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Full text of "Texte und Untersuchungen zur Geschichte der altchristlichen Literatur"

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TEXTE UND ÜNTEESÜCHÜNGEN 

ZUR GESCHICHTE DER 

ALTCHRISTLICHEN LITERATUR 

ARCHIV FÜR DIE VON DER KIROHENVÄTER-COMMISsioN^ ' 
DER KÖL. PREüSSISCHEN AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN UNTERNOMMENE 
AüSÖABB DER ÄLTEREN CHRISTLICHEN SCHRIFTSTELLER 

HERAUSGEGEBEN VON 

OSCAR voH &EBHABJ)T und ADOLF HARNACK 

NEUE FOLGE ACHTER BAND 

DER GANZEN REIHE XXni. BAND 




LEIPZIG 

J. C. HINRICHS'scHE BUCHHANDLUNG 

1903 



INHALT DES 8. BANDES DER NEUEN FOLGE 

(DER GANZEN REIHE XXm. BAND) 

GeflToken, Johannes, Komposition und Entetehungszeit der Oracula \ o a ^ 
Sibyllina. IV, 78 Seiten. 1902. / 

Harnaok, Adolf, Über verlorene Briefe und Aktenstücke, die sich 
aus der Cyprianischen Briefsammlung ermitteln lassen, 
n, 45 Seiten. 1902. 

Klottermann, Erioh, Eusebius" Schrift nsQl x(bv zonucGjv öyo/id' 
tmv x(av iv rg &€ta ygatpy, 28 Seiten. 1902. 

Bonwetsch, G. Nathanael, Hippolyt's Kommentar zum Hohenlied 
auf Grund von N. Marb's Ausgabe des grusinischen Textes 
herausgegeben. 108 Seiten. 1902. 

Greosmann, Hugo, Studien zu Eusebs Theophanie. XI, 154 und ^ „ » o 

69 Seiten. 1903. / 

Janssen, Radulph, Das Johannes-Evangelium nach der Paraphrase j 

des Nonnus Panopolitanus mit einem ausführlichen kritischen > Heft 4 
Apparat herausgegeben. IV, 80 Seiten. 1903. J 



Heft 2 



A* V.- ^ 



KOMPOSITION UND ENTSTEHUNGSZEIT 



DER 



ORACÜU SIBYLLmA 



VON 



JOHANNES GEFFCKEN 




LEIPZIG 

J. C. HINBICHS'scHE BUCHHANDLUNG 

1902 



TEXTE UND UNTERSUCHUNGEN 
ZUR GESCHICHTE DER ALTCHRISTLICHEN LITERATUR 

ARCHIV FÜR DIE VON DER KIRCHENVÄTER-COMMISSION 

DER EOL. PREDSSISCHEN AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN UNTERNOMMENE 

AUSGABE DER ÄLTEREN CHRISTLICHEN SCHRIFTSTELLER 

HERAUSGEGEBEN VON 

OSCAR V. QEBHARDT und ADOLF HARRACK 
NEUE FOLGE. VUI. BAND, 1. HEFT. 



Vorbemerkung. 

Einer Vorrede bedarf das zur Ausgabe gehörige Heft; der 
Texte und Untersuchungen natürlich nicht, aber ein paar kurze 
Worte sind doch vonnöten. Man erwarte in dieser Arbeit über 
die Komposition und Entstehungszeit der Oracula Sibyllina nichts 
mehr als was der Titel sagt, keine Geschichte der Sibyllistik 
überhaupt. Hätte ich diese schreiben wollen, ein Unternehmen 
beginnen, das durchaus möglich wäre, wenn es auch heutzutage 
Sitte ist, diese und jene historische Aufgabe als noch nicht reif 
zu bezeichnen, so hätte diese Arbeit etwa sechsmal so umfang- 
reich werden müssen. Gewiss würde das mehr Aufschlüsse 
ergeben haben, als sie mir so geworden sind; das Buch hätte 
aber dann seinen bescheidenen Zweck, der Lektüre der eigent- 
lichen Oracula zu nützen, verfehlt. Die Studien über das grie- 
chische Orakel, orientalische Weissagungen, endlich über den 
Zusammenfluss beider und die daraus sich ergebende Entstehung 
neuer Organismen im Morgen- und Abendland werden ja eifrig 
genug betrieben und zeitigen eine schöne Frucht nach der 
anderen;^) diesen Forschungen kann mein Buch am besten 
dienen, wenn es sich auf beschränktem Raum hält und sich hier 
bemüht, in seiner Art ein Ganzes zu sein. — Dass mit dem 



1) Soeben noch emfange ich Eampers' Werk: Alexander der Grosse 
und die Idee des Weltimperiums in Prophetie und Sage. 



IV Vorbemerkung. 

historisclien Buche über die Sibyllen der Juden und Christen 
die Ausgabe untrennbar verbunden bleibt, habe ich in der Ein- 
leitung zur Ausgabe bemerkt. 

Zu besonderem Danke haben mich auch bei der Drucklegung 
dieses Heftes i/?ieder meine Freunde C. Schultess und A. Möller 
durch gütige Korrektur der Bogen verpflichtet. 

Hamburg, im Januar 1902. 

J. Geffcken. 



Buch m. 

Bevor ich meine Ansichten über das anerkannt älteste Buch 
der Sibyllinen darlege, muss ich eine Bemerkung machen, die 
ich bitte, mir nicht als Anmassung auszulegen. Ich muss nämlich 
bekennen, dass ich aus der übrigens nicht sehr umfangreichen 
Litteratur sowohl über dies dritte Buch, als auch über die meisten 
anderen Terhältnismässig wenig gelernt habe. Die Oracula sind 
immer ein Stiefkind der phüologisch-historischen Forschung ge- 
wesen; die Theologen haben sie lediglich von ihrem manchmal 
einseitigen Standpunkte aus betrachtet, die Philologen sind an 
ihre Erforschung mit ganz ungenügendem theologischen und 
historischen Werkzeug herangegangen; beide ferner haben mit 
ganz wenigen Ausnahmen darin gefehlt, dass sie das Problem 
der Oracula zu losen glaubten, ohne auch selbst den Text zu 
konstituieren. Die sogenannte höhere Kritik aber lässt sich 
nirgends weniger als hier ohne die niedere betreiben, ja, besser 
gesagt, nirgends sieht man klarer, dass es diesen mechanischen 
Unterschied zwischen Hoch und Niedrig am Hofe der Wissen- 
schaft überhaupt nicht giebt. Darum nun, weil ich mir, freilich 
auf allernachdrücklichste Weise von Professor U. v. Wilamo- 
witz-MöUendorff unterstützt, selbst habe den Text machen 
müssen, selbst den Sprachgebrauch feststellen, die litterarische 
Überlieferung verfolgen, glaube ich hier mancher Stützen, die 
sonst da notwendig sind, wo mehr Vorarbeiten existieren, ent- 
raten zu dürfen. Dass von diesem Urteil natürlich solche Männer, 
wie der gar nicht genug zu preisende Alexandre und der 
ebenso gründliche wie geistvolle Mendelssohn ausgenommen 
sind, brauche ich wohl nicht erst zn sagen. 

Ein Fundament für die Untersuchung über das 3. Buch 
habe ich mir seiner Zeit zu legen versucht durch meine Abhandlung 

Texte n. Untersuchungen. N. F. Till, 1. 1 



2 J. Geffcken, Die Oracula Sibyllina. 

über die babylonische Sibylle.^) Ich glaube kaum, dass sich 
gegen dies Ergebnis, das übrigens schon versteckt vorhanden 
gewesen war, 2) viel wird einwenden lassen. Es empfiehlt 
sich jedenfalls durch Einfachheit Die Nachricht also vom 
Turmbau und der Sprachenverwirrung, sowie die von der bero- 
sischen Sibylle nach Euhemeros erzahlte Sage von Eronos, Titan, 
lapetos ist von der 3. Sibylle übernommen (V. 97 — 154) und 
nur aus den sonst überlieferten O^eol der Judengott hergestellt 
worden. Der Vorgang ist ein durchaus organischer. Man 
fand die alten jüdischen Erzählungen in der babylonischen 
Sibylle wieder, der Euhemerismus machte aus den Göttern 
Könige: das zog den Israeliten an. Im jüdischen Volke erlosch 
das Prophetentum: man war sich dessen bewusst und hoffte im 
stillen auf das Auftreten eines Gottesmannes (I Maccab. 9, 27. 
4, 46. 14, 41).^) Da er nicht kam, so suchte und fand man in 
einem litterarischen Zeitalter Ersatz durch die Fortsetzung der 
sibyllinischen Weissagungen. 

Die Rationalisten nennen das Trug, allenfalls einen mit dem 
vergebungsvollen Epitheton „fromm" bezeichneten. Aber ganz 
abgesehen davon, dass damit alle Ekstase gerichtet wäre, ein guter 
Teil unseres religiösen Empfindens zum Blendwerke wurde, hat 
auch die vielgerühmte Ratio derer, die sich nach ihr nennen^ 
hier völlig Unrecht Denn was lag dem Israeliten näher, wenn 
er die Sprüche der Babylonierin las, wenn er mit heiliger Scheu 
glaubte, hier das die Geheimnisse der Gottheit ahnende Stammeln 
selbst der Heiden zu vernehmen, was lag ihm näher, als nun 
selbst auch sich hineinzuleben in diese Anschauungskreise, die in 
mancher Beziehung so wenig von den seinigen abwichen. Auch 
die Sibyllen verlangten vom Menschen, dass er mit Opfern die 
Gottheit versöhne, genau gaben sie an, wieviel der Opfertiere 
der Staat den Göttern spenden müsste, um ihres Segens teilhaftig 
zu werden. Auch ihr Ton erinnerte ein wenig an die Propheten- 
rufe; das häufige Wehe über Länder und Städte brachte dem 
Israeliten nahe, was seine Seher über Babylon und Ägypten 

1) Nachrichten der K. Gesellschaft der Wissenschaften zu Göttingen. 
1900. S. 88ff. 

2) Gruppe: Die griechischen Kulte und Mythen in ihren Beziehungen 
7.ur orientalischen Religion. G77ff. 

3) Freudenthal, Hellenistische Studien. 132 f. 



Komposition und Entstehongszeit. Bach III. 3 

Terheissen hatten. Dazu hatte die Stoa die Israeliten schnell für 
sich gewonnen. Der Hymnus eines Kleanthes, er klang fast wie 
ein Psalm zu Jahves Preis; wie leicht konnte Ahnliches Eingang 
in die Sibyllen finden. Und verkündete nicht überall die Stoa 
den Ruhm der Mantik? — Nein, die Entwicklung, die das 
jüdische Empfinden in dieser hellenischen Form nahm, ist kein 
Trug, nicht einmal ein frommer, sondern ist ein völlig organisches, 
historisches Gebilde, und nur als solches kann es und darf es 
verstanden werden. 

Die babylonische Sibylle wird auch mit der persischen zu- 
sammengeworfen. In jenem ältesten datierbaren Sibyllenindex 
des Varro (bei Laktanz I 6, 8) wird an erster Stelle die per- 
sische genannt, die babylonische kennt der römische Antiquar 
nicht; beide vereinigen die griechischen Indices.') Diese per- 
sische Sibylle soll nun nach Nikanors Zeugnis von Alexander 
dem Grossen geredet haben. Eine wirklich persische Sibylle, 
d. h. eine solche, die so that, als ob sie eine Perserin sei, konnte 
dem grossen König natürlich nur abgeneigt sein. Die Erythräerin 
hatte (Strabo 814 vgl. 645) loyal Alexanders Göttlichkeit aner- 
kannt, die Perserin musste sich gerade gegen dies Dogma wenden, 
und so ist es nicht ganz unmöglich, dass die VV. III, 381—387 
der persischen Sibylle entstammen.^) 

Hatte Berossos die Griechen belehren wollen, wie imendlich 
viel älter und ehrwürdiger die Kultur seiner Nation als die 
griechische sei, so erhob die babylonische Sibylle im gleichen 
Sinne den Anspruch darauf, die älteste aller Prophetinnen zu 
sein. Die Erythräerin sagte von sich: Jtäöav ijtl x^op lßi]v,'^) 
von Erythrä aus hatte sie die Welt erobert. Ebenso will die 
fiabylonierin von Babylon aus ihren Zug angetreten haben 
(III, 809 f.): 

xavxa Cot ^AöCVQlrjg BaßvXcovia rd^Ba fiaxga 
olCvQOfiaiffjg JtQoXcxovOay ig ^EXXaöa JtBfiJto/iSvov jivq 
Jtäci jtQOiprjrevovöa d-eov fifjvlfiaTa d-vrirotg 



1) Deren Quellen m. £. vor Varro, der nur kompiliert, lagen. 

2) Über die ganze Sibyllendichtung vgl. meinen Aufsatz in den Freuss. 
Jahrb. 1901. S. 193 fif. 

3) V. 10 ihres erythräi sehen Epigramms. Mitteilungen des archäol. 
Instituts in Athen. 1892. S. 21. (Buresch.) 

1* 



4 J. Geffcken, Die Oracüla Sibyllina. 

Wieweit diese Sprüche der Babylonierin gegangen sind, 
wieviel sie von früherem Sibyllengate aufgenommen haben, 
lasst sich in keiner Weise mehr sagen. Es scheint jedoch, 
als ob die Juden, nachdem sie in der Babylonierin eine 
Zeugin Gottes gefunden und sie in monotheistischem Sinne 
umgearbeitet hatten, auch noch im gleichen Glauben die 
Erythräerin benutzten. Nach V. 811 ist etwas ausgefallen, 
wie Blass') sehr wahrscheinlich yermutet, der Name Sambethe. 
Dann fahrt die Sibylle weiter fort (813 f.): „und in Hellas 
werden mich die Menschen nennen als aus einem anderen Vater- 
lande, aus Erythrä stammend, eine schonungslose^ Wozu dies 
hier angeführt wird, scheint mir klar. Hätte die alte Babylonierin 
dies geschrieben, so müsste sie fortfahren: das ist aber alles Lug 
und Trug, ich bin die älteste. Hier aber fahrt die 3. Sibylle, 
nachdem sie noch eine andere Genealogie (8 14 f.) angefahrt, fort' 
mit einer Selbstrechtfertigung, dass einst alles sich als wahr 
herausstellen werde, wenn auch die Menschen jetzt noch sie eine 
Lügnerin nennen (816ff.). Das ist, wenn auch kein schroff direkter 
Widerspruch gegen den erhabenen Ton der Babylonierin, doch 
auch keine eigentliche Fortsetzung. Es scheint mir demnach, 
dass nach 811 absichtlich der Name der babylonischen Sibylle, 
sehr wahrscheinlich auch noch ihre Ableitung von Berossos (vgl. 
meine Anmerkung zu Y. 809 — 814) ausgebrochen wurde, und 
dass man dann die Verschmelzung erythräischer Sprüche mit 
denen der Babylonierin in dieser Weise ungeschickt genug be- 
gründete: andere nennen mich die Erythräerin.'^) Dass aber eine 
erythräische Sammlung benutzt worden ist, wird unten noch 
gezeigt werden. 

Diese Verschmelzung nun, die ich als sicheres Faktum 
betrachte, ist wohl kaum von den Juden sofort vorgenommen, 
sondern längere Zeit, nachdem sie die Babylonierin kennen gelernt 
und in monotheistischem Sinne umgearbeitet hatten, werden sie 
auch einmal zur Erythräerin gegriffen haben, um diese dann 
noch auf ihre Weise zu ergänzen. Natürlich entziehen sich alle 
diese Vorgänge im einzelnen unserer Berechnung, auch kommt 

1) Kaatzscfa, Die Apokryphen und Pseudepigrapben des Alten Testa- 
ments. II, 181. 

2) Auch Laktantius I (i, 13 drückt sich sehr unklar über dies Ver- 
hältnis ans. Er hatte also unseren verstümmelten Text 



Komposition und Entstehangszeii Buch III. 5 

es darauf vorläufig gar nicht an. Denn es gilt hier mehr als 
sonst, noch nicht alles wissen zu wollen, sondern erst einmal 
grössere Thatsachen zu erkennen, grosse Gruppen zu scheiden. 

Zunächst konmien hier allerdings nach der Babylonierin 
keine erythräischen Orakel in Betracht, sondern die berosische 
Sibylle scheint erst durch Prophezeiungen aus der Zeit des 
Antiochos Epiphanes erweitert worden zu sein. Eine Anzahl 
Orakel löst sich aus als in jener Epoche entstanden. Freilich fehlt 
ihnen jede apokalyptische Fantasie, jeder ekstatische Hass, wie 
solches z. B. das 5. Buch nach Jerusalems Zerstörung in wirklich 
ergreifender Weise zeigi Die Stimmung ist schon ruhiger 
geworden, d. h. die Orakel sind nicht in den Syrerkriegen selbst 
entstanden. — Zu diesen Antiochos-Orakeln nun gehören die 
VV. 314—318, 608—615. Es ist hier einerseits von Ägyptens 
Not und Untergang in der 7. Generation der Könige, d. h. unter 
Ptolemaios Physkon^) die Rede, anderseits von dem Siege des 
grossen asiatischen Königs, wenn der siebente König über Ägypten 
herrscht. Freilich passt dies letztere Stück in keiner Weise in 
den übrigen Zusammenhang, da nach dem Siege des verhassten 
Syrerkönigs ein Jude doch unmöglich das Ende der Dinge heran- 
nahen lassen konnte.^) Immerhin aber zeigt der Hinweis auf den 
Untergang Ägyptens, dass noch nicht allzu lange Zeit seit dem 
Kampfe beider Reiche verflossen sein konnte. Und daran schliesst 
sich dann gut die Mahnung an „Hellas^^ 732—739(740), nicht gegen 
Judäa zu ziehen, eine Warnung, in echt hellenistischem Stile 
(736 f.) gehalten und durch einen moralisierenden Schluss gekrönt, 
zu dem die davon abgelösten VV. 762 — 766 als Vervollständigung 
gehören. 3) 

Ägypten war durch Rom vor dem Syrer gerettet, mit Rom 
hatten die Juden einen Bund geschlossen. Das 1. Makkabäer- 
buch zeigt, wie man in Israel das werdende Weltreich damals 
noch ehrte (8, 1). Dieselbe Stimmung zeigen die VV. 175—178 
(190). Freilich schliesst sich daran wieder etwas ganz anderes, 

1) D. h. zu der Zeit, da er Mitregent seines Brnders war. 

2) V. 102 f. gehören ebenfalla nicht in ihren jetzigen Zusammenhang. 

3) Mit Recht weist Wilamowitz daraufhin, dass Y. 762 ein Flickvers ist, 
der ein früher singularisches Orakel angliedere. Laktanz hat 763 noch den 
reinen Singular; in der jetzigen 3. Sibylle ist jedoch seine Lesung nicht 
zulässig. In der Vorlage aber ist 763—766 frei. 



Q J. Geffcken, Die Oracula Sibyllina. 

ein Stück, das man niemals in einem Atem mit den genannten 
Versen lesen kann. Denn wenn Born im Gegensatze zu den 
^EXXfjVsg vx£Qg>la2.oc xal avaypoi (171) gepriesen wird als die 
leuchtende vielköpfige Herrschaft am Westmeere, wie kann es 
dann nachher wieder heruntergemacht und — man denke: im 
2. Jahrhundert v. Chr.! — ihm die Einrichtung formlicher Kjiaben- 
bordelle vorgehalten werden (185f.). Dies Laster ist in solcher 
gewerbsmässigen Ausbreitung zu Rom erst viel später heimisch 
geworden. Da hat denn ein erzürnter Jude (ygL auch V. 597) dies 
Wesen wie auch Roms Habsucht gegeisselt durch die VV. 179 — 
189.*) — Natürlich gehören dann auch V. 162—174 zu dieser 
Stelle und wahrscheinlich auch noch 194. 195, die gewissermassen 
als Ergebnis der Römerherrschaft die neue Stärke Judas feiern.^) 

Der Stil der Sibyllistik ist Unordnung, das Zusanmien- 
gehörige wird auseinandergerissen. Das hat nach ihrem Vorgang 
der alexandrinische Dichter Lykophron von Chalkis sehr gut 
nachzuahmen gewusst, als er seine Sibylle, die Alexandra, die 
Geschicke der Völker weissagen Hess. So ist es denn auch wohl 
möglich, däss zu der Darstellung der Römerherrschaft, die Klagen 
über Hellas Elend unter Rom zu ziehen sind (V. 520—561), 
sowie wohl auch die Mahnung 562 — 572. Mit absoluter Gewiss- 
heit lässt sich das freilich nicht sagen, weil man ebensogut hier 
an die Leiden Griechenlands unter Sulla denken könnte.^) 

Zu den älteren Orakeln, dünkt mich, gehört nun auch die 
Reihe 218 — 247 und davon untrennbar die Einleitung dazu, 
V. 211 — 217, die vielleicht mit ihrem aXTi oxoxav xa jcQmxa 
xiXoz laßxi All die Babylonierin Anschluss nahm. Diese Reihe 
enthält, wie ich glaube annehmen zu dürfen, eine Art Polemik 
gegen Eupolemos, den um das Jahr 157 v. Chr. schreibenden 
Hellenisten.*) Er hatte von Abrahams Erfindung, der Astrologie, 

1) V. 190 schliesst dann gut an 178 an, während es sonst sonderbar 
genug hiesse, Rom habe überall geraabt, aber in Makedonien am meisten. 

2) Dies diem docet Ich habe mit V. 104. 105 einen neuen Absatz 
begonnen, doch hätte ich vielleicht besser gethan, diese Verse noch zu den 
vorigen zu ziehen. 

3) Leider hilft uns die interessante Stelle 551 — 554 nicht zu einer 
ZeitbesÜmmnng, da wir nicht wissen, um welche mythologische Gestalten 
es sich handelt 

4) Schürers Geschichte des jüdischen Volkes.^ III, 352. 



Komposition und Entstehungszeit. Bach III. 7 

gesprochen und die babylonische Stadt Urie als Vaterstadt 
Abrahams genannt. Ähnliches giebt der SibjUist 218 ff., aber 
doch wieder grundverschiedenes. Denn er leugnet die Astrologie 
der Israeliten aufs entschiedenste. Also ist es nicht unmöglich, 
dass hier eine Beziehung auf Eupolemos vorliegt, und da die 
Zeit dieses Schriftstellers feststeht, so mag die genannte Stelle nach 
157, jedoch in nicht allzu grosse zeitliche Entfernung davon fallen, 
so dass das Buch des Hellenisten als noch in starker Erinnerung 
stehend gelten könnte. Dazu bilden dann V. 248 — 294 eine gute 
Weiterfuhrung. Nach der Hervorhebung der israelitischen 
Tugenden kommt ein Stfick jüdische Geschichte, Moses, die 
Gesetzgebung, danach die assyrische Gefangenschaft, *) Verheissung 
der Befreiung und Prophezeiung eines rettenden Königs. Und 
dem mag sich dann noch V. 295 — 313. 319—336 anschliessen,^) 
um so mehr als 334 — 336 vielleicht auf den Kometen aus der 
Zeit kurz vor 147 hingewiesen wird.^) 

Resümieren wir also. Wir haben teils mit absoluter, teils 
mit relativer Gewissheit, natürlich nicht auf ein bestimmtes Jahr, 
wohl aber auf die Zeit bald nach den Feldzügen des Antiochos 
gegen Ägypten und Israel, d. h. also etwa auf die Mitte des 
2. Jährhunderts v. Chr. festgelegt: V. 162—178. 190. 194. 195. 
211—336. 520—572. 608—615. 732—740. 762-766. 

Es ist nun noch eine ganze Anzahl von heidnischen Orakeln 
vorhanden, die, soweit es geht, Einreihung finden sollen. Wir 
bemerkten oben, dass die Erythräerin irgendwann einmal mit 
der berosischen Sibylle und ihrem Annex verbunden worden ist 
Wir lernen sie kennen in dem interessanten, sonst nur im Prosa- 
auszuge vorhandenen Spruche über Homer V. 419 — 432, den nur 
ein Jude wieder durch seinen Eifer in 429. 430 verdorben hat. 
Aber ihr gehört noch sehr viel mehr. Zunächst ist ihr Eigentum 
401 — 418, gewissermassen die Einleitung zu den folgenden Versen,^) 

1) Die VV. 273. 281 (und damit 280) halte ich wegen ihrer von 271 
absolut abweichenden grammatiechen Konstniktion für interpoliert. 

2) 314—318 ist eben ja schon als alt erwiesen worden. 

3) Seneca: Natur, quaest VII, 15. Hilgenfeld: Zeitschrift für 
wissenschaftliche Theologie. XIY, 35. Sicher ist dies Moment aber nicht, 
da solche ot^/aaTa von den Sibyllen äusserst freigebig verwendet werden. 

4) Mit Recht nennt Wilamowitz die Verse 401 ff. ein mannigfach 
überarbeitetes Orakel. Hier ist besonders V. 405 ff. kaum zu verstehen. 
W. erkennt 407 ein altes Orakel für Kelainai (für xe?MLV/'jq stand einst 



§ J. GeffckeB, Die Oracula Sibyllina. 

denn von (Paris und) Helena hatte auch nach Pausanias X 12, 2 
die Erjthräa gesungen. Aber auch das folgende 433 — 488 wird 
einer und derselben heidnischen Sibylle, d. h. der Erjthräa 
gehören. 

Es sind Orakel in ganz wirrer Folge, die meisten lassen so» 
wie sie sind, kaum eine Interpretation zu.^) Mit Deutlichkeit 
erkennen wir nur den Perserkrieg 449 — 456, dann 464 — 469 den 
marsischen Bundesgenossenkrieg, Sullas Zug nach Asien 470 — 
473, endlich den Ausgang der Attaliden und Eorinths Ende 
483 — 488.2) Mit Ausnahme der einen Stelle 449 — 456 spielen 
die uns erkennbaren Orakel abo zwischen den Jahren 146 und 
etwa 84 y. Chr. Dazu kommen nun noch andere hellenische 
Stücke in der Nähe der eben behandelten, wenn auch nicht in 
der (^unmittelbarsten« Da haben wir 337 — 349 die ganz unkon- 
trollierbare Kollektiv-Prophezeiung gegen asiatische und helle- 
nische Städte, die Wilamowitz mit Recht nicht zu tangieren 
befiehlt^ dann aber von 350 ab ein sehr hübsches, klares Orakel 
aus dem mithradatischen Kriege des Jahres 88. Es ist ein 
interessantes Stück; spricht doch ganz unverhohlen aus ihm der 
Hass der Hellenen gegen die Itali, die nun in Asien Frohndienste 
leisten müssen (355). Und in diesem Stile geht es weiter; das 
trunkene Rom wird von der Herrin, d. h. Asien (3590^.) an den 
Haaren gerauft und wie ein Ball zwischen Himmel und Erde 



Ke)Mivdg)t das dann auf Dorylaion übertragen wurde. Dorylaion als Stadt 
des Poseidon wird durch Münzen hadrianischer Zeit mit dem Bilde des 
Gottes bezeugt (Preger: Athenische Mitteilungen. 1894, 313). 

1) Wilamowitz sieht in V. 4 41 11 8 einen ursprünglichen Segens- 
spruch auf Rhodos, den die Juden, die ebenso wie die Christen nur Fluch- 
orakel gekannt, umgewandelt hfttten (V. 447 = 413). Daran glaube ich 
nicht Die Sibylle singt xtQa und naO^r^fjtara (Phlegon, p. 7Ü, 7 Kell. ■, wie 
Lykophron, ihr Nachahmer. Und wenn der Spruch begann: xal ov, 
^Podo^i nov).vv fXBV ädov)jüixoq -/qovov aaatj^ so steht doch zu erwarten, 
dass im Gegensätze dazu fortgefahren wurde: aber einmal hat deine Frei- 
heit ein Ende. Warum sollte auch die Erythräerin sich mit V. 447 == 41^ 
nicht selbst aasschreiben dürfen? 

2) Wilamowitz legt das Orakel von Sikyon tmd Korinth in das 
Jahr 146, als die korinthische Mark den Sikyoniern überlassen wurde, oder 
vorher in die Zeit, da Korinth der Hauptort des achäischen Bundes war. 
Die Worte laov ös {ioiiOfrat avXoq könnten im zweiten Falle ein wirkliches 
Orakel sein. 



Komposition und Entstehnngszeit. Bach III. 9 

hin und hergeworfen. ^) Auch die folgenden Verse könnten dahin 
passen; denn von dem nicht kontrollierbaren {Uaiiog — ofifiog; 
Smjma) abgesehen, passt Jijjiog aöfjXog ebenfalls in den mithra- 
datischen Krieg, wo Menophanes die Insel verwüstete. Desgleichen 
schliesst das folgende gut an (367 ff.): dann giebt es Frieden auf 
der Welt, in Asien wie in Europa, alles fühlt sich wohl, gutes 
Recht herrscht u. s. w., eine Beschreibung, der nur durch jüdische 
Hand von V. 376 — 380 eine Erweiterung gegeben worden ist, 
und die von einem Christen eine Interpolation in 372, wie weiter 
unten noch ausgeführt werden soll, erfahren hat. — So haben 
wir also diese Reihe: 337—361, 363—375 hellenisch (381—387 
persische Sibylle?), 401—428, 431—488 hellenisch. Dazu kommt 
nun noch 504 — 507, das in seiner Unbestimmtheit zeitios bleibt, 
und 508—511, das m. E. den Krieg bezeichnet, den Eumenes 
von Pergamon, unterstützt von gallischen Hilfstruppen, gegen 
Makedonien fahrte,^) d. h. dieses Orakel fallt nach dem Jahre 168. 
So haben wir denn in dieser Reihe hellenischer Orakel, die im 
ganzen und grossen nicht allzu sehr auseinandergerissen scheint, 
mit zwei Ausnahmen, dem Orakel von Ilion (401—432) und vom 
Perserkriege (449—456), Sprüche von 168 bis 84 v. Chr. Da 
es nun m. E. unwahrscheinlich ist, dass die Juden zweimal, zu 
verschiedenen Zeiten, die Erythräerin ausgeschrieben haben, so 
möchte ich hier eine einzige Periode der Benutzung annehmen, 
die bald nach dem mithradatischen Kriege fiele. 

Innerhalb der hellenischen Orakel nun liest man die be- 
kannten VV. 388 — 400, die neueren Forschem Veranlassung zu 
einer ziemlich einheitlichen chronologischen Festsetzung fast des 
ganzen 3. Buches gegeben haben. Die nach Hilgenfelds^) 
Interpretation herrschende Meinung ist diese. Der Unbekannte 
ist Antiochos Epiphanes. Er vernichtet das Geschlecht seines 
Bruders Seleukos IV. Dessen Sohn Demetrios tötet die einzige 
Wurzel, die Epiphanes hat, den Antiochos V Eupator, rottet 
ihn aus zehn Hörnern aus, als den letzten von zehn Königen. 
Der Spross, welchen der Kriegsgott daneben pflanzt, ist Alexander 
Balas. Dieser tötet den Erzeuger eines kriegerischen Geschlechtes, 



1) y. 362 ist moraüsierender jüdischer Zusatz: Wilamowitz. 

2) Kopp, Rheinisches Museum. XL. 129. 

3) Zeitschrift für wissenschaftliche Theologie. 1860. 314 ff. 1871. 34 f. 



10 



J. Geffcken, Die Oracula Sibyllina. 



Demetrios L, wird dann aber von dessen Söhnen, Demetrios II 
und Antiochos VII Sidetes, vertUgfc. Dann herrscht der Usur- 
pator Tryphon (146—139 v. Chr.). 

1/iese Ableitung ist im grossen und ganzen auch von 
Schürer «) nicht missbilligt worden, obwohl er hervorhebt, dass 
^^ y. 398 xotpet nicht auf g?i;ror aXXo gehen könne und 
avrog (399) auf ysvbt^q bezogen werden müsse, femer, dass 
Alexander Balas nicht von Demetrios IL und Antiochos VIL, 
sondern von dem ersteren und Ptolemaios Philometor gestürzt 
worden sei. Mit anderen Worten: bei solchen Widersprüchen 
ist die These Hilgenfelds falsch, und wir müssen einen anderen 
Weg einschlagen. 

Da ist nun zuerst einmal der Text zu konstituieren. Eine 
leichte, ja absolut notwendige Änderung zeigt mein Apparat zu 
V. 399. Hier kann nicht von "AQtjg als einer mithandelnden 
Person, sei es nun der Kriegsgott selbst oder eine geschichtliche 
unter seinem Bilde zu begreifende Gestalt, die Rede sein, sondern 
wir müssen m.E. unbedingt schreiben: {vtcovcip) kv 6fiog>QoOvpijOiv 
AQTjoq, Femer ist V. 397 anders zu gestalten. Es siebt zwar so aus, 
als ob, was mit jtaQa öi) q)VTov aXXo (pvrevöai erzählt wird, 
sich fortsetze in 400 xal tote öij JtaQag)v6fi€P0v xigag ag^eL 
Aber das ist nicht richtig. Wenn der grosse Unbekannte 396 
eine Wurzel aufspriessen lässt, die ein anderer Mann kx ötxa 
xsQarcov abschlägt, wenn dann das daneben aufschiessende 
Hörn (400) regieren wird, so gehört dies Hörn eben an die 
Seite der oben angeführten, aus denen der Feind der Qi^a stammt 
Das jcaga hat iJso wenig Sinn. Und wie ungeschickt nimmt 
sich auch der ganze Satz im Zusammenhange aus! Die Wurzel 
schlägt ein Menschen verderber aus 10 Hörnern, aber daneben 
pflanzt er noch ein anderes Gewächs! Nein, ich lese hier 
mit XI 251 Q jtQiv örj (pvxov aXXo q>vrsvöri (g)VT8vaei Si, ver- 
bessert von Gutschmid) und verstehe dasselbe Subjekt wie in 
diöovs. Um alles weitere Hin- und Herreden abzubrechen, so 
übersetze ich demnach 396: „Eine Wurzel aufspriessen lassend, 
die der Menschenverderber aus den 10 Hömem schlagen wird, 
ehe jener ein anderes Reis gesetzt hat, wird er des purpurnen 
Geschlechtes kriegerischen Erzeuger schlagen und selbst von den 



1) a. a. 0. III, 438. 



Komposition und Entstehungszeit. Buch 111. H 

Enkeln (?) im Bunde des Ares vernichtet werden, und dann 
herrscht das nebengepfianzte Hom." Und dies deute ich so: 
Antiochos VUI. Grypos hatte vier Sohne: Seleukos Epiphanes, 
Antiochos XL, Philipp, Demetrios. Er kämpfte mit Antiochos IX. 
Eyzikenos^ seinem Halbbruder. Qrypos wurde, nachdem er lange 
mit seinem Halbbruder Krieg gefthrt, im Jahre 96 ermordet. 
Er stritt dann weiter gegen seine Neffen, besonders Seleukos, 
erlag aber in diesem Kampfe. Der Krieg ging weiter. Kyzikenos' 
Sohn, Antiochos X. Eusebes, gelang es Seleukos und danach 
Antiochos XI. zu schlagen und zu töten, ohne dass der Krieg 
ein Ende nahm; später fiel Antiochos X. gegen die Parther 
(nach 83 v. Chr.); danach herrschte Philippos. Wenden wir 
dieses nun an. Die Verse 394. 395 enthalten kurz das Thema 
des Ganzen. Kyzikenos will das Geschlecht dessen vernichten, 
von dessen Söhnen sein eigenes zunichte gemacht wird.^) Dann 
folgt die Einzelausführung. Er lässt eine Wurzel aufspriessen, 
den Antiochos Eusebes, die aber trifiFfc Philippos, der Spross aus 
10 Königen, bevor Kyzikenos einen anderen Spross gepflanzt hat 
Zwar er schlägt des purpurnen Geschlechts Vater, den Grypos, 
aber er selbst unterliegt seinen Neffen (vlwvol). Und danach 
herrscht das Nebenhorn, d. h. Philippus.^) 

Diese Interpretation hat zwei Ungenauigkeiten. Die erste 
ist, dass Antiochos X. gegen die Parther fiel, nicht gegen seinen 
Vetter. Die zweite, die ich allerdings kaum rechne, wäre die 
Interpretation der vlojvol als Neffen. Im ganzen aber scheint 
mir die Erklärung geringere Ungenauigkeiten als die Hilgenfelds 
zu zeigen. Restlos ist meines Wissens noch nie eine Prophe- 
zeiung aufgegangen, sonst würden sich nicht alle möglichen 
Deutungsversuche an diese Art von Litteratur anknüpfen. 

Damit sind wir also wieder in Zeitnähe zum mithra- 
datischen Kriege gekommen. Es scheint somit, dass die Orakel 
von 337 — 488, 504 — 511 eine ziemlich kompakte Masse bilden, 
die von einem Juden nur z. T. bearbeitet und mit einer Ein- 
dichtung, eben 388 — 400, ausgestattet wurden, zu der wir nun 
noch 492—503 und vielleicht 512—519 zählen dürfen. 

1) Eine Stelle bleibt hier noch zu interpretieren: 390 f. Ich habe ge- 
schrieben avzov I TigdaB^e, und denke mir, dass auf Ptolemaios Keraunos als 
Vorläufer des Kyzikenos und seines Kriegszuges angespielt wird. 

2) Vgl. Pauly-Wissowa. I, 2480 ff. 



12 J. Geffcken, Die Oracula Sibyllina. 

In diese Zeit nun, wo Rom dem ganzen Orient so verhasst 
war, wo seine Laster in Maienblüte standen, möchte ich denn 
auch die VV. 573—607. 616—623 — oben sind 608—615 schon 
als ein versprengtes Stück bezeichnet — legen, besonders wegen 
des Hinweises auf die Päderastie der Aarlvoi (597), und dem- 
entsprechend auch die Interpolation 179 — 189. Die Götterbilder 
werden verworfen 606f., alles ehrt den einen Gott 616ff., und 
nun giebt der Herr Segen 620—623. Damit lässt sich auch das 
Stück 624—637. 643 — 651 ^) vereinigen, es widerspricht dem 
vorhergehenden jedenfalls nicht. Mit diesen Sprüchen aber ist 
das Stück V. 652 ff. untrennbar verbunden: die Völker und 
Könige bekriegen sich unter einander (635 — 637), da kommt 
von Gott gesandt der König, der den Krieg stillen wird (652 — 
656), die Könige, die eben sich noch bekämpften, lassen ihren 
Streit fahren^ wenden sich gegen Jerusalem, wo sie unterliegen 
(660 ff.). Es folgt eine lange Darstellung des Kampfes und Sieges. 
Schlagen wir nun V. 286 — 294, die wir oben einer früheren 
Zeit zuschrieben, nach und vergleichen wir die beiden Prophe- 
zeiungen eines Königs, so kann schwerlich ein Zweifel sein^ 
welche die ältere, noch dürftige, und welche die jüngere, schon 
recht ausführliche ist. 

„Verhältnismässig wenig Messianisches", sagt Schürer ^), „ent- 
hält die Grundschrift des Buches Henoch (im letzten Drittel des 
zweiten Jahrhunderts v. Chr.).** Aber auch hier ist (90, 16—19) 
vom letzten Angriff der heidnischen Macht die Rede. „In volleren 
Farben,** fahrt er fort, „und schärferen Umrissen tritt uns die 
Gestalt des messianischen Königs in dem zur Zeit des Pompejus 
(63 — 48 v.Chr.) entstandenen Psalterium Salomonis entgegen.^* 
Da ist denn u. a. die Rede von den heidnischen Nationen, die 
dem Herrn dienen werden und nach Jerusalem kommen (XVII, 34 f.). 

Dasselbe steht nun in unserer Sibylle. Nach dem Siege lebt 
Israel in Ruhe, von einer Feuermauer umgeben (702 ff.). Da 
kommen von allen Seiten die Inseln und Städte und singen 
Hymnen dem einen Gott.^) Das alles veranlasst mich zu glauben, 

1) 638 — 642 stört den Zasammenhang, vgl. unsere Anmerkung in der 
Ausgabe. 

2) a. a. 0. II, 510. 

3) 725 — 731 ist natürlich eine alberne Interpolation, hervorgerufen 
durch V. 724 xavxa. 



Komposition und Entstehnngszeit Buch III. 13 

dass dies Stück zwischen dem Buche Henoch und den Psalmen 
Salomons gedichtet sein mag. 

Vor dem Gerichte nun soll noch eine Zeit ungetrübter 
Freude und allgemeinen Friedens kommen (741 — 761), Aber 
von dem Gerichte ist kaum die Rede (743*)), nur von dem 
«wigen Königreiche, das besonders 767 — 795, nicht ohne Wieder- 
holung früherer Stellen '-*), ausgemalt wird. Von einer wirklichen 
Auferstehung, von ewiger transcendenter Seligkeit, von Höllen- 
strafen ist nicht die Rede, zum deutlichen Beweise, dass diese 
Stücke oder besser, dies ganze zusammengehörige Sliück älterer 
Vorstellung entspricht, d. h. wohl am passendsten sich in die 
oben berechnete Periode einreiht 

So möchte ich denn noch einmal zusammenfassen. Nach 
der Babylonierin (V. 97 — 154) und vielleicht auch der Perserin 
(381 — 387), deren Zeit wir nur ganz annähernd etwa auf 200 v. Chr. 
legen, deren weitere Ausführung wir nicht kontrollieren können, 
haben wir die antiochische Periode: V. 162—178. 190. 194. 195. 
211—336. 520—572. 608-615. 732—740. 762—766. Danach fallt 
die Erythräa mit ihren Erweiterungen: 179—189. 337—380. 388— 
488. 492—519. 573—607. 616-^637. 643—724. 741—761. 767—795. 

Eine vierte Periode jüdischen Dichtens führt uns nun in die 
Zeit des 2. Triumvirates V. 46—62. 

Der ganze Jammer jener Zeit, den die heidnische Mittelmeer- 
welt empfand, wird auch von diesem reflektierten Juden empfunden, 
der die von ihm erlebte Herrschaft Roms über Ägypten, um die 
Sibylle ja auch wirklich nicht post eventum prophezeien zu lassen, 
als noch nicht vollendet hinstellt (V. 47 elöiri ÖTj^vPovOa). 
Von demselben, sicher einem Ägypter, mag dann das Stück, das 



1) Natürlich ist 742 Dittograpbie. Auch 746—748 hat Wilamowitz 
beseitigt. 

2) Solch eine Prophezeiung glücklicher Zeiten haben wir auch 620 
bis 623 and 749 ff. Diese brauchen durchaas nicht verschiedenen Verfassern 
anzugehören, denn die jüdische Vorstellung zeigt Ähnliches in der Aus- 
malnng der Zeit vor dem Gerichte, der 400 Jahre allgemeinen Glücks und 
der ewigen Seligkeit. — Dabei sind noch einige andere Bemerkungen zu 
machen. V. 758. 759 bleiben ganz unverständlich; die VV. 788 ff. femer 
wird man nun nach Sudhaus (Rh. Mus. LVI, S. 45 ff.) nicht mehr mit 
Vergils Bucolica IV in Verbindung bringen. Dass Laktanz übrigens V. 792. 
793 nicht citiert, beweist m. E. nichts für einen spätem Ursprung gerade 
dieser Verse. Vgl. aach die Einleitung zu meiner Ausgabe S. XXX Anm. 1. 



14 J- Geffcken, Die Osacola Sibyllina. 

nach Ägyptens Herrschaft die Roms nennt (156—161), weil doch 
niemand ein rein moralisches Übergewicht, wie Rom es ja seit 
langem in Alexandria ausübte, ohne wirkliche physische Unter- 
werfung eine Herrschaft Roms genannt haben würde ^ gedichtet 
worden sein. Dies Stück lehrt uns auch noch in V. 156 xai 
TOTE TixavBOCi d-Boq xaxov kyyvali^BVj d. h. in dem nahen 
Anschlüsse an die berosische Sibylle den letzten jüdischen 
Redaktor des Gesamtstoffes kennen J) 

Dann aber hat noch ein Christ Hand an die Sammlung gelegt. 
Das steht noch nicht völlig fest und muss erst bewiesen werden. 
V. 776 wird, nachdem vorher vom Tempel des Herrn die Rede 
gewesen, hinzugefügt: viov yag xaksovai ßgorol ^eyaXoio d-soTo, 
vlov emendieren zu wollen geht nicht an, die Beziehung auf 
Joh. 2, 21 liegt doch nahe genug. Eine andere Stelle, auf die oben 
schon hingedeutet wurde, ist 371. 372, Verse, die ich in meiner Aus- 
gabe aus Raummangel nicht besprechen konnte. Es ist die Rede 
von einem goldenen Zeitalter gewesen, und der Dichter fahrt fort: 
(D fiaxagiazogy ixelvov og iq XQ^^^^ eacezai avriQ 
Tjh yvvri' ytaxaQmv x€Psi^q)atog ooaov aygavXoq, 

Der erste Vers kann echt sein, d. h. zum übrigen hellenischen 
Orakel gehören. Der zweite Vers aber hinkt, soviel wir von ihm 
verstehen, nach. Aber auch sonst ist er nicht am Platze. Was 
wir von ihm als leidlich gesund erkennen, sind die Worte 
(laxagonv und aygavXog. In xavs7]g)aToq steckt ferner xev Sfj 
(faxtq. Und nun verbessert man unschwer: 

liaxaQcov xev li;] (pariq €oq ev dyQavXoiq: 
„Es wäre eine Verkündigung von Seligen, wie unter den Hirten'*; 
d. h. wir haben hier eine christliche Interpolation. 



1) Eine solche Bezugnahme wiederholt sich noch einmal V. 199 und 
hat an der Stelle gar keinen Sinn. Danach kommt ein wüstes Geschwätz 
and Orakeln ins Blaue bis Y. 210. Mit 211 scheint der eigentliche An- 
schluss an die babylonische Sibylle, deren Weissagungen mit tä ngCbtcr 
gemeint sein werden, sich zu vollziehen. — und noch einen unwichtigen 
Brocken will ich hier auffangen, damit er nicht unter den Tisch falle: 
V. 79Ö— 808, ein Stück, dessen Zusammenhang (vgl. V. 803) erhebhch 
gestört ist Diese Wundererscheinungen haben gar keine zeitlichen Be- 
ziehungen, vielleicht stammen sie von unserem Redaktor, den mir meinet- 
wegen die Kritik als philologisches Fabelwesen in Anführungsstrichen 
höhnisch vorführen mag. 



Komposition und Entstebusgszeit. Bach III. 15 

Keineswegs schwer ist auch unser Urteil über V. 63 — 92. 
Bousset hat*) diesen [Passus sicher jüdisch genannt und sieht 
wegen der 2JeßaCtfjvol in V. 63 darin eine Anspielung auf Nero. 
Richtig erklärt Jülicher 2) das Orakel für christlich. Dass 
die Sebastener Samaritaner sind, ist unabweislich. Damit fiele 
das Orakel schon nach 25 v. Chr. Wir kommen aber noch 
weiter. Wenn Beliar aus Samaria kommt, so ist er kaum ein 
anderer als Simon Magus. Wir wissen^ in welchem Lichte die 
christliche Legende Simon Magus sah, wie sie ihn mit den Farben 
des Antichrists schilderte. Hier mag denn auch sein Bild dem 
christlichen Apokalyptiker vorgeschwebt haben. ^) Aus welcher 
Zeit dieser freilich stammt, überlasse ich lieber den Theologen 
zu ermitteln. — Es folgt ein Passus, der mit absoluter Gewissheit 
für christlich zu halten ist (93 — 96). Derjenige, der wieder in 
die Welt zurückkehrt (95), er kann nur Christus sein. Ihm 
gehorcht alle Kreatur, sein Kommen bedeutet den nimmer 
sinkenden Sonnentag, und nicht ohne Erhabenheit wird hinzu- 
gesetzt, dass er dadurc*h zuerst seine Kraft yoU erkannt habe.^) 

Es fehlen uns nur noch die VV. 1 — 45. Über diese soll 
angeblich das Urteil längst gesprochen sein; das eigentliche 
Prooemium erkennt man nur noch in dem, was Theophilus ad 
Autolycum 11, 36 überliefert, und Blass geht sogar so weit, dass 
er unser jetziges Prooemium einfach durch die Verse des Theo- 
philus ersetzt.'*) Aber diese Annahme von der XJnechtheit der 
VV. 1 — 45 scheint mir nur eine fable convenue. Ich werde 
unten bei Besprechung der sogenannten Fragmente zeigen, dass die 
Quelle des Theophilus und auch der anderen Zeugen nicht sowohl 
die Sibylle selbst als eine christliche Trugschrift war. Dass das 
Prooemium und Theophilus' Citat grosse Ähnlichkeit besitzen, 
kann vorläufig weder für noch wider entscheiden. Bedenken 
wir, was für eine Menge Schwindellitteratur — man erinnere 
sich nur aller umlaufenden Orphika — zu Theophilus' Zeit im 



1) Der Antichrist. 87. 100. 

2) Theolog. Litteraturzeitung 1896, 379 in der Besprechung des Bousset- 
Bchen Buches. 

3) Auf obige Erklärung bin ich unabhängig von J. gekommen. 

4) Ich habe zwar zu diesem V. 96 zweifelnde Vorschläge gemacht, kann 
aber nicht leugnen, dass ich den handschriftlichen Text poetischer finde. 

5) Kautzsch* Apokryphen. 184 f. 



\Q J. Geffcken, Die Oracala Sibyllina. 

Gange war, so werden wir keinen Grand sehen, unser Prooemium 
gegenüber einer anderen Version für besonders „unecht" zu 
erklären. Nur soviel kann allenfalls zugegeben werden, dass 
die W. 1—7 späten Ursprunges sind. Das Prooemium selbst 
(8—45) möchte ich für christlich halten, weil es vielfach sich 
mit christlicher Apologetik deckt (vgl. 11— 32)J) 



Das 3. Buch, heute 829 Verse zählend, hatte fixiher, wie es 
scheint, zufolge der Subskription in V, akö «== 1034 cxlxot^ war 
also einst viel umfangreicher als jetzt. 2) Nun erzählt die Sibylle, 
nachdem sie in ausserordentlich rationalistischer Weise ihr Wissen 
von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft erklärt hat (819 — 
821), ^) sie sei Noahs vvfi^f] und von seinem Blute (823 — 829). 
Damit liesse sich, wie es so scheint, gut verbinden, was das 
1. Buch von Noah zu berichten weiss, V. 126 — 290, um so mehr, 
als die Sibylle auch dort sich die Schwiegertochter Noahs nennt 
(288 — 290). Dies müsste also einmal zum Buch HI gehört haben. 
Aber dem widerspräche der Stil und besonders die Metrik. Das 
1. Buch ist ganz besonders dürftig in seiner Darstellung und 
hat sehr oft nach der männlichen Cäsur im 3. Fusse nur eine 
Kürze, anstatt zweier, z. B. also: 

238 ßaiov areiXa/iepog ijttl xafitv TJfiaoi jtoX^^olg. 

Es hat nun aber keinen Sinn, diese Form des 1. Buches als 
ein Ergebnis einer Neubearbeitung einer älteren besseren Sibylle 
zu betrachten, sondern die Sache ist vielmehr diese. Die 3. Sibylle 
begann mit dem Turmbau und gab dann mehr oder minder 
lückenlos eine Geschichte der Welt bis auf das 2. Triumvirat; 
sie erklärte am Ende noch auf recht rationalistische Weise, woher 
sie das alles habe. Das genügte späteren Generationen nicht 
mehr; anknüpfend an die Genealogie der Sibylle, die zum Schlüsse 
des 3. Buches erscheint, Hess man sie nun die Sintflut ausführ- 
licher erzählen und dazu natürlich auch von der Schöpfung und 
dem Sündenfalle berichten; dem schlössen sich dann dem Sinne 
der Zeit entsprechend die Prophezeiungen von den letzten Dingen 

1) S. darüber auch unten meine Abhandlang aber die „Fragmente'*. 

2) Darüber vgl meine Einleitaog. S. LI. 

3 Vgl. Wilamowitz' Vorschläge zum Text. 



Komposition and EnUtehnngszeit Bach III. 17 

an. Das ist der Inhalt des in den Hss. von unserem heutigen 
2. Buche nicht getrennten ersten Sanges. Da nun Noah vor 
dem Turmbau gelebt hatte, setzte man dies Buch vor unser 
jetziges drittes und nannte es den jtgcirog Xoyoq JtBQl d-eov wie 
Buch III den öevxeQoq, Spätere Redaktion strich dann vieles in 
diesem ösvxBQoq Xoyoq^ daher heisst es mit Recht in den Hand- 
schriften und in unserer Überschrift: kx rov öevrigov Xoyov 
jibqX B-bov^) 



1) Über alles dies ist natürlich aach die Einleitung zu befragen. 



Texte u. Cntersnchungon. N. F. VIII, 1. 



Bnch IV. 

Über das 4. Buch können wir ans im allgemeinen kurz 
fassen. Es liegt darüber eine treffliche Untersuchung Th. Zahns 
(Zeitschrift f. kirchliche Wissenschaft. VII. 1886. S. 32—37) vor, 
deren Hauptergebnis hier einfach übernommen werden *darf. 
Zahn hat durch ruhige Kritik der Überlieferung ermittelt oder 
vielmehr nach Friedlieb (S. XXXIX) und Badt (Programm des 
stadtischen Johannes-Gymnasiums zu Breslau. 1878. S. 13 — 17) aufs 
neue festgestellt, dass an einen Essener oder Hemerobaptisten als 
Yer&sser des Oedichtes gar nicht zu denken sei,^) sondern un- 
bedingt ein Jude der Autor des Gesanges sein muss. Mit diesem 
Ergebnisse haben wir zu beginnen. 

Diese jüdische Sibylle hat nun, wie man längst weiss, gleich 
der des 3. Buches, heidnische Orakel benutzt; ob es die der 
Erythraerin gewesen, bleibt natürlich ganz unsicher. Ich habe 
zu V. 97 f. 101 die auch von den anderen Herausgebern angeführten 
Belegstellen notiert. Wir können aber noch weiter gehen. Es 
besteht hohe Wahrscheinlichkeit, dass so ziemlich alle Orakel 
über die heidnische Vorzeit, also V. 49 — 114 hellenischen Ursprungs 
sind. 2) Freilich hat der Dichter es verstanden, die Geschichte 



1) IiVüher sah man in den Y. 136 genannten evaeßeZq den Hinweis 
auf eine solche Sekte. Aber nichts charakterisiert deutlicher die ver- 
hängnisvolle Oberflächlichkeit, mit der man die Sibyllen las und gleich 
ausbeutete, als dieser Irrtum. Die Juden nennen sich stets die eiaeßel;; 
(vgl. den Kommentar su ITI, 573). Eigenartig ist, dass der bedeutendste 
Forscher, der geniale Alexandre, in der 4. Sibylle ein pretiosissimum 
religionis nostrae monumentum aus der Zeit nach Jerusalems Zer- 
störung, vor dem Johannes-Evangelium erkennen wollte. Vgl. über alles 
auch noch Schflrer a. a. 0. III 3, 441. 

2) Ähnlich Zahn a. a. 0. 338f. 



Komposition und Entstehungszeit Bach IV. ^9 

Assurs mit der yorausgehenden paränetischen und strafenden 
Herzensergiessnng (1 — 48) ganz geschickt durch den Hinweis 
auf die Sintflut (51 — 53) zu verbinden. Aber die danach folgende 
Orakelreihe macht sonst einen völlig hellenischen Eindruck. Be- 
sonders zeigt sich das in der Anschauung von den 10 ysveal 
(vgl. auch 20. 48), die die Sibylle nach hellenischer Weise zählt*) 
und auch sonst verrät sich der Grieche. Das alte Wort von 
Xerxes' Fahrt zu Lande und seinem Marsche zur See (V. 77 f.) 
lässt sich dieser Sibyllist ebenso wenig entgehen wie sein gelehr- 
terer Kollege Lykophron (I414f.). Auch der Sprachgebrauch 
stimmt zu diesen Beobachtungen, denn weder vor Y. 54, noch 
nach 114 begegnen wir den Erscheinungen, die wir in unserem 
Stücke treflFen. Da lesen wir V. 57 xvxXa oeX'^pijg wie z. B. bei 
Leonidas von Tarent (Anth. Pal. IX, 24), 60 vjtegxvtpovcc d-a- 
Xdocfijg wie bei Nonnos (Dion. XLV, 145), d. h. also, beide be- 
nutzen eine in älterer alexandrinischer Litteratur erscheinende 
Wendung; 72 endlich haben wir das alexandrinische JtoXvavXaxttf 
74 öraxvrjTQ6q>og.^) 

Diese hellenische Sibylle, die als letztes für uns erkennbares 



1) Vgl. zu II, 15 in meiner Ausgabe. 

2) In Kürze muss hier Über den Inhalt der Sprüche das Nötige gesagt 
werden. Zu leugnen ist nicht, das» einiges durchaus zutreffend berichtet 
wird. So ist die Eroberung Babyloniens trefflich charakterisiert (93), wie 
auch der Wechsel der Bevölkerungen (Diod. XVIII, 4); das Erdbeben, das 
Laodikeia L J. 60 n. Chr. traf, wird (107 f^) fast mit denselben Worten 
berichtet, wie es Tacitus erzählt (Ann. XIV. 27: Laodieea tretnore terrae 
prolnpsa . . . propriis opibus revalu4£). An anderer Stelle freilich weiss 
der Sibyllist mehr als die Geschichte selbst, wenn er von der groRsen 
Schlacht am Euphrat zwischen Medem und Persem erzählt (61 ff). 
Wieder anderes entzieht sich der Kontrolle, wie die karische Ansiedlung 
in Tyros (90, wo die Karer vielleicht «=» Söldner sind). Desgleichen 
lässt sich über Y. 72 ff, über die ausgebliebene Nilüberschwemmung, 
nichts sagen. — V. 99 habe ich an das kleinasiatische Baris gedacht Wila- 
mowitz bemerkt mir zwar, das schriebe eich doch BüQiq und sei erst spät 
bedeutend (HaussouUier: Revtie de philoL 1901, 37). Dagegen möchte 
ich geltend machen, dass wir es hier, 97—101, mit einem älteren helle- 
nischen Orakel zu thun haben (vgl. V. 97. 98), das wohl nicht fragte, ob 
eine örtlichkeit bedeutend sei, sondern einfach ex eventu ein Ereignis, das 
wirklich geschehen war, prophezeite. Femer gehört Baris in die Nähe von 
Kyzikos, und endlich wird die Quantität der geographischen Namen 
sehr frei von den Sibyllen gemessen. 

2* 



20 J* Geffcken, Die Oracnla Sibyllina. 

Ereignis das Erdbeben vom Jahre 60 n. Chr. enthält, hat nun 
ein Jude, gelegentlich sie kopierend (V. 76 cv> 138), fortgesetzt 
Er schreibt vor dem Jahre 80 n. Chr., wie man richtig ange- 
nommen hat und wie es V. 128 f. verlangt^) Wir lernen ferner, 
wie rasch sich schon die Nerolegende entwickelt hat, aus den 
VV. 119—124. 138. 139; wir sehen, wie heftig der Zorn des 
Israeliten über die Zerstörung Jerusalems ist, wenn die Sibylle 
(130 — 136) den Vesuvausbruch die Strafe für die That der Römer 
sein lässt> aber der Verfasser ist kein Zelot, denn er beklagt die 
greuelvollen Thaten der Partei (117f.).2) — Die nächsten Verse 
(140 — 151) kann man ruhig beiseite lassen, sie scheinen neben 
einer Wiederholung (145—148 vgl. III, 350 ff.) reine Phantas- 
magorie zu enthalten. Dann kommt Wichtiges, es folgt die 
Prophezeiung des Endes, nicht ohne gehäufte Paränese, umzu- 
kehren, solange es Zeit sei. Die letzten Dinge selbst werden 
geschildert, wie sie nur ein von der Stoa beeinflusster Jude dar- 
stellen konnte. Nach der Vernichtung der Welt durch den 
grossen Brand (173ff. vgl. 161) kommt ein neues Geschlecht (181 f.): 
das ist die Lehre der Stoa, die sich auch hier erkennen lässt. 
Aber sie ist ganz jüdisch zugerichtet. Die Prophetin hat mit 
dem Weltbrande als dem Strafgerichte gedroht; nun tritt das 
Unheil ein, verzehrt alle Menschen, Böse wie Gute (176 fOi dann 
werden sie wieder erweckt, und nun naht das Gericht:^) es ist 
eine widerspruchsvolle Unklarheit, wie sie das jüdische und auch 
christliche Glaubensleben nicht selten in den eschatologischen 
Hoffnungen zeigt ^) — Die 3. Sibylle hatte sich doch noch als 
Erythräerin gefühlt, resp. als Babjlonierin. Es ist seitdem einige 
Zeit verflossen: unsere vierte Sibylle atmet anderen Geist Mit 
ihren Anfangsworten setzt sie sich in direkten Gegensatz zu 



1) Eosebiüs in seiner Chronik (II, 158 SchO.) a. Abr. 2092: iv Kingo» 

2) Ich Andere hier also, von Wilamowitz belehrt, meine frQbere Anf- 
fiunuig der Stelle IV, 117. 118 (Nachrichten der Götting. Ges. d. Wissenscb. 
1899. S. 446f.). 

3) Der Verfasser Diblt, dass es zum zweiten Male kommt, daher 
XQivtav BfinaXi (184). 

4) Zu bemerken bleibt hier noch, dass der V. 189 als Wiederholung 
von 46 nicht gestrichen zu werden braucht, denn das Ganze ist eine l&ngere 
Rekapitulation der schon in V. 40—46 vorausgenommenen Eschatologie. 



Eomposition und Entstehungszeit. Buch IV. 21 

der Griechin, die sie nicht ohne Absicht mit ihrem offiziellen 
Namen bezeichnet.*) 

Metrik endlich, Sprache und Stil dieser Sibylle sind ver- 
hältnismässig rein. Die durch den Iktus geschaffene Längung 
einer von Natur kurzen Silbe, auch schon in unseren ältesten 
Sibyllen so geläufig, kommt hier nur einmal (V. 11) vor, und 
von 190 Versen zeigen 128 mit der Cäsur (isra rglrov XQoxolov 
sanfteren Rhythmus. 2) Indem hässlichen Hiatus (55): xaöe laosrai 
unterscheidet sich diese Sibylle nicht vom allgemeinen Brauche 
der anderen. Gut kann im ganzen auch ihre Sprache heissen, 
Anstoss nimmt man höchstens an dem äj€OOrQaq)d-Blq (131).^) 
Sonst zeigt sich sprachlich auch Berührung mit der xoivfi der 
heiligen Schriften, z. B. V. 16 xrlofiara (N. T.), 168 IkacxeCd^eu 
aoeßeiav (N. T.), öciöec fisravoiav (LXX), einmal klingt (V. 9 
:^oZvaXYia) eine orphische Form an. 



1} Nämlich y. 4 XQV^i^VY^Q^'Si ^i^ sich die Erythräerin in ihrem 
Epigramme V. 1 nennt 

2) Vgl. auch T. Mommsen: BeitrSge zur Lehre von den griechischen 
Präpositionen. S. 820, Anm. 42. Mit Becht erklärt er Buch lY als das nach 
Sprache und Metrik einwandfreieste. 

3) SnaS elgriiihai 7 h^o^ioroiaiv, 129 hcsQxXovei^; sehr selten ist 
148 iniQxtijaig, 



Buch V. 

Über das fünfte Buch sind sich die Forscher bisher wenig 
einig gewesen; urteile, die den ganzen Sang einem einzigen 
Verfasser zuschreiben, haben mit solchen gewechselt, die mehrere 
Hände unterscheiden. Zuletzt und am vernünftigsten hat sich 
Zahn, ein Vertreter der letzteren Ansicht, über die Frage aus- 
gesprochen;^) auf seine Anschauungen werde ich gelegentlich, 
obwohl ich sie nicht teile, zurückkommen. Denn leider muss 
ich offen aussprechen, dass über die Sibyllen sonst nicht selten 
recht ins Blaue hinein geurteilt worden ist Mangelnde Vor- 
stellung von den Vorbedingungen dieser Poesie, ihrem historischen 
Hintergrund, ihrer Sprache, vor allem aber das unmethodische 
Urteilen über einen Text, dessen Gestalt man nach Alexandre 
einfach als gegeben ansah, haben eine Menge Fehlschlüsse zu 
Tage gefordert, die im einzelnen noch zu bekämpfen man hier 
mir erlassen möge. Sehen wir also einmal zu, wie die Sache steht ^) 

Die Einheit eines Schriftstückes lässt sich am leichtesten, 
am unmittelbarsten aus seiner Stimmung und seiner Sprache 
erkennen. Und da kann es doch keinen Augenblick zweifelhaft 
sein, dass V. 1 — 51, wie schon Evrald, Hilgenfeld und Hilde- 
brandt wollten, abzutrennen sind. Denn es liegt doch auf der 
Hand, dass der kühle Verfasser von 1 — 51, dem das verhältnis- 

1) über die Litteratur vgl. Schflrer: Geschichte des jüdischen Volkes s. 
ITT, 442. — Zahn: Zeitschrift für kirchl. Wissenschaft. VII, S. 37 ff. Er 
teüt (8.44) ein: VA (71 n. Chr.) = V 111(115)— 178. 200— 205(?). 228— 
246. 361—433. 484—531. — V B (ca. 120 n. Chr.) = V 1— 49 a (über seine 
Textvorschlä^e vgl. S. 37). 50b. 52—110. 179—199. 206-227. 247-360. 
(jedenfalls 247—285 und 328—332. 434-483). — VC (nach 150) « V. 49b. 
50 a. 51. 257. 413 neben einzelnen Versen. 

2) Ich habe über das 5. Bach in den Nachrichten der Götting. Ge- 
sellsch. d. Wissenschaften, 1899, 447 ff., gehandelt; einiges davon moss hier 
sorückgenommen werden. 



Komposition und Entstehungszeit Buch V. 23 

massig ruhige Wort svöBßiov oXerrjQ (36) for Vespasian genügt, 
der Hadrian und seine Nachfolger preist (48ff.)i ^üi anderes Herz 
in der Brust trägt, als der leidenschaftliche Poet der Verse 411 
bis 413. Wir erkennen somit in dem Yorangestellten Stücke 1 — 51 
Zeitfeme, in dem übrigen Teile des Buches aber Zeitnähe zu 
Jerusalems Fall. Betrachten wir nun einmal den übrig geblie- 
benen Grundstock, die W. 52 — 511 (resp. bis 531),*) so wird auch 
da noch mannigfach zu trennen und zu scheiden sein, aber ein 
gemeinsamer Inhalt, eine Grundstimmung ist unverkennbar: es 
ist die Stinmiung, die aus der Apokalypse des Baruch und aus 
dem 4. Buche Esra ergreifend zu uns spricht, der Jammer um 
Jerusalems Zerstörung durch die Männer des doch so sündigen 
Babylon-Rom, die Sehnsucht nach Bache, die Hoffnung auf bal- 
digen Wiederaufbau der Stadt des frommen, des wahren, heiligen, 
weisen, des gerechten, seligen Volkes (107. 154. 161. 226. 249. 
281. 328f. 384. 413. 426. 502 vgl 202), die Hoffnung auf den dann 
eintretenden Weltfrieden, ürbs ista ad tempus tradetur et 

populus castigabitur aliquamdiu quia venit 

tempus ut tradatur ad tempus et Jerusalem, usquedum 
dicatur ut iterum restituatur in aeternum: so tröstet sich 
die Baruch- Apokalypse (IV, 1. VI, 9) und lässt die Engel den Tempel 
zerstören (VU, 1), damit die Feinde dessen sich nicht rühmen 
können, gerade so wie der Sibyllist sich in überschwänglichen 
Worten von des Reiches dereinst neu erstehender Herrlichkeit und 
dem wieder sich erhebenden Tempel, dem Gegenstand seines Haupt- 
gebetes, 2) ergeht (251ff. 422ff.), und Titus so schnell nach der 
Zerstörung der Stadt zu Grunde gehen lässt, dass es scheinen 
möchte, als hätten andere die grosse Stadt zerstört (413). Und 
wenn in beweglicher Weise dem Dichter des Esra-Buches, gleich 
so vielen armen Menschenkindern in ähnlicher Lage, der Kopf 
fast darüber springen will, dass die Einwohner von Babylon-Bom 
als solche Sünder über die Stadt des Herrn (z. B. 3, 27) gesiegt 
haben können, so spricht der Sibyllist, der den zweiten Sturz 
Jerusalems mit angesehen haben will {eldov 398), seine tiefe 
Abneigung gegen die sündige Stadt aus (390 ff. vgl. 162—178) 
und sieht den Verfall der Heidentempel nahen. 



1) Über die W. 512 — 531 spreche ich noch weiter unten. 

2) Vgl. auch Schörer» a. a. 0. n, 536. 



24 J- Geffcken, Die Oraculla Sibjllina. 

Kann es somit schwerlich einem Zweifel unterliegen, dass 
die aus gleicher Stimmung stammenden Verse 155 — 178.^) 200 — 
205.2) 247-255. 260—285. 324—332.3) 386-413.^)414-433^) 
einem Verfasser zuzuschreiben sind, so muss doch schon hier, 
bevor wir diesen Autor in sein Recht einzusetzen fortfahren, auf 
ein entscheidendes Charakteristikum aufinerksam gemacht werden^ 
das ihn Yon allen anderen Sibjllisten, besonders aber yon dem 
Juden des 4. Buches trennt Denn während dieser gleich allen 
anderen nur in den Formen der Zukunft redet und in sehr ein- 
facher Weise Schuld und Strafe in der Zerstörung Jerusalems 
und im Vesuvansbruche (130ff) verbunden sieht, so haftet der 
Anschauungsweise des fünften Sibjllisten etwas durchaus Apo- 
kalyptisches, Visionäres an. und zwar herrscht hier nicht mehr 
durchweg das Futurum; die Sibylle hat den Sturz des Tempels 
selbst gesehen (398), sie redet von der Zerstörung Jerusalems, von 
Titus' Ausgang in den Formen der Vergangenheit (408 — 413). 
Dies kann m. E. nur der selbstvergessenen Stimmung des tief- 
gebeugten Gläubigen und Patrioten entsprungen, ihr deutlichste» 
Charakteristikum sein. Freilich scheinen die ebenfalls im Prä- 
teritum gehaltenen Verse 414 — 433 diesem Schlüsse in etwas zu 
widersprechen; sehen sie doch schon den Helden Israels, den 
kriegerischen Erlöser seines Volkes gegenwärtig vor Augen. 
Da könnte wohl jemand an den Jadenaufstand von 116 oder an 
den Kampf mit Bar-Kokheba denken. Aber das wäre ein Fehl- 
schluss. Mit dem ersteren Datum würden die VV. 247 ffi äXX^ 
ojtorav IIsQöig yat djtoOxTjrai JtoXifioio u. s. w., die ebenfalls 
Judäas Wiederherstellung verkünden, nicht übereinstimmen, denn 
der Friedenszustand zwischen Rom und dem Partherreiche herrschte 



1) 155 ff. fällt ein Stern ix zergdtov ezEog. Das ist kein Zeitmoment und 
kann nicht das Jahr 74 bezeichnen. Solche Prophezeiung ist ganz gewährlo» 
nnd konnte immer weiter fortgesetzt werden. 

2) Die Einnahme Ravennas durch die vespasianische Partei (Tacitus: 
Ilist. III, 12) wird in echt sibyllinischer Weise Übertrieben. 

3) V. 324 ist ganz dunkel. 

4) In der Stelle Ober Titus' Ausgang ist ein weiterer Fortschritt über 
IV', 130 ff. hinaus wahrnehmbar. Hier galt noch der Yesuvausbruch als 
Strafe f&r Jerusalems Zerstörung; im 5. Buche aber lässt der Sibjllist den 
romischen Herrscher bald zu Grunde gehen, wie der Talmud Ähnliches 
berichtet. 

5) Vgl. auch Schflrer a. a. 0. 443. 



Komposition und Entstehungszeit. Buch V. 25 

unter den Flaviern, nicht aber unter Trajan; die Revolution aber 
des jüdischen Fanatikers ins Auge zu fassen ist deshalb unstatthaft, 
weil dieser doch nicht den Tempel erneuert hat (V. 422f.), und 
weil, was schlechterdings hier nicht hätte fehlen dürfen, die Ent- 
weihung der heiligen Stätte durch Hadrian hätte berührt werden 
müssen. Dementsprechend dürfen wir annehmen, dass derselbe 
Dichter, dem angesichts des Elends Israels die Rolle der Sibylle 
yersagt, der, anstatt immer im ermüdenden Futurum, hier in der 
so beredten Form der Vergangenheit ausspricht, was er erlebt 
hat, dass dieser auch brünstigen Herzens das Erscheinen des erst 
erhofften Erretters durch sein rß^e yag ovgavlwv vcoxmv avijQ 
liaxaglrriq schon als vollzogen seinen Glaubensgenossen ver- 
kündet. 

Anderes, nicht minder Wichtiges kommt noch hinzu. — 
Hatte schon das Buch Henoch den Ansturm der Parther gegen 
Israel geschildert (56, 5 ff.), was die Johannes- Apokalypse dann 
bekanntlich wiederholt (9, 1 6f.), *) so findet sich ähnliches V. 93'— 1 10 
in unserer Sibylle. Die Parther hatten Romr zur Eroberung der 
heiligen Stadt beglückwünscht; 2) das scheint der Israelit ihnen 
nicht vergessen zu wollen. Er erinnert die Parther daran (439f.), 
dass sie die „für Asien Frohnenden", d.h. die bei Karrhä gefangenen 
Römer zurückgeschickt haben, 3) und droht ihnen mit der Rache 
der Feinde. Er kennt also nur diesen immer wieder gepriesenen 
moralischen Erfolg des Augustus, demnach noch nicht die Kämpfe 
späterer Herrscher mit den Parthern, und wieder kommen wir 
also zu dem Ergebnis, das schon V. 247 brachte, der Ansetzung 
der bisher besprochenen Verse auf die Zeit des Domitian oder 
Nerva. 

Wir beschäftigten uns oben mit der Fabel von Titus' Tode 
(411 — 413). So etwas wird schwerlich gleich nach der Zerstörung 
Jerusalems erzählt worden sein, solches Gerede braucht einige 
Zeit zu seiner Entstehung. Und dem entspricht denn auch die 
Gestalt der Nerosage. Das 4. Buch hatte Nero schon in ziemlich 
mythischem Lichte gesehen (119—124. 137—139); sehr viel weiter 
geht das fünfte. Es benutzt, wie es scheint, eine heidnische 

1) Vgl. Bouflsets Kommentar. S. 356 

2) Mommsen: Römische Geschichte. V, 396. 

3) Denn die Xalöalwv yevEr) sind die Parther, wie der Zasammen- 
hang zeigt 



26 J. Geffcken, Die Oracula Sibylb'na. 

Sibylle(137— 141 resp. 142 ')), um dann ausfuhrlich von NerosFlucht 
zu den Medern und Persem zu reden (142 — 154). Gespenstische 
Züge zeigt der Imperator auch V. 214 — 227, besonders 217, völlig 
als Dämon erscheint er dann in dem langen Stücke 361 — 385. 
Die Nerosage ist also schon sehr intensiv entwickelt worden, 
der Römerkaiser trägt das Antlitz des Antichrists. Immerhin 
aber bemerkt man auch hier noch einige wenige historische Züge, 
und darum ist die Annahme wenigstens einer gewissen Zeitnähe 
zu Nero notwendig. 2) — ünserm Sibyllisten gehören also noch 
V. 93—110. (137—142). 143-154. 214—227. 361—385. 434-446. 
Dass dieser Dichter in Ägypten lebte, ist klar; Anfang (52 ff.) 
\md Schluss (484 ff) seiner Poesie beschäftigt sich mit Ägypten. 
Gleichwie er den Wiederaufbau des Tempels in Jerusalem herbei- 
sehnt, so hofft er auf eine Zeit, in der die Götzenbilder der 
Heiden am Nil fallen (484 — 511) und ihre Diener dem Ewigen 
einen Tempel errichten werden. Das ist natürlich nicht der 
Tempel des Onias, wie man gemeint hat; dazu fehlt jede Vor- 
aussetzung. Der Bau des Onias ist nicht von Ägyptern, sondern 
von Juden geschaffen, er ist nicht von Äthiopen (505 ff.), sondern 
von den Römern zerstört worden. Auch hier ist wieder der gleiche 
Herzschlag des hochidealistischen Israeliten zu spüren. Er sieht 
den Tempel des Sarapis zerfallen, den Götzendienst der Ägypter 
verschwinden, sieht schon die linnenbekleideten Tempeldiener 
sich der Verehrung Jehovas weihen: wann ist das je geschehen in 
dieser Zeit? Denn die Herabdrückung dieses Passus in das 
Jahr 389, als Theodosius das Serapeum zerstörte, ist doch ein 
müssiger EinfalL Nein, es ist alles nur gedacht, ersehnt; ersehnt ist 
der Bau, gedacht die fantastische Zerstörung durch die Äthiopen 
wie die darauf folgende Strafe, in gleicher Stimmung wie Onias, 
derselben göttlichen Stimme (Jes. 19, 19) gehorchend (Joseph. 
Ant. XIII, 64), aber sonst ohne jede äusserliche Verbindung. — 

1) Darüber vgl. meine oben angeführte Arbeit, S. 445. Wilamowitz 
nimmt mit mir ein antikes Orakel an, das aber Nero gepriesen habe und 
nach V. 141 abgebrochen sei, nm von einem Israeliten in tadelndem Sinne 
fortgesetzt zu werden. An Lobsprüche auf Nero glaube ich nicht angesichts 
der gesamten Stimmung der Orakel gegen den Muttermörder; dagegen 
spricht auch V. 137. Deshalb vermute ich auch 140 ߀?.iTiSeog vfivov. 

2] Darüber vgl. meine Schrift, S. 451 ff. — Die Schlacht, die in 
Makedonien geschlagen werden soll (373), ist eine Erinnerung an Philipp], 
wie Wilamowitz mir gesagt hat. 



KompoBition und Entstehungszeit. Buch V. 27 

Wer aber glauben konnte, dass einst die Götzen Ägyptens von 
ihren eignen Verehrern gestürzt würden, dem werden wir auch 
die sonstigen Ausfälle gegen ägyptisches Heidentum, überhaupt 
wohl alle Agyptiaca des Buches zuweisen dürfen, d. h. auch die 
VV. 52—92.1) 179—186. 189-193. 

Die Sachkritik wird durch die Wortkritik gefordert. Die 
Einheit des 5. Buches beweist auch der Sprachgebrauch. Sobald 
wir die rein historische Einleitung des Buches, V. 1—51, die 
später entstanden ist als der Kern des 5. Gesanges, verlassen, fallt 
uns das fast unaufhörliche ajöre auf; wir lesen es Y. 58. 103. 
121. 128. 212. 224. 305. 351. 413. 426. 451. 475. 509. Drei- 
mal auch beginnt slß-^ ovrmg einen Vers: 110. 381. 474. Des- 
gleichen hat dieser Sibyllist eine gewisse Vorliebe für die Adverbia 
auf öov: y^afiaO-Tjöov (97), ßozQvöov (119), ßQOPtfjöop (345), 
JtQTjvfldov (399), und auch sonst begegnen zahlreiche Selbst- 
wiederholungen. '^) Da dies alles nun sowohl in den von uns bisher 
aus sachlichen Gründen dem Sibyllisten zugeschriebenen Stücken 
sich findet als auch in den noch nicht in dieser Weise behandelten, 
so ist die grösste Wahrscheinlichkeit, dass auch diese letzteren bis- 
her noch zweifelhaften Stellen der fünften Sibylle zuzuschreiben 
sind, d.h. also V. 111—129.3) 206—213. 298—305. 344—360.447— 
457. 468—475 (und damit wohl auch 476—483). (512—531).'*) 

1) Diese hängen* eng mit dem diesem Dichter schon vindicierten Gute 
Y. 93—110 zusammen. Aasgenommen sind natürlich die Interpolationen 
in 60—72 (vgl. bes. 62 ßofjaai und dazu Wilamowitz' Bemerkung). 

2) Z. B. 124 ~ 315. 126 cv) 172, 188 oo 180. 156 cx^ 365. 169 cv:' 296. 
177 oo 318. 184 cxD 485. 314 cv> 359. 317 oo 394. 361 oo 447. 362 cv> 462. — 
Dazu noch einige Bemerkungen über Sprache und Metrik. Ganz unge- 
wöhnliche Bildungen sind 250 fieaoyaloiq als Substantiv, 409 iivoueoSdfitjTov 
{nicht aufgebaut), 423 evaagxov (? Wilamowitz; ich möchte übersetzen: 
leibhaftig), 436 ndßnohg. — Sonst zeigt der Wortschatz mit der LXX nur 
gelegentliche Berührung, h&u6gere mit spätem Dichtern. Mit Oppian hat 
der Sibyllist gemeinsam 88 d^ginzeiga TioX^atv, mit Manetho 165 (pagfiaxir^Vf 
mit Nonnos 339 xkifjta (Land), mit der Orphik (306 XvQOVQydv) 328 Ttayye- 

■ vbTtüQj mit alexandrinischen Dichtern 282 /lehataytog. — Die abscheuliche 
Prosodie von 168 Aätivldog stammt aus Weiterbildung von III, 51. Ganz 
anentschuldigt ist aber 379 a^ayjoiv, wenn hier nicht a^aylyatv zu lesen ist. 

3) 120 -129 kann die Überschwemmung Lykiens i. J. 68 (Dio Cass. 
LXUI, 26) bedeuten. 

4) Ich habe diese Verse in den Sitzungsberichten der Preussischen 
Akademie (1899, S. 698 ff.) für „eine gnostische Vision'* erklärt und muss 



28 J- Geffcken, Die Oracula Sibyllinn. 

Dass nun diese vollatmige Sibylle alles, was sie prophezeit, 
aus sieb bat, daran ist nicbt zu denken. Zwar sind V. 306 — 323 
die Weherufe über Smyma und das wegen seiner Einfalt 
berüchtigte, thörichte Kyme u. a. sicher jüdisch {d-eojcpsvarocg 
308, jtQovota 323), aber sonst unterscheidet sich die 5. Sibylle 
nicht Ton ihren Schwestern im Gebrauche hellenischer Orakel, wie 
uns das schon die Nerosage lehrte. Das gilt am sichersten von 
V. 187f., einer Stelle, die auf Barka, also eine dorische Gegend, 
zielend, eine dorische Form {yevoliiav) gebraucht, gleich 
anderen kyrenäischen Orakeln.^) Auf gleich sicherem Pfade 
wandeln wir V. 336 — 341, wo Wilamowitz und ich unabhängig 
Ton einander auf Ptolemaios Keraunos' Kämpfe mit Seleukos und 
danach mit den Galliern gekommen sind. Weiter ist 458 — 463 
hellenisch; es handelt sich um den fanften Ptolemaios (Epiphanes), 
der, unglücklich gegen Syrien, von den Römern geschützt wurde. ^) 
Unmöglich ist femer nicht, dass in V. 464 — 467 ein hellenisches 
Orakel über den Einbruch der Gallier in Thrakien und Eleinasien 
vorliegt 3) Danach haben wir freilich bis 475 einen jüdischen 
Zusatz, wie wir schon oben erkannten. Anderes ist ganz un- 
sicher. Es sieht zwar sehr danach aus, als ob V. 130 — 136 helle- 
nischen Ursprungs seien, ^) aber die Nähe des, wie bewiesen, von 
unserem Verfasser stammenden Stückes 111 — 129 könnte dagegen 
sprechen; 342 — 343 endlich ist zu wohlfeil, um uns weiter auf- 
zuhalten. Die Androhung schrecklicher Naturereignisse, eintönig 

das nun znrücknehmen. Wäre dem so, so dürfte dies Stück gar keine 
inhaltliche and formelle Beziehung zur 5. Sibylle haben. Die hat sie aber, 
inhaltlich lässt sich eine gewisse entfernte Ähnlichkeit mit dem gans 
korrupten Stück 206—213 nicht leugnen; formell ftllt auf, dass elöov (512) 
auch 39S vorkommt, wie 518 ferAi/fe . . . xsvovta sich mit V. 13S berührt 
Der Kampf der Sterne war eine stoische Vorstellung, das habe ich nebenher 
a. a. O. bewiesen, folglich gehört das Stück eben dem hellenistischen 
Sibjllisten. 

1) Oracula ed. Hendess. 81. 82. 

2) Meine Anmerkung zur nlfinx^ y^v^V hätte ich vielleicht unter- 
lassen sollen, weil ysved hier nicht den sibyllinischen Begriff hat. Sehr 
merkwürdig ist V. 463 der 'Ptb/iiyc ßaatlevg: das Orakel ist also spät, aus 
der Eaiserzeit und bringt nur eine Reminiscenz. 

3) 4(38 schliesot dies Orakel mit einem hg aXanaövöv; ähnlich läuft 
das heidnische Orakel III, 465 aus. 

4) Besonders 130 f., wegen der Rhea, die (um Attis) klagt. 



Komposition und Entstehungszeit Bach V. 29 

zum Verzweifeln und im Grunde auch ohne Interesse für uns, 
kann der Jude gleich dem Griechen erfinden und hat er auch 
erfunden, und so kommt es auch wenig darauf an, auf welchen 
Autor wir 194—199.^) 286—297.2) 333—335 zurückfahren. 

Nun ist schon länger beobachtet worden, dass trotz der Ein- 
heitlichkeit der Sibylle an einer Stelle eine christliche Inter- 
polation gemacht worden ist: das zeigen die VV. 256 — 259. 
Hier ist die Annahme jüdischer Autorschaft, wie sie besonders 
Badt versucht hat, eine nicht nur künstliche, sondern geradezu 
peinlich gequälte. Von Josua kann überhaupt nicht die Rede 
sein, da er Sonne und Mond hat stehen lassen. Die Betrachtung 
des Textes lehrt das Weitere. Die Lesart Crtjöev ist unmöglich 
und dafür özi^cei (vgl. den citierten Laktanz) zu schreiben. Dann 
aber bedeutet der Passus nichts anderes, als dass Jesus einst 
das Weltenende bringen wird, indem er den Lauf der Sonne 
hemmt, ebenso wie es von Beliar (III, 65) verkündet wird. 
Bezeichnend für die späte Interpolation ist der erst aus später 
Litteratur {Eingrammata graeca ed. Eaibel 975, 1 594, 9. Por- 
phyrios ed. Wolff, p. 153) erklärbare prosodische Fehler jrors 
erlöst. 

Aber wir dürfen noch weiter gehen. Der Gallimathias der 
VV. 62 cSöT£ bis mindestens 71, über dessen Spezifizierung ich 
mich wohl hinwegsetzen darf, beweist durch das Wort 68 d-so- 
XQlorovg genugsam seine Herkunft. Dabei verrät sich der Inter- 
polator auch noch durch eine höchst thörichte Anleihe, die er 
aus V. 276 f für V. 65 f. macht Herstellen lässt sich übrigens das 
Ursprüngliche nicht; der Interpolator hat diesmal nicht ein- 
geschwärzt, sondern verdrängt 

Und noch eine dritte Stelle dem letzten Bearbeiter zu vin- 
dicieren dürfte nicht zu kühn heissen: die VV. 228 — 246. Sie 
scheinen mir eine späte Spezialstudie über die schon von dem 
Juden (184 f.) gerügte **r/9()£^, die hier, wie Wilamowitz bemerkt, 
das Aussehen eines Dämons hat Derselbe Forscher erklärt 
weiter, indem er die Hybris als die Zweifelsucht, die am Gesetze 

1) 194 kann der Einfall der Äthiopen nach Ägypten im Jahre 24 
(23) V. Chr. (Mommsen: Rom. Gesch. V, 594) gemeint sein. 

2) Vielleicht ist es das grosse Erdbeben vom Jahre 17 n. Chr. (Tacitus: 
Ann. II, 47). Freilich war es sehr leicht und ist es stete Sibyllenform, 
für Asien derartiges Unheil za prophezeien. 



30 J- GeffckeD, Die Oracula Sibyllina. 

und den Propheten Kritik übt, interpretiert, V. 236: „vielleicht 
hast du damit uns zum letzten Male in Zwist gebracht*'; 237: „wie 
meinst Du das? ich überzeuge Dich und kritisiere Dich**. W. 
sieht also ein jüdisches Stück vorliegen. Ich möchte eher V. 239 
mit Joh. 1, 14 und auch noch mit dem Bilde von dem leuch- 
tenden Tage des Herrn in den Acta Philippi (p. 156 Tisch.) 
zusammenhalten und erklären: „Es war einst unter den Menschen 
der helle Glanz der Sonne, als sich ein Strahl ausbreitete als 
Genosse der Propheten**. Spät aber ist auf alle Fälle das ganze 
Stück, da wir V. 246 nach männlicher Hauptcäsur nur eine Kürze 
haben, was sonst im ganzen Buche V nicht vorkommt. 

Noch ein paar kurze Worte über V. 1—51. Bevor der 
christliche Interpolator sich an der 5. Sibylle vergriff, war sie 
noch einmal in jüdische Hände gefallen, die ihr das Präludium, 
das sie gleich anderen gehabt haben wird, nahmen und dafür die 
VV. 1 — 51 einsetzten. Dieses Stück ist nun von völlig anderem 
Geist als das eigentliche Buch V. Der Römerhass ist, wie oben 
S. 22 f. schon bemerkt, vorbei, der Jude preist Hadrian und sucht 
sich vielleicht bei den Antoninen durch einen Hymnus auf ihr 
Geschlecht einzuschmeicheln. Er selbst lebte unter M. Aurel, 
der ja erst spät (i. J. 172) zur Alleinherrschaft (V. 51) *) kam, 
und war offenbar ein gut unterrichteter Mann, wie u. a. beson- 
ders V. 16 zeigi 

1) Mir macht die ganze Stelle einen durchaas zusammenhftngenden 
Eindrack, während Zahn a. a. 0. 37 ff. ebenso wie Wilamowitz in V. 51 
eine Interpolation oder einen Zusatz erkennt Z. glaubt dementsprechend^ 
V. 50 habe ursprünglich gelautet: xal inl aoi, navagtaxe^ xdö^ saoexai 
i^fjiara ndvxa. Ich gebe dagegen zu bedenken: Der Sibyllist hat (V. 47) 
Hadhan nur als alten Mann gekannt, er wird demnach seine guten Nach- 
folger erlebt haben. Der Zuruf 49 f. ist ebenso gut ein Orakel ex eventu 
wie alle anderen. 



Buch YI. 

Das Urteil über Buch VI wird uns nicht schwer fallen; 
es ist ein häretischer Hymnus, wie schon Alexandre und auch 
Mendelssohn geurteilt haben. Diese Hymnenpoesie fand besonders 
eifrige Pflege bei den Häretikern (vgl. Christ-Paranikas: Antkohgia 
graeca carminum christianorum, p. XXI, und Harnack: Geschichte 
der altchristlichen Litteratur, I, 795 f.), ähnlich ist ja auch das 
bekannte Akrostich auf Jesus Christus in den Sibyllinen selbst (Vlü, 
217 ff.). Allerdings lässt sich leider nicht, auch nur mit annähernder 
Sicherheit, sagen, welcher Sekte der Verfasser des Gedichtes an- 
gehören könnte. Zu V. 6 ist auf das Evangelium der Ebioniten 
hingewiesen worden, aber die Feuererscheinung bei der Jordan- 
taufe findet sich auch in anderer Litteratur.') Unmöglich aber 
ist es, weiter so zu schliessen: weil das Evangelium der Ebioniten 
mit Christi Taufe begann (Epiphan. haer, XXX, 13) und ebenso 
Buch VI mit dem gleichen Vorgang einsetzt, ist hier Entlehnung 
oder auch gemeinsame Quelle anzunehmen. Davor schützt uns 
V. 20, der eine göttliche Geburt oder wenigstens eine von 
Wundererscheinungen begleitete Geburt, ähnlich wie das Prot- 
evangelium Jacobi, vorauszusetzen scheint. Es ist also eine 
Zusammenschweissung mehrerer Apokryphen vorgenommen, wie 
auch unsere Bemerkung zu V. 27 noch weiter beweist, also dass 
wir nicht irre gehen werden, wenn wir auch die Vorstellung 
von der Speisung der Männer aus dem einen Ranzen (V. 15) 
dieser Volkslitteratur zuschreiben. 2) 



1) Nach Usener: Religionsgeschichtliche Üntersuchangen, I, 60 ff., stand 
dies im älteren Matthäus. 

2) Wilamowitz liest hier mit 4>^ und Baresch ^l^r^g. Aber Laktanz 
hat ni^Qijg and Si intendiert mit anelgriq dasselbe. £s ist ja bezeichnend für 
die Apokryphen, dass sie allerhand Nebenzüge von grossen Ereignissen 
mitteilen. 



32 J- üeffcken, Die Oracula Sibyllina. 

Über die Zeit unseres „Buches" lässt sich wenig Genaues 
sagen. Dass das 7. Buch das sechste voraussetzen, wie man 
behauptet hat, ja denselben Verfasser mit ihm haben soll, lässt 
sich in keiner Weise zur Evidenz bringen. Die Lichterscheinung 
bei der Jordantaufe kann hier wie VII, 84 aus gemeinsamer 
Quelle stammen, ein Zusammenhang, eine direkte Benutzung 
wäre eine keineswegs zwingende Annahme. Dass ferner beide 
Bücher denselben Verfasser hätten, ist schon deswegen nicht 
möglich, weil VI, 21 den Juden zürnt, das 7. Buch aber, wie 
wir noch sehen werden, aus judenchristlichen Kreisen stammt. 
Dass wir es endlich in Buch VI mit einem Produkte zu thun haben, 
das dieselbe Litteraturgattung wie VII verrät, ist auch kein 
Indiz. Eine Orenze nach unten bilden zwar die Citate der 
Kirchenväter, d. h. des Laktanz, aber damit wäre ^auch nicht viel 
gewonnen. Hoher rückten wir mit der Beobachtung hinauf, dass 
V. 13 Anf. Vorbild für I, 356 Anf. gewesen zu sein scheint, die 
christliche Bearbeitung des 1. Buches stammt aus dem 3. Jahr- 
hundert, wie wir noch zu beweisen haben, und vor diese Zeit fiele 
der Hymnus des Buches VI. Genaue Bestimmung aber lässt 
die Betrachtung der Verse zu. Auf 28 Verse kommen immerhin 
noch 12 mit trochäischer Cäsur; die Barbarei des 3. Jahrhunderts 
ist also noch nicht eingerissen. Ebenso ist die Sprache im 
ganzen nicht unrein.^) So werden wir die Zeit des Gesanges 
auf das zweite Jahrhundert bestimmen, und so mögen denn die 
mancherlei Berührungen mit späteren Apokryphen für das Alter 
dieser Vorstellungen zeugen. Auszugehen war aber von diesen 
nicht; das wäre ein falscher Weg gewesen. 

1} Freilich erkennt man unschwer die altsibyllinische Unbeholfenbeit. 
V. 19 will der Dichter sagen: beide, Adam und fiva, von denen die eine 
ans der Seite des anderen stammte, sahen ihn; er spart sich aber den 
singularischen unterschied und fasst durch den Plural, noch dazu mit an* 
uX)jfX(av, znsammen. 



Buch VII. 

Über die Un Wahrscheinlichkeit eines unmittelbaren Zusammen- 
hanges zwischen Buch VI und VII ^) ist eben das Nötige gesagt 
worden; ein indirekter Zusammenhang, ein Ursprung aus ähn- 
licher Anschauung ist nicht in Frage zu stellen. 

Das 7. Buch ist uns nicht mehr ganz erhalten, die beiden 
Handschriftenklassen * V bezeichnen es ebenso wie I (II) und 
III als Auszug. 2) unser Buch VII befindet sich denn auch in 
nicht geringer Unordnung: Hinweisung auf Noah, heidnische 
Orakel, Androhungen von Strafen, Kultvorschriften, neue heid- 
nische Orakel, das alles zieht fast noch bunter, als es sonst in dieser 
Litteratur geschieht, an uns vorüber. Dabei finden wir manche 
Lücken (7—8.3) 23. 39. 91). 



1) Za dem nur in der Klasse £i erhaltenen und hier nicht von VI 
getrennten V. 1 zieht Wilamowitz noch VI, 28. Ich bemerke dagegen, 
dass zu dem Wunder der Ereuzentrückung gerade der Blitz des Gottes- 
auges passt. Ferner ist es ganz und gar nicht sibyllinisch, zu verbinden: 
^iviy.a aavQatpi^ zö viov d-eov (eo mit ^^ Wil.) s/htcvqov öfifia \ J) '^(Jdf, 
6ei7.ah} ovy sondern die Sibyllen beginnen jederzeit mit der Anrede. 

2) ^*' zählt allerdings ungefilhr so viel Verse wie wir (161, da der 
erste Vers in ^W fehlt). Diese Subskription ist also nach dem Auszuge 
gemacht Anders war es bei Buch III. Vgl. darüber die Einleitung zur 
Ausgabe S. Lif. 

3) Wilamowitz glaubt nicht an die Lücke. Er schreibt mir: „Erst 
scheint mir zu stehen: ,Da8 fSrchterliche Wasser Gottes hat nur ein Noah 
vermeiden können*, oder wie sonst der Anfang lautete. Das Ganze aber ist ein 
Citat aus I, das zur Erläuterung von 12 beigeschrieben ist". Das kommt 
mir deswegen nicht wahrscheinlich vor, weil I gerade in der Gegend der 
strittigen Verse (182—198) auch sonst Interpolation zeigt und überhaupt, 
wie ich noch darzulegen habe, hier recht zusammenhangslos ist. Ich glaube 
daher, dass die Noahgeschichte, vielleicht nur kurz, in VU vorkam, und dann 
nachher die entsprechenden Verse von I übernommen wurden, wo sie z. T. 

Texte u. Untersuchungen. K. F. VIII, 1. 3 



34 J- Geffcken, Die Oracnla Sibyllina. 

Über den reKgiösen Charakter der Bücher lässt sich zu den 
Ausfahrungen Friedliebs und Alexandres noch einiges hinzuführen 
Beide sahen in dem Verfasser eine Art Judenchristen. Das 
Wort hat heute seine Bedeutung etwas gewandelt, aber selbst 
nach dem Sinn, den es in unserer Zeit trägt, ^) darf man an der 
genannten Bezeichnung festhalten. Die Jordantaufe wird wie in 
Buch VI, 6 im Sinne des Ebioniten-(Hebräer)evangeliums gehalten 
(V. 84) und, was wichtiger ist, ja geradezu entscheidend, die 
Frommen werden vor den falschen Propheten in Schafskleidern 
gewarnt, die sich für Hebräer ausgeben (135). 2) 

Sonst findet sich, was bisher gar nicht beachtet worden ist, 
viel Häretisches, d. h. in diesem Falle Gnosis. Ich habe die 
gnostischen Zeugnisse zu V. 71. 72 und besonders V. I39f 
notiert, muss aber hier die Sache noch etwas erweitem. Die 
Kulthandlung, die der Hausherr (76—84) vornehmen soll um 
mit Wasser und Feuer und einer Taube ^j die Jordantaufe sym- 
bolisch nachzubilden, bleibt ein merkwürdiges Mysterium ^) und 
auch die Aufnahme des Armen (85—91),^) die öewissheit 
augenblicklicher Gebetserhörung, wenn man nur den rechten 
Ritus mit Handauflegen, Wasserbesprengung, dreimaligem 
Gebet vollzieht, schmeckt nach der Gnosis und ihren Zauber- 
gar keinen Platz haben. Vortrefflich aber ist der Sinn in VII, 12: Phry^ien 
du wirst zuerst aus der Höhe des Wassers aufleuchten, aber trotzdem 
zuerst Gott verleugnen. Der Interi>olator des 1. Buches fand also VII 
schon verstönamelt vor, las also wohl gerade soviel Verse wie der Sub- 
skriptor von ^. Gegen die Idee des Citates spräche m. E. auch das ein- 
mhrende xiq (8). — über die Noahsage in Phrygien s. das Nötige zu Buch l" 

1) Harnack: Dogmengeschichte ', I, 271 ff. 

2) Ich habe V. 134 di in oh geändert: Die falschen Propheten ziehen 
umher und verkünden eine böse Zeit» sie geben vor, Hebräer zu sein aber 
trotzdem ändern sie ihr Leben nicht, noch fiberzeugen sie die Gerechten 

3) Wilamowitz liest 79 lieber ^QyTfta niXeiav, Aber die wilde Taube 
{dygitjv ab nlleiav, wie ich schreibe) fliegt schneller davon, in alle Welt 
man kann sie nicht mehr verfolgen, gerade so wie der Adyoq sich zum 
Himmel aufschwingt 

4) Vgl. auch noch den häretischen Taufspuk bei Usener a. a. 0. 64 
5; Wilamowitz liest 91 mit den Hss. arig und sieht darin die Luft 

die die Taube und das Gebet entführt. Diese Doppelbeziehung fllnde ich 
hier doch nicht klar genug; eher möchte ich annehmen, dass ani'iyayev 
ixzoxB 6*avt)g (wie Betuleius schrieb) unvollständig ist und etwa zu er- 
gänzen bleibt: den Gegenstand seiner Bitte. 



Komposition und Entstehungszeit. Buch VII. 35 

Sprüchen.*) Reine Gnosis wage ich freilich nicht zu erkennen. 
Wir können nicht leugnen, dass V. 139 f. die gnostische Vor- 
stellung von der jtgcirf^ und aQX^yovoq oyöoaq sehr wenig nach 
ihrem eigentliehen Sinne gewürdigt, vielmehr ganz äusserlich, 
um das Erscheinen einer neuen Welt damit einzufuhren, ver- 
wendet worden ist. Im Hinblick darauf nun, in der weiteren 
Überlegung, dass hier und da einzelnes auch wohl an den Hirten 
des Hermas erinnert (s. zu 33 — 35. 71. 73), kann ich meinesteils 
das Buch keiner bestimmten Sekte zuschreiben, sondern möchte 
darin ein Denkmal des Judenchristentums und der in ihm mannig- 
fach wirkenden Einflüsse erkennen. Hier kann eben nur ein 
Theologe das letzte Wort sprechen. — Natürlich ist das Buch, 
damit es auch wirklich eine Sibylle heissen kann, mit den 
obligaten Fluchsprüchen ausgestattet worden. Wilamowitz hält 
sie samt und sonders für Zusatz. Das wird sich schwer wirklich 
entscheiden lassen. Dagegen spräche die nahe Verbindung, die 
der Weheruf über Syrien (V. 64 ff.), welcher eine für den Charakter 
des Buches besonders wichtige Versreihe beginnt, mit den son- 
stigen Weherufen hat. Will man aber an einen Zusatz glauben, 
so muss man in dessen Autor einen Fabrikanten allerwohlfeilster 
Orakelverse erkennen. Der Sibyllist hat ja allerhand gelesen. 
Das theognideische ovx egafiai jtXovxov (89) mag er in einer 
griechischen Spruchsammlung gefischt haben, ebenso wie ihm 
6fi(ßvZog oXel öräoig (20) aus der Orakelsprache bekannt war 
und er sich das hellenistische Motiv der dXxvoveg (99) nicht 
entgehen lässt; Delos' Irrfahrt femer (4) war Gemeinplatz wie 
Troias Fall (51 ff.); von den Lastern der Parther (42 ff) sprach 
alle Welt, wie man sich auch wohl noch der römischen Nieder- 
lage und des Verlustes der Adler erinnerte, die freilich damals, 
als Crassus und Antonius besiegt wurden, noch keine goldenen 
waren, wie unsere Stelle (49 f.) will.*-') Alles jedoch, was wir 

1) Ganz entfernt fOhle ich mich erinnert an das Mysterium bei 
C. Schmidt: Gnostische Schriften in koptischer Sprache. S. 199. — Auch 
y. 25 ff. sind ganz ungewöhnlich, erklären und belegen kann ich sie aber 
weiter nicht. 

2) Man hat die Stelle, die deutlich genug recht unhistorisch ist, zeit- 
geschichtlich gedeutet und auch auf Alexander Severus bezogen. Dass 
auch der Kaiser Adler in den Bänden der Parther gelassen, wissen wir 
aber nicht. Die ganze Stelle 40 ff. ist übrigens beispiellos ungeschickt. 



36 J» Geffcken, Die Oracula Sibyllina. 

sonst lesen f ist so absolut neutral, so unpersönlich, mochte ich 
sagen, so allgemein gehalten, dass wir uns gestehen müssen: 
derartiges konnte jeder prophezeien. Jeder Stadt, jedem Lande 
wird in den farblosesten Ausdrücken mit irgend einem Unheil 
gedroht, den Kelten sogar nicht nur mit Versandung, sondern 
auch mit Vereisung. Darum möchten wir jedem raten, der später 
einmal die griechischen Orakel sammeln wird, an Buch VII 
vorüberzugehen: da findet er nichts als Mache ^ die allenfalls 
auch der Verfasser des gnostisch-judenchristlichen Stückes leisten 
konnte. 

Wann „sang" nun diese Sibylle? Sie gönnt Kolophons 
Weissagungsstätte wenig Gutes (55); noch im 2. Jahrhundert 
blühte Elaros.') Auch das Judenchristentum war noch bis zur 
Mitte des 2. Jahrhunderts stark vertreten. 2) Also werden wir 
gut thun, den sonderbaren und interessanten judenchristlich- 
gnostischen Sang etwa in die Mitte des 2. Jahrhunderts zu legen. 

Auch die Sprache und Metrik ist noch nicht ganz schlecht. 
Der Ausdruck bleibt zwar, abgesehen natürlich von korrupten 
Stellen (z. B. 50. 93), sehr gewunden und schwerfällig. So will 
der Autor V. 52 sagen, dass das ilische Land keine Hochzeit 
(natürlich die der Helena) gemessen, sondern dafür ins Grab 
sinken soll. Da setzt er denn das ixjtUraif das allenfalls zu 
yauop passt, auch zu raq)ov. Etwas Ahnliches haben wir V. 125 
(vgl. die Anmerkung dazu). Überaus gequält ist auch V. 110. 
Der Gedanke ist: Rom glaubt jedem Sturm gewachsen zu sein, 
und wird nun erst recht fallen. Das wird so ausgedrückt: Gott 
wird Dich ganz obskur machen, wenn Du glaubst, dem Scheine 
nach viel besser fest standzuhalten.^) Aber schwere Fehler 

Der Sibjllist weiss von der Blutschande der Parther. Diese Sitte nun bat 
er als ein einmal eintretendes Ereignis behandelt. Man denkt: jetzt 
kommt die Strafe, aber nein, die Römer erleiden eine Niederlage. V. 38 if. 
deute ich so: wenn ein neuer Schössling aus der Wurzel Augen treibt, 
die einst allen Zweigen reiche Nahrung gab, d. h. wenn nach den Persern 
die Parther kommen. 

1) Buresch: Klaros 44. Des Verfassers weiterer Schluss auf Klares' 
Blüte auch im 3. Jahrhundert beruht auf falscher Vorstellung von der 
Zeit des 7. Buches. 

2) Hamack a. a. 0. 279. 

3) Ob dem freilich so ist, wie ich es darstelle, weiss ich nicht sicher. 
Man könnte auch vermuten: oTtörav Soxi^i; no/.v xQelaaovog Öfifxa \ hS^air^ 



Komposition und Entstehungszeit. Buch VII. 37 

sind sonst, abgesehen von dem unrichtig gesetzten ^^ (95. 135), 
vermieden. Auch die Metrik geht noch an. Auf 146 Verse 
kommen etwa 75 mit trochäischer Cäsur. Nach männlicher 
Cäsur im 3. Fusse folgt nur eine Kürze ausschliesslich an 
emendationsbedürfbigen Stellen (69. 76), Längung kurzer Silben 
durch den Iktus kommt höchstens dreimal (30. 40? 118) vor. 

Absichtlich habe ich den Schluss (150 — 162) noch nicht 
berücksichtigt; er verdient eine besondere Behandlung. Unsere 
Sibylle geriert sich hier anders denn die vierte (V. 4), sie em- 
pfindet, dass sie eine Heidin sei, sie hofift am Ende der Dinge 
auf Belehrung (150 f.) und ersinnt, um als Heidin recht strafbar 
zu sein, eine merkwürdige Schuld, indem sie sich als grosse 
Buhlerin hinstellt. Alle Freier habe sie eingeschlossen, die 
Darbenden, und unter den Dienerinnen {kv jtQOJcoXoiCiv lese ich) 
wandelnd die Stimme Gottes nicht gehört. Dafür hat sie dann 
das Feuer gefressen und wird sie es fressen. — Halten wir hier 
einen Augenblick inne. Die Sibylle föUt hier mit dem Präteritum 
aus der Rolle. Wann und wo hat das Feuer sie gefressen? 
wann kann sie ihren Tod schon erlebt haben? Ich möchte hier 
demnach eine Art „transscendentaler^^ Sibylle annehmen, ent- 
sprechend dem mystischen Tone des ganzen Buches. Die Sibylle 
hat Übles gethan, ist gestorben und begraben. Sie brennt in 
der Oehenna und wird weiter brennen, bis Gott sie belehren 
wird (151). Mit diesen Versen (151—159) stimmt aber nie und 
nimmer das folgende (160 — 162). V. 162 steht mit seiner Hoff- 
nung auf den seligen Tod der Sünderin in schroffem Gegensatz 
zu V. 157, wie auch in den korrupten VV. 160. 161 eine andere 
Schuld als oben angegeben wird.^) Diese Stelle ist hier also 
m. E. interpoliert. 



fiifxveLV oder . . . Tiokv xgeTaaov ig Sfjt/jia \ L ^. Auf alle FSIle scheint 
der Sibyllist, da er über die Art der Strafe sich keine Vorstellung macht, 
auch hier keinen klaren Ausdruck zu bezwecken. 

1) Ich selbst erkenne hier nach heissem Bemühen so gut wie nichts 
und vermag nur zu vermuten, dass ein Ausplaudern eines göttlichen 
Geheimnisses gemeint war. 



Bnch Vin. 

Das 8. Buch macht dem Leser zuerst einen recht konfusen 
Eindruck, es erscheint ihm wie eine Musterkarte sibyllinischer 
Dichtung. Da finden sich historische Prophezeiungen, Nerosagen 
verschiedenster Herkunft, Hassausbrüche gegen Rom, gegen den 
Götzendienst, Paränesen, Apokalyptik, Hymnen, Christologie: 
wie soll man da Ordnung stiften! Aber eingehendes Studium 
der wüsten Masse lässt doch Fugen und Risse erkennen, ermög- 
licht. Zusammengehöriges zu vereinigen und wenn auch nicht 
immer chronologische, so doch stilistische Aufreihung zu schafien.*) 

Soviel ist sicher, dass Laktanz das Buch ziemlich so, wie 
es uns vorliegt, gelesen hat. Er citiert den Anfang des 8. Buches 
(V. 1 — 3), weiss, dass die Sibylle so begonnen hat, und seine 
Citate begleiten uns bis V. 402. Auch die Vorlage des Theo- 
philus,^) der nach 180 n. Chr. schrieb, kennt V. 5 unseres 
Gedichtes. Vor dessen Zeit also ist der Gesang entstanden oder 
vielmehr „ediert". 

Aber nach echter Sibyllenweise sind sehr viel ältere Stücke 
in das Buch mitverarbeitet worden. Da ist in erster Linie ein- 
mal V. 160 — 168, ein heidnischer Cento aus anderen Büchern, 
wie meine Ausgabe lehrt, auszuscheiden, innerhalb dieses Passus 
ist dann wieder V. 163 f. Interpolation. Und ebenso sind die 
voranstehenden VV. 151 — 159 heidnisch, wie ich es früher schon 



1) Ich muss hier gleich bemerken, dass ich auch hier ziemlich selb- 
ständig vorgehe; in der Regel decken sich meine Ausführungen übrigens 
mit Wilamowitz' Randnotizen. Von anderen nenne ich Friedlieb, dessen 
Darlegungen sehr nützlich zu lesen sind; Dechent hat [Zeitschr. f. Kirchen- 
gesch. n, 502 ff.) far mein Gefühl zu kurz über Buch VIU gehandelt, mit 
Zahns „Apokalyptischen Studien** (Zeitschr. f. kirchl. Wissensch. VII, 77 ff.) 
habe ich diesmal weniger als sonst anfangen können. 

2) Über Theophilus vgl. unten meine Behandlung der Fragmente. 



Komposition und Entotehungszeit. Buch VIII. 39 

ausgesprochen habe.^) Diesem Nero fehlt jeder mystische Auf- 
putz des Antichrists, er ist mit historischer Plastik dargestellt, 
d. h. wir haben hier ein Orakel, das ziemlich bald nach Neros 
Tode verfasst sein muss, und hier nur, weil in V. 139 — 150 vom 
wiederkehrenden Nero-Antichrist die Bede war, Einreihung 
gefunden hat. Passt nun dies Stück in keiner Weise zu seiner 
Umgebung, so hat auch der Hymnus auf die Antoninen (131 — 138) 
kaum etwas mit der sonstigen wenig freundlichen Stimmung der 
Sibylle für dies Herrschergeschlecht zu thun. Hadrian ist der 
Prophetin widerwärtig (52 ff.), M. Aurel muss mit Rom vor dem 
kommenden Nero bangen (68 ff.)- ^^ 1^^^ ^^^^ nicht mit der 
Prophezeiung des mit Hadrian ^) blühenden Herrschergeschlechtes 
vereinigen. Also haben wir hier sicher etwas anderes, wahr- 
scheinlich eine heidnische Weissagung einer ägyptischen 
Sibylle^) (138, vgl. auch V. 49 f.). -^ Wir sprachen eben von 
der Abneigung der Sibylle gegen die Antoninen. Der sonderbare 
Hadrian gefallt ihr wahrhaftig nicht, sie charakterisiert sein auf- 
geregtes Wesen in recht interessant gehässiger Weise, also dass 
der reichstreue Jude des 12. Buches den Kaiser dagegen in 
Schutz nimmt. ^) Diesen Kaiser hat sie zwar kaum selbst ge- 
sehen, sondern nach anderem Vorgang (V 57) nennt sie ihn V. 52 
noXtoxgavog bezw. aQyvQoxQavog (vgl. XH, 163 f.). Unter seinen 
drei Nachfolgern aber (65), in denen ich Antoninus Pius, Annius 
Verus, Marcus Antoninus sehe,^) soll das Reich zu Grunde gehen 
durch den kommenden Nero- Antichrist M. Aurel, der seine 
Mittel zusammenhalten musste, um die Feinde des Reiches von 



li In meinen Studien zur älteren Nerosage. Nachrichten der Götting. 
Gesellsch. d. Wissensch. 1899. 443iF. Meine Konjektur Y. 154 'Avtlöog 
hat man mir ausgeredet, das Hauptergebnis bleibt 

2) Denn der ist der 15. König Ägyptens in der 6. Generation lati- 
nischer Könige (138. 131), wenn man, wie natürlich, mit Julius Cäsar beginnt 

3) Der heidnische Sibyllist ist dann vom christlichen (V. 50 cv> 138) 
benutzt worden. 

4) y. 166 fl'., vgl. meine Abhandlung: Römische Kaiser im Volksmunde 
der Provinz. Nachrichten der Götting. gel. Gesellsch. 1901. 8 und unten 
die Behandlung des 12. Buches. 

5) V. 66 o^voßa nlrjQwaavxeq inovQavioio d^aoZo deutet Alexandre auf 
Adonai <= Antonini. Dagegen Zahn a. a. 0. 80, 2. In der That kann man 
das nXrjQujaavzEg nur noch dem Prinzip der Gematria erklären, eine Lösung 
aber finde ich nicht. 



40 J« Geffcken, Die Oracula Sibyllina. 

den Grenzen abzuwehren, thut dies nach dem Sinne des Sibyl- 
listen nur, um dem nahenden Nero alles auszuliefern (70—72).*) 

Dieser Sibyllist hat also vor M. Aureis Ausgang (ISO n. Chr.) 
gedichtet Was dann folgt, gehört nicht hieher; V. 72 — 130 
verlieren sich in die Eschatologie. Anschluss erreichen wir 
erst mit V. 139—150 wieder. Der Sibyllist hatte Hadrian 
einen älteren Mann genannt, unter seinen Nachfolgern sieht 
er das Verderben kommen; er bezeichnet im gleichen, noch halb 
historischen Stile die Jahreszahl des erwarteten endlichen Unter- 
ganges durch den Antichrist: wenn Rom 948 Jahre, gleich dem 
Zahlen wert seines Namens, existiert habe (148 — 150), soll es vom 
Geschicke ereilt werden. Damit kämen wir auf das Jahr 195. 
Aber hier ist Vorsicht am Platze. Die Berechnungen der Sibyllen 
sind meist eigenartig (vgl XII, 12f. 230—235), darauf ist kein 
Verlass; ich traue auch dieser Sibylle nicht zu, dass sie von Roms 
Aera Genaueres wusste. Immerhin aber bin ich überzeugt, dass 
V. (50) 65 — 72 und 139—150 zusammengehören; ihr Charakter 
ist einheitlich. Der Verfasser dieses Stücks lebte etwas später als 
der Dichter des Hymnus auf Hadrian (131—138). Ihm gehört 
aber noch mehr. Die sonstige eschatologische Legende, wie sie 
för uns aus dieser Zeit wesentlich durch Commodian feststeht, 
schildert Neros Herrschaft in Rom, Elias' Erscheinen, seinen 
Tod durch Nero u. ä.^) Aus diesem Vorstellungskreise ist das 
Stück V. 169 — 177 entnommen. Der ayvoq ava^ (169) ist natür- 
lich nicht Gott, sondern Elias; von den drei Herrschern zu Rom 
redet auch Commodian, wie mein Apparat zu 171 angiebt, und 
zuletzt, wo Elias dem Nero zu mächtig wird, sehen wir diesen 
sich mit dem Senate gegen den Sendling Gottes beraten (176 f.). 
Zu diesem Stücke, das die notwendige Fortsetzung von 139 — 150 
ist, mag denn auch die Darstellung der beunruhigenden Vor- 
zeichen 178 — 181 und die Aufeählung aller der Bösen, die sich 
dadurch nicht schrecken lassen, d. h. das Bruchstück 1S2— 1S9 
gehören. 

Eine wirkliche Ordnung der einzelnen Motive kennt die 
Eschatologie nicht. Fast jede Apokalypse zeigt nur einen Wirr- 
warr von Schreckensbildem, die sich oft genug wenig verändert 



1 ^ Es ist dies die Weiterentwicklung der alten Prophetie in III, i-JöG— 355. 
2) Vgl. meine Arbeit über die Nerosage. 458 f. 



Komposition und Kntstehungszeit. Buch VIII. 41 

wiederholen. Für den, der des edlen griechischen Stiles gewohnt 
ist, bleibt die Lektüre von Apokalypsen eine Qual; bald dies, bald 
jenes Motiv huscht schattenhaft auf, una wieder zu verschwinden 
und vielleicht noch einmal wiederzukehren. Man weiss in dieser 
Vorstellungswelt eigentlich nie recht Bescheid, wo man sich 
befindet, ob noch auf der Erde oder schon im Tartarus, ob die 
unheimlichen Gestalten nur Vorboten oder schon Enderschei- 
nungen sind, ob Gott nur straft oder schon richtet, m. a. W., 
ob wir es mit den letzten oder den allerletzten Dingen zu thun 
haben. Und so vermag ich es auch nur vermutungsweise aus- 
zusprechen, dass die VV. 190 — 216 dem Dichter der Nerosage 
angehören. Viel sicherer ist mir dagegen, dass zu diesen Schil- 
derungen in irgend einer Weise V. 337—358, die nun wirklich 
das Ende der Welt bezeichnen, gehören.^) 

Fassen wir zusammen. Der Sibyllist, dem wir also bisher 
50—72. 139—150. 169— 216(?). 337—358 vindiciert haben, schrieb, 
wie gesagt vor dem Jahre 180, dem Todesjahre M. Aureis ; er er- 
wartete, dass der Kaiser^ der im Jahre 121 geboren war, noch 
den Sturz des Reiches erleben würde. Sein Hass gegen Rom 
ist also gross. Aber trotz dieser seiner Gesinnung dürfen wir 
ihm m, E. nicht ohne weiteres die VV. 73 — 130 zuschreiben. 
Die rasch sich entwickelnde Eschatologie, die dieser Passus ent- 
hält, ist so absolut verschieden von den bisher nachgewiesenen, 
sich gut fortsetzenden apokalyptischen „Fragmenten'^^) die ja 

1) Es würde dabei kein Widerspruch dadurch entstehen, dass 
y. 190 die Sterne ins Meer fallen und 341 noch einmal der Sturz der 
Sterne vorkommt. Dass im ersten Falle nicht das Ende der Welt gemeint 
ist, sondern nur ein Vorzeichen, beweist die Einfährung des Unheil 
drohenden Kometen (191 f.); an zweiter Stelle aber haben wir den Eintritt 
des Chaos, das wirkliche Ende. — Ich muss noch bemerken, dass von den 
V. 337—358 m. E. 357. 358 entweder eine Lücke voraussetzen lassen, in 
der von der Linderung der Qual der Verdammten die Rede war, wodurch 
dann das sonst ganz unverständliche yäg in V. 357 Erklärung fände, oder 
dass die Stelle ein mfissiger Zusatz ist Jedenfalls las das 2. Buch schon 
die Stelle so wie wir (vgl. meine Angabe zu 350—358). Die nag^ivoq 
ayvt) ist natürlich Maria, und da, wie Friedlieb bemerkt (S. XXI), die 
Lehre von der Fürbitte der h. Jungfrau hier schon bestimmter formuliert 
ist, als bei Irenäus (II, p. 376 Harv.), so mag die Stelle auch aus anderem 
Grunde ein Einschiebsel heissen. Wirkliche Sicherheit aber kann hier nur 
die theologische Sjritik schaffen. 

2) Trefflicher Ausdruck Boussets für das ganze apokalyptische Schrifttum. 



42 J- Geffckeo, Die Oracula Sibyliina. 

eine längere, gewissermassen historische Entwicklung der letzten 
Dinge geben, dass wir notwendig zwei Verfasser annehmen 
müssen. Diesem zweiten christlichen Autor gehört nun m. E. 
ein nicht ganz unbeträchtliches Gut an. Zuerst möchte ich ihm 
V. 1 — 49 zuschreiben. Disponiert ist der StoflF natürlich, nach 
der Weise der Sibyllen, schlecht genug. Es ist Ton Roms böser 
Herrschaft die Rede (9—13), und der Sibyllist will sagen, dass 
auch dies Unwesen einmal ein Ende hat. Das drückt er dann 
ganz unvermittelt mit dem Spruche Ton Gottes Mühlen (14) aus. 
Dann fahrt er, wahrscheinlich doch an Roms Habsucht denkend, 
fort mit einer Invektive gegen die Reichen, die, in ihrer Art ja 
ausserordentlich interessant und nicht ohne Geist geschrieben, 
lebhaft an gracchische Worte (vgl. meinen Kommentar zu V. 34) 
erinnert, aber doch den Eindruck der Abschweifung macht 
Auch das Nächste (V. 37 — 49) ist nicht übel, ja die pathetische 
Anrede Roms ist mit das beste, was die Sibyllistik bietet. Der 
gleiche Ton, das gleiche kräftig wahre Pathos haben wir V. 73 — 
106, es ist absolut derselbe Stil, also ist auch der gleiche Ver- 
fasser anzunehmen. Und weiter ist kein Grund, warum wir diesem 
nicht auch die teilweise von stoisch-jüdischem Vorbilde beein- 
flusste Schilderung der Unterwelt (107 — 130) zuschreiben sollten; 
werden doch mehrere Momente aus der früheren Schilderung 
hier w^iederholt oder ausgeführt: die Erniedrigung der Reichen 
(107f.), das nackt zur Erde kommen, nackt von der Erde gehen 
(96 tf. ~ 108 f.). Roms Bestrafung in der Unterwelt (104 S.c^\2b ff.). 
So blicken wir denn durch dieses Buch in eine Welt des 
Kampfes hinein. Das giftige Hetzen der Juden gegen Rom 
im 5. Buche verstummt vor dieser Fanfare des jungen Christen- 
tums. Aber die Gegner sind auf der Hut, Wir wissen, wie 
bitter Celsus (Origen. c. Cels. VII, 53, S. 203, 24 Kötschau) die 
Christen verhöhnte, dass sie die Sibyllensprüche interpolierten: 

rvv öi jraQsyyQacfeiv (ikv elg ra ixelvTjg jtoXAa xäi 

ßXao^rjfia tlx^] övvaod-t. Darauf musste geantwortet w^erden. 
Nun war die Akrostichis seit alter Zeit das Kennzeichen sibyl- 
linischer Echtheit (vgl. meinen Kommentar zu VIII, S. 153). 
Aus dem Bedürfnisse nun, dem heidnischen Vorwurfe zu begegnen, 

1 Freilich passt V. 1<N viel besser auf die Reichen, als V. 96 auf 
Rom. — Zu V. 12u bemerkt Wihimowitz, dass fmynioa nur ungeschickte 
sibyllistische Austlrucks weise anstatt fid/ji sei. 



Komposition und Entsiehnngszeit. Buch VIII. 43 

fabrizierte man die grosse Akrosiichis V. 217 — 250*): die erste 
absolut sichere, bewusste christliche Fälschung, die auf Augustin 
und Euseb so tiefen Eindruck machte, die Euseb benutzte, um heid- 
nische Zweifel an der Echtheit zu widerlegen, die endlich in 
Augustins Übersetzung das Mittelalter bewegt hat.^) Mit dieser 
Akrostichis aber kommen wir nun von ziemlich gewissem Boden 
auf unsicheres Terrain. Wir können nun nicht mehr mit einiger 
Deutlichkeit die Verfasser scheiden, sondern nur inhaltliche 
Trennungen vornehmen. Da stammt zuerst V. 251 — 323 natürlich 
nicht vom Verfasser der Akrostichis, sondern ist einfach angehängt. 
Sehr viel später freilich ist auch diese Stelle nicht, denn sie 
zeigt nahe Berührung mit der älteren patristischen Litteratur 
(vgL-^ meinen Kommentar zu 251 f 264 ff. 294. 302. 319—323) 
und spiegelt ihre Denkweise wieder. 3) Weiter löst sich 324 — 336 
als ein besonderes Stück aus, und ähnlich diesem in manchem 
ist auch die Schlussparänese 480 — 500, obwohl beide Stellen 
schwerlich demselben Verfasser gehören werden. 

Ein Stück im Stile älterer jüdisch-griechischer Dichtung ist 
V. (359)^) 361—428. Auch hier ist noch stark die Anlehnung 
an heidnische Vorbilder wahrnehmbar, die Sibylle reproduziert 
ältere Orakelform, ^) aber das ist äusserlich. Wichtiger bleibt, 
dass sie nach ursprünglich jüdischem Vorgange von den „zwei 
Wegen" (399f) redet, dass sie ähnlich wie oben 110—121 die 
Freuden des Jenseits mit den Farben des stoischen Judentums 
in Anlehnung an III, 89 f schildert. Das Stück ist sonst von 
mannigfachen Interpolationen entstellt.®) 



1) Euseb hat auch noch die überschüssige Akrostichis CT \'^fOCZ, 
die Augustin vermeidet. Es gab also eine doppelte Fassung, wie es ja auch 
die vielfachen Textabweichungen innerhalb der Akrostichis nahe legen. 

2)Überalledie8e Kämpfe vgl. meine Arbeit in den Preuss. Jbb. 1901. S.206ff. 

3) Aus 297 f. werde ich nicht klug. Ich deute den auch sonst sehr 
künstlichen Symboliker so: Johannes war ein anderes Bohr, das im Winde 
schwankte (Mt. 11, 7) und die Menschen auf Christus hin erzog. 

4) Mit Recht sagt Wilamowitz, dass 359. 360 Fttllverse seien, die 
entschuldigen, dass im folgenden Gott redet 

5) Wie ich zu V. 361. 373 bemerkt habe. Natürlich ist hier nicht 
Herodot Quelle, sondern ein Orakelbuch, das seine Verse enthielt. 

6) Um von 371, 372 nicht zu reden, so ist nach Wilamowitz 381—386 
(384—386 lässt Si aus) Zusatz schon wegen des Aoristes in 381. Zusatz ist 
ferner 388. 389. 392-398. 419-422. 



44 J* Geffcken, Die Oracula Sibyllina. 

Es folgt ein Stück Doxologie 429— 438, ^) eine Stelle, die 
ebenfalls stark an die Schilderungen der Apologeten erinnert, 
wie ich im Kommentar zeige. Danach haben wir V. 439 — 455 ^) 
ein Stück Logoslehre, wie V. 264 ff., und endlich 456—479 ein 
recht hübsches Stück Christologie. Entsprechend der Volkspoesie 
sind apokryphe Evangelien dabei benutzt, wie ich zu V. 467 
bemerkt habe, und auch sonst mischt sich Apokryphes ein.^) 
Nicht ohne Wichtigkeit ist dabei wieder der heidnische Einfluss. 
Die Schilderung, wie die Erde sich freut und der Himmel lacht 
bei der Geburt des Kindes (474 f.), ist durchaus hellenisch; so 
stellen, wie ich zu V. 474f. angemerkt habe, hellenische Dichter 
die yopal eines Gottes dar. 

Damit hätten wir versucht, das Gedicht inhaltlich zu analy- 
sieren. Wir haben geordnet: 

I. Heidnische Dichtung: 131—138. 151—159. 160—168. 
n. Christliche halbhistorische, eschatologische Poesie: 50—72. 

139—150. 169—216. 337-358. 
IIL Christliche ultra-antiromische, teilweise eschatologische 

Dichtung: 1—49. 73—130. 
IV. Akrostichis über die Eschatologie: 217—250. 
V. Rest: Christologie, 251—323 (vgl. 456—479); Paränese, 
324—336. 480—500; jüdisch-christliche, teilweise eschato- 
logische Dichtung, (359 f.) 361—428; Doxologie, 429—38; 
Logos, 439—479. 

Mit ganz wenigen Ausnahmen fanden wir trotz der Ver- 
schiedenheit des Inhalts keine Indizien für grosse zeitliche Ent- 
fernung der Stücke. Die chronologischen Spuren führten auf 
die Zeit vor 180, die Denkweise wies auf die Epoche der Apo- 
logeten hin, das ganze Konglomerat wird iohaltlich durch die 

1) Die avTol (437) sind die Engel, die des Höchsten Befehle ausführen 
und die Wat der Elemente dämpfen helfen. 

2) WiUmowitz hat die ganz korrapte Stelle 439 wenigstens dem In- 
halte nach richtig gestellt, so dass der Sohn avfißovloq bleibt, wie es nötig 
ist Weiter ist zu bemerken, dass die YV. 453—455 Interpolation bezw. 
Zusatz sind, denn wenn die „ewige*' SchOpfang (448) gegliedert wird nach 
ihren doch einigermassen konstanten Teilen, Sonne, Mond, Gestirne, Erde, 
Himmel, Meer, so haben die vergänglichen Tiere nichts dabei za thun. 

3) Besonders vgl. Y. 462. Mit Reitzenstein : Zwei religionsge^chicht- 
liehe Fragen 121 f. bin ich, wie man sehen wird, nicht ganz einverstanden. 



Komposition und Entstehungszeit. Bach YIIL 45 

fortwährende Eschatologie zusammengehalten. Dieser Einheit in 
gewissem Sinne entspricht auch die äussere Form. Die Längung 
kurzer Silben durch den Hochton kommt durch das ganze 
Gedicht vor (78 dtTOtpoQOiv,^) 181 nXrj^v Imv, 183 ÖBiöloxeq, 
210 dtapsQi^ofievt], 384 xr^ööoiJj'rlg), dagegen nur einmal der nur in 
schlechten Büchern erscheinende Ausfall der einen Senkung nach 
der männlichen Hauptcäsur (408 ^ciöap d^volav ifiol),^). Auch 
die Sprache zeigt diesen ziemlich gleichmässigen Charakter. 
Dass sich durch das ganze Stück hindurch rein sibyllinische 
Ausdrücke finden (78 deToq)6Qa)v, 80 (iaraiofpQOövvxiöiv ^ 115 
KfQtvoßXaßov , 145 igi^riXoVj 184 alöolijp, 191 dxTiPosvraj 
359 lyxattösi^sp , 432 . ßaQvxtvjtitop , 476 xaiPOfpa^g, 484 ijti" 
xXsofitod^ay 492 /irjXoö^aya, 493 XvTQOxaQBtg) , will nicht viel 
bedeuten, denn solche Neuerungen sind überall in derartiger 
Litteratur zu finden. Wichtiger ist, dass der spätepische Wort- 
schatz mehr oder minder durch das ganze Gedicht hindurch sich 
vertreten findet. Der avXog JtoXvTQrjrog (115) findet sich bei 
Manetho II, 334, das q)iQOP filfii]fia (116) ist nonnianisch (Paraphr. 
XI, 135), zu ^0(p6epTa (230) kann man bei Nikander Parallel- 
stellen finden (Th. 775. AI. 474), IxjtgotplQBiP (335) hat Manetho 
(VI. 733), ^oaQxia (443), d^somid^tCi (411), d^soxk^tog (479) 
wieder Nonnos (Paraphr. XVII, 60. XII, 127. III, 116. I, 75), 
caQxoßoQoio (494) jtayysPsr^Qa (500) gehört später Dichtung 
an. Von der sonstigen Berührung mit der Sprache der christ- 
lichen Litteratur und der xoipi^ ^) brauchen wir hier nicht andere 
Resultate als bei den übrigen Sibyllen zu erwarten. 

Was lehrt nun diese Einheitlichkeit des Stils? Sie zeigt, 
dass der Redaktor, der diesen vielgestaltigen Stoff, den die immer 

1) Allerdings ist vorgeschlagen äriT0(p6gwv. 

2) Die andere Recension ist Sraiav zavzTjVt natürlich aber kann hier 
nur die Lesart von i2 gelten. Vgl. darüber die Einleitung meiner Ausgabe 
S. XL. — Dass wXivag (251) kein prosodischer Verstoss ist, liegt auf der 
Hand: das ist alezandrinische Weise. 

3) So wird xkijTdg c. genetivo konstruiert (V. 92, wo ich öoxifi^g im 
Widerspruche mit Wilamowitz lese), wie Clementin. p. 8, 25 Lag. Das 
Wort fjtfj/avii] (119) gehört der christlichen Litteratur an, wie ä^do^evirj 
(304) dem Clemens Romanus. Von sonstigen Beispielen der xoivifj führe 
ich an die Form texv^is (202), nxt'iaovxai (342 vgl. J, 245), die Fügungen 
oxav c. ind. (89), ^Iva c. ind. (257), den Infinitivus consecutivus (261), den 
bekannten Conjunctiv für das Futurum, 



46 J* Gefi'ckes, Die Oracula Sibyllina. 

wieder hervortretende Eschatologie bindet, znsammenfasste, sein 
Material von allen Seiten her erhalten konnte. Wenn wir niedrig 
rechnen, haben wir mindestens drei Hände zu unterscheiden, die 
mehr oder weniger im gleichen Stile arbeiten. Es ist also eine 
starke Produktion sibyllinischen Stoffes im Gange. Heftige 
Leidenschaften brechen hervor, Eaiserhass, Römerhass, Glaubens- 
treue, Angst vor dem Gerichte Gottes und doch Hoffnung auf 
die Belohnung der Guten. Das alles passt in die Zeit^ in welche 
uns auch die chronologischen Daten wiesen, in die Epoche 
M. Aureis und der Apologeten. Der Wert der Sibylle besteht 
für uns in der Erkenntnis der Volksstimmung. *) Wie das dritte 
Buch die lehrhafte Propaganda des 2. Jahrhunderts v. Chr. 
Geburt wiederspiegelt, das 5. den rasenden Hass des unseligen 
Israeliten^ der den Fall der heiligen Stadt selbst mit angesehen, 
das 6. und 7. Buch vielleicht judenchristlichen Kreisen ent- 
stammt, so haben wir nun hier auf neuer Etappe die Kampfes- 
leidenschaft des Christentums in der Apologetenzeit, in der 
Epoche, da Lukian und Celsus schrieben, da M. Aurel Notiz von 
den Christen nahm, da die Sibyllensprüche unaufhörlich von 
Justin und Theophilus citiert werden. Daher der wütende 
Römerhass, daher das halb ängstliche, halb siegessichere Harren 
auf das Nahen des Antichrists, der der bösen Stadt ein Ende 
machen soll, das Harren auf das Gericht, daher aber auch der 
Aufruf (V. 480 — 500): nehmt nicht teil an den Opfern der Heiden, 
sondern preiset Gott, den weisen Allvater! — wahrhaftig, kein 
schwächliches Lebenszeichen aus des Christentums Sturm und 
Drang! 

1} Ich glaube das besonders an einem interessanten Beispiele gezeigt 
zu haben: Römische Kaiser im Volksmunde der Provinz. 



Buch I und IL 

Den Sibyllensang, den wir heute unter dem 1. und 2. Buche 
zusammenfassen, besser aber Buch I nennen würden, trennen 
die Handschriften nicht in zwei Teile und haben auch die neuen 
Kritiker als einheitlichen Stoff behandelt. Es ist bei dieser 
Untersuchung soviel Richtiges gefunden worden, dass die Nach- 
lese eine verhältnismässig geringe bleibt; der Gelehrte des 
20. Jahrhunderts kann, was Friedlieb erkannte, was Dechent 
dann scharfsinnig weiter ausführte und vertiefte, was Badt und 
Bousset durch erneute Nachprüfung billigten oder modifizierten 
oder auch erweiterten, im grossen und ganzen nur stehen lassen.*) 
So wird eine erneute Kritik des Stoffes, vorgenommen auf Grund 
des heute überreich von allen Seiten heranfahrenden Materials, 
besonders der vielen Apokalypsen, fast allein der Pflicht des 
Stutzens, nur in wenigen Fällen der des Ausbaues zu genügen haben. 

Demnach ist es denn Friedlieb gelungen, in Buch I, 1—323 
eine jüdisch-hellenistische, von V. 324— 400 eine christliche Sibylle 
zu finden. Die erste Sibylle nun, schliesst er weiter, wurde 
durch die Hand der Christen verstümmelt, aber sie gelangt noch 
einmal im sogenannten 2. Buche zu vorübergehend neuem Leben; 
auch noch II, 1 — 33 gehören ihr an, alles andere ist christlichen 
Ursprungs. Dechent ging weiter, bohrte tiefer. Er unterschied 
im 2. Buche noch sehr viel mehr Jüdisches und gelangte dem- 
entsprechend zur Annahme einer jüdischen Grundschrift far beide 
Bücher, die nur durch eine Reihe von christlichen Interpolationen 



1) Friedlieb in seiner Ausgabe, S. XIV— XXII. Dechent: Ober 
dos erste, zweite und elfte Buch der sibyllinischen Weissagungen. Frank- 
furt a. M. 1873. — Zeitschrift für Kirchengescbichte. IT, S. 487 ff. Badt: 
Jahrbücher f. klass. Philol. 1874. S. 629 ff. Bousset: Der Antichrist, 
S. 61 f., wie es scheint, ohne Kenntnis Dechents. Dieterichs Nekyia 183 ff. 
sind nicht ohne Geist, nützen hier aber nichts. 



45 J. Geffcken, Die Oracula Sibyllina, 

gestört worden sei. So erhielt er ein zusammenhängendes Ganzes 
(L 1-323. II, 6—33. 154—330 (ausser 179—184. 190—192. 
242—252. 265l?]. 312—313. 326— 327[?]), dessen Entstehung 
er vor die Zerstörung Jerusalems, in die Zeit Christi, setzte, wobei 
er eine genaue chronologische Fixierung der christlichen Über- 
arbeitung lieber ablehnen wollte. Badt endlich hat diese Ergeb- 
nisse im ganzen gebilligt und im wesentlichen nur den einen 
Irrtum Dechents berichtigt, indem er für die vielen Stellen, in 
denen das 8. Buch mit dem 1. und 2. stimmt, die Priorität des 8., 
nicht, wie Dechent wollte, die der beiden ersten Bücher bewies. 

Es kann kein Zweifel sein, dass in der Hauptsache Dechent 
richtig gesehen hat.- Aber es ist möglich, noch etwas weiter zu 
kommen. Darüber einige Bemerkungen. — Das grosse Stück 
1^ 1—323, dessen jüdischen Charakter ich in meinem Kommentar 
nicht etwa nur aus dem alten Testamente, sondern mehÄach 
aus anderer jüdischer Litteratur erweise, zeigt eine Anzahl von 
Interpolationen, die von christlicher Hand herrühren. So stammen 
I. i75_i79 aus dem christlichen Buche VIII, 184—187, 183, 
so 193—196 aus VII, 7. 9—12, überhaupt ist ja der ganze Passus 
I, 174—19S elendes StümperwerL Da nun die christliche Stelle 
j^ 332—382 ebenfalls Anlehnung an das 8. Buch sucht, so liegt 
es nahe, in dem Verfasser dieser Verse den Interpolator des jüdi- 
schen Buches zu sehen, und da die VV. 326—331, von christlicher 
Hand herrührend, ein Zahlenrätsel enthalten, das nach Form und 
Wesen dem in den Versen 141—145 nahe verwandt ist, so ist wohl 
auch hier der gleiche christliche Verfasser bezw. Interpolator 
anzunehmen. — Diese christliche Hand scheint nun auch noch sonst 
gekürzt zu haben. Der Beginn des Sibyllensanges hat doch etwas 
ungemein Dürftiges. Die Prophetin will von Adam bis auf die 
letzten Dinge alles verkündigen. Da ist es Sibyllenstil, sich 
etwas mehr zu zieren und von dem Zwange zu reden, den die 
Gottheit übt; so thun es die anderen Schwestern wenigstens. 
Unser Proömium aber ist m. E. für die Absicht der Seherin 
etwas dürftig: V. 1 — 4! Und sollte nicht die Akrostichis in 

V^ 4 II IjtavvBTo^ wenn man noch V. 3 (o) hinzunimmt, wie 

ein Rest eines alten tovt]o IjravvBXO (alles, was ich ge weissagt 
liabe, ist in Erfüllung gegangen) sich ausnehmen dürfen? 

Ein jüdischer Kern ist wie oft von christlicher Hand hier 
bearbeitet worden. Er ist an sich nicht uninteressant Die 



Komposition und Entstehungszeit. Bach I und II. 49 

häufigen Berübrungen mit Henoch, die Erzählungen der Flut- 
sage, die mit der alten babylonischen Version doch noch ein 
wenig zusammenhängt,') die Anlehnung an die Form des Hesiod: 
das alles bemerkt man nicht ohne ein gewisses Interesse. 

Ein glücklicher Umstand gestattet uns nun auch die Zeit 
der VV. 1 — 323 zu bestimmen. Dechent setzte das Stück in 
Christi Zeit, wie oben bemerkt. Das wäre wunderschön, wenn 
es wahr wäre. Aber es ist nicht wahr; die bekannten Münzen 
von Apamea-Kibotos mit ihrer Darstellung von der Sibylle und 
Noah verlegen die Einbürgerung dieser Legende in das 3. Jahr- 
hundert n. Chr. 2) Und mit einer solchen Ansetzung harmoniert 
auch der Stil des Gedichtes. Zunächst gilt das von der Metrik. 
Die Erscheinung, dass nach männlicher Hauptcäsur nur noch eine 
Kürze folgt, zeigt Buch VIII, das, wie bewiesen, gegen Ende des 
2. Jahrhunderts fällt, fast gar nicht (S. 45), Buch XII aber, das 
sich bis Alexander Severus erstreckt, schon vielfach, und ganz 
ebenso auch der jüdische Teil von I (z. B. 228. 303), wo jede 
Konjektur angesichts der Häufigkeit dieser Erscheinung in der 
Metrik des 3. Jahrhunderts unnütz ist. Zu gleichem Ergebnis 
drängt die Betrachtung der Erzählungsweise. Sie wird charak- 
terisiert durch grösste Gedankenlosigkeit. Der Autor ist von 
einer unbegreiflichen Flüchtigkeit, oder vielmehr, er setzt die 
Kenntnis dieser Dinge so voraus, dass er öfter sie gar nicht zu 
Ende erzählt. So wird nach Evas Namen (I, 29) der Adams gar 
nicht genannt und erst V. 81 von seinem Namen der des Hades 
abgeleitet. In gleicher Weise wird V. 62 ff. 

xal o fiev xetpaXiiv jrQog)vXaaöst 

acpCeiv, og dh jtreQpav, ijtel d^avarog ye JtaQSöTip . . . 
die biblische oder jüdische Erzählung leichtfertig so völlig 
vorausgesetzt, dass niemand allein aus dieser Stelle Klarheit über 
das Verhältnis des Menschen zur Schlange gewinnen könnte. 
Wie es endlich mit der Etymologie V. 262 ^AQagar zusammen- 

1) I, 233—257 habe ich die babylonische Version notiert. Irgend 
eine Nebentradition scheint mir vorzuliegen, wenn ich auch nicht mehr 
wie früher an die unmittelbare Überlieferung durch die babylonische 
Sibylle glaube. Man kann nicht die babylonische Sibylle von III, 97 if. 
mit I, 125flf. zusammenschweissen; der stilistische Unterschied ist, wie 
schon oben S. 16 angeführt, viel zu gross. 

2) Vgl. zuletzt üsener: Die Sintflutsagen 48 ff". 

Texte u. Untersuch angen. N. F. VIII, 1. 4 



50 ^' Gefifcken, Die Oracala Sibjllina. 

hängt, weiss ich nicht, besser aber als um Adam-Hades wird's 
sicher nicht aussehen. 

Der Dichter war Phryger; *) das legt die Noah- und Sibyllen- 
sage von Kibotos und die Fixierung des Ararat in Phrygien 
261 f. nahe. £r hat daran gedacht, die herkömmlichen zehn 
yepsal (vgl. zu II, 15) in aller Ruhe zu Ende zu behandeln, 
der ungeduldige christliche Interpolator aber fand es beim 
sechsten Geschlechte (I, 284) genug und hat dem Juden die 
nächsten drei unterschlagen, so dass dieser erst mit II, 15 wieder 
zum Rechte seiner Zählung kommt. So hängen I und II aufs 
trefflichste zusammen. Dem jüdischen Sibyllisten war es, wie 
uns die Lektüre von II lehrt, in der Hauptsache um die Escha- 
tologie zu thun; diese behandelt er mit Liebe, während die Er- 
zählung von den früheren yaveai, wie bemerkt, recht liederlich 
gearbeitet worden ist. Dieser jüdischen Eschatologie nun möchte 
ich V. 6 2)— 44. 154—176. 187—199. 214—237 zuschreiben. In 
der That kann kaum etwas dagegen sprechen; denn die viel- 
fachen von mir hervorgehobenen Berührungen mit Henoch, mit 
ursprünglich jüdischen Apokalypsen reden deutlich genug, und 
bestätigt wird die Beobachtung dadurch, dass, wie wir noch 
sehen werden, die christlichen Zusätze z. T. recht gedankenlos 
und unorganisch mit diesem Stücke verbunden sind. Die Er- 
zählung von den letzten Dingen zeigt dann auch die ganze 
Zusammenhangslosigkeit ähnlicher jüdischer Bücher, die Einem 
alle Beschäftigung mit der Apokalyptik verleiden könnte: zuerst 
böse Zeichen, Roms Sturz, 3) allgemeines Sterben, dann rettet 



1) Es ist zu bemerken, dass sich aus der Sprache gar nichts er- 
schliessen l&sst. Das interessante n?.dyioy (sprich Tildyiv) I, 215 giebt 
gar keinen Fingerzeig; denn die xoivt^ nicht nur Eleinasiens (Buresch: 
Aus Lydien 53. 73. 84), sondern auch des Westens (Syrakus; vgl. Kaibel: 
Inscriptiones Graecae Siciliae Italiae 139) bat solche Bildungen. 
Ebenso steht es mit Tiitpaaxe I, 6; a für av ist zwar meist asiatisch, doch 
erscheint es auch in den Papyri. 

2) Das Proömium (1 — 5) ist m. E. spät fabriziert, um eine Verbindung 
zwischen dem letzten christlichen Teile von I und der folgenden jüdischen 
Erzählung zu schaffen. 

3) Die Stelle 16—19 könnte ev. christlich sein. Dass der späte Jade 
Rom noch so hasst, wäre wenigstens merkwürdig, und die höchst un- 
ge«^chickte Zusammenstellung in V. 16 oeioi/StDv äareQOTttfTfj,; lässt nicht 
recht an einen hellenistischen Juden glauben. 



Komposition und Entstehung^zeit Buch I und II. 5[ 

Gott die Frommen, er giebt Fruchtbarkeit, ein Kampf um den 
Kranz beginnt, dann folgen neue böse Zeichen, Beliar kommt, 
der Herr prüft die Seinen, das Gericht beginnt, dem — echt 
jüdisch-hellenistisch — auch die Titanen und Giganten (230 fr.) 
sich unterwerfen müssen. 

Alles dies hat nun der 'Christ in Bearbeitung genommen. 
£3 ist nicht ganz unmöglich, dass V. 34 ff. schon von ihm 
stammen, wenn es mir auch angesichts der schon von den 
jüdischen Hellenisten vertretenen Anschauung vom Agon der 
Tugend wahrscheinlicher bleibt, dass V. 34 — 44 jüdisch sind. 
Sicher aber gehören dem Christen die VV. 45—153. Darunter 
befindet sich denn ja auch das phokylideische Stück 56 — 148. 
Erhalten ist dies Gedicht nur in der Handschriftenklasse V, die 
auch sonst mehrfach andere Recension als ^ zeigt (vgl. z. B. 
V. 215), und zwar in recht entstellter Form. Ob Ps. Phokylides 
christlich ist, wie man jetzt anzunehmen geneigt scheint, weiss 
ich nicht, nur soviel gilt hier, dass der christliche Sibjllist das 
Gedicht durch spezifisch christliche Zusätze (V. 79 ff. 91 ff.) nutzbar 
zu machen gesucht hat*) und sich dabei, wie sich jeder leicht 
überzeugen kann, wahrhaft barbarischer Metrik bedient (vgl 
92. 110). Diese Art von Poesie war also, wie ja auch die 
Anlehnung an Theognis 109 f. (vgl. Sib. VU, 89) zeigt, in der 
christlichen Litteratur recht beliebt. 

Einen weiteren Schritt thut der Christ V. 179—186, indem 
er von der Belohnung der Wachenden beim Gericht redet, wofür 
wir nur spezifisch christliche Quellen anfuhren können, und 
dann 200 — 213 durch z. T. sinnlose Interpolierung ^) der jüdischen 
Darstellung aus dem 8 Buche, wie er schon im ersten Buche 
seine Erzählung aus gleicher Quelle gespeist hatte und es 
305—312. 318—321. 322-324. 325-327. 329 noch weiter thut. 
Und war er im ersten Buche Hebräerfeind (I, 360 ff.), so bleibt 



1) Interessant ist auch V. 105. Hier hat Ps. Phokylides neiQWfie&a, 
Der Sibyllist giebt noch eine besondere Begründung, eine christliche Um- 
biegung der jüdischen Motivierung in Lev. 19, 33 f. Exod. 22, 21. Darum 
hat er aus der 1. Pers. Pluralis die dritte gemacht. Daneben existieren 
ganz alberne Zusätze, v^l. V. 72 und 113 das eV^a. 

2) Dass der vom Himmel sich ergiessende Feuerst roitf (197 f.) nachher 
den noXoq ov()dviOi (200) verbrennt, ist charakteristisch. 



52 J- Geftcken, Die Oracula Sibyllina. 

er es weiter, das zeigen in der nächsten Interpolation (238 — 251) 
besonders die VV. 245 ff. 

Nicht ganz leicht würde ich die Entscheidung über den 
Sündenkatalog 255 — 283 nennen, wenn überhaupt da eine strikte 
Entscheidung möglich wäre. Gegen christlichen Ursprung könnte 
sprechen, dass der christliche Interpolator die sonstige sibylliniscbe 
Litteratur, d. h. wesentlich Buch VIIl gewaltig ausschreibt und 
dafür hier fast zu selbständig Torzugehen schiene, auch dürfte 
für den jüdischen Ursprung des Katalogs ^) geltend gemacht 
werden, dass die Häufigkeit der Sündenkataloge in altchristlicher 
Litteratur ein jüdisches Original fast unbedingt postuliert, aber 
ebenso gut könnte man zum Gegenbeweise sich darauf berufen, 
dass gerade die Häufigkeit dieser Kataloge bei den Christen 
hier die Benutzung irgend eines derartigen Stückes wahr- 
scheinlich machi Die ungeheure Verbreitung dieser Litteratur 
erweist sich ja nicht zum wenigsten dadurch, dass bald hier, bald 
da sich ein Anklang findet, bald Ähnlichkeit mit der Apoca- 
lypsis Pauli, bald mit der Apokalypse des Elias, bald sogar 
mit den Acta Thomae (295). Ich möchte darum auch im 
letzten Grunde für christlichen Ursprung plädieren; der Ruhm 
eines konsequenten Abschreibers würde ja eben durch die Massen- 
haftigkeit dieser apokalyptischen Flugblätter unserem InterpolatoV 
in keiner Weise verkürzt. 

Sehr viel später als der Jude, den ich in das erste Drittel 
des 3. Jahrhunderts setzen möchte, hat der Christ nicht ge- 
schrieben. Der Interpolator hat aus Buch VIII, 358 die Lehre 
von der Fürbitte der Jungfrau Maria übernommen (vgl. S. 41), 
seine Zeit föUt also ziemlich lange nach Irenäus, dessen Er- 
weiterung die Stelle aus Buch VIII schon bedeutet hatte. Und 
damit stimmt denn auch der Schluss, der sich, wie der erboste 
Schreiber von T bemerkt, so sehr an Origenes anlehnt. 

Xoch ein letztes Wort über die Sprache der beiden Ver- 
fasser. Beide stehen sich sehr nahe. Der Jude hat I, 245 
jteQiJtT7ioaoa, 25G Jteraro, 6 JtUfaoxey 44 e^aka&eöxsv, 108 
oj}.iOxoi^, 222 avtoiyoiiivwv. 253 iq)&kjtlCiOxop; er bildet 242 
:re?Jfii% II, 157 alXayii], 214 ayjf^lrSjQtQ^ von anderen aJta$, sIqjj' 

1 - Kin Vers wie 2G4 wäre natürlich auf alle Fälle christlich. 



Komposition und Entstehangszeit. Bach I und II. 53 

liiva abgesehen,*) er verwendet II, 263 d(iq)ijtQoa(6ytoig sub- 
stantivisch, 1, 75 i^syiXmv transitiv, gar nicht zu reden von der 
Verwendung des kv (II, 288). Ein Freund des Wohllauts ist 
der Jude natürlich nicht. I, 257 liest man otiXei JtiXaq^ II, 170 f. 
7/gf t — //§£/, und von der oben angeführten metrischen Eigenart, 
der Unterdrückung der zweiten kurzen Silbe nach männlicher 
Hauptcäsur abgesehen, lesen wir auch so böse Dinge wie (II, 39 
^lö[lc\BXaOTLx6q'^) und) die Pressung II, 9 ßoAv. Der Christ 
ist da nicht zurückgeblieben. Er benutzt den Juden, er entleiht 
ihm II, 144 tpevöajtarrjg (II, 166), 242 ayyeXz^Qöiv (214), macht 
ihm mit avQtov II, 325 sein ütXayiov (I, 215) nach, er hat das 
ganz späte (ibp für (le (II, 346), und auch in der Wortbildung ist er 
nicht weniger kühn wie sein Vorgänger.') Hatte dieser vielleicht 
dq = Iq gelesen, so macht jener es nicht anders; er bildet die 
Stelle III, 405 ip jtoXai avTavögo) um und schreibt fehlerhaft 
wie jene späte Zeit I, 187 xal JtoXetq avxavÖQOvq.^) 

Es ist modern, seinem Autor den Text zu lesen. Überlassen 
wir das Berufeneren. Die jüdische Grundschrift ist m. E. nicht 
wertlos, aber auch die christliche Bearbeitung bleibt nicht ganz 
gleichgültig. Ihre Parteinahme für Origenes, die Ausführung 
des Ps. Phokylides bieten doch ganz hübsche Gelegenheit, einen 
Einblick zu gewinnen in alles das, was in der Volkslitteratur der 
Sibyllen mächtig war. 



1) Ich merke an: 1, 14 avtfxdq = Winde, 98 AX(pi}axijQB(;j 132 döiipt/toigt 
174 xaxo/iTOQ€qt 178 kexvgoxXdnoi, 298 ineQCxayyovaa, II, 166 ipevÖandxai. 
Der Dual I, 294 ist in der späteren Epik oft für den Plural gebräuchlich: 
Oppian, Gyn. U, 165. 260. 

2) Ich hätte es in meiner Ausgabe besser bei elaelaatixöq bewenden 
lassen sollen. 

3) I, 382 Sidd-rjibtaj II, 152 iTiai&liov, 344 fxaazixxi'iQwv, Auch die 
Anwendung von II, 38 hayuiviov (im Kampfe) ist neu. 

4) Von der Bettelhafbigkeit seines Stils brauche ich kaum zu reden; 
charakteristisch ist dafür II, 35 f. XduipBi — XafiTCQo} — lafjLUQoq. 



Buch XI— XIV. 

Das 8. Buch und auch das 1. und 2. Hessen uns in das 
Herz einer tiefbewegten Zeit blicken, die kaum von der welt- 
lichen Gegenwart und ihren Interessen bewegt, wesentlich in der 
Eschatologie, im Sagen und Raunen von den letzten Dingen 
Genüge findet. Besonders das 8. Buch spiegelte uns in gar nicht 
genug zu schätzender Weise die Empfindungen der Christen im 
Brande der römischen Verfolgung wieder, und ganz ist, wie wir 
S. 50 gesehen haben, diese Stimmung noch nicht im 2. Buche 
erloschen. Aber allmählich erschöpft sich dieser Stoff, und so 
lernen wir denn in Buch XI — XIV Sibyllen kennen, denen die 
wenigen eingesprengten geistlichen Stücke nichts von ihrem rein 
weltlich politischen Charakter nehmen können. Die Dichtung 
der Sibyllen, die zu ihrer besten Zeit, im heidnischen Altertum 
fast ganz politisch gewesen, kehrt somit nach langer Benutzung 
durch die religiöse Tendenz wieder zu ihrem Ausgangspunkte 
zurück,^) um dann diesen antiken Charakter durch das ganze 
Mittelalter wesentlich zu bewahren, ja, wer sich einen klaren 
Begriff von dem Stile der älteren Sibyllenpoesie machen will, 
den könnte man mit gutem Gewissen auf die Bücher XI — XIV, 
darunter wesentlich XII und XIII, hinweisen. 

Freilich sind diese Bücher seit alters her mit der besonderen 
Verachtung der Forscher gestraft worden. Ihre sonderbaren 
Angaben, ihr jämmerlicher Stil, ihre korrupte Metrik schienen 
auch zu diesem Urteile zu berechtigen. Und doch heisst es 



1) um dieses ihres weltlichen Charakters willen werden die Bücher 
XI— XIV auch nicht von den Kirchenvätern benutzt; dies ist der einzige 
Grund dafar. 



Komposition und Entslehungszeit. Buch XI— XIV. 55 

auch hier besonnen zu prüfen, ehe wir es beklagen, dass uns 
solche Litteratur überhaupt erhalten worden ist. Eine sorg- 
faltige Sonderung ist hier vonnöten; sie wird ergeben, dass unter 
dem Spreuhaufen sich noch manches Weizenkom findet Es 
stellt sich heraus, dass wenigstens zwei Bücher unsere volle und 
ungeteilte Aufmerksamkeit verdienen; es sind dies das 12. und 
13., über die hier zunächst gehandelt werden muss. 



Buch XII und XIII. 

üiiisicbtlich des 12. Buches glaube ich der Forschung und 
damit auch hier mir selbst den Weg einigermassen geebnet zu 
haben. In einer Studie: „Römische Kaiser im Volksmunde der 
Provinz" *) glaube ich über die Komposition und den Wert des 
12. Buches erschöpfend genug gehandelt zu haben. Natürlich 
kann ich mich hier nicht ausfnhrlich wiederholen; nur die Er- 
gebnisse sollen zusammengestellt werden. Das elend geschriebene 
Buch stammt demnach Ton einem regierungstreuen, ganz und 
gar nicht mehr orthodoxen, sondern recht reichsbürgerlichen, in 
der Zeit nach Alexander Seyerus dichtenden Juden,-) der zwar 
das 5. und S. Buch, allerdings in anderer Recension als wir sie 
haben, benutzte, aber Wahres mit Falschem mischend viel Neues 
aus unbekannter Quelle hinzusetzte und deswegen, weil er ebenso 
schreibt wie es allenfalls ein Heide auch vermocht hätte, für 
uns von besonderem historischen Interesse ist^) Der Anfang 

1) Nachrichten der K. Gesellschaft der Wissenschaften in Göttingen 
1901. 1—13. 

2) Noch II, 17 f. wird, wenn auch sehr nebenbei, im Gefolge der 
Eschatologie Rom Unheil prophezeit; so etwas kennt der Verfasser von XII 
nicht mehr. Vgl. S. 54. 

3) Der Stil ist jammervoll. Die Metrik glänzt mit V. 130 xal nöleiq 
(vgl. I, IST), 90 t^Uoßfixovx' (238 öy6of}»ovx*)y die Grammatik mit 15 xoi- 
Qavhüiv c. acc, 197 oiinöxav c. opt, mit Fügungen wie IGff.'Upco? . . . na- 
yi^OExaL (wenn die Stelle nicht korrupt ist). Die Regierungstreue zeigt sich 
in dem Schmerzensrufe 229, wogegen solch stereotype Wendungen wie IS. 
227 f. (vgl. V, 191. VIII, 129) nichts bedeuten wollen, sie zeigt sich in der 
Opposition des V. 167 gegen die Verunglimpfung Hadrians durch den 
Christen von VIII, 53 f. (vgl. oben S. 39) und in der Darstellung des 
Regenwunders im Qnadenland (190— 2(X); vgl. meine Arbeit in den Neuen 
Jahrbüchern f. Philol. 1893. S. 202 f.). Das Judentum des Verfassers ist 
ganz äusserlich; Stellen wie V. 131. 291 f. zeigen nur, dass der Autor Jude 



Komposition und Entstehungszeit. Buch XII und XIII. 57 

enthält neben Bekanntem und anderseits Unkontrollierbarem 
(41. 45) auch Unsinn genug, wenn er Tiberius (47) JtXfjyelg 
ald-covt oiöriQq} fallen lässt; aber über Caligula wird schon 
manches Charakteristische geäussert (50 — 60), so wenig ganz 
Unkenntliches '(63 — 66) und obligate Wunderzeichen (55—57) 
fehlen, die sich in der Darstellung des Claudius (73 — 77) wieder- 
holen. Über Nero wird das allgemeine Urteil wiederholt (78—94)» 
Vespasians Feldzug gegen Jerusalem wird, da er ja nicht zu 
umgehen ist, wesentlich als gegen Phönikien und Syrien ge- 
richtet dargestellt (102. 105—112),*) Titus lässt der Sibyllist vom 
Heere ermordet werden (121 flf.), bei Domitian dagegen, dem Lieb- 
ling der Provinzen, verweilt der Mann aus dem Volk mit ver- 
ehrungsvollem Lobe (126—132. 135 — 138), während er Nerva, 
den Erkorenen des Senates, schilt und ermordet werden lässt 
(142 — 146). Vollends geht ihm das Herz bei den nächsten 
Kaisern auf, bei Traian, Hadrian, M. Aurel (147— 206). 2) Hier 
sind auch die Angaben bis ins einzelne historisch getreu.^) Com- 
modus aber kann der Dichter natürlich nicht loben (218—220).*) 
Nach dem Ende der Antoninen empfindet der Sibyllist den 
Wendepunkt der römischen Geschicke, er hält Rückschau und 
überblickt die Zeit des Bestehens der Kaiserherrschaft, von deren 
Länge er natürlich eine falsche Vorstellung hat (229—235; vgl. 
oben S. 40). Das Bild des allgemeinen Elends malt er nur in 

ist» weiter aber nichts. Er benutzt bekanntlich V und VIII; wie äusserlich, 
zeigt die Vergleichung von V. 164 mit V 47, wie ich in meiner Schrift 
über die rOmischen Kaiser im Volksmunde S. 2 Anm. 2 gezeigt habe. 
Zu V. 130 ist von mir eine Stelle des Theophilus citiert worden: sie könnte 
nahe legen, dass das vnoxetQioi i^d^ vnödovXoi schon in einer älteren 
Sibylle vorkam. Indessen ist die ganze Frage nach der letzten Quelle der 
12. Sibylle sehr schv^er. Dass der Verfasser, wie ich a. a. 0. S. 13 bemerkt 
habe, das Plus, das er vor V voraus hat, der mündlichen Oberlieferung 
verdang, wird man mir nicht glauben wollen. Aber wiederum kann ich 
mir keine schriftliche Quelle denken, die die ältesten Dinge so ungenau 
und falsch wie unser Sibyllist wiedergäbe, um dann im weiteren Fort- 
schritte der Darstellung immer besser zu werden. Ich muss diese Frage 
offen lassen. — Die Texterhaltung des Baches ist elend: vgl. V. 81 f. SG. 266. 

1) Vgl. meine Abhandlung S. 7 f. 

2) Vgl. ebenda S. 8—10, wo sich auch die Einzelinterpretation, be- 
sonders die Deutung von 183—186 auf Avidius Cassius findet. 

3) Vgl. z. B. 170 f. mit meiner Anmerkung. 

4) V. 221 x^Q^^^^ erkläre ich: in seiner Verlassenheit. 



5S ^' Geffckeo, Die Oracala Sibyllina. 

sehr unklarer Weise, weder von Pertinax noch von Dldius 
Julianus macht er sich eine klare Vorstellung, ja letzterer wird 
ihm trotz seiner Kurzlebigkeit noch zum Verderber vieler 
Menschen (236 — 249). Erst Pescennius Niger kommt wieder zu 
seinem historischen Rechte (250 — 255). 

Unser Sibyllist ist weniger Jude als orientalischer Unterthan 
Roms. Und so kümmert er sich nicht nur sehr wenig um 
Clodius Albinus' Schilderhebung, sondern verfolgt auch mit einem 
geradezu rasenden Hasse den Bezwinger des Ostens, Septimius 
Severus (256 — 268).^) Der ganze beginnende Gegensatz zwischen 
Orient und Occident im Römerreiche kommt somit als ein Gefühl 
der Massen auch bei dem Sibyllisten zu interessantem Ausdruck. 

Nach V. 268 fällt eine Lücke, und leider erfahren wir so nichts 
von Severus' Söhnen. Erst mit Alexander Severus beginnt die 
Darstellung wieder, und bis auf einen Fehler im Berichte vom 
Ausgang des Kaisers ist die Erzählung der historischen Vor- 
gänge zutreffend (269— 288). 2) Der Schluss endlich enthält 
religiöse Betrachtungen über das Thema: es giebt viele Zeiten^ 
aber niemand kennt den Ausgang, denn nicht alle können alles; 
Freude sollen nur die geniessen, die Gott ergeben sind und die 
Götzenbilder vergessen. 

Bearbeitet ist diese jüdische Schrift von einem Christen,^) 
der zu Augustus' Regierung die Geburt .Christi hinzuzusetzen 
sich bewogen fühlte (28 — 34), und — charakteristisch genug! — 
bemerkte, dass Christi Erscheinen das Römerreich stärken würde. 
Das ist apologetische Tendenz (vgl. meine Anmerkung zu V. 33. 
34). Der Christ hat also diese Zudichtung vorgenommen, bevor 
sein Glaube Staatsreligion wurde; es mag daher der christliche 
Dichter von Buch XUl hinter ihm stecken. Von demselben 
Interpolator stammt V. 232. 

1) Meine (resp. Bureschs) Schreibung und Deutung des V. 259 in 
meiner Abhandlung S. 11 ist von mir in der Ausgabe aufgegeben worden. 

2) Der ve(üx6(}og (274) ist natürlich der Heliospriester Elagabal. — 
Das Ende Alezanders wird V. 2S6f. falsch als schon im Orient eingetreten 
berichtet. 

3) Diese Thatsache hat schon Freudenthal: Hellenistische Studien, 
II, 120, erkannt. Man hat seine Bemerkungen nicht genügend beachtet. 



Komposition und Entstehungszeit. Buch XII und XIII. 59 

Gleiches Interesse fordert, das 13. Buch. Erkannten wir 
trotz alles hergebrachten Formelkrams, trotz der Korruption de» 
Stils im 12. Buche doch noch das Herz eines orientalischen 
Provinzialen, der leidenschaftlich für und wider Partei nimmt, 
so blicken wir hier einem Manne ins Auge, der, in den ent- 
setzlichsten Zeiten des Romerreiches vor Aurelian lebend, das 
Elend einer Zeit, die aus den Fugen ging, deutlich wiederzugeben 
vermocht hat. Die eintönigen Jammerrufe, die die Sibyllenpoesie 
gerade so wie das öde Gedicht Lykophrons zu einer so unerquick- 
lichen Lektüre machen, kommen hier einmal zu ihrer vollen 
Bedeutung; der Dichter empfindet wirklich etwas und hat auch 
sonst, obwohl sein Stil der barbarischen Zeit, in der er lebte, 
seinen Tribut darbringt, versucht, seiner Darstellung poetische 
Lichter aufzusetzen.^) 

Der Verfasser des ganz einheitlichen, sich selbst gern nach- 
ahmenden Sanges ist Christ: das bezeugt die Erwähnung der 
Christenverfolgung unter Decius (87 f.) ''^) und überhaupt die 
Energie seiner Abneigung gegen diesen Kaiser (85 f.). Nach 
dem Sibyllisten hat dieser Ruchlose, von dem Synkellos I, 684 
nur weiss, dass er die Söhne des Philippus getötet, den ganzen 
Stamm und die nächsten Freunde der früheren Kaiser ausgerottet: 
das sagt genug. Und auch auf Gallus ^) ist er nicht gut zu sprechen 
(109 ff.). Man weiss, dass dieser Herrscher eine Christenverfolgung 
plante (Zonaras XII, 21). Von ihm heisst es denn hier sehr 
naiv, er sei von seinem unechten Sohne (142 ff., vgl. 105), 
d. h. Hostilianus ermordet worden. 

Kein spezifisch christliches Charakteristikum wäre der Wehe- 
ruf über Bostra und'Philippopolis, deren astrologischen Ruhm — 



1) Die Metrik ist gerade so elend wie die von XII, wir haben ebenso 
wie da hßdo/n^xort^ (157), wir lesen FaXXtii (137) wie XII, 183 Uag^ia. 
Dass önöxav mit dem Indikativ verbanden wird (138), ist in dieser Poesie 
gewöhnlich. — Aber der Sibyllist versucht wirklich einmal poetisch zu 
werden in dem Bilde V. 39flF. 

2) UnQbertreiFlich hat Wilamowitz V. 87 aus nintwv i2, an dem alle 
herumklaubten, das einzig mOglicbe und hier historisch so fruchtbare 
niaziov gemacht. Die Christen werden verfolgt öiä tcqöxbqov ßaaiXr^a 
(88), d. h. wegen des Philippus, den man fQr einen heimlichen Christen 
gehalten hat. * 

3) y nk).og (103) ist Orakelweise: Buresch, Rhein. Mus. 47, 341. 



60 J. Geffcken, Die Oracula Sibyllina. 

wertvoll genugl — allein der Sibyllist kennt (64—73). Die Ab- 
neigung gegen die Astrologie ist ebenso gut jüdisch (vgl. zu 
III, 221 flf.), aber immerhin ist sie auch aus dem Judentum ins 
Christentum übergegangen. — Dieser Christ leistet uns nun den 
wichtigen Dienst, unser historisches Wissen von dieser Zeit an 
einem Punkte zu bereichern. Von dem Verräter Mareades- 
Cyriades wussten wir in ausfuhrlicherer Darstellung nur durch 
Trebellius PoUio (Trig. tyr. 1). Danach war er zu Sapor gegangen 
und cum hortator belli Romanis infcrendi fuisset, Odomastem primum 
deinde Saparem odRomanum solum traxif; Antiochia etiam capta .... 
Also hat er zweimal den Versuch gemacht, ein persisches Heer über 
Born kommen zu lassen. Dieser doppelte Versuch tritt durch den 
Sibyllisten in helles Licht. Mit V. 89 wird Cyriades eingeführt; er 
ist ein kuorf]g ix SvQlfjg jtQOffavdi:, ein ^Pmfialoq aöi]Xoq (90). 
Tyana und Mazaka (93) werden erstürmt, Syrien muss klagen, 
aber der Verräter kann sich nicht halten, er wird aus Syrien 
herausgeschlagen und flüchtet zum hohen Selge hinauf (97),^) von 
dort flieht er vor den Römern weiter über den Euphrat, nun 
schon nicht mehr den Römern ähnlich, sondern ein ganzer Perser. 
Dann kehrt er um (122 ff.), 2) und nun fallt ihm seine Vaterstadt 
Antiochia in die Hände ^): ich denke, es ist klar geworden, dass 
die anderen Quellen und die Sibylle sich aufs trefflichste er- 
gänzen und letztere hier einmal in dem, was sie mehr hat, 
wirklich als Quelle benutzt werden kann. Die Hauptsache hat 
übrigens schon Alexandre (Kleine Ausgabe p. 389 sq.) erkannt. 
Auch noch an einer anderen Stelle kommen wir vielleicht 
an der Hand des Sibyllisten etwas weiter. Wir wissen, dass 
der Kaiser Philippus einen sehr ungünstigen Frieden mit Sapor 
geschlossen hat und diesen später teilweise nicht zur Ausfuhrung 
brachte. Der Sibyllist weiss noch etwas mehr (28 — 34); unter 
dem Bilde des "Wolfes, der mit der Herde einen Vertrag gegen 
die Hunde schliesst, um nachher die Schafe desto gründlicher 
heimzusuchen, scheint er uns von einem Versuche des Gross- 



1) TiBQKfv^avaaü.yr^v Q, TifQiffv^aYaaikybiv VH. Ich le«e nsQupevq 
(-= TiBQtiftv^aij Wilamowitz neoitfi^) ava ZtlyiiV. uvä passt ausgezeichnet 
zum bochgelej^^enen Selge; man darf es daher nicht wegklögeln. 

2) Natürlich ist hier nicht wie IV, 138 der Revenant Nero gemeint; 
diis bedarf gar keines Hinweises. 

3i De»«aa: Prosopoyraphia Rom, II, 342. 



Komposition und EnUiehungszeit Bacb XII und XIII. 61 

konigs zu berichten, das im Jahre 244 nicht zurückgewonnene 
Armenien vor der Besitzoabme von 252 (253) gegen seinen 
rechtmässigen Besitzer aufzuwiegeln, und es ist kein Grund vor- 
handen, weshalb wir ihm dies nicht glauben sollten. Wenn er 
aber dann von der Niederlage der Perser unter demselben Kaiser 
zu erzählen weiss,*) so ist das m. E. nichts als Schönfärberei zu 
Gunsten des Kaisers, dem ein Christ Grund hatte gewogen 
zu sein. 

An Wichtigkeit steht den genannten Stellen zunächst der 
Schluss des Buches (147—171). Es herrscht eine starke Vorliebe 
für Odänath; in all dem Elend, das Krieg und Seuche bringen,^) ist 
er, nicht Aurelian,^) wie man wohl interpretiert hat, der Retter. 
Er, der Priester und König zugleich ist, kommt aus der Helios- 
stadt Palmyra^) und schlägt die Perser. Danach, V. 156—157, 
treten Valerian und Gallienus auf den Schauplatz. Von letzterem 
ist dann nicht mehr die Rede, der Osten kümmerte ihn ja nicht 
viel, sondern nur noch von dem einen (158) wird gehandelt, 
dem Stier, der mit der Schlange kämpft und zu Grunde geht, 
d. h. also von Valerian und seinem unglücklichen Perserkriege. 
Den Stier löst der Hirsch ab (162), der die giftigen Tiere, die 
Perser fressen will. Da kommt der heliosgesandte, flammen- 
speiende Löwe, tötet den Hirsch, die Schlange und einen Bock 
und herrscht über die Römer, während die Perser schwach 
sind. Da haben wir, wie das Epitheton i^XioJtsfiJttog sagt, 
wieder Odänath, und da dieser sowohl die Perser als auch die 
römischen Usurpatoren Quietus und den Perserfeind Balista im 
Dienste des Gallienus vernichtet hat, so ist die Sache wohl 
klar. Aber auch hier muss wieder hervorgehoben werden, dass 

1) Nachdem von einem Siege über die Germanen (35 f.) die Rede 
gewesen ist. Welcher das ist, bleibt zweifelhaft; V. 36 redet von den 
Piratenzügen der Deutschen. 

2) Vielleicht hier (148) einmal nicht konventioneller Stil, sondern 
Beziehung auf die in jener Zeit tobende Pestilenz. 

3) Man hat gemeint, Aurelian sei ja der Sohn eines Heliospriesters 
gewesen und habe überall den Kult des Helios geehrt. Aber dem wider- 
spreche in V. 156 ff. der Hinweis auf Valerian und Gallien, die doch nicht 
auf Aurelian folgen können. 

4) 153 xal rÖTS d^ f}E/uov Tid/.ic eoaexai kann m. E. von der mäch- 
tigen Existenz Palmynis verstanden werden. Mit Buresch liQ^ezat zu 
schreiben, trage ich Bedenken. 



62 J« Geffcken, Die Oracula Sibyllina. 

Alexandre dies alles schon gesehen hat und 'die Neueren, wie 
Zahn und Buresch,*) sehr mit Unrecht von ihm abgegangen sind.^) 
Ob der Verfasser des Buches mit Absicht gegen Ende 
des Buches sehr dunkel redet, weil es sich um Gegenwärtiges 
handelt, bleibt im Hinblick auf den Orakelstil überhaupt (vgl. 
zu V. 28) fraglich. Soviel aber scheint mir sicher, dass er ein 
orientalischer Christ war, ein politischer Anhänger Odänaths, 
dass das ganze Buch, welches im Gegensätze zu anderen Sibyllen- 
sängen nur einen sehr kleinen Zeitraum umspannt und nur die 
Ereignisse etwa vom Jahre 241 bis ca. 265 behandelt, aus frisch- 
lebendiger Anschauung der Gegenwart heraus, allein von ihm 
geschrieben ist und zwar noch vor Odänaths Tod.^) 



1) Alexandre in der kleineren Ausgabe, p. 392. Zahn: Apokalyptische 
Studien: Ztschr. f. kirchliche Wissenschaft. VIl, 1886. 87. Buresch in 
den Randnotizen seines Handexemplars der Rzachschen Ausgabe. 

2) Es sind hier nun noch einige Nachträge über Einzelheiten zu 
liefern. XIII, 7 möchte ich Gordianus I. erkennen, natürlich aber nicht 
etwa in y. 8 beide Gordiane, da die Stelle im Verfolg des ndvveg (V. 7) ganz 
allgemein gehalten ist. V. 15 ff. ist Gordian III. gemeint; danach 21 — 20 
Philippus und sein Sohn, der Augustus (A) und der Cäsar (K); heide er- 
geben die Zahl 21 (V. 24). unkontrollierbar sind dann 50—53. 74—78, 
von den Kämpfen der Alexandriner handelnd. Ob man aus der zwei- 
maligen Erwähnung dieser auf den Ursprung des Verfassers scbliessen 
kann, erscheint mir sehr fraglich. Als Anhänger des Odänath (150 ff. 164 ff.) 
mag der Sibyllist den Ägyptern (Mommsen V, 437) doch wohl wenig 
Gutes gegönnt haben. Ebenso unkontrollierbar bleibt die Überschwem- 
mung, die die beiden Cäsarea^ Mopsuhestia und Aigai (54—58) treffen soll. 
Aber unwahrscheinlich dünkt mich die Sache nicht; denn schon 59—63 
haben wir wieder ein mit der sonstigen Überlieferung trefflich stimmendes 
Stuck (vgl. die Anmerkung zu V. 61ff.); es handelt sich um Jotapian, 
dessen Residenz hier Antiochia heisst. und so dürfen wir auch das Unglück 
von Bostra und Philippopolis (64 ff'.), das in so bestimmter Weise geweis- 
sagt wird, nicht einfach von der Hand weisen. — Von dem vö9-og viög 
des Gallus, Hostilianus, war oben schon die Rede. V. 103— 1C5 sind sehr 
verschränkt; in V. 103 ist dasselbe Subjekt, wie es 105 unter ovkog ^ÄQr^g 
verstanden wird. Von den Streifzügen der Sannoi ferner (140) wissen wir 
nur durch die Sibylle, da Agathias V, 1 sie nur als lange schon unter- 
worfen kennt, die Karpoi (141) nennt aber auch Zosimos I, 27 Feinde der 
Römer, der Sibyllist schreibt also mitten aus diesen Kämpfen heraus. Der 
Kaiser, der dfj/Jjv olvoixdxtaai 045) trägt, ist Aemilius Aemilianus. 

3; Eine Jahreszahl oder überhaupt einen wirklichen chronologischen 
Hinweis aus V. 4Ü— 49 zu ermitteln, bleibt ein Unding. Der Sinn ist 



Komposition und Entstehungszeit Buch XII und XIII. 63 

natürlich nicht: von jetzt ab (wo ich schreibe) sollst Du, Rom, so viel Jahre 
wie die Quersumme Deines Namens ergiebt (== 948), von Alexandria ge- 
nährt werden, sondern vielmehr, indem die Sibylle sich in die ältesten 
Zeiten zurückversetzt: Du sollst, Rom, 948 Jahre stehen. Diese Prophe- 
zeiung ist einfach entlehnt aus VIII, 148 tt*. Damals, vor dem Jahre 
180 n. Chr. (vgl. oben S. 40) hätte das allenfalls Sinn gehabt Dieser Sibyllist 
hatte aber doch selbst Roms Millenniumsfeier unter Philip pus erlebt, und 
doch übernimmt er hier einfach: so stark ist in dieser Litteratur die 
Tradition! 



Buch XI nnd XIV. 

Die tief verachteten Bücher XI— XIV verdienen in ihrer 
Gesamtheit das verdammende Urteil nicht, das man über sie 
ausgesprochen hat: dies hat die eben angestellte Untersuchung 
ergeben. Aber XI und XIV müssen doch preisgegeben werden, und 
es fragt sich hier nur, welches von beiden das wertloseste ist. 
Ich möchte aber doch noch einiges wenige vom Buche XI halb- 
wegs zu retten suchen; der bei weitem grösste Rest ist allerdings, 
wie wir sehen werden, nichts als Gefasel. 

Die Sprache, Metrik und der Stil des 11. Buches stehen tief 
unter XII und XIII. Das ^vyovxat früherer Zeiten (III, 265) 
wird zu (pvyovvrai (45. 239), man liest Xaßexat (294), fisfiaPTjoTi 
(317),*) Fügungen wie 15f. fiegl^ero yata .... avÖQcoVy 73f. 
^QX^^ • • • • '^^voc olöTQfjöEi, 184 ähnlich wie I, 229 ircöv ijttreX' 
Xofiepacov, 71 ist jcaQci direkt = rj, es begegnen metrische 
Verstösse wie 183 oaa ösl o avotfiw^ai^ 201 XcoßTJoeral und 
auch 199 JtoXeig i^ajiajtd^et (vgl. XII, 130. I, 187), um von 
solchen Kleinigkeiten wie oyöoi^xovTa (184) gar nicht zu reden. 2) 

Ebenso steht es mit dem Inhalt. Aber wir müssen da einen 
kleinen Unterschied machen. Der Sibyllist hat unter reichlicher 
Ausbeute früherer Bücher, dazu aber vielleicht noch andere 
Quellen, Handbücher oder ähnliches Material benutzend (vgl. 
zu V. 157) von V. 109 an sich mit Romulus und Remus wie 
besonders mit Trqja und Äneas beschäftigt ( — 162). Dann kommt 

1) Das ävredoroiv (103) könnte auch hierher gezogen werden, wenn 
es nicht verderbt ist. 

2) avoifiCo^ai zeigt, dass oi damals wie r gesprochen wurde, wie das 
aus vielen Steininschriften klar ist; ebenso war für die Aussprache noleiq =^ 
nöXiq^ wie oben S. 53 angedeutet ist. Fehler wie die falsche Messung von 
).vy{)6v (1S5) rechne ich nicht, ähnliches zeigen ebenfalls die Inschriften. 



Komposition und Entstehungszeit. Buch XI and XIY. 55 

ein Cento über Homer (163 — 171), eine Art Reminiscenz aus 
hellenischer Geschichte (172 — 185) mit einer obligaten Zahlen- 
angabe (184), danach geht der Verfasser zur makedonischen 
Geschichte über, deren Einzelheiten er im ganzen, natürlich auch 
hier ältere Sibyllen benutzend, nicht übermässig falsch darstellt 
(186 — 229).*) Dann erst kommt er auf sein eigentliches Thema, 
Ägypten (230 ff.). Nach einer jener unfehlbaren sibyllinischen 
Berechnungen (243 f.) schwingt er sich zu Kleopatra empor 
( — 260), um dann, da nun das Eingreifen Roms erzählt werden 
muss, in einem ganz wahnsinnigen Abriss des römischen Wesens ^) 
auf Cäsar und endlich auf Oktavian zu kommen, und nun ist er in 
seinem Fahrwasser, nun schildert er, gar nicht einmal so schlecht^ 
den Sieg über lUeopatra, die er nicht übel mit Ägypten selbst 
identificiert. Ägypten ist die XW^ (279), wird aber mit leich- 
tem und, wie gesagt, nicht unpoetischem Übergange durch 
Kleopatra (292) ersetzt. Ägypten hört auf XVQ^ ^^ sein, denn 
nun ist sie in der Hand des Mächtigen ; Du aber wirst, so wendet 
sich der Dichter an die schon heimlich gemeinte Kleopatra, ver- 
schwinden: und nun schildert er ihren Aufenthalt in ihrent 
Mausoleum (294ff.),^) um rührend zu schliessen, dass selbst der 
ßaaiXevg, das ist doch wohl Oktavian, über sie geseufzt habe. 

Dann endlich enthüllt der Verfasser, sein Antlitz und zeigt 
uns, dass er ein Jude ist. Der Zusammensturz des ägyptischen 
Reiches ist ihm die Strafe für das Leid, das Ägypten einst dem 
„frommen" Volke- angethan (307—310). Das sagt alles. 

Hatte der Sibyllist von der neueren Geschichte eine schwache 
Ahnung, so ist er in der älteren absolut unbewandert Hier ist 
fast alles Phantasie bezw. Gefasel; es ist, als ob der Sibyllist sich 
durch dies Stammeln erst in die richtige Stimmung zu seinem 
Sänge bringen wollte. Es bleibt deshalb ein Unfug, hier (61 f) 



1) 191 — 194 bezieht Wilainowitz auf Alexander; diese Verse mössten 
dann aus der Reihe gekommen sein. Aber ich traue dem Sibyllisten solche 
Angaben über Philipp zu. Das Gerücht von Alexanders Ermordung lässt 
er sich natürlich nicht entgehen (222 f.). 

2) Für den Sibyllisten hat es z. B. immer Cäsaren gegeben (265 ff.)» 

3) Aus y. 294 ff. lässt sich leider keine Lokalbeschreibung gewinnen. 
Wir sehen nur, dass van^tiyYeg vorhanden waren, was nichts sagt, und dass 
das Grabmal rund (neglSQOfjtog) wie die römischen Mausoleen gewesen zu 
sein scheint. 

Texte u. Untersuchungen. N. F. YIII, 1. 5 



6ß J. Geffcken, Die Oracnla Sibyllina. 

bald einen Tarhaka, bald Salomon (80—92) herauslesen zu 
wollen. Die einzigen, die man erkennt, sind Joseph und Moses 
(29 — 41), letzterer wird übrigens auch als Feldherr (vgl. zu V. 41) 
gefeiert Alles andere ist PhantasmagorieJ) 

Der Sibjllist hat sicher nach dem Jahre 226, dem Sturze 
des Partherreichs gelebt, denn V. 161 wird der Partherherr- 
schafib als einer yergangenen gedacht. Er hat eigentlich schon 
alle Fühlung mit der Sibyllenpoesie verloren, wenn er der 
Prophetin den tollen Gedanken beilegt, sich nach Delphi zu 
begeben, um hier Glauben zu finden (315flF.). Gewiss — um dies 
noch zu sagen — es gab dem Namen nach eine delphische Sibylle, 
aber diese hat sehr unangenehme Erfahrungen mit Apollo ge- 
macht,^) und kein Mensch ausser solch einem konfusen Juden ver- 
band in jener Zeit das halberstorbene Delphi noch mit der Sibylle. 

Übertroflfen wird alles dies nun noch von dem Sibyl- 
listen des 14. Buches. Aber doch ist hier noch ein Unter- 
schied. Der Autor des 11. Sanges wollte doch noch einen Rest 
Wahrheit bringen und hat sich hie und da um die histo- 
rische Überlieferung noch ein wenig gekümmert, aber der Ver- 
fasser von Buch XIV ist durchaus Phantast und, wenn er an 
einer einzigen Stelle einmal (198 — 207) historische Gestalten, 
Antonius, den dritten Dionys, Kleopatra, Oktavian auftauchen 
lässt, 80 ist das nur ein vorübergehender vernünftiger Moment 
in der allgemeinen Raserei. Eine Zeitlang glaubte ich das 
14. Buch mit den späteren Apokalypsen, einem Pseudomethodius 
und ähnlichen vergleichen zu dürfen, aber in diesen scheinen doch 
immer wirkliche Gestalten durch, hier spürt man doch noch die Xot 
und Beklemmung der Zeit; in Buch XIV aber tobt ein Ignorant, 
der gar nichts kennt als Namen der Völker, Länder und Städte, 
imd diese beliebig durcheinander wirft, bald mit diesem, bald mit 
jenem Motiv der Tradition (vgl. z. B. zu V. 62) gedankenlos spielend. 3) 

Ij Dechents Ausführungen Aber das 11. Buch S. 49ff. der oben S. 47 
angeführten Schrift sind absolut unmöglich. Vgl. darüber Badt: Jahrbb. f. 
klass. Phil. 1874. S. 633f. Die Einzelstacke der sibyllinischen Darstellung 
sind z. T. gestohlen^ vgl. zu 53 — 55. 8S. Wie kann man da noch treu- 
herzig nach dem Weizenkom unter der Spreu tasten! 

2) Vgl. meinen Aufsatz in den Preuss. Jahrbb. 1901. S. 196 f. 

3) Vgl. femer V. 138 = III, 193. 70-73 sind aus III, 115—121; 
348 aus XIII, 28 a. a. Vollends wie namenlos albern ist V. 144! Dazu 



EompositioD and Eatstehuogszeit Buch XI und XIV. (^^ 

Gleichwohl ist leider der Versuch gemacht worden, diesen 
Faselpropheten auf seines Wesens besseren Kern hin zu prüfen. 
Es geht schliesslich alles auf, wenn man nur will und strebend 
sich bemüht So hat denn Wirth (Wiener Studien. XIV. 1892. 
S. 35 — 50) es unternommen, historische Gestalten aus dem Phan- 
tasmentanze zu erhaschen. Aber dies Wagnis muss bei genauerer 
Prüfung in sich selbst zerfallen. Eine Untersuchung, die die 
Ungenauigkeit des Sibyllisten alle Augenblicke zugeben muss, 
die sich häufig mit „vielleicht" und „wahrscheinlich" kümmerlich 
durchhilft, ermangelt jedes Anspruches auf wirkliche Beweis- 
führung und kann hier also wirkliche Berücksichtigung nicht 
finden, ganz abgesehen davon, dass dieser Arbeit die weitere 
Kenntnis der ganzen Litteraturgattung, d. h. das notwendige 
Rüstzeug fehlt Vorsichtiger schon, aber auch im letzten Grunde 
falsch, war Gutschmids Annahme,*) dass der Sibyllist des 
14. Buches ohne grosse Erfindungsgabe einen Abklatsch der 
Vorfalle und Zustände aus der Mitte des 3. Jahrhunderts ge- 
geben habe, wo Ägypten der Zankapfel zwischen Rom und Pal- 
myra war. Aber dann müssten wir doch wenigstens ein Quent- 
chen Geschichte aus diesem brodelnden Kessel destillieren können. 
Doch wie sollte das möglich sein bei einer „Darstellung", die 
u. a. noch im 3. Jahrhundert ein Heer der Sikeler (312) nennt *^) 

Die Zeit des Buches lässt sich nicht näher bestimmen. Dass 
es aber spät fallt, sagen wir also frühestens ins 4. Jahrhundert, 
beweist die Nennung der ^avd^a xagtjpa (346), die m. £. das 
erste Auftreten des später inmier wieder erscheinenden ^avd'bv 
yivoq signalisieren. Jedenfalls ist das 14. Buch beträchtlich 
später als das elfte. Die Prosodie besonders ist viel schlechter 
als dort. Dem Xooßi^aarai (XI, 201) stellen sich an die Seite 
XIV, 75 ijcotpetcu, 161. 168 gpavgeroi, dazu noch V. 9 oi^vag, 
15 coxvrrjriy 328 xQiog^ ganz abgesehen natürlich von dem aus 
früheren Büchern vertrauten tßöofiTJxopt (28 vgl. 227 oyöoi^xovz^) 
und der Synizese rgi^xoclcov (106. 126). Auch die Sprache ist 
schlecht genug, V. 91 haben wir ß^apszai, 109 tpir/elrai (vgl. 
XI, 45), 221 ^fisglijv für i^fit()7]p; der Ausdruck ist ungeschickt: 

diese abgebrauchten Entlehnungen wie 91. 125. 162. 194, die langweiligen 
Zeichen und Wunder 37. 112. 158. 231. 

1) Litterarisches Centralblatt. LXI. 448. 

2) W. e. seh. aus XI, 175 entnommen. 

5* 



68 J. GeflFcken, Die Oracula Sibyllina. 

V. 25 owexa tovtov, 123 f. doppeltes vjto^) — Sicher aber ist 
die Nationalität des Verfassers. Er ist Jude, die „Stadt, die 
viel erlitten hat" (350), erinnert lebhaft an den Ausdruck des 
leidenschaftlichen Juden des 5. Buches (384 f.), wie das ayvov 
ed-voq (360) nur die Juden bedeuten kann.-) Jerusalem soll 
wieder aufgebaut werden, jtvQycop tot* avaOTadq eöTai (349): 
das ist nicht, wie man gemeint hat, der Pharus von Alexandria — 
man schrieb totb Jtvgyov d. t. — , sondern die heilige Stadt, 
die endlich wieder zu ihrem Rechte kommt. Ob wir es mit 
einem ägyptischen Juden zu thun haben, bleibt mir freilich 
zweifelhaft. Der Sibyllist schildert, mühsam nach einem tertium 
comparationis haschend, ägyptisches Wesen beim Festschmause; 
das thut m. E. nur ein Fremder, der mehr Interesse am Ein- 
heimischen nimmt als ein Ägypter selbst. 

So sehen wir denn, wie vom 2. Jahrhundert ab die jüdische 
Sibyllendichtung sich wieder lebhafter regt; das 12., 11., 14. Buch 
ist von Juden verfasst worden, teilweise, wie wir gesehen (S. 56) in 
polemischer Absicht gegen christliche Sibyllen: es ist, als wollten 
die Juden ihr Eigentumsrecht den Christen gegenüber behaupten 
und ihnen Konkurrenz machen. 



1) 345 xeloovTai inl c. acc. ißt xom^, ebenso 178 iy^Qüiviov c. dat. 
(^allerdings Konjektur). 

2) Vgl. das Sachregister der Aasgabe unter Israel. 



Die Fragmente. 

Ich habe in meiner Ausgabe S. 227 „Fragmente", nicht: 
Fragmente geschrieben und bin es nun dem Leser schuldig, diese 
Differenzierung des Wortsinnes zu verteidigen oder vielmehr als 
notwendig zu erweisen. In der That, ich glaube nicht an diese 
Fragmente, nicht an ihre „Echtheit"; ich bin der Meinung, dass 
wenigstens Fragm. 1 — 3 nie in einer Sibyllenhandschrift ge- 
standen haben, sondern dass sie ad hoc fabriziert worden sind. 
Diese Meinung ist ziemlich neu; im allgemeinen gelten die beiden 
ersten Stücke nach Theophilus' Angabe (ad Autol. II, 36): 
I^lßvXXa .... kp dgxf] Trjg JtQog)7^Telag (ausgeschrieben von 
Laktanz: div, inst, IV,_6, 5) für das älteste Proömium, das erst 
später durch unser jetziges III, (1) 8 — 45 resp. 35 ersetzt worden 
sei, ja Blass hat*) kein Bedenken getragen, III, 1—35 weg- 
zulassen und dafür die Stücke aus Theophilus einzusetzen. Sehen 
wir nun genauer, wie die Sache steht und welche Beglaubigung 
die Fragmente besitzen. 

Eine ruhige Lektüre der Fragmente 1—3, ein Vergleich 
mit dem Proömium in unseren Handschriften lässt mehrfache 
Zweifel in uns aufsteigen. Unser jetziges Proömium ist im 
ganzen einfach wie die Sibyllistik überhaupt gehalten, trotz der 
Leidenschaft, mit der es den Monotheismus vertritt und die 
Heiden bekämpft; es wirft den Götzendienern ihre Thorheit vor, 
es lobt und preist Gott, es giebt jene mystische Deutung des 
Namens Adam, die jüdischer und später christlicher Anschauung 
entspricht. Sicher seiner heiligen Sache, schilt der Verfasser 
wohl auf die Heiden, aber er argumentiert nicht mit ihnen; 
er betont zwar immer wieder, dass es nur einen Gott giebt, der 



1) In der Sammlung der Kautzschen Apokryphen und Pseudepigraphen 
II, S. 184 ff. 



70 J« Geffcken, Die Oracula Sibyllina. 

alles geschaffen, aber er wiederholt sich nicht. — Wie anders 
sehen dagegen die Fragmente aus! Das erste wiederholt sich 
mehrmals in der Form und im Gedanken: 7 slg &e6g, og fiovog 

aQxsi . . . • 32 slg ß-eog icvi . . .: 8 ^arroxparcöp dogazog 

17 avToyevfig dyivrjtog . . . .: und vollends stehen sich Fragm. 1 
und 3 sehr nahe: 1,2 Jtmg Taxta}g vtpovaO'e . . .: 3, 21 avd'Qcojtoi, 
rl fiaTr]v vtpo'Vfievoc ... 1, 6 X^YV^VQ^ ßgorcöv TtavxcDv: 
3, 13 Jtavxoov ^fiyr\rl\Qa^ \,1 iXg &e6g, og giovog aQxsi: 3, 3 
dXXä d-eog fiovog elg (16 dX/L* avzog (lovog olöev), 1, 10 rlg 

yoQ öapg övvarai . . . . = 3, 15 r/g yäg öaQ§ övvarai 

1, 20 dXfj&ivop devaov re = 3, 46. 

Betrachten wir dann die gewählte, alexandrinische Zierlich- 
keit solcher Schilderungen wie 3, 9 f., den kunstvollen Nachdruck 
in 38 — 40, so erkennen wir unschwer den Gegensatz zwischen 
der absichtsvollen Ausarbeitung im einzelnen und der ganz un- 
motivierten Nachlässigkeit der eben angeführten Wiederholungen 
und müssen dementsprechend vorderhand schliessen, dass beide Frag- 
mente nicht in einem Proömium gestanden haben können. Und 
weiter: wir betonten eben, dass unserem handschriftlichen Sibyllen- 
proömium jede Argumentation fehlte. Wie aber ist es hier? Die 
Sibylle fangt ganz gegen ihre sonstige Weise an zu philosophieren 
(Anfang des Fragm. 3), ja, ganz unerhört, sie hat zweimal so 
etwas versucht; auch Fragm. 2, und zwar viel scharfsinniger 
noch als das eben genannte, beleuchtet mit energischer Logik 
den Unsinn des Götterglaubens. So sehen denn Fragment 1. 2. 3 
ganz aus wie Dubletten von einander. 

Aber Fragm. 1 und 2 sind auch Dublette unseres eigent- 
lichen Proömiums. Wenn wir zwei Stücke poetischer Litteratur 
haben, die grosse Ähnlichkeit besitzen, das eine einfach, un- 
geschminkt, das andere künstlich, gedehnt, so werden wir von 
vornherein urteilen, dass das zweite eine Ausführung des ersten 
sein müsse. So steht es denn auch hier. Die Berührungen 
vergleiche man in meiner Ausgabe; ich will nur einzelnes Wich- 
tigere hervorheben. Gott, sagt das Proömium in den Hand- 
schriften, kann von keinem Sterblichen ins Auge gefasst werden, 
selbst seinen Namen vermag niemand zu hören (17 — 19). Der Ge- 
danke ist einfach, er entspricht dem jüdischen und auch dem christ- 
lichen Denken. Daraus aber hat das Proömium des Theophilus 
mehr gemacht; es hat mit Benutzung eines griechischen Flori- 



Komposition und Entsiehnngszeit. Die Fragmente. Tl 

legiums den Vergleich mit der Sonne (1, 12) hineingebracht. 
Ebenso ist viel mehr aus der Götzenverchrung gemacht worden. 
Unser Proömium schilt nach Sibyllenart auf die ägyptischen 
Tiergötter, auf Schlangen und Katzen (HI, 30). Das genügt 
dem wortreichen Autor des Theophilus nicht; seine geläufige Dia- 
lektik fahrt in ähnlich argumentierender Weise wie Fragm. 2 
und 3 z. Anf. aus (3, 23), was das für Götter wären, die in die 
Töpfe guckten und naschten und die, anstatt den Himmel zu 
bewohuen, mottenzerfressen (als Mumien) aussähen und von Spinn- 
weben überzogen seien! Ich deuke, es wird jedem, der nur 
etwas Stilgefühl besitzt, klar geworden sein, wo das Ursprüng- 
liche zu finden ist, wo wir es mit Weiterdichtung zu thun haben. 
Ich könnte mir auch den Vorgang des Ersatzes des Theophilus- 
Proömiums durch unser jetziges gar nicht vorstellen. Denken 
wir doch nur: ein langes, künstliches, sich selbst wiederholendes 
Proömium wird bald nach Theophilus, noch vor der Schrift 
des [Justin.] Coh. ad Graecos (vgl. zu III, 24) ersetzt durch ein 
kurzes, einfaches, das aber doch keineswegs (vgl. V. 24 ff.) ein 
Auszug aus jenem ist und dazu ganz im Stile der sonstigen 
Sibyllistik gehalten ist: welchen Zweck sollte das wohl haben? 
Aber einen Zweck haben diese „Fragmente": was ihnen in 
unserem Proömium, das sie kennen, noch nicht genügend betont 
scheint, das heben sie hervor, führen sie aus, unterstreichen sie; 
eine besondere Tendenz, den Götzenglauben mit allen Mitteln zu 
bekämpfen, ist unverkennbar: dieser Tendenz dient die nur in 
ihnen ganz im Gegensatze zur Volkslitteratur der anderen Sibyllen 
hervortretende Neigung zu dialektischer Entwicklung. M. a. W., 
wir haben nicht irgend einen biederen Poetaster vor uns, der 
seine Sache so gut oder vielmehr so schlecht macht als er irgend 
kann, sondern einen Autor, der etwas ganz Bestimmtes will. 

Es ist ein schwerer Missgriff, dass Theophilus' Proömium in 
der Sammlung der jüdischen Pseudepigraphen steht. Unserem 
jetzigen Proömium sieht man nicht direkt an, ob es jüdisch oder 
christlich ist, aber es macht mir doch stark den Eindruck, dass 
es von christlicher Hand, die in Buch III, wie wir ja gesehen, 
thätig war, bei der Bearbeitung hinzugefugt worden ist.*) Unser 
Theophilus-Proömium aber ist christlich; das Ca)7jv xhjQovo- 



1) Vgl. oben S. 15f. 



72 J* Oeffcken, Die Oracula Sibyllina. 

fiovöi (3, 47) stammt aus dem neuen Testament (Matth. 
19, 29; Mark. 10, 17), darüber kommt man nicht weg, und darum 
gehören diese Fragmente auch nicht zu den jüdischen Sibyllen. 

Aber alles dies genügt bei weitem nicht; ich glaube, wir 
können dem Beweise noch mehr Kraft und Nachdruck geben. 
Die Fragmente 1 und 2 finden sich in Kapitel 36 des 2. Buches 
des Theophilus. Danach folgt im 37. Kapitel eine Reihe von 
Citaten, die der Verfasser nicht am Fundorte nachgeschlagen, 
sondern wie alle seine Zeitgenossen einem Florilegium entnommen 
hat.^) Das lässt auch für das vorausgehende Kapitel eine ähn- 
liche Quelle vermuten, wie denn Theophilus auch die Stelle 
III, 100 — 105 in etwas eigentümlicher Fassung wiedergegeben hat. 2) 

Dies ist indessen nur ein Verdaclit; wir müssen, um die ganze 
Verantwortlichkeit unserer Anschuldigung tragen zu können, noch 
gewichtigere Zeugen berufen. Sie fehlen glücklicherweise nicht. 
Da ist in erster Linie Clemens zu nennen, der zunächst als 
Zeuge für Fragm. 1, 10 — 13. 28 — 35 eintritt. Es geschieht dies an 
mehreren Stellen, Protr. VI, 71. VIII, 77 und Strom. V, 14, 109. 
116. Die Kapitel des Clemens, Strom. V, 14, Protr, VI, 71ff. 
sind ziemlich verdächtig; sie enthalten gefälschte Dichtercitate. 
Mit Recht sagt Christ, 3) dass Clemens für die Kapitel Protr. VI 
und Strom. V, 14 ein Florilegium über göttliche Dinge in einer 
von Judenchristen stark interpolierten Fassung benutzte. Selbst- 
verständlich verfährt der Fälscher nicht so ungeschickt, dass er 
nichts als solche Trugcitate häuft, sondern er weiss auch be- 
kannte Stellen seines Florilegiums, Stellen des Hesiod und Arat 
mit anderen Citaten, die er selbst gemacht, zu vermischen. Ahnlich 
citiert er denn die in den Handschriften stehenden Sibyllenverse 
III, 586flf. im Protr. VI, 70, um dann im Paragraphen 71 mit 
Fragm. 1, 10 — 13 fortzufahren, die er als Original einer Xenophon- 
stelle hinstellt, die er selbst nachgeschlagen zu haben sich den 

1) Elter: De gnomologiorum Graeconim hiatoria atque origine. 
p. 131 sqq. 

2) Dass 104 fehlt, würde zwar nicht zu sehr befremden, aber nach 
105 findet sich der Vers VIII, 5, der ganz und gar nicht notwendig ist, 
sondern nur gesetzt ist, damit ein ganzer Vers herauskommt, das Citat also 
besser abgerundet ist. Das sieht nicht sehr nach eigner Lektüre aus. 

3) Philologische Studien zu Clemens Alexandrinus. Abhandlungen 
der k. bayer. Akad. d. Wiss. I. Cl. XXI Bd. III. Abth. S. 22 fi". 



Komposition und Entstebungszeit. Die Fragmente. 73 

Anschein giebt {Str. V, 14, 109), aber in einem Florilegium 
gefunden hatJ) Dieselbe Stelle findet sich, wie eben gesagt, 
in den Strom, V, 14, 109. Lesen wir aber hier, an letzterer 
Stelle, ein Stück weiter, so kommen wir über das berüchtigte 
Sophoklescitat §114 in §116 zu Fragm. 1, 28 der Sibylle, und nehmen 
wir den Protreptikos vor, so haben wir nach VII, 73, nach 
einem nur hier bezeugten Hesiodfragment, im § 74 wieder eine 
jener gefälschten Sophoklesstellen, danach Stücke des bekannten 
orphischen Truggedichts, sodann zwei Sibyllenverse (III, 624f.), 
die aber falschlich Orpheus vindiziert werden, und nach einigen 
unverfänglichen und somit schlau täuschenden richtigen Dichter- 
citaten aus einem guten Florilegium wieder VIII, 77 die Sibylle 
Fragm. 1, 28—35. also das gleiche Verhältnis, wie in den 
Stromateis. Diese ganze Umgebung, nicht zuletzt auch die Ver- 
wechslung der Sibylle mit Orpheus macht uns im Hinblick auf 
Theophilus* oben angeführte sonderbare Zusammenstreichung von 
III, 100 — 105 mit VIII, 5 die Ursprünglichkeit aller dieser Citate 
an sich sehr verdächtig, macht uns m. E. zur Gewissheit, dass 
die aus den Fragmenten stammenden Anführungen einer Trug- 
schrift entstammen, einer Neufabrikation von Sibyllensprüchen. 

Was bei den genannten Stellen recht ist, wird bei anderen 
billig sein. Auch in den Strom. III, 3, 14 hat Clemens natür- 
lich ein Florilegium benutzt, auch da findet sich die Sibylle mit 
Fragm. 1, 1. Und nun vollends die Cohortafcio ad Graecosl 
Sie citiert c. 16 aus Fragm. 1 die Verse 7 — 8, um danach mit 
III, 721—723. IV, 24—30 ganz unverfänglich fortzufahren. Aber 
in welcher Umgebung befinden wir uns? Im c 15 ging das 
orphische Gedicht voraus, im c. 18 folgt mit nur wenigen 
Änderungen dasselbe Sophoklescitat wie bei Clemens Str.Y, 14, 114. 
So sehen wir denn unser Fragment 1 und damit auch 3 wie 2 
von allen Seiten umstellt, und es wird sich wohl in seines Nichts 
durchbohrendem Gefahle ergeben müssen. 

Mit Laktanz ist es natürlich etwas anders. Dass er die 
Sibylle selbst gelesen hat, scheint mir sicher, dass er auch 
Theophilus eingesehen (Brandt, p. XCIV), dünkt mich unabweisbar. 
Aber ich komme doch nicht darum herum, dass er auch die Trug- 

1) Den Beweis bringt der von mir zu Fr. 1, 10—13 citierte Stob&us 
II, p. 15, 4 Wachsm., der mit Clemens oder besser seinem Original die 
grOsste Ähnlichkeit hat, mit Xenophon: Memorab, IV, 3, 14 viel geriogere. 



74 J- Geffcken, Die Oracula Sibyllina. 

Schrift benutzt hat. Instit. div. V, 13, 21 sagt er: sed hi vanarum 
religionuin cultores eadem stultitia id obiciunt qua verum deum non 
inteUegunt: quos Sibylla Eryihraea xc3g)ovg et avo^zovg vocat .... 
Mit Recht fuhrt Brandt dazu Sib. VIII, 397 an, wo aber in Si0V 
x(oq)ol xal avavöoi steht, ein Unsinn, der von mir in x(Dg)Olg xal 
dvavöoig verbessert worden ist; die Epitheta xmtpol und avavöoi 
können Menschen ja auch gar nicht gelten. Hier hat m. E. Laktanz 
nicht selbst in den Text Einsicht genommen. Dass derselbe 
femer I, 7, 13 Gott von der Sibylle nicht nur avtoyevrjg und 
äytvtjTog (= Fragm. 1, 17) nennen lasst, sondern auch dxolrjrog, 
was nirgends bei unseren Sibyllen vorkommt, könnte nicht aus- 
schlaggebend heissen. Aber sehr eigenartig ist die Stelle II, 11, 18 
= Fragm. 5. Sie enthält einen Vers, der in unseren Hand- 
schriften nicht steht: og (lopog . . ., danach folgt aber III, 27 und 
zwar mit dem Fehler (uqojkdv ts, dann wieder ein unbekannter 
Vers. Dies macht einen sehr verdächtigen Eindruck, und zwar 
aus diesem Gründe. Wir finden nämlich, dass die Trugverse 
aus verschiedenen Dichtem unsere handschriftlich erhaltenen 
Sibyllen nachahmen. So ist, wie ich in meiner Ausgabe anführe, 
III, 223: ßad-og xaQoxolo d-aXaCCrig von dem sogenannten 
Sophokles des Hekatäus Jtovxov tb x^Qo^^ov oldfia nachgeahmt, 
so findet das doQarog oQcifisvog avvog ajtavxa (III^ 12) sein 
Analogon in den Euripidesversen bei Clem. Alex. Protr. VI, 68 
(= Philemon in der Schrift de mon. 2), in der „Orphik" der 
Coh. ad. Oraec. 15, V. 9. 10 (Tüb. Theos. 113, 11 ff) und ebenso 
in Fragm. 1, 8; so kopiert Aristobuls Orphik (Euseb. Praep. ev. 
Xin, 12, 5, V. 15) nicht sowohl Fragm. 3, 20 als den Vers 
III, 603 und V. 13 die Stelle der Sibyllen VIII, 280 (I, 46). 
Demnach meine ich denn auch, dass Laktanz hier eine Quelle 
benutzt hat, die in Anlehnung an eine Stelle aus einem wirk- 
lichen Sibyllenbuche ein Citat fabrizierte, 2) und mein Glaube 
an Fragment 4, 6 und 7 wird damit ebenfalls hinfällig.^) Er- 
innern wir uns nun weiter, wie sehr die so energisch klingenden 
Fragmente 1 und 3 unsere Sibyllen, d. h. besonders unser hand- 
schriftliches Proömium nachahmen, so ist der Ring unserer 
Beweisführung m. E. geschlossen, deren Ergebnis wir hier noch 

1) Elter a. a. 154. 166. 

2) Der Prolog S. 5, 94—100 benutzt dann Laktanz. 

3) Vollends ist Fragm. 8 absolut verdächtig. 



Komposition und Entstehungszeit. Die Fragmente. 75 

einmal rekapitulieren: Die Fragmente 1 und 3 und auch 2 fallen 
aus dem Rahmen der Sibyllenpoesie im eigentlichen Sinne. Sie 
sind der Form nach künstlicher, ahmen aber, mit einer bestimmten 
Tendenz gearbeitet, einander nach und kopieren ältere Sibyllen- 
sprüche, sie argumentieren auf verschiedene Weise einsetzend, sie 
stammen aus anrüchiger Umgebung, deren Gewohnheiten sie, 
wie wir gesehen, mitmachen. 

Die Fälschung ist eine christliche, wie uns Fragm. 3, 47 
zeigte. Wie wir den Mann nennen sollen, der sie verbrochen, 
ob Aristobul oder Hekatäus, ist hier gleichgültig, um so mehr, 
als die Frage nach diesen Persönlichkeiten doch nicht erledigt 
ist^) Denn klarer würden wir allerdings sehen, wenn diese 
ganze Trug-Litteratur in grösserem Zusammenhange, als die be- 
kannten Forschungen Elters und die wichtige Untersuchung 
Christs sie haben geben wollen, Darstellung fönde. Daraus 
müsste freilich ein Buch werden, das nicht etwa stehen bliebe 
bei den verschiedenen Fälschungen der Klassikerverse, der 
Sibyllen, der ApoUoorakel, wie wir sie z. B. bei Laktanz und in 
der Theosophie finden, sondern den ganzen litterarischen Streit 
des Christentums und Heidentums umspannte, das die christliche 
Apologetik bis auf seine mannigfachen Anlehnungen an die 
jüdischen Propagandaschriften verfolgte. Eine solche Aufgabe 
sah ich in der Behandlung dieser Fragen vor mir aufsteigen, ich 
habe aber rechtzeitig, manchem Leser vielleicht etwas zu frühe, 
innegehalten, weil ich glaubte, für die „Fragmente" der Sibyllen, 
denen man jetzt wohl das skeptische Anführungszeichen lassen 
wird, den notwendigen Beweis der „Unechtheit" erbracht zu haben. 



1) Sie ist von Elter noch nicht ganz einwandfrei beantwortet und 
m. £. auch nicht von Christ. 



Der Prolog. 

Das elende Machwerk des Prologs hat für uns nur insofern 
Wert, als es einerseits die Zeit der in der Handschriftengruppe ^ 
erhaltenen Sammlung der Oracula bestimmen hilft, anderseits 
zeigt, wie sehr hier die Geistlosigkeit der Sibyllensprüche sich 
ihrem Sammler mitgeteilt hat, auf wie kli^liche Weise der 
byzantinische Autor ^) sich etwas zusammengestoppelt hat, was 
einer Einfuhrung in diese Litteratur ähnlich sein sollte. In der 
That hat er recht hübsche Quellenarbeit geliefert Sein ergiebigstes 
Buch war die Tübinger Theosophie, wie mein Apparat darthut, 
aber auch an Laktanz hat er sich gemacht, indem er aus (S. 5 
unserer Ausgabe) div. inst. I, 6, 15 vier Verse entnimmt und 
den Rest aus II, 11, 18 hinzufügt Das hindert ihn aber nicht, 
indem er sich den Anschein giebt, als wolle er ein längeres 
Stück aus ihm citieren (S. 4, 80 fit), eine Stelle aus der Cohor- 
tatio ad Graecos in etwas umgemodelter Fassung seinen 
Lesern unterzuschieben. Von Laktanz selbst hat er gar keinen 
Begriff; er sieht in ihm einen bedeutenden Philosophen und 
kapitolinischen Priester. Da er nun nach der Theosophie ge- 
schrieben und Laktanz noch gelesen hat, so iUllt seine Zeit nach 
dem Ende des 5. Jahrhunderts, wo die Theosophie entstanden 
ist (vgL S. XLIU meiner Ausgabe) und vor dem Ende des 6. Jahr- 
hunderts, wo die allgemeine Kenntnis der lateinischen Sprache 
im Osten aufhörte. 

1) Er redet von der ^Pfhßrj nQea^iga S. 3, 68f., er braucht das 
byzantinischa Adjektiv lÖixöq (3, 70 f.)* Dass er rhythmische Prosa schreibt, 
ist kein Zeichen besonderer Kunst 



Ägypten 26. 
Aemilius Aemilianus 62. 
Akrostichis 42 f. 
Alexander Sevenis 58. 
Annius Verus 39. 
Antiochos Epiphanes 9. 
AntiochoB Grypos 11. 
Antiochos IX. Kyzikenos 11. 
Antiochos XI. 11. 
Antoninus Pius 39. 
Apologeten 44. 46. (58.) 
Astrologie 7. 60. 
Attaliden 8. 
Avidius Cassius 57. 

Babylonische Sibylle 2 ff. 7. 13. 14. 

Balista 61. 

Baruch- Apokalypse 23. 

Berossos 3. 

Caligala 57. 

Christen Verfolgung des Decias 59. 
Christologie 44. 
Christus 15. 29. 58. 
Clemens Alexandrinus 72 f. 
Clodius Albinus 58. 
Cohortatio ad Graecos 73. 
Commodus 57. 

Decius 59. 
Delphi 66. 
Didius Julianus 58. 
Domitian 57. 

Ebioniten 31. 
Elias 40. 



Erythräische Sibylle 3 f. 7 ff. 13. 
Eschatologie 12. 20. 29. 41 f. 44. 50. 

56, 2. 
IV Esra 23. 

Eumenes von Pergamon 9. 
Eupolemos 6 f. 



Gallienus 61. 
Gallus 59. 
Gnosis 34—36. 
Gordianus I. und III. 



62, 2. 



28. 



Hadrian 30. 39 f. 57. 

Häretiker 31. 

Hellenische Orakel 7—9. 18 f. 

38 (43). 
Henoch 25. 
Hostilianus 59. 
Hybris 29 f. 

Jordantaufe 32. 
Judenchristen 34. 

Rlaros 36. 
Kleopatra 65. 
Ereuzentrückung 32, 2. 



Laktanz 73 f. 

Marcus Aurelius 30. 39 ff. 57. 

Mareades (Cyriades) 60. 

Maria 41, 1. 52. 

Messias 12. 25. 

Metrik 16. 21. 32. 36 f. 45. 53. 64. 67. 

Mithradatischer Krieg 8. 



78 



Register. 



»ero 20. 25f. 39ff. 57. 

Nerva 57. 

Noah 16. 33f. 49. 

Od&nath 61. 
Onias 26. 
Orphica 73 f. 

Parther 25. 57. 66. 
Perserkrieg 8. 
(NenOPerser 61. 
Persische Sibylle 3. 13. 
Pertinax 58. 

Philippus Arabs 62, 2. 63. 
Propheten (falsche) 34. 
Pseado-Phokylides 51. 
Ptojemaios Physkon 5. 

({aietas 61. 

Born 6. 8. 12. 13. 14. 42. 50. 63. 



Sebastenerlö. 

Septimius Sevems 58. 

Simon Magns 15. 

Sintflut 16. 49. 

Sprache 19. 21. 27. 36f. 45. 52f. 64. 67. 

Stoa 20. 42. 

Salla 8. 

Sündenkataloge 52. 

Tanbe 34. 
, Tempel von Jemsalem 24. 
, Theognis 35. 51. 
I Theophilus 67—72. 
i Titas 25. 57. 
I Traian 57. 

I Triumyirat (zweites) 13. 
i Trugcitate 72 ff. 

i 
Yespasian 57. 

1 Zwei Wege 43. 



Berichtigimg. 



S. 39 Z. 6 V. u. im Text 1. V 47. 



Dmck Ton Angnst Pries in Leipzig. 



ÜBER VERLORENE BRIEFE UND ACTENSTÜCKE 

DIE SICH AUS DER 

CYPßlANISCHEN BRIEFSAMMLUNG 

ERMITTELN LASSEN 
VON 

ADOLF HABNACK 



EÜSEBIÜS SCHRIFT 

ITEPI T2N TOniKßN ONOMATßN 
T2N EN TH 0EIA 1TA*II 

VON 

ERICH ELOSTERMANN 

HIPPOLYTS KOMMENTAR ZUM HOHENLIED 

AUF GRUND VON 
N. MARRS AUSGABE DES GRUSINISCHEN TEXTES 

HKRAUSOEGEBEN VON 

G. NATHANAEL BONWETSCH 




LEIPZIG 

J. C. HINRlCHS'sciiE BUCHHANDLUNG 
1902 



TEXTE UUD UNTERSUCHUNGEN 

ZUR GESCHICHTE DER ALTCHRISTLICHEN LITERATUR 

ARCHIV FÜR DIE VON DER KIRCHEN VÄTER-COMMISSION 

DER KGL. PREÜSSISCHEN AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN UNTERNOMMENE 

AUSGABE DER ÄLTEREN CHRISTLICHEN SCHRIFTSTELLER 

HERACSGEOEBEN VON 
08CAR:v. QEBNARDT und ADOLF HARHACK 

NEUE FOLGE. VIH. BAND, 2. HEFT. 



ÜBER 

VERLORENE BRIEFE UND ACTENSTÜCKE 

DIE SICH AUS DER 

CYPEIANI8CHEN BRIEFSAMMLUNG 

ERMITTELN LASSEN 
VON 

ADOLF HARNACK 



Texte u. Untersuchungen. N. F. VIII, 2. Leipzig 1S02. 



In meiner Geschichte der altcbristlichen Litteratur habe ich 
an verschiedenen Stellen (Bd. I, S. 648ff., 687f., 692, 723—728) 
verlorene Briefe und Actenstücke verzeichnet, die sich aus der 
Briefsammlung Cyprians ermitteln lassen. Da sich meines Wissens 
Niemand mit dieser Aufgabe beschäftigt hat, obgleich sie für die 
Überlieferungsgeschichte der Cyprianischen Werke und für die 
Geschichte Cyprians von Bedeutung ist, so will ich auf den 
folgenden Blättern verzeichnen, was sich über diese verlorenen 
Schriftstücke feststellen lässt Ich habe sie in 4 Gruppen getheilt 
(I. Römische Schreiben, U. Vorcyprianische afrikanische Acten- 
stücke, III. Cyprianische Briefe und Actenstücke, IV. Briefe an 
Cyprian, vornehmlich afrikanische, und Vermischtes). Ein vorge- 
setztes Kreuz bezeichnet, dass es sich um mehrere Stücke handelt: 

1. Ein Brief des römischen Bischofis Fabian in Sachen des 
lambesitanischen Häretikers Privatus (ep. 59, 10). 

2. Ein Schreiben des römischen Klerus an Cyprian, in welchem 
der Märtyrertod Fabian's berichtet wird (ep. 9). 

3. Ein Schreiben des römischen Klerus nach Karthago (ep. 30, 3 
u. 27, 4). 

4. Ein Schreiben desselben nach Sicilien (ep. 30, 5). 

5. Ein Schreiben der römischen Confessoren nach Karthago 
(ep. 27, 4). 

t6. Briefe des römischen Confessors Celerinus „ad fratres 
vetustissimos" (ep. 21, 1). 

7 — 11. Mindestens 5 Briefe des römischen Bischöfe Cornelius 
an Cyprian (ep. 45, 1; 48, 1; 49, 1; 50; 59, 1. 2). 

tl2. Ein von Cornelius an Cyprian gesandtes Protokoll einer 
römischen endemischen Synode sowie das Decret der römischen 
Synode, die Lapsi betreffend v. J. 251 (ep. 59, 6 u. ep. 67, 6). 

1* 



4 Hamack. 

f 13. Mehrere Briefe italienischer Bischöfe und eines römischen 
Presbyters nach Karthago über die Rechtmässigkeit der Ordi- 
nation des Cornelius (ep. 45, 1. 2. 3; 49, 1, cf. 55, 8). 

f 14. Ein oder mehrere Schreiben des schismatischen Bischofs 
Novatian (ep. 44, 1. 2; 45, 2. 3; 55, 2 f.). 

tl5. Mehrere Briefe römischer, novatianisch-gesinnter Con- 
fessoren nach Karthago und an andere Gemeinden (ep. 49, 1). 

f 16. Ein oder mehrere Schreiben des römischen Bischofs Lucius 
in der Lapsi-Frage (ep. 68, 5). 

17 u. 18. Zwei Briefe des römischen Bischofs Stephanus an 
Cyprian (ep. 74, If.; 71, 3; 75, 25; Sentent. LXXXVII episc. praefat). 

19. Ein Brief desselben nach Spanien (ep. 67, 5). 

20. Ein anonymes, vielleicht römisches Schreiben im Ketzer- 
taufstreit (ep. 73, 4 ff.). 

21. Ein Bescript des Kaisers Yalerian nebst einem Schreiben 
an die Praesides (ep. 80). 

22. Das Decret der unter Agrippinus gehaltenen Synode über 
die Ketzertaufe (ep. 71, 4; 73, 3). 

23. Das Decret einer karthaginiensischen Synode, betreffend 
das Verbot, dass Kleriker testamentarisch zu Guratoren eingesetzt 
werden (ep. 1). 

24. Ein Schreiben des karthaginiensischen Bischofs Donatus, 
Privatus von Lambese betreffend (ep. 59, 10). 



25. Ein Brief Cyprian s nach Rom über Privatus von Lambese 
(ep. 36, 4). 

26. Eine Liste der orthodoxen Bischöfe der 3 afrikanischen 
Provinzen, welche Cyprian nach Rom gesandt hat (ep. 59, 9). 

27 — 30. Drei Briefe Cyprian s an Cornelius (ep. 45, 1; 55,6; 
59, 9) und ein Circularschreiben Cyprian's an die afrikanischen 
Bischöfe in Sachen des Cornelius (ep. 45, 1, cf. 55, 1). 

f 31. Der Synodalbeschluss des Concils von Karthago v. J. 251 
und ein ihn begleitendes, nach Rom gerichtetes Schreiben 
(ep. 55, 6. 17). 

32. Ein Brief Cyprian s an den römischen Bischof Lucius (ep.61, 1). 

33. Die von Cyprian aufgestellte Liste der Namen Solcher, die 
Gelder in Karthago für eine von Räubern geplünderte Gemeinde 
gesammelt haben (ep. 62, 5). 



über verlorene Briefe und Actenstücke u. s. w. 5 

34. Der Beschluss der 71 afrikanischen Bischöfe im Ketzer- 
taufstreit (ep. 73, 1). 

35. Ein Brief Cyprian's an Firmilian in Cäsarea Kapp. (ep. 75). 

36. Ein Brief des Bischofs Eucratius an Cyprian (ep. 2). 

37. Ein Brief des Bischofs Rogatianus an denselben (ep. 3). 

38. Ein Brief des Bischoä Pomponius an denselben (ep. 4). 

39. Eine Liste der in der decianischen Verfolgung im Kerker 
gestorbenen karthaginiensischen Gonfessoren, aufgestellt Ton Ter- 
tullus (ep. 12, 2). 

40. Ein Brief karthaginiensischer Presbyter an Cjprian (ep. 14, 4). 

41. Ein Brief karthaginiensischer Märtyrer an denselben (ep. 17, 1). 

42. Ein Brief des karthaginiensischen Klerus an denselben 
(ep. 19, 1. 2). 

f43. Karthaginiensische Schreiben nach Born über Cyprian 
(ep.20,1). 

t44. Briefe mehrerer afrikanischer Bischöfe an Cyprian über 
die Lapsi (ep. 26). 

45. Ein Schreiben des karthaginiensischen Klerus an Cyprian 
(ep.34,4). 

+46. Briefe karthaginiensischer Gemeindeglieder an Cyprian 
(ep. 33, 1; 35; 33, 2). 

47. Caldonius und Genossen an Cyprian über Felicissimus 
(ep.41,1).^ 

f48. Briefe afrikanischer Bischöfe an Cornelius von Rom 
(ep. 45, 1. 4; 59, 9; 55, 6). 

49. Brief des Bischofs Polykarp von Hadrumet an Cornelius 
(ep.48, 1). 

50. Brief desselben an den römischen Klerus (ep. 48, 1). 
51 u. 52. Zwei Briefe Antonian's an Cyprian (ep. 55). 

53. Brief des Fortunatus und Genossen an Cyprian (ep. 56). 

t54. Briefe der Gemeinde von Thibaris an denselben (ep. 58, 1). 

t55. Schmähschriften über Cyprian von Felicissimus und Ge- 
nossen und Briefe derselben nach Rom und an andere Gemeinden 
(ep. 59, 2ff. 14. 16). 

56. Brief des Januarius und anderer numidischer Bischöfe an 
Cyprian (ep. 62). 

57. Brief des Bischofs Fidus an denselben (ep. 64). 

58. Brief des Laien und Märtyrers Florentius an denselben (ep. 66). 



5 Harnack. 

t59. Briefe des Bischofs Faustinus von Lyon an denselben (ep. 68). 

60. Brief desselben an Stephanas von Rom (ep. 68). 

61. Brief gallischer Bischöfe an denselben (ep. 68). 

f 62. Felix, Presbyter in Legio, und Älius,. Diakon in Emerita, 
sowie die Gemeinden daselbst und in Asturica, Briefe an Cyprian 
(ep. 67). 

63. Brief des Felix von Saragossa an Cyprian (ep. 67). 

64. Briefe spanischer Bischöfe nach Legio und Emerita (ep. 67). 

65. Brief des Magnus an Cyprian über die Eetzertaufe (ep. 69). 

66. Schreiben numidischer Bischöfe an die afrikanischen über 
die Ketzertaufe (ep. 70). 

67 und 68. Zwei Briefe des Bischofs Jubajan an Cyprian 
(ep. 73; Sentent. LXXXVII episc. praef.). 

69. Schreiben des Bischofs Pompejus an denselben (ep. 74). 

70. Brief des Bischofs Lucius und seiner Collegen an einen 
gewissen Quirinius (ep. 78, 3) '). 



L Roniische Schreiben, 

1. Ein Brief des Bischofs Fabian in Sachen des lambesi- 

tanischen Häretikers Privatus (ann. 236 — 250). 
£p. 59, 10 (Cypr. ad Comel.): „Privatus vetus haereticus in 
Lambesitana colonia ante multos fere annos ob multa et gravia 
delicta XC episcoporum sententia condemnatus, antecessorum etiam 
nostrorum . . . Fabiani et Donati litteris severissime notatus". 
Näheres ist nicht bekannt; die Nachricht ist aber deshalb werth- 
voll, weil sie zeigt, dass der enge Verkehr des römischen und 
karthaginiensischen Bischofs schon vor der Zeit Cyprian's be- 
standen und Rom bereits damals von einem afrikanischen Häre- 
tiker Notiz genonmien hat. 

2. Ein Schreiben des römischen Klerus an Cyprian in 
der Zeit der Sedisvacanz, in welchem der Märtyrertod 

Fabian's berichtet war (ann. 250 init.). 
Ep. 9, 1 (Cypr. ad clerum Rom.): „Cum de excessu boni viri 
coUegae mei rumor apud nos incertus esset et opinio dubia 

1) Briefe, die nar angekandigt sind (z. B. ep. 03, 17), sind nicht aufgeführt. 



über verlorene Briefe und Actenstücke u. s. w. 7 

nutaret, accepi a vobis litteras ad me missas per Crementium 
hypodiaconum , quibus plenissime de glorioso eius exitu in- 
struerer. ... in quo vobis quoque plurimum gratulor quod eius 
memoriam tarn celebri et inlustri testimonio prose- 
quamini, nt per tos innotesceret nobis quod et vobis esset circa 
praepositi memoriam gloriosum et nobis quoque fidei ac virtutis 
praeberet exemplum^ Fabian starb am 20. Januar 250; gleich 
darauf wird dies Schreiben abgegangen sein. 

3. Ein Schreiben des römischen Klerus an den kartha- 
giniensischen in der Zeit der Sedisvacanz (ann. 250). 

Ep. 27, 4 (Cypr. ad clerum Rom.): „Opportune vero super- 

venerunt litterae vestrae quas accepi ad clerum factas , 

in quibus evangelii plenus vigor et disciplina robusta legis domi- 
nicae continetur. laborantes hie nos et contra invidiae impetum 
totis fidei viribus renitentes multum sermo vester adiuvit, ut 
divinitus compendium fieret, et prius quam venerint ad vos litterae 
quae vobis proxime misi, deckraretis nobis quod secundum 
evangelii legem stet nobiscum fortiter atque unanimiter etiam 
vestra sententia". Ep. 30, 3 (Clerus Rom. ad Cypr.): „Hoc nos non 
false dicere superiores nostrae litterae probaverunt, in quibus 
vobis sententiam nostram dilucida expositione protulimus adversus 
eos qui se ipsos infideles inlicita nefariorum libellorum professione 
prodiderant, quasi hoc evasuri inretientes illos diaboli laqueos 
viderentur, quo non minus quam si ad nefarias aras accessissent 
hoc ipso quod ipsum contestati fuerant tenerentur, sed etiam 
adversus illos qui accepta fecissent etc.*^ Über dieses verlorene 
Schreiben, welches Cyprian's Haltung gegen die Lapsi unterstützte 
und ihm daher sehr gelegen kam (obgleich es noch nicht wieder 
an ihn, sondern an den Klerus von Karthago gerichtet war), 
s. meine Abhandlung in den „Carl von Weizsäcker gewidmeten 
Abhandlungen", 1892 S. 13 ff. Der Brief ist höchst wahrscheinlich 
von Novatian abgefasst gewesen. 

4. Ein Schreiben des römischen Klerus nach Sicilien in 

der Zeit der Sedisvacanz (ann. 250). 
Aus dem 30. Brief geht hervor, dass der römische Klenis 
damals auch ein Schreiben nach Sicilien — leider sind die Ge- 
meinden nicht genannt; in erster Linie ist anSyrakus zu denken — 



g Hamack. 

in Sachen der Lapsi gerichtet hat. Es heisst c. 5: ^Sed ut ad id 
unde digressas seijQO Tidebatur esse rursos revertatur, quäl es 
litteras in Siciliam quoque miserimus subiectas habebis". 
Der Brief ist das älteste ganz sichere Zeugniss, welches wir in 
Bezug auf die Existenz von Christengemeinden in Sicilien be- 
sitzen; zugleich zeigt die Thatsache, dass die Bömer (d. h. Novatian, 
der an der Spitze des Klerus daselbst z. Z. der Sedisvacanz stand) 
den Brief in Abschrift an Cyprian senden, wie enge die Beziehungen 
zwischen ihm und der römischen Gemeinde geworden sind. 

5. Ein Schreiben der römischen Confessoren Moses, 
Maximus und Genossen an die Earthaginienser Satur- 

ninus, Aurelius und Genossen (ann. 250). 

Dieses Schreiben ist fast gleichzeitig mit dem snb 3 genannten 
abgegangen; denn ep. 27, 4 folgen auf die Worte: „Opportune vero 
supervenerunt litterae Testrae quas accepi ad clerum factas'' (s. o.) 
die folgenden: „item quas beati confessores Moyses, Maximus, 
Nicostratus et ceteri Satumino et Äurelio et ceteris miserunt^. 
Das Lob, welches dem Brief des Klerus gespendet wird (s. o.), 
bezieht sich auch auf dieses Schreiben, welches ebenfalls einen 
dem Cyprian sympathischen Standpunkt in der Frage der Be- 
handlung der Lapsi einnahm. - 

6. Briefe des römischen Confessors Celerinus „ad fratres 

meos vetustissimos" (ann. 250). 

Der Brief des Confessor Celerinus an den Confessor Lucian 
in Karthago ist in die Sammlung (ep. 21) aufgenommen. Im Ein- 
gang (c. 1) beklagt sich Celerinus, dass Lucian ihm nicht mehr 
schreibe; ob er denn durch seine glorreiche Confession hochmüthig 
geworden sei? „cum essem et ego in tam florida confessione, 
fratres meos vetustissimos memorabar, et eos litteris 
meis memoravi caritatem pristinam eorum penes me meosque 
nunc esse". Augenscheinlich galt es als hohe Auszeichnung, von 
Confessoren Briefe zu empfangen. 

7 — 11. Briefe des römischen Bischofs Cornelius an 
Cyprian (251—253). 
In der cyprianischen Briefsammlung sind uns zwei Briefe 
des Cornelius an Cyprian erhalten (ep. 49. 50 j; aber wir vermögen 



Ober yerlorene Briefe und Acten atücke u. s. w. 9 

aus ihr festzustellen, dass Cornelius mindestens noch 5 Briefe 
an Cyprian gerichtet hat 7) Nach ep. 45, 1 (Cypr, ad Com.) hat 
Cornelius seine Wahl — 16 Bischöfe waren anwesend, ep. 55, 24 — 
dem Cyprian brieflich angezeigt — „acceptis litteris tuis^S 
schreibt Cyprian (cf. ep.45, 2. 3) — und um Anerkennung ersucht; 
wenn das in ep. 49, 1 erwähnte Schreiben des Cornelius an Cyprian 
mit dem unsrigen identisch ist, so hat sich Cornelius bereits in 
diesem seinem ersten Schreiben über die „Verleumdungen" aus- 
gesprochen, die Novatian und seine Partei gegen ihn ausge- 
lassen haben; es heisst ep. 49, 1: „sed quoniam multa prae- 

cesserant ab eis [Noyatianis] disseminata, quae tu quoque 

ex litteris meis cognovisti". Das Schreiben des Cornelius 
wurde zu Karthago in der Gemeinde verlesen (ep. 45, 2). 8) Nach 
ep. 48, 1 (Cypr. ad Com.) hat sich Cornelius brieflich bei Cyprian 
über das Verhalten eines afrikanischen Bischofs beschwert (Cyprian 
schreibt: ,Jiegi litteras tuas, frater carissime, quas per Primi- 
tiyum conpresbyterum nostrum misisti, in quibus te conperi 
motum quod cum de Hadrumetina colonia Polycarpi nomine ad 
te litterae dirigerentur, posteaquam nos, ego et Liberalis, in 
eundem locum yenissemus, coepissent illuc ad presbyteros et ad 
diaconos litterae dirigi"). Comelius sah also in Cyprian den 
inteUectueUen Urheber des Verdachts, in den er bei Polykarp 
gekonunen war (als sei seine Wahl nicht rechtmässig und viel- 
mehr Novatian der legitime Bischof). 9) Ep. 50 (Com. ad Cypr.) 
liest man: „Ne quid minus ad poenam futuram huius scelerati 
hominis [seil, des Novatian] deesset, prostratus virtutibus dei . . . 
denuo resurrexit, et sicut prioribus litteris tibi quas per 
Augendum confessorem misi significavi, putem Nicostratum 
et Novatum et Euaristum et Primum et Dionysium illo [seil, nach 
Karthago] iam pervenisse". Der verlorene Brief kündigte mithin 
an, dass eine [zweite] novatianische Deputation nach Karthago 
kommen werde, nachdem die erste dort bereits abgewiesen worden 
war. 10) Cyprian schreibt (ep.59, 1) an Comelius: „Legi litteras 
tuas, quas per Saturum fratrem nostrum acoluthum misisti 
et dilectionis fraternae et ecclesiasticae disciplinae et sacerdotalis 
censurae satis plenas". In dem verlorenen Brief stand, dass 
Comelius den aus Karthago nach Rom gekommenen Felicissimus 
abgewiesen habe, „et cum venisset stipatus caterva et factione 
desperatorum, vigore pleno . . . pulsum de ecclesia esse"; aber 11) 



\Q Hamack. 

im folgenden Capitel ebendesselben Briefs beklagt sich Cyprian 
über ein gleich darauf eingetroffenes zweites (ebenfalls verlorenes) 
Schreiben des Cornelius — ,^ed lecta alia epistula, frater, 
quam primis litteris subiunxisti, satis miratus sum, cum animad- 
vertissem te minis ac terroribus eorum qui venerant aliquantum 
esse commotum, cum te secundum quod scripsisti adgressi 
essent, cum summa desperatione comminantes quod si litteras 
quas adtulerant non accepisses, publice eas recitarent et multa 
turpia ac probrosa et ore suo digna proferrent^. Cornelius hat 
sich also durch Felicissimus und Genossen so weit einschüchtern 
lassen, dass er, nachdem er sie bereits abgewiesen, doch ihre 
Cyprian feindlichen Briefe entgegengenommen hat, und er hat 
dies dem Cyprian angezeigt 

12. Ein von Cornelius an Cyprian gesandtes Protokoll 

einer endemischen romischen Synode (ann. 252), sowie das 

Protokoll der grossen römischen Synode vom J. 251. 

Cornelius schreibt an Cyprian in Bezug auf eine Synode, die 
in Rom gegen Novatian soeben gehalten worden war (ep. 49, 2): 
^Omni actu ad me perlato" [es handelte sich darum, dass ein 
Theil der bisher dem Novatian treuen Presbyter zu Cornelius 
übergehen wollte; sie behaupteten, von Novatian und seinem An- 
hang getäuscht worden zu sein] „placuit contrahi presbyterium. 
adfuerant etiam episcopi quinque, qui et eo die praesentes faerunt, 
ut firmato consilio quid circa personam eorum observari deberet 
consensu omnium statueretur. et ut motum omnium et con- 
silium singulorum dinosceres, etiam sententias nostras 
placuit in notitiam vestram perferri, quas et subiectas 
leges^'. Es ist sehr zu beklagen, dass dieses ausfuhrliche Synodal- 
protokoll, in welchem die Voten der Einzelnen verzeichnet waren, 
nicht mit dem 49. Brief zusammen abgeschrieben worden ist 
Die endemische Synode ist natürlich nicht identisch ndt der 
grossen römischen Synode, auf der Novatian und sein Anhang 
excommunicirt und die Frage der Behandlung der Gefallenen in 
Übereinstimmung mit der karthaginiensi sehen Synode (251) be- 
antwortet worden ist (Euseb., h. e. VI, 46, 1 £), sondern sie ist ein 
Jahr später gehalten worden. Jene grosse Synode des J. 251 
wird übrigens auch von Cyprian ep. 59, 6 erwähnt („Cornelius 



über verlorene Briefe und Actenstücke u. s. w. n 

coUega coster et ipse com plurimis coepiscopis habito concüio in 
eandem nobiscum sententiam pari gravitate et salubri moderatione 
consensit"), sowie ep. 67, 6, wo sich folgender Satz aus ihren Be- 
schlüssen findet: „Cornelius . . . decrevit, eiusmodi homines [Bischöfe, 
die gefallen -waren, bez. Geistliche überhaupt] ad paenitentiam 
quidem agendam posse admitti, ab ordinatione autem cleri atque 
sacerdotali honore prohiberi". Eine Abschrift des Protokolls 
auch dieser Synode muss also nach Karthago gekommen sein; es 
wird auf sie auch ep. 68, 5 angespielt (s. unten sub Nr. 16). 

13. Mehrere Briefe italienischer Bischöfe und eines 
römischen Presbyters nach Karthago (ann. 251). 

Es handelte sich um die bestrittene Wahl des Cornelius zum 
Bischof. Cyprian hat mit der Anerkennung gezögert, obgleich er 
bereits die Anzeige der Wahl durch Cornelius selbst erhalten hatte. 
Cornelius beschwerte sich darüber; Cyprian antwortete, er habe 
in diesem Falle (Novatian hatte in Afrika Bischöfe, die ihm zu- 
neigten, gefunden) Briefe von Bischöfen abwarten wollen, die bei 
der Wahl zugegen waren; diese seien nun eingetroffen (ep. 45, 1). 
Ihr Inhalt — sie sind verloren gegangen — war dem Cornelius 
sehr günstig und zerstreute die Bedenken, die die „Verleum- 
dungen" der Gegenpartei in Einigen erregt hatten; ep. 45, 3: 
„Quod autem scripta collegarum nostrorum qui illic ordi- 
nationi tuae adfuerant desideravimus, non veteres mores obliti 
novum aliquid quaerebamus; nam satis erat ut te episcopum 
factis litteris nuntiares, nisi esset ex diverso discrepans factio 
quae criminosis et caJumniosis commentis suis collegarum pariter 
ac fratrum plurimorum turbaret mentes et corda confanderet. 
cui rei sopiendae necessarium duximus ut scribentium nobis 
inde collegarum nostrorum firma et solida auctoritas 
pararetur. qui moribus ac ritu et disciplinae tuae condigna 
litterarum suarum testimonia praedicantes aemulis quoque et 
rerum vel novitate vel pravitate gaudentibus omnem ambigendi 
et discrepandi scrupulum sustulerunt". Eben diese Briefe ita- 
lienischer Bischöfe (zu Gunsten des Cornelius und gegen Nova- 
tian) an Cyprian werden auch in dem Briefe des Cornelius an 
Cyprian (ep. 49, 1) erwähnt: „Sed quoniam multa praecesserant 

ab eis disseminata, quae tu quoque a coepiscopis nostris 

cognovisti**. Endlich beruft sich Cyprian auch noch im Briefe 



12 Harnack. 

an Antonian (ep. 55, 8) auf diese Schreiben: „Cornelias factus est 
episcopus a plurimis collegis nostris qui tone in urbe Roma 
aderant, qui ad nos litteras honorificas et laudabiles et 
testimonio suae praedicationis illustres de eins ordi- 
natione miserunt^ — Aus ep. 45, 2 (der Text ist nicht ganz 
sicher verständlich) scheint hervorzugehen, dass ein Presbyter des 
Cornelius ein besonderes rühmliches Zeugniss für ihn nach Kar- 
thago geschickt hat Cyprian schreibt an Cornelius: „Cum ad me 
talia [novatianische Anklagen] adversum te et conpresbyteri 
[Andere verstehen unter diesem den Novatian] tecum con- 
sidentis scripta venissent, clero et plebi legi praecepi, quae 
religiosam simplicitatem sonabant". 

14. Ein oder mehrere Schreiben Novatians nach Kar- 
thago und Afrika (ann. 251). 

Ep. 44, 1 (Cypr. ad Com.): „Venerunt ad nos missi a Nova- 
tiano Mazimus presbyter et Augendus diaconus et Machaeus 
quidam et Longinus. sed enim cum ex litteris quas secum 
ferebant et ex eorum sermone atque adseveratione Novatianum 
episcopum factum comperissemus . . . ., a communicatione eos 
nostra statim cohibendos esse censuimus^^ Das Schreiben (vgl 
auch ep. 68, 2) enthielt die Anzeige der Wahl des Novatian von 
diesem selbst, dazu Angriffe auf Cornelius (ep. 44, 2). Es ist 
auch ep. 45, 2 genannt („litteris nuper ab utraque parte sus- 
ceptis"). In Bezug auf die Angriffe gegen Cornelius in demselben 
heisst es hier: „ea quae ex diverso in librum missum congesta 
fiierant acerbationibus criminosis respuimus". Damach scheint 
Novatian's Brief von einem Libell begleitet gewesen zu sein, 
welches die Angriffe auf Comelius enthielt (c£ 1. c: „talia adversum 
te . . . . scripta", und c 3 : „nisi esset ex diverso discrepans factio, 
quae criminosis et calumniosis conmentis suis coUegarum pariter 
ac fratram plurimoram turbaret mentes". Dieses Schreiben Nova- 
tian's ist vielleicht identisch mit demjenigen, welches in dem Briefe 
Cyprian's an Antonian (ep. 55, 2) erwähnt ist : „Sed enim super- 
venerunt postmodum aliae litterae tuae . . ., in quibus animadverti 
animum tuum Novatiani litteris motum nutare coepisse [seil, 
in der Anerkennung des CoraeliuSj; cf. c. 3: „Quoniam video post 
primam sententiam epistulae tuae Novatiani litteris te esse 
COD motum .... quod ne apud te vel apud quenquam Novatiani 



Ober verlorene Briefe und Actenstücke u. s. w. 13 

litterae faciant, ut desiderasti, frater, rationem rei tibi breviter 
exponam". 

15. Mehrere Briefe römischer novatianisch gesinnter 
Confessoren nach Karthago und an andere Gemeinden 

(ann. 251). 
Solche Briefe gehen aus dem Schreiben des Cornelius an 
Cyprian (ep. 49, 1) hervor; Confessoren, die Anfangs zu Novatian 
hielten, dann aber zu Cornelius übergehen v^ollten, gestanden ein, 
„quod per omnes ecclesias litterae calumnüs et maledictis plenae 
eorum nomine frequenter missae fiiissent et paene omnes 
ecclesias perturbassent". Auch der sub Nr. 14 genannte „Über" 
braucht nicht von Novatian selbst herzurühren, sondern kann im 
Namen der Confessoren ergangen sein. Nachträglich behaupteten 
nun diese Confessoren (1. c): „circumventos se esse neque quae 
in istis litteris inessent scisse, tantummodo subscripsisse calli- 
ditate eins [Novatiani] circumductos*'. 

16. Ein oder mehrere Schreiben des römischen Bischofs 
Lucius in Bezug auf die Behandlung der Gefallenen 

(ann. 253). 
Ep. 68, 5 (Cypr. ad Stephanum, episc. Rom.) : „Servandus est 
antecessorum nostrorum beatorum martyrum Comelii et Lucii 
honor gloriosus . . .; illi . . . dandam esse lapsis pacem censuerunt 
et paenitentia acta fructum communicationis et pacis negandum 
non esse litteris suis signavenint^ 

17 u. 18. Zwei Briefe des römischen Bischofs Stephanus 
an Cyprian (ann. 254—257). 
Stephanus hat den Brief, welchen ihm Cyprian in der Frage 
der Ketzertaufe gesandt hatte (ep. 72), beantwortet; aber die Ant- 
wort ist verloren; jedoch kennen wir einen Satz aus ihr, den 
Cyprian in ep. 74, 1 (ad Pompeium) citirt hat (auch vermögen 
wir uns ein ungefähres Bild von dem Brief zu machen): „Quia 
desiderasti in notitiam tuam perferri quid mihi ad litteras nostras 
Stephanus frater noster rescripserit, misi tibi rescripti 
eins exemplum, quo lecto magis ac magis eins errorem denotabis, 
qui haereticorum causam contra christianos et contra ecclesiam 
dei adserere conatur. nam inter cetera vel superba vel ad 



14 Harnack. 

rem non pertinentia vel sibi ipsi contraria quae imperite 
atque inprovide scripsit, illud adiunxit, ut diceret: ,Si qui 
ergo a quacumque haeresi venient ad vos, nihil inno- 
vetur nisi quod traditum est, ut manus illi inponatar 
in paenitentiam, cum ipsi haeretici proprio alterutrum 
ad se venientes non baptizent, sed communicent tan- 
tum*". Dass auch die Taufe der Marcioniten und anderer Häre- 
tiker gültig sei, scheint Stephanus ausdrücklich gesagt zu haben; 
denn Cyprian bemerkt c. 7: „in tantum Stephani fratris nostri 
obstinatio dura prorupit, ut etiam de Marcionis baptismo, item 
Valentini et Appelletis et ceterorum blasphemantium in deum 
patrem contendat filios deo nasci"; femer c. 5: „Effectum baptismi 
maiestati nominis tribuunt, ut qui in nomine lesu Christi ubi- 
cumque et quomodocumque baptizantur innovati et sanctificati 
iudicentur". In dem Briefe muss ferner Stephanus mindestens 
schon angekündigt haben, dass er die Wiedertäufer aus der 
Kirche ausschliessen werde; denn Cyprian schreibt c. 8: „Dat 
honorem deo qui haereticorum amicus et inimicus christianorum 
sacerdotes dei veritatem Christi et ecclesiae unitatem tuentes 
abstinendos putat?" Endlich bezieht sich die Verwahrupg 
Cyprian s (ep. 71, 3) auf diesen Brief: „Nam nee Petrus . . . vindi- 
cavit sibi aliquid insolenter aut adroganter adsumpsit, ut diceret, 
se primatum teuere et obtemperari a novellis et posteris 
sibi potius oportere, nee despexit Paulum etc." Dennoch ist 
nicht anzunehmen, dass alles das, was wir über das Gebahren 
des Stephanus ep. 75 (Firmilianus ad Cypr.), c. 17 u. 25, sowie 
Sentent. LXXXVII episc, praef. lesen, in diesem Briefe gestanden 
hat; vielmehr ist ein letzter Brief des Stephanus an Cyprian an- 
zunehmen, der die „superba" des vorangehenden noch übertroflFen 
hat. Ep. 75, 17 heisst es: ... „aperta et manifesta Stephani stul- 
titia, quod qui sie de episcopatus sui loco gloriatur et se successi- 
onem Petri teuere contendit, super quem fundamenta ecclesiae 

coUocata sunt, multas alias petras inducat etc Stephanus 

qui per successionem cathedram Petri habere se praedicat" c. 25: 
„et tamen non pudet Stephanum talibus adversus ecclesiam patro- 
cinium praestare [seil, den Häretikern] et propter haereticos 
adserendos fratemitatem scindere, insuper et Cyprianum pseudo- 
christum et pseudoapostolum et dolosum operarium dicere"; 
cf. Sentent LXXXVII episc, praef. (Cyprianus dixit): „neque 



über verlorene Briefe und Actenstücke u. s. w. 15 

quisquam nostrum episcopum se episcoporum constituit [cf. ep. 69, 8 : 
„primatum adsumere"] aut tyrannico terrore ad obsequendi neces- 
sitatem collegas suos adigit". [Ein sehr schroffes Schreiben des 
Stephanus nach Eappadocien, Oalatien und Asien folgt aus dem 
75. Brief (FirmiL ad Cypr.); ich gehe aber nicht näher auf dasselbe 
ein , weil es durch Euseb. VII, 5 bekannt ist und wir Genaueres 
über dasselbe aus unserer Sammlung nicht erfahren.] Worte des 
Stephanus aus seinen Briefen fuhrt Firmilian (nach einem Schreiben 
Cyprian's) ep. 75, 5. 6 etc. an, cf. imten sub Nr. 35. Auch das, 
was Cyprian ep. 69, 7 anführt zu Gunsten Novatian's, scheint auf 
Stephanus zurückzugehen. 

19. Ein Brief des römischen Bischofs Stephanus nach 
Spanien (ann. 254/5). 

Ep. 67, 5 (Cypr. und eine afrik. Synode an die Kirchen in 
Legio, AsturicaundEmerita): „Bs'Silides post crimina sua detecta 
et conscientiae etiam propriae confessione nudata Romam pergens 
Stephanum collegam nostrum longe positum et gestae rei ac 
veritatis ignarum fefellit, ut exambiret reponi se iniuste in epi- 
scopatum de quo fuerat iure depositus. hoc eo pertinet ut Basi- 
lidis non tam abolita sint quam cumulata delicta, ut ad superiora 
peccata eins etiam faUaciae et circumventionis crimen accesserit. 
neque enim tam culpandus est ille cui neglegenter obreptum est 
quam hie exsecrandus qui fraudulenter obrepsit^'. Basilides war 
von seiner Gemeinde grober Vergehungen wegen rechtmässig 
abgesetzt worden. Er hatte sich daim nach Rom begeben, um 
durch Stephanus seine Wiedereinsetzung zu erlangen, und hatte sie 
durchgesetzt. Stephanus hatte sich aller Wahrscheinlichkeit nach 
durch ein Doppeltes bestimmen lassen: (1) durch die seit Eallist 
in Rom geltende Praxis, die Absetzung eines Bischofs durch die 
Gemeinde für ungültig zu erklären, (2) durch den Umstand, dass 
Basilides den römischen Bischof als Richter in dieser Sache aner- 
kannt und ihm damit eine oberbischöfliche Gewalt zugesprochen 
hatte. Dies Urtheil, dass Basilides rechtmässiger Bischof sei und 
bleibe, muss Stephanus den Spaniern durch ein Schreiben mit- 
getheilt haben, welches zur Kenntniss Cyprian s gebracht worden 
ist. — Ob Stephanus die Schreiben nach Gallien und Afrika ge- 
richtet hat, welche Faustinus von Lyon und Cyprian wünschten 
(ep. 68), wissen wir nicht. 



IQ Uamack. 

20. Ein anonymes Schreibenim Ketzertauf streit (ann. 255/6). 

Ich stelle dieses Schreiben hierher, obgleich es nicht ganz 
sicher ist, dass es aus Rom stammt Für Rom, bez. far Stephanos 
als Verfasser spricht der Inhalt und die Erwähnung des Marcion, 
der in Afrika kaum eine Rolle spielte. Das Schreiben bekämpfte 
die Wiedertaufe. Der Brief war vom Bischof Jubajan an Cyprian 
eingesandt worden [dies spricht gegen Rom; denn ein römisches 
Schreiben brauchte Cyprian doch nicht erst durch einen Provincial- 
bischof kennen zu lernen]; auch der ursprüngliche Adressat ist 
unbekannt Ep. 73 (Cypr. ad Jubaian.) c.4: „Plane quoniam inyeni 
in epistula cuius exemplum ad me transmisisti scriptum esse 
quod quaerendum non sit quis baptizayerit, quando is 
qui baptizatus sit accipere remissam peccatorum potu- 
erit secundum quod credidit [eine wichtige Formu- 
lirun g!], praetereundum hunc locum non putayi, maxime cum 
in eadem epistula animadverterim etiam Marcionis fieri 
mentionem, ut nee ab ipso yenientes dicat baptizari 
oportere, quod iam in nomine lesu Christi [Taufe auf den 
Namen Christi allein!] baptizati esse yideantur, cf. c 5: „de 
Marcione solo, cuius mentio in epistula a te ad nos trans- 
missa facta est, examinemus an possit baptismatis eins ratio 
constare". Ob die Behauptungen der „quidam", über die in dem 
Briefe an Jubajan referirt wird, dem anonymen Schreiben ent-' 
stammen (s. c. 9. 13. 14. 16. 22. 23. 24. 25), steht dahin, ist aber 
wahrscheinlich. „Quod autem quidam dicunt eis qui in Samaria 
baptizati fuerant adyenientibus apostolis Petro et Johanne tantum 
super eos manum impositam esse . . ., rebaptizatos tamen eos non 
esse" und „Proinde frustra quidam qui ratione yincuntur consuetu- 
dinem nobis opponunt"; femer: „Quod quidam dicunt, quasi ad 
haereticorum suflfragium pertineat quod dixerit apostolus Paulus: 
,yemm tamen omni modo, siye per occasionem siye per yeritatem 
Christus adnuntietur'^'; weiter „Non est autem quod aliquis ad 
circumyeniendam christianam yeritatem Christi nomen opponat, 
ut dicat: ,In nomine lesu Christi ubicumque et quomodocumque 
baptizati gratiam baptismi sunt consecuti'"; femer „Quidam cate- 
cuminos nobis opponunt, si quis ex his antequam in ecclesia 
baptizetur in confessione nominis adprehensus fuerit et occisus, 
an spem salutis et praemium confessionis amittat, eo quod ex 



über verlorene Briefe und Actenstücke u. s. w. 17 

aqua prius non sit renatus"; femer: „Secl dicit aliquis: ,quid ergo 
fiet de his qui in praeteritum de haeresi ad ecclesiam venientes 
sine baptismo admissi sunt?*"; weiter: „Nee quisquam existimet 
haereticos, eo quod Ulis baptisma opponitur, quasi secundi bap- 
tismi vocabulo scandalizatos ut ad ecclesiam -veniant retardari"; 
endlich „Et nunc apud quosdam de nostris haereticorum baptisma 
occupatum adseritur et invidia quadam quasi rebaptizandi bapti- 
zare post hostes dei nefas dicitur". Über das Verhältniss des 
anonymen Schreibens zur pseudocyprianischen Schrift de rebap- 
tismate will ich mich hier nicht aussprechen. 



2t. Ein Bescript des Kaisers Valerian nebst einem 
Schreiben an die Praesides (ann. 258). 

Ep, 80, 1 (Cypr. ad Successum): „Sciatis eos venisse quos 

ad urbem propter hoc miseram, ut quomodocumque de nobis 

rescriptum fuisset, exploratam veritatem ad nos perferrent; 

multa enim varia et incerta opinionibus ventilantur. quae aujtem 

sunt in vero ita se habent, rescripsisse Yalerianum ad senatum, 

„ut episcopi et presbyteri et diacones in continenti animad- 

„vertantur, senatores Tero et egregii viri et equites Romani 

„dignitate amissa etiam bonis spolientur et si ademptis 

„facultatibus christiani perseveraverint, capite quoque multen- 

„tur, matronae ademptis bonis in exilitmi relegentur, Caesa- 

„riani autem quicumque vel prius confessi fuerant vel nunc 

„confessi fuerint confiscentur et vincti in Caesarianas posses- 

„siones descripti mittantur". 

Subiecit etiam Valerianus imperator orationi suae exem- 
plum litterarum quas ad praesides provinciarum de nobis 
fecit, quas litteras cotidie speramus venire. 

Ich habe das Bescript hierher gestellt, obgleich es nicht zu 
den „verlorenen" Briefen und Actefistücken gehört; aber da es 
sonst nicht bekannt und nicht vollständig ist und da die litterae 
ad praesides fehlen, so muss es hier eine Stelle finden. Formell — 
und nur auf die Form will ich eingehen — ist Mehreres hier 
interessant: (1) das Bescript ist ergangen, aber Cyprian ver- 
mochte den Wortlaut noch nicht festzustellen; ohne Weiteres 
schickte er daher Männer nach Bom, um den authentischen Wort- 
Texte u. Untersuchungen, N. F. VlII, 2. 2 



}g Hamack. 

laut zu erfahren ^); (2) das Bescript ad senatum wird auch „oratio'^ 
genannt; es vertritt also eine kaiserliche Bede in senatu, was für 
die Natur der Rescripte lehrreich ist; (3) die Boten haben in 
Erfahrung gebracht, dass das Bescript in Abschrift den Statt- 
haltern zugesandt worden ist nebst einem angehängten kaiserlichen 
Schreiben, welches wohl die Ausfohrungsbestinmiungen enthalten 
hat (speciell in Bezug auf Cyprian?). Dass die Kleriker am 
strengsten behandelt werden, da bei ihnen die Bedingung fort- 
fallt: „si christiani perseveraverint", ist lehrreich. Maximinus 
und Decius schon hatten sich am strengsten gegen die Kleriker, 
namentlich gegen die Bischöfe, gewendet Cyprian hat uns 
(ep. 55, 9) ein hier einschlagendes Wort des Decius (oder Gallus?) 
aufbewahrt: „Cornelius sedit intrepidus Bomae in sacerdotali 
cathedra eo tempore cum tjrannus infestus sacerdotibus dei fanda 
atque infanda comminaretur, cum multo patientius et tolerabilius 
audiret levari adversus se aemulum principem quam constitui 
Bomae dei sacerdotem". — Das Edict des Decius gegen die 
Christen kann aus den Briefen Cyprian's allein nicht reconstruirt 
werden, wohl aber zum Theil aus ihnen und seiner Schrift de lapsis. 



n. Vorcyprianische afrikanische Actenstttcke. 

22. Das Decret der unter Agrippinus gehaltenen kar- 

thaginiensischen Synode über die Ketzertaufe (nicht 

später als c. 225). 

Ep. 71, 4 (Cypr. ad Quintum): „Quod quidem [die Ungültig- 
keit der von Ketzern gespendeten Taufe] et Agrippinus bonae 
memoriae vir cum ceteris coepiscopis suis qui illo tempore 
in provincia Africa et Numidia [Mauretania fehlt] ecclesiam 
domini gubernabant statuit et librata consilii communis exami- 
natione firmavit. quorum sententiam religiosam et legitimam, 
salutarem fidei et ecclesiae catholicae congruentem, nos etiam 
secuti sumus". Cf. ep. 73, 3 (Cypr. ad Jubaian.): „Apud nos non 



1) Ich glaube nicht, dass „orbs'^ Karthago bedeutet; 8. das „praefecti 
in urbe" c 1 fin. 



über verlorene Briefe und Actenstücke u. 8. w. ^g 

nova aut repentma res est ut baptizandos censeamus eos qui ab 
haereticis ad ecclesiam veniunty quando anni sint iam multi 
et longa aetas, ex quo sub Agrippino bonae memoriae 
viro convenientes in unum episcopi plurimi hoc statu- 
erint atque exinde in hodiernum tot milia haereticomm in provin- 

cüs nostris ad ecclesiam conversi rationabiliter et libenter 

amplexi sint, nt . . . baptismi gratiam consequerentar". Nach 
Augustin (de unico bapt. c. Petil, 13 [22]) waren es 70 Bischöfe. 
Sicher lässt sich die Zeit der Synode nicht bestimmen; Gjprians 
„multi anni et longa aetas^' räth, nicht über c. 225 herunter- 
zugehen. 

23. Das Decret einer karthaginiensischen Synode be- 
treffend das Verbot, dass Kleriker testamentarisch zu" 
Curatoren eingesetzt werden (ann. + 247). 

Ep. 1, 1 (Cypr. ad eccl. Fumis consist): „Iam pridem in 
concilio episcoporum statutum est, ne quis de clericis et 
dei ministris tutorem vel curatorem testamento suo constituat, 
quando singuli divino sacerdotio honorati et in clerico ministerio 
constituti non nisi altari et sacrificiis desenrire et precibus atque 
orationibus vacare debeant, cf. c. 2: „Quod episcopi antecessores 
nostri religiöse considerantes et salubriter providentes censuerunt 
ne quis frater excedens ad tutelam vel curam clericum nominaret, 
ac si quis hoc fecisset, non ofiferretur pro eo nee sacrificium pro 

dormifcione eins celebraretur et ideo Victor, cum contra 

formam nuper in concilio a sacerdotibus datam Gemi- 
nium Faustinum presbyterum ausus sit tutorem constituere, non 
est quod pro dormitione eins apud vos fiat oblatio aut deprecatio 
aliqua nomine eins in ecclesia frequentetur, ut sacerdotum 
decretum religiöse et necessarie factum servetur a nobis". Die 
Bestimmung dieses vorcyprianischen afrikanischen Concils (man 
beachte auch die Terminologie „statutum est", „censuerunt", 
„forma", „decretum") ist von hoher Bedeutung, da es eine wichtige 
Stufe innerhalb der Geschichte der Loslösung des Klerus vom 
bürgerlichen Leben bedeutet. Merkwürdig ist, dass erst gesagt 
ist, das Concil sei „iam pridem*' gehalten, dann „nuper". 
Dasselbe Concil muss gemeint sein. Im Muratorischen Fragment 
(c. ann. 200) wird vom Hirten des Hermas gesagt, er sei „nuperrime 

2* 



20 Hamack. 

temporibus nostris" geschrieben. Kann „nuperrime" durch „tem- 
poribus nostris** determinirt werden, so wird „nuper" noch weniger 
streng zu nehmen sein; „iam pridem" aber hat Cyprian ep. 67, 6 
für ein Ereigniss gebraucht, das nur 3 oder 4 Jahre zurücklag. 

24. Ein Brief des karthaginiensischen Bischofs Dona- 

tus, den Häretiker Privatus von Lambese betreffend 

(ann. 240—248). 

Ep. 59, 10 (Cypr. ad Comel.): „Privatus vetus haereticus in 
Lambesitana colonia ante multos fere annos ob multa et gravia 
delicta XG episcoporum sententia condemnatus, antecessorum 
etiam nostrorum .... Fabiani et Donati litteris severissime 
notatus'*. Vgl. das zu Nr. l Bemerkte. 



in. Cyprianische Briefe und Actenstttcke. 

25. Ein Brief Cyprian's nach Rom über den Häretiker 

Privatus (ann. 250). 

In dem Brief des romischen Klerus (des Novatian an Cyprian, 
ep. 36) heisst es c. 4: „Quod pertinet ad Privatum Lambesitanum, 
pro tuo more fecisti, qui rem nobis tamquam sollicitam nuntiare 
voluisti . • .; sed nos etiam ante litteras tuas Araus callidi 
hominis latere non potuit'*. Privatus hatte schon früher die 
afrikanische und römische Kirche beschäftigt und sollte sie später 
noch einmal beschäftigen (s. ep. 59, 10). Der hier signalisirte 
Zwischenbrief Cyprian's ist verloren; er hatte wohl für die spätere 
Zeit kein Interesse mehr. 

26. Eine Liste der orthodoxen Bischöfe der drei afri- 
kanischen Provinzen, die Cyprian nach Rom gesandt 

hat (ann. 252 3). 

In ep. 59, 9 (ad Comel.) schreibt Cyprian in Anlass der 
novatianischen Wirren: „Miserim tibi proxime nomina epi- 
scoporum istic [=hic, wie immer bei Cyprian] constitutorum 



über verlorene Briefe und Actenstücke u. s. w. 21 

qui integri et sani in ecclesia catholica fratribus praesuni quod 
uidque ideo de omniuin nostrorum [wer diese sind, ist nicht klar; 
wohl ein Synodalbeschluss ist gemeint] consilio placuit scribere 
ut erroris dilaendi ac perspiciendae veptatis conpendium fieret 
et scires tu et coUegae nostri quibus scribere et litteras mutuo 
a quibus tos accipere oporteret: si quis autem praeter hos quos 
epistula nostra conplexi summus scribere vobis änderet, sciretis 
eum Tel sacrificio yel libello esse maculatum vel unum de haere- 
ticis." Diese unschätzbare Liste — die Sententiae LXXXVU epp. 
ersetzen sie nicht — ist verloren gegangen, weil man später auf 
sie in Afrika kein Gewicht mehr legte. Lehrreich ist es zu er- 
fahren, dass die afrikanischen Bischöfe auch ohne die V ermittelung 
Karthago's in brieflichem Verkehr mit Rom standen. 

27 — 30. Drei Briefe Cyprian's an Cornelius und ein Cir- 

cularschreiben desselben an die afrikanischen Bischöfe 

in Sachen des Cornelius (ann. 251/2) 

Eine ganze Reihe von Briefen Cyprian's an Cornelius sind 
uns erhalten, aber drei fehlen uns, nämlich (1) der erste Brief, 
den Cyprian gleich nach der Wahl des Cornelius an denselben 
geschrieben und durch Caldonius und Fortunatus übersandt hatte 
(ep. 45, 1: ,piiiseramus nuper collegas nostros Caldonium et Fortu- 
natum, ut non tantum persuasione litterarum nostrarum sed 
praesentia sua et consilio omnium vestrum eniterentur quantum 
possent et elaborarent, ut ad catholicae ecclesiae unitatem scissi 
corporis membra conponerent*'. Der Brief trat also noch nicht 
imbedingt fnr Cornelius gegen Novatian ein; deshalb ist er 
wohl sehr bald unterdrückt worden. (2) unmittelbar nach dem 
karthaginiensischen Concil von 251 „etiam Romam super hac re 
[Behandlung der Gefallenen] scripsimus ad Cornelium colle- 
gam nostrum, qui et ipse cum plurimis coepiscopis habito 
concilio in eandem nobiscum sententiam pari gravitate et salubri 
moderatione consensit" (ep. 55, 6). Dieses Schreiben fehlt, ebenso 
wie derBeschluss desConcils v.J. 251 (s. subNr.31); beide Acten- 
stücke wurden durch den Beschluss d. J. 252, der noch milder 
war, antiquirt und sind daher nicht erhalten. (3) Im 59. Brief (ad 
Com.) schreibt Cyprian c. 9: „nanctus occasionem familiarissimi 
hominis et clerici per Felicianum acoluthum, quem cum Perseo 



22 Hamack. 

collega nostro miseras, inter cetera quae in notitiam tuam per- 
ferenda binc fuerant etiam de Fortunato isto.tibi scripsL sed 
dnm istic Felicianus frater noster vel vento retardatar vel acci- 
piendis aliis epistolis a nobis detinetur, a Felicissimo ad tos 
properante praeventus est^. Cornelius war empfindlich, dass 
ihm Cyprian nicht genügend über das Schisma des Felicissimus 
(und Fortunatus) berichtet hatte. Cyprian entschuldigt sich in 
ep. 59 und verweist auf das (jetzt verlorene), kurz vorher von ihm 
erlassene Schreiben, welches die nothigen Mittheilungen enthalten, 
dessen Absendung sich aber verzögert habe. Dieses Schreiben 
ist eben durch den 59. Brief, der sehr ausfährlich ist, schnell 
antiquirt worden und daher nicht in die Briefsammlung gekonunen. 
(4) Endlich lesen wir ep. 45, 1 (ad ComeL), dass bald nach der 
Wahl des Cornelius Cyprian alle afrikanischen Bischöfe aufge- 
fordert habe, jenen anzuerkennen nnd Briefe und Gesandte an 
ihn zu schicken: „per provinciam nostram haec eadem coUegis 
singulis in notitiam perferentes ab bis quoque fratres cum litteris 
redigendos esse mandavimus^'. (Dieser Aufforderung sind z. B. 
der Bischof Antonian [cf. ep. 55, 1, s. sub Nr. 51] und der Bischof 
Polykarp [cf. ep. 48, 1, s. sub Nr. 49] zunächst nachgekommen. Das 
Circularschreiben fehlt; es ist entweder nur formeller Natur ge- 
wesen oder enthielt Bemerkungen über Cornelius, die Cyprian 
später berichtigt hat). 

31. Der Beschluss der karthaginiensischen Synode v. 

J. 251. 

Während uns der Beschluss der karthaginiensischen Synode 
von 252 erhalten ist (ep. 57), fehlt der der vorhergehenden Synode 
in der Briefsammlung — der Gnmd ist klar: jener Beschluss in 
der Frage der Gefallenen antiquirte diesen vollständig (s. o. sub 
Nr. 28); doch können wir ihn noch aus ep. 55 (ad Antonian.) 
c. 6. 17 reconstruiren: „Persecutione sopita . . . copiosus episcopo- 
rum numerus, quos integros et incolumes fides sua et domini 
tutela protexit, in unum convenimus et scripturis [diu] ex utraque 
parte prolatis temperamentum salubri moderatione libravimus, 
ut nee in totum spes communicationis et pacis lapsis denega- 
retur, ne plus desperatione deficerent et eo quod sibi ecclesia 
cluderetur secuti saeculum gentilitcr viverent, nee tarnen rursus 



über verlorene Briefe und Acienstücke u. s. w. 23 

censura evangelica solveretur, ut ad communicationem temere 
prosilirent, sed traheretur diu paenitentia et rogaretur dolenter 
patema dementia et examinarentur causae et voluntates etnecessi- 
tates singulorum, secundum quod libello continetur, quem ad te 
pervenisse confido, ubi singula placitorum capita [also war 
der Beschluss ein detaillirter] conscripta sunt, ac si minus suffi- 
ciens episcoporum in Ä&ica numerus videbatur, etiamRomam 
super hac re scripsimus ad Comelium collegam nostrum". 
c. 17: ,^lacuit examinatis causis singulorum libellaticos interim 
admitti, sacrificatis in exitu subveniri, quia exomologesis apud 
inferos non est nee ad paenitentiam quis a nobis conpelli potest, 
si fructus paenitentiae subtrahatur. si proelium prius venerit, 
corroboratus a nobis invenietur [armatus] ad proelium; si vero 
ante proelium infirmitas urserit, cum solacio pacis ei communi- 
cationis abscedit^'. 



32. Ein Brief Cyprian's an den römischen Bischof Lucius 

(ann. 253). 

Das Qratulationsschreiben Cyprian's zur Bückkehr des Lucius 
aus der Verbannung ist uns erhalten (ep. 61); das vorangehende 
Schreiben (Gratulation zu seiner Wahl) ist verloren (vermuthlich 
hatte es nur einen formellen Inhalt). Die Existenz ist uns durch 
ep. 61, 1 bezeugt: „Et nuper quidem, frater carissime, gratulati 
sumus, cum te honore geminato in ecclesiae suae administratione 
confessorem pariter et sacerdotem constituit divina dignatio." 

33. Eine Collectenliste aus Karthago (c ann. 253). 

Eine numidische Gemeinde, die von den Barbaren geplündert 
worden war, hatte nach Karthago geschrieben (s. Nr. 56). Die 
dortige Gemeinde hatte eine bedeutende Geldsumme zum Los- 
kaufen der gefangen fortgeschleppten Christen gesammelt. Indem 
Cyprian (ep. 62) diese Summe übersendet, bemerkt er (c. 5): „ut 
autem fratres nostros et sorores, qui ad hoc opus tam 
necessarium prompte ac libenter operati sunt, ut semper operentur, 
in mente habeatis orationibus vestris et eis vicem boni operis in 
sacrificiis et precibus repraesentetis , subdidi nomina singu- 
lorum, sed et collegarum quoqueet sacetdotum nostrorum, 



24 Harnack. 

qui et ipsi cum praesentes essent^ et suo et plebis suae nomine 
quaedam pro viribus contulerunt» nomina addidi et praeter 
quantitatem propriam nostram eorum quoque summulas signi- 
ficavi et misi". Diese Liste würde für die Statistik von noch 
höherem Werthe sein als die Liste Nr. 26, wenn wir sie noch 
besassen; sie gäbe uns einen Einblick in den üm£äng und die 
Zusammensetzung der Gemeinde von Karthago. Es ist aber nicht 
verwunderlich^ dass sie nicht mit dem Briefe zusammen abge- 
schrieben worden ist, 

34. Der Beschluss einer afrikanischen Synode unter 

Cyprian in Sachen der Ketzertaufe (ann. 256). 

Der Beschluss der 1. und 3. afrikanischen Synode im Ketzer- 
taufstreit ist uns erhalten (ep. 70; Senteni LXXXVII episc), nicht 
aber der der 2. Synode; doch erfahren wir die wichtigste Fest- 
setzung durch Cypr. 73, 1 (Cypr. ad Jubaian.): „Et nunc quoque 
cum in unum convenissemus tam provinciae Afiricae quam Numi- 
diae episcopi nr. LXXI, hoc idem denuo sententia nostra fir- 
mavimus, statuentes unum baptisma esse quod sit in ecclesia 
catholica constitutum ac per hoc non rebaptizari sed baptizari 
a nobis quicumque ab adultera et profana aqua venientes abluendi 
sint et sanctificandi salutaris aquae veritate^^ Dieser Synodal- 
beschluss ist wohl deshalb im Originale bez. in extenso nicht 
mehr erhalten, weil er den Beschluss vom J. 255 lediglich 
>viederholte. 

35. Ein Brief Cyprian's an Firmilian in Kappadocien 

(ann. 256). 

Das umfangreiche Schreiben Firmilian's an Cyprian (ep. 75), 
welches uns in Übersetzung erhalten ist, ist eine Antwort auf 
einen Brief Cyprian's in der Frage der Ketzertaufe (cf. c. 1: 
„Accepimus per Bogatianum carissimum nostrum diaconum a 
vobis missum litteras quas ad nos fecisti et gratias propter 
haec deo maximas egimus"^). Firmilian, der bereits dieselbe An- 
sicht über den ünwerth der Ketzertaufe hatte, wie Cyprian, ist 
in seinem Schreiben ganz auf Cyprian's Ideen eingegangen, und 
man sieht deutlich, dass er dem Briefe desselben Vieles verdankt; 
aber im Einzelnen ist es nicht überall möglich, dies reinlich 



über verlorene Briefe und Actenatücke u. s. w. 25 

auszuscheiden. Cyprian hat ihn über das Verhalten des Stephanus 
noch mehr aufgeklärt (es ist anzunehmen, dass Alles in Firmi- 
lian s Brief, was Yon Stephanus berichtet ist, aus dem Terlorenen 
Brief Cjprian's stammt) und ihn mit Zorn gegen den herrsch- 
süchtigen Bischof Roms erfüllt (cf. c. 2, 3). Über Cyprian's 
Schreiben bemerkt Firmilian (c. 3): „de vobis cognoscentes quod 
secundum regulam veritatis et sapientiam Christi hoc de quo nunc 
quaeritur disposueritis, cum magna laetitia ezultavimus et deo 
gratias egimus, . qui invenimus in firatribus tam longe positis 
tantam nobiscum fidei et veritatis unanimitatem^ (cf. 1. c: „ut 
qui longissimis regionibus a nobis separati estis sensu tarnen et 
spiritu copulatos vos esse nobiscum probaretis"). C. 4: „Nos 
yero ea quae a vobis scripta sunt quasi nostra propria sus- 
cepimus nee in transcursu legimus, sed saepe repetita memoriae 
mandavimus; neque obest utilitati salutari aut eadem retezere ad 
confirmandam veritatem aut et quaedam addere ad cumulandam 
probationem. si quid autem a nobis additum fuerit, non sie 
additur quasi a vobis aliquid minus dictum sit, sed quo- 
niam sermo divinus humanam naturam supergreditur^\ C. 5: 
„Et quidem quantum ad id pertineat quod Stephanus dixit, quasi 
apostoli eos qui ab haeresi veniunt baptizari prohibuerint et hoc 
custodiendum posteris tradiderint, plenissime vos respondistis 
neminem tam stultum esse qui hoc credat apostolos tradidisse, 
quando etiam ipsas haereses constet ezecrabües ac detestandas 
postea extitis8e*^ C. 6: „Quod [sciL ab ecdesiae catholicae uni- 
täte disoedere] nunc Stephanus ausus est forcere rumpens adversus 
vos pacem, quam semper antecessores eins vobiscum amore et 
honore mutuo custodierunt, adhuc etiam infamans Petrum et 
Paulum beatos apostolos, quasi hoc ipsi tradiderint^'. C. 7: „Sed et 
ad illam partem bene a vobis responsum est, uti Stephanus 
in epistola sua dixit haereticos quoque ipsos in baptismo con- 
venire et quod alterutrum ad se venientes non baptizent, sed 
communicent tantum, quasi et nos hoc facere debeamus. quo in 
loco et si vos iam probastis satis ridiculum esse ut quis sequatur 
errantes etc." C. 8: „Et quoniam Stephanus et qui illi consen- 
tiunt contendunt dimissionem peccatorum et secundam nativi- 
tatem in haereticorum baptisma posse procedere, apud quos etiam 
ipsi confitentur spiritum sanctum non esse". C. 9: „Illud quoque 
absurdum quod non putant quaerendum esse quis sit ille qui 



26 Hamack. 

baptizaverit, eo qaod qui baptizatus sit gratiam consequi potaerit 
invocata trinitate nominum patris et filii et spiritus sancti; 
.... dicunt eum qui qnomodocumque foris baptizatur mente et 
fide sua baptismi gratiam coDsequi posse, qaod et ipsum sine 
dubio ridiculum est". C 12: „Illud etiam quäle est quod vult 
Stephanus, bis qui apud haereticos baptizantur adesse praesentiam 
et sanctimoniam Christi?'' C. 13: „Decurramus vero breviter 
et cetera quae a yobis copiose et plenissime [der Brief 
Cjprian's war demnach umfangreich] dicta sunt . • . sequitur enim 
illud quod interrogandi sunt a nobis qui haereticos defendunt 
utrum camale sit eorum baptisma an spiritale**. Das, was im 
Firmilian-Brief bis c. 22 folgt, ist fast Alles für das Cyprian- 
Schreiben in Anspruch zu nehmen; hin und her wird auch noch 
direct dies Schreiben genannt, wie c. 15: „sed nee illud praeter- 
eundum est a nobis quod a Tobis necessario dictum est, 
quod ecclesia secnndum canticum canticorum hortus sit conclusus", 
und c. 18: „sed in multum, inquit [Stephanus], proficit uomen 
Christi ad fidem et baptismi sanctificationem, ut quicumque et 
ubicumque in nomine Christi baptizatus faerit consequatur statim 
gratiam Christi. ... vos in epistola vestra exsecuti estis 
non nisi in ecclesia sola valere posse Christi nomen^^ Der Ab- 
schnitt c 19 zeigt, dass Cyprian in dem verlorenen Brief auf das 
Verhältniss von consuetudo und veritas eingegangen war, welches 
er ja auch in anderen Briefen berührt hat. Dass das Schreiben 
nicht IQ unsere Sammlung gekommen ist, mag daraus erklärt 
werden, dass es in der Antwort Firmilian's fast vollständig wieder- 
holt war. ^) 



IV. Briefe an Cyprian, vornehmlich afrikanische, nnd 

Vermischtes. 

36. Ein Brief des Bischofs Eucratius an Cyprian (ann. ?). 

Ep. 2, 1 (Cvpr. ad Eucratium): „Pro dilectione tua et vere- 
cimdia mutua consulendum me existimasti, frater carissime, 



1) Schon bei Lebzeiten wurde Cyprian von afrikaniBchen Bischöfen 
alfl Epistolograph gerühmt (die Briefe circulirten also schon); cf. ep. 77, 1 



über verlorene Briefe und Actenstücke u. s. w. 27 

quid mihi videatar de histrione qaodam, qui apud vos constitutus 
in einsdem adhuc artis suae dedecore perseyerat et magister et 
doctor non erudiendoram sed perdendorum puerorum id quod 
male didicit ceteris quoque insinnat, an talis debeat com- 
municare nobiscum". Eucratius ist vielleicht identisch mit 
Eucratius a Thenis (Senteni LXXXVII episc p. 447, 14); er muss 
ein junger Bischof gewesen sein; denn Cyprian nennt ihn am 
Schluss des Briefs „fili carissime". Die Zeit des Briefs ist nicht 
zu ermitteln; aber schwerlich gehört er in den Anfang des Epi- 
skopates Cyprian's. Übrigens scheint im Briefe darauf Gewicht 
gelegt worden zu sein, dass der Schauspieler seine Kunst nicht 
mehr ausübe, sondern nur lehre (c. 2: „nee excuset se quisquam 
si a theatro ipse cessaverit, cum tamen hoc ceteros doceat"); 
femer mag (1. c.) in dem Briefe gestanden haben, dass der Be- 
treffende sich sein Brod auf andere Weise nicht zu verdienen 
vermöge. 

37. Ein Brief des Bischofs ßogatianus an Cyprian (ann. ?). 

Ep. 3, 1 (Cypr. ad Rogatianum): „Graviter et dolenter con- 
moti sumus ego et coUegae qui praesentes aderant [endemische 
Synode], frater carissime, lectis litteris tuis, quibus de diacono 
tuo [er scheint nur einen gehabt zu haben] conquestus es quod 
iumemor sacerdotalis loci tui et ofGcii ac ministri sui oblitus 
contumeliis et iniuriis suis te exacerbaverit et tu quidem honori- 
fice circa nos et pro solita tua humilitate fecisti, ut malles de eo 
nobis conqueri, cum pro episcopatus vigore et cathedrae auctori- 
tate haberes potestatem qua posses de illo statim vindicari, certus 
quod coUegae tui omnes gratimi haberemus quodcumque circa 
diaconum tuum contumeliosum sacerdotali potestate fecisses*\ 
Es scheint hierin doch ein leiser Tadel zu liegen, dass Rogatian 
nicht kurzen Process mit dem Diakon gemacht hat, der übrigens 
noch einen Spiessgesellen hatte (cf. c. 3: „et quoniam scripsisti. 
quendam cum eodem diacono tuo se miscuisse et superbiae eins 
atque audaciae participem esse, hunc quoque et si qui alii tales 
extiterint et contra sacerdotem dei fecerint vel coercere poteris 

(Nemesianus et ceteri ad Cypr.): „Semper magnis senpibus pro temporis 
condicione litteris tuis locntos es, Gypriane dilectissime. quibus adsidue 
lectis et pravi corriguntur et bonae fidei homines corroborantur". 



28 Harnack. 

vel abstinere"). Rogatian war übrigens, wie aus c 1 a. 3 
hervorgeht, ein Greis. Aus dem Ton und Inhalt des Anwort- 
Schreibens ergiebt sich, dass der Brief frühestens in die mittlere 
Zeit des Episkopats Cjprian's gehört 

38. Ein Brief des Bischofs Pomponius an Cyprian (ann, ?). 

Ep. 4, 1 (Cypr. ad Pompon.): ,Jiegimus litteras tuas, frater 
carissime^ quas per Paconium fratrem nostrum misisti postulans 
et desiderans ut tibi rescriberemus [die Antwort stammt von der 
endemischen Synode] quid nobis de his virginibus videatur quae 
cum semel statum suum continenter et firmiter teuere decreverint, 
detectae sint postea in eodem lecto pariter mansisse cum mas- 
culis, ex quibus unum diaconum esse dicis: plane easdem quae 
se cum viris dormisse confessae sint adseverare integras esse, 
circa quam rem quoniam consilium nostrum desiderasti, 
scias etc^ In dem Schreiben stand, dass der Diakon und die 
anderen männlichen Personen bereits ausgeschlossen worden seien 
(c. 4: „et idcirco consulte et cum vigore fecisti, abstinendo dia- 
conum qui cum virgine saepe mansit, sed et ceteros qui cum 
virginibus dormire consueverant''). Pomponius hatte also die 
Männer härter behandelt als die Jungfrauen. — Dieser Brief ge- 
hört der mittleren oder der letzten Periode des Episkopats 
Cyprian's an. 

39. Eine Liste der im Kerker gestorbenen karthagini- 

ensischen Christen (ann. 250). 

Ep. 12, 2 (Cypr. ad clerum Carthag.): „Denique et dies eorum 
[der im Kerker gestorbenen Confessoren] quibus excedunt ad- 
notate, ut conmemorationes eorum inter memorias martyrum 
celebrare possimus: quamquam Tertullus fidelissimus ac devo- 
tissimus frater noster inter cetera soUicitudine et cura sua quam 
fratribus in omni obsequio operationis impertit, qui nee illic circa 
curam corporum deest, scripserit et scribat et significet 
mihi dies quibus in carcere beati frutres nostri ad inmortalitatem 
gloriosae mortis exitu transeunt, et celebrentur hie a nobis obla- 
tiones et sacrificia ob conmemorationes eorum, quae cito vobiscum 
domino protegente celebrabimus". Dass diese doppeltgefnhrte 
Liste leider nicht erhalten ist, ist sehr zu bedauern (cf. Nr. 26. 33). 



über verlorene Briefe und ActenstÜcke u. ß. w. 29 

40. Ein Brief karthaginiensischer Presbyter an Cyprian 

(ann. 250). 

Ep. 14, 4 (Cjpr. ad clerum Carthag.): „Ad id vero quod scrip- 
seront mihi conpresbjteri nostri Donatus et Fortunatus et Novatus 
et Gordius solus rescribere nihil potni, quando a primordio epi- 
scopatus mei statuerim nihil sine consilio vestro et sine consensu 
plebis mea privatim sententia gerere'^ In diesem Schreiben 
müssen die genannten Presbyter, wie aus den folgenden Briefen 
(cf ep. 17, 2 etc.) und aus ihrem späteren Verhalten hervorgeht, 
eine sehr milde Praxis gegenüber den Gefallenen vorgeschlagen 
und mit den leichtfertigen und herrschsüchtigen Confessoren ge- 
meinsame Sache gemacht haben. Diese Presbyter waren übrigens 
dem Cyprian von seiner Bischofswahl her verfeindet und sind später 
schismatisch geworden. Ihr Brief bezeichnet den Anfang der 
grossen Erisis, in der Cyprian nur mit Mühe gesiegt hat. 

41. Ein Brief einiger karthaginiensischer Märtyrer an 

Cyprian (ann. 250). 

Ep. 17, 1 (Cypr. ad plebem Carthag.): „Fecerunt ad nos de 
quibusdam [seil, über einige Gefallene] beati martyres litteras 
petentes examinari desideria sua". Diese Märtyrer traten also zu 
Gunsten einiger Gefallener ein. 

42. Ein Brief des karthaginiensischen Klerus an Cyprian 

(ann. 250). 

Der karthaginiensische Klerus trat zum grösseren Theil für 
eine laxe Praxis gegenüber den Gefallenen ein, setzte sich damit 
zu dem im Versteck weilenden Cyprian in Widerspruch, nahm 
eine unbotmässige feindselige Haltung gegen ihn an und beant- 
wortete sogar seine Briefe nicht. Nachdem Cyprian den Klerikern 
in Bezug auf die Gefallenen in ep. 18 etwas entgegengekommen 
war, Hessen sie sich dazu herbei, ihm wieder zu schreiben. Der 
Brief ist verloren gegangen, sein Inhalt kann aber aus der 
Antwort Cyprian's ep. 19, 1. 2 ermittelt werden: „Legi litteras 
vestras, fratres carissimi, quibus scripsistis salubre consilium 
vestrum non deesse fratribus nostris, ut temeraria festinatione 
deposita religiosam patientiam deo praebeant . . . Quoniamtamen 



30 Harnack. 

significastis quosdam imnoderatos esse et ad commmiicatioiiein 
accipiendam festinanter urgere, et desiderastis in hanc rem 
formam vobis a me dari [sie waren also mit der Anordnung, 
die Gyprian deutlich genug gegeben hatte, noch nicht zufrieden 
und hielten sie noch immer far zu hart], satis plene scripsisse 
me ad hanc rem prozimis litteris [ep. 18] ad vos factis credo.*' 
Die Situation blieb also noch gespannt, obschon Cjprian das 
einzuhaltende Verfahren in diesem Brief (19; 2) noch etwas ab- 
gemildert hatte. 

43. Karthaginiensische Schreiben nach Bom über die 
Verhältnisse in Karthago und über Cyprian (ann. 250). 

Die feindselige Stinunung des grösseren Theils des Klerus 
in Karthago gegen Cyprian zeigt sich auch darin, dass er nach 
Rom Ungünstiges über den Bischof berichtet hat Diese Briefe 
fehlen natürlich, aber ihre Existenz ist durch ep. 20, 1 (Cypr. ad 
der. Rom.) bezeugt: „Quoniam comperi, fratres carissimi, minus 
simpliciter et minus fideliter vobis renuntiari quae hie a nobis 
et gesta sunt et geruntur, necessarium duxi has ad vos litteras 
facere". Aus dem „renuntiari** scheint auf eine regelmässige 
Berichterstattung geschlossen werden zu müssen. 

44. Briefe mehrerer afrikanischer Bischöfe an Cyprian 

über die Behandlung der Gefallenen (ann. 250). 

Cyprian hat Zustimmungen zu seinen Grundsätzen in Bezug 
auf die Behandlung der Gefallenen yon afrikanischen Collegen 
erhalten (Cypr. ep. 26 ad clerum Carthag.): „multi collegae per- 
scripserunt placere sibi quod statuimus nee ab eo recedendum 
esse, donec pace nobis a domino reddita in unum convenire et 
singulorum causas examinare possimus". Da Cyprian die Briefe 
nicht in Abschrift beigelegt hat (wie das Schreiben des Caldo- 
nius), so werden sie nicht so wirkungsvoll gewesen sein, wie 
Cyprian das gewünscht hai 

45. Ein Brief des karthaginiensischen Klerus an Cyprian 

(ann. 250). 

Ep. 34, 4 (Cypr. ad clerum Carthag.): „Desiderastis quoque 
ut de Philumeno et Fortunato hypodiacoms et Favorino acolutho 



Ober verlorene Briefe und Actenstücke u. s. w. 31 

qui medio tempore recesserunt et nunc venerunt quid mihi 
yideatur rescribam. cui rei non puto me solum debere senten- 
tiam dare, cum multi adhuc de clero absentes sint nee locum 
suum vel sero repetendum putaverint et cognitio haec singulorum 
tractanda sit et limanda plenius, non tantum cum coUegis meis, 
sed cum plebe ipsa universa". Die Anfrage war für Cyprian 
peinlich, da er selbst — freilich noch vor Anbruch der Ver- 
folgung — geflohen war. 



46. Briefe karthaginiensischer Oemeindemitglieder an 
Cyprian (ann. 250). 

Aufsässige Gemeindemitglieder — und zwar gefallene — 
haben an Cyprian ungehörige Schreiben in der Frage der Ge- 
fallenen gerichtet, s. ep. 33, 1 (Cypr. ad lapsos [Carthag.]): „Miror 
quosdam audaci temeritate sie mihi scribere voluisse ut eccle- 
siae nomine litteras facerent"; „absit . . . ut ecclesia esse dicatur 
lapsorum numerus"; „si quidam lapsi ecclesiam se volunt esse"; 
„summissos et quietos et verecundos esse oportet eos qui delicti 
sui memores satisfacere deo debent nee ecclesiae nomine 
litteras facere"; cf. ep. 35 (Cypr. ad clerum Rom.): „Quorundam 
lapsorum conspirata temeritas, qui paenitentiam agere et deo 
satisfacere detractant, litteras ad me fecerunt, pacem non dandam 
sibi postulantes sed quasi iam datam vindicantes, quod dicant 
Paulum [ein Märtyrer] omnibus pacem dedisse, sicut in litteris 
eorum, quarum exemplum ad vos transmisi, legetis". Das 
Schreiben dieser Lapsi, welches dem 27. Brief in Abschrift bei- 
gelegt und nach Rom gesandt worden ist, hat sich leider nicht 
erhalten. 

Cyprian hatte aber auch die Freude, dass botmässige Ge- 
fallene an ihn schrieben und sich ihm ganz unterordneten, 
s. ep. 33, 2: „Scripserunt autem mihi quidam [also nur Einige, 
nicht die Mehrzahl] de lapsis humiles et mites et trementes ac 
metuentes deum ... et quamvis libello a martyribus accepto, ut 
tamen ad dominum satisfactio ipsa admitti possit, orantes scripse- 
runt mihi se delictum suum cognoscere et paenitentiam yeram 
agere nee ad pacem temere aut importune properare, sed exspee- 
tare praesentiam nostram, dieentes pacem quoque ipsam, si eam 
nobis praesentibus aeeeperint, dulciorem sibi futuram". Nun 



32 Harnack. 

wendet sich Cyprian in demselben Brief wieder an die unbot- 
mässigen Gefallenen und fahrt fort: „qnas cum litteras acceperim 
et nunc aliud scripsisse vos legerim [das aufsässige Schreiben 
ist gemeint], peto discematis desideria vestra et quicumque estis 
[das Schreiben ist nicht mit Namen unterzeichnet gewesen, und 
desshalb hat auch die Antwort Cyprian's, ep. 33, keine bestimmte 
Adresse] qui has litteras nunc misistis nomina vestra libello 
subiciatis et libellum cum singulorum nominibus ad me trans- 
mittatis; ante est enim scire quibus rescribere habeam, tunc ad 
singula quae scripsistis pro loci et actus nostri mediocritate 
rescribam*'. Diese Gefallenen hatten also, sei es aus Feigheit sei 
es aus einem anderen Grunde, ihren Brief nicht einmal unter- 
zeichnet Dies nachzuholen, wie Cjprian es wünschte, haben sie 
unterlassen; denn sonst müsste sich die angekündigte detaillirt« 
Antwort Cyprians finden. 



47. Brief des Caldonius und Genossen an Cyprian über 
Felicissimus (251). 

Cjprian hatte der Gemeinde in Karthago eine Überwachungs- 
commission vorgesetzt, bestehend aus 4 Personen (den beiden 
Bischöfen Caldonius und Herculanus und den beiden Presbytern 
Bogatianus und Numidicus). An sie schreibt er (ep. 41, 1): „Vehe- 
menter contristatus sum acceptis litteris vestris ut • . . nunc 
nuntietis, Felicissimum multa inprobe et insidiose esse molitum, 
ut praeter fraudes suas et rapinas . . . nunc quoque cum episcopo 
portionem plebis inlidere ... et Christi membra dissipare temp- 
taverit''. Dieser Bericht des Caldonius und Genossen ist das 
erste Actenstück in dem Schisma des Felicissimus. In demselben 
stand auch (L c), Felicissimus habe gedroht „potentatu inprobo 
et terrore violento quod secum in morte non communicarent qui 
nobis [Cypriano] obtemperare voluissent". Endlich hat Cyprian — 
ob mit Recht? — aus dem Briefe herausgelesen, „plurimos 
fratres" in Karthago „ab eins audacia recessisse". Zum Schluss 
wünscht er, Caldonius solle die Namen der Anhänger des Feli- 
cissimus angeben und zusammenstellen. Ob das geschehen ist, 
wissen wir nicht. 



über verlorene Briefe und Actenslücke u. s. w. 33 

48. Briefe afrikanischer Bischöfe an Cornelius von 

Rom (251). 

Nach ep. 45, 1 (Cypr. ad C!orn.) hat Cyprian die afrikanischen 
Bischöfe aufgefordert, den Cornelius als rechtmässigen Bischof 
in Bom anzuerkennen und an ihn Briefe zu richten. Dass solche 
Briefe wirklich geschrieben worden sind, lehren ep. 48, 1 (s. unten 
sub Nr. 49) und ep. 55, 1 (s. unten sub Nr. 51. 52). Auch über 
die Excommunication des Felicissimus haben afrikanische Bischöfe 
an Cornelius geschrieben, s. ep. 45, 4 („Quantum hie ad pres- 
byterorum quorundam et Felicissimi causam pertinet, quid hie 
actum sit ut scire posses, litteras ad te coUegae nostri manu 
sua subscriptas miserunt, qui auditis eis quid senserint et quid 
pronuntiaverint ex eorum litteris disces") und ep. 59, 9 („coepi- 
scopi nostri super hac re priore anno ad te [Comelium] litteras 
fecerunt"); ebenso haben sie über den Verlauf des 1. karthagini- 
ensischen Concils in Sachen der Gefallenen an Cornelius berichtet 
zusammen mit Cyprian; cf. ep. 55,6 (ad Antonian.): „etiamRomam 
super hac re scripsimus ad Cornelium coUegam nostrum". 

49. 50. Briefe des Bischofs Polykarp von Hadrumet an 
Cornelius und an den römischen Klerus (ann. 251). 

Ep. 48i 1 (Cypr. ad Cornel.): „Legi litteras tuas, frater 
carissime, ... in quibus te conperi motum quod cum de Hadru- 
metina colonia Polycarpi nomine ad te litterae dirigerentur, 
posteaquam nos, ego et Liberalis, in eundem locum venissemus, 
coepissent illuc ad presbyteros et ad diaconos litterae dirigi". 
Polykarp war also, nachdem er zuerst den Cornelius als Bischof 
anerkannt hatte, zweifelhaft geworden und schrieb nun zwar noch 
nicht an Novatian, aber auch nicht mehr an Cornelius, sondern 
an die römischen Presbyter und Diakonen. Dieser Ausweg ist 
lehrreich, entspricht aber dem, was der römische Klerus eine 
Zeit lang Cyprian gegenüber ge^han hat. 

51. 52. Zwei Briefe des Bischofs Antonian an Cyprian 

(ann. 251/2). 

Antonian war es ebenso gegangen wie Polykarp; er wandte 
sich von Cornelius ab und dem Novatian zu, c£ ep. 59, 1. 2 

Texte n. Untersuchungen. N. F. VIII, 2. 3 



34 Uanack. 

(Cypn ad Anton.): ^Accepi primae litteras tuas, frater caris- 
sitne^ eoncordiam collegii sacerdotalis finniter obtineotes et 
catholicae ecclesiae cohaerentes, quibus significasti cum Nova- 
tiano te non oommunioare, sed seqtii consilium nostrom et com 
Cornelio coepiteopo nostro uniun teuere oonsoiunmi. sripsisti 
etiam ut exemplum earondem litteraruin ad Gomelhim 
coUegam nostrom transmitterem [in diesem Falle war also 
Gjprian Mittelsperson» in anderen Fallen haben die afrikanischen 
Bischöfe auoh direct an Comelins geschrieben], nt deposita omni 
sollicitadine iam soiret te secum hoc est com catholioa ecdesia 
oommonicare. Sed enimsuperrenerantpostmodnm alias litterae 
tuae • . ., in qoibns animadverti animmn tanm Novatiani litteris 
motam nntare coepisse. nam cum et consiliam et oonsensom 
taom finniter ante fixisses^ desiderasti in his litteris ut 
rescriberem tibi quam haeresim Novatianos introduxisset Tel 
Cornelius qua ratione Trofimo et turificatis communicet . . • (o. 3) 
et quidem primum» qnoniam de meo quoque aotu motus 
yiderisi mea apud te et persona et causa purganda est, ne me 
aliquis exdstimet a proposito meo leviter recessisse, et oum evan- 
gelicum yigorem primo et inter initia defenderim, postmodum 
Yidear animum meum a disciplina et censura priore flexisse, ut 
his qui libeUis conscientiam suam maoulaverint vel nefonda sacri- 
ficia commiserint laxandam pacem putaverim^ Cf. eil: »Nam 
et de Trofimo, de quo tibi scribi desiderasti, non ita res est 
ut ad te pertulit rumor et mendacium malignorum"; c. 12: ,,Sed 
et quod passim communicare sacrificatis Comelius tibi nuntiatus 
est, hoc quoque de apostatarum fictis rumoribus nascitur^; c 20: 
„Nee putes, frater carissime, hinc aut virtutem fratrum minui aut 
martjria deficere quod lapsis lazata sit paenitentia et quod 
paenitentibus spes pacis oblata*'« 

53. Brief TOn Fortunatus und Genossen an Cyprian 

(ann« 252). 

Sechs Bischöfe waren in der Stadt Capsa zu einer Bischofii- 
weihe zusammengekommen; da wurde ihnen von einem siebenten 
(Superius) die Frage Torgelegt, ob drei Christen, die erst ihren 
Glauben vor der Obrigkeit bekannt hatten, dann unter den Foltern 
zusammengebrochen waren und verleugnet hatten, jetzt nach mehr 



über yerlorene Briefd nnd Actenstficke a. 8. w. 35 

als zweijfihriger Busse wieder zagelassen werden dürfteiL Die 
Bischöfe wagten keine Entscheidung zu trefiPen, ohne Cyprian 
befragt zu haben; sie schrieben daher an ihn, zugleich ihn er- 
suchend, die Sache auch anderen Bischöfen vorzutragen« Der 
Hauptinhalt ihres Brie& geht aus der Antwort Cyprian's (ep. 56) 
hervor. C. 1: „Scripsistis mihi, fratres carissimi, quod cum in 
Capsensi civitate propter ordinationem episcopi essetis, pertulerit 
ad vos Superius frater et collega noster Ninum, Clementianum, 
Florum fratres nostros, qui in persecutione adprehensi prius 
fiierant et nomen domini oonfessi violentiam magistratus et populi 
frementis impetum vicerant, postmodum cum apud proconsulem 
poenis gravibus excruciarentur, vi tormentorum subactos esse et 
a gradu gloriae ad quam plena fidei virtute tendebant diutinis 
cruciatibus ezcidisse, nee tarnen post hunc gravem lapsimi non 
voluntate sed necessitate susceptum a paenitentia agenda per hoc 
triennium non destitisse: de quibus consulendum putastis an 
eos ad communicationem iam fas esset admittere^ C. 3: „Quo- 
niam tamen scripsistis ut cum plurimis collegis de hoc ipso 
plenissime tractem et res tanta exigit maius et pensius demultorum 
coUatione consilium et nunc omnes fere intra Paschae prima 
soUemnia apud se cum fratribus demorantur, quando sollemnitati 
celebrandae apud suos satisfeoerint et ad me venire coeperint 
[Concil V. 252, s. ep. 57] tractabo cum singulis plenius^ 

54. Briefe derQemeinde vonThibaris an C7prian(ann.252). 

Die Gemeinde hat öfters den Cyprian ersucht, persönlich zu 
ihr zu konmien, cf. ep. 58 (Cypr. ad plebem Thibar.) c. 1: „secun- 
dum quod frequenter desiderastis, ut ad vos venirem et frater- 
nitatem corroborarem**. Cyprian konnte die Bitte nicht erfüllen, 
sandte aber vicarias litteras. 

55. Felicissimus und Genossen, Schmähschriften und 

Schm&hbriefe gegen Cyprian (ann. 252). 

Felicissimus und Genossen waren nach Rom gekonmien, 
um persönlich bei Cornelius gegen Cyprian zu wirken. Sie 
brachten ep. 59 (Cypr. ad Com.) c. 2 „litteras" mit und wollten 
sie öffentlich verlesen, in denen „multa turpia ac probrosa" gegen 
Cyprian enthalten war *(cf. c. 3: „convicia", c 14: „litteras ab 

3* 



36 



Harnack. 



schismaticis et profanis^S c. 16: „tarn falsas ad te litteras ad- 
ferentes quam est et ipse cuius litteras ferunt falsus*'); augen- 
scheinlicli waren es sittliche Vorwürfe, die sie erhoben. 

56. Januarius und andere numidischeBischöfe anCyprian 

(ann. 253). 

Ep. 62 (Cypr. ad Januar.) c. 1: ,,Cum maximi animi nostri 
gemitu et non sine lacrimis legimus litteras vestras, fratres 
carissimi, quas ad nos pro dilectionis vestrae sollicitudine de 
fratrum nostrorum captivitate fecistis". Das Folgende ergiebt, 
dass Barbaren in die Gemeinden eiDgebrpchen waren und viele 
Christen fortgeschleppt hatten, unter ihnen auch gottgeweihte 
Jungfrauen. Die Gemeinden selbst waren zu arm, um das Losegeld 
allein aufzubringen; ihre Bischöfe wandten sich daher an Cyprian. 

57. Ein Brief des Bischofs Pidus an Cyprian (wahrschein- 

lich Herbst 252). 

Auf dem karthaginiensischen Concil des Herbsts 252 (Ostern 
253?), welches von 66 Bischöfen besucht war, wurde ein Brief 
des Bischofs Fidus besprochen und Beschlüsse in Bezug auf 
zwei in demselben angeregte Fragen getroffen. Die Mittheilung 
derselben an Fidus erfolgte im 64. Brief, und aus ihm können 
wir den Hauptinhalt des Schreibens des Fidus ermitteln. C. 1: 
„Legimus litteras tuas, frater carissime, quibus significasti 
de Victore quondam presbytero, quod ei, antequam paenitentiam 
plenam egisset et domino deo in quem deliquerat satisfecisset, 
temere Therapius collega noster immaturo tempore et praepropera 
festinatione pacem dederit" (dass es auch „sine petitu et con- 
scientia plebis nulla infirmitate urgente ac necessitate cogente" 
geschehen ist, lehrt das Folgende)*). 

1) Das Concil hat sich schliesslich mit dem Verfahren einverstanden 
erklärt (1. c): ,4ibrato apud nos diu consilio satis fuit obiurgare Therapinm 
collegam nostmm [es kann dies durch einen Brief geschehen sein; wir 
haben aber denselben oben nicht verzeichnet, weil Therapius auch bei dem 
Concil anwesend gewesen sein kann] quod temere hoc fecerit et instruxisse 
ne quid tale de cetero faciat: pacem tamen quomodocumque a sacerdote 
dei semel datam non putavimus auferendam ac per hoc Victori communi- 
cationem sibi concessam usurpare permisimus". 



über verlorene Briefe und Actenstücke a. s. w. 37 

C. 2: „Quantam vero ad causam infantium pertinetj quos 
dixisti intra U. vel III. diem quam nati sint Qobstitutos baptizari 
non oportere et considerandam esse legem circumcisionis anti- 
quae^ ut intra VIII. diem eum qui natus est baptizandum et 
sanctificandum non putares: longe aliud in concilio nostra risum 
est. in hoc enim quod tu putabas esse faciendum nemo 
consensit". Die Ausführung des Fidus ist interessant, (a) weil 
sie den Gebrauch der Kindertaufe in Afrika als herrschend vor- 
aussetzt, (b) v^eil sie z^igt, vne die Rücksichtnahme auf das 
AT liehe Ceremonialgesetz Fortschritte in der Kirche machte. 

58. Florentius qui et Puppianus, Laie und Märtyrer, 
Brief an Cyprian (ann. 253/4). 

Dieses für Cyprian höchst peinliche, verlorene Schreiben ist 
in ep. 66 beantwortet. Sein Inhalt ergiebt sich aus folgenden 
Abschnitten der Antwort: 

C. 1: „Ego te, frater [„carissime" fehlt], credideram tandem 
iam ad paenitentiam converti [also hatte Florentius schon früher 
mündlich die Vorwürfe gegen C. erhoben], quod in praeteritum 
tam infanda tarn turpia tam etiam gentilibus execranda 
aut audisses de nobis temere aut credidisses [gemeint ist wider- 
natürliche Unzucht und zwar jene scheusslichste Form, von der 
Cyprian in dem Tractat ad Donat. 9 spricht; dass sie gemeint 
ist, folgt aus c. 1: „incestus", c. 7: „dum incesta, tum impia, dum 
nefanda contra fratrem facile audis, libenter et credis", c.,7: 
„secundum quod scripsisti polluto nostro ore polluti sunt 
et spem vitae aetemae conmiunicationis nostrae contagione per- 
diderunt", und c. 9: „domino et Christo eins servio et puro 
atque immaculato ore sacrificia et in persecutione pariter et 
in pace indesinenter oiFero*^]. porro autem etiam nunc in litteris 
tuis animadverto eundem te adhuc esse qui prius fueras, eadem 
te de nobis credere et in eo quod credideris perseverare et ne 
forte claritatis et martyrii tui dignitas nostra communicatione 
maculetur, mores nostros diligenter inquirere et post 
deum iudicem qui sacerdotes facit te velle non dicam de me — 
quantus enim ego sum? — sed de dei et Christi iudicio iudicare". 

C. 3: „Quod vero dixisti sacerdotes humiles esse debere, 
quia et dominus et apostoli hiiiniles fuerunt etc." 



38 Haniaok. 

C. 7: ,,Dizi8ti sane 8crupulam tibi esse toUendum de animo, 
in quem incidisti** [also war Florentius seiner schweren Vorwurfe 
dodi nicht sicher und hatte an Cyprian geschrieben, um Klarheit 
XU gewinnen]. 

C. 8: „Soripsisti quoque quod ecclesia nunc propter me porti- 
onem sui in disperso habeat^^ [d. b, Cyprian sei an den Schismen 
schuld]. 

C. 9: „Prius dominum meum consulam an tibi pacem dari . . . 
sua ostensione et admonitione permittat^. Da Cjprian sonst nicht 
so spricht („dominus meus*^), so ist es nicht unwahrscheinlich, 
dass er den Märtyrer nachahmt, der von „seinem Herm^* ge- 
sprochen hatte. 

59. Faustinus, Bischof von Lyon, Briefe an Cyprian 

(ann. 254/5). 

£p. 68 (Cypr. ad Stephanum) c. 1: „Faustinus collega noster 
Lugduni consistens, irater carissime, semel atque iterum 
mihi scripsit significans ea quae etiam vobis scio utique 
nuntiata tam ab eo quam a ceteris coepiscopis nostris 
in eadem provincia [d. h. die Lugdunensis] constitutis, quod 
Marcianus Arelate consistens Novatiano se coniunxerit .... tenens 
haereticae praesumptionis durissimam pravitatem, ut serris dei 
paenitentibus et dolentibus .... divinaepietatisetlenitatispatemae 
solacia et subsidia cludantur*'. 

60. Faustinus, Bischof von Lyon, Brief an Stephanus 

von Rom (ann. 254/5). 

Dieser Brief ergiebt sich aus dem Nr. 59 Mitgetheilten. 

61. Bischöfe der Provinz von Lyon, Briefe an Stephanus 

von Rom (ann. 254 '5). 

Diese Briefe ergeben sich ebenfalls aus dem Nr. 59 Mitge* 
theiltcD. 

62. Felix, Presbyter in Legio und Asturica, und Älius, 
Diakon in Emerita, Briefe an Cyprian. (ann 254,5). 

In einer spanischen Angelegenheit hat eine afrikanische 
Synode (Cyprian mit 36 Bischöfen) den 67. Brief geschrieben 



über yerlorene Briefe und Actenstücke a a. w. 39 

i^Felioi Presbjtero et plebibus consistentibus ad Legionem et 
Asturicae item Aelio diacono et plebi Emeritae oonsiatentibuB^ 
ab Antwort. Über die Briefe aoa Spanien, die Torangegangen 
waren und leider nioht unterschieden werden, geben folgende 
Stellen Aufacblnss: 

C. 1 : „Cum in iinum conyenissemus» legimus litteraa yestras, 
fratres dilectiasimi, quas ad nos per Felicem et Sabinnm ooepi-* 
Boopos nostros pro fidei vestrae integritate et pro dei timore feoistis 
[Felix und Sabinus aind die neugewablten Bischöfe von Legio 
und Emerita; sie hatten sich persönlich nach Karthago begeben; 
Verfasser der überbrachten Briefe waren Felix, Presbyter von 
Legio, und Älius, Diakon Ton Emerita^)], significantes Basi- 
lidem et Martialem [die Bischöfe von Legio und Emerita] libellis 
idololatriae oonmaculatos et nefandomm &oinorum consdentia 
▼inotos episcopatum gerere et sacerdotium dei administrare non 
oportere [diese Bischöfe waren abgesetzt, wichen aber nicht]; et 
desiderastis rescribi ad haeo Tobis et iustam pariter ac neces« 
sariam soUicitudinem vestram vel solaoio vel auxilio nostrae 
sententiae sublevari". 

C. 5: „Quod [seil, eine rechtmässige Bischofs wähl] et apud 
vos factum videmus in Sabini coUegae nostri ordinatione, ut de 
universae fratemitatis suffiragio et de episcopomm qui in praesen* 
tia convenerant quique de eo ad yos litteras fecerant iudicio 
episcopatus ei deferretur et manus ei in locum Basilidis iupo- 
neretur'* .... „B&silides post crimioa sua detecta et conscientiae 
etiam propriae confessione nudata Bomam pergens Stephanum 
longe positum et gestae rei ac Teritatis ignarum fefellit> ut exam- 
biret reponi se iniuste in episcopatum de quo fuerat iure depo- 
sitns"; I. c.: „Martialis fallacia''. 

C. 6: „Quapropter cum, sicut scribitis, fratres dilectissimi, 
et ut Felix et Sabinus ooUegae nostri adseverant utque alius 
Felix de Caesaraugusta fidei cultor et defensor veri- 
tatis litteris suis significat, Basilides et Martialis nefando 
idololatriae libello contaminati sint, Basilides adhucinsuper praeter 
libelli maculam cum infirmitate decumberet, in deum blasphema- 
verit et se blasphemasse confessus sit [vermuthlich hat er heid- 



1) Die Controvene, wie es sich mit der Gemeinde von Asturica neben 
der Ton Legio verhält, lasie ich bei Seite. 



40 Karnack. 

nische Gotter angerufen] et episcopatum pro conscientiae suae 
volnere sponte deponens ad agendam paenitentiam conversns sit 
deum deprecans et satis gratulans si sibi yel laico eommunicare 
contingeret, Martialis quoque praeter gentUium turpia et lata- 
lenta convivia in collegio diu frequentata [er gehörte also, ob- 
gleich Bischof, einem heidnischen Verein an] et filios in eodem 
collegio exterarum gentium ^more apud profana sepulcra depo- 
sitos et alienigenis consepultos [der Verein war ein Begräbniss- 
verein], actis etiam publice habitis apud procuratorem ducenarium 
obtemperasse se idololatriae et Christum negasse contestatus sit 
cumque alia multa sint et gravia delicta quibus Basilides et 
Martialis implicati tenentur: frustra tales episcopatum sibi usur- 
pare conantur". 

C. 7: ,,Nec vos moveat, fratres dilectissimi, si apud quosdam 
in novissimis temporibus aut lubrica fides nutat aut dei timor 
inreligiosus vacillat aut pacifica concordia non perseverat^ 
Dies kann nicht auf Stephanus gehen^ den Cyprian c 5 als male 
informatum entschuldigt hat, sondern in den spanischen Briefen 
hat gestanden, dass einige spanische Bischöfe mit Basilides und 
Martialis gemeinsame Sache machen; cf. c 9: „Quare etsi aliqui 
de collegis nostris [extiterunt], qui deificam disciplinam negle- 
gendam putant et cum Basilide et Martiale temere communi- 
cent, etc.** 

63. Felix, Bischof von Cäsaraugusta, Brief nach Afrika 

(ann- 254 5). 

Dieser Brief, der auch gegen Basilides und Martialis Partei 
nahm, folgt aus ep. 67, 6 [die Stelle ist sub Nr. 62 mitgetheilt]. 

64. Briefe spanischer BischöTe nach Legio (ann. 254/5). 

Diese Briefe ergeben sich aus ep. 67, 5 [die Stelle ist sub 
Xr. 62 mitgetheilt]. 

65. Brief des Magnus an Cyprian (ann. 255). 

In ep. 69 (ad Magnum filium) c. 1 schreibt Cyprian: „Pro tua 
religiosa diligentia consuluisti mediocritatem nostram, fili 
carissime, an inter ceteros haereticos [dass diese wiederzutaufen 



über verlorene Briefe und ActenstÜcke u. s. w. 41 

seien, hat Magnus yorausgesetztj eos quoque qui a Novatiano 
veniunt post profanmn eins lavacrum baptizari et sanctificari in 
ecciesia catholica legitimo et vero et unico ecclesiae baptismo 
oporteat". — C. 12: „Quaesisti etiam, fili carissime [Magnus 
ist vielleicht kein Kleriker gewesen], quid mihi de illis videatur 
qui in infirmitate et languore gratiam dei consecuntur^ an habendi 
sint legitimi Ghristiani, eo quod aqua salutari non loti sint sed 
perfusi". Magnus hat also Zweifel gehegt, ob die Elinikertaufe 
(Besprengungstaufe) vollgültig sei. Er scheint auf Urtheile ver- 
wiesen zu haben, nach denen die also Oetaufben nicht Christen, 
sondern „Kliniker" zu nennen seien (c. 13), und aus c. 15 erkennen 
wir, dass die Klinikertaufe auch deshalb angezweifelt wurde, 
weil nach derselben sich bei Einigen noch Zeichen der Beun- 
ruhigung durch Dämonen gezeigt hatten. Da Gyprian aus dem 
Brief des Magnus fast nichts mittheilt, ihn aber mit einer förm- 
lichen Abhandlung beantwortet, so lässt sich vermuthen, dass die 
Anfrage des Magnus bestellt war [s. sab Nr. 69]. 

66. Numidische Bischöfe, Schreiben an die afrikanischen 

(ann. 255). 

Achtzehn numidische Bischöfe ersuchten die afrikanische 
Synode um Belehrung über die Ketzertaufe; sie wurde ihnen in 
ep, 70 zu Theil. Über das Schreiben der Numidier erfahren 
wir c. 1 Folgendes: „Cum simul in concilio esaemus, fratres 
carissimi, legimus litteras vestras quas fecistis de his qui apud 
haereticos et schismaticos baptizati videntur, an ad ecclesiam 
catholicam . . . venientes baptizari debeant" [die Frage war also 
generell gestellt und bezog sich nicht nur auf die novatianische 
Taufe; aber die Numidier waren selbst der Meinung, alle diese 
Taufen seien ungültig, imd begehrten nun eine Bestärkung] 
cf. 1. c: „de qua re quamquam ipsi illic veritatem et firmitatem 
catholicae regulae teneatis, tamen quia consulendos nos pro 
communi dilectione existimastis, sententiam nostram . . . vobis- 
cum pari consensione coniungimus". 

67 u. 68. Zwei Brief e des Bischofs Jubajan an Cy prian (255/6). 

Der erste Brief Jubajan s ergiebt sich aus Cyprian's Antwort 
(ep. 73). C. 1 heisst es: „Scripsisti mihi, frater carissime, desi- 



42 Harnaok. 

derans significari tibi motam animi nostri quid nobis videatar 
de haereticorum baptismo^'; cf. c. 2: ,,Nec nos movet, quod in 
litter is tuis conplexus est, NovatiaiiesBes rebaptizare eos quos 
a Dobifl soUicitant^^ [Jubsyan neigte sich im Gegensatz dazu zur 
Anerkennung der Ketzertaufe]. Seinem Briefe hatte Jubajan 
einen ausführlichen Brief eines Ungenannten zur Vertheidigung 
der Gültigkeit der Ketzertaufe beigelegt [s« darftber oben sub 
Nr. 20]. 

Ein zweiter Brief Jubajan's [Antwort auf Gyprians Er- 
widerung] folgt aus Sentent LXXXYII episc praef j „Lectae sunt 
litterae Jubaiani ad Cyprianum factae, item Cypriani ad Jubaianum 
rescriptae de hareticis baptizandis quidque postmodum Gy- 
priano Jubaianus idem resoripserii 

69. Der Brief des Bischofs Pompejus anGyprian (255/6). 

In dem Brief Gyprian's an Pompejus heisst es (ep. 14, 1): 
„Quia desiderasti in notitiam tuam perferri quid mihi ad litteras 
nostras Stephanus frater noster rescripserit, misi tibi rescripti 
eius ezemplum. Weiteres über den Brief des Pompejus wird 
nicht bemerkt; dagegen widerleg^ nun Cyprian in seinem Ant- 
wortschreiben sehr eingehend das [verlorene] Schreiben des 
Stephanus [s. oben sub Nr. 17]. Hieraus folgt mit grosser Wahr- 
scheinlichkeit, dass Gyprian die Anfrage des Pompejus bestellt 
hat; er wollte das hochmüthige Schreiben des Stephanus nicht 
direct beantworten, wollte es aber auch nicht unbeantwortet 
lassen und ergriff daher den Ausweg, es in einem Schreiben an 
einen Dritten zu beantworten. Mindestens muss man annehmen, 
dass ihm die Anfrage des Pompejus sehr gelegen kam [s. auch 
oben zu Nr. 65]. 

70. Bischof Lucius und GoUegen, Brief an einen ge- 

wissen Quirinus (ann. 257/8). 

Cyprian und ein gewisser Quirinus, wahrscheinlich ein be- 
güterter Laie, hatten dem Bischof Lucius und anderen in den 
Bergwerken schmachtenden Christen Unterstntzungen geschickt. 
Lucius bedankt sich in dem 78. Brief bei Cyprian und schreibt 
(c 3): „Peto ut litteras quas ad Quirinum fecimus transmitti 
praecipias''. Es ist nicht unmöglich, dass dieser Quirinus identisch 



Ober yerlorene Briefe and Actenstficke u. s. w. 43 

ist mit dem Adressaten der „Testimonia^'. Gyprian sagt (Testim. III 
Praef.) zu Quirinus: „tibi plenmn dilectionis obsequium debeo^ 
Hieraus folgt, dass Quirinus ein gewichtiger Mann war, der sieb 
um Cyprian verdient gemacht hat, und das stimmt mit der Bolle, 
die er nach ep. 77 und 78 gespielt hat. 



Nur wenige Beobachtungen seien der Sammlung hinzugefugt: 

1) Die ojprianische Brie&ammlung, wie sie in den neueren 
Ausgaben abgedruckt wird, ist — trotz der Thatsache, dass be- 
reits in Cod. V saec. IV alle oder fast alle Cyprianbriefe zu- 
sammenstehen — eine relativ spate und kfinstliche Schöpfaug. 
Sie setzt sich aus mehreren kleineren ursprünglichen Sammlungen 
und einzeln (bez. mit den Tractaten) fiberlieferten Briefen zu- 
sammen. Die alte Überlieferung auf Grund des Mom ms en 'sehen 
Verzeichnisses sowie der ältesten Handschriften in ihren orga- 
nischen Formen wiederherzustellen, ist eine lohnende Aufgabe, 
deren Lösung wir entgegensehen dürfen. Eine Vorarbeit hierfür 
ist die vorliegende Studie. 

2) Überliefert sind 65 Briefe von Cjprian (darunter 17 nach 
Rom) und 16 Schreiben an Cyprian (8 römische Schreiben, 
7 afrikanische und eines von Firmilian von Kappadocien), Warum 
die letzteren Schreiben aufgenommen worden sind, iSsst sich fast 
in jedem Falle ohne Schwierigkeit nachweisen^). Die Sammlung 
bleibt trotz diesen 16 Briefen eine cjprianische Briefsammlung. 

3) Als „verloren" haben wir 70 Briefe und Actenstficke (bez. 
da ziemlich häufig unter einer Nummer mehr als ein Brief zu 
bezeichnen war, bedeutend mehr als 70 Briefe) aufgeführt, nämlich 
21 römische, 3 vorcjprianisch-afrikanische, 11 cjprianische und 
35 Briefe an Cyprian (bez. vermischte Stficke). In Bezug auf 
die 11 cyprianischen Stficke lässt sich — es ist das oben ge- 
schehen — wahrscheinlich machen, dass keines von ihnen 
jemals in die kirchliche Überlieferung bez. in Samm- 
lungen von Cyprian-Briefen fibergegangen ist Hieraus 
folgt aber, dass wir die cyprianischen (Schriften und) Briefe so 



1) Besonders deutlich tritt dies hervor, sobald man erwägt, warum 
zwei Briefe des Cornelias an Cyprian Aufnahme gefunden haben, die Übrigen 
aber sämmtlich bei Seite gelassen worden sind. 



44 Harnack. 

ToUständig besitzen, wie sie das Alterthum besessen hat^), dass 
daher Lücken nicht zu beklagen, Entdeckungen nicht zu erwarten 
sind. Sind aber die 11 cjprianischen Stücke niemals in die Samm- 
lungen der Opera Cypriani aufgenommen worden, so noch weniger 
die übrigen Stücke (Nr. 1—24; Nr. 36—70). Es besteht also 
nicht die geringste Aussicht, dass eines derselben noch gefunden 
wird; auch lässt ^ich (abgesehen vielleicht von 2 oder 3 Stücken) 
bei keinem behaupten, dass es aus denselben Gründen hätte' Auf- 
nahme finden müssen, aus denen jene 16 nicht-cjprianischen 
Schreiben in die Sammlungen Au&ahme gefunden haben. 

4) Für unsere geschichtlichen Kenntnisse der Zeit, der Stellung 
und der Politik Cyprian's sowie der römischen und afrikanischen 
Verhältnisse ist die Feststellung und, soweit das möglich, die 
Reconstruction jener 70 verlorenen Schreiben von hohem Werthe; 
sie sind zu einem nicht geringen Theile interessanter als die er- 
haltenen Briefe^ da sie uns auf einen weiteren Plan führen. 
Speciell sei noch darauf hingewiesen, dass die Vorstellung, Cyprian 
sei wie ein Orakel angegangen worden und habe in Afrika bei 
Lebzeiten bereits eine oberherrliche Stellung den anderen 
Bischöfen gegenüber besessen, zu verbannen ist. Alle wichtigeren 
Anfragen richten sich stets an die afrikanische Synode bez. 
an die karthaginiensische endemische Synode (vgl. Nr. 38. 
53. 57. 62. 66). Die Fälle, in denen Cyprian persönlich um Rath 
bez. um eine Entscheidung angegangen wird, sind selten; denn 
Nr. 65 und 69 scheiden wahrscheinlich als bestellte Fälle (s. o) 
aus: im Falle Nr. 37 hat Cyprian sogar einen leisen Tadel aus- 
gesprochen, dass der Fragende überhaupt gefragt hat; in Nr. 36 
ist es ein „filius", ein noch jugendlicher Bischof, der sich Rath 
erholt; Faustinus von Lyon (Nr. 59) schreibt an Cyprian, aber 
gleichzeitig auch an Stephanus von Rom. In Nr. 51. 52. 58 
handelt es sich um persönliche Angelegenheiten Cyprian's [er 
wird direct angegriffen] usw. Die grosse Selbständigkeit der 
einzelnen Bischöfe tritt aus dem Briefwechsel, den erhaltenen 
und den verlorenen Schreiben, sehr deutlich hervor*-^). Erst in 



1 ) Citate aus Cyprian bei den Kirchenvätern aus verlorenen Schriften 
giebt es nicht. 

2) Die numidischen Bischöfe nennen den Cyprian nicht ihren „doctor", 
sondern ihren „quasi doctor"; s. ep. 77. 



über verlorene Briefe und Actenstücke u. s. w. 45 

der letzten Phase seiner Wirksamkeit, dem Eetzertaufstreit, scheint 
Cjprian einen starken Druck auf die afrikanischen Bischöfe aus- 
geübt zu haben, obgleich er ihnen stets versichert, er respectire 
auch abweichende Meinungen^). 



1) Lehrreich ist es auch noch, die Zahl der von Rom und nach Rom 
geschriebenen Briefe zusammenzustellen. Erhalten sind 8 römische Schrei- 
ben, verloren 21; erhalten sind femer 17 nach Rom gerichtete Schreiben, 
verloren 14. Von den c. 151 Schriftstücken, die wir — ungerechnet einige, 
die in einer Gruppe befasst worden sind — festgestellt haben, haben es 
60 mit Rom zu thun ! Welch ein Beweis für die Bedeutung Roms, da der 
Boden dieser Briefsammlungen doch Afrika ist! 



EÜSEBIUS SCHRIFT 

HEPI T2N TOniKßN 0N0MAT2N 
TßN EN TH OEIA TPA^H 

VON 

ERICH KLOSTEBMANN 



Texte n. nntennchnngeo K.F. THI, S>>. Leipdg 1902. 



Vorwort. 

Die folgende Arbeit war ursprünglich nicht fttr die „Texte 
und Untersuchungen" bestimmt; sie würde sonst weniger knapp 
gehalten sein. Immerhin hoffe ich nichts Wesentliches unberührt 
gelassen zu haben. 

Dass der cod. Vai gr. 1456 an manchen Korruptelen leidet, 
hätte sich noch auf anderem Wege zeigen lassen. Die Hand- 
schrift enthält nämlich auch eine Anzahl Ton eigentlichen Ono- 
mastica sacra (vgL Lagarde OS 172, 44), und diese sind ebenfalls 
in schlechtem Zustand. Das zeigt schon ein Blick in Lagardes 
Apparat, und es würde durch Heranziehung weiterer Hand- 
schriften noch deutlicher werden. Zu 178, 84 (Povßlfi d-aV' 
fiaörog. ^eXox to^op al(6viov) z. B. bemerkte Lagarde: d-av 
fiaörog ad 4^eXox pertinet: x6B,ov alcoviov ad omissum ^EöQcifiy 
intellexit hoc Martianay. Damit vergleiche man die mir von 
Wendland freundlichst mitgetheilte entsprechende Stelle aus dem 
cod. Ven. Marc. gr. 498 saec. XIV: Qovßl/i vlog ßXijtetac * « * 
it ***** it *^) 9>€2,6x B-avfiaOTog ^Qcofi ro^ov aldviov, 

Kiel, Juli 1902. 

Erich Klostermann. 



1) Dazwischen stehen allerdings 4 nicht hierher gehörige Namen 
nebst Deutung. 

Texte u. Untenachaogen. N. F. VIII, 2b. 1 



Von den geographischen Arbeiten des Eusebius ist nur 

das letzte Stück, die Schrift jtegl x&v xonix&v opofiarcov x&v 

kv r^ 9-ela yQag>^ auf uns gekommen und durch yerschiedene 

Drucke^) zugänglich gemacht Wie viele diesem Torausgingen, 

ist aus den Worten der Einleitung zu dem erhaltenen nicht mit 

absoluter Sicherheit zu entnehmen. Eusebius sagt da 

207, 4ffi: ^QöJtsQ kv jcQootfilw rijg vjto aov jtQors&slOTjq vxo- 

d-iaeog, leQh xov d-eov apd-QcoJts IlavXlve, iv xm jiqo xov- 

xov xag ijtrjyysXfiivaq vüiod-iostq äjtodovg, xal Jtgcixa 

fiep xmp apa xfjp olxovfisPTjp id-pAp ijtl xrjp IXXaöa gxopfjp 

fiexaßakcop xag kp x^ 9-Bla ygag)^ xeifiivag Ißgaloig opofiaot 

JCQoOQTiCBtg , ijcBixa xijg jtaXcu *Iov6alag ajto Jtaötjg ßlßZov 

xaxayQaipriP jtejtoirjfiipog xal xag (}?xovg Schulten) iv avx^ 

xwp öciÖBxa q>vXAp öiaigäp xXriQovg, xal küil xovxoig 

(Dg kp yQaq)J]g xvjtcp xfjg JtaXat öiaßorjxov (ifixQoxoXemg 

avxcöp, Xiyoo 6fj x^p ^IsQOvaaXrj/i, xov xs h avxjj hgov xfjv 

elxopa öiaxaga^ag fisxa JtaQad-iOBmg xAp slg xovg xojtovg 

vjtofiPTjiiaxop: h^^g hp xovxco xal äxoXov&wg ixelpoig 

(6g ap elg x6 xQV^^f^^^ "^^5 oXrjg vJiod-iceo^g ngoijvxQejtL' 

Cfiipotg xTjp OTjp ijtiövpätpo} jtQod-söiP xxX. 

Hieraus schliesst Preuschen in Hamack's LG I, 2, 574 auf 
vier verschiedene geographische Schriften, von denen uns die 
vierte erhalten sei, Bardenhewer dagegen Patrologie^ 216 scheint 
alle erwähnten Stücke als Abschnitte einer einzigen Topographie 
Palästinas und Jerusalems zu fassen. Am ausführlichsten hat 



1) Ich benutze im Folgenden die 2. Auflage von Lagarde's Onomastica 
Sacra Gottingae 1887 (eingeklammerte Änderungen und Zusätze von mir), 
citire aber nach Seiten und Zeilen der ersten Ton 1870. 

1* 



g KloBtermann. 

die Stelle jüngst Schulten behandelt *), mit dem ich im Wesent- 
lichen übereinstimme. Vor dem erhaltenen Buch liegt die Be- 
handlung der drei durch jtQoira fisv, ijtsira und ijtl rovrotg 
eingeleiteten vjtod^saeig, die gewissermaassen Vorarbeiten zu dem 
uns erhaltenen Werk waren. Aber diese haben doch als selbst- 
ständige literarische Erscheinung zu gelten, sei es dass sie einzeln 
oder zusammen als ein Buch erschienen waren. Denn noch 
Prokop von Gaza hat, wie ich schon einmal zeigte (TU XII, 3 
S. 10), den Ort Magcog Rieht. 5, 23 
ip ralg xXfiQOvxiacg, 
Iv ralg ^EßgaCxalg tQfirjpelaig und 
kv tA jreQL Tojnxcüp opoftazov 
suchen können, wenn auch vergeblich. 

Aber die folgende Untersuchung hat es nur mit dem er- 
haltenen Buche zu thun, dessen Charakter und Überlieferung 
sie kurz darzulegen beabsichtigt. 

1. Über die Absicht, die er mit seinem Werk verfolgte, 
hat Eusebius sich in der Einleitung folgendermaassen ausgedrückt: 
207, leftTcöV ijtl rrig d-alagqpsQOfitPCOP YQaq>^g'^)xarQlq) yXcorrxi 
jtoXecop xci xcDficöp rag orjfiaaiag jcolag re X^Q^^ ^^^ ^^ 
oxmg avtag ol xad-^ ^ftäg oPOfiaCovoiP, eire rolg jtaXaiOtg 
Ofiolwc slre xal hreQwg fisraßakXoPTsg, ixO-ifispog. oJto 
ptaöTjg fiep rrjg d-eojtPBVözov ygacprig aPaXi^co ta C,i]T0Vfi6pa, 
hx^öofiai öh xaxa oroix^lop txaoxa elg svxbq^ xaraXfjtpip 
x&p öxoQaÖTjp Ip TOlg apaypciofdaoip vJtojcLjtzopxoop. 
Im Grossen und Ganzen entspricht diesem Vorwort das er- 
haltene Buch thatsächlich. Freilich nicht ohne einige DifiPerenzen. 
Denn das cbto jrdörjg rijg dsojtpevarov ygatpr^g stimmt nicht 
ganz dazu, dass in den ausdrücklichen Fundortsangaben nur 
folgende biblische Bücher genannt werden: Genesis; Exodus; 
Numeri und Deuteronomium — diese stets vereint, für alle vier 
zusanmien auch: axo rijg UepraTBVxov; Josua; Richter; Baoi" 
Zeiäp; Evangelien. Nun wird man allerdings darauf hinweisen 
können, dass die übergangenen Bücher des alttestamentlichen 
Kanons entweder wie Leviticus, Ruth, Daniel, Esra, Nehemia usw. 

1) Die Mosaikkarte von Madaba. Abb. d. kOnigL Ges. d. Wiss. zu 
Göttingen. Plul.-hiBt KI. N. F. IV, 2, S. 41 E 

2) So mit Wendland, zj d-tlq ip, yQa<pS cod. 



Eusebius Schrift negl tüjv tomxChv dvofjtdzütv u. b. w. 7 

keine oder wenigstens keine nicht sonst schon vorkommenden 
Ortsnamen enthalten, oder aber wie die Chronik, Makkabäer 
(vgl. 281, 59), Propheten 0, Hiob (vgl. 286, 67 f., wo vor 286, 66 
ein BaoiXBimv fehlt) nnter dem Gesammttitel BaciXeicop mit be- 
rücksichtigt sind. Aber fnr das neue Testament wird man keine 
entsprechenden Grande ausfindig machen können, von dem über- 
haupt nur die vier Evangelien behandelt sind, während die doch 
von Ortsnamen wimmelnde Apostelgeschichte nebst dem ganzen 
Rest völlig fehlt 2). Man wird sich zur Erklärung dieses Befundes 
kaum an die Kanonsgeschichte wenden dürfen, und etwa fragen, 
ob die Arbeit des Eusebius auf einer älteren beruhe, die als d'sla 
yQa(p7i neuen Testaments noch nichts weiter gekannt habe als 
die vier Evangelien. Sondern man wird eher annehmen müssen, 
dass Eusebius von vornherein gar nicht die Absicht hatte, auch 
Ortsnamen wie Ephesus und Milet, Athen und Korinth, PuteoU 
und Bom zu sammeln und zu erklären, sondern lediglich die des 
heiligen Landes. Dazu brauchte er eben nur die angeführten 
Bücher der Bibel; was aber in diesen noch von Ortsnamen aus 
den das heilige Land umgebenden Reichen vorkam, hat er gleich 
mitbehandelt. So ist sein Werk weder eine reine Topographie 
des heiligen Landes geblieben — über dessen Grenzen geht es 
nach allen Seiten ein wenig hinaus — noch eine vollständige 
Aufzählung ano Jtaoi]g rr^q ^eojtvsvaTov yQaq)^g geworden — 
denn es berücksichtigt ebensowenig wie die Mosaikkarte von 
Madaba^) alle Bücher der heiligen Schrift*). 

Es stimmt ferner nicht ganz zu dem thatsächlich vorliegenden 
Buche die Absicht des Verfassers, nur xoXeiq und xcofiai aufzu- 
führen. Diese in der Vorrede ausdrücklich statuierte Grenze ist, 
wenn auch nicht sehr häufig, unterbrochen zu Gunsten einzelner 
Flüsse z. B. raicov 240, 24, Landschaften z. B. hovgata 268, 93, 



1) Die übliche Reihenfolge ist: Jesaja, 12 kleine Propheten, Ezechiel, 
Jeremia. In Hieronymus* liber interpretationis hebraicorum nominum: 
Jesaja, 12 kleine Propheten, Jeremia, Daniel, Ezechiel. 

2) Vgl. den liber nominum locorum ex Actis MPL 23, 1357 ff. 

3) Vgl. Schulten a. a. 0, 

4) Der Titel der lateinischen Übersetzung lautet: Liber de situ et 
nominibuB locorum hebraicorum (Hss. auch: Liber de distantiis locorum). 
Prokop von Qaza kennt aber denselben griechischen Titel nsgl ronixCov 
dvofiaziov vgl. unten. 



8 Elostermann. 

Berge z. B, Facßak 242, 79, Ebenen z. B. AvXcov 214, 76 und 
Wüsten z. B. Scv 291, 93. Ob aber alle jtoXsiq und xäfiai aus 
den benutzten Bttchem nun wirklich in unserem Werk stehen? 
Schon Hieronymus verneint dies (ygl. unten), und Prokop von 
Gaza hat sich dar&ber beklagt, dass er den Ort Magcog (Rieht. 5, 23) 
dort vergeblich gesucht habe, und dies dürfte nicht der einzige 
Fall sein, in dem man Eusebs Schrift unvollständig finden 
wird. Aber ein abschliessendes ürtheil darüber ist erst zu ge- 
winnen, wenn man einigermaassen sicher sein kann, den Text 
des Eusebius unverstümmelt zu besitzen, und ungefähr die Bibel- 
handschrift kennt, die er bei seiner Arbeit zu Orunde legte. 

Bei der Einrichtung des Werkes ist Eusebius nun so ver- 
fahren, dass er zunächst den Stoff alphabetisch ordnete. Es 
werden also erst alle mit einem A anfangenden Ortsnamen mit 
kurzen sachlichen Bemerkungen aufgezählt, dann die mit B, 
r usw. Im griechischen Text ist auch jedesmal der Eintritt 
eines neuen Buchstabens vermerkt, z. B. 2JTotX£^ov A 208, 23; 
JSxoixBlov B 230, 92 usw. Entsprechende Notizen fehlen im 
Lateiner. Aber diese ganze alphabetische Anordnung erstreckt 
sich nur auf den jedesmaligen Anfangsbuchstaben des Wortes. 
Innerhalb der einzelnen Anfangsbuchstaben ist nicht weiter 
alphabetisch, sondern nunmehr nach biblischen Büchern geordnet. 
Also unter ^: raviceayq 208,24; 'E^oöov 211,96; 'Agi^ficiv xal 
/tevTEQovofilov 211, 99; *Ajt6 xov 'lijaov vov NavT^ 216, 13; ^Ajto 
rAv Kqitcqp 225, 93; BaöiXticiv a xal ß (a xal ß fehlt im 
Lateiner; vielleicht mit Recht, da nicht BaaiXeiäp y xal 6 folgt, 
obwohl im weiteren Verlauf auch aus diesen Büchern citirt wird) 
225, 11; ^Ilaatag (De Isaia der Lateiner; trotzdem fallt die Über- 
schrift sehr auf, da überall sonst Propheten, Chronik usw. unter 
dem allgemeinen Titel BaoiXstmp mitangeführt sind) 228, 59; 
*Axo räv evayyeXliDP 229, 85. Häufiger vorkommende Orte 
scheinen meist an der ersten Fundstelle unter gleichzeitiger 
Andeutung weiterer wichtiger Stellen angemerkt zu sein, z. B. 
210, 80f. wird zu dem 211, 75—80 behandelten AiXafi aus 
Gen. 14, 1 schliesslich hinzugefugt: xelrai 6h xcu aXXi] Ip Baöi" 
Xslaig AUäfi tcop äX?.oq)vX(OP (II Sam. 10, 16). Umgekehrt wird 
dann auch auf schon früher Gesagtes zurückverwiesen, z. B. unter 
AaraQcod' 213, 38 f.: xetrai de xal apcortQO) ^AaraQcod' Kagpadp 
= 209, 61 ff. 



Easebius Schrift negl ru>v tonixibv dvoßdxofv u. s. w. 9 

Innerhalb der einzelnen Bücher endlich scheint im Qrossen 
«nd Ganzen die Reihenfolge nach Gapiteln und Versen befolgt 
2U sein^). Abweichungen von dieser im Allgemeinen Yoraus- 
zusetzenden Ordnung finden sich nun allerdings in Lagarde's Text 
noch in so grosser Zahl, dass es sehr zweifelhaft erscheinen 
muss, ob man sie alle aus falscher Stellenangabe der bisherigen 
Herausgeber, aus in Unordnung geratener Überlieferung des 
Eusebiustextes — der dann freilich auch dem Lateiner meist 
nicht mehr richtig vorgelegen hätte — oder etwa auch aus der 
eigenartigen Bibelrecension des Eusebius wird erklären können. 
Man Yergleiche den Buchstaben A für die Genesis: 

Agagaz Gen, 8, 4 

Axaö „ 10, 10 

Ayyat „ 12, 8 

AcxaQ(X)9- KaQvaeiv „ 14, 5 
AgßcD „ 23, 2 

AtXafi „ 14, 1 

Aöafia „ 14, 2 

Aoacav OafiaQ „ 14, 7 

AUovö Num. 33, 13 

Aivav Gen. 38, 14 

Area Atath „ 50, 10) 

Unterbrochen wird die Reihenfolge ganz empfindlich durch 
Nr. 9 AXXovö {AUus der Lateiner), das keinesfalls das ü'lbÄ aus 
Num. 33, 13 sein kann 2), sondern aus Gen. 36, 40 (mb^P' = LXX 
FoXa; Hexapla wohl AXova) stanmii Ausserdem durch Nr. 4 
und 5, die eigentlich hinter Nr. 7 und 8 stehen sollten. Würde 
eine derartige Unordnung aus einer Eusebiushandschrift stammen, 
die Nr. 4 und 5 infolge eines Zufalls am Bande stehen hatte, so 
müsste das allerdings ein sehr altes Exemplar gewesen sein, da 
schon der Lateiner diese Unordnung teilt. 

Die Quellen, aus denen Eusebius die den Ortsnamen bei- 
gegebenen sachlichen Notizen schöpfte, sind zum Theil bekannt 

1) Man Tgl. z. B. die Listen ans dem Joauabuche. 

2) Das verbietet die Erklärung: X'^Q^ iSovfiai<ov usw. (1. aber x^Q^ 
iiyefidvtov (ESuifx)!). Nach dem Lateiner ist aber allerdings in Eusebius' 
Numeriliste der Nam. 33, 13 erwähnte Ort versehentlich ausgefallen. Der 
Lateiner liest dort (85, 25) noch richtig: Äelus in desertOj tibi fUii Israhel 
castra metaii sunt. 



l) 


208, 25 


2) 


209, 54 


3) 


209, 55 


4) 


209, 61 


5) 


209, 65 


6) 


210, 75 


7) 


210, 82 


8) 


210, 84 


9) 


210, 89 


10) 


210, 91 


11) <121, 15 



10 ElostermaEbn. 

und Ton iliin selbst nieht yerschviegen worden. In erster Linie 
ist da natfirKch zu nennen die griechische Bibel. Die aijfiaalai 
der Örtlichkexten und das xolag re x^^^ ^^^ ^^ grössten- 
theils direkt ans ihr übernommen. Wenn auch gewohnlich die 
TQCp^ als Quelle nicht ausdrücklich genannt wird, so ist sie es 
doch tbatsSchlich selbst bei der einfachsten Form der Listen, wie 
sie namentlich f&r das Josuabuch beliebt ist Z. B.: 

223, 64 AviQd'. xZ^gov ^loaaxap* Jos. 19, 19. 

223, 65 Aifi (Aemes der Lateiner; AEMU die Hexapla). 
xXriQov 'Icöaxag. Jos. 19, 20. 

223, 66 AxMfi {Achsaph der Lateiner, Axoaq> LXX cod. A). 
xXi^QOv ^AarjQ. Jos. 19, 25. 

223, 67 AXifisXsX' xXtjqov 'Aci^q. Jos. 19, 26. 

223,68 Afioö {Amath der Lateiner, Aptaö die Hexapla). 
xXriQOV ^AüriQ. Jos. 19, 26. 

223, 69 Aß6(DV. xX^qov 'Actiq, Jos. 19, 28. 

Hier hat Eusebius nur die generelle Bemerkung, die Jos. 19, 1 7 f. 
(24 f.) vorangeschickt ist: xai rä *facdxaQ (24 entsprechend mit 
*Aöi^q) k^^XO^ev 6 xXiJQog 6 xiragroq. xal hytvrid-Tj ra oquc 

avTwv in der abgekürzten Form xXtiqov *Ioodx(XQ CAc^q) 

hinter jedem einzelnen Ortsnamen wiederholt. Und so in den ent- 
sprechenden Fällen sonst. 

Aber meistens giebt er freilich etwas mehr als solche trockene 
Notizen; nur hat man auch dann noch sorgfaltiger als bisher 
zu beachten, wie stetig und geschickt Euseb sich bemüht den 
Ausdruck der Bibel, sei es aus einer oder mehreren Stellen, zu 
reproduciren. Man vergleiche etwa aus dem Buchstaben A: 

219, 74 AXyaö. vjto t6 OQog xb 'Abqikdv. 

Jos. 13, 5 ojto raXydö vjto ro ogog tb 'AsQficiv. 



225, 96 Ageö. :?r /////, h^a jtaQevißaXsv nötciv. 
Jud. 7, 1 Kai wq^qiOsv . . . F^ötcop . , , xal jtaQSP^ßaXsv km 
jnjyijv 'Agdö, 



226, 31 Afifjta. oöbg igi^fiov (cod. richtig: odoc tQtjfdog) 

raßa(Dt\ 
II Sam. 2, 24 fo^ tov ßovvov *Afifidp {Afd/ia A) . . . odbv 
igrjfiop Faßacip, 



Eosebius Schrift ne^l xGjv xontxwv dvofiaxwv u. s. w. 1 J 

227, 40 AiXa9: isti xov x^^^ovg rfiq ioxatriq {ruhri der 

Lateiner) ^aXaoorjg iv yf} ^Eöcifi xxX. 
I Kön. 9, 26 wörtlich wie Euseb. 



211, 00 Aö7]Q(d9: fiSQog rrjglQ^fiov, Ivd-a Magiafi xaVjaQWV 
ocarBXaXrjaav Mcovoicoq, xartpxovv dh ol Evaloi kv 
^Aö7]Q(dB^ icog räCr]q, 

Num. 12, 1 Kai kXaXtiOBv Magiafi xal *AaQG)v xata Mcovo^. 

Deut. 2, 23 Kai ol Evatot ol xarotxovvTFg iv ^Acrjöihd- 
(AatjQmO' äF) ewg Fa^fjg, 

Die hexaplarischen Notizen gehören gewissermaassen noch 
mit zu dejp Bibeltext. Sie finden sich über das ganze Buch 
verstreut und könnten sogar direkt vom Rande der eusebianischen 
Bibelhandschrift stammen. Ensebius musste ja oft auf die Aquila, 
Symmachus und Theodotion Rücksicht nehmen, da nicht selten 
die alte Septuaginta einen Ortsnamen hat, wo im hebräischen 
Urtext und den späteren Übertragungen keiner vorhanden ist, z.B. 

211, 5 ArjB-aQLii. *Ax. Uvfi. oSog roöv xaracxonov xrL 

226, 20 AvBxa {Annegeh der Lateiner; avsyß Hss. der LXX). 
*Ax, voTOVj Sv, fiBörjfißQlag. 

So oft nun aber auch die eusebianische Geographie im 
Apparat der Hezapla wird zu erscheinen haben — und Field 
hätte eine kritische Ausgabe des Euseb noch viel häufiger anfahren 
können — , zahlreiche neue Kenntnisse gegenüber dem, was wir 
auch ohne sie über jenes Riesenwerk des Origenes wissen würden, 
vermittelt sie nicht 

Ausser auf die Septuaginta und die Hexapla beruft sich Eusebius 
endlich noch auf einen Schriftsteller, nämlich Josephus^), von 
dem einige Angaben mehr oder weniger wörtlich benutzt werden, 
und zwar, wie es scheint nur mit einer Ausnahme (298, 59), 
stets unter Namensnennung. Man versteht von hier aus die 
Äusserung Lagardes, das Buch sei sehr überschätzt worden. 

1) 208, 28 = Archaeol. a 3, 5 f. 285, 52 -= a' G, 5 296, 96 =- /9^ 10, 2 

228, 35 = S' 4,7 289, 50 = «' 4, 3 21)7, 34 = a' 1, 3 

230, 97 = a 4, 3 290, 70 = a 6, 4 298, 59 =» a' 1, 3 

2Ö1, 99 — a' 6, 4 (149, 18 — a lö, 2) 303, 98 -= o' 6, 4 

262, 58 = a' 6, 1 



12 Klostennann. 

Man darf aber doch nicht übersehen, dass es nicht nur eine Repro- 
duction von Solchem bietet^ was ebenso bequem aus den noch 
heute Torhandenen Quellen direkt geschöpft werden kann. Ein 
grosser Theil der eusebianischen Angaben ist vielmehr selbstständig 
oder muss doch wenigstens jetzt verlorene Quellen ersetzen. Das 
trifft namentlich zu för die zahlreichen Bemerkungen über den 
gegenwärtigen Namen (oxcog avrag ol xad^ r/fiäg opofia^ovoiv, 
elre xolq ütaXaiolq Ofiolcog «rc xal aregoog fisraßalXopreg) und 
Zustand mancher biblischer Örtlichkeiten, und für die genaueren 
topographischen Bestimmungen. Die erste Gruppe dieser Notizen 
nimmt also Rücksicht darauf, ob ein Ort zu Eusebs Zeiten noch 
existirt (fidpei 209, 58 dtafdivei 212, 28 eoriv 214, 56) *) oder ge- 
zeigt wird {öbItcwxcu 209, 59), wie er nun heisst (xaZelrai 210, 78, 
ovofia^STai 216, 9, Jt^cra^ 219, 76); ob er gross {xcifii] vvv fieylOTfj 
209, 65; xcifii] 6e loxiv fioyig [I. fisylöxri Wendland; grandis der 
Lateiner] 214, 62), ob er bewohnt {jtaQaxtlftevog r^ ßa^va sie 
ösvQO olxovfiep^ fieylöTij xcifiij 211, 92 f.) oder verlassen (iy öi 
Ayyax xojtog BQTjfiog avxo ftopop öelxpvxai 209, 58 f.), ob er in 
irgendwelcher Hinsicht bemerkenswerth ist durch Sehenswürdig- 
keiten (^ ÖQvg läßgaa/i xal x6 fip^/ia avioB-c d^ewQBlxac xal 
d-QTiOxBVBxai ijtiq)apc5g JiQog xAp hd-pAp rj xagifiipd-og xal (vgl H) 
ol xA "Jßgaafi ijti^Bvwd'epxBg ayyaXoc 210, 69 ff.), Badequellen 
(Efifiad-a, ipß-a xa xwp d^BQficop vöaxcop d-BQiia Xovxgd 219, 78 f.), 
den Charakter der Bewohner {^ pvp oXf] XQiaxiapcip xvyxaPBi 
221, 20), römische Besatzung {iyxad-fjxai öe avxo&c xayfia 
^Pofialwp xo dixaxop 210, 7S) oder in sonst irgend einer Hinsicht. 
Die topographischen Angaben bestehen zumeist in der An- 
merkung der Distanz von bestimmten Hauptstädten des Landes, 
AlXia, NtajtoXig usw. nach bestimmter Richtung {xal laxtp axo 
oxxco Orjfi€[a>p ^iXadaXtplag ip övöfialg 212, 26 f. oder: xal pvp 
koxip ovxG> xaXovfiipTj xcifirj xaxiopxcop outo Ntag jtoXeog 
ijtl üxvd^ojtoXiP ip jtBPXBxaiÖBxaxq) arjfialq) JtQog avx^ x^ Xbo)- 
q>6Qcp 222, 29 ff.). Doch sind auch ungeföhre Lage- und Maassan- 
gaben nicht selten {AiXafi. ip ioxaxoig ioxl xaQaxBifiept] xy Jtgog 
fiBOrjfißQiap igtificp xal x^ JtQog avxijp iQvd-Qa d^aXaCOu 210, 75 ff. 
oder: Safiaga xoifiT] öuoxciaa May^ig (sie) ^(digag oöop 210, 86). 



1) Es sollen nur beispielsweise einige aufgegriffene Ausdrücke genannt 
werden, nicht alle vorkommenden Wendungen. 



Easebius Schrift negl tCbv tomxlbv dvoßazfov a. s. w. 13 

Nun wird man wohl nach dem ganzen Charakter des Euse- 
bius und seiner Schriftstellerei als wahrscheinlich bezeichnen 
dürfen, dass ihm für diese Angaben mindestens zum grossen 
Theil^) schriftliche Quellen vorgelegen haben. Darauf führen 
auch Wendungen wie (paölv 208, 26; 217, 38 usw. Aber alles 
weitere Suchen scheint bis jetzt kaum Anhaltspimkte darüber zu 
ergeben, was für Quellen dies waren. Nur eine Spur ist zu ver- 
folgen. Es decken sich nämlich einzelne Anschauungen des Euse- 
bius mit gelegentlichen Angaben des Origenes, freilich meist 
nur dem Inhalt nach, und nicht bis auf den Ausdruck. 

Origenes hat bekanntlich an der Stelle Job. 1, 28: ravta Iv 
Btjd^aßaQa kyivBxo jtigav rov 'loQÖavov, ojtov f}v ^IfDavvTjg ßa- 
jtxlCpav, nicht Iv Brjd^avla geschrieben. Er sagt darüber (in 
Joh. comm. VI, 40 ed. Brooke): 
^Ori fisv öxsiov kp jtäöc rolq dvriyQag)oig xslrai' ,,Tavra kv 
Brjd-avla k/ivero^^ ovx dyroovfiev. xal eoixe rovro xal In 
jtQOTBQov yeyovivar xal jraga ^HQaxjLscovc yovp Brj&avlav 
avsyv(0(iev. ^jislodT/fiev 6h fif^ öeIv Brjd^avla dpayivciöxsip, 
dXXa BrjB^aßagu, yepofievoi iv rolc; roJtoiq hm lOtoglav xAv 
IxvAv 'ItjOov xal rmv fia&rjtciv avtov xal x&v JiQog)7jxcov. 
Bfjd^avla yoLQy mq o avxoQ svayyeXiöxi^g (ptfiiv, t] jtaxglg 
Aa^aQOV xal Magd-aq xal Maglaq, djtix^i xAv %goöoXvfia)P 
Cxaölovq öixa Jtivxs' f]q jtoggto loxiv 6 'logöavrjq Jtoxafioq 
(Dq djto öxaölwv jc^axet Xbym gjt\ dxH oiiik oficoPVfioq xy 
Btjd-avla xojeoq iöxlv Jtegl xov ^göavtjv' öelxvvoß'ai de 
Xiyovöc jtaga t§ ox^ tov ^logödvov xa Brid-aßagä, ev9-a 
loxogovöc xov ^Imdvvtjv ßtßajtxtxivai. 

Auf seine Autorität geht es daher aller Wahrscheinlichkeit 
nach zurück, wenn Eusebius 239, 10 ff. bietet: 

(Betkania villa in secundo ab A,elia miltario in latere montis oliveti) 
ev&a 6 Xgiöxoq xov Ad^agov rjyeigev. delxwxai elq Ixi xal vvv 
6 Aa^dgov xojtoq. 

Bfjd-aaßaga {Bethahara H). ojtov tjv ^Ia)dvvrjq ßaJcxlCmv 
Jtigav xov ^logödvov. xal öelxvvxai 6 xojtoq, iv w xal JtXslovq 
x<5v dd6Xg)(5v elq ext vvv x6 Xovxgbv q)tXoxi(iovvxaL 

1) Man darf aus Wendangen wie elq h:i vvv Selscwrai d rdnog doch 
nicht mit Sicherheit Bchliessen wollen, dem Eusebius sei der Ort auf einer 
Reise gezeigt worden; obwohl auch das nicht ganz ausgeschlossen ist. 



] 4 Klofitermann. 

Ob die Abhängigkeit eine direkte ist, könnte selbst in dem 
Falle von rtQaoa-riQyBOa-raöaQa zweifelhaft erscheinen. Im 
Anschluss nämlich an die oben citirte Auseinandersetzung über 
Bethanien f&hrt Origenes a. a. 0. einige Beispiele für Schreib- 
fehler in Eigennamen aus der Schrift an, 6, 41: 

iy 3€BqI Tovg vjtb Tcov öaifiOPiwv xaraxQrjfivi^OftevovQ xal 
iv ty d^aXaCCxi cvfjutviyofiivovQ xolQOvg olxovofila ovayiyQa" 
otxai yeyovivat kv ry x^Q? "^^^ rsQaöijPcöv. FigaCa 6k tri q 
^Agaßlaq koxl JtoXig, ovtb d-akaoaav ovrs Xlfivi]v nXriolov 

exovöa 

ijtel öh ip oXlyoig svQOfiep' „Big rfjp x<^Q<^v tco»^ FadagT]- 
v&v*'j xai jtgog xovxo Xbxxbov. Fadaga yag xoXig fiev hext 
x^g^Iovöaiag, jtBglrjv xa 6iaß6?]xa ß-Bg/ia xvyxavBi, Xlfivi] 
ÖB xg7]fivotg jtagaxBifiBvrj ovöaficöc ioxiv iv avx^ rj d^aXaaoa. 
aXXä FlgyBOa, aq) rig ol FBgyeCatoij jtoXig dgxala JtBgl 
xr^v vvv xaXovfiipTjp TtßBgiada Xlfiprjp, jtegl fjp xgrj- 
fipog JtagaxBlfiBPog xxj Xifip^, a<p ov 6§lxpvxai xovg xolgovg 
vjtb xc5p öaiftovop xaxaßBßX^ad^at. 
Damit vergleiche man Euseb: 

242, 68 ff. FegyaOBi avxTj 6h XiyBxat (+ nunc H) r) 

Ftgaöa, jtoXig ijtlorjfiog x^g *Agaßlag. xipig 6h avxfjp 
bIpoc xtjp Fa6agap q>aaip .... 

248, 11 ffi Fa6aga. noXtg vxhg xop %g6apr]p, dpxixgvHxv&o- 
jt6XB(X)g xal Tiߣgtd6og Jtgbg dvaxoXalg kp tc5 ogu. ov Jtgbg 
xatg vjtogeiatg xa x<5p &Bgf4(5p v6dxcop Xovxga ytagd- 
XBtxai. 

248, 14 ff. FBgyeaa, ipd^a xovg 6atfiopi(5pxag 6 xvgiog Idoaxo. 

xcd PVP 6Blxpvxai ijtl xov ogovg xcifit] ytagci xtjp Xlfiprjp 

TißBgia6og, elg fjp xal ol xotgoi xaxBxgtifiplod^r^aap . . . 

Anderes ist weniger sicher *). Und so werden wir uns damit 



1) Vgl. Origenes SeL in Gen. 25, 1 : rf^v nokiv Maöiäu naQaxei^iuvrfV 
xj vnBQ W/V 'Agaßiav i^i^fKa dyrucQvg ^a^äv Big AvaToXäg rfjg iQvS^Qäg 
^Xdoüfiq. o^ev xö MaöiarixChv tOvoQ dnd Madidfi, viov *Aii(}aäfi xal Xex- 
xovQaq- ibq eivai ör^lov ix xovxoVj oxi 6 ^lod-wQ, 6 TCBv&BQÖq Mawotcjg xxL mit 

Euseb 276, 52 ff.: Madiaft, noXiq dno evog xG)v vlibv ItifiQaäfi xal 
Xsxxovi)ag Maöidfi inixlrid^eXoa. xeTxai 6h inixeiva xr]^ ^A()aliiaq tiqoq 
vdtov iv igfiiifp töiv SaQaxTjvibv, xfjq ittvd^Qäg ^aXdaofjg in dvato/Aq. 
Sd'Bv xaXovvxai MaÖiavaioi . . . xaXBl Sh xal fj YQt^<ph ^«5 d^v^'axigaq 
Mwdß [Obnh H Io^q LXX) ^vyaxigaq MaSidfi xxl. 



Eueebios Schrift negl zöiv xonueChv dvofidxwv o. s. w. 15 

begnügen müssen, dass die Benutzung schriftlicher Quellen 
wahrscheinlich ist. Die sehr frühe Sitte des Wallfahrens nach 
den heiligen Statten könnte ebenso gut schon vor Eusebius An- 
sätze zu einer Topographie Palästinas heryorgebracht haben ^), 
wie es anzunehmen ist, dass in officiellen Documenten zu Nutzen 
der Behörden die Lage der römischen Besatzungen im Lande 
und die Entfernungen der einzelnen Orte von einander aufge- 
zeichnet waren. 

IL Die Überlieferung des eusebianischen Werkes bietet 
eine Analogie zu der der Jeremiahomilien des Origenes. Seit 
Lagardes zweitem Druck wissen wir^ dass es nur eine selbstständige, 
alte, aber stark verderbte griechische Handschrift giebt, den 
cod. Vat. gr. 1456 saec. XI „ex libris cardinalis Sirleti" (V) 2). Da- 



Orig. Sei. in Psalm. 133, 3: *Ev xib JeviEQOvofii^) Mawa^g fihv rd 
dQog TOVTO dvo/id^Ei UeQfjiwv' „ol ^oivixE^^ 6k xaXovaiv „airtd ZaviwQ**, 
ol öh UfjLOQQaToi „SaveiQ** (Deut. 3, 9). eati 6h „Tii^av xov %Q6dvov** 
(Deut. 3, 8) mit 

Euseb 217, 37 ff.: AeQfJiüiv. Sqoq xibv UfiOQQalwv^ S xakovai 4*oivixeq 
SaviujQ, 6 Sh kfxoQQatOQ ixdkei avzd ZaveiQ , , , . ^v de rä vnhg zdv 
^ogSdvijv xrX. 

Orig. Sei. in Joh. 5, 2 (ed. Brooke Nr. 61 : similia in catena Cordeni 
Theod. Mops, attribuunturl): ngoßartxfi 6h xo^vfißi^d-ga iyiveto and rov 
xä npoaayd/jieva rcQÖßaxa xalq hoQxaXg ixet awa^QoCCjeo^ai, xal dnb xov 
d-vo/jiivwv xwv ngoßdxiov tv ixelv(p nkvvead-ai X(p v6axi xä fyxaxa. mit 

Euseb 240, 18 ff.: &axiQa 6h 7iaQa66So)q nefpoivtyfitvov 66ixvvai xd 
d6ü>Q, txvog, S)g (paOL, ip^govaa xihv ndXai xa^aiQOfihwv h avxy UgeloßV, 
naQ 8 xal TCQoßaxue^ xakslxat, 6id xa dv/iaxa, 

1) Über das Alter der Sitte des Wallfahrens vgl. Langen, Die letzten 
Lebenstage Jesu. 1868. S. 405 f. Die Möglichkeit, dass die Karte von 
Madaba und Eusebius auf eine ältere gemeinsame Quelle zurückgehen 
könnten, erwägt auch Schulten a. a. 0. 

2) Aus ihm sind der cod. Paris, gr. 772 und alle weiteren Hss. direkt 
oder indirekt geflossen. Daher sind auch die älteren Ausgaben (voll^ 
ständiges Yerzeichniss bei Röhricht, Bibliotheca geogr. Palaest. 1890, S. 4) 
vollständig antiquirt, sowohl die auf dem cod. Paris, (so die ed. princeps 
des Jesuiten J. Bonfr^re von 1631) und seinen Abschriften beruhenden, wie 
die von Yallarsi bis zu Lagardes erstem Druck, die neben dem cod. Yat. 
noch die andern Manuscripte benutzten« Lagarde hat für seinen zweiten 
Druck nur Y benutzt, den er zweimal, so genau wie möglich, ver- 
glichen hat. 



\i^ Klostermann. 

neben giebt es eine in zahlreichen Handschriften ^) (vom 8. Jahr- 
hundert an) erhaltene lateinische Übersetzung des Hieronymus 
etwa aus dem Jahre 390 (H), die eine noch ältere yerdrängt 
hat^) und zu einer systematischen Emendation des griechischen 
Textes noch nicht gebraucht worden ist. Endlich kann man 
nicht geringen Nutzen aus der griechischen Bibel, aus Citaten 
bei einigen späteren griechischen Schriftstellern ziehen, gelegent- 
lich auch aus der Karte von Madaba — das ist das Material^). 
Die griechische Handschrift ist, wie gesagt, sehr schlecht Nicht 
nur ist ein grosser Theil der weniger bekannten Eigennamen sehr 
stark entstellt, sondern es sind auch ungemein zahlreiche Lücken 
durch Versehen der Schreiber entstanden. Von der Mangel- 
haftigkeit der griechischen Handschrift erweckt auch Lagardes 
zweiter Druck noch nicht die richtige Vorstellung. Lagarde 
selbst wusste es ja auch sehr wohl, dass er nur einiges Material 
vorgelegt habe, dass die Arbeit des Herausgebens durch ihn nicht 
gethan, sondern erst angefangen sei^). Aber man wimdert sich 
doch, dass er gerade für diesen Text nicht mehr hat thun 
wollen« 

Hieronymus hat die Arbeit seines Vorgängers nicht ein- 
fach ins Lateinische übertragen wollen. Er fand sie bereits in 
einem Zustande vor, dass er an der richtigen Überlieferung 
zweifeln musste. Zwar dass das Buch nur annähernd vollständig 
war (80, 10 f.: Laboravü, ut congregaret nohis de sancta scriptura 
omnium paene urbium, fnontium, fluminum, vicidorum etdiversorum 
locorum vocabula), scheint ihn nicht zu einer Vervollständigung 
veranlasst zu haben. Die Arbeit wäre auch sehr mühsam ge- 
wesen. Aber er sagt selbst weiter, dass diese vocabula nun 
vel eadem manent vel immtUata sunt postea, vel ex aliqua parte 



1) Merkwürdig unrichtige Angaben bei Röhricht a. a. 0. S. 3 f., der 
mehrere lateinische Hss. als Eusebhss. anff&hrt, darunter sogar den Monac. 
lat. 6228 8. VllI, der nur das etymologische Lexikon des Philo-Origenes- 
Hieronymus enthält. 

2) Eüeronymus sagt in seiner Vorrede 82, 19 ff.: maxime cum quidam 
viz in primis inbutus litteris hunc eundem librum ausus sit in latinam 
linguam non latine vertere etc. 

3) Im Syrischen und Armenischen scheint das Buch nicht erhalten zu 
sein, obwohl man es eigentlich erwarten sollte. 

4) GGA 1887 St 15 vgl. Mittheüungen 2, 370 ff. 



EusebiuB Schrift negl z(bv vonixCov dvofidzcjv u. 9. w. n 

eonrupta. Wenn er dann fortfahrt: unde et nos , . . seeundum 
ordinem liUerarum ut sunt in Oraeco posita, iranstulimus, so muss 
man diesem Ausdrack die Tbatsache gegenüberstellen, dass in 
EUeronymus' Übertragung ganz sachgemäss die Reihenfolge nicht 
des griechischen, sondern des lateinischen Alphabets herrscht. 
Der folgende Ausdrack rdinquentes ea qtuze digna memoria non 
videntur ist trotz Bardenhewer (Patrologie^ 405: „mit vielen Aus- 
lassungen") eine Selbsttäuschung des Hieronjmus. Es fehlt bei 
ihm, d. h. in Lagardes Druck, die Übersetzung von 
222, 44 Akg>. xXtjqov Bsviafilv. (Jos. 18,28) 
272, 79 ff. ... . ijtl xo q>oivlxiov xiXayoq xal öiaigovv 
JlaXaiorlvriv ^oivlxTjg. Ivd-a ixad^i^ero ^HXiaq (in 
y steht dies nach Iwöae im folgenden). 
KaßOBTiX. od^sv rivBavätaq vlog 7a>rfaf. (II Sam. 23,20) 

299, 92 ff. ^aQayg ßoxQvoq, od-sv ol xaraöxojtoi — ^fjTStrai 

öh el äXTj&Tjg 6 Xoyog, 

300, 97 f. ^apayg ZaQi. fidgog xi xijg iQ^jiov^). (Num. 21, 2) 

^giag ixt xr^g iQfjfiov. Ißvd^a rjv 6 Xaog^). 

(Num. 21, 16) 
Ausserdem lässt Hieronjmus überall die Angabe des Sxoix^lov 
fort, er hat einige Male Eusebs ausdrückliches q>rjO\v 'q yQaq>fi 
nicht wiedergegeben (z. B. 289,47; 290,80. 84), er scheint an 
manchen Stellen, an denen Euseb einen doppelten Ortsnamen 
bietet, sich mit einem begnügt zu haben, z. B. 

V ^ H 

227, 44 AoKDv ßaßac rj xal Aaicov yaßeg Asiongaber 

228, 66 Agiva rj xal AqitjX Arihd 
230, 11 BTjd-avv xrjg xal Neq)0^aXei/i Bethaun 
234, 85 Boxvia rj xal Iloxeelp Bothnin 

u. s. w. Aber das dürfte auch ungefähr Alles sein, was er fort- 
gelassen hat; wenn dies überhaupt alles wirkliche Auslassungen 
sind, und nicht vielleicht z. T. einfach Eigenthümlichkeiten unseres 
oder des dem Hieronjmus vorliegenden Eusebcodex oder Fehler 
unserer Hieronymusausgaben. 

Endlich sagt Hieronjmus in der Praefatio noch: transtuU- 
mus .... pleraque mutantes. Diese Angabe ist durchaus richtig. 

1) H hat 159, 9 xared etc.; das entspricht aber 257, 35 Zoqbö xtX, 

2) Die Worte 264, 84 ff.: ^ xarä xivag AvaXxiq — ^ x^9^ ^oC ^6i^ 
stehen ja auch in Y nur am Rande, und zwar unter einem Asterisk. 



18 ElostennaniL 

Denn geändert hat er in recht beträchtlichem Umf&nge. Er 
hat nicht nur das Gtanze nach der Reihenfolge deg lateinischen 
Alphabets umgeordnet^), nicht nur den Lateinern griechische 
Ausdrücke übersetzen müssen, wie 103,25: Bunos (hoc est coltis) 
116, 10: Drya (id est quercus) u. s. w., sondern er hat auch, wo er 
gegen das von Eusebius Vorgetragene Widerspruch zu erheben 
hatte, mit diesem nicht zurückgehalten. Er konnte selbst die 
hebräische Bibel mit der griechischen vergleichen und darüber 
berichten (z. B. 84, 9 eonrupte in nosiris codicihus Arboch smbUur 
cum in hebraeis legatur Arbe etc.). Er konnte ebenfalls aus der 
Quelle der f,Hebraei'^ schöpfen und machte danach Zusätze (z. B. 
83, 2b:porro Hebraei dicunt etc. 85, 12 : porro Hebraei adfirmant etc. 
85, 28: verum haec loca non Aseroth, sed Aserim adpeüari puiant). 
Er hatte auch das heilige Land bereist, und manche seiner Er- 
gänzungen und Berichtigungen werden gewiss „auf Autopsie" 
(Bardenhewer a. a. 0. 405) beruhen und sind sehr „beachtens- 
werth", wie wenn er statt des einfachen eusebianiscben: 

209, 69flf. ^ ÖQvg l4ßQaafi xcu t6 (ipfjfia avxod^i d-BWQelrcu 
xäi d-QriöXBVBxaL ijtc<pai^cig jcQoq rSv i&poip i] 
rsQipuv&og 
sagt: 64, llKzet quercus Abraham^ quae et Mamre, usque ad Con" 
stantii regis imperium mofuftrabatur, et mausoleum 
eius in praesentiarumcemitur^ cumque a nostris 
ibidem ecclesia iam extructa sit, a eunctis in 
drcuitu gentibus terebinihi locus superstitiose colitur. 
So hat er nach seinem vielseitigen Wissen 2) durch Berich- 
tigungen und Zusätze an Eusebs Werke häufig geändert, aber 
bei weitem noch nicht überall seine bessere Kenntniss laut werden 
lassen: 120, 20fiF. porro licet lector agnoscat, quod inprindpio quoque 
Itbri huius aliqua ex parte perstririxi, me non omnia quae trans- 
fero conprobare, sed idcirco qtiaedam iiuta auctoritatem graecam 
relinquere, quia de bis in libris hebraicarum quaestionum plenius 



1) A.US der Verschiedenheit der Alphabete er^ben sich Zusätze wie 
84, 2 ff»: et sciendum quod in hebraeo G Uiteram non habet, sed vocatur J.i, 
scribäurque per elementum quod apud cos ain dieitur, 

2) Vgl. 117, 11 ff.: porro Salustius auetor certissimus adserit tarn 
Tigris quam Eufratis in Armenia fonies demonstrari. ex quo animad- 
vertimus aliter de paradiso et fluminibus eius intelUgenduni. 



Eusebins' Schrift ne^l tCdv zonixibv 6vofiaro>v u. 8. w. 19 

disputavi. Sondern er verweist eben sehr häufig — etwa 20 Mal — 
auf die Ausführungen in den Quaestiones hebraicae, einmal auch 
auf ein Buch epistolarum quas ad Marcellam scripsimus. 

Abgesehen aber von diesen fast immer deutlich erkenn- 
baren Änderungen giebt Hieronymus eine recht wörtliche Über- 
setzung. Die Arbeit bot ihm auch weniger Gelegenheit zur Be- 
tfaätigung seiner rhetorischen Neigungen ^), als etwa die Über- 
setzung der Jeremiahomilien des Origenes. 

Sein Eusebtext war ihm allerdings nach der Vorrede (vgl. 
oben) nicht überall unverdächtig, aber unserer griechischen Hand- 
schrift gegenüber war die seinige in vorzüglichem Stande. Des- 
halb ist Hieronymus auch von den früheren Herausgebern schon 
nicht selten zur Emendation herangezogen worden; aber noch 
nicht in methodischer Weise, und daher ist er auch noch längst 
nicht ausgeschöpft. Einige wenige Beispiele mögen dies beweisen, 
in denen Lagardes zweiter Druck zu verbessern ist: 

215, 91 Agaßa, jteöiag] so V, H: Äraha. Aquila planam^ Sym- 
machus campestrem. 1.: Agaßa, (^Ä ofiaXi^, 2f) jteöidg, 
228, 66 AqitiX, ^Ä21' Xeovta; H: Arihel .... quam Aquila 
et Symmackus interpreiaii sunt leonem dei. 1.: AqitjL 
'Ä2f Uovxa (&60V). 
239, 4 BcoC^av. yfi Krjöag; H: Box in terra Cedar. 1.: Bo)^. 
iv 7^ Krjödg. 
245, 34 roXa&fiaeifi. roxog iQfirjveverar, so V mit seinem 
S' von späterer Hand a. K, ergänze nach H: possessio 
aqiLae. 
245, 35 f. xoifiT] slg eri xal vvv korlv kv hox^^otg rov Aagcofia; 
so V mit einem £?y am Schluss, dann folgt in V eine 
ganz freie Zeile, darauf noch ein Baum für 5 Buch- 
staben in der folgenden Zeile, und dann das Wort 
&aXaaoa, das Lagarde nur im Apparat bringt H hat 
nach Daromae noch die Worte: contra orientem in- 
minens mari mortuOy wonach Euseb herzustellen ist. 



1) Eitel ist 68, wenn er zu Eusebs schlichtem fjtifjivijrai Öh zovxwv 
xal legwwfxog 6 Alyxmxioq 6 t^v äQxaioXoylav x^v (poivixix^v avyyQaxpä' 
fiBvoq (208, 44 f.) hinzusetzt pulchro sermone (83, 16), um sich selbst die Be- 
lesenheit zuzuschreiben. Ausmalend (nach Gen. 49, 3) sagt er 124, 32 f. von 
Buben patris tnolavü torum, wo Euseb nur xy BdXXq inavlaxazai hatte, usw. 
Texte u. Untersuchungen, N. F. VIII, 2b. 2 



20 Klostermann. 

249, 36 f. xäi ton vvp xcifii] dappea dxo ff orjtieiofP ^ t^c 
*Eoeßavg; mit H moss nach crjfieiop eingefügt 
werden: Areopoleos pergentibus Ämonem^ et aüera 
Dannäba super montem Fogor in srptimo lapide (= ^). 
251, 98 xäi ipd-aöe xAv axoyovmv NA% i}v ovofia EvfjXaz] 
so V, L mit H: xcu ivl 6h xAv axoyovov xVcos xxX. 
Lagarde schob hinter 7jP ein xig ein. 

269, 15 f. Kavad-. xcifirj xf^q ^Agaßiaq dg ixt xaXovfiivr}, rjv 
civofiaoav Naßcid", so V, H: Canath. vieus Jrabiae, 
qui nunc Canatha dtcitur, quem cum cepisset Nabau 
adj)ellatnt Nabothliam (cod.: Xalioth). Danach ist nicht 
nur mit Edd. Tor xaXovfieprj ein Kapa&a einzu- 
schieben, sondern noch hinter f}p ein aXmv (6) iVaßm. 
283, 11 xcifti] vvv iaxi Noogad^ xcifii] ^Iov6al(DV\ so V, in 
Lagardes Drock ist das zweite xdiifi gestrichen, 
L aber mit H xdi statt des ersten xcißi]. 

Es kann nicht wunder nehmen, dass es bei diesen langen 
Listen den Abschreibern meist unbekannter Ortsnamen zu einer 
gewaltigen 2iahl von Abweichungen zwischen V und H gekommen 
ist Auch nicht, dass die einsame griechische Handschrift sich durch 
Confrontation mit H als mit zahlreichen Lücken behaftet erweist. 
Schon Spanier') hat 45 „Schlagwörter" zusammengestellt, „die 
nur Hieronymus und nicht Eusebius erwähnen". Die Zahl ist 
aber nicht unbeträchtlich grosser, namentlich dann, wenn man 
nicht „Eusebius^ mit Hieronymus vergleicht, sondern die griechische 
Handschrift ohne die Emendationen der Herausgeber. Unter 
SxotXBlop B zählt der Eusebiuscodex z. B. zwischen Josua 18, 17 
und 19, 15 folgende 7 Namen auf: 



1) 236, 31 Boov 


Jos. 18, 17 


2) „32 BoTj» (sie) AyXa 


,. 18, 21 


3) „ 33 BoXa 


„ 19,3 


4) „ 34 Ba»ovX 


„ 19.4 


5) „ 35 BaaXe» 


„ 19, 8 


6i „36 BrjQOfi/im» 


„ 19,8 


7 t ., 37 Btj»XBtit 


., 19, 15 



1) Exep*»tiRche IJeiträge zu Hioronymus ,,Onoraastikon" Mapdeb. 1806 
(Berner ID«. Dep«eU»on Verf. 8 Nachträge und Berichtigungen M«gdeb. 1898 
waren mir nicht zogänglicb. 



Eusebius Schrift ne^l xibv roTiixibv ovofidtwv u. s. w. 21 

Hieronymus hat aber für dasselbe Stück des Baches Josua 
im Ganzen 11, indem er zwischen Nr. 1 und 2 Beihalon in tribu 
Beniamin (Jos. 18, 19) bietet, zwischen Nr. 2 und 3 Beroth in tribu 
Beniamin (Jos. 18, 25), zwischen Nr. 4 und 5 Beth in tribu Symeonis 
(Jos. 19, 5) und endlich zwischen Nr. 6 und 7 Bethlabaoth in tribu 
Symeonis (Jos. 19, 6). Dass dieses Plus aber nicht auf nach- 
träglichen Einschüben des Hieronymus beruht, sondern auf der 
Lückenhaftigkeit der einzigen Eusebhandschrifb, ist nicht nur bei 
dem Charakter des Hieronymus wahrscheinlich, sondern lässt sich 
an manchen Stellen auch positiv durch die bei Prokop erhaltenen 
griechischen Excerpte erweisen. Hieronymus' Übersetzung wäre 
nach alledem für den kritischen Apparat so häufig heranzuziehen, 
dass dieser geradezu unförmlich werden würde. So empfiehlt es 
sich aus praktischen Gründen, den einer Revision zu unterziehenden 
Hieronymus wieder nach dem griechischen Alphabet umzuordnen 
und zusammen mit dem Eusebiuscodex in extenso abzudrucken ^). 

Ein zweites bei weitem noch nicht genügend ausgenutztes 
Hülfsmittel der Textkritik ist die griechische Bibel, besonders 
die Septuaginta^ selbst. Wer da weiss, dass diese eine Haupt- 
quelle für die den Eigennamen beigegebenen Notizen ist, wird 
z. B., wenn er 216, 4 ff. liest: Aßagsifi. . . . X^yerai de slpai oQog 
Naßav xäl eoriv ^ yfj {in terra H) M<oaß avxixQV ^IsQixci und 
Hieronymus allein nicht traut, Deut. 32, 49 aufschlagen und aus 
dem dortigen: ^Aßagdv, xovxo ogog Naßav o höxiv iv y^ 
Xavaav {Mcoaß AP) die nötigen Consequenzen ziehen. Oder 
wenn er zu 268, 86: laag. ÖQVfiog, svd^a rjv 6 fieXioOciv höfiog 
angemerkt findet, V habe fiskicociv ohne tOfiog, so wird er sich 



1) Daes diese Einrichtung an sich dem Ideal näher kommt, den Lesern 
das ganze Material der Textkritik aaf einmal in die Hand zu geben, war 
mir nicht verborgen, als ich den 3. Band der Werke des Origenes heraus- 
zugeben hatte. Dass praktische Gründe mich zu meinem eigenen Bedauern 
zwangen, von einer solchen Einrichtung für die griechisch und lateinisch 
erhaltenen Jeremiahomilien abzusehen, habe ich ausgedrückt (S. XYIIf.). 
Diesem Bedauern haben sich in mehr oder minder bestimmter Form an- 
geschlossen De Santi in der Civiltä cattolica vom 10. Mai 1901, Jülicher 
ThLZ 25. Mai 1901, Barderhewer Litt. Rundschau 1. Jan. 1902, Lietzmann 
DLZ 11. Jan. 1902 und Preuschen Beri. Philol. Wochenschrift 31. Mai 1902. 
Dass meine Ausgabe trotzdem kein Torso ist, wird man sehen, wenn der 
ganze Origenes fertig vorliegt. 

2* 



22 Klostermann. 

nach I Sam. 14, 25: ^laaX {lag A) rjv ÖQVfioc; fisliööcivog bei der 
Lesart der Handschrift beruhigen. Vor allen Dingen aber ist 
das Zeugniss der griechischen Bibel wichtig for die Form der 
Ortsnamen selbst Kann man die Bibelhandschrift oder doch 
wenigstens die Recension feststellen, die Eusebius bei seiner 
Arbeit zu Qrunde legte, so wird man sie als einen der wichtigsten 
Zeugen im Apparat fortwährend zu nennen haben. Nun ist ja 
die Aussage des Hieronymus bekannt genug: 

Alexandria et Äegyptus in LXX suis Hesychium laudat auctorem^ 
Constantinopolis usque Antiockiam Ltunani martyris exemplaria 
probat, mediae inter has provinciae Palaestinos Codices legunt, quos 
ab Origene daboratos EuseMus et Pamphilns vulgaverunt (praef. 
in libr. Paralip. MPL 28, 1324£), 
auf Grund deren man geschlossen hat, dass diese palästinensische 
Recension für die Septuaginta deutlich hexaplarischen Charakters 
sein müsse ^). Wir werden also die Hezapla zu vergleichen haben, 
sei es dass wir ihren von Field hergestellten Text einfach über- 
nehmen, sei es dass wir bis auf die einzelnen Handschriften 
zurückgehen müssen. Das Ergebniss dieser Arbeit, die man sich 
wundem könnte auch von Lagarde nicht einmal angedeutet 
zu finden, ist überraschend. Im Folgenden eine Stichprobe, 
Jos. 15,50—562) 



Jos. 15 LXX ed. Swete 


Ensebius 


Hexapla ed. Field 


"öo" 


Avwv 


''22l]\l~Ävaß 


Avaß 




Eoxatfxav 


221, 17 Aa^Bfia {Aaoefia V; 
Äthemoe H) 


1 Aa^Bßo) 

1 




Aiaafi 


221,19 Aveifi (Avai/i V; 
Anim H) 


AvBlfl 


51 


roaofi 


245, 42 naatv 


1 roaofjL 




XaXov 


302, 55 Xeawv 


Xilovü)v 




Xavva 


245, 43 PnXwv 


rrjlcDV 



1) Aus der reichen Literatur notire ich hier nur Hamack LG I, 337. 
543 f. 573 f. und neuerdings Lietzmann in der Besprechung von Swetes In- 
troduction GGA 1902 S. 333. 

2i Ich weiss natürlich sehr wohl, dass Swetes Septuaginta keine 
AuHgabe im eigentlichen Sinne, und dass ihr Text lediglich der Wortlaut 
des codex B ist. Wenn ich also Swete zum Vergleich heranziehe, so 
geschieht das eben nur, um den Eindruck zu verstärken, wie sehr Eusebius 
und die Hexapla übereinstimmen. 



Ensebios Schrift negl rStv zonixSjv dvo/iäimv u. s. w. 



23 



Jos. 16 


LXX ed. Swete 


Eusebias 


Hexapla ed. Field 


52 


AlQSfl 


— (Egeß (om. V; ErebR 
119, 4) 


EQBß 




Pcfiva 




Povfxa 




Sofxa 


254, 62 Eaoav (Esan H) 


Eaav 


53 


Isfiaeiv 


266, 46 lavow {Janum H) 


lavovfjL 




Bai^X^v 


235, 17 Bfj^a(pov 


Brid^atpovB 




^axova 


221, 22 Aipaxa 


Afpaxa 


54 


Evfia 


221, 23 Afxara (Ä?nmata H) 


AfJLfJLaxa 




ÄQßOX 


— 


AgßB 




SfOQd^ 


293, 19 2:iaiQ 


Sbkoq 


55 


Mao)Q 


280, 29 Mapu)y (Maon H) 


Mawv 




XsQfjiek 


302, 51 XaQfxeX {XeXfXBX V; 
Chermel H) 


XBQfXBl 




O^Biß 


— {Zbi<p (om. V; Zif R 
159, 14) 


ZBlff 




Itav 


266, 49 iBXzav 


iBzxa 


56 


laQLTlX 


267, 52 lB%QaBX 


I^qbbX 




laQBixafJt 


267, 57 iBxöaaö {Jecdaan H) 


iBxSaav 




Zaxavaeifi. 


— 


Zavova Exbv 



Wir haben hier also 22 Ortsnamen, von denen nur 2 {Foco/i, 
XsQfteX) bei Swete und Field übereinstimmen. Von den ver- 
bleibenden 20 kommen 5 bei Eusebius wie es scheint gar nicht 
vor, in den 15 übrigen stimmt Euseb fast buchstäblich mit Field 
überein. Die bleibenden Differenzen geben grossentheils zur Ver- 
besserung des Eusebcodex Anlass, zumal Hieronymus sich dabei 
fast immer auf Seiten der Hexapla stellt; lies also nicht nur 
50 Apifi^ 52 (Egeß), 55 (Zeiq)), sondern auch 52 Eoav, 53 lapovfi, 
55 Mawv, 56 lexöaav im Eusebius. Ganz ähnlich liegt die Sache 
in den anderen Büchern, z. B. I Sam. 30, 27 — 30 



I Sam. 30 


LXX ed. Swete 


Eusebius ' Hexapla ed. Field 


27 


BaiB^aovQ 


— 


Bai^nX 




Pafia 


288, 14 Paf4/ÄW& 

(RemmathE) 


- {Pafxad^ A 82 247) 




Fb^oq 


268, 87 IB^BQ 1 IB^BQ 


28 


AgoriQ 


— ! Aqotjq 




AfifiaÖBL 


— 1 — 




SatpBi 


295,89 Saq>afiQ)B^ 1 Sa(pa/Ä(oO^ 




EO^BLB 


256,7 Ea^afia 1 Ea&B fia iA2^7 : Eo^afio) 


29 


Fb^ 


288, 15 PaxBk 


Paxn>^ (A247: PaxBl) 



24 



Klostermano. 



I Sam. 30 LXX ed. Swete 



EoBebius 



Hexapla ed. Field 



29 



30 



Sa<pex 

leQEifiovS^ 
Noo 



226,30 A^fia 
238, 86 BwQaaav 

— \Ä^ax'> (om. 

V;^/A<W5ÄH97,5) 



EQfia 

BwQaaav 

A^ax 



Nach diesen Proben wird man vermuthen dürfen, dass eine 
umsichtige Benutzung der Hexapla und einzelner hexaplarischer 
Handschriften *) grossen Nutzen verspricht. In den sehr zahl- 
reichen Fällen, in denen die Hexapla und Hieronymus überein- 
stimmen, muss der Verdacht gegen den Eusebcodex doch stark 
werden. Denn dass Hieronymus sich die Mühe gemacht haben 
sollte, Eusebs Werk aus der Hexapla zu corrigiren, wird schwer- 
lich Jemand glauben. Ich gebe zum Schluss eine Liste von Orts- 
namen lediglich des Buches Josua, deren Form im Codex durch 
die Übereinstimmung von Hexapla und Hieronymus' "Übersetzung 
als corrupt erwiesen sein dürfte (vgl. auch S. 20 f.): 



Stelle 


Hexapla 


V 


H 


Jos. 15, 42 


A^EQ 


220, 8 Ax€Q6i 


Äther 


19,13 


Afia^aQBivova 


223, 53 Afifia^a 


Amathar 


19,14 


Awa^üiv 


223, 57 Ava»a}& 


Ännatkon 


19, 20 


^f^e(i4£M2'cod.IV) 


223. 65 Aifi 


Aentes 


19,25 


Axaa<p 


223, 06 A/jafi 


Achsaph 


19,27 


Avif]k 


224, 70 AveiQ 


Anihel 


19.35 


Afn/iaS' 


224, 84 Afia^i 


Amaih 


15,39 


Ba^ad^ (od. Baoxa&) 


235, 13 Baoxa>9^ 


Bascaih 


15,41 


Br^i^ayitßv 


235, 14 Btjdaywv 


Bethdatfon 


19,27 


Brj0^aefji€x 


236, 44 Brj^lEEfi 


Beihenicc 


19,13 


rE^ae<f6Q 


245, 50 FE^&Eipa 


OethcJiefer 
{Oeihihefer cod.) 


19,14 


Fat hip^atjX 


245, 51 FEip&aEX 


Geefthahel 


24,33 


raßaa» 


246, 66 ra,^aag 


Gabiaih (Oaba- 
ath cod.) 



1) In den iSamuel- und Königsböchern wird Easeb oft nur von A 
und dem singul&ren cod. 247 (z. B. 226, 21 Agid^ 256, 7 Ea^afia 262, 55 
SEQfiO}^ usw.! gestützt. 



Eusebios Schrift ne^l t&v rontxibv dvoficitutv o. s. w. 



25 



Stelle 


Hexapla 


V 


H 


Jos. 19, 11 


/1aßaa&€ 


250, 71 dafxaaae 


1 Daabaih 


15,23 


la^vav 


254, 57 E^fiav 


! Ethnan 


19,25 


Xekxad^ 


255, 81 E^ati 


Elcath 


21,32 


E/za^öüfQ 


256, 94 EfifiayöwQ 


Ematkdor 


18,27 


leQqnjk 


267, 66 leQÖTik 


Jerfd 


19,15 


laör^Xa 


267, 73 lovdrjka 


Jadela 


19,46 


leQaxwv 


268, 80 leQaxo) 


Jeraeon 


19,20 


Keanov 


271, 46 Kiawv 


Oision 


15,6 


(A/^ov) Boev 


274yld {Xl^og)ßori&ov 


[Lapis) Born 


15,31 

■ 


MeÖEfiTjva 


279, 24 MrjSsßrjva 


Medemana 
{Medemena cod.) 


17,7 


Max^o)^ 


280, 34 MaxioS' 


MaelMth [Mach- 
thoth cod.) 


19,33 


MeeXetp 


280, 8 Me^Xefi 


Medeb 


15,41 


Niofjia 


283, 7 Naafi 


Naama 


15,11 


SaxoQwva 


293, 23 SaxiüQav 


Sachorona 


15,33 


2a^aa 


293, 29 SagÖa 


Saraa 


18,22 


XsfXQBlfJL 


294, 50 SsQUfji 


Seniri 


19,10 


SagetS 


294, 53 Sagid^ 


Sdrid 


19, 12 


Saf^eiSAMS codJY) 


294, 54 Safi 


Samas 


19,18 


Sowrjfi 


294, 56 Sovßfjfi 


Sunem 


19,41 


SafiiEg 


294, 65 üaf^EQ 


Sames 


18,26 


Xstpeiga 


302, 46 XetpeQQa 


Cheffira 



Von späteren griechischen Schriftstellern ist Eusebs 
Werk verhältnissmässig wenig benutzt worden. Eine gelegent- 
liche Entlehnung bei Theodoret*), eine Anführung seitens eines 
anonymen Autors in einer Catene^) nennen seinen Namen. Ausser 
ihnen, wie es scheint, nur noch Prokop von Gaza, der ihn sehr 
ausgiebig benutzt und auch einige Male mit Namen anführt. Dass 
man darauf nicht aufmerksam geworden ist, muss befremden. Die 
drei namentlichen Anführungen-^) sind: 



1) Quaest. in I Regn. 25: Töv fitvTOi KdQimjkov Evobßiog 6 Kair 
caQBvq ov xö ögoq etgrixtv^ dikXa xuifjLtiv ttva (jl^xQ'' ^^v vvv ovx<j)q ovo- 
fiaCfi^hriv^ vdd^od^ey xtjq'^hQOvaaX^fjL xei/x^vtjVj iv y (paaiv Mx^xhai xbv 
NdßaL Vgl. Euseb 272, 76ff., aber auch Prokop zu der Stelle (S. 24)! 

2) Cat. Niceph. zu Jos. 5, 9: ^A^Xov. ^Eaxt 6h o xdnoq xov Falyak, Syq 
ipriaiv Evaißioq 6 Kaiaagelaq, änb ovo orjfjieiafv'^IeQLX^. Vgl. Euseb 243, 94 ff. 
(Z. 00 hat H nach xÖTioq ^Qrjfioq: in secundo Jerichus miliario etc.). 

3) Über das nichtgefundene MaQioC, vgl. S. 6. 



26 Elostermann. 

MP6 87, 1, 463C: Verum Eusebius in libro de nominibus 
locornm tradit Aeoan hunc esse desertum locum vastomque 
humano cultu inter Aeliam et Diospolim: et fontem in ea 
scaturire, ad quem indigenae venerati sunt idolum quoddam. 
Vgl. Euseb. 211, 91ffJ). 

1061 B: x€4jMa()()ot;$ KaÖTjfielfi, ^H 6 avzog rw Ktcoobv rj iv 
dfiq>OTtQOig ijcoXs(ii^&i] I^ioaga, äXX* kv fiev T<p Kiccatv vjto 
Tov BaQiitx, Iv Sb tS Kaörnufi vjib Aefißcigag, Sg (ptidv Evoi- 
ßioc kv To5 xbqI Tojeixmv opo/icctcdp (Not. des Edii: ip 
Tolg kxöedofi. ovx svQTirai). Vgl. Euseb. 272, 69 ff: KiC€ov. 
XSifiaQQOvg JtXriolov xov OQOVg (Thabor, übt contra Sisaram 
dimicatum esL Cademi, torrens, H) ev&a ixoXifitjCev Asßogga ^). 

1112C: ^Ev zA KaQ/ifjjLq), ^EvxavB^a ov to OQog elQ7]xevai {elQijxsv 
aig Wendland) q)Tioiv 6 Evoißiog, xcofi7]v 6i riva fiixQ^ ^^^ 
PVP ovxmg (opofiaöfiipfjp, ip ^ cpxrpcEpai top NaßaX^). 
Dass Prokop einen besseren griechischen Codex, als V ist, 

gehabt hat, mögen noch einige Stellen beweisen, an denen er 

Eusebius ohne Quellenangabe ausschreibt. 

V H Prokop 

211, 95 96 Vacat! 85, 15ff.: Area Atath, locus 512B: 
irans Jordanenif in quo 
planxerunt Jacob quotidam^ 

tertio ab Jericho lapide^ Jiiarrjxev 6 tönoq ^legixovq 

duobtis müüms ab Jordane. jgiol arjfieloiq, io<; dnd dvo 

qui nunc vocatur Bethagla, arjfieiwv xov ^logddvov. xal 

quod interpretatur locus vvv xaXeTtai BtjB^yla, 8ä€(> 

(„malim domus" Vallarei) iQfxrivevExai xönoq (domus 

gyri, eo quod ibi mare plan- lat. Übers.!) xvxXoVj öia xb 

gentium circuierunt in ixet xonxofihfovg xdv^axioß 

funere Jacob. xvxXovv. 

260, 61: Kade;. 110, 8 f.: Ccdes. sortis Nep- ye<p&aXilfi, §« §v KsS^q i^ 

xXt/(>ov ye^pd-a- talim 

Xtl/ji noliQ i£Qa- ciüitas sacerdotalis ndXiq hQaxixri xe 

xix^ xö n^lv 

\) Für die Herausgabe muss natürlich hier wie in den folgenden &hn- 
lichen Fällen der cod. Monac. gr. 358 den griechischen Text liefern. 

2> Ohne ZabQlfenahme von H konnte man allerdings dies Citat Pro- 
kops nicht identificiren. 

3) Vgl. hierzu die fast identische Bemerkung Theodorets S. 23 Anm. 1. 



Eosebios Schrift negl xtbv zonucCbv dvo^axotv u. b. w. 



27 



V H 

271,53: oica ipv- et fugitivorum 

yadevx^Qiov iv tg in 

FaXÜMlfi xtX, Oalilaea 

^9,9: MaQiad-. 138, 24 ff.: Marom. et hane 
cepii lesus rege Ulms irUer- 
feoto, posita est et supra 
Marrus. 

Mageddo. et hanc cepit Jesus 
rege illius tnterfecto. 



Prokop 
xal (pvyadsvT^Qiov 

Tffq FaliXalag, 



xal tavzTiv slXev 
^Ifjaof^ tdv ßaat- 
Xia aix^q äveXoiv, 

291, 84f.: ^X^ß. 
nöXiq SuclfjLfov, 
^riq iaxl ^x^f^f 
&q q>Tjaiv 4 ygag)^, 
IcXTt dh xal äXXrj 

XWfltl 



149, 15ff.: Salem, civitas 
Sicimorum quae est Sichern, 
sed et alia viUa ostenditur 
usqtte in praesentem diem 
itixta Aeliam contra occi- 
dentalem plagam hoc no- 
mine, in octavo quoque la- 
pide a Scythopoli in campo 
vicus Salumias adpellatur, 
losephiis uero Salem esse 
adfirmat in qtta regnavit 
MelchisedeCf quae postea 
dicta est Solyma, et ad extre- 
mum Hierosolymae nomen 



Sur. ubi invenit angelus 
ancillam Sarae Agar inter 
Codes et Barad, extenditur 
autem desertum Sur usque 
ad mare rubrum j quod ad 
Aegypii confinia pervenit. 
porro Codes solitudo est 
supra urbem Petram, sed 
et scriptura desertum Codes 
contra faciem Aegypti ex- 
tendi memoratj ad quadpri- 
mum venere Hehraei rubro 
mari transvadato. 



1061 A: Mayeödo}... 

^ ElXav ^tiaovq zdv ßaaiXia 

aixfjq 6LveXü}v (vgl. 1048 A) 

333 A: llaX^fi, %<nt ßhv nd- 
Xig SixifjKov, ^iq tariv iv 
XvxifjL, &Q <pi]aiv ^ ygafp^, 
fori öh xal aXXrj xwfitj iv 
ToTg dvztxoTg AlXiag, 

xal aXXrj iv xCo neSlo) 
SxvS^ondXecDg 

2aXovfiiag, 
dfiiog 6 ^lü)af]7(og r^v vvv 
xaXovftivTiv ^ IsQOvaaX^ix 
xaviTiv Xiyei elvai z^v Sa- 
^f^t h^ ißaaiXevaev 6 Me?.- 
XioBÖix, 



352 D: SQTjfjtog öh Soi^Q 



fj xaxä TCQdawTiov Alyvnxov 
nagazehovaa ' IV^a xal 
x^v igvO-gäv S^dXaaaav 
^Eßgaloi TtEQ&aavxeg xax^v- 
xrjaav\ log iv ^E^SStp cptiol. 



Gegenüber dem Reichthum von Belehrung, den man aus dem 
Prokop ziehen kann, kommt die an sich schätzenswerthe Hülfe der 
Karte von Madaba weniger in Betracht; zumal es ja nicht einmal 



28 Elostermann. 

sicher festzustellen ist, ob sie direkt aus Eusebius geschöpft hat, 
oder ob beide auf eine gemeinsame Quelle zurückgehen (vgl. S. 15 
Anm. 1). Immerhin wird man es dankbar annehmen, wenn sie 
zwischen V und H entscheidet, z. B. 210, 86: Matpig V Mampsis 
H MAMVIS cari Med.; 220, 4: Aöa^a V ÄditJia H AAIBA cartv 
Med.; 281, 59: M^öseifi V Modeim H MQAEEIM cart Med. 

Kiel, Februar 1902. 

Erich ElostenuaniL 



HIPPOLYTS 

KOMMENTAR ZUM HOHENLIED 

AUF GRUND VON 
». MARRS AUSGABE DES GRUSmiSCHEN TEXTES 

HERAUSGEGEBEN 
VON 

G. NATHANAEL BONWETSCH 



Texte XL Untersachimgen. N. F. ym, 8c. Leipzig 1908 



1, Werke Hippolyt's in grusinischer resp. armenischer 

Übersetzung. 

N. Marr hat durch seine Schrift: „Hippolyt, Die ÄLUslegung 
des Hohenliedes. Der grusinische Text nach einer Handschrift 
des X. Jahrhunderts, eine Übersetzung aus dem Armenischen, 
(mit einer paläographischen Tafel) untersucht, übersetzt und 
herausgegeben" ^) den grossen römischen Oppositionsbischof des 
angehenden dritten christlichen Jahrhunderts unserer Kenntnis 
wieder um ein Beträchtliches mehr erschlossen. Das für unser 
Wissen imi Hippolyt entscheidende Ereignis wird freilich stets 
die Entdeckung und Veröffentlichung der Philosophumena bleiben. 
Aber der Herausgabe des vierten Buches des Danielkommentars 
durch Georgiades, der dann meine Edition dieses ganzen Kom- 
mentars auf Grund von Phil. Meyer s Nachweis der Athoshand- 
schrift und nach der altslavischen Übersetzung folgte, dürfte 
sich N. Marr's Entdeckung an Bedeutung würdig an die Seite 
stellen, obschon bis jetzt nur ein Teil der von ihm in einer gru- 
sinischen Version gefundenen Schriften Hippolyt's herausgegeben 
und durch eine Übersetzung zugänglich gemacht worden ist, 
und sich noch nicht mit Bestimmtheit sagen lässt, ob alles auch 
thatsächlich Hippolyt zugehört, was in jener grusinischen Hand- 
schrift seinen Namen trägt. 

1) Texte und Untersuchungen in der armenisch-grusinischen Philo- 
logie. Drittes Buch (Ausgaben der Fakultät der orientalischen Sprachen 
der kaiserlichen St. Petersburger Universität. No. 5). St. Petersburg 1901. 
HnnojiHTL, TojiKOBaHie ntciiH nicueft. rpy3HHCKiH xeKcrB no pyKoiiHCH X. 
BtKa, nepesoÄi» ct> ApMÄHCKaro, [ex oähoh) na.ieorpa(J)HHecKOH) laö^imeio] 
HadtÄOBajn., nepeBCjn. h H3;^a.n> H. Mapp-L. TeKCTM h paaMCKaiiifl no apMHHO- 
rpyamiCKOM (fflJOJioriH III (HsAamü (faRy^BTeia bocto^hmxx fl3MK0B*L ÜMnopa- 
TOpCKaro C. üeiopöyprcKaro yEHBepCHTera Jfi 5) C. noxepöyprt 1901. 

1* 



4 BoBwetsch. 

Mit anderen Forschungen beschäftigt, ist Marr mehr zufällig 
zu seiner Entdeckung geführt worden. Er suchte den Text der 
„Weisheit Balavars", der grusinischen Version der Erzählung 
von Barlaam und Joasaf, und ging zu dem Zweck auch die 
Handschriften der Bibliothek der „Gesellschaft zur Verbreitung 
der Bildung unter den Qrusinem" durch. Als er die in dem 
kurzen gedruckten Katalog verzeichneten Handschriften vergeblich 
durchforscht hatte, wurde er von dem Bibliothekar noch auf eine 
Anzahl von Handschriften aufinerksam gemacht, die bis dahin noch 
nicht katalogisiert waren. Bei der Durchsicht dieser Handschriften 
hat Marr sie zugleich numerirt und in grusinischer Sprache kurz 
beschrieben. Ohne sein V^issen und ohne seinen Namen ward 
diese Beschreibung in der Zeitung Iberija 1888 veröflFentlicht. 
Eine der charakterisierten Handschriften, aus Schatberd stammend, 
zog sofort die Aufmerksamkeit auf sich durch ihren Belang für 
die grusinischen Annalen. Marr selbst schrieb zunächst diesen 
für die Geschichte Grusiens wertvollen Teil der Handschrift ab, 
um ihn herauszugeben, ward jedoch durch sonstige Arbeiten 
daran verhindert. Andere machten daher Mitteilungen, edierten 
die betreflFenden Abschnitte und untersuchten den Wert ihrer 
Angaben. Dabei zeigte sich, dass die Handschrift der zweiten 
Hälftie des 10. Jahrhunderts angehört — eine Thatsache, die 
Marr durch den Hinweis auf den Schriftcharakter der armeni- 
schen Beischriften des grusinischen Abschreibers, sowie durch 
paläographische und linguistische Beobachtungen sicher gestellt 
hat (§ 24 — 30 seines Buches) — , und dass sie sehr wertvolle 
Denkmäler der altgrusinischen Litteratur enthält Erst Marr 
jedoch erkannte in vollem Mass diese Bedeutung der Handschrift; 
er machte sie daher zum Gegenstand einer eingehenden Unter- 
suchung, nachdem sie ihm zur Benutzung in St Petersburg 
überlassen worden war. In seiner im Eingang namhaft gemachten 
Schrift legt er nun die ersten Ergebnisse seiner Erforschung 
jener Handschrift vor durch eine Charakterisierung derselben, 
einen Bericht über die in ihr enthaltenen Schriften Hippolyt's, 
durch eine mit einer russischen Übersetzung verbundene Edition 
seines Hoheliedkonmientars und durch eine Untersuchung der i 

grusinischen Version dieses Kommentars in sprachlicher und 
sachlicher Hinsicht. Marr hat es sich somit angelegen sein 
lassen, nicht nur seinen Fund zugänglich zu machen, sondern 



Hippolyt's Kommentar zum Hohenlied. 5 

ihn zugleich in sorgföltiger wissenschaftlicher Bearbeitung dar- 
zubieten. Galt sein Interesse zunächst der Frage nach den alt- 
grusinischen Übersetzungen aus dem Armenischen, so wurde das- 
selbe doch bald auch durch die Bedeutsamkeit seiner Entdeckung 
für die Kenntnis Bippol3rt*s in Anspruch genommen; er hat daher 
Sorge getragen, auch nach dieser Seite hin den Inhalt seiner Hand- 
. Schrift wissenschaftlich zu verwerten. Wie er den Kommentar 
zum Hohenlied herausgegeben und mit einer sorgfaltigen Unter- 
suchung begleitet hat, so hat er auch genau darüber unterrichtet^ in 
wie weit die Schatberd'sche Handschrift durch ihre Mitteilung 
noch anderer Schriften Hippolyt*s unsere bisherige Kenntnis be- 
reichert. 

Die Schriften Hippoljt's nehmen nämlich in dieser Hand- 
schrift (vgl. Marr S. IV) 178 Folioseiten ein, S. 256—433, in je 
zwei Columnen. Es sind 1. S. 256—284 die Erklärung der Seg- 
nungen Moses, 2. S. 284 — 314 „das Wort" über die Segnungen 
Jakobs, 3. S. 314—327 die Erklärung von David und Goliath, 
4. S. 327-357 die Erklärung des Hohenlieds, 5. S. 357—390 De 
antichristo, 6. S. 390—410 die Abhandlung über den Glauben 
und 7. S. 410—433 die Abhandlung über die Gestalt des Ge- 
lübdes. Durch Marr sind wir auch über den Anfang und Schluss 
der betreffenden Abhandlungen orientiert (S. XX— XXIX). Ich 
gebe sie im Folgenden wieder. 

Marr hat aber auch darauf aufmerksam gemacht, dass Hippo- 
lyt's Erklärung des Segens Moses im Armenischen noch vor- 
handen ist. In einer Schrift Zarbanaljan's (Venedig 1889 S. 556) 
findet sich nämlich ein Fragment aus einer Handschrift der 
Mechitaristen zu Venedig, welches nach Marr (XXII) diesen Text 
als die Vorlage der grusinischen Übersetzung zu erweisen scheint. 
Die Seiten, auf denen sich in jener Handschrift die Erklärung 
des Segens Moses findet, habe Tschrak*jan (1900 S. 253) an- 
gegeben. In ebenderselben Handschrift finde sich auch S. 308 — 338 
(nach Tschrak*jan S. 253) der armenische Text des Segens Ja- 
kobs; Zarbanaljan teile S. 556 die Überschrift und den Anfang 
mit Im armenischen Text geht richtig die Erklärung des Segens 
Jakobs der des Segens Moses voran. Ist diese Anordnung schon 
die selbstverständliche, so empfängt sie doch noch ihre ausdrück- 
liche Bestätigung durch den Eingang der Erklärung des Segens 
Moses, welcher auf den Segen Isaaks und Jakobs zurUckblickt. 



5 Bonwetsch. 

Die Auslegung Hippolyt's zu den Segnungen Moses 
in Beziehung auf die zwölf Stämme. Kyrie eleison! 

Da in den ersten Büchern gesagt ist von den Segnungen 
seiner Söhne durch Isaak und nicht verschwiegen ist die Be- 
5 deutung der Dinge, die sich vollzogen hatten, ebenso kund ge- 
than ist die Segnung der zwölf Söhne durch Jakob, und auf 
solche Weise offenbart, was das für Segnungen sind, die damals 
geschahen, und über wem sie sich vollzogen haben, was dies für 
Weissagungen sind, und an wem sie sich erfüllten, so fange ich 

10 jetzt an zu erzählen durch das Erbarmen Gottes von den Seg- 
nungen, mit denen Mose segnete die zwölf Geschlechter. 

Ende: Denn die Creaturen sind frei geworden „von der 
Knechtschaft der Vergänglichkeit zusammen" mit den Engeln, 
dem Menschengeschlecht und der ganzen Natur, sodass sie in 

15 solchem Zustand Gotte Lob bringen, lebendig gemacht durch 
den heiligen Geist — und der Nutzen von seiner Segnung, in- 
folge dessen die Heiligen geschmeckt haben das unvergängliche 
Brod des Lebens und trinken den unverweslichen Trank; ge- 
festigt durch jenes Wort bringen die geistigen Engel zusammen 

20 mit aller Creatur in ununterbrochenem Gesang (Lob) Gotte dar, 
welchem sei Herrlichkeit in die Ewigkeiten der Ewigkeiten. 
Amen. 

Abhandlung des heiligen Hippolyt von den Seg- 
nungen, mit denen Jakob segnete die zwölf Patriarchen. 

25 Um zu verfassen die Abhandlung (das Wort) von den Seg- 

nungen Jakobs, suche ich die Segnungen vom Herrn; denn wer 
von den Menschen kann aussagen von den geistlichen Büchern, 
wenn nicht die Weisheit von oben ihm zur Gehüfin im Werk 
sein wird? Oder wer kann die Worte ausdrücken, die nicht auf- 

30 deckbaren, geschrieben von den seligen Propheten auf allegorische 
Weise. 

Ende: Wie Paulus selbst bekennt und spricht: „Ich bin 
nicht wert, ein Apostel zu heissen, da ich sehr verfolgt habe die 

12 Rom. 8, 21. — 32 L Kor. 15, 9. 10. 

14 „der ganzen Natur", „allem Zuwachs"? vsem priplodiem | 18 „Trank 
der Unverweßlichkeit**? | 22 Eb fehlen hier mindestens 2 Seiten, das 8. Blatt 
des 17. Heftes, zwischen S. 204 und 2^35 (Marr) | 23 „Abhandlung** so- 
6inenie | 25 „die Abhandlung**, „das Wort** slovo. 



Hippolyt'fl Kommentar zum Hohenlied. 7 

Kirche Gottes. Aber durch das Erbarmen Gottes bin ich das, 
was ich bin". Deshalb nannte Rahel bei seiner Geburt „Sohn, 
Krankheit für mich" (den) Benjamin. Sie sagte es prophetisch 
von Zukünftigem, da Paulus, geboren im Geschlecht Benjamins, 
beunruhigte und bedrängte gleichsam seine Mutter d. h. die Kirche 5 
selbst, vertilgend alle, wer den Namen des Herrn anrief. Zu 
Anfang war er der Bringer von Schaden und Ankläger, darnach 
bekehrte er sich und breitete über alle aus die geistige, himm- 
lische Speise; als Erster predigte er den Völkern Christum, wel- 
chem auch wir wiedergeben mit Glauben Dank in die Ewig- 10 
keiten der Ewigkeiten. Amen. 

Die von Hippolyt verfasste Auslegung über David 
und Goliath. 

Die Geheimnisse, die enthalten sind im alten Gesetz, des 
seligen David, des durch Gesang und That vollkommenen Pro- 15 
pheten, können leicht von dem erkannt werden, der mit Glauben 
durchliest die heiligen Bücher. — Wer wird sich nicht wundern 
über den seligen David, der von Jugend auf in sein Herz schrieb 
die Geheinmisse Christi. Oder wer wird sich nicht wundern 
über die offenbaren Worte, die von ihm gesagt wurden. 20 

Ende: Weshalb eiferst du gegen den Gerechten, wenn durch 
Gott der gross gemacht wird, der von ihm war und jetzt. Fleisch 
geworden, verherrlicht wird mit dem Vater? Du bist König nur 
über sechshunderttausend, Christus aber über alle Creaturen, Du 
bist König über die irdischen Menschen, Christus aber über die 25 
Himmlischen, Irdischen und unterirdischen. Du bist König als 
ein Mensch der zeitlichen Welt, Christus aber bleibt der ewige 
und vollkommene König, jetzt und immerdar und in die Ewig- 
keiten der Ewigkeiten. Amen. 

Des seligen Hippolyt Erzählung von dem Ende der 30 
Zeiten, verfasst nach den heiligen Büchern, über Chri- 
stus und den Antichristen. 



2 Gen. 35, 18. — 5 Act. 9, 14. 21. 

24 „sechshundertiaußend": vgl. Ex. 12, 37 (Num. 11, 21) | 30 Aus De 
aniichr. fehlen zwei Blätter: zwischen S. 360 und 361 der gegenwärtigen 
Pagination, das 1. Blatt des 24. Heftes, und ein Blatt zwischen S. 368 und 

369 (Marr). 

Texte u. Untersuchungen. N. F. VIII, 2^. 2 



g Bonwetsch. 

Die Abhandlung (Das Wort) des heiligen Hippolyt 
vom Glauben. 

Wir glauben so, wie wir getauft worden, und preisen so, 
wie wir erleuchtet wurden durch die Taufe im Taufbassin. Wir 
glauben an den Namen des Vaters und Sohnes und heiligen 
Geistes, wie der Erlöser im Evangelium zu den Jüngern sprach: 
„Gehet von hier, lehret alle Heiden und taufet sie in den Namen 
des Vaters und Sohnes und Geistes", denn es ist Eine Wesenheit 
bei der wunderbaren Dreieinigkeit 

Ende: Wie können wir, Creaturen und Geschöpfe, erfor- 
schen und erkennen den Hohen? Wie können wir, die wir einen 
Anfang haben, geschaffen durch den Anfangslosen, erforschen 
den Unerreichbaren, welchem sei Herrlichkeit in die Ewigkeiten 
der Ewigkeiten. Amen. 

Die Abhandlung unseres heiligen und seligen Vaters 
des Erzbischofs Hippolyt Die Gestalt (Weise) des Ge- 
lübdes. 

Wahrhaftig ist das Wort, welches ich rede, und es verdient 
angenommen zu werden mit aller Richtigkeit, um uns aufeuwecken 
vom Schlaf zu dieser Stunde und um zu erheben auf unseren 
Armen unsere Herzen in der Richtung zu Gott im Himmel, damit 
er uns mache zu Wachenden, wenn er kommt, wenn der Haus- 
herr plötzlich da sein wird. 

Ende: Du aber, Geliebter, lies und lerne und mühe dich zu 
thun und zu erfüllen das Gesetz des Herro, damit du habest Er- 
wägung und Sorge jede Stunde. Und wenn du dieses Buch 
durchliesest, beschwöre ich dich, Geliebter, bei deinem Leben, 
stehe auf und bete den Herrn an und gedenke meiner, des Sün- 
ders, in deinem heiligen Gebet, und alle gemeinsam werden wir 
aussprechen Lob und Herrlichkeit dem Vater und Sohn und 
heiligen Geist, jetzt und inmierdar und in die Ewigkeiten der 
Ewigkeiten. Amen. 

Die Auslegungen des Segens Jakobs und Moses zeigen sich 
als eng zusammengehörend und zugleich mit dem Segen Isaaks 
verbunden; sie haben offenbar ein Ganzes gebildet Damit trifft 
nun zusammen, dass neben einigen Fragmenten zu Gen. 1 — 3 
(Hipp. Werke I, 2 S. 51—53) nur zu Gen. 27 und 49 echte grie- 
chische Fragmente von Erklärungen Hippolyt's zur Genesis er- 



Hippolyt's Kommentar zum Hohenlied. 9 

halten sind (Werke I, 2 S. 54—71). Die auch von Marr (S. XXIII) 
im Anschluss an Zarbanaljan und Tschrak^jan vertretene Annahme, 
dass es sich um Bestandteile des Genesiskommentars Hippolyts 
(Hieron., De vir. ill. 61) handele, empfiehlt sich daher nicht Viel- 
mehr hat schon H. Achelis (Texte und Unters. N. F. I, 4 S. 110) 
mit Recht geurteilt, dass dem Verfasser der Oktateuchkatene, 
Prokop, das Werk In Genesim nicht vorgelegen haben kann. 
Die Anfänge der Genesis hatte Hippolyt in Elg trjv BgarniSQOV 
und Mq xa fisra xrjv s^arjfieQov behandelt (Eus. H. E. VI, 22). 
Woher Prokop seine Excerpte zu Gen. 27 und 49 entlehnt hat, 
ist durch die Entdeckung Marrs deutlich geworden. 

Weitere griechische Fragmente — allerdings nun nicht in 
Prokop's Oktateuchkatene, sondern bei Leontius^) und im Era- 
nistes, Dial. II, des Theodoret — liegen zum Pentateuch bezeich- 
nender Weise nur noch zu den Segenssprnchen Bileams und zum 
Segen Moses Deut. 33 vor. Theodoret citiert ix rov Xoyov rov 
sig TfjP wÖT^v Tfjv fdayaJiTjv. Die „grosse Ode" hiess Deuterono- 
mium 32^), die von Theodoret mitgeteilten Fragmente scheinen 
sich aber auf Deut. 33, 26 und 34, 6 zu beziehen. Danach wären 
in jener Schrift Deut. 32 — 34 Gegenstand der Auslegung gewesen. 
Ein sicheres Urteil wird erst die Edition des grusinischen und 
armenischen Textes ermöglichen, denn es könnte ja immerhin 
Hippolyt auch Deut. 32 selbständig neben Deut. 33 behandelt 
haben, so wenig wahrscheinlich dies auch von vornherein ist. — 
Die Fragmente zu den Segenssprüchen Bileams können nicht 
wohl einen Bestandteil des Werkes zu Gen. 27. 49, Deut. 33 ge- 
bildet haben, denn sonst wäre ihrer im Eingang zur Auslegung 
des Segens Moses ebenso gedacht wie der Segnungen Isaaks und 
Jakobs; dass die Auslegung jener Segenssprüche der einer der 
anderen Segnungen eingegliedert gewesen und von Leontius irr- 
tümlich als selbständige Abhandlung angesehen worden, ist noch 
weniger wahrscheinlich. Aber dem Ausleger der Segenssprüche 

1) In den Schriften Contra Monophysitas und Contra Neaiorianos et 
Eutychianos, von denen, nach Loofs, Leontius von Byzanz and die gleich- 
namigen Schriftsteller der griechischen Kirche , Texte u. Unters. III, 1. 2 
S. 22 if. 175 ff., dieses ein echtes Werk des* Leontius ist, jenes auf einen Teil 
seiner 2/(SAm zurückgeht 

2) Vgl. Achelis in den Nachrichten der Gott. Ges. d. Wiss. Phil.- 
hist. Kl. 1896 S. 273. 

2* 



10 Bonwetsch. 

Isaaks, Jakobs und Moses mussie auch eine Behandlung der 
Bileamsprüche nahe liegen^). 

An der Echtheit der Auslegungen des Segens Jakobs und 
Moses wird schwerlich gezweifelt werden. Entscheidend wird 
natürlich das Verhältnis zu den schon bisher bekannten Stücken 
sein. Aber schon jetzt, wo wir nur den Eingang und Schluss 
dieser Auslegungen kennen, scheint mir die Sache klar zu liegen. 
Tragen doch die die Erklärung des Segens Moses einleitenden Worte 
eine so ausgesprochen hippolytische Färbung wie nur möglich. 
Man yergleiche etwa die Rückbeziehungen im Danielkonmientar 
auf frühere Bücher, z. B. IV, 3 S. 190, 1 oder besonders auf De 
antichristo in IV, 7 S. 200, 1 ff. 'Exsl oiv g)&aaaPTSg xal iv ixBQCp 
Xoycp XEQi TovTcop äjcoöeöcixafisp top Xoyop, ti^p re . . ovx 
iöicojti^öafisp mit den Worten: „Da in den ersten Büchern 
gesagt ist . . und nicht yerschwiegen". Charakteristisch ist die 
Berufung auf die Hilfe der Gnade Gottes als notwendige Bedin- 
gung für alle Unterweisung (Segen Moses ob. S. 6, 9 f. „so fange 
ich jetzt zu erzählen durch das Erbarmen Gottes'^ Segen Jakobs 
S. 6, 26 ff. „suche ich die Segnungen des Herrn, denn wer von den 
Menschen kann aussagen von den geistlichen Büchern, wenn 
nicht die Weisheit von oben seine Gehilfin sein wird?" u. s. w.). 
Ganz der gleiche Hinweis kehrt bei Hippolyt immer wieder: 
z. B. zu Dan. IV, 7 S. 202, 13 f. «? X^Q^^ ^^v &eov jtXovcla}q hc- 
diöaöxei rovg kjt avrm ^jLJtixozac, UI, 19 S. 160, 11 f svlaßriq . . 
lX(OP x^Q^^ ^«^ ootplap jtaga ß-eov. De ant. 2 S. 5, 12 f. Xiyoiiep 
ovx i§ lölag ^fiwp httpolaq. 

Auch die Echtheit der bisher völlig unbekannten exegeti- 
schen Abhandlung über David und Goliath dürfte schwerlich 
Beanstandung finden. Der Eingang der Schrift erinnert ganz 
unmittelbar an den des Danielkommentars: I, 1, 1 Trjp {xov fiaxa- 
Qiov) JapiTjX . . ix jtaiöog dpaazQotpfiP . ., . . (laQTVQTjacDP ooicp xal 
öixalo) dpögl JtQoq>i^ri;j xal fiaQzvQi Xqiotov yeyBPfjfiBpq}. Zu 
vergleichen ist auch De antichr. 2 S. 4, 16 ff. ol (tax. nQoq)if}xat . . 
jtQooQCOPXBq dia Jtlcxecoq xa xov Xoyov fivaxi^Qia und 5, 15 xolg 
oQ&wg JtiöXBVBip övpa/iipoig. Nicht minder gemahnt die Aus- 
drucksweise: „wer wird sich nicht wundern über die offenbaren 

1) Wie viel von dem in der arabischen Catene (Hippolyt's Werke I, 2 
S. 85 ff.) Erhaltenen auf üippolyt zurückgeht (etwa zu Gen. 38 1, läset sich 
noch nicht entscheiden. 



Hippolyt's Kommentar zum Hohenlied. H 

Worte, die von ihnen gesagt wurden" an In Dan. II, 30, 4 S. 100, 4 
d-avfiaCTa yag iöriv, äyajtrjTol, xa vjto x&v tqccöp Jtalöcov . . Xela- 
X7]fidva, So, wie diese Auslegung schliesst, pflegt Hippolyt seine 
Werke oder deren einzelne Bücher zu schliessen. Auch mag 
man vielleicht an das eljti fioi, Naßovxoöovoacog In Dan. II, 
33, 2 S. 106, 11 durch die Frage an den gegen den wahrhaftigen 
David eifersüchtigen König erinnert werden*). 

Die Überschrift „Erzählung vom Ende der Zeiten** liess zu- 
nächst eine Übersetzung der so viel gelesenen Schrift IIsqI Ow- 
xeXelag rov xoöfiov erwarten. Statt dessen hat Marr unter jenem 
so bezeichneten Werk die echte Schrift De antichristo erkannt. 
Er glaubt auch eine wesentliche Übereinstimmung mit dem durch 
die altslavische Übersetzung repräsentierten Text konstatieren zu 
dürfen. Sonst hebt er unter Anderm hervor, dass als Zahl des 
Antichristen 661 angegeben wird, und De ant. 52 S. 35, 10 für 
enl TvQOP xal 2i6mva vielmehr kjti Tvqov xal BtjQvrbv wie 
in den Handschriften von Evreux und Rheims steht. 

Bisher völlig unbekannt sind auch die Abhandlungen „Vom 
Glauben" und „Von der Gestalt (Weise) des Gelübdes'*. 
So unmittelbar einleuchtend ist hier die Echtheit nicht, wie in 
Bezug auf die anderen Schriften. Aber man wird dem Satz 
„Eine Wesenheit bei der wunderbaren Dreieinigkeit** noch kein 
Argument gegen die Abfassung der ersteren Abhandlung durch 
Hippolyt entnehmen können, und eine wenigstens etwas ähnliche 
Aufforderung zur Fürbitte findet sich auch am Schluss von Ter- 
tuUian in De baptismo^). Die Polemik gegen die Juden und 
gegen Sabellius, in der Schrift „Vom Glauben**, spricht für Hippo- 
lyt; Contra Noet. 14 S. 53, 12 ff. ed. Lagarde wird Matth. 28, 19 
ähnlich wie hier verwertet ^). Die zweite Schrift wäre Marr ge- 

1) Ober eine von Marr S. 1 mitgeteilte Beziehung zum Eingang des 
Hoheliedkommentars s. zu I, 2. 

2) De bapt. 20 S. 218, 15 tan tum oro, ut, cum petitis, etiam Tertulliani 
peccatoris memineritis. 

3) Noch eine Stelle aus der Schrift „Vom Glauben" teilt Marr zu 
Hoheliedkommentar Cap. 1 Zeile 38 mit: „Denn es bezeugt der Psalter 
(Ps. 109 [110], 3) in seiner Lobpreisung, dass vor der Morgenröte sein Name 
war und in ihm sich segneten (gesegnet wurden) alle Völker der Erde. 
Mit diesem Wort thut er uns kund von seiner Geburt im Leib, aber damit, 
dass er sagte: ,Aus dem Leibe vor der Morgenröte habe ich dich geboren' 
zeigt er uns seine Gottheit". 



12 Bonwetsch. 

neigt mit der Schrift Hippolyt's IlBQi d^eov xal öaQxog ävaora- 
oe(og zu identifizieren, da der Betrachtung über Gott und die 
Auferstehung des Fleisches eine hervorragende Stellung eingeräumt 
ist (S. XXIX). Der Satz: „Du aber, Geliebter, lies und lerne und 
mühe dich zu thun und zu erfüllen das Gesetz des Herrn, damit du 
habest Erwägung und Sorge jede Stunde" entspricht thatsächlich 
der Art Hippolyt's. Das Zusammenstehen der beiden Schriften 
aber mit lauter anerkannt echten erweckt jedenfalls ein günstiges 
Vorurteil. Bestimmteres lässt sich erst nach erfolgter Heraus- 
gabe sagen. 

2. Die grusinische Übersetzung des Hoheliedkom- 
mentars und die Fragmente. 

In seiner gegenwärtigen Schrift hat Marr Hippolyt's Kom- 
mentar zum Hohenlied, der in der Schatberd'schen Handschrift 
die 4. Stelle einninmit, vorgelegt Dieser Kommentar erstreckt 
sich aber nur bis Hob. 3, 7, d. h. bis dahin, wo auch die slavi- 
sehen Fragmente mit einer Doxologie schliessen. Das syrische 
Fragment, welches auch ich mit den Früheren glaubte für der 
Auslegung von 4, 16 entstammend ansehen zu müssen, ist yiel- 
mehr ein Bestandteil der Erklärung von 1, 2, wie der grusinische 
Text zeigt. Da somit kein bisher bekannt gewordenes Fragment 
des Hoheliedkommentars, sei es in syrischer, armenischer oder 
altslavischer Sprache, den Abschnitten nach 3, 7 angehört, da 
femer doch vorauszusetzen ist, dass der grusinische Text wirklich 
den ganzen Konmientar Hippolyt's darbiete, so hat Marr die 
Frage gestellt, ob die Erklärung Hippolyt's sich überhaupt auch 
auf die weiteren Abschnitte des Hohenlieds erstreckt habe, und 
sie auf Grund jenes Thatbestandes verneint. Im Eingang seines 
Kommentars spricht Hippolyt es aus, dass das Hohelied nur 
,,drei Lieder** enthalte. Seine Erklärung wird sich auf das erste 
dieser Lieder beziehen. Irgend welche Umstände können ihn daran 
verhindert haben, auch die beiden anderen „Lieder** zu kommen- 
tieren. Mit Sicherheit lässt sich jedoch nicht urteilen. — Könnte 
vielleicht ein anderer Weg zum Ziele führen? In meinen „Studien 
zu den Kommentaren Hippolyt's zum Buche Daniel und zum 
Hohenliede" habe ich zahlreiche Ausführungen Späterer zum 



Hippolyt's Kommentar zum Hohenlied. 13 

Hohenlied aus Hippolyt's Eommentar zu erklären gesucht Marr s 
Fund hat dies bei Einzelnem auch bestätigt, und Marr selbst 
hat z. B. S. XY A.. 1 darauf hingewiesen, dass Ambrosius De 
yirg. 11 thatsächlich, wie ich vermutet, Hippoljt entstamme. 
Aber schon Riedel ^) h|itte auf ein Doppeltes aufmerksam ge- 
macht: einmal nämlich darauf, dass sich manches von mir Heran- 
gezogene aus Origenes erkläre; sodann darauf, dass bei der so 
häufigen Verwechslung der Lemmata in den Catenen aus der 
Übereinstimmung von Hippolytfragmenten mit der Erklärung 
des Philo von Carpasia noch nicht auf eine Abhängigkeit des Letz- 
teren geschlossen werden dürfe. Die grusinische Übersetzung hat 
ihm Recht gegeben.^) Daher wird um so grössere Vorsicht geboten 
sein bei etwaigen Rückschlüssen von scheinbar hippolytischem 
Gut bei späteren Exegeten auf das Vorhandensein einer Aus- 
legung Hippolyt's auch zu Höh. 3, Sff. Denn selbst wenn diese 
Späteren aus Hippolyt geschöpft haben, ist noch nicht erwiesen, 
dass gerade eine Auslegung des Hohenliedes ihre Quelle war. 
Hippolyt's Stimme scheint mir allerdings in der in den „Studien 
zu den Kommentaren Hippolyt's etc.^* S. 17 f. mitgeteilten Stelle 
aus De Isaac et anima 8 § 77 S. 695, 8 ff. zu Höh. 8, 6 thatsäch- 
lich durchzuklingen. Ich wiederhole daher die bezeichnendsten 
Wendungen: Hunc ignem in terram misit dominus lesus . . hoc 
igne inflammayit corda apostolorum suorum, sicut testatur Cleopas 
dicens Lc. 24, 32 . . . Paulus . . apostolus factus qui persecutor 
advenerat (dazu s. o. S. 6 f. den Schluss des Segens Jakobs) . . his 
alis Enoch raptus ad caelum. his alis evolavit Elias curru igneo 
et equis igneis ad supema translatus. his alis dominus deus 
per columnam ignis deducebat patrum plebem. has alas habuit 
Seraphim, quando sumpsit carbonem ignis de altari et tetigit os 
prophetae et iniquitates eins abstulit et peccata purgavit. harum 
alarum igne purgati sunt filii Levi et baptizantur populi natio- 
num . . . merito uri renes suos yolebat et cor suum David, qui 
alas igneas caritatis sciebat non esse metuendas. merito hebraei 
pueri in fomaci ardenti non sentiebant ignis incendia, quia cari- 

1) W. Riedeil Die Auslegung des Hohenliedes in der jüdischen Ge- 
meinde und der griechischen Kirche, Leipzig 1898, S. 52. 79 nnd 48. 

2) Auch die von mir aas einer Schrift „ErföUang der Weissagungen 
der Propheten" („Studien" S. 13) mitgeteilten Stellen hat Riedel S. 79 fast 
wörtlich bei Philo nachzuweisen gewusst. 



14 Bonwetech. 

tatis eos flamma refrigerabat. Vgl. auch Ambr., In ps. 118 serm. 
17, 31 (Migne SG 15 Sp. 1526). Ein Beweis aber dafür, dass 
Hippolyt auch diesen Teil des Hohenliedes kommentiert habe, 
liegt darin nicht. Die Frage bleibt somit eine offene. 

Neben dem grusinischen Text hat Marr für seine Ausgabe 
die altslaTischen Fragmente herangezogen, und zwar nach der 
Handschrift Nr. 31 der Gräfin üwarow, Nr. 579 der Sammlung 
Zarskijs. Mir war diese Handschrift bei meiner Ausgabe der 
Fragmente unbekannt geblieben, da alle meine Bemühungen, des 
Katalogs der Handschriften Zarskijs habhaft zu werden, keinen 
Erfolg hatten; für die Sache trug dies nichts aus, weil eine der 
von mir benutzten Handschriften mit der Uwarowhandschrift im 
Text so gut wie ganz übereinstimmt. Auf eine Edition der alt- 
slavischen Fragmente und eine Vergleichung ihres Textes im 
Einzelnen konnte Marr bei seiner andersartigen Aufgabe ver- 
zichten. Aber er hat S. XXXII f. aus jener Handschrift noch 
vier Fragmente mitgeteilt, deren Lemma sie Hippolvt als Ver- 
fasser zuspricht; zu HoheL 2, 9 b. 4, 12. 14 b. 5, 3. 

1. Bl. 28^— 29'- zu Höh. 2, 9. „Hindurchschauend durch 
Netze", wxmderbare Folge die Zahl (so; Wiedergabe von r^g 
dxojiov&iag . . (w&fi6g)\ „Hinter der Wand" verkündigend, als- 
dann von der Wand „durch die Thüren hindurchblickend", aber 
ich sage durch die Lehren der Propheten, denn geweissagt durch 
Jesaja und gepredigt durch Jeremia, durch Daniel aber offenbart. 
Durch diese aber alle hindurchblickend wie durch ein Fenster. 
Die Netze aber schon nicht „hindurchblickend". Damals nun er- 
schien er bald ihnen, bald ging er hinweg. „Hindurchblickend" 
aber gab er sich ganz. Das Netz sind die Apostel, denn mit 
den Fischergeräten . . (Pnakamenenymi; öc avrfjg rijg ovofiaalag 
twv aluvTixAv oQyavmv) weissagt er die Berufung der Apostel, 
zu denen er selbst sprach: „Gehet mir nachfolgend und ich mache 
euch zu Menschenfischem. Sie aber verliessen die Netze und 
folgten ihm nach" (Mi 4, 20). Denn nämlich die Braut hindurch- 
blickend durch die Netze thut kund wie Fischergeräte weissagend^ 
von Fischern die Berufung zeigt sie an („Denn — z. s. an" < Philo). 
Denn deutlich thut auch das Gesagte kund. 

2. Bl. 76^— 77V zu Höh. 4, 12. Von der Quelle lehrt das 
Sprichwort ein Wort: „Die Quelle deines Wassers sei dir allein" 
(Prov. 5, 18). Denn was er dort wehrt, einer fremden Quelle 



Hippolyt*8 Kommentar zum Hohenlied. 15 

(Marr XXXIII) teilhaft zu sein, hier aber bezeugt er, sich über- 
haupt nicht in eine fremde Quelle zu ergiessen. Aber es ist 
„eine bewahrte Quelle" in Wahrheit bewahrt, die Kraft der ver- 
nünftigen Seele, die alle Gedanken in uns bewegt {ßQvovöa) und 
strömen lässt. Wenn sie nun zum Nützlichen unseren Willen 
bewegt, so ist sie „versiegelt". Wenn aber etwa etwas Entgegen- 
gesetztes, dann in Fremdem eine verderbliche Sitte, und wird 
genährt nach der Weise der Domen, mit dem Rat der Gedanken 
sich bezeichnend, dass aber vertrocknen die Pflanzen der Tugend. 
Denn was die Gemeinschaft der ihrer Natur nach fruchtlosen 
Seele, deshalb spricht er: Einem fremden Quell sich nicht zu 
vermengen, das Siegel Christi, das Bad der Wiedergeburt. 

3. Bl. 79^ zu Höh. 4, 14b. „Myrrhen und Aloe** von dem 
edeldenkenden {evoxi^fiovog) Ratgeber Joseph. „Mit allen zuerst 
gewesenen Wohlgerüchen", dies aber ist mit allen früher be- 
grabenen Gerechten. 

4. Bl. 89^—89^ zu Höh. 5, 3. Wie wird „der Gestorbene 
gerechtfertigt von Sünde" (Rom. 6, 7), fromm hoffend {tpoßovfiai) 
wieder aufzuerstehen und zu leben. Wie wenn ich wie in den- 
selben zerstörten und feindlichen Sünden meine Füsse beschmutze? 
Hier aber ist das Wort zu Thomas, wenn er auch viel bezweifelt 
die Kunde, wegen des Nützlichen der Hindurchblickenden, gleich- 
wohl wegen des Bestandes der Nachfolge (o BiQfiog rtjg dxo- 
Xovd-lag) thut er dem Thomas das übrige kund. 

Hippolytische Färbung trägt keines der Fragmente. Bei 
Ambrosius korrespondiert ihnen nichts Charakteristisches; höch- 
stens mit Fragm. 1 De Isaac 32 S. 662, 1 prophetas itaque signi- 
ficat, per quos dominus genus respexit humanum. Thatsächlich 
gehören sie denn auch den beiden andern in der slavischen 
Catene excerpierten Autoren an: Fragment 1. 3. 4 Philo von Car- 
pasia Migne PG Sp. 65Df., 97 B, 101 Bf.; ebenda Sp. 97 A der 
Schluss von Fragm. 2; dies Fragment selbst aber ist Gregor von 
Nyssa Migne PG 44 Sp. 964 entnommen. Dies wird auch, wie 
mir mein Freund Professor L. Masing mitteilt, durch die Ser- 
giew'sche Handschrift bestätigt, die die Lemmata Philo resp. 
Gregor bietet 

Die grusinische Übersetzung des Kommentars ist nicht unmittel- 
bar aus dem griechischen Text geflossen, sondern aus einer armeni- 
schen Version. Den Beweis dafür liefert das Vorhandensein armeni- 



j^ß Bonwetsch. 

scher Worte (Marr S. LlXff.) und zwar solcher, die selbst in alten 
grusinischen Sprachdenkmälern nicht wiederkehren^ die aber zum 
Teil in den erhaltenen armenischen Fragmenten des Kommentars 
Hippolyt's an dem betreffenden Ort begegnen (Marr S. XV). Es 
fehlt auch nicht an armenischen Wendungen (S. Llllff.), und 
an durch die armenische Vorlage entstandenen Missverstandnissen. 
Auf ein besonders charakteristisches macht Marr S. XVI auf- 
merksauL Ep. 22 heisst es: „Auge der Sonne der Gerechtigkeit". 
Der grusinische Übersetzer verstand nämlich das armenische 
„aregakn" (Sonne) als Kompositum von „areg" (Sonne) und „akn" 
(Auge). Ebenso liest Kp. 8 die grusinische Übersetzung „Wein- 
stock" für „Stier** (vgl die altslav. Übersetzung und das syrische 
Fragment); Marr erklärt es aus der Ähnlichkeit zwischen ew 
ezn („und ein Stier'') und ew vazn („und ein Weinstock") bei 
armenischer Uncialschrift (S. LVII). Kp. 19 hat der Orusiner 
das armenische „patovar" (Schutz [der Einfriedigung rov JtQozci- 
XiCfiarog]) als patovast (Pfropfreis?) gelesen (Marr S. LVIII). 
„Nachdem er anerkannt hat*' hat der Grusiner mit „offen" über- 
setzt, was dasselbe armenische Wort ebenfalls bedeutet (ebd.). 

Die Frage lag nahe, ob nicht auch hier wie so oft auch die 
armenische Vorlage nicht eine direkte Übersetzung des grie- 
chischen Textes ist, sondern einer syrischen Version entstammt 
Marr weist jedoch darauf hin, dass die scheinbaren Merkmale 
eines syrischen Ursprungs des armenischen Textes nicht stich- 
haltig sind, da die auf das Syrische zurückgehenden Ausdrücke 
wie ,^elt der Zeit" für „Bundeslade" längst aus dem Syrischen 
in die armenische Bibel übergegangen waren. 

In der Schatberd'schen Handschrift liegt auch die grusi- 
nische Übersetzung nicht mehr in ihrer ursprünglichen Gestalt 
vor, wie Marr an durch die Einwirkung der lebenden Sprache 
hervorgerufenen sprachlichen XJngenauigkeiten nachweist Es 
fehlt in dem grusinischen Text auch nicht an einfachen Ver- 
schreibungen, namentlich Doppelschreibungen oder Auslassungen; 
Marr hat sie in seiner Übersetzung verbessert. Darüber, wie in 
der Handschrift zu lesen ist, bestehe nur höchst selten ein 
Zweifel Die grusinische Übersetzung ist eine durchaus buch- 
stäbliche. Marr selbst war bemüht (vgl. S. LXXIV), eine genaue 
und verständliche, erst in zweiter Stelle wörtliche Übersetzung 
zu geben. Zu bemerken ist noch^ dass nach Marr die grusinische 



Hippolyt's Kommentar zum Hohenlied. 17 

Übersetzung das grammatische Geschlecht nicht unter- 
scheidet, dass dieses daher von Marr nach dem Contezt gesetzt 
werden musste. Ebenso, dass für „Geheimnis" und „Gedanke" 
und för „früher" und „weissagend" der gleiche grusinische Aus- 
druck steht, dass hier bei der Wiedergabe also auch der Zu- 
sammenhang entscheiden musste. 

Gehört die grusinische Handschrift dem 10. Jahrhundert an 
und bietet sie schon nicht mehr die ursprüngliche Gestalt der 
Übersetzung, so ist diese fraglos alter. Wie sehr grusinische 
Übersetzungen aus dem Armenischen im 10. Jahrh. die Aus- 
nahme bildeten, zeigt die Entschuldigung des jenem Jahrhundert 
angehörenden Übersetzers einer Psalmenerklärung des Epiphanius 
in derselben Handschrift; auch sind die Armenismen hier andere als 
in der Hypolytübersetzung. Der durchaus archaistische Charakter 
der grusinischen Sprache in der letzteren erinnert an den der 
Bibelübersetzung. Also wird (so urteilt Marr S. XVI f.) die 
Hippoljtübersetzung in die Zeit der Vereinigung Grusiens mit 
Armenien und des grössten Einflusses der armenischen Litteratur 
auf die grusinische gehören, d. h. in die Zeit vor dem 9. Jahr- 
hundert Der Schrifbtext des Hohenliedes entspricht dem in 
einer Athoshandschrift des Jahres 978, der aber älteren Ursprungs 
ist, vorliegenden. 

Wie oben bemerkt, hat meine Vermutung einer reichlicheren 
Verwertung des Hoheliedkommentars Hippolyt's in der alten 
Kirche sich nicht bestätigt. Im Orient hat der durchschlagende 
Einfluss der dem Hohenlied gewidmeten Schriften des Origenes 
eine von der Hippolyt's abweichende Deutungsweise zur Geltung 
gebracht; im Abendland aber stand die Unkenntnis des Griechi- 
schen einer direkten Benutzung von vornherein zumeist im Wege. 
In Ghisler's *) den Vätern entnommenem Kommentar zum Hohenlied 
findet sich daher nur vereinzelt eine auf Hippolyt zurückgehende 
Deutung. Sie ist dann aber so gut wie ausschliesslich durch 
Ambrosius repräsentirt, oder — aber auch dies nur höchst 
selten — durch ihn Anderen vermittelt. Die schon in „Studien" etc. 
S. 10 ff. bei Ambrosius zu Hippolyt's Kommentar von mir nach- 
gewiesenen Beziehungen Hessen sich jetzt in solchem Masse ver- 



1) Michaelis Ghislerii Romani commentaria in Cantica canticorum. 
Antwerpen 1619. Mir von Berlin hierher gütigst überlassen. 



lg Bonwetsch. 

mehren, dass Ambrosius teilweise neben der grusinischen Version 
und den erhaltenen Fragmenten geradezu als ein weiterer 
Zeuge für den Text des Kommentars zu stehen konmit. 
Namentlich in seiner Erklärung zum 118. Psalm hat Ambrosius 
aus Hippolyt's Werk geschöpft. In den Anmerkungen zum Text 
habe ich die mir bekannten Entlehnungen des Ambrosius an- 
gefügt 

Marr's russische Übersetzung der grusinischen Version (G) 
des Kommentars gebe ich deutsch wieder, ebenso daneben die 
altslavischen (S) und armenischen (A) Fragmente; die nur wenigen 
und kurzen syrischen (R) erschien mir praktischer in den An- 
merkungen beizufügen. Ich habe jene Fragmente bereits zumeist, 
nebst dem Excerpt des Anastasius Sinaita aus dem Eingang, in 
der Berliner Ausgabe des Kommentars mitgeteilt, — das umfang- 
reiche armenische Fragment in der auch jetzt wieder vorgelegten, 
damals gütigst für mich angefertigten Übertragung von Herrn 
Archidiaconus Lic. Karapet ter Mkrttschian. Marr hat aber auch 
hingewiesen auf noch weitere in der slavischen Catene vorhandene 
Fragmente, die sich nur erst jetzt als hippoly tisch feststellen 
Hessen, da ihnen das Lemma „Hippolyt" fehlt. Auch diese Frag- 
mente sind von mir beigegeben. Dem Liebesdienst zweier Dor- 
pater Freunde danke ich die Möglichkeit hierzu. Herr Ober- 
bibliothekar Dr. Schlüter in Dorpat hatte die Güte, für mich um 
die Übersendung der betrefifenden Handschriften nach Dorpat 
sich zu bemühen. Es sind jene No. 579 der jetzt im Besitz der 
Gräfin Uwarow befindlichen Bibliothek Zarskijs und die bereits 
von mir in den mit dem Lenmia „Hippolyt" bezeichneten Stücken 
verglichene Handschrift No. 730 der Troice-Sergiewschen Laura. 
Mein lieber Freund, Professor Dr. L. Masing, aber bestimmte 
nicht nur einen kundigen Slavisten, Herrn S. ßozanow, alle 
Hippolyt angehörenden Stücke aus beiden Handschriften für 
mich Zeile für Zeile abzuschreiben, sondern hat auch selbst die 
Abschriften nochmals coUationiert. Der erlauchten Gräfin, 
der Leitung der Troice-Sergiew'schen Laura, den beiden 
Dorpater Freunden und Herrn ßozanow sei für ihre Güte 
und Hilfe der wärmste Dank gesagt. Derselbe sei auch 
Herrn Karapet ter Mkrttschian ergebenst wiederholt. 

Die Handschrift der Sergiew'schen Laura stammt aus der 
ersten Hälfte des sechzehnten Jahrhunderts. Sie ist ein Quart- 



Hippolyt's Kommentar zum Hohenlied. 19 

band mit 23 Zeilen auf der Seite. Die Hippoljtfragmente stehen 
auf Bl. 256^^—288^ und 354^—360^, es hat also eine gewisse 
Umstellung stattgefunden. Diese Handschrift (T) ist, wie die 
Übereinstimmung mit dem grusinischen Text (G) zeigt, der beste 
Repräsentant der slavisch erhaltenen Hoheliedcatene. — Ihr 
gegenüber repräsentieren die Uwarowhandschrift No. 579 der 
Bibliothek Zarskijs (U) und die beiden Handschriften der Mos- 
kauer Synodalbibliothek No. 548 (M) und No. 673 (N) — alle 
drei saec. XVII — einen gemeinsamen Typus. „Das Wort" 
bietet z. B. 21, 2 richtig (vgl. G) T; dagegen „des Wortes" 
MNÜ; ebenso 22, 2 „der Gerechtigkeit" T, dagegen „den Ge- 
rechten" Mü, „wunderbar*' N; 27, 9 „Erzähler" T, „Sieger" MNÜ; 
27, 7 „Verschiedene" richtig T, „Geistige" MNU; 27, 7 lassen 
MNÜ aus „vermögend — an der Hüfte", ebenso 27, 10 „Denn 
nicht war Salomo das Bett". Enger noch als mit N sind M 
und U mit einander verbunden, vgl. 27, 5 wo MTJ „Grab" grob 
lesen statt „Ehe" brak. Ob eine der beiden Handschriften eine 
Abschrift der andern ist, wage ich nicht zu bestimmen, da ich 
sie nicht selbst eingesehen habe; für die Sache ist es irrelevant. — 
Über die Handschrift No. 15 des Siiskischen Antoniusklosters 
(vgl. meine Notiz bei Harnack, Gesch. d. altchr. Litt. I, 896) 
vermag ich auch jetzt nichts zu sagen. Auch die Zeit der alt- 
slavischen Übersetzung vermag ich nicht zu bestimmen. 

Die Vergleichung der slavischen (S) und armenischen (A) 
Fragmente ermöglicht ein Urteil über den Text der grusinischen 
Übersetzung. Wir erkennen, dass es sich hier in der That um 
die Erklärung Hippolyt's (oder einen Teil derselben) handelt, 
und dass wir es hier nicht mit einem blossen Excerpt zu thun 
haben. Gelegentlich übertrifft allerdings der Text der slavischen 
Fragmente den von G. Am Schluss von Kp. 25, 3 z. B. bietet 
G nur: „entführe mich hinauf in den Himmel"; dagegen S: „Denn 
es fangt mich die Schlange und wieder sucht sie durch mich 
eine Falle zu stellen, wieder müht sie sich den Adam zu besiegen. 
Führe mich in den Himmel." Aber da handelt es sich offenbar 
um eine versehentliche Auslassung eines Abschreibers oder Über- 
setzers. Stets muss man sich auch gegenwärtig halten, dass der 
grusinische Text, dessen deutsche Wiedergabe einer russischen 
Übersetzung ich vorlege, mindestens schon eine frühere Version 
und nicht das Original zur Grundlage hat Eben deshalb war 



20 Bonwetsch« 

es auch angezeigt, ihn so, wie er überliefert ist, wiederzugeben, 
und nicht etwa ihn aus den parallelen Überlieferungen zu emen- 
dieren. Auch eine Notierung aller Abweichungen in den An- 
merkungen hätte m. E. nur verwirrend gewirkt; doch glaube 
ich durch meine Angaben einen Einblick in das Verhältnis der 
Yorliegenden Texte zu ermöglichen. Sie zeigen eine weitgehende 
Übereinstimmung, nur dass eine gewisse Kürzung in S zu Tage 
tritt Für den grössten Teil des Kommentars enthält S den 
parallelen Text; die Controlle durch Ambrosius zeigte dass wir 
wirklich die Erklärung Hippoljt's zu Höh. 1, 1 — 3, 7 noch 
besitzen. — Gegenüber den altslavischen macht sich ein engerer 
Zusanmienhang des armenischen Fragments mit 6 bemerkbar. 

Den Text des kurzen griechischen Fragments teile ich ohne 
die Hippoljt's Werke I, 1, 343 namhaft gemachten Varianten 
der einzelnen Handschriften mit Über die Abweichungen der 
vier slavischen Handschriften von einander glaubte ich doch 
orientieren zu sollen. 

Die Kapiteleinteilung ist die Marr's, die Unterabteilung ist 
von mir. 

3. Der Text des Kommentars. 

Die Auslegung des Hohenliedes. Eine Abhandlung des seligen 

HIppolytus. 

I. *Die Weisheit hatte Salomo, nicht, dass er selbst die 
5 Weisheit war. Er fand Gnade durch Gott, aber nicht, dass er 
selbst die Gnade war. Er war der Sohn Davids, aber nicht, dass 
er selbst auch Christus war. ^Ihm war Ton Gott die Gnade 
gegeben, drei Bücher zu verfassen in der Welt. In solchen drei 
Büchern offenbart er, geleitet von dem heiligen Geist, eine ge- 
10 wisse EjrafL Denn durch die Unterweisung der Gnade ward 
gefunden das Wort, und weil die Weisheit Wohnung bei ihm 
gemacht hatte, war er nicht ohne Teil mit Gott. 

^Drei gewisse Okonomieen bestimmt er ihm. Denn diese 
drei Bücher waren geredet durch den heiligen Geist nach dem 

11 Marr vergleicht Hipp, in der „Rede über David und Goliath" 
cod. Schatb. S. 316a— 316^ „Davon giebt Zeugnis dasselbe Buch und spricht 
(1 KöD« 18, 14): Und David vermochte Alles und der Herr war mit ihm''. 



HippolyVs Kommentar zum Hohenlied. 21 

Willen des heüigeD Oeistes und seines (Gottes?) heiligen Mundes. 
Der heilige Geist redete auch von der Dreieinigkeit, damit laut 
werde die Gnade des Vaters und des Sohnes und des heiligen 
Geistes. ^Denn durch die vorausschauende Weisheit yerfasst er 
(erstens) Sprichwörter, in denen sich ausspricht die wunderbare 5 
und I unerforschliche Gnade des Vaters; (zweitens) die Sammlung 
(Ecclesiastes) aus Büchern, worin er durch das Wort seiner 
Weisheit uns das Verdunkelte (in Dunkel Gehüllte) offenbarte, 
was der Sohn war; drittens richtet er gänzlich etwas ein vom 
heiligen Geist, durch dessen Lobpreisung der heilige Geist Viele 10 
lehrte, ^ünd so sind diese drei ein Buch der Einheit geworden. 
Das dritte aber war mit der Versiegelung des heiligen Geistes. 
Denn im ersten (sciL in den „Sprichwörtern*') ist kundgethan, 
dass der Vater wunderbar ist und der Reichtum von der Weis- 
heit; (das zweite Buch) thut der Welt kund, dass die Erde, der 15 
Sammelplatz der Finsternis, durch den Sohn belehrt wird und 
die Dunkelheit erlischt; das dritte, der Gesang zur Vergnügung 
des heiligen Geistes und Ausbreitung des Trostes, — es ist aber 
die Erkenntnis Gottes, Vielen aufgedeckt. 

**Und so, gewürdigt der Gnade von dem heiligen Geiste, 20 
spricht er: „Dieser ist es, der alles dieses geschaffen." Er natür- 
lich war nicht dieser selbst, aber er war ein Hörer und von ihm 
ward alles dies gelernt bei ihm (bei Gott). Denn das Wort rief 
durch ihn. Denn es selbst war die Weisheit und offenbarte in 
Beziehung auf uns ihm das, was dem Vater wohlgeföllig war 25 
den Propheten zu schenken, die vom Wort her handelten. An 
dieser Weisheit war er nicht ohne Anteil, aber die Weisheit 
selbst war er nicht. Aber mit ihm entfaltete sich die Weisheit, 
welche sprach: „Ich wurde vor allen Bergen geboren". Jetzt 
wurde diese Weisheit vom Vater geboren vor allen Bergen, 30 
durch welche Weisheit die Schönheit dieser Welt hergerichtet war | 

'Denn auf solche Weise offenbarte die Weisheit durch die 
mannigfaltige Gnade des Vaters uns die Ordnung (Eleganz) nach 
dem Willen des Vaters. Und als diese Weisheit Wohnung 
gemacht hatte in dieser Welt, da spricht sie sich wendend zu 35 



21 Sap. 9, 1. — 29 Prov. 8, 25. 

6 Marr 2 | 29 Maxr vergleicht eine Stelle aus der Schrift „Über den 
Glauben" S. 399: b. ob. S. 11, Anm. 3 | 32 Marr 3. 



22 Bonwetsch. 

Salomo: „Ich die Weisheit habe Wohnung gemacht bei dir, 
Gedanke (Gehein[inis) und Erkenntnis". Und so teilt die Er- 
kenntnis mit den Willen nach dem Gedanken des Vaters, wann 
sie den Gläubigen geschenkt worden ist. — ®TJnd so war diese 
5 Weisheit nichts anderes als Christus. Und Christus ist der 
Sohn. Und dass dies so ist, bezeugt der Apostel Paulus und 
spricht für Christus: „Wir verkündigen die Macht Gottes und 
die Weisheit Gottes". ^ Jetzt giebt sich diese Weisheit kund 
durch den Mund des seligen Salomo: die schöne Gnade, die 

10 Gabe des Geistes, spricht er aus in dem neuen Lied. Denn er 
sang ihm ein neues Lied, lehrend das Geheimnis (den Gedanken) 
der Offenbarung, woraus man erkennen kann, dass er von dem 
sprach, was später geschehen sollte. Diese Worte schreibt der 
Schreibende prophetisch, indem er yerfasst Schauspiele und 

15 Lieder. ^^Denn von ihm wird gesagt: „Er redete dreitausend 
Gleichnisse und fünftausend Lieder und von den Cedem des 
Libanon durchgehend bis zu den Gewächsen, welches auf den 
Dächern, und von den Vögeln und von den Thieren und von 
den Reptilien, die sich auf der Erde bewegen". 

20 **xal Jtov xaoa tj xlovcia avri] yvciacg; xov de ra fivöri^Qia 

ravra; xal Jtov al ßißZoi; dvatpegoprai yciq fiovai al jtaQOifilai 
[xal ri cofpia] xal o kxxkrjocaCTTjg xal zb aöfia x&v aöfiar(DV. 
^^rl ovv; iptvöexai ^ ygatpi^; fir] yivoixo* alXa jtoXXfj fiep rig 
vXrj yeyivrixai räv ygafifiarcov , o5g örjXol ro Xeyeiv adfia 

25 aöfiavcop, 

**Und wo ist alle diese grosse Erkenntnis? Oder wo ist 
das Geheimnis, das (der Gedanke, der) vorlängst gesagt worden 
ist? Es hat sich verborgen. Oder wer ist der, der dies aus- 
gesprochen? Wo sind diese Bücher? Denn es sind vorhanden 

1 Prov. 8, 12. - 7 1 Kor. 1, 23. 24. — 15 1 Kön. 4, 32. 33 (5, 12. 13). 

9 vgl. Hipp. In Dan. III, 2, 3. IV, 8, 1 | 13 De antichr. 2 xarä xlva 
X&yov 6 7fQ0<prfct]q ngoipiitriq ke/ßi^aezai, el /u/) ozi nverfiati TiQoeiJDQa tä 
piMovra; . . tol fiiU.ovva ixöiijyov/zevoq dixaiwg ngotpifZTiq ixQivexo. 
Refat. X, 33 S. 540, 79 ovxoi nQO<prjzai xixkfjvxai Sia xd TtQOipalveiv 
xa fjii)Jiovxa \ 20 avxrj: „grosse" H- G | fÄVCx^gia las wohl auch G I 
21 xavxa < G, dann -h „der— ausgesprochen" | xal < G | fjiovai „diese" G . 
naQOifi.: „aber— gesprochen" -f- G | 22 ;f. ^ <r.: richtig „gespr. von d. W." G i 
xal: „es giebt— Buch" G | ixxX.: „mit— Stichen" -h G | aa/ndx,: „welches — 
Bücher" + G | 24 SAj/: etwa ^rriy/ia G. 



Hippolyt's Kommentar zum Hohenlied. 23 

diese Sprichwörter, aber nur wenig zahlreiche, gesprochen von 
der Weisheit. Es giebt auch ein anderes Buch, der Ecclesiastes, 
mit der Ordnung in siebenhundertacht Stichen und das Lied 
der Lieder (wörtlich „Lob der Lobe"), welches nicht mehr als 
drei Lieder. ^^So sind scheinbar verloren gegangen alle diese 5 
Bücher. Jedoch wenn jemandem erlogen erscheint das Ge- 
schriebene, so möge dies nicht sein. | Im Gegenteil, viel verrin- 
gerte sich von diesen Schriften, weswegen er eilig ist zu schenken, 
zu schaffen Gutes für irgend welche Absichten (so). Und er 
schrieb zuvor einen Lobpreis (wörtlich „Erguss"). Davon be- 10 
nachrichtigt er in diesen vielen, zuvor der Reihe nach ausgelegten 
(dargelegten?) Liedern. ^^Denn in dem (Buch) der Könige sagt 
er, dass er gesprochen fünftausend (so) Sprichwörter, hier aber 
vermindert er. Denn in dem Lied der Lieder sagt er nur, dass 
das Lied der Lieder uns lehrt; 15 

öTjfialvet yag ort oöa jcagielxop al jesvTaxioxUtac wdal Iv 
T<5 Bvl dirjyrjöavo. 

denn bei ihm waren (er besassV) gesammelt fünftausend, er that 
kund schnell („kurz"?) in Einem. Und so folgt nach der schnellen 
(„kurzen?") Eröffnung auch die Kraft. Und aus diesen (sciL 20 
Liedern), die alt waren, wählte er die für Alle geeigneten aus 
durch den Geist, und von denen, die nur sind der Kirche durch 
Auskundschaftung Untergebene, ward dieses hernach verstanden. 

*^Aber damit ihr euch vor diesem Wort scheuen könnet, 
schauet, mit aller Macht und lebendig ist es ausgelegt in diesen 25 
Schriften, auch das, was nicht erwähnt ist in diesen Sprich- 
wörtern. 

ip ÖS xalq ^fiegaig ^E^sxiov ra fiep x&p ßtßXia)P i^eXiyTjOap, 
za 6e xal jtBQi(Dg>d^r)aap' od^sp q>rioXp ^ yga^^' „avtai al jcagoi- 
filai JSo}.oficiPTog al döiaxQiTOt, ag i^eyQafpapzo ol q)lXoi 30 
^E^sxiov Tov ßaOiXiojg/^ JtoB-sp öh i^eXi^apvo aX)! fj ix tAp 
ßißlia}p xAp iyxeifiipcop ip alg Xiyst tQLOxiXiaig jtagaßoXalg 



13 1 Kön. 4, 32 (5, 12). — 29 Prov. 25, 1. 

7 Marr 4 | 11 „in": vermutlich hiess es „von" | 21 „die alt waren, 
geeignete fiir alle, wählte er aus" G | 25 „wie es mit . . ausgel. ist" Marr | 
28 iv—n€Qiu)<pB'i]oav < G | 29 S^ev: „Denn so" Q | 30 aöidxgixoi „nicht 
erforschten" neispytannyja; S. 24, 7 neisiedovannyja | 31 nd^ev — zovriov: 
anders G. 

Texte n. Cntersuchungen. N. F. VIII, 2«-. 3 



24 Bonwetsch. 

xal JtsPTaxiOxMccig coöalg; fcg avzcip ovv tovratv ol (pikoi 
^E^Exlov oog)ol vjtaQxovzeg i^ski^arro xa JtQog obcodofifjv 
kxxXrfilag. 

Denn so spricht die Schrift in den Büchern: ^Diese die 
5 Sprichwörter Salomos, die nicht erforschten, die auswählten die 
Freunde des Königs Ezekias". Und diese Auswahl geschieht 
nach dem Ende Salomos. Wo sind also die Sprichwörter 
Salomos, die nicht erforschten, welche erforschten die Freunde 
des Königs Ezekias? Wo sind die Bücher, in denen er aus- 

10 spricht dreitausend Sprichwörter? Dies ist auch kund gethan in 
ihnen, in den Erzählungen der Freunde Ezekias, die weise waren. 
Sie forschten später nach und fugten hinzu zu den alten aus- 
gewählten, zur Unterweisung der Kirche. — **Es ist aber 
sichtbar der Grund auch für die Eröffnung yon diesem. Denn 

15 Einiges war Verkehrtes, und | Einiges erschien als Geeignetes, 

damit dadurch der sich unterweisen lasse, wer es etwa hören konnte. 

^^Und also, während dessen, dass dies sich so verhält, liegt 

in der Mitte vereinzelt, heruntergefallen, eine gewisse andere 

geistliche Erzählung; denn zu erzählen von dem Altgewordenen 

20 liegt denen ob, die erzählen können mit Glauben. Also besingt 
der Geist das, was nach der Ordnung in den Kirchen festgestellt 
ist Denn er thut uns kund die mannigfaltige Ökonomie der 
Bilder, von der uns obliegt, denen kund zu thun, die es hören 
können mit Glauben. 

25 IL Und so kommt und betrachten wir, was dieser Vorschlag 

bedeutet: „Er küsse (oder „Küsse") mich mit dem Kuss seines 
Mundes, denn deine Brüste sind schöner denn Wein und der 
Wohlgeruch deiner Salbe ist mehr denn aller Weihrauch. Und 
wie der Wohlgeruch des Weihrauchs ist ausgebreitet dein Name." 

30 "-^Denen, die aufmerken, müssen wir kund thun, welcherlei der 
Wille des Geistes. Wozu neigt sich die Kraft der Worte, oder 
welcherlei ist die Bedeutung ihres Sinnes (Geheimnisses)? Dies 
ist ein Bild des Volkes (seil. Israels), das bittet das himmlische 

27 Höh. 1, 2. 3 (1. 2). 

15 Marr 5 | 19 vgl. De antichr. 2 S. 5, 13 E ovdsv yaQ xaivoxofielv 
inixtiQOvfiev, oAx' rj rä ndXai TtQOSiQtffjLiva ^rjtdt tbv tä tyyQa^pa ixiMv- 
tag tlq ipCbq dvdyofjiEi' zoi^ d(}(Hbg nioztifiv dwafitvoiq \ 32 vgL Ambro - 
Bius, In p8. 118. 1, 4 sancta ecclesia, quae . . diu . . dilecti expectasset 
adventum, impatiena morae . . dicens: „Osculetur me etc." 



Hippolyt'8 Kommentar zum Hohenlied. 



25 



Wort es zu küssen, da es begehrt sich zu berühren von Angesicht 
zu Angesicht, begehrt, dass die Kraft des Geistes in ihm Woh- 
nung machte. 

^Und sie spricht: „Er küsse mich mit dem Euss seines 
Mundes!" Was das wichtigste ist von jenen Geboten, die er 
gebietet, dies macht Wohnung in mir; denn von deinem Mund 
geht aus die Liebe, — würdige mich (seil, ihrer)! Denn sie 
spricht: „Besser sind für mich deine Brüste als Wein". 

Denn auf welche Weise 
der Wein das Herz erfreut, auf 
solche Weise erfreuen die Ge- 
bote Christi: Wie Kinder, welche 
saugen die Brüste, um Milch 
herauszusaugen, so müssen alle 
heraussaugen aus dem Gesetz 
und Evangelium die Gebote, (um 
zu) erwerben ewige Speise. Denn 
die Brüste Christi sind nichts 
anderes als die beiden Gesetze, 
und jene Milch nichts anderes 
als die Gebote des Gesetzes. | 
Und so sauge von jenen Brüsten 
Milch, damit du empfangest 
Unterweisung und ein vollkom- 
mener Zeuge werdest. 



Auf welche Weise das Herz 
sich erfreut über den Wein, so 10 
erfreuen die Testamente Christi. 
Denn die Kinder saugen aus 
den Brüsten Milch, so ein jeder 
saugend aus dem Gesetze der 
Gebote des Evangeliums erwirbt 15 
ewige Speise. Die Brüste Christi 
aber sind nichts anderes als die 
beiden Testamente, die Milch 
aber ihre Gebote. Sauge ver- 
kündigend von den Brüsten 20 
Milch, damit du ein vollkom- 
mener Jünger werdest. 

9 T Bl. 256r. M 883v. N 7r. 
U 4r. Lemma „Hippolyt" | 15 „und 
erwirbt" T | 17 „nichts anderes als" ^ 
ne ino 6to no T, „suchet nicht son- 
4 Höh. 1,2(1).— 8 Hob. 1,2(1).— dem" ne ifitete no N, „suchet nicht" 

10 Ps. 103 (104), 15. ne iStete M, „ich meinte nicht, dass 

sei" ne istevach byti ü | 19 „Denn 
9 Es beginnt S Hipp. I, S. 344, 2 | sauge" MNÜ | 22 T Bl. 256r, 15. 

1 1 „Gebote" richtig G : „Testamente" 

S, aber in Sn von 2. aber alter H. „Gebote" | 16 „u. Ev. die Geb." rich- 
tig G: „der Geb. des Ev." (ot -f- Sn) evangelskich zapovSdii S, wohl aus 
i evangelii zapovedi = G | 19 „Gesetze": „Testamente" richtig S, ob- 
schon mit G stimmt die von Marr aus der Erklärung des Segens Jakobs 
zu Gen.^49, 25 mitgeteilte Stelle: „Segen der Brüste" spricht er oder 
der zwei Gesetze, durch die das Wort gepredigt ward, damit es der 
Welt erscheine, und durch die wie durch Milch er uns auch aufzieht 
und wachsen macht und darstellt ganz wie Söhne Gottes. Vgl. auch 
Philo Carp. u. Cyrill Tu. NF. 1. 2, Bf. | 22 Marr 6 | 25 „Zeuge" fidgriq 
G: „Jünger" fiad-fjzi^g S. 

3* 



26 



Bonwetsch. 



^Denn er spricht: „Begehrt sind deine Brüste mehr denn 
Wein und der Wohlgeruch deiner Salbe mehr denn aufgelöster 
Weihrauch". Und so, welches ist eine solche wohlriechende 
Salbe Christi, wenn nicht das Wort, das mit Recht geschätzt 
j wird höher denn Weihrauch? Denn wie die Auflösung von 
Weihrauch Wohlgeruch von sich giebt, so erfreut das Wort, 
ausgehend vom Vater, die Hörer. 

^„Ein ausgebreiteter Wohlgeruch der Salbe ist dein Name." 



neue Ökonomie imd wun- 

10 derbare Geheimnisse, gepredigt 
durch den heiligen Geist. Denn 
es war ungenügend zu sagen: 
„eine Salbe des Wohlgeruchs 
dein Name", sondern „eine aus- 

15 gebreitete Salbe des Wohlge- 
ruchs dein Name". Denn wie 
ein Gefass, in dem sich Salbe 
befindet, den Wohlgeruch nicht 
herauslässt, so lange es bedeckt 

20 und versiegelt ist — obgleich 
in ihm die Kraft ist — , wenn 
man es aber öffnet, sie (die 
Salbe) ihren Wohlgeruch von 
sich giebt und die ihr Nahen 

25 und Fernen („das ihr Nahe und 
Feme"?) erfüllt; ganz ebenso 
war das Wort im Herzen des 
Vaters, und so lange es nicht 



der neuen Ökonomie und 
der wunderbaren Geheimnisse, 
gepredigt durch den heiligen 
Geist. Denn es war ungenügend 
zu sagen: „eine Salbe ist dein 
Name**, sondern „eine ausge- 
gossene Salbe ist dein Name". 
Denn wie eine Salbe, stehend in 
einem Gefass versiegelt, nie den 
Duft giebt, sondern die Kraft in 
sich hält, nachdem aber das Ge&s 
zerschlagen und die Salbe aus- 
gegossen, sie alles süss machend 
schmückt, das nah Seiende und 
das Ferne, — so hat auch das 
Wort im Herzen des Vaters 
seiend, noch nicht seiend her- 



1 Höh. 1,2.3 (1.2).-.8Hoh. 1,3(2). 
— 13 Höh. 1, 3 i2). 



9 T Bl. 256r, 18. ü Bl. 4r. 
Lemma fehlt | 10 ü Bl. 4v | 14 „son- 
dern-Name" < ü 1 lö „e. Salbe" < 
ü I 17 „die Kraft des D." T | 18 T Bl. 
25ÜV I 19 „hält": „giebt" U | 25 „noch 
nicht" ne uze: „nicht nun" ne ubo 
ü I „seiend" < ü. 



9 Eß beginnt S. Vgl. auch R in 

Mus. Britt Add. 12144 „0 neue Öko- " 

nomie, o unaussprechliche Geheimnisse", bei Lagarde, Anal. syr. S. 87 
und Pitra, Anal, sacra IV, S. 41. 310 | 13 „des Wohlgeruchs" beide Male 
<S I 16 Ambr.y De s. spir. 1,8. 95 nam sicut inclusum in vase aliquo 
unguentum cohibet odorem suum, qni odor quamdiu vasis illius angustiis 
coercetur, et ad plures non potest pervenire, tamen vim suam servat, 
cum vero de vase illo quo claudebatur unguentum fuerit effusum, longe late- 
que dili'unditur, ita et Christi nomen ante eius adventum in Israel populo, 



Hippolyi's Kommentar zum Hohenlied. 



27 



herausging, erfreute es nieman- 
den mit nichts; als aber der 
Vater den Geist des Wohlge- 
ruchs herausliess, da verbreitete 
das Wort Freude über Alle. — 
^0 Güte des Wohlgeruchs, den 
es verbreitete, um die Welt an- 
zufüllen! Deshalb spricht er: 
.,Eine ausgebreitete Salbe des 
Wohlgeruchs dein Name". Denn 
es ward aufgethan (oder „that 
sich auf*) das Gefass der Freude, 
d. h. der Mund des Vaters; von 
ihm bringend lässt das wert- 
volle (kostbare) Wort nieder 
vom Himmel jenen Wohlgeruch. 
Es erfüllte herabkommend Alle. 
Durch es | ward erfüllt jeder 
Lobpreis der Propheten; alle 
Gerechten trugen (es) und er- 
griffen (es) als Besitzer, die das 
Gute sammelten in ihren Seelen, 
damit Alle mit Einem Mal von 
Wohlgeruch erfüllt wurden. 

■^ünd so lerne, o Mensch, 
diesen Vorschlag und diese 



vorgegangen, nicht so erfreut; 
als aber der Vater hervorspru- 
delnd den neuen Wohlgeruch 
herausliess, da erfreute das Wort 
Viele. — ^'0 schöner (guter) 5 
Wohlgeruch der ausgegossenen 
Salbe, damit er die Welt an- 
zufüllen vermag! Deshalb ruft 
er auch: „Eine ausgegossene 
Salbe ist dein Name". Denn 10 
es ward aufgethan das Gefass 
der Freude, der Mund des Vaters, 
herausbringend von (aus) sich 
das Wertvolle, diese Salbe er- 
goss sich die Salbe vom Himmel 15 
in die Welt, sie erfüllte herab- 
kommend Alles („Alle"?) mit 
Wohlgeruch. Davon ward er- 
füllt der ganze ehrenvolle (wert- 
volle) Chor der Propheten, alle 20 
Gerechten nahmen auf, es raub- 
ten die Raubenden. 



9 Höh. 1, 3 (2). 



8 „ruft er" v§§ta: „verfügter" 
zaveSta ü | 12 „der Mund" < U | 25 
13 „bringt heraus" T | 14 ü Bl. 5' | 
19 „ganze": „ehrenvolle" -f- ü | 21 
„raubend" ü | 22 T Bl. 256v, 20. 



quMi in vase aliquo ludaeorum mentibus claudebatur. Ambr., De virginit. 
11. 63 f. semper unguentum hoc erat, sed erat apud patrem, erat in patre . . . 
aperuit os pater dicens Jes. 49, 6. descendit filiue, repleta sunt omnia novo 
odore verbi; eructavit cor patris verbum bonum, fragravit filius, Spiritus 
sanctus exhalavit atque per omnium se corda diffiidit, Rom. 5, 5. ipse Dei 
filius in corpore tanquam in vase odorem primo cohibebat, suum opperiens 
tempus, sicut ait Jes. 50, 4. venit hora et aperuit os, exinanivit unguentum 
quando virtus exibat de eo. Didym., De spir. s. 11 unguentum, quod 
vase continetur habet quidem odoris substantiam, sed probibetur longius 
spargi, cum autem vas foris fuerit efFusum, emittit procnl beneolentiam. 

3 „Geist": „neuen" S | 18 Marr '?. 



28 Bonwetsch. 

Ordnungen, nämlich dies, dass der Wohlgeruch der Salbe vom 
Vater für uns Christus ist Natürlich („Denn"?), als du wan- 
deltest im Heidentum, da sandte Niemand auf dich eine Ver- 
ringerung. Aber jetzt ist das Wort der Heiligkeit von dort 

5 (seil. V. Himmel) gebracht und durch Christus bist du darin 
unterrichtet, damit du sofort ein Jünger werdest (und) schneller 
empfangen würde deine ausgebreitete Salbe, eröffnet in Mühen. 
Alles ist sofort auf dich bewegt (seil, gelegt), denn jener Geist 
erschien auch als Bürde. Einigen ward es schwer von ihm 

10 (durch ihn), aber Einige erfreute er. So ward die Stärke des 
Wohlgeruchs (Einigen) schwer, aber Einige erfreute sie, da sie 
die an Gott Glaubenden unterwarf und die Ungehorsamen ge- 
fangen nahm durch den Wohlgeruch. ^„(Eine) ausgebreitet(e 
Salbe) dein Name". Schauet, wie ausgebreitet ist der Wohl- 

15 geruch der Salbe auf einem jeden sonderlich, nachdem er sich 
auf Viele ausgebreitet hatte. Das Verschüttete ist verachtet, aber 
das Ausgebreitete leidet keinen Verlust auch im GefiLss selbst 
und erfüllt die Nahen (und die Fernen). So ist ihrer Natur 
nach diese Salbe. Geliebte, diese ist eine Quelle seliger Kunde. 

20 Sie quillt beständig und leidet keinen Verlust. 

^ Bring ein Gefass,o Mensch, ^Ergreife ein Geföss,o Mensch, 
und komm und nahe dich zu und komm, damit du (es) an- 
ihm, damit du es mit dieser fallen kannst Empfange die 
Salbe anfallen kannst. Empfange wertvolle Salbe, nicht für drei- 

25 diese wertvolle Salbe; nicht des- hundert verkauft, sondern um- 
halb, um sie zu verkaufen für sonst nimm sie. Werde nicht 
dreihundert Silberlinge, sondern wie Judas, damit du nicht mit 

damit du umsonst mit ihr ge- 

salbt werdest. Werde nicht 21 T Bl. 25Gv, 20. U Bl. 5r im 

30 Judas gleich, utn nicht betrübt ^^:^^,^^^^^. 

- - < T I „damit du n. . . werdest" < U. 

27 Mi 26, 15. 



21 Ambr., De virgin. 11. 66 fluit hoc unguentum quotidie et nun- 
quam deficit, accipe vas tuum, virgo, et accede, ut possis hoc UDguento 
repleri ; accipe unguentum aestimatum trecentis denariis, sed gratis 
datum non venditum, ut omnes baberent gratis . . . ungere. noli con- 
tristari sicut ludas, quia hoc unguentum effunditur, sed consepeli in te 
Christum. Claude sane vas tuum, ne unguentum effluat | Es beginnt S j 
23 „mit dieser Salbe" < S | 25 „diese" < S | 27 „Silb." < S. 



Hippolyt's Kommentar zum Hohenlied. 



29 



zu werden, sondern giesse sie 
dir aus „auf das Haupt Christi" 
mit Glauben, damit du sein 
Wohnungsgenosse werdest 

^^Diese Salbe hat fröhlich 
gemacht die Gerechten. Weil 
Noah sie lieb gewonnen, ward 
er gerechtfertigt und gerettet 
durch die Arche. *^Sie ward 
entehrt durch Ham; er „deckte 
auf die Scham seines Vaters". 
^^Durch sie | ward fröhlich der 
seligeEber; er folgte nicht denen, 
die ersannen das Werk des 
Turms. ^ ^ Sie ward entehrt durch 
Nimrod; er bereitete Speise den 
Streitern wider Gott. ^^Nach 
ihr verlangte der selige Abra- 
ham; er eilte aus dem Land 
der Chaldäer zu kommen in das 
Erbe. ^^Nach ihr verlangte der 
selige Isaak; er wollte sich dar- 
bringen zum Opfer für die Welt 
*^ Ihretwegen zuvor benachrich- 
tigt, ergriflf der selige Jäkob 
den Esau an der Ferse. ^'Sie 
ward entehrt durch Esau; er 
eotfernte sich von der Erstge- 
burt, da er sie für ein Gericht 
verkaufte. ^^Sie zu ergreifen 
war eifrig die selige Thamar 



2 Mt. 26, 7. Mr. 14, 3.-7 Gen. 
7. 13. 1 Ptr. 3, 20. — 9 Gen. 9, 22. — 
12 Gen. 10, 25. — 15 Gen. 10, 8. 9. — 
17 Gen. 12, 4. 5. — 21 Gen. 22. — 
25 Gen. 25, 26. — 26 Gen. 25, 29—34. 



Trauer umfangen werdest, son- 
dern begrabe durch den Glauben 
Christus, damit du ein Ge- 
nosse werdest 

^0 Diese Salbe hat fröhlich 5 
gemacht alle Gerechten. Diese 
gewann lieb Noah, er ward ge- 
recht, in der Arche gerettet 
**Über sie sich nicht gefreut 
habend deckte auf Ham den 10 
Vater. ^'-^Über sie (Mit ihr) sich 
geschmückt habend^ stimmte der 
selige Eber nicht zu („vereinigte 
sich nicht") der Errichtung des 
Turms. ^^Sie missachtet habend 15 
bereitete Nimrod durch die Gi- 
ganten eine Wohnung (?) wider 
Gott *^Nach ihr verlangt ha- 
bend eilte der selige Abraham 
aus dem Land der Chaldäer zu 20 
kommen in das Erbe. ^'^Nach 
ihr begehrend wollte der selige 
Isaak ein Opfer sein für die 
Welt ^^Sie zu sammeln ver- 
suchend hielt der selige Jakob 25 
an der Ferse den Esau. ^''Sie 
missachtet habend ward Esau 
der Erstgeburt verlustig wegen 
der Speise. *^Sie zu rauben 
(„ergreifen") war eifrig die selige 30 



5 „Diese — Gerechten" < U | 
9 in T § 13 vor 11. 12 1 16 „der Gigant" 
ü Bl. öv I 17 „Wohnung": „Leben" 
„Speise" zitie S | 23 „für d. W." miru: 
„Gotte" bü T I 24 „suchte . . hal- 
tend" ü. 



G „die": „alle" richtig S | 12 Marr 8 | 16 „den Streitern w. G.": „durch 
die Giganten" S | 24 „Ihr. zuvor ben." G: „Sie zu s. v." S. 



30 



Bonwetsch. 



UDd erschien Jiida wie eine Un- 
züchtige. Sie (Acc.) sah und 
es wunderte sich die Hebamme 
(wörtlich „der Pate") des Knäb- 
5 leins, da auf dem Enäblein lag 
das Zeichen von roter Farbe. 
[Und gleichsam eine Kraft ward 
f*Qr dich gegeben dieser Hürde 
(oder „dir gegeben durch diese 

10 Hürde")]. *^Sie gewann lieb 
der selige Josef. Er duldete 
als man ihn nach Ägypten ver- 
kaufte; ihretwegen wollte er 
nicht (sich) versammeln und 

15 gab nicht die Zustimmung der 
Fürstin durch Unzucht unzüch- 
tig zu werden. Wegen dieser 
Salbe lernte Josef Geduld; er 
erschien als Fürst über die 

20 Ägypter. ^o^vVegen ihr ward 
eifrig der selige Moses; er selbst 
ward der Richter (wörtlich „Bei- 
treiber**) und Herrscher über 
Israel. ^^Nach ihr verlangend 

25 ward der selige Aaron zum 
Priester gesalbt. Um sie ei- 
ferte der selige Pinehas und 
verwundete mit dem Speer die 
BnhlerinunddenZambri. ^^Nach 

80 ihr verlangend und sie erwar- 
tend ward Jesus, der Sohn Naves, 
ein Diener Moses. — Schaut, 
o Menschen, auf den Gesang 
(Lobpreis) aller Gerechten, wie 

1 Gen. 38, 15. — 11 Gen. 37, 28. 39, 8. 9. 12. 41, 41. — 22 Ex. 18, 13 (?). — 
24 Ex. 28f. — 26 Num 25. 7. 8. — 31 Ex. 33, 11. 

4 § 18b anders S | 7 „Und— Hürde" + G | 17 „Wegen— Geduld" < S 
32 „Schaut— der Sohn Naves" 31, 8 < S. 



Thamar; sie kam selbst als Buh^ 
lerin zu Juda. Sie (die Salbe) 
gesehen habend erstaunte die 
Hebamme, sie rief zu dem Enäb- 
lein, ein rotes Zeichen legte sie 
darauf. ^^Sie lieb gewonnen 
habend duldete der selige Josef 
verkauft zu werden nach Ägyp- 
ten. Ihrer nicht verlustig gehen 
wollend ward er seiner Herrin 
nicht gehorsam, damit er nicht 
verderbt werde, und wird als 
Fürst für Ägypten eingesetzt. 
20 Auf sie eifersüchtig geworden 
ward der selige Moses selbst 
der Richter und Fürst Israels. 
2* Nach ihr begehrend wurde 
der selige Aaron mit dem Prie- 
stertum gesalbt. Sie mit Eifer 
gesehen habend, durchbohrte 
der selige Pinehas mit dem 
Speer die Buhlerin dem Zambri. 
2 2 Auf sie harrend ward Jesus, 



2 TBL 257V I 4 „sie rief' -+-S. i 
7 „geduldet habend ward er verkauft" 
T I U Bl. 6r I lö „u. Fürst" < U. 



Hippolyt's Kommentar zum Hohenlied. 



31 



sie nach ihr verlangten, nach 
dieser wohlriechenden Salbe! 
seliger Jesus, Sohn Naves, 
der aus einem Stein das Neue 
zeigte, wie um diese Salbe zu 
offenbaren. Nach ihr verlangend 
hat der selige Jesus, der Sohn 
Naves, zum zweiten Mal mit 
dem Stein beschnitten die Söhne 
Israels. 

2^ Sie gewann lieb der selige 
David. Aus ihm (und) aus dem 
Herzen des Vaters ging hervor 
durch die Geburt (der Sohn); ] 
und welch ein Bild von dem 
seligen David von Gott: „Ich 
habe erfunden den Menschen 
David unter den Söhnen Jesses 
zum Wohlgefallen meines Her- 
zens.*' Was beabsichtigt er zu 
sagen oder welche Erkläning 
hierfar? Menschen, schaut 
doch! Schön sagte der Vater 
und im höchsten Mass schön: 
Wie das Wort hervorging aus 
meinem Herzen, so geht auch 
aus David hervor der Mensch. 
Denn er spricht: „Ich habe er- 
funden den David, einen Men- 
schen, nach dem Herzen mir." 
Mein Herz gebar das Wort, 
aber (und) von David ward der 
Mensch geboren. David, ge- 



der Sohn Naves, der Nachfolger 
des Moses und gab eine zweite 
Beschneidung den Söhnen Is- 
raels. 



10 



2 3 Sie lieb gewonnen habend 
wird der selige David nach dem 
Herzen Gottes erfunden. 



ll„gewannlieb"ü|13„Gotte8": 15 
„des Erlösers" ü. 



20 



25 



30 



4 Jos. 4, 3—11. 24, 27. — 8 Jos. 5, 3. — 11 1 Makk. 2, 57. — 
16 Act. 13, 22. — 28 Act. 13, 22. 



11 „Sie— Salbe" S 32, 6: viel kürzer S [ 14 „der Sohn" + Marr 
15 Marr 9. 



32 



Bonwetsch. 



rechter Mensch, der vermischt 
ward mit dem Herzen des Va- 
ters! Von nun an wird durch 
ihn ausgesprochen das grosse 
5 Geheimnis (gr. Gedanke) jener 
Salbe. 

24 Der selige Salomo, der 
nach ihr verlangt hatte/ ererbte 
die ewige Weisheit. — Schauet, 

10 o Menschen, den Lobpreis (Ge- 
sang) der Gerechten, die, über- 
nehmend einer vom andern, 
empfingen den heiligen Geist 
wie eine Salbe. ^^Der selige 

15 Daniel verlangte nach dieser 
Salbe und ward gerettet im 
Rachen der Löwen. ^6^^^^. 
nias, Azarias und Misael ver- 
langten mit Verlangen nach 

20 dieser Salbe, um gesalbt zu 
werden; deshalb erschienen sie 
als vier im Ofen, denn diese 
Salbe war das, was sich her- 
niederliess auf die Erde wie 

25 ein Thau. 

^'Nach dieser Salbe ver- 
langend ward der selige Josef 

7 1 Kön. 3, 7-12. — 14 Dan. 6. 
1 Makk. 2, 00. — 17 Dan. 3. 1 Makk. 
2, 59. — 21Dan. 3, 92. ~25Dan.3,49f. 



2* Nach ihr begehrend er- 
erbte der selige Salomo ewige 
Weisheit. ^sjjach j^^ y^j.. 

langt habend wird der selige 
Daniel gerettet aus dem Ra- 
chen der Löwen, ^ejyjjij dieser 
Salbe wollend gesalbt werden 
blieben Auanias, Azarias und 
Misael vom Feuer unversehrt 
im Ofen. 



2' Diese Salbe lieb gewon- 
nen habend ward der selige 



8 ü Bl. 6v I 12 T Bl. 258r i 
13 „wollten" ü | 14 „blieben" byäa: 
„geblieben" byväa T. 



9 „Schauet— Salbe" < S | Ambr., De virg. 11. 05 hoc unguentam 
exinanitum est super Indaeos et collectum est a gentibus, exinanitum in 
ludaea et redoluit in omnibus terris. hoc unguento uncta est Maria et 
virgo concepit, virgo peperit bonum odorem Dei filium. hoc ungnentum 
effusum est super aquas et sauctificavit aquas. hoc unguento uncti sunt 
tres pueri et humorem iis flamma roravit. hoc unguento Daniel unctus est 
et leonum ora mollivit feritatemque permulsit. | 21 „deshalb— Thau" kürzer 
S I 25 Hipp., In Dan. II, 31, 4. Ambros. bestätigt G | 26 „Nach— erschien" : 
RMus. Britt. Add. 12156 Bl. TOr 12144 Bl. 58r. Vat syr. 103 Bl. 179: „''Als 



Hippolyt's Kommentar zum Hohenlied. 33 

ein Ratgeber Gottes. ^SDJe Josef ein Bild Gottes ^sjjac}! 

selige Jungfrau Maria, die dieser Salbe trachtend empfing 

nach dieser Salbe verlangt die selige Jungfrau Maria in 

hatte, empfing in (ihrem) Leibe ihrem Leibe das Wort, 
das Wori ^^Diese Salbe gehasst ha- 5 

2^0 neue Geheimnisse und bend überlieferte Judas Christus 

wahrhaftige Gerechte, denen sie für dreissig Silberlinge. 

erschien! Mit Verlangen trug 

Martha fso^ diese Salbe, mit der ^ 

l l r^ z;^ : r^ .[ i „hasste" u 1 9 „siib.« t bi. _ 

sie auch benetzte Chnstus mit 258r lo U Bl 6v ^ 

jeglichem Bitten und Trösten. 
^^Diese Salbe begann zu hassen 
Judas und verriet Christus für 
dreissig Silberlinge. Von ihr 

sprach er mit Klagen: „Wozu 15 

geschah das Verscbütten dieser 
Salbe?" Sie kostete im Verkauf 

dreihundert Silberlinge. ^*0 Menschen, das Gesagte zeigt ein 
gewisses Bild! Und also, wer war diese Salbe, wenn nicht 
Christus selbst? Bezeichnet nicht etwa dieser Preis an Silber- 20 
lingen noch vor den | Leiden die Leiden selbst? Er erwies sich 
verkauft zu den Leiden für dreissig Silberlinge. Denn so ge- 
bührte es der Wahrheit, dass sie verkauft wurde für einen zu- 
gänglichen Preis, und dass auch die Armen sie leicht erwerben 
konnten. So geschah es, o Geliebte! 25 

^*^ Daraus aber enthüllt sich uns ein grosses Geheimnis. 
Wegen dessen „eine ausgebreitete Salbe des Wohlgeruchs dein 
Name, wegen dessen gewannen dich lieb die jungen Mädchen, 
die Jungfrauen, und kleideten sich an." ^a^er sind jene, die 
dich lieb gewonnen, wenn nicht die Gemeinden? Oder wer sind 30 
jene, die sich ankleideten, wenn nicht die Gemeinden in den 
Glauben vom Himmel, damit mein Wohlgeruch ausgebreitet 

15 Mc. 14, 4. 5. — 21 Mt. 26, 15. 27, 9. — 27 Höh. 1, 8 (2). 

dieser Aromen Josef begehrt hatte, ward er Ratgeber (Sohn des Rats") 
Gottes. 28 Mit diesen gesalbt empfing die Jungfrau Maria [die Gottge- 
bärerin] in ihrem Leibe das Wort. ^0 neue Geheimnisse und Wahrheit, 
die gerecht gezeigt wird". 

6 „0 neue— Trösten" < S | 14 „Von ihr etc." < S | 21 Marr 10. 



34 



Bonwetsch. 



werde auf euch? ^^ „Deshalb gewannen dich lieb die Jungfrauen 
kleideten sich in dich; folgend deinen Spuren, den Spuren des 
Wohlgeruchs deiner Salben eilten wir". Denn in Christus ge- 
kleidet gebührte es schnell zu folgen seinen Spuren ^ damit wir 

5 nach dem Wohlgeruch deiner Salben eilten. — ^^ Folge Christo» 
höre die Gebote, verhalte dich nach den Regeln, ergreife die 
Gipfel (was droben ist?), damit hin weggenommen werde deine 
Begierde. 

III. „Der Eonig fährte mich 

10 in seine Schatzkammern." Und 
wer ist dieser König, wenn nicht 
Christus selbst? Oder wer sind 
die Schatzkammern, wenn nicht 
das Gemach des Königs? Dies 

15 sprach das Volk. ^^Wir freuen 
uns und sind fröhlich in dir." 
Denn alle ruft er. Anfangs 
spricht es (er?) uns von Ver- 
gangenem, dann offenbart es 

20 (er?) uns von dem Zukünftigen 
in der Stunde der Bekehrung: 
„Wir freuen uns und sind fröh- 
lich über dir." ^Jch gewann 
lieb deine Brüste mehr wie 

25 Wein"; nicht mehr wie jener, der 
durch Christus gemischt wird, 
sondern wie jener, von dem 
früher Noah betäubt ward trun- 
ken geworden, und der Lot ver- 

30 fährte, — mehr als diesen Wein 



1 Höh. 1, 3. 4 (2. 3). — 3 Rom. 
13, 14. Gal. 3, 27. — 9 Höh. 1,4 (3). — 
15 Höh. 1, 4 (3\ — 22 Höh. 1, 4 (3). — 
23 Hob. 1, 4 (3). — 28 Gen. 9, 21. — 
29 Gen. 19, 31 ff. 



III. Wer ist der König? Christus. 
Welches ist das Schlafgemach? 
Die Kirche. Die Synagoge aber 
spricht dies. ^^^Wir freuen uns 
und sind fröhlich in dir." So 
ruft er (?) alle zusammen, (sie) 
retten wollend. Zuvor thut sie 
kund, was geschehen soll; als- 
dann aber die Zeit der Bekeh- 
rung aufnehmend spricht sie: 
3„Wir lieben deine Brüste mehr 
als Wein". Die zwei Testa- 
mente sagen wir; „mehr als 
Wein" nicht den von Christus 
geschöpften sagen wir, sondern 
welcher vormals die Trunken- 
heit des herabgegangenen (?) 

9 T Bl. 259v, 19. M Bl. 884r. 
N Bl. 7r. In ü fehlen Blätter. Lemma 
„Hippolyt" I 13 „So** tako: „Denn 
jene" ta bo T | 15 „wollend— kund" 
unten am Rand in T | 16 T Bl. 260r I 
„alsd. aber** togda ze: ,jene aber*' 
ta ze TMN | 23 „geschöpften" iSter- 
plemoe T, izcerpaemoe MN | „sagen 
wir" < MN I 24 „welcher" eie T, 
„wie" MN I „d. Trunk." pijanstvo T. 
„im Geheimnis" v tainstvo MN 
25 „herabg." sosedäa: „gegangenen" 
Sedsa T. 



15 „Volk" ?m6(; =» Synagoge ' 
17 „mtl er" „spricht er** „offenbart 
er** Marr; G nnd S erklären sich in diesen Sätzen gegenseitig | 25 „Wein" 
„Die z. T. 8. wir" -f S. 



Hippolyt's Kommentar zum Hohenlied. 35 

liebte ich deine Milchquellen, Noah und des in die Falle ge- 

denn die Brüste Christi, das lockten Lot. In Betreff etwa 

sind die zwei Gebote. Er er- dieses Weins lieben wir deine 

freut, aber nicht das, dass er Brüste? Aber die Brüste Christi 

betäubt Deshalb spricht | der sind die beiden Testamente, 5 

Apostel: „Wein trinket nicht nüchtern machend die Ver- 

unmässig, euch betrinkend. trauenden. Deshalb spricht die 

^Und also, deswegen spricht Stimme des Apostels: „Trinket 

er, o Geliebte: „Ich habe deine Wein, aber dass der Wein euch 

Brüste lieb gewonnen mehr wie nicht austrinke". 10 

Wein. Die Gerechtigkeit hat 

dich lieb gewonnen." Denn 10 T Bl. 260r, 11. 
nämlich, die der Gerechtigkeit 



nachgefolgt sind, sind auch die, die dich lieb gewannen. Die 
Ungläubigen aber haben dich gehasst und unterliegen der Ver- 15 
geltung des Richters. 

IV. „Schwarz bin ich und schon, Töchter Jerusalems." Ich 
bin sündig, aber noch mehr schön, da Christus mich lieb ge- 
wonnen hat „Schwarz bin ich und schön, Töchter Jerusalems." 
Sammelt euch, alle Völker, kommt und schauet auf mich, die 20 
Geliebte! '^„Wundert euch nicht über meinen Anblick, dass ich 
schwarz geworden bin, nicht darüber, dass die Sonne auf mich 
schräg herabgeblickt hat." Schaue auf das Wort derer, die sich 
versammelt haben, die das Vergangene erkannt haben; schauet 
nicht auf die Sündige, und gerade deshalb verachtete Christus 25 
mich. Und natürlich davon spricht er in Wahrheit von dem 
Auge (sie) der Sonne. Denn er spricht so: „Und euch, die ihr meinen 
Namen fürchtet, wird erscheinen die Sonne der Gerechtigkeit." 

V. „Schauet nicht auf mich, dass ich schwarz geworden bin,^' 
nicht darauf „dass die Sonne mich verachtet hat". Sie (die 30 



6 Eph. 5, 18. — 9 Höh. 1, 4 (3). — 17 Höh. 1, 5 (4). — 19 Höh. 1, 5 (4). — 
21 Höh. 1, 6 (5). — 27 Mal. 3, 20. — 30 Höh. 1, 6 (5). 

3 „Gebote" G: „Testamente" richtig S | Ambr., In ps. 118. II, 7 sie 
tarnen bibens, ut non absorberetur vino, sed gratia eins laetitiam cordis 
hauriret | 5 Marr 11 | 17 Ambr. I.e. II, 8 fusea sum, quia peecavi, deeora qoia 
iam me diligit Christus" | 27 s. 0. S. 16. — 30 Ambr. 1. e. II, 9 dissimu- 
lavit (sol) a me, quia non servavi mandata eins; reeoneiliabitur, eum vi- 
derit meorum paenitenüam delietorum. Vielleieht weist dies auf die 
ursprüngliehe Tcxtgestalt. 



35 Bonwetscb. 

Sonne) hat verachtet deshalb, weil sie (die Synagoge) geglaubt 
hat, dass sie mit ihm versöhnt werden wird durch Busse. 
^Denn „die Söhne meiner Mutter sind aufgestanden gegen mich^^ 
Die Propheten haben unermüdlich mich herbeigerufen: Wende 
5 dich zum Gesetz Moses! ^„Er hat mich gesetzt zum Hüter des 
Weinbergs/^ Sie dachten mich umzubringen, weil ich aufiiahm 
die Herzukommenden. „Meinen Weinberg habe ich nicht be- 
hütet" Und da das Volk Israels Weinberg heisst, so komm 
Jesaja, zeuge und sprich: „Der Weinberg des Gottes Zebaoth ist 

10 das Haus Israels. Ich stand und wartete, dass er Weintrauben 
hervorbringe, und er brachte Herlinge." Deshalb spricht sie: 
,,Meinen Weinberg habe ich nicht behütet". | 

VI. „Sage mir du, den meine Seele lieb gewonnen hat" 
Sage mir, o Christus, ant- Sage mir, o Christus, und 

15 Worte mir irgend etwas, ich antworte mir, ich bitte dich: 
flehe dich an. „Wo weidest du? „Wo weidest du, wo ruhest du 
Wo ruhest du am Mittag?" Du am Mittag?'' Du hast mich 
hast mich weggeworfen und verlassen, bist zu den Heiden 
verlassen. Du bist zu den Hei- gegangen, und ich bin wie eine 

20 den gegangen, und ich bin als Waise geworden. 

eine Waise zurückgeblieben. 

2Die grosse, bin ich ver- ^ 16 T Bl. 262v. M BL 885v. < N. 
langend geworden nach der tber ü b^z«S. ^4,^- Lemma ,^^ 
^ledrlgkelt „Wo weidest du? ^^jg^« sirotoju: „e. Fremdling** 

25 Wo ruhest du? Dass ich nicht stranen M. 

werde verlassen ohne Beach- - - - 

tung, wie eine verlorene aus der Herde." Dass er nicht bei mir 

3 Höh. 1, 6 (5). — 4 2 Kön. 17, 13. — 5 Höh. 1, 6 (5). — 7 Höh. 1, 6 (5). — 
9 Jos. 5, 7. 2 (4). — 12 Höh. 1. 6 ^5). — 13 Höh. 1, 7 (6). — 16 Höh. 1, 7 i,ü;. — 
24 Höh. 1. 7 (ü). 

3 Ambr. 1. c. II, 10 putant aliqui hoc de illis dici, qui synagogam 
ad legis praecepta constringantt ut legem castodiat, vineam suam taeatnr, 
quam custodire non potuit. denique custodiebat, ut faceret uvas, fecit 
autem spinas . . . posaunt et prophetae intelligi, qui monendo . ., ut 
vineam suam custodiret sjnagoga nihil profecerunt | 13 Marr 12 | 14 Ambr. 
1. c II, 11 die inquit, mihi, Christe, reeponde . . mihi: „Ubi pascis? ubi 
manes?** reliquisti me, abiisti ad gentes | 18 „weggeworfen u." < S | 27 vgl. 
Ambr. 1. c. II, 12 quae proselytos . . ante susciebas nunc ipsa in nationibus 
vis pro proaelytis suscipi. 



Hippolyt'B Kommentar zum Hohenlied. 37 

sei, dass ich, die zuerst die Herzugekommenen aufgenommen, bin 
geworden ein Gegenstand des Spottes der Heiden. 

YU. Sofort aber gelangte zum Ziel die Stimme des Gebetes 
und Yon da an offenbarte sich Christus, eine (die) Stimme, die 
das Volk herzuruft: „Wenn du nicht wissen wirst, Schöne unter 5 
den Weibern'*. Aber dies bedeutet: Wenn du dich nicht wendest 
mit deinem ganzen Herzen, und wenn du (nicht) bekennst die 
Sünden, um gerechtfertigt zu werden. 2^, Wenn du nicht wissen 
wirst, Schöne unter den Weibern" laut rufend und sprechend: 
„Schwarz bin ich und schön, sündig bin ich, aber geliebt", keinerlei 10 
Hülfe gewährt für dich allein dieses Geliebtsein. Denn „Gott 
kann auch aus Steinen Kinder Abrahams erwecken". Möge dich 
nicht gefangen nehmen die Verheissung an die Vorväter. Ich 
werde nicht die Person ansehend gegen die Menschen sein, son- 
dern jetzt, „wenn du nicht dich erkennst" und nicht Busse thust, — 15 



5 Höh. 1, 8 (7). - 8 Höh. 1, 8 (7). — 11 Lc. 3, 8. — 14 vgl. Gal. 2, G. — 
15 Höh. 1, 8 (7). — 

5 „das Volk" sc Israel | 6 „Welches ist, dass ich niemals werde mit 
der Häresie der Juden bekleidet. Deswegen antwortet er ihr sprechend: 
„Wenn du dich nicht erkanntest, Schöne unter den Weibern", welches ist, 
wenn du nicht erkanntest, wie du bist, oder wie du warst, denn „die 
Schöne unter den Weibern" nennt er sie; nicht wie von sich selbst schön, 
sondern von dem, der schön ist „mehr denn die Söhne der Menschen" 
(Ps. 44 [45], 3), durch „das Bad der Wiedergehurt" (Tit. 3, 5). Deshalb 
spricht er: „Wenn du dich nicht erkannt hast"." Hipp. 1, 345, 11 ff. 
T B1.263r. M B1.885V. N Bl.llr. Lemma „Hippolyt". Es gehört aber viel- 
mehr Philo von Carp. an, vgl. „Studien etc." S. 9 und Migne SG 40 S. 49 f. 
oneg iatlv iäv fi^ yvibq aeavt^v, ouc vnrJQxeg xal ola yeyovaQ . . . ovx 
i^ havT^Q sxovaa td xdkXoq, «AA* ix xov lOQoiov xdkkei nagä tovg viovg 
xCbv oLyd-Qüinatv \ Ambr. 1. c. II, 14 nisi . . tua peccata fatearis . ., ut 
iustificeris; nisi convertaris . . . „nisi scias te, inquit, decoram inter mulieres" 
et dicas: „Fusca sum et decora", fusca sum quia peccavi, sed decora, quia 
diligor, quia genus sum Abrahae . .; nihil tibi proderit patrum gratia, 
„potens est enim Dens de lapidibus istis suscitare filios Abrahae" . . . 
Abraham quidem salvatur, sed te nobilitas generis non iuvabit, nisi fides 
servaverit non te dedpiat data patribus promissio. non suscipio personam 
hominis, nisi videro congruentem generi morum nobilitatem, ut fiat iusti 
generis electio. II, 15 quod si scias te . . exeundum in calcaneis gregum est 
tibi, ezi ergo nuda pede „et pasce etc." qiiae . . peccato obnoxia est, 
paacit haedos qui a sinistris sunt; non enim potest esse in dextera pastoris 
boni. Vgl. auch Hier., In Ezech. c. 27. 



38 



Bonwetsch. 



Abraham) siehe er ist gerettet, aber dir wird es in nichts nützen, 
da die Geburt dem hilft, bei dem sich der ölaube zeigt. Hätten 
wir doch gute Werke, damit wir hätten die Erwählung der ge- 
rechten Geschlechter! Wenn wegen dessen jemand dich „nicht 
5 kennt, Schöne unter den Weibern", so „gehe hinweg, folge den 
Spuren der Herde und weide deine Böcklein". 

'Was bedeutet das Fol- 'Dies aber ist: barfuss und 

gende: barfuss imd bloss laufe bloss gehe hinter mir. Denn 
hinter mir, da ich für mich aus- meine Schafe sagte ich. Die 

10 erwählt habe die ausgesuchten Böcke aber zur Linken die Ge- 
Schafe, aber du .gezählt bist richteten; Schafe aber werden 
unter die Zahl der Böcke, das die zu meiner Rechten genannt. 
Übergewicht habend nach links. ^Fortan wird Israel zu den 
Mir aber habe ich die Schafe Schafen des Hirten nicht ge- 

15 zur Rechten zugezählt. '*Nach rechnet. Denn dem Jakob son- 
diesem wird nicht mehr ge- 
rechnet bei dir in der Eigen- 
schaft der Herde (sciL als Herde) 
Israel Denn des Jakob „die 

20 Weissen" und mit Flecken, aber nicht Bezeichneten. ^Die nicht 

Bezeichneten weide du barfuss. 



dert er aus die „Weissen** und 
,, Scheckigen" und „Schwärz- 
lichen" für die Arbeit zu em- 
pfangen, dem Laban aber die 



Gehe aber hinaus zu den Hei- 
den und den Zerstreuten des 
Geschlechts, wo alle Gemeinden. 



4Hoh 1,8(7).— 19Gen.30,32.42. 

7 S Hipp. S. 346, 3. Dagegen 
entspricht nichts in G dem ebenda 
gleichfalls mit dem Lemma „Uippo- 
lyt" in S Bezeichneten: Denn, ,,wenn 
du dich « T: N?) nicht erkannt 
hast'S wo da znvor bist, so verstehe 
ich auch nicht die Schönheit, die du 
von mir empfangen hast; so „gehe 
hinaus hinter deine Herden und 
weide deine Böcklein". Ein schreck- 
liches (dein -f- Mü) Wort, ein Aus- 
spruch mit Drohung. Denn zuvor 
sprach sie: „Dass ich nicht ^ werde, 
wie eine die Herden Weidende" 
(Höh. 1, 7). Daher droht er ihr auch sprechend: „Wenn du nicht erkann- 
test" deine Schöne, die du vOn mir hattest, so „gehe aus" von der Herde 
„und weide deine Böcklein", welches sind die Seelen der Sünder 1 9 „da 
ich— nach links" etwas anders in S | 19 „die Weissen" : in der armenisch- 
grusinischen Übersetzung von (tcd. 30, 32 heissen die von Jakob bean- 
spruchten Schafe „die Weissen" Marr LXXVII; aber vgl. auch S | 20 „mit 



7 T 263v, 11. M 8S6r. N liv. 
U 9«*. Lemma Hippolyt | „Dies aber** 
se ze, „welches" eze ü | „und" -f- T , 
8 „sie geht" T | 11 „Schafe aber**: 
„denn . . Schafe" MNC | 12 „meiner** 
< T I 17 „Schwärzlichen** pelesyja, 
auch „mit Flecken** | 21 „aber weide** 
Mü I 23 „und** oder „aber** < Mü 
„der Zerstreuung** T | 24 „Gem. D. 
Kön. ab.** crkvi crjaie: careve prezeT. 



Hippolyt's Kommentar zum Hohenlied. 39 

die Schwärzlichen sonderte er Die Könige abernennt er Hirten, 
aus. I Denn dem Jakob bestimmt und in der ganzen Welt zer- 
er seine Herde, während bei streuend. 

Laban die Vielfarbigen. Deshalb wenn nur die von Einer 
Farbe, die weisse Jakob gehört, aber dies vielfarbige dem Laban, 5 
so ist, sobald sie mit einem Mal, so schon bekannt ^Die, 
welche aber mit einem Mal, die weide du barfuss. Wenn 
du nicht schön sein wirst, du Bekannte „unter den Weibern", 
so ngehe hinweg, folge den Spuren der Herde und weide 
deine Böcklein auf der Weide der Hirten." Und so, gehe zu den 10 
Heiden und werde ein Bild aller Eronenträger. Hirten nennt 
er die Könige, zu denen er kam, sich ausbreitete über die 
ganze Welt 

„Wenn du nicht erkennen wirst, Schöne unter den Frauen 
(Weibern), so gehe hinweg nach den Spuren der Herde." 15 

VIIL „Meinem Rosse am Wagen Pharaos habe ich dich ver- 
glichen, meine Nächste.'* 

grosse Geheimnisse! der grossen Geheimnisse, 

Wahrheit, mit Recht uns kund Wahrheit mit Recht verkün- 
gethan! Wenn du dich bekehrst, digt! Wenn du sagend dich 20 
Volk, dann rechne ich dich bekehrst, Synagoge, dann ver- 
als mein Eigentum, wie das Ross, gleiche ich dich, meine Nächste, 
das gespannt ist an den Wagen wie die Rosse angespannt an 
Pharaos, und du wirst sein zu den Wagen Pharaos. Denn es 
der Zeit ein edles Ross. Und waren wertvoll die Rosse bei Sa- 25 
wie erhaben und schön der lomo und bei Pharao in Ägypten 
Wagen Pharaos, des ägyptischen der Wagen. So wirst auch du 



7 Höh. 1,8 (7).— 14 Höh. 1, 8 (7). 18 T Bl. 264r, 4. U Bl. lOr, 1. 

— 16 Hob. 1, 9 (8). Lemma fehlt 

Flecken^' : nach Marr S. LXXVII im Sinne von vorschiedenfarbig verstanden 
von dem grasinischen Übersetzer. 

2 Marr 13 | 4 „Deshalb— bekannt" < S | 7 „mit einem Mal": „die 
nicht Bezeichneten" S | „Wenn— Welt" kürzer in S; den Sinn scheint 
mir Ambr. zu zeigen | 10 Ambr., 1. c. II, 15 significans, tnnc fore salvam 
synagogam cum se hnic dispersioni et ipsa sociaverit, quae replevit hunc 
mondam; tabernacnla enim pastomm regna sunt terrae | 16 „Rosse": für 
„Rose" steht in G hier überall „Reittier" | 20 „sagend" + S | 24 „und— 
Ross": besser S | 25 „Und— wohlgestaltete" kürzer S. 

Texte u. Untersuchangen. N. F. YIII, 2c. 4 



40 



Bonwetsch. 



Königs, der wohlgestaltete, so 
wirst auch du schön sein, wenn 
du Busse thust. 

2 Und alsdann versenkt euch 
5 schauend in eine neue Onade 
der Ökonomie, denn das Boss 
war aus demselben Volk, näm- 
lich die seligen Apostel, ganz 
wie Bosse gesandt zu laufen in 

10 die Welt, und zum Wagen ward 
die Sammlung der Heiden. Und 
sich angeschirrt habend an die 
Kirche, fahrten die Apostel nach 
der regelrechten Ordnung auf 

15 den Stufen des Himmels. Und 
da die Apostel Bosse heissen, 
so spricht der Prophet: ,,Duhast 
gesandt deine Bosse, und erregt 
die Wasser." Und hernach 

20 spricht er: ,,Du bist gestiegen 
auf deinen Wagen, und deine 
Eeiterei ist das Leben" der Welt. 
'Jenes, dass er gesagt: „Du hast 
gesandt deine Bosse, hast er- 

25 regt die Wasser", dieses (seil, 
bedeutet) den Aufruhr vieler 
Geschlechter, | die, ähnlich den 
Wassern, in Aufruhr gebracht 



herrlich sein, wenn du Busse 
thust 

2 Sehet wieder eine neue 
Ökonomie! Denn die Bosse 
waren das Volk, wie auch die 
seligen Apostel Bosse erweckt 
(aufgestellt) zu verfolgen in 
der ganzen Welt. Der Wagen 
aber ist die Kirche aus den 
Heiden. Angeschirrt aber an 
die Kirche ziehen die Apostel 
rechtgläubig und heilig hin- 
auf in den Zugang des Him- 
mels. Da die Apostel Bosse 
heissen, nach dem Propheten: 
,.Du hast gesandt deine Bosse, 
erregend(„in Aufruhr bringend") 
viele Wasser", und wieder: „Du 
hast dich gesetzt auf deine 
Bosse und deine Beiterei ward 
die Bettung." 



7 „selifjfen" blzenii: „Gottes" 
bzi T, bz'im U 1 8 „aufgestellt" vuBtavl- 
jaemi: „stellt er mir auf* vustavljaet 
mi T I 13 „heilig'* U Bl. lOv | 15 „Da": 
„Deshalb" (heissen)? 1 18 „erregend— 
Rosse" < T I 22 „die": „zur" T. 



17 Hab. 3, 15. — 20 Hab. 3, 8. — 23 Hab. 3, 15. 

5 „Gnade der** < S | 15 Ambr., In ps. 118. IV, 28 habet equos suos 
Christus, de quibus dicit propheta: „Immiaisti in mare equos tuos, turbantes 
aquas multas", eo quod gentium populos qui moventur ut aquae multae 
et excitantur ut fluctus aquarum multarum evangelizando commoverint 
apostoli, ut . . in Christum crederent. et supra ait: „Ascendisti in equoB 
tuos etc." o bonorum equorum duodecaingum mirabile, quibus frenapacis, 
habenae sunt caritatis, constricti sunt inter se concordiae vincuh's et iugo 
fidei subiecti, quattuor rotis evangelii mysterium totius orbis finibus inve- 
lientes bonum aurigam portantes Dei verbum etc. (u. S. 42) | 23 „Jenes — 
gerechtfertigt" < S | 27 Marr 14. 



Hippolyt'B Kommentar zum Hohenlied. 



41 



durch die Erregung zerstört wurden, die in Aufruhr gebracht waren 
Yon dem unruhigen Charakter. Jetzt sind sie bewahrt im Stand 
und, nachdem sie Christus . anerkannt haben, gerechtfertigt 



^0 schöne Völker, sie er- 
warben Bosse, deren Springen 
nach dem Bilde der Gerechten, 
die nicht durch das Blitzen des 
Schwertes etwas thaten, geringer 
als Heldenthaten („noch durch 
eine Heldenthat^ ?), sondern als 
Evangelium allen den Frieden 
yerkündigten! Denn diese Rosse, 
angeschirrt eines mit dem 
anderen, wenden sich weder von- 
einander, noch streiten sie, noch 
werden sie in irgend einem 
Masse mutlos, noch werfen sie 
ab das Joch. ^Aber siehe, wie 
erfahrene, dem Joch gehorsam 
gewordene, ziehen sie, ange- 
schirrt zum Heil, viele Völker 
ganz wie einen Wagen. Und 
so, jene zwölf Rosse, ohne Hirten, 
gerecht, haben sich erwiesen als 
angeschirrte und gelenkte, ge- 
festigt durch den Zügel der 
Liebe gleich mit ledernen Rie- 
men und gehorsame dem Joch 
des Glaubens. Sie haben mit- 
geteilt das Geheimnis der Pre- 
digt der vier Evangelisten wie 
mit vier Rädern. Das gute Wort, 
den Lenker des Wagens, haben sie 
auseinander getragen und voll- 
führend die Fahrt far die Wahr- 



*0 schöne Rosse, deren 
Laufen nicht durch das Klingen 5 
eines Schwertes noch durch 
ein Zeichen des Streites, son- 
dern jeglichen Frieden verkün- 
digend! Denn diese Rosse an- 
geschirrt trennen sich weder 10 
noch reden sie wider einander, 
noch werfen sie ab das Joch. 
* Sondern wie erfahrene tragen 
sie das Joch und den Pflug (so) 
mit aller Freimütigkeit zu allen 15 
Völkern, wie an den Wagen des 
Heils angeschirrt. Denn diese 
Rosse nicht mit einem Riemen 
zusammengeschnürt, sondern mit 
dem Band der Liebe, gehorsame 20 
dem Joch des Glaubens. (Wie) 
mit vier Rädern das Geheimnis 
der Ökonomie mit den vier 
Evangelien verkündigend, den 
guten Reiter, das Wort tragend, 25 
den Lauf vollendend. 



4 „0 des Laufens schGner Rosse" 
U I 5 T Bl. 264v | „durch d. Klin- 
gen", „Geräusch" grimanjem: „Don- 30 
nem" vozgremönija U 1 15 U Bl. llr | 
17 „Denn— zusammengeschn." < U | 
19 „m. der Liebe des Bandes" („das 
Band" T) TU I 21 „d. Joch" < U | 
22 „d. Geh." tainu: „der Verbindung 
und" sodetaniju i TU. 35 



4 „0 schöne — Heldenthaten": kleine Abweichungen in S | 13 „e. mit 
d. a." < S I 15 „n. werden— mutlos" < S | 18 „Aber— Wassers" : kürzer S | 
25 vgl. Ambr. zu S. 40, 15. 

4* 



42 



Bonwetsch. 



heit, fSr die Unterweisung der 
Welt durch zwölf, haben sie 
sich bestimmt alle Völker, wie 
Ströme des Wassers. 
5 ®0 das Verlangen der seli- 

gen Rosse! Denn ihre Räder 
waren gleichsam in Rädern, da 
dieses neue Evangelium ange- 
schirrt war an das alte Gesetz. 

10 Aber auch der Wagen ist sehr 
schön, denn er ist mannigfaltig 
bemalt: bei ihm waren ein Löwe, 
eine Weinrebe, ein Mensch und 
ein Adler. neuer mannigfalti- 

15 ger Anblick des Evangeliums, 
angeschirrt an den Wagen mit 
den Gerechten. Denn sein (des 



^0 der seligen Rosse, die 
geistige (oder: „des Wortes") 
sind! Denn es waren ihre Räder 
wie jenes Rad in Rädern. Denn 
das neue Testament im alten 
lebend und durch dasselbe ge- 
predigt Schön nun war auch 
der Wagen, denn er war vierge- 
staltig,denn er hatte in sich einen 
Löwen, ein Rind, einen Menschen, 
einen Adler. schöne viergestal- 
tige Ökonomie, an dengerechten 
Wagen („Wagen der Gerechten 
[od. Gerechtigkeit]") angeschirrt. 
Es war ein Löwe wie ein König 
von Matthäus gepredigt; es war 



3 „Denn . . ihre" bo tech: ,^n 
4 vgl. Hipp., In Dan. 1,17, 11 diesen" v tech T | 6 „lebende . . 
,4)enn Christus, der Strom seiend, predigende" TU 1 11 ü Bl. llv. T 
wird durch das vierteilige Evange- Bl. 2()5r | 16 „von" <T | „es war**: 
lium in der ganzen Welt verkündigt, Markus vor Lucas in ü | „es war 
und über die ganze Erde hin w&s- aber": „und" U. 
semd heiligt er alle an ihn Glauben- 

den". 1 5 A m b r. 1. C.I V, 28 o rationabilium equomm grande certamen ! o miran- 
dum mysterium! rota intra rotam currebat et non impediebatur , novum 
iestamentum in veteri testamento erat, intra illud currebat, per quod annuntia- 
batur I 6 „Rosse": „die geistige sind" + S | 13 „Weinrebe" erklärt Marr 
S. LVII als vermutlich entstanden aus falscher Lesung armenischer Uncial- 
schrift, s. o. S. Ki | 17 Hipp. I, 2, 183 „Vom heiligen Hippolytus aus dem 
Kommentar zum Propheten EzechieL So hat ja auch Ezechiel jene Tiere 
gezeigt, die Gott preisen, indem er bei den vier Gestalten der vier Evan- 
gelisten zum Erweise der Herrlichkeit des Vaters auf deren Wirkung auf- 
merksam machte, von der alle vier Weltrichtungen erfiillt wurden. „Das 
eine Tier" sagt er, „hatte vier Gestalten"; weil jede (Gestalt) ein Evange- 
lium ist, erscheint es in vierfacher Weise. Die erste Gestalt, sagt er, die 
<iem Stiere glich, bedeutet die priesterliche Herrlichkeit Jesu, welche Lucas 
schildert. Die zweite, die dem Löwen glich, bedeutet die Führerschaft und 
KOnigswürde jenes Löwen, „der aus dem Stamme Juda kommt" ; diese hat 
Matth&us dargethan. Die dritte glich dem Menschen und bezeichnet die 
Leidensf&higkeit des Sohnes und das geringe Wesen der Menschen; die hat 
Markus geschildert. Die vierte aber, die des Adlers, lehrt das Geistes- 
geheimnis seiner Kraft und Macht, da« am Himmel des Wortes fliegt: 



Hippolyt's Kommentar zum Hohenlied. 



43 



Wagens) Lowe ward gepredigt 
durch den Evangelisten Mat- 
thäus, als ein König. Und der 
Weinstock ward gepredigt durch 
Lucas, als Weinstock des Hohen- 
priesters. Und sein Mensch ist 
ausgedrückt durch Markus als 
einer der gelitten hat. Und sein 
Adler als das Wort, das empor- 
geflogen gen Himmel durch 
den seligen Johannes. Durch 
diesen Gedanken ist kundgethan 
das Geheinmis der Predigt. | 
^In den Wagen sind gestellt 
die Räder, die sich nicht rück- 
wärts wandten, da in dem Wagen 
war der Geist des Zeichens. 
Denn durch Ezechiel ward uns 
mitgeteilt, dass im Evangelium 
war ein Geist, voll von einer 
Menge Augen mit dem Herzu- 
rufen der verschiedenen Völker 
unter Vermittelung der Gebote. 
®Und so ist er auch unter den 
Rossen der Gerechte^ und von 
ihm ruft er auch und spricht: 
,. Meinem Ross am Wagen Pha- 
raos verglich ich dich, meine 
Nächste!" Thue Busse, Syna- 
goge, damit auch du predigest 
von Christus, werde ihm du zu 
einem Ross für die schnelle 



aber ein Rind der Erlöser durch 
Lucas gepredigt, es war aber 
ein Mensch durch Markus ge- 
zeigt, ein Adler aber wie das 
Wort von dem göttlichen Jo- 5 
hannes in die Höhe empor- 
fliegend; durch die Gnade der 
Welt das Geheimnis offenbarend. 

10 
''Diesem Wagen folgen die Rader 
und wenden sich nicht zurück^ 
denn es war „der Geist in den 
Rädern"; durch Ezechiel ver- 
kündigt in den Evangelien ein 15 
Geist, und er war voll Augen, 
die Berufung der verschiedenen 
Völker zusammenlegend. ® Siehe 
nun in Betreff der Rosse, Ge- 
rechter (oder „Gerechte"). Da- 20 
her ruft er auch sprechend: 
„Meine Rosse am Wagen Pha- 
raos, ich habe dich verglichen, 
meine Nächste." Bekehre dich, 
Synagoge, damit auch du 25 
Christum predigest, und werde 
schnell wie ein Ross zu durch- 
laufen die Welt wie .Paulus, 



27 Höh. 1, 9 (8). 



1 „der Erlöser . . gepr." < U .,^^ 
3 „Markus durch Mark." T | „gezeigt" : " ' 
„zeigt er" javljaet U | 16 „Geist": 
buda + T „als Adler aber" T ' 
21 „ruft" ü Bl. 12r | „auch"'< T. 



dieses verkündigt Johannes". Nach Vat. syr. 103 (früh. 3) u. Mus. Britt 
syr. 853 (Add. 12144). Lagarde, Anal. Syr. 90,21—91, 2. Pitra Anal. s. 
IV, 41. Zur Sache Zahn, Forschungen II, 257 ff. 

7 „als e. d. gel. h." < S 1 14 Marr 15 | Ambr. 1. c. in quatuor partes ibant 
rotaeetnon revertebanturretrorsum, quiaspiritusvitae erat in iis, qui correbant 
in quatuor partes totius mundi | 23 „u. Verm. d. Geb.": „zusammenlegend" S. 



44 Bonwetsch. 

Fahrt irr die Welt wie Paulus nachdem er an Christus gläubig 

und zu einem Hirten wie Petrus, geworden, und ein Hirte wie 

damit durch Christus du er- Petrus, damit du in Wahrheit 

scheinst als Gerechter, oder wie zum Bild Christi erscheinst, oder 

5 der Geliebte aus den Jüngern, Johannes, damit du lernst das 

damit auch du seiest versiegelt Wort kund zu thun, oder einer 

zusammen mit den nicht ge- von den seligen Jüngern, 

nannten Rossen! ^0 neue Ge- ' 

heimnisse, denn er bezahlt den , "^^ t™uf^i * •^' ^Tm 

1 I. T i. xK ' r> verovav.: „er glaubte" verova T | T 

10 gerechten Lohn: „MememKosse g^ 2G5v | 7 T BL 265v, 4. ü Bl. 12'. 

yerglich ich dich an dem Wagen 

Pharaos, meine Nächste!" Wenn du dich bekehrst, so wirst 
du erkennen, in welche Schönheit du gekleidet werden wirst. 

IX. „Denn es haben sich geschmückt an dir die Wangen 
15 wie Turteltauben"; denn du hast die Schönheit des Glaubens, 

die „warnt" durch das Wort. 

„Dein Hals ist wie (ein Turm) aus Elfenbein", denn du 
hast die Kühnheit der edlen Herkunft („des Edelsinns"?). Du 
schaust, nicht das Haupt herabhängen lassend, sondern vielmehr 
20 hoch (sc. es haltend) in der Richtung zum Himmel. 

X. „Ein Ebenbild von Gold werden wir dir machen aus 
silbernen Talenten." Denn was von ihnen nur nach Mass Zu- 
trauen verdiente gemäss dem Gesetz, in dem hat jetzt die über- 
schwengliche Schönheit des Goldes Wohnung gemacht und die 

25 frohe Botschaft. Denn „aus silbernen Talenten" ganz wie aus Gold 

wird er für dich sein (sc. der Schmuck). Denn ich vergleiche 

dich gerechten Menschen, die erprobt und gereinigt sind wie Gold, 

XL „Bis der König sich befindet an seinem Orte der Ruhe". 

Denn Christus kam und zwar rechtzeitig mit dem Reich. | Die 

30 „Narde", die sich ausgebreitet hat, sein Geruch. „Ein ver- 
schlossenes Gefass ist für mich mein Schwesterkind". 



10 Höh. 1, 9 (8). — 14 Höh. 1, 10 (9). — 17 Höh. 7, 4 [1, 10 (9j]. ~ 
21 Höh. 1. 11 (10). — 28 Höh. 1, 12 (11). — 30 Höh. 1, 13 (12). 

4 „oder — Rossen**: auch hier scheinen nich 6 und S za ergänzen ^ 
8 ,,0 neue Ü*' < S | 22 Ambr, 1. c. 111, 7 ex iis enim qui ex lege sunt et 
prophetis mediocriter ante crediderant gloriam domini leau { 29 Ambr. L c. 
donec Christus veniat in regnum sunm et reclinet caput suum in ecclesiae 
fide I 29 Marr 16. 



Hippolyt^s Kommentar zum Hohenlied. 



45 



XIL „Meine Narde gab ihren Wohlgeruch von sich." Die 
Salbe der Gnade breitete sich aus, damit auch die Beschneidung 
könne gerettet werden. „Ein Gefass für die wohlriechende Salbe** 
ist Christus durch die Einhüllung in das Fleisch wie durch das 
Band der Liebe gefestigt, um ihretwegen gepresst zu werden, 5 
wie die Traube des Weinstocks. — ^„hlein Schwesterkind weilt 
inmitten meiner Brüste/ 

Denn er ist der Gesalbte Denn derMittler war Christus 
des Gesetzes und des Evange- dem Gesetz und Evangelium; 
liums: „Ein Gefass für die dieser „nächtigt in denBrüsten*'. 10 
wohlriechende Salbe ist mein 8 T Bl. 267^ 23. M Bl. SSS^. 
Schwesterkind, es macht Woh- n Bl. ICr. U Bl. 16r. Lemma: Hippo- 
nung inmitten meiner Brüste." lyt 1 10 T Bl. 268^. 

Xni. „Eine Narde wie die der Cyper ist mein Schwester- 



kind im Weinberg Engads." 

Schönheit von der Cyper, 
durch die geschmückt ist die 
Salbung, damit der Weinberg 
von Engad sei für gerecht ge- 

lHoh.l,12(ll).—3Hoh.l, 13(12). 
— 5 Col. 3, U. — 6 Höh. 1, 13 (12). — 
10 Höh. 1, 13 (12). — 14 Höh. 1, 14 (13). 

10 Ambr., In ps. IIB. 111, 8 
corpus suscipiens dominus lesus cari- 
tatis se vinculis illigavit | 7 „Brüste'': 
wörtlich „Milchgefösse" | 16 
„Schönh.— geachtet": etwas anders 
S I 19 Ambr. 1. c. Engaddi. . regio- 
nis cuiusdam quae in ludaea est locus 
sie dicitur in quo opobalsamum 
gignitur. . . In illis ergo vineis 
lignum est, quod si quis compungat 
unguentum emittit; hie fructus est 
ligni. si non incidatur lignum non ita fragrat et redolet, cum autem cum- 
punctum fuerit artificis manu, tunc lacrimam distillat; sicut et Christus 
in illo tentationis ligno ciucifixus illacrimabat populum, ut peccata nostra 
dilueret et de visceribus misericordiae suae fundebat unguentum dicens 
,JPater, dimitte etc". tunc ergo in ligno compunctus est lancea et exivit de 
eo sanguis et aqua omni unguento suavior . . per totum mundum odorem 
sanctificationis etfundens, et quasi balsamum ex arbore sie virtus exibat e 



15 
schöne Traube des Wein- 
bergs von <En)gadl („Engad'*) 
ist ein gewisser Ort in der 
Gegend Judäas, an welchem Ort 
Balsam wächst. Es sind dort 20 
auch Weinberge, in denen dieser 
Baum ist. Eben dieser Baum, 
Geliebte, giebt aufgeschabt die 
Frucht der Salbe. Ebenso giebt 
Christus durchbohrt seinen 25 
Wohlgeruch. ^^.ber, wenn, 



16 T Bl. 268r, 2. ü Bl. 16', 12. Kein 
Lemma | 19„0rt"<U | 21 „auch" < 
U I 24 „Frucht der" < T 1 25 „Chri- 
btus" < ü I 26 „Aber, denn wenn" T. 



46 Bonwetsch. 

achtet. „Engad" ist eine Ort- Geliebte, die Frucht am Baume 

lichkeit an der Seite Judäas, im Weinberg stand unverletzt, 

wo sich Balsam findet. Man hat gab sie keinen Duft. Aber wenn 

dort Weinberge, die sich aus- sie von einem Kundigen mit 

5 gebreitet haben mit Bäumen, dem Messer durchbohrt, sofort 

Dieser (Balsam) gewonnen von lässt sie Thränen quellen. Denn 

jenen Bäumen gibt von sich Christus hat damals über das 

vorbildlich eine wohlriechende Volk geweint, damit er konnte 

Salbe. Daher sprach sie: „Mein aus sich herausgeben den Wohl- 

10 Schwesterkind im Weinberg En- geruch, aber ich sage die Barm- 

gads", was folgendes bedeutet: herzigkeit. 
Er war stark am Holz, als er 

beite. An jenem Holz gibt er bj, 268r, 22. ü Bl. 16v. 10. 

15 von sich den Wohlgeruch, ganz 

wie den Wohlgeruch des Balsams. Wie aus seinem Mund hervor- 
ging das Wort, so gab Christus von sich seinen Wohlgeruch. ^Aber, 
Geliebte, so lange die Früchte am Baum im Weinberg bleiben 
werden, so lang sie nicht gepresst werden, gibt sie nicht ihren 

20 Geruch von sich. Wenn aber ein Kundiger sie mit dem Messer reinigt, 
gibt sie (sc. ihn) schnell mit Thränen. Denn auch Christus weinte 
damals über das Volk, da er konnte über sie Wohlgeruch ausbreiten, 
indem er offen Hilfe erwies. 

Denn am Baum (Holz) war er verwundet im Garten, ! um uns den 

25 guten Wohlgeruch der Salbe zu zeigen, ^ünd das Wort, o Geliebte, 
machte alsdann noch Wohnung im Fleisch, und der Grosse erschien 
gleichsam ein Erniedrigter, um aufgedeckt (offenbart) zu werden. 
Und er that kund die neue Gnade der Ökonomie. „Der Reiche ward 
arm für uns, damit wir reich würden durch seinen Reichtum". Und 



9 Höh. 1, 14 (13). — 13 Job. 19, 34. — 21 Lc. 19, 41. — 25 vgl. 
Job. 1. 14. — 28 2 Cor. 8, 9. 

corpore. . . compunctus igitar Jesus odorem remissionis peccatomm et 
redemptionis efitidit. nam et constrictus erat, verbam cum esset homo 
f actus, et pauper factus est cum dives esset, ut nos illius inopia ditaremar . 
potens erat et despiciendum se pracbuit. . terram movebat et haerebat in 
ligno. . exioanitoB erat et replebat omnia; descendit deus, ascendit homo; 
verbum caro factum est, ut caro sibi verbi solium in Dei dextera vindicaret. 
3 „Man hat — Wohlgeruch" : kürzer S | 19 „so lang s. n. gepr. w.": 
„unverletzt" S | 24 Marr 17. 



Hippolyt's Kommentar zum Hohenlied. 47 

SO von da an, o Geliebte, wie er am Holz hängt, ward kund der 
Wohlgeruch der Salbe. Denn das Wort „erniedrigte sich" und 
zu uns gewandt begann es zu singen und alsdann erfüllte es mit 
Wohlgerucb, ibn ausgebreitet habend, damit hernach ebenso be- 
ständig erschiene die Güte (Milde) der Ökonomie durch die Aus- 5 
breitung des Wohlgeruchs der Salbe, um froh zu machen, da es 
herausgegeben ward aus dem Herzen des Vaters und der Erde 
Evangelium verkündigte. *Es selbst erhob sich von der Erde 
und erschien, wie ein Wohlgeruch der Salbe strebte es hinauf 
zum Himmel. Ausgebreitet vom Himmel, stieg sie („es"?) empor 10 
von der Erde zum Himmel. Ein Früchte hervortreibender Tau 
Hess sich (es sich?) herab von der Höhe, um ims, die Irdischen, 
zu versiegeln zum Leben, d. h. das Wort kam herab, damit die 
Menseben vermochten sich zu erheben in den Himmel. Ein BUd 
eines solchen Geschlechts ist aufgethan (oflfenbart) durch das 15 
Wort: „Mein Schwesterkind im Garten Engads". 

XIV. Und sofort aber antwortet er und spricht: „Siehe du 
bist schön, meine Nächste! Siehe, du Schöne!" 

Dies aber antwortet er und Dieser ruft wieder: Du hast 

hernach: Nur bekenne mich gut! mir bekannt gut. Auch ich be- 20 

Deswegen bekenne ich dich kenne dir. Was aber ist es, 

mehr, Schöne. So was bedeutet dass Christus spricht: „Schöne"? 

es aber, dass Christus spricht: „Sei getrost, o Tochter, deine 

„0 du Schöne", wenn nicht das: Sünden sind dir vergeben". 

„Sei getrost, Tochter, dir sind ^. 25 

^ • ^ Q- j ^x. u 19 T. Bl. 268^ 13. M Bl. 889^ 

deme Sunden vergeben". m oi 10^ tt m m^ t 

^TT -f-. *. r . . . N. Bl. ISr. U Bl. 17r. Lemma: 

X V . Darauf aber antwortete Hippolyt". 

sie und sprach: „Siehe du bist 

gut, mein Schwesterkind". Und schön, weil du geliebt bist für 
alle, sogar auch für die, die dich nicht kennen. Denn zu der 30 
Zeit werden auch die, welche (ihn) früher nicht kannten, von 
Christus gelehrt sein. Dann gut | zum Verständnis gelangt, werden 
sie glauben und sprechen: 0, was für ein Weiser ist dieser 

2 Phil. 2, 8. — 16 Höh. 1, 14 (13). — 17 Hob. 1, 15 (14). — 24 Höh. 
1, 15 (14). — 25 Mt. 9, 22. 2. — 28 Höh. 1, 16 (15). 

17 Ambr. 1. c. III, 9 respondit et Christus: „Ecce es bona etc.". . . 
quid est autem Christum dicere „boua es" vel „decora es", nisi illud evan- 
gelicum: „Constans esto, filia, remissa sunt tibi peccata tua" | 32 Marr 18. 



48 



Bonwetsch. 



Mensch! Er ist gross und unbekannt, er ist Gott. So von nun 
an, Menschen, erkennet, was vor uns liegt 



2„ Siehe, du bist schön, mein 
Schwesterkind, und es ist über 
5 meinem Lager ein Kühler ge- 
macht". Was aber beabsichtigt 
sie zu sagen über den Aufent- 
haltsort? Sie spricht: „Über 
meinem Lager ist der Kühler" 

10 gut Dies zeigt uns die Onade 
des Geistes, die ein Kühler ist 
für alle, welche die Hitze trifft. 
*Denn wie (die) von der Hitze 
(Leidenden) sich flüchten an die 

15 kühlen Örter, um unter ihnen 
aufzuatmen, so streben auch alle 
die, welche von Sünden gebun- 
den sind, leidenschaftlich zur 
Kühlung Christi, um die Kühlung 

20 des heiligen Geistes zu erlangen. 
„Über meinem Lager ist gut 
der Kühler". 

XVI. „Die Balken unserer 
Häuser sind von Cedernbäumen." 

-5 So sind das was für welche, 

3 Höh. 1, IG (15). — 8 Höh. 
1, 16 (15). — 21 Höh. 1, 16 (15). — 
23 Höh. 1. 17 (16). 

10 Vgl. Ambr., In ps. 118. IV, 
19 hanc umbram spiritalis minlKtrat 
gratia toirida saeculi huius et mundi 
aestiva fupientibus. opaca igitur ac- 
clinatio Christi et ecclesiae, quibus 
Dei patns aetema illa requies aspi- 
rat. in hac ergo requiescamus ambra, 
peccatorum nostronim aestibus fati- 

gati . ßi quos adussit libido, hos do- 

mini crux refrigeret | 25 Ambr. 1. c. 20 f. cedri specie maiorum qui iusti 
fuerant gloria declaratur . . . eicut enim cednis non putrescit, ita nee 
maiorum gloria uUa vetustate corrumpitur. ^^lacunaria nostra cupressti'*. 
genus hoc arborum nunquam amittit viriditatem soam; hieme iuxta vere 



2„Über meinem Lager ist 
eine Beschattung". Was soll 
dies gesagt sein? Es bedeutet 
die Gnade des Geistes, die ein 
Schutz (Schutzdach) ist für die, 
welche in der Hitze sind. Denn 
wie in der Hitze jemand eilt, um 
im Schatten zu ruhen, so eilt 
auch ein jeder von der Sünde 
Überwundene (Niedergelegte) 
unter die Arme des Herrn, um 
den Schutz („das Schutzdach") 
des Geistes zu erlangen. „Unser 
Bett ist umschattet". 

XVI. „Die Querbalken aber 
sindCedern, unser Fach werk sind 
Cypressen." Diese aber sind 
was, wenn nicht die Väter. Wie 
vielmehr die Ceder nicht fault, 
so wird auch der Ruhm der Väter 
nicht umkommen. Aber unser 
Fach werk ist das ganze Dach 
haltend. Denn die Cypresse, 
Geliebte, legt niemals die Blume 
ab, sie hat aber in sich selbst 



2 T Bl. 2(inv, 11. U Bl. ISv, 3. 
Lemma fehlt i 8 „Denn" < ü ] 15 „Euer 
Bett" U I 17 „D. Querb." perevesi: 
peresovisl T | 19 „Diese— nicht" sie 
4e cto no : sl' ze kto T | 23 T Bl. 270r | 
25 Cypressen . .legen" U | 26 „Gel.": 
,ymit Mannigfaltigkeit" spestrotami (J 
1 27 U Bl. 19r. 



E[ippolyt's Kommentar zum Hohenlied. 49 

wenn nicht die Väter? Wie die immer ein und dieselbe Gestalt 
Ceder nicht fault, so ist der im Winter und im Sommer; 
Ruhm der Väter nicht verborgen, auf welche Weise auch die 
„Die Dachsparren f&r uns sind Apostel immer die Dachsparren 
aus Cypresse"; denn die Dach- der Kirche. 5 

Sparren tragen auf sich den ganzen Bau. Geliebte, bei der 
Cypresse föUt niemals die Blume ab; im Gegenteil bei ihr ist 
ihr Ebenbild ewig und sie bleibt einerlei im Sommer und Winter. 
Auf die gleiche Weise werden diß Apostel niemals schwach; sie 
sind Dachsparren und Befestigungen der Kirchen. Sie haben die IQ 
Krafb durch die Macht des heiligen Geistes, und wer auf ihm, 
den halten sie in Kräften. „Die Dachsparren für uns sind aus 
der Cypresse." 

XVII. Von da an beginnt XVII. (Die Kirche) fängt 

sie sich selbst zu loben mit schon an sich zu loben und 15 
Rechtfertigung und spricht: „Ich spricht gerechtfertigt 
bin eine Blume des Feldes". Denn sie ist [nicht] ausgebreitet in 
die ganze Breite der Erde, da durch den Glauben an dich siehe 
ich eine Blume bin für alle Menschen. 

Und dies ist dem gleich, wie Denn es ist zu sehen, wenn 20 

wenn irgend einer von den Be- jemand von der Beschneidung 
schnittenen an Christus glaubte Christo glaubt, dass er „eine 
und im Aussehen der Blume Blume" ist, die „Altes und 
erschiene, so wäre er stark im Neues" zu bringen vermag. 2^ Ich 
Alten und im Neuen. ^„Ich bin eine Blume des Feldes; wie 25 
bin eine Blume (des Feldes) eine Lilie der Thäler inmitten 



wie eine Lilie der Thäler, und wie 

eine Lilie inmitten der Domen". ^ „Dachsp." vospory : „Fragen" 

voprosy ü 1 1 5 „und" < T | „gerechtf." 

4 Höh. 1, 17 (16). - 10 1 Tim. ^^ ^^' ^^O', 8: „(in) Rechtfertigung" 

3, 15. - 12 floh. 1. 17 (16). - 16 ü Bl. IQr, 11 | 20 Fehlt in T, schwer- 

Höh. 2, 1. - 25 floh. 2, 1. 2. ^<^^ ^^ ^- ^ ^^' ^^'' ^ ^^' l^v 

Lemma: „Hippolyt." 

atque aestate com am pascit nee 

diverso colore mutatur. . . sie apostolica quoque gratia nescit defectum, 

sed vetustate sui floret. 

10 „Sie -Cypresse" < S | 16 „Ich— Menschen" < S | 20 Ambr. 1. c. 

serm. V, 7 et vere flos qui poterat nova et vetera de sui cordis proferre 

thesauro . pulchre etiam lilium dicitur ecclesia; sicut enim lilium fulget, 

ita etiam splendent opera sanctorum. Fsellus, In cant. cant. Migne FG. 

122, Sp. 569. 



50 



Bonwetsch. 



I Geheimnisse offenbart durch 
gerechten Mund, dass sie offen- 
bar werden in Gleichnissen. 
Denn sie spricht: „Ich bin eine 
5 Blume des Feldes wie eine Lilie 
in den Thälem und wie eine 
Lilie inmitten Yon Dornen^. Den 
Wohlgeruch der Lilie offenbart 
er uns als ein Bild der Heiligen. 

10 Denn wie die leuchtende Lilie 
von sich gibt Schönheit, so 
leuchten auch die Werke der 
Gerechten und blühen in den 
Thälem. Auf diese Weise wird 

15 aufgehen über den Erniedrigten 
jene Gnade und wird nicht er- 
sticken in den Werken der Welt 
wie ,,inmitten von Domen." 



der Domen. Aus dem Mund 
Gerechter (oder „aus gerechtem 
M.") deutlich Geheimnisse in 
Gleichnissen kund gethan. Den 
Wohlgeruch der Lilie legt er 
Tor als ein Bild der Gerechten 
wegen des Glanzes der Lilie. 
So leuchten auch die Werke 
der Gerechten. Ln Thal aber 
die Blumen wie unter Dornen. 
(So) die Gnade aufsprossend, 
wie V inmitten von den Domen" 
der Werke (Handlungen) dieses 
Lebens. 



3. ,,deutlicli" jasne: jasne ie 
eze N I 8 „So" tako: ta M | 10 „unter 
Dorn." V ternych oderv sredi ternych: 
V ßyrenych M, v ßyrennych N. 



*Und das Verschiedenfarbige, gleichsam das Abbüd der 
i'O Lilie, stellte er uns vor als ein Bild der Wahrheit Sich selbst 
offenbart er deshalb, weil in ihm auch die goldene Farbe vor- 
handen ist. Denn aus dem Begräbnis ist er im Schmuck heraus- 
gezogen und zusammengefasst mit den Händen wie das Fleisch, 
Christi bewahrt ist durch den Geist; oder (so) durch die, deren 
25 Hände blutbefleckt sind durch Unglauben, aber wer glaubt, der 
wird sich freuen an dem Wohlgeruch seiner Salbe. Denn zu 
ihrer Weise ist hinzugefugt auch die goldene Farbe, da er im 
Geist uns offenbart das Leiden des Fleisches, damit jenes Ge- 
heimnis des Ausgebreitetseins offenbar werde allen Gerechten 
30 durch das Bekenntnis und die Erwerbung des geistigen Leuchtens. 



4 Höh. 2, 1. 2. — 16 Mt. 13, 7 (Mr. 4, 7. Lc 8, 7). 

1 Marr 19 ; 19 Ambr. 1. c. V, 8 lilium splendore circumfuBum . . , intas . . 
mbeam, . .eo quod caro Christi velut murali divinitatis claritudine cir- 
cumsepta. . . „Candidas" claritate divina, ,^ubeu8" specie coloria humani, 
quem sacramento incaraationis assumpsit . . . caro Christi eine peccato est, 
quam perfidi contrectantes manus Buaa inquinaverunt, sancti venerantes 
pietatia odore fragrarunt. 



Hippolyt*8 Kommentar zum Hohenlied. 5^ 

„Ich bin eine Blume des Feldes wie eine Lilie der Thäler und 
wie eine Lilie inmitten der Domen". 

XVIIL Jetzt spricht er zu denen, die diesen Wohlgeruch 
aufgenommen: Siehe, ich bin schön, meine Nächste! Und danach 
spricht er noch: Siehe ich bin schön. Dies spricht er von 5 
Christus. „Und siehe ich bin gemacht, Schwesterkind, wie ein 
Apfelbaum unter den Bäumen des "Waldesdickichts". Denn wie, 
Geliebte, aus dem Apfel hervorgeht ein Wohlgeruch mehr als 
von allen Früchten, so hat auch Christus unter allen Propheten, 
gehäugt an das Holz, einen Wohlgeruch herausgegeben, ganz lO 
so wie der Wohlgeruch des Apfels. 

XIX. Und sie („er"?) spricht: „Siehe mein Schwesterkind 
antwortet mir imd spricht: Nahe zu mir, meine Nächste und I 
Schönheit, meine Taube, meine Vollkommene!" Und so 
sprichterin Wahrheit von dieser Mit Wahrheit nennt er sie 15 
Taube, dass sie sanft ist; denn „Taube'',mitderSanftmutsie ver- 
er ruft sie mit Verlaugen und gleichend. Schöne nennt (ruft) 
spricht: „Kommet her zu mir er sie, sprechend: „Kommet alle 
alle sich Mühende und Be- sich Mühende und Beladene 
ladene". Wer aber sind diese und ich werde euch Ruhe geben." 20 
Beladenen, wenn nicht die Syna- Wer aber war beladen, wenn 
gogen, zu denen er sich wandte nicht die Synagoge, zu der er 
mit der Bede. spricht. 



lHoh.2,1.2.— 4Hoh.2,2.3?- 15 T Bl. 354v, 19. M Bl. 892v. 

6 Hob. 2, 3. — 12 Höh. 2, 10. 13. N Bl. 25r. ü Bl. 30r. Lemma ffip- 
— 18 Mt. 11, 28. polyt. | 17 „Denn das Schöne" T | 

18 „K. her zu mir** U [ 19 „und" vor 

3 Ambr. 1. c. V, 9 accepit hunc »Bei." -f- Mü | „und-geben" < T 
odorem dominus Jesus fragrantis ^^^ G, also vielleicht mit Recht | 21 
ecclesiae suae et ait: „Ecce proxima »»*ber^* + T Bl. 355r | 22 „Synag.": 
mea bona" . et ecclesia dicit ad »Sunamit" f&lschlich Hipp. I, 1 S. 
Christum: „Ecce bonus etc." huius- ^9, 51. 

modi pomum odorum gratiam (odorem 

gratum MSL 15 Sp. 1969A) habet, ut caeterorum pomorum fragrantiam 
vincat. Christus ergo affixus ad lignum sicut malum pendens in arbore 
bonum odorem mundanae fundebat redemptionis . . et unguentum potus 
vitalis efiudit Hob. 2, 3. eo quod super prophetas et apostolos intima 
corda hominum verborum saavitate mulcebat | 4 „ich bin" : anders Ambr. | 
14 Marr 20. 



52 



Bonwetach. 



*Nahe zur Einpfropfang (so) ruft er sie. Und was ist diese 
Einpfropfung, Geliebte, anders als die rechte Seite an der Hürde. 
Denn jene Hürde ist die Zufluchtstätte vor (uns). Komm, nahe 
dich zu mir im Evangelium, damit du dich erweisest auf gleicher 
5 Stufe stehend mit den Gerechten durch diese Einpfropfung. 

^„Zeige mir dein Antlitz und ^ „Zeige mir dein Antlitz 

gieb mir zu hören deine Stimme, und gieb mir zu hören deine 



deshalb weil ruhig ist dein Ant- 
litz und deine Stimme schön.'' 

10 Zeige ihm kühn das Christsein, 
ihn versiegelt habend auf die 
Stirn. „Gieb mir zu hören deine 
Stimme" : bekenne die Wahrheit, 
nachdem du sie ausgesprochen. 

15 „Zeige mir dein Antlitz und 
gieb mir zu hören deine Stimme, 
denn ruhig und süss*' ist, wer 
Christus bekannt hat, und 
„schön" „das Antlitz", welches 

20 hat Kühnheit von ihm. 

XX. Und er („sie"?) ant- 
wortet und spricht: 



Stimme": Mit Kühnheit (Frei- 
mütigkeit) zeige dich, das 
„Siegel" des Christentums auf 
der Stirn tragend. „Gehört 
mache mir deine Stimme": be- 
kenne sprechend die Wahrheit 
Denn „süss" ist deine Stimme, 
bekennend Christus und „schön" 
das Aussehen, welches kühn ist 
über ihn. 



8TB1.3r)ür, 1. MBl.80Sv.NBl.29r. 
U BLSöv. Lemma: „Hippolyt": < ü | 
12 „macht er^'ü \ 16 „Kühn ist" <MÜ. 



XX, Er („Sie"?) antwortet 
aber und spricht: 
„Fanget uns die Füchse, die den Weinberg verderben, da 
unsere Weinberge blühen." 



25 



ersehnte (verlangte) 
Stimme! Wahrheit, die 
(nach Gerechtigkeit) sich aus- 
gebreitet hat, durch welche die 
Häretiker gefangen sind! — 
30 Fanget uns die Füchslein, so 

6 Höh. 2, 14. — 11 Vgl. Apc. 
9, 4. — 12 Höh. 2, 14. — 15 Höh. 
2, 14. — 23 Höh 2, 15. 

1 „Einpfropfang** privitie. Der 
Cbereetzer hat in der armenischen 
Vorlage ,,patoya8t" statt „patovar** 



selige Stimme und(?) 
der Wahrheit, die nach Ge- 
rechtigkeit verkündigt, durch 
welche die Häresien überfuhrt 
wie Füchse in die Enge getrieben 
werden! Haltet uns die kleinen 
Füchse, die die Weinberge 



25 T Bl. 359V. 19. M Bl. 894r. N 
Bl. 29V. üBl. 36r. Lemma: „Hippolyt" 
I „nnd" + T I 28 T Bl. 360r | 30 „uns** 
< U. 



„Vormauer**, „Wehr'* gelesen, vgl. Marr S. LVIIf. | 25 „ersehnte**: ,^elige** 
hier und öfters 8 | 29 „überf. wie F.** -4- S | 30 „die d. W. v." -f 8. 



Hippoljt's Kommentar zum Hohenlied. 



53 



lang sie jung sind! Hütet euch, 
damit sie nicht, nachdem sie 
ToUkommen geworden sind, 
durch List die Weinberge an- 
füllen, während sie in der Blüte. 
Dies spricht er belehrend. 
Denn, sprechend: „Fanget uns 
die Füchslein", spricht er nichts 
anderes als: Tilget aus die Hä- 
resien aus eurer Mitte, damit 
„der Teig sich rein zeige", wenn 
du verstehen willst, o Mensch; 
denn als „Füchse" bezeichnet 
er die Häretiker. Denn die 
falschen Propheten sind nichts 
andere^ als die Häretiker, da | 
wer Trug lehrt und Lüge predigt, 
die sind Häretiker. Denn Jere- 
raias ruft und spricht: „Siehe, 
deine falschen Propheten, Jeru- 
salem, wohnen in Höhlen wie 
Füchse", Und hernach ant- 
wortet Christus selbst dem 
Herodes und spricht: „Saget 

7 Höh. 2, 15. — 11 1 Cor. 5, 7. 
— 19 Ezech. 13, 4 (Thr. 5» 18). — 24 
liC. 13, 32. 

5 „wahrend— Blüte" < S | 
17 Marr 21 | 20 „falschen" -|- G j 
21 „wohnen i. H.": .jagend" S | 23 
Ambr., In ps. 118. XT, 29 ait dorn, 
lesoß: „Ite, dicite vulpi illi", hoc est 
de Herode . . . unde etiam Samson 
binas yulpes sibi neznit, ad quanim 
candas alligavit facesetdimisit easper 
messes allophylornm; per hanc figu- 
ram significans qaod . . haeretici Übe- 
ram linguam habeant ad latrandum . , 
finem vero frandis snae incendio depu- 
tatnm . ideoque et trecentas vulpes 



(Gärten) verderben! Wie sie 
noch klein sind, haltet sie, da- 
mit sie nicht herangewachsen 
durch (mit) Bosheit anfüllen den 
Weinberg. Dies aber sagt er 5 
beratend : „Haltet uns die kleinen 
Füchse^ , sagt nichts anderes 
als: Nehmt die Häresien hinweg 
von euch, damit „rein der Teig 
sich zeige". Wolle verstehen, 10 
o Mensch, dass als Füchse mit 
Recht er die Häretiker zeigt. 
Denn die falschen Propheten 
sind nichts anderes als die Häre- 
tiker; die falsch Lehrenden und 15 
Lüge Predigenden sind die Häre- 
tiker. Denn Jeremias ruft und 
spricht : Siehe, „deine Propheten " , 
o Jerusalem, „wie Füchse" ja- 
gend. Es antwortet Christus 20 
selbst dem Herodes: „Saget 
jenem Fuchs: Siehe noch heute 
und morgen vollbringeich Kräfte 
und am dritten Tage werde ich 
verherrlicht werden". 25 

1 „Denn wie"T | 5 „Diesesaber" 
se *e M U: „Was" eze T N | 6 
„beratend" suvöStevaja: „wissend" 
svedaja M N, vedaja Ü | 8 „Nehmt 
d. Här. hinw." eresi otimete: „die 
Häretiker" eretiki MNU | 9 „v. euch« 
ot vas: „V. uns" ot nas T, „v. euch 
selbst" ot samöch vas M NU 1 12 „er . . 
zeigt" javljaet: „erscheinen" „werden 
gezeigt'* javljajiitsja T | 17 „u. spr." 
i gif : i gl' T, „sprechend" glja MNÜ | 
19 „wie" ü Bl. 37r | 20 „antwortete" 
T I 21 „selbst" 4- T I 22 „auch noch" 
MNÜ I 23 „und" < TM | 24 „und" 
vor „am" + T. 



54 



Bonwetsch. 



diesem Fuchs: Siehe, heute und 

morgen vollbringe ich Kraft, 

und am dritten Tage werde ich 

verherrlicht werden". 
5 '^Auch Simson vollbrachte 

ein gewisses neues Geheimnis 

in Bezug auf die Füchse. Als 

von ihm sein Weib wegge- 
nommen war, „fing er drei- 
10 hundert Füchse", band sie einen 

an den andern, band an den 

Schwanz eines jeden von ihnen 

eine Fackel und verbrannte das 

ganze Ackerfeld und den Wein- 
15 berg. — Und dies war ein 

Zeichen. Denn er spricht eine 

Zahl, dass er dreihundert Füchse 

aneinander band, und dass das 

hinter ihnen angezündete Feuer 
20 geflammt hat. Es zeigt dies, 

dass sie Häretiker waren. Denn 

die Leiden Christi bekannten 

ungeföhr dreihundert, aber sie 

erwarben keinerlei Können. 
25 ^Was das betrifft, dass er 

die Schwänze zusanmienband, 

so dieses deshalb, um zu zeigen 

ihre Hässlichkeit und ihren 

Widerspruchsgeist; denn sie 
30 widersprechen einander in Wor- 

ten. Und an ihren Schwänzen waren angebunden Fackeln; denn 

ihre schliessliche Strafe ist verbrennendes Feuer. 

^Und so spricht deshalb der Geist: „Fanget uns die Füchslein, 
5 Rieht 15, 4. 5. — 33 Höh. 2, 15. 

dimiäit, co qnod perfidi cnicis quidem se praedicatione commendare desi- 
derant sed mysterium eius tenere non possunt. 

13 „und— Weinberg*' etwas anders S | 10 „Denn— und" < S | 21 
„Denn— Können" < S | 28 „Hässl.— W.": „Gesetzl." S | 29 „denn— 
Worten" < S. 



2 Was aber ist auch Sim- 
son wieder ein neues Wunder 
(Geheimnis) in Bezug auf die 
Füchse vollendend. Als sein 
Weib geraubt wurde, ,, ergriff 
er dreihundert Füchse" und, „die 
Schwänze aneinander" gebunden 
habend, band er Fackeln an, 
und nachdem er (sie) angezündet, 
„sandte er (sie) fort" und alles 
Seiende und die Weinberge (oder 
„alle seienden Weinberge") ver- 
brannte er. Ein Zeichen aber 
war es derer, die das letzte 
Feuer verbrennt Dies zeigt, 
dass sie Häresien waren. 

*Das Binden aber von 
Schwanz an Schwanz, damit er 
ihre Gesetzlosigkeit überführe. 
Aber dass an ihren Schwänzen 
brennende Fackeln das am letzten 
Gericht ihnen flammende Feuer. 



1 „auch" < T Bl. 800V ! 
2 „neues" novo: no MN, < ü | 
„Wunder der Geheimnisse" T i 
11 „Seiende" sustaja, wol corrum- 
pirt I „und" -f T | IG „Häresien": 
eresi: esi Mü 1 21 „Fackeln" ü 
Bl. 37V. 



Hippolyt's Kommentar zum Hohenlied. 



55 



die die Weinberge verderben". Welche Weinberge, wenn nicht 
jenen Weinberg, der eine neue Pflanzung war und noch in der 
Blüte wollte Früchte bringen, verderbte, zerstörte und verwüstete 
er, nicht gestattend, dass jene Traube als eine reife von Christus 
gepflückt werde? „Jetzt blühen unsere Weinberge." 

XXL Sie antwortet und spricht: „Siehe, das Schwesterkind 
kam springend zur rechten Zeit und langte an". 

ersehnte . (verlangte) der seligen Stimme, wenn 

Stimme! Denn wann wird her- er zur Vergeltung des Weinbergs 



nach Bache für den Wein- 
berg, damit verbrannt würden 
die Füchse. Mit Recht ruft er 
und spricht: | „Siehe, mein 
Schwesterkind kam zur rechten 
Zeit springend, um zu springen 
über die Gipfel der Berge, über 
die Hügel. Mein Schwesterkind 
ist gleich einem Reh oder einem 
jungen Hirsch auf den Thälern 
der Berge, auf meinem Lager". 
^0 Ökonomie der neuen 
Gnade! sehr grosse Geheim- 
nisse (Gedanken)! „Siehe, mein 
Schwesterkind kam zur rechten 
Zeit mit Springen und langte 
an". Wasbedeutetdies Springen? 



einhertritt, damit empfangen 10 
werden die Füchse. Mit Recht 
ruft er und spricht: „Siehe, 
mein Bruder kam springend über 
die Berge und hinüberspringend 
auf die Hügel. Gleich ist mein 15 
Bruder einem Reh oder einem 
jungen Hirsch auf den Bergen 
„üdoljs" („an den Thälern"?). 

^0 der neuen Ökonomie! 20 
der grossen Geheimnisse! „Siehe, 
mein Bruder, kam springend". 



5 Höh. 2, 15. - 
— 13 Höh. 2, 8. 9.17.- 



6 Hob. 2, 8. 
-23 Höh. 2, 8. 



8 T Bl. 277V, 9. M Bl. 895y. 
N Bl. 33r. ü Bl. 4lv. Lemma „Hippo- or 
lyt". Als Text Höh. 3, 1 | 9 „er 
zur" + T I 10 „empfangen" jati: 
commpirt, vielleicht „verbrannt wer- 
den" goröti I 11 „ wie die F." MNU 
Bl. 42r I 13 „kommt" T | 18 „üdoljs« 
ndolij; es könnte heissen: „an den 
Thalern", aber wohl aus Bai^X 
Höh. 2, 8 I 24 „springend": „über die 
Berge u. hinüberspringend über die 
Hügel" 4- U. 



13 Marr 22 | 22 R beginnt 
bei Lagarde S. 87, 10 ff. und Pitra 
IV S. 41 B nach Cod. Addii 12156 
des Britt. Mus. „Das Wort sprang 
vom Himmel in den Leib der Jung- 
frau, es sprang vom Mutterleib auf das Holz und vom Holz in den Hades" | 
27 G interpungiert als heisse es: „Was bedeutet dies Wort des Springens. 
Es sprang" (vgl. Marr S. 22) | Ambr., In ps. 118. VI, 6 salit de caelo in 
virginem, de utero in praesepe, de praesepio in lordanem, de lordane in 
crucem, de cruce in tumulum, in caelum de sepulcro. De Isaac et anima 
31 S. 661, 8 saliens quomodo venit? saltu quodam venit in hunc mundum : 
Texte n. Ontersachongen. N. F. VIII, 8c. 5 



56 



Bonweisch. 



Das Wort sprang herab vom 
Himmel in den Leib der 
Jungfrau, es sprang hinauf 
auf den Baum aus dem hei- 

5 ligen Leib, es sprang von 
dem Baum in den Hades, es 
sprang von da heraus in 
menschlichem Fleisch auf die 
Erde. neue Auferstehung! 

10 Sodann sprang es von der 
Erde in den HimmeL Es sitzt 
zur Rechten des Vaters und 
wird sodann auf die Erde 
springen, um zu geben dafür 

15 Vergeltung. '^ Siehe, „er kam zur 
rechten Zeit springend über die 
Gipfel der Berge, hinuber- 
springend über die Hügeln denn 
auf die, virelche hochmütig sind, 

20 setzt es nicht seine Füsse, son- 
dern springt vorbei, nicht bei 
ihnen Halt gemacht habend. 

XXn. „Gleich ist mein 

Schwesterkind einem Reh oder 

25 seinem Jungen". Denn die 

Höhe des Wortes ist erneuert 



Was das Springen? Das 
Wort sprang vom Himmel 
in den Leib der Jungfrau, 
es sprang aus dem Mutterleib 
auf den Baum, es sprang von 
dem Baum in den Hades, es 
sprang hinauf auf die Erde 
wieder. der neuen Aufer- 
stehung! Wieder sprang es von 
der Erde in den Himmel. So 
setzte es sich zur Rechten des 
Vaters. Wieder aber wird es 
kommen mit Herrlichkeit auf 
die Erde und vermag Vergeltung 
zu vergelten. ^ Siehe, so „ kommt 
er springend auf den Bergen 
und hinüberspringend auf die 
Hügel". Aber ich sage, auf die 
Hohes Sinnenden tritt er (nicht), 
sondern springt hinüber, nicht 
ruhend in ihnen. 

XXn. „Gleich ist mein 
Bruder dem Reh oder den jungen 
Hirschen". Die Schnelligkeit 



15 Höh. 2, 8. 



apud patrem erat, in virginem yenit 
et ex virgine in praesepe transilivit, 
in praesepi erat et fulgebat in caelo, 
descendit in lordanem, ascendit in 
cracem, descendit in tnmulnm, snr- 
rexit e tamulo et sedit ad patris dex- 

teram. Die Späteren zum Teil im 

Anscbloss an Psendocassiodor. 

5 Vgl. C. Noet. c. 1 I 7 „in menschlichem Fleisch" G : „wieder" S | 
2« „Höhe": wohl auch „Schnelligkeit" =» S, vgl. Marr LXXVIII f. | „erneuert 
—war": etwas anders S. 



1 „des Springens"TMNU ] „des 
Wortes" MNÜ | 10 T BI. 278r 1 16 „die 
Berge" MNÜ | 18 ü Bl. 42v | 19 tritt 
er (nicht)", <ne)nastupit | 20 „springt 
hinüber" preskoöit: „hinüberge- 
sprangen" preskoöiv T | 24 „oder": 
„und" NU I 25 „Schnelligk." skorost: 
„schnell" skoro Mü. 



Hippolyt's Kommentar zum Hohenlied. 



57 



und leicht, wem nur sie gepredigt 
war. — Du wirst sehen, o Mensch, 
dass leicht war das Laufen. Von 
Osten erschien es im Westen 
und Yon Westen zeigte es sich 
als ein in den Süden gelangtes. 
Von Süden ist es offenbart als 
ein glaubwürdiges im Wagen, 
in der Jungfrau. ^ Büßtet auf 
das Laufen der Wahrheit! Sie 
Hess sich herab in die Unterwelt 
und strebte in den Himmel, da 
sie nicht Halt machte in der 
Finsternis der Welt, sondern, 
erschienen als Licht, stieg sie 
auf in den Himmel, und hernach 
flog sie noch weiter empor. Wie 
ein grosser Stern glänzt er, 
nachdem er erschienen war als 
Auge der „Sonne der Gerechtig- 
keit" auf dem Thron, gepriesen 
mit dem Vater. ^0 Tapferkeit 
undLaufen seinerüberaus grossen 
Höhe! Von Jugend an übertraf 
er alle, um kund zu geben die 
Schnelligkeit der Füsse, manch- 
mal wie ein Beh imd manchmal 
wie ein Hirsch. Und so blicke 
auf Christus, der manchmal 



20 Mal, 4, 2. 

3 Ambr., In ps. 118. VI, 6 de 
Oriente super occidentem, de septen- 
trione super meridiem. ipse est qui 
ascendit super occasum, ipse super 
caelos caelomm ad orientem | 7 „^on 
S.— Wahrheit": etwas anders S | 12 
„da— Welt" < S I 22 „0— alle": nur 
keiV' wie ob. S. 56, 26 | 26 Marr 23 | 



des Wortes leicht und behend 
Toranlaufend bedeutet es. Siehe, 
o Mensch, wie behend zu laufen 
(od. „das Laufen"). Vom Osten 
zum Westen erschienen, vom 5 
Westen zum Mittag gelangt es, 
und vom Mittag zur Mittemacht 
geglaubt 2 Siehe die Schnellig- 
keit des Laufens! In die Unter- 
welt hinuntergehend und nach 10 
oben eilend; . . . sondern als 
Licht erscheinend, geht es hin- 
weg an den Himmel, und wieder 
hinaufSiegend an den Himmel, 
wie ein vollkommener Stern auf- 15 
gehend, als „die Sonne der Ge- 
rechtigkeit" erscheinend, auf 
dem Thron des Vaters wieder 
gepriesen. ^0 der schönen 
Schnelligkeit Puss überall immer 20 
seiend! Denn bald wird es ge- 
zeigt (erscheint es) wie ein Reh 
seiend, bald aber ein Hirsch, 
die Schnelligkeit der Füsse be- 
25 

1 „Wortes" slovu : slavu ü 1 3 „be- 
hend": „voranlaufend" -f T | 5 „und 
vom" U I 7 „und" < N | 10 „hin- 
unterg.": „hineing." T | 14 „an den 
H." < M I 15 „ein vollk. Stern" 
zvözda soveräena: „Stern; voll- 
kommen" zv^zda. soverdeno d. HSS | 
T (MN?) verbindet „aufgehend" 
mit „Sonne" und „erscheinend" mit 
„auf d. Thron" | 16 „den Gerech- 
ten" Mü, „wunderbar" N Bl. 34, 
am Rand wie MU | 19 ü Bl. 43r | 
21 „Denn" T Bl. 278v: < MNU. 

kurz S I 24 „Höhe": wohl „Schnellig- 
29 „der— Hirsch": kürzer S. 
5* 



58 



Bonwetsch. 



schnell im Lauf wie ein Reh und 
manchmal schön gehörnt wie ein 
Hirsch.Und beide mit gespaltenen 
Hufen und käuen wieder. *Und 

5 das heilige Gesetz zeigt dies 
deutlich, denn die Heiligkeit 
war offenbart. Christus offen- 
bart den Glauben der beiden 
Gesetze, beständig lobt er die 

10 Festigkeit des Gesetzes und 
Evangeliums; über einige Auf- 
richtige und Reine ergoss er 
sich nach der Verheissung des 
Worts. Deshalb spricht er 

15 („sie'*?) so: „Siehe, mein 
Schwesterkind ist gleich einem 
Reh und seinem Jungen'^. 

XXIII. Alsdann ruft sie 
noch: „Siehe mein Schwester- 

20 kind schaut in das Fenster, es 
blickt durch das Gitter hindurch 
mein Schwesterkind. Tritt herzu, 



zeichnend. Siehe nun Christus 
bald wie ein Reh, bald aber 
wie ein behender Hirsch. Beide 
haben gespaltene Klauen 
und (sind) wiederkäuend die 
Speise. ^So zeigt auch das Ge- 
setz Reines predigend. Reines 
aber wird bezeichnet Christus 
durch die beiden Testamente, 
den Glauben offenbarend durch 
das Gesetz und Evangelium. 
Er ergiesst (wiederkäut?) aber 
offenbar die Ejräfte des Wortes 
in Erinnerung bringend. Des- 
halb spricht er („sie"?) auch: 
„Siehe, mein Bruder ist gleich 
einem Reh und jungen Hirschen"*. 



6 „Speise" jad: eci T | „zeigt": 
„sagt" ü 7 „Reines" dsta: 6tja MHÜ i 
„pred." propovedaja: „und kund- 
thoend" i povedaja MNÜ | 8 „wird" 
< UM I 17 T Bl. 278V 13. 



meine Nächste, du Schönheit und 

Taube!** — neue Predigt an verschiedenen Orten. Und dar- 

25 nach ruft der Geist offen mit Aufrichtigkeit: ^Mein Schwester- 
kind schaut durchs Fenster^. Aber wen doch nennt er Fenster? 
Tritt hierher, stelle dich her, Prophet! Gieb Zeugnis und sprich: 
,. Fenster haben sich aufgethan im Himmel". Und von welchem 
Fenster redet er, wenn nicht von dem Fenster der Propheten, 

30 durch die das Wort aufgebrodelt sich ergossen und ausgebreitet 



3 Deut. 12, 15. 22. lö, 22. Lev. 11, 3. — 15 Höh. 2, 9. — 19 Höh. 2, 9. 
10. — 25 Höh. 2, 9. — 28 Jes. 24, 18. 

9 „beständig— Wortes" : etwas anders S | 27 vgl. De antichr. 2 
ol ftaxuQiOi nQOfff'/tai d(pd^a).piol f/tiibv iytvovtOi 7iqooqG)vt6<; Sia nicxeoiq 
xa xov Xöyov firoTt/Qia \ Ambr., De Isaac 32 qaae sint fenestrae audi 
dicentem prophetam: „fenestrae apertae sunt de caelo". prophetas itaque 
signiiicat, per quos dominus genus respexit humanum« priusquam in terras 
ipse descenderet. 



Eüppolyt's Kommentar zum Hohenlied. 



59 



auf diese Seite. ^Dm-ch (jas Fenster blickt er auf mich und 
spricht zu mir: „Tritt hierher, meine Nächste, tritt hierher !** 
Dieses ist auch darunter zu verstehen. Denn durch alle Pro- 
pheten ruft er und spricht: Nahet euch zu mir. „Tritt hierher", 
stelle dich her, o seliger Prophet Elias, gieb Zeugnis! Mit Recht 5 
sagtest du zu Israel: „Bis wann hört ihr nicht auf zu hinken 
auf beiden Füssen?" Dies bedeutet: „Nahe dich zu mir, tritt 
hierher, meine Nächste, tritt hierher schneller, meine Taube, 
Vollkommene tritt hierher!" 

XXIV. Deshalb ruft sie alsdann noch und spricht: 10 



„Des Nachts suchte 
ich den, den meine 
Seele lieb gewonnen 
hat; ich suchte ihn 
und I fand nicht. 
Es fanden mich die 
Hüter, welche die 
Stadt behüteten." 
„Den einen, den mei- 
ne Seele lieb gewon- 
nen, fand ich und 
lasse (ihn) nicht, bis 
ich ihn herbeiführe 
in das Haus meiner 
Mutter und in die 
Schatzkammer derer, 
die mich empfangen 
hat." 

^0 ersehnte (ver- 
langte) Stimme, o 



2 der seligen 
Stimme, o der wun- 



selige Frauen offen- derbarenFrauen,vor- 
bart prophetisch den 



Früheren! Deshalb 
ruft sie und spricht: 



29TB1.280v,ll.MBL 
897r.NBl.36r.UBl.46r. 
Lemma: „Hippolyt." | 



„In der Nacht such- 
te ich den, den meine 
Seele liebte, und fand 
nicht. Es fanden mich 
die Hüter, welche 15 
die Stadt behüteten. 
Habt ihr nicht ge- 
sehen, den meine 
Seele liebte? Und 
siehe als ich ein we- 20 
nig von ihnen weg 
war, fand ich den 
meine Seele liebte, 
ich hielt ihn und 
Hess ihn nicht los, 25 
bis ich ihn führte in 
das Haus meiner 
Mutter und in die 
Schatzkammer derer, 
die mich empfangen." 30 

2 der seligen 
Stimme, der wunder- 
baren Frauen, dass 



31 A Pitra II, 232 ff. 



2Hoh.2.10-.GlKön. 30 „wund.-- „selige n" T. Hipp.1, 1,350, 1 5 If. Über 
18, 21. — 7 Höh. 2, 10. 13. — 11 Höh. 3, 1. 3. — 8chrift:„DeB8eligenffip- 
19 Höh. 3, 4. polytausBostra, Aus der 

Auslegung des Hohen- 
15 Marr 24. lieds". 



60 



Bonwetsch. 



„Des Nachts sachte 
ich den, den meine 
Seele lieb gewon- 
nen." Siehe, wie dies 
5 sich erfüllt hat an 
Martha und Maria. 
Mit ihnen hat die 
Synagoge eifrig ge- 
sucht den gestorbe- 

10 nen Christas, den sie 
nicht för lebend hielt. 
Denn so lehrt sie uns 
und spricht: „Des 
Nachts suchte ich 

15 und fand den, welchen 
meine Seele lieb ge- 
wonnen." ^Es lautet 
das im Evangelium 
Geschriebene : „Es 



20 



lHoh.3.1.— 13Hoh. 
3, 1. — 19 Luc. 24, 1. 22. 



längst vorgebildet 
Deshalb ruft sie und 
spricht: „Des Nachts 
suchte ich den, den 
meine Seele lieb ge- 
wonnen." Siehe dies 
sich erfüllend an Mar- 
tha und Maria, wel- 
che suchten den ge- 
storbenen Christus, 
ihn als lebend nicht 
glaubend. Denn die- 
ses zeigt sie (er) an 
und spricht: „Des 
Nachts suchte ich 
den, den meine Seele 
liebgewonnen." ^Es 

11 „als leb." iivu sta 
oder„leb.ihn" ziv i: „dem 
Lebenden" die HSS | 
12 „Denn es spr." MNÜ. 



sie vorlängst ein vor 
(laufendes) Beispiel 
zeigten. Deshalb ruft 
sie und spricht: „Des 
Nachts suchte ich 
den, den meine Seele 
liebgewonnen." Siehe 
dies sich erfallend an 
Maria und ihrer Sy- 
nagoge. 



3 Wie er im Evan- 
gelienbuch sagt: „Es 
kamen die Frauen" 
in der Nacht, zu 
suchen zum Qrab 
und fanden nicht. 
„Was suchet ihr den 
Lebendigen bei den 



8 „eifirig— gewonnen" < A | 19 Es beginnt wieder R a. a. 0. »JEs 
kamen die Frauen in der Nacht ihn suchend im Grab. Sie spricht: „Ich 
suchte ihn und fand ihn nicht". „Was sucht ihr den Lebendigen bei den 
Toten?" Wir fanden ihn nicht hier. Denn nicht ziemte ihm das Grab, 
sondern der Himmel. Was sucht ihr auf der Erde den, der über den 
Cherubim sitzt". | Cyrill zu Höh. 3, 1 ff. (Mai, Bibl. nova patr. IT, 462 
Migne PG 69, 1285 C) örjXoI täq ik^ovaa<; fiia aaßßdtofv Öq^qov ßa^iiog 
inl xo /iv^fia xov ^Ir^cov xal fi^ evQoicaq avxov. . . aXk^ ovx €vqev aircdv 
cixovaaaa' ovx eativ Code' j)y^QB'ri yaQ. xal evQOV avif^v ol zrjQOVVTeg 
ayytXoij ovg xal iQwxü' nov xed^eixaxe xdv xvqiov; a)J.ä naQeXd^ovay . . 
vnt]vxTiae )Jya)v' ;fa/()£rf. di6 (priaiv »tog juixqov naQfjX^ov an^ avtCbv ewg 
tVQOv xal ovx cKp^aof avxöv. ixQaxT^ae yäo xovg noöag avtov xal tjxovoe' 
fii^ fiov anxov, \ Ambr., De Isaac 42 S. 606, 17 et quoniam per evangelium 
in ierris videmns caelestia mysteria figurata, veniamus ad illam Mariam, 
veniamns ad Magdalenam. consideremus, quemadmodum Christum in cubili 
corporis sui, in quo defunctus iacebat in noctibus quaesiverint, quando 
dixit illis angelus: „lesum, qui crucifixus est, quaeritis: non est hie; surrexit 
enim. quid igitur quaeritis viventem cum mortuis?** quid quaeritis in sepul- 
chro eum qui iam in caelo sit? quid quaeritis in yinculis sepulturae uni- 
versonim vincla solventem? non sepulchrum huic sedis, sed caelum est. et 



Hippolyt's Kommentar zum Hohenlied. 



61 



kamen die Frauen des 
Nachts zu suchen 
zum Grab. „Ich such- 
te und fand nicht" 
spricht sie. „ Wie aber 
sucht ihr den Leben- 
digen bei den Toten?" 
Keiner von den Sei- 
nen (lies: Nichts von 
dem Seinen) zeigte 
sich dort, denn nicht 
jenes Grabgewölbe 
diente zu seinem Auf- 
enthaltsort, sondern 
die Himmel. Was 
sucht ihr auf der 
Erde den, der auf- 
gefahren sitzt auf 
dem Thron? Was 
sucht ihr den Grössten 
unter den Grossen in 
diesem verachteten 
Grab? Was sucht ihr 
den Vollkommenen 
im Grabgewölbe? 
Und wenn also der 
Stein abgewälzt ist, 
was sucht ihr im 
Grabe den, der erfallt 
von Gnade in den 
Hinmaeln ist? Was 
sucht ihr den Losge- 



spricht die Schrift 
desEvangeliums: „Es 
kamen die „Frauen" 
in der Nacht, suchend 
in dem Grab „und 
fanden ihn nicht". 
Denn nicht das Grab 
ward ihm Wohnung, 
sondern der Him- 
mel: „Was suchet 
ihr den Lebendigen 
bei den Toten", den 
schon auf dem Thron 
Seienden? Was sucht 
ihr den Herrlichen 

im unrühmlichen 
Grabe? Was sucht 
ihr den Vollkom- 
menen (als) mit 
dem Stein schon Be- 
deckten? Was sucht 
ihr den Lebendigen 
im Grabe, den im 
Himmel Seienden? 
Was sucht ihr den 

Losgelösten wie 
einen Gebundenen? 



2„da8Evang."TNÜ: 
„imEvang."M | 8TB1. 
281r I 18 „den Lebenden 
und Vollk." MNÜ 1 20 
„auf dem Stein" MU. 



Toten?" Er befindet 
sich nicht dort Denn 
nicht ein Grab soll 
(wird) sein Ort sein, 
sondern der Himmel. 5 
Was sucht ihr auf 
der Erde den, siehe, 
der übergegangen 
sitzt auf dem Thron 
der Herrlichkeit Was 10 
sucht ihr den Herr- 
lichen im verach- 
teten Grab? Was 
sucht ihr den voll- 
kommenen Felsen 15 
(„Stein"?) da an die- 
sem umgewälzten . 
Steine. Was sucht 
ihr im Grabe den, 
der, siehe, im Hirn- 20 
mel Gnade empfan- 
gen hat? Was sucht 
ihr den Losgelösten 
wie einen Gebunde- 
nen? 25 



30 



3 Höh. 3, 1. — 5 Luc. 24, 5. — 27 Mc. 16, 4. 

ideo dielt nna exhis: ,,quaesivi enm et non inveni enm". tamen dum vadunt 
apoBtolis nuntiare, miseratas quaerentes ,,occQrrit eis lesus dicens: havete. 
illae aatem accesserunt et tenuerant pedes eins et adoraverunt'^ tenetur 
ergo Jesus, sed delectatur sie teneri, quia fide tenetur. 

5 „Wie aber" etc.: die Reihenfolge anders in S; im Folgenden Ab- 
weichungen im Einzelnen in SA. 



62 



Bonwetsch. 



bundenen wie einen 
Gebundenen dort, 
ganz wie einen Ein- 
geschlossenen im Ge- 
5 fangnis? 

^Schauet wie sich 
dort ein neues Ge- 
heimnis erfüllte! 
Denn so atmet sie 

10 auf und spricht: „Ich 
suchte ihn und fand 
nicht Es fanden mich 
die Hüter, welche die 
Stadt behüteten." — 

15 Was für welche sind 
das, die fanden, wenn 
nicht die Engel, die 
dort Sassen ? und 
welche Stadt (hüteten 

'20 sie), wenn nicht das 
neue Jerusalem des 
Fleisches Christi? 
„Es fanden mich die 
Hüter, welche die 

25 Stadt behüteten." Es 

fragten die Frauen 

diese: „Saht ihr etwa 

den, den meine Seele 

lieb gewonnen?" 

30 Diese aber sagten: 
„Wen suchet ihr? 
Jesus von Nazareth? 
Siehe, er ist aufer- 
standen." I 



* Seht das neue Ge- 
heimnis! Denn so 
ruft sie und spricht: 
„Ich suchte ihn und 
fand ihn nicht Es 
fanden mich die 
Hüter der Stadt" 
Wer sind die Hüter 
wenn nicht die En- 
gel, die dort sassen? 
Welche Stadt aber 
hüteten sie (wenn 
nicht) das neue Je- 
rusalem des Fleisches 
Christi? Welche spra- 
chen zu den Frauen: 
„Was suchet ihr den 
Lebendigen bei den 
Toten?" 



7 „Denn so" tako bo: 
tako MNÜ, ta bo T I 9 
„ihn" vor „und" < ü | 
13(„Wer8ind)dieHäter** 
„stregnätei" : „Suchen- 
den" igtuätii T, „d. Such, 
u. die gefunden haben" 
istuäteiiobretSeiMNül 
15üB1.47r. 17 „hütend" 
N I „wenn nicht; das 
neue" ^no; novago. 



"* Sehet das neue Ge- 
heimnis erfüllt! Denn 
so ruft sie und spricht: 
„Ich suchte und fand 
nicht Es fanden mich 
die Hüter der Stadt." 
Wer waren die Hüter 
wenn nicht die Engel, 
die dort sassen? Und 
welche Stadt hüteten 
sie, wenn nicht das 
neue Jerusalem, den 
Leib Christi? „Es fan- 
den mich die Hüter, 
welche die Stadt be- 
hüteten". Es fragten 
die Frauen: „Habt 
ihr wohl gesehen den, 
den meine Seele 
liebt?" Und jene 
sprachen: „Wen su- 
chet ihr? Jesum von 
Nazareth? Siehe er 
ist auferstanden." 



10 Hob. 3, 1. 3. — 17 Jok 20, 12. Luc. 24, 4. — 23 Hob. 3, 3. — 27 
Hob. 3, 3. — 31 Mc 16, 6. 

2 „dort— Geföngn." < SA | 6 „Scbauet etc." kürzer S | 9 „atmet sie 
auf': „ruft sie" SA | 23 „Es— behüteten" <^ S | 27 „Saht -anferst": anders S. 



Hippolyt*8 Kommentar zum Hohenlied. 63 

XXV. „Und als ich XXV. Und als sie XXV. Und als sie 

mich ein wenig von ein wenig wegge- ein wenig von ihnen 

ihnen entfernt hatte", gangen waren, be- weggegangen waren, 

und als sie umwand- gegnete ihnen Jesus, begegnete ihnen der 

ten und weggingen, Da erfallt sich das Erlöser. Da ward er- 5 

da begegnete ihnen Gesagte: „Ich fand füllt das Gesagte: 

der Erlöser. Da er- den, den meine Seele „Ich fand den, den 

füllte sich das Ge- liebgewonnen." ^Er meine Seele liebte"; 

sagte: „Siehe als ich aber rief zu ihnen '^ „ich fand ihn''; „ich 

mich ein wenig ent- sprechend: „Maria^ hielt ihn fest und 10 

femt hatte, fand ich und Martha! Sie aber liess ihn nicht los." 

den, den meine Seele hielten ihn an den Denn dann umschlan- 

lieb gewonnen." ^Der Füssen. Und er gen sie fest seine 

Erlöser aber ant- spricht zu ihnen: Füsse. Und Jesus 

wertete und sagte: „Rühret mich nicht spricht zu ihr: „Tritt 15 

Martha, „Maria!" an, noch bin ich mir nicht nahe; noch 

Jene sagten: „Rab- nicht aufgestiegen bin ich nicht aufge- 

buni, was in Über- zu meinem Vater." stiegen zu meinem 

Setzung bedeutet: Sie aber hielten ihn Vater." Sie aber an- 

Mein Herr!" „Ich fest, indem sie spra- fassend spricht: „Ich 20 

fand den, (den) ich eben: „Ich lasse dich werde dich nicht 

lieb gewonnen, und nicht, bis dass ich lassen, bis dass ich 

ich werde ihn nicht dich hineinführe in" dich hineintrage in" 

lassen." Denn dann mein Herz, nicht mein Herz. Denn 

hält sie fest, nach- wollend getrennt diesem eine Kammer 25 

dem sie seine Füsse sein „von der Liebe" in der That in den 

umfasst, und er Christi. Aus der Ur- Eingeweiden bauend, 

spricht rufend: „Ruh- sache ruft sie: „Ich befestigte sie (dort) 

re mich nicht an, habe gefunden und die Liebe Christi und 

denn ich bin noch lasse ihn nichi" wollte sich nicht 30 

nicht aufgefahren zu scheiden. Deshalb ruft 

\r i. u G- lTBl.281r.MBl.897r. . , • i.t t u 

memem Vater." Sie j^ gj g^^. ^ gj ^r^^., sie und spricht: „Ich 

aber klammerte sich ^9 t B1. 28lv. | 26 „von" 

an und sprach: „Ich < T | 28 U Bl. 47v | 1 Pitra 11, 233, 4 | 

29 „und" < T. 9 „ihn": Cod. „sie". 

1 Höh. 3, 4. — 9 Höh. 

3, 4. — 16 Joh. 20, 16. — 20 Höh. 3, 4. — 28 Joh. 20, 17. 

1 Marr 25 | „Und— umw. u." kürzer S A | 13 „Der— Herr" < A | 
17 „Jene — lassen" < S. 



64 



Bonwetsch. 



lasse dich nicht, bis 
ich dich hineinfahre 
und hineinschicke ins 
Herz." „Ich lasse ihn 
5 nicht, bis ich ihn hin- 
einfahre in das Haus 
meiner Mutter und 
in die Schatzkammer 
jener, die mich em- 

10 pfangen." Da die 
Liebe Christi gesam- 
melt ist bei ihr im 
Leibe, will sie nicht 
ablassen. Deshalb 

15 spricht sie mit Ge- 
schrei: „Ich habe ihn 
gefunden und lasse 
ihn nicht." seli- 
ges Weib, die sich 

20 anklammerte an sei- 
nen Füssen, um im- 
stande zu sein em- 
porzufliegen in die 
Luft! ^Dieses spra- 

25 eben Martha und Ma- 
ria. Das gerechte Ge- 
heimnis zeigten sie 
zuvor an durch Sa- 
lomo sprechend: Wir 

30 lassen dich nicht em- 
porfliegen. Fahre auf 



der seligen Frauen, 
die an den Füssen 
halten, damit er nicht 
in den Aer empor- 
fliege! 3 Dies rief 
Maria und Martha, 
das gerechte Geheim- 
nis wieder durch Sa- 
lomo ankündigend. 
„Ich lasse dich nicht" 
emporfliegen. „Ich 
gehe zu meinem Va- 
ter." Trage empor 
ein neues Opfer, und 
trage empor Eva, 
die schon nicht ver- 
führte, sondern den 
Baum des Lebens 
festhalten wollende. 



fand und liess ihn 
nicht" der seligen 
Frau, die an die 
Füsse den Herrn fasst, 
damit sie in die Luft 
emporfliege! ^ Dieses 
riefen Martha und 
Maria, das gerechte 
Geheimnis frühzeitig 
durch Salomo an- 
kündigend. „Ich lasse 
dich nicht" auffah- 
ren! Er ging zum 
Vater und die Mut- 
ter (so), die Opfer 
darbrachte, Eva irrte 
nicht, sondern den 
Baum des Lebens 
wollte sie fassen. 



3 „nicht"<TN|ll 
„Fliege empor^iT: viel- 
leicht ist zu lesen „em- 
porfliegen. Fahre auf 
(fliege empor)" | „Ich — 
Vater** -h T; vgl. G; 
also wohl ursprünglich 
„Gehe zum Vater!** | 13 
„und trage** T | 14 
„Opfer** dar: „Volk** 
narod MNÜ. 



4 Höh. 3, 4. — 11 Rom. 8, 39. — 16 Höh. 3, 4. — 31 Joh. 20, 17. 



4 „Ich— empfangen" < S A | 10 „Da— ablassen** < S | 31 Ambr., 
De Isaac 43 S. (567, 18 ff. tene ergo et tu, anima, sicut tenebat et Maria 
et die: „tenui eum et non dimittam**, ceu dicebant ambae: tenemus te. 
yade ad patrem, sed non relioquas Evam, ne iterum labatur. tecum eam 
ducito, iam non errantem, sed arborem vitae tenentem. rape tuis pedibus 
inhaerentem, ut tecum ascendat. noli me dimittere, ne iterum serpens yenena 



Hippolyt's Kommentar zum Hobenlied. 



65 



ztun Vater und bringe 
das neue Opfer ! 
Bringe zum Opfer 
Eva , die schon 
nicht abirrte, son- 
dern sich anklam- 
merte mit der Hand 
leidenschaftlich an 
den Baum des Lebens! 
Siehe ich klanmierte mich an die 
Kniee, nicht so wie an eine 
Schnur, um zuzerreissen, sondern 
ich klammerte mich an die 
Füsse Christi. Lass mich nicht 
zurück auf der Erde, damit ich 
nicht abirre^ entführe mich hin- 
auf in den Himmel! seliges 
Weib, die nicht wollte ablassen 
von Christus! 



^Deshalb spricht sie: „Als 
ich mich ein wenig entfernt 
hatte, fand ich den, den meine 
Seele lieb gewonnen". Nimm 
mein Herz, vermische dich mit 
dem Geist! Festige, erfülle, 
damit es könne geeint werden 



25 Höh. 3, 4. 



Siehe (durch) das Festhalten der 10 
Füsse, nicht durch Flechten 
einer Kette, damit sie zerreisse. 
Ich halte die Füsse Christi: 
Lass mich nicht zurück auf der 
Erde, damit ich nicht verführt 15 
werde (irre gehe). Denn es 
fangt mich die Schlange und 
wieder sucht sie durch mich 
eine Falle zu stellen (zu hindern), 
wieder müht sie sich den Adam 20 
zu besiegen. Führe mich in 
den Himmel! der seligen 
Frau, die von Christo nicht ge- 
trennt werden soll! 

^Und wegen jener Ursache 25 
ruft sie: „Wie ich ein wenig 

10 „(durch) daß Festh." derza- 
niem: codd. derianie | 12 „damit s. 
zerreisse" da prervetsja: „damit er 
herbeigezogen werde" da privleöetsja 30 
T 1 13 „haltend" ü | 14 „nicht, spricht 
sie" ü I 21 „besiegen" T: „fangen" 
MNÜ I 22 U Bl. 48r | 26 T Bl. 282^. 



Bua fundat, ne iterum quaerat femineum mordere vestigium, ut sapplantet 
Adam, dicat ergo anima tua: teneo te et inducam te in domam etc. (Höh. 3,4). 

10 „Siehe— Unvergänglichkeit" S. 67, 9 < A | 16 „abweiche": „Denn— 
besiegen" + S | 31 „es": „das Fleisch" erklärt Marr, vgl. MNÜ. 



66 



Bonwetsch. 



mit dem himmlischen Fleisch! 
Mische dieses mein Fleisch mit 
dem himmlichen Fleisch! ! Trinke, 
wie Wein ! Nimm, reiche hinauf 

5 in den Himmel danach einen 
neuen gemischten Trank, nach 
welchem sie zu folgen begehrt, 
aber nicht abzuirren. Nicht 
gestochen in die Ferse, und 

10 nicht rührte sie an den Baum 
der Erkenntnis; sondern der 
durch den Tod am Baum Be- 
siegte ist hier. ^Von jetzt an 
ninmi auf Eva, damit sie nicht mit 

15 Geschrei gebäre; denn „Leid, 
Geschrei und Kummer sind ver- 
trieben". Von jetzt an nimm 
du die Eva auf, die reiche durch 
Gesetzerfullung, nimm sie auf 

20 und erkenne diese Darbringang, 
welche vorgelegt ist dem Vater, 
von neuem bringe zum Opfer 
Eva, wenn sie nicht mehr ent- 
blösst ist. Nicht mehr hat sie 

25 Blätter des Feigenbaumes zur 
Umhüllung, sondern sie ist an- 
gethan mit dem heiligen Geist. 
Denn sie hat sich gekleidet in 
ein gutes Kleid, das zu verderben 

30 unmöglich ist, Christum hat sie 

9 Gen. 3, 15. — 15 Jes. 35, 10. — 
Apc. 21, 4. 



hinwegging von ihm, fand 
ich, den meine Seele lieb ge- 
wonnen". Nimm an die Seele, 
verbinde mit dem Geist, damit 
sich auch der Leib zu mischen 
vermöge! Mische mir den Leib 
wie Wein! Nimm, trage empor 
in den Hinmiel! Wieder einen 
neuen Becher mische, [und] ein 
gerettetes und schon nicht mehr 
verführtes Weib, noch ein in 
die Ferse gestochenes, auch 
nicht den Baum der Erkenntnis 
anrührend, sondern den Baum, 
der den Tod umzubringen ver- 
mag! ^Nimm an Eva, die nicht 
mit Schmerzen Gebärende! Denn 
„es entfloh Schmerz und Leid 
uüd Seufzen". Nimm wieder 
an Eva, die fest („kräftig'') 
lebende und fortan nicht 
nackende, noch mit Feigen- 
blättern umgürtete, sondern mit 
dem heiligen Geist umgürtete 
und bedeckte,und mit einem guten 
Gewand angethane, das nicht 
verderbt werden kann, den nicht 



5 „mit dem Leib" T | 17„Deiin" 
< T I 22 „noch" ni: „und" i N: ü 
Bl. 48V I 23 „sondern"— bedeckte" < 
Mü I 25 „und bedeckte" < N. 



3 Marr 20 | 11 das richtige Verständnis zeigt S | 18 „die reiche — Eva": 
nur „die fest (^„krfiftig**) lebende" in S | Ambr., De Isaac 43, S. 668, 8 
(s. 0. S. 64f.) suscipe igitur Evam iam non ficulneae foliis adopertam, sed 
sancto amictam spiritu et nova gratia gloriosam, quia iam non tamquam 
nudata absconditur, sed tamquam circumdata vestimenti splendore iulgentis 
occurrit, quia vestit eam gratia. sed nee Adam primo nudus erat, quando 
eum innocentia vestiebat. 



Hippolyt'B Kommentar zum Hohenlied. 



67 



getragen, natürlich nicht ent- unbekleideten Christus haltend; 
blösst; obgleich die Tücher lagen wenn er im Grabe liegend nicht 
im Qrabe, aber er war nicht nackend war. Da (Wie?) auch 
bloss. Denn auch Adam war Adam zuvor nicht nackend war, 
(nicht) von Anfang bloss. Er wunderbar angethan mit Un- 5 
war gekleidet in den erneuer- schuld und Sanftmut und Neid- 
ten Schmuck der losigkeit, von denen Denn damals feh- 
Unschuld, Sanftmut abgeirrt er bloss lend wurde sie (er?) 
und Unvergänglich- (nackt) erfunden nackt, jetzt aber er- . 
keit, nach welches ward. Jetzt aber [sich] kennend, zieht sie 10 
Übertretung er ent- erkannt habend, wird (er?) den Leibrock 
blösst erfunden ward, er wieder bekleidet, an. 
Aber jetzt, nachdem 
er anerkannt hat, er- 
weist er sich zum 15 
zweitenmal bekleidet. 

6 Nach diesem be- ^ Nachdem dies *' Nachdem dies 
kennt die Synagoge »her geschehen, ruft nun geschehen, ruft 
mit Geschrei durch sie wieder durch die sie wieder ein Be- 
diese Frauen. Ein Frauen als gute Zeu- kenntnis an der 20 
gutes Zeugnis oiFen- gen; und Apostel der Hand dieses Lebens 
baren uns jene, die Apostel wurden sie, das gute Zeugnis der 
Apostel wurden für von Christus ge- Synagoge einen Wink 
die Apostel, gesandt sandt. Zu welchen gebend, und die Apo- 
durch Christus. Zu die Engel redeten: stel der Apostel wur- 25 
denen zuerst die En- „Gehet hin und sagt den sie, gesandt durch 
gel sagten: „Gehet den Jüngern": „Er Christus; indem zu- 
und saget den Jün- geht vor euch nach erst ein Engel 
gern: Er geht vor Galiläa." Aber da- spricht: „Gehet hin, 
euch hin nach Gali- ^^^j^ , q ^^^u sagt er, und saget 30 
läa. Dort werdet ihr ^or„Neidl."-f ü | 7„von ^^^ Jüngern, dass 
ihn sehen." Und da- diesen" MNU | 9 »jetzt 
mit jene Apostel nicht —bekleidet" < T. 



7 Pitra II, 233, 17. 



2 Joh. 20, 7. I 27 Mc. 16, 7 (Mt. 28, 7). 



1 „entblösst" G: „den entblössten" mit Recht Marr ] 2 „d. Tücher**: 
„er" S I 5 „nicht" in G mit Recht + Marr | 6 „erneuerten Schm." < S | 
9 „ünverg.": ,J^eidloB." S | 18 „d. Synag.": „sie" S | 19 „d. d.Fr.": etwas 
anders A 1 29 „Er— Galil.": anders A. 



68 



Bonwetsch. 



zweifelten an den En- 
geln, so begegnete 
den Aposteln Christus 
selbst, damit diese 

5 Frauen seien Apostel 
Christi und durch 
Gehorsam das erfüll- 
ten, was mangelte der 
alten Eva. Von nun 

10 an werden sie, gehor- 
sam gehorchend, als 
vollkommene erschei- 



nen. 



15 



"0 neue Tröstung! 
Eva wird Apostel ge- 

20 nannt!' Siehe, von die- 
ser Zeit an wird ver- 
standen die Arglist 
der Schlange, und sie 
(Eva) wird mehr 

25 nicht verfuhrt. Denn 
jenen, auf den sie 
geblickt, hasste sie 
nach diesem und 
rechnete zum Feind 

30 jenen, der sie ver- 
führte durch Be- 
gierde. Nach diesem 
wird sie nicht mehr 
verfuhren der Baum 



mit sie nicht, von 
einem Engel ge- 
sandt,keinenGlauben 
hätten, begegnet 
Christus selbst sen- 
dend, damit auch 
Frauen Apostel Chri- 
sti werden und den 
Mangel des Unge- 
horsams der ersten 
Eva durch den jetzi- 
gen zurechtbringen- 
den Gehorsam offen- 
bar machten. 



■^ wunderbarer 
Berater, Eva wird 
Apostel! Schon er- 
kennend die Arglist 
der Schlange, und 
fortan verfuhrt sie 
nicht der Baum der 
Erkenntnis, sondern 
den Baum der Ver- 
heissung empfangen 



4UBL49r.|ll,jetzi. 
gen.. Gehorsam" <T| 
„durch d. jetzt. Geh. zu- 
rechtbringend" ist wohl 
zu lesen. | 20 „erken- 
nend" svedusti : „Erken- 
nende" svedusted. Codd. 



siehe er auferstan- 
den ist Aber damit 
sie nicht, weil von 
den Engeln gesandt, 
in Eleinglauben fie- 
len, begegnete Chri- 
stus selbstsendend(?), 
damit auch Frauen 
Apostel Christi wer- 
den und den Mangel 
der alten Eva und 
den Ungehorsam jetzt 
durch das willige 
(„demütige") Gehor- 
chen und die Unter- 
thänigkeit vollkom- 
men ausfallen. 

'0 derneuenUnter- 
weisimg, auch Gottes 
Apostel werden sie! 
Siehe von nun an 
die Falschheit der 
Schlange kennend 
unterliegt sie nicht 
mehr, denn von nun 
an die Gebote des 
Satans verschmähend 
wird sie (zu ergänzen 
„ihn") nicht anneh- 
men, der durch die 

Begierde siegte. 
Nicht mehr wird der 
stürzende Baum irre 
führen, denn von nun 



3 Mt 28, 9. — 22 Gen. 3, 1. — 34 Gen. 3, 6. 



3 „den Aposteln": „sendend" S A zeigt das Richtige | 19 „Gottes 
Apostel" A I 20 Marr. 27 | 23 „sie— Begierde" < S. 



Hippolyt^B Kommentar zum Hohenlied. 



69 



der Verführung. 
Siehe, durch das Le- 
ben ist sie nach die- 
sem erfreut dank dem 
Bekenntnis des Bau- 
mes! Von dem Baum 
kostete sie durch 
Christus, ward sie 
gewürdigt des Guten 
und gedachte zu 
essen. 

®Nach diesem wird 
sie nicht hungern 
und nicht vorlegen 
den Männern . ver- 
gänglich machende 
Speise. Sie hat em- 
pfangen Unvergäng- 
lichkeit. Sie ist in 
Vereinigung (Ver- 
bündete) nach diesem 
und Gehilfin, denn 
Adam ist Führer für 
Eva. gute Gehilfin, 
dadurch dass sie dem 
Manne darbrachte die 
selige Botschaft, wel- 
che die Frauen den 
Jüngern heilsverkün- 
digten! 9 Und des- 
halb hielten jene sie 
verkehrt geworden in 
dem, woran jene zwei- 
felten. Die Ursache 
aber war jene, 



habend, kostete sie. 
Von Christus der 
Ehre gewürdigt, be- 
gehrte sie ein e Speise. 
® Schon hungert und 
dürstet sie nicht 
wieder nach der 
menschlichen Ver- 
weslichkeit, nach- 
dem sie die Gemein- 
schaft der Unver- 
weslichkeit empfan- 
gen hat. Jetzt wird 
Eva eine Gehilfin 
dem Adam. der 
schönen Gehilfin 
durch das Evange- 
lium! Daher („da- 
durch, dass"?) auch 
die Frauen Evange- 
lium verkündigten. 
^Die Ursache aber 
hiervon, dass die Ge- 
wohnheit war der 
Eva zu verkündigen 
Irrtum aber nicht 
Wahrheit. Was dies, 
bei uns verkündigen 
Frauen als Evange- 



15 Joh. 6, 27. 35. — 
22 Gen. 2, 18. 



2 „der Ehre" desti: 
„des Teils« dasti N | 6 
„mcht*T283r|7„wieder" 
paki: aki T, <MNU| 
13 , jetzt" nyn = nyneT : 
„aber" „sondern" no 
MNU| 14 „Gehilfin": 
„Hilfe"T|2lUB1.49v| 
23 „dass" < T. 



an durch den Baum 
des Lebens erfreut, 
hat sie die Ver- 
heissung des Holzes 

(„des Lebensbau- 5 
mes") empfangen und 
genossen, von Chri- 
stus mit einer Un- 
sterblichkeits - Speise 
geehrt (oder „mit 10 
einer von Christus ge- 
ehrten [Speise?] ge- 
speist^), sagt sie sich 
los von dem Töter, 
^hat von nun an kei- 15 
nen Hunger mehr, 
nicht mehr bietet sie 
dem Menschen (oder 
„Manne") die Ver- 
wesung dar, da sie 20 
die Verwesung (1. „die 

Unverweslichkeit") 
empfangen hat. Von 
nun an wird sie ein- 
trächtig („Genossin") 25 
und Gehilfin dem 
Adam. der schönen 
Helferin, die (oder 
„dadurch, dass sie") 
ihm die frohe Bot- 30 

Schaft darbringt. 
Deshalb auch die 
Frauen den Jüngern 
Evangelium verkün- 
digten. ^ Darum aber 35 
hielten sie (sie) für 
verirrt, dass sie sich 



5 „Baumes" sc. „des Lebens" | 30 „Und— zweif." < S. 



70 



Bonwetsch. 



dass Eva hatte die 
Gewohnheit zu er- 
zählen Verfahrung 
aber nicht die Wahr- 
5 heit. Was ist das 
für eine neue Erzäh- 
lung, Frauen, von 
der Auferstehung? 
Und deshalb hielten 

10 jene sie für verkehrt, 
um sich nicht als 
Verkehrer zu erwei- 
sen. — Aber sie sind 
die Wahrheit redend. 

15 Da erschien Christus 
ihnen und gesagt 
habend: ,,Friede mit 
euch" zeigte er da- 
mit: Ich nämlich bin 

20 erschienen denFrauen 
und wollte sie zu euch 
senden, zu den Apo- 
steln. 

25 



^^ Jetzt, da dieses 
30 geschehen ist, o Ge- 
liebte, nach diesem 
siehe da wird stille 
die Synagoge und 
die Kirche rühmt 
35 sich. 



lium die Auferste- 
hung? — Dann er- 
scheint ihnen Chri- 
stus (und) spricht: 
„Friede sei mit 
euch!" Denn ich bin 
den Frauen erschie- 
nen und habe sie 
euch als Apostel ge- 
sandt 



^^ Nachdem dies 
aber so geschehen, 
o Geliebte, rühmt 
sich im Weiteren 
nach dem Aufhören 
der Synagoge die 
Kirche. 



17 Job. 20, 19. 



9 „Und- redend" <:S. 



2 „erscheint . . ihnen 
und"<T I „und spricht" 
<MNü'9„euch"vam: 
„ihnen" im T | 25 „dies 
aber^^<MNU 28„8icb" 
+ T;31 „Kirche" TBL 
283r, 15. M Bl. 898r. N 
Bl. 39r. ü Bl. 49V. 



fürchteten. Der Grund 
ist jedoch dies: es 
wird („sollte") schei- 
nen, als ob Irrtum 
erzählt wäre und 
nicht Wahrheit Was 
sind das für neue 
Dinge bei euch, o 
Frauen, von der Auf- 
erstehung zu erzäh- 
len? Darum hielten 
sie sie für Verirrte. 
Damit sie aber nicht 
wiederum als (oder 
„als von neuem"*) 
Verirrte, sondern als 
in Wahrheit Redende 
sich erweisen, er- 
scheint ihnen Christus 
an der (ihrer) Stelle 
und spricht: „Friede 
sei mit euch!" Wo- 
mit er dies als wahr 
zeigte: Als ich den 
Frauen erschien (sie) 
zu euch sendend, habe 
ich (sie) als Apostel 
senden gewollt. 

*^ Nachdem nun 
alles dies geschehen, 
o Geliebte, siehe, 
bringt er zu völligem 
Schweigen die Syna- 
goge der Juden. Er 
verherrlicht das My- 
sterium der Aufer- 
stehung feiernd heute 

34 „Er verherrlicht— 
Engeln" -fAund endet. 



Hippolyt's Kommentar zum Hohenlied. 



71 



(„das wir heute fei- 
ern"), welches heilige 
durchlau chte Fest 
verherrlichend wol- 
len wir uns freuen mit 5 
den Engeln. 
XXVI. und wozu spricht er: „Wer ist dies, der herauf- 
kommt aus der Wüste wie mit Ballen des Rauches?" Das 
Aufsteigen ist der Wohlgeruch des Räucherns emporgesandt. 
,, Myrrhen und Weihrauch mit allem Wohlgeruch der Ausbreitung." 10 

neue Stimme! wunder- der neuen Stinmie! der 

bare Geheimnisse! Kirche, wunderbaren Geheimnisse! Oder 
die deshalb aus der Wüste Kirche „von der Wüste empor- 
hervorgeht, um eine Mitbürgerin steigend (heraufkommend)", da- 
Christi zu sein! Wer ist dies, mit sie eine Genossin Christi 15 
der hervorgeht aus der Wüste? werde! „Wer" nun „diese von 
Denn von altenZeiten her wurden der Wüste Emporsteigende?" 
die Heiden eine Wüste für Gott Vormals nun waren die Heiden 
Von diesen Zeiten an aber wurden verlassen (wüste) von Christus, 
sie durch das Erbarmen Gottes jetzt aber durch die Gnade 20 
gezählt zu „Mitbürgern der Hei- Gottes sind sie „Mitbürger mit 
ligen", da die Kirche als ge- den Heiligen", von welchen 
schmückt offenbart ist durch die Kirche emporsteigend ge- 
die Mischung der wohlriechenden schmückt mit gut gemischten 
Salben. Salben, ^^^^r" nun, sprach 25 

2 Und er spricht: So, „wer (verkündigte) er, „diese Empor- 
ist dies, der herausgeht aus der steigende von der Wüste wie 
Wüste, wie der Rauch der Palmen des Rauches des Weih- 
Räucherungen in die Höhe ge- rauches?" des schönen Weih- 
sandt?^ schöne Räucherungen, rauchs, des schmuckvollen Duf- 30 
wohlriechende Räucherungen in 



der Ausbreitung! Denn von 
wem spricht er, dass er in die 
Höhe gesandt, wie der wohl- 
riechende Rauch der Räuche- 



11 T Bl. 284r, 9. M Bl. 898v. N 
B1.39V. ÜB1.5lr. Lemma „Hippolyt" | 
12 „von (ot) der Kirche" die Codd. I 
16 „Und wer*'T | „nun" ubo: viel- 
leicht „denn" bo | 21 „sind": „wur- 
den" MNÜ. 



7 Höh. 3, 6. — 10 Höh. 3, 6. 
2lEph. 2,19.— 20 Höh. 3, 6. 

8 Marrs Übersetzung verbindet „Das Aufsteigen" mit dem Voran 
gehenden | 21 Marr 28 | 28 „RÄUch": „Palmen d. R." hier u. Z. 35 S. 

Texte u. Untersuchungen. N. F. VIII 2c. 6 



72 



Bonwetsch. 



rungen?Rauch,hervorgehendaus 
dem Feuer, erhebt sich in die 
Luft, und er zeigt uns die 
Flamme wie einen Lenker des 
5 Wagens, und sie wird offenbar. 
Auf gleiche Weise das selige 
Geheimnis Christi, das sich aus- 
gebreitet und uns bekannt ge- 
worden, erhebt sich von der 
10 Erde in den Himmel. Denn 
durch die Mitteilimg des Ge- 
heimnisses der Auferstehung 
brachte er hervor eine schöne 
Räucherung, ganz wie der ..in 
15 Ballen aufsteigende Rauch der 
Räucherungen". ^ Denn deshalb 
wird er gleich dem Wohlgeruch 
nicht nur hienieden auf der 
Erde gefunden, sondern erhob 
-0 sich auch in den Hinmiel, wie 
die Flamme des Feuers, welche 
man räucherte mit „Myrrhen und 
Weihrauch, mit allem (Wohlge- 
ruch) desMeisters wohlriechender 
25 Salben." grosse Geheimnisse! 
gerechte Predigt! Denn mit 
Myrrhen wird er erzählen von 
den Leiden Christi bei dem Be- 
gräbnis, aber Weihrauch ist von 
30 Gott geräuchert zur Verherr- 
lichung, aber gemischt mit „allem 
(Wohlgeruch) von den Meistern 
wohlriechender Salben". Der 
ganze Wohlgeruch ist zusammen 
35 gesammelt von Christus, wie er 

14 Höh. 3, 6. — 22 Höh. 3, 6. 

3 „und er— offenbar** < S | 6 „d. sei.— Rauch d. R.": kürzer S 1 
16 „Denn — mit" Z. 22 < S | 31 „aber — Salben" < S | 35 „von Chr.": 
„Christo" S. 



tes! und das Sagen: „Wie 
Palmen des Rauches des Weih- 
rauchs". Denn der Rauch vom 
Feuer emporsteigend fliegt in 
den Aer empor, auf welche 
Weise Christus das Geheimnis 
der Ökonomie verheissend, von 
der Erde emporsteigend zum 
Himmel. Schön nun den Palm- 
baum erhob er, das Geheimnis 
der Auferstehung verheissend. 
^„Myrrhe und Libanos, von 
allen Bereitungen der Wohl- 
gerüche". Wieder der grossen 
Geheimnisse und der gerechten 
Verkündigung! Die Myrrhe nun 
weissagt das Leiden Christi 
zum Begräbnis; Libanos aber 
Rauchwerk zur Ehre Gottes auf- 
gelegt Dieses alles, Geliebte, 
gesammelt, wird zu Duft Christo 
nach dem Gebot des Gesetzes 
und Evangeliums verkündigt. 
Deshalb ruft er und spricht 
„Myrrhen und Libanos". 

1 „Denn das Sagen" M N ü | 
3 ü Bl. 51V. I 4 T Bl. 284V. | 5 „auf 
w." imze: iie T | 6 „Christus" zwei- 
mal ü 1.9 vielleicht „den schönen 
Palmbaum" | 15 vielleicht „der Ver- 
kündigung der Gerechtigkeit" | 16 
vielleicht „Denn die M." | 22 „nach" 
<T I „Geb. aber" M ü | 23 „zu ver- 
kündigen ü, „der Verkündigung** 
von später Hand ubergeschr. in N | 
25 „Libanos" T Bl. 284v, 17. M Bl. 
81)8v. N Bl. 40V. ü Bl. 52r. 2. 



Hippolyt'ß Kommentar zum Hohenlied. 



73 



gepredigt worden ist durch die Gebote und das Evangelium. 
Deshalb spricht er ausrufend: „Myrrhen und Weihrauch von 
allen Meistern wohlriechender Salben", die sie mischen. 

XXVII. „Siehe, das Bett Salomos und sechzig Krieger aus 
den Starken Israels haben sich geschlungen um dasselbe; ein 
jeder hat ein Schwert an der Hüfte; sie sind gelehrt im Streit". 
ersehnter (verlangter) Mund! seliger Mund! des Bettes 



Bett für die Ruhe! Denn 
durch das Bett Salomos offenbart 
er nichts anderes als Christus 
selbst. Denn wie jemand er- 
müdet durch viele Arbeiten zum 
Ausruhen das Bett besteigt, um 
durch Ausruhen die Ermüdung 
zu I vertreiben, so vertreiben auch 
wir, uns abgewendet habend von 
der Eitelkeit dieser Welt, die 
Last, die auf unsem Schultern 
lag, die Bürde der Sünde. Nimm 
Zuflucht zu Christus, wir finden 
einen Ort der Ruhe ganz wie 
ein Bett. — ^Auf eben diese 
Weise haben alle Generationen 
der Väter, welche die voll- 
kommene Beruhigung ererben 

2 Höh. 3,6.-4 Hoh.3, 7.8.— 

2 „von — mischen" < S | 11 
Ambr., De Isaac 54 S. 669, 16 ff. 
lectos enim sanctonim Christas est, 
in quo universonim fessa saeculariboB 
proeliis corda requiescunt. in hoc 
lecto requievit Isaac et benedixit 
filium iuniorem dicens: „maior ser- 
viet minori"; in hoc lecto recubans 
lacob benedixit duodecim patriar- 
chas, in hoc lecto recubans archi- 
synagogae filia surrexit a morte, in 
hoc lecto iacens viduae defdnctus 
mortis vincula Christi vocatus voce 
reitet" kürzer S. 



der Ruhe! Denn (durch) das 
Bett Salomos wird nichts anderes 
verkündigt als Christus. Auf 10 
welche Weise jemand gearbeitet 
habend und von grosser Arbeit 
zurückgekehrt, sich auf das 
Bett geworfen habend, die Ar- 
beit ablegt, so auch wir, uns 15 
gewandt habend von dieser Welt 
der Eitelkeit, und die Bürde der 
Sünde, die auf unseren Schultern 
lag, abgelegt habend, legen wir 
uns auf Christus (und) finden 20 
Ruhe wie auf einem Bett. — 
*^Denn schöne Betten und ver- 
mögend geheimnisvoll alle Väter 
aufzunehmen. Dieses Bettes ward 
eine fleischliche Abschattung 25 

7 T Bl. 286 V, 12. M Bl. 899v. N Bl. 42r. 
UBl. 54V Lemma „Hippolyt". „Da- 
her scheint mir zu sagen: Schrecken 
in der Nacht sei." T | 7 „Denn 
des" U I 8 „Denn auch" T | 9 „nichts 
anderes" ne ino 6to: „deutlich nichts 
anderes" ne ino jasno MNÜ 1 12 „und" 
+ T I 16 „dieser" + T | 17 „eiteln 
Welt" T 1 19 „werfen wir" pometaem: 
„legen wir" polagaem T | „auf das 
Kreuz" na krste MNÜ | 22 T Bl. 
287r I „und" < MNÜ | 23 „geheim- 
nisvoll" < T I 24 ü Bl. 55r. 



dissolvit I 15 Marr 29 | 22 „Auf— be- 
6* 



74 



Bonwetsch. 



konnten, durch nichts anderes 
Buhe gefunden als durch Christus. 
selige Orte der Beruhigung! 
Geheimnisvoll hat dieses Bett, 
5 geeignet allen Platz zu gewähren, 
die Sunamitin dem seligen Elisa 
bereitet. Auf diesem Bette stan- 
den auf alle zur Ruhe gelangten 
(entschlafenen?) Toten. Der Sohn 

10 der Witwe ward geschenkt und 
der Knabe der Sunamitin auf- 
erweckt. — ^Dieses Bett trug 
man aufgedeckt, und noch waren 
sie nicht durch das Thor ge- 

15 gangen, als der Zusammenstoss 
geschah. Christus erschien, und 
seine Auferstehung zeigend 
sagte er mit Macht zu denen, 
welche hielten: Stellt diese Last 

20 hin, hebt nicht auf, was ihr 
nicht tragen könnt und sobald 
nur das Bett hingestellt war, 
nahm er den Knaben bei der 
Hand und gab ihn der Witwe 

25 zurück. *Auf eben diesem Bette 
lag in Ermattung die Tochter 
des Obersten, die zwölf Jahre 
alt war. Dann trat er hinein 
in das Haus in Gegenwart von 

30 Zeugen und weckte auf das 
Mi^dlein. — *Zu diesem Bett 
strebte das Weib, das von langer 
Zeit her nicht Heilung gefunden 



dem seligen Elisa. Auf diesem 
Bett ruhend stehen die Toten 
auf; der Sohn wird der Witwe 
gegeben, der Knabe der Suna- 
mitin steht auf. — ^Dieses Bett 
befahl den Trägem hinzustellen 
im Thor Christus; er selbst er- 
scheint zur Rettung: Tragt keine 
Last, welche ihr nicht tragen 
könnt! Und an der Hand fassend 
(haltend) gab er der Witwe. — 
*Auf dieses Bett legte sich 
auch die Tochter des Obersten 
(Fürsten), welche 12 Jahre alt 
war; alsdann Jesus, während 
drei Zeugen waren, richtete dann 
auf das Mägdlein. ^ Auf diesem 
Bett mühte sich die Blutflüssige 
und nicht könnend den Saum 
anrühren. 



6 i,befahl — hinstellen" : „tra- 
gend. . steht auf* T \ 8 „Tragt. . 
könnt" nosite . . mozete: „trägt 
(„bringt" ponosit T) . . kann" nosit . . 
mozet die Godd. | 10 „fassend" derza: 
„fassen" „halten" derzati MN, < ü | 
11 „der Witwe" vdovici: „der Jung- 
frau" dvici MN, dvicu ü | 12 „dieses" 
H- N I 13 „auch" < N | 14„ welche" 

< U I 16 „dann" -h TM | 17 „dies" 

< T I „jene Bl." U | 19 „und" < U. 



6 2 Kön. 4, 10. 32. 34. — 12 Lc. 7, 12. 14. 15. — 25 Mc. 5, 22. 37 ff. 
(Lc. a 41. 51 ff. Mt. 9, IS. 23 ff.). — 31 Mr. 5, 25 ff. (Mt. 9, 20 ff. Lc. 
S. 43 ff.). 

7s.zuS.73,ll. I2„trug— hingest. war** kürzer S; 25s. zuS. 73,11. 31 „Zu— 
Saum an" kürzer S | vgl. auch Ambr., De Tsaac 43 S. ü07, 8 ff. ed. Vind. 



Hippolyt's Kommentar zum Hohenlied. 



75 



von dem Gesetz der Frauen; 
sie rührte mit der Hand den 
Saum an. 

^Schauet auf das wunder- 
bare Bett, denn alle, die es sehen, 
schmecken von dem gerechten 
Ehebund sichtlich mit der Wand- 
lung von Wasser in Wein! er- 
sehntes Betty auf dem Abraham 
lag, auf dem Isaak zum Opfer 
dargebracht wird, auf dem Jakob 
ein Grosser wird, auf dem Moses 
zu einem Herrscher ward, auf 
dem Aaron das Gebet hinauf- 
bringt! "^0 selige Kinder, die 
wirklich für sich gewiss machen 
das Erbe der Väter! Schauet 
auf das verschiedenfarbige [ Bett, 
auf dem erschienen sechzig 
Krieger! Dieses Bett eignete sich 
zu das gerechte Geschlecht der 
Väter, nachdem es bei sich ge- 
sammelt alle Gerechten in 
Christus, da er von allen ge- 
boren wird. Denn die Schrift 
spricht: „Sechzig Starke um es 
aus dem Volk Israel"; denn 
aus dem ganzen Volk Israel 
(werden) nach Auswahl ge- 
nommen die Stärksten, die als 
Väter sich gezeigt hatten, die 
mit dem Schwert an der starken 
Hüfte können handgemein wer- 
den. Und was ist das für ein 
Schwert an der starken Hüfte, 

8 Joh. 2, 1. 10. — 10 Gen. 22. — 
2ü Höh. 3, 7. — 32 Hob. 3, 8. 

18 Marr 30. 



^ Siehe das wunderbare Bett, 
auf dem die Herzukommenden 5 
zu einer gerechten Ehe sich 
bereiten! Wasser in Wein ge- 
wandelt tranken sie. das 
selige Bett, auf das Abraham 
sich niederlegte, auf dem Isaak 10 
dargebracht ward, auf dem 
Jakob bereichert ward, auf dem 
Moses zum Obersten (Fürsten) 
eingesetzt wird, auf dem auch 
Aaron als Priester erscheint! 15 
"0 selige Kinder gerechter Väter 
Ökonomie ererbend! Sehet das 
Verschiedene des Bettes, auf 
dem „sechzig Starke" erscheinen! 
Jenes Bett umfasst das Ge- 20 
schlecht der gerechten Väter und 
auf dasselbe sich versammelnd 
alle die Gerechten in (?) Christus. 
Denn von allen wird er geboren. 
Denn es sprach die Schrift: 25 
„Sechzig Starke um es von den 
Starken Israels". Denn von allen 
Geschlechtem der Söhne Israels 
die Stärksten jene nach der 
Auswahl angenommen als Väter 30 

G „Ehe" brak: „Grab" grob 
MU Bl. 55V I 12 T Bl. 287v | „bereich. 
w." obogatißja: „gefunden w." ob- 
retesjaT | 15 „erscheint" javljaetsja: 
„einges. w." postavljaetsja T \ 35 
17 „durch Ökon." T | 18 „Verschie- 
dene" : „Geistige" M N ü | 20 „umf. 
das"? vmeätaetsja | „d Geschlecht" 
+ T I 25 „es spr": „sprechend"? 
vesta I 28 „d. Söhne" < U Bl. 50r. 



76 



Bonwetsch. 



wenn nicht das Wort, das hin- 
durch ging durch die Väter, 
herrorgegangen aus der Lende, 
um den mächtig zu machen, der 
5 aus der Lende geboren werden 
sollte. Jetzt sind ihrer sechzig 
[tausend], und nicht so, dass dies 
Lüge wäre. 

^Denn von Adam bis 

10 Christus werden voll sechzig [mal 
tausend], die ausgeruht haben 
auf demselben Bett, durch welche 
das Wort verbreitet ist. Dies 
lehrt uns seinen Hervorgang aus 

15 der Lende. Deshalb befahl Abra- 
ham seinem Hausverwalter seine 
Hände auf seine Lenden zu 
legen, denn das Wort sollte 
hervorgehen aus jener Lende. 

20 Und Jakob befahl Josef durch 
einen Eid seine Hände auf die 
starken Hüften zu legen. 

^0 ersehnte Lende, die er- 
zeugen konnte das ersehnte Wort, 

25 das der Vater aus dem Herzen 
gebiert! Wir sehen es hervor- 
gegangen aus dieser Lende. 
In Wahrheit ist der Erzähler 
dieses ofifenbaren Geheimnisses 

30 jenes Wort. Denn sechzig Väter 
von Adam bis Christus, als 



10 Gen. 24, 2. — 20 (Jen. 47, 20. 
— Ps. 44 (4:)), 2. 

1 De antichr. 4 S. 7, (iff. ol 

7H*0((fiirA .., Ai cor 6 ).öyo^ (hixitnue- 
vo^ I 4 „mächtig zu m.'*: an(iei> S 

14 vgl. ob. 2, 2;;. 



erschienen, das Schwert zu tra- 
gen ,,an der Lende" vermögend. 
Was aber ist „an der Lende" 
anders als das Wort, hindurch- 
gehend durch die Väter geht 
es von den Lenden aus, damit 
es von den Lenden geboren zu 
werden vermöge. Das sind die 
sechzig Väter. Und nicht lügt er. 
^Denn von Adam bis 
Christus sind sechzig Väter auf 
dem Bett ruhend, durch welche 
das Wort erscheint, von den 
Lenden geht es hervor erschei- 
nend. Deswegen legte Abraham 
die Hand des Knaben auf die 
Lende, bei dem Wort, welches 
aus der Lende hervorgeht, be- 
schwörend. Deswegen legte 
Jakob auf die Lende die 
Hände Josefs. ^0 selige Len- 
den, die das selige Wort 
zeugen konnten! Den der Vater 
aus dem Herzen gebiert, den- 
selben sehen wir aus den Lenden 
hervorgehend. In Wahrheit wird 
dieser Ökonomie und der Ge- 
heimnisse Erzähler das Wort. 
L^nd wie sechzig Väter, sie wer- 
den von Adam bis Christus 
vollendet, und das Geheimnis 



1 „und das" T | 2 „vermögend 
—an d. Lende" < MNÜ | \ „hin- 
duichgehend durch" prochodja mit 
G: „kommend" prichodja d. Codd. 
13 „erscheinend-' T | vl T Bl. 288r | 
27 „dieser" togo: „seiner** egoMNU - 
23 „Erziihler** poveditel: „Sieger** 
pobt'.ditel MNÜ Bl. :>()▼. 



Hippolyt's Kommentar zum Hohenlied. 77 

dieses sich vollendete und das der Wahrheit erscheint, als ver- 
Geheimnis der Wahrheit ofifen- kündigtes; das Bett Salomos 
bar verbreitet wurde, und das wird enthüllt (offenbart). ^^Denn 
Bett Salomos erscheint. ^®Denn nicht war Salomo das Bett, son- 
nicht Salomo war das Bett, dern von Salomo (an, her) er- 5 
sondern durch Salomo ward scheint das Bett. 

das Bett offenbart, damit allen 

sich zeigten das Geheimnis der 2 „das Bett— das Bett" < MNÜ. 

Ruhe und die in einen | Edel- 

stein gefasste Liebe. Schaue wie ausgebreitet ist das Ge- 10 
schlecht der Väter von Anfang der Welt, wie sich zeigten die 
gerechten Geschlechter. Und das von den Vätern Angehäufte 
ist offenbart, und das Bett, das zum Ausruhen dient, ist aus- 
gebreitet. 

^*ünd was für welche diese ^ * Einen jeden dieser Väter 15 

sind von den Vätern, kommt sehen wir. Der erste nun Adam 
und lasst uns durchsehen. Und erzeugt den Seth; femer aber 
so schaue auch du. Zuerst der Reihe nach, wie geschrieben 
wurde bei Adam Seth geboren hat der Evangelist Matthäus, 
und bei Seth Enos und bei Enos Kainan, bei Kainan Maleel, bei 20 
Maleel Jared, bei Jared Enoch, bei Enoch Methusael, bei Methu- 
sael Lamech, bei Lamech Noah, bei Noah Sem, bei Sem Arfaksad, 
bei Arfaksad Salla, bei Salla Eber, bei Eber Phaleg, bei Phaleg 
Ragav, bei Ragav Seruch, bei Seruch Nachor, bei Nachor Tharah, 
bei Tharah Abraham, bei Abraham Isaak, bei Isaak Jakob, bei 25 
Jakob Juda,. bei Juda Pharez, bei Pharez Esrom, bei Esrom 
Aram, bei Aram Aminadab, bei Aminadab Nahasson, bei Nahasson 
Salmon. bei Salmon Booz, bei Booz Jobed, bei Jobed Jessei, bei 
Jessei David, bei David Salomo, bei Salomo Roboam, bei Roboam 
Abia, bei Abia Asa, bei Asa Josaphat, bei Josaphat Joram, bei 30 
Joram Ozia, bei Ozia Joatham, bei Joatham Achaz, bei Achaz 
Jezekija, bei Jezekija Manasija, bei Manasija Amos, bei Amos 
Josia, bei Josia Jechonija und seine Brüder. Aus seiner Nach- 
kommenschaft kam er (bewegte er sich) nach Babylon. Und nach 
ihrer Gefangenschaft in Babylon zeugte Jechonija den Salathiel, 35 



19 Lc. 3, 34 ff. — 25 Mt, 1, 1-16. 

7 „damit— ausgebreitet" <S | 8 Marr31 | 1(5 „Und -Christus" 8.78, 6 
ganz kurz S. 



78 



Bonwetsch. 



Salathiel den Zorobabel, Zorobabel den Abiud, Abiud den Eliakim, 
Eliakim den Azor, Azor den Sadok, Sadok den Achin, Achin 
den Eliud, (Eliud) den Eleazar, Eleazar den Matthan, Matthan 
den Jakob^ Jakob den Joseph. Dem Joseph ward herausgegeben 
5 die Jungfrau Maria, von der geboren ward unser Herr Jesus 
Christus." 1 



* 2 Dies ist das heilige Bett, 
auf dem er sammelt die heiligen 
Gerechten und um das stehen 

10 sechzig Schwertträger, die hin- 
wegtreiben den Verführer, damit 
er nicht im Stande sei, es zu 
berühren. Auf ihm sind ge- 
sammelt aus den Heiden die 

15 Gerechtfertigten durch Aus- 
ruhen, preisend Gott, welchem 
sei Preis und Kraft in die Ewig- 
keiten der Ewigkeiten. Amen. 

9 Höh. 3, 8. 
7 Marr 32. 



^2 Jenes heilige Bett, um- 
fassend das Geschlecht der Väter, 
sie stehen um das3elbe, ,.das 
Schwert an der Lende tragend", 
hin wegtreibend den Betrüger, der 
auf ihm nicht ruhen kann. Auf 
ihm ruhen zusammengekommen 
die Gerechten aus den Heiden, 
preisend den Vater und den 
Sohn und den heiligen Geist, 
welchem sei Ehre in Ewigkeit. 
Amen. 



11 „hinwegtreibend" otgo- 
njaSte: otgonjasta M | 12 „der.. kann 
mogusta: moguäte T | 18 „Amen". 
T Bl. 288v, 3. M Bl. 90lr. N Bl. 44'. 
ü Bl. 57' 1. 



1. Schriftstellen 

(abgesehen vom Hohenlied). 



Seite 

Gen. 2, IS 09, 22 

„ 3, 1 68, 22 

„ 3, 6 OS, 34 

„ 3, 15 00, 9 

„7 29, 7 

„ 9, 21 34, 28 

„ 9, 22 29, 9 

„ 10, 8. 9 29, 15 

„ 10, 25 29, 12 

„ 12, 4. 5 29, 17 

„13 29. 7 

„ 19, 81 ii'. 34, 29 



Seite 

Gen. 22 29, 21. 75, 10 

„ 24, 2 70, 10 

„ 25, 20 29, 25 

„ 25, 29-34 29, 26 

„ 30, 32 3S, 19 

„ 30, 42 38, 19 

„ 37, 28 30, 11 

„ 3S, 14 30, 1 

„ 39, 8. 9. 12 .... 30, 11 

„ 41, 41 3<», 11 

„ 47, 29 70, 20 

Exod. 18, 10 30, 22 



Hippolyt's Kommentar zum Hohenlied. 



79 



Seite 

Exod. 28. 29 30, 24 

„ 33, 11 30, 31 

Lev. 11, 3 58, 3 

Num. 25, 7. 8 30, 7. 8 

Deut 12, 15. 22 58, 3 

„ 15, 22 58, 3 

Job. 4, 3—11 31, 4 

„ 5, 3 31, 8 

„ 24, 27 31, 4 

Rieht. 15, 4. 5 54, 5 

1 Kön. 3, 7—12 32, 7 

„ 4, 32 (5, 12) ... 23, 13 

„ 4, 32. 33 (5, 12, 13) . 22, 15 

„ 18. 21 59, 6 

2 Kön. 4, 10. 32. 34 . . . 74, 6 

„ 17, 13 36, 4 

Ps. 44 (45), 2 ... 31, 13. 76, 25 

„ 103 (104), 15 .... 25, 10 

Prov. 8, 12 22, 1 

„ 8, 25 21, 29 

„ 25, 1 23, 29 

Jes. 5, 2. 4 36, 9 

„ 5, 7 36, 9 

„ 24, 18 58, 28 

„ 35, 10 66, 15 

Thr. 5, 18 (Ezech. 13, 4) . . 53, 19 

Ezech. 10, 10-17 . . . . 42. 43 

Dan. 3 32, 17 

„ 3, 49. 50 32, 25 

„ 3, 92 32, 21 

„6 32, 14 

Hab. 3, 8 40, 20 

„ 3, 15 40, 17. 23 

Mal. 3, 20 (4, 2) . . 35, 27. 57, 20 

Sap. 9, 1 21, 21 

1 Makk. 2, 57 31, 11 

„ 2, 59 22, 17 

„ 2, 60 32. 14 

Mt. 1, 1—17 77, 25 

9, 2. 22 47, 25 

9, 18 74, 25 

9, 20 ff. 74, 31 

9, 23 ff. 74, 25 

11, 28 51, 18 

13, 7 50, 16 



Seite 

Mt. 26, 7 29, 2 

„ 26, 15 ... . 28, 27. 33, 21 

„ 27, 9 33, 21 

„ 28, 7 67, 27 

„ 28, 9 68, 3 

Mr. 4, 7 50. 16 

„ 5, 22 74, 25 

„ 5, 25 ff. 74, 31 

„ 5, 37 ff. 74, 25 

„ 14, 3 29, 2 

„ 14, 4. 5 33. 15 

„ 16, 4 61, 27 

„ 16, 6 62, 31 

„ 16, 7 67, 27 

Lc. 3, 8 37, 11 

„ 3, 34 ff. 77, 19 

„ 7, 12. 14. 15 .... 74, 12 

„ 8, 7 50, 10 

„ 8, 41 74, 25 

„ 8, 43 ff'. 74, 31 

„ 8, 51 ff. 74, 25 

„ 13, 32 53, 24 

„ 19, 41 46, 21 

„ 24, 1. 22 60, 19 

„ 24, 4 62, 17 

„ 24, 5 61, 5 

Job. 1, 14 46, 25 

„ 2, 1. 10 75, 8 

„ 0, 27. 35 69, 15 

„ 19, 34 46, 13 

„ 20, 7 67, 2 

„ 20, 12 62, 17 

„ 20, 16 63, 16 

„ 20, 17 .... 63, 28. 64, 31 

„ 20, 19 70, 17 

Act. 13, 22 31, 16. 28 

Rom. 8, 39 64, 11 

„ 13, 14 34, 3 

1 Cor. 1, 23. 24 22, 7 

„ 5, 7 53, 11 

2 Cor. 8, 9 46, 28 

Gal. 2, 6 37, 14 

„ 3, 27 34, 3 

Eph. 2, 19 71, 19 

„ 5, 18 35, 6 



80 



Bonwetscb. 



Seite I Seite 

Phil. 2, 8 47, 2 i 1 Petr. 3, 20 29, 7 

CoL 3, 14 45, 5 I Apc. 9, 4 52, 11 

1 Tim. 3, 15 49, 10 I „ 21, 4 66, 15 



2. Personennamen. 



Seit« 

Aaron 30,25. 75,14 

Abraham . . .29,18.75,9.76,15 
Adam . . .67,4.69,23.76,9.31 

Ananiaa 32, 17 

Azarias 32,18 

Christuß ........ passim 

Daniel 32,15 

David 31, 12-33 

Eber 29,12 

Elias 59,5 

Elisa 74,6 

Esau 211,26.27 

Eva . 60,14.23.68,9.19.69,24.70,1 

Ezechiel 43,18 

Ezekias 23,28.31. 24,2 

Harn 29, 10 

Isaak 29, 22. 75, 10 

Jakob . 29,25,38,19 39,2.5.75,11. 

76,20 

Jeremias 53, 18 

Jesajas 36,9 

Jesse 31, 18 

Jesus, Sohn Naves . 30,31. 31,3.7 

Johannes 43, 11 

.Tosef, Sohn Jakobs 30,11.18. 76,20 



Seite 

Josef 32,27 

Juda 30,1 

Jadas 28, 30. 33, 13 

Laban 39,5 

Lot 34.29 

Lacas 43,5 

Maria, Mutter Jesu ... 33,2 
Maria ... 60, 6. 63, 16. 64, 25 

Markus 43,7 

Martha . 33,9. 60,6. 63,16. 64,25 

Matthäus 43, 2 

Misael 32,18 

Moses . . 30, 21. 32. 36, 5. 75, 12 

Nimrod 29,16 

Noah 29, 7. 34, 28 

Paulus 44,1 

Petrus 44,2 

Pinehas 30,27 

Salomo 23, 30. 24, 7. 8. 32, 7. 64, 28. 

73,9 

Simson 54,5 

Sunamitin 74,6.11 

Thamar 29, 31 

Zambri 30,29 

Dazu die Namen auf S. 77, 19— 78, 6. 



4. Der Gedankengang des Kommentars. 

Erst die Entdeckung der grusinischen Übersetzung eroflFnet 
einen Einblick in den Gedankengang von Hippolyt's Erklärung 
des Hohenlieds und damit eine Einsicht in die Erkenntnisse, 
die er demselben zu entnehmen weiss. 



Hippolyt's Kommentar zum Hohenlied. 81 

Hippolyt beginnt mit einer Einleitung über die schrift- 
stellerische Thätigkeit Salomos. Sie ist, da Salomo nur von der 
Weisheit redete, ohne doch selbst die Weisheit zu sein, eine ihm 
verliehene Gbade; — ein bei Hippolyt öfters wiederkehrender 
Gedanke.^) Drei Schriften ward Salomo zu verfassen gegeben, 
in Offenbarung der Dreieinigkeit, nämlich die Sprichwörter, 
von dem Unerforschlichen und Reichtum des Vaters, den Pre- 
diger als Offenbarung des Wortes der Weisheit, das Hohelied 
als Belehrung und Trost des Geistes. Er redet beteiligt an 
Christus, der vom Vater geborenen Weisheit, die die Welt her- 
gerichtet und den Willen des Vaters kund gethan. Sie offenbart 
durch ihn die Gnade des Geistes. Prophetisch hat jener seine 
Dichtungen gesungen. Aber von seinen 3000 Gleichnissen und 
5000 Liedern (1. Kön.4, 32f.)*^) sind nur die Sprichwörter, Ecclesiastes 
in 708 Stichen und das Hohelied aus drei Liedern erhalten. Die 
Schrift lügt nicht; schon der Name „Lied der Lieder" beweist 
ihre Fülle; aber eine Auswahl wurde getroffen. Dies zeigt 
Prov. 25, 1, wonach die Freunde Hiskias aus den Sprichwörtern 
ausgewählt, was geeignet war zur Erbauung der Kirche, und es 
zu dem früher Ausgewählten hinzugefügt haben. In dem geistig 
zu deutenden Hohenlied besingt der Geist das „der Ordnung 
nach in den Kirchen Festgestellte** (doch wohl das Verhältnis 
der alt- und neutestamentlichen Kirche), „die mannigfaltige 
Ökonomie der Bilder", deren Erklärung gläubige Lehrer gläubigen 
Hörern zu geben haben; — ein Gedanke, der unverkennbar an 
De antichr. 2 erinnert, denn hier wie dort handelt es sich um die 
Deutung von Geheimnisvollem. 

Das Bild Israels sieht Hippolyt zunächst im Hohenlied vor- 
geführt: Höh. 1, 1 (2)bittet Israel, dass das himmlische Wort sichtbar 
zu ihm komme und die Kraft des Geistes bei ihm durch die 
Gebote Christi Wohnung mache. Aus dem Gesetz und Evan- 
gelium werden die Gebote Christi geistig herausgesogen, die zum 
vollkommenen Jünger machen (2, 3). Die Salbe des Wohlgeruchs 



1) Vgl. De antichr. 2, aber auch In Dan. III, 2, 3 ^ (yaQ ix rov 
d^eov X"?^S \^^^ 6(OQBa: . . riq fzeTeiy/tv oc ^laxaQLOi TtQOtpfßat vno xov 
ayiov Tivevfxaxoq aal awariL^ofievoi. 

2) Origenes, In cant. Prol. 14, 324 f. ed. Lomm. polemisiert gegen 
diese Heranziehung von 1 Eon. 4, 32. Ob mit Bezugnahme auch auf 
Hippolyt? Vgl. auch Ambr., Enarr. in ps., prooem. 6. 



g2 Bonwetsch. 

begehrt Israel zu empfangen, nämlich das Wort, das wie eine 
duftende Salbe aus dem Herzen des Vaters, in dem es zuvor mit 
seiner Kraft verborgen war, hervorgegangen, herabkommend als 
„ausgebreitete Salbe" mit seinem Wohlgeruch alles erfüllt Schon 
die Propheten waren von ihm erfüllt und alle Gerechten trugen 
ihn in ihrer Seele (2, 4 ff.) *). 

Somit ist Christus dieser Wohlgeruch der Salbe. Von ihm, 
dem nunmehr erschienenen Wort der Heiligkeit, unterrichtet, 
können wir seine Jünger werden (2, 7). Diese Salbe erweist ihre 
Kraft an den Gläubigen und an den Ungehorsamen. Nicht ver- 
schüttet, sondern ausgebreitet, quillt sie beständig ohne Verlust 
und will auch dich erftlllen. Verkaufe sie nicht für 30 Silber- 
linge, sondern werde durch sie im Glauben Christi Wohnungs- 
genosse (2, 8. 9). Schon die Gerechten des alten Testaments haben 
diese Salbe geliebt und nach ihr verlangt, ein Noah, Eber, Abra- 
ham, Isaak, Jakob, Thamar, Josef, Moses, Aaron, Pinehas, Josua, 
David, Salomo, Daniel, die drei Jünglinge, Josef, Maria. Dagegen 
haben Ham, Nimrod, Esau sie missachtet. Martha trug sie, Judas 
hasste sie (2, 10—31). Christus ist diese Salbe (2, 31). 

„Die ihn lieben" (Höh. 1, 3) sind die Gemeinden. In Christus 
gekleidet, gilt es durch Halten seiner Gebote nach dem streben, 
das droben ist, damit die Begierde weiche (2, 32 ff.). 

Höh. 1, 4 sind auch die Worte Israels. Es gedenkt dessen, 
was in der Stunde der Bekehrung geschehen wird. Die beiden 
Testamente Christi sind ihm lieber als jener Wein, der einen 
Noah und Lot verführte — entsprechend der Ermahnung Eph. 5, 18; 
die der Gerechtigkeit nachfolgen, haben ihn lieb gewonnen (Kap. 3). 

Die Synagoge scheint es auch zu sein, die weiter spricht. 
Sie ist schwarz d. h. sündig, aber schon, weil Christus sie lieb 
gewonnen. Auf das wahre Israel, nicht auf das sündige zu schauen, 
bittet sie (Kap. 4). Die Söhne ihrer Mutter sind die Propheten, 
die sprachen: Wende dich zum Gesetz Moses! Jesajas bezeugt, 
wie Israel nicht sich, den Weinberg Gottes, gehütet hat (Kap. 5). 

Israel klagt aber auch Höh. 1, 7 (6), dass Christus es ver- 
lassen und zu den Heiden gegangen. Es, das zuvor die Heiden 



1) Der Gedanke wohl der wie In Dan. III, 14, G. IV, 86, 4. 5. 39, 4. 5. 
57, 3; die altteat. Offenbarung dog Logos ist noch nicht die voll verwirk- 
lichte, vgl. Studien etc. TU. NF. I, 2, a')f. 



Hippolyt's Kommentar zum Hohenlied. g3 

aufgenommen, ist nun ein Gegenstand ihres Spottes geworden 
(Kap. 6). Christus erwidert (1, 8 [7]): Israel soll sich bekehren, 
um gerechtfertigt zu werden. Dass es von Gott geliebt ist, die 
Verheissung an die Vorväter, genügt nicht ohne Busse, denn 
Gott kann auch aus Steinen Abraham Kinder erwecken und sieht 
nicht die Person an. Die Geburt hilft nur bei Glauben und guten 
Werken. Israel gehört jetzt unter die Böcke zur Linken, es ist 
nicht mehr die Herde Christi. Die Schafe von Einer Farbe waren 
Jakobs, die vielfarbigen Labans. Diese soll Israel barfass weiden, 
— es ist nicht mehr die Gemeinde Christi. Durch Anschluss an 
die Heidenkirche wird es bekehrt (Kap. 7. Das Ende des Kapitels 
ist nicht deutlich, aber vgl. Ambrosius). Dann wird Israel als 
Gottes Eigentum gerechnet; und es wird schön sein wie das Ross 
am Wagen Pharaos (Höh. 1, 9 [S]). Aus Israel waren die Apostel 
am Wagen der Kirche aus den Heiden, die erregten Wassern 
gleichend (Hab. 3, 15. 8), durch die Anerkennung Christi gerecht- 
fertigt, von den Aposteln in rechter Ordnung zum Himmel gefuhrt 
werden. Diese ziehen, nicht durch Schwert und Heldenthaten, son- 
dern einmütig zum Heil angeschirrt, gelenkt vom Zügel der Liebe 
und vom Joch des Glaubens, den Wagen vieler Völker auf den 
vier Rädern der vier Evangelisten, ihr Lenker das Wort*); so 
vollführen sie die Fahrt für die Wahrheit (8, 5). Die Räder sind 
gleichsam in Rädern, denn das Evangelium ist geeint mit dem 
alten Gesetz. Am Wagen ist ein Löwe, Stier, Mensch^ Adler 
Denn Matthäus predigt den König, Lucas den Hohenpriester^ 
Markus den Menschen, der gelitten hat^), Johannes den Adler, 
«das Wort, das emporgeflogen gen Himmel" (8,6). In diesem 
Evangelium ist ein Geist, durch es und seine Gebote erfolgt die 
Berufung der Völker (8, 7). Auch Israel soll durch Busse zur 
Predigerin von Christus werden, wie Paulus, Petrus, Johannes, 
und wunderbar geschmückt werden (8, S f.). 

1) Nicht uninteressant ist die andersartige Verwertung des Bildes bei 
Methodius, De res. II, 10, 4, wonach in Ezech. 10 das vom Logos regierte 
All mit den vier Elementen geschildert wird. 

2) Zahn, Forschungen II, 61 macht darauf aufmerksam, dass nur 
Augustin und von ihm abhängige Autoren diese Ordnung bieten. Im 
Excerpt aus Ezechiel Hipp. I, 2, 183 folgen Lucas (Stier), Matthäus (Löwe) 
Marcus (Mensch „bezeichnet die Leidensfahigkeit" und Niedrigkeit), Jo- 
hannes (Adler). 



84 Bonwetfich. 

Bekehrt sich Israel, so hat es (Höh. 1, 10 [9]) die Schönheit 
des Glaubens und Kühnheit des Adels, denn es schaut gen Himnxel 
(Kap. 9). An die Stelle der begrenzten (= dem Silber) Schön- 
heit des Gesetzes, ist jetzt (Höh. 1,11 [10]) die des Evangeliums 
ohne Mass getreten; Israel gleicht jetzt erprobten Gerechten 
(Kap. 10). Denn Christus kam rechtzeitig mit dem Reich, seine 
Salbe hat sich ausgebreitet (Höh. 1, 12 [11], Kap. 11). Auch die 
Beschneidung kann daher gerettet werden (Höh. 1, 12). Ins Fleisch 
gehüllt und in ihm durch das Band der Liebe gefestigt, um gleich- 
sam gepresst zu werden, ist Christus ein Gefass duftender Salbe 
(floh. 1, 12 f.), der Gesalbte des Gesetzes und Evangeliums 
(Kap. 12). Eine duftende Salbe wird durch Ritzen (vgl. S und 
Ambr.) von den Bäumen im Weinberg Engads, einer Ortlichkeit 
Judäas, gewonnen ein Bild des am Kreuz verwundeten Christus, 
dessen Wort Wohlgeruch (13, 1). Nur verletzt (gepresst, es fehlt 
bei S und Ambr.), von dem Kundigen mit dem Messer durch- 
bohrt, quellen jene Bäume Thränen, wie Christus über sein Volk 
geweint und am Baum im Garten verwundet ward. Sein Wohl- 
geruch breitete sich auf uns aus, als das Wort im Fleisch Woh- 
nung machte, sich erniedrigte und für uns arm ward; da es 
hervorgegangen aus dem Herzen des Vaters der Erde das Evan- 
gelium verkündigte, die Gnade der neuen Ökonomie offenbarend; 
wieder erhob sich dann diese Salbe zum Himmel. „Das Wort 
kam herab, damit die Menschen sich könnten zum Himmel er- 
heben" (Kap. 13 auf Grund von Höh. 1, 14 [13]). 

Die Antwort Christi ^Du meine Schöne" (Höh. 1, 15 [14]) 
heisst ,,Sei getrost, dir sind deine Sünden vergeben" (Kap. 14). 
Sie aber rühmt ihn als jetzt auch von denen geliebt und erkannt, 
die ihn zuvor nicht kannten (15,1). Die Beschattung über ihrem 
Lager (Höh. 1, 16 [15]) ist die Gnade des heiligen Geistes für alle 
von Sünden Gebundenen (15, 2). Die „Cedernbalken des Hauses" 
(Höh. 1, 17 [16]) sind die Väter mit ihrem unvergänglichen Ruhm, 
die immergrünenden Cypressen die durch die Kraft des heiligen 
Geistes nie ermattenden Apostel, die Grundfestc der Kirche (Kap. 16). 
Mit Kapitel 2, 1 beginnt das gläubige Israel sich selbst zu 
rühmen, durch den Glauben an Christus eine Blume für alle 
Menschen geworden. *) Ein Gläubiger an Christus aus der Beschnei- 

1) Die Wort<i 17, 1 „Denn sie ist 'nicht' ausgebreitet in die ganze 
Breite der Erde, da durch den Glauben an dich siehe ich eine Blume bin 



Hippolyt's Kommentar zum Hohenlied. §5 

düng ist kräftig im Alten und im Neuen. Gleich der Lilie leuchten 
die Werke der Heiligen. Und über den Erniedrigten geht auf 
die Gnade und erstickt nicht unter den Domen (17,2). Die Lilie 
mit ihrer goldenen Farbe ist aber auch ein Bild Christi, dessen 
Fleisch, das gelitten, im Begräbnis bewahrt ist durch den Geist 
(seine Gottheit., Tgl. Ambr.) und der allen Gerechten offenbart 
ist (17, 3). Christus ist auch der Apfelbaum (Höh. 2, 3), weil er 
wie des Apfels Duft den aller Bäume, so alle Propheten über- 
ragt (Kap. 18). Seine „Taube" nennt er (Höh. 2, 10. 13f.) die Syna- 
goge, indem er sie als die Beladene zu sich ruft; sie soll herzu- 
kommen zur Zufluchtstätte des Evangeliums, das Siegel des 
Christentums auf die Stime empfangen, die Wahrheit, Christus, 
bekennend (Kap. 19). Die Gemeinde antwortet^ indem sie seiner 
freundlichen Einladung gedenkt. Aber wer redet Kapitel 20? 
Durch 20, 4 „der Geist" wird das noch nicht deutlich; aber 
Kapitel 21 spricht wieder die Braut. Die Aufforderung, die 
Kapitel 20 ergeht, ist aber die, die Häresien hinwegzutilgen, 
entsprechend 1. Kor. 5, 7. Denn die „Füchse" (Höh. 2, 15) sind 
die Häretiker, die falschen Propheten, Ezech. 13, 4 (Jeremia zu- 
geschrieben, vgl. Thr. 5, 18) und Luc. 13, 32 (20, 1); auf sie wies 
vorbildlich Simsons Thun (Rieht. 15, 4. 5), zugleich ihr sich Wider- 
sprechen und ihr Gericht andeutend.^) Ist aber Israel der Wein- 
berg, „der eine neue Pflanzung war und noch in der Blüte wollte 
Früchte bringen", den man „verderbte, zerstörte und verwüstete, 
nicht gestattend, dass jene Traube als eine reife von Christus 
gepflückt würde" (20,4.)? — Die Braut begrüsst Kap. 21 mit Höh. 2, 8 
das „Springen" Christi ins Fleisch, ans Kreuz, in den Hades, 
wieder auf die Erde, in den Himmel, beim Wiederkommen zur 
Vergeltung; bei dem Hochmütigen macht er nicht Halt. Einem 
Reh und Hirsch gleich (Höh. 2, 9. 17) durchläuft die Wahrheit 
die Welt in allen Himmelsrichtungen, geht in die Unterwelt und 
hinauf an den Himmel als Sonne der Gerechtigkeit; schnell wie 
ein Reh und ein Hirsch; wie diese beide auch rein sind nach 
dem Gesetz, so hat Christus den Glauben an beide Gesetze, Gesetz 



ffir alle Menschen" scheinen die Bedeutung der aus Israel hervorgegangenen 
Kirche für die ganze Welt aussprechen zu sollen. 

1) Die Worte 20, 2 „Denn die Leiden Christi bekannten ungefähr 
dreihundert, aber sie besassen keinerlei Können" sind mir unyerstäiidlich. 



gg . Bonwetscfa. 

und Evangelium, oflfenbart (Kap. 22). Die „Fenster" aber, durch 
die er schaut (Höh. 2, 9 f. 13), sind die Propheten, durch die er 
ruft: Nahet euch zu mir! So durch Elias 1. Kon. 18,21 (Kap. 23). 

Nun ruft die Braut, die Synagoge, dass sie des Nachts den 
gesucht, den sie lieb gewonnen. Sie hat mit jenen Frauen (am 
Ostermorgen) den Lebendigen bei den Toten gesucht, auf der 
Erde den Aufgefahrenen. Die Hüter des neuen Jerusalems des 
Leibes Christi verkünden ihr seine Auferstehung (Kap. 24). Dann 
aber findet auch sie den Erlöser, und sie lässt ihn nun nicht 
(Höh. 3, 4; Joh. 20, 16 f.; Rom. 8, 39), bis sie ihn in ihr Herz führe. 
Durch ihn begehrt sie emporgehoben zu werden, geeint zu werden 
mit ihm nach Geist und Fleisch. Nicht mehr ist jetzt Eva in 
die Ferse gestochen, nicht mehr rührt sie den Baum der Er- 
kenntnis an, nicht mehr gebiert sie mit Schmerzen, sie ist vielmehr 
reich durch Gesetzeserfüllung', nicht mehr ist sie entblosst, son- 
dern gehüllt in den heiligen Geist; Christus ist ihr Kleid, durch 
den der schon anfanglich mit Unschuld und ünvergänglichkeit 
bekleidete Adam wieder darin erneuert wird (25, 1 ff.). Die 
Frauen, noch weiter ein Bild der Synagoge, werden jetzt Apostel 
für die Apostel; Christus begegnet ihnen nun selbst, damit sie 
durch Gehorsam erfallen, was Eva mangelte. Diese wird nicht 
mehr durch die Arglist der Schlange verfuhrt, die sie vielmehr 
hasst. Durch Christus kostet sie vom Baume des Lebens. Da- 
her legt sie dem Manne nicht mehr vergänglich machende Speise 
vor; hat sie doch Ünvergänglichkeit empfangen. Sie wird Ge- 
hilfin ihrem Führer Adam (25, 6 ff.). Freilich begegnet ihrer 
Erzählung Zweifel, weil sie früher Verfuhrung verkündigte. Da 
erschien Christus selbst den Aposteln (25, 9). „Nach diesem, 
siehe, da wird stille die Synagoge und die Kirche (aus 
den Heiden) rühmt sich" (25, 10). 

Aus der Wüste (Höh. 3, 6) der Heidenwelt (vgl. schon 
2. Clem. 2, 3) kommt sie und wird Mitbürgerin der Heiligen. 
Wie „Rauch" vom Feuer aufsteigt, so erhebt sich in den Himmel 
das Geheimnis Christi, das sich ausgebreitet hat. „Myrrhen" 
besagt Christi Leiden, „Weihrauch" dient zur Verherrlichung; 
alle „wohlriechenden Salben" sind gesammelt, das Gesetz und 
Evangelium (Kap. 26). 

Das „Bett" (Höh. 3, 7 1 aber ist Christus, auf dem ruhen die 
von der Eitelkeit der Welt Ermüdeten, auf ihn ablegend die 



Hippolyt's Kommentar zum Hohenlied. g7 

Bürde der Sünde (27, 1). Hier haben die Generationen der Väter 
Ruhe gefunden, und sind die entschlafenen Toten auferstanden: 
der Sohn der Sunamitin, der Jüngling Luc. 7, 12 ff., des Jairus 
Tochter. Zu ihm strebte die Blutflüssige. Darauf lagen Abra- 
ham, Isaak, Jakob, Mose, Aaron, das Geschlecht der Väter^ die 
Stärksten in Israel, Das Schwert an ihren Lenden ist das Wort, 
das hindurch ging durch die Väter, aus deren Lenden es sollte 
geboren werden. Deshalb Hess Abraham den Hausverwalter, 
Jakob den Josef die Hände auf die Lende legen. Aus ihr wird 
das Wort geboren, wie zugleich aus dem Herzen des Vaters. 
Sechzig Väter sind von Adam bis Christus. Nicht Salomo war 
das Bett, sondern durch ihn ward es offenbart. Auf diesem 
Bett aber, um das das Geschlecht der Väter steht, ruhen nun 
die Gerechten aus den Heiden (27, 2 ff.). — 

Ist der Kommentar echt? Dass Hippolyt einen solchen zum 
Hohenlied geschrieben hat, bezeugt zwar nicht die Statue, aber 
schon Eusebius (KG. VI, 22). Aber auch, dass der vorliegende 
Kommentar der Hippolyt's ist, darf nicht bezweifelt werden. In 
der grusinischen Übersetzung befindet sich der Kommentar in 
einer Reihe zum Teil sicher echter Schriften Hippolyt's. Anasta- 
sius Sinaita hat in den Fragen und Antworten Qu. 41 Teile von 
Kapitel 1 unter dem Lemma mitgeteilt: ^IjtJtoZvzov ix xov elg 
TO Aiöfia xmv aöfiarcov. Gregorius Barhebräus bezeichnet die 
Deutung der sechzig Helden in Höh. 3, 7 auf die Väter von Adam 
bis Josef als die Hippolyt's. Freilich scheint desselben Angabe 
„Die heiligen Lehrer Gregor von Nyssa^ Chrysostomus und Hip- 
polyt haben dieses Buch auf die menschliche Seele gedeutet, die 
nach der Gemeinschaft mit Gott dürstet", nicht ganz dem Inhalt 
unseres Kommentars zu entsprechen. Aber schon Riedel hat S. 51 
treffend bemerkt, dass hiermit Barhebräus „nur die Erklärung 
des Hippolyt als eine allegorische der buchstäblichen und histo- 
rischen des Theodor von Mopsuestia gegenüberstellen" will, und 
hervorgehoben, dass es fraglich bleibt, ob Barhebräus überhaupt 
den vollständigen Kommentar des Hippolyt gekannt hat. Es 
konmit femer hinzu das Zusammentreffen der syrischen, arme- 
nischen und sla vischen Fragmente, die alle den Namen Hippolyt's 
tragen. Ferner verweist die umfassende Verwertung durch Am- 
brosius den Kommentar in eine frühere Zeit. Der Hohelied- 
kommentar des Methodius kann es nicht sein, auch wenn wir 
Texte a. Untersuchungen. N. F. VIII, 2c. 7 



gS Bonwetsch. 

wirklich in Methodius den Schöpfer jener Deutung erblicken 
dürften, wonach das Thema des Hohenlieds ist tj rov Xoyov 
ov^vyla jtQog ro cäfia (der Gedanke begegnet schon bei Ter- 
tnllian De resurr. Kap. 63). Denn gerade dieser Gedanke be- 
herrscht die vorliegende Auslegung nicht. Auch verbietet schon 
die Sprache eine Zurückfuhrung auf Methodius, der zudem anders 
wie oben S. 33, 30 ff. Höh. 1, 3 deutet auf „die jungen und durch den 
Geist reinen Seelen" (De lepra 15, 7), überhaupt wie Symp. 157 f. 
zeigt, einer andern Auslegungsweise huldigte Eine gewisse Ver- 
wandtschaft besteht dagegen mit der Exegese, die vermutlich 
Athanasius dem Hohenlied gewidmet hat. Auf ihn scheint nämlich 
(vgl. Riedel 1. c 103 f.) jene in der Katene des Eusebius mit- 
geteilte Einleitung zurückzugehen, nach der das Hohelied aus 
Dialogen zwischen Israel, der Heidenkirche und dem Logos ^) 
besteht. Aber damit wäre doch nur bewiesen, dass Athanasius 
hier wie auch sonst (vgl. seine Auslegung von Ps. 1) von der 
exegetischen Tradition abhängig ist. Für Hippolyt spricht schon 
die Übereinstimmung der Deutung der 60 Helden (Höh. 3, 7) auf 
die Väter von Adam bis Christus mit dessen Erklärung der 
60 Ellen Dan. 3, 1: In Dan. II, 17, 7. ^) Auch das Zusammentreffen 
von Kap. 24, 3 mit der Erklärung zu Deui 34, 6, Hipp. I, 2, S4 
und von Kap. 19, 1 mit der zu Gen. 49, 15, Hipp. I, 2, 63. 

Die von Hippolyt vertretene Deutung des Hohenlieds brachte 

1) Vgl. die Katene des Eofebius ed. Meursiuß, opp. VIII (Flor. 1746) 
Sp. 132 ^azl 6h dXov td ßißllov Siakdywv 7i?JJQ6g xovxmv xov naXaiov Xaov 
TiQoq rbv Xöyov xai xa&ü?.ov xov avd-Qomlvov yivovg TtQÖg xbv Xöyov xal 
t^g i^ iSvibv fxxXrjalag 7t(>6g avxov xal xov Xöyov TtQhg avx^v xal ndXiv 
TtQdg xb av^Qiomvov yhog, eha rfjg ^$ ^^^nv nQbg x^v 'legovoaX^fi xal xT^g 
^legovaa^fi tibqI xf/g ^^ ^^'Cov xal 'PibQl kavtijg ötdXoyog, e'ixa xal xCov 
ötaxovovrtcjv äyytMov TiQog xovg x?.rjd^ir-xag dv&Qwnovg elg xd xt)Qryna. 
xov fth' ovv :iaXaiov ).aov d^iovvxog avtuv xaxfX^tlv xal hrojO^f^vai, xd caQxi 
Höh. 1,1. xal TidXiv dia xovxvtv TiQOXQ^jierai vta rrnög TiaXaid **A6ehftM 
^ov awtXTiQTiad ooi* (Sp. 133), xal xoir^^ Sh Ttdvxojv :tQbg xov ),6yot\ 'Iva 
x6 ^jwo»»' dvaXdß^ (hhua. Ferner Worte des fleischgewordenen Logos, und 
zwar an Israel, dem zuerst die Worte Gottes und der „Schatten" des Ge- 
setzes anvertraut waren, hierauf an die fleidenkirche, ebenso Worte der 
Heidenkirche an den Logos (Höh. 1, 7; also anders gedeutet wie oben 
Kp. 6', und des Logos zu ihr (Höh. 1, S). 

2) 6ia 6b xov vtyovg xCov hcf)xovxa ;r///(or xovg h^t]xovxa 7tatQtdo/ag, 
6i wv xb xara odnxa ry htxbiv xov &fov 6 löyog dvbxvTtCoO^ii xal dvenldoO^ij 
xal vnhg ndvxag TraTQid^r/ag di'Vii'djS^rj. 



Hippolyt's Kommentar zum Hohenlied. 39 

es mit sich, dass eine Reihe der bedeutsamsten Fragen zur Er- 
örterung gelangen musste. Sein Kommentar ist daher ein Bei- 
spiel für den reichen Ertrag, den die Erforschung der Auslegung 
des Hohenlieds für die Geschichte der Theologie und Kirche zu 
bringen verspricht. Besonders in seinen „Kommentaren" zum 
Hohenlied hat Origenes den Anstoss gegeben, die Gemeinschaft 
der Seele mit dem Logos an der Hand des Hohenlieds dar- 
zulegen. Andersartige Fragen werden dort erörtert, wo die alt- 
und neutestamentliche Gemeinde als die Braut erscheint, wie bei 
Hippolyt (vgl. auch Origenes in den „Homilien" zum Hohenlied). 
Namentlich die Stellung Israels, des alttestamentlichen wie des 
gegenüber der Erscheinung Christi gläubig gewordenen und 
ungläubig gebliebenen, war hier zu behandeln, die Bedeutung 
der Erlösung durch die Menschwerdung des Logos, das Ver- 
hältnis von Gesetz und Evangelium zu besprechen. Dadurch 
gewährt gerade dieser Kommentar einen besonders reichen Ein- 
blick in Hippolyt's christliche Denkweise. Zugleich ist deutlich 
— woran schon Riedel 1. c. S. 46 erinnert — , dass es sich bei ihm 
um eine Übertragung einer jüdischen Deutung auf christlichen 
Boden handelt. Hat seine Erklärung unmittelbar nur wenig 
nachgewirkt, so ist doch die Deutung auf Dialoge der Synagoge 
und der Gemeinde mit Christus neben der auf solche der ein- 
zelnen Seele und auf ihr Verhältnis zu Christus auch weiterhin 
stets erhalten geblieben. Beide Deutungen haben zum Aussprechen 
von Gedanken geführt, die sonst nicht in gleicher Weise zur 
Geltung gelangten; namentlich wäre eine Geschichte der Aus- 
legung des Hohenlieds ein wertvolles Stück der Geschichte der 
christlichen Frömmigkeit In der Erklärung Hippolyt's trägt das 
Hohelied einen lebendig dramatischen Charakter. Origenes hat 
auf die Schwierigkeit der Verteilung der einzelnen Worte an die 
verschiedenen Personen hingewiesen (Bd. 14,233, vgl. Riedel S.59). 
Infolge wohl der mehrfachen Übersetzung des Kommentars Hip- 
polyt's ist nicht immer ganz deutlich, wem dieser die einzelnen 
Worte in den Mund legt. Doch handelt es sich Kap. 1 — 25 
wesentlich um Dialoge der Synagoge und Christi. Hat Hippolyt 
wirklich auch die beiden anderen Bücher des Hohenlieds erklärt, 
so hat er dort wohl ausschliesslich die Gemeinde aus den Heiden 
mit Christus sich unterredend geschildert. 

Der „frische Predigtton*', den Zahn einst einem kleineu 



gO Bonwetfich. 

Stück der Hoheliederklämng Hippolyt's nachgerühmt, charakte- 
risiert diese ganze Erklärung. Dennoch hat der grusinische Text 
die durch das armenische Fragment Kap. 25, 10 nahe gelegte 
Annahme, es handle sich bei diesem Abschnitt um eine Homilie 
zum Osterfest, nicht bestätigt. ^) Eine Homilie im strengen Sinne 
ist dieser Kommentar nicht, aber er besitzt doch noch ungleich 
mehr als In Danielem den Charakter einer Ansprache, vgl. das 
wiederholte „Geliebte" und vornehmlich den immer wieder- 
kehrenden Ausdruck unmittelbarer Empfindung. Trägt die Predigt 
Elg xa ayia d-eo<pavBla mit Unrecht Hippolyts Namen (vgL 
H. Achelis, TU. NF. I, 4, S. 199 ff.)» «nd dürfte auch der Beweis 
für die Echtheit der Rede auf die Auferweckung des Lazarus 
nicht erbracht werden können, so gewährt dagegen die Erklärung 
des Hohenlieds einen lebendigen Einblick darein, wie Hippolyt 
mit praktischer Tendenz zu exegesieren verstand. 



5. Die mit Hippolyt's Namen bezeichneten Stücke in 
Wardan's Erklärung des Hohenlieds. 

Die in den Werken Hippolyt's I, 1, 359 ff. aus der Berliner 
armenischen Handschrift Nr. 89 wiedergegebene Erklärung des 
Hohenlieds hat Marr S. IX Anm. 2 sicher mit Recht in einer Hand- 
schrift des Tatj ewschen Klosters aus dem Jahre 1283 wieder- 
gefunden, die nach ihm gewordener Mitteilung, eine „Abhandlung 
des Bischofs von Bostra Hippolyt. Kurze Erklärung des Hohen- 
lieds" enthält. Sie schliesst nämlich mit den Worten „welche 
sind lebendige Bäume, dass sie ihre Früchte geben zu seiner 
Zeit*', also mit eben denselben Worten wie die Berliner Hand- 
sc.hrift, und zwar ebenso wie diese zu Hob. 5, 1. Nur zu Anfang 
ist die Tatjewsche Handschrift vollständiger und beginnt nicht so 
abrupt wie die Berliner mit der Erklärung von Hob. 1, 5- Als aus 
einer Handschrift des Bischofs Nerses von Tarson abgeschrieben 
bezeichnet sie sich. 

Vollständig mit^i^oteilt hat aber Marr die von Wardan in 

1) Schon Riedel S. 52: „Der Schluss des armeniecheii Stückes kann 
auch durch einen spätem Gebrauch veranlasst sein." 



Hippolyt's Kommentar zum Hohenlied. 9]^ 

dessen Auslegung des Hohenlieds mit dem Lemma Hippolyt ver- 
sehenen Stellen. Er hat dabei durch Unterstützung des Wiener 
Mechitaristen Bamabas Peleziktschjan und des Gliedes der Bruder- 
schaft zu Etschmiadzin Garegin Ovsepjan fünf Handschriften zu 
Grunde legen können. Es sind dies zwei Wiener Handschriften: 
Nr. 45 (A) V. J. 1834 und Nr. 83 (B) des 16.— 17. Jahrh., lange vor 
1771, nach dem Katalog von Jakob Daschjan, und die Hand- r 
Schriften von Etschmiadzin: Nr. 1099 (jetzt 1120) v. J. 1603, 
Nr. 1133 (jetzt 1154) ohne Überschrift, Nr. 1150 (jetzt 1166) 
ohne Datierung, nach dem Katalog von Karinjanz. Ausserdem 
macht Marr noch namhaft Cod. Etschm. 1177 (nach Karinj.) und 
Nr. 31 V. J. 1838 der Bibliothek der Sanasarovschen Schule zu 
Erzerum; nach einem Brief Garegins teilt er mit, dass gegen- 
wärtig noch weitere Handschriften, die jenen Kommentar ent- 
halten, in Etschmiadzin vorhanden sind. Vollständig, soweit ihre 
Lemmata auf Hippolyt weisen, sind für Marr s Ausgabe verwertet 
die beiden Wiener Handschriften. Ebenso von Etschmiadzin 
Nr. 1150 (1166. Nach Marr E). Dagegen Nr. 1099 (bei Marr C) 
und 1133 (D) nur bis Fragment 19, weiterhin nur für den Um- 
fang und den Nachweis hippoly tisch er Stücke, mitunter auch für 
Einzelheiten; für den grössten Teil von Fragment 46 ist 1133 
vollständig verglichen; so auch für 36-42 und 48 — 50, wo in 
Nr. 1150 die Blätter fehlen. 

Wardans Erklärung des Hohenlieds scheint im Wesentlichen 
Katenencharakter zu tragen. Die Lemmata bieten die gekürzten 
Namen der Autoren. Wie zu erwarten, diflferieren die Hand- 
schriften in der Zuweisung der einzelnen Fragmente an Hippolyt, 
noch häufiger in Bezug auf den Umfang der mit Hippolyt's Namen 
bezeichneten Abschnitte. Nur fünf Fragmente (1, 22, 31, 32, 44 *)) 
werden von allen 5 Handschriften Hippolyt zugewiesen; in den 
Wiener fehlen die Abschnitte oder doch das Lemma von Frag- 
ment 6, 10, 15, 18, 20, 27, 30, 37, in den Handschriften von Etsch- 
miadzin die Fragmente 7, 9, 14, 17, 19, 20 a, 29, 43, 47, 49, andere 
in einzelnen der letzteren.^) Marr hat über den genannten Befund 

1] In diesem Fragment 44 ist thatsächlich echt Hippoly tisches, vgl. 
o. S. 56 f. 

2) In E fehlt „Hipp." in Fr. 4. 5. 13. 15. 25. 27. 28. 30. 34. 35. 30. 
37. 39. 42. 45. 50; in D fehlt es in 2. 4. 8. 10 (Origenes n. Gregor von 
Narek). 15. 16. 36. 37. 39. 42; in 1099 10. 11. 18. 25. 27. 28. 30. 50. 



92 Bonwetsch. 

und seine entsprechende Verwertung der Handschriften für die 
einzelnen Abschnitte genauen Bericht erstattet (S. LXXXII bis 
LXXXVII und in den Anmerkungen zu dem S. LXXXVIII bis 
CXIV mitgeteilten Text). Ich begnüge mich mit der Wieder- 
5 gäbe der russischen Übersetzung Marr s in deutscher Sprache 
und mit der Ergänzung seiner Hinweise auf die verwerteten 
Schriftstellen. Die Abweichungen der Lesarten im einzelnen 
notiere ich nicht, da ich doch nicht zu einer systematischen 
Untersuchung jenes Kommentars in der Lage bin. Auch die 

10 Angaben über das Lemma ,.HipP-" besagen nur, was Marr seinen 
Kollationen entnehmen konnte. 

Dass die Fragmente Hippolyt nicht angehören, ist schon aus 
der grusinischen resp. altslavischen Version von Bestandteilen 
des echten Kommentars ersichtlich. Eine Untersuchung über den 

15 Autor, dessen Werk Wardan oder seiner Quelle unter dem Namen 
Hippolyt's vorlag, würde jedenfalls zu weit ftihren, vielleicht über- 
haupt ergebnislos sein. Doch dürfen die Erklärungen selbst zum 
Teil ein berechtigtes Interesse in Anspruch nehmen und ver- 
dienen auch schon deshalb eine Wiedergabe. Kap. 36 trifft die 

20 Erklärung von Höh. 1, 7 mit der des echten Hippolyt Kap. 27, 
und Kap. 44 die von Höh. 8, 6 mit der Hippolyt's Kap. 21, 2 zu 
Höh. 2, 8 zusammen. 



Hippolyt's Fragmente nach des Wardan Auslegung des Hohenlieds, 

I. (1. 2 [3j). Der Duft des heiligen Geistes ist die Gnade, 
25 die aus dem Munde der Apostel duftete, nach (dem Wort) 

des Paulus: «Wir sind Christi Wohlgeruch Gotte an den Ge- 
retteten und an den verloren Gehenden". Diesem Geruch folgten 
nach alle Heiligen, welche die Welt verliessen und ihm nach- 
folfirten, nach Petrus: ^.Wir haben alles verlassen und sind dir 
30 uaeh gefolgt". Dies sind jene Jungfrauen. 

II. (1, 3 [4j). „Der König führte mich in seine Kammer.^ 
Kammer nennt er das Herz, welches ist das Geheimnis Gottes 
in den Herzen der Heiligen, deren Chiliarch Paulus sich nennt 

L'O 2 Kor. 2, 15. - 29 Matth. 19, 27. 
:il Das Lemma „Hipp." fohlt in D. 



Hippolyi's Kommentar zum Hohenlied. 93 

Sie war verborgen (geschlossen) und hat sich nun aufgethan, 
damit die Heiden würden eines Fleisches mit dem Herrn. 

ni. (1, 3 [4]). Nach Johannes: „Wer die Stimme des 
Bräutigams hört, der freut sich mit Freude". Und David spricht: 
„Meine Seele hat beobachtet deine Zeugnisse und hat sie sehr 5 
geliebt". Die Jungfrauen übergeben dem Bräutigam den Namen 
der Braut, | sprechend: „Dich hat die Gerechtigkeit liebgewonnen". 
„Der Herr hat Zion lieb gewonnen und hat erwählt, in ihm zu 
wohnen". Er aber sagte: „Wer mich liebt, den liebe ich". Er 
liebte auch den Johannes. Dieser Jünger ist es auch, „den Jesus 10 
lieb hatte". Er selbst ist auch die Gerechtigkeit, weshalb der 
Prophet spricht: „Gerecht ist der Herr unser Gott, durch welchen 
alles Krumme (Verkehrte) gebessert wird". 

IV. (1, 3 [4]). Gerecht ist der Herr. „Er liebt Gerechtig- 
keit**. Sein Antlitz sieht Rechtschaffenheit. 15 

V. (1, 5 [6]). Zu den Engeln spricht sie: Ich habe nicht 
behütet den Garten des Paradieses, aber bin geworden zu einem 
schönen Teich (Taufbassin). 

VI. (1, 6 [7]). Wieder spricht der Bräutigam zur Braut, 
vorsichtig zu sein, um nicht zu fallen und nicht zu werden eine 20 
Gefährtin des Teufels: Vielleicht vermagst du nicht dich von 
ihrer Herde zu trennen. | 

Vn. (1, 7 [8J). Mische dich nicht, spricht er, mit den Herden, 
die geweidet wurden von fremden Hirten, welches waren Wolfe, 
aber nicht Hirten: „Wenn du nicht dich erkennst, Schöne unter 25 
den Frauen". 

VIII (1, 9 [10]). Und wieder: „Der Hals wird sein wie ein 
Halsband", um zu erheben das Kreuz Christi und ihm nach- 
zufolgen. Aber auch den Hafen am Meeresufer nennt man meist 



8 Joh. 3, 29. — 5 Ps. 118 (119), lö7. — 8 Ps. 131 (132), 13. — 
9 Prov. 8, 17. — 10 Joh. 13, 23. 19, 26. 21, 20. — 12 Ps. 91 (92), IG. — 
14 vgl.P8.32, 5. 44, 8 (Jes.61,S). — 28 vgl. Mt. 10, 38. 10, 24. Mr. 8, 34. 
Lc. 9, 23. 

3 nur die 2. Hälfte scheint in DE hippoly tisch zu sein | 7 Mar 
LXXXIX. I 14 „Hipp." fehlt in DE | IG „Hipp.** < E | 19 nur nach CDE | 
23 nur nach AB | Marr XC | 27 „Hipp.'' < D; in CE nur bis „nachzu- 
folgen". 



94 Bonwetach. 

Halsband, wofür man jetzt zu sagen pflegt mina. Und dies ist 
kein kleines Lob für die Braut; von allen schlimmen und 
stürmischen Versuchungen lebt sie also abseits, und die andern 
belehrend, giebt sie ihnen eine Zufluchtstätte wie Schülern. 
5 IX (1, 10 f. [11]). Dieses „ausgenähte" Kleid ist der ,. Panzer 

der Gerechtigkeit" nach Paulus; wer ihn anzieht, umfangt den 
Herrn, welches ist das Himmelreich. 

X (1, 11 [12]). ^Meine Narde gab ihren Wohlgeruch." Als 
die Braut auszog aus Ägypten, da fuhr von ihr aus der Dämon. 

lÖ Und der Wohlgeruch des Bräutigams zeigte sich an den zwölf 
Quellen in der | Wüste, in Merra, am Manna, am Wasser aus dem 
Felsen, an der aufgehängten Schlange und im übrigen, solange 
er sich nicht selbst offenbarte. Er aber ist die Narde, aus- 
geschüttet auf das Haupt des Herrn; das Haus ward angefüllt 

15 mit Duft nach dem Bild der Welt und ward zur Braut. Und 
der Wohlgeruch seines Werks gelangte durch das Evangelium 
in jedes Land. Aber auch bis zum Bräutigam gelangte der 
Wohlgeruch der Braut von allen ihren Teilen, den Gliedern der 
Kirche: von den Geistlichen, Diakonen, Nonnen und anderen. 

20 XI (1, 12 [13]). Stakte ist der Herr, der in Fesseln gebunden 

war in unserer geringen Natur. Gott der Allmächtige inmitten 
der Brüste der Maria, aber ebenso in den Herzen derer, die 
würdige Teilhaber sind. Stakte, das ist der Herr im Schosse des 
Vaters, der zu uns kam und nachdem er unsere Natur ange- 

25 nommen, herausliess den Wohlgeruch und Himmel und Erde 
anfüllte. Nach dem Gesetz räucherte man Stakte am Tage zwei- 
mal. Und in uns wird diese Stakte so oft entflammt, so oft wir 
darbringen das heilige Fleisch. Ein Bündel der Stakte sind die 
Heiligen, die im Herzen tragen die Furcht Gottes und seine 

.^n Gebote | und sie andern überliefern. Nach Paulus dient der Duft 
(Geruch) des Lebens zum Tode einiger und (zwar) der Sünder 
und Unbussfertigen, wie der Wohlgeruch für die Schweine. Dies 
sagte auch Ignatius. dass er in sich habe den gekreuzigten 



5 Epb. 6, 14. — 11 Exod. 15—17. Num. 21, 8. 9. -> 13 Job. 12, 3. — 
30 2 Kor. 2, IG. 

5 nur nach AB \ 8 nur nach CDE, „Hipp." nur in E | 11 Man* XCl 
20 „Hipp." < C; in AB nur bis Z. 23 „Teilh. eind" | 30 Marr XCII. 



Hippolyt's Kommentar zum Hohenlied. 95 

Christas. (Trajan erwiderte): Wir befehlen ihn zu verbrennen, 
damit mit ihm der Gekreuzigte verbrannt werde. 

XII (1, 14 [15]). „Siehe du bist schön, meine Nächste." Die 
Nächste heisst sie, weil unsere Natur nach dem Bilde Gottes ist. 
Dass er sagt: „Siehe", ist zu zeigen die Freude. Ihre Ursache 5 
abir ist das, dass du wurdest die Nächste Gottes, denn unsere 
Natur ist eine tragende, wie ein Spiegel: wem er sich naht, dessen 
Bild wird er in sich tragen. Übereinstimmend mit diesem, hinter 
den Rücken geworfen habend alles Sichtbare und zu Gott hinzu- 
getreten, ist sie zu einer schönen geworden, wie zweimal das 10 
Wort bezeugt: „Siehe du bist schön, (meine Nächste! Siehe du 
bist schön," ein Wort dessen), nach dem sie begehrte, und da sie 
auf ihn | blickte mit Verlangen, so empfing sie Zuwachs an Schön- 
heit. Und dies giebt noch Zeugnis: „Siehe schön bist du." Und 
die Wiederholung zeigt das Lob der „Augen"; zuerst werden die 15 
Wangen und der Hals gerühmt, aber jetzt die Augen. Und dies 
Lob der Augen, „eine Taube" zu sein; von ihr sagt man, dass 
das Bild des Geschanten föUt in ihr Auge, ihr eigentümlich 
sowohl Unschuld wie Sanftmut, aber der Geschaute ist Jesus, 
den „niemand mit dem Namen „Herr!" nennen kann, wenn nicht 20 
durch den heiligen Geist," der in diesem Aussehen erschien am 
Jordan und weilt auf allen Taufbecken, wie man glaubt. In ihn 
als Schmuck gekleidet wie eine Braut, wird die Seele schön und 
wird zur Bleibestätte der Dreieinigkeit, denn wo der Geist des 
Herrn, da ist der Vater und der Sohn. Ein Lob für die Augen 25 
ist auch dies, dass sie immer schauen auf Gott, nach dem Wort 
des Propheten: „Meine Augen stündlich auf den Herrn." 

XIII (1, 16 [17]). Wieder nennt er Cedern und Cypressen 
die Gebeine, die der Baumeister Jesus annahm. Der Ehre halber 
nennt er sie Cedern und Cypressen. Wenn die „Haare auf den 30 
Häuptern" | der Apostel, wie er gesagt hat, ..gezählt sind", wieviel 

20 1 Kor. 12, 3. — 27 Ps. 24 (25), 15. — 30 Lc. 12. 7. 

1 vgl. Mart. Ignat. e cod. Colbert. cp. 2; die Stelle stÄmmt nach 
Man- S. LXXXII A. aus der Erklärung des Gregor von Narek S. 287, 18if. ' 
„Traj. erw." -f Marr | 3 nach AB hippolytisch nur bis „Gottes ist" Z. 4 
11 „meine— dessen" + Marr | 13 Marr XCIII | 25 „Ein Lob" etc. in AB 
hippolytisch | 28 „Hipp." < E; AB bis „Leben" S. ÜÜ, 2 | 31 Marr XCIV , 
„wie viel": „mehr müssen gezählt sein" + Marr. 



96 Bonwetsch. 

(mehr) die Gebeine, welche stammend von den Märtyrern mehr 
glänzen als bei ihrem Leben. Dächer mit Vorsprüngen und 
Zimmerdecken, schön angefügte Tafeln mit Bildern, d. h. ver- 
schiedene Tugenden, wohlriechende Cypressen. Unter einem 

5 solchen Bau ruht die Braut aus, die Seele, mit dem Bräutigam 
Jesus, damit nicht von der Untauglichkeit der Hand die Häuser 
fortgeschwemmt würden und sich nicht herabsenkten die Balken 
von den Regengüssen nach dem Gleichnis, d. h. von Versuchungen 
und der Schlechtigkeit der Laster. 

10 XIV (2, 1). Die Lilie ist der Herr, das Thal die Jungfrau. 

Übereinstimmend mit diesem gab die Erde ihre Fruchi 

XV. Noch wie das Thal (geschmückt wird) von verschieden 
gestalteten Blumen, so die ganze Erde durch die Erscheinung 
des Herrn. 

15 XVI (2, 2. 3). Eine ..Lilie unter Domen" und ..ein Apfel- 

baum" sind die Jungfrau und der Herr unter den Juden, (d. h.) 
den Dornen und Wäldern. Wie ein Hausherr befahl er, nicht 
auszureissen den Lolch, damit die Guten unter den Bösen | noch 
schöner erscheinen. 

20 XVll (2, 4). Das ..Hj^^^s des Weins" ist das obere Jeru- 

salem, der Thron des Vaters, über das sich die Gerechten freuen. 
XVIII (2,5). ^Häufet auf mich auf Äpfel/ Mögen auf allen 
Seiten Apfelbäume sein mit von den zahlreichen Äpfeln herab- 
hängenden Zweigen; welches bedeutet (die Schar) der tugend- 

25 haften und talentvollen Verkündiger der Menschwerdung Christi. 
Festiget mich durch Salhon, denn es mögen die Säulen (so) zu 
Salben werden, welches bedeutet Barmherzigkeit mit Worten 
und Diuijon, festigend alles Gute. Und alsdann mögen die Äpfel 
aufgehäuft werden. 

30 XIX (2. 5). Schwäehe bedeutet, mit Furcht und Liebe Gott 

dienen. 

XX (2, 7). Die Braut ixiebt mit einem Eide Unterweisung 

G Mt. 7,27. — 17 Mt. i:i 2V. 8n. 

1 „Märtyrern**: ,,nach dem Tod'* -h Mair | 10 nur nach AB ; 1*2 nur 
nach CDK; nur in (' „Hipp.** ' ..peschni. w." Marr | 15 „Hipp." < D; in 
AB nur bis „Wäldern" | is Marr XCV | 20 nur nach AB | 22 nur nach CDE; 
„Hipp." nur in DE | 24 „d. Schar*' -h Marr | 3n nur nach AB | :V2 „Hipp." 
nur in Cl». 



Hippolyt's Kommentar zum Hohenlied. 97 

den unter die Jünger Gegangenen, welche wurden zu Töchtern 
Jerusalems und fahrten zu Ende die thätige | Tugend. Sie zieht sie 
zur Liebe; „ich beschwöre euch", nicht „beim Himmel", nicht „bei 
der Erde", nicht „bei Jerusalem" und nicht „beim Haupte", wo- 
von sich loszusagen der Herr befohlen, sondern „bei den Kräften 5 
und Festungen des Feldes", welches ist die starke und feste 
Kriegerschar der Engel, ein Überfluss seiner Kraft. 

XX a. Er spricht zu ihr, zu trachten nach dem Paradies 
und (so) bei dem Eid durch kräftige und starke Thaten. 

XXI (2, 8. 9). Noch offenbart das „Hüpfen" seine Kraft, aber 10 
das „Springen" das, dass er kam mit Freuden zu unserer Rettung. 
Der Sohn meines Bruders ist gleich einem Reh infolge der alles 
sehenden Natur, denn vom Reh sagt man, dass es scharf ist an 
den Augen; seine Bezeichnung hat es davon erhalten. „Und den 
Jungen der Hirsche," da er ausrottet die Schlangen, wie auch 15 
die Apostel die Macht empfingen, zu zertreten „Schlangen und 
Skorpione". „Auf den Bergen Bethels," da er niedertrat die 
sich stolz erhebenden | Berge, denn der Berg Bethels ist der 
Berg Gottes. Wie ein fetter Berg erhebt sich die Kirche, welches 
ist das Haus Gottes, das Bethel heisst, ihn fest bewahrend in 20 
die Ewigkeiten. 

XXII (2,9). „Zaun." Bis zum Gesetz offenbart er sich [nicht] 
wenigen Gerechten in der Natur. Aber das mit einem „Gitter" 
umgebene Gesetz ist wie ein „Zaun", bedeckt mit Brettern, da 

es offen predigte die Einheit Gottes, aber die Dreieinigkeit ver- 25 
borgen, da sie „Kinder waren". 

XXDI (3, 4). Und dies bedeutet Gott erkennen und finden, 
dass es unmöglich ist, ihn zu kennen und zu suchen den Un- 
erreichbaren. „Ich habe den gefunden, den meine Seele lieb 
gewonnen," ich fand, dass er der wahrhaftige Gott ist, und „habe 30 
ihn nicht gelassen bis ich ihn in meine Schatzkammer hinein- 
führte": ich klammerte mich an an den Samen Abrahams und 
führte, setzte (so) auf die rechte Seite des Vaters. 

XXIV (3, 6). Mit den Leiden Christi angekleidet und aus- 

3 Mt. 5, 34. 35. 36. — 1(3 Lc. 10, 19. — 26 Gal. 4, 3. 

2 Marr XCVI | S nur in AB | 9 „dem Eid" nicht abhängig von 
„trachten nach" | 10 AB nur bis „Rettung" | 18 Marr XCVII | 27 in AB nur 
,ich fand" ff. | 28 „dass es": „da ea"? | 34 nur von „Sie geht" S. 98, 4— 
„Geistes- Z. 9 in AB. 



98 Bonwetsch. 

geschmückt „bedeckte sie (die Braut) den Himmel^ nach dem 
Wort des Propheten. Mit „Myrrhe^ ist angezeigt, dass sie 
Anteil empfing an den Leiden, aber mit Weüirauch, dass sie 
Anteil empfing an seiner Herrlichkeit. Sie „gebt aos^ von 

5 der Erde, die | als eine „Wüste" zurückbleibt, wenn ausgeben 
auf „den Wolken entgegen dem Herrn" die Wohlriechenden durch 
das Leben und durch ^Myrrhen" aus Liebe zu Christus Gestorbenen^ 
empfangen habend das wie Staub unmessbare Erbarmen des 
Geistes, geschmückt mit den Tugenden der Jungfrau. 

10 XXV (3, 7. 8). Das „Bett" Christi sind die, welche zittern 

von seinem Wort. „Sechzig Bewaffnete." „Sechzig" sind zehn 
Sechse: Augen und Ohren sind vier, Nase, Mund. „Starke," weil 
sie den Leib tragen, wohin sie wollen. „Schwert" das Verlangen. 
„Die gelernt haben zu kriegea," sie können aus dem Bösen her- 

15 ausgehen in das Gute. Ausserdem: das .^Schwert" ist das „Wort 
Gottes", welches habend sie sich nicht farchten „vor dem Schrecken 
der Nacht". „Sechzig" sagt er von der Weite der Gedanken: wie 
aus der Eins eine Zehn wird, | aus Zehnem eine Hundert, aus Hun- 
derten eine Tausend, aus Tausenden zehntausend, so aus sechs Zehn 

20 ein Schock oder sechzig, durch die die Braut sich behütet im Bette. 

XXVI (3, 9 — 11). Gehet heraus aus der Hülle des alten 
Menschen und aus den Irrtümern der Erde^ wie dem Abraham 
gesagt war: „Gehe aus deinem Land." ^Liebe von den Töchtern 
Jerusalems": far sie machte er Sänften, damit sie würden zu 

25 Töchtern Zions und Jerusalems. 

XXVII (4, 3). „Schale (Haut) der Granade sind deine 
Wangen." Er spricht davon, dass die Besonnenheit geboren 
wird aus der Verwirrung. Durch ein rauhes Leben wie durch 
eine Schale (Haut) bedeckt er die Süssigkeit des Ganzen der 

30 Frucht, was schön in den Augen der Menschen und in vielen 
Beziehungen Gott angenehm. ., Ausser deinem Schweigen'' spricht 
er von dem, was Gott weiss und am jüngsten Tag offenbaren 
wird. Noch stellt er hin das Schweigen sehr lobenswert zu einem 
Bewahrer des Mundes und zu schweigen von Bösem. Über diese 

1 Hab. 3, 3. — Ü 1 Thess. 4, 17.— 15 Kph. 6, 17.— 23 Gen. 12, 1.— 
34 Ps. 33 (34), 13. — 1 Petr. 3, 10. 

5 Marr XCVIII | 10 „Hipp." < CE | 18 Marr XCIX | 21 CDE nur bis 
.Land" | 26 nur nach E; „Hipp." nur in D. 



Hippolyt'ß Kommentar zum Hohenlied. 9g 

Eigenschaft verfügte David und rühmte sich; denn es ^ist eine 
Zeit für das Schweigen", dies ist nämlich seine Unterweisung 
an Salomo. ,,Ohne das Schweigen,"" das ist die Erkenntnis, über 
die du jetzt verfügst. Jetzt ist verstummt von jener besonderen 
(Welt) die Botschaft, die «nicht eingekommen in das Herz eines 5 
Menschen". | 

XXVIII (4, 4). „Speere" wider die feurigen Pfeile, die, ins 
Meer gefallen, gleich einem kleinen Funken verlöschen, denn 
der Tapfere wendet zur Flucht mit dem Speer, aber der Furcht- 
same wirft aus der Feme Pfeile, infolge wovon hier „Speere" 10 
und dort „Pfeile". 

XXIX (4, 5. 6). Die „Brüste'* erschienen nicht gleich anderen 
Gliedern besonders, sondern gingen hervor aus dem Herzen, wie 
ein Gewächs oder eine Pflanzung, und noch wie „aus" dem 
Herzen „der Erde Staub" genommen ward und als ein doppelter 15 
ein geistiger und ein sinnlicher, Adam geschaffen ward. „Bis 
der Tag atmen wird," der heilige Geist im Vorraum. Denn 
bis zu jener Stunde erquickten sich durch Gesetz und Propheten 
jene, welche am Herzen der Braut, nachdem sie empfangen den 
Befehl, zu lieben den Bräutigam von ganzem Herzen. Und als 20 
der Tag anfing zu atmen, wurden sie Söhne „des Lichts und des 
Tages"; denn das Licht ist der heilige Geist und der wahrhaftige 
Gott. Und es begannen sich zu entfernen (bewegen) die „Schatten" 
des Gesetzes bei der Erscheinung des Lichts, wie vor dem Gesetz 
sich entfernte (bewegte) der Götzendienst und hinwegging. Auf 25 
gleiche Weise hat man auch verglichen mit dem Jungen des 
Rehs, da es verfügt über einen scharfen Blick, es kennt die 
Weide und kennt nicht die Werke der Eva, aber dabei kennt es 
auch und beobachtet mit den Augen, wen mit Milch zu tranken 

es sich gebührt und wen wegzunehmen von der Brust und zu 30 
einem Lehrer der anderen | zu machen. Entsprechend „zwei 
Brüste", damit sie, scharfe Augen habend, geziemend nährten die 
Kinder. 

XXX (4, 6. 7). „Und ich werde von selbst gehen." Wer 
am Kreuz „sein Fleisch kreuzigte samt den Leidenschaften und 35 

5 1 Kor. 2, 9.-7 vgl. Eph. 6, 16. - U Gen. 2, 7. — 35 Gal. 5, 24. 

7 Marr C | „Hipp." < CE | 12 nur nach AB | 31 Marr Cl | 34 „Hipp." 
nur in D. 



100 Bonwetsch. 

Begierden", der wird zu einem „Hügel des Weihrauchs'* und zu 
einem „vollkommen Schönen". 

XXXI (4, 8). „Konmie vom Libanon." Dies ist das, dass 
der Herr spricht: „Eonmaet zu mir alle sich Mühende*' in den 
5 fruchtlosen Wäldern eures schon im Anfang (Prinzip?) verkehrten 
Olaubens. Komm und durchschreite das Wasser des Taufbassins, 
um meine Braut zu werden. „Auf der Höhe Sanirs und Her- 
mons," dies sind die Be^e, von wo entspringen die Quellen des 
Jordans, genannt Jar und Dan, wo der Herr anfing abzuwaschen 
10 den Schmutz seiner Braut, indem er sie in ihnen taufte. „Von 
den Bergen der Luchse," wo lebend mit den Tieren du fleckig 
warst wie ein Luchs und brüllend und fleischfressend wie ein 
„Löwe", du ehrtest das Bild und ihre Laster, dieser Verwandt- 
schaft der Dämonen, die daselbst nisteten. 
15 XXXII (4, 9. 10). Obschon du ,, Schwester" bist dank deiner 
vernünftigen Seele, aber du wardst eine viel Höhere, da du 
wurdest die „Braut" des Schöpfers aller. | 

XXXni (4, 11). „Honig und Milch" ist die süsse Lehre, die 
von „feurigen Zungen" sich bis heute in der Kirche ergiesst. 
20 Infolge davon spricht er auch: „Der Wohlgeruch deines Kleides 
ist wie der Wohlgeruch des Weihrauchs". Durch dieses be- 
zeichnet er, um wie viel ihr Wohlgeruch edler ist als alle 
Aromen. Mit Weihrauch vergleicht er (sie) Gotte, auf den sie blickte 
mit dem Einen Auge, wie auf die Eine Gottheit der Dreieinigkeit 
25 — „Milch und Honig unter der Zunge," wie bei Philippus, durch 
den er (der Herr) den Athiopen bekehrte. Aber ebenso das, dass 
Ptolomäus übersetzte für die Heiden, enthielt offen und geheimnis- 
voll beide Wohlgerüche der Menschwerdung, die den Bräutigam 
erreicht haben. 
30 XXXIV (4, 12). Noch wird ein Garten „eingeschlossen" nicht 

nur mit Gras oder Einem Gewächs, sondern mit vielen, die zur 
Nahrung dienen, zum Riechen und zur Zerstreuung der Augen. 
Eine Quelle, nicht von einem Berg oder Hügel umgeben, aus 
der man trinkt und in der sich wälzen wilde Tiere und 

4 Mt. 11,28.-9 vgl. Je8.4,4. — 19 vgl. Act 2, 3.-25 Act 8, 27ff: 
— 2ü Ena., Priip. ©v. 13, 12. Aristeas ad Philocr. ed. Wendland. 

18 Marr CII | in AB nur bis ,J)reieinigkeit" Z. 24. | 30 „Hipp."< E; 
in D nur bis „Augen". 



Hippolyt'fl Kommentar zum Hohenlied. 101 

Sehweine, sondern die, wo sich erquickt der Besitzer des Gartens 
und seine Freunde, eingeschlossen durch Gesetz und Propheten, 
welches ist die Lehre des heiligen Geistes. | 

XXXV (4, 16). Noch kam der heilige Geist herab unerkannt, 
wie er wollte, und weht beständig, uns wärmend durch das 5 
Wasser des Taufbassins. Vertreibend die Kälte, nährt er uns nach 
dem Wort des Propheten: ,,An den Wassern der Ruhe hat er 
mich grossgezogen^. Und die Menschen lernten aus, zu entfliehen 
Tom Bösen und zu gehen entgegen der Wahrheit. 

. XXXVI (6, 7 [8]). „Sechzig Königinnen" sind die Patriarchen 10 
von Adam, aus denen Matthäus zweiundvierzig aufzählt und 
Lucas achtzehn nennt. „Und achtzig Konkubinen," welche er 
hineinmischt aus den Heiden. Wieder hinzugefügt zu zwölf 
heissen sie sechzig, aber zu siebzig hinzutretend, achtzig (so). 

XXXVII (6, 8 [9]). Sie alle, versiegelt durch den heiligen 15 
Geist, wurden die Eine Taube, der Eine Leib und die Eine Kirche, 
wie er spricht: „Eine ist meine Taube", welcher früher hatte 
das Bild der Taube in den Propheten und Aposteln, aber jetzt 
ganz persönlich leuchtet, sich umgestaltet habend in eine Taube. 
„Eine" bei „der Mutter", wie ein Kind, das sie segnete unter 20 
Umarmungen. Und er befahl dem ganzen Vollbestand der Kirche, 
sich abzuwenden | von verschiedenen Gestalten, zu werden wie 
Einer von diesen Kleinen und alsdann einzugehen in das Reich 
Gottes. 

XXXVIII (6, 9 [10]). Gleichsam sich wundernd über den 25 
Rang, die Veränderung der Herrlichkeit: „Mond" in dieser Welt, 
„Sonne" in der zukünftigen. Dieses sagte der Herr gleichfalls: 
„Es werden leuchten die Gerechten wie die Sonne im Reich." 
Noch „Verwunderung" darüber, wie die Leiblichen einnahmen 
die Orte der Leiblosen. 30 

IXL (6, 10 [11]). Wieder ist der „Garten" unsere Natur, 
die Gnade der „Frühlingsströme" wird die Jungfrau sein, die 



4 vgl. Joh. 3, 8. — 8 Pfl. 22 (23), 2. — 11 Mt. 1, IfF. Lc. 3, 23 ff. — 
19 Mt. 3, 16. Mc. 1, 10. Lc. 3, 22. — 22 Mt. 18, 3. Mc. 10, 15. — 28 
Mt. 13, 43. 

4 Marr CHI | „Hipp. < E | 10 vgl. Hipp. In Cant. cp. 27 | „Hipp." 
< D. üeber E vgl. S. 91, 22 f. | 15 „Hipp.« nur in C | 22 Marr CI V | 25 in 
ABD unvollständig | 31 „Hipp."< D. 



102 Bonwetach. 

aufblühte auf der „Wurzel Jesse", ein Nussbaum, da sie die 
Mutter des 01s ist. 

XL (6, 11). „Und was werde ich ihm geben?" Und es 
machte mich zu seinem ^ Wagen" und zum Tempel der Herrlich- 
5 keit eben derselbe, der sagte: „Ich stieg hinab in den Nuss- 
garten, um zu schauen auf die Früchte der Ströme'', d. h. die 
Ströme seiner Gnade haben mich plötzlich überflutet, und er 
sucht die „Erzeugnisse", die Früchte der Ernte. Des „Aminadab^ 
Sohn Nahasson siedelte sich an im Osten der Lade des Bundes, 

10 wovon David spricht: „An (der Seite) der Sonne schlug er auf 
sein Zelt", da wir, die Christen, nach Osten anbeten. | 

XLI (7, 7 — 10). Die „Palme" ist nahe zur Palme, die hoch 
ist und ihre Frucht süsss, gleichsam wie Engel in der Höhe und 
ihre Reden nach dem Willen Gottes. „Ich werde hinaufsteigen 

15 auf die Palme," ich werde wetteifern mit den Engeln und werde 
für sie beneidenswert sein, „ich werde mich klammern an den 
Gipfel" und werde ersetzen die gefallenen Engel. Noch sagte 
ich: „Ich werde hinaufsteigen auf die Palme." Deutlich sind diese 
Worte des Bräutigams, der sagte: „Erhöhet werden muss des 

20 Menschen Sohn." „Und wenn ich werde erhöhet werden, werde 
ich sie alle zu mir ziehen." Und jetzt klammem sich die Glieder 
an an die Höhe seines Kreuzes und sammeln Früchte, süsser als die 
Früchte von den sinnlichen Palmen; zu teilen die Leiden 
Christi, um Teilhaber zu sein an seiner Herrlichkeit. Aber „der 

25 Wagen" sind die Heiligen des Herrn. Wenn sich der Herr nicht 
erhoben hätte auf die Palme des Kreuzes, so hätte die Kirche 
keine „Brüste wie Trauben des Weinstocks" zur Ernährung der 
Kinder mit seinem heiligen und göttlichen Fleisch und Blut. 
Von denen, die diese essen und trinken, geht aus der „Geruch" 

30 „eines Apfels" und von ihrer .,Kehle" wie „edler Wein", und das 
Weitere citierend, wie er spricht: ..Der Duft von deinen Nüstern 
ist wie ein Apfel". 

XLII (7, 7 "8]). .Die Brüste wie Trauben des Weinstocks." 



1 Jea. 11, 1. — 5 Höh. 6, 10. - 8 Höh. 6, 10. — 9 Num. 2, 3. — 
10 P9. 18 (19», 5. — 20 Joh. 3, 14. 12, 32. 

3 in AB von „Des Aminjidab** an | 12 Marr CV | „Hipp." < A; von 
Deutlich" an (?) mit „Hipi»." nur in B | 33 „Hipp." < D. 



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Hippolyt's Kommentar zum Hohenlied. 103 

Anfangs nährtest du mit | Milch, aber jetzt wirst du zu einer 
Traube des "Weinstocks, die der Vater bearbeitet 

XLIII (7, 8 [9]). „Der Duft des Apfels ist in deinen Nüstern 
und der Geschmack des Weins in deiner Kehle." Und dies 
bedeutet das Gesagte: „Wir wurden voll von dem Guten deines 5 
Hauses und die Ströme deiner Zärtlichkeit giebst du auch ihnen 
zu trinken". 

XLIV (8, 6). Wieder ist die „Liebe" Gott, und die, welche 
ihn lieb gewonnen, achteten für nichts einen schrecklichen Tod. 
„Und der Eifer ist (rauher) als der Hades." Die Heiligen eifern 10 
um Gott, sprechend: „Der Eifer um dein Haus möge mich ver- 
zehren", auch mit Hilfe der Qualen des „Hades", seine Flügel 
wie Flugmittel „des Feuers" und noch schneller, denn (er ist 
der), welcher geht auf „Flügeln des Windes" und überall sich 
befindet. Mit dem Feuer des Geistes Hess er sich herab auf die 15 
Erde, nachdem er (herab)geworfen das Feuer der Liebe herbei- 
zuführen die Magier, und auf leichter Wolke flog er nach 
Agypteu. Und von dort zurückgekehrt wanderte er in Galiläa, 
im Lande der Finsternis, und flog hinauf auf das Kreuz in 
Palästina, von da in den Hades und in das Grab, von da in den 20 
Himmel und mit dem Evangelium in alle Gegenden und er wird 
erscheinen. Und | fliegend in alle Kirchen, bringt er sich dar 
zum Opfer und wandert mit uns in die Ewigkeiten, bindend das 
Eis des Nordens beim Fliegen. 

XLV (8, 7). „Denn reichliche Wasser können nicht die Liebe 25 
auslöschen, und Flüsse werden sie nicht zurückhalten." Wieder 
(bezeichnen) die Wasser die Propheten und die Flüsse die 
Apostel; ihre Predigten konnten die Menschen nicht retten, nicht 
Mitleid gesät habend in ihre Herzen. 

XLVI (8, 9). Und wieder: „Wenn sie eine Wand wäre", 30 
denn Gottes Stadt ist unsere Natur. Lasst uns aufrichten eine 

5 Ps. 35 (36), 8. — 8 1 Joh. 4, 16. — 11 Ps. 68 (69), 10—33. — 
14 Ps. 17 (18), 11. 103 (104), 3. — 17 Mt. 2, 1£F. 2, 14. — 18 Mt. 2, 22. — 
19 Mt. 4, 15. 16. — 19 Hipp. In cant. cp. 21, 2. 

1 Marr CVI | 3 nur nach AB | 10 „rauher*' aus Höh. 8, 6 + Marr | 
13 „er ist der*' + Marr | 22 „erscheinen": „am jüngsten Tag" -f- Marr | 
CVII Marr | 25 „Denn— zui-ückh." < AB, zu Fr; 44 in E; „Hipp." < E | 
30 nur bis „Leben" AB, „Aber— Sodom" S. 104, 12 nach D des Origenes; 
zu „Von— Himmel ist" „Hipp." nur in D; „Noch was" ff. CD. 
Texte u. Untersuchungen. N. F. VIII, 2c. 8 



104 Bonwetsch. 

Schutzwehr der Engel wie eine Schutzmassregel, durch sie können 
wir streiten mit der Gewaltthat unserer Natur. Die „Thür", in 
die der Herr eintritt, ist eine „Tafel von Cedern", d. h. unver- 
wesliche Werke. Davon redet der Herr: „Wirket Speise, die 
5 bleibt ins ewige Leben". — Aber das von ihm dem Abraham Ge- 
sagte an jenem Tag, wenn ihm werden erzählt werden (so), dieses 
nämlich ist auch: „Ein Geschrei der Sodomiter gelangte zu mir, 
und ihre Sünden haben sich sehr gemehrt^; und er zog herbei 
zur That das Gebet als einen Zaun vor Gott, um zu schonen die 

10 Unschuldigen: „Wenn sich erweisen in diesen Städten". Dieses 
billigten die Töchter des oberen Jerusalems | und führten die 
Unschuldigen, die Braut, aus Sodom. Moses fügte zum Zaun 
anfangs die Gesetze hinzu und zur Thür Abrahams Tafeln be- 
schrieben mit dem Finger Gottes unter .Vermittlung der Engel, 

15 nach dem Wort: „Ihr empfanget die Gesetze, die von den Engeln 
befohlenen". Infolge von diesem war „noch klein die Schwester" 
bis zur zweiten Thür, bis zu dem Vorläufer Johannes. Das Alter 
der Schwester fing an sich zu vergrössem von der Predigt der 
Taufe der Busse, aber das Alter der Schwester war noch nicht 

20 vollkommen, denn er (seil. Johannes) reinigte nur mit Wasser, 
aber nicht mit dem Geist, solange nicht der Bräutigam offen 
gekommen war, von dem er bezeugte: „Wer die Braut hat, der 
ist auch der Bräutigam, er selbst der Freund", der die Braut 
herzufahrt, und noch ein Teil der Braut. — Von dieser Zeit an 

25 begannen sich Alter und Schönheit der Braut zu vergrössem bis 
zur Herabkunfb des heiligen Geistes auf die Apostel, Nach der 
Auffahrt des Bräutigams und derer, die mit ihm gewesen waren, 
stand die Braut auf (von den Toten) und setzte sich mit dem 
Glauben, und ihre Brüste ergossen Nahrung den Kindern und 

30 den Erwachsenen, denn der Geist des Herrn erfüllte die ganze 
Welt und die Ströme der Gnade ergossen sich, „wie reiche 
Wasser, die das Meer bedecken". Es erbauten | alsdann die Jung- 

4 Job. G, 27. — 7 (;en. 18, 20. — 10 Gen. 18, 24. — 14 Ex. 31, 18. — 
15 Act 7, 53. — 16 Höh. 8, 8. — 20 Job. 1, 26 (Mt. 3, 11. Mc. 1, 8. 
Lc. 3, 16). — 22 Job. 3, 2^). — 31 Jea. 11, 9. 

11 Man CVIII | 12 „die Braut" oder „die siebzig*^, vgl. Marr S. CVUI 
Anm, 1, die Stelle iut also verderbt | 13 „anfangs": «des Anfangs"? 
32 Marr CIX. 



Hippolyt's Kommentar zum Hohenlied. 105 

frauen „silberne Schutzwehren** und Bollwerke. Denn jene, die 
nach der Zahl der Volker zu Lehrern eines jeden von den gläu- 
bigen (Völkern) wurden, hüten sich, Anlass zum Ärgernis (Ver- 
fahrung) zu geben, wie auch der Bräutigam sagte: „Hütet euch. 
Einen von diesen Kleinen zu ärgern (zu verführen), da ihre 5 
Engel beständig sehen das Angesicht meines Vaters, der im 
Himmel ist". — Noch was er spricht: „Um ein wenig hast du 
ihn erniedrigt vor den Engeln", das bedeutet, dass jene ihrer 
Natur nach tugendhaft und wissend sind, aber der Mensch durch 
Bemühung. Und die „Silbernen" wurden zu makellosen und 10 
reinen der Natur nach, infolge dessen alle „feurigen Pfeile des 
Bösen" abseits flogen und erloschen, und fügten noch hinzu 
„Tafeln von Cedern" in die „Thür", nämlich die Schar der 
Heldinnen^ der Bekenner und Mönche, die gleich geworden waren 
ihrer Reinheit und Makellosigkeit und säend in ihre Herzen die 15 
Furcht, dank dem, dass viele von ihnen waren Helfer und Be- 
schützer nach dem Wort: „Das Lager der Engel des Herrn ist 
um die, die sich fürchten" und sie schirmen jene, welche gleich 
wohlriechenden Cedern und unverweslichen Thüren die Kirche 
schmücken, um durch die „engen Thore" einzugehen in die ge- 20 
räumige Wohnung zum Preis Christi. | 

XLVn. (8, 11). Denn der erste (Mensch), überlassen seinem 
selbstmächtigen Willen, war nicht gebunden, aber den jetzigen 
hat der Herr durch Liebe an sich gebunden, einen Sprössling 
des Weinstocks durch das neue Band des Gebotes, damit wir, 25 
genötigt durch Liebe, unwillkürlich in ihr blieben. Infolge hier- 
von spricht er auch: „Das Himmelreich wird durch Kraft ergriffen, 
und die Anstrengung brauchen reissen es an sich". 

XLVin. (8, 11. 12). Wieder ist sein Weinberg Israel, welchen 
Paulus „gepflanzt und Apollo begossen" mit Wasser. Und 30 
.^Baalammon" wird übersetzt durch Ort des Friedens, wie David 



4 Mt. 18, 10. — 7 Ps. 8, 0. Ebr. 2, 7. — 11 Eph. 6, 16. — 17 Ps. 33 
(34), 8. — 20 Mt. 7, 13. — 24 Job. 15, 5. — 27 Mt. 11, 12. — 30 1 Kor. 3, 6. 

8 „das bed." -h Marr | 10 „d. Silb. wurden": wohl „silberne, weil 
sie wurden" 1 15 „ihrer" : „der Engel" erklärt Marr I 22 Marr CX | „Hipp." nur 
in B I „Mensch" -f Marr | 29 „Hipp." nur bei „Wieder— Ort" S. 106, 1 und 
bei „Aber uns" S. 106, 32 — „des Herrn" S. 107, 10. Von „Aber** das Lemma 
«Hipp." auch in CD. 



106 Bonwetsch. 

spricht: „Der Friede ward sein Ort". Und weil er der Bräutigam 
geworden, so nennt er uns die Braut. Da er sich zeigte als 
die Wein bringende Rebe, so nennt er uns Sprösslinge und 
Weinberge; da er ftr uns zur Speise, Trank und Kleidung ward, 
5 so heisst er auch so. Aber auch gross ist die Freude und 
Fröhlichkeit des Weinbergs. Deshalb hat der Schattenzeichner 
^Salomo" beschrieben die Weinberge im fetten Lande „in 
Baalanmion'^, was in Übersetzung bedeutet: Er nahm an die 
Gnade des Mutterleibes (des Innern). Denn auch jener, der vor 

10 der Ankunft des Bräutigams war, trug | Leid über die hinweg- 
gezogene (unklar) Kirche, und es krümmten sich die Eingeweide 
(das Innere), geistige Leiden der Oedanken der Weisen, gemäss 
Jeremias und Jesajas, die unsere Natur beweinten. Nach der An- 
kunft des Wortes, das Bräutigam geworden war, vollzog sich 

15 die Heilung durch verschiedene Heilmittel, da „durch den heiligen 
Geist geschenkt ward" dem Einen ^das Wort der Weisheit, dem 
Andern das Wort der Erkenntnis", „Glaube" und die „Gnade" 
der Heilung. „Denn „tausend Sprösslinge an Gewicht tausend 
Sekel verwilderten und wandelten sich zu Dornen"; das jetzt 

20 durch die Verbesserer bearbeitete (Land) wurde ein durch den 
Pflug beackertes und durch die Egge zerschlagenes, es ward 
weinbringend, reich an Brot und Fett. ,.Der Wein erfreut, das 
Öl macht lebhaft und das Brot stärkt das Herz des Menschen," 
und die Trauer wandte sich in Fröhlichkeit und das Trauerkleid 

25 in das Kleid der Freude, und durch die Gnade wurden unsere 
Herzen getröstet, das ist das geistige Leiden. Ein (einziger) 
„Weinstock war aus Ägypten" ausgeführt, tausend sind unter 
den Herden, und an der Stelle des Einen Hohenpriesters standen 
hunderte auf. Sie stellten auf die beiden Centurionen Cornelius 

:K) und jener, dessen Kind schwer litt zu Kapemaum und dessen 
Glauben der Herr lobte, nachdem er seinen „Garten anderen 
Arbeitern gegeben, damit sie seine Frucht gäben". — Aber uns 
gebührt die zweiundsiebzig anzunehmen, die der Herr hinzufügte; 
die Hnndertundzwanzig, | auf die Petrus hinweist; die sieben 



1 Pg. 75 (76), 3.-3 Job. 15, 5. — 11 Jes. 16, 11. Jer. 48, 36(?). — 
15 1 Cor. 1L>,8. 9. — 18 Jes. 7, 23. — 22 Ps. 103 (104\ 15. — 24 Je». 61, 3. — 
27 Ps. 70 (8<)), 9. — 29 Act. 10. Mt. 8, 5if. 10. — 31 Mt. -Jl, 41. — 34 Act. 1, 15. 

10 Marr CXI | 20 „Land- -f Marr | 34 Marr CXII. 



Hippolyt*8 Kommentar zum Hohenlied. \{}^ 

Diakonen und Paulus, was noch fehlte an den „Zweihundert". 
„Tausend Silbers" teilten sie zu fünf den Weinberg (Weinstock) 
nach der Zahl der Sinne. Jene, die sich treu erwiesen hatten, 
sprachen: „Fünf Talente hast du noiir gegeben; fünf andere habe 
ich noch dazu erworben", was zehn macht, und er, es gemehrt 5 
habend, machte hunderte und tausende. Aus Zehnem werden 
Hunderte und Tausende empfangen. „Zehn Minen" nach der Zahl 
der Kräfte und der Sinne der Seele und des Leibes, und das 
Silber überall zeigt das Wort, durch das bearbeitet und ge- 
schützt wird der Weinberg des Herrn; und den „Diener" des 10 
Worts, den „treuen und weisen" „Hausverwalter", lobt man. 

IL (8, 13). Der Garten ist unsere Natur, die der Herr an- 
nahm. Und beständig bleibt er in ihr, sitzend zur rechten Seite 
des Vaters, und die an ihn Glaubenden sprechen: „Gieb mir zu 
hören deine Stimme", beim Ende: „Kommt ihr Gesegneten 15 
meines Vaters!" 

L (8, 14). Fliehe, mein Brudersohn, gleichsam aus dem 
Unglauben der Juden zu den Heiden, wie einmal Johannes sprach: 
„Er ging hinweg und verbarg sich vor ihnen", als sie ihn zu 
töten suchten, da „seine Stunde noch nicht gekommen" war. 20 
Übereinstimmend mit dem flieht auch der heilige | Geist vor 
Tücke. Diesen Stichos trägt ein anderer Ausleger so vor: „Wende 
dich um, mein Brudersohn". Was auch die Apostel sprechen: 
„Euch musste zuerst gepredigt werden, aber da ihr euch selbst 
für unwürdig erachtet, so, siehe, wenden wir uns zu den Heiden". 25 
Aber auch auf die zweite Parusie geht der Hinweis dieses Liedes, 
da er spricht: „Kehre um, Brudersohn", zum zweiten Male zum 
Gericht, damit sich kleiden in die Schönheit der Braut die Kirchen, 
wenn die klugen Jungfrauen „ausgehen dem Bräutigam" und 
der Braut „entgegen", um einzunehmen das Reich und umzu- 30 
kehren nach seinem Wort. Aber das Wort „Fliehe" ersetzt zur 
Eile Antreiben und Eilen. Deshalb spricht er: „Sei gleich einem 

1 Act. 6, 5. — 4 Mt. 25, 20. — 7 Lc. 19, 13. — 10 Mt. 24, 43. 45. 47. 
— 19 Job. 12, 37. 7, 30 (8, 20). — 24 Act. 13, 46. — 29 Mt. 25, 1. 

12 nur nach AB | 17 „Hipp." nur in D; von „Auch die App." an und 
bei „Diesen Stichos" Z. 22 — „Heiden" Z. 25 und bei den letzten Zeilen 
„Hipp." auch in AB; die Schlusszeilen mit „Hipp." auch in denErzerum- 
handschrifteu. | 21 Marr CXUI. 



108 BonwetBchi Hippoljt's Kommentar zum Hohenlied. 

Reh^y um zu sehen die Bedrängnis unserer Sehnsucht und die 
Not der Bedruckung deiner Heiligen durch den „Sohn des Ver- 
derbens", wovon er selbst geruhte zu sagen : „Wenn diese Tage 
nicht kurz wären, würde kein Fleisch gerettet werden"; denn 

5 Tage eines solchen Mangels waren nicht Wie auch David 
spricht von seinem schnellen Erscheinen zur Hilfe: „Er er- 
hob sich auf die Cherubim und flog, er ward getragen auf den 
Fittichen des Windes". Wovon er hier spricht: Siehe und sei 
schnell, „gleich den Jungen der Hirsche", austilgend das Gewürm, 

10 die Dämonen, falschen Propheten und Vorläufer des Antichrists 
und seine Verteidiger; denn die Gottheit hindurchblickend 
sieht das nicht Geschehene und „geht hindurch | bis zur Scheidung 
des Atmens, der Glieder und des Marks", nach dem Wort: „Das 
von mir nicht Getbane sahen deine Augen und in deinem Buch 

15 war es alles geschrieben". 

2 2 Th. 2, 3. — 3 Mt. 24, 22. — 12 Ehr. 4, 12. -~ 13 Ps. 138 (139), 16. 
12 Marr CXIV. 



Hippolyt's Kommentar zum Hohenlied. 

Seite 

1. Werke Hippolyt's in grusinischer resp. armenischer Obersetzung . 3 

2. Die grusinische Übersetzung des Hoheliedkommentars und die 
Fragmente 12 

3. Der Text des Kommentars 20 

4. Der (vedankengang des Kommentars 66 

5. Die mit Hippolyt's Namen bezeichneten Stücke in Wardan's Er- 
klärung des Hohenliedes 90 



Prnck von Aagnst Pries in Leipzig. 



STUDIEN 



Zu 



EUSEBS THEOPHANIE 



VON 



Lic. Dr. HUGO 6RESSMANN 

J-mVATPOriONT DER IHEOMXilE IX KIKL 



f 







LEIPZIG 

J. C. HINBICHS'scHE BUCHHANDLUN(i 
1903 



TEXTE UND UNTERSUCHUNGEN 

ZUR GESCHICHTE DER ALTCHRISTLICHEN LITERATUR 

ARCHIV FÜR DIE VON DER KIRCHENVÄTER-COMMISSION 

DER KGL. PRECSSISCHEN AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN UNTERNOMMENE 

AUSGABE DER ÄLTEREN CHRISTLICHEN SCHRIFTSTELLER 

HERAUSGEGEBEN VON 

OSCAR V. ttEBHARDT und ADOLF HARiACK 
NEUE FOLGE. VIIL BAND, 3. HEFT. 



f 

Inhaltsverzeichnis, 

Seite 

Einleitung V 

Abkürzungen XI 

Inhaltsangabe und Charakteristik der Theophanie. 
Das erste Buch. 

I. Das Wesen Gottes und des Logos 1 

U. Das Wesen der Welt und des Menschen 4 

Das zweite Buch. 

I. Das Verderben und die Ruchlosigkeit der Menschen ... 10 
IL Bemühungen des Logos um Erlösung der Menschen ... IG 
Das dritte Buch. 

I. Beweis, dass Christus der Logos sei 18 

IL Art und Rechtfertigung der Theophanie 19 

m. Die Folgen der Theophanie 23 

Das vierte Buch 24 

Das fünfte Buch. 

I. Wider diejenigen, die Jesus für einen Betrüger ausgeben . 28 
IL Wider die, welche Jesu Jünger far Lügner ausgeben ... 30 

Die Abfassungszeit der Theophanie 38 

Charakter der syrischen Übersetzung und Wert der aufgestellten 

Varianten 43 

Schriftcharakter der syrischen Übersetzung .......... 51 

Vollständigkeit der syrischen Übersetzung 52 

Textvergleichung der syrischen Theophanie mit den griechischen 

Parallelen. 

Das erste Buch S. 56. — Das zweite Buch S. 67. — Das dritte 

Buch S. 85. — Das vierte Buch S. 105. — Das fänfte Buch 

S. 120. 

Anhang. I. Griechische Bruchstücke der Theophanie und Selbstcitate 

Eusebs 143 

IL Citate aus der Bibel 147 

ni. Ausserbiblische Citate / 150 

Nachtrag 152 

Namenregister 1* — 6* 

Syrisch-griechisches Wortregister 6*— 69* 

Berichtigungen 70* 



Einleitung. 

Samuel Lee, der im Jahre 1842 die ins Syrische übertragene 
Theophanie Eusebs herausgab^), hat in seiner ein Jahr später 
erschienenen englischen Übersetzung ^) mit staunenswertem Spür- 
sinn darauf hingewiesen, dass wir von dem verlorenen griechi- 
schen Urtext einen ganz beträchtlichen Teil als Paralleltext in 
anderen Werken desselben Kirchenvaters besitzen. Unter diesen 
nimmt den ersten Rang die Laus Constantini ein, von der 
mehr als die Hälfte in den drei ersten Büchern der Theophanie 
enthalten ist. In zweiter Linie kommen die evangelischen 
Demonstrationen in Betracht, deren drittes Buch sich fast 
ganz mit dem fünften der Theophanie deckt, während das vierte 
nur teilweise sich wiederfindet. Endlich sind die im zweiten 
Buche der Theophanie eingeschobenen Gitate aus fremden Schrift- 
stellern beinahe alle auch in den Praeparationen gegeben. 
Durch die Entdeckung griechischer Fragmente der Theo- 
phanie Eusebs in Vaticanischen Catenenhandschriften wurde 
Angelo Mai in den Stand gesetzt, in diesen für einige weitere 
Partieen des syrischen Textes (des vierten Buches vor allem) 
das griechische Original aufzuweisen. Über die von Lee und 
Mai identifizierten Stücke ist man bis jetzt fast nicht hinaus- 
gekommen. Die nächste Aufgabe war also, den Versuch zu 
machen, ob nicht etwa für noch mehr Stellen der Theophanie 
griechische Paralleltexte aufzufinden seien. In der That sind die 
Bemühungen teilweise von Erfolg gekrönt worden, wenn auch 

1) Eusebius, Bishop of Caesarea, on the Theophania. A Syriao Ver- 
sion by Samuel Lee. London 1842. 

2) Eusebinsy Bishop of Caesarea, on the Theophania. Translated into 
English with notes by Samuel Lee. Cambridge 1843. 



VI Gressmann, Stadien zu Eusebs Theophanie. 

die Arbeit in dieser Beziehung mehr einer Nachlese gleicht, da 
die Ernte zuvor gehalten wurde. 

So sehr sich nun Lee und Mai um die Identifizierung im 
grossen und ganzen verdient gemacht haben, so sehr haben sie 
es doch daran fehlen lassen, eine genaue Yergleichung Wort 
für Wort anzustellen und an beiden Texten philologische Kritik 
zu üben. Es darf allerdings nicht verschwiegen werden, dass 
Mai sich entschuldigt, er habe die syrische Textausgabe nicht zur 
Hand. Aber Lee hat in seiner Übersetzung den methodischen 
Fehler begangen, dass er auch da, wo er das griechische Original 
kannte, den Syrer meist aus sich allein heraus zu verstehen ge- 
trachtet hat Das darf man nicht, ohne wenigstens hinterher den 
Urtext zur Korrektur heranzuziehen. Es ist gar ein schwierig 
Ding bei dem Charakter dieser syrischen Übersetzung. Einzelne 
wertvolle textkritische Bemerkungen zum Syrer haben Bern- 
stein ^), Oeiger ^), die als bekannt vorausgesetzt werden, und Payne 
Smith ^) geliefert. Auf der anderen Seite hat Heikel zwar zur 
Herstellung des kritischen Textes der Laus^) den Syrer benutzt 
und auch an manchen Stellen fruchtbar verwertet, aber leider 
hat er dabei nicht auf den Urtext zurückgreifen können, sondern 
sich auf die — für diesen Zweck — unbrauchbare Übersetzung 
Lee's stützen müssen. In der folgenden Abhandlung wird der 
Syrer fortlaufend mit dem Griechen konfrontiert, überall wo 
dieser hat aufgetrieben werden können. Es wird versucht, die 
Grenzen der Identität genauer als bisher anzugeben und die 
Varianten aufzustellen, beziehungsweise die Verschiedenheit beider 
Texte durch Missdeutung oder Verderbnis zu erklären. Also zu- 
gleich den syrischen wie den griechischen Urtext der genannten 
Schriften, soweit sie in Frage kommen, annähernd mit herstellen 
zu helfen, war das Hauptabsehen dieser Arbeit. 

Gerade jetzt dies zu unternehmen, ist aus folgenden Gründen 

1) In der Zeitschrifl der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft 
Bd. 6S55fr. Citiert als: Bernstein. 

2i ib. ZDM6 17 725 ff. Citiert: Geiger. 

3) Im Thesaurus Syriacus (zerstreut). 

4) Eusebius Werke. Erster Band. Herausgegeben Yon Dr. Ivar A. 
Heikel. Leipzig 1902. (Die griechischen Schriftsteller der ersten drei Jahr- 
hunderte herausgegeben von der Kirchenväter- Commission. Eusebius. 
Erster Band.) 



Einleitung. VII 

gerechtfertigt: Bislang war es einigermassen unmöglich, da ge- 
rade die vor allem in Betracht kommende Laus nur in sehr 
schlechter und lückenhafter Textgestalt vorlag. Das ist jetzt anders 
geworden durch die gute von Heikel besorgte Ausgabe. Damit 
ist eine feste Operationsbasis gewonnen, auf die gestützt man 
weitere Angriffe ohne allzu grosse Gefahr wagen kann. Aber 
an eine Ausgabe der Theophanie kann jedenfalls nicht früher 
gedacht werden, als bis die Demonstrationen und Praeparationen 
erschienen sind. Für diese wiederum sind die Varianten der 
syrischen Theophanie notig. Alle diese Schriften bedingen sich 
gegenseitig. Sind jene erst kritisch d. b. vor allem mit Varianten 
herausgegeben, so wird sich vielleicht noch manche Schwierig- 
keit des Syrers lösen und Manches anders erklären lassen. Es 
ist nicht zu ändern, dass die Arbeit dann teilweise noch einmal 
gemacht werden muss. Aber das kann passend bei der später 
erfolgenden Edition der Theophanie geschehen. Zunächst muss 
man mit den vorhandenen Ausgaben auszukommen suchen, so 
gut es geht^). In diesem Falle ist es um so eher berechtigt, 
als von den Demonstrationen überhaupt nur Ein Archetypus vor- 
handen sein solL Ob die Ausbeute einer Kollation der verschie- 
denen Handschriften also gross sein wird, ist sehr fraglich. Für 
die nicht-eusebianischen Citate kann man überdies die betreffen- 
den Werke selber heranziehen, wenn auch bei der Vergleichung 
Vorsicht zu üben ist Denn der Textkritiker Eusebs darf über 
die Lesart nicht hinausgehen, die eben diesem Schriftsteller vor- 
gelegen zu haben scheint 

Die folgende Abhandlung beschränkt sich aber nicht auf die 
Theophanie, soweit sie griechisch überliefert ist, sondern be- 
spricht auch verschiedene schwierige Stellen des allein syrisch 
erhaltenen Textes, wo Lee den Sinn nicht richtig wiedergegeben 



1) In der Arbeit sind folgende Ausgaben ausser den oben erwähnten 
zu Grunde gelegt: 

Eusebü Caesariensis Opera recogn. G. Dindorf. Bd. 1 — 4. Lipsiae 
1867 — 71. Es ist zwar nicht die beste, aber die handlichste Ausgabe der 
Praeparationen (Bd. 1 und 2), der Demonstrationen (Bd. 3) und der Historia 
Ecclesiastica (Bd. 4). 

J. P. Migne: Patrologiae Gursus. Series Graeca. Tom. 24. Eusebius 
Pamphili Bd. G. Paria 1857. De Theophania S. 607 ff. Ebenfalls am be- 
quemsten zugänglich. 



VIII Gressmann, Studien zu Eusebs Theophanie. 

oder eine Textverderbnis nicht durchschaut hat Ansdracklich 
sei hervorgehoben, dass die Auswahl einigermassen willkürlich 
ist. Es ist mit Absicht nicht jede Kleinigkeit erwähnt, die falsch 
übersetzt ist oder die anders aufgefasst werden kann, weil dies 
durch blosse andere Wiedergabe erledigt wird. Man könnte viel- 
leicht sogar meinen, dass es überhaupt genügt hätte, wenn alle 
diese Dinge, auch die Ergebnisse der Textvergleichung, in der 
späteren Kirchenväter-Ausgabe registriert wären. Allein man 
muss bedenken, dass bei jeder Übersetzung, erst recht bei einer 
syrischen, die Inkongruenzen sehr verschieden erklärt werden 
können, und dass daher öfter ein Beweis und eine eingehendere 
Ausführung erwünscht ist, die in einen textkritischen Apparat nicht 
hineinpasst. In den Teilen der Theophanie, wo das griechische 
Original gar fehlt, ist eine so verschiedene Übersetzung möglich, 
dass man zur Rechtfertigung der eigenen Auffassung wenn auch 
noch 80 kurze exegetische Bemerkungen mitunter schlechterdings 
nicht entbehren kann, die 'wiederum in eine Textausgabe nicht 
gehören. 

um aber hier die Übersetzung und das Verständnis zu er- 
leichtem, ist ein syrisch-griechisches Wortregister beigefügt, das 
auf Grund der übrigen Partieen zusammengestellt ist Es dient 
natürlich zugleich dazu, die Ausdrucksweise des syrischen Über- 
setzers ^) klar zu machen, sodass es für die Textkritik vollkommen 
unentbehrlich ist. Auf Grund desselben kann man häufig den 
dahinter liegenden griechischen Ausdruck mit annähernder Sicher- 
heit bestimmen. Vielleicht ist es nicht nur für dies Werk, son- 
dern auch für andere von Nutzen. An Vokabeln bringt es aller- 
dings nichts Neues; denn im Thesaurus ist die Theophanie mit 
ausserordentlicher Sorgfalt excerpiert Aber leider ist das grie- 
chische Äquivalent nur selten angegeben^), obwohl gerade dies 
die Hauptsache ist; denn von ihm hängt die Bedeutung ab. In 
dieser Beziehung kann man noch Einiges lernen, z. B. t^ör^ = 
TOJtaQXOi; »J.i^f^ = vjtoxQiveod-ai; i*.tso = JteguioXcip; 
,r^nr^m = Xixpsva}; f^f^o\sD^ axvßaXop; rdaaz. = vvaoa u. a. 
Anders zu werten ist die Nuancierung eines syrischen Wortes, 

1) und Eusebs selber. Man entschuldige damit seine AusfÜhrh'chkeit. 

2] Nur in (liei^er Hinsicht will das angehängte Lexikon vollständig 
sein. Dagegen ist darauf verzichtet worden, jede Stelle als Beleg an- 
zuführen. 



Einleitung. IX 

die nur durch das zu gründe liegende Griechisch möglich ist und 
auf einer mehr oder weniger schlechten Übersetzung beruht. So 
könnte man folgendes seltsame Vokabular aufstellen: a]L= an- 
erkennen; f<!ia\cu = Schule; r^^eJSOf^ = Zauberknoten; 
f<!l\2h.a^= Lehre; i^^öSO.i = Anklage; odv&f<= annehmen; 
a>dco = drohen; r^diCUfio&so = Beweis; r^isflO^ = Wohn- 
ort; yüxmf^ = fliehen; f^iox-s = überhaupt u. s. w. Es ist 
darauf verzichtet worden, diese fiedeutungen aufzufahren, weil 
sie irre leiten können. Wer die Theophanie übersetzen will, 
muss jedenfalls mehr den Sprachgebrauch Eusebs und das grie- 
chische Lexikon zu Rate ziehen als das syrische. 

Ebenfalls zur Förderung der Exegese und des Zusanmien- 
hanges ist eine Inhaltsangabe und Charakteristik der Theophanie 
vorangeschickt. Sie folgt daher im grossen und ganzen der An- 
ordnung Eusebs, namentlich da wo der Zusammenhang schwierig 
ist Im einzelnen aber ist Einiges umgestellt, um zugleich eine 
klare Übersicht über die Dogmatik des Verfassers zu bieten; 
beides Hess sich leicht miteinander vereinigen, ohne dass eines 
das andere beeinträchtigte. Wie dies so muss sich auch die 
Thatsache aus sich selber rechtfertigen, dass beim vierten Buche 
die Charakteristik überwiegt, die Inhaltsangabe dagegen zurück- 
tritt, während es bei den übrigen Büchern umgekehrt ist — 
Daran schliesst sich eine Erörterung über die Abfassungszeit 
der Theophanie. Das Resultat ist zwar nicht neu, wohl aber die 
Begründung. 

Die Zusammenstellung der Bibelcitate und der Eigennamen 
wird, hoffe ich, als eine nützliche Arbeit anerkannt werden. Diese 
sind zwar auch bei Payne Smith grösstenteils zu finden; den- 
noch schien es gut, auch sie noch einmal zusammen zu fassen, 
zunächst um des bequemeren Gebrauches willen, sodann um die 
in der Theophanie herrschende äusserst defektive Schreibweise 
zu veranschaulichen, von der weder Lee noch Payne Smith eine 
klare Vorstellung zu haben scheinen. Man kann daraus ersehen, 
dass eine Korrektur der Namen nur in den ganz seltenen Fällen 
erlaubt ist, wo ein offenbarer Fehler vorliegt. 

Zum Schluss sei noch bemerkt, dass die Citate durchgängig 
der Genauigkeit halber nach Seite und Zeilenzahl gegeben sind. 
Eine Schwierigkeit der Zählung wird wohl nirgends entstehen. 



X Greesmann, Studien zu Eusebs Theophanie. 

Nur muss man sich der Miihe unterziehen, die Theophanie selber 
zu numerieren '), da Lee dies sonderbarerweise unterlassen hat. 
Aber dies muss man in den Kauf nehmen um der kürzeren Gitie- 
rang willen; denn es wird so jedesmal eine Zahl gespart. Spar- 
samkeit ist auch die Ursache, waram nicht immer die Theo- 
phania gräece, sondern mitunter ein Paralleltext der Vergleichung 
zu Grunde gelegt ist. Es wäre das ein methodischer Fehler, 
wenn jene Schrift vollständig wäre. Allein sie besteht nur aus 
Bruchstücken mit vielen Lücken und Zusätzen aus anderen 
Autoren. Daher ist jenes Verfahren erlaubt und der Eiufach- 
heit halber geboten. Als Grundsatz muss man sich merken, 
dass überall da, wo nichts notiert ist, der Syrer mit derjenigen 
Lesart, mit den Auslassungen und Einschiebseln übereinstimmt, 
welche das jedesmal der Vergleichung dienende Werk bietet. 
Dasselbe gilt auch von der Konjektur. Schweigen bedeutet Zu- 
stimmung. 

Zum Schluss spreche ich Herrn Prof. Wendland meinen 
Dank aus für die Freundlichkeit, die er durch das Mitlesen der 
Korrektur und durch manch wertvollen Fingerzeig mir bewies. 
Ohne seine Hülfe hätte ich die Retroversion vieler Stücke nicht 
gewagt Besonders aufmerksam mache ich noch auf seine Mit- 
teilung über das Heraklitfragment (S. 152 ff.). — Zu gleichem 
Danke bin ich meinem hochverehrten Lehrer Herrn Prof. Georg 
Hoffraann verpflichtet, der in liebenswürdiger Weise mich vor 
manchem Fehler bewahrt und mir einige wertvolle sprachliche 
Bemerkungen zur Verfugung gestellt hat. — Im übrigen aber 
bitte ich alle, die dies Büchlein lesen, um freundliche Nachsicht; 
denn gleich den Musen bin ich mir bewusst, tpsvÖ&a JtoXXa Xiyiiv, 



1) Man beachte, dass als S. 1 diejenige gezählt wird, auf der das 
1. Kapitel begannt 





Abkürzungen. 


D oder Dem. 




= Demonstrationes. 


H. E. oder Hißt, eccl 


. = Historia ecclesiastica. 


Hkl. 




= Heikel. 


Hoffin. 




== Georg HoflFmann. 


HSS 




= Handschriften. 


L 
M 




= Laus. 

= Migne ser. gr. Bd. 24. 


P oder Praep. 




= Praeparationes. 


P:A 




=- Praep. ed. Dindorf. Bd. 1. 


P:B 




=. id. Bd. 2. 


Peä. 




= Peäittha. 


PSm 




=» Payne Smith. 


v* 




= Syrer, Theophania syriace. 


Th. oder Theoph, 




= Theophania. 


Th.gr. 




= Theoph. graece. 


Wendl. 




= Wendland. 


< 




>= lässt aus. 






= fögt hinzu. 
== stellt um. 



Inhaltsangabe und Charakteristik 
der Theophania 

Das erste Buch. 

Im ersten Buche werden sozusagen die beiden Voraus- 
setzungen der Theophanie erörtert. Denn 1. auf dem Wesen 
Gottes und des Logos (c. 4 — 34) und 2. auf dem Wesen der Welt 
und des Menschen (c. 35 — 78) beruht im letzten Grunde das Ver- 
ständnis der Erscheinung Christi. 

Als Einleitung dienen einige Bemerkungen gegen die 
Atheisten und Polytheisten. Gott und die Vorsehung zu 
leugnen, ist unmöglich. Denn wie kein SchiflF ohne einen Zimmer- 
mann, kein Gewand ohne einen Weber, so kann auch die Welt 
nicht ohne einen Schöpfer entstehen. Die wunderbare Weisheit 
überdies^ mit der alles im Himmel und auf Erden geordnet ist, 
wäre ohne ein allwissendes Wesen unerklärbar *). Auf der 
anderen Seite aber ist es verkehrt, die Gestirne und Elemente 
zum Range der Götter zu erheben. Das wäre gerade so thöricht, 
wie wenn man einen Prachtbau statt des Architekten, ein Musik- 
instrument statt des Künstlers mit Ehren überhäufen wollte ^). 
Demnach verwechseln die Heiden den Schöpfer mit dem Ge- 
schöpfe oder stellen wenigstens beide gleich hoch, als ob die 
Glieder oder gar die Kleider und Geräte eines Philosophen ebenso 
klug wären wie sein Verstand^). 

I. Das Wesen Gottes und des Logos. 

Die heilige Schrift sagt, dass Gott, das höchste Gut, die 
Ursache aller Dinge, höher sei als alle Vernunft. Wer will ihn 

1) 1 1 2) I 2 3) I 3. 
Texte u. Untersuchungen. N. F. VIII, 3. 1 



2 Gressmann, Stadien zu Easebs Theophanie. 

nennen, wer ihn bekennen? Er ist in keinem Korper, keinem 
Teil der Welt, sondern in allem und zugleich ausserhalb von 
allem ^), unerreichbar, unzugänglich in erhabenem Lichte^), ver- 
borgen in der geheimen Tiefe der Erkenntnis. Ihn verehren wir 
als Schöpfer des Alls. Denn von ihm ist die Welt geworden, 
aber nicht durch ihn ^), da er gleich einem Könige in den 
innersten Gemächern des Palastes sitzt und nur ein Wort zu 
sagen braucht, — so geschieht es^). 

Ausgeführt werden seine Befehle vom Logos. Wie der 
Verstand in uns unsichtbar seine Funktion ausübt, von niemand 
gekannt, wie aber das Wort gleichsam als sein eingebomer Sohn 
in ihm gezeugt wird und als der geflügelte Bote seiner geheimen 
Gedanken in die Erscheinung tritt, so geht auch der Logos aus 
dem guten Vater wie aus einer unerschöpflichen Quelle hervor 
und berieselt nach Art eines Flusses alles mit unaussprechlichen 
Worten des Heiles. Am Ende jedoch ist jedes Bild mangelhaft. 
Denn der Logos ist keine Silbe, kein Hauch des Mundes, der 
die Luft in Bewegung setzt, sondern die Kraft und Weisheit 
Gottes^), ein Spross seines Lichtes^), das Ebenbild des himm- 
lischen Reiches, der Erstling aller Kreatur ^), die Vorsehung, der 
eingebome Sohn, kurz: Gottlogos aus Gott geboren^). 

Seine. Existenz ist nötig, auf dass ein Mittler sei zwischen 
Gott, dem ewig ungeborenen, und der vergänglichen, allezeit 
werdenden Materie*). Vor allem also ist er der Demiurg, der 
die Tiere, die Pflanzen ^^) und die Fische des Meeres schafft ^M, 
der den Embryo in der Kunstwerkstatt der Natur bildet. Ebenso 
ist er der Lenker und Steuermann der Welt, der alles mit könig- 
licher Vollmacht regiert ^^j. Nach oben blickt er zum Vater, 
empfangt von ihm die Aufträge ^^), eilt dann nach unten imd er- 
streckt sich zwischen Himmel und Erde von der höchsten Höhe 
zur tiefsten Tiefe ^^). Er ist gleichsam die unzerreissbare Fessel, 
die das voneinander Getrennte zusammenbindet^^). Mit seinen 
breiten Händen fasst er die Welt und schnürt sie zusammen. 
Ein Dirigent des Alls, befestigt er die Körper als die Saiten auf 
einem gewaltigen Instrumente, stimmt die Töne zu einander und 
spielt dem himmlischen Vater die geziemenden Choräle vor**^). 

1) I 21 2. I 5. 22 3) I 21 
7 I 3S 8., I 24 9) I 5. 24 

13) I 24 14) I 15 15) I 24 



4) 122 


5) 123 


6) I 4. 25 


10) I 16 


11) 1 17 


12) I 4. 25 


16) 1 15. 29. 







Inhaltsangabe und Charakteristik der Theophanie. 3 

Mag es verschiedene für sich bestehende TJr-Teile der Welt 
geben und mag ihnen allen Eine und dieselbe Substanz zu Grunde 
liegen — genug, der Logos ist der Ordner des Alls. Durch 
seine Kraft ruht die Erde auf dem Ozean ^). Er lässt die 
Wasser abwärts iliessen, bringt sie in die Wolken hinauf^) und 
wandelt die bitteren Meerdünste in süssen fruchtbaren Regen, 
den er wie ein guter Gärtner zu rechter Zeit wieder herabsendet ^), 
Das Feuer fesselt er im Holz^), die kalte Luft mischt er mit 
der wannen % der Sonne spendet er Licht, den Himmel erhält 
er in Ewigkeit, den Engeln und Geistern giebt er vemünfkiges 
Sein, den Elementen Wesenheit, den Körpern Mischung und Ge- 
stalt ^). Er besorgt dem Menschengeschlecht wie den Tieren die 
Nahrung und verleiht ihnen Zeugung und Nachkommenschaft^). 
Jedem Geschöpf weist er den ihm bestimmten Platz an: im 
Himmel oder auf der Erde, im Äther oder in der Lufb^). Zeit- 
liches und ewiges Leben ruhen in seiner Hand^), Sitten, Eigen- 
schaften und Gewohnheiten hängen von ihm ab ^^), kurz Ent- 
stehung und Wandel aller Dinge sind sein Werk^*). Wie will 
man alles aufzählen, da seine Wirksamkeit unser Begreifen über- 
steigt? ^^) Man hat ihn als Allnatur, Weltseele, Schicksal, ja als 
den jenseitigen Gott gepriesen, während andere ihn mit der 
Materie, mit unvernünftigen Tieren, mit sterblichen und unsterb- 
lichen Menschen zusammengeworfen haben ^ ^). Eins ist so falsch 
wie das andere. Denn Gott hat diesen Wunderkünstler der Welt 
geschenkt als die Seele für ihren seelenlosen Leib, als die Ver- 
nunft für ihre Unvernunft, als das Licht für ihre Finsternis. 
Seinem Wesen nach unkörperlich, inmiateriell, muss man ihn doch 
kennen und verehren lernen, wie er in den Körpern und in der 
Materie waltet und alles lebendig durchwirkt 

Aber trotz der Vielheit der Geschöpfe ist die Einheit 
des Schöpfers nicht zu leugnen^*). AUezeit freilich hat man die 
Welt in besondere Teile zerlegt und dann eben diese Götter ge- 
nannt, gerade wie wenn man einen Menschen zerschneidet und 
dann die Stücke für ebenso viele Menschen ausgiebt^^). Eine noch 
grössere Thorheit ist die Behauptung, die ganze Welt sei Gott. 
Denn diese ist aus unzähligen Teilen zusammengesetzt, die unter- 



1) I 6 2) I 7 
-12 8) I 23. 38 
13) I 20 14) I 25 


3) 1 18. 25 
9) 124 
15) I 26. 


4) 18 
10) I 23 


5) I 9 6) I 34 
11) 1 13. 14 


7) 110 
12) 1 19 



1* 



4 Gressmann, Stadien zu Eusebe Theophanie. 

einander unähnlich und darum schlecht sein müssen. Gutes und 
Böses, Sterbliches und Unsterbliches, Vernünftiges und Unver- 
nünftiges ist in ihr vereinigt^), so dass sie einer Leier vergleich- 
bar ist, deren Töne verschieden hoch gestimmt sind, wenn sie 
auch harmonisch zu einander klingen 2). öott aber ist einfach ^), 
und darum kann es nur Einen Logos geben. Wie an einem Leibe 
viele Glieder wirken und Eine Seele alles regiert^), oder wie an 
Einem Himmel viele Sterne kreisen und Eine Sonne alles be- 
scheint, so durch waltet Ein Logos die Eine Welt mit ihren vielen 
Körpern. Wollte jemand fragen, warum es nicht mehrere Logoi 
gebe, so könnte man etwa die Gegenfrage stellen, warum nicht 
mehrere Sonnen vorhanden seien. Offenbar genügt Eine Sonne für 
das All. Dasselbe gilt vom Logos. Überdies wenn viele existieren 
sollten, so müssten sie entweder ähnlich sein oder unähnlich. 
Wären sie ähnlich, so wäre eine Mehrzahl unnütz, da Ein Voll- 
kommener keiner Ergänzung oder Hilfe bedarf. Wären sie aber 
unähnlich, so wären sie imvollkommen und könnten demnach 
keine Sprösslinge Gottes sein^). 

Ebensowenig ist wegen der Mannigfaltigkeit des 
Handelns der Glaube an die Einheit des Logos verwehrt. Wird 
denn jemand mehrere Seelen in Einem Menschen annehmen, ob- 
wohl ebenderselbe die verschiedensten Dinge treibt, wie Land- 
messen, Ackerbau, Astronomie und Heilkunst? Wollte jemand aus 
Thon allerlei bunte Gestalten und Glieder kneten, so würde man 
deswegen doch nicht viele, sondern nur Einen Künstler loben®). 
Oder hat nicht VAn und dieselbe Sonne alle möglichen Eigen- 
schaften: bestrahlt die Luft, giebt den Augen Licht, den Gliedern 
Wärme, der Erde Fruchtbarkeit? Ein und dasselbe Feuer hat 
die Kraft zu verbrennen, zu schmelzen imd zu läutern ') — und 
der Logos sollte die Fähigkeit, vielfältig zu schaffen und zu 
wirken, nicht haben ?^) 

II. Das Wesen der Welt und des Mensehen. 

Die Welt hat teil an der Vernunft und an der Materie. 
Aber bei vielen Unterschieden im einzelnen liegt doch allen 
Wesen Eine gemeinsame Art zu Grunde, so dass man von 



1)127 2. I2S 3^X27 4,129 5- 130 6)131 7)133 
8 132.34. 



Inhaltsangabe und Charakteristik der Theophanie. 5 

Einer grossen Familie reden kann^). Man kann die Welt einer 
Residenzstadt vergleicben. In der Mitte liegt der Palast Gottes, 
rings umgeben von den Gestirnen, der fackeltragenden Leibwache, 
während im weiteren Umkreis Geister und Menschen wohnen^). 
Allkönig und Gesetzgeber ist Gott, sein Wort und Handlanger 
zugleich der Logos^). Durch die Verschiedenartigkeit des 
Willens ist die Mannigfaltigkeit der Wesen zu erklären: die 
Scharen der Engel, der Geister und der leiblosen Kräfte, teils 
hell und strahlend, vom Logos erleuchtet, teils finster und 
schwärzer als die Kuschiten, jedes vernünftigen Lichtes beraubt. 
In der Mitte aber stehen die Menschen, denen Böses und Gutes 
zu teil geworden ist^), unter sich wieder verschieden an Sitten, 
Rangordnungen und Rassen^). 

Sie alle sind geschaffen, um Gott zu verehren, nicht 
mit den Farben seelenloser Bilder, sondern mit den Herzen**). 
Im Himmel und auf Erden hat der Logos seinen Samen aus- 
gestreut, so dass überall die ihm verwandte Vernunft vorhanden 
ist"). Daher preisen ihn auch die Engel, die Geister imd selbst 
die Gestirne, die in Wettkämpfen um der Siegeskränze willen 
weite Räume durchreiten '=^). Aber eine Ausnahme bilden die 
bösen Dämonen und der Fürst dieser Welt. Sie haben sich 
selber das Bild des falschen Reiches angeeignet und zugleich 
auch andere zu ihrer Verkehrtheit zu verführen gesucht, indem 
sie der heiligen Schrift betrügerische Bücher unterschoben und 
die Elemente zu verehren befahlen, und haben es wirklich dahin 
gebracht, dass die Menschen die Geschöpfe mehr ehrten als 
den Schöpfer^) und die gottfeindlichen Rebellen als Götter 
priesen ^ö). Wie aber sollte die Erde, die sonst so reich bedacht 
ist, nicht ursprünglich auch ein Stück Vernunft erhalten haben? 
In der That kannte der Erste Mensch die wahre Gottesver- 
ehrung. Denn er wusste nichts von dem Mythengefasel der 
Poeten, noch bildete er sich seelenlose Götzen, konnte es übrigens 
auch gar nicht, da die banausischen Künste, die solche bösen 
Werke ermöglichen, erst später erfunden wurden. Gleich ihm 
besassen die Hebräer echte Frömmigkeit^^). So hat denn also 
der Logos auch in die Herzen der Menschen den Samen der 



1) I 36 2) I 37 3) I 37. 38 4) I 38 5) I 37 6) I 37. 39 
7) I 40 8) 1 41 9) I 39 10) 1 40 11) I 42. 



6 Gressmann, Stadien za Easebs Theophanie. 

Vernunft gesät, der freilich später in yielem Schilf, Gras und 
Dom erstickt ist Aber man braucht nur den Erloser kennen 
zu lernen, so fangt der Same Yon neuem zu sprossen an, bringt 
Ähren der Tugend hervor und trägt vollkommene Frucht >). 

Die Vernunft, der Verstand, das geistige Sein ist dem 
Menschen vom Logos gegeben. Denn sie muss notwendiger- 
weise etwas Anderes und Besseres sein als die Materie und kann 
nicht von ihr herstammen, da das Frühere die Ursache des 
Späteren ist Das Frühere aber ist die Entstehung des Ver- 
nünftigen, das Spätere die Entstehung des unvernünftigen. Also 
ist das unvernünftige erst durch das Vernünftige verursacht, d. h. 
der Korper ist um des Geistigen willen geschaffen. Darum ge- 
bührt auch der Vernunft der Vorrang und die Herrschaft 

Durch sie vor allem zeichnet sich der Mensch vor den 
Tieren aus. Diese übertreffen uns zwar teilweise durch ihre 
Sinne, wie der Hund, der besser riecht, die Gazelle, die besser 
sieht — daher der Name doQxag — , teilweise durch ihren kräf- 
tigeren und grösseren Leib, wie der Elefant, das Kamel, der Löwe 
und Panther, unser Korper würde nicht einmal den Bauch eines 
Bären zu füllen imstande sein. Aber wenn sie überdies auch 
darin uns ähneln, dass sie wie wir sterben und geboren werden, 
schaffen und ruhen, essen und trinken, so stehen sie dennoch 
weit hinter uns zurück, weil ihnen die Vernunft fehlt Wohl 
haben sie fünf Sinne, um die Aussenwelt wahrzunehmen. Allein 
besitzen sie Gedächtnis, kritischen Verstand und Spekulation? 
Treiben sie Philosophie oder Astronomie, bauen sie Häuser oder 
weben sie Gewänder?^) Weil die Menschen mit Vernunft begabt 
sind, darum sind sie als die eigentlichen Bürger auf Erden zu 
betrachten^). Um ihretwillen sind die Tiere da, die sie bald töten, 
bald zähmen und als Arbeiter oder als Spielzeug benutzen^). Aus 
dem Vorzug der Vernunft wird es begreiflich, wenn der Mensch 
allein in Städten wohnt*) und ein geordnetes Staatswesen mit 
Militär*') und Gerichtsbarkeit fährt'), wenn er allein die Kunst 
des Kochens®), der Schiffahrt^), der Astronomie*^), der Medizin **), 
des Ackerbaues* 2), der Musik und Philosophie* 3), der Geschichte*^), 
der Grammatik und Rhetorik**) betreibt^ wenn er allein Gott ähn- 

1 1 I 43 2- I 47 3* I 44 4' I 44—46. 48 5) 1 49 Ol 61 
7152.53 8iI50 9)154 10 155 lliI56 12)157 13jI58 
14 159 15- IGO. 



Inhaltsangabe und Charakteristik der Theophanie. 7 

lieh an Schöpferkraft Wesen und Gestalten^), ja die ganze Welt 
(als Astrolabium) in Stein, Erz oder Holz nachbildet 2). Seine 
geistige Überlegenheit thut er auch dadurch kund, dass er die 
gleich Vögeln in der Luft fliegenden Dämonen durch Zauber- 
gesänge und Zauberknoten sich gehorsam macht oder sie durch 
Gebete vertreibt^), dass er seine Seele nicht unterwirft, wenn 
auch sein Leib zu Tode gequält wird, wie Anaxarch, Stephanus, 
Paulus u. a. beweisen^), dass er die Zukunft voraussagt^) und das 
Unsichtbare erkennt^), dass er gewürdigt ist, Gott und seine 
Thaten zu sehen und mit den Engeln zu reden und zu danken^. 
Nach alledem besitzt also der Mensch zweifellos Vernunft und 
ist gerade vermöge dieser Gabe das liebe Eind des Logos^), das 
Ebenbild Gottes und der Bruder der Engel. 

Hätte er nun immer dem Guten angehangen, so wäre er viel- 
leicht von seiner sterblichen Natur befreit und wäre aus dem 
Zustande der Kindheit zum vollkommenen Leben gereift. Denn 
durch die Gnade Gottes ist er mit einem Leibe bekleidet, auf 
dass er nicht ewig an das Böse und an die Vergänglichkeit ge- 
fesselt sei. Gleichwie das Kind im Mutterleib sein bestimmtes 
Gewand trägt, welches es bei seiner Geburt auszieht, so dass es 
fortan unter die Menschen gerechnet wird, so ist auch der Mensch 
ein Embryo im Schosse der Erde, der seine vergängliche Haut 
abstreift, wenn er ins ewige Leben übergeht. Darum hat sich 
auch ein Paulus so sehr nach der Veränderung des Leibes ge- 
sehnt^). Wenn dennoch viele Thoren am Staube kleben und sich 
in diesem Körper wohl fühlen, so ist das kein Gegenbeweis, sondern 
höchstens ein Zeichen ihrer eigenen Verkehrtheit. Denn der 
Embryo freut sich zunächst auch im Mutterleib und scheut sich 
vor der Veränderung, und sobald er auf die Welt kommt, schreit 
er. Indessen falls die Geburt zur rechten Zeit und ohne Schwie- 
rigkeit vor sich geht^ so geniesst er bald das Licht und die 
frische Luft, gewöhnt sich an die Mutterbrust und verlebt die 
frohe Kindheit, bis er den Pädagogen überliefert wird und dann 
allmählich zum Manne heranwächst^^). Dreht sich aber der Embryo 
im Mutterleibe um, so muss er mit den Geburtszangen angefasst 
werden und — kehrt von der Finsternis in die Finsternis zurück, weder 



1) 161 2) 1 62 3) 1 63 4) I 64 5)11 65 6) [ 66 7) I 65. 
67 8) I 68 9) I 69 10) I 70. 



g Gressmann, Studien zu Eusebs Theophanie. 

des Lebens noch des Namens teilhaftig^). So gleichen die Menschen 
dem Embryo und freuen sich über ihren Leib und „die Wiese des 
Unheils", die sie nicht kennen. Wer nun gottgemäss lebt, wird 
den irdischen Leib zur rechten Zeit ausziehen. Die Engel sind 
seine Hebammen, die ihm zum jenseitigen Dasein verhelfen, die 
Heerscharen sind seine Ammen, die ihn au&iehen, der Logos ist 
sein himmlischer Magister, der ihn wie seinen lieben Sohn in 
der Lehre vom Himmelreich unterrichtet. Sobald er ihn voll- 
kommen weise gemacht hat, übergiebt er ihn dem Vater und 
zieht ihm ein unvergängliches Gewand unaussprechlichen Lichtes 
an, auf dass er fortan allen eine gemeinsame Hilfe sei. — Wer 
aber wider die Natur lockt und seine Mutter Erde, die ihn ge- 
boren hat, misshandelt, indem er viele Gotter an Stelle des Einen 
und seines Logos verehrt, den nimmt weder das fröhliche An- 
gesicht noch das Lachen der Engel in Empfang. Bei seinem 
Tode verkriecht er sich in den äussersten Winkel des Leibes und 
verbirgt sich in den Gliedern. Sobald aber die Auflösung des 
Körpers da ist, fassen ihn die damit Beauftragten und schleppen 
ihn mit Gewalt, wenn auch seine Seele jämmerlich stöhnt und 
ächzt, zur Finsternis und zum Ort des Verderbens. Das göttliche 
Gericht verurteilt den Schmutzigen und Unreinen nun zur 
Läuterung — durch Feuer und Strafen^). 

Es ist demnach durchaus glaublich, dass wir einmal den 
Engeln gleich werden. Hier auf Erden freilich bleibt sogar 
der Weiseste, verglichen mit der Vollkommenheit selber, ein 
kleines Kind. Wenn er aber trotzdem eine so grosse Vorzüg- 
lichkeit besitzt, dass er Gott an Schöpferkraft ähnlich zu werden 
vermag — obwohl er in die Materie eingemauert und in den 
Kot von Fleisch und Blut getaucht ist — . wie viel mehr wird 
er leisten, ist erst seine Seele vom sterblichen Leibe befreit und 
auf den Wiesen der leib- und körperlosen Seelen wie im Para- 
dies der Gottgeliebten eingepflanzt! ^) Steht nicht femer ein eben 
geborenes Kind einem Tiere näher als einem Menschen? Jeden- 
falls ist der Unterschied zwischen ihm und einem Erwachsenen 
grösser als der zwischen diesem und Gott, Warum sollte er 
also nicht in kürzester Frist zur völligen Einheit mit Gott ge- 

1) I 71. Im Rufe grosser Geschicklichkeit scheinen demnach die Ge- 
burtshelfer nicht gestanden zu haben. 

2) I 72 3j I 73. 



Inhaltsangabe und Charakteristik der Theophanie. g 

langen?^) Solange die Seele freilich den Leib liebt, ist sie ihm 
unterthan und kann sogar völlig in seine Macht geraten. Wenn 
sie sich aber innerlich sammelt und ihres leuchtenden Verstandes 
bedient, so kann sie dem Körper widerstehen. Auf diese Weise 
wird sie immer freier von ihm und vermag beim Tode die Fesseln 
gänzlich zu sprengen und sich an einen besseren Ort zu schwingen, 
wo sie mit einem unvergänglichen Leibe bekleidet wird und 
engelgleich ein unsterbliches Leben führt 2). Wie das Samen- 
korn, das in die Erde föllt, gezwungen durch die gleich einem 
Funken in ihm liegende Triebkraft, sein altes Gewand abstreift 
und ein neues besseres anzieht^), so auch die Seele. Oder sollte 
sie etwa, die Vernunft und Tugend besitzt und so viel mehr wert 
ist als ein Weizenkom, im Tode gänzlich aufgelöst werden?*) 
Viel wahrscheinlicher ist es doch, dass sie den Engeln gleich 
sich freuen und am Himmelreich teil haben wird^). 

Obwohl dem Menschen, so sagt Euseb zum Schluss, diese 
unsterbliche Seele und die dem Logos verwandte Vernunft ge- 
geben ist, so hat er dennoch nur für den Leib gesorgt, hat 
Handel und Wandel, Kunst und Wissenschaft ausgebaut und 
sich Reichtümer verschafft, aber Gott und alles, was seiner Seele 
frommt, hat er vergessen und Satan zu seinem Führer gemacht, 
so dass der von Natur Friedfertige und Verständige bald ganz 
wild und unvernünftig wurde. Daher eben war die göttliche 
Erscheinung unseres Erlösers notwendig^). 



Das zweite Buch. 

Das zweite Buch ist betitelt: „Wider die Philosophen". Da- 
mit ist in falscher Weise eine Nebensache zur Hauptsache ge- 
macht"^). Denn neben der Bekämpfung der Philosophie nimmt 



1) I 74 2) I 75 3) I 76 4) 1 77 5) 1 78 6) I 78. 79. 

7) Die Überschrift wird daher nicht von Euseb selber herstammen, 
vielleicht nicht einmal vom Übersetzer. Denn die Unterschrift unter diesem 
Buch lautet einfach Kl^fiao.1 ^ldi:i r^VS^r^^S^, Demnach wird, wie 
hier, auch dort ursprünglich „wider die Philosophen" gefehlt haben und 
erst von einem späteren Abschreiber hinzugefügt sein, der dabei vielleicht 
auch das sonst ständige rO-ÄOO in fOiWf<— O änderte; vgl. u. S. 26A.7. 



10 Gressmani), Studien zu Eaeebs Theophanie. 

die Widerlegung des Polytheismus mit seinem ganzen Zubehör, 
den Orakeln, Opfern und Gebräuchen, mindestens denselben Raum 
ein, ja sie liegt dem Verfasser vor allem am Herzen. Die Philo- 
sophie ist ihm eben nur deswegen so verwerflich, weil sie mit 
dem Polytheismus (resp. Atheismus) Hand in Hand geht Rich- 
tiger wird daher als die Absicht dieses Sermons nach seinen 
eigenen Worten^) angegeben: die Notwendigkeit der Theo- 
phanie klar zu machen. Dazu wird geschildert 1. das Verderben 
und die Ruchlosigkeit der Menschen (c 3 — 82) und 2. die Ver- 
suche des Logos zu ihrer Erlösung (c. 83—96). 

Als Einleitung wiederholt Euseb den Gedanken vom 
Schluss des ersten Buches: nicht durch eine ELrankheit, sondern 
durch den Einfluss der bösen Dämonen kam es^ dass die 
friedfertigen und yemünfbigen Menschen wild imd unvernünftig 
wurden '^). 

I. Das Verderben und die KneUosigkeit der Mensehen. 

Zuerst wendet sich der Apologet gegen das Pantheon der 
falschen Götter. Statt den Einen Herrn des Alls anzubeten, 
verehrten Hellenen wie Barbaren die Gestirne^), die Urelemente*), 
die Erde und ihre Früchte^), die eigenen Seelenkräfte, wie Ver- 
stand und Gedächtnis^), ja sogar die hässlichen Leidenschaften ^, 
daneben auch unvernünftige Tiere und schädliches Gewürm^). 
Aus Stein, Holz oder Metall machten sie sich männliche und 
weibliche Götterbilder^), legten den bösen W^inkeldämonen^ die 
nach den Opferspenden lüstern sind, das Prädikat der Gottheit 
bei^^) und unterwarfen sich durch Zaubersang und Zauberknoten 
die in der Luft fliegenden unsichtbaren Kräfte ^^), vor allem aber 
vergötterten sie sterbliche Menschen ^2), wie die Hellenen den 
Dionysos, die Araber den Dusares u. s. w.*^) Obwohl diese weder 
Philosophen waren noch einen keuschen Lebenswandel führten, 
weder eine Schule noch Schriften hinterliessen, so wurden sie 
dennoch zu Göttern, Halbgöttern und Heroen gemacht, ihnen 
Tempel und Kapellen gebaut und Opfer dargebracht Und doch 



ljlll.2 2, TIS vgl. II 13 3)113 4) U 4 5} II 5 6) U 6 
7. II 7 8» II 9 9j U 10 10. II 11 11) 11 12 12) II 8 

13'i n 12. 



Inhaltsangabe und Charakteristik der Theophanle. H 

schrieben ihre Verehrer selber ihnen Not und Tod, Trauer und 
Irrtum, Ehebruch und Mord, Krieg und Verwüstung zu^). 

Für sich nahmen sie das gleiche Becht in Anspruch. Der 
unsittliche Lebenswandel der Menschen glich dem ihrer 
Götter. Als Beweis dafür werden besonders die Phönizier an- 
geführt. Denn noch zur Zeit Eusebs durften in Baalbek (Helio- 
polis am Libanon) die Frauen nicht früher heiraten, als bis sie 
zuvor an dem geschlechtlichen Mysterienkult der Aphrodite teil- 
genommen und sich entehrt hatten^). Weil femer Zeus der 
Knabenliebe frönte, als er von der Lust zu Ganjmedes über- 
mannt wurde, huldigten auch seine Anhänger derselben Aus- 
schweifung 3). So wurden die natürlichen Gedanken über die 
Welt ins Gegenteil verdreht, und man führte ohne Bücksicht auf 
das kommende Gericht ein lasterhaftes Leben, das nicht lebens- 
wert war^). Wie sollte es auch anders sein, da alle Gottesfurcht 
und Frömmigkeit durch den Theaterbesuch erstickt wurde? Mann 
und Weib, Kind und Kegel schauten dort lüsterne Bilder und 
grausame Quälereien, hatten thörichtes Vergnügen an Musik und 
starkem Liedergeschrei, berauschten sich und tränkten so fort- 
während ihre Seelen mit Verderbnis, bis sie gänzlich verfault 
waren*). Schon die Herzen der Jünglinge wurden durch Vortrag 
von Komödien und Tragödien in den dazu erbauten Hörsälen 
mit hässlichen und verderblichen Leidenschafben erföllt. Daher 
ist es kein Wunder, dass Könige und Völker, Städter und Bauern 
den Dämonen-Göttern ihre Verehrung darbrachten und dass die 
Welt einem im Sturme befindlichen Wrack glich, das beim 
nächsten heftigen Windstoss von völligem Untergänge bedroht ist®). 

Auch die Philosophen machen keine rühmliche Ausnahme. 
Schon ihr Äusseres erregt Anstoss. Sie blähen sich auf den 
Strassen in ihren faltigen Gewändern'), tragen einen langwallen- 
den Bart und laufen mit Gastwirten und Huren in die Tempel^). 
Ihre Gelehrsamkeit ist nicht das Erzeugnis ihres Geistes, 
sondern überall in der Welt zusammengescharrt. Von hier holen 
sie sich die Geometrie, von dort die Arithmetik, von hier die 
Musik, von dort die Medizin^). Trotz aller Weisheit widerspricht 
einer dem andern, alle zumal liegen sie im Kampf, so dass schon 



1) n 13 2) II 14 3) U 15 4) II 16 5) ü 17 6) H 18 
7 11 19 8jII52 9; II 19. 



12 Gressmann, Studien za Eosebs Theophanie. 

Plato von einer yiyavro^axla reden konnte^), und gleich einem 
gewappneten Hper 

ütoXvq cJ* OQVfiaydog OQciQei 
oXXvvToav TB xal oXXvfiepmv'^). 
Nur in Einer Beziehung sind sie alle einig: in der Vielgötterei M. 

Neben diesem Hauptgesichtspunkt, wie die Philosophen über die 
Gottheit und die Vorsehung denken, kommt von ihren Lehren 
für Euseb nur noch die von der Tugend und von der Seele 
in Betracht. Der Apologet des Christentums geht dabei von der 
unbewiesenen Voraussetzung aus, dass sie alle vermöge ihrer 
Weisheit und Kritik innerlich dem Polytheismus entwachsen 
seien, und schiebt ihnen unter, dass sie nur äusserlich aus Furcht 
vor Strafe*) oder aus Schmeichelei gegen das Volk^) daran fest- 
hielten. Im allgemeinen giebt er ihre Anschauungen richtig 
wieder, doch finden sich im einzelnen manche Ungenauigkeiten 
und Verdrehungen, die er aber wohl mit seinen Zeitgenossen 
teilte. So wird z. B. dem Aristoteles die Meinung zugeschrieben, 
dass die Vorsehung sich nur bis auf den Mond erstrecke^) u. s. w. 
Als den „Anfänger" der Peripatetiker') scheint Euseb nicht den 
Aristoteles, sondern — wie aus der getrennten Aufzählung^) 
hervorgeht — einen IleQLJtaxoq anzunehmen^). Wirklich gelesen 
hat er wohl nur den Plato ^^), aus dem er eine Menge Citate 
anfährt und auf dessen Lehren er mannigfach anspielt. Völlig 
zu eigen gemacht hat er sich namentlich die von jenem stammende 
Definition der Hyle — dieser Ausdruck rührt allerdings erst von 
Aristoteles her — als des ewig Werdenden, niemals Seienden. 

Im einzelnen stellt Euseb dar: Epikur und Demokrit 
kennen weder einen Gott noch eine Vorsehung, sondern lehren, 
dass die unteilbaren Atome ewig seien und dass die Lust den 
äussersten Grad der Glückseligkeit bedeute ^^). Die Aristo telik er 
und Peripatetiker dagegen leugnen zwar die Vorsehung nicht, 
doch erstrecke sie sich nur bis auf den Mond. Die Seele, die 
Entelechie des Leibes, erklären sie für sterblich. Als Glückselig- 
keit gilt ihnen Reichtum, Ehre und eine angesehene Familie. 
Denn ohne dies sei die Tugend weder möglich noch wünschens- 
wert'-O. I^iß Stoiker nennen diese sinnliche Welt Gott. Denn 

1)1148 2 II 47 3)1149 4 1119.37 5)1120 C II 20 
7 . 11 42 Hill 20. 42 9' vgl. z. B. auch Praep. IV 2i3 XV 2268 10 So 
auch Freudenthal. 11) II 19 12 1 II 20. 42. 



Inhaltsangabe und Charakteristik der Theophanie. 13 

Gott ist das Feuer, das sich mit den Elementen vermischt; er 
ist also veränderlich und wird sogar verbrannt. Die Seele, der 
Rauch des Körpers, ist sterblich. Nur die Philosophen existieren 
nach dem Tode noch eine Zeitlang weiter. Aber später werden 
sie mitsamt der Gottheit und den Elementen im Feuerfrass des 
Alls verzehrt. Aus der Asche jedoch erhebt sich eine neue Welt 
mit denselben Traditionen und Sitten, Leiden und Ehren, so dass 
man wiederum eine Helena und einen trojanischen Krieg er- 
warten darf, wiederum einen Anytos und Meletos, die einem 
Sokrates zum Schierlingsbecher verhelfen, wiederum die Haar- 
spaltereien der Philosophen, bis ein neuer Brand entsteht und 
so ad infinitum^). Die ersten Physiker nannten die vier Ele- 
mente die ürbestandteile der Welt^), während andere überhaupt 
jeden Gott und alles Göttliche leugneten^). 

Dagegen nimmt Plato eine Ausnahmestellimg bei Euseb ein. 
Denn er allein erhält das Lob, ein tüchtiger Philosoph zu sein*), 
ja er sei sogar in den Vorhof der Wahrheit gedrungen^) und 
rede wie durch göttliche Offenbarung®). Wegen der Verwandt- 
schaft seiner Lehre mit dem Christentum liebt ihn Euseb ^) und 
führt durchaus zustimmend an, dass er mit Recht am Guten als 
an der Endursache und an dem Demiurgen festhalte^), dass er 
die Gestirne und die ganze Welt als die Schöpfung eines Gottes 
ansehe^), dass er die Seele als körperlos und unvergänglich be- 
zeichne, dass er den Verstand, den die Christen Logos Gottes 
nennen, nach Art eines Steuermannes zum Lenker des Kosmos 
mache '^), dass er auch den Vater und Herrn des Alls erwähne ^^), 
ein göttliches Gericht anerkenne und die Forderung der Gott- 
ähnlichkeit für uns aufstelle. Trotz all dieser guten Lehren hat 
Knseb doch mancherlei an ihm auszusetzen, ja er hält ihn gerade 
deswegen für besonders tadelnswert, weil er wohl die Wahr- 
heit besass, dennoch aber sie verbarg* 2)^ weil er die Seele wohl 
über die Himmelsgewölbe hinauffahrte *^) und die himmlischen 
Urbilderschaute, dennoch aber so tief, bis zum Polytheismus, 
sank *^). Denn ob er gleich den Einen Gott kannte, verehrte er 
ihn doch nicht. Vielmehr brachte er den Sokrates zum Piraeus, 
Hess ihn das Fest der Bendideen mitfeiern und opferte bei seinem 

1) II 21. 43 2) n 22 3] II 23 4) n 24 5) II 41 6) H 44 
7 II 41 8) n 24 9) II 25 10) II 26. 27 11) II 28. 29 12) H 
30.44 13' II 44 14)1132. 



\^ Gressmann, Studien zu Eusebs Theophanie. 

Tode einen Hahn. Ob er gleich die Götter Dämonen nennt und 
sagt, sie seien von sterblichen Menschen geboren, rät er dennoch, 
auch ohne zwingende Beweisgründe um des Gesetzes willen sie 
anzubeten^). Als Beleg dafür wird eine auch in den Präpara- 
tionen ausführlicher behandelte Stelle aus dem Timaeus^) citiert ^) 
und Plato, dessen Ironie hier unverkennbar ist, ernsthaft teils 
mit seinen eigenen Worten, teils durch innere Logik ad absurdum 
geführt Euseb hält dem Philosophen vor, dass er sonst das Ge- 
wordene mit dem Nichtseienden identifiziere, hier aber es zum 
Range der Gottheit erhebe *), dass er sonst die innere Wahrhaftig- 
keit und Freiheit von Todesfurcht, hier aber das äussere Gesetz 
über alles stelle ^). Wie könne femer der allgewaltige Zeus, dessen 
geflügeltem Wagen die Heere der Götter und Dämonen folgen 'O» 
nach Gaia undKronos geboren sein?^) Wie reime es sich, dass 
Plato hier den Mythen glaube, während er Homer, Hesiod und 
Orpheus aus seinem Staat verbannen wolle? Wie möge er endlich 
die Fülle der vernünftigen Wesen, die überweltlichen Urbilder 
und die unsterbliche Seele, vergänglichen Göttern unterordnen ?"») 
Daneben macht ihm Euseb zum Vorwurf, dass er die Gestirne 
vergöttere, obwohl sie auch nach ihm geschaffen seien und 
aus Elementen bestünden^). Das sei gerade so thöricht, als ob 
jemand den Tisch Tischler oder daa Schiff Schiffer nennen wollte ^ *' ). 
Endlich wird Plato getadelt, weil er auch den Affen, Eseln. 
Pferden und Ameisen eine unsterbliche Seele zuschreibe und 
ägyptisierend * *) eine Seelen Wanderung lehre *2). 

So war das ganze Geschlecht der Menschen, selbst die Philo* 
sophen, im Dämonenwahnsinn versunken. Es war, als ob 
jemand die Sonne sehen wollte und dabei nicht nach oben blickt«, 
sondern sich auf die Erde würfe und sie im Staube suchte ^'^). 

Die Götter wohnten hier auf Erden in den Tempeln zu Delphi, 
Eolophon, Milet u. s. w. und gaben Orakel ab. Aber genützt 
haben sie damit nichts oder höchstens in den Sachen, die zum 
alltäglichen Leben gehörten. Denn man fragte bei ihnen meist 
überhaupt nicht wegen philosophischer Dinge an, sondern wegen 
Krankheit, Kauf, Reise oder Heirat, wegen eines entlaufenen 
Sklaven, eines verlorenen Topfes u. a. und schlachtete dabei 

1) II 30 2) Tim. 40D 3. II 31 4) II 33. 34 5i U 35. 36 
6) II 39 7) II 38 8) II 41 9) II 44. 45 10; II 46 11) vgl. 

hierzu IH 12 12; U 44 13. II 52. 



Inhaltsangabe und Charakteristik der Theophanie. 15 

Hahne, Widder oder Kühe oder brachte Brot, Kuchen, Mehl oder 
gekaufte Kronen dar^). Wären die Philosophen wirklich weise 
gewesen^ so hätten sie dort über ihre Lehren sich Bescheid ge- 
holt 2). Oder wären der Pythier, Zeus, Asklepios u. s. w. wirklich 
Götter gewesen, so hätten sie lieber Tugend und gute Gesetze 
verkünden und das Seelenheil all denen bringen sollen, die da- 
nach begierig waren ^). Zwar gab Apollo dem Krösus zur 
Antwort: 

Olöa 6*iy(D ipafifiov tagid^fiov xai fitxQa -^aXaoorjg 
Kai xm(pov avvlrjfit xal ov (pcovevvzoq äxovo)^), 
aber den Namen „hilfreich" verdienen sie nicht, da sie in nichts 
Ghitem die Menschen unterstützten^); konnten sie doch nicht ein- 
mal die eigene Vernichtung weissagen, weder die Zerstörung ihrer 
Tempel, noch das Einschmelzen ihrer Bilder voraussehen **). 

Statt dessen hatten sie ihre Freude an dämonischenMenschen- 
opfern. Dies wird durch ein längeres') Citat aus Porphyrius^) 

1) n 50. 52 2) n 50 3) n 51 4) n 69 5) II 73 6) II 
79. 80 7) U 53—64. 

8) De abstinentia 1154—56, aber ohne Namensnennung, obwohl die 
Worte fast alle entlehnt sind. Denselben Autor [ngÖQ BdrjSov tceqI rpi^x^^q) 
benutzt er II 21, um die Lehre der Stoiker darzustellen. Allerdings ist hier 
eine Namensnennung nicht unbedingt nötig, zumal nur Ein Satz überein- 
stimmt. Ebenso liegt III 13 ein Anklang an den nQOXQenxixöq des Cle- 
mens vor. Dagegen sind sonst Citate, soviel ich weiss, stets kenntlich ge- 
macht, mindestens durch ein (prial (7^)> ^^ ^^°^ ersten Falle ist Euseb 
allerdings von dem Vorwurf der NachlS.ssigkeit nicht freizusprechen, 
aber mehr darf man ihm auch nicht zur Last legen, bat er doch in den 
Praep. den Ver&sser erwähnt Dass er sich mit fremden Federn habe 
schmücken wollen, ist nicht anzunehmen. Freilich kam ihm seine Be- 
lesenheit fortwährend zu statten. Ausser dem schon Angeführten ist nament- 
lich noch die Bekanntschaft mit der Schrift des Origenes contra Celsum 
zu nennen. Er scheint auf sie, wenn ich recht gesehen habe, V 41 (vgl. 
besonders den griech. Text D III 596) sich zu beziehen. Das Wort des Ana- 
zarch, das Beispiel des Demokritos und Erates, der Hinweis auf den Götzen- 
dienst des Sokrates ist femer beiden gemeinsam. Vielleicht hat er da- 
her auch den Gedanken von der Wiederkunft des Sokrates, Anytos und 
Meletos, von dem neuen Grab für den einzigartigen Toten (III 61 vgl. 
Orig. c. Gels. 11 69 ; ebendort auch die Frage, warum Jesus nicht plötzlich 
vom Kreuz verschwunden sei, die Euseb III 46 besser beantwortet als Ori- 
genes), dass Jesus von den Henkern nichts gelitten habe (III 42 vgl. Orig. 
c. Gels. III 32) u. s. w. 



16 Greesmann, Stadien zu Eusebs Theophanie. 

belegt. Ebenso sind sie die Urheber der Kriege. Zum Beweis 
dafnr werden Kämpfe aus alter Zeit: der Juden ^), des Orients 2), 
der Griechen ^) und aus der jüngeren Vergangenheit, der Epoche 
der Ptolemäer^), angefahrt Früher konnte man nur bewaffnet 
reisen und nur bewafftiet auf dem Felde arbeiten ^). Denn über- 
all herrschte Krieg und Zerstörung. Wenn nun das Wort gilt: 
„An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen", so kann man daraus 
das Wesen der sogenannten Götter erschliessen: böse Dämonen, 
die an dämonischen Dingen ihre Lust haben, nicht willig oder 
wenigstens zu schwach, das Gute zu fordern^) trotz all der un- 
zähligen Tempel, Kapellen und Bilder, die man ihnen zuliebe 
machte"). Das grösste Wunder ist, dass mit dem Logos ein 
völliger Umschwung eintrat. Als durch ihn die Götter bekämpft 
wurden; kamen die Menschen zum Frieden. Jene schweigen jetzt 
aus Furcht und Scham®), oder, anders ausgedrückt, die Kriegs- 
notwendigkeit ist aufgehoben, falls man ein Schicksal annimmt^). 
Endlich aber äusserte sich die Bosheit der verführten Menschen 
in der Unnatürlichkeit des geschlechtlichen Verkehrs, 
in der Bestattung der Leichen und der Behandlung der Greise *^). 
Allein wie will man alles aufzählen? Man kann kurz sagen: alles 
war verderbt. Die Seele war blind geworden gegen die Wahr- 
heit, der Leib war bereit zu Menschenopfern und Hurerei, und 
die Dinge ausserhalb beider bestanden in Verwüstungen und 
Städtebelagerungen * *). 

II. Bemfihangeii des Logos um Erlösung der Menschen. 

Unmöglich konnte der Logos dies mit ansehen, ohne etwas 
für die Erlösung seiner geliebten Menschen zu thun. Geht 
denn jemand schonungslos vorüber, wenn seine Freunde in Not 
sind? Verlässt ein tüchtiger Kapitän sein Schiff in der Gefahr oder 
ein Feldherr sein Heer vor der Schlacht? Oder wäre das ein 
guter Hirte, der das verlorne Schaf nicht beachtete ?^ 2) ^{q yi^l 
mehr muss der Logos, der alle äusseren Güter wie Speise, 
Besitz und Schönheit reichlich und vorzüglich dem Menschen 



1) U 66 2) 11 67 3) II 68 — nach Thukydides! 4) II 77 

5' n 65 6) II 69—73 7) II 78 S) 11 76. 80 9) D 74. 87 

10- II 81 lljII82 12)1183. 



Inhaltsangabe und Charakteristik der Theophanie. n 

gegeben bat^), för die Seele desjenigen sorgen, um dessentwillen 
er Himmel und Erde geschafiPen hat! 2) 

Als ein guter Vater erzog der Erlöser die ihm Anvertrauten 
einmal durch seine Gnade, durch Regen zu rechter Zeit, durch 
Reichlichkeit der Früchte und Tiergeburten, aber ebenso durch 
das Einpflanzen vernünftiger Gedanken^). Denn zu allen Zeiten 
verkehrte er mit den Seinen durch Engel, Boten und Propheten *) 
und Hess durch sie göttliche Lehren verkünden. Von da strömte 
wie von einer Quelle das Gute aus. Es erschienen Gesetzgeber 
bei allen Völkern, und der Anfang zu einem Leben im Guten 
und Wahren wurde dadurch ermöglicht*). 

Aber wie der Arzt dem Kranken nicht die Speise des Ge- 
sunden, sondern Medizin für seine Schwachheit verschreibt und, 
wenn es sein muss, selbst zu dem Messer greift und Schmerzen 
bereitet^), so suchte der Logos die Menschen auch durch Strafen 
zu bessern: durch Pest, Krieg, Dürre, Hagel, Blitzschlag*^), 
namentlich aber durch die Zerstörung der Tempel. Damit rief er den 
Vorfahren gleichsam zu: Schwört ab der Vielgötterei und wendet 
euch zu dem Einen wahren Herrn des Alls und seinem Logos !^) 
So hat er den delphischen Tempel dreimal vernichtet, aber drei- 
mal haben sie ihn wieder aufgebaut ohne Verständnis für die 
eindringliche Mahnung, bis schliesslich der Pythier selbst ver- 
trieben wurde ^). Dasselbe geschah bei den Tempeln der Artemis 
in Ephesus^^), der Hera in Argos, (des Apollo) in Abai^^), der 
Hestia in Rom ^2), beim Bild des Zeus in Olympia ^^) und beim 
KapitoP*). 

Indem so die Menschheit sich von der Wildheit zur Zahm- 
heit änderte, war sie bereit, den Erlöser zu empfangen. Li 
menschlichem Gefass zeigte er ihr Gott, weil sie anders ihn nicht 
fassen kann, durch göttliche Thaten und durch Lehren über das 
Himmelreich ^*). 



1 . II 84 2) n 83 3) II 96 4) II 85 5) II 93 6) U 
7) II 95 8) n 86 9) n 87 10^ II 88 11) II 89 12) n 91 

13 1 II 90 14) n 92 15) II 94. 97. 



Texte u. Untersnohnngeii. N. F. VIII, 3. 



18 Gressmann, Studien zu Eusebs Theophanie. 



Das dritte Buch. 

Das dritte Buch enthält die Darstellung der Theophanie 
selber, da es 1. beweist, dass Christus der Logos sei (c. 3 — 3S), 
und 2. die Art schildert und rechtfertigt, wie sich die göttliche 
Erscheinung auf Erden vollzog (c. 39 — 61), und 3. zeigt, welche 
Folgen dies Ereignis brachte (c. 62—79). 

Als Einleitung wiederholt Euseb den Gedanken vomSchluss 
des vorigen Buches^). Die Welt war bereit, den Erloser zu 
empfangen. Denn während früher alles in unzählige Völker und 
Völklein zerfiel, so trat gleichzeitig mit dem Christentum die 
Monarchie des Römerreiches ein. Als mit Hilfe des Logos 
die Macht der Dämonen vernichtet war, nahm es das Erbe der 
Welt in Besitz. Fortan wohnten die Menschen wie Brüder, als 
Söhne Eines Eltempaares, einträchtig bei einander 2). 

I. Beweis, dass Christas der Logos sei. 

Zum Beweise, dass Christus der Logos sei, werden zunächst 
seine einzigartigen Thaten aufgezählt. Niemand vor ihm oder 
nach ihm ist auf der ganzen Erde gepredigt^) und hat, ohne 
selber eine Schrift zu hinterlassen, dennoch gute Gesetze ge- 
geben^) und durch sie schlechte Sitten und Gebräuche verdrängt^), 
so dass er ein Volk auf seinem Namen aufrichtete^) und das 
sich vorgesteckte Ziel durch eigene Kraft erreichte'). Durch 
Christi Wort wurden der Bilderdienst^), die aus Ägypten 
stanmiende Götterverehrung '-^j, die Orakelstätten *^^), die blutigen 
Opfer ^^) und vor allem die entsetzlichen Menschenopfer abge- 
schafft ^2). Aber nicht nur die Werke der Dämonen, sondern auch 
sie selber wurden in Christi Namen vertrieben ^^). Das sind die 
Werke eines Lebendigen. Denn otl^ug aötiXcov xa ^aipofiepa^*). 
Wie kann man den för tot halten, der so viel vermag? ^^} Ob- 
wohl von Königen und Unterthanen, Menschen und Göttern be- 
kämpft, wuchs seine Lehre ständig und blieb ewig jimg**^). 

li Dieselbe Eigentümlichkeit beim zweiten Buch. Schon Lee hat 
hierauf aufmerksam gemacht. 

2) III 1. 2 3j m 4 4} III 6 5) m 7 6) HI 9 7 - lü 10 

Sj m 11 9) III 12 10} III 13 11) m 15 12) m i6 13; m u 
uiiiin i5imi9 16) ms. 



Inhaltsangabe und Cbarakteriatik der Theophanie. 19 

Zunächst wehrte er alle AngrifiPe unsichtbar ab. Als aber seine 
Gegner selbst die Kirchen zu zerstören wagten, da verteidigte 
er sich allen sichtbar, und noch zu ihren Lebzeiten mussten jene 
Widerruf leisten und die Kirchen wieder aufbauen ^). Trotz aller 
Verfolgungen stärkte der Erlöser Männer und Frauen in ihrem 
Entschluss, ein keusches und heiliges Leben zu führen ^), enthalt- 
sam zu sein^) und den Tod zu verachten im Glauben an die 
Unsterblichkeit der Seele und das wache Auge der Gerechtigkeit ^). 

Christus allein wurde geweissagt von den Hebräern, die 
den Ort seiner Geburt, die Zeit seiner Ankunft und die Art 
seines Lebens kannten^). Ebenso prophezeite er selber die 
Zukunft und setzte sein Wort in Wirklichkeit um. Kaum hatten 
die Juden ihren gottlosen Frevel begangen, so vernichtete er 
ihre Stadt und ihr Heiligtum gemäss seiner Vorausverkündigung ^). 
Seine Jünger zog er aus ihrem Beruf heraus und gab ihnen die 
Verheissung, er werde sie zu Menschenfischern machen. Zugleich 
aber verlieh er ihnen die Kraft, Bücher zu verfassen, die bald 
in manche Sprachen übersetzt wurden '*), Nicht nur sah er ihre 
Leiden voraus®), sondern machte auch ihre Seelen härter wie 
Diamant^), so dass sie und ihre Nachfolger für ihn geduldig alle 
Qualen ertragen konnten*®). Indem Christus solche Siege nach 
seinem Tode erfocht, bewährte er sich als den Lebendigen**). 

Das grösste Wunder aber bleibt die Thatsache, dass das 
römische Reich und das Christentum wie zwei Blumen ^u gleicher 
Zeit aufsprossten *2) und dass Jesus im Kampf mit Göttern, Halb- 
göttern und Königen sich selber und seine Gebote durchsetzte *^) 
sodass jetzt Sonntagsfeiern ihm zu Ehren in seinen neu erbauten 
Kirchen gehalten werden *^). Wenn wir schwiegen, so würden die 
Dinge reden, dass in der That der Sohn Gottes, der Logos, 
einmal auf Erden erschienen ist und dass durch ihn alle den 
Zugang zur wahren Gerechtigkeit haben *^). 

IL Art und Rechtfertigung der Theophanie. 

Der Logos, der sonst unsichtbar und immateriell an alles 
herantritt und nur in himmlischen Werken und grossen Thaten 

1) III 18. 20 2) III 21 3) m 22 4) III 23 5) III 25 6) III 
26. 27 7) m 28 8) HI 29 9) III 30 10) m 31 11) m 32 
12) m 33 131 m 34. 35 14) lü 36. 37 15) HI 37. 38. 

2* 



20 Gressmann, Stadien zu Eusebs Theophanie. 

erscheint, verkehrte jetzt mit den Menschen in einem Leibe 
oder, wie Euseb auch sagt, in einem menschlichen Geföss {r^r^sn, 
OQyavov und öxeuos), Gewand (f^tanX), Bild (Klöal^, ayalfia)^ 
Dolmetsch (KllM^jdi, SQfiTiPsvg)^) oder einfach „dem Menschen"^). 
Als Grund für diese Thatsache lässt sich anführen: 1. Wie der 
König durch einen Dolmetscher mit seinen fremdsprachigen 
Unterthanen reden muss, so hatte der Logos einen Mittler, ein 
körperliches Vehikel zum Umgang mit den körperlichen Menschen 
nötig. Denn wie sollte sich das göttliche Wesen sonst in 
menschlicher Gestalt zeigen? 2. Es ist eine anerkannte Regel, 
dass das Gleiche sich zum Gleichen hingezogen fühlt. Weil die 
Menschen sich an Sinnendingen freuen, im Körper Gott suchen 
und Leute ihrer Art als Götter verehren, darum musste der Logos 
einen Leib benutzen und als Mensch erscheinen. 

Aber sein Gefass war kostbarer als das seelenlose von Hand- 
werkern aus Hyle verfertigte Götzenbild. Er trug ein gött- 
liches Bild, das am geistigen Sein Anteil hat, einen Tempel 
des heiligen Gottes, vom heiligen Geist ^) mit Weisheit ge- 
schaffen*). 

Wenn der Logos auch einen Leib anzog, so blieb er dennoch 
selber unverändert. Sein Wesen litt nicht darunter. Wie 
die Sonne Sonne ist und bleibt und ihr Licht keinen Schaden 
nimmt, auch wenn es auf die Erde in Dreck und Schmutz fallt 
und tote und unreine Dinge berührt, so ist es auch mit dem 
Logos. Er benutzte seinen Leib nur wie der Musiker sein In- 
strument. Wie Orpheus mit seiner Leier die wilden Tiere be- 
zauberte, dass sie zahm wurden, so spielte der Erlöser den wilden 
Menschen auf und machte sie seinen Gesetzen gefügig. Solange 
er auf Erden wandelte, war er nicht wie wir an den Raum ge- 
bunden, sondern erfüllte das All und sorgte für alles im Himmel 
und auf Erden nur mit und in dem Vater, wie zuvor ohne Hyle 
und Körper. Als sein Leib geboren wurde, ward er nicht be- 

1) vgl. ausser dem Lex. besonders S S. 105 18. 19. 

2) S S. IOO25; vgl. dazu L S. 24225. 

3) ^ S. 1008. An dieser Stelle allein ist der heilige Geist erwähnt 
Bezeichnenderweise fehlt diese Bemerkung in dem griechischen Parallel- 
text der Laus S. 242 5 r. 

4) Doch wird der Leib (oder „der Mensch") auch als das Werk der 
Logos- Weisheit bezeichnet S S. IOO16 = L S. 24285. 



Inhaltsangabe und Charakteristik der Theophanie. 21 

fleckt, noch spürte er etwas, als er wieder von ihm getrennt 
wurde, ebensowenig wie der Musiker etwas leidet, wenn seine 
Leier zerschnitten wird. Im Gegenteil, der vom lebendigen Logos 
berührte yergängliche Leib musste notwendig unvergänglich imd 
unsterblich werden. Teils Mensch, teils Gott, das ist das Wesen 
des hier auf Erden erschienenen Logos ^). 

Seine Aufgabe bestand darin, Gott durch einen Menschen 
der Welt zu offenbaren. Darum übermittelte er Worte des 
Lebens^ die er nicht auf elende Tierfelle, sondern in die Herzen 
seiner Jünger schrieb, darum lehrte er das Vaterunser und gab 
eine völlige Einsicht in die geheimen Tiefen des Himmels. Aus 
den Schriften seiner Jünger über ihn kann man lernen, wie er 
demütig, hilfreich, offenherzig mit seinen Zeitgenossen verkehrte, 
welche Tugenden er verkündete, welche Krankheiten er heilte 
und welche Wunder er vollbrachte 2). 

Eine besondere Ausführung erheischt der Tod, der dem 
Körper zuteil wurde 3). Freiwillig überliess er sein Gefass den 
Gegnern, ohne etwas von den Henkern gleich den anderen Misse- 
thätem zu leiden^). Während er sich selber aus dem Leibe 
zurückgezogen hatte ^), wurde dieser nachher vom Kreuz ge- 
nommen und begraben. Nach drei Tagen aber benutzte er noch 
einmal dasselbe Organ für kurze Zeit und vollzog darauf die 
Himmelfahrt ®). 

Als Rechtfertigung für diese Art des Todes giebt Euseb 
an: Wenn Christus etwa in anderer Weise plötzlich unsichtbar 
geworden wäre und seinen Leib selber in Staub verwandelt hätte, 
so wäre er eher als ein Gespenst erschienen^). Überdies wäre 
es für das personifizierte Leben unwürdig, seinen Dolmetsch zu 
töten ^). Denn wie es nicht Sache des Feuers ist: kalt zu machen 
oder des Lichts: zu verdunkeln, so auch nicht des Lebens: zu' 
töten ^). Weder wäre dann der Kampf mit dem Tode geführt i^), 
da man ihn einfach für feige und dem Verderben unterthan ge- 
halten hätte ^^), noch hätte man gewusst, wohin er gegangen sei ^^). 
Weder hätte er so die Menschen vom Tode ^^) und von der Todes- 
furcht befreit ^^), noch die Hofihung auf ein Jenseits sicher ge- 
stellt**), noch die Prophetien erfüllt ^^). Darum blieb ihm nichts 

1) III 39 2) lU 40 3) m 41 4) UI 42 5) III 43 6) HI 44 
7) III 46 8) III 47 9) III 55 10) IE 48 11) IH 50. 55 12) HI 49 
13) UI 51 14) III 52 15) m 53 16) III 54. 



22 Gremmann, Stadien za Eusebs Theophanie. 

anderes übrig, als offen den Kampf mit dem Tode aufzunehmen, 
wenn er sich stärker zeigen wollte als dieser. 

Christus hatte zwei Kämpfe zu bestehen. Den ersten 
focht er am Anfang seines Lebens gegen die Dämonen aus. 
Denn in die Wüste d. h. in ihr Land führte er seinen Leib und 
vollbrachte dort in vierzig Tagen und Nächten^) unglaubliche 
Dinge ^). Aus dem Kriege gegen die Geister der Luft ging er 
sieggekront hervor^). Nachdem er den Starken gebunden und 
die Seelen der Menschen von seinen Stricken befreit hatte, kehrte 
er heim. Am Ende seines Lebens musste er die zweite Schlacht 
sehlagen gegen den Tod. Die Geister der Luft, allen voran 
ihr Fürst, spähten aus und erwarteten, dass sein Ende sein werde 
wie das aller Menschen. Allein wie jemand, der zeigen will, 
dass ein Geföss stärker ist als Feuer, dies beweist, indem er 
es durch Feuer gehen lässt, so bewährte sich auch der Logos 
stärker als der Tod, indem er durch ihn hindurch ging. Für 
einen Augenblick verliess er den Leib und übergab ihn dem 
Tode, damit dieser seine wahre Natur offenbare, dann aber ent- 
riss er es ihm wieder und hat somit grössere Macht an den Tag 
gelegt^). Das war der erste Grund seines Todes. 

Der zweite war der Erweis der im Körper wohnenden 
göttlichen Kraft. Lidem der Logos den Tod überwand, wurde 
es klar, dass er mehr sei als die sterblichen Menschen, die man 
früher zu Göttern gemacht hatte. Darum also darf man nur den 
als Gott verehren, der die Siegeskränze über den Tod auf seinem 
Haupte trägt*). 

Eine dritte Ursache lehrt die Schrift. Jesus war das 
Schlachtopfer für die Menschen zur Abwendung des dämoni- 
schen Irrtums. Als sein Leib för die Sünden aller derjenigen 
dargebracht war, die früher den Dämonen opferten, wurde zu- 
gleich damit die Macht dieser Wesenheiten gebrochen^). Nur 
das menschliche Organ wurde geopfert Der Hohepriester aber, 
der ein anderer neben dem Opfer ist, erweckte das Sterbliche 
bald darauf vom Tode, brachte es Gott als Erstlingsgabe der 
gemeinsamen Erlösung dar und stellte es als Siegeszeichen 

1) nach Mt. 42 2) III 55 3j III 56 4l III 57 5) III 58. 

6) Denn anstatt der blutigen Opfer, namentlich der Menschenopfer, 
die den Dämonen zuliebe geschahen, wird jetzt (bei der Eucharistie) das 
unblutige Opfer Christi dem Einen Gott zuliebe vollzogen; vgl. III 71. 



Inhaltsangabe nnd Charakteristik der Theophanie. 23 

gegen den Tod und als Schutzmittel gegen die einstigen Menschen- 
opfer auf. Darum führte der Logos zwei (hebräische) Namen: Jesus 
Christus. Denn er war zu gleicher Zeit Erlösungsopfer (= Jesus) 
und Hoherpriester (= Christus ^). 

Die vierte und grösste Ursache ist die Absicht, das ewige 
Leben seinen Jüngern sichtbar darzustellen, damit die Todes- 
furcht aufhöre 2). Denn früher galt der Tod als der Verderber 
Leibes und der Seele, dem gegenüber es keinen Trost gab. Weil 
man kein Leben nach dem Tode kannte, so schwand alle Tugend 
und Frömmigkeit. Der Tod selber wurde als „Pluto" göttlich 
verehrt und mit ihm all die Dinge, die zu einem Leben der Lust 
gehören: die Früchte und Blumen, die Liebe und Leidenschaft. 
Daher die Mysterien der Demeter und Eore, die Feste des 
Dionysos und Herakles, des Eros und der Aphrodite. Aber der 
Logos hatte Mitleid mit dieser Verirrung, kam mit einer mensch- 
lichen Waflfe, dem Körper, zu Hilfe und setzte das Sakrament 
des Leibes ein, das er das „Gedächtnis" an das ewige unsterb- 
liche Leben nannte. Das Sterbliche überliess der Logos dem 
Frass des wilden Tieres; denn als solches bekannte sich der Tod 
öffentlich wie in einem Theater, als jenes ans Kreuz genagelt 
wurde. Bald darauf wurde es abgenommen und in ein einzig- 
artiges, nur für diesen Leichnam bestimmtes Grab gelegt Schon 
weidete sich der Tod an dem Gedanken, dass er nun auch diesen 
besiegt habe, allein nach drei Tagen zeigte sich der Logos als 
der Lebendige und begründete damit die sichere Hoffnung der 
Wiedergeburt, die um so gewisser ist, als er erst nach drei Tagen 
wieder erschien. Denn wäre er früher gekommen, so hätte man 
nicht an den thatsächlich erfolgten Tod geglaubt 3). 

III. Die Folgen der Theophanie. 

Seitdem hat das Menschengeschlecht sich von dem Schrecken 
über den Tod erholt und lacht jetzt kräftig über ihn, ja läuft 
sogar hinter ihm her aus Liebe zu einem anderen Leben*). Da 
man jetzt eine bessere Vorstellung vom Leben nach dem Tode 
und dem. Gericht hat, so jagt man der Tugend und Gerechtig- 
keit nach*), spuckt den Dämonen ins Gesicht®), betet weder die 

1) ni 59. Denn die Hohenpriester sind „gesalbt" (vgl. D IV löe). 
2j m 60 3) m 61 4) m 62. 73. 74 5) lü 63. 66. 72 6) HI 63. 



24 Gressmann, Studien zu Eusebs Theophanie. 

Gestirne *) noch die Elemente ^), weder den Leib noch den Ver- 
stand') an. Sterbliche Menschen^) werden nicht mehr ver- 
göttert noch unvernünftige Tiere ^), abgeschafft sind Bilder und 
Mythen^), und statt der blutigen Opfer wird das unblutige und 
rauchlose Opfer (der Eucharistie) zum Gedächtnis des Erlösers 
dargebracht^). 

Überall sind Lehrstätten eingerichtet und werden himmlische 
Worte verkündigt^), so dass in jeder Stadt dem Logos zu Ehren 
Hynmen gesimgen werden ^). In den Lobgesang der himmlischen 
Geister und Engel stimmen die Menschen ein^^)^ die zu Einem 
vernünftigen Geschlechte geworden sind ^ ^\ so dass Eine Harmonie 
der Seelen die ganze SchöpAing durchwaltet. Die Barbaren sind 
nicht mehr von den Griechen, noch die Griechen von den Bar- 
baren unterschieden. Denn jeder, der Gott fürchtet, ist ein Weiser, 
weil er das unsterbliche Leben in der Wohnung des Hinunel- 
reiches kennt. Denn als Erstling unserer Hoffnung auf die Un- 
vergänglichkeit Leibes und der Seele machte Christus sein Bild 
der Majestät der Engel gleich ^2). 

Zum Schluss bemerkt Euseb, dass es noch unzahlige andere 
Beweise für die göttliche Erscheinung des Erlösers gebe, dass 
er aber aus dieser Fülle nur einige Prophezeiungen auswählen 
wolle *'). 



Das vierte Buch. 

Im vierten Buche wird der sogenannte Schriftbeweis für 
dieGottheitJesu geliefert. Organisch verbunden ist es weder 
mit dem vorhergehenden noch mit dem folgenden. Das Ende 
des dritten Buches müsste für einen künsÜerischen Schriftsteller 
auch den Schluss der Theophanie bilden. Euseb aber fugt noch 
zwei Anhänge an. Im Grunde ist das vierte Buch nur eine 
weitere Ausführung von III 40. 41, wo auch auf das Spätere 
verwiesen ist. 

Der Verfasser geht von der Voraussetzung aus, dass die vom 



i)m64 2jin65 3)m67 4;in68 5)m69 cm 

70. 79 7) m 71 8) m 76. 79 9) lU 77 10) III 78 11,- lU 75 
12j m 79 13) m 80. 



Inhaltsangabe und Charakteristik der Theophanie. 25 

Logos zu seinen Lebzeiten vollbrachten Wunder den Zweifel nicht 
überwinden werden, da sie für uns unkontrollierbar sind. Infolge- 
dessen will er sich auf die Worte Christi beschränken und hofift; 
jeden, der Verstand habe, durch die offenbare Thatsache zu über- 
zeugen, dass der Logos nicht nur die Zukunft richtig prophezeit, 
sondern dass er auch seine Verheissungen in die Wirklichkeit 
umgesetzt habe. Freilich ist auch dies ein Wunder: das Wunder 
von Weissagung und Erfüllung. Aber es unterscheidet sich doch 
von jenen des Neuen Testamentes ganz wesentlich dadurch, dass 
jedermann mit eigenen Augen es sehen und folglich sich sein 
eigenes Urteil darüber bilden kann. Wer dies Wunder anerkennt, 
muss ebenso jenen Thaten glauben, von denen Jesu erste Jünger 
berichtet haben, wenn anders sein Urteil unverdorben ist^). 

Gleich das erste Beispiel, das der Verfasser anführt, ist 
charakteristisch far seine Art zu beweisen. Nachdem er die Ge- 
schichte vom Hauptmann zu Eapemaum erzählt hat, stellt er die 
besondere Grösse dieses Wunders dar. Durch das blosse Wort: 
„Wie du geglaubt hast, so geschehe dir'' sei der Knecht gesund 
geworden. Wer dies nicht für wahr halten könne, der solle be- 
denken, dass Jesus auch gesagt habe: „Viele werden von Sonnen- 
aufgang und -Untergang kommen und werden mit Abraham, 
Isaak und Jakob zu Tische sitzen; die Söhne des Reichs aber 
werden Verstössen werden.^' Damit ist ausgesprochen, dass statt 
des Einen Römers einst viele der gleichen Ehre wie die Juden 
teilhaftig werden, dass diese dagegen aller ihrer Vorrechte ver- 
lustig gehen sollen. Die Erfüllung dieser Weissagung hat jeder- 
mann vor Augen. Warum sollte also nicht auch jenes Wunder 
geschehen sein? 2) 

Nach dieser Art wird an einer Reihe von Aussprüchen dar- 
gelegt, wie der Logos die Gabe besass, die Zukunft voraus zu 
wissen, wie seine Verheissungen über alles Hoffen und Verstehen 
in Erfüllung gegangen sind. Das wird zunächst zu Ideweisen 
gesucht an den Prophezeiungen Jesu über die Bekehrung aller 
Heiden, zu der er seine Jünger berufen hat, und im Zusammen- 
hange damit über die Begründung der Kirche^), zweitens an 
seinen Weissagungen über die Zerstörung Jerusalems mit genauer 
Einzelschilderung des Krieges, der das jüdische Volk vernichten 



1)IV1 2jIV3 3j IV 2— 12. 3(3. 



26 Gressmann, Stadien zu Eusebs Theophanie. 

sollte ^). Daran schliessen sich die Verkündigungen über seine 
eigenen und der Jünger Leiden ^) und endlich über die verschieden- 
artigen Elemente, die in der Kirche bunt durcheinander gemischt 
sein werden^), als da sind: Pseudopropheten und Antichristen '^), 
heilige Jungfrauen und Eunuchen*), Gleichgültige und Gottlose^). 
Diese Einteilung ist ziemlich willkürlich und kaum beabsichtigt, 
da die Kapitel dieses Buches — abgesehen von den Überschriften 
— oft ohne jede äussere Verbindung'') und teilweise sogar ohne 
inneren Zusammenhangt) nebeneinander gestellt sind. 

Durch den Hauptakkord des Weissagungswunders, den Euseb 
nicht müde wird, immer wieder anzuschlagen, klingt bisweilen 
ein Nebenakkord hindurch, der für unser Ohr einen angenehmeren 
Klang hat. Denn der Verfasser macht mitunter auf den Erfolg 
aufinerksam, den Christi Evangelium gehabt hat, wie aramäische 
Bauern, armselige Fischer, ans Reden nicht gewohnt, an Ehren 
ungeschmückt, dennoch im Namen und in der Kraft ihres Herrn 
die Welt zu erobern begannen und in unglaublich kurzer^ Zeit 
allerorten Gemeinden sammelten und Kirchen gründeten, otpig 
aöriXfDV r« g>aip6(i€va% Was kein Prophet, Philosoph oder 
Staatsmann fertig brachte, hat der Logos durch seine Jünger er- 
reicht Denn sein Name ist das Panier gewesen, um das sich 
aus allen Familien die Allerbesten geschart haben ^®). und diese 
Apostel hat Christus nicht gewonnen, indem er ihnen falsche 
Thatsachen, wie Ruhm und Glück, Reichtum und Genuss, vor- 
spiegelte. Vielmehr Hess er sie keinen Augenblick im Zweifel 
über die Nöte und Leiden, die ihnen in seinem Dienst bevor- 
stünden^*). Allein von der schlichten Grösse und Majestät des 
Menschen Jesu ist keine Rede. Euseb kennt nur den Logos. 

Die vom Verfasser geübte Exegese ist im grossen und gan- 
zen gesund, wenn man von der bis ins kleinste gehenden alle- 
gorischen Ausdeutung einzelner Parabeln* 2) absieht. Nur selten 

l) IV 13—23 2) IV 24—28 3) IV 29—35 4) IV 30. 31. 35 

5) IV 32 6) IV 29. 33. 34. 

7) vgl. den Cbergang von c. 11 zu 12, von 23 zu 24, von 25 zu 26 u.8.w. 
Hier kann man die Überschrifb schlecht entbehren, "während sie anderswo, 
namentlich am Anfang, überflüssig und störend ist. 

S) Besonders gilt dies vom letzten Teil IV 29 — 35: s. u. S. 53. 

9» IV 6 10) IV 12 (Hebr. ev.) 11) IV 26. 

12) vgl. namentlich IV 14 die Parabel vom Weinberg, 16 vom messia- 
nischen Mahl, 29 vom Fischnetz. 



Inhaltsangabe und Charakteristik der Theophanie. 27 

wird seine Auslegung spitzfindig. So halt er es für ein grosses 
Wunder, dass Jesus bei seiner bekannten Yerbeissung an Petrus 
nicht das Wort „Synagoge", sondern „Kirche" gebrauchte, obwohl 
doch damals eine solche gar nicht existierte!^) Für Matth. 10 21 
genügt ihm der „einfache" Wortsinn nicht, dass die Verwandten 
einander dem Staatsanwalt denunzieren und sich dadurch gegen- 
seitig morden werden. Vielmehr sei dieser Vers dahin zu ver- 
stehen, dass der Bruder den Bruder geistig töten werde durch 
Überredung zum Götzendienst^). Ein andermal hält er es für 
zweckmässig, seinen Lesern eine doppelte Exegese mitzuteilen 
und sie selber entscheiden zu lassen. Jesus hat nämlich vom 
Tempel geweissagt, dass auch nicht Ein Stein auf dem andern 
bleiben werde. Nun aber macht es dem Apologeten Schwierig- 
keiten, dass dies Wort noch nicht völlig erfüllt sei; denn es seien 
immer noch einige Trümmer vorhanden. Er selber tröstet sich 
damit, dass auch diese bald gänzlich verschwunden sein würden. 
Andere Exegeten freilich, meint er, bezögen den Ausspruch nur auf 
denjenigen Teil des Tempels, den die Jünger gerade damals bewun- 
derten; nur von ihm sei eine derartige Vernichtung prophezeit! 3) 
Das vierte Buch ist für unseren Geschmack entschieden das 
schwächste der ganzen Theophanie. Denn man wird unendlich 
gelangweilt einmal durch kurze oder umfangreiche, wörtliche 
oder paraphrasierende Citate aus der Bibel und sodann durch die 
monotone Wiederholung des Einen quod erat demonstrandum. 
Etwas belebt wird das Bild durch eine bunte, in dieser Beziehung 
gar nicht üble, AUegorese und durch eine kleine historische 
Färbung. So werden die Gebiete angegeben, über die sich das 
Christentum der damaligen Zeit erstreckte*). Femer werden die 
von den Aposteln gegründeten Kirchen aufgezählt*), die ersten 
Märtyrer der jungen Religion erwähnt^) und die berühmten Grab- 
stätten der drei grössten Jünger angeführt^). Namentlich aber 
werden die Worte Jesu über den Untergang des jüdischen Volkes 
durch zwei Citate aus Josephus^), und seine Verkündigung der 
Pseudopropheten durch Ketzemamen, wie Simon Magus, Marcion, 
Mani u. s. w., illustriert'^). 

1) lY 11 2) IV 28. Gegenüber der allegorisierenden Methode des 

Origenee, der überall einen tieferen Wortsinn aufspürt, zeichnet sich Enseb 
durch wohlthuende Einfachheit aus. 3) IV 18 41 IV 4. 5 5) IV 6 

0. IV 16. 17 7) IV 7 8j IV 21. 22 9) IV 30. 34. 35. 



28 Gressmann, Stadien zu Eusebs Theophanie. 



Da43 fünfte Buch. 

Das fünfte Buch der Theophanie ist im grossen und ganzen 
eine Wiederholung des dritten Buches der Demonstrationen. Wenn 
Euseb diesen Anhang machte und sich nicht scheute, ihn in dieser 
Form zu bringen, so müssen ihm die darin behandelten Fragen 
als ganz besonders wichtig vorgekommen sein^). Zwei Ein- 
wände der Gegner des Christentums werden widerlegt: 

1. dass Jesus ein Zauberer, d. h. ein Betrüger sei (c. 2 — 20), und 

2. dass die Apostel keinen Glauben verdienten (c. 21 — 52). Im 
Grande aber laufen beide Behauptungen auf die Eine Leugnung 
hinaus, dass in Christus Gott erschienen sei So hängt das fünfte 
Buch in der That mit dem Thema, das der Verfasser in dieser 
Schrift erörtert, aufs engste zusammen; nur fehlt die organisch- 
künstierische Verarbeitung des Stoffes zu einem einheitlich-leben- 
digen Ganzen. 

I. Wider diejenigen, die Jesns für einen Betrflger aus- 
geben. 

Zum Beweise dafür, dass Jesus kein Zauberer oder Betrüger 
sei, führt Euseb zunächst die moralischen Lehren an: der 
Sanftmut, Keuschheit, Freigiebigkeit und Wahrheitsliebe 2). Wer 
aber der Zauberei anhängt, muss gottlos und frevelhaft sein^). 
Femer schaffte unser Erloser die blutigen Opfer ab und führte 
statt dessen den vernünftigen Kultus eines fronmien Lebens- 
wandels ein, wie auch griechische Lehrer gethan haben ^). Allein 
gab es denn jemals Zauberer ohne Opfer und Gelübde, nach 
denen die Dämonen ja gerade begehrlich sind? Jesus aber und 
seine Jünger trieben Dämonen aus, waren also ihre Feinde und 
konnten sie nicht gleich Zauberern als Helfer benutzen^). 

Während die Zauberer Vielgötterei treiben, das ewige Ge- 
richt und die Unsterblichkeit der Seele verhöhnen und ver- 



1 ) Um zu beurteilen, wie weit die Einwände der Gegner des Christen- 
tums, die Euseb anführt, dem Leben der damaligen Zeit entnommen sind, 
wie weit sie aber etwa auf gelehrten Reminiscenzen aus Origenes oder 
anderen beruhen, fehlen mir bis jetzt die Kenntnisse. 

2) V2 3. V19 4i V5 5,i V 18. 



Inhaltaangabe und Charakteristik der Theophanie. 29 

spotten^), waren Jesu dogmatische Forderungen von grosser 
Höhe und Reinheit. Gleich den Hebräern, die wegen dieser Weis- 
heit sogar von den Hellenen gepriesen werden, vertrat er den 
Monotheismus^) und brachte ihn von den Juden aller Welt, 
so dass er selbst den wildesten Barbaren zugänglich wurde ^). 
Ebenso wie die Hebräer und die besten Philosophen lehrte er 
die Entstehung und Vergänglichkeit der Welt und die Un- 
sterblichkeit der Seele, so dass wir weiser sind als die 
Ägypter und die Griechen. Denn diese beten die Welt an und 
behaupten mit feierlicher Miene, dass die Seele der Menschen in 
nichts unterschieden sei von derjenigen der Schlangen, Bären, 
Schweine, ja der Mücken und Flöhe*). Endlich verkündete 
Christus ein göttliches Gericht, eine Belohnung der Guten 
mit dem ewigen Leben und dem Himmelreich und eine Bestrafung 
der Bösen. Wie sollte er nach alledem ein Zauberer sein?^) 

Ein besonders starker Beweis sind die Jünger. Denn wie 
die Arzte oder Geometer einem Meister ihrer Wissenschaft das ver- 
danken, was sie selber besitzen, und wie man von jenen auf diesen 
zurückschliessen kann, so auch von den Christen auf Christus 
selber^). Jesu Jünger aber waren fronun. Denn sie erlaubten 
nicht einmal den Kranken, Tafeln und Amulette mit Zauber- 
formeln zu benutzen oder sich an Beschwörer zu wenden oder 
durch Räucherwerk von Wurzeln und Pflanzen sich Heilung zu 
verschaffen'^). Zauberei also war ihnen völlig fremd. Trotz 
aller peinlichen Inquisition ist keiner der Magie schuldig be- 
funden. Wenn sie geopfert hatten, wie es verlangt wurde, waren 
sie ledig jedes weiteren Prozesses®). Wird doch schon in der 
Apostelgeschichte^) berichtet, wie die Jünger Jesu die Zauberer 
zu öffentlichem Widerruf ihrer Kunst und ihrer Schriften bringen *^). 
Überdies fahrten unzählige Christen, Männer und Frauen, ein 
Leben der Reinheit und Selbstentsagung, während die 
Griechen nur zwei Philosophen (Krates und Demokrit) namhaft 
machen können, die freiwillig Armut sich auferlegten. Unzählige 
Christen endlich haben den Monotheismus bekannt, selbst 
Kinder, Sklaven und Bauern, während Plato als der Einzige unter 
den Heiden diese Erkenntnis wohl besass, sie aber der Menge 



1)V19 2)V3 3)V4 4)V6 5) V 7 6) V 9 

V S. 9 8) V 9. 10 9) Act 19 19 10) V 11—13. 



30 Gressmann, Studien za Eusebs Theophanie. 

nicht mitzuteilen wagte, weil ihm die Kraft der Frömmigkeit 
fehlte. In solchen Jüngern wird unser Meister sichtbar*). 

Zu alledem kommt noch hinzu, dass Jesus Autodidakt 
war, dass er weder aus Schriften noch von anderen Männern 
seine Weisheit erbettelte. Kein Grammatiker, Arzt oder Bau- 
meister ist je aus sich selber etwas geworden, was doch ein Kleines 
war ! Wie sollte der nicht gottlich sein, der alles nur sich selber 
verdankte?^) Oder wenn jemand dies bezweifelt, so möge er den 
Meister nennen, der grösser war als Christus, von dem dieser 
hätte lernen können. Wer ist denn ihm gleich besungen in der 
ganzen Welt? Wer hat solche Wunder vollbracht, solche Gesetze 
gegeben, so die Zukunft geweissagt und durch seine Jünger in 
die Wirklichkeit heraufgefohrt?^) Jesus hat nicht nur gedacht, 
ein Volk in seinem Namen aufzurichten, sondern es auch gewagt 
und gewonnen. Wer dies gekonnt hat, muss mehr sein als ein 
Mensch, geschweige denn ein Zauberer^). 

Aber wenn man auch die Reinheit seiner Gotteserkenntnis 
und die Höhe seiner Ethik zugiebt, so leugnen doch manche 
seine Thaten und halten seine Jünger für Lügner^). 

II. Wider die, welche Jesu Jttnger fflr Lfigner ausgeben. 

Jesus selber hielt seine Jünger für besser als Moses 
die seinen. Denn jener hielt es nicht for nötig, solche Gesetze 
zu geben wie dieser: nicht zu stehlen, zu ehebrechen, zu morden, 
zu lügen u. s. w. Diese Gebote schienen ihm vielmehr über- 
flüssig. Statt dessen ermahnte er seine Anhänger, jede Begierde 
zu unterdrücken, nicht zu zürnen, sich nicht zu rühmen^ es mit 
Geduld zu ertragen, wenn andere sie schädigten, so wahrhaftig 
zu sein, dass sie nicht einmal eines Eides bedürften^). Wie 
sollten also diejenigen, die sonst so ftonun waren, gerade in Be- 
zug auf ihren Meister gelogen haben ?^) 

Aber einmal zugegeben, Jesus habe dies nicht gelehrt, sondern 
zu allen Schlechtigkeiten unter dem Deckmantel eines frommen 
Lebens aufgefordert®), so würden die Guten nicht auf ihn ge- 
hört, sondern sich von ihm als von einem Zauberer abgewendet 



1)V14 2»V15 3iVl6 4jV17 5) V 20 ß\ \ 2\ 
7) V 22 8) V 23. 



Inhaltsangabe und Charakteristik der Theophanie. 31 

haben. Denn es ist eine bekannte Erfahrung, dass dem Guten 
das Böse nicht lieb ist, sondern nur dem Bösen. Aber Jesu 
Jünger waren in nichts böse. Hätten sie Besitz und Vorteil er- 
strebt, so wäre es am Ende begreiflich, dass sie bis zum Tode 
Wagehälse waren. Aber davon kann keine Rede sein, sie lehrten 
vielmehr das Gegenteil. Wenn sie dennoch für ihren Meister 
in den Tod gingen und daran festhielten, dass er Gott sei, 
obwohl sie sein schimpfliches Lebensende gesehen hatten, so 
muss eben ihr Meister etwas anderes gewesen sein als ein 
Zauberer^). Hätten sie nichts Gutes an ihm gekannt, so hätten 
sie nicht alle Martern über sich ergehen lassen wegen der Be- 
hauptung, dass er nur Gutes gelehrt habe. Aber auch sie selber 
können keine schlechten Menschen gewesen sein. Denn der Böse 
liebt das Vergnügen und die Ruhe und würde nicht einmal für 
das Liebste in den Tod gehen, geschweige denn für jemanden, 
der wegen seiner Ruchlosigkeit verurteilt ist. Mit einem 
Lebenden hält man vielleicht die Gemeinschaft aufrecht, aber 
beim Tode löst sie sich, sowie die „Sophisten" ihre Herrscher 
lobten, solange diese in Macht und Ehren standen; waren sie 
aber gestürzt, so kannten sie sie nicht mehr 2). 

Ebenso unbegreiflich wie ihr Tod, ist das Hinausziehen 
der Jünger in alle Welt, falls sie Goeten waren. Denn es 
mag sein, dass ein Bauer im eigenen Lande umherirrt, dass aber 
Leute, die nur der syrischen Sprache kundig sind, zu fremden 
Völkern gehen und Jesu Namen verkünden, ist nicht einmal 
menschlich, wie viel weniger bäurisch oder gar goetenhaft^). 

Unverständlich ist auch die Übereinstimmung aller 
Apostel über Jesu Thaten^), sie müssten denn nach dem Tode 
ihres Herrn zusammengekommen sein, alle Werke, die sie ihm 
andichten wollten, genau aufgesetzt imd in einem Vertrage be- 
schworen haben, dass sie diese Lügen um keines Vorteils willen 
dennoch selbst unter Folterqualen bis zum Tode behaupten 
wollten^). Abgesehen davon, dass ungelehrte Laien, wie die 
Apostel, so etwas schwerlich ersinnen konnten, ist es doch absurd, 
anzunehmen, dass sie diese erfundenen Thaten in aller Welt ver- 
kündeten und dafür, d. h. für ein Nichts, freiwillig in den Tod 
gingen®). Für etwas Unwahres stirbt niemand'). Oder brauchten 



1) V24 2)V25 3)V26 4) V27 5) V28 6) V29 7) V30. 



32 Gressmann, Stadien zn Ensebs Theophanie. 

sie etwa nichts zu farchten, wenn sie die Götter der Nationen 
yemichten wollten? Schon die Apostelgeschichte ist voll von 
den Leiden, die sie zu ertragen hatten. Andere Märtyrer kamen 
bald hinzu ^). Überdies ist es doch wunderbar, dass dieser Be- 
trug trotz aller Foltern niemals an den Tag gekommen ist 2) 
oder dass andererseits Judas, der den Herrn verriet, sogleich an 
sich selber das Urteil vollstreckte als an einem Verbrecher^). 
Ebenso wunderbar ist es, dass dieser Betrug die Welt erobert 
hat. Man muss daher zugeben, wenn auf Grund von zwei oder 
drei Zeugen die Wahrheit einer Sache feststeht, so hat das auch 
in diesem Falle zu gelten, wo nicht nur 12 Apostel, sondern 
auch 70 Jünger und unzählige andere Christen die Wahrheit 
über ihren Meister trotz aller Verfolgungen bestätigt haben ^). 

Aber die ganze Voraussetzung, dass Jesus oder seine Jünger 
Betrüger gewesen seien, ist falsch, wie die Schrift lehrt. Ein- 
fach das Gegenteil dessen, was klar ausgedrückt ist, aus ihr 
herauszulesen, ist nicht erlaubt Es ist doch widersinnig zu be- 
haupten, Mose habe seine Gebote nur scheinbar gegeben, in 
Wirklichkeit habe er gewollt, dass seine Hörer ehebrechen, 
morden, lügen, stehlen, aber dies unter der Maske des Fronunen 
verbergen sollten. Auf diese Weise könnte man auch die 
Lehren der hellenischen Philosophen ins Gegenteil verdrehen^). 

Die Schrift zeigt uns, wie die Jünger so keusch waren, 
dass sie sogar der erlaubten Ehe entsagten, und giebt uns Bei- 
spiele ihrer freiwilligen Armut®) und ihrer felsenfesten Stand- 
haftigkeit. Denn obwohl Christus ihnen weder Glück noch 
Ruhe verhiess, sondern die Leiden, die sein blosser Name über 
sie bringen würde, klar voraussagte, Hessen sie sich von ihm ge- 
winnen und blieben ihm allezeit treu ^). Besonders aber zeichneten 
sie sich durch Demut und Bescheidenheit aus. Nur Matthäus 
hat sein Zollnerleben berichtet, während seine Mitevangelisten 
davon schweigen ^). Im Apostelkatalog nennt er sich nach Thomas, 
während Lukas und Markus das nicht thun^). Johannes nennt 
sich nicht „Apostel", sondern höchstens „Presbyter** oder „der 
Jünger, den der Herr lieb hatte" ^^). Dagegen scheute sich Petrus, 
überhaupt ein Evangelium zu schreiben, nur Markus, sein Ver- 



1)V31 2, V30 3)V32 4i V33 5 V 34 6, V35 

7' V 36 8; V 37 9) V 38 10 V 39. 



Inhaltsangabe und Charakteristik der Theophanie. 33 

trauter, verfasste ein solches nach seinen Erzählungen. Beachtens- 
wert ist dabei, dass Markus die Seligpreisung Jesu über Simon 
nach dem Messiasbekenntnis in Cäsarea Philippi nicht erwähnt, 
weil Petrus dies Wort zu verschweigen pflegte, dass er dagegen 
seine Verleugnung imi so ausfuhrlicher überliefert^). Wenn 
also die Evangelisten das schrieben und redeten, was sie brand- 
markte, dagegen das auch nur zu erwähnen verzichteten, was 
ihnen Ehre eintrug, wie sollten sie da nicht wahrheitsliebend 
gewesen sein? Daher muss man ihnen entweder alles glauben 
oder, nichts. 2) 

Gesetzt, die Jünger logen, so konnten sie nur Gutes er- 
finden. Oder ist es nicht widersinnig, das für wahr zu halten, 
was sie über die traurigen Ereignisse des Todes Jesu berichten, 
dagegen das für Unwahrheit zu erklären, was sie Lobenswertes 
über ihren Meister anführen?^) Wenn die Wunder Mythen sind, 
warum wurde dann nicht weiter erdichtet, dass Judas beim Yer- 
räterkusse plötzlich zu Stein wurde, dass dem, der Christus 
schlug, plötzlich die Hand vertrocknete, dass Kaiphas des Ge- 
sichtes beraubt wurde, dass die Bichter von geistiger Blindheit 
getroffen wurden und dass Jesus nichts Menschliches zustiess?^) 

Überdies bezeugt Josephus, dass gerade in Jerusalem eine 
Menge Christusgläubiger waren, die ihm auch nach dem 
Tode treu blieben*). Wie war dies anders möglich, als wenn 
Jesus wirklich die Thaten gethan hatte, die ihm zugeschrieben 
werden?^) 

Der stärkste Beweis endlich für die Glaubwürdigkeit der 
Jünger sind ihre Thaten. Aus ihrem Gewerbe holte sie Jesus 
heraus und hauchte ihnen Kraft und Mut ein, so dass sie keinen 
Augenblick zögerten, in seinem Namen auszuziehen und sein 
Evangelium allen Völkern zu bringen"'). Aber wie überzeugten 
sie die Leute? Riefen sie die Menge auf dem Markte zusammen 
und hielten dann ihre Rede? Oder nahmen sie die Einzelnen vor 
und suchten sie zu gewinnen ?ö) Wenn sie nun bald seine grossen 
Werke priesen, bald sein schimpfliches Ende berichteten, wenn 
sie nun gar ihre Hörer aufforderten, die alten Götter au&ugeben 
und Christum, den Gekreuzigten, für den einzigen Sohn Gottes 



1)V40 2)V41 3) V42 4) V43 5) V 44 6) V 45 
7 . V 46 8) V 47. 

Texte a. UntenachaDgen. N. F. VIII, 3. 3 



34 Gressmaniii Stadien zu Easebs Theophanie. 

zu halten, wie konnten sie dann auf Glauben rechnen? 
Dennoch haben sie Myriaden überzeugt und überall in der 3^elt 
Kirchen gegründet. Das war nur dann möglich, wenn Christus 
ihnen seinen Geist gab und sie in diesem Geiste dieselben Thaten 
vollbrachten, die er ausführte^). Dadurch nahmen sie die Leute 
gefangen, versetzten sie in Erstaunen — wurden sie doch sogar 
für Hermes und Zeus gehalten — und machten sie so für ihre 
Worte und deren Wahrheit bereit^). Kaum brauchte es gesagt 
zu werden, sondern ohne weiteres leuchtete es ein, dass Christus 
nicht sterblicher, sondern gottlicher Natur sei^). 

Wer sollte sich nicht auch wundem, dass zusanunen mit 
dem Christentum das Bömerreich aufsprosste, so dass das 
seit Anfang der Welt existierende Reich der Ägypter zerstört, 
die Juden und alle übrigen Völker unteijocht wurden. Durch 
die Römerherrschaft wurden die Polytheisten gehindert, Christus 
und seine Lehre zu bekämpfen. Aber nicht durch die Macht der 
Tyrannen, sondern durch Gottes Kraft wuchs Christi Reich. Die 
Helden der Frömmigkeit» früher den Menschen verborgen, wurden 
jetzt jedermann ofiPenbar, die Gottlosen aber mit furchtbaren 
Geissein geschlagen. So entfaltete sich das Christentum« eine 
Zeitlang durch Prüfungen heimgesucht, bald immer weiter und 
weiter zum Ruhme des göttlichen Logos*). 



Überblickt man die ganze Theophanie, so fallen die Eigen- 
tümlichkeiten Eusebianischer Schriftstellerei sofort ins Auge: Es 
fehlt zunächst die künstlerische Abrundung zu einem einheit- 
lichen, geschlossenen Ganzen. Wie jedes seiner grösseren Werke, 
so ist auch dies zusammengeflickt. Während Buch 1 — 3 inner- 
lich zusanunengehören, sind Buch 4 und 5 lose Anhänge. Jene 
enthalten die Dogmatik des Verfassers, diese sind im allgemeinen 
exegetischer resp. apologetischer Art. Ebenso bunt wie der Lihalt 
ist der Stil. Denn soweit man nach dem Syrer urteilen kann, 
sind die drei ersten Bücher fast in ihrer ganzen Ausdehnung mit 
derselben schwülstigen Breite geschrieben, mit ähnlich über- 
ladenen, oft geschmacklosen Bildern geschmückt und von der 
klassischen Einfachheit gleich sehr entfernt wie die Laus. Davon 

1 V4S 2 V49 3.V5Ü 4) V 51 5) V 52. 



Inhaltsangabe und Charakteristik der Theophanie. 35 

sticht das vierte Buch angenehm ab, dessen Andersartigkeit in 
dieser Beziehung allerdings durch die behandelte Materie bis zu 
einem gewissen 6rade notwendig gefordert wird. In der Mitte 
zwischen beiden steht die letzte Abhandlung, deren grössere 
Einfachheit sich wohl genügend daraus erklärt, dass sie aus 
früherer Zeit stammt. Neben dieser Unfähigkeit, den Stoff voll- 
ständig zu verarbeiten und eine Schrift aus Einem Ouss zu 
schmelzen, macht sich sodann die Gelehrsamkeit und Belesenheit 
des Cäsareensers auf Schritt und Tritt geltend. Grössere und 
kleinere Bruchstücke aus Kirchen- und Profanschriftstellem, aus 
der Bibel und den Philosophen, aus Historikern und Dichtem 
sind zahlreich in die Theophanie eingeflochten und bilden einen 
bunten, mit wenig Kunst zusammengestellten Blumenstrauss. 
Dazu kommen eine Fülle von Anspielungen, mit etwas mehr 
Geschick arrangiert, aber leider durch den syrischen Text nicht 
jedesmal deutlich zu erkennen. 

Mag Euseb an Gelehrsamkeit immerhin mit Origenes ver- 
gleichbar sein, so steht er doch als Persönlichkeit tief unter 
jenem. Vergebens sucht man einen Menschen hinter der Theo- 
phanie, vergebens strengt man sich an, das Herzklopfen des 
Mannes zu hören, der sie verfasst hat, vergebens müht man sich, 
den Pulsschlag eines warmen religiösen Herzens zu fühlen. 
Euseb ist eben nur Gelehrter, und darum verschwindet er selber 
völlig hinter seinem Werke. Der zauberische Schmelz indivi- 
dueller Eigenart, sei es auch eines Fanatikers, ist gänzlich ab- 
gestreift Weder reiche Lebenserfahrung noch grosse Gedanken, 
die bei Origenes überall gleich Diamanten durchfunkeln, be- 
lohnen die Mühe des Lesens. Ruhig und sachlich fliessen die 
Ausführungen dahin, die eine so wichtig oder so gleichgültig 
wie die andere. 

Eben diese ihm eigentümliche Mässigung und Besonnenheit, 
um derentwillen er von Konstantin geschätzt wurde, mochte ihn 
auch auf den Mittelweg zwischen den damaligen Extremen der 
Theologie drängen. Er soll Halbarianer gewesen sein ^), wohl 
weniger aus Absicht, denn aus Zwang. Dieses natürliche Wider- 

1) Wer sich für diese Frage interessiert, mag die lange Untersuchung 
Lee's (in der Einleitung zu seiner Übersetzung) nachlesen. Beachtens- 
wert ist, dass das Wort dfioovoiog in der Theophanie nicht vorzukommen 
scheint. 

3* 



36 Greasmann, Stadien zn Eusebs Theophanie. 

streben gegen klare und scharfe Formulierungen, bei denen die 
Entscheidung Für oder Wider und infolgedessen der Kampf un- 
vermeidlich ist, beföhigte ihn in besonderem Masse zu der Ab- 
fassung der Theophanie. Denn sie mutet, wenn man von vorn- 
herein die uns fremde, griechische Färbung des Christentums in 
Abzug bringt, mehr als ein populäres Werk an. Allzu spitz« 
findige dogmatische Finessen sind vermieden, schwierigere Dinge 
durch mehr oder minder glückliche Vergleiche erläutert und 
plausibel zu machen gesucht und eine ausführliche Widerlegung 
der damals vielleicht im Volke oder wenigstens unter den Ge- 
bildeten erhobenen Einwände gegen das Christentum beigefügt 
Mit diesen Augen scheint auch der Verfasser selber die Theo- 
phanie betrachtet zu haben , wenn er später einzelne dogmatische 
Partien auszog und in einer besonderen Schrift {ßaaiXixog) 
herausgab. 

Um die Exegese zu erleichtern und einzelne Gedanken und 
Ausführungen der Theophanie zu erläutern, seien diejenigen ^) 
Parallelen aus anderen Schriften Eusebs angeführt, aus denen 
man sachlich (und vielleicht auch sprachlich) lernen kann: 

JS 17. 8 D lV56ff. 

I30:lli6ff.2) IV3iff. 

1 39:17 2off. in3i9 

n 50 V Prooem 16 

Il52:64 2ff. V Prooem 17 

in 25 I l2 

in39 VIIl22ff. 

III 57— 60 IV 126ir. 

11159: 112 isff. IV 15 6 

11161:11422 ) ... 

ni71:118i2ifj • • • • ^^^''''' 

IV 3 Il7 

-SU P VII3» 

139 VIII610 

I47:25xff. VU 18* 

113— 9 n6i8ff. 



1) Eine Unmenge kann man in den Anmerkungen Lee's finden, doch 
sind sie sehr oft ganz fernliegend. 

2) Die zweite Ziffer (11 16 u. s. w.) giebt Seite und Zeile an. 



Inhaltsangabe und Charakteristik der Theophanie. 37 

II19:47i8ff. X428 

Il30:52i7ff. Xini48 

1131—40 Xm 146—1510 

1141:568« 1175 

1144:5720«: XUI Ißs-is 

II 69 V208 

n87— 92 IV 28 

Uli 148 

V2. 21 I49ff. 



Die xWassungszeit der Theophanie. 

Am Schluss des vierten Buches der Theophanie (IV 37) 
heisst es: „Indessen aber, wenn es recht ist, dass wir auch gegen 
diese die einer yemonftigen Heilung angemessene Form (eines 
Buches) abfassen, so ist es Zeit, die ,evangelischen Beweise^ auch 
hier wiederum in nützlicher Weise ihnen nahe zu bringen. Das, 
was wir früher in anderen (Schriften^)) geprüft haben, wollen 
wir auch jetzt derartigen (Leuten) erzählen, die sich von dem Ge- 
sagten nicht haben überzeugen lassen.'* Ahnlich lautet es am 
Anfang des fünften Buches (V 1): „Indessen aber wollen wir zum 
Uberfluss das gegen sie wieder aufnehmen, was wir auch schon 
früher in den ,EYangelienbeweisen' durch Fragen geprüft haben." 
Daraus geht klar hervor, dass die Demonstrationen vor der Theo- 
phanie geschrieben sind. Mit Unrecht behauptet also Lee (Über- 
setzung S. XXI), dass diese entstanden sei „before either the 
Praeparatio or the Demonstratio Evangelica was written." Sein 
allgemeines Argument, dass die Theophanie als das populärere und 
nützlichere Werk vor jenen 2) gelehrteren und umfangreicheren 
Schriften verfasst sei, halt gegen die oben angeführten deutlichen 
Worte Eusebs nicht stand ^), Damit ist der terminus a quo be- 
stimmt *). 

1) Besser wohl Singular trotz der Plaralpunkte. 

2) Praep. and Dem. gehören eng zusammen und sind wohl zur selben 
Zeit publiziert, weil beide aufeinander verweisen. 

3) Lee hat nicht erkannt, dass f^i^iafio^ f^&uCUl^ oder 

^^Ojl^Of<l 'i\ den Buchtitel evayY^Xucdl SatoSeiSeiq wiedergiebt 

4) Preuschen (Protest. Realencyklop.* Bd. V 615) giebt die Jahre nach 
311 als Entstehungszeit der Dem. und Praep. an. Aber sein Beweis steht 
auf recht schwachen Füssen. Denn Dem. III 5 78 f. ist ohne jede Änderung 
in die Theophanie aufgenommen« Andererseits macht er fOr die spätere 
Ab&ssung der Theoph. V 52 geltend, während doch dies Kapitel aus dem- 
selben dritten Buche der Dem. entlehnt ist! 



Die Abfassnngszeit der Theophanie. 39 

Die Theophanie gehört zweifellos in die letzte schriftstelle- 
rische Periode Eusebs. Dafar lassen sich folgende Grande an- 
führen : 

1. Theoph. m 36 (== HkL 258i6ff.) scheint auf das 321 von 
Konstantin erlassene Sonntagsgesetz zurückzublicken. 

2. Conybeare^) in seiner eingehenden Untersuchung der 
eusebianischen Form von Matth. 28 19 ist zu dem Resultat ge- 
kommen: der textus receptus finde sich bei diesem Schriftsteller 
erst nach dem Konzil von Nicaea. Nun wird dieser aber Theoph. 
IV 8 gelesen und sicher^) vorausgesetzt. 

3. Nach der Schilderung der geschlechtlichen Ausschweifun- 
gen und der Dämonengreuel zu Baalbek (= Heliopolis am Liba- 
non) heisst es (II 14): „Aber jetzt (befindet sich) .... diese 
Stadt allein in diesem krankhaften Wahnsinn; früher nämlich 
litten Myriaden derart". Demnach wird der Astartetempel zu 
Aphaka, von dessen Zerstörung Euseb in der Laus c. 8 und in 
der Vita III 55 berichtet, als nicht mehr existierend vorausgesetzt. 
Seine Vernichtung fand etwa um 330 statt ^); eine viel frühere 
Zeit ist jedenfalls kaum wahrscheinlich. In der Praep. IV I622 
lautet es noch ganz anders: st Xoyloaio ra rrjg ijttQQtixov xal 
dxoXaOTOV jtoQvelag avxAv rfjg iv ^HXlov jcoXet rfjg ^otvlxjjg 
slötxi VW ijtcxejiovfieva xal xaga jtXdaxotg aXXoig dpB-QcoJccov, 

Aus diesen Gründen kann zwischen der Entstehung der Laus 
(335) und der Theophanie kein grosser Zwischenraum liegen. 
Bemerkenswert ist nun, dass die Theophanie mit Laus c. 11 (in 
der Mitte) beginnt und den ganzen zweiten Teil dieser Schrift 
enthält (mit Ausnahme des Schlusskapitels), dass sie dagegen 
mit der ersten Hälfte der Laus nur wenige Bruchstücke gemein 
hat, die wörtlich identisch sind (HkL 19626—1976; 208i8— 21; 
21232—21318; 21421—2154. Teilweise Anklänge 1988flf. 222iiff.). 
Ein grösserer Abschnitt (21734—21832) ist überarbeitet^). 



1) Zeitschrift für Neutestamentl. Wiss. 1901. S. 282. No. 25. 

2) Die von Conybeare vorgebrachten Zweifel sind haltlos (vgl. u. zu 
Theoph. IV 8). Dass die Theoph. beide Formen von Matth. 28 19 bietet, 
beweist nichts, da auch die Laus noch die eigentümlich eusebianische Fas- 
sung enthält, obwohl diese Schrift doch sicher nach 325 entstanden ist. 

3) SoBurckhardt: Die Zeit Constantins des Grossen. Basel 1853. S.406. 
4} Man beachte , dass dieser Abschnitt nicht nur in N, sondern auch 

in J fehlt. 



40 Gressmann, Studien zu Eusebs Theophanie. 

Mit Recht hat WeDdland ^) in engem Anschiuss an Heikel 
(doch teilweise gegen ihn) nachgewiesen, dass die Lans ursprüng- 
lich ans zwei Schriften bestand, von denen die erste {xQiaxov- 
rasTfjQixog) c. 1—10, die zweite {ßaotXixoq) c. 11 — 18 umfasste. 
Man hat gegen die Priorität der Theophanie behauptet, dass Easeb 
kein schon publiziertes Buch habe vortragen dürfen^). Dieser 
Einwurf wird hinfallig, wenn die Tricennatsrede in der That 
nur von c. 1 — 10 reichte. Aber man kann im Gegenteile Aragen: 
da die Theophanie gewissermassen die Dogniatik des Eusebius 
systematisch darstellt und zu diesem Zwecke alle hierher ge- 
hörigen früheren und späteren Ausführungen, soweit sie wert- 
voll erschienen, noch einmal zusammenfasst ^) — warum ver- 
wendete dann der Verfasser bei seiner Vorliebe, sich selber 
auszuschreiben, die in der Tricennatsrede enthaltenen allge- 
meineren religiösen Betrachtungen nicht? Hätten sie ihm vor* 
gelegen, als die Theophanie entstand, so musste er sie bei 
seiner schriftstellemden Methode stärker ausnutzen, als es ge- 
schehen ist Daraus folgt, dass die Rede damals noch nicht ge- 
halten war. 

Für die Priorität der Theophanie vor dem ßacilixog lassen 
sich vielleicht^) folgende innere Ghründe geltend machen: 

1. Theoph. n 4, wo von der Vergötterung der öroixsla ge- 
redet wird, fehlt in der Laus (nach 235 21 earr^oav), obwohl die 
Thatsache dennoch hinterher in der Zusammenfassung (L 2378) 
erwähnt isi Demnach sollte sie auch vorher angeföhrt sein. 
Falls man also keine Textlücke in der Laus annehmen will, bleibt 
nur die Erklärung übrig, dass Euseb das ihm bereits vorliegende 
Kapitel der Theophanie als nebensächlich strich, dagegen die 
später folgenden, sich hierauf beziehenden Worte ra ye cxotx^la 
zu tilgen vergass resp. es für überflüssig hielt. 

1) Berliner philol. Wochenschrift. Jahrgang 22, No. 8 Spalte 232 f. 

2) So in Smith-Wace, Dictionary of Christian Biography iinter „Euee- 
bius" (nach Hkl. CVI Anm. 1). 

3) Der Ton Preiuchen erhobene Vorwurf, Euseb habe nicht die Fähig- 
keit besessen, seine Anschanangen zu einem geschlossenen System zusammen- 
zufassen, lässt sich in dieser Allgemeinheit nicht aufrecht erhalten. 

4) Vielleicht läset sich auch das Gegenteil begründen. Es liegt in 
der Natur der Sache, dass man hier sehr schwanken kann. 



Die Abfaesangszeit der Theophanie. 41 

2. Während in der Laus c. 13 eine Disposition wenigstens 
einigermassen ^) erkennbar ist, so ist dies in dem ungefähr ent- 
sprechenden zweiten Buche der Theophanie gänzlich unmöglich. 
Das Formlose aber ist früher als die Form. Die Unordnung 
kann bei einem Schriftsteller nicht aus der Ordnung entstehen. 
Jenes Kapitel lässt sich etwa auf folgende Weise disponieren: 

A) Die Verehrung der falschen Götter 235 18—2376 

B) Die hierin sich äussernde Verkehrtheit 2376—2389 

C) Die Folgen dieser Verderbtheit 238 lo— 24026: 

a) Menschenopfer 238io— 239i8 

b) Kriege 239 19—2409 

c) Lasterhaftes Leben 2408—18 

d) Unnatürliche Sitten 240i9— 85. 

Dagegen die Theophanie: 

A) Die Verehrung der falschen Götter II 3—12 

B) Die hierin sich äussernde Verkehrtheit II 13 

C) Das daraus folgende lasterhafte Leben II 14 — 18 

D) Die (meist) falsche Götter lehrende Philosophie II 19— 49 

E) Die schlechten Orakel der Götter II 50—52 

F) Die Folgen des Polytheismus: 

a) Menschenopfer II 53—64 

b) Kriege II 66—78 u. s. w. 

Äusserst ungeschickt drängt sich hier 2) zwischen C und F, die 
in der Laus ganz gut zusammengestellt sind, die Polemik gegen 
die Philosophie und Orakel ein. An dem Faden der Laus hätte 
selbst Euseb zu einer besseren Disposition gelangen müssen. 

1) Von der Vergötterung sterblicher Menschen ist 2364 ir., nachher aber 
noch einmal siflr. die Rede, ohne dass man einsieht, warum diese Ausfüh- 
mngen auseinandergerissen sind. 

2) Im einzelnen steht man öfter vor völligen Rätseln. Dass die Peri- 
patetiker erst c. 42 drankommen, während die Aristoteliker schon c 20 
besprochen sind, lässt sich am Ende begreifen, wenn beide ftir Euseb nicht 
identisch waren. Immerhin hätten sie wegen der Ähnlichkeit ihrer Lehre 
zusammengestellt werden müssen. Dagegen list es schlechterdings unver- 
ständlich, warum von den Stoikern c. 43 nach c. 21 noch einmal fast mit 
denselben Worten (nur kürzer) die Rede ist. Waxum ist femer die Be- 
sprechung der Orakel in c. 50—52 und 79. 80, warum sind die Eriegsan- 
gaben c. 66 — 68 und 77 so weit voneinander getrennt? 



42 GressiuanD, Sfcudien za Kusebs Theophanie. 

3. Die Theophanie bringt III 55 — 60 vier Grande für die 
Notwendigkeit des Todes ChristL Er musste sterben: 

a) um den Tod su besiegen; 

b) um sich als Gott zu erweisen; 

c) um ein Schutzmittel gegen die Menschenopfer zu schaffen ; 

d) um den Glauben an ein ewiges Leben zu starken. 
Damit stimmt die Laus (245 lo — 248 2s) sachlich überein, nur ver- 
einigt sie a und d zu Einem Beweise, was sie in der That auch 
sind. Denn wenn der Tod nicht mehr Herrscher ist, so ist eben 
das Leben an seine Stelle getreten. Der ßaOcXixog ist also besser 
durchdacht und demnach später. Erhärtet wird dies durch die 
auffallige Erscheinung, dass in den Demonstrationen lY 12 6f. der 
unter c angeführte Beweis noch in drei Argumente auseinanderfallt. 

Nach alledem ist die Priorität der Theophanie vor der ganzen 
Laus wahrscheinlich ^). Jene mag also etwa um 333 veröffent- 
licht sein. 



1) So auch Heikel. 



Charakter der syrischen Übersetzung und Wert 
der aufgestellten Varianten. 

Die syrische Theophanie ist ohne allen Zweifel von Anfang 
bis zu Ende nicht syrisches Original, sondern eine Übersetzung. 
Das lehrt auf Schritt und Tritt der vollkommen griechische Stil, 
der sich im Syrischen so wunderlich ausnimmt, wie etwa das 
sogenannte Deutsch in den lateinischen Übungsbüchern von Oster- 
mann. Das beweisen femer die Bedeutungen der syrischen 
Wörter, die im Zusammenhang oft erst dann verständlich werden, 
wenn man das zu Grunde liegende griechische Wort kennt. 

Dass der Übersetzer bei seiner Arbeit peinlich genau ver- 
fahren wollte, ist zweifellos. Denn: 

1) Er bemüht sich durchgehends, den griechischen Artikel 
in seiner Sprache wiederzugeben. Da aber der Status emphaticus 
fast jede Bedeutung verloren hat, so greift er zum Pronomen, 
das übrigens Euseb häufig in derselben Weise verwendet (vgl. 
Heikel LXXXf.). 

2) Wenn irgend möglich, behält er, wie schon erwähnt, die 
nicht semitische Unterordnung sowie die Verschränkung der ver- 
schiedenen Satzteile, dem Original getreu entsprechend, bei. 

3) Selbst die Partikeln und die Pronomina werden, so weit 
es überhaupt geht, mitunter ausgedrückt; z. B. 64i8*): Au»^ 
KiiO.ia =^xaz(o Jtov oder 429: ^cq.i ^cohsÖMr^ = dä£Xq)a 
TOVTOov oder 42 ii: ^co.i ^cniso^j^ ^=tovtcop iQfirjvia u.s.w. 

Die Absicht, dass der Übersetzer möglichste Treue erstrebte, 
ist demnach nicht zu leugnen. 2) Aber er war keine Maschine, 

1) Die Citate in diesem Abschnitt beziehen sich sämtlich anf den 
Syrer. 

2) Vielleicht ist auch eine oder die andere etymologische Übersetzung 
diesem Bestreben entsprungen, so sicher fzijSsfjiia = fjtTjöe ßla. 



44 Gressmann, Stadien zn Eusebs Theophanie. 

die ohne jede Unregelmässigkeit arbeitet Wie es dem mensch- 
lichen Geiste nur natürlich ist, waren vielmehr Unebenheiten xmd 
Ungenauigkeiten gar nicht zu vermeiden, und sie finden sich in 
der That in Menge. Es ist für die Textkritik von grosser 
Wichtigkeit, diese Abweichungen von dem geraden Wege zu be- 
obachten, die schliesslich zum Teil auch mit einer gewissen 
Regelmässigkeit stattfinden: 

1) Von allen drei oben angeführten Beispielen der Genauig- 
keit giebt es Ausnahmen in Fülle, sie gelten also nur a parte 
potiori. Beachtenswert ist namentlich, dass ausser den Partikeln, 
die überhaupt nicht wiedergegeben werden können wie [tiv^ 
ye u. s. w., fast überall da, wo zwei mit einander verbunden sind, 
die eine nicht ausgedrückt wird, so z« B. 6^ nach öio und ovrco; 
X7I nach codc; rot nach rovr^; yaQ nach aXXa (895 149s); xaXiv 
nach av\ ovv nach ö^ra; xoxi nach rlq u. s. w. Es ist in der 
That genügend, wenn nur eine übersetzt wird. Aus demselben 
Grunde fehlt auch x\q öfter nach aXXoq % und werden die Pro- 
nomina, vor allem im Genetiv wie ovrov, xovxov^ CtpAv, auch 
olxelcov durch ein blosses Suffix ersetzt: 2ii. is 19 ii 4482 19Si2 

200 21. 22 U. S. W. 

2) Die Partikeln entsprechen sich nicht immer genau. Wo 
man ^.i erwartet, steht Ti^ u. s. w. Vielleicht ist ein, wenn 
auch geringer, Unterschied der Bedeutung in beiden Sprachen, 
sodass sich ii^ und yag nicht völlig decken. Deshalb wird 
an manchen Stellen die Übereinstimmung ungenau sein dürfen. 
Auch ein mehr oder weniger falsches Verständnis des Sinnes 
kann den Übersetzer veranlasst haben, bewusst eine andere 
Partikel zu wählen. Jedenfalls darf man nicht ohne weiteres 
schliessen, dass er thatsächlich so gelesen habe. 

3) Kleine Wörter, die far den Sinn nichts austragen, werden 
fortgelassen, so sehr häufig: r}^: 326 89 10 18 u. s. w., femer 
xal = auch; Jtoxi; elxa; xciv bei Redensarten wie xlg ,tc5i>* Ig 
alcivog, xlg ,tc5^ iv CXQaxelcug u. s. w. 

4) Auf der anderen Seite werden bisweilen selbstverständ- 
liche Wörter hinzugefagt oder aus dem Vorhergehenden wiederholt^ 
so: 9r xov jtavxog + y,Welt"; 9i3 ?ra + „Mensch"; lln xXelovg 

1 1 Beweise kann man im Lexikon unter den betreffenden Wörtern 
leicht finden. 



Charakter der syr. Übersetzung und Wert der au^eBtellten Varianten. 45 

+ „Söhne"; 681 JtQog yscogylav + „erforderlich"; ferner: sehen + 
„mit den Augen" ; hören + „mit den Ohren" u. s. w. 6 Xoyog 
wird, wo Euseb sein Buch meint, mit „unser Wort*\ und ebenso 
o omzi^Q mit „unser Erlöser** durchgängig übersetzt.^) Dagegen 
ist die Sitte, Einen griechischen Ausdruck mit zwei syrischen 
Wörtern wiederzugeben % in der Theophanie nicht nachweisbar. 



1) Es sei hier bemerkt, dass das blosse f<b01& = 6 aaniJQf wenn 
ich richtig beobachtet habe, überhaupt in der ganzen Theophanie nicht 
(oder höchstens ganz selten) vorkommt. Mir ist es nur in der Bedentong 
ücuTijgtog und in Verbindungen wie «-»3 Kboiä u. s. w. im Gedächtnis. 
Vielmehr findet sich durchgängig ^O^ oder ^1 Kboiä. Beides 
heisst „unser Erlöser*^ Ich habe meist angenommen, dass jenes die Über- 
setzung von 6 <jttiri7(>, dieses von awxtiQ ^fiwv oder 6 ^ßheQoq aioxriQ 
sei. Im allgemeinen wird dies wohl richtig sein, im einzelnen aber trifft 
es nicht immer zu, wie man aus dem Lexikon ersehen kann. Bei der 
Variantenvergleichung bitte ich dies zu berücksichtigen. 

2) wie z. B. in der Schrift des Titns von Bostra gegen die Manichäer: 



I21 Xoyia/jKov 


- 288 






280 aSioQ^itnov 


- 387 




r^^CUfiDr^O r^lO^ 


221 3» ddtxlav 


- 327 480 


f^ct^^O f<\ä^ 


288 dnayoQSvotv 


^ 388 




r<lakZ.O&.i ri^Cu^o^ 


289 naiSaywytf^Sjvai 


-- 410 






36 öiißaXov 


— 4iö 




o\j\oo al.i^ 


3? awixeav 


« 4l8 






3 15 vniQoyxov 


- 486 




Ktux^o rdai 


381 SiaßoXijv 


- 488 




.,01^1^0 .^^^^iu 


3 88 öioixijaewg 


= 484 




t^(&iCUl=9.lMO rih\e\\D 


333 oLVttnodeixTov 


- 5i 




380 xaküig 


=- 58 






380 oixBtai 


-- 58 






XL 8. W. 






U. 8. W. 



Die Möglichkeit soll nicht bestritten werden, dass Derartiges in der Theo- 
phanie hin und wieder sich auch findet (vgl. zu 17684). Wohl aber lässt 
sich dies nirgends mit Sicherheit ausmachen. Nebenbei bemerkt folgt aus 
dieser Thatsache, dass die Übersetzer beider Schriften verschieden sein 
müssen. 



46 Gressmann, Stadien zu Eusebe Theophanie. 

5) Statt des Plurals bietet der Syrer ausserordentlich häufig 
den Singular; manchmal muss es an den Abschreibern liegen, die 
die Punkte yemacfalässigt haben, manchmal aber ist es eine Freiheit 
des Übersetzers; vgl. 29 cD^c3a2o; 224 Kfaio; 3i KlfiaiM^; 
48 CD^CUttt^; 5io r<^it&; 78 f^d\Ob.i&A; 44? c^^Cüoiwifio; 
7723 f^tfloa u. s. w. Oder aber umgekehrt statt des Singulars 
den Plural: 2 21 r^tl&a.i; 63 f^&^ciO^; 82 r^^TaiAfiD.i u. s. w. 

6) Öfter ist ein o hinzugesetzt, öfter wird es vermisst, be- 
sonders bei Aufzählungen, vgl 2 13 826 4 1 610 85 u. s. w. Oder 
das Nebengeordnete wird untergeordnet, z. B. 96 19 K^iAda».«! 
= mit verborgener Kraft „und" unsichtbarer Hand; 101? f^i^^.i 
= ^aV öaQx6q\ I8626 «<liaz..*| u. s. w. *) 

7) Bisweilen schiebt Syrer h>^f^ ein, das im Griechen 
fehlt, z. B. 74 12i2 97? I2O12 17425 194? u. ö.; bisweilen, aber 
verhältnismässig selten, f^hsoa^ 1878 197 19. 

8) Zur Umschreibung von Verbalformen dient, wie es scheint, 
einmal .*|a^ 94 19, zweimal Kla^ 2 13 100 is; um den Superlativ 

kenntlich zu machen, wird Aa ^ viel gebraucht; vgl. das 
Lexikon unter jE».ia, lAuSO, A^ u. s. w.^) Um jtav- in Zu- 
sammensetzungen wiederzugeben, ist t^so angewandt u. s. w. 

9) Auf Schritt und Tritt begegnen endlich Fälle, in denen 
der Syrer ein Substantivum in ein Adjektivum (und naturlich 
auch umgekehrt), ein Passivum in ein Aktivum, ein Adjektivum 
in ein Adverbium (sehr sonderbar 12 15 AuKkiijjf^; 91 1 926 
ivftf^Afia^; 9826 ^«^^.UJ u. s. w.), seltener (es ist übrigens auch 
weniger Gelegenheit dazu vorhanden) Fälle, in denen er die 
Frage- in Aussagesätze (92 20 936 163 2s 20526), die indirekte in 
direkte Rede (besonders 207 iir.) verwandelt. Vereinfacht werden 
öfter Präpositionalausdrücke (z. B. o öl" avx&v Xoyoq = ,.ihr 
Wort", vgl. 1058 20724 2O85 209<j u. s. w.) und Relativsätze 
(197 10 1998). 

In allen diesen Beispielen handelt es sich um üngenauig- 

1) Doch beachte man den easebianischen Sprachgebraach (Heikel LllI 
die ersten Zeilen). 

2) Es ist möglich, dass auch A^ allein häufig in freier Weise hinzu- 
gefügt ist. Mit Sicherheit wird sich das allerdings kaum ausmachen lassen. 
Doch ist hier Vorsicht am Platze. 



Charakter der ßjrr. Übersetzung und Wert der aufgestellten Varianten. 47 

keiteo, die leicht begreiflich und entschuldbar sind, weil sie selbst 
bei der peinlichsten Sorgfalt kaum vermieden werden können. 
Dagegen sind etymologische Übersetzungen weniger erlaubt, weil 
sie im Grunde doch auf ein mangelndes Verständnis zurückgehen. 
Gegen die Zerlegung von ovdeig in ovö^-elg (vgl. Lex. unter 
.Uj f<d&f^o) lässt sich allerdings nichts einwenden. Die ety- 
mologische Wiedergabe der musikalischen Ausdrücke öiaxovog 
und öie^evyfiiva 5i3 war am Ende nicht zu vermeiden. Allein 
"Wörter wie eg)T]ßog 65 15, a^Qoq 90 lo, dfiiXei{?) 155 is, jtQoaliq 
18626 hätten besser übersetzt werden können. 

Eine völlige Freiheit hat sich häufig der Übersetzer in der 
Reihenfolge der aufzählenden, mit „und" verbundenen Wörter 
(Substantiva und Adjektiva) erlaubt*) vgl. 64 1? 67i7. 21 8624 90 1? 
9525 1028 111 21 u. s. w. Bisweilen zieht er die Adjektiva gänz- 
lich willkürlich zu einem Substantiv, zu dem sie nach dem Ur- 
text nicht gehören, bisweilen verderbt er gar die Satzkonstruktion, 
z.B. 93 10 96? u. s.w. 

Mitunter hat der Übersetzer die Bedeutung einzelner Wörter 
im Zusammenhang nicht richtig erfasst, mitunter auch Verwechs- 
lungen begangen, so 4i4 xoöfioq: „Welt" (sollte „Ordnung" 
heissen); 522 iQyaöri^Qiop: Kunst (statt: Kunstwerkstatt); 13 19 
jtotoxriQ'. Werk (statt: Eigenschaft); 42i8 oXxoq: schwer (statt: 
fortziehend); 444 898 119 12 öidaaxaXsla: öiöaoxaXla; 64 13 toj: 
Tq5; 94i8 xaza2.X7]Xog: einander (statt: entsprechend); 996 öia- 
xQißri'. Lebensweise (statt: Wohnung); 143 2s XQ^^- ZPßo//a«; 
145i9 iyxsiQl^ofiai?: wollen (statt: anvertraut werden); 187i7 t?jv 
aQX^Pi ani Anfang (statt: überhaupt); 191 20 dpaTelveod'ai: aus- 
strecken (statt: drohen); 203 1 evöei^ig: Beweis (statt: Anklage) 
u. s. w. Einer Unaufinerksamkeit werden auch zugeschrieben 
werden dürfen die Verwechslungen von jtaXtvcpölav 948 mit 
jiaXiyysveölav; von fieraßaXofisvag 96 1 mit fieraXaßofiipag; 
97 18 jtaQayxa)viOa(i6vog mit xagayopiöa/iBvog; IOO20 jtjLrjxtQq} 
mit jiijxrm; 111 5 vjtoöeöeyfiivovg mit vjtodedEiyfiepovg; 179 u 
(irjXoßoTOP mit (iTjXoßotTiP, Doch ist nicht ausgeschlossen, dass 
der Syrer in einigen der angeführten Fälle thatsächlich so ge- 

1) Bei der Yariantenaufstellung ist dies daher sehr selten erwähnt. 
Eine besondere Schwierigkeit dagegen war dies bei der Abfassung des 
Lexikons. £9 musste in jedem Einzelfalle erwogen werden, ob die Reihen* 
folge der Attribute u. s. w. im Syrer und Griechen sich entspricht. 



48 Qressmann, Stadien sa Eosebs Theophanie. 

lesen hat. Auf den Übersetzer muss man wohl zurückfahren, 
wenn 8928 182i7 ein falsches ^ steht, das yeranlasst wurde 
durch das im Urtext vorkommende vjto beim Passivum, während 
dies doch bei der Übertragung ins Aktivum verwandelt wurde. 
Vielleicht gilt dies ebenso für einige der Stellen, wo ein „nicht^ 
zu viel oder zu wenig im Syrer sich findet Doch ist mit Sicher* 
heit nichts darüber auszumachen. 

Besonders beachtenswert ist noch die Thatsache, dass der 
Übersetzer Wörter falsch wiedergiebt, die er vorher schon richtig 
verstanden hat So öiatQiß^ 97 12 richtig = fOöf^, 996 Msch 
= f^i.ao.i; TfiP OLQXV^ 184 19 richtig = tart^, 187 1? falsch = 
KllCüB^); xaraXkrjXog 94 18 falsch = .*|jj.*i .uj, aber wenigstens 
hinterher richtig 99 16 = 7&jjl& und 150 12 = ^i^baix.. 

Im grossen und ganzen ist die griechische Vorlage, die 
der Syrer benutzt hat, vorzüglich gewesen. Denn die Zahl der 
Stellen, an denen man die uns überlieferten Urtexte durch ihn 
verbessern kann, steht in keinem Verhältnis zu derjenigen, die 
sich aus der Summe der Stellen ergiebt, welche man mit an- 
nähernder Sicherheit als Verderbnis des griechischen Textes beim 
Syrer feststellen kann. So 2i6 xP^^P^goa (auch griech. Var.) 
statt XQ^og>oQa; 64 is dd-aparoig? statt d-avaroig; 979 ov ^iva 
statt xQO^Bva; 112 12 xQa^emq statt jtaQaxa^BG}g\ 153 17 xQoxov 
statt TOI' jrpo; 1926 ogao^ai statt oi^aa^a^; 1963 fiad^räv statt 
fiad-fifidrcav; 1972 jtaQayYiXXovrog statt jtQoayy^XXoPxog; 203 19 
jtQO statt JtQog. In einigen dieser Fälle wird es sich am Ende 
um ein Verlesen des Übersetzers handeln. 

Damit ist ein Urteil über die syrische Übersetzung der Theo- 
phanie möglich. Sie verdient trotz der mancherlei Mängel volles 
Lob wegen ihrer peinlichen Akribie und Treue, die kaum grösser 
sein könnte. Aus diesem Grunde ist sie äusserst wertvoll für 
uns dann, wenn wir das griechische Original besitzen d. h. für die 
Textkritik, zumal sie, wie ihr Alter ') vermuten lässt und wie die 
Thatsachen lehren, einen bedeutend besseren griechischen Urtext 
kannte, als er uns heute zur Verfugung steht. Dagegen ist sie, 

1) Die HandBchrift, in der die syrische Theophanie enthalten ist, will 
(nach Lee, Cbersetzong S. XII) aus dem Jahre 411 n. Chr. stammen. Sie 
i«t in der Stadt Edessa geschrieben (ib.)» wo auch wohl die Übersetsong 
entstand (vgl. n. zu S SG). 



Charakter der syr. Übersetzung und Wert der aufgestellten Varianten. 49 

wie jede Interlinearübersetzang, als sprachliche Leistung unge- 
nügend und bereitet der Enträtselung des Sinnes und Zusammen- 
hanges — namentlich ohne den Urtext — die grössten Schwierig- 
keiten. Daher ist sie für die Exegese ziemlich unbrauchbar. Man 
kann sie freilich übersetzen, aber die Gewahr, dass man richtig 
verstanden hat, ist selten gegeben. 

Für die yorliegende Arbeit kommt es besonders auf die Ver- 
wertung der Theophanie zur Textkritik an. Bei der Aufstellung 
der Varianten war Folgendes zu berücksichtigen: 

1) die Ungenauigkeit der Übersetzung; sie ist oft auf den 
ersten Blick erkennbar, wenigstens wenn man sich in die Art 
und Weise der Wiedergabe vertieft hat Wo demnach die Über- 
einstimmung beider Texte ohne weiteres durchsichtig ist und auf 
der flachen Hand liegt, erschien es unnötig, diese DifPerenzen 
anzufahren. Man hätte sonst noch einen Band füllen können, 
ohne eine wertvolle Arbeit zu liefern. Zum Ersatz dafür sind 
oben die zusammenfassenden Beobachtungen gegeben. Falls un- 
genaue Wortübersetzungen mehr als einmal sich finden, sind sie 
bei der Einzelstelle nicht notiert, sofern nicht irgend ein beson- 
derer Anlass, etwa eine innergriechische Variante, es verlangte. 
Sie sind vielmehr als stereotyp aufgefasst und daher aus dem 
beigefagten Lexikon zu ersehen, das man also beständig zu Rate 
ziehen muss. Sehr schwierig ist der Fall, wo einzelne Ausdrücke 
zwar sachlich, aber nicht wörtlich sich decken. Hier ist eine 
Entscheidung oft ganz unmöglich. Denn zweifellos hat der Über- 
setzer häufig griechische Phrasen frei nach seiner eigenen Sprach - 
weise wiedergegeben, wie man aus den griechischen Fragmenten 
der Theophanie erhärten kann. Aber wo diese fehlen, wird man 
nie mit Sicherheit behaupten können, dass eine freie Übersetzung 
vorliegt. Denn 

2) war zu beachten, dass Euseb die Gewohnheit hatte, bei 
Selbstcitaten stilistisch zu ändern und zu bessern. Das ist sonst 
schon nachgewiesen (vgl. Heikel S. XXIX) und geht auch aus 
dieser Arbeit hervor. Aber die Veränderungen sind manchmal 
so geringfügiger Natur, dass es schwer sein dürfte, sie aus einer 
Übersetzung immer richtig zu erkennen. Bei sachlichen Unter- 
schieden ist dies eher gewährleistet als bei Sinnvarianten, zwischen 
denen, selbst wenn sie griechisch vorliegen, nach dem Syrer zu 
entscheiden öfter ganz unmöglich ist. Eingegangen ist daher auf 

Texte 11. ünterBuchnngen. N. F. Vm, 3. 4 



50 Gressmann, Stadien zu Eosebs Theophanie. 

diese nur in den Fällen, wo das zu Grunde liegende griechische 
Wort mit annähernder Sicherheit bezeichnet werden konnte. Das 
Schweigen gilt als non liquet. 

3) war jedesmal die Möglichkeit zu erwägen, ob nicht der 
Syrer etwa den griechischen Ausdruck missverstanden und daher 
zu seiner Übersetzung gekommen sei, oder ob nicht yielleicht 
einer der beiden, am Ende gar beide Texte verderbt seien. 

Aus dieser Übersicht ist klar, dass eine Fülle von Möglich- 
keiten vorliegt, um eine Verschiedenheit beider Texte zu erklären. 
Man ist keinen Augenblick vor dem Straucheln bewahrt Daraus 
folgt — und das darf man nie aus dem Auge verlieren — , dass 
sich mit absoluter Sicherheit hier überhaupt nichts ausmachen 
lässb Es konmit auf das Taktgefühl an, wie weit man das Wahr- 
scheinlichste herauszufinden vermag. Jede Variante, die im Fol- 
genden aufgestellt ist, verlangt ein „ Vielleicht*' hinzugedacht, 
auch wo dies nicht ausdrücklich bemerkt ist Jede Variante hat 
nur bedingungsweise Geltung: „wenn^ der Syrer genau übersetzt 
hat u. 8. w. *) 

Für mich bedeutet also Variante nie die Eonstatierung der 
Thatsache, dass der Syrer so gelesen hat, sondern dass er sich 
so ausdrückt, als hätte er so gelesen. Das gilt auch in den 
Fällen, wo die Variante nicht auf deutsch, sondern auf griechisch 
angegeben ist Es schien nämlich häufig nützlicher, die Ab- 
weichung in dieser Weise festzustellen, weil es vielfach bedeu- 
tend einfacher war und weil es meist dem Urtext näher führte. 
Denn wie sollte man sonst klar machen, dass der Syrer olxov- 
liivri und nicht 7^, dass er <p<DVfi und nicht Xoyoq^ dass er yiv^ 
pijfia und nicht vlog u. s. w. las? Aber apodiktische Gewissheit 
ist auch hier ausgeschlossen. rJ)^^*^ Urtext ist für uns immer 
unerreichbar. Wir können nur versuchen, ihm so nahe wie 
möglich zu kommen^). Unter den aufgestellten Varianten sind 



1) Vgl. aach V. Ryssel: Über den textkritischen Wert der syrischen 
Obersetcongen griechischer Klassiker. II. Teil S. 3 ff. Programm des Nicolai- 
gymnasiams. Leipzig 1881. 

2) Von hier ans ist anch zu beurteilen, wenn versncht worden ist, 
kleinere Partien, von denen einige abgerissene Bmchstücke aufgetrieben 
werden konnten, griechisch zu rekonstruieren. Als Absicht war überdies mass- 
gebend, hierdurch ein besseres und leichteres Urteil namentlich über dasVer- 
hftltnis der Theophanie zur Laus and Über den VerÜEisser zu ermöglichen. 



Scbriftcharakter der syrisclieii Obersetzimg. 51 

demnach viele Scheinyarianten, die in keinen Text aufgenommen 
werden dürfen. Zwischen beiden reinlich zu scheiden, war nicht der 
Zweck dieser Arbeit. Sie wollte nur das Material yorlegen, dagegen 
bleibt die Sichtung den späteren Ausgaben^ der Demonstrationen 
auf der einen, der Theophanie auf der anderen Seite, vorbehalten. 

Schriftcharakter der syrischen Übersetzung. 

Die Schreibweise der Theophanie ist sehr ungenau. Denn 
bald fehlen bald stehen die Pluralpunkte, der Feminin- und Par- 
ticipialpunkt, bald richtig und bald falsch. Zwischen ocd und 
oöi, zwischen f<l\o und r^a u. s. w. ist oft nicht, oft falsch 
unterschieden. Diese Fehler sind so häufig und andererseits so 
klar, dass sie meist nicht korrigiert sind. Ausgenommen in den 
Fällen, wo es für den Sinn wesentlich war, und namentlich wo 
Lee infolgedessen unrichtig übersetzt hat. 

Besonders beachtenswert ist die äusserst defektive Schreib- 
weise wie r<lU>l 62, .ajui&cn 9u u. o., K2mJ&C0 345, f^W&cn 
3628, ^lao o 92 11, .*u^&C0 1305. 6 u. s. w. Man kann eine Fülle 

von Beispielen aus dem Lexikon entnehmen^). Es ist falsch, 
wenn man mit PSm dies alles verbessern oder gar, wie mir einmal 
bei ihm aufgefallen ist, besondere Formen annehmen wollte, die 
sonst nie existieren. Hierher ist am Fnde auch zu rechnen die 
(in diesem Falle aber kaum erlaubte) Schreibweise von ^A.i:da\&C0 
17825 statt ^«.iJäol^icn, oder von cbivzo lOQs statt cni\x.an, 
von f^&\j^d\o 179 13 statt r^i\z.oS^d\o und von r^dxOaiz. 9925 
statt t^i^oaov.; vgl. ferner A\», Aa, &i. Nur r^^ijjf^ 
ist öfter plene geschrieben statt f^d^lAir^ z.B. 174? 197 12 208 19; 
vgl. auch f^iu^ statt f^::iKl^ 65?. Höchst eigentümlich ist 
femer das häufiger vorkommende v<i^iafiD statt f<lsiv.CLfiD 76 
42 18 6921. Hier überall Schreib- oder Druckfehler anzunehmen, 
ist kaum erlaubt Es wird sich vielmehr um eine Erleichterung 
der Aussprache handeln wie bei den Eigennamen f<!lc\^r^ und 
j]D.^C\^jc^ 65 11. 12. 14 statt "'AyQavXog und [dyQovXlg und wie 



1) Vgl. besonders auch die Eigennamen! Wie viel freilich von allen 
in diesem Abschnitt angeführten Dingen auf Rechnung des Herausgebers 
zu setzen ist, kann nur durch eine neue Kollation entschieden werden. 

4* 



52 Gressmann, Stadien zu Eusebs Theophanie. 

bei Kl^idi statt n!^tD. Anf einen Sprechfehler ist es wohl auch 
zurückzufahren, wenn a>az., das In 442 8622 20923 richtig steht«, 
an anderen Stellen: 18? 2024 86 le 87 10 888 durch «aiaoo ersetzt 
oder wenn öoyiia stets mit f<äQ^^ wiedergegeben ist*). 
Ausserordentlich häufig sind folgende Fehler: 

1) Verwechslung von Maskulinum und Femininum: 520.22 209 
29io 308 47i6 50? 982i 11526 1324 140i6 u.s. w. 

2) Auslassung von einzelnen Wörtern, namentlich 1^ 14 10 
562 u. s. w., von einzelnen Buchstaben 3 11 12 15 107 14 u. s. w. und 
sogar grossere Lücken wie 53 17 107 13 und 190 26. 

3) Verwechslung einzelner Wörter wie 538 7622 1138 u. s. w. 

4) Unter den Buchstabenverwechslungen, die vielleicht zum 
grössten Teil auf den Herausgeber zurückgehen, sind besonders 
beachtenswert: 

a. ^und .^ 306 4223 175s 

b. » und j 6424 885 945 1508 1696 2075 

c. A. und j 98i 1355 176i4 

d. jju und ijj 67i8 7l8 72i4 79i6 

e. 2« und .o 1535 188l5 

f. .1 und 1 (sehr häufig). 

u. s. w. u. s. w. 
Es ist unmöglich, alle diese Fehler dem Übersetzer zur Last 
zu legen. Vielmehr muss^ man annehmen, dass die syrische 
Theophanie, so wie sie uns heute vorliegt, schon durch zwei oder 
drei Hände gegangen ist. Zieht man den besonderen Charakter 
der syrischen Schrift in Betracht, die zu Verwechslungen genug 
Anlass bietet, so wird man dennoch sagen müssen, dass die 
Überlieferung der Übersetzung gut ist. 

Yollständigkeit der syrischen Übersetzung. 

Angelo Mai hat die Behauptung aufgestellt, dass die syrische 
Theophanie nur ein Bruchstück sei der unter diesem Namen 
verfassten Schrift Eusebs. Aber Heikel verneint dies mit Recht 

1) Ebensowenig darf man wohl korrigieren, wenn «^oiOLiJLs 41 tt 
78 a6 als Maskulinttin behandelt ist, ähnlich wie f^oOfiO. 



Vollständigkeit der syrischen Übersetzung. 53 

Aus der 'S. 1 — 34 gegebenen Inhaltsübersicht geht hervor, dass 
Buch I — III ein geschlossenes Ganze bilden, während Buch IV und 
V zwei lose Anhänge sind. Deswegen aber darf man noch nicht 
leugnen, dass das Ganze Ein Werk sei, wenigstens im Sinne Eusebs. 
Denn dieser Schriftsteller hat manche nur zusammengestückelte 
Sachen veröffentlicht. Davon zeugen die Demonstrationen und 
Präparationen und mehr oder weniger auch die Kirchengeschichte ^). 

Vielleicht ist Angelo Mai durch das vierte Buch auf seine 
Behauptung gekommen. Denn die meisten Stücke der Katenen, 
die uns unter dem Namen der Theophanie Eusebs überliefert 
sind^ müssten bei ihrem exegetischen Charakter hierhinein ge- 
hören. Nun ist in der That das vierte Buch fast völlig disposi- 
tionslos. Teilweise fehlt, abgesehen von den Überschrifben, jede 
äussere Verbindung. Man vergleiche den Übergang von c. 11 zu 
12, von 23 zu 24, von 25 zu 26 u. s. w. Arn Anfang kann man 
zur Not c. 2 — 12, 13 — 23, 24 — 28 als zusammenhängend auffassen, 
aber im letzten Teil bei c. 29 — 35 ist es kaum möglich. Warum 
z. B. c. 35 nicht direkt an 30. 31 angeschlossen ist, warum c. 29 
und 34 auseinander gerissen sind, bleibt einigermassen unklar. 
Es wäre abo an und für sich denkbar, dass der Übersetzer hier 
seine Vorlage gekürzt hätte. 

Allein man erwäge, dass überall da, wo wir den Syrer sonst 
kontrollieren können, seine Zuverlässigkeit und Treue bis ins kleinste 
hinein erkennbar ist. Mit Sicherheit lässt sich kaum Eine ab- 
sichtliche Änderung, sei es aus dogmatischen oder sonst welchen 
Gründen, nachweisen. Warum sollte er denn im vierten Buche 
gestrichen haben? Als Ursache wüsste ich höchstens die Lange- 
weile zu vermuten, die mich wenigstens beim Lesen desselben 
erfasst hat. Aber unser Geschmack ist nicht massgebend. Eher 
im Gegenteil! Denn es ist doch höchst auffallend, dass von der 

1) Daran, dass Easeb selber die Theophanie y erfasst hat, ist m. E. 
nicht zu zweifeln. Gedanken oder Ausdrücke, die nicht von ihm herrühren 
können, die einem andern Schriftsteller zugeschrieben werden müssen, 
lassen sich nicht nachweisen. Im Gegenteil, auf Schritt und Tritt wird 
man an andere Stellen in Eusebs Schriften erinnert. An einen griechischen 
Eompilator (ein syrischer ist gänzlich ausgeschlossen), etwa an einen Schüler 
Eusebs zu denken, verbietet doch wohl unter anderem die Art, wie das 
fünfte Buch eingeführt wird. — Übrigens ist die Theoph. nach II 14, wo 
die Phönizier als „unsere Nachbarn" bezeichnet werden, ebenso wie der 
Baaikueoi in Palästina abgefasst. 



54 Gressmaxin, Stadien za Eusebs Theophanie. 

ganzen Theophanie fast nur exegetische Bruchstücke im Urtext 
uns aufbewahrt sind, und wenn man einmal so Tiel Bibelcitate, 
die in solcher Fülle teils wörtlich teils paraphrasierend einge- 
streut sind, zu übersetzen anfing, warum sollte man dann nicht 
auch das Begonnene zu Ende führen? 

Aber die Katenen verdienen überhaupt kein Vertrauen. Sie 
sind wenig zuverlässig. Greifen wir zum Beweise ein beliebiges 
Stück heraus: Migne 656 is — 4*. Die ersten drei Zeilen bis yaQ 
sind vielleicht aus dem Vorhergehenden zusammengezogen. Mit 
Z. 20 TOP JtQOTSQOv beginnt die Übereinstimmung mit Demon- 
strationen in 581 und Syrer 19723: Z. 25 in Migne dXZ* — 27 xar- 
exQfiOaxo fehlen sowohl in JS^ als D. Nach 29 yivofiepog fehlt 
in M: ixaxovöop yovv ojtcjg öiaQQ^öijp (-TD). Nach 82 ovofiari 
fehlt wiederum ein Satz, den D 181 7—11 und 2 bieten. Dagegen 
hat weder D noch 2 die Worte M 32 iXsyxo?p — 34 largavöav' 
zog gelesen. Hinter M 86 opofia ist eine grosse Lücke: D 181 13 — 19 
= 2^ ebenso M 3? kjtieixelag: D 181 20 ro q)iXaXrjd'eg — 21 ojra- 
xäXsi s= 2, Diese Zusätze und Auslassungen in der griech. Theo- 
phanie gegenüber Demonstrationen und Syrer beweisen aufs 
klarste, dass die Katenen gänzlich willkürlich mit ihrem Texte 
umgehen. Während der Syrer durchaus nicht immer die Sprüche 
vollständig anfuhrt, sondern bisweilen auch in verkürzter Form 
— also offenbar seiner Vorlage entsprechend — , so gilt vor allem 
von den Katenen, dass sie entgegen dem Syrer und damit auch 
dem Original der Theophanie die Bibelcitate häufig nur andeuten. 
Man vgl. M 62933 6324o 68623 6443 645is 648i7.4o.4i 6492.25 
65240.61 u. s. w. Ein anderer Beweis für das Eindringen nicht- 
eusebianischer Fragmente in thatsächlich eusebianische Citate ist 
unten zu 2 124 gegeben. Überdies sind so viel Stellen in den von 
Mai als eusebianisch ausgegebenen Stücken doppelt, manchmal 
sogar dreifach exegesiert, dass sie unmöglich alle ursprünglich in 
der Theophanie gestanden haben können. Demnach sind diese 
Fragmente nur da als echt zu bezeichnen, wo sie durch den Syrer 
beglaubigt werden *). 

Dies Resultat könnte nur dann angefochten werden, wenn 
Conybeare (Zeitschrift für neutestaraentliche Wissenschaft. 2. Jahr- 

1) Vielleicht sind umgekehrt in den Katenen bei genanerem Nach- 
forschen noch einige Bruchstücke der Theoph. zu entdecken, die als solche 
nicht gekennzeichnet sind. 



Vollständigkeit der syrischen Übersetzung. 55 

gang. Giessen 1901, S. 289 ff.) Recht hätte, dass der Übersetzer 
der Theophanie die Bibelcitate aus der PeSittha abgeschrieben 
hätte. Aber eine genaue Vei^leichung lehrt, dass davon keine 
Rede sein kann. Beide Texte weichen fortwährend von einander 
ab, wie auch unten teilweise konstatiert ist Es liessen sich sogar 
eigentümliche stilistische Unterschiede aufstellen nach dem doch 
verhältnismässig geringen Identitätsumfang; z.B. die Bevorzugung 
des Infinitivs durch Pe§. u. s. w. Dass 2 vielleicht durch Remi- 
niscenzen beeinflusst wurde, soll damit nicht geleugnet werden, 
vgl. z. B. die auffallend übereinstimmende Wiedergabe von 



Textvergleichung der syrischen Theophanie 
mit den griechischen Parallelen. 

Das erste Buch. 

2! P oiAläfibKla .n^ididi etwa = cq>rivovod-at. Demnach 
nicht „can be constructed with its appurtenances", sondern „noch 
(kann) ein SchiflF schön durch Pflöcke zusammengefügt werden 
ohne einen SchifiBszimmermann''. Vgl. Praep. VII 3 S. 30 Id. Dem. 
IV 5 S. 151c. 1* f^iOu^i nicht „the weight of the moun- 

tains", sondern „und ferner noch dazu (achten sie nicht) auf die 
Gewichte, die (sich zeigen) in den gleichen Schwankungen der 
Ausdehnungen der Tage und Nächte". Die Worte beziehen sich 
auf die Tag- und Nachtgleichen im Frühling und Herbst; vgl. 
Laus 20826 looQQOJtotq raXavTSvCag C^vyotg. *^ ^^_ocoi*:t 

„their several senses" ungenau, yielmehr: „und auf ihre eigenen 
Sinne" (der Leugner der Vorsehung). || 2' r^i^iur^ nicht „ex- 
treme", sondern „ein anderer". 

^ 28-13«« = Laus 225"-235»2. 

L 225*« bI (iri xqt Xoycp .... JtaQtCxrj „wenn nicht das 
.... Wort Gottes gewollt hätte, dass sie entstünden" (vgl. dieselbe 
freie Übersetzung* 2^ 100 is). 226« oQotpovq: f^HQ'^t^anT.o, 

aber lies f^iazj^jjäoaea mit Bernstein ZDM6 6367. * JtoXv^ 

XQciiiovg xal noXvavd^elq lies ^f<1^^9 statt ^Of^t^p. 

* XQvo6(poQa TB öaiöaXfiaza „Dächer, die bunt sind an Gold" 
U = XQvooQotpä TB jtOixU^ara (vgl. -2' 3 u f^&ä^ = öaiö.). 

• ixrjyoQlap 2 BvrjyoQiav, VgL Lat laudem nomenque. ^® oi5- 
6ev xal -2^ „in nichts nicht einmal" verstärkend. ^* ijttOT^ 



Jl 1 — 4 Textvergleichung. 57 

Hova TT^q oo^lag „und sich wundem übei den, der es (das 
Instrument) versteht und über seine Weisheit". 2 wohl frei wie 
Lat. „ob hanc scientiam". || ^^ ro övfiJtav zoöe = 1a f<lacD ocd. 
„Demgemäss aber sollten wir auch als Ursache von eben diesem 
Ganzen, das sie (= man) mit den Augen ihres Leibes sehen, 
weder Sonne noch Mond . . . setzen." ^® (itjöh fi^p xzX. 

stimmt mit 2 „aber nicht (jiiiv bleibt unübersetzt) darf man sie 
nach der Ähnlichkeit (= ofiolfDg) eben ihres (= tA tovtcop) 
Werkmeisters und Schöpfers ehren und anbeten^'. Das über- 
lieferte fiPfjfiTjp ist wohl am leichtesten in das auch sonst vor- 
kommende (17^ fifjp zu verbessern. ** d-eoloyslv sonst durch 
vvis wiedergegeben. AXcd = BvXoyBlv'i inl drückt 2 nicht 

aus, da man sonst cot^a erwarten würde. „Weil auch keiner 
jemals den Leib eines weisen und verständigen Mannes, seine 
Augen u. s. w. weise nennen würde." Übrigens braucht Euseb 
in solchen Fällen, soweit mir bekannt, hjcl c. Gen. vgl. Dem. IV 
54, aber der Syrer ist auch kaum ursprünglich. ^ aog)7jp 

f^icaa^jj, lies c^ieoA^jj. 

L 227* rov (piXoo6<pov auch von S gelesen. ® /lopoyev^ 

+ „Wort", frei wiederholt. ® Ig avxov + ola djtavyaöfia 

qxjOTog hx rfjg avrov d-eorijrog 2! (vgl. L 2024). *• gp. o. 

aJtQoottop „wohnend in erhabenem Lichte, desgleichen es nicht 
giebt". Sollte es sich hier wie 2 623 um freie Übersetzung han- 
deln oder liegt ein anderes griechisches Wort zu Grunde? Hofftn. 
denkt an eine griech. Glosse zur Tim.stelle djrQOöitop = ajrpoö- 
ixrop {= cijtQoosixTOp) = djtgocaixaarop. Aber Sicherheit ist 
nicht möglich. d-eloi, lies mit Hkl. Ind. Isgol, da legeioi über- 

liefert ist; vgl. L 231 22 240 10 2486 256 11. 2 beweist nichts. 
** iy d* + ovx ovoa xal ^^ elxoxmq -]- aga wie L 24529. || 

*' Xoyov <C -2" *• oJtoXavovöap = Dem. IV 6 S. 154 c, 2 viel- 
leicht djtoZaßovöaP. Doch vgL U 1925. dficoöyijtcog nicht aus- 
gedrückt, liegt in ^O^r^. ^^ rj <i 2 mit Recht. Auch Wend- 
lands Vermutung (Berl. Philol. Wochenschrift 1902 Nr. 8) zu dieser 
Stelle ist unmöglich und wird durch 2! nicht bestätigt. '^ avzi] 
< -5^ frei. ^^ xoöfiop = Ordnung, 2 missverstanden „Welt" 
(Lee). Dagegen KliAa -S4io = dXoyog wie unser „verwirrt" 
(„konfus"). 

L 228® liest 2 zwar „und" vor rijg, doch beweist das nichts, 



58 Gressmann, Stadien zu Eueebs Theophanie. ^5 — 7 

da alle Ptc aufgelöst sind. || ^ äpaiöd^rov: KlLlfio „unver- 
ständig, thöricht", also = überliefertem aXoyloxov. ^* q>9-0Qaqz 
2 Wechsel = TQOjrag, überliefert Sgag. *• yccQ < S frei. 

^ jr>lar€/a£g JE^fölschlich Substantiynm „mit der Breite gleich- 
sam mit seinen Händen*'. ^ öiaTOVoig: Die Körper, die Saiten 
der grossen Weltengeige, hat der Logos sich befestigt und „schon 
(=B Bv (iaXa) mit den Ausdehnungen (= rolq Siaropoig) das Ge- 
sonderte (= ra öu^svYfiipa) verbunden und (= ovpojttmp) ge- 
stimmt (= dvaxQoveraiy. Ob der Übersetzer oder seine Leser 
das verstanden haben, ist sehr fraglich; sein griechischer Text 
aber war identisch mit dem ansrigen. ^ vtpcrciv <pv6iv 21 

scheint den Artikel (r^i^) gelesen zu haben. Statt .jjcb schreib 
J^co oder ^j^m; ebenso 2h%i. 

L 229^ kQyaöTTjQlq) „durch die Kunst" 2^ schlecht trotz PSm, 
nach dem es „magis sonat". igyaola kann er wegen o;^ = spöoPj 
das zum Folgenden gehört, nicht gelesen haben. Vielleicht zu 
korrigieren in f^^cUMo«^ Äua. ^ elO^ < 2 frei || ® (J^- 

fiaOi = 21 richtig. Die Farbenverschiedenheit wird durch mgaloiq 
apd-eöiv ausgedrückt '^ xaoap xrX,: „dass seine Energie 

jeden menschlichen Verstand weit (= vjteQ-) übertrifift, ist klar". 
Vielleicht + drjXadf] (vgl. Lex. unter ^r^A^). ** adfian 

„und in den Körpern mit vergänglicher Hyle mischten". Trotz- 
dem ist zu lesen ijtl y^p xal öcifiaTa, vXy re ^9'. wie über- 
liefert ist. Denn es giebt Eine Hyle, aber viele Körper vgl. L 2274 
22923 24126. ** jrapxf^ + ofiov. *® q)vpai = oco, wie 

6i7 = op; 625 = TvyxdpsL Doch ist leicht f^oco vor ^i\z.r^ 
zu verbessern. •• ip xrX: „er sitzt in der Verborgenheit (^ 

djtOQQi^TOic) und Verstecktheit, wo er gerade wegen der Höhe 
seines Anblicks unerreichbar ist". 2 frei? öia jtaptog scheint 
er nicht gelesen zu haben. || 

L 230» d^£ov Xoyog: 2 wie HSS &eog Xoyog. * ölxtiP = 

^IsKla vgl. PSm s. ^93«< Hoffm. erklärt es aus *^19 = 
ölxijp, vielleicht mit Vorschlagsalif. Nach dem Vergessen des 
Ursprungs ward jd als Zeichen der Präposition wie in ^oen.t3 
von neuem hinzugefügt. ® rf*, das Hkl streichen will, drückt 

2 durch o aus, wie häufig. • vjiaQXo^p fiopog: xa&tÖQVfi^Pog 

2 wie Th. gr. Man beachte, dass xaO^. nicht statt vx-. sondern 
statt vjt. fiopog steht. Da der Schluss verdächtig ähnlich und 



S 7—9 Textvergleichung. 59 

die Zahl der Buchstaben die gleiche ist, so ist vielleicht eine 
griechische Textverderbnis vorhanden. *^ äQQTJtq) — dxarovo- 

inaarq) <C -Smit Th. gr. ^ 61 äigoq Jt^rjrrofiiv^ „durch das 

Schlagen der Luft" frei. ^ re: U öh wohl besser. 

L 331^ ZTJ^ig „Natur" (120 is r^iu»). |I ^ ivMvös = pa 
^co. Dann ist natürlich r<!ä^f<liTjjf<l3 zu lesen. ^ afiBi- 

ßofisvog: „die Sitten und Gebräuche mit Unterschied fortpflan- 
zend". Frei (abwechseln = folgen lassen). *• xal /ist avxov 
hat auch 2 gelesen. xoivoq <C 2, Sollte i^o!^ aus Zufall 
ausgefallen sein infolge des inhaltlich gleichen A.V*l? ^^ xt]' 
ÖBficov == Klil\l*an, also nicht f^Auii^^^M (Bernstein) zu lesen. 
*• fiovoyspi^g + d-eov vlog X Kommt fiopoy, d-eog sonst noch 
bei Euseb vor? Mir ist nur *£0§ yevPTjrog Dem. IV 22 bekannt. 
Auf jeden Fall scheint mir das von Hkl hinter ß-eog gesetzte 
Komma unrichtig, wenn man Stellen vergleicht wie (lopov ysp- 
vt]t6v d-sop ix d^Bov D IV 3i fiopoyspfj opza, Xoyop rs xal d-sop 
ix d^eov D IV 3 13, ^opoyspfj rs vlop xal ß-eop ix ß-eov D VI li. 
Danach ist zu interpungieren: ovvog fiopoyspfjgy d^eog ix ß-eov 
yeysppTjfiepog, Xoyog. Da 2 dies nicht verstand und fiopoy, d^eog 
ihm anstossig war, ergänzte er d^sov vlog. *- o ytyope < 2, 
Beachte Var. und Dem. V Prooem. 33. ^ q)VTovQy6g: r^oiSi 
„Erlöser". Gleich darauf g)V6i = f<l^iSfiiQ; lies also t<1^oi& 
von .^lä protulit, vgl. PSm. *^ rov Jtapxog „zu jeder Zeit" 
= öta jcapzog ^ roiovvop 2 drückt nur top aus. *® ijti- 
xsipa: ap(oxaT(o 2, doch ist wahrscheinlich A^i.i in Acni.i zu 
verbessern. 

L 232* xal xa jtaPTa ^ooyopovpxa < 2. Dafür etwa: av- 
TOP de opxa avXop \\ xal dccifiaxop xal oo(pop //fj dg vq)* Ixi- 
Qcop ösöotpiOfiBPOP , avxop öh xfjp cofplap xal avxop t7]p CoyfjP 
xal avxop xb gxSg xal ydpp7]fia xtX. 1® i}: statt dessen 2 

etwa: xal xa Ccifiaxa öta Jtapxog QBVöx^g xal oxBÖaOxrjg g>V' 
CBwg opxa (vgl. L 2279) bx tb fiiäg vXrjg jcBJtou]^BPa (2274) 
xaxaxBQfiaxl^(DP („in viele Abschnitte schneiden" = xaxa-x, wie 
-5^ 9 12 „ganz klein schneiden"; dem Sinne nach == vereinzeln, 
daher nicht Big jtoXXd) xal jtahp savxm d-BOJtoicop to5 Xoyo). 
tovxov ÖS jtoXi) xBlQa)P 6 xal x6pyBP7]x6p xovxopI xoOfiop äd^goop 
ofiov jtapxa JtoXXmp ix fiBQcöp vxpBdxatxa Bipai ^bop pofjil^ofp 
xxX. ** bI 6b ovp&Bxog: ov6* (ap) ovpß^. 2 (vgl. Var. der 



gQ Gressmann, Stadien zu EoBebs Theophanie. Sd — 11 

besten HS ovo a-). Dann JS „sodass er eines anderen nicht be- 
darf" = oi5(J* tregov xzX? Wahrscheinlich hat er ungefähr Sinn- 
gemässes geraten, nachdem €l öh schon bei ihm in ovde verderbt 
war. Hkl's Text fasst jedenfalls den Gedanken bedeutend pra- 
ciser. ** ovö^ av „auch nicht wenn" JS also wie HSS ovö^ Sr. 
2* vq>sOT6iöa -\- etwa: rb yaQ owd-erov xäl Xvxov köxi xal ro 
jtoXvfiSQsg ig avayxrjg ävofioiop. ro öh öia xaptbg loov xäi 
apaXXolcDxov öca Jtavrbg a:xXovp xal davpO^erov koxiv. xb Sk 
övpO^exov Ig dpofiolcop avyxeixai, xb d' dpofioiop xad-* tavxb 
XElQOP xl koxi Jtaga xb xqbIxxop. || d yag xb Jtäp xqbIxxov 
r/p, loop xal ofioiop, xal al ovxojg elx^p, JtaPX(og xal dia xap- 
xbg xaB-* tavxb ap tjp (d. h. dann wäre es nicht in seinen Teilen, 
sondern ganz und gar, in jedem Stück sich selbst ähnlich). 
ovxcD 06 r^p ap x7]p ovolap djtXovv xal dfiegeg, dXX^ ovöaficig 
Tj g)vOig xocavxTjP kavxr]P jcaglöxr^oi xov ogc^iiipov xSp oXmv 
xoöfiov (wörtlich „aber keineswegs zeigt sich diese Natur, wenn 
die Welt des Alls gesehen wird" vgl. L 23225 und zur Über- 
setzung 2 ll7f.). alod^T]xbg ydg iöxi xal fivglwp ix fisgcöp 
vq>eox(bg xal ovpß-sxog ojöxb xai fivgla iiigrj dfislßead^ai , xai 
(DÖe („und so", U falschlich „wo" = „und hier") exwp xal kpav- 
xlaP ipvOiP öixerai. öib öt] d-prjx^g ofiov xal d&apdxov Xoyixijg 
xs xal dXoyov (vgl. die Übersetzung JS 102if.) tpvxgag xe xai 
d-egfifjg vygäg xe xal ^ygäg ovölag (vgl. L. 2332) oöe 6 xoofiog 
xoipwpel, ooa)p djtdpxcop iXtvd^egog eoxip 6 ß-eog. sl yag ij 
xov {^£ov (pvOig xxX. ^* ijtixeipa + xal jtoQgwxdx(o 

*• ola <i ^ •^ alxiop + avxov „er aber wird keine andere 

Ursache als Überschrift setzen denn sich selber." '^ jrpo- 

eiOiP -\- djtogg7]xcp xai dXtxxco ßovXevfiaxi. 

L 233* av — • xavxf]g <a^ * fieydXov: xwp oXmp 

» ovxix* „auch nicht" JS frei ® dpaxgoverai: 2! hat ro xäp 
mit Ooq)dig und dpaxg, mit xm avxov jtaxgl verbunden und ver- 
standen „weise in allem stimmt er sich (gleicht er) seinem Vater" 
vgl ^qjjA -S 5 13. II ® d* < -2". Bei Euseb sind öfter die Sätze 

ohne jede Partikel aneinander geschlossen. '* avvioxrjxsp 

tlg ebenso JS „so auch bei diesem (ist es der Fall), dass aus 
vielen Teilen besteht Eine Welt." ** ovx ogag „Siehst du 

nicht mit deinen Augen, dass Ein Himmel die ganze Welt um- 
giebt, während (o = .i&) Myriaden Reihen von Sternen an ihm 
kreisen." Dieser Text, der vorzüglich den Sinn dessen, was 



2:11—12 Textvergleichung. 61 

Euseb sagen will, ausdrückt, stimmt wörtlich weder mit L noch 
mit D überein. Da es aber ausgeschlossen ist, dass 2 aus der 
schlechten Lesart der D hervorgegangen sei, kahn es sich nur 
um eine freie, dem Sinne nach richtige Übersetzung der L 
handeln, wie auch das Folgende lehrt " iva + vlov Hkl 

(vgl. S. 358), aber r^nL, wenn es nicht überhaupt freier Zusatz 
ist, nur = yivvfjiia oder exyovog. ** xaravya^ai + etwa: rt 
yag löu jtoXXciv ^llcov spog agxovpTog dg tsZelcoöiv t3p 
oXcDv; xl 61 jtaJUv 3toXXAv eöei d^sov vl&v hvoq dfj fiovoysvovg 
dgxovvzog elg reXelmöiv naxQog ßovXrniaxmv; el yaQ yivoivro 
jtoXXol, 7] ofioioi av elev rj dvofioiot. el d' ofioioi, fidraiop 
t6 jtXrj&og i-pog öt] reXelov xal jtapzoövpcifiov dgxovprog elg 
öfifiiovQylap xal xaraoxevfjp t&p oXcdp. 6 yag ß-eov Xoyog xal 
fj d^eov Oog)[a xal rb q>cog xal tj C,G>ri xal jcap ro xov aya&ov 
3tX^Qa>fia tpog opxog xaxa xrjp ovolav dxQtiöxop örj ütaglöXTföt 
xi}p JtoXvjtXi^d'eiap avxAp (genauer „zieht zum Unnützen eben 
die Zahl ihrer Vielheit"), axe fidxrjP xal ov xaXmg ofiolag övpd- 
(lewg Tcoivwpovpxcop. el d' dpofioioCy öaoi ap yepioO-at. xal xl 
eöxi yePBO&ai Jtaga xo xiXeiop xal jtapaXxeg dpofiowp dXX t} 
(= or^ vgl. L 244 12 = -SIO618) x6 dveXeg xal kpöeeg xt^p q>v6ip; 
dXX* ovx eöxip Ixyopog d^eov dxeXrjg. xeXeiog dga o xov d-eov 
fiopoyeprjg, ovxl ö^elöl JtoXXol d-eov Xoyoi, dXXa d-eog ix ß-eov \\ 
jtapaXxrig xal Jtapxodvpafiog, tp djtavyao/ia q>a)Xog x^g vjto- 
6xdoea)g avxov (Hebr. 1 s), cog xa d^eta Xoyia jtagaölömoip, ijtapog- 
d'cioewg X^Q^^ („zum Nutzen") xal Idoewg Jtdpxop x&p yepfj- 
xcop dpayxalcog xaxaoxad^elg, elg (ikp xfjp ovölap jcoixlXog 
(„zahlreich") de xdg dvpdfietg (vgl. L2325f.), fiopog dgxcip elg xfjv 
xAp oXa>p diaxoöfiTjOip (vgl. De Xenoph. Zen. Qorg. c. 3. Wendl.). 

L 233«* ijiel xxX: Diesen Satz hat Hkl (S. XXXVU) als ein 
Muster der Unklarheit des 2J hingestellt Aber das ist er — 
mit Hilfe des Griechischen — keineswegs: „weil (falsch an das 
Vorige angeschlossen) auch im Menschen Eine Seele und Eine 
vernünftige Kraft ist und sie zugleich die Fertigerin der vielen 
(Künste) ist, wenn eben dieselbe, um das Land zu bearbeiten, 
Schiffe herzustellen und sie zu lenken, und um zu bauen, viele 
(streiche das o vor i^^Klil^^p) Dinge lernt und thut; und Ein 
Verstand und (Eine) Überlegung im Menschen empfangt (das 
o vor A*%m*!^ streiche) bisweilen Myriaden Lehren (also fivglag 



62 Gressmann, Stadien zu fiusebs Theophanie. J?12 — 13 

wie Var., wenn nicht Erleichterung), und eben derselbe misst 
das Land, beobachtet den Lauf der Sterne, überliefert Worte der 
Grammatik und der Bhetoren, wird (f^ocno) ein Führer der 
Heilkunde in Lehren und in Werken der Hände {laxQix^g hat 
H zu jtQoözfjoerai, wohl mit Recht, gezogen. Denn man würde 
nach der von Hkl, Ind. verstandenen Auffassung erwarten xäi 
Iv Z6 liad-rifiaOt. Die Heilkunde wird so in Theorie und Chirui^e 
geteilt) und bis jetzt hat niemals jemand gemeint, dass es viele 
Seelen in Einem Leibe gebe, noch auch sich gewundert (d. h. mit 
Verwunderung erwartet), dass es viele Wesen im Menschen gebe 
wegen des Empfanges vieler Lehren." Also die Vorlage von JS 
stimmt genau mit dem jetzigen Text überein. 

L 234' äxaXvvaq 1. cDAdAii statt cnii\li. Übrigens ist 
T^hsSk genauer ßoiXov statt vlriv. ^ aXXcp 2 Adverb frei. 
* foöaitoq: ^ocq lies d\a&CD. Druckfehler? • aXÜ avx 

so U, nicht aga. xal (liQti <[ 2 kaum mit Recht, da sowohl 
Dem. IV 5 10 (cv>) als auch Praep. HI 136 es lesen, also lies + 
f^d\0»o. ® iiovov durch 2 bestätigt. ** d^eoloyelv = 

(nicht = ofioXoyelp Lee) || ^® jtQoaßoXf^ „So ist auch das 



vviai 



Licht der Sonne eines und mit demselben Darauffallen bestrahlt 
es zugleich imd auf einmal die Luft.^' Derselbe Text Nicht 
„Anlauf (Hkl, Ind.). ** hagy?] r© jtaprl = -S *• Ire 

„und" X 

L 235' ovöi<5p las 2, obgleich er übersetzt: „Und die (lies 
•jAcoIo) jenseits des Hinmiels und der Welt (existierenden) 
Kräfte der Engel und die Wesenheiten der verständigen und ver- 
nünftigen Geister füllt er mit Leben zumal^ u. s. w. Aber vgl. 
OTOixdoig ovölag JiaQix^v, Man darf jtvsvfiaTCDP vobqcop re 
xal XoytxAv nicht miteinander verbinden, wie auch Hkl thut 
(Ind. unter poegog). vobqcov und Xoyixciv sind vielmehr zu 
ovcicöp zu ziehen. So fordert es der Sprachgebrauch Eusebs; 
vgl. ausser den bei Hkl. unter posgog angeführten Stellen noch 
Praep. Vn 15ia.i5 16i£f. Gemeint sind die Gestirn wesen. Euseb 
wiU sagen: Der Allkönig Logos füllt 1) die Kräfte der Engel, 
der Geister und') der verständigen und vernünftigen Gestirn- 
wesen mit Leben, Licht, Weisheit u. s. w. und giebt 2) den Ele- 



1) Ob xal vor voBQviv einzuschieben? 



S 13—15 Textvergleichung. 63 

menten ovölag und den Körpern Mischung, Gestalt, Form u. s. w. 
Das hat 21 nicht verstanden, da er zum Objekt von „verfehlt 
nicht zu geben'' dasselbe wie von „erfüllt" machi Deswegen 
ist es auch wertlos, wenn er statt cxotx^loiq ovolag: ötoixbIcop 
ovalf übersetzt. ® sioioxrixaq falsch „Werke" y^v^atg Xo- 

yixalq = 2. \\ 



-S15««— 15*. 

SU^^ f^&Jbo.i: alo^OBt aloyo) lies r^AJbo rd.i. Dies 
Citat aus T^maeus 27 D auch ^53i7ff. u. ö. Woher stammt das 
unmittelbar folgende Citat: „Aber auch das Unsichtbare, so hat 
man schön gesagt, ist Eine Familie vernünftiger geschaffener 
Wesen (= yspiceiq) wie in dem Sichtbaren Eines die Natur des 
Körpers ist" etc.? ^ f<Cbo.i^: Diese Stelle ist von Lee falsch 

wiedergegeben (vgl. P XV lös ff. und Krische, Forschungen. Qöti 
1840. S. 371. Wendl.). Übersetze: „mag verglichen werden einer 
königlichen Stadt, in der Myriaden Bürger leben, in der teils könig- 
liche Paläste abgesondert sind: die königlichen Gemächer im Innern 
(o vor^^_aiOD zu streichen), in welche die Meisten {ol JtoXXoL) nicht 
eingehen noch sie betreten, teils äussere als Plätze für die Leib- 
wächter, teils wiederum in der Ferne und vom Hof getrennt den 
Geringen und Massen überlassen. Zahlreich sind die Plätze im Him- 
mel und zahlreich die unterhalb derselben: im Äther und in der 
Luft über der Erde, während der Wohnplatz auf Erden für die, 
welche auf ihr wandeln || , weit ist, er der uns Allen bekannt ist. 
Diejenigen (lies ^cuoq i. 2 und ^AX-iäso, masc. wie im Folgenden) 

aber, die jenseits des Himmels (wohnen), sind höher als alles Den- 
ken, sodass auch sie im göttlichen Königspalast abgesondert sind, 
und sie kreisen um den König des Alls und tanzen neben seinem 
göttlichen Logos" (= ol de xov Jtavxcov ßaoiXia JtegiJtoXovpxeg 
xal dfi^l xov avxov d-elov Xoyov x^Q^^ovxeg vgl. L 1966.23). 
Dass neben dem König des Alls (= Gottvater) „sein göttlicher 
Logos" wohnt, ist natürlich. Daher kann dessen Erwähnung in 
der Theophanie kein Widerspruch zur Laus sein, die allerdings 
nur von der Wohnung Gottvaters redet, noch kann sie die falsche 
Glosse L 197? ^r Voraussetzung haben. — Unmittelbar daran 
schliesst sich: 



04 Gressmann, Stadien za Ensebs Theophanie. ^15 — IB 

j: 154-12 = i^aus 1%««-197«. 

L 196** Mit Tcov dfiq>^ avxov fiagfiagvycip beginnt die Über- 
einstimmung: „und schöpfen in den Strahlen ans ihm*' JS wohl 
e=sL ^ xaravyaCovTat + xal awlcravTat g)mr\ xsxXjj- 

öfiipot *® d-Bla xal vosga yivri: jt^i^d-rj xal X^Qol •• Xa- 
Xovra „inne haben" xov [lifav ßaOiXia: t. jtapra}V ß, d^eov 

L 197* elöo) <C 2 * df£q>l 6e tovtop: „und die Leib- 

wächter an diesem" umkreisen Sonne und Mond, ist sinnlos. Das 
O stünde besser vor cno. Danach ü xovq hxxoq . . . öulQyop 
+ öoQvtpoQovq. f^^ f%i^ nicht nach gr. 6jna9^oq)vZax€g 
(Bernstein), sondern nach pers. pu§t-bän „Rückenhüter" = Helfer 
gebildet (Hoffm.). ßaciXelop < -T * ßaaiXia: jtafißaaiXea. 
Der Syrer fahrt dann fort, dass diesen Ort ausserhalb des Himmels 
die unsichtbaren Kräfte der Luft (d. h. die Dämonen), ferner die 
irdischen Wesen und andere bewohnen, der Mensch aber das 
Haupt aller sei. 

-2:i5»«-19*. 

2J 15** K^T*! nicht „among princes", sondern „in der Mitte 
der Enden" der Erde. || 16 • o&Wgq = vjtoyQaq>G>\ „und 

diesem folgt (d. h. entspringt) das königliche Gesetz und Wort 
(= Logos; vgl. 17 1—3) und von oben (d. h. vom Himmel) schreibt 
es allein der Vater und Gesetzgeber als Grosskönig vor; es aber 
läuft nach unten" u. s. w. || 

-T 17** „das Abbild des Bildes des Königreiches"; vgl zu 
diesem Ausdruck L 199 1 x^q apwxaxco ßaöiXslag x?]P slxopa 
ipiQ(üP, Teilweise Anklänge an L 197i6-i7. **•• übersetze: 

„d. h. Myriaden betrügerischer Schriftwerke; (und) haben jenen 
geförchteten Namen und jene Bezeichnung, die im Gesetz mit 
einbegriffen (wohl = it*£öxTifispog ip xm pofiq)), dennoch aber 
mehr ist als das Gesetz (d. h. den Namen Gottes), an sich ge- 
rissen, sodass sie (ihn) für das Geschlecht der sterblichen Menschen 
unten auf Erden in Körper, Elemente und Weltteile warfen, 
weswegen P die Menschen die Geschöpfe mehr fürchteten und 
bedienten als ihren Schöpfer." 

-2" 18"- übersetze: „Einen und denselben Artanteil hat er 
den (Wesen) im Himmel und auf dem öxoixstop (lies sing.; vgl. 



2 18—19 Textvergleichung. g5 

flkl, Ind. s. V.) der Erde zu teil werden lassen, wo der logische 
(Anspielung auf den Logos) Verstand in den Menschen, der von 
dem körperlosen, geistigen Sein (pvcla) und von der Art des 
göttlichen Logos herstammt, der in allem noch Kind ist (vgl. 
JS20ao), durch seine Fürsorge auf Erden grossgezogen und för 
die Umwandlung von hier zum Besseren (= xiiv kvd'ivöe kjtl 
xa xgelzTco fieraßaöiv L 209 19) vorher erzogen und vorher geübt 
wird (= jtQoefifieXerav L 209 15) und der seine Umwandlung zu 
dem ihm verwandten (geistigen Sein) vorbereiten lernt, sodass 
er eben hierdurch vollständig um seiner Gemeinschaft mit dem 
göttlichen Logos willen und zwar er allein von den (Wesen) auf 
Erden des Namens der Vernünftigkeit würdig ist" || 

^19^ ^cb und r^hurutf^ gehören zusammen. Übersetze: 
„Nach diesen zählt er auf die (Wesen) auf Erden so: »Preiset 
Gott von der Erde* (sowohl) andere als auch das vor allem ver- 
nünftige Geschlecht der Menschen, welches er auch in beson- 
deren Anzahlen von Ordnungen in folgender Weise abteilt". 



2;i9»-i6=^Lausl988«f- 

Die Übereinstimmung beschränkt sich auf kleine Bruch- 
stücke, die teils umgestellt teils zusammengezogen sind. Im ein- 
zelnen ist: 

219^ r^i:sm. — ** ^ia» = L 198 le avo&ev — »^ Ö-eo- 

Xoyovaiv. Daraus geht hervor, dass f^iMz. Subjekt ist und 

nicht zu Aa po Acal.i ocb gehört. Dann fasst S in rovrov 

xal TJkiog xal aeX^vi] xal aörga L 198 1 — 8 zusammen imd 
schliesst unmittelbar daran: 

-SI91* relÄTÄs.l — >» = L 1988 fiaxQwv — ^^ dycovag- 
Darauf folgt direkt: 

^ j[9i«-i5 — . L 198 18 xal övvafieig — ^^ avajtsfi^ovöip 
{ofioloyovöip 2). 

L 198* i^avvovTEq „laufen" frei. *® ÖL'ijtJiBVOvCtv dycipag: 
„und ihm eilends Kränze bringen". Euseb hat wohl den Aus- 
druck dycivag durch den gleichbedeutenden a^ilovg (vgl. L 20928 
2154) ersetzt, und 2 hat diesen als ad-Xa (schon gr. zuweilen = 
ad'Xovg) verstanden und crA hinzugefügt. || 

Texte u. Untersuchungen. N. F. VIII, 8. 5 



66 Gressmann, Studien zu Eusebs Theoph&nie. £20 — 29 

220^ ^Go (Hebräer) lies ^cd. ^^ Klai^oio neben 

^Schilf' und „Gras** giebt keinen Sinn, lies r^aOfkO (PSm.) 

JS2$**ff. übersetze: „Wenn aber die göttlichen Worte (der 
Schrift) von dir nicht gehört (d. h. anerkannt) werden, so glaube 
ich dennoch nicht, dass dein Denken so grosse Finsternis sei, 
dass du nicht im Qeiste bei dir überlegst, wie eben die Vorzüg- 
lichkeit des Körpers und des Leibes beschaffen sei oder eines 
andern göttlichen Etwas, welches den Leib bewegt. Ich meine 
aber dies, dass wir verstehen, den kritischen Verstand auf das 
Wesen (ovola) dieses Etwas, das existiert, anzuwenden, (femer) 
dies, dass wir durch das Gedächtnis eine Lehre überliefern, (end- 
lich) dies, dass wir zu einer Theorie über das All fortschreiten''. 
f^^Ui = d-ecogla = Lehre vgl. 22Ai u. ö. || 

-2" 24«« vgl. Empedocles fr. 124 Diels. Wendl. 

2:26" citiert Hesiod agya xal rmigai 277 ff. Wendl. 

-S27® f^&>&0.*|xiM id quod antecedit = XQ6Xfm)tq „selbst 
Sonne, Mond und Sterne lässt er kreisen im Vorwegnehmen des 
Zukünftigen" d. h. in Gedanken läuft er dem Kreislauf der Sterne 
voraus, bestinmit ihn vorher. || 29^® ^oA lies .jAoA. 

S 29«- *• = Wort des Anaxarch. 

Vgl. Zeller I* S. 963; Wendland, Phüos Schrift über die Vor- 
sehung S. 48. Lee will KäuiOi^ ändern, aber Bernstein (bei PSm) 
und Nöldeke (bei Brockelmann) verweisen mit Recht auf das 
talmudische '^pSHK, das nach Hofim. aus xwqvxi-ov entstanden ist, 
indem nach palästinischer Weise anlautendes ji in K überging wie 
Klfl^iLf^ (oder c^ifioLf^) aus xoQvXoq, yrm^ aus xlxQov. Das 
j vertritt accentuelle Dopplung. (Die Ableitung aus aQvaxl<; 
unmöglich, weil Schafspelz kein Beutel ist.) 

V 29W-21 = Praep. VI 6« (Dindorf 275"-«*) = Trag. tt. 687. 

rtfivt: ojcra «verbrenne und röste" X Auf die Stellung ist 
nichts zu geben. Vgl. Rhein. Mus. Bd. 47. S. 226. Wendl. 

-r29"-S2W 
-5^29^ = Rom. 835 zo'örot;: d^eov -Tund xIvövpoq j,Frost'*. 



2 30—41 Textvergleichung. 67 

2:30^ T^^'V^, Lee will rdl^, PSm re'jJi^, aber wohl 
richtig überliefert, nur vom Herausgeber verlesen aus Klu^ „des 
Anblicks". ^ ^cbi lies ^cd.*i. || 

2;31^ = lICor. IO3 JteQtjiarovPTeg „leben" -^(Pes ^a^oom). 
Darauf folgt ein aus Phil. 820 und Hebr. 1222. 23 zusammen- 
gesetztes Citat, dessen Abweichungen auf das griech. Original 
der Theoph. zurückgehen. So Hebr. 1222 üiQüCeXriXid-ate „wir 
sind herangekommen". Sithv oqbl <C S %Qovöakfifi <[ -S 
Hebr. 12äJ3 djtoYayQafi//tva}v: „sind verzeichnet" (gegen Pes). || 

^3226— 331 = Bleis: Poetamm philosophomm fragmenta. 
(Berol. 1901) Empedocles No. 121. 

^=? ju&QoVy Bvd^a (povoq re \\ xorog rs (kL&ozm = öxoro^ 
schlecht) xal älXwv ed-vea („Geschlechter") xrjQciv arfjg av 
Xsificöpa xara axorog rjXaoxovöiv^ (etwas anders Praep. VIII 1428) 
„sagt einer von den Alten, indem er zeigt inbetreflf der feuchten 
und finstern Luft auf Erden, dass sie aus vielen Mischungen von 
unzähligen aus der Erde (aufsteigenden) Dünsten besteht, wie 
jemand meint dass sie ist, selbst wenn er ein kleines Kind ist". j| 
Auch ^34u scheint nach Wendl. ein heraklitisches Citat (fr. 83 
Diels) vorzuliegen. 



Das zweite Buch. 

>;41s4_422 = Laus ZSS^»-". 

Übereinstimmend sind di^ Worte fjXlq) — sarrjöav* Auch das 
Vorhergehende klingt teilweise zusammen: top tov d^eov Xoyov, 
TOP rr^g voegäg xal Xoyixrjg jcatega ovolag (vgl. L 2ü2s2)i rov 
ovQavov xal yrjg kjtioxarovvTa, top rmöe del tc5 x6aiia> 
jtagopra xal ovpopxa, top xmp ayad-mp Jtäoi jcagalriop jtapta>p 
(vgl. L 22220), xi]P Jtgopoiap, top aafxrjgay xfjp xTjösfioplap u. 8.w. 

Euseb zählt all das auf, was die Menschen in ihrer Ver- 
blendung zum Range der Gottheit erhoben haben. Nachdem 
er die Gestirne erwähnt hat, redet er in der Theoph. (II4) von 
dem Warmen, Kalten, Feuchten, Trockenen, von Wasser, Erde^ 
Luft, Feuer und den übrigen Teilen der Welt, darauf wie auch 
in L von den Erdfrüchten. Die Klimax der L ist an sich unan- 

5* 



gg Gressmann, Stadien zu Eusebs Theophanie. SAl — 43 

fechtbar. Die Vergötterung der himmlischen Gestirne wird noch 
übertroffen durch die Vergötterung der yedör^g g)vcig. Aber 
diese ist doch keineswegs identisch mit den in der zusammen- 
fassenden Aufzählung (L 237 7 ff.) genannten orotx^loL, von denen 
nur in der Theoph. und zwar an der richtigen Stelle die Bede 
ist Denn Wasser, Erde, Luft und Feuer und die übrigen „TeUe 
der Welt" sind nach L 22726 (22529) die Otoixsla. Die Theoph. 
bietet also den vollständigeren Text, aus dem der TQiaxovTaeri]' 
Qtxog ein Auszug ist. Der Kürze zu Liebe strich Euseb die 
Ausfuhrung über die ozoixela, Hess aber die Worte rd ye oxotxela 
in der Schlussaufzählung stehen. — Oder haben die gr. HSS. 
eine Lücke? Vgl die beiden Var. zu 235 21 aXXa xal und otöt 
xccL, die von JS auf zwei Kap. verteilt sind. || 

2 428-44«<> = Laas 235««— 237««. 

L 235" dXXa xal: ol dh xal 2 (vgl. Var. otde xal). 
«• ^^l fiet^op S frei „Indem sie aber wuchsen in der Vielheit 
des Betruges (= ijtl fisl^op axoxlao) und in der Grösse des Fre- 
vels" (= vjtSQßoXfj dvooeßslag). «® djtoxQixBOd-ai ^^Onjjii.*! 
„entfernen", an sich möglich, aber lies wie sonst ^^^njj.tia, da 
auf die Punkte nichts zu geben ist *« oWe liest auch S. 

L 236^ oXxa = i^iuau „schwer, gewichtig". 2 hat den 
gr. Ausdruck nicht verstanden; denn aus ihm würde man eher 
das Oegenteil herauslesen. « aloxQciv f^dujL*ix*) aber lies 

f^iujuii» wie -2* 448. • rjQmaq, von 2 öfter (vgl Lex.) mit 

^(ild^Eog wiedergegeben, das bei Euseb nicht vorzukommen scheint 

' Tdq>ovg c^Srii^ ftua, lies KSäbi^ iu9 Geiger. 

^ dpÖQciv liest auch JSl *♦ rifiag JteQtxBd'elxaCiv 2 wie 

L 23617: xAv d^emv dved^fjxav kjtTjyoglap. Dadurch wird nach- 
her xf]P avxf]P gerechtfertigter. Aber inunerhin sind xifiag 
sachlich die „göttlichen" Ehren. ^* Xixvevovoivi t-^**»^*** 

(r= ^MXSnsLSnai) von ,T^T*gn „betasten" sciL mit der Zunge = 
belecken. Hoffin. ocdo ist Nachsatz. ^® avxolg: avxol 2 

richtig. ^® h(pEiXxvoavxo + „und benutzten dann eben sie als 

Helfer wider den Irrtum der Götter, die sie gemacht hatten". 

'^ IxBQOi r^ijjr<!I; man erwartet auch das zweite Mal 
«OiJjf^. ** xai xovxoiq: xal xtvag dXXov^ 2 besser (wie 



:^43— 45 Textvergleichung. 69 

L 23628 237 1) «« ovdh firjp: ol de 2 vgl. HSS. ^ ovx = 2. 

^ Jtag* tavrotg xäi „und bei sich zu überlegen". Das o 
stünde besser vor ^^aaxuiu. Jedenfalls wird 2 die von 
Hkl aufgenommene Lesart gehabt haben. ^ Mekxad^aQOP 

^^^oi^CLnlbai, nach Lee (Übersetzung) = Malkuthrudun, aber 
wahrscheinlich ist das zweite oi aus Versehen doppelt ge- 
schrieben und zu lesen ^^oidxAxu!daI, nicht = MeXlxagd'OV 
(Hkl), sondern =Jlf£>lxaö-apoi' derL oder Mihcad-gov der PI IO27. 

L 237« ojg < -T oßoöov: 2 so oder oßdov Fixar. r6»oi 2. 

* dvO-Qcixovg + t^ zcip d^scip retifii^xaöi JtQoöfj- 
yogla, ® öij ovv: „also" 2 (nicht „but") || ^ ra (ligr) = 

cp^CümÜ gehört nicht zu laaiM, sondern zu ocnJSOz. r^ocAc^ 
in Zeile 9. ^^ öv(iq>OQalg: lies mit PSm KtlaöOfiOA.*! und 

übersetze: „die die menschlichen Zufälligkeiten benutzen"; d.h. 
Zauberer, die die Gelegenheit wahrnehmen, den Menschen zu 
schaden. ^ ijeiJtopfjöaPteg: ijtiPOTjöapreg 2 wie Hkl con- 

jicieri ** ovprelpopra „stimmen zu" wohl frei. *• elx^ 

<C 2, " ipsgyslag „Anteilnahme an dem Werke" -S= övpeQ- 

yelag. *^ elg toOovtop tJXovpop == „wuchsen so sehr". 

^ zovöös xipag <i2, ** Igroxag = f^Hc!^^ (fioixslccg) frei 

^^ slxa öfter = „und"; vgl. auch L 2296, wo es überhaupt 
nicht ausgedrückt wird. ^ avxAv < 2. 

-T 44»-«» = Laus 240«-«. 
L 240^ jtQocöiig)d'eiQap: jtQod. 2 falsch. 

2 44« -45«. 

Diese Sätze fehlen in der Laus; doch vgl. Vita Consi Hkl 
105 2 ff.; Praep. lY 1622. Da dies Stück für die Chronologie der 
Theoph. von Bedeutung ist, mag es übersetzt werden: „Welcher 
Art das war, was sie thaten, indem sie sich ihren Qöttern an- 
äbnelten (vgl, L 237 so rjf xmp d^ewp ofioioxgoJtla) , können wir 
aus der Nähe an dem uns benachbarten Phönizien (1. r^r^eo «SO 
KbalAä = ix XTjg ^oiplxijg. Zu dem Plural „wir" und zu der 
„Nachbarschaft" vgl. L 22326 2246) betrachten, indem wir sehen, 
was bis jetzt in Baalbek geschieht, wie die Überbleibsel der alten 
Schäden (sie) und die Spuren des verderblichen Bösen || dort bis 



70 Gressmann, Stadien zu Euseba Theophanie. S4b—A7 

jetzt T?irksam sind {ivegyslöB^ai; Fem. auf f^hsnn^^ bezüglich), 
dass die dortigen Frauen sich nicht eher in gesetzlicher (Ehe)- 
gemeinschaft verbinden als bis sie sich zuvor durch aussergesetz- 
liche Verderbung geschändet und an dem ungesetzlichen Mjste- 
rienkult der Aphrodite teilgenommen haben. Aber jetzt ist diese 
Stadt allein an diesem Wahnsinn erkrankt zum Beweise des alten 
Bösen. Früher nämlich litten Myriaden derart, als die Krankheit 
der Dämonen noch mehr mächtig war." 

2:^im-i9 == Laus 240*-'». 

L 240* xal ov rovxo fiovov, akka xäi + 2 „auch diejenigen 
Leute, welche den genannten Göttern geweiht (= verfallen) waren 
(und), dass der Vater und Lenker aller Oötter von leiblicher 
Lust besiegt worden sei und den Ganymedes geliebt habe, aus 
Lobgesängen und Liedern, Opfern und Mysterien, Schriften und 
Gelübden von Bildern erlernt haben, überschritten (lies vyr^) 

nach dem Vorbilde des Eifers ihrer Götter**. ^ aQQf]TOXOitag 
lies c^-vi^ statt r^ia^. ^ xar äXXfjjLcop + aÖ€cig S^ viel- 

leicht nur Verstärkung von oi^^. ** xaq -*• diijyov ist in 

S stark verkürzt, aber kaum wesentlich verändert: dXXa xcä rag 
xoivaq ivvolag jraQarQitpavrsQ, dloyqj slfiaQfiiv^ xccL q>vöix^ 
avayxy r^v rov jtavxoq ovolaxslv tb xal cicxaoiv ävBzl&söav 
x(d 9^Qi<o6f) C,cofjv xal ßiov äßiorov öifjyov. In diesem Falle 
scheint einmal die Theophanie den stilistischen Vorzug zu ver- 
dienen, da die Phrase xal ov tovto iiovov aXXa xal in dem 
übrigen Zusammenhang Fälle von Sittenverderbnis trennt, zu 
denen doch der Fatalismus kaum gerechnet werden kann. Über- 
dies ist L 240 15 beinahe wörtliche Wiederholung von Zeile 6. 
** ovx äölxov: ov jtaXiv aö. \\ 

2^46^' f<!ao.ia, Lee will K&M90; obwohl jenes auch vor- 
kommt, wohl mit Recht, weil es neben r^iuf^ steht, also die- 
selbe Form haben wird; vgl. auch 2)* 142 16 144i9. 21. S5. || 

JS 41^ f<l=ui^j^ ist mit unrecht von Geiger angezweifelt, 

da es auch sonst vorkommt. Hoffm. erklärt .a^i^^ als freie 



^47 — 51 Textvergleichung. 71 

Etymologie von xA^(>ovo/£o^ = f^(&\CUi]bo A\^ (cai)coj3 Aa1^.i 
^der, dem das Los, der Anteil der Herrschaft verbürgt ist^ {xkrjQ- 
i^yvog*). Die Voranstellung des Objekts wie bei Acclozjj 
s= julxi Klzjj A'^rr^y vor jedermanos Erfahrung, Wahr- 
nehmung = f^&xaejj. Das ^ föUt ans wie bei f^AiiiaOf^ 
Ellen-(niQ2|fl)spannen-(^l\)lange Menschen, nnnVl^taK ^Magd der 
Astarte" und p»«tt« „Magd des Esmun^ (Lidzb. Gloss.). 
^* oiijj unmöglich trotz PSm, lies oi.1jj, vgl. -S 180i7 u. ö. bei 
Euseb. ^^ ^^ocBu^f^ lies ^coftiur^. ^^ *^^=^^ mS«10 

^having projecting part«", aber lies r^Ji^ M2n':io und über- 
setze: ^ohne Teile und ähnliche Teile". || 

JS'49** f^i^lAif^: nicht „extreme", sondern „ein anderer". 
^^ Dem f^iuniJdas f^os, das nach Lee „rather obscure" ist, liegt 
vielleicht ein (missverstandenes) xara JtsQioöovg zu gründe: „wie 
periodisches Feuer zu bestimmten Zeiten". Hierzu, namentlich 
zu Zsif. vgl. ausser der von Lee angeführten Stelle die fast völlig 
übereinstimmenden Worte P XV ISs {agdoxsi yäg xolq Sxmlxotq 
g)iXoa6q)Oig) rijv oXtjv ovolav elg jtvg fieraßaXXsiv olov dg 
CJtiQfia xal 3taXtv hx tovtov avxriv cbtozeXelod-ai xfiv öta- 
xoOfirjOiv ola ro jtQorsQop riv. Euseb benutzt hier den Porphjrius, 
ohne ihn zu nennen. JS hat allerdings ein y\ = g)f)oL || 

S50'' ^ibAJQQi&>&o.i: Da f^^itSü Subjekt ist, lies ^2üBaidco.<i 

„als ob sie geschmolzen würden" ^^ f^iu.1%20 Übersetze: 

„und wird wiederum in denselben Bahnen verharren". *• lies 

«<lliCbaao statt f<d^cC09 „sodass sie auch weibliche (Gott- 
heiten) einführten und Hochzeiten und Kindergeburten^ (und) in 
physikalische Allegorien das poetische Mythengeschwätz durch 
schöne Worte zum Ruhmesschmuck änderten"; vgL Praep. U 617 f. 
ijtl (fvöixag öiff/rjOBig .... xovg fivQ-ovg fitxBOxBvaoavxo. || 



2 51««-25 = Praep. XI'«: B SS»-' = Plato Eplnomls § 9 

8.986. 

P:B 86^ (irfva xotg 6b fii^ xiva: Hierfür liest Theodoret 
fiTji^og xivog [itixb xiva. Man könnte vermuten, dass 2 (vorher 

1) B = ed. Dindorf Bd. 2. A — ed. Dindorf Bd. 1. 



72 QreBsmann, Studien za Eusebs Theophanie. ^51 — 53 

iviavrov) auch fii]p6g gelesen habe. Aber dies wird dadurch 
widerraten, dass sicher rolg de [iri rtva in seiner Vorlage stand. 
* xoöiiov: „die sichtbare Welt". S hat also noch ogarop ge- 
lesen, ob hinter xoöfiop, oder wie es in platonischen Texten über- 
liefert ist, hinter d^BiOTarog^ ist nicht auszumachen. Statt f^coXf^ 
ist mit Lee f<lcn\f^ zu lesen, dann aber wie das Griechische zu 
übersetzen. 11 



2 52»-»»=Praep.XI»«: B 35^i-«» = 6. Brief Piatos (Schlass) 

S. 323. 

P:B35** xvqIco xovxcp: „und diesen Herrn". 2^ hat jeden- 
falls dasselbe gelesen; ob er es verstanden hat, ist fraglich. 
*' ^zov < -T *• Big &üPa(itv avd'Qiixwv evöai/iopcov: 2 „Wir 
alle werden ihn deutlich gemäss unserer aus glückseligen Menschen 
(stammenden) Kraft erkennen". 2 frei. 

-252"— 53«. 

2 52*® ^ flui.ULa.i f^:ic<l^ = ra Bspölösia, mit Lee lies 
.^a^.TJL9.i; vgl. P XTlTis :B 22326flf. « ^«».laso.! Lee's Über- 
setzung ist unmöglich. Denn wie kann Euseb es Wahrheit nennen, 
dass die Götter sind? Die Worte beziehen sich auf die II 31 an- 
geführte Stelle (Tim. 40 D vgl. auch PhUeb. 16 D). Dort wird 
gesagt, dass die Alten, die sich als Göttersöhne ausgaben, ihre 
Väter kannten und über deren Geburt berichteten. Also über- 
setze: „aber er bekannte auch, dass die Früheren wussten, dass 
sie (seil, die Götter) von sterblichen Menschen herstammten, und 
er hat die Wahrheit gesagt". || 

v53»-i2 = praep. II^: A94«-95« (u. Parallelen) 
= Plato, Timaeus 40 D. 

Dies Citat kehrt in Bruchstücken auf den folgenden Seiten 
öfter, namentlich Uobis-te^ wieder. 

P: A 94** yipeöiv: „Kraft". Lee meint, J3? habe övpafiiv ge- 
lesen. Eher ist ^ggoLa» aus ^ocn.ii* verderbt (vgL Zs). 
jtiOTsxrriop: Jteioriop S (so auch Var.) *• dpayxalcav: ..feste** 
(„zwingend") U frei *• ^filp < JS 



2: 53—54 Textvergleichung. 73 

P:A95i ^OQTcvg: „Phrokys'' wie 55io ^ ^^l oaot fiera 
rovxmv <^ 2! • 3tavxe(^i „andere" 2^ nicht = aXXot (Lee 
aXXovq)^ sondern frei; vgl. 5524. 



^53"-2« = Praep. XI»: B 22*^-* (u. Parallele) = Plato, 
Timaens 27 D. 

Aüch 3 57 11-13 fragmentarisch citiert; und ebenso schon 
S 14 10. 11. 

P:B 22* xal rl ro yivofievov fihv dsl, ov öh ovöinoxs < JS 
schlecht. Diese Worte können im Original unmöglich gefehlt 
haben. Denn auf dem Gegensatz des „Seienden" und „Werdenden", 
den auch 2 voraussetzt (KIacd oqao = ro fihv ^.1 ocbo = ro 
dh)j beruht ja der nächste Satz. Also müssen die Worte aus 
Versehen ausgefallen sein. Nach cn\ ^i^ i? ist etwa zu er- 
gänzen: »cDO^f^ "^o&oo Kdäf^o ^ali^a r^ocb.i ocn kCamo. 

Anders liegt die Sache -r57ii-i8. Denn hier wird nur auf das 
„Seiende" angespielt und ein (von Euseb) verkürzter platonischer 
Text angeführt: rl ro op äst, yiveoiv 61 ovx ^x^v, xal rl ro 
vo^oei fiera Zoyov JtSQiXfjJtrbv ael xara ro avzo op. 
» opra>g = Aui^Lm (ebenso 14 10; dagegen 5488 ^f^iftiz.). 

USi^ K!lD.taoo: sind der Sache nach die Z4 genannten 
Göttersöhne. || 5^8 ot^c^^ r^il^^t^: Lee scheint nicht erkannt 
zu haben, dass hier Worte Piatos (= co^ lipaöap) citiert werden. 

^5421-M = Plato, Leges Buch IX 8. 875 C 

(iTtiözrifiTi^ — xaxa ipvöiv). 

2 scheint aXrid^tPoq und re in seiner Vorlage nicht gelesen 
zu haben (Lee). 

^54»-26 = Praep. XIIIi«: B ISe^*-!» = Plato, Apologie 

S.28B. 

P : B 186** § vxo agxoprog rax^ < 2. Wahrscheinlich 
sind alle diese Änderungen auf Euseb selber zurückzuführen. || 



74 Gressmann, Studien za Eusebs Theophanie. ^55 — 58 

^54««— 55» = Praep. XIII»»: B 186«-187« = Plato, 
Apologie 8.29A. 

P:B 187» 7} öoxBlv: als dass „jemand" glaubt. 2 frei ^/) 
ovxa: obwohl er nicht „weise" ist. S frei. 

-2^55«-»*. 
2^55^ «aJL^no ist in Ordnung (gegen Lee); vgl. PSm. 

j; 55 16. 16 = Plato, Phaedrus S. 246 E, 

Die syrischen Worte würden genau folgenden griechischen 
entsprechen: o (ikv d^ fiiyag iv ovgavm Zevg, iXavpcov jtxrivbv 
cQfia (xal ^Yovfi€pog) * to3 d' ijterai crgatiä d-sAv xb xai öai- 
fiovmp. Da aber fiiyag ^ysficip überliefert wird, so liegt freie 
Übersetzung vor. 

-r 55"— 571«. 

S 55*' r^bo«: ist dem Sinne nach = Tfjd-vg und ^ogxvg. 
Doch wird der Ausdruck aufs Original zurückgehen. |] 56' fdX:i 
^aZo: „stating too not things that are not difßcult, but impious'^? 
Wahrscheinlich aber hat Euseb das Gegenteil sagen wollen: Plato 
erzählt keineswegs Dinge, die schwer, wohl aber solche, die gott- 
los sind. ^ vgl. Praep. XIII u: B 223 17 : rov ötj fiovov jtaprcov 
^EXXriviDv akTjO-elag jtgod-vQov \pavcavxa, \ 

S 57«-»8 = Praep. XI»: B SO»-» = Plato, Leges Buch IV 

S. 716 A. 

P:B30» Xoyog: „unser Wort" S frei 

-2'57»-58» 
2;57«off. vgl. Praep. XlUie: B 22926ff., die sehr nahe an- 
klingen (schon Lee). **: ib. 232 16 ff. || 

j; 5811-1« = Praep. XIII»: B 2S8»-«» = Plato, 
Timaeas 41 A. 

P : B 238« *£ol: lies i^olAf^ (Lee) JiaxriQ t€ Igycov < S 
^ x6 ys fif/p ""«^ xaxov < j& Diese Auslassungen rühren 
zweifellos von Euseb selber her. 



^58—59 Textvergleichung. 75 

i:58i*-" = Praep.XIII«: B237"-i5 (iy^vn^rD = piato, 
Tlmaeos 32 B. 

P: B 237** xovxo: „so" 2 ** o xi aijQ jtQoq vdmg, xovxo 
<C 2. Euseb selber konnte sie fortlassen. *' ^vvddrjös: „aus 

denen er band" U, ajtxov. f<lvx\jicoo. Dies ist genauer = 
alad'Tjxop, Man erwartet aber hier (wie Z. 23) f<ut^^co (zur 
Form vgl. Lex.). ** öia xavxa: „durch dieses" 2. 

2; 5817-20 = praep. XIII«: B 237«« (^Qog) — ^ i7€eQiq>oQd<s) 
==Plato, Tlmaeus 38 G. 

Die Texte stimmen überein. 

2 58«-2« = Plato, Tlmaeus 28 B. 

Der 2 ins Griechische retrovertiert, lautet: (jrdXiv de Xiysi 
jcsqI xov ovQavov) jioxbqov tjv äel ysvioewg agx^v ovx ex(ov 
Tj yeyopep an dQxi](; xipog aQ^a/ievog, (xajteixa ajtoxQivafiepog 
iavx^), yiyoPE {<pri6lp)' ogaxog yaQ äjcxog xi iaxc xal öc5fia 
ex(op, jcapxa öh xä xoiavxa alöd^tjxa, xa öh alod^rjxa d6§y 
JtfQiXfjJtxd xäi yspprjxa ig)api]. Statt aJc" dgx^g scheint 2 
schlecht cbiaQxijg gelesen (oder verstanden) zu haben. Denn er 
übersetzt: „Im Anfang (f^iCütÄ = dg^afispog) des Beginnens" 
(oder „des Erstlings"). fisxa aloB^öemg yiypofiepa < 2. 

Über rtln^ji^so s. o. zu Z. le. |I 

- 59*® übersetze „Wenn aber das Gott ist, was immer wird 
(f^oA) und niemals ist — welcher Gott wäre nicht anders?" 
Hier wie vorher und nachher wird fortwährend mit platonischen 
Gedanken, mit der II 33 angeführten Timaeusstelle operiert. 

2:59«*«5 = praep. XIV«: B 269«- «« = Homer, 
Ilias rf **••*«*• 

So schon Lee richtig: 

jtoXvg 6* OQVfiayöog ogtogec 
oXXvpxcov XB xal oZXvfiipwp. 
Für oQciQec ist .in\*^ gedruckt Bernstein will jxa!^o, PSm 



76 Gressmanii, Studien zu Eusebs Theophanie. 59 — 64 

Aa&iSO. Aber es ist nur Tom Herausgeber verlesen aus .iiV^w» 
„wurde erregt**. || 

2:60^2 = Praep. XIV*: B 261«-" = Plato, 
SopUstes 246 A. 

Die Texte stimmen überein. || 

-r60«-64*». 

27 62* KL10CD.11Ä: lies mit Lee f^ocoi^tsi. -* t^ 

leitet zweifellos einen Relativsatz ein (gegen Lee). Doch ist es 
nicht nötig, c<X.i zu schreiben, da das Relativpronomen häufiger 
fehlt (trotz Noldeke). || 63* K^^n ftua nicht „among Di- 

viners", sondern „in die Orakelstatte" (forte = (juxvxbIov PSm). 
*• ^ Cüa ao Lee sehr wunderlich. Übersetze: „Und diese aber, 
welche keineswegs derart waren." || 64^ KÜ^ von PSm falsch- 
lich unter K^^ registriert Er scheint zu diesem Irrtum durch 
die falsche Übersetzung Lee's verleitet Vielmehr: „durch Kuchen 
(in Herzform) und Brote" (= XayavovX Vgl. zu diesem ganzen 
Abschnitt Dem. V Prooem. namentlich 287 29 ff. 

S 64i«-65« = Laus 2S7«-238»». 

L287*^ öri xolvvvi „und so" 2 wohl um des Anschlusses 
willen geändert 238* yovv: „und" 2. • tö>: tä hat S 

fälschlich verstanden: „demjenigen, der nach oben seine Augen 
nicht erheben will". ^ gltpag + iavrov 2 (vgL P: A88«). 

• yivo(; + oiiov xolq q)ikoo6<poiq xal xolq ßaOiXevoi 2, 
• d^avatoig: ad-avarmv 2 „in den Leidenschaften der Sterb- 
lichen und Ud sterblichen". Das kann kaum ursprünglich sein. 
Denn es ist die Rede davon, dass „das göttliche Sein" (die 
Götter und Halbgötter) in den Schmutz der Erde {xarcai) herab- 
gezerrt sei. Also wird 2 in seiner Vorlage durch irgend ein 
Versehen ad'avaxotq gelesen und sich das so zurechi^elegt haben. 

dvat 2 etwa + xoöavrrjq 6b g)QBi^oßXaßelag x6 Jtäif xAv 
ävd-Qcijtcov yivoq Zvfiaipo/itvrjq, Jtäg ovx vyicig alQi^xa(iBP oxi 
d-BO(pavBlag xb xal B-bov GcoxtJQog xoivov ajtavxtov xal ßofjdw 
BÖBi xm 'qfiBXBQCO ßlcp; *® ol 6h — ävolag: alg xocovxop d« 

jiäjiiv ijlavvov apolag jioXXol 2, wohl von Euseb selber ver- 



X64-66 Textvergleicliung. 77 

ändert. ra (plXxara = ^^^coaSOOjji; aber nicht „their 

friends''. ^ airolq: xolq öoxovöi &eolg S. q)ei6<D: c^lfiocui 
trotz PSm nicht = misericordia, sondern nur = IXaöfiog. Lies 
f^LfiDCUi. fjöij xal = Af^o II ^^ q)6poig: aifiaaiv 2 (vgl. S 

6625) w rotJT^ + JtaliV 2. txrxi loxaiiivov < S, 

aP^Qcijtovg: 2 wahrscheinlich Sing, (wie Porphyr). Denn £ 
bietet jetzt ohne Quellenangabe ein wortgetreues Citat aus Por- 
phyrius, während die Laus stark ändert 

2 65 «-66«» = Praep. lY»«: A 182«»~184w = Porphyrius: 
De abstinentia Il^-ß«. 

P:A 182«* ed'og + eha 2 (wie Zss in P). ^ x&v 

KqovIo^vi f^u>A, gewohnlich f^;it<!^. ^ %öovg\ 2 richtig 
^Bild". "^ vvfig)rjg: „Schwiegertochter" 2. 

P:A183^ i(pfiß(DV\ cohs^dn »lä „Altersgenossen" = kip 
— ?}ß7i, etymologische Übersetzung (Lee). dyofisvog (L iXavPO- 
lispog): „indem ihn seine Altersgenossen schleppten". 2 unent- 
schieden. ® ovTcog: „darauf". coXoxavTc^ov: (oXoxavzi^sv 
2 (wie L). ^ Alq)i2.ogi „Diphlios" 2, ebensowenig ursprüng- 
lich, wie wenn vorher statt "AyQavlog u. s. w. „Argaulos" steht. 
Doch wird jenes auf einem Schreibfehler beruhen (Lee), während 
dies auf eine Erleichterung der Aussprache zurückgeht. 
^ yevofispog: yevofUvov 2 „des Seleukos, welcher Theologe 
wurde". Entweder hat er yspofispog missverstanden oder ods 
t^ocDi ist an eine falsche Stelle geraten. Es sollte vor K^^Lsis 
stehen. *® jeQoo^xaro — ** ÖQcifiSvov <i 2 ** de -|- 
xdL 2. *• ovöq)Qayi^6fi6voi: (öv-?) o^ixytaC,6iiBvoi 2, 
*• tS ^^iiaölcp: „Marios" aber lies soeuXst^^ || *® kjtBX<^2. 
** ^Cavxov: xvd-ivxcov 2. 2ayxovviaO'(DP: „Sachu iatu" 
2 ist verderbt. Lee übersetzt: ^composed by Sanch." Aber 
es steht da: „welche Sanch. in phönizischer Sprache geschrieben 
wurde". Missverständnis oder ^ ausgefallen? ** 2vpay<oy^ 
xcop Kqtjtixcöp 9^)0lcip: in der Versammlung der auserlesenen 
Opfer 2 = xSp xqixwp d-vöimp, schiedet. •• tc5 Kqopco < 2, 
** öxsöop: „völlig" 2. 

P:A184*: yag xal: de 2. ^ Aov/iaxrjpol = 2 (nicht 

^ovfiaxdpri Hkl). ' ^kagxog: ^XXoQxog 2, ^ JtoZS' 



78 Gressmann, Stadien zu £useb8 Theophanie. ^66 — 67 

filovgi jtoXsiiovg 2 (wie L). *® ÜQa^td'iag = -S. ** Aazia- 

qIov = S, ** xal jiaXiv <pr}Olv'aq> ov <C -21 ^* ß^XQ'^ ~f~ 
d^ ^. 1^: Tolg Avxaloig: sof\n\e}\. Aber lies jboOooI^ 

(so auchPSm) = t<5 Avxalw. Das «^ ist wohl vom Heraus- 
geber verlesen aus einem Schnörkel des ja. ^<^ xara Jt€Qlodovi 
„in jedem Jahr" 2 wohl frei, I| 



2 662s~68» = Laus 239^-240«. 

L 239^® ovx iXazTOvg: Lee hat den Text nicht verstanden 
und will deshalb korrigieren. Aber es ist nur >i*^ statt i»^» 

zu lesen: „Dreihundert andere aber fügten sie den Opfern hinzu, 
nicht geringere als diese*^, d. h. die nicht weniger hjtapavriq waren. 
Das ^^£- (ÖLÖovat) ist von Valesius richtig erklärt: j,zu den 
Opfern der Vorfahren". ** alr^Oai + Jtore 2 (wie P: A 187 s). 

*• Tovg alTrj&tprag ovv <pr}6Li g>i]öl rovg alrr^d-ivrag 2 
(wie die bessere HS). Der Punkt hinter ^AßoQtytvAv ist zu 
streichen. ^* ajtavxcov + „und Blumen** 2 schlecht Denn 

statt der geforderten Menschen werden sie mindestens Früchte 
und Vieh geopfert haben. Nun steht P:A l87io (vgl. 188 lo) xcu, 
ßoöxi]fiara}iK Dies hat 2 wahrscheinlich verlesen oder verstanden 
als ßXaöTTjfiaTcop. Dafür dass er dennoch dies gelesen habe, 
könnte L spncnen; denn dies kann neben xaQ:;tc5v eher fehlen 
als jenes. *• d' <C 2. *' d^vovrag + t^^ ^^ ^cd ^AjtoXXwvt 
2 roCovToiQ — ^ xaT6TQVx£To <C 2. Statt dessen hat er 

etwa gelesen: Tooavvi] öh yv/coi; g)&0Qa top twp avd^Qm3tm^ 
ßlov ajtcoXeotv dg aXXrjv omTTjQiag kXjilda fif^ olovg ra elpcu 
iavTolg vjtoy{tafptiv (vgL zur Redensart Praep. IV 26) el fifj ttjv^ 
jcoQa xov &t()ü ooftfJQogy ov 6r} fiovov, ovöavog aXXov, tä 
d-vqrcp yivki töei. xal Iv zoiavTTj r^g V^X^^ {xaraotaany 
jtaPTsg Ol avt^QfoJtoi xara jtapxa xojtop ijOap- so aXXaig 

+ t^cad^BP xara x^Q^^ *^^ xara jroXeig 2 xaraöe6ovXa}xoi 

xarerQvxsro -5? (aus L239i8). ^ olargovfiepa: .iimT^in, lies 

f'^tf'*^** (BeriKstein) von c^mit^wi ^^ ajtooxaxovptcüpi 

oocn ^i«.T:30 lies coco ^.i»iM. *® oxeXXsod^ac -f- JtoQÜap 
2 (vgl. Lexikon i. Da aber oriXXeod^ai auch noch an einer anderen 
Stelle absolut vorkommt (vgl. Hkl Ind.), so wohl freie Zuthat 

jtoXs/ilov: ^nach Art des Krieges** 2^ besser. Entweder ist 



S 67—75 Textvergleichung. 79 

jtoÜBfiiov ZU lesen oder jtoXifiov (vgl. L 2392 jtoXifiovg: jtoXe^ 
filovq D) II 240^ xagacxavag: i^^o^ lies r^iA^o^. || 

-S 69«* rir^'i^asX: lies mit Lee r^c^^fp^oal. || 70^ 
KlioiAfikr^i Lee will f^^oiA&r^i aber lies f<lio.*u&f^::i (so 
auch PSm). Epidauris wie das folgende Trözen in Argolis. 
* .ji^^i^so lies ^^i^^ico. 

V 70^8- 1» = Praep. V«^- A 264»- 1» = Herodot 1 47. 
P:A264« a> elömg: olöa ö' ky6 X 

-^70»»— 752«. 

2 70«« T*iso: „Pisistratus became embittered against the 
Athenians". Das ist nicht wahrscheinlich. Denn bitterböse, grau* 
sam war Pisistratus nie gegen die Athener, wohl aber war er 
TVQavPog. Lies daher .T^iro. || 71^ CüLSUii\r^ = JtoXioQxio/zai 
ist in Ordnung (gegen PSm, der oxa^d^r^ verbessern will). 
Über den Gebrauch von jtoX. in Verbindung mit Personen vgl. 
Eus. bist. eccl. II 23 is und die Anm. dazu von Heinichen (Leipzig 
1868 S. 91 Anm. 32). * J^ia^^^ina.! Lee will J^ovaKla.i. 
Aber lies so^MAiv^sn oda = 6 ip BQayxi^ccig vgl. PVe: A 222ie 
(so auch PSm.) ^ ^aIajjlx^o: lies ■■itjuT*!» Bernstein. || Ebenso 

2; 72»*. «» iur^v>r^ = aXXmg = nur. 1| 

^75* Kllf^: Nicht: „except (to say) that these ancient 
things are, as such, matters of record", sondern Unterschrift: 
„aber derart sind die alten (Dinge) der Geschichte" vgl. die un- 
mittelbare Fortsetzung. ^ fiDCc^ioc^aber lies mit Lee XDOf^ii«^ 

^ socaof^ PSm will jvo^K^uof^!!, aber . schreibe 
J»o2i^Of<!i »« f<niTi.i vgL das zu 2^87? Bemerkte. 

1* will PSm statt japom^ia^o: jaoox^.ii&o. Das ^ ist durch 
Einfluss des .a entstanden. 

-r75««-77i = Laus 217«* (xai xe^ivri) — 218»«. 

Da 2 mannigfach abweicht, so sei der Übersichtlichkeit 
halber der etwa zugrundeliegende Text reconstruiert: xol rs/idvtf 



gO Gressmann, Stadien zn Eusebs Theophanie. ^75—76 

aXöTi TS xclL hga xata JcäOav jioXiv avxolq (ptXoJtovcnq {S „vor- 
züglich" frei?) k^TjOxelTo dva^fiaol tb jtaw jcoXXolq kars^a' 
vovpxo ol vaoL xal ß-sciv fikp JtoXvq rjv 6 xaga rolq zors 
TVQavvotc; Xoyoq, id-pi] re xai ö^fioi xar aygovg xaL xara 
jtavxa TOJtov rjöf] rs (-S „sodass sie schon" frei?) xar oixovg 
iv avTOtg avxmv rafieloig re xai ß-aXcifioig ßtofiotg (sie) xal 
dyalfiaocv Mficov ra JtazQia. nXiiv dkkd xovxiav cJdc exorxoßv 
ovöhv dii^CQOv dpO'QoixoMV öaifAovixdiVf x€ig "^vxäg fiavia ötf" 
axgaftfiivoßv (vgl. L 233 20), 01 xatä xdvxa xov xov ßiov Xifovov 
aißtaaiv ifKpvXioig fiokvvofifvoi * xal öatftovcivxeg dXii^^g 
(L 249 u) iv xolg xaz* dXXiiXmv xoXifioig xal avxvaZg xiüv 
nokettrv xoXtOQxiaig (vgl. L 23987 mit 2 6723) x&v xov xocpiov 
öiatf^iiQovxoMV öaifiovoMV ßoiiS-ol xaxkcztiaav. {2 hat entweder 
„darin" frei hinzugefugt, wie die gegebene Übersetzung annimmt, 
oder es ist .i&o zu lesen und ein neuer Satz anzufangen: „und 
während die Dämonen weltverderbend waren, waren sie ihnen 
Helfer darin".) ol dk S'eoXoyovficvoi (L 257 si) XQ^^f^^'^^ 1^^^ 
xal JtQOYVciaeig xoig iavxibv S-eQaxevxaZg kxtf/yiXXovro 
(„gaben"), xov 6b cq^mv oXbB-qov ovx lyvmoav (? „versianden") 
jtQoyvcivai ovöh jt(}og)fjaai (auch in der Th. gr. XQoiq>i]Oe) 
xov ixi x^g fig dvO-Qibjiovg ixXa/i^efug xoe üiox^Qog axaatv 
avxolg ovgißdvxa, 6 öi} xal (liyiöxov yivoix^ av ÖBtyfia xng avxd»^ 
xaxeivÖTfitog xal eXcyxog dvayxalog xtbv xdXai naQa xäai xolg 
"EXXfjai öiaßo^xoiv XQ^^P'^v. ovÖBlg yovv xtbv XQV^f^^^ibv xi]p 
Big avd^QcoJtovg ixXafitpip xov iffnov öoxfiQog JtQOfjyoQBVüep 
ovöh x6 VBOV xriQvyfia vx avxov Ttäai xolg eO-vcm XQoßlti^iv^ 
aXX ovo avxoc o Ilvd-iog ovo* ixsQog xciv fiByaXoöcufiovov 
xrjp olxBlav igrifitav xQoiyvoM pvöä :iQokipfiae x6v iXtvaeaS-ai 
fiikXovxa avTCOP axdvxmv xoXtOQXTjx^iV xal xa&aiQixfiV o^ä 
xdvxag tovg e§ iS'vdiv ^EXXrivoßV xe xal ßaQßaQixtv xi^g flöitMXtxfig 
xXdvijg fiexaßaXovvxag xal yvoßQiovvtag xov ixl xdvxctMV •B'eow 
XQoelöev. xlg öh XQtfificpöbg rj (lavzig ^ nQ^ag ^ 6aifit»v ^ ^-cog 
xa fiBP avxcip öb/ipci pbov xtvbg kjtiipavipxog xA ßlcp t«uy 
dvO'Qibxiov 0ßB0&Tj0B0&-ai, xfjv 6 Big xov dv€otdxio xal ixl xdv* 
xiov^effv ypmolp xb xal BVöißBtav Jtäöip eO-veai xagaöod^öBCO-ai 
jcQOfjyoQBVOBP ; xlg xcov vadiv (= vipTjXwp?) avxdiv aipapiöfiop 
xal xt\ iox^xa x^g iQiifiiag ifiavxsvaato ; xf}p 6b 6ia JtVQOg 
Xa>vtiap xal xyp ig äxQi^oxov I6eag Big avayxalag xolg dvSi^ib^ 
xoig XQV^^'-^ ^^'^ dxavxaxov XQ^^^"^ xal aQyvQiüv §odv<uv 
(= ä^yvxtop?) fiBxaßoXfjP xlg 6iB0xBlXaxo; X(OPBt)0fiBva}p 6* avxolg 



^76— 77 Textvergleichung. 81 

rciv ^oavmv {2 d-swv ist wohl ein durch Gedankenassociation 
entstandenes Versehen; statt ^oco^crAf^ lies ^^.oonibai^) dq 
kejtrov XB yeXolcog („mit Verachtung und in Kleinheit erbärm- 
lich") xaraxojtxo^bvmv xlq jtcijtors d'sciv ifivrjfiovsvosv; not 
d' ijOav ol Tovrcov dgcoyol fif] ovxl kjtaiivveiv xolq avrcov 
dg)i£Q(6fiaaiP vjt* dvd^gdnwv äg>api^ofiepoig; Jtol Jtor* rjöav ol 
Tovg JioXtfiovg xo tcqXv kvBQyovvxsqj inl teüv oixeioßv öeiviüv 
(? „Unheil") xovq ötpcop xoXiogxtjxag iv ßad^raxxi diaxeXovvxag 
sIq^pU d^ecifispoi; || 

Man beachte, dass in dem ganzen Abschnitte sachlich durch- 
aus nichts, sondern nur formell geändert ist. Wer anders als 
Euseb selber sollte ein Interesse daran gehabt haben, den einen 
Text in den andern umzumodeln? An einen Kompilator zu denken, 
ist nur dann erlaubt, wenn man stichhaltige Gründe für seine 
Überarbeitung beibringen kann. Aber solche werden kaum vor- 
handen sein, zumal wenn man bedenkt, dass die Theophanie nur 
an dieser Stelle bedeutender abweicht von den vorhandenen grie- 
chischen Texten. 

Stilistisch verdient wohl die Laus den Vorzug, da die ver- 
mutliche Wiederholung der Phrasen xQoiyvoD xal jtQOtq)7]06 und 
1^ slg äpd'Qoijtovg exXafitpig xov CtDxfjgog in ihr fehlt 



2 77^"« 

»: lies ^ 
vgl. Laus 217 25 ff. 



j^ 7710 ija^ft^: lies .a«^ mit PSm. Zu diesem Abschnitt 



2 771«— 78«. 

Dies cap. des 2 ist zwar nirgends ganz griechisch vorhan- 
den, doch lässt es sich teilweise nach verschiedenen Stellen re- 
konstruieren. 

OJtmg de id'äp elöfj xoZvxgojta xop jiapxa ßlop klv/iTJ- 
paxo (P I 4?, 2^ „verdrehten"), ipxevß^ep^) Igcön yipcioxeip. 
xolq yag Alyvnxlotg POfiog tjp yafistp a6eXq)ac (P II 1 82) xal 
xoig ütQöaig filypvoO'ai (il^iv doeßi] xal jragaPOficoxaxr^v, xotg 



1) f^ASCCO ist nicht zu ändern in f^lASn^r^, da es der Bedeutung 

nach = «^ICO ist. 

Texte u. Untersuchungen. N. F. VIII, 3. 6 



g2 Gressmann, Stadien zn Ensebs Theophanie. Z77— 78 

dh rag airmv d-vyaxigaq g)^0Qa fiialveiv ix&^iafi(p {L 2A0wfr.^)). 
xal Tovrcov fihv fj övooißeia (iixQ^ '''ov d-^Xsog iöTT) (L 235 21 
vgl. JS), ^ 6* avTciv rmv ooqxDxarmv jtavr(Dv ^EXXrjvoov xal 
aQQBvoiii^lqi Jtaga <pv6iv ijtefiapfj (PI 46). dXXa xal xsqI ra- 
q)fiq *-^) xolg fiBV ro y^ xaXvjtteiv dixcuoreQOV elvai löo^ev, rotg 
6h TO jivqI jtagaöiöovai, aXkoi öh ravra cog övoöeßij xagaki-- 
jtovreg xvol xal olmvotg rovg olxslovg vexgovg JtQoerld^eCav 
(P I 46), xal ol fihv rovg ijtiöi]fiovvTag ^epovg xaxBCq>axxov^ oi 
dh xai xqbAv av&Qa)jtBla)v djtsyevorxo (L 24022f.). xaXiv de 
xiveg xAv (piXxaxa)V xovg ysyriQaxoxag^) jtQiv xeXevxfjv xaxa- 
Xaßtlv avxovg (pd-avovxeg elcxiAvxo jiqoxsqov xaxa^öavxsg, 
xal ol fihv^) xovg lyyvxaxo} yigovxag xaxsxQfjfipi^op (P I 4?), 
ol d* dyxopy jtaQsölöoOav (ib.; L 240 23 f.), xal ol fihv || xixil 
jtaQißaXXov C,mvxag, ol 6h xed'VtAxag, xal ol fihv^) cvyxaxco- 
Qvxxov, ol öh ijt60q)axxop xalg xvgatg ^ävxag ovg iiyajtfav o\ 
X€»pecixsg (P I 4? L 24026). 

i^78«-« == Lan8 240««« 

L 240** ijtiXsltpei fis 6 XQovog: ijtiXeltpBi fte x6 xrjg ^(ligag 
fiTJxog 2 (L 25725). ^ öiTjYovfitPov + etwa oop 6f] x^Qiv fia- 
Xtcfxa freov omxiJQog ola xolg slg Icxaxov xov xaxov xaxa-- 
ßeßXfifiivoig xal laoemg xal ßorj^elag ovx aXXtig dXX* ij öia 
d-soq>apelag k^aiQtxov („vorzüglich") xw ^fiexigto ßlm lÖBi, Un- 
mittelbar daran schliesst sich: 

S 78«*-79« = Laos 214««— 215*. 

L 214*® xoixmv -^ öiajtQa^ao&ati xl ovp ijel xovxoig ixQV^ 
xov Xoyov xov xmv Xoyixwv jtaxtga öiajtQä^ao&ai „dem Er- 
löser (parallel xov Xoyov) aller, dem Beschützer {xfjÖB/dciv), der 

1) Beachte, dass in L die Völkernamen ganz fehlen, Btilistisch besser 
als die Th! Die Qaellensammlungen über Völkersitten sind besprochen 
bei Wendland; Philoa Schrift über die Vorsehung. Berlin. 1892. 27 ß. 

2) f^lOSLo der HS ist richtig (gegen Lee<; aber nicht « das Grab, 
sondern = diu» Begraben, wie f^lAoSita zu in^ . 

3^ - tJJCon, das PSra HLlschlich in •aZaZo.1 ändern will. 
4) Man erwartet KllVtt^O wie im Folgenden, 
ü) S Nominativ (trotz Lee). 



S 78—79 Textvergleichung. g3 

Vorsehung (beachte das Mask.!), dem Hirten der vernünftigen 
Herden auf Erden (vgl. L 24029), der zu grosser Ehre das geistige 
und yemünftige Sein || in den Menschen hinaufführte, während 
es in grosse Tiefe des Bösen fiel, und damit er (der Mensch), 
welcher durch sich selbst die Ursache seines Bösen auf sich zog, 
ihn seinen Vertrauten (den Logos) sehe". Das ist sehr unver- 
ständlich. Statt jisaor^ erwartet man das Impf, (abhängig von 
diajtQa^aöd-ai = lOaJtt). Auf dass der auffallende Wechsel des 
Subjekts (erst Logos, dann Materie) und die zum Folgenden nicht 
passende Übersetzung: „damit er (der Logos) ihn (den Menschen) 
sich befreundet sehe" (denn er muss schon jetzt sein Freund 
sein) vermieden werde, liest man vielleicht besser oavau statt 
CDUU. Also: Was musste nach alledem der Logos thun, „da- 
mit er das geistige und vernünftige Sein in den Menschen 
zu grosser Ehre hinauffahre, während es in grosse Tiefe des 
Bösen gefallen war, und damit er ihm seinem Freunde (sciL 
dem Menschen) gnädig sei, der durch sich selbst die Ur- 
sache seines Untergangs auf sich gezogen hatte"? Dann fährt 
2 etwa fort: xovx' £q eixog xiva ttjp tcöv (piXTax(ov apzi- 
jtaQBld-Blv CüOTTjQlav Xttl jtaQiöelv (wie L 214 21) d^peiöibq 
ovrco Tovg d^toXlvftivovg (== xoXiOQXOVfievovg?) xovg xijg dvoj- 
xdxitp TKQOvoiaQ vjt avxov ii§iovf£evovg ; aXX ovxe xv߀Qi^Ti]g 
nox ay (sie S\ ovxco ausgelassen oder ausgefallen, wird nach- 
her auch von 2 ausgedrückt) xxZ, ^ xaxa ßv^äv: „sodass 
es untertaucht" 21 frei. *• ypwglfiovg: „Leute seines Heeres" 

U frei mit Anspielung auf r^lLui 01. *® xa [ikv ev Ix'^vxa: 

„die dasind" 21 wohl == L. Denn ev wird öfter nicht mit tiber- 
setzt; vgl. 2 882 f^ssDoani = svvofiovfidvTjg. 215* ro5 /le- 
yaXcf) -* iaxovöaCexo: xw omxrjQlcp Xoycp, xo 6\ Jtäv avxm zov 
Xoyixov gcooi; x^Q''^ iöjtovda^exo 2. Unmittelbar hieran 
schliesst sich: 

2 791«-«» = laus 208i«-2i. 

L 208'* d^soq)iXtaxaxov + avd-QWJtog 2, dXoymv + 

,, Tiere" 2 frei. **> avd-QcoJtog: von Hkl gestrichen, liest 2, 

Obwohl es in 2 öfter steht, so findet es sich doch nicht regel- 
mässig vor jedem «, wie man erwarten sollte. Diese stilistischen 
Unebenheiten werden daher wohl auf Euseb selber zurückgehen. 

6* 



g4 Gressmann, Studien zu Eusebs Theophanie. Z79— 84 

'^ ßv&^otg + djtoQQ^toig 2. tQJtopra: kUilaA», lies KSonfi» 
(= vfpcra) wie -2" 5 20 (so auch PSm). ytsjtolfjtai + av- 

d'Qcojeog X 

2; 80^ oi^fiDf^i: lies mit Lee oLiiu»r^. ^ ^iiftny^ 

richtig; vgl. Nöldeke etc. || 82^' jbo.io.ioicd =Herododos; da dies 
aber kein griechischer Name ist, lies jaoicioiCD = ^HgodmQoq. Der 
Mann, der den Artemistempel anzündete, heisst sonst *J7(»oor(>aroc. 
83* XDOsai^ls.i = \4ßal in Phocis. Der berühmte Apollotempel 
wurde in der That von den Thebanem (gegen Lee) zerstört. Vgl. 
Pauly RE unter Abae. 

2 88ie-M = Laus 240«*-241i. 

L 240*^ JtaXai fiev: ovto) dtj JtaXat öia rivcov Jtag ^Eßgaloig 
jtQog>i]tcöP rov d^slov Jtvsvfiaxoq fisrexovrcov xal in xzX. S 

•^ xa\ + Ixi 2. yvcoglficDv: „Gottbekleidet" 2 (= ^«o- 
g>6Q(ov oder -jtQOJtcov?), •* „und den Anfang der göttlichen 
Gesetze, der bunten Ermahnungen, der mannigfachen Lehren, der 
Weissagungen und Prophezeiungen dessen, was kommen soU^ und 
die Liebe zu einem Leben der Gottesfurcht säte er in die Seeleu 
der Menschen" 2. Dass er den Genetiv thatsachlich gelesen 
habe, ist nicht anzunehmen, arra < 2 frei. vofioig + ^i^- 

&^ioig. xavrolaig + xal jtQOQQfjosöi d'eöjtlöfiaol re rov iiiX- 

Xovtoq. atoiXBta d^eoösßelag dg dp&gcijtovg: dia&€öiv ^6o- 
osßovg ßlov slg avd^Qcoxmv y^vxag 2. oxoix^la könnte er am 
Ende in freier Weise mit „Liebe" wiedergegeben haben. Aber 
wie für das Folgende wird er vielleicht auch hierfür einen etwas 
abweichenden Text gelesen haben. || 

2 83*«-85«*. 

2 84** statt r^^aii9f<fbaQao mit PSm zu lesen: 
f^iul9f<fbaaoo entsprechend f^^ilni\*yi*i seil. i^i^inAflD. 



S 86 -87 Textvergleichung. 85 

Das dritte Buch. 
2 86»«-91» = Laos 249«-^ 258^ 

L 249^ iZvETo: ooco ^.i&xz^oo „were cast aside", aber 
lies cocp ^livSiSAC. ^ rjoav + al jtaXai xov xoöfiov 6ia- 

(pd-slgovoai dpögoxtaalai zs xal dvß^gcojto&valai {YgLL^biis) xal 
ovxir rjöav 2. Statt des Fem. muss man das Mask. (wegen t^^V") 
lesen. xoJtaQxlai = K^r^. PSm „patres". Wenn „Väterchen" 

nach richtiger Überlieferung thatsächlich ein edes^enischer Dialekt- 
ausdruck sein sollte, so würde daraus folgen, dass nicht nur das 
Manuskript unserer Theophanie (vgl. Lee, Preface der Übersetzung 
XI f.), sondern auch die Übersetzung selber aus Urhai stammt 
oder dass wenigstens der Übersetzer ein Edessener war. 
® a? TB', xal ovxix* rjöav al 2. ^® iv xavTm 6i < -2". 

^* evaeßelag ~^* öiöaoxaXla: „der Rechtbeschaffenheit und Ge- 
rechtigkeit der Gotteserkenntnis durch die Lehre unseres Er- 
lösers". Die Worte „der Gotteserkenntnis" scheinen aus dem 
Vorhergehenden wiederholt zu sein. Demnach hätte er etwa ge- 
lesen: xal xQOJtoq slq svCeßslag xe xal öixaioövpTjg x^ ooDXtjQlcp 
(vgl. Lex.) ÖiöaoxaXla, Dieser Text ist stilistisch besser als L. 
Denn es handelt sich auch hier um die Betonung der Eins: Ein 
Gott, Ein Reich, Eine Frömmigkeit u. s. w. Dazu passt aber 
cmx^Qiog xe tj XgiOxov öiöaoxaXla durchaus nicht, und Valesius 
hat mit Recht daran Anstoss genommen. Trotzdem ist eine Kor- 
rektur nach U kaum erlaubt (VgL zu der stilistischen Uneben- 
heit die von Hkl Einl. XXXIII angeführte Stelle der Dem.). 
** xaxa xavxa + öh 2 (wahrscheinlich = öfj). *' d-elov: „auf 
den Wink Eines Gottes" 2 las nicht ^eov, sondern frei (öfter 
Derartiges). *® jtgo ye (ifjp xavxf]g: „früher nämlich" -2" an 

sich nicht unmöglich. Durch L aber wird gefordert, dass man 
'p^n ^o lese. Das ist auch sachlich besser. Denn so ist das 
Römerreich der (bessere) Erbe des Dämonenreiches. 2 + ^ öai- 
(lovixrj xXavTj ßagiog aöovXcoOaxo xa ld'V% xal cog av Jtavxmv 
elg fiVQla öiii]Qi]fi€Pa)P (vgl. L 24828). || «* (DOavxa}g -f JtaXiP U 

^ ioxoXa^op + „Es ist genügend in den vorhergehenden 
(Kapiteln) besprochen." X *• pvoorjg = r^nnx»: „two great 

Powers Sprung fuUy up, as (it were) out of one stream". PSm: 



86 Gressmann, Stadien zu Eusebs Theophanie. 2^87—88 

„quasi ex uno rivo". Aber vvaaa ist hier „die Schranke" und 
dieselbe Bedeutung kann man auch für r^asuL annehmen (vgL 
aq>€öig 1) Loslassen. 2) Schranke). Der gleiche Sinn wird 2 75 12 
gefordert Lee übersetzt: Die Diadochen „poured forth as rivers". 
Besser PSm: „quasi impetu ad bellum inter se prosiluerunt". 
Aber „quasi" zeigt doch an, dass es sich nicht um das Ungestüm 
selber, sondern um ein Bild handelt, welches eben dies darstellt 
Die richtige Übersetzung ist daher die Erläuterung, die PSm mit 
seil, hinzufügt: „quasi e carceribus". ^ ij zov Xqiötov di- 

öaOxaUa: t] zov ocoxfjQoq rwv oXcov c^vpafiig ßoij9^6g S (lies 
öuTl^iSO; das Suffix bezieht sich auf f^A\asd»). aXXriXaig 

+ x€u avpiaza/iBPai U. ^ 6vpa(iig: ivO^sog dgezrj JS (vgL 

L 25729). 

L 250^ zag ogwfitpag: ,. alles, was da ist^ X * xal za 

JtoXXa fiep Jtapzolwp: xdL fiijp Xoutop za JtoXka zmp S, 
^ axQiy das Hkl streichen mochte, hat 2 gelesen. < zfjg 

olxovfdtPTjg: zrjg yijg 2 (sonst wenigstens wird jenes Wort regel- 
mässig durch r^^ia wiedergegeben) ^ ro <C ^ besser (auch 
Hkl). • öaifiopoüp 4- JtopTjQcöp 2 djtTjXeyxszo = f<lfiB&&ca 
d\CCD. Lee „was put out of sight". Auch PSm leitet es von 
pSü^^r^ ab, während es zu ittfia^^c^ gehört, also = Klfiofia&i^o 
ist, das man aber nicht zu korrigieren braucht ^^ ypAcic 
+ zy ooztjqIco öiöaöxaXla 2. lila + ^PoDfialmp 2. ^ xäi 
q)iXlap < 2. ^* yovp\ „aber" JS || *® azeXleüO-ai: „schicken" 
27, aber vielleicht i.iioa zu korrigieren. ^* jtäöy „viel" 2. 
** öWil>l£<J^c£ = wegwandern -2!. JtXrjQovad^al ze: „nach" (den 
Worten) 2 frei. ^ äpa^c3Pi^ö€ig: r^JLnxsoo lies mit Bern- 
stein f<CUfix20o. ^ dfi^l zov CoDzriQiov Xoyov: „über unsern 
Erloser und über das Wort Gottes" 2. *• elgTJprjg + xal 
avd-ic 2. •* zavza: pvp zavza 2. 

L251* jteQiovöiag: „zum Überflüsse der Wahrheit, dass es 
keineswegs eine sterbliche Natur war, sondern (dass) das Wort 
Gottes in Wahrheit und die Kraft Gottes als Erlöser in der 
Welt geoflfenbart wurde" 2. * jtvpO^aPov: „und wie wenn 

du von einem anderen gefragt bist, so erforsche (Imperativ) die 
Natur der Dinge". 2 scheint auch jtvp&aPfj (so H) ge- 
lesen, aber falschlich als Passiv verstanden zu haben. * aläpog 
+ apd^QG}jtog &p7]z6g 2, • il} aQX(op <C -2", vielleicht aus 



2:88—89 Textvergleicliang. 87 

Versehen. ® co$ + navxaxov ytjg xrjQVXd^rjpai xal U. xAv 
hjtl Y^g avd^QcoJECov: „aller Völker auf dem Antlitz {vjtio) des 
ganzen Erdteils'^ 2. ^^ ovdslg: „und niemand", aber lies 

JUf^ f^. Big <i -2". (lera — ^ vlxrjv < 2J, weil vom Tode 
erst nachher die Rede ist ^ yovv < -S". *• h tä ovo- 

fiaxl fiov <C 2. Conjbeare (Zeitschrift für Neutestamentliche 
Wissenschaft 1901. S. 279 Anm. 1) meint, dass diese Worte not- 
wendig im Original gestanden haben müssten. Aber sie können 
sehr gut fehlen. Denn im Znsammenhang handelt es sich nur 
um die einzigartige Ausbreitung der christlichen Lehre, die von 
Christus voraus verkündigt und nachher in die That umgesetzt 
ist. Einen Grund dafür, dass wir hier „catch the Syriac trans- 
lator in the act of garbling his text", wird man schwerlich an- 
geben können. Welchen Anstoss konnten ihm die harmlosen 
Worte: „in meinem Namen** bieten? Es wäre höchstens eine 
Flüchtigkeit denkbar, aber auch nicht gerade wahrscheinlich, da 
diese Stelle öfter ganz kurz von Euseb citiert wird. ^^ Xoycp 
+ xal 2. II " 6 xar' aQxag xov Xoyov tj/dlp ijtifiefitpafispog: 
„der wider die Wahrheit (den Sinn) zu richten sich erdreistet" 2, 
^ xlg + (welche) „sterbliche Natur erschien wie diese" 2, 
jt(6j€0xe<C2!. ^ Jta07]g<^2!, *• oXfig < 2, olxoxy 
fiipTjg: hier fugt £ i.V. ein. Dies soll aber zweifellos = ixgci- 
xvvBV (aus Zss) sein, also lies iix,. ** avayivdoxBOd^ai ^aölcog 
(sodass) „die von ihm überlieferten Lehren der Gerechtigkeit 
genügend (= öiaQxmg vgl. H. E X 4i7) und schnell (= gaölcog) 
und jeden Tag verkündet wurden" 2 *• öfj + '^^G övpd" 

fiBcog 2. ruiBxigovi „von uns allen" 2 frei. ^ o öii — 

2» Blri < -T; vgl. zu Zio. «• aXXog < 2, 

L 252^ aÖBX(pa = ^cd^^CUjc^, häufig (vgl. Lexikon). Bern- 
stein (bei PSm) will fälschlich ^co^O&t^ korrigieren. 

* T^$ — • ^(D^g: „der Offenbarung der Gottheit des Erlösers von 
uns allen" 2; vgL zu L 251 lo. • tovzmv fiel^co < 2 

* OXBtpafiBVog + jtaQO. öeavxm. zig jtcijtoxB xxX. Dieser Satz 
ist von Lee gründlich miss verstanden, ^.i ADoor^ = jtQoöO-Bg 
(JJ= femer aber. pQ in Z22 ist zu streichen, obwohl es höchst 
wahrscheinlich vom Übersetzer selber herrührt. Dieser wollte 
wohl zunächst das Passivum wiedergeben, verwandelte es aber 
nachher ins Aktivimi und vergass das ^ zu tilgen. Damach 



gg Gressmann, Studien zu Ensebs Theophanie. ^89 — 91 

heisst der ganze Satz: „Welcher sterbliche Mensch jemals, 
mit dem in soviel Zeiten alle {wd'QcoJtmv <C -S) Herrscher zu- 
mal und Könige, Heere und Bürger, Volksgenossen und Völker, 
ferner aber auch die bei vielen als Oötter Geltenden 
gekämpft haben und zu jeder Zeit kämpfen" u. s. w. ^ vaaCeip 
+ T^r öiöaaxaXlap avtov S (ebenso H. E. X 4i8 -S!) || 
^ Ofioliog tA r](isTeQq) awzfJQi: „ja seit das Leben der Menschen 
besteht" x' » axiore <2. " x^q + „Erde" 2 frei 
** ^Bov 6b xtjL.: „und (wer) überlieferte die Kenntnis des 
Einen Gottes, der jenseits des Himmels (ist), und des Königs 
der ganzen Welt und seine Gottesfurcht allen Menschen auf 
dem Antlitz (vjteQ) der ganzen Erde, barbarischen und 
griechischen Völkern?" Dann neuer Satz: xlg Jtdxozs 
ÖLÖa^ai XX X, *• piovov ovji = A^a; vgl. das deutsche: 

ich hätte es „bald" (= beinahe) gethan. i' ad^QOV = 

f<l:k.i^ f<l.l- Der Übersetzer mag dies verstanden haben, seine 
Leser aber schwerlich. Man vgl. die Übersetzung Lee's. 
** (öt;^-?) jtaQaXfig>d-ivxa und ^ jtCQaöoO^ivxa oo 27. *• ^<;-S 
(vgl. L 251 Äö). ** jtXavrjq + öaifiovixfjg 27. *' xa x^gi 

„der" (Irrtum) 27 frei. ^ ^tjöi ye -| jtaXiP 27. ^ xov 

+ tva -57 II •♦ yoTjxeiag : äjtaxag 27. *» aogatca „unsichtbar" 
Adverb 27, hat er aber sicher nicht im Griechischen gelesen (vgl. 
zu L 234*). X^'pi + ^ßt ivvcifdei (lad^rmaxog jtavxaxov xr^ 

QVX^^iPTog 2J. 

Dies Stück, das von dem Aufhören der alten heidnischen 
Orakelstätten handelt, fehlt in L. Dagegen erinnert es stark an 
Praep. IIsiA 7627ff. (Worte des Clemens Alexandrinus). Fast 
wörtlich überein stimmt jedoch nur der eine Satz (ib. 773-6 = 
27 914-6) oeolyfjxai yovp ^ KaöxaXiag jtTjyij xal KoXofpmvog 
aXXtj Jtr/ytj xal xa akXa ofiolog (<; 2") xt&vfjxe („schwiegen** 
27) vafiaxa fiavxixa, 

2791^ lies statt fti^zsoo: du^.»o Bernstein. 

X 91 ««-98» = Laus 2o3»-259«. 

L 253« xa&aQcoxaxaig evxcctg- ^ als ob er gelesen hätte 
xal öia xad-aQmxäxiDv tv^aiv, aber wohl frei. • xciv oXcavi 



2:91—93 Textvergleichung. gg 

äviDtdrco 2. ^ JtvevfiaTcov: öaifiovcov U. ig dv9-Q<6jca)v: 
Ig dpd-Qm^tBloov öco/iaTCDV 2. • ßvalag: Xeirovgylag S. 
^ 6 ^fi^rsQog Ocot^q: „dieser" S. Wahrscheinlich ist .AOiä 
A*.i ausgefallen. • &voiaOTi^Qia + ajtvga xal ^sojigeje^g 

Xargela S || *® vobqAv — XetxovQylat: „und geistige und ver- 
nünftige Opfer, die in gottgeziemenden (= hQOjt) Diensten" ge- 
schickt werden 2 frei. Tq5 + Ivl U, ^ ävd-QcoxoOvölag: 
„und dass Menschen nicht geopfert werden" X Geschickter wäre 
gewesen, wenn er das f^ fortgelassen hätte. ^^ vjragxBiv: 

„gethan werden" 2 wohl frei. ** ye = äi^. *• ijiuöfi 

= .1. ^* T/yr — dgexriv < 2 (wie L 251 10.27 2522). ^® f]fi<5p: 
„von uns allen" 2. ^ ^a>7jv: övvagiLV xal ^cofjv 2. 

^ otpeig: „For the visual perception of something distant is, they 
say, (the effect) of some thing (really) visible". Aber besser: 
„Denn (frei für rs) man sagt, dass das Erscheinende die Gestalt 
dessen sei, was fern (von jeder Gestalt = döi^Xcov) ist", oder mit 
kantischen Formeln ausgedrückt: Aus den Erscheinungen schliesst 
man auf das Ding an sich. Euseb will sagen: Aus den lebendigen 
Äusserungen und Wirkungen der Lehre Christi folgt mit Not- 
wendigkeit, dass Christus selber lebendig ist. Denn hier gilt der 
allgemein anerkannte Grundsatz: oipsig xrX., der auch Th. gr. 
(Migne 62824) = -2 130 11 angefahrt wird. ovv < 2. 

2* ixeiro: „war geworfen". -2". *• öt] fiera ravra <C 2, 

oxvßdXcov = f^f^Oasao^:^, also nicht „the utmost contempt" Lee 
oder „prorsus abominandus" PSm, sondern „Kot". Dies Wort in 
r^d\olfi9^ zu ändern (Bematein), liegt kein Grund vor. *® ovo' 
av hat 2 zwar übersetzt. Ob er es gelesen hat, ist sehr zu be- 
zweifeln. Er kann sehr wohl den (eine negative Antwort vor- 
aussetzenden) Fragesatz in einen negativen Aussagesatz verwandelt 
haben, wie öfter. Hinter jigd^ecsv ein av einzuschieben, ist jeden- 
falls leichter möglich als ovo' av zu korrigieren. Thut man dies 
dennoch, so muss wenigstens das Fragezeichen gestrichen werden ; 
vgl. übrigens die Lehre des Xenophanes nach dem Plutarchcitat 
P I 84: A 274ff. ^* kvBQymv -j- „zu jeder Zeit" 2. jrpar- 

XC3V + „zu jeder Stunde" 2. *® bI rf* dq>avrig bItj'. xav yag 
dq>. {] 2 ** ovöh + yag 2. ^ fit] rt ys + 9^b6p xal 2. 

L 254* ^fitxBQov: „unser aller" 2, \\ ® jtcog dv rig — ^^ 
ov <C 2, Diese Fassung ist bedeutend besser. Denn es ist höchst 



90 Gressmann, Stadien za Eusebs Theophanie. ^93 — 94 

überflüssig und langweilig zu begründen: Weil „das^ Nicht- 
seiende nicht ist, deshalb ist auch ,,der" Nichtseiende nicht 
^^ ri'. S hat den negativen Fragesatz wiederum (vgl. o. zu L 25328) 
in einen positiven Aussagesatz verwandelt. Sein Text ist nur 
mit Hilfe des Griechischen etwa so wiederzugeben: „Denn die 
lebendigen Werke Gottes sind Leben (= d-eov gco^ [sie?] tQya 
C^Avxa Tvyxavei) in Wahrheit dessen (ocb gehört zu t^coif^n), 
der lebendig ist in seinen Werken («= co^ aXr}d-&q C^Avxoq .... 
Ta xoiaSi"^ xaroQ^dfiara).'* Daraus geht hervor, dass er Euseb 
gänzlich missverstanden hat Dieser sagt: „Denn sind nicht 
solcherlei Grossthaten die lebendigen Werke eines Lebendigen 
und (zwar) eines solchen, der in Wahrheit Gottes Leben lebt?^ 
^ciPTog xät scheint JS nicht gelesen zu haben. Doch kann 
er sie auch fortgelassen haben , weil er nichts damit anzufangen 
wusste. ** iQwrag: „indem du fragst" 2, ** X^^Q'' + 

xQaraia 2 (vgl. 25236). ^ ngoq xov votsqop: Kliaif^ gehört 
also nicht zu KIIaje«, sondern zu K^cd (gegen Lee). 2 hat diesen 
Satz nicht verstanden: „Denn bevor sie mit dem letzteren Krieg 
führten, war ihnen Friede und Freundschaft." Aber der Text, 
den er las, wird derselbe gewesen sein. *• jtQoaojtiOtäg = 

f^llz^ido; nicht = XQOfiaxovg (PSm), das vielmehr durch das 
Folgende wiedergegeben wird. ** jtaQax<OQelv = CDaLbc^ 

= „fliehen" (öfter so vgl. Lex.). *• rij B^aorrjTi: „seine Gott- 

heit" 2, Auf das Suffix ist (nach syrischem Sprachgebrauch) 
nichts zu geben. *• otfivolg <C 2. || 

L 255* TT/g: f^CD „happy", lies Klico (so schon PSm) 
• Tcov ijtcowfiicip: „des Beinamens" ^. Also wahrscheinlich 
Tf^g iji(ovv(ilag. Jedenfalls rechtfertigt 2 durchaus nicht die 
Streichung von jtaQo — kjtcowfiiwv (Wilamowitz). * xoqbX^ 

d^top ovp: ij jtageJL&cop 2, ^ lÖQVfiara + xoiavxa xad^* oXrjg 
xfig otxovfiiP7ig 2, • ötvrtQag: i^lu^ „to affbrd" Lee, PSm 
„sine sensu". Lies Ktiu^. ^ xal dpepscioarOf avro Sri ro: 

„und das grösste Wunder des Logos, dass er sie erneuerte". 2 
scheint also gelesen zu haben: xcü dpsptcioaro avra, ro d^. 
Das wird das Richtige sein; vgl. die Var. zu s. ® d^toiiaxfopi 

statt f^oolf^ lies f^cvAf^ Lee. *® o5c < 2, aber lies ^a=».t 

jtaXiPfoöiap: ^Wiedergeburt" 2. In Gedankenlosigkeit wird der 
Übersetzer JtaXiPwölap mit jtaXiyyevtoiap verwechselt haben« 



^94—95 Textvergleichung. 9I 

^* raxo. av rig vonlCBUvi „dass (nur) niemand meine ^^ -Sfrei. 
*• xiq'. 6 61 xal -21 '* ^rjXcotag: „die Liebhaber" wahrschein- 
lich = kQacraq vgl P: A 1678. ** xai d-BQaJiBvxaq rov d^tov 
<C -2". *« det'{jtaQO'£va)v) < JS". " arad^c/ö«^: „bestehen" 

(= „sind"?) X äidaoxaZlag: „Wissen" 2 wohl frei, weil er 
mit dem Ausdruck wechseln wollte. *® okrig + ig)coTi^ep xäi 2. 

ö*: hat JS zweifellos gelesen; dennoch muss es falsch sein. 
xal + n^Jid Schlafen auf der Erde" = ;^a^£t;Wae§ Wendl.) -2'. 
Die Stellung ist auffallig. Man erwartet es nach avoivlaiq. 
*® fiVQla: „Myriaden von Kindern und" -2. ^* Xoycxag rQoq>ag; 
(Wer hat überredet) „sodass er durch das göttliche Vorgelesene 
bewirkte, dass sie vernünftige Speisen anstatt der leiblichen 
Speisen vernünftige Seelen einander (= xaxaXXriXovg = ent- 
sprechend) eintauschten". Aber „vernünftige Seelen einander" 
ist sinnlos. Man erwartet (abgesehen von der falschen Über- 
setzung) den Dativ r^A\zäi\ „für die vernünftigen Seelen". 
** olxBTciv — kß^pwp: „Und Myriaden vieler Sklaven der Völker." 
2! sicher falsch. Man erwartet f^b^o^ r^Kläb^oo (»und viele 
Völker") oder rddafixu^.! f^f<!^^äfioo („und Mengen der Völker"), 
aber vielleicht las 2! in seiner Vorlage: olxsrciv fiVQla (oder 
fivQiaöag? L 201 32 205 10) fivglcov i^vciv, und verband fiVQlcov 
falschlich mit olxsräp statt mit id-vciv. *® otp^aXfiov + 

„deutlich" -2*. •^ f/fisreQco acorfJQi: jtaQ* ^fitv d^soXoyov- 

L 256» (jpiQB öh aXXcog: aXXmg de X » aye örj: co X. 

• oog)c5p < X. Tjfier^Qq) öcot^qi: jtaQ r/fitv d^toXoyov- 

fiivq) (vgl. Migne 6092?). * jtQoexrjQvxB^f]'' \\^i\r^o ^ajio^f^o 
lies ^.lo^v^o. • Yevdöscog: d-Botpavslag X (wie Th. gr.). 

*® xaraßeßXfjxaOi (Th. gr. iyxardO^spro): „geschrieben haben" X. 

*^ xaraXXi^Xovg, das X öfter nicht versteht, ist hier mit 
^f^A^ „offenbar" übersetzt. Hat er geraten? Oder hat er 
fälschlich xaxaöriXcog gelesen? (vgl. Migne 62824 u. Anm. 45 
aXXriXmp verderbt aus ädi^Xcop sie!). Das o vor ^coa ist zu 
streichen. »^ ajtog)d^£y$,dfiepog „sagte vorher" X frei (öfter 

ein „vorher" aus dem Zusammenhang ergänzt). *® dq)isTai: 

löov d(p, X. ** Tfjp dQx^v'' Big T7jp CQxil^ X. Das passt 

vorzüglich zur Fortsetzung: Christus führte die Jünger zur Herr- 
schaft d. h. er machte sie zu Gesetzgebern der Menschheit 



92 Gressmann, Stadien zu Easebs Theophanie. ^95 — 97 

Warum also ändern in slg rf^v ägerfip (Hkl)? •• r^g + 

oXijg 21. Ö6 + ^ha 2. Hkl will olov 6b xo lesen, aber 

dagegen ist S\ vgl. auch L 2578 |I •^ (leraßajLXofiivag: fiera- 
Xaßofiivag S (dieselbe Verwechslung vgl. HkL Ind. unter ^era- 
ßaXXooi). •• olov 6b xal + „scheint es dir** 2 frei aus L se 

wiederholt 

L 257* iöxataq: „harte" 2. ov 6ia riva — • (ioptip 6hi 

6ia 2. * xavd^ <[ 2, ovro) q>Qa§ai xrX. hat 2 falsch 

konstruiert. Er übersetzt: „und dass sie mit den Waffen der 
Gerechtigkeit ihre Seelen (= sich) wappneten, sodass sie wie Dia- 
mant so hart in den Kämpfen wider ihre Gegner erschienen^'. 
2 hat also (pQa^ai abhängig gemacht von JtaQaoxBvaöai (während 
es diesem koordiniert ist), als Subjekt avxovq (während es der 
Logos ist) und als Objekt xaq fpvxäg betrachtet ® ai&ig + 

„auch" 2. ** Twp oXwp: apcoraxa) 2. ** OTQariJYBl: 

„siegt" -Sfrei. *• doQarq) + 6vpafiBi 2, vgl. 256 is. Dagegen 

252 36 fehlt es auch in 2, ^^ rovg apriJtaXovg: ec^dnjif 

aber diese Form giebt es nicht Lies cn\aafA.i\ (vgl. 46 so). 
^' ys {iTjp: 6h 2 (statt y«; beachte Var.!). Es ist aber nicht viel 
darauf zu geben. *® xal — ** xTjQvyfiarc <i 2. *• rfjg 

xoöfiixfjg: „in der ganzen Welt" 2 frei. ** ßaCiXBv — fiipcog: 

„Ein Tag" 2. \\ *• thiAp: jtäprcov 2. rag ix tcop Blcixi vvv 
OQüoiMipfopi rag bIobxi vvv ogmiiivag drückt 2i^ aus, hat er aber 
nicht gelesen. ^cu»dc« „sich zeigen", das ja fast dieselbe Be- 
deutung hat, möchte ich für verschrieben halten aus ^uiioo, 
wie sonst oQaOfdai regelmässig wiedergegeben wird (vgl. Lex.). 

*' v(p* tp <C 2. ^ twp: „und" 2 frei. /t/iyrf xoQa 

ßaQßagoig <C 2. Aber aus Zufall; denn es darf nicht fehlen. 
Lies also Kliais diflA i^o hinter r^flu. ^ rooavTtivi 

zoiavTfjP 2. oCfjp — •• 7]fiBTBQog: „wie der, der bei jeder- 

mann verkündigt wird, welcher der Erlöser aller und der einge- 
borene Logos des höchsten Gottes ist" 2. *• ijxovOBv: ,,ist 
gehört worden" 2 (vgl. Var.). 

L 258^ jtQo^Bva: „etwas das nicht neu ist''. 2 hat sonst 
jtQO^BPtco richtig durch .su^ wiedergegeben, las also schlecht 

ov ^ipa. • ovQavov: „einem himmlischen Leben" 2 frei. 

^ fiBTa6t<DXBiv + «»und das vergängliche (jcgocxaigog) Leben zu 

verachten" 2, * xal <C 2 frei. apd^Qa)J€og: ,, gänzlich" 2. 



XO?— 98 Textvergleichung. 93 

av&QcojtOQ wohl aus dO-gofDg oder d&goap verderbt. • fiopov 

ovxL — ÖQOfiov: „beinahe gleich der Sehn elligkeit des Laufes der 
Sonne" 2. • xal < JS frei (wie oben Ze). *® jtaQayxw- 
viOa/iiBvog: „kämpfte" JS* scheint an dyciv gedacht zu haben. 
** XQaxmv. i&uso = xqbIxx<dv 2 (vgl. Var.). djto jcsgarmv. 
„sich zeigen" 2! ^= dxoÖBLxO^dq. So wohl ursprünglich. jtBQartDV 
scheint aus xgarcip verderbt (WendL). '^ Jtalöa (lovov avrov: 
Xoyov (lovoyevrj S. ** xlq + Jtconoxe ß-aog fj (xai) ijQWQ 

jtäöiv dd'QOcog xotg Id-vBCt S. x^g + „ganzen" 2. *' xijv 

xvQiaxfiv x(^;;^ar/^oixiar rjfiiQav: „an dem Tage, der bei den 
Griechen Sonntag heisst" H frei. *® ayetv + „in Heiligkeit 

der Seele und des Leibes" 2. \\ *• jtialvtip: ^g^^^t „hören", 

aber lies ^c^^t (so schon PSm). *• xal <C 2 (wie vorher). 

** öcoxTjQ <C2. *• dq>avAg + toiJtov^ xad-erAe xal S, 
*♦ ovror^ 2£(>org otxo«§: „mit den Häusern Gottes" 2. Aber lies 
r^ciaXf^ü oder f<laRAf^. *• Tjficiv: „unser aller" X ^ xoiko — 

259* d>q>d'ai: Die Übersetzung Lee's ist nur mit Hilfe einiger 
Korrekturen zu stände gebracht. Aber der Text ist völlig in 
Ordnung und so wiederzugeben: „Dies ist seltsam in Wahrheit 
und etwas, das nicht wahrscheinlich ist (= jtagdöo^ov) und von 
Ewigkeit her brachte die Welt der Menschen dies Eine Ding 
und es erschien einst der in Wahrheit einzige Sohn Gottes denen 
auf Erden" = xovxo %ivov dkrj^cig xal Jtagdöo^ov xal iv XQW^ 
(vgl. D IV 10 18: 2366) ig al&vog xov ßlov xAv dv&gcixtov ivf]- 
voxivai xal Jtoxs xov (lopov dXrjd'cig Jtatöa &eov xolg ijtl yfjg 
mtpd-aL, Li den HSS wurde ig alcövog in die nächste Zeile ver- 
schlagen und verdrängte dort ein jtoxd. x6 dXijd^öig zu korri- 
gieren ist zwar besser, aber nicht unbedingt nötig; denn xal hat 
hier etwa den Sinn von „und zwar" wie L 254 ii. 

^98*^ cp.i»f<9.i: übersetze: „durch den das ganze Menschen- 
geschlecht den Zugang zur wahren Gerechtigkeit vermöge seiner 
(des Logos) Natur empfing." *• kIz^qxs.i Druckfehler für 

ft^i^mr-».! Lee. ^^ .^.lixu : Subjekt f^du^nz.^ und f^^iio^, 
lies ^lÄULi. 



94 Gressmann, Stadien zu Eosebs Theophaiiie. 2^98—100 

S 98«*— 102« = Laos 2418-244". 

L 241® jtavTcop <C -2". elg d-prjrcip ofiiXtag: elg ßlov rmv 
avd-Q<D3t(DV 2, • ojcBQ avxA avpijB-eg ^v: „gleichsam nach 

seiner Gewohnheit" JS frei. *® ijtutoQSvofUpq}: t^^ „acted", 
lies ia^* II *• 0-PfjTOv + ola ßaoiXevg öi* hQfii]ps(og S (vgL 
L 244 is) rag ~^* vJtigei: „zeigte er offenbar seine Worte (= o^e- 
klag?) und seine Lebensweisen (= dtaT()£/9ac) mit den Menschen" S. 

^^ g>iQB ÖTj: „Aber da es ersichtlich ist, dass es keineswegs 
Ein (Grund), sondern viele Gründe sind, um derentwillen der 
Erlöser aller seine Theophanie unter den Menschen veranstaltete, 
so ist es notig (Kilo), dass" S. öcifiazi: avd-gcoxlpcp 2 (vgL 
L 242 le). " ötaTQcßag „Wohnungen", 2 schlecht „Verkehr" 

(2 97 12 besser kSo»^). 6 döcifiazog — Xoyog < -21 ** i^sl- 
jODfiBV + „in Kürze" 2. avXog: aq)avr}g 2. *• ovola + 

avTog {öfj) aöaQXog xal aöci/iarog povgy rov d-sov Xoyog S, 
TOlg + „leiblichen Menschen, die in die Tiefe des Bösen ein- 
getaucht sind und" S. xarca < 2, ** slöovg -\- „die uns 
bekannt wird wie durch einen Dolmetscher" -2!. ItprjVBP + 
„Denn wie sollten die leiblichen Augen anders das Unkörperlicbe 
Gottes sehen? Wie sollte aber die sterbliche Natur den Ver- 
borgenen, unsichtbaren entdecken, ihn den sie trotz seiner un- 
zähligen Werke nicht kennen" 2. oB-sp + ö^ra 2. •• O-pt}- 
Totg: „Menschen" 2. xari^ei: „bedurfte" (eines sterblichen 
Organs) 2. '^ ra ofioia: „Denn sie sagen, dass alles das 
liebt, was ihm gleicht". 2. g>lXa + „Denn wie der Grosskönig 
einen Dolmetsch sehr nötig hat, der die Worte des Königs den 
Volksgenossen, die verschieden sind im Gehör (d. h. in der Sprache), 
und den Städten sagt, so hat auch der göttliche Logos, der die 
Seelen im Leibe zu heilen bereit war und sich auf Erden zeigen 
wollte, ein Hilfsmittel (einen Mittler), gleichsam einen Dolmetsch 
und ein körperliches Vehikel nötig. Es war dies ein mensch- 
liches Organ, durch das er die Beschaffenheit der geheimen 
(Tiefen) der Gottheit den Menschen offenbarte; und nicht nur 
(dies), sondern auch" 2, öfjra <i 2. ^ q)vaip + „wegen 
der Schwachheit und Dürre (r^iftiasoiz« Bernstein) ihres Ver- 
standes" 2. ^ Xoyog + (pi Xavd^Qcoxog 2. \\ *• ai5rc5: cnT^l\ 
= tavTcp (vgl. Var.). o vor KlsKte streiche. •* öebcfjXov 

<i 2 frei, weil es im folgenden t^bOA^n ausgedrückt ist. 



S 100—102 Textvergleichung. 95 

L 242* ip vZ^ + „zum Irrtum der Thoren" -2". • cotplaq: 
„durch die Weisheit der göttlichen Kraft" S wohl frei. 

* ayakfia + B-slov 2J richtig; vgl. vsco(; aytoq äylov d-eov. 

• d-eov + „das durch die Kraft des heiligen Geistes angefertigt 
wurde" 2. Xoyog: ola öia Igfiriviox: 2. ® ovds ye + „als 
er sichtbar wurde" U. ** vexqAv: d-prircip JSj aber lies f^&ubo. 

^* xoivoq<C2. *' öeixvvfievog: „zeigen will" X 

*^ d-eXysiv: »\j\^^o; aber lies .^j\j2Q (so schon PSm). 
*• JtkijXTQm: „befestigt" 2! =^ jtTjxTw, schlecht. (An xrjxxlq 
„Leier" ist wohl nicht zu denken.) '^ xa öivöga hat 2 ge- 

lesen: „die Bäume und die Eichen". *• JtavaQfioviog: „voll 

von allen Vorzügen". 2 las wahrscheinlich xavaQEzog, das öfter 
mit jravöog)og verbunden ist; vgl. namentlich D 490 lo. 
** TOP apO^Qcoxop (die menschliche Erscheinung des Logos) ist 
offenbar parallel zu fiovöixop ogyapop. Ob JS dies ganz ver- 
standen hat, ist fraglich, aber wahrscheinlich, falls die Plural- 
punkte über f<\i\Stt\ ursprünglich sind. Klarer wäre gewesen, 
das o vor r^^iiSO\ zu setzen. || *® ax^evsl: ^cofioi^is lies 
13.1 Lee. ** öaQxog fiep 6q>9-aXfiolg: öagxvxotg (ihp äp9-Q<D' 

xcop 6(p&aXnolg ra öia rfjg öagxog avzm ÖQci/icpa jtaQsax6vaC,ev JS 
(vgl. Dem. IV 13: 240 17 ff). In L ursprünglich mindestens caQxog 
fihv 6q)d^aXiiolg jtaQsOxeva^BP (nicht xagslxsp Hkl). 

L 248* dpd-QcoJtov: Oci/iarog ola iia eQ/iTjpicog JS. ♦ roi" 
ctVTrjg: avrov S (wie Dem.). • avXog + xal docifiarog 2! 
(wie D). • rag öiargißag JtoiovfiBPogi wp U ausgedrückt 

*• d'PTjxov: „Mensch" S, ^{ovX')ovp<iJ!. öcifiarog + 
6 docifiarog 2J (wie D); auch in L ursprünglich; vgL exaoxev 
6 djta&Tjg. ^ elxog: n X || ** Xoyov + d^slov 2, *• XQ^^' 
vsad-al + ri 2 (wie D), wohl auch in L ursprünglich; vgl. 
ßXaßog ri, *® ovpbxcoqu < -2*, aber es kann nicht fehlen. Lies 
f<!bocp^, das etwa vor coiucu»^ leicht ausfallen konnte. 
*• (oi5x-)fc'T£ < -2' frei. •* elrj + tcoi' Oa}fidra>p 2 (wie D), 

oa)r7jQ: avXog 2 (wie D). 

L 244* avrA < 2 frei. • avrov < 2 schlecht. * rov 

aofiarocov oQyaPov: rov dydXfiarog 2 (in derselben Bedeutung). 

8 9-Bov == 2; dagegen Dem. IVii: 23628 d^eop. • JtaQa" 

öogoig: „ausgezeichnet" 2. xal <C 2 frei. *^ ptaQaoxevd' 
^BCß-ai jtQoayovaaig: 2^ nicht „he prepared", sondern: „durch gött- 



96 Gressmann, Studien zu Eusebs Theophanie. ^102—105 

liehe Lehren, welche nach oben zur himmlischen Stadt die Seelen 
der Menschen zu fahren bereitet sind^ Als ob er gelesen hätte: 
3€Qoayeiv jtaQsoxevaOfiipaig, \\ 

H 103^' r^iui.1 r^^ca.t=> nicht „in the example of (His) 
sufferings", sondern ,,nach Art (unserer) Leiden". *• comI^: 

nicht „and how the Image of 6od, which was in Him, moved 
(Him)" sondern: „wie der Qott, der in ihm (war), sein Bild (d. h. 
seinen Körper) bewegte". || 

mOi^ Kküi ist nicht Acc., sondern Dat. Lee denkt nach 
der Anm. an die Leiden, die den Heiden als Züchtigungen zu 
teil werden. Aber yon den Feinden ist erst nachher die Rede, 
und ausdrücklich wird gesagt, dass Christus auch sie heilte. 
Übersetze: „So heilte er femer die, deren Seelen durch allerlei 
Sünden verderbt waren, indem er bald den Leiden die Hilfe 
(= ßoridtiiia = Arznei!) gewährte, die ihnen zukam, bald 
aber" u. s. w. 

-S 1041»— 105» = Dem. III* : 164««-165«*. 

D 164** dvvafisi d^sia <C 2 (geht aber ähnlich eben vorher). 

*• ;io/ov •< X *♦ xal aXXore -** eldsoi: xal xaXiv 

jtoTB vocoig -S ^ jtaQaXvTix&\ „dem, dessen Leib schlaff 
und dessen Glieder insgesamt aufgelost waren (sagte er) nur mit 
einem Worte" -2". *• aXXoxBi Jtore 2. *® tjöf] 6h „und 
80 wiederum" 2, xcu <Z U. 

D 165* jtQoösXd'Ovor] <C 2. • dXXa xal: (überlegte sie) 
„dass, wenn sie auch" 2. (lovov <i 2 schlecht • xov 

CODxfiQOq fiiiöiv Ivd^iov: „des Logosgottes" 2, • xA 'ifjöov: 

avxm 2. ^ ijörj xal d^avovöav: aber dieser (sciL empfing 

sie) ^nachdem sie gestorben war" 2. ** ^Iijöov: xAv oXcav 

owxTJQog 2. *• fjysiQtxo + „als er nur die Stimme horte, 

welche der alles lebendig machende Logos rief" 2. Q X€mg>6Q0tK 
„trocken" 2. ** rjiwev: „machte" 2 wohl frei. Denn xoi- 

ovfisvog wird das Überbleibsel eines von 2 aufbewahrten Par- 
tizipialsatzes sein: jtoiovfiBVOQ xb avxov oQyavov avo} xov xAv 
vöarwv vcirov jreQuraxatv; ij cog 2, *^ coc <C 2, *® xal 



2 105—106 Textvergleichung. 97 

jidvia — JtagaxQ^ficc'' „und mit einem Worte befahl er und Sie 
schwiegen sofort" X " aUov < X «^ xal < X. 

^ xar' avxov = „seine" X. 

X 1051* f^^rel^::^ Ajk..! wohl für km jtXiov (jtZtova) = 
,.noch mehr", „im Überfluss". 



^10516^18 = Dem. III*: 165«*-««. 

D 165**^ slq iiaxQOV fi^xog: „in die Länge". X scheint Ein 
Wort nicht gelesen zu habeo. ejtl jtäciv: ijtl jtaaaig avrov 

fisyaXovQylaig X (zu hxzdvoixo gehörig). ixxslöd-a) 6 avrov 

d-avarog: „soll vor xmsem Augen (wohl von -2* frei zur Ver- 
deutlichung hinzugefagt) bleiben und sein Tod". Das ist einiger- 
massen sinnlos; denn man weiss nicht, was Subjekt ist. Sollte 
X fälschlich ra vvv dazu gemacht haben? Die richtige Über- 
setzung wäre: eohsOS^ 000 r^cuu. ^e ^avarog + ov öi} vjto- 
Crrjvai 6 tQfiTjvavg ro xov d^eov Xoyov jt£QißXf](4a ro kjtttpavlv 
ayaXfia Jtagä xolg JtaOiv di^GjfioXoyrjrai X (vgl. die Fortsetzung 
im Migne), 

X 105««-1066 = MIgne 609« ^ "• -612*». 

M 609* ^' "• xal ß-avarog öh 6 ßo(6fisvog: Statt d-avaxog ist 
überliefert avxog. Nicht „mendose", wie Mai annimmt, sondern 
mit Recht. Nachdem eben vorher vom Tode die Rede gewesen 
ist, fährt X jetzt fort: „Er, sein Tod also, der verkündigt wurde" 
== avxog öfj d-avaxog 6 ßocofiepog. ov örj — dvoofioXoyrjxai 

ist aus dem vorhergehenden Satz excerpiert, wie X zeigt. 

M 612* JtoXXov <C X. * xax* avxo xb xov oxavQov 

XQOjcaiov: also ist '\.i kCzaJ lose Apposition zu r<!suai9 oosa. 

^ jtQog xivog dvO-Qcijtov: M nicht comparativisch, viel- 
mehr: „und auch nicht das geringste Etwas (= ovo* oXmg xt) 
litt er von Einem (= xivog) von den Menschen, die zu töten 
gewohnt sind" (d. h. von den Henkern). || ^^ d(f>txog\ „die Los- 
lösung** (und die Rückkehr) X frei. ^ jcqo = ^.fo, Lee 
fälschlich ^.19. ** dXX' — kfiavxov < X. Statt dessen: xal, 

Texte u. üntereuchangen. N. P. VIII, 3. 7 



9g Gressmano, Stadien zu Eusebs Theophanie. 2^106—107 

V 106W-" = Dem. III* : 166'-^^. 

D 166*' o&£V xai jtaQTiv: ^dorthin wo er war" X 

'* jtogelav örsiXafiapog: „seinen Lauf und seinen Aufstieg 

machend"^. 2 wohl = dpodov jtOQslav vgl. D 237 16. ** vjro- 
^xag („Lebren") = „Pfänder" X 

V 10618-108»* = Laus 244i«-246*. 

L 2M^ aXX' drückt 2: nicht aus. »» ttjp < -T. 

*• jtavzmv: „wollen wir wiederum" zu den Beweisen „kommen 
und eben diese" -2*. || " yeyopwg: „bewirkt hätte", dass er nicht 
gesehen würde. 2! an sich möglich, aber wegen L ist r^ocp i**^^ 
zu lesen. ** öiaÖQäpai: ,. durch die Flucht sein Bild dem 

Tode zu entziehen" X ungenau, aber derselbe Text. -* xaxeira 
j€ov: oo^ Of^ „oder dann" X Da auch M wie L liest^ so ist 
iSO^o zu schreiben, t^ ist durch Dittographie entstanden. 
** ovfitpTjöac: jea»f^ „berühren machen" = ovpcitpag (vgl. Var. 
und L 23723) rotg Jtäöc: „vielen" X, wohl frei, da auch M 

wie L liest. 

L 245* JtaQBiXrjtfooip: „von denen, denen er nicht überliefert 
hat". Besser liest man yAhsx^r^ „denen nicht überliefert ist". 
• ovz* ap xad^ o^f/g trjg apd^Qcoxcop olxovfiepi]g 7}xovo0^?] < J^. 
Aber da es auch in M erhalten ist, jedenfalls mit Unrecht Lies 
also nach c. 51: .^^soixxso ff<kJf^ »lä.i f^ftuia ooi&a KlWf^o 
r^oco. * lia^qxag: lies »cDCVSaliu. ' kjtayyBllaci 

Kllfliz., lies f^ica^ Lee (ebenso 2^ 26). ® öiijXd^tp: „siegt«" 

X (M: öirjd^Äfjxei). Hkl widerruft seine Anm. auf S. 358. 
*• öio ö?j TovTfop tP£xa jtapxmp: ^crua ^ooa.i. Diese Worte 
gehören demnach nicht zu >cn f^j\CO0, sondern o ist causal: 
..sodass wegen aller dieser Dinge", öto öf^ (sonst = ^\*** 
r^co) hat 2* nicht wiedergegeben, weil es gar zu pleonastisch 
war, zumal A2^0 gleich folgt. »* avraQxi]: „nachdem es den 

Dienst vollendet hatte" 2' frei. *• olxopofiatrai: „war es eben 
in der Ordnung des Todes" 2" frei. ** ögäfdarog: „ Wett- 

kampf "* 2! {dytDP) frei. ** rov ßiov drückt JS auch aus. Der 
Fehler geht doch wohl auf Euseb selber zurück. *^ fiip: 

„also" H. ^^ tpvxatp: iD^.i Afel (wie aus ^^iudai.i hervor- 



:? 107—110 Textvergleichung. 99 

geht); demnach transitiv trotz Mai (M 612 Anm. 9) || *• d-slov: 
d^eov 2 (wie M; das xov ist wohl zu streichen). 

L 246* xov: vcxaxov 21 (wie M). Auch in L ursprünglich; 
denn nach {j(aQ)iöxfi konnte vöxa{xov) sehr leicht ausfallen. • 

* dpaöeöeyfiivog + fihv yag XQmxoq avrw xaxa öaifiovop 
ivrjQyslxo km xad'aiQioei xrjg noXvd^iov jtXapfjc 2 (wie M). || 

2 1081«— 110». 

2 110* f^ix^ verwechselt Lee mit K«iax.. Es ist zu über- 
setzen nach M 613 19 f.: öevxsQog {2 sachlich richtig, aber frei 
„der letzte^) (d'> km Xvcei xrjq xov O^avaxov xaxaövvaöxslag 
kylvBxo, Statt f^lix. ist c^vA zu lesen (vgl. 2 108 16 f^lSUiOficA 
= km xad'aiQsoet), Die bei M vorhergehenden Worte: kjtsl öh 
{2=6fji) 6 jiQoq xovoös xsZoq elxsv aya^v sind = -S" 109 21. 

^llü»-i8 = Mlgne 6I320-2». 

M 613^ k^aQx^"*^ + zusammen mit den Geistern, die mit 
ihnen in der Luft über der Erde, von den Augen der Sterblichen 
ungesehen, kreisen {jtBQntoXS) 2. ** XoiJtbv <C 2 (aus avxov 
entstellt?). ^ jtQoasöoxrjaav + und dass der Tod (nicht) der 
gemeinsame König aller derer sei, die sich einmal in der Geburt 
der Sterblichen versucht haben (== sie kennen gelernt haben, 
denen sie zu teil geworden ist vgL uteiQaoiJiat 2 \\h\2\ sondern 
sie meinten, dass er der Schlimmste sei, dem niemand entrinnen 
noch entweichen könne. 

2 llOiö-lU« = Laus 246*-*«. 

L 246*» JtVQoq-, „(dass) besser (ist) seine Natur als das Feuer" 
(M + T^ q>voet\ • avd^Qcoütcov'. „unter den Menschen" 2. 

** XQ^olfiTjp: „schön und vorzüglich (= av fiaXa) wie es nützlich 
ist, lenkte er die Sache" (= vJtysi xtjp olxopo^ap. Beide Worte 
sind nur schwer syrisch wiederzugeben; daher wechselt fast regel- 
mässig der Ausdruck). Wenn -2* auch das Adverb ausdrückt, 
hat er dennoch wie M XQ^<^^(^V^ gelesen. *• eXeyxov = 

r^^eOJaohSKa „zur Widerlegung"; der Sinn fordert hier (wie an 
manchen anderen Stellen) die Bedeutung „Beweis", die das syr. 

7* 



100 Gressmann, Studien zu Eusebs Theophanie. S 110—112 

Wort nicht hat. ** vq)aiQovfiSPog: „aufheben^, als ob ^ an 

vnalgm gedacht hätte; aber häufiger so (Tgl. PSm). || *• tqtatvsv 
+ Tj (isv ovv JtQcirrj alxla r^v avzi] (wie M). 



2 lll«-112w = Laus 2471^-248« 

L 247^* av — dpaßiciaecoc < 2J. t^^: ?J rijq H besser 

(vgl. Var.). *^ d^vfjTovg + ciXi]d^i5g xal xoivov rekog v^todeöey- 
fiivovg M. 2 übersetzt: „in whom the last common eztremity 
had been witnessed" („erschienen ist"). Er hat also falschlich 
vjtoösösiyfiivovg verstanden. *• xa9C€t = r^eaa oas. 

•* dvadi]öafi6Vov: „auf sein Haupt (= ava-) band" -21 
^ Ixoiii "*• d-avaxov: tglrt] 6* av eltj rov oanrjQlov ß^avarov, 
fjv oJtoQQfjTOi Xoyoi jteQiixovoip' rlvsg oiroi; 2 (wie M). 
•• vjthg: dprly^vxov 2J (wie M). ävtzxefiJtofisvov —^ oX(dv: 

jtagaötöofABvov xcp d'avaxco 2J (wie M). xfjg + xoiv^g (wie 

M) 2. Da L 2484 es auch liest, wird es hier ebenso ursprüng- 
lich sein. dyiXrjg: Khs«.i lies hier wie Z23 f<[^&oi Lee. 
^ xa9-i€Qovfitpov: apayiaC^oiievop S (wie M). *® '^ficiv + 
„wie ein Schaf" 2. xov + oXov 2. •* xciv xqIv: lies statt 
^jMsucbosf^n: ^^ocoACoai^. 

L 248* xov + d-eov 2 (obwohl es auch in M fehlt). 
* d-avaxq} + öi* äpO-Qcijto^v öiaßoXrjg 2, 1| • ovro^: „wahrhaftig 
dieser" 2. ^ ^^VYV + „Gottes" 2. ^* apd-Q€OJcetopi öco- 
fiaxixov 2 (wie M). *^ xä jtaxgl < 2 (wie Ml *i cbtag- 
X^v + Ccorjg xs xrjg jtaQa d'EW xal dd-apaolag fiixoxop (vgL 
L 247 is) 2, Dagegen wird M etwas gekürzt haben in £cd^c 
Ipd-eov xxX. ^ jtaQaxa^twg: „Thaten" (oder = kpegystac;) 

2. Wahrscheinlich las er schlecht jcga^ecog, da jenes auch bei 
M überliefert wird (so schon Mai). 

V112U-17. 

Man vgl. hierzu M 616 »0-34. Aber die Catenen geben nur 
den Sinn wieder, wenigstens ist eine wörtliche Übereinstimmung 
mit 2 nicht vorhanden. Dieser ist wahrscheinlich zu übersetzen: 
„Daher (l§ Ixüpov) wurde ihm auch der Käme ,Christus' bei- 
gelegt^ der bei den Hebräern die gleiche Bedeutung hat wie der 



i: 112—113 Textvergleichung. 101 

Hohepriester (vgl. Geiger in ZDMG 1772?; vielleicht liegt öv6x>}' 
fiarl^eöd-cu „sich richten nach^ zu Grande). Zwei Namen also 
empfing der göttliche Logos, der far uns alle geweiht wurde 
(= IsQcifievog; vgl. 2 1128), (nämlich erstens) jErlösungsopfer* 
{d^fia acoxfjQiov vgl. 2 111 22), wie der Name , Jesus* anzeigt, und 
(zweitens) »Hohepriester*, wie die hebräische Sitte betreflFend den 
,Christus' kundthut." 

-S 112^8—1188 = laus 246"-2478- 

L 246*' 7) — oafpriqx Jtgoq rotg elQTjfiivoig xai aXZf) zig yivoir* 
av rov OcottjqIov d^avaxov fieylorrj alxla tj Xsx^oofievtj U 
(wie M). *8 gco^g: «<1Lj, lies rtl^.i. ipagyr}: 2 drückt 

das Adverb aus [HL kvagycog). *® xgelrrovag — jtaQaoxsva^cov 
dl* iqv xal JtQovxQejtsv avxovg xov xijg d-eooeßelag Cvyov S 
(wie M). *^ xaxayysXXetv (auch M): „aufleuchten lassen" 2. 
Mai vermutet dpaxeXXeiv, aber wohl freie Übersetzung. 2 wollte 
wie L mit dem Ausdruck wechseln und \iÄ war schon vergeben 
für xrjQvxxecp. || 

L247* xäp id'Pcip <C 2 (wie M). - jtgoß-vficog: „in ihrem 
Irrtum" 2J. Aber hier hat der Übersetzer oder ein Copist ge- 
schlafen, sodass ihm das eben vorangehende f^i^cu^i^ wieder in 
die Feder floss. Lies ^^aeo^oi^ifs^js. ' öeipa + „sich nähern" 
2 frei. ' ^g elxoxcop = r^^osoii poo (vgl Lex.). Die Anm. 
Mai's (M 617 Anm. 21) ist falsch. 

2 113»~2* = Migne 617*»-«. 

M617** jtQ6x€Q0P<C. 2 {sonst ^.10 ^ KbdiA^ia = Jtdkai 
jtQoxegop). ^ kjtxfjXBOap: oocn ^.lOSüaD, lies oood ^.lAfio 
mit PSm. An dem Verbum zu zweifeln, ist wohl kein Grund, 
da es (nach PSm) noch einmal in derselben Bedeutung vor- 
kommt. iieyaXoL + ägxopxig xe xal öovXoi ßaöiXelg ofiov 
xal öfi(ioL jckrid-ri xe ütdpxcop id^pwp xal (pvXai 2J. ^^ xaxa 
jtdpxwp: „oberhalb von (öfter = ijti Vgl. 2! 12726) allen" 2 
schlecht. Hat der Übersetzer xaxd übersehen und jtapxa)p ix- 
{elxep) verbunden? ** vy^rjXog: rtfd0.i lies f<^i. ** x6 
+ jtäv 2. *• ävcoeßelaig, JtoXvjtloxq) jcXdpi^'. ^in Irrtum 
aller Art (= jtoXv:jtX. JtXdpf]) des bösen gottlosen Frevels" 2 



102 Gressmann, Studien zn Eusebs Theophanie. 2^113 — 114 

{= övöosßstaig + Jtopjjgatg xal ad'ioig?). *• d-avarcov: r^^esaJi 
lies f^(^<iba\; daher die falsche Übersetzung Lee's. 

2 HS**— 11411 = Laus 21S«-i8. 

L 218' jtQoGÖOTcmvxBq < Z mit Unrecht, da jedes Subjekt 
sein Verbum hat; also lies: oocd •^iaLfia.M. * V^^XV^ + 

voBQag, vielleicht auch in L ursprünglich. * rSv ocDfiaza^v 

<C ^. Übersetze „sie redeten sich selbst ein, dass das aus ihm 
(entstehende) Verderben die Auflösung des Alls sei". || • fiayav 
und xal <C -2*. • B^sog: f^oakf^ lies f^aAi^. i® TQOipri + 

„Gott: der Same, der in die Erde fallt ** 2. Das Verbum muss 
hier (wie oft) von 2 frei hinzugesetzt sein, da es stilistisch stören 
würde. Also + B-ebg ro ah y^p ajt€Q/ia, Diese Worte sind 
auch in L ursprünglich wegen des folgenden tovtwv, das völlig 
in der Luft schwebt (lies mit 2 tovtov). ^ ^6Q£q)aTtf)q 

„Persephone" ^. ^ vxo ^Atöatvacog: „zur Unterwelt" (Scheol) 
2 frei. ** "Egoxog = itoQif< nicht ^Ares" (Lee). *• avxoc 
< X 1' äoeXyrj von JS frei zu {q)iXo-)jcad-mv gezogen. 

:s:ii4i»-»*. 

Einige Worte erinnern an L 2 12 so: o5c yaQ (ifj IxkQav f} 
rfjv öia yevioscoQ ^cofjv elöoreg, doch stimmen sie nicht wörtlich 
überein. 

vil4i4_ii5«4 = jugne 617W-620««. 

M 617*^ iloyoc: 6 jtafißaoi/itvg rov d^eov Xoyog^ rw rov 
g^iXapd-QcoJtov jtaT{toc PBVfiart 2. Die Catenen streichen über- 
flüssige Floskeln. ** ijrl rrjp afivpap: „und zu ihrer Hülfe" 
(Inf. Pa.) X Das o stünde besser vor r^tsoia. eld-* <C X 
frei. •' xQivag: „machte" -T falsch, iafi» wäre leicht zu 
korrigieren, aber xqIpco sonst mit jlxA wiedergegeben. Wahr- 
scheinlich frei: .,Aber keineswegs bewirkte er, dass er das, was 
unter den Menschen gefarchtet ist (d. h. den Tod) widerlegte 
ohne den, dem geholfen wurde" (d. h. ohne einen Körper, oder, 
wie Euseb auch sagt, ohne einen Menschen). Vgl. ün^ = iXo- 
f/apog H 186 10. •• xarr^yoploaro + „Daher wurde sein erstes 



^114—117 Textvergleichung. 103 

Geheimnis des Leibes und daher das Siegeszeichen des Kreuzes 
gemacht und daher hiess (= XQW^'^^'^^^^^y ^ „gewinnen" = XQV 
fiarlC^sod-ai. Ähnliches Missverständnis JS 18423) die Erinnerung 
an das ewige unsterbliche Leben ,sein Gedächtnis' (Anspielung 
auf das Abendmahl, Lee). Denn eine sterbliche Waflfe benutzte 
er" H. *® öia rov ^•pijtov ojtkov <C -2*, von den Catenen 

aus dem Vorhergehenden ergänzt. || ** 6at(i6v(DV + „noch vor 
den besseren Mächten" 2, ^ oloq rtq\ Lee hat jao^ von der 

Wurzel JOflAhS abgeleitet, während es zu jao^f^ {iXay^'^) gehören 

muss. Also: „und dass dann der Tod komme und sich 

widerlege (= erweise) als das, was er ist". 

M 620* JtiXQaxQ^fia: „kurze Zeit" JS, zu avtjQrrifiepov ge- 
zogen. * ^(DOJtoiog: T&v anavtmv ^cöojt. 21 (wie M23). 
* ipvOLV + „Darauf wurde das Tote, das jetzt vom Tode be- 
herrscht war, von den Menschen (vom Kreuze) gehoben, und 
(da) es der (für die Toten) üblichen Fürsorge würdig war" 2. 

' (nur nach griech. Text gezählt) agn xaza jtexQag ZeXa^ev- 
fievov: (eine Höhle) „die jüngst ausgehauen war, eine Höhle, die 
eben in den Felsen gebohrt war*' 2, Das sieht beinahe wie eine 
doppelte Übersetzung aus, wird aber der weitschweifigen Manier 
Eusebs entsprechen. Die Catenen streichen solche überflüssigen 
Redensarten. • fiopco: 2 xcp iiovcp besser. ,J)enn es war 

(nur) des Einzigartigen (seil. Grabes) würdig, für den einzig- 
artigen wunderbaren Toten Sorge zu tragen". ^® de + xal 2. 

*' ap + xc:l 2. ** Tore 6rj zors: „dann aber" 2. 

-* Jtaöap: Jtäöiv 2 besser. -^ zore < 2 mit Recht. 

2 11525_ii6u = Mlgne 620»*-6212. 

M 620** ol de: «aIcd, lies ^cudo || *• jidvzov ä^ioxQ^oi: 
„bessere (= jtavTCf)v) der Wahrheit würdige" 2. *• olxov- 

fievrjv + „durch die Kraft dessen, über den sie Zeugnis ab- 
legten" 2. ^ Ol 6e yovv: ol öh yovv kjtoJtzat yevofievoi 
zwv tozB jtsxQayfievcDV 2. ** öe: lies 6fj, ^ xal <C 2 
frei. 621* za ix^yyva = c^iz. „Bestätigung". 

2 116««-117« = Laus 222 ^^i»- 

L 222^* Jtäg: ix zoze zo nav zAv avd^gwJtojv yivog aggri' 
zoig koyoig 2. ** vexQ(5v < 2, \\ ** Xoyoiv — ^* kxjtai- 



104 Gressmann, Studien zu Eusebs Theophanie. 2" 117—120 

ösvopzai: kx rote Xotnov avd-QfoJtoi ovgavloig fiad-^ftaoi xäi 
d-Boypcoolaq Xoyoiq ixjtaidevopzai X *' ßjLixovrag + ,,und 

sehend" H. *• oXmv + „welches der Werkmeister des Alls 

ist" (= TOP öri jtoii]T7]p Tov JiaPTog) -2. 

-rii7'-ii9". 

2: UV: KlCTi, lies r^oxi (Druckfehler, Lee). ^^ <A 

ist kaum in f<l\ zu ändern oder dies einzuschieben (Lee), son- 
dern dies ist dem Sinne nach zu ergänzen wie häufig (vgl. auch Zie 
oit^oDOo). II 118^^ fV) f<!Xo: Lee scheint als Subjekt den 
Menschen aufzufassen, während es zweifellos Gott ist Sonst 
stünde eben, wie Lee übersetzt ao^ Kilo. || 119^^ Kliaicuo 
nach f^Aufkon sind wohl öiöaoxaXtla. 

2119^^^' = IpTBvd^tp Ö7J xaO^ olfjQ TT/q xAp dp&Qcijr(op 
olxovfiiP7]q dicTQißag xai öidaoxaXela (2! öiöaaxaXlag wie HSS 
in L 22428) ovorrjaafiepoi (L 222 is), IsQovg Xoyovg xäi fiad-fjfiara 
ö(6q>QOPog xai &to06ßovg ßlov big Ijttjxoop jraoi rote e&psoe 
xfiQVTTOvoiPy kpxtvd^BP öfj Twp xaTOL jtoXeic TB xoi xaxa x^Q^^ 
ojtaPTWP (?) X^Q^*- '^^^ ajtaPTo?p Ccoojtoiop ß^Bov Xoyop ciöaig 
ijtiptxloig yBQalQovoc (L223i), kpzBvO^BP öij xäi ro tSp dpO-Qm- 
JtcDP yBPog Tc5 jraftßaocXet ^tw fieXcoölag övfigxopovg xolg xax^ 
ovgapop ayysXixolg d-iaooig ovpfjxtl (L 2232 2 genauer „voll- 
endet"), XoiJtop ÖB 6/iov xolg dfdg^l xop dpoxdxm d-BOP jtBQi-- 
jtoXovot :jtPBVfiaoi xäi övpdfiBOi poBgalg xt xäi dacofidxoig xäi 
ol xo xdx(D x^g yfjg oxoixbIop Xaxopxsg if>vxal xb xmp tvOB- 
ßcip Xoyixal^ 6i (dp jtBQißeßXi]Pxai oo^dxcop oiojtBQ öia fiovoi- 
x&p OQyaPcop xovg jtgsjtopxag vfipovg xäi xag ofpBiXofitPag 
dpajcBfUtoxxii d^BoXoylag (L 2233—5) tpl xm omx^Qi jrdvxmp 
alxlcf) dyad-mp (L223io). ji 

V l^>o«-H 

avxlxa d* tva xop i^txBipa d^top xop xov xapxog xoofiov 
ÖBOJtoxfjp ofiov xolg yMT^ dpaxoXag olxovoip ol xa Jtgbg övo/iag 
Xaxopxtg vjto filap xaiQOv gojtfjp xolg (lad^rjfiaöip dpBvq)7iiiovoiv 
xäi ovöhpa hl (ifj TOP (lopop xov d^BOV xP*<^^^r x^g cvxAp 



2 120—124 Textvergleichung. 105 

alxiov ßoTjd'eiag ljtLyQaq>ovraiy xal avzov ocotfjQa dvayoQSVOV' 
oiv ofiov xolq xaxa fuöfjfißglav ol t7}v aQxrcpav 6iBiXr}q>6xBq 
Xri^iv (vgl. L 2235-11). 

-ri20^® Zu Klioao, das anzuzweifeln kein Grund vorliegt 
(gegen Lee), vgl. S 127i. ^^ ci^o^i^ KS^S'O.i hat Lee un- 

übersetzt gelassen. Das Verständnis ist schwierig. Denn die 
gewöhnliche Bedeutung „übereinkommen^^ „sich verabreden'^ giebt 
keinen Sinn. Vielleicht liegt cwrarxBOd'ai zu Grunde, das auch 
„Abschied nehmen" heisst. Also „dass sie das Reich Gottes 
empfangen würden, das er wie ein Pfand denen verheissen hat, 
die von hier (d. h. von der Erde) Abschied genommen haben". 
Das Reich Gottes ist hier identisch mit „dem Leben der unsterb- 
lichen Seele in der Wohnung des Himmelsgewölbes". || 



Das vierte Bucli. 

2: 123*«— 124« = Mlgne 621»-»*. 

M 621' kv öxQaxBlaLq^^r^hxöiX^Sk po, nicht „from (his) 
Service". || '^ 6io kÖBlxo: „er fiel nieder, huldigte ihm, bat und 
bestürmte" X 

2;i24«-«« = Matth. 8'-»«.0 

Mt. 8' XiyBi avxm: „Als ihm unser Erlöser sagte" (ich .... 
„antwortete er ihm") S. ® hxazovxaQXog: X'^^^^QX^^ (gegen 

Pes). Zwar hat Migne 621 20. 23.44.50 auch ixaxovxagxoQy aber 
dies ist nur ein Beweis dafür, dass diese Stücke thatsächlich nie 
in der Theophanie gestanden haben. Denn nachher, wo 2 und 
M wieder übereinstimmen, hat auch er nur x^A/ap^o^: 624?. as. 

Hinter x^^^^QX^^ schiebt Euseb ein: „Denn dieser Macht- 
stellung (= agxfj vgl. 2 12326) war er bei den Römern ge- 
würdigt." 6 nalq (iov: (lov <C 2- • xovxo: ^\ „dies und 

1) Der Vergleichong zu Grande gelegt ist die gute und bequeme Aus- 
gabe des Neuen Testamentes durch Nestle. 



106 Gressmann, Studien zu Eosebs Theophanie. 2^124 — 127 

das'^ JS (r^ncD Pe§). Am Schlüsse von y. 9 fagt Eoseb hinzu: 
,,Höre also, was unser Erlöser auf diese Bitte hin that, nicht von 
mir, sondern vom Schriftsteller selbst, indem er so mit eben den 
SUben {avvoXegel?) lehrt* * X »• dfi^p Xiym vpilv < -T. 
T00avTfiv\ TOiavTTiv H? (= Pes). ^ ixßXTjd-i^Oovrai: i^e- 

XevaopTCtt 2 (= Pes). k^dxeQOV + „Und dann nach diesen 

Worten sagte er zum Chiliarchen": vxaye xtjL. *• iv r^ Sga 
kxslv^]: „von {ex) jener Stunde an" 2J (gegen Pes) und + xal 
vjtoöTQsy^ag — vycalvopra (gegen Pes). 

^1>4«2-12526 = Migne 621 «8—624«'. 

M 621 •• q)covrj + oöffv xs vJtsQßoXf^p jiaQBCTtjoep 2. 
♦• Tf + xal S. *« evegyaolag: ovpsQylccg 2 (vgl. r^UnAx. 

cnDQ^i = avvajtoOToXoc). fiopov: ov jeXeop JS. ♦♦ 9)^^- 
^acd-ai + Tc5 X'-^'-^QX'^ V' ^^ kjtlörevCag yePTj^r^ra) cot 2, 

X6yq> + xal 2. rov txaxopxaQXOv, avrov 2, *• xal 

-*' xariaxi]iiBPOP <C 2. ^ ov — 624* avrlxa <C 2. 

M 624* rov: „seines" 2. ^ rfjg -f- avrov 2, ** zijg + 
olxFlag 2, *• ort 6f] . , , . avrog dfj = ^^ OCD.IO. *• äpa- 
XfOQfjöag < 2. Man könnte zur Not aus dem Vorhergehenden 
jiSü ergänzen, aber nach M lies »iz*. ^ odl <C 2. Statt 

dessen: avrä xb (xal xolg avxov Jiaicl). ^ x^g + xöip ar- 

d^QWJtmp 2. *♦ x6 (iiyiöxop: cb^oaio, lies do^Oai. 

xfjg + avxov 2. **• ^lovdalot + ol 2. ^ aXoylap: „weil 

sie ihm widerstanden" = aj;r4;io//ar vgl. D Ssi, P:A 928. 
*^ dytoßZfjxoi yepTjOopxai: s^eXsvöopxai 2. \\ 

2 126i<>- " = Higne 624»'-w (i^c5v). 
M 624*' tJti: äpxi 2. JtaXai: wahrscheinlich xoxe 2. 

2 126*«-»' = Mlgne 624*»-« 

M 624** ixBiPcp -\- x^^^dQX(p 2. reo + xov O^eov 2. 
*® Tcöp + d^BorpiXiOP 2, II 

V 127«' =Mattb. 8". 

fiBxa \ißQaaii: tp rolg xoXjtotg ^Aßg. (genauer Sing.) 2 
(gegen Pes; dagegen 2 V2An ^^ fiBxa wie Pes). 



-T 127—128 Textvergleichung. 107 

2:i27»-i2 = Iuc. 13««- 2». 

Lc 18*® xal övCfidip < U. (Lee lässt in seiner Übersetzung 
den Norden aus, spricht aber vom Westen.) Da bei der Auf- 
zählung von drei Windrichtungen unmöglich die vierte gefehlt 
haben kann, so lies + f<lai^JS0 «Sioo. 

2: 127^'-« = Matth. 4*8-«. 

Mt. 4*® jtBQutarmv: xagaycov ü (gegen Pes). de <C ^ 

(wie Pes) + 6 ^Itjöovg 2. ß-aXaaoap: wahrscheinlich XlfiPTjv 

2 (f^4oa. gegen rd». Pes). « aXZovg < 2 (gegen Pes). 

xaragri^ovraq rä dlxrva avrcip <C 2 Igegeß Pes). 

^128«-131« = Mlgne 624*» -629". 

VJ27** beginnt das Gitat aus Luc. 5iff.: „Als nämlich eine 
grosse Menge oberhalb von Jesus stand, sagte er, dass er einstieg 
(wohl = jtoXXov yag ox^ov ijtixsi/iipov reo ^Itjcov ipißi], ^rjolp^) 
elg "^p tSp jtXolcDP, o tjp J^lficopog. xaMöag de h avrä (Lc: 
kx Tov JtXolov) rjQfii^pevae xolg ox^oig (Lc: iölöaoxsp rovg 
ox^ovg). II Nach genügender Belehrung aber, weil es recht war, 
dass er auch ein göttliches Werk zu seinen Worten hinzufügte 
zur Unterstützung derer, die zusahen", JtaQaxsjLeverac xrX. 

M 624*» 6 xvQiog <C -21 ** o de + eljtsp avxm' öt oXrjg 
pvxrog xojndoapreg ovöhv evQOfiep (Lc. kXaßofitp == Pes). hjtl 
61 toi Qi^fiarl aov x(x^cia(D xa ölxxva* xal 2. ** xäi < 2^. 

^* öcoxtiqIov: es ist kaum xov OioxfjQog zu schreiben: „unser 
Erlöser" H. ^ 6iaaaq)£t + xal -2". avxop + ^Irjöovg -2. 

•** XQog ~^ dp&Q(DJi(op <C 2. evxskelg < JS, 

M 626^ afQolxovg < 21, * dlXa < -2". xajteipop + 
xai evxeXeg X ' ngayfiaxog + xtjp övfixaöap x&p dp^QfDJtcop 
aQ£X7]P xaXvjtxopxog 2. ® i] xal: „und" -2". Vielleicht ist 

statt o: Of^ zu lesen. " ijupspo^oO-ai: „dass jemand meine" -2. 

:jQäYfia + „bereitet sei". 2 scheint statt ejnpspofja&ai: 
vjtovoelv JtejtopTJod'ai gelesen zu haben. yovp: „nämlich" -2". 

^® sQym ö^Xog fjp: Mai verbindet SQyq> mit svxeldoip. Dann 
müsste es x6 igyop heissen. Aber 2 hat dies kaum gelesen; 
sonst hätte er (wie vorher) ^^qpt^si geschrieben. Übersetze: 



108 Gressmann, Studien zu Eusebs Theopbanie. 2*128—131 

^liess er sein Werk o£fenbar aufleuchten.'' VieDeicht 2! -r ixt- 
Xa/itpag. ^^ axoXov&ovg = 2! „dass sie ihm anhingen^ (oft 

so ausgedrückt). ^ dXielg: xi^QVxag 2 (wie M 625 Zi). : 

28 gxDV^c + rore 2. •• övvafieog + avrov S. •* avxa 
fälschlich von S zu tfiagsoxrioaTO gezogen. •♦ OaytjVBvQ'ipxmvi 
„Scharen" S. xäv + xevfix<ov 7C€lL X •• cSör': ^und 

fortan"* 2 (lies XtSkCD „und daher"). ^ xaxoQd'cifdaxoQz 

„Wissens" JS '^ JtQooxaxxofieva: jtgaxxofieva 21 besser. 

^ lilv: „nämlich" 2. 

M 628^ aliivQaq: „der Hässlichkeit" S frei? || " avxolqi 
„dadurch dass du Leben uud nicht Tod ihnen yerschaffist"*, also 
j;=M. *' ay^pcöjrovg + „sagte er" 2, *• ovtoc: „er, 

unser Erlöser" H wohl frei. ** aggrixcovi überliefert ist aX- 

XriXa>v. Näher liegt wohl adriXa>v\ vgl. L 25323. ^ jtQoq)i]Tai 

+ (ii^xs fWQioi aXXoi xaXai xf]V Ivd-eov diöaoxaXlav xolz av- 
d'Qcijtoig ivsyxovxeg d^QBVxal 2£. ^ wxxog + JtQo X 

*• FaXiXalog + avtjQ ü. xfjv (pmvyv hat 2 richtig verstanden, 
aber falsch Lee. •• xoxe <C 2 •* xaxa Eaioagsiav: 

Klifiao, aber lies entsprechend dem Folgenden Klifiana. 
^ fivijfiopsvexai = ^.icn:^ico „man berichtet, dass er, Simon, 
diese Kirchen und alle die um sie her aufstellte". Falsch Lee. 

« rag < X Ttavxa < X « hxoXa^e = ^iSOt^ 

f^oeo „beharrlich war" (PSm „degebat"). 

M 629^ ofioca ^av evgoi xig xA Ilixgtp < -S Es kann 
zur Not fehlen, doch muss man dann einen ähnlichen Gedanken 
wie diesen ergänzen. Ein Zufall ist kaum wahrscheinlich, da 
statt ijttoxrjOag der Imperativ steht || • xcü [xaxa] Jtäoav 
xxX.: „und er füllt die ganze Menschenwelt mit seinen vernünf- 
tigen Netzen und zieht aus aUen Geschlechtern vernünftige Fische 
der Barbaren und Griechen herauf» die Seelen der Menschen aus 
der Tiefe des Bösen und aus der Finsternis des GotÜosen, sie 
wendend an jedem Tag und zu jeder Stunde zu dem Lichte der 
von ihm überlieferten Gotteserkenntnis". Damach hat S gelesen: 
xal jtaOav xtjp avQ-gcojtmv olxovfiivrjp xäv avxov Xoyixmv 
dixxvwv jtXriQwv (wie überliefert ist), (xal) Ix xavxog ytvovq 
Xoyixovg Ix&vag (statt X . , . wp l . . . va)P xal) ßagßagcup x€ xal 
^EXXriPmp dpaöjtäp, (ix) xov xfjg xaxiag ßv&ov xal xov x^g 
dd'SOTrjxog öxoxovc xag xAp dp&gcixop tpvxdg. ijtiOxgi(fmv 



2" 131— 133 Textvergleichung. 109 

re avrac ig)* hxaorrjg ^fiegag xal kg)* ixaOxrjQ aigag ijtl xo 
g)c5g rfjg vjt avrov jtagaöod'Blcrig hvd'iov yvdöscog. Man ver- 
misst ein Verbum bei rag rcov dv^Q<DJta>v tpvxdg. Vielleicht 
sind beide Texte verderbt. Das syr. Klia» könnte eine freie 
Wiedergabe von dvihcmv sein, genauer aber entspricht ihm 
ijiiCTQsgxDV. Während JS dies bewahrt hat, hat er jenes ver- 
loren; umgekehrt M. Darnach wäre als das Ursprünglichste zu 
vermuten ^pv^ag aviXxwv^ ijtLOxgigxDv xe. || 

H 132»-« = MIgne 629"-«». 

M 629*« dh + jtaXtv X ^ xaxavyaC^ovOi = ^icnl», 

aber da »cDoüä) Subjekt ist, lies ^jo^fiO. || 

2 132« —133»». 

^133^^ r<liar:3 ist sicher richtig, da es f^^ijjia gegen- 
über steht. pAm Anfang" seiner Wirksamkeit berief er sie zu 
Menschenfischern, „am Ende" seines Lebens gab er ihnen den 
Missionsbefehl. 

i; 133^-» = Matth. 28^'-«^ 

Mt. 28^' jtQOOexvpT/oav: ol fiep jtQoöSTcvvrjaav avxS 2 
(gegen Pe§). *® xal jtQoOBXd-mv 6 ^Irjaovg: 6 de jiQoosXd-Av 

^ (gegen Pe§). iöo^rj fioc + vjto xov jtaxQog (lov 2 (gegen 

Pe§); vgl. Mt. 1127. 1» ovv < X 

Dies sind so viele und bedeutende Abweichungen von der 
Pes, dass von einem Abschreiben derselben keine Rede sein 
kann; vielmehr wird an dieser (wie an allen) Stellen bestätigt, 
dass der Übersetzer die Bibelcitate nach dem ihm vorliegenden 
Text der Theophanie selbständig wiedergiebt (soweit nicht etwa 
Reminiscenzen ihn beeinflussen). Demnach wird er auch Mt. 28 19 
in der gewöhnlichen Form gelesen haben, so selten diese sonst 
bei Euseb vorkommt. Die gegenteilige Behauptung Conybeares 
(Zeitschrift für die Neutest. Wiss. 1901. Zweiter Jahrgang. S. 281) 
ist durch nichts gerechtfertigt. 

Nach seiner weiteren Begründung (S. 282) steht die Sache 
so: Der ursprüngliche Text lautete nur: jtoQSvd-^vxeg (lad-fj- 



1X0 Greasmann, Stadien za Eusebs Theophanie. 2*133 — 134 

T€voaTs Jtavra xa Id-vri kv reo opofiarl fiov. Im Anschloss 
daran käme Euseb auf den Ezorcismus zu sprechen, ,, welcher 
der Taufe vorhergeht**. Sollte das purer Zufall sein? Oder 
fordert das nicht fast notwendig den (gewöhnlichen) erweiterten 
Text von Mt 28 19? Aber der Sachverhalt ist noch klarer. Euseb 
sagt nämlich (Migne 6294off.): öio roTg avrov fiad-rjralQ ov JtQO- 
xBQoVj aXXa vvv xagexekevaaro .... (lad-ijTevCai xavxa xa 
Id-vri, dvayxalcog öe JtQoöxld-fjoi x6 fivöx^Qiov x^g ajtoxa- 
d-oQöewg. Deutlicher kann es doch kaum gesagt sein, dass 
Jesus zu seinem Lehrbefehl „das Sakrament der Reinigung^ 
hinzufügt. Wo ist denn davon die Rede nach dem von Conybeare 
vorausgesetzten Text? 

Dass mit dem (iWxiJQiop xrjg axoxad-aQOBOig der Exor- 
cismus und nicht die Taufe gemeint sei^ scheint mir eine Ver- 
legenheitsauskunfb. Wird durch die Taufe nicht auch eine Rei- 
nigung bewirkt? Man vgl. „Ijteiötj 6s elg tvvoiav fjXBi xijg xov 
ßlav xeXetrt^g, xaß'aQOsmg xovxov slvai xaiQov xSv jtmxoxa 
avxm jiexkrjfi/jieXijfjidvcop öiavoelxo, oaa ola d'Ptjxm öiaiuxQxelP 
aJt^Xd-e xaix cbtOQQvtpeoß-ac (sie) xrjg fpvxfjg Xoymv oJtoQQfixwp 
dvvafist omxriQlq) xe Zovxq^ jiiöxevöag"^ (Hkl 142a6flf.). Oder 
getröstete auch Konstantin sich am Ende seines Lebens eines 
ihn reinigenden Exorcismus? !! 



-1 134«-135«« = Migne 629«-632« 

M 629*^ ijtttÖTJjtsQ: ^als aber" X elg avtov jtQ6o(Djrop = 
coL.i f<!&o^läa = mit Bezug auf seine Person. ** öia 

xovxo <C ^' *® xara — Max&alop <C -2". ^ xcna — •• 

i&vrj < 2^. ** xrjp dgx^jp <C -S Er hat vielleicht gelesen 

xd (wenn r^i^CL^Jbo noch Subjekt wäre, würde man ft\3Qa*^r^ 
erwarten) d* ijtl yrjg pvp avxo} öedoöd-ai (priotp vjto xov xa- 
XQog axoXovd-cog xm' ahrjoai jtaQ kfiov xai 6coow Cot ed'vri 
xrjp xXrjQOPofilap oov H, ** (laQxvQSl + oxe öufisQi^sv o 

vtpiöxog s^prj, saxf/aep oQia id^pcop xaxa dgcd'fiop ayyiXfOP S 
{= Deuteron. 328). xovg: „alles" X •* lyxexBiQUiiiivoi + 

„früher" JS* [xqoxeqop nach jtdXat am Anfang des Satzes?). 

^ 6 + xoipog 2. « de + xai X 

M 632* xa&aiQBOd^ai + „weil sie beschmutzt waren" X 



S 134—137 Textvergleichung. 1 1 1 

® ralq: „alle seine Jünger allen** Kirchen 2. ^^ üf]Q€Vöai: 

d'aQQTJöai 2 besser. ** Jtenohjxar, „verhiess" S frei. 

** xaxa — ijtayyeiXafievoq < -S || ^' ovvihv wahrscheinlich + 
xal JtaOLV 6//0V jeaQWP -T. avfijtvicov: „handelnd" mit ihnen 

2J frei *® vJtsQd'ifiEPot: OLo, übersetzt Lee zwar „hesitate", 

aber diese Bedeutung hat es nicht, lies Cl^^jca mit Bensly (bei 
PSm). ^* jtsQifjX^ov: cmäi = JtQofiXd-ov (vgl. Lex. jteQiTjXd'. = 
%j\X^i\f^)' ^ aJtooxriöooCL', djtiOTi^owoi 2, Trjg istayye- 

Xlag: ralg hjcayyeXiaiq 2. *• /} yaQ av xah 2 drückt nur 

yccQ aus. ^^ dyQoixiav: f^^cu»io.*i lies r^^cu*iao.i mit 

Bernstein. *® djtapraxov yrjg: c^iuia oru^a sonst = xa^* 

oXijq rfiq olxovfiivr/g, aber yielleicht frei. 8' jtQC9r<DP: na- 

TQcpfDV 2^ besser. *® deöoyiiivocq: jtaQaöeö.? 2. *® sl^i + 

jtäoag rag ^(iigag 2 ** XaXovvzog + „mit ihnen" 2. 

** £^0^6^ = 2 „Deswegen würde auch die Furcht bei ihnen ein- 
treten, wenn sie nicht gehorchten" (= rfjg jtagaxo^g). Falsch 
Lee. ofiocs kx^Q^'^^' »ertrugen sie mit ganzer Seele" 2, !' 

JL 136»-i* = Luc. 24*^*8. 

Lc. 24** JtQog avTOlg < 2. ^ öifjvoi§ep: öirivoi^av 2 

(gegen Pes), aber auf das o, das den Plural anzeigt, ist nicht 
viel zu geben. *' elg äg)6öip: xai atpeOiv 2 (gegen Pes). 

-^136"— 13710 = Migne 632ß«-633«». 

M 632*' olg — *• dvaöxdcB(Dg stammen nicht aus der Theo- 
phanie. ^ öelv {xrjQvxB'fj-(pai aus Z. 52»: .*udc^ (sonst = 

(liXXco). »* xfig + avxov 2. 

M 633^ ojQa firjöe: „so ziemt es sich fortan nicht" 2 (= /itj- 
xiri?), * ogärat + 6g)d'aXfiolg ^(wie eben zuvor). Jtäoa 
<C 2. Aber + ofioXoyelp. ^ d^eov C,(X)7)v = -2", nicht „the 

living things of God" . ' hd'vmv = 2 (gegen Mai). ötTJXß-ov 
na^., aber lies in^. Damit wird die Anm. 1 bei Lee S. 228 
überflüssig. || ^^ ypi]oloig: 2 scheint yvrjolav gelesen zu haben. 

^ evreXelg ro oxfjficc = 2. Die beste Übersetzung von 
öXW^ dürfte nicht „character" (Lee), nicht „species" (Mai), son- 
dern „Stellung", „Beruf" sein, von dessen Armseligkeit Euseb 
ja so oft redet. -* Xva — *o djtiotrjoaoip < 2. 



112 Gressmann, Stadien zu Eosebs Theophanie. ^137 — 140 

2 137^' lies statt *i\*yiT.: .tVi^nT. entsprechend dem 
^snifxx^f^ in Z 19. 

2;iS7«»-M = Matth. 26«: aiiriv < 2 (gegen Pes). 
To BvayyiXLOv rovro: „dies mein Evangelium" (= Pes). || 

2^138* f^co: geht zweifellos auf das eben erwähnte Weib 
(gegen Lee): „Dies also über diese. Höre aber, was er über seine 
Kirche verheissen hat." Dann folgt noch einmal eine Über- 
schrift, die besser fehlen würde. *•'• ist von Lee missver- 
standen. Übersetze: „Dieses Wissen, dass er Christus, der Sohn 
des lebendigen Gottes, sei, nahm er an und nannte dies ganze 
Begreifen (= xooavxriv xaTaXfjtpiv) mit R^cht (^f<i2«.*t zum 
Folgenden gehörig) .jcixQoq^ weil es nicht zerrissen noch er- 
schüttert wird. Deswegen nannte er auch jenen Mann, eben 
seinen Jünger, der vorher ,Simon* hiess: ,Petrus* wegen des 
Wissens, über das (Wissen = Petrus) er hinterher prophezeite 
und sagte" u. s. w. ** f<läc.ii.*i: ist wohl f^k2ko:ii:i zu lesen, 
weil auch unpersönlich vom „Tode" geredet wird. || 

-nS9^ f<lcno: Lee ungenau. Vielmehr: „Dies aber war 
ein nicht geringes Vorher wissen, dass er jene Schar, die auf 
seinem Namen bestehen (= „gegründet werden*') sollte, , Kirche* 
nannte. Denn die Scharen der Juden hiessen ,Synagogen* " u. s. w. 

^ = Lnc« 12**: 2 schliesst den Vers mit xQtolv und wieder- 
holt (gegen Pes) öiafiegiöd-TJaovTcu vor fi^TrjQ. \\ 

-5^140^* steht ein Citat aus dem Hebräerevangelium, das 
Z. 23 wiederholt wird: „Ich wähle mir je die Guten aus, die- 
jenigen, welche mein Vater im Himmel mir gegeben hat.** Dar- 
nach ist ^di in ^gicp zu korrigieren oder ganz fortzulassen. 
Eine Anspielung auf dies Wort findet sich auch Migne ib. 66822* 
xal rag a$,iaQ (seil, tpvxag) rov O^eov ßaöilüaq IxleyBOd-at (im 
Zusammenhang mit derselben Stelle Mt. lOsiff.). ^ ^.1 Cücn 

von Lee missverstanden. Übersetze: „die sich die Lehre unseres 
Erlösers erwählten, d. h. vielmehr die, welche von ihm erwählt 
wurden**. -* = Joh. 14*^: nach 2 müsste der griechische 

Text gelautet haben: elgi^i^fjv .... vfilv ov xa&a>g o xoOfiog 
öiöcDOiv (tlQTjvrjp cioavTo^g) xal iya) ölöcafic ^tlQ^vflP/* Doch sind 
die Zusätze wahrscheinlich auf Kosten des Übersetzers zu rechnen. 



:S 141- 143 Textvergleichung. 1 1 3 

2: 141 1-« = Migne 668* ^- "• -» ^- "• (vQÖJtov). 
M668*^-"- To yalrivov wohl = rrtcncü „Licht" (Klarheit). 

-ri4l'-143* = MIgiie 633«ö-63655. 

M 633«^ ovv < S. »=ä pofioöiöaöxaZcov + „und er" -T. 

'^ oyle^^^oi': rtlaicvsj „VerwüstuDg'*. Jenes genauer = 
KdraCXjj. Vielleicht Hörfehler. ** laßslv. „bringen" -T. 

** jr()oc at;ror$ <C -S". *® Xiycov + t(;a>^ -T (vgl. Lc. 20 lA 

öl xai xaracxco/iev rrip xXriQovofilav avrov: xal rifimv yt- 
vrjrai tj xXi]Qovofila -T (= Lc. 20 u). 

M 636^* jroiovPTi: „gebend" ^. **» roJ + jtgorpi^T^ 2!, 

1^ jreQuO-Tjxa xal ^x^QaxcoOa: „er (-57 stets dritte Person in 
diesem Verse) bebaute ihn und umgab ihn" -2* (= Pes!). 
'® eg)VTavCa + kv avrcö a^jtsXov (lies kIoOüjl) JS (= Pes!); 
ebenso „meinem" Geliebten. *• jcvgyov + ir ^^(Jo) avrov (= 

Pes!j; vgl. Migne ib. 116 15 v.u. || *' ^IOQaf]X + xal avd-Qcojtog 
Tov %vöa, vBOtpvxov rjyajtf](i^pop. efiecva xov jroitjaai « ^ 
== Pesl) xQioiVy hütolrjoe 61 („und es ward" S = Pes!) ävo- 
(ilav xal ov (< -2'=Pe^!) öixatoOvptjv , aXXa („und siehe" 21 
= Pes!) xgavyriv. Vgl. auch Migne ib. 117i8flf. ** ixelv^j + 

TOV jtQoq)^TOv 2. yvmQioQ^elxi + „und geprüft werde" -T. 

•^ reo + o>l<p -£ ** JtaQov: JtdfiJtav X '^ öijXaöt] 

<C ^ frei. •' avToJ rm: T<p avrov -T. '^ ravrff + yovp 2J. 

*® d£t;rf()ov$: „die letzten" U frei. *• di < -T. jr()o- 

fprjrag und ** d^öiaör^gia + „deine" JS7 (= Pes!). *• fdiai- 

q>ovla + a;i>la J? frei. vlop + rovrioxt xov rov d^eov vlov 2!, 

ev fiaXa: „durchaus" -S* frei. *^ ijvlrrsro, JtgoXafißdvcap 
= 2J (gegen Mai). ^* roTg: rolq aQXiSQSvöi xal öiöaOxaXoiq 

xal rolq XoiJtolq 2, || *♦ jtagaöXBvd^mv + „indem er sie also 
am Schluss seiner Parabel fragt und sagt: Wenn aber der Herr 
des Weinbergs kommt, was wird er jenen Arbeitern thun? Sie 
aber" S. elgrjxo + „indem sie den Urteilsspruch gegen sich 

selbst brachten (= xad^ kavrciv t^p ^rjq)ov i^epsyxopxeq? aus 
Z 56) und sagten" u. s. w. wie Mattb. 21 41.42 (vor Xiyci 42 + 
rors 2). 

Texte u. Untersuchungen. N. F. VIII, 3. 8 



114 Gressmann, Stadien zu Eusebs Theophanie. 2" 143—147 

-^1438—1481*. 

27143^ Übersetze: „Reich Gottes aber nannte er in diesen 
(Worten) die Art (L Sing.) der GottesTerehrong, die den (L »Acd) 
Arbeitern genommen wird, wie er sagte und sehr deutlich ge- 
brauchte und zeigte." Aber „gebrauchte'' giebt keinen Sinn. 
Man erwartet etwa ein Verbum der Prophezeiung. Vielleicht 
hat U ein griechisches XQ^^ ^^ XQ^of^^'' missverstanden, ob- 
wohl er es 148 15 richtig durch »ai^f^ wiedergiebt || 

i- 14410 .VA = Matth. 22* Xircov: „befehlend« X 
16 \,%^ ^=z Mt. 22 •: ovv; lies X^Acn wie Pes. Ein Versehen, 
das öfter vorkommt. || 

^i'HS^ f^ljjf^ nicht „the latter ones", die nicht hierher 
passen, sondern „andere". ^* f<l=>^ schon von Bernstein als 

falsch erkannt Jakobus „der zuerst den Thron der dortigen 
Kirche woUte^^ B. glaubt an eine Verwechslung mit iva^ = 

„schmücken". Möglich, aber kommt xoofielp xov d-Qovov bei 
Euseb vor? Gewöhnlich gebraucht er hyx'^tQiL^onaL So auch 
Hist Eccl. II 23i: ^laxcoßov ... (p ... o t^^ kjtiöxoytijg riJQ iv 
%Qocokv(ioig lyxBxdQiCTO d^Qovoq^ Sollte der Übersetzer nicht 
eher dies Wort miss verstanden haben als „wollen"? ^ nimmt 

Lee an, dass is^f^ aus Versehen ausgefallen sei. Unnötig, weil 
^.lo häufig für jtQoXafißaP(D „vorwegnehmen" steht || 

JS 146^ f<i2«ocDi.i: Lee's Erklärung ist sehr weit hergeholt 
Es giebt zwei Möglichkeiten: Entweder ist „Geschichte der Römer" 
eioe Abkürzung für „Geschichte des Krieges der Römer" wie 
Hist Eccl. III 93 rov 'lovöaTxov xoXtfiov thatsächlich durch die 
syrische Übersetzung (vgl. Nestle) ausgedrückt wird. Wahr- 
scheinlicher aber, da eine solche Freiheit bei unserm Schrift- 
steller nicht glaubhaft ist, ist r<^soocDi.i durch ein Abschreiber- 
versehn aus «<*.ioca*.*i entstanden: „aus den Schriften ({oropccDi' 
Tgl. Hist Eccl. 111 6, worauf Euseb hier offenbar verweist) des 
Juden Flaviiis Josephus". So sagt Euseb auch 2! 1528. || 

vi47e = Matth. 23** : xQloicog tfjg < 2: (gegen Peb). 

• = ib. •* Tov öixaiov < 2j (gegen Pes). vaov: 

K!aQOl^flBa (= xataOTQWfia', Pes. i^dA^co). ** = Ib. ■• 

afifjv <C 2r (gegen Pes). *• = Act. 5*^: Das von Lee ein- 



-T 147—1 5 1 TextvergleichuDg. 1 \ 5 

geschobene cnL^ ist falsch, da es sowohl im Griechischen (i;;r£(> 
Toi3 6v6(iaTOc) wie in Pes. fehlt. || 



-T 148»*-154* = Migne 641* ^- "— 652ii. 

M 641* ^•■- TOjrov + „seine" 2 (des jüdischen Volkes). 
• ^' ■• löcofiEv + ;cal JL^l ^ ^- ■• jtQOQQTjCiPi jcaQQTjalav JS beaser. 

M 644* %QovaaXfifi + /} aJcoxxBtvovoa zovg j€Qog)fjTag xal 
Xi&oßoXovaa rovq cbrsötajifiepovg JtQoq avzTjp {S: „zu dir") 
xxX. wie Matth. 2387 — 39 ohne jede Auslassung! Nur statt yaQ 
in 39: de -2^ (gegen Pes). • ovxtxi — ' ajtoq^tjvaiievoq < 2- 

® ycLQ < -S. ^^ ö^jtov <C. 2 frei. || ** rovg d* aixiiaXci- 

Tovg ajtayayovxmv stellt -2" hinter xovg de 21^^ diaq>d^€tQapx(Dv. 

*' xai — 6iaoxeöaaavx(DP -< -S". *® o'bcovi f^^iun^, lies 

r^iua\. avxmv < -T. ^* /«() < JT frei. ^* ö'eog: 

i^eoiJ -T. ^ ola Ix rov Jtapxoq jrgopoiap avxcip jrsjtoirj' 

fitpog: „wie er vor allem war und von Ewigkeit für sie sorgte**. 
V'ielleicht = ola rov jtapxoq jtqocdp xal Ig alcöpog jt(t6pocap 
xxX. (vgl. L 19823 225 lo). Dann wären diese Worte vom Catenen- 
schreiber in jener Weise zusammengezogen. •• aX)! ovöh 

ovöe -2!. •• xaxaXti^ß-tjOOf/epop 4- öio bIjibp' löov dg)iexai 

{vulp) 6 olxog vfimp eQi](iog 2^. *• x6 + löov JS, ^ jiQoel- 
jtop xiPtg: XQoelJti rig 2 besser, weil nur eine Stelle angeführt 
wird. ** vficit*: ^ficip zu lesen. ** avrSp + d/a xrjg xov 

^eov äxog>a0€O)g X \\ 

M 645* xal — *® JtQoypcioeo^g << hier 27. oxi — ißaöi^ep: 

avB-tg de xal xax* äXXop xtpa xqopov 6 aa)x^(p apLtpl xo sIqtj- 
(lipop IsQOP kßaöi^sp 2!. *• o de + djioxQid^elg djtsp avxolg' 
ov ßXijtBxt xavxa jtapxa; Xiym vfilp xxX, wie Matth. 242. Hier 
fügt -2" erst Za— 10 ein. * iikp\ fiT)P U. * aXX7]g: T<lijjr^ 

„extreme", lies f<liijjf^. ^* jtQoypciaaog + ij JSl Dann Fort- 
setzung xaxaXXTjXa}g xxX. is. *• ra re: ^dso falsch vor 
f<lil=3, lies ^CDC ^* xaXvjtxovoap: xaXvjtxoPxa 21 (so 
richtig Mai). •• jcQOtiQri(iipt]p: jtQoxsifiev/jp 2! besser. 
•* xipog: xov 2!. •* jiQOQQrjOiP + „Femer aber lehrt die über 
ihn (verfasste) Schrift seiner Jünger Folgendes über die Ver- 
nichtung des Ortes". || (Überschrift): „Über die Eiimahme der 
Stadt. Aus dem Evangelium des Lukas" 2. •* xal ov <C -2* 

8* 



115 Gressmann, Studien zu Easebs Theophanie. J&151 — 153 

(= Pes). ** xal + JteQißaXovOiv {ol ^x^Qoi öov) xäi {jisgi- 

xvxXmoovöl ae) JS vgl. Lc. 1943 (und Var.!)- ** tra fisv jtQO- 

ksyofispa jtsgl xov vaov ijv scheint Mai nach JS ergänzt zu haben. 
2J hat aber wahrscheinlich gelesen: ra (ikv ptQOOO^sp jtsQl xov 
vaov, xa öe JtQoxeifieva {jtsQl xJjg Jt6X6a}g xxX.). ^ öijxa: 

^aber" 2^. ^ jtoXiv < -T. ** avxo •< 2 (oder atJr^c 

nach ooiua). *' xit: „die Ursache" S. *^<Jv <C -21 

M 648* Tf : dB S. « xal + „Frieden" 2. * lavxov: 

jtavxa 2. ^ ÖS <i2. ^ xax* avxAv <C 2. ^ jtQOG- 

öt^aad^ai: „vorher merken" 2J, lies aber Cj\jr^ (Druckfehler). 
"^.m ist freie Zuthat. *• xavxa: xa fiexa xavxa avxolg övfi- 

ßr^oofieva 2. *« aatpioxaxa verbindet 2 sowohl mit ^eCJtiCsi 
wie mit jrgoar^fi^vag, *' jtQoörjfii^pag' + ij^ovoc yag i^fiegai 

tJtl OB, oxi ovx lyvfog xa xgbg bIq^vtjv cot. öia xavxfjv yag 
aixiav ij^ovoiv Tjfidgai kjtl ob xal JCBQcßaXovoiv ol ix^Q^^ ^^'^ 
xal jtBQixvxkcicovoi ob xal cvviB^ovol ob jtavxod-BV xdL iöa- 
^lovoi Ob xal xa xixva oov kv öol 2. ^' xal vxoyQatpag: 

vjtoygatpag ob öia xovxcov 2, \\ *• avaXi^aoO^aLi „finden" 2, 
'^ jtQOXBtuivaigi •jSO.ia „vor uns", 2 an sich nicht unmöglich, 
aber besser •jAO.id »MaJQo, wie sonst regelmässig. ^^ oxi — 

-• lÖBlv < 2. Statt dessen bietet er eine Überschrift: „Wiederum 
über die Belagerung der Stadt. Aus dem Evangelium des Lukas". 

*' öl <C 2. ^ xoxB <C 2 (doch drückt er Z is es aus). 

•* Xcigaig: qoaIaHt^^.T lies mit Bernstein ai*Tif<la.i (eben- 
so 2 1543). *• oQyrji „grosser Zorn" 2. *• i&pmv + 
avcod-BV bIjc(dv' löov a(piBxai (vfilv) 6 olxog vficiv ^Qijfiog 2. 

*i xojtov + a jtaQioxijöi Xtyop' oxav (6h) xxX. wie Lc 
21 20. ^'^ fjd?] < 2 frei. ^^ xifiijg: „Erneuerung" 2. 

vvv < 2. 

M 649* d^ow: „nämlich" 2. * Id-vwv + w6i jttj Xiyfov 
xal %QovcaX7jfi löxai jtaxovfiBVT] vjco id'Pwv, xoiyagovv 
(„femer" giebt keinen Sinn, also Ai\*ir) = Aa^cd) oIöbv oxi 
xaxoixrfi^öBxai vjco kd-vAv 2. \\ * jioXiOQxtjxov: csicfio^^ 
„ihrem Bewohner", lies dsioo^. *® &BöJtlofiaxog + ccvxov 2, 

^ Ig avxoJtxov: l^ anonxov 2 besser. *• XQ^^l^V + 

alx(ia7,o)Xi6d-ricovxat Big xa b&vij Jtavxa 2. ^ xal — ^XQ^-^ 
vop < 2. •* xov j€Qo: „er zeigt aber auch seine Art der 

Gefangenschaft des Krieges". 2 scheint falschlich xgoxov statt 



2^153-155 Textvergleichmig. 117 

TOP jcQo gelesen zu haben. •• löroQiag + „des Flavius" -2*. 

** ratg + kv yaCxQi Ix^vcaiq xal xalq JS. *• yaQ: „also" JS. 

♦' jtQoO^ecoQi^aaQ: f^U> ^lo, lies t^jj ^.ia. *^ üiBJtov- 

d-aOiv „was widerfahren ist" von -2> schlecht ausgedrückt: „was 
gelitten haben". || *• kxxcoQSlP = ^aLcr^ „fliehen" (häufiger). 

M 652* xatag)6vystp + ix ovxtjv S. firiöe — ® jtoXstg 

< 2. ** ysyQafifitpa: Soweit die Übereinstimmung. 

2: 154«-155ß = Eist. Eccl. III6*» S. 93«»-95* = Josephus, 
Bellum Jud. VIS*. 

H. E. 94* avTov < -T. » fihp: „nämlich« X * xtga- 
xemöd'ai: „Lügen erzählen*' JS. ^ aXZcog xe xal hat 2J nicht 
verstanden: „anders aber". ® yvp^ + rig i". *® ^arpog — 
** vööcijiov <C -2*. *- ^6ra xov Xoijcov jtXrjß^ovg: „mit 

vielen" JE ** Usgalag = c^in^. Nicht „after the left the 

passage (of the Jordan)", sondern „soviel sie aus Peraea fort- 
schaffte". *• xap eh „auch wenn" 2. ^ jcapxaxoB^ep von 
JS zu Ixojtla gezogen. ^ i^örj <C -^ frei. ** oQyijp: op- 
//^j' JS". *® ßQitpog < -S Aber da es in keiner Handschrift 
fehlt, so ist f^ricuLft einzuschieben, das vor r^o.i leicht ausfallen 
konnte, j] ^ xa (ibp xxX,\ „dass du bei den Römern Sklave 
seiest, auch wenn du bei (= kjtl = bis zu) ihnen leben möchtest". 
2^ genau wie der Lateiner: „apud Romanos quidem, etiamsi 
vixeris, seruiturus es" (bei Niese). ** afKpoxiQmp < 2 schlecht 
Lies .^.aoa«!^ ^. 

V 1555-22 = MIgne 652«*-^. 

M 652** xavxa fihp ovp: xavxag xag CVfi^ogag 2 
8» oQyfj + fiByaXf] 2 (wie M 64936). *» Max&alop: 2 bietet 

den ganzen Vers Mt. 24 21. ** löxoQovpvog + (Überschrift): 

„Aus dem fünften (Buch) der Geschichte des Josephus" 2 
(= Bell. Jud. VlOö). ^^ xal: „Und sogleich {wohl ^= fiopop 
ovxl, sonst durch ^\^*^ ,,bald" wiedergegeben) schleppten sie 
ohne Zögern zum Tempel und das in ihm brennende Feuer sahen 
sie von der oberen Stadt". 2 hat ßgaövpop nicht ausgedrückt, 
weil er es vielleicht in „sogleich" genügend wiedergegeben hielt. 
Denn „ohne Zögern" scheint auf dfieXei zurückzugehen (=a- 



Ilg Gressmano, Studien zu Eusebs Theophanie. J&155-— 1(>4 

(jiiXXet etymologisierend). *^* ro: 2 wieder den ganzen Vers 

Mfc. 2421. *• nsd^ oXa 1x7(1 A\a Aa.i, lies cqIa Aa.ii mit PSm. 

M 649-* JtQOÖTld-TjOl + Öh U. JlQOQQI^OBOl + O OfDZyQ JS. 

•* awreXsiav: Damit schliesst die Übereinstimmung. || 

:s;i56i— 167^«. 

2]* 156^' ^^osaso: Lee's Übersetzung unmöglich. Vielmehr: 
„Diese Berge (tiarizim und Jerusalem; Tgl. Z24 und ff.) werden 
als die geweihten (Statten = dpad^rjfiara} Gottes auf beiden 
Seiten (lies t^^\j, d. h. von den Samariem und Juden) geehrt 
und sie beide erwähnt die Schrift (des Alten Testamentes): bei 
diesen (d. h. bei den Samariem) den Garizim des Mose und bei 
den Hebräern das Jerusalem der Propheten". (Man erwartet 
f^liia.l wie vorher f<lz.OM.i.) || 

2^157 *• 0CD.1 ^A*r^: Nicht „not by similitude nor by 
those things of which He was the antitype**, sondern: „weder 
durch ein Bild noch durch irgend welche (äussere) Zeichen"^. 

m5S'' vyr^: Übersetze: „Demgemäss aber war es am An- 
fang der Verkündigung des Evangeliums gewesen" u. s. w. (näm- 
lich nach Z u bis auf die Zeit Hadrians). ^^ ist K*':iocn* ^ 
aus Versehen wiederholt und einmal zu streichen. ** V^ 
f^(&\iiuso übersetzt Lee: „so also is it with respect to the su- 
periority of the Shepherd (here)**. Aber vermutlich liegt ijrl 
jtXfov zu Grunde: ^so ist in noch höherem Grade" u. s. w. 

^ 159** = Joh, 12**: aniiv dfifjp < 2! wie regelmässig. 
161** .suto ^Ski Übersetze: „Dies aber, dass er vorhersagte .... 
in jener Zeit, als er zugegen war (= jtaQcip) und mit den 
Jüngern redete" u. s. w. 162* ^acoisoo: „and others (recei- 

ved) those who were thought Gods by the roany*^. Aber die 
Ergänzung von .,received" ist vdllkürlich, erlaubt ist nur die von 
o!ü\^. • KlSaa^^ ist nicht = Tayfia, sondern = doy/ia 

(vgl Lex.). *® Cüf^: lies ..OJf^. (Druckfehler, Lee). || 

2i'164'^ A^.VSO.T Nach Lee würde man erwarten: iäa\o 
KlVö und ^cuiaoo. Übersetze vielmehr: „welche sich heuchle- 



2:164—168 Textvergleichung. 119 

risch verstellteo, als ob sie Christo und der Lehre Christi nach- 
folgten und so thaten (= jtQOOJtoulod'ai^ vgl. Lex.), als ob sie 
Worte seiner gottlichen Lehre sprächen^, während es in Wirklich- 
keit Gift war. **lies statt ^cb: ..OJcb. ^* f^^oui.iico = 
vjtoxgiöig (vgL Lex.). || 

Ul%5^ ocd: Dieser Satz ist von Lee missverstanden. Über- 
setze: „Die lange Zeit also bringt an den Tag («fittlr^ = iXiyx^^ 
was früher vielen verborgen war. Deswegen wurde verkUndet, 
dass die (Worte) der gottesf&rchtigen Lehre geofiEenbart und ans 
Licht kommen würden. Und seine Satzungen und Befehle sind 
in Zukunft jedermann bekannt geworden und haben die Meinung 
ausgelöscht, die früher bei vielen über sie herrschte^. Auf eine 
ähnliche, aber nicht übereinstinunende Stelle macht Mai (Migne 
681) aufmerksam: o yaQ XQ^^o^ JtavxoDV eXeyxog . . . o fiaxgog 
XQOPog , . . ra vvp ricoq Xav^avovta xovg xoXXovq beXcifitpai 
jtoLfiOH xai rovg cvxotpavTag iXiy^ei, \\ 

^166^^ iuscnuo: lies mit Pes (Matth. ISe): acoaC, da auch 
vorher regelmässig das Masculinum steht Das Fem. ist ver- 
anlasst durch Kl^ir^. Oder sollte schon der Übersetzer diesen 
logischen Fehler begangen haben? In dem Citat aus Mt 138—9. 
18—28 finden sich auch einige Abweichungen vom griechischen Text: 

Mt. 13* Jtersiva + rov ovgavov U (vgl. Lc. Ss). * i^api- 
xblXbv + „und" 2, « riXlov — lxuv <! S. glC^av: „unter 
der Wurzel" -2" J **^ fiera x^Q^^ <C -2*. ** lautet ganz an- 

ders: „und ist nicht befestigt darin (im Worte) und strauchelt 
über eine kleine Not" U. *• x(ä jtoul <C 2. Ebenso 

S 167'"^* = Hebr. 4**'-: ipsgyrig: „scharf" X Jtpavfiavog: 

„Fleisch" X 

V 16712-25 = Migne 680«-« 
M 680* rag: 6i6 rag -S ^ o xvQiog < X ^^ elvai 

^^^aouftüf^:!, lies ^cnÄiur^:i wegen r^i>U^. *® ravta 

-«» ajtsöföocav < 2:. ovv < S, \\ 

-2 16725-1715. 

-2168' = Job. 4'*: fjöri ist zum Vers gezogen, während es 
^160i fehlte. i5ir.= jjatt.13"-«^. m-48^ Einige Abweichungen: 



120 GressmanD, Stadien zu Eusebs Theophanie. 2^168—173 

Mti !$*• xal vor ra ^cCat^ta < 2, *' rov olxoÖBOxoxovi 
avzov 2, ^ öovXot < -T. || ** xaraxaUxatx „fallen^ S. 
^* xafiipov: „Geenna*' 2. xXavd'fioq: lies Klao (Bernstein). 

^ (oq o 7]Xiog < 2, doch 170 is liest er es. || 

-2" 170* f^'ixi. Übersetze: „die Schriften der Evangelien 
far Qeschwätz haltend.^ ® y^^aSf^ = JtQoXaßcip: Einiges in 

diesem Kapitel erinnert stark an Migne 676, stimmt aber nicht 
wörtlich überein. i* f<SujkjxaQ: lies mit Lee f^tjÄx^^ nach 

Z.«. II 

2i^l71* Klii«!!^ ^.1 .*ui: „and one (of these) shewed of 
another". Aber wohl = aXlog rig, nämlich Paulus oder wer 
sonst den 2. The8s.brief geschrieben haben mag. * t^h^M^x^s 

gehört nicht zu i^Oi^ ^.*|o, sondern zu ^ocb; vgL Z. ii. 

j?171«-w = Migne 656»-". 

M 656« avrlxa + yag 2 »• <Ji + jtaXiv 2 " ^Zjtjy- 
fpev: L «nom „wir haben empfangen" das Zeugnis über die Wahr- 
heit Mit dem Folgenden vgl man Migne 653 G, D, namentlich den 
Satz: aövvaxov yaQ XoiJtov rov axa^ kjti yijg (pavivra Jtaiip 
ip ywvlaig yfjg rag öiargißäg JtoifiCacd-ai, 

2 171«-17S«. 
V 17125 = Matth. 24': hiiol + xcü Xoifiol 2 (= Pes). |I 
2^172® i*^f^\. Übersetze: „Denn nicht früher wird das 
Ende der Welt kommen, das verkündigt worden ist, als bis sein 
Wort von allen Völkern ergriflFen ist Soviel Völker also fehlen, 
unter denen seine Frohbotschafb noch nicht verkündigt worden 
ist, so viel Zeit fehlt auch am Ende." {] 



Das fünfte Buch. 

2 173'-174*. 
V 17310 ^^\^f^ ^.*|aso.i: Falsch Lee. Vielmehr: „Denn 
einst wurden einfach angehört die voraussagenden Worte über 
die Dinge, die kommen sollten, welche er von seinen Jüngern 
prophezeite, als er bei ihnen war.** |I 



2174—175 Textvergleichung. 121 

2 1745-20 = Dem. III»: 158»o-sä. 

D 158^®: Jtevoziop — jtXavoq: XotJtov {dif) jcBVOxiov tl jtoxi 
Tig hc rov JtavxoQ alävog jtXavog avriQ (vgl. D 16923 1923) 
xaX yoijg X ^^ IctoQfirai: „gehört wurde" U. ^* rrjg: 

„jeder" S. ** rolg djtaTCDfiivoig und altiog < -2" (f^oco,i, 

nicht f^oc».*i). *• JtXavogi yor^g JS, ^^ xoLvmvElvi -T nicht 
„that the indigent should of their wealth adhere to him". Lee 
scheint durch das Suffix irregeführt, das wir fortlassen: „die 
Armen an Besitz". Damit wird seine Anmerkung hinfUlig. 
xoivovia} übersetzt JS mit „anhangen" („nachfolgen"), hat es 
also verstanden als „(remeinschaft haben mit". Besser passt die 
Bedeutung „freigiebig sein" wie das folgende xoivmvixov (richtig 
= f^Uf^ ^oSl^AXJäk). ^^ xo q)iX6jtoPOP: „Barmherzigkeit" S 

= x6 q>tXavd'Q(OJtov. Besser; denn die Arbeitsliebe hat in diesem 
Zusammenhange nichts zu suchen. ^® xld-so&ai + „bei ihnen". 

jtXapog: yorig. *^ avByelQcov: avelgycov S richtig. 

** eöxco — ov <C X *• :jtXdpog: yorjg S *' Ix — slgrifie- 

v(Ov: hx xcop avxov qxopwp eloixc xal öevQo Jtapxaxov y^g 
xaxayysX&siöwp JS. Dies wurde in der Theophanie verändert 
wegen des jtQood-sp, das auf das erste Buch der Dem, zurück- 
verweist. Aus demselben Grunde musste auch D 15832 — 159io 
fortbleiben. *• ojtwg + yotjxa xal 2. »^ xipa ß-etop: xov 

d^Bov Xoyop JS. 

X 174"--1762 = Dem. III«: 159io-161^ 

D 159^® ^O-ixdxsQa = r<!saftJ»f<|. Lee „pertaining to his 
form of doctrine". Besser: „das Charakterbildende seiner Lehre". 

^ xvQimxaxa = f^ixaioi, „in den gewaltigsten (haupt- 
sächlichen) Dingen". ^* rc5 -** örjfiiovQym: tc5 xcip dyad-wp 
jtaQaixlcf) Jtapxcop 2, dvaxslfiepog: „lehrte" -2". Aber viel- 
leicht ist ^Sbo verderbt aus .äcfio (Pari Pass. vgl. U b9i). 
18 d^eop + ZOP x<d ovQapov xal yijg xal xov Cvfijtapxog xoöfiov 
ÖTjfiiovQyop S (aus D w). || ^^ oQaxrjp + xal yeppijxrjp 2, 
vjtEQXvipapxa: vjtsgxvipapxsg (sc. Xoyoc) 2, Aber D ist vorzu- 
ziehen. Denn nach D 164i6ff. hat Euseb bisher nur xa Jtsgl 
xoLPOv X7]p (pvcip dpd'Qcanov geprüft. Dann erst will er zu 
xa d^sioxEQa übergehen. Vielleicht ist ^jorso aus lOXM ver- 



122 Gressmann, Studien zu Eusebs Theophanie. S175 — 176 

derbt. ^^ dvcordrco: r^sA^ yerlesen aus i^li^.. Übersetze: 

^Oder (war dies ein Irrtum), weil er nicht gestattete, mehrere 
Götter zu verehren, denen, die von der Verehrung des allein 
höchsten, untrngerischen Gottes in den wahren (d.h. mit Recht 
so genannten) Irrtum kopfüber gestürzt waren". ** hc fia- 

XQOv: ^xlafi^aöi 2, ^^ jtQOO(piXfiq\ xaxsylvBxo 2 (wie D w). 

SojtEQ — nQ0JtaQaCxavfjg<C2. *• rwv — jtaldeq: ol vioi q>iX6- 
oog>oi JS. *' cvvriQiöd'riCav'. „übereinstimmten" -S * yi 

TOi: „aber" JS. 

D 160^ äpaxra: „König des Alls" 2^ frei. Dagegen ist avro- 
yivBd-Xov völlig = cnxAi.*i Kliuf^. Lee ungenau. • XaJl- 

dalovg -* Icxogelxai < -S In D ursprünglich. • xaZÖeg 

^EßQalcnv: ol d^sotpiXelg U. (Dann natürlich nachher auch Noul) 

• ijtl Cotpla <C -S ^ ^^i — drifiiovgyov: ijtl xov av<o- 

xctxm S. ^ öel wird ausgedrückt durch die 1. Ps. Plur. wie 

das Verbaladjectiv (Gerundivum) vgl. z. B. 3i6 825 53 i u. ö. 
*® xolg — ^Eßgaloig: xolg xAv ^Eßgalmv jtaxQiagx^v xaicXv -S 

^^ aoQaxcp — JiQoayaycov <^ S. ^ Xi]xxovg: „wenige" JS 
sachlich richtig. Dass er Xsjtxog {2J 7623 mit f^ift^oi»^ wieder- 
gegeben) gelesen habe, ist nicht anzunehmen; vgl. D 6O16 74to 
115 16 123iß 1354 u. s. w. ^* ßaQßaQcop + ofiov -T. 

1^ övvafiBcog + xal öiöaaxaXlag 2^. *® öfj + xdi? 2 *• ^7): 
ftipcixi S. -• dd-avaxov + xal aCa>iidxov 2 XoyiCauBvogi 

„zeigte" -T. *• olxslcov: d-elmv (oder oclov*^) JS. xaxoQd-m- 
öiv: „halten" („bewahren") S. \\ ^ xexoCfiT]fi6Povg: ajtov6a^€ip 2 
(davon cbtofiifietad^ai abhängig). Kaum = iojtovöaOfievovg (vgL 
Hkl, Ind.). «• diaQQfiöfiv -»« Icxlv < -2". Derartige Bibel- 

citate sind in D ursprünglich, da es sich ja um „evangelische*^ 
Beweise handelt " q>lXa = AaiLM, nicht „received". 

161^: oi ys beendet die Übereinstimmung. 2 fahrt fort: „die 
vieles darüber anordneten, dass man nicht glauben dürfe, Gott 
durch Blut und Opfer von vernunfUosen Tieren und durch Feuer 
und Rauch und Geruch (= xvlöoa) zu ehren**. Diese Änderung 
war in der Theoph. nötig, weil Euseb die folgenden Stellen nicht 
wieder ausschreiben wollte, vielleicht weil sie schon in den Praep. 
erwähnt waren. 



2 1 76 Textvergleichuiig. 123 

2; 176^-12 = Deni. III«: 162>*-2ß. 

D 162^* ijtsl — i^rjTaafiivoig: jrgog öh rovroig 2 ^^ xov 
Xqicxovi avTOv 2J. *® avrcop: xal dTjfiiovQybv ojtavrmv 2. 

cxitpaö&ac öet\ schön also ist es, dass wir sehen S. 
^^ 7]jtaTTJfied'a: Lee^s Übersetzung ist ungenau. Aber tl*aJ^f^ 
{„er verführte mich") giebt keinen Sinn. Es ist .>^^t^ zu lesen 
(oder ^u^J\^f^ = JUi »i^^^) und zu übersetzen: „zu sehn, ob 
denn der uns verföhrt hat, von dem wir diese Art gesinnt zu 
sein gelernt haben!" Hinter *® xal fifjv (= f^co .1^; nicht 

„that") + ov vBcirsQog rmv de jtaXat d-eotpiXAv S (vgl. 
D 159 23 f.). ** (laXiöza < S. övvrjvix^riöav = stimmten 
überein 2 (nicht „delivered"). Es fehlt jetzt in der Theoph. 

ein kurzer Abschnitt der Dem. über das Weltende. Diese Neben- 
sache konnte Euseb ohne Schaden übergehen. An einen zu- 
fölligen Ausfall ist nicht zu denken, da 2 anders und gut fortfahrt- 

^176«-26 = Dem. III«: V^^-i\ 

D 163* ^pvxip de: bxi il tpvxfjv 2. * q>iQovCav = 2: 

„dass vielmehr die Abbilder der Kräfte Gottes in ihr seien." 
* g)Q0V£tp: ^ o^ .iio „wissen" vielleicht verlesen aus ^^nio. 

' Tovg — (pQovovvrag: 7]fiäg rcov jtaQ* Alyvjtrloig co<p(DrdTO}p 
xal r&v ^EXXtjvcqv 2. • ifijtlöog + „und eines Flohes" 2 

{xpvXXfjg?). ^^ xal: auch nicht -S verstärkend. ^^ agxtov: 

„Mücke" 2, aber lies r^xio. ** xaz — ovolag: firjöhv xaxa 

Tfjv ovölav 2 wie vorher, ** xAv (piXoöoqxDxaxayv <C 2. 

*^ xal — xQlo£G)g < 2. *® d-sov <i 2. ^ anoxQSJte- 

cd^ai: „zu fliehen und fortzutreiben von sich". 2 könnte zwei 
Ausdrücke gebraucht haben, um das Medium auszudrücken. 
Allein wahrscheinlicher hat er gelesen: qitvyBtv ÖB xal obio- 
xQtJcsc&ai jtäoav xaxlav. Vgl. P:A 193i und zum Accusativ 
auch L 23530. Ist ^^o^nio vielleicht Versehen für ^ OnAi.iio, 
das sonst in der Theoph. gebräuchlich ist? Der in D folgende 

Abschnitt über die zu verehrenden guten und über die zu ver- 
meidenden bösen Geister fehlt in der Theoph., vielleicht wiederum 
wegen des Hinweises auf die Praeparationen. Dagegen bietet 
2 einen Satz, der einigermassen an D 164 9 ff. anklingt: „Denn 
derart waren die Unterweisungen, die in den Satzungen der 



124 Gressmann, Stadien zu Eusebs Theophanie. 2^177—178 

Lehre |] unseres Erlösers eingeschlossen sind." Der darauf in 
den Dem. gelieferte Schriftbeweis, dass Jesu Lehren und Thun 
nicht nur menschlich verehrungswürdig, sondern göttlich sei, ist 
mit gutem Grunde in der Theophanie fortgelassen, weil ja das 
ganze vierte Buch davon handelte. Nach einem grossen Sprunge 
fuhrt S in direktem Änschluss an D fort. 

V 1771-11 = Dem. III«. 190«~191«. 

D 190« Ixii ovv H. 2« jiciXiv < 2. » iriQoig: 

Iralgoig 2. ^^ clq ov^l: >A i^oco KlX, aber wohl zu lesen: 
1^ f^OD Kll wie sonst (vgl. Lex. unter 1^03). ** xlqi „Ist 

denn etwa jemals einer im ganzen Christengeschlecht gefunden 
worden seit der Lehre unseres Erlösers, der Zaubereien machte 
oder Gtifte (mischte)"? S ist bedeutend feiner, aber man würde 
erwarten, dass nachher betont würde, „alle" seien der wahren 
Philosophie nachgegangen. *® loxt + xivl frei. *• q>iXoo6' 
g>ovg fiBXiovi x^g d^slag g)ikoOo<plag (vgL D 1588o) (i6xi6vx€g{?). 

*• IxiQoig: jtaOi xolg xad-* oXrjg x^g dvd^Qcijtcov olxovfiiin^g 
(? AasdÄ^) Id'veai S. •• evCeßelag xs xfjg dvcoxdxw: yvciaecig 
XB (xäl) Bvaeßelag elg xbv Jtavxmv öfjiuovQyov (vgl. L 21821). 

xlg XX X,: „Was darf (sonst = XQV ^^er öst) mit Recht ge- 
nannt (sie) werden als dies, dass er in Wahrheit der gemeinsame 
Erlöser aller ist und der Lehrer eines gottesfurchtigen Lebens '^. 

-L 177^2—1791 = Dem. III«: 191"-19S*. 

D19V^ tJtl--xs: ol öh X ^- fja&tixal avxov < 2. 

*• öidöoxoi + ijtl xooovxop aus Z 11. -* Xqioxov: xov 

0(ox^Qog U. ** d^BaoaoO^ai: „gefunden wird" 2^. ** aXXoig 

+ xoiovxoxQOJtoig 2^ (wie Z 19). -^ xlg ovv algel Xoyog == 27 

^welchen Grund also giebt es, der gesagt werden könnte über 
diejenigen". Ebenso 27186?. Falsch jedoch Lee. xovg xoiovöe 
öiöaOxdXov: xovg xavxa (oder xoiavxa) jtaiöevO^tpxag fisydXov JS. 

-' xdi fifjv: „da ja jeder, der etwas Lehre verheisst — seine 
grosse Widerlegung ist die Gemeinschaft der Jünger". Also 4- 
(ia&j]fia. Vgl. D 167 11. ^^ ovp: „nämlich auch" 27. || 

D 192* Jtov = „völlig'' 27. * fibxiovxtg: „thun" 2' frei» 

^^f^öov: oojxfjQog 21 jiitpavxar, „ist gefunden" 27. 



Z 178—179 Textvergleichung. 125 

^ jreiQag: ösivcov U. ® xad-* W^Q < -2!. ® yoriq + „sein 

Schüler" ü. *• xivövvov = (gefahrlicher) „Process" 2J1 Lee 

miss versteht die Meinung Eusebs, der vielmehr sagen will: Trotz 
aller Folterqualen hat man niemals von Christen ein Geständnis 
der Zauberei erpresst. Wenn sie nur das Staatsopfer vollzogen, 
waren sie frei und ledig jedes Processes, und brauchten nicht 
etwa noch wegen Zauberei verurteilt zu werden. ^ el — 

" xoiovToq\ Dieser höchst überfiQssige Satz fehlt in der Theo- 
phanie. *« raq + xovrmv2, *• lyyQa<pov — *' Iotoqovv- 

rat: rwv jcgdrcov rov Ocor^Qog yvcDQifimv xal fiadijrcip iv r(j 
ßißXcp rcav löiwv üga^ecov. 2^, *® jtQOCiOPrag + ovrog 

tjToiovv ^. *• öiaߣßk7]fiivwv: „verleumdeten" 2y aber lies 

^AaA!^. -* iiiöov + rcov ox^cov 2^, Bißkovq + jtQoreQOv 
jcaQ avTotg djroxtxQVfifitvag JSl *® roiovroi: lies ^Acd vyi^. 

'^ ji6ya)v: JL^ Sing. Aber man muss f<!ifM9.i lesen, weil sonst 
die folgenden Fem. Plur. in der Luft schweben. 

D 198* övpetöog = „Erwägung" JS", weil „Gewissen* nur 
schwer syrisch wiederzugeben ist. • cbtoxQvjtrovrag + „die 

durch welche früher viele irre geführt wurden" -2". ^ iSLiy- 

Xovg aJüEQya^sö&ai: „dass sie Zeugen seien über" -21 • giad'i]' 

ravofisvoi: ^.tssolA^o.i lies ^.*i:da\i\A^o.r yvtjaioi + tag 

tpv/Jtg xal ce/zvol 2. ' Xavd-apsiv: „verborgen zurückliessen" 27. 

®-** fehlt in 2. Hier wird derselbe Gedanke wie im Vorher- 
gehenden noch einmal breiter ausgeführt. || 

2: 1791-25 = Dem. III«: 193i*-194« 

D 193*® jtQOTBQOV + xal X oZajg: „auch" X " jrpo- 
xJTazrjv: „Meister" JS'. ^ ^Iriaov: ömziJQog -T. ** (pvXa^ap- 

tcop: „zu bewahren geübt sind" JS. *• ovö^ — oüai < -2". 
-® rov xmp oXcop d^eov: „des Gottes über alles", wohl = D; vgl. 
-2" 28. Die Anm. 4Hkl. S. LXXXV ist ungenau, o tcqp oXg>p 
d^bog findet sich sehr häufig bei Euseb, vgl L 2252? 227 le 2533 
D 32? 4426. 88 76i8 9728 989 154ii 19328. sa 224io. si 25426ii.s.w. 
Ebenso, aber seltener o rmp oX(dp öecxoxtjg L 2543a; o xAp 
jaxapxmp öeajcoxrig D 30581. *• ootplapi öiaxoplap JS, 

dojcaoafiBPai = ^aslui^. Lee scheint die Form nicht verstanden 
z\i haben. •* oXag — 194^ dpaxed-efxaaip: „und ihre Seelen 



126 Gressmann, Studien za Eusebs Theophauie. 2)" 179—180 

vor jedem Schmutz und Unrat (lies f<i\z.aj^^o) rein be- 
wahrend" U. 

D 194* äöxfjoaoai: „lieb hatten" 27. ^ (ihv ovp\ „aber" 2£. 

lirjXoßoxov: „Hirt". -2" versteht falschlich iiriXoß6xf}v\ „über 
Einen Hirten, der sein Land verliess", während es heissen sollte: 
„über Einen (Philosophen), der sein Land als Schafweide fiberliess". 

• ayovciv: aöovatv 21. * Jisgi^egovrag: „führen ihn herum" 
JS, Dieselbe Lesart, aber ob er es verstanden hat, ist fraglich. 

JfjfioxQiTog + „aber** JS. * avrolg < -Sl elg + rtg 27. 

• xaraXijtcop: „geben** JS frei. ' avrog — xofiJia^cov: Lee 
sehr sonderbar. Besser PSm coräi v^A „se cohibuit, se abne- 

gavit**. In diesem Zusammenhange muss es = hcgarat sein. 
f^j^OiTiicn^ nicht provisions (Bernstein). Die Bedeutung 
„Geduld, Beharrlichkeit**, die er vorschlägt, hilft uns nicht weiter. 
PSm will korrigieren r^^cUinfiOLSO , an sich möglich. Aber 
es handelt sich an dieser Stelle o£Eenbar um ein Wortspiel mit 
KQarijg. f^(&iasiaufiaL» also kyxQaxsia. Übersetze: „Er (Krates, 
der Beherrscher) beherrschte sich selbst u^d prahlte mit der 
Selbstbeherrschung der Freiheit". Wenn S genau wiedergegeben 
hat, würde das auf griechisch lauten: avxoq tavxov ixQaxsi 
lyxQaxBiav iXsvO'SQlac xofiJtaC,<ov. Sinnvoller wäre: iyTcgaxüaq 
iXsv&sQlav xofiJta^oDV. Auf den Text der Dem. scheint 2! jeden- 
falls nicht zurückzugehen. ^ 'lijaov: omxiJQog 27. ^f^Ztoxai 
= JS (trotz Lee). '* avyyevofiepoi = -T „die wir zusanunen- 
waren mit Menschen derart" (gegen Lee). *- aXZ* — fiovoig 
< 27. ^Irjaov: ocox^Qog 27. *^» ov/l öh (iovop: „nicht nur, 
sondern auch" 2". ^Irjöov: xov ocox^Qog 21, Xoycov: „Lehre 
der Worte" 27. *• 61 + %va 2. ^^ ifiagxvQtfoav: (OfioXoyt}- 
aap 27. q)ikoö6g)0}p < 2*. fiopog <C 2. *• öiaQQfj^ 
örjp — 2« Jtapxag < 27. || 

2l792«-181»5 = Dein. III«: 194»— 196«*. 

D 194-* oofi: 27 löst den Satz auf: „Die Jünger aber un- 
seres Erlösers .... offenbarten**. ^ xai evQovOtv — •• Xf/Qv^ 
gai: „offenbarten ihn im ganzen Geschlecht der Menschen und 
verkündeten** 27. Jtäaip + rotg xad^ oXf]g x^g olxovfiipfig JL 

^ xaxa — xaiQOP < 2*. xolg IxX yfjg <; 27. 



2:180—181 TextvOTgleichung. 127 

D 195^ r^ — * jield'SOd'ai: kxelvov rov q)ikoo6q>ov fifj 
Xelxeod-ai JS (nicht zurückbleiben hinter = übertreffen). 

* fiovov — ® d^eoXoyetv: ov [lovov yvcoglC^etv alXa xal xaxa 
X(OQag jtQeößeveiv 2. ^rair: xotam 2^. rov — yo^rog: 
rov xoLvov anavTCOv öcor^gog X ' yorjrevfiara: JcXavTJ- 
fiata JS. ^ xal: xalxoi S (^Xod wohl = roiolde, beachte 
das Vorhergehende!). ol rov Irfiov (laO^tjtaL: iiovov ol avxov 
(lad-Tiral xcd yvcoQinot X *^ (ihv yccg: „also" -21 ^* svqb- 
TTjg: öfjfiiovQyog JS (wie D28). ^* r^i; fiaO-ijCiv < -2" viel- 
leicht frei, da derartige Ausdrücke ja in Fülle vorausgehen. 

-* xoiptjp < 2J. ^^ avToqyvTig: Kl^f^. Aber avzo- ist stets 
in diesem Zusammenhange ausgedrückt; lies also + cnxÄi ^ 
(oder ciaxÄi.*! vgl. 2 1759). *® rov — äXtjd^ovg: top rfig 

CVfiütaorig dpd^Qcijtmp olxovfiipr/g 2J. •* roiavra — ®^ jtaga- 

äo^ovg < X 

D 196^ ag — öu^i^Xd'Ofisp: rag ip rfi rmp fiaß-f^rcip ygag)^ 
xaraßkrjd'Bloag S, So ist zu übersetzen (gegen Lee). || ^ kga- 
PLOcifiepop: „empfing" -2". ♦ ra Ofioia — jt6jtocT]x6ra)P: „die 

gemäss dem, was vor ihm (war), gehandelt hatten". U hat D 
missverstanden. Er hätte schreiben müssen: (Ar^) oa^a&f^ 
0.131^ »CDCO0.1P «die gleich ihm (auch) vor ihm handelten". 

* rop ÖTjXovfisPOP <r -S 8 jtQoöaöXTjxspai: „wurden". 2! hat 
jiQoo- nicht berücksichtigt. ZaB-stPi ,*^>«^V aber lies i^^^^^, 

^ rl öfjra ovp, rj = JS (gegen Lee). *• ^WV + rovrcp 

jtaQajiXrjOlmg JS. ^' rm rjfieriQG): rovro) 2. *® ycfDJtore 

<C -T. -® öofrfJQog ^iiäp: xoipov äxaprofp oa}r^Qog JS, 

^^ rooaös — 2- tvegyedag < -2. 6 fjfiirsQog: „unser Er- 

löser" JS. In Jl folgen jetzt einige Zeilen über die Weissage- 
kunst des Erlösers. 

-S 18120—184»» = Dem. III«: 1962^-199««. 

D 196 2* öh + jccijtore 2J. rcip + avrov 2. -• kfiaQ- 
rvQf]Oap + Jtegl rov öiöaoxaXovS, ^ ovp < 2. ^ dpa-^ 
rXdpxBg -\- y,^r das, was sie sahen und über ihn bezeugten" 2, 

^ xdi riXog — ** Xeyirwi xal reXog ra jtSQi avrov wg jcsqI 
d-aov vlov (laQrvQfjd'ipra, jtoXXov dst y6i]rsg 6ia rov Idlov 
ai/iarog rag eavrAp (JUXQrvQlag xiörmöäfiepoi 2. Aber die 
Stellung von dia rov lölov al'fiarog muss hinter xal riXog ge- 



128 Gressinann, Studien zu Eusebs Theopbanie. 2^181 — 183 

wesen sein, und die von jtiöTcoöäfisvoc hinter (laQrvQfid'ivTa. 
»2 rlg + ÖS :S, II 

D 197* slöcoZoXavQlag: „Irrtum der Vielgötterei" X 
^ xgatvvai: „schicken", aber lies iizj. ® cdAva schliesst 
im S den Satz. Mit xiq beginnt ein neues Kapitel, dessen An- 
fang lautet: „Wer jemals von den Zauberern ersann, was unser 
Erlöser ersann? Aber wenn er es auch ersami, so wagte er 
dennoch vielleicht nicht, Hand anzulegen. Aber wenn er auch 
Hand anlegte, so führte er es dennoch vielleicht nicht aus". 
2 scheint den zu Grunde liegenden Text nicht richtig verstanden 
und wiedergegeben zu haben. Denn der vorhergehende Satz 
kann nicht mit almva schliessen. Im nächstfolgenden Satz {hv\ 
6b QTjfiarc xrZ,) ist plötzlich wieder ohne jede Vermittelung der 
Erlöser Subjekt. ** de < 2J. *' rofioi + ovx eyYQaq>oi 

liiv, aYQa<poi de roZ rov amr^Qog öiarayfiaxt 2J, ry — öei- 
oiöaifiovla: «der alten Verehrung vieler Götter" JSl ** rotg 

jtaXat yof^oiv : ,,Haben etwa Derartiges gewagt von den früheren 
Zauberern". Man kann verstehen: „einige von den Zauberern". 
Aber das giebt in diesem Zusammenhange keinen Sinn. Wahr- 
scheinlich ist das ^ zu streichen, obwohl es vom Übersetzer 
herstammen wird (vgl. zu JS 8922). ^^^IrjOov: acoziJQog -S*. 

fj — ravza < -S. rj xai JtaQOjtXrjaiov <C -21 ^ ov- 

öspa + bTSQOP 2. -• yaQi „also" -T. •^ roiyaQowi 

Aji^so, lies JL^CD. 

D 198» aUa - ix^rtp < -T. * xdXiv — ^ rs: ijtl rov- 

roig jraXiv iQcorrjraov -2*. Jtort + rig -2". • t«: rivag -S. 

* T£ xal jcaQOvolag < -S". ® yoi]Tevoprag -)- „da es doch 

jedermann bewusst und offenbar ist, dass alle Zauberei durch 
diese Dinge vollbracht zu werden pflegt" -S • Xoymvi (ia- 

d-TjTciv 2. II • C^riXovvTCov xbv avxov ßiop: „nach seiner Lehre 
leben" -2*. *- ^fietg — q>QovovvTag <C 2, *^ jtovTjQolg <I -2*. 

^® 'lf]öov: ocDTfJQog -2. '* ovrog: ovrco 2J, *• ^hjoovi 

öcoT^Qog JS. -® doQarov -J- „und unerprobt" -2". ^ rot- 

ovTOvg — jtQoayayoivi „der derartiges übergab denen, die sich 
(von ihm) überzeugen lassen" S, *• ßoi]&ovg + „und unter- 
stützende" JK iv raTg JtoQaöo^oJtouaig <[ -2. . *• rov 
Fi]Oov: avTOv JS". »* r^^ Jigoöt^yogiag: avtov S, ovv 
< -2*. »- tsteö^fiei TCO ßlm: rag avzav öiaxQißag ixoulxo £. 



^183—185 Textvergleichung. 129 

D 199* jiagovalav: „Anblick" 2. hßoa + „und sagte" 2. 
fc« < -S 8 "Iriöov <X « olcog: „nur" X « ö^Xog — 

* fiiaQog: „in seiner Art schlecht und offenbar ausschweifend'' X. 

ad-eog xal aöixog co U, • yvciosrng + i] rä JtSQi y>vx^g 

dd'avaolag H (wie D u). Auch hier wohl in D ursprünglich. 
** avrov <C X, *• xal d^sov xqIöip + re xal dixaicoxriQiov 

wg fivd'ov II jtaQotPi^osi? K^iso ist sinnlos. Bernstein schlägt 
vor r^^TM „lehren gegen, losziehen auf ", PSm: ^TSO „murren". 
Aber man erwartet stärkere Ausdrücke. Neben x^^'^^^l^oc steht 
öfter öiaavQfiog- Ist vll. ^tso zu lesen = „rupfen"? (Das r^ 
aus einem Schnörkel entstanden?) Oder ist r<!^TSiO verschrieben 
für f^i\TSiO = JtaQaivrjOBt, verlesen aus jtaQocp^öei (vgl. Hkl, 
Ind. s. V. iiijcagoivico)? ^^ öa)T7JQa — ijficop: ^fieregop JS, 

*• eljcelp: äprieijtelp -S *' ÖTjfiiovQyop JtareQa: dporara) 

ZOP Jta(ißaötXia 2, ^^ djcdorig xal + ei -£ *• ip^ico + 

„gethan haben" 2, 

^184»»-186" = Dem. IH*: 167«— 169'. 

D 167' TOP aa)TrJQa ^ficop: a-vrop 2, ^ ypcigifioi + 

„sondern dass sie es nur {aXltog) faselten und dass seine Jünger 
logen, deswegen weil sie über ihn Fabelgeschichten {fivd-oXoylai) 
verbreiteten" 2. *® ixQVf^^^^^^^' r^^^'^ OnÄi. Wahr- 

scheinlich „sie kamen in die Welt" d. h. sie verkehrten mit der 
Welt. In der That hat xw^at-fgcö D 31 1 326 76* u. ö. diese 
Bedeutung (vom Verkehr Gottes mit der Welt gebraucht!). Aber 
hier ist es = „heissen", wie die von 2 nicht beachtete Gegen- 
überstellung von ol fikp — (Je lehrt. ^ ijcayyeXlap: Kliox« 
lies f<ji.iaz. Lee. ^* fia&Tjfidtafp: XoytßP rs xal iiad-rKidroip 
7] TBXPrjg TiPog 2. ^* jtQoaq>SQOPTeg ijtixQijtovoip: jigoötpe- 
Qovcip 2. ** eljcelp + ^jemandem" 2. \\ *^ ^Irjaov: aa)T^Qog 2. 
*• B^fjPByxap + „Es waren dies Satzungen (öoyfiara) der 
Philosophie". Das Folgende übersetzt Lee: „They were too, the 
first ambassadors of God" etc., denkt also an die Jünger. Das 
ist unmöglich. Denn diese kommen hier nur als Lernende in 
Betracht, während Jesus der Lehrer ist (vgl. D 168 u). Zum 
Überfluss zeigt das avrm, das in der Fortsetzung der Dem. ent- 
halten ist, dass der Erlöser gemeint sein muss. Es ist also' 
K^Sfl.m zu lesen und zu übersetzen: „und er war der erste Ge- 
Texte u. Untersuchungen. N. F. VIII, 3. 9 



130 Gressmann, Stadien zu Ensebs Theophanie. ^185->186 

sandte (= ijtgioßevs = er predigte zuerst über) Gottes, der über 
alle (herrscht), der Vorsehung Gottes, des gerechten Gerichtes, 
der unsterblichen Seele, der Scheidung des Lebens der Guten und 
Bösen und anderer ihnen verwandter (Lehren), die geschrieben 
sind in ihren Büchern" X »» dh + xal X « ra: aXXa X 

•• öioixovo^ + fiovop X. . ** JtaQijVBi ^avxolqi „(und) 
wie er sie ermahnte" X. *• avÖQO(povlaq: „Mord" X, 

*• dovlo^QB^tectatoiq + xai (itj axocxsQtlv ola jtXsovsxTiata- 
roig X. •* avtovg öh Euseb sagt (im Sinne Jesu): „Sie aber 

(d. h. die Jünger) sollten glauben, dass diese Gesetze sich für 
sie nicht geziemen." Mose musste derartige Gebote geben, weil 
er eben zu Leuten sprach, die schnell mit dem Morden, Ehe- 
brechen, Stehlen bei der Hand waren. Dazu aber sollten sich 
Jesu Jünger zu gut halten. Dies scheint X nicht ganz verstanden 
zu haben, wenn er übersetzt: „Er aber wusste dies, dass es recht 
war, dass sie solcher Gesetze nicht für sich bedurften." Hat X 
vielleicht avrbv de öelv (nachher avrotg statt avTotq) gelesen? 
Das aber ist unmöglich, weil das folgende jtQOxifiav von öbXv 
abhängig ist. 

D 168* JtoXZov + „in ihren Augen" X frei. ßa^ovc < X. 

♦ jteiQaod'ai = jaiäsdif^, nicht „expel". * dXX^Xovg: aX- 

XovQ X, '• (pegat: lies (psQBiv (wie vorher Inf.). *• xot^ 

aXXoig: „all diesem" X, ** xal xov ov < X, \\ *® xAv — 

*• fjuxß^fiaxov: og)civ avxciv ^vvxag fiad-rjxciv aXXmv X, (Man 
erwartet ^jAcnL.i). ^ Xoijtovq + „anderen" X, *• ajti- 

oxBtö&ai = „dass wir für lügenhaft halten" X (gegen Lee). 
^ yvpaixoc: + öh X, •^ xqojtop tXofieP(Dv: „das Leben 

machten" X. 

D 169^ 6r]Xaö^: X 192 1 richtig mit Äut^jA^ wiedergegeben, 
wird hier mit ^\^*^ „bald" („fast") übersetzt, das öfter für /;d// 
steht. Ist X verschrieben oder war seine griechische Vorlage 
korrupt? • xal ajtoOxaQstv: xal i^^avöeiv xal ijtioQxalv xai 

aloxQovQfBlv X. Es ist aber nicht unmöglich, dass das erste 
^^^^^J.IO das Versehen eines Abschreibers ist, der dasselbe Wort 
wiederholte (in Gedanken schon beim Folgenden) statt ^^OfioUl^^o 
== ajtoOTBQBlv. Aber Sicheres ist hier so wenig wie vorher aus- 
zumachen. 



S 186—187 Textvergleichung. 131 

Folgendes von Lee sehr ungenau übersetztes StQck fehlt in 
D: „Dies alles aber ist vollkommen fremd (lies ^i^oi) der Lehre 
unseres Erlösers und (ihr) entgegengesetzt, schamlos und ohne 
Scheu, entgegengesetzt nicht nur seinen Worten und seiner Lehre, 
sondern auch dem Leben, das bis jetzt allen Völkern überliefert 
(d. h. verkündigt) (und) das in allen seinen Kirchen geführt wird. 
Dennoch aber möge die Rede, wenn sie auch falsch und unwahr- 
scheinlich (lies f^iSO.i K^lo ohne Pluralpunkte) ist, gegeben 
werden gemäss der Sache {vJtod^BCiq), die wir zugestanden haben 
{ovyxcoQicojt damit auch so die uns vorliegenden (Fragen) geprüft 
werden. Also er möge alles Böse und (allen) Frevel lehren". 

-5:i86«*-187» = l)eiii. III*: 169'-««. 

D 169' Xavd-aPBiv: „es sei Fürsorge, dass sie nach (schlechte 
Übersetzung von kjtl: hier == „bei") all diesem verborgen sind." 

• ijtayyeXla: f<l.icxz..i; man erwartet f^.iOSLao. Vielleicht 
hat 2! xaivTiq gelesen, doch ist das nicht sicher. ^^ jtQoaXeQi 

„vorher || fangen" 2. Falsche Etymologie, statt von aXXo/iai: 
von aXloxco (So richtig Lee). ^* örj: „nämlich" JS. ov -< 2^ 
„Denn sie sagen, dass das Böse dem Bösen lieb sei, aber keines- 
wegs dem Guten" (Neutrum), An der Originalität der Demon- 
strationen gegenüber dem Syrer ist nicht zu zweifeln, da hier 
eine Benutzung von Piatos Lysis 214i8ff. vorliegt, worauf mich 
V^endl. aufmerksam gemacht hat. Da das Masculinum sicher von 
dem Übersetzer missverstanden wurde, so ist es nicht ausge- 
schlossen — wenn auch kaum wahrscheinlich — , dass er das 
ov zwar las, aber strich, weil er die ganze Sentenz nicht begriff. 
' JtBQl x&v avräv: lies r^ixCCD^n ^coA^.i. 



t» 



V 1879-15. 

j; 187 10 J^o: „Woher die Lehre über die göttlichen Satz- 
ungen und über die Lehren der Philosophie". Aber Lee über- 
setzt wahrscheinlich richtig: „and the teaching of the (true) Philo- 
sophy". Nur muss dann f^jKa^fiooL^ A:k..i K!^CUo gelesen 
werden. 



132 Gressmann, Stadien zu Eoseba Theophanie. ^187— I8d 

-2: 187«-«« = Dem. III*: 169««-«. 

D 169«« ^: Jtoß^ev ^ -S. «• yorjTL roiaös: xcoca xcH 

jtoprjQa (Dg ap fpalrj rig JS. «* rrjp aQxfjP („überhaupt") von 

2! 184 19 richtig mit isti^ übersetzt, hier falsch K^ioaLa „im 
Anfang'^ Statt ap drückt 2J xap aus. «* sljtoig — «• ovihp: 

ist mir unverständlich. WendL wohl richtig: x, ovo. (xgelzropag). 
U: „Man würde vielleicht sagen ,Zauberer*, aber die Jünger 
dieses Führers sind in nichts böse" = slxoig ap oxi yofjreg^ 
äZX* ol xov xad^T/yijTov xovxov xax* ovöip xaxoL «® xäl <C -21 

«* avxov: lies codtijJ (nicht <»). ijtifiepopi „blieben sie 

bei eben denselben Dingen" (= ljr-). rj — jtod-ovpteg: „wenn 

sie sich nicht umsonst (elx^) darum kümmerten" -2*. •^ Xoyq) = 
„Vorteil" 2! gut. xoiavxrjp <C -2. 

2: 187 ««-188». 

2^187«« e\f^: Der Vordersatz geht bis r^i^!^ und dann 
erst beginnt der Nachsatz (gegen Lee). || 188^ oco: „which, 
again, had no foundation in fact^, aber übersetze: „der nicht mehr 
war** (= der tot war). 

-ri88»-189' = Deiii. III*: 169««-171«. 

D 169*« fifjp < 2. 170* diaxglßopxa: öiaxgißäg xoi- 

ovfispop 2, • ijtißovX7Jg = ^coc\^ (nicht „His deceivers" = 

»cpoicLis). ^ ysptod^ai: 9IXJD, aber lies »lz.n wie 2? 189 19 

(Bernstein). • el: ol 2. fifjösp: 7B.10.1 lies "^vn.T 

*• fiad'i]fia und jtga^ip co 2. *« oöoi' <C 2. Man erwartet: 
t^dxzaAS und t^AiAi\\"ic. *• jigoB^vfimg: „leicht (= xQod^,) 
und indem sie in nichts tadelnswert waren, sondern" 2. ** ijtl 
x^g olxelag toxlag = 2. f^ido^^nn f^d\Aa ist Ein Begriff, der 
ioxla wiedergiebt (wie soust olxrjxi^Qcor). *' rjyovpxoi avs- 

öexopxo 2. «« xaxogd^cifiaxog + fj vjtig xgelxxopog äpögog X 

«• tpiXoJtad^Tig — ^*S)p<C 2. «* fi6pf]P öh „so dass er 
allein" 2, U «^ Xifiojglag + ötiVTJg 2. 171« ovx ov: „nicht 

aber ist dies** u. s. w. Von 2! ungeschickt aufgelöst {olx€lop^=^\ 



2; 189— 190 Textvergleichung. 133 

2^189^* fddo^: Lee fasst es zeitlich: „solange (soweit) es 
ihnen die Macht erlaubte". Vielleicht eher = entsprechend der 
Grösse ihrer Macht. 

2;i89w— 19S« = Dem. III*«: 171«-175i^ 

D 171 • ezi — JTQoocxBg < -£ sl 6fj — avrol: el örj ovv 
ol Tov ooDT^Qog fiad-Tixal 2. ' jcäg + fiera zo top diöä- 
öxaZov Ig apd-Qcijtcov yspiod-ai (vgl. D 170 e) U. ® olxovfiivfjp 
+ xai Jt€Ql T^g avTov d'BOTfjTog kfiaQTVQTjöaP 2, iq>av' 

raoO-tjöav: „wurden geködert" (bezaubert) -S *® kjtl rrig 

olxelag yrig\ „in ihren Häusern" 2 scheint yrig nicht gelesen zu 
haben, das bei Euseb häufig fehlt (vgl. Hkl, Ind. unter 7^). Viel- 
leicht hat er olxelag als olxlag verstanden, vielleicht aber nur 
olxlag (falschlich) statt y^g ergänzt (vgl. die Fortsetzung und 
P:A186 jtoQslav de rig fiaxgap hjt äXXoöajcijg ix rfjg olTcelag 
oreXjLofiepog). ^* JtXapäp xal <C 2, sicher als stereotypes Sprich- 
wort, vgl. Rhein. Mus. IL 309. Wendl. jtXapäod^ai -f ro 6h 
öxiXXEOd'ai iüt äXXoöajtfjg (siehe eben vorher) 2, xal fifj — 
^ JtQoyiia: „und die Sache nicht in Ruhe (unter-)lassen". 2^ 
scheint statt ßaXXeod^ai etwas Anderes gelesen zu haben {XbIjcb- 
Od'ai? vgl. Origenes contra Gelsum I9 Eoetschau 161 21: xara- 
Xijtopxag xa xov ßlov jtQayfiaxa), Euseb will doch wohl sagen: 
Es mag sein, dass Bauern im eigenen Lande umherschweifen, 
wenn sie ihr Geschäft aufgegeben haben und der Müsse pflegen, 
aber dass sie in ein fremdes Land reisen — ohne ihren Beruf 
zu unterlassen — und allen Völkern Jesum predigen, das ist 
nicht menschlich, geschweige denn bäurisch. ^* ^ItjOov: Oa)- 
XTJQog 2. *♦ avxov + ov fiopop dXXa xal 2. öiöaoxeip + 
xa JtQoöxayfiara avxov 2. ^^ xal < 2, \\ ** BQexxavixag: 
i<il^iiaa, aber lies mindestens f^Va^^ioa. ^^ ex': <C 2, 

*• xeXevxfig + r^ait den Augen" 2, '® pooovpxcop < 2, 

D 172* i/iaQxvQovp + xal ixgarvpop 2. * ofioXoylaPi 

fiaQxvglap 2, ' xcäp + jtcojcoxe 2. *• 61 djtdxrjg: „des 

Betruges" 2. Fälschlich hat Lee ^coasAjj.i noch zum Vorher- 
gehenden gezogen. ** 7](ic5p — 25 ^^^oj^ < 2, kaum mit 
Recht. Wahrscheinlich ist hier eine Lücke anzunehmen, die 



134 Gressmann, Stadien za Eusebs Theophanie. ^190—193 

durch ein Abirren der Augen entstand. Denn es ist kein Orund 
einzusehen, warum Euseb dies gestrichen haben sollte, oder dass 
hier ein unechter Zusatz der D vorliege. Lies also etwa noch 
JOf^ r<A.i f^co y\x^f^ ^ gywTi.i f<x.Tjjl.io. j^jt^ 
^odvdaco II ^ ijcel xai: „wenn auch" JS. ^^ d-avarov + 

avaösxsTO 2^. fifj: „niemand" S. " äXka < -S, ^ tv 

fiaXa < X 

D 173* töxlag: „Verkehr" X « (pvXaxxio^wi Euseb sagt 
nach D: „Es möge aber festgehalten werden von uns allen die 
Unverschämtheit und Schamlosigkeit und es möge feststehen die 
V^errücktheit bis zum Tode". Den X kann man verschieden über- 
setzen. Sicher ist: ^es möge aber bewahrt bleiben bei alledem 
diese Unverschämtheit", ^scheint statt jtaot\ kjtl Jtäai gelesen 
zu haben = „in allen Stücken" (eine ganz gute Parallele zu 
fitxQi d^avazov). Für aöiaxQSJtxov erwartet man Mkcob^ r<i.io. 
Das überlieferte diorms kAic „und dass wir uns nicht 
schämen", soll wohl 7inlv wiedergeben. Dann fährt er fort: „Es 
möge aber bleiben bei uns (wahrscheinlich + W^^)^ ^^s wir 
stehen (= oxaöiq? im Sinne von „Verabredung, Verschwörung"?) 
bis zum Tode.'' ' kaßeZv = X. *• fie^eZexrja&a}: „wollen 
wir ertragen" X. *• avxolg + „für wahr gelten" X 

*® 66$,cug + „und"" (oder „aber*') X. ^ xal: „und aber auch" 

(= xal ÖT] xai) X. -® apaxsivofisvoc („drohen") = „aus- 

strecken" X. *® Xoyoig: „Mythen" X. ** amofiBV -\- Ixi X. 

D 174* JTQo&vfilag: „an diesem Willen" X, * ovre: 

„keineswegs" X, fty: fir/öh X. * ixöi^exai: „begegnen" X. 

* jtaQ" ixaöxoig: „an jedem Ort" X. • wv: „um derent- 

willen" X. jtQod'VfiTixeov = „mit Freude wollen" X, 

'^ xaxaoxFjvai „erfunden werden" X. jcoxa <C X. '* xciv 

ipiXxaxa)v ovaoO^ai: ».unsere Freunde sehen". Xlas wohl OQaO&ai, 
sonst wäre am leichtesten zu korrigieren t^iuiJ .«*^"itf*^ „an 
unsem Freunden ims freuen". ** xQVf^^^^^' nÜberfluss an 

Gütern" X. '* jtXaväv + „andere" X frei, um das Afel deut- 

lich zu machen. (ptQBad^at: „sein" X, " avxmv + d-avovxa 

X. 21 o^,; xal < X, el: „weil" X, fif/öev + „in 

schönen" (Dingen) X. -* O^ai^axov: xoXaoatog X. 

D 175« 7/ — * dvai < X, xic + tri X. \\ »* vjtopiivuv 

<X 



S 193— 195 Textvergleichung. 135 

-5;i93i«~2032* = l)ein. III«^: 175»5~188'*. 

D 175^' Tov ^Jijaov: avrov JS. *• jcavra: „alles Böse" S 

(deiva). *• TslevTTjv + ix^Q^^ '^^^ Xoyov xal U. ^ ojce- 
XvOav = ov. (Lee „strictly" = oisl). *• yvovTsg: svQOvreg 
X ^^ diaXeyo/dipovg: „lehren** -S *® Ijrl rjf 6tdaaxaXla: 

„damit sie nicht lehrten" S frei. *• av^/^ < -5^. IlirQoq: 

„Simon Petrus" JS. || 

D 176« IltTQog: „Simon Petrus" -T (ebenso n). • 'irjaov: 
CcoT^Qog -S *^ o — xvqIov < J£ *• aper^g + „die m 

ihm war** S. ** Xqiötov: ^Irjaov 21. xajteira „und** 2 + 

avTOlg. " de << -S. xara xegpa^^^ = 2. *® Jt' — 

^^ avTol: „und sie alle beteten, dass ihnen" J& frei. '^ i\;rl: 

dio BTi 2. *• *Itjoov: öcariJQt 2. ** jtsjtXaCfiipa + xa jteQl 
avTOv xataYYsXd^tvra 2. ^ xal <C2. ^ ra cvfißavra: 

„wegen dessen, was zustiess** 2. *® aXXoig: trai{=i)QOig 2. 

*' Ccövra: „der, welcher voll Liebe zum Gelde war (o (piXaQyv- 
gcirarog) ix^Q^^^^*^ ^ (= rtlaaSb^s Druckfehler oder volks- 
tümliche Aussprache?). 

D 177* diapOTj&fjvai < 2. jibqIoöov: „und hinüber- 

zogen** 2 frei. ^ 'Itjöov: äiöaöxaXov 2. \\ ^ tp t€ — *® dfi^i' 
oßrizricscr, ?p rs xalg xoipalg dfKpiOßrjrrjoeocp ep xotg xaxa 
vofiovg öixaarrjQioig 2, ** afig>iYPOOVfiePOP + „und das 

göttliche (= ItQog) Gesetz sagt" 2. *^ d' ovv < 2. 

** djtoGToXcop: ixxglrcop 2 (vgl. D 168 22). ** de + top ägcd^- 

[iop (vgl. ib.). *« jtdpxmp + o//oi5 -S. " ^IrjOov: Ccoxfjgog 

2. jcejtQayfiepocg + „und sie thaten dies*' 2. ^® alxlag 

+ xal fiaaxlycQP xal öeOfKoxfjQiajp 2, *• ^jrl ^aö«: „und 

deswegen auch sie" 2. ^® avxcip + xa^' o>li;^ xrjg olxov- 

ft€vi]g 2. -• yeyvfipaod^co = „sei geprüft** -S {yvfipd^ofiai 

kommt auch D 1368 139i4 in dieser Bedeutung vor). Mit dem 
„unziemlichen Anfang*' meint Euseb seine fingierte Apostelrede. 

** vjtoJLaßelP + ,jemand" 2. ^IfjOovp: xoipop dxdpxmp 

ccoxrjQa 2, -' xotavxa: xavxa 2. *® jccijtoxs: i^ almpog 2. 

*^ ofioiop + „nämlich** 2. 

D 178* tlQmpsla: r^oi^a.i, aber lies f^o.1^.1 Bernstein. 

^ olg pofiod^exsl — ^ ßiopi „das Gegenteil von dem, was er 
sich zeigte (= jtQOOJtoulod^ai), dass das Gesetz bestimmte, dass 



136 Gressmann, Stadien za Eusebs Theophanie. 2 195--197 

er aber die Form zeige, als bange es (beuchleriscb) an einem 
reinen Leben.*' Aber rovg vxi]x6ovg muss auch im zweiten Satz 
Subjekt sein. Damach ist »cui und |j.ii\f<i als Plural zu ver- 
stehen. So ergiebt sich ein guter Sinn: Er will, dass die Seinen 
das Gegenteil thun von dem, was er scheinbar als Gesetz be- 
fiehlt, dass sie sich aber so stellen sollen, als führten sie ein 
reines Leben. Dagegen ist das, was D schreibt, ein Nonsens. 
Denn wer „sich stellt, als ob er heuchelt'^ wird eo ipso als 
Heuchler verurteilt Mit 2! ist also zu lesen: olg vofio&ezslv 
XQodjioulxai, oxrjfiaTl^eaB^ai 6h. ßiov. + „und es giebt nichts 
Schamloseres als dies" 2. ' yaQ\ „aber** -2". ® vxod-tiTcaq 

„Lehren** = „Pfander** 2, || "» öfjXovfieva: „das was in ihnen ist*^ 
(= iv avraZg) 2. ** (lad^naxfDv: fiad-rjrciv 2J schlecht 

*• zdXfjd'hg + iv avxolq -S. ** ävaÖQafiovreg: „wir wollen 

prüfen** X ** dXfjd-eiav: fiOQtVQiav ü. xo + „wahrheits- 
liebend und worin kein Flecken ist** S (wahrscheinlich = fptXa- 
Zfj&eg xal aJtXaCxov. Vgl. M 656i8). ^^Iriöov: ötüx^Qog 2 

*® xqIvbuv („urteilen**}: „auserwählen** 2, 

D 179* onov <C 2. * xaxoQd-ovfievov: „sein kann** 2, 

ovv <C 2. ^ xal ixjovoDP < 2. *• cbtoödxiwpxai: 

„Sie aber erscheinen, die durch das Werk das Wort gethan 
haben** 2. (Dass 2 egyco gelesen hätte, ist ganz unwahrschein- 
lich). Euseb will wohl sagen: „Die aber, welche sogar ein Werk 
gethan haben, werden auch klar in bezug auf das Wort**. 
^"^ yovv: „nämlich** 2. *® IlixQov: „Simon Petrus** 2 (eben- 

so le). ovro^ (J* rjv <i2. ^ xa&aQ£veiv = 2. ^ fioi + 
„darauf brachte er den kostbaren Namen, der kostbarer ist als 
alles und sagte** 2. \\ ** jtgoayyeXXopxog: JtagayyiXXovxog 2 
schlecht. ^ öijjLoi + „erschienen** 2. *• yvfivaaia = 2. 

D 180* xa olxala: „das der Ruhe** (oder „des Vergnügens** = 
^6ia?) 2. * fteXXovxcop + ÖKoyficöv 2. avxov: xov 

öcöaöxakov 2. ^ Iv olg <C 2^ aber frei („das was er über 

die Verfolgungen . . . voraussagte**}; vgl. zu D 18222. • xipuo- 

Qta^ " xal dixag 2. ^^ avro — avvov: „sondern deswegen 

nur wegen ihres Zeugnisses über ihn** 2, ** xal < 2 frei. 

** 'frjGOv: öwxtjQOQ 2, *• opofiaxog + fiaQxvgia xal 2. 

'* 6fia)g < 2. *® Bpoxog = a. ** //€ < -2". «jro- 

OxoXwv. (lad-rixojv 2. *• xal < 2. ** olg + „aber** 2. 

ijtl — ** (lexaßi^Cofiai: „(und) ist es hier am Platze, auch 



S 197—200 Textvergleichnng, 137 

hierftber unsern Sermon zu beendigen^* S, ^ oxoXaC^ovxmv + 
xal ü (wie M 6562«). *• rcip + Xoutciv 21 (wie M). 

^ayyBliaxaav. „Apostel" -S. •• Magxog + ol räv XoutAv 

evayyeXlcop avyyQaq>Blq 2 (wie M). || 

D 181^ öTfjZiTsvwv: „beschrieb" -T. • ijt — avxov: ovo- 
liacxl avxoq kavxov 2 (wie M). ^ iv — evaYyeXlqj: h xm 

olx6lq> OVYYQcififiaxi U (wie M). Xiyoov = S (M: laxoQBl), 

** xAv + XoiJtAv 2 (wie M). *• oiv: „so" 2. *• (ikv: 
„also" 2, ^ ß/oi' + xal dfiagxcoXolg havxov ovpaQi&iieZ 2 

(wie M). ovv^vyov: cwajtodxoXov 2 (wie M). ^ /otJi^: 

„nämlich" ^. 6: mq 2 (wie M). ** Bagd-oXotialq) = -S. 

latnroi; < -S •^ devxsQov < -T, wohl weil CDii\a 

(ijr-) ihm genügte. 

D 182* ^laxmßov: „des Jakob", aber lies ^AnViO (Lee). 
* (ilvi „also" 2!". ^ vJtTjQexai: f<^t\SfiT*giio, aber man erwartet 
KflwSbixx^oo oder aber KlixJsaxJMo. Jlo/ot; + „So aber 

verkleinerte Matthäus durch Demut (ijtieixla) sich selbst, be- 
kannte, dass er ein Zöllner sei, und zählte sich selber nach seinem 
Mitapostel als zweiten." 2 \\ i* xatg kxiOxoXatg: Sing. 2. xrjq 
olxBlaq JtQoöfjyoQlag: „von sich selber** 2, doch ist vielleicht 
v<!baz..i ausgefallen. ** tc5 + jtgog avxov ygatpivxi 2 (vgl. 

D I8I4). ^® kjtiai]fii]va(ievog: kjnfdP^öafiepog 2. *' IlixQog: 
„Simon Petrus" -2;. !• xovxov + öh 2, «• DixQov: „Simon" 
2 (so stets im Folgenden, wo nichts Besonderes bemerkt ist). 

^ 'ifjoov: G(ox^Qog 2. ** ip olg < 2 frei (vgl. zu D ISOe). 

** vxaxovaapxog — ** Xgioxov: djtoxgi&eig Ilexgog Xeyei av- 
xA' Cv ei Xgioxog 2. *' Jtegl avxov: „dieses" 2. *® ov — 
Magxog: „Dies schrieb Markus, während er nicht zugegen war" 2. 

*• dXX' — nixgog: „Sondern von Simon hörte er dies, während 
er lehrte. Aber Simon (wollte) nicht" (= ovx köixalov) 2. 

D 183* oJtoxgid^Big — ehiBPi Xsyet avxAntxgog{„Sunoii^) 2. 

** nixgcp: „Simon Petrus" 2. *® oga — *^ avxov <C 2, 

^ nixgog: „Simon Petrus" 2. Jtagaöio?Jtäo9^ai rj^lov: 

jtageöimjtäxo 2. ** dpß-gcojiovg + „und Er schrieb gegen 

sich selber die Anklage" 2, kjtel xal „und dass er" 2. 

^ ovp < 2. II 

D 184* xal yag: „weil auch" 2 (gegen Pes). ' ofipveip: 
„sagen" 2 (gegen Pes). » Ilixgog: „Simon Petrus" 2. 



138 Gresamann, Stadien zu Easebs Theophanie. ^200 — 201 

*® jtaQa MaQXfp: „des Markus^ X ** zä fihv öo^avra: (die 

yerzichteteD, das) „zu sagen ^ 2 freL ** xal — ** xarr/Yoglac 

= JS „und die Anklagen ihrer Thorheit gegen sich aufstellend'' 
(Lee ungenau). Die letzten Worte = xad'^ aavzcip öTfjXizevovreg. 

*• öia — q)(DP7Jg: „durch ihr Wort geschrieben wäre" -£ 
*^ g)iXavrlag „Gefühl der Selbstliebe" JS". ^ rovg roiovoöe: 

Diejenigen also, welche glaubten Yon denen, „die einen derartigen 
Charakter zeigten "*, dass sie erdichteten u. s. w. Falsch Lee; denn 
auf die Jünger bezogen, giebt es keinen Sinn. ** avt^g < 2. 

^* aZiöxofisvoi: „gefunden werden** -T. oi ye — ^ ixiös- 

ösiyfiivovg: „Insisted" darf man nicht einfach ergänzen. A^^ 
ist abhängig yon oTSOc^ (vjiorld-ePTai), Also lies statt .jüda: 
^jcaco (= rovg). Immerhin bleibt die Stelle einigermassen 
dunkel: „Wie wären denn nicht derart diejenigen, welche s^ten 
über diejenigen, die ohne List (= djtavovQyovg) und ohne häss- 
liche Sitte (xal äjiXaozov ^d-og?) — eben sie mit wahrem und 
reinem Charakter {Ox^fiä) — ihre Sitte durch ihr Wort zeigten", 
dass u. s. w. ^ (Dg <i 2 frei. •^ cog — elQTJö&ai: xai sv 

fioi 6ox€t tlgsöd-ai jiozbqov 2. navza <C 2, •* *l7jaov: 

öfoz^Qog 2 

D 185* djtiOz7]ztov + rj U. Wird der Satz nicht als Frage 
gefasst, so ist (lovoig unverständlich. Man wird also annehmen 
müssen, dass D hier und folglich auch im Yorhergehenden Satz 
wie -2* gelesen hat. jtor* aga: i^ alcöpog S. * ßlovg — 

äjtofiPTjfiovsvfiaza: „Gedächtnis des Lebens und der Worte" 2 
frei, li ♦ aya^otg < 2 « yy: ^und" 2 schlecht, wohl or^ 

statt o zu lesen. tvXoyov -f ..urteilend*" 2 (= xQizeop?), 

^ djitOTsTp: -S" fragend (iA). ^ yeyopoza + <og yeyo- 

voTa 2. ® jtdO^Tj + xal za oxv^QOiJtä 2. tpog Uyo: 

öl BPog koyov 2. Oder sollte 2 ipog Xoym gelesen und beides 
in freier Weise mit einander verbunden haben? '* xqoo- 

cojtov: „Backe" X *• avro: „sein" 2 ^ dXXa yag: aga 

2, auch in D zu lesen. oca: „anderes, das" X ** ovfig)B- 

gtzai: ..geschrieben wird*^ 2^'. XQ^] + „meinen^ 2, *• xal 

ösfiporegoig < 2. *^ jtoO^ap: „wie** 2. jtsqI avzovg < 2, 

-• ip zm a\>t€p\ „wiederum hierin** 2, ^* iözip + „an- 

deres" 2. *• avzotg + 6 2. «® öidaöxaXop + „erhöhen 

und durch Wunder** 2, avzolg: xad^ tavzcöp 2, •* öfj + 



y: 201—204 Textvergleichung. I39 

^er dessen Gesandte sie waren" 2 {= 6 Jtgog avrcop JtQscfßevo- 
fievog). 

D 186* ipvxvi^ + V 2' • nhQog: „Simon Petrus" £ + 

„eben er, der verkündigt wurde" {avrog 6 ßooifievog). * dgxop- 
rixfjg: alxLOtixfig S, * öriJtovd-ev < 2 frei. ' csfivozsQa: 

lavrolg xai X \\ ** aXXwg < U, ^^ KaXag)ag: x&v 'lovöalcov 
2. *• OBfiPOTSQOV + „dieses" X ort + „er Tote auf- 

erweckte und" U. xAv roicipöe <C 2. •* efieZXov: 

,. konnten" JS. 

D 187* ajtsfi^alvovoi: „traurig" ü. • XoiJtolg + „an- 

deren" S, *• JioirjTTjg + „und" 2J, ** zäli^d'fj öeßofuvwv: 

rmv tfdovxi (man erwartet: f^jjLUsD.i) TdXrjd^Tj (man erwartet: 
r^lix.) ötxofiepcop (vgl. H. E. I u: 37 15). 2 „die in Wahrheit 
das Vergnügen empfangen." || *• ivöel^er. „durch den Beweis" 
JS". Diese Bedeutung hat das Wort gewöhnlich bei Euseb, hier 
aber heisst es: „Anklage." Das hat 2 nicht verstanden. Bern- 
stein (bei PSm) will r^^osoi-a = superbia lesen, aber das wird 
durch das Griechische widerlegt. Eher wäre vielleicht möglich 
f^dicusoi.» = dcaßoX^, allein man darf kaum korrigieren. 
** rciv + jtQcitov dvÖQmv (wie H. E.). *® fivgla: „vieles" 2. 

-* xal <C 2 ** fiaQZVQelrai + jtoifjvijg jcagaöo^cop Igyaiv 
yeyopcog xal S, ^^ xolXovg fisp: „auch Myriaden andere" JS*. 

^* jtoX2,ovg: „Myriaden" U. 

D 188* (Dg xai: „dass" 2J. ® /oüi^: „aber" X "* xaxa 
öiaöox^p JtQoordpTsg: „die einer nach dem andern waren" 2 
frei. ' IjciöxoJtot + ^^^i^f 5cal rffxa X • fiPi]fioP£vezai: 

„verkündigt werden" U. *® avzov: von JS falschlich zu öia- 

ßoXijP gezogen. ^^ :!tQog: JtQO 2 schlecht. (ivgla jtXi^d^tj: 

..viele" X *« "ifjoovg < X 

j; 20322-210** = Dem. III': 201iö~2092». 

D 201 1^ JtSQl < 2;. 12 :tot£ < X frei. jtr]Xlxog 

~** öiaxopoig: „wie er war von dieser ganzen Vorzüglichkeit 
der göttlichen Kraft" (= jtrjXlxog wp zrjp zTJg d^eXx^g 6vpdfiea)g 
aQBzfjp), II 2* xap < 2^, aber + :^oz£, 27 ^^j — övpdfiemg 

<C -2*. 28 ^'ori^: „nämlich" X. avzovg + „wie wir auch 

im Vorhergehenden gezeigt haben." X. 29 dxoXovd-etzB : 

ojtlöa) X (wie Fes). 



140 Gressxnann, Stadien zn Eusebs Theophanie. 2*204—206 

D 202* avTog Xoyog <C X • dxoXovd-slzB : oxlom U. 
' aXiBlg avd'Q(DJi(ov < -2*. g>fiöaa^: T:s«f< lies i^isot^. 

® avTovg + ^^5 avTov U (wie Dio). ^diy xal: „und dann"^ 

-Sl • e&vi] + iv oXxi T^ olxovfiBP^ 2 (vgl. D 2046). 

^ ^^ ßaöiXevg "~** ^^ ßagßagog <C 2, ^ dcaroT/^ei^: „ge- 

brauchte", aber lies AZ&>A\f^:i. fpavxaalav'. xi JS. ^* xSi^ 
<; JS. *® öiavoTj^Blg : „gebrauchte", aber lies AZ&>d\f^. 

^ bI fiTj: „ob etwa" -T, aber lies f<!X r^^. ovtoXb^bI = 

f^MM9 öaa, nicht „in the precept". ** jtavrcoq jtov: „so 

mit Recht" X «* Toi3^' + „zu thun" X «• ^jfp« < X. 

•• xctl £1 Tiva — Id-pri: „und die anderen Völker, die Barbaren 
genannt werden". || 

D 203^ xal < X. JtBQiiOBCd'aii „zu vertrauen, dass wir siegen 
werden" 2'. ^ xavxa + /oiJi^ -S. xara xo Blxog <! JSl 

• ^IfjOov: öcjx^Qog X. fnag: (iia X, aber frei. ^^ ili^ir 
+ fiByaXfiv X, ^^ döioglcxcog + jioQBvd^vai xai X. 

1* kp xm — avxov: „dass er sagte: in meinem Namen" X freL 
^ rowmri? Tt§: „so gross" X, *• Blxoxmg + apa X 

^^ avToiJ + ajcoQQfixov X. xolg "** Id^vrji xr/v gxopfjv xqoc- 
id-rixBP X. *• tv fiaXa <Z X. *♦ BvayyiXioP: „mein Evan- 
gelium" X. ^ xal: „sodass" X. ^ ovp <i X. 

D 204* rjjiBlO^Bi: „verzichtete" X. jcBiO-agxi^oapxBg: ,, ver- 
trauten" X. • xagijyyBXuipa: ijttiyyBXfitPa X, ^ fiaQ- 
xvQiop + ^5(J£ X. 8 *Ii]Oov: xoipov dxapxmp omx^Qog X. 

• xalxoi ""*• lyr: „In Verlegenheit aber würde jemand ge- 
ziemenderweise sich befinden (darüber), wie da war" {oxolog). 
X verwandelt den Fragesatz in einen Aussagesatz. || ^ ^Iijaov: 
öoxTJQog X. ^ yag < X. *• öxapxeg: „schrieen" ^kaum 
richtig; es ist wohl ^***T'^ zu lesen. Das Versehen entstand 
durch Abirren der Gedanken des Schreibers auf das Folgende. 

>* jtagiopxag: xgooxvxopxag X (wie Dis). *• xal<iX. 

* dfitzoxoi: „entfernt" X. dXXa ~^' öiBXiyopxoi „Aber 
etwa nicht mit der Menge, sondern mit wenigen, die zufallig 
kamen^ und dann unterredeten sie sich?" ^ hat einen Fragesatz, 
der unmöglich richtig sein kann. Im Vorhergehenden ist ja 
gerade die Rede davon, dass sie vor dem Volke geredet hätten. 
Man müsste denn als Fortsetzung erwarten: „Oder" aber unter- 
hielten sie sich etwa nicht mit der Menge? Nach jtgocxvxovot 



2 206 -208 Textvergleichung. 14 t 

scheint 2J xajteira gelesen zu haben wie Di*. ** el: „wenn 

auch" X •• XQcirov < S. •* kjtayoiiivcDv: Aur^ mög- 

lich, aber wahrscheinlicher wohl lAur^. r(öp XsyofievtDp: statt 
^T^Or^dco.! lies: ^ i» r^ico.T 

B 205* d^ < -£ * <Ja5/^aT£ + ix^Qv§,ap X • rotot;- 

rag: roaatJTa^ ^il * regaörlag: Tsgarsiag xal 2, ola 

&'aop<i2. • ovTcog ^Xl&iog: „dieser (oder „der") steinerne" 
I!{Xld-iVog). ^^ twQaxevai: »ci2*Vjj.i, aber lies »CDOf^Vjj.1 oder 
fCDOOU»!, die beide in der Theoph. yorkonunen (falsch Lee: 
tCDCUU>.*l). II ** XQV^^'' — ^f^*^« wihr sollt die Dinge eurer Väter 
verachten". JS verwandelt die indirekte in direkte Rede. 
** :xavT(DP: ootpcip 2. ^* k^sraC^cop nag^ kfiavrä: »jjis 

hat zu den seltsamsten Deutungen Anlass gegeben. Lee: „with 
effort", Bernstein: „vivaciter", PSm: „qui animae meae vivit", 
aber lies A^a. *^ osfipop = „gross" 2 (sonst i&uso). 

*• svgiaxo}: „ich sehe". 2 + jcoXjLov öat apögag 6o<povg xai 
Zoyixovc. *• dkXa JtaXip: „indessen aber (= JtXfjP dXla) 

sondern wiederum {äkXa JtaUp?)^ 2! Dublette? ** övpafiiP 

+ xal t6 Tcip avTOV jigaS^acop djtoztXeOfia 2, ** rov — 

liad'f]Täp<C2J, ^^ ^P(Dfial(X)v: „Rom" -T (Ebenso „Alexandria" 
und „Antiochia") frei. 

D 206« ovp < -S". 8 yoyp: „nämlich" X ^ xsjtoi- 

Tjxspac: „gegeben habe" 2! frei. *« rft' < -2" frei. ^^ ip&a 

laTogovptai xal avrol: „wie sie, indem sie über sich selber er- 
zählten" X II ^ yag: „aber" X ^ Jtgorsgop: ^.Taol gehört 
nicht zu «jiijj.i (Lee), sondern: „Zunächst erschreckten sie ... 
die Zuschauer durch Tbaten". sld-' ~** g>ikojt£vöTBlp: „dann 
machten sie sie, dass sie leicht fragten". X ^* Jtag^ < X 
frei (vgl. zu Die). ^® Jigoxaralt}(pd^ipTeg\ „wurden zuvor er- 
fasst" X (Lee falsch: „which preceeded these). *® rryr ~-* dta- 
&eoip: „dass sie dem Gesagten zustimmten" („übereinstimmten") 
X, yovpi „aber" X, 

D 207* ßovd^olag: ^ölag X. ijörj <. X. xolg— 

'ItICov: avTolg X. • tooovtov = X (gegen Lee). « *Irjaov: 
<Ja)T7Jgoc X, dXrjO^evsip ipofilCopzo: „wurden aufgenommen" 

X. "* fiera top d^apatopi kx pexgwp X. • öt avzTJg 

<J* epsgyelag: „by their power and by deeds" übersetzt Lee, aber 
man lese: f^lii^Ofio.i. *• ro kpapriop-, von X schlecht zum 



142 Gressmann, Stadien zu Eusebs Theophanie. 2^206—210 

Vorhergehenden gezogen. ^'^ d-vrjrijg (pvcscog: avd-gcoxfop S. 

** xav: „auch wenn wohl" 21 . ^"^ avzo ixslpo <C JS. 
*® jteQiyeyovaöi: „wurden geglaubt" („waren glaublich") JS. 
^* ^frjaov: acoriJQog X ** dva + „alle" 2J. ** spog < J£ 

«« xalroi: „auch dies" X ^^ akXo re + „früher" S. 
-• ^Pcofialayp + ciQXTjP 2. jtXslöxa + oviutaOijg -S. ^ ^Ii]aov: 
^fiersgov owziJQog -S. || -^ jtaQaöo^cp < -S. 

D 208* ÖLaöoxh = r^^cOMlz^o (gegen Bernstein). - rf : 
ycLQ JS. • dvO^Qcojteiag + „Same" -2", ^ re: de 2. 

• a^eel -'® öidacxakla: „nicht abgesehen von der göttlichen 
Lehre unseres Erlösers" ü = T>. ovpetö^X&ep: „sich er- 

eignete" 2. '* xogelap — orslXacd-ac: „geschickt zu werden 

und zu gehen in fremde Länder" 2 wohl = D. *• öieöTto- 

T<DP — i&pcip: „während alle Völker gegen einander gespalten 
waren" 2, *♦ ip <Z -S. k&paQxlag: „Satrapen an jedem 

Ort und in jeder Stadt" X »^ ij^' döslag: „in Ruhe" X 

*• jtQO£§tvfiaQiaaPTog: „vorher friedlich machen'* X. ** JtdXai 
ap ecigag: „so würdest du aber vielleicht sehen" X. -^ arco- 
rarco: „vorzüglich" X. ^ JtaXtP re av: „wiederum aber" X. 

^^ CoyxoiQTjoip: f^^aXASOcna.i, aber lies f^^aicooa^tta^ 
Bernstein. xgazovPTtDP + „aber keineswegs gemäss der Vor- 
züglichkeit der göttlichen Kraft". X. '* rovtcop: „von den 
Tyrannen" X, 

D 209* xaraO^vfiiop + o djtdprmp d^sog X. \\ - xal <C -2?- 

• xaraöTfjpai: „erscheine" X. * rfjg + ccvrov X, 

dp&Qcijtoig ye + (früher den Menschen) „wie ihre Vorzüglich- 
keit war, verborgen, wurden damals" (allen offenbar) -2*. Lies 
oaoa statt oooj^, Druckfehler (Lee). ® xarTj^KOfitPOi: „ge- 

schmückt" -2". ** olOTQOVfispoi: „wurden gezüchtigt" -2". 

** dpiagolg: dpidxotg X, *• xc^törov: ocorfJQog X, 

*® avd-ig: „und dann wiederum" -2. 6>l£t;d^€()/ai' + „und schnell 
suchte Gott sie heim" X (= half ihnen). Lee übersetzt: „and 
soon did Qod cause", aber unmöglich. -® Xoyov: Hiermit 

endigt die Theophanie. Es folgt nur noch die Unterschrift. 



Textvergleichung. 143 



Anhang. 

I. Griechische Bruchstflcke der Theophanle und Selbst- 

citate Eusebs. 

a) Theophania graeceJ) 

Migne XXIV: 609i-28 = 2 74-i8 

60927-82 = 956-10 

6092 v.n. — 612 16 = 10520—1065 

61217-21 = 10618-20 

61221—6131 = 10626—1083 

6131-18 = 1085-16 

613 19 = 10921 

613 19. 20 = 1106.7 

61320-22 = 1109.10 

61322-27 = UOn-u 

61328—61731 = 11017—11324 

61731—62026 = 11414—11524 

62034—6212 = 11525—11611 

6213-14 = 12326—1248 

62138-48 = 12422—1252 

6243-87 = 1253-25 

62437-39 = 126 10. 11 

62439-42 = 12615-17 

62443-62911 = 1282-1318 

62911-20 = 132 1-6 

62921—63247 = 1342-13523 

63250—63329 = 136 14— 137 10 

63330—63656 = 1417—1434 

6414 v.u. —6453 = 14814—1503 

6454-10 = 1508-11 

645 10-18 = 1503-6 

64513—64926 = 150i2— 153i5 

64929-32 = 1555—22 

64933—6521 = 153i6— 1543 

1) Bei Heikel S. 264 fiige unter Theophania graece hinzu : 
III 28 212,82 



144 



Gressmann, Stadien zn Easebs Theopbanie. 



MigneXXIV: 6528-ii 

65284-55 = 

6566-17 = 

65620—44 = 
6685 V. n.— 3 V. u. = 

680 2-20 = 

680 39-43 = 



= 2:1543.4 
= 1556-22 

= 1716-13 

= 19723—19817 

1411-8 

16712-22 

16722—26 



b) Laus 
Laus 19626—1976 = 

1988-10 

19813-15 
19816-18 

208 18-21 
21232—21318 = 
21420—2152 = 
21734—2188 = 

2189-82 

22211-19 

22222-24 

223 1. 2 
2233-5 
2235-11 

22427. 28 

22527—23219 

23219-24 

23224—23324 
23324—23512 

23519-21 

23521-23730 

23731—2389 

238 10—19 

2397-17 

23919—2402 

2402-6 

2406-18 

24020-25 
240 26. 27 

24029—2411 



Constantini. 

= 2 154-12 

= 19 12. 13 

= 19 13—15 
199-11 

= 79 13-«) 

= 11321-11411 

= 792-12 

= 7522-26 

= 765—771 

= 11623—1176 

= 119l3. 14 

= 11915-18 

= 11920—23 

= 1209-14 

= 119l2 
= 28— 9 15 

= 9 18-23 

= 109—1115 

= 125—1322 

= 4124—422 

= 428 — 4420 
= 64 10-19 
= 6423—656 
= 6625—679 
= 6715—683 

== 4421—23 

= 4 5 10— 19 
vgl. 7713—783 

= 78 19-21 

= 83 16—22 





Textvergleichung. 




2418— 244x1 = 


2 9884—10218 




24412-246* = 


106 18— 108 16 




2464-16 = 


IIO18— III2 




24617-2478 = 


11218-1138 




247 15 -248 «3 == 


III3— 11218 




2498—2531 = 


8610— 91s 




2531—2593 = 


9 120—98 11 




c) Dembnstrationes Evang. 


Dem. IIIs 


: 158 10— 32 = 


.21745-20 




159io— I6I1 = 


17421—1762 




162 14-23 = 


1765-12 




163 1-23 = 


17612-25 


IIL 


: 16422-16521 = 


10411—1058 




16524—1666 = 


10516— IO62 




1667-17 = 


106 10-17 




1676—1697 = 


18419— 18617 




1697-22 = 


18624-1879 




16922-31 = 


187 15-22 




16932-1713 = 


1889-1897 


1114. 5 


: 1713— 175i5 = 


18916-1932 




175 15 -188 14 = 


19315—20321 


nie 


: 19021-1913 = 


1771-11 




19111—1939 = 


17712-179 1 




19314— 19419 = 


1791-26 




19425—19624 = 


17926-18115 




19624—19926 = 


I8I20— 18410 


III7 


: 20110-20920 = 


20322-21014 


IVs 


: 2199—2216 = 


125—1322 


IV5.6; 


: 22113-25 = 


117-14 




222 16-22 = 


326—48 


IVi, 


: 23623-29 = 


10211-16 


IV 18; 


; 2394-9 = 


100 12-16 




2406-8 = 


10017.18 




2408-10 = 


1012.8 




24016—2427 = 


10l4-l02ii 



14j 



1) Bei Heikel S. 264 füge unter Demonstr. Kvang. hinzu: 

IV 11 2443 

IV 13i 2429 

Texte u. Untersuchungen. K. F. VIII, 3. \(\ 



146 Gressmann, Stadien za Eusebs Theophanie. 





d) Praeparati 


iones 


Evang.i) 


Praep. I* 


:A 13 1-18 


vgl. 


S 77i3— 78s 


l8 


:A 274ff. 


vgl. 


11 18 9220 


U3 


:A 773-6 


= 


914-6 


II7 


: A 9421—955 


= 


533-12ff. 






= 


55 19-28 


Ulis : 


: A 14227-14310 


vgl. 


1216-28 


IV 16 


:A 18228—18419 


= 


656—6625 




1878-12 


= 


674-7 


VS4 


:A 2649. 10 


= 


7018.19 


Vis: 


: A 27521-24 


= 


29 19-21 


VIUu : 


: A455if. 


= 


3226 


IXio 


:A4794,5 


= 


1758.9 


XI9 


:B 225-9 


= 


53 17-20 ff. 






= 


57 11-13 






= 


14 10. 11 


XIis: 


: B 3019-23 


== 


57 15-18 


Xlie: 


:B 35i-7 


= 


5120-25 




35 11-20 


= 


528-10 


XIUio 


:B 186 14-18 


= 


5423-25 




18631—1872 


= 


5426—551 


XIIIlS 


:B201iff. 


vgl. 


16 18 ff 


XIII18 


:B 23711-15 


= 


5814-17 




23725-30 


= 


58 17-20 




23825-30 


= 


5811-13 


XIV4 


:B 261 28-30 


vgl. 


60 1.2 


XlVs 


:B 26921.25 


= 


5924.25 


XV 15 


: B 37026.ff. 


vgl. 


14i9ff. 


XV 18: 


: B 3743-5 


= 


4921.22 



e) Historia eccles. 

Bist, lii: 3712-24 =-5:20224—2035 

nie: 9330—954 = 1549—1555 
X4 : 4559— 11 vgl. II621-26 

1 ) Die Parallelstellen innerhalb der Praep. sind nicht mit aufgeführt. 
Bei Heikel S. 264 föge hinzu: 

I 84 25328. 

III 136f. 2346 



x* 



Textrergleichang. 


455 88-86 


vgl. 


-T 8819-23 


45588-89 


?" 


896-10 


455 so— 38 


n 


89 14.13 


45538—4562 


r 


8922-26 


4562-5 


n 


90 1-4 


4565-7 


n 


967-9 


4568-xi 


n 


96x6-18 



147 



II. Citate aus der Bibel. 

a) Altes Testament. 



Genesis: 

l26 . 1925 233 

l27 236.10 

27 238 

Exodus: 

20x3-16 195 17 

Deuteronomiam : 

19i6 1958 

328 1349 

L KSnl^e: 
19io 142i7 

Psalmen: 

28 1343 1596 

86.6 363 

85-9 2222 

2228. 29 1198 

23x 158i7 

727 888 I5I12 

728 887 



801 . . . 




158x8 


9U-7. . 




1095 


91« . . 





1093 


9921 . . 




40x3 


1481-4 . 




I824 


148? . . . 




19i 


14811-13. 


JosiOa: 


193 


2* . . . . 




889 


2l9 . . 




91x0 


5i. 2 . . 




14125 


57 . . . 




1423 


9l. 8. . 




131X7 


28i6 . . 




143x4 


40 10. u? 




158x9 


534-6 . 




1122 


537 .. . 




11126 




Ha^gÄi 




29 , . . 




14924 



b) Neues Testament. 



Matthäus: 

4x. 2 IO82X 

4x8-22 127X7 

4x9 163x7 

5xx. X2 I6I7 



5X4— X6 131x0 

69 103x0 

85ff. 10422 

87-13 1248 

8xx 1276 

10* 



148 



Gressmann, Studien zu Ensebs Theophanie. 



SmIT. 
829 . 
9iff. . 

99. 10 
920ff. 
937 . 



1053 

183i7 

104u 

1984 

10417 

15926 

937.38 I684 

IO2.3 1988 

IO5 146u 

IO5.6 1457 

108 20722 

IO9 1858 

IO16 164i6 

IO17.18 I6I5 

IO21.22 162i2 

1024—26 1658 

1027.28 13226 

IO34-S6 139l7 

1229 llOl 

138 I6810 

133-9 I6617 

1318-23 I6623 

1324-30 168 16 

1336-43 I6824 

1347-50 1637 

14l9ff. 1055 

1425 105i 

1524 15723 

16i5 138i2 

1615-19 199l6 

I618 95i9 13820 

199-12 16522 

2183-43 141 10 

2140-43 1432 

2l45~22io .... 1445 

225 14524 1463 

228.1) 146ii.i6 

22 10— 11 14624 

2233 7125 



2333-86. 
2334 . . 
2337-89. 
2388 . . 

242 .. . 

248-5. . 

246-9. . 

2410^14. 
24i4 . . 
2421 . . 

2428-27. 

26i8 . . 
26i8 . . 

27ßo . . 

2817-20. 
28i8 . . 
28i9 . . 



8824 



2820 . . 
118 . . 

Il7 . . 

l24 . . 

3l4 . . 

57 . . . 

522ff. . 
139 .. . 
1466—72. 



. 13426 

Markng: 



Lukas: 



3l7 . . 
53ff. . . 

6isff. . 

125lff. , 
1328.29 . 
1335 . . 
1941-44 . 
21 20— 24 . 
2I23 . . 



1476 
148i 
148i8 149ii 

95 18 

95 18 1506 
17016 

17128 

1722 
205 14 

1559. 19 

17020 
13720 
13910 
IO61 
13318 
1345 

146i2 1828 
20421 207i6 
135 18 207 19 

108 24 

2048. 12 

91 18 

19820 
91 12 

10424 

964 
200 1 

160 5 

12724 

198i7 
13920 
1279 
152 14 

1512 

1527 
1556 



Textvergleichang. 



149 



22i9 11422 II813 

24*4-48 1369 

Johannes: 

li lOii 

I1.8 818 

I9 13224 

llO 1324 

129 11125 

4l9— 21 1566 

421—28 1572 

428.84 156 10 

485 I6O1 1686 

543 171l 

812 13223 

1014.1Ö 1065 

lOu-16 15720 159i 

1018 1063 

IO27 164i6 

Hl 10425 

1228.24 159ll 

1224 106? 

1383-86 I6O9 

1427 14025 15114 

I620 1973 

I623 10925 

1688 1973 

2O22 20721 

2118.19 16014 



Aeta: 



36 . 

529 

541 

19 19 



19625 
19324 

147i6 
178i7 



nga^eig 178ii 1948 

203 12 20726 



Römer: 

I21. 25 584 

l25 I81 

1 27 45l2 

3i9 90io 

724 3I21 

885 2922 

I. Korlnther: 

I24 7i7 812 

86 621 

II25 11422 II818 

II. Korlnther : 

lOa 3I22 

13i 1953 



Epheser: 



46 



lOi 



Philipper: 



29 . 
320 

116 

35 . 

3 11 



Kolosser: 



205 10 

31 23 
17l4 

11816 
12015 



II. Thessalonicher: 

28 1714 



I. Timothens: 



6 16 



323 



Hebr&er: 

l3. ...:... . 12i 

4l2. 13 1679 

1222.23 3123—25 



150 



Gressmann, Studien zu Eusebs Theophanie. 



III. AusserMbllsehe CItate. 

a) Kirchliche Schriftsteller, 
ClemenB Alexandrinns 
(nQOXQeJtxixoq) 

S. 10 9l4~6 

{2T{)(X)naxslq) 



S. 705 16u 



ETangeliam der Hebifter 

14016.» 

OrigeneB 

{Kaxa KiXöov) 
IIssKoetscbauIieOs . 20024 



b) Nichtkirchliche Schriftsteller. 



Anaxarch 



29i8f. 



Psendo- Aristoteles 

(De Xenophane,Zenoneet Qorgia) 
Dielsc. 3 .... Ili8^) 92i9 

{j^BQi XOÖflOV^) 

398a Bekker 142i 

Empedokles 

Diels 121 3226 

„ 124 24250 

Enripides 

trag. fr. N. 687 29 19 

Heraklit') 

Diels 83 34i4 



Herodot 

I46 — 30 


Trtififf. 


I47 (Orakelspruch) . . . 70i8f. 

Hesiod') 

CEgya xal r/fitgaL) 
277ff. 26i9 


Homer 

(Ilias) 

(J449. 451 


. 5924.2 



Josephus 

(Antiquit. Jud.) 

XVIII 33 20224-2035 

(Bellum Jud.): 

VIO5 155l4-l9 

VI 33 1549—1556 

Plato 

(Apologia) 

28 B 5423-2,-. 

29A 5426—551 

(6. Brief, Schluss) 

323 523-10 

(Epinomis) 

986 51«i-25 

(Nomoi) 

716A 57i5-i8 

875C 5421-23 

(Phaidon) 

81 CD 422S 

81. 82 5720—581 

118 A 5220 

(Phaidros) 

247 C 56is 

(Politeia) 



52 18 



1) Wendland invenit. 



Textvergleicliung. 1 5 j 



40 D 533-i2ff. 55i9-26 

41 A 58u-i3 



377. 378 568ir. 

415 16i4f. 

(ISophistesj 

246A 6O1.2 

(Theätet) ,, ^^ ^^ 

176B 52i2 i ^^""T^- ; • : • ; ^,^'7^^ 

(Timaios) I ^ ^^l.!?!.!";..??' 

27 D . . 14io.ii 53i7-2o 57ii-i8 

28 B 5821—26 



PorphyriuB 

(De abstinentia) 

""25 

q>iXooog)lag): 

Il36f. WolflF 1758.9 



28 C ; ; .' ; '5215' 58s 17926 ' ^^^^^ *^^^^^ ^'^^ ^^^^)- 

(vgl. D 1942off.) I ^^''''' 

32 B 5814-17 Thukydides 

38 C 5817-20 : 6922ff. 



Nachtrag, 

S. 67. Zu ^^34 14 schreibt mir Wendland: „In den Worten 
des Sophisten (Plato: Hippias maior S. 288 E) findet Sokrates 
die heraklitische Relativitatslehre, wie sie sich in dem Satze aus- 
spricht: xi9^7ix(ov 6 xajLXiöTog alöXQog avd-Qmxüca yivei avfi" 
ßaXXeiP (Fr. 82 Diels), bemerkt aber, dass konsequenterweise 
auch die schönste Jungfrau nach dem Massstabe göttlicher Schön- 
heit hässlich sei. Wieder folgt eine Berufung auf Heraklit: 
i] ov xäi 'llQaxXsiTog ravTOP rovxo XijH, ov dv knayu, oxi 
avd^Qmütmv o Qotpo^xaxog XQog &eov Jtld^rjxog ipavslxai xal 
ooipla xcu xdXXei xai xolg aXXoig Jtäoip; (Fr. 83 Diels). Um das 
zu beweisen, was er beweisen soll, hätte der Satz des Heraklit 
etwa lauten müssen avd-QmJtmv 6 xaXXiöxog JtQog d-sop xlO-rpcog. 
Ein solcher Satz fand sich bei Heraklit nicht*), und so hat der 
Verfasser einen anderen^ der vom Weisesten handelte ^), ungefähr 
in diesen Sinn umzubilden und den Vergleich menschlicher und 
göttlicher Weisheit durch die Einmischung der Schönheit seinem 
Zwecke dienstbar zu machen gesucht Er beweist dabei ein 
logisches Ungeschick, das auch sonst in dem Dialoge oft hervor- 
tritt und wohl seine Unechtheit beweist^). 

Der Wortlaut des heraklitischen Satzes kann nicht sein: 
«Der Weiseste der Menschen ist gegen Gott ein AfFe.** Denn 
neben den gelegentlich berührten Eigenschaften der xoXaxela 

1) Er kann auch nicht etwa neben dem sogleich zu rekonstruierenden 
bei ihm gestanden haben. Denn wir dürfen dem jedenfalls dem 4. Jahrb. 
angehörigen Autor doch nicht den Unverstand zutrauen, dass, wenn er den 
Satz, den er brauchte, wOrtlich bei H. fand, er ihn durch Yermischang 
mit einem andern verdorben hätte. 

2) Dass der herakl. Satz mit avd'Qfhnwv 6 ao<p. begann, hat Bemays, 
(les. Abh. I S. 22 richtig erkannt. 

3i Horneifer, De Hippia maiore qui fertur Piatonis. Göttingen 189Ö. 



Nachtrag. 153 

und iiifiTjrixT] ist der typische Grundzug des Affen für antikes 
Oefnhl die Hässlicbkeii Der Sinn fordert vielmehr: „Der 
Weiseste der Menschen ist gegen Gott thöricht" So scheint 
Euseb in seiner Schrift Jtegl d-eog>avelag in der That gelesen 
zu haben: „Der aber noch kindliche Verstand in den Menschen 
ist gleichsam in prüfender Vergleichung mit den körperlosen 
und göttlichen (und) vemnnftigen (Wesen) im Himmel mit Recht 
ganz und gar kindlich genannt worden. Und selbst wenn es 
der Weiseste ist von allen Menschen und selbst vfenn es 
der Vollkommenste ist von denen auf Erden, so ist er nichts 
besser als ein Ein d, wenn er an sich selber mit seiner (späteren) 
Vollkommenheit verglichen wird*)". Da Euseb den Gedanken 
des Heraklit mit ziemlicher Freiheit in seine Darstellung ver- 
webt, wird man in der Wortfolge besser dem Hippias trauen 
und indem man „kindlich" von Euseb übernimmt, ftr Heraklit 
etwa folgende Form in Anspruch nehmen dürfen: avd'QmJtcov 6 
öoqxDzaTog jcgog d^sov vi^Jtiog. Denn vi^jtcoq ist das Natürlichste 
und empfiehlt sich durch Fr. 79 Diels: dpf^Q prjjtioc ijxovas 
jtQog daifiopog oxcoOJceg jtalg ngbg dpögog. Dem Citat des 
Euseb zu misstrauen, haben wir keinen Grund. 

Einen abweichenden Rekonstruktionsversuch macht Bernajs 
S. 23: dvd-QcoJtcov 6 COipcitaTog JtQog d^eov oxmöJcBQ Jtid^xog 
jtQog dvd-Qmnov, Diese Gestaltung ist wesentlich durch die 
heraklitisierende Partie der hippokratischen Schrift IlBQi öialTTjg 
bestimmt, wo c. 11 (Diels S. 46) den Gedanken ausführt, dass 
die Menschen in ihrem Thun das göttliche Schaffen unbewusst 
nachahmen. Diese menschliche Nachahmung würde also hier 
mit der des Affen verglichen werden. Liesse sich gegen Bemays' 
Versuch schon an und für sich einwenden, dass die Nachbildung 

1) Im vorhergehenden Kapitel sagt Euseh, der Mensch gleiche hier 
auf Erden einem Emhryo, der später ins Himmelreich resp. ins Fegefeuer 
gehören werde. Diesen Vergleich spinnt er jetzt weiter aus: Hier sind 
wir nur Kinder und w^ren wir seihst die Weisesten, dort aher werden 
wir vollkommene Männer u. s. w. Das zweifellos vorliegende Citat (durch 
.li0f^Ä>50 la^T . kenntlich gemacht; vgl. die Art wie z. B. Im der 
Timaeus, In Empedokles citiert wird) ist also nur dann völlig kontezt- 
gemäss, wenn das Wort „kindlich" darin vorkommt. Die syr. Ausdrücko 
und ihre griech. Äquivalente wechseln: 1) r^iax. = v^nioq, 2) f^üOl* 

fyi<pog, 3) fUCX^ —- TiaiQ (vgl. das Wortregister). H. G. 
Texte ü. Untersachongen. N. F. VIII, 3. 11 



]^54 Gressmann, Stadien zu Eusebs Tbeophanie. 

Ueraklits in jener Schrift nach Fredrichs Untersuchungen eine 
sehr freie, meist nur stilistische ist, dass der Vergleich anders 
als in Fr. 82, wo die typü^che Eigenschaft des Afifen das tertium 
comparationis bildet, weiter hergeholt wäre, dass es bedenklich 
scheint, die später ja oft nachweisbare Yollige Umdeutung eines 
aus dem Zusammenhange gerissenen Wortes Heraklits in älteren 
Quellen ohne Grund vorauszusetzen, so wird Bemays' Rekon- 
struktion wohl endgültig widerlegt durch den Wortlaut des 
Citates bei Euseb." 



Namen-Eegister'). 



soasf^ 'AßaL 832 
OU^jjLSr^ 'AßoQiylvai, 675 
"^CDlSf^ kßgadfi 12511. 17 126 m. 

85 1272ir. 
jaooi^n^^ Ai/vnzog 65ao 698 746 

759. U. 16 13082. 85 1819 207l8 

2098.5 
f <i\n\ ^ Alyvnrioi 43 13.86 697.14 

12017 12216 135u 1816 19li9 20488 
J)0aI^fiOQ!^^ AvyovoTogf der Kai- 
ser 2092 
^Ou^iii«.\^ Afyivrjxat 71 8 
^^Ol^Ori "OßoSog 4388 
SOCLMS^coor^ EveXmg 66 1 
T^^V^^*^ 'O^vv&ioi 704 
•fiaiSAQf^ Eamenesy der Diadoche 

7511 
^^^lOfiDOr^ Owcöpoc 4381 
Äuiü»ar^'Ö(y«(»£C 4314 
SoaXajaOf^ 'SixsavoQ, der Gott 539 

559. 18 568. 10 
f^&OlOr^ EvQWTtfi 746 758 207 18 
f^üS^OAiOf^ "OgXOfiivioi 71 1 
>iz«10f^'/cpoi;aaA]7/u 68 15. 20. 1377. 

15 14516 14715. 18 152 7 ff. 15619 

1946 20314 u. 5. 
Xfl2^0\r^ Asdod 6812 
röij^r^ krrcxi? 708 



T^&O*«^ Joppe 6811 
rdA(a)i^f^7raA/a 675 120i8 13084 
.^oA*!^ 7Aios 5018 
«OJJkfioUf^ Yaacfx 125 18. I8 127 3 ff. 
J^Ol^i^f^ 7(7rpo? 668. 
SOCüSiOMr^ %t(; 43 14 
f^iawa\f^ X)Xvfinia 834 
f^f^WA/a^, der Prophet 142 18 
c^aIi^ AlXlaq (= Jerusalem) 1535 
jaooi^l.lCQ jaooAf^ Aelius Ha- 
drianus 1535 

ja^Ql^lfiQ^r^ 'AXiiavÖQoq 75 5. 7 
rd>l.T^iKt^r^ 'AXe^ivÖQSia 75 9 

13083 20712 
^ QSO f^ "Afifiwv 919 
•fi^OAfiOOSAr^ "Afjiwaig 6581. 85 
•fiSlÖlSOf^ Amazonen 8283 
A>lr&aMf^ 1 ,. , 4383 

i^piK^a«,^} ^''^^"^^'^« 919 

J»A\\iVWf^ 'AfiipiXoxoq 91 8 
•fiOQ^lÜSf^ Andreas, der Apostel 

12718 19815.28 

f^k&o\lT^ 'Avxioxeta 13020 207 12 
J^OOJl^r^ Anytos, Ankläger des So- 
krates 50 14 

XOCUQ!^jJ|^f^ Antigonos, der Dia- 
doche 7510 



1) Es sind alle Formen eines Wortes angeführt, doch sind die falschen 
in Klammem eingeschlossen. Ein hinzugefügtes (sie) deutet an, dass der 
Text anders lautet. 

Texte u. Üntersucliangen. N. F. VIII, 3. 1* 



2* 



Gressmann. 



49eo574 608 
625 
49 18 
6015 



Stoiker 



JSeHSiM^f^ SPO^j^r^ Antiochus 

Epiphanes 152 18 
jaooi^^ka^^f^ Antipater 758 

SDO^S^^g»f^ Iti^avogU^iS 147 17 

10385 

f<J»f^ 'Aaia 746 75 lo 87i 207 is 
v^^lfiJ»!^ Snavoi 127 1 
SDOXtJXASOf^ Oieanaoiavoq 15522 

f^l0.lÄÄf^(8ic) ^EniSavQiOL 70i 

jaooiaoAi^f^^ 486 

^•^ «. ^ \E71lxovQog ^^ 
jaoicuu&f^ j ^6119 

f^lOiiA&r^ Epikureer 60 15 
Xa\^*)iiiA&f^ ^^ixgätTjQ 6615 
jaooiciol&f^ !4;roAAo(fcü(»o( 662 
^cAft>r^ !4;roAAa;v 43 13 67* 
J^Ofia^f^ 'Etpsaog 8224 1326 
r<^.lQl&r^ ^A<pgo6ixri 42 19 1149 
JQ9aAm«.iOlSkf^ U(/:(>oJ/aiO$ 65ii 
r^TÄr^ 'U<^()ot 1271 
rÄ3W!4(>a/9/a4322 66 15 6824 87 s 
f<la\jf^ "U^/paviloc 6511. 14 

J30.*|AaV}«^ 'AyQavXiq 6012 
jaDQ\^f^ "Agyog 7024 83 1 
XOCf^ülf^fsic) Aridaeus, der Dia- 

doche 757 
jaooW ''£'(>tt»$ 42 19 1149 
i»ASa2i^W 'l^pTf^i? in Ephesos 8222 
SOr^h^hf^ ^Egex^iU 66ai 
f^kl»ir^ !<lp^£V(0^ 18926 20425 
."»•ir^ "Agriq 662 



f<:Xaa!i^lr^ l4l^iaTO/9oi;Aj7 659 
f<hi\Ww>lt^ Aristoteliker 60 15 
nrAW^ir^ Aristoteles 48 13 606.8 

6123 

f<^-lr^ Tora 539 559. 11. 17 56?. 10 
SOC^^f^ "ÖQiptvc 565 IOO18 
T^.Wf^ 'AQxaöla 6623 71 1 
f^A^JCf^ 'Haai'ac 131 15 14184 
^ alaJLf^ Askalon 6811 
fO^f^ i4^J7vfi 42 12 65.14 6612 11717 
T^^f^ k^i7varo< 6620 6923.26 70i. 
8.4.22 712.8. 

f<^i\n*i BaßvXtiv 14919 1502 
r^Ii^f^äa BoiwToi 713 
rdoLiaa ^ 1272 

(r^:\i^ecD)f *^ 1908 

f^JoAua Bi^vvol 2097 
rdd^ &u=» Bethanien 137 15 

, ^ cum a (sie) BhvMeiov 52i8 
jao.iLfiaLa Basilides 164 11 

I vyajbkja Baalbek (» Heüopolie in 
^Phöuizien) 4426 
AOalWs Beelzebub 1656. 7 
. ^.113 Bardesanes 164 12 
•fiD.v^Sls (sie) Bgayx^Sai 716 

r^^fl^ rixat 4382 
r^t^ Gaza 6811 
rdLi^ Galiläa 131i4. 21 133i8 
Pt;\'i\V. Galiläer 128io 130i6 
r^k\L\^ Gallier 127 1 
ja0.1.Ml^ ravifju^öriq 459 114io 
^\i^ Garizim 156 1. 16. 19 

J»0r0o:i0.1 Jwöwvalog 71 6 
rOrdl^i^O.l dovfitnrivoi 661& 



Studien zu Eusebs Theophanie. 3* 

^lr^fioo.1 dovaaQiq 4328 | SDOli^^a Valentiii, der Ketzer 

JttOf^ix&fioo.i doai&eog 171? ' 164io 

JODIO.!*.! AioöwQog 6686 ^ 

M«*^A m A 'X fier "^^^ ^^^^ ^^10 55 10. 11. 12. 16. 18. 24 

jao.TSQO*.! JiOßr^örig 65 12. 18. 14 „. . , , 

r I 7l4 1149 rvffl. JDoeu:i) 

JX»CUQQ)CU.l z/iowdoc 429 4312 6586 I . ^^ •»^«••'')- 

1148 I (*^ÄÄ»^\ ZdfxoX^tq 4323 

J)0aAttU<XA.i diovvoiog 674 . ^^ i \ „., 

^CU. Z.^, 6688 674 834 208s I '^'™* ""'^"^^^ ^^^ ^^^- 

Äa(*)k*.i ^/^,Aoc 6517 I ÄOUttÄtor^o oa ^W Titus 

X0asA.i ) 6110 7016 8216 916 I Vespasianus 15622 

(Ä)CUa\.i)j'^^^^'' 7410 I •»O.'«*^ ThBÖoq 661 

jaPcC^iaOM.l) 17916 I *^^^01^ Tgoilr^vioi 7025 

r^SS^.l JfißrßtiQ 429 1147 ' Äf^i^i^ / ^^'^ 559 

•fl^l\r^.l Demetriua, der Diadoche .^.^ , j« ,n, 

„^ I •lOOOL» Judäa 13115 14oi7 

7517 I 

I r<:iOcnL» Judas, der Verräter 202 & 

^ „ 1 f<lSocn* 'lovdaloi 873 95 13 145 12 

reiften H(,a 5310 55 10. 84 569 6528 147^0 19326 1941. g 20226 2038. 

^\ 10 2096 u. ö. 

X0Ol«Tlcn l4(fp£«voc, der Kaiser 1 ^CU IwaVviyc. der Apostel 12721 

6611 928 15623 15814 20315 1321 1942. 10 19785 der Presby- 

jaPOlOCO *i2po? 43 14 tei 199 1 

jaolo^oAco !HA/ov TToA«? in Ägyp- ' f^iö* ""EXXrjveq 1528 43 12. 86 652 

ten 65 20 1 66 6. 18 122 15 179 15. 22 182 16 191 18 

Ä^oVaflQÜco ^EXX^onovTO, 75ii ^^^'' ^^ P« "' '• 

Collen Helena, GemaMin des Mene- | "^"^ T.T^?^ ,X^1Z ^.T 
laus öOis P ^ ^° ^^^ 

20220. 23 

X0O15«co Homer 566 , , -^ w ., ,_.^ 

.. ^ ^ ^ I ^.IICa loQÖavTjg 154 15 

lOA oA^ «a<\ n\ . > Jakob, der Patriarch 125 14. 

1902 20425 ,„, 

^\ j I 18 1273 

rCL^oo £(yr/a 836 Jakobus, Bruder des Herrn 145i9 

jaoo.lAfiOTi Hesiod 56ö 147 17 1946 

430.10.10100 (Herodod =) Herostrat 1 Jakobus, der Zebedaide 12721 145 18 

aus Ephesus 8228 ' ^^^n 1942 

J».10icn 'H^o^STjg 1941 -^^^ Vot'C 194i.8 197i 1994.8. 

ffvi.««t4^«i« tr» - ^o - OAO 10- 12. 14. 21 20224 20726 U. ö. 

•MaSWICO EgfjiTjg 42 18 2088 

iOoioiCD "^H^axkrjg 43i2 1148 JCIOA Ai;(>o? 152 18 

1** 



Gressmann. 



r^x.ä!k Ai&ioneg 1523 1682 1539 

SOCik^ Xloq 6586 

f^.lLa^ XaXöatoi 20425 

^ QIA Mstayeitviojv, der Monat 655 

'^CUUl^^ Ka<paQvaov(i 131 21 

•fiOCÜ^Of^A (sie) Leonnatus, der 

Diadoche 75 ii 
r^.mX Aeßdöeta 61 lo 91 7 
•fiOOl^X Lagos, der Vater des Ptole- 

maeus 75 14 
r^ai*.i\ AaoölxEia 60 12 
Xoaxi(^)oi AvxaXoq 6623 ' 
f^.lCU Avöla 7017 
f^Ol AovxäQ 19785 19817. 23 
f^laoX AoxQoi 7025 71 8 
J^DA^lf^M^ AoTidgioq 6622 
t^kaA ^1^ 6614 67i 693 746 9110 

20718 
SDCJbS^iJ30j\ Avaifiaxog, der Dia- 
doche 75 18 
T^cbO-vA Aaxsöaifjiovioi 662 702. 

8. 25 71 1. 8 

SDCu^Sn (sie) *£lfid6ioq 6526 
nm^lOSa Movtavoq 17110 
f^lfiooen Movoai 42 13 
J^DOfiO&OS» Mot^oc 4328 918 
r^icen ilfavpo* I2O18 1271 
f^LcOM Mose 1349.81 15223 150i9 

157 18 171 8 185 11 191 90 195 17 u. ö. 
f^i&lOSn ßavaxoQ 114 1 
f^iuM Mi^pa 60 10 
J»€U^S^ Meletos, der Ankläger 

des Sokrates 50 14 
JPa\t\*0 Mlkritoq Olli 916 
^(Ol)OliiailbA MBlxd^aQoqA^2). 
»IM Mani 170 1 



r^SklalSO Manichäer 164 is 
reü^fiDOMl» Mvtjßoavvfj 42 18 
XOOf^&USn JJfflfvf^cSs 6521 
r<lSasn Msaaiinj 7026 
t^l^SÄ Alyvnuoi 90 19 
^l^Sö AfyvTtvoq 87« 
f^Jofia&n MaxeSoveq 6985 756. i:> 

872 2097 
"pOüiTSn MagiOj eine Frau aus Peräa 

15415 
jaooai» Jlfa()xoff 13088.25 19786 

19820 1996. 12. 82. 24. 86 2009. 10 

.^ÄAnisw Marcion 1702 
rOAjia%:0 Marcioniten 164 lo 
>Ä>50 Ma^aloq 19728.26 198ii. i7. 
83 199 1. 15 

Ä\aÄOfO|2Vfc?;ro;ii? (in 156 16. w 
Jk^ASkiO j Palfistina) 1564 
4»Of^baS mfieioq 916 

OOVft O&f^lfiP ^a/;|rot;>'Mr^a>y 665 
K^^ftinW) Sebaste (==>Samaria) 6820 
JuS^laOfio Swxgdt^q 50i4 52 17 
r^lOfio) 6612 871 

^i^}^-^'«75i7 
r^kftiOfiD Svgoi 6884 120i7 128 11. » 
1309 13518 18918 20484 209? tu ö. 

1719 
jaDODoL» Zi^Afvxo? 65 18 7510. 15 
KllidoifiO i:a?Mfiiq 65 10 
Jui&O&VLoAo Xpft'^onroAi? 6812 



8916 120 18 18214 
1901204» 
Äv^a« 6680 1539 



(T^&UÄAfiD)J 1581 

T<ni'\<^nCtt SxETtTixol 609. 16 625 



Studien zu Eusebs Theophanie. 



5* 



f^iaa^ JlBQala 15417 

r<»in2b. 'EßQaXoi 8811 958 20280 

f^r^^i^^^OS^ (sie) Iloxlöaia 6984 
jaooloa navloq 1328 194 10 

ja0cuasoa& üo/jitii^ios 15219 

f^laäSi ^wxaZoi 71s 
jaooft!äa\oLLsii 758. 14. 16 

f^fiäoXo^ UxoXißaXoi 2098 
>OP A>I^ C \li^ Philotus, der Diadoche 
7510 

666 
j»o\Uä /ZiAoTos 20281 2032 
jaoO^llL^ ^XaQxoq 66 18 
f<b>*lA& <^oivix7jU2& 666 759 
f^HAlftSk >lä) 4320 654 668 6885 
-y "• «». r ^oivixEQ 
^^^'^^ f 4326 666 

f^miftli^ Die Jonischen Natur- 
philosophen 50 19 60 16 62? 

•»f^lAÄ üsiQaievQ 52 18 

jaocuiua /7v^<o$ 70i6. 23 715 7411 
7612 82 15 916 

^Q^oi^ movxwv 1141 

f^f^y^ maxaiBlq 6925 

^qS^ matwv 518 5926 608. 7 
17985 

r^n^e^^ UXatwvixol 60 16 625 
f^J9QläS^cai& TlBXoTiovvfiaioi 6923 
■C»l\\<\ i7aAAag 6610 
T<^li\flri\<\ JlaXaiaxlvTi 873 
r^O!^£V& Ilatplayovla 75 11 
r^i\^l& ^Qvyla 171 10 
•fi9fiüa01& 4»6Qxvq 539 55 10 
•fi0CVnjJ^l& UeQÖixxaq 75 16 



J]oaSUl& nglrjnog 42 19 
X0Of^ivü]a&i& ngaSi^ia 66ai 
f^CDiSi JJ^pacr« 8917 120i8 126 19 

13514 15218 18214 18986 20485 
fOO^QDifik ^EQitpaxxa 114? 
f <^ni\i\ok iSi Peripateüker 5684 

».^ODliSi IlVQQWV 609 

f^JOCDll& (sie) Pyrrhoniker 626 
r^O^tSk /ZoV^Of lOOi 

jaDOl&OD^ ^,, 7517 

ÄOlSio |^'^^^^S5i8 
f^l&Ao Kvngioi 65 11 
f^lOo Ä^o()^ 429 1147 
J^Of^^f^Oo KovQTJxeg 668 
f^kJOlOjD Kogmviia 65 10 
J»o}^iaa ZoVtv^oc 70 1 
f<^iao KoQtv&toi 7085 718 
r^lAfiD KILlo Coelesyrien 759 
t^lojJLao KlXixeq 4328 75 10 
f^ll^Of^ia KXeondxQa 209 s 
.^0^0 ^ , 917 

^moaL./^^'"^^*' 6110 915 

.fiDCUliii KXdgiog 715 916 

r^A^^fiaa KaaxaXla 915 

JSDOTTAfiQo Eassandros, der Dia- 
doche 75 11 

rtlifiQa KaiaaQSia in Palästina 
13020 

(^SLDH(a)ae Kannaöoxai 2097 

jaQAa\i<\n Rapitol 839 
jjoSkohnn' KixQOxp 65 la 
jaoOloiD] 53 10 5511. 18. 24 

l Kqovoq 654 664.24 672 
JtoCUta j 55 10 

jaoCUoiai f^.ir^^ xä Kgovia 
657 



6* 



Gressmann. 



•fiOfiDOla KQoXaoq 7020 ' 

jaoo^ia KgdxTiq von Theben, Phi- 
losoph 17916 
f^ia KaQla 75 u 
f<V^ftliin KaQvaxtoq 66 1 
f<^l&la KaQxri^oviOi 66 u. 84 
r<liaoV3 Jrf(>;rt;(>o(roi 7026 

f^f^cni 'P^a 53 10 55 lo. u. i8. 24 
xo.icni 'Podog 656 

f<:»OCDl 'PoJ^iy 836 1949 207 12 

f<l2aocoi 'Piofialot 678 8616. 23 
878. IS. 22 12215 13514 18925 191 16 
19223 19318 20423 2091. 7 u. ö. 

AAjlX« lAXömvivt; 114? 



...^»Ax. Salomo 68 15 
f^A^^OZ* OvgavSq 539 559. 11 56? 
^.OV^T. ror(>ocl27i8 1282.812919 

130i7.i8.22 13l8oflr.l37i6ir.l38i2ir. 

14718 1607 19384 194sir. 9 196nir. 

1996 IT. 2009ff. 201 21 u. ö. 
KaT^SOZ. Sa/jiagetTai 171? 
^l*nT> Samaria 6819 

f<:»Of^i> SwfjiäQ 19811 ff. 
JI».l*.lJüBO^ ßovxvöidrjq 6924 
f^f^b^Li'dxl 6925 

Kini-Äx ) *'"'"'*" 43*3 
f<lai^ SgäxBQ 6620 0925 
c<bl^ ßgaxtj 75i2 



Syrisch-griechisclies Wortregister^)- 



Wr^ d^Q 1914 58 14 

KlSf^ ;iaTj}() 17924 180 1 

yevyjfiwg 19 11 
f^cosf^l f<laf^ nrponaro»^ 125 10 
f^coSf^ TtQondtogeg 191 17 

TTQOyOVOl 535 

naxQioq 7526 20524 

TrazQwog 153 u 191 16 

ol ;r()/i^ 111 18 
f^d^cosf^ ngondrogeg 125 10 

;r€rT(>iog 20525 
f^ÜDf^ Tonagyjai 86 13 

r^liasr^ dxQodina 114 5 
ßoxdvai 177 16 



lai^ dnoXXvfxai 1305 

noXioQxio/iai 794 
KlA.!»!^ dnwXaa 1078. 6. 2S IO63 
1519 

oA^apo? 767 
>.ft:iaf<la d/x^^v 7 s 

T^laf^ Tc^v^o^ 44 18 

avfifpOQüi 663 677. 16 
f^VSf^ fjioktßöog 136 

c<lia:^r<f «V««^«' ^s 107 19 1132 2068 

dpa/ier 10724 
f^lfiOlA\^ a/po? 6726 
r^Ä\l^^ iniaxoXfi 52s 199i 



1'. Ein beigefügtes (sie) deutet an, dass der syrische oder griechische 
Text anders lautet. — Die Bibelcitate sind nicht mit ausgezogen. 



Studien zu Eusebs Theophanie. 

XOOa.lr^ dödfiag 968 
rell.lf^ ovg 988 



f^.lf^ (sie) x<oQa 1548 

iUf^ Of^ w ovToq 95« 18018 

f^OiA^Of^ ivQXTiq 87 14 
ovfKpwvla 9624 

f^Oi^ diaxQißri 97ifl 

f<Sod\ /«»zos 130 1 

xafJLBlov 76 
f^Ä^ f<lSO^ ^aXafJLoq 7585 

«^OAT^Or^ £vayy*A«ov 132* 19726 
1998 

r t^\nffl^ Of^ f^ayyfÄiatjJc 198 16 

_ 1998 

rdflöOf^ oiJa/a 3i8.20 13 lö 60« 64 17 
oyol(oatc 45 16 

r^bllOf^ ^Aaxoc 29 18 

f^OCD r^.l-^Uf^ TiQfoßevw 90 12 

_18324 19326 206 18 

A\f^ oTteifii 19124 
tQxo^ai 1867 
dg>ixviofiat 14926 
c. 71.10 Tjyio/iai 138 

r^i&\l\aM ;cdAoc 5122 

r^d\CU>r^ adfA^a 42» 89 18 

avyyevTJ 4220 

.V>r^ xQat^w 656 

c. A ^far^ctf 15323 
StaXafißavto 8621 

c. .3 öiaXafjLßdvm 120 14 

Ethpe. kafißävofjiai 179 11 
äkiaxofiai 197 19 
.lA^f^ xQazwv 7821 87i. 8 111? 

Siaxgatwv 13 14 1156 

8/aiv 57 16 

^;r^X">v 11317 1346 

negdxfov 115 15 

iv£ii)axfmh'oq llli9 134 19 1895 



ro /Ufra 



inBiXrifiiJthoq 8i9 123«6 
dnoxXsioßv 115 17 
Aa;|fttiv 156 

;irfr(>ac 110 20 
fO.lJiyOf^ xata&wäaxela 1106 
rdS^äo.1 rds.lJjOr^ ^(Aoxgaila 

86 18 

f^iwf^ la;jaTOc 12520 190 18 191 2 

19624 

v(7rf(>o^, S<jraroc93i5 107 19 108 14 
IIO12 

<fcvrf()oc 1106 14216 

navteXiiQ 152 16 
r^d\ijJ T^;.oc 984 10722 18124 18720 

XE).€vxri 57 15 
f^d\lJjA c/i; ^a^aroM 1498. 25 

VaXBQOV 14222 

r<l3ijjf^ aXkoq (jiq) 42«o 43 18. 21 
11218 1747 181 2 19124 
exBQoq 429 43 11. 18 83i8 1128 115 12 

1242 18024 18216 
näq 53 10 
^KSüTjJr^ allmq {mt^q) 48 12 15 
9425 10686 

^.1 Äur^lliwf^ftUwcwxa/ 15418 
vyf^ Qiq 10214 



ola 8725 1018 IO818 

OTf 828 



17819. 94 



T 

1817. 14 18217 183u 1842 
xoioaSs 1874 190i6 
«<!9a^ vyr^ 0(7nv 44 1 51 24 

d^A^r^ woavxtog 167 14 

ofjLolfoq 12615 I8I2 

«ao 18721 
f<l3CDi cn^A^kf^ rofovroc 9 14 
f^lCOn cb^O^f^ iraraTer{;ral02i 
IIO21 1781 



8* 



Gressmann. 



ovrat 64 15 
v^Va^f^ wq 99 lli. 18 0412 86i7 

10012 

äaneg 110 18 17725 181 22 183 16 
ola 10017 
f^UA^f^ 6/iov 728 1022 12« 13i. 
15. 20 4326 10420 

a/za 526 95 u 

XOiV<ßQ 6618.24 

xad^ökov 1224 

inl zavzo 9726 141? 
f<3^f^ onti 888 

not 7625 

ov 5428 
f<lA^f<\ onvi 10710 
iA f<Ll*f^ ;ior 7624 
OCD.1 f<fSuf^ onri 6^ 1819 
Kl^^f^ ^ nod^Bv 414. 15 
Kll^f^ <ic 44 18 17418 1786 

wax€ 17514 

olov 968 12424 

Ticöc, o;iais 69 922 125 1 174 14 178 16 
20517 

onoloQ 75 18010 
Aa^CO KllfUf^ xl S^ta ovvl87i9 
Of^ — f<l^^f^ novegov — 1} 58ii 

r^il^r^ €?Mg>oQ 66 13 

rellLr^ J(»r-C 43 1 
SMqov 10021 

f<:ASPa*f<f ^M Tid^e»^ 18322 1877.8 

^Kf va/ 18526 
^jyV ^sic) 1508 

T<'A«r^ t/? [noxE) 0426 lllu 174 le 

;roroc, onoloq 448 10Ci8 189ai 
0C0.1 Kll^r^ xig 5822 201 1 

iUf^ WV 53 17. 18. 20 0219. 22 932. 3 

11321 1794 
negtwv 947 

vjidpxofy 922 9422 10710 1975 
xvyyavwv 1075 114 17 17920 208 15 



yeyovwQ 1792 1818 
v^saxwq 7i7 
xslfzevog 79 lo 
diaxetfievog 16728 2089 
imoxsifievoq 4ii 
diaxeB^i/iivoQ 19524 
negiixofv lllu 
bgfidiuvoq 19788 
noiovfievoq xäq diaxQißdq 1418 
c. A Ijföv 5824 1794 1832 
c. .3 avviiv'i 4121 

xar^;i;a;v 203 14 

xaxaytvo/ievoq 17422 

ipigoDv 176 13 

ditarfAaiy 77 1 
c. TaSh. (jwoJv 1009 10116 

avvfnmaQwv 1055 
c. .1 o^reiov 1897 

ffv 6411 
f^&Uf^ a/^)^ro( 322.85 89 I8O24 

(vgl. rCjLS^) 
f^^Ckhs^f^ ovaia 101 12. 22 

ayivvTjxoq 610 
reüiAf^ ^idva 17618 

A^f^ %<payov 15328 
xaxead-la) 1555 
kaxidofjiai 7725 

f^io Aai^ öiaßdXXto 17818 195i8 

imßovUvo} 10525 202 10 
r^^Ar^ »la A^r^ dvB^gomoßo^eaf 
89 16 

Ethpe. diaßdX?,Ofjtai 44 17 
r^lo A^rt^^Q «fia/^oAj} 1839 200 19 

r^^a2kT<'.» T()oyiJ 9415 
/^opa 11425 

K^SOAOf^ xElatvog 2920 



Stadien za Eusebs Theophanie. 



9* 



f^lAf^ yfüfQyog 525 

.j^KlXr^ fj 1019 
fiij 67 S5 
f^V ovxl 18028 

f^ ff<lAf^ ov ^>Jv 621 lOOio 1427 

f^cnlf^ To d^rov 17522 

&tiog 902 

U()oc 985 
Aa.i r^cnXr^ ^fo? toiv oAcwv 326 

28 17910 
deo? ^;r2 ndviojv 7i6 18324 
ciAf^ f<!\.l a^soi; 18321 
(vgl. f^r<a^p) 

f^ciAf^ &siog 619 922 4223 6417 
17418 
&eix6Q 1016 
&^fo^ 613 928. 12 9414 
Ugoq 3 24 (sie) 8 16 45 14 111 25 
f^^OcaW ^eotT^q 7i8 9320 10012 

ro h&€ov 20322 
Jfpo^^5io 1968 

aL fiav&dvm 127 93? 1169 180 17 
Yiv(oax(o 18224 

yVQ}Q[Q<Ji 8725 

&^f^ Miaxü} 8 16 903 942. 21 1068 
116 10 17411 1761 180 16 
naidevQ) 6i9 
SiataTTOfÄUi 17521 
nagaöiöüffii 100 18 
6ia?Jyoßai 19323 
(vgl. relxAi) 
Ethpa. öiödaxo/iai 1176 
fieXszdofjiai 96 1 
f<!lä\a* fjtd&Tjfjta 12 10 12 42 13 445 
7918 9414 11224 17725 I8O20 
SiSaaxaXia 8320 8O23 927 lOU 

10217 17421 17811 
6t6aaxa?.€ta 898 
(JoViwa 9710 17422 1756. 26 



naldevfza 98 1 

xriQvyfjia 76 11 

TtQoBeöK; 194 11 

imaxtifAfi 128 17724 

imattjfiovtxog 9228 
f<^a\so di6daxa?.oq 9582 11586 1746 
17512 1762 I8O15 19121 

Blaijytjri^Q 174 18 

xarayyUxixoq 182 16 
f^i^OiaiM öidaaxalla 61s 86 19 87i6 
9623 17485 17718 1804 

öidaaxaXeia 444 

fia&Tjtfia 17921 

K^ÄIf^ axdtpog 795 

^jAf^ avay^orov 1085 112 19. 24 l&oi 
dvdyxTj 1028 
dvayxd^o} 155 17 
O^r^^f^ ävayxaiwg 134i6 

f^^iXf^ inlnovog 196 18 

Ethpe. {ix-)ßidiofiai 1787 207i4 
xivdwevw 1287 ]29i8 
r<li^\Qr^ xlvövvoq 13521 

nfQioxaoiq 16720 
v^^i? 1919 
dava 1134 
rO^Or^ f<l\.l dviÖQQjxl 1957 

r^^f^ ft^rrjQ 4 12 8726 

12524 

^iSOf^ c. o a;^oAaSai 13024 
^Mj^CD 7«<jto5 1308 20517 

maxooixai 1168 190 13 
^QaCO Kla dmoxio} 135 10 (sie) 
13619 20026 

dniaxia 125 18 
^M*cn^c^ maxsvofjLui 96 1 100 21 
10711 

fiagxv^io/iai 1958 

niaxtxoq (sie) 2076 

nsQiyivofiai? 20820 



10* 



Gressmanii. 



^a*CV30>M KlA aniaxoq 154 ii 

20816 
r<to0Of^ TBXvizrjg 2 17 12 18 
fvxBxvog 17724 

f^l^OlSOOf^ T^X''^ 522 1020 12 16 
13l7 18020.84 

zexvixog 9223 
imari^/iij 129 16 
iniri^öevfAa 128 ii 

^.QYaCT'^QlOV 52« 

XS^f^ ifjlfil, (paoxat 6 12. 14 44 17 8825 

19528 

;L£yai, cZäov 9io. is 8824 

^TTiA^^'Q» 1123 15224 

^Ifijrov 996 106 19 
iSfxyoQSvw 19928 
ix^igo) 15025 17925 1853 

7CQ0<piQ<O 19914 

(p^iyyofiai 12426 

ini^eißi 65 

TtQoUfiai 14818 

dnoipaivofjiai 68 136 14 176i2. 16 196.2 

nagiaxrjfu 1817 

nagaviS-s/iai 886 

imoxi^efjiai 20022 

nc 188 10. 23 ^ 
aS^ elnely 2096 

vovc 538 
OCO r^ciAf^H iiOf^ {^eoXoyi(ü 

18720 
r<!l*.*l li^ T»f^ dnoipalvofiai 

15012 
^Cür^ ^i»V..*| iJSOf^ d).ij&evai 

20114 
f^:»^ i:SOc^ ÖTjurjyOQia 20G4 
l^Of^ ^So Tipoayopft'c» 76ii 125 13 
7ip6(fr]/^t. nQoelTiov 766 8825 IO623 

12910 
nQoava(f€ovt(o 102 u 12521 

TlQOifljVEXü) 968 



[anof^^yyofjtai 95 17 
TiQoXafißdvo} 14224 
TiQolaßatv elnov 1428 
Ethpe. Xsyofiai lOu 962i 142? 

dnoipalvofjtai 58 

driXooßoi 15284 1S94 
i:Mf^i>SO Kll &QQrpcoq 328 6i5 78 
a^orro^ 126 11 

Aoyo? 17721 1867 
T-tOf^^ft^r^ ^Ifi^i^ TCQoHyofim 

8811 186 15 19412 201 18 
i::nf^(iif^ 78.10 ngugQfjffiQ 107 18 

tAcAf^ Einore 20924 

^r^j 1818 

.,j<— - ^^J^ire — tive 93 1.« 1819 

lÄf^ .1^ tm> 18182 
T<l^ld\ Ȋf^ neginixaCfJLa 158 

KluW &V»Qüf7lOl 4222 

av(rpf$43ii 17517 17728 1868 187? 
188 21 
JtJr^ ric 1745 
jrjf^ JtJf^ fWaaroc 17882 
^Jf^ riv^^- 938 15022 2087 
f^XJkf^ dv&Q(07t8iog 444 99ii 129 1 
dvS-Qwnivoq 100 17 
; f^^ecLlr^ dv!h^wn6xfjg 134 11 
I CDi\CLZSc^ ^B^ avraydpo^ 796 

I |X9c^ ^aoiuai 101 2 1242 

d-fQanevo) 42 16 
iXOKCSIO .1^ (JCüOC 10483 
! r^S»r^ laxQog 101s 17785 18084 
! r^^CUfiOr^ Taai^ 104i8 ]25i I8I14 
I 1908 

laxQixt) 12 10 
' ^eganeta 83 10 IOO24 

axeaig 177 17 



Stadien zu Eusebs Theophanie. 



U* 



rdfiOf^ie« f<d «v/aros (sie) 2109 
r^SDf^ xoXxoi 2 15 
r^iiofCN^r^ (Tradice 19 is 
r^lfiQ^04^f^ aroixeta 180 21 

• ato txfia 2 10 49 
f<l&MC\4^f^ axofjLaxoq 65 16 

relJO^r^ Wa;v 3i 

f<!M&fi9f^ <7;(^A^a 12 14 13 18 432 
TQonoq 428 82 11 12 959 174 16 
ngoaxfißcc 186 25 

xiCftiAEvoq 43 
^i2aafk09f^ A;&s navxolwg 61 
7ravToro£ XQonoL 4422 
noXvxQonoq 100 28 

V»«^ avvöbo) 810 58 15 

^rdfco 46 
ciaXfia tfi9r^ dvctölofiaL 111 12 
rO^fiOf^ xaxadsa/jiEOfiai 100 11 

Ethpe. Seo/Jiai 58 11 
r^lflöf^ öeoßoq 89 
f^OfiOr^ <Je<JA«Off 101 12 192 1 
jeaxdöeafjioq 438 
.Skf^ ;fat 12428 

jJcJi? (;ea/) 7525 96io 1166 1756 
^Skf^ ;fÄv 19716.19 2077 208 18 
f<:\&«^0 ovöi ys 180 23 

fiTjös fjirjv 188 17 
.V> KÜLS^r^O ovSeiq 1872 19425 

J9724 19022 

r^lSkClafiOLSkr^ inlaxonoq 203 16 

f^\lf^ IxvaxTiQiov 6610 1146 

op//a 1149 
r^iwi.1^1 f^\lf^ fjLvaxTiQiov xT^q 
dnoxa&dQOSojq 134 16 



f<!lälCU:i f^\lf^ fivaxixtj öidaaxtt' 
kia 13421 

( vgl- i= >) 

KlAiOr^ fi^xoq 5 10 

A.lf^ Ti;>7avö> 1247 

dnavxdw 29 21 

ixöixpfitti 19126 
Kl^lf^y^ 722 428 101 17 17426 17522 

XtoQoq 11514 

ccTa^Jo^ 6414 944 95 14 1482t 1519 

oixovfjLivfj? 87i6 
Kl^lr^ cn\\*^ navxaxov yfiq 898 

9322 

r^oo-ar^ r<l^lr^ naxgiq 154 14 
KllSi-lf^ yfa/(f;?S 428 
f<ilÄ*.lf^ yetoöfjq 111 21 17523 

r^4\r^ arifXHOv 102 16 152 u 

xepaxeia 1016 
f^Älf^ iTcegxofiai 1158.4 14826 15221 
fZ/Ui 1549 

ndgeifii 884 9824 996 
?;f(ö 210 10 
imSi]f4e(o 7722 182ai 
5yo^a/ 965 152i 197ii 
ikavvd) 14926 
a^*&$ 208 14 
r^d\ fi^i 1552 

<pegs 17421 I8O12 1875 19023 196? 
f<Ad\r<!S0 TtaQOvala 12424 
r^&U^v<!S0 nagovala 151ii 
a^«|/$ 959 

Af. a/ü) 909 1119 12920 178 14.23 
19419 
dndyo) 92 15 
eladycj 525 
^;taVa; 89 1 206 16 (siel 
ngodycj 986 
yspo; 46 98 10 200 11 
f4Exa(ptQa) 15418 
ßdkXofiai 45 19 
iai\f^l alHgioq 19 13 



12^^ Gressmann. 



rdfioXiif^ a»Xog 110 12 19185 

r^Älf^ TOÄOC 95 18 1298 
XtoQa 873 96 18 1866 



o hoxog 19719 

Svexa 10780 
f^cna di^ ff 5818 
f^coa öoa xdxeZ 111 7 

rarry ttj; 10788 

KIZas (ffivo? 6719 91 8 94 18 193 10 



f^d\d\oa.3 atiFxioxoq 10724 18780 

1916 

^AAO\f^ yivwaxa 766 
avvogdof 187 18 

aaxQoyoiiioi 128 

(sie) vTUQtl^eßai 1355 



f^Oa ajtfi^oc 1375 



;rovj?(>dc 436 6417 9182 183i8 I8817 I ^*^*=* ^^^^ ^* 



yat-Ao? 17714 1905 20218 

fiox^vgog 18686 18886 1895 

XaXenog 197i7 

xa^fog 677 

Gxvd'Qwnog 1497 

naQavofiia 155 14 
Aasd f ^Ti*^ nafATiovtiQoq 195 15 
<^ lVAflfii f ^Tii xaxovgyoQ 

20628 
r^A\C\ZAa qfavXoTfig 1893 

fAOx^JjQla 17884 

xdgova 179 1 
K^Ti*n 7i£v^g 17919 

^i;r5Ai7£^1376 
r^ia nXdrtoßai 1863 
f<a.ia {dva')nXdafia 114 10 194 16 

TrAaaroC; nenXaaßivofq 187 1.3 
^la OTifialvta 151 11 155 25 
Ü.fa ^90 npoarjfialvw 15123 

113 öiaaxeöd^a) 153 s 

ica3d\z.r^ av;f£a>43i6 125 17 210ii 

asfivvvw 64 12 

offivvvoßai 12528 175? 179 1 18520 

yavgidw 115 18 

xo/ina^o; 179 17 

tpQOvioi 14825 
f^Jloriax« ^fT^ttAat^oc 113 18 
r^cRLaOZ* Tv^oc 19023 



olxBXBla (Var. oix/a) 88a 
f^l^ iu3 xafjieiov 7525 
f<!l»:i &ua SueaaxfjQiov 195 1 202 10 
«<!lsAcu iua SidaaxaXtlov 20828 
f^iA\OTSO &ua xvQiaxov 94a 
«<9d\ä AoOjJto iua ßißXio^xjj 

67 1 
t^*w\^ dus (sie) Ta9>o^ 4283 

K^ias yeXolwQ 7688 

f^\a3 öiaavQfjLoq 2016 

• M*^ öiEQewdofjiai 180 la 

iJLSoX (sie) »1*3 ^Mn*:0 ^^fra^cuv 

ntt^_ißavttp 2076 
KliTJJOa ifoxi/ui7 18181 

I A2^ o^tO'^^x'Sc'» 6725 11518 
^ A2^ 0X0>td^ctfV 875 19784 
doxoXiofiai 447 
inißeXX6fi€yog 88 101 17 
7r(>oVoiav nenoifipLevog 1499 
Ethpe. im/jiiXXoßai 9484 101 4 
ngofjiri&ioiiai 998 
aaiorJdScov 1078 
;io^^a> 18721 
firi\\"i (j^oAiJ 886 17411 

f^AiCOju^ anovö^y anovSd^fo 526.7 

7912 16717 1851 I8624 
inifiiXfia 179 12 



Studien zu Ensebs Theophanie. 



13* 



ngovoia 149 lö 18396 

ngovoia 8ii 

ßdSg 14912 1784 
A^ dvetXov 11318 
Ethpa. dvaigio/jiai 86 16 
xaraXvofiai 669 
KlUigOa xa^algeaig 15228 
AuT<\\-> /jidxfiv 1927 

»i^O^r^ xviofiai 588 

r^f<lAa nagaßi^iov 113u 

ff<l^a öaxgia 155 19 

xW<» 19926 
^noxXaiofjiai 1518 

Klla vovc 45 19 

f<}^eda ^17/0? IOO21 

.lOjjAra /jiovoQ 17411 
oAo? 18319 19713 

ovx oTcwg {dXXd) 174 17 
«<iiia äXoyog 4 10 

aA^ naloßai 201 10 
.\\ni KIA.1 atg(pTOi 1797 
f^ix^as TrAjT/a/ 2016 

.l^Aa X<<>(»<V 815 
6ixa 11418 

r<^«ciAf^ .iLj3 d^eei 2099 

T<!l3 olxodofiew 12? 

öifjio/Äai 4410 

iSgvo/xai 1517 

Ethpe. Idpvo/ua* 207 11 
KlXala obcoöofJLTi 1505 

olx oöofitj fjia 226 1518 

KlfiOLS a'Aoy^of 17912 
K^SOfiQ.3 XQVfpri 1145 



r<!Safi903 dnoXavaiq 63 85 
ft^^iltti ]^(h;? 62 
&ur^^MAfiQ.3 ^J^u)( 15412 

xaxatpQOvifo 9421 1133 207 1 



f^lfiOLS cJttVf 3 10 
*()6ac 7728 19618 

Y^labS a/T^ctf 674 
iiaitiofiai 104 19 
giTTia» 999 
aVagi^Tca» 9928 101 2 
iniC^rixiw 64 15 89 11 
öiofJLai 1247 

Ethpe. (ffr 64 921 1532 18522 1919 
XPV 17414 17921 
TiQoarixBi 18515 
};rixioßai 6523 208i9 
alxBOfxai 675 
f^iuiA S»7Ti7<jic 1058 20714 
f^^A^JS IxexriQia 196 18 

:i\n*g!) dnoXi/jinavo/jiBvoq 48 
dneaxoivia(ihoq 326 

f^ll . \\n dvxaywviaxriQ 108 14 
Kl&lso Aäi^ avfißovXog 15424 

r<:aka.l\Aa ^X^(>oc 798 1839 1924 

noXifJiioq 182 is 
f^d\A::i3.l)Aia &^(>a 3^i7 87 20 

r^vx^a ^V 9021 

^a>ov 43 19 
Kli*TX^ a/(ȣOC 4320 79 11 100 19 

iSaygiovßivog 6728 

dTjgiwSriQ 17517 18215 

dvrifiBQog 8915 10096 

a/fAaro( 17411 

oj/uo^ 89 19 

r^^a diBQewdofjLui 88 18 

V^ ttTKodfr 881 

f/rrctfv 4419 1014 
;Cf/()<wv 922 IOO16 108 13 



14* 



GresBmaiin. 



iXdzzmv 672 

raneivog 128 ii 17523 ! 

evreXi^g 12822 1904 19222 2042 
f^O\OT»^Al elg Xbtcxov 7623 

>n^h\r^oxknxoßai. 17421 17520 1772 
18613 
xaxaßavbdvta 9224 20322 
{int')&e(oQiaf 935 135io 
inoTitsvof 99 10 
yvptvaZqfjiai 195 ii 

lai l'foi 1512 658 

ixzog 158 1787 

wAjyv 9021 

Sixa 18021 18224 203 19 

nagd (c. Acc.) 1128 
Afk «ISA ^^ ^Ecrvroiv ^;(ro? 6i8 
f<l^ldi »M iaX^v7r(>o^v(>aicl59 

lfa> m;.a>y 658 
lai pO Iftt^^fv 3 11 
Klia ^{(wwpo? 12519 
•^laSO ^xTOC yeyovtvai 200 14 

f^is vios 7 14 
naZg 125 1 186 lo 196 17 2073 

T6XV0V 6425 655 1495 

hyovog 534. 11 19617 
v^jKia ^t7aT?/() 6620 

Bxyovov 19 11 
r^cirAf^ iÄ3 ^fwv TialSeQ 535 64 lo 
r^^f^ Ȋs av&Q(onoi 43 is. u. 25 

ävdpf? 4321 443 

dv&gdnetoq 18025 

dv»?roi 992.16 10119 
f^lr^ fJLä fivaxai 190 19 
r^l^«^ Oä lyxiüQiOi 203 17 
f^iua »lä o^croi 1869 
T <ft«\\^ 4^ ovyyeviig 1009 1013 

14124 

1534 
i^iKIa» 13 iXav^egog 5428 1786 



r<!jjLU >13 yvwQifioi 798 
f<i\l».l.SO »lä noXixai 179 17 
f^U^. |lä ovvj^^fi^ 18310 
f^^yiSi. »lä oVof^erc 1896 191 is 
fua ^13 ^a>yi7 6i6 7i5 8811.12 
95 s 1828 

^voc 206 14 
CD^OOaa >ls ?^/?o< 65 15 
coiväjcia tiÖTi 12924 19110. 14 

nagaxgrjfia 10421 19420 

a/ua 209 1 

/jiovov ov 155 18 

Ka013 xxiazriq 1175 

öriixiOVQyoq 2ii 36 58ii 17924 180? 
Ailn f<AOla ÖTipLiovQyog xwv okwv 

I8O1 2051 
f^^ia.l f<«Ola yevaoiOVQyoq 

9910 
f^K»ls ;ar/<7£e 1172 

olxovßkvfi 67 17 881. 26 891.8 9126 
9323 95 16. 28. 26 97 10 1901 

f<lzaf^ »19.1 r^(iiui3 dvd^gwnwv 
obcovfiivri 1296 

xovfABVTiq 179 10 
a^rcrvrß/ov y§s? 135 16 

r<*13l3 ßuQßaQoq 67 17 17425 



^^ 



yowntxito 104 19 



Pa. »6o}.oyi<o 12a2 19ii 
f^&\jlia3 ^tokoyla 11922 

7013 ßrap 886 

^.1 -^la TiX^v dXkd 1964 206i7 

jT**) nialvio 132 

f^iAoi\a ;ra(>^^voc 661s 

deiTidg&evoq 94 is 
f^^cAoftxa nag^evia 179 u 



Studien zu Eusebs Theophanie. 
^eo lÄuD inl xovxoiq 67 lö 106 18 ' av^Qw noq 658 

11525 

^ODlio kifiq 1987 
■ ^■■n lova fitxQov vategov 151 1» 
2U» li\3 .UJ xata öiaöoxnv 203 16 
^lixa fZr« 10610 

(fjLBX-) insixa 12 18 83 19 96 u 97 19 

11020 

h^fiq 1153 
av^t^ 15412 

/4€ra ravrce 14822 2U0i4 201 19 
^liuD f^oÖQ.l d^/yoyo? 2024 



15* 



f^K^^^ äjiQooixoq'i 323 

Kla^ atgiofjiai 18722 188 lö 189 1 

aiQhoiq 1978 

ngoaigaofiai 2022 

«()/va» 1969 
f^*a^ hcxQixoq 1866 

ngoxsxQi/isvog 201 21 

öoxificitaxoQ 6626 

dnoaxoXoq'i 1954 

Ethpe. im\p7j^i^(o 664 
ätpaiQ^ofjLai 678 
6oxiudt,oixai 6523 
r^(0urk^^ ^a;coc 676 

f<lä^ xUfAaxa 1258 
rda^ A^ a'^<^/ 13024 
y£*Twc5v 1286 

;^aTfl: /u^po? 1225 

^^ydf dXlaxoas 81 
.al\^ Ai^ c?^<p/ 4228 1504 

■ 1*^^ ^ dvanXdxxofxai 433 

f^ÄM >A n^ }^ü)07llaOxiüf 523 

f^i&\aian\^ nXaaxixoq 12i6 

f^ia\^ aW() 432 94i2 178i 1795. 9 
1805 I8824 



A.l.\^f^ nUxofjiat 129i 130 10 
f^A l^^ nvQ-yoq 142 u 
Ä.l-^ ßkaatprifjLBw 200 18 

JE..T^ avfAßccivw 1358 194 18 1978 

ovveiaeQXOfJifxi 209» 

avfjKpigofiai 209 1 

rryjfcfvw 194 12 
•«•l-\j vyf^ (J^ frv;f5v 448 

>cn\^ dnaXldxxofiai 12926 148 17 
gytgAAcgyiy 10419 

O^ eXoü} 622 76 

sv6ov 522 
^|M ^^^ f^ ^^<^^ 42 
f^CÄ!^5 ^v yti€<j^ 154 1 

xoLV^ 524 

Aa a;rAay;jrva>v 15423 
f^Ok^jxoiVoq 73 4222 

ndvörißoq 174 19 

(fvaixoq'i 45 15 
f^ö^^ ffTiAay/va 11 1 
f^(Ä\CUa^ /tii^oi 435 

\K:\^ f<l\.i crVvaog 13i3 154 
JA*^^ dvajiexdvwfjLi 88 16 
K'-IÄ^^ r<l\:i daxrjfidxiaxog 824 
f<l3a^ ycüWa 903 20516 
•fiOA^^r^ xaxag)evy(o 15326 1542 
r<lU»a^ 7ig6aq)v^ 1086 
iaö*\^ kriiXofjiai 682 
1^^ fjLOix^vm 185 18 
r^i*^^ xaxa<fSQ^ataxoQ 185 18 
f^lft^j^ (loi/da 44 18 

igwi^q 44 16 
f^(&\OTA\^l ßoixixog 1149 

f^i^, ^i7(7av(>dc 13 16 
xetßrj)AOv 15418 



^ß* Gressmann. 

A\a^ ixxaiof 19715 

f^\^^ ^^N_ on6(paai<; 143 1 149 u 

(vgl. i»f<) 
ipfffpog 1434 
r^A^lOi^ niQixoßfi 15116 
f^^ll^ vnooQ 1908 19411 

xazaysXaw 90i7 11626 2029 



v^o»^; 



xarantvo) 20622 

z;L«;a?ü> 1841 
f<ik»»CC^ yiXtag 9u 

xaray^Aaaroff 200 18 
t^A^Cü^nVyi x^ 2016 



yf /Mj}v 8628 
J17 1876 

(J'oder/) ovy89i 128i7 15224 15524 
17725 1 9814 2047 20719 

rA\^ änog>aiva} 909 938 

ix<palvü} 7920 

imoipaivw 10218 1246 

6n),6vi} 19725 

ävaxaXintio 180 s 

ixxalvnxw 79 19 

ixyv/ivow 167 18 

diaaaipioi 1289 
f<!]|^^ 70.TP ngoanog>aivofiai 8826 
röA^ ^vapy^f? 92 lo 9626 IO622 

11224 

<f?Aoc 1838 1853 2039 

ifjiifavi^g 201 2 

aa<piig 48 
f^\\^CO diadi/Aoc 2106 
f^A^ fZ^ yav€()OF 79 17828 

5^^ y«5c 19419 
f^IliA^ im<pdveia 113i6 

^so<puvHal 959 
f^d\Cu\^ naggrjala (sie) 148 16 
^f^\^ <Jij;Lo« 12822 18321 1974 

nQOÖrjkoQ 18722 

aac^cöC 1431 151 21 193 19 200i5 
ttgingendig 108? 



ifA^avdtg 1377 
diaipav^g 191s 
^avegog 210 1 
^vttpyjjc 134 11220 1168 
SiaQQTi^ lOii 1321 1988 
Ji/Aadj} 14217 192 1 
örjfioalq 657 672 19322 
jMc r a na QQTiaiag 194 14 

UVi^^ {fiKo-)(neQioßai 125 19 

16722 

dnozdzTOfjtai 196 16 
f^i^oul^ arigijaig 12520 
rdllXo^ cjjro/ij 9415 

f^^\V, yAv9i7 2 16 9928 

f^fioJ&Q^ YVfivaoia 3i 

IM^^ ;ra^(!(ffav 1927 
T^V AQtfiv 18419 

jal^iOTOxA^wrco 107 1 

682 
r^ixsCa^^ xlonifial(og IO87 



«<lfiCLl^ yeroc 428 113 10 

avyyivBta 882 
f<boJ^^ A^ Travrora y^vi; 43 19 

navrotoc 521 61 429. 25 67? 8381 

navtoömog Os 

A^I^^ vjtoxi^efiai 2057 
Klli^A^ vTro^i?;»? 106 16 19588 
t^ kXxvw 15518 

f^al^ XBngog 104 11 190«. 96 192 1« 
f^^l^JI clQxz^og 120 13 
i^j!^^ ngoTQ^nat 11221 

T<"A***^\^ ygofifiatixog 129 

18028 

reilAaSAi^ i;.eV«? 1004 



Stadien zu Eufiebs Theophanie. 



17* 



r^Äly»l\^ &QToq 1056 

*^J^\^>M tptjla^aofjiai 116? 
f^X^^^ix» f<d dvag>^g 99? 
^dx]^^ a^ij 132 

f< CsaT .a^ odißa 314. 20 46 5 12 

oofßavixog 620 
*^^*«-ö^ howtioq 106 18 

^^^*\^ r<-i.l dawßarog 46 5 10 

118 156 11420 
ft ^l*nr ■ O^ awiJLuxucot; 100 1 

r^a.l (sie) agxzoq 176 18 
f<lna.i iMvTa 176 17 



•JAS.l ^<0 6424. 26 654. 18. 26 662. 4. 
9. 15 672 

dno^w 676 
xaxaBvo) 7726 
T^TJr^ iJLä oio.i dv&Qwno^vtiw 

6624 

dv&Qmnoxzoviw 66 18 

Ethpe. dvofiai 65 ii. 28. 24 666. 12 
o<pdxtofiai, o^d^Oßcu 656 6622 
a^ayid^o/iai 65 14 Ulis 
xad-ieQoofiai 111 28 

xzovla 6520 
r^ijo.i ^a/a 436 449 66i4 924 17524 

dv/Moc 111 22 18225 

atpayiov 111 24 

a^ayi} 17521 

legelov 111 14. 15. 16 

ßov^valal 2087 
r^lOÄ\.i Käjca.i ßov&vala 65 19 
f<XJf^ »lä.l Käjo.i dv^Qomo^v- 
^ ala 669 674 928 
f^»s.TM Q^voiaaxriQiov 9126 142 16 

la.l dmycü 45 17 188 21 
dnayo) 1492 
fjvioxiof 47 

(Sia)xvßegvd(ü 5i6 88 127 13 10 
Texte u. Untersucbungen. N. F. VIII 



vofÄO&exiof 623 

V7ra/i/ xrjv olxovofjilav IIO24 

r^ysßwv 55 15 
la.lÄ^r^ ^Aawcö 6423 19226 

(jLexigxofAai 128 12 186 26 

(dva')ßi6(o 13626 19524 

noltxevoßai 101 16 
f^l3.1.20 Tjyefjidv 3 19 527 

xad^riyrjtriq 187 18 
Aa.i f^laiJ^ navijycfiwv 28 821 

69 

ndvxa öioixwv 1859 
f^ta0.i nolixeia 6721 174i6 1979 

diaxQißti 992.6 10626 

XQonoq 86 18 
f^O«CUl3.l.ao otxovo/ila 620 

f^i=3.TSn l'()17^0C 9324 

A^ (xaxa')tpsv6o/jiai 1866 190i4 

dmaxiofiai 1867 
A^ie« rdi ezAjydjyff 1753 
T<lX\j V'fvcfjyV 1872 
r^OiAl\j \pev6oQ 174 12 

KlaOQ.i x(>vao? 136 IOO4 

KaO.I ad^kioq 15426 

f<l\^.l 01; (pmvdiv 70 18 

f^ix^o.i roTio? 6 16 7524 959 96 18 
X<Sgoqt X^Q^ 728 156. 11 44 19 9384 

1771 17914 
IxBQoq 150 20. 24 

T^C /M^(>f« 682 

r^OUAO.ls pfcrra ßigoq 153 19 
f<1^0.ia TToi 908 

nov 64 18 
rd^O.li 77o2 6725 
r<!AOi A;&s ^«To x^9^Q 861* 
r<!AO.i 11%! £/( navra xonov 1866 
c^iv&O.l f^Ä\ijJr<3a;.Aa;fot;171ii 



18* 



GressmaniL 



26 



18317 
CD^O.l ^ avtlxa 86 10 8725 89 1 

92 u 9318 11121 18210 
nagaxQfjßa 44 u 
iv xa^(p 44 14 
Sfia 95 12 
^d»y 186a 

f^!x».l (tt^ 9428 
xivSwo^ 178? 
f<ljf<l^ f<!l*i StxaiattiJQta xgiaewg 

45 17 11324 

f^ciAf^ f<!l».n ^eov xp/aic 183 24. 

d'Slov &ixaio}xriQiov 17620 

dixauoxriQia ^sov 9428 
f^lX»! öixaaxriq 2016 

(vgL f^ÄuSD) 

V2I20 7r€(>i7coil<»y 118 159 
1^.1 yev^a 149io 
•Z«! naxiw 11625 
KlZiA.^liCA nazovfiivTi 1537 

f^.l (vgl. jijj.i)ec7roT(>^o/uail7624 

^.T a^^ 1176 

xarcmAiTTTO^ai 12820 

d^dia 5426 
f^ddjj.l a^^ccv 905 

930^0^ 11318 12919 

evXdßeia 1996 

J^oc 13520 
f^2iAjj.l r<li.l a^^ct;« 1132 19316 

atpoßtaq 209 18 
f^aAf^ iOLjJ.1 &€oaißsia 106 17 
1358 

»Boaeßijg 119i8 
v^CUli.*! f^mL»l.*|=> Ssioiöaißovi- 

axaxog 90 19 
r^l^i\& ^\jj«i (jfiaiAxZ/ioy'cclSdii 

KlJjuJi <poßeg6q 1139 
<p6ßriXQOv 11312 11419 



f<njj.i:» tpoßrfXQOV 19121 
•njJ.l änoxQhtto 42 16 (sie) 174 12 
f<!laA>9iS0 dnoxQonatov 112 is 

f^a»*i 6ai/jiov€g 436 449 8611 

daifiovixog 448 

;rvev^ara? 91 21 
t<1kX».1 vyf^ 6aiiAov&vxtq 875 

KlsDlO^ «^<X».*|^eyaAoJa^oyec76i8 

ooLi o^£ro^ 4215 8724 985 1246 
1755 18520 1898 20385 

^^^oqjLs aipwv avxt»v 42 11. 17 442 

^.1 dif 38 IO21 106 19 1065 12510 
19110 
ö^xa 1518 
6h aga 1786 
yhoi 1757 
y« jt£j}v 9621 
yig 922 101 14 
yovv8725 

f<^.l »a^a(»oc 37 6584 9l8i lOOis 
1308 17885 1837 
xa&agevm 19625 
asfjtvoi: IOO2 14816 1779 1868 19080 

19581 
yv^aiog 137 8 
axigaioq 20081 

0)^10$ 9388 

f^A.l K^ ffver/yoc 111 80 

iuf<l&:i xa^a(»a)€ 9188 
yvtjaiwq 167 18 
j ayvdi»? 1759 
! OXOQ 17918 

I |A.*| xa&aiga 135 104 18 
' xa^agl^at 19086 192 16 

Ethpa. {dnO')xtt^algofjUU 134 17 * 

17526 
f^d\flU^.l yVJ7<7iOg 210 18 

iyxgdxeia 1797 
f^iuA.ii\(a;ro-W^a(>aicl348ol907 



Studien zu Eusebs Theophanie. 



19* 



TÄ.id\r^ (xvrifAoveiw 7624 

fiifjLVTifjiai 20221 

Af. ßvrifiovBvo» 1758 198 17 
KllT^O.l ßvi^iJLti 9218 

r^iA.l aggriv 425 432 44 18 

f^i*A.l XriTtxoq {dgi&fiw) 175 16 

ngoxBiQoq 185 12 
AUf^Lai TlQO^VfJKog 13425 18818 

20718 2088 
ivoifAwq 1932 
^(fölwq 1802 206 13 

fVjrf(>a;g 20624 

f<0\AiAl.*| ngoxBiQoq 12424 
^aarcivrf 883 

^^^.l dgxrtto 154 

K^.l al/ua 6625 924 17522 18126 

fpovog? 65 1 
Kt»l f<^.l avai/zoq 9124 

»sn.l imoTvnoofjLai 12 16 

fJLOQtpOiX) 425 

r£XfialQO/jtai 196 19 
f<^:i? dvaxQOvofiai 1026 
»:n.ld\f^ £0/;^a 60 1 1073 

dnofiifiboixai 176i 
f^^.l ofJLOioq 993. 16 125 13 1426 
1782 1829 19516 199 1 

f^;tfoc 12817 19126 19923 2042 2064 
2082 

?<Jog 19412 

naganlriaioq 43 14 1775 204 16 

ifnpegijq 176 13 

TOtovTorgonoq 177 17 

xaraAAi^Ao^ 101 8 

ngoaq>vriq 13i8 

ai;vyrfos 20725 

Äavrüig TTov 180 14 
f<^.l Kla dvofJLOioq 922 10 19 
^Cnli.l Klxa» 6fiot07id&€ia 10212 
^r<l».l f/;eoTö;5 10126 1058 182 18 
20414 20512 



TcdvTwq Ttov 20421 
f^^QM.i f/xcJv 7i3 1008 1289 12912 

dneixoviafia 176 is 

eZcfo? 13 18 43 19 96 13 1896 

/d^a 520 18184 

ßogfpi] 12 14 433 

nagaÖHyf&a 12928 

imoöeiy/ia 1923 

IVrfe/fiff 203 1 

XBXfxrigiov 1798 

iSo/Jtol(oaiq 17526 
f^(i\0».<t ^ ^g elx6zQ}v 1137 
f^Ol<\M.ia OfAOltOq 36 10118 10522 
11013 17517 

ola 525 622 97 IO18 17910 

d/^jyv 16714 
r^O\CISO:V KÜ.I &fiog<poq 4i8 824 
12 13 

avcv elxoTwv 536 
KiX-Ai.l f^i^QM.l 6fjLOiond&Bia 

100 10 
r^mOSO.i ^oal^ nolvßogtpoq 5 17 
f<i»li T/^a/ 17818 

lJ».lÄ\«^^ai;jMago^ß4 3i3 12ii 179i6 
1873 

aTto&avfidl^a} 223 1288 

ixTcXi^tTo/jLai 19619 204 14 

V7t6gexnXi]Tro/jiai 2i6 3i6 

xaTtmXi^TOfiai 197 14 
f^d\lCeo.i^ ^aC^a 2 19 87 18 945 
1016 10216 10520 20410 

nagdÖoSov 1535 

hcnXri^tq 19428 

TBgaxela 180 26 

d-avßatovgyia 1873 

^avfiaaxoq 184 19 203 11 

1508 _ 

iJld\f^ xad-vnoxglvofjiai 19521 
r^d)Ai*i.ld>M3 xad' vnoxgiciv 

19525 

jaJ.1 ;.cf/u7io> 12616 

2** 



20* 



GressmaDn. 



imXdfiTiQ) 129 15 
innpalvofjiat 76 17 
Af. ixXdßnü} 210 14 

xaxalufjLTiQ) 90 17 11226 (sie) 

(paiÖQvvü) 134 

xaxavyaCfO) 97 16 
f^SuJ.! MxXafjiiptq 76 10 
imtpaveia 130 16 
^oAa/ 44 1 

K^ciAf^ KSüJ.l ^eotfdveia 130 12 
f<lU.T» oyaroAiJ 120 10 1258 
?a>$ 884 12515 

dviaxovxog 97 13 
^r^SuuJ.i ^va(>y}7? 200 le | 

dgidnXfoq 108? | 

^^.1 oßkvvvfiai 7617 926 1 

dnoaßhvvfxai 167 19 
^/^.l KlA daß^azog 15 12 

%AAlr^ xaraXafjtßdvo) 1165.8 1419 I 

151 19. 22 

%/vTlioO KlX a/$aro? 623 

dye<pixzog 323 
\ A^. ,<lX ^in.i dßatog 15313 

\ 
r^^COfkl.l&Cn xaxd),rmng Gi4 

^.liic^ /jLeksxdofiai 1133 
avvaaxtofjiai 97 11 

r^OQO ;fai iMiJi' 60 1 194 15 

(vgl. lA) 
f^ca.i öxsj onoxs 975 98? 
f^CD rd\ ov; 116 652 1833 

ig ov/M 17422 
>A f^OD rdXecp'otV; 17615 18320 

ov//; 18324 



KlasOQ &v&og 61 
/?Acf<yr^ll46 

f<ll&^^ avlkaßri 7u 

KlJCOQ^^ ^f^a>V 965 1784 

re^CU.iCD iÖKoxng 12821 129? 176i4 
18917 
iyA/^£OS 2077 
r^^O^^CU.lCO lötojxela 135 11 

k:».1CO /m^Ao« 9i2 11 1 1216 42iB 

v^OCD ylvofiai 5319 96 11 115» 
19011. 16 

yiveaig 53 17 

Ögdofiai 208 18 

inixeliofiai 208 1 

ivegyiofiai 197 14 

neigdofiai 1919 

Jtayw 1029 

dtaxi&Sfiai 9425 

öidxetfiai 176 14 

/utvcü 188 12 

a£(>6ai 19525 

(p^QOfiai 1928 

ngoaexto 1815 

ngolaxrißi 203 16 

iwndgxfo 4i4 
.1 f^OOQ o^ffO»" 10726 

^Q^ f^OCP avvufii, ovYylvofJtai 
17920 1889 
I avvöiaxglßat 106 14 

r^.lOQ r^oOQ TiQolaxrißi 12 10 
1 f^OOQ yewrj^eig 29 
', yfWiyTO? 5825 
I f<lO0Qytv6ais58l7. 2l64l8 999l0l2 

89 

^l«cp fZrce 7 10 13626 208a 
. l';rfiTa 81 1154 2068 
xoxe 10115. 16 11528 188 11 
ovxwg 65 16 
^*l*co p9 i^ ixeivov 878 881 



Studien zu Eusebs Theophanie. 



21'* 



^.VOQ tOVS 7524 13018 

Kli^aCD v€(ig 65 14 7523 9926 
Ug6v 44 10. 20 7522 95 14. 17 
difiiQCjfia 7625 

KlLoQ vAi7 3iö 44 432 

^O^OQ waavTiügUA 12i5(sic) 135 
87 s 
ofxolwg 9 11 

JLl&cd oiv 67 10l8 898 17428 
yovv 221 1144 1168 17717.28 
fjyow 1309 

To/wv 1156 1792 1861 2036 
Toiyagovv IOO22 20724 
aga 108 10 

dij 6415 17819 18311 18916 
Sfjxa 119 111 16 1374 1967 
6^ ovv 4326 I8815 2CO11 20216 
y^o«87i8 
ye fi^v 43 11 

fjl^V 10726 12422 19828 

fjthv JjJ 5515 57i5 11517 1842 

fjihv oiv 19923 

ydp 15324 I8O15 18219 

Ktl&cn ovtio 113. 9 13 1 6626 12817 
1374 1786 

ovtw S^ 11 14 1220 
^d€ 425 11126 

<LS6 nrj lOii 887 952 111 25 12520 

(o6i Tiioq 1758 

xavxxi 3 14 100 13 180 12 19522 

xaviy zot 138 101 26 1029 

ravry tt?/ 9926 102 12 

TOiOvrog 5824 17421 181 1 l832i 

1845 
toiooös 220 1875 
(üaavrwg 2097 
afitiyintj 89 
6/s roaotTOv 9525 
.1 KtlAOQ c5? 881 9525 1172 

10128 



^f^i.^gp r<!l&CD xoaovToi 12 17 
(vgl. Ak rdicp) 

Acm inixeiva 317.22 58 614 7 12 
109.18 13i4 156.10 44ii 45ii 
6417 905 1174 

A^ »M AcqX in^xsiva X(Sv oXwv 
U 68 
foi^p 190 2 

AloD ^eoXoyiw 39 
vAcD /9a<J/g(ü 1504 

diaxQißio 14225 
r^i^ilXcD nogeia 105 1 

>=»CDr^ oAty(ü()^(tf 1869 

hölSmui 20926 

ovyx(OQ60fJLat 195 16 

nageiöov 798. 9 1088 
f^o\AliSQcnCQ avyxfogrjatg 1965 

19511^20928 (sie) 
r^oiciaoQ ^poig 4222 43 18 449 64 10 

»JOOf^ dvlvflpii 1069 
KliCD rocovTO^ 181 12 
Aa r<!JOQ Toaouros 13? 8820 8922 
943. 11 9524 1788. 20 

XTjXtxovxoq 12911 204 10 

xoSe x6 {avn')nav 33. 19 45 5 11 

(vgl. röoi^) 
ciai^ KllOQ xoaovxov 1806 2088 

f /C (^;r2) ToaovTOv 44 18 6423 177 13 
17818 
Jla:i KlSOQ o rjfioiv OQixriQ 1842 

6 TifxixfQoq 93 18 
^.1 aico ^äUov 6^ 18518 18918 

xovziaxL 142 12 

rfi/Aacfjf 14913 
x/\Caco OL fjiiv 883 

I v^OQ öiaaxQtffw 11 13 



22* Greflsmann. 



^^^äCD didaxQOfpoq 19022 

Af. 6iaatQ^<p(o 196 s 

avaaxgitpm 4 17 

dvargaTcw 19124 

nagarghtct) 45 15 

v^CD^f^ dunginofiai 134 ii 

xalivSiofiai 113i» 18922 
f^AÄoaea ;«irra<7T(>o^}7' 44 16 

6ia<nQ0<pTi 1906 
f<!l^!^oaM anoxQonaiov 111 le 



cSpa Uli 13618 

^^()6 14815 

fvAoyoc 1918 19718 
f^AxA^a slxoTüfi 20622 208i6 

ewAo/öic 18825 
f^iulo KlA aronoff 195 le 
r^&vAos Kli arojroc 191? 195 12 
1965 

nagdloyoQ IO82 2048 
OUf^\o ev).6ywQ 20526 



ivxlaxQOipoq 191 15 ' ^\ dm/inoldt» 179i9 

_dvttXQenxix6g 182i6 | Kliat /(joVo? 525 13s 94i3 18l8 

caaLälio »OQOUa ^jco int- ' ^«^'po'c 935 
oxinxofiai nag' i,uavx<S 954 j ^^^^ 96 16 

J^lcolVo,? 978. 13 lllJ ! pia^ora' 128 104i6 19623 

^. . Tor^ 61. 2 10411. 12 

ftl^lOQ ^vrai>^« 520 | ^^^^ ^^ ^ ^^^^^ 

. t . . . ^19 5fCfÄ ^^«C 8812 96l2 

^coio KlÄlOQ cid. ;r^^.rae 6720 ^^ ^ ^„,^ ^^^.^.^^.^ ^^^^ 

pi»x\ rf^lCO ^vl^^vcJ. ^«ra. 884 I \,^_ ^ ^.^^ ^.^ ^ ^^^^ 
*<^A*f^ KCaico 0,66 IWa 101 18 Ss 102 12 

kC^ICD ^ iVa^v 1146. 8. 9 13521 ' f<!ls9\ oooa rdw 1256 2092 

iyxsi^ev 19115 jraAai? 126 10 

«iJro'a». 1969 I ,^^ ^j^^ ^^^ ^^^^ a^^ ^Qg^3 

relr^OQ vi;v 6510 886 105i6 174i5 ^^ ^^^ ;ravt(Jc 818. 26 

-'"^o" '!?-'' on« '«V 4120 5317. 18 

«pn32lll0l2 20614 ,/c «W 818 15022 

codxÄO.i pao rilx-oQ .^d^ ;rai ^^ ^^^ ^^^^ ^ ^^^^ 

«Vro Toö viv 12924 1 \, c , < 
r<ls\ nuia v^' kvl xatgtp 8621 

^ , ,, ,^ , , . I *sa\ rÄUi ßjraf 136u 2022 

O dza 44i6 93i2 (vgl. 025 114i6 ; ^^.. % t . 

rdo «';.;.« 17418 ; »^^ ^^ r* ^f ^*^'»'^»^ 15017 

rj 1834. 6 I f^lÄ^\ f<'-l3\ Trpoc /9pffX«5 IIO25 

ot^Z dt 17512 I XQ^^^^ '^^^^ 106 14 
ovd/-' yf ISO 21 nagaxgfjfJta^ 1157 

reÄo ;f()r; 11 10 1221 42 IG ■ »^^^ -^^ ^P^? ß9^y.^ 1156 

(fcr 2i7 7911 8S25 986 rrtaab.\ K!l3l3 iv o?Jy(p 182io 

Tigoa^xH 35 9226 I 20521 

u\ioq U4i6 ^v ßQOtyM 7,Qoyt? 1296 20522 



Stadien zn Eosebs Theophanie. 



23* 



liaxQOv 8811 

ek ßaxQov aiwva 1825 

XQOVOV 444 

{noxB) 14917 2082B 
reljijjf^ KÜslX aXXoxe 194 1 

alkioq 1320 
f<lla\.l itQoaxaiQoq 86 189 1 
f^d\f<lil^^ f^&>lä\;roX;La;^£(1497 

«l\ XQn 12i7 7825 10720 I8O15 
<fer 3 1 180 10 18515 
TCQinwv lli 19i4 1076 119«a 
fv^oyov 102 1 
ehcoQ 9622 

TtQoa^xBi IO611 12521 2107 
hcaiiwq 12426 

Ji.l\ Kll dd^eofiOQ 11626 
f^ciAKlX ji.i\ ^eoTCQmriq 157 
f<SQ.i\ edasßii 8688 
f<SB.iis slxoTfog 13512 
^f<Sa.l\ fvAoy«'? 1258 
f<3cu.i\ fiaeßfiq 17622. 24 

Kl0Q\ afiuyog I8819 206u 
fvayj}c 48 
YvfjaiOQ 1 78 26 

r^ca\ doipaXriq 79 10 

f^^O\ /aiWa 6721 

f^O\ itpoöiov 4422 

^\ o:rA/;€e> 1136 

^pecTToi 968 

Ethpa. ;fa^o;r>l/So^ox 6726 
nagazaTrofiai 1795 
f<lU\ oTiAov 967 

honXoq 681 



•^^\dlf^ <PqIxtw 183 15 

xora^rAi^rra; 1054 
f^ft\^0\:i (pQixtoq 15410 
f^i\^0\ Kli.1 a^o/9oc 1132 

dxlvrjzoQ 92 17 
r^<&\OaL&^t=3Q X/V]7<T<C 9026 
f^^r^\ f<l\.i dnXdaxioq 9122 
f^&uiajj\:i fpoivixovq 2017 

r^\ xaxayofvt^ofiai 11420 115 le 

afpoT^a» 185 17 

negletfu 2054 

Siigxofiai 107 19 

axgaxtfyio) 96 17 
f^\ t^p v;rf(>vixcra) 65 

Ethpe. vixdoßai 1114 1148 
f^.l|M f<l\ a^Ä^off 1825 
f^^CL&\ v/jn; Hill 1168 

vunjt^Qia 9322 

htivixioq 224 119 16 

ßgaßBiov 19128 2108 

feafrAov 4518 17624 

xaxoQ&wfia 1808 188 25 201 1 

xaxogd'waiq 20324 

ja1\ ^a/v€e> 6626 

f^EiÄ\ (j^xric 10012 1022 

avyij 9715 

fiagfjtagyyrj 154 
l.:»\ aJai (sie) 179 15 

Ethpe. «do^tti 100 20 
f^Sn\ ydij IOO18 
r^^ica\ ^'dif 439 10085 
^\ ^\ noixlXoq 1225 
^\ A^.l navxoloq 134i9 

l^\f^ inixifiva} 67 1 

f^a^\ ^ixpdc 8919 11318 18024 

19125 

;ff/(>a*v 100 11 
ßgaxvq 175 15 
Tv^oJv 12919 19326 20919 



24^ 



Gressmann. 



•^'«Ä^^ >^ xaxh fiigoq 2066 
iniXeiipii fu i XQOvoq'i 7Si9 

«a» f<»a« OCD iaak.\ imXdtpn 

fiB x6 itüv fj/iigag ft^xog 9625 

Aoa\f^ azavgooftai 19128 194 lo 
f^ÄAO% azavpog 10522 1922 
f^(0«O&*ii% ävaoxavQooßai 11426 

•9^1% xaxaoTtilQio 20326 
xataßaXXo/itu 8322 
Etbpe. xaxaantlgoßai 174 16 182 12 
xaxaßaXXoßai 9625 
f^ü.1% anoQog 167 13 
_0ntgfjLaxix6q 5i 

KC&KI» i(>/«^ (sie) 15426 

»fikr<Sü ^^Ä/5 17617 

•AAff^ ttona^Ofiat 174i2 179ii 1868 
SgiyviofAttt, Sg^yofiai 18425 196 iß 
axigyof 196 11 
dyandü) 1994 
daxim 179 u 

«ajJfin W^.o$ 4 12 882 
dyanijxoQ 204 n 

T05 19Ci8 
f<A*Aii y/;.oc, fplXxaxog 604 7724 

798 1837 1869 1892 190i6 
iuKl=UAM «ycfTrjyro? 18b 22 

f ^int a ^n gT/Aoriy^^? 9412 
KlaOjj ^.a/a 422 Uli 

did&eaig 38 17826 200 16 

o/ioVoia 9628 

fpQ;^ 5124 

//(Jon} 9<Jis 
tm^vfiia 19617 

Al>l Ötag)&£i()<o 149 1 



imvifjio/iai 150 18 
oTioXXvfu 16716 
Aa» ^50 ngoSuiq>^igm (de) 44 2S 
K^littSO KLi ididip^oQoq 110« 
I Ethpa. ip^dgoiAai 106s 

Sta^elgofiai 1(^21 2109 
dndXXvßai 53 19 
nagiifiai 111 20 
dg>avi^Ofiai 101 12 
; f^Äi ^o(>a 107s. ss 113« 
j c^AaCU» 9^^opa 4418 150i4 
dg>aviafi6g 150» 15290 
ooo* f^isajja Xvfiaivofiai IO84 
I rölatueo JActj/V 11310 

JAi^(»<OC 9096 

oAAvvre; 5925 
KliA^i.1 c^A\n\nta*in fpgevoßXd- 

ßsia 44 13 
f^lIAjjica y^^proff 44 5i 611 
_ SkXvfievoi 5995 

^lajj^r^ dnoxviw 42 19 4390 

f^iau» kafpoe (sie) 1778 
r^d\oi=ijj kaxp/a 194i8 

Jrruj avyxXsLc» 1284 

nsQißdXho 1291 194s 
JE=u>^f^ noXiogxiofiai 15291 

dnoxXdofiai 101 18 

^^ JCUlO\r^ OVfJLTloXlOQXtOflUl 

15417 
f^iZ.aaLjj ^vAaxi7 1929 19321 
deofimxr^Qiov 1919 
noXtogxla 151 19 203 15 
f^ftUA.T-S^.l KSjLOnjj noXiogxia 

8615 
r< ^i\ jU> tifjtevog 226 
dXaoq 7522 

f^i«^^ Jt^i'Ao? 196 28 

.14» ri? 2088 

.UJ .IJJ exaaxog 204 17 



Studien zu Eusebs Theophanie. 



25* 



.IJJ.I .UJ xazdXXtjXoi 9418 
fÄJAS xatä to avTO 132 879 
r^iua.l ^fifpvXioq 20919 
(f^Uflttjj) r^snh. .uj noXXov det 3ii 
17418 18310 18524 
f^^Ti ys 9284 1898 1904 
T^iU» ;ifa/p(ü 9928 
ftuKl.!»» äaiiiv(»q 188 14 
Kl.*!*! axigvov 9ii 12 15 

1.1U nzQiXanßdvfo 11? 

Tteg/ßoXog 1505 

igavl^ofiai 180 17 

fistattio) 19624 
r^*.*U> xvxXoQ} 10418 
f^.lOjj ncgioöog 93 14 104 17 

d\^U> dvaveoofjiai 946 

Ethpa. vfago^a« 8926 
f^d\.UJ v^oc 76 11 1754.6. 1812.26 
OUr^d\:U> xaivoxBQOq 9886 

apri 11511 
f^d\.iajj dvaviataiq 945 14928 152i7 

»Ojj ^a/vu) 1086. 10 1118 

dnofpalvta 11083 204 1 

ixtpalvo) 9886 

iß<paiva} 205 18 

imoipalvQ} 198 la 

Sslxw/u 9517 976 10018 llOis 131 1 
19319 

dnoÖElxwfii 11423 1155 

iniöelxwni 1321 8985 978 102 16 
1138 1289 18118 

xaxaSiixwfu 446 

vnoöeixvv/jii 102 18 

naQlazTjfxi 1014 125a 1798 208i3 

avviaxrifu 978 

JjyAocö 1509 19915 

nag 6X0} 200 17 

V7r£<^i 992 

Xoyti^ofiai'^ 17528 
COXJSÜ »C\jj ifjiavxov <faiv(o 99 ii 

1117 11520 



i/jiavx6v dno<palv(o 10725 
ifiavxov öeixwßi 9926 
Ttgoanoiiofiai 19521.24 
K^M^fiOf^ia »Ojj axtjf4axi^0fiai 
19521 
Ethpa. djtoSeixvvßai 1254 
bgdofiai'^ 97 1 
f<!l»ajjfiO elarjytixijg 1847 
nagaaxaxtxog 2046 

f^iuOjjdl «Jeiy/ua 768 89 19 10421 
13017 1509 
nagdöetyfjia 74. i8 
imoöeiyfjta 1028 
dnoösiSiQ 48 536 88 13 92 lo 96 26 

10681 1789 19721 
eVcfftfic 1118 20926 
^;r/(ff/f£5 2089 
I nagdaxaaig Uli 
! xtxfiriQiov 200x6 
cifjtßoXov 12912 2025 

f^OUOuÄi f<ll.iaVa;rorffi;fTOc208i2 

f<iaw o^Jiff 17618 

•ajj laAcE»^ 2098 
aKSü f<li di^xxTjXoq 1825 
Ethpe. OipXiaxdvfov 9i4 

OffBlXofXBVOq 1026 19 14 11923 

Ethpa. xaxaxglvofiai 657 

•ttU» (fsiöofiai 1872 
f<lfioauJ Kl\ dtpeidtiq 797 
K^lfiDOjj (sie) <^f/(fQ> 0424 

^JJ ava<piyy(o 5ii 

Tu opaoi 20110 
dipogao) 2078 
7igooex(o 1978 
ifjißXina} 1747 
ngoofiXinw 185 19 
oxonio) 110 12 

^OA TJJ W^O? ^AtTTCÖ 87 

AäA Tjj avcei ^Aen:ü) 1178 



26* 



GreBsmann. 



a**A^l lAi \ 18319 ! 

Tm Kli dnsTöov 124* 

r^U> oQci(o 4ii 1016 lllio 13519 204i9 
d^pOQaoi 155 19 
xa&oQaw 1906 
awogacü 20784 

€Zdov7i2 9285112S0 18224 1876 191i 
avveUov 936 124« 17921 

^£WQi<0 19714 

^edofjiai 7626 8920 90i4 1169 1328 

1969 208 1 
oxhnofjtai 176? 18422 
naQaXa/ißdvw 15020 
owadat? 1926 
evgiaxw'^ 2076 

•^i*» (sie) ^.in TtQO^BWQ^Q} 15384 

f^U»l inojitrjg 11526 | 

Ethpe. ogdofiai 2i8 3i4 lOio 13io ! 

88 12 93 10 98 11 9923 102i5 1172 i 

19011 I 

^EiOQ^Ofiai 116? 20522 
(palvofjLai 5825 878 92 is 976 107ii I 

1246 13011 13519 1792 1818 * 

18525 1965 202i 
dvafpaivoßai I8O20 
dnotpalvofiai 129 11 
6ia(paivofiün 968 
xazatpalvofiai 4? 
<pavxdL,ofjLai 19020 
doxsl 19221 
dnoöslxwfiat 95 11 13621 177? 

1817 1844 19628 
i;;rodf/xv{;/e/a£ (sicj 111 5 
öianQsnriq 2106 

v^UlOCO f^Vl doQazoq 3is. 15 56 
74.11 1115 926 1176 1839 
dfpavrjq ll8 13io 19i3 439 9222 
93i2 96i9 985 1246 
«^U> avxonrrjQ 181 21 19824 

i^OQoq 9422 
f^laUiaCO ogatog 11 IS 5123 5Sl5.23 
175i 



f<bU» fJiOQ<p^ 13 18 
Twroc 43 a 
&Qa 819 

f^OUi f<l.l dvfideog 4 18 5 18 884 
«<10U> ^fa;()/a 79 19 

r^dlU» ov'/c 36 894 92i8 11284 ISOii 
13510 
»ia 116 1 

&€(OQla 9228 106 21 
^rf^a 7621 
dvdßXexpig 1908 
ra ßlenxixd 104 16 
adroxpia 1168 
naQovaia 183 17 

f^U> avc 17618 
f^OQ^^ dfjinkdxrifia 1379 
«^\a» afjtaQXQiXoq 198 is 

« ^\* » dccrp^iecga» 154 18 

aVa(>;rog(u 193 2S 

v^a();ra^a> 16721 

Siaandoßai 6721 

iniondofÄai 19421 
r^Sio2^ i;p;ra{ 15421 
f^&o!^ apwayif 44 18 1147 



f^uj gacti 1028 11324 I8820 
Af. ^(aoo) 1224 

xpvyow 825 

acJgo» 998 

^yf/pai 19026 192i6 

dva^wTtv^ito 98 1 11326 
1^ .T^ (hi) gcSv 78i 8821 
f^üj &ua ^v gc3a<v 20626 
r<l'uj ^wi^ 45 16 94 18 
*<lä^ Klüj evZ<ola 447 

Tvyxdvwv 1027 
f^d\CUjJ ^»}p 4320 79ii 9l2 115s 
d^tjpiov IOO19 
xvioöaXov 43 19 
gcuov 17521 



Stadien zu Eosebs Theophanie. 



27* 



^QifiSfjQ 45 16 89 19 101 1 
;a»i7 92 12 

ft ^\lMr^ ^(OOTtOlOg 1158. 88 
11022 

f^JJJJ dvvafiiQ 19l8 1058 175i8 

ßivoq 2049 

azQatonedov 97 2o 
coaa*> vyr^ ;fara övvafjLiv 52* 

e^ dvvafjtiv 529 

^IC 326 46 
f^(ä«alAA9 argatonedov 8928 15221 
axQfxxia 55 16 

yiXwv 19 11 
f<llftuAjj ^ttJ^iy 94 17 

f^i^OlMüMJ Svvafjug 96 12 
dvvaareia 1135 
(vgl. ITD und Ä-t) 

yi^MQSf^ aoffxixeQoq 176 15 
f^iCQ&jj aoy/a 1758 179 u 

(piXoaotptay (piXoaoipoq 94 12 97 lo 
19615 
r^h^SnhM kA.1 ifjLovaoq 526 
#S n*ku A^a TravaoVcc? 4? 5 12 

(vgl. rds^) 
r^S^Ä^M ao(p6g 55 1 181 6 

IfAipQWV 9 14 

Aoy^o/rarog 1757. 17 
CVaK^SOa^jj ao<pwq 10 25 
iix<pvwq 186 25 

f<ljJ t^fvc 2019 
Ktlu xpdfifxog 70 18 

IIa» ^cüAevco 4 19 
vnoövvQf 10420 
im^QXOfxai 45 
Pa. ifjL(pio),svii} 435 



■ \' *> filyvvfjii 69 

xara/Älyw/Äi 48i 

avfiTcXixat 611 
4^|luoif^ avßnXixio 45 
f^a^Oi» ^rf<c 13 18 

inifAi^la 1025 209i2 

rdi\\ajj reA.1 2^/;froe 67 19 

r^O^OjJjj yXvxaivw 584 

^jaijJr^ dxiofjiai 1248 
*<2attAjj vy/ijg 10481 

•sAjj ftstaßdkXu} 58 

e?iT<xaraAAaTTO/uai 29 94 19 
■ ^lUT . fjLtxaßdlXtü , fietaßoX^ 524 
IOO22 12512 17818 
^vaAAarro» 62 
fÄStdyw 9588 
ustaQQvd'iiltfi) 586 
Aluft\Z.v^ fiBxaßdkXofxai 656 93i6 
100 12 101 12 11624 1306 13420 

13622 

fAsBaQfji6t,oixaL 8724 
f<lsAjjaz. (xBxaßolri 7621 179i 

XQonri 56 (sie) 79 19 
aLu for^p 9028 11128 

air/ 0524 1869 
r^ixxSkl .sAjj dvxi^fvxog 111 14 19 
1374 

r^jiiu a^AiyriJc 20926 2104 
d^iaxevg 224 

r^aljj slfiagfiivfi 68 45 15 
'pAif^ &sgßaivü) 132 
f<^20*2dQjJ ^eQfjLog 421 
f^^aäOiSOjj.l QsQfJiog IO22 
r^Av^OM ^v^o/ 100 19 15424 197 15 
20915 

o()y»7 18517 

dyavdxxrfaig 154i9 

nagoSvvofiai 15421 



28* 



Gressmann. 



r^baA» ohog 659 196 12 
f^lÄAl f<lX.l dvoivia 94 16 

KlU» dxovTiXfo 9311 
titQwaxo) 17821 

f<äU> 'EXXrivixog 203 1. 9. 10 
jilAid\r^ dnonvlyw 167 18 
f^kaOlu dyxovn 89 18 
r^iuaCljjfitt ßgoxoQ 10521 
.TCmid\r^ dvsiöl^Ofiai 201 10 
^ittu» ßaaxalvüf 87 19 
K^äOOUi <y>^ovoc 2OO19 201 2 
"^aittAi kAi d(p^6vfOQ 10413 
^OadOjj I^OA^crc 11221 18524 

a;c()/| 1944 
r^^UfiOjj da<paXriq 15326 

ifiojj Xelno/iai 19125 

imXeinw 2035 

Pa. ötaXtfindvo} 13 17 
lAfiOjj Xeinofiai 106 is 

iXXeinwv 1553 
^ (vgl. K'.Slik) 

iottjj.-l ^.120 ra ^v arfpijaa 102 11 
r^iftlOtAimi UXsi\pi<: 322 

XQ^f^ai 185 10 
iJ&jJ xaXvTizQ} 15017 20324 

inioxtdl^w 11516 

läjJ dvOQVtZQ) 939 

CD^uj Aäte xara vcJrot; 2017 



f^^aSk*^jj dvalSeia, dvatSrjg 1549 

1916 
iuKläft^ dvaidwQ 1914 

rui iXsv&SQOw 10713 

(vgl. 13) 

»ViO^r^ öiazeivoßai 1912 
Kli^iu dfi<fiaßi^t7jaig 6O2 195 1 



K^UJ igr^ioq 149 12 

dytoatq 8614 
KlaiOjj ^(>jy^/a 679 76i2 94s 1493 

igrifiwaiq 14920 

oA£d(»ov 1419 

f<^l3TMfiO noXioQxrßf^q 76 18 

\TJJO\f^ xaxanslQOßai 2019 

Kl^Vi navovgyog 2(X)2i 

Kl&lOjj ax/u^ 9412 

niu op/^o; 15523 

^iaIjJ wQiaiJLhoq 525 

KlZ^ijJ ;ra>^og 70 18 

Ji-Tu /oi^retoi 18225 

Klz.ijj yojy? 1772. s. 4. 22 178 1. 8 

18126 1826 
;iAaVoc? 1748. 10. 14 
f^^OZ^iu yorixsla 438 178 iB 182 19 

T« neglegya 178 17 
r<!jC«Tjj.l yoijxtxoq 44 10 
I Klz^tJj yiSk ipaQ/jiaxtvq 180 is 
yorixsvot 1776 
JCjj ;ra<rx^ 79 11 100 13. u 101 22 15326 
f<lZJJ TTO^O? 42 15 442. 15 6418 101 1 
14224 1797 
ifjLita^q 42 17 
avfi^ogd 154 12 1554 

200 15 
KlXAi K^X.! e^jra^jfc 799 IOI22 

ITM 0VfJLiprj(piXQ> 17818 
avvagiB/jiiQ) 198 is 
vnoXoyl^Ofiat 5425 
Ethpe. <jvAAoy/5oA«a£ 205 19 
f<ÜAZ.Ojj xaxdXoyoq 198? 
Ethpa. Xoyit,onai 88 17 20322 208 n 
axinxofiai 19425 
Siavoio/iai 104 19 1826 20324 

2055 20910 
ivvoiof 182 1 



Stadien zu Eusebs Theophanie. 



29* 



imvoiü} 1827 
<PQOvi(a 1762. 8 18511 
ßovkevofjiai 7?. 9 
cfix!äll(o) »cdcOas jnzA)dif^ 
axhcxoßai nag* ifjtavr^ 895. 21 
im).oyliofiai ngbq i/xaviov 20824 
coz^kla .ax*)iif^ Aoy/go/[£a£ Trap' 

ißavt(p 43 17 
f^a&OA» Xoyiofjiog 127. 18 

To ßovXrj^iv 182 1 
r^A\ nTM*y | Xoyiofiög 42 11 
(pQovxtq 167 17 

*•***• XQVCtfJioq 110 24 
«a&Xjj Kli äxQfjazoQ 7622 
<MZjjd\T^ Xgaofiai 444 66 16 94 17 

996 IO623 IIO22 
f^ixjjLZjj XQV^^Q 88 7622 

XQV^^f^oq 5 15 
f<äjüt.Ojj ;f(>§(Tic 17720 

vyuir^ axon%<o 108 1 

r<l&axjj axoxoq 125 19 

axario^ 15 11 
f<l^XAi <j*OTia 12918 130 1 

axoTioQ 435 

f<!\AZjjfiO xlvSwv 1058 
ftllozjjfias xivSvpevQ) 5424 
r^OXjjfiO f^.i dxMwog 884 

188 21 
Aui^^r^ (JfAcago/Mai 128 19 
dur^duouj dxQißdiq 4i 1152 

188 22 19019 20514 
^OVJJ niaxoofjiat 181 22. 25 

XVQOtO 1952 

lOUJd^f^ naQQf^oia^ofAai 179i 
IaOUJ vn€Q^(pavog 113 18 

■ii yiff tioifJLoq 19211 
Auf^ity*) hxolfÄwq 12424 



.ax^ ^.in TtQOB^tvfiagCC^Q} 87 17 
Ethpa. nagaax6vd}^ofjtai 1134 
anov6aC,ofJiai 79 18 

r^dlOaj^ ;faViff 1372 154i8 
f^d\ <\na^n xexaQiafiivtoq 20028 
r^d\aaj^ .lasb. xf^Q^oiiai 20124 
^*^\ dyaBoq 6 18. 25 7 18 
T^dlOOLi^l «Va^off 13 16 
f^^aO^ fiaxuQioq 17628 

sdöalßwv 5124 52 10 

r(>25 svöalfjtwv 93 13 

•J^- -^«^ int(pfifii^(o 4222 
f^a^ ^P'yV»? 1819 19122 

■ ^"^\ ;fara /9i;^c5v 796 
ßv^iXofjiai 128? 
Pa. ^ara;^^!^^;/!!! 167 18 

r^MCDO^ yevoc 154 16 

>Oi-^ onxdw 1532s 1555 

r^lJ^ olfüvol 11 ii 

r^lO^ 5(>oc 1541 

Kll«^ Tri/Ao? 12i8 136 64i4 1028 
r^Ocn KllaJ^ nrjXoofjtai 1025 

f^lj^ nsQißoXoq 65 is 

y<^Qa%^ rcfy/ia 167 13 

rd^<$ 5421 
f^Ocn ff^QQ&j^ olxovofihOfiai 

10722 

■ ft^^^^ rarrctf 5128 
dtararroi 624 728 
cJvvraTrw 9525 1932 

r^bo^OJ^ dforafiC 10 10 

f<!scn.i3 ^i>aM.i r^Lle^iv 

XQvaogoipa (sie) SaiödXfioxa 2i6 

f<tl^ ofxßQnßa 8 18 



30* 



Greesmann. 



f^i\ natQ 221 66». i6 67 1 9420 
10423 IBOö 
öovXog 124 1. 7 
tJUig^r^ veaQog 8 18 

T n\\ dnoategiaf 18520. 21 

f^.:da^ftO0 fjtoXvvofjiat 101 21 1025 

Xgalvofjiai 1022 
f^f^SOJ^ ivayi^g 14822 
f^O\Of<^!^a^ fjLoXvafiog 134i7 

rdll2^ ßaaxavla 200 19 

.ai^ ^oAvva» 652 

f<!».l3 Äl^d\f^ fuai(povia 142i6 
tt^^l\ axa^agxoq 183 14 
rÖ3.l(3).l relaitOL) 1422114919 
röaxi ^Ä.aai\ j ''-'^tsis 

r^i^aai2^ ßiaofAoq 1028 134 17. 18 

14822 

Xv^QOv 9 24 
f<fifl2^ nhaXov 111 ib. 20 

ft^\\ TcXavdofiai 98 799. 10 18922 
1927 
Aay^ava» 1816 
f^k^ ;iAavoc I8S21 189 16 
K^iV)^ ^QA r/^ dyvosT] 6621 
■ ■^^1 KlSL^Ö^ nXavTfZBQ 7920 

ciozigeg 7920 
f^Si2^^ f^.1 f^c aAi^arov 200ia 
Af. nXavat» 17628 1927. 18 

anonXavato 188 10 

dnaTao/jLai 1768 

iSccTfazdop 16721 
f^^OA^ ;rAavf7 97 448 87 19 90i7. 90 

108 16 111 16 11626 1754 17928 

18214 
ffTcari? 4410 6416 
^AfiDiO& Aj9k.i f^d\CU^i^ noXv- 

nXoxog nXdvtj 11320 



f^rd;'.^^ f^caif^ f^h\eüA\ 

elSwXoXavgela 1828 
Ui^aj^ nXdpr^ 44 18 190 17 
andzTi 19028 
YOiizela? 91 1 

rdUi^^a »Aavocl74i7 175211772.4 
1816 1904 
nXdvfjreg 58 18 
dnaxewv 171 11 I8O18 I8821 189 16 

19017 
yojjtevfia'^ 1809 
f^A\ Ali^yy) a7rari7 188 10 
nXdvtj 17422 175« 

7*^\ dnoyevofiai 11 M 
f^ftcoaJ^ y€v<7«c 68 

^^ imxofuXm 10421 201 8 
»^Qp ^&J^ noXv<fOQi(a 167 15 

1672 2 

f^T,n\\ ijA/^iOff 95s 

.IT^ ^Aavycv 10412 192 16 
ajTfAaiW 1837 
dnoSitöxfo 91 8 
.l*l3^ ^{(Aavvo/uac 177 18 
Ethpe. iXavvoßui 94 10 
negieXavvoßai 210 10 
a^verAAaiTOiKai 92 16 
f^ülü^ dniXaaiQ 1908 

«^OVg TV(>awo( 15418 
TVQawlq 86 18 

f^T^ imxQvmoixtu 1918 

Pa. huxQVTtiio 198 18 
dnoxQvnxto 17882 

Ethpa. httxQvnxofiai 18696 
^r^lJL^aO tfxoTioc 1088 
f^^CUa^ adiToc 622 

f<:»Kl i7<h;C 17584 



Stadien zu Eusebs Theophanie. 

f^f<* KlX.1 iasßvoQ 13626 
r^cmf<!X r^f<l.i d^sonQemjg 106 23 

10722 

liQonQcnriq 922 

A*^i dfifißo/Äai 82 

Af. j^'ce^ 46 92 15 

KllaÖA SiuSoxii 428 



31" 



ft(>o€ yfyvofjiai 202? 
Pa. S^Qalvo) 136 
f ^Ttii ksQiipoQoq 105 1 

f^d\AJea2U.l f7(>0C 526 10 22 

f^iSUf^ ;|rf/(> 91 1 939 IOO24 
cn.i»r<£3 A' avxov 621 
cin»f^:s.l A' ov 7i Uli 17525 
A^ .*US 6ta ndvTODv 10 17 
fCno.Vf^^ OCO avvoxetQla 19420 
Ti^ co:i»r^ oujjox v<p* ifiamov 

noiio/i ai 20321 
f.lOf^ ofioXoyiw 2 19 35 44 19 8724 
9212 17419 17518 17925 18l8 

hßoXoyla 964 

dvofjLoXoyiofJiai 105 19 

awofÄoXoyio) 9380 184 10 

fia^Tv^io) 17924 
».lOf^ KÄ i^fivvfii 19718 
f^iu.loAl ofioXoyla 1256 197 15 
».loi\Z«f^ inayyiXXofjiai 95 28 IO82 

12424 17716.22 18716 

f^.-lOX. inayysXla 107i7. 26 (sie) 1298 

18625 
indyyeXfia 204 17 
vnoaxBOtq 128 18 13426 

«^.1* /tvoiaa^o» 76 43 16 174 16 1765 
180 2 
6iayiv(6ax(ü 1798 
ijtiyivwaxQf 125 18 126i6 
<n;yy*va5<jxa> 135 11 188 16 
o?da 69. 19 920 1762 17924. 25 
yvwQÜia} 825 90 11. 28 1807. 11 
iTÜatafiai 128 11 19428 



voim 12425 
(ppovdw*^ 176 14 
•^:|» ^.To npoytvioaxca 766 129 10 
Af. a^fialv(o 153 16 
«fj^Aoo» 15410 
delxw/Äi 11028 
Ethpe. yivwaxo/xai 958 107 10 1088 
17514 

yvwglC^ofxai 100 10 11426 1426 
voio/jiai 38 
inivoio/iai 9225 
iniaxoniw 93 1 
f<l3L*.l» irclarffiOQ 1528 154 16 
K^.!» f<A ^dj/Aoc 20711 
f<1^0.tft iniOTijfJiwv 228 17724 
yvaigifiog 106 11 1996 
(vgl. f^LäS) 
Kllix^O.lft imatii/jLwv 36 
vof()(J§ 92 13 15 19 11 130 1 
vorjzog 64 17 
r<!l^.l*OCO vorjtOQ 11 14 
f^i\^.*U yvö/d«? 6 18 76 18 1808 
inlyvcjaiQ 1259 
yvwQÜ^ot 904 
voTiaiq 53 18 
imaxiifxrj 180 20 
htiaxfifiovtxoq 79 18 
SidaaxaXia 94 14 
xardpS-wfjLa'^ 129 11 
f^di\^.l* f<lX ayvoia 12520 
v^OCO^^iSO f<iOh.:|* ngoyvwaiq 

765 
f^oolr^:! r^&\^.*U ^fov yvwaiq 
12914 18323 
>^a>(7i( n:^^( ^fo'y 141 1 
^eoyvcDoia 11225 
f^d\.l^^.l r^io^.!* evcißeia*^ 1779 

f<l^.%Sa fOV^ 3 13 74.11 11 2 127 
5422 9 224 

scoa nag^w 2 20 68 86. 19 13 18 9525 
108 10 125 1 
(f/d^Qi^< 91 22 



32* 



Gressmann. 



imdlömßi 207 18 
fiezadldcDfu 179 19 
nagadiövjßil 101 19 
xaraXelnw 179 16 
öiOQiofAai 79 18 104 13 
Xagl^Ofiai 104 16 19025 
dnovifjitif 9022 
ivzl&6f^ai 1979 
dvlrißi 79 16 
ngoUßai 18520 
inayyilXofAat 766 
•ruco* avyxex(ogjj/iivoq 196 16 

f^^ «seil* i;a;Ta d/(ktf;ii 9320 

KlsOj)^ aco* fiaxagt^at 187« 
f<lLiäa* scoLft (fffxac d/Jctfiea 19028 

fjisytaxov dyaBdv iSatg^aaro 822 
oraXJSÜ iSCO* ^/<ai/Toy7ra(>^;(a»100i7 
f^infi9 «aco* iXnidaq dvaQxdo) 

11221 

Ethpe. d/do/xttf 1889 
ngoßdXkofjtat 76ii 11226 
r^ixsCDO» XQ^f^<» 12818 

^A» ^M ^A» oarifAigai 8925 
^A>»aia xa^* ^/ua? 935 
•pcui^s oofj/iSQat 20922 

;fod' Tifiigav 154 19 
•jMA* Aila ^^' hxdazrjq rjfjtiga^ 

55 1325 
K!aSOCU vvv 6613 
r^MBOAf^la ^v ^A<£p? 12915 
f^loCU goavov 435 

K1.1UJLA fiovoyi vTjg 3i6 4i 7? 812. 21 
f^^AJJL* ^ovoyfv^Jj 6425 655 
ftuff^SuJL* Mitt>? 9 10 



li* dnoyevvdio 822 
:iA» ysyevvrifiivoQ 78 
Ethpe. tixx6fiavoq 101 22 
yeyewTißivoq 8i3 



ycyovcJ? 1522 

^VVTfff 8785 

Af. ysvvdw 3 18 
f^lL T'fVf ai^ 486 5i.6 4281 53s(8ic). s 

yevvfjfjia 7i8 98 11 10 (sie) 

&yovoc 17918 
r<!UJ^ r^lL 7raAiy/evf<;/a 11280 

11584 1164 

f^d\.lu f^ilL naXivipMal 948 
ndijj:i f^v^ ^ö'öyoVo^ 58 
f^iiaL ßg^tpOQ 15383 

yovifjiwtS Qog 155 16 
rt:»» ^«Aarra 5i9 79i6 129i 

niXayoq 130* 
f^deus xara ^aAorrav 788 



K^iaa* iföfiyvfu 1357 

inoßWfJLi 526. 8 
f^icsOOM oVxo« 18585 

ovvw/jiooia 190 14 

18584 

<^&>i\;i f^fteoQ» ^;riopx^) 17414 

18525 

f^ftuSnOIM neQiafJLfia 177 15. i9 

K^liaa« dfgia 9619 

i<lSa*i'\9 xara fjisarjßßgiav 120 18 

vnofida^ioq 15486 



.SkfioOf^ ngoarid^flfjn 125 16 189 17 
19782 1988 

imxL^tlfii 1351 

imöiöwfjii 672 

ngooxBifiai 1558 
f^&\Sifiood\ TtQoa^nxfi 2056. 9 
J&^ /ÄfQifjivda) 185 10 

.ICL* xalofiai 10186 155 18 
.10* KlX &xavaxoq 110 19 
Af. xaxaxaio) 178i7 

ixxalofjiat 15484 

ifjtni/JingTjfAi 1498 



Studien zu Eosebs Theophanie. 



33* 



6),oxavtiCfif 65 17 
(pQvyoi 136 
xaxal^m'} 29 19 
rdllloOi&O xavaxtxoq 13? 



ßagtOfJLai 1285 
f^i*!!* ßagvq 4 16 584 

oXxoq 42 18 
f^ipA* (poQXoq 129 18 
in* ri^ao) 2ii.86 36 15 ii 4226 43 13 
4410 7586 17413 17582 1889 192 18. 
ngoxiiiao} 198 16 
y€QaLQ(x} 157 19 lo 119i6 
f< Ü L ivr3 la« nQoufjidw 185 16 

TnCW TlQOTifJlOTeQOQ 100 8 

xlfjLioq 1143 
t^iflUf^ r/^jj 5181 125» 

9314 \ 
'SlOi^ » ^p ;roAi;;iAaafa^a> 16785 

f<3J^ /Z:^V 655. 10 

t^O\Tft xXriQOvofjLoq 14223 
f<ll^ia* xX^Qoq 723 

«ao\* olxdjv 683 
xaroixov^fvoc 153 13 
xad^iÖQVfUvoq 76 
Af. lÖQvofiai 904 
Ethpa. xavotxiofjiai 15225 



^«i 17410 
Tkiu ^aAa 186 24 

^aUov 68 1 

fidXiaxa 190 18 

TrAeov 9i3 922i 128ii 19423 

7rf()tTTdv 2039 
Aa ^a 1a OU ig anavxoq 10720 

7rf()i TioAAov 185 15 
» ^ P ^ i»Äu ;toAi; TrAt'ov 100 13 

10126 

noXv fJtakXov 11224 
Texte u. tlntersnchiingen. N. F. VIII 



ftuf^t*^ (AäXXov 188 14 
fxdXtaxa 90 lo 125 15 175 lo 207 ii 
dvayxaiatq 1135 

OUf^i*OU fCiO ov;u2 d^ fjLäXXov 

17683 

OUf^l^iu »^^ noXvfiäXXov I8811 

2021 
woAv ;r()orf()ov 196 14 
OT*0\» ^M i;f nsQiovalaq 1965 

20280 
liuS0 xqbIxxwv 388 5 s 5481 894 

946 9720 (sie) 10712 Uli 17725 

1818 

dfieivcDv 988 

CLQLGXOq 585 101 8 

ßiXxiaxoq 5484 
fjiiyiaxoq 888 178i 
ixetvo^ 178 17 
osfxvoq 19723 
Siatpav^q 204 16 
svyvwßoviax€Qoq 1256 
dvwxdzw 20921 
dvayxaloq 7622 2059 
2((>dc 12524 
öiaipiQü) 2 14 17616 
vnegßalvQt 181 4 

/?/05 T^c g>iXo(JO(piaq 9128 
Aa ^ liu») 11117 

A^ lAu» /^«"'^^^M002 

(vgl. »i^) 
OUf^O\iS0 on fidXioxa 4i 

g)iXo7t6v(vq? 7528 
f^d\01^eo a'pfTjf 1283 13 16 444.6 
4518 682 8820 8925 9524 1747 
18220 1841 

vneQßoXri 11 9 19225 196 15 

nsQißoXi] 123 19 

nBQLOvaia 88 13 

^^favoTjy? 205 1 

«;?()« 18518 

XQEIZXWV 179 1 
f^^Olixi^^Qa ;fo9^' vnegßoXi^v 43 15 
3. 3* 



34* 



Gressmann. 



yrifia 2i4 
fOl^A* nsQirtd 105? 



T«xa {av) 13512 19621 
aga 2046 
}!a(og 192 15 



~1«7M1926 I *a.ro. 1784 1802* 



öeyog wweXeia 191 ii 
^^^^UX» f<i.l ava;9)eA}/c 12925 
f^ld\0^ leitpttva 91 21 

AckAo Kl&l äös xaxelae 179 15 
r^Kl^ iniußdo) 1053 19328 199ii 
sKl^ aA/iai 15519 
f^[sf<l^ vocroff 1248 

TTffÄOC 10417. 19 17717 

dgQwarla 102 lO 

rÖf<i~x(>i5 1766 

«Kxaios 17518 1947 

oaiog 44 

fvAoyoc 2011 

^€Ae<TO( 1747 

Giftig 5421 

evaeßn^ 897 9422 
^f<llr<l& ivdixwg 58 174u 177io 

20016 
f^^OJr^^k svaißsia, evaeßfjq 6522 

8726 9028 967. 14 11228 174l8 

^soaißeia 9425 11222 1163 
öixjj bin 

dtxaioovv^f öixaiog 9424 1846 
öixaiwxijgiov 18324 1 

r^^Ck^ Kl&s xaxa xo 6ixat6xaxov72S \ 



^1^ vJUQßeßkrißhoq 10084 
^.J^hxfi v7io6vya> 9425 



legwfjisvog 1128 
I f<3ca^ ap;f(f()fvc 112? 
[ f<sa^ dxav^og 16718 2017 
I f^L^ (ihgov 524 70 18 

I f<ljk^ ^vaig 320. 25 4io. 17.20 520.2a 
11026 1751 
gwatxoQ 1796 
A^liC? 722 
^&SO niffvxev 9225 

tA a(>a 2014 
ägd ys 792 
a()* orv_187i8 

KI&TaL^ XiXiagxoq 1255 126 10 

X>oßai 1058 

K^Li^ aT^9)avoc 224 2017 

ßgaßsTov Hin 

«VoJj'? 19 1» 
f^ivi^ VV^U^?!/ 6512 

Aa PfOlVOC 11114.15 11210 

navxoTog 79 16 



TravreAjJc 179 18 
exaaroc 82 
KläKl^ ;i/^oc 9O18 1004 19325 ■ ._, \^ . ,^. 

;r€Tpa 43 1 115 12 | . 

Kläf^n f^aco dnoh^ofjiai 202 e ' "^^^ 



f<li&f^ik.i AfAc^aiA'ivo? 95 1 
Ji^o? (sie) 20028 
lr<lAM eldsx^rig 43 19 

inA av 18717 
xav 12s 17 15412 ISS25 



ndvTrj 6 18 
Ai^X navxaxoas 101 18 
^.U^Q A^ näv ixiovv 79 10 
<p.T90 Aa3 xaxd ndvxa 1775 
1^ (sie) coIa Aa a<£^' oAa (Iri/) 
15521 



Studien za Euaebß Theophanie. 

t<lA xwXvfo 10114 1024 20917 
xazaaxikloi 209 16 
dielgym 158 
dvsigya) (sie) 174 ii 

*^*^ 70.T» f<l\ ovd^y olov 20219 
OAlA^f^ r^ ov;f l'cjT^aa»' 421.10 
u. 20. 24. 26 434. 7 

f <^^'^ xtwv 7721 



35* 



f^d\Aft.*|L^ doxQOvoßla 43 16 

f^.TA»\A ;cAaA*i;$ 2018 

«^^*^*^ a^fv&()a»Äocl5oi7l972 20126 
f^dlOli^O^.! axv^Qwnoq 2029. 17 
f^isoo^ ifpfvff 65 15 
r^dtisno^ i^^fia 9418 179 10* 

(A Bha 6518 1286 186 14 205 18 
&«Tcf.524 6516 12884 19321 2O62 
ri6ri 20418 

»^M^ fiszctysitvKov 655 

»1^0\f< fxeropofid^Ofxai 1535 
f<kia& inixktioig 58 18 94 1 

f^ilA Ai;()a 221 IO18 132i lOOi? 

101 M_ 

-XAA cvvdyo) 5 11 6610 878. 15 97i 
987 12917 18522 

iniavvdyw 1498 

indyoßai 203 1 

^Ti^/a; (Peal) 88 16 

vim 65 17 

avlXfyofjiai 1817 

15514 2098 
•Zalfk avvriyfievoq HC 9 1417 
^f<Z*l^ avUrißöriv 19026 
JEJLAA\r^ awdyo/jiai 11 2 

avyxQozeofjtai 203 15 

avvsi/ju 9726 

aweQXOßai 10 28 19Ö13 



ovvlaxrißi 207 10 
f^atlA ;fopo'$ 199 94i8 1OO20 11915 

ttA^^o? 17516 1796 1806 1868 

&laaoq 119 17 

TToArra« 8923 

aay^vfvd^vrf?? 1297 
f^x.<Ufk TtAf/^oe 19326 2066 

awayce/yij 668 

avvovaia 174 10 

avavaatg 181 26 
i^X-OlÄSD a'^()ooff 524 

•floflOÄiif^ dnsXiyxoßat 87 19 

öieUyxoi 11419 

ikiyZOfiai 1967 
.fiOÄr^ ^A^y;fto 1154 2024 

f^dlOlfiOft» &f)7Off768ll026 11416 

_ 11520 1254 14816 17728 201 16 
f^iÄJÄ Xav&dvofv 20512 

dnoQQfizoq 9125 1058 Ulis 17823 
1816 1849 19020 

ftVavjJc 312.15 74.11 9226 1174 207ii 

doQatog 95 12 96 19 

arfjyAoc 13011 

dypoovvTBQ 1894 
f <^flfl\n ^v dlCOQQriXOlQ 79 

OuKlfiQ^ dipavmq 5 6 11 5. 14 926 93 12 

Acf^pa 107 1 

Aadpa/ctiff 1087 

AfAjy^cüC 908 

elq xb keXri^oq 108 11 

XQV<paLoq 1088 
•iÄÄ xaXvnxü) 11 9 1822 

^raraxaAvTTTQi 1555 

inixQVKXofiai 206 9 
iuf^Xtt&SO ineaxiaafjihüiq 141 10 

Ethpa. kav&dvo} 11426 I8624 
dipavTjq rjv 2029 
f^d\t\AfiaAk.i dn6QQTixoq 42 6 18 76 

uQQrixoq'^ 622 

cfdvrov fivxov 77 
3** 



Qgie Gressmann. 

f^iutt^d\ TiEQißoXn 3ll 
f^i^^ a\plq 19 10 

f^^&A. ki/JLoq 1491 15323 

avxt^oq 664 
lä& aQviofiai 18326 197 18 

dnagvioßai 188 18 

i^ofjiwfu 20122 
f^lO&Sk agyriaiq 2028 
r^ia2k&9 dgvTjadfjievog 135? 
^^01C3k&S^ aQvriaiq 19925 

cnX ^1^ döTjfxovsQ} 20120 

f<llcoiC\& yddoc 42 17 67 18 7820 
10210 1248 

<^0O»l^ VOad^V 1018 
votff^Acvoiucvog 17714 
ycc/MVft»v 1242 

\l^^f^ TerjQVzrofiai 86i5 8728 8825 

11914 1326 
xaxayYe^oixai Uli 1168 1959 

20318 
ßodofjiai 956 10520 lOSe 20026 
aSofiai 181 11 
Uyofjiai 17416 181? 
ßVTifiovsvofjiai 203 17 
ncQißoTitov laxe 1918 
Af. xriQvzzaf 79 87 12 90 u 11225 
1803 

aöofjtai 948 

V7t7J/Jüf 101 7 
f^laCLfAl \l^f^ dvtixriQvrtxw 

19118 19418 
\1&:0 ^üoM nQoava(p(ov(5v 111 96 
\l&d\(^ *p.*|Dd\f^ nQOXTiQvitOfjai 

8812 958 (sie) 
ngoavaipiDviofiai 9625 
<^oi& ) lOii 12812 

Kla\lÄ») ""^^"-'^ 1846 20414 
f^^O\oi& «)ä()vy^a 9018 193 16 



vvl^^f^ eÜiiofjLai 6 18 4224 
neginolio} 133 

(iX')7lEQligX<^/^^'^ 13415. 23. 25 
7l€Ql^i<ü 65 15 

neglodog 1352» 
Af. nsQupigm 179 15 
r^^l^ ;n;AfAoc 19 12 

av^i's 725 

Klfioi^ yaaxi'iQ 522 
r^^ vAi? 1218 

«aftx^ xaxaßdkXio (Var. Byxazati- 

^ij/zi) 9510 
•a^ix^ xataßsßlrjfÄtvoQ 96 1 
lorogiofiai 181 15 
ovfjLfpigofiai 201 11 
dvaYgdipofiai 17424 
Af. yQd(pw 2OO9 
imyQd(p(o 2 18 
imyQa<pi] 177 15 
iTiiyga^ofiai 10 15 120 12 17726 

1852 
öiaygdipQf 19720 
vnoygdipw 17621 1857 
xaray()(z^ai 200 12 
avyyga<p£vg 678 
Xoxogiio 6619 
ar>7>l<Tevai 198 1 
Ethpe. dvaygd<po(iai 19524 
iniygdipofjiai 155 17 
avyygdiptü 666 
loxogiofiai 204 16 
f<l9i\& /9/'^Aoc 9525 17811.14 
ygcLipri 948 
£(7ro(>ca 1509 
iniyga(fTj 177 19 
f^:»^ K!i.l avft; ^'/S;i(i»y ISOls 

A^a ypa^^s 897 
«<si\k po inX ^^ dygdipwv 1789 
f^i\nA&\^ yagaxx^g 20524 
KllaixdfiA <7v/y(>a^£vc 15521 19726 
iaTO()£Xo? 15511 2036 



Studien zu Eusebs Theophanie. 
ygatpri 9525 1324 



37* 



17816 1996 

ov/ygapLiia AAi 113 le 1982 

lüxoQla 658 665 678 92? 178io 

syyQUfpoq 195i8 

dvdygantoq 1342 
KlU^Ofk ^izwv 19621 
KCa^ix^ wfioq 9 11 12 15 

^hs^^f^ noXefiicj 93 19 191 le 

TtoXioQxim 984 

nagarazzofiai 110 18 

avfjLTiXixofJioi 79 11 

dtaßdxofJLai 6722 

dyiovl^Ofidi 9024 

7ra()a/[x](£>V£^o^cei (sie) 97 18 
3189 •Z.ixfk^f^ uQOfjiayJof 142 18 
^.To J:«i\^^f^ ngofiaxoq 93 17 

;(^ctf , &eo/jtdxog 92 u 938. i6 946 
f<lZ.O^^ /uefX'7 ^21 6724 875.20 
aviAnXoxri 1078 108 is 
aviißolri llOu 
f^Tail\^ f<l3Loix^^ yiyavxoyLa- 
Xia 60 1 

tfu xonitto) 15422 
xdfivcn 13015 
xatanovio/iai 129 14 
ßox^TiQoq 12925 

f<3^r<dbo ayyeXoq 78 13 u 134 lo 
ayyfA«w$ 11917 

r<laA xa(>dia 943 

.1*1 iSO (sie) OQOJQSl 5025 

i m\ A\t^ im^aggio} 207 is 
f^^OnAsl ^a()(Jo? 2049 

v^\ nsQiXufißdvm 5io 130 ii 

hctXafißdvofJLai 10420.21 
XQateo} 207 15. 24 
xaxsxof 872 



I 



dnoXa/xßdvw 9io 
avD.afjLßuvoi 19320 
erlp^oi 115 19 
ifpdntoßai 87 16 
ötagxifo 20924 
v^auixM nf()iA}77rTdc 6i6 53i8 5825 

KlS^fcfi^ JtaX Si(prj<poQeQf 6726 
> T a n\ TtfQtßdXXo/xai 11921 
f^i&\OcrAf^ »ZiLäl yvwQtfjLOi'i 8319 
f^d\a&la JtAsi imvixioq 112ii 
f^cnM tTiii ^(oofpoga 1510 
JEaXf^ negißdXXofjLtti 2018 
f<lz.aaA X4TQ/V 2018 

T()//?Ct>V^ll 

^I xaiagdofiai 15420 
f^Au&CU Ad/X'7 ^^^^ 

cno\Al 7ra(>^ avr^ 1799 
OD^CU ^S0 ;r(r(>' ^avrov 796 

T^JjA dvaxgovofjiai 5i8 

rdSOAloX ttTTCxA}? 201 22 

JBjjA xatendSo} 177 16 
f^i\ZA>a\ ^;r^(fr 439 100 25 
intXaXtd 17719 

KliA ^(updc 938 
f^(&\a\X ^ct;p/a 914 207 1 

r^ALa ^v yi;;fr/ 129 14 

70X gitjai 15216 

.U^^ (nad^fjtevof 8824 

i^OiXBioofxai 2038 
.'CoXd\^f^/ia^T£i;oiuai89i6 17728 

17825 (sie) 18210 
f^.*|«:M\d\ fjta&rixijq 446 964 107 u 
(poirrjt^g 89? 112 19 17728 
yviüQifjioq 8824 1063 1793 181 21 
18420 



38* 



Gressmann. 



r^re:Sfial Xa^niq 15i2 j 4\rd» zB^vswq 78i 11521 



159 



Klil^ yAcurra 666 

.1 K^ OTCOTf 894 18318 

f<!aa& oaoc 12422.23 129 1 

OTTOiTOS 12423 17921 

f^UfiotjJ f^:»^ ;ioUoi; 6bl 190« 

(sie) f<X f<aoX ü nn 20419 

tA f<^a\ firi noTB (aga) 17421 190 

18. 16 

/jLTi aga 175 »0 176? 

aga yag 206 1 

ap* olv 18014 

cp* ovv A*»? ^75 1 
AftiSkCO f^:^ //17' Tl ovv 18226 
f^Sa\.i:i cJ( av [ATI 11515 

^f^go oVy^tü I96i 

dnoxvicj 135 10 



rOr<M (TXfvo? 3 12 101 is 110 19 
ögyavov 222 5ii IO28 681 10525 

1083 1244 
eninXa 3 11 

^.T20 ovxovy 8912 IO85 

f^i\ü.iaa9 xarcr TroAfi? 18924 

^.Taaa xara r< 188 17 

"^.TSO f^ ^f^df/c 12914 

')a.t20 f^ pO i^ OVX OVTWV 324 
f<S0OS0.1 VTTOVAOC 17826 19022 

r^MOSA cna iu\.i an?MaTog 19G8 
f^iafi9OS0 fjiovaixoq IOO17.24 
r^^ointt>C»l.<l I 222 10022 

«ZaSOf^ avfJiipdw (vgl. Var.) 1078 



w;f(>d$ 7721 8917 92 12. 19 934 1157. 

18.17 1908.26 19216 
^f€sc Kd.l a^avaroc424 612 4223 

9422 1137 17612 1842 196i8 
^a\^a K-in f<liJJ a^avaoia 

1085. 15 1119 11210 11424 11610 

f^iÜM dua ^y vfxpor? 18720 
f^iviM iua ^O ^x vexgmv 1915 
206 25 

Af. ^ayaroai 108 1 
f^d\QSO &dvarog 9421 

TfAtvTv 946 188 11 

f^i&|CUS0 ^VJ7T0C423 65.12 85 4221.22 
43 11. 18. 21. 24 44 1. 8. 15 64 18 99 1. 
15. 24 1009 

f^iftlOa» KlX a^ccyttroc 10725 

! IO814 1155 

' f^d\oiiai0O f^ a^avaa/a86ll024 

! rell^O» Aof/uo; 66s 

I i^JS0 avyxegdvwfiai 420 596 



f<:\^QSO xgäaig 13 18 
Kl^OMs dvafiiS 45 

KäjfiO ;Ka/(i> 65 16 

ntlaaw 29 18. i9 
CDilä A^ KäifiO ^a^r/^ce» 2026 
f^iftiCLUfiO fjtdartS 9410 

/9oAjJ 93 u 

f^UJfiO y$wtJLBxgtx6q 17726 
Kls.lf^ il*SA yswfisrgeof 128 
f^A\OUJfiO yetoßftgia 43 16 

i^\^ Xayxdvm 15ii 120io 1758 
<p^v<o 19711 
iviaxrjfii 658 



IO20 11921 _ 

I 1^« ort 1752 

iuM ^i^^tfxw 78s 11522 1357 ^'^^' -^Ji^^ 

dvaigeofjiai 19325 i '^^ ^V* ^^ ^'>' ^'^^^ 



Studien zu Eusebs Theophanie. 



39* 



^.1 A^ ineiötj 6i 148 u 

ineiSi^ nag 1342 
f^ncn AyaH xavxri 95 192 12 

nago 94i 

6i6 615.20 10 10. 15 43 18 9126 

^J>\\'^ liixaXXa 43 1 

lyyi*yi ävoiißgifo 72 

inoßßgica 13i8 
t^Ao&SO zanuvoq 12822 
^f<^\iV«) 7r()(xorara 42 
f^(^A\i^*ai ngaotijg 1746 

imelxeia 198 12 
t<l&AÖM tanBivmatq 196i8 

XiA» AomoVlllis 13412 2048 2O810 

Iri 9021 11525 

Iv^a 936 

(Jj? 1745 

tojyagovv? 18220 

t<lfiä^ xeXdvTjg 198 12. 18 
f^iiAQQ&a zeXwvsla 19724 



A\» öiaXiYOfiat 2045. 88 
ngoaSiaXiyofjiai 1359 
AaAfö> 19321 19428 
^iu^^ai 106 u 
ngoaofjuXio} 48 
^iyyo/Jtai 125 1 
avvavA/^o/uai 137? 

tt^^\ (>^) *^'*^ *^^ ^7/"'?' 
yo()^a> 2063. 5 

19323 

6518 1824 
JLSf^ Aa po Al»d\f^l noXv' 

^QvXTjzoq 106 19 
Alsoico ftüX.l aggriToq 5 14 13 11 

1910 
aAf;cro5 6i5 92 
f<dldaSP9 6///A/a 1245 17820 



f^ftObo ^^A/a? 992 

^^/ua 7i5 1298.16 1828 18586 

^rifjiaxiov 1135 19128 193 1 

Xoyiov 619 885 

Xi^iq 19820 20424 

öidXs^iq 1997 200 10 

(pioviq 815 
r^ftuMa avxoXeSel 20420 
r^o>M2|aSO f^oxiSO ngoggriaiq 
95 15 10214 19714 

f^cruf^ cniu» dfoö Xoyoq 2i8 

38 57. 16. 19 64 7l6 86. 10 lOll. 17 

114 138 4411 
r^colf^ f^iOba ^€oq (ßic) Aoyoe 7 1 
f^MSO r<ll.i aAo/o( 4i8 5 12 611 

88. 88 13l9 4225 17522 

Kaoolf^ f^OUM o ^eXoq Xoyoq 45 

1084 

f^^Qolf^ f<:\M ol 9fro< Aoyoi 324 

xa ^tia Xoyia 6i9 174 11 

^BoXoyla 9124 
f^ft>i^ f<ti» tpsvSoXoyia 200 15 
r^lLA» Xoyixoq 3ai 5i8 612 88.7 

125^315.19 12815 

Kli» ^linlnXniAi 1316 8828 1168 204 9 
xaxaitlfiitXfifxi 191 14 
;rAj7poct> 4420 658 10018 101 15 1057 

12428 

nXrifAfAvg^(o 78 
kAm 7rA^p)7( 664 
efinXetoq 100 7 
jravrfAjJ? 15220 
//caro? 19422 
AjUJ A& f<!xao navxoÖvva/ioq 11 ib 
mM\%% tl& f^lAsn navaofpoq 1222 

100 22 
^fa2i^ Aa KtlSO navaya^oq 326 
•jAZ«iO& t^ KÜM. navag/xo' 

vioq'^ 10023 
«■n\Oi «JA ruSO navagixovioq 
5 11 1222 



40* 



Gressmann. 



pjS^6\f^ nXtjgoofjiai 129? 
tVtir, rtXeaiovgyito 583 
f^(ftlOjJbo nXijgcDfjia 720 
nkiipwaii 102 11 

&Uf<sA» d&QooDg 1218 8616 87? 

10116 

navTeXdiQ 150 w 189 17 

ndvTij 4 18 

ndfinav 58 18 1376 

TtovTGiff wov 17724 183 19 185 s 

nov 1782 

ovru)c 14 10 53 19 

ägSriv 95 18 14215 

XOfilÖfi 221 

axsSov 669 
f^ ^aAa 14228 

vyao nagaiviw 15324 18528 

nQotaxofjLai 197? 
vySO ^9o nQOiAvaofxai 1084 

vü»f^ ßaaiXeiw 87 1 

r<l&!bo ßaaiXBVi; 65 17 1784 

avro^rpoToip 66 ii 

xvgavvoq 7524 

ava{ 1759 
Aa.1 f<l&jfiO nafißaatXevg 44 12 

1127 17428 

2092 
f^^OftJbo aVz>7 BÜ20. £3 878 20916 
ßaoiXela 7i8 86 15 
TO ßaaiXetov 2094 
ßaaiXiXoq 724 158 95 is 18925 
ßaaiXivwv 207 12 

f^(&iaSk\M iua.i ßaaiXixoq 12525 
f^(&\ai^j20 r^^ fjLovQQxog 879 
rdudcDo' ijiayyiXia 135 10 17622 

Tcc ^TTjyyyf A^^vff (sie) 20520 
r^cn.i öalSQ ^v^fv 9326 



ocn.i pO r2c 76 17 
AftiSkCn K'JM W oiv 18810 

ri (J^ra ovy 182 17 
\ä^co rdlM^ W d^ra ovv 1818 
»cnodur^ Ö]ffiO t/c noxs fiv 208s 

fiv 19018 

016g TIC TIOT* j/y 1158 
•A KäSO Tt? Äor« apa 20328 
K-1 f<!ml 0T4 /t£if 11 10. 11 

r/ ovv ov^/ 1819 

ti ßrj oixl 181 11 

f^a» XOQÖal IO19 IOO20 

KllSO xazaXdyto 198 14. 19 
iSapiBfiio/iai 1987 

^jüSOftco f<lil dvagi^ßoi 5«0 
f<ll*lSO cLQi^ßog 12611 17515 17918 

1865 
r^ftu» A^gif 120 13 

^or(>a 51 22 
f^iUM f<A.l aiUf(»i7? 109.25 118 

f^hxcäsn fiiQfj 1024 11 1 42i8 

f<läai^:i CDmOÄSO ra /Ei^P7 roi; 

xoCfAOv 29 49 94 44 1 
(KSSoi^) Aa.1 f^^obo ^«pi; rot; 

navxog 617 98 
KSilSO dQi^firixtxog 178 1 
f^(ft\CUlSO aQi^fiffxixij 43 16 

K^SkSO ßveXol 15424 

fy^fffT« 11 2 
^ ■■'SO fieasvQ} 89 
r^^k.^» /u^aoc 326 IO20 
f^dx^^SO /ui<7oc 611 810 157 
f^hs\m^»*n\ flg fjiiaov 178 14 
f^A\Qa\ ^1*^1 ^6(ja 57 16 

f^i»TS0 dftvo'c 97 
ffoi'j^^^oc 17714 



Studien zu Eusebs Theophanie. 



41** 



^f^lftl-SO ntxQwq 19926 
f^d\OTA%M mxQla 12926 

fOiO Ssanozt^g 93 »6 

xvQioq 52 5 
•i^H f^iSO b Tcwv oktov deanorrjg 
9325 

o rczJv okwv xvQioQ 94 1 

TtfxvrjyFfJiwv 1128 
f^UTJaOM SjyAwT^C 17918 
f<\^.» Af£^cJv 33 1 

2l»ÜÄ (sie) aTioatarovvTBg 67 21 

oxyQoq 1543 
•MTÄKf xoXfidfo 61 93i7. 21 95ii 
1419 178u 17925 1827. 17. 1834 
f^^Ojji» ToA^iJ 1419 

rc rero XfjiTjfiiva 93 19 948 

f<r\n\i» ^^ariov 10419 
KSmlaX^O xQt^^T^og 203 1 

^for 20313 
f^iutOXJM fAhgov 43 18 

•ui\äo Tf/vtt> 191 12 

dvuTBlyoftai 19120 

ixzeivQf 010 
KIIaÄ^^ «jjOCO Tag dtpQvg uva- 

<md(o 17616 
jkiuioo ^;fa;v 115 138 

imrerafiivog 10 20 

Ethpe. ixrelvofjtai 105 17 
f^^oCO öidxovog 5i3 

AicOf^ alvixxofjLai 14224 
r<!Xico naQaßo).7J 141 10 
TaoJioo ;roT^ 20628 
<)aoioaBO 770; 178s 190ii 
;joT^920 797 89i4 978 100i5 18223 

I8S25 189i 19224 
Ttionore 3io 75.12 12ii 8819 8922 
908 9225 956 9Gi6 972.18. 17 IIO14 
113417718 I8O22 18126 1826 19417 



ä).XoT^ ;rorf? 902 (vgl. Kltot) 
ig alwvog? 113 11 155 16 

^odreo(») f<d ovnors 13 17 
ov'{iiTi-)öinoxB 5320 18222 
0V'{fÄT^)öa/jL(vg 101 17 180 17 
ov'{(ifi')öafJtov 19425 1992 
otdaßi} ovSafiwg 2 12 

»Al^r^ ^saniXfo 1259 1978 205i4 

/paa> 148 15 
f^AiCXA^J ^iamafia 113 16 1536 

XQV<^f*dg 885 15315 

nQOtpffXixog 107 17 1343 
f^ai npofpi^XTjg 885 957 113 16 175 17 

Tt ^\^l ßXdazTjfia 185 17 



TCQOiQXOfJ^Cit 877 

T<1^CU1M 7117/17 72 13ia 154 

•t^. dvaandw 1313 
dvekxvo) 1302 
i<p€Xxt(o 43 10 19220 
I Stadiögdaxw 1072 

dyofiai (Var. iXavvofiai) 65 14 
; Ethpe. xa&eXxvofiai 196 17 
Pa. ßaaxljC,Q} 19323 
r^Äii iuaanf 1918 2017 

r^Ta^^ ^axpo^ 4s3 

SoXtxog 19 12 
f^l^^uX fZc iMax()ovll026 1129 1294 
f^t^T^;fra>v 18024 

f^.V dvd^rifia 7523 

leial ^cüri'^ai 97 15 1024. 10 

Af. (pwxl^Qi 825 
icnlSA ^wr/^o» 132 44 1 

xaxavydliQ} 11 15 155 1324 

xaxaXdfino) 11 14 

i^antü) 15 12 
f^CDOl ^^ölg 3s3 92 11 9 I3i 155 
90 16 12519 

yaXijvog 1412 



42* Gressmann. 

f^CDCü OCD avtoipwg 102? 
«^coS Xaiingiog 97 15 1798 

Siavy^q 3? 17526 

<pd>Ta 155 64 12 

g>w<J<p6gog 5u 

«^oal Tcota/iog 7s 

f<MLU 17^0}^ 20226 

Bvfiriäa 949 

TcaOila 677 

^dv? 1926 

obcBXog'i 1977 
t^Süuls ^;i' a'<fe/a$ 20914 

rtllOl iJc^vg 1284 

KlfioCU vfoig 4410. 19 9322 1008 

xifisvoq 7522 
riica n^Q 105 29 16328 17522 178 15 

n vgd 6 517 782 
f^iuJLl ^tveq 1216 

t<lzjji A<aiT£C 76 16 
r^XjMl^XxoQ 431 1003 
^UJr^ xaxaffkgofxai 95 u 

Ü^ yt'AoTT© 14214 1796 
iiaipvkdxzio 194 17 

Tf^p^OI 13422 

aw^io 658 

xcrro()^a»a<c 17525 
f^ii^ dnoxelfisvoQ 97 12 115 

nQoaSoxoifJisvoQ 17624 

tsxa/juev/Jiivog 6 18 

Ethpe. ipvXdxxofAai 1916 
t^(i\oiii^ ^vAaxj; 5819 
T<lllü^;CA xTiöefjLCJV 811 
f^ifcl Svyo'c 9425 11222 1498 

ftütU axoTToc 908 201 16 

Tpontttiov 9321 11211 
«^(^CL&Vl f^Jbkl TQonaiov 90 17 

10523 110171119 1138 11428 2019 



528 



xQonata rixt^x^gta 98s 
f^a^J ßlanxixoq 4226 9025 

r^oaj inlßovXoq 193 ao 
k1^ imßovXij 18813 

SoXBQog 19022 
f<d^l fKül.1 a;cavov^yoc 20020 
JStt^A\f^ ova(payiäCfißai (sie) 6524 
f<:ä^ <jQ;9)(>a»v 4216 445 897 119 18 
f^^OSAX awipQoavvfi 9424 1746 

18328 

94i7 
f^&xä^ KlX^ äSiaxginxiüg 1914 

f<!ä&Sfi0 (ra>^pov«rri7C 182 u 

Kli^Cü £^vog 989 18221 20325 
dXXdxgiog 620 1026 
naQaXXocxxiüv 99 1 
Sevixdiv 20311 
rfAAoVvAoe 1534 

dXXoda nrjq 209 11 
f<lfi0Cdai vo^oc 6520 1828 

^safjiog, ^iaiuov 65 17 116 26 

vofiifiog 6625 

vofuxog 12826 
i]90MS fUl nugavofAog 44 15. 22 

Bx&eauog 439 77 17 182 16 
f<lfiOOMJ evvofiovfjievog 888 

f^TMl ;ca(>(^aAic 176 18 

>fias ;ie£paoAia< 97 1 11518 1906 1964 

200 18 
CUfiai f<i.i änBiQog 2066 
f^Ufiaa Tiffpa 20518 
f^J^CükSai nuQaxriQiov 210 12 

AfiQl Xatißavfo 11324 1254 205i8 
TCQoaXa^ßdvQi 4422 
dvxiXa/ißdvu} 101 20 
i^aigiof IIO21 
dnoffigofiai 1022 



Studien zu Eosebs Theophanie. 



43* 



f^o^cnJMf^ «afiai firjTpoyafiiuf 89 17 
f^^f^isD « nfifl^^ 7iQoa7ioiTjaig\95id 

^^Äll^f^ XOfvevofiat 7682 

f<l^fiai ;^a>v6/a 76«i 
f^Aeo^J «<!\.l avavifoc 129 ai 
JAäl ifinviof 2049 207 ao 

A^ dnonlnxfa 8ii 
xaxanlnxto 42 21 
nBQininxQ) 67? 
inoTcbtxo} 100 10 
xaxaßttXXofjtai 167 16. 22 

^10 AäS ngoaniuxio 10428 

A&S caz.1 li\a xgaytiXia^BlQ 1754 

f<iaSA nQoaßolri 13 1 

Jiäl ngoiQxofiai 9020 1356 (sie) 22 

1378 18919 191M.2S 19424 

Mgxof^ai 1902 
disSigxofjiai 106 24 
i^igXOfjiai 125 19 
nagigxofiai 180 23 
bgfJLOLOfJLai 125 11 
axiXXo/jiai 20521 
^ffiA^i 6619 

TtgOElftl 73. 7. 17 10 16 

ngoa<p^gofAai 12422 

fi^*yii^*i ji^ Xgr]/jiaxi%(o 18423 
Af. ^x^^poi 143a I8612 19024 19426 

ngofpigw 17820 

dipirjfjii 953 

öie^dyü} 424 

Tigoaxofil^w 206 11 
Etbpa. Ttetgdofiai 185 17 

yvfivd'Qofiai 210 12 
f^bi&CJ yvfivdoiov 197 5 
f^rna» Ixßaaiq 1906 
KlMI^ ^^.1 Kllaa^O xaxaoxgO' 

<pri xov ßiov 10724 110 12 



f^3Äl:i itgo<pogix6q 7 14 

f<lZiil lt^i;;rJ7 17525 

f<z:&l.l rdfoc 18125 

o/;ffros 7622 10713 1153.8 1992 

ifji<pi?uog 65 1 6625 
f^X^ r^.l dtpvxog 4 18 823. 24 
Aa.i KlÄl ,J pfflf^' SAov t^;c»J 67 
cazJäl ^.1 ^;if ToC avxoßdxov 181 1 
o rtT ^1 .1 f^iuf^avroyevf^Ao$1759 
caz.äl.1 f<lia\cu avxodiöaxxog 

1871 
coZJäl. ^SO A\*aO avxoölöaxxoq 

18019. 28 

cnZJ^ ^ f<1^0.*U avxofxa&i^g 

18019 

106a 
COJLäl .TaS OCD avrÄ? cJi' ^avTOv 

1073 
f^&xai^ ^pvToV 5 17 13 s. 19 79 le 

^K^^ 6iang€7i<Sg 93 15 

f^AfiOl (JTtOVcfl} 18285 2087 

;of/97 436 
f^dxAnS ^^;.vc 425 432 
r^.tiil asfjivoq 186 25 

T^m^T^ dfivvofiai 93 12 

fxsxigxofJiai 1497 
f^A>:Mxil xißwgla 17621 

^(xvt'? 155 s 
f^A>:Mxil ru.l dxifiQ)grjxl 798 

.äni axoAovao? 12824 18325 2049 

nagaxcXov^ifo 96 10 

enoßai 1848 

iifdnxofiai 100 13 1024 

xoivmvita 1749 

ngoa^yo} 177 18 

kna<pdofiai 100 16 
Ainl h'nofiai 537 55 16 



44* 



Gressmann. 



^winofiai 57 17 

Af. awaniQ} 5i3 44 15 87 15 
iniawdnxQi 207 17 
Tiegidntw 90 18 
indyu} 182 lO 
^f<laaJ axoXov^wq 88 153 15 

lAld\f^ (oder üfio&dlf^?) ;.a$f vo- 
|/a« 115 la 



xad^dnxoßai 178 ai 
dvaxQovofiai 10026 101 24 
Ethpe. XQOvoßai 100 20 
If^f^n KTt nl .Tas.! K^o A\ia 
^a>i^ Ji' a^()oc nlfitzofjLBvri 7i5 

f<läü yi;rar;ff c 44 18 94 12 174 8 179 10 
1805 
yivaia 448 94 17. 20 
yafXBxal 196 16 

f^d^SOaU cos OV»f^ !|Sk ifinviwv 

8821 
f^ieozj i<:l.i an:vov^ 92 17 
f^AuiJ:.CU ^a^A^ct 2025 

•sKlfiO yjjgdw 89 18 

xaxayriQdio 1798 
r<l£i09 ngeoßvxBQOi 142 10 

,\"iOf> dvixXfjv 18123 



ifiTiliiaBrjxi 2920 
xoQog 1056 

infio Tiyioßai 12ii. 17 5424 176i4 
1848 1903 19117 
voiui^a; 9i9 43i5 94io 1864 
vnovoiw 15312 1863 
vnoxonifo 4224 
vnoXafißdvof 105 12 
ötaaxi?.kofiai 7622 

5424 \ 

p:thpe. <yo«r 9523 20617 



vofxtC,o(jLai 97 18 108 12 113io 17721 
1809 

v7toXafißdvo/4txi 9221 

dogaaro^ 53 19 
isiuu» f<l^.l7rapa<ro^og989204i5 
Pa. npoaöoxdw 45 18 9423 llOu 
15216 17112 

^Att/^o» 97 12 19315 
i=U» f<\ d7i€lm%w 19317 
r^infio Ä)|a 5825 175[i5 191 15 
r^iaito ^AtiiV 945 10715 11220 1926 
TaA> ;rara//6AAQ> 1945 
laOXfiDt^ ^^^f^ ^rpo^crrayyfcA- 

Ao^ai 15120 
f^^TläfiD evayyihov 8825 20528 

ISüJ» imofdiyof 965.7.14 10524 18124 
1835 18826 

(figo} I3O18 14816 I8816 18521 

ixofiai 1944 

axiyw 17822 

6taxagx€gi(o 94 16 

vnoöixo/itxi 11522 

VipLoxrifjii 10518 

(jLelsxdofxai 191 10 
COZJSkS CP 1^*1 ^ZXd99 Oßoas '/^(OQsm 

13521 
f^dwa^fio rpo^pi^ 82 428 94 18. 19 

1144 1798 1915 19624 

aixiov 15422 
f^A^ia^fio f<!X daixia 94 15 
cO inifW^yi xagxtQixoq 19523 196 12 
f^O\QJ n ■ ClftTiWI inoßovri 1957 

iy xgdzei a 94 16 
«^f^k^^ ^6'yac 106 1 

jrAf/cüv 96 118 1211 939 174u 175« 

nleiaxoq 126 

TidßTioXvg 9 13 

fjiaxQoq 93 15 

7i5? 883 
v^rd^]^^ f/( TToAAa 99 
»:^^ inl noXv 656 



Stadien zu Eusebs Theophanie. 



45* 



179 23 

f^ciAr^ »Klil^^ noXv&eog 98 
f^ ä \^ t ^g noXvfiegijq 10 2i 
K^Üai t ^y no^vdvvafiog 11 4 
10\jfiO K^9 Ttolv xpeixTOiv 1838 

XSQOV 1792 

f<^lSO »^p noXixoQdoq 10 18 1321 
f^h\OXSn t ^g p noXviJLBQT^q 9 21 
Kllä^Oi K^9 nokvag/icviOQ 1322 
TioAvavvdfroc 10 21 

(vgl. Kl^t, i»iu, jE*iÄ) 

f^mOr^k^^ vneQßoXijf ineQßdXXa} 

321 14918 
t^mOKV^p Ti ^;i2 fJLtlX,ov 42 15 
KlSA^^^ Oir^a^^ 7roAi];x('ci>^0^2i5 
«<4jLiiÄ /(sie) TToAvav^^g 2i6 
r^f<\jlS0 nXri^oq 94 17 97 10 1284 
1877 

nXelaxoi. 1795 

avAAoyoc 2045 
f^f<l\Clfi0.i nXfiazdxiq 525 
10\jfiO f^T<l^jlfiO 7coAt;7rAa(7fa^a;v 

16715 
•T:^^ aißw 36 825 1752 1767 191 17 

aeßaC,oßai 1759 

ngoaxvvew 39 
f^CUflA >fj!^0 deia^dac/uovfc 20920 
f^i^p aeßdofiioq 4226 9022 
f^^-T.*^ oißaq 28 175 11 

asßdofjuoq 42 1 

^grjaxevofjievoq 153 10 

evasßeia 76 19 186 25 204 1 

f^crAr^l f^^.T^9 evoißeta, ei- 
oeßriq 175i2. 18. 26 17926 182i6 
1S322 1868 19611 

&foa^ßEia 1847 

^soloyia 1753 

eto^ßeia elq ro d^slov 194 13 



&soasßeia'> 8322 
r^rdi^^ r^oölr^;! r^d\.t^ rffi- 

aiöaifjLovla 182 is 

TQm 13418 
f^A^lÜ f^:ic!^p deiatöal/ioveq 

2 0915 

Ä\^U»f^ ßXdnzofiai 100 15 

r<^3i\S^ ßkdßoq 1021 

llfiD auvrarroi 1137 

Aad AI 1.10D dvxinagaxdxxio 93 18 

f^l.109 ;co§0$ 167 14 

xogeloq 11 8 
ncnfiOf^ ^a(>rv()^ai652.2i 6626 92 7. 11 

964 1167 1496 1818.22 

\pev6ofiaQXVQ^w 195 18 
r^.icnfio fjtdgxvQ 44 17 17725 178i 
f^^Olorifi0 (jiaQxvQiov 8826 

fiOQXvgia 8812 106 2« 1344 18125 

d).rj^€ia 1967 

ofÄPloyia 190 18 
r<l^^ ipQayfioq 142 13 

•jjAfiD inav^im 86 16 
<n;va;f/ia5o> 87 10 
(vgl. oiOX.) 

K1AD9 rdil dneiQoq 72 

^pw"xl&tfjiai 4412 682 1822 190 14 
dvaxi^rifjLi 2i7 34 42 1 434.7 44 16 

4516 20023 
imxie^Tj/ju 1213 904 
ngoxl^rißi 7722 908 20125 20925 
avvxi&Sfiai 191 14 
vTcozl^efiai 12 21 
xelßat 115 16 
nsQißdXlw 1964 
dnaQxdofiixi 17625 
inagxdofxai 20621 
ozTjhxevcj 200 13 



46* 



Gressmann. 



T^flD li\3 vnotdrr<ü 198 18 
^ttfl» Ann oX avTirdtTw 19121 
*pOO ^:|o ;r()OTezTra> 198 16 

nQ0€f4ßd)J,a> 326 
Auas 7Afi9 awzi^sßat 192 19 194 19 
f<lz»lS3 "pafio xoAa^cu 19716 

intufjtdw 2032 

fAExiQxofiai 95 12 

XlfJLWQVq 5718 

f<!Zftl9 TaJQOBO ttfjtcjQta 45 18 17626 

18722 1892.6 19018 

xoAaaf^, ;roAa<7rf;«o( 96 18 17621 

183 u 
J/X17 93i9 19421 

SV^VVTi 11323 

9319 
d6ta$ ^xTiW 2107 
KlfiDCDOl ^KlfiD vofAo^ixTiq 8820 

9522 1828 
oaX-äl ^Bfi9 ifiavtov tarza> 5424 

12521 13026 

f^lA^la ^afioSO vnovota 117 uu 
öo^a 1999 

<JVVf£c50C 17821 

tOl^ yao avvxi»€fiai 19024 19222 
^jSO.fo ^*yiift> Ttt ngoxslfieva 1495 

15214 
Ethpe. imxi&sfjiai 6525 

negixlBs/jiai 201? 

965 10 125 
f<lAfiD ßdgßoQoq 6414 1028 

f<l^^afi0 awegyia 90 12 

Kl&Öfio ntgaxa 1539 
c;f()a 190 1 

f<^m^Afi9 coffiaxriQ 200 21 
KlaCüSD nvoi7 1302. 4 



f^^OO» xWija 436 

V<ljJLfi9 yrjxxog 520 

FipTicöV 79i6 (sie)] 
iSkJJLfio xa^aiQi(o 87 11 93 10 9720 

dvttXQbcio 15516 

aigofiai 95 18 
.Soiftuaor^ xa&aigioficii III20 
f^^auOfiO xa^aiQBaiq 948 108 16 

dvaxQonri 193 18 

KläT^^ i^vaQxlat 209 12 

Kl&iJ^ fidxaiga 1942 

lAfio ngoodoxdfjj 15021 193i5 
xagaöoxiio 110 18 

A^ixfiOr^ owirj/jii 4317 1438 

fuSkfio dkoyiaxoq (sie) 5i 
r^^oi^J» a/<a»/a 12520 
T« nlrifAfjLBXri^hvxa 200 13 

fOAfiQ.» TifcTjyg 12821 13017 1375 
fVTfAiJg 9521 

821 
1^ dno(pgdxxm 90 10 9628 

ilfiDf^ dnayogevQi 19620 
f^vioo^O hxßlnxoq 9217 12528 

dnsigrißhvoQ 439 18320 

dnriyogsvfitvoQ 178i4 

! r^f^olfiod\ axvßaXov 92 17 

. jiifio dvatpigofJLai 111 19 
■ jA&UQ9f^ am^< 106 15 

Af. ayoi 418 13624 
I dvdyo) 175i. 11 

dvslxiw 1286 
' f^SOeu i***^*^*^ Ttpoc ^0» 125» 
' f^ixnfiQ^O iTTcxvodo? 20214 
K^SOfio ffdgfiaxov 101 1 
(vgl. i:U]0 und .m^) 



Studien za Eusebs Theophanie. 



47* 



f^^nSD Tvq>X6(: 10416 183s 19025 

TtrjQOQ 1908 

K^^ft> ^avXog 197 12. le 
alaxQoq 5426 
Xel^wv 1895 
dvoaioq 18320 

f^X» f^ anXaotog 200 20 
f^dulfi9 r^(^as3^ nXrjfjißiXTifia 

19719 
r^KlXfio ^;c^()0{ 182 is 

TtoXe/zioq 1839 
f^dlOftlfiD (lox^Qla 18325 

aXßVQOQ 12926 

f <VnlCT> öeofABvoq 18520 

^vdfjfj 1749 179 19 
Jili\fi9f^ Jio^ai 174 IS 18524 

f<l&JK> x^Q^^ 15425 
intxsiQTHLia 1876 

l^J» 7r()aTTCtf 6716 949 96 is 101 18 
(Tpacö 1016 11322 14825 177 15 
ivs^yiof 54 86 9220 934 IO82 
öianQdxT0ßail%2\ 8823 106 25 181 15 

1868 
xatoQd^oo} 1827. 21 18921 
imxeXBO) 20321 
xaTeQyd^^Ofjttxi 13? 
xa^iaxrifii 202 14 
avvcü 20914 
iniaxoniio 149 15 
Ethpe. ivepyiofjiai 108 16 

xaiOQ^oo/iai 93 1 

imzeXtoßai 89 19 

vnd^X^ 926 

Trparro^ae (sie) 129 19 
f^lA^jao ^vf()yj5s 7 16 

ivsQyexixoq 128 14 
r^l^Clfio ivi^yeia 66 449 67i8 909 

12913 208 13 
7r()afic 4415 102i6 112i2 I8816 
nguyfia 9422 1844 
ra TiQaxtia 76 106 16 



I xatoQ&wßa 92 18 95 10 
I dnoriXeofia 935 
ijnaxoTiij 14922 

f^ssiOl f^T^Ofi» ßfyaXovgyia 

9826 

räjulfio f<lST^afio alaxQOvgyla 

42 18 

yla 11319 

1210 
f^CQÄl^ Klll^OSD nagdöo^a 

1849. 20 1878 
nagdSo^a igya 194 14 203 11 
nagaöo^onoioq 102 14 
^ccvfiaiovgyia 206 11 (sie) 
f^^lO».i^.l KÜl^Ofio nagdöo- 

Sov 19226 
TtagdSo^a ^gya 192 17 202 18 
nagdöo^oi ngd^eiq 18923 

.l-äfiD nxTiaam 113 12 



(^iUaäfi9 a^ftt^og 820 1287 12922 

TiAorov 1286 12918 
.PÄfiö ap^^ö; 6715 14221 19721 

avxdgxrjq 11520 202 19 

ijfovoc 1057 
JlaX üäfip navaXxijq 4i 
OUf^SoA^fio öiagxwq 89 10 
f^iäfiD /9/^;./or 667 

^"ISsOf^ngoßdXXofjiai 3 25 95 4 100 17. 24 
t^A»V» alaxQoq 42i8 448. 15.22 179? 
18321 18518 

f<ii»lfio dnaxTiXoq 111 21 

iUf^a»TfiD f^;^^ 1927 

Kfal» ßdaavoi 192 1 

KblfiD f<li.i ßaadvüiv ixxoq 201 22 

f^OOVfiD x^^f^^^ 94 11 

lOVfiQn.! f^5 xovnlaw 4 17 



48* 



Gressmann. 



r<i1^i ßUQVq 10 19 
f<l=U^ vXri 136 

921^ noUm 1226 6424 79 17 9524 
9710 1785 18026 
TtQmo) 9220 934 9824 
^gyat^ofiai 5 21 
dnsgydl^ofiai 176 15 1838 
xarsgya^ofiat 56 
;ra()a-(;fara-)axet;aga; 926 1774 
xa^LaxrifJit 93 10 12824 
xaxoQ^oio 182 1 
ivegysiü 7626 
inneXio} 91 26 
dnoöeixvvfii 52 1354 
ano<palv(o 106 17 
intßdkXofiai 12? 
fiixeißi 1782 
amc» 1052 
l;io>J7v 186 10 
xgivag*i 114 19 

t^öö^f^ Sa^ ^foai 429. 16 

&eonoii<o 98 

^fia^o) 1115 

ix^fca^w 4222 
f^ÄÄflöf^ uns , axfj.uazi^a} 425 
cdI»:! ü^iS i i^otxEiooßai 197? 
f^Vso in^ koyonoUoi 44 21 
f^OUlTSa 1*1 s nogdav axtXXo- 

fiai 106 16 
f^i&0\& :|*1S cVfiJtt;AQ;rQi^a;42io 

f^ni^^k. in^ lo()r^v aya» 9725 
f^iuua l*"!^ afaxovpyo^ 10522 

18224 

<paQfiaxevwv 1776 
<^d\li2a.*ld\ Iia^^» nagaöoSonoioq 

57 20720 
«^.IaSL^ yfyvjyrd? 9 19 1765. 10 
yeyovdg 107 1 (sie) 
nsnoirifxivoq 3i5 
^f<lx*3 f^ÖCD ^■nv. ;faxa>c 
%ym^ 10422 



.1=1^ A\c^ örjfuovgyeoßai 12 17 

ytyovmq 176 11 
.T-l^T, xaxaöovloio 113 18 20922 

t;iorarrw 96 19 
:|l^T*^ vn6x€ißai 113 23 

XeiQOOfiai 87 14 

doiAoc 2096 

pnrixooq 183 10 
iaL^d\Z.f^ <fovAei;ai 79 15 

dovXoofiai 1835 19617 

imoxdxxoßai 128 18 

JovAo; 5422 
f^lOn^ noiTit^q 2 11 36 12 17 99 10 
12911 1767 1806 19217 

SrifxiovQyoq 17426 180 24 

6ü()6TlJc? I8O19 

f<l31 r^i^Ork^» fityakovgyoq 3i 

TJJ« 3 17 44 12 

f<Sa\:w.i r^nAa^ xoa/ionoioq 

28. 13 1322 

Aa.i r^d\a»xi f^Oa^ o xov 

navxoq eldonoioq 3i6 
f^^CLa^ f<!jjai Örj/uovgyixTj 6v- 
vafiiq 1221 
ögaatixrj övvafJLiq 13 11 
f^j^ClASL^.! öfifuovgyoq 13 17 
f^3Pi^?pyov 79 1322 446 8611 17920 
188 16 
Tcoirißa 10025 
xaxoQ&cjfxa 1088 
öripLiovgyrifia 1023 
noioxfjq 13 19 
TO nsngayfisvov 909 
TO nenoiTjfjLsvoy 95 
Klaion f^^n^iS fieyaXovgyoq 
102 13 

noda 1945 
^i»r^ioo rd\:i t^Vxa^ (sie) 

dggrjvonouai 45 11 



Stadien zu Eusebs Theophanie. 



49* 



f^V^LSb. öovXoi: 18312 

obcitTiq 9420 1805 
«^aJbo .ma^. ßaaiXixoq 10422 
r^(i\o.*iaab. öovXiia 1552 
f^d\0.*pi^ f^f<l:i öovXoTtQeniaza- 
xo<; 18513 



TuxQavofiio} 



hl xal vtv 1959 
£/(x^ri «o2 6€VQ0 17424 
f/aer« dev^jo 93 1 96 ii 183 u 
slg SevQo 197 14 
f<'Jt».ia^ rdl owrcö 12io 



naQigxofiai 1902 2052 2062 
nägBifit 11520 19228 
öiBQxofiai 13622 (sie) 
dvxinaQiQxoixai 798 
hcmoQBvoßai 139 9825 (sie) 
UQoeißi 7 10 198? 
imeQßaiva) 45 11 1508 
rmsQßdXXofJLai 969. 15 
^'aro) 1224 
TCBQloSoq 19424 
iniSfjfila 209 1 

186 16 
f^TSi^ axpa 87 16 

nigata 898 
f^ mv-i ^i;j()t tc0v i(jxaxi<3v 87 12 

Itt^^) 15415 

A^n ra;cvc 95 11 

^aTTOV 11521 1834.5 

^Ä/ 110 17 2087. 10 
avr6ra 10525 
^aölioq 89 10 
^ovov oi;;|r/ 909 97 14 
oaov ofot© 87 16 11225 
^XaSri 186 16 

<< ^V^^ (loaxoq 6524 

fO(^. a>'(><0$ 101 1 

Aa^.T^ hi 12921 1889 

c<l AjA.t^ ovnoi 11519 

^Qol f^».T^ l^hQi^ xovxtov 42;i. 

10. 14. 20. 24. 26 434. 7 1178 

«<lz*cnl t<!m.T^ f ^<Ten atai vlv 54 
9426 1311 
f ^(j^Ti VW 97 1 1795 1804 181 11 183 1 
Texte u. üntersacliniigen. N. F. VIII, 3. 



f<lKl^ ioQxri 658 6622 

TfAfTjJ 1148 

r^(A\.T^ ixxkfjala 92 1 93 10 

A.T^ xaxayiv(oaxm 207 1 

alxidofiai 176i 
A*.l^ xaxeyvwofiivoq 189 s 
•i.T^d\i^ alvtdo/uai 11 12 

f<ll.i:b^ xa/()o$ 120 11 
a»pa 18220 

1.1^ oV/v^^« 19212 

inaftvvc» 7624 200 25 

cf/uvva 11416 

imxovgim 13412 

ßon^Bta 1286 

Ethpa. 
ßoTj^ioßai 11418 
(iifEUofiai 1756 181 2 182i8 
fOxiO^ ßo^^Tifia 9916 1018 

ßori^Bia 90 18 

dipiXeia 7 10 108 10 

wtpikißog 19211 

avvEQyia 207 16 

Bvsgysala 1248 
f^ik^ab KllTlO^ svsgyeala 12424 
Klli'USfl /9ojyÄoff 18318 

evegycxpeog 100 16 

ovTianpoQoq 446 

OVfAipHQOV 1928 

f^^MTläk^A awegyla 180 1 
:icn^ ini[ivriadfABvoq (sie) 1993 
icn^f^ ßvrjfiovevat 15322 

imo/jnfiVfiax(o 17620 

(lifivfifjiai 1982 

.loa2k.^f^^v^^ov£i)o^ai 13O22 I8I14 

18222 

4* 



50* 



GressmaTm. 



änoßvrifAOVsim 199? 
Kll.iCDa^ fiv^tiri 658 6684 11326 
1998 

dnoßvij/Ä Ovev/jiaTa 200 lo. ae 
.1^.» C&^a49l0584l28i8l97i5 2108 

f^^P^ l^oc 668. 19. 19 18216 

^&og 88 1868A 1968 
f^rM^a cvv^»t»g 98&i 99i 101 18 
1358 1915 
(vgl. \S) 
td dxo lov&ov 18015 

Ao^ döixiof 18616 

rdlLo^ iöixog 4519 18381 195i8 

naQuvoßOQ 77 16 
f^iftlCUO^ TcaQavo/äa 113 19 
^f<Aa^ nXtiiAfuXwq 13685 



r^Q^ TOlc 15496 



»d\^f^ kvnioßai 20180 
AvTr^c» 1918 
f^i>A^.l AvnP7(>oc 2028 
Tg anifjif palvovxa 202 17 
lC\^^f^ nriQOO/iai 2028 

ft^\^ naQoxagiiTCio 202 17 

«^1^^ Bv/daßa 17716 

Ttt dva^vfudiisva 17588 
f<U^ J9>»aA/foc 9488 18288 

ov^iC 6418 2028 
f<!liL^ha vn' ^v^eaiy 1538 
Klllk. 7».lo VTE* Stpeaiv (sie) 108 18 

v7k' 09>^aA^oZc 106i5 190i8 192io 
^äö^Äü^ na^ixTYod^o/Eiai 101 19 
i&O^ kA.1 (i/u^Xei? 15518 

A^ imßalvw 15311 
elaiQXOfiai 1548 
efaei/u 13580 
Ethpa. axrpixoßai 1254 
Af. aweta^igw 178 17 
BloTiyioßai 193 18 



f^A^ dr/er 57 1126 

afrioc 17724 18015 

;iapa/Tcoc 1779 18888 
A&.1 f^d\\2b. ro nivtmv alkiov 6i4 

andvttov aüxiog 10 14 
f^ftObba uQoip&aei 179i4 



»jL^ dvaxaXiofiai 1129 
tiv*w vnigxsgog 6i6 

Ethpa. dvoQ^oofJLai 10696 
imsQexxvJttc» 17988 

Af. (c A^b.) a'^cr^fl» 19586 

Al^ ^n/ 416 
avfl» 59 87 64i8 102i7 
dvwregoQ 10i5 113i7 
c^varraTfl» 3 17. 88 106 17 
v7r^(>r£(>oc 19 10 

Au& ^ A^ dvQftdtw 44 6 10. IS 

9010 17486 
67il ndvtav20^i 2074 20828 209i5.ti 

f^raiv ^ A\.\ vTUpxoafiioq 785 

A^ ^ jyiv^ev 71 199 957 

f^^ dvwxdrof 157 1758 (sie) 179ii 

f^i^Jl^ ßtofjiog 6515 6616. 95 7585 

.n\v nXsovsxxiw I86i6 
f^^Ossoi^ nkeoveila 195i4 19784 



t<,*]n\^ xocr^o« 1751 

^/oc 947 1291 13018 17416 18281 

aliiv 19 18 
^b\^ f^C alwva 13 14 

aZ<uviog 978 17682 

dtdtoq Uli 
^\^ ^ ^{ alwvoQ 8617 8720 88i9 
90i. 85 956 978.21 989 115i9 1346 
18216 19116 1929 

dn atwvoQ 181 18 19188 

noiTtoTe? 19515 

noxi'i 20085 

y%\^ A& pQ ix roC ffoyroc a^ 
ctf^oc 896 



Stadien zuEosebs Theophanie. 



51* 



ft^*WI\ fn\\i xoa/itx6g 9625 
f^*wV\ cdIa ^1jcd:i tov dß" 
navzog xoofiov 3i5 1280 
xovÖB xov navzog 17924 180? (vgl. 

f^fiol^ xoivoq 17419 

rd^osi. Aao^ 984 142io 
Uvoq 17812 1804 18126 

S l*yi^ i xazadvg 5 19 

iyxaxa6€dvx(uQ 436 
ßaBvvoi 5 16 
f<Aada^ /?a^W 771 8621 1975 
rebn^i^ ^a'^oc 59 167 19 17821 
ßv^oq 5i9 6i8 79i7 129i7 



obeiü) 328 726 120io 1259 1946 

xttvoixio} 1114 15224 
cos» iso^.i hoixog 1008 
f^isno^ ^/o( 82 4221 445 4517 
9412 1797 1857 

Siatgiß^ 726 

äaira 182i5 

Siaymyiq 17622 

^ao? 19720 

Tg6nog 186 lo 

fiexaStdxeiv 97 ii 

428 

13012 

f^iMfiüb. f<!X.1 e^/S/<öTOC45l7 11324 

f^COOätm olxrftwQ 14824 
f^CDOSi^ K!X.l dolxfjTog 153 ii 
f^UM^iSn obcriz^Qiov 100 1. 5. 7 
f^TäO&^n iua olxffttiQiov 150 15 
ior/a 18820 

f^lll^ v^^oc 4 18 
f^d\CUQl^ intelxeia 1746 



K^lAl^ diazQtßij 17718 185 1 19728 

o^iA/a 9915 

l(jT/ec 1915 
KUoSb. .la^ öiavQißto I889 

T91 /8/a> imdrjfjtio)'^ 183 16 
f<lia^ 9ro/i[iyi7 799 
Kli-HOai^ teXevri] IIO18 19I2 

IfiOAte dexavevQf 678 
f^lfia^^ dexoTi; 678 
Klä^f^ dinXaalfov 150i 
^AäiLf^ Klva'lf^ r£T(>a7KAa(r/aiy 

1508_ 

rdl*^^ fpiXoviixia 939 

c^d\l^äi20 A>7Voc 14214 



öieQBw&oßai 432 45 17 

f^(&UUi:k. ^yO( 15010.19 



dnozifivm 18517 
xa&aigio) 947 
laah.^r^ xa&aiQio/iai 142 18 2096 
dfpavl^ofjiai 7685 
äklaxofxai 149 19 

Tftk^d\f^ ^«tA ngoxa&aigiofnxi 

8718 

Vi^d)^ Kli:! dxa^alQBZoq 150i8 
f^in^ ^/ga 17716 185 17 
f^Cm^ xa^aightiq 76 18 

noXiOQXtßfiq 7696 1535 (sie) 
KllOA^. nsQtug^ßivoQ 209 18 

f<^läh20 avzQOv 11515 

cnr^Xtttov 11511 
f<l31^ ^Qifi/ia 799. 11 
f<l3t&i2« dva^i; 884 120 10 

SvOfUVOQ 97 14 

vov riX iov 1258. 15 

^fvy» IO812 1541 19619 
4** 



52* 



Gressmann. 



ix^svyof 202 s 
f^aoi^ ^vy^ 107 s 
Kloibb. rp^la 46 8i9 

f^ltT^ XQ€CTCu6q 91 8 

KlllZ^S0 nQoaanioxriq 93 17 



avxoipavtiw 195 18 2016 2028 
KhClT^ ovxotpuvxwv 96 ss 
f^^^ dxonla 42 15 

iüiüb. ^U«»y 8715 965 n2s3 125? 
1867 
6it 136 u 
•*ui\^.l ^.im ro Ac^AAov 968 10214 

12911 20514 
.li\^ naQaaxsvatfi} 90 17 967 98 1 
1015 10218 1839 1845 
xaxaaxtvd^oiiai 100 1 
axiWDQioßai 188 18 
EÜipa. ii^lkio 20717 
intxrjöevüf 183 s 
f^^O^ (sie) nrapa<rxev9 68i 
f^d\0:ui\A^ TCQO^vfiia 1355 
f^iA^Ub. naAaidc 78so 885.1s 116S5 
18218 
naXai 142 18 

jrf|>ov 83i7 12918 
f^vix^i. ffAova<o( 1141 12815 



f^^CA axofia 90io 94? 186 11 

1007. IS 

JLä niQÜ.elnofiat 177 1 
JCft&f^ dnoXelnofiai 57 17 



f^Vsi^ Aa>'W<Jtaro? 185 is 
'7ajjL& xaraAAi^Ao? 99 15 

f^Sfi9aijL& <pik6oo<pog 8890 97? 

1824 
f^^aäfiOQlA& ipiXo<Joq>ia 1748. i9 
<pi?.6ao(pog 445 



J^A^f^ ;rf/to 89is90si 97 11 107 u 

19281 
dvanel&w 94 18 
JKlASkf^ cnT^I ifiavxov 7tW^<vll4i 
XkuaZ^r^ nel&ofiai 534 64i9 9481 

1718 19219 
mi^\>^*gn c<i.l dn€i»^g 8918 
c^fiQA& nslofia 113 1 

fOtoA^i ^n2 TTfil^ 2068 

rdttuSk.1 m^avoc 1136 1864 190i5 
i^lfiEuasn m^avoc 18488 
f^ik& nageiai 12 15 

i&& n6(5j7aa$ 4 19 

Ethpe. JuS^elQ 101 is 
r^i&ä dfa/io'c 1942 



.^& 6l€).WV 99 
xaradtfAaiv 9 12 
\^^^ 6ieox(»q 20911 
.^&^c^ vißofiai 18985 



r/y*^*^ ^/aoi; 1555 

xb dßipiyvoovfievov 195 1. 8 



Klf<Sk ff€pcxaUi7( 819 15017 
WQatOQ 61 
a€/jiv6g 76 17 
f^i^ ad(>£ 38 9288 
awua 37. 9 88S 12ii 428 18. 81 448S 1 
9228 17585 **^ y^^^^'^^ ^26 

r^äjl& yew^yog 1429 
I öoQVfpoQoq 154 19 
! f<^lf^ »iilä ycctfTTovot 6726 
rd\(^^ Ä0£jyr,j5 1824 I ^^äjAcÄ yc«py/« 681 



C^T(^3 IvauQxoq 106 is 
fOS(^^ aoffiaxixoq 111 88 



Stadien zu Eusebs Theophania 

f^d\äjjl& atgarid 12326 

»l&^f^ iniargaipeii 134 n 
iA& dnoSidw/ii 11 1 18428 
f<!ba^^\& |I& dnox^lvo/jtai 19328 

1948 19910 20422 
f<:i«^0 dviXxfov 1314 
f^Saoä dvdöoatq 1147 
f^lAldBO htiaxQenxtxoq 182 15 
f^i^Oltl&ftcA hiiaxQOipri 13624 
f^blS^SO r(>v9>f7ilog 93 18 
Kiiia& rpv^i/ 16718 
J9fl&r^ inttginiü 9321 1748 177i4 



53* 



\fVA ixvißVQf 43 1 



xara;rd7rrtt> 43 1 
dnotifÄVOf 878 
Teerrai 5122 

i«in iiiin 4ifi0& ;raTaxf()^oT/^a) 
9 12 
Jiifti^ äff^^fjuivog 944 
XifiO&^f^ Aagfvo^ai? 115 ii 
xonxofiai 10126 
Siaandofiai 10124 
vnoTB/jivofiai 10523 

xonzofjLai 7628 
JifiB&O>S0 ru^ aQQaytjg 8io 

f<i\^ iQydvTjg 204 12 

^^1& .i%*i Ttdaaig tpi^^oiQ 933 

.inSk ;r6AevcE> 6525 104 15 191 16 

iyxsXtvo/jiai 90 ii 

nagaxeXevofiai 4i6 1282 137i 

Tipoararroi 129 lö 205 19 

ÖLatdzzofjiai 896 

ivziXXofiai 13422 1829 

TiaQayySXXo/jiai 185 ii 

Ethpe. ngoaxdzTOfjiai 1284 
fO.laOä TiaQdyyeXfia 13421 



nagayyeXla 185? 
^vroA»/ 17525 
TiQoaxayßa 104 12 19622 
intxayfia 135 11 
naQaxiXsvoiQ 1378 

KSüLXii^ ^v^' 1145 
/?;.aaroc 8622 

^ix^,A& fffd/ov 1914 

r^^oio& Ixaxaaiq 6425 
ax(>araa 42 19 

f^f<:& xap;roc 62 822 428 442 676 

953 14211 

f<:\%l& <7/dj7po? 432 1008 10528 I8I21 
aiÖT^gsog 92 11 

oiH^ nox<6fi6voq 19 14 43 10 

dninxrj 107 1 

TtXTjvoq 55 15 
f^Au>T& nxrjvoq 79 17 

KlAl^ cJ/Eio? 925 

•fttll& XOQTlYiiO 101 20 

imxogrjyid} 1320 

WitiOl 724 

•fttll&i\f^ 7r()t;Tavfv9f/( 9622 
KlfiailOä inixogriyla 525 1225 

•fiDlä^c^ imvoeo} 445 (sie) 154 19 

ßtffavdoßai 423 114 1? 

nogtt,o/jiai 79? 
OOXAll «Cül&d\f^ ifjiavx<p nogtCju 

17717 
KlfiDlO^ negiegyov 177 19 

firiyavri 93 10 

.^lä dnoSiöwfii 5121 
Af. ^t'cü 817 
^;f^V)J 14211 
Kll