen, so ist sie dadurch am leichtesten und sichersten zu unterscheiden. 
Ferner hat sie eine ziemlich grofse Anzahl von einander gleichen dicken Fangfäden, und 
die Saugröhren und Fangfäden sind alle an einem Ende der Blase, welches stumpf ist, so 
zusammengedrängt, dafs der übrige nackte Theil der Blase mit seinem rüsselartigen Fortsatz 
fast zweimal so lang ist, als der andere mit Ernährungsorganen versehene Theil. - 

Diese Art ist die gröfste und schönste Seeblase, denn ihre Blase erreicht eine Länge 
von acht Zoll , dabei beläuft sich ihre gröfste Breite nur auf 2| Zoll. Wenn man sich die 
Blase so hinstellt, dafs das nackte Ende zum vorderen wird, so sieht man, dafs die linke 
Seite so ziemlich eine gerade Linie bildet , die rechte Seite dagegen erweitert sich bis zur 
Mitte, und hat sodajin hinter der Mitte eine starke Ausbucht, hinter welcher sodann die 
Reihe der Ernährungsorgane anfängt, und bis zum hintern, sehr stumpfen Ende fortsetzt. 
Der hohe Kamm hat in derselben Gegend , wo an der rechten Seite der Blase sich die Aus- 
bucht befindet, einen Einschnitt oder niedrigere Stelle; an beiden Enden der Blase hört er 
in einem Abstände von einem Zoll (bei 8 Zoll Länge der Blase) von den Spitzen auf. Die 
Farbe der Blase ist ein glänzendes Purpurroth mit dunkleren Spitzen und etwas Blau in 
den Falten des Kammes. 

Die Saugröhren sind hellviolett mit weifslichen Spitzen; sie bilden mehrere Büschel, 
die jedoch so entfernt von einander stehen, dafs man zwischen diesen Büscheln hindurch 
sehen kann. Die zahlreichen grofsen Fangfäden sind hellroth gefärbt, haben eine hellhorn- 
farbige Einfassung, und sind mit dunkelpurpurfarbenen Saugnäpfen besetzt. Ausser diesen 
giebt es auch noch feinere und kürzere Fangfäden von hellblauer Farbe, die gleichsam zum 
Fange kleinerer, in die Nähe des Leibes kommender Thierchen bestimmt zu seyn scheinen. 
Zwischen den Saugern und Fangfäden trifft man mehrere röthliche Bündel an, welche aus 
Brut bestehen, und die man bei gröfsern Individuen mehr entwickelt sieht, als bei 
kleineren. 



X 



162 

2. Ph. PELAGICA, tubulis suctoriis omnibus simplicibus; vesica extremitate tubulifera ad 
apicem usque aere impleta. 
Physalis pelagica, Osbeck Ostind. Reise 284. T. 12. f. 1. 
Holothuria Physalis, Linnaei amaen. acad. 4. p. 254. T. 3. f. 6. Syst. Nat. ed. 

XII. p. 1090. 
Physophora Physalis ß., Modeer 1. c. T. 10. f. 2. 
Physalia pelasgica, Bos<; Vers 2. 166. PI. 19. 
Bory de St. Vincent voyage III. p. 288. PL 54. 
Physalia tuber culosa, Lamarck 1. c. 480. 
Physalis glauca S. 92., Ph. pelagica S. 94., Ph. comuta {afer Osbechii) 

Tilesius I. c. S. 104. 
Physalia Osbechii und pelagica, Eysenhardt 1. c. S. 421. T. 35. f. 2. 
Physalia Megalista, Peron voyage, PI. 29. f. 1.1 

Im atlantischen Meere sehr häufig in der Nähe des Vorgebirges der guten Hoffnung, 
sowohl östlich als westlich von demselben, aber auch in den Tropengegenden und im nörd- 
lichen Theile des atlantischen Meeres angetroffen. 

Die Saugröhren der Physalia pelagica entspringen jede einzeln aus der Blase, unter 
den Fangfäden übertrifft einer die andern auf eine sehr auffallende Weise an .GrÖfse. Indem 
das mit Saugröhren besetzte Körperende keinen fleischigen Fortsatz hat, sondern bis an 
seine Spitze mit Luft angefüllt ist, so läfst sich diese Art dadurch leicht von der folgenden 
unterscheiden. 

Die Blase erreicht eine Länge von 2\ Zoll ; sie kann sich nicht so gerade ausstrecken 
wie die Caravella, sondern ihr mit Saugwarzen besetztes Ende, welches fast den dritten 
Theil der Länge der Blase beträgt (und welches wir, in Uebereinstimmung mit der vorigen 
Art, auch das hintere Ende nennen wollen) ist immer nach der rechten Seite gekrümmt. 
An der linken Seite der Blase befinden sich alle Ernährungsorgane an der mittlem sehr 
bauchigen Hervorragung. Das nackte Ende der Blase ist durch keinen merklichen Aus- 
schnitt (wie bei der vorigen Art) vom übrigen Theile derselben getrennt; nachdem das 
Thier dieses Ende als längern Fortsatz ausstreckt, oder in kegelförmiger Gestalt zusammen- 
zieht, beträgt es den dritten oder vierten Theil der Länge der ganzen Blase. Der Kamm 
beginnt in der Nähe des vordem nackten Endes sehr niedrig, nimmt nach hinten an Höhe 



163 

allmählig zu und hört plötzlich an der Wurzel des hintern mit Saugröhren besetzten Fort- 
satzes auf. 

Bei Jüngern Individuen ist die Blase nur ein wenig blau gefärbt, was man eigentlich 
nur in den Falten bemerkt; am ausgewachsenen Thiere sind dagegen beide Körperenden 
grünlich gefärbt, und der Kamm schimmert an seinem höchsten Theile purpurn. Die Fang- 
fäden sind blau mit dunklen Saugnäpfen; bei altern Individuen sieht man aufser dem 
gröfsten Fangfaden einen zweiten minder grofsen sich vor den übrigen unterscheiden. Die 
dunkelblauen Saugröhren haben gelbe Spitzen. Zwischen dem hintern Fortsatze und dem 
mittleren Theile der Blase findet sich eine nackte Stelle, wo die Reihe der Saugröhren un- 
terbrochen ist. 

Was die Ph. Megalista anbetrifft, so könnte sie wegen der Lage der Ernährungs- 
organe an der linken Seite der Blase, wohl nur zu dieser Art zu rechnen seyn; man mufs 
dann aber annehmen, dafs die Zeichnung nicht gut gelungen sey. Die besten Abbildungen 
sind die von Bosc und Eysenhardt (letztere nach Chamisso's Handzeichnung.) 

3. Ph. Utriculus, tubulis suctorüs omnibus simplicibus; vesica extremitate tubultfera pro- 
cessu carnoso elongato. Taf. 14. Fig. 2. 
Medusa Utriculus. La Martinier e Journ. de Phys. Nov. 1787. p. 365. T. 2. 

f. 13. 14. 
Gmelin, syst. Nat. 3155. 
La Perouse voyage, Atlas PI. 20. f. 13. 14. 
Physalis Lamartinieri. Tilesius 1. c. 99. 
Eysenhardt I. c. 421. 

In der Südsee in den Tropengegenden. 

Ein langer fleischiger rüsselartiger Fortsatz an dem mit Saugröhren besetzten Ende 
der Blase zeichnet diese Art auf den ersten Blick von den beiden vorigen aus; die einzeln 
aus der Blase entspringenden Saugröhren und die Ungleichheit der Fangfäden, unter denen 
einer sehr viel gröfser als die übrigen ist, sind ihre gemeinschaftlichen Merkmale mit der 
Physalia pelagica. 

Die gröfsten ausgedehnten Exemplare haben eine 3| Zoll lange Blase. Bei diesen 
verlängert sich das nackte vordere Ende der Blase zu einem schmalen kegelförmigen Fort- 
satze, der fast länger ist, als der übrige mit Ernährungsorganen versehene Theil; an seinem 

X 2 



164 

äufsersten Ende bemerkt man noch einen kleinen fleischigen kegelförmigen Fortsatz von 
einer halben Linie Länge, welcher als ein nicht mit Luft angefüllter Theil der Blase anzu- 
sehen ist. Eben so ist das hintere an einer Seite mit kurzen Saugröhren besetzte Ende der 
Blase auch nicht mit Luft gefüllt, sondern erscheint als ein schmaler, sechs Linien langer 
fleischiger und daher beweglicher Fortsatz, welcher sich noch mit zwei Schenkeln an der 
Seite der Blase fortsetzt. Die Ernährungsorgane, welche ganz so wie bei der Ph.pelagica 
gefärbt sind , befinden sich an einer geringen bauchigen Hervorragung der rechten Seite der 
Blase. Hinter der Mitte bemerkt man noch an der untern Fläche einen grofsen runden bläu- 
lichen Fleck, welcher von einem flachen fleischigen Theile, der mit dem übrigen dickern 
fleischigen Streifen zusammenhängt, herrührt. Der lange, oben nicht hohe Kamm beginnt 
sechs Linien vor dem vordem Ende und reicht nicht bis zur Wurzel des hintern Fortsatzes. 
Der Kamm, so wie der mittlere Theil der Blase, ist grün gefärbt, die beiden Enden der 
Blase schimmern blau. So waren die Exemplare beschaffen, die ich unter dem Aequator 
und auch etwas südlich von demselben fing. 

Einige Wochen später, unter dem 19ten Grade nördlicher Breite, traf ich wieder eine 
Schaar Seeblasen an, deren Blase nur etwas über einen Zoll lang, dick und breit, und mit 
einem kurzen nackten vordem Ende versehen war. Die Ernährungsorgane befanden sich 
ebenfalls an der rechten Seite der in der Mitte grünlich gefärbten Blase. 

Unter diesen kleinen Seeblasen befand sich aber ein Exemplar, welches merkwürdige 
Verschiedenheiten zeigte: es befanden sich nämlich die Ernährungsorgane an der linken 
Seite der Blase , welche an dem Ursprünge des gröfsten Fangers noch einen kurzen haken- 
förmigen mit Luft angefüllten Fortsatz hatte, dabei schimmerte der Kamin etwas röthlich. 
Jedoch der fleischige, mit Saugröhren besetzte Biissel am hintern Ende der Blase, und der 
kleine kegelförmige Fortsatz am nackten Ende der Blase waren vorhanden, und zeigten, 
dafs dieses Exemplar nur eine besondere (vielleicht nur individuelle) Abweichung von 
Physalia XJtriculus sei. Taf. 14. Fig. 3. 



' 165 
Dritte Familie. Velellidae. 

Der Körper enthält eine knorplige oder kalkartige Schaale, in 
deren vielfachen Zellen sich Luft befindet. 

Die Thiere dieser Familie besitzen nur ein passives Schwimmorgan , welches in einer 
grofsen Anzahl von Luftblasen besteht, die in den zahlreichen Zellen einer knorpligen oder 
kalkartigen Schaale eingeschlossen sind. Die Schaale besteht entweder aus einem meist 
flachen kreisförmigen Stücke, oder ist aus zwei seitlichen Hälften zusammengesetzt, die zu- 
sammen einen länglichen, bald flachen, bald kammförmig erhabenen Körper bilden, und ist 
von der weichen Masse des Thierleibes umhüllt. An der nach oben gewandten Fläche ist 
diese Schaale nur von einem dünnen Ueberzuge geschützt, am äufsern Rande mit einer 
fleischigen Membrane eingefafst, und an der untern Fläche mit Ernährungsorganen bedeckt" 
Unter letzteren zeichnet sich bei allen (was den beiden andern Familien der Röhrenquallen 
fremd ist) eine mittlere grofse, einem Magen ähnliche Saugröhre aus, welche auch wirklich 
kleinere Thiere ganz verschlingt. Rei den zwei längst bekannten Gattungen, Velella und 
Porpita, umgeben eine grofse Anzahl von kleineren Saugröhren den centralen Mägen, und 
am äufseren Rande der Schaale, aber unter der Randhaut, entspringt eine Reihe von Fang- 
fäden, die aber nicht so lang ausdehnbar und wieder einziehbar sind, wie bei den Thieren 
der beiden vorigen Familien, sondern sich nur krümmen können, und dazu bestimmt zu 
seyn scheinen, die von ihnen erreichten Gegenstände den Saugröhren hinzureichen, ja es 
scheint sogar, als ob sie selbst als Saugröhren wirken könnten. Rei der dritten neu ent- 
deckten Gattung Ratoria hingegen habe ich, aufser dem centralen Magen, nur noch Fäden 
am Rande angetroffen , welche Saugröhren zu sein scheinen. 

In dem zoologischen Theile des Voyage cmtour du Monde par M. L. de Frey ein et 
theilen Quoy und Gaimard S. 5S7 die Nachricht mit, dafs Rang bei sehr jungen Velellen 
immer zwei blaue Fäden von mehreren Zollen Länge angetroffen habe, die sie mit zu- 
nehmendem Alter verlören. Da ich dergleichen bei jungen Velellen niemals bemerkt habe 
und mir diese Thatsache fast unglaublich scheint, so möchte ich fast annehmen, dafs Rang 
eine andere bisher imbekannte Thierart für junge Velellen angesehen habe. Den beiden 
bisher bekannten Gattungen dieser Familie, welche Eysenhardt Medusae chondrophorae 
nennt, kann ich eine dritte neue hinzufügen, welche ein interessantes Verbindungsglied 
zwischen beiden ausmacht. 



1. Schaale mit einem Kamm. 

a) Der Kamm musculös und veränderlich . . . . 17. Rataria. 

b) Der Kamm knorplig, unbeweglich , . . . 18. Velella. 

2. Schaale ohne Kamm . 19. Porpita. 

Die beiden ersten mit einem Kamme versehenen Gattungen schliefsen sich an die 
letzte der Physophoriden , an Physalia an, denn der durch viele Einschnürungen gleichsam 
in Zellen getheilte Kamm der letztern kann wohl mit der knorpligen zelligen Schaale der 
beiden ersten verglichen werden, besonders ist Ratarta den Physalien dadurch analog, dafis 
ihre Schaale seitlich zusammengedrückt ist, und selbst einen grofsen Theil des Kammes 
bildet, der also auch Luft enthält. Im Baue der Porpita finde ich dagegen (wie auch in 
der ganzen Familie der Velelliden) einige Annäherung an die Klasse der eigentlichen Zoo- 
phyten, und namentlich möchte ich Porpita an Fungia anreihen, bei welcher letztern auch 
eine centrale Magenhöhle, umgeben von zahlreichen saugröhrenartigen Fäden an einer 
Fläche des Körpers zu bemerken ist, dagegen man an der entgegengesetzten Fläche, sowie 
bei Portita keine besondern hervorstehenden Organe antrifft. 

17, RATARIA. 

Corpus supra cristatum; testa compressa elevata, vnembrana musculosa cristata, 

testae longitudinaliter impositae. 
Tubuli suctorii marginales. 

Diese Gattung hat viele Aehnlichkeit mit Velella, indem sich bei ihr auch eine aus 
zwei Hälften zusammengesetzte Schaale und ein hoher Kamm darauf vorfindet. Sie ist 
aber wesentlich verschieden; der horizontale Theil des Körpers bildet eine Ellipse und 
kein verschobenes Viereck; die längliche Schaale liegt im längern Durchmesser der sie um- 
gebenden Membran und nicht diagonal. Die Schaale ist von den Seiten stark zusammen- 
gedrückt, und sehr viel höher als breit; sie bildet den festern Bestandteil des Kammes, 
und auf ihre scharfe Kante heftet sich eine blattförmige, musculöse Haut, welche aufrecht 
stehet. Es fehlt also der Knorpel, welcher den Hauptbestandteil des Segels bei den Ve- 
lellen ausmacht, hier gänzlich. Daher ist die Gestalt des Kammes bei Ratarta veränder- 
lich, indem das Thier nicht nur die musculöse Haut zusammenziehen kann, sondern auch 
den zusammengedrückten aufrecht stehenden Theil der Schaale so niederzudrücken vermag, 



167 

dafs beide Theile fafst verschwinden. In diesem Zustande gleicht das Thier mehr einer 
Porpita als einer Velella. 

An der untern Fläche trifft man in der Mitte eine grofse magenähnliche Saugröhre 
an, und dicht am äufsern Rande stehen rundum in einiger Entfernung von einander dicke 
kurze Fäden, welche das Ansehen von Saugröhren haben; bei einigen habe ich wirklich 
eine Oeffnung an der Spitze gesehen. In dem Zwischenräume zwischen diesen Saugröhren 
des Randes und dem mittleren Magen befinden sich sonst keine andern Organe. 

In Hinsicht der Lebensart unterscheidet sich Rataria eben so wesentlich von Velella. 
Wenn das Thier nämlich seinen hohen Kamm eingezogen hat, so schwimmt es flach auf 
der Oberfläche des Meeres ; sobald es aber die Schaale mit dem fleischigen Kamm ausstreckt, 
so legt es sich auf die Seite, also den Kamm auf die Oberfläche des Wassers. Folglich 
ist dieser Kamm kein Segel, sondern scheint als Wendeapparat zu dienen. Beide von mir 
beobachtete Arten sind nur eine Linie lang. 

1. R. CORD ata, crista obcordata. Taf. 16. Fig. 1. 

Im nördlichen atlantischen Meere, in 46° N. Breite u. 16° W. Länge v. Grw. 

Der Körper nur eine Linie lang. Die Randhaut am äcfseren Rande dunkelblau, dann 
folgt ein dunkelbrauner Ring, der übrige Theil derselben ist trüb weifs. Die hohe, wegen 
der durchscheinenden Luft silberweifs glänzenden Schaale hat von einer breiten Seitenfläche 
betrachtet, im Ganzen eine dreiseitige Gestalt; die im Gipfel unter einem rechten Winkel 
zusammenstofsenden Seitenränder bilden jedoch nach unten eine hervorstehende Ecke. Der 
breite häutige Kamm hat eine verkehrt herzförmige Gestalt, indem er nach oben etwas 
breiter wird, und auf dem Gipfel einen schwachen Ausschnitt hat. Man bemerkt in ihm 
feine weifsliche Muskelfibern, die eine senkrechte Richtung haben, meist einfach sind und 
von denen nur wenige sich in zwei Zweige theilen. Die magenähnliche mittlere grofse 
Saugröhre, und die kürzern nahe am Rande sind dunkelblau gefärbt; letzterer zählte ich 
achtzehn, sie entspringen an der Stelle, wo an der obern Fläche der braune Ring bemerkt 
wird; wahrscheinlich reicht ein verborgener horizontaler Theil bis zu diesem Ringe. 

Es ist mir wahrscheinlich, dafs zu Holothuria spirans Forskaol 1. c. gegebene 
Abbildungen von vermeintlichen Jungen derselben diese Rataria cordata vorstellen sollen, 
nämlich daselbst T. 26. f. K. 3. K. 4. K. 5. und deren Copie Brug. EncycL PI. VO f. A. B. 



168 

C. zu F. 1.2. Wäre diese Vermuthung gewifs, so erreichte die Art eine Länge von drei 
Linien. 

2. R. Pocillum, crista ovata, apice acuta. 

Medusa Pocillum, Montagu Linnean Transact. XI. P. II. Tab. XIV. f. 4. 

Isis. 1817. S. 483. T. 3. f. 4. 

Aglaura Crista. Oken Naturgesch. S. 125« 

Im atlantischen Meere, an der Küste Englands. 
Die Länge ist von der Spitze des Kammes bis an die Basis des Thieres zu 3 Linien 
angegeben. Der Kamm hat eine eiförmige Gestalt, indem er an der Basis viel schmäler 
ist, als in der Mitte, und sein Gipfel zugespitzt ist. Die weifsliche Schaale hat eine drei- 
eckige Gestalt mit zugespitztem Gipfel. Die Randhaut ist am äufsern Rande dunkelblau 
gefärbt, dann folgt ein breiter Ring von purpurbraunen Streifen. Die Saugröhren 
dunkelblau. 

3. R. MITRATA, crista triangulari. Taf. 16. Fig. 2. 

Im atlantischen Meere, in der Nähe der Gap-verd-Inseln. 
Auch nur eine Linie lang. Der Kamm hat, von einer der breiten Flächen betrachtet, 
eine dreiseitige Gestalt; seine Seiten sind gerundet, eine aber etwas kürzer als die andern, 
und seine Muskelfasern gelblich. Der aufgerichtete Theil des Knorpels ist dreieckig und 
dunkelbraun. Der übrige Theil des Körpers hat eine trübe gelbliche Farbe. Die grofse 
mittlere Saugröhre ist röthlich, und die des Randes (12 an der Zahl) blau gefärbt. 

18. VELELLA, Lamarck, 

Corpus supra cristatum; crista cartilaginea , membrana musculosa cincta, diago- 

naliter testae imposita. 
Tentacula marginaha simplicia. 
Die Schaale der Velellen ist knorplig, und aus zwei gleichen Hälften zusammenge- 
setzt, welche zusammen, einen elliptischen fast flachen Körper bilden, der an der obern 
Seite in der Mitte sich etwas erhebt, und dafür an der untern Fläche dort ausgehöhlt ist. 
Die Theilungslinie zwischen beiden Stücken liegt im kleinen Durchmesser der ganzen Schaale; 
an der letztern bemerkt man viele concentrische Ringe, die an der einen Seite einer 

Schaalen- 



169 

Schaalenhälfte weit von einander stehen , an der andern Seite dicht an einander gedrängt 
sind. Die concentrischen Ringe rühren von den Scheidewänden her, welche sich in eben 
so grofser Anzahl zwischen der obern und untern Platte der Schaale befinden. Eine im 
gröfsten Durchmesser liegende Diagonallinie theilt die Schaale wiederum in zwei schmale 
Hälften. Auf dieser Diagonallinie ist ein blattförmiger senkrecht stehender Knorpel be- 
festigt, der so ungefähr einen halben Kreis bildet und unbeweglich ist; ihn umgiebt an 
seinem äufsern freien Rande eine schmale, Muskelfibern enthaltende Membran. Sowohl die 
ganze Schaale an ihrer äufsern Fläche , als auch der senkrechte Knorpel sind von einer sehr 
feinen weichen Haut überzogen, in der man öfters gefäfsartig verzweigte Streifen erblickt. 
An den äufsern Rand der Schaale heftet sich rundum eine ziemlich dicke weiche Membran, 
welche an manchen Stellen breiter ist, als an andern. Sie bildet im Ganzen ein verscho- 
benes Viereck, dessen zwei Seiten länger als die andern sind, und in diesem Vierecke 
liegt die Schaale der Diagonale nach. Die schmale membranöse Einfassung des senkrechten 
Knorpels steht mit der horinzontalen Membran nicht in Verbindung. 

.' * 
An der untern Fläche bemerkt man in der Mitte einen centralen Magen, umgeben 
von einer grofsen Anzahl vnn kurzen Saugröhren, und am Rande der Schaale, jedoch an 
der untern Fläche derselben , eine einfache Reihe von zugespitzten einfachen Fangfäden. 
Das Thier schwimmt fast unbeweglich auf der Oberfläche des Meeres, und wird durch den 
Wind, welcher das aufgerichtete Segel fafst, getrieben. Der Umfang des Segels scheint 
noch durch die häutige Einfassung des Knorpels vermehrt werden zu können. 

Die Arten dieser Gattung sind schwer durch andere Merkmale zu unterscheiden ; 
die vorzüglichsten giebt die Färbung der Schaale, der Membranen und der Fangfäden ab. 
Bei einigen ist die horizontale Schaaleneinfassung am Rande mehrmals eingeschnitten, bei 
den meisten aber ganz. Bei einigen ist die Schaale lang und schmal, bei andern kürzer 
und breiter. Der senkrechte Knorpel, das Segel, zeigt bei einer Art Querstreifen wie Ab- 
stufungen. Auf der Reise des Rurick mit Capitain Kotzebu e bemerkten wir, dafs die 
Lage der Schaale in der sie umgebenden Membran nicht immer dieselbe Richtung habe: 
bei einigen war das nähere Ende der Schaale zur rechten, bei andern dasselbe zur linken 

Y 



17Q 

Hand. Chamisso beschrieb die daselbst beobachteten Velellen 1823 im loten Bande der 
N. Act. Acad. Leop. Carol. T. 32, und macht auf die Verschiedenheit der Lage der Schaalen 
aufmerksam , aber unglücklicher Weise geben sowohl die Beschreibungen als auch die Ab- 
bildungen alles verkehrt an. Da ich aber dieselben Thiere zu gleicher Zeit zeichnete und 
beschrieb, so kann ich hiernach diesen Fehler verbessern. Man kann jedoch auf die Lage 
der Schaale kein grofses Gewicht legen, denn als ich aus einer Schaar von Velellen im 
atlantischen Meere drei Exemplare auffing, die in allen Theilen vollkommen übereinstimmten, 
bemerkte ich, dafs bei zwei von denselben die Schaale von der rechten zur linken, bei 
dem dritten Exemplare aber von der linken zur rechten schief hinüber lag. Solche Bei- 
spiele sind mir auch an Seeblasen und Salpen vorgekommen, und unter den Schnccken- 
schaalen kennt man auch einige, wo sie bei derselben Art rechts' oder links gewunden an- 
getroffen werden. 

Da man die Segelquallen gewöhnlich so abbildet, dafs man eine der längern Seiten 
des Körpers gegen den Beobachter wendet, weil man in dieser Lage hauptsächlich die Ge- 
stalt des Segels bemerken kann, so will ich auch bei den folgenden Beschreibungen die 
Richtung der Schaale und des Segels in dieser Lage des ganzen Körpers angeben. 

Da die altern Schriftsteller gewöhnlich mehrere Arten unter einem Namen begriffen, 
und die von ihnen angegebenen Merkmale auch nur eine Velella überhaupt erkennen lassen, 
so kann ich sie bei keiner der folgenden Arten anführen. Dahin gehören : 

Medusa Velella. Linnaei, S. Nat. ed. XII. p. 1098. — Gmelin p. 3155. 
Phyllodoce Velella. Modeer I. c. Band 11. S. 184, wo man auch die altern 

Schriftsteller, wie Imperati, Columna, Carburi, Bodhadsch, Dana, 

Rozier, Brown, Löfling, etc. angeführt findet. 
Velella mutze a und scaphidia. Lamarck 1. c. 482. 
Velella scaphidia. Peron voyage pl. 30. f. 6. 
Velella mutica. Bosc. Vers II. 158. 

Erste Abtheilung. 

Ist eine der längern Seiten des Thieres dem Beobachter zugewandt, so liegt 
die Schaale von dem vordem Winkel der linken Seite zum hintern Winkel der rechten 
Seite. 



171 

1. V. AURORA, limbo testete integro, coeruleo punetato; testet membrana caerulea 

obdueta; limbo cristae lato, purpureo; tentaculis coeruleis. 

Im nördlichen atlantischen Meere, im 42° N. Breite und 32° TV. Länge 
von Grw. 

Das grösfte Exemplar hatte eine Länge von 3 Zoll, andere halb so lange waren ganz 
gleich gefärbt. Die Schaale ist 2\ mal länger, als breit, ungefärbt, weshalb die sie über- 
ziehende bräunliche Haut, der durchscheinenden Luft wegen, hell erscheint. Die Randhaut 
der Schaale uneingeschnitten , dunkelblau punetirt. Die häutige Einfassung des Segels ist 
bei dieser Art sehr breit und purpurroth, vorzüglich dunkel bei gröfsern Exemplaren, ge- 
färbt. Die Fangfäden blau. 

2. V. SEPTENTRIONALIS , limbo testae mtegro , ferrugineo punetato , ad marginem inter- 

num coeruleo striolato ; testa flavescenti; tentaculis coeruleis. Taf. 15. Fig. 1. 

An der Nordwestküste Amerika's, unter dem 57° N. Breite. 

Etwas über zwei Zoll lang. Die Schaale ist 2| mal länger, als breit, hellgelb ge- 
färbt. Die Randhaut der Schaale ganz, schwach blau gefärbt und mit braunen Puncten 
dicht besetzt; so ist auch die Membran gefärbt, welche die Schaale überzieht. Am innern 
Rande der Randhaut dicht an der Schaale bemerkt man eine Reihe von kurzen dicken 
dunkelblauen Strichen. Die häutige Einfassung des Segels ist schmal und schwach bläulich. 
Die Fangfaden blau. 

3. V. OBLONGA, limbo testae integro coeruleo; testa elongata angusta, lucida; crista 

vertice truncata; limbo cristae coeruleo; tentaculis apice coeruleis. 
Velella oblonga. Chamisso 1. c. p. 364. T. 32. f. 2. 
Dritte Velella, s. Kotzebue Entdeckungsreise auf d. Rurick 3. S. 200. 
Velella marginata? Quoy et Gaimard Voyage 1. c. p. 586. T. 86. f. 9. 

In der Südsee, in der Nähe des Aequators, in der Gegend von Radack; auch 
bei Neu-Guinea? 

Gegen drei Zoll lang, ausgezeichnet durch die schmale lange Schaale, wie sie bei 

Y2 



172 

keiner andern Art beobachtet wird; dieselbe ist fast fünfmal länger, als breit, und bräun- 
lich gefärbt. Die Randhaut dunkelblau. Das Segel hat am Gipfel einen kurzen Fortsatz 
welcher wie abgeschnitten erscheint; seine häutige Einfassung ist schmal und blau. Die 
Fangfäden an der Wurzel bräunlich und an der Spitze dunkelblau. Chamisso giebt, wie 
erwähnt, die Richtung der Schaale verkehrt an. 

4. V. lata, limbo testae lobato, coeruleo; tesia lata, flava; limho cristae viridi; ten- 

taculis coeruleis. 
Velella lata. Chamisso 1. c. T. 32. f. 3. 
Vierte Velella, s. Kotzebue Entdeckungsreise 3. S. 200. 

In der nördlichen Hälfte des stillen Oceans, nördlich von den Sandwichsinseln, 
in 36° N. Breite. 
Das ganze Thier etwas über zwei Zoll lang und halb so breit. Die Schaale ist 
etwas mehr als zweimal länger wie breit, und gelb. Die dunkelblau gefleckte Randhaut hat 
am Umfange mehrere Einschnitte. Die häutige Einfassung des Segels ist deutlich grün gefärbt. 
Die Fangfäden blau. Die Saugröhren, wie bei den meisten Arten röthlich und weifs, der 
Magen weifslich. 

Hier mufs ich abermals bemerken, dafs die Beschreibung und Abbildung 
Chamisso* s die Lage der Schaale verkehrt angeben. 

5. V. SPIRANS, limho testae integro, coerulo; testa albida in conum elevata; crista 

triangulari vertice acenminata; tentaculis coeruleis. 

Holothuria spirans. Forskaol Descr. Anim. 104. T. 26. f. K. u. K. 1. 
Gmelin. S. N. 3143. Medusa. Bruguiere Encycl. PI. 90. f. 1. 2. 
Velella tentaculata. Bosc. Vers. 2. 159. PI. 19. f. 3. 4. 
Velella limbosa. Lamarck 1. c. 482. 

Im mittelländischen Meere. 

Zwei Zoll lang und halb so breit. Die ungefärbte, von der in ihr enthaltenen Luft 
weifslich erscheinende Schaale ist in der Mitte fast kegelförmig erhaben, wodurch sich 
diese Art von allen übrigen leicht unterscheidet, und dadurch eine Analogie mit den Ra- 



173 

tarien zeigt. Der Hautrand ist dunkelblau und ganz. Das knorplige Segel hat wegen der 
kurzen Schaale eine dreieckige Gestalt und ist am Gipfel zugespitzt. Die breite häutige 
Einfassung des Segels hat eine bläuliche Farbe, ist am Rande dunkler blau, und zeigt 
weifsliche feine parallele Muskelstreifen. Die Saugröhren sind weifslich und die Fangfäden 
blau. 

Forskaol's Beschreibung ist sehr genau, ausführlich und richtig; die Abbildungen 
stellen die Schaale nicht diagonal in dem Hautrande, was Forskaol auch nicht er- 
wähnt; sollte dieses bei der an sich auch schon abweichenden Schaale wirklich nicht der 
Fall seyn? Auch die Muskelstreifen in der häutigen Einfafsung sieht man bei keiner andern 
Veletta deutlich. 

Die als junge Velellen gegebenen Abbildungen K. 3. K. 4. K. 5. möchte ich, wegen 
der ganz andern Gestalt des Segels, zu Rataria bringen. 

Zweite Abtheilung. 
Ist eine der längern Seiten des Thieres dem Beobachter zugewandt, so liegt die 
Schaale von dem vordem Winkel der rechten Seite zum hintern Winkel der linken Seite. 

6. V. caurina, limbo testae integro, coeruleo punctato; testa membrana coeruleo- pun- 
ctata obducta; limbo cristae angusto, margme coeruleo punctato; tentaculis coeru- 
let's. Taf. 15. Fig. 2. 

Im nördlichen atlantischen Meere, in 46° N. Breite, 16° W. Länge v. Grw. 

Zwei Zoll lang. Bei zwei von den eingefangenen Exemplaren hatte die Schaale 
die Richtung, wie es bei der zweiten Abtheiiung angegeben ist, das dritte mit den übrigen 
vollkommen übereinstimmende Individuum aber zeigte Schaale und Segel in entgegenge- 
setzter Richtung, so dafs es zur vorigen Abtheilung gerechnet werden müfste. Die unge- 
färbte Schaale überzieht eine Haut, welche mit grofsen blauen Puncten gezeichnet ist; sie 
ist 2§ mal länger als breit. 

Die Randhaut der Schaale hat einen unzertheilten Rand, ist ziemlich fein dunkel- 
blau punctirt, am Rande stärker als in der Mitte, wo gröfsere Puncte in gröfsern Entfer- 
nungen von einander stehen. Die häutige Einfassung des Segels ist schmal, durchsichtig 
und nur an den Rändern blau punctirt, am äufsern Rande stärker als am innern. Die 
Fangfäden sind dunkelblau und haben hellere Enden. 



174 

7. V. TROPICA, limho testae integro, angusto, coeruleo ; testa elong ata Immaculata, mem- 

brana coerulea obducta; crista vertice processu truncato; tentaculis apice coeru- 
leis. Taf. 15. Fig. 3. 

In der Aequatorial-Gegend des atlantischen Meeres. 

Der Körper 3£ Zoll lang und i| Zoll breit. Die uneingeschnittene dunkelblaue Rand- 
liaut ist im Verhältnifs zur Schaale sehr schmal, indem sie an der breitesten Stelle doch 
schmäler als die Schaale ist. Letztere ist 3f mal so lang als breit, ungefärbt und von 
einer bläulichen Haut überzogen, durch welche die Luftblasen weifslich durchscheinen. 
Das ebene Segel verlängert sich am Gipfel in einen kurzen, oben etwas ausgerandeten Fort- 
satz und ist von einer schmalen ungefärbten Membran eingefafst. Die Fangfäden sind an 
der Wurzel hellblau und werden gegen die Spitze hin dunkler. 

Diese Art zeigt grofse Aehnlichkeit mit der V. oblonga, ihre Schaale hat aber andere 
Verhältnisse, und ist, so wie die Segelhaut, anders gefärbt. 

Vielleicht soll Velella scaphidia Peron diese hier vorstellen, indem Fundort und 
Farbe übereinstimmen. 

8. V. PACIFICA, limho testae integro, membranaque testam obducenti interne coeruleis; 

crista triangulari, apice acuta, sulcis transversis , margine parallelis; tentaculis 
coeruleis. Taf. 14. Fig. 4. 

In der nördlichen Hälfte des stillen Oceans, im 25° N. Breite und 142° W. 
von Grw. in grofsen Schaaren beobachtet. 

Etwas über zwei Zoll lang und halb so breit. Sowohl die breite, am Rande unzer- 
theilte Randhaut, als auch die die Schaale überziehende Membran dunkelblau gefärbt 
Die Länge der ungefärbten Schaale verhält sich zur Breite wie 3 zu 1; die Furche, welche 
die Schaale in zwei Hälften theilt, kaum bemerkbar; das Segel ist im Verhältnifs zu seiner 
Lage recht hoch, im Ganzen dreieckig, indem es am Gipfel zugespitzt ist; an der Seiten- 
fläche desselben bemerkt man mehrere Querfurchen (gewöhnlich drei am deutlichsten), welche 
dem äufsern Rande des Segels parallel laufen. Betrachtet man das Segel von oben, so 
sieht man , dafs es auf einer S - förmig gekrümmten Linie auf der Schaale steht. Die Segel- 
haut schmal und bl als blau. Die Fangfäden bläulich. Die Saugröhren bräunlich violet. 



175 

9. V. indica, Umbo testete maximo, tnciso, coeruleo, ferrugineo punetato; testa Imma- 

culata, membrana ferrugineo -punctata obdueta; tentaculis coeruleis. Taf. 15. Fig. 5. 

Im südlichen Theile des indischen Meeres, im 30° bis 34° S. Breite und 315° 
bis 328° W. Länge. 
Körper anderthalb Zoll lang und halb so breit. Die Randhaut der Schaale auf jeder 
Seite viel breiter, als die Schaale, mit Einschnitten ; sie sowohl als die die Schaale über- 
ziehende Haut blau mit feinen braunen Puncten dicht bezeichnet. Schaale ungefärbt; die 
Länge verhält sich zur Breite wie 2$ zu 1. Das Segel niedrig, mit blauen sehr ästigen 
Gefafsen überzogen, seine Randhaut ungefärbt. Die untere Fläche der Schaale gelbbraun, 
die Saugröhren grau mit weifser Spitze. Die Fangfäden blau. 

10. V. antarctica, Umbo testae inciso coeruleo; testa Immaculata, membrana coerulea 
obdueta; tentaculis apice aurantiacis. 

Velella sinistra. Chamisso I. c. 363. T. 32. f. 1. 
Erste Velella, Kotzebue Entd. Reise 3. S. 200. 

Am Vorgebirge der guten Hoffnung. „, 

Länge über zwei Zoll, und anderthalb Zoll breit. Die Randhaut mit Einschnitten, 
dunkelblau, an einigen Stellen so breit wie die Schaale. Die breite Schaale ungefärbt und 
mit blauer Haut überzogen; die Furche, durch welche sie in zwei Hälften getheilt wird, 
sehr tief. Das Segel ist oben in eine Spitze verlängert, seine häutige Einfassung breit, und 
an den untern, die Schaale berührenden Enden dunkelblau gefärbt, im Uebrigen fast durch- 
sichtig. Die Fangfäden sind an der Wurzel blau, an den Enden röthlich-gelb. Auch diese 
Velella hat das Schicksal gehabt, dafs die Beschreibung und Abbildung Chamisso's die 
Lage der Schaale verkehrt angiebt; aus diesem Grunde konnte der dort gegebene Name 
auch nicht bleiben. 

Auch in der Südsee kommt eine ähnliche Art, wie diese, vor, die aber nicht hin- 
länglich beobachtet ist, um sie als eigene Art aufzustellen. Unter dem 30° N. Breite und 
200° W. Länge trafen wir auf dem Rurick Velellen an, die höchstens •§ Zoll lang waren; 
ihre Fangfäden waren am Ende gelb', die Randhaut nur am äufsern Rande dunkelblau ge- 
färbt. Diese ist die zweite Velella in Kotzebue's Entdeckungs-Reise 3. S. 200. 



176 

19. PORPITA. Lamarck. 

Corpus orbiculare , supra inerme. 
Tentacula marginalia trifariam glandulosa. 

Der Körper der Porpiten ist kreisförmig. Die ebenfalls zellige Schaale besteht aus 
einer ziemlich festen kalkartigen Substanz, an deren Oberfläche man kreisförmige und 
strahlenförmige Streifen in grofser Anzahl die Zellen von einander trennen sieht. An den 
untern Seiten stehen senkrechte Blätter ebenfalls strahlenförmig, die bei einigen Arten sehr 
schmal, bei andern sehr breit sind, daher der Körper denn flach oder kuglig wird. Die 
Schaale hat auf der Oberfläche keinen Kamm, ist am äufsern Rande mit einem schmalen, 
überall gleichbreiten häutigen Rande umgeben und an der untern Seite mit dreierlei Er- 
nährungsorganen versehen. In der Mitte steht eine grofse, einem Magen ähnliche Sau gröhre; 
diese ist von einer grofsen Anzahl kleinerer umgeben, welche die ganze untere Seite der 
Schaale bedecken , und am Schaalenrande stehen lange keulenförmige Fangfäden ausgebreitet, 
welche von sehr verschiedener Länge sind, und mit drei Reihen mehr oder weniger ge- 
stielten Saugnäpfen besetzt sind. 

Zwischen den Saugröhren sieht man noch eine grofse Anzahl besonderer Organe, 
welche wahrscheinlich Keimbehälter sind. Man sieht schleimige, mit weifsen Puncten be- 
setzte Kügelchen in abwechselnder Lage an eine feine mittlere Röhre gereiht. 

Was die Arten dieser Gattung anbetrifft; so kann man aus den Beschreibungen älterer 
Schriftsteller nicht ersehen, welche von den neuerlich zu unterscheidenden sie gemeint 
haben; auch sind solche unvollkommene ^Beschreibungen ohne Werth. Ich nehme hier nur 
die von Forskaol aus, welche so vollständig und genau sind, dafs sie nichts zu wünschen 
übrig lassen. 

Medusa Porpita, Linne amoen. acad. 4. p. 255. T. 3. f. 7 — 9. ist ein seiner 
Fangfäden beraubtes Exemplar der P. Umbella. Dasselbe ist Brug. Encycl. P. 90. Medusa. 
f. 3 — 5. und Gmelin Syst. N. 3153. Lamarck benennt dieselbe Beschreibung eines un- 
vollkommenen Thieres Porpita nuda, 1. c. 484. und Bosc tauft dasselbe Porptta indica 
I. c. 2. p. 155. 

Por- 



Porpita appendiculata. Bosc, Vers 2. p. 155. P. 18. f. 5. 6. Unter diesem 
Namen beschreibt Bosc ein von kleinen Cmstaceen verstümmeltes Exemplar, an dem von 
der Randhaut nur drei Stücke, und von den Saugröhren nur noch ein kleiner mittlerer Theil 
übrig geblieben ist. Man wagt es kaum, diese Behauptung aufzustellen, da sich der Ver- 
fasser rühmt, Gelegenheit gehabt zu haben, diese Thiere im offenen Meere und im Leben 
beobachtet zu haben; aber aus der ganzen Beschreibung der Gattung sieht man, dafs Bosc 
kein ganzes Thier gesehen, sondern nur dies einzige verstümmelte Exemplar beobachtet 
habe, so wie es zu verwundern ist, dafs er in der Holothuria denudata Forskaol's 
keine Porpita erkannt hat. 

■ - - ■ f!"~ * 

1. PORPITA MEDITERRANE A, testa supra convexa albida, limbo latitudme dimidiae testae ; 

tentaculis dimidia parte glandulis peduneulatis obsitis. 

Holothuria denudata. Forskaol Descript. 103. T. 26. f. L. I. 

■,,....,.. 

Holothuria nuda. Gmelin S. N. 3143. 



Phyllidoce denudata, Mode er I. c. 11 Band 190. 
Porptta glandifera. Lamarck I. c. 485. 
Medusa. Brug. Enc. PI. 90. f. 6. 7. 

- 

Im mittelländischen Meere. 

' - . ' BJsdpSE 3ol isril - .. 

Die von Forskaol beobachteten Exemplare maafsen ungefähr 8 Linien im Durch- 
messer. Die Schaale ist halb so breit, als der ganze Körper, an der Oberfläche etwas ge- 
wölbt und weifslich. Die Randhaut ist wie bei allen übrigen Arten dunkelblau ; am äufsern 
Rande bemerkte Forskaol auch die kurzen strahlenförmigen Linien, welche wahrscheinlich 
Muskelfasern sind. Der Magen und die mittlem Saugröhren sind weifslich, die übrigen 
bekommen, je näher sie dem Aufsenrande stehen, allmählig eine blaue Farbe. Die bläu- 
lichen Fangfäden sind an ihrer äufsern Hälfte mit drei Reihen ziemlich lang gestielter 
Saugknöpfe besetzt. Der letzte Saugknopf der untern Reihe befindet sich an der Spitze der 
Fangfäden und ist ungestielt. 

Ich habe mir die Freiheit genommen, dieser Art einen neuen Namen zu geben, weil 
Forskaol die Benennung in Bezug auf seine Velella gab. 



178 

2. P. RAMIFERA, testa supra convexa; limbo angustisstmo ; tentacults apt'ce laut um glan- 

dulis longe pedunculatis. Taf. 16. Fig. 3. 
Mein Bericht in der Isis 1825. XVI. Band. 

In der Südsee, in 18° N. Breite und 195° W. Länge. 

Das Thier hatte nur eine halbe Linie im Durchmesser. Die Schaale an der Ober- 
fläche an den Seiten gewölbt, in der Mitte abgeflacht; der mittlere Theil dunkelbraun , die 
Seitentheile hellblau, alles mit hellem Strahlen. Die blaue Randhaut sehr schmal. 

Die Schaale ist unten eben so viel gewölbt, als oben. Die hellblauen Fangfäden 
sind nicht keulenförmig, sondern an der Wurzel dicker und haben nur an ihrem äufsern 
Ende gewöhnlich vier sehr lang gestielte Saugknöpfe, und manche sind noch mit einem 
fünften kurzen versehen. . . 

3. P. GLOBOSA, testa globosa, supra disco. minimo coeruleo; tentacults lateribus testae 

insertis, glandulis subsessilibus. Taf. 16. Fig. 4. 

Mein Bericht in der Isis 1825. XVI. Band. ' . 

• 

Im atlantischen Meere in der Nähe der Cap - verdischen Inseln. 

Drei Linien im Durchmesser. Diese Art zeichnet sich durch die fast kuglige Form 
des Körpers aus. Der flache obere Theil der Schaale ist sehr klein, hat nur eine Linie im 
Durchmesser, eine dunkelblaue Farbe, und ungefähr 32 strahlenförmige Streifen. Die 
ziemlich breite Randhaut ist dunkelblau. Der übrige Theil des Körpers, welcher aus der 
eigentlichen Kugel besteht, hat die sehr stark nach unten und den Seiten verlängerten und 
erweiterten untern Blätter der Schaale zum Grunde. Die Schaale erweitert sich nämlich 
noch unter der Randhaut, indem hier die Seiten abwärts und auswärts sich wenden. 
Dieser Theil ist hellblau gefärbt und mit einer grofsen Anzahl von strahlenförmig stehen- 
den braunen Linien bezeichnet. An der breitesten Stelle des Körpers entspringen die Fang- 
fäden, welche fadenförmig sind, und an ihrer gröfsern äufsern Hälfte mit kaum gestielten 
fast aufsitzenden Saugknöpfen besetzt sind. Von dieser Anheftungsstelle aus verschmälert 
sich der Körper wiederum mit gewölbten Flächen. 

An dem einzigen eingefangenen Exemplaren bemerkte ich einen Fangfaden, welcher 
in der Mitte sehr verdickt und gefärbt, einen gelblichen Saft durchscheinen liefs. Der 
Magen und die Saugröhren gelblich, diese umgeben von einem braunen zottigen Ringe, aus 



179 - 

welchem noch feine weifse Fäden heraushingen. Dieser letztere ist wahrscheinlich ein ver- 
meintlicher Keimbehälter. 






4. P. Umbella , testa depressa , supra albescenti, laevi; tentaculis elevatis, glandulis 

subsessilibus. 
Medusa Umbella. Müller Beschäft. der Berl. Naturf. 2. p. 295. T. 9. F. 2. 3. 
Gmelin S..N. p. 3156. 

Phyllidoce Porpita. Mo de er 1. c. S. 192. 
Porpita glandifera. Mein Bericht in der Isis 1825. 
Porpita gigantea. Peron voyage PI. 31. f. 6. 
Lamarck 1. c. 485. 

Im atlantischen Meere, in den Aequatorialgegenden , und in der gemäfsigten 
Zone. 
Diese Art erreicht einen Durchmesser von einem Zoll. 1823 beobachtete ich in der 
Nähe der Cap-verdischen Inseln Exemplare von 1 — 8 Linien im Durchmesser. Die 
Schaale ist oben weifslich , ungefärbt, eben; die Randhaut breit und dunkelblau. Die Fang- 
fäden haben an ihrer äufsern dickern Hälfte Saugnäpfe, welche fast gestielt sind. Die 
innern Saugröhren sind weifs, die äufsern bläulich. 

5. P. COERULEA, testa depressa, supra obscure coerulea, radiis denticulatis ; tentaculis 

clavatis, glandulis subpedunculatis. Taf. 16. Fig. 5. 
Mein Bericht in der Isis 1825. 16. Band. 

In der Südsee, in den Aequatorialgegenden und bis zum vierzigsten Grade 
nördlicher Breite. 
Die gröfsten Exemplare messen einen Zoll im Durchmesser. Die ganz flache Schaale 
hat oben eine schwärzlich blaue Farbe und an den strahlenförmigen Streifen (deren ich 
zwei und vierzig gezählt habe) bemerkt man kleine Zacken der Länge nach. Die blaue 
Randhaut ist anderthalb Linien breit. Bei starker Vergröfserung erblickt man, dafs ihr 
aufserer Rand, welcher den fünften Theil des Ganzen beträgt, feine excentrische dunkler 
gefärbte Streifen habe, die man für Muskelfasern ansehen kann, durch welche sich die 
Randhaut auf- oder abwärts krümmen könne. Der übrige Theil der Randhaut erscheint 

Z 2 



180 

punctirt. Die bläulichen an der Wurzel walzenförmigen Fangfäden verdicken sich all- 
mählig gegen das Ende zu, werden hier dreikantig, und sind an ihrer äufsern Hälfte mit 
drei Reihen fast gestielter Saugnäpfe besetzt. Die Fangfäden haben eine verschiedene 
Länge: die längsten übertreffen den Durchmesser des Körpers, die kürzesten ragen nur so 
viel über die Randliaut hinaus, als diese breit ist. Ueberhaupt bemerkte ich an einem 
grofsen, ganz unversehrten Exemplare, welches ich mit einem weiten Gefafse von der 
Oberfläche des ganz ruhigen Meeres aufschöpfte, sieben Abstufungen unter den Fangfäden. 
Saugröhren weifslich und bläulich, wie bei der vorigen Art. Die muthmafsiichen 
Keimbehälter zwischen den Saugröhren haben das Ansehen von hellhornfarbigen 
Trauben. 



■ 



Erklärung der Abbildungen. 



Taf. 1. 
Fig. l.a. Der mittlere Theil des Körpers von Ceslum Najadis, in natürlicher Gröfse, die Seitentheile 
bei A. B. abgeschnitten. Der obere dickere Band zwischen A. und A., hier die Beihen der 
Schwimmblättchen G. G-. Der untere schmälere Band des Körpers zwischen B. und B. 

D. die vordem, C. die hintern Seitengefäfse. i 
L. die Fangfäden. 

E. die von den Fangfäden aufsteigenden beiden Gefäfse, welche bei 
M. einen Gefäfsring bilden; von diesem entspringen 

H. vier kurze aufsteigende Gefäfse. 

I. Der aus der Verdauungshöhle entspringende Wasserkanal, welcher durch den Gefäfsring 

M. geht und sich in 

K. der obern Grube mündet. 

F. Die Röhren, in welchen die Fangfäden sich befinden. 
N. Die Flüssigkeitsbehälter der Fangfäden. 

Fig. l.b. Eine Ansicht der Verdauungs- und Fangorgane nebst den hauptsächlichsten Gefäfsen von 
der schmalen Seite des Thieres gesehen, jedoch auch etwas von der breiten Seite, damit die 
Gefäfse einander nicht decken. 
O. O. Die Oeffnungen der B.öhren für die Fangfäden. 
P. Mundöffnung. 
Q. Q. Die langen Gefäfse unter den Beihen der Schwimmblättchen (welche mit G. G. in der 

vorigen Figur bezeichnet sind). 
K. Die beiden kurzen Kanäle, welche aus dem aufsteigenden Gefäfse H. zu entspringen 
scheinen; von der Theilungsstelle nimmt auch ein langes Seitengefäfs (C. oder D.) seinen 
, Ursprung. 
. S. Die gefalteten Blätter der Magenhöhle. 

Die übrigen Bezeichnungen wie in der vorigen Figur. 
Fig. 1. c. Eine Ansicht des mittlem dickern Körpertheiles von unten. 
B. B. Die schmalen Seitentheile des Körpers. 
T. T. Der dickere mittlere Theil desselben. 



182 

P. Die hier als grofse Spalte erscheinende Mundöffnung. 
L. und O. wie in den frühem Figuren. 
Fig. 2. Eucharis Tiedemanni, in natürlicher Gröfse. 

A. Mund. 

B. Eingang zur Grube, in welche sich der Wasserkanal öffnet 

C. Reihen der Fangfäden. 

D. Die vierkantigen Fortsätze. 

Taf. 2. 
Fig. 1 . a. Cydippe el/iptica, in natürlicher Gröfse. 

A. Mund. 

B. Oeffnung des Wasserkanales. 

Fig. l,h. Eine Ansicht desselben Thieres von dem Ende des Körpers, wo die Oeffnung des Wasser- 
kanales B. sich befindet. 

C. Die Ansicht der Röhren für die Fangfäden. 

Fig. 1. c. Der Körper von der Seite, der Länge nach durchschnitten, etwas vergröfsert. 

C. Der Flüssigkeitsbehälter für die Fangfäden. 

D. Die äufsere Oeffnung der 

E. Röhren für die Fangfäden. 

F. Magenhöhle. 

Fig. 1 d. Ein Stück von einer Reihe der Schwimmblättchen, wo 

G. G. die Schwimmblättchen weit von einander entfernt stehen. 
Fig. 2. Cydippe dimidiata, in natürlicher Gröfse. 

Fig. 3. Mnemia Schweizerin in natürlicher Gröfse. 

A. Mund. 

B. Grube des Wasserkanales. 

Fig. 4. Mnemia Kuhlii, in natürlicher Gröfse. 
Fig. 5. Calymma Trevirani, in natürlicher Gröfse. 

A. Mund. 

B. Wasserkanal. 

Fig. 6. a. Axiotima Gaedei, in natürlicher Gröfse, von einer breiten Seitenfläche betrachtet. 
Fig. 6. b. Dasselbe Thier von der untern Fläche. 
Fig. 7. Pandora Flemingii, stark vergröfsert. 

Taf. 3. 
Fig. l.a. Beroe punctata, in natürlicher Gröfse, mit geschlossener Mundöffnung. 
Fig. l.b. Dieselbe mit zurückgeschlagenen Mundrändern, an deren innern Fläche man das Ringgefäfs 
erblickt. 



183 

Fig. I.e. An derselben eine Ansicht in die innere Höhle A; man sieht das Ringgefäfs, von welchem 

die beiden Venenstämme B. nach hinten hin gehen. 
Fig. 1. d. Dieselbe der Länge nach aufgeschnitten. 

A. zeigt noch einen Theil der äufsern Fläche; an der Innern Fläche erblickt man die beiden 
grofsen Venenstämme mit vielen Zweigen. - 
Fig. 1. e. Von derselben Beroe ein Stück von einer Schvvimmblättchenreihe, mit Nebengefäfsen. 
Fig. 2. Ein Junges von derselben Beroe, sehr stark vergröfsert. 
Fig. 3. a. Medea rufescens, stark vergröfsert. 
Fig. 3. b. Von derselben ein Stück von einer Reihe der Schwimmblättchen. 

Taf. 4. 
Fig. 1. Sthenonia albida, um die Hälfte verkleinert, von der untern Seite vorgestellt; an der grofsen 
Figur sind B. die vier bandförmigen heraushängenden Keimwülste, C. die kurzen kegel- 
förmigen Arme, welche auch unter c. besonders, von der Seite abgebildet sind, 
b stellt einen der feinen Fangfäden vergröfsert dar, damit die beiden Reihen der Saugnäpfe 
deutlich zu sehen seyen. 

Taf. 5. 
Fig. 1 . a. Cyanea ferruginea , die eine Hälfte der Scheibe von der untern Seite , um die Hälfte 

verkleinert. 
Fig. l.b. Die Magensäcke derselben in natürlicher Gröfse. 
Fig. 2. Cyanea Lamarckii, in natürlicher Gröfse, von oben. 

Taf. 6. - 
Fig. 1. Pelagia cyanella, in natürlicher Gröfse. 
Fig. 2. a. Pelagia panopyra, die eine Hälfte der Scheibe von der untern Seite, in natürlicher Gröfse. 

A. Die Magenhöhle , in welche die langen Saugröhren hineinragen, die an den Keimwülsten 
befestigt sind. 

B. B. Die Nebensäcke des Magens. 

Fig. 2. b. Der Wurzeltheil eines Fangfadens von demselben Thiere, stark vergröfsert, um die Längs- 
streifen darzustellen, welche die Muskeln andeuten. 
Fig. 3. Pelagia flaveola , in natürlicher Gröfse, die Scheibe von oben. 
Fig. 4. Medusa globularis, zwei Arme und die Mundöffnung derselben in natürlicher Gröfse. 

A. Der Mund. 

B. Zapfenförmiger Fortsatz „der mittlem Scheibenmasse, welcher zur Mundöffnung her- 
ausragt. 

C. Die Arme, deren jeder zwei seitliche Fortsätze hat. 

Taf. 7. 
Fig. l.a. Pelagia diseoidea, in natürlicher Gröfse. 



184 

Fig. l.b. Drei Nebensäcke des Magens und drei Fängfäden derselben. 

Fig. 2. Chrysaora hysoscella, zwei Nebensäcke des Magens nebst Fangfäden in natürlicher Gröfse. 

Fig. 3. Chrysaora lactea, die Nebensäcke des Magens von der halben Scheibe, in natürlicher Gröfse. 

Bei dieser Zeichnung mufs ich bemerken, dafs die Randlappen der Scheibe und die Fang. 

fäden sehr genau beobachtet sind, dafs dagegen die Gestalt der Nebensäcke' nicht zuverlässig 

ist, weil dieselbe nicht genau gezeichnet worden. 

Taf. 8. 
Fig. 1. Ephyra oclolobala, sehr stark vergröfsert; die natürliche Gröfse ist beigefügt. 
Fig. 2. Cytaeis tetrastyla, stark vergröfsert. Eine kleine Nebenfigur zeigt die natürliche Gröfse. 
Fig. 3. a. Tima ßavilabris, in natürlicher Gröfse. 

Fig. 3. b. Ein Theil des ringförmigen Kanales der Verdauungsorgane, am Rande der Scheibe, vergröfsert, 
von derselben. 
A. Einer der vier breiten Seitenkanäle. 
Fig. 4. MelicerUim penicittatum , in natürlicher Gröfse. 
Fig. 5. Eurybia exigtia, stark vergröfsert; die kleine Nebenfigur zeigt die natürliche Gröfse. 

Taf. 9. 

Fig. 1. Aequorea ciliata, etwas verkleinert. 

Fig. 2. a. Cunina campanulata , in natürlicher Gröfse. 

Fig. 2. b. Von derselben zwei Nebensäcke des Magens A. A. nebst einem Tlieil des Scheibenrandes B. 

Fig. 3. a. Cunina globosa , in natürlicher Gröfse. 

Fig. 3. b. Dieselbe von der untern Seite, etwas vergröfsert. Man sieht in der Mitte den Mund, dann 
folgt der einfache Rand der Scheibe , nach aufseh von diesem ein anderer zerlappter Rand, und 
bemerkt endlich, wie die Fangfäden sich gleichsam durch die Scheibenmasse durchbohren. 

Fig. 3. c. Dasselbe Thier auch von unten und eben so vergröfsert, der Scheibenrand ist aber so ausge- 
breitet, dafs man die Gestalt des Magens deutlich sehen kann. 

Taf. 10. 
Fig. l.a. Polyxenia cyanostyh's, in natürlicher Gröfse von der Seite. 
Fig. 1. b. Dieselbe von unten. 

A. Der Mund. 

B. Die herabhängenden mit Falten versehenen Theile des Magens. 
Fig. 1 . c. Ein solcher Theil des Magens vergröfsert. 

Fig. 2. Aequorea globosa, in natürlicher Gröfse. 
Fig. 3. a. Aegina rosea, in natürlicher Gröfse von oben. 
Fig. 3. b. Von demselben Thiere, vergröfsert : 
A. Der Wurzeltheil eines Fangfadens. 

'.'.., B. die 



185 

B. Die blasenartige kegelförmige Verlängerung desselben in die Scheibenmasse hinein. 

C. Ein Streifen , der sich an der Scheibenmasse unter jedem Fangfaden befindet. 

Taf. 11. 

-, - i • 

Fig. 1. Geryonia bicolor, in natürlicher Gröfse. 

Fig. 2. Geryonia rosacea, in natürlicher Gröfse. 

Fig. 3. a. Mesonema abbreviata , von unten in natürlicher Gröfse. 

Fig. 3. b. Dieselbe von der Seite. 

Fig. 4. a. Aegina. citrea , von der Seite, in natürlicher Gröfse. 

Fig. 4. b. Dasselbe Thier von unten, wo der trichterförmige Mund zu sehen ist. 

Fig. 4. c. Zwei Fangfäden von demselben, mit ihren Flüssigkeitsbehältern A. an der Wurzel. 

Taf. 12. - 

Fig. 1. Eudoxia Bojani, sehr stark vergröfsert. 

Fig. ' 2. Eudoxia Lessonii, ebenfalls. 

Fig. 3. a. Ersaea Quoyi, in natürlicher Gröfse. 

Fig. 3. b. Von derselben das Saugröhrenstück vergröfsert. 

A. Saugröhre. 

B. Die eingezogenen und zusammengehäuften Fangfäden. 

C. Die hervorstehende Schwimmhöhle. 

D. Der in der Thiermasse befindliche Flüssigkeitsbehälter. 

Fig. 3. c. Von derselben das Schwimmhöhlenstück stark vergröfsert, von vorn. 

Fig. 3. d. Derselbe Theil von der Seite, die Höhle zum gröfsten Theile mit Keimbläschen angefüllt. 
Bei A. befindet sich die Furche, in welcher die Saugröhre hervortritt. 

Fig. 4. Ersaea Gaimardi, stark vergröfsert. 

A. Saugröhre. 

B. Die kleine hervorstehende Schwimmhöhle des Saugröhr enstückes. 

- C. Die Schwimmhöhle des Schwimmhöhlenstückes. 

Fig. 5. a. Aglaisma Baerii, beide Thierstücke im Zusammenhange, in natürlicher Gröfse. 

Fig. 5. b. Das Saugröhrenstück desselben Thieres, stark vergröfsert. 

A. Saugröhre. 

B. Schwimmhöhle. 

Fig. 5. c. Das Schwimmhöhlenstück desselben; die Höhle ist zum Theil mit Keimbläschen 
angefüllt. 

A a 



186 

Fig. 6. a. Diphyes anguslata , in natürlicher Gröfse. 

A. Flüssigkeitsbehälter. 

B. Die Höhle, in welcher ein Theil des Schwiramhohlenstückes eingefügt ist. 

C. Die .Schwimmhöhle des Saugröhrenstückes. 

D. Das Schwimmhöhlenstück. 

E. Dessen Schwimmhöhle. 

Fig. 6. h. Ein Theil des Nahrungskanales mit drei Saugröhren, stark vergröfsert. 

A. Saugröhre. 

B. Die durchsichtige knorplige Schuppe, unter welche die Saugröhre und der zerästelte 
Fangfaden verborgen werden können. 

C. C. Der Nahrungskanal. 

Fig. 6. c. Ein Zweig von einem Fangfaden, noch stärker vergröfsert. 

Fig. 7. a. Diphyes appendiculala, das Saugröhrenstück, vergröfsert. 

A. Der grofse Flüssigkeitsbehälter. 

B. C. D. Umfang der Höhle, in welcher die Ernährungsorgane und ein Fortsatz des 
Schwimmhöhlenstückes aufgenommen werden. 

E. Schwimmhöhle. 

Fig. 7. b. Von derselben Art das Schwimmhöhlenstück, in gleichem Maafse vergröfsert. 

'.: Taf. 13. 
Fig. 1 . a. Agalma Okenii^ in natürlicher Gröfse , von der Seite gesehen , wo man zwei Reihen 
Schwimmstücke erblickt. 

Fig. l.b. Dieselbe von einer andern Seite, so dafs man nur eine Reihe . Schwimmstücke sieht, und in 
deren Mitte die Oeffnung der Schwimmhöhle. 

Fig. 1. c. Ein Schwimmstück in natürlicher Gröfse, aus der Mitte der Säule. 

Fig. 1. d. Ein gleiches vom obersten Theile der Säule. 

Fig. 1 . e. Ein Schuppenstück desselben Thieres in natürlicher Gröfse. 

Fig. 1. f. Ein anderes Sehuppenstück. 

Fig. 2. a. Apolemia uvaria, der ernährende Körpertheil mit den dunkelgefärbten langen Flüssigkeit«, 
behältern an der Wurzel der Fangfäden und den keulenförmigen Schupp entheilen unter den 
Saugröhren. 

Fig. 2.b. Von demselben Thiere ein keulenförmiger Körper, vergröfsert. 

Fig. 2. c. Ein anderer keulenförmiger Körper. 

Fig. 2. d. Ein Stück eines Fangfadens desselben Thieres, stark vergröfsert. 



, . 187 

Fig. 2. e. Fünf Schwimmstücke desselben Thieres nach einer Zeichnung von Lesueur, in natürlicher 
Gröfse. 

Fig. 3. a. Rhizophysa Peronii, der ernährende weiche Leib, vergröfsert. 

Fig. 3. b. Ein Schwimmstück desselben Thieres von oben, vergrößert. 

Fig. 3. c. Dasselbe von der Seite betrachtet, wo die Oeffnung der Schwimmhöhle sich befindet. 

Fig. 4. a. Agalma. Der weiche Leib einer vierten Art, von welcher die harten Theile noch unbe- 
kannt sind. 

Fig. 4. c. Ein keulenförmiges Organ an der Spitze einiger Zweige der Fangfäden , von demselben 
Thiere, stark vergröfsert. 

Fig. 4. b. Ein anderes viel häufigeres keulenförmiges Organ an der Spitze der Zweige von den Fang- 
fäden, stark vergröfsert. 

Taf. 14. 
Fig. 1. PJiysalia Caravella, ein kleines Exemplar in natürlicher Gröfse. Die Fangfäden ab- 
gekürzt. 

Fig. 2. Physalia utriculus^ in natürlicher Gröfse, mit abgekürzten Fangfäden. 
Fig. 3. Von derselben Art ein abweichendes Exemplar. 

Taf. 15. 

Fig. 1. Velella septentrionaUs, in natürlicher Gröfse. 

Fig. 2. a. Velella caurina, in natürlicher Gröfse. v 

Fig. 2.b. Ein Stück der häutigen Einfassung des Segels von derselben Art, vergröfsert. 

Fig. 3. Velella tropica , in natürlicher Gröfse. 

Fig. 4. a. Velella pacißca, in natürlicher Gröfse, von oben. 

Fig. 4. b. Dieselbe Art von der Seite. 

Fig. B. Velella indica, in natürlicher Gröfse. 

Taf. 16. 
Fig. l.a. Rataria cor data , von der Seite bei ausgestrecktem Kamme, vergröfsert. 
Fig. 1. b. Dieselbe von oben. 

Fig. 1. c. Dieselbe von der Seite, bei eingezogenem Kamme. 
Fig. 1. d. Dieselbe von der untern Fläche, noch mehr vergröfsert. 
Fig. 2. Rataria milrata, von der Seite, stark vergröfsert. 

A a 2 



188 

Fig. 3. a. Porpita ramifera, von oben, stark vergröfsert. 

Fig. 3. b. Dieselbe von der Seite, mit nur wenigen Fangfäden. 

Fig. 4. a. Porpita globosa, von oben, in natürlicher Gröfse. 

Fig. 4. b. Der Körper derselben vergröfsert, von der Seite, mit einigen Fangfäden und Saugröhren. 

Fig. 5. a. Porpita coerulea, in natürlicher Gröfse, von oben. 

Fig. 5. b. Ein Stück der häutigen Einfassung des Körpers derselben, stark vergröfsert. 






Register 



Register der Gattungen. 



Anm. Bei den hier angenommenen Gattungen steht die Seitenzahl angegeben; beidencursiv gedruckten 
Synonymen aber werden die Gattungen angegeben, unter welchen sie zu finden sind. 
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Abyla . . . . . .. ;■'.-." 

Actinia s. Milcertum. 
Aegina . . ... 

Aequorea . . . . . . 

Aequorea s. Mesonema, Aegina, Polyxenia, 

Berenice. 
Agalma 

Agfa ja s. Aglaisma. 
Aglaisma . . . . .... 

Agfaura s. Bataria. 

Apolemia . . . . . 

Arethusa s. Physalia. 

Athorybia . .1 

Aurelia s. Medusa, Pelagia, Chrysaora. 

Axia s. Axiotima. 

Axiotima . . . . . . 

Berenice . . . . -, . 
Beroe . . . . 

Beroe s. Callianira, Cydippe, Medea. 

Callianira . . . .'-.». 

Callianira s. Mnemia. 

Callirhoe ....... 

Calpe s. Abyla. 

Calymma . . . . . 

Cassiopea . '.. . ... 

Cassiopea s. Bhizostoma. 

Cephea ....... 

Cepheä s. Bhizostoma. 
Cestum ... - . 

Chrysaora . . • . 



Seite 
130 

113 

108 



150 



129 



143 



153 



34 

120 

35 

28 

101 

33 

42 

55 

21 

78 



Seite 



Cuboides s. Cymba. . , 

Cuneolaria s. Agalma. 

Cunina . . . . . • • 

Cupulila s. Epibulia. 

Cuvieria s. Berenice. 

Cyanea . . , . . 

Cyanea s. Medusa, Pelagia, Chrysaora. 

Cydippe . . . ... 

Cymba 

-Cyslisoma s. Physalia. 
Cytaeis . . . ' . . . . 104 

Dagysa s. Diphyes. 
Dianaea . . . . . . 90 

Dianaea s. Pelagia, Geryonia, Saphenia, Eirene, 

Limnorea, Linuche, Oceania, Thaumantias, Me- 

licertum. 
Diphyes . . ..,;'. . . . 135 
Discolabe . . . . . . • 155 

Eirene 94 

Enneagomim s. Cymba. 

Epibulia i .148 



116 



67 

24 
133 



Ephyra . " . _ 
Ersaea 
Eucharis 
Eudora 
Eudoxia 

Euriale s. Ephyra. 
Eurybia 

Evagora s. Bhizostoma. 
Favonia . ^ . 
Foveolia s. Aequorea. 



83 
127 

29 
120 
125 

118 

16 



B b 



190 

Seite Seite 

Geryonia ..... 86 Physalia 157 

Geryonia s. Saphenia. Phy sah's s. Physalia. 

Gleba s. Hippopodius. Physophora 144 

Hippopodius . . . . 146 Physophora s. Apolemia, Epibulia, Athorybia, 

Hololhuria s. Physalia, Velella, Porpita, Physalia. 

Idya s. Cydippe. Pleurobranchaea s. Cydippe. 

Linuche . 91 Polyxena ... . . - . . . H8 

Lyranorea 95 Ponlocardia s. Agalma. 

Medea . . . - . . . 38 Porpita \ . 170 

Medusa . . . . _ . . . 61 Pyramis s. Eudoxia. 

3Iedusa s. Cydippe, ßeroe, Discolabe, Physalia, Rataria 166 

Rataria, Velella und die meisten Gattungen der Rhizophysa 147 

Discophorae. Rhizophysa s. Epibulia, Athorybia, Discolabe. 

Melicerta s. Eirene, Melicertum. Rhizostoma . . . . . . 45 

Melicertum . . . . « ._^ 105 Rosaceas. Calpe. 

Melüea s. Rhizostoma. Salacia s. Physalia. 

Mesonema . . . . . . 112 Satpa s. Eudoxia, Abyla, Diphyes. 

Mnemia . ... ... 31 Saphenia 92 

Obelia s. Discolabe. Stephanomia 155 

Oceania . . . - . . . . 97 Stephanomia s. Apolemia, Agalma. 

Oceania s. Eirene. - Sthenonia 59 : 

Ocyroe s. Rhizostoma. Tetragonum s. Aglaisma. 

Orythia s. Rhizostoma, Geryonia, Favonia. Thalia s. Physalia. 

Pandora . . ... . . 39 Thaumantias 102 

Pelagia ....... 72 Tima . . . . . . . - . 103 

Pelagia s. Linuche. Velella 16S 

Phorcynia . ' . . . . . 107 Volvox s. Cydippe. 
Phyllidoce s. Velella, Porpita. 



Gedruckt bei Johann Friedrich Starcke. 



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