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Full text of "Thesauri hymnologici hymnarium: die Hymnen des Thesaurus hymnologicus H. A. Daniels und anderer ..."

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PALECTA HYMNICA 

MEDII AEVL 



LI. 

THESAURI HYMNOLOGICI HYMMRIUM. 

Die Hymnen 

des 

Thesaaras Hymnologicas H. A. Daniels 

und anderer Hymnen-Ausgaben. 



Leipzig. 

0. R. R e i s 1 a n d. 

1908. 



THESAURI HYMmOGICI HYMNARIUM. 



Die Hymneii 



des 



Thesanrns Hymnologicns H. A. Daniels 

und anderer Hymnen-Ausgaben. 



Die Hymnen des 5. — 11. Jahrhunderts 

und 

die Irisch-Keltische Hymnodie 

aus den altesten Quellen 

neii heransgegeben 

von 

Clemens glmne, 

s. jT 



■^e^ 



Leipzig. 

0. R. Reisland. 

1908. 



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Vorwort und Einleitung. 



I. Plan und Methode. Das ursprtingliche Ziel 
der Analecta Hymnica, namlich durch Veroffentlichung des 
unedierten oder schwer zuganglichen und zerstreuten hymno- 
logischen Materials die notwendige Grundlage fttr eine Ge- 
schichte und die rechte Wtirdigung der lateinischen Hymnodie 
zu schafien, ist im grofsen und ganzen durch die bisher er- 
schienenen, insgesamt 942 Bogen umfassenden 50 Bande er- 
reicht. Die Ausgabe der Tropi Antiphonales und einer 
Bltitenlese aus den Tropi AUeluiatici sowie mehrerer Motette, 
welche mit den Epilegomena den vollen Abschlufs zu bilden 
haben, ist aus praktischen Grtinden noch zurilckgestellt. 

Die Losung einer zweiten Aufgabe wird durch den 
vorliegenden 51. Band eroffnet, dem zum gleichen Zwecke 
in moglichst rascher Folge fttnf weitere Bande sich an- 
schliefien sollen. Diese Aufgabe ist durch den Titel „The- 
sauri Hymnologici Hymnarium" ftir jeden Kenner 
des Dam^techen „Thesaurus" hinlanglich bezeichnet. Fttgen 
wir noch bei, dafs unter sonstiger Wahrung des gleichen 
Titels statt j^Hymnarium^ bei Bd. 53 — 55 ^Frosarium^ und 
bei Bd. 56 „ OrationaW eingesetzt wird, so ist ersichtlich, 
dafs der Inhalt der Danielschen Bande und anderer hymno- 
logischer Publikationen sachlich gegliedert in ganz neuem 
Gewande dargeboien werden soll. Schon langst hatten her- 
vorragende Hymnologen und Liturgiker den Wunsch und 
die Hoffnung ausgesprochen , dafi nach Bewaltigung des 
unedierten' Materials nicht haltgemacht werde vor der nicht 
leichten Arbeit, ;,schlie61ich alle DicUungen^ welche die 



VI Einleitung. 

unseren jetzigen hyniQologisclien Anforderungen durchaus 
nicht mehr entsprechenden Werke von Daniel, Mone, Kehr- 
einxx.K. enthalten, aufs neue zu publizieren und so ein 
,opus magnum totum' zu schaffen". Mit einiger Uber- 
treibung, aber in manchcr Hinsicht doch nicht ganz zu Unrecht 
nannte Uh Chevalier gerade diese langst bekannten Dichtungen 
„die Blume der Hymnodie" (Anal. Bolland. XXI, p. 415). Was 
nftmlichDaniel, Mone, Stevenson, Neale, Morel, Kehrein, Werner 
u. a. aus einigen wenigen Handschriften und Druckwerken 
den Hymnenfreunden vorgelegt hatten, war wohl ab und zu ein 
Hymnus, eine Sequenz, ein Lied, die mir in einer bestimmten 
Diozese, einem gewissen Einzellande zur Verwendung kamen ; 
dem Hauptteile nach war es jedoch ein Gemeingut vieler, oft 
aller Lander des Abendlandes ; es waren Dichtungen, die bei 
Offnung fast eines jeden Hymnars, Prosars, Brevieres oder 
Missale dem Forscher sich formlich unter das Auge dr^ngten. 
Diese geistlichen Lieder aber, welche viele Jahrhunderte lang 
und in allen Diozesen des Occidentes in Brauch und beliebt 
waren und gerade deshalb zu guten Bekannten wurden, die 
nicht lange als ,Inedita' im Staube der Bihliotheken verborgen 
und vergessen zu ruhen hatten, verdanken den Vorzug ihrer 
allgemeinen und langdauernden Verbreitung vielfach, wenn 
auch ftirwahr nicht immer, dem Vorzuge ihrer inneren Gute. 
So ist denn ein grofser Bruchteil der bisherigen sogenannten 
„Edita" d. h. der schon seit langem allgemein bekannt 
gemachten Hymnendichtung wirklich isum Besten, zur ,,Bltite" 
der Hymnodie zu rechnen. Dazu kommt, dafi jene Hymnen, 
welche bis zur Stunde im Romischen Breviere, wenngleich seit 
1(532 leider vielfach in veranderter Gestalt, noch fortleben 
und dadurch ein besonderes Interesse beanspruchen , eben 
dieser Klasse der ,Edita' angeh5ren. 

Schon aus diesem Grunde ging es nicht wohl an, dafs in 
den umfangreichen Analecta Hymnica mit ihrer ganzen reichen 
Fttlle der altchristlichen und mittelalterlichen Dichtung dieser 
bezeichnete verhdltnismafsig kleine^ aber wichtige Bruchteil der 
Hymnodie nur deshalb fehlen soUte, weil er zufallig schon 
anderswo iri irgendeiner Form durch den Druck bekannt ge- 
geben war. Dieses um so mehr, da von keiner der bisherigen 
Publikationen bei aller Anerkennung ihrer sonstigen Vorztige 



Plan und Methode. VII 

gesagt werden kann, dafs sie ein solches universelles Ziel ver- 
folgten, wodurch allen berechtigten Wtinschen des Hymnologeu 
und Liturgikers entsprochen wtirde. Manche derselben ver- 
folgten nur ein Sonderinteresse , woUten den Hymnengehalt 
eines eimelnen Hymnars, wie z. B. desjenigen von Winchester, 
Moissac, Pairis oder einer eng begrenzten Handschriften- 
Gruppe, wie jener von Rheinau nach Ztirich transferierten 
Hymnenbticher u. a. bekannt machen, wodurch wir erfuhren, 
welche Hymnen dort in Brauch waren und welche Form ihr 
Text ebendort, aber zunachst auch nur dort aufwies. Die 
diesbeztiglichen , ftir die Lokalgeschichte der Liturgie und 
der liturgischen Dichtung mehrfach hochst wertvoUen Publi- 
kationen werden weiter unten zur ^prache kommen. — Was 
aber bis jetzt vollig mangelte, war eine moglichst vollstandige 
Angabe, in welchen alten und dltesten Hymnaren und Brevieren 
und Sammelwerken aus den verschiedenen Lslndern die einzelnen 
Hymnen^) sich vorfinden, wodurch schon in etwa ein Schlufs 
auf das Alter und die ortliche Verbreitung der gangbarsten 
Hymnen gezogen werden kann^); und namentlich fehlte eine 
solche Textausgabe, deren kritischer Apparat in weitestem 
Umfange die verschiedenen Lesarten aus allen jenen be- 
zeichneten Quellen darbietet, auf Grund welcher der ur- 
sprttngliche Text rekonstruiert und der rekonstruierte Text 
auf seine Zuverlassigkeit nachgeprtift werden kann und mufs. 
Dieser Mangel macht sich besonders ftihlbar beim Thesaurus 
Hymnologicus des um die Hymnologie sonst so hochverdienten, 
sie in gewissem Sinne seinerzeit begrtindenden Dr. Hermnnn 
Adalbert Daniel (f 13. Sept. 1871 zu Leipzig), da derselbe 
sich mit einigen wenigen, durchweg sehr jungen Handschriften, 



') Da dieser und der nachste Band nur die Hymnen zum Gegenstande 
haben, spreche ich bier und im folgenden nur von diesen, obgleich ganz 
dasselbe mutatis mutandis von deu Sequenzen, Reimgebeten und Cantionen 
gilt; Tropen und Reimoffizien wurden von Daniel und Mone so gut wie 
ganz nnberncksichtigt gelassen. 

2) Eine diesen Anforderungen Rechnung tragende Zusammenstellung von 
Hymnenanfangen bieten F. E. Warren und L Mearns in dem sehr brauch- 
baren „Dictionary of Hymnology" (Ed. 2. London 1907) unter dem Worte 
„Hymnarium" (S. 547 — 554); aber dem Zwecke dieses Werkes entsprechend 
ist die QueUenangabe dort einzig auf solche Handschriften beschrankt, die 
in englischen Bibliotheken sich vorfinden. 



VIII Einleitung. 

auf die er gerade stiefs, und mit gedruckten Quellenwerken 
oft zweiter oder gar dritter Hand begntigte. Die grofsen 
Mangel dieses einst bahnbrechenden Werkes hier naher 
herauszuheben ware pietiltlos und zwecklos; jeder Hymnologe 
weifs ja, dafs Daniels Werk die Grundlage zur Hymnologie 
schuf, bei unseren jetzigen Anforderungen aber fast nur noch 
ein bibliographisches Interesse beanspruchen kann. Die un- 
gleich kritischer besorgten, auf breiterem Quellenmaterial 
basierenden „Lateinischen Hymnen des Mittelalters" von Mone, 
welcheDaniel nachtrftglich seinem Thesaurus einzufttgen suchte, 
erganzten zwar manche Ltlcke, die Daniel gelassen, und noch 
immer besitzen viele treffende Bemerkungen und tiberraschende 
Beobachtungen des ehemaligen Karlsruher Archivdirektors 
(vgl W. Meyer, Ges. Abhdl. zur M.A. Rhythmik, II, 296 ff.) 
hohen Wert. Trotzdem sind seine Quellen, sowohl was An- 
zahl als auch Alter und Wert angeht, durchaus unzureichend, 
und bei mancher Dichtung des 9. u. 10. Jahrhunderts haben 
wir uns bei ihm mit Quellen oder gar einer Quelle des 
15. Jahrhunderts zu begntigen. 

All e diese Grtinde brachten schon vor einem Jahrzehnt meinen 
Plan zur Reife (vgl. Litt. Handweiser, Nr. 681, Jahrg. 1898), 
das n5tige Material ftir eine kritische Neuauflage des Daniel- 
schen Thesaurus in ausreichendem Umfange zu sammeln. Eine 
Schwierigkeit erwuchs weniger aus dem Mangel, als vielmehr 
aus der Ftille, ja UberfttUe der Quellen. Wenn ein Hymnus 
in fast allen Hymnaren und Brevieren und Antiphonarien 
sich vorfindet, welchen Wert soU es dann haben, zu demselben 
mehrere Dutzend oder gar Hunderte von Quellen zu zitieren 
und eine Unsumme von meist belanglosen Varianten vor- 
zulegen, namentHch dann, wenn aus guten alten Quellen der 
ursprttngliche Text sicher festgestellt werden kann? Es ist 
Sitte, richtiger Unsitte geworden, bei Textausgaben auch die 
minutiosesten, ganz evidentenSchreibfehler und rein graphischen 
Eigentttmlichkeiten der alten Kopisten ausnahmslos zu re- 
produzieren und, was noch schlimmer ist, aus dem Umfange 
des ins Kleinlichste gehenden Varianteuverzeichnisses die Gttte 
oder Ungttte einer Ausgabe abzumessen; unter dem'speziosen 
Namen „kritischer Apparat" wird auf diese Weise ein wahrer 
Pjtllast aufgestapelt und mitgeschleppt, durch den der Kritik 



Plan und Methode. IX 

in nichts gedient ist. Dieser immer mehr einreifsenden Sucht 
wollte ich prinzipiell nicht huldigen. — Anderseits darf 
durchaus nicht Willktir bei Auswahl der Quellen und noch 
weniger bei Angabe der Varianten mafsgebend sein, und ist 
es bei dieser Neuauflage gewifs nicht gewesen. 

Eine gewisse Norm ftir Benutzung der Quellen wurde 
schon durch die Art der verschiedenen in Betracht kommenden 
Hymnen nahegelegt. Ein Teil derselben findet sich in wenigen, 
sehr wenigen, einige von ihnen nur in ein oder zwei Quellen; 
es sind seltene^ in einem bestimmten Lande und ftir ein einzelnes 
Gebiet entstandene Hymnen, die einen Lokal-Heiligen besingen 
und aus diesem oder irgendeinem anderen Grunde keine 
weitere Verbreitung fanden. Bei diesen waren naturlich alle 
erreichbaren Quellen, ob alt oder jung, heranzuziehen und 
auszunutzen. — Ein anderer Teil, und es ist hier der weit- 
aus grofsere, fand weite und weiteste^ ja universelle Verbreitung ; 
bei solchen Hymnen empfahl sich abermals eine Teilung. 
Die einen bekunden durch das Fest und den Heiligen, den 
sie zum Vorwurf haben, durch das Alter dpr Quellen und 
deren Provenienz (z. B. von einem bestimmteu Orden, dessen 
Entstehungszeit genau bekannt ist), durch die Art des Reimes 
und anderes mehr, dafs ihr Ursprung in einem jungeren 3 SihY- 
hundert des Mittelalters liegt. Die anderen hingegen er- 
weisen sich als alte, ja uralte Schopfungen der Hymnodie; 
sie geh5ren durchweg zum festen Bestand aller dltesten oder 
doch alteren Hymnare und Breviere, erhalten sich in denselben 
durch das ganze Mittelalter, teilweise sogar, wenngleich viel- 
fach mit geandertem Texte, bis auf unsere Tage. Die Frage, 
mit welchem Jahrhunderte die Grenzscheide zwischen diesen 
alteren und jftngeren Hymnen zu ziehen sei, schien nicht 
gar schwer zu beantworten. Im 12. und 13. Jahrhunderte 
bekunden neben andoren Ereignissen die Kreuzzttge und das 
machtige Emporbltlhen einer ganzen Reihe neuer Orden, wie 
der Karthauser , Cistercienser , Pramonstratenser , Franzis- 
kaner, Dominikaner, Karmeliter, Augustiner-Ghorherrn und 
Eremiten des hl. Augustin, dafs auf dem religiosen und tiber- 
haupt auf dem kulturellen Gebiete ein neues Leben frisch 
pulsiert. Auch in der lateinischen Hymnodie, an der diese 
peueii Orden sioh rege beteiligen und vielfach in ihr statt der 



X EiDleitung. 

Benediktiner die Ftihrerrolle tibernehmen, regt sich ein neuer 
Geist; die Hymnen und die lateinischen Dichtungen ins- 
gesamt zeigen, nattlrlich mit Ausnahmen, gr5fsere Warme 
und Breite, mehr Schwung und Eleganz, und der Reim kommt 
v5llig zur Herrschaft: lauter Merkmale, welche sie von den 
Hymnen der aiteren Periode nicht unwesentlich unterscheiden, 
ohne ihnen jedoch einfachhin den Vorzug vor diesen letzteren 
zu verschaffen. 

Dementsprechend suchte ich die Hymnen in zwei Gruppen 
zu sondern: 1. Die dltestm Hymnen des 5. — 11, Jahrhunderts 
(Band 51); 2. I)ie Hymnen des 12, — 16. Jahrhunderts (Band 52). 
Ob die Sonderung immer richtig durchgeftihrt wurde, mufs 
sich erst zeigen. Der ersteren Gruppe ist kaum irgendein 
Hymnus eingegliedert, der nach dem 11. Jahrhundert ent- 
standen ist; aber es mag wohl sein, dafs aus der zweiten 
Gruppe nachtraglich der eine oder andere in die altere Gruppe 
zu verweisen ist. Abgesehen davon, dafs die altesten und 
alteren Hymnen in vieler Hinsicht ein hesonderes Interesse 
nicht nur des Hymnologen, sondern auch des Theologen, 
Liturgikers, Archaologen, Metrikers und Philologen be- 
anspruchen und ihre Zusammenstellung daher manchem er- 
wtinscht sein dtirfte, ergab sich nun aus dieser Sonderung 
eine praktische Norm fur Benutzung der Quellen. Ftir die 
dlteren Hymnen namlich, wenn sie 5rtlich und zeitlich all' 
gemeine Verbreitung erlangten, stehen unter Umstanden Hand- 
schriften aus nicht weniger als sechs bis neun Jahrhunderten, 
also eine Unsumme von Quellen zu Gebote, wahrend ftir die 
Hymnen der jtingercn Periode das handschriftliche Quellen- 
material auf ein bis vier oder ftinf Jahrhunderte beschrankt 
ist. Ware es nun praktisch durchftihrbar , und namentlich, 
ware es von irgendeinem Werte, ftir solche weitverbreitete 
alte Hymnen, deren ursprtinglicher Text aus reichlich vielen 
Handschriften des 11., 10., 9. oder gar eines noch frtiheren 
Jahrhunderts festgestellt werden kann, auch alle die Quellen der 
spdteren Jahrhunderte Revue passieren zu lassen und die Text- 
anderungen und Fehler aus denselben zum Besten zu gebenV 
— Allerdings, wenn die alten Quellen ftir einen alten 
Hymnus zwar reichlich fliefsen, dieselben aber nur einem he- 
stimmten Gebiete oder Lande entspringen, so konnte es ntitz- 



Plan und Methode. XI 

lich und notwendig erscheinen , womoglich Handschriften aus 
anderen Landern, auch wenn sie dem 12., 13. und einem.noch 
jtingeren Jahrhunderte entstammen, oder selbst gedruckte Bre- 
viere anzuftihren, um so gleichzeitig zu dokumentieren, ob nicht 
vielleicht der anfangs ortlich begrenzte Hymnus in spaterer 
Zeit weitere oder allgemeine Verbreitung gefunden hat. 
Doppelt notwendig war das, wie schon oben angedeutet wurde, 
wenn ftlr den betreffenden Hymnus kaum mehr als eine alte 
Quelle zu Gebote stand, oder wenn die altesten Quellen fiir 
ihn nicht hoher als bis ins 11. Jahrhundert hinaufgingen. 
In allen anderen Fallen verzichtete ich bei den Hymnen dieses 
Bandes prinzipiell auf Zitierung oder Benutzung einer Quelle, 
deren Alter nicht bis in das 11. oder mindestens in das be- 
ginnende 12. Jahrhundert reicht. Die einzige Ausnahme bildet 
4as dem 12. Jahrhundert angehorende Antiphonar von Nevers 
(Cod. Parisin. Nouv. acq. 1235), welches dazubeitragen mufste, um 
die mir relativ sparlich zu Gebote stehenden alten Handschriften 
franisdsiseher Eerkniih zu erganzen. Wohl kann geltend ge- 
macht werden, dafs unter Umst^nden es von Wert ist, zu 
wissen, bis zu welchem Jahrhundert ein im elften noch weit- 
hin gebrauchlicher Hymnus sein Leben in der Liturgie fort- 
fUhrt. Dieser Erwagung habe ich Rechnung getragen und in 
bestimmten Fallen summarisch beigeftigt, ob spatere und 
eventuell auch gedruckte Breviere den fraglichen Hymnus noch 
aufweisen. Uberdies konnte ich dabei ofters auf das Reper- 
torium Hymnologieum Chevaliers verweisen, in dem bei alten 
Hymnen vorwiegend wenn nicht ausschliefslich gedruckte 
Breviere als Quellen notiert sind^). 

Ftir diese Hymnen des 5. — 11. Jahrhunderts nun, die nach 
den bezeichneten Grundsatzen neu aufgelegt werden soUten, 
wurden alle irgendwie bekannten, auffindbaren und erreich- 
baren Hymnare und Breviere des 8. — 11. Jahrhunderts aus den 



') Im Hinblick auf dieses Bepertorium Bymnologicum ^ das ein 
Interims-Register zu den Analecta Hymnica genannt werden kann, habe ich 
davon Abstand genommen, bei jedem Hymnus die Werke zu nennen, in 
denen derselbe gedruckt ist. Gerade diese Aufgabe will ja das Repertorium 
an erster SteUe erfullen. Seltene und wichtige Ausgaben hingegen, aus 
denen nutzliche Kenntnis zu schopfen ist, habe ich angemerkt, namentlich 
4ani^ wenn sie im Repert. Hymnol. fehlen. 



XII Einleitung. 

verschiedenen Landern des Abendlandes in der Gesamtzahl 
von rund 70 Handschriften herangezogen ^). Von diesen 
Quellen sind unter jedem einzelnen Hymnus alle jene nam- 
haft gemacht, in denen derselbe sich vorfindet, und zwar 
nicht durch Sigel oder hieroglyphische Abktirzungen, welche 
wohl Raum ersparen, aber den Uberblick erschweren und 
mlihsames Nachschlagen zum Entziffern der Hieroglyphen er- 
heischen, sondern unter voUer Angabe der Art der Quelle, 
ihrer Provenienz, ihres Alters und ihres Fundortes. Nur 
wenn Hymnen sich unmittelbar folgen, die wesentlich den 
gleichen Quellen zu entnehmen waren, konnte ein kttrzerer 
Hinweis gentigend erscheinen. Das Quellenverzeichnis belehrt 
somit auf den ersten Blick, ob ein Hymnus mehr oder 
weniger verbreitet war, in welchen Landern er Verwendung 
fand, ob er in alteren oder jtingeren Handschriften vorkommt. 
Es mufs jedoch ausdrticklich hervorgehoben werden, dafs aus 
dem 11. Jahrhundert (aus den frtiheren Jahrhunderten meines 
Wissens kaum eine Handschrift) etliche Breviere, die in jenem 
Zeitraume ja zahlreicher werden, namhaft gemacht werden 
konnen, in denen auch der betreffende Hymnus steht, ohne 
dafs jenes Brevier zitiert wurde. Ich selbst habe das eine 
oder andere solcher Breviere z. B. in Italien vorgefunden 
und sogar ein Verzeichnis ihres Hymnengehaltes angelegt, auf 
ihre weitere Verwendung aber verzichtet, da die erwahnten 
sechs Dutzend mehr als ausreichend erschienen, zumal wenn 
die Gebiete, aus denen sie stammen, schon durch andere 
gleichalterige oder altere Quellen vertreten waren. — Ferner 
sind aus allen unter jedem Hymnus verzeichneten Handschriften 
alle Varianten (soweit ich natttrlich keine ttbersehen habe) 
genau angemerkt; bei den altesten und dlteren des 9. und 
10. Jahrhunderts wurde sogar durch Angabe rein graphischer 
Differeuzen (wie „caeteri" statt „ceteri" usw.), durch Kenn- 



') Da oftmals, wie aus den obi^n Darlegungen hervorgeht, auch jungere 
Uandschriften des 12. — 15. Jahrhunderts und in einigen Fallen auch ge- 
druckte Breviere benntzt werden mufsten, ist die Anzahl der tatsachlich fur 
diesen Band verwerteten haudschriftlichen Quellen mehr als doppelt so grofs. 
— Die 70 altesten Quellen sind weiter unten allo einzeln aufgefuhrt und 
nach Provenienz und Alter geordnet; aus den wichtigeren folgt das Inhalts- 
verzeichnis. 



I>lan und Methode. XIII 

zeichnung der ursprtinglichen fehlerhaften Niederschrift der 
Kopisten und der dann von ihnen oder anderen vorgenommenen 
Korrektur ^) und durch ahnliche minuti5se Vermerke der oben 
genannten Mode mehr nachgegeben, als es vielleicht gut war. 
Sind aber aus irgendeiner der angegebenen Quellen die 
Varianten tlbergangen, so ist das jedesmal hervorgehoben. 

Bevor nun die allgemein gekennzeichneten Handschriften 
in systematischem Uberblicke vorgeftihrt werden, wird es gut 
sein, zuerst auf eine weitere Einteilung der dltesten Hymnen 
hinzuweisen, welche das Resultat meiner hymnologischen 
Studie „Der Cursus S. Benedicti und die liturgischen Hymnen 
des 6.--9. Jahrhunderts in ihrer Beziehung zu den Sonntags- 
und Ferialhymnen unseres Breviers" (III. Band der Hymnolog. 
Beitrftge) bildete. Auf Grund dieser Studie, welche bisher 
5fiFentlich und privat nur volle Beistimmung fand, darf als 
sicher gelten: Bis gegen Schlufs des 9. Jahrhunderts war 
auf dem Kontinente eine aus 34 Nummern bestehende Hymnen- 
liste in liturgischem Gebrauche, welche passend die alt- 
benediktiniselie genannt wird. In dieser Liste befihden sich 
die Hymnen, welche Casarius und Aurelianus von Arles 
zitieren, und welche der hl. Benedikt in seinem Cursus vor- 
schreibt; diese Liste bildet den Grundstock aller Hymnare 
nicht-irischer Provenienz bis zur Wende des 9. zum 10. Jahr- 
hundert. — Ganz grundverschieden von dieser Liste ist jene 
au& 38 Nummem bestehende, welche die alten Handschriften 
irischer Provenienz fUr den liturgischen Gebrauch im 7. bis 
9. Jahrhundert darbieten, und welche dementsprechend die 
irische Hymnenliste betitelt werden darf. Gemeinsam haben 
beide Listen nur die Hymnen des hl. Ambrosius, zwei uralte 
Osterhymnen, namlich „Ad cenam agni providi'' und ^Aurora 
luds rutilat^ (Nr. 83 und 84 dieses Bandes) und den herr- 
lichen Komplethymnus y^Christe qui lux es et dies^ (Nr. 22). 
— Eine Zeitlang bestanden beide Gruppen nebeneinander : 
die erstere und altere auf dem Kontinent, die zweite und 
jtingere auf dem britischen Inselreiche. Endlich aber, im 
Laufe des 9. Jahrhunderts , gewann die irische Gruppe die 

^) In solchen Fallen bezeichnet der Exponent 1 (z. B. A^) die Schreib- 
weise der ersten, der Exponent 2 (A*) jene der korrigierenden oder zweiten 
Hand. 



XIV Einleitung. 

Oberhand; sie bildet von da an ausnahmslos den Grundstock 
aller Hymnare und ist bis zur Stunde gleichmafsig erhalten 
geblieben im R5mischen Breviere, wahrend die altere alt- 
henediktinische Gruppe, obwohl sie durch einen ftinf Jahr- 
hunderte wahrenden Gebrauch, der bis auf die ersten Anfange 
der Hymnodie zurtickreicht, geheiligt war, mit einem Schlage 
vollstandig aus der Liturgie verschwand. — Den Grund dieser 
merkwtirdigen Erscheinung, die sicher einen machtvollen Ein- 
griff zur Voraussetzung hat, konnte ich damals in der er- 
wahnten Studie noch nicht bestimmt angeben. Weil die 
Hymnen der irischen Gruppe ein ganz anderes Geprage haben 
als jene, welche in Irland selbst von Iren wahrend des 5. bis 
9. Jahrhunderts gedichtet wurden, mufste als sicher gelten, 
dafs sie von auswdrts importiert und somit von einem Nicht- 
Iren fur den liturgischen Gebrauch in der irischen Kirche 
zusammengestellt , teilweise gedichtet und wohl auch vor- 
geschrieben wurden. Wie ware es sonst ohne die letztere 
Annahme erklarlich, dafs die so patriotisch gesinnten Iren 
die von ihren eigenen Landsleuten, ja von ihren eigenen 
Landesheiligen und Landespatronen gedichteten Hymnen einer 
von auswdrts eingeftihrten Hymnenliste zu lieb in der Liturgie 
preisgaben? Aus diesem und aus anderen Grtinden war die 
Vermutung mehr als nahe gelegt, dafs Gregor der Grofse die 
fragliche Hymnengruppe zusammenstellte , zum Teile selbst 
dichtete und ftir die Liturgie anordnete. Inzwischen hat sich 
diese Vermutung in iiberraschender Weise bestatigt, was ich 
in dem Aufsatze „Gregor der Grofse als Hymnendichter" 
wenigstens wahrscheinlich gemacht zu hahen glaube^). Nun 
war es auch erklarlich, wie die irische Gruppe die altein- 
gebtirgerte des Cursus s. Benedicti vollig und auf einmal im 
9. Jahrhundert verdrangen konnte. Schickte sich Rom an, 
als wahrend der Karolingerherrschaft manche Anderungen im 
Offizium vorgenommen wurden (man denke an Alcuin, Amalar 
und Helisachar), auch ftir den Weltklerus die Hymnen in 
sein Brevier aufzunehmen, und war damals die Erinnerung 
noch wach, dafs kein geringerer als Papst Gregor der Grofse 
selbst die irische Hymnengruppe ftir die Liturgie zunachst 



^) Stimmen aus Maria-Laach, Jahrg. 1908 (Bd.74), S. 269 flf. 



Plan und Methode. XV 

der irischen Kirche angeordnet und vielfach wohl auch ge- 
schaflfen hatte, so begreift sich leicht, dafs bei Einftihrung 
der Hymnen auch ins Romische Brevier des Sakularklerus 
die Wahl gerade auf diese Hymnengruppe fiel, wahrend sonst 
alles fttr die altherk5mmliche der Benediktinerhymnare ge- 
sprochen hatte. — Traf Rom gegen Ende des 9. Jahrhunderts 
in dieser Weise seine Entscheidung ftir die Hymnen, und er- 
hielten somit die Hymnen, welche bis dahin nur beim Ordens- 
klerus in Brauch und eigentlich von h5chster Stelle mehr 
geduldet als empfohlen und befohlen waren, eine h5here 
autoritative Weihe, so findet schliefslich auch jene Tatsache 
ihre beste Erklarung, dafs vom Schlufs des 9. Jahrhunderts 
an der vorher geringe Hymnenbestand der Hymnare sich 
schnell bedeutend vermehrte und bei aller Verschiedenheit in 
den verschiedenen Di5zesen im Grundstock, namlich in der 
irischen Hymnengruppe , stets und ttberall gleich blieb. Im 
ttbrigen mufs ich auf die genannten Publikationen verweisen 
und nahere Er5rterungen und Untersuchungen fUr eine andere 
Stelle vorbehalten. 

Die (Htere Hymnengruppe des Cursus s. Benedicti ist dem- 
entsprechend, unter Ubergehung der schon im Bd. L kritisch 
herausgegebenen Hymnen des hl. Ambrosius, hier an erster 
Stelle unter den Nummern 1 — 22 zusammengestellt und ediert. 
Mit Rttcksicht hierauf habe ich auch die Quellen ftir diese 
Hymnengruppe im unten folgenden Verzeichnis eigens voran- 
gestellt. 

Wegen der hohen Bedeutung der irischen Hymnengruppe 
schien es von Interesse zu sein, sie mit den alt-irischen 
Dichtungen, d. h. den von Iren im 5. — 9. Jahrhundert ver- 
fafsten lateinischen Dichtungen vergleichen zu k5nnen. Im 
vorliegenden Bande schliefst sich daher als 2. Teil die alt- 
iriselie Hymnodie an. Es wurde so zugleich erreicht, dafs 
alle alten Hymnen der ersten Jahrhunderte , sofern sie noch 
neu herauszugeben waren, in einem Bande vereinigt sind. 
Naheres ttber diese letzteren Dichtungen besagt die Einleitung 
zum 2. Teile. 

Manche Dichtung der alteren Jahrhunderte — es handelt 
sich hier natttrlich um die sogenannten „Edita" — findet sich 
nicht im Thesaurus Daniels; von anderen Herausgebern sind 



XVI Einleitung. 

sie bald hier, bald dort ans Licht gezogen. Mehrere Hymnen 
dieses Bandes waren tiberhaupt bisher noch nicht hehannt\ 
sie fielen mir nachtraglich in die Hande oder wurden von 
Hymnologen aus hochst anerkennenswertem Interesse ftir die 
Analecta mir tibermittelt. Es zeigte sich kein passenderer 
Platz, wo sie unterzubringen waren, als gerade hier. Der 
alte Thesaurus Hymnologicus Daniels hat demnach ein 
vollig verdndertes Aussehm gewonnen; nicht nur die An- 
ordnung und erst recht das Quellenmaterial samt dem 
kritischen Apparate ist grundverschieden, auch der Inhalt ist 
vielfach ein anderer. Trotzdem durfte und sollte die alte 
Regel ^secundum partem jjo^wm fit denominatio^ zur Geltung 
kommen. Aus Pietat namlich gegen den Begrtlnder der 
Hymnologie schien es billig und recht, dafs sein Name und 
sein Werk auch in den „Ana]ecta Hymnica" und durch die- 
selben unter dem Titel „Thesaurus Hymnologicus^ fortlebe. 



II. Die altesten Quellen der Hymnen. — Ist die Da- 

tierung des sogenannten ^Antiphonars"" von Bangor richtig, 
das innerhalb der Zeitgrenze 680 — 691 geschrieben sein soll 
(Naheres dartlber im zweiten Teil dieses Bandes, S. 259 f.), 
so haben wir in demselben die allerdlteste uns erhaltene 
Niederschrift einer Hymnensammlung. Aus demselben kommt 
jedoch ftlr den ersten Teil dieses Bandes nur der eine 
Hymnus „Mediae noctis temqus est^ (Nr. 1) in Betracht, wes- 
halb auf dasselbe aufserhalb der Quellenliste nur hingewiesen 
sei. Die tlbrigen Hymuenquellen ftir die eben bezeichneten 
zwei Gruppen sind in systematischer Ordnung (nach Landern 
und nach ihrem Alter bis zum angehenden 12. Jahrhundert 
gegliedert) die folgenden: 

A. Fiir die Gruppe der alt-benediktinischen Hymnen. 

1. Psalt. et Collect. S. Augustini Cantuariensis saec. '^/s. Cod. 
Londinen. Yesp. A I. 

2. Psalt. et Hymn. incertae originis saec. ®/9. Cod. Vatican. Regin. 11. 

3. Collect. et Hymn. Corheiense (?) saec. 9. Cod. Parisin. 14 088. 

4. CoUect. et Hymn. Murhacense (? Augiense) saec. 9. Cod. Oxonien. 
Bodl. Jnn. 25. 

5. Psalt. et Hymn. Bhenoviense saec. 9. Cod. Taricen. Rhenoy. 34. 



Die altesten Quellen der flymnetl. XVlI 

B. Fiir die Gruppe der irischen und (seit 10. Jahrh.) 
abendlandischen Hymnen. 

a) Aus Irland und England stammende Quellen. 

6. Hymn. Hibernicnra saec. 9. in. God. Paulan. 25. 2. 31 (Blas. 
memb. 86). 

7. Hymn. Hibernicum saec. 9. in. Cod. Carolsruhan. Augien. CXCV. 
9. CoUect. Hibemicum (? Anglosaxonicum) saec. 9. Cod. Capit. 

Colonien. 106. 
9. Pontif. etHymn. Anglicum saec. 10. ex. Cod. Vatican. Regin. 338. 

10. Hymn. Cantuariense (?) saec. 10. ex. Cod. Londinen. Add. 37 517. 

11. „Rituale Dimelmense^ saec. 9. 10. 11. Cod. Capit. Dunel- 
men. A. IV 19. 

12. Hymn. Anglosaxonicum saec. ^®/ii. Cod. Londinen. JuL A. VI 
(Paraphrase). 

13. Hymn. Anglosaxonicum (Monasticum) saec. 11. in. Cod. Londinen. 
Vesp. D XII. 

14. CoUectar. et Hymn. Exoniense (Episc. Leofric.) saec. 11. Cod. 
Londinen. HarL 2961. 

15. Collectar. et Hymn. Wintoniense (? Vigorniense) saec. 11. Cod. 
Coll. Corp. Christi Cantabrigien. 391. 

16. Hymn. Wintoniense saec. 11. Cod. Capit. Dunelmen. B III 32. 

b) Aus Deutschland stammende Quellen. 

17. Psalt. et Hymnarii fragmentum SangaUense saec. (9. et) 10. 
Cod. Sangallen. 20. 

18. CoUect. et Hymn. S, Martini Trevirensis saec. (9. et) 10. Cod. 
Treviren. 1245 (1418). 

19. CoUect. et Hymn. S. Maximini Trevirensis saec. 10. Cod. Tre- 
viren. 592 (1404). 

20. Collectar. et Hymn. S. Mariae Frisingensis saec. 10. Clm. 
Monacen. 27 305. 

21. Rit. et Hymn. Scheftlariense saec. 10. Clm. Monacen. 17 027. 

22. Hymn. Bhenoviense saec. 10. Cod. Turicen. Rhenov. 111. 

23. Trop. et Hymn. Rhenoviense (? Sangallense) saec. 11. in. Cod. 
Turicen. Rhen. 97. 

24. Hymn. Bhenoviense saec. 12. in. Cod. Turicen. Rhen. 1 29. 

25. Brev. SangaUense saec. ^®/n. (Pars I.) Cod. Sangallen. 413. 

26. Brev. Sangallense saec. ^**/ii. (Pars II.) Cod. Sangallen. 387. 

27. Hymn. Sangallense saec. 11. Cod. Berolinen. VIIP 1. 

28. Hymn. Campidunense saec. ^*^/ii. Cod. Turicen. Rhenov. 83. 

29. Pros. et Hymn. Fredeslariense saec. 11. ex. Cod. Kasselan. 
theol. IV <> 25. 

Blume, Thesauri hymnologici Hymnarinm. II 



XVlII Einlcitung. 

c) Aus Italien stammende Quellen. 

ci.) Maiiandische Grnppe. 

30. Martyr. et Hymn. Modoetinum(?) saec. 9. ex. Cod. Capit. 
Veronen. XC (85). 

31. Psalt. et Hymn. Ambrosianom saec. 10. Cod. Vatican. 83. 

32. Psalt. et Hymn. Ambrosianum saec. 10. Clm. Monacen. 343. 

33. Manoale Mediolanense saec. 10. Cod. Ambrosian. T 103 sop. 

34. Manuale Mediolanense saec. 10. Cod. Ambrosian. SH IV 43. 

35. Psalt. et Hymn. S. Jacohi de Pontida saec. 11. Cod. Vatican. 82. 

36. Brev. Vallis Travagliae saec. 11. Cod. Capit. Mediolanen. 155. 

C2.) Romische Gruppe. 

37. Hymn. Bohiense saec. 10. Cod. Taurinen. G VII 18. 

38. Hymn. Bohiense saec. 11. Cod. Vatican. 5776. 

39. Brev. Benedictinum Italiae septentrion. (?Galliae meridion.) 
saec. 10. ex. Cod. privat. (K. "W. Hiersemann Lipsiensis). 

40. Psalt. et Hymn. Farfense saec. ^^/ii. Cod. Roman. Vitt. Eman. 
175 (Farf. 4). 

41. Hymn. Farfense saec. ^®/ii. Cod. Turicen. Rhenov. 91. 

42. Brev. Farfense saec. 11. Cod. Turicen. Rhenov. 82. 

43. Hymn. Verdnense(?) saec. ^^ln, Cod. Capit. Veronen. CIX (102). 

44. Hymn. Benevenianum (? Casinense) saec, 10. ex. Cod. Vatican. 
Ottob. 145. 

45. Hymn. Casinense saec. (10. ex.?) 11. Cod. Casinen. 506. 

46. Brev. Casinense saec. 11. Cod. Vindobonen. 1106. 

47. BreY. Casinense mni 1099 — 1105. Cod. Parisin. Mazarin. 364. 

48. Hymu. S. Sofiae Beneventanae saec. 1 1 . Cod. Neapolitan. VI E 43. 

49. Hymn. S, Sofiae Beneventanae saec. 11. Cod. Neapolitan. VI G 31. 

50. Brev. S. Sofiae Beneventanae saec. 11. Cod. Vatican. 4928. 

51. Hymn. S. Severvni Neapolitani saec. ^®/ii. Cod. Vatican. 7172. 

52. Hymn. S. Severini Neapolitani saec. ^®/ii. Cod. Parisin. 1092. 

53. Brev. Moniis Amiatvni saec. ^®/ii. Cod. Roraan. Casanaten. 
1907 (B II 1). 

54. Brev. S. Futychii Nursini saec. 11. Cod. Roman. Vallicellan. B. 79. 

55. Psalt. et Hymn. Eomanum (Monasticum) saec. ^ V12. Cod. Archivii 
S. Petri in Vaticano D 156. 

d) Aus Frankreich stammende Quellen. 

56. Trop. et Hymn. Martialense anni 933 — 36. Cod. Parisin. 1240. 
add. saec. 10. 

57. Psalt. et Hymn. MarcMa/nense saec. (9. et) 10. Cod. Duacen. 170. 

58. Hymn. Moissiacense saec. 10. Cod. Vindobonen. Rossian. VIII 144. 

59. Hymn. Moissiacense anni ca. 1025. Cod. Oxonien. 16 923 
(d^Orvile 45). 

60. Hymn. S. Johannis Laudunensis saec. 10. Cod. Bernen. 455. 



t)ie altesten (Jueilen der Hymnetl. XIX 

61. Hyran. Gallicum(?) fragm. saec. 10. Cod. Bernen. AA 90 (pars 19). 

62. Brev. S. Germani Pratensh saec. 11. Cod. Parisin. 11550. 

63. Psalt. et. Hymn. Sandionysianum (?) saec. 11. (et 12.) Cod. 
Sangenovefian. 1186. 

64. Hymn. S. Petri Corheiensis saec. 11. Cod. Ambianen. 131. 

65. Brey. Strtmense saec. 11. ex. Cod. Laurentian. Conv. suppr. 524. 

66. Hymn. Fiscanense (?) saec. ^Vi2. Cod. Rotomagen. 57. 

67. Grad. et Antipbon. Nivernense saec. 12. Cod. Parisin. Nouv. 
acq. 1235. 

e) Aus Spanien stammende Quellen. 

68. Diumale Toletanum saec. ®/io. Cod. Toletan. 83 —3. 

69. Hymn. Toletanum saec. 10. Cod. Matriten. Tolet. 1005 (35—1). 

70. Miss. et Brev. Exiliense saec. 10. Cod. Londinen. Add. 30 846. 

71. Hymn. Exiliense saec. 11. Cod. Londinen. Add. 30 851. 

72. Psalt. et Hymn. Ferdinandi I. Legionensis anni 1050. Cod. Univ. 
Compostellan. 1. 

73. Brev. Hispanicum (Ordinis Romani) saec. ^^/12. Cod. Londinen. 
Add. 30 848. 

Die Handschriften fttr die Gruppe A (Cod. 1 — 5) und 
ebenso die drei altesten fttr die Gruppe B (Cod. 6 — 9), welche 
alle vor dem 10. Jahrhundert entstanden sind, fanden bereits 
in meiner erwahnten Studie „Der Cursus s. Benedicti etc." 
eine so eingehende Beschreibung und Wtirdigung ihres In- 
haltes, dafs ich einfach auf letztere Schrift verweisen darf. 
Nur betrefifs Cod. 1 , namlich des Cod. Londinen. Vesp. A I 
saec. Vs., ist beizuftigen, dafs in demselben kein Hymnar, auch 
kein Bruchstilck desselben zu finden ist, sondern dafs ledig- 
lich auf zwei tlberschtissigen Blattern (fol. 152 und 153) von 
gleicher oder wenigstens gleich alter Hand drei Hymnen aus 
der altbenediktinischen Gruppe eingetragen sind, namlich 
zwei Hymnen des hl. Ambrosius: „Splendor patema£ gloriae^ 
und „Rex aeteme Bomine^ , und der alte Nocturn-Hymnus 
yyBex aeteme Bomine^ (Nr. 2 dieses Bandes). 

Im ttbrigen dtirfte es sich empfehlen, den gesamten 
Hymnengehalt der Codices 1 — 5, nach ihrer liturgischen Ver- 
wendung geordnet, hier vorzulegen. Es ergibt das die voll- 
stdndige Liste der altbenedlktinisclien Hymnen, welche bis 
gegen Schlufs des 9. Jahrhunderts auf dem Kontinent 
liturgisch verwendet wurden. — An dieselben reihe ich die 
Liste jener Hymnen, welche in der irisclien Kirche bis zum 
gleichen Zeitpunkte in liturgischem Gebrauche waren, und 

II* 



XX 



Einleitiing. 



welche uns die Codices 6 — 8 tiberliefern. Die erstere Gruppe 
werde durch A, die zweite durch B bezeichnet. Die dem 
Hymnenanfange beigefiigten Zahlen in der Gruppe A kenn- 
zeichnen die betreffenden Codices des oben vorgelegten 
Quellenverzeichnisses , in denen der fragliche Hymnus sich 
findet; und der Buchstabe A (= Aurelianus v, Arles, fSSl 
oder 553)- oder C (= Cdsarius von Arles, f 542) besagt, dafs 
jene Bischofe den Hymnus zitieren. 



Hymnen der Grnppe A. 



Ad Nocturnas horas: 

Mediae noctis tempus est. C, 2, 4, 5. 
Rex aeterae Domine. A, C, 1, 4. 
Magna et mirabilia. A, C, 2. 
Aeteme rerum conditor. C, 4. 
Tempus noctis surgentibus. 3, 4. 

Ad Matutinas Laudes: 

Deus qui caeli lumen es. 3, 4, 5. 
Splendor paternae gloriae. A, 1, 2, 4, 5. 
Aeterne lucis conditor. A, 2, 3, 4, 5. 
Fulgentis auctor aetheris. A, C, 2, 3, 4. 
Deus aeterai luminis. 2, 3, 4. 
Christe caeli Domine. 2, 3, 4. 
Diei luce reddita. 2, 3, 4, 5. 

Ad parvas horas: 

Postmatutinis laudibus. 3, 4, 5. 
Certum tenentes ordinem. 2, 3, 4, 5. 
Dicamus laudes Domino. 2, 8, 4, 5. 
Perfectum trinum numerum. 2, 3, 4. 

Ad Vesperas: 

Deus creator omnium. A, C, 1, 2. 
Deus qui certis legibus. A, C, 2, 3, 4. 
Deus qui claro lumine. 3, 4. 
Sator princepsque temporum. 2. 



Ad Completorium : 

Christe qui lux est et dies. C, 4. 
Christe precamur adnue. C. 

Froprii de Tempore: 

Intende qui regis. (Nativ. D.) 2. 
lUuminans altissimus. (Epiph.) 2. 
Dei fide qua vivimus. (Quadr.) 3, 4. 
Meridie orandum est. (Quadr.) 3, 4. 
Sic ter quaternis trahitur. (Quadr.) 

3,4. 
Hic est die8 verus Dei. (Pascha.) A, 

C, 2, 4. 
lam sargit hora tertia. (Pascha.) A, 

C, 2. 
lam sexta sensim volvitur. (Pascha.) 

A, C, 2. 
Ter hora trina volvitur. (Pascha.) A, 

C, 2. 
Ad cenam ag^i providi. (Pascha.) 3, 4. 
Aurora lucis ratilat. (Pascha.) 3, 4. 

De Commwni Martyrum: 
Aeterna Christi munera. 4. 



Hymnen der Grnppe B. 



Ad parvas horas: 

lam lucis orto sidere. 
Nunc sancte nobis spiritus. 
Rector potens verax Deus. 
Berum Deus tenax vigor. 

Ad Vesperas: 

Lucis creator optime. 
Immense caeli conditor. 



TeUuris ingens conditor. 
Caeli Deus sanctissime. 
Magnae Deus potentiae. 
Plasmator hominis Deus. 
Deus creator omnium. 
O lux beata trinitas. 

Ad Nocturnas horas: 

Primo dierum omnium. 
Somno refectis artubus. 



Die altesten Quellen der Hymnen. 



XXI 



Consors paterni luminis. 
Rerum creator optime. 
Nox atra rerum contegit. 
Tu triuitatis unitas. 
Sumraae Deus clementiae. 

Ad MatuUnas Laudes: 

Aeterne rerura conditor. 
Splendor patemae gloriae. 
Ales diei nuntius. 
Nox et tenebrae et nubila. 
Lux ecce surgit aurea. 
Aetema caeli gloria. 
Aurora iam spargit polum. 

Ad> Completorium : 

Christe qui lux es et dies. 
Te lucis ante terminum. 



Proprii de Tempore: 

Ad cenam agni providi. (Pascha.) 
Aurora lucis rutilat (Pascha.) 



De Commu>ni Sanctorum: 

Martyr Dei qui unicum. (Martyr.) 
Rex gloriose martyrum. (Martjres.) 
Aetema Christi munera. (Martyres.) 
Sanctorum meritis inclita gaudia. (Mar- 

tyres.) 
lesu corona virginum. (Virgines.) 
Virginis proles opifexque. (Virgines.) 
Surame confessor sacer. (Confessores.) 



Genau in dieser Reihenfolge stehen diese Hymnen der 
Gruppe B in dem unter God. 6 bezeichneten irischen Hymnar 
saec. 9 zu St. Paul in Karnten, aber nur bis zum 1. Hymnus 
fiir Ostern ; die Fortsetzung findet sich alsdann in dem unter 
Cod. 7 bezeichneten Hymnar zu Karlsruhe, Beide bilden ein 
Hymnar. 

Der VnterscMed in beiden Gruppen ist frappant; nur die 
vom hl. Ambrosius gedichteten Hymnen und zwei Oster- 
hymnen nebst einem zur Complet bilden gemeinsames Gut. 
Sehen wir ab von diesem Gemeingut, so verschwindet im 
tlbrigen seit dem 9. Jahrhundert die Hymnengruppe A voll- 
standig aus der Liturgie, wie schon oben (S. XIV) ausgeftlhrt 
wurde. Die Gruppe B behait allein die Herrschaft, und es 
ist interessant zu beobachten, wie sie von nun an den Grund- 
stocJc aller Hymnare bildet, falls letztere vollstandig sind. 
Efcenso ist von hohem Interesse das schnelle Wachstum des 
Hymnengehaltes aller Hymnare seit jener Zeit, in der die 
irische Gruppe die Alleinherrschaft in der Liturgie erlangte, 
eine Alleinherrschaft und ein Wachstum, die trotz allen bis- 
herigen Mangels eines direhten Zeugnisses kaum anders er- 
klart werden konnen, als durch die Annahme, dafs Rom um jene 
Zeit den Gebrauch der Hymnen ausdrttcklich legitimierte und 
die irische Hymnengruppe aus dem auf S. XIV f. angegebenen 
Grunde in die Liturgie des Brevieres, auch des Romischen 
und fttr den Sakularklerus, aufnahm und sie anordnete. 

Schon auB dem Grunde, um das Wachstum in den Hymnaren, 



XXII Einleitung. 

die bis dahin kaum drei Dutzend von Hymnen aufweisen, 
zu veranschaulichen , ht im folgenden ein Register des 
Hymnengehaltes mehrerer Hymnare und Breviere des 10. und 
beginnenden 11. Jahrhunderts vorgelegt. Unter denselben 
beanspruchen aus der Kategorie der deutschen Quellen (= b) 
die beiden Trierer Hymnare (= Cod. 18 und 19 unserer Liste) 
in mancher Hinsicht ein besonderes Interesse. 

1. Die Hymnen des Hymnarium 8. Maximini Trevirensis 

saec. 10. 

lam lucis orto sidere. (Prima.) Auroraiam spargitpolum. (Sabb.Mat.) 
Nunc sancte nobis spiritus. (Tertia.) ^i, ^i, 

Rector potens verax Deus. (Sexta.) * 

Rerum Deus tenax vigor. (Nona.) Christi caterva clamitat. (Adventus D.) 

Lucis creator optime. (Dom. Vesp.) Vox clara ecce intonat. (Adventus D.) 

Immense caeli conditor. (Fer. II. Vesp.) Verbum supernum prodiens. Adven- 
TeUuri8ingensconditor.(Fer.III.Vesp.) tus D.) 

Caeli Deus sanctissime. (Fer. IV. Vesp.) Veni redemptor gentium. (Nativitus D.) 

Magnae Deus potentiae. (Fer. V. Vesp.) Hostis Herodes impie. (Epipbania D.) 

PIasmatorhominisDeus.(Fer.VI.Vesp.) Pange lingua gloriosi. (Passio.) 

[Deus creator omnium. (Sabb. Vesp.) Ad cenam agni providi. (Pascha ) 

O lux beata trinitas. (Sabb Vesp.) Te lucis auctor personant. (Pascha.) 

Primo dierum omnium. (Dom. Noct.) Aurora lucis rutilat. (Pascha.) 

Somno refectis artubus. (Fer. II Noct.) Sol luna caelum sidera. (Pascha.) 
Consors patemi luminis. (Fer.III.Noct.) « ^^. 

Rerum creator optime. (Fer. IV. Noct.) * 

Noxatrarerumcontegit.](Fer.V.Noct) Rex gloriose martyrum. (Martyres.) 

Tu trinitatis unitas. (Fer. VI. Noct.) Deus tuorum militum. (Martyres.) 

SummaeDeusclementiae. (Sabb.Noct.) Sanctorum meritis. (Martyres.) 

Aeteme remm conditor. (Dom.M.itut.) (Lucke in der Hs.) 

Splendor pateraae gloriae (Fer. II. Surgentes ad te Domine. (Nativitas.) 

Matut) Deus qui claro lumine. (Ad Vesp.) 

Ales diei nuntius. (Fer. III. Matut.) Dei fide qua vivimus. (Quadrages.) 

Noxettenebraeetnubila.(Fer.IV.Mat.) Meridie orandum est. (Quadrages.) 

Lux ecce surgit aurea. (Fer. V. Mat.) Sic ter quatemis trahitur. (Quadrages.) 

Aeteraa caeli gloria. (Fer. VI. Mat.) Christe sanctomm decus. (Benedictus.) 

Die Anordnung der Sonntags- und Ferialhymnen ist hier 
noch genau so wie im irischen Hymnar der St. Pauler-Hafid- 
schrift, weist also in bemerkenswerter Weise darauf hin, von 
wo diese Gruppe in die Liturgie eindrang. — Die Hymnen 
de Communi Sanctorum sind unvollstandig, da in dem Hymnar 
an dieser Stelle eine Lticke ist. Eine solche Lttcke zeigt 
sich auch bei den Nocturnhymnen der Woche, konnte aber 
mit Sicherheit erganzt werden. — Die sechs Schlufshymnen 
erwecken den Eindruck, dafs ein systematisch geordnetes 
Hymnar tibernommen wurde, dessen Hymnengehalt man zu 
erweitem suchte, und dem deshalb aufser der Ordnung noch 
einige Hymnen am Schlusse beigeftigt wurden. Ahnliches, 



Die altesten Quellen der Hymaen. 



XXIII 



wodurch das Wachstum in den Hymnaren illustriert wird, 
werden wir 5fters beobachten konnen. — Da im vorliegenden 
Hymnar sich Lilcken zeigen, kann sein Hymnengehalt nicht 
festgestellt werden; immerhin wird in demselben die Zahl der 
vorhandenen bzw. durch Erganzung der fehlenden sieben 
Ferialhymnen ermittelten 45 Hymnen nicht bedeutend ttber- 
schritten sein. Schon diese geringe, wenngleich die alteren 
Hymnare bereits um ein Dutzend Nummern ttberbietende An- 
zahl bekundet das hohe Alter dieses Hymnars. — Einen 
Schritt weiter ftthren uns 



2. Die Hymnen des Hjmnarinm S. Martini Trevirensis 
A saec. 10. 



Vox clara ecce intonat (Adventas D.) 
Verbum sapemnm prodiens. | A patre. 

(Adventus D.) 
Veni redemptor gentium. (Natale D.) 
Agnoscat omne saeculum. (Natale D.) 
Illuxit orbi iam dies. (Epiphania D.) 
Quem terra pontus aethera. (Maria.) 
Aurora lucis rutilat (Pascha.) 
Rex aeteme Domine. (Pascha.) 
Ad cenam agni providi. (Pascha.) 
VexiUa regis prodeunt (Crucis In- 

vent.) 
Hymnum canamus gloriae. (Ascen- 

sio D.) 
Beata nobis gaudia. (Pentecoste.) 
lam Christus astra ascenderat. (Pen- 

tecoste.) 
Praecursor altus luminis. (Joh. Bapt) 
Ut queant laxis resonare. (Joh. Bapt.) 
Apostolomm gloriam. (Petras et 

Paulus.) 
Aurea luce et decore roseo. (Petms 

et Paulns.) 
Pange lingroa gloriosi. (Cmcis Ezalt.) 
Lumen aetemo radians. (Michael.) 
Unam duorum gloriam. (Chrysantus.) 
Christe rex noster via. (Martinus.) 
Christe sanctomm decus. (Benedictus.) 



Deus tuoram militum. (Martyr.) 
Martyr Dei qui unicum. (Martyr.) 
Sanctomm chorus Christe. (Martyres.) 
Rex gloriose martymm. (Martyres.) 
Sanctoram meritis inclita. (Martyres.) 
Aetema Christi munera. (Martyres.) 
Iste confessor Domini. (Confessores.) 
Summe confessor sacer. (Confessor.) 
lesu eorona yirginom. (Virgines). 



Virginis proles opifexque. (Virgines.) 
Christe cunctoram dominator. (De- 

dicatio.) 
Cuncta qui nutu regis. (Dedicatio.) 



Primo diemm omnium. (Dominica. 

Noct.) 
Aeteme rerum conditor. (Dominica. 

Mat. Laud.) 
lam lucis orto sidere. (Dominica. 

Prima.) 
Nunc sancte nobis spiritus. (Dominica. 

Tertia.) 
Rector potens verax Deus. (Dominica. 

Sexta.) 
Remm Deus tenax vigor. (Dominica. 

Nona.) 
Lucis creator optime. (Dominica. 

Vesp.) 
Somno refectis artubus. (Fer. U. Noct.) 
Consors patemi luminis.(Fer.III. Noct.) 
Remm creator optime. (Fer. IV. Noct.) 
Nox atra rerum contegit. (Fer. V. Noct) 
Tu trinitatis unitas. (Fer. VI. Noct.) 
Summae Deus clementiae. (Sabh. Noct.) 
Splendor patemae gloriae. (Fer.II.Mat.) 
Ales diei nuntius. (Fer. UI. Mat) 
Nox I et] tenebrae et nubila. (Fer. IV. 

Mat) 
Lux ecce surgit aurea. (Fer. V. Mat.) 
Aeteraa caeli gloria. (Fer. VI. Mat.) 
Aurora iam spargit polum. (Sabb. Mat.) 
Immense caeli conditor. (Fer.II. Vesp.) 
Telluris ingens conditor. (Fer. Ill.Vesp.) 
Caeli Deus sanctissime. (Fer. IV. Vesp.) 
Ma^ae Dcus potentiae. (Fer. V. Vesp.) 
Plasmatorhoraini8Deu8.(Fer.VI.Vesp.v 
Deus creator omnium. (Sabb. Ve8p.< 



XXIV Einleitung. 

Eingeleitet ist dieses Hymnenverzeichnis , welches auf 
S. 147 — 169 der Hs. von einer Hand des 10. Jahrhunderts 
eingetragen ist (der ttbrige Kodex entstammt dem 9. Jahr- 
hundert), mit der Rubrik: „Incipiunt hymni de Adventu 
Domini"; am Ende schliefsen sich an: „Cantica de Adventu 
Domini^. Somit ist das Hymnar, das auch sonst keine LUcken 
aufweist, vollstdndig, wobei es auffallt, dafs die Complet- 
hymnen (gerade so, wie im Hymnar von S. Maximin) fehlen. 
— Die Feste des Herrn und der Heiligen folgen sich in der 
Ordnung des Kirchenjahres , und sind die Hymnen fttr diese 
Feste schon recht zahlreich. Ihnen schliefsen sich an die 
Hymnen de Communi Sanctorum; es sind die gleichen, wie 
jene in der irischen Gruppe (S. XX. B.), nur schon vermehrt um 
drei und um zwei Hymnen fttr Kirchweihe. — Den Abschlufs 
bilden die Sonntags- und Ferialhymnen, unsere alten Bekannten 
der irischen Gi^uppe, aber mit einer kleinen Anderung in der 
Anordnung ihrer Reihenfolge. Zunachst sind alle Hymnen fttr 
den Sonntag zusammengestellt, angefangen von der Nocturn 
bis zur Vesper, woran sich eigentlich der oder die Complet- 
hymnen hatten anreihen sollen. Darauf folgen alle Hymnen 
fttr die Nocturn, vom Montag an bis zum Samstag; nach 
diesen in gleicher Weise jene zu den Matutinae Laudes ; schliefs- 
lich jene zur Vesper. Das sind die gleichen Hymnen in 
gleicher Ordnung (abgesehen von der Zusammenstellung fttr 
den Sonntag) wie in der irischen Hymnengruppe. Nur fttr 
die Vesper des Samstags ist statt der zwei Hymnen blofs 
einer verzeichnet, namlich jener des hl. Ambrosius „Deus 
creator omnium^ , der allmahlich von seinem, schon in der 
irischen Kirche auftauchenden Doppelg^nger „0 lux beaia 
trinitas^ verdrangt wird. — Diese Sonntags- und Ferialhymnen 
sind vom Schreiber des Kodex also schon so bekannt voraus- 
gesetzt, dafs er von ihnen immer nur den ersten Vers jeder 
Strophe aufzeichnete. — Die Anzahl der Hymnen ist hier 
auf 59 gestiegen. — So ziemlich die gleiche Hynmenzahl 
ist anzusetzen fttr das aus dem Sudm Beutschlands und 
aus gleicher Zeit entstammende Hymnar der alten Bene- 
diktinerabtei Scheftlam im Isartal bei Mttnchen (Cod. 21 
unseres Quellenverzeichnisses) , in welchem auf fol. 131 — 153 
die Hymnen eingetragen und mit folgendem Hexameter eip- 



Die altesten Quellen der Hjmnen. XXV 

geleitet sind: «Incipiunt hymni per tempora quique ca- 
nendi.** 

3. Die Hymnen des Hjmnarium Scheftlariense saec. 10. 

Primo dieram omnium. Quem terra pontus. (Assumptio B. M.) 

lam lucis orto sidere. Gaude visceribus. (Nativitas B. M. V.) 

Nunc sancte nobis spiritus. Christe caelorum decus angelorum. 

Rector potens verax Deus. (Michael.) 

'Rerum Deus tenax vigor. Christe qui virtus sator. (Omnes S. S.) 

Ohriste qui luz es et dies. Martine confessor Dei. (Martinus.) 

Te lucis ante terminum. Diem sacrati hominis. (Andreas.) 

Veni redemptor gentium. (Ohne Titel.) 

* * * lesured. saeculil Verbum.(OhneTitel.) 

Christe cunctorum dominator. (Dedi- 

A solis ortus cardine. (Nativ. D.) catio.) 

Stephano primo martyri. (Stephanus.) * * * 
Exsultet caelum laudibus. (Joh. £v.) 

Salvete flores martyrum. (Innocentes.) ^esu redemptor omnium | Perpes. (Con- 

Quod chorus vatum. (Purif. P. M. V.) fessor.) 

AUeluia piis edite. (Septuagesima.) Martyr Dei qui unicum. (Martyr.) 

Ex more docti mystico. (Quadrag.) ^ex gloriose martyrum. (Martyres.) 

Audi benigne conditor. (Quadrag.) Aetema Christe munera. (Marlyres.) 

Sic ter quatemis trahitur. (Quadrag.) Virginis proles opifexque. (Virgines.) 

Jesu quadragenariae. (Quadrag.) Schliefst nach Str. 1. 

Vexilla regis. prodeunt. (Passio D.) * * 
Ad cenam agni providi. (Pascha.) 

Festum nunc celebre. (Ascensio D.) Alma virgo sponsa regis. (Juliana.) 

Veni creator spiritus. (Pentecoste.) Surge sancta Juliaua. (Juliana.) 

Ut queant laxis resonare. (Joh. Bapt.) Ave virgo angelorum. (Juliana.) 

Apostolorum passio. (Petrus et Paulus.) Conditor alme siderum. (Adventus D.) 

Aurealuceetdeoore. (PetrusetPaulus.) Psallat plebis sexus (Omnes SS.) 

Deus tuorum militum. (Laurentius.) Sanctorum meritis inclita. (Martyres.) 

Die SonntagS' und Ferialhymnen sind dem Schreiber des 
Kodex sichtlich in der Feder geblieben; vielleicht erachtete 
er sie, wie der Kopist des Hymnars von St. Martin zu Trier 
(vgl. S. XXIV), als zu bekannt, um auch nur gleich jenem die 
ersten Verse jedes Hymnus zu notieren. Er stellt, ganz wie 
jener , zunachst alle Sonntagshymnen zusammen , tibersieht 
aber dabei den Laudes- und Vesperhymnus. — Die Feste 
des Herm und der Heiligm sind nach dem Kirchenjahre 
geordnet; aber die AdventshymwQn sind an falsche Stelle 
geraten: Der eine, namlich „Veni redemptor gentium^, ist vor 
dem Sonntag Septuagesima eingeschoben , und der andere, 
^Conditor alme siderum'^, wurde aufserhalb des Hymnars auf 
dem fol. 129 nachgetragen. Alle sechs am Schlusse an- 
geftthrten Hymnen sind namlich auf den fol. 128—130 nach- 
traglich beigefttgt und bekunden, wie schon oben erwahnt 
wwde, die allmahliche Erweiterung der Hymnare im 10. Jahr- 



XXVI Einleitung. 

hundert. — Die Hymnen de Communi Sanctorum sind wieder- 
um die gleichen wie im Hymnar der irischen Kirche, aber 
um drei vermehrt; zwei derselben stehen jedoch nicht bei 
der Gruppe, sondern sind beim Feste des hl. Johannes (der 
hier zuerst auftretende Apostelhymnus „EocsuUet caelum lau- 
dibus^) und des hl. Laurentius („Deus tuorum militum^) unter- 
gebracht. Wenn der Jungfrauenhymnus ^Jesu corona vir- 
ginum^ und jener de Confessoribus yySumme confessor^ fehlt, 
so diirfte das in der Unvollstandigkeit des Kodex, der nach 
der 1. Strophe des Hymuus ^Virginis proles^ abschliefst, 
seinen Grund haben. — Die drei Julianahymnen sind Ent- 
lehnungen; sie sind von der Gottesmutter , ftir welche sie 
ursprtinglich gedichtet wurden, auf die hl. Juliana, die Patronin 
von Scheftlarn, adaptiert; eigentlich sollte man auch einen 
Hymnus auf den Patron der Abtei, nRmlich auf den hl. 
Dionysius, erwarten, dessen Fehlen vielleicht auch dem de- 
fekten Zustande des Kodex auf die Rechnung kommt. — Die 
Hymnenzahl dieses Hymnars lafst sich somit nicht genau 
feststellen, zumal die Sonntags- und Ferialhymnen suramarisch 
behandelt bzw. nur teilweise aufgeftihrt wurden; von den 
28 Hymnen dieser Gruppe finden sich nur sieben vermerkt. 
Der tatsHchliche Hymnenbestaud von 45 Hymnen dtirfte so- 
mit um 21 — 24 vermehrt angesehen werden, so dafs also 
dieses Hymnar 66—69 Hymnen umschlofs. — Ob die Sonntags- 
und Feridlhymnen noch in der aus der irischen Kirche tiber- 
nommenen, nur betreifs des Sonntags (wie im Hymnar von 
St. Martin zu Trier) modifizierten Ordnung waren eingetragen 
worden, daftir fehlen sichere Anhaltspunkte. Bestimmtes 
meldet uns dartiber das nunmehr zu besprechende Hymnar 
(Cod. 22 unseres Quellenverzeichnisses) : 

4. Die Hymnen des Hymnarium Rhenoviense saec. 10. 

Primo dierum omnium. (Dominica. Ales diei nnntius. (Fer. HI. Mat) 

Noct.) Nox et tenebrae et nubila. (Fer.IV.Mat.) 

Somno refectis artubus. (Fer. II. Noct.) Lux ecce surg^t aurea. (Fer. V. Mat.) 

Consors patemi luminis. (Fer.III.Noct.) Aetema caeli gloria. (Fer. VI. Mat) 

Rerum creator optime. (Fer. IV. Noct.) Aurora iam spargit polum. (Sabb. Mat.) 

Nox atra rerum contegit. (Fer. V. Noct.) lam lucis orto sidere. (Prima.) 

Tu trinitatis unitas. (Fer. VI. Noct.) Nunc sancte nobis spiritus. (Tertia.) 

Summae Deus clementiae. (Sabb. Noct.) Rector potens verax Deus. (Sexta.) 

Aeterne rerum conditor. (Domin. Mat.) Rerum Deus tenax vigor. (Nona.) 

Splendor paternae gloriae. (Fer.ILMat.) Lucis creator optime. (Dominica. Vesp.) 



Die aliesten Quellen der Hymnen. 



XXVII 



O lux beata trinitas. (Dorainica. Vesp.) 
Immense caeli conditor. (Fer. II. Vesp.) 
Telluris ingens conditor. (Fer.III.Vesp.) 
Caeli Deus sanctissime. (Fer.IV. Vesp.) 
Magnae Deus potentiae. (Fer. V. Vesp.) 
Plasmator hominis Deus. (Fer.VI.Ve8p.) 
Deus creator omnium. (sabb. Vesp.) 
Te lucis ante terminum. (Complet.) 



A solis ortus cardine. (Natale D.) 
Veni redemptor gentium. (Natale D.) 
Illuminans altissimus. (Epiphania D.) 
Ex more docti mystico. (Quadrag.) 
Audi benigne conditor. (Quadrag.) 
Aurora lucis rutilat. (Pascha.) 
Hic est dies verus Dei. (Pascha.) 
Ad cenam agni providi. (Pascha.) 
Festum nunc celebre. (Ascensio D.) 
Veni creator spiritus. (Pentecoste.) 
Almi prophetae progenies. (loh. Bapt.) 
Apostolorum passio. (Petrus et Paulus.) 
Quem terra pontus. (Assumptio B. M.) 
Gaude visceribus mater. (Nativit. B. 

M. V.?.) 

(Lficke in der Hs.) 

[Christe cunctorum dominator.] (Dedi- 

catio.) 
Martine confessor Dei. (Martinus.) 



Salvete flores marlyrum. (Innocentes.) 
Christe sanctorum decus. (Benedictus.) 



Martyr Dei qui unicum. (Martyr.) 
Rex gloriose martyrum. (Martyres.) 
Aetema Christi munera (Martyres.) 
Deus tuorum militum. (Martyres.) 
Summe confessor sacer. (Confessores.) 
[Rex] Christe splendor gloriae. (Con- 

fessores.) 
lesu corona virginum. (Virgines.) 
Virginis proles opifexque. (Virgines.) 
Vita sanctorum via spes. (Gallus.) 
Christe qui virtus sator. (Omnes S. S.) 
Sanctorum meritis inclita. (Martyres.) 



Martyris Christi colimus triumph. 

(Laurent ) 
Martyrum festum colimus. (lanuarius.) 
Vexilla regis prodeunt. (Passio D.) 
Tibi Christe splendor patris. (Michael.) 
Christe supreme dorainator alme. 
Nocte surgentes vigilemus. 
Ecce iara noctis tenuatur urabra. 
Exsultet caelura laudibus. 
Conditor alme siderum. 
Fit porta Christi verpia. 



Diese Hymnen sind auf S. 139—197 eingetragen; auf 
S. 199—210 wurden nachtraglich und zu verschiedenen Zeiten 
die zehn letzten Hymnen beigeftigt, kommen also ftir den 
Hymnenbestand direkt nicht in Betracht. Es ist von Inter- 
esse, um das gleich hier zu erledigen, dafs unter diesen Nach- 
ztiglern auch die beiden Nocturn- und Laudeshymnen ftir 
die Sommerzeit,. n^mlich „Nocte surgentes^ und „Ecce iam 
noctis^ ^ auftauchen, welche sich schon hierdurch als nicht 
ursprtinglich zu dieser Hymnenserie gehorend dokumentieren. 
— An zwei Stellen ist das Hymnar Itickenhaft: Am Schlusse 
der. Ferialhymnen (zwischen S. 160 und 161) nach dem 
Complethymnus „ Te lucis ante terminum^ , wo wahrscheinlich 
der andere Complethymnus „Christe qui lux es et dies'' und 
zwei Adventhymnen fehlen, und im Festivale (zwischen S. 178 
und 179), wo der Schlufs des Marien- und der Anfang des 
Kirchweihhymnus und vielleicht noch eine bis zwei andere 
Hymnen in Verlust geraten sind. Sehen wir demnach von 
den 10 am Schlusse nachgetragenen Hymnen ab, so wtirde 



XXVIII Einleitung. 

sich der Bestand dieses Hymnars auf rund 60 Hymnen be- 
ziffern, eine Zahl, welche dem Hymnenbestande der fast gleich- 
alterigen eben besprochenen Hymnare entsprechend ware. — 
Die Hymnen de Communi Sanctorum kennen wir aus der 
irischen Gruppe; zwei neue sind eingeschoben. Die Sonn- 
tagS' und Ferialhymnen sind die alten Bekannten von den 
Iren her, und zwar wiederum zu Gruppen der Nocturn-, 
Laudes- und Vesperhymnen geordnet, gerade wie im irischen 
Hymnare. In allen jtingeren Hymnaren deutscher Provenienz 
findet sich sp^ter diese ursprtingliche und naturgemafse 
Ordnung nicht mehr, sondern die Hymnenseries fUr die Vesper 
und die anderen Horen sind so auseinander gerissen und ver- 
teilt, dafs die einzelnen Wochentage sich folgen und bei jedem 
Wochentage die Hymnen zu der Nocturn, den Laudes, der 
Vesper aufgeftihrt sind. In den Hymnaren anderer Lander 
treffen wir nur die letztere Ordnung, uie die ursprtingliche 
an; ob daraus gefolgert werden darf, dafs dltere Hymnare 
vom Anfange des 10. Jahrhunderts aus jenen Landern un- 
bekannt und verloren sind, mag ich nicht behaupten, da es 
ja moglich ist, dafs dort die von den Iren tiberkommene 
Ordnung der Ferialhymnen aus irgendeinem Grunde gleich ge- 
andert wurde. 

Im tibrigen zeigen die altesten Hymnare der anderen 
Lander, soweit sie dem beginnenden oder vollen 10. Jahr- 
hundert angeh5ren , so ziemlich den gleichen Charakter und 
auch Inhalt wie die eben skizzierten, wenn wir von den 
begreiflichen Diiferenzen im Festivale absehen. Leider aber 
ist es mir nicht gelungen, aus Italien, Franhreich und Ihig' 
land in ahnlicher Anzahl so alte Hymnare ausfindig zu machen, 
wenn sie tiberhaupt noch existieren, wie es ftir Deutschland 
geschehen konnte. Die Gruppe der Maildndischen oder Am- 
hrosianischen Hymnare (Gruppe c 1 in unserem Quellen- 
verzeichnis) hat namlich einen ganz verschiedenen, eigen- 
artigen Charakter und kommt ftir uns direkt hier tiberhaupt 
nicht in Betracht. Sonst ist aus Italien nur ein Hymnar sicher 
dem 10. Jahrhundert zuzuschreiben, namlich jenes aus Bobbio 
(Cod. Taurinen. G VII 18= Cod. 37 des Quellenregisters) ; 
alle tibrigen gehoren dem Schlufs des 10. Jahrhunderts 
oder dem 11. Jahrhundert an, unter anderen auch der Cod, 



Die altesten Quellen der Hymnen. XXIX 

Casinen. 506 (= Cod. 45 des Quellenregisters) *). — Aus 
Frankreich bietet der Cod. Parisin. 1240. (= Cod. 56 des 
Quellenregisters) nur das Bruchstuck eines Hymnars, das 
nachtraglich, wenngleich noch im Laufe des 10. Jahrhunderts, 
beigeftigt ist. Aufser demselben stehen von dort blofs das 
leider Itickenhafte Hymnar von Marchiennes (Nr. 57) und das 
sehr reichhaltige von Moissac (Nr. 58) zu Gebote, wHhrend 
das Hymnar im Cod. Bernen. 455 (Nr. 60) sichtlich um die 
uns sehr interessierenden Sonntags- und Ferialhymnen ge- 
kttrzt ist. — Englands alteste Quelle reicht nachweisbar nur 
bis zum Schlufs des 10. Jahrhunderts hinauf, und Spanien 
geht mit seinen mozardbischen Hymnaren eigene Wege, wenn- 
gleich das Hymnar von Toledo (Nr. 69 des Registers) einen 
sehr beachtenswerten Wink ftir die Hymnen der Woche gibt, 
wie sich unten zeigen wird. — Zunachst nun das ^lteste 
Hymnar Italiens (von den Hymnaren der Maildndischen Gruppe, 
welche durch ftinf sehr alte Quellen vertreten ist, mufs nam- 
lich einstweilen abgesehen werden). 

5. Die Hymnen des Hymnarium Bobiense saec. 10. 

Verbum supemum prodiens. (Adven- Rector potens verax Deus. (Domin. 

tus D.) Sexta.) 

Vox clara ecce intonat. (Adventus D.) RerumDeustenaxvigor.(Domin.Nona.) 

Audi redemptor gentium. (Natale D.) Lucis creator optime. (Domin. Vesp.) 

Christe redemptor omnium. (Natale D.) Christe qui lux es et dies. (Complet.) 

Dei fide qua vivimus. (Quadrag. Tertia.) Sol angeiorum respice. (Complet.) 

Meridie orandum est. (Quadrag. Sexta.) Te lucis ante terminum. (Complet.) 

Perfecto trino numero.(Quadrag.Nona.) Somno refectis artubus. (Fer. U. Noct.) 

Sic ter quatemis trahitur. (Quadrag. Splendorpatemaegloriae.(Fer.II.Mat.) 

Vesp.) Immense caeli conditor. (Fer. II. Vesp.) 

Ad cenam agni providi. (Pascha.) Consorspatemiluminis. (Fer.HI.Noct.) 

Aurora lucis rutilat (Pascha.) Ales diei nuntius. (Fer. III. Mat) 

lam Christus astra ascenderat. (Pente- Telluris ingens conditor. (Fer. HI. Vesp.) 

coste.) Remm creator optime. (Fer. IV. Noct.) 

* nt * Nox et tenebrae et nubila (Fer. IV. 

Mat.) 

Primo dieram omninm. (Domin. Noct.) Caeli Deus sanctissime. (Fer. IV. Vesp.) 

Aeteme rerum conditor. (Domin. Mat.) Nox atra rerttm contegit. (Fer. V. Noct) 

lam lucis orto sidere. (Domin. Prima.) Lux ecce surgit aurea. (Fer. V. Mat.) 

Nunc sancte nobis spiritus. (Domin. Magnae Deus potentiae. (Fer. V. Vesp.) 

Tertia.) Tu trinitatis unitas. (Fer. VI. Noct) 



^) In den Analecta Hjmn. ist dieser Eodex durchweg als saec. 10. be- 
zeichnet, auch in diesem Bande. Da ich aber au^erksam wurde, dafs er 
im eigentlichen Corpus des Hymnars (auf fol. 21 a) den Hymnus „Ambrosi 
sidus awrewn*^ von Petrus Bamiani (11. Jahrh.) enthalt, mufs er gewifs 
ins 11. Jahrh. herantergeriickt werden, es sei denn, dafs Petrus Daraiani 
nicht als Verfasser des Hymnus gelten darf. 



XXX 



Einleitungf. 



Aeterna caeli gloria. (Fer. VI. Mat.) 
PlasmatorhominisDeus.^Fer.VI.Vesp.) 
Summae Deus clementiae. (Sabb. Noct.) 
Aurora iam spargit polum. (Sabb. Mat.) 
O lux beata trinitas. (Sabb. Vesp.) 



Aeterna Christi munera. (Martyres.) 
Rex gloriose martyrum. (Martyres.) 
Deus tuorum militum. (Martyres.) 
lesu corona virginum. (Virgines.) 



Virginis proles opifexque. (Virgines.) 
Summe coniessor sacer. (Confessores.) 



Vita sanctorum via spes. (Gallns.) 
Deus creator omnium. (Vesper. Sabb.) 
Nostris sollemnis saeculis. (Colum- 

banus.) 
Christe cunctorum dominator. (Dedi- 

catio.) 
Exsultet caelum laudibus. (Aposfoli.) 
Ut queant laxis. (Joh. Bapt.) 



Das die Liste der Hymnen, wie sie im Cod. Taurinen. 
G VII 18 auf fol. 72—100 sich vorfinden, eingeleitet mit der 
Bemerkung: „Incipiunt hymni vel cantici secundum regulam 
sancti Benedicti abbatis; imprimis de Adventu Domini ad 
vesperum". Das Festivale (in das noch kein Heiliger auf- 
genommen ist), das Commune de Tempore (= Sonntags- 
und Ferialhymnen) und Commune Sanctorum folgen sich in 
fester Ordnung. Wir sehen hier zum ersteu Male die Hymnen 
der Woche nicht mehr nach den kirchlichen Tagzeiten, also 
in drei Serien der Nocturn- , Laudes- und Vesperhymnen, 
sondern nach den sieben Wochentagen geordnet. — Die sechs 
letzten Hymnen der Liste stehen anorganisch aufserhalb des 
eigentlichen Hymnencorpus , beurkunden als solche die Er- 
weiterung des Hymnars, und die beiden allerletzten derselben 
sind von einer sp^teren Hand nachgetragen. Nach Abzug 
dieses Nachtrages bilden somit 49 Hymnen dieses Hymnar, 
welches schon durch eine so relativ geringe Anzahl sich als 
alt dokumentiert und fast auf gleicher Stufe mit dem Hymnar 
von St. Maximin zu Trier steht. 



5b. Hjmnen eines Hymnarinm Benedictinum saec. 10. 



Conditor alme siderum. (Adventus D.) 

Sol astra terra aequora. (Adventus D.) 

Verbum supemum prodiens (Adven- 

tus D.) 

Summae Deus clementiae. (Sabb. 

Noct.) 
Aurora iam spargit polum. (Sabb. 

Matut.) 

O lux beata trinitas. (Sabb. Vesp.) 

Deus creator omnium. (Vesp.) 

Aetema Christi munera. (Martyres.) 

Audi redemptor gentium. (Natale D.^ 

Christe red. omnium | Ex. (Natale D.) 



Intende qui regis Israel. (Natale D.) 
Dei fide qua vivimus. (Quadrag. 

HI»). 
Meridie orandum est (Quadrag. VI&.) 
Perfecto trino numero. (Quadrag. IX».) 
Sic ter quaterais trahitur. (Quadrag. 

Vesp.) 
Ad cenam agni providi. (Pascha.) 
Aurora lucis rutilat. (PaNcha.) 
Hic est diestvems Dei. (Pascha.) 
lam Christus astra. (Pentec.) 



Die altesten Qaellen der Hymnen. XXXI 

Aeteme rerom conditor. (Dom. Noct.) Nox atra rerum contegit. (Fer. V. 

Primo dierum omnium. (Dom. Noct.) Noct.) 

Splendor patemae gloriae. (Dom. Lux ecce surgit aurea. (Fer. V. Matut.) 

Matut.) Magnae Deus potentiae. (Fer. V. 

lam lucis orto sidere. (Prima.) Vesp.) 

[Nunc sancte nobis npiritus. (Tertia.) Tu trinitatis unitas. (Fer. VI. Noct.) 

Rector Potens verax Deus]. (Sexta.) Aetema caeli gloria. (Fer. VI. Matut.) 

Kerum Deus tenax vigor. (Nona.) Plasmator hominis Deus. (Fer. VI. 

Lucis creator optime. (Dom. Vesp.) Vesp.) 

Te lucis ante terminum. (Complet.) * * * 
[Christe qni Inx es et dies.] (Complet.) 

Sol angelonun respice. (Complet.) Christe caelestis medicina. (Feria VI.) 

Somno refectis artubus. (Fer. II. Rex gloriose martyrum. (Martyres.) 

Noct.) Deus duoram militum. (Matryres.^ 

Splendor patemae gloriae. (Fer. II. Summe confessor sacer. (Confessores.) 

Matut) Iste confessor Domini. (Confessor.) 

Immense caeliconditor. (Fer.II.Vesp.) Quem terra pontus aethera. (B. V. 

Consors patemi luminis. (Fer. III. Maria.) 

Noct.) lesu corona virginum. (Virgines.) 

Ales diei nuntius. (Fer. III. Matut.) Virginis proles opifexque. (Virgines.) 
Telluris ingens conditor. (Fer. III. 

Vesp.) • . * 
Rerum creator optime. (Fer. IV. Noct.) 

Nox et tenebrae et nubila. (Fer. IV. Urbs beata Hierusalem. (Dedicatio.) 

Matut.) Pange lingua gloriosi. (Passio Domini.) 

Caeli Deus sanctissimo. (Fer. IV. Nocte surgentes. (Dom. Noct. aestate.) 

(Vesp.) Ecce iam noctis. (Dom. Matut. aestate.) 

Vorstehendes Hymnenverzeichnis aus dem Cod. Bruxellen. 
479 (15111—28) verdanke ich der Gtite des Bibliothekars 
P. J. Van den Gheyn S. J. — Eingeleitet wird das Hymnar 
(fol. 54 — 67) mit der Rubrik: „Imni sec. regulam sancti Bene- 
dicti abbatis. Imnus de adventu Domini ad Vesperas." Das 
erinnert sehr an die fast gleichlautende Rubrik im Hymnar 
von Bobio. Auch der Hymnenbestand (hier sind es einschliefs- 
lich die drei Hymnen, welche mit dem abgerissenen oberen 
Teile eines Blattes in Wegfall geraten waren, aber sicher er- 
ganzt werden konnten, 56) ist ziemlich gleich. Nur sind hier 
statt des Adventhymnus „ Vox clara ecce intonat^ zwei andere 
eingetragen; ferner hat man Weihnachten und Ostern nicht 
auf die zwei Hymnen des hl. Ambrosius („Intende qui regis^ 
und „-ffic est dies verus^) verzichten woUen, und am Schlufs 
tauchen die interessanten „Nachzilgler" ftir die Sommermt 
wieder auf. Besonders merkwtirdig ist der Krankenhymnus 
^Christe cadestis medicina patris^ (Anal. Hymn. XXVII, 284), 
der hier ftir die „Feria VI" angesetzt erscheint. Die hll. 
Gallus und Columban gehen leer aus ; daftir ist der Venantius- 
hymnus „Pange lingua"^ nachgetragen. Die Kirchweih ist in 



XXXII Einleitung. 

beiden Hymnaren bedacht, aber mit verschiedenen Hymnen. 
Sonst stimmt vollig der Hymnenbestand. — Die Reihenfolge 
ist im wesentlichen auch dieselbe: Festivale, Hymnen der 
Woche und de Communi Sanctorum mit Nachtragen; aber 
eine Unordnung ist dadurch entstanden, da.fs die ftinf Hymnen, 
welche an die Ferialhymnen des Freitags sich anschliefsen 
soUten, durch ein evidentes • Versehen des Kopisten zwischen 
die Advents- und Weihnachtshymnen geschoben sind ; ich habe 
sie deshalb durch Einziehen in der Linie kenntlich machen 
lassen. — Leider fehlen Anhaltspunkte , die Provenienz des 
Hymnars sicher zu bestimmen; ich kann nur vermuten, dafs 
es aus Italien stammt. — Die folgenden Hymnare ffthren uns 
nach Frankreich. 

6. Die Hymnen des Hymnarium Martialense saec. 10. 

Christeredemptor omnium. (NataleD.) Pastor bonus fons ^atiae. (Petrus et 

Ave maris stella. (Purificatio B. M. V. ?) Paulus.) 

Audi benigne conditor. (Quadrag.) Christe sanctorum decus atque. (Bene- 

lam Christe sol iustitiae. (Quadrag.) dictus.) 

Deifidequavivimus. (Quadrag.Tertia.) Christe sanctorum d. angelorum. (Mi- 

Qua Christus hora sitiit. (Quadrag. chael.) 

Sexta.) Rex Christe Martini decus. (Martinus.) 
Temis ter horis numerus. (Quadrag. 

Nona.) * * * 
Vexilla regis prodeunt. (Passio D.) 

Rex aeterne Domine. (Pascha.) Aetema Christi munera | Et martyrum. 

Aeterne rex altissime. (Ascensio D.) (Martyres.) 

lesu nostra redemptio { Amor. (As- Deus tuorum militum. (Martyres.) 

censio.) Virginis proles opifexque. (Virgines. 

Vorstehendes Hymnar, welches dem altesten aller uns 
bekannten Tropare im Cod. Parisin. 1240 auf fol. 91 — 96 
nachtraglich, aber von einer Hand des 10. Jahrhunderts, ein- 
geftigt ist, wird unschwer als Bruchsttick erkannt. Das 
Festivale ist genau nach dem Kirchenjahr geordnet, aber es 
fehlt der Advent. Die Hymnen de Communi Sanctorum 
scheinen unvollstandig zu sein. Ganzlich vermissen wir die 
Hymnen des Sonntags und der Woche. Der gleiche Mangel 
ist beim folgenden Hymnar zu bedauern. 

7. Die Hymnen des Hymnarium S. lohannis 
Laudunensis saec. 10. 

Conditor alme sidemm. (Adventus D.) Hostis Herodes impie. (Epiphania). 
Veni redemptor gentium. (Adventus D.) Quod chorus vatum. (Purificatio B. 
A solis ortus cardine. (Natale D.) M. V.) 



Die altesten Quellen der Hymnett. XXXIII 

Fit porta Christi pervia. (Porificatio Aetema Christi munera. (MartTres.) 

B. M. y.) Bex gloriose martyrom. (Marlyres.) 

Snmme largitor praemii. (Quadrag.) Martjr Dei qui unicum. (Martyr.) 

Dei fide qua vivimus. (Quadrag.) Deus tuorum militum. (Martyr.) 

Perfecto trino numero. (Quadrag.) lesu redemptor omnium { Perpes. (Con- 

Sic ter quatemis trahitur. (Quadrag.) fessor.) 

Ad cenam agni providi. (Pascha). Summe confessor sacer. (Confessor.) 

Aeteme rex altissime. (Ascensio D.) Sanctorum meritis inclita. (Martyres.) 

Ut queant laxis resonare. (Joh. Bapt.) lesu corona virginum. (Yirgines.) 

Aurea luce et decore. (Petrus et Paulus.j « « 

Iste confessor Domini. (Germanus.) * 

Caeli cives adplaudite. (Dionysius.) Tibi Christe splendor patris. (Michael.) 

Ave pater scandens polum. (Dio- Christe sanctorum d. angeloram. (Mi- 

njsius.) chael.) 

Yirginis proles opifexque. (?) Christe cunctoram dominator. (Dedi- 

Apostolorum principem. (Petrus.) catio.) 

Apostolorum passio. (Petras et Paulus.) Nocte surgentes vigilemus. (Noct.) 

Christe sanctoram d. atque. (Bene- Ecce iam noctis tenuatur. (Mat.) 

dictus.) Pange lingua gloriosi. (Crux Sancta.) 

* ^ * Audi benigne conditor. (Quadrag.) 

Der Cod. Bernen. 455 (Cod. 60 unseres Quellenverzeich- 
nisses) bietet vorstehende Hymnen auf fol. 1 — 14. — Wahrend 
die SonntagS' und Ferialhymnen , die nattirlich sicher zum 
Hymnar gehorten, leider fehlen, finden sich die Hymnen de 
Communi Sanctorum vollstandig so vor wie im irischen Hymnar, 
noch vermehrt um den schon bekannten Zuwachs von „Deus 
tuorum militum^, „Je$u redemptor omnium \ Perpes^ und „Iste 
confessor Domini sacratus"' (letzterer ins Festivale eingeftigt 
ftir das Fest des hl. Germanus). — Die am Schlufs an- 
geftihrten sieben Hymnen, welchevon gleicher Hand eingetragen 
sind, gehoren wohl zum Hymnar, aber sie ftigen sich nicht 
organisch in das eigentliche Corpus ein und illustrieren 
neuerdings das schon mehrmals betonte Wachstum in den 
Hymnaren. Beachtenswert ist namentlich, dafs hier aber- 
mals der Nocturn- und der Laudeshymnus ftir den Sonntag in 
der Sommerzeit als Nachztigler einrticken (vgl. oben S. XXVII). 
Der Fastenhymnus „Audi henigne conditor^ ist ganz getrennt 
vom Hymnar auf fol. 25 aufgezeichnet. Vor demselben finden 
sich drei Dichtungen, die als Reimgebete tiberhaupt nicht in 
ein Hymnar gehoren, namlich : „Sume plectrum lingua metri^ 
(Anal. Hymn. XLVI, 360), „ mortalis homo"" (in der Hs. als 
^Versus Eugenii" bezeichnet) und das Lehrgedicht „Qui signati 
estis Christo \ Mementote repromisso^ . Das gleiche gilt von den 
Beimgebeten „Ad caeli clara non sum dignus sidera" (Anal. 
Hymn. L, 148) und „Apparebii repentina dies magna Domini^. 

Blnme, Thesauri hymnologioi Hymnarium. III 



XXXIV 



Einleitung. 



8. Die Hymnen des Hjmnariam Marchianense saec 10. 



O lux beata trinitas. (Sabb. Vesp.) 
Deus creatoT omnium. (Sabb. Vesp.) 
Primo dierum omnium. (Domin. Noct.) 
Aeteme rerum conditor. (Domin. Ma- 

tut.). 
Te lucis ante terminum. (Domin. 

Complet.) 
Christi qui lux es et dies. (Domin. 

Complet.) 
Lucis creator optime. (Domin. Vesp.) 
Somno refectis «rtubus. (Fer. H. Noct.) 
Splendor patemae gloriae. (Fer, Ma- 

tut.) 
Immense caeli conditor." (Fer. Vesp.) 
Consors patemi luminis. (Fer. 111. 

Noct.) 
Ales diei nuntius. (Fer. III. Matut.) 
Telluris ingens conditor. (Fer. IH. 

Vesp.) 
Rerum creator optime. (Fer. IV. Noct.) 
Nox et tenebrae et nubila. (Fer. IV. 

Matut) 
Caeli Deus sanctissime. (Fer. rV.Vesp.) 
Nox atra rerum contegit. (fer. V. Noct.) 
Lttx ecce surgit aurea. (Fer. V. Ma- 

tut) 
Magnae Deus potentiae. (Fer. V. Vesp.) 
Tu trinitatis unitas. (Fer. VI. Noct.) 
Aetema caeli gloria. (Fer. VI. Matut) 
Plasmator hominis Deus. (Fer. VI. 

Vesp.) 
Summae Deus clementiae. (Sabb. Noct.) 
Aurora iam spargit polum. (Sabb. Ma- 

tut.) 
Nocte surgentes. (Domin. Noct) 
« * 



(Lticke in der Handschrift.) 

Aurea luce et decore. (Petrus et 

Paulus.) 
Tibi Christe splendor patris. (Michael.) 
Christe sanctomm d. angeloram. 

(Michael.) 
Christe red. omnium | Conserva. 

(Omnes SS.) 
lesu salvator saeculi. (Omnes SS.) 
Urbs beata Hiemsalem. (Dedicatio.) 



Exsultet caelum laudibus. (Apostoli.) 
Aeteraa Christi munera. (Martyres.) 
Ortu Phoebi iam proximo. (Martyres.) 
Deus tuorum militum. (Martyres.) 
Martyr Dei qui unicum. (Martyr.) 
Sanctorum meritis inclita. (Martyres.) 
Rex gloriose martyrum. (Martyres.) 
Iste confessor Domini. (Confessor.) 
lesu redemptor omnium | Perpes.(Con- 

fessor.) 
Virginis proles opifexque. (Virgines.) 
lesu corona virginum. (Virgines.) 



Christe salvator hominumque. (Ric- 

trudis.) 
Regi Christo salvatori. (Rictradig.) 
Christe red. omnium | Infirma. (Eu- 

sebia.) 
lesu benigne conditor. (Eusebia.) 
Plebs devota Deo. (Stephani Reve- 

latio.) 



Beim vorstehenden Register der Hymnen, welehe in kleiner 
Schrift auf den grofien Folios 69« — 72» des Cod. Duacen. 170 
(Cod. 57 unseres Quellenverzeichnisses) von einer Hand des 
10. Jahrhunderts geschrieben sind (das Psalterium ist saec. 9), 
haben wir die grofse Ltlcke im Festivale zu bedauern. Wenn 
aueh nur ein Blatt fehlt, so sind dadurch etwa 20 Hymnen 
in Wegfall geraten, da hier durchschnittlich 20 Hymnen auf 
je ein Folio kommen. Somit dtlrfte der Hymnenbestand sich auf 
rund 70 Nummern belaufen. — Die Hymnen der Woche oder 
de Tempore commmes sowie jene de Comm/mi Sanctorum^ 
welche das Festivale umschliefsen , bedtirfen keines weiteren 
Kommentares; es sind ausnahmslos alle aus der Liturgie der 



Die altesten Quelle& der Hymnen. XXXV 

irischen Kirche vorhanden, vermehrt um vier Hymnen auf 
die Apostel, Martyrer und Bekenner. Nur eine Unordnung 
ist zu bemerken, welche wohl der Nachlassigkeit des Kopisten 
ihren Ursprung verdankt: An den Anfang des Hymnars sind 
zwei Hymnen geraten, die an den Schlufs der Hymnenseries 
fQr die Woche gehSren, namlich nach ^Aurora icm spargit 
polum'' , dem Laudeshymnus des Samstags; und die vier 
Hymnen zu den kleinen Horen sind tlbersehen worden. Dafs 
^Nocte surgmtes'', dem wahrscheinlich auf dem nftchsten, jetzt 
nicht mehr vorhandenen Blatte y^Ecce iam noctis*' folgte, auch 
hier abermals der zugeh5rigen Series angehangt und nicht 
in sie eingeftigt ist, bestatigt unsere oben ausgesprochene 
Vermutung vom relativ spaten Ursprung dieser beiden Hymnen, 
welche vielfach irrig Gregor dem Grofsen zugeschrieben werden. 

— Die am Schlusse angeftigten fttnf Hymnen berichten wieder- 
um vom Anwachsen der Hymnare. Im 12. u. 13. Jahrhunderte 
sind nachher noch neun weitere Hymnen hinzugeftlgt, namlich : 

Bex Christe Martini decus. Dei fide qua vivimus. 

Felix per omnes festum. Qua Christus hora sitiit. 

Martyris ecce dies Agathae. Temis ter horis numerus. 

Tellus ac aethra iubUent. Sidus solare revehit. 
lam Christe sol iustitiae. 

9. Die Hjmnen des Hjmnarium Moissiacense saec. 10. 

Da alle Hymnen dieses Hymnars in der Reihenfolge, 
wie der Cod. Rossian. VIII 144 (Cod. 58 unseres Quellen- 
registers) sie bietet, im II. Bande der Analecta mitgeteilt 
sind, kann ich auf ein Verzeichnis der Hymnenanf^nge ver- 
zichten. Es gentlgt, daran zu erinnem, dafs die Hymnen 
de T&nvpore communes auch hier das Hymnar er5lfiien; es 
folgen, nach dem Kirchenjahr geordnet, die Hymnen des 
Festivale und schliefslich die bekannten de Commmii Sanctorum. 

— Weil im Anfange des Kodex nicht nur ein Blatt, sondern 
eine ganze Lage fehlt, vermissen wir alle Sonntagshymnen, 
jene zu den kleinen Horen, die Complethymnen und den 
Nocturnhymnus des Montags, im ganzen also zwdlf Hymnen. 
Im tlbrigen ist die Anordnung der Ferialhymnen wie im 
Hymnar von Bobio (Hymnenverzeichnis 5). — Was am meisten 
bei diesem alten Hymnare des 10. Jahrhunderts im Gegen- 
satze zu den besprochenen gleichalterigen auffallt, ist die 

m* 



XXXVI fiinleitung. 

grofse Anmhl der Hymnen im Festivale, welche sich auf nicht 
weniger als 76 beziffern. Dazu kommen elf Hymnen de 
Communi Sanctorum und 17 bzw. (mit den zwolf im Anfange 
fortgefallenen) 29 Sonntags- und Ferialhymnen, was die statt- 
liche Zahl von 116 Hymnen ergibt. Damit nicht genug ist 
von gleicher Hand des 10. Jahrhunderts noch eine meite 
Serie von 22 Festhymnen auf fol. 59^ — 69^ angefttgt und so 
ein Hymnar des 10. Jahrhunderts mit 138 Hymnen geschaflfen, 
denen am Schlusse des 10. und Anfange des 11. Jahrhunderts 
noch sieben weitere zugesellt sind. Ein gleich oder nur 
ahnlich reichhaltiges Hymnar aus dieser Zeit lafst sich nicht 
vorweisen. In FranJcreich scheint jedoch dieses Wachstum in 
den Hymnaren nicht andauernd und gleichmafsig gewesen zu 
sein, da z. B. das Hymnar von Corbie und das Brevier von 
St. Germain-des-Pr^ (Nr. 64 u. 62 unseres Quellenregisters) 
sogar im 11. Jahrhundert nur 90 bzw. 98 Hymnen enthalten. 
— Auch England zeigt ein zwar stetes, aber relativ lang- 
sameres Tempo in dem Anwachsen des Hymnenbestandes 
seiner Hymnare. 

10. Die Hjmnen des Hymnarium Cantuariense(?) saec. 10. ex. 

Primo dierum omnium. (Dom. Noct.) Nox atra rerum contegit. (Fer. V. Noct.) 

Aeterne rerum conditor. (Dom. Matut.) Lux ecca surgit aurea. (Fer. V. Matut.) 

Nocte surgentes. (Dom. Noct. Aestate.) Magnae Deus potentiae. (Fer. V. Vesp.) 

Ecceiamnoctis. (I)om.Matut.Aestate.) Tu trinitatis unitas. (Fer. VI. Noct) 

lam lucis orto sidere. (Dom. Prima.) Aetema caeli gloria. (Fer, VI. Matut) 

Nunc sancte nobis spiritus. (Dom. Plasmator hominis Deus. (Fer. VI. 

Tertia.) Vesp.) 

Rector potens verax Deus. (Dom.Sexta.) Summae Deus clementiae. (Sabb. Noct.) 

Kerum Deus tenax vigor. (Dom. Nona.) Aurora iam spargit polum. (Sabb. 

Lucis creator optime. (Dom. Vesp.) Matut) 

Te lucis ante terminum. (Dom. Com- Deus creator omnium. (Sabb. Vesp.) 

plet.) O lux beata trinitas. (Sabb. Vesp.) 

lesu red. saeculi | Verbum. (Dom. ^^ # 

Complet.) * 

Christe qui lux es et dies. (Dom. Conditor alme siderum. (Adventus D.) 

Complet.) Verbum supemum prodiens. (Ad- 

Cultor Dei memento. (Dom. Complet.) ventus D.) 

Somno refectis artubus. (Fer. U. Noct.) Vox clara ecce intonat. (Adveutus D.) 

Splendor pateraae gloriae. (Fer. II. Nobis ecce dies ordine. (Andreas.) 

Matut.) Christe red. omnium | Ex. (Nataie D.) 

Immense caeli conditor. (Fer. II. Vesp.) Surgentes ad te Domine. (Natale D.) 

Consors patemi luminis. (Fer.III. Noct.) Audi redemptor gentium. (Natale D.) 

Ales diei nuntius. (Fer. III. Matut.) lam rutilat sacrata dies. (Stephanus.) 

Telluris ingens conditor. (Fer.III.Vesp.) A solis ortus cardine. (Epiphania.) 

Bemm creator optime. (Fer. IV. Noct.) Hostis Herodes impie. (Epiphania.) 

Nox et tenebrae. (Fer. IV. Matut.) Quod choras vatum. (Puriiicatio 

Caeli Deus sanctissime. (Fer.lV. Vesp.) B. M. V.) 



Die altesten Quellen der Hymnen. 



XXXVII 



AUeluia dulce carmen. (Septuagesima.) 
AUeluia piis edite regibus. (Septua- 

gesima.) 
Almum sidereae iam patriae. (Septua- 

gesima.) 
Dei fide qua vivimus. (Quadrag.) 
Meridie orandum est. (Quadrag.) 
Perfecto trino numero. (Quadrag.) 
Sic ter quaternis trahitur. (Quadrag.) 
Audi benigne conditor. (Quadrag.) 
Ex more docti mystico. (Quadrag.) 
lesu quadragenariae. (Quadrag.) 
Clarum decus ieiunii. (Quadrag.) 
Christe sanctorum decus atque. (Bene- 

dictus.) 
Quem terra pontus. (Annuntiat. 

B. M. V.) 
Ave maris stella. (Annuntiat. B. M. V.) 
Vexilla regis prodeunt. (Passio D.) 
Auctor salutis unicus. (Passio D.) 
Ad cenam agni providi. (Pascha.) 
lesu nostra redemptio. (Pascha.) 
Aurora lucis rutilat. (Pascha.) 
Hjmnum canamus Domino | Hymni. 

(Ascensio.) 
Optatus votis omnium. (Ascensio.) 
lam Christus astra ascenderat. (As- 

censio.) 
Veni creator spiritus. (Pentecoste.) 
Beata nobis gaudia. (Pentecoste.) 
Anni peractis mensibus. (Pentecoste.) 
Ut queant laxis. (Joh. Bapt.) 



Aurea luce et decore. (Petrus etPaulus.) 
Martyris Christi colimus. (Laurentius.) 
Mysteriorum signifer. (Michael.) 
Tibi Christe splendor patris. (Michael.) 
Christe sanctorum d. angelorum. 

(Michael.) 
Festiva saeclis colitur. (Omnes SS.) 
Christe red. omnium | Conserva. (Om- 

nes SS.) 
Omnium Christe pariter tuorum. (Om- 

nes SS.) 
Martine confessor Dei. (Martinus.) 



Exsultet caelum laudibus. (Apostoli.) 
Aeterna Christi munera. (Apostoli.) 
lam bone pastor Petre. (Apostoli.) 
Adnue Christe saeculorum. (Apostoli.) 
Martyr Dei qui unicum. (Martyr.) 
Deus tuorum militum. (Martyres.) 
Rex gloriose martyrum. (Martyres.) 
Sanctorum meritis. (Martyres.) 
iste confessor Domini. (Confessor.) 
[Rex] Christe splendor gloriae. (Con- 

fessor.) 
lesuredemptoromnium | Perpes.(Con- 

fessor.) 
Summe confessor sacer. (Confessor.) 
Virginis proles opifexque. (Virgines.) 
lesu corona virginum. (Virgines.) 



Die Handschrift, welche dieses Hymnar auf fol. 105—128 
enthalt (der erste Teil ist ein Psalterium), wurde vom Bri- 
tischen Museum letztes Jahr flir 60000 Mark erworben und 
als Cod. Add. 37517 den Manuskriptschatzen eingereiht. 
Mein Freund Bannister machte mich im September darauf 
aufmerksam und bezeichnete das Hymnar als aus Canterburg 
stammend und um das Jahr 1000 geschrieben. Dem Publikum 
war das Kleinod damals noch nicht zur Benutzung freigegeben. 
Die Direktion der Manuskriptabteilung hatte jedoch die 
grofse Gtite, ftir die Analecta Hymnica die Anfertigung eines 
Hymnenverzeichnisses zu gestatten, welches mit gewohnter 
Liebenswtirdigkeit Rev. James Meams mir besorgte. Beiden, 
dem bekannten Hymnologen und dem Keeper of Manuscripts, 
sei daftir hier der verbindlichste Dank ausgesprochen. Letzterer, 
Rev. F. Warne, teilte mir tiberdies gtitigst mit, dafs nach 
seiner Schatzung der Kodex gegen Schlufs des 10. Jahr- 
hunderts, und zwar sicher in England, wahrscheinlicb inj 



XXXVIII Einleitung. 

stldlicheii Teile des Landes, wozu also Canterbury passen 
wQrde, geschrieben sei. Nach Meams Ansicht ist die Hand 
des Schreibers die eines Iren. Schrift und Ausstattung wird 
als ftufserst prachtvoU geschildert. — Das Hymnenregister 
zeigt, dafs alle Hymnen mit grofser Sorgfalt systematisch 
geordnet sind: 1. Hymni communes de tempore, 2. Hymnen 
des Festivale, 3. Hymni de Communi Sanctorum. Kein 
einziger Hymnus ist aufserhalb der Ordnung eingetragen, 
auch die mehrmals angezogenen Sonntagshymnen ftir Nocturn 
und Laudes der Sommerzeit, namlich „Nocte surgentes*' und 
j^Ecce iam noctis^ treifen wir hier nachweisbar zum ersten 
Male am richtigen Platze. Beachtenswert ist, dafs auch 
^Oultor Dei memento^ von Prudentius hier zum ersten Male 
als Complethymnus angeordnet ist, wfthrend in den AnaL 
Hymn. L, 29 als ftlteste Quelle ftir den liturgischen Gebrauch 
erst eine Handschrift des ausgehenden 13. Jahrhunderts ge- 
nannt werden konnte. — Das Festivale zeigt Reichtum an 
manchen seltenen Hymnen; unter denselben ist namentlich 
der Andreas-Hymnus „Nobis ecce dies'' (Anal. Hymn., L, 201) 
von Raban hervorzuheben , da bisher nur die Ausgabe von 
P. Browerus als Quelle zur Verftigung stand^). — Die 
Hymnen auf die Apostel, Martyrer, Bekenner und Jungfrauen 
sind von den 7 im irischen Hymnar, welche ausnahmslos auch 
hier wieder auftreten, auf 14 angewachsen. — Der gesamte 
Hymnenbestand beziifert sich auf 90 Nummern. Vergleicht 
man damit das Hymnarium Exoniense des 11. Jahrhunderts 
(Cod. 13 unseres Quellenregisters), auf dessen Inhaltsangabe 
ich hier verzichten mufs, so wird man darin ein Anwachsen 
auf 116 Hymnen wahrnehraen kdnnen, wobei obendrein zu 
beachten ist, dafs letztere Handschrift an einer Stelle eine 
Llicke zeigt^). 



^) Im Bande der Epilegomena werde ich eine KoUation dieses Hjmnus 
und der anderen selteneren Hjmnen zu verwerten suchen. 

^ Ein dlteres Hjmnar aus En^land scheint nicht bekannt zu sein. Wohl 
ist das sogenannte „Bituale Dunelmense^ (Cod. 11 unseres Quellenregisters ; 
cfir. Ausgabe der Surtees Society vom Jahre 1840) im 9., 10. u. 11. Jahrh. 
verfafst; aber die wenigen Hymnen sind bis auf einen alle am Schlufs des 
10. Jahrhunderts von verschiedener Hand eingetragen; und bilden nur ein 
Bruchstuck au$ einem Hymnar: 



Die altesten Quellen der Hymnen. XXXIX 

Demgegenflber ist die interessante Beobachtung zu 
maehen, dafs Spanien schon im vollen 10. Jahrhundert ein 
Hymnar aufweist, welehes nicht weniger als 175 Hymnen 
umsehliefst: 

11. Die Hjmnen des Hjmnarium Toletanum saec 10. 

Das Verzeichnis dieser Hymnen, welches seinerzeit Dreves 
in Madrid gefertigt hatte (s. Cod. 69 unseres Quellenregisters), 
habe ich bereits im Bd. XXVII der Analecta auf S. 21 flf. 
mitgeteilt. — Weil jenes Hymnar zum momrabischen Ritus 
geh5rt, trftgt es begreiflich ein von den anderen Hymnaren 
grundverschiedenes Geprftge, sowohl was Inhalt als Anordnung 
betriflFt. Von Bedeutung ftir uns ist, dafs alle Hymnen des 
irlschen Hymnars, namlich die Sonntags- tmd Ferialhymnen 
und jene de Communi Sanctonm^ sich auch hier wieder vor- 
finden, und zwar ausnaJmislos; wenn „Iam lucis orto sidere^ 
fehlt, so ist zu beachten, dafs gerade an jener Stelle des Kodex, 
wo der Hymnus zur Prim mitzuteilen war, eine Lttcke ist. 
Ja, gerade diese Hymnen bilden, abgesehen von denen des 
hl. Ambrosius, den einzigen gemeinsamen Grundstock des in den 
tlbrigen Hymnen sonst ganz verschiedenen mozarabischen und 
r5mischen Breviers. Auch jene Hymnen, was sehr beachtenswert 
erscheint, die allm&hlich im Laufe des 10. Jahrhunderts die 
Liste der irischen Hymnen de Communi Sanctorum um zwei bis 
vier Nummern bereicherten, wie ^ExsuUet caelum laudibus^^ 



fol. 64. Auctor salutis unicus. saec. Vio. 

„ 65. Audi benigne conditor. saec. 10. ex. 

„ 65. Vexilla regis prodeunt. saec. 10. ex. 

„ 65. Ad cenam agni providi. saec. 10. ex. 

„ 77. lam lucis orto sidere. saec. 10. ex. 

„ 77. Nunc sancte nobis spiritus. saec. 10. ex« 

„ 77. Rector potens verax Deus. saec. 10. ex. 

„ 77. Rerum Deus tenax vigor. saec. 10. ex. 

„ 77. Rex Christe clementissime. saec. 10. ex. 

„ 77. O lux beata trinitas. saec. 10. ex. 

„ 82. Te lucis aute terminum. saec. 10. ex. 
Die Hjmnen auf fol. 65 sind von anderer Hand als jene auf fol. 77, 
und wiederum von anderer Hand ist jener auf fol. 82. — Diese Mitteilungen 
vom Bev. Canon Fowler zu Durbam vermittelte mir ^utigst R^v. Jamefi 



XL Einleitiing. 

lesu redemptor omnium \ Perpes^j „Iste confessor Domini^ und 
„Ilex Christe splendor'' fehlen im Hymiiar von Toledo. Das ist 
eine neue gewichtvoUe Best&tigung, dars die Hymnen der 
irischen Gruppe durch ihren Ursprung und durch die Autoritftt, 
welche sie fttr die Liturgie anordnete, ein aufserordentliches 
Ansehen genossen. Nur aus der Gruppe der Laudeshjmuen 
fttr die Wochentage fehlen im Hymnar von Toledo die 
Hymnen fttr Mittwoch bis Freitag. Der Grund ist leicht zu 
ermitteln. Die Laudeshymnen bilden namlich im Gegensatz 
zu den Noctum- und Vesperhymnen keine einheitliche Series' 
sind nicht von einem Dichter, am wenigsten von Gregor 
dem Grofsen, sondern sind das Ergebnis einer Zusammenr 
stelhmg von zwei Hymnen des hl. Ambrosius, von drei Centos 
aus den Dichtungen des Prudentius, einem Abecedar und einem 
gew5hnlichen Hymnus unbekannter Herkunft. Die Hymnen des 
hl. Ambrosius aber waren bei den Mozarabern schon frtth in 
Brauch, insbesondere diente ^Splendor patemae gloriae^ als 
„ad Matutinas cottidie"^, und Prudentius war so wie so durch 
nicht weniger als 37 Gedichte bzw. Centos vertreten (vgL 
meine Zusammenstellung in Anal. Hymn. XXVII, 37 fF.). 
So ist es begrdflich, dafs die kompilatorische Gruppe der 
Laudeshymnen als solche keine Aufnahme fand. — Die ttbrigen 
spanischen Quellen des 10. Jahrhund^rts, deren Inhalt ttbrigens 
im Band XXVII der Analecta genau angeftthrt ist, sind alle 
mehr oder minder Ittckenhaft und bieten als solche keine 
sicheren Anhaltspunkte fttr weitere Beobachtungen. 

Hiermit waren die Hymnare des 10. Jahrhunderts aus 
den verschiedenen Landern erledigt. Es erttbrigt eigentlich 
noch die Maildndische oder Ambrosianische Gruppe (c 1 unseres 
Registers), in welcher der Cod. Capit Veronen. XC (85) ein 
besonderes Interesse beansprucht, sowohl wegen seines Alters 
(9. Jahrh.), als wegen seines eigentttmlichen Inhaltes. Es 
hat den Anschein, dafs in Mailand neben den Hymnen des 
hL Ambrosius noch eine zweite uralte Serie von Hymnen in 
liturgischen Gebrauche kam auf Heilige oder Feste, welche 
Ambrosius selbst nicht besungen hatte. Alle diese sonst nicht 
vorkommenden Hymnen haben ejnen eigenartigen Stil, der 
auf einen und denselben Dichter des 6. oder 7. Jahrhunderts 
hin^udeuten scheint. In einem dieser Hymnen, namlicb 



Die altesten Quellen der Hymnen. XLI 

y^Miracultm laudabile^ (Nr. 138 dieses Bandes), verrat das 
Akrostichon den Namen dieses Dichters: ^Maximianus.'' — 
Weil jedoch die Mehrzahl dieser Hymnen in die spateren 
Oistercimser-Breyiere ttberging, der Hymnengehalt der ver- 
schiedenen Ordensbreviere des 12. u. 13. Jahrhunderts aber 
im nachsten Bande zu besprechen, ist, schien es mir besser, 
die Untersuchung ttber die Mailandisch-Ambrosianischen 
Hymnare fttr eben diesen Band zurttckzustellen , um sie mit 
jener ttber die Cistercienser-Breviere zu verbinden. 

Ein kurzer Blick ist noch auf die Hymnare des be- 
giimeiideii 11. Jahrhmiderts zu werfen. Was sie uns 
namentlich zeigen kdnnen, ist das Anwachsen der Hymnen- 
zahl^ und zwar im Festivale ; denn der ttbrige Grundstock ist 
und bleibt derselbe. Vor allen anderen Landern zeichnet sich 
hier Italien durch aurserst tlppigen Hymnenreichtum aus. 
Die beiden St. Galler Breviere saec. *®/ii. (Cod. Sangallen. 
413 und 387 = Nr. 25 u. 26 unseres Quellenregisters, welche 
als Pars hiemalis und Pars aestivalis zusammen ein Brevier 
ausmachen) bieten zusammen 97 Hymnen; das Hymnar von 
Corbie und das Brevier von St. 6rerwam-des-Pr6s , beide aus 
dem 11. Jahrhundert, enthalten 90 bzw. 98 Hymnen, wie oben 
erwahnt wurde ; auch ist schon hingewiesen auf die 116 Hymnen 
des Hymnars von Exeter, denen wegen einer Lttcke in der 
Handschrift vielleicht ein Dutzend beizuzahlen ist. — Anders 
in Italien. Jene Hyranare, deren Ursprung noch auf der 
Schwelle vom 10. zum 11. Jahrhundert liegt, tiberbieten dort 
alle anderen Hymnare an Reichhaltigkeit , oft um ein Be- 
deutendes. Das Hymnarium Casinense (Nr. 45 des Quellen- 
registers) enthalt 130 Hymnen, das Beneventanum (Nr. 44), 
welches im Anfange und an zwei weiteren Stellen defekt ist 
und in dem mindestens zwei Blatter fehlen, umschliefst auch 
so noch 155 Hymnen; die Zahl derselben belauft sich im 
Veronense (Nr. 43 des Registers) auf 196, und das Severinianum 
(Nr. 51) weist sogar 287 Hymnen auf. 

Das genaue Hymnenverzeichnis aus letzterer Quelle ist 
von Dreves im XIV. Bande der Analecta (S. 9 ff.) schon mit- 
geteilt. Dort war zu konstatieren , dafs der Cod. Vatican. 
7172, der dieses Hymnar enthalt, im Anfange defekt sei, so 
^afs beilaufi^ 25 Hymnen fehlten, was aus dem gleichalterigen 



XLII Einleitung. 

Doppelganger dieses Hymnars, dem Cod. Parisin. 1092, zu 
schliersen war. Unlangst hat Bannister diese fehlende erste 
Lage des Kodex glticklich wieder entdeckt, so dafs dieses 
Hymnar nun vollstandig ist bis auf das erste Blatt, auf dem 
die sieben ersten Strophen des Hymnus ^Primo dienm omnium*' 
standen. Nach gUtiger Mitteilung des Entdeckers sind die 
bisher fehlenden 27 ersten Hymnen, welche in der Reihen- 
folge sich mit jenen im Cod. Parisin. 1092 nicht decken, und 
unter denen ein ganz besonderer Hymnus zur Prim steht, 
die folgenden: 

fol. fol. 

2a. [Primo dierum omiiium]; beginnt 5b. Splendorpatemaegloriae.(Fer.n. 

mit der Str. 3 : Quo camis actu. Land.) 

(Dom. Noct.) 6 a. Immense caeli conditor. (Fer. 11. 
2a. Aeteme remm conditor. (Dom. Vesp.) 

Laud.) 6b. GonBors patemi luminis (Fer. m. 
2b. Nocte surgentes. (Dom. Noct. Noct.) 

aestate.) 6 b. Ales diei nuntius. (Fer. III. Laud.) 

2 b. Ecce iam noctis. (Dom. Laud. 7 a. Telluris ingens conditor. (Fer. m. 

aestate.) Vesp.) 

8 a. lam lucis orto sidere. (Prima.) 7 a. Reram creator optime. (Fer. IV. 
3a. Post matutinas laudes. (Prima.) Noct.) 

3b. Nunc sancte nobis spiritus. 7b. Nox et tenebrae. (Fer. IV. Laud.) 

(Tertia.) 7 b. Caeli Deus sanctissime. (Fer. IV. 
8b. RectorpotensveraxDeus. (Sezta.) Vesp.) 

3b. Reram Deus tenax vigor. (Nona.) 8a. Nox atra reram contegit. (Fer. V. 
3b. Lncis creator optime. (Vesp.) Noct.) 

4a: Deus creator o^nium. (Vesp.) 8a. Lux ecce surgit aurea. (Fer. V. 
4b. Telucisanteterminum. (Complet.) Laud.) 

4b. Christequiluxesetdies.(Complet.) 8b. Magnae Deus potentiae. (Fer. V. 
5a. Cultor Dei memento. (Complet.) Vesp.) 

5 b. Somno refectis artubus. (Fer. II. 8 b. Tu trinitatis unitas. (Fer. VI. 

Noct.) Noct.) 

Lebhaft zu bedauern ist, dafs uns kein einziges Romisches 
Hymnar des 10. oder auch nur 11. Jahrhunderts erhalten blieb. 
Daraus zu schliefien , dafs es zn jener Zeit noch keines ge- 
geben habe, scheint mir angesichts der oben (S. XIV) vor- 
gebrachten Tatsachen durchaus unzulassig. — Ein Hymnar, 
das ich unter Nr. 55 im Quellenregister angab, entstammt 
wohl aus Rom, aber es ist entschieden monasiisch. Von der 
Mitteilung seines Inhaltes sehe ich ab, um die Einleitung 
nicht allzu stark zu belasten, gedenke ihn aber im n9.chsten 
Band zugleich mit dem merkwttrdigen Hymnenbestande des 
Feroneser-Hymnars (Nr. 43 des Registers) vorzulegen, um so 
einen Vergleich mit den jtingeren Brevieren der verschiedenen 
Orden und des Weltklerus anschnulicber zu gestalten, 



Die altesten Quellen der Hymnen. XLIIL 

Der Inhalt der verschiedenen Hymnare aus den altesten 
und alten Zeiten bis zum Schlufs des 10. bzw. Anfange des 
11. Jahrhunderts dtlrfte gezeigt haben, wie die liturgische 
Hymnodie allmahlich wuchs und namentlich seit Beginn des 
10. Jahrhunderts ausserst machtig und tlppig sich entfaltete. 
Sie lassen erkennen, welches der feste, alte Kem und gleich- 
bleibende Stamm war und blieb, und welches die Aste und 
Zweige, die aus partikularen Bedtirfnissen und Wttnschen 
einzelner Klftster und Kirchen hervorsprofsten ; sie lassen ein 
aufmerksames und kundiges Auge ablesen, wie allm^lhlich zu 
den alten Festen des Herrn und seiner Heiligen sich neue 
Feste und mit den Festen und durch die Festfeier neue Hymnen 
der Dichterbrust entlockten; und so liefern sie auch einen 
wertvollen Beitrag fttr die Geschichte der Liturgie. Die 
Hymnen , wie auch die Sequenzen und Tropen sind ja nicht 
nur aus dem religiosen Boden, sondern speziell aus dem Boden 
der Liturgie, des feierlichen Gottesdienstes entsprossen, und 
ihre Geschichte und ihr Wert mufs und kann nur in Ver- 
bindung mit der Liturgie, mit den Utmgischen Hymnaren 
und Brevieren erkannt und verstanden werden. Aus der 
Liturgie kommt der Hymnodie ihr Licht, und umgekehrt 
entsendet die Hymnodie ein reiches Licht auf die Liturgie. 



Es erttbrigt noch ein kurzes Wort tiber die Verwertung, 
welche einigen der aufgezahlten und skizzierten Hymnare 
und Breviere von frttheren Hymnologen zu Teil wurde. Die 
unter Nr. 2, 35 und 31 (letzteres wahrscheinlich) im Quellen- 
register genannten Hymnare benutzte 1683 -ffardinal Tommasi 
ftlr die Ausgabe seines „Hymnarium", wortiber ich eingehend 
im Bd. XXVII, S. 13 ff. berichtet habe. — J. Stevenson 
gab im Jahre 1851 als Vol. XXIII von „The Publications of 
the Surtees Society" sein Buch „The Latin Hymns of the 
Anglo-Saxon Church with an Interlinear Anglo-Saxon Gloss" 
heraus. Als Grundlage diente ihm das Hymnar Nr. 16, und 
laut Vorwort leisteten ihm Hymn. 12 und 13 eine „additional 
assistance". Tatsachlich bietet er blofs den Text aus dem 
Hymnar 16, ohne je die Varianten der anderen Quellen zu 
bezeicbnen; letztere dienten ihm sichtlich nur dazu, um ab 



XLIV Einleitung. 

und zu an scheinbar oder wirklich verderbten Stellen den 
Text seiner Hauptquelle zu verbessern, wobei alsdann die 
Lesart dieser, aber auch nur dieser Quelle in der Fufsnote 
angemerkt wurde. Aufserdem bot er in einem Appendix 
23 Hymnen aus dem Hymnar 13, welche er im Hymnar 16 
nicht vorgefunden hatte. Schliefslich ist im Register bei jedem 
Incipit der Hymnen notiert, ob und wo der betrefFende Hymnus 
in 16, 12, 13 und 14 steht. Dieses letztere Hymnar hat 
Stevenson sonst nicht benutzt. Die Lesarten aus dem Hymnar 16 
habe ich aus Stevensons Ausgabe entnommen; die anderen 
drei Hymnare (Nr. 12, 13 u. 14) hat in gewohnter Diensteifrig- 
keit mein Freund Rev. H. M. Bmnister mir kollationiert. 

Das Murbacher Hymnar (Nr. 4) wurde nach der un- 
zul^lnglichen, weil auf einer unzuverlassigen Kopie basierenden 
Ausgabe durch Jacoh Grimm^ betitelt: „Hymnorum veterifi 
ecclesaae XXVI Interpretatio theotisca nunc primum edita" 
(Gottingae 1830), von Eduard Sievers im Jahre 1874 neu 
herausgegeben unter dem Titel: „Die Murbacher Hymnen." 
So sorgfaltig die Textwiedergabe war, so ftihlbar macht sich 
der Mangel, dafs Sievers die eigentliche Bedeutung des 
Hymnars und seine Beziehung zu anderen Hymnaren, die er 
ftir die Ausgabe unberticksichtigt liefs, verkannte. Auch 
diese Handschrift hat Bannister mir nochmals genau revidiert 
und kolhitioniert. 

Eine ganz vorztigliche Publikation erfuhren die Hymnen 
der Hymnare (bzw. Breviere) Nr. 5, 22, 23, 24, 28, 41 u. 42 
des Quellenverzeichnisses durch den derzeitigen Bibliothekar 
von Ztirich, Dr. Jacoh Wemer in dem Werke „Die altesten 
Hymnensammlungen von Rheinau." (Leipzig 1891). Sichtlich 
sind ganz disparate Hymnare hier vereinigt : drei aus Eheinau, 
eins aus Rheinau oder wahrscheinlich aus St. Gallen, eins 
aus Kempten und zwei aus Farfa. Die Bestimmung der 
Provenienz dieser beiden letztgenannten Hymnensammlungen 
war damals dem Herausgeber noch nicht sicher gelungen, und 
er verwies nur betrefls des Breviers (Nr. 42) auf eine „Ver- 
mutung" Calmets, dafs es „aus dem spoletanischen Kloster 
Tarfa" (Druckfehler statt „Farfa") stamme, und betrefFs des 
Hymnars (Nr. 41) begntigte er sich mit der Bemerkung, dafs 
gewisse Merkmale „auf Entstehung in einem Lande ron^a;- 



Die altesten Quellen der Hymnen. XLV 

nischer Zunge" weisen. Das war schon viel deutlicher, als 
die Ansicht Ul. Chevaliers, der nach Werners Ausgabe schrieb : 
i,L'hymnaire de Rheinau ne paratt special ni k un ordre 
religieux ni h une r^gion" (Po6sie liturgique du moyen ^ge. 
Paris, 1893, pag. 141). — Was alle diese sieben Hymnare ver- 
bindet, ist lediglich der Umstand, dafs sie einst in der Bibliothek 
von Bheinau zusammen ruhten ; dieses veranlafste Werner zu 
dem an sich ganz korrekten, aber vielleicht manchen irre- 
ftihrenden Titel. Aus dem Grunde hatte ich es lieber gesehen, 
wenn er entweder nur die wirklich aus Bheinau stammenden 
Hymnare publiziert und somit ein Bild geboten hatse, welche 
Hymnen und in welchem Wortlaute die Monche von Bheinau 
sangen, oder wenn noch andere alte Handschriften herbeigezogen 
waren, um die mitgeteilten Texte sicherer und im ursprttnglichen 
Wortlaute vorlegen zu kftnnen. An manchen Stellen geben 
namlich die Rheinauer Handschriften, wie vorliegender Band 
zeigenwird, sichernichtdenursprttnglichenText. DieserWunsch 
soU jedoch keineswegs als Tadel der mit gr5fster Sorgfalt 
veranstalteten Ausgabe angesehen werden. Weil alle Lesarten 
mit peinlicher Genauigkeit verzeichnet erscheinen, habe ich 
es fttr ganz tlberfltissig erachtet, diese von Werner ausgentttzten 
Handschriften nochmals. selbst zu kollationieren, sondern habe 
ausnahmsweise hier mit Material zweiter Hand gearbeitet 
auf die Gefahr hin, dafs dieses oder jenes kleine Versehen 
unterlaufen ist. Im tibrigen waren diese Handschriften schon 
vorher fttr die Inedita in den Analecta Hymnica von Dreves 
bentitzt worden. Nur den wichtigsten, wenngleich im Hymnar 
80 versttlmmelten Cod. Rhenov. 34 (genauer XXXIV) habe 
ich nachtraglich revidiert und. durch die Gttte des Herrn 
Bibliothekars Werner hier in Mtlnchen selbst mit aller Mufse 
revidieren k5nnen ; Werner hat namlich — aus welchem Grunde, 
weifs ich nicht — den Inhalt desselben nicht voUstandig mit- 
geteilt und mich dadurch zu einigen irrigen Angaben veranlafst, 
woriiber die Berichtigungen auf Seite 364 naheres melden. 

Schliefslich ist das Hymnar von Moissac (Nr. 58 des 
Quellenregisters) bereits in den Analecta Hymnica durch 
den Bd. II von Dreves voUstandig der Offentlichkeit iiber- 
geben worden. Dafs trotzdem eine ganze Reihe, ja der 
grdfsere Teil dieser Hymnen hier nochmals in den gleichen 



XLVI Einleitung. 

Analecta zur Ausgabe gelangt, wird jeder leicht begreifen 
und billigen, wer den Zweck des II. Bandes im Auge behalt. 
Derselbe soUte lediglich vermitteln, welche Hymnen und in 
welchem Wortlaute dieselben einstens in Moissac und gerade 
dort im 10. Jahrhunderte in Brauch waren. Das Ziel der 
Analecta Hymnica aber, wie eingangs bemerkt wurde, ist in- 
zwischen weiter gesteckt, und so galt es jetzt, zu zeigen, welche 
Hymnen des Moissacer Hymnars eine weite und weiteste Ver- 
breitung erlangten, welche Gestaltung der Text an anderen 
Orten aufwies und was demnach (mehrmals im Gegensatz 
zum Moissacer Texte) der ursprtingliche und bessere Text 
ist. Das Hymnar von Moissac wurde ftlir diese Ausgabe noch- 
mals auf den Kodex Rossianus VIII 144 revidiert und 
korrigiert, und zwar gemeinsam von mir und Dr. G. M, Dreves. 
Auch die meisten der in Italien befindlichen Quellen sind 
von mir im Jahre 1899/1900 im Verein mit Dreves, einige 
derselben von ihm allein koUationiert worden. Er stellte mir 
diese wie mehrere andere Abschriften und Kollationen 
zur Verftigung, woftir hiermit der gebtihrende Dank aus- 
gesprochen sei. Ein gleicher Dank sei abgestattet aufser dem 
allzeit hilfbereiten Rev. H. M. Bannister, der die drei Se- 
quenzenbande gemeinsam mit mir edieren wird, den beiden 
anderen englischen Hymnologen Rev. James Meams und 
Rev. Arthur S. Walpole, welche mich auf mehrere interessante 
Hymnare aufmerksam machten, die Inhaltsangabe derselben 
mir vermittelten und verschiedene Kollationen gtitigst be- 
sorgten. Zuletzt und nicht zu mindest schliefse ich von Herzen 
in meine Dankesbezeugung ein die Vorstande der National- 
bibliothek zu Paris, der grofsherzoglichen Landesbibliothek 
in Karlsruhe, der Kapitelsbibliothek zu Verona, der Stifts- 
bibliothek zu St. Gallen, des Britischen Museums zu London, 
der Kantonsbibliothek zu Zurich und der Stadtbiblio- 
theken von Colmar, StuUgart und Gotha, ohne deren freund- 
liches Entgegenkommen ich auf manche Mittel und Mit- 
teilungen hatte verzichten mtissen, die zu m5glichster Voll- 
standigkeit und Vollkommenheit dieses Bandes forderlich waren. 
Wenn ich die Direktion und die tibrigen Beamten der hiesigen 
Hof- und Staatsbibliothek nicht ausdrticklich nenne, so wird 
jeder, der aus eigener Erfahrung weifs, in welch hochherziger 



Die altesten Quellen der Hymnen. XLVII 

und weitherziger Weise von diesen Herrn jede wissenschaft- 
liche Arbeit mit reichlichsten Hilfsmitteln unterstUtzt und 
liebevoU gef5rdert wird, es nur zu gut begreifen, dafs die 
rechten Worte ftir wtirdigen Pank schwer zu finden sind, 
und deshalb hier der Dank lieber als selbstverstandlich vor- 
ausgesetzt wird. 

Es wurde von kompetenter geite mir der Wunsch geaufsert, 
dafs ein besonderes Verzeichnis ersichtlich machen moge, welche 
Nummer und welcher Band in den Analecta den Hymnen desThe- 
saurus Daniels entspreche. Es wird besser sein, diesem Wunsche 
erst dann zu entsprechen, wenn das ganze Material des The- 
saurus zu neuer Ausgabe gelangt ist. — Ebenso wird ein be- 
sonderes alphabetisches Register der Hymnenanfange aus 
dem jetzigen Brevier mit einem Hinweis, wie der Hymnus 
ursprtlnglich lautete, und mit eventueller Angabe, ob und wann 
dieser und jener Hymnus erst in jttngerer und jtingster Zeit 
entstand, besser dem n^lchsten Hymnenbande LII, der die 
Hymnen des 12. — 15. Jahrhunderts enthalt, beigegeben werden. 

Mtlnchen, 2. Juli 1908. 

Clemens Blnme. 



PARS PRIOE. 

Hymni antiquissimi saeculi V. — ^XI. 

I. 
De Tempore. 



blume, Thesatiri hymnologioi Uymnarium. 



A 1. Hymiii de Tempore Communes. 

Series prior. 



1« Die Dominica ad Noctnmas. 



6. 



7. 



Mediae noctis tempus est; 8. 

Prophetica vox admonet, 
Dicamas landes at Deo 
Patri semper ac filio 

Sancto qaoqae spiritui. 9. 

Perfecta enim trinitas 
Uniusque substantiae 
Laudanda nobis semper est. 

Terrorem tempus hoc habet, 10. 
Quo, cum vastator angelus 
Aegypto mortem intulit, 
Delevit primogenita. 

Haec iustis hora salus est 11. 
Et, quos idem tunc angelus 
Ausus punire non erat 
Signum formidans sanguinis. 

Aegyptus flebat fortiter 12. 

Tantorum dira funera, 
Solus gandebat Israel 
Agni protectus sanguine. 

Nos vero Israel sumns, ' 13. 

Laetamur in te, Domine, 
Hostem spementes et malum 
Christi defensi sanguine. 

Ipsum profecto tempus est, 14. 
Quo voce evangelica 
Venturus sponsus creditur, 
Regni caelestis conditor. 



Occurrunt sanctae virgines 
Obviam tunc adventui 
Gestantes claras lampadas 
Magno laetantes gaudio; 

Stultae vero remanent, quae 
Extinctas habent lampadas, 
Frustra pulsantes ianuam 
Clausa iam regni regia. 

Quare vigilemus sobrie 
Gestantes mentes splendidas 
Advenienti ut lesu 
Digui curramus obviam. 

Noctisque mediae tempore 
Paulus quoque et Sileas 
Christum vincti in carcere 
CoUaudantes solnti sunt. 

Nobis hic mundus carcer est ; 
Te laudamus, Christe Deus, 
Solve vincla peccatorum 
In te, sancte, credentium. 

Dignos nos fac, rex hagie, 
Futuri regni gloria, 
Aetemis ut mereamur 
Te laudibus concinere. 

Gloria patri ingenito, 
Gloria unigenito 
Simul cum sancto spiritu 
In sempitema saecula. 



4 Pars I. Hymni antiqulssimi saec. V.— XI. 

Antiphon. ms. Benchoriense anni 680—691. Cod. Ambrosian. C 5 inf. 

A. — Psalt. et Hymn. ms. incert. origin. saec. ^/9. Cod. Vatican. Regin. 11. 

B. — Collect et Hymn. ms. Murbacense (? Augiense) saec. (8. et) 9. Cod. 
Oxonien. Bodl. lun. 26. C. — Psalt et Hymn. ms. Rhenoviense saec. 9. Cod. 
Turicen. Rhen. 34. D. — Hymn. ms. Severinianum saec. ^^/11. Cod. Vatican. 
7172. E. — Hymn. ms. Severinianum saec. ^®/ii. Cod. Parisin. 1902. F. — 
Hymn. ms. Farfense saec. '®/ii. Cod. Turicen. Rhen. 91. G. — Brev. ms. 
Farfense saec. 11. Cod. Turicen. Rhen. 82. H. 

1, 1 noctis tempore (ohne est) CD. — 1, 3 laudes Domino BCD. — 
1 , 4 ac hinzukorrigiert B. — 2, 3 Unius quoque B. — 3, 1 Terrorum BGH. 

— 3, 2 Quocumque D, Quod cum EF; vastatur AD. — 3, 3 mortes CD*EF. 

— 3, 4 Delet C^ — 4, 1 Haec hora iustis BCD. — 4, 2 Quos ibidem BCD, 
In quo H, In qua EFG; hisdem (st. idem) H. — 4, 3 ponire D^, puniri GH. 
-—6,1 Haegyptum H. — 6, 2 Natorum CDEFGH; aber „Na" in D uber 
Rasur, also urspriinglich in D wohl ebenfalls „Tantorum" ; diro funere A. 

— 6, 1 verus B. — 6, 2 Laetemur BCDEFGH^ (cfr. 12, 2 laudamus). — 
6, 3 Hostes spernentes immanes EFG, Hostem sp. immanem H. — 6, 4 
Christi redempti B. — 7, 3 creditor G. — 8, 1 Occurrent EF; virginis G. 

— 8, 2 Obvia H. — 8, 3 clara G; lampades AGH^ — 9, 1 At stultae EF 
GH; zwischen „vero" u. „remanent" iiber der Zeile „quae" B. — 9, 1 sq. remanent 
quiastinctas B. — 9, 2 lampades AGH^ — 9, 3 ianuas AB^G. — 9, 4 
Clausae A. — 10, 1 Pervigilemus CD; sobrii A. — 10, 2 mentes fehlt, 
dafiir nach „splendidas^ nachgetragen : „manu" B. — 10, 3 Adventui A, 
Adveniente BG, Advenientes D'. — 10, 4 Digne A, Digni iiber der Linie 
D; occurramus BCD. — 11, 1 Mediae noctis korr. aus Media nocte B; 
medio A. — 11, 2 Sylas G, Silas H. — 12, 1 mundus hic A; carcerem (est 
fehlt) H'. — 12, 3 vincula CDEFG, vinclia H. — 12, 4 Christe (st. sancte) 
BCDEF. — 13,- 1 „nos" uber der Linie D. — 13, 2 Venturi BCDEFGH; 
gloriae AD'GH (vielleicht das Urspriingliche). — 13, 3 Aetemas EFGH. — 
13, 4 Tibi laudes EFGH. — Str. 14 fehlt BCDEF; das Vorhandensein 
der Doxologie in der sehr alten Quelle A ist interessant. — 14, 3 Una 
cum GH. 

Titel in A: ,.Hymnus mediae noctis"; in B: „Hymnus ad Noctum"; in 
CD: „Hymn. ad Noct. dominicis diebus"; in EFH: „In Quadragesima ad 
Nocturn." — Caesarius von Arles (f 542) zitiert den^Hymnus mit den Worten: 
„alia nocte ad primum nocturaum dicendum est Mediae noctis tempus est^, 
Man beachte, dafs dieses Zitat sowie die altesten Codices A u. B die Les- 
art „Mediae noctis tempus est" (st. tempore) als die urspriingliche be- 
zeugen. 

Aus mozarabischen Quellen teilte ich vorstehenden Hymnus unter dem 
Incipit „Media£ noctis tempore^ mit (Anal. Hymn. XXVII, 116); man vgl. 
indessen Hymnol. Beitr. III, S. 82. 

Daniel (IV, 28) weist hin auf die interessante Stelle beim hl. AmJyrosius 
in Psalm. 118, wo es heifst: „Docet te propheta, quomodo teneas 
Dominum lesum. Media nocte, inquit, surgebam etc. . .; tempus 
est poenae, quod ex lectione divina possumus edoceri. Non enim otiose 
Dominus Deus noster, cum posset quocumque momento prtmitiva 
Aegyptiorum extinguere, hoc tamen tempus dolori et luctui peccatoris op- 
portunius iudicavit . . . Non otiose Faulus apostolus et Silas trasi in 
carcerem, cum in nervo pedes haberent, media tamen nocte surgebant mentis 
vestigio . . . .; |subito media nocte terrae motus factus est grandis, ita ut 
omnium vineula soluta sint. Surgendum igitur nobis est. Solet sponsus 
media nocte venire; cave, ne te dormientem inveniat; cave, ne facem tuam 
non queas somnolentus accendere.** Die gleichen Beispiele und Gedanken 
finden sich in unserem Hymnus wieder. Ware nicht aus anderen Griinden 
der hl. Ambrosius als Auctor ausgeschlossen , so konnte man allerdings in 
ihm den Verfasser vermuten. Wohl aber diiripte der Dichter dieses Hymnus 
die erwahnte Stelle beim hl. Ambrosins im Auge gehabt haben. 



A 1. Hymni de Tempore Communes. — Series I. 



2« Die Dominica ad Noctarnas. 



1. Rex aeterne, Domine, 
Bemm creator omniam, 
Qni eras ante saecnla 
Semper cum patre filius, 

2. Qui mundi in primordio 
Adam plasmasti hominem, 
Cui tnae imaginis 
Ynltum dedisti similem; 

3. Qnem diabolus deceperat, 
Hostis humani generis; 
Cuius tn formam corporis 
Assumere dignatus es, 

4. Ut hominem redimeres, 
Quem ante iam plasmaveras, 
Et nos Deo coniungeres 
Per camis contubernium. 

5. Quem editum ex virgine 
Pavescit omnis anima, 
Per quem nos resurgere 
Devota mente credimus; 

6. Qui nobis per baptismum 
Donasti indulgentiam, 
Qui tenebamur vinculis 
Ligati conscientiae; 



9. Tu hostis antiqui vires 

Per crucem mortis conterens, 
Qua nos signati frontibus 
Yexillum fidei ferimus. 

10. Tu illum a nobis semper 
Repellere dignaveris, 

Ne nnquam possit laedere 
Redemptos tuo sanguine. 

11. Qui propter nos ad inferos 
Descendere dignatus es, 

Ut mortis debitoribus 
Vitae donares munera. 

12. Tibi noctumo tempore 
Hymnum deflentes canimus: 
Ignosce nobis, Domine, 
Ignosce confitentibus, 

18. Quia tu testis et iudex es, 
Quem nemo potest fallere, 
Secreta conscientiae 
Nostrae videns vestigia. 

14. Tu nostroram pectomm 
Solus investigator es, 
Tu vulnemm latentium 
Bonus assistis medicus. 



7. Qui cracem propter hominem 15. Tu es, qti certo tempore 
Suscipere dignatus es, Daturas finem saeculi, 
Dedisti tuum sanguinem Tu cunctorum meritis 
Nostrae salutis pretium. lustus remunerator es. 

8. Nam velum templi scissum est 16. Te ergo, sancte , quaesumus, 
Et omnis terra tremuit. Ut nostra cures vulnera, 
Tu multos dormientium Qui es cum patre, filius, 
Resuscitasti, Domine. Semper cum sancto spiritu. 

17. Gloria tibi, pater, 
Gloria unigenito 
Una cum sancto spiritu 
In sempitema saecula. 



Q Pars I. Hymni antiquissimi saec. V. — XI. 

Psalt. et Collect. ms. S. Augustini Cantuariensis saec. Vs. Cod. Londinen. 
Vesp. A I. A. — Collectan. ms. Sangallense saec. 8. Cod. Sangallen. 2. B. 
— Hymn. ms. Murbacense (? Augiense) saec. (8. et) 9. Cod. Oxonien. Bodl. 
lun. 26. C. — Hymn. ms. Wintoniense saec. 11. Cod. Capit. Dunelmen. 
B m 32. D. 

Trop. ms. Martialense anni 938 — 36. Cod. Parisin. 1240. add. saec. 10. 
E. — Hymn. ms. Moissiacense saec. 10. Cod. Hossian. VIII 144. F. — 
Brev. ms. Strumense saec. 11. ex. Cod. Laurentian. Conv. suppr. 624. G. — 
Grad. et Antiphon. ms. Nivernense saec. 12. Cod. Parisin. Nouv. acq. 1235. 
H. — Brev. ms. Benedictinum (Italiae septentrion. aut Galliae meridion.) 
saec. 10. ex. Cod. privat. (Hiersemann). I. — Hymn. ms. Veronense saec. 
'®/ii. Cod. Capit. Veronen. CIX (102). K. — Hymn. ms. Severinianum saec. 
'^/ii. Cod. Vatican. 7172. L. — Brev. ms. Montis Amiatini saec. ^®/ii. 
Cod. Casanaten. 1907 (B II 1). M. — Brev. ms. S. Eutichii Nursini saec. 11. 
Cod. Vallicellan. B 79. N. — Hymn. ms. Bobiense saec. 11. Cod. Vatican. 
5776. O. — Brev. ms. Farfense saec. 11. Cod. Turicen. Rhen. 82. P. — 
CoUect. ms. S. Martini Trevirensis saec. (9. et) 10. Cod. Treviren. 1245 
(1418). Q. 

Ferner in Brev. ms. lotrense saec. 13. Cod. Parisin. 750. — Brev. ms. 
SoUemniacense saec. 13. Cod. Londinen. Harl. 2928. 

1, 1 „0 rex" ist eine Korrektur Daniels, um gleichmafsigen Rhythmus 
fur alle Verso zu erzielen ; man vergleiche jedoch 5, 3 ; 6,1; 14, 1 ; 15, 3 
u. 17, 1, in denen ebenfalls Taktwechsel resp. eine fehlende Silbe, umgekehrt 
3, 1; 9, 4 u. 13, 1, in denen eine uberschussige Silbe den gleichmafsigen 
Rhythmus unterbricht. In den altesten Hymnen ist dieses keine seltene 
Erscheinung. — Sievers (Murbacher Hymnen, S. 52) bemerkt: „0 rex die 
ubrigen Hss.**; das Gegenteil ist der Fall. — 1, 2 creatur B. — 1, 3 Qui 
es ante CE-OQ; ante fehlt B. — 2, 2 plamasti I. — 2, 3 Cuius tu 
imagine B; tu imagine korrig. von 2. Hand zu tuae imaginis C; Cui 
ei imagini K; imagini DEFIN. — 3, 1 diab&lus, das o von 2. Hand, A; 
diabulus C; von 2. Hand am Rande in P: satanas; deciperat BC. — 
3, 2 Hosti B ; humano generi CN. — 3, 3 Cui Q. — Zwischen 3, 2 u. 3, 3 
fugen B u. D. ein: 

Per pomura ligni vetiti 

Mortis propinans poculum; 

Quique claiisus in tenebris 

Gemebat in suppliciis. 

Dabei differieren B u. D in folgendem: 1 pomi B; 3 Quem clausum B, Qui 
clausis D; 4 Gementem B. — 4, 1 redemeris AB, rederaeres C. — 4, 3 
coniungeris B. — 4 , 4 carnes contupemium B. — 5,2 Paviscet omnes B ; 
anima fehlt Q. — 5, 3 quem et nos DNP; cfr. Note zu 1, 1. — 6, 1 baptis- 
mata DP^ ; cfr. Note zu 1, 1. — 6, 4 Legati B ; conscientia ABQ. 

Mit Strophe 7 schliefsen die Hss. E — Q, indem sie noch die Osterstrophe : 

Quaesumus, auctor omnium, | In hoc paschali gaudio 
Ab omni mortis impetu | Tuum defende populum. 

und die Osterdoxologie : „Gloria tibi, Domine, | Qui surrexisti a mortuis etc." 
anhangen; u. zwar bieten von ersterer Strophe I u. P nur den ersten Vers, 
von der Doxologie fast alle Quellen nur zwei bis fiinf Anfangsworte. 

7, 2 es fehlt B. — 7, 4 salutes B. — 8, 1 Nam et vellura templi scisum 
fi. — 8, 2 omnes B. — 8, 3 Tu multorum B; Tunc multis C. — 8, 4 
Resuscetasti corpora B. — 9, 1 viris B. — 9, 2 crucis morte B; conteris 
BCD. — 10, 1 illum nobis, alsdann zwischen beiden „a" iiber der Zeile 
eingetragen C. — 10, 2 dignaberis D. — 11, 2 Discendere BC. — 11, 3 
mortem B. — 11, 4 donaris AC. — 12, 1 Tibi matutino tempore A. — 
13, 1 tu ipse testis BC; es fehlt C. — 13, 3 consciencia B. — 13, 4 vides 
D. — 14, 1 peccatorum B. — 14, 2 investigatus B. — 14, 4 assiste, alsdann 



A 1. Hymni de Tegipore Communes. — Series I. 7 

^ns" uber der Zeile eingetragen C, adsistes B. — 15, 4 remuneratus B. — 
Doxologie fehlt C; nur der Anfang in B; dieselbe lautet in D: 

Gloria sit tibi, trinitas, | Aequalis una deitas 
Ante omnia saecula | Et nunc et in perpetuum. 

Vor der Doxologie finden sich in B die Verse: 

Non sis oblitus pauperum, | Exaudi preces supplicum 
In mundo tribulantiiim. 

Caesarius u. Aurelianus von Arles verordncn, diesen Hjmnus „ad primos 
noctu/mos^ zu beten; ersterer gibt aufserdem an, dafs „alia nocte^ mit dem 
Hymnus „Mediae noctis tempus est^ (vorige Nummer) abzuwechseln sei. — 
Offenbar hatte er diese langere ursprungliche Form vor Augen. Erst spater, 
etwa gegen Beginn des 10. Jahrh., kurzte man den Hymnus und verwendete 
ihn far Ostern, wofur er eigentlich nicht pafst ; er enthalt nichts, was speziell 
das Geheimnis der Auferstehung beruhrt, umfafst vielmehr das ganze Er- 
losungswerk Jesu Christi. 

Iq der Quelle O ist der gekilrzte Hymnus (Str. 1 — 7) in zwei Teile zer- 
legt: Str. 1—4 4- ^Quaesumus auctor omnium" etc. fiir die Oster-Noctum ; 
Str. 5 — 7 (mit dem gleichen Abschlufs) fiir die Non am Ostertage; ebendort 
ist der Osterhymnus y,Au/rora lucis rutilat^ in mehrere Stucke fur die Laudes 
und die Sext zerstuckelt. Auf diese 'Weise ist der Hymnenanfang „Quem 
editum ex virgine^ (Str. 5 sqq.) in die Hymnologie eingedrungen. 

Im jetzigen Breviarium Momanum ist unser Hymnus in der kurzeren 
Fassung beibehalten worden mit den Anderungen der „Korrektoren" : Rex 
sempiteme caelitum | Berum creator omnium | Aequalis ante saecula | Semper 
parenti filius etc. In gleicher Weise ist in den iibrigen Strophen der Original- 
te^ geandert worden. 

Die Kollation von A verdanke ich dem Herrn A. T. Herbert, Kustos 
im Departement der Hss. im Britischen Museum, jene von B dem Stifks* 
archivar Jos. MuUer in St. Gallen. 



3« Ad Noctarnas. 

1. Tempus noctis surgentibus, 3. Oremus Deo iugiter, 
Laudes Deo dicentibus Yincamus in bono malum, 
Christo lesuque Domino Cum fractu paenitentiae 
In trinitatis gloria, Votum perenni reddere. 

2. Choro sanctoram psallimus, 4. Christum rogemus et patrem 
Cervices nostras flectimns Sanctum patrisque spiritum, 
Vel genua prosternimus Ut det nobis auxiliura, 
Peccata confitentibus. Vincamus hostem invidum. 

CoUect. ras. Murbacense (Augiense?) saec. (8. et) 9. Cod. Oxonien. Bodl. 
Innins 25. A. — Collect. ms. Corbeiense saec. 9. Cod. Parisin. 14088. B. 
— 1,2 Laudis B. — 1, 3 Christi B. — 2, 1 Chorus A. — 3, 2 in bonis 
B. _ 3^ 4 Vota B. — A hat keine tTberschrift ; B: „Ad Noctur." — In 1, 1 
ist „Tempus noctis" wohl als sogen. Accusativ. temporis zu interpretieren 
-surgentibus** (ebendort) wie auch „dicentibus" u. „confitentibus" (1, 2 u. 
2, 4) als Ablativi absoluti sind in der alten Hymnodie nichts Ungewohnliches, 
wShrend unser Sprachgefuhl den Nominativ fordert. 



g Pars I. Hymni antiquissimi saec V. — XI. 

4« Hymiins Noctnnins. 

1. Magna et mirabilia opera taa sant, Domine, Deas omnipotens. 

2. lastae et verae sant viae toae, Domine, rex gentiam. 
8. Qais non timebit et magnificabit nomen taam? 

4. Qaoniam ta solas sanctas et pias; 

5. £t omnes gentes venient et adorabant nomen taam sab ocalis tais, 

6. Qaoniam iastitiae taae manifestatae sant. 

Psalt et Hymn. ms. incert. orig". saec. ®/9. Cod. Vatican. Begin. 11. — 
6 manifestati. — Der Hjmnus ist fast wdrtlich entlehnt aus Apocal. 15, 8 
ond 4. Aber, da ihn die alte Quelle als n^ymnus noctumus" ausdrucklich 
bezeichnet und ihn sowohl Caesarius als Aurelianus von Arles unter den 
Hymnen zitieren, u. zw. als solchen, der „a secundo noctwrno^ zu beten 
sei, schien es billig, auch diesem alten Hjmnus trotz der ungebundenen Form 
hier einen Platz anzuweisen. 



5. Bie Bominica ad Matatinas Laades. 



1. Deas, qai caeli lamen es 
Satorqae lacis, qai polam 
Paterno faltam bracbio 
Praeclara pandis dextera; 

2. Aarora stellas iam tegit 
Rabram sastollens gargitem, 
Hamectis namqae flatibas 
Terrajfi baptizans roribas. 

8. Carras iam poscit Phosforas 
Radiis rotisqae flammeis, 
Qaod caeli scandens verticem 
Profectas moram nesciens. 



6. Te nanc, salvator, qaaesamas 
Tibiqae gena flectimas, 
Patrem cam sancto spirita 
Totis rogamas vocibas: 

7. Pater, qai caelos contines, 
Cantemas nanc nomen taam, 
Adveniat regnam taam 
Fiatqae volantas taa; 

8. Haec, inqaam, volantas taa 
Nobis agenda traditar; 
Simas fideles spirita 
Casto manentes corpore. 



lam noctis ambra linquitar, 
Polam caligo deserit, 
Typasqae Cbristi, lacifer^ 
Diem sopitam sascitans. 



9. Panem nostram cottidie 
De te edendam tribae; 
Remitte nobis debita, 
Ut nos nostris remittimas. 



Dies dieram, aios, es, 
Lacisqae lamen ipse es, 
Unam potens per omnia, 
Potens in anam trinitas. 



10. Tentatione sabdola 
Indaci nos ne siveris, 
Sed paro corde sapplices 
Ta nos a malo libera. 



Collect. et Hymn. ms. Murbacense (? Augiense) saec. (8. et) 9. Cod. 
Ozonien. Bodl. lun. 25. A. — CoUect. et Hymn. ms. Corbeiense saec 9. 
Cod. Parisin. 14088. B. — Psalt. et Hymn. ms. Rhenoviense saec 9. Cod. 
Tnricen. Rhen. 34. C. — 1, 1 Deus qui certe lumen est B. — 1, 3 phalto» 



A 1. Hymni de Tempore Communes. — Series I. 9 

brachio B. — 2, 1 Auroram B ; teget B. — 2, 2 substoUens B. — 2, 4 Terra 
B. — 3, 1 bosforos B. — 3, 2 flammais B. — 3, 3 caelis candens, vom 
Glossator korrigiert in ^scandens" A; scadens vertice B. — 3, 4 moris 
nesciens B. — 4, 1 linquetur B. — 4, 2 Populum B. — 6, 1 salvatur B. — 
6, 2 ienu flectimus B. — 7, 1 caelum B; contenis AB. — 7, 4 Fiat B. — 
8 , 3 Sumus fidelis B. — 8, 4 manenstes B. — 9, 4 remittemus B. — 10, 1 
Temptatio B. — 10, 2 sineris AB. 

Cberscbrift fehlt in A ; in B : „In dom. In matutin." — In C sind leider 
nur Bruchstucke erhalten, namlich von 4, 2: deserit und 4, 3 Typusque 
Christi lucifer. — Zu „aius" = ay*og cfr. Anal. Hymn. XLVH, Nr. 140, 
Str. 3c, 3 und die Bemerkung K. Weymans in Lit Rundsch. 1906, Nr. 10, 
Sp. 441, Z. 23 ff. — Daniel vermutet bei Str. 7 den Anfang eines neuen 
Hymnus, zumal Str. 6 eine Art Doxologie ist. Die Vermutung ist un- 
begruhdet. Der Dichter will hier das „Pater noster^ als Morgengebet 
einfagen, gerade wie er in den Hymnus „Christe caeli Doniine'^ Teile des 
rTe l)eum^ verwebt (siehe Nr. 10). Um zu Gott Vater iiberzuleiten, an den 
das „Pater noster" gerichtet ist, beginnt Str. 6 mit Christus : „Te, salvatory 
quaesumus^ etc. und schliefst mit Gott dem Vateri ^Patrem . . . rogamus." 

Zu 5, 1 u. 2 vergleiche man j^Splendor paternae gloriae^ (AnaL Hymn. 
L, 11) 1, 3 u. 4; ferner „Christe qui lux es et dies^ (Nr. 22) 1, 3 nebst 
Varianten. — Zu 5, 3 vergleiche Deus aeterni luminis (Nr. 9) 3, 2 und 
den Hymnus des hL Ambrosius „Deus creator omnium" (An. Hymn. L, 13) 
8, 3. 



6« Feria seciinda ad Matntinas Landes. 



1. Lncis largitor splendide, 
Cnins sereno Inmine 
Post lapsa noctis tempora 
Dies refnsns panditnr, 



5. Tuoqne plena spiritn 
Secnm Denm gestantia 
Nil rapientis perfidi 
Diris pateant frandibns, 



2. Tn vems mnndi Incifer, 
Non is, qni parvi sideris 
Yentnrae Incis nnntins 
Angnsto fnlget Inmine, 



Ut inter actns saecnli, 
Vitae qnos nsns exigit, 
Omni carentes crimine 
Tnis vivamns legibns. 



3. Sed toto sole clarior, 
Lnx ipse totns et dies, 
Interna nostri pectoris 
lllnminans praecordia. 



7. Probrosas mentis castitas 
Camis vincat libidines, 
Sanctumqne puri corporis 
Delnbrnm servet spiritns. 



Adesto, rerum conditor, 
Patemae Incis gloria, 
Cnins amota gratia 
Nostra pavescnnt corpora, 



Haec spes precantis animae, 
Haec snnt votiva munera, 
Ut matntina nobis sit 
Lnx in noctis custodiam. 



CoUect. ms. Cluniacense saec. 9 Cod. Parisin. Nouv. acq. 1455. add. 
saec. 11. A. — CoUect ms. S. Lupi Trecensis saec. (10. et) 11. Cod. Trecen. 
1170. B. — CoUect. ms. Gottwicense („S. Mariae in Kotwich") saec. 12. 
Cod. Vindobonen. 684. C. — Collect. ms. Zwettlense saec. 12. Cod. Zwettlen. 



10 



Pars I. Hymni antiquissimi saec. V. — ^XI. 



83. D. — Collect. ms. Alrispacense saec. 12. Clm. Monacen. 2555. E. — 
Opera ms. S. Hilarii („S. Michaelis in Weihensteuem'*) saec. 12. Clm. 
Monacen. 21 528. F. — Passion. ms. S. Laurentii Leodiensis saec. 12. 
Cod. Bruxellen. 3223 (9290). G. — Pass. ms.^ S. Petri de Cultura saec. 12. 
Cod. Cenomanen. 214. H. — CoUect. ms. incert. origin. saec. 14. ex. Cod.. 
Vatican. Ottob. 757. I. — Brev. ms. S. Trinitatis Pictaviensis saec. 15. 
Cod. Semin. Pictavien. s. n. K. — Brev. ms. Curiense saec. 15. Cod. 
Arehivii Sangallen. Fabar. IX. L. — GKL nicht kollationiert. 

1, 1 largitor optime CDEF. — 1, 2 Cuius sermonis lumiue A (aber korr. 
in ^sereno") CDEF. — 1, 3 lapsa mortis I. — 1, 4 refulsus F. — 2, 2 qui 
par insideris(!) F. — 2, 4 fulgens B. — 3, 2 ipsa I; ipse et totus E. — 
3, 3 Intemi B. — 4, 3 admota BFI, amata E — 4, 4 patescunt B. — Nach 
Str. 4 schiebt B ein: 

Tuaque sancta dextera | Tuere nos per saecula, 
Post huius vitae terminum | Vitae perennem tribue. 

5, 1 Quoque plena CD. — 5, 3 Nihil ad repentis B. — 5, 4 Occultis pateant 
B. — 6, 2 Omnes D. — 6, 4 vivamus laudibus D. — 7, 1 Probosas, korr. 
Probrosas A. — 8, 2 sunt tua munera B. — 8, 3 sit fehlt B. — 8, 4 Duret 
in nocte B; custodia BCDI. — Als Doxologie folgt in AC — FI: 

Gloria tibi, Domine | Gloria unigenito 

Cum spiritu paraclito | Nunc et per omne saeculum. 

trberschrift in B: ^Himnus sancti Hilarii episcopi." — In CDEFHI 
folgt der Hymnus dem u/nechten Briefe, den Hilarius an seine Tochter 
Abra (so CE u. I), oder Afra (so D), oder Aifra (so F), oder Apra (so H) 

feschrieben haben soU. — In K u. L ist der Hymnus fur die Laudes am 
''esie des hl. Hilarius verwendet, wohl ein Zeichen, dafs er damals als sein 
Werk galt. — Wie der Brief , so ist auch der Hymnus nicht von Hilarius 
verfafst (vgl. Hymnol. Beitr. III, S. 84 flF.) — Bemerkt sei noch, dafs Angelo 
Mai den Cod. Vatican. Ottob. 757 (unsere Quelie I) ins 9. Jahrh. setzte; fol. 
141 sqq. , welche die „Epistola sti. Hilarii", „Hymnus sti. Hilarii" u. „Vita 
sti. Hilarii" enthalten, sind indessen von einer Hand des ausgehenden 14. Jahrh. 
geschrieben. — Betreffs des ebenfalls dem hl. Hilarius zugeschriebenen „Abend- 
hymnus": j^Ad caeli clara non sum dignus sidera*^ vergleiche Anal. 
Hymn. L, p. 4 u. 148 sq. — Die Kollation von A verdanke ich der Gute 
H. Omont's. 



7. Feria tertia ad Matntinas Laiides. 



1. Aeterne lucis conditor, 
Lux ipse totns et dies 
Noctem nec ullam sentiens 
Natura lucis perpetim, 

2. lam cedit pallens proximo 
Diei nox adventui, 
Obtendens lumen siderum 
Adest et clarus lucifer. 

3. lam strato laeti surgimus 
Gratcs canentes et tuas, 
Quod caecam noctem vicerit 
Revectans rursus sol diem. 



4. Te nunc, ne carnis gaudia 
Blandis subrepant aestibus, 
Dolis ne cedat saeculi 
Mens nostra, sancte, quaesumus ; 

5. Ira ne rixas provocet, 
Gula ne ventrem incitet, 
Opum pervertat ne famis, 
Turpis ne luxus occupet, 

6. Sed firma mente sobrii 
Casto manentes corpore 
Totum fideli spiritu 
Christo ducamus hunc diem. 



A 1. Hymni de Tempore Communes. — Series I. H 

Psalt. et Hymn. ms. incert. origin. saec. */9. Cod. Vatican. Regin. 11. 
A. — CoUect. et Hymn. ms. Murbacense (? Augiense) saec. (8. et) 9. Cod. 
Oxonien. Bodl. Tun. 25. B. — CoUect et Hymn. ms. Corbeiense saec. 9. 
Cod. Parisin. 14088. C — Psalt. et Hymn. ms. Rbenoviense saec. 9. Cod. 
Turicen. Rhen. 34. D. — 1, 1 conditur C. — 1, 4 Naturalis (st. Natura lucis) 
C ; perpeti C, perpete B. — 2, 1 cedit A, cedet B ; pollens A. — 2, 3 Ob- 
tundens BC. — 3, 1 strati C. — 3, 2 Gratis C; tuos B. — 3, 4 Bevertat 

A. — 4 , 1 u. ebenso 4 , 3 u. 5 , 1 bis 4 stets „nec** st. „ne" BC. — 4, 2 
subrepat A. — 4,3 cedant B. — 5, 1 sq. Iram nec rixa, Gulam nec venter 

B. — 5, 2 Golane A; Gula nec venter C. — 5, 3 Opus A, Opem C. — 5, 4 
flnxus A. — 6, 1 firmamento A; subrii B, s&brii A. — 6, 2 manente C. : — 
6, 3 Toto AC; fidele B. — 6, 4 Christe A; dicamus C. — Zu 6, 3 sq. ver- 
cleiche „Diei luce reddita" (Nr. 11) 10, 2 sqq.; „Totum ducamus iugiter | 
Christo placentes Tiunc diem \ Sancto repleti spiritu.^ — CoUation aus D 
habe ich ubersehen. 

In Anal. Hymn. XXVII, 77 teilte ich diesen Hymnus als mozardbisch 
mit Mein jetziges Urteil ist, dafs nicht sein Ursprung, sondem nnr sein 
Gebrau^h auch mozarabisch war, wofur das Brev. sec. regulam s. Isidori 
imp. 1502 Zeugnts ablegt. Die Lesarten aus letzterer Quelle sind dort ver- 
merkt Eine neue Revision des Textes in B, der damals aus Grimm ent- 
nommen war, ermoglichte eine wesentlich bessere Gestaltimg des Textes, 
namentlich der Str. 5. Die hier vorgelegte Textgestaltung nebst Varianten- 
verzeichnis mogen als die einzig richtige angesehen werden. Das Gleiche 
gilt fur die 2 folgenden Hymnen. 

Titel in A: „Item ad tertia feria dicendus"; in C: „Fer III ad matutin."; 
ohne Titel in B. 



8« Feria qnarta ad Matntinas Landes. 

1« Folgentis auctor aetheris, 3. Landes sonare iam tnas 
Qni Innam Inmen noctibns, Dies relatns admonet, 

Solem diemm cnrsibns Vnltnsqne caeli blandior 

Certo fnndasti tramite, Nostra serenat pectora. 

2. Nox atra iam depellitnr, 4. Vitemns omne lubricum, 
Mundi nitor renascitnr, Declinet prava spiritnSy 

Novusqne iam mentis vigor Vitam facta non inqninent, 

Dnlces in actns erigit. Lingnam cnlpa non implicet; 

5« Sed, sol diem dnm conficit, 
Fides profnnda ferveat, 
Spes ad promissa provocet, 
Christo coninngat caritas. 

Psalt. et Hymn. ms. incert. origin. saec. ®/9. Cod. Vatican. Regin. 11. 
A. — Collect. et Hymn, ms. Murbacense (? Augiense) saec. (8. et) 9. Cod. 
Oxonien. Bodl. lun. 25. B. — Collect. et Hymn. ms. Corbeiense saec. 9. Cod. 
Parisin. 14088. C. — 1, 1 Fulgentes A ; autur C. — 1, 3 Solem diei C. — 2, 4 
• Dulcis in actis (daruber o) C; eregit ABC, aber in A korr. erigit. — 3, 1 
Laudis C. — 4, 1 Vitemus ergo C — 4, 2 Declinent A. — 4, 3 factam C 
— 4, 4 Lingua culpam AC ; implicent C. — 5, 1 confecit C — 5, 3 prpmissa 
ad provocet C. — Als Anfang einer Doxologie in A; „Gloria Deo patri." 

Vergleiche die Note zura vorhergehenden Hyranus u. Anal. Hyran. XXVII, 
69. — - Titel in A: „Itera himnus quarta feria dicendus;" in C: „Fer. IV. ad 
matntin." — Caesarius von Arles zitiert diesen Hymnus als „ad primam." 



12 



Pars I. Hymni antiqoissimi saec. V.— XI. 



9. Feria qninta ad Matntinas Landes. 



1. Deas, aeterni laminis 
Candor inenarrabilis, 
Yentaras diei iadex, 
Qai mentis occalta vides, 

2. Ta regnam caeloram tenes 
Et totus in verbo ta es, 
Per filiam cancta regis, 
Sancto spiritai fons es. 

8. Trinam nomen, alta fides, 
Unam per omnia potens, 
Miramqae per signam cracis 
Ta rector immense lacis. 



4. Ta mandi constitator es, 
Ta septimo throno sedes 
ladex, ex alto hamilis 
Yenisti pati pro nobis. 

5. Ta sabaoth omnipotens, 
Hosanna sammi calminis, 
Tibi laas est mirabilis, 
Ta rex primas, anastasis. 

6. Ta fidei aaditor es 

Et hamiles ta respicis, 
Tibi altae sedis thronas, 
Tibi divinas est honor. 



Christo aeternoqae Deo 
Patri cam sancto spirita 
Vitae solvamus manera 
A saecalis in saecala. 



Psalt. et Hymn. ms. incert. origin. saec. ®/9. Cod. Vatican Regin. 11. 
A. — Collect. et Hymn. ms. Murbacense (? Augiense) saec. (8. et) 9. Cod. 
Oxonien. Bodl. lun. 25. B. — CoUect. et Hymn. ms. Corbeiense saec. 9. 
Cod. Parisin. 14088. C. — 1, 1 aeteme BC. - 2, 1 tenens C. — 2, 3 reges 
A. — 2, 4 Sancti ABC; spiritus B, spiritu C. — 3, 1 alta vides A. — 3, 2 
potes A; vergleiche „I)eus qui caeli lumen e»" (Nr. 5) 5, 3 u. „Deus 
creator omnium^ (Anal. Hymn. L, p. 13) 8, 3. — 3, 3 per fehlt C. — 4, 1 
constitor B. — 4, 2 Tu in septimo A; zu diesem merkwiirdigen Ausdrucke 
vergleiche die Fufsnote in Anal Hymn. XXVII, 70. — 4, 4 parti pro C. — 
5, 4 prima A. — 6,3 alta sedes A, alta sedis C. — 7, 1 Tibique B. — 
7, 3 solva munera C. — Vergleiche die Note zum Hjmnus „Aeterne hicis 
conditor^ (Nr. 7) u. Aual. Hymn. XXVII, 70. — Titel in A: „Item hinrnus 
feria quinta dicendus;" in C: „Fer. V ad. mat." 



10« Feria sexta ad Matatinas Landes. 



Christe, caeli Domine, 
Mandi salvator maxime, 
Qai nos cracis manere 
Mortis solvisti legibas. 

Te nanc orantes poscimas, 
Taa conserves manera, 
Qaae per legem catholicam 
Canctis donasti gentibas. 



8. Ta verbam patris aeterni, 
Ore divino editas, 
Deas ex Deo sabsistens, 
Unigenitas filias. 

4. Te aniversa creatnra 
Mandi fatetar Dominam, 
lassa patris inchoata, 
Tais perfecta viribas. 



A 1. Hymni de Tempore Communes. — Series I. 13 

5. Tibi omnes angeli 9. Hosianna, fili David, 
Caelestem praestant gloriam, Benedictas a patre, 
Te choras archangeloram Qai in nomine Domini 
Diyinis laadant vocibas. Venis de excelsis Deas. 

6. Te maltitado senioram, 10. Ta agnas immacalatas, 
Bis daodenas nameras Datas terrae victima, 
Odoramentis plenas gestans Qai sanctoram vestimenta 
Sapplex adorant pateras. Tao lavasti sangaine. 

7. Tibi Cherabin et Seraphin, 11. Te maltitado beatoram 
Throni paterni luminis Caelo locata martyram 
Senis alaram plaasibas Palmis, signis et coronis 
Clamore iagi personant: Dacem sectantar gloriae. 

8. Sanctas, Sanctas, Sanctas 12. Qaoram nos addas namero 
Dominas, Deas .Sabaoth, Te deprecamar, Domine ; 
Omne caelam atqae terra Una voce te sonamas, 

Taa sant plena gloria. Unam laadamas carmine. 

Psalt. et Hymn. ms. incert. origin. saec. ^/e. Cod. Vatican. Regin. 11. 
A. — Collectan. ms. Murbacense (Augiense?) saec. (8. et) 9. Cod. Oxonien- 
Bodl. lunius 25. B. — CoUect. et Hymn. ms. Corbeiense saec. 9. Cod. 
Parisin. 14088. C. — 1, 1 Nach „Christe" iiber der Zeile eingetragen „rex" 
A. — 1 » 3 Nacb ^nos" ebenso uber der Zeile eingetragen „hoc" A. — 1, 4 
solvisti crimine (st. legibus), ^crimine" ist aber nachgetragen A. — 2, 1 Te 
deprecantes poscimus (Nachtragliche Korrektur iiber der Linie^statt "Te 
orantes") A. — 2, 2 conservas C. — 3, 1 aeterne C. — 3, 2 editos A. — 
3, 3 consistens A. — 4, 1 Tu C. — 4, 3 lusso B. — 4, 4 perfectis B. — 
5, 1 Nach ^omnes" iiber der Zeile eingetragen „et" A. — 5, 4 laudibus 
Yocibus C. — 6, 1 seniorum multitudo A. — 6, 2 duadenus korrigiert zu 
dnodenus B. — 6, 3 adoramentis A; gestant ABC. — 6, 4 Zu adorant (st. 
adorat) cfr. 11,4 sectantur ; patheras B. — 7 , 1 Cherubyn, alsdann „yn" 
durchstrichen A. — 7, 4 Clamori C. — 8, 3 caelo adque A. — 9, 1 Hosanna 
C. — 9, 2 Nach „Benedictus" uber der Zeile „es" eingetragen A. — 9, 3 
nomiue Dei AB. — 9, 4 Venisti ABC; exceUis Domine ABC. — 10, 2 Es 
agnus; „Es" iiber der Zeile eingetragen A. — 11, 3 insignis es et coronis 
(„es" nachgetra^en iiber der Linie) A. — 12, 3 voce desonamus B; te 
sonemus C. — 12, 4 Uno AC; laudemus C. — In A hat sichtlich eine ver- 
bessemde Hand die Unebenheiten in der Silbenzahl der Verse auszugleichen 
gesucht, wozu die Flickworte nicht uberall ausreichten. — Anlehnung an 
den Text des „Tc Deum laudamus^ ist unverkennbar ; man vergleiche den 
Hymuusi „Deu8 qui caeli lumen e»" (Nr. 5), der das „Pater noster" para- 
phrasiert. — Titel in A: „Item himnus sexta feria dicendus" ; in C: 
„Fer. VI." 



11« Feria septima ad Matntinas Landes. 

Diei lace reddita 2. Per qnem creator omniam 

Primis post somnam vocibas Diem noctemqae condidit 

Dei canamos gloriam Aeterna lege sanciens, 

Christi favente gratia, Ut semper saccedant sibi. 



14 



Pars I. Hymni antiquissimi saec. V. — XI. 



3. Tu vera lax fideliam, 
Qaem lex veterna non tenet, 
Noctem nec orta saccedens, 
Aeterno falgens lamine, 

4. Christe, precamar adnae 
Orantibas servis tais, 
Iniqaitas haec saecali 

Ne nostram captivet fidem. 

5. Non cogitemus impie, 
Invideamas nemini, 
Laesi ne reddamas vicem, 
Yincamas in bono malam. 

6. Absit uostris e cordibus 
Ira, dolus, superbia, 
Absistat avaritia, 
Malorum radix omnium. 



10. 



Vinum mentem non occupet 
Ebrietate perdita, 
Sed nostro sensui competens 
Tuum bibamus poculum. 

Conservet pacis foedera 
Non simulata caritas, 
Sed illibata castitas 
Credulitate perpeti, 

Addendis non sit praediis 
Malesuada semper famis, 
Si affluant divitiae, 
Prophetae nos psalmus regat. 

Praesta, pater ingenite, 
Totum ducamus iugiter 
Christo placentes hunc diem 
Sancto repleti spiritu. 



Psalt. et Hymn. ms. incert. orginis saec. ^/9. Cod. Vatican. Regin. 11. 
A. — Coll. ms. Murbacense (Augiense?) saec. (8. et) 9. Cod. Oxonien. Bodl. 
lun. 25. B. — CoUect. et Hymn. ms. Corbeiense saec. 9. Cod. Parisin. 
14088. C. — Psalt. et Hymn. ms. Rhenoviense saec. 9. Cod. Turicen. Rhen. 
34. D. — 1, 4 Christi fatentes gratiam A, fatente gratia C. — 2, 2 condens, 
mit eingefugtem „i" uber der Linie zwiscben d und e A, condedit C. — 2, 
3 Eterre C. — 3, 2 lex aeterna, A. — 3, 3 Noctis nec ortus occidens A; 
orto succedens B; ortu sucidis C. — 3, 4 fulgis C. — 4, 1 adnuas A, abnue 
C. — 4, 3 Iniquitas ne saeculi A. — 4, 4 Ne feblt A. — 5, 1 Nach „Non 
co — " direkt iibergesprungen in die dritte Zeile : reddamus vicem, und dann 
spater korrigiert : Non quo reddamus in (dieses uber der Linie) vicem A. — 
5 , 3 Laesi non vincamus (dariiber reddamus) C. — 5,4 bonum malum C. ; 
cfr. Nr. 3, Str. 3, 2. — 6, 1 ex A. — 7, 2 Ebrietate (-atem C) peiT^eti (cfr. 
8, 4) BC. — 7» 3 Sit nostris sensibus competens, korrigiert in: Sit noster 
sensus competens A : nostro sensu C. — 7, 4 pocolum C — 8, 3 Sit illibata 
A. — 9, 1 Adtendis C. — 9, 2 Mala suadat C. — 9, 3 Ut sefluant divitiae 
A; Divitiae si affluant C. — 9, 4 Prophetiae non(!) psalmus redgat(!) C — 
10, 4 repletu C — In D ist vom ganzen Hymnus nur ein winziges Bruch- 
stuck erhalten, namlich von 5, 1: cogitemus impie. — Am Schlusse noch 
„Gloria" A. — „Himnus die sabati dicendus" A; „VII. Fer." C 



12. 

Postmatutinis laudibus, 
Quas trinitati psallimus, 
Psallamus rursus, admonet 
Verus pater familias. 

Simus semper solliciti, 
Ne praetereat opus Dei, 
Sed oremus sedule, 
Sicut docet apostolus. 



Ad Primam. 

3. 



Psallamus mente Domino, 
Psallamus simul et spiritu, 
Ne vaga mens in turpibus 
Inertes tegat animos, 

Sed septies in hac die 
Dicamus laudes Domino, 
Divinitati perpeti 
Debita demus gloriae. 



A 1, Hymni do Tempore Communes. — Series I. 15 

Collect. et Hymn. ms. Murbacense (?Augiense) saec. (8. et) 9. Cod. 
Oxonien. Bodl. lun. 25. A. — Psalt. et Hymn. ms. Rhenoviense saec. 9. 
Cod, Turicen. Rbenov. 34. B. — Collect. et Hymn. ms. Corbeiense saec. 9. 
Cod. Parisin. 14088. C. — 

Hymn. ms. Beneventanum saec. 10. ex. Cod. Vatican. Ottob. 145. D. 
Hymn. ms. Severinianum saec. ^®/ii. Cod. Vatican. 7172. E. — Hymn. ms. 
Severinianum saec. '^/ii. Cod. Parisin. 1092. F. — Hymn. ms. Veronense 
saec. i^/ii. Cod. Capit. Veronen. CIX (102). G. — Hymn. ms. Farfense 
saec. ^®/ii. Cod. Turicen. Rhenov. 91; H. — 1 , 1 Post matutinas (-ina D) 
laudes DEFGH (oflfenbar jiingere Korrektur. Die „postmatutinae laudes^ 
sind die „Prim"; durch «nachmatutinische Lobgesange" sollen wir aber- 
mals psallieren = ^Postmatunis laudibus psallamus"); Post matitunis B. — 
1, 2 Quos korr. zu Quas A ; trinitate C, trinitatis H. — 1,3 Psalimus korr. 
zu Sallamus B, Psalmus C; Psallimus D. — 1, 4 familia B. — 2, 3 und 4 
fehlen B (Stuck des Blattes ist abgetrennt). — 2, 3 seduli G. — 2, 4 
decet CG ; apostolos C, apostolos A. -:- 3, 2 et fehlt EFGH. — 4, 2 Laudes 
dicamus D ; laudis C. — 4, 3 Divinitate B^, Deunitate C ; perpetim EFGH. — 
4, 4 Debitam demus gloriam EFGH; gloria D. — In DEFGH folgt als 
Doxologie : 

Gloria Deo patri | Gloria unigenito | 

Una cum sancto spiritu | In sempiterna saecula. 

Aus EFG in Anal. Hymn. XIV, 68. — In A fehlt die tTberschrift; in B: 
^Hymnus ad Primam"; in C: „Incipiunt hymni in anni circulo. Ad 
Primam." — Man begreift, wie nach Einfahrung des Hymnus yflam lucis 
ordo sidere^ in den jiingeren Quellen D— H der vorstehende Hymnus fur 
die Fastenzeit angegeben werden konnte. 



13. Ad Tertiam. 

1. Certum tenentes ordinem 2. Ut simus habitaculum 
Pio poscamus pectore Illi sancto spiritui, 

Hora diei tertia Qui quondam in apostolis 

Trinae virtutis gloriam, Hac hora distributus est. 

3. Hoc gradientes ordine 
Omavit cnncta splendide 
Regni caelestis conditor 
Aetemae vitae praemiis. 

Psalt. et Hymn. ms. incert. origin. saec. ^/9. Cod. Vatican. Regin. 11. 
A. — Collect. et Hymn. ms. Murbacense (?Augiense) saec. (8. et) 9. Cod. 
Oxonien. Bodl. lun. 25. B. — Psalt. et Hymn. ms. Rhenoviense saec. 9. Cod. 
Turicen. Rhen. 34. C. — CoUect. et Hymn. ms. Corbeiense saec. 9. Cod. 
Parisin. 14088. D. — 1, 1 Certo A; ordine D. -- 1, 2 pascamus A, paschamus 
D. — 1, 4 gloriae BC, gloria D. — 2, 3 apostulis AD. — 2, 4 Haec D. — 
3, 1 Haec korr. zu Hoc C. — 3, 2 splendida B, splendide korr. zu splendida 
C. — 3, 3 caelesti D, conditur D. — 3, 4 praemia B, praemium D. — Es 
folgt in A als Anfang der Doxologie: Gloria. — In Anal. Hymn. XXVII, 
103 teilte ich den Hymnus irrig als mozardbisch mit; man vgl. dort die 
Varianten aus den zwei mozarabischen Quellen. — Cfr. Werner, S. 41. — 
Titel in A: ^Hymnus ad Tertia cotidianus"; in B fehlt er; in C: „Hyranus 
privatis diebus ad Tertiam"; in D fehlt er. 



Ig Pars I. Hjnmi antiqaissiini saec. V. — XL 



14. Ad Sextam. 

1. Dicamos laades Domino 2. Qnia in hac fidelibos 
Fervente prompti spirita; Verae salatis gloria 

Hora Yolata sexies Beati agni hostia 

Nos ad orandam provocat, Cracis virtate redditar. 

3. Caias lace clarissima 
Tenebricat meridies, 
Samamas toto pectore 
Tanti splendoris gratiam. 

Psalt. et Hymn. ms. incert. origin. saec. ^/9. Cod. Vatican. Regin. 11. 
A. — Collect. et Hymn. ms. Murbacense (?Augiense) saec. (8. et) 9. Cod. 
Oxonien. Bodl. lun. 25. B. — Psalt. et Hymn. ms. Rhenovieuse saec. 9. 
Cod. Turicen. Rhen. 34. C. — CoUect. et Hymn. ms. Corbeiense saec. 9. 
Cod. Parisin. 14088. D. — 1, 2 Ferventi A; rursus (st. prompti) A, prumptu 
BD. — 2, 2 gratia A, gloria B. — 2, 8 agnis D. — 2, 4 Crucem D ; virtutis 
BD. — 3, 1 lux D. — 3, 2 Tenebrecat A; meridiem D. — 3, 4 gratiae A, 
gratia D. — Titel in A: ;,Hymnus ad Sexta"; in B fehlt er; in C: ^Hymnus 
ad Sextam privatis diebus; in D: ,jAd Sexta**. — Leider ist mir die Collation 
aus C nicht zur Hand. — Unter den mozarahiachen Hymnen (Anal. Hymn. 
XXVII, 104) habe ich fruher zu Unrecht diesen Hymnus mitgeteilt; vgl. 
daselbst die Variauten aus der gedruckten mozarabischen Quelle. 



15. Ad Nonam. 

1. Perfectam trinam nameram; 2. Sacram Dei mysteriam 
Temis horaram terminis Pnro tenentes pectore 

Laades canentes debitas Petri magistri regala 

Nonam dicentes psallimas, Signo salotis prodita. 

3. Et nos psallamas spirita 
Adhaerentes apostolis, 
Qui plantas adhuc debiles 
Christi virtate dirigant, 

Psalt. et Hymn. ms. incert origin. saec. ^/9. Cod. Vatican. Regin. 11. 
A. — CoUect. et Hymn. ms. Murbacense (?Augiense) saec. (8. et) 9. Cod. 
Oxonien. Bodl. lun. 25. B. Collect. et Hymn. ms. Corbeiense saec. 9. Cod. 
Parisin. 14088. C. — 

Hymn. ms. Moissiacense saec. 10. Cod. Rossian. VIII 144. D. — 
Hymn. ms. S. lohannis Laudunensis saec. 10. Cod. Bernen. 455. E — 
CoUect. ms. Sandionysian. saec. 11. (et 12.) Cod. Parisin. Sangenovefian. 
1186. F. — Hymn. ms. Bobiense saec. 10. Cod. Taurinen. G. VII 18. G. — 
Hymn. ms. Beneventan. saec. 10. ex. Cod. Vatiean. Ottob. 145. H. — Hymn. 
ms. Farfense saec. *®/ii. Cod. Turicen. Rhenov. 91. I. — Brev. ms. Farfense 
saec. 11. Cod. Turicen. Rhen. 82. K. — Hymn. ms. Severinianum saec. '®/ii. 
Cod. Vatican. 7172. L. — Hymn. ms. Campidunense saec. ^®/ii. Cod. Turicen. 
Rhenov. 83. M. — Hymn. ms. Wintoniense saec. 11. Cod. Capit. Dunelmen. 



A 1. Hymni de Tempore Communes. — Series I. 



17 



B in 32. N. — Hymn. ms. Cantuarien8e(?) saec. ^®/ii. Cod. Londinen. Add. 
37517. O. 

1, 1 Perfecto trino numero D — O; sichtlich jiingere Korrektur; zu 
erganzen ist, wie ja oft in den alten Hymnen, ^est". — 1, 2 horarum[term]inis 
I. — 1, 4 Nota C; Nona dicente A. — 2, 2 Purum C. — 2, 3 regulam 
D — N, ausgenommen M, wo „regulae". — 2, 4 Signum C, Signo corrig. 
aus Signum B; proditam D — ^N, ausgenommen M, wo „proditum". — 3, 1 
Ut H, At N. — 3, 3 Qui mentes habent D ; plantas habent debiles B sqq. ; 
debilis C. — 3, 4 virtutem DI; diligant DM. — 

In D und den folgenden Quellen ist der Anfang der Doxologie ^Gloria 
tibi trinitas" beigefdgt. — Auch diesen Hymnus habe ich zu Unrecht fruher 
der mozardbiscJien Hymnodie, allerdings mit Vorbehalt, zugewiesen (Anal. 
Hymn. XXVII, 105); man vgl. dort die Varianten aus der gedruckten 
mozarabischen Quelle. 

Dieser Hymnus hielt sich lange, wovon die gedruckten Breviere des 
16. Jahrhunderts Zeugnis geben; cfr. Chevalier, Repert. Hymnol., Nr. 14835. 
Da seit dem 10. Jahrh. fiir die gewohnliche Non ein Hymnus in Brauch war 
(„Berum Deus tenax vigor^), fur die Fastemeit aber wohl die Terz und Sext, 
aber nicht die Non einen eigenen Hymnus besafsen, erklart sich die spatere 
Verwendung des vorstehenden Hymnus fur die Nona tempore Quadragesimae. 



16. Hymnns ad Sextam. 

Tempore Paschali. 



1. lam sexta sensim yolyitur 
Ter binis hora carsibus, 
Diesqae pancto aeqaabilj 
Utramqae noctem respicit. 



6. Hanc ad precandum congruam 
Salvator horam tradidit, 
Cum diceret fidelibas 
Patrem rogandam servulis. 



2. Venite, servi, sapplices 
Mente, ore extollite 
Dignis beatam laadibus 
Nomen Dei cum cantico. 



Nec non et ille pertinax 
Hostis fidei gratiam, 
Quam praedicavit gentibas, 
Hoc est adeptas tempore. 



3. Hoc namqae tempas illad est, 
Qaod saecaloram iadicem 
Iniusta morti tradidit 
Mortaliam sententia: 



Et nos amore debito, 
Timore iasto subditi 
Adversus omnes impetus, 
Quos saevus hosds incutit, 



Cum sol repente territus 
Horrore tanti criminis, 
Mortem minatus saeculis 
Diem refugit impium. 



Unum rogemus [nunc] patrem 
Deum regemque filium 
Simulque sanctum spiritum, 
In trinitate Dominum, 



>. Hoc et beatus tempore 10. 

Abraham fideliter 
Reperitus in mysterio 
Tres vidit, unum credidit. 

Blume, Thesauri hymnologioi Hymnarium. 



Ut, quos redemit passio 
Isto peracta tempore, 
Possit sub ipso tempore 
Servare deprecatio. 
2 



18 



Pan I. Hjmni antiqaissimi saec V.— XI. 



Psalt. et Hjmn. ms. incert. origin. saec. */f. Cod. Vatican. Reg. 11. — 
1, 1 sinsim. — 1, 4 respicet, korrigiert respicit — 2, 2 Zwischen „Mente" 
ond nOre*' uber der Zeile „et" eingetragen. — 5, 3 Reperitos, von zweiter Hand 
korrigiert: Bei peritus. — 9,1 Statt „nunc** uber der Zeile „et"; vielleicht 
bleibt auch ^nunc*" besser unerganzt, da dem Hjmnus diese Unebenheit im 
Bhjthmus ursprunglich eigen sein durfte. — 7, 1 pertenax. — 7, 2 Usus 
hostis. — Der „pertinax hostis*' ist Saulus. — 10, 2 peracto. — Aufischrift: 
^Hymnus ad sezta*' ; Caesarins und Aurelian von Arles geben dem Hjmnns 
die nahere Determination fur die Osterseit, Fur die Terz ist von diesen 
beiden nischofen der Hymnus des hl. Ambrosius y,Iam Sitrgit hora tertia'* 
(Ahal. Ujmn. L, 12) angeordnet Die Vermutung drangt sich auf, trotz ver- 
schiedener entgegen stehender Bedenken, dafs anch dieser und besonders der 
folgende Hjmnus den hl. Ambrosius zum Veriasser haben. — Man vgl. 
ubrigeus betreffs des Stiles den Hymnus „Mediae noctis*^ (Nr. 1). 



17. Hjmnns ad Nonam. 

Tempore Paschali. 



3. 



Ter hora trina volvitur, 
Rcdire qua Ghristas solet 
Mercede largus vineam 
Locare mercenariis. 

Decet paratos sistere, 
Ne transeat merces Dei, 
Plantare qaae vitem solet 
Christamqae cordi adfigere. 

Haec hora, qaae resplendait 
Oracisqne solvit nabila 
Mandam tenebris exaens, 
Reddens serena lamina. 

Haec hora, qaa resascitans 
lesas sepalcris corpora 
Prodire mortis libera 
lassit refaso spirita. 



5. Redit favilla jn sangainem, 
Cinisqae carnem reddidit, 
Mixtiqae vivis mortoi 
Videre Christi gloriam, 

6. Novata saecla credere, 
Mortis solatis legibas 
Vitae beatae manere 
Carsam perennem carrere. 

7. Dicamas ergo proximi 
Laudes Deo cum cdntico; 
Confessus est latro fidem, 
Quo est redemptus tempore. 

8. Qua gratia ieunium 
Laeti solemus solvere; 
Instar futuri muneris 
Famem probati nesciant. 



Psalt. et Hymn. ms. incert. origin. saec. ^/9. Ood. Vatican. Begin. 11. 
A. — Psalt. et Hymn. ms. Ambrosianum saec. 10. Ood. Vatican, 88. B. — 
Psalt. et Hymn. ms. Ambrosianum saec. 10. Clm. Monacen. 843. 0. — Hymn. 
ms. S. lacobi de Pontida saec. 11. Cod. Vatican. 82. D. — 1, 2 Redire 
quia A. — 1, 8 Mercedem largus vineae BCD. — 2, 1 sistire A. — 2, 2 
mercis A. — 8, 1 hora qna. A. — 3, 2 solvit vincula A. — 4, 1 hora quae 
BC; resuscitat D. — 5, 4 Videre (ebenso 6, 1 credere und 6, 4 currere) 
sichtlich ein Infinitiv. histor. statt videbant etc. — 6, 4 perenne BD. — 
Als Anfang der Doxologie folgt in A: Gloria. — Titel in A: „Hymnus ad 
vesperum (!1. Nonam) in die ieiunii"; BD: „Hymnus ad Nonam". Der ^dies 
ieiunii" bezeichnet nicht die Fastenzeit; Daniel (I, 41) bemerkt zur Str. 8: 
„Vetere8 christiani diebus stationum ieiunare solebant usque ad Nonam**. — 
Nach Caesarius und Aurelian von Arles ist dieser Hymnus in der Osterzeit 
zu verwenden. — Vgl. die Schlufsbemerkungen znm vorigen Hymnus. 



A 1. Hymni de Tempore Oommanes. — Series I. 19 



18. Ad Yespers 

1. Deus, qni certis legibas 3. Hostis ne fallax incitet 
Noctem discernis ac diem^ Lascivis cnira gaadiis, 
Ut fessa caris corpora Secreta noctis advocaus 
Somnas relaxet otio, Blandas in aestas corporis; 

2. Te noctis inter horridae 4. Sabrepat nallas sensai 
Tempas precamar, at, sopor Horror timoris anxii, 
Mentem dam fessam detinet, Illadat mentem nec vagam 
Fidei lax illaminet, Fallax imago visaam; 

5. Sed, cam profandas vinxerit 
Somnas cararam nescias, 
Fides neqaaqaam dormiat, 
Yigil te sensas somniet. 

Psalt. et Hymn. ms. incert, origin. saec. ^/9. Cod. Vatican. Regin. 11. 
A. — Collect. et Hymn. ms. Murbacense (?Augiense) saec. (8. et) 9. Cod. 
Oxonien. Bodl. lun. 25. B. — Collect. et Hymn. ms. Corbeiense saec. 9. 
Cod. Parisin. 14088. C. — 1, 4 Somno A, Somnum BC. — • 2, 8 declinet B, 
retinet C. — 3, 1 Hoste C. — 3, 2 Lascivis cura A, curis BC — 3, 4 
Blandos A; in aestu C, in isto corpore B. — 4, 3 mente C; ne vagam 
BC. — 4, 4 visui BC. — 5, 1 Secundum profundum C; profundos B. — 
5, 3 Fedis A, Fidem C; dormiet C — Titel in A: „Hymnus vespertinus" ; 
in B fehlt er; in C: „Ad Vesperas". — Caesarius und Aurelian von Arles 
ordnen deu Hymnus an als „ad Vesperam", in Abwechselung mit dem Hymnus 
des hl. Ambrosius „Deu8 creator omnium^ (Anal. Hyran. L , 13) ; auch in 
A folgt letzterer Hymnus mit dera Titel : „Item hymnus vespertinus". — Zu 
Unrecht habe ich vorstehenden Hymnus friiher den Mozarahischen Hymnen 
beigezahlt (Anal. Hymn. XXVII, 80j; man vgl. dort die Lesarten aus der 
einen gedruckten mozarabischen Quelle. 



19. Ad Tesperas. 

1. Sator princepsqae temporam, 3. Somno non cedat spiritas 
Claram diem laboribas Vigilqae castos corporis 
Noctemqae qai soporibas Metas inanes arceat, 
Fixo distingais ordine. Fallax depellat gaadiam. 

2. Mentem ta castam dirige, 4. Vacent ardore pectora 
Obscara ne silentia Faces nec allas sentiant, 
Ad dira cordis valnera Adfixa ne praecordiis 
Telis patescant iavidi. Mentis vigorem saacient; 



Sed, cam defessa corpora 
Somni tenebant gratiam, 
Caro qaietis sit memor, 
Fides soporem nesciat. 



20 Vnn L Hjmni antiqiiissiiiii saec Y. — ^XL 

Psalt. et Hjinii. ms. incert. originis saec 's. Cod. Vatiean. Begin. 
11. — 1, 3 Uboiibos (cfr. 1, 2)l — H, 3 inanis. — 5, 3 Solo qnietis; msn 
T^ ans dem Complet-Hjmnos .lesn redemptor saecali", die Verse 4, 3 sq: 
,8ie earo nostra dormiat | Ut mens soporem iK^curf". — 5, 4 nescianL — 
Titel: ^ltem hjmnos respertinos^. — In ▼orstehendem Hjmnns mochte man 
ftst eine Umdichtnni^ des Torhergehenden Termaten; oder omgekehrt? Nicht 
nor die Strophenxahl ist die gleiche, sondem, waa wichtiger, die g^eichen 
Gedanken kommen snm Ansdrock, am Frappantesten in der 1. and in der 
Sehlolsstrophe. — Unser Hjmnos ist nor darch die eine Qoelle bekannt, 
wahrend sein Doppelganger dorch Caesarios ond Aorelian ron Arles bezeugt 
ond in den alten Qoellen aberliefert ist. — Cfr. Anal. Hjmn. XLIII, 14. — 



20. Ad Yespenft. 

1. Deos, qai claro lnmine 3. Sed to, excelse Domine, 
Diem fecisti, Domine, Precantes taos famolos, 
Toam rogamns gloriam, Labore fesos diei 
Dnm pronns volvitor dies. Qnietos nox soscipiat, 

2. lam sol nrgente vespero 4. Ut non foscatis mentibns 
Occasnm sonm graditar, Dies abscedat saecali, 
Mandom conclodens tenebris, Sed toa tecti gratia 

Soom observans ordinem. Cernj^mos locem prosperam. 

Collect. et Hjmn. ms Morbacense (?Augiense) saec. (8. et) 9. Cod. 
Ozonien. Bodl. lon. 25. A. — Collect et Hjmn. ms. Corbeiense saec 9. Cod. 
Parisin. 14 088- B. — Collect ms. S. Maximini Trevirensis saec 10. Cod. 
Treviren. 592 (1404). C. — Hjmn. ms. Severinianum saec '®/ii. Cod. Vatiean. 
7172. D. — 1, 3 Tua r. gloria D. — 1, 4 Tu pronos solvitur D. — 2, 1 
orgoente AB, or^ento C, argnentes D: vespere B, vesperom D. — 2, S 
tenebras BD. — 8, 1 to es celse C. — 3, 3 Labores AB; fessos ABD. — 

3. 4 Qoieta D. (In 8, 2 dorfte dem Sinne nach aus 3, 4 zo erg^anzen sein: 
soscipias). — 4, 3 testi B, tecta C. — 4, 4 Camamos B; loce prospera 
BC. — In D folgt nocb der Anfang der Doxologie : Gloria tibi. — In B ist 
der Hjmnos fur die Vesper des Sonntags bestimmt 



21. Ad Oompletoriom. 

(„Daodecimam% 

1. Christe, precamor, adnoe 3. Yitam salubrem tribue, 
Mixtasqoe voces fletibos Nostrom calorem refice, 
Semper benignos et pios Taetram noctis caliginem 
Yentoram in noctem soscipe. Claritas toa illominet. 

2. Te corda nostra somnient, 4. Hynmis vota persolvimos 
Te per soporem sentiant Vesperqoe sacrom poscimos, 
Toamqoe semper gloriam Nostrom delens cbirographom 
Vicina luce concinant. Toamque praestans editom. 

Brev. ms. Toletanum saec. 11. Cod. Toletan. 35-2. A. — Brev. aec 
regolam s. Isidori impr. Toleti 1502. B. — Zu 1, 1 cfr. Nr. 11, Str. 4, 1. 



A 1. Hyrani do Tempore Communes. — Series I. 21 

1, 4 in fehlt. — Anfang der Boxologie in A: Deo patri; in B voll- 
standig. — Caesarius von Arles ordnet den Hymnus an mit den Worten: 
^Et ad duodecimam . . . hymnus »Christe precamur adnue« j die alia ad 
duodecimam »Christe qui lux es et dies« hymnus dicatur ; et sic omni tempore 
vicibus isti duo hymni dicantur " — Der Text wird uns nur in den zwei 
mozarahischen Quellen uberliefert; daher reihte ich den Hymnus fruher 
unter die mozarabische Hymnodie ein (Anal. Hymn. XX Vn, 78). Das 
Zeugnis des Caesarius aber mufs annehmen lassen, dalis die Mozaraber 
«ine Anleihe beim Komischen (monastischen) Ordo machten. 



22. Ad Gompletoriiua. 

1. Christe, qui Inx es et dies, 4. Ocali somnnm capiant, 
Noctis tenebras detegis, Cor semper ad te vigilet; 
Lucifer, lacem praeferens, Dextera tua protegat 
Lumen beatum praedicans, Famulos, qui te diligunt. 

2. Precamur, sancte Domine, 5. Defensor noster, aspice, 
Defende nos in hac nocte, Insidiantem reprime, 
Sit nobis in te requies, Gubema tnos famulos, 
Quietam noctem tribue, Quos sanguine mercatus es. 

3. Ne gravis somnus irruat, 6. Memento nostri, Domine, 
Nec hostis nos subripiat, In gravi isto corpore 
Nec caro illi consentiat, Qui es defensor animae; 
Nos tibi reos statuat. Adesto nobis, Domine. 

7. Praesta, pater omnipotens, 
Per lesum Cbristam Dominum, 
Qui tecnm in perpetuum 
Regnat cum sancto spiritu. 

Hymn. ms. Hibernicum saec. 9. in. Cod. Paulan. 25. 2. 31. (Blas. memb. 
86). A. — Collect. ms. Hibemicum saec. 9. Cod. Capit. Colonien. 
106. B. — Hymn. ms. Hibernicum saec. 11. in. Cod. Franciscan. Dublinen. 
«. n. C. — Hymn. ms. Anglo- Saxonicum saec. ^®/ii. Cod. Londinen. lul. 
A VI. D. (Ist Paraphrase). — Hymn. ms. Anglo-Saxonicum (Monasticum) 
saec. 11. Cod. Londinen. Vesp. D XII. E. — Hymn. ms. Wintoniense saec. 11. 
Cod. Capit. Dunelmen. B lU 32. F. — Collectar. et Hymn. ras. Wintoniense 
(?Vigorniense) saec. 11. Cod. Coll. Corp. Christi Cantabrigien. 391. G. — 
CoUectar. et Hymn. ms. Exoniense (postea Episc. Leofric) saec 11. Cod. 
Londinen. Harl. 2961. H. — Hymn. ms. Cantuariense (?) saec. ^^/ii. Cod. 
Londinen. Add. 37517. 

Psalt et Hymn. ms. Ambrosianum saec. 10. Cod. Vatican. 83. I. — 
Psalt. et Hymn. ms. Ambrosianum saec. 10. Clm. Monacen. 343. K. — 
Hymn. ms. Casinense saec. 10. Cod. Casinen. 506. L. — Brev. ms. Casinense 
«aec. 11. Cod. Vindobonen. 1106. M. — Hymn. ms. Bobiense saec. 10. 
Cod. Taurinen. G VII 18. N. — Hymn. ms. Bobiense saec. 11. Cod. 
Vatican. 5776. O. — Hymn. ms. Farfense saec. ^^/lu Cod. Turicen. Rhen. 
91. P. — Brev. ms. Farfense saec. 11. Cod. Turicen. Rhen. 82. Q. — Psalt. 
€t Hymn. ms. Farfense saec. 11. Cod. Roman. Vitt. Eman. 175 (Farf. 4). 
K. — Hymn. ms. Veronense saec. *"/ii. Cod. Capit. Veronen. CIX (102). 
8. — Brev. ms. Montis Amiatini saee. ^^/ii. Cod. Casanaten. 1907 (B U 1). 



22 'Para I. Hymni antiquissimi saec. V. — XI. 

T. — Hymn. ms. Severinianum saec. ^^/u. Cod. Vatican. 7172. U. — Brev. 
ms. S. Sofiae Beneventanae saec. 11. Cod. Yatican. 4928. X. — Psalt et 
Hymn. ms. S. lacobi de Pontida saec. 11. Cod. Vatican. 82. Y. — Brev. 
ms. Stnimense saec. 11. Cod. Laurentian. Conv. suppr. 524. Z. — Brev. ms. 
Vallis Travagliae saec. 11. Cod. Capit Mediolanen. 155. a. — Brev. ms. 
Benedictinum saec. 11. Cod. Vallicelan. B 79. b. — Brev. ms. Benedictinum 
(Italiae septentr. aut Galliae merid.) saec. 10. ex. Cod. privat. (Hiersemann). c 

Collect. et Hymn. ms. Murbacense (^Augiense) saec. (8. et) 9. Cod. 
Oxonien. Bodl. lun. 25. d. — Collect. ms. Frisingense saec. '/10. Clm. 
Monacen. 6411. e. — Tract. ms. Erchamberti super Donatum (Frisingen.) 
saec. ®/io. Clm. Monacen. 6414. add. saec. 10. i. — Rit. et Hyran. ms. 
Scheftlariense saec. 10. Clm. Monacen. 17027. g. — Hymn. ms. Campidunense 
saec. *^/ii. Cod. Turicen. Rhen. 83. h. — Trop. et Hymn ms. Rhenoviense 
(? Sangallense) saec. 11. in. Cod. Turicen. Rhen. 97. i. — Hymn. ms. 
Sangallense (?) saec. 11. Cod. Berolinen. VIII o 1. k. 

Psalt. et Hymn. ms. Marchianense saec. (9. et) 10. in. Cod. Duacen. 
170. 1. — Hymn ms. Corbeiense saec. 11. Cod. Ambianen. 181. m. — Brev. 
ms. St. Germani Pratensis saec. 11. Cod. Parisin. 11550. n. — Collect ms. 
Sandionysianum saec. 11. (et 12.) Cod. Sangenovefian. 1186. 0. — Grad. et 
Antiphon. ms. Nivernense saec. 12. Cod. Parisin. Nouv. acq. 12*85. p. — 
Hymn. ms. Toletanum saec. 10. Cod. Matriten. Tolet. 1005 (35 — 1). q. — 
Hymn. ms. Exsiliense saec. 11. Cod. Londinen. Add. 80851. r. — NTX 
k in H sind nicht kollatiouiert. 

1, 2 detegens IKa, detegens uber detegis U, detege r, detigis C. — 

1, 3 Lucifer lucis crederis A, Lucifer luci praeferens lY, Liyc ipse lucem 
(lumen q) praeferens q r, Lucisque lumen crederis alle iibrigen Quellen, aus- 
genommen B und a, welche die Lesart des als ursprunglich befundenen 
Textes aufweisen. — 1, 4 Lumen beatis (cretis, 1. creatis C) praedicans 
AC d> Vitam beatara praedicans q, Vitam beatam tribue BIY a, Lumen 
beatum (beatis f) tribuens K f g (zu tribue und tribuens cfr. 2, 4). — 2, 2 
Defendas nocte ac die A, Defende nocte ac die d. — 2, 3 Ut sit Y*. — 

2, 4 tribuas A, uber ^tribuas" geschrieben „tribue" U, tribuens R. — 3, 1 
Nec korrig. in Ne e; gravi IKY. — 3, 2 Ne FIKLPQUY a e 0; Hostis ne 
C; Hostis nobis (ohne Ne) A r. — 3, 3 Nec fehlt AC r; Ne FIKLMOPRUY 
f g"; caro fehlt d; consentiens EH^ILMQ^RZ b e g h P 1 pr, consentien» 
iiber consentiat U. — 8, 4 Nec tibi f, Et ne nos reos a, Et nos reos IKY 
Ne nos reos U. — 4, 1 somnium q. — 4, 2 ad te semper ^lle Quellen aufser 
AB d; vigilat AB, vigelat C (vielleicht „vigilat" richtig als Lesart der zwei 
altesten Quellen). — 4, 3 protege A, protegas R. — 5, 2 Insidiantes 
BEFHKPQUZ a d e f g h i (Insidian^em = disibolum ist sichtlich die 
bessere Lesart); reprimens U. — 5, 3 tuos fih*os IRSY b (weil 4, 4 schon 
^famulos", verdiente an sich „filios" den Vorzug). — 5, 4 Quod U; mercatus 
est h. — 6, 2 In isto gravi IKORUY a f h; In grabe isto 0. — 6, 3 Tu 
es C. — 6, 4 Adesto sancti spiritus IKY h. — Doxologie: In A: „Gloria 
patri", sonst nichts ; in EFHKS e f g h 1 p : „Deo patri sit gloria | Eiusque 
soli filio etc. ; in vielen anderen Quellen fehlt die Doxologie. 

Zwischen 6 und 7 fiigt O folgende zwei Strophen ein: 

6a Non sis oblitus, Domine, 6b Peccata nostra, Domine, 
Orationem pauperum, Quibus gravamur fortiter, 

Ad te clamamus, Domine, Dignare nos absolvere 

Noli nos derelinquere. Tuo sancto praesidio. 

Die erste dieser Strophen (6a) findet sich mit belanglosen Varianten auch 
in Q; darauf folgt dann in Q: „Tu, Deus Christe, salva nos, | Aeteme noster 
protector | In manu[sj tua[8], Domine | Comm^ndo spiritum meum. Deo 
patri. — Von Interesse ist diese Zutat dadurch, dafs in der jetzigen Complet 
nach dem Hymnus im Capitulum es heifst: „Ne derelinquas no8 , Domine 



A l. Hymni de Tempore Communes. — Series I. 23 

Deus noster (cfir. 6a, 4 „NoU nos derelinquere^) und das Respons. darauf 
anhebt: „ln manus t^ms^ Dominey commendo spiritum met«w." (cfr. Schlufs- 
strophe in Q.) 

In q und r folgt nach Str. 6: 

Taetrae noctis insidias | Huius timoris libera 
Taae lucis magnalibus | Totum chorum illumina. 

Alsdann die Doxologie, welche mit einigen Varianten auch in C sich 
vorfindet : 

Gloria patri ingenito, | Gloria unigenito 

Una cum sancto spiritu | In sempiterna saecula. 

In Bd. XX Vn der Aual. Hymn. (p. 111) habe ich vorstehenden Hymnus 
aus drei mozarabischen Quellen (q r und Breviar. sec. regulam S. Isidori) 
mitgeteilt. — Zu 1 , 1 „lux es et dies" cfr. Nr. 6, Vers 3, 2. 

Betreffs des Gebrauches: A bezeichnet den Hyranus als „Hymnus ad 
Completorium", und unmittelbar nach ihm folgt „Te lucis ante terminum^ 
als „Item". — B hat auf Fol. 46 beide Complethymnen in der Reihenfolge 
wie A, aber ohne jede nahere Bezeichnung. — In der gleichfalls sehr alten 
Quelle f steht ohne nahere Angabe der letztere Complethymnus vor „Christe 
qoi lux es''. — Ahnlich in anderen Quellen. Schon dieser Umstand lafst mit 
Rucksicht auf analoge Falle (cfr. die z w e i Hy mnen zur Noctum und zu den 
Laudes am Sonntage) vermuten, dafs der Idngere Complethymnus fur die Winter^ 
zeit, der kurzere fur die Sommerzeit bestimmt war. Uberdies heifst es ausdruck- 
lich bei unserem Hyranus in C: „Hymnus in hieme^. — Andere Quellen hin- 
gegen, wie P und X, bestimmen ihn fur die Fastenzeitf i fur den Advent. 
Mone (I, p. 93) fand in einer Privathandschrift des 15. Jahrhunderts die 
Notiz : ^Praecedens hymnus dicatur cottidie usque ad diem Cenae exclusive". 

Str. 5 (Defensor noster aspice) dient mancherorts jetzt noch als Gesang 
zum sakramentalen Segen. 

Wenn Mone (1, c. p. 92) bemerkt, „da8 Lied ist wohl nicht dlter dls 
das 7. Jahrhundert^ , so widerspricht dieser Schatzung der Umstand, dafs 
schon der hl. Caesarius von Arles (f 542) in seiner Regel fur die Jungfrauen 
diesen Hymnus ausdrucklich anfuhrt (s. Hymnol. Beitr. III, S. 36). Somit 
isi der Hyronus mindestens aus dem Anfange des 6. Jahrhunderts. 

In unser Rdmisehes Brevier ist der schSne Hymnus nicht heruberge- 
nommen; in franzosischen Brevieren hielt er sich bis ins 18. .Tahrhundert 



A 2. Hymni de Tempore Communes. 

Series altera. 



28. Die Domiiiica ad Nocturnas. 

H i e m e. 



1. Primo dienim omnium, 

Quo mnndus exstat conditus, 
Vel quo resurgens conditor 
Nos morte victa liberat, 

2. Pulsis procul torporibus 
Surgamus omnes ocius 

£t nocte quaeramus piflm, 
Sicut prophetam novimus, 

3. Nostras preces ut audiat 
Suamque dextram porrigat 
£t hic piatos sordibus 
Reddat polorum sedibus; 

4. Ut, quique sacratissimo 
Huius diei tempore ' 
Horis quietis psallimus, 
Donis beatis muneret. 



7. 



lam nunc, patema claritas, 
Te postulamus adfatim, 
Absit libido sordidans 
Omnisque actus noxius, 

Ne foeda sit vel lubrica 
Compago nostri corporis, 
Per quam Averni ignibus 
Ipsi crememur acrius. 

Ob hoc, redemptor, quaesunms, 
Ut probra nostra diluas, 
Yitae perennis commoda 
Nobis benignus cpnferas, 

Quo camis actu exsules 
Eflfecti ipsi caelibes, 
Ut praestolamur ceraui, 
Melos canamus gloriae. 



9. Praesta, pater piissime 
Patrique compar unice 
Cum spiritu paraclito 
Regnans per omne saeculum. 

Hymnar. ins. Hibernicum saec. 9. in. Cod. Paulan. 25. 2. 81 (Blas. 
memb. 86). A. — Pontif. et Hymnar. ms. Anglicum saec. 10. ex. Cod. 
Vatican. Regin. 338. B. — Hymn. ms. Anglo-Saxonicum (Monasticum) saec 11. 
in. Cod. Londinen. Vesp. D XII. C. — Hymn. ms. Anglo-Saxonicum saec ^^/ii. 
Cod. Londinen. Jul. A VI. D. (Nur Paraphrase) — Hymn. ms. Wintoniense 
saec. 11. Cod. Capit. Dunelmen. B IH 32. E. — CoUectar et Hymn. ms. 



A 2. Hymni de Tempore Communes. — Series U. 25 

Wintoniense ( ? Vigomiense) saec. 11. Cod. Coll. Corp. Christi Cantabrigien. 
391. F. — Collectar. et Hjmn. ms. Exoniense (postea Episc. Leofric) saec. 11. 
Cod. Londinen. Harl. 2961. G. 

Hymn. ms. Casinense saec. 10. Cod. Casinen. 506. H. — Hymn. ms. 
Bobiense saec. 10. Cod. Taurinen. G. VU. 18. I. — Hymn. ms. Farfense 
saec. ^®/ii. Cod. Turicen. Rhen. 91. K. — Brev. ms. Farfense saec. 11. 
Cod. Turicen. Rhen. 82. L. — Hymn. ms. Farfense saec. ^^/ii. Cod. Roman. 
Vitt Em. 175 (Farf. 4). M. — Hymn. ms. Veronense saec. ^^/ii. Cod. Capit. 
Veronen. CIX (102). N. — Brev. ms. Montis Amiatini saec. ^®/ii. Cod. 
Casanaten. 1907 (B II 1) O. — Hjmn. ms. Severinianum saec. *^/ii. Cod. 
Vatican. 7172. P. — Brev. ms. S. Sophiae Beneventanae saec. 11. Cod. 
Vatican. 4928. Q. — Brev. ms. Benedictinum (Italiae septentr. aut Galliae 
merid.) saec. 10. ex. Cod. privat. (Hiersemann). R. — 

Collect. ms. S. Martini Trevirensis saec. (9. et) 10. Cod. Treviren. 
1245 (1418). S. (Darin nur der Anfangsvers jeder Strophe). — Rit et Hymn. 
ms. Scheftlariense saec. 10 Clm. Monacen. 17 027. T. — Hymn. ms. 
Rhenoviense saec. 10. Cod. Turicen. Rhen. 111. U. — Trop. et Hymn. ms. 
Rhenoviense (? Sangallense) saec. 11. in. Cod. Taricen. Rhen. 97. V. — 
Hymn. ms. Campidunense saec. ^®/ii. Cod. Turicen. Rhen. 83. X. — Brev. 
ms. Sangallense saec. ^®/ii. Cod. Sangallen. 413. Y. — Brev. ms. Sangallense 
saec. *®/ii. Cod. Sangallen. 387. Z. — Hymn. ms. Sangallense f?) saec. 11. 
Cod. Berolinen. 8^. 1. a. 

Psalt et Hymn. ms. Marchianense saec. (9. et) 10. in. Cod. Duacen. 
170. b. — Hymn. ms. Corbeiense saec. 11. Cod. Ambianen. 131. C. - Brev. 
ms. S. Germani Pratensis saec. 11. Cod. Parisin. 11550. d. — CoUect. et 
Hymn. ms. Sandionysianum saec. 11. (et 12). Cod. Sangenovefian. 1186. 

e. — Brev. ms. Strumense saec. 11. ex. Cod. Laurentian. Conv. suppr. 524. 

f. — CoUect. et Hymn. ms. Moissiacense anni ca. 1025. Cod. Oxonien. 
16923 (d' Orvile 45). g. — Grad. et Antiphon. ms. Nivernense saec. 12. Cod. 
Parisin. Nouv. acq. 1235. h. — 

Hymn. ms. Toletauum saec. 10. Cod. Matriten. Tolet. 1005 (35—1) i. 

— Hymn. ms. Exsiliense saec. 11. Cod. Londinen. Add. 80851 k. — Psalt. 
ms. Ferdinandi I. Legionensis anni 1050. ('Od. Univ. Compostellan. 1. 1. 

1, 4 morte vita b h; liberet EKMNTXV b h. — 2, 4 propheta A. — 
3, 3 dexteram TX. — 3, 3 Ut expiatos E, Et expiatos alle ubrigen Quellen 
mit Ausnahme der 3 altesten AB b ; ^hic^ = auf Erden steht in passendem 
Gegensatz zu „polorum sedibus" (3, 4). — 4, 1 Ut quicquid TX. — 4, 4 beatis 
munere K. — 5, 2 postolamus A. — 6, 1 Nec E. — 6, 3 Per quod NT, 
Per quem H b. — 7, 2 deluas EH b. — 7, 4 Noctis H ; benigne h. — 8, 1 
cami e. — Von der Doxologie nur der Anfang „Praesta pater" HKUVXY; 
sie fehlt vollstandig in A; in f u. h. statt dessen: Deo patri sit gloria etc. 

— 9, 2 Patrisque B. — 9, 4 Et nunc et in perpetuum E. — Die etwaigen 
Varianten aus FIOQR a C— e g i — ^I habe ich iibergangen. — P bietet nur 
die beiden Schlufsstrophen, da Fol. 1 der Hs. fehlt. — Titel in A : „Hymnu8 
dominicus ad Nocturnum^*; in B: ^Hymnus die dominica ad noct.** ; in b: 
„Hynmus ad noctumos^, und so ahnlich in den jiingeren Quellen. — 

Insg^mein wird vorstehender Hy mnus apodiktisch Gregor demGrofsen 
zugeschrieben , sichtlich nach dem Vorgange von Clichtoveus und Fabricius 
und der ihnen folgenden Benediktiner in ihrer Ausgabe der Opera s. Gregorii. 
Jede Spur eines Beweises und jeder positive Anhaltspunkt, auch nur far die 
Wahrscheinlichkeit einer solchen These betreffs dieses und aller (gewohnlich 
8) dem hl. Gregor zugeschriebenen Hymnen fehlt bislang. (Vgl. Dreves in 
Tubinger Qtlsch. 1907, Heft 3). 

Dieser Hymnus fand seit alters allgemeine Verbreitung und hat sich 
noch erhalten im jetKigen Rdmischen Brevier, allerdings in der Fassung der 
^Correctoren^ aus dem 17. Jahrhundert mit dem Anfange: 

Primo die, quo trinitas | Beata mundum condidit 

Dieser Wortlaut andert vollstandig den ursprunglichen Sinn. Nach ihm 



26 P&TB I. Hymni antiquissimi saec. V. — XI. 

wurde der Sonntag hier als erster SchSpfungstag bezeichnet. Mone (I, 370) 
umschreibt denn auch den Inhalt der 1. Strophe: „Die Welt wurde am Sonn- 
iage erschaffen, und Christus erstand am Sonnta!ge; der erste Sonntag war 
also der erste Schopfungstag,^ Und doch weist Mone hin auf den Text 
aus Gregor M. (Homil. in Ezech. II. 4, 2): ^dies dominicus . . . a conditione 
diorum numeratus octavus, quia septimum sequitur"; entsprechend die»ef 
Auffassung heifst es im ursprunglichen Texte des Hymnus nicht, dafs Gott 
die Welt am Sonntag erschuf , sondem dafs der Sonntag der erste Tag war, 
an dem die Welt voUstandig erschaffen dastand, „exstat conditus,^ — Es 
hat fast den Anschein, als ob mit Str. 5 ein zweiter vierstrophiger Hymnus 
beginne ; jedenfalls ist Str. \ — 4 nur an die Psallierenden gerichtet, mit Str. 5 
beginnt das Morgengebet an Gott. 

Da ich erst nachtraglich das Psalt. et. Hymn. ms. CoMuariense 
saec. ^^/ii. Cod. Londinen. Add. 87517 fur diesen Band heranziehen konnte, 
(vgl. Vorwort), sei hier allgemein bemerkt, dafs vorstehender Hymnus und 
die unter den Nr. 24 ^41, 44, 47 — 50, 53 — 55 erwahnten sich ebenfalls darin 
vorfinden; bei den ubrigen Hymnen konnte ich dieses Hymnar in das be- 
treffende Quellenverzeichnis einfiigen. 



24. Die Dominica ad Nocturnas. 

Aestate. 

1. Nocte snrgentes vigilemns omnes, 
Semper in psalmis meditemur atque 
Viribus totis Domino canamus 

Dulciter hymnos, 

2. Ut pio regi pariter canentes 
Cum suis sanctis mereamur aulam 
Ingredi caeli simul et beatam 

Ducere vitam. 

3. Praestet hoc nobis deitas beata 
Patris et nati pariterque sancti 
Spiritus, cuius reboatur omni 

Gloria mundo. 

Pontif. et Hyran. ms. Anglicum saec. 10. ex. Cod. Vatican. Regin. 338. 
A. — Hymn. ms. Anglo-Saxonicum (Monasticum) saec 11. in. Cod. Londinen. 
Vesp. D Xn, B. — Hymn. ms. Anglo-Saxonicum saec. ^®/ii. Cod. Londinen. 
lul. A VI. C. (Nur Paraphrase.) — Hymn. ms. Wintoniense saec. 11. Cod. 
Capit. Dunelmen. B III 32. D. — Collectar. et Hymn. ms. Wintoniense 
(? Vigomiense) saec. 11 Cod. Coll. Corp. Christi Cantabrigien. 391. E. — 
CoUectar. et Hymn. ras. Exoniense (postea Episc. Leofric) saec. 11. Cod. 
Londinen. Harl. 2961. F. 

Hymn. ms. Casinense saec. 10. Cod. Casinen. 506. G. — Brev. ms. 
Casinense saec. 11. God. Vindobonen. 1106. H. — Hymn. ms. Farfense 
saec. '^/n. Cod. Turicen. Rhenov. 91. I. — Brev. ms. Farfense saec. 11. 
Cod. Turicen. Rhenov. 82. K. — Psalt. et Hymn. ms. Farfense saec. ^®/ii. 
Cod. Roraan. 175 (Farf. 4). L. — Hymn. ms. Veronense saec. *^/ii. Cod. 
Capit. Veronen. CIX (102). M. — Brev. ms. Montis Araiatini saec. ^®/ii. Cod. 
Casanaten. 1907 (B II 1). N. — Hymn. ms. Severinianura saec. ^^/ii. Cod. 
Vatican. 7172. O. — Brev. ras. S. Sophiae Beneventanae saec. 11. Cod. 



A 2. Hymni de Tempore Communes. — Series II. 27 

Vatican. 4928. P. — Brev. ms. S. Eatvchii Nursini saec. 11. Cod. Vallicellan. 
B 79. Q. — 

Hymn. ms. Rhenoviense saec. 10. Cod. Turicen. Rhenov. 111. R. — 
Trop. et Hymn. ms. Rhenoviense (Sangallense?) ss^ec, 11 in. Cod. Turicen. 
Rhenov. 97. S. — Hymn. ms. Campidunense saec. ^®/ii. Cod. Turicen. 
Rhenov. 83. T. — Brev. ms. Sangallense saec. *®/ii. Cod. Sangallen. 387. 
U. — Hymn. ms. Sangallense (?) saec. 11. Cod. Berolinen. Vlfl® 1. V. — 
Brev. ms. Secoviense (Monial.) saec. "/12. Cod. Graecen. 770. X. — Brev. 
ms. Secoviense (Monial.) saec. 12. Cod. Graecen. 864. Y. — Brev. ms. 
Gorziense saec. 14. in. Cod. Spinalien. 204 (97). Z. 

Psalt. et Hymn. ms. Marchianense saec. (9 et) 10. in. Cod. Duacen. 
170. a. — Hymn. ms. S. lohannis Laudunensis saec. 10. Cod. Bemen. 
455. b. — Collect. et Hymn. ms. Moissiacense anni ca. 1025. Cod. Oxonien. 
Bodl. 16923 (d' Orvile 45). c. — Hymn. ms. Corbeiense saec. 11. Cod. 
Ambianen. 131. d. — Brev. ros. S. Germani Pratensis saec. 11. Cod. Parisin. 
11550. e. — CoUect. et Hymn. ms. Sandionysianum saec. 11. (et 12). Cod. 
Sangenovefian. 1186. f. — Brev. ms. Strumense saec. 11. ex. Cod. Laurentian. 
Conv. suppr. 524. g. — Grad. et Antiphon. ms. Nivemense saec. 12. Cod. 
Parisin. Nouv. acq. 1235. h. — ^ 

1, 1 vigilemus omni g. — 1, 4 Dulciter ignos b. — 2, 2 Bei „mereamur" 
schliefst Q (das folgende Blatt fehlt). — 2,2 aula b. — 2, 3 beata b; ad 
beatam F. — Mit 3, 1 schliefst a (ein oder mehrere Blatter fehlen). — 3, 2 
Patris ac MSTUY g; sanctus LN. — 3, 3 reboat (roboat h) in omni BDFHY 
g h renovatur I; cui reboamus b. — 3, 4 mUndus H, mundi b. — Titel: 
„Item hymnus die dominica ad noctura." A; „In aestate ad noctura." K; 
„a dominica 1. post Pentec. usque ad Kal. Nov." O; ■ — „In dominica ad 
nocturnum R; „Dominicis diebus" a. — Varianten von CEVXZ c — f nicht 
eingetragen; in G ist der Hymnus unvollstandig. 

Im jetzigen Romischen Brevier wird der Hymnus beniitzt „ab Octava 
Pentecostes usque ad dominicam proximiorem Kalendis Octobris;" die 
Correcturen des Originaltextes beschranken sich darin auf 1, 3 Voce concordi. 
— 2, 3 et perennem. — 3, 3 sq. resonat per omnem | Gloria mundum. — 
Irrig gilt Gregor d. Grofie als Verfasser. — 



25. Feria secimda ad Noctnmas. 

1. Somno refectis artubus 3. Cedant tenebrae lumini 
Spreto cubili surgimus; Et nox diurno sideri, 
Nobis, pater, canentibus Ut culpa, quam nox intulit, 
Adesse te deposcimus. Lucis labescat munere. 

2. Te lingua primum concinat, 4. Precamur idem supplices, 
Te mentis ardor ambiat, Noxas ut omnes amputes 
Ut actuum sequentium Et ore te canentium 

Tu, sancte, sis exordium. Lauderis in perpetuum. 

5. Praesta, pater piissime, 

A— S (T fehlt) U— Z a— 1 = Quellen des Hymnus „JWwo dierum 
omnium"' (Nr. 23); aufserdem: Hymn. ms. Bobiense saec. 11. Cod. Vatican. 
5776. m. - 

1, 1 artibus A. — 2, 1 concinant H. — 2, 2 ambigat N. — 2, 3 Ut 
ad tuum C. ~ 2, 4 sancte scis N m. — 3, 1 Cedent H. — 3, 4 labascat 



28 ^*'*8 I- Hymni antiquissimi saec. V.— XI. 

EXYZ , layascat H. — 4 , 1 Precemur erp^o h ; item b (idem = iidem). — 
Doxologie fehlt AK; nur ^Praesta" f; ^Praesta pater" HYZ b m; voU- 
standi^ Doxologie (s. Nr. 1) N; Deo patri sit gloria etc. (vollstandig) h. — 
Etwaige Varianten aus FIOQR a C d e g i 1 sind nicht verzeichnet; S 
bietet nur den ersten Vers jeder Strophe. 

Im Rdmischm Brevier ist der Hyranus fast unverandert beibehalten; 
nur ist 3 , 4 die Lesart der jungcen Handschriften „labascat" , die an sich 
correcter erscheint, bevorzugt; femer ist 4, 1 „idem" aufgelost in „iidem*; 
schliefslich wurde 4, 4 umgeandert in „Lauderis omni tempore^, wodurch der 
Reim (Assonanz) zerstort ist. 

Der Hymnus wurde und wird noch manchmal dem hl. Ambrosius irrig 
zugeschrieben. 



26. Feria tertia ad Noctamas. 

1. Consors paterni luminis, 3. Sic, Christe, nobis omnibus 
Lax ipse lucis et dies, Indulgeas credentibus, 
Noctem canendo rumpimus, Ut prosit exorantibus, 
Assiste postnlantibus. Quod praecinentes psallimus. 

2. Aufer tenebras mentium, 4. Praesta, pater piissime, 
Fuga catervas daemonum, Patrique compar unice 
Expelle somnolentiam, Cum spiritu paraclito 

Ne pigritautes obruat. Regnans per omue saecnlum. 

A—I (K fehlt) L—S (T fehlt) U— Z a— g i k 1 = Quellen des Hymnus 
„Primo dierum omnium^ (Nr 23); aufserdem; Hymn. ms. Moissiacense saec. 
10. Cod. Rossian. VUI 144. m. 

1, 8 canendo sistimus A. — 1,4 postolantibus A. — 2, 2 Fugat P; 
caterva U^. — 2,3 somnolentia, somnolentium G. — 2, 4 pigritantis M; 
obruant f. — Doxologie fehlt A ; nur „Praesta** Z, „Praesta pater" BHMNY, 
„Prae8ta pater piissime" CEGLUX'm. — Etwaige Varianten aus FIOQR 
acdegikl sind nicht verzeichnet; S bietet nur den ersten Vers jeder 
Strophe. 

Im Bdmischen Brevier ist dieser Hymnus vollig unverandert beibehalten 
worden. — Auch er ging und geht oft faischlich unter der Flagge des 
hl. Amhrosius, 



27. Feria quarta ad Noctarnas. 

Rerum creator optime 3. Mentes manusque tollimus, 
Rectorque noster, respice, Propheta sicut noctibus 

Nos a quiete noxia Nobis gerendum praecipit 

Mersos sopore libera. Paulusque gestis censuit. 

Te, sancte Christe, poscimus, 4. Vides malum, quod gessimus ; 
Ignosce tu criminibus; Occulta nostra pandimus, 

Ad confitendum surgimus Preces gementes fundimus; 

Morasque noctis rumpimus. Dimitte, quod peccavimus. 

5. Praesta, pater piissime. 



A 2. Hjmni de Tempore Comraunes. — Series II. 29 

A— I (K fehlt) L— S (T fehlt) U— Z a— g i— 1 = Quellen des Hymnus 
„Pnmo dierum omnium (Nr 23); aufserdem: Hymn. ms. Moissiacense saec. 
10. Cod. Rossian. VIII. 144 m. 

1, 3 Merso N m. — 2, 1 possimus L. — 3, 2 sicut novimus AGNP f 
(vgl. im Hymnus „Pnmo dierum omnium^ [Nr. 23] den Vers 2, 4). — 3, 3 
praecepit GU. — 3, 4 gestit censuit N. — 4, 1 Fides malum G, Videmus 
malum H, Videns mahim P. — 4, 3 gementis [inclimus f. — 4, 4 quod 
deliquimus A (beachtenswerte Lesart, weil in der altesten Quelle). — Et- 
waige Varianten aus FIOQK a cdegikl sind nicht verzeichnet; S 
bietet nur den ersten Vers jeder Strophe. 

Das Bomische Brevier hat den Hymnus ziemlich unverandert bei- 
behalten; 1, 2 ist „respice" durch „aspice" ersetzt, und 2, 2 mufste „tu 
criminibus" der Wendung „culpis omnibus" weichen. — Man schwankt 
betrefiFs des Aators zwischen Ambrosius und Gregorius M; keiner der beiden 
Heiligen kann ernstlich in Frage kommen. 



28. Feria qainta ad Noctnrnas. 

1. Nox atra reram contegit 3. Mens, ecce, torpet impia, 
Terrae colores omniam; ^ Qaam calpa mordet noxia; 
Nos confitentes poscimas Obscara gestit toUere 

Te, iaste iadex cordiam, Et te, redemptor, qaaerere. 

2. Ut aaferas piacula 4. Repelle ta caliginem 
Sordesqae mentis ablaas Intrinsecas qaam maxime, 
Donesqae, Christe, gratiam, Ut in beato gaadeat 

Ut arceantar crimina. Se collocari lamine. 

5. Praesta, pater piissime. 

A— I (K fehlt) L— S (T fehlt), U— Z a— g (h— 1 fehlen) = Quellen des 
Hymnus ^Primo dierum omnium^ (Nr. 23); aufserdem; Hymn. ms. Moissia- 
cense saec. 10. Cod. Rossian. VIII 144. m. — Hymn. ms. Beneventanum 
saec. 10. ex. Cod. Vatican. Ottob. 145. n. 

1, 2 colores et omnium LMP. — 2, 2 mentes G. — 3, 2 culpam L. — 

3. 3 gestis BG n, gesti C ; tolleret L. — 4, 1 u. 2 umgestellt nach 4, 3 u. 4 
m. — 4, 1 caligine n. — 4, 2 Intrinsecusque maxime X. — 4, 4 coUocare 
V. — VoH der Doxologie durchweg nur das Anfangswort. — Etwaige 
Varianten aus FIOQR a C d 6 g sind nicht verzeichnet; S hat immer nur 
den ersten Vers jeder Strophe. 

Das Bomiache Brevier hat diesen Hymnus in voUig unveranderter Form 
bewahrt. — Die Versuche, Ambrosius oder Gregor S, Ghr, als Autor auf- 
zustellen, sind unbegrundet. 



29. Feria sexta ad Noctiirnas» 

1. Ta trinitatis anitas, 2. Nam lectalo consargimas 
Orbem potenter qai regis, Noctis qaieto tempore, 

Attende laadam cantica, Ut fiagitemas yalneram 

Qoae etcabantes psallimas. A te medelam omniam. 



30 P&i^s I* Hymni antiquissimi saec. V. — ^XI. 

3. Qno,fraadequidqaiddaemonam 5. Obhoc, redemptor, qaaesamas, 
In noctibas deliqaimas, Reple tao nos lamine, 
Abstergat illad caelitas Per qaod dieram circulis 
Tuae potestas gloriae, NuUis ruamus actibus. 

4. Ne corpus assit sordidum, 6. Praesta, pater piissime, 
Nec torpor instet cordium Patrique compar unice 
£t criminis contagio Cum spiritu paraclito 
Tepescat ardor spiritus. Regnans per omne saeculum. 

A— I (K fehlt) L— S (T fehlt) U— Z a— g i— I = Quellen des Hymnus 
„Pnmo dierum owmww" (Nr. 28); aufserdem: Hjmn. ras. Moissiacense saec. 
10. Cod. Rossian. VIII 144. m. — Hymn. ms. Beneventanum saec. 10. ex. Cod. 
Vatican. Ottob. 145. n. — Collect et Hymn. ms. S. Maximini Trevirensis 
saec. 10. Cod. Treviren. 592 (1404). o. 

1, 2 quae regis L. — 2, 4 Ad te CGV b; medellam ( in 0, weil eine 
Lucke in der Hs., beginnt der Text erst mit diesem Verse). — 3,2 delin- 
guimus VXYZ o. — 4, 1 Nec CEG^P b m; absit (!) b. — 4, 2 Ne V. — 
4, § Nec MP m n. ; cremenis A. — 4, 4 Tabescat A. — 5, 1 redemptor 
spiritus (quaesumus fehlt) Y. — 5, 2 nos tuo BUX. — 5, 3 Per quos L. — 
6, 4 ruamur BGLMNVXYZ b f O. — Doxologie fehlt A; in den ubrigen 
Quellen durchweg nur 1 — 3 Worte des Anfanges. — Etwaige Varianten aus 
FIOQR acdegikl sind ubergangen; S hat immer nur den ersten 
Vers jeder Strophe. 

Im Romischen Brevier ist der Hjmnus ziemlich unverandert beibehalten ; 
nur heifst es: 1,2 quae regis. — 1, 3 sq. laudis canticum | Quod. — 2, 3 
u. 2, 4 „vulnerum" und ^omnium" umgestellt. — 4, 1 corpus astet. — 4, 3 
Ne criminis. 

Ferner ist ebendort seit der Revision im Jahre 1568 fur das Fest 
88. Trinitati8 ein Hymnus ad Laudes geschaffen, dessen 1- Strophe «= der 
1. Strophe des vorstehenden Hymnus ist und dessen 2. Strophe aus dem unten 
(Nr. 32) folgenden Hyranus zu denLaudes ^Aeterna caeli gloria^ (Str. 3: Ortus 
refulget lucifer etc.) entlchnt wurde; die 3. Strophe ist die Doxologie: Deo 
patri sit gloria etc. Vgl. die Note zum folgenden Hymnus. 

Erwahnt sei auch hier ein Hymnus im Orationale ms. Carthnsiae 
Pragensis (Scala caeli) saec. 14. ex. Cod. Pragen. XHI E 3; dessen 

1. Strophe ist = der 1. Strophe des obigen Hymnus; die 2. Str. ist eine 
Umdichtung der Str. 5, der eine besondere Doxologie folgt, namlich: 

2. Te puro corde quaesumus, 3. Praesta, pater, per filium, 
Tuo nos reple lumine, Praesta per almum spiritum, 
Per quod dierum circulis Cum his per aevum triplici 
Nullis rnamur actibus. Unus Deus cognomine. 



30. Feria septima ad Noctnrnas. 

Sammae Deus clementiae 2. Nostros, pias, cam canticis 
Mandiqae factor machinae, Fletas benigne soscipe, 

Unas potentialiter Qao corde paro sordibos 

Trinnsque personaliter, Te perfruamur largius. 



A 2. Hymni de Tempore Communes. — Series 11. 31 

3. Lumbos iecarque morbidum 4. Ut, quique horas noctium 
Adure igni congruo, Nunc concinendo rumpimns, 

Accincti ut sint perpetim Donis beatae patriac 

Luxu remoto pessimo, Ditemur omnes aflfatim. 

5. Praesta, pater piissime. 

A— S (T fehlt) U— Z a—g i— 1 = Qaellen des Hymnus „Primo dierum 
omnium^ (Nr. 23); aufserdem; Hymu. ms. Moissiacense saec. 10. Cod. 
Rossian. Vin 144. m. — Collect. cum Hymn. ms. S. Maximini Trevirensis 
saec. 10. Cod. Treviren. 592 (1404). n. 

1, 1 Mehrere Quellen haben falschlich : Summe. — 1, 3 potentiae aliter 
L. — 2, 1 Nostras pius A, Nostras preces N; pios m, piis B f . — 2, 2 
Laetus A. — 2, 3 corda pura ABK n; vielleicht richtig. — 2, 4 perfruantur B. 
— 3, 3 perpeti H m. — 4, 1 Ut quidquid O m. — 4, 2 concidendo L. — 4, 4 
Ditemus f. — Von der Doxologie durchweg nur der Anfaug. — Etwaige 
Varianten aus FIOQR acdegikl sind ubergangen; in S immer nur 
der erste Vers jeder Strophe. — Zu 4, 1 u. 2 cfr. Nocturnhymnus zur feria 
m. 1, 3; fer. IV. 2, 4. 

Im Bdmischen Brevier zeigt dieser Hymnus starke Spuren von der 
Tatigkeit der „Correctoren". Str. 1 ist umgewandelt zu: Summae parens 
clementiae | Mundi regis qui machinam | Unius et substantiae i Trinusque 
personis Deus. — Femer heifst es: 2, 3 sordium. — 3, 2 sq. Flamrais adure 
conffruis | Accincti ut artus excubent. — 4,1 Quicumque ut horas. — 4, 3 
u. 4 umgestellt. — Ferner ist eben dort (seit der Revision im Jahre 1568) 
far das Fest ss. Trinitatis ein Cento als Hymnus ad Matutinum geschaffen, 
bestehend aus Strophe 1 des vorstehenden Hymnus, aber in der Redaktion 
der ^Correctoren", und aus Strophe 2 des bei der vorigen Nummer erwahnten 
Hymnus „Aetema caeli gloria^^ denen die Doxologie „Deo patri sit gloria" 
etc. sich anschliefst. Vgl. die Note zum vorhergehenden Hymnus. 



31. Die Dominica ad Matutinas Laudes. 

Aestate. 

1. Ecce, iam noctis tenaatur umbra, 
Lucis aurora rutilans coruscat; 
Nisibus totis rogitemus omnes 

Cunctipotentem, 

2. Ut Deus nostri miseratus omnem 
Pellat languorem, tribuat salutem 
Donet et patris pietate nobis 

Regna polorum. 

3. Praestet hoc nobis deitas beata 
Patris et nati pariterque sancti 
Spiritus, cuius reboatur omni 

Gloria mundo. 

Pontif. et. Hymn. ms. Anglicum saec. 10. ex. Cod. Vatican. Regin. 338. 
A. — Hymn. ms. Anglo-Saxonicum (Monasticum) saec. 11. in. Cod. Londinen. 
Yesp. D XII. B. — Hymn. ms. Anglo-Saxonicum saec. ^^/ii. Cod. Londinen. 
InL A. -VI. C. — Hymn. ms. Wintoniense saec. 11. Cod. Capit. Dunelmen. 



32 'P&TB I. Hymni antiquissimi saec. V. — ^XI. 

B III 32. D. — CoUectar. et Hyinn. ms. Wintoniense (? Vigomiense) saeft. 
11. Cod. Coll. Corp. Christi Cantabrigien. 391. E. — CoUectar. et Hymn. ms. 
Exoniense (postea Episc. Leofric) saec. 11. Cod. Londinen. Harl. 2961. F. 

Hymn. ms. Farfense saec. '^/ii. Cod. Turicen. Rhen. 91. G. — Brev. 
ms. Farfense saec. 11. Cod. Turicen. Rhen. 82. H. — Psalt. et Hymn. ms. 
Farfense saec. ^®/ii. Cod. Roman. 175 (Farf. 4). 1. — Hymn. ms. Veronense 
saec. '^/ii. Cod. Capit. Veronen. CIX (102). K. — Brev. ms. Montis Amiatini 
saec. '*^/ii. Cod. Casanaten. 1907 (B II 1). L. — Hymn. ms. Severinianum 
saec. '^/ii. Cod. Vatican. 7172. M. — Brev. ms. S. Eutychii Nursini saec. IL 
Cod. Vallicellan. B 79. O. — Brev. ms. S. Sophiae Beneventanae saec. IL 
Cod. Vatican. 4928. P. — Brev. ms. Casinense saec. 11. Cod. Vindobonen. 
1106. Q. 

Hymn. ms. Rhenoviense saec. 10. Cod. Turicen. Rhen. 111. R. — 
Trop. et Hymn. ms. Rhenoviense (? Sangallense) saec. 11. in. Cod. Turicen. 
Rhen. 97. S. — Hymn. ms. Campidunense saec. ^^|ii. Cod. Turicen. Rhen. 
83. T. — Brev. ms. Sangallense saec. ^^/u. Cod. Sangallen. 387. U. — 
Hymn. ms. Sangallense (?) saec. 11. Cod. Berolinen. VIII^ 1. X. — Brev. 
ms. Secoviense (Monial.) saec. ^Vi2. Cod. Graecen. 770. Y. — Brev. ms. 
Secoviense (Monial.) saec. 12. Cod. Graecen. 864. Z. 

Hymn. ms. S. lohannis Laudunensis saec. 10. Cod. Bemen. 455. a. — 
Hymn. ms. Corbeiense saec. 11. Cod. Ambianen. 131. b. — Brev. ms. S. 
Germani Pratensis saec. 11. Cod. Parisin. 11550. c. — Collect. et Hymn. 
ms. Sandionysianum saec. 11. (et 12). Cod. Sangenovefian. 1186. d. — Collect 
et. Hymn. ms. Moissiacense anni ca 1025. Cod. Oxonien. 16923 (d'Orvile 451 

e. — Brev. ms. Strumense saec. 11. ex. Cod. Laurentian. Conv. suppr. 524. 

f. — Grad. etAntiphon. ms.Niveraense saec. 12. Cod. Parisin. Nouv. acq. 1235. g. 

1, 1 tenuatur fehlt Z. — 1, 3 rogitamus R. — 2, 1 Deus noster H^ f g ; 
Deus nosmet a. — 2, 3 et nobis pietate patris BGH^KLS^UZ g. et nobis 
pietate sola CF. — Von der Doxologie durchweg nur 1 — 4 Worte des 
1. Verses; Praesta pater H. — Etwaige Varianten aus EPX b C d e sind 
ubergangen. 

Bau und Stil dieses Sommer-Hymnus zu den Laudes des Sonntags 
lassen bestimmt vermuten, dafs er und der Soramer-Hymnus zur Noctum des 
Sonntags „Nocte surgentes^^ (Nr. 24) den gleichen Verfasser haben; als solchen 
aber Gregor d. Gr. zu nennen, bemht auf Willkiir. 

Das Rdmische Brevier hat diesen Hymnus fur die Sommerzeit „ab Octav. 
Pentecost. usque ad Dominicam proxim. Kal. Octob." beibehalten, aber mit 
deh Andemngen der „Correctoren" : 1, 2 Lux et aurorae. — 1, 3 sq. Supplices 
rerum Dominum canora I Voce precemur. — 2, 1 Ut reos culpae miseratus. 
— 2,2 Pellat angorem. — 2, 3 sq. Donet et nobis bona sempitemae | 
Munera pacis. — 3, 3 sq. Spiritus, cuius resonat per omnem | Gloria mnndum. 

Der Pendant dieses Sonntagshymnus ad Laudes fur die Winterzeit ist: 
„Aeterne rerum conditor^, der als Dichtung des hl. Ambrosius unter 
dessen Hymnen (Anal. Hymn. L, S. 11) mitgeteilt ist. — Auch der Hymnus 
ad Laudes far die Feria H „Splendor patemae gloria^ (Anal. Hymn. L, 11) 
hat Ambrosius zum Verfasser. — Die Laudes-Hymnen fiir die Feria ni., 
IV. u. V. hingegen, des Anfanges „Ales diei nu/ntius^y „Nox et tenebrae 
et nuMla** u. „£ux ecce surgit amea^ (Anal. Hymn. L, 23 sq.) verdanken 
wir Prudentius. — So erubrigen von den Laudeshymnen an den Wochen- 
tagen nur fplgende 2 fur Freitag und Samstag, deren Autor unermittelt bleibt. 

32. Feria sexta ad Matutinas Landes. 

1. Aeterna caeli glorla^ 2. Da dexteram snrgentibos; 
Beata spes mortalinm, Exsnrgat et mens sobria 

Celsi toDantis nnice Flagransqne in landem Dei 

Castaeqne proles virginis, Grates rependat debitas. 



A 2. Hymni de Tempore Commones. — Series II. 33 

3. (&)ortiis refalget lucifer 4. Hanensque nostris sensibns 
Ipsamque lucem nnntiat; Noctem repellat saeculi 

Kadit caligo noctinm. Omnique fine diei 

Lnx sancta nos illoQiinet Purgata servet pectora. 

5. Qoaesita iam primum fides 
Badicet altis sensibas, 
Secunda spes congandeat; 
Tunc maior exstat caritas. 

HTmn. ms. Hlbernicum saec. 9. in. Cod. Paulan. 25. 2. 31. (filas. 
memb. 86). A. — Pontif. et Hymn. ms. Anglicum saec. 10. ex. Cod. Vatican. 
Regin. 338. B. — Hymn. ms. Anglo-Saxonicum (Monasticum) saec- 11. in. Cod. 
Londinen. Vesp. D XII. C. — Hymn. ms. Anglo-Saxonicum saec. ^^/u. Cod. 
Londinen. lul. A VI. D. — Hymn. ms. Wintoniense saec. 11. Cod. Capit. 
Dunelmen. B III 32. E. — Collectar. et Hymn. ras. Wintoniense (? Vifforniense) 
saec. 11. Cod. CoU. Corp. Christi Cantabrigien. 391. F. — Collectar. et 
Hymn. ms. Exoniense (postea Episc. Leofric) saec. 11. Cod. Londinen. 
Harl. 2961. G. 

Hymn. ms. Casinense saec. 10. Cod. Casinen. 506. H. — Hymn. ms. 
Bobiense saec. 10. Cod. Taurinen. G VII 18. I. — Hymn. ms. Beneventanum 
saec. 10. ex. Ood. Vatican. Ottob. 145. K. — Hymn. ms. Farfense saec. ^^/ii. 
Cod. Turicen. Rhen. 91. L. — Brev. m«. Farfense saec. 11. Cod. Turicen. 
Rhen. 82. M. — Hymn. ms. Farfeuse saec. ^®/ii. Cod. Roman. Vitt. Eman. 
175 (Farf. 4). N. — Hymn. ms. Veronense saec '®/ii. Cod. Capit. Veronen. 
CIX (102). O. — Brev. ms. Montis Amiatini saec. *®/ii. Cod. Casanaten. 1907 
(B II 1.) P» — Hymn. ms. Severinianum saec. *®/ii. Cod. Vatican. 7172. Q. 

— Brev. ms. S. Sophiae Beneventanae saec. 11. Cod. Vatican. 4928. K. 

— Brev.' ms. Benedictinum (Italiae septentr. aut Galliae merid.) saec. 10. 
ex. Cod. privat. (Hiersemaun). T. 

Psalt ms. Sangallense (Abbatis Vuolfcoz) saec. 9. Cod. SaDgallen. 20. 
add. saec. 10. U. — Collect et Hymn. ms. S. Martini Trevireiuis sa«c. (9. 
e^ 10. in. Cod. Treviren. 1245 (U18), X. — Collect. m». S. MaximiBi 
Trevirensis saec. 10. Cod. Treviren. 592. Y. — I^ymn. ms. RbeQOviffite 
saec 10. Cod. Turicen. Rhen. 111. Z. — Trop. et Hvmn. mi. Rhenoviense 
(? Sangallense) saec 11. in. Cod. Turicen. Rhen. 97. a. - Hymn. ms. 
Campidunense saec. ^®/ii. Cod. Toricen. Rhen. 83. b. — Brev. m«. 
Sangallense saec. ^^/ii. Cod. Sangallen. 413. c. — Brev. m«. Saagallen«e 
saec '^/ii. Cod. Sangallen. 387. d. — Hymn. ms. Sangallense (V) faec. 11. 
Cod. Berolinen. Vm® 1. e. 

Psalt et Hymn. m«. Marchianense saec (9. et) 10. in. Cod. Uuaceu. 
170. f. — Hymn. ms. Moisaiacense saec 10. Cod. RoMian. VHL 144. g. 

— S[ymn. ms. Corbeiense saec 11. Cod. Ambianen. 131- ll. — hrev, m», 
St. Germani Pratensis saec 14. Cod. Parisin. 11550. i. — Collect et 
Hymn. ms. Sandionysianum saec. 11. (et 12.J Cod. Saagenovefian. 1186. k. 

— Brev. ms. Strumense saec 11. ex. Cod. LAurentian. Omv, •nppr. 524. 1. 

— X entihalt nnr den ersten Vers jeder Strophe; U beginut mit Str. 5, da 
die vorhergehenden Blatter fehlen. 

1, 4 virgines G. — 2, 3 Fra^lan«qne KQ f, Fragran«que OH g; in laiid«; 
CDEKZ a. — 3, 1 ArtoB M. — 3, 2 Sparsamque Incem, »o in allen Quelleit, 
aber offenbar falsch, weil gegen den Abecedar; nutriat Y. - 3, 4 illuminat 
H; Ulnnet (!) N. — 4, 3 finem Y. — 5, 1 pnmo &k» B; fidem M. 5, 2 
Radice L. — 5, 3 Feciuida H gr. — 5, 4 Quo maior HLMNOY a 4 f g 1, 
Qua maior CE6U c, Qnod maior Q, Cum maior B, £t malor Z h; die 
alteste QueUe A nebst K bieten den unfprfinglicben, dem Abecedar ent- 
sprechenden Text; exstet BE*HLMNQZ t^ h g. — A\m Doxohffus, die in 
Blame, Thettari hjmnolagUi Ujmmuriam 3 



34 Pars I. Hymni antiquissimi saec. V. — XI. 

AUY f fehlt, folgt: Deo patri sit gloria etc. , meist nur in den Anfangs- 
worten, BCEGKLMNO a; Praesta pater piissime, ebenfalls durchweg nur in 
den Anfangsworten , in den ubrigen Quellen. — Etwaige Varianten aus 
FIPRT e h i k sind ubergangen. — Dafs im Abecedar ein Buchstabe 
doppelt vorkommt (hier C), ist nichts Befremdliches (man vgl. z. B. Anal. 
Hymn. XXVII, Nr. 6. u. 16); aus 23 Buchstaben liefsen sich nicht 6 vier- 
versige Strophen (= 24 Verse) mit abecedarischem Charakter bilden. 
Vielleicht folgte ursprunglich noch eine 6, Strophe mit den Anfangsbuchstabea 
UXYZ in den einzelnen Versen. 

Das Rdmische Brevier bietet den Hymnus mit folgenden Anderungen: 
1, 3 Summi tonantis. — 2, 3 Flagrans et in. — 3, 2 Praeitque solem nuntius. — 
3, 3 Cadunt tenebrae noctium. — 4, 3 fine temporis. — 5, 2 In corde 
radices agat. — 5,4 Qua maior. — ' Cbei die Verwendung der Str. 2 u. 3 
zu einem Cento vgl. die Anm. zu den Nocturn-Hymnen der Feria VI. u. VU. 



33. Feria septiina ad Matntinas Landes. 

1. Anrora iam spargit polam, 2. Phantasraa noctis decidat, 

Terris dies illabitur, Mentis reatns snbmat, 

Lncis resnltat spicnlnm; Qnidqnid tenebris horrida 

Discedat omne Inbricnm. Nox attnlit cnlpae, cadat, 

8. Ut mane illnd nltimnm, 
Qnod praestolamnr cernni, 
- In Ince nobis eftlnat, 
Dnm hoc canore concrepat. 

A— Z a— I == Quellen des vorhergehenden Hjmnus ^Aeterna cad 
gloria^; aufserdem: Hymn. ms. Toletanum saec. 10. Cod. Matriten. 
Tolet. 1005 (35 — 1). m. — Hymn. ms. Exsiliense saec. 11. Cod. Londinen. 
Add. 30851. n. — X bietet nur den ersten Vers jeder Strophe; FIPRT 
e h i k m n nicht kollationiert. 

1,3 resultans Y, resultet G; speculum AC^SU. — 1, 4 Recedat HK a. 
— 2, 2 reatu M e; r«atum OQ. — 2, 3 Ut quicquid U; horridum in allen 
Quellen aufser in U. — 2, 4 culpa AOU b. — 3, 1 Ut manet M^ e. — 3, 2 
cernuo e. — 3, 3 In fehlt b; Hlucem M; In luc«m alle ubrigen Quellen 
aufser AEGY 1; affluat H. — 3, 4 canora MNU f 1; concrepant N, concrepet 
korrigiert in concrepat KQ. — Als Doxologiey die in AUY fehlt, folgt: Deo 
patri etc. BCEGHLMQ a f ; Praesta pater etc. in den ubrigen Quellen. 

Das BomiscJie Brevier behalt diesen Hymnus bei unter folgenden 
Anderangen: 2, 1 noctis exsulet. — 2, 2 reatus corruat. — 2, 3 horridum. 
3, 1 sq. mane, quod nos ultimum | Hic deprecamur cernui. — 3, 8 Cum 
luce. — 3, 4 Hoc dum canore. 



34. Die Dominica ad Vesperas. 

Lncis creator optime, 2. Qni mane innctnm vesperi 
Lncem diernm proferens, Diem vocari praecipis, 

Primordiis lucis novae Taetmm chaos illabitnr, 

Mnndi parans originem, Andi preces cnm fletibns, 



A 2. Hymni de Tempore Communes. — Series II. 35 

S. Ne mens gravata crimine 4. Caelorum pnlset intimam, 
Yitae sit exsul munere, Vitale toUat praemium. > 

Dnm nil perenne cogitat Yitemns omne noxium, 

Seseque culpis illigat; Purgemus omne pessimum. 

5. Praesta, pater piissime. 

A— I (K fehlt) L— Z a— I = Quellen des Hymnus ^Aet&rna caeli gloria^ 
(Nr. 32) ; aufserdem : Collect. ms. Hibemicum saec. 9. Cod. Capit. Colonien. 
106 (olim Darmstadien. 2106). m. — Hymn. ms. Toletanum saec. 10. Cod. 
Matriten. Tolet. 1005 (35 — 1). n. — X bietet nur den ersten Vers jeder 
Strophe; FIPRT e h i k m n sind nicht koUationiert. 

1, 2 properens H. — 1, 3 Primordia korrigiert in primordiis Y. — . 1, ,4 
parens U; das n aus parans wegradiert M; origine G e. — 2, 1 vespere 
BY. — 2,3 Tetrum cahos U. — 3, 1 gravat a crimine A. — 3, 2 Vitae si 
M. — 3, 3 cogitans O. — 3, 4 adligat B. — 4, 1 Ne lorum pulset L ; [pul] 
set B, weil ein Loch im Folium. — 4, 2 tollet a- — Die Doxoloffie voll- 
standig in O; sonst 1 — 3 erste Worte. — Beachtenswert , dafs 2, 4 gleich- 
lautend ist mit 1, 2 des Fastenhymnus „Audi benigne conditor'', — Titel in 
A: ,,Hymnu8 dominico die ad vesperos.** 

Das Romische Brevier hat den Hymnus beibehalten mit folgen^en 
Anderungen: 2, 3 Illabitnr taetrum chaos. — 4, 1 Caeleste pulset ostium. 

Dieser und die folgenden Hymnen zur Vesper haben zum Gegenstand 
das Sechstagewerk der Schopfung; je ein Hymnus gilt je einem Tage der 
Schopfung. Vorwurf des vorliegenden ist Genesis 1, 1—5. — Fur den 
Samstag fehlt ein Hymnus, der die Sabbatruhe besingt; statt dessen ruckt 
ein Hymnus ein, der nach allen inneren und aufseren Merkmalen nicht zum 
Cyklus pafst ; die Mozaraber hingegen besitzen einen entsprechenden Hymnus 
in „Berum Deus fons omnium*^ (Anal. Hymn. XXVII, 101). — Dafs alle 
Hymnen dieses Cyklus von einem u. demselben Diehter stammen und zwar 
aus der Zeit, als die Vesper aus einem Nacht-O^cium in ein Ta/jf-Officium 
verwandelt war (durch Benedict von Nursia). ist im ^Cursus s. Benedicti^ 
,(Hymn. Beitrage III, S. 77 f.) erortert; willkurlich setzt Mone fur zwei 
dieser Hymnen Gregor den Grofsen als Verfasser an. 



35. Feria seciinda ad Tesperas. 

1. Immense caeli conditor, 3. Infunde nunc, piissirae, 
Qui, mixta ne confanderent, Donum perennis gratiae, 
Aquae fluenta dividens Fraudis novae ne casibus 
Caelnm dedisti limitem, Nos error atterat vetus. 

2. Firmans locnm caelcstibus 4. Lucem fides inveniat, 
Simulque terrae rivulis, Sic Inminis iubar ferat, 
Ut unda flammas temperet, Haec vana cuncta terreat, 
Terrae solnm ne dissipet, Hanc falsa nulla comprimant. 

5. Praesta pater piissime. 

A — I (K u- L fehlen) M - Z a— 1 = Quellen des Hymnus „Aeterna coeli 
gloria^ (Nr. 32); aufserdem: Hymn. m». Toletanum saec. 10. Cod. Matritcn. 
Tolet. 1005 (35—1) m. — X bietet nur den ersten Vers jeder Strbphe; 
FIBT e h i k m sind nicht koUationiert 

3* 



36 Pars I. Hymni antiquissimi saec. V. — XI. 

1, 2 eonfunderet M*. — 1, 4 limite N. — 2, 2 Simulque et Y. — 2, S 
Ut unde G. — 2,4 dissipent BM*NP c. — 3, 3 Fraudis venene (novene g) 
casibus H gp. — ^4, 3 tereat gp, conterat Z. — 4, 4 comprimat HM^Y. — 
Doxologie fehlt U; eew5hnlich nur 1 — 3 erste Worte. 

Das RomiBche Brevier behielt den Hymnus bei mit den iinderungen: 
4, 1 fides adaugeat. — 4, 3 cuncta proterat. 

Vorwurf des Hymnus ist Gtenesis 1, 6 — 10 = zweiter Schopfungstag. 



96. Feria tertia ad Tesperas. 

1. Telltiris ingens conditor, 3. Mentis penistae vulnera 
Mnndi solum qni emens Mnnda yi roris gratiae, 
Palsis aqnae molestiis Ut facta fletn dilnat 
Terram dedisti immobilem, Motasque pravos atterat, 

2. Ut germen aptam proferens, 4. lassis tais obtemperet, 
Falvis decora floribas, Nullis malis adproximet, 
Fecunda fracta sisteret Bonis repleri gaadeat 
Pastamqae gratam redderet, Et mortis actam nesciat. 

5. Praesta pater piissime. 

A — K (L fehlt) M — Z a— 1 = Quellen des Hymnus y^Aetema caeli gloria*' 
(Nr. 32); aufserdem: Hymn. ms. Toletanum saec. 10. Cod. Matriten. Tolet. 
1005 (36 — 1) m. — X bietet nur den ersten Vers jeder Strophe; FIRT e h 
1 k m sind nicht koUationiert. 

1, 2 Mundum U. — 1, 3 Pulsis atque mol. O. — 1, 4 dedisti mobilem 
A, dedisti limitem B. — 2, 1 germen actum C — 2, 3 fructum M; sistere 
Y. — 2,4 Partumque gradum B; reddere Y. — 3, 1 vulnere AY, valneret 
g. — 3, 2 Mundabit roris gratia A, Mundavit roris gratia B(J a b, Mundavit 
roris gratiae g, Mundabit rore gratiae Y, Munda viroris gratia OZ c d f , 
Munda viroris gratiae H, Munda virore gratiae CEGKNPQ 1, Munda virorem 
gratiae M. Die in Vorschlag gebrachte Textgestaltunfi" ist also durch keine 
Quelle direkt bezeugt, diirfte aber die richtige sein. — 3, 3 deluat P f, deleat 
a b g. — 4,2 abproxiraet M. — 4, 4 actus QU a^ b c d. — Doxologie 
fehlt UZ ; eewohnlich nur 1 — 3 erste Worte verzeichnet, 

Das MdnUsche Brevier hat den Hymnus beibehalten mit folgenden 
Anderungen : 1, 1 Telluris alme. — 1,2 qui separans. — 3, 2 Munda virore 
gratiae. — 4/4 mortis ictum. 

Vorwurf des Hymnus ist Genesis 1, 11 — 13 = dritter SchSpfungstag. 



37. Feria quarta ad Tesperas. 

1. Caeli Deus sanctissime, 2. Quarto die qoi fiammeam 
Qtd lacidam centram poli Solis rotam constitaens, 

Gandore pingis igneo Lunae ministrans or^i 

Aagens decori lamina, Yagos recarsas siderttm, 



A 2. Hymni de Tempore Oommunos. — Series 11. 37 

3. Ut noctibas vel lamini 4. Illamina cor hominam, 
Diremptionis terminam Absterge sordes mentiam, 

Primordiis et mensiam Resolve calpae vincalam, 

Signom dares notissimam, £verte moles criminam. 

5. Praesta, pater piissime. 

A — ^K (L fehlt) M— Z a— 1 == Quellen des Hymnus ^Aeterna caeli 
gloria^ (Nr. 32); auTserdem: Hymn. ms. Toletanum saec. 10. Cod. Matriten. 
Toletan. 1005 (35—1. m. — X bietet nur den ersten Vers Jeder Strophe; 
FIPRT e h i k m sind nicht koUationiert. 

1, 3 pin^is a. — 1,4 decora lumina EG, decoris lumine E, decorem 
lumine Q, decorem lumini MN, decorem luminis H, decore lumine C, decori 
lumine Y, decoro lumine DOUZ abfgl. — 2, 1 Quarta C; diei Q. — 
2, 3 Lunam a* b; ministras BE^; ordinem C^E^GKMOQYZ, ordine C«; — 
2, 4 Vago recursu gr. — 3, 1 luminis ACHKMOQY a L — 3, 2 Directionis 
M, Direptionis alle ubrigen Quellen, aufser CDEGU. — 3,4 sqq. feblen U, 
da mehrere Blatter entfernt sind. — 3, 4 daret BCDEGKY f, dare HNO 1; 
noctissimum L — 4, 1 bominis H. — 4, 4 creminum A. — Dozologie : meist 
nur 1 — 3 Worte des Anfanges. 

Das Romische Brevier bat den Hjmnus beibehalten mit folgenden 
Korrekturen: 1, 2 lucidas mundi plagas. — 1| 4 decoro lumine. — 2, 2 
Dnm solis accendis rotam. — 2, o ministras ordinem. — 2, 4 Vagosque 
«ursus. — 4, 1 Expelle noctem cordium. 

Vorwurf des Hymnus ist Genesis 1, 14—19 = vierter Scbopfungstag. 



38, Feria quinta ad Yesperas. 

1. Magnae Dens potentiae, 3. Largire cnnctis servolis, 

Qui ex aqois ortom genus Qoos mnndat nnda sanguinis, 

Partim remittis gurgiti, Nescire lapsum criminum 

Partim levas in aera, Nec ferre mortis taedium, 

2. Dimersa lymphis imprimeus, 4. Ut culpa nuUum deprimat, 
Subvecta caelis irrogans, Nullum levet iactantia, 

Ut stirpe una prodita Elisa mens ne concidat, 

Diversa rapiant loca, Elata mens ne corruat. 

5. Praesta, pater piissime. 

A— K (L feblt) M— T (U feblt) X— Z a-1 =« Quellen des Hymnus 
^Aeterna caeli gloria^ (Nr. 32); aufserdem: Hymn. ms. Toletanum saec. 10. 
Cod. Matriten. Tolet 1005 (35 — 1). m. — X bietet nur den ersten Vers jeder 
8trophe; FIPRT e h i k m sind nicht kollationiert. 

1, 1 In vielen Quellen die Scbreibweise : Ma^e ; (cfr. Nr. 30. Str. 1, 1 : 
Siunme statt Summae). — 1, 2 Qui es M. — 1, 3 Partem A; gurgitis a. — 
1, 4 Partem A, levans KOQ 1; in aere AY. ~ 2, 1 imprimis G. — 2, 2 
Sobiecta f; caelo O g; irrogas Q. — 3, 3 lapsus CKM*NO a d f g, 
lapsis D; criminis b. — 4, 1 deprimet G, comprimat a. — 4, 2 levat Y b. 
— 4, 3 nec concidat a 1. — 4, 4 nec corruat AQ g. — Doxologie fehlt Z; 
sonst durchweg 1 — 3 Anfangsworte. 



38 F&TS I. Hymni antiqaissimi saec. V. — XI. 

Das Bomische Brevier hat den Hjmnus beibehalten mit folgenden 
Eorrektaren : 1 , 2 Qui fertili natos aqua. — 1,3 relinquis gurgiti. — 2, 1 
Demersa. — 2, 2 caelis erigens. — 2,3 stirpe ab una. — 2, 4 repleant 
loca. — 3, 3 lapsus. — 4, 2 Nullum efferat. 

Yorwurf des Hymnus ist Genesis 1, 20 — 23 = funfter Schopfungstag. 



39« Feria sexta ad Yesperas. 

1. Plasmator homiuis, Deas, 3. Repelle a servis tais, 

Qui cancta solas ordiuans Qaidqaid per immanditiam 

Hamam iabes prodacere Aat moribos se saggerit 

Reptantis et ferae genas; % Aat actibas se interserit. 

2. Qai magna reram corpora, 4. Da gaadioram praemia, 
Dicta iabentis vivida, Da gratiaram manera, 
Ut serviant per ordinem, Dissolve litis vincala, 
Sabdens dedisti homini, Adstringe pacis foedera. 

5. Praesta, pater piissime. 

A — T (U fehlt) X — Z a— 1 = Quellen des Hymnus „Aetexna caeli 
gloria^ (Nr. 32), aufserdem: Hymn. ms. Toletanum saec. 10. Cod. Matriten. 
Tolet. 1005 (35 — 1 m. — X bietet nur den ersten Vers jeder Strophe; 
FIPRT e h i k m sind nicht koUationiert. 

1, 2 cunctas 1; solis ordinans g. — 1, 3 Unum iubes Y; inbens O. — 

1, 4 et ferre MOQY, Reptantis efferre H. — 2, 2 dictum M; iuuentis H. — 

2, 3 per hordinem g. — 2,4 hominem O 1. — 3, 2 immunditia 1. — 3, 3 
Statt „moribus" mochte man „mentibus" vermuten; se snbderit O. — 4, 4 
Abstringe ALMNO a f . — Doxologie durchweg 1 — 3 Anfangsworte. 

Das Bomische Brevier hat den Hymnus beibehalten mit folgenden 
Korrekturen: 1, 1 Hominis superne conditor. — 2, 1 Et magna. — 2, 3 sq. 
Per temporum certas vices ] Obtemperare servulis. — 3, 1 sp. Bepelle, quod 
cupidinis | Ciente vi nos impetit. 

Vorwurf des Hymnus ist Genesis 1 , 24 — 31 = sechster Schopfongstag. 



40, Feria septima ad Vesperas. 

1. lux, beata trinitas 2. Te mane laudum carmine, 
Et principalis unitas, Te deprecemur vespere, 

lam sol recedit igneus, Te nostra supplex gloria 

Infunde lumen cordibns. Per cuncta laudet saecula. 

A— C (D fehlt) E— N (P fehlt) Q— T (UXY fehlen) Z a b (c fehlt) d e 
f g h i (k fehlt) 1 = Quellen des Hymnus „Aeterna caeli gloria^ (Nr. 32) ; 
aufserdem: Hymn. ms. Toletanum saec. 10. Cod. Matriten. Tolet 1005 
(35 — 1) m. — Rit. ms. Dunelmense saec. 9. 10. 11. Cod. Capit. Dunelmen. 
A IV 19. add. saec. 10. ex. n — FIRT e h i n nicht koUationiert. 

1, 4 lumen sensibus O b. — 2, 1 mane laudant B a^, laudent E a'; 
carmina BLMZ^ a b 1. — 2, 2 depreeamur BHKLMN (in X korrigiert aus 



A 2. Hymni de Tempore Communes. — Series II. 39 

^deprecemur'^) Z a b , praedicamus m ; vesperi EL g l, — 2, 4 laudes KM, 
laudent E^ d. — Als Doxologie, die in AHZ m fehlt, folgt: Deo patri sit 
gloria etc. und zwar vollstandig in EO a d, sonst die ersten Anfangsworte ; 
statt dessen in Q und g: 

Sit tibi virtus, gloria | Deo patri que filio. 
Sancto simul paraclito | In sempiterna saecula. 

Nach Strophe 1 schieben CL u. Q (u. zwar C ohne die den anderen 
Strophen dort eingefagten Glossen) die folgende Strophe ein: 

lam noctis tempus advenit, | Noctem quietam tribue, 
Diluculo nos respice, | Salvator unigenite. 

In b folgen nach Str. 2 noch zwei weitere, die als spatere Zutat er- 
kenntlich sind: 

Nos angelorum gloriam, Laudemus, almas virgines 

Apostolorum gratiam In mente sacratissimas, 

Et martyrum certamina Quod virgo Christum gigneret 

Ac confitentum praemia Mundoque vitam redderet. 

Beim Hymnus „Lucis creator optime^ (Nr. 34) wurde bereits bemerkt, 
dafs vorstehender Hymnus nicht zum ubrigen eiuheitlich und gleichmafsig 
^ebauteu Cyklus der Vesperhymnen pafst. Schon der Umstand, dafs er nicht 
constant in allen Quellen, welche die anderen Vesperhymnen enthalten, und 
nicht mit gleicher Verwendung vorkommt, bekunden dieses. Im iibrigen 
vgl. man betreffs seiner Schicksale im Mozarabischen Anal. Hymn. XXVII, 
Nr. 17, u. S. 43 f. — Im Hymn. ms. S. Martini Trevirensis saec. 10. Cod. 
Treviren. 1245 (1418) fehlt dieser Vesperhymnus und wird vertreten durch 
seinen Pendant far die Winterzeit^ namlich den Sstrophigen Hymnus des 
hl. Ambrosius „Deus creator omnium^ (Anal. Hymn. L; 13). — Unsere 
alteste Hymnenquelle , namlich A, bezeichnet den vorstehenden Hymnus als 
^Mymnus ad vesperos^ aber mit dem Zusatz: „die dominico^ -, eben dort 
heifst es beim Hymnus „Deus creator omnium^ : „Sabbato ad vesperos^ 
also bei letzterem gerade so, wie im erwahnten Cod. Treviren. 1245. Dabei 
ist jedoch zu beachten, dafs der Hymnus „Lucis creator optime" in A als 
„Hymnu>8 dominico die ad vesperos^ bezeichnet ist. Dieses ist offenbar 
seine richtige Bestimmung. Die Angabe zum vorstehenden Hymnus als „ad 
vesperos die dominico" durfte somit ein Irrtum sein und mufs richtig ge- 
stellt werden durch „die sabbato", fiir welchen Tag es zwei Vesperhymnen 
gab: Einen kurzen „0 lux beata trinitas*^ im Sommer, und einen langeren 
jyDeus creaior omnium^ im Winter. Im Cod. Ambianen. 131 saec. 11. folgen 
beide unmittelbar nach einander. — CEG betiteln diesen Hymnus als ^iw- 
vocatio ad s. Trinitatem^, Ahnlich ist er in d verwendet fiir ^Domvnica 
de s, trinitate ad vesp,^; aber ein zweites Mal kehrt er dort wieder unter 
den Ferialhymnen ohne nahere Angabe. 

Im ROmischen Brevier ist der 3. Vers der 1. Strophe an den Anfang 
geruckt, und so heginnt dort der Vesperhymnus zum Samstag: 

lam sol recedit igneus; 
Tu, lux perennis, unitas, 
Nostris, beata trinitas, 
Infunde lumen cordibus. 

Von der 2. Strophe blieben, abgesehen von „deprecamur", nur Vers 1 
u. 2 unverandert, nach denen es heifst : Digneris, ut te supplices | Laudemus 
inter caelites. Darauf bildet den Abschlufs die Doxologie: Patri simulque 
filio I Tibique, sancte spiritus, | Sicut fuit, sit ingiter | Saeclum per onme 



40 Fatb I. Hymni antiquissimi saec. V. — ^XI. 

gloria. — Eben dieser von den ^Korrectoren" so umgeformte Hymnas dient 
im Brev. Romanum noch jetzt auch als Vesperhymnus fiir das Trinitcuifegty 
wobei in 1, 4 statt ^lumen*' die Lesart ^amorem^ als besser befiinden wnrde. 



41. Ad Primftm. 

1. lam lacis orto sidere 3. Sint pnra cordis intima, 
Deom precemur sapplices, Absistat et vecordia, 

Ut in diarnis actibas Carnis terat snperbiam 

Nos servet a nocentibas. Potos cibique parcitas, 

2. Lingaam refrenans temperet, 4. Ut, cam dies abcesserit 
Ne litis horror insonet, Noctemque sors reduxerit, 
Yisum fovendo contegat, Mandi per abstinentiam 
Ne vanitates baariat; Ipsi canamus gloriam. 

^. Deo patri sit gloria 
Eiosque soli filio 
Com spirito paraclito 
Et nonc et in perpetoom. 

Hymn. ms. Hibernicum saec. 9. in. Cod. Paulan. 25. 2. 81. (Blas. memb. 
86.) A. — Collect. ms. Hibemicum saec. 9. Cod. Capit. Colonien. 
106. B. — Pontif. et Hymn. ms. Anglicum saec. 10. ex. Cod. Vatic. 
Regin. 388. C. — Hymn. ms. Anglo-Saxonicum (Monasticum) saec. 11. 
in. Cod. Lovdinen. Vesp. D XII. D. — Hymn. ms. Anglo-Saxonicum 
saec. ^®/ii. Cod. Londinen. lul. A VI. (Ist Paraphrase) E. — Hymn. ms. 
Wintoniense saec. 11. Cod. Capit. Dunelmen. B III 82. F. — CoUectar. et 
Hymn. ms. Wintoniense ( Vigomiense ?) saec. 11. Cod. Coll. Corp. Christi 
Cantabrigien. 891. G. — Collectar. et Hymn. ms. Exoniense (postea Episc. 
Leofric) saec. 11. Cod. Londinen. Harl. 2961. H. — Rit. ms. Dunelmense 
saec. 9. 10. 11. Cod. Capit. Dunelmen. A IV 19. add. saec. 10. ex. (nicht 
verglichen). 

Psalt. et Hymn. ms. Ambrosianum saec. 10. Cod. Vatican. 83. I. — 
Psalt. et Hymn. ms. Ambrosianum saec. 10. Clm. Monacen. 848. K. — 
Hymn. ms. Casinense saec. 10. Cod. Casinen. 506. L. — Brev. ms. Casinense 
saec. IL Cod. Vindobonen. 1106. M. — Hymn. ms. Bobiense saec. 10. 
Cod. Taurinen. G VII 18. N. — Hymn. ms. Farfense saec. '**/ii. Cod. 
Turicen. Rhen. 91. O. — Brev. ms. Farfense saec. 11. Cod. Turicen. Rhen. 
82. P. — Psalt. et Hymn. ms. Farfense saec. ^®/ii. Cod. Roman. Vitt. Eman. 
175 (Farf. 4). Q. — Hymn. ms. Veronense saec. '^/u. Cod. Capit. Veronen. 
CIX (102). R. — Brev. ms. Montis Amiatini saec. *®/ii. Cod. Casanaten. 
1907 (B II 1). S. — Hymn. ms. Severiniannm saec. ^^/ii. Cod. Vatican. 
7172. T. — Brev. ms. S. Sofiae Beneventanae saec. 11. Cod. Vatican. 4928. 
U. — Psalt. et Hymn. ms. S. lacobi de Pontida saec. 11. Cod. Vatican. 82. 
X. — Brev. ms. Benedictinum (Italiae septentr. aut Galliae merid.) saec. 10. 
ex. Cod. privat. (Hiersemann). Z. 

Collect. et Hymn. ms. ^. Martini Trevirensis saec. (9. et) 10. in. Cod. 
Treviren. 1245 (1418). a. — Collect. ras. S. Maximini Trevirensis saec. 10. 
Cod. Treviren. 592 (1404). b — Rit. et Hymn. ms. Scheftlariense saec 10. Clm. 
Monacen. 17027. c. — Hymn. ms. Rhenoviense saec. 10. Cod. Turicen. 
Rhen. 111. d. — Trop. et Hymn. ms. Rhenoviense ( ? Sangallense) saec 11. 
in. Cod. Turicen. Rhen. 97. e. — Hymn. ms. Campidunense saec. **/ii. 



A 2. Hjmni de Tempore Communes. — Series. n. 41 

Cod. Turicen. Ehen. 83. f. — Brev. ms. Sangallense saec. *^/n. Cod. 
Sangallen. 413. g^. — Brev. ms. Sangallense saec. *^/ii. Cod. Sangallen. 
387. h. — Hymn. ms. Sangallense (?) saec. 11. Cod. Berolinen. VXH^ 1. i. 

Collect. et Hymn. ms. Moissiacense anni ca. 1025. Cod. Oxonien. Bodl. 
16923 (d'Orvile 45). k. — Hymn ms. Corbeiense saec. 11. Cod. Ambianen. 
131. 1. — Brev. ms. S. Germani Pratensis saec. 11. Cod. Parisin. 11550. 
m. — Collect. et Hymn. ms. Sandionysianum saec. 11. (et 12.) Cod. 
Sangenovefian. 1186. n. — Brev. ms. Strumense saec. 11. Cod. Laurentian. 
Conv. suppr. 524. o. 

a bietet nur den ersten Vers jeder Strophe; BGNTUZ i sind nicht 
koUationiert. 

2, 1 refrenens Q. — 2,4 vanitatem LPQ, vanitatis b; auriat b O. — 
3, 2 Abscedat A. — 3, 3 superbia F. — 4, 3 abstinentia o. — 4, 4 gloria 
O. — Beigefiigt sei, dafs im Antiphon. ms. Nivemense saec. 12. (Cod. 
Parisin. Nouv. acq. 1235) u. im Brev. ms. Coronense saec. 14. (Cod. Vatican. 
4757) in 4, 2 es heifst: Noctemque sol reduxerit. — Von der Doxologie stets 
nur die Anfangsworte, meist blofs: Deo patri. — 

Aufschrift in A lautet : „Hymnus ad primam horam" ; in C : „Hymnus 
ad Primam"; in N: „Hymnum ad primam tempore (!)." 

Im Bdmisch^n Brevier ist der Hymnus unverandert beibehalten worden. 



42. Ad Primam. 

1. Christe, caelorum conditor, 2. Hora prima [nosj psallimus, 

Dens dominator omnium, Laudes Deo referimus, 

Placabilis nos aspice Qui caecam noctem vicimus, 

Precantes tuos famulos. Christum regem requirimus. 

3. Gloria [sit] tibi, pater, 
Gloria unigenito 
Una cum sancto spiritu 
In sempiterna saecula. 

Psalt. et Hymn. ms. S. lacobi de Pontida saec. 11. Cod. Vatican. 82. 
— Vielleicht entspricht die Erganzung einer Silbe in 2, 1 und 3, 1 nicht 
dem Originalliede ; vgl. den gleichen Mangel einer Silbe u. a. im Hymnen- 
anfange: Christe caeli Domine (Nr. 10). — Cberschrift: „Item aliut" (!); vor- 
aus geht ^Hymnum ad Primam" : lam lucis orto sidere. Vielleicht ist dieser 
Hymnus (als ein kurzerer) fur die Sotnmerzeit berechnet gewesen. 

Die gewShnlichen Hymnen fiir Terz, Seoct u. Non, welchen hier ein 
Platz anzuweisen ware (N^unc sancte nobis spiritus-, Bector potens verax 
Deus; Berum Deus tenax vigorjf sind als — allerdings sehr fragliche — 
Hymnen des hl. Amhrosius im 6d. L bei den Dichtungen dieses Mailander 
Bischofes schon aus hinreichend vielen alten Quellen mitgeteilt, weshalb ich 
sie hier ubergehe. 

43« Ad Sextam. 

1. Bis temas horas explicans 2. Nos ergo nunc, confamuli, 
Diei sol ingreditur, Prophetae dicti memores 

Ut sex idemque transigat, Solvamus ora in canticis 

In noctis claudat aditu. Prece mixta Davidicis, 



42 F&TS I, Hymni antiquissimi saeculi. V. — XI. 

3. Ut septies diem vere 6. Cujus vox haec promeruit, 
Orantes cum psalterio Ut diceret idem Deo: 
Laudesque cantantes Deo Orabo mente Dominnm, 
Laeti solvamus debitum. . Orabo simul spiritu. 

4. Sic enim Christi gratia 7. Ne vox sola Deo canat, 
Peccantibus dat veniam, Sensusque noster alibi 
Saepeque confitentibus Ductus aberret fluctuans 
Non aderit mors impia. Yanis praeventus casibns. 

5. Memento non desit tamen 8. Tunc enim Deo accepta est 
Orantibus, servi Dei, Oratio canentium, 

Quod Pauli vox apostoli Si pura mens idem gerat, 

Servandum praedixit uobis; Quod explicat vox cantici. 

Psalter. et Hymnar. ms. S. lacobi de Pontida saec. 11. Cod. Vatican. 
82. — Cberschrift: „Item aliut"(!); voraus geht: „Hymnum ad sexta: Bedor 
potens verax Deus,^ — 1, 4 aditum. — 5, 1 Momente (!). — 5, 2 Die 
Hs. hat „servi", nicht „servis", wie Thomasius und seine Nachfolger glauben 
lassen; die direkte Anrede „servi Dei" entspricht ganz dem „confamuli" in 
2, 1. — 8, 1 Hunc; 1. vielleicht „Tunc enim accepta est Deo". — Warum 
Ambivsius nicht als Verfasser dieses Hymnus in Frage kommen kann trotz 
des Zeugnisses Cassiodors, sehe man bei Dreves, Aurelius Ambrosius, S. 42. 
Daselbst ist jedoch irrig bemerkt, dafs die Kegel Aurelians von Arles diesen 
Hymnus kenne. 



44. Ad Completorinm. 

I. Te lucis ante terminum, 2. Procul recedant somnia 
Rerum creator, poscimus, Et noctium phantasmata, 

Ut solita clementia Hostemque nostrum coroprime, 

Sis praesul ad custodiam. Ne polluantur corpora. 

3. Praesta, pater omnipotens, 
Per lesum Christum Dominum, 
Qui tecum in perpetuum 
Regnat cum sancto spiritu. 

Hymn. ms. Hibernicum saec. 9. in. Cod. Paulan. 25. 2. 31 (Blas. memb. 
86). A. — CoUect. ms. Hibernicum saec. 9. Cod. Capit. Colonien. 106. B. 
— Psalt. et Hymn. ms. Anglicum saec. 10. ex. Cod. Vatican. Regin. 388. 
C. — Psalt. et Hymn. ms. Cantuariense (?) saec. *°/ii. Cod. Londinen. Add. 
37 517. D. — Hymn. ms. Anglosaxonicum saec. *°/ii. Cod. Londinen. lul. 
A VI. (Paraphrase). E. — Hymn. ms. Anglosaxonicum (Monasticum) saec. 

II. in. Cod. Londinen. Vesp. D XII. F. — Collectar. et Hymn. ms. Exoniense 
(postea Episc. Leofric) saec. 11. Cod. Londinen. Harl. 2961. G. — Hymn. 
ms. Wintoniense saec. 11. Cod. Capit. Dunelmen. B HI 32. H. — CoUectar. 
et Hymn. ms. Wintoniense (? Vigorniense) saec. 11, Cod. Coll. Corp. Christi 
Cantabrigien. 391 I. — Bit. ms. Dunelmense saec. 9. 10. 11. Cod. Capit 
Dunelmen. A IV 19. add. saec. 10. ex. 

^j Psalt. et Hymn. ms Ambrosianum saec. 10. Cod. Vatican. 83. K. — 



A 2. HTinni de Tempore Communes. — Seiies. II. 43 

Psalt et Hymn. ms. Ambrosianum saec. 10. Olm. Monacen. S43. L. — 
Hymn. ms. Casinense saec 10. Cod. Casinen. 506. M. — Brev. ms. Casinense 
saec 11. Cod- Vindobonen. 1106. N. — Hymn. ms. Bobiense saec 10. Cod. 
Taurinen. G VH 18. O — Psalt et Hymn. ms. Farfense saec ^®/n. Cod. 
Roman. Vitt' Eman. 175 (Farf. 4). P. — Hymn. ms. Farfense saec *^/n. 
Cod. Turicen. Rhen. 91. Q. — Brev. ms. Farfense saec 11. Cod. Twricon. 
Khen. 82. R. — Hymn. ms. Veronense saec *®/ii. Cod. Capit Veronen. 
CIX (102). S. — Brev. ms. Montis Amiatini saec *^/ii. Cod. Casanatou. 
1907 (B H 1). T. — Hymn. ms. Severinianum saec ><>/n. Cod. Vatican. 
7172. U. — Brev. ms. S. Sofiae Beneventanae saec 11. Cod. Vatican. 4928. 
X. — Psalt et Hymn. ms. S. lacobi de Poutida saec. 11. Cod. Vatican. 82. 
Y. — ; Brev. ms. Vallis Travagliae saec. 11. Cod. Capit. Mediolanen. 155. 
Z. — Brev. ms. S. Eutychii Nursiui saec. 11. Cod. Vallicellan. B 79. a. — 
Brev. ms. Benedictinum (Italiae septentr. aut Galliae merid.) saec. 10. ex. Cod. 
privat (Hiersemann). b. 

Tract ms. Erchamberti super Donatum (Frisingen.) saec ^/lo. Clm. 
Monacen. 6414. add. saec. 10. C. — Rit. et Hymn. ms. Scheftlarieuse saec 
10. Clm. Monacen. 17 027. d. — Hymn. ms. Campiduuense saec '°/n. Cod. 
Turicen. Rhen. 83, e. — Brev. ms. Sangallense saec **^/ii. Cod. Sangallen. 
387. f. — Trop. et Hymn. ms. Rhenoviense (? Sangallense) saec. 11. in. 
Cod. Turicen. ;^en. 97. g. — Hymn. ms. Sangallense (?) saec 11. Cod. 
Berolinen. theol. V1I1<^ 1. h. — 

Psalt et Hymn. ms. Marchianense saec (9. et) 10. in. Cod. Duacen. 
170. 1. — Hymn. ms. Corbeiense saec 11. Cod. Ambianen. 131. k. — Brev, 
ms. S. Germani Pratensis saec. 11. Cod. Parisin. 11550 1. — Colloct. ms. 
Sandionysianum saec. 11. (et 12.) Cod. Sangenovefian. 1186. m. — Hrev. 
ms. Strumense saec 11. ex. Cod. Laurentian. Conv. suppr. 524. n. — Diurn, 
ms. Toletanum saec ®/io. Cod. Toletan. 33 — 3. 0. — Hymn. ras. Toletanum. 
saec 10. Cod. Matriten. Tolet 1005 (35 — 1). p. — Brov. ms. Hinpanicum 
saec iVi2. Cod. Londinen. Add. 30848. q. — DOTX h k 1 m q sind nicht 
kollationiert. 

1, 2 possimus S. — 1, 3 Tu solita C. — 1, 4 ad ist ausradiert M; 
praesula custodia Z, ad custodia Q. (Von Interesse durfte sein, daf» die im 
jetzigen Romischen Breviere gebrauchliche Lesart „Sis praesul et cuRtodia^ 
bereits im Grad. et Antiphon. ms. Nivemense saec 12. Cod. Parisin. Nouv. 
acq. 1285 sich vorfindet Im Brev. ms. Coronense saec 14. Cod. Vatican. 
4757 heifst es statt dessen „Si8 pra^sens ac custodia^), — Die Doxologie 
mehrmals nur in den Anfangsworten ausgefuhrt, wie in MR 6 g ; meist aber 
vollstandig. 

Im Antiphon. ms. S. Petri in Vaticano (Cod. Archivii 8. Petri H 79j, da» 
gewohnlich ins 12. Jahrh. gesetzt wird, aber nach Bannister's Hcbatzung 
eher in den Anfang des 13. Jahrh. verwiesen werden mufs, isl als einziger 
Hymnus der vorstehende Fol. 48 mitgeteilt u. zwar «amt Doxologie ohne 
jede Abweichung von obigem Texte. — Als Autor, der unbekannt, kann 
Ambrosius unmdglich gelten. 

Das Romische Sretier hat diesen Hymnns beibebalten mit den 
Korrektnren: 1, 3 Ut pro tua clementia. — 1, 4 Bis praesnl et cwitodia. — 
Die Doxolog^e ist dort die gewdhnliche : Praesta pater piissime | Patrique etc 
(wie bei Nr. 23 n. ff.) 



4». Ad CompletoriinD. 

lesii, redemptor saecali, 2. Tu fabricator omniam 
Verbnm patris altissimi, Discretor atque temporom, 

Lox locis ioTisibilis, Fessa lakire rorpora 

Custos toomm penrigi], Xoctis qoiete recrea* 



44 JPars I- Hymni antiquissimi saec. V. — XI. 

8. Te deprecamur supplices, 4. Ut, dum gravi ia corpore 
Ut nos ab hoste liberes, Brevi manemus tempore, 

Ne valeat seducere Sic caro nostra dormiat, 

Tuo redemptos sanguine, Ut mens soporem nesciat. 

5. Sit, Christe, rex piissime, 
Tibi patrique gloria 
Cum spiritu paraclito 
Et nunc et in perpetuum. 

Rit. et Hymn. ms. Scheftlariense saec. 10. Clm. Monacen. 17027. A. — 
Martyrol. et Collectar. ms. S. Mariae Frisingensis saec. 10. Clm. Monacen. 
27305. B. — Trop. et Hymn. ms. Rhenoviense (? Sangallense) saec. 11. in. 
Cod. Turicen. Rhen. 97. C. — Hymn. ms. Sangallense (?) saec. 11. Cod. 
Berolinen. VIIP 1. D. — Hymn. ms. Bohiense saec. 11. Cod. Yatican. 
5770. E. — Hymn. ms. Veronense saec. *®/ii. Cod. Capit. Veronen. CIX 
(102). F. — Psalt ms. Veronense saec. 12. ex. Cod. Capit. Veronen. CVni 
(101). G. — CoUectar. et Hymn. ms. Exoniense (postea Episc. Leofric) saec 
11. Cod. Londinen. Harl. 2961. H. — Grad. et Antiphon. ms. Nivemense 
saec. 12. Cod. Parisin. Nouv. acq. 1235. I. — Offic. et Vita ms. S. Barbarae 
(Caelftstinor. Ambianensium) saec. 15. Cod. priv. (L. Rosenthal). K. — 
Brev. ms. Hispanicum saec. *Vi2. Cod. Londinen. Add. 30848. L. 

1, 1 lesu salvator GI. — 2, 3 laborum E. — 2, 4 recreas C. — Str. 3 
u. 4 umgestellt E. — 3,3 Nec. E. — 3, 4 Tuos K. — 4, 4 mens in te 
pervigilet I, in Christo vig^let K. — 4, 1 ist wohl Anlehnung an 6, 2 des 
Hymnus ^Lhriste qui lux es et dies^ (Nr. 22); zu 4, 3 sq. vgl. Nr. 19, Str. 5, 
3 sq. l beniitzt den Hymnus fiir die Complet der Osterzeit; daher in I nach 
Str. 4 die Strophe: Quaesumus, auctor omnium | In hoc paschali etc; und die 
Doxologie: Gloria tibi Domine | Qui surrexisti a mortuis etc. — A u. B haben 
die gewohnliche Doxologie : Praesta pater piissime | Patrique compar etc. — 
K hingegen wendet den Hymnus auf die hl. Barhara an und hat die 
Doxologie : 

Praesta, lesu piissime, | Mundi redemptor inclite, 
Ut Barbarae suffragiis ( Caeli fruamur gaudiis. 

A ist ohne Titel; B: „Hymnu8 ad completorium omnibus noctihuS'^ C: 
„item" = „in adventu Domini". — In Anal. Hymn. XXX, 177 ist ein 
Officium Defunctorum mitgeteilt, in dem der Hyuinus ad Vesperas die zwei 
ersten Strophen dem vorstehenden Hymnus eutlehnt hat unter Anderungen von 
2, 3 sq. zu: Fessas labore recipe | Tua pietate animas. Damit ist zu vergl. 
der Hymnus gleichen Anfanges bei Mone I, 399. 

Der Hymnus lebte fort bis ins 16. Jahrhundert in vielen gednickten 
Brevieren; cfr. Chevalier, Rep. Hymn. Nr. 9649 u. 9680. 



46. Ad Completorinm. 

1. Salvator mundi, Domine, 2. Adesto nunc propitins 
Qui nos salvasti hodie, £t parce supplicantibns, 

In hac nocte nos protege Tu dele nostra crimina^ 

Et salva omni tempore. Tu tenebras illumina, 



A 2. Hymni de Tempore Communes. — Series. II. 45 

3. Ne mentem somnus opprimat, 4. Te, reformator sensuum, 

Nec hostis nos subripiat, Votis precamur cordium, 

Nec ullis caro, petimus, Ut puri castis mentibus 

Commaculetur sordibus. Surgamus a cubilibus. 

5. Gloria tibi Domine. 

Brev. ms. Baiocense saec. 13. Cod. Capit. Baioceiu 73. A. — Brev. ms. 
Baiocense saec. 14. Cod. Capit. Baiooen. 75. B. — Brev. ms. SoUemniacense 
saec. 13. Cod. Londinen. Harl. 2928. C. — Brev. ms. Constantiense (?) saec. 
15. Cod. Friburgen. Brisgov. 435 (olim 56). D. — Off. et Vita ms. S. Barbarae 
(Caelestinorum Ambianensium) saec. 15. Privatbesitz (L. Kosentbal). E. — 
2, 2 Et prece B. — 3, 1 mentem son^ns D. — 3, 2 Vel hostis B. — 3, 4 
Cum maculetur D. -^ Die Doxologie lautet in D : Sit laus, perennis glona | 
Deo patri cum filio | Sancto simul paraclito | In sempitema saecula; in E, 
wo dieser Complethymnus auf die hl. Barbara angewandt wird: ^Praesta 
lesu piissime | Mundi redemptor inclite | Ut Barbarae suffragirs | Caeli 
fruamur gaudiis'*. Diese Doxologie wahrt den einsilbigen Beim, wie er in 
den anderen Strophen sich zeigt. — Obenstehende Doxologie kann fortgesetzt 
werden mit „Qni natus es de virgine^ (Weihnachten), oder „Qui surrexisti a 
mortuis (Ostem); in D ist der Hymnus far den Advent bestimmt. Der litur- 
gische Gebrauch wechselt sehr in den vielen gedrackten, vorwiegend franzo- 
sischen Brevieren (zitiert bei Chevalier, Rep. Hymn. Nr. 17808). 

Mane (I, S. 47 f.) meint, dafs man den Hymnus „in das sechste oder 
siebente Jahrhundert setzen darf'. Die Quellen, aus denen er sich schopfen 
lafst, sprechen nicht fnr diese Meinung; auch die Art des Reimes lafst kaum 
uber das 10. Jahrh. zuruckgreifen , wenn wir uberhaupt in so alte Zeit 
hinau%ehen diirfen. Die Heimstatte ist nach den Quellen und der liturg. 
Verbreitung zu schliefsen, wohl Frankreich. Die Str. 3 ist sichtlich eine 
Umdichtung der Str. 4 des Hymnus „Christe qui lux es et dies.^ 



B. Hymni de Tempore Proprii. 



47. In AdTentn Domini. 

AdVesperas. 

1. Conditor alme sidemm, 4. Coios forti potentiae 
Aetema Inx credentiam, Genn corvantnr omnia, 
Christe, redemptor omnium, Caelestia, terrestria 
Exaodi preces sopplicom. Noto fatentor sobdita; 

2. Qoi condolens interito 5. Occasom sol costodiens, 
Mortis perire saecolom Lona pallorem retinens, 
Salvasti mondom langoidom, Candor in astris relocens 
Donans reis remediom, Certos ob$ervaut limites. 

8. Vergente mondi vespere 6. Te deprecamor, hagie, 
Uti sponsos de thalamo Ventore iodex saecoli, 

£gressos honestissima Couserva nos in tempore 

Virginis matris claosola. Hostis a telo perfidi. 

7. Laos, honor, virtos, gloria 
Deo patri com filio 
Una com sancto spirito 
In sempitema saecola. 

Pontif. et Hymn. ms. Anglicum saec. 10. ex. Cod. Vatican. Kegin. 338. 
A. — Hymn. ms. Anglo-Saxonicum (Monasticum) saec. 11. in. Cod. Londinen. 
Vesp. D XII B. — Hymn. ms. Anglo-Saxonicum saec. ^®/ii. Cod. Londinen. 
Jul. A VI. C (Paraphrase). — Hymn. ms. Wintoniense saec. 11. Cod. Capit 
Dunelmen. B IH 32. D. — CoUectar. et Hyron. ms. Wintoniense (Vigomiense?) 
saec. 11. Cod. Coll. Corp. Christi Cantabrigien. 391. E. — CoUectar. et Hymn. 
ms. Exoniense (postea Episc. Leofric) saec. 11. Cod. Londinen. Harl. 2961. F. 
— Psalt. et Hymn. ms. Cantuariense (?) saec. *°/ii. Cod. Londinen. Add. 
37517 (nicht verglichen). 

Hymn. ms. Casinense saec. 10. Cod. Casinen. 506. G. — Hymn. ms. 
Farfense saec. ^®/ii. Cod. Turicen. Rhen. 91. H. - Brev. ms. Farfense saec. 11- 
Cod. Turicen. Rhen. 82. I. — Psalt. et Hymn. ms. Farfense saec. ^^/ii. Cod. 
Roman. Vitt. Eman. 175 (Farf. 4). K. — Hymn. ms. Veronense saec. ?®/ii. Cod. 
Capit. Veronen. CIX (102). L. — Hymn. ms. Beneventanum saec. 10. ex. 
Cod. Vatican. Ottob. 145. M. — Hymn. ms. Severinianum saec. *®/ii. Cod. 
Vatican. 7172. N. — Brev. ms. S. Eutychii Nursini saec. 11. Cod, Vallicellw. 



B. Hymni de Tempore Proprii. 47 

B 79. P. — Brev. ms. S. Sofiae Beneventanae saec. 11. Cod. Vatican. 
4928. Q. 

Hyran. ms. Ehenoviense saec. 10. Cod. Turicen. Rhen. 111. R. — Trop. 
et Hymn. ms. Rhenoviense (Sangallense?) saec. 11. in. Cod. Turicen. Rhen. 
97. S. — Hymn. ms. Campidnnense saec. *®/ii. Cod. Turicen. Rhen. 83. T. 

— Brev. ms. Sangallense saec. ^®/ii. Cod. Sangallen. 413. U. — Hymn. ms. 
Sangallense (?) saec. 11. Cod. Berolinen. VIIP 1. X. — Rit. et Hymn. ms. 
Scheftlariense saec. 10. Clm. Monacen. 17027. Y. 

Hymn. ms S. Johannis Laudunensis saec. 10. Cod. Bemen. 455. Z. — 
Hymn. ms. Moissiacense saec. 10. Cod. Rossian. VIII 144. a. — Grad. et 
Antiphon. ms. Nivemense saec. 12. Cod. Parisin. Nouv. acq. 1235. b. — 
Hymn. ms. Corbeiense saec. 11. Cod. Ambianen. 131. c. — Brev. ms. S. 
Germani Pratensis saec. 11. Cod. Parisin. 11550. d. — Collect. ms. San- 
dionysianum saec. 11. (et 12.) Cod. Sangenovefian. 1186. e. — Brev. ms. 
Strumense saec. 11. ex. Cod. Laurentian. Conv. suppr. 524. f. — Brev. ms. 
Hispanicnm saec. ^^/12. Cod. Londinen. Add. 30 848. g. — Varianten aus E Q 
X C d e g sind ubergangen. 

2, 1 interitum L. — 2, 4 Donans eis G M, ei I K, regis (!) B. — 3, 1 
Vergenti f, Vergentem R; mundus M; vespera ARZ, vesperi I^; durch ^vespero" 
wurde die Assonanz gewahrt. — 3, 2 Ut A, Velut Y, Sicut D. — 3, 3 
Ingressu R; honestissime HI^MNST a, honestissimo RU. — 3, 4 clausulam 
AR, clausulo U. — 4, 1 fortis B; potentia R. (richtig? Wahrt Assonanz!). 

— 4, 2 curbantur N, curvatur HKMP, curvantes AR; Genu flectuntur 
S (aber daruber: curvantur) a b f , flectentes Z; omnium B. — 4, 4 Fatentur 
nutu BCDFGIKRSTUZ a b, Fatentur tibi N. — Str. 5 in a ausradiert und 
nur stellenweise noch lesbar; 5, 1 u. 5, 3 in A teilweise verwischt. — 5, 2 
pallore M; ro^iens H. — 5,3 elucens R. — 5, 4 Certo D^; observans 
ABCDiFRSTU, observat D^KLMN, observet Y limite D^ — 6, 1 aye S. — 

6, 3 nos hoc tempore G. — 6, 4 Noctis AHI^PZ a, Notis R; R; Aelis D. 

— Doxologie inM: Gloria (sonst nichts); in HIK nur die drei ersten Worte 

7, 2 patri et DGLOPZ. — 7, 3 Simul cum D; Sancto simul paraclito 
ALMPS^TU a b f . 

Der Inhalt dieses Hymnus entspricht weniger der Adventzeit, wie jener 
der zwei folgenden ; vielleicht war er nicht ursprunglich fur den Advent ge- 
dacht; jedenfalls durften diese drei Hymnen nicht der gleichen Zeit, noch 
weniger der gleichen Feder entstammen. 

Im jetzigen Brev. Bomanum ist der Hymnus fiir die erste Vesp. des Ad- 
ventsonntages beibehalten mit bedeutenden iinderungen : 1, 1 Creator. — 1, 3 
lesu redemptor. — 1, 4 Intende votis. -r Die ubrigen Strophen sind derartig 
umgearbeitet, dafs der alte Text voUig verschtmnden erscheint; dabei wurde^ 
Str. 6 ganz unterdriickt. — Als Beispiel genugt Str. 2: 

Qui, daemonis ne fraudibus | Periret orbis, impetu 
Am6ris actus languidi | Mundi medela factus es. 

Auch fur das Fest Ss. Redemptoris (Dom. HI. lulii) ist der um^edicktete 
Hymnus im Brev. Romanum zur Verwendung gelangt; dabei sah man sich 
veranlafst, Str. 2 hinter Str. 4 zu stellen. — Interessant ist, dafs Strophe 2 
schon in einigen handschriftl. Cisterzi&nser-BteviQrexL (von Ebrach und Lichten- 
thal) des 14. und 15. Jahrh. folgende Umgestaltung erfuhr (vgl. Mone I, S. 49 
u. Daniel 1, S. 75): 

• Qui condolens bominibus I Mortis subiectis legibus 
Factus homo restituis | Vitam in tuo sanguine. 

Weitere Anderungen in den gleicben Brevieren sind unbedeutender und 
fur uns belanglos; auch ist Str. 5 schon ausgemerzt. Mone (1. c.) liefs sich 
verleiten, die letztere Fassung der Cisterzienser-Breviere als die urspriingliche 
aus dem 6. Jahrh. stammende, die von uns aus den Quellen des 10. u. 11. Jahrh. 
vorgelegte als „fruhe tJberarbeitung" anzusehen. Mit Recht erhob dagegen 
Baniel (IV. S. 118f.) Einspruch. 



48 P*r8 I. Hymni antiqaisflimi saec. V. — XI. 

48. In AdTentn Domini. 

Ad Nocturnas. 

1. Verbnm snpernam prodiens, 3. Indexqne cnm post aderis 
A patre olim exiens, Rimari facta pectoris, 

Qui natus orbi snbvenis Reddens vicem pro abditis 

Cnrsn declivi temporis, Instisqne regnnm pro bonis, 

2. Illnmina nnnc pectora 4. Non demnm artemnr malis 
Tnoque amore concrema, Pro qnalitate criminis, 
Andita nt praeconia Sed cam beatis compotes 
Sint pnlsa tandem Inbrica; Simns perennes caelibes. 

5. Lans, bonor, virtos, gloria. 

(A fehlt) B— Q (R feblt) S— X (Y Z fehlen) a— gr = Quellen des Hymnos 
„Conditor alme stderum^ (Nr. 47.); aaTserdem: Hymn. ms. Bobiense saec. 10. 
Cod. Taurinen. G VII 18. h. — CoUect. et Hymn. ms. S. Martini Trevirensis 
saec. (9. et) 10. Cod. Treviren. 1245 (1418). i — Collect. ms. S. Maximini 
Trevirensis saec. 10. Cod. Treviren. 592 (1404). k. — Hymn. ms. Toletanum 
saec 10. Cod. Matriten. Tolet. 1005 (35—1). 1. — Hymn. ms. Exsiliense 
saec. 11. Cod. Londinen. Add. 30851. m. — Yarianten aus ENQX c d e 
gr h 1 m ubergangen; in c ist der Hymnus saec. 12. am Rande nachgetragen. 

1, 1 Verbum supremum T. — 1» 3 orbis I i k; subveni F. — 1, 4 
Cursum IM; declivit I. — 2, 3 Audito ut praeconio DFIP b (Audito korr. 
aus Audita I; sichtlich ist der ungewohnte Accns. absolut nicht verstandai 
worden). — 3, 1 ludexqui T, ludex qui U; aderit H. — 3, 2 Bimare 
k; pectorum M. — 3, 3 vicem proadditis b. — 4, 1 Non dempnes(l) k, dapnis 
M, damnis I^TU. — 4, 2 criminum M a. — 4, 3 cum beatis doppelt ge- 
schrieben H ; compotens P. — 4, 4 perenne HMPU a f, perenni k. — DeflM>- 
logie: Deo patri T; Praesta pater piissime BDOP a; iu S: 

Gloria tibi, trinitas, | Aeqnalis una deitas 

Et ante omne saeculum | Et nunc et in perpetuum. 

Alle Doxologien lassen den Beim (resp. Endassonanz) vermissen, welche 
die iibrigen Strophen aufweisen. 

Im jetzigen Brev. Bomanum (seit der Ausgabe von 1632) lautet der An- 
fang dieses Adventhymnus ^Verbum supemum prodiens | E patris aetemo 
sinu" ; wie der 2. Vers, so ist fast der ganze ubrige Text umgearbeitet. Wie 
Ul. Chevalier (Repert. Hynm. Nr. 21395) den hl. Ambrosius auoh nur als 
in Frage kommenden Autor dieser Uherarhdtung au8 dem 17 * Jahrh. beiffigen 
konnte, ist unbegreif iich ; auch der ursprungliche Text ist nicht von Am- 
brosius. 

49. In AdTenta Domini. 

Ad Matutinas Laudes. 

1. Vox clara, ecce, iDtonat, 2. Mens iam resm^t torpiday 
Obscora quaeqne increpat; Qoae sorde exstat sanda; 

Pellantur eminns somnia, Sidns refulget iam noYUQD| 

Ab aethre Christus promicat. Ut tollat omne noxiam. 



B. Hymni de Tempore Proprii. 49 

3. £ sarsum agnus mittitnr 4. Secando at cam falserit, 
Laxare gratis debitam; Mandamqae horror cinxerit, 
Omnes pro indalgentia Non pro reatu paniat, 
Vocem demas cam lacrimis, Sed pias nos tunc protegat. 

&. Laus, honor, virtus, gloria. 

Die gleichen Quellen, wie beim vorhergehenden Hymnus; aufserdem: 
Brev. ms. Montis Amiatini saec. ^®/ii. Cod. Casanaten. 1907 (B H 1). n. — 
Anch hier sind etwaige Varianten aus ENQX c d 6 g h 1 m iibergangeii. 

1, 3 Pellat F, Ut pellat C; eminus omnia IM f (am Kande ist in I nach* 
getragen zu „omnia" : „scil. obscura". — 1» 4 aethere DMS^ i, aethra H^. 
— 2,1 turpida a b. — 3, 1 £x b. — 4, 1 Secundum M, Secundus k. — 

4, 2 orror (nicht error, wie Anal. Hymn. H, 35) a. — 4, 3 reatum k. — 4, 4 
Sed nos pius tunc HITU f , Sed pius tunc nos a b. — Doxologie : Deo patri 
sit gloria D a; Praesta pater P f i n; Gloria tibi trinitas etc. (wie im vor- 
hergehenden Hymnus) TU. — Mone behauptet in einer Note zum Hymnus 
„Christe qui lux es" (I, p. 93), Vers 1, 3 musse notwendig lieifsen: PeUat 
(scil. Vox) eminus; nur F und in etwa C bestatigen diese willknrliche Be- 
haaptung. — Rev. W. A. ShouUs bemerkt treffend zum Inhalt des Hymnus : 
„It is an excellent summary of the leading ideas of Advent, and well fitted 
for use throughout the season" (Dict. of Hymnol., p. 1^28). 

Im Brev, Bomanum (seit 1632) findet sich die stark vom Ori^nal ab- 
weichende tJberarbeitung mit dem Anfange „En clara vox redargutt^, Man 

Fl. hierzu den Aufsatz „Der Brevierhymnus »En clara vox redarguit«" von 
B. Van Behher (Theol. Quartalschrift, 1907, HI, p. 373—384), in dem der 
Antor allen Emstes fiir Anihrosius als Verfasser der jiingeren Umarbeitung (!) 
die Lanze zu brecheu sucht. 



50. In Nativitate Domini. 

Ad Nocturnas. 

1. Christe, redemptor omniam, 4. Hic praesens testatar dies 
Ex patre, patris nnice, Carrens per anni circalam^ 
Solos ante principiom Qaod solas a sede patris 
Natos ineffabiliter, Mandi salas adveneris; 

2. Ta lamen, ta splendor patris, 5. Hanc caelam^ terra, hanc mare, 
Ta spes perennis omniam, Hanc omne, qaod in eis est, 
Intende, qaas fandant preces Aactorem adventas tai 

Toi per orbem servali. Laadat exsaltans cantico. 

3. Memento, salatis suactor, 6. Nos qaoqae, qai sancto tuo 
Qaod nostri qaondam corporis Redempti sangaine samos, 
Ex illibata virgine Ob diem natalis tai 
Nascendo formam sumpseris. Hymnam novam concinimas. 

Hynin. ms. Casinense saec. 10. Cod. Casinen. 506. A. — Hymn. ms. 

Bobiense saec. 10. Cod. Taurinen. G VH 18. B. — Hymn. ms. Beneven- 

tanum saec. 10. ex. Cod. Vatican. Ottob. 145. C. — Psalt. et Hymn. ms. 

Farfense saec. ^®/ii. Cod. Roman. Vitt. Eman. 175 (Farf. 4). D. — Hymn- 

Blame, Thesauri hymnologici Uymnarium. 4 



50 Fbts I. Hymni antiquissimi saec. V. — XI. 

ms. Farfense saec. ^°/ii. Cod. Turicen. Ehen. 91. E. — Brev. ms. Farfense 
saec. 11. Cod. Turicen.Rhen. 82. F. — Hymn. ms. Veronense saec. ^®/ii. 
Cod. Capit. Veronen. CIX (102). G. — Brev. ms. Montis Amiatini saec. *®/ii. 
Cod. Casanaten. 1907 (B II 1). H. — Hymn. ms. Severinianum saec. *®/ii. 
Cod. Vatican. 7172. I. — Brev. ms. S. Sophiae Beneventanae saec. 11. Cod. 
Vatican. 4928. L. — Brev. ms. Benedictinum (Ital. septentrion. aut Galliae 
meridion.) saec. 10. ex. Cod. privat. (Hierseroann). M. 

Trop. ms. Martialense anni 933—936. Cod. Parisin. 1240. add. saec. 10. 
N. — Hyron. ms. Moissiacense saec. 10. Cod. Rossian. VHI 144. O. — Brev. 
ms. Strumense saec. 11. ex. Cod. Laureutian. Conv. snppr. 524. Pa. — Grad. 
et Antiphon. ms. Nivernense saec. 12. Cod. Parisin. Nouv. acq. 1235. Pb. 

Hymn. ms Campidunense saec. *®/ii. Cod. Turicen. Rhen. 83. Q. — 
Brev. ms. Sangallense saec. ^®/ii. Cod. Sangallen. 413. R. — Trop. et Hymn. 
ms. Rhenoviense (? Sangallense) saec. 11. in. Cod. Turiceu. Rhen. 97. S. 

Hymn. ms. Anglo-Saxonicum (Monasticum) saec. 11. in. Cod. Londinen. 
Vesp. D XII. T. — Hymn. ms. Anglosaxonicum saec. ^®/ii. Cod. Londinen. 
lul. A VI. U. — Hymn. ras. Wintoniense saec. 11. Cod. Capit. Dunelmen. 
B III 32. X. — Collectar. et Hymnar. ms. Wintoniense (? Vigorniense) saec. 
11. Cod. Coll. Corp. Christi Cantabrigien. 391. Y. — Collectar. et Hymn. 
ms. Exoniense (postea Episc. Leofric) saec. 11. Cod. Londinen. Harl. 2961. 

Z Femer zitiere ich folgende Quellen: Hymn. ms. Corbeiense saec. 11. Cod. 

Ambianen. 131. a. — Brev. ms. S. Germani Pratensis saec. 11. Cod. Parisin. 
11550 b — Collect. ms. Sandionysianum saec. 11. (et 12). Cod. Sangeno- 
vefian. 1186. C. — Brev. ms. Hispauicum saec. *Vi2. Cod. Londinen. Add. 
30848. d. — BHLMY sind nicht kollationiert. 

2, 4 Tuis F; famulis EF^ — 3, 3 illabata E. — 3, 4 sumpseras R. — 
4, 1 Sic alle Quellen, aufser IRS^UZ; „Sic" scheint minder in den Zu- 
sammenhang zu passen. — Hoc praesens S^. — 4, 3 Quo GPb. — 4, 4 
Mundo Pb; advenerit G, adveneras QRS. — 5, 1 sq. Te c. t. te m. | Te 
omne O; Hinc c. t. hinc m. | Hinc RS. — 5, 3 Auctoris QRS; adventum R; 
sui CDEFIRS. — 5, 4 Laudans exsultat PaRS, Collaudans canit ACDEFIPb; 
canticum CPaR^, cantica D. — 6, 2 surous sanguine GS^TXZ. — 6, 3 Hoc 
die Pb. — AIs Doxologie folgt: Laus honor virtus (vgl. Doxologie von 
„Conditor alme siderum") EPaNQRT; in den anderen Quellen u. zw. meist 
nur mit den Anfangsworten (vollstandjg z. B. in CFPbZ): 
Gloria tibi Domine, | Qui natus es de virgine, 
Cum patre et (et fehlt C) sancto spiritu | In sempiterna saecula. 

Im Brp,v, itomanum blieb seit 1632 nur die uberarbeitete u. sehr ver- 
anderte Fassung bestehen, des Anfanges: lesu redemptor omnium \ Quem 
lucis ante orginem | Parem patemae gloriae | Pater supremus edidit. 

Angesichts der ziemlich vielen alten Quellen ist es interessant, dafs 
Daniel (I, p. 79) bemerkt: „Hymnus in vetustis non nisi raro obvius". 



51. In Natiyitate DominL 

Gaudete, Christo subditi 3. Quod fuit a principio 
Ecclesiarum filii, Regnans caelesti solio 

Instat natalis Domini, Et tempore, qao voluit, 

Gaudete, Christo subditi. Mortalem camem vestiit, 

Eructat verbum pietas 4. Ut protoplasti flebile 
Paterna bonum generans, Crimen deleret sanguine 

Quod imperet caelestibus, Et mortem morte vinceret, 

lura dicet terrestribus. Vitam perennem redderet. 



B. Hymni de Tempore Proprii. 51 

5. Haec sant praeseotis annna 6. Sint haec tuis fidelibns 

Sollemnitatis gaudia, Salutis causa, poscimus, 

Quae mnndas iunctis civiam Festa, salvator unice, 

Choris colit caelestium. Praesentis et perpetuae. 

7. Praesta, pater, per genitum, 
Praesta per almum spiritum, 
Praesta, beata trinitas 
Et indivisa unitas. 

CoUect. ms. Turonense(?) saec. 12. Cod. Vatican. Reg. 586. — 2, 1 
^ paetas. — 4, 4 perennis. — Der Hymnus ist sichtlich alter als seine Quelle . 
* — Abschrift von Rev. H. M. Bannister. 



52. In Epiphania Domini. 

1. lesus refulsit omuium 5. Felix lohannes mergere 
Pius redemptor gentium; IUum tremescit flumine, 
Totum genus fidelium Potest suo qui sanguine 
Laudes celebret dragmatum. Peccata cosmi tergere. 

2. Quem stella natum fulgida 6. Vox ergo prolem de polis 
Monstrat micans in aethera Testatur excelsi patris, 
Magosque duxit praevia Virtus adestque pneumatis 
Ipsius ad cunabula. Sancti datrix charismatis. 

8. Illi cadentes parvulum 7. Nos, Christe, supplici prece 
Pannis adorant obsitum Precamur, omnes protege, 

Verum fatentur et Deura Qui praecipis rubescere 

Munos ferendo mysticum. Potenter hydrias aquae. 

4. Denum ter annorum cyclis 8. Praesta benignum sedulo 

lam parte vivens corporis Solamen adiutorio] 

Lympham petit baptismatis Raptosque nos a tartaro 

Cunctis carens contagiis. Regnare fac tecum polo. 

9. Laus trinitati debita, 
Honor, potestas, gloria 
Perenniter sit omnia 
Per saeculorum saecula. 

Hymn. ms. Casinense saec. 10. Cod. Casinen. 506. A. — Hymn. ms. 
Beneventanum saec. 10. ex^ Cod. Vatican. Ottob. 145. B. — Hymn. ms. 
Farfense saec. ^®/ii. Cod. Turicen. Rhen. 91. C. — Brev. ms. Farfense saec. 
11 Cod. Turicen. Rhen. 82. D. — Hymn. ms. Farfense saec. *®/ii. Cod. 
Roman. Vitt. Eman. 175 (Farf. 4). E. — Hymn. ms. Veronense saec. *^/ii. 
Cod. C-apit Veronen. CIX (102). F. — Brev. ms. Montis Amiatiui saec. *®/ii. 
Cod. Casanaten. 1907 (B II 1). G. — Hymn. ms. Severinianum saec. ^®/ii. 
Cod. Vatican. 7172. H. — Hymn. ms. Bobiense saec. 11. Cod. Vatican. 

4* 



52 Pai^s I. Hymni &ntiquis8imi saec. V. — XI. 

5776. I. — Brev. ms. S. Sophiae Beneyentanae saec. 11. Cod. Vatican. 
4928. K. 

Hymn. ms. Moissiacense saec. 10. Cod. Rossian. VIII 144. L. — Hymn. 
ms. Campidnnense saec. *®/ii. Cod. Turicen. Rhen. 83. M. — Hymn. et Pros. 
ms. Fredeslariense saec. 11. ex. Cod. Kesselan. theol. IV 25. N. — Hjmn. 
ms. Rhenoviense saec. 12. in. Cod. Turicen. Rhen. 129. 0. 

Hymn. ms. Anglosaxonicum (Monasticum) saec. 11. in Cod. Londinen. 
Vesp. D XII. P. — Hymn. ms. Anglosaxonicum saec. '®/ii. Cod. Londinen. 
lul. A VI. Q. — Hymn. ms. Wintoniense saec. 11. Cod. Capit. Dnnelmen. 
B in 32. R. — CoUectar. et Hymnar. ms. Wintoniense (? Vigomiense) saec. 
11. Cod. Coll. Corp. Christi Cantabrigien. 391. S. — Collectar. et Hymn. 
ms. Exoniense (postea Episc. Leofric) saec. 11. Cod. Londinen. Harl. 2961. 
T. — Varianten aus K u. S sind nicht verzeichnet. 

1, 4 celebrat HIL ; dramatum FHLMNPRT, drammatum DO, drachmatum 
B. — 2, 2 Monstrans ABEFGHLN; micat ABFHL; aethere BN. — 2, 4 
niius FLN. — 3, 3 Dominum B. — 3, 4 Munus fehlt B. — 4, 1 Num ter 
(Das N als grofse Initiale) I, Denis FPRT; ciclus T. — 4, 2 vigens R. — 
4, 3 baptismate D. — 5, 2 tremiscit FO. — 5, 3 Potens PQR'T; Potest qui 
suo BF. — 6, 1 proles G. — 6, 3 Virtus ad em que(!) F. — 6, 4 chyris- 
matis M. — 7, 1 Nox C; subnixa prece MNO; prece fehlt P. — 7, 2 Omnes 
precamur D; protege omnes P. — 8, 1 benignus GH, benigne B. — 8, 3 e 
tartaro BDMOPRT, et tartaro C. — 9, 1 trinitatis DEGL. — 9, 3 Perennis 
P, sis G. — 9, 4 In saeculorum P. 

Die Anwendung wechselt zwischen Vesper und Nocturn ; inhaltlich lafst 
sich keine bestimmte Tagzeit festsetzen. — Irrig wird ofters Hilarius als 
Verfasser genannt; Grund des Irrtums a. Anal. Hymn. XXVH, 49 f. — Mone 
(I, 78) vermutet wegen des oft vorkommenden Stabreimes u. der gleichartigen 
Assonanz aller 4 Verse je einer Strophe einen irisehen oder (was wahr- 
scheinlicher klingt) einen angelsachsischen Dichter ; vgl. zum Reime bei den 
Iren Wilh. Meyer, Gesam. Abhdl. zur MA. Rhythmik. (Beriin 1905) I, 192 ff. 
— "Dber das Vorkommen in gedruckten Brevieren s. Chevalier, Rep. Hymn. 
Nr. 9738. 



53. In Septnagesima. 

1. Alleluia, dulce carmen, * vox perennis gaadii, 
Alleluia laus suavis -le est choris caelestibus, 

Quod canunt Dei manentes « in domo per saecula. 

2. Alleluia laeta, mater, * concinis, lerusalem, 
Alleluia vox tuorum * civium gaudentinm; 
Exsules nos flere cogunt ^ Babylonis fiumina. 

3. AUcluia non meremur * nunc perenne psallere; 
Alleluia nos reatus * cogit intermittere ; 
Tempus instat, quo pera^tta * Iqgeamus crimina. 

4. Unde laudando precamur * te, beata trinitas, 
Ut tuum nobis videre * Pascha des in aethere, 
Qao tibi laeti canamus * Alleluia perpetim. 

Hymn. ms. Beneventanura saec. 10. ex. Cod. Vatican. Ottob. 145. A. 
— Hymn. ms. Veronense saec. '^/ii. Cod. Capit. Veronen. CIX (102). B. — 
Hymn. ms. Severinianum saec. ^®/ii. Cod. Vatican. 7172 C. — Hymn. ms. 



B. Hymni de Tempore Proprii. 53 

Severimanum saec. *®/ii. Cod. Parisin. 1092. D. — Hymn. ms. Farfense 
saec. ^®/ii. Cod. Turicen. Rhen. 91. E. — Brev. ms. Farfense saec, 11. 
Cod. Turicen. Ehen. 82. F.. — Hymn. ms. Anglo-Saxonicum (Monasticum) 
saec. 11. in. Cod. Londinen. Vesp. D. XII. G. — CoUectar. et Hymn. ms. 
Exoniense (postea Episc. Leofric) saec. 11. Cod Londinen. Harl. 2961. H. 

— Hymn. ms. Wintoniense saec. 11. Cod. Capit. Dunelmen. B III 32. I. 

— Collectar. et Hymn. ms. Wiiitoniense (? Vigomiense) saec. 11. Cod. Coll. 
Corp. Christi Cantabrigien. 391. K. — Hymn. ms. Moissiacense saec. 10. 
Cod. Rossian. VIll 144. L. — Hymn. ms. Corbeiense saec. 11. Cod. Ambianen. 
131. M. — Brev. ms. Sangallense saec. ^^/ii. Cod. Sangallen. 413. N. — 
Trop. et Hymn. ms. Rhenoviense (? Sangallense) saec. 11. in. Cod. Turicen. 
Rhen. 97. O. — Psalt. et Hymn. ms. Walcidorense saec. ^Vi2. Clm. Monacen. 
13067. P. — Brev. ms. Gorziense saec. 14 in. Cod. Spinalien. 204 (97). Q. 

— Offic. ms. Pragensia saec. 15. Cod. Florian. XI 419. R. — Collect. ms. 
Bohemicum saec. 15 (et 16). Cod. Vindobonen. 3480. S. — Dium. ms. Lyra- 
num saec. 15. (Privatbesitz). T. — Brev., ms. Hispanicum saec. ^^/12. Cod. 
Londinen. Add. 30848. U. — Varianten aus K, M u. U nicht vermerkt. 

1, 1 gandia LR, gaudiis E. — 1, 2 suavis es Q. ; chorus caelestium 
S. — 1, 3 Qaam BEGHRT, Qua F^S, Quem I, Que O, Qui AC; canunt et 
manentes S. — 2, 1 laeta mente F*; conciuis GHIO; concinit ACDEF. — 
2, 2 vdx snorum CD; civium candentium B, canentium QRS. — 2, 3 Qua 
<Quam B) flere modo nos cogunt BRS; nos flore cogunt C; Exsules flere 
nos P. — 3,1 Alleluia nunc N; perenne colere RS. — 3, 2 cogit in- 
terrumpere CDF^. — 3, 3 Tempus istud quo C; quod peracta A; peracto 
HS ; in F ist spater korrigiert : Quo peracto lugeamus omnes nostra crimina. 

— Str. 4 lautet: in L: 

Unde supplices precamur * te, beata trinitas, 
Ut sinas nobis 'videre ♦ paschale mysterium, 
Quod canunt Dei manentes « in domo per saecula. 

Hier ist der 3. Vers =1,3, wodurch aliein schon ersichtlich wird, dafs 
diese Strophe nicht den ursprunglichen Text bietet — 4, 1 Inde S ; laudanda 
T ; te precamur o beata RS ; te o beata T. — 4, 2 Ut tu S ; aethera G. — 4, 3 
Ut tibi S ; laete B ; perpetim fehlt S. — Eine zweite Doxologie folgt noch 

^^ ' Alleluiay Deo patri » sit aetema gloria, 

Alleluiaf honor, [virtus,] * decus et imperium, 
Qui maiestas fulget, manet * hic et in perpetuum. 

Der schone Hymnus „in clausula Alleluia" (I) = „zur Verabschiedung 
des Alleluia" ist relativ selten, weshalb auch jungere Quellen herbeigezogen 
wurden. — N bestimmt seinen Gebrauch fur Sonntag Septuagesima als „in 
matutinis laudibus'', wonach also damals in St. Gallen nicht, wie jetzt, 
schon in der 1. Vesp. das Alleluia ausgeschaltet wurde. 



54. In Quadragesima. 

Ad Vesperas. 



1. Aadi, benigne conditor, 2. Scratator alme cordiam, 
Nostras preces cam fletibas Infirma ta scls viriam, 

In hoc sacro ieianio Ad te reversis exhibe 

Fosas qaadragenario. Remissionis gratiam. 



54 F&rs I. Hymni antiquissimi saec. V. — XI. 

3. Maltum quidem peccavimus, 4. Sic corpus extra conteri 
Sed parce confitentibus, Dona per abstinentiam, 
Ad laudem tui nominis leiunet ut mens sobria 
Confer medelam languidis. A labe prorsus criminum. 

5. Praesta, beata trinitas, 
Concede, simplex unitas, 
Ut fructuosa sint tuis 
leiuniorum munera. 

Trop. ms. Martialense anni 933—936. Cod. Parisin. 1240. add. saec. 

10. A. — Hymn. ms. Moissiacense saec. 10. Cod. Rossian. VIII 144. B. — 
Hymn. ms. S. Johannis Laudunensis saec. 10. Cod. Bernen. 455. C. — 
Hymn. ms. Corbeiense saec. 11. Cod. Ambianen. 131. D. — Brev. ms. S. 
Germani Prat^nsis saec. 11. Cod. Parisin. 11550. E. — Collect. et Hymn. 
ms. Sandionysianum (?) saec. 11. (et 12). Cod. Parisin. Sangenovefian. 1186. 
F. — Brev. ms. Strumense saec. 11. ex. Cod. Laurentian. Conv. suppr. 
524. G. 

Hymn. ms. Casinense saec. 10. Cod. Casinen. '506. H. — Hymn. ms. 
Farfense saec. *®/ii. Cod. Turicen. Rhen. 91. I. — Brev. ms. Farfense saec 

11. Cod. Turicen. Rhen. 82. K. — Hymn. ms. Farfense saec. '®/ii. Cod. 
Roman. Vitt. Eman. 175 (Farf. 4). L. — Hymn. ms. Veronense saec ^^/ii. 
Cod. Capit. Veronen. CIX. (102) M. — Brev. ms. Montis Amiatini saec. ^®/ii. 
Cod. Casanaten. 1907 (B II 1.) N. — Hymn. ms. Severinianum saec. ^®/ii. 
Cod. Vatican. 7172. O. — Hymn. ms. Beneventanum saec. 10. ex. Cod. 
Vatican. Ottob. 145. P. — Brev. ms. Benedictinum (Italiae septentr. aut 
Galliae meridion.) saec. 10. ex. Cod. privat. (Hiersemann). Q. — Brev. ms. 
Bobiense saeCi 11. Cod. Vatican. 5776. R. . 

Rit. et Hymn. ms. Scheftlariense saec. 10. Clm. Monacen. 17 027. S. — 
Hymn. ms. Rhenoviense saec. 10. Cod. Turicen. Rhen. 111. T. — Trop. et 
Hymn. ms. Rhenoviense (? Sangallense) saec. 11. in. Cod. Turicen. Rhen. 
97. U. — Brev. ms. Sangallense saec. ^®/ii. Cod. Sangallen. 413. V. — 
Hymn. ms. Sangallense (?) saec. 11. Cod. Berolinen. VIII® 1. X. — Hymn. 
ms. Campidunense saec. ^®/ii. Cod. Turicen. Rhen. 83. Y. — Hymn. et 
Prosar. ms. Fredeslariense saec. 11. ex. Cod. Kasselan. theol. IVo 25. Z. 

Hymn. ms. Anglosaxonicum saec. *®/ii. Cod. Londinen. lul. A VI. a. 
(Ist Paraphrase). — Hymn. ms. Anglosaxonicum (Monasticum) saec. 11. in. 
Cod. Londinen. Vesp. D XU. b. — CoUectar. et Hymn. ms. Exoniense (postea 
Episc. Leofric) saec. 11. Cod. Londinen. Harl 2961. c. — Hymn. ms. 
Wintoniense saec. 11. Cod. Capit. Dunelmcn. B III 32. d. — Rit. ms. 
Dunelmense saec. 9. 10. 11. Cod. Capit. Dunelmen. A IV. 19. add saec. 10. 
ex. e. — Collectar. et Hymn. ms. Wintoniense (? Vigomiense) saec 11. 
Cod. CoU. Corp. Christi Cantabrigien. 391. f. — Etwaige Varianten aus 
DEFNQX e f sind iibergangen. 

1, 2 cum laudibus ABGHOPR. — 1,3 sacro geguinio (1) B. — 2, 8 
adhibe U. — 2, 3 gratiae G. — Str. 3 lautet in den deutschen Quellen 
S — Z und, was auffallend erscheint, in C: 

Multum quidem peccavimus | Poenasque comparavimus, 
Sed, cuncta qui solus potes, | Confer medelam languidis. 

3, 3 Et laude A. — 4, 1 Si corpus BGIM; conterit R, contere d. — 

4, 2 abstinentia I. — 4 , 3 et mens AGO ; mensobria K ; sobriet Z. — Von 
der Doxologie nur „Praesta" UYZ, Praesta beata GL, Praesta beata trinitas 
H. — 5, 3 Ut sint acceptabilia b d. — In der Regel ist dieser Hymnus fur 
die Vesper verwendet; in mehreren Quellen wird die Tagzeit nicht angegeben; 
ganz vereinzelt heifst es (wie z. B. in U) „ad matutinas laudes". 



B. Hymni de Tempore Proprii. 55 

Bei diesem und den folgenden Fastenhjmnen hat man versucht, Gregor 
d. Gr, als Verfasser aafzustellen , wobei die verschiedenen Gelehrten eine 
sehr verschiedene Liste herausfanden. Leider fehlt es an jedem Beweise bei 
diesen Versuchen. 

Im jetzigen Bdmischen Brevier ist die 4. Strophe umgedichtet worden; 
sonst ist nur in 3, 3 eine UmBtellung vorgenommen : »Ad nominis laudem tui^. 



55. In Quadragesima. 

Ad Nocturnas. 

1. £x more docti mystico 5. Dicamus omnes cernui 
Servemus, ea, ieiunium Clamemus atque singuli, 
Denum dierum circulo Ploremus ante iudicem, 
Ducto quater notissimo. Flectamus iram vindicem: 

2. Lex et prophetae primitus 6. Nostris malis offendimus 
Hoc praetulerunt, postmodum Tuam, Deus, clementiam ; 
Christus sacravit, omnium Effunde nobis desuper, 
Rex atque factor tempornm. Remissor, indulgentiam. 

3. Utamur ergo parcius 7. Memento, quod sumus tui 
Verbis, cibis et potibus, Licet caduci plasmatis; 
Somno, iocis et artius Ne des honorem nominis 
Perstemus in custodia. Tui, precamur, alteri. 

4. Vitemns autem pessima, 8. Laxa malum , quod fecimus^ 
Quae subruunt mentes vagas, Auge bonum, quod poscimus, 
Nullumque demus callido Placere quo tandem tibi 
Hosti locum tyrannidis. Possimus hic et perpetim. 

9. Praesta beata trinitas. 

Hymn. ms. Casinense saec. 10. Cod. Casinen. 506. A. — Hymn. ms. 
Beneventanum saec. 10. ex. Cod. Vatican. Ottob. 145. B. — Hymn. ms. 
Farfense saec. '®/ii. Cod. Turicen. Ehen. 91. C. — Brev. ms. Farfense saec. 
11. Cod. Turicen. Rhen. 82. D. — Hymn. ms. Farfense saec. ^®/ii. Cod. 
Boman. Vitt. Eman. 175 (Tarf. 4). E. — Hymn. ms. Veronense saec. ^^/ii. 
Cod. Capit Veronen. CIX (102). F. — Brev. ms. Montis Amiatini saec. ^®/ii. 
Cod. Casanaten. 1907 (B II 1) G. — Hymn ms. Severinianum saec. ^^/ii. 
Cod. Vatican. 7172. H. — Hymn. ms. Bobiense saec. 11. Cod. Vatican. 
5776. I. — Brev. ms. S. Eutychii Nursini saec 11. Cod. Vallicellan. B 79. 
K. — Brev. ms. S. Sofiae Beneventanae saec. 11. Cod. Vatican. 4928. L. — 
Psalt. ms. S. Sofioe Beneventanae saec. 11. Cod. Neapolitan. VI E 43. M. 

Rit. et Hymn. ms. Scheftlariense saec. 10. Clm. Monacen. 17027. N. — 
Hymn. ms. Hhenoviense saec. 10. Cod. Turicen. Rhen. 111. O. — Trop. et 
Hymn. ms. Khenoviense (? Sangallense) saec. 11. in. Cod. Turicen. Rhen. 97. 
P. — Brev. ms. Sangallense saec. ^^/ii. Cod. Sangallen. 413. Q. — Hymn. 
ms. Sangallense (?) saec. 11. Cod. Berolinen. VIII® 1. R. — Hymn. ms. 
Campidunense saec. ^°/ii. Cod. Turicen. Rhen. 83. S. — Hymn. et Pros. 
ms. Fredeslariense saec. 11. ex. Cod. Kasselan. theol. IVo 25. T. 

Hymn. ms. Moissiacense saec. 10. Cod. Rossian. VIII. 144. U. — Brev. 
ms. S. Germani Pratensis saec. 11. Cod. Parisin. 11550. X. — Brev. ms. 



56 FsLTS I. Hymn. antiqnissimi saec. V.— XI. 

Stnunense saec. 11. ex. Cod. Lanrentian. Conv. snppr. 524. Y. — Hymn. 
ms. Anglosaxonicum (Monasticum) saec. 11. in. Cod. Londinen. Vesp, D 
XII- Z. — Collectar. et Hymn. ras. Exoniense (postea Episc. Leofric) saec. 
11. Cod. Londinen. Harl. 2961. a. — Hymn. ms. Wintoniense saec. 11. 
Cod. Capit. Dunelmen. B III 32. b. — GHLMRX sind nicht kollationiert 

1 , 2 Servamus NOS ; en korrig. zu hoc CN ; ieiunio U. — 1 » 3 D^o 
IKNP. — 1, 4 Ductu S, notissimum K. — 2, 2 protulerunt S a b. — 2, 3 
Christum I. — 2, 4 fator C. — 3, 1 partius Z. — 3, 2 cibisque potibus Y, 
cibis ac S. — 3 , 4 custodiam U Z a. — 4,3 callidi FKNU, in E ist der 
letzte Buchstabe (i oder o?) ausradiert. — 4,4 Hostis DEKUY; tyrannidi 
EFIKU. — Nach Strophe 4 Divisio in K u. X; mit 5, 1 beginnt ein be- 
sonderer Hymnus in Z. — 5, 1 Dicamus ergo (st. omnes) EU. — 6, 3 In- 
funde b^. — 6, 4 indulgentia I, indulgentiae U. — 7, 2 plasmati BDK. — 
7 , 3 Nec des honore I. — 8 , 1 quod gessimus PSZ. — 8,3 Placere quod 
lUZ. — 8, 4 hinc PZ; Possimus in perpetuum a b. — Doxologie wie im 
vorhergehenden Hymnus; nur der erste Vers ACIUZ a b; fehlt ganz O. 

Die liturgische Verwendung, wenn sie uberhaupt in den Quellen naher 
angegeben wird, ist betreffs der kanonischen Tagzeit verschieden; in der 
Regel gilt die im Titel angegebene. 

In M heifst es ^Amhrosii"^ , obgleich er nicht als Autor dieses Hymnus 
erwiesen werden kann, ebensowenig wie Gregor d. Gr,, far den nicht einmal 
ein solches Zeugnis, wie jenes aus M fiir Ambrosius, zu erbringen ist. 

Im jetzigen Rornischen Brevier ist der Hymnus fiir die Matutin der 
Fastenzeit beibehalten mit wenigen Anderungen; nnr Strophe 5 hat eine 
vollige Urastellung der Verse erdulden miissen. 



56. In Quadragesima. 

Ad Nocturnas. 

1. Nunc terapus acceptabile 3. Hanc mente nos et corpore, 
Fulget datum divinitus, ^ Deus, tenere perfice, 

Ut sanet orbera languidnm ' Ut appetamus prospero 

Medela parcimoniae. Perenne pascha transitu. 

2. Christi decoro lumine 4. Praesta, pater, per filium, 
Dies salutis emicat, Praesta per almum spiritum, 
Dum corda culpis saucia Cum his per aevum triplici 
Reformat abstinentia. Unus Deus cognomine. 

Hymn. ms. Veronense saec. '®/ii. Cod. Capit. Veronen. CIX. (102X A. 
— Hymn. ms. Carapidunense saec. ^®/ii. Cod. Turicen. Ehen. 83. B. — Trop. 
et Hymn. ms. Rhenoviense (? Sangallense) saec. 11. in. Cod. Turicen. Rhen. 
97. C. — Brev. ms. Canon. s. Augustini (Augustanae dioecesis ?) saec. 14 in. 
Cod. Roman. Angelic. 982 (R V 23*). D. — Collect. et Hymn. ms. Geris- 
hemense saec. 14. (et 15). Cod. Archivii Dusseldorpien. A 67. E. — Brev. 
ms. Constantiense (?) saec. 15. Cod. Stuttgartien. Brev. 101. F. — Dinrn. et 
Hymn. ms. Benedictinum Suecicum saec. 15. Cod. Upsalen. C 477. G. — 
Dium. ms. Lyranum saec. 15. (Privatbesitz) H. 

1, 3 salvet AGH. — 1, 4 medelam F; parsimoniae die gew5hnliche 
Schreibart. — 2, 1 Christe BC; decore B. — 2, 3 Cum A, Ut H. — 2 , 4 
Reformet BC; abstinentiam G. — 3, 1 Hac AB. — 3, 2 tenore F. — 3, 3 
prospere F. — 3, 4 transitus A. — Doxologie in BC : Praesta beata trinitas 
(cfi'. die zwei vorhergehenden Hymnen); in D*: Praesta pater; in F: Deo patri 
sit gloria. 



B. Hymni de Tempore Proprii. 57 

Mone (I, 94) versichert von diesem relativ nicht weitverbreiteten Liede, 
das nnr in einer italien. Quelle sich vorfand (wenn A i;\'irklich aus Verona 
stammt): ^Es ist auch von Gregor d. Gr.^ , obwohl jeder Anhalt auch nur 
for Wahrscheinlichkeit mangelt — Nach Ul. Chevalier (Rep. Hymnoi. Nr. 12606; 
findet sich dieser Hymnus auch in einem Brev. n^s. Cameracense saec. 11. 



57. In Qaadragesima. 

Ad Nocturnas. (?). 

1. Claram decus ieianii 3. Hinc Daniel mysteriam 
MoDStratur orbi caelitas, Victor leonum viderat; 
Qaod Christus, altor omnium, Per hoc amicus intimus 
Cibis dicavit abstinens. Sponsi, lohannes, claruit. 

2. Hoc Moyses carus Deo 4. Haec nos sequi dona, Deus, 
Legisque lator factus est ; Exempla parcimoniae, 

Hoc Eliam per aera Tu robur auge mentium 

Curra levavit igneo; Dans spiritale gaudium. 

5. Praesta, pater, per filium, 
Praesta per almum spiritum, 
Cum his per aevum triplici 
Unus Deus cognomine. 

Begfala ms. S. Benedicti (Tegurin.) saec. 9. Clm. Monacen. 19408. add. 
saec. 10. in. A. — Trop. et Hymn. ms. Rhenoviense (? Sangallense) saec. 11. 
in. Cod. Turicen. Rhen. 97. B. — Hymn. ma. Rhenoviense saec. 12. in. 
Cod. Turicen. Rhen. 129. O. — Hjrmn. ms. Sangallense (?) saec. 11. Cod. 
Berolinen. tfaeol. VHlo 1. D. — Hymn. et Sequent. ms. Fredeslariense saec. 
11. ex. Cod. Casselan. theol. IVo 25. E. — Dium. et Hymn. ms. Scheft- 
lariense saec. 12. Clm. Monacen. 17 024. F. — Brev. ms. Zwifeldense saec. 12. 
Cod. Stuttgardien. Brev. 98. Fac. — Brev. ms. Wingartense (?) saec. 14. Cod. 
Stnttgardien. I. Asc. 76. G. — Brev. ms. Turicense saec. 15. Cod. San- 
gallen. 526. H. 

Psalt. et Hymn. ms. Cantuariense (?) saec. ^^/n, Cod. Londinen. Add. 
37517. I. — Hymn. ms. Anglosazonicum (Monasticum) saec. 11. in. Cod. 
Londinen. Vesp. D XH. K. — Hymn. ms. Wintoniense saec 11. Cod. Capit. 
Dunelmen. B III 32. L. — CoUectar. et Hymn. ms. Exoniense (postea Episc. 
Leofric) saec. 11. Cod. Londinen. Harl. 2961. M. — Psalt. et Hymn. ms. 
Donelmense saec. 12. Cod. Coll. lesu Cantabrigien. 23. N. 

Hymn. ms. Veronense saec. '®/ii. Cod. Capit. Veronen. CIX. (102). O. 

— Hymn. ms. Severinianum saec. ^®/ii. Cod. Vatican. 7172. P. — Hymn. 
ms. Bobiense saec. 11. Cod. Vatican. 5776. Q. — DHIN nicht kollationiert. 

1, 2 orbis FaK^OQ. — 1,3 Quo AG; auctor omnium ABCFaGOQ, salvator 
omnium P. — 1, 4 CHbi APQ; Cibi sacravit A. — 2, 1 Hic Q, Hinc AFO. 

— 2, 3 Heliafl P. - 2, 4 Cursu OQ; levatus P. — 3, 1 mysteria BLMP. 

— 3, 4 amicus claruit OQ. — 4, 1 Sponsis lohannis Q, Sponsus O, Christi 
lohannes LP, Christo lohannes K; senserat (st. claruit) OQ. — 4, 2 par- 
simoniae (st. parcimoniae) A — Q. — 4, 3 Ut robur A, Hoc robur Q, Co robur 
0. — 4, 4 Dat OQ; speciale (st. spiritale) OPQ. — Doxologiei Nur der 
Anfang in FKLMP. — 5, 3 In his Q. — 5, 4 Unura Deum Q. 

Auch dieser Hymnus wird ohne jeden Beweisgrund vielfach Gregor d. 
Gr. zog^schrieben. — Liturg. Gebrauch ist verscbiedenartig : ^Dominica de 



58 Fa.rB I. Hyran. antiquissimi saec» V. — XI. 

Passione ad Nocturn.^ Q; sonst durchweg in Quadragesima, aber bald zur 
Noctum, bald zu den Laudes (wie in F); anderswo (wie in KLM) ohne Be- 
stimmung der Tagzeit. — Man beachte, dafs Frankreich durch keine altere 
Quelle vertreten ist, Italien durch wenige. — Verschiedene gedruckte Breviere 
des 15. u. 16. Jahrh., in denen dieser Hymnus noch fortlebte, s. Repert. 
Hymn. Nr. 3362. 

58. In ({nadragesima. 

Ad Matutinas Laudes (?). 

1. lesu, quadragenariae 4. Ta retroacta crimina 
Dicator abstinentiae, Tua remitte gratia 
Qui ob salutem mentium Et affuturis adhibe 
Hoc sanxeras ieiunium, Custodiam mitissime, 

2. Quo paradiso redderes 5. Ut expiati annuis 
Servata parcimonia, leiuniorum victimis 
Quos inde gastrimargiae Tendamus ad paschalia 
Huc illecebra depulit, Digne colenda gaudia. 

3. Adesto nunc ecclesiae, 6. Praesta, pater, per filium 
Adesto paenitentiae, Praesta per almum spiritum, 
Qua pro suis excessibus Cum his per aevum triplici 
Profusis orat precibus. Unus Deus cognomine. 

Rit. et Hymn. ms. Scheftlariense saec. 10 Clm. Monacen. 17 027. A. — 
Trop. et Hymn. ms. Rhenoviense (? Sangallense) saec. 11. in. Cod. Turicen. 
Rhen. 97. H. — Hymn. ms. Rhenoviense saec. 12. in. Cod. Turicen. Rhen. 
129. C. — Hymn. ms. Sangallense (?) saec. 11. Cod. Berolinen. theol. VIII<> 

I. D. — Brev. ms. Sangallense saec. '®/ii. Cod. Sangallen. 413. add. saec. 
*^/i4. E. — Hymn. et Sequent. ms. Fredeslariense saec. 11. ex. Cod. Casselan. 
theol. lyo 25. F. — Dium. et Hymn. ms. Scheftlariense. saec. 12. Clm. 
Monacen. 17 024. G. — Brev. ms. Superioris Althae saec. 12. Clm. Monacen. 
9638. H. — Brev. ms. Maguntinum saec. 12. Cod. Capit. Schafhaburgen. 
54. I. — Brev. ms. Maguntinum saec. 14. Cod. Capit Schaffiiaburgen. 64. 
K. — Brev. ms. Emmeramense saec. *^/u. Clm. Monacen. 14741. L. — Brev. 
ms. Emmeramense saec. 14. Clm. Monacen. 14771. M. 

Psalt. et Hymn. ms. Cantuariense (?) saec. *®/ii. Cod. Londinen. Add. 
37 517. N. — Hymn. ms. Anglosaxonicum saec. ^^/ii. Cod. Londinen. Jul. 
A VI. O. (Ist Paraphrase). — Hymn. ms. Anglosaxonicum (Monasticum) saec. 

II. in. Cod. Londinen. Vesp. D XH. P. — Hymn. ms. Wintoniense saec 
11. Cod. Capit. Dunelmen. B IH 32 Q. — Collectar. et Hymn. ms. Winto- 
niense (? Vigorniense) saec. 11. Cod. Coll. Corp. Christi Cantabrigien. 391. R. 

Hymn. ms. Veronense saec. *^/ii. Cod. Capit. Veronen. CIX (102). S. — 
Hymn. ms. Severinianum saec. '^|ii. Cod. Vatican. 7172. T. — Hymn. ms. 
Bobiense saec. 11. Cod. Vatican. 5776. U. — DIKMNRT sind nicht 
kollationiert. 

2, 1 redderet CEGH. — 2, 2 parsimoniae PS; im iibrigen die Schreib- 
weise: pars^monia. — 2, 3 Quod U; castimargiae B castrimargia U, gastri- 
margiae PQ (sonst die Schreibweise : castrimargiae.) — 2, 4 Hunc delutullit 
illecebra(!) U; Huc ille crebra depulit S; inlecebra FHPQ. — 3,3 Quae 
PQ. — 3, 4 Orat profusis BPQ; ora U; fletibus BPQ. — 4, 3 Ut ad futuram 
adhibe U ; afuturis die gewohnliche Schreibweise in den Hss. — 4, 4 Custudia 
S; Remissionis gratiam L. — 5, 1 expiatis U; animis EU. — 5, 4 colendo 



B. Hymni de Tempore Proprii. 59 

FS, — Nur Anfang der Doxologie BU; Praesta beata trinitas C. — „Dominica 
de passione ad Laudes" U; sonst durchweg filr Quadragesima, aber ffir ver- 
schiedene Tagzeiten oder ohne Determinierung der letzteren. — Auch hier ist 
IFrankreich wieder durch keine alte Quelle vertreteu, wie beim vorhergehenden 
Hymnus. t}^brigens scheinen die Hymnen Nrr. 56 u. 57 und dieser Hymnus vom 
gleichen Verfasser zu sein. An Hilarius zu denken, geht nicht an. — Manche 
Quellen des 15. und 16. Jahrhunderts , die vom Fortleben dieses Hymnus 
Zeugnis ablegen, nennt Chevalier im Rep. Hymn. unter Nr. 9607. 



50. In Qaadragesima. 

Ad Matutinas Laudes. 

1. laiD, Cbriste, sol iastitiae, 4. Dies venit, dies toa, 
Mentis dehiscant tenebrae, Per quam reflorent omnia, 
Yirtutum ut lux redeat, Laetemur in bac at taae 
Terris diem cum reparas. Per hanc redacti gratiae. 

2. Dans tempas acceptabile 5. Te rerura universitas, 
Et paenitens cor tribue, Clemens, adoret, trinitas, 
Convertat at benignitas, Et nos novi per veniam 
Qaos longa suffert pietas; Novum canamas canticum. 

3. Quiddamqae paenitentiae 6. Praesta, beata trinitas, ^ 
Da ferre, quamvis grandium Concede, simplex anitas, 
Maiore tao manere Ut fructuosa sint tuis 
Quod demptio sit criminum. leiuniomm munera. 

Trop. ms. Martialense anni 933—936. Cod. Parisin. 1240. add. saec. 

10. A. — Hymn. ms. Moissiacense saec. 10. Cod. Rossian. VHl 144. B. — 
Brev. ms. S. Germani Pratensis saec. 11. Cod. Parisin. 11550. C. — Psalt. 
et Hymn. ms. Marchiauense saec. (9. et) 10. in. Cod. Duacen. 170. add. saec. 

11. D. — Brev. ms. Strumense saec. 11. ex. Cod. Laurentian. Conv. suppr. 
524. E. — Grad. et Antiphon. ms. Nivemense saec. 12. Cod. Parisin. Nouv. 
acq. 1235. F. 

Hynm. ms. Farfense saec. *®/ii. Cod. Roman. Vitt Eman. 175 (Farf. 4). 
G. — Brev. ms. Farfense saec. 11. Cod. Turicen. Rhen. 82. H. — Hymn. 
ms. Veronense saec. ^®/ii. Cod. Capit. Veronen. CIX (102). I. — Brev. ms. 
Montis Amiatini saec. *®/ii. Cod. Casanaten. 1907 (B H 1). K. — Hymn. 
ms. Severinianum saec. *®/ii. Cod. Vatican. 7172. L. — Hymn. ms. Bobi- 
ense saec. 11. Cod. Vatican. 5776. M. — Brev. ms. Benedictinum (Italiae 
septentrion. aut Galliae meridion.) saec. 10. ex. Cod. privat (Hiersemann). N. 

Hyinn. ms. Anglosaxonicum (Monasticum) saec. 11. in. Cod. Londinen. 
Vesp. D Xn. add. saec. ^Vi2. O. — Brev. ms. Hispanicum saec 'V12. Cod. 
Londinen. Add. 30i<48. P. — CKLP sind nicht kollationiert 

1, 2 sqq. lauten in den beiden altesten Quellen Au. B: Noctis recedunt 
tenebrae, | Nunc mentis eat caecitas, | Virtutum et lux redeat Ob dieses 
die ursprUngliche Fassung oder eine partikulare sudfranzosische (Limoges 
u. Moissac) Redaktion ist, lafst sich schwer entscheiden; eher mochte ich 
ersteres glauben. — 1, 2 Mentis recedant I; deiscant (nicht ^diescant", wie 
Stevenson schreibt) O. — 1, 3 et lux GH. — 1, 4 Terras (korrig. aus Terris) 
dies H; dies I; dum EMO. — 2, 1 Da BFI, Da« DEGNO, Dans korrig. aus 
Das H. — 2, 3 sq. lauten A u. B: Ne nos vacuum transeat, | Hoc, quod 



gQ Pars I. Hymni antiquissimi saec. V. — ^XI. 

benigne praerogas (prorogas B); cfr. Note zu 1, 2 sqq. — 2, 3 Evertai GM. . 

— 3, 1 Quidam que B. — 3, 2 ferre licet g^andium AB. — 3, 3 Maiora tui 
munera A, Maiorem GH (korrig. aus Maiore) IM, Maiori DO; tui AEFGH 
(korr. aus tuis) IM. — 3, 4 Quo EIO ; emptio ABFGH (korrig. aus demptio) 
M. — Die geschraubte Konstruktion der Str. 3 wird klarer durch die Stellung: 
Da ferre quiddam paenitentiae, quod criminum quamvis grandium maiore tuo 
munere sit demptio. — 4, 1 veni H. — 4, 2 In ^jua DFINO; Per quem M. 

— 4, 3 ut tui AGH, ut tua BFM. — 4, 4 hanc redempti GH (korrig. aos 
reducti) I ; gratiam AH (korrig. aus gratia) , gratia BG. — Str. 5 fehlt B. — 
5, 2 adororet N. — 5, 3 At EI, Ac N; veniam korrig. aus venias H. — 
Doxologie meist nur in den Anfangsworten , fehlt ganz HO. — „In XL ad 
Matutinos" A, „in matutinis laudibus^ B ; ebenso fiir die Laudes N. — Die 
Verbreitung des Hymnus war relativ gering ; jungere Quellen s. im Rep. Hymn. 

Das jetzige Bomische Brevier behielt den Hymnus bei, aber in so weit- 
gehender Umarbeitung der Strophen 1 — 3, dafs vom ursprunglichen so gut 
wie nichts ubrig blieb; es lauten namlich Strophe 1 u. 2: 
1. O sol salutis, intimis, 2. Dans tempus acceptabile, 

lesu, refulge mentibus, Da, lacrimarum rivulis 

Dum nocte pulsa gratior Lavare cordis victimam, 

Orbi dies renascitur. Quam laeta adurat caritas. 

Nur^ Str. 4 u. 5 fanden mehr Gnade bei den „Korrektoren". — Wenn 
Mone (I, 91) sagt „Die Quantitat ist in dem Liede nicht immer beobachtet, 
der Reim aber auch noch nicht vollkommen und gleichmafsig gebraucht, daher 
man es wohl nicht vor das 6. Jahrh. setzen darf", so ist es eine unzulassige 
Folgerung, wenn man auf dieses hin einfach fest behauptet, es sei ein Hymnus 
saec. VI., wie im Rep. Hymnoi. Nr. 9205 — 7. 



60. In Qaadragesima. 

Ad Matutinas Laudes. 

1. Samme largitor praemii, 3. Si renuis, qais tribaet? 
Spes qui es anica mundi, Indulge, quia potens es. 
Preces intende servorum Te corde rogare mundo 

Ad te devote clamantum. Fac nos, precamur, Domine. 

2. Nostra te conscientia 4. Ergo acceptare, nostram, 
Grave offendisse monstrat, Qui sacrasti ieiunium, 
Quam emundes, supplicamus, Quo mystice paschalia 
Ab omnibus piaculis. Capiamus sacramenta. 

5. Summa nobis haec conferat 
In deitate trinitas, 
In qua gloriatur unus 
Per cuncta saecula Deus. 

Hymn. ms. Moissiacense saec. 10. Cod. Rossian. VHI 144. A. — Hymn. 
ms. S. lohannis Laudunensis saec. 10. Cod. Bemen. 455. B. — Hymn. ms. 
Corbeiense saec. 11. Cod. Ambianen. 131. C. — Brev. ms. S. Germani 
Pratensis saec. 11. Cod. Parisin. 11550. D. — Collect. et Hymn. ms. 
Sandionysianum saec. 11. (et 12.) Cod. Parisin. Sangenovefian. llo6. E. — 
Grad. et Antiphon. ms. Nivernense saec. 12. Cod. Parisin. Nouv. acq. 1235. 
F. — Psalt. et Antiphon. ms. Sangenovefian. saec. 13. ex. Cod. Sangenove- 
fian. 2641. G. — 



B. Hjnmi de Tempore Proprii. 61 

Opp. ms. Ambrosii ad Gratianum (Sangallen.) saec. 9. Cod. Sangallen. 
5. add. saec. ^®/ii. H. — Brev. ms. Sangallense saec. ^^/ii. Cod. Sang^allen. 
13. I. — Hymn. ms. Anglosaxonicnm (Monasticum) saec. 11. in. Cod. 
tondinen. Vesp. D XH. K. — Collectar. et Hymn. ms. Exoniense (postea 
ipisc. Leofric) saec. 11. Cod. Londinen. Harl. 2961. L. — Hymn. ms. 
^intoniense saec. 11. Cod. Capit. Dunelmen B HI 82. M. — Hymn. ms. 
eronense saec. *^/ii. Cod. Capit. Veronen. CIX (102). N. — Hymn. ms. 
iobiense saec 11. Cod. Vatican. 5776. O. — Brev. ms. Farfense saec. 11. 
bd. Tnricen. Rhen. 82.. P. — Brev. ms. Hispanicum saec. ^Vi8. Cod. 
londinen. Add. 30848. Q. — CDEGQ sind nicht kollationiert. 

1, 1 Summi EGH. — 1,2 Spes quies unica A. — 1, 4 devota o; 
lamantium I, clamantum fehlt P. — 2, 2 Grave se ofifendisse P. — 2, 8 
tna M; Quam in mundes O; emunda I (aber auf Rasur) N. — 8, 3 rogari 
:. — 3, 8 n. 4 lauten in BHIMP: 

Si corde rogamus (rogaris P) mundo, 
Certe debes ex promisso. 

Der 2. dieser Verse ist auch in N als 3, 4 aufgenommen worden. 
, 1 acceptato L. — 5, 1 haec conferat HKLM. — 5, 2 Et adoranda 
initas N. — Man beachte den ofteren Hiatus. 

In den Cistercienser-BrQYiGr&a. des 13. und spaterer Jahrhunderte (z. B. 
od. Karolsruhan. Licht. 15 u. 34; Cod. Wirceburgen. Mp. th. IV<> 42) ist 
er Tezt stark verandert, um besseren Rhythmus herzustellen ; Str 1 lautet: 

Summi largitor praemii, | Spes una mundi perditi, 
Preces intende pauperum | Ad pedes tuos flentium. 

Viele gedruckte Breviere, namentlich franzosiache des 15. u. 16. Jahrh. 
'gl. Rep. Hymn. Nr. 19716) weisen diesen Fastenhymnus auf. — 
Rllkurlich wird auch hier wieder Gregor d. Gr, als Verfasser aufgestellt 
a H, worans ich die KoUation der Gute des Stiftsbibliothekars Dr. Ad. Fah 
erdanke, steht unter dem Hymnns, von gleicher Hand geschrieben : ^Kerhart*^. 
)erselbe war 990 — 1001 Abt von St. Gallen; selbstredend ist er nicht Ver- 
asser des Hymnus. — Die liturgische Verwendung ist schwankend betreffs 
ler Tagzeit (Laudes, Nocturn, Vesper); u. a. gibt A die Laudes an. 



61. In Quadragesima. 

Ad Matntinas Laudes vel Vesperas. 

1. Aores ad nostras deitatis preces, 
Deiis, inclina pietate sola, 
Sapplicum vota snscipe, precamnr 

Famoli tui. 

2. Bespice clemens solio de sancto 
Yaltn sereno, lampadas illnstra 
Lomine tno, tenebras depelle 

Pectore nostro. 

3. Crimina laxa pietate malta, 
Ablae sordes, yincala disrampe, 
Parce peccatis, releva iacentes 

Dextera toa. 



62 Pars I- Hymni antiquissimi saec. V. — ^XI, 

4. Te sine taetro mergimar profando, 
Labimar alta sceleris sub anda; 
Brachio tao trahamar ad clara 

Sidera caeli. 

5. Christe, lax vera, bonitas et vita, 
Gaadiam mandi, pietas immensa^ 
Qui nos a morte roseo salvasti 

Sangaine tao, 

6. Insere taam, petimus, amorem 
Mentibus nostris, fidei refande 
Lamen aeternam, caritatis aage 

Dilectionem. 

7. Ta nobis dona fontem lacrimaram, 
leianioram fortia ministra, 

Yitia carnis milia retande 
Framea taa. 

8. Procal a nobis perfidas absistat 
Satan a tuis viribas confractus, 
Sanctus assistat spiritus a tua 

Sede dimissus. 

9. Gloria Deo sit aeterno patri, 
Sit tibi semper, genitoris nate, 

Cum quo aequalis spiritus per cuncta 
Saecula regnat. 

Hymn. ms. Casinense saec. 10. Cod. Caoinen. 506. A. — Brev. ms. 
Casinense saec. IL Cod. Vindobonen. 1106. B. — Hymn. ms. Beneventanum 
saec. 10. ex. Cod. Vatican Ottob. 145. C. — Hymn. ms. Veroneuse saec. 
*®/ii. Cod. Capit. Veronen. CIX (102). D. — Hymn. ms. Severiniauum saec 
^®/ii. Cod. Vatican. 7172. E. — Hymn. ms. Severinianum saec. '®/ii. Cod. 
Parisin. 1092. F. — Hymn. ms. Farfense saec. '®/ii. Cod. Roman. Vitt. Eman. 
175 (Farf. 4). G. — Hymn. ms. Farfense saec. ^®/ii. Cod. Turicen. Rhen. 
91. H. — Brev. ms. Farfense saec. 11. Cod. Turicen. Rhen. 82. I. — Brev. 
ms. Montis Amiatini saec. ^®/ii. Cod. Casanaten. 1907 (B II 1) K. — Hymn. 
ms. Bobiense saec. 11. Cod. Vatican. 5776. L. — Brev. ms. S. Sofiae 
Beneventanae saec. 11. Cod. Vatican. 4928. M. — Psalter. ms. Monasticum 
saec. 12. in. Cod. Capit. S. Petri in Vatican. D. 156. N. — Psalt. ms. 
incert. origin. saec. 13. Cod. Ronian. Vitt. Eman. 471. O. — Psalt. et Hymn. 
ms. Paduanum (?) saec. 18. Cod Oxonien. Misc. liturg. 370. P. — Brev. 
ms. Romanum saec. ^^/i4. Cod. Archiv. Civitat. Venet. 122. Q. — Psalt 
ms. Aquilegiense saec. 15. Cod. Capit. Utinen. IX. R. 

Hymn. ms. Moissiacense saec. 10. Cod. Rossian. VIII 144. S. — Brev. 
ms. Strumense saec. 11. Cod. Laurentian. Conv. suppr. 524. T. — Hymn. 
ms. Salvatoris de Silva Lacus anni 1415. Cod. Londinen. Add. 30014. U. — 



B. Hymni de Tempore Proprii. 63 

Brev. sec. usnm insignis monasterii S. Crucis Colimbricensis impr. Colimbricae 
1531. X. — KMPQRUX sind nicht kollationiert. 

1, 1 Ad preces nostras deitatis aores U. Zu dieser Lesart vgl. man „Ad 
preces uostras aures pietatis | Tuae reclina" = 2, 3 sq. des Hymnus „Deus 
qui rmmdum crimine iacentem^ (Nr. 124). — 2,2 lampades CEGHILNO; 
illustras L. — 2, 3 expelle L. — 2, 4 Pectori CDE«NOT. — 3, 1 Crimine 
L; pietate sola F. — 3, 2 Abluens L; dirrumpe GWV, dirumpe H^P. — 
4, 1 mergimus DI, mergitur L. — 4, 2 sceleri 8; sub umbra CGI^N. — 4, 
3 ad alta L. — 5, 1 bonitasque vita O. — 6, 1 tuo S; amore DS. — 6, 3 
claritatis G. — 6, 4 Dilectione C. — 7, 1 fonte C. — 8, 2 Satanas tuis D, 
Satan^tuis H, Satanatuis I; confractis S, constratus L. — 8, 4 demissus 
A (vielleicht das Richtige). — 9, 2 ienitoris S. — 9, 3 quo fehlt N. — 9, 4 regnas S. 

In X die Rubrik: ^Sequens hymnus dicitur post prandium in diebus 
ieiuniorum, nisi proprium (!) assignetur." S bestimmt den Hymnus fiir die 
^Matutinae Laudes" u. zwar, nach seiner Stellung zu schliefsen ^Dominicis 
diebus in Quadragesima" ; im ubrigen ist sein Gebrauch betreffs der Gebets- 
stunden in den Quellen verschieden. — Angesichts der Quellen mochte man 
wohl Italien als die Ursprungsstatte ansehen. — Einige jungere Quellen s. 
im Rep. Hymnol. Nr. 1612; dafs letztere Nr. mit Nr. 234 identisch ist, hat 
Chevalier nicht bemerkt. — Im Brev. monachorum sacrae Congregationis 
Oliveti impr. Florentiae 1521 ist der Hymnus mit den Worten eingeleitet 
.,Incipit hymnus sancti Gregorii papae" ; auf Glaubwiirdigkeit konnen dieselben 
keinen Anspruch erheben. — Interessant ist, welchen Anstofs dieser Hyomus 
vielfach im 16. u. 17. Jahrh. erregte; man vgl. dazu S. Delaporte in der 
Rassegna Gregoriana, VI (1907), col. 489 sq., 502, 504, 509. 



62. In Quadragesima. 

Ad Matutinas Laudes. 

1. lam lucis splendor mtilat 2. Pellamas omne noxiam, 
Noctis fagatis tenebris; Poscamas omne prosperum; 

Reddamus laudes Domino, Defendat suos famulos 

Qai manet ante saecula. Virtas aetema iugiter. 

3. Deo patri sit gloria. 

Hymn. ms. Casinense saec. 10. Cod. Casinen. 506. A. — Hymn. ms. 
Beneventannm. saec. 10. ex. Cod. Vatican. Ottob. 145. B. — Psalt. et 
Hymn. ms. Farfense saec. ^^lii. Cod. Roman. Vitt. Eman. 175 (Farf. 4). C. 
— Brev. ms. Farfense saec. 11. Cod. Turicen. Rhen. 82. D. — Hymn. ms. 
Veronense saec. *®/ii. Cod. Cap. Veronen. CIX. (102). E. — Hymn. ms. 
Severinianum saec. *®/ii. Cod. Vatican. 7172. F. — Hymn. ms. Severinianum 
saec. ^®/ii. Cod. Parisin. 1092. G. — Hyran. ms. S. Sofiae Beneventanae 
gaec. 11. Cod. Neapolitan. VI E 43. H. — Brev. ms. S. Sofiae Beneventanae 
saec. 11. Cod. Vatican. 4928. I. — Psalt et Hymn. ms. Italicum (Monasticum) 
saec. 12. in. Cod. Capit. S. Fetri in Vaticano D 156. K. 

1, 2 tenebras K. — 1, 4 manet aeternaliter B; Qui natus est in Bethle- 
hem E (weil angewandt auf Weihnachten). — Doxologie: nur 2 ersten 
Worte ACDGH; in E (far Weihnachten) : Gloria tibi Domine | Qui natus es 
de virgine etc; in K: Gloria tibi trinitas | Aequalis una deitas | Et ante 
onmia saecula (1. omne saeculum) | Et nunc et in perpetuum. 

Der Ursprunff dieses relativ seltenen und nicht weit verbreiteten 
Hymnus ist laut Quellen . offenbar in Italien und zwar wohl im Gebiete von 
Benevent resp. Monte Cassino zu suchen. 



64 FsucB I. Hymui antiqnissimi saec. V. — ^XI. 



63. In Qaadragesima. 

Ad Tertiam. 

1. Dei fide, qua vivimas, 3. Precemar ergo sabditi, 
Spe perenni qaa credimos, Redemptione liberi, 
Per caritatis gratiam Ut eraat a saecalo, 
Ghristi canamas gloriam; Qaos solvit a chirographo. 

2. Qai dactas hora tertia 4. Gloria tibi, trinitas, 
Ad passionis hostiam Aeqaalis ana deitas 
Cracis ferens saspendia Et ante omne saecalam 
Ovem reduxit perditam. Et nunc et in perpetuam. 

CoUect. et Hymn. ms. Murbacense (? Aug^ense) saec. (8. et) 9. Cod. 
Oxonien. Bodl. lun. 25. A. — CoUect. et Hjmn. ms. Corbeiense saec. 9. 
Cod. Parisin. 14088. B. 

Trop. ms. Martialense anni 933—936. Cod. Parisin. 1240. add. saec 10. 
C. — Hymn. ms. Moissiacense saec 10. Cod. Rossian. Vin 144. D. — 
Hyran. ms. S. lohannis Laudunensis saec. 10. Cod. Bemen. 455. E. — 
Psalt. et Hymn. ms. Marchianense saec. (9 et) 10. in. Cod. Duacen. 170. 
add. saec. 11. F. — Brev. ms. S. Germani Pratensis saec. 11. Cod. Parisin. 
11550. G. — Collect. ms. Sandionysianum (?) saec. 11. (et 12.) Cod. Sang^enove- 
iian. 1186. H. — Brev. ms. Strumense saec. 11. ez. Cod. Laurentian. Conv. 
suppr. 524. I. 

Hymn. ms. Casinense saec. 10. Cod. Casinen. 506. K. — Hymn. ms. 
Bobiense saec. 10. Cod. Taurinen. G VH 18. L. — Hymn. ms. Bobiense 
ttaec. 11. Cod. Vatican. 5776. M. — Hymn. ms. Beneventanum saec. 10. ex. 
Cod. Vatican. Ottob. 145. N. — Hymn. ms. Farfense saec. ^®/ii. Cod. 
Turicen. Rhen. 91. O. — Brev. ms. Farfense saec. 11. Cod. Turicen. Rhen. 
82. P. — Hymn. ms. Farfense saec. '®/ii. Cod. Roman. Vitt. Eman. 175 
(Farf. 4) Q. — Brev. ms. Montis Amiatini saec. '®/ii. Cod. Casanaten. 1907 
(B n 1). R. — Hymn. ms. Severinianum saec. ^®/ii. Cod. Vatican. 7172. S. 
— Hymn. ms. Veronense saec. ^^/ii. Cod. Capit Veronen. CIX (102). T. — 
Brev. ms. S. Eutychii Nursini saec. 11. Cod. Vallicellan. B 79. U. — Brev. 
ms. Benedictinum (Italiae septentrion. aut Galliae meridion.) saec. 10. ex. 
Cod. privat. (K. W. Hiersemann). X. 

Collect. ms. S. Mazimini Trevirensis saec. 10. Cod. Treviren. 592 
(1404). Y. — Hymn. ms. Campidunense saec. *®/ii. Cod. Turicen. Rhen. 83. 
Z. — Hymn. ms. Anglo-Saxonicum (Monasticum) saec. 11. in. Cod. Londinen. 
Vesp. D XII. a. — Collectar. et Hymnar. ms. Exoniense (postea Episc 
Leofric) saec. 11. Cod. Londinen. Harl. 2961. b. — Hymn. ms. Wintoniense 
saec. 11. Cod. Capit. Dunelmen. B UI 32. C. — Collectar. et Hymn. ms. 
Wintoniense (? Vigomiense) saec. 11. Cod. Coll. Corp. Christi Cantabrigien. 
391. d. — Hymn. ms. Cantuariense saec. *®/ii. Cod. Londinen. Add. 37517. 
e. — Varianten aus GHLRS d e sind nicht verzeichnet. 

1, 1 fide quia B. — 1,2 perenne B; qua fehlt ABZ (vielleicht die ur- 
spriingliche Lesart). — 1,4 Christo alle Hss. aufser ABYZ. — 2,2 hostia 
B. — 3, 1 Precemur P. — 3,2 Redemptioni M. — 3, 4 Quod O; cyrografo 
DOXYZ c (die anderen Hss. durchweg cirografo), acyrofragraffo (I) B. — 
4, 3 Et fehlt c; omnia saecula BUY a b C. — 4, 2 uni Y. — 4, 4 perpetuo 
B. — In E fehit die Doxologie, in CDFKO nur die Anfanffsworte. 

Titel fehlt in A; in B: „In Quadragesima ; ad tertia^; ahnlich in den 
meisten anderen Quellen. 



B. Hymni de Tempore Proprii. 65 



64. In Quadragesima. 

Ad Sextam. 

1. Meridie orandam est, 3. Det nobis auxilium 
Christus deprecandus est, Per angelos mirabiles, 

Ut iubeat nos edere Qui semper nos custodiant 

De suo sancto corpore, In omni vita saeculi. 

2. Ut ille sit laudabilis 4. Gloria tibi, trinitas, 
In universo populo. Aequalis una deitas 
Ipse caelorum dominus, Et ante omne saeculum 
Qui sedet in altissimis, Et nunc et in perpetuum. 

Collect. et Hymn. ms. Murbacense (? Augiense) saec. (8. et) 9. Cod. 
Oxonien. Bodl. lun. 25. A. — Collect. et Hymn. ms. Corbeiense saec. 9. 
Cod. Parisin. 14088. B. — Hymn. ms. Bobiense saec. 10. Cod. Taurinen. 
G Vn 18. C. — Hymn. ms. Bobiense saec. 11. Cod. Vatican. 5776. D. — 
Hymn. ms. Beneventanum saec. 10. ex. Cod. Vatican. Ottob. 145. E. — 
Hymn. ms. Farfense saec. ^®/ii. Cod. Turicen. Rben. 91. F. — Brev. ms. 
Farfense saec. 11. Cod. Turicen. Rhen. 82. G. — Hymn. ms. Severinianum 
saec. *®/ii. Cod. Vatican. 7172. H. — Hymn. ms. Moissiacense saec. 10. 
Cod. Rossian. VIII 144. I. — Hymn. ms. S. lohannis Laudunensis saec. 10. 
Cod. Bernen. 455. K. — Collect. ms. Sandionysianum saec. 11. (etl2.) Cod. 
Sangenovefian. 1186. L. — Collect. ms. S. Maximini Trevirensis saec. 10. 
Cod. Treviren. 592 (1404). M. — Hymn. ms. Campidunense saec. ^®/ii. Cod. 
Turicen. Rhen. 83. N. ~ Hymn. ms. Anglo-Saxonicnm (Monasticum) saec. 
11. in. Cod. Londinen. Vesp. D XH. O. — Collectar. et Hyran. ms. Exoniense 
(postea Episc. Leofric) saec. 11. Cod. Londinen. Harl. 2961. P. — Hymn. 
ms. Wintoniense saec. 11. Cod. Capit. Dunelmen. B IIl 32. Q. — CoUectar. 
et Hymn. ms. Wintoniense (? Vigomiense) saec. 11. Cod. Coll. Corp. Christi 
Cantabrigien. 391. R. — Psalt. et Hymn. ms. Cantuariense saec. ^mi. Cod. 
Londinen. Add. 37517. S. — Varianten aus CHLRS nicht verzeichnet. 

1 , 1 es B. — 1 , 2 Christusque DIKOPQ. — 1 , 4 De fehlt E. — 2, 1 
Et D. — 2, 2 universis populis alle Hss. aufser ABMN. — 2, 3 Qui se 
caelorum K. — 2 , 4 sedit B ; altissimi B. — 3 , 1 Detque DIKOPQ (cfr. 
Variante zu 1, 2). — 3, 2 mirabilis B. — 3, 3 Qui nos semper N; costodant 
B. — 3, 4 vita saecula BG. — Zur Doxologie vgl. vorhergehende Nummer. 

Titel fehlt in A; in B: „Ad sexta** und unter der Gruppe „In Quadra- 
gesimo''; ahnlich in den anderen Quellen. — Der Hymnus scheint weniger 
Verbreitung gefunden zu haben als sein Pendant zur Terz. Sievers bemerkte 
sogar: „Nur in O (= A) erhalten" (1. c. pag. 45). 



65. In Quadragesima. 

Ad Sextam. 

Qaa ChristQS hora sitiit, 2. Quibas sit et esaries, 
Crucem vel in qaa subiit, Quam ipse de se satiet, 

Quos praestat in hac psallere, Crimen sit ut fastidium 

Ditet siti iustitiae. Virtusque desiderium. 

Blume, Thesaurl hymnologici Hymnarium. 5 



66 Pars I. Hymni antiquissimi saec. V.— XI. 

3. Charisma sancti spiritus 4. Gloria tibi, trinitas, 
Sic infiuat psallentibns, Aequalis una deitas 

Ut carnis aestus frigeat Et ante omne saeculum 

Et mentis algor ferveat. Et nunc et in perpetuum. 

Hymn. ms. Casinense saec. 10. Cod. Casinen. 506. A. — Hymn. ms. 
Beneventanum saec. 10. ex. Cod. Vatican. Ottob. 145. B. — Hjmn. ms. 
Farfense saec. ^o/ii. Cod. Roman. Vitt. Eman. 175 (Farf. 4). C. — Brev. 
ms. Farfense saec. 11. Cod. Turicen. Rhenov. 82. D. — Hymn. ms. Veronense 
saec* ^®/ii. Cod. Capit. Veronen. CIX (102). E. — Hymn. ms. Severinianum 
saec i^/ii. Cod. Vatican. 7172. F. (item Cod. Parisin. 1092). ~ Brev. ms. 
Montis Amiatini saec. ^®/ii. Cod. Casanaten. 1907. G. — Hymn. ms. 
Bobiense saec. 11. Cod. Vatican. 5776. H. — Brev. ms. S. Sofiae 
Beneventanae saec. 11. Cod. Vatican. 4928. I. — Brev. ms. S. Eutychii 
Nursini saec. 11. Cod. Vallicellan. B 79. K. — Brev. ms. Benedictinum 
(Italiae septentrion. aut Galliae meridion.) saec. 10. ex. Cod. privat. 
(K. W. Hiersemann). L. 

Trop. ms. Martialense anni 933 — 36. Cod. Parisin. 1240. add. saec. 10. 
M. — Hymn. ms. Moissiacense saec. 10. Cod. Rossian. VIH 144. N. — 
Psalt. et Hyran. ms. Marchianense saec. (9. et) 10. Cod. Duacen. 170. add. 
saec. 11. O. — Brev. ms. S. Germani Pratensis saec. 11. Cod. Parisin. 
11550. P. — Brev. ms. Strumense saec. 11. ex. Cod. Laurentian. Conv. 
suppr. 524. Q. — Brev. ms. Sollemniacense saec. ^^/is. Cod. Londinen. Harl. 
2928. R. 

Hymn. ms. Anglosaxonicum (Monasticum) saec. 11. in. Cod. Londinen. 
Vesp. D XII. add. saec. ^Vi2. S. — Brev. ms. Hispanicum saec. "/12. Cod. 
Londinen. Add. 30848. T. — Hymn. ms. Rhenoviense saec. 12. in. Cod. 
Tiiricen. Rhen. 129. U. — Die Hss. FGIPRT sind nicht kollationiert. 

1, 2 in quam D^. — 1,3 Quod E ; praestat inhic K. — 1, 4 iustitiam 
N. — 2, 1 esuriens AE. — 2, 2 De se quam ipse satiet ABD. — 2, 3 fastidio 
L. — 2, 4 desiderio LS. — 3, 4 mentis ardor (!) N. — Von der Doxologie 
durchweg nur 1 (A), 2 (MQU) oder 3 Anfangsworte -, fehlt ganz BD. — Titiel : 
„Ad Vlam in Quadragesiraa" ALN; ahnlich in den anderen Quellen. 

Bemerkenswert ist, dafs Deutschland durch eine einzige Quelle und zwar 
erst aus dem Anfange des 12. Jahrh. vertreten ist. — Verhaltnismafsig viele 
jiingere gedruckte Breviere Frankreichs aus dem 15. u. 16. Jahrh. sind im 
Rep. Hymn. unter Nr. 15840 als Quellen angefiihrt. Ebendort wird Fortunatus 
als Auctor genannt ohne jedes Bedenken; diese Kenntnis ist sichtlich aus 
Daniel (I, 169) geschopft, wo es heifst: „Fertur sub Fortunati nomine in 
Hymnario Thomasii," obgleich Thomasius rait keiner Silbe diesen Irrtnm 
vertritt. Daniel verfing sich aberroals in die von ihm selbst gestellte Schlinge. 



66. In Qnadragesima. 

Ad Nonam. 

1. Ternis ter horis numeras 3. Mors per crucem nunc interit, 
Sacrae iidei panditur; Et post tenebras lux redit; 
Nunc trinitatis nomine Horror dehiscat criminum, 
Munus precemur veniae. Splendor nitescat mentium. 

2. Latronis, en, confessio 4. Gloria tibi, trinitas, 
Christi meretur gratiam, Aequalis una deitas 
Laus nostra vel devotio Et ante omne saeculum 
Mercetur indulgentiam. Et nunc et in perpetuum. 



B. Hymni de Tempore Proprii. 67 

. A — U = Qnellen des vorhergehenden Hymnus „Qv<i Christus hora siUit^. 
— 1, 2 Fidei sacrae pangitar BD*. — 1, 3 Nunc korrig. aus Ut O. — 1, 4 
precamur BHMS; veniam N. — 2, 2 gratia BEM. — 2, 4 meretur N (cfr. 
2, 2). — 3, 2 rediit CD^U. — 3, 3 Orror N. — Doscologie wie bei der vor- 
hergehenden Nummer. — Durchweg ausdruckliche Bezeichnung „Ad IX*''* 
in XL*." — Sichtlich stammen dieser und der vorausgehende Hymnus aus 
gleicher Feder; das legen nahe der Stil, der Reim, gleiche Strophenzahl, 
gleiche Verbreitung laut Quellen. Auffallend ist, dafs nicht auch hier rortunat 
(naturlich zu Unrecht) als Auctor aufgestellt wird, denn Thomasius teilt auf 
^anz gleiche Art diesen Hymnus mit unmittelbar nach „Qua Christus hora 
stHit*^ ; nur Inkonsequenz hat die Hymnen Fortunats nicht um diese Nummer 
bereichert. 



67. In Qnadragesima. 

Ad Vesperas. 

1. Sic ter quaternis trahitur 3. Sed armis pudicitiae 
Horis dies ad vesperum, Mens fulta vigil libere 
Occasu sol praenuntians Sobrietate comite 
Noctem redire temporum. Hostem repellat improbum; 

2. Nos ergo signo Domini 4. Sed nec ciborum crapula 
Tutemus casta pectora, Tandem distendat corpora, 
Ne serpens ille callidus Ne vi per soranum animam 
Intrsibdi temptet aditns; Lndificatam poUuat. 

CoUect. et Hymn. ms. Murbacense (? Augiense) saec. (8 et) 9. Cod. 
Oxonien. Bodl. lun. 25. A. — Collect. Hymn. et ms. Corbeiense saec. 9. Cod. 
Parisin. 14088. B. — Collect. et Hymn. ms. S. Maximini Trevirensis saec. 
10. Cod. Treviren. 592 (1404). C. — Kit. et. Hymn. Scheftlariense saec. 10. 
CJIm. Monacen. 17027. D. — Hymn. ms. Campiduuense saec. ^^/ii. Cod. 
Turicen. Rhen. 83. E. — Brev. ms. Sangallense saec. ^®/ii. Cod. San^allen. 
413. F. — Trop. et Hymn. ms. Rhenoviense (? Sangallense) saec. 11. in. 
Cod. Turicen. Rhen. 97. G. — Hymn. et Prosar. ms. Fredeslariense saec. 11. 
Cod. Casselan. theol. IV^ 25. H. — 

Hymn. ms. S lohannis Laudunensis saec. 10. Cod. Bemen. 455. I. — 
Hymn. ms. Moissiacense saec. 10. Cod. Rossian. VIII 144. K. — Hymn. 
ms. Corbeiense saec. 11. Cod. Ambianen. 131. L. — Collect. ms. Sandiony- 
sianum saec. 11. (et 12). Cod. Parisin. Sangenovefian. 1186. M. — Hymn. 
ms. Bobiense saec. 10. Cod. Taurinen. G VII 18. N. — Hymn. ms. Bobiense 
saec. 11. Cod. Vatican. 5776. O. — Hymn. ms. Beneventanum saec. 10. ex. 
Cod. Vatican. Ottob. 145. P. — Brev. ms. S. Sofiae Beneventanae saec. 11. 
Cod. Vatican. 4928. Q. — Brev. ras. S. Eutychii Nursini saec. 11. Cod. 
Boman. Vallicell. B 79. R. — Hymn. ms. Severinianum saec. ^°/ii. Cod. 
Vatican. 7172. S. — Hymn. ms. Farfense saec. *®/ii. Cod. Turicen. Rhen. 
91. T. — Brev. ms Farfense saec. 11. Cod. Turicen. Rhenov. 82. — U. Hymn. 
ms. Veronense saec. ^^/ii. Cod. Capit. Veronen. CIX (102). V. — Hymn. ms. 
Anglo-Saxonicum (Monasticum) saec. 11. in Cod. Londinen. Vesp. D XII. 
X. — Collectar. et Hymn. ms. Exoniense (postea Episc. Leofric) saec 11. 
Cod. Londiuen. Harl. 2961. Y. — Hymn. ms. WintouTense saec. 11. Cod. 
Capit. Dunelmen. B III 32. Z. — Hymn. ms. Cantuariense saec. ^^/ii. Cod. 
Londinen. Add. 37 517. a. 

1, 1 Jam ter KLR, Si ter O ; Initiale fehlt B : traditur K. — 1, 3 Occasu 
A (in B unlesbar), Occasum CGHIRUXYZ; pronuntians BCEFGHOPTUXZ, 

5* 



68 Pft^s I- Hymni antiquissimi saec. V« — ^XI. 

pronuntiat y, praenuntiat KR. — 1, 4 Noctis r. tempora alle Quellen aufser ABT. — 
2, 2 Tundimus AB, Tundamus CEHT, Tutemur korrig. aus Tundamus D ; nostra 
pectora I, claustra pectoris KR^ claustra pectorum GOPXZ, claustra pecca- 
torum U. — 2, 4 adtemptet AEF; aditum KPRUXYZ, additos B. — 3, 1 
armis paenitentiae C. — 8 , 2 liberis ABF, libera G, liberet Y. — 3, 3 Sobrie- 
tatem BCRY; comitem BC. — 4, 1 Si I; Sed ne ETU. — 4, 2 destentat B, 
distentat G, distentet PUXYZ, distendant O. — 4, 3 Nec I ; vim BO ; anima 
B, animas I. — 4, 4 Glorifica B, Glorificata AY, Glorificatam CEGHOYZ, 
Ludificatas I. — Doxologie fehlt ABC; Gloria tibi trinitas etc. OPRTUXYZ; 
Praesta beata trinitas GK ; Gloria Deo sit patri | Gloria unigenito | Una cum 
sancto spiritu | In sempiterua saecula DEFH ; Deo patri I. — Varianten aus 
LMNQSa nicht verzeichnet 

Der unvermittelte Anfang „/Sfc" mag Anlafs gewesen sein fiir die Um- 
anderung in „Jam^ (s. Varianten zu 1, 1); auf gleichem Grund diirfte die 
Erscheinung beruhen, dafs in FG u. V eine einleitende Strophe voraus- 
geschickt wurde (vgl. Anal. H. XI, Nr. 17): 

Ut nox tenebris obsita | Aequans per horas tempora 
Temis quater successibus | Reddit diem mortalibus. 

In K sind zwischen Strophe 1 und 2 drei weitere eingeschoben, wo- 
durch die Beziehung zur Fasienzeit hervorgekehrt wird (s. Anal. Hymn. II, 
84). Fur diese Zeit wurde namlich der Hymnus verwendet: „In Quadragesimo 
ad Nona" B; „Dom. 11. in XL" G; „In XL ad Vesper." 1; „Ad Vesp. in 
Quadrages." N; ,Sabbato ante domin. III. ad vesp." O; u. ahnliches. Der 
Inhalt der 1. Strophe weist deutlich auf die Vesper. 



68. In Qnadragesima. 

Ad Vesperas. 

1. Ecce, tempus idoneum 3. Hunc igitur ieiuniis 
Medicinae peccaminum, Cum precibus et lacrimis 
Quibus Deum offendimus Mnltisque bonis aliis 
Gorde, verbis, operibus; Placemus devotissimi, 

2. Qui pius ac propitius 4. Ut nos a cunctis sordibus 
Nobis pepercit hactenus, Purgans ornet virtutibus 
Ne nos cum nostris perderet Angelicis et coetibus 
Tantis iniquitatibus. Coniungat in caelestibus. 

5. Sit benedictus genitor 
Eiusque nnigenitus 
Cum spiritu paraclito 
Trinus et unus Dominus, 

Oollect. ms. S. Albini Andegavensis saec. 10. Cod. Andegaven. 278 
(269). add. saec. ^®/ii. A. — Hymn. ms. Anglosaxonicum (Monasticum) saec. 
11. in. Cod. Londinen. Vesp. D XII. add. saec. 12. ex. B. — Psalt ms. 
Cantuariense saec. 13. Cod. Oxonien. Laud. lat. 95. C. — Psalt. ms. 
Anglicum (Monasticum; Wintoniense?) saec. 14. Cod. Sangallen. 26. D. — 
Fragment. ms. Hymnarii saec. '^^Iia, (illigatum Collect. ms. Rebdorfensi saec. 15). 
Clm. Monacen. 15222. E. — Brev. ms. Pragense saec. 14. Cod. Mus. Bohem. 
XIV E 13. F. — Brev. ms. Pragense saec. 14. (et 15). Cod. Pragen. VI F 



B. Hymni de Tempore Proprii 



69 



12 a. 6. — Viat. ms. Johan. Noviforensis saec. 14. Cod. Mus. Bohem. 
XTTT A 12. H. — Brev. ms. Trebonense saec. 15. Cod. Pragen. VI F 12 b. H. 
— Brev. ms. Pragense saec. 15. Cod. S. Danielis 167. 1. — Brev. ms. Carmeli 
in Freistadt saec. 15. Cod. Wratislavien. I. O 72. K. — Brev, ms. Nurem- 
bergense anni 1412. Cod. ivit. Nurembergen. VII 43. L. 

1, 1 Ecce nunc tempus EHL. — 1, 2 Medicina E. — 1, 4 ore (st. ver- 
bis) E. — 2, 1 pius et A. — 2, 2 [Nobis pej percit. L. — 3, 1 Nunc. IL, 
Huic F — 3, 3 Cunctisque EFGIL. — 3, 4 Placeamus FI. — 4, 2 Purget 
D. — 4, 3 ac E. — 5, 2 Et eius A. — 5, 4 Qui es trinus et unus L.; et 
fehlt E. — In F — I ist der Hymnus zur Nocturn in der Fastenzeit ver- 
wendet. — Da alte Quellen fur diesen Hymnus fast ganz versageUf mufste 
ich jungere herbeiziehen ; einzelne gedruckte Breviere im Repert. Hymnol. 
Nr. 5195. 



In Qnadragesiina. 



1. Samme salvator omnium 
Indultor et peccaminum, 
lesu, quadragenarii 
Consecrator ieiunii, 

2. Da pectoris munditiam, 
Corporis castimoniam, 
Ne valeat irrumpere 
Corruptor pudicitiae, 



Nos filii ecclesiae 
Tuo redempti sanguine 
Voce precamur humili, 
Ne pereamus miseri. 

Sana languentum vulnera, 
Dum restringuntur corpora, 
Dele virus malitiae 
Medela parcimoniae, 



3. Qui protoplastum vetito 
Illiciens edulio 
In huius vitae torridum 
Detruserat ergastulum. 



6. Sicut in sterquilinio 
Benignitatis oculo 
Dignatus es revisere 
Job in favilla et cinere. 



7. Praesta, pater, per filium, 
Praesta per almum spiritum, 
Cum his per aevum triplici 
Unus Deus cognomine. 

Hymn. ms. Wintoniense saec. 11. Cod. Capit. Dunelmen. B IH 32. 

Zu 1, 3 sq. cfr. „Iesu quadragenariae | JDicator abstinentiae^ (Nr. 58; eben- 
^ort und in Nrr. 56 und 57 „parcimonia", wie hier 5, 4). — Titel nur: „Item 
^naius", aber unter den Fastenhymnen. 



70. In Passione Domini. 

Ad 1. Vesperas. 



1» Rex angelorum praepotens, 
Qoi sponte pauper factus es, 
Ut nos per aevum divites 
In aethre tecum poneres, 



Largire nobis prospera 
Crucis sacra sollemnia 
Gratesque da persolvere 
Magnae tnae clementiae. 



70 



Pars I. Hymni antiqoissimi saec. V. — ^XI. 



Qoi sustmens opprobria, 
Fel, Tincla, sputa, verbera 
Mortemque nobis perpetim 
Vitae parasti gloriam, 



Te cnm patre piissimo 
Simnlqae sancto spirita 
Infema, terrae, sidera 
Tremunt, adorant, concinant. 



Nanc claras in regno tao 
Nostri memento, qaaesamas, 
Et com latrone perfrai 
Da paradisi gaadiis. 



Laas sit tonanti DominO, 
Doxa sit tibi filio, 
Christo, cam sancto spiritu 
Et nanc et in perpetaam. 



Hymn. ms. Severinianum saec. ^®/ii. Cod. Vatican. 7172. A. — Hymn. 
ms. Veronense saec. ^^/u, Cod. Capit. Veronen. CIX (102). B. — Psalt. et 
Hymn. ms. Veronense saec. ^*/i8. Cod. Capit Veronen. CVIII (101). C. — 
Psalt et Hymn. ms. Veronense saec. *^/i8. Cod. Capit. Veronen. CIII (96 *). 
D. — Hymn. ms. Bobiense saec. 11. Cod. Vatican. 5776. E. — Collectar. 
et Hymn. ms. Exoniense (postea Ep. Leofric) saec. 11. Cod. Londinen. 
Harl. 2961. F. — Hymn. ms. Corbeiense saec. 11. Ambianen. 131. G. — 
Brev. ms. Canon. s. Augustini saec. 13. Cod. Vindobonen. 1717. H. — G 
ist nicht verglichen. 

1, 3 in aevum CDEH. — 1, 4 In aethere componeres B, Tecnm 
in aethere poneres H. — 3, 3 Morteque B; noli (statt nobis) H; perpetis 
CH. — 3, 4 parasti praemia D. — 4, 1 Hunc E. — 4, 2 Memento nostri 
A. — 4, 4 gaudii E. — 5, 1 sq. Tecum patrem piissimum | Simulque sanc- 
tum spiritum. B, — 5,2 Sancto simulque A. — 5, 3 terra E; sidera fehlt 
A. — 5, 4 Tremant adorent concinant A ; dies wurde den Reim wahren, der 
jedoch auch 3, 3 nicht gewahrt ist. — Str. 6 nur in A; ist vielleicht ein 
Zusatz, da schon Str. 5 eine Art Doxologie ist. 

Wie die geringe Anzahl der Quellen nahelegt, ist der Hymnus wenij; 
verbreitet gewesen; nur drei gedruckte Breviere Frankreichs zitiert da» 
Rep. Hymn. Nr. 17398. 



71* In Passione Domini. 

Ad Nocturnas. 



1. Aactor salutis anicas, 
Mandi redemptor inclitas, 
Ta Christe, nobis adnae 
Cracis fecandae gloriam. 



Nnnc in parentis dextera 
Sacrata falgens victima, 
Aadi, precamar, vivido 
Tao redemptos sangnine, 



2. Tn spata, colaphos, vincala 
Et dira passas verbera 
Cracem volens ascenderas 
Nostrae salatis gratia. 



Qao te sequentes omnibus 
Morum processu saecnlis 
Adversus omne scandalum 
Crucis feramus labarum. 



Hinc morte mortem diruens 
Vitamque vita largiens 
Mortis ministrum snbdolum 
Deviceras diabolum. 



6. Te summa, Deus, trinitas 
CoUaudat omnis spiritus, 
Quos per crucis mysteriuro 
Salvas, regis per saecula. 



B. Hymni de Tempore Proprii. 71 

Brev. ms. Sangallense saec. ^^/ii. Cod. San^allen. 413. A. — Trop. et 
Hynm. ms. Rhenoviense (? Sangallense) saec. 11. in. Cod. Turicen. Hhen. 
97. B. — Hymn. et Seqaent. ms. Fredeslariense saec. 11. ex. Cod. Cassellan. 
theol. IV. 25. C. — Brev. ms. Secoviense saec. ^Vi2. Cod. Graecen. 770. 
D. — Brev. ms. Secoviense saec. 12. Cod. Graecen. 763, E. — Hymn. ms. 
Rhenoviense saec. 12. in. Cod. Turicen. Rhen. 129. F. — Brev. ms. Pruv- 
ningense saec. 12. Cod. Vindobonen. 1826. add. saec. 13. G. — Dium. et 
Hymn. ms. Scheftlariense saec. 12. Clm, Monacen. 17024. H. — Matutin. 
ms. Admontense anni 1180. Cod. Admonten. 18. 1. — Brev. ms. Gengibacense 
saec. 13. Cod. Carolsruhan. Geo. 22. K. 

Psalt et Hymn. ms. Cantuariense saec. ^^/ii. Cod. Londinen. Add. 
37517. L. — Hymn. ms. Anglosaxonicum saec. ^^/ii. Cod. Londinen, lul. 
A VI. (Paraphrase). M. — Hymn. ms. Anglosaxonicum (Monasticum) saec. 11. 
in. Cod. Londinen. Vesp. D. XII. N. — Collectar. et Hymn. ms. Exoniense 
(postea Episc. Leofric) saec. 11. Cod. Londinen. Harl. 2961. O. — Hymn. 
ms. Wintoniense saec. 11. Cod. Capit. Dunelmen. B III 32. P. — Rit. ms. 
Donelmense saec. 9. 10. 11. Cod. Capit. Dunelmen. A IV 19. add. saec. ^/lo. 
Q. — Collectar. et Hymn. ms. Wintoniense (Vigomiense ?) saec. 11. Cod. 
CoU. Corp. Christi Cantabrigien. 391. R. — Hymn. ms. Veronense saec. ^®/ii. 
Cod. Capit. Veronen. CIX (102). S. — L Q u. R sind nicht kollationiert. 

1, 1 unice AB'. — 1 ,#2 inclite AB^NO; (vielleicht ist 1, 1 u. 1, 2 die 
Form auf — e das Ursprungliche). — 1, 3 annua A, annuam B^NOP. — 1, 4 
seconda ACNOP, secundae F, secundam R, fecunda B^ ; vielleicht ist die*nicht 
schiecht verbiirgte Lesart „secunda" (als Imperativ von secundare) als das 
Richtigere aufzunehmen und demnach zu lesen unter Wahmng des Reimes: 

Tu Christe nobis annuam | Cmcis secunda gloriam. 
2, 1 colophos S, colaphas N, calofos O. — 2, 3 ascendere AB*I ; ascenderas 
fehlt G. — 2, 4 gratiara H. — 3, 1 mortem morte H. — 3, 2 Vitaque vitam 
AK. — 3, 4 De vinceras R. — 4, 2 fulges B^DEGHIKS — 4, 4 redempto 
8. — Str. 5 nur in ABNOP, d. i. in den altesten Quellen. — 5, 1 omnium 
A. — 5, 2 saeculi AO; man beachte, dafs hier der Reim nicht gewahrt ist, 
wie auch nicht in 1, 3 u. 4, — Doxologie in ANOP : Praesta beata trinitas. 
In CIHK nur die Anfangsworte der Doxologie. — 6, 4 rege DG, regens E. 

Es fallt auf, dafs Frankreich durch keine, Italiea nur durch eine Quelle 
vertreten ist (vgl. die ahnliche Erscheinung bei Nr. 73. Ob der Cod. Capit. 
Veronen. CIX also wohl sicher italienischen Ursprunges ist?) — Die liturg. 
Verwendung des Hymnus ist nicht nur „de Passione , sondern auch, wie iu 
R, far Dominica in ramis palmarum". — In Anal. Hymn. IV (S. 22) ist der 
Hymnus nur aus zwei Quellen des 15. Jahrh. mitgeteilt als ,,de corona 
spinea". 



72. In Passione Domini. 

Ad Matutinas Laudes. 

1. Rex, Christe, factor omnium 3. Qui es creator siderum, 
Redemptor et credentium, Tegmen subisti carneum 
Placare votis supplicum Dignatus banc vilissimam 
Te laudibus colentiura. Pati doloris formulam. 

2. Cuius benigna gratia 4. Ligatus es, ut solveres 
Crucis per alma vulnera Mundi ruentis complices 
Virtute solvit ardua Per probra tergens criraina, 
Primi parentis vincula; Quae mundus auxit plurima. 



72 



Pars I. Hymni antiquissimi saee V. — XI. 



Cruci, redemptor, figeris, 
Terram sed omnem concutis, 
Tradis potentem spiritum, 
Nigrescit atque saeculum. 



6. Mox in paternae gloriae 
Victor resplendens culmine, 
Cum spiritus munimine 
Defende nos, rex optime. 



* Rit. et Hymn. ms. Scheftlariense saec. 10. Clm. Monacen. 17027. A. 

— Diurn. et Hymn. ms. Scheftlariense saec. 12. Clm. Monacen. 17024. B. 

— Brev. ms. Sangallense saec. *®/ii. Cod. Sangallen. 387. C — Brev. ms. 
Sangallense saec. ^^/ii. Cod. Sangallen. 418. D. ~ Hymn. ms. Sangallense 
(?) saec. 11. Cod. Berolinen. VHlo 1. E. — Hymn. et Sequent. ms. Fre- 
deslariense saec. 11. ex. Cod. Casselan. theol. IV^ 25. F. — Hymn. ms. 
Rhenoviense saec. 12. in. Cod. Turicen. Rhen. 129. G. — Brev. ms. Superioris 
Altahae saec. 12. Clm. Monacen. 9688. H. — Matutin. ras. Admontense anni 
1180. Cod. Admonten. 18. I. — Psalt ms. Turicense saec. ^^fis. Cod. Civ. 
Turicen. C 63. K. — Brev. ms. Gengibacense saec. 13. Cod. Carolsruhan. 
Geo. 22. L. — Brev. ms. Schwarzacense saec. 13. Cod. Carolsruhan. Schw. 
2. M. — Dium. ms. Schaffhusiense saec. 14. Cod. Turicen. Rhen. 133. N. 

Hymn. ms. Severinianum saec. ^®/ii. Cod. Vatican. 7172. O. — Hymn. 
ms. Veronense saee. *®/ii. Cod. Capit Veronen. CIX (102). P. — CoIIectar. 
et Hymn. ms. Ezoniense (postea Ep. Leofric) sa^. 11. Cod. Londinen. Uarl. 
2961. Q. — Varianten aus EEQ nicht verzeichnet. 

2, 1 Huius L. — 2, 3 solvit cordua (!) O. — Str. 2 und 3 umgesteUt 
H. — 3, 3 Dignatus hoc CD. — 4, 2 ruenti O. — 6, 1 Vox P. — 6, 3 
spiritu P. — Titel: „In Palmis" H; „In Crucis inventione" C; sonst vef" 
wendet in Passione D^ u. zwar durchweg ad Laudes, in D aber ad Ves^ 

— Wie die handschriffclichen Quellen, so sind auch die gedruckten Brevi 
des 15. u. 16. Jahrhunderts , welche diesen Hymnus aufweisen, fast 
deutsche. — AIs Verfasser gilt falschlich vielfach Gregor d. Gr. 



73. In Passione Domini* 



2. 



Amorem sensus erige 
Ad te, largitor veniae, 
Ut fias clemens cordibus 
Purgatis inde sordibus. 

Benigne, multum, Domine, 
Tu lapsum scis in bomine; 
Infirma est materia, 
Versamur in miseria. 



Externi buc advenimus, 
In exsilio gemimus; 
Tu portus es et patria, 
Duc nos ad vitae atria. 

Felix, quae sitit, caritas, 
Te fontem vitae, veritas; 
Beati valde oculi 
Te speculantis populi. 




Gausa tibi sat agnita, 
Nulla mens est incognita, 
Aufer a nobis omnia 
Fallentis mundi somnia. 



7. Grandis est tibi gloria 
Tuae laudis memoria, 
Quam sine fine celebrant, 
Qui cor ab imis elevant. 



Dives, pauper effectus es, 
Pro nobis crucifixus es, 
Lavans ex tuo latere 
Nos munda vita vetere. 



Hoc ut possimus, Domine, 
Praesta in tuo nomine, 
Sine quo labor deficit 
Et digne nihil efficit. 



B. Hymni de Tempore Proprii. 



73 



Hymn. ms. Veronense V saec. ^®/ii. Cod. Capit. Veronen. CIX (102). A. — 
Brev. ms. Secoviense (Monial.) saec. ^Vi2. Cod. Graecen. 770. B. — Brev. 
ms. Secoviense (Monial.) saec. 12. Cod. Graecen. 1550. C. — Brev. ms. Se- 
coviense (MoniaL) saec. 14. in. Cod. Graecen. 789. D. — Psalt. et Oration. 
ms. Secoviense saec. 12. Cod. Graecen 1202. E. — Diuro. et Hymn. ms. 
Scheftlariense saec. 12. Clm. Monacen. 17 024. F. — Brev. ms. Sangallense saec. 
*®/ii. Cod. Sangallen. 413. add. saec. ^^/i4. G. — Brev. ms. Emmeramense. 
saec. ^Vu. Clm Monacen. 14741. H. — Hymn. ms. incert. origin. saec. 14. 
Cod. Londinen. Arund. 340. I. — Oration. ms. Erfordiense saec. 15. (Privat- 
besitz). K. — Brev. ms. Turicense saec. 15. Cod. Sangallen. 526. L. — 
Dium. et Hymn. ms. Benedictin. Suecicum saec. 15. Cod. Upsalen. C 477. 
M. — Varianten aus ILM nicht verzeichnet. 

2, 4 Versatur K. — 3, 1 tibi sit G. — 3, 2 est fehlt G. — 3, 3 noxia 
(statt omnia) G. — 4 , 15 Lavans de F , Lavans a ACD. — 5 , 2 In hoc ex- 
silio B. — 5, 4 vitae gaudia G. — Str. 6—8 fehlen A. — 6, 2 Et fontem 
G. — 7 , 1 tibi Domine (statt gloria) BDE , unleserlich in C ; ist gegen den 
Reim. — 7, 2 laudi C. — 7, 3 fine praedicant K. — 8, 4 Quo digne BCDE ; 
Et nihii digne FG. In C und D folgt als Doxologie: 

Sit, Christe, rex piissime | Tibi patrique gloria, 
Cum spiritu paraclito | Et nunc et in perpetuum. 

Beachtenswert ist, dafs neben den manchen deutschen Quellen nur eine 
aus einem anderen Lande und zwar eine itaUenische{?) auffindbar war, ab- 
gesehen von der jungen schwedischen. Mone (1 , 97) meint, der Hymnus sei 
^schwerlich in Teutschland gemacht, sondern in einem romanischen Lande 
ond hochstens im 12. Jahrh." Gegen letzteres spricht schon das Alter der 
Qaelle A. Das Repert. Hymn. (Nr. 1018) nennt zwei gedruckte Breviere von 
Konstanz und Havelberg (wieder zwei deutsche) als Quellen. — Vielleicht 
hatte der Abecedar urspriinglich noch eine Fortsetzung. 



74. In Dominica Palmarnm. 

Ad Processionem. 



1. Magnnm salntis gaadiam, 
Laetetar omne saecalura! 
lesns, redemptor gentiam, 
Sanavit orbem langnidam. 



qaam stapenda pietas, 
Mira Dei clementia! 
Sessor aselli iieri 
Dignatnr anctor saecali. 



2. Sex ante Paschae ferias 
Advenit in Bethaniam, 
Ubi pie post tridaam 
Resascitavit Lazaram. 



Olim propheta praescias 
Praedixit almo spirita: 
„Exsulta", dicens, „filia 
Sion, satis et iubila; 



Nardi Maria pistici 
Sampsit libram mox optimi, 
Unxit beatos Domini 
Pedes rigando lacrimis. 



7. Rex, ecce, tuus humilis, 
Noli timere, veniet 
Pullo iugalis residens^ 
Tibi benignus patiens." 



Post haec iagalis asinae 
lesus, sapemus arbiter, 
Pullo sedebat, inclitam 
Pergebat Hierosolymam. 



Ramos virentes sumpserat 
Palma recisos tenera 
Turba, processit obviam 
Regi perenni plurima. 



74 Pftrs I. Hymni antiquissimi saec. V. — XI. 

9. Coetns sequens et praevias 11. Ad caias omnis civitas 
Sanctoque plenas spirita Coramota ingressam tremoit, 

Clamabat: „In altissimis Hebraea proles aurea 

Hosanna David filio!" Laades ferebat debitas. 

10. Qaidam salatis propriis 12. Nos ergo tanto iadid 
Yiam tegebant vestibas, Carramas omnes obviam, 
Plaresqae flores candidam Palmas gerentes gloriae 
Iter parabant Domino, Mente canamus sobria: 

13. Honor, decas, imperiam 
Sit trinitati anicae, 
Patri, nato, paraclito 
Per infinita saecala. 

Martyrol. et Hymn. ms. Modoetinum (?) saec. 9. Cod. Capit. Veronen, 
XC (85). A. — Hymn. ms. Casinense saec. 10. Cod. Casinen. 506. B. — 
Manuale ms. Mediolanense saec. 10. Cod. Ambrosian. T 103 sup. C. — 
Manuale ms. Mediolanense anni 1188. Cod. Ambrosian. A 189 iuf. D. — 
Hymn. ms. Beneventanum saec. 10. ex. Cod. Vatican. Ottob. 145. E. — 
Hymn. ms. Severinianum saec. ^^/ii. Cod. Vatican. 7172. F. — Hymn. ms. 
Farfense saec. ^®/ii. Cod. Turicen. Rhen. 91. G. — Brev. ms. Farfense saec. 

11. Cod. Turicen. Rhen. 82. H. — Trop. ms. Eporediense anni 1001—1011. 
Cod. Capit. Eporedien. 60. I. — Grad. ms. Comense saec. 11. Cod. Capit 
Vercellen. 186. K. — Ordo ms. Romanus saec. 11. Cod. Vallicellan. D 5, 
L. — Hymn. ms. incert. ori^in. saec. 11. Cod. Capit. Lucen. s. n. M. — 
Psalt. et Hymn. ms. S. Sophiae Beneventanae saec. 11. Cod. Neapolitan. 
VI E 48. N. — Brev. ms. Vallis Travagliae saec. 11. Cod. Capit. Medio- 
lanen. 155. O. — Miss. ms. Ticinense(?; saec. 11. Cod. Ambrosian. L 77 
sup. P. — Antiphon. ms. S. Victoris ad Theatrum saec. 12. Cod. Ambrosian. 
A 1 inf. Q. — Trop. ms. Vercellense saec. 11. Cod. Capit. Vercellen. 146. 
add. saec. 18. R. — Diurn. ms. Vallisumbrosanum (? Pulsanense) saec. *•/!». 
Cod. Vatican. Palat. 80. S. — Grad. ms. Mosacense saec. 18. ex. Cod. 
Archiep. Utinen. VXHo 2. T. — Trop. et Sequent. ms. Civitatense saec 14. 
Cod. Civitaten. 56 (20). U. — Miss. ms. Comense anni 1401. Cod. Ajnbrosian. 
H 247 inf. X. 

Sacrament. ms. Andecense saec. 9. Clm. Monacen. 8005. Y. — Collect 
ms. Hymnorum et Carminum Sangallense^?) saec. 10. in. Cod. Brnxellen. 
1851 (8860—67). Z. — Trop. ms. Cremifanense saec. 12. Cod. Cremifenen. 
309. a. — Hymn. ms. Monasterii Parisiensis saec. 12. Cod. Colmarien. 442. 
b. — Collect. ms. Scheftlariense saec. 12. Clm. Monacen. 17174. add. saec. 
18. c. — Brev. ms. Altovadense saec. 14. in. Cod. Altovaden. CV. d. — 
Antiphon. ms. Hilariense saec. 14. Cod. Hilarien. 1 (B I). e. — Antiphon. 
ms. Hilarieuse saec. 14. Cod. Hilarien. 3. f. — Collect. ms. Alrispacense 
saec. 15. Clm. Monacen. 2840. g. — Psalt. et Hymn. ms. S. Andreae de 
Bornholm (Norfolk) saec. 14. in. Cod. Oxonien. Ashm. 1528. h. — Hynrn. 
ms. Neerlandicum saec. 15. ex. Cod. Univ. Cantabrigien. Nn IV 11. 1. — 
Process. ms. incert. origin. saec. 16. Cod. Vatican. Palat. 558. k. 

1, 1 Magno salutis gaudio BEFGHMNSUX b. — 1, 8 redemptor omnium 
GILMRSZ k. — 1, 4 Salvavit X, Sanabat a. — 2, 1 Pascha G» a; feria T, 
feriae P. — 2, 2 Bethania MQ— TXY b; Bethanie P. — Nach Str. 2 schiebt 
F ein: 

Si hic fuisses, Dominus, Currunt videre Lazarum, 

Lazarus adhuc viveret Qui fuerat iam mortuus, 

Quatriduanus iam foetet Sedentem cum discipulis, 

In monumento positus. Loquente[m] cum apostolis. 



B. Hymni de Tempore Proprii. 75 

3, 1 Nardo L; pistice KLMX k. — 3, 2 libra RY; optimam A a. — 3, 3 
beato Domino Z. — 3, 4 Sede8(!) Y. — Nach 3, 4 fiigt P noch bei: Et de- 
tergendo crinibus. — In E ist nach Str. 3 eine nachtraglich wieder aus- 
radierte Strophe eingeschoben ; aus den noch lesbaren Eesten ist ersichtlich, 
dafs sie gleich ist der Strophe „Currunt videre Lazarum etc." (s. die Ein- 
schiebsel in F nach Str. 2). — 4, 1 pagalis asinae XMS k. — 4, 2 supemum 
Y, aeternus U a. — - 4, 8 PuUum BEFGHNQRYZ a (durfte die urspl. Lesart 
sein), pullos K; inclite R, inciitus a, incliti k. — 4,4 Pergendo L k. — 
5, 2 Dei poteutia X. — 5, 4 Dignatus IX a, Dignator L. — Str. 7 und 8 
fehlen a. — 6, 1 propheta praesidis R, pristinus k. — 6,2 almi A; spiri- 
tus Y. — 6, 4 iubilans k. — Nach Str. 6: Divisio N. — 7,2 veniens 
L. — 7, 3 Pullum CKR (cfr. 4, 3); iugali AIMPQT k; praesidens b. 

Nach Str. 7: Divisio MS; Str. 8—11 fehlen k. — 8, 1 sumpsere U a. 

— 8, 2 Palmos Y, Palmo K, Palmas L, Palmam T; recisa DR, recisas Y, 
recidit L; teneras L a, tenerat K. — 8, 3 praecessit Y, procedens L. — 

8, 4 perenni Domino (st plurima) MTU. — 8, 3 und 4 fehlen a; statt deren 
„Ex8ulta dicit Sion satis iubila" (cfr. 6, 3 sq.). — Str. 9—11 fehlen U. — 

9, 1 Letus K; hic praevius T. — 9, 2 Sancto L, Sanctaque K, Sancto re- 
pletus E ; pleno BSY ; spiritus K. — 9, 3 Clamabant Y ; altissimi Y, altissimo 
KS (wiirde den Reim wahren, der aber auch 10, 2 und 11, 2 fehlt). — 9, 4 
Dei filio X; filius I. — 10, 1 Quedam K; solutis B— FHLNOQS b, silitis(!) 
Z, salutem Y; tropheis (st. propriis) ACDKMOPRTXZ, tropheus I, stropheis Q b. 

— 10, 2VitamL; tegebat GK. (Konstruktion von 10, 1 und 2: Viam salutis 
tegebant propriis vestibus. Die Lesart „tropaeis resp. tropheis" verstofst, 
abgesehen von der Schwierigkeit einer annehmbaren Interpretation , gegen 
den sonst gewahrten Rhythmus). — 10, 3 Palmumque flores candidos Z; flores 
ALPRSYZ ; die iibrigen Hss. „flore" ; condidos X, candida IP, candidum nur 
A. — 11, 2 Cuncta (st. Commota) Z; ingressu BKLMNPRX, ingressus OQ; 
Ingressu mota tremuit T; Mota ingressum trumuit A. — 11, 3 prolis AIOP, 
prore8(!) Y. — 11, 4 ferebant APY; Domino (st. debitas) C. — 12, 1 Nos ergo 
sui famuli IPZ a; tanti Y; iudicis AK. — 12, 2 Omnes curramus EHZ; 
Cnrramus omnem Y. — 12, 3 Palmam DFS ; gerendo L, regentes Y ; gloriam 
U b, gloria A; Preces poscamus Domino IP a. — 12, 4 canemus X, canentes 
k ; canamus gloriam a — 13, 2 trinitatis EFKLPRY. — 13, 4 In sempiterna 
EKQ ; In infinita BEFN. 

In U dient Str. 1 nach jeder Strophe als Refrain-j in K und L sind 
nach der 1. Strophe die Verse 1, 1 und 2, nach der 2. Strophe die Verse 
1, 8 und 4 als Refrain vermerkt. 

Die Kollation von IKLMPRSX k verdanke ich Rev. Bannister, jene 
von A dem Prafekten der Biblioteca Capitolare di Verona; die Varianten 
aus C — i habe ich ubergangen. — K bezeichnet diesen Prozessionshymnus als 
^Versus domni Theodolfi"; sollte da nicht eine Verwechslung mit dem 
Prozessionshymnus „Gloria laus et honor^ (Anal. Hymn. L , 160) unter- 
laufen sein? An Theodulfy Bischof von OrleanSj kann man schon angesichts 
der Quellen, von denen keine nach Frankreich verweist, schwerlich denken. 

— Grundlos wird Gregor d, Gr, ab und zu als Verfasser genannt. — Daniels 
Behauptung (I, 180), Tommasi schreibe Str. 1 — 7 Gregor dem Gr., den Rest 
Fortunatus zu, ist vollig unrichtig; es folgen bei Tommasi: „Magno salutis 
gaudio^ ; ^Bamos virentes sumpserat" ; „Orloria laus et honor^ ; zu ersterem 
bemerkt er: „Ambrosianum", zum zweiten; „Divisio"; zum dritten: „Theo- 
dulfi Aurelianen. Ep." — Titel in A: Verso de symbolo." 

In einem Brev. ms. Cisterciense saec. 15. C(»d. Vatic. 6244 ist Str. 1 — 3 
t Doxologie auf Maria Magdalena angewendet. — Nur mit Str. 3 und Doxo- 
logie begnugte man sich fur das gleiche Fest in anderen Brevieren, von 
denen mehrere Chevalier im Rep. Hymn. unter Nr. 11846 anfiihrt; dahcr der 
Hymnenanfang „Nardi Maria pistici^. So noch im Brev. Bomanum imp. 
1478; die Ausgabe von 1632 an hat dafiir die durch die „Correctoren" ge- 
Bchaffene Form: Maria castis osculis \ Lambit Dei vestigia, | Fletu rigat 
tergit comis, Detersa nardo perlinit. — Aus diesen Resten erkennt man kaum 
noch das stattliche Original. 



76 



Pars I. Hymni antiquissimi saec. V — XI. 



75. In Oena Dominl. 



1. Hymnum dicamus Domino, 
Laades Deo cam cantico, 
Qai nos cnicis patibalo 
Sao redemit sangaine. 

2. Die decarsa ad vesperum, 
Qaa Christas morti traditur, 
Ad cenam venit impius, 
Qui erat Christi proditor. 

3. lesus futura nuntiat 
Cenantibus discipulis: 
„Unus ex discumbentibus 
Ipse me traditurus est." 

4. ludas, mercator pessimus, 
Osculo petit Dominum; 
Ille ut agnus innocens 
Non negat ludae osculum. 



5. Denariorum numero 
Christus ludaeis traditur 
Innocens et innoxius, 
Quem ludas tradit impius. 

6. Praeses Pilatus proclamat: 
„Nullam culpam invenio"; 
Ablutis aqua manibus 
Christum ludaeis tradidit. 

7. Fallaces ludaei impii 
Latronem petunt vivere, 
Christum accusant graviter: 
„Crucifigatur, reus est." 

8. Barrabas dimittitur, 
Qui reus mortis fuerat; 
Vita mundi suspenditur, 
Per quem resurgunt mortui. 



Psalt. et Hymn. ms. Ambrosianum saec. 10. Cod. Vatican. 83. A. — 
Psalt. et Hymn. ms. ^mbrosianum saec. 10. Clm. Monacen. 343. B. — Ma- 
nuale ms. Mediolanense saec. 10. Cod. Ambrosian. T 103 sup. C. — Mannale 
ms. Mediolanense anni 1118. Cod. Ambrosian. A 189 inf. D. — Psalt. et 
Hymn. ms. S. lacobi de Pontida saec. 11. Cod. Vatican. 82. E. — Brev. 
ms. Vallis Travagliae saec. 11. Cod. Capit. Mediolanen. 155. F. — Antiphon. 
ms. S. Victoris ad Theatrum saec. 12. Cod. Ambrosian. A 1 inf. G. — Brev. 
ms. Ebracense saec. 12. Cod. Wirceburgen. Mp. th. Fol. 110. H. — Antiphon. 
ms. Lucidae Vallis saec. 13. Cod. Carolsruhan. Licht. 5. I. — Hymn. ms. 
Monasterii Parisiensis saec. 12. Cod. Colmarien. 442. J. — Rit. et Hymn. 
ms. Cisterciense saec. 14. in. Clm. Monacen. 3423. K. — Brev. ms. Cellae 
Principum saec. 14. Clm. Monacen. 7209. — Collect. ms. Alrispacenso saec 
15.Clm. Monacen. 2840. M. 

Hymn. ms. Beueventanum saec. 10. ex. Cod. Vatican. Ottob. 145. N. — 
Hymn. ms. Severinianum saec. ^®/ii. Cod. Vatican. 7172. O. — Hymn. ms. 
Veronense saec. ^^/ii. Cod. Capit. Veronen. CIX (102). P. — Hymn. ms. 
Bobiense saec. 11. Cod. Vatican. 5776. Q. — Hymn. ms. Farfense saec. 
i^/ii. Cod. Turicen. Rhen. 91. R. — Brev. ms. Farfense saec. 11. Cod. Tu- 
ricen. Rhen. 82. S. — Psalt. et Hymn. ms. Tridentinum saec. (12. et) 13. 
(Privatbesitz) T. 

1, 2 Fratres Deo cum cantico NORS. — Nach Str. 1 schiebt O folgende 
ungeniefsbare Strophen, die vielleicht vom Schreiber entstellt sind, ein: 

a) Ex unius discipuli c) ludaei dantes pretium 
ludas vocatur nomine ~ 
Cum ludaeis consilium 
Egisse contra Dominum. 

b) Postulabat ille pretium d) 
Loquens ad eos taliter: 
Quid enim mihi dabitis, 
Ut eum vobis traderem? 



Triginta argenteos 
Pretium propter Dominum, 
Redemptorem omnium. 
Dicentes enim impium: 
Quid nobis erit in signum? 
Inter suos discipulos 
Non est a nobis agnitus. 



B. Hymni de Tempore Proprii. 77 

e) Dicentes enim Scharioth 
Ergo tendentes: Vespero 
Quem ego osculavero, 
Ipse est Dei filius. 

2, 1 Diei cursu N, Diei cursus OPQRS; Die decurso HJKLMT; vespero 
(ohne ad) I; ad vesperam E. — 2, 2 Quia G, Quo HJKLMNORS. — 2, 8 
cena N. — 3, 1 nuntians NOPQRST. — 8, 2 apostolis (st. discipulis) R. — 

3, 4 Hic me C. — 4, 2 Osculum (-culo ORT) petit Domino NOPQRST. — 

4, 4 negavit IRS'. — Str. 5 und 6 umgestellt T. — 5,1 numerum Q. — 

5, 2 sq. Christum (Christus QRT) ludaeis tradidit | Innocentem (-cente N) 
pro noxiis NOPQRST. — 5, 4 Et ludas tradit impio T; tradidit OPQS. — 
Nach Str. 5 schiebt O abermals folgendes Machwerk ein: 

a) ludaei(s), qui venerant, b) Pro triginta denarios 
Eius videntes osculum Christum ludaeis tradidit, 

Comprehenderunt Domiuum Pilatum illum oflFerunt, 

Tenentes impraetorium (!). Ut eum crucifigerent. 

6, 1 Praesens T. — 6, 2 Nullas culpas T. — 7, 1 Fallax (Falanx R) 
ludaea impia NOPQRST. — 7, 3 und 4 petit . . . accusat OPQRST (N hat 
hier den Plural beibehalten). — 8, 1 Et Barrabas HJKLMNOPRST; Barrabas 
latro Q; promittitur E. — 8, 2 morte BCLT, morti P. — 8, 4 Per quam 
NOPRST. — Als Doxologie folgt in RS: „Deo patri sit"; in Q: „Deo patri 
cum filio"; in P: Gloria tibi, Domine, 1 Gloria unigenito, | Una cum sancto 
spiritu I In saeculorum saecula; in N und O die sonst seltene Doxologie: 
Doxa sit patri Domino, | Gloria lesu tradito, 
Sit gloria paraclito | Et nunc et (Et honor O) in perpetuum. 

Titel: „Ymnus in cena Domini" (In cena Domini hymnus RS); in T aber: 
„Dominica V. et VI. Quadragesimae." 

Es ist klar ersichtlich, wie stellenweise die Quellengruppe N — T gleich- 
mafsig von der Gruppe A — G, welche die dltesten Quellen und somit wohl 
den ursprunglichen Text enthalt, abweicht. Dazwischen liegen die Cisterdenser- 
Breviere von Ebrach, Furstenzell, Lichtenthal, Pairis im ElsaB und Alderspach 
H — M, welche fast ganz den ursprimglichen Text beibehielten und nur vereinzelt 
der jungeren Gruppe sich anschlossen. Um dies zu veranschaulichen, habe 
ich die Quellen hier anders, als gewohnlich, geordnet. — Daniel (I, 81) und 
Mone (I, 99) kennen nur Cistercienser-Quellen. Die Bemerkung Mones (I, 
100) zu seinen und Daniels Quellen: „sie geben also den Text der Cister' 
cienser*' ist demnach richtig dahin zu interpretieren, dafs der Text der Cister- 
cienser hier nicht, wie sonst oft, ein besonderer resp. umgeanderter, sondern 
fast ganz der alte ursprungliche ist, der laut Quellen aus Italien stammen 
durfte. — Jetzt wird man auch die beiden Nrr. 8265 und 8266 in Chevaliers 
Bepert. Hymnol. recht beurteilen. Bei Nr. 8265 ist die Ursprungszeit „IX 
saec.", bei Nr. 8266 aber „V saec". In Wahrheit bezeichnen beide ein und 
denselben Hymnus, der in O (saec. *^/ii.) durch Einschiebsel usw. entstellt ist. 



76. In Cena Bomini. 

Versus Flavii ad Mandatum. 

Tellns ac aethra inbilent 2. Hac nocte £actor omniam 
In magni cena principis, Potenti sat mysterio 

Quae protoplasti pectora Camem suam cum sanguine 

Vitae purgavit ferculo. In escam transfert animae. 



78 FsLTB I. Hymni antiquissimi saec. V. — XI. 

3. A celsis surgens dapibus 6. Lavator thoris accubat 
Praebet formam mortalibus Verbique favos aggerat, 
Humilitatis gratia Quos inter hostem denotat, 
Petri petens vestigia. , Necis qui dolos ruminat. 

4. Pallet servus obsequio, 7. Trux lupe, luda, pessime 
Cura angelorum Dominum Fers agno miti basia 
Ferendo lympham linteo Dans membra loris regia, 
Cernit caeno procumbere. Quae sorde tergunt saecula. 

5. „Permitte, Simon, ablui; 8. Nexi solvuntur hodie 
Acta figurant mystica, Carnis ac cordis carcere, 
Dum summus infia baiulo, Unguen sacratur chrismatis, 
Quid cinis servet cineri." Spes inde crescit miseris. 

9. Victori mortis inclitara 
Pangamus laude gloriam 
Cum patre et sancto spiritu, 
Qui nos redemit obitu. 

Pontific. ms. Pictaviense saec. ®/9. Cod. Parisin. Arsen. 227. A. — 
Trop. ms. Martialense anni 933 — 936. Cod. Parisin. 1240. B. — Trop. ms. 
Martialense saec. 11. in. Cod. Pdrisin. 1121. C. — Trop. ms. Martialense 
saec. 11. Cod. Parisin. 909. D. — Trop. ms. Martialense saec. 11. Cod. 
Parisin. 1136. E. — Collect. ms. Martialense saec. 10. Cod. PariRin. 1154. 

F. — Trop. ms. S. Martini Lemovicensis saec. 11. in. Cod. Parisin. 1120. 

G. — Trop. ms. S. Martini(?) Lemovicensis saec. 11. Cod. Parisin. 877. add. 
saec. ^Vi2. H. — Collect. ms. Vedastinum (?) saec. 10. Cod. Parisin. 12052. 
I. — Psalt. et Hymn. ms. Marchianense saec. 9. et 10. Cod. Duacen. 170. 
add. saec. ^^/ii. K. — Trop. ms. Cameracense saec. 11. Cod. Cameracen. 

79 (78). L. — Trop. ms. S. Aredii Lemovicensis saec 11. Cod. Parisin. 
903. M. — Grad. ms. Turonenense saec. 11. Cod. Laurentian. Ashbumh. 18 
(62 — 19). N. — Brev. ms. S. Germani Pratensis saec. 11. Cod. Parisin. 11550 
O. — Brev. ms. Strumense saec. 11. ex. Cod. Laurentian. Conv. suppr. 624. 
P. — Trop. ms. Nivernense saec. 12. Cod. Parisin. Nouv. acq. 1235. Q. — 
Grad. ms. Tolosanum saec. 12. Cod. Londinen. Harl. 4951. R. — Grad. et 
Trop. ms. Fontisebraldense saec. 14. in. Cod. Leraovicen. 2 (17). Ra. 

Trop. ms. Maguntinum anni 955—962. Cod. Londinen. Add. 19768. H. 

— Rit. et Miss. ms. S. Albani Maguntini saec. 10. Cod. Vindobonen. 1888. 
T. — Trop. ms. Mindense anni 1024. Cod. BeroUnen. theol. IV» 11. U. — 
Grad. ms. Mindense saec. 11. Cod. Berolinen. theol. IV» 15. X. — Trop. 
ms. Emraeramense saec. 'Vi2. CJIra. Monacen. 14083. Y. — Trop. et Pros. 
ms. Erameraraense anni 1106 — 25. Clm. Monacen. 14845. Z. — Collect. ms. 
Erameraraense saec. 15. Clm. Monacen. 14703. a. — Brev. ms. Secoviense 
(Monial.) saec. ^Vis. Cod. Graecen. 770. b. — Brev. ms. Secoviense (Monial.) 
saec. 12. Cod. Graecen. 763. c. — Brev. ras. Secoviense saec. 12. Cod. 
Graecen. 778. d. — Trop. ras. Secoviense saec. 12. Cod. Viudobonen. 13314. 
e. — Miss. ms. S. Petri Salisburgensis (Monial.) saec. 12. Cod. Petrin. a 
IX 11. f. — Trop. ms. Inticense saec. 12. Cod. Oxonien. Misc. lit. 341. g. 

— Trop. ms. Sangallense saec. 12. Cod. Vindobonen. 1821. h. — Brev. ms. 
Augieuse saec. 12. Cod. Carolsruhan. Aug. LX. ha. — Ordin. ms. Hirsau- 
giense saec. 13. Cod. Oxonien. Misc. lit. 325. i. — Grad. ms. Mellicense 
saec. ^'/u. Cod. Mellicen. 1056. k. — Process. ms. S. Mariae Magdalenae 
Claustroneoburgensis saec. 14. Cod. Claustroneoburgen. 995. I. — 



B. Hymni de Tempore Proprii. , 79 

Hymn. ms. Severinianum saec. ^^/ii. Cod. Vatican. 7172. m. — Trop. 
ms. Nouantulense saec. 11. in. Cod. Boman. Vitt. Eman. 1343 (Sessor. 62). 
n. — Trop. ms. Nonantulense saec. 11. Cod. Casanaten. 1741 (C IV 2). 0. 
— Antiphon. ms. Komanum saec. 11. Cod. Graecen. 211. p. — Miss. ms. 
Bobiense saec. 12. Cod, Taurinen. F IV 4. q. — Trop. ms. Civitatense saec. 
14. Cod. Civitaten. 56 (20). r. — Hymn. ms. Anglosaxonicum (Monasticum) 
saec. 11. in. Cod. Londinen. Vesp. D XII. s. — Hymn. ms. Wintoniense 
saec. 11. Cod. Capit. Dunelmen. B UI 32. t. — Grad. ms. Tinmuthiense 
saec. 12. Cod. Oxonien. Laud. misc. 4. n. — Antiphon. ms. S. Petri Gloce- 
striensis saec. ^*/i8. Cod. CoU. lesu Oxonien. E 10. X. — Grad. ms. Dubli- 
nense saec. 12. in. Cod. Oxonien. Rawl. C 892. j. — Opp. ms. Bedae (S. 
Viventii Verzeliacen.) saec. 11. Cod. Vatican. 637. add. saec. 11. z. — Kollatiou 
von INRS g iqsnxyz besorgte Bannister-, Varianten aus O Ra a d 
ha k I sind nicht vermerkt. 

1, 1 Tellus et ADELM b C e f h p; »ether m n t; iubilant Y 
m n o t y. — 1, 2 in cena magni h; In magna K m; cene N. — 1, 3 Qui 
EFNSUYZ bcefghirnxz; Quo HMPT m n S; protopasti B; pec- 
tore m. — 1, 4 ferculum P, fercula m. — 2, 1 fator omnium G. — 2, 2 
Potentis ac (ad A, at I, iam B) mysterio ABIOQR e f p ; Potentis ad (at P 
ac L) mysterium CDGLMNP 8 ; Potenti ac mysterio q ; Potenti sat mysteriuni 
t z ; Potentiae mysterio (-rium m) k m r ; Petentis ad mysteria n 0. — Str. 3 
fehlt Z — 3, 1 Ac celsis N; Excelsis GM p, Ex celsis S; Accisis surgens 
P. — 3, 2 Formam praebet b C f g; Praebens F. — 3, 4 Petri petit F, 
Petri sequens q r. — Str. 3 und 4 umgestellt D — 4, 1 Pallens P; Pallet 
Petrus p ; obsequia GMN n ; Debet servus obsequium m. — 4 , 2 Dum 
ACDEGHMY, Ut i; Domino f p z. — 4, 3 Ferentem CEH i n r n y; 
lympha P; linteam FT, lintea U b C 0, linteum LYZ n, et linteura q. — 
4, 4 cena L s z; occumbere x. — 5, 1 Permittit n r, Premitte Q. — 5, 2 
Data n r, Apta HSY; figura n r, figuram P, fugantur h. — 5, 3 
summus hyma H, una h S, in hac n 0; baiuii H n 0, baiulat LPUX e g 
hipstnxy, baiolat b c. — 5, 4 Quod PQYZ b c f i m p n, Qui t; 
Quod eius servet R, Quod eius sanctus H; servit LPZ S, serviat m; Servat 
quod (quid r) cinis cineri h r; cinere y. — Str. 6 fehlt UX. — 6, 1 Sal- 
vator L c p; Lava tortoris I. — 6,2 aggregat KL f p. — 6, 3 Quos tra- 
ditorem denotat CDGM ; hostes P. — 6, 4 Nescit MY, Nec his N, Nechis m ; 
Necisque p', Necis dolos qui b C f h; numerat g i. — Str. 7 und 8 um- 
gesteUt K. — 7, 1 Trux luda lupe DFGR g m; ludae Z, ludas Y c. — 7, 2 
mitis m, mitti DHN; bassia t — 7 , 3 Das ADFGHKLRYZ m q; loris 
membraF; loroK; membra rigida m t*. — 7, 4 sordes tergunt ACDEHPSZ 
imnorsyz; saeculi ADEPSZ i m r z, fercuU N g h y, ferculis n o, 
fercula C. — Str. 8 und 9 fehlen B i. — 8, 1 Nexis S r, Nexus N h n 0, 
Neci b C. — 8, 2 Cordis ac carnis DK, (/ordis et carnis F, Carnes et cordes 
Q, Camis et cordis HZ e f g, Carnis acordis P p. — 8, 3 Unguens DFUPT 
y, Ungens NQ, lungens G, Tingens L t, Unguentum S f r, Unguento m, 
Anguis h n 0, Unguentur q, Unguem CIMRZ e g S n X Z; sacrato chris- 
mate h n , sacri chrismatis m ; sacrantur P , sacratu CN , sacratus DGM, 
sacrati S y z, sacratum E r, sacra q. — 8, 4 Spea unde KLPU b C g h p 
q r; crescat FKPRU m n S n z, redit DNUX q, datur S h q r ; miseros 
M. — 9, 1 Victoris CFINQRSUXZ g h y y z; iuclito CFIQRSUXZ e g h 
mnprtnxyz, inclita T. — 9, 2 laudem IP u z, laudia m n X, 
Christo (st. laude) CDFGMNR; laude et p; gloriae I n z. — 9, 3etfehltp; 
patre ac m t. — In q lautet die Doxologie (Str. 9): 

Praesta, beata trinitas, | Nostra relaxes crimina, 
Quo nimis sumus traditi | Neci pereuni zabulo. 

Als Befrain dient Str. 1 nach jeder Strophe; in e und n jedoch wird 
Str. 1, 1 und 2 abwechselnd mit Str. 1, 3 und 4 dazu benutzt; in T steht 
Str. 9 als Refirain im Anfange; B und F weisen keinen Refrain auf 

Titel in A : „ Versus Flavii episcopi ad mandatum in cena Domini" ; 



80 > "Psirs I. Hynmi aDtiquissimi saec. V. — XI. 

ahnlich inT: „FcrsMS Flavii ad mandatumf in B: „Versi de Mandatam" 
(die Bezeichnung jversi^ auch in D und G); in ha: „In Cena Domini Versus 
Flavii; in Y: „Versus in cena Domini ad refectorium canendi"; in n tind 
O: „In ceua Domini ad mandatum''; in K und t: „Hymnus in cena Domini^ 
(ebenso die Bezeichnung „%mwws" in CFHIMNPQ u). Man vgl. hierzu die 
Bemerkung des Priors Ulrich von Zell (im Schwarzwald) in seinen um 1087 
geschriebenen ^Conauetudines Cluniacenses" (d'Achery, Spicileg. I. ed. 2* p. 
644 — 703), wo es bei der Cena Domini heifst: „Praeter solitas antiphonas, 
quae sunt de Mandato, habetur hymnus Flavii, primi Cabilonensis 
episcopi »Tellus ac aethra iubtlent" ^ qui in hoc die et ad hoc Mandatom 
post primam antiphonam cantatur et ita, ut per siugulos versus (= Strophen) 
primus eius versus repetatur.** — Flavius, Bischof von ChHlon-sur-Sadne, 
starb 591. ~ Man beachte, dafs in manchen Strophen (2, 6, 8, 9) der Beiin 
beobachtet wird, in Str. 8, wenngleich wohl zuiallig, sogar reiner weiblicher 
Reim. 



77. In Cena Domini. 

Versus ad Chrisma consecrandum. 

R. redemptor, snme carraen 
temet concinentiom. 

1. Audi, iudex mortuoram, 5. Ut novetur sexus omnis 

una spes mortalium, unctione chrismatis, 

Audi voces proferentum Et medetur sauciata 

donum pacis praevium. dignitatis gloria. 

2. Arbor feta alma luce 6. Lota mente sacro fonte 

hoc sacrandum protulit; aufugantur crimina, 

Fert hoc prona praesens turba Uncta fronte sacrosancta 

salvatori saeculi. influunt charismata. 

3. Stans ad aram immo supplex 7. Corde natus ex parentis, 

infulatus pontifex alvum implens virginis, 

Debitum persolvit omne Praesta lucem, claude mortem 

consecrato chrismate. Chrismatis consortibus. 

4. Consecrare tu dignare, 8. Sit dies haec festa nobis 

Rex perennis patriae saeculoram saeculis, 

Hoc olivum, signum vivum Sit sacrata digna laude 

lura contra daemonum, nec senescat tempore. 

Trop. ms. Maguntinum anni 955 — 962. Cod. Londinen. Add. 19 768. A. 
— Grad. ms. Bambergense (? Emmeramense) saec. 10. Cod. Bambergen. 
Ed m 7. B. — Trop. ms. Augiense saec. 10. Cod. Bambergen. Ed V 9. 
add. saec. ^^/n. C. — Trop. ms. Mindense anni 1024. Cod. Berolinen. IVo 11. 
D. — Sacrament. ms. Mindense anni 1022 — 36. Cod. Berolinen. Fol. 2. Dd. — 
Grad. ms. Mindense saec. 11. Cod. Berolinen. Vlllo 15. E. — Trop. ms.Mindense 
saec. 11. in. Cod. Guelfenbuteran. 1110 (Helm. 1008). F. — Pontif. ms. 



B. Hymni de Tempore Proprii. 81 

Coloniense saec. 11. Cod. Vatican. Ottob. 167. G. — Pontif. ms. Argenti- 
nense saec. 12. Cod. Londinen. Add. 23 922. H. — Sacrament. ms, Aogustanum 
saec. 12. Clm. Monacen. 8909. I, — Trop. ms. Sangallense saec. 12. Cod. 
Vindobonen. 1821. K. — Pros. ms. Sangallense (?) saec. 12. Cod. Angelic. 
948. L. — Trop. ms. Secoviense saec. 12. Cod. Vindobonen. 13314. M. — 
Grad. ms. Cremifanense saec. 12. Cod. Stutgardien. Bib. Fol. 20. N. — 
Miss. ms. Wratislaviense saec. ^Vis. Cod. Dresdeu. 45. 

Pontif. ms. Wintoniense (?) anni 1005—12. Cod. Londinen. Tib. C I. O. 
— Sacrament. ms. Wintoniense saec. 11. Cod. Londinen. Vitell. A XVIII. 
Oo. — Ordo ms. Romanus (Wintonien.) saec. 11. Cod. Londinen. ViteU. E 
Xn. P. — Trop. ms. Wintoniense saec. 11. Cod. CoU. Corp. Christi Canta- 
brigien. 473. Q. — Miss. ms. Exoniense (Leofric) saec. 11« Cod. Oxonien. 
Bodl. 579, add. saec. 11. R. — Grad. ms. Cantuariense saec. XI. ex. Cod. 
Londinen. Harl. 2892. S. — Pontific. ms. Cantuariense saec. 12. ex. Cod. 
Cantabrigien. Ll H 10. T. — Grad. ms. Dublinense saec. 12. in. Cod. 
Oxonien. Rawl. C 892. U. — Grad. ms. Tinemuthiense saec. 12. Cod. 
Oxonien. Laud. misc. 4. X. — Grad. ms. Sarisburiense saec. ^^/i4. Cod. 
Oxonien. Rawl. lit. d 3. Y. — Procession. ms. Sarisburiense (Dublinense) 
saec. 14. Cod. Oxonien. Rawl. lit d 4. Z. — Manuale ms. Sarisburiense 
saec. 15. Cod. Oxonien. Rawl. lit. d 5. a. — ■ Grad. ms. Sarisburiense 
saec. 15. Cod. Oxonien. Hatton. 3. b. — Process. ms. Sarisburiense saec. 14. 
Cod. Vatican. Ottob. 308. C. — Miss. ms. Sarisburiense saec. ^*/i6. Cod. 
Vatican. Palatin. 501. d. 

Ordo ms. Romanus saec. 11. in. Cod. Vallicellan. D 5. e. — Ordo ms. 
Romanus saec. 11. Cod. Capit. Lucen. 607. f. — Trop. ms. Comense saec. 11. 
Cod. Capit. Vercellen. CLXXXVI. g. — Trop. ms. Ravennatense saec. ^Vi2. 
Cod. Mutinen. O I 7. h. — Pros. ms. Aretiuum saec. ^^/is. Cod. Oxonien. 
Misc. lit. 319. i. — Grad. et Trop. ms. Mosacense saec. 13. ex. Cod. Archiep. 
Utinen. VIHo 2. k. — Grad. ms. Fratrum Minorum Roman. saec. 14. Cod. 
Roman. Vitt. Eman. XX (Var. 290). I. — Pontif. ms. Romanum saec. 15. 
Cod. Vatican. 6831. II. 

Trop. ms. Cameracense saec. 11. Cod. Cameracen. 79 (78). m. — Grad. 
ms. Andegavense saec. 11. Cod. Andegaven. 88. mm. — Trop. ms. Narbo- 
nense saec. 12. Cod. Parisin. 778. n. — Prosar. ms. Parisiense(? Remense) 
saec. 13. Cod. Commun. Assisien. 695. 0. — Pontif. ms. Auxitanum ca. 
ann. 1265. Cod. Vatican. 7114. p. — Miss. ms. Tolosanum saec. 14. Cod. 
Tolosan. 97. pp. — Trop. ms. Vicense saec. ^Vi2. Cod. Capit. Vicen. CXI. q. 

1, 2 spes unica T. — 1, 3 voce 11; preferentum I. — 1, 4 Domum H; 
pacis praemium X a b cdegllnp. — 2, 1 feta olivarum R. — 2, 2 
contulit e. — 2, 3 Hoc fert m; frequens turba I. — 2,4 dignitatis gratia 
m (cfr. 5, 4). — 3, 1 Stat Oo 11. — 3, 3 persolvat Z c d. — 3, 4 conse- 
crando chrismati (chrismate 0) Oo n p. — 4, 2 perennis gloriae RS. — 
4, 3 olivae n; Hoc signum olivum vivum H; signum novum R, signum tuum 
p. — 4, 4 contra iura T X C d. — 5, 1 Et novetur B X; notetur O R; 
onmis sexus p. — 5, 3 medeatur H o ; offenbar Korrektur, um das anstofsige 
„medetur'' zu entfemeii; man beachte, dafs ein Activuni „medeo'' u. a. bei 
Venantius vorkommt. — Str. 6 u. 7 fehlen i. — 6, 1 Tota lOT, Sola g, Vota 
B. — 6, 2 effugantur 0. — 6, 3 fonte 1 11 ; sancta sacro B. — 6, 4 influant 
NR ; crismata C, charismatis Oo. — 7, 1 Fronte natus ; dieser Vers aus 
Frudentius entlehnt (s. Anal. Hymn. L, 25). — 7, 3 Pande vitam c m n p; 
iuce g ; lucem damna mortem NR i ; claude noctem TX ; claudis 11 — 7, 4 
consortio HOo 11 p. — 8, 1 Sit haec dies TX i 11. — 8, 3 Sit referta S ; 
laude digna SXZ a b d. 

Z nnd a schieben nach Str. 1 ein: 

Assit flamen sacrosanctum, | olim per (1. post) diluvium 
Qoi ramum tulit olivae | ad archam ecclesiae. 

Diese gleiche Str. ist hier auch in T und X eingeschoben (mit der 
Variante: Qaod ramum); es geht aber dort noch voraus: 

Blnme, Thesauri hymnologici Hymnarium. 6 



82 



Pars I. Hymni antiquissimi saec. V. — XI. 



Assit nostris pater votis, | qui invisibiliter 
Prae consortibus unxit te (de X) | oleo laetitiae. 

Die weitere Strophenfolge ist alsdann in Z a b C uud d: 2, 4, 5, 8, 8 
(Str. 6 u. 7 fehlen) und darauf die Doxologie: 

Laus perennis Deo patri | gloriaque filio, 
Honor, virtus et potestas | amborum paraclito. 

Titel in C : „In cena Domini, quando chrisma conficitur" ; in D : „Versu8 
in cena Domini ad deferendum chrisma"; in F: „ad referendum chrisma*"; 
in H: „quando chrisma consecratur" : in m: „ad oleum benedicendum" ; 
in 0: „ad «acrandum chrisma"; inT: ^hjmnus", den zu singen haben „duo 
cantores"; in I ist die Kubrik; ,,De consecratione principalis chrismatis . . 
subsequantur pueri concinentes hos versus »Audi iudex mortuorum« .... 
et chorus respondet »0 redemptor etc.«" Dieser Kefrain kehrt nach jeder 
Strophe wieder. — Im Pontific. Pii III i impr. Venetiis 1663 findet sich dieser 
tiefsinnige Hymnus noch vor; Ul. Chevalier (Rep. Hymn. Nr. 13618.) macht 
sogar ein Procession. Lexoviense vom Jahre 1778 als Quelle namhaft. 

Man beachte den Reim, der durchweg nur den einen Schlufsvokal der 
Verspaare trilft; dieser Reim zeigt sich als Binnenreim in Str. 2, 3 (prona- 
turba), Str. 6, 1 (mente-fonte), in Str, 7, 3 (lucem-mortem) ; in Str. 4, 1 u. 
3 ist dieser Biunenreim sogar ein ganz reiner, zwei Schlufssilben umfassender 
Reim (consecrare-dignare; olivum-viyum). Der gleiche zweisilbige reine 
Reim bindet die ersten Halften des 1. u. 3. Verses in Str. 5 (novetur-medetur). 
Ferner ist zu beachten, das zweimal ein nicht durch Elision ausgeglichener 
HiatM s sich vorfiudet: 2, 1 foeta alma, u. 7, 2 Alvum implens. — Nach all 
diesem ist die Notiz in einem Rituale Bisuntinum saec. 11. „in archivio 
Cathedr. Ecclesiae Veliternae, in quo legitur [hic hymnus] sub hoc titulo: 
«Versus Fortunati in laudem chrismatis*" (Luchi, Venantii . . . Opera 
omnia. Romae 1786. p. 84) nicht glaubwurdig. — Vers 7, 1 ist entlehnt 
aus Frudentius, Cathem. IX, 10 (cfr. Anal. Hymn. L, Nr. 26). 

Fast das ganze Quelleumaterial zu diesem Hymnus verdanke ich der 
Giite Bannisters; von mir ist nur BCDI mm pp q. Die Varianten aus 
Dd mm pp q sind nicht verzeichnet. — Man vgl. Paleogr. Musicale in, pl. 
173, wo der Text aus dem Pontif. ms. S. Bertini saec. 13. (Cod. von St 
Omer) mitgeteilt ist; dort fehlen die Str. 5 u. 6. 



7S. De 9,Ligno Domini^. 

Feria VI. in Parasceve. 



Ab ore verbum prolatum 

nuDtiante angelo 
Alti genitoris sacrura 

illustravit uterum 
Mariae virginis almae 

ad salutem gentium. 



3. Caesns ictn flagellornm 
snstulit opprobria, 

Sputis vultnm sordidatns, 
laureatus vepribus, 

Deputatns cum iniqnis 
ad mortem crndeliter. 



2. Beata virtus caelestis, 
quae suscepit fragile 
Corpus, ut ruentem siirsum 

elevaret hominem, 
Quod male priscorum culpa 
parentum prostraverat. 



Delicta tulit et cnncta 

diluit facinora 
Christus redemptorque pius, 

Dei patris unicus^ 
Per crucis almae tropaeum 

lavit omne saeculnm. 



B. Hymni de Tempore Proprii. 



83 



5. Exaltatus lesns Christns 

in crncis patibulo 
Hanstn fellis et aceti 

propinatns pocnlo; 
Lancea latns perfossnm, 

proflnit miracnlnm. 

6. Fngiens sol obscnratnr 

cernens mortem Domini 
Lnctnosam, infert mnndo 

tenebrae caliginem; 
Monnmenta patnemnt, 

velnm templi scissnm est. 

7. Gandinm fessis latnms 

fregit portas inferi, 
Antra Erebi illnstrans 

spoliavit tartara, 
Emit victo serpente 

beatornm animas. 

:8. Hebraei tnnc a Pilato 
postnlant cnstodiam 

Militnm, qni ad sepnlcmm 
excnbarent vigiles, 

Qnos termit et fngavit 
visio angelica. 

^. Illico snrgente Christo 
omnis terra tremnit, 

Mortnos olim sepnltos 
tunc viventes reddidit; 

Nnntius caelestis inqnit: 
resnrrexit Dominns. 

10. Earomm discipnlomm 

corda mnlcens loqnitnr 
Hortans pie ac benigne 

sacris mnlieribns, 
Ut irent in Galilaea 

viderentqne Dominnm. 

11. Laeti cemnnt regem regnm 

magistmm discipnli, 
Qnos per dies qnadragenos 

visitavit saepins, 
Demnmqne regna caeloram 

ascendit in gloriam. 



12. Mnnns inde mittens snis 

spiritns paracliti, 
Cnins accensi calore 

locnti discipnli 
Cnnctis gentibns stnpenda 

divina magnalia. 

13. Nostris ipse lesns Christns 

finem ponat scandalis, 
Qni pro nobis dira probra 

snstnlit ab impiis; 
Omne facinus explodat 

hic a nobis miseris, 

14. Orrida procul remota 

Averni snpplicia 
Adeptnros nos assnmat 

paradisi gandia, 
Potiri nt mereamnr 

caeli habitacula. 

15. Praeferentes signnm cracis 

angelomm agmina, 
Cernni ventnro regi 

praebentes obseqnia, 
Terrore concnssa met 

cuncta mnndi machina. 

16. Qnnm terribili clangore 

tnbarnm vox caelitns 
Sonnerit, nt extinctos 

terra reddat mortnos, 
Redditnros rationem 

Christo, regi, Domino. 

17. Badii solis ad instar 

Christns index veniet 
Collatnms piis regnnm, 

impiis snpplicinm. 
Crnx nos tnnc alma protegat 

et ab ira ernat, 

16. Sanctis nt simnl nniti 
evadarans tartara 
Procnlque laeva deserta 

teneamns dexteram, 
Ut cnm Christo potiamnr 
infinitam gloriam, 
6* 



84 FsLTs I. Hjmni antiquissimi saec. V. — XI. 

19. Terram vivorum ingressi 21. Xristus erit salus nostra, 

cnm choro angelico, Christus gloriatio, 

Liberi a maledicto Christus vita atque regnum 

Erebi supplicio, dulcisque refectio, 

Exsules effecti procul Qui pro nobis semetipsum 

a mortis exitio, tradidit supplicio. 

20. Ultra nec mortem passuri 22. Ymnis, genibus prostrati, 

nec doloris stimulos. adoremus inclitam 

NuUa restabit mundana Crucem, quam ascendit olim 

fragilis occasio pro mnndi nequitia, 

Nec supererit antiqui Ut contrita laederetur 

hostis colluctatio. zabuli superbia. 

23. Zelo draconis subacto 

polorum fastigia 
Penetravit secum ferens 

electorum agmina, 
Cum quibus nobis concedat 

vivere per saecula. 

Ordinar. ms. S. Martini Albeldensis anni 1052. Cod. Exsilien. s. n. 
A. — Ordinar. ms. S. Aemiliani Cucullati saec. 11. Cod. Acad. Reg. Matriten 
56 (F 224). H. — 3, 2 oprobria A. — 4, 5 tropheum A, trofeum B. — 6, 6 
scisum A. — 7, 3 Hereui A, Ereui B. — 8, 1 Mit „Hebraei" schliefst B^ 
da ein Blatt entfernt ist. — 9,5 inquid A. — 10, 3'Ortans A. — 15, 1 
Praeferente A; alle Attribute von. ^agmina*^ (15, 2) sind gen. masc. als con- 
structio xara avvtacv: Praeferentes , cernui, praebentes. — 15, 3 regni A. 
— 15 , 6 macina ; auch „Christus" ist durchweg ^Cristus" geschrieben. — 
16, 4 Reddituri A. — 17, 1 Radiis solis A. — 17, 2 veniat A. — 19, 2 cum 
coro A. (cfr. Note zu 15, 6). — 21, 5 semedipsum A. — 22, 1 Fixis genibus 
A, wodurch der Abecedar zerstort wird; eventuell ist zu schreiben : „fj^& 
genibus" nach Analogie von fydesque (cfr. A. H. XXVH, Nr. 9). — 22, 6 supe- 
ruia. — 23, 4 Penetrabit — A bietet auch die Melodie in Neumen. — 

Der interessante Hymnus war bestimmt far den ;Gesang wahrend der 
Adoratio crucis am Karfreitag. Die Einleitung bilden folgende ^Versus" 
in gleichem Versmafs wie der Abecedar : 

Ecce, lignum gloriosum, * in quo dudum pensa sunt 
Christi salvatoris «sembra « mundum redimentia; 
Fletu producentes omnes * preces hic prostemite. 

Daran schlofs sich die Strophe „Crux fidelis^ aus dem Kreuzeshymnus 
des Venantius Fortunatus „Fange lingim ghriosi proelium certamims^ 
(Anal. Hymn. L, 71), dem sich unmittelbar, wiederum im gleichen Versmafse, 
der vorstehende Abecedar anschlofs. Derselbe hatte seinen Platz haben 
mussen unter den Hymnen der „Hymnodia Gotica" (Anal. Hymn. XXVII). 
Sein Text und seine Quellen wurden mir aber erst bekannt dnrch Dom 
Marius Ferotin, Le Liber Ordinum en usage dans T^glise Wisigothique 
et Mozarabe d'Espagne. (Paris 1904). p. 105 sqq. In der Redaktion des Textes 
usw. glaubte ich stellenweise vou ihm abweichen zu mussen. Besonders ver- 
fehlt erscheint mir die Erklarung F6rotins zur Str. 22: „ . . . une strophe 
intercal6e entre la lettre X et la lettre Z. La premi^re lettre de cette strophe 
est une F (Fixis), par laquelle Tauteur a voulu ^videmment(!j traduire 
le */' grec, qui occupe cette place dans Talphabet hell6nique" (1. c. p. 195, 
Note 1). 



B. Hymni de Tempore Proprii. 



85 



79. De sancta Crnce. 



In Parasceve. 



1 a. Triumphalis gloriae 

Diem plenam hodie 
Commendat ecclesiae 
Vexillum victoriae. 

2 a. In caios imaginem 

Immissam in hominem 
Lignnm in dalcedinem 
Convertit salsuginem. 

5 a. Ergo, signum 
Deo dignum, 
Forma cuius 
Orbis hnius 

Designat effigiem, 

4 a. Istius mysterii 
Dei nutu praescii 
Synagogae filii 
Fiunt Christo praevii, 

5a. Jlli vocum modulis 
Cum palmarum patulis 
Et quibusdam ramulis, 
Nos cum votis sedulis 



1 b. Prompsit lacob visio 
Hoc scalae praesagio, 
Cuius caeli regio 
Tangebatnr spatio, 

2b. Sareptae paupercula 
Duo legens lignnla 
His crucis oracnla 
Fert legis sub nebula. 

3b. Christi sangnis 
Caput anguis 
In te fregit 
Et subegit 

Ad usque perniciem. 

4b. Petenti patibulum 

Crucis, pascha paululum 
Quo per mortis pabulura 
Yitae daret saecnlum. 

5b. Procedamus obviam 
Sternentes lasciviam 
Et inanem gloriam 
Crucis in memoriam. 



Trop. ms. Casinense saec. 11. ex. Cod. Vatican. Urbin. 602. add. saec. 12. 
Mit Melodie. — Ib, 1 Promisit. — 1, b, 2 [Hjo[c] scalae. — 2, b, 4 Fret. 
— 4a, 4 Staunt Christo. — 4b, 4 dare. — In der Hs. fehlt jeder Titel. 
Die Form ist jene einer Sequenz; der Inhalt lafst einen Processionshymnus 
fiir die Adoratio crucis (cfr. vorige Nummer) oder ffir Dominica palmarum 
vermuten, in dem Str. 3 vielleicht den Refrain bildet. 



80. De sancta Cruce. 



1. Signum crucis mirabile 
Olim per orbem praenitet, 
In qua pependit innocens 
Christns, redemptor omnium. 

2. Haec arbor est sublimior 
Cedris, habet qnas Libanus, 
Quae poma nescit noxia 
Sed ferre vitae praeraia. 



3. Tu, Christe, rex piissime, 
Huius crucis signaculo 
Horis, momentis omnibus 
Munire nos non abnuas, 

4. Ut ore tibi consono 
Et corde devotissimo 
Possimus omni tempore 
Laudes referre debitas. 



5. Praesta pater piissime. 



86 PaJ^s !• Hymni antiquissimi saec. V. — XI. 

Trop. ms. Martialense anni 933—936. Cod. Parisin. 1240. add. saec. 10. 
A. — Hjmn. ms. Moissiacense saec. 10. Cod. Kossian. Vin 144. B. — 
Brev. ms. Raigecuriense (lacobi de Corcellis) saec. ^*/i4. Cod. Nanceian, 
241 C. 

Hymu. ms. Beneventanum saec. 10. ex. Cod. Vatican. Ottob. 145. D. 

— Hymn. ms. Severinianum saec. *®/ii. Cod. Vatican. 7172. E. — Hymn. 
ms. Veronense saec. ^®/ii. Cod. Capit. Veronen. CIX (102). F. — Psalt et 
Hymn. ms. Veronense saec. ^^/is. Cod. Capit. Veronen. CIII (96*) G. — 
Brev. ms. Hispanianum saec. ^Vi2. Cod. Londinen.^Add. 30848. (nicht kolla- 
tioniert). 

Brev. ras. Sang^allense saec. *®/ii. Cod. Sangallen. 413. H. — Trop. et 
Hymn. ms. Rhenoviense (? Sangallense) saec. 11. in. Cod. Turicen. Rhen. 
97. I. — Hymn. ms. Campidunense saec. ^°/ii. Cod. Turicen. Rhen. 83. K. 

— Hymn. et Sequent. ms. Fredeslariense saec. 11. Cod. Casselan. theol. 
IVo 25. L. — Brev. ms. Murbacense saec. 13. Cod. Colmarien. 36. M. — Bre?. 
ms. Gorziense saec. 14. in. Cod. Spinalien. 204 (97), N. — Brev. ms. S. Georgii 
Pragensis saec. 14. in. Cod. Pragen. VII G 7. O. — Brev. ms. Pragense 
saec. 14. Cod. Pragen. XIV E 13. P. — Brev. ms. Adelbergense saec. 15. 
Cod. Plagen. 270. Q. 

1, 1 Lignum crucis P; offenbar laut Quellen (auch im bezeichneten Brev. 
Hispan. saec. ^Vi2 ist der Anfaiig ^Signum crucis") eine sehr junge Lesart. 

— 1,2 Holim B ; renitet AP, renitens B, praenitens I. — 1, 3 In quo H. — 

2, 1 arbore sublimior A, arbor et sublimior B. — 2, 2 Cedrus A, Cedros 
D; quas habet KP; habet quasi E. — 2, 3 Quae novis nescit P, Poma 
quae nescit N. — 2, 4 vita B; praemio HL. — 3, 1 Tu rex Christe P. — 

3, 2 Cuius E. — 3, 4 non fehlt D. — 4, 1 Et ore EN; consonet B. — 

4, 3 Poscimus BE. — Doxologie vollstandig in F: lautet in KP: 

Te summa, Deus, trinitas, ) CoUaudat omnis spiritus; 

Quos per crucis mysterium | Salvas, rege per saecula; 
in G statt dessen: Sit, Christe, rex piissime, | Tibi patrique gloria etc.; in 
M: Gloria tibi Domine (nur dieses). 

Titel in B: „De sancta cruce** (wird verschiedentlich verwendet fiir In- 
ventio oder Exaltatio crucis), in H: „Dominica de passione Christi. Id 
matutinis laudibus"; in K: „Item dd passione^. — Ziemlich viele gedruckte 
Breviere im Repert. Hymn. Nr. 1062^. 



81. De sancta Crnce. 

1. Da, Christe, nobis prospera 3. Crux, paridisi ianna 
Hnius diei gaudia Et inferni destructio, 
Dicata per mundum sacro Cmx angelorum coetibus 
Crucis tuae mysterio, Coniungit humannm genus. 

2. Per quam salus credentibus 4. Quam qui sacrasti proprio, 
Est facta victis hostibus lesu benigne, sanguine, 

Et innovata gloriae Tu nos per ipsam, qoaesumns^ 

Rursus tuae miracula. Salva, tuere, protege. 

5. Deum patrem cum filio 
Et spiritu paraclito 
Honoris hymno perpetis 
Collaudet omnis spiritus. 

Trop. et Hymn. ms. Rhenoviense (Sangallense ?) saec. 11. in. — Morel^ 
Nr. 48; Wemer, Nr. 51. 



B. Hymni de Tempore Proprii. 87 

82. Sabbato Sancto. 

Ad Fontem. 

Gloria victori sit Christo laude perenni, 

Qui snper astra manet, caias victoria pollet. 

Pro mandi vita persolvitur hostia viva, 

Quam mors cum mordet, necis in se tela retorquet. 
5 Per mortis pretium Pharaonem vicit iniquum 

Et spolians Erebum nobis dedit astra polorum. 

Ecce, preces nostras, quas fundimus, audiat istas, 

Cunctos qui proprii nos sanguinis abluit undis. 

Moribus ornatum, Salomonis fonte repletura, 
10 Poscimus Anglorum nostrum salvet basileum. 

Poscimus et nostram salvet Christus basileam 

Nobilem atque piam gestantis dogmatis ydram. 

Praesulibus nostris subiectis cum sibi totis 

Angligenis cunctis concedat dona salutis. 
15 Nostro pontifici, cuius sumus in dioecesi, 

Det regnum vitae, qua scandit et ipse, supernae. 

Pontif. ms. Wintoniense saec. 11. Cod. Londinen. Vitell. E XII. — 
Abschrift von H. M. Bannister. — Die tTberschrift beriiht mangels jeder An- 
gabe in der Hs. auf Vermutung. 



83. In Besnfrectione Domini. 

Ad Vesperas. 

1. Ad cenam agni providi, 4. lampaschanostrumChristusest, 
Stolis albis candidi, Qui immolatus agnus est, 
Post transitum maris rubri Sinceritatis azyma 

Christo canamus principi. Caro eius oblata est. 

2. Cuius sacrum corpusculum 5. vere digna hostia, 

In ara crucis torridum, Per quam fracta sunt tartara, 

Cruore eius roseo Redempta plebs captivata, 

Gustando vivimus Deo, Reddita vitae praemia. 

3. Protecti paschae vespero 6. Cum surgit Christus tumulo, 
A devastante angelo, Victor redit de barathro, 
Erepti de durissimo Tyrannum trudens vinculo 
Pharaonis imperio. Et reserans paradisum. 

7. Quaesumus, auctor omnium, 
In hoc paschali gaudio 
Ab omni mortis impetu 
Tuum defendas populum. 



88 FsLTs I. Hymni antlquissimi saec, V. — XI. 

Hjmn. ms. Hibernicum saec. 9. in. Cod. Paulan. 25. 2. 31. (Blas. memb. 
86). A. — Hymn. ms. Anglo-Saxonicum (Monasticum) saec. 11. in. Cod. 
Londinen. Vesp. D XII. B. — Hymn. ms. Anglo-Saxonicum saec. ^^/ii. Cod. 
Londinen. lul. A VI. (Paraphrase) C. — Hjmn. ms. Wintoniense saec. 11. 
Cod. Capit. Dunelmen. B III 32. D. — Collectar. et Hymn. ms. Wintoniense 
(Vigomiense) saec. 11. Cod. CoU. Corp. Christi Cantabrigien. 391. E. — 
Psalt. et Hymn. ms. Cantuariense saec. *®/ii. Cod. Londinen. Add. 37517. — 
Kituale ras. Dunelmense saec. 9 — 11. Cod. Capit. Dunelmen. A IV 19. add. 
saec. 10. ex. 

Hymn. ms. Casinense saec. 10. Cod. Casinen. 506. F. — Hymn. ms. 
Bobiense saec. 10. Cod. Taurinen. G VII 18. G. — Hymn. ms. Bobiense 
saec. 11. Cod. Vatican. 5776. H. — Hymn. ms. Farfense saec. *®/ii. Cod. 
Turicen. Rhen. 91. I. — Brev. ms. Farfense saec. 11. Cod. Turicen. Rhen. 
82. K. — Hymn. ms. Veronense saec. *®/ii. Cod. Capit. Veronen. CIX (102). 
L. — Brev. ms. Montis Amiatini saec. '°/ii. Cod. Casanaten. 1907 (B II 1). 
M. — Hymn. ms. Severinianum saec. ^^/ii. Cod. Vatican. 7172. N. — Brev. 
ms. S. Eutychii Nursini saec. 11. Cod. Vallicellan. B 79. P. — Manuale 
ms. Mediolanense saec. 10. Cod. Ambrosian. T 103 sup. Q. — Brev. ms. 
Benedictinum (Italiae septentr. aut Galliae merid.) saec. 10. ex. Cod. privai 
(Hiersemann). R. 

Hymn. ms. Murbacense (? Augiense) saec. (8. et) 9. Cod, Oxonien. Bodl. 
lun. 25. S. — Hymn. ms. S. Martini Trevirensis saec. (9. et) 10. Cod. Tre- 
viren. 1245 (1418). T. — Collect. ms. S. Maximini Trevirensis saec. 10. Cod. 
Treviren. 592 (1404). U. — Rit. et Hymn. ms. Scheftlariense saec. 10. Clm. 
Monacen. 17027. V. — Hymn. ms. Rhenoviense saec. 10. Cod. Turicen. Rhen. 
111. X. — Trop. et Hymn. ms. Rhenoviense (? Sangallense) saec. 11. in. Cod. 
Turicen. Rhen. 97. Y. — Hymn. ms. Campidunense saec. ^®/ii. Cod. Turicen. 
Rhen. 83. Z. — Brev. ms. Sangallense saec. ^^/n. Cod. Sangallen. 387. a. 

— Hymn. ms. Sangallense (?) saec. 11. Cod. Berolinen. VIIlo. b. — Hymn. 
et Prosar. ms. Fredeslariense saec. 11. Cod. Casselan. IV» 25. c. 

Hymn. ms. Corbeiense saec. 9, Cod. Parisin. 14088. d. — Hymn. ms. 
Moissiacense saec. 10. Cod. Rossian. VIII 144. e. — Hymn. ms. S. lohannis 
Laudunensis saec. 10. Cod. Bemen. 455. f. — Brev. ms. S. Germani Pra- 
tensis saec. 11. Cod. Parisin. 11550. g. — CoUect. ms. Sandionysianum 
saec. 11. (et 12.) Cod. Sangenovefian. 1186. h. — Brev. ms. Strumense saec. 
11. ex. Cod. Laurentian. Conv. suppr. 524. i. — Grad. et Antiph. ms. Ni- 
vemense saec. 12. Cod. Parisin. Nouv. acq. 1235. k. — Hymn. ms. Ex- 
siliense saec. 11. ,Cod. Londinen. Add. 30851. 1. — Varianten aus EGMN 
b gr h nicht eingetragen. 

1, 2 Et stolis BCDFLPRYZ e k, Stolisque HQ C, Extolis K, Ex stolis 
f ; in I ist von zweiter Hand iiber der Zeile nachgetragen „Et" und iiber „albis" 
geschrieben: „amicti" dementsprechend „candidi" korrigiert zu: ^candidis**; 
ebenso candidis F ; stolis alvi 1. — 1, 3 Postransitum KT ; mari K. — 1, 4 canemus 
principem d. — 2, 1 Cuius corpus sanctissimum FHIKLPQ i k 1. — 2, 3 
Cruorem roseum KG. — 3, I Profectio d; pascha S; vesperum SU (in U aber 
korrigiert zu vespero) d, vesperi T, vespere in allen iibrigen Quellen, aus- 
genommen a. — 3, 2 devastando d. — 4, 1 Im (korrig. zu lam) d. — 4, 3 
azymo Y. — 4, 4 oblatus est FX (in X aber korrigiert zu oblata). — 5, 1 
O vera T d f , O vera et digna HQR i. — 5, 2 Per quem AQR 6 f ; facta 
sunt A k f . — 5 , 4 Redit ad vitae V e f k ; Reddito 1 ; praemio DL a I. 

— 6, 1 Consurgit AD^FU^ k. — 6, 2 paratro VZ, uaruero(!) L — 6, 3 
tradens 1. — 6, 4 reserens SV d; reserant H; paradiso H d; 6, 4 fehlt e. 

— Von Str. 7 nur die Anfangsworte P i. — 7, 2 paschale S. — 7, 3 im- 
petum U. — 7,4 defende FHIKAQRUV c f 1. — Als 8. Strophe folgt in 
allen Quellen, ausgenommen AISU, die Doxologie der Osterzeit: Gloria tibi 
Domine | Qui surrexisti a mortuis etc., in vielen davon nur der Anfang; in 
X a: Deo patri sit gloria. 



B. Hymni de Tempore Proprii. 89 

Der uralte Hymnus (vgl. SchluBbemerkung zur folgenden Nr.) lebt noch 
fort im jetzigen Mdmischen Bremere, aber in voUig verandertem Gewande: 
Ad regias agni dapes \ Stolis amicti candidis etc, u. zwar fiir Dominica in 
Albis, — Vgl. Anal. Hjmn. XXVII, 88. 



84. In Besnrrectione Domini. 

Ad Matutinas Laudest 



1. Aarora Incis rutilat, 
Caelam laadibas intonat, 
Mandas exsaltans iabilat, 
Gemens infemns alalat, 

2. Cam rex ille fortissimus 
Mortis confractis viribus 
Pede concnlcans tartara 
Solvit catena miseros. 

3. Ille, qui claasus lapide 
Custoditar sab milite, 
Triomphans pompa nobili 
Victor surgit de fanere. 

4. Solutis iam gemitibus 
Et infemi doloribus 
^Qaia sarrexit Dominas" 
Splendens clamat angelus. 

5. Tristes erant apostoli 
De nece sui Domini, 
Qoem poena mortis cmdeli 
Saevi damnamnt impii. 



6. Sermone blando angelus 
Praedixit mulieribus: 
„In Galilaea Dominus 
Videndus est quantocius.^ 

7. Illae dum pergont concite 
Apostolis hoc dicere, 
Videntes eum vivere, 
Osculant ped^s Domini. 

8 . Quo agnito discipuli 
In Galilaea propere 
Pergunt videre faciem 
Desideratam Domini. 

9. Claro paschali gaudio 
Sol mundo nitet radio, 
Cum Christum iam apostoli 
Visu cernunt corporeo. 

10. Ostensa sibi vulnera 
In Christi came fulgida 
Resurrexisse Dominum 
Voce iatentur publica. 



11. Rex, Christe, clementissime, 
Tu corda nostra posside, 
Ut tibi laudes debitas 
Reddamus omni tempore. 

Quellen sind die gleichen wie beim vorhergehenden Hymnus y,Ad cenam 
agni^; nur ruckt far A ein: Hymn. ms. Hibernicum saec. 9. in. Cod. Carols- 
ruban. Aug. CXCV. A. — Es kommen in Wegfall das „Rituale ms. Dunel- 
mense" sowie QV f und 1. — Umgekehrt dient hier als Quelle: Martyrol. 
et Hymn. ms. Modoetinum (?) saec. 9. Cod. Capit. Veronen. XC (85). m. — 
Somit ist Irland, Italien, Deutschland und Frankreich bei diesem Hymnus 
durch eine Quelle des 9. Jahrh. vertreten. — Nicht koUationiert sind EGMN 
bgr h. 

1, 1 rutulat A, rutilans K. — 1, 2 laudabilis intouat d. — 1,3 exsultat 
iubilat FP e i , exsulta m. — 2, 3 conculta K^ concultat K" , tartaros T d 
(wurde allerdings den Reim wahren; aber der fehlt auch 9, 3; 10, 3; 11, 3). 
— 2,4 Solvit a poena FHIKLPRY a (uber Rasur) c e i k. — 3, 1 qui 



90 FsLTS I. Hymni antiquissiQii saec. V. — XI. 

claus 8U8 (!) lapide d. — 3, 2 sub limite K. — 3, 3 pompam RU ; nobile S d. 
— 3,4 Victur d; a funere k. — 4, 1 Solutus iam gemitipbusj d. — 4, 4 
Resplendens CD^FHIKLRUY e i m, Rependens D^; clamabat P a® C. — 
5 , 1 Tristi d. — 5,3 crudelis H e, korrigiert aus crudelis zu crudeli AKS 
a. — 5, 4 Servi HPRU e, saevi, dariiber „vel servi" I, saeve K; Fervidam 
narrant(!) F; damnarant J*K'PTUX e k, damnaverunt d m; impie 
m. — 6, 2 Praedicit SXZ a. — 6, 3 Galilia A. — 7, 2 Apostolis edicere 
m. — 7,3 Dicentes m. — 7, 4 Adorant CD, alle anderen Quellen (aufser 
den zwei altesten A und d): Osculantur. — 8, 1 discipulis L. — 8, 2 Galilia 
A, Oalilea PSTU d m, sonst Galileam. — 9, 1 paschale S d. — 9, 2 mundum 
nitens d, mundo nitens T C; mittit radios A. — 9, 3 Dum X ; Christo RTU d; 
iam discipuli m, discipulis L. — 9, 4 Viso m. — 10, 1 ibi vulnera m. — 
10, 2 fulda(!) m. — 10, 3 Resurrecsixse ( !) d, Resurrexisset m. -- 10, 4 fa- 
temur A, fatetur S. — Str. 11 fehlt RS, ist nachgetragen K. — 11, 3 debita 
L m. — Nach Str. 11 folgt in KR i k: Quaesumus auctor omnium etc 
(cfr. vorhergehende Nnmmer). — Doxologie fehlt AUX d; Deo patri sit 
gloria I Eiusque soli filio | Cum spiritu paraclito | Et nunc et in perpetuum 
(Regnans per omne saeculum m) S m ; Deo patri a ; Gloria tibi Domine | Qoi 
surrexisti a mortuis etc. die iibrigen Quellen, aber meist nur der erste Vers. 

Nach Str. 5 ist Divisio in HY und c ; H benutzt Str. 6t— 8 als Hvnmus 
ad Tertiam , Str. 9 etc. als ad Sextam. — Im jetzigen Rdmischen Jarevier 
ist Str. 1 — 4 beibehalten als Laudeshymnus fur die Osterzeit, aber mit be- 
deutenden Umanderungen (seit 1632): Amora caelum pu/rpu/rat | Aether re- 
sultat laudibus | Mundus triumphaus iubilat | Horrens Avemus intremit etc; 
ahnlich sind die ubrigen Strophen von den „Correctoren" zug-erichtet. — 
Str. 5 ff. dienen ebendort als Hymnus de Communi Apostolorum in der 
Osterzeit, und zwar (seit Pius V.) Str. 5 — 8 inkl. fiir Vesper und Matutin, 
Str. 9 ff. fiir die Laudes, wiederum im veranderten Texte der Revisoren. 
So beginnt die Vesper : Paschale mundo gdudium \ Sol nuntiat formosior etc. 

Dieser und der vorhergehende Osterhymnus sind nebst dem Complet- 
hjmnus Christe^ qui lu^ es et dies (Nr. 22) die einzigen Hymnen (aulser 
jenen des hl. Ambrosius), welche in den altesten Hymnaren irischer md 
nicht-irischer Provenienz sich vorfinden (cfr. Hymnol. Beitra^e III); sie 
diirften demnach ein sehr altes Gemeingut sein, aber Ambrosius wird za 
Unrecht als Verfasser angenommen. 

Betreffs des hier fehlenden Osterhymnus ad Nocturnas vgl. Rex aeterne 
Domine (Nr. 2 u. Anmerkung). 

85. In Resurrectione Domini. 

Ad Vesperas. 

1. Vita sanctoram, Deus, angeloram, 
Vita cunctorum pariter piorum, 
Christe, qui mortis moriens ministrum 

Exsuperasti, 

2. Tu tuo laetos famulos tropaeo 
Nunc in his serva placidns diebus, 
In quibus sanctum celebratur omnem 

Pascha per orbem, 

3. Pascha, quo victor rediens ab imo 
Atque cum multis aliis resurgens 
Ipse susceptam super alta carnem 

Astra levasti. 



B. Hjmni de Tempore Proprii. 91 

4. Nanc in excelsis Dominus refulgens 
Et supra caelos Deus elevatas, 
Inde ventarus homo iudicatus 

Denuo iudex, 

5. Corda tu snrsum modo nostra tolle, 
Quo patri dexter residens in alto, 
Ne resnrgentes facias in ima 

Praecipitari. 

6. Hoc pater tecum, hoc idem sacratus 
Praestet amborum, pie Christe, flatus, 
Cum qnibns regnas Deus unus omni 

lugiter aevo. 

Hymn. ms. Campidunense saec. ^®/ii. Cod. Turicen. Ehen. 83. A. — 
Trop. et Hymn. ms. Rhenoviense ( ? Sangallense) saec. 11. in. Cod. Turicen. 
Bhen. 97. B. — Hymn. ms. Sangallense^?) saec. 11. Cod. Berolinen. VIIIo 
1. C. — Brev. ms. Sangallense saec. *®/ii. Cod. Sangallen. 387. add. saec. 12. 
D. — Hymn. et Pros. ms. Fredeslariense saec. 11. ex. Cod. Casselan. theoL 
IVo 25. E. — Brev. ms. Secoviense (Monialium) saec. ^^/12. Cod. Graecen. 
770. F. — Brev. ms. Secoviense (Monialium) saec. 12. Cod. Graecen. 864. 
G. — Matutin. ms. Admontense anni 1180. Cod. Admonten. 18. H. — Brev, 
ms. Superioris Althae saec. 12. Clm. Monacen. 9633. I. — Hymn. ms. Ger- 
manicum saec. 12. Cod. Londinen. Add. 18301. K. — Brev. ms. Pataviense^?) 
saec. 13. Cod. Hilarien. 111. L. — Brev. ms. Murbacense saec. 13. Cod. 
Colmarien. 36. La. — Antiphon. ms. Xantense saec. 13. Cod. Xanten. s. n. 
add. saec. ^'/i4. M. — Brev. ms. S. Georgii Pragensis saec. 14. in. Cod. 
Pragen. VII G 7. N. — Brev. ms. S. Floriani saec. 13. et 14. Cod. Florian. 
XI 384. O. — Brev. ms. Lambacense saec. 14. Cod. Lambacen. CLXXI. P. 

Hymn. ms. Veronense saec. ^®/ii. Cod. Capit. Veronen. CIX (102). Q. — 
Hymn. ms. Severinianum saec. '®/ii. Cod. Vatican. 7172. R. — Hymn. ms. 
Bobiense saec. 11. Cod. Vatican. 5776. S. — Brev, ms. Aquilegiense saec. 
^"/14. Cod. Sancti Danielis 166. T. — Hymn. ms. Corbeiense saec. 11. Cod. 
Ambianen. 131. U. — Etwaige Varianten ans CKOPRU sind ubergangen. 

1, 1 sanctorum decus angelorum KMN; ist sichtlich Anlehnung an 
Christe sanctorum decus angelorum (Anal. Hymn. L, 197j. — 1, 2 piorum pa- 
riter A. — 1,3 Tempore qui mortis M. — 2, 1 Tu tuos BM; laeto MQS. 

— 2, 2 servat L; placitus D, placidis ANT. — 2, 3 u. 4 fehlen D. — 2, 3 
celebrat per orbem (dafur fehlt 2, 4 per) L; omne B^N. — 3, 1 Casca(!) M. 

— 3, 3 suscepta S. — 4, 1 Tunc A ; resurgens M. — 4, 2 Et super QS. — 

4, 3 Unde N. — 5, 1 tollens S. — 5, 2 patris L; dextrae S; resides G. — 

5, 3 Nec resurgente S ; resurgentem Q ; in imo D. — 6, 1 sacrator I. ; sacra- 
tum S. — 6, 2 flamen 8. — 6, 4 regnat S, regnans Q. 

Titel in A : „In Pascha Domini" ; in B : „Dominicis diebus ad vesperum" ; 
in I: „De sanctis infra Pascha"; in La: „In paschali tempore"; in S: j,In 
Resarrectione ad vesperum". In der Regel ahnlich, wie an letzterer Steile; 
allerdings legt Str. 4 nahe, an Ascensio Domini zu denken. — Der Hymnus 
wurde in vielen gedruckten Brevieren, besonders deutscher Diozesen, bis 
ins 16. Jahrh. beibehalten (cfr. Rep. Hymn. Nr. 21977). 

86. In Resnrrectione Domini. 

1. Sol> luna, caelum, sidera, 2. Qua voce quisque praevalet, 
Mons, vallis, alta, concava, In laude Christi plaudite; 

Fons, stagna, flumen, aequora, Redemptor orbis hac die 

Qnicquid volat, repit, natat, Ab inferis victor redit. 



92 



Pars I. Hymni antiquissimi saec. V. — XI. 



Cai latro mox nt credidit, 
Sedem beatam percipit; 
CuDCtis sacram spem contulit, 
Dnm latro poenas effngit. 

Vita ante per lignnra periit, 
Nunc vita per lignum viget; 
Hoc per cmcem Dens refert, 
Per pomnm Adam qnod per- 
didit. 



6. Gavisa Christnm accipit, 
Deura vorando se necat, 
Quaerendo praedam praeda fit, 
Glutivit ipsnm, qno perit; 

7. Escam putavit, mors fnit, 
Dum plus cupit, se perdidit; 
Vult nnde praedam sumere, 
Clanso necatnr guttnre. 



Decepta mors est optirae, 
Ars arte victa corruit, 
Quae, si solebat toUere, 
A se ligata reddidit; 



Captiva plorant tartara, 
Erepta gaudent milia. 
Qui nostra solvis vincnla, 
Dextra, quaesumus, libera. 



Collect. et Hymu. ms. S. Maximini Trevirensis saec. 10. Cod. TrevireiL 
592. A. — Hymn. ms. Severinianum saec. ^®/ii. Cod. Vatican. 7172. B. — 
Hymn. ms. Farfense saec. ^^/ii. Cod. Turicen. Rhen. 91. C. — 2, 2 laudem 
C. — 3. 1 Qui B; credit C. — 3, 2 beata B; percepit A. — 3, 3 sacrum 
spiritum contulit B. — 4, 4 Per poma quod Adam A. • — 6, 3 praedam fehlt 
C. — 6,4 ipsum coperit C. — o, 3 Quo AC. — 8, 4 Dextraque sumus B, 
Dextra favemus A. — In B folgt: „Quaesumus" (cfr. Nr. 83, Str. 7) und 
„Gloria tibi Domine" (Osterdoxologfie); in C die Doxologie: 
Gloria patri ingenito | Semperque unigenito 
Simul cum sancto spiritu | In sempiterna saecula. 
Vgl. Aual. Hymn. XII, 29, wo die bedeutend kurzere Form dieses Hymnus 
(nur 2 Strophen) mitgeteilt ist. — Zu 1,4 cfr. Anal. Hymn. XLIX, Nr. 550, 
Str. 2a. 



87. ;ln Ascensione Domini. 

Ad Vesperas. 



1. Optatus votis omnium 4. 
Sacratns illuxit dies, 

Quo Cbristus, mundi spes, Dens, 
Conscendit caelos ardnos, 

2. Ascendens in altum Dominns, 5. 
Propriam ad sedem remeans; 
Gavisa snnt caeli regna 

Reditn unigeniti. 

8. Magno trinmpho proelii 6. 

Mundi perempto principe, 
Patris praesentans vnltibus 
Victricis carnis gloriam 



Est elevatus nubibns 

Et spem fecit credentibns^ 

Aperiens paradisnm, 

Quem protoplasti clauserant. 

grande cnnctis gandinm, 
Qnod partus nostrae virginis 
Post sputa, flagra, post crucem 
Paternae sedi inngitnr! 

Agaraus ergo gratias 
Nostrae salutis vindici, 
Nostrum qnod corpus vexerit 
Snblimem ad caeli regiam. 



B. Hymni de Tempore Proprii. 93 

7. Sit nobis cum caelestibus 8. Nunc provocatis actibus 

Commune manens gaudium, Christum exspectare nos decet 

Illis, quod se praesentavit, Vitaque tali vivere, 

Nobis, quod se non abstnlit. Quae possit caelos scandere. 

9. Gloria tibi, Domine, 
Qui scandis super sidera, 
Cum patre et sancto spiritu 
In sempitema saecula. 

Psalt. et Hymn. ms. Arabrosianum saec 10. Cod. Vatican. 83. A. — 
Psalt. et Hymn. ms. Ambrosianum saec. 10. Clm. Monacen. 343. B. — Manuale 
ms. Mediolanense anni 1118. Cod. Ambrosian. A 189 inf. C. — Hymn. ms, 
Casinense saec. 10. Cod. Casinen. 506. D. — Hymn. ms. Beneventanum 
saec. 10. ex. Cod. Vatican. Ottob. 145. E. — Hymn. ms. Severinianum saec. 
^®/ii. Cod. Vatican. 7172. F. — Hymn. ms. Farfense saec. ^®/ii. Cod. Roman, 
Vitt. Eman. 175 (Farf. 4). G. — Hymn. ms. Farfense saec. i<>/ii. (Cod. Turicen. 
Rhen. 91. H. — Brev. ms. Farfense saec. 11. Cod. Turicen. Rlien. 82. 1. — 
Hymn. ms. S. lacobi de Pontida saec. 1 1. Cod. Vatican. 82. K. — Antiphon. 
ms. S Victoris ad Theatrum saec. 12. Cod. Ambrosian. A I inf. L. 

Hymn. ms. Anglosaxonicum saec. ^®/ii. Cod. Londinen. lul. A VI. (Ist 
Paraphrase). — Hymn. ms. Anglosaxonicum (Monasticum) saec. 11. in. Cod. 
Londinen. Vesp. D XII. M. — Psalt. et Hymn. ms. Cantuariense (?) saec. ^®/ii. 
Cod. Londinen. Add. 37517. N. — Hymn. ms. Wintoniense saec. 11. Cod. 
Capit Dunelmen. B III 32. O. — CoUectar. et Hymn. ms. Wintoniense (? Vi- 
gomiense) saec. 11. Cod. Coll. Corp. Christi Cantabrigien. 391. P. — Hymn. 
ms. Corbeiense saec. 11. Cod. Ambianen. 131. Q. — Brev. ms. Strumense 
saec. 11. ex. Cod. Laurentian. Conv. suppr. 524. R. 

Hymn. ms. Monasterii Parisiensis saec. 12. Cod. Colmarien. 442. S. — 
Brev. ms. Cisterciense saec. 13. Cod. Labacen. 35. T. — Brev. ms. Hi- 
lariense saec. 13. Cod. Hilarien. 114. U. — Brev. ms. Cellae Principum saec. 
14. Clm. Monacen. 7209. X. — NPQU sind nicht koUationiert. 

1, 3 Quo mundi Christus GHI, Quo mundi spes Christus Deus O. — 
2, 1 Scandens R ; altum Deus MO. — 2, 2 ad fehlt CKSTX; remeat DLMO. — 
2, 4 Redita M. — 3, 1 Magni triumphi proelium AB (vielleicht das Richtige ; 
man vgl. Magnum salutis gaudium==l, 1 von Nr. 74), Magni triumphum 
proelii CKLSTX, Magni triumpho proelii MO. — 3, 2 Mundi rederaptor M. 

— 3,3 Patri praesentis H, praesentat K. — 4, 1 in nubibus alle Quellen 
aufser ABLST; I fupt bei: alii „in nube**. — 4,2 spem dedit R. — 4, 3^ 
Qui £; protoplasto EFGMR, protoplausto (u ausradiert) I, protoplastus STX, 
protoplausti H, protoplaustri CL; clauserat CEFGHiILMRSTX. — Nach Str. 4 
Divisio STX. — 5, 3 fragra C. — 5, 4 Paterno H; sedis FI. — 6, 4 Sub- 
lime DGI*R; reffia GR, regnum I^, gloriam MO (aber in O am Rande: regiam). 

— 7, 2 mane 1«. — 8, 1 pervocatis O. — 8, 3 Vitamque talem DFGHIMiO. 

— 8, 4 caelo H. — Nach Str. 8 schieben FGHI ein: 

Nunc, Christe, scandens aethera | Cor nostrum ad te subleva, 
Tuus patrisque spiritus | Descendat in nos caelitus. 
Str. 9 (Doxologie) fehlt ABCF; nur die Anfangsworte in den meisten 
Quellen; voUstandig in DEH. — Die Doxologie lautet in X: Gloria tibi 
Domine | Gloria unigenito etc. ; in M: 

Sit laos perpes sit gloria | Christo regi, qui culmina 
Caeli transcendit ardna, | Qua sancta exsultant agmina. 
Die Tagzeit, fur welche der Hymnus diente, ist in verschiedenen Quelleo- 
▼erschieden. 



94 FarB I. Hjmni antiquissimi saec. V. — XI. 



8S. In Ascensione Domini. 

Ad Nocturnas. 

1. Aeterne rex, altissime, 5. Tu, ChViste, nostrum gaudium, 
Redemptor et fidelium, Manens Olympo praeditum, 
Quo mors soluta deperit, Mundi regis qui fabricam, 
Datur triumphus gratiae, Mundana vincens gaudia. 

2. Scandens tribunal dexterae 6. Hinc te precantes quaesumns, 
Patris, potestas omnium Ignosce culpis omnibus 
Collata est, lesu, caelitus, Et corda sursum subleva 
Quae non erat humanitus, Ad te superna gratia, 

3. Ut trina rerum machina, 7. Ut cum rubente coeperis 
Caelestium, terrestrium Clarere nube iudicis, 

Et infernorum, condita Poenas repellas debitas, 

Flectat genu iam subdita. Keddas coronas perditas. 

4. Tremunt videntes angeli 8. Gloria tibi, Domine, 
Versam vicem mortalium: Qui scandis super sidera, 
Culpat caro, purgat caro, Cum patre et sancto spiritu 
Regnat Deus Dei caro. In sempitema saecula. 

Trop. ms. Martialense auni 933 — 986. Cod. Parisin. 1240. add. saec. 10. 
A. — Hymn. ms. Moissiacense saec. 10. Cod. Rossian. VIII 144; bis: fol. 16a. 
Ba; fol. 66 a. Bb. — Hymn. ms. S. lohannis Laudunensis saec. 10. Cod. 
Bernen. 455. C. — Hymn. ms. Corbeiense saec. 11. Cod. Ambianen. 131. 
D. — Brev. ms. S. Germani Pratensis saec. 11. Cod. Parisin. 11550. E. — 
Collect. et Hymn. ms. Sandionysianum (?) saec. 11. (et 12.) Cod. Sangeno- 
vefian. 1186. F. — Brev. ms. Strumense - saec. 11. ex. Cod. Laurentian. Conv. 
«uppr. 524. G. — Grad. et Antiphon. ms. Nivernense saec. 12. Cod. Parisin. 
Nouv. acq. 1235. H. 

Hymn. ms. Farfense saec. *®/ii. Cod. Roman. Vitt. Eman. 175 (Farf. 4). 

I. — Hymn. ms. Farfense saec. ^^/ii. Cod. Turicen. Rhen. 91. K. — Brev. 
ms. Farfense saec. 11. Cod. Turicen. Rhen. 82. L. — Hymn. ms. Veronense 
saec. ^®/ii. Cod. Capit. Veronen. CIX (102). M. — Brev. ms. Montis Amia- 
tini saec. ^®/ii. Cod. Casanaten. 1907 (B II 1). N. — Hymn. ms. Severinianum 
saec. ^°/ii. Cod. Vatican. 7172. O. — Brev. ms. S. Eutychii Nursini saec. 

II. in. Cod. Vallicellan. B 79. P. — Hymn. ms. Bobiense saec. 11. Cod. 
Vatican. 5776. Q. 

Hymn. ms. Campidunense saec. ^^/ii. Cod. Turicen. Rhen. 83. R. — 
Brev. ms. Sangallense saec. ^®/ii. Cod. Sangallen. 387. S. — Trop. et Hymn. 
ms. Rhenovien8e(? Sangallense) saec. 11. in. Cod. Turicen. Rhen. 97. T. — 
Hymn. et Prosar. ms. Fredeslariense saec. 11. ex. Cod. Casselan. theol. 
IVo 25. U. 

Hymn. ms. Anglosaxonicum saec. *^/ii. Cod. Londinen. lul. A VI. (Ist 
Paraphrase). X. — Hymn. ms. Anglosaxonicum (Monasticum) saec. 11. in. 
Cod. Londinen. Vesp. D XII. Y. — Hymn. ms. Wintoniense saec. 11. Cod. 
Capit. Dunelmen. B III 32. Z. — CoUectar. et Hymn. ms. Wintoniense^? Vi- 
gorniense) saec. 11. Cod. Coll. Corp. Christi Cantabrigien. 391. a. — 



B. Hymni de Tempore Proprii. 95 

Mozarabische Quellen und den im Mozarahischen erweiterten Text s. 
Anal. Hymn. XXVH, 96. — Varianten aus DEFN a sind nicht eingetragen. 

1, 1; 2, 1; 3, 1' und 3 , 4 folgen in A und Bb sich unmittelbar und 
bilden so die Strophe: 

Aeteme rex, altissime, | Scandens tribunal dexterae 
Patris, cui rerum machina i Flectat geuu iam subdita. 

Es ist keineswegs ausgeschlossen, dafs diese Strophe als die ursprilngliche 
nachtraglich, wenngleich fruh, erweitert wurde; ebenso durfte Str. 4, die in 
A und Bb fehlt, ein Einschiebsel sein. Aufser dem Alter der beiden Quellen 
und der geringeren Wahrscheinlichkeit, dafs eine sonst selten vorkommende 
Keduzierung des Urtextes vorgenommen sei, spricht fdr diese Annahme der 
Umstand, dafs die Textform in A und Bb in allen Strophen, abgesehen von 
der Doxologie, die Assonanz regelmafsig wahrt. — 1, 3 deperiit T. — 1, 4 gratia 
M, gloriae GO. — 2 , 3 est getilgt L^; est et caelitus O. — 2,4 umanitus 
Ba. — 3, 1 At R. — 3, 2 frestriump) L. — 3, 4 Flectet Ba PQ, Flectant 
H; iam fehlt T; genua O. — 4, 2 Versa vice HIL^PQSY. ^4,4 Deus 
homo (auf Rasur) caro L. — Str. 4 fehlt ABb. — Nach Str. 4 Divisio in 
H. — 5, 1 Te Christe CKMNSTU, Es Christe O. — 5, 2 Manet S ; praemium 
(statt praeditum) RU, proditum T. — 5, 3 qui fehlt R; fabrica A, fabricant 
Bb. — 5, 4 vicens gaudia G. — 6,. 1 Hic O; Hinc deprecantes S. — 6, 2 
Igno[sceJ L; omnium R. — 6, 3 sublevet U. — 6, 4 gratiam Ba. — 7,1 
Et O; cum repente HIKLOQR; coeperit HK. — 7, 2 nubes BbH, nubem iu- 
dicii L; nube iudicans G. — 7, 3 repellat K. — Zwischen Str. 7 und 8 
schiebt I ein : Nunc Christe scandens aethera etc. wie zwischen Str. 8 und 9 
im Hjmnus „0ptatu8 votis omnium^ (Nr. 87); K hingegen hat die Inter- 
polation : 

Sponsor, Deus, verissime, | Donum patris nunc ingere 
Munusque nos paracliti | Aptet suo receptui. 

Z schliefst nach Str. 7 : „Tu esto nostrum gaudium (= Str. 5 von „Ie8U 
nostra redemptio'' ., Nr. 89) so auch in Q; „Gloria tibi Domine". — Von der 
Doxologie nur die Anfangsworte BaCGLPTUYZ. — 8, 2 supra sidera H; 
Qui ascendisti ad aethera S. — 8, 3 et almo OR. — Doxologie in K : Praesta 
pater. — Im jetzigen BdmiscTien Brevier zeigt der Hymnus verschiedene 
Aenderungen : 1, 3 sq. Cui mors perempta detulit | Summae triumphum gratiae. 
Str. 2 Ascendis orbes siderum | Quo te vocabat caelitus | CoUata non huma- 
nitas I Rerum potestas omnium — 4,3 Peccat caro, mundat caro. — 5, 1 
Sis ipse nostrum. — 7, 1 cum repente. 



89. In Ascensione Domini. 

Ad Matutinas Laudes. 

1. lesn, nostra redemptio, 3. Inferni claustra penetrans, 
Amor et desiderium, Tuos captivos redimens, 
Deus, creator omnium, Victor triurapho nobiii 
Homo in fine temporum, Ad dextram patris residens, 

2. Quae te vicit clementia, 4. Ipsa te cogat pietas, 
Ut ferres nostra crimina Ut mala nostra superes 
Cmdelem mortem patiens, Parcendo et voti compotes 
Ut nos a morte tolleres? Kos tno vultu saties. 



'^^ I^ars I. Hymni antiquissimi saec. V.— XI. 

->. Tu esto nostram gaudium, 6. Gloria tibi, Domine, 
yni es fatnras praeminm; Qui scandis super sidera, 

8it nostra in te gloriia Cum patre et sancto spiritu 

Pcr cuncta semper saecula. In sempiteraa saecnla. 

AB (C fehlt) D— I (K fehlt) LM (N fehlt) OPQ (N fehlt) S— a = QueUen 
[»'•« vorhergehenden Hymnns „Aetern€ rex altissime*^. — DEFa sind nicht 
kollationiert. 

2, 1 vincit H. — 2, 2 Ut nostra ferres S. — 3, 1 penetras T. — 3, 2 
»;«(liine8 Q. _ 8, 4 dexteram SU; resides GLPZ2. — 4, 2 sufferas A, supera» 
• IT ^» 3 Parcendo votis IL; et votis S; compotens Q. — 4, 4 satias S. 
Nach Str. 4 hat A die interessanten Strophen eingefugt: 
lube, redemptor omnium, Discordes ad concordiam 

Hungrorum mala conteri [Tu] revocare digneris, 

Et laude tui nominis Ut pax per omne saeculum 

Nos solve a periculis. Sit laus in ore pauperum. 

Str. 5 fehlt SYZ. — 5, 2 futurum GILMPT. — 5, 4 cuncta tibi saecula 
A , cuncta lans et saecula IL. — Doxologie fehlt BILMQ; in den anderen 
Quellen nur der 1. Vers, aber in H vollstandig. — A hat nach Str. 5 die 
Rubrik: „In hjrmno Pentecosten (kopnte also auch fiir Pfingsten verwendet 
werden): 

Hic, Christe, nunc paraclitus | Per te pius nos visitet 
Terrae novansque faciem | Culpis aborsos (1. absorptos) recreet. 
Die liturgische Yerwendung des Hjinnus betreffs der Tagzeit ist sehr 
verschieden. — Im jetzigen Edmischen Brevier dient er fur die Vesper nnd 
die Laudes, hat aber ein fast vollig verandertesAussehen erhalten; so laatet 
die 1. Strophe: 

Salutis humanae sator, \ lesu, voluptas cordium, 
Orbis redempti conditor | Et casta lux amantium. 
Die ubrigen Strophen lassen noch etwas besser das Original wieder- 
erkennen. 



90. In Ascensione Domini. 

1. Astra poloram » saper ascendit 
Christns, ad patris » dexteram sedens, 
Victor et anctor * noster nbiqne. 

2. Idcirco, fratres, » pangite melos 
Hnic Deo nostro, » nt mereamnr 
Scandere mente, » qno manet ipse. 

3. Gloria simnl » patri perenni 
Sit, filio [sit] » spiritniqne 
Almo Deoqne » semper in aevnm. 

Trop. et Hymn. ms. Khenoviense (? Sangmllense) saec 11. In. Cod. 
Tnricen. Kheu. 9*7. A. — Hvmn. ms. Sangmllense(?) saec 11. Cod. BeroUnen. 
VUP 1. B. — Brev. ms. ' Altahense saec ^^ is. Clm. MoiiaceQ. 9633. add. 
saec 12. C. — Brev. ms. Pruvmngoise saec. 12. Cfaoa. Moiuioeii. 27037. D. 
— Diura. et HTmn. ms. ScbefUariense saec 12. Clm. Monaoeii. 17091. E. — 
Br«v. ms. S^. Petri i^alisbuiigensis saec 12. Cod. Pelrin. a V 24. P. — 



B. Hymni de Tempore Proprii. 97 

Psalt. ms. Wingartense saec. 12. Cod. Fulden. Aa 57. G. — Hymn. ms. 
Qermanicum saec. 12. Cod. Londinen. Add. 18801. H. — Brev. ms. Zwi- 
feldense saec. 12. Cod. Stuttgardien. Brev. 98. I. — Brev. ms. Murbacense 
saec. 13. Cod. Colmarien. 36. K. — Brev. ms. Gengibacense saec. 13. Cod. 
Carolsmhan. Geo. 22. L. — Brev. ms. Emmeramense saec. ^^/u. Clm. Monacen. 
14741, M. — Brev. ms. Schaffhusiense saec. 14. Cod. Turicen. Rhen. 133. 
N. — Brev. ms. Zwifeldense saec. 15. Cod. Carolsruhan. Aug. CCLXn. O. 
— Brev. ms. Augustanum saec. 15. Cod. Augustan. VIII 27. P. — Brev. 
ms. S. Bonifatii Fuldensis saec. 15. Cod. Fulden. Aa 81. Q. 

1, 1 ascendens 10. — 1, 2 dextram L. — 2, 1 Idcirco patres O. — 2, 3 
Hinc D, Nune F. — 3, 8 Deo almoque L, Sancto Deo O. — Man vgl. die 
Dichtung gleichen Anfanges von Walahfrid (Anal. Hymn. L, 170). — Ur- 
sprung wohl in Deutschland zu suchen. 



91. In Pentecoste. 

Ad Nocturnas. 

1. Beata nobis gaadia 4. Patrata sant haec mystice 
Anni redaxit orbita, Paschae peracto tempore 
Cam spiritas paraclitas Sacro dieram namero, 
Effalsit in discipalos. Qao lege fit remissio. 

2. Ignis vibrante lamine 5. Te nanc, Deas piissime, 
Lingaae figaram detalit, Yalta precamar cemao, 
Yerbis at essent proflai Illapsa nobis caelitas 
Et caritate fervidi. Largire dona spiritns. 

3. Lingais loqaantar omniam, 6. Dadam sacrata pectora 
Tarbae pavent gentiliaro, Taa replesti gratia, 
Masto madere depatant, Dimitte nanc peccamina 
Qaos spiritas repleverat. £t da qaieta tempora. 

7. Sit laas patri cam filio, 
Sancto simal paraclito, 
Nobisqae mittat filias 
Charisma sancti spiritas. 

Hjmn. ms. Casinense saec. 10. Cod. Casinen. 506. A. — Hjmn. ms. 
Beneventanum saec. 10. ex. Cod. Vatican. Ottob. 145. B. — Hjmn. ms. 
Farfense saec. '®/ii. Cod. Roman. Vitt. Eman. 175 (Farf. 4). C. — Hymn. 
ms. Farfense saec. *®/ii. Cod. Turicen. Rhen. 91. D. — Brev. ms. Farfense 
saec. 11. Cod. Turicen. Rben. 82. E. — Hjmn. ms. Severinianum saec. *®/ii. 
Cod. Vatican. 7172. F. — Brev. ms. Montis Amiatini saec. ^^/ii. Cod. Ca- 
sanaten. 1907 (B II 1). 6. — Brev. ms. S. Eutychii Nursini saec. 11. in. 
Cod. Vallicellan. B 79. H. — Brev. ms. S. Sofiae Beneventanae saec. 11. 
Cod. Vatican. 4928. I. — Hymn. ms. Bobiense saec. 11. Cod. Vatican. 
5776. K. — 

Collect. et Hymn. ms. S. Martini Trevirensis saec. (9. et) 10. Cod. 
Treviren. 1245 (1418) L. — Hymn. ms. Campidunense saec. ^®/ii. Cod. Tu- 
ricen. Rben. 83. M. — Brev. ms. Sangallense saec. '^/ii. Cod. Sangallen. 
387. N. — Trop. et Hymn. ms. Rbenoviense(? Sangallense) saec. 11. in. 
Cod. Turic^. Rben. 97. O. — Pros. et Hymn. ms. Fredeslariense saec. 11. 
ex. Cod. Casselan. theol. IV o 25. P. — Hymn. ms. Anglosaxonicum saec. ^^/ii. 
Blume, Tbesauri hymDologioi Hymnarium. 7 



98 P*r8 I. Hymni antiquissimi saec. V. — XI. 

Cod. Londinen. lul. A VI. (Paraphrase) Q. — Psalt. et Hymn. ms. Cantua* 
rien8e(?) saec. '®/ii. Cod. Londinen. Add. 37517. R. — Hymn. ms. Anglo- 
saxonicum (Monasticuin^ saec. 11. in. Cod. Londinen. Vesp. D XII. S. — 
Hymn. ms. Wintoniense saec. Jl. Cod. Capit. Dunelmen. B III 32. T. — 
Collectar. et Hymn. ms. Wintoniense^? Vigomiense) saec. 11. Cod. Coll. 
Corp. Christi Cantabrigien. 391. U. 

Hymn. ms. Moissiacense saec. 10. Cod. Rossian. VIH 144. X. — Hymn. 
ms. Corbeiense saec. 11. Cod. Ambianen. 131. Y. — Brev. ms. S. Grermani 
Pratensis saec. 11. Cod. Parisin. 11550. Z. — Brev. ms. Strumense saec 
11. ex. Cod. Laurentian. Conv. suppr. 524. a. — Trop. et Antiphon. ms. 
Nivemense saec. 12. Cod. Parisin. Nouv. acq. 1235. b. — Hymn. ms. Tole- 
tanum saec. 10. Cod. Matriten. Tol. 1005 (35 — 1). c. — Miss. et Brev. ms. 
Exiliense saec. 10. Cod. Londinen. Add. 30846. d. — Brev. ins. Hispanicum 
saec. *Vi2. Cod. Londinen. Add. 30848. e. — Varianten aus GIRUYZ e sind 
iibergangen. 

1, 4 Eflfulxit b. — 2, 1 luminis D. — 2, 2 figuras B, figura D. — 3, 1 
omnibus NP b. — 3,2 pabet d. — 3,4 Quo A, Quod D. — 4, 1 mystica 
HKLMSTX a b. — 4, 2 Paschale M. — 4, 4 Quo longe M, Quo legis T. 
— 5, 2 cernui MN c d (wiirde den Reim wahren). — 5, 3 Illapsi HX, lllapse 
C. — 5, 4 Largiri E''. — 6, 2 Tna remitte M. — 6, 4 quiete O. — Nach 
Str. 6 fQgen BCDE (mit belanglosen Varianten) ein: 

Hinc, Christe, nunc paraclitus | Per te pius nos visitet 
Novansque terrae faciem | Culpis solutos recreet. 
Als Doxologie (Str. 7): Praesta pater L C; Gloria tibi Domine MP; 
Deo patri d; in N steht „Sit laus patri cum filio" iiber Rasur; D und T: 
Sit laus patri cum genito | Amborum et paraclito, 
Proles ut hunc promiserat, | Nobis modoque tribuat. 
BCE hingegen bieten die Doxologie (voUstandig nur C): 
Gloria patri Domino | Natoque, qui a raortuis 
Surrexit ac paraclito | In saeculorura saecula. 
Im Bomischen Brevier fast unverandert beibehalten: 1, 4 Hlapsus est 
apostolis. — 4, 3 dierura circulo. — 6, 8 Dimitte nostra crimina. — Doxo- 
logie: Deo patri sit gloria | Et filio etc. 



92. In Pentecoste. 

Ad Matutinas Laudes. 

1 . lam- Christus astra ascenderat, 4. De patris ergo lumine 
Regressus, unde venerat, Decorus ignis almus est, 
Promisso patris munere Qui fida Christi pectora 
Sanctum daturus spiritum; Calore verbi compleat. 

2. Solemnis urgebat dies, 5. Impleta, gaudent viscera, 
Quo mystico septemplici Adflata sancto lumine; 
Orbis volutus septies Voces diversae consonant, 
Signat beata tempora, Fantur Dei magnalia. 

3. Cum hora cunctis tertia 6. Ex omni gente cogitur 
Repente mundus intonat Graecus, Latinus, Barbarus, 
Apostolis orantibus Cunctisque admirantibus 
Deum venisse nuntians. Linguis loquuntur omnium. 



B. Hymni de Tempore Proprii. 99 

.7. ladaea tunc incredula, 8. Sed signis et virtutibas 
Vesano turba spirita, Occurrit et docet Petrua 

Ructare musti crapulapfi Falso profari perfidos 

Alumnos Christi concrepat. loele teste comprobans. 

Psalt. et Hjmn. ms. Ambrosianum saec. 10. Cod. Vatican. 83. A. — 
Psalt. et Hjmn. ms. Ambrosianum saec. 10. Clm. Monacen. 343. B. : — Hymn. 
ms. Casinense saec. 10, Cod. Casinen. 506. C. — Hymn. ms. Beneventanum 
saec. 10. ex. Cod. Vatican. Ottob. 145. D. — Hymn. ms. Bobiense saec. 10. 
Cod. Taurinen. G VH 18. E. — Hymn. ms. Bobiense saec. 11. Cod. Vatican. 
5776. F. — Hymn. ms. Farfense saec. ^®/ii. Cod. Roman. Vitt. Eman. 175 
-{Farf. 4). G. — Hymn. ms. Farfense saec. ^®/ii. Cod. Turicen. Bben. 91. 
H. — '■ Brev. ms. Farfense saee. 11. Cod. Turicen. Rhen. 82. I. — 
Hymn. ms. Veronense saec. ^^/ii. Cod. Capit. Veronen. CIX (102). K. — 
Hymn. ms. Severinianum. saec. ^^/ii. Cod. Vatican. 7172. L. — Brev. ms. 
S. Eutychii Nursini saec. 11. in. Cod. Vallicellan. B 79. M. — Brev. ms. 
Vallis Travagliae saec. 11. Cod. Capit Mediolanen. 155. N. — Brev. ms. 
S. Sofiae Beneventanae saec. 11. Cod. Vatican. 4928. O. — Psalt. et Hymn. 
ms. S. lacobi de Pontida saec. 11. Cod. Vatican. 82. P. 

Collect. et Hymn. ms. S. Martini Trevirensis saec. (9. et) 10. Cod. 
Treviren. 1245 (1418). Q. — Brev. ms. Sangallense saee. ^**/ii. Cod. San- 
^allen. 387. R. — Trop. et Hymn. ms. Rhenoviense^? Sangallense) saec. 11. 
in. Cod. Turicen. Rhen. 97. S. — Pros. et Hymn. ms. Fredeslariense saec. 
11. ex. Cod. Casselan. theol. IV» 25. T. — Hymn. Anglosaxonicum saec. ^^/ii. 
Cod. Londinen. lul. A VI. (Paraphrase) IJ. — Psalt. et Hymn. ms. Cantu- 
ariense(?) saec. *^/ii. Cod. Londinen. Add. 37517. X. — Hymn. ms. Anglo- 
«axonicum (Monasticum) saec. 11. in. Cod. Londinen. Vesp. D XII. Y. — 
Hymn. ms. Wintoniense saec. 11. Cod. Capit. Dunelmen. B III 32. Z. — 
Collectar. et Hymn. ms. Wintoniense(? Vigorniense) saec. 11. Cod. CoU. 
Corp. Christi Cantabrigien, 391. a. 

Hymn. ms. Moissiacense saec. 10. Cod. Rossian. VIII 144. b. — Hymn. 
ms. Corbeiense saec. 11. Cod. Ambianen. 131. c. — Brev. ms. S. Germani 
Pratensis saec. 11. Cod. Parisin. 11550. d. — Oollect. et Hymn. ms. San- 
dionysianum saec. 11. (et 12.) Cod. Sangenovefian. 1186. e. — Brev. ms. 
Struraense saec. 11. ex. Cod. Laurentian. Conv. suppr. 524. f. — Trop. et 
Antiphon. ms. Nivernense saec. 12. Cod. Parisin. Nouv. acq. 1235. g. — 
Brev. ms. Hispanicum saec ^Vis. Cod. Londinen. Add. 30848. h. — Varianten 
aus LOX a C d e h sind nicht verzeichnet. 

1, 1 astra fehlt Q. — 1, 3 Promissa patris munera CKQRST b g; Pro- 
missum GHL — 1, 4 daturum EFI. — 2, 1 sur^ebat AN (ob ursprunglich 
so ?). — 2, ^ Qui Q; mystice M; septimplici A. — 2, 3 Orbe voluto GHIUYZS 
Orbi voluto M f , Orbe volutus QR, Orbem volutor D. — 2, 4 Signa g. — 
3,- I Dum GHKRT g,- Tum f, Tunc DF. — 3, 2 mundo AB (vielleicht die 
urspr. Lesart). — 3, 3 Orantibus apostolis KMPQRSTUYZ b f g. — 3, 4 
nuntiat KMQRSTZ* b f g, nuntiant EF. — 4, 2 Dequorus A, Demissus Q ; 
ignis advenit P. — 4, 3 Quo CDGHIQRST f; Christi fida D; fida Christo 
f. — 4; 4 Verbi calore DGI; complevit EFY'Z b g. — 5, 1 Adflatu QR, 
Adflato Y f; sancto spiritu CEFKMSTY b f g, sancti spiritus QR, sancto 
flamine U. — 5, 3 Voces fehlt F; diversas intonant (intonat Y) CEFKMQRSTY 
h t g, diverse intonant Z, diverso consono D ; consona I, insonant S. — 6, '1 
coitur Z2, coitus G, cognitus P, cogniti EFKMQRTYZ^ b f g. — 6, 12 
Graecus etc. ABCDINP , sonst Graecis etc. — 6, 4 omnibus EFKMQRSTY 
b f g. — • 7, 2 Vesaha CEFSY b f g, Vesani D; torvo CP b f g, turuo F, 
torva M, tunc R, turbo DGK; turba korrig. zu tacta S. — 7,-3 crapula 
D— KMQRSY b g. — 7, 4 concrepant Q, concrepet Z'. — 8, 2 Petrum f. — 
8, 3 Faiso DEFUY, Falsas H, Falsa ABMN (gegen das Metrura); sonst Falsos; 

7* 



100 



Pars I. Hymni antiqnissimi saec. V. — XI. 



probari CDKT b, probavit QRST Z f gr, prophari U Y ; perfidam D. — 8, 4 loele te8t& 
compxobans ABCfe^^NP, loele testes comprobantD; sonst: loelis testimonio. 

Nach Strophe 8 fugen FKMNYZ b f gr noch bei: Hic (Hinc oder Sic) 
Christe nonc paraclitus etc. (Vgl. Anmerkung zn Str. 5 bei Nr. 89 ond zu 
Str. 6 bei Nr. 91). — 

Als DoxologiCy die in den alteren Quellen fehlt, ist angemerkt: „Gloria 
patri Domino" CG f (vgl. Nr. 91, Anm. zu Str. 7.); „Gloria paCtri]" D; 
„Gloria tibi Domine", so gewohnlich. — In gf ist nach Str. 4 Divisio mit 
der Doxologie: „Sit laus patri cum filio etc"; diese gleiche Doxologie (vgl. 
Str 7 in Nr. 91) beschliefst ebendort den 2. Teil des Hymnus, der „in Laudibus'' 
verwendet wird. — In Y und Z ist der Hymnus in 3 Teile zerlegt : Str. 1—3^ 
„ad Tertiam**, Str. 4—6 „ad Sextam" , Str. 7 und 8 „ad Nonam" Jeder 
Teil schliefst in Z mit „Dudum sacrata pectora" (vgl. Str. 6 in Nr. 91) und 
„Sit laus patri cum genito" (cfr. Nr. 91, Anm. zu Str. 7); in Y schliefst nur 
die Doxologie ^Gloria tibi Domine" ab. • 

Die liturgische Bestimmung betreffs der Tagzeit am Pfingstfeste ist ver- 
schieden. — Der Text selbst verrat in seiner zersungenen Form auch die 
„voces diversas" des Pfingsttages. Weil Rhythmus und Strophenzahl den 
Hymnus als echten ^Amhrosianus^ kennzeichnen, schien es ratsam, den 
Text der beiden alten .Am6rosiantsc/ien Hymnare, dem uberdiefs dieitoZtenisc/ien 
Quellen folgen, als den ursprunglichen zugrunde zu legen. — Daniel (I, 65) 
meint: ^Hymnus in perpaucis breviariis vetustioribus legitur". 

Unser Romisches Brevier hat noch den Hymnus mit folgenden Anderungen : 
1, 2 Eeversus. — 1, 3 Patris fruendum munere. — 3, 1 Cum lucis hora tertia. 
— 3,4 venire nuntiat. — 5, 2 sancto spiritu. — 5, 3 Vocesque diversas 
sonant. — 6, 1 sq. Notique cunctis gentibus | Graecis, Latinis, Barbaris | Si- 
mulque demirantibus. — 7, 2 Yesana torvo spiritu | Madere musto sobrios | 
Christi fideles increpat. — 8, 1 Sed editis miraculis. — 8, 3 Falsum. 



93. In Pentecoste. 

Ad Processionem. 

R. Pneumatis aeterni, Deus, assit gratia nobis 
£t tibi devotos sanctificet famulos. 



1. Exomet mandando nostra 
Clementissime pectora, 
Mansor ut ipse cordium 
Esse velit fidelium. 



Spirando suave sensibas 
Infunde lamen caelitos, 
Possint ut mere splendidam 
Contemplari principiam. 



Purgator idem sordium 
Discretor et ornatunm 
Cunctis in se fidentibus 
Assit protector sedulus. 

Sanctorum cogitatuum 
Suasor et meditatuum, 
Unguento tuo, quaesumus, 
Ungue nos, sancte spiritus. 



Ex priscis quondam vatibus 
Diversis aenigmatibas 
Clausurum matris ateram 
Prompsisti Dei filiam. 

Electi gregis principes 
Et bellatores milites 
Donasti forti pectore 
Nescire poenis cedere. 



B. Hymui de Tempore Proprii. IQl 

7. Intende votis supplicum 8. Dignatus idera hodie 
Tibi nunc suspirantium, Terrestria invisere, 

Per quem devoti gemitus Formasti mores hominum 

Parantur Dei auribus. Exemplar ad caelestium. 

9. Splendor, laus virtus tibi sit, 
Cum patre par et filio, 
Sacrator, sancte spiritus^ 
Per saeculorum saecula. 

Procession. ms. Sangallense saec. 12. Cod. Sangallen. 360. A. — Trop. 
^s. Sangallense saec. ^^/ii. Cod. Sangallen. 382. add. saec. 13. (mit Neumen). 
B. — cfr. Canisius, Lect. Antiq. V, 766 und 759. 



04. De sanctissima Trinitate. 

Ad VespeVas. 

1. sacrosancta trinitas, 2. Te mane simul vespere, 
Quae cuncta condens ordinas, Te nocte et die canimus ; 
Diem labori deputans Tu in tua nos gloria 
Noctem quieti dedicas, Per cuncta serva tempora. 

3. Praesta, parens piissime, 
Praesta, parentis unice, 
Cum spiritu paraclito 
Aevo vivens intermino. 

Trop. et Hymn. ms. Rhenoviense saec. 11. in. Cod. Turicen. Rhen. 97 
A. — Brev. ms. Emraeramense saec. ^^/u. Clm. Mouacen. 14741. B. — 
Dium. ms. Benedictinum (Bavariae) saec. 14. Cpd. Altovaden. X. C. — 1, 1 
«acra sancta A. — 1,3 Diem vocari B. — 1, 4 quiete A; dedicans BC — 

2, 1 vesperi A. — 2, 2 Et nocte BC. — 3, 1 Praesta pater BC. — 3, 2 
Parens parentis A. — 3, 4 vigens BC. — 



95. De sanctissima Trinitate. 

1. pater sancte, mitis atque pie, 
lesu Christe, fili venerande, 
Paraclitusque spiritus o alme, 
Deus aeterne. 



2. Trinitas sancta unitasque firma, 
Deitas vcra, bonitas immensa, 
Lux angelorum, salus orphanorum 
Spesque cunctorum. 



102 Fax8 I. Hymni antiquissimi saec. V. — ^XI. 

3. Serviunt tibi cuncta, qoae creasti, ' 
Te tuae cunctae laudant creaturae; 
Nos quoque tibi psallimus devoti, 

Tu nos exaudi. 

4. Gloria tibi, Deus omnipotens, 
Trinus et unus, magnus et aeternus, 
Te decet hymnus, honor, laus et decus 

Nunc et in aevum. 

Hymn. ms. Casinense saec. 10. Cod. Casinen. 506. A. — Hymn. ms. 
Beneventaniim saec. 10. ex. Cod. Vatican. Ottob. 145. B. — 'Hymn. ms. 
Severinianum saec. *®/ii. Cod. Vatican. 7172. C. — Hynin. ms. Veronense' 
saec. ^®/ii. Cod. Capit. Veronen. CIX (102). D. — Hymn. ms. Bobiense 
saec. 11. Cod. Vatican. 5776. E. — Hymn. ms. S. Sofiae Beneventanae 
saec. 11. Cod. Neapolitan. VI E 43. F. — Psalt. ms. S. Sofiae Beneventanae 
saec. 12. Cod. Neapolitan. VI F 2. G. — Brev. ms. Farfense saec. 11. Cod. 
Turicen. Ehen. 82. H. — Offic. m8.,BMV. sec. usum Soranum(?) saec. 11. 
Cod. Oxonien. Misc. liturg. 277. I. 

Hymn. ms. Moissiacense saec. 10. Cod. Rossian. VIII 144. K. — Hymn» 
ms. Anglosaxonicura saec. *^/ii. Cod. Londinen. lul. A VI. (Paraphrase). L. 

— Hymn. ms. Aiiglosaxonicum (Monasticum) saec. 11. iti.' Cod:: Londinen. 
Vesp. D XII. add. saec. ^Vi2. M. — Hymn. ms. Wintoniense saec. 11> Cod. Capit. 
Dunelmen. B IH 32. N. — Psalt et Oration. ms. Secoviense saec. 12* Cod. 
Graecen. 1202. O. — Offic. ms. Trinitatis et BMV. saec. 12. Cod. Petrin. 
a 18. P. — Diurn. ms. Altovadense saec. 13. Cod. Altovaden. III. Q. — Antiphon. 
et Hymn. ms. Scarense saec. 14. (et 15) Cod. Upsalen. C 422. R. — Brev. 
ms. Eberspergense saec. 15. Clm. Monacen. , 5974. S. — Brev. Lascurense 
imp. Lascurris 1541 (reimpr. 1891). T. 

1, 1 pater alme E; atque pitis C, et pie S. — 1, 3 Paracliteque ENOPQT; 
ot alme MRST sonst: et alme. -r- 2, 1 que fiehlt OP. — 2, 3 solus orpha- 
norum C. — 3, 1 und 2 umgestellt K. — 3i 1 SerViant BCDK; quae tu 
creas S. — 3, 2 Te simul cunctae N: laudent BCEK; creaturae laudant 0. 

— 3, 3 sq. Nos quoque tibi agimus, benignus | O Deus, laudes D ; Nos quo- 
que tibi benignas agamus (agimus P) | Deo gratiasOP. — Statt Str. 4 hat 
O, unter Aufgeben des Versmafses: 

Et nos iam, alnia trinitas, | Attende pio munere, 
Ut angelorum laudibus | Admittas, quod persolvimus. 
Deo patri sit gloria etc. 

4, 1 omnipotens Deus BCDMPRT (zerstort den Binnenreim), Gloria patri 
omnipotenti S. — 4, 2 Trinus et unus fehlt N; Trino et uno S, Trine et 
une, aeterne et magne C; magnus et exceisus CR, mac^no et excelso S. — 
4, 3 sq. in K: Laus tibi, Christe, honor, lux decus hic | Et in aetemum. — 
4, 3 laus decus (et fehlt) P. 

Interessant ist bei diesem alten Hymnus der Binnenreim, der ubrigens- 
hier in ganz derselben Weise durchgefuhrt ist, wie bei dem strophisch gleich- 
gebauten Hymnus des Notkerus Physicus „B€ctor aeterni^ (Nr. 186). 



06. De sanctissima Trinitate. 

1. Adesto, sancta trinitas, 2. Te caelorum militia 

Par splendor^ una deitas, Laudat, adorat, praedicat, 

Qai exstas reram omniam Triplexqae mandi machina 

Sine fine principiam. Benedicit per singnla. 



B. Hymni de Tempore Proprii. 103 

3. Assamos et nos cernai 4. Unam te lamen credimas, 
Te adorantes famali ; Qaod et ter idem colimas, 

Vota precesqae sapplicam Alpha et qaem dicimas; 

Hymnis iange caelestiam. Te laadet omnis spiritas, 

5. Laus patri sit ingenito, 
Laas eitts anigenito, 
Laas sit sancto spiritoi, 
Trino Deo et simplici. 

Hymn. m«. Veronense saec. ^®/ii. Cod. Capit. Veronen. CIX (102). A. 

— Hymn. ms. Anglosaxonicum (Monasticum) saec. 11. in. Cod. L(mdinen. 
Vesp. D Xn. B. — Antiphon. et Hymn. ms. Scarense saec. 14. (et 15). Cod. 
Upsalen. C 422. C. — Dium. et Hymn. ms. Benedictinum Suecicum saec 15. 
Cod. Upsalen. C 477. D. — Brev. ms. Autissiodorense saec. 15. (Privatbesitz). 
E. — Psalt. et Hymn. ms. Praedicatorum saec. 15. Cod. Vatican. 7791. F. 

— Psalt et Hjmn. ms. Augustinum Memmingense saec. 15. Clm. Monacen. 
8171. G. — Psalt. ms. Basileense saec *^/i6. Cod. Paulan. 25. 2. 33. (olim 
Sanbl. memb. 57). H. — Brev. ad usum FF. ord. SS. Trinitatis de redemptione 
Captivorum impr. Farisiis 1515. I. 

1, 3 Te triplex mundi GH. — 2, 4 Benedicat G; per saecula BCEG. — 
3, 2 Te fehltH. — 3, 4 iunge fidelium A; caelestibus G. — 4, 2 et te idem 
D. — 4, 4 laudat DG. — E bezeichnet den Hymnus fiir: „In Transfiguratione 
ad Vesp. et Noct." — Anal. Hymn. IV, 14 ist Vorstehendes nur aus einer 
Hs. des 15. Jahrh. publiziert. — Im Repert. Hymnol. Nr. 487 sind mehrere 
gedruckte Breviere als Quellen verzeichnet. 



07„ Ad sanctissimam Trinitatem. 

De Operibus sex dierum et Donis Spiritus sancti. 

I. 

1. Mondi creator optime, 3. Lux^ Christe, nostras tenebras 
Qao Ince lox est reddita Lace timoris effaga, 
Loxqae divisa tenebris Ut, qai eramas tenebrae, 
Primo dieram saecali, Lax simas in te, Domine. 

2. Aetate prima saeculi 4. Sit trinitati glOria, 

Te lace viget ratio, Virtas, honor, victoria, 

Qaa Deo docti homines Qaam saa laadant opera 

Artes excercent varias. In saeculoram saecala. 

II. 

1. Verbi patris imperio 2. Secunda aetate saeculi 

Caeli convexa firmitas Archae corapacta firmitas 

Aqaas ab aqais dividit Locatur inter caerula 

Secundo die saecnli. Fidos infidis segregans. 



104 



Pars I. Hjmni antiqaissimi saec. V. — XI. 



8. Rex, Christe, nostra firmitas^ 
Ta motus carnis cohibe 
Nosque in bonis robora 
Daus pietatis spiritum. 



Sit trinitati gloria, 
Virtus, honor, victoria, 
Quam soa laodant opera 
In saecalorom saecula. 



III. 



1. Sub caelis aquae confluant, 
Yirens apparet arida, 
Fit paradisas Domini 
Saecli dieram tertio. 



8. Fom yitae, nobis influens 
Yirtatum quadro tramite, 
Tibi nos hortum perfice 
Sanctae dono scientiae. 



Aetate saecli tertia 
Gentes in rita coeunt, 
Sancta surgit plantatio 
Hebraea gens in patribas. 



4. * Sit trinitati gloria, 
Virtus, honor, victoria, 
Quam sua laadant opera 
In saeculorum saecula. 



1. Caeli perornant cameram 
Mundum calore^ temperans 
Sol, luna cum sideribus 
Quarto dierum saeculi. 



IV. 



8. Sol, Christe, nos irradia 
Dans dona fortitudinis^ 
Tuusque candor faciat 
Ministros verbi splendidos. 



Aetate quarta saeculi 
Regni virtus Davidici 
Cum synagoga splenduit, 
Sancti prophetae radiant. 



Sit trinitati gloria, 
Virtus, honor, victona, 
Quam sua laudant opera 
In saeculorum saecula. 



1. lussae producunt reptile 
Aquae viventis animae, 
Quae colos, aquas permeant 
Quinto dierum saeculi. 



Christe, verbum volatiUj 
Pisds, homo sub tempore, 
Verbo sacrisque promove 
Alto tuos consilio. 



2. Aetate quinta saeculi, 
ludaea qua gens exsulat, 
Partim se miscet gentibus, 
Partim spe caelos habitat. 



4. Sit trinitati gloria, 
Virtus, honor, victoria, 
Quam sua laudant opera 
In saeculorum saecula. 



1. Homo facturae conditae 
Plasmatur decus nobile 
Divinam ad imaginem 
Sexto dierum saeculi. 



VI. 



2. Aetate sexta saeculi 
Christus, decus ecclesiae, 
lure praefertur omnibus 
Patris imago genitus. 



B. Hymni de Tempore Proprii. 



105 



Consigna, bone Domine, 
Nos tui valtus lumine, 
Sic intellectus splendeat^ 
Ut te cor viso gaadeat. 



Emanuel, nos perfice 
Tu patris ad imaginem 
Qain et similitudinem 
Donis inteUigentiae. 



5. Sit trinitati gloria. 



Complevit opns septimo 
Die Deus, quod fecerat, 
Qao requiescens sabbato 
Benedicit, sanctificat. 



VII. 



Tu, Christe, nostra requieSj 
Mites et corde humiles 
Nos in te tandem compleas 
Spiritu sapientiae. 



Aetate saecli septima 
In animarum requie 
Quiescit sanctarum Deus, 
Quarum laborem tulerat. 



Sit trinitati gloria, 
Virtus, honor, victoria, 
Quam sua laudant opera 
]n saeculorum saecula. 



VIII. 



Dies aetasque ceteris 
Octava splendet sanctior, 
In te quam, lesu, consecras, 
Primitiae surgentium. 



4. Cuius videntes faciem 
Configuremur gloriae; 
Te cognoscamus, sicut es, 
vera lux et suavitas. 



Tu tibi nostras animas 
Nunc primo conresuscita, 
Tibi consurgant corpora 
Secunda morte libera. 



5. Regnum, cum patri traditos 
Plenos septeno chrismate 
In temet nos laetificas, 
Consummes, sancta triuitas. 



Tibique mox in nubibus, 
Christe, feramur obviam 
Tecum victuri perpetim, 
Tu vita, resurrectio. 



6. Sit trinitati gloria, 
Virtus, honor, victoria, 
Quam sua laudant opera 
In saeculorum saecula. 



Uexaemeron ms. Aroni8(!) saec. 12. Cod. Claustroneoburgen. 336. — I. 
, 3 Quo. — U. 1, 4 Secunda. — VI. 4, 2 Te patris. — VU. 1, 2 Deo Deus. 
- Vin. 5, 3 laetificans. — In der Hs. schliefst sich an das Hexaemeron, 
och dazu gehorend, eine Expositio des Pater Noster, alsdann dieser Hymnen- 
jrklus, der also wohl vom gleichen Verfasser ist wie das Hexaemeron ; aber 
er ist „Aron"? — Es heben sich deutlich acht verschiedene Hymnen ab, 
1 denen je ein Tag der Schopfung, eine „aetas saeculi" und ein Donum 
piritns sancti resp. das ganze „septenum ch[a]risma" den Vorwurf der Dichtung 
ildet. In der Qnelle sind die acht Hymnen nicht als getrennt merklich gemacht 
od die Doxologie steht nur am Schlusse. — Ein Vergleich dieses Hymnenzyklus 
lit ienem zur Vesper an den gewohnlichen Wochentagen (Nr. 34 — 39) liegt nahe. 



106- P*r8 I. Hymni antiquissimi saec. V. — XL 

08. In Transflgrnratione Domini. 

Ad Nocturnas. 

1. sator renim, reparator aevi, 
Christe, rex regara, metaende censor, 
Ta preces nostras pariterqne laudes 

Snsgipe gratns. 

2. Noctis, en, cnrsn tibi vota landam 
Pangimns ; praesta, tibi sint nt apta, 
I^osque concentu refove perenni, 

Laminis anctor. 

3. Inter Eliam Moysenqne vates 
Ut iubar solis facie refnlgens 
Candidas vestes nivis instar almis 

Tu reserasti. 

4. Tu Dei patrip patre teste proles 
Tnque sanctomm decns angelorum, 
Tu salus mundi, via, vita, virtus 

Crederis esse. 

5. Da dies nobis probitate faustos 
Mortis ignaram tribnendo vitam, 
Semper ut nostros tna sit per actus 

Gloria perpes. 

6. Ure cor nostrum, iecur atque lumbos 
Igne divino vigilesqne nos fac, 
Semper ardentes manibus lucemas 

Ut teneamus. 

7. Esto tu noster cibns atque potus, 
Tn labor, virtns, requies, amictns; 
Livor absistat, tumor, ira, luxus 

Maeror et omnis. 

8. Lumen infundens tenebras repelle, 
Aufer infesti laqneos celydri, 
Yincla dissolvens scelemm fer astra 

Scandere nobis. 

9. Gloria, virtus, tibi sit, creator, 
Cuncta qni solus retinens gubernas, 
In throno regni sine fine regnans 

Trinus et unus. 



B. Hymni de Tempore Proprii. 



107 



Hymn. ms. Casinense saec. 10. Cod. Casinen. 506. A. — Hymn. ms; Bene- 
Tentteom saec. 10. ex. Cod. Vatican. Ottob. 145. B. — Hymn. ms. Farfense 
saec- ^^fu. Cod. Roman. Vitt Eman. 175 (Farf. 4). C. — Hymn. ms. Far- 
fense saec ^®/ii. Cod. Turicen. Rhen. 91. D. — Brev. ms. Farfense saec. 11, 
Cod. Turicen. Rhen. 82. E. — Hymn. ms. Severinianum saec. '®/ii. Cod, 
yatican. 7172. F. — Hymn. ms. Severinianum saec. ^®/ii. Cod. Parisin. 1092. 
G. — Brev. ms. S. Sofiae Beneventanae saec. 11. Cod. Vatican. 4928. H. 
— Psalt. ms. S. Sofiae Beneventanae saec. 12. Cod. Neapolitan. VI F 2. I. 

Hymn. ms. Moissiacense saec. 10. Cod. Rossian. VIII 144. K. — Brev. 
ms. Arelatense saec. 15. Cod. Parisin. 1284. L. — Brev. ms. Caelestinorum 
saec 15. Cod. Parisin. 1277. M. — Collect. ms. Scheftlariense saec. 12. 
Clm. Monacen. 17177. N. — Brev. ms. Piperacense anni 1440. Cod. Capit 
Anicien. s. n. O. — Brev, ms. Diense saec. 15. Cod. Gratianopolitan. 134, 
P. — Brev. Cavallicense imp. Avenione 1513. Q. — OPQ sind nicht kollationiert, 

1 , 3 laude D. — 1 , 4 grates E^GKL. — 1, 3 sq. Ad preces n. p. 1. | 
Aspice gratis. N. — 2, 1 Noctis in cui^su N. — 2, 2 aptas K, acta M. — 

2, 3 concensu B; renove perenni K; refove superni N. — 3, 2 facies K. — 
3f 3 Candida vestes uivis ad instar albae F ; albae D, albis CG, „almis, alii i 
albis" E. — 3,3 sq. Candida veste nivis instar albae I Tu mictlisti. N. — 

3, 4 recreasti korrig. zu reserasti G, separasti D. — 4, 1 Tu Deus E; Dei 
prae his patre(!) K. — Zu 4, 2 cfr. Nr. 85, Str. 1, 1 und Note. — Str. 5 sqq. 
fehlen N. — 5, 2 Morti ignara K. — 5, 3 ut fehlt C. — 6, 2 Digne divino^ 
D; vigilesque noctes (st. nos fac) BCE, vigiles aflfectos G. — 6, 3 lucemis 
D. — 7, 2 Laboris virtus B. —7, 3 Libor DE. — 8, 1 infunde BDKL. — 
8, 3 dissolve celorum fer K. — Vgl. Anal. Hymn. XXIII, 18. 



99. In Transflgrnratione Domini. 

Ad Matutinas Laudes. 



1. nata Inx de lamine, 
lesn, redemptor saecnli, 
Dignare clemens snpplicnm 
Landes precesqne sumere. 

2. Qni came qnondam contegi 
Dignatns es pro perditis, 
Nos membra cbnfer effici 
Tni beati corporis. 

3. Prae sole vnltn flammens, 
Ut nix amictn candidus, 
In monte dignis testibns 
Tn pamisti conditor. 



4. Vates alnmnis abditos 
Novis vetnstos conferens 
Utrisqne te divinitns 
Deum dedisti credere. 

5. Te vox paterna caelitns 
Snnm vocavit filinm, 
Quem nos fideli pectore 
Eegem fatemur caelitum. 

6. Concede nobis, quaesumns^ 
Almis micare moribus, 

Ut ad polomm gandia 
Bonis vehamnr actibus. 



7. Xaudes tibi nos pangimus, 
Aeterne regum rex, Deus, 
Qni trinus unus rector es 
Per cuncta regnans saecula. 

A — K=Quellendes vorhergehenden Hymnus ; aufserdem : Collect.ms. Scheft- 
lariense saec. 12. Clm. Monacen. 17 177. L. — Antiphon. ms. Secoviense saec. 
15. Cod. Graecen. 2. (nicht kollationiert). — 1, 1 de luminum K. — 2, 1 Qui 
camem DF. — 2, 2 est E. — 2, 3 conferre facis F. — 2, 4 Tui sacrati L . 



108 PsLTB I. Hymni antiquissimi saec. V. — ^XI, 

— 3, 1 vultus K; flammeo CE. — 3, 2 amictus BCEK. — 8, 3 dignus D. — 
Apparuisti L. — 4, 1 abditis D» — 4, 2 Nobis vetustos ABCEL, Novos D. — 
8tr. 5 fehlt L. — 5, 4 Reiem K ; caelicum BCEFK. — 6, 4 veamur hactibus 
K. — 7, 1 Laus E. — 7, 2 Aeterne rerum EF. — 7, 3 Qui fehlt F; Qui es 
trinus et unus L. — 7, 4 re^ans fehlt F. 

Petrus VenerabUis, der manchmal als Autor dieses Hymnos aufgestellt 
wird, ist schon durch das Alter der Quellen AB und K ausg^schlossen. 



100. In Ghristo Domiuo. 

1. Canamas omnes laudes Dei filio, 
Caelorum regi, patris anigenito, 
Vero et magno lesu Christo Domino. 

2. Verbum qui verum et verum principium 
Ex patre natum et ante luciferum, 
Virgo Maria verum concepit hominem. 

3. Agnus hic Dei et vera sapientia, 

Per quem noscuntur esse creata omnia 
Caelum que terra et cuncta moventia. 

4. Qui caelos tegit angelis et imperat, 
Venit in mundum, ut salvaret populum, 
Mitis et fortis ad conterendum zabulum. 

5. De tribu luda regalique progenie 
Corpus induit, ut leonis catulus 

A mortis sorano resurgeret velocius. 

6. Multa et magna fecit mirabilia, 
Sanavit plures a saevis doloribus, 
Depulit morbos et suscitavit mortuos. 

7. Via et vita ac propheta optimus 
Deique agnus pollens septem comibus, 
Ut legislator praedixit egregius. 

8. Occisus demum periido a populo 
Et sine culpa traditus patibulo 
Unus pro multis suscepit opprobrium. 

9. Redemit suos iam peccato mortuos, 
Pro quibus fudit suuro pius sanguinem, 
Mortem suscepit, ut nos ad vitam duceret. 

10. Morte contrita sub pede Dominico 

Praedam perduxit ad caeleste gaudium, 
Fortis ascendit cum choris angelicis. 



B. Hymni de Tempore Proprii. 109 

11. Celsa praesedit sede, praeclarissimain 
Qnam collocavit sni ad patris dexteram, 
Inde venturos index com potentia. 

12. Timeant mali iudicis sententiam, 
Exsaltent boni de caelesti praemio, 
Reddit qnod cunctis sua iuxta opera. 

13. Canente tuba, adveniente Deo, 
Resargent omnes mortai de tamalo, 
Yolabunt sancti Christo certe obviam. 

14. Regnabunt iasti laeti in paradiso 
Denm videntes fade ad faciem 

£t coronati laudabant semper Deam. 

15. Gloria trino et ono vero Deo, 
Patri, coaevo et coaeqaali filio, 
Simal cam patre sancto qnoque spirita. 

. Collect. ms. Hjmnorum et Garminum Sanga11ense(?) saec 10. Cod. 
ruxeUen. 1351 (8860—67). — 1, 2 patri. — 2, 1 Verbumque verum. — 3, 3^ 
rram. — 4, 1 et angelos. — 5, 1 regalemque progeniem. — 5, 3 Quae a. 
- 8, 1 a perfido. — 10, 2 caelestem gaudio. — 11, 1 sedem. — 11, 2 dex- 
ra. — 12, 3 Redditque. — 13, 1 Domino. — Cfr. E. Duemraler, Rhythm.^ 
'.clesiast. aevi Carolini specimen. Halis 1881. p. 18. 



101. In laadem Ghristi. 

Hjmnus Eugenii Vulgarii. 

1. Laades pange Deo, redempta lingaa, 
Qao coram Seraphim tremant beati 
Laadantes Sabaotb, Deam tonantem. 



2. Laada glorificans patrem potentem 
Et Christam genitam polos regentem 
Cam sancto iage spirita manentem. 

3. Hic prorsas Deos omniam patrator, 
Hic sanctas Dominas patram sacrator, 
Qoi castos animae est beatas auctor. 

4. Hic solas bonas, aeqaas et benignas, 
Clemens ac pius arbiter sapernas, 
Mentis principiam, refasa virtas. 



110 Pars I. Hymni antiqaissimi saec. V, — ^XI. 

5. Infectom hominem dolens ab angue, 
Ne servnm male perderet subactam, 
Campam congreditnr potens in armis. 

6. Senis pugnat homo Deasqae lastris; 
Miratar legio chorasqae caelebs 
Pro servo Dominam pati stapentes. 

7. Ast hostem saperans ligansqae verbo 
Victor celsa redit sedens in astra, 
Regum subsidium satorque regum. 

8. Cui semper decus et honor sit omnis, 
Virtus, imperium, salus perennis, 

Sit perpes iubilum manens per aevum. 

Sylloga ms. Eugenii Vulgarii (Casinen.) saec. 10. ex. Cod. Bambergen. 
P III 20. ■— 1, 2 Qui coram. — 8, 1 sit per omnis. — Vgl. WinterfM^ 
Paul V., Poet. lat. med. aevi tom. I, pars I, pag. 433; ebendort (p. 406 8q.) 
•die sparlich fliefsenden Notizen iiber den wenig bekannten Dichter Eu^enias 
Vulgarius grammaticus , der wahrend des 10. Jahrh. in der Gegend von 
^eapel and zeitweilig auch in Monte Cassino lebte, und nahere Beschreibcmg 
des Codex. 



102. In Dedicatione Ecclesiae. 

1. Urbs beata Hierusalem, dicta pacis visio, 
Quae construitur in caelis vivis ex lapidibus, 
Et angelis coornata ut sponsata comite! 

2. Nova veniens e caelo, nuptiali thalamo 
Praeparata ut sponsata, copulatur Domino. 
Plateae et rauri eius ex auro purissimo; 

Z. Portae nitent raargaritis, adytis patentibus 
Et virtute raeritorum illuc introducitur 
Oranis, qui pro Christi nomine hic in mundo premitur. 

4. Tunsionibus, pressuris expoliti lapides 
Suis coaptantur locis per manum artificis, 
Disponuntur permansuri sacris aedificiis. 

^. Angularis fundamentura lapis Christus raissus est, 
Qui corapage parietis in utroque nectitur, 
Quera Sion sancta suscepit, in quo credens perraanet. 



B. Hymni de Tempore Proprii. Hl 

6. Omnis illa Deo sacra et dilecta civitas 
Plena modalis in laude ct canore inbilo 
Trinam Deam anicumqae cum favore praedicat. 

7. Hoc in templo, samme Deas, exoratas adveni 
Et clementi bonitate precam vota sascipe, 
Largam benedictionem hic infande iagiter. 

8. Hic promereantar omnes petita adqairere 
Et adepta possidere cam sanctis perenniter, 
Paradisum introire translati in requiem. 

9. Gloria et honor Deo usquequo altissimo, 
Una patri filioque, inclito paraclito, 

Cuius laus est et potestas per aetema saecula. 

Pontif. ms. Pictaviense saec. ^/9. Cod. Parisin. Arsen. 227. A. — Psalt. 
Hymn. ms. Marchianense saec. (9. et) 10. Cod. Duacen. 170. B. — Hymn. 
. Moissiacense saec. 10. Cod. Rossian. Vni 144 C. — Brev. ms. Strumense 
jc. 11. ex. Cod. Laurentian. Conv. suppr. 524. D. — Brev. ms. S. Germani 
itensis saec. 11. Cod. Parisin. 11550. E. — Grad. et Antiphon. ms. Niver- 
186 saec. 12. Cod. Parisin. Nouv. acq. 1235. F. 

Hymn. ms. Casinense saec. 10. Cod. Casinen. 506. G. — Hymn. pis. 
rfense saec. ^^^/ii. Cod. Roman. Vitt. Eman. 175. (Farf. 4). H. — Brev. 
. Farfense saec. 11. Cod. Turicen. Rhen. 82. add. saec. 11. I. — Hymn. 
. Severinianum. saec *^/ii. Cod. Parisin. 1092. K. — Hymn. ms. Severi- 
inum. saec. ^^/11. Cod. Vatican. 7172. L. — Hymn. ms. Veronense ,paec. 
11. Cod. Capit. Veronen. CIX (102). M. — Brev. ms. S. Eutychii Nursini 
K5. 11. in. Cod. Vallicellan. B 79. N. — Hymn. ms. Anglosaxonicum 
onasticum) saec. 11. in. Cod. Londinen. Vesp. D XU. add. saec. ^^/12. O. 

Pros. et Hymn. ms. Fredeslariense saec. 11. ex. Cod. Casselan. theol. 
o 25. P. — Hymn. ms. Rhenoviense saec. 12. in. Cod. Turicen. Rhen. 
d. Q. — Hymn. ms. Exsiliense saec. 11. Cod, Londinen. Add. 30851. ^. 

EFLR sind nicht koUationiert. — Im Brev. ms. Sangallense saec. '^/11. 
•d. Sangallen. 387. ist dieser Hymnus erst im 14. Jahrh. nachgetragen. 

1, 1 Ihrusalem C. — 1,3 angelico ornata MP, ac sponsata AH, velut 
^nsa nobilis Q. — 2, 1 de caelo M, a caelo N. — 2, 2 copulata Domino 
IP, copuletur Domino CDGHINQ. — 2, 3 Portae et murique eius C; et 
ro O. — Str. 3 und 4 umgestellt DGMN; der Rest des Hymnus fehlt in 

weil entfernt. — 3, 1 abditis BD. — 3, 2 illic H. — 3, 3 pro Christo nomine 
, pro Christi nomen CG, pro Christo Deo PQ (so allerdings keine iiber- 
lussige Silbe; um sie zu entfemen, ist vielleicht „nomine hic" mittelst 
ision dreisilbig zu lesen; oder ivSt „pro nomen" das Ursprungliche?); hoc 
itando geritur K. — 4, 1 Tonsionibus A, Tonsioribus O. — 4, 2 Suis 
aptantnr AG, sonst uberall Suisqne aptantur ; per manus O. — 4, 3 permen- 
ris C, permansura A, permansuris BDHIK; sacri M. — Str. 5 und 6 um- 
Jtellt C; fehlen K. — Nach Str. 4 Divisio DMO. —5,1 Angulare M; 
idamento H; Christus lapis CG. — 5, 2 pariete P, parietum Q. — 6, 1 
jo sancta A, sacrata M. — 6,3 Trinumque I; Deum unum quoque O; 
aedicans I, praedicant BO. — Zwischen Str. 6 und 7 schiebt C eine Strophe 
1, welche sich auch im Brev. ms. Grassense saec. 14. Cod. Carpentoracten. 

und im Brev. Agathense imp. Valentiae 1510 vorfindet: 
Fundatores templi huius, Christe, tua dextera 
Protege, conserva clemens et in bonis amplia 
E praemia sempiterna dita tua dextera. 
Str. 7 und 8 fehlen A; statt derendort, wo der Hymnus am Charsamstag 
m Taufbrunnen gesungen wurde: 



112 I**'^ I. Hymni antiquissimi saec. V. — XI. 

Fonte prolem salutari chrismatis et unguine 
Candidatam et ornatam, virgo mater, ;&eren8, 
Quam supema proles patris Christus caelo accipit. 
7, 1 in templum P; summe Dei O. — 7, 2 preces B. — 7, 3 LargaD. 
— Str. 8 fehlt K. — 8, 1 Sic I; promereamur M; Nos promereamur P^ — 
8, 2 adeptam C. — 8,3 Paradiso D; jnos translati M. — Nach Str. 8 hat 
C aherm^s ein Einschiehsel : 

Quaesumus tuam petentes aetemam clementiam, 
Annua[eJ recursionis per longinqua tempora 
Ut hunc diem celehremus cum summa laetitia. 
Auch die Doxologie (Str. 9) fuhrt C in eigentumlicher Weise weiter: 
Gloria et honor Deo, laus et henedictio 
Genitoque Nazareno simul et paraclito, 
Qui supemum tenet regnum, permanet in saecula. 
DGHI gehen uur den Anfang der Doxologie, weshalh unentschieden hleibt, 
oh sie vielleicht wie C fortfahren wiirden. — 9, 3 in aetema A. 

Titel inA: „Sabhato sancto. Benedicuntur post hoc fontes et bapti- 
zantur parvuli." Somit ein Prozessionshymnus zum Taufbrunnen; vielleicht 
dies die ursprimgliche Bestinunung. So erklaren sich die spateren, wenn 
auch fruh vorgenommenen Anderungen und £infugungen, zu welchen letzieren 
wohl auch die in A fehlenden Strophen 7 und 8 zu rechnen sind, und man 
versteht, warum dieser herrliche und gedankenreiche, wenngleich im ShTthmag 
manchmal ungelenke Hymnus verhaltnismafsig wenig in alter Zeit als Kirch- 
weihhymnus verbreitet war. Spater verdrangte er iramer mehr den jetzt ganz 
verschwundenen Hynmus „Christe cunctorum" (Nr. 103). 

Im ff-dmischen Bremer ist das prachtvolle Original — „rugged hut fine 
old hymn" (Trench) — dank den „Correctoren" in kaum noch erkennbarer 
Gcstalt beibehalten; auch der feierliche Trochaus mufste dem leichter hin- 
eilenden lambus weichen: 

Caelestis urbs lerusalem \ Beata pacis visio, 
Quae celsa de viventibus j Saxis ad a^tra toUeris 
Sponsaeque ritu cingeris | Mille angelorum milihus etc. 
So Str. 1 — 4 und Doxologie zur 1. Vesp. und Noctum; der 2. Teil 
(Str. 5 sqq.) dient fiir die Laudes und hebt an, statt mit den machtvollen 
Worten des Originals : „ Angularis fundamentum lapis Christus missus est etc.^, 
mit den humanistisch getarhten; 

Alto ex Olympi vertice^ \ Summi parentis filius 
Seu monte desectus lapis | Terras in imas decidens etc. 
In die Gallicanischen Breviere ist jene Bearbeitung gedrungen, welche 
vom Abh^ Besnatdt in Sens stammt; sie steht dem Original naher: 
Urbs beata, vera pacis \ visio lerasalem, 
Quanta surgit! Celsa saxis | conditur viventibus; 
Quae polivit, haec coaptat | sedibus suis Deus etc. 
Man vgl. zn letzterem Julians Diction. of Hymnology, 1199 und Rep. 
Hymn. Nr. 20920. — Vgl. aufserdem: H. A. Daniel, Die Kirchweih-Hymnen 
etc. Halle, 1868. — I. Linke. In honorem festi dedicationis novae aedis 
Petrinae Lipsiensis Specimen Hymnologicum etc. Lipsiae 1885. 



103. In Dedicatione Ecclesiae. 

Ad Njocturnas. 



Christe, cunctoram dominator alme, 
Patris aeterni genitus ab ore, 
Supplicum vota pariterque hymnum 
Cerne benignus. 



B. Hymni de Tempore Proprii. 113 

2. Cerne, quod puro. Deos, in honore 
Piebs tua supplex resonat in aula, 
Annua cuius redeunt colenda 

Tempora festa. 

3. Haec domns rite tibi dedicata 
Noscitur, in qua populus sacratum 
Corpus assumit bibit et beati 

Sanguinis hanstum. 

4. Hic sacrosancti latices vetemas 
Diluunt culpas perimuntque noxas, 
Chrismate vero genus ut creetur 

Christicolarum. 

5. Hic salus aegris, medicina fessis, 
Lumen orbatis, veniaque nostris 
Fertur offensis, timor atque maeror 

Pellitur omnis. 

6. Daemonis saeva perit hic rapina, 
Pervicax monstrum pavet et retenta 
Corpora linquens fugit in remotas 

Ocius umbras. 

7. Hic locus nempe vocitatur aula 
Regis immensi niveaque caeli 
Porta, quae vitae patriam petentes 

Accipit omnes; 

8. Turbo quam nullus quatit aut vagantes 
Diruunt venti penetrantque nimbi, 
Non taetris laedit piceus tenebris 

Tartarus horrens. 

9. Qnaesumus ergo, Deus, ut sereno 
Adnuas vultu famulos gubernans, 
Qui tui summo celebrant amore 

Gaudia templi. 

10. NuUa nos vitae cruciet molestas, 
Sint dies laeti placidaeque noctes, 
Nullus ex nobis pereunte mundo 
Sentiat ignes. 

Blam«, Thesauri hymnologici Hymnarium. 8 



114 Pars I. Hymni antiquissimi saec. V. — XI. 

11. Hic dics, in quo tibi consecratam 
Conspicis aram, tribuat perenne 
Gaudium nobis vigeatque longo 

Temporis usu. 

12. Gloria summum resonet parentem, 
Gloria natum pariterque sanctum 
Spiritum, dulci moduletur hymno 

Omne per aevum. 

Collect. ms. litargicum Cellense (dioec. Maguntin.) saec. 10. Cod. Vatican. 
Palat. 489. A. — Collect. et Hymn. ms. S. Martini Trevirensis saec. (9. et) 
10. Cod. Treviren. 1245 (1418). B. — Martyr. et CoUectar. ms. S. Mariae 
Frisingensis saec. 10. Clm. Monacen. 27305. C. — Rit. et Hymn. ms. Scheft- 
lariense saec. 10. Clm. Monacen. 17027. D. — Hymn. ms. Rhenoviense 
saec. 10. Cod. Turicen. Khen. 111. E. — Hymn. ms. Campidunense saec. ^®/ii. 
Cod. Turicen. Rhen. 88. F. — Brev. ms. Sangallense saec. ^^/u. Cod. 
Sangallen. 41.3. G. — Brev. ms. Sangallense saec. ^°/ii. Cod. Sangallen. 387. 
H. — Hymn. ms. Sangallense(?) saec. 11. Cod. Berolinen. VUP 1. I. — 
Trop. et Hymn. ms. Rhenoviense(? Sangallense) saec. 11. in. Cod. Turicen. 
Rhen. 97. K. — Pros. et Hymn. ms. Fredeslariense saec. 11. ex. Cod. 
Casselan. theol. IV^ 25. L. 

Psalt. et Hymn. ms. Ambrosianum saec. 10. Cod. Vatican. 83. M. — 
Psalt. et Hymn. ms. Ambrosianum saec. 10. Clm. Monacen. 343. N. — 
Manuale ms. Mediolanense saec. 10. Cod. Ambrosian. HS IV 43. 0. — 
Manuale ms. Mediolanense anni 1181. Cod. Ambrosian. A 189 inf. P. — 
Brev. ms. Vallis Travagliae saec. 11. Cod. Capit. Mediolanen. 155. Q. — 
Hymn. ms. Casinense saec. 10. Cod. Casinen. 506. R. — Hymn. ms. Bobiense 
saec. 10. Cod. Taurinen. G VII 18. S. — Hymn. ms. Severinianum saec. ^^ln. 
Cod. Vatican. 7172. T. — Hymn. ms. Veronense saec. ^®/ii. Cod. Capit. 
Veronen. CIX (102). U. — Hymn. ms. Farfense saec. ^^/lu Cod. Turicen. 
Rhen. 01. X. — Brev. ms. Farfense saec. 11. Cod. Turicen. Rhen. 82. Y. 
— Brev. ms. S. Eutychii Nursini saec. 11. in. Cod. Vallicellan. B 79. Z. — 
Hymn. ms. S. lacobi de Pontida saec. 11. Cod. Vatican. 82. a. 

Hymn. ms. Moissiacense saec. 10. Cod. Rossian. VIII 144. b. — Hymn. 
ms. S. lohannis Laudunensis saec. 10. Cod. Bemen. 455. c. — Hymn. ms. 
Corbeiense saec. 11. Cod. Ambianen. 131. d. — Brev. ms. S. Germani Pra- 
tensis saec. 11. Cod. Parisin. 11550. e. — Collect. et Hymn. ms. Sandiony- 
sianum saec. 11. (et 12.) Cod. Sangenovefian. 1186. f. — Grad. et Antiphon. 
ms. Nivernense saec. 12. Cod. Parisin. Nouv. acq. 1235. g. — Hymn. ms. 
Anglosaxonicum saec. '®/ii. Cod. Londinen. lul. A VI. (Paraphrase). h. — 
llymu. ms. Anglosaxonicum saec. 11. in. Cod. Londinen. Vesp. D XII. i. — 
Collectar. et Hymn. ms. Exoniense (Ep. Leofric) saec. 11. Cod. Lon- 
dinen. Harl. 2961. k. — Hymn. ms. Wintoniense saec. 11. Cod. Capit. Du- 
nelmen. B HI 32. L — Hymn. ms. Toletanum saec. 10. Cod. Matriten. Tol- 
1005 (35 — 1). m. — Hymn. ms. Exsiliense saec. 11. Cod. Londinen. Add. 
30846. n. — E beginnt erst, weil ein Blatt entfernt ist, mit 5, 2. — T bietet 
nur die 2 ersten Strophen, dann fehlt ein iilatt und folgt Schlufs von C7tn.*<''« 
caelorum \ habitator ahne (s. nachste Nummer). — ISZ a d e f n sind nicht 
kollationiert. 

1, 1 almae H. — 1, 2 aeterne P. — 1, 3 pariter et hymnum L. — 2, 1 
Cerno T. — 2, 2 tua simplex b; resonet ABFQ b C m. — 2, 3 Annuo 
CGHRTX; revehunt BMNOPQ m, redolent b; colendo F. — 2, 4 Tempore 
CGHR b g k; festo b g k; Tempora festum BMNOPQ h i m. — 3, 2 Nas- 
citur AXY k 1; in quo populos m; sacratus GXY g. — 3, 3 assumens XY; 
uiuit C; beatum CDFGHKXY, sacratum b C g. — 4 , 1 veteras 1, vetemos 



B. Hymni de Tempore Proprii. 115 

m. — 4, 2 Deluunt h i k 1; peremuntque C b. — 4, 3 Chrismata X. — 
4, 4 Christocolarum 1. — Nach Str. 4 Divisio h i k 1. — 5,2 veniamque 
XY b ll i m. — Nach Str. 5 Divisio A g. — 6, 1 Demnis saeva m; perit 
et rapina CD, perit hac rapina X. — 6, 2 monstre b ; monstrum patet CETOHK^ ; 
retentat X. — 6, 3 Corpore D; liquens P b; fug^it hic remotus m. — Nach 
Str. 6 Divisio GH. — 7, 1 Sic locus X. — 7, 2 Regis aeterni g i k; niveique 
RXY, ianuaque caeli k 1. — 8, 1 quatit ac vaprantes CDGH. — 8, 3 taetrus 
m; picea C. — Nach Str. 8 Divisio Khikl. — 9, 1 Deus ut sermo c, 
in sereno D, ut serenum | Adnuas vultum MNOPQ h k. — 9, 2 gubemes 
LR g h, gubemas U. — 9, 3 tuis m; summi U; celebrant honore H (iiber 
Rasur) 1, celebrant amapdo k. — 10, 1 crucient molesta KUXY h i k 1. — 
10, 2 placidesque X; noctis i. — 10, 3 pereuntque i. — 10, 4 Sentiant k; 
ignis D, ignem Q. — 11, 1 Sic k, Haec KLX; in qua DL b k; consecrato 
k, consecratum m. — 11, 2 Conspicit R; tribuas OQXY, tribue BEK b. — 
12, 1 und 2 Gloriam Y; summe A; parentum b; summo resonet parenti m. 
— 11, 2 pariterque nostmm A; Christo pariterque sancto m. — 11, 3 Spiritu 
m; dulcis PQ; modulemus BY b, modulemur ADE'FRU C g 1 m; hymnum 
BPQ b i, hymnus O. — 12, 4 Omni per aevo m. 

In h i k 1 dient Str. 1 — 4 als Hymnus zur 1. Vesper, Str. 5—8 zur 
Nocturn, 9 — 12 zu den Laudes; auch sonst wechselt die liturg. Bestimmung 
der Tagzeit. — Im Brev. Salisburgense impr. Venetiis 1518 ist aus Str. 1, 
4, 5, 6, 12 ein Hymnus auf das Fest der hll. Rupertiis und Virgilius ge- 
bildet. — Jiingere Quellen des 16. Jahrh. im Rep. Hymn. Nr. 2854. — Im 
ubrigen vgl. die Bemerkungen zum vorhergehenden Hymnus. 



104, In Dedicatione Ecclesiae. 

Ad Matutinas Laudes. 

1. Christe, caeloram habitator alme, 
Haec donms fiilget sab honore cuins, 
Hostiam clemens, tibi qnam litamoS; 

Snscipe landis. 

2. Omniam semper choras angeloram 
In polo temet benedicit alto, 
Atqae te sancti simal aniversi 

Sedalo laadant: 

3. Qaaesamas qaoram precibas sacratis 
Nos in hoc templo tibi dedicato, 
Cemais yotis petimas canentes, 

Ceme benignos. 

4. Yirginis sanctae meritis Mariae 
Atqae conctorom pariter piorom 
Contine poenam pie, qoam meremar, 

Baqoe medelaiQD. 



116 Pars I. Hymni antiquissimi eaec. V. — XI. 

5. Hic toam praesta celebrare laudem 
Flebilem vitam miseratus istam, 
Fiat ut nobis licitum videre 

/ Te sine fine. 

6. Doxa sublimi maneat parenti 
£ius ac nato simul atque sancto 
Pneumati, trino Domino et uno 

Semper in aevum. 



Hymn. ms. Casinense saec. 10. Cod. Casinen. 506. A. — Brev. ms. 
Casinense saec. 11. Cod. Vindobonen. 1106. B. — Hymn. ms. Veronense 
saec. ^®/ii. Cod. Capit. Veronen. CIX (102). C. — Hymn. ms. Farfense saec. 
1^/11. Cod. Roman. Vitt. Eman. 175 (Farf. 4). D. — Brev. ms. Farfense saec. 
11. Cod. Turicen. Rhen. 82. E. — Hymn. ms. Severinianum saec. ^®/ii. 
Cod. Vatican. 7172. F. — Hymn. ms. S. Sofiae Beneventanae saec. 11. Cod. 
Neapolitan. VI G 31. Fa. — Hymn. ms. Wintoniense saec. 11. Cod. Capit 
Dunelmen. B III 32. G. — Hymn. ms. Campidunense saec. ^*>/ii. Cod. 
Turicen. Rhen. 88. H. — Trop. et Hymn. ms. Rhenoviense (? Sangallense) 
saec. 11. in. Cod. Turicen. Rhen. 97. 1. — Hymn. ms. Rhenoviense saec. 12. 
in. Cod. Turicen. Rhen. 129. K. — Hymn. et Pros. ms. Fredeslariense 
saec. 11. ex. Cod. Casselan. theol. IVo 25. L. — Brev. ms. Pruvningense 
saec. 12. Clm. Monacen. 28037. M. — Matut. ms. Admontense anni 1180. 
Cod. Admonten. 18. N. — Brev. ms. Zwifeldense saec. 15. Cod. Carolsruhan. 
Aug. CCLXII. O. — Brev. ms. S. Thiofridi saec. 15. Cod. Luxemburgen. 
24 (117). P. — In F sind nur die Str. 5 und 6 vorhanden, weil das voraus- 
gehende Blatt entfemt ist. O und P sind nicht kollationiert. 

1, 4 laudes B^ DEK. — 2, 2 benedicit almo HIK. — 2, 3 te fehlt G. 
— 2,4 Sedule G. — Str. 3 fehlt G. — 3,1 Dominus quorum E ; horum 
H. — 3, 3 Cernuis votis petimus canentes ABFa; Cemua vota precum D, 
Cernua vota precumque E^ ; die iibrigen Quellen : Cerauaram vota precum. — 
8, 4 benigne DFa (cfr. 1, 4 in Nr. 108). — 4, 1 Praesulis almi meritis 
Augustini G. — 4, 2 istoram p. sanctorum G. — 5, 1 Sic DE^GKLN; 
tua CD; praestes D. — 6, 2 Et eius nato I; Eius et DEGHK; nato pari- 
terque sancto GIKLM. — 6, 8 Pneumate HI; uni K. — 6, 4 in aevo M. 

Dieser Hymnus hatte eine weit geringere Verbreitung als die beiden 
vorhergehenden. 



105. In Dedicatione Ecclesiae. 

1. sidereae conditor aulae, 

Rex atqne Deus, qui tam nitido 
Fretus solio vis et in istis 
Sedem tibimet ponere terris, 

2. Laudes, petimus, suscipe clemens, 
Quas deferimus huius in aedis 
Tibi sacratae luce celebri, 
Nostrosque simul cerne precatus. 



B. Hymni de Tempore Proprii. 117 

3. Hanc ta famulis more benigno 
Aulam dederas, qua tibi vota 
Sua reddentes promereantur 
Laxo veniam crimine cuncto. 

4. Istis humiles sub tegumentis 
Plebes reficis corpore sancto 
Necnon salubri sanguinis haustu, 
Vitam capiant sic ut amoenam. 

5. His, te petimus, nos quoque tectis 
Sentire tuam quo pietatem 

Fore praesentem semper in isto 
Templo famuli sic valeamus, 

6. Clemens bonitas ut tua nostras 
Placata preces audiat atque 
Yeniam nobis porrigat illam, 
Quae nos patriam ducat in altam, 

7. In qua tibi sit gloria perpes, 
Laus atque decus, qui Deus unus 
Per cuncta manens, cuncta gubernans, 
Yivens Dominus saecula saecli. 

Trop. et HTmn. ms. Rhenoviense (? Sangallense) saec. 11. in. Cod. 
'uricen. Rhen. 97. — 2, 4 Nostroque. — 4, 4 sicut amoenam. — 5, 4 famulis 
Lc. — Die Casur ist stets nach der 5. Silbe eingehalten. — Cfr. Werner, p. 40. 



106. In Dedicatione TempH. 

1. Cuncta qui nutu regit, orbis conditor, 
Moderans vices volubili tempore 
Aram sacrandam principi sanctissimo . 
Sanxerat olim triumphali gloria. 

2. Procerum summus, propagator optimus, 
Salomon, pacis templum Deo dedicat 
Gaudio summo, largitate patria 

Sacro dienira bis septeno numero. 

3. Ergo votivum modulemur canticum, 
Festum devoti celebremus mysticum, 
Corde sinceri, caritate fervidi, 
Augustam sedem ut possimus scandere. 



118 Pars I. Hymni antiquissimi saec. V. — XI. 

4. Gaudia templi celebreraus annua; 
Clarior sole, fons, origo, Dorainus 
Lustret obscura, infracta consolidet 
Portuque fido tueatur miseros. 

5. Quaesumus ergo, Deus pater, supplices, 
Sontes absolvas pietate solita, 
Largitor boni meutibus, corporibus, 
Largiens nobis fontem boni lucidum. 

6. Gloria summae trinitati debita, 
Siraplici Deo honor, iubilatio 
Patri prolique sanctoque spiritui, 
Qui totum subdit suis orbem legibus. 

Collect. et Hymn. ms. S. Martini Trevirensis saec. (9. et) 10. Cod. 
Treviren. 1245 (olim 1418). — 6, 1 trinitati deitas. — Dieser Hymnus war bisber 
nicht ediert; er durfte vom gleichen Verfasser sein, wie der unter Nr. 111 
mitzuteilenHe ; beide haben gleichen Strophenbau, Metrum, Stiel und Doxologie 
und entstammen der gleichen Trierer Quelle. 



II. 
De Sanctis. 



A. Hymni de Sanctis Communes. 



107. In sanctoram Apostolornm. 

B. 1. Adnue Christe, saeculoram Domine, 
Nobis per horum tibi cara merita, 
Ut qni te coram graviter deyquimus, 
Homm solvamur gloriosis precibus. 

2. Salva, redemptor, plasma tunnfi nobile, 
Signatum sancto vultus tui lumine, 

Ne lacerari sinas fraude daemonum, 
Propter quod mortis exsolvisti pretium. 

3. Dole captivos esse tuos servulos, 
Absolve reos, compeditos erige 
Et, quos cruore redemisti proprio, 
Rex bone, tecum fac gaudere perpetim. 

4. Sit tibi, lesu, benedicte Domine, 
Gloria, virtus, honor et imperium 
Una cum patre sanctoque paraclito, 
Cum quibus regnas Deus ante saecula. 



Andrea pie, 2. Bina caelestis 

sanctorum mitissime, aulae luminaria, 

Obtine nostris lacohe necnon 

erratibus veniam lohannes theologe, 

Et, qui gravamur Poscite nobis 

sarcina peccaminum, veniam rogantibus, 

Subleva tuis Quam venit Christus 

intercessionibus. gratis dare miseris. 



122 



Pars I. Hymni antiquissimi saec. y. — XI. 



Thoma, Christi 

perlustrator lateris, 
Per illa sancta 

te rogamus valnera, 
Quae mundi cuncta 

diluerunt crimina, 
Nostros reatus 

terge tuis precibus 

lacobe iuste, 

lesu frater Domini, 
Sit tibi pia 

super nos compassio, 
Quos reos fecit 

superba iactantia 
Atque foedavit 

mundi petulantia. 

Proni rogamus, 

Philippe, os lampadis, 
Pias caelestis 

aures pulsa iudicis, 
Ut, quae meremur, 

repellat supplicia 
Et, quae precamur, 

det superna gaudia. 



6. Bartholomae, 

caeli sidus aureura, 
Milies supra 

solis iubar radians, 
Erige mentes 

nostras polo turbidas 
Aegrasque nostras 

sana conscientias. 

7. Matthaee sancte, 

bino pollens munere, 
Sedulis lesnm 

interpella questibus, 
Ut nos in mundi 

gubernet turbinibus, 
Ne post aeternus 

sorbeat interitus. 

8. Beate Simon 

et Thaddaee inclite, 
Cernite nostros 

gemitus cum lacrimis, 
Quique per lapsum 

promeremur barathrum, 
Per vos caelorum 

mereamur aditura. 



9. Mathia iuste, duodeno solio 

Eesidens sorte, nos a cunctis nexibus 
Solve peccati, verae lucis gaudiis 
Quo perfruamur tuis sanctis precibus. 

10. Praeco benigne et decus ecclesiae, 
Barnaha sancte, cemat ut miserias, 
Supplica Christum, patimur quas merito, 
Keleva sanctis nosque tuis precibus. 

11. iwca, fidelis lator Christi dogmatis, 
Spretor carnalis integer cupidinis, 
Medice docte corporis et animae, 
Sana veterna aegri cordis vulnera.' 

12. Marce, sacerdos levitici ordinis, 
Precibus tuis nos a cunctis vinculis 
Solve reatus, hoc ut pius Dominus 
Nobis concedat, quod sana mens obsecrat. 



11. De Sanctis. — A. Hymni de Sanctis Communes. 123 

Hymn. ms. Veronense saec. ^*^/ii. Cod. Capit. Veronen. CIX (102.) A. 

— Hymn. ms. Anglosslxonicum saec. *^/ii. Cod. Londinen. lul. A VI. (Para- 
phrase). B. — Psalt. et Hymn. ms. Canluariense (?) saec. ^^/ii. Cod. Londinen. 
Add. 37517. C. -- Hymn. ms. Anglosaxonicum (Monasticum) saec. 11. in. 
Cod. Londinen. Vesp. D XII. D. — Collectar. et Hymn. ms. Exoniense 
(Ep. Leofric) saec. 11. Cod. Londinen. Harl. 2961. E. — Hymn. ms. Win- 
toniense saec. 11. Cod. Capit. Dunelmen. B III 32. F. — Collectar. et Hymn. 
ms. Wintoniense (? Vigoruiense) saec. 11. Cod. Coll. Corp. Christi Canta- 
brigien. 391. G. — Trop. et Hymn. ms. Rhenoviense(? Sangallense) saec. 11. 
in. Cod. Turicen. Rhen. 97. H. — Hymn. et Sequent. ms. Fredeslariense 
saec. 11. Cod. Casselan. theol. IV^ 25. I. — Hymn. ms. Rhenoviense saec. 
12. in. Cod. Turicen. Rhen. 129. K. — Brev. ms. Pruvningense saec. 12. 
Cod. Vindobonen. 1826. L. — Brev. ms. Secoviense saec. ^^/i3. Cod. Graecen. 
1257. M. — Viat. ms. lohannis Novitbrensis saec. 14. Cod. Mus. Bohem. 
XIII A 12. N. — Diurn. ms. Altovadeuse saec. 13. Cod. Altovaden. III. O. 

— Brev. ms. Pragense saec. 14. Cod. Posonien. 32. P. — Antiph. et Hymn. 
ms. Suecicura saec. (14. et) 15. Cod. Upsalen. C 477. Q. — Varianten aus 
CGL sind ubergangen. 

Andere nicht koUationierte Quellen: Hymn. ms. Corbeiense saec. 11. 
Cod. Ambianen. 131. — Brev. ms. S. Germani Praten. saec. 11. Cod. Parisin. 
1 1 550. — Brev. ms. S. Sepulchri anni 1340. Cod. Posonien. 88. — Brev. ms. 
Wratislaviense saec. 14. Cod. Posonien. 159. — Brev. ms. S. Georgii 
Pragensis saec. 14. in. Cod. Pragen. VII G 7. — Brev. ms. Pragense saec. 
14. Cod. Mus. Bohem. XIII F 14. — Brev. ms. Trebonense saec. 15. Cod. 
Pragen. VI F 12 b. — Hymn. ms. S. Mariae Claustroneoburgensis anni 1336. 
Cod. Claustroneoburgen. 1000. — Brev. ms. Lexoviense saec. 15. Cod. Cadomen. 
24 (IVo 19). 

Vorab sei bemerkt, dafs die Reihenfolge der Strophen in den Hs. recht 
verschieden ist; am Schlnfs lafst sich diese Ordnung leichter angeben. — 

Refrain: Die vier ersten, den Refrain bildenden Strophen nebst der 
1. Strophe auf Andreas finden sich auch im Hymn. ms. Moissiacense saec. 
10. R. — 1,1 Annua R. — 1,2 per huius AHI (korrig. in horum) KN ; 
per eum R. — 1, 3 Ut quae FR. — 1 , 4 Huius AHI^KN; solvantur DR, 
salvemur AIKN ; gLoriosis meritis R. — 2 , 1 tuum plasma 10. — 2 , 2 tui 
vultus O. — 2, 3 Nec FHN. — 2, 4 Propter quos AMNO ; exsolvisti praemium 
O. — 3, 1 Solve R; tuos famulos HKN. — 4, 2 honor virtus R. — Dieser 
Refrain wurde in durchweg allen Quellen nach jeder Strophe wiederholt, 
wahrscheinlich aber nur Str. 1, und nach der Schlufsstrophe alle vier; in 
A heifst 68 nach jeder Strophe: „Adnue cum reliquis", inH: Adnue Christe 
ut supra" und so anderswo ahnlich. 

Eigentlicher Hymnus (Str. 1 — 8): 1, 1 Andreas EFR, Paule (st. Andrea) 
A. — 1,3 Optine DEF. — 1, 4 errantibus R, reatibus N. — 1 , 5 Et qua 
N. — 1» 6 peccamina A. — 1, 7 Sublevatus R. — 2, 3 sq. lacobe iuste et 
os lampadis Philippe K (cfr. 4, 1 und 5, 2). — 2, 7 Christus gratis venit M. — 
3, 2 perscrutator lateris MNO. — 3, 3 illa sacra AN. — 3, 6 deluerunt DEF. 

— 3, 7 Nostris A. — 3, 8 tuis terge AM. — 4, 3 Sit pia tibi N. —4,5 
reos facit AKMN. — 4, 6 iacentia F. — 4, 7 foedamur E. — 5, 3 fehltDO; 
Pia E. — 5, 7 sq. Detque supema, quae precamur gaudia N. — 5, 8 gratia 
K. — 6, 2 sidus inclitum AIKN. — 6,3 Miles HN. — 6, 4 radiens E. — 
6, 5 sq. nostras mentes O. — 6, 8 sana fehlt. K. — 7, 3 Sedulus D. — 7, 4 
precibus O. — 7, 5 Ut et nos mundi A. — 7,6 gubernet fehlt O. — 7,7 
Ne nos aetemus H. — 8,4 cum fletibus H , precibus O. — 8, 6 meraimus 
BDEHO, mereamur F. 

N Zusatzstrophen (Str. 9-12): Str. 9 fehlt CIKL; Str. 10 ist nur in BDEF; 
Str. 11 nur in AIKMNP; Str. 12 nur in M. — 9 , 2 Residens forte A. — 
9, 3 Solve reatus O; lucis gaudia H. — 11, 1 dator Christi K ; latorlesuN; 
Christi dignatus P. — 11, 2 carnalis nites cupidinis P. — 11, 4 Sana in- 
teraa P. — Man beachte, dafs die 11. Str. Binnenreim aufweist. 



124 P*^^s I. Hymni antiquissimi saec. V. — Xl. 

Jacohus und Johannes sind mit einer gemeinsamen Strophe (2.) bedacht; 
man erkennt es als Zutat, wenn AIKLM den Liebesjunger durch eine be- 
sondere Strophe auszeichnen: 

13. lohannes, virgo dilecte a Domino, 
Ipsum pro nobis deprecare sedulo, 
Quo expiemur ab omni corruptela 
Et angelorum perfruamur gloria. 

In Q ist ein Gleiches fur Jacobus geleistet (mit Entlehnungen aus Str. 2). 

14. lacobe, caeli luminare maximum, 
Exaudi tuos deprecantes famulos 
Et posce nobis veniam precantibus, 
Quam Christus venit dare gratis miseris. 

In M wird Barndbas durch eine andere, als die sonst gebrauchliche 
(10.) Strophe besungen: 

15. Barnabay doctor gentium eximius, 
Absolve nostras animas criminibus 
Et, quos de mortis eruisti tenebris, 
Tecum laetari fac in regno luminis. 

Fur Lucas hat A aufser der gewohnlichen (11.) Strophe noch zwei weitere 
folgen lassen , die nichts anderes sind , als die Str. auf Johannes (13.) und 
Andreas (1.), wobei jedesmal der 1. Vers ganz unrhythmisch adaptiert wurde, 
namlich: Luca sancte, evangelista Domini I Ipsum pro nobis etc. (wie 13, 2 
sqq.) und: Sancte Luca, evangelista Domini | Obtine nostris etc. (wie 1, 3 
sqq.) — Im Brev. Gneznense imp. Venetiis 1540 ist im Hymnus „Adnae 
Christe" fiir Lucas folgende Strophe gemacht: 

16. Praeclare Luca, Christi evangelista, 
Qui veridicum scribens evangelium 
Omnibus sanam protulisti doctrinam, 
Supplica Deo pro nostris excessibus. 

Die Str ophenfolge ist in BCDEFH im wesentlichen die gleiche, 
namlich: 1; 2; 4; 6; 7; 5; 8; 3; 9; 10. Hierbei ist zu bemierken, dafs 9 
und 10 in C fehlen und dafs E und F nach 10 noch eine Strophe auf Gre- 
gorius folgen lassen, woriiber gleich Naheres. G kenne ich nicht weiter; 
aus C ist mir nur die Strophenfolge bekannt; im iibrigeH sind C und G nicht 
verwertet. — In IKLMNP ist hingegen die Strophenfolge : 1; 2; 3; 4; 5; 
6; 7; 8; 9. In IKL fehlt aber Str. 9. Zwischen Str. 2 und 3 schiebt M die 
Str. 13 ein und fugt nach 9 hiuzu: 11; 12; 15; N und P fugen die Str. 18 
und 11 zwischen 8 und 9; L die Str. 13 zwischen 7 und 8; I und K eben- 
falls Str. 13 zwischen 7 und 8 und nach Str. 8 die Str. 11. In P fehlt Str. 
5. — Die Strophenfolge der Gruppe IKLMNP habe ich deshalb gewahlt, weil 
hier die Apostel in der gleichen Ordnung folgen, wie in der AllerheUigen- 
IManei. — Ganz eigenartig ist die Strophenfolge in AO und Q; namlich in 
A: 1; 3; 13; 4; 2; 6; 7; 11 (darauf die eben besprochenen Zutaten: Luca 
sancte etc." und „Sancte Luca etc."); 8; 9. In O: 8; 6; 7; 3; 2; 9; 4; 1; 
5. In Q: 1; 3; 9; 5; 4; 10; 6; 7; 8; 14 (2 fehlt). 

Der Refrain (R 1 — 4) eroffnet entweder den Hymnus (so in MO), oder 
steht nach der Str. 1 (so iu ABCFHNR), oder bildet den Schlufs (so in IKLQ); 
in D steht er getrennt an anderer Stelle des Hymnars; in E fehlt er. 

Schliefslich ist zu bemerken, dafs in CEFMOQ die 3. und 4. Strophe 
aus dera Hymnus „Aurea luce et decore roseo^^ namlich „Iam bone pastor 
Petre clemens accipe^ und „Doctor eqregie Paule mores instrue^ den Hymnus 
eroffnen, offenbar, um die Zwolfzahl der Apostel zu vervoUstandigen. Dafs 
die genannten zwei Strophen unserem Apostelhymnus urspriinglich eigen waren 
und dann fur „Aurea luce" entlehnt wurden, ist in keinem Falle anzunehmen. 
Umgekehrt regte der aus alteren Quellen nachweisbare und fruh weit ver- 
breitete Petrus- und Paulus-Hymnus an, in gleichem Versmafs die ilbrigen 
Apostel zu besingen. Fiir Andreas (ob fUr ihn allein?) geschah dies 
mindestens schon im 10. Jahrh. (cfr. = Hymn. Moissiacense saec. 10,); fur 



II. De Sanctis. — ' A. Hymni de Sanctis Communes. 125 

alle Apostel lag der Hyranus am Schlusse des 10. Jahrh. laut unseren Quellen 
vor; der zuerwahlte Apostel Mathias und Barnahas folgten bald; schliefslich 
die zwei Evangelisten^ welche nicht zugleich Apostel waren. Da Str. 1 — 8 
in aUen Quellen, 9 — 12 aber nur in einzelnen und dort vereinzelt sich vor- 
finden, sind 9 — 12 als spatere wenn auch friihe Zutat zu betrachten. 

In E und F ging man weiter; es wurde doch am Schlusse eine Strophe 
auf Gregorius angefugt: 

17. Alme Gregorij meritis praecipue, 

Pater Anglorum, doctor et apostole, 

Nos semper tuis adiuva suffragiis, 

Ut tecum vitae perfruamur bravio. 
Jede einzelne Strophe mit Beifiigung d^r vier Refrain-Strophen konnte 
als eigener Hymnus fiir das Fest eines einzelneu Apostels benutzt werden 
und wurde es nach dem Muster von „Andren pie^ (im Hymn. v. Moissac). 
In DEF sind ubrigens alle Strophen als besondere Hymnen angefuhrt. — 
Eine Nachdichtung dieser Art ist u. a. der Hymnus: 

Caelestes gemmae, confessione nitidae, 
Cernite nostros gemitus cum lacrimis etc. 
Das ist Str. 8 unseres Hymnus mit Anderung des Kopfes, dem als 
2. — 5. Str. R. 1 — 4 folgen. So im Brev. ms. Sitanstettense saec. 15. Cod. 
Sitanstetten. LXXXV (als „de pluribus confessoribus") und im Brev. ras. 
Novacellense anni 1501. Cod. Oenipontan. 405 (als „de ss. Ingenuino et Albino^). 
— Auf ahnlicher Nachbildung beruht die ganze Hyranenreihe, welche beginnt 
mit: Sancte N. N. plebi tuae subveni etc., woriiber im Bd. LII. — Besonders 
lehrreich ist ein Vergleich mit dem altirischen Apostelhyranus des 7. Jahrh. 
„CeJebra luda'' (Nr. 225). 



lOS, In sanctornm Apostolornm. 

Ad Vesperas. 

1. Exsultet caelura laudibus, 4. Quorum praecepto subditur 
Resultet terra gaudiis, Salus et languor omnium, 
Apostolorum gloriam Sanate aegros moribus 
Sacra canant sollemnia. Nos reddentes virtutibus, 

2. Vos, saecli iusti iudices 5. Ut, cum iudex advenerit 
Et yera mundi lumina, Cbristus in fine saeculi, 
Votis precamur cordium, Nos sempitemi gaudii 
Audite preces supplicum. Faciat esse compotes. 

3. Qui caelum verbo clauditis 6. Deo patri sit gloria 
Serasque eius solvitis, Eiusque soli filio 
Nos a peccatis omnibus Cum spiritu paraclito 
Solvite iussu, quaesumus. Nunc et per omne saeculum. 

Martyr. et Collectar. ms. S. Mariae Frisingensis saec. 10. Clm. Monacen. 
27305. A. — Rit. et Hymn. ms. Scheftlariense saec. 10. Clra. Monacen. 
17027. B. — Hymn. ms. Rhenoviense saec. 10. Cod. Turicen. Rhen. 111. 
add. saec. 10. 0. — Hymn. ms. Campidunense saec. ^^/ii. Cod. Turicen. 
Bhen. 83. D. — Brev. ras. Sangallense saec. ^^/ii. Cod. Sangallen. 413. E. 
— Brev. ms. Sangallense saec. ^^/ii. Cod. Sangallen. 387. F. — Trop. et 
Hymn. ms. Rhenoviense (? Sangallense) saec. 11. in. Cod. Turicen. Khen. 
29. G. — Hymn. ms. Sangallense (?) saec. 11. Cod. Berolinen. VIIlo 1. H. 



126 P^rs I. Hymni antiquissimi saec. V. — XI. 

— Hymn. et Sequent. ms. Fredeslariense saec. 11. ex. Cod. Casselan. theol. 
IVo 25. I. — Psalt. et Hymn. ms. Cantuariense (?) saec. *°/ii. Cod. Londinen. 
Add. 37517. K. — Hymn. ms. Anglosaxonicum saec. '^/ii. Cod. Londinen. 
Jul. A VI. (Paraphrase). L. — Hymn. ms. Anglosaxonicum (Monasticum) 
saec. 11. in. Cod. Londinen. Vesp. D XII. M. — Hymn. ms. Wintoniense 
saec. 11. Cod. Capit. Dunelmen. B III 32. N. — Collectar. et Hymn. ms. 
Wintoniense(? Vigorniense) saec. 11. Cod. Coll. Corp. Christi Cantabrigien. 
'^91. O. — Collectar et Hymn. ms. Exoniense (Episc. Leofric) saec. 11. Cod. 
Londinen. Harl. 2961. P. 

Psalt. et Hymn. ms. Marchianense saec. (9. et) 10. Cod. Duacen. 170. 
Q. — Hymn. ms. Moissiacense saec 10. Cod. Rossian. VIH 144. R. — 
Hymn. ms. Corbeiense saec, 11. Cod. Ambianen. 131. S. ' — Brev. ms. S. 
Germani Pratensis saec. 11. Cod. Parisin. 11550. T. — Collect. et Hymn. 
ms. Sandionysianum saec. 11. (et 12.) Cod. Sangenovefian. 1186. U. — 
Brev. ms. Strumense saec. 11. ex. Cod. Laurentian. Conv. suppr. 524. X. 

— Grad. et Antiphon. ms. Nivernense saec. 12. Cod. Parisin. Nouv. acq. 
1235 Y. — Brev. ms. Casinense saec. 10. Cod. Casinen. 506 Z. — Hymn. 
ms. Bobiense saec. 10. Cod. Taurinen. G VII 18. add. saec. 10. a. — H}Tnn. 
nis. Veronense saec. *^/ii. Cod. Capit. Veronen. CIX (102). b. — Hynm. 
ms. Severinianura saec. ^®/ii. Cod. Vatican. 7172. c. — Hymn. ms. FartVnse 
saec. ^®/ii. Cod. Roman. Vitt. Eman. 175 (Farf. 4). d. — Hymn. ms. Farfense 
saec. '®/ii. Cod. Tijricen. Rhen. 91. e. — Brev. ms. Farfense saec. 11. Cod. 
Turicen. Rhen. 82. f. — Hymn. ms. Exiliense saec. 11. Cod. Londinen. 
Add. 30851. g. — HKOSTU g sind nicht kollationiert. 

1, 3 gloria BCQY b e. — 1, 4 canunt DGILMNPRXYZ b C, canent C. 

— 3, 2 Seras et N. — 3, 4 iussum e. — 4, 1 praeceptis d f . — 4, 2 languor 
hominum BCEFI. — 4, 4 Nos redeptes(!) Q. — 5, 2 in finem DRY. — 5, H 
sempiternis gaudiis NY d e. — 5,4 esse consortes Z d P. ' — Von der 
Hoxologie durchweg nur der Anfang; A hat: Praesta pater piissime; B: 
Praesta pater omnipotens; DEF: Praesta pater. 

Im Uomischen Brevier lebt der Hymnus fort im „Commune Apostolorum" 
init dem geanderten Anfange : Exsultet orbis gaudiis \ Caelum resultet laudibus 
etc; ahnlicher Art sind die iibrigen ziemlich zahlreichen Anderungen. 



109. In sanctonmi Apostolorum. 

Ad Laudes. 

1. Ortu phoebi iam proximo 3. ludex Christus cum veDerit 
Hymnum dicamus Domino Referre cunctis propria, 
Apostolis condebitam Nobis non ut supplicia 
Ferentes reverentiam, Proveniant, sed praemia. 

2. Ut mereamur effici 4. Hoc summa praestet deitas 
Horura semper pedissequi, Patris natique unici 
Spementes transitoria, Sanctoque cum spiramine 
Tendentes ad perennia, In sempiterno tempore. 

Psalt. et Hymn. ms. Marchianense saec. (9. et) 10. Cod. Duacen. 170. 

A. — Hymn. ms. Veronense saec. ^®/ii. Cod. Capit. Veronen. CIX (102). 

B. — Psalt. et Hymn. ms. Veronense saec. ^*/i8. Cod. Capit. Veronen. CVIII 
(101). C. — Psalt. et Hymn. ms. Veronense saec. ^Via, Cod. Capit. Veroneii. 
CIII (96*). D. — Psalt. et Hymn. ms. Mosacense saec. 13. Cod. Archiep. 
Utinen. Fol. 13. E. — Brev. ms. Aquilegiense saec. ^^/u. Cod. S. Danielis 
166. F. 



n. De Sanctis. — A. Hyrani de Sanctis Communes. 127 

Brev. ms. Sangallense saec. ^^/ii. Cod. Sangallen. 418. G. — Psalt. et 
ymn. ms. Walcidorense saec. ^^/12. Clm. Monacen. 13067. H. — Brev. ms. 
ioguntinum saec. 12. Cod. Capit. Schaffnaburgen. 54. I. — Brev. ms. Se- 
mense (Monial.) saec. 12. Cod. Graecen. 763. K. — Brev. ms. Secoviense 
fonial.) saec. ^^lis, Cod. Graecen. 1257. L. — Brev. ms. Secoviense saec. 
t. in. Cod. Graecen. 789. M. — Brev. ms. S. Vitoni saec. ^^/is. Cod. 
irdunen. 109. N. — Psalt. et Hymn. ms. Portae Mariae V. in Axpach 
lec 14. Cod. Vindobonen. 1877. 0. — Brev. ras. Florianum saec. 14. (et 
5.) Cod. Florian. 384. P. — Brev. ms. Trebonense saec. 15. Cod. Pragen. 
II C 3. Q. 

1, 1 Apostolorum die festo L (sichtlich war hier der ^phoebus" anstofsig). 
- 1, 3 Cum apostolis debitam G. — 2, 1 Quo mereamur FGKL. — 2, 2 
omm NQ. — 2, 4 Redeuntes NQ; ad caelestia BCDG. — 3, 1 ludex cum 
hristus NQ. — 3, 3 sq. ad supplicia | Perveniat NQ. — 4, 2 natique bonitas 
. — 4, 3 Cum sancto sit spiramine F; Sanctoque conspiramine G. — 4, 4 
jmpitemo foedere H. — Statt 4 in Q: Deo patri sit gloria etc. 

Dieser Hymnus machte laut Quellen sichtlich einen eigenen Weg; von 
o ausgehend ? — Weitere Quellen , meist jiingere , nennt Rep. Hymn. Nr. 
4303; unter denselben interessiert am meisten das „Brev. ms. Cameracense 
lec. 12". 



110. In sanctorniii Apostolornm. 

. Summi tonantis unice, 4. Illorum sanctis meritis 
Christe, lumen de lumine, Erue nos ab inferis, 

Qui mundum totum subigis Per quorum sacra dogmata 

Apostolorum pedibus, Fida gestamus pectora. 

!. Quos tuo dono deditos 5. Sereno vultu respice 
Caelestibusque praeditos Et nos tuendo protege, 

Misisti evangelica Qui cuncta mundi noxia 

Ubique ferre semina, Tua vincamus gratia. 

J. Horum placatus precibus 6. Laus, honor, virtus, gloria, 
Esto nobis propitius, Deo patri cum filio 

Quorum laetantes annua Sancto simul paraclito 

Prosequimur sollemnia. In sempiterna saecula. 

Milchsack, Hymni et Sequentiae, I, 7. — Mir ist der Hymnus in keiner 
Is. untergekommen , weshalb ich lediglich auf Milchsack verweisen mufs, 
ler keine Quelle angibt. Sichtlich gehort die Dichtung zu den alteren. — 
iU 1, 1 cfr. Nr. 32; 1. 8: „Celsi tonantis unice" und Anal. Hymn. XXIII, 253. 



111. „In Natali plnrimorum Martyrnm. 

1. Sanctorum chorus, Christe, tuo munere 
Florifer campus, pace, bello fertilis: 
Lilia pace rosaeque militia 
Matura messe conduntur manipulis. 



128 "Prtb I. Hymiii antiquissimi saec. V. — XI. 

2. Legio sacra beatorum agminQm 

Martyres Christi fulgent in caelestibns, 
Stolis amicti sanguine candidatis, 
Agni sequaces, rutilus exercitus, 

8. Hi nempe viri bellatores fulgidi, 

Improbus praedo quibus non praevaluit, 
Secuti Christum candido vestigio 
Ipsoque duce adepti felicia. 

4. Agmina sancta, vinculatos corpore 
Supplices vestro precum adiutorio 
Spiritus iusti solvite compedibus, 
Finem felicem ut possimus cernere. 

5. Gloria summae trinitati debita, 
Simplici Deo honor, iubilatio 
Patri prolique sanctoque spiritui, 
Qui totum subdit suis orbem legibus. 

CoUect. et Hymnar, ms. S. Martini Trevirensis saec. (9. et) 10. Cod. 
Treviren. 1245 (olim 1418). — 1,3 rosasque militiae. — 2,3 amictis. — 
3, 3 Christo. — 4, 2 vestros. — 5, 1 trinitati deitas. — Vgl. Nr. 106. 



112, ^ln Natale Sanctornm sive Martynim.^ 

1. Kex gloriose martyrum, 3. Tu vincis in martyribus, 
Corona confitentium, Parcendo confessoribus, 
Qui respuentes terrea Tu vince nostra crimina 
Perducis ad caelestia. Donando indulgentiam. 

2. Aurem benignam protinus 4. Praesta, pater piissime 
Adpone nostris vocibus^ Patrique compar unice, 
Tropaea sacra pangimus, Cum spiritu paraclito 
Ignosce, quod delinquimus. Regnans per omne saeculam. 

Collect. ms. Hibernicum saec. 9. in. Cod. Carolsruhan. Augien. CXCV. 
A. — Psalt. et Hymn. ms. Anglicum. saec. 10. ex. Cod. Vatican. Begin. 
338. B. — Psalt. et Hymn. ms. Cantuariense(?) saec. ^^/ii. Cod. Londinen. 
Add. 37517. C. — Hynjn. ms. Anglosaxonicum saec. ^®/ii. Cod. Londinen. 
lul. A VI. (Paraphrase). D. — Hyran. ms. Anglosaxonicum (Monasticum) 
saec. 11. in. Cod. Londinen. Vesp. D XII. E. — Collectar. et Hymn. ms. 
Exoniense (Ep. Leofric) saec. 11. Cod. Londinen. Harl. 2961. F. — Hymn. 
ms. Wintoniense saec. 11. Cod. Capit. Dunelmen. B III 32. G. — Collectar. 
et Hymn. ras. Wintoniense(? Vigorniense) saec. 11. Cod. Coll. Corp. Christi 
Cantabrigien. 391. H. 

Collect. et Hymn. ms. S. Martini Trevirensis saec. (9. et) 10. in. Cod. 
Treviren. 1245 (1418) I. — Martyr. et Collectar. ms. S. Mariae fVisingensis 
saec. 10. Clm. Monacen. 27305. K. — Rit. et Hymn. ms. ScheMariense 



n. De Sanctis. — A. Hymni de Sanctis Communes. 129 

saec. 10. Clm. Monacen. 17027. L. — Collect. et Hymn. ms. S. Maximini 
Trevirensis saec. 10. Cod. Treviren. 592 (1404). M. — Hymn. ms. Rhenoviense 
saec. 10. Cod. Turicen. Rhen. 111. N. — Hymn. ms. Campidunense saec. 
^*^/ii. Cod. Turicen. Rhen. 88. O. — Brev. ms. Sangallense saec. ^^/ii. Cod. 
Sangallen. 387. P. — Trop et Hymn. ms. Rhenoviense (? Sangallense) saec. 
11. in. Cod. Turicen. Rhen.- 97. Q. — Hymn. et Pros. ms. Fredeslariense 
saec. 11. Cod. Casselan. theol. IVo 25. R. 

Psalt. et Hymn. ms. Marchianense saec. (9. et) 10. Cod. Duacen. 170. 
S. — Hymn. ms. Moissiacense saec. 10. Cod. Rossian. VHI 144. T. — Hymn. 
ms. S. lohannis Laudunensis saec. 10. Cod. Bernen. 455. U. — Hymn. ms. 
Corbeiense saec. 11. Cod. Ambianen. 13L X. — Brev. ms. S. Germani 
Pratensis saec. 11. Cod. Parisin. 11550. Y. — Hymn. ms. Casinense saec. 

10. Cod. Casinen. 506. Z. — Hymn. ms. Beneventanum saec. 10. ex. Cod. 
Vatican. Ottob. 145. a. — Hymn. ms. Bobiense saec. 10. Cod. Taurinen. 
G VII. 18. b. — Hymn. ms. Veronense saec. ^^/ii. Cod. Capit. Veronen. 
CIX (102). c. — Hymn. ms. Severinianum saec. *^/ii. Cod. Vatican. 7172. 

d. — Hymn. ms. Farfense saec. '^/u. Cod. Roman. Vitt. Eman. 175 (Farf. 4). 

e. — Hymn. ms. Farfense saec. ^**/ii. Cod. Turicen. Rhen. 91. f. — Brev. 
ms. Farfense saec. 11. Cod. Turicen. Rhen. 82. g. — Hymn. ms. Toletanum 
saec. 10. Cod. Matriten. Tol. 1005 (35—1) h. — Hymn. ms. Exiliense saec. 

11. Cod. Londinen. Add. 30851. i. — CHXY b d h i nicht kollationiert. 
1 gloriosiose(!)A; gloriose praesulum, aber dariibergeschrieben „raartyrum" 

T. — 1, 2 Coronas T f; confidentium Q. — 1, 3 dispuentes AIMCJ; terrea 
ILMRZ e f gr; sonst ^terrena". — 1, 4 Perducit a. — 2, 1 benigne K^LOR 
C, benigna f. — 2, 4 dilinquimus A, delinquimus LOPQS C, sonst alle : deli- 
quimus. — 3,3 vincis e. — 3, 4 indulgentia f. — Doxologie fehlt AENCJ; 
Deo patri FGRZ e f gT; ,'Te nunc redemptor quaesumus (Schlufsstrophe aus 
^Aeterna Christi munera") I ; sonst meist nur die Anfangsworte : Praesta pater 
piissime. — Titel ist aus A; derselbe erinnert an die Zeit, in der „Sancti" 
und ^Martyres" identisch waren. 

Im Bamischen Brevier lebt dieser Hymnus in ziemlich unveranderter 
Form fort: 2, 2 Intende. — 2, 4 deliquimus. — 3, 1 sq. vincis inter martyres | 
Parcisque. — 3, 4 Largitor indulgentiae. 



113. ^ln Natale nnins Martyris^. 

Ad Nocturnas. 

1. Martyr Dei, qui unicam 8. Soluta sunt iam vincula 
Patris sequendo filiura Tui sacrati corporis; 
Victis triumphans hostibus, Nos solve vinclis saeculi 
Yictor fruens caelestibus, Amore filii Dei. 

2. Tui precatus munere 4. Praesta, pater piissime, 
Nostrum reatum dilue Patrique compar unice 
Arcens mali contagium, Cum spiritu paraclito 

Vitae removens taedium. Regnans. per omne saeculum, 

Gleiche Quellen A — 1, wie beim vorhergehenden Hymnus; nur fehlen 
M und d. — Eine weitere alte Quelle ist: Tractatus ms. de Virtutibus et 
Vitii» saec. 10. Cod. Capit. Veronen. XXXH (30). add. saec. 10. — CHXY 
b ll i sind nicht kollationiert. 

1, 1 Confessor vel Martyr Dei P; neben „Martyr* am Rande: vel Con- 

fessor Q3 — 1, 3 triumphas BLNQSZ a e gr^- — 1» 4 Donis fruens I. — 

2, 1 precattt T. — 2, 2 delue FGSTZ e. — 2, 3 contagio T, contagia LS a. — 

2, 4 taedia T, scandalum B, taedium korrig. von 1. Hand aus gaudium A. 

Blume, Thesauri hymnologioi Hymnarium. 9 



130 P*rs I. Hymni antiquissimi saec. V. — XI. 

— Doxologie felilt AU; Deo patri BDEFGKSZ; Sit laus perennis gloria I; 
sonst meist nur die Anfangsworte : Praesta pater. — Titel ist aus A ent- 
uommen. 

Im jetzi^en Rdmisclien Breviere lautct der veranderte Anfang: „Invicte 
martyr, umcum \ Patris sccutus filium. Die weiteren Differenzen: 1, 3 
triumphas. — 2, 4 Vitae repellens. — 3, 4 Dono superni numinis. — Doxo- 
logie: Deo paty etc. 

114 a. In niiiiis Martyris. 

1. Dens, tuorum mililum 3. Poenas cucurrit fortiter 
Sors et corona, praemium, Et sustulit viriliter, 
Laudes canentes martyris Pro te eflfundens sanguinem 
Absolve nexu criminis. Aeterna dona possidet. 

2. Hic nempe mundi gaudia 4. Ob boc precatu supplici 
Et biandimenta noxia Te poscimus, piissime, 
Caduca rite deputans In hoc triumpho martyris 
Pervenit ad caelestia. Dimitte noxam servulis. 

5. Sit laus perennis, gloria 
Deo patri cum filio, 
Sancto simul paraclito 
In saeculorum saecula. 

Gleiche Quellen A — i, wie fur „Rex gloi'iosg martyrum^ (Nr. 112).; nur A 
fehlt hier. U ist stellenweise stark beschadigt und unlesbar. Weitere alte 
Quelle: Trop. ms. Martialense anni 933 — 36. Cod. Parisin. 1240. add. saec. 
10. k. — CHXY b d h i sind nicht kollationiert. 

1 , 2 Sors corona et P ; et corona et a. — 1,3 martyres FL. — 1,4 
Nos solve N; nexum M C; criminum a g*. — 2, 2 plandimenta L; noxiam 
f. — 2, 3 duputans F; deputat f. — 3, 3 refundens BGTU k, effiindans M, 
effundit I; Pro te ustus craticula L (dort namlich „In natali s. Laurentii^\ 
P hat die Randglosse: vel „ustus craticula". — 3, 4 possidens O, possident 
E. — 4, 1 Ab hoc g^ ; supplices KL. — 4, 2 Deposcimus Q. — 4, 3 In hoc 
festo Laurentii L (cfr. Note zu 3, 3). — 4, 4 Dimittet e; noxa K. — 5, 1 
Sit laus perennis IKLNOU; dagegen „Laus et perennis^ alle anderen, aber 
durchweg jiingeren Quellen; gloriae KLN (vielleicht richtig). — 5,2 patri 
et BDEFGOPQTZ e f g k. — 5, 3 Una cum sancto spiritu PT a e. — 
5, 4 In sempitema OPQT a e k. — S hat die Doxologie: „Sit Christe rex 
piissime (=Doxologie von „Jesw redemptor omnium^ Nr. 117). 

Das Romische Brevier besitzt noch diesen Hymnus mit nur wenigen 
Anderungen: 2, 2 sq. Et blanda fraudum pabula | Imbuta felle deputans. — 

3 . 3 Fundensque pro te. — 5 , 1 sq. Laus et perennis gloria | Patri sit 
atque filio. 

114b. In nnins Martyris. 

Mediolanensis forma. 

1. Deus, tuorum militum 2. Hic testis ore protulit, 
Sors et corona, praemium, Quod cordis arca credidit, 

Laudes canentes martyris Christum sequendo repperit 

Absolve nexu criminis. Effusione sangninis. 



n. De Sanctis. — A. Hymni de Sanctis Communes. 131 

3. Hic nempe mundi gaudia 6. Ex hoc furor vesaniae 
Et blandimenta noxia lussit perimi martyrem 
Caduca rite deputans lustumque terris obrui, 
Pervenit ad caelestia. Quem regna caeli continent. 

4. Tempsit tyranni vincula, 7. Hic nos precantes supplices 
Diras catenas, verbera Te poscimus, piissime, 

Et voce clara nuntiat In hoc triumpho martyris 

Deum creasse omnia. Dimitte noxam servulis, 

M 

5. Poenas cucurrit fortiter 8. Ut partem eius muneris 
Et sustuiit viriliter, Hereditemur congrui, 
Pro te eflfundens sanguinem Laetemur in perpetuum 
Aetema dona possidet, luncti polorum atriis. 

Brev. ms. Vallis Travagliae saec. 11. Cod. Capit. Mediolanen. 155. A. 
— Manuale ms. Mediolanense saec. 13. Cod. Ambrosian. C 28 inf. B. — 
Psalt. et Hymn. ms. S. Georgii in Palatio saec. 13. Cod. Ambrosian. E 71 
b inf. C. — Hymn. ms. Monasterii Parisiensis saec. 12. Cod. Colmarien. 
442. D. — Brev. ms. Altovadense saec. 14. in. Cod. Altovaden. CV. E. 

1, 3 martyrum C. — 2, 4 Effusionem B. — 4, 3 nuntians C. — 6, 2 
martyres C. — 6, 3 lustusque A; obruens ABC (ware eventuell auf „furor" 
zu beziehen). — 6, 4 continens A. — 7, 1 Hinc E. — 8, 1 partem huius 
DE. — 8, 2 Haereditemus ADE. — Als Doxologie fugen BCDE bei: Gloria tibi, 
Domine, | Gloria unigenito. — Durch Einfiigung je einer Strophe nach jeder 
Stropbe des Originalliedes wurde die Achtzd^il der Hymnen des hl. Ambrosius 
erzielt — Wie schon einige Male, sehen wir auch hier die Cistercienser 
die Mailandische (Ambrosianische) Form aufnehmen (vgl. Nr. 75 und 87). 



115, In nnins Martyris. 

1. Martyr egregie, Deo dilecte, 
Ad te clamantium voces tuorum 
Propitius audi, sancte Georgi. 

2. Tu per innumera mortis tormenta 
Triumpho nobili promeruisti, 
Martyr, militiae signifer esse. 

3. Yana iudicasti gaudia mundi 
Et transitoriae dulcia vitae 
Memor Christi tui mente liquisti. 

4. Unde pro meritis fulges in caelis 
Ut inter sidera sol atque luna, 
Certus iam praemii, pro quo certasti. 



132 Pars !• Hymni antiquissimi saec. V. — XI. 

5. Ora pro famulis tibi devotis 
Et coram iudice veniam posce, 
Ne nos iudicio damnet extremo. 

6. Trinitati decus, honor et virtus, 
Inseparabili laus unitati, 

Consors imperium omne per aevum. 

Hymn. ms. Veronense saec. ^^/ii. Cod. Capit. Veronen. CIX (102). A. 
— Collect. ms. Cremifanense saec. 12. Cod. Cremifanen. 114. add. saec. 12. 
B. — Matut. ms. Admontense anni 1180. Cod. Admonten. 18. C. — Brev. 
ms. S. Georgii Pragensis saec. 12. (et 13.) Cod. Pragen. VI E 13. D. — 
Brev. ms. S. Georgii Pragensis «aec. 14. in. Cod. Pragen. VH G 7. E. — 
Brev. ms. Pruvningense saec. 12. Clm. Monacen. 23027. F. — Brev. ms. 
Lambaeense saec *^/i4. Cod. Lambacen. CLXXXV. G, — Brev. ms. Lam- 
bacense saec. ''/u. Cod. Lambacen. CLXXVII. H. — Psalt. et Hymn. ms. 
Ostroviense anni 1174. Cod. Capit. Pragen. A 57. add. saec. 14. in. t. — 
Hymn. ms. Germanicum saec. 14. Cod. Londinen. Amnd. 340. K. — Hymn. 
ms. Mosacense(?) saec. 14. Cod. Archiep. Utinen. Fol. 21. L. — Brev. ms. 
Emmeramense saec. 14. Clm. Monacen. 14771. add. saec. 15. M. — Antiphon. 
ms. Bocholtense saec. 15. Cod. Bocholten. L 8. N. — Brev. ms. Curiense 
saec. 15. Cod. Scotor. Vindobonen. 54. h. 15. 0. — Hymn. ms. S. Petri 
Martyris saec. 16. Cod. Commun. Utinen. s. n. P. — Brev. Paderbomense 
imp. Lipsiae 1513. Q. 

Diesen Hymnus verwenden CGHK fur BlasiuSj O far Florimts, Q far 
Henricus, ein Brev. saec. 15. in. Herzogenburg (Signatur verloren) fur 
LamentiuSj die ubrigen fur Georgius, Wegen des Binnenreimes , den in 
Str. 1 der Fettdrack kenntlich macht, pafst an sich nur der viersilbige, auf 
-ius endende Name eines Martyres in den Vers. 

1, 1 Confessor inclite O, Caesar egregie Q. — 1, 2 tuorum fehlt H. — 

1, 3 sancte Blasi CGHK, sancte Florine O, sancte Henrice Q. — 2, 3 
Martyrum militiae alle Hss. ; vielleicht ist „militiae" dreisilbig zu lesen. — 3, 2 
transitoria FH. — 3, 3 Christi cui H. — 4, 1 promeraisti H. — 6, 2 Insepara- 
bilis AL. — 6, 3 Concors N ; nunc et in aevum A. 

Vgl. Neues Archiv filr alt deutsche Gesch. XV, 349; dort dieser Hymnus 
mitgeteilt von L. Weiland aus ^Hs. Patres n. 59 der ehemaligen kgl. Hdbibl. 
in Stuttgart" saec. 12. Der Tit^l lautet daselbst ^Versus sahcto Georgio**. 

2, 3 soll lauten: ^Martyria militiae". 



116. In natali Gonfessonini. 

1. lesu, corona celsior 8. Anni recurso tempore 
Et veritas sublimior, Dies reluxit lumine, 

Qui confitenti servulo Quo sanctus hic de corpore 

Reddis perenne praemium, Polum migravit praepotens. 

2. Da supplicanti coetui 4. Hic vana terrae gandia 
Obtentu huius optimi Et luculenta praedia 
Reroissionem criminum PoUuta sorde deputans 
Rumpendo nexum vinculi. Ovans tenet caelestia. 



n. De Sanctis. — A. Hymni de Sanctis Communes. 133 

5. Te, Christe, rex piisime, 7. Plus currit in certamine 
Hic confitendo ingiter Confessor ipse sustinens, 
Caicavit hostem fortiter Qoam martyr ictura sufferens, 
Superbnm ac satellitem. Mucrone fundens sanguinem. 

6. Virtutum actu et fide, 8. Proinde te, piissime, 
Confessionis ordine Precamur omnes supplices, 
leinna membra deferens Ut huius almi gratia 
Dapes supemas obtinet. Nobis remittas debita. 

Manuale ms. Mediolanense saec. 10. Cod. Ambrosian. SH IV 43. A. — 
Manuale ms. Mediolanense saec. 10. Cod. Ambrosian. T 103 sup. B. — 
Psalt. et Hymn. ms. Ambrosianum saec. 10. Cod. Vatican. 83. C. — Psalt. 
et Hymn. ms. Ambrosianum saec. 10. Clm. Monacen. 343. D. — Hymn. 
ms. Veronense saec. ^®/ii. Cod. Capit. Veronen. ClX (102). E. — Brev. ms. 
Vallis Travagliae saec. 11. Cod. Capit. Mediolanen. 155. F. — Psalt. et 
Hynm. ms. S. lacobi de Pontida saec. 11. Cod. Vatican. 82. G. - Antiphon. 
ms. S. Victoris ad Theatrum saec. 12. Cod. Ambrosian. A 1 inf. H. — 
Psalt. et Hymn. ms. S. Georgii in Palatio saec. 13. Cod. Ambrosian. E 71 
b inf. I. — Hymn. ms. Monasterii Parisiensis saec. 12. Cod. Colmarien. 442. K. 

2, 4 Rumpendum CDFI ; nexu AB (vielleicht das Ursprungliche); vinculis 
F. — 3, 3 Quo Siivester episcopus E; Quo sanctos A. — 4, 1 terra gaudia 
F. — 4, 2 proelia C. — 4, 3 sorte deputas H; cuncta deputans K. — 4, 4 
tenens A. — 5, 1 Te nunc rex B. — 7, 2 Confessor iste K. — 7, 3 ictu suflferens 
AlFI. — 7, 4 Mucronem I; fundens fehlt H; sanguine F. — Als Boxologiei 
Gloria A: Gloria tibi Domine IK; Gloria -patri Domino | Gloria unigenito | 
Una cum sancto spiritu | In saeculorum saecula E. 

Der Hymnus, dessen Ursprungsstatte nicht schwer erkennbar, hat sich 
(durch die Ofsterctenser-Breviere) bis ins Itdmische Brevier unserer Tage er- 
halten als zu den Laudes de Conf. non Pontif.; Anderungen: 2, 2 sq. Huius 
rogatu noxii | Remissionem criminis. — 3, 1 reverso t. — 3, 2 refulsit. — 3, 4 
Migravit inter sidera. — 5, 3 sq. Calcavit artes daemonum | Saevumque Avemi 
principem. — 6, 1 sq. Virtute clarus et fide | Confessione sedulus. — Str. 7 
ist ausgemerzt — 8, 3 sq. Nobis ut huius gratia | Poenas remittas debitas. — 

Einzelue Verse haben Anklange an solche aus ^Deus tuorum militum"^ 
(Nr. 114a); man vffl. hier und dort: 1, 1 und 4 mit 1, 2; Str. 4 mit Str. 2; 
5, 3 mit 3, 1 ; 6, 4 mit 3, 4. — Ebenso sind Anklange da an ^lesu redemptor 
omnium** (Nr. 117). 

117. In niiiiis Confessoris. 

1. lesa, redemptor omniuiH; 3. Qni rite mundi gaudia 
Perpes corona praesuluro, Huins caduca respuens 
In hac die clementins Cum angelis caelestibus 
Nostris faveto vocibus, Laetis potitur praemiis, 

2. Tui sacri qua nominis 4. Huius benignus adnue 
Confessor almus claruit, Nobis sequi vestigia, 
Cuius celebrat annua Huius prec^tu servulis 
Devota plebs sollemnia. Dimitte noxam criminis. 

5. Sit, Christe, rex piissime, 
Tibi patrique gloria 
Cum spiritu paraclito 
Et nunc et in perpetuum. 



134 Fsirs I. Hymni antiquissimi saec. V.— XI. 

Martyr. et CoUectar. ms. S. Mariae Frisingensis saec. 10. Clm. Monacen. 
27 305. A. — Rit. et Hymn. ms. Scheftlariense saec. 10. Clm. Monacen. 
17027. B. — Hymn. ms. Campidunense saec. ^^/ii. Cod. Turicen. Rhen. 83. 
C. — Trop. et Hymn. ms. Rhenoviense (? Sangallense) saec. 11. in. Cod. 
Turicen. lUien. 97. D. — Hymu. et Pros. ms. Fredeslariense saec. 11. Cod. 
Casselan. theol. IV® 25. E. — Psalt. et Hymn. ms. Anglicum saec 10. ex. 
Cod. Vatican. Regin. 388. F. — Psalt. et Hymn. ms. Cantuariense (?) saec. 
***/ii. Cod. Londinen. Add. 87517. Fa. — Hymn. ms. Anglosaxonicum saec. 
^®/ii. Cod. Londinen. lul. A VI. (Paraphrase) G. — Hymn. ms. Anglo- 
saxonicum (Monasticum) saec. 11. in. Cod. Londinen. Vesp. D XII. H. — 
Hymn. ms. Wintoniense saec. 11. Cod. Capit. Dunelmen. B in 32. I. — 
Collectar. et Hymn. ms. Wintoniense (? Vigomiense) saec. 11. Cod. Coll. 
Corp. Cliristi Cantabrigien. 391. K. — Collectar. et Hyran. ms. Exoniense 
(Ep. Leofric) saec. 11. Cod. Londinen. Harl. 2961. L. — Psalt. et Hymn. 
ms. Dunelmense saec. 12. Cod. Coll. lesu Cantabrigien. 23. M. 

Psalt. et Hymn. ms. Marchianense saec. (9. et) 10. Cod. Duacen. 170. 
N. — Hymn. ms. Moissiacense saec. 10. Cod. Rossian. VIII 144. O. — 
Psalt. ms. S. lohannis Laudunensis saec. 10. Cod. Bernen. 455. P. — Hymn. 
ms. Corbeiense saec. 11. Cod. Ambianen. 131. Q. — Brev. ms. S. Germani 
Pratensis saec. 11. Cod. Parisin. 11550. R. — Hymn. ms. Veronense saec. 
lo/ii. Cod. Capit. Veronen. CIX (102) S. — Hymn. ms. Farfense saec. ^»/ii. 
Cod. Turicen. Rhen. 91. T. — Brev. ms. Farfense saec. 11. Cod. Turicen. 
Rhen. 82. U. — Brev. ms. Montis Amiatini saec. ^®/ii. Cod. Casanaten. 
1907 (B II 1). X. — Hymn. ms. Severinianum saec. '®/ii. Cod. Vatican. 
7172. Y. — Hyran. ms. Exiliense saec. 10. Cod. Londinen. Add. 30846. Z. 

— FaKQRXYZ sind nicht kollationiert; P stellenweise beschadigt und un- 
lesbar. 

1, 2 Salus in te credentium M (Wie Mearns mir mitteilt, steht in M 
dieser Hymnus an anderer Stelle mit dem gewohnlichen Texte; ein zweites 
Mal taucht er auf mit dieser veranderten Lesart, darauf 1, 3 und die Be- 
merkung „ut supra".) —1,4 foveto O. — 2, 1 Tui sacrique ANOPT, Tui 
(Cui C) sacrati nominis CDEGHIL , Qui sacri tui norainis U^ ; qua fehlt S. 

— 3,1 gloriam GDEGH; — 3, 2 caducam CDEGH; reputans I, deputans 
FTU (cfr. Nr. 114a. Str. 2,3: Caduca rite deputans). —3,4 Laetis L — 
4, 1 Cuius COU; benigne I; annua O. — 4, 2 Nobisque (Nobis A) sequi 
gaudia AB. — 4, 3 Huius precamur S. — 4,4 noxa AB. — 5,2 gloriam 
I. — 5, 4 In saeculorum saecula N, In sempitema saecula O. 

Im jetzigen Romischen Breviere dient dieser Hymnus noch zu den Laudes 
de Confessore Pontitice mit den Anderungen: 1, 4 Indulgeas precantibus. — 
3, 3 sq. Aetemitatis praemio | Potitur inler angelos. — 5, 4 Nunc et per omne 
saeculum. 



118. In nnins Confessoris. 

1. Iste eonfessor Domini sacratns, 
Festa plebs cuias celebrat per orbem, 
Hodie laetus meruit secreta 

Scandere caeli. 

2. Qui pius, prudens, bumilis, pudicus, 
Sobrius, castus fuit et quietus, 
Vita dum praesens vegeta-vit eius 

Corporis artus. 



n. De Sanctis. — A. Hymni de Sanctis Communes. 135 

3. Ad sacrum cains tamulum frequenter 
Membra languentnm modo sanitati, 
Quolibet modo fuerint gravati, 
Restituuntur. 



4. Unde nunc noster chorus in honore 
Ipsius hymnum canit bunc libenter, 
Ut piis eius meritis iuvemur 

Omne per aevum. 

5. Sit salus illi, decus atque virtus, 
Qui supra caeli residens cacumen 
Totius mundi machinam gubernat 

Trinus et unus. 

Gleiche Quellen A — Z wie beim vorhergehenden Hymnus; es fehlen aber 
BXZ, wofur hier eintreten: Collect. et Hymn. ms. S. Martini Trevirensis 
saec. (9. et) 10. in. Cod. Treviren. 1245 (1418). B. — Brev. ms. Sangallense 
saec. *®/ii. Cod. Sangallen. 413. X. — Brev. ms. Strumense saec. 11. ex. 
Cod. Laurentian. Conv. suppr. 524. Z. — FaKQRY sind nicht kollationiert. 

1, 2 celebret I; in orbe AX. — 1, 3 Hoc die F; secrata D, sacratum X. 
— 1,4 Scandere regna A, caehim X. — 2, 1 prius(!) prudens U. — 2, 3 
vegitavit B. — 3, 3 Quolibet modo EOS; fueritT; gravata GHILX. — 4, 1 
Inde CT. — 4, 2 canat hymnum P; hymnum canat U. — 5, 1 Sit laus illi 
CTUZ. — 5', 2 residet O. — 5, 3 machina DTU^; gubernans CD, gubemet 
F, gubema T. — 5, 4 et hunus O. 

Die altklassische Strophenform war wohl Anlafs, dafs der Hymnus 
vielen „Korrekturen" unterzogen wurde, die ihm das stark geanderte Aussehen 
im jetzigen Rdmischen Breviere gaben : Iste confessor Domini, colentes \ Quem 
pie laudant populi per orbem etc. 



119, In niiins Confessoris. 

1. Christe, salvator, pietatis auctor, 
lure laudaris famulorum odis, 
Laeta quos praestas celebrare festa 

Temporis huius. 

2. Instat, en, solis revolutus orbis, 
Quo petit caelos Nicolaus heros 
Atque sanctorum numero locatus 

Gaudet abunde. 

3. ^Huius obtentu, rogitans benignum 
Si quis accedit prece cum fideli, 
Sentit effectum retinere votum 

Dante beato. 



136 P*" !• Hymni aiitiqiiissimi saec. V. — ^XI. 

4. Ergo submissi, Nicolae sancte, 
Quaesamiis, nobis veniam preceris, 
Ut pio tecum liceat per aeyum 

Vivere Christo. 

5. Praestet hoc nobis deitas beata 
Patris ac nati pariterque sancti 
Spiritus, cuius reboat in omni 

Gloria mundo. 

Brev. ms. Secoviense saec. *Vi2. Cod. Graecen. 770. A. — Brev. ms. 
Secoviense saec. 14. Diam. et Uyran. ms. Scheftlariense saec. 12. Cim. 
Monacen. 17 024. C. — Brev. ms. Eremitense saec. ^^/la. Cod. Eremiten. 83. 
add. saec. 13. D. — Psalt. et HTmn. ms. Mosacense saec. *'/i8. Cod. Archiep. 
Utinen. Fol. 18. E. — Hymn. ms. Benedictinum saec. 13i Cod. Capit. Mediolanen. 
tf. n. F. — Brev. ms. S. Mariae Magdal. Claustroneoburgensis saec. 14. in. 
Cod. Claustroneoburgen. 1200. G. — Hymn. ms. S. Mariae Magdalenae 
Claustroneob. anni 1336. Cod. Claustroneoburgen. 1000. H. — Brev. ms. 
S. Nicolai Pataviensis saec. 14. Clm. Monacen. 16147. I. — Hynm. ms. 
Germanicum saec. 14. Cod. Londinen. Arund. 340. K. — Brev. ms. Augustanum 
saec. 15. Cod. Augustan. VUJo 27. L. — Offic. ms. S. Petri Salisburgensis 
saec. 15. Cod. Petrin. a VI 52. M. — Brev. ms. Basileense saec. 15. Cod. 
Basileen. E H 4. N. — Psalt. ms. Basileense saec. ^^lu, Cod. Paulan. 25. 
2. 33. (ol. Sanbl. memb. 57). N. — Brev. Lundense imp. Parisiis 1517. O. 

Der Hymnus ist angewendet in AB auf NicolauSy in C auf AugustinuSy 
Nicolaus oder Gregor, in D auf Meinrad (Meginradus), in F auf Gangolf, 
in NO auf FridoUn^ in P auf Augustin, in den iibrigen Quellen auf Nicotaus, 
weshalb ich 2, 2 und 4, 1 den Namen Nicolaus als Paradigma belassen habe. 
Naturlich steht dort sonst, je nach der Quelle, Augustinus resp. Meginradus 
etc. — D ist stark beschadigt , so dafs dort 1 , 4 und die Schlufsverse der 
Str. 3, 4 und 5 fehlen. 

1, 4 Tempora C. — 2, 1 Instant N. — 2, 2 herus NO — 3, 1 Cuius 
DNO, Eius B; obtentum AN; rogitemus N. — 3, 2 fidele F. — 3, 3 affectum 
F ; voto ADL (gegen den Binnenreim). — 3,4 benigpio C. — 4 , 2 precare 
D. — 5, 3 reboatur omni L. 

Mone, der (HI, 309) nur aus Quellen des 15. Jahrh. diesen Hymnus 
mitteilt, hat richtig geurteilt: „Der Sprache und dem Vorsmafs nach ist dies 
Lied viel alter als die Handschrift (er meint N)". — Der Binnenreim, den 
in der 1. Str. der Druck hervorhebt, geht durch alle Strophen mit Ausnahme 
der Doxologie. 



120, Im nnlns Confessoris yel Martyris. 

1. Audi, Deas^ hymnizantam 3. Fandans in Christo plnrima 
Preces taoram sapplicam, Monacboram coenobia 
Sancti confessoris tai Maros erexit caeHtas 
SoUemnia colentiam. Vivis atens lapidibas. 

2. Insignis miris actibas 4. Hic fait vivens hostia 
Hic falsit et virtatibas, Per cancta vitae spatia, 
Lacerna lacens omnibas Mactavit in se vitia 
Domo Dei manentibas. Cracis ferendo stigmata. 



n. De Sanctis. — A. Hymni de Sanctis Commuues. 137 

5. Haias, o Christe, gloria 6. Laudamus te, patrem Deum, 
lam factus et victoria, Unicum simul iiiium 

Ipsius per suffragia Spiritumque paraclitum 

Da nobis vitae gaudia. Nuqg et per omne saeculum. 

Collect. ros. Admontense saec. 12. Cod. Admonten. 712. — Nach 1, 3 
steht ad libitum: „vel praeclari martyris tui.** Vor dem Hymnus die Be- 
merkung: „Hymnu8 de quolibet confessore vel martyre, excepto tertio versu, 
[hier == Strophe] , qui solis fundatoribus coenobiorum congruit, sicut sancto 
Pirminio, Annoni, Willeheimo. Constat iambico dimetro, unde lam lucis et 
minor (!) pars hymnorum ; unde et melodiis cani potest." — Der Hymnus folgt 
auf die Vita s. Guilelmi abbatis Hirsauffiensis; vielleicht also ist auch er von 
Haimo, Prior von Hirschau^ (saec. ^^/12.), der bekanntlich jene Vita schrieb. 



121. In Natale Yirginum. 

Ad Matutinas sive ad Vesperas. 

1. Virginis proles opifexque matris, 
Virgo quem gessit peperitque virgo, 
Virginis festum canimus tropaeum, 

Accipe votum. 

2. Haec tua virgo, duplici beata 
Sorte, dum gestit fragilem domare 
Corporis sexum, domuit cruentum 

Corpore saeclum. 

3. Inde nec mortem nec amica mortis 
Saeva poenarum genera pavescens 
Sanguine fuso meruit sacratum 

Scandere caelum. 

4. Hnius obtentu, Deus alme, nostris 
Parce iam culpis vitia remittens, 
Quo tibi puri resonemus almum 

Pectoris hymnum. 

Quellen: A— Z a— i =« jene des Hymnus „Eeaj gloriose martyrum^ 
(Nr. 112). Es kommen hinzu: Trop. ms. Martialense anni 933 — 936. Cod. 
Parisin. 1240. add. saec. 10. k. — Brev. ms. Montis Amiatini saec. ^**/ii. 
Cod. Casanaten. 1907 (B II 1). 1. — CHXYZ a b d h 1 sind nicht kolla- 
tioniert. — M beginnt erst mit Str. 3, 1, weil Liicke in der Hs. 

1, 1 prolis I; opifex quae N. — Str. 2 sqq. fehlen L. — 2, 2 Sorde I; 
gestit BDEFGP e k, sonst in allen Quellen: gessit (cfr. 1,2); fragilendo 
mare(!) S. — 2, 3 domui S C; cruento U. — 2, 4 saeculum A, saecli T 1. 
— 3, 1 Unde EGKET k; Inde nunc C; morte S. — 3, 3 sacratus 1, secretum 
Q. — 3, 3 sq. secreta | Scandere caeli DEFGORT c (gegen den Reim). — 
4, 1 Cuius F 1: obtentum K; nostri f^ noster P. — 4, 3 Quod tibi A; puro 
T e f g. — 4, 4 Pectore T. 



138 Pars I. Hymni antiquissimi saec. V. — XI. 

Mit Ausnahme von A bieten alle Quellen eine Doxologie: 
Gloria patri genitaeque proli 
Et tibi, compar utriusque semper 
Spiritus alme, Deus unus, omni 
Tempore saecli. 

Varianten der Doxologie: 1 Gloriara 1; genitoque BKMNRTU e f g k 
1. — 5, 3 omnis M. — 5, 4 saeculi U. — Da in allen Strophen Vers 3 und 
4 durch den stumpfen Reim auf -um gebunden sind (in der 1. und 2. Strophe 
zeigt obendrein der 3. Vers Binnenreim), in der Doxologie aber nicht, so 
ist letztere wohl eine Zutat. — Kollation von A besorgte giitigst Dr. Alf. Holder. 

Titel aus A entnommen. — Der Inhalt weist auf Virgines, die zugleich 
Martyres sind. Im jetzigen Romischen Brevier (zur Matutin) werden daher 
Str. Z und 3 nach Umstanden ausgelassen. Im ubrigen zeigt dort der Text 
folgende Anderungen: 1, 3 sq. Virginis partos canimus decora | Morte triumphos 
(so, wenn eine Martyrerin); oder: Virginis festum canimus beatae | Accipe 
votum (so, wenn nur Jungfrau). — 2, 1 Haec enim palmae' duplicis beata. 
— 2, 4 Caede tyrannum. — 3, 1 Unde. — 3, 2 genera expavescens. — 3, 3 
Sanguine effuso meruit serenum. — 4, 1 sq. Huius oratu D. a. nobis | Debitas 
poenas scelerum remitte. — 4, 3 Ut tibi puro. — 4, 4 Pectore carmen. 

In Brevieren des 15. und 16. Jahrh. (vgl. Rep. Hymn. Nr. 8162) findet 
sich die einzige Strophe 4 und Doxologie als Hymnus auf hl. Frauen, die 
weder JungfrauQu noch Martyrer waren. Interessant sind die Klagen, welche 
uber diesen Torso ^Huius obtentu^ vielfach im 16. Jahrh. erhoben wurden: 
„In communi nec virginum nec martyrum deceret habere hymnos plures, cum 
unicus versiculus unius hymni in tribus locis repetatur" (Bericht des Nuntius 
aus Krakau im Jahre 1588; cfr. Delaporte in Rassegna Gregoriana VI, col. 
504.). 



B. Hymiii de Sanctis Proprii. 

I. De Beata Maria V. 



122. In NatiTitate B. M. V. 

1. sancta maDdi domina, 3. Natalis tui annaa, 
Regina caeli inclita, En, colimas sollemnia, 
stella maris, Maria, Quo stirpe allectissima 
Virgo mater deifica, Mundo fulsisti genita. 

2. Emerge, dulcis filia, 4. Per te sumus terrigenae 
Nitesce iam, virguncula, Simulque iam caeligenae 
Florem latura nobilem, Pacati pace nobili 
Christum, Deum et hominem. More inaestimabili. 

5. Sit trinitati gloria, 
Sit semper ac victoria 
In unitate solida 
Per saeculorum saecula. 

Hymn. ms. Veronense saec. *^/ii. Cod. Capit. Veronen. CIX (102). A. 
— Brev. ms. Secoviense saec. **/ia. Cod. Graecen. 770. B. — Hymn. et Se- 
quent ms. Fredeslariense saec. 11. ex. Cod. Casselan. Theol. IVo 25. add. 
saec. ^*/ia. C. — Hymn. ms. Rhenoviense saec. 12. in. Cod. Turicen. Rhen. 
129. D. — Brev. ms. Superioris Altae saec. 12. Clm. Monacen. 9633. E. — 
Brev. ms. SchefUariense saec. 12. Clm. Monacen. 17024. F. — Matutin. 
ms. Admontense anni 1180. Cod. Admonten. 18. G. — Hymn. ms. Ger- 
manicum saec. 12. Cod. Londinen. Add. 18801. H. — Psalt. et Uymn. ms. 
Mosacense saec. ^■/is. Cod. Archiep. Utinen. Fol. 18. I. — Psalt et Hymn. 
ms. Mosacense saec. 13. Cod. Archiep. Utinen. VIIlo 20.IK. — Brev. ms. 
Gengibacense saec. 13. Cod. Carolsruhan. Geo. 22. L. — Brev. ms. Emmera- 
mense saec. ^^/i4. Clm. Monacen. 14741. M. — Psalt. et Hymn. ms. Ostro- 
viense anni 1174. Cod. Capit. Pragen. A 57. add. saec. 14. in. N. — Brev. 
ms. S. Georgii Pragensis saec. 14. in. Cod. Pragen. VH G 7. O. — Brev. 
ms. Pragense saec. 14. Cod. Mus. Bohem. XIH F 14. P. — Brev. ms. Tep- 
lense anni 1353. Cod. Pragen. VH F 23. Q. — Brev. ms. S. Nicolai Pata- 
viensis saec. 14. Clm. Monacen. 16 147. R. — Hymn. ms. Germanieum saec. 
14. Cod. Londinen. Arund. 340. S. — Dium. ms. Benedictinum Bavaricum 
saec. 14. Cod. Altovaden. X. T. — Brev. ms. lohannis plebani in Richnow 
Bohemicali anni 1486. Cod. Altovaden. 98. U. — Brev. ms. Trebonense saec. 



140 ^*'*^ I. Hymn. antiquissimi saec. V,— XI. 

15. Cod. Pragen. VI F 12 b. X. — Diurn. et Hymn. ms. Benedictinum 
Buecicum saec. 15. Cod. Upsalen. C 477. Y. — Brev. ms. Ciyitatense saec 
15. Cod. Archiep. Utinen. Vlllo 10. Z. — Brev. ms. Senoniense (Claadii 
lacquot de Chamainoniis) anni 1577 — 80. Cod. Spinalien. 161 (76). a. — 
Brev. ms. Romarici Montis anni 1585. Cod. Spinalien. 164 (77). b. 

Mone (II, 26) benutzte u. a. als Quelle: „Hs. zu Schafthausen, MiniBi- 
Biblioth. Nr. 9 des 10. Jahrh.^ Die Varianten aus dieser alten Hs. ver- 
zeichne ich (nach Mone) im Folgenden uuter C. — Die jungeren Quellen von 
L an sind nicht kollationiert, ausgenommen U und Z. 

2, 2 Nitisce U. — 2 , 3 Flore K. — 3 , 3 Quo virgo C ; electissima U, 
sonst ist nur die Lesart ^allectissima^ verburgt, wofur Mone „a lectissima" 
empfiehlt. — 4, 1 summus C. — 5, 1 Hinc trinitati CFIKU. — 5, 2 Sit honor 
ac c; semper et B6. — 5, 3 unitate usia B. 

Der Ursprung des Hymnus durfte wohl in Deuischland sein. Ob A 
wirklich veronesischer Provenienz ist, bezweifle ich immer mehr, da ofters 
fiir in Deutschland weitverbreitete Hymnen sich keine italienische Qudle 
aufiihren lafst, wohl aber diese Veroneser Hs. — In B steht der HynMius 
beim Officium Conceptionis B. M. V.; dazu pafst wenig 3, 1 sq. — Tagaeit 
gewohnlich die Laudes. 



123, In Anniintiatione B, M* Y* 

1. Ave, maris stella, 4. Monstra te esse matrem, 
Dei mater alma Sumat per te precem, 
Atque semper virgo, Qai pro nobis natos 
Felix caeli porta. Talit esse taas. 

2. Samens illad Ave 5. Virgo singalaris, 
Gabrielis ore, Inter omnes mitis, 
Fanda nos in pace Nos calpis solatos 
Matans nomen Evae. Mites fac et castos. 

3. Solve vincla reis, 6. Vitam praesta param, 
Profer lamen caecis, Iter para tatam, 
Mala nostra pelle, Ut videntes lesam 
Bona cancta posce. Semper coUaetemar. 

7. Sit laas Deo patri, 
Sammam Christo decas, 
Spiritai sancto 
Honor, tribas anas. 

Opp. ms. Ambrosii ad Gratianum (Sangallen.) saec. 9. Cod. Sangallen. 
95. add. saec. 9. A. — Brev. ras. Sangallense saec. ^^/n. Cod. Sangallen. 
413. B. — Hymn. ms. Sangallense saec. 11. Cod. Berolinen. theol. VIIlo 1. 
C. — Trop. et Hymn. ms. Rhenoviense (? Sangalleuse) saec. 11. in. Cod. 
Turicen. Khen. 97. D. — Hymn. ms. Rhenoviense saec. 12. in. Cod. Turicen. 
Rhen. 129. E. — Hymn. et Pros. ms. Fredeslariense saec. - 11. ex. Cod. 
Casselan. theol. IV» 25. F. — Brev. ms. Zwifeldense saec 12. in. Cod. 
Stuttgardien. Brev. 98. Fa. — Hymn. ms. Monasterii Parisiensis saec. 12. 
Cod. Colmarien. 442. Fb. — Psalt. et Hymn. ms. Cantuariense (?) saec *®/ii. 
Cod. Londinen. Add. 37517. G. — Hymn. ms. Anglosaxonicum saec ^^/lu 
Cod. Londinen. lul. A VI (Paraphrase). H. — Hymn. ms. Anglosaxonicum 



n. De Sanctis. — B. Hymni de Sanctis Proprii. I. De Beata. 141 

(Monasticum) saec. 11. in. Cod. Londinen. Vesp. D XII. I. — Collectar. et 
UTnin. ms. Exonieuse (Ep. Leofric) saec. 11. Cod. Londinen. Harl. 2961. K. — 
— Hymn. ms. Wintoniense saec. 11. Cod. Capit. Dunelmen. B III 32. L. — 
Collectar. et Hymn. ms. Wintoniense (? Vigorniense) saec. 11. Cod. Coll. 
Corp. Christi Cantabrigien. 391. M. — Psalt. et Collect. ms. liturgicum S. 
Mariae Wintoniensis saec. (10. et) 11. Cod. Londinen. Reg. 2 B V (nur 
Str. 1, 3, 4, 6, 7). Ma. — Collect. ms. Christi Ecclesiae Cantuariensis saec. 11. 
Cod. Londinen. Tib. A IIL Mb. 

Hynm. ms. Casinense saec. 10. Cod. Casinen. 506. N. — Hymn. ms. 
Beneventanum saec 10. ex. Cod. Vatican. Ottob. 145. 0. — Brev. ms. 
Montis Amiatini saec. ^^/ii. Cod. Casanaten. 1907 (B II 1). P. — Hymn. 
ms. Severinianum saec. ^^/ii. Cod. Vatican. 7172. Q. — Hymn. ms. Veronense 
saec. ^«/ii. Cod. Capit. Veronen. CIX (102). R. — Brev. ms. S. Eutychii 
Nursini saec. 11. in. Cod. Vallicellan. B 79. S. — Hymn. ms. Bobiense 
saec 1 1. Cod. Vatican. 5776. T. — Brev. ms. S. Sofiae Beneventanae saec. 
11. Cod. Vatican. 4928. U. — Brev. ms. FariFense saec. 11. Cod. Turicen. 
Rhen. 82. X. — Brev. ms. Benedictinum (Italiae septent aut Galliae meridion.) 
saec. 10. ex. Cod. priv. (Hiersemann) Y. — Psalt. et Hymn. ms. Monasticum 
(S. Laurentii in Verano?) saec. 12. in. Cod. Capit. Vaticani D 156. Z. — 

Trop. ms. J^fartialense anni 933 — 36. Cod. Parisin. 1240. add. saec. 10. 
(mit Neumen). a. — Hymn. ms. Moissiacense saec. 10. Cod. Rossian. VIII 
144. b. — Brev. ms. S. Germani Pratensis saec. 11. Cod. Parisin. 11550. 
C. — Hymn. ms. Corbeiense saec 11. Cod. Arabianen. 131. d. — Collect. 
ms. Sandionysianum saec 11 (et 12.) Cod. Sangenovefian. 1186. e. — Prosar. 
et Antiphon. ms. Nivemense saec. 12. Cod. Parisin. Nouv. acq. 1235. f. — 
Mymn. ms. Exsiliense saec 11. Cod.Londinen.Add. 30851. g, — CGMPUZ 
C d e sind nicht kollationiert ; die Kollation von A besorgte mir giitigst der 
St. Galler Stiftsbibliothekar Dr. Adolf Fah. 

1, 2 allma Mb. — 2, 3 Funde OT. — 2, 4 Mutans nomen Evae ABDEFaFbK ; 
die anderen Quellen: Evae nomen. — Str. 3 und 2 umgestellt F. — 3, 1 
vincola R; vincla egris OQX, vincla regis I. — 3, 2 Profert(!) DMbNY. — 
3, 4 posse R. — Str. 4 und 5 umgestellt D. — 4, 2 Sumat quo ipse precem 
F, Sumatque ipse precem L; preces STXY (jungere Quellen in der italien. 
Gruppe). — 4, 3 natum QX. — 4,4 tuum X^. — Str. 5 und 6 umgestellt 
IL. — 5, 3 Nos solve polutos D; solutis Mb^. — 6, 1 Vita O; praestam A. 

— 6,2 paratum (st. para tutum) b. — 7 , 1 Deo fehlt T. — 7 , 2 Summo 
FaFbHIKLMaNOSTX a. — 7, 4 Honor trinus unus BFFa^KL, Honor udus 
omni OQ, Tribus honor unus Fb^NS a g, Trinus honor unus DFb^IRTXY 
b gr. Die Auswahl fallt schwer: Fur „tribus" sprechen die drei altesten Hss. 
des 9. und 10. Jahrh.; fur ^trinus" nur eins des 10. Jahrh., aber die Mehr- 
zahl der ubrigen. JLhnliches gilt von der Stellung, ob „tribus" an erster oder 
zweiter Stelle. — Jedenfalls ist der Text der Doxologie in A und mehreren 
anderen Qaellen, dem ich folgte, ein sehr empfehlenswerter. 

Leicbter fiele die Entscheidiaig, ob die Lesarten der germanischen oder 
romanischen Gruppe vorzuziehen sind, wenn wenigstens das Land des Ur- 
sprunges bekannt ware. Die Quellen (bei jenen deutscher Provenienz ver- 
sa^ndiealterenHynmaredes 10. Jahrh. vonRheinau, Trier, Freising, Scheftlarn; 
auch bei den franedsischen fehlen jene von Marchiennes und Laon) geben keinen 
Fingerzeig. — Bohert II. von Frankreich (996—1031), den Flaine als Auctor 
aa£nl8tellen versuchte (Stud. u. Mitt. aus d. Benedictiner- u. Cisterc.-Orden XFV, 
244 ff.) und noch mehr der hl. Bernhard sind schon durch das Alter der Quelle 
A (aach der Hjmnus ist dort im 9. Jahrh. eingetragen), voUig ausgeschlossen. 

— Venantius Fortunatus gilt vielfach als Auctor nur iufolge eines Irrtums 
M, A, Luchi'8, welcher behauptet (Venantii opera etc. Roroae, 1786, p. 265), 
in Tommasis Hymnar stehe dieser Hymnus unter des Venantius Namen. 
Letzterer Umstand wurde wenig beweisen; aber er trifft obendrein durchaus 
nicht zu. Tommasi nennt namlich Fortunatus nicht als Verfasser des „Ave 
maris steUa*^ , sondem nur bei dem unmittelbar vorhergehenden Hymnus 



142 P*r* !• Hymni antiquissimi saec. V. — ^XI. 

„Qucm terrn pontus^ sagt er „Fortunati". Luchi verfiel also dem gleichen Irr- 
tume wie spM ter Daniel und fast alle seine Nachfolger(cfr. Beracrkung zu Nr. 65 und 
Anal. XXVII, 49 sqq.) — Im Cod. 98 derBibl. Alexandrina zuRom, einem Collectan. 
ms. Constantini Gaietani saec. 17., steht diesor Hymnus auf fol. 659amitder 
Bemerkung : „Hy mnus in laudem B. M. V. PauU diaconi, monachi Casinensis 
et S. R. E. diac. card." Als unglaubwurdig lafst sich dieses Zeugnis nicht 
einfachhin abweisen, zumali da viele alte Quellen aus Monte Cassino and 
Umgebung (Neapel und Benevent) den Hymnus enthalten; aber ebensowenij; 
kann es ungepruft als zuverlSssig angenoramen werden. — Wenn Mone (II, 
p. 217) sagt: „Die Sequenz (sic!) steht bei Daniei thes. I, 204, der sie in 
das 6. bis 9. Jahrh. setzt, die aber nicht so alt ist, da sie mehreres ans 
der Antiphone »Alma redemptoris materor entlehnt hat", so ist der Hinweis 
auf diese Antiphon (s. Anal. Hymn. L, 317) sehr treffend und lehrreich. Man 
vgl. namlich Str. 1 und 2 mit: 

Alma redemptoris mateTj quae pervia ca^eli 

Porta manes et steUa maris 

Virgo prius ac posterius, Gahrielis db ore 

Sumens iUud Ave 

Aber nicht aus dieser Antiphon wurde entlehnt, sondem Hermannus 
Contractus (f 1054) entlehnte aus unserem Hymnus fur seine metrische An- 
tiphon. 

Spater fand der Hymnus allgemeinste Verbreitung, und fast unverandert 
ist er in unserem jetzigen Bomischen Breviere beibehalten. £s hat nur 
folgende, jedoch durch alte Quellen belegbare Varianten : 2, 4 Evae nomen. — 
4, 2 preces. — 7, 2 Summo. — 7, 4 Tribus honor. — Die besser verburgte 
Lesart „precem^ (4, 2) findet sich noch in manchen Hss. des 15. Jahrh. 

Die ursprungliche Yerwendung ist durchweg in allen Quellen fur das 
Fest Annuntiatio B. M. V.; in Y jedoch fiir PurificatiOj in g far AssumptiOy 
in a ganz allgemein: „De sancta Maria^. 



124, In Annuiitiatione B. M. Y. 

Deas, qui mandum crimine iacentem 
Filii tai carne relevasti, 
Et veternosa perfidi serpentis 
Noxa delesti, 

Mortem, qaam dadam Eva propinavit, 
Yentre beato virginis fagasti, 
Ad preces nostras aares pietatis 
Taae reclina. 

Caelo dimissos Gabriel salatem 
In Galilaea virgini detalit; 
Gaadiam certam nantiare venit 
Mando ventaram. 

Dadam iam virgo desponsata erat 
Proco famoso annalo padoris, 
losepb, qai nanqaam copalam iagalem 
Gorpore gessit. 



n. De Sanctis. — B. Hymni de Sanctia Proprii. I. De Beata. 143 

5. Haec casta degens peclore puella, 
Qaam sic ingressus angelus salutat: 
„Ave, Maria, gratia plena, 

Dominus tecum". 

6. Festinus dehinc nuntius adiunxit : 
„Beata eris inter mulieres, 

Et benedictus fructus ventris tui, 
Quae credidisti. 

7. Gaudens in verbo, sed turbata virgo 
Cogitans, cur sit ita salutata, 
Quomodo possit fieri, quae dixit 

Angelus Dei. 

8. Quam adsecutus Gabriel adfatur: 
„Noli timere, gratia repleta; 
Numinis alti filium gestabis 

Ventre beato.** 

9. Inquiens virgo nuntium perquirit: 
„Unde hoc mihi? Virum non cognovi. 
Quomodo possit fieri, quae dicis, 

Unde hoc sciam?" 

10. Cui repente angelus respondit: 

„Spiritus sanctus super te descendit; 
Ideo, sanctum quod erit, vocatur 
Filius Dei." 



11. Mox sacra virgo angelo respondit: 
„£cce, ancilla Domini sum ego; 
Contingat mihi iuxta verbum tuum, 
Sicut dixisti." 



12. Statim discessit angelus ab ea; 
Virgo festinans abiit montana, 
Domum ingressa Zachariae vatis 

Cum caritate. 

13. Gloria summo referamus patri, 
Cui congaudet filius dilectus 
Sanctus simulque spiritus creator 

In sempiternum. 



144 Pars L Hyroni antiquissimi saec. V. — XI. 

Hymn.> ms. Casinense saec. 10. Cod. Casinen. 506. A. — Brev. ms. 
Casinense saec. 11. Cod. Vindobonen. 1106. B — Brev. ms. Casiuense saec. 
11. ex. Cod. Vatican. Urbin. 585. C. — Hymn. ms. Beneventannm saec. 10. 
ex. Cod. Vatican. Ottob. 145. D. — Brev. ms. Montis Amiatini saec. '^/ii. 
Cod. Casanaten. 1907 (B II 1). fi. — Hymn. ms. Verouense saec. ^®/ii. Cod. 
Capit. Veronen. CIX (102). F. — Hymn. ms. Severinianum saec. '®/ii. Cod. 
Vatican. 7172. G. — Hymn. ms. Severinianum saec. *®/ii. Cod. Parisin. 
1092. H. — Hymn. ms. Farfense saec. *®/ii. Cod. Tnricen. Rhen. 91. I. — 
Brev. ms. Farfense saec. 11. Cod. Turicen. Rhen. 82. K. — Brev. ms. S. 
Sofiae Beneventanae saec. 11. Cod. Vatican. 4928. L. — Psalt et Hymn. 
ms. S. Sofiae Beneventanae saec. 12. Cod. Neapolitan. VI F 2. M. — Hymn. 
ms. Moissiacense paec. 10. Cod. Rossian. VIII 144. N. — Dium. ms. incert. 
origin. anni 1245. Cod. Parisin. 10479. O. — CLM sind nicht kollationiert. 

1, 1 crimina FK. — 1, 3 vetemosam BGHO; perfidis I. — 1, 4 Noxam 
ABO. — 2, 1 Morte KO; qua O. — 2, 3 aure N. — Zu 2, 3 sq. ist zu vgl. 
der Hymnus des Anfanges : Aures ad nosiras deitatis preces \ JDeus inclina. 
(Nr. 61.) und dessen spatere Umanderung: Ad preces nostras deitatis aures \ 
Beus inclina, — 2, 4 inclina B. — 3, 2 Galilaeam BDIKO; virginis N. — 4, 1 
disponsata DIK. — 4, 2 Pro quo famoso ADEFGHINO, Pro qua K (B gibt die 
richtige Lesart; Perquam famoso bei Dreves und Werner ist nur Coniectur). — 
4, 3 copula iugali (iugalis E) EFGHKNO. — 5, 1 casto N; pectoris N, corpore 

I. — 5, 3 gratia repleta DO; oflFenbar Korrektur, um die fehlende Silbe zu 
erganzen; aber bei Einfugung von Schrifttexten wird oft das Ebenmafs im 
Rhythmus geopfert. — Nach Str. 6: Divisio FO. — 7,1 turbatur H; tur- 
bata erat (ohne „virgo") I. — 7, 2 Cogitat B ; ista salutatio D. — 7, 3 fieri 
quod K; dicis ENO. — 7, 4 Angele EINO. — 8, 1 adfatus N. — 8, 3 No- 
minis BEFGHINO. — 8, 4 beata I. — 9, 1 nuntius IK» ; perquirens FGHINO. 

— 9,2 cognosco DEFGHIO. — 9, 3 possunt BO; quod K (cfr. 7,3).— 
10, 2 descendet BFGHINO (cfr. vocatur 10, 3). — 10, 3 sanctusE; sanctom 
quod de te nascetur O; vocatum F, vocabitur D. — 10, 4 Filium E. — 

II, 1 angelus(!) DF. — 11, 3 iusta verbum F. — 12, 4 Cum claritate ABF. 

— 13, 1 Gloriam GIK. 

Der Ursprung des Hymnus, der scheinbar in kein einziges gedrucJites 
Brevier uberging, diirfte im Beneventanischen Gebiete (Monte Cassino?) m 
suchen sein. 



125« In Assnmptione B. M. Y. 

1. Gaude yisceribus, mater, in intimis, 
Felix ecclesia, qnae sacra replicas 

Sanctae festa Mariae; 

Plandant astra, solnm, mare. 

2. Cnins magnifica est generatio, 
Cnins vita sacris clamit actibns, 

Cnins finis honorem 

Snmmnm fine tenet sine. 

3. Qnae virgo peperit virgoqne permanet, 
Lactavit propriis nberibns Denm 

Portantemqne gerebat 
Ulnis prona trementibns. 



n. De Sanctis. — B. Hymni de Sanctis Proprii. I. De Beata. 145 

4. Felix multiplici laude puerpera, 
Regis porta sui clausa perenniter, 

Mundi stella fluentis, 
Floris virgula regia. 

5. Te nunc suppliciter, sancta theotocos 
Regis perpetui sponsaque, poscimus, 

Ut nos semper ubique 
Miti munere protegas. 

6. Sanctis obtineas, virgo, precatibus 
Pacis praesidium dulce diutinae 

Nobis atque beati 
Regni dona perennia. 

7. Praesta, summe pater patris et nnice, 
Amborumque simul spiritus adnue, 

Qui regnas Deus unns 
Omni tempore saeculi. 

Hymn. ms. Casinense saec. 10. Cod. Casinen. 506. A. — Hymn. ms. 
Beneventanum saec. 10. ex. Cod. Vatican. Ottob. 145. B. — Hymn. ms. S. 
Sofiae Beneventanae saec. 11. Cod. Neapolitan. VI E 43. C. — Hymn. ms. 
S. Sophiae Beneventanae saec. 11. Cod. Neapolitan. VI. G 31. D. — Hymn. 
ms. Severinianum saec. ^®/ii. Cod. Vatican. 7172. E. — Hymn. ms. Vero- 
nense saec. ^®/ii. Cod. Capit. Veronen. CIX (102). F. — Brev. ms. Farfense 
saec. 11. Cod. Turicen. Rhen. 82. G. — Hymn. ms. Mosacense saec. 13. 
Cod. Archiep. Utinen. VIIlo 20. H. 

Rit. et Hymn. ms. Scheftlariense saec. 10. Cim. Monacen. 17 027. 1. — 
Collectar. et Hymn. ms. S. Mariae Frisingensis saec. 10. Clm. Monacen. 
27305. K. — Hymn. ms. Rhenoviense saec. 10. Cod. Turicen. Rhen. 111. 
L (nur bis 1, 2; fehlt ein Blatt). — Hymn. ms. Campidunense saec. ^®/ii. 
Cod. Turicen. Rhen. 83. M. — Brev. ms. Sangallense saec. *®/ii. Cod. San- 
^allen. 387. N. (unvoUstandig ; das Blatt zerrissen). — Trop. et Hymn. ms. 
Rhenoviense (? Sangallense) saec. 11. in. Cod. Turicen. Rhen. 97. O. — Hymn. 
et Sequent. ms. Fredeslariense saec. 11. ex. Cod. Casselan. theol. IV^ 25. 
P. — Brev. ms. Secoviense saec. ^Vi2. Cod. Graecen. 770. Q. — Brev. ms. 
Altahense saec. 12. in. Clm. Monacen. 9633. R. — CoUect. ms. Cremi- 
fanense saec. 12. Cod. Cremifanen. 114. S. — Psalt. ms. Wingartense saec. 
12. Cod. Fulden. Aa 57. T. — Brev. ms. Pruvningense saec. 12. Clm. 
Monacen. 27037. U. — Brev. ms. Pruvniugense saec. 12. Cod. Vindobonen. 
1826. X. — Brev. ms. Secoviense saec. 12. Cod. Graecen. 1549. Y. — Brev. 
ms. S. Petri Salisburgensis saec. 12. Cod. Petrin. a V 24. Z. — Matutin. 
ms. Admontense anni 1180. Cod. Admonten. 18. a. — Brev. ms. Pataviense(?) 
saec. 13. Cod. Hilarien. 111. b. — Brev. ms. Emmeramense saec. ^^/u, 
Clm. Monacen. 14741. c. — Psalt. et Hymn. ms. S. Mariae in Axpach saec. 
14. Cod. Vindobonen. 1877. d. — Brev. ms. Pataviense anni 1333. Cod. 
Lambacen. CLXXI. e. — Psalt. et Hymn. ms. Buribergense anni 1395. 
Clm. Monacen. 23101. f. — Brev. ms. Brigittinum saec. ^*/i6. Cod. Roman. 
Coll. German. 53. 73. g. — Hymn. ms. Zagrabiense saec. 15. Cod. Cathed. 
Zagrabien. LXIU. h. 

Collectar. et Hymn. ms. Exoniense (Episc. Leofric) saec. 11. Cod. 

Londinen. Harl. 2961. 1. — Grad. et Antiphon ms. Nivemense saec. 12. 

Blnme, Thesauri hymnologloi Hymnarium. 10 



14G ^^^^ !• Hymni autiquissimi saec. V. — ^XI. 

Cod. Parisin. Nouv. acq. 1285. k. ■ Diurn. et Hymn. ms. Benedictin. Sue- 
cicum saec. 15. Cod. Upsalen. C 477. 1. 

1, 1 in fehlt g^. — 1, 8 Sancta G, Sanctae festae F, Festa sanctae g. 

— 1, 4 Plaudent BCEFGHKMOPRSY f, Laudent U. — 2, 2 sacraC; floruit 
actibus a. — 2, 3 Finis cuius A. — 2, 4 sine fine tenet BG, finem tenet 
sine F, tenet fine sine O, sine tenet tine f. — 8, 1 Quem virgo FS k; pcr- 
manens k. — 8, 8 Portemque B; regebat H. — 3, 4 Ulnis pro matre 
mentibus F. — 4, 8 Mundi stellaque fulgens AC. — 4, 4 regii CEfcJ. — 5, 1 
Et nunc g; saneta Dei genetrix k. — 5, 2 sponsamque G, sponsa te k; 
petimus g. — 5, 4 Mitis E; proteges B. — 6, 1 Sancti S; precantibus g. 

— 6, 2 praesidium luce F: diutinu B, diutinum G k. — 6, 3 atque beatis 
FK. — 6, 4 perenniter B. — 7, 1 pater summe I k; et patris unice O, patrisque 
unice S. — 7, 3 sq. Deus omni | Unus tempore BGKO. — 7, 4 saeoli E g, 
saecula a. — DQT e h i 1 sind nicht kollationiert. 

Auch die gedruckten Breviere des 15. und 16. Jahrh., welche vorstehen- 
den Hynmus enthaltcn (cfr. Rep. Hymnol. Nr. 7042), sind, wie die hand- 
schriftlichen Quellen vorwiegend, fast ausschliefslich Breviere deutscher Dio- 
zesen. Dadurch ist indessen uicht die Moglichkeit ausgeschlossen, dafs Italienj 
insbesondere das Gebiet des Monte Cassino, die Urstatte des Hymnus sei. 



126. In Assnmptione B. M. Y. 

1. 0, quam glorifica luce coruscas, 
Stirpis Davidicac regia proles, 
Sublimis residens, virgo Maria, 
Supra caeligenas aetheris omnes! 

2. Tu cum virgineo, mater, honore 
Angelorum domino pectoris aulam 
Sacris visceribus casta parasti; 
Natus hinc Deus est corpore Christns. 

3. Quem cunctus venerans orbis adorat, 
Cui nunc rite genu flectitur omne, 

A quo nos petimus te veniente 
Abiectis tenebris gaudia lucis. 

4. Hoc largire, pater luminis omnis, 
Natum per propriura flamine sancto, 
Qui tecum nitida vivit in aethra 
Regnans ac moderans saecula cuncta. 

Opp. ms. Effremi (Sangallen.) saec. 9. Cod. Sangallen. 92. add. saec. 9. 
Mit Neumen. A. — Brev. ms. Sangallense saec. ^^/ii. Cod. Sangallen. 413. 
B. — Brev. ms. Sangallense saec. ^^/ii. Cod. Sangallen. 887. C. — Hymn. 
ms. Campidunense saec. *®/ii. Cod. Turicen. Rhen. 83. D. — Trop. et Hymn. 
ms. Rhenoviense (? Sangallense) saec. 11. in. Cod. Turicen. Rhen. 97. E. — 
Hymn. et Sequent ms. Fredeslariense saec. 11. Cod. Casselan. theol. IVo 25. 
F. — Brev. ms. Altahense saec. ^^/12. Clm. Monacen. 9633. G. — Hymn. ms. 
Rhenoviense saec. 12. in. Cod. Turicen. Rhenov. 129. H. — Brev. ms. Pruv- 
ningense saec. 12. Clm. Monacen. 28037. I. — Brev. ms. Zwifeldense saec. 
12. Cod. Stuttgardien. Brev. 98. K. — Brev. ms. Gluniceuse s.iec. 12. Cod. 



n. De Sanctis. — B. Hymni de Sanctis Proprii. I. De Beata. 147 

Lincen. 7" p 19. — Brev. ms. Campoliliense saec. 13. Cod. Campolilien. 7. 
L. — Antiphon. et Grad. ms. Campense saec. 13. Cod. Dusseldorpien. D 6. M. 

Hymn. ms. Anglosaxonicum saec. ^®/ii. Cod. Londinen. lul. A VI 
(Paraphrase). N. — Hymn. ms. Anglosaxonicum saec. 11. in. Cod. Londinen. 
Vesp. D XII. O. — CoUectar. et Hymn. ms. Exoniense (Episc. Leofric) saec. 
11. Cod. Londinen. Harl. 2961. P. — Hymn. ms. Wintoniense saec. 11. 
Cod. Capit. Dunelmen. B III 32. Q. — Collectar. et Hymn. ms. Wintoniense 
(? Vigomiense) saec. 11. Cod. Coll. Corp. Christi Cantabrigien. 391. — Psalt. 
et CoUect. ms. S.*Mariae Wintoniensis saec. (10 et) 11. Cod. Londinen. Reg. 
2 B V. R. — Coliect. ms. Christi Ecclesiae Cantuariensis saec. 11. Cod. 
Londinen. Tib. A UI. Ra. 

Hymn. ms. Moissiacense saec. 10. Cod. Rossian. VIII 144. S. — Hymn. 
ms. Corbeiense saec. 11. Cod. Ambianen. 131. T. — Brev. ms. S. Germani 
Pratensis saec. 11. Cod. Parisin. 11550. U. — CoUect. et Hymn. ms. San- 
dionysianum saec. 11. (et 12.) Cod. Sangenovefian. 1186. X. — Grad. et 
Antiphon. ms. Nivemense saec. 12. Cod. Parisin. Nouv. acq. 1235. Y. — 
Brev. ms. Rotomagense saec. 13. Cod. Veneten. Cicogna 220 (51). Z. — 
Brev. ms. Tuliense saec. '^/i4. Cod. Seminarii Nancein. 2. a. — Brev. ms. 
Baiscense saec. 13. Cod. Capit. Baiocen. 73. b. — Brev. ms. Baiocense 
saec. 14. Cod. Capit. Baiocen. 75. c. — Brev. ms. Baiocense saec. 15. Cod. 
Capit. Baiocen. 76. d. — Brev. ms. abbatiae de Longis (Longues) saec. 15. 
Cod. Capit. Baiocen. 78. e. — Brev. ms. Lexoviense saec. 15. Cod. Cadomen. 
24 (IVo 19). f. 

Hymn. ms. Severinianum saec. ^^/ii. Cod. Vatican. 7172. g^. — Hymn. 
ms. Severinianum saec. *®/ii. Cod. Parisin. 1092. h. — Hymn. ms. Vero- 
nense saec. ^®/ii. Cod. Capit. Veronen. CIX (102). i. — Brev. ms. S. Sofiae 
Beneventanae saec. 11. Cod. Neapolitan. VI G 31. k. — Brev. ms. Farfense 
saec. 11. Cod. Turicen. Rhen. 82. 1. — Brev. ms. Hispanicum. saec. ^Via. 
Cod. Londinen. Add. 30848. m. 

1, 1 coruscat Sbgril. — 1, 2 Stirpi Davidici g^. — 1, 3 resides g^. 

— 1, 4 Super C c i; et aetheris O. — 2, 1 Te cum L, Ut cum D; matris 
honore BDEGHIK i. — 2, 2 Anglorum S g, das e von Angelorum ausradiert 
F; domina OQ' ; aula 1; pectoris hymnum OQ — 3, 1 Quae 1; cunctis AO. 

— 3, 2 Cui et rite g. — 3, 3 Ad quos f; nos fehlt C f ; te (statt nos) L; 
petimus adveniente SY, subveniente L, petimus mente devota g h. — 4, 1 
largire luminis pater D ; pater luminum nobis g. — 4, 2 Natum fehlt g, — 
4, 3 in aethera CE'OQ g h i. — 4, 4 Regnans hac S. — MPTUXZ 
a m sind nicht kollationiert ; KoUation von A besorgte giitigst Dr. Ad. Fah. 

Im 15. nnd 16. Jahrhunderte erfreute sich dieser Hymnus noch einer 
weiten Verbreitung, besonders in Brevieren franzdsischer Diozesen; von 
letzteren weisen ihn einige noch im 18. Jahrh. auf. Vgl. Rep. Hymn. 
Nr. 13516. — Statt am Feste der Assumptio wurde er mancherorts iur 
andere Marienfeste verwendet. 

Es erscheint von Belang zu sein, dafs der Hymnus auf den hl. Lantbertus 
^Fidget salvifico^ (unten Nr. 171.), der vielleicht von Hncbald stammt, mit 
dem vorstehenden in Stiel , Metrum , Strophenbau und Strophenzahl und in 
der Doxologie ganz gleich ist. 



127. In Assnmptione B. M. V. 

1. Omnipotens Deus et genitor 
Altitonans, famulis . . . 

. . . ut tibi propitio 

Promere carmen ab ore queant. 

10* 



148 P'*^^'^ I* Hymni antiquissinii saec. V. --XI. 

2. Te petimus, pietate tua 
Intima cordis ut irradies, 
Qui renitescere . . . a 
Tempora das diadematibus, 
Christe, redemptor, in arce poli. 

3. Ex patre qui prius es genitus, 
Quam mare, terra, polus fieret, 
Ipse refusus es ex sinibus 
Virgineis, ut homo valeat 
Nascier arcibus aethereis. 

4. Hunc, bone Christe, diem tribue 
Supplicibus celebrare tuis, 

Quo meruit sacra virgo polos 
Scandere, c . . ovans populi 
Contio festa dicata colit. 

5. Sit honor inclitus ingenito, 
Sit pia laus etiam genito, 
Sit pariter sine fine manens 
Magnificentia spiritui, 
Omnia qui refovendo regit. 

Bedae Coraputus ms. saec. 9. Cod. Vatican. 645. add. saec. *Vi2. — 
3, 2 mar[e]. — 3, 3 refus[us]. — 5, 2 Sit pie. — 5, 3 SiLt parijter. — Ab- 
schrift von Rev. H. M. Bannister. 



121. De Beata Maria V. 

1. Mysterium ecclesiae 5. Vere gratia plena es 
Hymnum Christo referimus, Et gloriosa permanes, 
Quem genuit puerpera Quia ex te nobis Christus, 
Verbum patris in filio. Per quem facta sunt omnia. 

2. Sola in sexu feraina 6. Pastores, qui audierunt, 
Electa es in saecula Gloriam I)eo caiitarunt, 
Et meruisti Dominum Cueurrerunt in Bethlehem 
Sanctum portare in utero. Natum videre Dominum. 

3. Vates antiqui temporis 7. Sic Magi ab ortu solis 
Praedixerat, quod factum est, Per stellae indicium 
Quia virgo conciperet Portantes typum gentium 
Et pareret Emanuel. Primi offerunt munera. 

4. Mysterium hoc magnum est, 8. Rogemus ergo, populi, 
Mariae quod concessum est, Dei matrem et virginem, 
Ut Deum, per quem omnia, Ut ipsa nobis impetret 
Ex se videre proderet. Pacem et indulgentiam. 



II. De Sanctis. — B. Hymni de Sanctis Proprii. I. De Beata. 149 

Mariyrolog. et Hymn. ms. Modoetinum saec. 9. Cod. Capit. Veronen. XC 
(85). A. — Psalt. et Hymn. ms. Ambrosianum saec. 10. Cod. Vatican. 83. 

B. — Psalt. et Hymn. ms. Ambrosianum saec. 10. Clm. Monacen. 343. 

C. — Psalt. et Hymn. ms. S. lacobi de Pontida saec. 11. Cod. Vatican. 
82. D. — Brev. ms. Vallis Travagliae saec. 11. Cod. Capit. Mediolanen. 
155. E. — Manuale ms. Mediolanense anni 1188. Cod. Ambrosian. A 189 
inf. F. — Antiphon. ms. Mediolanense saec. 12. Cod. Ambrosian. A 1 inf. G. 

— Manuale ms. Brippiense anni 1193. "Cod. Ambrosian. I 27 sup. Ga. 

Brev. ms. Ebracense saec. 12. Cod. Wirceburgen. Mp. th. f. 110. H. — 
Hymn. ms. Monasterii Parisiensis saec. 12. Cod. Colmarien. 442. Ha. — 
Collectar. et Hymn. ms. Cisterciense saec. 13. Cod. Casanaten. A VI 25 
(1696). I. — Brev. ms. Cisterciense saec. ^^/u, Cod. Vatican. 6244. K. — Brev. 
ms. Hilariense saec. 14. Cod. Hilarien. 115. L. — Ga und L uicht kollationiert. 

1, 1 Mysterium ist wohl als Objekt von „referimus" aufzufassen und 
daher 1, 1 nicht, wie bei Mone und Daniel, durch ein Komma von 1, 2 zu 
trennen: „Ein Geheimnis der Kirche berichten wir als Hymnus an Christus". 

— 1, 4 in filium HK; „filius" hier ]pra.egna.ni = Menschensohn: „Das Wort 
des Vaters (Gott) im Menschensohn (Mensch)". — 2,1 Solo F. — 2,2 Et* 
leta(!) est E; in saeculo alle Queilen aufser A. — 2, 3 Quae meruisti EF; 
Quem G; domina A. — 2, 4 Sancto BCDFHIK. — 3, 1 antiquis A. — 3, 2 
Praedixerant C^FGHalK. — 4, 4 Esse (st Ex se) E; videret prodere alle 
Quellen aufser AFG; letztere bieten sichtlich das Richtige: „Mariae wurde 
es gegeben, Gott zum Sehen (videre) aus sich ans Licht zu bringen." — 5, 3 
Aufser A haben alle Quellen nach „nobis" das Einschiebsel „natus est" : 
Quia ex te nobis natus est Christus. — nobis fehlt BCFK. — 6, 2 canerunt(!) 
A, cantaverunt HHalK. — 7, 1 ab orto A. — 7, 4 Primis A. — Als Doxologie 
ist angefiigt in FHHalK: Gloria tibi Domine etc. 

Interessant ist es, hier abermals, wie schon ofters, (vgl. Nr. 75, 87, 114 b.) 
beobachten zu konnen, dafs die Cistercienser alte „Ambrosianische** Hymnen 
beibehielten, die anderswo nicht lange fortlebten ; wir begegnen dem Hymnus 
noch in gedruckten Cistercienser- und Karthauser-Brevieren des 15., 16. und 
17. Jahrhunderts. — Mit Str. 5 beginnt Ha und K ein Divisio. — Titel in AB : 
„Hymnu8 sanctae Mariae". 



B. Hymni de Sanctis Proprii. 

11. De Sanctis. 



129. In Omuium Sanctornm. 

Ad Vesperas vel Nocturnas. 



1. Christe, redemptor omnium, 
Conserva tuos famulos 
Beatae semper virginis 
Placatus sanctis precibus. 



Martyres Dei incliti 
Confessoresque lucidi, 
Vestris orationibus 
Nos ferte in caelestibus. 



2. Beata quoque agmina 
Caelestium spirituum, 
Praeterita, praesentia, 
Futura mala pellite. 



Cborus sanctarum virginam 
Monacborumque omnium 
Simul cum sanctis omnibus, 
Consortes Christi facite. 



Vates aetemi iudicis 
Apostolique Domini, 
Suppliciter exposcimus 
Salvari vestris precibus. 



Gentem auferte perfidam 
Credentium de finibus, 
Ut Christi laudes debitas 
Persolvamns alacriter. 



7. Gloria patri ingenito 
Eiusque unigenito 
Una cum sancto spiritn 
In sempiterna saecula. 



Hymn. ms. Casinense saec. 10. Cod. Casinen. 506. A. — Hjmn. ms. 
Severinianum saec. *^/ii. Cod. Vatican. 7172. B. — Hymn. ms. Veronense 
saec. *®/ii. Cod. Capit. Veronen. CIX (102). C. — Hymn. ms. Farfense saec. 
>®/ii. Cod. Roman. Vitt. Eman. 175 (Farf. 4). D. — Hymn. ms. Farfense 
saec. *®/ii. Cod. Turicen. Rhenov. 91. E. — Brev. ms. Farfense saec. 11. 
Cod. Turicen. Rhenov. 82. F. — Brev. ms. S. Eutychii Nursini saec 11. 
Cod. Vallicellan. B 79. G. — Hymn. ms. S. Sofiae Beneventanae saec 11. 
Cod. Neapolitan. VI E 43. H. 



II. De Sanctis. — B Hymni de Sanctis Proprii. De omnibus Sanctis. 151 

Hymn, ms. Moissiacense saec. 10. Cod. Rossian. VIII 144. I. — Psalt. 
et Hymn. ms. Marchianense saec. (9. et) 10. Cod. Duacen. 170. K. — Hymn. 
ms. Corbeiense saec. 11. Cod. Ambianen. 131. L. — Brev. ms. S. Germani 
Pratensis saec. 11. Cod. Parisin. 11550. M. — Collect. et Hymn. ms. San- 
dionysianum saec. 11. (et 12.) Cod. Sangenovefian. 1186. N. — Brev. ms. 
Stramense saec 11. ex. Cod. Laurentian. Conv. suppr. 524. O. — Grad. et 
Antiphon. ms. Nivemense saec. 12. Cod. Parisin. Nouv. acq. 1235. P. 

Psalt. et Hymn. ms. Cantuariense(?) saec. ^®/ii. Cod. Londinen. Add. 
87517. Q. — Hymn. ms. Anglosaxonicum saec. ^°/ii. Cod. Londinen. lul. 
A VI (Paraphrase). R. — Hymn. ms. Anglosaxonicum (Monasticum) saec. 11. 
in. Cod. Londinen. Vesp. D XII. S. — Hymn. ms. Wintoniense saec. 11. 
Cod. Capit. Dunelmen. B HI 32. T. — Collectar. et Hymn. ms. Wintoniense 
(? Vigomiense) saec. 11. Cod. Coll. Corp. Christi Cantabrigien. 391. U. 

Hymn. ms. Campidunense saec. ^®/ii. Cod. Turicen. Rhenov. 83. X. — 
Trop. et Hymn. ms. Rhenoviense (? Sangallense) saec. 11. in. Cod. Turicen. 
Rhenov. 97. Y. — Hymn. et Prosar. ms. Fredeslariense saec. 11. ex. Cod. 
Casselan. theol. IV® 25. Z. — Hymn. ms. Exsiliense saec. 11. Cod. Londinen. 
Add. 30851. a. — Brev. ms. Hispanicum saec. *Vi2. Cod. Londinen. Add. 
30848. b. — LMNQU a b sind nicht kollationiert. 

1, 4 sanctis actibus X. — 5, 1 Choris E ; sacrarum virginum BCKXY^Z, 
sacratus Y* , sanctaram iiber Rasur T. ^ — 6, 1 Mentem K. — 6, 3 Christo 
O. — Nach 7, 1 schliefst E. — 7, 2 Gloria unigenito F. — 7, 3 Sancto 
simul paraclito I. 

Titel in K allgemein : „Hymnus de omnibus sanctis" ; in G : „ Ad Vesperas 
de Sanctis"; in H: „In omnium Sanctorum ad Vesperas^ \ in T und X: „Ad 
Nocturn.^\ in F: „ad Fesjperww"; in I: „in Matutinis laudibus^^. 

Seit der Revision des Bdmischen Breviers (1632) hat dieser Hymnus eine 
Fassung, aus der man kaum noch das Original erkennt: 

Placare, Christe, servulis, | Quibus patris clementiam 
Tuae ad tribunal gratiae | Patrona virgo postulat. 

Die iibrigen Strophen sind in ahnlich bedeutender Weise umgestaltet, 
am wenigsten noch die interessante Strophe 6. — Daniel (I, 257) macht die 
Bemerkung: „Hic hymnus, in antiquis rarus(!), nunc cantatur in festo 00. 
SS. ad Vesperas." 

Die Entstehung des Allerheiligen-Festes gibt die Altersgrenze fur die 
Entstehung dieses und des folgenden Hymnus. „Monento Gregorio papa 

[Gregor IV. 827 — 844] et omnibus episcopis assistentibus Ludovicus imperator 
Ludwig d. Fromme] statuit, ut in Gallia et Germania festivitas omnium 
Sanctorum in Kal. Nov. celebraretur, quam Romani ex institutione Bonifatii 
papae [Bonifatius IV., 608 — 615] celebrant". So Sigebert von Gerabloux in 
seinem Chronicon zum Jahre 835. (Migne, PP. lat. 160, col. 159). Boni- 
fatius IV. hatte das Pantheon zur „ecclesia b. Mariae semper virginis et 
omnium martyrum" umgestaltet, und der Tag dieser Kirchweihe war der 
13. Mai 609 oder 610. Dieses war das erste Allerheiligen-Fest ; das Ursprungs- 
jahr der allgetneinen Feier aber war 835, (vgl. Kellner, Heortologie^, S. 230 f.) 
Nicht lange nachher durfte, schon nach Ausweis der Quellen, der Hymnus ent- 
standen und rasch iiber Italien, Frankreich, Deutschland, England und Spanien 
verbreitet worden sein. Die dltesten deutschen Hymnenquellen des 10. Jahr- 
hunderts enthalten diesen und den folgenden Hymnus noch nicht, wohl ein 
Fingerzeig, dafs er nicht in DeutschloMd (Ehaban wird manchmal als Ver- 
fasser genannt), sondern in Frankreich oder vielmehr in Italien entstanden 
ist. Die Sarazenen trieben um jene Zeit ihr Unwesen in Siiditalien und 
uberfielen dabei das Kloster Monte Cassino. So erklart sich die Bitte in 
Strophe 6: „Gentem auferte perfidam | Credentium de finibus". Die gleiche 
Bitte lag der Kirche Frankreichs nahe, wo die Normannen gegen Schlufs des 
9. Jahrh. verheerende Einfalie machten. (Vgl. Baumer, Geschichte des Breviers, 
S. 255.) 



152 P*rs I. Hymni antiquissimi saec. V. — XI. 

180. In Omnlum Sanctornm. 

Ad MatntinasLaudes. 

1. lesu, salvator saecali, 4. Choms sacratas martynun, 
Redemptis ope subveni, Confessio sacerdotum 

Et, pia Dei genetrix, £t virgiDalis castitas 

Salutem posce miseris. Nos a peccatis abluant. 

2. Coetus omnes angelici, 5. Monachorum suffragia 
Patriarcharum cunei Omnesque cives caelici 
Ac prophetarum merita Adnuant votis supplicum 
Nobis precentur veniam. £t vitae poscant praemium. 

8. Baptista Christi praevius 6. Laus, honor, virtus, gloria 
Et claviger aethereas Deo patri et filio 

Cum ceteris apostolis Una cnm sancto spiritu 

Nos solvant nexu criminis. In sempiterna saecula. 

Martyr. et Hymn. ms. Modoetinum saec. 9. Cod. Capit. Veronen. XC 
(85). A. — Hymn. ms. Casinense saec. 10. Cod. Casinen. 506. B. — Hymn. 
ms. Farfense saec. '*^/ii. Cod. Roman. Vitt. Eman. 175 (Farf. 4). C. — Hymn. 
ms. Farfense saec. ^®/ii. Cod. Turicen. Rhenov. 91. D. — Brev. ms. Farfense 
saec. 11. Cod. Turicen. Rhenov. 82. E. — Hymn. ms. Severinianum saec 
^^/ii Cod. Vatican. 7172. F. — Hymn. ms. Veronense saec. ^®/ii. Cod. 
Capit. Veronen. CIX (102). G. — Hymn. ms. Campidunense saec. ^®/ii. Cod. 
Turicen. Rhenov. 83. H. — Trop. et Hymn. ms. Rhenoviense(? Sangallense) 
saec. 11. in. Cod. Turicen Rhenov. 97. I. — Hymn. ms. Rhenoviense saec. 
12. in. Cod. Turicen. Rhenov. 129. K. — Hymn. et Prosar. ms. Fredes- 
lariense saec. 11. Cod. Casselan. theol. FVo 25. L. — Psalt. et Hymn. ms. 
Marchianense saec. (9. et) 10. Cod. Duacen. 170. M. — Hymn. ms. Cor- 
beiense saec. 11. Cod. Ambianen. 131. N. — Brev. ms. S. Germani Pratensis 
saec. 11. Cod. Parisin. 11550. O. — Brev. ms. SoUemniacense saec. 13. 
Cod. Londinen. Harl. 2928. P. — Hymn. ms. Exsiliense saec 11. Cod. 
Londinen. Add. 30851. Q. — Brev. ms. Hispanicum saec. "/12. Cod. Londinen. 
Add. 30848. R. 

Hymn. ms. Moissiacense saec. 10. Cod. Rossian. VHl 144. S. — Collect. 
ms. Martialense saec. 10. Cod. Parisin. 1154. T. — Grad. et Antiphon. ms. 
Nivemense saec. 12. Cod. Parisin. Nouv. acq. 1235. U. — Psalt et 
Hymn. ms. Cantuariense saec. *^/ii. Cod. Londinen. Add. 37517. X. — 
Hymn. ms. Anglosaxonicum saec. ^^/11. Cod. Londinen. lul. A. VI (Para- 
phrase). Y. — Hymn. ms. Anglosaxonicum saec. 11. in. Cod. Londinen. 
Vesp. D XII. Z. — Collectar. et Hymn. ms. Exoniense (episc. Leofric) saec. 
11. Cod. Londinen. Harl. 2961. a. •- Collectar. et Hymn. ms. Wintoniense 
(? Vigomiense) saec. 11. Cod. Coll. Corp. Christi Cantabrigien. 391. b. — 
Hymn. ms. Wintoniense saec. 11. Cod. Capit. Dunelmen. B UI 32. C. 

Die Quellengruppe S — c, also ein Teil der aus Frankreich und alle aus 
.England stammenden Quellen dieses Hymnus, hat als einleitende Strophen: 
1. Festiva saeclis colitur 2. Hos invocamus cemui 

Dies sanctorum omnium, Teque, redemptor omnium; 

Qui regnant in caelestibus, Illis tibique supplices 

lesu, tecum feliciter. Preces gementes fundimns. 



. De Sanctl^. — B. Hymni de Sanctis Proprii. De omnibus Sanctis. 153 

Dabei zeigeu sich folgende Varianten: 1, 1 saecli S. — 2, 3 Illisque 
)i c. — Hieran schliefsen sich die Strophen: lesu saluator saecuU etc, 
>mit die Quellen A — R, aiso ein Teil der aus Frankreich und alle aus 
dlien^ Deutschland und Spanien stammenden , den Hyranus beginnen. — 
as nun die urspriingliche Fassung ist, vermag ich nicht zu entscheiden. 
ie Analogie mit dem Anfange des anderen Allerheiligen-Hymnus „Christe 
demptor omnium^ und der Wortlaut in der dltesten uns bekannten Quelle 
v(t die Vermutung nahe, dafs die einleitenden Strophen in S— C eine spatere, 
enngleich sehr alte Zutat sind. Auch iat die Assonanz dort oftmals nicht 
3achtet, wahrend in den anderen Strophen, abgesehen von der Doxologie, 
ar 5, 2 einen Verstofs gegen dieselbe zeigt. — Im iibrigen sind NOQRTXYZ 
b sind nicht kollationiert. 

Ijj^ opem FS. — 2, 1 omnis angelici A, omnis angelicus BGLSU. — 
, 2 ratriarcharumque H". — 2, 3 Et GHILMSU C; prophetarum numerus 
. — 3, 2 clavuger A. — 3,4 Nos solve I, solvite H; criminum CE^. — 
, 1 sacrorum martyrum H. — 4, 2 Sacerdotum confessio HCDEF. — 4, 3 
c M. — 4, 4 abluat IKLMP c, abluiat H. — 5, 2 Omnisque A ; mit diesem 
ers endet der Codex A. — 5,3 adnuunt H. — 6, 2 patri cum filio U. — 
, 3 Simul cum C; Sancto simul paraciito U. — Doxologie in D und E: 

Honor, virtus et gloria, j Potestas et imperium 

Sit trinitati unicae | In sempitema saecula. 

Ebenso in F, aber mit dem Anfange: Laus honor virtus gloria. — In 
nur die zwei Anfangsworte: Laus honor. — H hat die Doxologie: Gloria 
atri ingenito etc. (wie bei Christe redemptor omnium; vorige Nummer). 

Die liturgische Bestimmung ist durchweg fur die Laudes; in A fehlt 
ider Titel; in der Gruppe S — C fol^en sich gewohnlich „Festiva saeclis 
jlitur^ uud „Christe reaemptor ovmium^, so dafs ersterer Hymnus fiir die 
. Vesper bezw. die Noctum, letzterer fur die Laudes bestimmt war. 

Seit der Revision des Bomischen Breviers (1632) besteht der Hymnus 
)rt in dem stark veranderten Gewande : Salutis aeternae dator, \ lesu, redemptis 
ibveni ; | Virgo parens clementiae, | Dona salutem servulis. Ahnlich bedeudend 
ind die librigen Andemngen. — Man vgl. betreffs des Ursprunges die Schlufs- 
ote zum vorhergehenden Hymnus. 



131. Hymnus iu Omnes Sanctos. 

Hymnus Wand al berti Prumiensis. 

1. Christe, caelorum modulans caterva 
Quem canit, laudat sitiens cupitque 
Consonans, laudes, petimas, clientum 

Cerne favendo. 

2. Te chori regem ceiebrant superni 
Civium turmae et recinunt piorum, 
Celsa quos caeli retinens coronat 

Aula fovetque. 

3. Patriarcharum veneranda teque 
Turba conlaudans iugiter beata 
Percipit vitae sitiens perennis 

Munera semper. 



154 P*''^ !• Ilyinni antiquissimi saec. V. — XI. 

4. Te prophetarum resonant loquentum 
Spiritus, missi quoque te per orbem 
Praedicant verbi pariter ministri 

Yoce manuque. 

5. Martyrum sanguis simul et triumphans 
Cum sacerdotum tonat ore, casta 
Virgines iungunt viduae et canoris 

Tympana sistris. 

6. Omnis ostendit Dominum docetque * 
Te poli summo radians in axe 

Ordo, te servi canimus fideli 
Cordis honore. 

7. Tu libens nostrum, petimus, reatum 
Solve, tu castam famulis piamque 
Mentis aspirans cumula benigno 

Munere laudera. 

8. Gloriam caeli tibi vox perennem 
Reddat exsultans, pater atque nate, 
Spiritus, regno quibus alme compar 

Vivis eodem. 

Collect. ms. carminum Ilori, Drepani, Wandalberti etc. saec. 9. Cod. 
Parisin. 2832. A. — Carmina ms. Wandalberti saec. 10. Cod. Parisin. 18558. 
B. — Collect. ras. Cusanum saec. 12. Cod. Bruxellen. 10615—729. C. 

1, 1 modulans externa C — 1,2 scitiens A. — 1,3 Consonas C; es 
ist kein Grund, die altere Lesart ^consonans" , die mit ^modulans" und 
^sitiens" harmoniert, der jiingeren Lesart von C zu opfern, wie es Dummler 
(Poet. lat. II, 603) getan hat; clyentum C. — 2, 3 retinens coruscat A. ^ 
5, 2 casto C. — 6, 3 orde C. 

Die Lesarten von C entnahm ich Diimmler 1. c. — Ebendort (p. 577) 
Naheres iiber Wandalbert, der 813 geboren wurde und sich in der Benediktiner- 
abtei Priim dem Orden Benedikts anschlofs. — Ob Wandalbert auch Keim- 
officien dichtete, lafst sich einstweilen nur vermuten. — In die Liturgie fand 
vorstehender Hymnus nachweisbar keine Aufhahme. — Titel ist aus A. 



132. In Omnes Sanctos. 

Letania rhythmica. 

R. Psallat plebis sexus omnis * voce, corde carmina. 

1. Christe, nostra nunc et semper 2. Audi fletus, rector alrae, 
vota clemens suscipe ac singultus cernuae 

Atque noxae solve vinclis Plebis temet deprecantis 

uos^ precamur supplices. pro commisso crimine. 



L De Sanctis. — B. Hymni de Sanctis Proprii. De omnibus Sanctis. 155 

I. Te devota mente semper 6. Coetus omnis e sapernis 
exorantes psallimus nos conservet, protegat, 

Imploramas ac benignam Yinclis calpae solvat atqae 

nos taam clementiam, aalae caeli claviger. 

L Quo, scratator cordis alti, 7. Sit perennis laus parenti 
parges omne abditam eias atqae inclito 

Nosqae tecam in poloram Nato semper cam beato 

sacra sede colloces. spiritu paraclito. 

K Hoc, Maria, virgo sancta, 8. Rex perennis, rector orbis, 

ut preceris, supplices nostram serva turmulam 

£xoramas te, benigna Taque clemens ac benigne 

mater Christi inclita. uos tuere perpetim. 

Rit. et Hymn. ms. Scheftlariense saec. 10. Clm. Monacen 17027. add. 
aec. 10. ex. A. — Trop. ms. Cremifanense saec. 12. Cod. Cremifanen. 309. 
J. — 2, 3 temet supplicantis B. — 5, 2 Et B. — 5, 3 Exorantes B. — In 
i ist der Rundreim (R) nach jeder Strophe wiederholt. Dieser Umstand sowie 
ler Versbau und die Cberschrift in B („In letania maiora(!)") lassen den 
lymnus als einen Prozessionshymnus erkennen. — Auffallend ist, dafs auf 
lie Doxologie noch eine Strophe folgt. 



188« In Omnes Sajictos. 

Letania metrica. 

Kyrie, sancte pater, nobis miserere, precamur, 

Christe, Deo natus, tu miserere pius. 
Spiritus amborum, concordia parque voluntas, 
Te nostris, petimus^ insere pectoribus. 
5 Personis trinus, simplex deitate perennis, 
Esto^ Deus, nobis propitius miseris. 
Virgo Maria, tuis precibus succurre misellis 

Nobis et cunctis christicolis populis. 
Angelici proceres, Michael Gabrielque iugatis 
10 Cum Raphael meritis nos sociate polis. 
Yirtutes Dominum laudantes vocibus almis, 

Poscimus et nobis ferte iuvamen opis. 
Qaaesumusy o sancti patriarcbae, vosque prophetae, 
Natorum caro iungite nos numero. 
15 Toque pia prece nos, petimas, Baptista lohannes, 
[Fac nos a gravibus] ablui criminibus. 
Petre cum Paulo, Andrea, lacoboque lohanne, 

[Auxilium] tribuens semper ubique iuves. 
Coetus apostolicus Dominum[que sequens] chorus omnis^ 
20 [Festina] laqueos solvere mortiferos. 

[Protomartyr celebris] Stephane, Clemens, Dionysi, 
Auxilium nobis ferte piis meritis. 



156 Pbvs I. Hymni antiqaissimi saec. V. — XI. 

Onines martyrii palrham qai fertis alacrem, 
Yos nobis Dominum conciliate pium. 
25 Gregori, Martine, Leo, Silvester, Amande, 
Vosque sacerdotes, continuate preces. 

Agnes atque Agathes, Caecilia, Prisca, Lucia, 
Poscite pro nobis cum reliquis sociis. 

Cunctorum pariter sanctorum sancta caterva, 
30 Pro nobis ora nos fragilesque iuva. 

Propitiare tuis famulis, tu sancte redomptor. 

A cunctis, Christe, malis nos protege mitis. 

Atque tua cruce salvifica, salvator, ab ipsis 

Eripe, custodi, fer opem, defende, tuere. 
35 Dee, nos miserans miseros audi, te rogamus. 

Tu removens iram pacem largire benigne. 

Optatam nobis, lesu concede salutem; 

Temperiem nostro . . . aeris .... 

Da terrae fructus nostrae, commercia, victus; 
40 Grando procul fugiat, tempestas nulla fatiget; 

Tu mala cuncta fuga, tu prospera cuncta ministra. 

Pontificem [pie illum nostrum] tu, Christe, tuere. 

Ecclesia per te, de te laetetur, ut inde 

Gaudeat empta tuo plebs sanguine, Christe benigne. 

Collect. ms. incert. origin. saec. ^®/ii, Cod, BeroUnen, VIIlo 155. — 4 
Tu nostris. — 12 iuvamen opes (gegen den Binnenreim). — 24 Ut nobis. — 
40 Grana. — 42 Porticipem. — Der Schlufs der ohnehin stark beschadigten 
Dicbtung ist nur noch stellenweise lesbar: „. . . largire perennem . . . ro- 
gamus . . . et parce redemptis . . . audi, iam parcito nostri. Christe exaadi 
nos. Kyrie eleison." 

Soweit die Distichen reichen (bis Vers 30), zeigt der Pentameter stets 
Binnenreim. — Die Dichtung ist eine bisher unedierte. 



134. In sanctae Agathae. 

1. Martyris, ecce, dies Agathae 
Virginis emicat eximiae, 
Qua sibi Christus eam sociat 
Et diadema duplex decorat. 

2. Stirpe decens, elegans specie, 
Sed magis actibus atque fide, 
Terrea prospera nil reputans, 
lussa Dei sibi corde ligans, 



Fortior haec trucibusque viris 
Exposuit sua membra flagris; 
Pectore quam fuerat valido, 
Torta mamilla docet patulo. 



n. De Sanctis. — B. Hymni de Sanctis Proprii. De s. Agatha. 157 

4. Deliciae cui carcer erat, 
Pastor ovem Petrus hic recreat; 
Inde gavisa magisque fiagraos 
Cancta fiagella cucurrit ovans. 

5. lam renitens quasi sponsa polo 
Pro miseris supplicet Domino, 
Sic sua festa coli faciat, 

Se celebrantibus ut faveat. 

6. Ethnica turba rogum fugiens 
Huius et ipsa meretur opem; 
Quos i^dei titulus decorat, 

His Yenerem magis ergo premat. 

7. Gloria cum patre sit genito 
Spirituique perinde sacro; 
Nunc Deus unus et omnipotens 
Hanc memorum faciat memorem. 

Hymn. ms. Casinense saec. 10. Cod. Casinen. 506. A. — Brev. ms. Ca- 
sinense saec. 11. Cod. Vindobonen. 1106. B. — Hyran. ms. Beneventanum 
saec. 10. ex. Cod. Vatican. Ottob. 145. C. — Brev. ms. S. Sofiae Beneventanae 
saec. 11. Cod. Vatican. 4928. D. — Hymn. ms. Severinianum saec. ^^/ii. 
Cod. Vatican. 7172. E. — Hymn. ms. Severinianum saec. *^/ii. Cod. Parisin. 
1092. F. — Hymn. ms. Farfense saec. ^®/ii. Cod. Turicen. Rhenov. 91. G. 
— Brev. ms. Farfense saec. 11. Cod. Turicen. Rhenov. 82. H. — Hymu. 
ms. Veronense saec. ^®/ii. Cod. Capit. Veronen. CIX (102). I. — Psalt. ms. 
Veronense saec. 12. ex. Cod. Capit. Veronen. CVIII (101). K. — Psalt. et 
Hymn. ms. Monasticum (Italicum) saec. 12. in. Cod. Capit. S. Petri in Vati- 
cano D 156. L. — Brev. ms. lanuense saec. 15. Cod. Parisin. 10486. M. 

Brev. ms. Benedictinum (Italiae septentr. aut Galliae meridion.) saec. 10. 
ex. Cod. privat (Hiersemann). N. — Psalt. et Hymn. ms. Marchianense saec. 
(9. et) 10. Cod. Duacen 170. add. saec. 11. ex. O. — Hymn. ms. Moissia- 
cense saec. 10. Cod. Rossian. VIII 144. add. saec. ^Vi2. P. — Hymn. ms. 
Corbeiense saec. 11. Cod. Ambianen. 131. add. saec. 13. Q. — Grad. et 
Antiphon. ms. Nivemense saec. 12. Cod. Parisin. Nouv. acq. 1235. R. — 
Brev. ms. Sollemniacense saec. 13. Cod. Londinen. Harl. 2928. S. 

Brev. ms. Hispanicum saec. ^Vi2. Cod. Londinen. Add. 30848. T. — 
Hymn. et Sequent. ms. Fredeslariense saec. 11. ex. Cod. Casselan. theol. 
IVo 25. U. — DKMNQST sind nicht kollationiert. 

1, 2 emicans EF. — 1,3 Quam FHL, Qui R. — 2, 1 elegans facie 
EGHILOR. — 2, 3 TerrenaEF; prosperandi(!) reputans R. — 2, 4 Et iussa 
I. — 3, 1 Fortiter LPU. — 3, 3 fuerit CHR. — 4, 2 Petrus hanc CHP, hinc 
OR, ac L; recreans CEF. — 5, 1 Nam R; renitet G; polum I. — 5, 2 Pro- 
miserit supplices Dominus C; Dominum EFH^L, Dominus H^. — 5, 3 Si 
H2. — 5, 4 foveat BG. — 6, 2 Cuius U; mereatur H; ope G. — 6, 3 titulum 
AG. — 6, 4 Venere L; magis quoque H. — 7, 1 cum fehlt H. — 7, 2 
proinde P. — 7, 3 fehlt P. — 7, 3 Qui Deus B. — 7, 4 Hac B, Ha . . C; 
memorum fehlt P. 

Das schon von Prudentius ffir zwei seiner Hymnen angewendete Alk- 
manische Versmafs -^kj^Akj^kj^- zeigt in vorstehendem Hymnus nur an zwei 
Stellen (4, 3 und 5, 2) einen ^Verstofs" : gftvisa und sDpplicet. Beide wunde 



158 



Pars I. Hymni autiqiiissimi saec. V. — XI. 



Stellen hat CUchtoveus zu heilen versucht, richtiger, durch eine Koiijektur 
eine Art der Heilung in Vorschlag gebracht; fur die erstere: „Servatum 
fuisset legitimum carnien, si sic auctor posuisset: »Laetior inde magisqae 
flagrans«", fiir die letztere: ^Dicere potuisset auctor: »Pro miseris roffita 
Domi7ium« y nisi maluisset consonantiam finalem illius carminis cum prae- 
cedente gervare." — Nicht lange nach Clichtoveus nahm Georgius Fahrimi 
in seine Sannmlung „Poetarum veterum ecclesiast. opera" (Basileae 1572) auch 
den Agathahymnus als Dichtung des Papstes Damasus auf und fagte die 
Coniectur des Clichtoveus einfachhin dem Texte ein, hatte aber dabei die 
Kiihnheit, zur Wahrung der „Consonantia finalis" Vers 5, 2 noch weiter 
umzumodeln : „Pro misero rogita Damaso^. Das der Ursprung jener Mysti- 
fikation , auf die nicht wenige , wie die Herausgeber der Opera Damasi, 
Sarazanius und Bivinus^ und andere dreinfielen. Man lese z. B., wie Kamer 
(Beitr. zur Gesch. und Erklarung der altesten Kirchenhymnen^ , p. lOoff.) 
den willkurlich von Fahricius in Umlauf gesetzten Vers zu verteidigen nnd 
aus ihm Kapital zn schlageu sucht. — Wie dieser Vers, so ist uberbaupt 
die Autorschaft des Papstes Damasus, welche fiir diesen und den Andreas- 
Hymnus „Decu8 sacrati nominis^ (Anal. Hjrmn. XXVH, 132) beansprucht 
wird, eine haltlose Erfinduug. 

Beachtenswert ist, dafs die dltesten franzosischen Quellen (OPQ) den 
Hymnus als nachtragliche Zuschrift aus dem Schlufs des rll. Jahrh. oder 
noch spateren Datums enthalten, wahrend alle alten italienischen Quellen, 
unter denen jene von Monte Cassino, Benevent und Neapel hervorragen, ihn 
schon im Korpus aufweiseu. Suditalien und Sizilien ist ja auch das u^ 
spriingliche Hauptrevier des Kultus unserer Heiligen. Dort diirfte auch die 
Urstatte des Hymnus zu suchen sein. — Man vgl. weiter unten den im 
gleichen Versmafs gebauten Hymnus auf Gregorius «iVacsWis egregii merita!^ 
(Nr. 157), der gleichfalls aus Italien stammt und „Emicat alma dies Domino'^ 
(Nr. 193). 



135. In sanctae Agathae. 



1. Agathae, sacrae virginis, 
Diem festnm colimus, 
In quo devicto tyranno 
Psalmam sumit martyrii. 



Sisti iubet martyram 
Suis tribunalibus 
Et eam sic adloquitnr, 
Ut diis cervicem flecteret. 



Qnintianus tyrannus, 
Consularis Siciliae, 
Audiens famam virginis 
Fremere coepit invidus ; 



Sed dnm nil valet insania, 
In mammam torqnet virginem 
Et testas acatissimas 
Igni succensas adhibet. 



3. Vitiorum affectibus 

Mentem vexabat invidam, 
Ut Deo dicatam virginem 
Rabido ore perimeret. 



7. Cuins mendendis artubus 
Sanctus adest apostolns, 
Qui verbo cnrat vnlnera, 
Quae tyrannns infixerat. 



4. Statim assunt miseri, 
Eius qui vellent pandere 
Eeligionem sanctissimam, 
Quam tenet ab infantia. 



Debinc ad sepulcrum veniens 
luvenis splendidissimus 
Mentem sanctam praedicat 
Patriaeqne salutem plarimam. 



n. De Sanctis. — B. Hymni de Sanctis Proprii. De s. Agilo. 159 

Psalt. et Hymn. ms. Ambrosianum saec. 10. Cod. Vaticau. 83. A. — 
salt. et Hymn ms. Ambrosianum saec. 10. Clm. Monacen. 343. B. — Ma- 
lale «18. Mediolanense saec. 10. Cod. Ambrosian. T 103 sup. C. — 
anualc ms. Mediolanense anni 1188. Cod. Ambrosian. A 189 inf. D. — 
ntiphon. ms. Mediolanense saec. 12. Cod. Ambrosian. A 1 inf. E. — Brev. 
s. Vallis Travagliae saec. 11. Cod. Capit. Mediolanen. 155. F. — Psalt. 
; Hymn. ms. S. lacobi de Pontida saec. 11. Cod. Vatican. 82. G. 

Hymn. ms. Monasterii Parisiensis saec. 12. Cod. Colmarien. 442. H. — 
ymn. ms. S. Coronae saec. 14. in. Cod. Pragen. I G 17. I. — Diurn. ms. 
isterciense saec. 14. Cod. Admonten. 876 a. K. — Antiphon. ms. Hilariense 
tec. 14. Cod. Hilarien. 1 (1). L. — Brev. ms. Speciosae Vallis saec. 14. 
od. Stuttgardien. I Asc. 150. M. — Brev. ms. Lucidae Vallis saec. 14. 
od. Carolsruhan. Licht. 34. N. — Von diesen Cistercienser-Ji&ndschriften 
i — M) schien es hinreichend, vergleichsbalber nur H u. N zur Kollation 
^ranzuziehen. 

1, 4 sumpsit D; martyrium AE, martyrio F. — 3, 3 sacratam H^. — 
, 1 assunt ministri HN. — 5, 1 martyraem E, martyrem HN; hic 
[^orrektur) martyram D; zur Form „martyram" cfr. Nr. 144, Str. 11, 2: 
nartyra", das der Reim sichert. — 5, 2 Suis pro D (Korrektur). — 5,4 
t dis G. — 6, 2 mamma CDHN. —/7, 4 inflixerat CHN. — 8, 3 praedicans 
D. — Als Doxologie fugen FHN bei: Gloria tibi Domine. — Mit Str. 5 
3ginnen H etc. eine Divisio. 

Abermals die Erscheinung, dafs ein alter „Mailander" bei den Cister- 
ensem lange fortlebt; auch im gedruckten Cistercienserbrevier (anni 1494 
ad spateren Datums) findet sich noch vorstehender Hymnus. 



Anni revolvens circulus 
Festum redncit militis, 
Qni est ob agiles motus 
Vocatns inre Agilns. 



In sancti Agili Besbacensis. 
6 



Astitit Christus famulo 
Fesso iam longo senio, 
Quem pius pater Agilus 
Voce precatur supplici: 



Qnem tulit sangnis nobilis, 
Sed fides anxit meritis; 
Omittens fastum saecnli 
Christo adhaesit principi. 

Attingens annos pnberes, 
Actus exercens celebres, 
Qnalis exstabat pectore, 
Mox patefecit opere. 



7. „Memento mei, Domine, 
Quem redemisti sanguine, 
Fac me tuornm. concivem 
Gaudiorumque consortem. 

8. Tu, vere pastor ovium, 
Gregem istum continue, 
Pro quo affixns es ligno, 
Restitne paradiso." 



Furenti in se iuveni 
Signum crncis opposuit, 
Cui statim manns amit, 
Quam sanam sanctns reddidit. 

Christnm in forma pauperis 
Suis snbvexit nmeris; 
Tali donatus mnnere 
Christo portatur baiulo. 



9. lam nunc coniunctus intimis 
Sacer sanctorum gaudiis, 
Nostri memor assidue 
Esto, pater sanctissime. 

10. alma, Deus, trinitas 
Ycnerandaque nnitas, 
Largire tuis servulis 
Aeternis frui praemiis. 



160 P*rs I. Hjrmni antiquissimi saec. V. — XI. 

Collect. ms. Cluniacense(?) saec. 10. (11. et 12.) Cod. Vatican. Begin. 
493. — 2, 2 fides hausit. — 2, 3 Obmittens (b uber O) fastu. — 3, 2 
caelebres. — 4,1 Furente. — 8, 4 Restituae. — 9, 3 assiduae. — Die Ab- 
schrift dieses bisher unedierten Hymnus besorgte giitigst Bannister. 

137. In sancti Agnelli Neapolitani. 

Hymnus Petri Subdiaconi. 

Plaude, beate Pater, caelesti munere saeptus, 

Plausibus angelicis, plaude, beate pater. 
Sit tibi summus bonor, caelestis gloria perpes, 

Sat qnia mira patras, sit tibi summus honor. 
5 Ergo, beate nimis, precibus deposce tonantem 

Pro gregis offensis, ergo, beate nimis, 
Funde preces placidas, devote, funde, precamur, 

Noxia pellendo funde preces placidas. 
Parthenopes populnm defende ab hoste maligno, 
10 Protege, conserva Parthenopes populum. 
Pessimus ille draco fngiat nec saeva propinet 

Fraudibus haud noceat pessimus ille draco. 
Coetus et angelicus caelestia sceptra ministret, 

Signa salutis, opem, coetus et angelicus 
15 Intus et exterius tueatur munere Cbristi, 

Gaudeat, exsultet intus et exterius, 
Quo valeant famuli famulari cnnctipotenti 

Cantica dando Deo, quo valeant famuli. 
Gloria, Christe, tibi qui patras tanta potenter, 
20 Qui bona cuncta facis, gloria, Cbriste, Ubi. 

Ughelli, Italia sacra, VI (Romae, 1659), p. 80. Aus dem Liber inira- 
culorum s. Agnelli des „Petrus Hypodiaconus s. Parthenopensis ecde^o^) 
der um 890 schrieb; mit der Quellenangabe : „Ex codice Card. S. SeverinM 
exscriptum." — Unmittelbar voraus geht eine metrische Beschreibang ^^ 
Miracula, beginnend mit „Laudem (Jhriste tibi persolvat terra. polustpi^ 
(Ughelli 1. c, col. 77 sqq.). Am Schlufs derselben nennt sich der Dichter: 

Haud ego iam Petrns dublto percommoda lucis 
A Domini famulo, cuius miracula sacra 
Versibus ac prosis deprompsi famine digno. 
Sed tua plura loqui veniam da, sancte, precamur, 

Sit quoque sic (Ughelli: sit) finis, sed tua plura loqui. 

Dieses Distichon nach Art jener, die u. a. Wolstan von Winchester (vgl- 
Nr. 142) liebt, fiihrt iiber zum obigen Hymnus, den Ughelli nicht getrennt 
hervorhebt. Man vgl. den Hymnus auf Martinus Martius (Nr. 177). 

138. In sancti Ambrosii. 

1. Miraculum laudabile 2. Ambrosium, vatem magnani, 
Canite omnes populi, Praedestinatum a Deo 

Quod datum est ecclesiae Tempore, quo diabolus 

Fluctuanti in saeculo, Foedaverat templa Dei. 



n. De Sanctis. — B. Hymni de Sanctis Proprii. De s. Ambrosio. 161 

3. Xristus, qui nunquam deserit, 7. Arrii perfidia 

Quos suo redemit sanguine, Purgatnr de ecclesia; 

Direxit virum inclitum., Cuncta concrepant agmina, 

Ut Arrium destrueret. Nec desunt Christi munera: 

4. Infulas dum gerit saecli, 8. Nox taetra cedat lumini, 
Adquisivit paradisi; Confundantur haeretici, 
lus dnm portat gladii, Adest tantum piissimus, 
Suscepit evangelii. Qni purget mentes infidas. 

5. Hysterinm incognitum: 9. Uirtus ex alto data est 
Altissimus qnem noverat, Ambrosio in baptismo; 
Nondum ablutus lavacro Statim, nt renatus est, 
Pontifex eligitur. Coepit fugare daemonei?. 

6. Ingressus est ecclesiam 10. Suscepit ecclesiam, 
Plebem sedare turbidam; Gubernavit intrepidus, 
Cunctorum ora conclamant Confessdr esse meruit, 
Ambrosium episcopum. Dum Arrianis non cedit. 

Martyrol. et Hymn. ms. Modoetinum(?) saec. 9. Cod. Capit Veronen. 
XC (85). A. — Psalt. et Hymn. ms. Ambrosianum saec. 10. Cod. Vatican. 
83. B. — Psalt et Hymn. ms. Ambrosianum saec. 10. Clm. Monacen. 843. 

C. — Manuale ms. Mediolanense saec. 10. Cod. Ambrosian. T 103 sup. 

D. — Manuale ms. Mediolanense anni 1188. Cod. Ambrosian. A 189 inf. 

E. — Antiphon. ms. Mediolanense saec. 12. Cod. Ambrosian. A 1 inf. F. — 
Psalt. et Hymn- ms. S. lacobi de Pontida saec. 11. Cod. Vatican. 82. G. — 
Brev. ms. Vallis Travagliae saec. 11. Cod. Capit. Mediolanen. 155. H. — 
Hymn. ms. Ambrosianum saec. '*/i6. Cod. Vatican. 4754. I. 

1, 1 laudabilem A. — 1, 3 est fehlt I. — 1, 4 a saeculo I. — 2, 1 Am- 
brosius vadis A.^ — 2, 2 Praedestinato A. — 2, 3 quod A, — 2, 4 Feta- 
verat A. — 3,2 Quod suum redimit sanguinem A. — 3, 3 inclidum A. — 
4, 1 saeculi A. — 4, 2 paradisum A. — 4,3 lustum portant A. — 4, 4 
evangelium A. — 5, 2 quod BCEGHI, quo noverat F. — 5, 4 
Pontifex erigitur A; Et pontifex C (Korrektur, „Et" uber der Zeile nach- 
fietragen). — 6, 1 ecclesia A. — 7, 3 concrepunt A. — 8, 2 heredici A, — 
8, 3 Adstantes piissimus A. — 8, 4 purgit mentis infida A. — 9, 2 Ambro- 
sium in baptismum A. — 10, 1 ecclesia A. — 10, 2 Govemavit A. — Als 
Doxologie ffigt D bei: Gloria tibi Domine. — Titel in B: „Hymnus sancti 
Ambrosii^; in A: ^Himnum sancti Ambrosii.^ 

Dieser Hymnus scheint nicht in die Oistercienser-BreyierG gewandert zu 
sein (vgl. Bemerkung zu Nr. 135). Wohl aber begegnen wir ihm im Brev. 
ms. Franciscanum saec 15. Cod. Parisiu. «760. Ebenso enthalt ihn das Brev. 
sec. ritum patriarchalem Comensis ecclesiae imp. Comi 1519 (et 1528). Das 
Rep. Hymn. (Nr. 11578) nennt ferner ein Brev. Foroiuliense imp. 1495 und 
Brev. Humiliatorum imp. 1483. (In letzterem nach Str. 5 Divisio.) 

Das Akrostichon gibt den Namen „Maximianus". Man mochte ver- 
muten, es sei der Name des Dichters. Aber, welcher Maximian? Da mehrere 
Hymnen der alten Mailander Hyiiinare (BCD etc.) im Stile sich auffallend 
gleichen (ungewohnte Redewendungen , Unebenheit der Silbenzahl in vielen 
Versen, uberhaupt ling^a rustica), so ist Maximianus vielleicht der Dichter 
mancher dieser Hymnen. Darum ware es doppelt wertvoll, Naheres iiber 
diesen Mann in Erfahrnng zu bringen. — Man vgl. in der Einleitung dieses 
Bd. die Bemerkungen zum Cod. Veronen. XC. 

Blume, Thesauri hymnologici Hymnarium 11 



1(52 P**^ !• Hymni antiquissimi saec. V. — XI. 



139. In saiicti Andreae Apostoli. 

1. PostPetrum,primumprincipem, 5. Fallax ad patibulnm 
Andreas est apostolas Qnasi ad solvendnm properat. 
Salutis verbum praedicans Devotus martyr in poenis 

In Achaia provincia. Orat, ne artioribns 

2. Captus in Patra oppido 6. Loris resolvat impins; 
Traditur diro carceri, Divinis indeptus muniis. 
Ferali poena caeditur; Frater instigat inrgiis 
Tortor callet vesania. lustisque querimoniis: 

3. Dilaniatus ictibus 7. „Eant tecum, quae tna snnt, 
Ligno crucis suspenditur, Aegea, tu durissime!" 
Biduo vivens non cessat Completa eius passio 
Fidem docere populum. Devicto hoste callido. 

4. Clamor plebis attollitur, 8. Imploret ergo meritis 
Carus Deo exposcitur, Suis pro nostris actibns, 
Eeddi iustus et innocens Ut mereamur consequi 
Sanctus et bonus poscitnr. Sancta in fine praemia. 

Martyrol. et Hymn. ms. Modoetinum (?) saec. 9. Cod. Capit. Veronen. 
XC (85). A. — Psalt. et Hymn. ms. Ambrosianum saec. 10. Cod. Vatican. 
88. B. — Psalt et Hymn. ms. Ambrosianum saec. 10. Clm. Monacen. 343. 

C. — Manuale ms. Mediolanense anni 1188. Cod. Ambrosian. A 189 inf. 

D. — Antiphon. ms. Mediolanense saec. 12. Cod. Ambrosian. A 1 inf. E. 
— Brev. ms. Vallis Travagliae saec. 11. Cod. Capit. Mediolauen. 155. 
F. — Psalt. et Hymn. ms. S. lacobi de Pontida saec. 11. Cod. Vatican. 
82. G. — Brev. ms. Ambrosianum saec. 11. Cod. Modoetin. C 14/121. H, 

Hymn. ms. Casinense saec. 17. Cod. Casinen. 506. I. — Hymn. ms. 
Veronense saec. ^^/ii. Cod. Capit. Veronen. CIX (102). K. — Hymn. ms. 
Severinianum saec. '®/ii. Cod. Vatican. 7172. L. — Hymn. ms. Farfense saec 
^®/ii. Cod. Roman. Vitt. Eman. 175 (Farf. 4). M. — Hymn. ms. Farfense 
saec. '^/ii. Cod. Turicen. Rhen. 91. N. — Brev. ms. Farfense saec. 11. Cod. 
Turicen. Ehen. 82. O. — Hymn. ms. S. Sofiae Beneventanae saec. 11. Cod. 
NeapoUtan.'VI E 43. P. 

Hymn. ms. Monasterii Parisiensis saec. 12. Cod. Colmarien. 442. Q. — 
Antiphon. ms. S. Coronae saec. 13. Cod. Pragen. XII C 7 a. add. saec. 
14. in. — Dium. ms. Cisterciense saec. 14. Cod. Admonten. 876 a. R. — 
Antiphon. ms. Hilariense saec. 14. Cod. Hilarien. 3. S. — Collectar. et 
Capitular. ms. Hilariense saec. 14. Cod. Hilarien. 48. T. — Antiphon. ms. 
Lucidae Vallis saec. 13. Cod. Carolsruhan. Licht. 5. U. — Brev. ms. Cister- 
ciense saec. 13. Cod. Darmstadien. 1012. X. — Aus dieser Gruppe der 
Cistercienser-Q,ne\\en (Q— X) habe ich nur Q u. U kollationiert; femer sind H 
und L nicht verglichen. 

1, 2 Andreas e.ystat MNO. — 1,3 verbo N. — 1, 4 Agaia. A. — 2, 1 
Patras AIKMNOP. — 2, 2 Truditur KMNOP; carcere AIKMNOP. — 2, 3 
Foerali BCDEF. — 2, 4 Turtur calit vesanior A; calet DEGINP. — 3, 1 
Dilaniatur A , Dilaniatis F. — 3,2 Lignum A. — 3,3 Biduum A. — 3, 4 
Fide A. — 4, 1 plevis A. — 4, 2 Caro A. — 4, 3 Reddens A, Reddit O*. — 
4, 4 quaeritur O. — 5, 1 Falanx O; Subiekt ist hier Aegeas^ Prokonsul 
von Achaia, der auf das dringende Bitten des Volkes hin (Str. 4) zum Scheine 



II. De Sanctis. — B. Hymni de Sanctis Proprii. De s. Andrea. 163 

(„fallax") dem Kreuze sich nahert, als oh er die Fesseln losen wolle; — 
Crudelis ad pativolum A, Fallax tunc ad IKMOP. — 5, 2 ad fehlt AIKMOP. 
— 5, 3 pena A. — 5, 4 Ora A. — 6,1 Lores A. — 6, 2 intemptis mo- 
neis A; Divinum indeptum IP, Divinis deptus nominisK; in deptus BCEFM 
(zu „indeptus" = ^adeptus** cfr. Forcellini s. v.). Ob „muniis" oder „munus" 
in den Hss. zu lesen war, vermag ich nicht zu entscheiden; ich habe regel- 
mafsig ^mimus" geleseA, aber der Kontext verlangt wohl „muniis" : ^Durch 
gottlichen Beistand erlangte er (Andreas) es,'' dafs namlich die Fesseln nicht 
gelost werden konnten. — 6, 2 ^Frater" ist der Bruder des Prokonsuls Ae- 
geas ; Fratres A ; gurgeis A. — 6, 4 querunt moneis A. — 7, 2 Aegeatha (tu 
fehlt) ABCDEFGQ; Egeati U; Aegea crudelissime I; durissima BCE, di- 
rissime ADGQU. —7,3 Impleta IKMNO, Impletur P. — 8, 3 Mit „Ut 
me . . ." schliefst N (Text ist nicht ausgeschrieben). — 8, 4 finem AK. — 
Als Doxologie folgt in IKOP: Deo patri; in M: Praesta pater; in Q.: Gloria 
tibi. — In Q nach Str. 4 Divisio, 

Es tritt deutlich hervor, wie vom Text der Mailandischen Quellengruppe 
(B — ^H) und der Cisterciensischen (Q— X) jener der allgemein-italienischen 
Gruppe (I— P) stellenweise gleichmafeig abweicht. — Im Rep. Hymn. sind 
unter Nr, 15179 auch einige gedruckte Breviere des 15. und 16. Jahrh. als 
Quellen namhaft gemacht. 



140. In sancti Andreae Apostoli* 



1. Lans angeloram inclita, 
Spes conditornm unica, 
Lnmen, Dens, de Inmine, 
Tu nos ab alto respice, 

2. Nobis secundans hunc- diem, 
Apostoli sollemnia 
Andreae, cuius per orbem 
Clara micat confessio, 

3. Qna te redemptorem saecli 
Verbo probavit fidei 

Pro te trusus ab Aegea 
Taetri carceris in ima. 



4. Dehinc caesus scorpione 
Sub septeno ternione, 
Nexus cruci per biduum 
Pendens docuit populum. 

5. Sic eius aeterno, Christe, 
Clarificatum lumine 
Spiritum sumens in pace 
Caeli locasti in aethere. 

6. Cuncti cui proclamemus: 
Andrea, succurre pius. 
Quo pro nobis exorante 
Memento nostri, Domine. 



Laus et honor tibi, Christe, 
Una cum regnante patre 
Almoque simul fiamini, 
Uni sub trino nomine. 



Hymn. ms. Veronense saec. *^|ii. Cod. Capit. Veronen. CIX (102). A. — 
Matutin. mg. Admontense anni 1080. Cod. Admonten. 18. B. — Hymn. et 
Pros. ms. Fredeslariense saec. 11. ex, Cod. Casselan. theol. IVo 25. C. — 
Hymn. ms. Rhenoviense saec. 12. in. Cod. Turicen. Rhen. 129. D. — Brev. 
ms. S. Petri Salisburgensis saec. 12. Cod. Petrin. a V 24. E. — Brev. ms. 
Pruvningense saec. 12. Cod. Vindobonen. 1826. F. — Brev. ms. Pruvningense 
saec. 12. Clm. Monacen. 23037. G. — Hymn. ms. Germanicum saec. 12. 
Cod. Londinen. Add. 18301. H. — Psalt. et Hymn. ms. Aquilegiense saec. 
**/i8. Cod. Archiep. Utinen. fol. 18. I. — Psalt. et Hymn. ms. Mosacense 
saec. 13. Cod. Archiep. Utinen. fol. 13. K. — Brcv. ms. Hospitalcnse saec. 

11' 



1(54 Pars I. Hymni antiquissimi saec V. — ^XI. 

13. Cod. Paulan. 27. 5. 1. (ol. Hosp. memb. 320 a). L. — Brev. ms. Grengi- 
bacense saec. 13. Cod. Carolsruhan. Geo. 22. M. — Trop. et Hymn. ms. 
Rhenoviense (? Sang^allense) saec. 11. in. Cod. Turicen. Rhen. 97. add. saec 
''/i4. N. — Brev. ms. S. Georgii Pragensis saec. 14. in. Cod. Pragen. I G 
17. O. — Hymn. et Antiphon. ms. S. Georgii Pragensis saec. 14. Cod. Pragen. 
XII E 15. P. — Brev. ms. Sanblasianum saec. 14. Cod. Paulan. 25. 2. 34. 
(ol. Sanblas. memb. 50). Q. — Hymn. ms. Germanicum saec 14. Cod. 
Londinen. Arund. 340. R. — Brev. ms. Emmeramense saec *'/i4, Clm. 
Monacen. 14741. S. — Brev. ms. Emmeramense saec 14. Clm. Monacen. 
14771. T. — Brev. ms. Emmeramense^) saec 15. Cod. Lambacen. CLXIX. 
U. — Brev. ms. Turicense saec. 15. Cod. Sangallen. 526. X. — Hymn. ms. 
Corbeiense saec 11. Cod. Ambianen. 131. Y. — R — Y sind nicht koUationiert 

2, 1 scandens(?) O; hac die C. — 2, 2 soUemnio D. — 2, 4 Clara mica 
O. — 3, 1 te fehlt AL (in L ausradiert); sseculi AFLQ. — 3, 2 Verbum 
Q. — 3, 3 Per te E. — 3, 4 Tretri N. — 4, 3 pro biduum(!) Q. — 5, 1 
Hic LQ ; aeterne C. — 5, 3 Spiritum fiindens L. — 5, 4 in aethra A, aethera 
DLMN. — 6,3 exorante fehlt Q. — 6, 4 nostri fehlt IT. — 7, 1 tibi sit 
Christe AL. — 7, 2 Sit cum M. — 7, 3 flamine L. — 7, 4 nomini M. 

Wahrend in allen Strophen Vers 1 mit 2 und Vers 3 mit 4 durch Asso- 
nanz verbunden ist, weicht Str. 2 von dieser Regel ab. In alteren Hymnen 
ist ofters eine solche Unregelmafsigkeit zu beobachten. — Scheinbar ging 
dieser Hymnus nicht in gedruckte Breviere uber. Sein Ursprung durfte 
Deutschland und zwar SiiMeutschland sein; dort war jedenfalls vorwiegend 
das Gebiet seines liturgischen Lebens. Dem gegenuber sind Quelle A und T 
beachtenswert. — Die erste Strophe ist in einem Stundenliede des 15. Jahrh. 
auf die Engel fur die Non verwendet worden (Anal. Hymn. XXX, 88). 



141. In s. Angnstini Cantnariensis. 

Ad Vesperas. 
Eymnus Wohtani Wintoniensis. 

1. Caelestis anlae nobiles 4. Non de carnali semine, 
Mundique recti principes Sed spiritali vimine 
Concorditer ferant Deo Emisit, ut Christi decns 
Laudum tropaea procluo, Conferret acris plebibus. 

2. Qui maxima clementia 5. Qnod ut peregit omnibns 
Genus humanum tartara Deo iuvante nisibus, 
Terendo vitae reddidit Vocatur ex tholis, poli 
Et, ut banc sciret, indidit. Ut collocetur angelis. 

3. Apostolos nam colligit, 6. Hinc te precamur, artifex 
Gregorius de quls venit, Optime rerum, supplices, 
Qui filium dat Anglicis Ut buius ore militis 
Augustinum fanaticis. Tuis tuum des servnlis. 

7, Sit gloriae nitor patri, 
Sit filio lux et iugis, 
Sit procedenti flamini 
Ab his venustas luminis. 



n. De Sanctis. — B. Hjmni de Sanctis Proprii. De s. Augostino Cant 165 

Hymn. ms. Wintoniense saec. 11. Cod. Capit. Dunelmen. B III 32. — 
1, 2 principis. — Diesem nnd den beiden folgenden Hymnen ist in der Hs. 
keine anglosachsische Interlinear-Version beigefogt. — Die Sprache dieses 
schwongYolIen HTmnus ist charakteristisch; liest man die beiden folgenden, 
80 leuchtet ein, dafs alle drei aus gleicher Feder stammen. Wessen Dichters ? 
Wegen der Provenienz des Hymnars vermuten wir ihn in Wtnchestery wo 
allein dem Anschein nach dieser Hymnus liturgisch verwertet wurde. Die 
Vermutung wird zur moralischen Qewifsheit, wenn wir den folgenden Hymnus 
naher prufen und ihn mit den Hjmnen Wolstans von Winchester ver- 
gleichen (s. dieselben Anal. Hjmn. XLVin, S. 9 ff.). Die Grunde, welche 
jene dort mitgeteilten Hymnen dem Wolstan als Dichter zusiehem (ausfuhrlich 
habe ich dieselben erbracht im Sitzungsberichte der ks. Akademie der 
Wissensch. in Wien, Phil. Hist Kl., Bd. CXLVI, Heft lU), gelten in mancher 
Hinsicht auch far diese drei Hymnen. 



142. In s. Angnstini Cantnariensis. 

Ad Nocturnam. 

Hymnus Wolstani Wintoniensis. 

1. Summa Dei bonitas, caeli qnae saepta gnbernas 

Qnaeque solnm firmas, snmma Dei bonitas, 

2. Landibns eximiis da Angnstinnm resonemns, 

Qnem pie sanxisti landibns eximiis. 

3. Inre salntifero Bomae qni nascitnr arci, 

Nascimnr et qno nos inre salntifero. 

4. Clams in orbe viget; quod contnlit ille, dicasti, 

Quoqne polis renitet, clams in orbe viget. 

5. Hnins ob alloqninm nobis miserere, precamnr, 

Commoda qnaeqne para hnins ob alloqninm. 

6. Imperet ista dies, mnndemnr nt actibns imis, 

Deinde salntis opes imperet ista dies. 

7. Gloria magna patri, semper tibi gloria, nate, 

Cnm sancto spiritn gloria magna patri. 

Hymn. ms. Wintoniense saec. 11. Cod. Capit. Dunelmen. B III 82. 
V^l. die Note zum yorhergehenden Hjnmus. 



143. In 8. Angnstinl Cantnariensls. 

Ad Matutinas. 

Hymnus Wolstani WvrdoniensiH. 

. Aveto, placidis praesnl amabilis, 
Aveto, celebri lande notabilis, 
Aveto, salnbri Ince capabilis, 
Angnstine placabilis. 



166 Pars I. Hymni antiquissimi saec. V. — XI. 

2. Nobis ista dies snmptibns innnit, 
Quid tn, quts opibus fiorueris situs, 
Cum terris redolens infima presseris, 

Augustine placabilis. 

3. Tu factis renitens voceque praeminens, 
Tu donis rutilans atque Deo placens, 
Tu mundum retinens astrave possidens, 

Augustine placabilis. 

4. Non horror nivei tramitis obstitit, 
Non gressu tepuit aequoreum iecur 
Te, quem forma boni ediderat sibi, 

Augustine placabilis. 

5. lam pastor superis indite gazulis, 
Flexis poplitibns cum prece poscimus, 
Assis quo clipens noster in omnibns, 

Augustine placabilis. 

6. Exhinc subveniat digna precatio 
In sublime tuis perpete servulis, 
Quos nutrire studes fastibus aetheris, 

Augustine placabilis. 

7. Assit his genitor atqne potens Deus, 
Aptet Christus et haec patre Deo Deus, 
Cum flatu patrio, quo regimnr Deo, 

Angustine placabilis. 

Hymn. ms. Wintoniense saec. 11. Cod. Capit. Dunelmen. B III 32. — 
7, 1 Assis. — Stevenson (p. 101) hat das Versmafs verkannt. — Vgl. die Note 
zum Hymnus Nr. 141. 



144. In sanctae Barbarae. 

Hymnus Petri [Sub]diaconi(?). 

1. Exsultet orbis machina, 3. Est orta claro sangnine 
Snrgant ubique gaudia; De harhara propagine, 
En, virgo vicit proelium Ad hoc vocata ^Barbara^, 
Cepitque regni praemium. Sed plena Christi gratia. 

2. Dci sortita filium 4. Hoc namqne snrsum proflua 
Fert virginale lilium Signabat undae copia 
Rosisque vernat martyris Oborta siccis balneis 
Cmore tincta sanguinis. Ad gratiam baptismatis. 



II. De Sanctis. — B. Hymni de Sanctis Proprii. De s. Barbara. 167 

6. Fidem fenestra prodidit, 9. Per urbem nuda volvitur, 

Qnam propter ipsam condidit, Sed nuditas mox tollitur ; 

Divina sit quod trinitas Ab aethre palla mittitur, 

Et una sit divinitas. Qua virgo circumcingitur. 

6. Oves in saxa verterat 10. Ad haec, ut mente corruit, 
Nec proditorem laeserat; Extrema iudex protulit; 
Cucurrit ad certamina Parens, mactator unicae, 
Ad multa sicut gaudia. Perit superno fulmine. 

7. In latomis et stipite 11. Precamur, virgo Barbara, 
Confligitur cum virgine Deo dilecta martyra, 
Item squalente carcere Tuis laetos sollemnibus 
Et ungularum carmine. Polorum iunge sedibus. 

8. Sed vis virilis pectoris 12. Deo patri sit gloria 
Illata ridet deforis Eiusque soli filio 
Nec damna curat verberum Cum spiritu paraclito 
Yicem retractans munerum. Nunc et per omne saeculum. 

Hymn. ms. Farfense saec. '®/ii. Cod. Turicen. Rhen. 91. — 1, 2 Surgat. 
— 4, 2 Signabat inde. — 5, 1 prodiit. — 6, 1 Tues (falsche Initiale). — 

7 , 4 Carmen = «Instrumentum ferreum acutum , quo lana carpitur" v. For- 
cellini. — 8, 3 verberum fehlt. — 10, 3 mactator ? kaum lesbar. — Von der 
Doxologie nur Anfang: Deo patri. Titel: ^Hymnus in s. Barbarae editus a 
PetroDiacono". Ist diese Angabe glaubwiirdig, so erhebt sich die Frage, 
welcher Petrus Diaconus gemeint sein kann. Das Alter der Handschrift 
schliefst den Petrus diaconus von Monte Cassino (12. Jahrh.) aus; Petrus 
diaconus, der 605 zu Rom starb, kann schwerlich in Frage kommen ; Petrus 
diaconus von Pisa (t ca. 799), der wohl eher Petrus Graminaticus zubenannt 
ware, ebensowenig. Ob wir an Petrus subdiaconus von Neapel (saec. ®/io.) 
denken durfen ? Der Hymnus auf Agnellus (Nr. 137) und vorstehender zeigen 
beide eine schwungvolle, rhythmisch und metrisch durchweg gleich korrekte 
Sprache, so dafs beide vom gleichen Dichter sein konnten. 



145. In sanctae Barbarae. 

Hymnus Petri [Sub]diaconi(?). 

1. Virginum virtus, decus et corona, 
Virginis, Christe, tribue tropaeum 
Barbarae nobis reboare sacrum 

Voce sonora. 

2. Germine claro sata, pulcbra vultu, 
Pulcbra sed sancto magis exstat actn, 
Fixa persistens in utrisque rebus, 

Quas rota volvit. 



\QQ Pars I. - Hymni antiquiBsimi saec. V. — XL 

3. Hanc in snpremo peDetrali tarris 
Degentem sampto fidei lavacro 
Christns in sponsam sibimet perenni 

Foedere iunxit. 

4. Andiit Christnm pater nt fatentem, 
Mox taetri cordis rabie coactas 
Hanc meta lapsam seqaitar capitqae 

Ense ferire. 

5. Mons cai vadenti Dominiqae iassa 
Se patens amplas tribait latebras, 
Qaam feras captam genitor in taetro 

Carcere tradit. 

6. Inde millenis lacerata poenis 
Virgo persistit in amore Qhristi 
Gaadet et daros fidei tenore 

Ferre labores. 

7. Praesidis cassus labor ut recessit, 
Caesa crudelis manibus parentis 
Virgo sacrata duplici triumpho 

Scandit ad astra. 

8. Cuius oratu, Deus alme, dele 
Criminum culpas scelerumque sordes 
Terge, possimus tibi quo devotas 

Promere laudes. 

9. Gloria summo iugiter parenti 
Eius et nato resonemus atque 
Pneumati sacro; manet idem semper 

Trinus et unus. 

Hymn. ms. Farfense saec. ^^lit. Cod. Turicen. Rhenov. 91. — 1, 3 roboare. 

— 1, 4 Voces honora. — 3, 1 penetrale. — 3, 4 iunxisset. — 5, 1 Mons eui. 

— 5, 3 feru captam. — 8, 3 tibique devotas. — Durfte vom gleichen Dichter 
sein, wie der vorhergehende Hymnus. 



146. In sancti Benedicti. 

Hymnus Pauli Diaconi mutilus. 

1. Magno canentes annua 2. Qui fulsit ut sidus novnm 
Nunc Benedicto cantica Mundana pellens nubila, 

Fruamur huius inclitae Aetatis ipso limine 

Festivitatis gaudiis; Despexit aevi florida. 



n. De Sanctis. — B. Hymni de Sanctis Proprii. De s. Benedicto. 169 

3. MiracQlonim praepotens, 4. Non ante saeclis cognitam 
Adflatns alto flamine Noctu iubar effulgarat, 

Resplenduit prodigiis Quo totus orbis cernitnr 

Yentura saeclo praecinens. Flammisque subvehi pius. 

5. Sit trinitati gloria» 
Sit perpes et sublimitas, 
Hanc quae lucernam fulgidam 
Donavit nostro saeculo. 

Hymn. ms. Casinense saec. 10. Cod. Casinen. 506. A. — Brev. ms. 
Casinense saec. 11. Cod. Yindobonen. 1106. B. — Hymn. ms. Beneventanam 
saec. 10. ex. Cod. Vatican. Ottob. 145. C. — Brev. ms. S. Sofiae Beneven- 
tanae saec 11. Cod. Vatican. 4928. D. — Hymn. ms. S. Sofiae Beneventanae 
saec. 11. Cod. Neapolitan. VI E 43. E. — Hymn. ms. Severinianum saec. 
*®/ii. Cod. Vatican. 7172. F. — Hymn. ms. Farfense saec. i^/ii. Cod. 
Turicen. Rhen. 91. G. — Brev. ms. Farfense saec. 11. Cod. Turicen. Rhen. 
82. H. 

Hymn. ms. Anglosaxonicum saec. ^^/ii. Cod. Londinen. lul. A VI. (Para- 
phrase) I. — Hymn. ms. Anglosaxonicum (Monasticum) saec. 11. in. Cod. 
Londinen. Vesp. D XII. K. — Collectar. et Hymn. ms. Exoniense (episc. 
Leofric) saec. 11. Cod. Londinen. Harl. 2961. L. — Hymn. ms. Wintoniense 
saec. 11. Cod. Capit. Dunelraen. B III 32. M. — CoUectar. et Hymn. ms. 
Wintoniense(? Vigomiense) saec. 11. Cod. Coll. Corp. Christi Cantabrigien. 
391. N. 

Hymn. ms. Moissiacense saec. 10. Cod. Rossian. VIII 144. O. — Brev. 
ms. Montis s. Michaelis „in periculo maris^' saec. 13. in. Cod. Abrincen. 
39. P. — Dium. ms. Caelestinorum Parisien. saec. 15. Cod. Vindobonen. 
2019. Q. — Hymn. ms. Rhenoviense saec. 12. in. Cod. Turicen. Rhen. 129. 
R. — Brev. ms. S. Petri Salisburgensis saec. 12. Cod. Petrin. a V 24. S. 

— Trop. et Hymn. ms. Rhenoviense (? Sangallense) saec. 11. in. Cod. Turicen. 
Rhen. 97. add. saec. '^/la. T. — Brev. ms. Baigradense anni 1343. Cod. 
Raigraden. D/K I a 17. U. — Hymn. ms. Cellae S. Mariae in Austria saec. 15. 
Cod. Campolilien. 15. X. — DNPQSX sind nicht kollationiert. 

1, 2 Benedicto nunc U. — 1, 3 inclito M. — 1, 4 gaudium M*, gaudio 
M». - 2, 1 Quo O; Sic U. — 2, 3 lumine O, limite FGHIKLMKU. — 2, 4 
aevum floride U. — 3, 1 Oraculoram C. — 3, 2 Adtactus ACHRTU, Ac 
tactus B, A tacto alto M^, Atactus sancto M^; sacro flamine U. — 3, 4 
saecla B, saecli O. — 4, 1 cognitu O. — 4, 2 effulgerat O, effulgorat 
CFGHT*, effulserat EIKLMRU. — 4, 3 Quod totus O. — 4, 4 Et aethera 
conspicitur B, Et etera conspicitur O, Aether atque confieitur C, Hac terra 
conspicitur H , Aether et conspicitur F, Hac sancto flatu vehitur M^, in den 
fibrigen Quellen aufser A: Et haec terra conspicitur. — 5, 1 trinitatis HO. 

— 6, 3 Hac qui luceraa fulgida C, Hacque (Acque H, Atque G) luceraa 
fdlgida FGH, Quae tam luceraam fulgidam RTU; Hanc qui AO; lucema 
folgida O. — 5, 4 Nostro donavit R ; nostrum saeculum C, nostra saecula H. 

Der ganze Hymnus ist ein Cento ausidem Hymnus „Fratre8 alacri pectare^ 
des Paulus Diaconus (Anal. Hymn. L, 118), der aus 16 Strophen besteht. 
Nur die zwei Anfangsverse sind hier geandert; es folgen alsdann aus dem 

fenannten langen G^ichte Str. 1, 3 und 4, Str. 3, Str. 4 und Str. 14; die 
}oxologie ist keine Entlehnung. Fur liturgische Zwecke erschien wohl das 
Originallied zu lang; es findet sich aber letzteres, wie aus Anal. Hymn. L, 
118 ersichtlich ist, in mehreren der angefuhrten Quellen zugleich mit der 
kurzeren Redaktion. 



170 



Pars I. Hymni antiquissimi saec. V.— XI. 



147. In saiicti Benedicti. 



1. Christe fili lesu sammi, 3. 

mentes nostras visita, 
Coaeqoalis patri atque 

Dato, alme spiritus, 
Una virtns, lumen unum, 

Deus perpes ex Deo. 

2. Auge fidem puram nostris 4. 

semper clemens sensibus, 
Quo beati Benedicti 

colamus sollemnia, 
Ut exemplum pii patris 

ne desit discipulis; 



Quem donasti tno, Christe, 
caelesti cum mnnere, 

Ut bonorem mundi omnem 
mente floccipenderet 

Teque solum, fontem vitae, 
diligeret perpetis. 

Alme Christi sempitemi, 
Benedicte, confessor, 

Cum ceteris Dei sanctis 
nunc pro nobis supplica 

Christo, quo dignetur esse 
peccatis propitius. 



5. Doxa Deo patri trinam 

sit regenti machinam, 
Eiusque proli laus perpes 

necnon sancto pnenmati, 
Trinis quibus in personis 
, regnat una deitas. 

Brev. ms. Zvsifeldense saec. 12. Cod. Stuttgardien. Brev. 98. A. — 
Brev. ms. Zwifeldense saec. 'Vi6. Cod. Carolsruhan. Aug. CCLXII. B. — 
Brev. ms. S. Petri Salisburgensis saec. 12. Cod. Petrin. a V 24. C. — Brev. 
ms. Superioris Althae saec. 12. Clm. Monacen. 9633. D. — Matutiu. ms. 
Admonteuse anni 1180. Cod. Admonten. 18. E. — Hymn. ms. Germauicam 
saec. 12. Cod. Londinen. Add. 18301. F. — Trop. et Hymn. ms. Rheno- 
viense(? Sangallense) saec. 11. in. Cod. Turicen. Rhen. 97. add. saec. **/i8. 
G. ^ — Psalt. et Hymn. ms. Mosacense saec. *^/i8. Cod. Archiep. Utinen. fol. 
18. H. — Psalt. et Hymn. ms. Mosacense saec. 14. Cod. Archiep. Utinen. IVo 
32. I. — Brev. ms. Wingartense saec. 13. Cod. Fulden. Aa 56. K. — Brev. 
ms. Wingartense(?) saec. 14. Cod. Stuttgardien. I Asc. 76. L. — Brev. ms. 
Wingartense saec. 15. Cod. Fulden. Aa 116. M. — Brev. ms. Gengibacense 
saec. 13. C/od. Carolsruhan. Geo. 22. N. — Brev. ms. Pruvningense saec. 12. 
Cod. Vindobonen. 1826. add. saec. '"/14. O. — Brev. ms. Lambacense saec. 
^^/u. Cod. Lambacen. CLXXVII. P. — Psalt. et Hymn. ms. Ostroviense 
anni 1174. Cod» Capit. Pragen. A 57. add. saec. 14. in. Q. — Hymn. ms. 
Benedictinum saec. 14. Cod. Archiep. Utinen. fol. 21. R. — Brev. ms. 
Emmeramense saec. 14. Clm. Monacen. 14771. S. — Brev. ms. 8. Aegidii 
Brunswicensis saec. 14. (Privatbesitz). T. — Hymn. ms. Germanicum saec. 14. 
Cod. Londinen. Arund. 340. U. — Sanctor. ms. Aquilegiense saec. 15. Cod. 
Labacen. 71; bis: P loco Xa; 2® loco Xb. — Dium. et Hymn. ms. Bene- 
dictinum Suecicum saec. 15. Cod. Upsalen. C 477. Y. — Hymn. ms. San- 
blasianum anni 1504. Cod. Paulan. 25. 1. 34 (olim Sanbl. cart. 12). Z. — 
Brev. ms. Lunaelacense saec. 15. Cod. Vindobonen. 4005. a. — FQSTUZ 
a sind nicht kollationiert. 

1, 1 Christe lesu fili EXb. — 1, 3 sq. patri- nato | atque Y. — 1, 4 nati 
H, nate Xb. — Die erste Strophe ist inhaltlich befremdend: Die zweite und 
dritte Person der hl. Dreifaltigkeit werden angeredet, nicht die erste Person, 



I. De Sanctis. — B. Hymni de Sanctis Proprii. De s. Blasio. 171 

lur nebenbei („summi** und ^coaequalis' patri*^) erwahnt wird. Wort- 
ng in 1 , 1 ist gesucht und sichtlich deshalb in E und Xb geandert. 
!])hri8tus und hl. Geist gemeinsam bezieht sich 1, 5 und 6; ^Deus ex 
)eo" ist bei Christus eine gewohnliche, beim hl. Geist aber ungewohnliche 
sition. — 2, 2 meis (statt semper) Xb. — 2, 6 non desit DKMNOY. — 
cum fehlt P. — 3, 4 muudi (st. mente) L ; floccipenderent Y, flectipenderet 
ib. — 3, 5 vitae fontem B. — 3, 6 perpetim DMOXaXb. — 4, 1 Christe 
a; sempiteme CEKLNXaXbY. — 4, 3 sanctis Dei XaXb. — 4, 5 quod 
itur M. — • 4, 6 peccatis nostris prop. XaXb. — 5, 1 Laxa Deo P ; trina 
-5,3 perpes und der folgende Vers fehlen Xb. — ■ 5, 4 sancto spiritu 
- 5, 5 Trinus BGOXaXbY. 

Der Hjmnus stammt sichtlich aus einem deutschen Benediktinerstift', 
ds „wahrscheinlich aus dem 6. Jahrh." herruhrend zu bezeichnen (Mone 
226), geht schwerlich an. Man beachte, dafs mehrere alte Quellen, wie 
, ihn als Zuschrift des ausgehenden 12. oder noch spateren Jahrhunderts 
Jten. 

[n den Studien u. Mitt. aus d. Benediktinerorden (Jahrg. U. 1881) ist 
H. Heft, S. 128 dieser Hymnus aus dem Brev. ms. Raigradense anni 
(vgl. Nr. 146, Quelle U) mitgeteilt mit dem Anfange: Christe fili Dei 



14$. In sancti Blasii. 

1. Christe, rex regam, Deas angelomm, 
Lnmen e summo, decns omne mnndo, 
Norma virtntum, moderamen remm, 

Vita piomm, 

2. Mira, qnae saeclis dederas vetnstis, 
Innovas mrsnm deitatis nntnm 
Semper ostendens in aperto nobis 

Mnnere pacis. 

3. Inclitnm testem Blasinm tuendo 
Seminnm fmctns fidei gementis 
Messis aeteraae renovans reservas 

Rite maniplis. 

4. Civis hic nrbis celebris Sebastae 
Fercnlnm veri Salomonis ornans 
In gradn mentem mbei coloris 

Fixit amantem. 

5. Ungnlas acres patiens ferendo 
Feminas septem titnlo cmoris 
Adnotat secnm specialem patris 

Ceraere vnltnm. 



172 P***» !• Hymni antiquissimi saec. V. — XI. 

6. lu lacam missus saperat triumphans, 
Impios damDat comitis miDistros 
HiDC tibi caras aries sacratus 

Imbuit aras. 

7. Perpetis vitae dator, rex colende, 
Sapplicum vocis miserere gratis, 
Cernai valtas Blasio precante 

Sascipe cantas. 

Hymn. ms. Campidunense saec. ***/ii. Cod. Turicen. Rhenov. 83. — 
7, 1 dator excolende. — Aaffallend, dafs Str. 1, 2 und 7 Binnenreim auf- 
weisen, die ubrigen Strophen nicht ; vielleicht sind erstere Strophen entlehnt 
und die auf den hl. Blasius bezuglichen hinzugedichtet. 



149. In ss. Ghrysanthi et Dariae. 

Hymnus Wandalberti Prumiensis(?). 

1. Unam daoram gloriam 4. Qaas inter addit Dariam 
Simalqae adeptam laaream Yultas decore falgidam; 
Sancti Chrysanthi et Dariae, Sed virginem doctissimam 
Christi fideles, pangite. Trahit monendo ad gratiam. 

2. Vir ipse liberalibus 5. Nervis Chrysanthas asperis 
Doctas libris et legibus Nexas, catenis ferreis 
Purgatus a Carpophoro Cippo retrasas horrido 
Imbtttus est mysterio. Solatas est ergastulo. 

3.. Polemitts quem nobilis 6. Missam in lupanar Dariam 
Pater ligavit vinculis, Leo iidelis vindicat, 

Et post puellas intulit Et inter ampla incendia 

Nec meute fractum subdidit. Ab igne mansit integra. 

7. Quos inde utrosque carnifex 
Tellure vivos infodit, 
Et subter hymnum, dum canont^ 
Efflant beatam spiritum. 

Collect. et Hymn. ms. S. Martini Trevirensis saec. (9. et) 10. in. Cod. 
Treviren. 1245 (olim 1418). — 3, 4 fractus. — Durch den ganzen Hymnus 
ist die Endassonanz gewahrt, welche je den 1. Vers mit dem 2., den 3. mit 
dem 4. bindet, und zwar schliefsen die reimenden Verse (mit Ausnahme von 
6, 2; 7, 2; und 7, 4) auch mit dem gleichen Konsonanten, — Bekanntlich 
liefs Abt Markward v. Prum im Jahre 844 die Gebeine der hll. Chrysanthus 
und Daria nach Miinstereifel, welches damals zur Abtei Prum gehdrte, feierlich 
iibertragen. Nimrat man Proveuienz und Alter der Handschrift hinsn, so 



II, De Sanctis. — B. Hynini de Sanctis Proprii. De s. Comelio. 173 

erscheint es wahrscheinlich, dafs um jene Zeit der Hymnus gedichtet wurde, 
vielleicht in Prum selbst. Ob von dem im 9. Jahrh. dort lebenden Dichter 
Wandalbert? (Vgl. den Hymnus Nr. 131.) Stiel und Metrik (auch Elision, 
die hier allerdings haufig vorkomrat) schliefsen ihn nicht aus. — Mone (HI, 
250) meint zum Gedicht: „da es seiner klassischen Metrik nach aus dem 
5. Jahrhundert ist, so gehdrt es zu den altesten Kirchenliedern Teutschlands^. 
Chevalier hat recht daran getan, dafs er (Rep. Hymn. 20832) zu dieser 
Altersbestimmung „y. saec." wenigstens ein „?" gesetzt hat. 



150. In Translatione s. Cornelii Papae. 

Hymnus Monachi Compendiensis. 



Redi^ papa, iam, Corneli, 
ad ovile propriam, 

Qaod tibi Deos dicavit 
novo in coenobio, 

Ut maerentem dia gregem 
in Christo laetifices. 



Te senes anusqae simal, 
invenes et parvnli, 

Cleras sacer et plebs omnis 
invitando clamitant, 

Caeci qaoque atque claudi 
cum turba debilium. 



Nam sicat absente patre 

cari lugent filii 
Et magistro discedente 

dabitant discipuli, 
Ita te absente maeror 

nos involvit nimius. 

Lupi enim nos rapaces 
invaserunt undique, 

Postquam tua corporalis 
abscessit praesentia, 

Caedibns vastantes plebem 
et domos incendio. 



8. 



Solve nostra, orant omnes, 

peccatorum vincula 
Et post strages miserorum 

pacem redde populo, 
Quam Cbristus ascendens caelos 

reliquit discipulis. 

Impios ad pietatem 

cxorando revoca 
Et rapaces doce sua 

largiri pauperibus, 
Ne se invicem mordendo 

consumantar ocius. 



Sed nos Deus atque tuum 
protexit coenobiam 

Nec permisit illud gentem 
barbarorum tangere, 

Ne gauderet inimicus 
eins in excidio. 



Caritatis ignem nobis 
tuis auge precibus, 

Qui flammam cupiditatis 
suis pellat radiis, 

Qua depnlsa nobis cuncta 
semper erunt prospera. 



Surge, pastor, veni, doctor, 
noli moram facere 

Et errantes sicut oves 
collige discipulos; 

Decet enim habitare 
in domo unanimes. 



10. Civitatem istam tuo 
muni patrocinio, 

Quae te proprio suscepit 
gaudenter hospitio, 

Ne gentiiis anquam ei 
gladius praevaleat. 



174 



Pars I. Hymni antiquissimi saec. V. — XI. 



1 1. Eias quoquc cives tuo 
interventu protege, 

Tuo eos benedicens 
ore apostolico 

Cmn colonis atque agris, 
qui ad eos pertinent. 



12. Gloria sit Deo patri, 
laus et iubilatio 

Filioque eius vero 
ante saecla genito 

Spiritu cum consolante 
semperque vivifico. 



Collect. ms. S. Comelii Compendiensis saec. 9. ex. Cod. Parisin. 2373. 
— 1,5 merentem. — 4,1 Set. — 7, 6 reliquid. — 9, 5 cunta. — 12, 4 
saecula. — P. v, Winterfeld publizierte diesen und den folgenden Hymniu 
nach einer Abschrift 0. Hampe^s (Poet. lat. med. aevi IV. I., p. 289 sqq.); 
diesen Text habe auch ich benutzt. — Winterfeld hat (1. c. p. 237) uber 
zeugend dargetan, dafs die Translation nach Compi^gne, speziell der U^ 
sprung dieses und des folgenden Gedichtes, worin Kaiser Karl III. als ^Karliu 
Caesar^ genannt wird, in die Schlufsmonate des Jahres 886 oder in die 
ersten des folgenden Jahres gefallen sein mufs. Weiteres sehe man in der 
Note zum nachsten Hymnus. 



3. 



151. In Translatione s. Gornelii Papae. 

Hymnus monachi Compendiensis ad Processionem. 

R. Christi oves, exsultate * spiritali iubilo; 
Ad ovile redit suum, * en, papa Comelins. 



Nos pagani compulerunt 

ob nostra facinora 
Corpus eius ab hoc templo 

Siivanectis agere; 
Sed iam pace per divinam 

refiorente gratiam 
Ad sacratam sibi sedem 

illud nunc referimus. 

Inde sacer gaudet clerus 

ac tidelis populus, 
Tresque fructus revirescunt, 

quos parit ecclesia: 
Tricenus et sexagenus 

cum centeno pariter 
Ex caelesti consurgentes 

verbi Dei semine. 

Nam chorus coniugatorum 

hinc exsistit mundior, 
Castitasqne viduarum 

multo fit devotior, 
Et corona virginalis 

suos spargit radios, 
Quam Maria, Dei mater, 

clara lustrat lampade. 



4. Ergo cuncti supplicemus 

corde, ore, opere, 
Ut nostra solvat delicta 

cum Petro apostolo 
Hostiumque sic nostrorum 

elidat snperbiam, 
Ut in pace serviamus 

Deo nostro iugiter. 

5. Oret quoque pro sereno 

Earlo nostro Caesare 
Adiuncto sibi beato 

Cypriano martyre 
Omnibusque sanctis, quorum 

veneramur lypsana, 
Ut substemat ei Deus 

nationes barbaras. 

6. Necnon et Francoram servet 

benignus exercitum, 
Quo sit ei fortitudo 

sano cum consilio. 
Nostri quoque memor fiat, 

servomm fidelium, 
Ut defeudat nos et nostrain 

potenter faroiliam. 



II. De Sanctis. — B. Hymui de Sanctis Proprii. De s. Cornelio. 175 

7. Ne raptores et praedones * nostras res diripiant, 
Qaae servire nobis debent * in necessitatibos. 
Cnnctis vero in commune * caeli pandat ianuam, 
Ut possimns contemplari * summi regis faciem. 

8. Gloria sit Deo patri * eius atque filio 

Spiritu cum procedente * per aetema saecula. 

CoUect. ms. Compendiense saec. 9. ex. Cod. Parisin. 2373. — 1, 4 st. 
agere 1. tradere? oder: Silvanectas agere? — 5,2 Karlom . . Caesare. — 
6, 7 defendet. — 7, 4 fatiem. — Nach 8, 2 sind einige Verse ausradiert. — 
Winterfeld (vgl. Note zum vorhergehenden Hymnus) zerlegt den Text in 
16 Strophen zu je 2 Langzeilen. Ich vermute jedoch, es handelt sich um 
elnen JnrocessionshymnuSj bei dem ^Christi oves etc." als lie^ram (R) diente. 
Alsdann bilden je 4 Langzeilen (in vorstehendem nach der Casur gebrochen) 
eine Strophe; Str. 1 — 5 bilden namlich immer je einen in sich abgeschlossenen 
Satz. Bei Str. 6 und 7 ist das allerdings nicht der Fall: 6, 1—4 schliefsen 
einen Gedanken ab; 6, 5 — 8 gehoren mit 7, 1 und 2 zusammen. Auch die 
Doxolagie spricht fiir 2 Langzeilen, falls nicht der Refrain zur Eomplettierung 
dienen darf. 

Aufser diesen zwei Hymnen (Nr, 150 und 151) besitzen wir eine dritte 
alte Dichtung auf die Translatio s. Cornelii, des Anfanges ^Est locus beatus 
iUe*^ , welche als Beimgebet einem spateren Bande zuzuweisen ist Lebeuf 
hat diese letztere aus dem Cod. Parisin. 18297 schon im Jahre 1738 ediert 
(Migne, PP. lat. 129, 1371) und Winterfeld (1. c. pag. 237) publizierte sie in 
Verbindung mit den zwei Hymnen an erster Stelle. 

Wenn Winterfeld beifugt: ^Monachi patroni merita gratis animis colentes 
inter se sive sponte sive abbatis iussu tetrametris trochaicis certasse videntur, 
alius metrice strophis TQixojlots [so das erwahnte Reimgebet], alius rhythmice 
strophis SixwXoig [so Hymnus Nr. 151], alius rhythmice strophis TQtxwlois 
[so Hymnus Nr. 150]", so diirfte das nicht ganz das Richtige treffen. Das 
Reimgebet schildert ausfuhrlich in lebendigen Ziigen die Translatio selbst mit 
allen Details, ohne mit nur einer Silbe zu erwahnen oder anzudeuten die 
Gefahr, welche von den Normannen dem Kloster drohte, und ohne von einer 
Ruckkehr der Reliquien aus Senlis, wohin sie wahrend des Normanneneinfalles 
geflucfatet waren, irgend etwas zu berichten. Ganz anders in den beiden 
Hjmnen; man lese in Nr. 150 die Strophen 1—4; 7, 2 und 3; 10, 5 und 6 
und in Nr. 151 den Refrain (Ad ovile redit) und Str. 1 und 5. Das zeigt 
klar, dafs im Reimgebet die erste Translation aus Lyon, welche Kaiser Karl 
der Kahle um das Jahr 877 veranlafst hatte [„Qua pius rex aede facta | trans- 
tulit te Earolus" (Reimgebet Str. 3)], besungen wird, die beiden Hymnen 
aber anlafslich der zweiten Translation aus Senlis, die unter Kaiser Karl IIL 
nach dem Waffenstillstand mit den Normannen resp. nach deren Abzug aus 
Frankreich (November 886 resp. Anfang 887) stattfand, gedichtet wurden. 
Zwischen der Abfassung des Reimgebetes und jener der zwei Hymnen liegen 
somit zirka zehn Jahre, und ein Dichterwettstreit zwischen drei Monchen ist 
ausgeschlossen. Es mag aber wohl sein, dafs ein ziveiter Dichter die beiden 
Hymnen verfafste. Trotz Gleichheit deraufseren Form (trochaische Tetra- 
meter) liegt doch ein Unterschied darin, dafs das Reimgebet metrisch gehalten 
ist mit Elisionen und Vermeidung des Hiatus, wahrend beide Hymnen rhythmisch 
sind und viele Hiate (keine Elisionen) aufweisen. 

Beide Hymnen aber scheinen von einem und demselben Dichter, einem 
Monche von St. Comeille zu Compi^gne, zu sein. Der erstere (Nr. 150) ist 
an den Heiligen gewendet als den „pastor^ (5, 1), der gebeten wird, heim- 
zukehren zu seiner Hiirde {„Redi ad omle proprium" 1, 1 und 2) und seine 
„grex" (1, 5) zu trosten usw.; der zweite (Nr. 151) an die „Christi oves^ 



176 Pars I. Hymni antiquissimi saec. V. — XI. 

(R, 1), die jubeln soUen, weil der Hirte heimgekehrt ist zu seiner Hnrde: 
„ad ovile redit suum" (R, 2) usw. Der gleiche CHrimdgedanke von Hirt und 
Herde wird im zweiten Hymnus weiter fortgefiihrt in gieichem Stiie und fiast 
gleichem Versbau (nur Verszdhl der Str. verschieden), gieichmafsig rhythmisch, 
mit Hiaten und ohne Eiision, und dabei ohne Wiederholung des Inhaltes 
des ersten Hymnus. Der zweite prasentiert sich als Fortsetzung des ersten. 
Das alles ist bei Annahme von zwei verschiedenen Dichtem nicht gut er- 
klarlich. — Resultat: Das Reimgebet um 877 gedichtet, Schilderung der 
ersten Translatio ; die beiden Hymnen um S86 anlafslich der zweiten Trans- 
latio, und zwar beide von einem und demselben Monche zu StCorneille 
in Compi^gne, das Reimgebet vielleicht von einem anderen Mdnche der 
gleichen Abtei. 



152. In s. Dionysii Areopagitae. 

1. Fortem, fidelem militero, 5. Tenetar a gentilibas 
Caeli secutnm principem, Christi placens altaribns, 
Qionysium martyrem Amore tantae gloriae 
Plebs corde, voce personet. Poenas libenter excipit. 

2. Clemente Roma praesule 6. Unum, quod illi defnit, 
Ab urbe missus adfuit, Pro rege colla tradidit, 
Verbi superni seminis Dilectionem pectoris 
Ut fructus esset Galliae. Cervice caesa prodidit. 

3. Opus sacratum construit, 7. Magnus sacerdos, qui dabat 
Fidem docet baptismatis, Templi sacrata munera, 
Sed audientnm caecitas Fuso beato sanguine 
Munus repellit luminis. Est factus ipse victima. 

4. Instante sancto antistite 8. Felix pio de vulnere, 
Errore plebem solvere, Quo poena palmam praebtdt, 
Dum spem salutis ingerit, Qui morte mortem conterit, 
Tormenta mortis incidit. Nunc regna caeli possidet. 

9. Gloria sit Deo patri, 
Gloria unigentio, 
Uoa cum sancto spiritu 
In sempiterna saecula. 

Brev. ms. Sandionysianum(?) saec. 11. ex. Cod. Parisin. 108. A. — 
Expos. ms. Haimonis^ in Epist. s. Pauli saec. 10. in. Cod. Camoten. 44. 
add. saec. 11. B. — Brev. ms. Sandionysianum saec. ^^/i5. Cod. Ozouien. 
Misc. Liturg. 192. C. — Brev. S. Dionysii impr. Parisiis 1550. D. — Doubkty 
lacques. Histoire de TAbbaye de s. Denys en France, contenant les antiquitez 
d'icelle, les Fondations, Prerogatives et Privileges. Paris 1625. I, p. 488. E. 
— 1, 3 Dionysium martyrem, korrig. saec. 13. zu : Dionysium nobilem A. — 
2, 1 Romae A. — 2, 2 affuit A. — B, 1 Quae A. — 8, 8 conteris A. — 
8, 4 possides A. — Von B fehlt mir die Collation. Dort beginnt der Hymnus : 
-Fortem virilem militem." 



II. De Sanctis. — B. Hymui de Sanctis Proprii. De s. Dionysio. 177 

Doublet bemerkt (1. c. pag. 436): ^Ensuivent les deux Hymnes com- 
pos4es, en la louange de S. Denys TAreopagite Apostre de France, la 
premiere par S. Eugene, son disciple, premier Archeuesque de Tolede, [s. 
diesen Hjmnus „CaeU cives adplaudite \ Mwndi iucundo lumine*^ Anal. 
Hymn. XIX, 119 und die Anmerkung daselbst) et ia seconde par S.Venantius 
Fortunatus Euesque de Poictiers, tirees d^un tres-anden manuscrit 
oA elles sont escrites en lettres d*ory sur un champ de pourpre enrichy de 
peinctnres de diyerses couleurs etc." An einer anderen Steile (iib. I, cap. 5, 
p. 76) bezeichnct Doublet diese Handschrift naher ais eine sich damals in 
Slt Denis befindlic^ und das Leben des hl. Dionysius enthaltende. Ebendort 
verweist er auf einen Brief des Abtes Hilduin an Ludwig den Frommen 
[s. Migne, PP. lat. 106, 20J, worin derselbe gegen das Zeugnis Gregors von 
Toors, der einen vom Areopagiten verschiedenen Dionysius als ersten Bischof 
von Paris anglbt, sich auf das Zeugnis Fortunats beruft mit den Worten: 
„Contemporali8 Gregorii Turonensis et scholasticissimus Fortunatus^ qui 
plnra et frequenter ad eundem scripserat, hymnum rhythmicae compositionis 
pulcherrimum de isto gloriosissimo martyre composuit, in quo commemorat 
eum a b. Clemente huc destinatum, sicut in latinorum paginis didicit De 
natione autem eius et ordinatione episcopatus mentionem non facit, quia 
linguae graecae penitus expers fuit." 

Htlduin von St Denis ist somit der Eronzeuge, dafi Fortunat diesen 
Hymnus gedichtet habe. — Sein Ordensgenosse Doublet stimmt ihm bei; 
aber etwas Bedenken schien letzterem doch der Umstand zu bereiten, daB 
sich der Hymnus gar nicht in den Ausgaben resp. den handschriftl. Opera 
Fortunats vorfinde. Seine naive Antwort lautet: Hilduin habe ihn sicher 
^tres-certain et tres-veritable" unter den Werken Fortunats gesehen, und man 
habe ihn dann wieder daraus entfemt, wie ja oft Haretiker religidse Biicher 
geandert und deren Inhalt vermindert hatten (1. c. pag. 77). 

Laurentius Cozza (Vinditiae Areopagiticae, Romae 1702, p. XXXVI sq.) 
gibt den Hymnus wieder mit folgenden Varianten: 3, 8 audientium. — 
o, 4 repellit seminis. — 4, 1 Instante sacro. — 8, 2 Quae. — 8, 3 conteris. 
— 8, 4 possides. Wem er diese Lesarten verdanke, gibt Cozza nicht an. 
Im ubrigen glaubt er Hilduin und Donblet, worauf er sich beruft, betrefis 
der Autorschaft des Hymnus bedingungslos. 

loannes Launoius (Opera omnia, tom. II., pars I. Coloniae Allobrognm 
1731, p. 530; im Cap. XVIII. der '^''aria de duobus Dionysiis Atheniensi et 
Parisiensi opnscula.) bezeichnet hingegen diesen Hymnus ebenso wie den 
andereu Dionysius-Hymnus „Caeli cives applaudite^ (Anal. Hymn. XIX, 119), 
der Eugenius von Toledo zugeschrieben wurde, als eine Mache aus der 
Schmiede von St. Denis und die Zuschreibung an Fortunatus resp. Eugenius 
als eine „fraus^, um alte Zengen fur die Identitat des hl. Dionysius Areopagita 
nnd des hl. Dionysius von Paris zu gewinnen. „Huius autem carminis 
[Fortem fidelem militemj primus meminit auctor suspectissimus , id est 
Hilduinus .... Qni profecto monachus hymnum sub nomine Fortunati 
supposuit, valde culpandus est, quod linguam graecam non didicerat in gratiam 
Monasterii et Hilduini." (Launoius, 1. c.) — 

j9f. A, Luchi (Venantii opera etc. Romae 1786) meint: „[Launoiu8] rem 
non evincit, quocirca non dnbitavi, illum edere snb Fortunati nomine, 
praesertim, cum et stylus, optimus testis, id suadeat.'' (1. c. p. 49). Im all- 
gemeinen entnimnit Luchi seine Texte Vaticanischen Hss. Bei unserem 
Hynmns gibt er keine Quelle an; sein Text stimmt vollstdndig genau mit 
jenem Cozeas uberein, differiert also in bezeichneter Weise von Doublet und 
nnserem Texte. Ob Luchi nicht den Text aus Cozza abschrieb, den er sonst 
anch zitiert? 

Aus Luchi entnahm Leo (Mon. Germ., Auct. antiq. IV. I, pag. 383) den 
Tezt, verweist aber den Hymnus unter die „Spuria" des Venantius und zwar 
nach dem Vorgange des Launoius mit vollem Rechte. 

Blume, TheMori hymnologioi Hymuarium. 12 



178 P*i^8 I. Hymni aiitiquissimi saec. V. — XI. 



158. In s. Dionysii Areopagitae. 

1. Alma lux siderum, 3. Qui portans proprium 

Robnr martyrum, Caput abscisum 

Te decent omnia Gantu angelico 

Laudum carmina; Venit subito 

Te sancti, Domine, Ductus ad tumulum 

Laudant hodie, In Parisium. 

2. Quia sanctissimum 4. Martyr tu Domini, 

Dionysium Dionysi, 

Ariopagitam Gnm tuis sociis 

lam caelicolam Ora pro nobis 

Illis sodasti Et plebi Dominum 

Sede perenni. Fac propitium. 

5. Yirtus trinitati, 

Laus unitati, 
Honor et gloria 

Sit per tempora 
Priora, futura 

Et praesentia. 

Brev. ms. Zwifeldense saec. 12. Cod. Stuttgardien. Brev. 98. A. — Brev. 
ms. Zwifeldense saec. **/i6. Cod. Carolsruhan. Aug. CCLXII. B. — Brev. 
ms. "S. Petri Salishurgensis saec. 12. Cod. Petrin, a V 24. C. — Dium. 
ms. S. Petri Salisburgensis saec. 14. Cod. Petrin. a IV 11. D. — Hymn. 
ms. Rhenovieuse saec. 12. in. Cod. Turicen. Rhen. 129. E. — Dium. et 
Hymn. ms. Scheftlariense saec. 12. Clm. Monacen. 17024. F. — Brev. ms. 
Pruvningense saec. 12. Clm. Monacen. 23037. G. — Hymn. ms. Germanicum 
saec. 12. Cod. Londinen. Add. 18301. H. — Matutin. ms. Adraontense 
anni. 1180. Cod. Admonten. 18. I. — Psalt. ms. Benedictinum saec. *^/i8. 
Cod. Vindobonen. 2682. K. — Psalt. et Hymn. ms. Mosacense saec. ^^/i3. 
Cod. Archiep. Utiuen. fol. 18. L. — Psalt. et Hymn. ms. Mosacense saec. 13, 
Cod. Archiep. Utinen. IVo 20. M. — Brev. ms. Gengibacense saec. 13. Cod. 
Carolsruhan. Geo. 22. N. — Brev. ms. Lambacense saec. *'/i4. Cod. Lam- 
bacen. CLXXVH. O. — Brev. ms. Lambacense saec. 14. (et 15.) Cod. 
Lambacen. CLXXIH. P. — Brev. ms. Emmeramense saec. ^Vu. Clm Mo- 
nacen. 14741. Q. — Brev. ms. Emmeramense saec. 14. Clm. Monacen. 
14771. R, — Brev. ms. S. Georgii Pragensis saec. 14. in. Cod. Pragen. I 
G 17. S. — Hymn. ms. S. Georgii Pragensis saec. 14. in. Cod. Pragen. 
XII E 15 c. T. — Psalt. et Hymn. ms. Ostroviense anni 1174. Cod. Capit. 
Pragen. A 57, add. saec. 14. in. U. — Hymn. ms. Germanicum saec 14. 
Cod. Londinen. Arund. 340. X. — Hymn. ms. Benedictinum saec. 14. Cod. 
Archiep. Utinen. fol. 21. Y. — Brev. ms. Sanblasianum saec. 14. Cod. 
Paulan. 25. 2. 34 (olim Sanbl. memb. 50). Z. — Brev. ms. Schwarzacense 
saec. 13. Cod. Carolsruhan. Schw. 2. add. saec. 15. a. — Brev. ms. Turicense 
saec. 15. Cod. Sangallen. 526. b. — Brev. ms. Ilminense anni 1437. Clm. 
Monacen. 7391. c. — Hymn. ms. Hermetisvillanum anni 1553. Cod. Griesen. 
23. d. — Brev. et Hymn. ms. Benedictinum Suecicum saec. 15. Cod. Upsalen. 
C 477. e. — HPRUX a b e sind nicht kollationiert. 



II. De Sanctis. — B. Hymni de Sanctis Proprii. De s. Findano. 179 

1, 2 Et robur c. — 1, 3 decent fehlt K. — 1, 5 Te caeli ST. — 1, 6 
laudent Y. — 2, 1 sanctum Q. — 2, 3 Areopagitam KST c d. — 2, 4 lam 
caelico iam(!) D. — 2, 6 Laude perenni N. — 3, 2 abscissum KQST c. — 
3, 4 fehlt C. — 3, 6 Parisius QST, paradisum d. — Nach Str. 3 fugt in 
Q eine Hand saec. 15. am Rande bei: 

Cuius ossa sacra | Inde translata 
Apud Emmeramum | Martyrem almum 
Sunt nunc tumulata | In Ratispona. 
4, 1 Martyr angelice tu Deum c ; iu Domino D. — 5, 3 Honorque gloria 
T. — 5, 3 sq. Decus honor nnitati et gloria G. 

Die Quellen sind Tielfach die gleichen, wie fur den Benediktushyranus 
„Christe fili lesu^ (Nr. 147), und zwar durchweg nur aus Deutschland 
stammende. — Wenn Mone (III, 266) bemerkt : „Nach dem Strophenbau von 
einem framdsischen Dichter" so geben die Quellen ihm wenig Recht. 



154. In sancti Findani» 

1. Eia, uunc, socii * fratres et Domini, 
Yoce dulcisona * pangite cantica, 
Anni cum orbita ^ refert dieculam 

Findani patris fulgidam. 

2. Quem natum Scotia ^ confovet Suevia 
Thesauro nobili 4f Rhenaugiae soli 
Dato divinituSy * quam cingens undique 

Decorat amnis circumfluus. 

3. Ergo, quem canimus * variis laudibus^ 
Dignum per omnia ^ discat ecclesia 
Eiusque hymnidica ^ prece iam concinens 

Imploret patrocinia. 

4. Hic nam barbaricis ^ veuditus populis 
Pacis snb osculo * more dominico 
Proles ingenua ^ praeda piratica 

Per maris vadit invia. 

5. Sed prece prospera * missa per aethera 
Evasis hostibus ^ miratur pelagus 
Fideli lembulo ^f subvectum navitam 

Petentem tractu aridam. 

6. Sic Israelita * quasi per avia 

Maris rubri saevos * fugiens Aegyptios 
Transit, Rbenaugiae * fixit tentoria 
Ducente Christo perpetua. 

7. Unde laus debita, ^ virtus, potentia, 
Honor sit unicae ^ trinaeque gloriae, 
Quae huic tam nobile ^ voluit domui 

Lucere suae lampade. 

12* 



180 



Pars I. Hymni antiquissimi saec V. — ^XI. 



Direct. ms. Rbenoviense saec. 11. Cod. Turicen. Rhen. 74 b. — 2, 2 
Renau^ae; ebenso 6, 3. — 2, 4 eine Silbe zu viel. — 5, 3 Fidei. — 5, 4 
tractu veranlafst einen Hiatus; Wemer (p. 184) las: ^Petentem terr . . ." 
und gibt den Text: terram tum aridam. — 7, 3 Konstruktion : Quae (sc. 
Trinitas) huic domui suae voluit lucere tam nobile (statt nobili, ablat. instrum.) 
lampade. — In der Hs. sind verschiedene Buchstaben arg abgerieben ; daher 
las Mone (III, 300) wieder anders, als nach ihm Wemer. — Jeder 1. und 
2. Vers zeigt Binnenreim; der 4. Yers ist mit dem 8. so durch den Reim 
gebunden , dafs er entweder mit der Bchlufssilbe des 8. Yerses oder mit der 
letzten Silbe vor der 1. Caesur im 3. Verse reimt 



155. In sancti Geor^ii. 



Ad festnm tanti martyris 
Concorrat plebs amabilis 
Sollemnitare Domino 
Odas canendo rhythmicas. 



Cuias sacrata lipsana 
Felix fovet Germania 
In Dnellensi vertice 
Monachili certamine. 



2. Hic est ille Georgius 
Athleta Christi strenuus, 
Cuius praeclara merita 
Probat mater ecclesia. 



Hunc omnes flexiles simal 
Rogemus atque supplices, 
Ut devotis clientulis 
Bit patronus propitius. 



Ecce, post prima proelia 
Stephanique certamina 
Agonistarum maximus 
Inventus est Georgius. 



7. Hunc in commune Dominum 
Regem laudemus martymm, 
Qui coronatum militem 
Laureavit Georgium. 



In tribus mundi partibus 
Et quaternis climatibus 
Ad caelum usque laudibus 
Est promotus Georgius. 



8. Sit laus patri principio 
Eiusque nato unico 
Cum spiritu paraclito 
Per saecnlorum saecula. 



Hymn. ms. Campidunense saec. *®/ii. Cod. Turicen. 
3, 1 Een(!); Mone (IH, 315) korrigiert „Ecce", Werner (p. 
befriedigt nicht. 



Rhenov. 83. — 
97) „En«; beides 



156. In s. Germani Parisiensis Ep. 



1t Germane, sidus aureum, 
Christi repletus gratia, 
Praesul sacer Lutetiae, 
Audi preces psallentium. 

2. Te rector orbis omnium 
Miraculorum dotibus 
Vestivit et potentia, 
Morbis ovans ut imperes. 



3. Nostris saluber languidis 
Esto placatus moribus 
Curis remotis anxiis, 
Sanctis datis virtutibus. 

4. Hinc sempiterna gaudia 
Nobis tuis precatibus 
Concedat unicus patris, 
Proles Mariae virginis. 



n. De Sanctis. — B. Hymni de Sanctis Proprii. De s. Gregorio. 181 

5. Sit laus perennis gloriae 
Patri Deo cum filio, 
Sancto siroul paraclito 
Maneus honor per saecula. 

Collectan. ms. saec. 10. Cod. Univ. Bononien. 1702. — Aus dieser 
Quelle ediert von Aug. Gaudmzi. La yita e i miracoli di s. Germano, 
vescovo di Parigfi etc. Bologna 1886. — Wiederholt von P. v. Winterfeld 
(Poet. iat medii aevi, IV. I., 136) aus der Ausgabe Gaudenzis, der auch ich 
hier folge. — 1» 3 sacer laetitiae (Gaudenzi) korrigiert von Winterfeld in 
sacer Lutetiae. — Der Dichter des Hymnus, wie auch der rhythmisch ab- 
gefafsten Translatio s. Germani, -welche beide wohl den gleichen Verfasser 
haben, ist bislang unermittelt. Auf den Monch Aymon von St. Germain- 
des-Pr^s (t889) kann man wohl raten, aber festere Anhaltspunkte fehlen. 



157« In sancti Gregoril MagnL 

1. Praesulis egregii merita 
Gregorii rntilant titulis, 
Caelicolas quibus irradiat 
Terrigenas et ad astra levat. 

2. Germine praecluis et sophia 
Nobilior nituit studiis, 
Sedis apostolicae regimen 
Dogmate mellifluo moderans. 

3. Mente superna petens crucifer 
Pauperibus sua cuncta dedit, 
Yocibus angelicis meruit 
Unde cliens Domini bravia. 

4. Qnis fuerit pater eximius, 
Spiritus ille docet Domini, 
Corda patrum bene qui docuit, 
Munera cuius et hunc decorant. 

5. Semina dulcia praeco Dei 
Spargitat in populis monitis; 
De grege ne pereat aliquis, 
Multiplici pietate studet. 

6. Agmina dum peregrina fovet, 
In medio pone Christi sedes 
Inspicit et varia specie 
Horama valde sni simile; 



182 P^^s I, Hymni antiquissimi saec. V. — XI. 

7. Serviat nt bamilis domino, 
Urceus accipitur et aquae; 
.ToUere hanc faciem famalo, 
Sicqne repente Dens se levans. 

8. Nocte seqaenti videt Dominam; 
Alloqaio soi cam fraitar, 
Percipit, hospite qao faerit . 
Glorificatas, at astra petat. 

9. Gesta taa monachos relevent 
Ecclesiaeqae decas teneant, 
Fortibns aaxiliis, Gregori, 
Nos solide Domino socians. 

10. Britannicos popalos Domino 
Ut precibus potaisti dare, 
Sic taa gratia nos provehat 
Ad soliam patris altithroni. 

11. Coenobii memorare nostri, 
Hoc sapplices petimus, domine, 
Pastor adesto tais monachis, 
Pastor ut altius nos recreet. 

12. Gloria cum patre sit genito 
Spirituique perinde sacro; 
Nunc Deus unus et omnipotens 
Hunc memorum faciat memorem. 

Hymn. ms. Farfense saec. '®/ii. Cod. Turicen. Rbenov. 91. — 1, 3 
irradia. — 1, 4 ad fehlt. — 2, 1 praeclarus. — 4, 4 decorat. — 6, 1 peri- 
grina. — 6, 2 bone st. pone = post. — 6, 4 Orama= oQoua, — 7, 3 Repente 
tollere (repente sichtlich aus 7, 4 heraufgenommen). — 7, 4 Deus celerans 
— Str. 7 ist dunkel in der Konstruktion ; der Sinn ist zu erraten aus der 
bekannten Vision. — 8, 1 Non te sequenti video. — 8, 2 cum fehlt. — 
11, 4 altius eos. — Die Doxologie ist gleich jener des AgathaHymnus 
„Martyri8 ecce dies Agathae^ (Nr. 134); wahrscheinlich diente letzterer 
Hymnus als Vorlage. — Der Text ist offenbar vielfach entstelit; andere 
Heilungsversuche bei Wemer (p. 99). 



158. In 8S. lacobi, Philippi, Sigismandi. 

Apostolorum splendido 2. Natalis horam gratia 
Philippus ex collegio Festiva sunt haec gaudia, 

Fraterque lesu lacobus £t iste coetus gratulans 

Summis micant virtutibus. Laudes canit nunc euphonas. 



II. De Sanctis. — B. Hymni de Sanctis Proprii. De ss. lacobo etc. ]83 



Hac et Sigismandns die, 
Vir dignitatis regiae, 
Sed gloriosns postea 
Martyr, petebat aethera. 



5. His nempe, quos praediximus, 
Simal patrocinantibus, 
Quidquid mali contraximus, 
Christus remittat protinus. 



Nec solus illo tempore 
Emit coronam sanguine, 
Sed cum parente iiberi 
Palmam capessunt incliti. 



6. Pro posse semper caelicas 
Odas et hymnos aemulans 
Te nostra laudet vilitas, 
Rerum creatrix, trinitas 



Lection. et Collectar. ms. Eremitense saec. '^/ii. Cod. Eremiten. 88. 
add. saec. 11. A. — Brev. ms. Agaunense saec. '^/js. Cod. Eremiten. 83. 
B. — Bekanntlich ist das Fest des hl. Konigs Sigismu/nd v. Burgund am 
1. Mai, dem Feste der Apostel Jakobus und PhilippuS] daher die Verbindung 
der drei Heiligen. — Morel (S. 167) hat wohl Recht, wenn er den Ursprung 
dieses und namentlich des folgenden Hymnus in Agaununij dem jetzigen 
St. Maurice (Wallis) sucht. 



159. In ss. lacobi, Philippi, Sigismnndi. 



1. Qui christiano nomini 
Communicamus creduli, 
Ipsi canamus gloriam, 
Qui contulit hanc gratiam. 



Et iure nos plus omnibus 
Laetamur hic festivius, 
Regis Sigismundi sacra 
Amplectimur qui pignora. 



Qni vera lux iidelibus, 
Illuminandis omnibus 
Apostolorum lumina 
Direxit emicantia. 



5. Hic namque, sicut literae 
Tradunt, necatus hoc die 
Gonscendit una cum suis 
Secreta caeli filiis. 



Ex hoc senatn fulgido, 
Philippe, te cum lacobo 
Laudum piis pro viribus 
Nunc canticis extoilimus. 



6. Horum precatu cernui 
Malis rogamus eximi 
Bonisque veris inseri 
Et absque fine perfrui. 



7. Quod summa praestet trinitas, 
Quae simplex claret unitas, 
Cui sit perennis gloria 
In saeculorum saecula. 



Lection. et CoUectar. ms. Eremitense saec. *®/ii. Cod. Eremiten. 88. 
add. saec. 11. A. — Brev. ms. Agaunense saec. ^"/is. Cod. Eremiten. 83. 
B. — 7, 2 simpla B. 



184 PsLTS I. Hymni antiqaissimi saec V.— XI. 



160. In 8. lohannig Eyangelistae. 

1. Sollemnis dies advenit, 4. Cui matrem tali foedere 
Qoo virgo caelam petiit, Mortis coDiungis tempore, 
Evangelista maximas Ut noverint se colere 
lohannes et apostolns. Matris ac prolis nomine. 

2. Hinc vota laadis solvere 5. Qui came solo positas, 
Et hymnum gestit promere Mente polo contiguus 
Caterva nostri ordinis Yerhum inedicihile 
HoDore tanti caelihis. Cordis conspexit lumine. 

3. Quem sacro super pectore 6. Cuius prece assidua 
Tuo facis recumhere Ut nostra solvas crimina 
Ultima in cena^ Domine, Et caelo dones praemia, 
Quam patereris, pridie. Voce precamur cernua. 

7. Sursum erectis cordihus, 
Versis in terram vultihus 
In trinitatis nomiue 
Te adoramus, Kyrie. 

Collect. ms. Rhenoviense saec. •/lo. Cod. Turicen. Rhen. 60. A. — Trop. 
et Hymn. ms. Rhenoyiense (? Sangallense) saec. 11. in. Cod. Turicen. Rhen. 
97. B. — Hymn. ms. Rhenoviense saec. 12. in. Cod. Turicen. Rhen. 129. 
C. — Brev. ms. Sangailense saec. *°/ii. Cod. Sangallen. 413. D. — Hymn. 
ms. Campidunense saec. ^^/ii. Cod. Turicen. Rhen. 83. E. — Hymn. et 
Frosar. ms. Fredeslariense saec. 11. ex. Cod. Casselan. theol. IVo 25. F. 
— Brev. ms. Zwifeldense saec. 12. in. Cod. Stuttgardien. Brev. 98. G. — 
Psalt. et Hymn. ms. Walcidorense saec. ^*/ia. Clm. Monacen. 13067. H. — 
Brev. ms. S. Petri Salisburgensis saec. 12. Cod. Petrin. a V 24. I. — Brev. 
ms. Superioris Althae saec. 12. Cim. Monacen. 9633. E. — Dium. et Hymn. 
ms. Sdieftlariense saec. 12. Clm. Monacen. 17024. L. — Brev. ms. Pruv- 
ningense saec. 12. Cod. Vindobonen. 1826. M. — Hymn. ms. Germanicum 
saec. 12. Cod. Londinen. Add. 18tR)l. N. — Matutin. ms. Admontense anni 
1180. Cod. Admonten. 18. O. — Brev. ms. Secoviense (Monialium) saec. 12. 
Cod. Graecen. 864. P. — Brev. ms. Florianum saec. 13. Cod. Florian. XI 
477. Q. — Brev. ms. Florianum saec. (13. et) 14. Cod. Florian. XI 384. 
R. — Brev. ms. S. Georgii Pragensis saec. (*"/i8. et) 13. Cod. Pragen. XH 
E 6. S. — Brev. ms. S. Georgii Pragensis saec. 14. in. Cod. Pragen. VH G 
7. T. — Brev. ms. Pataviense f?) saec. 13. Cod. Hilarien. 111. U. — Brev. 
ms. Pataviense anni 1429. Cod. Ducumburgen. 183. X. — Brev. ms. Lamba- 
cense saec. ^'/14. Cod. Lambacen. CLXXVII. Y. — Brev. ms. Sanblasianum 
saec. *'/i4. Cod. Paulan. 25. 1. 20. (olim Sanbl. memb. 33) Z. — Brev. ms. 
Emmeramense saec. ^^fu. Clm. Monacen. 14741. a. — Brev. ms. Emmera- 
mense saec. 14. Clm. Monacen. 14771. b. — Psalt. et Hymn. ms. Ostroviense 
anni 1174. Cod. Capit. Pragen. A 57. add. saec. 14. in. c. — Brev. ms. 
Teplense anni 1353. Cod. Pragen. VII F 23. d. — Brev. ms. Pragense 
saec. 14. Cod. Mus. Bohem. XHI F 14. e. — Psalt. et Hymn. ms. Portae 
Mariae V. in Axpach saec. 14. Cod. Vindobonen. 1877. f. — Brev. ms. 
S. Aegidii Brunswicensis saec. 14. (Privatbesitz.) g. — Brev. ms. Trebonense 
saec 15. Cod. Pragen. VI F 12b. h. — Brev. ms. Hanossii de Colowrat 
anni 1470. Cod. Capit. Pragen. P 11. i. — Psalt et Hymn. 8. Petri 
Erfordiensis anni 1481. Cod. Rosenbergen. 62. k. 



II. De Sanctis. — B. Hymni de Sanctis Proprii. De s. lohanne Ev. 185 

Hymn. ms. Casinense saec. 10. Cod. Casinen. 506. I. — Hymn. ms. 
Casinense saec. 11. Cod. Vindobonen. 1106. m. — • Hymn. ms. Beneventanum 
saec. 10. ex. Cod. Vatican. Ottob. 145. n. — Hymn. ms. Severinianum 
saec. **/ii. Cod. Vatican. 7172. o. — Hymn. ms. Veronense saec. ^^/ii. 
Cod. Capit. Veronen. CIX (102). p. — Psalt. et Hymn. ms. S. Sophiae 
Beneventanae saec. 11. Cod. Neapolitan. VI E 43. q. — Hymn. ms. S. Sophiae 
Beneventanae saec. 12. Cod. Neapolitan. VI F 2. r. — Psalt. et Hymn. 
ms. Mosacense saec ^^/is. Cod. Archiep. Utinen. fol. 18. s. — Hymn. ms. 
Benedictinum saec. 14. Cod. Archiep. Utinen. fol. 21. t. — 

Hymn. ms. Corbeiense saec. 11. Cod. Ambianen. 131. n. — Antiph. et 
Hymn. ms. Scarense saec. 14. (et 15.) Cod. Upsalen. C 422 x. — Diurn. 
et Hymn. ms. Benedictinuro Suecicum saec. 15. Cod. Upsalen. C 477. y. — 
IQ— Y a— k q r U X y sind nicht kollationiert. 

1, 2 Qua CDGHKLZ 8 t; caelum adiit A. — 2, 4 caelibi 0. — 3, 1 
sacra F. — r 3, 2 Tuos o. — 3, 3 Ultime n 0; Dominus n, Domini o. — 
3, 4 Quem Z p; prae die LP m n p; (vgl. „Qui pridie, quam pateretur^ 
im Canon der Messe). — 4, 1 Qui E Pmnopst. — 4, 3 noverit P; 
se colerent 0. — 4, 4 et prolis m n. — 5, 1 camis I n; positi o. — 5, 2 
Mente fehlt E*; polo fehlt L; contiguis p, — 5, 3 inediscibile EL. — 5, 4 
Mentis G. — 6, 1 Huius CFHLO O p S t; preces Z o. — 6, 2 solvat o, 
laxes AE, solvas B^C^ (uber Rasur); vielleicht ist ^solvas" eine jiingere 
Korrektur des ursprunglichen „laxes". — 6, 3 E caelo CGHKLPZ s t, De 
caelo 1; Et fehlt O; donas D. — 7. 3 trinitate t. — 7, 4 adoremus t; 
Domine (statt Kyrie) I m n o. — Als 2. Doocologiey die schon durch Str. 7 
gebildet ist, wird angehangt in 1 m n 0: Gloria tibi Domine. 

Im Hymn. ms. Cellae s. Mariae in Austria (olim Stephani de Hachenber^) 
saec. 15. Cod. Campolilien. 15 lautet der Anfang dieses Hymnus: lohanms 
dies advenit — Durch die altesten und meisten Quellen ist Deutschland 
vertreten, Italien ziemlich, wahrend England und I^Vankreich (abgesehen von 
Corbie im frankischen Keiche) ganz fehlen. Im Repert. Hymn. (Nr.. 19 153) 
werden zwei jgedruckte Breviere von Marseille (1503) und Reims (1544) neben 
einigen Brevieren deutscher Kloster resp. Diozeseu als Quellen namhaft 
gemacht. — Nach dem Quellenbestande also mochte man Deutschland als 
Ursprungsstatte ansehen. — Beachtung verdient, dafs ein Hymnus franzosi- 
schen Ursprunges „Gaude sacrata meritis^ (Anal. Hymn. XII, p. 155) die 
gleiche, sonst ungewohnliche Doxoiogie hat. 



161. In s. lohannis Eyangelistae. 

De patre verbum prodiens, 4. Ascendeus crucis arborem 
Corpus de matre induens, Comraendat roatrem virginem 

lohannis testimonio lesus huic discipulo 

Hoc erat in principio. Ut suimet yicario, 

lohannes, virgo ceteris 5. Ut virgo viri nescia 
Dilectior apostolis, Et castitatis conscia 

Bogatus apud Ephesum Solamen viri providi 

Conscripsit evangelium, Haberet dies saecnli. 

Eructans almo pectore 6. Accepit virgo virginem 
Fluenta evangelica, Corruptionis insciam 

Quae hansit in convivio Et par post Ghristnm filius 

Passuro mundi Domino. Deservit integerrimus. 



186 ^^^^ I- Hymni antiquissimi saec. V. — XI. 

7. Sancte lohannes optime, 8. Praesta, beata trinitas, 
Absolve nostra vincala, Indulge, clemens nnitas, 
Ut mereamnr liberi Ut tibi casto corpore 
Servire summo principi. Laetemur omni tempore. 

Hymn. ms. Veronense saec. *®/ii. Cod. Capit. Veronen. CIX (102). A. 
— Brev. ms. Secoviense (Monialium) saec. 12. Cod. Graecen. 864. B. — 
Dium. et Hymn. ms. Schefdariense saec. 12. Clm. Monacen. 17024. C. — 
Brev. ms. S. Floriani. saec. 13. Cod. Florian. XI 477. D. — Brev. ms. 

5. Floriani saec. (13. et) 14. Cod. Florian. XI 384. E. — Brev. ms. 
Emmeramense saec. 14. Clm. Monacen. 14771. F. — Hymn. ms. Germanicum 
saec. 14. Cod. Londineu. Arund. 340. G. — Brev. ms. Teplense anni 1353. 
Cod. Pragen. VII F 23. H. — Collectan. ms. Burttense saec. **/i6. Clm. 
Monacen. 17645. I. — Brev. ms. Turicense saec. 15. Cod. Sangallen. 526. 
K. — Brev. ms. Constantiense (?) saec. 15. Cod. Stuttgardien. Brev. 101. 
L. — Antiphon. et Hymn. ms. Scarense saec. 14. (et 15.) Cod. Upsalen 
C 422. M. — Dium. et Hymn. ms. Benedictinum (Suecicum) saec. 15. Cod. 
Upsalen. C 477. N. 

1, 2 De matre corpus CN; induit M. — 2, 1 ergo (statt virgo) BM. — 
3, 4 Passuro suo Domino C. — 4, 1 Ascendit A. — 4, 3 Jesus fehlt L. — 

6, 1 Accipit L. — 7, 2 nostra crimina LMN. — 8, 2 clemens deitas B. — 

8, 4 Servemur(!) DE. 

Auch die gedruckten Breviere, worin dieser Hjmnus (cfr. Repert. Hymnol. 
4234), stammen aus Deutschland (und Skandinavien); dort also wohl sein 
Urspmng, falls nicht die alteste Quelle (wenn wirklich aus Verona her- 
riihrend), dagegen Einspruch erhehen kann. 



162. In 8. lohannis Eyangelistae. 

1. Rex Ghriste, servi laudibus 3. Hoc ex lohannis flumine 
Dignare landari tui, Donante te percepimus, 

Ex ore cuius discimus Hoc corde lingua pandimus, 

Te patre natum servuli. Aequum patri quod natus es. 

2. Te confitemur filium 4. Tu spiritus porro pie, 
Nec lege vinctum temporis; Maior minor laudi credens, 
Tu lumen es ex lumine, Quorum potestas una est 
Verus DeuSj verus homo. Nec temporis distantia. 

Fragment. ms. Hymnarii incert. origin. saec. 10. Cod. Bemen. AA 90 
(pars 19). — 4, 4 patri qui. — Bei 3, 1 bin ich im Zweifel, ob in der Hs. 
„Iohannis** oder ^lordanis" steht. — 4, 1 und 2 ist dunkel. — Aus gleicher 
Quelle publizierte diesen Hymnus Hagen (S. 107.) mit der Nota : „Inter versum 
16 et 17 unius stichi lacuna, ut alterum hymnum iilinc incepisse credibiie 
sit." Sehr wahr! Hagen hat trotzdem diesen Hymnus zusammengeschweifst 
mit dem folgenden: Deo quod ortus sit Deus. Im Repert. Hjmnol. 
(Nr. 17 418) sind beide Hymnen, unter einer Nummer vereinigt, als „de trini- 
tate"(!) bezeichnet; Hagen hat keine Aufschrift. 



II. De Sanctis. — B. Hymni de Sanctis Proprii. De s. lohanne Ev. 187 



163. In 8. lohannis fiyangrelistae. 



1. Deo qaod ortas sit Deas, 5. 
Caro idem ex alma virgine 
Creator atque conditor, 

Sacer lohannes indicat. 

2. Fides hoc haasit omDinm 6. 
Tenetqae lacem gentium, 

Vices nec uUas accipit 
Eias diei gratia. 

3. Minora tres cam ceteri 7. 
Colenda esse praenuntient, 

Avis hic instar evolans 
Moratar in maioribas. 

4. Staperet istad quispiam, 8. 
Qaod esse perscratantiam 

Solet Dens, ni in pectore 
Parasset ille lectulam. 



Ut haec valeret scribere 
Perenni hora saeculo, 
Qaiete discit, rarior 
Meretur eam castitas. 

Verendus aeternum bonis 
Citra cruorem creditar 
Cacumen altum martyrum 
Cepisse sanctis moribus. 

Precamar illum supplices, 
Eius potens oratio 
Nobis ut assit servulis 
Tuis, creator omnium. 

Beata patri gloria, 
Beata soli filio 
Utrique compar spiritus 
Aequis cluat honoribus. 



Frag^ent. ms. Hymnarii incert. origin. saec. 10. Cod. Bernen. AA 90 
(pars 191. — 1, 2 idem et. (In diesem Verse doppelte Elision ; cfr. 3, 2 und 
4, 3.) — 1, 3 conditus. — 2, 4 Eis diei. — 3, 1 Die „tres ceteri" sind 
naturlich die Evangelisten. — 3, 2 Colenda sed praenuntient. — Man vgl. 
die Note zum^ vorhergehenden Hymnus. 



164. In 8. loliannis Eyangelistae. 



Hic, festa cuius pangimus, 
Edoctus est largissime 
nio recumbens pectore, 
Quo summa est scientia. 

Regina sicut avinm 
Transscendit ista nubila, 
Sic cuDcta felix transiens 
Invisa vidit saeculo. 

Tum verba ructat optima 
De patris alto filio, 
Quod exstet ante tempora, 
Qai natus est in tempore. 



6. 



Hoc egit alma castitas, 
Qaa fulget omnis sanctitas, 
Qua sic lohannes claruit, 
Ut nemo plus fidelium. 

Rogandus est a servu[lis] 
Hic servus admirabilis, 
Ut voce clementissima 
Mali releget vincula, 

Ut vota nostra iudici 
lesu libenter offerat 
Poscentibus et gratiam 
Nobis benignus conferat. 



Deus pater cum filio 
Paraclitus et spiritus, 
Est par quibns sublimitas, 
Nos adiuvent in saecula. 



188 P*''» !• Hymni antiquissinii saec. V. — XI. 

Frag^m. ms. Hymnarii incert. origin. saec. 10. Cod. Bemen AA 90. 
(pars 19). — Es folgen am Schlusse noch folgende Verse: 

Cursim peregi carmina, 
Quae vestra cemunt lumina, 
Horum patricior (l. patrator) postulat 
Valere te per saecula. 

Diese Verse sind aber vom Hymnus durch ein f getrennt und mit 
Recht. — Der Stil dieses Hymnus sticht von jenem der Hymnen Nr. 162 
und 163 merklich ab; also wohl ein anderer Auktor. 



165. In 8. loliaiinis fiTangelistae. 

1. Caeli cives in gaadio 4. De qaornm dicendas nobis 
Manentes coram Domino, Est nanc anas consortio 
Voces saaves fundite Noroine lohannes dictas, 
Et Deo laades canite. Gratia Dei vocatas. 

2. Laetetar et ecclesia 5. Hanc salvator castitatis 
Per sanctorum sollemnia Clarum pro privilegio 
Et in,sonoris cantibus De pectoris sai sancti 
Laudes dicat summi regis, Claro fonte repleverat, 

3. Qui caeli terraeque rector 6. Unde malta satiatas 
Ad terrestria descendens Secretoram dalcedine 
Inter homines electos Et in caelis et in terris 
Sibi ianxit apostolos. Multa visa eractavit. 

7. Inde Deo laas sit semper 
Patri necnon et filio 
Una cum spiritu sancto 
In sempitema saecala. 

Collect. ms. Monasterii ss. Petri et Pauli WisseDburgensis saec. 9. 
Cod. Guelfenbyteran. 4150 (66 Weifsenburg) add. saec. 11. — Aus gleicher 
Quelle bei Milchsack I, 2. — Inhalt und Form stehen weit hinter jenen der 
vorhergehenden Johanneshymnen zuriick. 



16B. In ss. lohannis et Paoli HM. 

1. Gloria dignos colimus triamphos 
Sacrosanctorum venerando fratrum, 
Festa lohannis pariterqae Pauli 
Laade sonora. 



II. De Sanctis. — B. Hymni de Sanctis Proprii. De ss. lohanne et Paulo. 189 

2. Qni beatorum probitate moram 
Orbe primatum retinendo summum 
Ambo praeclari micuere mundi 

Lumina cnncti. 

3. Voce iucundi, pietate magni, 
Spiritu casti, meritis probati, 
Pro fide passi meruere iungi 

Omnipotenti. 

4. Ante conspectum deitatis almum 
Nunc serenatae rutilant lucemae 
Nubibns caelum validi serenum 

Claudere totum. 

5. Hic potestatis vigor exstat illis, 
Ut poli celsas aperire portas 
Clavibus linguae valeant sacratae 

Perpeti iure. 

6. Mente devoti petimus fideli, 
Qui tibi tales placnere testes, 

Per preces horum miserere nostrura, 
Christe, per aevum. 

7. Gaudium vitae tribuas futurae 
Atqne mansurum sine fine regnum 
Dando praesentis simul et perennis 

Xenia pacis. 

8. Gloriam pacis tibi pangat orbis, 
Arobitus caeli tibi psallat omnis, 
Qui Deus mundum regis universum 

Trinus et unus. 

Hymn. ms. Veronense(V) saec. *®/ii. Cod. Capit. Veronen. CIX (102). 
A. — Brev. ms. Schwarzacense saec. 13. Cod. Carolsruhan. Schw. 2. B. — 
Diurn. ms. Constantiense saec. 14. in. Cod. Turicen. Khenov. 133. C. — 
Psalt. Dinrn. et Hymn. ms. Wonnatiense(?) saec. (12. et) 14. Cod. Vindobonen. 
1226. D. — Diurn, ms. Murense saec. 14. Cod. Griesen. 49. E. — Antiphon. 
ms. Murense saec. 15. Cod. Griesen. 155. F. — Brev. ms. Sanhlasianum 
saee. 14. Cod. Paulan. 25. 2. 34. (olim Sanblas. merab. 50). G. — Hymn. 
ms. Sanblasianum anni 1504. Cod. Faulan. 25. 1. 34. (olim Sanblas. cart. 12). 
H. — Brev. ms. Augustanum saec. 15. Cod. Augustan. VHIo 27. I. — 
Brev. ms. SS, Udalrici et Afrae saec. 15. Cod. Augustan. fol. 45. K. — 
Brev. Wormatiense imps. s. 1. et a. L. — H und K sind nicht kollationiert. 

1, 1 triumphum A. — 1, 2 Sacra sanctorum F; veneranda D. — 1, 4 
Voce A; canora DGL. — 2, 2 Orbe privatum EF. — 2, 3 munere (statt 
micuere) B ; cuncti (statt mundi) DL. — 2, 4 Liraina D ; mundi (statt cuncti) 
DL. — 3, 2 meritis probitati I. — 4, 2 Nunc sereuae E, serinitate B» 



190 PsLTs I. llymni autiquiKsimi saec. V.— -XI. 

serenitatis F. — 4, 3 validum D, validis GL. — 5, 1 Hinc DL; pietatis 

A, protestatis F. — 5, 2 Ut illi poli celsas F. — 5, 3 valeant satagared) 

B. — 5, 4 Perpete EFl; vita (st. iure) B. — 6, 2 tibi fehlt B. — 6, 3 
miserere nostri I. — 7 , 2 Atque fehlt B ; mansuram E , mensurom D. — 
7, 3 simulque C. — 8, 1 Gloria D; Gloriam totus alle Quellen auTserB; ist 
gegen den Binnenreim. — 8, 2 Ambitu A; psallat omnis tibi I. — 

Wie in der 1. Strophe, so ist in allen folgenden der Binnenreim (Assonanz) 
gewahrt; aufserdem reimt in allen Strophen mit Ausnahme der 1. Str. jeder 
4. Vers mit dem dritten. — Ursprung scheinbar in Deutschland, — Ob nicht 
vielleicht von Notker Fhysicus^ dessen Hymnus (Nr. 186) ganz den gleichen 
Bau, Reimart, Strophenzahl usw. aufweist? Allerdings sollte man dann den 
Hymnus nicht in St. Galler Quellen vermissen, wenngleich zu beachten ist, 
dafs in St. Gallen Quellen waren, die jetzt nicht mehr fliefsen. 



167. In sanctae Iulianae Ylrg. et Hart. 

Ad P rocessionem. 

R. labilemos Christo regi et lalianae virgini. 

1. Alma virgo, sponsa regis, 3. Snnt pollntae manns nostrae 

laliana, nobilis, omni prorsas crimine; 

Te elegit, qai plasmavit, His, precamar, ut preceris 

qaando mandam condidit. nos absolvi vincalis^ 

2. Tota palchra es, amica, 4. Qao sanctoram sancta simas 

sine naevi macala digni pnris sensibus 

Et decora ac praeclara Introire et tractare 

sammi regis famala. membra sacratissima. 

Rit. et Hymn. ms. Scheftlariense saec. 10. Clm. Monacen. 17027. — 
Nach jeder Strophe wird der Rundreim (R) wiederholt. — Zu vergleichen ist 
der Hymnus gleichen Anfangs in Anal. Hymn. IV, 69; dort angewendet auf 
Agapitus. Ebendort heifst es im Rundreim: „et Mariae virgini"; ebenso 
1, 2 „0 Maria nobilis"; und als 5. Strophe folgt noch die 1. Strophe des 
gleich folgenden Hymnus. — Jedenfalls pafst „Mariae" besser in den Rnnd- 
reim als das viersilbige „Iulianae", es sei denn , dafs -man „Iuljanae" (drei- 
silbi^lese, in welchem Falle 1, 2 „0 luliana" zu lesen ware (Elision bei 
„regi et" ist nicht anzunehmen, da ofters (l, 3; 2, 1; 2, 3; 4, 3) ein Hiatus 
vorkommt. — Auch der Inhalt pafst ungleich mehr auf die €k>ttesmutter. — 
Vgl. die beiden folgenden Hymnen und besonders die Schlufsnote zu dem 
zweiten. — Dberschrift; „Versus de sancta luliana". 



168. In sanctae Inlianae Yirg. et Mart. 

Ad Processionem. 

R. labilemas Christo regi et lalianae virgini. 

1. Sarge, sancta laliana, 2. Libens perge sacrans loca 
mansione propria plebem atqae prot^e 

Et praecede corara plebe Sisqae nobis et benigna 

iter miroe gloriae. ac oratrix optima. 



II. De Sanctis. — B. Hymni de Sanctis Proprii. De s. luliana. 191 

3. Gratulentur confluentes ^ 4. Esto fortis fautrix cunctis, 
omnis sexus ordines, sanis atque languidis, 

Concinentes una voce Ut laudetur nomen Christi 

canticum laetitiae. aevo cuncto saeculi. 

Kit. et Hymn. ms. Scheftlariense saec. 10. Clm. Monacen. 17027. — 
1, 3 procede. — Der Rundreim (R) nach jeder Strophe wiederholt. — Cber- 
schrlft „Alii" sc. ^Versus de sancta luliana^; vgl. vorhergehenden Hymnus 
und Bemerkung zum folgenden. — Dieser und der vorausgehende Prozessions- 
hymnus sind in der Hs. ohne Melodie eingetragen. Mone (lU, 345) hat beide 
zu einem verbunden. 



169. In sanctae lulianae Yirg. et Mart. 

Ad Processionem. 

R. Eia, fratres, celebremus 
purae mentis vocibus 
Caelos supra exaltatae 
virginis praeconia. 

1. Ave, virgo, angelorum 4. Te precante regem regum 

consors mille milium sentiamus placidum 

Sociata et bis senis ludicemque saeculorum 

viris apostolicis. indultorem criminum. 

2. Ttt concivis prophetarum 5. Quando venis praeparatura 

et coheres martyrum, locum ad sanctissimum^ 

Grata choris confessorum Sis precatrix prompta cunctis 

sanctarumque virginum. temporum curriculis. 

3. His coniuncta semper fave 6. Per te summae trinitati 

sancto sublevamine sit perennis gloria 

Intercedens pro coraraisso Nunc et semper et per cuncta 

omnium piaculo. saeculorum saecula. 

Rit. et Hymn. ms. Scheftlariense saec. 10. Clm. Monacen. 17027. — 
Mit Melodie. — Refrain (R) nach jeder Strophe. — Titel : „Alii" sc. Versus 
de s. luliana''. — Es lafst sich schwer die Vermutung zuriickweisen , dafs 
nicht nur die beiden vorausgehenden Hymnen, sondern auch dieser ursprunglich 
auf die Oottesmutter Maria, vorliegender speziell fur das Fest ihrer Himmel- 
fahrt gedichtet waren und dann auf luliana angewendet wurden. Mone 
(III, 345) meint, „dieses Lied ist fur eine Kirche gemacht, deren Patronin 
Juliana war^; er hatte den Namen der Kirche beifugen konnen, wenn er 
die Eintragung in Clm. Monacen. 17072 gefunden hatte: „Iste liber est 
sanctorum martyrum Dionysii episcopi et luUanae virginis, patronorum 
monasterii Scheftlarn.'^ 



192 



Pars I. Hymiii antiquissimi saec. V. — XI. 



170. In sancti loliani Briratensis. 



1. Christe, corona martyrum, 
Victoria credentiom, 
Ante mondi principium 
Atque post finem temporum, 

2. Te lulianus coluit, 
Morte vitam promeruit, 
Lictoribus fit obvius, 
Caput subdit intrepidus. 

3. Cervix secta per frameam 
Donat gloriae palmulam, 
Unda subfusus sanguinis 
Semper regnat cum angelis. 

4. Mulier paralytica, 
Contractus in dominica^ 
Caecus, surdus, mutus quoqoe 
Tanto curantur martyre. 



5. Per te, Christe, quam pluriraa 
Hic fecit mirabilia; 

Laus per orbera effloruit, 
Spes multa crevit miseris. 

6. Hic Yienna progenitos, 
Arvemis roartyr inclitos, 
Aedem quam gratam monachis 
Translatus habet Tnronis. 

7. Ibi quoque mirificns 
Miraculis comprobatur 
Cotidieque cemitur 
Civis esse angelicus. 

8. Sit gloria Deo patri 
Eiusque soli filio 

Et sancto laus spiritui 
In saeculoram saecula. 



Collect. ms. diversae originis saec. 9—16. Cod. Vatican. Reg. 314. add. 
saec. 10. — 4, 2 Vielleicht: Contractas, daemoniaca? Oder „in dominica^ 
zu verbinden mit „curantur"? — Aus gleicher Quelle bei Mai, Novae PP. 
bibliothecae I. II, 206. Mai liest 7, 2: Comprobatur miraculis, wodurch 
der Reim zerstort wird. — Rev. H. M. Bannister besorgte gntigst die 
Kollation. 



171. In sancti Landberti. 

Hymnus Hucbaldi(?). 



1. Fulges salvifico nomine, martyr, 
Custos ecclesiae pastor et aime, 
Munis atque regis quam vice Petri, 
Landberte, gerens proelia Christi. 



2. Defensor patriam climatis huius 
Compsisti rosei sanguinis undis, 
Hanc ut caeligenis iungere possis, 
Tempus cum fuerit currere caelis. 

3. Tu nos a vitiis carne coactis 
Ac vinclis pariter solve malignis 
Deposcens Dominum, quo regat aptos 
Nos et laetificet pace potitos. 



H. De Sanctis. — B. Hymni de Sanctis Proprii. De s. Laurentio. 193 

4. Hoc largire, pater laminis omnis, 
Natura per propriam, flamine sancto, 
Qai tecam nitida vivit in aethra 
Regnans ac moderans saecala cuncta. 

Sanctor. ms. incert. origin. saec. 10. Cod. Bruxellen. 14650—659 (3236). 
A. — Cod. Londinen. Add. 18627 (olira Stabulensis) saec. '®/ii. B. — 1, 2 
almae B. — 3, 3 qui A'. — 4,1 sqq. fehlen A (ein Blatt ausgeschnitten). 

— 4, 3 vivida vivit B ; „vivida" verstSfst gegen das Metrnm, weshaib Winier- 
feld (Poet. lat. med. aevi IV. I, 157) „liquida'^ empfiehlt; die richtige Lesart 
^nitida'' bietet indessen die ganz gleichlautende Doxologie zum Marien- 
Hymnus „0 quam glorifica luce coruscas^^ (Nr. 126). — Titel: „Hymnum 
sancti Landberti'^ AB. — Die Lesarten beider Hss. entnahm ich der 
Publikation Winterfelds. (1. c.) — Vgl. Jo». Demarteau, Vie de saint 
Lambert . . . Li^ge 1878; derselbe sucht Hucbald von St. Amand als 
Verfasser der Vita metrica des hl. Lambert (mitgeteilt auch von Winterfeld 
1. c. pag. 143 sqq.) zu erweisen. Stimmt man ihm bei, dann ist Hncbald 
wohl auch Verfasser des vorstehenden Hymnus. Man braucht uberdies 
letzteren nur mit dem Hymnus j^Exsultet Domino mente serena^ (Anal. Hymn. 
XIX, 260), der Hucbald zugeschrieben wird, zu vergleichen, um beide Hymnen 
als das Werk des ffleichen Dichters zu erkennen. Eines stutzt so das andere. 

— Dann aber auch tallt ein neues Licht auf den Marien-Hymnus „0 qttam 
glorifica luce coruscas^ (Nr. 126); er hat gleicheu metrischen Bau, gleichen 
Stil, gleiche Strophenzahl wie der vorstehende Lambertus-Hymnus , und die 
Doxolo^ie ist beiden gemeinsam. Auch das Alter der Quellen verweist 
seine Entstehung in die Zeit Hucbalds. — Hier mussen einstweilen diese 
Andeutungen geniigen. 

Das ^salvificum nomen" (1, 1) und der Titel „defensor patriae'* (2, 1) 
erhalten ihre Erklarung duroh Vers 58 sqq. der Vita metrica, wo es heifst, 
der Heilige sei Landbert genannt ^praesaga voce", namlich ^patriae defensor 
iit esset". Land-Berd bedeutet namlich eine Lanze, Stange (berd) zur Ver- 
teldigung des Landes. 



172. In sancti Lanrentii. 

1. Martyris Christi colimns triumpham, 
Annaam tempas venerando caias 
Cernaa vocis prece iam rotandas 

Orbis adorat. 

2. Pontifex Xystus monuit ministrum 
Fixus in ligno crucis: „Exseqaeris 
Me cito, poenam patiendo magnam 

Ibis ad astra^. 

3. Tortor iratus petit ut talenti 
Pondus ignoti manifestct omne 
Mente vesana cupiens vorare 

Aurea lucra. 

Bluine, Thesauri hymnologici Hynmarium. 13 



194 ^^^^ !• Hymni antiquissimi saec. V. — ^XI. 

4. Sprevit hic mandi peritara dona, 
Fert opem nadis, alimenta claadis, 
Dividit nammos miseris catervis 

Corde flagranti. 

5. Igne torqaetar, stabili tenore 
Cordis accensas saperat minaces 
Igniam flammas in amore vitae 

Semper opimae. 

6. Uritar postqaam latus omne testis, 
„Verte" praefecto loqaitar iocando 
„Corporis partem laniando coctam 

Dentibas atris." 

7. Spiritam sampsit cboras angeloram, 
Intulit caelo pie laareandam, 

Ut scelas lavet bominam, precando 
Omnipotentem. 

8. Sapplici voto rogitamas omnes, 
Sancte Laarenti, veniam preceris, 
Qai tuam festam celebrant abiqae 

Voce vel acta. 

9. Gloriam patri resonemas omnes 
Eias et nato iabilemas apte, 

Cam qaibas regnat simal et creator 
Spiritas almas. 

Hymn. ms. Casinense saec. 10. Cod. Casinen. 506. A. — Hymn. ms. 
Beneventanum saec. 10. ex. Cod. Vatican. Ottob. 145. B. — Hymn. ms. 
Severinianum saec. '^/ii. Cod. Vatican. 7172. C. — Psalt. et Hymn. ms. 
Farfense saec. '®/ii. Cod. Roman. Vitt. Eman. 175 (Farf. 4). D. — Hymn. 
ms. Farfense saec. ^^/ii. Cod. Turicen. Rhenov. 91. E. — Brev. ms. Farfense 
saec. 11. Cod. Turicen. Rhen. 82. F. — Hymn. ms. Veronense saec. ^°/ii. 
Cod. Capit. Veronen. CIX (102). G. — Psalt et Hymn. ms. S. Sophiae 
Beneventanae saec. 11. Cod. Neapolit. VI E 43. H. — Psalt. et Hymn. ms. 
Monasticum saec. 12. in. Cod. Capit. S. Petri in Vaticano D 156. I. — 
Psalt. et Hymn. ms. Mosacense saec. ^Vis. Cod. Archiep. Utinen. fol. 18. 
K. — Dium. ms. Sublacense saec. 15. Cod. Roman. Alexandrin. 234. L. 

Hymn. ms. Campidunense saec. ^^/ii. Cod. Turicen. Rhen. 83. M. — 
Hymn. ms. Rhenoviense saec. 10. Cod. Turicen. Rhen. 111. add. saec. "/12. 
N. — Hyran. et Sequent. ms. Fredeslariense saec. 11. ex. Cod. Casselan. 
theol. IV 25. O. — Brev. ms. Zwifeldense saec. 12. in. Cod. Stuttgardien. 
Brev. 98. P. — Brev. ms. Glunicense saec. 12. Cod. Lincen. F p 19. Pa. — 
Psalt. et Hymn. ms. Wingartense saec. 12. Cod. Fulden. Aa 57. — Brev. 
ms. tichaffhusiense saec. 14. Cod. Turicen. Rhen. 133. R. — Brev. ms. S. 
Nicolai Pataviensis saec. '*/i5. Clm. Monacen. 16146. Ra. — Hymn. ms. 
Cellae s. Mariae in Austria saec. 15. Cod. Campolilien. 15. S. — Brev. ms. 



II. De Sanctis. — B. Hymni de Sanctis Proprii. De s. Marco. 195 

Lunaelacense saec. 15. Cod. Vindobonen. 1918. T. — Brev. ms. Constantiense 
saec. 15. Cod. Stuttgardien. Brev. 101. U. 

Psalt. et Hymn. ms. Cantuariense (?) saec. *®/ii. Cod. Londinen. Add. 
37517. X. — Hymn. ms. Anglosaxonicum CMonasticum) saec. 11. in. Cod. 
Londinen. Vesp. D XII. Y. — Hymn. ms. Wintoniense saec. 11. Cod. Capit. 
Dunelmen. B UI 32. Z. — HKPaQRaSX sind nicht kollationiert.. 

1, 1 canimus triumphum T. — 1, 2 veneranda E. — 1, 3 Cernua voce 
BDFLTU, votis AR; precem B. — 1, 4 adoret MN. — 2, 1 Sixtus EILTU, 
Xixtus O, Syxtus PRYZ. — 2,2 Fixum B; si sequeris DFI, hoc sequeris 
L. — 2, 3 poena E; magna E. — 3, 1 Doctor R. — 3, 2 manifestat F'M 
N. — 4, 2 clausis E. — 4, 4 fraglanti F^. — 5, 2 supera B ; micantis T. — 
5, 3 sqq. bis Schlufs fehlt (Blatt ausgerissen) O. — 5, 3 in amore vitae 
fehlt B. — 5, 4 opi[mae] B. — 6, 1 Oritur R; Uritur post haec YZ. — 6, 2 
Vera B, Ferte GMN ; iocunde FUYZ iucundo G, iucunde ABCDILO. — 6, 3 
laniendo MN. — 6, 4 acris T. — 7, 2 laureando MN, laureatum R. — 7, 3 
laxet PR. — 7, 4 Omne per aevum B. — 8, 1 vota C ; rogitemus MNPRIUYZ. — 
8, 4 Corde vel T. — 9, 1 Gloria BCMN. — 9, 3 regnas MNU; quibus sanctus 
simul T. — 9, 4 alme EMN^; Spiritus regnat T. 

Beachtenswert ist, dafs Frankreich durch keine Quelle vertreten er- 
scheint; auch im Repert. Hymnol. (Nr. 11268) sind, abgesehen von C u. G, 
nur deutsche Quellen des 15. u. 16. Jahrh. vermerkt. — Der Hymnus stammt 
wohl aus Itdlien. 



173. In Natiyitate sancti MarcL 

1. Festum beati martyris, 5. Spargens anbelanter sacra 
Evangelistae nobilis, Yerbi salnbris spermata 
Dignis colentes landibns Christi libens pro nomine 
Laetis canamns vocibns. Fnso necatnr sangoine. 

2. Hnnc in quatemis ynltibus 6. Cnius benignns et potens^ 
Propheta quondam providus Nostrae saluti consulens, 
Signavit, hunc notarium Christus sacrato corpore 
Mysteriarches inclitum. Compsit solum Germaniae. 

3. Missus supemo numine 7. Laetare, felix Augia, 
Fines in Alexandriae Honore tanto praedita, 
Christum revelans incolis Sinu locatum confovens, 
Ligatur antro carceris. Caelo patronum quem tenes. 

4. Salvator optatissimum 8. Marce, martyr fulgide, 
Hic visitans apostolnm Dei potens apostole, 
Evangelistam dulcius Nos Snevienses incolas 
Dictis salutat mitibus. Pio favore protegas. 



Summo patri sit gloria 
Eiusque proli maxima, 
Laudetur et paraclitus 
In sempiterna saecula. 



Hymn. ms. Campidunense saec. ^^/ii. Cod. Turicen. Rhen. 83. A. 
Brev. ms. Zwifeldense saec. 15. Cod. Carolsruhan. Aug. CCLXII. B. 



13 



* 



196 Pars I. Hymni antiquissimi Baec. V. — XI. 

Scheinbar eine wenngleich alte Oberarbeitung des Hymnus gleichen Anfanpi'» 
(Anal. Hymn. XIV, 77). — 1, 4 sonemus B. — 3, 1 munere B. — 4, 3 
Evangelista A. — 5, 2 salubris dogmata B. —6,3 Christi A. — 7, 3 sq. 
Vor „Sinu" ist der Schlufs von 7, 4 „quem tenes" gestellt; also; Quem 
tenes sinu locatum confovens caelo patronum. A. — Str. 9 lautet in B; 
Gloria tibi Domine | Qui surrexisti. 



174. In 8. Mariae Magdalenae. 

1. lesu Christe, auctor vitae, 2. Pretiosam margaritam 
qui in tuo sanguine stellamqne clarissimani 

Peccatnm lavisti Adae, Eam locasti in arce 

Mariae Magdalenae uranicae cnriae, 

Tribuisti salutarem Ut esset evidens tuae 

fructum paenitentiae. exemplum clementiae. 

3. Interventu ergo eius 

sis nobis propitius 
Ac nostra dele peccata 

et da vitae gaudia, 
Qui regnas cum Deo patre 

et spiritu compare. 

Hymn. ms. Veronense (?) saec. '^/u. Cod. Capit. Veronen. CIX (102). 
A. — Brev. ms. Secoviense (Monial.) saec. ^Vi2. Cod. Graecen. 770. B. — 
Hymn. ms. Khenoviense saec. 12. in. Cod. Turiceu. Rhen. 129. C. — Trop. 
et Hymn. ms. Rhenoviense (? Sangallense) saec. 11. in. Cod. Turicen. Rhen. 
97. add. saec. 12. ex. D. — Psalt. et Hymn. ms. Benedictinum saec. 12. Cod. 
Archiep. Utinen. fol. 14. E. — Brev. ms. Pruvningense saec. 12. Clm. 
Monacen. 23037. F. — Diurn. et Hymn. ms. Scheftlariense saec. 12. Clm. 
Monacen. 17 024. G. — Trop. ms. Tegurinum saec. 11 Cod. Londinen. Add. 
19768 (Pars II) add. sacc. "/12. H. — Brev. ms. Zwifeldense saec. 12. Cod. 
Stuttgardien. Brev. 98. I. — Hymn. ms. Germanicum saec. 12. Cod. Londinen. 
Add. 18301 K. — Matutin. ms. Admontense anni 1180. Cod. Admonten. 18. 
L. — Hymn. et Sepent. ms. Fredeslariense saec. 11. ex. Cod. Casselan. 
theol. IV® 25. add. saec. 13. M. — Brev. ms. Gengibacense saec. 13. Cod. 
Carolsruhan. Geo. 22. N. — Brev. ms. Schwarzacense saec. 13. Cod. 
Carolsruhan. Schw. 2. O. — Brev. ms. Lambacense saec. ^'/i4. Cod. Lambacen. 
CLXXVIL P. — Collectan. ms. Aspacense saec. (13. et) 14. in. Clm. 
Monacen. 3215. Q. — Brev. ms. ^fimmeramense saec. ^'/14. Clm. Monacen. 
14741. R. — Brev. ms. S. Georgii Pragensis saec. 14. in. Cod. Pragen. 
VII G 7. S. — Collectan. ms. Sermonum et Hymnorum Pataviense saec. 14. 
Cod. Gottwicen. 161. T. — Brev. ms. Teplense anni 1353. Cod. Pragen. 
VII F 23. U. — Brev. ms. Florianum saec. (13. et) 14. Cod. Florian. 384. 
X. — Brev. ras. Ilminense anni 1437. Clm. Monacen. 7391. Y. — Brev. ms. 
lohannis plebani in Richnow Bohemicali anni 1485. Z. 

Ferner in folgenden Quellen: Brev. ms. Murbacense saec. 13. Cod. 
Colmarien. 36. — Psalt. et Hymn. ms. Ostroviense anni 1174. Cod. Capit 
Pragen. A 57. add. saec 14. in. — Viat. ms. lohannis Noviforensis saec. 14. 
Cod. Mus. Bohem. XI II A 12. — Brev. ms. Pragense saec. 14. Cod. Mns. 
Boham. XIII F XIV. — Diurn. ms. Benedictinura Bavaricum saec. 14. Cod. 
Altovaden. X. — Psalt. et Hymn. ms. Portae Mariae V. in Axpach saec 14. 
Cod. Vindobonen, 1877. — Brev. ms. Maguntinum saec. 14. Cod. Capit 



n. De Sanctis. — B. Hymni de Sanctis Proprii. De s. Magdalena. 197 

Schaffhaburgen. 64. — Brev. ms. Ducumburgense anni 1451. Cod. 
Ducuraburgen. 67. — Brev. ms. Trebonense saec. 15. Cod. Pragen. VI F 
12. — Diurn. ms. S. Mariae Magdalenae Vindobonensis saec. 15. Cod. 
Vindobonen. 2035. — Psalt. ms. Thirnsteinense saec. 15. Cod. Florian. XI 
407. — Brev. ms. S. Michaelis Hildeshemensis saec. 15. (Privatbesitz). — 
Brev. ms. S. Thiofridi saec. 15. Cod. Luxemburgen. 24 (117). — Dium. ms. 
Benedictinum Suecicum saec. 15. Cod. Upsalen. C 477. — Auch die ge- 
druckten Breviere des 15. u. 16. Jahrhunderts, welche im Repert. Hymnol. 
(Nr. 9469) namhaft gemacht sind , verweisen auf deutsche Dibzesen , unter 
ihnen Strafsburg, Worms u. Speier ; dazu kommen Brev. Arosiense impr. 1513 
und Brev. Lundense impr. 1517. 

1, 3 lavasti CD. — 1,4 Mariae Aegyptiacae MY, Martyri tuae Afra^ 
Vj Afrae beatissimae G*; im Btqy. Augustense impr. Augustae Vindelic. 
1493 heifst es: „vel •Elisdbeih viduae» vel «Anastasia^ viduae>". (Danach 
erklaren sich die Nummem 9466 — ^9469 im Repert. Hymnol.). — 1,5 salu- 
tare DM. — 3, 1 sit M. — 3, 4 vitae praemia M. 

M. Pellechet (Eibliogr. Liturgique [1883], 342) teilt einen Hymnus 
gleichen Anfanges aus Cod. Sangallen. 415 (= Of&cia ms. Constantiensia 
saec. 15.) mit ; der Hymnus ist eine weitlaufige Paraphrase unseres Hymnus 
in Prosa^ ahnlich den Paraphrasen im Cod. Londinen. lul. A 6. ' 

Angesichts der Quellen ist wohl Deutschland die Urspmngsstatte unseres 
Hymnus zu nennen. 



175. In s. Mariae Magdalenae. 

1. Votiva cunctis orbita 3. Haec sacras lesu lacrimis 
Lucis triumphat gratia, Plautas rigavit intimis, 
Qua scandit astra vcrnula, Tersit capillis osculans, 
Msiria, Christi fulgida. Mentis tenebras expians. 

2. Calcans beata luridam 4. Te quaesumus, gratissimam 
Saecli ruentis machinam Deposce nobis veniam, 
Ardore sancti spiritus Caelestis aulae tinnulis 
Ignes subegit lubricos. Quo perfruamur organis. 

5. Salve, beata trinitas, 
Perenni manens gaudio, 
luva, creatrix, saeculum 
Quae regnas in perpetuum. 

A — GILNPRSUXZ = Quellen des vorhergehenden Hymnus. — Aufserdem : 
Psalter. et Hymn. ras. Walcidorense saec. ^Vi2. Clm. Monacen. 13067. a. 
— Brev. ms. S. Petri Salisburgensis saec. 12. Cod. Petrin. a V 24. b. — 
Brev. ms. Secoviense saec. 12. Cod. Graecen. 1550. c. — Psalt. et Oration. 
ms. Secoviense saec. 12. Cod. Graecen. 1202. d. — Hrov. ms. Secoviense 
saec. 14. in. Cod. Graecen. 789. e. — Brev. ms. Aquihigiense saec. ^^/i3. 
Cod. Civitaten. XCI (;:56) f. — Brev. ms. Aquih^gionse saec. ^^/u. Cod. S. 
Danielis 166. g. — Brev. ms. Pataviense (?) saec. 13. Cod. Hilarion. 111. ll. 

Antiphon. ms. Eduense saec. 13. in. Cod. Soinin. Kduon. 151 *. i. — 
Antiphon. ras. Eduense saec. ^^/u. Cod. Serain. Kdwm, s. n. k. — Brev. 
ms. Eduense saec. 15. Cod. Carpentoracton. 78. 1. — Brev. ras. lotrense 



198 P*'*^ ^* Hynini antiquissimi saec V. — XI. 

(Meldense) saec. 13. Cod. Parisin. 760. m. ^ Brev. ms. Sollemniacense 
saec. 13. Cod. Londinen. Harl. 2928. n. — Brev. ms. Catalaunense saec. 
14. (et 15.) Cod. Spinalien. 170 (80). 0. — Brev. ms. Belnense saec. 15. 
Cod. Divionen. 112. p. — Brev. ms. Aniciense saec. 15. Cod. Parisin. 
Arsen. 277. q. — Brev. ms. Ebroicense saec. 15. Cod. Ebroicen. 12. r. — 
Brev. Yapincense imp. s. l. 1499. s. — Brev. ms. Romarici Montis anni 1585. 
Cod. Spinalien. 164. (77). t. 

1, 8 venula(!) 8. — 1, 4 Maria vel Afra Christi O, Barbara Christi 8. 

— 2, 1 beatam A; lurida h m, beatam lucidam q, beata lucida 8. — 2, 2 
Tecli tuentes maxinia(!) 8; ruentis gloriam q; machina D. — 2, 4 Igue 8. 

— Str. 3 u. 4 felilen c. — 8, 1 sacros Sk f g', lesus h. — 8, 2 Pedes a f g. 

— Statt Str. 3 in 8: 

lam Christus, sponsus virginum |" Hanc admisit ad gloriam, 
Quia deceptu daemonum | Obtinuit victoriam. 

4, 1 gratissima C h s. — 4, 2 Exposce m; clemens (statt nobis) DFI a d 
fg^hlmpqs. — 4, 8 Caelestis aure g ; aulae stimulis m, anlae gaudiis 
q, aulae famulis 8. — 4, 4 Quae Z; perfruamur splendidis q, perfruamur 
largius g. — 5, 1 Salva DZ; Perenne manens gaudium a. — 5, 8 creatrix 
unitas g, creatrix omnium a, creatrix saeculi AEFGZ; saeculum fehlt U. — 

5, 4 Qui AE; Nunc et per omne saeculum g, — In f lautet die Doxologie: 
Fraesta pater piissime; in 1 p q g: 

Regi superno gloria | Deo patri cum filio etc. 

Letzteres ist die Doxologie zum Magdalena-Hymnus „Platidat polorum 
laudibus^ (Anal. Hymn. XII, 172). Die Anfangsstrophe ^Flaudat polortiw" 
ist in m zwischen die 4. u. 5. Strophe eingeschoben. — i n O r t sind 
nicht kollationiert. 

Im Breviar. Havelsbergense imp. Lipsiae 1518 ist nach Auslassun^ der 

I. Strophe der vorstehende Hymnus auf „Conversio b. Magdalenae** an- 
gewendet, beginnt also mit ^Calcans beaia luridam^, — In den Offic. ros. 
Constantien. saec. 15. Cod. Sangallen. 415 (die Texte, wie beim vorher- 
gehenden Hymnus schon bemerkt wurde, sind durchweg unbrauchbar) wurde 
der Hymnus auf Martha adaptiert und dabei Str. 2 u. 8 unterdruckt. — 
Die Adaptierung nebst Erweiterung (durch zwei Strophen) auf Martus s. 
Anal. Hymn. XIX, 202. — Hiernach beurteile man die Nr. 22176—22182 
in Chevaliers Kepert. Hymnol. 

Im ubrigen bekundet die Quellenliste des Repert. Hymnol. (Nr. 22180) 
und die ungleich grofsere Zahl der hier verwendeten oder bezeichneten 
handschriffclichen Quellen, dafs dieser Magdalenen-Hymnus im Gegensatz 
zum vorhergehenden ein Geraeingut der verschiedensten Lander wurde. — 
M. Pellechet (1. c, pag. 872) nennt als alte Quelle ein Passionale ms. saec. 

II. Cod. Parisin. Mazarine 1819, das ich nicht eingesehen habe. 



176. In s. Martini Tnronensis £p. 

1. Bellator armis inclitus, 3. Tres arte sancta pallidos 
Martinus, actu nobilis Resuscitavit mortuos, 
Quae gesserit miraculis, De febre cathecuminum 
Hymnis canamus debitis. Et alternm suspendio. 

2. Qui frigoris sub tempore 4. Orationis ambitu 

Dum chlamyde nudum tegit, Latro sepultus proditur; 

Mox Christus ipsa, quam dedit, Qua non cadebat impetu, 

Se veste tectum prodidit. Pinus reflexa ducitur. 



n. De Sanctis. — B. Hyrani de Sanctis Proprii. De s. Martino. 199 

5. Profana dum succenderet, 7. Pacem leproso dans viro 
Aere flammam reppulit, Sordes fugavit ulcerum 

Quo extincta sunt incendia, Et, quod lavaret morbidum 

Imbris fuit praesentia. lordanis, est in osculo. 



Humore de paralysi 8. Hisdem per orbem cognitis 

Curat puellara debilem, Ingentibus miraculis 

Morbique rasit fomitem Possessor alti spiritus 

Sancti liquoris unguine. Nunc regnat in caelestibus. 



Martyrol. et Hymn. ms. Modoetinum(?) saec. 9. Cod. Capit. Veronen. 
XC (85). A. — Psalt. et Hymn. ms. Ambrosianum saec. 10. Cod. Vatican. 
83. B. — Psalt. et Hjmn. ms. Ambrosianum saec. 10. Clm. Monacen. 343. 
C. — Brev. ms. Ambrosianum saec. 11. Cod. Modoetin. C 14/121. D. — Brev. 
ms. Vallis Travagliae saec 11. Cod. Capit. Mediolanen. 155. E. — Psalt. 
et Hymn. ms. S. lacobi de Pontida saec. 11. Cod. Vatican. 82. F. — Hymn. 
ms. Farfense saec. ^^/ii. Cod. Roman. Vitt. Eman. 175 (Farf. 4). G. — Hymn. 
ms. Farfense saec. ^^/ii. Cod. Turicen. Rhen. 91. H. — Brev. ms. Farfense 
saec. 11. Cod. Turicen. Rhen. 82. I. 

Hymn. ras. Monasterii Parisiensis saec. 12. Cod. Colmarien. 442. K. — 
Brev. ms. Hilariense saec. 13. Cod. Hilarien. 114. L. — Brev. ms. Alris- 
pacense saec. ^Vu. Clm. Monacen. 2642. M. — Rit. et Hymn. ms. Cister- 
ciense saec. 14. in. Clm. Monacen. 4323. N. — Hymn. ms. Altovadense 
saec. ^'/i4. Cod. Altovaden. LXVH. O. — Antiphon. ms. Sanctae Coronae 
saec. 13. Cod. Pragen. XII C 7 a. add. saec. 14. P. — Diurn. ms. Cister- 
ciense saec. 14. Cod. Admonten. 876 a. Q. — Brev. ras. Monasteriense Vallis 
Gregorianae saec. 13. Cod. Colmarien. 377. R. — DFOPQ sind nicht koUa- 
tioniert. 

1, 1 inclidus A, inclitis I*. — 1,2 actum novile A, actus H, actis I^ 

— 1, 3 Quos HI^; iesseris A, gesseris H, gesserat G; miracula EG. — 1, 4 
debitas H. — 2, 1 frigore A. — 2, 2 clamidem A, chlamidem HI^ — 2, 3 
Christi ipsa concidit A, Christo ipsam concidit BCE, Christo ipsam (ipsa V.) 
concedit HI^, quam scidit I^KLMNR; (scidit und concedit ist gegen das 
Metrum, da die vorletzte Silbe jeden Verses iramer kurz ist; die ubrigen 
Lesarten ergeben meines Erachtens keineu Sinn; daher erschien die Lesart 
von G als die richtigere anzunehraen). — 2, 4 tecta prodedit A. — 3, 1 artis 
A. — 3, 3 catecuminus A. — 4, 3 Qnara A, Quae non HI^, Quae iam GP; 
Qua nunc R ; „Wohin (Qua) die Pinie nicht auf den Hieb fiel, dorthin [durch 
das Gebet] zuruckgedrangt etc." ; impetum A. — Nach Str. 4 Divisio KLMNR. 

— 5,1 Profana tum A, cum H; succenderat HL, succendere A. — 5, 2 
Aerem fiamma A, Ad esse G, Adesse HI, In aera KLMNR; flamma GI; viel- 
leicht ist „Adesse" (= Das „Anwesend sein", die Anwesenheit des Heiligen) 
das Richtige; sonst „Aere" wohl == „Durch einen Lufthauch" ? — 5, 3 Quod 
AI, Quos H; sunt fehlt GI. — 5, 4 Imber A, Imbri E, Imbre GHI. — 6, 1 
Tumore M ; paralysis GHl. — 6, 2 Curam puellam debile A ; puellam nobilem 
GI^. — 6, 3 Morbisque BC; Morbi querat sit I; formidem A. — 6, 4 ligore 
sanguinem A, liquore sanguinis GI, loquore spiritus H. — 7, 1 lebrosus dans 
vero(!) A. — 7 , 2 Surdi A, Sordis GP, Statim fugavit HV', ulcera GHI. — 
7, 3 Et quasi lavans HIS Et quos lavabat GP; lavare A ; raorbidos GHI^KLMNR. 

— Zum Verstandnis von 7, 3 u. 4 vgl. Venantius Fortunatus in seiner 
metrischen Vita Martini : „Quod lordanes habet, sanctus ab ore dedit" ; also : 
[Illud] lordanis, quod lavaret morbidum, est in osculo [Martini]." — 8, 1 
Iste A, Hisce G, His et EHIKLMNR; orbem conditus A. — 8, 3 actu spiritu 
A, almi spiritus KL. — 8, 4 caelestia A. — Als Doxologie fugen GHI bei; 



200 PtLn I. Hymni antiquissimi saec. V. — XI. 

Deo patri sit [f^loria] ; K : Gloria ; E vollstandig : Gloria tibi Domine | Gloria 
uuigenito | Una cam sancto spiritu | In sempitema saecula. — Titel in A: 
^Hymnum sancti Martini^, in BC ^Hymnus sancti Martini." 

Auch hier, wie schon 5fter, ist die interessante Beobachtung zu machen, 
wie ein Alt-Mailandischer Hymnus in die Cistercienser Breviere Aufhahme 
fand. — Die Kollation von A, welche ich bei meinem Aufenthalt in Verona 
ubersehen hatte, besorgte gutigst Msg. A. Spagnolo, Praefect der Bibl. Capi- 
tolare. 



177. In s. Martini Martii Eremitae. 

Hymnus Petri Diaconi. 



Vocibus organicis Martino psallite patri, 

Hunc laodate, chori, vocibns organicis. 
Practica despiciens hic vitam daxit honestam, 

Hic fait et pradens, practica despiciens. 
5 Carnea membra nimis spiratas mente domavit, 

Aftligebat enim carnea membra nimis. 
Montis erat loculas localo felicior omni^ 

Qno fait inclasas; montis erat localas. 
,,Alter amicas erit" tanc sic diviuitas aadit; 
10 „His ta parce locis, alter amicas erit. 

Sedibas atqae locis maneat Benedictus in istis, 

Se retinebit in his sedibas atqae locis. 
Marsicas est qaoque mons, qao ta properare iaberis, 

Qao figes gressam, Marsicas est quoqae mons." 
15 Marsica iuga subit Martinus sic quoque montis, 

Angelicis monitis Marsica iuga subit. 
Rupis in exiguo sic demum se locat autro 

Coniunctus Domino rupis in exiguo. 
Tumque pedem religans ferro duraque catena, 
20 Ut se constringat tumque pedem religans. 
Ire catena vetat; sic te, Martine coerces 

Igne Dei fervens; ire catena vetat. 
Sed pater ipse pius dum pcrcipit haec Benedictus, 

Solvere vincla iubet sed pater ipse pius. 
25 „Vincula iunge tibi non ferri, sed raage Chrisli, 

Constantis fidei vincula iunge tibi." 
-Tum patris imperio Benedicti vincula solvit, 

Se solvit ferro tum patris imperio. 
pie vir Domini, solvisti vincula ferri, 
30 Vincla Dei iungis, o pie vir Domini. 

Vipera te refugit, dum dextram porrigis ori, 

Stas, oras, psallis, vipera te refugit. 
Tu, decus eximinm, vincis, Martine, colubrum 

£t vincis zabalum, ta decus eximium. 



De Sanctis. — H. Hymni de Sanctia Proprii. De s. Martino Martio. 201 

35 Spiritas ipse Dei sed per iuga Marsica montis 
Tale malnm deicit spiritas ipse Dei. 
Suscipe, magne paler, pro tantis sascipe laudes, 

Psallimus has voces, suscipe, magne pater. 
Noxia cuncta tuis precibus depelle famellis, 
40 Absistant famulis noxia cuncta tuis. 
Dives in angelicis nos dites coetibus ipsis, 

Turmis laetaris, dives in angelicis. 
Pauper in orbe Deo meruisti iungier ipse, 
Regnans cum Christo pauper in orbe Deo. 
45 Nos quoque tu facias conscendere caelica regna, 
Vivere mente pia nos quoque tu facias. 
Fers specimen generis pulchrum, Martine beate, 
Practica dum spemis, fers specimen generis. 
Dulce decus nimium nobis, Martine, supremum 
50 Adquiras regnum, dulce decus nimium. 

En, tibi, sancte, chorus monachorum concrepat almus, 

Concinit hos cantus, en, tibi, sancte, chorus. 
Vocibus et modulis tibi clerus hic quoque psallit, 
Proclamant pueri vocibus et modulis. 
55 Tuque Deum rogita cunctis his parcere culpis, 
Ut uobis parcat, tuque Deum rogita. 
Cum genitore Deo sit honor, cum flamine sancto, 
Lausque Deo genito cum genitore Deo. 



Acta SS. Bolland. Octobr. X, 841. Ex Cod. canonicorum regul. Monasterii 
tdekenensis (A) et Cod. Carinulano (B). — 8 despiciens Casini vixit honeste 

— tJberschrift lautet: „Hyranu8 seu Vita B. Martini Solitarii et Confessoris 
ctore Petro diacono Casinensi." Ob wQrtlich genau in den beiden Hss. 

die Zuschrift lautet, ist nicht ganz ersichtlich ; jedenfalls ist nach Angabe 
r Bollandisten „in Codicibus" als Auctor „Fetrus diaconus" bezeichnet. 
i Petrus diaconus Casinensis (saec. 12.) ist wohl nicht zu denken; daher 
rmuteten die Bollandisten als Dichter den Faulus diaconus Casinensis (1799) 
d zwar deshalb, weil letzterer in ganz gleicher Art (namlich in Distichen 
t sogen. versus repercussivi oder paracterici, serpentini, catenati) die hl. 
holastica besungen habe. Abgesehen davon, dafs der Scholastica-Hymnus 
ponsa decora l)ei petit alta Scholastica caeli^ nicht von Paulus diaconus 

(cfr. Poetae lat. raodii aevi III, 392), haben auch andere Dichter jener 
it aus dem Revier von Monte Cassino in solchem Versmafs gedichtet, z. 

Fetrus [subjdiaconus NeapoUtanus (saec. 9.); raan vgl. den Agnellus- 
rmnus (Nr. 137). Aufserdem konnen wir mit Recht an jjFetrus diaconuSj 
tione Fisanus^"" den poetisch tatigen Zeitgenossen und Freund des Paulus 
iconus denken; (vgl. „Pauli et Petri diaconorum carmina", herausg. v. 
lemmler, Poet. lat. aevi Carolini, I, p. 27 sqq.). — Der Auktor j,Fetrus 
iconus"" ist somit nicht zu beanstandeu ; ob Petrus Fisanus oder Neapoli- 
lus gemeint sei, will ich nicht entscheiden. Wohl aber ist aus sehr nahe 
genden Grunden eher an den Subdiakon von Neapel (im Neapolitanischen 
biet liegt Carinola) zu denken; dies um so mehr, da der erwahnte Agnellus- 
^mnus von Petrus Subdiaconus die gleiche Sprache in den gleichen Versus 
)ercussivi aufweist. 



202 P*r8 I. Hymni antiqnissimi saec. V. — XI. 



178. In sancti Manritli. 

1. Alma Christi qoando fides 4. Tonc armati spiritali 

nmndo passim traditur ense Christi milites, 

Et per latos orbis fines Submittentes velut agnus 

igne flagrans floruit, pia colla iugulo, 

Tunc elegit gratum sibi Triumphabant trucidati 

militem Mauritium. spreto mundi principe. 

2. Qui loricam fide textam 5. Contemnentes blandimenta 

forti gestans pectore, tyrannorum noxia 

Qua beata Thebaeorum Floccipendunt mundi poenas 

induebat agmina, sub momento vincere, 

Ad caelorum ut consortes Ut ditentur sempiterno 

incitaret praemia. sine fine munere. 

3. Martyr sacer quo vocavit 6. Diem festum revoiutum 

inclitus Mauritius, anni monstrat orbita, 

Omnes simul quasi unus Quo beatam Thebaeorum 

vir, dictu rairabile, legionem colimus, 

Ad coronam promerendam Aegris salus quo praestatur, 

properabant caelitus. caecis visus funditur. 



Nunc quapropter supplicantes 

illi preces fundimus, 
Ut dignetur nobis Christum 

facere propitium, 
Quem amavit, cum quo regnat 

nunc et in perpetuum. 



Brev. ms. Sangallense saec. ^^/ii. Cod. Sangallen. 387. A. — Hymn. 
ms. Sangallense(?) saec. 11. Cod. Berolinen. VIII o 1. B. — Hymn. ms. 
Campidunense saec. ^^/ii. Cod. Turicen. Rhenov. 83. C. — Hymn. ms. 
Rhenoviense saec. 12. in. Cod. Turicen. Rhen. 129. D. — Brev. ms. Pruv- 
ningense saec. 12. Cod. Vindobonen. 1826. E. — Brev. ms. Pruvningense 
saec. 12. Clm. Monacen. 23037. F. — Brev. ms. Superioris Althae saec. 12. 
Clm. Monacen. 9633. G. — Hymn. et Pros. ms. Fredeslariense saec. 11. ex. 
Cod. Casselan. theol. IV o 25. H. — Hymn. ms. Germanicum saec. 12. Cod. 
Londinen. Add. 18301. I. — Brev. ms. Zwifeldense saec. 12. Cod. Stutt- 
gardien. Brev. 98. K. — Psalt. et Hymn. ms. Aquilegiense saec. **/i8. Cod. 
Archiep. Utinen. fol. 18. L. — Psalt. et Hymn. ms. Mosacense saec. 13. Cod. 
Archiep. Utinen. fol. 13. M. — Collect. ms. Gemblacense saec. 13. Cod. 
Bruxellen. 5527 — 34. N. — Brev. ms. Gengibacense saec. 13. Cod. Carols- 
ruhan. Geo. 22. O. — Brev. ms. Agaunense (Montis lovis?) saec. ^^lu, Cod. 
Roman. Angelic. 440. (D V 9). P. — Brev. ms. Lambacense saec. *^/i4. Cod. 
Lambacen. CLXXVII. Q. — Brev. ms. Lambacense saec. *'/i4. Cod. Lam- 
bacen. CLXXXV. R. — Brev. ms. Emmeramense saec. *'/i4. Clm. Monacen. 
14741. S. — Hymn. ms. Benedictinum saec. 14. Cod. Archiep. Utinen. fol. 
21. T. — Brev. ms. Sanblasianum saec. 14. Cod. Paulan. 25. 2. 34. (olim 
Sanblas. memb. 50). U. — Collect. ms. Admontense saec. 14. Cod. Admon* 



n. De Sanctis. — B. Hymni de Sanctis Proprii. De s. Medardo. 203 

ten. 717. X. — Psalt. et Hymn. ms. Ostroviense anni 1174. Cod. Capit. 
Pragen. A 57. add. saec. 14. in. Y. — Brev. ms. Turicense saec. 15. Cod. 
Sangallen. 526. Z. — Diam. et Hymn. ms. Benedictinum Suecicum saec. 15. 
Cod. Upsalen, C 477 a. — Brev. Magdeburgense impr. Lipsiae (Lotter) 1513. 
b. — Brev. Augustense imp. Taurini (Ant. Ranotus) 1538. c. — BIORSZY 
a b C sind nicht kollationiert. 

1, 5 sibi gratum FHKLMNT. — Str. 2 u. ff. fehlen H; der Rest ist 
weggeschnitten. — 2, 1 fide tectam CFNPU. — 2,2 gestabat MT, gestat 
FKL, portans PU. — 2, 5 et consortes MP. — 2, 6 invitaret P; praemium 
MPQUX. — 3, 1 quos vocavit FS. — 3, 3 omnes simus N. — 3, 4 mirabili 
K. — 3, 6 properabat N. — 4, 1 spiritales FP. — 4, 2 Christi marlyres N. 
— - 4, 3 quasi agnus DFKNQTUX. — 4, 5 Triumphavit P, Triumphabat U; 
iugulati P. — 4, 6 mundi stipite PQU. — 5, 2 promissorum noxia P. — 
5, 3 Floccipendent A. — 5, 4 submittendo vincere P. — 6,1 evolutum K. 

— 6, 2 monstrant Q. — 6, 3 Qua ACDG, Qui PT. — 6, 6 visus redditur 
CDFKU, penditur L, refunditur Q. — Nach Str. 6 fagt G ein: 

His et festo sociatum, fratres, melo carminum 

Pangamus Christi fidelem (Hs. pium) Emmeramum martyrem, 

Qui per membra cuncta caesus scandit astra lucidus. 

7 , 1 Tunc P. — 7 , 5 Quem amavit quem cognovit DX ; in quo regnat N. 

— 7, 6 Cum quo regnat perpetim X; et in saecula Q. 

Vgl. Catal. Codd. Hagiogr. Bibl. Bruxellencis (Appendix Anal. BoUand. 
V.), p. 544, wo der Hymnus aus N mitgeteilt ist. — Die Quellen weisen 
sichtlich auf Deutschland als die Ursprungsstatte dieses Hymnus. 



179. In sancti Medardi. 

Hymnus Chilperici regis. 



1. Deus mirandae virtutis 
Almae in sanctis proceribus, 
Armatus saltim currit aulis 
Undique coetus gentium. 

2. Grispantibus hausisti nimphis 
Fontem ex undis turgidis, 
Ab gente sensu rudente 
Segregasti antistitem. 

3. Profugus ad sacra petit prolis 
Peccata linquere imaginis, 
Ut coprum respuit ornas 
Gentiles, mulos, bucolas. 

4. Cuius caro namque fessa 
Crebris est ieiuniis, 

Per cultum artus igne mundi 
lugibus prae vigiliis. 



5. Probatus est ut metallum 
Auri per incendium — 
Haec species scanditargenti — 
Rituque trino nitidus. 

6. lam calcatis prunis saeculi 
Imbreae perfusus frigido, 
Cui praemium illa praestat, 
Requiem post supplicium. 

7. Hunc relinquent tristia laetum, 
Suscipiunt prospera mitem, 
Mundus caret nt nanfragum, 
Caeli recondent accolam. 

8. Felix militiae devotae 
Sumpsit hinc incola culmen, 
Obtinuit athleta castris 
Bravium in saecula nomen. 



204 P*'"'' !• Hymni antiquissimi saec V. — XI. 

9. Noctis obumbrat, vultibus 12. CD^a^ro^, quemmundumrenovat 
Serenum staurat speculum lam cesso tartaricola, 

Et priscam surdis auribus Immensas agere, Cbriste, 

011 i clarescit exedram. Laudes te patrante cogitur. 



10. Claudis pedatum, itumque 13. Duplum reddit hic talentum, 
Reddet ovanti arthritico, Adeptus arcem possidet, 

Torpentibus nervis per artus lugis salus est aegrorum 
Squatit cruor egelidus. Et sanis praesidium. 



11. Solutis cunctis nexibus 14. Gloria sit Deo patri 
Vincla confringit ferrea; Et Christo unigenito 

Quae sacris parent iussibus, Una cum sancto spiritu 
Laeta patent ergastula. In sempiterna saecula. 

Sanctor. ms. Sangallense saec. 11. Cod. Civit. Turicen. C 11. — Daraus 
P. von Winterfeld in Ztschr. f. deutsch. Altertum. XLVU (1903/04), 74, dessen 
Ausgabe und Bemerkungen ich beniitzte, ohne immer beipflichten zu kdnnen. 

— 1,1 rairande virtus. — 1,2 Alma. — 2, 1 auristi. — 2, 3 rudentem 
(viell. ab cum accus. , alsdann : Ab gentem sensu rudentem). — 2,4 Segre- 
gasti Medardum antistitem. — 3, 3 U[t] copreum. — 3, 4 mnlus bucola. — 
4, 4 lugis. — 5, 1 quasi metallum, von gleicher Hand korrig. zu „ut me- 
tallum". — 5, 3 speties. — 5, 4 Ritoque. — 6, 1 pronis saeculi. — 6, 2 
Inbreae, korrig. zu „Imbre" (Winterfeld verweist mit Recht auf „imbrea verna" 
bei Eugenius Vulgarius; 1. c. pag. 78). — 6, 3 in illa; (illa, scilc. imbrea, 
wohl Subjekt); prestit. — 7, 1 „relinquent" und 7, 4 „recondent** sind nacb 
Winterfeld Praesentia. — 7, 3 ^naufragus" hier aktivisch = „der sein Schiff 
zerbrochen hat"; vgl. unsere Ausdrucksweise „die Briicken hinter sich ab- 
brechen". — 8, 1 devota. — 8, 2 Sumsit. — 8, 4 Bradium, korr. von gleicher 
Hand zu „Bravium" (zu bradium cfr. Winterfeld 1. c. , pag. 78). — 9, 1 
Noctis eine Nominativbildung, wie urbis statt urbs, wozu man Winterfeld 1. 

c. vergleiche. — 9, 3 sordis auribus. — 9,4 Olli (= Olim) zu verbinden 
mit surdis: „den damdls tauben Ohren; exetrara (exedra = i^^ty()u, Aufsen- 
sitz an den Saulengangen , der beliebte „Lehrsitz' d,er alten Philosophen; 
Winterfeld erklart es fiir dunkel, „wa8 hinter exetram steckt", und meiut, 
es konnte = „Hydra" resp. „plena malitia" sein , was aber keinen Sinn er- 
gebe, weshalb er in der Dbersetzung „Geh6rgang (?)" wahlt!). — 10, 1 sp. 
Clodis pedatum rituque recipere | redde tonantis attico (vgl. Winterfeld*s u. 
W. Meyer's Koniekturen zu dieser sichtlich verderbten SteUe ; l. c, pag. 79). 

— 10, 4 Squalit cruore gelidus; ist vortrefflich von W. Meyer (1. c.) re- 
konstruiert und so von mir in den Text aufgenommen ; egelidus = entkaltet, 

d. h. warm. — H, 1 Solutis mox. — 12, 1 Ftartus = (fS^aQXog, ein Be- 
sessener; quem fehlt. — 12, 2 tartarecola. — 12, 3 Immenses ave Christi. 

— 1^^, 1 reddidit haec. — 14, 1 sit steht nach Chri^to (14, 2). 

Ara Schlufs folgt noch der wichtige, weil iiber den Verfasser des Hymnus 
belehrende Zusatz; „Chilbericus rex composuit •isttfd ymnuni.^ Daran 
schliefsen sich verschiedene Sinnspriiche, die (entgegen der Meinung Winter- 
feld's) mit dem Hymnus nichts zu schaffen haben; zunachst ein entstelltes 
Distichon : 

Ingenium quaerit, qui viribus non potuit, [sed] 
Desperata salus certior (1. dulcior) esse solet. 

Dieser Pentameter ist = Venant. Fortunatus II. 16, 114. — Alsdann: Deus 



n. De Sanctis. — B. Hymni de Sanctis Proprii. De s. Medardo. 205 

omnibus paratus est dare, sed pauci digni sunt accipere. Da potestatem et 
proba(8) persona[s]. Humilitas falsa ingeniosa famosis tendit miseros (!) artes. 
De comeidente exivit cibus et de forte est egressa dulcedo." Winterfeld (l. 
c. pag. 76) hat sich bemiiht, aus diesen Spriichen und der Auktorenangabe 
zwei Strophen (15 u. 16) des Hymnus zusammen zu flicken. 

Dafs Konig Chilperich I. (t584), der ein hochbegabter , gewalttatiger 
Wustling war, auch lateinische Gedichte machte, ist durch seinen Zeit- 
genossen Gregor v. Tours (Hist. Francorum V, 44 und VI, 46) bekannt: 
„confecitque duos libros quasi Sedulium meditatus, quorum versicuii debiles 
nullis pedibus subsistere possunt . . . et alia opuscula vel ymnos sive 
missas, quae nuUa ratione suscipi possunt." Nach Leyser (Hist. poetarum 
et poematum m. ae., p. 175) u. a. soll von ihm das ^Epitaphium S. Germani" 
sein, des Anfanges „Ecclesiae speculum, patriae vigor, ara reorum" (mitgeteilt 
als Hymnus aus einem Brevier von St. Germain des Pr6s saec. 14. in. Aual. 
Hymn. XI, 146, mit der verderbten Lesart „veniae vigor" ; in einem Breviere 
gldicher Provenienz saec. 11. Cod. Parisin. 11550 ist die richtige Lesart 
„patriae vigor"); aber darin finden sich keine „versicttli debiles^y wahrend 
vorstehender und der folgende Hymnus ganz zur Schilderung Gregors passen. 
So rauh die Form, so tiefsinnig ist der Inhalt und so treffend sind durchweg 
die Bilder. Ausnahmsweise mag nach dem Vorgange Winterfelds hier eine 
wortgetreue t^bersetzung des oft schwer verstandlichen Textes folgen: 

1. Gott, voll wundersamer, fruchtbarer Kraft in deinen heiligen Recken, 
in Waffen eilt hupfend zu [deinen] Gehoften von allen Seiten die Schar der 
Volker. 

2. Einen Born hell sprudelnder Gewasser hast du abgeschopft von den 
sturmisch wogenden Fluten ; vom Volke , das [echten] Verstandnisses bar ist, 
hast du abgesondert den Bischof [Medardus]. 

3. Fluchtend zum Heiligtum begehrte er als Eind zu verlassen den 
sundigen Bilderdienst ; wie Unrat verachtete er die heidnischen Eschen und 
Maultiere und Rinder. 

4. Er, dessen Fleisch ermattete durch haufige Fasten, ward durch den 
Gottesdienst femgehalten vom Feuer der Welt bei standigem Wachen. 

5. Erprobt ist er wie Gold-Metall im Feuer, — diese Schonheit ubersteigt 
jene des Silbers — , und glanzend weifs ist er durch Verehrung des Drei- 
einigen. 

6. Schon ist er, nachdem er iiber die Kohlen der Welt hinweggeschritten, 
durchnetzt von der Kuhle des [Gnaden]regens , der als Lohn ihm bringt 
Ruhe nach der Pein. 

7. Ihn lafst Betrubendes irohlich, das Gliick trifft ihn demiitig an; die 
Welt hat mit ihm , der sein Schiff zerbrach, nichts zu schaffen ; der Himmel 
heimst ihn ein als neuen Biirger. 

8. Gliicklich ob des frommen Kriegsdienstes erreichte der Himmels- 
burger so den Hohepunkt; der Streiter im Heerlager erlangte als Lohn einen 
Namen in Ewigkeit. 

9. Die Nacht umhiillt; er schafft den Blicken wieder einen heiteren 
Spiegel; und den altehrwiirdigen Lehrstuhl lafst er wieder helle Lehren er- 
giefsen in die damals tauben Ohren. 

10. Den Lahmen gibt er das Gehen wieder, den Schritt dem Gichtbruchigen, 
der nun aufhnpft; den erstarrten Sehnen pulsiert wieder durch die Glieder 
warmes Blut. 

11. Den von allen Fesseln Befreiten zerbricht er die eisernen Bande ; die 
Getangnisse, welche den heiligen Befehlen gehorchen, tun sich freudig auf. 

12. Der Besessene, den er nach Vertreibung des Hollenbewohners zu 
einem reinen Menschen emeuert, wird durch dein Wirken, Christus, gedrangt, 
ungemessenes Lob zu erstatten. 



206 



Pars I. Hymni autiqnissimi saec. V. — XI. 



13. Doppelt gibt er zuriick sein Pfuud und nimmt Besitz von der er- 
langteu Himmelsburg ; stetes Heil ist er den Kranken und den Gesunden ein 
Schutz. 

14. Ehre sei Gott dem Vater und Christo dem Eingeborneu zugleich mit 
dem hl. Geiste in alle Ewigkeit. 



180. In sancti Medardi. 

Hymnus Chilperici regis. 



1. Hymnumlaudis,Medarde,tibi 

chorda canamus ac voce ; 
Decet enim semper rectis 
pia collaudatio. 

2. Opus nempe nanctus bonum 

episcopus effectus es, 
Pastoralem curam agens 
irreprehensibiliter, 

3. Forma commissi gregis factus, 

pastor pius inopum, 
Yiduas pupillos atque 
non pigre soUicitaus, 

4. Praecipuus sanctitate, 

largus elemosinis, 
Doctrinae divinae verbis 
claruisti populis. 

5. Magnam parvi pectore gestans 

fidem grani sinapis 
Magnarum, sancte, virtutum 
fulsisti miraculis. 

6. Clarum lumen reddens caecis, 

gressum claudis sospitem, 
Debiles manus restaurasti 
per tua oramina. 

7. Daemonia ab obsessis 

procul fugans corporibus 
Medelam dedisti aegris 
invocato Christi nomine. 

8. Pellens varios languores, 

vincla resolvens febrium 
Usuque in redivivo 
membra reddis omnia. 



9. Mundo licet crucifixus, 
pollens tamen corpore, 
His et aliis virtutibus 
insignis es habitus. 

10. Modo caelesti beatus 

frueris angelica 
Potiori datus vita, 
assides convivio. 

11. Tibi vox a Deo data est 

geminae dulcedinis: 
„Euge, euge, serve bone, 
prende celsa gaudia; 

12. Supra pauca fideli cultu 

egisti quia servitium, 
Constitueris super magna 
perenniter et ingentia." 

13. Spiritu pauper, corde mitis 

fuisti in saecnlo, 
In viventium terra celsum 
regnum promereberis. 

14. Angelicos choros inter 

laetaris dum in Olympo, 
Pro nobis tibi subiectis 
deprecare sedule. 

15. Nega menti tuae piae 

paradisi epulas; 
Nosmet hymnis te laudantes 
se dicant memoriae. 

16. Nostrum semper recordare 

et pro nobis iugibus 
Dominum, qui sanctos audit, 
interpella vocibus. 



II. De Sanctis. — B. Hymni de Sanctis Proprii. De s. Michaele. 207 

17. Gloria patri, filio 

atque sancto spirita, 

Deo pio, qni ita sanctos 

coronat in perpetao. 

Sanctor. ms. Sangallense saec. 11. Cod. Civit. Tiiricen. C 11. — Daraus 
Winterfeld 1. c. (vgl. den vorigen Hymnus), p. 80 sq. — 1, 2 corda canamus 
habitu. — 2, 1 Opere nimphe nanctus bonus. — 8, 1 commissis. — 3, 4 
pigri. — 4, 1 sanctitate utique mit Zeichen der Umstellung. — 4, 3 Doctrina 
divina. — 5,1 Ma^na parvae. — 5, 2 granae. — 5, 3 sancti (cfr. Variante 
zu 3, 4 und 14, 4\ — 6, 3 Debilis manibus. — 6,4 tua ora moena. — 
8, 4 reddibas. — 9,4 habetus. ^ 10, 1 sqq. Modo scilicet beata | fretus et 
angelica | Potioribus daret vita | assiduae insinuos. Ist so ganz unverstandlich. 
Zur Koniektur ^assides convivio" vgl. 15, 2 „epulas". — 11, 4 pene celsa. 

— 13, 2 In fehlt. — 13, 3 possessa regnum p. — 14, 1 Angelicus ergo 
chorus inter. — 14, 2 Olimpho. — 14, 4 seduli (cfr. Variante etc. zu 5, 3). 

— 15, 1 Nega scheint verderbt zu sein; mente. — 15, 4 sedicant. — 16, 3 
Qui sanctus Dominum exaudit. — 17, 4 coronat et in perpetuo. — Vgl. 
Bemerkungen zum vorhergehenden Hjmnus. 



181. In sancti Michaelis archangeli. 

1. Lamen aetemo ratians nitore, 
Sermo viventis resonans ab ore 
Alma coniancti subolesqae iaris, 

Adnae votis. 

2. Lege qai certa moderaris alte 
Cancta caeloram dominans abiqae, 
Qao tibi prompta pietate mentis 

Serviat orbis, 

3. Te choras' claro celebrat honore, 
Qaem locat dextris tua dextra fortis; 
Inter hos princeps mediante summo 

Michael astat. 

4. Hic tui praedux populi sacrati 
Bella congressu superat secundo, 
Qaem pavet caeli revolutas axe 

Lividus hostis. 

5. Gloriam cuias meruit triumpho 
Miles invictus Dominoque fidus, 
Quo iacet pestis, similis tonanti 

Quae cupit esse. 



208 P*r8 !• Hymni antiquissimi saec. V.— XI. 

6. Michael summas qois ut est alumnas, 
Hoc Deus viDcit reprimens saperbos, 
Roborans alte stabili vigore 

Agmina caeli. 

7. Consulem votis precibusqae sacris 
Hunc colit casto pietas amore, 
Yota qui summi genitoris offert 

Visibus almis. 

8. Tu libens festis animos choreis 
Carne migrantes sociato sanctas, 
Quo salus perpes fideique merces 

Regnat in aevum. 

Collect. et Hymn. mH. S. Martini Trevirensis saec. (9. et) 10. Cod. 
Treviren. 1245 (olim 1418). — 6,1 Die verschrobene Wortfolge wird wohl 
80 aufzulosen sein: Michael , summus alumnus, ,Quis est ut Deus* (letzteres 
der bekaiinte Name Michaels). - Ab und zu bindet Assonanz die Schlufssilben 
der Verse (1, 1 u. 2; 1, 8 u. 4; 2, 1 u. 2; 2, 3 u. 4), bzw. die Schlufssilbe 
eines Verses und die Schlufssilbe vor der Casur (1, 8; 8, 2; 5, 2; 5, 3; 
6, 1; 6, 8; 7, 1; 8, 1; 8, 3). 



1S2. In ss. Nazarii et Celsi. 

1. Sacii triumphale tui, 5. Caelo locans subslantiam, 
Christi bellator inclite, Aerugo quam non devorat, 
Quo arma fides et crucis Gentes trahens ad gratiam 
Tropaeum vernat proelii. Sacra talenta duplicas. 

2. Mysticis canora modis 6. Tu elementum liquidnm 
Turba laudem concinit, Fixis calcans vestigiis 
Nazari, lux vitae, decus, Liberos reddis patriae 
Apostolorum particeps. Aequoris morti deditos. 

8. Petri coronaris fide 7. His ita gestis, inclite, 
Paulique dogma nobili; Sancto recisus vertice 

Lino unguente praesule Insignem coronam ferens 

Sancto muniris spiritu. Vitae nitescis praemio. 

4. Celsum, heredem sanguinis, 8. Suscipe vota precantum, 
Ilercdem tanti nominis, Precator egregie, 

Pari coronatum fide Verbi caelestis amator 

Christo libasti victimam. Et doctor evangelice. 

Psalt. et Hymn. ms. Ambrosianum saec. 10. Cod. Vatican. 83. A. - 
Psalt. et Hymn. ms. Ambrosianum saec. 10. Clm. Monacen. 343. B. - 

Manuale ms. Mediolanense saec. 10. Cod. Ambrosian. 8H TV 43. C - 

Brev. ms. Vallis Travagliae saec 11. Cod. Capit. Mediolanen. 155. D. ■ 



n. De Sanctis. — B. Hymni de Sanctis Proprii. De s. Nicolao. 209 

Psalt. et Hymn. ms. lacobi de Pontida saec. 11. Cod. Vatican. 82. E. — 
Antiphon. ms. S. Victoris ad Theatrum saec. 12. Cod. Ambrosian. A 1 inf. 
F. — Psalt. ms. Mediolanense saec. 14. Cod. Berolinen. Ham. 544. G. 

Antiphon. ms. Eduense saec. 13. in. Cod. Semin. Eduen. 151*. H. — 
Antiphon. ms. Eduense saec. ^^lu, Cod. Semin Eduen. s. n. I. — Brev. ms. 
Eduense saec. 15. Cod. Carpentoracten. 78. K. — Brev. ms. Eduense saec. 
15. Cod. Parisin. Sangenovefian. BBl IV» 18. L. — Brev. Belnense impr. 
absque M. — Brev. Aptense impr. Lugduni 1532. N. 

1, 2 ist sichtlich Entlehnung von 1, 1 des Martinus-Hymnus „Bellator 
armis incUtus^ (N. 176), oder verrat vielmehr, dafs beide Hymnen vom 
gleichen Dichter stammen. — 1,3 alma fides HIKL. — 1,4 Trotheum D. 
— 2, 2 Haec turba HM, turba laudesque N; sichtlich Korrektur, um 
gleichmafsige Silbenzahl zu erzielen (cfr. 8, 2). — 2, 3 vita ABLN. — 3, 1 
coronari F. — 3, 2 Pauli dogmate M. — 3, 3 Lino vigente L. — 3, 4 Sancti 
muneris AB. — 5, 2 non fehlt C. — 5, 4 dnplicans ABF. — 6, 2 Siccis 
H— N (Korrektur). — 6, 3 reddens L. — 7, 1 inclitus AB, incliti C. — 8, 2 
Praedicator H — N (cfr. Variante zu 2, 2). — In G— N ist eine Doxologie 
angehangt: Gloria tibi Domine etc. — In N ist der Hymnns adaptiert auf 
Marius; daher 2, 3 O Mari. — 3, 3 Sacro unguentis nng^ine. — Str. 4 ist 
ganz umgedichtet ; man s. dieselbe in Anal. Hymn. XIX, 202, wo die Adap- 
tierung anf Marins aus dem Brev. Sistaricense impr. 1513 vollstandig mit- 
geteilt ist. 

In den Brevicren der Cistercienser^ die ihr Hymnar sichtlich aus Maiiand 
entlehnt haben, traf ich bisher diesen Hymnus nicht an; im Repert. Hymnol. 
ist jedoch ein Brev. ^Cisterciense (ms. 1132), XLIII^"(!) als Quelle zitiert 



183. In sancti Nicolai Myrensis £p. 



Plaudat laetitia 
Lax hodierna, 

Vox caeli iubilet, 
Terra resultet, 

Promant laade pia 
Gaadia digna, 



Servaus militiae 
Castra supernae 

Praedones cohibet, 
Daemones arcet, 

Astans exiguis 
Cansa salutis. 



2. Praesul praecipuus 
Qua Nicolaus 

Defert ad Dominum 
Vota rogautum 

Pellens ipse prece 
Noxia quaeque. 



Rerum summe Deus, 
Vernula fidus 

A te promeruit, 
Filius ut sit, 

Terrae progenies 
Caelicus heres. 



Hic agnis Domini 6. 

Pabula verbi 
Donat corporeae 

Tempore vitae 
Dispensando fide 

Pondus herile. 

Blume, TiiesftTiri liynmologioi Uynmarium. 



Virtutis validae 
Tu, Nicolae, 

Promptos servitio 
Semper ab alto 

Nos orando fove 
Nocte dieque. 



14 



210 ^'^ I* Hymni antiquissimi saec. Y. — ^XI. 

7. Laus oni Domino, * Nomine trino, 
Laudent hunc hodie * Condita quaeque; 
Decantemus eum * Nunc et in aevum. 



Consuetudines ms. Claniacenses Udalrici Cellensis saec. 11. Cod. 
Vindobonen. 1671. add. saec. 11. A. — Bibl. ms. S. Petri Salisbnrgensis 
saec. 11. Cod. Petrin. a VIII 27. add. saec. ^Vis. B. — Brev. ms. S. Petri 
Salisburgensis saec. 12. Cod. Petrin. a V 24. C. — Brev. ms. Secoviense 
(Monial.) saec. ^^/is. Cod. Graecen. 770. D. — Brev. ms. Secoviense 
(Monial.) saec. 12. Cod. Graecen. 778. E. — Matatin. ms. Admontense anni 
1180. Cod. Admonten. 18. F. — CoUect. ms. Cremifanense saec. 12. Cod. 
Cremifanen. 114. add. saec. 12. G. — Dium. et Hymn. ms. Schefdariense saec 

12. Clm. Monacen. 17024. H. — Brev. ms. S. Georgii Pragensis saec. (12. et) 

13. Cod. Pragen. VI E 13. I. — Psalt. et Hymn. ms. Mosacense saec. 13. 
Cod. Archiep. Utinen. Fol. 13. K. — Brev. ms. Mellicense saec. 13. Cod. 
Mellicen. 1677. L. — Brev. ms. Lambacense saec. ^'/u. Cod. Lambacen. 
CLXXVn. M. — Brev. ms. S. Floriani saec. 14. Cod. Florian. XI 416. N. 

— Brev. ms. Emmeramense saec. 14. ex. Clm. Monacen. 14771. O. — Brev. 
ms. S. lacobi Vindobonensis saec. 15. Cod. Praedicatt. Vindobonen. 22. P. 

— Hymn. ms. Cellae S. Mariae saec. 15. Cod. Campolilien. 15. Q. — 

Ferner in : Brev. ms. Murbacense saec. 13. Cod. Colmarien. 36. — Brev. 
ms. S. Georgii Pragensis saec. (^^/is. et) 13. Cod. Pragen. XII E 5. — Brev. 
ms. S. Georgii Pragensis saec. 14. in. Cod. Pragen. VII G 7. — Psalt et 
Hymn. ms. Ostroviense anni 1174. Cod. Capit. Pragen. A 57. add. saec 14. 
in. — Sermon. ms. cum Hymn. ms. Pataviensi saec. 14. Cod. Gottwicen. 
161. — Brev. ms. Pataviense(?) saec. 13. Cod. Hilarien. 111. — Brev. ms. 
Pataviense anni 1338. Cod. Lambacen. CLXXI. — Brev. ms. Pataviense 
saec. 15. Cod. Admonten. 874. — Psalt. et Hymn. ms. Portae Mariae V. in 
Axpach saec. 14. Cod. Vindobonen. 1877. — Brev. ms. Ilminense anni 1437. 
Clm. Monacen. 7391. — Brev. ms. Civitatense saec. 15. Cod. Archiep. 
Utinen. VIIlo 10. — Brev. ms. Salisburgense saec. 15. Cod. Salisburgen. 
V 1 J 259. — Brev. ms. Hodingense saec. 15. Clm. Monacen. 2972. — 
Brev. ms. Pollingense saec. 15. Clm. Monacen. 11771. — Hymn. ms. San- 
blasianum anni 1504. Cod. Paulan. 25. 1. 34 (olim Sanblas. cart. 12). 

1, 1 Pangat H; Plaudat ecclesia Q. — 1, 3 Nox A. — 2, 4 vota pre- 
cantum DEP. — 3, 1 Hac G; agnus DEFP. — 3, 2 Papula F. — 3, 4 Tem- 
pora A. — 4, 4 daemonas BH. — 4, 5 Astrans F. — Str. 4 u. 5 umgestellt 
L. — Str. 5 u. folgende fehlen G. — 6, 3 Prompto AP. — 7, 3 eum fehltH. 

Die Quellen verraten wohl geniigend Deutschland als die Ursprungsstatte 
dieses Hymnus ; auch die im Rep. Hymn. (Nr. 15 000) als Quellen angefuhrten 
gedruckten Breviere sind ausnahmslos Breviere deutscher Diozesen. — Das 
Versschema : ~ \ -wv^ | - || -v^ | -— verlangt eigentlich, zwei Verse zu einer 
Langzeile zu vereinen ; um den Reim deutlicher hervortreten zu lassen^ habe 
ich jedoch jede Langzeile gebrochen. 



184. In s. Nicolai Myrensis £p. 

1. Exsultet aula caelica, 2. Qui vagitas infantiae 
Laetetur mundi machina, Decoravit mirifice 

Dum refert solis orbita Dans virtutum primordia 

Nicolai soUemnia. Inter ortus crepondia* 



II. De Sanctis. — B. Hymni de Sanctis Proprii. De s. Nicolao. 211 

3. Qnarta et sexta feria 5. venerande pontifex, 
Semel sngebat ubera Pius nec tardns opifex 
lam in aetate tenera Cunctis, qui corde credulo 
Hac usus abstinentia. Te quaerunt in periculo. 

4. Cuius tumba fert oleum 6. Aufer mortis dispendia, 
Matris olivae nescium, Confer vitae subsidia, 
Quod natura non protulit, Ut post carnis exsilia 
Sudando marmor parturit. Tecum simus in gloria. 

7. Praesta, pater ingenite, 
lesu cum sancto flamine, 
Ut Nicolai precibus 
lungamur caeli civibus. 

Brev. ms. Secoviense saec. ^^/12. Cod. Graeqen. 770. A. — Brev. ms. 
Secoviense saec. 12. Cod. Graecen. 778. B. — Offic. ms. S. Petri Salis- 
burgensis saec. 15. Cod. Petrin. a VI 52. C. — Brev. ms. Turicense saec. 15. 
Cod. Sangallen. 526. D. — Brev. ms. Leodiense (Tungrense) saec. 15. Cod. 
Darmstadien. 394. E. — Antiphon. et Hymn. ms. Scarense saec. 14. et 15. 
Cod. Upsalen. C 422. F. — Dium. et Hymn. ms. Benedictinum Suecicum 
saec. 15. Cod. Upsalen. C 477. G. — Brev. Aarhusiense impr. Aarhusiae 
1519. H. 

Collectan. ms. Lirense saec. 12. Cod. Ebroicen. 17. add. saec. *%8. 1. — 
Brev. ms. S. Michaelis in periculo maris saec. 13. in. Cod. Abrincen. 39. 
K. — Brev. ms. Sollemniacense saec. 13. Cod. Londinen. Harl. 2928. L. — 
Brev. ms. Gorziense saec. 14. in. Cod. Spinalien. 204 (97). M. — Brev. ms. 
Grassense saec. 14. Cod. Carpentoracten. 43. N. — Brev. Ebredunense impr. 
Lugduni 1520. O. — Brev. Coenobii S. Mariae Suessionen. impr. Parisiis 
1533. P. — Brev. Casalis Benedicti impr. Parisiis 1586. Q. 

Str. 2 fehlt H. — 2, 4 Inter artus E*; tripudia DN, crepudia O. — 
3, 1 Quarta cum sexta DIMQ. — 3,3 Hac in D. — 3, 4 lam D. — 4, 1 
Huius H. — 4, 3 pertulit FOP, detulit G, parturit E. — 4, 4 Marraor su- 
dando DEIMOQ; protulit EO. — Nach Str. 4 Bivisio N. — 5, 2 Summus 
nec M. — 5, 3 sq. Succurre nobis miseris | Ne damnemur cum impiis M. — 

5. 4 Requirunt O. — 6, 1 dispendium D. — 6,2 vitae stipendia FIMOQ, 
stipendium D, compendia HN. — 6, 3 Quo DFIOQ, camis post suspiria D, 
Ut in caelesti patria M. — 6, 4 fruamnr gloria E. — Nach Str. 6 fiigt D 
ein: 

Qui laetaris cum angelis, | Exsultas cum archangelis, 
Triumphas cum apostolis | In saeculorum saeculis. 

7, 1 sq. pater et genite | Una cum sancto flamine P. — 7, 2 cum sacro 
DGHP; pneumate MNQ. — 7, 3 Quo HN, Quod F. — 7, 4 Caeli iungamur 
OQ; lungamur in caelestibus M. — Statt Str. 7 haben ABE die Doxologie: 
Deo patri sit gloria | BUusque soli filio | Cum spiritu paraclito | Et nunc et 
in perpetuum. 

In I heifst es nach Strophe 6: „Divisio ad laudes^ und es folgt der 
Hymnus jyVeneranda soUemnitas^ (Anal. Hymn. XII, 202). 

Die 1. Strophe dieses Hymnus ist fiir viele Hymnen auf andere Heiligen 
mit den notigen Adaptierungen entlehnt. — Umgekehrt scheint Str. 3 teii- 
weise aus dem Hymnus j^Adest dies sanctissimus^ (Anal. Hymn. IV, 216) 
entlehnt zu sein, falls letzterer nicht junger ist, als der vorstehende. — Die 
zahlreichen gedruckten Breviere, namentlich Frankreichs, bekunden, dafs der 
Hymnus im 16. Jahrh. weit verbreitet war (cfr. Rep. Hymn. 5807). 

14* 



212 P*r8 I. Hymui antiquissimi saec. V. — XI. 



185. Hymnng sancti Nyniae episcopi. 

Arbiter altithronas, solns Deus omnicreator, 

Maiestate potens, arbiter altithronus, 
Blandns in arce poli genuit de Inmine Inmen, 

Principinm et finis, blandus in arce poli. 
5 Crescit ubique patens aeterni gloria regis, 

Kex dominusque pius cfescit ubique patens. 
Debita poena reos tenuit pro crimine prisco, 

Linquerat in Domino debita poena reos. 
Error ab orbe ruit medico veniente superno, 
10 Dum patitur Christus, error ab orbe ruit. 
Florida quem genuit mater sine patre fecunda, 

Virginitas felix florida quem genuit. 
Gaudia longa tenet cum virginitatis honore; 

Quae genuit Dominum, gaudia longa tenet. 
15 Uostia snmma patris mundum de morte redemit, 

Caeli sceptra petit hostia summa patris. 
lure micat mtilo sanctorum gloria caelo, 

Lux venerando polo iure micat mtilo. 
Karus in arce nitet coniunctus civibus illis, 
20 Antistes Nynia carus in arce nitet. 

Lnmina cordis habens terras lucebit in omnes, 

lam snper astra nitet lumina cordis habens. 
Mitis in orbe pater multa miracula gessit, 

Foedera firma tenet mitis in orbe pater. 
25 Noster in orbe decor, squamoso corpore lepram 

De tumulo purgat, noster in orbe decor. 
Omnia posse dedit benedictio larga tonantis, 

Intemerata fides omnia posse dedit. 
Pausat in aula sacer tumulatus corpore praesnl, 
80 Culmine sub templi pausat in anla sacer. 
Quem Deus aethereis ornatum iure triumphis 

Vexit ad astra poli, quem Deus aethereis. 
Begna beata manet, qui castis moribus istic 

Vixerat in Domino, regna beata manet. 
35 Spiritns astra petit casto de corpore laetus, 

Angelicis manibns spiritus astra petit. 
Te medicante, Deus, hominum tot vulnera cnrat, 

Morbi diffugiunt te medicante, Dens. 
Yiscera casta vomant firmissime canta salute, 
40 Virtutum pocula viscera casta vomant. 
Xristus in aula poli claro redimivit honore 

Pontificem Nyniam, Christus in aula poli. 
Ydrus in orbe gemit Christo dominante per orbem, 

Lumen adesse Dei ydms in orbe gemit. 



II. De Sanctis. — B. Hymni de Sanctis Proprii. De s. Othmaro. 213 

45 Zemma parata manet nigridis cummulata tenebris, 
Quo redcunt miseri, zemma parata manet. 



Alma quiete boni pausant per saecula cuncta 

Laudantes Dominum alma quiete boni. 
Mystica verba canunt ad regia vota fideles, 
50 Agmina sancta polo mystica vcrba canunt, 
Et tibi perpetuo modulantur carmina rei 

Nocte dieque simul et tibi perpetuo. 
Nobilitasque poli sanctis concentibus illic 

Excubat obsequio nobilitasqne poli. 

Collectan. ms. S. Michaelis Bambergensis saec. '®/ii. Cod. Bambergen. 
B II 10. — 19 coniunctis. — 25 decus (ebenso 26). — 39 caute. — 54 Excubuit. 
— Der bisher unedierte Hymnus folgt der Vita metrica des Bischofs Nynia, 
der gewohnlich Ninianus genannt wurde. Beide Teile gehoren zum 
Tractate Alcuim, von dem der betreffende Abschnitt des Codex eine Abschrift 
ist. Demnach diirften Vita metrica und Hymnus eben jene sein, von denen 
Alcuin versichert, dafs er sie erhalten habe „per fideles nostros discipulos, 
Eboracensis ecclesiae scholasticos" (cfr. Migne, PP. lat. 100, 510; ferner die 
Bemerkung Fischers im Katalog der Hss. der Kgl. Bibl. zu Bamberg. I. Bd. 
III. Lieferung, S. 365). 

Der Hymnus ware somit in England mindestens im 8. Jahrh. gedichtet ; 
andernfalls konute man auf Wulstan von Winchester als den Verfasser ver- 
fallen, dessen Art im ganzen aufseren Aufbau (auch das „Amen" akrostichisch) 
uns entgegentritt. So aber miissen wir sagen, dafs Wulstan (cfr. Anal. 
Hymn. XLVIII, 9 ff.) bewufst oder unbewufst die Technik dieses Hymniis 
sich zu eigen machte. 



180. In sancti Othmari Abbatis. 

llymnus Notkeri Physici. 

1. Rector aeterni roetuende saecli 
Auctor et summae bonitatis ipse, 
Quas tibi laudes ferimus canentes, 

Accipe clemens. 

2. Festa, quae sanctis colimus tropaeis, 
Nomen Othmari resonant beati, 
Cuius optandis meritis, creator, 

Illa dicasti. 

3. Qui patrum norraas imitando sacras 
Victor in duro validus duello 
Hostis atrocis rabiem subcgit 

Belliger iiudax. 



214 Pars. I. Hymni antiquiRsimi saec. V. — XI. 

4. Principum saevas doluit rapinas, 
Inde raptorum stadiis gravatus 
Martyris palma memit supema 

Scandere regna. 

5. Eius ad sanctum tumalum patescit, 
Quanta splendoris teneat perennis 
Dona, cam semper capiant ibidem 

Lassa vigorem. 

C. Cassas auditu, vacans loqaela 
Captas et gressu capiunt salatis 
Manas optatum relevante sancto 
Langaida qnaeque. 

7. Qnaesumas, nobis, dominator orbis 
Hoias obtentu veniam misertus 
Confer indignis, tribaens manentis 

Gaadia lacis. 

8. Hoc pater sammus patris atqae natus 
Praestet et clemens atriasqae flatas, 
Trinitas simplex et abiqae princeps 

Omne per aevum. 

Brev. ms. Sangallense saec. ^®/ii. Cod. Sangallen. 387. A. — Hymn. 
ms. Sangallense (?) saec. 11. Cod. Berolinen. VHlo 1. B. — Collect ms. 
Saugallense saec. 11. in. Cod. Sangallen 679 C. — Hymn. et Pros. ms. 
Fredeslariense saec. 11. ex. Cod. Casselan. theol. IV<> 25. D. — Collect ms. 
Cremifanense saec. 11. (et 14.). Cod. Cremifanen. 126. E. — Brev. ms. 
Emmeramense saec. 15. Clm. Monacen. 14757. F. — Brev. ms. Constantiense 
(?) saec. 15. Cod. Stuttgardien. Brev. 101 G. — Steht auch im Cod. Londinen. 
Add. 21170. saec. ^®/ii, aber unvollstandi^ ; B u. C sind nicht kollationiert 

1, 1 Vector F ; metuendi DG. — 1, 2 Auctorque F ; summe AG. —1,3 
laudes canimus cantantes EF. — 2, 1 quae sacris DEF. — 2, 3 obtandis 
E, obtatis D. — 2, 4 dictasti F. — 5, 3 Donatum semper G. — 6, 1 Passus 
FG; auditus fatuus loquela G. — 6, 2 gressum F. — 6, 3 revelante DG. — 

7, 1 dominator alme D. — 7, 2 Huius optatu D; veniam placatus DE. — 

8, 3 simplex ut E. 

Durchweg ist Binnenreim; wenn derselbe nicht gewahrt ist, dann zeigt 
auffallender Weise jedesmal die Endsilbe des Wortes nach der Casur Asso- 
nanz mit der Schlufssilbe vor der Casur (2, 3; 5, 1 ; 6, 1; 6, 2; 8, 2). Man 
vgl. hiermit den Bau von Nr 166; ahnlich ist jener der Nrr. 95; 115; 119; 154. 

Schtibiger bemerkt in seiner ^Sangerschule St. Gallens" (S. 76, Anm. 4), 
dieser Hyranus stehe „mit Neumen in der sanktgallischen Handschrift Nr. 
347"; ich meinerseits habe ihn darin nicht vorgefSnden bezw. ihn vielleicht 
itbersehen. Jedenfalls ist Mayer von Knonau (Ekkeharti Casus S. Galli, St 
Gallen 1877, S. 399) im Irrtum, wenn er behauptet, Schubiger habe den Text 
nach Cod. Sangallen. 387 (unsere Quelle A) mitgeteilt; der von Schubiger 
(Exempla, Nr. 44) vorgelegte Text dififeriert namlich an verschiedenen Stellen 



n. De Sanctis. — B. Hymni de Sanctis Proprii. De s. Othmaro. 215 

stark und in sinnstorender Weise vom Texte in A (= Cod. Sangallen. 387), 
stimmt hingegen auffallend uberein mit dem fehlerhaften Texte in G. — 
Melodie gleich jener von „Vita sanctorum^ (Nr. 85). 

Den Verfasser nennt uns Ekkehart IV. in seinen Casus (cap. 123) : „Fecit 
enim [Notkerus doctor, pictor et medicus] Otmaro decoras illas antiphonas 
et ymnum, ,R€ctor aeterne metmnde sa^cU^ et quaedam susceptacula regum, 
et ymnum de una virgine non mart^^re, id est yYmnum beatae virgini^ (s. 
Anal. Hymn. XXHI, 92)." — Bekannter ist dieser Notker als ^JSotkerus 
Phisicus^y wohl auch „Piperis Granum", „Pfefferkom" zubenannt; Fabricius 
gibt ihm u. a. ferner den Titel „artis Theoricae Magister". — Welche „Sus- 
ceptacula^ oder „Versus ad regem suscipiendum^ er gedichtet habe, ist un- 
ermittelt. Wahrscheinlich aber stammt von ihm das folgende Begrufsungs- 
lied, das nicht zur Hymnodie im strengen Sinne des Wortes gehort: 

„Versus ad regem'su8cipiendum." 

1. Ave, beati germinis 3. Agonithetae apostoli, 
Invicte rex et inclite, Victoriosi matryres 
Omnis tibi militia Omnesque sancti ordiues 
Occurrat ovans caelitnm. Semper vocent te laudibus. 

2. Intacta Christi genetrix, 4. Nos pro statu parvi loci 
Mater honora virginum, Eeisque modo pauperis 
Chorum pudicum socians Laetantes pio domino 
Tibi procedat obviam. Occurrimus in omnibus. 

5. Haec ipsa gaudent tempora 
Floreque verno germinant, 
Adventus omni gaudio 
Quando venit optatior. 

Trop. ms. Sangallense saec. 11. in. Cod. Sangallen. 381. A. — Grad. 
ms. Mindense saec. 11. Cod. Guelfenbyteran. 1110 (Helmst. 1008). B. — 
„Unde supra. Notkeri magistri^, A; „Versus Notkeri" B. — JDUmmler 
(Mitth. d. Antiquar. Gesellsch. in Ziirich, XII, S. 255) meint: „Als Verfasser 
. . . . ist zweifelsohne Notker der Stammler anzusehen, der als Lehrer .... 
wohl der beriihmteste unter seinen Mitbrudern war." Diese im iibrigen durch 
nichts weiter begrundete Interpretation des „Notkeri magistri" ist doch kaum 
ohne allen Zweifel sicher. Dem „Notkerus doctor^ pictor et medicus sive 
physicus et artis theoricae magister^ diirfte an sich schon der Zusatz 
„magister" mindestens eben so gut zukommen. Femer weist Schubiger 
(a. a. O. , S. 76 f.) mit Recht darauf hin, dafs „besonders prunkvoU der 
Empfang Kaisers Otto des Grofsen im Jahre 972" war. Ihm ward ein „sus- 
ceptaculum" gesungen. Notker Physicus t975, Notker Balhulus t912. So- 
mit ist viel Wahrscheinlichkeit fur Schubigers Ansicht, dafs Notker 
Physicus im Jahre 072 dieses Begrufsungslied dichtete. 



187. In Festiyitate s. Othmari. 

Ad Processionem. 

1. Festura sacratum psallimus 2. Othmarus abbas vocibus 
Christo canentes laudibus; Orandus est concordibus, 

Qui dat coronam testibus, Quem factor ipse caelitus 

Nobis det in dulgentiam. Donavit hic virtutibus. 



216 



Pars I. Hymni antiqaisRimi saec. V. — XI. 



3. Hunc esse patrem patriae 
Laetetnr omnis Saevia, 

His natus hos nunc confovet 
Placando Christum plebibus. 

4. Hic dona sancti spiritus 
Accepit annis parvulis, 
Ipsum datorem munerum 
Spargens in oras exteras. 



Nunc gaudet in regno Dei 
Functus corona praemii, 
Quam Christus illi reddidit, 
Pro quo labores sustulit. 

Gallo, patri laudabili, 
Othmarus abbas iungitur, 
Istum locum qui iugiter 
Tutentur et nos supplices. 



Omnes gradus hic presbyter 
Ornat beatis moribus, 
Patri preces caelestium 
Votis litando munerum. 



10. Virtute semet vivere 

Demonstrat hinc credentibus, 
Certum, fide qnod quaerimus, 
Praebet pater piissimus. . 



Communis hic vitae sator 
Et magnus exstat conditor, 
Praelatus abbas incolis 
Huius loci praenobilis. 



11. Effunde voces, plebs Dei, 
Commissa defle noxia, 
Astat rogator gratiae, 
Reddens aequum, quod suscipit. 



Fit pauper hic pro paupere 
Cunctos egentes confovens, 
Dum, quod dat eius parvulis, 
diristum respectet, fratribus. 



12. Absolve, clementissime, 
Nexu ligatos criminis, 
Delens malum, quod respuis, 
Addens bonum, quod respicis. 



13. Laus sempiterno sit patri 
Nec non perenni filio 
Sanctoque sit spiramini 
Per saeculorum saecula. 



Procession. ms. Sangallense saec. 12. Cod. Sangallen. 360. — Vielleicht 
ist Str. 1 als Rundreim anzusehen. — Fur Batpert als Verfasser sind keine 
Grunde vorhanden. 



188. In S8. Petri et Pauli. 



1. Aurea luce et decore roseo, 

Lux lucis, omne perfudisti saeculum 
Decorans caelos inclito martyrio 
Hac sacra die, quae dat reis veniam. 



lanitor caeli, doctor orbis pariter, 
ludices saecli, vera mundi lumina, 
Per crucem alter, alter ense triumphans 
Vitae senatum laureati possident. 



II. De Sanctis. — B. Hymni de Sanctis Proprii. De ss. Petro et Paulo. 217 

3. lam, bone pastor, Petre, clemens accipe 
Vota precantum et peccati vincula 
Resolve tibi potestate tradita, 

Qua cunctis caelum verbo claudis, aperis. 

4. Doctor egrcgie, Paule, mores instrue 
Et mente polum nos transferre satage, 
Donec perfectum largiatur plenius 
Evacuato, quod ex parte gerimus. 

5. Olivae binae pietatis unicae, 

Fide devotos, spe robustos maxime, 
Fonte repletos caritatis geminae 
Post mortem carnis impetrate vivere. 

6. Sit trinitati sempiterna gloria, 
Honor, potestas atque iubilatio, 
In unitate cui manet imperium 

Ex tunc et modo per aeterna saecula. 

Hymn. ms. Casinense saec. 10. Cod. Casinen. 506. A. — Hymn. ras. 
Beueventanum saec. 10. ex. Cod. Vatican. Ottob. 145. B. — Hymn. ras. 
Veronense saec. ^®/ii. Cod. Capit. Veronen. CIX (102). C. — Hymn. ms. 
Severinianum saec. *°/ii. Cod. Vatican. 7172. D. — Brev. ms. Montis 
Amiatini saec. ^Vu. Cod. Casanaten. 1907 (B II 1). E. — Hymn. ms. Far- 
fense saec. '®/ii. Cod. Roman. Vitt. Eman. 175 (Farf. 4) F. — Hymn. ms. 
Farfense saec. ^®/ii. Cod. Turicen. Rhen. 91. G. — Brev. ms. Farfense saec. 
11. Cod. Turicen. Rhen. 82. H. — Brev. ms. S. Eutychii Nursini saec. 11. 
in. Cod. Roman. Vallicellan. B 79. I. — Brev. ms. S. Sofiae Beneventanae 
saec. 11. Cod. Vatican. 4928. K. — Hymn. ms. Bobiense saec. 11. Cod. 
Vatican. 5776. L. 

Psalt. et Hymn. ms. Marchianense saec. (9 et) 10. Cod. Duacen. 170. 
M. — Hymn. ms. Moissiacense saec. 10. Cod. Rossian. VIII 144. N. — 
Hymn. ms. S. lohannis Laudunensis saec. 10. Cod J^ernen 455. O. — Brev. 
ms. S. Germani Pratensis saec. 11. Cod. Parisin. 11550. P. — CoUect. ms. 
Sandyonisianum saec. 11. (et 12). Cod. Parisin. Sangenovefian. 1186. Q. — 
Hymn. ms. Corbciense saec. 11. Cod. Ambianen. 131. R. — Brev. ms. 
Strumense saec. 11. ex. Cod. Laurentian. Conv. suppr. 524. S. — Grad. et 
Antiphon. ms. Nivernense saec. 12. Cod. Parisin. Nouv. acq. 1235. T. 

Rit. et Hymn. ms Scheftlariense saec. 10. Clm. Monacen. 17027. U. 
— CoUect. et Hymn. ms. S. Martini Trevirensis saec. (9. et) 10. Cod. Tre- 
viren. 1245 (1418). X. — Brev. ms. Sangallense saec. ^Vii. Cod. Sangallen. 
387. Y. — Hymn. ms. Campidunense saec. *®/ii. Cod. Turiceu. Rheu. 83. 
Z. — Trop. et Hy:nn. ms. Rhenoviense (?Sangallense) saec. 11. in. Cod. 
Turicen. Rhen. 97 a. — Hymn. ms. Sangallense(?) saec. 11. Cod. Berolinen. 
Vlir* 1. b — Hymn. et Prosar. ms. Fredeslariense saec. 11. ex. Cod. 
Casselan. theol. IVo 25. c. — Psalt. et Hymn. ms. Walcidorense saec ^*/i2. 
Clm. Monacen. 13067. d. — 

Psalt. ct Hymn. ms. Cantuariense(?) saec. 10. ex. Cod. Londinen. Add. 
37 517. e. — Hymn. ms. Anglosaxonicum saec. *^/ii. Cod. Londinen. lul. 
A VI. (Paraphrase). f. — Hymn. ms. Anglosaxonicum (Monasticum) saec. 11. 
in. Cod. Londinen. Vesp. D XII. g. — Hymn. ms. Wintoniense saec. 11. 
Cod. Capit. Dunelmen. B III 32. h. — CoUectar. et llymn. ms. Wintoniense 



218 Vars I. Hymni antiqmssiini saec. V. — XI. 

(?Vigornien8e) saec. 11. Cod. Coll. Corp. Christi Cantabrigien. 391. i. — 
DEPQR e i sind nicht koUationiert. 

1, 1 — 3 fehlen M; beginnt mit [mar]tyro. — 1, 3 caelo FH, caelum c. 

— 1 , 4 A sacra GL. — 2,1 lanua caeli X. — 2, 3 alter hense N ; trium- 
phat U h. — 2, 4 senatu GN h. — 3, 2 peccatum X. — 3, 4 Qui Z, Quam 
G* ; et aperis C; asperis Z'. — Nach Str. 3 Divisio DFIS. — 4, 1 mentes 
GHUT; paulum (statt polum) L; nostras ferre GHOT. — 4, 3 perfecte GI, 
perfectus h ; perfecto laureatur L. — 4, 4 ex parte gemimus BLOTUXY a d, 
geminus CFI ; bei beiden Lesarten „gerimus" und ^gemimus** erscheint dieser 
Vers dunkel; vielleicht: nachdem ai^gehoben (= getilgt, annulliert) ist, was 
wir teilweise (= halb imd halb, unvollkommen und deshalb sundhaft) tun. 

— 5, 2 devoti spe robusti I ; maxima HUXY d. — 5, 2 sq. spe — caritatis fehlt 
L. — 5, 3 caritate H^ — 6, 1 sempitemae Z C — 6, o In hunitate N. — 
6, 4 et modo et per B. — Str. 6 lautet in T: 

Sit tibi, lesu, benedicte Domine, 
Gloria, virtus, honor et imperium 
Una cum patre sanctoque paraclito, 
Cum quibus reg^ias Deus ante saecula. 

In a ist der Hymnus in folgende drei Hymnen zerlegt: Str 1—3 + 6 
(Doxologie) „In sancti Petri^] Str. 4 „De sancto Faulo^; Str. 5 + Anfang 
der Doxologie „De ambobus apostolis'*, — Im Brev. ms. Benedictinum (Italiae 
septentr. aut Galliae merid.) saec. 10. ex. Cod. privat (Hiersemann) s. n. 
fehlen Str. 1 u. 2; auf fol. 96 finden sich Str. 4—6 als Hymnus auf Pauli 
Conversio; auf fol. 113 nur der Anfang der Str. 3 auf den hl. Petrus. — 
Wie Str. 3 u. Str. 4 einzeln verwendet oder in den Apostelhymnus „Adnue 
Christe^ resp. „Andreas sande^ verwoben wurden, ist in der Anmerkung 
zu letzterem Hymnus (Nr. 107) schon hervorgehoben. — Cber das Fortieben 
dieses herrlichen alten Hymnus in vielen gedruckten Brevieren gibt in etwa 
ein Bild Nr. 1596 des Repert. Hymnol. 

Bei der Hymnenrevision unseres Romischen JBreviers (1632) wurde das 
Original fast voUig umgeandert, zerstiickelt und mit Fremdartigem zersetzt 
Der Hymnus fiir die 1. Vesper de? Festes der Apostelfursten ist gebildet aus 
den Strophen 1 u. 2, denen als dritte die verstummelte Str. 7 aus dem 
Hymnus „Felix per omnes festum mundi cardines^ (Anal. Hymn. L, 141) und 
schliefslich die Doxologie (Str. 6 des vorstehenden Hymnus) angefugt ist. 
Dabei sind alle diese Strophen in eine ganz neue Form gegossen; so lautet 
Strophe 1 des Vesperhymnus : 

Decora lux aetemitatis auream 
Diem beatis irrigavit ignibus, 
Apostolorum quae coronat principes 
Reisque in astra liberam pandit viam. 

Der Hymnus ad Laudes besteht aus Str. 3 u. 4 + Doxologie; jener fur 
das Fest Commemorationis S. Pauli aus Str. 4 + Doxologie, alles wieder in 
einer Form, aus welcher das Original kaum noch erkannt wird. So beginnt 
der Hymnus ad Laudes: 

Beate pastor, Petre, cleraens accipe 
Voces peccantum criminumque vincula 
Verbo resolve, cui postestas tradita 
Aperire terris caelura, apertum claudere. 

Und der Hymnus auf den hl. Paulus : 

Egregie doctor, Paule, mores instrue 
Et nostra tecum pectora in caelum trahe, 
Veiata dum meridiem cemat fides, 
Et solis instar sola regnet caritas. 



II. De Sanctis. — B. Hymni de Sanctis Proprii. De ss. Petro et Paulo. 219 

Als Verfasserin des Original-Hymnus gilt Elpis (Helpis). Ein metrisches 
Epitaph des 7. Jahrhunderts auf eine Helpis aus Sicilien (cfr. Grisar, Ana- 
lecta Romana I [1899J, 105) fiihrte scheinbar diesen Namen durch die In- 
schriftensammlungen in die Literatur ein. Sie wurde als Gemahlin des 
Boethius ausgegeben, und, weil dessen Gemahlin Busticiana hiefs, ward der 
Name Elpis bald als Beiname der Rusticiana gedeutet, bald als Beweis be- 
nutzt, dafs Boetius zuerst mit Elpis, dann nach deren Tode mit Rusticiana 
vermahlt gewesen sei. Ein in etwa fester historischer Boden liefs sich nicht 
gewinnen. Vielfach wird der gleichen Elpis auch der andere Hymnus auf 
die Apostelfiirsten „Felix per omnes festum mundi cardines^ (Anal. Hymn. 
L, 141) zugeschrieben, der in gleichem Versmafs, aber in fanfzeiligen Strophen 
abgefafst ist. Letzterer ist jedoch wahrscheinlich ein Werk des Patriarchen 
Paulinus U. von Aquileja. — Nahere Literaturangaben bei A. Mongitore^ 
Bibliotheca Sicula (Panormi 1708. I, 172 sqq.); ebendort heifst es: „Hymni 
in ss. Petri et Pauli app. laudem , quorum primus incipit Aurea luce, alter 
Doctor egregie, quos leges eo modo, quo fuerunt ab JEJlpide scripti, in antiquis 
Breviariis . . . ." (1. c. pag. 174). — TiraboscM, Storia della Letteratura 
Italiana (Firenze 1806. HI. I, p. 60) verhalt sich ablehnend gegen die 
Dichtungen der Elpis und gegen ihre Identifizierung mit der Gemahlin des 
Boethius. — Vgl. aufserdem Al, Baumgartner, Gesch. der Weltliteratur IV 
(1905), 217. 



189. In ss. Petri et Panli. 

1. Roma nobilis, orbis et domina, 
Canctarnm nrbiam excellentissima, 
Roseo martyram sangaine rabea 
Albis et virginam liliis candida, 
Salatem dicimus tibi per omnia, 
Te benedicimas, salve per saecala. 

2. Petre, ta praepotens caeloram claviger, 
Vota precantiam exaadi iagiter; 

Cara bis sex tribaam sederis arbiter, 
Factus placabilis iudica leniter 
Teque petentibus nunc temporaliter 
Ferto sufFragia misericorditer. 

3. Paule, suscipe nostra precamina, 
Cuius philosophos vicit industria; 
Factus oeconomus in domo regia 
Divini muneris adpone fercula, 

Ut, quae repleverit te, sapientia 
Ipsa nos repleat tua per dogmata. 

Ciceronis Philippicarum liber ms. (olim Farfen.?) saec. 11. Cod. Vatican. 
3227. add. saec. 12. Mit Melodie. — Vgl. Niebuhr (Rhein. Museum, Jahrg. 
III [1828], 1—8), der die Hs. irrig ins 10. Jahrh. setzt; L. Traube, ,0 
Roma nobilisS Philol. Untersuch. aus d. M. A. (Miinchen 1891). Traube sucht 
glaubhaft zu machen, dafs dieser Hymnus, der scheinbar nife in die Liturgie 
aufgenommen wurde, wahrend des 10. Jahrh. im Gebiete von Verona ge- 
dichtet ist. Diese Ansicht ist jedenfalls annehmbarer, als Niebuhrs Meinung. — 



220 Pars I. Hymni antiquissimi saec. V. — XI. 

— Obgleich „0 Boma nohilis^ an den Anfang der 7. Strophe („0 Bma 
felix^) des Hymnus Felix per omnes festum (Anal. Hymn. L, 141) erinnert, 
haben beide Hymnen sonst nichts gemeinsam. 

Als Curiosum sei nebenbei die Interpretation von 1, 3 u. 4 durch 
Ad. Stahr (Ein Jahr in Italien I, 195) verzeichnet: „Das alte latein. 
Kirchenlied des 8. Jahrh. preist neben dem rosenroten Blute der Martyrer, 
das auf dem heiligen Boden der Weltherrin geflossen, auch die marmome 
Schonheit der bhiheuden Fraueuleiber der hocherhabenen Stadt aller Stadte.** 
Scharf aber treffend hat auf diese Torheit schon Daniel mit demmodifizierten 
Dictum Goethes erwidert: „Das ist am Ende nur des Herren eigner Geist, | 
In dera die Hvmnen sich bespiegeln." (Daniel, 1. c, 101). 

I. F. H. Schlosser hat im Jahre 1839 eine Umdichtung des Anfanges 
dieses Hjmnus gemacht und zwei Strophen auf Johannes Evangelista und 
die Gottesmutter hinzugefugt. Die uberarbeitete 1. Strophe beginnt: 

Alma credentium mater, ecclesia, 
Divini filii sponsa purissima, 
Supema spiritus afQata gratia, 
Roseo martyrum sanguinea rubea etc. 

Es folgt Vers 4 u. 6 des Originalliedes, dann unverandert Str. 2 (zu der- 
selben erfand Schlosser nachtraglich eine Variation) u. 3; schliefslich die 
zwei erwahnten ueuen Strophen, welche hier fiir uns belanglos sind (vgl. 
Schlosser, Die Kirche in ihren Liedern, 2. Aufl. [1863] I, 144 u. 429j. 
Dauach ist Nr. 832 im Repert. Hymn zu rektifizieren. 



1^0. In sancti Petri Cathedra. 

1. Petre, pontifex inclite, 4. Tu es nostrum refugium, 
Christi athleta splendide, Tu robur potentissimum, 
Adesto nostris precibus, Tu salus et protectio 
Quas pie tibi fundimus. Nostraque iubilatio. 

2. gloriose patrone, 5. pastor pie et clare, 
Nostrae salutis opifex, Nobis benigne succurre 
Ut digne demus cantica, Nosque supplices respicc, 
Nostra disrumpe vincula. Vota servorum suscipe. 

3. Adesse tuis famulis 6. Deo patri sit gloria 
Dignare, dux amabilis, Eiusque soli filio 
Sentiant nostra pectora Cum spiritu paraclito 
Semper tua munimina. £t nunc et in perpetnnm. 

Hymn. ms. Farfense saec. ^^/ii. C/od. Turicen. Rhen. 91. A. — Trop. et 
Hymn nis. Rheuoviense (? Sangallense) saec. 11. in. Cod. Turicen. Rhen. 
97. B. — Hymn. et Sequent. ms. Fredeslariense saec. 11. ex. Cod. Casselan. 
theol. IVo 25. C. — Brev. et Oration. ms. Secoviense saec. 12. Cod. 
Graecen. 1611. D. — Brev. ms. Germanicum saec. 12. Cod. Bruxellen. 510 
(853). E. — Brev. ms. S. Georgii Pragensis saec. ('*/i8 et) 13. Cod. Pragen. 
XII E 5. F. — Brev. ms. S. Georgii Pragensis saec. 14. in. Cod. Prageu. 
VII G 7. G. — Brev. ms. Secoviense saec. 14. in. Cod. Graecen. 789. H. 
— Brev. ms. Benedictinum Bobemicum saec. 13. in. Cod. Pragen. XII F 5. 
add. saec. ^^lu. i. — Diurn. ms. Benedictinum Bavaricum saec. 14. Cod. 



II. De Sanctis. — B. Hymni de Sanctis Proprii. De s. Petri Cathedra. 221 

Altovaden. X. K. — Brev. ms. Chimense saec. 14. Cod. Vindobonen. 1893. 
L. — Collect. ms. Gerishemense saec. 14. (et 15.) Cod. Archivii Dusseldorpieu. 
A 67. M. — Hymn. ms. Cellae s. Mariae in Austriae saec. 15. Cod. Cam- 
polilien. 15. N. — Dium. et Hymn. ms. Benedictinum Suecicum saec. 15. 
Cod. Upsalen. C. 477. O. — Brev. ms. Romarici Montis anni 1585. Cod. 
Spinalien. 164 (77). P. — I— P sind nicht kollationiert. 

1, 8 nostris vocibus CDH. — 2, 4 Nostras A. — 3, 1 Adesto C. — 3, 4 
Tua semper CFG. — Von der Doxologie nur „Deo patri" ABCG. — Titel 
in L: „Ad vincula s. Petri." — Es ist auffallend, dafs von den alten 
italienischen Quellen nur eine den Hymnus aufweist. Das Repert. Hymn. 
(Nr. 14866) fiihrt abgesehen von einem Breviere von Briigge (imp. 1520) nur 
Breviere deutscher Diozesen aus dem 15. u. 16. Jahrh. als Quellen an. 



Vdl. In s. Bemacli Traiectensis £p. 

1. Clara praecelso redeunt honore 

Festa, quae comptis celebramus odis, 
Teque laudamus, dominator alme, 
Pectore toto. 



2. Tu fave nostris precibus libenter, 
Quem dies terris referens amanter 
Haec sacris caeli pariterque donat, 
Sancte Remacle. 



3. Te sibi caro socians Amando 
Praesulem Christus voluit haberi, 
Dives et tandem populo coruscans 
Culmine caeli. 



4. Ortus, occasus referet sed orbi, 
Qui vides lumen speciale solis, 
Quod fide recta sequeris honeste 

Semper ubique. 

5. Aula te regis veneratur ampla, 
Sed places regi dominoque summo 
Inter festivas renitens coronas 

Miles honestus. 



6. Posce, ieiunans, precibus anhelis, 
Posce patroni regimen beati, 
Namque votorum capies opimi 
Munera verbi. 



222 FaxB I. Hymni autiqaissimi saec. V. — XI. 

7. Tuqae, Tangrensis diocesis, almom 
Praesalem primo venerare carsa, 
Parta ne samat prior aat reportet 

Qaadia mentis. 

8. Praesal effalget solioqae praestans 
Pascit indoctos, refovet misellos 
Mentis effandens pietate larga 

Viscera plena. 

9. Spirita sancto reserans futara 
Plenas, in signis pariter corascas, 
Corde sabiectas, hamilis, padicas 

Vir ftdt iste. 

10. Hinc ovans miles eremi relicta 
Sascipit, solas Domino tonanti 
Ut qaeat votis adolere castis 

Intima mentis. 

11. Lamen exemplo radians opimam 
Fulsit et pastor monachorum vernat 
Edocens sacris monitis et ornans 

Agmina clara. 

12. Mortis hic metam capiens refasam 
Spiritas claram penetravit aethram; 
Nos abi semper precibas iavato, 

Sancte Remacle. 

13. Gloriam Christo patalo canamas 
Ore, praestanti sibi servienti 
Tanta, qai poUet deitate simplex 

Trinus et unus. 

Acta SS. Bolland. Septembr. I, 671. Mit der Quellenangabe : „Ex vetusto 
codice descripsit Bambergae anno 1654 P. Johannes Gamans societatis nostrae*^. 
Ob diese Quelle noch in Bamberg vorhanden ist, konnte ich nicht ermitteln. 
Vielleicht hatten sich daraus einige Lesefehler des P. Gamans beheben lassen, 
oder der Text ist stellenweise in der Hs. verderbt. In den bezeichneten 
Acta SS. differiert der Text von dem vorgelegten in folgendem: 2, 3 Haec 
sacra. — 3,1 claro socians amore ; Amandus resignierte auf das Amt des 
Bischofes von Maestricht, und Bemaclus ruckte fur ihn ein; hierauf stutzt 
sich meine Koniektur. — 3, 2 Praesulem caro (wohl verlesen fiir Christus; 
sonst fehlt auch ein Subiekt). — 4, 1 occasum; orbis. — 5,2 dominomm 
summo. — 6, 3 capiens. — 11, 1 Lumen ex amplo. — 12, 2 aethra. — 
13, 2 sive. — Ghesquiere (Acta SS. Belgii, BruxelUs 17^3, III, 422) bietet 
nur einen wortgetreuen Abdruck aus den Acta SS. Boll. — Der Stil des 
Hymnus lafst vermuten, dafs er aus der Zeit Hucbalds stamme. 



n. De Sanctis. — B. Hymni de Sanctis Proprii. De s. Simeone. 223 



192. In s. Bemacli Traiectensis £p. 

1. Lumen aeternam, moderator temporom, 
Alme bonorum propagator omninm, 
Palmam invictis largiens roilitibus, 
Qni te sequantur laureati gloria, 

2. Festum colentes tui sacri praesulis 
Laudes devoti tibi Deo canimus, 
Cuius obtentu mereamur scandere 
Aulam praecelsam cum triumpho muneris. 

3. Te nunc oramus, sancte Dei pontifex, 
Posce, ut nobis tribuatur venia 
Cunctis subactis vitiorum sentibus, 
Atque perennis augeatur gratia. 

4. NuUa nos mortis saucient facinora, 
Procul peccata pellantur et vulnera, 
Hostis caedatur cum conatu improbo, 
Speque salutis foveantur languidi. 

5. Sancte Remacle, nostris fave precibus 
Yota cunctorum maiestati offerens, 
Sintque coniuncti angelorum milibus, 
Quique devoti tuum festum celebrant. 

6. Laus, honor, virtus atque modulatio 
Patri natoque simul et paraclito, 
Qui dominatur trinus et unus Deus, 
Et regnum eius in aetcrna saecula. 

Acta SS. Bolland. Sept. I, 671; mit der gleichen Quellenangabe wie 
beini vorhergehenden Hymnus. 



193. In s. Simeonis Padoliranensis. 

1. Emicat alma dies, Domino 
Cantica pangite cum iubilo, 
Qua Simeon, sacer eremitans, 
Celsa palatii scandit ovans. 

2. Stemmate nobilis eximio 
Schemate vixerat egregio, 
Terrea liquit amore Dei, 
Pectore semper adhaesit ei. 



224 P*^^8 !• Hymni antiquiBsimi saec. V. — XI. 

3. Hic prece camea bella domat, 
Quo sana mens vitiosa vomat; 
Membraque quo mage mortificat, 
Hic magis intima vivificat. 

4. Quem Dominus reserare volens 
Mira per hnnc facit omnipotens; 
Quem nimis arta fames cruciat, 
Cervus ad hunc veniens satiat. 

5. Quod Simeon foret egregie, 
Sat didicit caput ecclesiae; 
Hostica vis tumidum domuit, 
Sed vir eum pius eripuit. 

6. Carceris antra preces reserant; 
Parcitur his, flagra qui dederant; 
Frigora, flabra, nives tolerat, 
Dum loca sancta petens peragrat. 

7. Sic Simeon veneranda gerens, 
lustitiae documenta sequens, 
Post breve corporis exsilium 
lam bravium capit aethereum. 

8. lam, reverende pater, famulis 
Mitis adesto favore tuis, 
Corpore quosque tuo decoras, 
Hos pie, te petimos, foveas. 

9. Nos rege, protege, multiplica, 
Respice, dilige, sanctiflca, 

Quo tua plebs, tibi quae iubilat, 
Ad tua gaudia perveniat. 

10. Gloria, laus, honor, imperium 
Sit tribus et decus eximium, 
Qui Deus unus in arce poli 
Celsa gubemat et arta soli. 

Wion, Lignum vitae, impr. Venetiis 1595. Pars II. (liber III.), p. 236 
sq. — Dort die einleitende Note: ^Exstant et duo alii hymni [Clarus psade 
plebs iubila^ und ^Psallat chorus qui sonorus^ (Anal. Hymn. XXII, 256) 
gehen voraus] Phaleucio carmine conscripti in pervetusto codice Bibliothecae 
Monasterii nostri S. Benedicti Mantuani, difficillimi quidem lecta ob ab- 
breviationes multas et insolitas ..." Letzteres wohl der Gruud, warum Wions 
Text recht schlecht ist. Wion liest: 1, 3 Quem; eremita is (der Reim zeigt 
das Kechte). — 2, 2 Scemate. — 3,1 Hic voce (vOce gegen das Metrum). 
— 3,2 Quos una; vielieicht „Quo sua", da ^sana"* gegen das Metrnm. — 



II. De Sanctis. — B. Hymni de Sanctis Proprii. De 8. Sualone. 225 

4, 1 Quem Christus. — 4, 3 nimis acra. — Zwischen Str. 4 u. 5 steht 
folgende Strophe: 

Quod tumnit, miser occnbuit, | Vir pius hunc prece restituit; 
Hostica turma fugata gemit | In miseros nec vir ante fremit(!). 

Otfenbar ist diese Strophe eine Uberarbeitung der oben stehenden 

5. Strophe oder umgekehrt. — Vor Str. 5 Divisio mit Beifiigung der Doxo- 
logie. — 10, 4 astra poli; auf diese Weise wurden 10, 3 u. 10, 4 mit dem 
gleichen Worte in gleicher Bedeutung schliefsen; auch bilden celsa u. astra 
keinen Gegensatz. 

Der hl. Simeon war Monch u. Eremit des genannten Klosters „S. Bene- 
dicti de Padolirana prope Mantuam", wo er lOrd starb. Dessen Vita schrieb 
ein Anonymus Monachus Padoliranensis (Mabillon VI. 1. p. 151 — 168); ob 
auch den Hymnus ? Er ist im Versmafs des Agatha-Hjmnus (Nr. 134), weiches 
in Italien beliebt war. 



104. In sancti Snalonis (vel Soli). 
Hymnus Ermanrici Ellwangensis. 

1. ^qfoSQa mirabilem * promite carmine, 
Gloit qui meritis * undique stantibus, 
Solum quem vocitat * nomine typico 

Plebs sacra sic Germanica. 

2. Oris qui famine * undique colligit 

Fide corroborans ^ Christoque populos, 
Dans claudis itiner ^ expulit et taetros 
Instanti ore spiritus. 

3. Lingulas iusserat * statum in pristinum 
Restitui prece * mutis et condolens 
Caecis fert salubrem * visum, qui caelitus 

Est semper mitis omnibus. 

4. Uita consimilis m- vixit apostolis, 
Martyrium ferens * iuge in animo, 
Christique virginum * atque confessorum 

Coheres gaudet uranis. 

5. Sancta nunc trinitas, * aequalis deitas, 
Dispone famulis, ^ tibi quod placeat, 
Ut nunc te canere * possint perenniter, 

Qui regnas in perpetuo. 

Collect. ms. Sangallense saec. 9. Cod. Sangallen. 571. — 1, 1 fodra 
mirabilem (die Initiale S ist in der Hs. falschlich in den Anfang der dort 
folgenden Zeile, namlich vor „promite" gezeichnet). — 2, 3 clodis itiner (zum 
Nominativ „itiner" vgl. Forcellini s. v. iter, b). — 3, 1 iussurat. — 4, 2 
Marfymm ferens iiige qui in animo; zum Hiatus „iuge in" vgl. 2, 4. — 
Blunio, Thesauri hymnologici Uymnarium. 15 



226 P*™ !• Hymni antiqoissimi saec. V. — XI. 

4, 8 atque confessorum fehlt. — 5, 1 Sancta una trinitas aequalisque te. — 

5, 2 quod placet tuis. — 5, 3 possimus. 

Der Hymnus folgt unmittelbar nach einem Sermo auf den hl. Sohis, 
welcher abschliefst mit: „Fimt sermo Ermifnrici] diaconi.^ Darauf: „ln- 
cipit hymnus eiusdem ex ipsius nominis titulo exordium capiens;" das Akro- 
stichon lautet namlich : Sotus, — Ermeiirich, spater Abt von Ellwangen, in 
Fulda Schiiler Rabans, war mit Rabans Neffen Gundram eng befreundet, und 
diesera zu Lieb, der deu Stifter seiner Kirche von /SoZenhofen, den hl. Sualo 
feierlich erhoben hatte, schrieb er das Leben dieses Heiligeu, dessen Namen 
Ermenrich latinisierte und willkurlich Solu^ nannte. Er war damals noch 
Diacon, somit ist der Hymnus vor 840 gedichtet. In allen Werken tragt 
Ermenrich iu gezierter Weise seine Gelehrsamkeit zur Schau, auch seine als 
gering bezeichnete Kenntnis des Griechischen. Hierzu stimmt der Stiel des 
Hymnus. — Vgl. Diimmler, uber Ermenrich von Ellwangen u. seine Schriften 
(Forschungen XHI, 473—485; Neues Archiv IV, 321); Wattenbach (Deutsch' 
lands Geschichtsq. ® I, 282 ff). — Aus gleicher Quelle ist der Hyranus publiziert 
in Mon. Germ. Script. XV. I. p. 163; dort ist 4, 3 f. die Lucke ausgefallt: 

Christique virginum [sanctarum] coheres 
Gaudet [semper in] uranis. 



1U5. In sancti Stephani. 

1. Hymnum cantemus Domino, 3. Christo, quod mundo genitus, 
Hymnum martyri Stephano: Stephano, quia mortuus; 
Christo ut regi omnium, Cbristo, quod vitam contulit, 
Stephano ut primo martyrum ; Stephano, quod mortem pertulit; 

2. Christo ut patris unico, 4. Christo, quia descenderat, 
Stephano ut vernaculo; Stephano, quod ascenderat; 
Christo Deo et homini, Christo, quod terras adiit, 
Stephano ut sancto homini; Stephano, quod caelos petiit. 

5. Laus patri sit ingenito, 
Laus patris unigenito, 
Laus sit sancto spiritui 
Tanta praestanti martyri. 

Hymn. ms. Moissiacense saec. 10. Cod. Rossian. VIII 144. A. — Hymn. 
ms. Beneventanum saec. 10. ex. Cod. Vatican. Ottob. 145. B. — Hymn. ms. 
Severinianum saec. *®/ii. Cod. Parisin. 1092. C. — Hymn. ms. Severinianum 
saec. ^®/ii. Cod. Vatican. 7172. D. — Hymn. ms. Veronense saec. *^/ii. 
Cod. Capit. Veronen. CIX (102). E. — Brev. ms. Sangallense saec. '^ii. 
Cod. Sangallen. 413. F. — Hymn. ms. Sangallen8e(?) saec. 11. Cod. Bero- 
linen. VIIIo 1. G. — Hymn. ms. Anglosaxonicum saec. '^/ii. Cod. Londinen. 
lul. A VI (Paraphrase). H. — Hymn. ms. Anglosaxonicum (Monasticum) 
saec. 11. in. Cod. Londinen. Vesp. D XII. I. — Collectar. et Hymn. ms. 
Exoniense (Ep. Leofric) saec. 11. Cod. Londinen. Harl. 2961. K. — Collectar. 
ct Hymn. ms. Wintoniense ( ? Vigorniense) saec. 11. Cod. CoU. Corp. Christi 
Cantabrigien. 391. L. — Hymn. ms. Wintoniense saec. 11. Cod. Capit 
Dunelmen. B III 32. M. — L ist nicht kollationiert. 

1, 1 Hymnum canamus AI. — 1, 2 mariyris B. — 1, 4 ut fehlt CD; 



n. De SanctiB. — B. Hymni de Sanctis Proprii. De s. Stephano. 227 

martyre A, marlyri CDHBf (gegen die Assonanz). — Str. 2 u. 3 omgestellt 
HK. — 2, 3 Christo ut Deo B. — 2, 4 ut fehlt CDFG; sancti B. — 3, 1 
genitur A. — 3, 2 qui mortuus C. — 3, 3 vita BC. — 3,4 quia mortem 
B. — 4, 2 u. 3 quia B. — 4, 3 terram C. — 5, 1 sit fehlt B. — 5, 2 Laus 
Christo B, Laus eius E, Laus nato HIKM, Laus dit (ohne patris) CD; uni- 
genitio(!) D. — 5, 3 Laus sancto sit F. — 5, 4 Praestanti tanta C; Tanto 
AC6M; martjre A. 

Der vierte Vers jeder Strophe (aus^enommen die Doxologie) hat eine 
Silbe tJberschufs ; also ist zu lesen „Steph&n6 , wahrend in jedem zweiten 
Verse die Betonung „Steph4no" sein mufs, in 1, 2 jedoch „St6phan6". — 
AUen Anzeichen nach hat der Hymnus, wenngleich schon fruh intemational 
geworden, keine weite Verbreitung gefiinden und nur in schwedischen Brevieren 
sich bis ins 16. Jahrh. erhalten, dort mit dem Anfange ^^Hjmnum canamus"^ 
(cfr. Klemming HI, 153). 



196. In sancti Stephani. 



Caelam nunc omne gaudeat, 
Laetetur et omnis terra, 
De caelesti nam Dominns 
Regno venit ad homines. 



ludaeos inter perfidos 
Divina plenos gratia 
Angelica sab facie 
Magna fecit prodigia. 



Hesterna die genitas 
lllaxit mandam Dominas, 
Qai hodiema militem 
Suam suscepit Stephanam. 



Hunc nos rogamus supplices, 
Ut, qui pro suis hostibus 
Oravit, nobis veniam 
Imploret ante Dominum, 



Hunc elegerunt omnium 
Sancti doctores gentium, 
Ut esset in virtutibus 
Dux et minister coetibus. 



6. Ut in praesenti saeculo 
Eius semper iuvamine 
Liberemur ab omnibus 
Inimicorum fraudibus. 



Collect. ms. SS. Petri et Pauli Wissenburgen. saec. 9. 
byteran. 4150 (Weissenb. 66> — Vgl. Milchsack I, 8. 



Cod. Guelfen- 



197. In sancti Stephani. 



1. lesu, salus certantium, 
Remunerator martyrum, 
Dignare servos visere, 
Qui vota solvunt debita. 



8. Hic iustus et laudabilis, 
Sancto repletus flamine, 
Tot splenduit miraculis, 
ludaea quo stupesceret. 



2. Omni quidem nos tempore 
Laudare Christum condecet, 
Sed nuDC, reor, potissimum 
In laude magni Stephani. 



4. Humana lingua non valet 

Narrare tanta munera, 

Quae lesus isti militi 

Amore largo contulit. 

15* 



228 



Par» I. Hymni antiquissimi saec. V, — XI. 



Hic conglobatis impiis 
Miranda fert oramina; 
Quo sit rcfertas spiritu, 
Pandit loquendo sophiam. 



7. Hinc facta coniaratio 
Tormenta in illum dirigit, 
Et sic cruentis brachiis 
Sancti cruentant brachia. 



Qaae dicta sat salobria, 
Alto refusa pectore, 
Obscuritate commonent, 
Quaerenda quod sint sobrie. 



8. Infausta martyr attamen 
Haud optat insequentibus, 
Verum remitti postulat 
Tanti nefas peccaminis. 



Huius rogatu, quaesumus, 
Depelle nostra crimina, 
Colenda semper trinitas, 
Aequalis est cui gloria. 



Fragment. ms. Hymnarii incert. origin. saec. 10. Cod. Bemen. AA 
(pars 19). — 1, 3 servos nisibus (statt visere). 



198. In sancti Stephani. 



Primatis aulae caelicae 
Nunc festa pangant gnaviter, 
Quicunque Christi gratia 
Quaerunt iuvari sedula. 



Quam dulce, martyr inclite, 
Tibi pararunt vivere, 
Qui morte te pessumdare 
Cassa putaverant struel 



2. Hic nempe primus omnium 
Per mortis acre poculum 
Ipsum fuit regem poli 
Dignus sequi victor mali. 



5. Nunc ergo, domne Stephane, 
Noli, precaraur, spernere, 
Dilector odientium, 
Yoces tibi psallentium. 



Quod saxa dudum triverant 
Ira caput ludaica, 
Cingit beatum hoc stemma 
Per cuncta saue tempora. 



Dignare nobis caelicam 
Placare clemens arbitram, 
Amoris ut sanctifici 
Caelique simus compotes. 



7. Praesta, pater, cum filio 
Totum regens et spiritu; 
Cui sit perennis gloria 
Uni Deo per saecula. 



Trop. et. Hymn. ms. Rhenoviense (? Sangallense) saec 11. in. Cod. Tu- 
ricen. Rhen. 97. — 3, 3 Cingit nunc beatum. — 5, 2 u. 3 umgestellt; da- 
durch entsteht gekreuzter Reim, der dem ganzen Hymnus und uberhaupt wobl 
den Hymnen aus dieser Periode fremd ist, — 6, 2 arbitrem. 



n. De Sanctis. — B. Hymni de Sanctis Proprii. De s. Stephano. 229 

WJ. ^Hymnns de Passione s. Stephani.^ 

Hymnus Notkeri Balbuli. 

1. Primas ex septem niveis colamnis 
A Petro electus Stephanus beato 
Voce vel signis medicans misellis 

Claret in orbe. 

2. Qui brevi verbo replicans priora 
Persecutores docuit piorum 
Esse ludaeos probitate cassos 

Felleque plenos. 

3. Nec novum quid, quod Dominum furore 
Impio ad poenam crucis impulerunt, 
Gum prophetas vel patriarchas ante 

Saepe necarent. 

4. Hisce pro dictis, licet angelorum 
Ille fulgeret facie decorus, 

Ceu profanum moenibus urbis altae 
Eiciebant. 

5. Sauli sed curae induvias calentes, 
Ne piger forsan furor impeditus 
Tardius sanctum lacerare posset, 

Deposuerunt. 

6. Tum volant crebri lapides per auras 
Instar ingentis pluviae vel imbris, 
Vineae tandem sterili negandi 

Atque nocivae. 

7. Sed tamen sanctus pietate plenns 
Persecutori veniam precatur 
Atque pro crudis lapidum ruinis 

Pronus adorat. 

8. Huic ad exemplum Deus ipse magnum 
Praestitit se conspiciendum, omni 
Saeculo quod profuerit, caput ceu 

Martyriorum. 

9. Nam quis audebit dubitare, sese 
Quod Deus servet pius in futurum, 
Quando in praesenti Stephano videndum 

Praebuit ipse. 



230 P*™ !• Hymni antiqoissimi saec. V. — XI. 

10. Ut fides iam conspicae vireret 
Yisibas nostris propiante caelo 
Yel patris sammi renitente nato 

Aethere aperto, 

11. Spirita vel se manifeste in ipso 
Esse prodente Stephano benigno 
Talibas signis, pia trinitatis 

Qais bona falgent. 

Collect ms. Sangallense saec. (8.) 10. (11.) Cod. Sangallen. 242. — 
5, 1 Saulis et. — Dieser und die drei folgenden Hymnen, die sich in eben 
dieser Ordnung u. mit eben diesen tJberschriften in der Handschrift anein- 
ander reihen, sind das Werk jenes Dichters, der sich im vierten Hymnus 
(Nr. 202) selbst bezeichnet ais „halbu8 . . . Notker^ (ebendort 10, 1 u. 3), 
namlich des Notker Balbnlns. Laut Str. 15 des dritten Hymnus (Nr. 201) 
hat er sie verfafst fiir den „praesvl venerandus Ruodbreht", der im vierten 
Hymnus (Nr. 202; Str. 11, 1) ^Buodbertus'' heifst. Bnodbert war 883— 917 
Bischof von Metz; Notker starb 912. Also sind diese Gedichte zwischen 
883 — 912 angefertig^. — Sie sind nicht so sehr eigentliche Hymnen, wie sie 
ja auch in keiner liturgischen Hs. (uberhaupt nur in dieser einen) sich vor- 
finden , als vielmehr ein Zyklus von Gedichten in Hymnenform liber Leben, 
Martyrium u. Wunder des Erzmartyrers Stephanus. — Ygl. Basnage- 
Canisius H, IH, 220 sqq. und Diimmler in Mitteilungen der Antiquar. Ge- 
sellsch. in Ziirich, XH, 228. 



200. ^Aliiis de Berelatione corporis eiiis.'^ 

HymnuB Notkeri Balbuli. 

1. Cam sanctas Stephanas necis petrinaB 
Maltatas misera iacere sorte 
Compertas faerit Gamalieli, 

2. Compassas bonas ille non nocenti 
Poscit christicolas pia rapina 
Corpas tollere dentibns leonam. 

3. Yectam navicnla, qaod ipse samit, 
Conditnmqae sao locat sepalcro 
Et plancta nimio seqaente carat. 

4. Ac post mortaas adplicatar illi 
Et post tempora valde malta sese 
Pandit presbytero docetqne claasa. 

5. lohanni stndet ille nantiare, 
Sancto pontifici, simnlqae samptam 
Thesaaram Stephani Salem ferebant. 



II. De Sanctis. — B. Hymni de Sanctis Proprii. De s. Stephano. 231 

6. Et tunc arida vel siti pernsta 
Accepit plavias diu negatas 
Tellns germinibas soli creandis. 

7. Hos testera decuit honore toUi, 
Imbrem qui lapidum ferebat ultro, 
Orans, impia ne manus periret. 

Collect. ms. Sangallense saec. (8.) 10. (11). Cod. Sangallen. 242. — 
1, 3 Gamaliheli. — Vgl. Note zum vorhergehenden Hymnus. 



201. ^ltem alius de MiracuUs ipsins in Africa ostensis.^ 

Hymnus Notkeri Balbuli. 

1. Ut revelatus Stepbanus micabat, 
Ossa sunt eius celeri meatu 
Africanorum steriles per agros 

Sparsa serendo. 

2. Flore de quorum mulier medelam 
Dante Praeiecto meruit patrono, 
Quos tenebratis oculis propinquans 

Vidit aperte. 

8. Messe de quorum medicina dulcis 
Devehenti pontifici fideli 
Venit, ut nec fistula parva morbo 
lam superesset. 

4. Calculi morbus nimius vetusque, 
Quo laborans Eucherius periret, 

• Temperamento Stephanus salubri 

Est superatus. 

5. Mortis et saevum Stephanus periclura 
Veste signata ac citius remissa 

Sic repressit, presbyter ut salutis 
Munera ferret. 

6. Martialis, tu Stephani gemella 
Sospitans cura, dominum potentem 
Mortis et vitae celebrare Christum 

Saepe solebas. 



232 P*r8 I. Hymni antiquissimi saec. V. — XI. 

7. Stephaiias quondam podagram removit 
Caelitas latis precibus benignis 

Et revelato medicantis nsu 
Blandus iatri. 

8. Cum puer sueto paeris iocandi 
More inter boves tereret terendus, 
Stephano extinctas medicante vitae 

Est revocatus. 

9. Nonna desperans reditum de arta 
Fauce mortis mox tonicam beato 
Stephano misit; moritar; reducta 

Qaa revirescit. 

10. Bassus et natam simili medela 
Mortuam vitae revocavit horis, 
Stephanam multis lacrimis misertam 

Mollificando. 

11. Filias parvas, patris omne caram, 
Spiritas iamiam vacaas calore^ 
Stephani tactus oleo revixit 

Morte remota. 

12. Haec Eleusinas Stepbanum patrare 
Audiens, natum exanimem ferebat 
Martyrum Christi manibas medendam, 

Estque ita factum. 

13. Aemulans Petronia quem misella 
Stephanum pernix medicum reqairit 
Fascino spreto, celeriqae gaudet 

Munere sancti. 

14. Paulus autem Palladia sorore 

Se per orbem concomitante latam 
Stephani natu carait tremore 
Ac soror ipsa. 

15. Haec mihi doctor retulit peritus, 
Nomen augusti merito retentans, 
Qaae tibi, praesul venerande Ruodbreht, 

Pango canenda. 

Collect. ms. Sangallense saec. (8.) 10. (11). Cod. Sangallen. 242. 
Vgl. die Note zu Nr. 199. 



II. De Sanctis. — B. Hymni de Sanctis Proprii. De s. Stephano. 233 

202. ^ltem de Miraculis eiusdem in cismarinis partibus.'^ 

Hymnus Notkeri Balbuli. 

1. Ordinis sacri Stephanas honore 
Partibiis pollens Asiae calentis 
Finibos tandem occiduis rosamro 
Sparsit odores. 



2. 



Quos volens plantare beatus ille 
Verna Martini vigilans in omni, 
De sera accepit sine clave clausit 
Et sine clave. 



3. Qui precabatur veniam imperitis, 
Ipse protervum Stephanus repressit 
Innocentes eripiens reumque 

Fune retentans. 

4. In mari navis propior periclis 

Per manum sancti Stephani retracta 
Aut canes Scyllae rabiem ant Charybdis 
Salva refugit. 

5. Est domus Mettis Stephani cruorc 
Sacra, quae tantum superesse diris 
Posset Hunnorum gladiis rogisquc 

Sanguine tuta; 

6. Quae ducis natam, medicante Gallo 
Liberatam daemonio furente, 
Regis abstraxit thalamis amore 

Integritatis. 

7. Fontis Hispani Stephano patrante 
Munus aeternum memorare dignum, 
Qui lavandis profluit atque lotis 

Conditur alte. 

8. Sed cam hoc baptisterium cavallis 
Improbus quidam stabulum pararet, 
Febre correptus dominum praeibat 

Ad Phlegetonta. 



234 P*^^ ^* Hymni antiquissimi saec. V. — XI. 

9. Hoc loco cultrum socio retraxit 
Impadens qoidam, vacua sed urna 
Mente percepta Stephano inbente 
Reddidit ipsnm. 

10. Aeger et balbns vitiisque plenus 
Ore polluto Stephani triumphos 
Notker indignus cecini volente 

Praesule sancto, 

11. Flore Ruodbertus iuvenale qui nunc 
Cor senum gestans senium beatus 
Ac piis plenus meritis videre 

Promereatur. 

12. Pacis optata potiens quiete 
Hostis et diros superans mucrones, 
Quem furens misit Boreas fugandum 

Vel perimendum, 

13. Ut trinitatis benedicta virtus 
Aedibus sacris domibusque cunctis 
Per preces magni Stephani canatur 

Tempore longo. 

Collect. ms. Sangallense saec. (8.) 10. (11.) Cod. Sangallen. 242. — 7, 2 
memore, spater korrigiert in „memorare". — Vgl. die Note zu Nr. 199. — 
Stiftsbibliothekar Dr. Adolf Fah zu St. Gallen hatte die Liebenswurdigkeit, 
den Text dieser vier Hymnen noch einmal auf die Handschrift zu revidieren. 



20B. In ss. Theopompi et Synesii. 

Hymnus Cosmae Matealensis (?). 

1. Celsum triumphum martyrum 4. Nam rex profanus idolis 
Pangamus omnes annuum Inipellit hos ut spurcidis 
Devota mente maximum Litarent nec flectit aris, 
Christo ferentes canticum. Taetris angit suppliciis. 

2. Psallamus ac Theopompi 5. Sed cuncta forti pectore 
Mox bella seu Synesii Postquam flagella strenue 
Virtutis acta lucidis Christi vicerunt munere, 
Pro regis alti muniis. Tenent coronas fulgide. 

3. Hi uamque vitae gaudia 6. Nos ergo, fratres, supplices 
Praesentis ac suavia Poscamus, ut nos utiles 
Saecli linquentes ardua Reddant ad hymnos caelites 
Gestant parata bravia. Regnique dent participes. 



II. De Sanctis. — B. Hymni de Sanctis Proprii. De s. Udalrico. 235 

7. Sit trinitati gloria, 
Sit laus, decas, yictoria 
Patri cum nato maxima 
Cnm pneomate per saecala. 

Ughelli, Italia sacra . . . impr. Romae 1644 — 62; II, 140. — „Ex Non- 
antulano Codice." — 2, 1 Psallamus at. — Dem Hymnus geht ein metrisches 
Gedicht uber die Passio des Martyrers Theopompus u. seiner Genossen vor- 
aus, beginnend mit ^ContuUt agminibus fratrum pia mumra Christus^y 
und eingeleitet ist dasselbe mit eiuer Widmung an den „M6nch Gregor" von 
Nonantula, worin Cosmas sich als Dichter nennt, beginnend mit^ ^Cosmas 
Gregorio Monacho dedit ista benigno.^ Cosmas von Matera, ein 
neapolitanischer Dichter, wird gewohnlich als um 950 lebend angegeben. 
Da um 911 die Translatio der hll. Theopompus u. Synesius aus Treviso nach 
Nonantula stattfand, diirfte bei diesem Anlasse oder nicht lange nachher das 
Gedicht entstanden sein. Es ist nicht ganz sicher, ob der beigefugte 
Hymnus vom gleichen Verfasser stammt, wie das metrische Gedicht; aber 
manches spricht dafar, u. alle Zeitangaben wurden passen. — Die An- 
gaben spaterer Schriftsteller iiber Cosmas von Matera, wie die eines Leyser, 
I. A. Fabricius, Ceillier u. a. fufsen auf Ughellis Bericht. 



204. In s. Udalrici Augustani £p. 

1. Mire plasmator saecali, 3. Udalricas vocabalo 
Qai cancta formans nihili, Paasans herili tumalo 
lustos honorans praemiis, Confert salutem plurimis 
Dissolve nodos criminis. Dono superni numinis. 

2. Hunc hymnizantes asmate 4. Dispar prosopa trinitas, 
Laeti qaeamus pangere, Par in usia deitas 

Quem iam sanxisti praesulem Nos ob precatum praesulis 

Asciscens pium militem. A morsu tegat aspidis. 

Hymn. ms. Campidunense saec. ^®/ii. Cod. Turicen. Rhen. 83. A. — 
Hymn. ms. Sangallense (?) saec. 11. Cod. Berolinen. theol. IVo 1. B. — Brev. 
ms. Althae Superioris saec. 12. in. Chn. Monacen. 9633. C. — Brev. ms. 
Pruvningense saec. 12. Cod. Vindobonen. 1826. D. — Brev. ms. Constan- 
tiense(?) saec. 15. Cod. Stuttgardien. Brev. 101. E. 

1, 2 formas nihilo A; ist gegen den Keim („nihili" ist als sogen. geni- 
tivus originis mit „cuncta" zu verbinden = das aus dem Nichts hervor- 
gerufene All). Dafs zum Particip „formans" die Copula „es" zu erganzen 
ist, kann in der alten Hymnodie nicht im mindesten auffallen; „formas" ist 
uberdies viel weniger bezeichnend. — 2,4 Asiscens E. — 1 , 3 Odalricus 
BC, Odilricus A, IJodalricus E. — 3, 4 luminis B— E. — 4, 3 presuris (st. 
praesulis) A. 

Vorliebe fur griechische Worte macht sich bemerkbar: ^afxa (2, 1), 
TiQogamov bzw. jiQogtojitt als accus. graec. „ungleich in Hinsicht auf die 
Personen" (4, 1), ova£a (4, 2), aanCg (4, 4). — Der Hymnus ist sichtlich 
nicht weithin und nicht lange Zeit in liturg. Gebrauch gewesen; sein Ur- 
sprung wohl in Sud-Deutschland. 



236 P^^^s !• Hymni antiquissimi saec. V. — XI. 

205. In s. Talerici LemoTicensis Erem. 



1. Decus sanctorum nobile 

Et iubar fulgens splendide, 
Festivo tibi carmine 
Pangimns laudes celebres. 

2. Hac die sacratissima, 
Luce perfusa rutila, 
Qna digne caeli gaudia 
Adeptus est felicia, 

3. Ad laeta ivit inclitus, 
Virtutum plenus caelitus, 
Valericus, eximie 
Caelesti micans lampade. 

4. Qui caeni sprevit florida 
Sacra secutus dogmata, 
Signorum fulget gratia 
Membra sanans debilia. 



5. Nam fidei constantia 
Daemonum vertit delnbra, 
Cadaver et exanime 
Vitae restanrat pristinae. 

6. Cuius celsa miracula 
Per orbis poUent climata 
Salutis medicamina 
Omnis ferendo plurima. 

7. Quin eius sacer tumulus 
Claris micat virtntibus, 
Einsdem tactu languidi 
Fortes fiunt et validi. 

8. lam buius, Cbriste, munerc 
Culparum gesta dilue, 
Fautore te egregio 

Sacro fmamnr merito. 



9. Laus genitori Domino 
Sit semper atque filio 
£t flamini sanctissimo 
Honor et iubilatio. 



De Levis, Anecdota sacra, p. 173 sq. Mit der Bemerkung: „nobi8 
perhumaniter communicavit Illms. et Rms. P. Sona de Ordine Cisterciensium 
ex congregatione S. Bemardi, abbas S. Mariae de Abundantia." — 2, 4 
Ademptus. — 5, 4 Vitae restituit. — 6, 4 Omnes; ich verbinde: Salutis 
omnis medicamina. — 8,1 Christi. — Der Hymnus, dessen ganze Form 
ins 9. oder 10. Jahrh. verweist, diirfte im Gebiete von Limoges^ auf das der 
Kultus dieses Heiligen beschrankt erscheint, gedichtet sein. 



206. In s. Victoriae T. et M. 

Ad Laudes. 



1. Assiste nunc precatibus 
Tuorum, virgo, supplicum, 
Victoria, mirabilis 

Deo atque placabilis. 

2. Quae mundi huius noxia 
Tempsisti atque omnia, 
Da nobis tecum perpetim 
lungi aeternis gaudiis, 



Ut Christo grates debitas 
Possit nostra fragilitas 
Reddere in aetheriis 
Associati angelis. 

Praestet hoc idem Dominns, 
Qui exstat individuns 
Cum patre. sancto spiritn 
Mundi ante priucipinm. 



II. De Sanctis. — B. Hymni de Sanctis Proprii. De s. Victoria. 237 

Brev. ms. Farfense saec. 11. Cod. Turicen. Rhenov. 82. — 1, 1 precan- 
tibus. — 2, 1 Quem. — 2, 4 internis. — 3, 4 Associati, zu bezielien auf 
„nostra fragilitas" ist als Contructio xarn ovvfoiv nicht mit Morel in „Asso- 
ciata" zu andern. — Aus gleicher Quelle bei Morel (Nr. 558) u. Wemer 
(Nr. 219). — Vorstehender Hymnus hatte seinen Platz bei den Victoria- 
Hymnen Nr. 476 u. 477 im Bd. XXII, die ebenfalls aus Farfenser Quellen 
geschopft sind, erhalten miissen. Oflfenbar hat die hl. Victoria besondere Be- 
ziehungen zu Farfa, welche ich indes nicht zu ermitteln vermochte, da sie 
vielleicht nur durch diese Hymnen bisher konstatiert werden konnen. 



Appendix Partis prioris. 
A. Hymnodia Petri Damiani. 



Fur eine ^anze Reihe von Dichtungen des Kardinalbischofs von Ostia 
mufsten wir uns ftti Bd. XLVm (S. 29—78) mit dem von Gaetani (Mipe 145) 
gebotenen Texte bescheiden. Was Dreves und ich in Italiens Bibliotheken 
vergebens suchten, hat Bannister jungst gliicklich gefiinden : Die hauptsdcJi' 
lichste handschriftliche Quelle, aus der Gaetani schopfte, namlich eine Kopie 
der Opera s. Petri Damiani saec. 11. ex. (Cod. Vatican. 3797), welche aufser 
den iii Prosa abgefafsten Werken Damianis in ziemlicher VoUstdndigkeit 
auch dessen poetische Erzeugnisse bietet und zwar, was den Weft der Quelle 
noch bedeutend erhoht, zugleich mit der Melodie vieler fiir den Gesang be- 
stimmten Gedichte. Da die Handschrift fast gleichalterig ist mit Damiani, 
erscheint die Zueignung der Gedichte durchaus glaubwurdig; und es be- 
statigt sich, dafs Gaetani in diesem Punkte mit Recht als zuverlassig er- 
achtet wurde. 

Bannister war so hochherzig und giitig, ein genaues Inventar vom 
Hymnenbestande der wertvollen Hs. anzufertigen , die im Bd. XLVIII der 
Analecta mitgeteilten Dichtungen Damianis mit dem Texte des Vatikanischen 
Kodex zu vergleichen, drei Hymnen auf den hl. lanuarius^ welche bei 
Gaetani und daher auch in den Analecta fehlen und die iiberhaupt bis jetzt 
unbeknn/nt waren, zu kopieren und das ganze Material mir zur Verfugung 
zu stellen. Dadurch hat dieser allzeit dienstbeflissene Hymnologe seinen 
schon so zahlreichen Verdiensten um die Analecta Hymnica ein neues grofoes 
Verdienst beigefugt. Ein inniger Dank ist zu selbstverstandlich , als dafs 
ich ihn hier ausdriicklich noch auszusprechen hatte. 

Zunachst die Liste der Dichtungen nach der Reihenfolge in der Hs. 
Die beigefiigte Zahl bezeichnet die Nummer in der Gruppe der Damianischen 
Gedichte im Bd. XLVIII bzw. in jenem Bande der Analecta, wo das Gedicht 
ohne Autorenangabe mitgeteilt ist. 

fol Nr. fol Nr. 

277 b. Dulce martyr eximius . 34. 362 b. Oquamdiraquamhorrenda 50. 

281 b. Magnum Rufini meritum 32. 363. Gravi me terrore pulsus 48. 

„ Certat martyr egregius . 33. „ Quis infelici fletus ... 47. 

293 b. Magna Fidelis merita . 25. 363 b. Caelumterrapontusaethra 58. 

361. Unica spes hominum . . 43. „ Anglorum iam apostolus 26. 
„ Scala thronusque Dei . 44. 364. Gemma caelestis pretiosa 20. 

361 b. O genetrix aetemi ... 39. „ Signifer invictissime . . 21. 

362. Ad perennis vitae fontem 51. „ Aurora surgit aurea . . 22. 
„ Paschalis festi gaudium . 40. „ Insigne decus martTTum . 35. 

362 b. lucundantur et laetantur 49. „ Clara polorum culmina . 1. 



f 



Appendix. — A. Hymnodia Petri Damiani. 239 

fol Nr. fol Nr. 

364. Senatus apostolici ... 31. ^ ciare fomosi tituUs \ 
364b. Paule doctor egregie . . 30. 366. CaelumtellusacmaHaL ,.^. 

„ Consul aeterni trabeate . 17. ^ Luxahnasacri^nurtyr'^^'^^^^' 

„ Chorus exsultet caelitum 18. fif^ 1 

, Cumcaelisphaeravolyitur 19. ^^j ■ ^^^ ' 

„ Glonam clan caninnus . 23. " ^^^^ XXII 32 

365. Srum^tuur".": ! 't - S riS''"-' l 
, Terrena cuncta iubi.ent . 5. 366 b. Mat t'uf h^iLm ! 9. 
, Aurora velut fulgida . . 6. ^^ j jj j^ 
_ Crux orbis salus perditi. 2. " ^ .i„„„i„.io j {„„ ii 

" Cnix mundi benedictio . 3. » °/'.°«"l*"' ^t'?""' " " "• 

^ 7, • j. . v .. io « Maria virffo regia ... 12. 

„ Captator ohm p.8c.um . 13. 37§ b. Insigne decus martyrum 15. 

•^S. r?I!l '^tffJ w" « Virginis virgo yenerande 27. 

365 b. «amm pueUae mert- 3,^ FidiUs plebs^ cum angelis 28. 

/o^,»v«A„A7v.7.-.YYTT 2nt" n Magua lohannis merita . 29. 

„ Christe sanctorum gloria 37. 

Zu den Nrr. 4, 5, 13, 17, 18, 19, 20, 21, 27, 29, 39, 40, 43, 44, 47, 48, 
49, 51, 58 (gemeint sind hier, wie im folgenden immer, die Nummem, unter 
denen im Bande XLVUI der Analecta die Dichtungen des hl. Petrus Damiani 
auf Seite 30—78 mitgeteilt sind) bietet die Hs. auch die Melodie. — Zu 
Nr. 27 u. 29 ist nur die Melodie geboten, vom Texte dieser Dichtxmgen hin- 
egen bei dieser Melodie blofs der erste Vers aufgezeichnet. Auf fol. 372 u. 
73 werden namlich die Anfdnge der Gedichte, deren Melodie eingetragen 
werden soU, wiederholt. Dabei kommt es vor, dafs auf manches Incipit keine 
Melodie folgt, und umgekehrt, was sehr zu beachten ist, dafs vier Incipit 
verzeichnet werden, und zwar zwei mit Melodie (Nr. 27 u. 29) und zwei 
ohne Melodie (Nr. 15 u. 28), von denen der volle Teoct im Kodex nirgends 
sich vorfindet. Dieser Umstand ist wichtig. Der Schreiber des Kodex hat 
namlich demnach nicht geniigende Sorgfalt verwendet, um den vollstandigen 
Text aller Dichtungen Damianis mitzuteilen, und wir konnen somit auch 
nicht erwarten , dafs er alle • Gedichte Damianis au%enommen hat. Fehlt 
also das eine oder andere Gedicht, welches sonst dem Kardinalbischofe von 
Ostia zugeschrieben wird, in unserem Kodex, so kann daraus nicht gefolgert 
werden, dafs die Zuschreibung zu Unrecht geschehen sei. So z. B. fehlen 
die Nrr. 42, 46 u. 52, die aber anderweitig als echte Kinder der Muse 
Damianis gesichert sind. Ebenso steht fest, dafs Gaetani aufser dieser aller- 
dings reicMialtigsten Quelle noch andere benutzte. 

Vergleichen wir die vorgelegte Liste mit den Nummem der Gedichte 
Damianis in den Analecta, so fehlen in derselben die Nrr. 16, 41, 42, 45, 
46, 52, 63, 54, 55, 56 u. 57. Nr. 16 ist indessen nur eine Divisio von Nr. 15 ; 
Nr. 42, 46 u. 52 sind alten Quellen mit den Werlcen Damianis entlehnt oder 
Holchen, in denen Damiani als Autor genannt wird; Nr. 41 ist durch innere 
Zeugnisse als Schopfung Damianis ziemlich verburgt (nur ist nebenbei 
zu bemerken, dafs die altere der beiden Quellen, aus denen der Text der 
Nr. 41 entnommen wurde, namlich Cod. Angelic. B III 18, nicht also saec. 
*^/ii. angesetzt werden darf. Dann konnte sie keine Dichtung Damianis 
(geb. 1006) enthalten. Tatsachlich ist sie erst um das Jahr 1046 geschrieben). 
Somit erubrigen jetzt von den 58 Gedichten, die Gaetani dem hl. Petrus Damiani 
zueignete, nur ganze sechs, fur die wir ausschliefslich auf Gaetani als Ge- 
wahrsmann angewiesen sind, namlich die Nrr. 45 u. 53 — 57. 

Bei der Publikation im Bd. XLVIII gaben fiir Keinheit des Textes und 
Hichtigkeit der Zueignung nur Gaetani bzw. Migne Gewahr bei 14 Ge- 
dichten (Nr. 15, 25, 27 — ^, 32 — 38, 43, 44; abgesehen von den 6 weiteren 
GredichteDi die soeben als auch jetzt noch auf Gaetani allein ruhend genannt 



240 P*" I. Hymni antiquissimi saec. V. — XI. 

wurden); fur 9 andere (Nr. 1, 13, 14, 30, 31, 48—51) liefs sich der Text aus 
1—3 handschriftlichen Quellen, in denen zugleich Damiani als Autor genannt 
wurde, herbeiziehen; aber dieselben entstammten dem bctreffs Autorenangabe 
rainder zuverlassigen 15. Jahrh.: Nr. 47 endlich war nur aus einer 
Handschrift des 15. Jahrh. zu entnehmen, in der Damiani nicht genannt wird. 
Fiir alle diese 24 Gedichte steht nunmehr die Niederschrift der Werke 
Damianis aus dem 11. Jahrh. zu Gebote. Aufserdem bietet sie uns drei 
bisher unbekannte Hymnen eben dieses Autors, die gleich folgen werden; 
und drei andere Hymnen (Anal. Hymn. XXII, Nr. 32, 404 u. 405), die 
bisher als Adespota galten, reiht sie imter Damianis Gedichte ein. 

Der Text bei Gaetani (Migne) ist durchweg gut, bzw. der Text ira 
Bd. •XLVIII der Analecta benotigt relativ wenige Anderungen, aufser in 
4—5 Gedichten. Die Nrr. 3, 4, 6—10, 17, 20, 29, 32, 33, 34 stimmen vollig 
mit dem Cod, Vatican. 3797 uberein. Bei den ubrigen in Betracht 
kommenden sind folgende abweichende Lesarten zu vermerken, welche durch 
Fettdruck hervorgehoben sind, wenn sie als die richtigeren, in den Text auf- 
zunehmenden sich erweisen: 

Nr. L Clara polorim culmina, — „In Laudibus". — 3, 2 Venitus. — 3, 4 

SCapulis. — 6, 1 nobis vite vivere. 
Nr. 2. Crux orbis salus. — 5, 4 Adae quod solvit debitum. 
Nr. 5. Terrena cuncta ixjibilent. — 1, 4 Landem alternent. 
Nr. 11. singularis domina. — 1, 1 O singularis femina. 
Nr. 12. Maria virgo regia. — 2, 1 arnlsos. 
Nr. 13. Captator olim piscium. — 3, 1 germen yere nobile. 
Nr. 14. Andrea£ festum colitur. — 1, 3 Per quem. 
Nr. 18. Chorus exsultet caelitum. — 7, 4 lucrentur saecula. 
Nr. 19. Dum caeli sphaera volvitu/r. — 3, 4 Caeli scandit. 
Nr. 21. Signifer invictissime. — 5, 3 Dum. 
Nr. 22. Aurora surgit aurea. — 5, 1 Te pater alme petimus. 
Nr. 23. Gloriam clari canimus. — 6, 3 solidetque f^actos. 
Nr. 24. Donate sidus aureum. — 4, 1 Vita lux et moribus. 
Nr. 25. Magna Fidelis merita. — 1, 2 promat. — Dieser Hymnus ist auch 

Anal. Hymn. XXII, Nr. 165 aus dem Brev. ms. Strumense saec. 11. 

mitgeteilt. 
Nr. 26. Analorum iam apostolus. — 5, 4 instmis. — 8, 2 Vicem. 
Nr. 28. Fiaelis plehs cum angelis. — 1, 2 plaudant. 
Nr. 30. Paule doctor egregie. — 1, 3 volans ac tonitruum. 
Nr. 31. Senatus apostolici. — 1, 2 ac praeco. — 5, 1 dnm. — 5, 4 Ta- 

bitam. 
Nr. 35. Insigne decus ma/rtyrum. — „In Laudibus". — 1, 4 perfondit. 
Nr. 36. Sacri pontificis. — 4, 3 Cui tintinnabula. 

Nr. 37. Christe sanctorum gloria. — 1, 3 confessoris. — 3, 2 praestabat. 
Nr. 38. Clara nobis praeconia. — 1 Clara nobilis praeconia. — 4a 6 de- 

butans, 1. deputans. — 5b, 2 vinciunt, korrig. vincunt, aber drei 

Noten. — 5b, 5 iam lapide. 
Nr. 39. genetrix aeterni. — 7, 4 clausam dereliquit. — 16, 8 Legem 

matris obseryat. — NB. Die Quelle A ist in den Anal. Hymn. 

XLVIII irrig als Palat. statt Ottob. 311. bezeichnet. 
Nr 40. Faschalis festi gaudium. — „Ritmus paschale." — 1, 6 M oduletnr. 

— 2, 6 cum laude. 

Nr. 43. XJnica spes hominum. — „Paractericum carmen sanctae crucis." - 

3, 1 stigmate signas. 
Nr. 44. Scala thronusque Bei. — „Paractericum carmen s. Mariae." — 5, 1 

qnos subruit. 
Nr. 47. Quis infelici fletus. — „Ritmus penitentis monachi.'* — 4, 2 indicia. 

— 10, 2 mens in alta. — 11, 2 inhiat. — 12, 4 Tangre, resurgat, 

— 14, 1 peccatrici. 



Appendix. — A. Hymni Petri Damiam. 241 

Nr. 48. Oraid me terrore piUsas. — 3, 2 Revolvuntur. — 6, 3 apta. — 
8, 1 Atque. — 13, 1 spiris. — Dieses Lied steht auch im Collectan. 
ms. saec. 11. ex. Cod. Vatican. 202., aber verquickt mit Nr. 50. 
Letztere Nnmmer schliefst namlich mit Str. 4, 5, an welche sich 
unmittelbar Str. 13 der vorliegenden Nummer anschliefst Vari- 
anten: 15, 1 Cadat. — 15, 5 vivendi. 

Nr. 49, lucundantur et laetantur, — „Ritmus in eos, qui de regis ultione 
securi sunt, sed Christum evadere nequeunt." — 1| 6 miseris. — 

4, 1 ac fulgur. — Am Schlufs : „Huiusque de adventu ; hinc de poe- 
nis infemi." 

Nr. 50. quam dira quam horrenda. — 1,10 quam dura. — 9, 3 ad- 
huc premit. — Dieses Lied steht auch im CoUect. ms. saec. 11. ex. 
Cod. Vatican. 202. — Titel: „Bitiiins Petri." — 3, 3 non con- 
sumit. — 4, 4 qui cor armant 8pinis(!); hierdurch Verirrung zu 
Nr. 48 (cfr. oben die Note zu letzterem). 

Nr. 51. Ad perennis vitae fontem, — „Ritmus de gaudio paradisi." — 1, 2 
sitivit arida. — 2, 1 Cnm. — 2, 6 memoria. — 4, 6 teritur. — 

5, 1 aestas torrens. — 5, 3 Flos purpureus. — 6, 5 floscidorum. 

— 9, 6 scandala. — 10, 1 Mntabilibus (ohne „His"). — 14, 2 
meritnm. — 14, 6 commune fit. — 16, 1 semper et. — 18, 3 
Et sub se despectat altam. — 20, 3 sq. Ut quietem post prae- 
cinctnm | debeas emerito. 

Nr. 58. Ca£lum terra pontus aethra. — Der Zweifel an Damianis Autor- 
schaft erweist sich durch unsere Quelle als unbegrundet. — ^Bitmus 
sancti Vincentii." — 2, 1 nie nempe. — 3, 5 sq. ignes testulas j 
equuleum ; 1. : ignes, eculeum | Testnlas. — 3, 15 Cordis igne (ohne 
et). — 3, 18 fossus plagis. — 3, 21 Solam. — 3, 22 Lenitatem. 

— 4,4 corona gloriae. — 5, 5 Et marinis. — 5, 12 Praevenit 
yelox. — 5, 14 Possides. — 6, 21 sq. Qao nil ament | Praeter 
sola caelestia. — Zwischen 7, 4 u. 5 steht: Qni per aeyum iura 
remm I Ordinas. 

* 

Fol^ende drei Adespota sind nunmehr zu Bamianis Hymnen zu zahlen : 
Am^brost, sidus aureum (Anal. Hymn. XXH, Nr. 32). — Varianten sind keine 
zu verzeichnen. — Schon die Doxologie verrat den Auctor. Wohl aber 
ist zu beachten, dafs entweder der Cod. Casinen. 506, der 1. c. auch als 
Quelle angefuhrt ist, ins 11. (statt in das 10.) Jahrhundert zu verweisen, 
oder trotz allem Damiani als Verfasser abzulehnen ist. 
Clarum puellae meritum (A. H. XXH , Nr. 404). — 1,2 promant. — 1,3 
saeptnm. — Auch hier ist die Doxologie charakteristisch (cfr. Apollinaris- 
Hymnus im Bd. XLVUI, S. 40). Femer liebt Damiani die Hymnen- 
anfai^e mit „meritum" bzw. „merita", wie: Magnum Rufini meritum"' 
(Nr. 34); „Magna Fidelis m^erita^ (Nr. 25); „Magna lohannis merita" 
(Nr. 29). 
O vere virgo nobilis (A. H. XXII, Nr. 405). — Ohne Varianten. 

Dazu kommen die folgenden drei bislang unbekannten Hymnen: 



207. In sancti lannarii. 

Hjmnus Petri Damiani. 
Ad Vesperas. 

Gaelnm, tellns ac maria 2. Hic martyr invictissimus, 
Mellita promant carmina; Diyinis fultus viribus, 

His nempe dignns laudibus Minas contemnit principum, 

Est praesul lanuarins. Manus nescit camificum. 

B 1 nin • , Thesauri hymnologioi Hyxxmarium. 1 6 



242 FsLTs I. Hymni antiquissimi saec. V. — XI. 

8. Laetos adit supplicia 5. Coi martyr ut egregins, 
leiaous ut convivia, Fusis medetur precibns, 

Nova poenanun genera Molti tenebras deserant, 

Mens transit imperterrita. Ad yemm lomen redeunt. 

4. Praeses, qnem iniqoissimas 6. Gloria sit ingenito 
Corde caecarat spiritas, Patri et anigenito, 

Camis etiam lamine Sancto simal spiritai, 

Deo pri?atar iadice. Deo indivisibili. 

Opera ms. Petri Damiani saec. 11. ex. Cod. Yatican. 8797. — Die drei 
ersten Strophen dieses Hymnus sind adaptiert worden auf den hl. Anastasius 
(cfr. Anal. Hymn. XXII, Nr. 35). Ebendort ist die Doxolog^e einem anderen 
Hymnus Damianis entlehnt; man vgl. die Doxologie eu Nr. 209. 



208. In sancti lanaarii* 

Hymnus Petri Damiani. 
Ad Nocturms. 

1. Clare famosi titalis triamphi, 
Raptor aetemi violente regni, 
Sit tais per te yia, lanoari, 
lanaa caeli. 



2. Fande pro nostris pia yota noxis, 
Ut Dei iasta reprimatar ira, 
Reddat amjssam merito coronam 
Gratia Christi. 



3. Te qaeant nallae saperare poenae; 
Membra discerptis pataere neryis, 
Carcemm taetrae cohibent tenebrae 

Sidas Olympi. 

4. Flamma saccensi tridao camini 
Cessit ingenti fidei calori; 

Dam vapor carnis farit, inde mentis 
Aestaat ignis, 

5. Senserat frenam rabies feraram 
Perpes, at sacros laniaret artas; 
Belaae blandos imitantar agnos 

Vertice prono. 



Appendix. — A. Hymni Petri Damiani. 243 

6. Tenninas longae datur ense pugnae 
Flante felicem ingalo craorem; 
Splendidas rabra ratilante stola 

Tendis ad astra. 

7. Laas honor patri pariliqae proli, 
Una maiestas, eadem potestas, 

Cam qaibus sanctus simal implet omnem 
Spiritas orbem. 

Opera ms. Petri Damiani saec. 11. ex. Cod. Vatican. 3797. — 2, 1 pro 
nobis. — Von der Doxologie nur drei Anfangsworte. — Jeder Vers zeigt 
durchweg, wie es Damiani bei diesem Versmafs in der Regel liebt, Binnenreim. 



209. In sancti lannarii. 

Hymnus Petri Damiani. 
Ad Laudes. 

1. Lox alma sacri martyris 4. Ut fons duoram luminam 
Orbem perfundit radiis, Lucerna falges urbium, 

Qua purpuratas fulgidam Caelo sanctoram merita 

Caeli conscendit curiam. Beata toUunt moenia. 

2 Abiecto carnis onere 5. Te, martyr alme, petimus 
Stolam suscepit gloriae, Mentis orisque precibiis, 

Prostrato mundi principe Ut tua solvant merita, 

Palmam refert iustitiae. Quos sua ligant debita. 

3. Gaude, felix Aritium, 6. Sit patri laus ingenito, 
Tantoram aula principum: Sit decus unigenito, 

Donatom, decus martyrum, Sit utriusque parili 

Claudis et lanaarium. Maiestas summa flamini. 

Opera ms. Petri Damiani saec. 11. ex. Cod. Vatican. 3797. — 1,3 
1. Qui ? — 4, 1 frons. — Petrus Damiani verfafste auch eine tropierte Messe 
auf den hl. Apolinaris, aus der als Beispiel der Introitus nach dem Wort- 
laut der gleichen Quelle (Cod. Vatican. 3797) hier folge: 

Ait beatus Petrus apostolus Apolenari discipulo suo: Eia, 
Surge, accipe spiritum sa/nctum simulque pontificatum; 

Ecce, enim eruditus es de omnibus, quae fecit lesus ; 
et perge ad urhem, quae vocatur Ravenna; 

Multitudo enim populi illic moratur; 
praedica eis ae nomine lesu; 



Constat enim apud te, quod vere sit filius Dei; 
et ne formiaaveris. 



16* 



244 



Pars I. Hymni antiquissimi saec. V. — ^XI. 



B. Tres ^hymni^ Anonymi Angiensis(?). 
210. ^Hymniis de Domino Salyatore.^ 



1. Aetemus orbis conditor, 
Christus, parente non minor, 
Originali tempore 
Dignatns orbem condere, 

2. Hora sub hac novissima 
Mundi petivit infima 
Promissus ante plurimis 
Propheticis oraculis, 

3. Ut providus Ezechiel, 
Corona plebis Israhel, 
Clausam notavit ianuam 
Summo tonanti perviam. 

4. Ergo manente viscerum 
Pudore virginalium 
Divina proles terreae 
Se miscuit substantiae. 

5. Vacante diversorio 
Locatur in praesaepio 
Caeleste praebens pabulum 
Sancto gregi fidelium. 

6. Vultu coruscans angelus 
Hunc prodidit pastoribus; 
Dux stella caelitus Magis 
Monstravit ortum principis. 

7. Hinc saevientis irritum 
Evasit hostis impetum, 
Sedes Canopi proximas 
Fuga saJubri visitans; 

8. Sed parvulis insontibus 
Caedes parata comminus 
Primo dicavit hostiam 
Arae Dei gratissimam. 

9. Nec iussa legis abnuit 
Servare, qui legem dedit, 
Dum rite circumciditur 
Deique templo sistitur. 



10. Ad vota post soUemnia 
Cum lux rediret annua, 
Comes puer parentibus 
Sacrae subit limen domas. 

11. Doctissimis hic patribus 
Plus ipse doctus additus 
Non se docendo praetulii, 
Sed audiendo subdidit. 

12. Lavandus auctor gratiae 
Undae sinu lordanicae 
Omni carens contagio 
Submissus est et servulo. 

13. Accitus et conviviis 
Non nata vina nuptiis 
Illa dedit potentia, 

Per quam creavit omnia. 

14. Quantos iubendo languidos 
Effecerit sanissimos, 

Nec mens potest evolvere, 
Nec vox valet depromere. 

15. Quantos ab ipso funefe 
Vitae referret pristinae, 
Praedatus horret tartarus, 
Ditatus exsultat polus. 

1 6. Numquid pedestrem tramitcm 
Pressi maris pronuntiem, 
Cum se tonanti sterneret 
Fluctus, flatnsqne cederet? 

17. Quinis virorum milibns 
Ex quinque victum panibus 
Satis superque praebuit 
Augendo, quod superfdit. 

18. Ex plebe sanctorom tribns 
Coram locatis testibus 

Se transfigurans in novam 
Ut sol refolsit gloriam. 



Appendix. — B. Tres hymni Anonymi Augiensis. 



245 



19. Lucro vacantes impio 
Eliminans sacra domo 
Caedensque flagris asperis 
Est oltus offensam patris. 

20. Est inde passa scandalnm 
Mens invidorum principum 
Morti studens hnnc tradere, 
Qui venerat vitam dare. 

21. Tunc iudicari pertulit, 
Quem iudicem mundus tremit; 
Caput subegit sentibus, 
Yultum sputorum sordibus. 

22. Commercinm mirabile, 
Rerum quod auctor in cruce 
Ultro volens mortem pati 
Se came permisit mori. 

23. Post dormiens somno suo 
Terrae quievit lectulo, 
Frustra cubante milite 
Ad busta clausa lapide. 

24. Nam fracta Ditis ostia 
Virtute stravit propria 
Mortisque rupit vincula 
Yicitque regna pallida 

25. Sol ille splendidissimus 
Imis refulgens Manibus, 
Quem nulla nox intercipit, 
Nec densa nubes occulit. 



26. Laxata mox captivitas 
Sedes revisit caelicas, 
Quam prima labes intulit, 
Dum protoplastus corruit. 

27. Ut lux reduxit tertia 
Ortus sui primordia, 
Orbi revexit maxima 
Christus resurgens gandia, 

28. Testes suae victoriae 
Donans eos exsistere, 
Qnos ante pugna terruit, 
Post spe triumphus extulit. 

29. His ergo convescentibus 
Conviva iucundissimus 
Est pastus humanis cibis 
Non ad saginam corporis. 

30. Gregis Petro sui fidem 
Mandavit inde perpetem, 
Caeli datis qui clavibus 
Relictns est heres pius. 

31. Nec multa post dilatio 
Hunc intulit nubes polo 
Stipante se caelestium 
Multa caterva civium. 

32. In patris illic dextera 
Regnans sedet per saecula. 



33. Nunc trinitati debitam 
Os omne pangat gloriam, 
Laudet patrem cum filio 
Et spiritu paraclito. 

CoUect. ms. Augiense saec. '®/ii. (et 12.) Cod. Carolsruhan. Aug. 
CCXLIV. — Aus gleicher Quelle bei Mone (I. 31). — 8,2 parata (nicht 
patrata, wie Mone schreibt). — 10, 2 revocaret, daruber: rediret. — 11, 3 
praetulit falschlich nach audiendo (11, 4) geschrieben, aber durch ein Zeichen 
alsdann an den rechten Platz verwiesen. — 16, 1 Nam quid. — 16, 4 cae- 
deret. — 17, 4 Augiendo. — 21, 1 pertulit (nicht praetulit, wie Mone angibt). 
— 21, 4 Vultumque korrig. zu: Vultum. — 30, 2 qui datis, korrig. : datis 
qui (nicht „datus^, wie Mone behauptet). — 32, 1 illinc korrig. zu : illic. — 
Str. 32 scheint unvoUstandig zu sein. 



246 P*r8 I. Hymni antiquissimi saec. V. — XI. 

Dieser und die beiden folgenden Hjmnen sind metrisch genau ^baut, 
und jedes Verspaar ist regelmafsig durch einsilbigen Reim (nid^t blofs Asso- 
nanz), offcers sogar durch zweisilbigen reinen Reim gebanden. Dabei kehrt 
in allen drei Hymnen die Erscheinung wieder, dafs ab und zu „ — ans" mit 
„— as" reimt (Nr. 210, Str. 7, 3 u. 4; Nr. 211, Str. 10, 3 u. 4; 19, 3 u. 
4; Nr. 212, Str. 32, 1 u. 2.), was Mone (1. c. p. 33) auf die lingua rustica 
zuruckfuhrt. — Wie die aufsere Technik, so ist die Darstelhmgsweise und 
die Sprache in allen drei Liedem ganz gleichartig, was bei aufoierksamem 
Durchlesen keines Beweises bedarf. Demnach sind alle drei Dichtungen von 
einem Verfasser. Der Dichter bekundet klassische Bildung, und wenn nicht 
das Alter der Quelle eines anderen belehrte , konnte man nach manchen in 
ihm einen Humanisten vermuten. Dafs er dem Anfange des 5. Jahrhunderts 
angehore (Mone, 1. c. p. 33), lafst sich meines Erac^tens durch nichts er- 
weisen. Ein klassisch gebildeter und klassische Bedewendungen liebender 
Dichter kann auch in spateren Jahrhunderten so dichten, wie man es fur 
Dichter des 5. Jahrh. voraussetzen mag und darf. — Bestimmtere Anhalts- 
punkte fur Fixierung der Ursprungszeit scheinen sich nicht zu finden. Das 
zaghafte Bekenntnis („ni fallor") der leiblichen Au&ahme Mariens in den 
Himmel (Nr. 211, Str. 22) fuhrt zu keiner Datierung, da im 9. und auch im 
11. Jahrh. derartige unbestimmte und auch zweifelnde Aussagen sich nach- 
weisen lassen. Vielleicht lafst sich aus den Marienlegenden (in Nr. 211) 
einiges Licht schopfen. Auch die sorgfaltige Behandlung des Reimes ist in 
Betracht zu ziehen. 

Der Schreiber des Kodex hat nach einer alteren Vorlage gearbeitet, in 
der scheinbar stellenweise Schlufssilben nicht gut lesbar waren, weshalb er 
entsprechende Lucken in der Kopie liefs. — Im iibrigen sind die Dichtungen 
vorwiegend diddktisch mit lyrischem Einschlag; mit Rucksicht auf die 
Hymnenform und die aasdriickliche Bezeichnung als ^hymnus"^ habe ich 
die wegen ihrer klassischen Form und ihres Alters in vieler Hinsicht inter 
essanten Gedichte hier im „Appendix" aufgenommen. — In der Hs. folgen 
noch zwei weitere Gedichte, deren Metrik vernachlassigt ist und die keinen 
Reim, nicht einmal Assonanz aufweisen; sie sind von einem anderen Dichter. 
Das erstere „De novem ordinibus angelorum" ist rein didaktisch und auch 
nicht als ^hymnus" angefuhrt; das zweite tragt wohl den Titel „Hymnus^e 
eodem sancto Marco", ist aber nur erzahlend (beide bei Mone I, 438 und 
HI, 137); daher glaubte ich sie iibergehen zu soUen. 



211, ^Hymnus de Beata Maria Tirgine.^ 

1. Virgo Maria, digna parens Dei, 
Evae nocentis germine flebili 
Ceu flos rosarum sentibus editus, 
Sanctis refulsit praedita moribus. 

2. Quae se tonanti prima potissiroam 
Voto pudoris obtulit hostiam, 
Sancti maneret ut casa spiritus, 
Quem mentis almae casta iuvat domus. 

3. Hinc certa constat signa nitescere 
Nascentis ipsa lucis origine, 

Cum flatm undis est sacer inditus, 
Ut segregaret sicca liquentibus; 



Appi^dix. — B. Tres bymni AnoDymi Augiensis. 247 

4. Sic illa prorsns exstitit omniam 
Contagione libera sordiam, 
Dam spiritalis gratia laminis 
Prolem creavit eios in intimis. 



5. Et cataclysmi dnm violentia 
Terris innndans perderet omnia, 
Archae natantis ille capax sinas 
Est octo yiyis aaxilio datas; 

6. Praesentis aqaae labrica saecali 
Supematando remige nobili 

Haec instar archae stella^maris pia, 
Mentes padicas vexit ad aethera. 

7. Tam patriarchae prof^tii caro 
Trancata qaondam valnere saacio 
Signavit ante virgineam decas 
Terrena mactans membra reatibas. 

8. Flagrare cemens et Moyses rubum 
Nallis adastom viribas igniam 
Partam notavit virginis inclitam 
Nallo virili germine conditam. 

9. Sammas sacerdos Israhelitici 
Goetas Aaron, iussa seqaens Dei, 
In aede sacra fixit amygdala, 
Qoae mox recepit frondibus obsita; 

10. His ergo miris maias et hoc fait, 
Florens qaod ex se virga naces talit, 
Prolem beatae virginis indicans, 
Qaae vicit omnes manere feminas. 

11. Felix Isaicis ille Dei videns 
Achaz tyranni facta redargaens 
Emmanaelis praecinait novam 

Ex matre casta progeniem datam. 

12. Qais leremiae dicta silentio 

In laudis haius praetereat loco, 
Qui praeferebat dogma propheticam, 
Circamdedisset femina qaod viram? 



248 Pai'^ ^* Hymni antiqoissimi saec. Y. — ^XI. 

13. Qnid Daniele de paero pio 
Inferre possam, qao referat modo 
De monte sectam non grave saxalam 
Implesse terrae mole saa sinam? 

14. Haec ombra legis gessit enigmata 
Christi figarans mystica manera, 
Sed veritatis lace modo data 
Praesentat ipsas res nova gratia. 

15. Nam missas astris Gabriel angelas 
Haec nota fecit virginis aaribas, 
Semper manentis qaod patris anicam 
Deberet orbi promere filiam. 

16. Mens ergo dictas credala dans fidem 
Flatus supemi rore propaginem 
Certo dieram tempore concipit, 
Qaam samma caeli regia non capit. 

17. Effecta tandem virgo paerpera 
Et caritatis fomite fervida 

Non sprevit ire, sedala proximam 
Ut visitaret Elisabetb saam. 

18. Claasas lohannes matris in intimis, 
Insaeta canctis gaadia parvalis 
Dum voce nescit, motibas ingerens 
Yatis futari praetalerat vices. 

19. Mater prophetae talia manera 
Mirata complet vocibus aethera, 
Yirgo, beatam te fore praedicans 
Inter praestantes manere feminas. 

20. Ta corde tristi tanc aderas tao, 
Cam fixus esset in cruce, filio, 
Pro se fovendum qui tibi filium 
Carum reliquit discipulam suam. 

21. Te transeantis non latuit via, 

Cum nube vectus [esset] in aethera, 
Eius fores cum addita testibus 
In montis alti vertice stantibus. 



Appendiz. — B. Tres hymni Anonymi Augiensis. 249. 

22. Dignatus idem rarsas ab aethere 
Ad te petendam haec sola tangere 
Per obsequentes te tnlit angelos, 
Ni £allor, ipsa came snper polos. 

23. Hoc evidentis indicii fide 
Toto volebat orbe patescere 
Praebendo per te plura petentibus 
Yerae salatis dona fidelibus. 



24. Nam forte qoidam nanc sacer.est locas 
In arbe sacra lerasalem sitas; 

Sab iare sancti nominis hanc tai 
Servat senatas tarba monastici. 

25. Hos grandis olim dam premeret fames, 
Aari nitentis ta dederas opes 

Ara repertas nemine conscio, 
Has qais sacrato detalerit loco. 

26. Exinde victas safficientia 

Cam stipe fratres pasceret annoai 

Mox gratiarum debita mania 

Cam laade coepit solvere plebs pia. 

27. ladaeas anas, arte vitrarias, 
Cam disciplinis pro liberalibas 
Natam docendam christicolis soam 
Contradidisset, ingeniis acrem, 

28. Hanc cam coaevis carrere contigit, 
Christi sacerdos qaa popalo dedit 
Caelestis escae manera mystica; 
Accessit ipse sascipiens ea. 

29. Statim revertens ad propriam domam 
Ex more patri praebait oscolam, 
Causas retexens laetitiae saae 
Dapesqae samptas ecclesiae sacrae. 

30. Tanc diras hostis ille fidelium 
Flammis paravit tradere filium; 
Sed tutas ille mansit in ignibas 
Dextra beatae virginis obsitas^ 



250 Pftra I. Hymni antlqaissimi saeo. Y. — XL 

31. Pictora notam qiiam sibi fecerat 
Snb aede sacra, qaam modo viderat; 
Qai mox renatus fonte sacro Dei 
£st corde innctas ecclesiae matri. 



82. vicedomne, sancte TheopMle, 
Dic, qaa levatas ta qaoqae sis ope, 
Ars cam nefandi te caperet viri, 
Ut ias sabires sponte diaboli; 

88. Qaem visione corporea videns 
Stabas minantis intaita tremens, 
Qni more visas est tibi priadpis 
Praestare maltis calmine subditis. 



34. Tanc abnegata catholica fide, 

Spes ne qaa posset iam veniae fore, 
Pactam notabas triste chirographo, 
Promisit ante qaod taa sponsio. 

35. Respexit aatem te pietas Dei, 
Coromissa fleres at sceleris tai, 
Ut caationis sasdperes taae 
Ghartam nefandam virginea prece. 

36. Oris Maria missa Canopicis 
£t denigrata sorde libidinis 
Post iata votis aeqaivocae saae 
Est castitati dedita maxime. 



CoUectan. ms. Angiense saec. ^®/ii. (et 12.) Cod. Carolsruhan. Aog. 
CCXLIV. — Aus gleicher Quelle bei Mone (II, 886 ff.) — 2, 1 quae si ist 
ein sinnstorender Druckfehler bei Mone ; prima uber der Zeile nachgetragen. — 
9, 2 Caetus. — 9, 3 amigdala. — 10, 4 foeminas. — 11, 1 Esaias. — 12, 1 
Iheremiae. — 17, 1 puerpera mdchte Mone zu „puerfera^ korri^eren. — 
18, 2 Insuaeta. — 19, 4 In te praestantes. — 21, 2 nach ^vectus^ ein mi- 
beschriebener Raum gelassen. — 24, 2 Hierusalem. — 26, 4 cepit. — 31, 1 
Pictura ist Subjekt, nicht, wie Mone angibt, ein Ablatiy. — 34, 2 Spes ne- 
qua. — 36, 1 Horis. — Maria ist hier: Maria Aegjptiaca. Zu „Cano- 
picis^ (st Aegyptiacis) ygl. Str. 7, 3 in der yorhergehenden Nr. — Der 
^Hymnus" ist offenbar unyollstandig ; er schliefst in der Hs. auch nicht, wie 
die anderen , mit „ Amen" ab. — Betreffs der Miracula B. M. V. (Str. 24— 
36) vgl. Anal. Hymn. XXXII, Nr. 97; XXXVI, Nr. 1; femer Mussafia in 
Sitzungsb. der Wiener Akad. d. Wiss. PhiL-Hist a. Bd. 115 (1887X S. 69flf. 
Das dort erwahnte grofse Mariale werde ich spater publizieren. Im yor- 
stehenden Hymnus haben wir eine der altesten Quellen fur jene Miracula. — 
Im ubrigen ygl. die Anmerkung zum yorigen Hynmus. 



Appendix. — B. Tres hymni Anonymi . Angiensis. 251 



212. ^Hynuins de sanota Cnice.^ 

1. Grax tua, Christe, salus hominam, 
Abstnlit omne nefas veteram, 
Qnos dolns hosticns illicitos 
Implicnit violare cibos. 

2. Criminis hnins ob exitinm 
Tn pins es datns in pretinm, 
Snrcnlns nt nocnns veniae 
Cederet arboris innocnae. 

3. Hoc venerabile robnr hnmi 
Post obitnm latnit Domini 
Tempora regis ad nsqne pii 
Ex Helena genetrice sati. 

4. Qno Latii capnt imperii 
Absqne metn moderante sni 
Cnm valida furor hnnc acie 
Coeperat hosticns irraere, 

5. Ilicet anxins ipse sni 
Redditns est snper hoc animi, 
Ne sibi copia snppeteret, 
Qua fera pectora comprimeret. 

6. Ast, ubi fessa qniete fovens 
Corpora straverat nmbra silens, 
Tnm sopor arripiens animnm 
Principis obtinnit tnmidnm. 

7. Ecce, fignra cracis medio 
Enituit raUlante polo, 
Claraqne vox snper intonnit, 
„Vince per hoc, pie Caesar" ait. 

8. Deniqne spe redennte sibi 
Mox ope non dnbiae fidei 
Edita signa cracis popnlo 
Signifer extnlit ipse sno. 

9. Cernere prorsns erat miseros 
Sic dare terga fnga trepidos, 
Qnaliter arbore decidna 
Arida ventns agit folia. 



252 ^*** I» Hymni antiqaisBiim saec. V. — ^XI. 

10. Hinc aDimatos amore Dei 
Bex soa coUa ingo fidei 
Sabdidit et renovante sacro 
Ecclesiam sabiit lavacro. 



11. At simili pietate vigens 
Ipsias Helena dia parens 
Sedala de crace continaam 
Qaaerere coeperat indidam. 

12. Plarima gentis et Hebraicae 
lasserat agmina colligere, 

Qao sibi sponte palam faceret, 
Tecta negotia qaae caperet. 

13. Gorda sed impia, cassa fide, 
Fixit acalaeas invidiae 
Sappliciis mage velle mori, 
Manera qaam reserare Dei. 

14. Qaos simal igne cremare iabens 
Absqae mora basilissa potens 
Compalit hos fore veridicos, 
Qaos saa fraas talit ante reos. 

15. Nomine namqae ladam sociam 
Tradere disposaere saam; 
Regias hocqae dato placidam 
His vigor exhibait dominam. 

16. Solias inde ladae licito 
Aptias atitar eloqaio, 

Qao sibi Calvariae localam 
Detegeret crace magnificam. 

17. Nec minas his qaoqae iadaico 
Obstitit ille farens animo, 
Cea sibi non ea nota forent, 
Saecala qaae modo cancta tenent. 

18. Sensit at haec sapiens domina, 
Hanc hamili positam fovea 
Fecit ibi mala digna pati, 

R 



Appendix. — B. Tres hymni Anonymi Angiensis. 253 

19. Orbita septima solis nbi 
Se radiis reseravit ei, 
Lucis amore cibiqae flagrans 
Misit ad alta preces qneralas: 

20. „Iam satiSy ecce, Ini sceleram; 
Qnaeso dari veniae spatinm. 
Qnae petitis, manifesta dabo; 
Hac nece me relevate modo.^ 

21. Post ea dicta manns iuvennm 
Fnnibns exhibitis misernm 
Faecibns eripiendo Inti 
Exposnit snper ora laci. 

22. Praevins ille gradn celeri 
Yenit ad nsqne locnm tnmnli, 
Mnnera qni veneranda cmcis 
Glansa snis habnit latebris. 

23. Inde viriliter infodere 
Coepit in ima patente scrobe, 
Praetnlit et sna vota polo 
Dante fidem sibimet Domino. 

24. Enitnit cmcis, ecce, decus 
Candidnla nive Incidins; 
Hinc odor exit aromaticns 
Nectare melliflno satins. 

25. Forte crncis inibi geminae 
Cnm simnl hac fnerant aliae, 
Cnm Domino qnibns ante rei 
Pro meritis fnerant positi. 

26. De qnibns exstitit ambignnm, 
Qnae foret illa ferens Dominnm, 
Cnm perimens moriendo necem 
Restitnit snperis hominem. 

27. Moenibns nrbis at interea 
Prodiit exanimis vidna 
Non minimo popnlo comite 
Commiserante sitnm miserae. 



254 ^ars !• Hynmi antiqaissimi saec V. — ^XI. 

28. Substitit ntraqne tnrba loco 
Corpore com cracibus posito. 
Ut sacra crax tetigit gelidam, 
Spiritiis intiis alebat eam. 

29. Daemonis at snper hoc rabies 
Aera voce gravi feriens 
Qnestos erat sacra dona Dei 
Esse reperta piis decori. 

80. Argnit hnnc ad hi..domi..(!) 
lam solidns pietate Indas 
Tartareumqne snbire chaos 
Inssit, nt anfngeret snperos. 

31. Gandia plena dehinc popnlis 
Addidit ipse fide stabilis 
Salvifico simnl aere dato, 
Qno faerat sacra fixa caro. 

32. Hoc pr^tinm modo divitias 
Omnigenas hominnm snperans 
Perfida corda fnrore necat 
Astraqne christicolis reserat 

Gollect ms. Augiense saec. ^^/ii. (et 12). Cod. Carolsnihan. Aug. CCXLIV. 

— Aus gleicher Quelle bei Mone (I, 134 f.). — 4, 1 Latio. — 6, 4 tumidum 
ist das einzig Richtige, nicht „timidum^, wie Mone mdchte; der vorher 
(Str. 5) angstiiiche Geist wird jetzt zu einem von Mut „schwellenden". — 
7, 2 rutilaus. — 9, 4 Arida ist am Rande nachgetragen. — 10, 1 u. 10, 3 
erster Buchstabe ist weggeschnitten. — 18, 4 R steht am Kande ; das weitere 
ist leider weggeschnitten. — 19, 3 fraglans, am Rande korrig. zu ^flagrans''. 

— 21, 1 Postea dicta. — 24, 3 ex ita romaticus. — 30, 1 fiir beide feUenden 
Silben ist in der Hs. ein Raum gelassen ; die Erganzung ist schwer. Mones 
„domi[tas]^ macht die Stelle nicht verstandlicher, wenngleich richtig ist, dafs 
der Reim die Endsilbe „as" verlangt. Man beachte, dafs im i in beiden 
Worttrummem vielleicht der erste Strich eines anderen Vokales (n?) steckt 

— Das Versmafs dem wir schon bei Prudentius (Anal. Hymn. L, 73) b^egnen, 
aber in fonfzeilig^en Strophen, ist jenes des Agatha-Hymnus (Nr. 134) und 
des Hymnus „l!Jmicat alma dies Domino^ (Nr. 193). — Vgl. Holder, Inyentio 
s. Crucis. Lipsiae 1889, p. 40 sqq. 

C. Epilegomenon. 

213. In Quadragesima. 

Ad Nocturnas. 

1. Omniam reram decimas iubemar 
Mente devota dare conditori; 
Ergo, quo demus decimas dierum, 
Tempus hoc instat. 



Appendix. — C. Epilegomenon. 255 

2. Inde conatn stadeamos omni 
Tempus acceptnm Bomino litare 
Hos dies triginta saperqne senos 

Rite colendo. 

3. Hactenus qoicqoid sceleris malive 
Gessimns, crebris precibas gementes, 
Corde contrito lacrimis rigati 

Paeniteamos. 

4. Finis incertam cogitemas horam, 
Sic tamen certam velat imminentem, 
Semper at simas vigiles parati 

Omnibos horis. 

5. Paaperes cara foveamos omni, 
Stemos ardentes in amore vero, 
In cibo potaqoe iodsqae nosmet 

Contineamas. 

6. Et boni qoicqaid valeamas adhac, 
Dam dies et tempas adest salutis, 
Yiribas totis stabiles diebos 

His operemar; 

7. Ut sacrosancto veniente pascha 
Yitiis canctis penitas solati 
Dignias mensae mereamar agni 

Adpropiare. 

8. £t dies istos ita transigamas, 
Hoias at vitae stadio peracto 
Nos Deas secam reqaie beata 

Collocet omnes. 

9. Praestet hoc nobis genitor sapremos, 
Praestet et natus, pariterqae sanctos 
Spiritas, cui laas honor et potestas 

Omne per aevam. 

Antiphon. ms. Sangallense saec. 11. Cod. Sangallen. 414. — 7, 2 Viciis. 
— 7, 4 Approphiare. — In Str. 2, 3 ist die Bezeichnung der 86 Fasttage, 
die also wohl erst vom Sonntage Qoadragesimae an gerechnet sind, be- 
achtenswert. — Aof diesen interessanten Fastenhymnus , den ich ganz uber- 
sehen hatte, machte mich nachtraglich Bev, A. S. WcUpole aofmerksam. 
Da er im eigentlichen Corpus nicht mehr untergebracht werden konnte, 
mufs er hier als Nachlese ein Platzchen finden. 

Schliefslich sei hier ein Gedicht untergebracht, auf welches ein Aufisatz 
des Dr. PauL Maas in der Bjzantinischen Zeitschrift (XVU, 239) meine 
Aofinerksamkeit in letzter Stunde hinlenkte: 



256 Pars I. Hymni antiqiiissimi saec. V. — ^XI. 



218 a. In s. AchiTi Abbatis Agannensis. 

1. Amore Christi fervidas 3. Benigna qnies nunc virom 
Castnsqne sanctis moribas Beatae laci transtalit; 
Heres Achivas praemii Ad caelum mittens spiritam 
lare aetemi canitar. Membra hic liqait fratribos. 

2. Titae exemplam nobile 4. Artavit corpas cracibas, 
Uir Deo plenas proferens Mente levavit pondere, 
Sammam perfecti maneris Semper qaem blanda gaadio 
Abba electas docait. Probo conianxit caritas. 

Collect. ms. S. Mathiae Trevirensis saec. 16. in. Cod. Treviren. 1376 
(olim 578). A. — Apograph. ms. saec. 17. Codicis S. Maximini Trevirensis. 
Cod. Bruxellen. 8930—31. B. — Apograph. ms. saec. 17. Codicis Vesontio- 
nensis. Cod. Bruzellen. 8287 — 90. C. — Aus diesen drei Quellen veroflfent- 
licht von P. de Smedt in Acta SS. Bolland. Novemb. I, 555; ebendaher 
von B. Krusch in Monumenta Germauiae Hist. Ser. rer. Meroving. III, 181. 
— 1,2 sanctus A. — 1 , 3 Heris ABC ; Heres (nicht HerOs) aetemi prae- 
mii = Erbe des ewigen Lohnes ist offenbar das Richtige. — 2 , 1 nobilem 
ABC. — 2, 2 Deum C. — 2, 3 Santum perfecti AB; nur C hat das Richtige: 
Summam = Summe, Gipfel, Hohepuukt. — 2, 4 celestus B. — 3, 1 verum 
ABC (gegen Metrum uud Sinn). — 3, 2 luce AB. — 3, 4 liquet AB. — 4, 1 
Astavit B ; in 4, 1 u. 2 i.st corpus das Objekt : Der Heilige „hielt den Korper 
in enger Zucht (artavit) durch Abtdtungen und machte ilm leicht an Gewicht 
(= bewirkte, dafs er nicht schwerfallig am Irdischen hing) durch seioen 
Geist. — 4, 4 Pro bono AB; Probo ist Ablativ des Eigennamens ^Probus'*, 
mit dem Achivus durch Liebe verbunden war. 

Das Gedicht gilt als ein y^Epitaphium"^ (vgl. auch Em, Egli in den 
„Mitt d. antiq. Gesellsch. in Ziirich. XIV (1895), 11, und Cabrol, Diction. 
d*arch^ol. cret. et de liturgie I, 865) auf den um 523 gestorbenen Abt 
Achivus von Agaunum; dadurch ware das Alter desselben bestimmt, weon 
die Grabschrift sogleich in dieser Form gefertigt wurde. Jedenfalls bezeugen 
Rhythmus und Metrum ein hohes Alter. Haben wir nicht vielleicht einen 
eigentlichen Hymnus vor uns, der nachtrdglich als Grabschrift verwendet 
wurde? Sicher ist 4, 4 aus einem Hymnus, namlich Fulgentis audor 
aetheris (Nr. 8) entlehnt, wie auch 1, 1 an den Hymnus des hl. Ambrosius 
„Amore Christi nohilis"^ (Anal. Hymn. L. 14) mehr als blofs erinnert Da 
das Akrostichon „Achivus Abha^ mit Str. 3 abschliefst und Str. 4 nicht in 
den Zusammenhang pafst, kann die Echtheit der letzteren zweifelhaft er- 
scheinen. — Wie Krusch 1. c. berichtet, hat Traube aus 4, 4 geschlossen, 
dafs Abt Prdbus selbst der Dichter dieses Eyrmus (so betitelt ihn Krusch) war. 



PAES ALTEEA. 

Hymnodia Hiberno-Celtica saeculi V. — ^IX. 



Blume, Thesauri hymnologioi Hymnarium. 17 



Hymnodia Hiberno-Celtica. 

Einleitung. 



Der keUische Volksstamn], dem der germanische der An^elsachsen gegen- 
ubersteht, gliedert sich bekanntlich in Kymren (Briten oder Britanner), Pikten, 
Iren und Scoten. Von diesen beteiligten sich, soweit die erhaltenen Ur- 
kunden Zeugnis ablegen, in er^ebigstem Mafse die Iren an der Dichtkonst, 
und zwar sowohl in der lcUeinischen als auch in der alHrischen Landes- 
sprache. 

1. Die Dichtungen und deren Kommentare in altirischer Sprache, 
d. h. in jenem keltischen Dialekte, der in Irland bis zum 9. Jahrhundert 
gesprochen wurde, und erst recht die in Prosa abgefafsten Sprachdenkmaler 
kommen direkt far die Analecta Hymnica nicht in Betracht, wenngleich sie 
zum Verstanduis der lateinischen Dichtungen der Iren nicht wenig beitragen. 
Dieselben sind verschiedentlich ediert und erklart worden. Abgesehen von ver- 
einzelten Beitragen, welche namentlich Zimmer in den „Keltischen Studien" 
und den „Glossae Hibemicae" , sowie Windisch in den „Irischen Texten" 
lieferten, sind besonders die Textausgaben, t^bersetzungen und Erlauterungen 
Whitley Stokes von Bedeutung, namlich in seiner Goidelica (2. Ausgabe 1872), 
in der Tripartite Life of St. Patrick (1887), in den Lives of the Saints from 
the Book of Lismore (1890) und schliefslich in seinem gemeinsam mit 
John Strachan edierten Thesaurus Palaeohibemicus (Cambridge 1903); in 
letzterem Werke findet man reiche- Literaturangabe , auf die ich somit ver- 
zichten kann. 

2. Die in lateinischer Sprache abgefafsten Gedichte der altirischen 
bzw. keltischen Kirche sind vorwiegend durch drei Handschriften ver- 
schiedenen Alters uns uberliefert. Die alteste ist das von Muratori so be- 
titelte „Antiphonar" von Bangor in der irischen Provinz Ulster, wenn- 
gleich es nichts weniger als ein Antiphonar, sondern vielmehr ein Sammel- 
band liturgischer und aufserliturgischer Gebete und Gesange in gebundener 
und ungebundener Sprache ist. Der Kodex wurde in Bangor und zwar wahr- 
scheinlich unter dem Abte Cronan (680 — 691) geschrieben. Beides geht hervor 
aus dem Hymnus „Sancta scmctorum opera" (Nr. 261) auf die Abte Bangors ; 
es sei denn, dafs wir annehmen, dieses sicher um 680 verfafste Lied sei von 
einem spateren Schreiber sklavisch genau abgeschrieben , bzw. der ganze 
Kodex sei die wortgetreue, von einem Iren gemachte Kopie einer alteren Vorlage 
des ausgehenden 7. Jahrhunderts. Ob diese Annahme so apodiktisch abgewiesen 
werden kann, wie es z. B. von Warren geschieht, bleibe dahingestellt. — 
Von Bangor kam die Handschrift nach Bobio in Oberitalien; wann und 
durch wen (man riet auf Dungal, erste Halfte des 9. Jahrhunderts) ist un- 
erweisbar. Unter dem Kardinal Friedrich Boromeo wurde sie 1606 der 
Ambrosianischen Bibliothek in Mailand zugewiesen, wo sie noch jetzt unter 
der Signatur C 5 inf. aufbewahrt wird. Ihr Gehalt an Hymnen bzw. 
rhythmischen Gedichten einschliefslich „Te Deum" und ^Gloria in excelsis 
Deo^ ist folgender: 

17* 



260 Pars n. Hjmnodia Hiberno-Geltica. 

fol. da. Hymnumdicatturbafratrum. fol. 26 a. Canticis spiritoalibus. 

„ 4b. Precamur patrem. „ „ Diluculo lucis auctore. 

„ 10 a. Te Deum laudamus. „ „ Lux orta est in luce prima. 

„ 11 a. Ignis creator igneus. „ „ Triumphalium memores. 

„ 11 b. Mediae noctis tempus est. „ 26 b. Plebs Israel in figuram 

„ 12 b. Sacratissimi martyres. nostri. 

„ 13 b. Audite omnes amantes. „ ., Ut tres pueros in flamma. 

„ 15 b. Recordemur iustitiae. „ „ Deus quem exercitus canii 

„ 17 b. Audite bonum exemplum. „ 30 a. Benchuir bona reg^la. 

„ 18 a. Te oramus altissime. „ 31 b. Filii Hebraeorum penetra- 
„ „ Christi per horam tertiam. verunt. 

„ „ Tuis parce supplicibus. „ „ Tres pueri te orabant 

„ „ Exaudi preces omnium. „ 32 a. DextramlaevamqueMoyses. 

„ „ Vespertino sub tempore. „ „ Fomacis flammas pueri. 

„ „ Noctis tempus exigimus. „ „ Pharao demersus est. 

„ „ lesu elementer visita. „ „ Trespueriincaminoconiecti. 

„ „ Deus subyeni omnibus. „ 33 a. Gloria in excelsis Deo. 

„ „ * Gallorum Christe cantibus. „ 35 b. Te pater rerum iure lauda- 

„ lob. Deus qui pulsis tenebris. mus. 

„ 25 b. Deus altissime rex. „ 36 b. Sancta sanctorum opera. 

Auf fol. 13 a ist als „ Ymnum ad Matutinam in Dominica^ eingetragen 
„Spiritu8 divinae lu^ds^ etc. ; da aber weder Rhythmus noch Symmetrie auch 
nur im mindesten Grade in diesem ^Hymnus" zu entdecken ist, bleibt er far 
die Hymnologie belanglos. 

Muratori, der Entdecker dieses kostbaren Kodex, hat seinerzeit den 
Inhalt desselben zuganglich gemacht in seinen Anecdota Bibliothecae Ambro- 
sianae, tom. IV. (Patavii 1713), nicht ohne manche Fehler, welche Migne 
und Daniel kopierten. — Ein zuverlassiges ,Standard work* schenkte uns 
die Henry Bradshaw Society durch das IV. und X. Volumen ihrer hdchst 
verdienstvoUen Sammlung. Beide Bande gab F, E, Warren heraus unter 
dem Titel „The Antiphonary of Bangor ; an early Irish Manuscript". Pietat 
gegen die seit Muratori traditionelle Bezeichnung veranlafste Warren, den 
falschen Titel ^Antiphonar" zu belassen; es ware kleinlich, diesen Grund 
nicht anerkennen zu woUen. Der I. Band (London 1893) mit sorgfaltiger 
Introduktion iiber Aussehen, Alter, Geschichte und Inhalt des Kodex ist 
ein photographisches Faksimile nebst genauer Transkription ; der H. Band 
(London lo95) bietet eine liturgische Abhandlung als Einleitung, eine Re- 
konstruktiou des Textes und einen wertvollen Kommentar zu demselben. So 
g^ofse Dienste mir dieser 2. Teil auch leistete, glaubte ich doch stellenweise 
eine andere Textrekonstruktion , eine andere Erganzung liickenhafter Verse 
und Interpretation schwieriger Satze in Vorschlag bringen zu mussen. 

3. Die zwei anderen Quellen sind das sogenannte „Liber hymnorum" 
im Trinity CoUege (Cod. E 4. 2) und im iranziskaner-Convent zu Dublin, 
ersteres wohl aus dem Anfange, letzteres aus der Mitte des 11. Jahrhunderts. 
Enthalt das Antiphonar von Bangor nur lateinische Stiicke, so bieten 
diese beiden eine bunte Mischung von lateinischen wnd altirischen Gebeten 
und Gesangen in Prosa und in poetischer Form. Ihr besonderer Wert 
liegt darin, dafs zugleich ausftlhrliche Vorreden und Kommentare in irischer, 
mit lateinischen Brocken durchsetzter Sprache beigefugt sind, welche uber 
den Ursprung und die Bedeutung der Dichtungen orientieren. Diese Er- 
lauterungen und Glossen machen den Eindruck, dafs sie aus verschiedenen 
alten Zeiten stammen und gesammelt sind, und es scheint nicht aus- 
geschlossen, dafs die eine oder andere von den Schreibem, richtig^r den 
Zusammenstellern jener Codices im 11. Jahrhundert beigfefagt ist. Tat- 
sachlich ist jedes dieser „Libri hymnorum^ ein Sammelbandy in dem ein 
Verehrer der alten, damals schon verschwundenen keltischen Litorgie 
und ein pietatvoller Freund dessen, was an die ersten Jahrhunderte der 



Einleitang. 261 

irischen Eirche erinnerte, alles auf diesem Gebiete noch Erreichbare zu- 
sammenstellte. — Der Hymnengehalt der beiden Codices, von denen der altere 
des Trinity College durch A, der etwas jilngere des Franziskaner-Conyentes 
durch B bezeichnet sein moge, ist der nachstehende. 

Die lateinischen Dichtungen in A: 

fol. 1 a. Audite omnes amantes. fol. 8 b. Martine te deprecor. 

„ 2b. Christus in nostra insula. „ 11 a. Altus prosator. 

„ 3 a. Celebra luda festa Christi. „ 18 a. In te Christe credentium. 

„ 6a. Cantemus in omni die. „ 13 b. Noli pater indulgere. 

„ 6 b. Hymnum dicat turba fra- „ 31 a. Alto et ineffabili. 

trum. „ 31 b. Abbas probatus omnino. 

„ 7 b. Canticis spiritualibus. „ 32 a. Ecce fiilget clarissima. 

„ 8 a. In trinitate spes mea. „ 32 b. Phoebi diem fert orbita. 

Die lateinifichen Dichtungen in B: 

pag. 3. Altus prosator. pag. 22. Canticis spiritualibus. 

„ 9. In te Christe credentium. „ 23. In trinitato spes mea. 

„ 10. Noli pater indulgere. „ 24. Martine de deprecor. 

„ 12. Audite omnes amantes. „ 25. Criste qui lux es et dies. 

„ 16. Christus in nostra insula. „ 27. Christi patris in dextera. 

„ 17. Celebra luda festa Christi. „ 30. Cantemus in omni die. 

„ 20. Hymnum dicat turba fratrum. 

Man sieht, beide Sammelbande haben durchweg den gleichen Bestand 
an lateinischen Dichtungen und vielfach in gleicher Reihenfolge. Mit dem 
Antiphonar von Bangor hingegen haben sie nur zwei Hymnen gemeinsam, 
jenen des hl. Hilarius ^Hymnum dicat tv/rha fratrum^ und jenen des hL 
Sechnall auf den hl. Landespatron Patrick: ^Audite omnes ama/ntes.*^ 
Warum wohl sind alle anderen Gedichte des Bangorschen Antiphonars uber- 
gangen, oder warum haben alle diese anderen keinen altirischen Eommen- 
tator gefdnden? Jedenfalls sehen wir daraus, dafs keineswegs Gedichte, die 
nicht in diesen drei besprochenen Quellen sich vorfinden, schon deshalb als 
nicht-irische bezeichnet werden durfen. 

Den Eodex B benutzte der Franziskaner Joh. Colgan in seinem jetzt 
hochst seltenen Werke „Acta triadis thaumaturgae seu divorum Patricii, 
Columbae et Brigidae". Lovanii, 1647 (=tom. II. seiner Acta Sanctorum 
veteris et maioris Scotiae seu Hiberniae, Sanctorum insulae). — Den Inhalt 
von A gedachte James Hen, Todd mit reichen Erlauterungen ip^tsehen 
durch sein „Leabhar Imuinn. The Book of Hymns of de Ancient Church 
of Ireland** (Dublin 1855 u. 1869) weiteren Ereisen zuganglich zu machen. 
Das Untemehmen blieb ein Torso. — Was Todd anstrebte, fuhrten in voU- 
standiger und eingehendster Weise aus /. H. Bernard und 12. Atkinson 
durch ihr Werk „The Irish Liber Hymnorum." (London 1892) = Vol. Xm 
und XIV der Henry Bradshaw Society. Ersterer Band enthalt den Text mit 
Einleitung, der zweite die 'Obersetzung ins Englische und wertvoUe An- 
merkun^en. Die gelehrten Herausgeber bieten in reichlichem Mafse das 
ganze material nebst philologischem und historischem Apparate, damit man 
die wrsprungliche Form der in A und B enthaltenen Dichtungen (und aller 
anderen Pi^cen) herausschalen kann. Sie selbst haben dieses letztere leider 
nicht besorgt. Es wird namlich im I. Bande lediglich der Text von A 
diplomatisch genau (allerdings mit etlichen Lese- und Druckfehlem) wieder- 
gegeben, ohne jede Textverbesserung und sogar ohne Interpunktion. In den 
Fufsnoten zu diesem Texte sind die Varianten aus B und aus manchen 
anderen Quellen, in denen vereinzelt die betreffenden Stucke vorkommen, 
vermerkt. Im 2. Teile des 11. Bandes finden sich alsdann Bemerkungen zu 
dem Texte und ab und zu Verbessemngsvorschlage. So grundlich, genan 
und wertvoll auch alle diese Angaben sind, durch diese Methode Qnd dnrdi 



262 Pars n. Hjmnodia Hibemo-Celtica. 

das Zerteilen dessen, was zusammengehort , ist selbst einem Kundigen es 
schwer, sich in dieser Riistkammer auszukennen und sich ein rechtes Bild 
vom primitiven Aussehen dieser Dichtungen zu schaffen, zumal immer mit 
Sigeln gearbeitet wird, deren Deutung abermals an anderen Orten zu suchen 
ist. Auch in dieser Form mit den ^disiecta membra" bieten Bemard und 
Atkinson nur 16 lateinische Dichtungen aus der altirischen Hymnodie. 

4. Als vierte Quelle reiht sich an das „Leabhar Break^ oder „Buntes 
Buch^, ein Sammelband des 14. Jahrhunderts auf der Royal Irish Academy 
zu Dublin. Auch dort iinden sich interessante altirische Einleitungen und 
Glossen zu verschiedenen Dichtuugen in ahnlicher Art, wie in A und B. 
Aber von lateinischen Gedichten , die uns hier interessieren , begegnen wir 
nur zweien, dem „Audite omnes amantes^ und ^Altus prosator^ (dieses 
unyollstandig) und der Lorica Gildas. £in Faksimile der ganzen Hs. liefs 
die Irish Royal Academy im Jahre 1876 fertigen. Auf nahere Beschreibung 
konnen wir hier verzichten. 

Einzelne der erwahnten Gedichte, wie. namentlich „Altus prosator^, 
„Hymnum dicat turba fratrum^ und „Cantemus in omni die" finden sich 
zerstreut in anderen alten Handschriften teils irischer, teils nicht-irischer 
Provenienz. Diese Quellen kommen nachher bei den betreffenden Dichtungen 
zur Sprache. Ebenso ist bald hier, bald dort ein lateinischer Hymnus Alt- 
Irlands publiziert worden ; in den Anmerkungen wird dieses vermerkt werden. 

5. Ein blofses Herausheben und Zusammenstellen der lateinischen Ge- 
dichte aus dem Antiphonar von Bangor und dem Liber hjnmorum wurde 
jedoch keineswegs eine vollstandige CoUectio der lateinischen Hymnodie 
Alt-Irlands ergeben. Nicht ohne Grund wurde schon oben bemerkt, dafs der 
Kompilator des „Liber hymnorum" durchaus nicht auf Vollstandigkeit seiner 
Forschung Auspruch erheben kann; sogar aus dem Antiphonar von Bangor 
hat er nur zwei Gedichte aufgenonamen. — Tatsachlich sind in anderen 
Quellen, selbst nicht-irischer Provenienz, altirische Lateindichtungen enthalten. 
So ist z. B. in einem aus Reichenau stammenden Kodex des 8. Jahrhunderts 
(jetzt Cod. Aug. CCXXI zu Karlsruhe), der Homilien Gregors enthalt, 
auf dem ersten Folio in frankischer Urkundenschrift des 8. Jahrhunderts der 
Hymnus „Cante7nus in omni die^ eingetragen, dem wir schon begegneten; 
auf fol. 190 und 191 hingegen drei weitere Hymnen, die sicher aus Irland 
stammen, sonst aber bislang sich nirgends vorfanden, namlich: ^Audite 
fratres famina^', „0 rex, o rector regminis'' und ^Archangelum mirum mag- 
num*^. Den ersteren haben Moran und Mone, die letzteren hat Mone publiziert; 
sie sind fiir diesen Band auf der Handschrift neu reyidiert. — Zwischen 
diesenndreien findet sich auch „In trinitate spes mea^y aber mit dem falschen 
Anfange „Unitas in trinitate spes mea." 

Andere lat. Dichtungen irischer Provenienz, die jedoch auch von einem 
Briten stammen k5nnen und jedenfalls den Charakter irischer Dichtungsart 
aufweisen, stecken meines Erachtens im sogenannten „Book of Cerne'', 
das nach den schonen Untersuchungcn des Benediktiners Dom A, B, Kuypers 
(The Prayer Book of Aedeluald 3ie Bishop etc. Cambridge 1902) richtiger 
ein Orationale des Bischofs Aethelwold (von Lichfield?) zu benennen ist 
(jetzt Cod. Univ. Cantabrigien Ll I 10. saec. 9. in.). — Um mich bei diesen 
und ahnlichen Dichtungen, die im Corpus der folgenden Edition jedesmal 
naher charakterisiert werden, nicht einfachhin auf spezifisch irischen Ur- 
sprung festzulegen, habe ich statt des gebrauchlichen Titels ^Hymnodia 
Hiberaica"*' den allgemeineren „Hyranodia Hiherno-CeUica"^ vorgezogen. Ist 
es doch sogar bei Hymneu, die im Antiphonar von Bangor sich vorfinden, 
nicht immer sicher, ob sie wirklich irischer Herkunft sind. Der Hymnns 
„Media£ noctis'^ tempus est"' ist es gewifs nicht, und Jlymnum dicat turba 
fratrum"^ stammt wahrscheinlich von Hilarius. Daher schien es geraten, 
die Grenzen des Ursprungsgebietes durch das allgemeine Beiwort ^Tcdtisch^ 
vorlaufig noch etwas weiter zu stecken. 

6. Auf die Eigentumlichkeit und die Bedeutung der irischen bzw 



Einleitung. 263 

keltischen Hymnodie naher einzugehen, ist an dieser Stelle nicht der Platz. 
Einstweilen sei nur kurz vermerkt , dafs die Bedeutung derselben mehr auf 
kulturhistorischem als auf poetischem Gebiete liegt. Es ist aufserst interessant, 
aus den Dichtungen die religiosen, wir mussen sagen, manchmal etwas 
eigentiimlichen Anschauungen in der alt-irischen Kirche bzw. in verschiedenen 
ihrer altesten Kinder kennen zu lernen. Fur die ,falsche Kuldeer Theorie 
tallt indessen gar nichts ab ; im Gegenteil. — Vom asthetischen Standpunkte 
aus sind die meisten Gedichte etwas schwerfallig, aber gedankenreich ; andere 
recht ansprechend, wenngleich zu umfangreich ; einzelne sind kostbare Perlen 
der Poesie, besonders der tiefsimiige Hymnus zur Kerzenweihe „Igni8 creator 
igneus,^ — Vom eigentlichen Metrum und vielfach auch vom Rhythmus ist 
noch keine oder nur eine schwache Spur; die blofse Silbenzahlung bindet 
die Diktion und schafiPt durchweg die Verse. Statt dessen aber, was sehr 
beachtenswert ist, herrscht bereits, mie sonst um diese Zeit nirgendwOy 
der Reim (nicht blofs die Assonanz), und die Alliteration oder 
der Stabreim wird aufs eifrigste gepflegt. Irland ist in dieser Hinsicht 
allen Anzeichen nach die vorbudliche Urstdtte. Wir haben hier eiuen neuen 
Beitrag fur die Anschauung, die in unseren Tagen immer mehr zum Durch- 
bruch kommt, dafs iiamlich „die griine Insel der Heiligen", auf der so viele 
Glaubensboten und grofse Trager der Kultur fur den Kontinent heranwuchsen, 
als Heimat verschiedener Dinge anzusehen ist, deren Ursprung man bislang 
anderswo suchte. Es sei erinnert an die Sonntags- und Ferialhymnen , die 
aus Irland kommend siegreich im 10. Jahrhundert auf dem Kontinent sich 
Bahn brachen (vgl. mein III. Heft der Hymnolog. Beitrage). Zwar sind 
sie nicht in Irland gedichtet; ein Gutteil derselben ruhrt von Gregor detn 
Grofsen her (vgl. Stimmen aus Maria Laach, LXXV, Heft 3); aber die 
Ahnen eben dieses grofsen Gregor, der wohl Romer von Geburt und jedenfalls 
rdmisch in seiner Dichtungsweise ist, verdanken wir vielleicht dem Volks- 
stamme der Iren. Er soU ein Nachkomme des Cairbre Musc, des Sohnes 
Conaire II., der Oberkonig von Irland war, sein (vgl. Grattan Floody 
A History of Irish Music''*, Dublin 1906, S. 11 Anm. und V. Lederer im 
Kirchenm. Jahrb. 1908, S. 172). — Ferner, irische Monche brachten die 
Folyphonie auf den Kontinent; Instrumente, welche die instrumental-vokal 
gemischte Kunst ermoglichten, wurden aus Irland importiert. Die Trouv^res- 
harmonistes erwiesen sich nach ihrem eigenen Zeugnisse als Schuler der 
irischen Bard-en\ von letzteren ist die Spielmannskunst aus Britannien nach 
Frankreich gebracht, von wo sie nach Italien vordrang, nicht umgekehrt. Es 
ist hdchst interessant, wie so mancher alte beruhmte Komponist, der infolge 
des romanisierten Namens als Italiener oder Franzose galt, nunmehr als echter 
Kelte entpuppt ist ; so ist Fra Ottobi der Brite Hothby, Giovanni Acuto der 
Brite John Hakwood, der Franzose Feragut ein alter Schotte. Man vgl. 
hierzu die Mitteilungen und Beobachtungen F. Lederer'8 im Kirchenmusik. 
Jahrbuch XXI (1908), S. 198 f. u. 210, wo er am Schlufs bemerkt: „Kein 
anderes Volk der Welt ist jemals so unterschatzt worden wie die Kelten 
Grofsbritanniens und Irlands." — Vgl. A, Baumgartner , Gesch. der Welt- 
literatur, Bd. IV, Buch II, Kap. IV: „Die Flucht der latein. Bildung nach 
den britischen Inseln." — Betreffs des Reimes und der Alliteration sei ver- 
wiesen auf die Erorterungen Atkinsons im Irish Liber hymnorum II, p. XV 
sqq., und auf W. Meyers Ges. Abh. I (Berlin 1905), S. 190 ff. — Uber 
keltische Liturgie im allgemeinen orientiert F. E. Warren, The Liturgy 
and Ritual of Celtic Church. Oxford 1881. 

Man beachte, dafs der Reim im 5. Jahrhundert, wie Sechnalls Hynmus 
j^Audite omnes amantes (Nr. 252) zeigt, bei den Iren noch nicht auftritt, im 
Laufe des 6. Jahrh. immer mehr zum Durchbruch kommt und sicli dann 
vom 7. u, besonders 8. Jahrhundert an in der reichsten und reinsten Form 
zeigt. Dieser Umstand hilft zur Altersbestimmung der Dichtungen irischen 
Ursprungs. 

Schliefslich ist zu erwahnen, dafs die Hymnodia Hibemo-Celtica sehr 
viele ^Hymnen" umschliefst, die eigentlich Reimgebete sind. 



I. De Deo et de Beata. 



214, Hymnns sancti HUarii de Ghristo. 



1. Hymnum dicat turba fratram, 8. 

hymnum cantas personet, 
Christo regi concinnantes 
laudem demos debitam. 

2. Tu Dei de corde verbum, 9. 

tu via, tu veritas, 

lesse virga tu vocaris, 

te leonem legimus. 

3. Dextra patris, mons et agnus, 10. 

angularis tu lapis, 
Sponsus idem vel columba, 
flamma, pastor, ianua. 

4. In prophetis inveniris 11. 

nostro natus saeculo, 
Ante saecla tu fuisti 
factor primi saeculi. 

5. Factor caeli, terrae factor, 12. 

congregator tu maris, 
Omniumque tu creator, 
quae pater nasci iubet. 

6. Virginis receptus membris 13. 

Gabrielis nuntio, 
Crescit alvus prole sancta; 
nos monemur credere 

7. Rem novam nec ante visam, 14. 

virginem puerperam. 
Tunc magi stellam secuti 
primi adorant parvulum, 



Offerentes tus et aurum 

digna regi munera. 
Mox Herodi nuntiatum est; 

invidens potentiae 

Tum iubet parvos necari, 
turbam fecit martyrum. 

Fertur infans occulendus, 
Nili flumen quo fluit, 

Qui refertur post Herodem 
nutriendus Nazareth. 

Multa parvus, multa adultus 
signa fecit caelitus, 

Quae latent et quae leguntur 
coram multis testibus; 

Praedicans caeleste regnum 
dicta factis approbat* 

Debiles facit vigere, 
caecos luce illuminat, 

Verbis purgatlepraemorbum, 
mortuos resuscitat. 

Pane quino, pisce bino 
quinque pascit milia 

Et refert fragmenta cenae 
ter quatemis corbibos; 

Turba ex omni discumbente 
iugem laudem pertolit. 

Duodecim viros probayit, 
per quos vita discitur. 



I. De Deo et de Beata. 



265 



15. Ex qnis nnas invenitar 25. 

Christi ludas traditor; 
Instruantar missi ab Anna 
proditoris oscalo. 

16. Innocens captas tenetar 26. 

nec repagnans di^itar, 
Sistitar, falsis grassatar 
offerendus Pontio. 

17. Discatit obiecta praeses, 27. 

nallam crimen invenit. 
Sed , cam tarba ladaeoram 
pro salaibe Caesaris 

18. Dicerent Christam necandam, 28. 

tarbis sanctas traditar; 
Impiis verbis grassatar, ^ 
sputa, flagra sastinet. 

19. Scandere cracem iabetar 29. 

innocens pro noxiis; 
Morte carnis, qaam gerebat, 
mortem vincit omniam. 

20. Tam Deam ciamore magno 30. 

patrem pendens invocat; 
Mors secata membra Christi 
laxat stricta vincala. 

21. Yela templi scissa pandant, 31. 

nox obscarat saecalam; 
Excitantar de sepalcris 
dadam claasa corpora. 

22. Affait Joseph beatas, 32. 

corpas mirra perlitam 
Linteo radi ligatam 
cam dolore condidit. 

23. Milites servare corpas 33. 

Annas princeps praecipit, 
Dt videret, si probaret 
Christas, qaod spoponderat ; 

24. Angelam Dei trementes 34. 

veste amictam candida, 
Qai candore claritatis 
vellas vicit sericum; 



Demovet saxum sepulcro, 
Sargit Christus integer. 

Haec videt ludaea, mendax 
haec negat, cum viderit. 

Feminae primum monentar 

salvatorem vivere, 
Quas salatat ipse maestas, 

complet tristes gaadio; 

Seqae a mortais patema 

sascitatum dextera 
Tertia die redisse 

nantiat apostolis. 

Mox videtur a beatis, 
quos probavit, fratribus; 

Quod redisset , ambigentes, 
intrat clausis ianuis. 

Dat docens praecepta legis, 
dat divinum spiritum, 

Spiritum Dei perfectum, 
trinitatis vinculum. 

Praecipit totum per orbem 
baptizari credulos; 

Nomen patris invocantes, 
confitentes filiam, 

Mystica fide revelat 
tinctos sancto spiritu, 

Fonte tinctos, innovatos, 
filios factos Dei. 

Ante lucem, turba fratrum, 
concinnemus gloriam, 

Qua docemur nos futuros 
sempitemo saeculo. 

Galli cantus, galli plausus 
proximum sentit diem; 

Nos cantantes et precantes, 
quae futura, credimus. 

Immensamque maiestatem 
concinnemus iugiter, 

Ante lucem nuntiemus 
Christum regem saeculo. 



266 Pars n. Hyranodia Hibemo-Celtica. 

Collect. ms. Hibernicum saec. 7. Cod. Taurinen. F IV 1. (fragm. IX.). 

A. — Antiphon. ms. Benchorense anni 680 — 691. Cod. Ambrosian. C 5 inf. 

B. — Collect. ms. Anglosaxonicum saec. 8. Cod. Gothan. I 75. C. — Collect. 
ms. Sangallense saec. 8. Cod. Sangallen. 2. D. — CoUect ms. Sangallense 
saec. ®/io. Cod. Sangallen. 577. E. — Oration. ms. Anglicum Aethelwoldi 
Episc. (Etocetensis ?) saec. 9. in. Cod. Cantabrigien. Ll I 10 (Pars H). F. — 
Hymn. ms. Hibernicum saec. 11. in. Cod. CoU. Trinit. Dublinen. E 4. 2. G. — 
Hymn. ms. Hibernicum saec. 11. Cod. Conv. Fra^iscan. Dublinen. s. n. H. — 
Passion. ms. incert. origin. saec. 12. Cod. Bruxellen. 3 132. (206 — 8). I. — 
Fragment. ms. Liturg. saec. 11. Cod. Parisin. 9488 (Fol. 75 et 76). K. — 
A u. B sind vielfach schadhaft; iiber K s. Bemerkung auf S. 269 oben. 

1, 1 Ymnum A (Schreibweise in den Hss. immer „Ymnum" aufser in C, 
wo Hymnura); fr[atnira] B. — 1, 2 persouat F, person[et] B. — 1, 3 Christum 
regera EI ; rege D ; concinnent^esj , korrigiert zu concinnant[es] B ; in A 
Lesart unsicher, weil kaum lesbar; concinantes D, concinentes CEGHI; (za 
„concinnantes" vgl. den Konjunktiv „concinnemus" 32, 2 u. 34, 2; aufserdem 
l, 2 von „Cantenius in omni die^ Nr. 233.). — 1, 4 laud[em], Rest der Zeile 
fehlt D ; laudes demus debitas CD. — 2, 1 Dei decor teverbum C ; Tu D[eiJ 
d[e] co[r]de [ver]bum A; corde verbum fehlt B; verbo D. — 2, 2 sqq. Mit 
Ausnahme von „Tu" fehlt alles bis Str. 3 B. — 2, 3 les[se], Rest vermodert 
A. — 2, 4 leonura legeraus A. — Von Str. 3 u. 4 in A nur die Triimmer: 
. . . et agnus | angulalris] .... [colum]ba | flamraa pastor . . . [inveni]res ; 
nostro natus . . | factor primi saeculi. — Str. 3 u. alle folgenden fehlen 

C. — 3, 2 idem el columba GH ; (El = Deus ergabe einen Hiatus). — 4, 1 
[inveni]res A, inveniris F, invenimus D. — 4, 2 nostrura natum saeculum D. 

— 4, 3 saecula DEFI. — 5, 1 caeli et terrae GH ; terae te factor A*, terae 
factor A'**; dieser Vers findet sich genau so wieder in Kabans Hymnus 
^Lumen clarum" (Anal. Hymn. L, 186; Str. 7, 1). — 5, 3 u. 4 ausradiertE. 

— 5, 3 Oraniaque quae creasti D. — 5, 4 quera I; pateit A^, paseit A^ (statt 
pater). — 6, 2 Garaelis A, Gabrihelis B, Gabriheli F, Gabrihele D, Gabriele EI; 
nun[ti]at A. — 6, 3 [Cr]escit B; albus prole G. — 6, 4 [nos rao]neraur B, raune- 
raur A. — Von Str. 7 u. 8 in B nur die Schlufssilben von 7, 1 visara, 7, 2 
[puerper]am, 7, 3 [secujti erhalten. — 7, 1 vissam H. — 7, 3 stelara A. — 7, 4 
parvolura D. — 8, 1 Offerunt ei aurum F^ ; Offerantes A. — 8, 2 regis D. — 
8, 3 Herodes EI, Erodii G ; nuntiato A ; est findet sich nur in F (verraeidet 
den Hiatus und erleichtert die Konstruktion). — 8, 4 invidit A, invidus E; 
potentiam F, potentia H. — 9,1 Tunc iubet parvulos I; necare D£I. — 9, 2 
turba D. — 9, 3 oculendus DF^G, oclendus A. — 9, 4 Nilo D; quod AD; 
fluis D. — 10, 1 reuertur F; Herode D. — 10, 2 Natzareth F. — 10,3 dultus 
(statt adultus) D. — 10, 4 celidus D. — 11, 1 ladent A. — 11, 4 adprobat 
BI, adprobatum F. — 12, 1 fecit BEI; tigere F; facit firmos D. — 12, 2 in- 
luminans D; inlu[minat] A. — Von 12, 3 u. 4 in A nur: . . [pu]rgat D. — 
12, 3 Verbo D; morbos EF^. — 12, 4 resuscetat D. — Nach Str. 12 in allen 
Quellen eine sichtlich friih vorgenommene Interpolation: 

Vinum quod deerat hydris, | motari aquam iubet, 
Nuptiis mero retentis | propinando poculo. 

Diese Strophe zeigt folgende Varianten im Vers 1 : quod erat F; idris BG, 
hidris AH, ydris F*, ydriis F^, hydriis DE, idriis I; zweite Vershalfte fehlt A; 
raotare DF^ mutare EF-I, motuari H. — Vers 2: Nuptis ABF^ ; merrore- 
tantis A, merore tentis F, retinctis El; [propinand]o populo B, diese Vers- 
halfte fehlt A; propinendura F*, propimiando F*G, prouinato D; populo 
BDEFI. — Sicher ist der Text entstellt und die Konstruktion ira Gegensatz 
zu anderen Strophen schwierig, zu geschweigen vora Sinn des 2. Verses. 
In G ist daher durch iibergeschriebene Buchstaben die Wortfolge fur leichtere 
Auffindung der Konstruktion angedeutet, wonach zu lesen ware: „Iubet 
aquam raotari, quod deerat vinura idris, uuptiis raero propinando poculo 
retentis." Bei jedem noch irgendune konservativen Heilungsversucbe dieser 
Verse entstehen bzw. bleiben mehrere metrische Verstofse, wie sie in keiner 



I. De Deo et de Beata. 267 

anderen Strophe vorkoramen; aucli der sonst fehlende Hiatus ist kaum zu 
entfernen. Dazu kommt als wichtiger Umstand, dafs das Weinwunder zu 
Cana das erste der Wunder Jesu Christi ist (cfr. Joh. 2, 11 und Hymnus 215, 
Str. 21), wahrend es hier zwischen die Reihenfolge der Wunder, welche dem 
Berichte des hl. Lucas (Kap. 8 = Str. 12, und Kap. 9 = Str. 18) entspricht, 
eingeschohen ist. AUes spricht demnach fur eine nachtrdgliche Interpolation 
dieses hedeutsameu Wunders. Dafs eine Interpolation sehr geschickt, dem 
Stile entsprechend und in leichtverstandlicher Sprache abgefafst sein musse, 
wird nur behaupten, wer iibersieht, dafs gerade durch den Mangel dieser 
Eigenschaften in der Begel eine Interpolation erkenntlich ist; ganz etwas 
anderes ist die sogenannte lectio difficilior. — 

Von Str. 13 ist in B nur das Ende des 1. u. 2. Verses erhalten: . . ce 
bino . . . lia. — 13, 1 Panes quinos pisces binos D ; Pane cino (c unsicher) 
A. — 13, 2 pauit D. — 13, 3 Et reffert F, Et fefert G, Et referre I, Et 
refertur D; fracmenta A, fragmentae D. — 13, .4 catemis AG, quatternis D; 
curbibus A, corbibis F^ cordibus I, coruibus G, coflfinos D. — Vers 13, 3 u. 4. 
zitiert von Hincmar von Reims: „Hilarius in hymno »Et refert fragmenta 
cenae | ter quaternis corbibus«". — 14, 1 Turba hec omnis discumbentis D; 
discumbenti F. — 14, 2 iuge EI. — 14, 3 Dudecim A ; prouauit A, adprobavit 
D. — 15, 1 Ex quibus ABDEFI; invenetur A. — 15, 2 luda Christo D; luda 
AB^F; traditurBDF^ — 15, 3 Instruntur B\ Instruentur AB^; misi BF^GH; 
misabnna(I) A; Anne D. — 15, 4 per proditoris osculum D. — 16, 3 grasator 
A, grasatur BEH, gravatus I (das Deponens „grassari" in der Bedeutung 
von ^invadere", ^invehere**, ist hier sichtlich als Passivum angewendet; cfr. 
18, 3 aufserdem 7, 1 in Nr. 211). — 16, 4 offerentes B. — Str. 17 ist in B 
ausgefallen, aber durch das Sigel ^deest" als nachzutragen angedeutet. — 
17, 1 Discudit A ; obieccta A, abiecta F ; praesis AD. — 17, 2 cremen AF^G. 

— 17, 3 Sed clamat turba D; turbae EF^HI. — 17, 4 Cessaris AD. — 18, 1 
negandum ABEFI, negatum D. — 18, 2 traditor A. — 18, 3 Impis AF^ ; grasator 
A, grasatur BEH, gravatur DI (cfr. Varianten zu 16, 3). — 18, 4 spota D; 
fagra A. — 19, 1 Ascendere D; iuuetur A. — 19, 2 innocens proxis (!) A, pro 
noxis BF^. — 19, 3 Mortem I ; Moritur morte D ; cerebat A, ierebat D. — 19, 4 
vincit FK, sonst vicit; aber das Praesens pafst ungleich besser zu den iibrigen 
Praesentia. — 20, 1 Dum AD ; domini clamore D. — 20, 2 [paJtremB ; invocans 
I. — 20, 3 [Mors sjecuta B. — 20, 4 laxat stricta fehlt B. — 21, 1 Velum 
scissum est D; scisa ABG; pendunt ABE^I, pendens F, pendit D, pendent 
E^ (pandunt = ^sich auftun" ist viel bezeichnender). — 21, 2 obscura D. — 
21, 3 Excidentur A. — 21, 4 tudum D. — Nach Str. 21 schiebt E ein: 

Regna Christus victor ingens | vastat infernalium. 

Str. 22 fehlt D. — 22, 1 Et fiiit A ; Adfuit BF. — 22, 2 myrrae F; mifrra 
perlitum] A. — 22, 3 Lintheo FGH, [Linjteo A; rodi A, rude F. — 22, 4 
condidit fehlt A. — 23, 1 Milites fehlt A. — 23, 2 Anna ABIE, Arua F; 
princeps fehlt H; princeps praecipit fehlt A; praecepit DE^G. — 23, 3 Ut 
videret fehlt A; viderit si probarit F; si prouar (!) A. — 23, 4 quod sp[o- 
ponderat] A; sponderat D, sposponderat F, spoponderet G. — 24, 1 Angelum 
Dei fehlt A; Angeli F; timentis D. — 24, 2 amicti AF^, amicta E^F^ — 
24, 3 Quao ABDGH, Qua F. — 24, 4 velus vincit A; velud F; siricum ABDF. 

— Konstruktion der Str. 24: Es wird „trementes" als Attribut zu „Milites" 
(23, 1) aufzufassen sein: Annas beauftragt Soldaten, den Leichnam zu be wachen, . . . 
Soldaten, welche zitterten vor dem Engel . ." (cfr. Matth. 28, 2 sqq.; „Angelus 
enim Domini . . . accedens revolvit lapidem . . . Prae timore autem eius 
exterriti sunt custodes,^). — 25, 1 Demuit A, Demovit BDFGH ; saxis H ; sepulcrum 
A, sepulcri D. — 25, 2 Surgens ABFGH (vielleicht, wie in den Hymnen oft: 
surgens = est surgens); intiger BFGH, intoger E. — 25, 3 vidit alle Hss. 
i«t aber gegen das Metrum und pafst nicht zum folgenden Praesens „negat" ; 
mentax G. — 25, 4 negavit D ; videret AB, viderat H. — 26, IF [eminae pjrimom 
B; monenter A, monentem F. — 26, 2 [salvatorem vijvere B. — 26, 3 u. 
4 fehlen B. — 26, 3 Qua AF; mest^s A. — 26, 4 conplet AF, conplmr 



268 P*r'* ^' Hymnodia Hiberno-Celtica. 

tristis F. — 27, 1 Seque et suos patema D. — 27, 2 suscidatam A. — 27, 
3 redise G, rediisse H, redisset F. — 27, 4 nuntians DF. — 28, 1 audetur 
F; videdur habiatis A. — 28, 2 probravit A. — 28, 3 Quos El; redisse 
F; ambigentem F^; („ambigentes" durfte, wie bekanntlich oft der Fall ist, 
accus. absolut. sein statt „ambigentibus^). — 28, 4intret AG; ianois clausis 
A— I, wofur aus metrischen Riicksichten zu lesen: intrat clausis ianuis. — 
29, 3 Sanctum Dei F (so yersichem Bemard- Atkinson ; ich hatte ^Spiritum 
Dei" geschrieben). Auch diesen Vers zitiert Uincmar von Beims : Huarius . . . 
in hymno evangelico pulcherrimo a se composito dicit ,Spiritum Dei perfectum 
trinitatis vinculum*". — 30, 1 Praecepit DEFGI; todmn A; toto per orbe 
D. — 30, 2 babtizari GH, baptizare DEFI. — 30, 4 conjdentes AD. — 31, 
1 Mestica A; Misticam fidem D. — 31, 2 tincto F, iuncto D. — 31, 3 sq. 
Fonte cunctis innovatis | filiis factis Dei D. — 32, 1 lucem fehlt F ; fratrum 
fehlt B. — 32, 2 In B nur der Anfang : concin . . ; auch 32, 3 u. 4 fehlen 
bis auf zwei Buchstaben B. — 32, 2 concinemus H, concinamus IK (cfr. 
1 , 3 u. 34 , 2 ; concinnare = „passend zusammenfiigen , schdn herrichten, 
verschSnern, verherrlichen" ist hier sichtlich fast als Synonyinon von „con- 
cinere" oder „consonare" verwendet). — 32, 3 Quia docemus D; fdturi GH, 
futura F, futu[ros] A, in B ist nur „s" erhalten, was fiir B die Lesart 
„rfuturo]s" bezeugt. — 32, 4 sempiterna saecula FGH; se[mpiter]no A. — 
33, 1 plau[8us] A; ebendort von 31, 2 nur erhalten: . . sefntit di]em. — 
33, 2 sentet B, sencio D. — 33, 3 c§nt5ntes A, canentes BDEI; praecantes 
B. — 33, 4 fehlt A. — 34, 1 Maiestatem immensam I, Maiestatemque 
iramensam alle anderen Hss.; ergabe einen Hiatus und metrischen Verstofs, 
der sonst vermieden ist. — 34, 2 concinemus GH, concinamus I, also genau 
so, wie bei 32, 2; uniter B (vielleicht richtig; vgl. aber „iugem laudem'^ 14, 2); 
in A dieser Vers verschwunden. — 34, 3 [Aiite l]ucem A; nuntiamus FH. 
— 34, 4 Christo regi saecula EI ; Christum saeculi D ; in A nur der Anfang 
„Christum". 

Nach Str. 34 wiederholt B die beiden Verse 34, 3 u. 4 wSrtlich und 
fugt dann bei: 

[Et] qui in illum rect(a)e credunt | regnaturi cum eo . . , 

Die anderen Quellen bieten statt dessen in fast gleicher Weise: 

Ante lucem decantantes | Christo regi Domino 
Et qui in illum recte credunt | regnaturi cum eo. 

Dieses mit folgenden Varianten: 1 [Ante lucem dec]antantes A, lucem 
nuntiemus DEI; Christum regem Dominum D. — 2 Et fehlt DEI (ist er- 
forderlich zur Vermeidung eines Hiatus); in illo EI, in Christo illo D; recti 
AEFI, recte fehlt D; regnaduri A; cum Deo H. — Diesen Befrain er- 
achte ich fur eine spatere, wenngleich friih in Irland entstandene Zutat, 
da man dort die Refrains sehr liebte. Ebenso ist offenbar eine Zutat die in 
anderem Versmafs, namlich in lamben abgefafste Doxologie, welche in B 
ziigleich mit dem Refrain in sehr beachtenswerter Weise durch zwei hori- 
zontale Striche vom iibrigen Hymnus gesondert ist: 

Gloria patri ingenito, | Gloria unigenito 

Simul cum sancto spiritu | In sempitema saecula. 

Varianten: Doxologie fehlt D. — 1 patri genitori EI. — 2 Simul fehlt 
AF, Una cum EHI; saecula saeculorum F. — Vgl. die gleiche Doxologie 
beim H^onnus ^Mediae noctis tempus est^ (Nr. 1). 

Die Lesarten aus A entnahm ich der Publikation Wilh, Meyers „Das 
Turiner Bmchstuck der altesten irischen Liturgie" (Nachr. von d. Kgl. Ges. 
der Wissensch. zu Gottingen. Philol.-Hist. Kl. 1903, S. 188 flf.). Die 
Kollation von D u. E besorgte gutigst der St. Galler Stiftsbibliothekar 
Dr. Ad, Fah. Zur Kontrolle der ubrigen Quellen konnten herbeigezogen 
werden die Publikation von Bernard u. Atkinson welche sich auf B— H 
stutzt, und die aus F entnommene Publikation Dom A, B, Kuypers. 



I. De Deo et de Beata. 269 

Die Varianten aus K hat soeben Baimister in „The Journal of Theol. 
Studies" (IX, 422 sqq.) verSffentlicht. Da sie an der Textgestaltung nichts 
andem, habe ich verzichtet, sie aufser an zwei wichtigen Stellen einzuschieben. 
K geht mit A und B auf ein gleiches altes Original zuriick. 



In G u. H ist hier und bei den meisten Hymnen ein Vorwort in alt- 
irischer, mit lateinischen Worten oder Satzen untermischter Sprache bei- 
gefugt. Das Altirische ist von Dr. Atkinson ins Englische^ libersetzt und 
nach dieser t^bersetzung biete ich die wortgetreue deutsche JJbertragung, 

Vorwort in G: 

„Hymnum dicat Hilarius episcopus et princeps ciyitatis, quae dicitur 
Pictavis, fecit hunc hymnum Christo, in monte Garganij nachdem er dort 
im Hause des Raubers zu Mittag gespeist hatte. Und als er sein Dankgebet 
zu Gott gesprochen, da verwelkten die Sohne des Lebens, bis sie nicht 
grSfser waren, quam infantes, wie es dem Priester schien, der bei ihnen 
war. Und ein Engel kam und sprach zu ihnen ; ,Nisi paenitentiam egeritis, 
in infernum ibitis.' Egerunt ergo paenitentiam, et dedit Deus indulgentiam 
eis per istam laudem [d. h. durch den Hymnus des Hilarius]; sic nobis con- 
venit canere post prandium. [Ganzer Inhalt dieser Legende ist dunkel]. 

^Aliter: locus i. e. specus in pectore montis lovis inter Alpes fjetzt 
St. Bemhard], in qua philosophi [= Heidenpriester?] ante fiierunt. Tempus 
Valentiniani et Valentis. Persona Hilarius. Causa i. e. angelus postulavit, 
quando venit ad Susannam urbem [= Soissons oder Sens?] cum trecentis 
viris, i. e. centum de clericjs et ducentis de laicis. Unus vero de clericis 
mortuus est pro frigore hiemis, et Hilarius oravit pro suo monacho. IUa 
autem nocte angelus dixit ad eum: Debet te scratari scripturas et hymnum 
facere Deo. Ille ergo fecit iuxta imperium angeli et mortuum suscitavit 
per gratiam Dei." [Anscheinend spielt eine Verwechslung des hl. Hilarius 
von Poitiers mit dem hl. Hilarius von Arles, der im Winter eine Fufsreise 
iiber die Alpen zum Papste Leo dem Grofsen unternahm, mit hinein in diese 
Legende. — Es folgen noch belanglose und vielfach irrige metrische Be- 
merkungen, die Beda^s ,De arte metrica^ entnommen sind]. 

Vorwort in H: 

„Locus huius artis spelonca in pectore montis lovis, in qua ante philo- 
sophi fuerunt. Tempus novi testamenti vel post Neronem. Persona Hitarius 
Pictaviensis. Causa postulatio i. e. angelus postulavit ab Hilario. Vel 
Hilarius hunc hymnum fecit veniens ad Sannam urbem cum trecentis viris 
etc" [ahnlich wie oben in G]. 

In diesen legendarischen Berichten beansprucht vor allem Interesse und 
erheischt nahere Priifiing die Angabe, dafs Hilarins von Poitiers vor- 
stehenden Hymnus gedichtet habe. B bezeichnet ebenfalls Hilarius als Ver- 
fasser durch die OT)erschrift : „Ymnum sancti Hilari de Christo" ; E hat den 
Titel: „Ymnus sancti ffi/am episcopi Pictavensis" ; in einem anderen Kodex 
Sangallen. 567 saec. 8. heifst es pag. 133 nach der Vita s. Hilarii : „Incipit 
ytnnus eiusdem omni tempore ,Ymnum dicat turba fratrum | ymnum cantus 
personet'"; C bezeichnet den Hymnus als „editus a sancto rllario Pictav. 
episcopo". I nennt ihn ^Hjmnus sancti Hilarii, quem misit filiae suae" 
(hier also iaucht der Pseudohilarianische Brief an Abra auf, den die alteren 
Quellen nicht kennen). A und D haben keinen Titel. F bietet die tJber- 
schrift: „Ymnum super evangelium Christi et oratio sancti Hieronimi et 
Paulini" ; hier ist zu beachteu, dafs Hieronimus und Paulinus nichi als Ver- 
fasser des ^Hymnus super evangelium", sondera nur jener Oratio bezeichnet 
werden, welche in F unmittelbar auf den Hyranus folgt. — Von zehn Quellen 
des 7. — 12. Jahrh. zeugen somit sieben fiir Hilarius, und keine stellt ihn als Autor 
direkt oder indirekt in Abrede. Waren auchdie Quellen von einander abhangig, so 
bekunden sie immerhin, dafs mindestens seit dem 7. Jahrh. mmidefsprochen 
nu/r Hilarius, der als Hymnendichter sicher bezeugt ist (cfr. Anal. Hymn. 



270 P*" ^I* Hymnodia Hiberao-Celtica. 

L, 3 f.), als Verfasser des „Hymnum dicat" galt Auch Hincmar von Beim 
(vgl. Note zur Strophe 13, 3f. und 29, 3f.) tritt fiir Hilarius ein. 

Sind diese aufseren Zeugnisse, so alt und zahlreich und iibereinstinmiend, 
wie kaum bei irgendeinem anderen Hymnus, auf innere Grunde hin ab- 
zuweisen, oder finden sie vielleicht aus dieser Richtung noch neue Bestatigung? 
— Die „turba fratrum" (1, 1 u. 32, 1), woran Todd Anstofs nahm, weil sie 
auf Monche weise, „die zusammen aufstehen und Metten singen", kann keine 
ernstliche Schwierigkeit bereiten. Die „beati fratres" (28, 2) sind doch ge- 
wifs keine Monche, und aus den Briefan der Apostel sind die ,,fratres^ satt- 
sam als „Mitbriider in Christo" iiberhaupt bekannt — „E8 war eine gewisse 
Mode, anonyrae Hymnen ihm (Hilarius) zuzuschreiben;" so meint W. Meyer. 
Aber welcher andere Hymnus ist vor der Zeity als der Brief an Abra in Um- 
lauf gesetzt wurde, Hilarius je zugeschrieben worden? Die von Gamurrini 
gefundenen sind ziemlich sicher echt, und konnen nicht der „Mode" auf 
Rechnung gesetzt werden. Erst nach Daniels fatalem Irrtum kann man 
mit gewissem Rechte von einer „Mode" des Zuschreibens sprechen. Und 
selbst, wenn es schon im Altertum Mode gewesen ware, so ist darum noch 
nicht jeder Hymnus falschlich zugeschrieben. — Schon das Alter der Quellen, 
welche bei ihrer Fehlerhaftigkeit und bei den gleichmafsig auftretenden 
Interpolationen auf weit dltere Vorlagen zuriickweisen, ruckt die Entstehung 
des Hymnus in hohe Zeiten hinauf. — Wilh. Meyer (1. c. p. 208) konstatiert 
auf Grund sehr sorgfaltiger Untersuchun^en uber Stil und Metrum dieses 
Hymnus, der aus archaistischen trochdischen Septenaren aufgebaut ist (vgl. 
Meyers interessante Studie in seinen ^Gesam. Abhandl. zur Mlat. Rhythmik. 
n, S. 346 ff.): „Der trockene, etwas unbeholfene Ausdruck weist in spate 
Zeit, ebenso die Metrik . . . Die Vermeidung des unreinen Wortschlusses 
in der zweiten und sechsten Hebung und die [regelmafsige] Anwendung der 
Elision zeigen, dafs das Gedicht noch mit ziemlicher Kenntnis der alten 
Metrik verfafst ist." Wenn nun aber auf Grund einzelner „Verletzungen der 
Quantitat" der gleiche Gelehrte meint, dafs „das Gedicht in. das 5. oder 
6. Jahrh. geriickt werden mufs", so kann dieser Schlufs doch wohl nur bei 
jenen gelten, die einen Dichter als Automaten betrachtet wissen wollen, der 
immer pedantisch genau nach den gleichen Regeln seiner Metrik schreibt — 
Andererseits hat Atkinson (The Irish Liber hymnorum, H. p. IX und XI 
sqq.) den Satz aufgestellt und meines Erachtens ziemlich erwiesen, dafs 
unser Hymnus im Gegensatz zu allen anderen in Irland entstandenen Hymnen 
„bears the unmistakeable stamp of a totdlly different system of metrical 
structure and consequently of treatment of the language". Irisches Produkt 
ist er, ganz abgeseheii von den dagegensprechenden aufseren Zeugnissen, 
schwerlich ; also sehr friih anderstvoher importiert. Wie popular aber gerade 
Hilarius in Irland war, dafiir bringt Bernard im Irish Liber hymnorum (II, 
p. 127) viele Belege. Ein Hymnus von ihm konnte somit auf giinstige Auf- 
nahrae rechnen. — Ein Vergleich rait den Dichtungen im Hymnenbuch des 
Hilarius (Anal. Hymn. L. 4 — 9) zeigt, dafs der dort an dritter Stelle mit- 
geteilte, im 1. Verse sichtlich entstellte Hymnus „Adae carnis gloriam^ im 
gleichen Versmafs gebaut ist wie y^Hymnum dicat^, wenngleich dort 3 Lang- 
zeilen eine Strophe bilden. Manches empfiehlt die Annahme dnes und desselbeti 
Dichters fiir beide Hymnen; frappant ist z. B. ein Vergleich von „Gaudet 
falsis, gaudet stupris" (dort 3, 2) mit „Galli cantus, galU plausus (hier 33, 1), 
und der Vergleich eben dieses erwiihnten Ausdruckes „falsis^ == ^falsche 
Aussagen" mit ^falsis grassatur" (16, 3 in unserem Hymnus). Aber die 
metrischen Verstofse sind im Hymnus „Adae camis" ungleich zahlreicher 
als hier ; auch ist hier Enjambement die Regel, dort niemals. Das bietet eine 
bedeutendcy aber nicht uniibertvindliche Schwierigkeit, wofSr jedoch der Nach- 
weis an dieser Stelle zu weit fiihren wiirde. — Alkuin hat im Traktat „De 
laude Dei" (cfr. Anal. Hymn. L, pag. 979) mitten unter den Exzerpten aus 
Beda auch Str. 4 u. 5 unseres Hymnus zitiert. (Dreves bezeichnet sie eben- 
dort als Strophen „unbekannter Herkunft.^) Wird das Raisonnement richtig 
sein, wenn wir auf diese Verse hin Beda als Auktor des ^Hymn/um dicat 



I. De Oeo et de Beata. 



271 



vennuten? Man beachte nur, dafs Beda 673 geboren wurde und im Kodex 
B schon um 680—691 , im Kod. A aller Wahrscheinlichkeit nach schon 
fruher unser Hymnus eingetragen ist; femer, was noch durchschlagender ist, 
JSeda selbst sagt im Kap. 24 seines Traktates ,De re metrica': „Metrum 
trochaicum tetrametrum, quod a poetis Graecis et Latinis frequentissime 
ponitur, recipit locis omnibus trochaeum, spondeum omnibus praeter tei:tium. 
Huius exemplum totus est hymnus ille piucherrimus ,Hymnum dicat tu/rba 
froitrum^,^ So wiirde er sein eigenes Produkt nicht betiteln und noch weniger 
wurde er Bau und Metrik dieses Hymnus so verkannt haben, wie er es getan 
hat (vgl. W. Meyer, Ges. Abh. II, p. 348j, hatte er selbst ihn gemacht. — 
Die Erorterung ist gegen die in den Anal. Hymn. geltenden Grundsatze 
viel zu umfangreich gediehen; nur der wichtige Umstand, dafs wir wahr- 
scheinlich hier den aJlerdltesten und den einzigen uns vollstdndig uber- 
lieferten Hymnus des ersten Hymnendichters Hilarius v. Poitiers 
vor uns haben, kann das entschuldigen. Weil derselbe vorwiegend, wenn 
nicht einzig bei den Iren in Gebrauch war und sein Ursprung von Hilarius 
nicht einfachhin sicher feststeht, beliefs ich ihn bei der Hymnodia Hibemica. — 
Beiche Literaturangabe bei W. Meyer in den erwahnten Gottinger Nach- 
richten, S. 187 u. 204. 



215. ^Hjmnns Apostoloram^* 



1. Precamur palrem, 

regem omnipotentem, 
El lesum Christum, 

sanctum qaoqae spiritum, 



2. Deum in una 

perfectum s[ubstantia], 
Trinum p[ersona, 
unum in essentia] ; 



3. Universorum 

fontis iubar luminum 
Aethereorum 

et orbi lucentium. 



4. Hic enim dies 

yelut primogenitus 
Caeli ab arce 

mandi moli micuit, 



Ita veterao 

iste hoste subacto 
Polnm nodoso 

solvit mortis vinculo. 



Sic verbum caro 
factum a principio 

Lamen aeteraum 

missum patre saeculo. 



8. Tenebrae super 

ante erant abyssum, 
Quam radiaret 

primus dies dierum; 



6. Illeque proto 

vires adimens chao 
Tum improviso 

noctem pepulit mundo; 



Hoc quam prodiret 
vera lux, mortalia 

Contexit alta 
corda ignorantia. 



272 



Pars IL Hymnodia Hibemo-Celtica. 



10. Eodem die 

rabniin, at aiant, mare 
Post tergam liqoit 
liberatas Israel; 



13. Sicqae erepti 

neqaam iabemar fretis 
Laadare Deam 
explosis inimicis. 



11. Per hoc docemar 

mandi acta spernere 
Et in deserto 

virtatam consistere. 

12. Sabmerso saevo 

Cincri canant aemalo 
Certatim Deo 

laades, daci igneo; 



14. Et sicat ille 

lacis fit initiam^ 
Ita et iste 

salatis exordiam; 

15. Locatar primas 

in tenore diei, 
Secandas vero 
in calore fidei. 



II. 



16. In fine mandi 

post tant^ mysteria 
Adest salvator 

cam grandi clementia; 

17. Tamqae aperte 

elementa praetendunt, 
Qoam vatam ora 
lacide concelebrant. 

18. Natas at homo 

mortali in tegmine 
Non deest caelo 
manens in trinitate. 



22. Tam per prophetam 

completar at dictam 
Saliet claadus 
at cervas pemiciter; 

23. Planaqae fatar 

absolato vincalo 
Lingaa matorom 
imperante Domino. 

24. Sardi sanantnr, 

caeci atqae leprosi, 
Funere traso 
' sascitantar mortai. 



19. Vagit in pannis, 

veneratur a Magis, 
Falget in stellis, 
adoratar in caelis. 

20. Statara vili 

continetar praesaepi, 
Cuias pugillo 

potest orbis concladi. 

21. Primamqae signam 

portendit discipalis 
Aqaae conversae 
in sapore nectaris. 



25. Totidem panes 

qainqae dividit virtlm 
Satarataras 
procal dabio milibas. 

26. Post tantas moles 

divinae clementiae 
Exosas ille 

stimalo invidiae, 

27. Qui invidere 

et odire, animam 
Pro inimicis 
prorogans dat victimam. 



I. De Deo et de Beata. 



273 



28. Adversos eam 

initar consilium, 
Qoi magni dictus 
consilii est angelus. 



34. [Tnnc] protoplaastum, 
[lacr]]mosa suboli 
Abiecta mali 

morte saeva ultrice, 



29. Accedunt ei _ 

ut latroni cnm gladiis 
Furem aeternis 
tradituro aestibus. 



35. Quemque antiqunm 
paradiso incolam 
Recnrsu suo 

clementer restituit. 



30. Tandem humano 
traditur iudicio, 
Mortali rege 

damnatur perpetuus. 



36. Exaltans caput 

universi corporis 
In trinitate 

locayit ecclesiam. 



31. Cruci confixus 

polum mire concutit 
Lumenque solis 

tribus obtendit horis. 



37. In hoc caelitus 

iubet portas^principes 
Regi cum sociis 
aeternales pandere, 



32. Saxa rumpuntur, 

velum scinditur templi, 
Vivi consurgunt 
de sepulcris mortui. 



38. Errantem propriis 

evehens centesimam 
Supernis ovem 
unleris ovilibus. 



33. Corrosum nodis 

annis fere milibus 
Extricat saevis 
inferi feralibus 



39. Quem exspectamus 

adfuturum iudicem 
lustum cuique 

opus suum reddere. 



40. Rogo, quam tantis _ 
talibusque donariis 
Yicem condigne 

possumus rependere? 



41. Qnid tam mortales 

tentamus micrologi 
Narrare, quivit 

quae nuUus edicere? 



42. Solum oramus 

hoc idemque maximum: 
Nostri, aeteme, 
miserere, Domine. 



Antiphon. ms. Benchorense anni 680—691. Cod. Ambrosian. C 5 inf. 
— 1,1 Praecamur. — 2, 3 sq. Die in der Hs. fehlenden Worte erganzt 
Warren (1. c n, p. 5) durch: „Trinum in tribus | adorandum personis". Nach 
Blume, Thesauri hymnologioi Hymnarium. 18 



274 Pars 11. Hymnodia Hiberno-Celtica. 

„trinam" aber ist in der Hs. noch ^P^ als Anfangsbuchstabe des nachsten 
Wortes lesbar. — 3, 4 locentiom. — 5, 4 misum. — 6, 2 cauo. — 6, 3 in- 
proviso. — 7,3 Polump nodoso. — 8, 2 abisum. — 8, 3 rQu]am; statt 
^antequam^ hier Zerlegung in „ante" (8, 2) und „quam". — o, 4 [pri]mus. 

— 9, 1 Der Text der Hs. scheint nicht verderbt zu sein; ich konstruiere: 
rAnte]quam (das „ante" von 8, 2 gehSrt zu „quam'' in 8, 3 und 9, 1) hoc 
(scil. die) vera lux prodiret etc. Warren andert: Hic quum prodiret | vera 
lux etc.; wie soll dann „Hic" iibersetzt und erklart werden? Muratori u. 
Daniel: Haec quam prodiret etc. — 10, 3 Post ergum. — 12, 2 Warren 
(1. c. II, pag. 39) erklart treffend „Cincri", Ablativ von Cincris, als Synonymon 
von „Pharao". — 15, 1 Loquatur. — 15, 2 tinore. — 17, 1 apertae. — 17, 3 
vatum hora. — 22, 2 diictum est; das „e8t" ist stark verblafst und daher 
von Herausgebern dieses Hymnus stets ubersehen worden. — 24, 2 adque. 

— 24, 3 troso. — 25, 3 Saturaturis. — 25, 4 „dubio" hier zweisilhigi was 
bei den Iren in der Regel nicht der Fall. — 27, 1 „Qui" bezieht sich auf 
„inimicis" (27, 3). — 27, 4 dat victimam fehlt; diese Liicke fullen Daniel 
und Warren aus durch: „precatus est"; aber so leidet der Reim, und das 
Gebet fiir die Feinde erwarten wir erst bei der Kreuzigung. Jedenfalls 
ist die Konstruktion der Strophe dunkel. — 28, 4 „Con8ilii" ist drei- 
silbig; die Iren lesen regelmafsig „ii" als einfaches „i" (cfr. 29, 2; 37, 3; 
38, 1; 40, 2) une schreiben oft auch so. — 29, 2 cum gladis; vgl. Note zu 
28, 4. — 30, 3 lege korrig. zu rege. — 31, 4 obtondit oris. — 33, 1 Con- 
rosum. — 38, 2 annos. — 33, 3 Extrecat senis. — 34, 2 soboli ; „lacrimosa" 
wohl Attribut zu „morte"; „saeva ultrice mali" Apposition zu „morte". — 
36, 4 aecclesia. — 37, 3 socis korrig. zu sociis; vgl. Note zu 28, 4. — 
38, 1 propris; vgl. abermals Note zu 28, 4. — 38, 2 evichens centissimam. 

— 40, 1 tantes korrig. zu tantis. — 40, 2 donaris; vgl. Note zu 28, 4. — 
41, 2 temptamus migrologi. — 41, 3 quevit. — 42, 3 aeternae. — Am Schlufs 
^Alleluia^ ; letzteres auch nach der ersten Strophe. 

Der Titel, am Rande verzeichnet» lautet : „ imnum apostolorum, ut alii 
dicfu/nt ...."; meines Erachtens stand auf dem unten abgerissenen Folio 
des Eodex (der Text des Hymnus beginnt auf dem unteren Teile des Blattes) 
der Namen dessen, der „nach Behauptung anderer" neben den Aposteln als 
Yerfasser zu gelten habe. Der Ursprung des Hymnus von den Aposteln 
ist selbstredend eine Legende. Es ist schwer begreiflich, wie man hier 
die Ubersetzu^ng eines griechischen Originales vermuten und sogar einfach 
behaupten konnte. Etwas anderes ist die Annahme, der Stoff dieses Liedes, 
welches als rhythmisch abgefafstes Glauhenshekenntnis (daher wohl die Be- 
zeichnung „hymnus apostolorum^ als Pendant zura „symboIum apostolorum") 
angesehen werden kann, sei einer griechischen Vorlage entuommen. — Fur 
irische Provenienz spricht die Quelle, der durchweg beobachtete Reim in so 
friiher Zeit, die standige Synizese von ii zu i, die Bezeichnung Pharaos 
durch Cincris (12,2), die Schreibweise „qu" vor Vokal statt „c" (15, 1), die 
Erwahnung dieses Hymnus in der 2. Vision Adamnans (cfr. Stokes in der 
Revue Celtique, XII, 240). 

Sehr zu beachten ist, dafs Strophe 4 — 15 inhaltlich von Strophe 16 — 39 
ganz verschieden sind; daher hob ich, was in der Hs. u. sonstwo nicht ge- 
schehen ist, beide Teile graphisch als getrennte hervor. — Str. 1 — 3« konnen 
als Prooemium gelten. Ihnen ist eigentiimlich, dafs die vier Halbzeilen 
immer paarweise reimen ; zur Wahruuff dieses Reimes schrieb ich 2, 3 „per- 
sona" , wahrend sonst eher „personi8 zu erwarten ware. — Str. 4 be^nnt 
nun ganz abrupt mit „ffic enim dies". Welcher Tag? Und warum „emwi"? 
Das alles pafst schlecht zu der sonst breiten Darstellung. Demnach scheiut 
mir vor Str. 4 etwas zu fehlen, vielleicht der Anfang einer besonderen 
Dichtung, die nachtraglich mit einer anderen, von welcher die Str. 1—3 
vielleicht ebenfalls nur ein Bruchstiick bilden, zusammengeschweifst wurde. — 
In den Strophen 4 — 16 wird durch je ein Strophenpaar ein Vergleich zwischen 
den zwei Schopfungstagen der materiellen und der geistigen Welt angestellt; 
jene materielle Schopfong beginnt mit dem Lichte, die geistige mit der £nt- 



I. De Deo et de Beata. 



275 



sendung des „lumen aeternum^ (5, 3), welches Christus ist. Demnach 
ist in 4, 2 „velut" wohl aufzufassen als gleichbedeutend mit „8icut" : Sicut 
dies primogenitus etc. (= Str. 4), sic verbum caro factum etc. (= Str. 5). 
Dieser Teil des Hymnus war anscheinend urspriinglich fur den Sonntag 
bestimmt. — Ganz anders geartet ist die Darstellungsart in den Str. 16 — 39, 
welche einfach erzahlend uber das Leben Jesu Christi berichten, ahnlich wie 
im Hymnus „Hymnum dicat twrha fratrum^. Als Epilog schliefsen sich 
Str. 40 — 42 ganz organisch an die Str. 16—39 an. — Vielleicht also haben 
wir ein Komglomerat von drei ursprunglich getrennten Gedichten vor uus. 
Die Vers- und Strophenabteilung entspricht genau jener in der Hand- 
schrift ; ein jambischer Fiinfsilber u. ein trochdisdier katalektischer Dimeter 
wechseln ab, gerade wie bei „Sancti venite^ (Nr. 228), ^Celebra luda^ 
(Nr. 234) und „Audite fratres"" (Nr. 251). 



216. Hynmns ^Altns Prosator^ sancti Golniiibae* 

B. Quis potest Deo placere | Novissimo in tempore 
Variatis insignibas | Veritatis ordinibus 
Exceptis contemptoribns | Mandi praesentis istias? 



Altas prosator, vetustus 
Dierum et ingenitus 
Eitt absque origine 
Primordii et crepidine, 
Est et erit in saecula 
Saeculorum infinita; 
Cui est unigenitus 
Christus et sanctus spiritus 
Coaetemus in gloria 
Deitatis perpetua. 
Non tres deos depromimus, 
Sed unum Deum dicimus 
Salva fide in personis 
Tribus gloriosissimis. 



3. Caeli de regni apice 
Stationis angelicae 
Claritate prae fulgoris, 
Venustate speciminis 
Superbiendo ruerat 
Lucifer, quem formaverat, 
Apostataeque angeli 
Eodem lapsu lugubri 
Auctoris cenodoxiae, 
Pervicacis invidiae, 
Ceteris remanentibus 
In snis principatibus. 



Bonos creavit Angelos 
Ordines et Archangelos 
Prmcipatuum ac Sedium^ 
Potestatumj Virtutium, 
Uti non esset bonitas 
Otiosa ac maiestas 
Trinitatis in omnibus 
Largitatis muneribus, 
Sed haberet, caelestia 
In quibus privilegia 
Ostenderet magnopere 
Possibili fatimine. 



4. Draco magnus taeterrimus, 
Terribilis et antiquus, 
Qui fuit serpens lubricus, 
Sapientior omnibus 
Bestiis et animantibus 
Terrae ferocioribus, 
Tertiam partem siderum 
Traxit secum in baratbrum 
Locjorum infernalium 
Diversorumque carcerum 
Refugas veri luminis 
Parasito praecipites. 
18 " 



276 



Pars II. Hymnodia Hibemo-Celtica. 



5. Excelsus mandi machinam 
Praevidens et harmoniam, 
Caelom et terram fecerat, 
Mare, aquas condiderat, 
Herbarum quoque germina, 
Yirgultorum arbuscula, 
Solem, lunam ac sidera, 
Ignem ac necessaria, 
A?es, pisces et pecora, 
Bestias, animalia, 
Hominem demum regere 
Protoplaustum praesagmine. 

6. Factis simul sideribus, 
Aetheris luminaribus, 
Conlaudaverunt angeli 
Factura pro mirabili 
Immensae molis Dominum, 
Opificem caelestium, 
Praeconio laudabili, 
Debito et immobili 
Concentuque egregio 
Grates egerunt Domino 
Amore et arbitrio, 

Non naturae donario. 

7. Grassatis primis duobus 
Seductisque paerntibus 
Secundo ruit diabolus 
Cum suis satellitibus, 
Quorum horrore vultuum 
Sonoque volitantium 
Consternarentur homines 
Metu territi fragiles, 
Non valentes carnalibus 
Haec intueri visibus, 

Qui nunc ligantur fascibus, 
Ergastulorum nexibns. 

8. Hic sublatus e medio 
Deiectus est a Domino, 
Cuius aeris spatium 
Constipatur satellitum 
Globo invisibilium 
Turbido perduellium, 



Ne malis exemplaribus 
Imbuti ac sceleribus 
NuUis unquam tegentibus 
Saeptis ac parietibus 
Fomicarentur homines 
Palam omnium oculis. 

9. Invehunt nubes pontias 
Ex fontibus brumalias 
Tribus profundioribus 
Oceani dodrantibus 
Maris, caeli climatibus, 
Caeruleis turbinibus 
Profuturas segitibus, 
Vineis et germinibus, 
Agitatae flaminibus 
Thesauris emergentibns, 
Quique paludes marinas 
Evacuant redprocas. 

10. Raduca ac tyrannivi 
Mundique momentanea 
Regum praesentis gloria 
Nutu Dei deposita; 
Ecce, gigantes gemere . 
Sub aquis magno ulcere 
Comprobantur, incendio 
Aduri ac supplicio 
Cocyti que Charybdibus 
Strangulati turgentibus, 
Scyllis obtecti fluctibus 
Eliduntur et scrupibus. 

11. Ligatas aquas nubibus 
Frequenter crebrat Dominos, 
Ut ne erumpant protinus 
Simul ruptis obicibus, 
Quarnm uberioribus 

Venis velut uberibus 
Pedetentim natantibus 
Telli per tractus istius 
Gelidis ac ferventibus 
Diversis in temporibos 
Usquam influunt flumina 
Nunquam deficientia. 



I. De Deo et de Beata. 



277 



12. Magni Dei virtatibas 
Appenditar dialibus 
Globas terrae et circalas 
Abysso magnae inditos 
Saffalta Dei, idama 
Omnipotentis valida, 
Colamnis velat vectibas 
Eandem sostentantibas, 
Promontoriis et rapibus 
Solidis fondaminibas 
Telot qoibasdam basibas 
Firmatas immobilibos. 



13. Nalli videtar dubium 
In imis esse infernum, 
Ubi babentur tenebrae, 
Yermes et dirae bestiae, 
Ubi ignis sulpbureus 
Ardens flammis edacibus, 
Ubi rugitus hominum, 
Fletus et stridor dentium, 
Ubi Gehennae gemitus 
Terribilis et antiquus, 
Ubi ardor flammaticus, 
Sitis famisque horridus. 

14. Orbem infra, nt legimus, 
Incolas esse novimus, 
Qnorum genu precario 
Frequenter flectit Domino, 
Quibusque impossibile 
Librum scriptum revolvere 
Obsignatum signacnlis 
Septem de Christi monitis, 
Quem idem resignaverat, 
Postquam victor exstiterat 
Explens sui praesagmina 
Adventus prophetalia. 

15. Plantatum a prooemio 
Paradisum a Domino 
Legimas in primordio 
Genesis nobilissimo, 
Cuius ex fonte flumina 
Quattuor sunt manantia, 



Cuius etiam florido 
Lignum vitae in medio, 
Cuius non cadunt folia 
Gentibus salutifera, 
Cuius inenarrabiles 
Deliciae ac fertiles. 



16. Quis ad condictum Domini 
Montem ascendit Sinai? 
Quis audivit tonitrua 
Ultra modum sonantia, 
Quis clangorem perstrepere 
Inormitatis buccinae? 
Quis quoque vidit fulgura 
In gyro coruscantia, 

Quis lampades et iacula 
Saxaque collidentia 
Praeter Israhelitici 
Moysen iudicem poputi? 

17. Regis regum rectissimi 
Prope est dies Domini, 
Dies irae et vindictae, 
Tenebrarum et nebulae 
Diesqae mirabiliom 
Tonitruorum fortium, 
Dies quoque angustiae, 
Maeroris ac tristitiae, 
In quo cessabit mulierum 
Amor ac desiderium 
Hominumque contentio 
Mundi huius et cupido. 

18. Stantes erimus pavidi 
Ante tribunal Domini 
Reddemusque de omnibus 
Rationem affectibus, 
Videntes quoque posita 
Ante obtutus crimina 
Librosque conscientiae 
Patefactos in facie; 

In fletus amarissimos 
Ac singultus erumpemus 
Subtracta necessaria 
Operandi materia. 



278 



Pars II. Hymnodia Hiberno-Celtica. 



19. Tnba primi archangeli 21. 
Strepente admirabili 
Erumpent manitissima 

Claustra ac poliandria, 
Mnndi praesentis frigola 
Hominam lacescentia 
Undique conglobantibus 
Ad compagines ossibus, 
Animabus aethralibus 
Eisdem obviantibus 
Rursumque redeuntibus 
Debitis mansionibus. 

20. Uagatur ex climactere 22. 
Orion caeli cardine 

Derelicto Virgilio, 
Astrorum splendidissimo, 
Per metas Thetis ignoti 
Orientalis circuli ; 
Girans certis ambagibus 
Redit priscis reditibus, 
Oriens post biennium 
Vesperugo in vesperum ; 
Sumpta in problematibus 
Tropicis intellectibus. 



Xristo de caelis Domino 
Descendente celsissimo 
Praefulgebit clarissimum 
Signum crucis et vexillum, 
Tectisque luminaribas 
Duobus principalibus 
Cadent in terram sidera 
Ut fructus de ficulnea, 
£ritque mundi spatium 
Ut fomacis incendium; 
Tunc in montium specubns 
Abscondent se exercitus. 

Ymnorum cantionibus 
Sedulo^tinnientibus, 
Tripudiis sanctis milibus 
Angelorum vemantibus 
Quattuorque plenissimis 
Animalibus oculis 
Cum viginti felicibus 
Quattuor senioribus, 
Coronas admittentibus 
Agni Dei sub pedibus, 
Laudatur tribus vicibus 
Trinitas aeternalibus. 



23. Zelus ignis furibundos 
Consumet adversarios 
Nolentes Christum credere 
Deo a patre venisse. 
Nos vero evolabimus 
Obviam ei protinus 
Et sic cum ipso erimus 
In diversis ordinibus 
Dignitatum pro meritis 
Praemiorum perpetuis 
Permansuri in gloria 
A saeculis in saecula. 



Liber ms. Bobiensis de Vita Contemplativa Pseudo-Prosperi (Juliani 
Pomerii?) saec. 9. Cod. Ambrosian. M 32. sup. 4. A. — Liber ms. de Vita 
Contemplativa saec. 9. Cod. Schol. Medic. Montispessulan. 218. B. — Liber 
ms. Floriacensis de Vita Contemplativa saec. 10. in. Cod. Aurelianen. 169 (146). 
C. — Liber ms. Tegurinus de Vita Contemplativa saec. i®/ii. Clm. Monacen. 
18665. D. — Hymn. ms. Hibernicum saec. 11. in. Cod. Coll. Trinit Dub- 
linen. E 4. 2. E. — Hymn. ms. Hibemicum saec. 11. Cod. Conv. Franciscan. 
Dublinen. s. n. F. — Collect. ms. Hibernicum (Leabhar Breac) saec 14. 
Cod. Academ. Reg. Dublinen. s. n. G. 

Die Lesarten von A entnehme ich dpr Publikation Reiffersch^ds in den 



L De Deo et de Beata. 279 

SitmiSsliL d. Wiener Akad. d. W. Plul.<Hi8t Kl. LXYH (1871), S. 544 ff; 
jene t« B der PoblikAtion Boucherie^s in der Revae des langaes romanes. 
Vn (187S)I^ S. 15 ffl; jene von C der Ansgabe CuissarcTs in der Revne cel- 
tique. T (1881X S. 207 ff 

1, 1 Alins B* ; prositor EF, prosetor G, (prosator, gebildet von ^prosero", 
= pf€geBitor; gelanfiger ist das Femininnm ^prosatrix** ; eine ganz andere 
Bildiiiig ist ^prosator" von ,prosa'' = Prosen- oder Sequenzen-Dichter). 
— 1, 4 Primordi G (drnckt graphisch ans, wie „ii" in der Regel in den 
irisdMn Hjmnen zn lesen ist, namlich als eine SUbe); et in B. — 1, 8 et 
spiritos sanetos C. — 1, 9 Qnoaetemns A. — 1, 10 Dietatis perpetnae EG. — 
1, 11 Non tris EFG. — 1 , 14 gloriasissimis G. — Vielleicht sind Vers 13 
nnd 14 spitae Zntat, da sonst immer nnr 12 Yerse; vgl. jedoch die 
symbolisde Dentnng in der nnten fo]genden Einleitnng in £ u. F. — 2, 1 
Bonns B*. — 2, 3 Principatnm BEFG (abermals graphisch ansdruckt, wie 
lesen ist; cfr. Note wi 1 , 4); ac fehlt C. — 2, 4 et virt B«, C; 



▼irtntnm ABCD (man vgl. die Form ^virtntinm*' im Yers 3, 4 des 
folgenden Hvmnns Ih te ^riste). Die Genetive in 2, 3 n. 4 sind abhangig 
von ^Oidines* (2, 2), weshalb die Wortfolge im letzteren Verse eigentlich 
sein sollte: Archangelos et ordines; der Rieim verlangte die geschranbte 
SteHnng. Beachtenswert, dals nnr sechs Chdre der Elngel erwahnt sind. — 
2, 6 Odosa D. — 2, 9 aberet A. — 2, 10 previlegia C^F, prevelegia G. 

— 2, 11 magnopaere C. — 2, 12 fortiminae B', fortimine B*, £itimini G. 

— 3, 3 pro fhlgoris AC, profhlgoris B, pro Ihlgnris D, praefhlgoris £G, 
prefhlgoris F; ni konstmieren ist wohl: Lncifer snperbi^do prae claritate 
fiilgoris [et prae] vennstate speciminis de apice regni stationis angelicae 
caeli meraL — 3, 5 Snberbiendo D^. — 3, 7 Apostataqne G, Apostateqnae 
B. — 3, 8 lapso B^. — 3, 9 caenodoxiae AB, coenodoxiae C, chaeno- 
doxiae D*. — 3, 10 Pervicatis B. — 3, 12 suis principibns C. — 4, 1 
deterrimns EFG. — 4, 2 et anticuus A^. — 4, 4 Bestis G (cfr. Note zu 
1, 4 n. 2, 3); et fehlt F. — 4, 6 feracioribus E. — 4, 8 Uber ^Traxit*: iUe 
draco A*. — 4, 10 Diversomm quae A^; uber ^earcemm": stellas A*. — 
4, 11 Beifhga E', Refhgax £*F; viri Inminis B'; nber ^Refhgas^: fhgitivas 
traxit secnm A^. — 4, 12 €l>er die zwei Schlufssilben von ,,Paraffilo ist ge- 
schrieben: -dyso A^; praecapites D, praecipiter B. — 5, 4 et aqnas condidit 
ACDEFG (nnr B wahrt den Reim; man beachte, dals in den irisdien 
Hjmnen oflers ein Plusquamperfekt im Sinne des Perfekt stebt). — 5, 5 Her- 
bammqne qnoqne D. — 5, 7 ac fehlt G. — 5, 8 Ignem ab A* ; necessariam 
B. — 5, 9 peocora DEF, apeccora G. — 5, 10 Bestias et EF>G: animalinm 
B^ — 5, 11 Hominum D; regoere C. — 5, 12 Protoplastnm B^EFG; 
prosangnine D. — 6, 1 sederibus G. — 6, 4 promirabili A. — 6, 5 
mobilis Dominnm D. — 6, 6 celetium G. — 6, 7 Praeconinm D: landabile 
EG. — 6, 8 immobile EG. — 6, 12 denario D. — 7, 1 Grasatis E (cfr. 
16, 3 u. 18, 3 in Xr. 214). — 7, 3 zabulns EFG ; „se€Uftdo mif, der zveiU 
Stnrz des schon ge^illenen Engels von der Erde kut Holle, nachdem der 
erste Sturz vom Himmel zur Erde geschehen sei, ist eine eigentnmliche An- 
sicht. — 7, 4 satilitibus E. — 7, 5 orrore ABC, errore D. — 7, 7 Conster- 
nantnr D'. — 7, 10 vissibus A'. — 7, 12 Ergostnltomm D, Ergastolomm 
CE; nixibns C. — 8, 1 remedio A. — 8, 2 Diectns G. — 8, 3 Cuius cris 
A^ — 8, 4 satilitnm EFG. — 8, 6 Turpitndo (Silbe „-tu-" uber der Zeile) 
A, Turpido D. — 8, 8 hac AB. — 8, 12 homnium A. — Str. 9 nnd aDe 
folgenden fehlen in G. — 9, 1 Invennt A. — 9, 2 brunalias D. — 9, 4 
Hooea nidodrantiba« A, Oleani B', Occiani EG, Ociani F. — 9, 5 Malis 
D; caelis B; clematibns B'C. — 9, 6 Chemleis ACD^ — Die Konstmktion 
von 9, 1—6 erscheint schwierig: jedenfalls ist wohl „nubes^ Snbjekt, und 
das Pridikat ^invehnnt'' mit seinem Objekt „pontias bramalias^ (= winter- 
liches lfeereswasser?j ist zu verbinden mit „caeli climatihuM'' ( den Hdben 
des Himmels ffihren die Wolken das Wasser zuj; ^dodran»'^ bedentet hier tyFlut^, 
eine Bedeutm^, welche sich ans der Beziehung dfiv Flnt zu den VUsrtelB 
(dodrans) des Mondes erklart — 9, 7 segitibns 0EFO. — 9, 8 Vinii« E; 



280 P*»*8 n. Hymnodia Hiberno-Celtica. 

germanibas B^. — 9, 9 Agitatae, Attributzu ^nubes". — 9, lOTensauris B*. — 9, 11 
Quaeque B; (Quique kann sich wohl nur beziehen auf ^thesauri^, hier = Schatz- 
kammem [des Windgottes]) ; plaudesC, wenn nichtDruckfehler bei Reifferscheid. 

— 10, 1 Kadica A. — 10, 2 momentania E. — 10, 3 praesentis nur A*B': 
durfte das einzig richtige sein (Mundique . . . praesentis regum). — 10, 4 
depossita E. — 10, 5 gignantes B. — 10, 6 magno fehlt P. — 10, 8 suplido 
BE. — 10, 9 Concitique B ; carybdibus B, caribdibus AD, carubdibus CEF. — 
10, 10 Strangula niter gentibus (!) D. — 10, 11 Cillis B\ Cellis B«, Scillis 
ACDEF. — 10, 12 scrupibus AC, crupibus BD, scropibus EF (die klassische 
Form ist ^scrupus" = Schroffen, rauher Fels; analog zu «rupes" scheint 
dann ^scrupis" gebildet zu sein). — 11, 1 nudibus D. — 11, 2 crebat A*, 
celebrat D. — 11, 4 opicibus D, obiicibus EF. — 11, 6 velud C. — 11, 7 
Peditentim AD, Peditemptim F. — 11, 8 pertractus C, protractus B, per 
tracti D. — 11, 9 Gellidis E^ — 11, 11 influant D. — 11, 12 Usquam E^FK 

— 12, 2 dealibus ABCD; es verdient Beachtung, dafs ^dialis'' sich 5fters in 
der Vita Columbae von Adamnan vorfindet. — 12, 3 terri D ; circulis A*. - 
12, 4 Abyso B, Abyssi EF; magno F^ — 12, 5 Suffulta F; Suffultu mufs 
wohl erklart werden als Ablat. instrum. von ^suffiiltus'^ == Unterstutzung, 
wozu das interessante hebraisierende Wort ^iduma'' (ABCD bieten ^idama" 
= Hand) als erklarende Apposition ffehort. — 12, 7 velud AC. — 12, 8 
Eundem fehlt D; sustentibus D. — l2, 9 Promontoris AB'C, Promunctoriis 
B^ (zur Schreibung -is statt -iis vgl. Note zu 4, 4). — 12, 10 Solis E. — 
12, 11 bassibus EF. — 12, 12 immolibus B. — 13, 1 videntur D. — 13, 3 
Ubi fehlt D. — 13, 4 ac EF. — 13, 5 sulphoreus B, solphorius E. solphu- 
reus F. — 13, 6 adacibus A^, ac dacibus C, aedacibus D. — lo, 7 sqq. 
hominum-gemitus fehlt D; ist vom Schreiber ubersprungen. — 13, 8 ac 
stridor EF. — 13, 10 anticus A. — 13, 12 Situs famexque B; orritus A', 
orridus A^C. — Str. 14--21 fehlen E, da ein Blatt entfemt ist — 14, 3 
genus ACD; praecario AC. — 14, 8 Christo BF. — 14, 9 signaverat C. — 

14, 11 Explen A'B^ — 14, 12 Atuentus A. — 15, 1 Plantum D^; a pro- 
chemio ACD, preraio B\ proemio B^, prohemio F. — 15, 2 Paradysum ABCD. — 

15, 4 Genessis F. — 15, 7 Cuius et tua (iiber Kasur und nicht sicher zu 
entziffem) F. — 15, 8 vitae est medio F. — 15, 11 ininnarabilis B. — 15, 12 
Diliciae B, Delitiae D. — 16, 1 condictam ABCD; fur ein Substantiv „con- 
dicta" weifs ich keinen Beleg. — 16, 2 consedit B ; Synai D. — 16, 4 Supra 
modum F. — 16, 5 persterpere A. — 16, 6 Vielleicht ist zu schreiben Enor- 
mitatis oder Innormitatis ; bucinae ABCF, bucine D. — 16, 7 figura A^, ful- 
gora A^BCDF. — 16, 9 lampadas D. — 16, 11 Praeter Moysen (st. Israhelitici) 

C. — 17, 1 Rejres D; man beachte hier die bei den Iren sehr beliebte 
Alliteration von r. — 17, 9 sq. cessauit amor mulierum D. — 18, 4 effecti- 
bus F. — 18, 8 faciae B^; — „in facie" ist in D ausradiert, aber noch les- 
bar; auf dem folgenden Folium beginnt ebendort eine Neuschrift saec. ^*/i6. 
mit Wiederholung von „in facie". — 18, 9 amarissimus B^. — 18, 10 
aerumpemus C. — 19, 2 Strepenti D. — 19, 3 minutissima D. — 19, 5 
frigora F^; frigola, das alle Quellen bieten, kann ich nicht erklaren; ob „fri- 
vola" zu lesen ist? — 19, 6 lucescentia AC, luciscentia B, lacescentia D, 
liquescentia F; was zu wahlen ist, wird von „frigola" abhangen. — 19, 8 
conpagine B. — - 19, 9 Animalibus F* ; et ratibus A, etralibus BC, ateralibus 

D, ethrialibus F. — 19, 10 obiantibus B^ , obeuntibus F. — Der Titel zur 
Str. 20 in F hilft hier zum Verstandnis: „De tribus sideribus igneis Christum 
significantibus ;" ferner folgender Text aus Bedas „De signis caeli" (Migne, 
PP. lat. 90, 947): ^Orion obliquus quidem Tauro habet in capite stellas splen- 
didas tres . . . Hae autem stellae Pleiades et Virgiliae [20, 3 Vireilius] 
necnon et Subulcae dicuntur". Die drei Steme waren also hier Orum, Oriens 
(= Lucifer) und Vesperugo (= Vesper oder Venus); die symbolische Deutung: 
Christus hat gleichsam wie Orion den Glanz des Himmeis verlassen und ist 
der Erde erschienen als ein Lichtbringer (Lucifer); nachdem er von uns ge- 
schieden, wird er am Ende der Zeiten ein zweites Mal wieder erscheinen 
als Abendstern (Vesperago). — 20, 2 cardinae B. — 20, 4 Splendiens imo 



I. De Deo et de Beata. 281 

aDtrorura B^; splendiensimo C. — 20, 5 thetis D, tethis AC, titis B, tithis 
F. — 20, 7 Gyrans BC. — 20, 8 priscis peditibus D. — 20, 11 probles- 
matibus B, proplesmatibus F. — 21, 2 celissimo D. — 21, 3 Praefalgebat 
B. — 21, 4 vixillum B. — 21, 7 in terra B; sydera CD. — 21, 12 Ab- 
sconderit D. — 22, 1 canionibus D^. — 22, 2 tinmentibus A*. — 22, 3 
Tribudis A^ Tripudis A^, Tripidus B, Tripudiis C, Tripidis D, Tropodis E, 
Tripodiis F. — 22, 9 atmitentibus A, admitentibus B. — 23, 1 fiiribundus 
ABCEF. — 23, 2 adversarius C. — 23, 4 A Deo patre (das A uber Rasur) 
B. — 23, 6 eius D. — 23, 7 cum eo D. — 23, 9 Dignitatem AC. — 23, 12 
in gloria (cfr. 23, 11) E. 

Der Befrain, von mir an den Anfang gestellt, steht uberall am Schlufs. 
Im ersten Verse fehlt Deo F. — Am Schlufs des Refrains fugt D bei: 
„Deo gratias'^ ; alsdann in roter, nachtraglich stark radierter Schrift: „Ex- 
plicit liber venerabilis viri episcopi Prosperi de vita contemplativa". — In 
C folgt ein Gebet zur Fufswaschung am Grundonnerstag. — E u. F bingegen 
haben noch folgende Verse, die ein Gedicht fur sich zu bilden scheinen: 

Deum patrem ingenitum, | Caeli ac terrae Dominum, 
Ab eodemque filium | Saec(u)la ante progenitum 
Deumque spiritum sanctum, | Verum, unum, altissimum, 
Invoco, ut auxilium | Mihi opportunissimum 
Minimo praestet omnium | Sibi deservientium, 
Quem angelorum milibus | Consociabit Dominus. 



Vorwort zum Hymnus Altus prosator in E u. F (Urtext ist lateinisch 
u. altirisch): 

„Locus huius hymni Hi [= Hy, Jona, Ikolmkil auf* der Hebrideninsel 
Hy]. Tempus des Aedan mac Gabrain, Konigs von Schottland [574 — 606], 
und des Aed mac Ainmerech, Konigs von Irland [572 — 599]; Mauritius 

[582 — 602] autem vel Phocas war damals Konig der Romer. Die Person 
des Dichters] war Colum Cille [521 — 597] de nobili genere Scotorum; 
Colwnha dicitur ut ^estote prudentes sicut serpentes et simplices sicut 
colwnbae^, Causa, quia volnit Deum laudare, per septem annos hunc 
hymnum scrutans in Nigra Cellula (= Duibh Regles, Black Church, Schwarz- 
Kirche in Deny] sine lumine", i. e., um Verzeihung zu erlangen wegen der 
Schlacht, die er bei Cuil Dremne [jetzt Cooladrummon bei Sligo ; die Schlacht 
war um 561] gegen Diarmait, Cerbaills Sohn, gewann, und wegen der anderen 
Schlachten, an deren siegreichem Ausgang er beteiligt war [diese Schlachten 
waren jene bei Coleraine 579 und bei Cuil Feda, in der Nahe von Clonard, 
587; vgl. zu diesen Angaben Bemards jene von Greith, Gesch. der altir. 
Kirche, S. 185]. „Vel, ut alii dicunt, der Hymnus wurde aus dem Stegreif 
gemacht; namlich eines Tages war Colum Cille in Hi, und niemand weilte 
bei ihm aufser Baithin [der Liebling Columbas unter seinen 12 ersten Ge- 
f ahrten] ; und sie hatten zur Nahrung nur noch einen Korb Hafer. Da sprach 
Colum Cille zu Baithin: ,Aufsergewohnlich edle Gaste kommen heute zu 
uns, o Baithin% namlich Leute Gregors [Papst von 590 — 604], die mit (Je- 
schenken zu ihm kamen. Und er sagte zu Baithin: ,Bleib daheim, um die 
Gaste zu erwarten, damit ich zur Muhie gehen kann.' Und er hob seine 
Last auf sich empor von einem gewissen Steine , der in der Kirche war ; 
Blathnat [oder Moel-blatha] ist dessen Name, und er findet sich noch vor, 
und auf demselben wurde im Speisesaal die Verteilung vorgenommen [vgl. 
die alte Sitte im Kloster Hy, auf einem gemeinsamen Tisch des Speisesaales 
das gesegnete Brot zu zerteilen; Warren, Celtic Liturgy, p. 140; Dowden, 
Ceitic Church in Scotland, p. 168. — Den Stein selbst will Dr. Skene noch 
zwischen den Ruinen Hy's vorgefunden haben]. Aber seine Last fiel ihm 
schwer, und so dichtete er von jenem Platz bis zur Muhle seinen alphabetisch 
geordneten Hymnus ^Adiutor laborantium^ etc. Und nun, wann er die 



282 P*Jf8 n. Hymnodia Hiberao-Celtica. 

erste HandvoU [Hafer] auf den Muhlstein gab, begaun er mit der ersten 
Stropbe {capitulum), und das Zermahlen des ganzen Sack Hafer und die 
Komposition des Hymnus wurden gleichzeitig vollendet; aus dem Stegreif 
wurde er so gemacht. 

„Im Jahre 565 nach Christi Geburt kam Colum Cille nach Hi, ut Beda 
dicit [folgt der betreffende Abschnitt aus Beda, Hist. Eccl. lU, 4]. Brudi 
[des damaligen Piktenk5nigs] autem filius Melchon regebat Pictos tunc, et 
ipse immolavsit Columbae Hi, ubi Columba, cum esset annorum 76, sepultas 
est, post vero 34 [annos], ex quo ipse Brittaniam praedicaturus adiit. 

„Nun gut, dieser Hymnus wurde ostwarts zu Gregor [dem Grofsen] ge- 
bracht als Gegengabe fiir die Geschenke, die von ihm gesandt waren, nam- 
lich das Kreuz, dessen Name jGrofse Gemme* war, und die Hymnen der 
Woche. [Vgl. meinen Aufsatz ,Gregor der Grofse als Hymnendichter* in 
Stimmen aus Maria Laach, Bd. 74, S. 269 ff.J. Die Cberbrin^er des Hymnus 
aber anderten drei Strophen, um Gregor zu prufen, namlich ,Bic suhlatus^ und 
yOrbem^ und ,Vagatur' [= Str. 8; 14 u. 21]. Als sie indessen begannen, 
den Hymnus Gregor laut vorzulesen, erschienen Engel Gottes und blieben 
stehen, bis man zu den veranderten Strophen kam; auch Gregor stand aos 
Ehrfurcht auf. Aber bei den veranderten Strophen safsen die Engel nieder; 
ebenso setzte sich Gregor, und der Hymnus wurde auf diese Weise fertig 
gelesen. Dann hiefs Gregor sie ein Gestandnis ablegen ; denn er wofste, dais 
sie am Hymnus geandert hatten. Und sie gestanden und erhielten Yer- 
zeihung. Gregor sagte dann , der Hymnus sei ohne Fehler, nur enthalte er 
nicht genug des Lobpreises der Dreifaltigkeit per S€ , sondera aus den Ge- 
schopfen. Dieser Tadel wurde dem Columba berichtet und war Veranlassung, 
dafs er den Hymnus ,Jw te Christe^ [folgende NummerJ dichtete. 

„Die Strophenfolge ist alphabetisch more Hebraeo . . . Sechs Linien 
bilden je eine Strophe, und jede Linie besteht aus 16 Silben [zur Hervo^ 
hebung des Reimes sind diese „Linien'^ von mir in je zwei Verse bzw. in ein 
YerBpaxir zerlegt]. Ausgenommen ist die erste Strophe, in der sich sieben 
Linien finden; denn sie enthalt das Lob Gottes. Passend furwahr ist diese 
Ungleichmafsigkeit gegeniiber den anderen Strophen in Anbetracht der grofsen 
Verschiedenheit Gottes von seinen Geschopfen; passend ist die Sechs-Zahl 
autem in ereaturis, quia sex diebus factae sunt . . . 

„Als Regel fiir die Rezitation huius hymni moge gelten, dafs „Qms 
potest Deo^ [d. i. der RefrainJ zwischen je zwei Strophen (capitula) wieder 
holt werde; dann wird eine besondere Gunst auf ihm rahen, da man ilm 
fruher so sang. Manche Vergunstigungen sind mit diesem Hymnus verbunden, 
nS,mlich: Engel sind anwesend, wahrend er gebetet wird; keinen Damoo 
wird der Pfad dessen kennen, der ihn taglich betet, uud seine Feinde werdeD 
ihn nicht zu seinem Schaden an jenem Tage antreffen, wann er den Hymnas 
singt; auch wird nicht Zwietracht sein in dem Hause, wo er gewohnlicb ge- 
betet wird; ja, er schiitzt gegen jeglichen Tod, ausgenommen den im Bette 
(„save death on pillow"); noch auch wird Hungersnot oder Mangel an 
Kleidung dort herrschen, wo er oft in Brauch ist; et aliae multae sont 
[gratiae]." 

Ahnlich lautet die Prafatio in G (Leabhar Breac). Dort kommt klarer 
zum Ausdruck, dafs Columba 2 Hymnen dichtete, den einen, namlicb 
^Adiutor laborantium^ , auf dem Wege zur Miihle, den anderen, namlich 
,Altus prosator* in der Miihle bei der Arbeit. Der erstere Hymnns ist 
nicht bekannt, vielleicht liegt beim Kommentator eine Verwechslung mit dem 
gleichfalls von Columba verfafsten Hymnus ,In te Christe credentiuff^ 
(folgende Nummer) vor, der nach dem Riefrain beginnt: Deus in adiutorium 
I Intende laborantium. — Unter den „multae gratiae huius hymni" fiilirt 

G auch noch an : „quisquis eum cantaverit frequenter , non erit in 

inferao post diem iudicii, etiamsi mala multa egerit; et habebit divitias 
multas et longitudinem saeculi.** — Ebendort findet sich folgende Vorschrift 
in irischen Versen: 



I. De Deo et de Beata. 283 

Geib in tAUus^ co basecht, Sing den yAUus^ sieben Mal, 

Na datn cert do deman dar; Der dem Damon nimmt sein Recht; 

Ni*s*fil galar isin bith, Krankheit gibfs nicht in der Welt, 

Na cith na coirfe for cul. Nicht Gewitter, das ihm trotzt. 

Dieses Beten des „Altas prosator^ zu sieben Malen spielt auch eine 
Rolle in der merkwQrdigen Legende des weisen Iren Maelsuthain (mits^teilt 
von O^Curry^ Manuscript Materials of Irish History, pag. 78, und von Todd, 
Lib. Hymn., p. 240 sqq.),| dessen Sohn Maelpatrick einer Krankheit erlegen 
war, obgieich sein Vater sieben Mal, um ihn herumgehend, den „Altu8** ge- 
betet hatte. Voll Verdrufs dariiber unterliefs letzterer sieben Jahre lang 
das Beten dieses Hymnus, bis ihra Kunde kam, dafs er ob dieses und zwei 
anderer Vergehen harten Strafen im Jenseits entgegen gehe. Denn sein 
Sohn sei nicht gestorben, weil Gott den „Altus" nicht in Ehren halte, sondem 
nur, weil er den guten Sohn bei den Engeln und uicht bei den Menschen 
sehen wollte. Maelsuthain gab seine Vergehen auf und sang von da an den 
„Altus^ jeden Abend sieben McH und fand das gehofite Erbarmen Gottes. 



In diesem Gemisch von Geschichte und Legende ist neben dem Hjmnen- 
geschenk Gregors des Grofsen die Autorschaft Columbas von besonderem 
Interesse. In A — D ist der Hymnus mit der ,Vita Contemplativa' in Ver- 
bindung gebracht, weshalb der Verfasser der lelateren, Pseudo-Proajper bzw. 
Jnlianus Pomerius, als Dichter des ,Altus prosator* gelten konnte. Dagegen 
spricht, wie Bemard (1. c. II, p. 143) mit Recht betont, die Grundverschieden- 
heit der Sprache in den echten Werken Prospers sowie in der Vita Contem- 
plativa von der Spracbe in unserem Hymnus. Stil und Metmm (Silben- 
zahlung und Reim) haben echt irisches Geprage. Ausschlaggebend ist be- 
sonders auch der Gebrauch von Schrifttexten, welche nicht der durch Hiero- 
njmus revidierten Vulgata entnommen sind, sondem der vor Hieronymus 
gebrauchlichen lateinischen Bibelubersetzung. Bernard hat diese wichtigen 
Ausdrucke zusammengestellt : 1 , 1 sq. , Veiustus dierum' , in der Vul* 
gata .antiquMS diemm*; — 4, 3 sq. ,serpens sapientior^, in der Vulgata 
,serpens callidior^'^ — 4, 12 ,praecipites'^ unter Anlehnung an Apoc. 12, 9 
jpraedpitatus est*, in der Vulgata ,proiectus est* ; — 20, 8 ,Ad compagines^ 
in der Vulgata ,ad iunctu>ram suam*; — 21, 3 yVirgiW unter Anlehnung 
an Job 9, 9 ,qui facit Virgilias et Vesperam*, in der Vulgata ,qui facit . . . 
Hyadas^, u. a. In Irland aber war zu Columbas Zeiten allem Anschein 
nach noch nicht die Cbersetzung des hl. Hieronymus in Brauch. Kurz, 
alles deutet auf den Ursprung dieses Hymnus in Irland wdhrend des 6. 
oder 7. Jahrhtmderts, Die Angabe in den drei irischen Quellen E, F und 
G, dafs C o 1 u m b a der Dichter sei, verdient demnach voUen Glauben, wenn- 
gleich der geschichtliche Kem reichlich mit Legendarischem umhfiUt ist. 

Hrabanus (t856) hat Columbas Dichtuxig in seinen Rhythmus „De fide 
catholica^ des Anfanges jAeterne rerum conditor \ Et clarus mundi formator*^ 
(Dummler, Poet. lat. II, 197 sqq.) fast vollstandig unter Umdichtung einzelner 
VersB und Wendungen verwoben. 



217. Ad Demn. 

Oratio sancti Columbae. 

R. In te, Cbriste, credentium | Miserearis omniam; 
Tu es Dens in saecnla | Saecnlorom in gloria. 



284 P^^B ^- Hymnodia Hiberno-Celtica* 

1. DeuSy in adiatoriam 4. Deus opis eximiae 
Intende laborantiam, Caelestis Hierosolymae, 
Ad doloram remediam Deus, rex, regni gloria, 
Festina in aaxiliam. Deus, ipse victoria. 

2. DeuSy pater credentiam, 5. Deus aeterni laminis^ 
Deus, vita viventiam, Deus inenarrabilis, 
Deus deoram omniam, Deus altas, amabilis, 
Deus, virtas virtatiam. Deus inaestimabilis. 

3. Deus, formator omniam, 6. Deus largas, longanimis, 
Deus et iadex iadicam, Deus^ doctor docibilis, 
Deus et princeps principam, Deus^ qai facit omnia, 
Elementoram omniam. Nova cancta et vetera. 

7. Dai^patris in nomine 
Filiiqae sai prospere, 
Sancti spiritos atiqae 
Recto vado itinere. 

Hymn. ms. Hibernicum saec. 11. in. Cod. CoU. Trinit. Dublinen. £ 4. 
2. A. — Hymn. ms. Hibemicum saec. 11. Cod. Cony. Franciscan. Dublinen. 
8. n. B. — R, 1 miseriaris B. — 2, 4 zu „virtutium** vgl. 2, 4 in Nr. 216. 
— 3, 4 Elimentorum AB. — 4, 3 in gloria AB. — 4, 4 ipsi B; viventium 
AB , ist gegen den Reim und eine Wiederholung von 2 , 2. — 7,2 Filique 
A ; im vorhergehenden Hymnus war oft zu bemerken, dafs ^ii*^ bei den Iren 
«msilbig gesprochen und demgemafs auch oft; durch einfaches „i** graphisch 
bezeichnet wurde. — 7, 4 itenere A. 

In beiden Quellen folgt unmittelbar „Christus redemptor gentium!^ 
(nachste Nummer), obgleich die Doxolog^e (Str. 7) genugsam den Schlufs 
des „Hymnus", richtiger des Reimgebetes, erkennen lafst. Der folgende 
Rhythmus beginnt durchweg jeden Vera mit fi}iristu8\ wie dieser mit ,£et*«', 
was gleichfalls zwei gesonderte Dichtungen kennzeichnet. t)brigens enthalt 
die gleich mitzuteilende Prafatio auch eine dahin lautende Bemerkung. — 
Was ich als Refrain (R) ansehe, bildet in beiden Quellen die erste Strophe. 
Jedenfalls sticht sie bedeutend von allen anderen, mit „Deus'' beginnenden 
Strophen ab, und die Wendung „in saecula saeculorum" schmeckt eher nach 
dem Ahschlufs einer Dichtung (hier eines kurzen Refrains), als nach einer 
einleitenden Strophe. Nunmehr bildet auch das „Adiutorium laborantiuin'' 
das Gebetsobjekt der ersten Strophe, und somit k5nnten wir hier den allerdiogs 
auch so nicht ganz richtig zitierten Hymnus „Adiutor Idbora/ntium"' vor 
uns haben, von dem in der „Prafatio" des vorhergehenden Hymnus (S. 282 
unten) die Rede war. 

Vorwort zum Hymnus in A: 

„Colum Cille dichtete diesen Hymnus und zwar in Rhythmen mit 16 Silben 
in jeder Zeile (bei uns Yerspaar). — Andere Leute behaupten, Colum Cille 
habe nicht den ganzen Hymnus gemacht, sondern nur von Christus re- 
demptor (s. folgende Nummer) bis Christus crucem\ und so sagen mnlti: 
illam partem. Locus: Hi; tempus jenes des Aed mac Ainmerech; caosa, 
weil der Dichter ungeniigend uber die Dreifaltigkeit im yAltus*' gesprochen 
hatte, und dieses es war, woriiber Gregor dem Colum Cille einen Vorwnrf 
machte" (vgl. Seite 282, in der Mitte). — Ahnlich die Prafatio in B, nur 
fehlt dort die Angabe, dafs einzelne nicht fur den ganzen Hyinnus (d. h. 
diesen und den folgenden) Columba als Dichter gelten lassen. 



I. De Deo et de Beata. 285 

Nichts schlieriBt Golumba ald Dichter aus; Sprache, Reim, Alliteration 
sprechen jedenfalls fdr ein altirisches Produkt, und die Bezeichnung „Deus 
alttis" erinnert stark an „Altu8 prosator". — Auch hier hat Hrabcmus eine 
Anleihe gemacht fiir seinen bei der vorigen Nummer besprochenen Rhythmus. 
Femer tauchen Str. 1 und Refrain im Eselsfeste von Sens wieder auf (Anal. 
Hymn. XX, p. 218). 

218. Ad Cliristum. 

Oratio sancti Columbae. 

R. Christas hrica militum, 
Christus creator omnium. 

1. Christus , redemptor gentium, 4. Christus infernum penetrat, 
Christns, amator virginum, Christus caelum ascenderat, 
Christus, fons sapientium, Christus cum Deo sederat, 
Christus, fides credentium; Uhi nunquam defuerat. 

2. Christus, salus viventium 5. Gloria haec altissimo 
£t vita morientium, Deo patri ingenito, 
Coronavit exercitum Honor ac summo filio, 
Nostrum cum turha martyrum. Unico, unigenito, 

3. Christus crucem ascenderat, 6. Spirituique optimo, 
Christns mundum salvaverat, Sancto, perfecto, sedulo; 
Christus et nos redemerat, Amen, fiat perpetua 
Christus pro nohis passus est ; In sempitema saecula. 

Hymn. ms. Hibemicum saec. 11. in. Cod. Coll. Trinit Dublinen. E 4. 
2. A. — Hymn. ms. Hibernicum saec. 1 1. Cod. Conv. Franciscan. Dublinen. 
8. n. B. — Der Refrain (R) steht, ohne als ein solcher bezeichnet zu sein, 
in A u. B nach Str. 1; er ist als Rundreim erkenntlich am Umstande, dafs 
die zwei Verse in keiner Strophe unterzubringen sind; und die spezifisch 
irische Apposition „lorica*^ kennzeichnet das ganze Lied als eines der 
L o r i c a - oder Schutz-Lieder (vgl. die Bemerkungen zum Schlufshjmnus 
dieses Bandes, namlich zur Lorica Gildas). — 3, 3 redemeret A, redimerat 
B; hier und iiberhaupt in den Str. 8 u. 4 zeigt sich deutlich, wie in der 
Irischen Dichtung Flusquamperfekt mit Perfekt und auch Prasens gleich- 
bedeutend verwendet wird. — 3, 4 „est" verstofst gegen den Reim; I. viel- 
leicht: Christus nobis passus erat. — 4, 1 und 2 fehlen B. — 5, 1 haec est 
AB; da „Gloria" nicht mittelst Synizese zweisilbig gelesen werden kann 
„ia^ bei den Iren stets zweisilbig), ergibt „est" eine uberschiissige Silbe. 
— 6, 1 obtimo A. — 6, 3 sq. Zur Wahrung des Reimes vieileicht: per- 
petuo I In sempitemo saeculo. — Am Schlusse nochmals : „In te Christe 
credentium^ , Letzteres ist der Anfang des Refrains zum vorhergehenden 
Hymnus, der von den Abschreibern und Kommentatoren irrig mit dem oben- 
stehenden zu einem Hymnus verschmolzen wurde. Man vgl. die S. 284 ge- 
machten Bemerkungen und die Praefatio aus A. — Ein weiteres disparates 
Stfick, das meines Erachtens eine sogenannte rhythmische CoIIecta oder 
Collectio ist, haben die schlecht bewanderten Kopisten noch angehangt, 
namlich: 



286 P*™ n. HTmnodia Hibemo-Celtica. 

Protegat nos altissimus | De suis sanctis sedibus, 
Dum sibi bymnos canimus | Decem statutis vicibus, 
Sitque nobis propitius | Diebus atque noctibus. 

Die Doxologie umfafst 2 Strophen; da auch Str. 1 u. 2 ebenso wie 
Str. 3 u. 4 zusammen gehoren, so sind wahrscheinlich Strophen von 8 Versen 
anzusetzen. 

In diesem und dem vorhergehenden Hymnus ist, abgesehen von der 
Doxologie, die Trinitdt als solche nicht verherrlicht. Wenn also Gregor 
ein Loblied auf den dreieinigen Gott, und nicht so sehr nur ein solches auf 
die hhl. DreifalUgkeit wunschte, dann hat Columba seinem Verlangen ent- 
sprochen (vgl. S. 282, in der Mitte). 



219. Ad Deiim. 

Oratio sancti Columbae. 

R. Te timemns terribilem | Nullam credentes similem, 
lesu amantissime, | rex regnm rectissime. 

1. Noli, pater, indnlgere 2. Te concta canunt carmina 
Tonitmo cmn fdlgore, Angelomm per agmina, 
Ne frangamnr formidine Teque exaltent cnlmina 
Hnins atqae uridine. Caeli vaga per falmina. 

3. Benedictas in saecula | Recta regens regimina. 
lohannes coram Domino | Adhac matris in utero 
Repletas Dei gratia | Pro vino atqae sicera. 

V. Elisaheth Zachariae virum magnum genuU 
lohannem Baptistam, praecursorem Domini, 

4. Manet in meo corde | Dei amoris flamma, 
Ut in argenti vase | Aari ponitor gemma. 

Hymn. ms. Hibemicum saec. 11. in. Cod. Coll. Trinit. Dublinen. £ 4. 

2. A. — Hymn. ms. Hibernicum saec. 11. Cod. Conv. Franciscan. Dublinen. 
s. n. B. — Apograph. ms. (Liffordense) Vitae s. Columbae anni 1532. Cod. 
Oxonien. Rawl. B 614. C. — 

Der Rundreim (B) findet sich in den Hss. nach der 1. Strophe(l. Halfte)und 
nach der 2. Strophe (2. Halfte) ; vgl. die Bemerkung zum Refrain des vorher- 
gehenden Liedes. — R. Te Deum timemus C; NiQIum credens C. — 1» '^ 
Tonitrua AC; fulgore AB, fiilgare C. — 1, 3 Ac frangamur A. — 1, 4Hni8 
C ; urido (bekannter „uredo" = Getreidefcram?) wird vom Kommentator in 
A bezeichnet als „Feuer oder Gelbe Seuche^, — 2,2 agimina C. — 2, 3 
exultent AC. — 2, 4 Caeli vagi ABC (Atkinson, I. c, pag. 171, erinnert 
treffend an „vaga fulmina" bei Ovid, Metam. I, 596). — 3, 1 regimine C — 

3. 2 corum C. — 3, 3 siccera A, sisare C. — Der VersiJcel ist wortlich ein 
aus dem Brevier-Of&cium auf Johannes Baptista entlehntes Responsoriom, 
das noch jetzt in Brauch ist. Die Heraasgeber dieses Liedes drucken durcb- 
weg diesen Versikel (wie auch den Refrain) so , als ob er eine Strophe der 



I. De Deo et de Beata. 287 

Dichtang zu bUden habe. — Auch die darauffolgende, metrisch ganz anders 
gebaute Strophe 4 ist als disparates Stuck, welches mit dem Versikel und 
Rundieim und dera eigentUchen ztmstrophigen Liede zusammen ein Schutz- 
gebet (lorica) bildet, kenntlich zu machen. — 4,2 argenteo B, argensio C; 
nasse B, uace C; Aurea B, Aurio C; gema C. 

Vorwort zum Hymnus in A: 

^Colum CUle fecit hunc hymnum eodem modo ut ,/w te Christe^ (Nr. 212). 
Locus : der Eingang zur Eremitage von Daire Calcaig [spater Kirche von 
Derry]; tempus idem, namlich des Aed mac Ainmerech. Causa: Colum 
Cille aliquando venit ad colloquium regis nach Derry, und es wurde ihm 
der dortige Platz samt Zubehor angeboten. Damals aber weigerte sich Colum 
Cilie, den Ort anzunehmen, quia prohibuit Mobi [der Instruktor Columbas 
und Abt im Kloster zu Glasnevin] accipere mundum [= irgend etwas von 
dieser Welt], bevor er gehort habe von seinem Tode. Als aber darauf 
Colum Cille zum .Tore des Plaizes kam, begegneten ihm drei Mann von den 
Leuten Mobis mit dem Gurtel Mobis et dixerunt: ,Mortuus est Mobi*; et 
dixit Colum Cille: . . . (Folgt ein unverstandlicher , fur unseren Zweck be- 
langloser Spruch iiber den Giirtel Mobis ; cfr. Stokes, The Book of Lismore, 
pag. 26). Colum Cille ging zuriick zum Konig et dixit regi: ,Die Gabe, 
welche du mir heute morgen angeboten hast, die gib mir jetzt*. ,Sie soU 
dein sein*, erwiderte der Konig. Darauf geriet der Platz mit allem, was sich 
dort vorfand, in Brand. ,Das ist eine grofse Verheerung*, sagte der Konig; 
,denn ohne diesen Brand wiirde dort nie ein Mangel aein an Kleidung oder 
Nahrung bis zum Weltgerichte*. ,Und doch soU dort von nun an ein Volk 
wohnen*, erwiderte Columba, ,und jedem, der dort weilt, soll nie eine Nacht des 
Fastens anbrechen*. Nun drohte das Feuer den ganzen Eichenwald zu ver- 
brennen, und um ihn zu beschiltzen, wurde der Hymnus gedichtet. 

^Vielleicht auch hatte er [CohimbaJ den Tag des jiingsten Gerichtes im 
Sinne, oder das Feuer am Johannestage; und der Hymnus wird seit jenen 
Tagen bis jetzt gesungen gegen jegliches Feuer und gegen Donnerwetter. 
Und wer immer ihn betet beim Aufstehen und beim Schlafengehen , den 
beschiitzt er vor dem Blitzsirahl und aufser ihm neun Personen, die er aus 
seinem Haushalt auswahlt.** 

In B lautet das Vorwort: 

„ Colum Cille dichtete hunc hymnum in einem wohlbekannten Rhythmus ; 
zu Daire Calcaig machte er ihn, ut quidam dicunt. — Entweder hatte er 
dabei den Tag des jiingsten Gerichtes im Sinne, oder das fFeuer am Jo- 
hannesta^,*- Oder der Hymnus diente, den Eichwald zu schiitzen, aU ein 
Donnerkeil ihn in Brand setzte; nachdem derselbe von Aed mac Ainmerech 
[dem Columba] geschenkt war und ein Feuer ihn zu vernichten drohte, da 
wurde bei diesem Anlafs der Hymnus gedichtet. Und er wird gesungen 
gegen jedes Donnerwetter ; und wer immer ihn beim Schlafengehen und Auf- 
stehen betet, der ist gefeit gegen alle Gefahr vom Feuer und Blitzstrahl, und 
ebenso auch die neun ihm teuersten Personen seines Gesindes.** 

Demnach hatten wir hier eine Art unseres sogenannteu Wettersegens, 
Die auf Johannes Baptista beziigliche Strophe ist beim ersten Blick auf- 
fallend; die Kommentatoren geben Aufschlufs im Vorwort und in ihrer Er- 
lauterung des Wortes ^urido^ (1, 4) als ,Feuer oder Gelhe Seuche^, Beides 
steht bei den alten Iren mit Johannes Baptista bzw. mit dem Feste Decol- 
lationis s. Johannis Bapt. in Verbindung : „In Media [= Meath oder East- 
meath] — inquit David Rothus episcopus Ossorensis [ca 1618] — S. Jo- 
hannis Baptista^ fons^ in Lagina [= Leinster] S. Brigitae puteus visitur; 
ad rivulum s. Molengi [= MullingJ . . . , olim deprecandae pestis asylum, 
omnes ordinum orationes (!) causa conflueb?int" (Kelly, Giraldus Cambrensis 
eversus, I, 132). Vom hl. Molengus oder Mulling aber, einem der so- 
genannten „vier Propheten Irlands" (t696), soll die Prophezeiung stammen 
(vgL Stokes, Felire, p. CXXXIV): 



288 



Pars II. Hjmnodia Hiberno-Celtica. 



On lohns festiyal will come an on- 

slaught, 
Wich will search Ireland from the 

south-east; 
A fierce dragon that will biArn every- 

thing it reaches, 
Without communion, without sacri- 

fice. 



Am Johannesfest wird kommen ein 

Gemetzel, 
Das Irland durchstreift von Sud- 

Osten her; 
Ein wilder Drachen wird alles ver- 

sengen, was er antrifift, 
Aufser dem Sakrament des Altares 

und dem Opfer. 



Geht in Irland diese Befarchtung einer verheerenden Seuche am Si 
Johannes Tage nicht uber die Zeiten des hl. Molengus hinaus — und die 
Prophezeiung legt das nahe — , so ist der ganze at^ Johannes den Taufer 
sich beziehende Abschnitt nicht von Columba und erst spatere Zutat. Dazn 
wiirde stimmen , was Lawlor aus dem Book of Mulling (cfr. Bemard, 1. c, 
I, p. XXI sq.) mitteilt. Jenes Directorium von Mulling schreibt namlich 
unter anderen Gebeten oder Gesangen, die nur kurz citiert werden, auch 
vor: ^Benedictus usque Ioh[annem] ' Damit durfte gemeint sein Str. 3, d. b. 
^enedictus in saectda'^ bis zum Vers „Iohannem Baptisiam, praecwrsorem 
bomini,"' — Selbstredend ist ^Benedictus^ aus dem also beginnenden Can- 
ticum des Zacharias, des Vaters des Taufers, entnommen. 



220. Gollectae Bhythmicae ad Horas. 
I. Ad Secundam (= Primam). V. Ad Vespertinam. 



Te oramus, altissime, 
Exorto solis lamine, 
Christe, Oriens nomine, 
Adesto nobis, Domine. 

II. Ad Tertiam. 

Christi per horam tertiam 
Deprecamnr clementiam, 
Uti nobis perpetuam 
Suam tribaat gratiam. 

III. Ad Sextam. 

Tais parce sapplicibas 
Sexta hora orantibas, 
Qaa faisti pro omnibas, 
Christe, in crace positas. 



Vespertino sab tempore 
Te invocamas, Domine, 
Nostris precibas adnae, 
Nostris peccatis ignosce. 

VI. Ad Initium Nodis. 

Noctis tempas exigimas, 
Christe, in tais laadibas; 
Miserearis omnibas 
Te ex corde precantibas. 

VII. Ad Noctumam. 

lesa, clementer visita 
Nocte orantes media, 
Qaa divina potentia 
Petri solvisti vincala. 



IV. Ad Nonam. 

Exaadi preces omniam 
Nona hora orantiam, 
In qaa, Christe, Corneliam 
Visitasti per angelam. 



VIII. Ad Malutinam. 

Deas, sabveni omnibas 
Te ter sanctam laadantibas 
Unamqne confitentibas 
Sacris hymnoram cantibos. 



I. De Deo et de Beata. 289 

IX. Item ad Matutvnam, X. Item alia ad Matutinam, 

Galloram, Christe, cantibos Deus, qai palsis tenebris 

Te deprecor sonantibas, Diei lacem tribuis, 

Petri ut quondam fletibus, Adventura veri luminis 

Nostris intende precibus. Tuis effunde famulis. 



Antiphon. ms. Benchorense anni 680—691. Cod. Ambrosian. C .5 inf. 
A. — Martyr. et Collectar. ms. S. Mariae et S. Corbiniani Frisingensis saec. 
10. Clm. Monacen. 27305. B. — I. Titel in A: „ltem alia ad Se[cunda]"; 
es geht namlich eine ^Collectio" oder „Collecta" (vgl. Warren, The Anti- 
phonary of Bangor, 11, p. XIX sqq.) ad ^Secundam voraus. Titei in B: 
„Ad Primam" (Ciber „Pnma = Hora secunda^ cfr. Blume, Der Cursus s. 
Benedicti, S. 23). —1,2 Exortu A. — I, 3 Christo A. — Nach I, 4 folgt: 
„Qui regnas in saemW und so immer nach jeder Collecta. A. — II. Titel : 
„Ad Tertia" A; und so durchweg' der Ablativ statt Akkusativ. — n, 1 
Christe B. — II, 2 Tuam deprecamur B; Dipraecamur A. — II, 3 Ut B. 

— II, 4 Tribuas benignus gratiam B. — III, 2 ora (ebenso IV, 2) A. 

— m, 4 possitus A. — IV, 1 praeces A. — IV, 3 sq. Qu» fuisti Come- 
lium I Visitans B. — V. Titel: „Ad vesper." A (an anderer Stelle dort aus- 
geschrieben: „Vespertinam); Ad Vesperas B. — V, 3 praecibus annuae A. — 
VI fehlt B. Ob „initium noctis" = Complet? — VI, 3 Miseriaris A. — 
VI, 4 praecantibus A. — VII. Titel in A : „Ad Noctumo" ; in B : „Ad Comple- 
torium"(!). — VII, 2 Noctis B. — VU, 3 QuiB. — Vm fehlt B. — IX. Titel 
in B: „Ad Noctumum sive Matu[tinam]." — IX, 2 depraecor A. — IX, 3 
Petri ob quondam A. — IX, 4 praecibus A, mentibus B. — X fehlt B. 

Es folgt in A unmittelbar eine zweite Serie von „Collectiones" oder 
CoUectae zu den Horen, welche alle in Prosa abgefafst sind. Spater eine 
Reihe von Collectiones, teils in gebundener, teils in ungebundener Sprache, zu 
verschiedenen Teilen des Officiums. Ich lasse dieselben hier als eine zweite 
Gmppe sich anschliefsen , verbunden mit rhythmischen Collectiones aus 
anderen Quellen. 



221. Collectae ad Taiias Offlcii partes. 



I. Post jLaudate Dominum de caelis^, 

Dens altissime, rex angelomm, 
Dens, laas omniam elementoram, 
Deas, gloria et exsaltatio sanctoram, 
Castodi animas servoram taoram. 



IL Post ,Laudate Dominum de caelis^ 

Deas, quem exercitas canit caeloram, 
Qaemqae ecclesia laadat sanctoram, 
Quem hymnizat spiritas aniversoram, 
Miscrerc, obsecro, omniam nostroram. 

Blume, Thesauri hynmologioi Hymnarium. 19 



290 P*r8 H' Hymnodia Hibemo-Celtica. 

III. Post ires PsaUnos [148—150]. 

Te de caelis Dominam laadamus 
Teque omniam regem regnm rogamus; 
Tibi uni et trino, in quem spefamus, 
Cam excelsis angelis hymnam cantamas. 



IV. Post EvangeUum. 

Canticis spiritaalibas dilectati 
Hymnos, Christe, consonantes canimas tibi, 
Qaibos taa maiestas possit placari 
Oblata laadis hostia spiritali. 

y. Post Evangelium, 

Laadis hymnas tibi, Domine, hostia 
Prae ceteris probatar esse accepta; 
A maioribas ergo ad nos traditos 
Taae maiestati canimas hymnos. 

VI. Post Evangdium, 

Dilacalo lacis aactore resargente 
Exsaltemas in Domino devicta morte, 
Qao peccato possimas semper obire 
Yitaeqae ambalemas in novitate. 

Vn. Post Hymnum, 

Lax orta est in lace prima 
Exordio dieram antiqao facta, 
Unigenitas taas, Domine, qni nostra 
Ablaere venit per cracem peccata. 

VIII. De Martyrihus, 

Triamphaliam memores martyram taorom, 
Qai pro te tolerare vexilla passionam, 
Precamar, at per sancta merita ipsoram 
Nostroram veniam mereamar peccatorom. 

IX. Post yCantemus^, 

Plebs Israel in figaram nostri 
Liberatnr in transita maris; 
Nos ergo per gratiam baptismi 
Libera ta ab exitiis mandi. 



I. De Deo et de Beata. 291 

X. Post ^BenedicUe^. 

Ut tres pueros in flamma salvasti _ 
Descensa in fornacem caelestis nontii, 
Sic nos per angelura magni consilii 
Liberare digneris ab igne infemi. 

XI. Post jTe Deutn laudamus^. 

Te, Pater rerum, iure laudamus, 
Te in omni loco fatemur et colimus, 
Tibi famulatu spontaneo ministramus; 
Exaudi nos et praesta ea, quae rogamus. 

CoUect. ms. Hibernicum saec. 7. Cod. Taurinen. F IV 1 (fragm. IX). 

A. — Antiphon. ms. Benchorense anni 680—691. Cod. Ambrosian. C 5 inf. 

B. — Psalt. ms. Hibernicum (vulgfo „Suthantoniense") saec. 11. Cod. Coll. 
S. lohannis Cantabrigien. s. n. C. — Hymn. ms. Hibemicum saec. 11. in. 
Cod. CoU. Trinitat. Dublinen. E 4. 2. D. — Hymn. ms. Hibemicum saec. 
11. Cod. Conv. Franciscan. Dublinen. s. n. E. 

I findet sich in ABC. — Titel hier und bei den folgenden CoUectae aus 
B ; auch in A geht Ps. 148 vorai;is. — I, 1 altissimae A. — I, 2 elimentorum 
BC. — 1,3 Deus gloriae B. — Als Klausel folgt in ABC: Qui regnas in 
saeeula saeculorum. Amen; A u. B bieten diese Klausel nicht vollig aus- 
geschrieben (zwei Schlufsworte fehlen B; C schliefst nach der ersten Silbe 
des dritten Schlufswortes) ; in A ist vor der Klausel noch eingeschoben : 
„Miserere nobis Domine." Ganz die gleiche E^lausel schliefst Collecta II, 
IV (in A), Vm (in B), IX, X. — Statt derselben tritt ein die Klausel ^Qui 
tecum vivit^ etc. nach CoUecta IV (in B), VI, VH; oder ^Per Dominum 
nostrum^ etc. nach III (in C; dafiir „Per aeternalia sa^cula saeculorum^ 
in A) ; oder „Hic et in aeterna saecula saeculorum^ nach VIII (in A). Vgl. 
ubrigens die Klausel am Schlufs der rh^rthm. CoUectae zu den Horen (Nr. 220). 

— n findet sich in BC; femer im Psalt. ms. Hibernicum saec. 11. Cod. 
Vatican. Palat. 65. — II, 1 canet angelorum C. — H, 2 aecclesia laudetB*, 
aecclesiae laudet C. — II, 3 spiritus ymnizat C. — II, 4 omnium nostroram 
tuorum C, — III findet sich in A u. C, und zwar in C nach dem Ps. 150, 
der bekanntlich in den Laudes mit Ps. 148 u. 149 zu einem verbunden wird ; 
darauf sttitzt sich der Titel. — HI, 1 Te Dominum de caelis C; Dominum 
doppelt geschrieben A^. — IH, 2 Tece A. — IH, 3 Tibi uno A. — IV findet 
sich in ABDE ; u. zwar in ADE angehangt an den Hymnus „Hymnum dicat 
turba fratrum'' (Nr. 214). — IV, 1 spiritalibus AB. — IV, 2 Christe lesu E. 

— IV, 3 Cibus tua A ; tua Domine raaiestas DE ; maistas posit A. — IV, 4 
Oblato laudes A, Oblata Deo laudis DE; spirituali E. — V findet sich nur 
in A. — V, 1 Laudes tibi mit darubergeschriebenem „ymnum"(!) A; ostia 
A. — V, 3 ergo ut nos A. — V, 4 ymnus A. — Nach V, 4 Miserere; vgl. 
hierzu ^Miserere nobis Domine. Qui regnas etc." unter den Klauseln zu I. 

— VI u. Vn oflfenbar fur Ostem, nur in B. — VI, 1 Deluculo B. — VI, 3 
peccata B; der Sinn ist: „damit wir der Sunde ersterben (obire) konnen"* 

— Vin in A u. B. — VIII, 1 Triumpalium A. — VIII, 2 toUerare B, 
tollerauere A; vixilla AB. — VIH, 3 praecamur B. — VIII, 4 Nostrorum 
mereamur vineam A. — IX u. X nur in B. — IX, 1 Israhel B. — IX, 2 
mari B ; vielleicht ist zu lesen : in transito mari , damit jeder Vers auf i 
endet. — IX, 4 exitis B; wieder ein Beispiel, dafs -ii- bei den Iren 
als ein Vokal gesprochen und auch oft geschrieben wurde. — X, 2 Dis- 
censu B. — X , 4 imferni B. — XI in A u. B. — Titel in B : „Item alia 

19* 



292 Pars n. Hjmnodia Hiberno-Celtica. 

super Laudate [pueri]^. Letzterer Versikel ist aber in B Einleitong zuin 
Te Deumy und dem entsprechend wahlte ich die t)l)erschrift. — XI, 2 patemur 
A, fatimur B. — XI, 4 presta ea quae a te rogamus A. 

AUe diese in Reimprosa abgefafsten CoUectae bestehen stets aus vier 
Zeilen, welche in der Kegel alle auf gleichem Vokale auslauten (nur in V 
haben Vers 3 u. 4 einen besonderen Reimvokal). In diesem Punkte gleichen 
sie den rhythm. Collectae ad Horas (vorhergehende Nr.). Wahrend letztere 
aber ausnahmslos den jambischen Dimeter zur Geltung bringen, schwankt 
hier die Silbenzahl der einzelnen Verse zwischen 10 und 14, wenngleich 
12 oder 13 Silben die Regel bilden. Eigentlicher Rhjthmus fehlt. Der 
Reim steckt noch in den ersten Anfangen. Das alles lafst schliefsen, dafs 
diese Dichtungen, wie jene unter Nr. 220 und 222 zu den altesten der alt- 
irischen Hymnodie gehoren. — Die in A vorfindlichen CoUectae hat auch 
Wilh. Meyer in d. Nachrichten v. d. kgl. G. d. Wiss. zu Gottingen, PhiloL- 
Hist Klasse, 1904 (p. 188 sqq.) mitgeteilt. 



222. Antiphonae snper ,Gantemns^ et ,Benedicite^ 

I. a. Su^er ^Ccmtemus^ 

Filii Hebraeoram penetraverant, 

Israhelitae plebes transierant 

Per siccnm mare, laadem dixerant. 

b. Super ,Benedicite^. 

Tres paeri te, Deas, orabant, 
De medio ignis ad te clamabant, 
Ex nna voce hymnnm dicebant. 

II. a. Super ,Cantemus^, 

Dextram laevamqne Moyses aspexit, 
Viam regalem popnlam edaxit, 
Ad litas maris asqae perduxit. 

b. Super ^Benedictus^ 

Fornacis flammas pneri contempsernnt, 
Christo ingiter immolavemnt, 
Yiam iniqnam dereliqnerant. 

III. a. Super ^Cantemus^, 

Pharao demersas^est in rnbram mare, 
Moyses pertransiit in sicco pede, 
Maria dixit: Deo cantate. 

b. Super jBenedidte^, 

Tres pneri in camino coniecti 
Verbo cogente regis iniqni 
Canebant hymnnm Domino regi. 



I. De Deo et de Beata. 



293 



Antiphon. ms. Benchorense anni 680—691. Cod. Ambrosian. C 5 inf. 
— Titel in der Hs. ; Incipiunt antefani(!) super Cantemus et Benedicite"; 
und zwar folgen dort sechs Antiphonenpaare , von denen das zweite, vierte 
und sechste Paar, die in der hier vorgelegten Ordnung auch dort sich 
folgen, durch den Reim zu Strophen von je drei Versen gestaltet sind. — 
la, 1 Filii ebre eorum penitrauerunt. — Ib, 1 Tris korrig. zu Tres; Deus 
fehlt — Ib, 3 uno korrig. zu una. — II a, 2 regalem polum. — II b, 3 
diriliquerunt. — III a, 1 Faro. — Illa, 2 pertransit; abermals das bei den 
Iren einsilbige -ii- auch graphisch durch nur ein -i- ausgedruckt. — Warren 
(1. c. n, p. 29) lafst so drncken: ^Mojses pertransit in sicco pede maria, 
[et] dixit, Deo cantate.^ — III b, 1 Tris korrig. zu Tres. — III b, 2 co- 
gentis. 

Betreffs der Reimprosa gilt hier das Gleiche wie bei den CoUectae der 
vorigen Nummer ; war dort vier die Zeilenzahl der Strophe , so hier 
immer drei. 



223. Hymnns de Psalmlg qnindecim Canticornm Gradnnm. 



1. Ad Dominam clamaveram, 
Cnm tribnlatns fneram, 
Et exandivit Dominns 
Servnm snnm qnantocins. 



7. In convertendo Dominns 
Captivitatem protinns 
Sion satis in omnibns 
Consolati nos fnimns. 



Levavi meos ocnlos 
Statim ad montes pristinos, 
Unde erit altissimo 
Anxilinm a Domino. 



Nisi Dominns aedificaverit 
Atqne nos conservaverit, 
Yanum est opns omninm 
Domns aedificantinm. 



Laetatns snm in omnibns, 
Qnae dixit mihi Dominns: 
Ad domnm Dei ibimns, 
In qna semper manebimns. 



Beati filii hominnm, 
Qni snnm timent Dominnm 
Qniqne in via angnsta 
Fide ambnlant robnsta. 



Ad te levavi ocnlos 
Meos, o Deus, internos, 
Qni es in caeli culmine 
Cnm angelomm agmine. 



10. Saepe me^expngnavemnt 
Adversarii, nec potuemnt, 
Sed cessaverunt continno 
Confortante me Domino. 



„Nisi qnia altissimus 
Erat in nobis Dominns,^ 
Dicat Israhel omnibns, 
^lnfirmiores fuimus." 



11. De profnndis snppliciter 
Clamavi ac fideliter 
Ad te, Dens victoriae, 
Pater perennis gloriae. 



6. Qni confidnnt in Domino, 
Dominatore maximo, 
Ut mons Sion perpetuo 
Non movetnr ab aliqno. 



12. Domine, non est elatnm 
In me snperbia cor menm 
Neque [nnqnam] interins 
Exaltatns snm sensibns. 



294 P*f8 II. Hymnodia Hibemo-Celtica. 

13. Memento mei, Domine 15. Ecce nunc, omnes famuli 
Deus, caeli de vertice, Stantes in domo Domini, 
Cui milia milium Benedicite Dominum 
Astant ministrantium. [Diem] dierum omnium. 

14. Ecce, quam bonum sublime 16. Patrem precor potentiae 
Et quam iucundum utique Principemque scientiae, 
Fratres in unum vivere, Ut per hos gradus ter quinos 
Summaque vita sedere! Possim conscendere caelos, 

17. Et per loca aetheria 
Vehar ad refrigeria, 
Ut merear praemia 
Possidere eximia. 

CoUect ms. Anglosaxonicum (? Hibemicum) saec. 9. Cod. Capit. Colonien. 
106.(olim Darrastadien. 2106). A. — Expos. ms. Alcuini in Psalmos. (Emeramen.) 
saec. 9. Clm. Monacen. 14 447. B. — Expos. ms. Alcuini in Psalmos saec. 10. 
Cod. Carolsruhan. Aug. CXXXV. (Pars IH). C. — tJberschrift ist nach A ge- 
wahlt; dort steht allerdings beim Texte dieser Dichtung (fol. 60) kein Titel, 
aber auf fol. 6 findet sich von gleich alter Hand ein Inhaltsverzeichnis des 
Eodex, worin es u. a. heifst: „Expositio quoque de patrum dictis brevis in 
psalmos XV Canticorum graduum-, item hymnus de eisdem psalmis." 
Vorstehendes ist jedoch kein „Hymnus", sondern ein Reimgebet, in dem der 
erste Vers jeder Strophe dem Anfange der Psalmen 119 — lo3 entlehnt ist. — 

1, 1 Das Plusquamperf. statt Perfekt ist irischer Sprachgebrauch, — 4, 1 
sq. meos levavi oculos o Deus AB; der Psalm 122 beginnt aber: Ad te le- 
vavi oculos meos. — 4,2 inter nos AB. — 6, 4 movetur (statt moventur) 
mit Assimilation an „mons". — 8, l.NisiDeusB; der Psalmvers 126, 1 hat 
„Dominus"; rhythmische Unebenheit ist auch in anderen Versen (10, 2 u. 3; 
12, 3; 13, 4; 15, 4; 17, 3). -— 10, 2 Nec potuerunt adversarii AB; ist gegen 
den Reim, es sei denn, dafs hier ein Mittelreim (vgl. den Hymnus „Cantemus 
in omni die") vorliege, was irische Reimart verrat. — 11, 2 Ac fideliter 
clamavi B; vielleicht wieder richtig als Mittelreim. — 12, 1 Domine fehlt 
AB; aber Psalm 130 beginnt: Domine non est exaltatum. — 12, 2 cor 
meum superbia AB. — 12, 4 Altus sum AB. — 13, 3 sq. Cui adstant milia 
AB. — 14, 4 Summa quae A. — 15, 4 Zur Konjektur „Diem dierum" vgl. 
Hymnus 5, Str. 5, 1. — 16, 3 sq. Ut per hos ter quinos gradus | Caelos 
possira conscendere AB. — 17, 4 Possedere A. — C ist nicht kollationiert 

Martene (Thesaurus novus Anecdotorum V, 394 sq.) schreibt dieses Gedicht 
Beda zu, aber sicher mit Unrecht. Vgl. auch GileSj Bedae Opp. I, 239, und 
Mone I, 393. — Stiel und Reimart und die Methode, je einem Psalmen eine 
vierzeilige Strophe zu widmen (vgl. die Collectae zu den Horen und post 
Psalmum, Nr. 220 u. 221.) lassen einen irischen^ bzw. keltischen Ursprung 
vermuten. Beachtenswert ist auch die echt irische Wendung: „Patrem 
^recor potentiae | Principemque" (16, 1 sq.). 



224. Oratio Matntina. 

Ambulemus in prosperis 2. In beneplacito Christi, 
Huius diei luminis, In luce spiritus sancti, 

In virtute altissimi In fide patriarcharam, 

Dei deorum maximi, In meritis prophetaram, 



I. De Deo et de Beata. 



295 



In pace apostoloram, 
In gandio angeloram, 
In via archangeloram, 
In splendoribas sanctoram, 



6. In lingaae continentia, 

In pacis abundantia, 

In trinitatis laudibas 

In caritatis sensibas, 



In operibas iastoram, 
In virtate monachoram, 
In martyrio martyrom, 
In castitate virginam; 



, In bonis semper actibas, 

In formis spiritalibas, 

In divinis sermonibas, 

In benedictionibas. 



5. In Dei sapientia, 

In malta patientia, 

In doctorum pradentia; 

In camis abstinentia, 



8. In his est iter omniam 
Pro Christo laborantiam, 
Qaod dedacit post obitam 
Sempiternam in gaadiam. 



Oration. ms. Lindisfamense (?) saec. ^/9. Ood. Londinen. Reg. 2 A XX. 
A. — Oration. ms. Aethelwoldi Episc. (Etocetensis ?) saec. 9. in. Cod. Can- 
tabrigien. Ll I 10. (Pars II). B. — 1, 4 maximae A. — 2, 4 u. 3, 1 fehlen 
A. — 3, 3 fehlt B. — 3, 4 In sanctitate A. — 4, 1 u. 2 iustoram u. mona- 
chorum umgestellt AB. — 5, 3 fehlt B. — 6, 1 lingua A. — 6, 2 fehlt A. 

— 7, 1 In bonis actibus semper constituti (!) A, In semper bonis B. — 8, 3 
Qui deducit sanctos post B; ducit A. — 8, 4 In gaudium sempitemum A. 

— In B folgt noch ein Zusatz in Prosa: 

„Ut audiam vocem angelorum Deum laudantium ac dicentium: Sanctus, 
Sanctus, Sanctus." (Vgl. hierzu die Note beim folgenden Gedichte.) 

Auch hier drangt vieles zunachst nur zu einer starken Vermutung, dafs 
wir eine irische oder doch keltische Dichtung vor uns haben. — 8, 2 erinnert 
an Nr. 217, Str. 1,2. — Zum Texte vgl. Dom Kuypers, The Book of 
Ceme, p. 91 u. 211; die Lesarten von A entnahm ich dessen Fublikation. 

Titel in A: ^Oratio matutina^, in B: ^Oratio matutinalis.'' 



225. Oratio Yespertina. 



1. In pace Christi dormiam, 
Ut nallam malam videam 
A malis visionibas 
In noctibas nocentibus, 



Rogo beatos angelos, 

Rogo omnes apostolos, 

Rogo prophetas perfectos, 

Rogo martyres electos. 



2. Sed visionem videam 
Divinam ac propheticam; 
Rogo patrem et filiam, 
Rogo spiritam sanctam. 



5. Rogo iastam Patriciam, 
Rogo sanctam Ciriciam, 
Rogo mandi salvatorem, 
Rogo nostram redemptorem, 



Rogo novam ecclesiam, 
Rogo Henoch et Eliam, 
Rogo patriarchas septem, 
Rogo baptistam lohannem. 



6. (Ut) animam meam salvare 
(Dignentar) in exita de corpore. 
Te deprecor, at debeo, 
Cordis mei ex intimo. 



296 Pars 11. Hymnodia Hiberao-Celtica. 

7. Ne relinqaas in inferno 
Animam meam pessimo, 
Sed esse tecom in caelo 
In sempitemo gaadio. 

Oration. ms. Hiberaicum (Monialium) saec. 9. in. Cod. Londinen. Harl. 
7653. A. — CoUect. ms. Hibernicum (Leabhar Breac) saec. 14. Cod. Acad. 
Reg. Dublinen. s. n. B. — 1, 1 — 2, 2 fehlen B. — 2, 3 patrem per filium 
B. — 2, 4 Ist vielleicht zu lesen espiritum? — Reihenfolge in B: 3, 3; 4, 2; 

4, 1; 3, 4; 3, 1: 3, 2; 4, 3 etc. wie oben. — 3, 3 septem fehlt A; die 
Silbenzahl ist ubrigens merkwurdig. — 3, 4 lohannem baptistam B. — 4, 1 
Rogo et b . . . . (Liicke) A, Rogo sanctos B. — 4, 2 Rogo et onmes A. — 

5, 1 iustum fehlt A. — 5, 2 [Ciricijum A. — 6, 2 Digneris B. — 6, 3 de- 
precor ut fehlt B; debea A. — 6, 4 Ex intimo cordis mei A. — 7, 1 Non 
B ; derelinquas A. — 7, 2 pessimam B, fehlt A. — 7, 3 Sed ut sit secum in 
saedo B. — 7, 4 Sempiterno in gaudia B. — B fugt noch bei: Ut audiam 
angelorum | Vocem Deum laudantium, ein Zusatz, dem wir schon beim vorher- 
gehenden Gedichte begegneten und der somit die Vermutimg bestarkt, dafs aach 
jenes aus Irland stamme. — Cfr. Warren, The Antiphonary of Bangor, II, p, 95; 
der Autor weist ebendort (S. 92) auf die verschiedmen bei den Kelten sich 
oft findenden Namen des hl. Cyriacus hin: Ciricius (5, 2), Quiricius, Kirrig, 
Giric, Cyr etc. — Cberschrift in A ist: „Oratio"; dafs es ein Abendgebet 
sei, bezeugt die erste Strophe. 



226* Hymnns, qnando cerea benedicitnr* 

Ad Lucernarium(?). 

1. Ignis creator ignens, 5. E flamma famnlnm provocas, 
Lnmen, donator luminis, Rnbnm non spernis spineam 
Vitaqne vitae conditor, Et, cnm sis ignis concremans, 
Dator salntis et salns, Non nris, qnod illnminas. 

2. Ne noctis hnins gandia 6. Fuco depasto nnbilo 
Vigil Incerna deserat, Temptas, decoctis sordibus 
Qni hominem non vis mori, Fervente sancto spiritn 
Da nostro lumen pectori. Camem lucere ceream. 

3. Ex Aegypto migrantibus 7. Secretis iam condis favis 
Indnlges geminam gratiam: Divini mellis alitus, 
Nubis velamen exbibes, Cordis repurgans intimas 
Noctumnm lumen porrigis ; Verbo replesti cellnlas, 

4. Nubis columna per diem 8. Examen ut foetus novi 
Venientem plebem protegis, Ore praelectum spiritu 
Ignis columna ad vespemm Relictis caelum sarcinis 
Noctem depeliis lumine. Qnaerat securis pinnulis. 



Gloria patri ingenito, 
Gloria unigenito, 
Simnl cum sancto spiritu 
In sempiterna saecnla. 



1. De Deo et de Beata. 297 

Antiphon. ms. Benchorense anni 680 — 691. Cod. Ambrosian. 5 inf. 

— 2, 2 Vigel. — 2, 4 pecturi. — 3,3 exibes. — 3, 4 porregis. — 4, 2 
Yenientem hier = Euntem. — 4, 4 columpna. — 5, 2 1. spineum? — 5,4 
inlumnans korrigiert : inluminans. — 6, 1 nibulo. — 6, 2 Tempus ; surdibus. 

— 7, 1 favi. — 7, 2 Zu „alitus" (= Nahrung) cfr. Du Iwige s. v. — 7 , 3 
repur^as. — 7, 4 replisti cellolas. — 8, 3 Relectum korrigiert: Relictum. — 
Die Soxologie ist von anderer Hand, aber in gleicher Zeit beigefugt. 

Die Provenienz der Quellc und die (bei den Iren beliebte) Alliteration 
sichem wohl den irischen Ursprung dieses schdnen und tiefsinnigen Hjmnus, 
der meines Erachtens im 6. oder gar 5. Jahrhundert entstanden ist. Eigen- 
artig sind die Strophen 6 — 8, deren Text in der Hs. sicher stellenweise 
verderbt ist; Daniel (IV, 77) und Warren (1. c. H, 11 u. 46) haben auf 
verschiedene Art eine Kekonstruktion versucht, beide mit zu viel Tezt- 
anderungen. Str. 8 diirfte zu konstruieren sein: Elxamen quaerat caelum 
ore [et] spiritu praelectum etc. — tJberschrift: „Ymntm quando caeria 
beneaicitur*^, Also diente sicher dieser Hymnus eur Zeity als er ins Anti- 
phonar von Bangor eingetragen wurde, bei der Kerzentoeihe oder Wachs- 
toeihe. Ob bei der Weihe der Osterkerze? Der Hinweis auf das Oster- 
fetier schon zu des hl. Patrick Zeiten, so interessant er ist, hilft hier 
nicht weiter: „Sauctus ergo Patricius sanctum Pascha celebrans incendit di- 
vinum iffnem, valde lucidum et benedictumy qui in nocte refulgens a cunctis 
paene per planitiem habitantibus visus est." . (cfr. W. Stokes , Ed. of the 
Tripartite Life of St. Patrick, London 1887, p. 277). Die ^benedictio cerei" 
reicht ubrigens, wie mir Prdlat Franz versichert, gewifs bis ins 4. Jahrh. 
zuruck. — Es ist eine andere Frage, ob der Hymnus ursprunglich fur die 
Wachsweihe geschrieben wurde und nicht vielmehr fiir das Abendofficium 
(Lucernarium = Vesper). Auch des Prudentius Hymnus „Inventor rutili^ 
(A. H. L, 30) war zunachst fiir das Lucernarium besimmt und diente dann 
spater zur Feuerweihe am Charsamstag. 



227. ^Oratio communiter in omnibnSy^ vel ad Communionem. 

L. Domine Deus, lesu, 5. Per hoc [sacrum] mysterium 
Via, vita ac veritas, A morte redemisti nos, 

Aeternae vitae, petimus, Ut firmiter ac sobrie 

Ut nos consortes facias. In te vivamus, Domine. 

2. Tu de caelis adveniens 6. Dignare ergo, petimus, 
Vitam mundo largitus es; Sancti huius mysterii 
Te panem vitae novimus Participes nos fieri 
Firmantem corda hominum. Ad laudem tui nominis. 

3. Qui ergo ad te venerit, 7. Christe, tuum praeceptum est, 
Esuriem non patitnr, Ut diligamus invicem; 

Et qui in te crediderit, Sed hoc explere possumus 

In aetemum non sitiet. Adiuti tno munere. 

4. Vems enim cibus est 8. Ergo in nostris mentibns 
Caro tua omnipotens, Fundatur tua caritas, 

Et sangnis tnus, lesn, Ut tum demnm possit in nos 

Veras potus fidelium. Fratemus amor figere, 



298 



Pars n. Hymnodia Hiberno-Celtica. 



10. 



Ut non iniqaum odiam 13. 

Neqae labor invidiae 
Nec alla vis malitiae 
In cor nostram resideat. 

Et calpas, qaas contraximas 14. 
In came siti labrica, 
Pro tao sancto corpore 
Remissionem tribae. 



Tranqaillam nostram animam, 
Mentem semper padficam, 
Ta, qai es pax verissima, 
Conserva, Deas, petimas. 

Ubi enim pax faerit, 
Ta ipse qaoqae aderis, 
£t, abi ta non deeris, 
Qaidqaid ibi tatam est. 



11. Et si adstricti vitiis 15. 
Peccati samas famali, 

Sangais taas nos redimat 
Et saos nos constitaat. 

12. Omnem mentis macalam 16. 
Omnesqae sordes animae, 
Christe, qai solas mandas es, 
Absterge taa gratia. 



Veni ergo, Domine, 
Et iagiter nos posside, 
Ut tai sancti spiritas 
Possimas templam fieri. 

Gloria tibi, pater, 
Cam tao anigenito 
Una cam sancto spirita 
In sempiterna saecala. 



Oration. ms* S. Mariae Wintoniensis saec. ^/9. Ood. Londinen. Harl. 
2965. A. — Oration. ms. Aethelwoldi Episc. (Etocetensis ?) saec. 9. in. Cod. 
Cantabrigien. Ll I 10. (Pars H). B. — Die erste tJberschrift ist aus B; der 
Inhalt rechtfertigt die zweite. — 1, 1 Fehlt eine Silbe, die durch „0 Domini'^ 
erganzt werden konnte ; man vgl. jedoch 4 , 1 ; 4,3; 12 , 1 ; 14 , 4 ; 15,1; 
16, 1. — 4, 2 Caro tuo B'. — 6, 3 Particeps A. — 7, 3 implere A. — 8, 1 
in fehlt A; man vgl. „caritas Dei diffusa est in cordibus nostris'' Ep. ad 
Rom. 5, 5. — 8, 3 Ut tuum B. — 8, 4 amor agere A^, uigere A*. — 9, 3 
Neque A. — 9, 4 resedeat A. — 10, 4 remisionem A^ — 11, 1 districti 
B. — 11, 3 redemat AB^. — 13, 1 Tranquillum nostrum animum B. — 
14, 3 non fehlt A; de eris AB. — 14, 4 ibi tuum A. — 15, 4 Possumns 
AB. — Zwischen 16, 2 u. 3 eingeschoben : „Cum quo vitam largitus es*^ AB; 
bei dem in A unmittelbar folgenden Hymnus ist die gleichlautende Doxologie 
ohne dieses EinschiebseL — Die Doxologie ist in A u. B, statt durch 
„Amen^, durch eine langere Formel abgeschlossen : Per gratiam largitoris 
lesu Christi Domini nostri. — Vgl. W. de Gray Birch, An Ancient Manus- 
cript, p. 81 (aus A) und KuyperSy The Book of Cerne, 172 (aus B). — Wenn 
dieses Gedicht wirklich irischen Ursprungs ist, gehort es, weil der Beim 
noch fehlt, zu den altesten. 



228* Hymnas ad Commnnioiiem. 



1. Sancti, venite, 3. 

Christi corpos snmite 
Sanctnm bibentes, 

qno redempti, sangninem, 

2. Salvati Christi 4. 

corpore et sanguine, 
A qno refecti 

landes dicamns Deo, 



Hoc sacramento 

corporis et sangninis 
Omnes exnti 

ab infemi fancibus. 

Dator salntis, 

Christns, Alins Dei, 
Mnndnm salvavit 

per cmcem et sangninem; 



I. De Deo et de Beata. 299 

5. Pro aniversis 8. Accedant omnes 

immolatiis Dominus pura mente crednli, 

Ipse sacerdos Sumant aeternam 

exsistit et hostia. salntis castodiam. 

6. Lege praeceptmn 9. Sanctomm custos, 

immolari hostias, rector qnoqne, Dominos, 

Qna adambrantar Yitae perennis 

divina mysteria, largitor credentibas 

7. Lucis indultor 10. Caelestem panem 

et salvator omnium dat esurientibus, 

Praeclaram sanctis De fonte viyo 

largitus est gratiam. praebet sitientibus 

11. Alpha et omega, 

ipse Christus Dominus, 
Venit, venturus 
iudicare homines. 

Antiphon. ms. Benchorense anni 680—691. Cod. Ambrosian. C 5 inf. 

— 1,4 sanguine. — 3,1 sacromento. — 8,1 Accedunt. — 9, 4 Largitur. 

— 11, 1 Alfa et w. — Titel: „Ymnum, quando communicarent sacerdotes." 

— Im Vorwort zum weiter unten folgenden Sechnall-Hymnus „Audite onrnes 
amantes^ (Nr. 252) berichtet das Leabhar Breac unter anderem : „Patrick u. 
Sechnall schlossen Frieden; und als sie nun auf dem Gottesacker herum- 
wandelten, horten sie einen Engelchor, der in der Kirche die Opfergabe um- 
schwebte und sang; ^Sancti venite CJmsti corpus sumite'' etc; und seit jener 
Zeit wird der Hymnus in Irland gesungen, wenn jemand zum Tische des 
Herrn geht." — Diese Legende bezeugt jedenfalls, dafs dieses Kommunions- 
lied in Irland popular war. Weil es obendrein gerade im Antiphonar von 
Bangor sich vorfindet, ist am irischen Urspru/ng kaum zu zweifeln. Bernard 
(1. c. n, p. 99) meint: „it is a distinctively Celtic hymn." Das Fehlen des 
Reimes deutet auf sehr hohes Alter, wofur auch die eben genannte Le^ende 
spricht. Die Strophen bestehen aus vier Versen, bei denen ein jambtscher 
Funfsilber und trochdischer katalektischer Dimeter abwechseln. Es scheint 
nicht ausgeschlossen , dafs die Strophe auch aus zwei jambischen Senaren 
bestehend aufgefafst werden kann. Man vgl. jedoch den gleich gebauten 
Hymnus „Precamur patrem^ (Nr. 215), der in der Hs. stets in Strophen zu 
je vier Zeilen geschrieben ist, und Celebra luda (Nr. 234) u. Audite fratres 
(Nr. 251). — Die Interpretation, es seien 11 Strophen, weil 11 Apostel beim 
letzten Abendmahl den Leib Christi wurdig empfangen haben, bemht selbst- 
redend auf frommer Phantasie. 



229. Bhythmns ad Denm. 

Sancte sator, ^ snffragator, 5 A qno creta * cnncta freta, 
Legnm lator, * largns dator, Qnae aplnstra * femnt, flastra, 

lure pollens, * es qui potens, Qnando celox * cnrrit velox ; 

Nuncinaethra *firmapetra; Cuius numen * crevit lumeny 

Simnl solnm, * supra polum. 



300 Pars H. Hymnodia Hibenio-Celtica. 

10 Prece posco, * prout nosco, 20 Arce bostis * uti costis 
Caeli arce, * Cbriste, parce Immo corde ^ sine sorde. 

Et piacla, * dira iacla, Tunc deinceps * trux et anceps 

Trude taetra * tna cetra. Catapulta ^ cadat multa. 

Quae capesso ^ et facesso Alma tutrix * atque nutrix, 

15 In boc sexu, » sarci nexu, 25 Fulci, manus, » me, utsanus 
Cbriste, umbo * meo lumbo Corde reo, * prout queo, 

Sit, ut atro * cedat latro Cbristo theo, * qui est leo, 

MoxBUgmento* fraudulento. Dicam:„Deo* gratescheo." 

Pater, parma, * procul arma Sicque beo * me ab eo. 

Oration. ms. Aethelwoldi Episc. (Etocetensis ?) saec. 9. in. Cod. Canta- 
brigien. Ll I 10. (Pars II). A. — Collect. ras. Anglosaxonicum (Hibemicum?) 
saec. 9. Cod. Capit. Colonien. 106. (olim Darmstadien. 2106). B. — Expos. 
ms. Alcnini in Psalmos (Emmeramen.) saec. 9. Clm. Monacen. 14447. C. — 
Expos. ms. Alcoini in Psalmos (Augien.) saec. 10. Cod. Carolsrohan. Ane. 
CXXXV. (Pars III). D. — Collect ms. Tegurinum (?Ermenrici) saec. 9. 
Clm. Monacen. 19410. E. — Collect. ms. incert. origin. saec. 9. Cod. 
Parisin. 8779. F. — Collect. ms. S. Augustini Cantuariensis saec. 11. Cod. 
CanUbrigien. Gg V 35. G. 

1 sq. legum lator | suffragator G. — 5 creta hier wohl = creata ; cfr. 
crevit = creavit (8). — 6 Quae aplaustra uerrunt flostra E. — 8 creavit D. — 
9 super G; super celum E. — 10 Preci A^BCD. — 11 Caeli arcae B, Cae- 
liarche E. — 13 Trude terra B; tua caethra B, scethra A, cethra CD. — 
15 camis nexu E, 1. vielleicht „sarcis''; cfr. sarcem in Nr. 230, Yers 14; 
sarci ein Graecismus: aaQXog, — 16 Christi umbo AEG. — 18 fehlt E. — 
19 parmae A. — 20 uti coUis E; wahrscheinlich ist das durch alle Quellen 
verburgte „uti" ein Infinitivus graecus = „zum Gebrauchen, damit ich 
gebrauche" ; die Konjektur Mones und anderer „ut e costis'' ist durch keine 
Hs. verburgt und ergibt keinen annehmbaren Sinn. — 21 Imo AD. — 
22 Tum A; trahit anceps G. — 23 cedat DE, caedat B. — 24 „tutrix" 
und ^nutrix" sind sichtiich Appositonen zu „manus" (25) = Hand Gottes. 
Mone (I, 366) verrat durch seine Anmerkung, dafs er hierin Anreden der 
Gottesmutter Maria v^mutet, gewifs zu Unrecht. — 25 Fulce ABCD ; manus 
uti sanus G. — 27 Ineo Transkription von S-eiu; ebenso cheo (28) = /^oi; 
Christo Deo E. — 28 grates geo BDE, grates eo C, gratis geo C, gratias 
meo G. — 29 Sicque ab eo E. 

Titel in A: ,,Incipit rithmon", in G: „Carmen ad Deum". — Das 6e- 
dicht ist mitgeteilt aus A von Dom Citypers , 1. c. p. 131; aus B u. D von 
Mone (I, 365); aus E von Doeen in Aretins Beitragen zur Gesch. u. Litt 
VI (1806), 130; aus F von Ul. Fr. Kopp in Palaeographia critica I (Mannheim 
1817), 309; aus G von Giles in Anecdota Bedae etc. (London 1850), S. 46. 
— Ebenfalls aus E von Mullenhoff u. Scherer in Denkmaler deutscher 
Poesie u. Prosa* (Berlin 1892) I, 221 und U, 353; an ersterer Stelle ganz 
so, wie Kodex E den Text bietet, namlich tmtermischt mit der ahd. Ubef- 
setzung: 

Sancte sator, uuiho fater. suffragator, helfari. legum lator. 6dno sprehbo. 
largus daior, milter kepo. iu/re pollens etc; 

an zweiter Stelle Kekonstruktion des Textes mit Apparat (A u. C waren un- 
bekannt) und mit E^lauterungen , worin die irrigen Ansichten Docens, Mafe- 
manns und Raumers zuruckgewiesen werden. 

Zweifelsohne ist der Dichter aus dem britischen Insebreiche; dafs er ein 
Kelte und speziell ein Ire sei, lafst sich auf Grund der eigentfimlichen 
Ailiteration und Reimart vermuten. Ganz im gleichen Stile sind die cwei 
folgenden Dichtungen gebaut — Yers 2 kehrt w5rtlich wieder im weiter 



I. De Deo et de Beata. 301 

nnten (Nr. 232) folgenden Gedichte ^AUus auctor^ (dort 1, 3); auch „sator" (1) 
findet sich dort in 1, 2 und erinnert an „Altus prosator^'; der „suffragator" 
erinnert an den Anfang des ,Hy°^x^U8 loricae*: Suffragare trinitatis unitas 
(Nr. 262). 



230. Bhythmng ad Ghristiim* 

Christumpeto,* Christum preco, 10 Manus Deo * levo meo, 
Christo reddo * corde laeto Quocom revo * fruar aevo. 

Grates homo, ^ immo fono. Gignans chio # patri pio 

Uti latro * taetro metro Fletus rivo, * qnando vivo. 

5 Pendens ligno * petit regno Sarcem tumo ^ Pauli culmo 

Fore, viso * paradiso, 15 Uti videx * stirpem limex, 
In clalisso, * in ahysso Altum caelum qui creavit, 

Hoste truso * sic deluso; terras atque aequora. 

Sic et ego, » quantum queo, 

Oration. ms. Aethelwoldi Episcopi (Etocetensis ?) saec. 9. in. Cod. 
Cantabrigien. Ll I 10. (Pars II). — 3 Gratis; fono wohl = (ffovtp* — 4 
latro = Schacher am Ereuze (pendens ligno , V. 5). — 5 regno = in regno. 

— 7 clalisso wohl ein Lehnwort, das mir unbekannt; auch „reuo" (ll)weifs 
ich nicht zu deuten ; Gleiches gilt von ^gignans'^ (12). — 8 deliso, vielleicht 
zu belassen, weil auch im Yers 5 keine ^«(^etsilbige Assonanz. — 11 fruar 
eo; vielleicht zu lesen: Quocum aevo fruar eo. — 12 „chio" wohl = /^fti (scl. 
fletus); vgl. vorige Nummer, Vers 28. — 13 Flatus. — 14 Sarcem, Gracismus 
{aag^y^ vgl. vorige Nummer, Vers 15, wo nach Analogie mit vorliegender 
Form „sarcem" wohl „sarcis^ (st. sarci) zu lesen ist. ; „Pauli" ist in der Hs. 
korrigiert aus paleli(!), und es bleibe dahingestellt, ob pauli als Eigenname 
aufisufadsen ist. Sowohl diesen als den folgenden Vers kann ich nicht deuten. 

— 15 Kuypers (1. c. pag. 132) liest: Uti video stirpem limeo. AUerdings 
wiirde so der stets durchgefahrte Reim auf gewahrt; aber der Schlufs 
dieses Gedichtes gibt ohnehin diesen Reimvokal auf und lafst den Rhythmus 
und Binnenreim fallen. — In der Hs. ist diese Dichtung mit der vorhergehenden 
unmittelbar verbunden und dann durch die Einfogung des Titels „lncipit 
Jmthmon^ von ihr getrennt; offenbar sind sie beide vom gleichen Verfasser. 



2ai. ^Oratio sancta.^ 

1. Heli, Heli, * Domine mi, 

2. Adiuro- te, ♦ custodi me, 5. Rex sanctorum » angelorum, 
Diligam te, * instrue me. Custodi me # amantem te. 

3. Dei agne, * lesu magne, 6. In te credo, * Deo vero 
Tu dignare « me salvare. Permanente » nunc et ante. 

4. Deus vere, ^ miserere 7. Sine fine * sancte, trine, 
Adiuvare, » conservare. Deus unns * et non solus. 



302 



Pars n. HTmnodia niberno-Celtica. 



8. Unitas triplex, te deprecor per merita, 
Ne impntes mihi peccata praeterita. 

9. Deos, dele delicta praesentia, 
Pari modo mnlta imminentia. 

10. Ta eztingoas maligni iacnla, 
Ut sim sanns hic et in saecola. 

OratioD. ms. Aethelwoldi Episc. (£tocetensis?) saec. 9. in. Cod. Canta- 
brigien. Ll I 10. (Pars n.). — 1 Heloi Heloi. — 4, 2 Die Infinitive abhangig 
von ,„miserere": Habe Erbarmen zum Helfen und Schutzen. Vielleicht 
aber: Adiuva me, conserva me. — 7, 1 sanctae trinae. — 8, 1 depraecor; 
danach eingefugt von anderer Hand: „per virginis Mariae et sanctorom 
tuorum*^. — 8, 2 inputas; „mihi" ist von anderer Hand eingeschobcta. — 
10, 2 hic et in futuro saeculo; so erste Hand, alsdann von spaterer nach 
„hic" eingefugt: „et in saecula amen", ohne die ursprungliche Schrift aus- 
zutilg^n. 

Der Bau des ersten Teiles und verschiedene Ausdrucksweisen erinnern 
sehr an y,Sancte sator^ (Nr. 229), welches man vergleiche. 



232* Symbolnm fldei rhythmlcnm. 



1. Altns anctor omninm, 
Sator snmmns saecnlomm, 
Legum lator, largns dator, 
Ab omnibns adorandns; 
Adonai omnipotens, 

Qni mensus es manu aquas 
£t caelum palmo contines 
Terramqne pugno concludis. 

2. Bonus factor, bona valde 
Condidisti cuncta celeriter; 
Quae singnla sunt nam bona, 
Simul omnia satis bona; 
Benedico te, rex aeterne, 
Qui fecisti per verbum tuum 
Ima et summa UDiversa 
Quique regis cuncta, Dens. 

3. Gum esset Dei unicus 
Natus natura, non dono, 
Factus hominis filins 
Plenus gratia per donum; 
Gum virginali in utero 
Coepit esse Christus homo, 
Non aliud esse coepit 
Homo coeptns, quam Dei natus. 



4. Dei patris unigenitus 
Est matri primogenitus, 
Idem ipse utrumque, 

Ex utroque unus Christus. 
Deus pater donat nato 
Nomen altum super cuncta, 
Dat hoc verbo per gratiam, 
Sed corpori deificato. 

5. Ego sum sine principio, 
Qui sum sine fine, Deus, 
Ipse unus substantia, 
Qui in tribus subsistimus. 
Ex corde patris genitus 
Summa sapientia filins; 
Procedebat paracletus 
Ex ambobus indivisus. 

6. Fidei nostrae fundamentum 
Christns lesus cmcifixus, 
De summo patris ima petens, 
Ut nos ad alta revocaret. 
Fundamentum hoc habentes 
In snpemis satis altum 
IUuc mente ascendamus, 
Ubi dextra Dei patris est. 



I. De Deo et de Beata. 



303 



Gignendo pater appellatas 
Prolem ex se prodit almam, 
Goias ante omne tempas 
Una et par est maiestas. 
G 



12. Maria virgo vera habetor; 
Dei genetrix dicitar; 
Yerbam enim caro factam 
Non in carnem conversamest. 
Mariae gremiam germinavit, 
Genait Deam et hominem, 
Yeram corpas et animam, 
Ut homo totas sit redemptas. 



8. Homo Christas hamanatas 
De spirita et virgine 
Dei patris esse prolis 
Non sancti spiritas creditar; 
Homo ex aqaa renatas 
Natas aqaae non dicitar, 
Sed Dei patris esse prolis 
£t matris ecclesiae. 



13. Nanc commane deitatis 
Beus nomen trinitatis, 
In qao anicas benedictas 
Yenit et sanctas spiritas; 
Nanquam pater omnipotens 
In hoc esse adprobatar, 
Qaia Deam coaeqaalem 
Genait natara filiam. 



9. Idem virginis filias, 
Idem qui Dei est filias, 
Sine defecta alterias 
Utramqae anas lesas. 
Ipse Ghristas came natns, 
Ut ceteri cancti nati, 
In natara, non peccato, 
Sine crimine castas natns. 



14. Omnipotens verbam patris 
Yirtasqae et volantas 
Caeli terrae cancta implet 
Saae deitatis potentia. 
Omnia data a Deo patre 
Hamanitati eias vere, 
Sedis paternae confessio 
Et angelornm officiam. 



10 . Kapat nostram Christas Deas, 
Nosqae omnes eius membra, 
Si capiti concordantes 
Spiritas nos Christo iangit. 
Kapat nostram cam corpore 
Unas Christas est effectas; 
Quanto magis mediator 
lesus Deus anus Christus! 



15. Passus est princeps regum, 
Cuius pater passus non est 
NecProcedenspassusunqnam ; 
Christus solus carne passus. 
Primogenitus ex mortuis 
Per sanguinem sibi cnncta, 
Quae in caelo et in terra, 
Sancta pace sociavit. 



11. Laetare, virgo Maria, 
Laetare in tuo filio; 
Laetemurque omnes in eo 
Qui nasci dignatus ex ea. 
Laudabatur ab angelis, 
A pastoribus iuspicitur, 
A Magis Christus quaeritur, 
£t a stella demonstratur. 



16. Quem ante saecula credimos 
Patris natum sine matre, 
Ipsum quoque in eius fine 
Matre natum sine patre. 
Qui nec unione est confnsus, 
Nec distinctione geminatus, 
Idem semper homo Deus, 
Ipse Deus homo verus. 



304 



Pars II. Hjmnodia Hiberno-Celtica. 



17. Resargens sed a mortuis 
Mortis destmxit imperium, 
Solvens vincla mancipatis 
Ut reducens regno Dei. 
Redemit nos remm factor 
Magno pretio mirifice 
Cam sacro suo sanguine, 
Non metallis mortalibas. 



21. Xristo in cruce corona[to] 
Fel ad escam deder[ant] 
Sitim potabant aceto; 
Vae tibi gens miser[a] ! 
Xristus e caelo veniens, 
Scilicet, ut came praes[ens] 
Excelsus iudicet ofmnes], 
Et reseret pectora. 



18. Spiritus sanctus, paracletus, 
Consolator, advocatus, 
Est cnm patre et filio 
Noster factor et redem[ptor]. 
Sancti spiritus processio 
Ita, ut filii nativit[as], 
Latet cunctas creat[uras] 
Et antecellit unive[rsa]. 



22. Ymnum dicat ord[o omnis], 
Fidelis qui inve[nitur], 
Patri, Nato, Pare[cleto], 
Gloriosae trinitati. 
Ymnum] dicamus Dei nato, 
Qui ab a]rce alta caeli 
Indutjus venit corpore, 
Ut salvajret nos vitales. 



19. Ter cum Deum dicimus, 
Non tres Deos credimus, 
Sed unum invisibilem 
In maiestatis gloria. 
Temis in his personis 
Trinitatem credimus; 
Patrem, Verbum, Proceden[tem] 
Uno laudemus carmine. 



23. 



Zelnm Dei] sic habentes, 
Nou] inanes obloqnentes, 
Absjque serpentis sibilo 
Simus] Deum adorantes. 
Z . . . .]no, omittentes 
Falsa] draconis nbera, 
Aquas] vitae haariamus 
De fon]tibus salvatoris. 



20. Unus Deus est nam pater, 
Unicus Deus est filius, 
Unicus Deus est spiritus; 
Hoc unitas trinitatis. 
Uerus pater, qui gennit, 
Uems filius,. qoi genitus, 
Uerus procedens spiritus; 
Hoc trinitas unitatis. 



24. 



Gloria] tibi, trinitas; 
Patri], Filio, Procedenti 
Una e]ademqae indivisa 
Virtus, h]onor et gloria. 
Gloria] tibi, lesu bone, 
Qui nat]nram nostrae camis 
Tuae] deitati adanasti, 
Ut nos] in te gloriemur. 



CoUect. ms. Anglosaxonicum saec. 8. Cod. Gothan* I 75. — tJberschrift 
fehlt. — 1,7 coutenes. — 2, 1 u. 2 der Anfangsbuchstabe fehlt. — 2, 2 
Condidit ; in Str. 1 u. 2 sonst stets direkte Anrede. — 2, 7 Anfangsbuchstabe 
fehlt. — 3, 5 virginale. — 4, 1 Dei fehlt. — 4, 2 [Es]t. — 4, 3 [I]dem. - 
4, 4 [EJx. — 4, 5 [Deu]s. — 4, 6 [N]omen. — 4, 7 [Da]t AUe diese ersten 
Buchstaben sind vom Buchbinder abgeschnitten. — 4, 8 deificata. — 5, 1 
u. 2 Einwebung des Namen Gottes : „Ego sumq ui sum." — 5, 4 subsistemus. 

— 7, 4 et patri est. — Die zweite Halbstrophe zum Buchstaben G ist vom 
Schreiber offenbar ilbersehen; in der Hs. ist keine Liicke. — 8, 5 renovatus. 

— 9, 3 defectui. — 10, 4 Ciritus(!) nos. — 12, 1 habet. — 15, 2 pasus. — 
17, 1 set, u. zwar iiber der Zeile eingetragen. — 18, 8 antecellet. — Die 
Erganzung von Schlufssilben in Str. 18, 19, 21 u. 22, 1 — 4 war notig, weil 



L De Deo et de Beata. 



305 



der Buchbinder seines Amtes barbarisch gewaltet hat; am bedaiierlichsten ist 
das Abschneiden der ersten Silben und gar Worte in den Versen der Str. 
22, 5 bis SchluTs. — 21, 8 reserat. — 22, 2 quis. — 22, 6 alto. — 23, 4 
adorantes uber Rasur. — 24, 6 . . . arum (oder urum?) nostrae camis. 

Htiemer hat in seiner Seduliusausgabe bemerkt, dafs auf fol. 21 b ein 
neuer Hjmnus, des Anfanges „Benedicaimt8 Dei nato*^ beginne; das Akro- 
stichon belehrt uns mit Sicherheit, dafs dieses vermeintliche Incipit die 
zweite Halfte der Strophe 22 ist, und dafs nicht [Benejdicamus , sondern 
[Ymnum] dicamus zu lesen ist. 

Auf das hier mitgeteilte, meines Wissens bislang tmedierte Gedioht folgt 
ein zweites Akrostichon, in dem aber alle Verse der mit.A, B. u. C be- 
ginnenden Strophen derart gekopft sind, dafs ich eine Kekonstruktion nicht 
wage. Die vierte Strophe beg^nnt: Deus aetemae gloriae; die fiinfte Str.: 
Egenus sum; die sechste Str.: Fateor; die siebente Str.: Gulae etc. 

Die erste Strophe unseres Gedichtes hat derartige Anklange an „Altus pro- 
sator^ Nr. 216) und an „Sancte sator" (Nr. 229 ; der zweite Vers dieses Rhjthmus 
kehrt hier in 1, 3 sogar wortlich wieder), dafs jedenfalls vorstehendes rhyAmisch 
ungelenke und den Reim vernachlassigende , aber manche Alliteration auf- 
weisende Reimgebet in den Kreis dieser Dichtungen gehort, ohne dafs 
altirischer Ursprung ihm zugesichert sein kann. — Im ofter zitierten 
Orationale Aethelwoldi findet sich auch ein in Prosa verfafstes Gebet mit dem 
ahnlichen Anfange: „Altus auctor omnium creaturarum^^ gedruckt bei- 
Kuypers 1. c. pag. 213. — Sein Inhalt ist wohl eine Art Glaubensbekenntnis, 
weshalb ich ihm obige Dberschrift gab. Die Wurdigung seines dogmatischen 
Gehaltes fallt aufserhalb des Rahmens dieser Textpublikation. 



288. De Beata Maria Y. 

Hymnus s. Cuchuimnei. 



Cantemns in omni die 
concinnantes varie, 

Conclamantes Deo dignum 
hymnum sanctae Mariae. 



5. Haec est siimma, haec est sancta 
virgo venerabilis, 
Quae a fide non recessit, 
sed exstetit stabilis. 



Bis per cborom, hinc et inde, 
collandemas Mariam, 

Ut vox pulset omnem aurem 
per laudem vicariam. 



6. Hnic matri nec inventa 
ante nec post similis, 
Nec de prole fuit plane 
hnmanae originis. 



3. Maria de tribu luda, 
summi mater Domini, 
O^^ortunam dedit curam 
aegrotanti homini. 



7. Per mulierem et lignum 
mundus prius periit, 
Per mnlieris vir^w^em 
ad sdutem rediit. 



4. Gabriel advexit verbum, 8. Maria, mater miranda, 
sinu patris paterno patrem suum edidit, 

Quod conceptum et susceptum Per quem aqua late lotus 

in utero matemo. tottis mnndus credidit. 

Blume, Thesauri hymnologioi Hymnarium. 20 



306 ^^^^ n. HTmuodia Hiberno-Celtica. 

9. Haec concepit margaritam, 11. Indaamas arma lacis, 
— nonsantvanasomnia, — loricam et galiam, 

Pro qaa sani christioni Ut simas Deo per/edi, 

vendant saa omnia. sascep^i per Mariam. 

10. Tanicam per totam textam 12. Amen, Amen, adiararaas 
Christi mater fecerat, merita paerperae, 

Qaae peracta Christi morie Ut non possit flamma i>2^ae 

sorte statim steterat. nos dirae decerpere. 

13. Christi nomen invocamas 
angelis soh testibas, 
Ut fmamur et scribawMr 
litteris caelestibas. 

Homil. ms. Gregorii saec. 8. ex. Cod. Carolsruhan. Augien. CCXXI. 
add. (in tegumento) saec. 8. ex. A. — CoUect. ms. Hibemicum saec. 9. in. 
Cod. Carolsruhan. Augien. CXCV. add. (in tegumento) saec. 9. B. — Psalt. 
ms. Graecum saec. 8. cum fragmento ms. Hibernico saec. 10. in. Cod. Basi- 
leen. A VU 3. C. — Hymn. ms. Hibemicum saec. 11. in. Cod. Coll. Trinit. 
Dublinen. E 4. 2. D. — Hymn. ms. Hibernicum saec. 11. Cod. Conv. 
Franciscan. Dublinen. s. n. £. 

1, 2 concinantes C, concinentes D (cfr. 1, 3 von Hymnum dicaty Nr. 214); 
variae AB. — 2, 1 per corum C. — 2, 2 conlaudemus A, conlaudamus B, collau- 
damus CE. — 2, 3 Ut fehlt A; pulsat AB. — 3, 1 ludae D. — 3, 2 summa AC. 

— 4, 2 sinu patris paterno C ; paternae A. — 4, 4 maternae A. — 5, 1 Haec haec 
est A. — 5, 3 Haec ex A; ex fide ADE. — 5, 4 extetit A, extitit E (der Reim 
sichert die Form „exstetit"). — 6, 1 matre nec inventum A. — 6, 3 de flore fiiit A ; 
plana A, planae E. — Str. 8 fehlt C. — 8, 2 aedidit A. — 8, 3 lata B, lata 
iota A. — 9, 1 Hec AC ; concaepit B ; margareta A, margaretam BDE. — 9, 3 
Per quam C; sane E. — 10, 1 Tonicam ACDE; per totam C; teztum BE*. 

— 10, 2 Christo B. — 11, 1 Induamur A. — 11, 2 luricam ABC (vielleicht 
als irische Schreibweise das Urspriinglichere) ; luricam vicariae (statt „et 
galiam'^) A: galeam BCE (der Reim sichert die Form „galiam"). — 12, 1 
adoremus A, adoramus B. — 12, 2 — 13, 1 fehlen A. — 12, 3 pirae BDE 
(wahrt den Reim allerdings reiner). — 12, 4 dire C; decepere E. — 13, 1 
invocemus DE (der Intikativ pafst besser zu „adiuramus** in 12, 1). — 13, 3 
In fruamur A; scripamur D. — 13, 4 celestibus CDE. 

Am Schlusse wiederholt A : «Cantemus in omni die", D u. E nur ^Cantemus". 
Vielleicht also ist Str. 1 ein Mefrain, Derselbe erinnert sehr an die Strophe 
des Mariale Bernards von Morlas : „Omni die dic Mariae | mea laudes 
anima^. (Anal. Hymn. XLIX, pag. 427). Andere Interpreten folgen der An- 
sicht MoneSy dafs in den iri«chen Dichtuugen die Wiederholung der ersten 
Worte aus der Anfangsstrophe andeute, das Gedicht sei zu Ende. — CDE 
fugen am Schlusse, wie bei den Iren oft der Fall, eine Collecta bei, deren 
abweichender Bau und Nichtbeachtung des kunstvoUen Reimes schon genng- 
sam verraten, dafs sie dem Hymnus nicht urspriinglich eigen ist: 

Sanctae Mariae meritum 
Imploramus dig^ssimum, 
Ut mereamur (meriamur D) solium 
Habitare altissimum. 

Den Text publizierten aus C (aufser Daniel u. Mone) auch Forhes (in 
der Einleitung zum Missale von Arbuthnot) und Moran (in seinen Essays 



I. De Deo et de Beata. 307 

on the Irish Church). — Es folgt in C eine interessante Oratio an die Gottes- 
mutter; den Text entlehne ich unter Vomahme einiger Textkorrekturen aus 
Bemard u. Atkinson (1. c. I, p. XXVII) nach der Abschrift, welche Wickham 
Legg besorgte: 

„Singularis meriti, sola sine exemplo, mater et virgo Maria, quam Deus 

ita mente et corpore custodivit, ut digna exsisteres (exirtes Hs.), ex qua 

sibi nostrae redemptionis pre'tium Dei filius corpus aptaret. Obsecro te, 

misericordissima, per quam totus salvatur mundus, intercede pro me, 

spiritu [qui nequijssimo a cunctis iniquitatibus nil aliud dignus sum, 

quam aetemum subire supplicium, tuis, virgo splendidissima, salva[re me 

dignerjis meritis, [ut] perenne consequar re^num." 

Die Alliteration uud besonders der Betm bekunden in diesem alten 

Hymnus eine grofse Kunstfertigkeit des Dichters. Der Strophenbau ist ein 

nach dem Muster des Hilariushymnus j,Hymnum dicat tyrba fratrum" 

(Nr. 214) in Irland recht beliebter. Ist letzterer aber metrisch aufgebaut, so 

sind alle die anderen irischen Urspmnges rhythmisch gehalten, namlich 

„Audite omnes amantes*^ (Nr. 252), „Audit€ bonum exemplum^ (Nr. 243), 

„ln trinitate spes mea^ (Nr. 248) und der vorstehende. Die beiden erst- 

genannten Nr. 252 u. 243) sind Abecedare, die auf den Beim und durchweg 

auch auf die Alliteration verzichten; die beiden letzten hinge^en, vor allem 

unser Hymnus, siud Muster dieser Verskiinste. Sie sind die jungsten unter 

den fiinf angefiihrten Hymnen, und beurkunden so den Fortschritt vom 4. 

bis zum 7. und 8. Jahrhundert. 

Jeder zweite Vers einer Strophe reimt mit dem vierten (oder, falls man 
lieber von trovhdischen Funfzehnsilbern sprechen will, in denen also unser 
„zweiter Vers" die zweite Halbzeile nach der Hauptpause oder Zasur ist: 
jedes Paar der trochaischen Langzeilen ist durch den Reim gebunden), uud 
zwar sind immer die Vokale der drei letzten Silben gleich (rimsilbige Asso- 
na/nzy, in deu meisteu Fallen zugleich auch die Konsonanten der drei letzten 
Silben (drcisilbiger B,eim\ Str. 1 — 5; 8; 9; 12; 13). Dazu kommt eine 
Eigentumlichkeity fiir die aufserhalb des Altirischen kaum ein anderes Beispiel, 
wenigstens nicht aus alterer Zeit, erbracht werden kann, und die ich im 
Druck habe hervortreten lassen : Jeder dritte Vers hat entweder zweisilbigen 
Binnenreim (so 3, 3; 4, 3; 9, 3; 13, 3), oder die zwei Schlufssilben des 
dritten Verses reimeu mit den zwei ersten, oder mit der zweiten und dritten, 
oder mit der dritten und vierten Silbe des vierten Verses, und zwar ist hier 
wiederum nicht blofs Assonanz, sondem in der Regel £^u;etsilbiger Beim, — 
Weitere Beispiele dieses merkwurdigen Binnen- oder Mittelreimes kommen 
noch zur Sprache; nur bei diesem Gedichte scheint sie bis jetzt bemerkt zu 
sein. (Vgl. Atkinson, 1. c. p. XVI sq. und W. Meyer, Ges. Abhandl. I, 190.) 



VJher den Dichter berichtet das altirische, mit Latein durchsetzte Vor- 
WOrt zum Hymnus in DE: „0lichllimne fecit hunc hymnum zum Preise 
der Jungfrau Maria; und zwar zur Zeit des Loingsech mac Oengusa und des 
Adamnan factus est; incertum est vero, in quo loco eum fecit. Beweggrund 
zum Gedichte war, um sich frei zu machen vom schlechten Leben, das er 
bis dahin fuhrte, quia coniugem habuit et in mala vita cum illa fuit. Viel- 
leicht aber auch dichtete er dieses Loblied auf Maria, um leichter Fortschritt 
zu machen in der Wissenschaft, die er noch uicht ganz erreicht hatte etc.** 
— tJber die alsdann noch folgende, in manchem Punkte duukle altirische Strophe 
vgl. Bemard-Atkinson, 1. c. I, pag. 32 u. II, pag. 123 sq. 

Den hl. Cuchuimne (latiuiHiert : Cuchuimneus), der nach dieser sonderbaren 
Legende scheinbar ein zweiter hl. Augustinus war, lassen die Annalen von 
Ulster im Jahre 740 sterben. LoingsecHi war 695 — 703 K5nig von Irland; 
Abt Adamnan von Jona starb 704. Danach wftre die Ursprungszeit des 
Hymnus hinreichend bestimmt. Naheres wissen wir iiber den hl. Cuchuimnus 
nicht. 

20* 



n. De Sanctis. 



234. In Banctonnn ApoBtolonmi. 

Hjmnus sancti Cuminei Longi. 



1. Celebra, luda, 

festa Christi gaadia, 
Apostoloram 

exsaltans memoria. 

2. Clavicalarii 

Petri^ primi pastoris, 
Pisciam rete 

evangelii captoris; 

3. Pcmli^ ^ntiam 

egregU praeceptoris, 
Yasis electi 

Israhelis seminis; 

4. Andreae atqae 

precamnr egregia 
Passi pro Christi 
fide advocamina. 

5. Jdcohique^ 

consobrini Domini, 
Preces adinvent 
in scammate saecnli. 



7. Oris lampadis, 

eloqaentis Philippi 
Opem oremos 

prole cam pervigili. 

8. Bartholomaei 

impendamas natibas, 
Nati pendentis 

aeqaora in nabibas. 

9. Tkomae tendentis 

partes inter Parthiae 
Nos illaminet 
abyssas sdentiae. 

10. Matthaei qaoqae 

fiscali a manere 
Donati Christnm 

seqnentis praepropere; 

11. Atqae itidem 

Jdcohi cominas 
Precem petamas 
sabnixi alterins. 



6. lohannis sacri, 

lecti ab infantia, 
Qai accnmbebat 
sponsi inter abera; 



12. Thaddaei tota 

famosi per tellarai 
Abgaro missi 

lesa com epistola; 



n. De Sanctis. — De 88. Apo8toli8. 



309 



13. Simonis dicti 

suapte Chananaei, 
Stolam qni tinxit 
agni Dei sangmne; 

14. Sorte praelecti 

Madiani meritis 
Siti locemnr 

caelomm in editis. 

15. Mard excelsi, 

mand^ta institiae 
Annnntiantis 

Christi Alexandriae; 

16. Medici veri, 

Lucae, evangelistae 
Agnnm seqnentis 
virginali honore; 

17. Patricii patris 

obsecremns merita, 
Ut Deo digna 

perpetremns opera, 



18. Sancti Stephani 

primi atqae martyris, 
Pro inimici^ ^ 

rogantis cam snspiriis. 

19. Homm sanctomm 

bina octo valida 
Fiant pro nobis 
scatata snffragia, 

20. Qnibns ignita 

daemonnm iacnla 
Possnnt extingoi 

nt per propngnacala, 

21. Invitiata 

qno feramns pectora 
Regi regnanti 

ab aevo in saecala. 

22. Gloria patri 

atqae nnigenito, 
Simnl regnanti 
spiritn cnm hagio. 



Hymn. ms. Hibemicum saec. 11. in. Cod. CoU. Trinit Dublinen E 4. 2. 
A. — Hjmn. ms. Hibemicum saec. 11. Cod. Conv. Franciscan. Dublinen. 
s. n. B. 

1, 3 Apostolomm A. — Nach 1, 4 Alleluia B; dieses „Alleluia" kehrt 
auch in A nach allen ubrigen Strophen als Befrain wieder, ob mit oder 
ohne die 1. Strophe, lafst sich schwer entscheiden. — 2, 1 Claviculari AB; 
hier wieder die schon dffcers beobachtete Tatsache, dafs ii bei den Iren als i 

fesprochen und ab und zu auch so geschrieben wurde; man ygl. 2, 4; 3, 2; 
7, 1; 18, 4. — 2, 3 rete offenbar Ablativ. — 3, 2 egregi A; vgl. Note zu 
2, 1. — 4, 3 Pasi AB. — 5, 1 „Iacobu8* ist mit Diarese des „ia" viersilhig zu 
sprechen; ebenso in 11, 2. Dadurch ist der scheinbare Mangel einer Silbe be- 
hoben. — 5, 2 consubrini AB. — 5, 4 Zum griech. Worte „scammate'^ (axafifjia = 
certamen) vgl. Forcellini s. v. — 6, 2 electi A ; bei den Iren treffen wir auch die 
Form pra>e-Ucti stattiwae-eZecit (cfr. 14, 1 ; aufserdem Nr. 244, Str. 21, 8: lectissi- 
mum. — 7, 1 Die Interpretation der Eigennamen Philippus = „08 lampadis^, 
Bartholomaus = „fUiu8 8uspendenti8 aquas"* (Str. 8), Thomas = „aby88us 
scientiae^ (Str. 9), Matthaus == ^eiowotws" (Str. 10), Marcus « „eajc6Zsw«" 
(Str. 15) stutzt sich auf dem Hebraischen und ist wobl aus des hl. Hieronjmus 
^Liber interpretationis hebraicorum nominum^ entlehnt. — 12, 1 Tathei AB; 
diese Schreibart lehnt sich an die irische ^Tatha'' an. — 12^ 3 Abgoro A, 
Abagro B; hier wird die bekannte Legende vom ^&^arbriefe bzw. vom 
Briefe lesu Christi an Abgar mit dem Apostel Thaddaus statt mit dem gleich- 
namigen (gewohnlicher Addaus) aus der Schar der 72 Jimger in Verbindung 
gebracht; der Glossator von A bemerkt ubrigens: „Errat hic Cnmmain, quia 
Tatheus portavit epistolam ad Abgarum, sed Annanias cursor ac servus 
Abgari portavit et reportavit." — misi AB; oft wird bei den Iren das S nicht 
veKloppelt; vgl. Yariante zu 4, 3. — 13, 2 suapte wird vom Giossator in A er- 



310 P**^ II' Hymnodia Hiberao-Celtica. 

klart alfl = „in sua regione vel sua civitate^ ; Cannanei AB. — 13, 4 sangine 
B. — 14, 1 praeelecti A; vgl. Note zu 6, 2. — 14, 2 Madian ist die alt- 
irische Form fur Mathias, latinisiert Madianus. — 15, 4 Christum AB (man 
verbinde: Christi maudata iustitiae); Alaxandriae A. — 16, 2 evangelizae 
AB; irische Schreibart; ebenso Zefanus statt Stefanus (18, 1). — 17, 1 
Patrici A; vgl. Note zu 2, 1. — 18, 1 Zefani A; vgl. Note zu 16, 2— 18, 4 
suspiris AB; vgl. Note zu 2, 1. — 19, 2 bina septim A; auch „bina octo" 
entspricht nicht vollstandigf da 17 Heilige genannt werden; aus diesem 
Grunde eine Strophe als spatere Zutat auszumerzen, ist kleinlich und un- 
zulassig; dem Dichter liegt viel mehr daran, seine mystisch bedeutsame 
Sieben- oder AchtzRhl zu wahren, als mathematisch genau zu sein. Ob 
aber „septem" oder „octo" zu wahlen sei, ist eine andere Sache. Der 
Qlossator von A meint: „bina septem, d. h. vierzehn, namlich die zwolf Apostel 
mit Paulus und Stephan, obwohl er kein Apostel ist. Vielleicht war es 
nicht Cummain (der Dichter des Hymnus, woriiber gleich), der Markus und 
Lucas hier beifugte ; oder, wenn er es tat, dann ist ,octo valida* das Richtige 
im Verse." Danach scheint es, dafs auch dem Glossator von A der 
Text „bina septem"^ neben „bina octo" vorlag. Man vgl. den Hyfiinus 
j^Adnm Christe^ (Nr. 107), der gleiches Versmafs aufweist und ahnliche 
Erweiterungen erfiihr. Ob dem Verfasser des letzteren vielleicht unser 
Hymnus bekannt war? — 20, 2 wegen des viersilbigen „i'acula" vgl. Note 
zu 5, 1. — 20, 3 Posunt A (vgl. 4, 3 u. 12, 3); extingi AB. — Am Schlufs 
folgt noch in A u. B als Antiphon Ps. 138, 17: „Nimis honorati sunt amici 
tui Deus, nimis confortatus est principatus eorum. AUeluia." Darauf 
Wiederholung von 1, 1 u. 2; in B nur der Anfang „Celebra". Schliefslich der 
rhythmische Versikel, hzw. die bei den Iren beliebte ^Collecta post hymnum^: 

Exaudi nos (Deus) per merita 
Apostolorum optima, 
Ut deleantur pessima 
Nostra peccata plurima. 

In A schliefst sich die Oration an: „Per merita et orationes intercessionesque 
sancti Petri et Pauli et Patricii et ceterorum apostolorum ac martyrum [et] 
omnium sanctorum propitietur nobis Dominus." 

Am irischen Ursprang der Dichtung ist nicht zu zweifeln. Eine nahere 
Determinierung bietet das legendenreiche Vorwort in A u. B: 

„Cummain der Lange (Cummaini Fota), der Sohn des Fiachna, Konigs 
von Westmunster, ille fecit hunc hymnum. Und zwar erhielt Fiachna den 
Cummain infolge einer Trunkenheit von seiner eigenen Tochter. Et inter- 
rogavit Flann [seine TochterJ : „Von wem hast du ihn?" Et dixit: „Tni"; et 
dixit pater: „Oportet mori." „Ita fiat", erwiderte die Tochter. Sed, quando 
natus est, nach Chill Ite (=Ita^s Zelle, jetzt Killeedy im Bezirk Limerick) 
ductus est et ibi relictus est oben auf einem Kreuze in einem kleinen Korbe 
(altirisch cummain ^^ Kumm oder Kumme, Schussel, Korb); inde dictus est 
Cummain. Et ibidem nutritus ac doctus est, und es war nicht bekannt, 
woher er stamme, tamdiu, donec venit mater eius ad visitandum eum ad domam 
abbatis (1. abbatissae ; die hl. Ita oder Ida, Grunderin und Abtissin des Nonnen- 
klosters Cluaincreadhail, f 569) Itae ; denn sie pfleg^e oft zu ihm zu kommen. 
Und sie kam eines Tages zu dem Hause, und Itas ,comarba* (= Erbnach- 
folgerin Itas als Haupt der Kommunitat) war nicht daheim; et potom 
postulavit [Cummain], et mater sua dedit ei ,sinum' abbatissae (,sinum* hier 
= Trinkgefafs), damit er einen Trunk daraus tue ; so tat er denn einen Trtink 
daraus; aber Itas Nachfolgerin tadelte sie darob, dafs sie ihm das Gefafe 
darreichte; und sie erwiderte: 

Na rathaig, [na rathaig], Beachte nicht, beachte nicht, 

Ce dob^r dig do'm brathair; wennicheinenTrunkdemBrudergebe; 

Is mac Fiachna , is hua Fiachna, er ist Fiachnas Sohn, Fiachnas Enkel, 

Is ingen Fiachna a mathair. Fiachnas Tochter ist seine Mutter. 



n. De Sanctis. — De S8. Apostolis. 



311 



Hierauf studierte er in Cork, bis er ein Weiser wiirde; venit autem postea 
ad patrem et ad patriam, nllmlich zu den Eoganacht (ein Zunftname) von 
. Loch Lein. Jetzt sagte jedermann, dafs Cummain dem Fiachna ahnlich sei ; 
inde dixit: 



1. Ni go dam ci-asbiur, 

Is focus ar fial ar triur: 

Is mo sen-athair m^athair, 
Mo mathair is i mo fiur. 

2. Ma ro'genair maith de ulc, 
Is meise adremethaid; 

Mo fiur is i mo mathair, 
M^athair is i mo sen-athair. 

3. Is focus in t-aslonnud: 
Am 6a-sa do mathar-so, 
Lithir cid mo mathair-se 

For brathair do brathar-so. 

4. Do'm*araill cairdes for di 
Do sil Fiachrach-Garrinni : 

Sech is 68, is mac d6, 
Inti Cummaine d'Fiachno. 



1. Nicht Falschheit ist in mir, wenn 

ich sage: 
Nahe ist die Verwandtschafk von 

uns dreien; 
mein Grofsvater ist mein Vater, 
meine Mutter ist meine Schwester. 

2. Wenn Gutes entsprang aus Bosem, 
so habe ich darin den Vorrang; 
meine Schwester ist meine Mutter, 
mein Vater ist mein Grofsvater. 

3. Es ist kurz die Benennung: 

Ich bin der Enkel deiner Mutter; 
meine Mutter ist angeklagt auf 

Schuld 
gegen den Bruder deines Bruders. 

4. Fiir mich besteht ein Doppelband 
der Verwandtschafk mit Fiachra- 

Gairrine : 
denn Enkel und Sohn ist ihm 
der Cummain, namlich demFiachna. 



Tunc Fiachna intellexit filium suum Cummain esse; und letzterer ist es, 
der den Hymnus machte. Der Anlafs der Dichtung aber ist folgender : 
Cummain wandte sich voU Vertrauen an die Apostel um Hilfe filr Domnall, 
den Sohn des Aed mac Ainmerech, damit er die Gnade erlange, Tranen zu 
vergiefsen zur Siihne fiir seine Siinden; vorher namlich war er dazu ganz 
un^ig ob der Harte seines Herzens. Jetzt aber war Cummain sein Seelen- 
fahrer etc. (folgt die Erzahlung, wie Cummain sein Seelenfuhrer geworden 
sei infolge einer Prophezeiung des Columcille, richtiger: des Nachfolgers 
Columbas). — In tempore autem des Domnall, Sohnes des Aed mac Ainmerech 
wurde der Hjmnus gedichtet ; in Rhythmen dichtete ihn Cummain, zwei Verse 
in jeder Strophe und zwolf Silben in jedem Verse. Der Hymnus beruht auf 
der Vorschrift des Propheten [Nahum 1, 15]: yCelebray luda, fesiivitates 
tuus* (von dort ist der Anhang entlehnt) ; er wurde gedichtet in Daire Calcaig 
(alter Name fur Derry)." 

Cummain „der Lange" (zum Unterschied von Cummain „dem Sanften") 
ist geboren 590 und starb 661 oder 662 als Bischof von Clonfert. Er wird 
gefeiert als Heiliger und grofser Gelehrter. Sein Wissensdrang ist charak- 
terisiert durch die Legende, welche Colgan (1. c, p. 746) mitteilt. Nach der- 
selben weilten drei Heilige, Guaire Aidhne, Cummaini Fota und Caimine in 
einer Kirche ; Guaire wunscht sich die Kirche voll von Geld fur Eirchen und 
arme Leute, Caimine voll von Erankheiten und Gebresten, um sie geduldig 
zu tragen, Cummain aber voU von BiJLchern zur Ausbreitung des Reiches 
Gottes. 

Der Bau des Hjmnus ist gleich jenem der beiden irischen C^ichte 
y^Precamwr patrem^ (Nr. 215) und ^Sancti venite^ (Nr. 228); letzteres aber 
wahrt nicht den Reim im Gegensatz zu den beiden anderen. Zur Vergleichung 
ist der Hjmnus auf die Apostel f,Adnue Christe^ bzw. „Andrea pie^ (Nr. 107) 
heranzuziehen. — Eine nahere Eommentierung bei Bemard-Atkinson 1. c, 
pag. 108 sqq. und bei Todd 1. c I, p. 71 sqq. 



312 



Pars II. HTmnodia Hibepno-Celtica. 



285« In sanctornm Apostolonim. 



1. Peto Pdri 6. 

pastoris praesidia 
Et lacohi 

iasti adiatoria, 

2. Andrecteqne 7. 

optimi egregia 
£t lohannis 
almi Dei gratia; 

3. Alti, clari 8. 

lacdbi iavamina, 
Malta mandi 

JKfa^^eiqae merita. 

4. Tutent Thomae 9. 

tuta me tatamina, 
Me defendant 

PhUippi Yocamina; 

5. Boni, beati 10. 

Bartholmaei benigna; 
ludae missi 

leni laeta, lacida; 



Sammi Zelotis 

Simonis perpetaa; 
PatM pari 

piissima oracala. 

Omnes istos, 

at evadam agmina 
Dira, dara 

daemoniam pessima, 

Peto. Clara 

caeli celsi calmina 
Cinis, caatas, 

castas diligentia, 

Deprecor Deam 

dare mihi mansara, 
Veram, vivam, 

viam, yitam fdtaram. 

Verbam caro 

factam^ in miseria 
Mihi, malo 

miserere. Gloria 



11. Regi regam, 

rectori per omnia 
Sine fine 
saecloram in saecala. 



Oration. ms. Aethelwoldi Episc. (Etocetensis ?) saec. 9. in. Cod. Cantabrigien. 
Ll I 10 (Pars II). — 1, 1 Teto. — 2, 1 Andreae quoque; vielleicht zu belassen, 
da auch 5 , 1 ; 6 , 1 ; 9 , 1 eine Silbe tyberschufs auifweisen. — 2,4 almis 
korrig, zu almi. — 3, 2 lacobi eminamina(!). — 3,3 Multi. — 3, 4 que 
fehlt. — 4, 1 Tonantem(!); zu tuto = tutor s. Forcellini. — 4, 2 tota per 
tutamina. — 4, 3 defendunt. — 5, 2 Bartholomei; vielleicht wurde die ans 
Altirische (Partholon) sich anlehnende Form ^Bartholonis^' die Uberschussige 
Silbe entfernen. — 5,3 misi korrig. in missi; die Schreibart ^misi" statt 
„missi" ist bei den Iren gebrauchlich (vgl. Note 12, 3 bei Nr. 234). — 5, 4 
leni bleibt mir unklar. — 6, 2 perpetuae Simonis (gegen den Reim). — 6, 4 
„piissimi^ dreisilbig zu lesen nach altirischer Art. — 7, 4 daemonium korrig. 
zu daemonum; dann fehlt aber eine Silbe; wahrscheinlicher ist ersteres 
eine abnorme Genetivbildung. — 8, 1 Et clara; offenbar verderbt (eine Silbe 
zu wenig, und Str. 7 bliebe ohne Pradikat); das ungewohnte Enjambement, 
so dafs nur ein Wort der Strophe zur vorhergehenden gehort, findet gleich 
in Str. 10 sein Gegenstuck, wo das einzige Schlufswort „Gloria** sichtlich 
zur folgenden Strophe gehort. — 9, 1 Dominum Deum; die Konstrnktion: 
Deprecor cinis Deum, verum vivum, viam, vitam futuram^ dare mihi mansora 



n. De Sanctis. — De ss. MartTribns. 313 

clara caeli celsi culinina(?). — 9> 4 vitam viam futaram. — 10, 2 factom 
misere. — 10, 4 Zum ganz ongewohnten Enjambement vgl. Note zu 8, 1. — 
11, 2 pectori. — 11, 4 saeculorum. 

Die reiche AUiteration und der Reim (jeder zweite Vers endet auf a, nur 
9, 4 auf am) und einige oben angedeutete Eigentiimlichkeiten lassen irischen 
Ursprung vermuten, aber zunachst nur vermuten. Auch die sicher aus Ir- 
land stammenden Hymnen „Alta audite ra ?pya" (Nr. 241) und „Benchmr 
bona regtda'^ (Nr. 260) f&hren wie der vorstehende den Beim auf a durch 
alle Verse. — Vel. Kuypers 1. c, pag. 162 (lediglich Wiedergabe des Teztes 
der Hs.) und Pafey, F. A., Home and Foreign Review I, p. 478 (der stellen- 
weise eine Textemendation vorschlagt). — Titel : „Commoniter ad apostolos." 



286. Hymnns in Natale Martyrmn 

vel sabbato ad Matutinam. 

1. Sacratissimi martyres snmmi Dei, 
Bellatores fortissimi Christi regis, 
Potentissimi dnces exercitns Dei, 

Yictores in caelis Deo canentes: Alleluia. 

2. Excelsissime, Christe, caelomm Dens, 
Cherubim cni sedes cnm patre sacra, 
ADgelomm et martymm ftdgens chorus 

Tibi sancti proclamant: Allduia. 

3. Magnifice, tu prior omninm, passns cracem 
Qni devicta morte refalsisti mnndo, 
Ascendisti ad caelos ad dextram Dei, 

Tibi sancti proclamant: AUduia, 

4. Armis spiritalibus munita mente 
Apostoli sancti te sunt secuti, 

Qni, cnm ipsi cmcis paterentur mortem, 
Tibi sancti canebant: AUeluia, 

5. Christe, martymm tn es adiutor poteus 
Proeliantinm sancta pro tua gloria, 

Qni, cum victores exirent de hoc saeclo, 
Tibi sancti canebant: AReluia. 

6. IUnstris tua, Domine, laudanda virtns, 

Quae per spiritum sanctum firmavit martyres, 
Qui coDsteraerent zabulum et mortem vincerent; 
Tibi sancti canebant: AUduia. 



314 P^rs n. Hymnodia Hiberao-Celtica. 

7. Mann hi Domini excelsa protecti 
Contra diabolam stetemnt firmati, 
Trinitati fidem toto corde servantes 

Tibi sancti canebant: AUeluia, 

8. Vere regnantes emnt tecom, Christe Dens, 
Qni passionis merito coronas habent 

Et centenario fmcta repleti gaudent, 
Tibi sancti proclamant: Allduia. 

9. Christi gratiam sapplices obsecremas, 
Ut in ipsias gloriam consammemar, 
£t in sancta lemsalem civitate 

Trinitati cam sanctis dicamas: AHsluia, 



Antiphon. ms. Benchorense anni 681 — 690. Cod. Ambrosian. C 5 inf. — 
Titel: „Ymnum etc." — 1, 1 martires; so immer i statt y. — 1, 2 Bellatoris 
korrig. zu Bellatores. — 1,4 canantes. — 2, 2 Hirubin cqi sedis; „sacra" 
Attribut zu „sedes". — 2, 8 Angelorum ibi et; fulgiens. — 2, 4 AUeluia 
fehlt hier u. am Schlufs der Strophen 3 — 8. — 3, 2 divicta. — 3, 3 dexteram. 

— 4, 3 ipsa c. p. morte. — 4, 4 canebant uber Rasur. — 5, 2 Proelientium. 

— 5, 3 saeculo. — 6, 2 Qui. — 6, 3 zabulum, irische Schreibart statt dia- 
bulum (7, 2). — 7, 1 hi fehlt — 7,2 diabulum. — 7, 3 Semper trinitati. 

— 8, 1 erant. — 8, 3 centinario. — 9, 1 Christi Dei (cfr. 8, 1) gratiam. — 
9, 3 Hierusalem civitate Dei. — 9, 4 Trinetati. 

Obgleich Irland keine eigenen Martyrer besafs, so darf keineswegs darans 
geschlossen werden , dafs es keine Hjmnen auf die Marlyrer dichtete, somit 
dieser Hymnus nicht irischen Ursprunges sei. 



337. ^Hymnns de Tirginibas^. 

1. Aroici nobiles 4. Decore laminis 
Christi sunt virgines, Fraentnr virgines, 
Regnant perpetuo Cam se[mpcr] praemiis 
Cam Christo Domino. Cementar haventes. 

2. Beata viscera, 5. Exsaltant virgines 
Qaae nesciunt maculam, Simul curo angelis 
Victa piacula Lustrantes aditis 
Fnlgent in gloria. Caelorum culminis 

3. Cantabunt canticum 6. Fructum centesimum 
Gaudentes per aevum, A Domino datum, 
Regna[ntes] caelorum Quae casto corpore 
[In] sede gaudebunt. Vigent in tempore. 



n. De Sanctis. — De s. Aido. 



315 



7. Gestantes lampadas 11. 
Magna cum gloria 

Intrabant regiam 
Caelomm ianuam. 

8. Hymnus laetitiae 12. 
In virginum ore 

[Cam] angelis simal 
Choroque martyram. 

9. Istae sant proceres 13. 
Caeloram principes; 

Valent in gloria 
Immensa munera. 

10. Kamem cum sanguine 14. 

Hic regnant virgines, 
Ut solis radio 
Falgebunt corpora. 



Lacebant capita 
Coronis optimis, 
Liliis candidis, 
lunctae apostolis. 

Maria genetrix, 
Princeps virgineo 
Triampho nobilis, 
Seqaentes iudicat. 

NuUas in meritis 
Praecellit virgines; 
Ignotae saecalo 
Comunt paradisum. 

Odorem nectarisj 
Efiundant virgines, 
Nesciunt marcescere, 
Norant florescere. 



Oration. ms. Aethelwoldi Episc. (Etocetensis?) saec. 9. in. Cod. Canta- 
brigien. Ll I 10. (Pars II). — Titel: „Ymnum de virginibus." — 1, 2 Cbriste. 

— 1, 4 Kuypers (1. c, p. 173) liest: Cum ipso Domino. — 2, 2 Qui nesciunt 
macula. — 3, 2 Gandentes eum(!). — 4, 1 Decorem. — 4, 2 Fruebant. — 
4, 4 Cernent habentes. — 5, 1 Exsultent. — 5, 3 abditis (scilc. locis?; 
Objekt zu „Lu8trantes^ ware dann „Fructum" [6, 11). — 6,1 centissimum 
korrig. zu centesimum. — 6, 2 Datur a Domino. — 6, 3 Qui. — 6, 4 Figent. 

— 7,1 lampades. — 7, 3 sq. Intrabunt regni | caelorum ianua. — 8,1 
Hjmnis laetitia. — 8, 2 ore virginum. — 8,3 angeli. — 8, 4 Prophetis 
martyrum. — 9, 1 Isti. — 10, 1 cum sanguinis. — 10, 2 regnant = regunt, 
beherrschen. — 10, 3 Quod sol cum radio. — 10, 4 Fulgebant. — H, 4 
luncti. — 12, 2 sq. virginio | Triumpha. — 13, 2 Praecella. — 13, 3 Ignoti. 

— 13, 4 Novum eis paradisum. — 14, 2 Fulgebunt (cfr. 10, 4). — 14, 4 
Nouunt. 

Mit Str. 14 bricht der Abecedar ab, u. es folgt die Notiz: „Hoc 
argumentum forsorii (= versarii, Versmacher) Oeddwald episcopus decerpsit." 
Der Kopist hat seine Vorlage schlecht abgeschriebeu bzw. nicht recht zu 
lesen verstanden. Ob das Original aus Irland stammt, ist unsicher. 



238. In s. Aidi Killariensis £p. 



1. rex, rector regminis, 
caltor caeli carminis, 
persecutor murmuris, 

Deas alti agminis. 

2. Aido, mech Prich, benevola 
Posco puro precamina, 

Ut refrigeret flumina 
Mei capitis calida; 



Curet caput cum renibus 
Meis atque cum talibas, 
Cum oculis et genibns, 
Cum auribus et naribns, 

Cum ancylis euntibus, 
Cum fistulis sonantibas, 
Cum lingua atque dentibas, 
Cum lacrimaram fontibas. 



316 



Pars ir. Hymnodia Hiberao-Celtica. 



5. Sanctns Aid altns adiavet, 
Meam capat at liberet, 
Ut hoc totam perseveret 
Sanam, atqae pervigilet. 

Homil. ms. S. Gregorii saec. 8. ex. Cod. Carolsruhan. Augien. CCXXI. 
add. saec. 9. in. — Cberschrift fehlt; folgt unmittelbar in frankischer Ur- 
kundenschrift nach dem Qedichte „ln trimtate spes mea^ (Nr. 248). — 1, 8 
murmoris. — 2, 1 Aido sanctus mech; flber ^mech prich" steht von gleicher 
Hand : ^filio pater** ; benibula. — 2, 2 Posco precamina etc. ist wohl zn uber- 
tragen : „Flehend richte ich die Gebete an den reinen (» heiligen) Aid, den 
Sohn des Prich." Man vgl. den Anfang der Yita s. Aidi in den Acta 
SS. Hiberaiae (p. 382): ^Aidus s. ep., qui vocatur fUius Briccii, de nepotibus 
Neill oriundus fnit*' — 2,3 refrigerat, und so immer im foleenden der 
Indikativ st. des Konjunktives (curat, adiuvat, liberat etc.). — 3, 2 talibus 
statt „talis", von talus; dariiber steht f&lschlich in der Hs: „cerebre.** — 
4, 1 Cum inclitis, und dar^ber: ^nervibus.*' — 5, 4 vigilat; Subjekt dazn 
wohl Aid. 

Dieses rhythmische Gebet erinnert inhaltlich an die „Lorica Gildae^ 
(Nr. 262); es ist eine Lorica gegen Kopfweh, Der irische Ursprung laTst 
sich kaum anzweifeln. 



289. ^Oratio ad sanctnm Andream.^ 

B. Andreas sancte, 4f pro me intercede, 
Ut evadam pure * flammas durae poenae. 



1. Te nunc peto, care, 6. 

mane atqne nocte, 
Ne dormiam stridae 
B,mmae in morte. 

2. Neqne inimicos 7. 

praevaleat, nimis 
Qnia sam inanis 
terra atqne cinis. 

3. Ne me derelinqnas 8. 

cum impiis perire; 
Sancte, me dignare 
smare in fine. 

4. Esto nnnc adiator 9. 

atqae gabernator, 
Ut sit mihi tator 
rex caeli, creator. 

5. In te nunc confido, 10. 

Christi miles magnas, 
Qaia sam infirmas, 
paaper atqae parvos. 



Petri germane, 
vere mira prolis, 

Lampas larga legis 
splendor summi solis. 

Comes Christi carus, 
rector derelictis, 

Tu magnus in factis, 
tu magnus in dictis. 

Tu verus piscator 

generis hnmcmi 
SagineL cum leni 

eymgelii clari. 

Tu virilis victor, 
tn fortis bellator, 

Tu meus adiator, 
tu meus senator. 

Sedebis in fine 
sublimi in sede, 

Fulgebis praeclare 
cum regnomm rege. 



II. De Sanctis. — De s. Brigida. 317 

11. Eris civis claras 
civitatis mirae, 
Regnabis cam rege 
regam sine fine. 

Oration. ms. Aethelwoldi Episc. (Etocetensis ?) saec. 9. in. Cod. Canta- 
brigien. Ll I 10. (Pars II). — R, 2 purae. — 6, 1 Petre. — 6,2 prolis 
korrig. zu proles, dann wieder prolis, was der Reim verlangt. — 6, 4 summus 
korrig. zu snmmi. — 7,2 retribue relictis. — 8, 3 cum ist nachtraglich 
unterpunktiert; leui. — Zu „sagina" (=sagena, aayijvti) cfr. sagia im Hym- 
nus „Audite fratres famina^ (Nr. 254, Str. 9, 4). - 11, 1 cives korrig. zu 
civis. — Vor Str. 2 steht : „0 Andreas sancte , | Pro me intercede" ; vor 
jeder weiteren Strophe: „0 Andreas sancte^, und am Schlusse nach Str. 11 
noch einmal der ganze Refrain. 

Zt(7e}silbiger Reim (Assonanz) bindet jeden zweiten und vierten Vers ; mehr- 
mals (in Str. 4 ; 6 ; 7 und 9) ist es reiner Reim ; dazu kommt oft AUiteration. — 
Wie es bei den alten Iren Regel, ist auch hier (3, 2 und 8, 4) ii als i zu lesen. — 
Femer, wie bei „Cantemu8 in omni die^ (Nr. 283), ist auch hier manchmal 
Assonanz zwischen den SMufs- und den ^n/an^sworten zwei aufeinander 
folgender Verse (R, 2 : pure — dnrae ; 2, 1 n. 2 : care — mane ; 2, 8 u. 4: strictae 
— animae; 4, 8 u. 4: dignare — sanare; 8, 2 u. 3: humani — sagina; 9, 3 
u. 4: lenl — evangeli). — Schon diese Eigentnmlichkeiten sprechen far 
aUirischen Ursprung. — Im iibrigen, was sehr interessant, sind die Strophen 
rhythmisch gleich gebaut wie der Hymnus „Ave maris stella^ (Nr. 128); 
dort aber ist nicht Kreuzreim, sondem die Assonanz, wann sie uberhaupt 
gewahrt ist, bindet je 2 unmittelbar sich folgende Verse. — Vgl. Kuypers 
1. c, p. 161; F. A, Paleyy Home and Foreign Review, I. p. 478. 



240. In s. Brigidae Yirginis. 

Hymnus sancti Ultani(?) 

1. Xristos in nostra insala, 2. Tmnas iste angelicae 

Qaae vocatar Hibernia, Sammeqae sanctae Brigitae 

Ostensns est hominibas Fari non valet omnia 

Maximis mirabilibns, Virtatam mirabilia, 

Qaae perfecit per felicem Qaae nostris nnnqaam aaribas, 

Gaelestis vitae virginem, Si sant facta, aadivimas, 

Praecellentem pro merito Nisi per istam virginem 

Magno in mondi circalo. Mariae sanctae similem. 

3. Zona sanctae militiae 

Sanctos Inmbos praecingere 
Haec consaevit diarno 
Noctamo qaoqae stadio. 
Consammato certamine 
Snmpsit palmam victoriae 
Refalgens magno splendore 
Ut sol in caeli calmine. 



318 P*rs II. Hjmnodia Hibemo-Celtiea. 

Hymn. ms. Hibernicum saec. 11. in. Cod. Coll. Trinit. Dublinen. E 4. 
2. A. — Hymn. ms. Hibernicum saec. 11. Cod. Conv. Franciscan. Dublinen. 
s. n. B. — CoUect. ms. Trevirense anni ca. 1071. Cod. Vatican. Palat. 482. 
add. saec. 12. C. — 1, 1 insola AB. — 1, 7 sq. pro magno merito in C. — 
2, 1 sq. angelica | Summaque C. — 2, 2 Summaeque AB; Brigidae C. — 
2, 8 Dieser Vers ausradiert C. — 3, 3 Haec fehlt A BC. — 3, 4 Noctumoque 
studio C. — 3, 7 Resplendens C. 

Es folgt in ABC eine Stropbe in ganz auderem Rhythmus, die nicht zu 
diesem Hjmnus gehort, wenigstens urspriinglich nicht, obgleich ihn die 
Kommentatoren von A u. B dazu rechnen: 

Audite virginis laudes, 

sancta quoque merita: 
Perfectionem quam promisit, 

viriliter implevit; 
Christi matrem se spopondit 

dictis et fecit factis. 

Hierzu folgende Varianten : 1 laudem C. — Vers 5 ausradiert C. — 6 dictis 
atque factis fecit B, dictis fecit et factis C. Es schliefst sich daran: 

Brig^ta aut (ut C) amata, * veri Dei regina. 

Entweder ist die erste Halbzeile entstellt, so dafs eine Silbe fehlt ; in diesem 
Falle konnte sie zur oben vorgelegten Strophe als Vers 7 u. 8 gezogen 
werden; oder es beginnt abermals hier ein anderer Rhythmus, von dem nur 
der Anfang verzeichnet ist (man vgl. den Absehlufs des folgenden Hymnus); 
oder es ist eine Glosse, die in den Text geraten ist. — Am ehesten mochte 
ich glauben, y^Audite virginis laudes" sei die erste Strophe eines sonst nicht 
weiter bekannten abecedarischen Gedichtes. „Au>dite^ ist ein bei den Jren 
beliebtes Incipit, wozu man vgl. Nr. 241; 243; 244; 250; 251; 252 u. 254. 
Den Abschlufs bildet, wie oftmals, ein rhythmischer Versikel oder, wenn 
man lieber will , eine „Collecta post hymnum" , falls nicht richtiger ein 
Befrain darin zu vermuten ist. Nur bleibt es imsicher, ob dieser Refrain 
zum obenstebenden Hymnus gehort oder zu jenem Abecedar, von dem nur 
die erste Strophe sich hierhin verirrt hat: 

Brigita sancta sedulo 
Sit in nostro auxilio, 
Ut mereamur coronam 
Habere ac laetitiam 
In conspectu angelorum 
In saecula saeculorum. 

Die Vorrede in A berichtet: 

„Ninnid Ldm-idan (engl. Ninnid Pure-hand= „Rein-Hand"), Sohn des 
Echach, machte hunc hymnnum auf Brigida. — Oder es war Fiacc von Sletty, 
der ihn dichtete. — Dicunt alii, dafs ultan von Ardbreccan der Verfasser 
war, denn eben dieser stellte auch die Wundertaten Brig^das in einem Buche 
zusammen, beginnend mit „Audite virginis laudes'^, — Der Hymnus ist 
alphabetisch geordnet (ein Abecedar) und rhythmisch gebaut. Er umfafst 
drei Strophen, jede bestehend aus vier [Langjzeilen mit je 16 Silben. — 
Dicunt alii, es sei ein langer Hymnus gewesen, aber hier seien von ihm 
nur mer Strophen vorhanden, uamlich die erste (also „Audite virginis laudes'^ 
soll zum Hymnus als erste Strophe gehoren) uud die drei letzten Strophen 
causa brevitatis.^ 

Ahnlich berichtet die Vorrede in B. — Man sieht, schon die alten 
Kommentatoren tasteten unschliissig im Dunkeln. Man kann allerdings an* 
nehmen, dafs der Hymnus niemals ein voUstdndiger Abecedar war, sondem 
dafs nur die drei letzten Buchstaben des Alphabetes zur Eroffnung der drei 
Strophen herangezogen wurden ; letztere bilden scheinbar ein abgeschlossenes 
Ganzes. Aber die Wendung ^fari non valet oinilia virtutum mirabilia'' 



II. De Sanctis. — De s. Brigida. 319 

(2, 3 u. 4) scheint anzudeuten, dafs schon vorher andere ^mirabilia'' berichtet 
sind; auch wurden ofiters von sehr langen Abecedaren nur die drei letzten 
Strophen rezitiert (vgl. Note zum Patricius-Hymnus Nr. 252). 

Betreffs des Verfassers ist die Angabe, gerade weil nicht apodiktisch, 
recht Vertrauen erweckend. 

Ninnid (Ninnidius oder Nennius) mit dem Beinamen „Lam-idan", spater 
Abt von Inishmascaint , starb angeblich um die Mitte des 6. Jahrh. Sein 
Leben schildert Colgan in den Acta SS. Hibern. unter dem 18. Januar. 
Die hl. Brigida soll ihm prophezeit haben, seine Hand werde ihr einstens die 
hl. Wegzehrung reichen; auf dieses hin habe der hl. Ninnid seine Hand in 
einer ehernen Hillle verborgen, um sie stets rein zu erhalten; daher der 
Beiname „Rein-Hand'^. Durch diese Legende mag die Ansicht aufgekommen 
sein, er habe die hl. Brigida durch einen Hymnus gefeiert. 

Fiacc, Bischof von Sletty, Zeitgenosse des hl. Patrick, soU auch das 
beruhmte irische Gedicht auf den hl. Patrick gemacht haben. Letztere Zu- 
schreibung ist unhaltbar, und ebenso auch die Zuschreibung unseres Brigida- 
Hjmnus, zumal da diese Heilige einige Jahrzehnte nach ihm starb. 

Der hl. Ultanj Bischof von Ardbreccan in Meath hingegen, der hoch- 
betagt im Jahre 656 starb, wird in einem lateinischen Gedichte des M(5nches 
Edelwolf als ein „8criptor" gefeiert, „comptis qui potuit notis omare libellos" 
(cfr. Dummler, Poetae lat. aevi Carolini I, p. 589), und er schrieb eine Vita 
der hl. Brigida. Am Ende dieser Vita fand Colgan in verschiedenen Hand- 
schriften, wie er in seiner Trias (p. 542 sq.) berichtet, den oben stehenden 
Hjmnus, der also schon aus diesem Grunde sein Werk sein diirfte. Dem- 
nach ist die Tradition, welche fur ihn als Autor eintritt, die glaubwiirdigste. 

Betreffs des Verses 2, 8 y^Mariae sanctae similem^ ist zu vgl. das 
3. Resp. der 2. Nocturn im rhythmischen Brigida-Officium (Anal. Hymn. XIII, 
p. 84), wo es heifst: 

Presbyter hanc aliam denuntiat esse Mariam. 

Des weiteren vgl. man Todd^ 1. c. I, p. 65 sq. und Bernard-Atkinsony 1. c. 
II, p. 107. 

241. In s. Bri^idae Virginis. 

1. Alta andite rd i'Qya 5. lesus unxit vestimina 
Toto mando micantia Eius murrha et cassia 
Brigitae, beatissima Kastaq[ue turis pectora 
In Cbristo coruscantia. Thymiamatis incendia. 

2. Caeli conscendit culmina 6. Lucerna lucis lucida, 
Caritatis clementia, Resplendens in ecclesia; 
Desponsata sanctissima Mira civitas, consita 
Domino ab infantia. Supra montis cacumina. 

3. Electa^apta alumna 7. Nota et apostolica 
Patricii cum prudentia Signa atque prodigia, 
Factis erat clarissima Optima egit opera 
Spiritus sancti gratia. Secundum evangelia. 

4. Gestis fulsit gratissima 8. Pastis pascebat agmina 
Arca et urna aurea Pauperum de inopia. 
Haec, quae habebat insita Quantum sanabat morbida 
Sancta sanctorum ^mnia. Corpora quiescentia ! 



320 P<Lfs ^* HTmnodia Hiberao-Celtica. 

9. Begina Aostri edita 11. Xristom in Dei dextera 
Salomonis scientia, Collaudat cnm victoria 

Sancta^adepta opima Tmnizans voce consona 

Patricii patrocinia, Caelomm inter milia. 

10. Taebatar tatissima 12. Zona praecinxit latera 
Rebecca verecandia, Sancta cam stola aarea 

Uirginitate florida Et nanc manet per aetema 

Castodiens praecordia. Saecla in aala regia. 

Psalt. ms. Graecum saec. 8. Cod. Basileen. A VII 3. add. saec. 10. — 
Die Zuschrift ist von irischer Hand. — 1, 3 beatissimae. — 3, 4 cum gratia. 
— 9, 1 addita. — 10, 4 Custodiebat. — Am Schlusse folgt noch: „Quae 
consedit in cathedra cum matre Maria'', was offenbar nicht 2um Hymnus 
gehort. Alsdann : „Item jChristus in nostra insula \ Quae voc[atur Hibemia]'." 
Das ist eine Zitation des Hymnus Nr. 240. Mone (lU, p. 241) hat 
diese Zitation und die vorhergehende Zutat zu einer Schlursstrophe des 
Hjmnus gemacht und bietet so das Unding: 

Quae consedit in cathedra 

cum matre Maria. 
Item Christus in nostra insola, 

quae yocatur beatissima. 

Dazu dann die Note: „Dem Verse (,cum matre Maria') fehlen zwei Silben; 
we^n man aber das folgende item dazu nimmt und vor cum setzt, so werden 
die letzten Verse noch undeutlicher, als sie jetzt schon sind.^ — Zum Vers 
1, l vgl. den Anfang von Nr. 243; 244; 250 u. 251. — Aufser Mone (1. c.) 
hat auch Forbes im Missale von Arbuthnot (Vorwort, S. XIII) aus der 
gleichen Quelle dieses Gedicht mitgeteilt. 



242. In s. Bri^dae Yirgrinis. 

1. Phoebi diem fert orbita 
Plennm decoris gratia, 
Qni Brigitae pro laarea 
Mando ministrat gaadia etc 

Hymn. ms. Hibemicum saec. 11. in. Cod. Coll. S. Trinit Dublinen. 
E 4. 2. — Aus dieser Quelle ist der ganze Hymnus von neun Strophen bereits 
Anal. Hymn. XIX, S. 98 mitgeteilt, und deshalb sei dorthin verwiesen. — 
Beizufiigen ist, dafs die Sprache dieses Hymnus bedeutend von jener in den 
anderen altirischen Hymnen differiert ; er mufs deshalb relativ junger sein, 
wozu auch stimmt, dafs er mit keiner Vorrede und mit keinen Giossen ver 
sehen ist. — Zum Text folgende Erganzungen: 

Str. 3 , 1 u. 2 lautet in der Hs. : „Haec pro snpemis cedere \ Caniis 
fugit hla/nditiae,^ Das gibt einen guten Sinn : „Sie floh davor, der schmeichelnden 
Verlockung des Fleisches nachzugeben^ ; die Anderung „Haec pro supemis 
ceteras \ Carnis fiigit hlanditias*^ ist somit unbegriindet. — 8, 1 Mufs lauten: 
Quo nos, pudoris speculum. 



n. De Sanctis. — De s. Camelaco. 321 

243. In sancti Oamelaci. 

1. Audite bonum exemplum 4. Noctibus atque diebus 

Benedicti pauperis Orat Dominum suum, 

Camelaci Cumiensis, Prudens, iustus ac fidelis, 

Dei iusti famuli. Quem cognati dilignnt. 

2. Exemplum praebet in toto, 5. Begem Dominum aspexit 

Fidelis in opere, Salvatoremque suum; 

Gratias Domino agens, Tribuit huic aetemam 

Hilaris in omnibus. Uitam cum fidelibus. 

3. leiunus et mansuetns, 6. Xristus illum insinuavit 

Kastus hic servit Deo, Patriarchae Abrahae. 

Laetatur in paupertate^ Yn paradiso regnabit 

Mitis est in omnibus. Cum sancto Elizaro. 

Antiphon. ms. Benchorense anni 680—691. Cod. Ambrosian. C 5 inf. — 
2, 3 Gratias Deo. — 4, 1 adque. — 4, 4 dilegunt. — 6, 1 Cbristum ; insinuavit 
^ in sinu posuit. — 6, 3 Ymparadiso. — 6, 4 Elizaro statt Lazaro ; vielleicht 
soU Elizaro das fehlende Z des Abecedars abgeben. — Beacbtung verdient, 
dafs in diesem Gedichte Reim und Alliteration vermifst wird ; in dieser Hin- 
sicht wie iiberhaupt betreffs Metrum und Rhythmus steht es auf gleicher 
Stufe wie der Patricius-Hymnus „Aitdite omnes amantes*^ (Nr. 252) u. durfte 
gleich hohen Alters sein. 

Naheres iiber den hl. Camda^cus, dessen Beiwort ^Cumiensis^ in Dunkel 
gehiillt ist, haben meines Wissens die Hagiographen bisher nicht erbracht; 
ebensowenig ist der offenbar synonyine Ausdruck „Camulacus Commiensium"' 
(Book of Armagh, fol. 9b; Wh. Stokes, The Tripart. Life, p. 304) gedeutet 
worden. Vielleicht ist Camelacus identisch mit dem hl. Caomlach von Raithin 
oder Rahen, der am 3. Nov. gefeiert wird. 

244. In sancti OomgiUi. 

B. Recordemur iustitiae * Nostri patroni fulgidae, 
Comgilli, sancti nomine, * Refulgentis in opere, 
Adiuti Dei flamine * Sancto claroque lumine 
Trinitatis celsissimae, « Cuncta tenentis regmine, 

Quem Deus ad aetherea 

Conduxit habitacula, 

Ab angelis custodita, 

Permansura in saecula. 

1. Audite, nayreg^ ra t^a 2. Bonam vitam, iustitiam, 

Adlati ad angelica Benignitatem floridam, 

Athletae Dei abdita, Caritatem firmissimam, 

A iuventute florida Deo primo adhibitam 

Aucta in legis pagina, luxta mandatum, solidam, 

Alta sancti per viscera, In regno praestantissimam, 

Apta fide, iustitia, Proximis saepe deditam 

Ad Dei ducta gaudia. Efficiebat cognitam. 

Blume, Thesaurl hymnologici Hymnarium. 21 



322 



Pars n. Hymnodia Hiberno-Celtica. 



3. Gontemptnm mandialiam 
Yolnptatam praesentiam, 
Yitioram firmissimam 
Infirmos devastantiam, 
Verboram, cogitaminam 
Parte laeva versantiam 
Continebat per visceram 
Secreta vigilantiam. 



8. Hamilis, sanctas, benignas, 
Probas in Dei legibas, 
Hamanas, iastas, commodas, 
Laadabilis in moribas, 
Hilaris valta, sobrias 
Caritatis in floribas, 
Decoratas ordinibas 
Factas palam mortalibas. 



4. Doctas in Dei legibus 
Divinis dictionibas, 
Ditatas sanctis opibas 
Deo semper placentibus, 
Dedicatas in moribas, 
Dei stefanas bagias, 
Docebat sic et ceteros 
Dicta docta operibas. 



9. In scriptaris eraditas, 
Inspiratas divinitas, 
In sacramentis providas 
Canonicis adfatibas, 
Veteris novi actibas 
Testamenti praefalgidas, 
Fervens spirita,_placidus, 
Deo caras et piissimos. 



Elegit a primordio, 
Qaod erat in principio, 
Aetemam Yerbam, paterno 
Eractatam sanctissimo 
Corde veram altissimo, 
Caras eidem lacido 
Pignos praeclaro animo, 
Constans opere placido. 



10. Kalcavit mandam sabdolam 
Karitatis per stadiam, 
Kastitatis firmissimam, 
Kontemnens omne vitiam, 
Inserens agram floridam, 
Pectas adomans lacidam, 
Divinam habitacalam, 
Trino nomine sancitam. 



6. Falgebat alti falgore 
Solis vice, in vertice 
Ratilantis meridie, 
Fidei claritadine, 
Confirmatas ex viscere 
In Deo semper fidere, 
Confidens sanctimoniae 
Praecipao manimine. 



11. Lampadem sapientiae 
Constitait in pectore, 
In thesaaro scientiae 
Condito Dei manere, 
Inflammatas magnopere 
Lace verae iostitiae, 
Exaltatas munimine 
Legis, spiritus litterae. 



Gaudium sancti spiritus 
Habebat in visceribus, 
Regnum quod est sublimibus 
Deo dignum, et fortius 
Gladium quoque spiritus 
Levatum ad nequissimos, 
Quo prosterneret superbos, 
Tenens sanctis in manibas. 



12. Magnum apprendit bradium 
Aeterna vita condignum 
Adeptus sanctum praemium 
Post laborem firmissimum, 
Cuius perfectum meritum 
Yocamus in auxilium, 
Ut mereamur omniom 
Yitiomm exddiom. 



n. De Sanctis. — De s. Coiogillo. 



323 



13. Notus sanctonim coetibos, 
Abbatam in ordinibns, 
Monachoram militibus, 
Anchoretaram sensibos, 
Synodum sanctis plebibos, 
Immo vir apostolicns, 
Olaras sanctis in sortibas, 
Adaactas in sablimibos. 



18. Sapiens saos internos 
Sanctos elevans ocalos 
Dedacebat ad saperos 
Capite sancto intentos, 
Parte sancta in dextera 
CoUocans saa viscera, 
Centarionis opera 
Habens sancta per stadia. 



14. petram solidissimam 
In fandamento positam, 
contemptorem omniam 
Reram neqaam praesentiam, 
dacem sanctam militam 
Domino militantiam, 
tyronem fortissimam 
Domino totam deditam! 



19. Talit saam memoriam 
Ad mansionem sapemam, 
Caram Deo et floridam 
Saam exercens animam, 
Contemnens terram sabdolam, 
Vanam omnem insaniam 
Domans, iens cam Abraham 
Ad terram illam optimam. 



15. Positas mari ferrei 
Vice in luce popali 
Dissipare, disperdere 
Cancta mala destruere, 
Aedificare, plantare- 
Bona tota in commane 
More sancti leremiae 
Constitati in calmine. 



20. Uitam aetemam falgida 
Adeptas est sab corona, 
Ubi assomet praemia 
Permansara in saecala 
Comitataras agmina 
Angeloram praecipaa, 
Inqairens semper talia, 
Yigilans in ecclesia. 



16. Qais contempsit praesentia 
Haias aevi decidaa? 
Qais ascendit ad sapema 
Toto animo gaadia? 
Qais volebat in aethera 
Carne volare posita, 
Qaaliter iste talia 
Adeptas sancta merita? 



21. Xristam orabat magistram 
Sammam ornans obseqaiam, 
Christi gerens officiam 
Actam per apostolicam, 
Haias seqaens vestigiam, 
Dacens Deo exercitam 
In sanctam habitacalam 
Trinitatis lectissimom. 



17. Bexit sanctam ecclesiam 
Catholicam per regalam 
Retinens fidem solidam 
Malam contra neqaitiam, 
Saam exercens animam 
Sanctae legis per paginam, 
Caias exopto gratiam, 
Mihi adomet aniraam. 



22. Tmnam Deo cam cantico 
Immolabat altissimo 
Diei noctis circalo 
Orans saepe cam triampho. 
Nanc cantabit sab namero 
Canticum novam Domino 
lanctus choro angelico 
Sommo sanctas in iabilo. 
21* 



324 Pars II. Hymnodia Hiberno-Celtica. 

23. Zona cinctus institiae, 
Castitatis eximiae 
Munda opertas sindone, 
In signo castimoniae 
Feminalia lacidae 
Habens ex toto viscere, 
Caias sancto pro opere 
Reddetar merces condigne. 

Antiphon. ms. Benchorense anni 680 — 691. Cod. Ambrosian. C 5 inf. 

— B ist hier wohl kein eigentlicher Kefrain, sondem eine einleitende 
Strophe (vgl. Nr. 260 u. 261), deren Schlufs als Befrain dient Es folgt 
namlich in der Hs. nach Str. 1 und allen anderen nngeraden Strophen bis 
Str. 21 inkl. stets „Ah angelis^ etc. (=R, 7 u. 8). und nach Str. 2 und 
und allen geraden Strophen: ^Qtiem Deus^ etc. (=R, 6 u. 6). Nach Strophd 
23 ist R, ^—8 vollstandig wiederholt. — R, 4 tenentes. — R, 5 — 8 sind in 
der Hs. eingezogen und in kleinerer Schrift. Im iibrigen ist die Vers- 
abteilung gerade so, wie sie von mir vorgelegt wurde, und nicht sind, wie 
es in den beiden Dubliner Handschriften meist der Fall ist, je zwei Verse «u 
einer Langzeile verbunden , wenngleich Str. 14. u. 16, in denen jeder 1., 3., 
5. u. 7. Vers mit O bzw. Q beginnt, letzteres konnten vermuten lassen. — 

1 , 1 pantes ta erga. — 1,3 Anthletae , eine bei den alten Iren beliebte 
Form statt athletae (cfr. Nr. 246, Str. 2, 1). — 1 , 6 Alta hier Part Perf. 
Passivi von „alo". — Nach 1, 8 folgen noch zwei iiberschiissige Verse, die 
zum Teil tautologisch (vgl. 1, 2) sind und keinen rechten Siim ergeben; 

Alti adlata merita | Affatim concordantia. 

2, 4 adhibetam. — 2,7 sepe. — Nach 2, 7 ist eingefugt: „Corde sereno 
placetam" und nach 2, 8: „In futuro fructiferam" ; beide Verse (es sind 
iiberdies uberzahlige) scheinen mir spatere Zutat zu sein. — 3, 6 leva. — 
4, 2 dicionibus. — 4, 3 sanctus korrig. zu sanctis. — 4, 6„stef(mus agius'^ 
ist meines Erachtens nur Latinisierung von „aT€<favog ayiog** — heiliger 
Ehrenkranz" und darf nicht mit „Stephanus" (der Erzmartyrer) wieder- 
gegeben werden. — 4,7 caeteros. — 4, 8 operib[us]. — 6, 3 Rutulantis. 

— 6 , 6 In Dei. — 7 , 6 ad (= adversus) nequissimus. — 8,5 subrius. — 
9 , 8 pissimus , abermals die bekannte altirische Schreibweise des dreisi\h\g 
zu sprechenden „piissimus". — 10, 4 Contempnens. — 12, 1 adpraendit 
korrig. zu adbraendit ; bradium, Nebenform von bravium. — 12, 3 proemium. 
13, 4 statt ^sensibus" 1. vielleicht „sinibus"? (cfr. Nr. 250; 15, 1). — 13, 5 
Sinodum. — 14, 2 possitam (ebenso 15, 1 possitus u. 16, 6 possita; alt- 
irische Schreibweise). — 15, 4 distruere. — 15, 6 commone. — 15, 7 Eremiae. 

— 16, 2 Huius eui. — 16, 5 ethera. — 16, 8 mereta. — 18, 7 Centorionis. 

— 19, 7 Domuens(!) cum; „Domuens*' scheint mir eine Verschmelzung von 
„Domans" und „iens" durch den Eopisten zu sein. Warrens Eonjektor 
„Domans pergens" besagt an sich dasselbe, trennt sich aber weiter von der 
Lesart der Hs. — 21 , 7 sanctam , das zweite a durch Punkte anulliert, 
aber nicht durch u ersetzt. — 21, 8 zu „lecti8simum" cfr. Nr. 234, Str. 6, 2. 

— 22, 5 cantauit. — 23, 3 Mundo. — 23, 5 Foeminalia; zu „feminalia" = 
femoralia vgl. Forcellini s. v. — 23, 8 mercis. 

Titel: „ Ymnum sancti C(migilli abhatis nostri.^ Die letztere Apposition 
bezeugt klar, dafs das Hjmnar in Bangor geschrleben oder der Hymnus 
dort gedichtet wurde. — Der hl. Comgill (oder Comgall, Comgan, Comg^haill, 
Cougall), der Stifter (558) und erste Abt von Bangor, starb 600 oder 602. — 
Leider fehlt einstweileu ein Anhalt dafur, welcher Monch von Bangor dorch 
diesen Hymnus den Stifter seines Elosters feierte. 



II. De Sanctis. — De s. Eiarano. 325 

245 a. In s. Kiarani Cluanensis. 

Hymnus sancti Columbae. 

1. Alto et ineffabili 3. Inaltatus est manibus 
Apostolorum coetui Angelorum caelestibus 
Caelestis lerosolymae, Consummatis felicibus 
Sublimioris speculae, Sanctitatum generibus; 

2. Sedenti tribunalibus 4. Quem tu, Christe, apostolum 
'Solis modo micantibus, Mundo misisti omnium 
Queranus, sacerdos sanctus, Gloriosum in omnibus 
Insignis Christi nuntius, Novissimis temporibus. 

Hymn. ms. Hibemicum saec. 11. in. Cod. CoU. S. Trinitatis Dublinen. 
E 4. 2. A. — Vitae ms. SS. Hibemiae saec. 15. Cod. Oxonien. Kawl. B 
485. B. — Vitae ms. SS. Hibemiae saec. 15. Cod. Oxonien. Rawl. B. 505. C. 
— 1, 1 ineffabile A^. — 1, 2 coeti A^, cetui BC. — 1, 3 Hiemsolimae A, 
lerosolime BC. — 1, 4 speculi A^ , vel . . ae A*. — 2, 1 Sedente A. — 2, 2 
miccantibus C. — 2, 3 Quiaranus A; in BC wechselt die Schreibweise : 
Qmranus (so hier) mit Keranus und Quiaranus (in anderen Versen, woriiber 
gleich unten naheres); sanctus sacerdos A. — 2,4 Christi fehlt A. — 3, 8 
Consumatis BC. — 4, 2 misisti hominem ABC ; gegen den Reim. „ Apostolus 
omnium" et wa = „a%em6i wer , universeller Apostel", nicht blofs fiir einen 
Ort. Der hl. Kiaranus galf als einer der sogenannten zwolf Apostel Irlands. 

In A folgt, wie bei den altirischen Hymuen ofters, ein rhythmisehes 
Gebet, eine „Collecta", die nicht zum eigentlichen Hymnus gehort. Als 
spdiere Zutat erweist sie sich schon dadurch, dafs Columba, welcher als 
Verfasser des obigen Qedichtes gilt, darin angerufen wird: 

Rogamus Deum (1. nunc?) altissimum 

Per sanctorum memonam, 

Ut (Sancti A) Patricii episcopi) 

Ciarani presbyteri 

Columbaeque auxilia 

Nos defendant [egre]g[ia] 

Per illorum[que] merita 

Possideamus praemia. 

Der hl. Kieran, Grunder der Abtei Cluain-Macnois, (auch wohl benannt 
„der Jungere", zur Unterscheidung vom hl. Kieran von Saigir^ einem Zeit- 
genossen des hl. Patrick), starb am 9. Sept. 548 ; an diesem Tage auch sein 
Fest. — In einer Vita des Heiligen, welche Colgan anfahrt, heifst es: 
^Unus ex praecipuis Hiberniae est et merito numeratur apostolis, iuxta quod 
de ipso cecinit eius condiscipulus et coapostolus sanctissimas Columha in 
hymno quodam, quem in eius composuit laudem dicens: 

Quantum, Christe, apostolum 
Mundo misisti hominem! 
Lucerna huius insulae 
Lucens luce(ma) mirabili(s) etc." 

So bei Colgan^ Trias Thaumaturga, p. 472; man vgl. hiermit StokeSy 
Book of Lismore , p. 263 sq. — Ahnlich im sogeuannten Book of Kilkenny 
(cfr. Reevey Adamnan, p. 263): „Et fecit sanctus Columba ympnum sancto 
Kiarano.'^ — Das obige Zitat aus dem Hymnus ist entweder un^enau, oder 
der Hymnus ist uns nicht vollstandig uberliefert. Im ubrigen pafst BhytSonus, 
Versbau und Sprache ganz zu den anderen Dichtungen Cplombas (Nr. 216 



326 



Pars II. Hjmnodia Hiberno-Celtica. 



bis 219); im Hymnns ^^ln te Christe credenUum" (Nr. 217) ist Yers 4, 2 
aVers 1, 3 in unserem Hynmus. Die Tradition erscbeint demnach nicht 
unglanbwurdig. — Vgl. Anal. H7m. XIX, p. 172. 

In B u. C gehen dem^ vorstebenden Hymnus , und zwar unmittelbar mit 
ihm verbunden, noch eine ganze Reihe anderer Yerse in verscbiedenem 
Rhjthmus u. Metrum voraus, welche auch Bemard u. Atkinson (1. c. 11, 
p. 219) mitteilen als „a composite Latin hjmn^, der sich prasentiere als 
^plainiy made up from different sources^. Mir will scheinen, es sind TeHe 
etnes BeimofficiumSj vielleicht die rhythmischen Antiphonen zu den drei Noc- 
tumen, in welchem Falle wir ein mc^f-monastisches Officium (mit je drei Anti- 
phonen) anzunehmen hatten. Natdrlich ist das eine blolse Yermutung, die 
mangels anderer Quellen und genauerer Angaben nur mit allem Vorbehalt 
ausgesprochen wird. Ebenso ist unsicher, ob dieses eyentuell hdchst interessante 
Reimofficium noch der alt-ifischen Hymnodie beizuzahlen ist. Zum Inhalt 
der Legende vgl. AA. SS. Bolland. Sept HI, 373 sq. 



245 b. Offlcinm de sancto Kiarano. 

In 1. Noctnrno. 
Antiphonae, 

2. Magns inqnit : 



Matre Qnerani sedente 

in cnrm volnbili 
Sonitnm Magns andivit 

perdixitqne servnlis: 
„Videte, quis sit in cnrm; 

nam snb rege resonat.^ 
^Goninnx^, inqninnt ^Beodi 

sedet hic artificis." 



^Gratnm cnnctis 



ipsa regem panet, 
Cuins opera falgebnnt, 

nt Phoebns in aethere." 
Miles Cbristi Qniaranns, 

sancti sedes spiritns, 
Spiritali pietatis 

virtnte flomerat. 



3. Vitnlnm vaccae lactentem 

iam cani concesserat, 
Eerannm inde graviter 

mater reprehenderat ; 
Yitnlnm cane voratnm 

ab ipso exegerat. 
Cnins ossa mox apportans 

ipsnm restanraverat. 



In 

Mnlieris regiae 

capnt decalvatnm 
Saevae zelo pelicis 

fnerat nndatnm. 
In Qnerani nomine 

cnm esset signatnm, 
Anrea caesarie 

fnlserat omatnm. 



2. Noctnrno. 
Antiphonae, 

2. Cnm Qneranns stndiis 
sacris teneretnr, 

Atqne tempns posceret, 
nt operaretnr, 

Pro ipso ab angelis 
mola tnnc movetnr. 



n. De Sanctis. — De s. Lasreano. 327 

3. Textas evangelicus 

in stagnom ceciderat; 
Sed voluto tempore 

per Querani merita 
Integmm de gurgite 

vacca reportaverat. 



In 3. Nocturno. 
Antiphonae, 

1. Cum puer oraret 2. Defunctusqae puer 

Dominum precibusqne vacaret, conspexit bravia vitae, 

Ignis ab excelsis £t sancti magnum 
venerat arce poli. glorificant Dominum. 

3. Lapsus de caelis 

rutilans accenditur ignis, 
Et peragit proprium 
protinus officiura. 

Varianten: 1. Noct. 1, 1 Quiarani. — 2, 5 Keranus. — 3, 2 concenserat. 

— 2. Noct, 1, 7 cessarie. — 3, 3 Sic voluto. — 3, Noct Str. 2 u. 3 
sind vielleicht urazustellen. — 3, 1 De caelis lapsus; ist gegen den Reim. 

— Die drei Strophen jeder Noctum haben stets ein verschiedenes yersmafs, 
wodurch von selbst drei Gruppen entstehen. Die Strophen der 1, Noctum 
sind rhythmisch ohne Iteim\ jene der 2. Nocturn sind ebenfalls rhythmisch, 
aber die zwei Halbzeilen bilden einen Dreizehnsilber (in der 1. Noctum 
Funfeehnsilber) und zeigen Reim-^ jene der 3. Nocturn sind metrische 
Distichen mit Binnenreim, Solcher Wechsel ist in den Reimofficien nichts 
Ungewohntes. — Der Versbau und besonders der Reim wurden durchaus 
nicht gegen alt-irischeu Ursprung sprechen, nur fur die metrischen Distichen 
und die ^Vagantenstrophen^ (2. Noct.) fehlt uns ein Beispiel aus jener Zeit 
und Gegend. Auch der Gebrauch des Plusquamperfekts (1. Noct. 2, 8 ; 3, 4, 
6 u. 8. — 2. Noct. 3, 6.-3. Noct 1, 4) statt des Perfekt.oder Imperf. 
ist alt-irischer Sprachgebrauch. 



246. In sancti Lasreani Daminisensis seu Molassii. 

Abbas propatus omnino, 3. leiunus, largissimus, 
Benedictus a Doraino Kastus cum rectis moribus, 

Cum caritatis fructibus, Lucema erit in tota 

Doctor ecclesiasticus, Macculasrius Hibemia; 

Electus Dei athleta, 4. Nadfraich et sanctus filius, 
Fidelis sine macula, Optimus Dei famulus, 

Gregis pastor subagrius, Probus, sapiens, peritus, 

Humilis, supplex, submissus^ Quem coronavit Dominus, 



328 



Pars II. Hymnodia Hiberno-Celtica. 



Bequiescit post obitam 
Securns in perpetuum 
Tenebrarum rectoribus 
Uictis atque principibus. 



Xristo cum suis omnibus 
Ymnum canit caelestibus, 
Zelus in quo fnit mirus 
Dei prae participibus. 



Hymn. ms. Hibernicum saec. 11. in. Cod. Coll. S. Trinitatis Dublinen. 
E 4. 2. — 2, 1 anthleta; vgl. Nr. 244, Anm. zu 1, 3. — 2, 3 subagrinus; 
vgl. agrius und subagrestis bei Forcellini s. v. ; subagrius hier wohl = schlicht, 
landlich. — 3,1 Eine Silbe fehlt, es sei denn, dafs die erste Silbe ^ie-" 
durch Diarese zweisWhig zu lesen ist (vgl. die Note zu „Jakobus" in Nr. 234, 
Str. 5, 1 u. Nr. 250, Str. 9, 1). — 3, 3 1. vielleicht „erat"; oder erit =^ wird 
immer sein. — 4, 1 Nadfraich ist Genetiv. — 4, 2 Dei filius (cfr. 4, 1, wo 
schon „filius"). — 4, 3 Probatus; eine Silbe zu viel (1, 1 heifst es schon 
„probatus"). 

Bemard-Atkinson (1. c. II, p. 220) verweisen auf eine Stelle Usshers: 
„Ad Laisreanum pergo, Hibernice Molaisse dictum . . ., quem antiquissimus 
hymnus . . . Ma^culasrium nominat^ Ob nicht aus Macculasrius die Form 
Molassius ( MoZotse) gebildet wurde und durch Weglassung von „Mac": Lasreanus 
(Lasrianus)? Der hl. Molaise, GrQnder des Klosters Devenish, starb nach 
den Annalen von Ulster im Jahre 563. Sein Vater hiefs Nadfraich. Durch 
einen Irrtum ist Anal. Hymn. XIX, p. 222 dieser Hymnus als ein Lobpreis 
auf „sanctus Nadfraich^^ mitgeteilt. — Berna/rd fl. c. H, p. 221) hat mit 
grofser Sorgfalt alle Worte dieses Hymnus zusammengestellt , die sonst im 
irischen „Liber hymnorum" nicht vorkommen. Da aber Bernard nicht jene 
anderen alt-irischen Hyranen berucksichtigt, die im Antiphonar von Bangor und 
anderswo sich vorfinden, lassen sich aus seiner Zusammenstellung keine 
weiteren Schliisse ziehen. 



247. In 8. Martini Turonensis £p. 

Hymnus s. Oengi mac Tipraite. 



1. Martine, te deprecor 

pro me rogare patrem, 
Christnm ac spiritum sanctam, 
habentem Mariam matrem. 



4. Verbum Dei locuius^ 
secutus in mandatis, 
Yirtutibus impletus 
mortuis suscitatis. 



2. Martinus, mirus more, 
ore laudavit Deum, 
Puro corde cantavit 
atque amavit eum. 



5. Sanans homines lepra 
cura duplici mira: 
^Skgnitudine mala, 
SLegritudine dira. 



Electus Dei vivi-, 
signa sihi salutis 

Donavit Deus pacis 
magnae atque virtutis. 



6. Deum, Dominum nostrum, 
passum^pro nobis raire 
YoXnniarie propter nos, 
deprecorc, Martine. 



Hyum. ms. Hibemicum saec. 11. in. Cod. CoU. Trinit. Dublinen. E 4. 
1. A. — Hymn. ms. Hibemicum saec. 11. Cod. Conv. Franciscan. Dublinen. 



II. De Sanctis. — De s. Martino. 329 

s. n. B. — 1, 2 rogari^ AB. — 4, 3 impletis AB. — 4, 4 resuscitatis A. — 
5, 2 duplice AB. — 5, 3 sq. sind wohl Attribute zu lepra, „welche bos ist durch 
ihre Grofse und grausig durch die [Art der] Klrankheit" ; oder ist „magni- 
tudine" durch ein anderes urspriingliches Wort zu ersetzen? — 6, 2 pasum 
B. — Am Schlusse ist ein 2. Mal das Wort „Martine" (= Anfang der 1. Str.) 
wiederholt. — Es folgt nach einem prosaischen Versikel eine „CoU€cta post 
hymnum^j welche Uberschrift bzw. Bezeichnung in den Quellen freilich fehlt: 

Per merita Martini, sancti 

[episcopij atque dignissimi, 
Nos precamur, ut mereamur 

regnum Dei vivi altissimi. 

Die Verse sind jambische Vierzehnsilber, die in zwei Kurzzeilen oder jamb- 
ische katalektische Dimeter zerfallen, ganz wie bei den Nm. 258 — 260. — Der 
Reim, und zwar ^tmsilbiger reiner Beim (ausgenommen 6, 2: „raire") bindet 
jeden 2. u. 4. Vers (cfr. Nr. 239); aufserdem fiudet sich, ahnlich wie bei 
„Cant€mus in omni die^ (Nr. 233) ofters Binnenreim, aber mehrmals nur 
Assonanz, wie: deprecor — me rogare (1, 1 u. 2); more — Ore (2, 1 u. 2; 
hier reiner Reim); cantavit — amavit (2, 3 u. 4; wiederum reiner Reim); 
vivi — sibi (3, 1 u. 2); donavit — pacis (3, 3) usw. , wie es im Druck 
hervorgehoben wurde. Vielleicht auch ist Martinns mims ; donavit — pacis; 
„mortdis sHscitatis^' unter diesen Umstanden kein blofser Zufall. — Die 
Alliteration tritt vou selbst in die Augen. — Auch alles ubrige hat alt- 
iriscbes Geprage; nur ist eigentiimlich, dafs in 1, 4 und 6, 3 zur Vermeidung 
einer uberschiissigen Silbe bei ia und ie Synizese anzuwenden ist, ebenso 
aus gleichem Grunde Elision in 1,3. Das ist sonst bei den Iren nicht 
Brauch (vgl. jedoch die Note zu 15, 1 bei Nr. 251); auch enthalten 2, 4 u. 
3, ^einen Hiatus ohne Elision. 

Das Vorwort in A u. B lautet: „Oengus mac Tipraitey Priester zu 
Cluain Fota (jetzt Clonfad in Westmeath), dichtete hunc hymnum. In 
Cluain Fota factus est. Causa autem: Adamnan besuchte auf einer Rund- 
reise die Eirchen des Colum Cille in Irland (solche Visitationsreisen werden 
von ihm in den Jahren 692 u. 697 berichtet), und er kam bis nach Visnech 
in Meath. Dort wurde jeder Mann von Rang, gegen den im Lande eine 
Anklage bestand, zu ihm vorgeladen. Diese Vorladung erreichte den Oengus 
am Abende des Martini-Festes , et timuit valde, et fecit hunc hymnum in 
honorem Martini, damit er ihn frei mache. Am Morgen kam nun Oengus 
zur Versammlung mit seinem Hymnus, den er bereit hatte. Da erschien 
der hl. Martin zur Rechten des Oengus dem Adamnan; und Adamnan erhob 
sich vor ihm et honorificavit eum cum osculo, et omnes mirabantur causam 
honoris. Et dixit Adamnan, ut vidit Martinum secum, es sei mit Rucksicht 
auf die Anwesenheit des hl. Martinus, dafs er ihm (dera Oengus) solche Ehre 
erweise. So wurde denn Oengus freigesprochen ; et ostendit hymnum suum. 
Et laudavit Adamnan hymnura et dixit: Ehre soll erwiesen werden jedem, 
der diesen Hymnus betet beim Gang zu einer Versammlung oder zum Gerichts- 
hof ; und Schutz gegeu jede Erankheit, ja den Himmel selbst soll einbriugen 
das Beten des Hyranus beim Schlafengehen und Aufstehen. — Rhythmisch 
ist er abgefafst ; sechs Strophen (capitula) mit je zwei [Lang]zeilen (letztere sind 
hier zu je zwei Eurzzeilen geteilt) enthalt er; auch findet sich in ihm Eben- 
mafs, et non aequalem uumerura syllabarum singulae lineae servanL" 

Von Oengus wissen wir nichts anderes, als was diese Legende berichtet, 
aufser dafs er nach den Annalen von Ulster im Jahre 745, nach den 
sogenannten „Four Masters" 741 starb. — Fiir diese Zeit, 8. Jahrh., spricht 
auch die Vollkommenheit des Reimes. 



330 



Pars n. Hjmnodia Hiberno-Celtica. 



248 a. In sancti Micliaells. 

Hymnus s. Colmani mac Mnrchon. 



1. In trinitate spes mea 
fixa, non in homine, 
Et archangelum deprecor, 
Michaelem nomine, 



6. Adinvet me sanctns Michel 
diebos ac noctibus, 
Ut me ponat in bonomm 
sanctomm consortibns. 



Ut sit obvias ac missns 
mihi Deo doctore 

Hora exitns de vita 
ista atqne corpore. 



Sanctns Michel intercedat, 

adiutor probabilis, 
Pro me, snm quia peccator 

actn atque fragilis. 



Ne me dncat in amarum 
minister inergiae 

Ipse princeps tenebrarom 
atqae pes saperbiae, 



Sanctas Michel me defendat 
semper sois viribus 

Anima egrediente 

cam sanctomm milibos. 



Adiatoriam succurrat 
Michelis archaugeli 

Ad me hora, qaa gaadebant 
iasti atqae angeli. 



9. Sanctas Gabriel, sanctas Raphiel 
atqae omnes angeli 
Intercedant pro me semper 
simal et archangeli; 



5. Illam rogo, ne demittat 
mihi traces species 
Inimici, sed dedacat, 
abi regni reqaies. 



10. Aetema possint praestare 
regis regni aalia, 
Ut possideam cam Christo 
paradisi gaadia. 



11. Gloria sit semper Deo 
patri atqae filio 
Simal cam spirita sancto 
in uno consilio. 



Homil. ms. S. Qregorii saec. 8. ex. Cod. Carolsruhan. Angien. CCXXI. 
add. saec. 9. in. A. — Hymn. ms. Hibemicum saec. 11. in. Cod. Coll. S. 
Trinitatis Dnblinen. E 4. 1. B. — Hymn. ms. Hibemicum saec. 11. Cod. 
Conv. Franciscan. Dublinen. s. n. C. — 1, 1 Unitas in trinitate spes mea 
(eine Verwechslung des Eopisten mit der gleich folgenden t}l)erarbeitung 
„Unita8 in trinitate^) A. — 1, 2 in omine B. — 1, 3 Sed A. — 2, 1 ac misos 
B. — 2, 4 „i8ta" uber der Zeile nachgetragen A. — 3, 2 energiae A. — 4, 2 
Michaelis ; hier offenbar dreisilhig zu lesen, weshalb ich die Schreibung e stattae 
vorzog, wie sie 6, 1 ; 7, 1 und 8, 1 in B sich tatsachlich vorfindet. — et archan- 
geli B. — 5, 1 dimittat A. — 6, 1 Adiuvat A; Michael AC (ebenso 7, 1 u. 
8, 1), aber in C sind a und e in eins verschlungen : se. — 7, 3 quia sum 
BC. — 7, 4 actu fehlt A. — 9, 1 Gabrihel A; Raphael A. — 10, 1 Aetemae 
A; possunt AC. — 10, 2 regni auria A. — 10, 3 possedeam B. — 11, 3 
cum sancto spiritu A. — In allen drei Quellen schliefst sich eine „Collecta 
post hjmnum" (vgl. die Note zum entsprechenden Stucke der voransg^henden 
Nr. 247) an: 



n. De Sanctis. — De s. Michaele. 331 

Adiuvet ( — vat A) nos archangelus 

sanctus Michel dignissimuS) 
Quem recipere animas 

mittat Deus altissimus. 

Wahrscheinlich ist das Zutat von einem anderen Dichter. — Die Doxohgie hin- 
gegen scheint urspriingUcher Abschlufs des Hymnus zu sein und ist somit 
wegen ihres Alters von Bedeutung. 

Jede 2. u. 4. Kurzzeile ist hier durch e2retsilbigen Reim gebunden, der 
durchweg rein, auch die Eonsonanten umfassend ist. — Auffallend ist der 
Geeensatz zwischen Wort- und Versakzent in dem ersten Verse „In trlnit&t^ 
spes m^a*', obgleich dieser Gegensatz auch in anderen Versen und anderen 
altirischen Gedichten vorkommt; hier aber verleitet er dazu, beim Lesen 
zuerst trochdisch zu beginnen. Vgl. die Noten zur Prosodie bei Nr. 249. 

Das Vorwort in B besagt folgendes: „Drei Sohm des Murchu von 
Connaught machten dieses Loblied auf Michael. Colmany der alteste von 
ihnen, war ein Bischof, wahrend die beiden anderen gewdhnliche Priester 
waren. Causa: Sie waren auf einer Pilgerreise, und ein grofser Sturm be- 
fiel sie auf dem Ictian-See (=Britischer Kanal); so kamen sie zu einem 
gewissen Eiland und empfanden grofsen Hunger; daher verfafsten sie, um 
von dem Hunger erlost zu werden, dieses Loblied. — Oder es geschah, um 
Rodans Eiland (unbekannt) von den Damonen zu befreien. Dort namlich 
weilte firiiher ein abgefallener Bischof ; und es liegt in Frankreich. Et postea 
ad Hibemiam venerunt. Incertum est autem, in quo tempore factum est.*' 
(Es folgt noch die gewohnliche, wenig besagende Formel uber Rhjrthmus 
und Strophenbau des Gedichtes.) — In C lautet das Vorwort ahnlich. Von 
Belang ist nur die Bemerkung: „Vielleicht auch war es Colman allein, der 
das Lied machte; denn er war der alteste von ihnen und aufserdem ein 
Bischof , wahrend die anderen zwei* Priester waren ; vel inter se fecerunt" 

Ist wenigstens der Kem der Legende zuverlassig, so ist wahrschein- 
lich Colman mac Murchon, Abt von Maghbile oder Moville, den die „four 
Masters" im Jahre 731 sterben lassen, der Verfasser des Gedichtes. — Dafs 
es irischen Ursprunges sei, erkannte Mone (I, p. 450) schon auf#rand der 
sprachlichen Eigentumlichkeiteu, obgleich er nur die Handschrift A kannte, 
in die der Hymnus in frdnkischer Urkundenschrift eingetragen ist. 



Diesem Hymnus ist das in der irischen Hymnodie einzig dastehende 
Geschick zuteil geworden, eine weitere Verbreitung zu finden und sogar in 
die Liturgie des Auslandes einzudringen. Dabei widerfuhr ihm, dafs eine 
Strophe, welche in Irland als sogenannte „Collecta post hymnum" dem Hjmnus 
„Bymnum dicat tv/rha fratrum^ (Nr. 214) beigegeben war, als Einleitungs- 
strophe diente, namlich: 

Unitas in trinitate, | te deprecor, Domine, 

Ut me semper trahas totnm | tibi votum vovere; 

worauf dann als 2. — 11. Strophe: In trinitate spes mea etc. folgten; vor der 
Doxologie sind dann noch zwei weitere Strophen eingefagt. So im Hymnar 
von San Severino (Anal. Hymn. XIV, p. 85). Als weitere Quelle ist bei- 
zufagen: Brev. ms. Vallis Maurianae saec. ^^/la. Cod. Carlopolitan. 14. — 
Der unreine Reim „Domine — vovere" beweist allein schon, dafs diese erste 
Strophe ein disparates Stiick ist. 

Wieder anders geartet ist folgende Uberarbeitung, die bisher unediert war: 



332 



Pars n. HTinnodia Hibemo-Celtica. 



248 b. Oratio ad s. Michaelem. 



1. Unitas in trinitate, 

te precaraur, domine, 
Ut nos semper trabas ad te 
desque vota reddere. 

2. Via, veritas et vita, 

principalis puritas, 
Parce nobis relaxando 
poenas culpis debitas. 



7. Hunc rogemus, truculentas 

ut avertat species 
Inimici et nos ducat, 
ubi vera requies. 

8. Adiuvet nos sanctus iste 

diebus ac hoctibus 
Et nos ponat in supernis 
electorum sedibus. 



5. 



6. 



Nostra spes in trinitate 9. 

sit et non in homine 
Angelumque deprecemur, 

Micbaelem nomine, 

Ut sit obvins ac missus 10. 

nobis Dei munere 
Hora exitus de vita 

ista atque corpore. 

Ne nos ducat in amarum 11. 

minister inergiae 
Ipse princeps tenebrarum 

atque pes superbiae, 

Adiutorinm succurrat 12. 

Michael archangeli 
Hac in hora, qua gaudebunt 

iusti atque angeli. 



Angelus hic intercedat, 

adintor probabilis, 
Pro nobis, qui sumus pravi 

actu atque fragiles. 

Sanctus iste nos defendat 
semper suis viribus, 

Ne nos mnndo decedentes 
opprimamur hostibus. 

Sanctus Gabriel assistat, 

Raphael et ceteri, 
Ut a malis liberemur 

et a portis inferi. 

Omnium sanctorum nobis 

exorent suffragia, 
Ut possideamus laeti 

paradisi gaudia. 



13. Gloria sit semper Deo 
patri atque filio 
Aequalis sit pnenmatique 
laus et iubilatio. 

Oration. ms. Lunaelacense anni 1460. Cod. Vindobonen. 4089. A. — 
Oration. ms. S. Petri Salisburgensis anni 1470. Cod. Petrin. b. VU 10. B. 

— Oration. ms. Tegurimim anni 1470. Clm. Monacen. 20020. C. — Oration. 
ms. Tegurinum anni 1476. Clm. Monacen. 20001. D. — Oration. ms. 
Tegurinum anni 1490. Clm. Monacen. 19824. E. — 1, 2 Te deprecamur B. 

— 2,1 Eia veritas BC. — 2, 3 Per te nobis E. — 3, 1 in te factore BC. 

— 3,3 deprecamur BCD. — 5,2 magister B. — 6, 2 Michaelis angeli A. 

— 6, 2 sqq. tuum, sancte Michael, | Mortis hora, qua pavescunt | peccatores 
Ismael BC. — 6, 3 in feblt E. — 6, 4 beatorum singuli A. — 7, 1 Tunc 
rogamus BC. — 7, 1 sq. ut avertat | truculentas E. — 7, 2 ut avertas BC; 
facies (st. speciesj B. — 7,3 ducas BC. — 8, 1 Adiuva nos o patrone BC. 
^ 8, 3 Ut A ; pone BC. — 8, 3 sq. Et coniungat post hanc vitam | beatoram 



II. De Sanctis. — De s. Michaele. 



333 



coetibus DE. — 9,1 Michael, tu intercede BC. — 9, 2 amabilis BC. — 
10, 1 O patrone, nos defende BC. — 10, 2 tuis BC. — 10, 4 premamur ab 
DE. — 11, 1 Sancte Gabriel assiste BC. — 13, 1 sit tibi Deo BC. — 
13, 3 Compar tibi pn. BC. — Man sieht, wie B u. C. gleichmafsig abweichen 
namentlich durch Abanderung m direkte Anrede. 



249. In sancti Michaells. 



1 . ArchaDgelam mirum magnum , 

Michaelem militem, 
Miro falgore fulgentem 
veneramur principem, 

2. Beue conditum a Deo 

ad supernam gloriam, 
Bene cognoscentem Deum 
suamqne creaturam. 

3. Cuius vita, cuius virtus, 

cuius status stabilis, 
Cuius potestas a Deo 
magna, admirabilis. 

4. Deus dedit Michaelem 

priDcipalem pastorem, 
Deus illum ordinavit 
hominum protectorem. 

5. Electus atque constructus 

Domini prudentia, 
E\&vatus ac formatus 
Dei sapientia. 

6. Fortitudine bellica 

coDsteroatis celebris 
Pro salute triumphali 
humanique- gCDeris. 



10. 



Id exercitu caelomm, 
iu virtutum agmiue 

NoDue fulget Michel mirus 
pulcherrimo ardore? 

Kastro caelorum coustructo, 

devicto diabolo, 
TuDC fulgebit Michel mirus 

cum cohorte credulo. 



11. Lux caelorum ac terrarum, 

praeclarum, mirabile 
Omen atque nomen maguum 
Michaelis celebre. 

12. Magistratibus caelorum 

atque legionibus 
Deus dedit Michaelem 
ducem multis milibus. 

13. Nonne armiger potentis 

belligerque rectoris? 
NonneMichael maguus raauet, 
maDUS fortis factoris? 

14. archaugelum caelestem, 

terresirem iudicem, 

orDa^um, decoratumy 

probatum militem ! 



7. Gloriam Dei coDtendit 15. 

cum perverso ductore, 
Cum olim altercaretur 
de Moysico corpore, 

8. Hanc nimirum, quam praeclaram 1 6. 

continebit gloriam, 
Cum conteret aDtichristum 
per miram victoriam. 



PriDcipalibus doctriwis 
dmnisqne vocibus 

PriDceps exercitus Dei, 
iusignis adfatibus: 

Quis maris profunditatis, 
quis caeli de extremis, 

Quis conscius celsitatis 
Adonai de supemis? 



334 Pars II. Uymnodia Hiberno-Celtica. 

17. Bector atque veri doctor 20. Ueram archangelom magQom 

protectorque gentium adinramas maximom, 

Nonne fulget Michel mims, Nostram caiitatera firmet 

cum sit sol credentium? in Deam et proximam. 

18. Salaberrima doctrina 21. Xristi aarora falgebit 

claroqae monimine in fataro agmine 

Liberavit Michel mandam Archangelas magnas mando 

magno adiavamine. cam ingenti falgore. 

19. Terribile mando malam, 22. Tmnos in concenta caeli 

antichristi venenam, choris incessantibas 

Extingaetar Michaele, Cantat Michel, miram laadem 

mortiferam, morbidam. angelis clamantibos. 

23. Zona ferrea formatus 
ornatfMqae tegmine 
Regnat nanc atqae regnabit 
in regali colmine. 



Homil. ms. S. Qregorii saec. 8. ex. Cod. Carolsruhan. Aog. CCXXI. 
add. saec 9. in. (in frankischer Urkundenschrift). — 2, 4 snumque creatorem 
(gegen den Reim). — 4, 3 ordinant, aber uber der Schlufssilbe nachgetragen : 
„ui**. — 6, 1 bella. — 6, 2 constematus. — 6, 4 homanique. — 7, 2 doctore. 
— 7,3 ollim. — V» 4 ganz die gleichen Reimworte „doctore — corpore" 
finden sich als solche im vorhergehenden Michaels-Hjmnus (Nr. 248 a, 
Str. 2, 2 u. 4). — 8, 1 nemirum. — 9,1 exitu, iiber i ist nachgetragen 
„er". — 9, 3 Michael; ebenso 10, 3; 13, 3; 17, 3; 18, 3; 22, 3; man vgl. 
hiermit die Note zu 4, 2 im Gedichte 248 a. — 9, 4 areiore, daruber „dore". — 
10, 2 divicto diabulo. — 10, 4 orte korrig. zu „coorte". — 11, 3 Nomen atque 
nomen. — 11,4 caebre korrig. zu caelebre. — 15, 4 afatibus ; adfatus wohl = An- 
rede, Titulatur; dieselbe folgt in der Str. 16, und zwar als eine Amplifikation 
des bekannten: „Qui8 ut Deus?^ — 16, 1 proditatis. — 16, 4 adhonai. — 
18, 4 magna. — 19, 3 Extingetur Michaelo. — 20, 2 zu ^adiuramus^ vgl. 
den gleichen Ausdruck in y^Gantemus in omni die^ (Nr. 233 ; Str. 12, 1). — 
22, 1 Ymnus. — 22, 2 incesautibus. — 23, 1 Zono feseo; vielleicht: Zonae 
ferreo (scilc. tegmine)? formatus wohl = formosus. — 23, 3 Ragnat korrig. 
zu Regnat. 

Die noch folgenden Verse in anderem Rhythmus sind wohl wieder eine 
bei den Iren beliebte „Collecta post hymnum" : 

Michaelis oramina 
Deprecamur celsissima 
Almique regis regmina 
Postulamus perpetua. 

In der Handschrift; heifst es: „0 Michaelis etc^ — Hierauf folgt noch: 

„qui regnas in [saecula] saeculorum. Amen. Benedicat De^us] 
te et Michael, for (= inquit)Moilru& (= Moilruaill, Abt von Tallaght, 
t 792). Amen. 

Die Klammem enthalten die Interpretation, welche Dr. Alf, Holder in seinem 
Katalog der Reichenauer Pergamenthandschriften zu Karlsruhe bietet. Mone 
(I, p. 449) hatte statt dessen konjekturiert: „Ein Lied nach dem Abece 
(= Abecedar), von einem irischen Dichter, wie ^e Schluijsworte ,for moiIni&' 



11. De Sanctis. — De s. Monenna. 



335 



verraten, worunter wahrscheinlich Michael als Patron (for) einer Kirche ver- 
standen ist." — Vielleicht diirfen wir auf Gnind der Holderschen Anslegun^ 
einen Schritt weiter gehen und im Aht Moilruain den Vichter vermuten, 
wenn nur der Reim schon besser ausgebildet ware. 

Der aUirische Ursprung ist jedenfalls durch den ganzen Stil und Sprach- 
gebrauch hinlanglich verburgt. Im Vers- und Strophenbau steht das Qedicht 
den beiden Hvmnen „Cantemu8 in omni die^ (Nr. 283) und „In ^nUate spes 
mea^ (Nr. 248 a) am nachsten, die beide im 8. Jahrhundert entstanden sind. 
Hier wie dort sind jede 2. u. 4. Eurzzeile durch den Reim gebunden ; aber hier 
erstreckt sich der Reim meistens nur Bxdzwei Schlufssilben, und die Konsonanten 
sind gewohnlich nicht mit einbegriffen. Mehrmals zeigt sich auch ein ahn- 
licher Binnenreim zwischen Schlufs und Anfa/ng zweier sich folgender Verse 
oder wohl auch im Innem einer Kurzzeile ; so 11, 1 u. 2 terrorwm — prae- 
clarumr, 14, 1 u. 2 caelc«tew — terres^rem; 14, 3 u. 4 decoratum — pro- 
haium\ 15, 1 u. 2 doctnnis — divmtsque; 23, 1 u. 2 formatus — omatus- 
Que; im gleichen Verse: 5, 3 eX^aius ac iotmatus'^ ebenso 11, 3; 14, 3. — 
Uberschrift: „In nomine Dei summi.'^ 



250. In sanctae Moneimae. 

B. Deam, deorum Dominam, 
Regem et sponsom virginum, 
Sempitemom, infinitnm, 
Invocemus praevalidom; 
Sanctae Monennae meritum 
£t nos dncat post obitum 
In regni refrigerinm, 
Qoam tn, Christe perpetoa 
CoUocasti in gloria. 



1. Audite sancta studia 
Virginnm Christi milia, 
Sanctae Monennae plnrima^ 
Sana, snmma, salnbria, 
Qoam perrexit indnstria 
Donante Christi gratia. 

2. Benedicta Patricio 

Snb virginali pallio 
Consecraverat Domino 
Templom cordis hospitio, 
Christo digna possessio. 

3. Gorde perfecta, sobria, 
Sponsa Deo dignissima, 
Yestimenta pulcherrima 
Haboit nuptialia, 
Quibus induta regina 
Eegis stetit in dextera. 



4. Donavit illi maximam 
Deus virtutum gratiam: 
Certam, veram, propheticam 
Fnturorum scientiam, 

In omni coetu gloriam, 
De adversis victoriam. 

5. Erat illi mirabile 

De aqua vinum facere, 
Petram ia sal efficere; 
Temptata filiis satanae 
Semper ditata munere 
Visionis angelicae. 

6. Fertur Moneunae vitulus 
Raptus a lupis protinus, 
Egit noctem miserrimus 
Inter lupos, fit pavidus; 
Illa orante citius 
Sanus a bestiis redditus. 



336 



Pars II Hymnodia Hiberno-Celtica. 



7. Gloriosam miracalam 
Divolgatam per popalam: 
Unam occidit vitalam 
Servis Dei conviviam, 
Fecit Monennae meritam 
Vivam haberi iteram. 

8. Hamilis erat animo, 
Excelsa tamen merito, 
Terram arabat sarcalo 

. Eremitaram stadio, 
Viram gerens proposito 
In corpore femineo. 

9. leianii in rigore, 
In caritatis ardore, 
In omni bono labore 
Propter Dominam propere, 
Sic vixit omni tempore 
Crucifixo iam corpore. 

10. Kasta, electa colamba, 
Perfecta, matri unita, 
Tartar erat castissima 
Voce sonante cognita, 
Vitis vpra, florigera, 
Christo Domino condigna. 

11. Lucema erat lacida 
In templo Dei posita, 
Virga lesse florida, 
Pulchra, fortis et unica, 
Margarita pulcherrima, 
Ornata, regi placita. 

12. Magnam struxit ecclesiam 
In desertis egregiam, 

In qua virtute maxima 
Fecit laude dignissima; 
Defdnctam unam flliam 
Suscitavit emortuam. 

13. Narrant item de vasculo 
Mirum dictu argenteo, 
Magno immisso fluvio 
Longo terrarum spatio; 
Monennae nutu superno 
Transmissum est a Domino. 



14. Christi sanctam virginem, 
Mariae imitatricem! 

verae vitis palmitem, 
Cum omni fructa arborem! 
regis sponsam sablimem, 
Deo semper amabilem! 

15. Patriarcharum sinibns 
Cum electis virginibus, 
Apostolorum coetibas 
Solis luce fulgentibus, 
Sublimata honoribus 

. Sanctornm his similibns. 

16. Qaantum crucem sustinuit, 
Tantum corde congaudebit; 
Quantum Domino placuit, 
Tantum signa promeruit; 
Quantum Deo oboedivit, 
Tantum praemium accepit. 

17. Regno caelorum fruitur, 
Viro Dei reficitur, 
Coelesti manna alitur, 
In paradiso pascitar, 

In quo a sanctis canitur 
Carmen, quod uunquam finitur. 

18. Stola induta gloriae, 
Spe secura victoriae 
Sponsum sequitur nbique 
In caeli latitudine, 
Electorum in ordine 
Refulget solis splendore. 

19. Transacta nocte media, 
Voce clamante supema, 
Cum lampade praelucida 
Sponso occurrit obvia, 
Prudens, edocta fllia, 
Sponsi transit ad gaudia. 

20. Urbem intravit supemam, 
Caelestem lerosolymam, 
Sortita vestem candidam 

In modom solis splendidam, 
Post perfectam victoriam 
Habet laudem et gloriam. 



II. De Sanctis. — De s. Monenna. 337 

21. Xristo sedet in dextera 22. Ymnum Deo infinitum 
Una cum sancta Maria, Canentes regi omnium, 

Summa habentes gaudia Laudantes in perpetuum 

Trinitatis in gloria Summum eius imperium 

Milium inter milia Consona voce carminum 

Angelorum sublimia, Electorum sublimium. 

23. Zona Cbristi durissima 
Praecinxit sancta viscera, 
Qua perfecta deposita 
Vestitur stola byssina 
Inter sanctorum agmina 
Saeculorum in saecula. 

Yita ms. S. Monennae (Burtonien.) saec. 12. Cod. Londinen. Cleop. A £1. — B 
ist nur teilweise, namlich Vers 8 u. 9, ein Refrain^ der nach jeder Strophe 
wiederholt wird; man vgl. hierzu den Comgillus-Hymnus (Nr. 244). — 1, 5 
periescit; ^pergo" ware hier, falls die Konjektur richtig, in der Grund- 
bedeutung „per-rego (durch und durch, immer leiten) zu nehmen. — In 
Str. 2 fehlt ein Vers; ob gerade der zweite Vers, ist unsicher — 4,1 
maxima. — 5, 3 in salem. — 5,4 filiis, nach irischem Brauche zweisilhig 
zu sprechen (vgl. 6, 4 u. 9, 1; viele Beispiele in friiheren Nummem). — 
6, 3 redditur. — 7, 2 Devulgatam. — - 7, 5 Quem fecit (vgl. 18, 5). — 9, 1 
Da ii bei den Iren als i zu sprechen ist, mufs die erste Silbe „Ie-" durch 
Diarese in zwei zerlegt werden, gerade wie in Nr. 246, Str. 3, 1 und in 
Nr. 234, Str. 5, 1. Das gleiche gilt weiter unten (11, 3) fur lesse. — 10, 3 
et (statt „erat"). — 11, 6 regis. — 12, 1 construxit. - 13, 1 idem. — 13, 5 
Quod Monennae (vgl. Note zu 7, 5). — 14, 2 Sanctae Mariae. — 14, 4 
De omne fructu laborem (!). — 14, 5 regis sponso. — 15, 1 Patriarchas. — 
15, 5 Sublimatis. — 18, 6 splendide. — 19, 2 clamantes. — 21, 1 l. Christi? 

— 23, 4 Vestita. — 23, 6 Saeculis in. 

„Virgo venerabilis, nomine Darerca, cognomine Monynna, Conalleorum 
finibus orta patre Mocteo", so beginnt die Vita der hl. Modvenna, Abtissin 
von Ard Conays (t517), in den „Acta SS. Hibemiae" von PP. C. de Smedt 
u. los. de Backer, col. 165. Aufser diesen drei Namen bzw. Beinamen 
finden wir : Monenna (so in der Quelle unseres Hymnus), Monyma^ Moninia. 

— Wie die Heilige den Iren angehort, so hat auch der Hymnus viele 
Eigentumlichkeiten in Sprache und Rhjthmus und Strophenbau, die mit 
ziemlicher Deutlichkeit auf Irland als Urstatte desselben hinweisen. Die 
meiste Ahnlichkeit hat er mit dem Comgillus Hymnus (Nr. 244). — Der 
Verfasser jener Vita s. Modwennae, welche sich in unserem Cod. Londinen. 
Cleop. A II findet, als welchen Hardy (Descriptive Catalogue of Materials 
relating to the history of Great Britain and Ireland, London 1862, I, pag. 95) 
den Uonchuhranus , andere den Galfridus dbhas Burtoniensis ansehen 
(beide im 12.^Jahrh.), kommt fur unseren Hymnus nicht als Auktor in Be- 
tracht. Im fraglichen Kodex ist Verschiedenes , auf Modwenna Bezfigliches, 
gesammelt, und der Hymnus steht getrennt vor der Vita. 



251. In sanctae Monennae. 

1. Audite, fratres, 2. Beata mansit, 

facta sine crimine sine ulla macula 

Sanctae Monennae Terris apparens; 

salutaris feminae. post vitae miracula 

Blume, Thesaori hymnologrioi Hymnarium. 22 



338 



Pars n. Hymnodia Hiberno-Celtica. 



Caelestis virgo 

intrans cum melodia 
Obvia sponso 

com electo oleo. 



12. Mariae matris 

imago mirabilis 

Haec virgo facta, 

aUa^ ineffabilis. 



Digna precamur 
per eias aoxilia, 

Ut mereamur 
magna mirabilia. 



13. Neminem laes^^ 

pressU cuncta caduca, 
Fulsit nrtute 
myentute^ adulta. 



5. Electa fuit 

Deo et hominibus, 
Christo adhaesit 
annis in nubilibus. 



14. sancta sponsa 

summi legis latoris, 
Complens ^erfeda 
pra,ecepta salvatoris. 



Femina fida 

mira fulget favore, 
Caelum conscendit, 

sed ciim magno labore. 



15. Patria de sua 

ad peregrina pergens, 
Havens in cruce, 
luce de luce ardens. 



Gratia Christi 

quievit gratissima, 
Unica, cara 

facta fidelissima. 



16. Quasi advena 

mundi cura caruit, 
Domini digna 
fide firma flpruit. 



8. Humilitatis 

exemplar exstiterat, 
Hinc exeAtata 

caeli prata peterat. 



17. Begina sancta, 

sine labe permanens, 
Pura pueJZa 
tamquam stella radiens. 



luvencularum 

erat norma numeris, 
A Deo data, 

casta atque humilis. 



18. Sanctae Monennae 

laudibus sonantibus 
Clangant organa, 
choris exaltantibus. 



10. Kastam custodit 

carnem coram angelis, 
Fulget in albis 

stolis, claris^ candidis. 



19. Templum perfectum 

construxit in pectore, 
Casta in sede 

cum rege et rectore. 



11. Lucerna clara 

nec sita sub modio 
Erat ostensa 

cum accenso olio. 



20. Uere permanet 

sine ulla macula 
Inter sanctorum 
anglort<m miracula. 



n. De Sanctis. — De s. Monenna. 339 

21. Xristnm secuta, 23. Zona praecincta 

ttUa ab infantia, castitatis candida 

Mondam reliquit Fulget in aula 

cum soa sabstantia. tamqaam aura limpida. 

22. Ymnas exsargens 24. Gloria patri 

Christi canctis aaribas, atqae anigenito 

Cuias memoria Canctitonan^is 

permanet cam laadibas. exaltan^is merito. 

Yita ms. S. Monennae saec. 12. Cod. Londinen. Cleop. A n. — 1, 2 
sine uUo crimine (cfr. 2, 2). — 3, 4 oleo ist gegen den Beim; 11, 4 steht 
wieder „oleo", wo das seltenere „olio" Abhilfe schafft. Entweder ist „oleo", 
so schwer ein anderes Wort hier pafst, durch Irrtum des uberhaupt nach- 
lassigen Kopisten eingedrungen , oder man darf vielleicht 8, 2 die Form 
„melodio" wagen und hier „olio" schreiben. — 5, 4 annis inbilibus. — 6, 2 
miro. — 7, 2 requievit. — 7, 3 Mixta (!) casta; „casta" wiederholt sich 9, 4. 
— 8, 4 peterat erscheint durch den Reim gesichert. — 9, 1 luvenculorum. — 
11, 4 oleo (cfr. Note zu 3, 4). — 13, 4 iuventute, adulta = „in der Jugend, 
im Alter (aJs Erwachsene). — 15, 1 Die Synizese von ia in „patria" (das 
Gleiche gilt bei ^memoria'^ 22, 3) ist, als bei den Iren ungebrauchlioh, be- 
fremdend ; man vgl. indessen die Note zu 1, 4 bei Nr. 247 ; oder soUte „de" 
zu unterdrucken sein? — 15, 2 ad fehlt; peregrinia. — 15, 3 Habens. — 
15, 4 lux de luce; „sie war brennend von Christus, dem ,lux de luce*". — 
17, 2 manens. — 17, 4 radens, was allerdings den zweisllbigen Beim wahrt, 
wahrend ^radiens" obendrein abnorm ist, statt ^radians'*. — 18, 2 reso- 
nantibus. — 18, 3 Tamquam (statt Clangant). — 19, 4 et fehlt. — 20, 3 
Inter sancta sanctorum. — 20, 4 angelorum. — 22, 1 exoriens; Monenna 
erhebt sich gleichsam als Loblied auf Christus for die Ohren aller. — 23, 3 
in gaudia (!). — 23, 4 aurea lampada; ich verstehe, „aura" als Plural von 
^aurum''. — 24, 3 Cunctitonans eine Nachbildung von Cunctipotens. — 
24, 4 merita. 

Es schliefst sich unmittelbar an die bei den Iren beliebte „Collecta 
po8t hymnum^, wenngleich hier nicht als solche bezeichnet: 

Sanctae Monennae [merita] 
Postulemus egregia, 
Ut per eius auxilia 
Possideamus praemia. 

Mehr noch als der vorhergehende Monenna-Hymnus zeigt dieser mit 
seinem reichen Stabreime usw. altirische Eigentumlichkeiten und bekraftigt 
so den irischen Ursprung des ersteren, da beide wohl aus gleicher Quelle 
stammen. Im Bau steht er mit den irischen Hymnen „Precamur patrem^ 
(Nr. 215), „Sancti vemW' (Nr. 228), „Celebra luda"" (Nr. 234) auf gleicher 
Stufe. Aufser dem durchweg ^u;etsilbigen , hie und da e^retsilbigen Reime, 
der vielfach die Konsonanten nicht berucksichtigt, ist der im Druck hervor- 
gehobene Binnenreim zu beachten. Es ist das eine ahnliche Eigentumlich- 
keit, wie sie beim Hymnus y^Cantemus in omni die^ (Nr. 233) und auch 
bei Nr. 247 und Nr. 249, wenngleich in geringerem Umfange, zu beobachten 
war, und dem wir nochmals bei Nr. 258 begegnen werden. — Wilh. Meyer 
(Qes. Abh. I, S. 190) nannte diesen Beim im Innem der Zeile beim er- 
wiUinten Hymnus Cantemus in omni die das „einzige ihm bekannte Beispiel 
der Art;" jedenfalls ist er aufserhalb der altirischen Gruppe sehr selten, 
und er bietet somit weitere Gewahr fur den Ursprung dieses Hymnus in 
Irland, 



340 



Pars n. Hjmnodia Hibemo-Celtica. 



Im ubrigen vgl. man die Bemerkungen zum yorausgehenden Hjmnus. 
— Als Anhang seien hier fol^ende drei Distichen beigefugt, welche in der 
gleichen Hs. Cod. Londinen. Cleop. A H den Schlufs bilden, und die wohl 
im 12. Jahrh. in Burton entstanden sind: 

Ortum Modvennae dat Hibernia, Scotia finem, 
Anglia dat tumulum, dat Deus alta poli; 

Prima dedit vitam, sed niortem terra secunda 
Et terram terrae tertia terra dedit. 

Aufert Lanfortin, quam terra Conallea profert, 
Felix Burtonia virginis ossa tenet. 



252. In sancti Patricii, magistri Scotorum. 

Hymnus sancti Secundini. 



3. 



Audite, omnes amantes 

Deom, sancta merita 
Viri in Cbristo beati, 

Patricii episcopi, 
Quomodo bonom ob actnm 

similatur angelis 
Perfectamque propter vitam 

aequatur apostolis. 

Beata Christi custodit 

mandata in omnibus, 
Cuius opera refulgent 

clara inter homines, 
Sanctumque cuius sequuntur 

exemplum mirificum, 
Unde et in caelis patrem 

magnificant Dominum. 

Constans in Dei timore 

et fide immobilis, 
Super quem aedificatur, 

ut Petrus, ecclesia, 
Cuiusque apostolatum 

a Deo sortitus est, 
In cuius portae adversum 

inferni non praevalent. 

Dominus illum elegit, 

ut doceret barbaras 
Nationes et piscaret 

per doctrinae retia, 
Et de saeculo credentes 

traheret ad gratiam, 
Dominum qui sequerentur 

sedem ad aetheream. 



8, 



Electa Christi taienta 

vendit evangelica, 
Quae Hibernas inter gentes 

cuno^ usuris exigit, 
Navigii huius laboris 

tum operae pretium 
Cum Christo regni caelestis 

possessurus gaudium. 

Fidelis Dei minister 

insignisque nuntius 
Apostolicum exemplum 

formamque praebet bonis, 
Qui tam verbis quam et factis 

plebi praedicat Dei, 
Ut, quem dictis non convertit, 

actu provocet bono. 

Gloriam habet cum Christo, 

honorem in saeculo, 
Qui ab omnibus ut Dei 

veneratur angelus, 
Quem Deus misit ut Paulum 

ad gentes apostolum, 
Ut hominibus ducatum 

praeberet regno Dei. 

Humilis Dei ob metum 

spiritu et corpore, 
Super quem bonum ob actum 

requiescit Dominns, 
Cuiusque iusta in came 

Christi portat stigmata 
£t cuius sola sustentans 

gloriatur in cmce. 



n. De Sanctis. — De s. Patricio. 



341 



9. Impiger credentes pascit 

dapibus caelestibus, 
Ne, qui videntar cum Christo, 

in via deficiant; 
Quibus erogat ut panes 

verba evangelica, 
£t cuius multiplicantur 

ut manna in manibus. 



14. Omnem pro divina lege 

mundi spernit gloriam, 
Qui cuncta ad eius mensam 

aestimat quisquilia, 
Nec ingruenti movetur 

mundi huius fulmine, 
Sed in adversis laetatur, 

cum pro Christo patitur. 



10. Eastam qui custodit camem 

ob amorem Domini, 
Quam carnem templum paravit 

sanctoque spiritui, 
A quo constanter cum mundis 

possidetur actibus, 
Quam ut hostiam placentem 

vivam offert Domino. 



15. Pastor bonus et fidelis 

gregis evangelici, 
Quem Deus Dei elegit 

custodire populum 
Suamque pascere plebem 

divinis dogmatibus, 
Pro qua ad Christi exemplum 

suam tradit animam. 



11. Lnmenque mundi accensum 

ingens evangelicum, 
In candelabro levatum, 

toto fulgens saeculo, . 
Civitas regis munita, 

supra montem posita, 
Copia in qua est multa, 

quam Dominus possidet. 



16. Quem pro meritis salvator 

provexit pontificem, 
Ut in caelesti moneret 

clericos militia, 
Caelestem quibus annonam 

erogat cum vestibus, 
Quod in divinis impletur 

sacrisque adfatibus. 



12. Maximus namque in legno 

caelorum vocabitur, 
Qui, quod verbis docet sacris, 

factis adimplet bonis; 
Bono praecedit exemplo 

formaque fidelium, 
Mundoque iD corde habet 

ad Deum fiduciam. 



17. Regis nuntius invitans 

credentes ad nuptias, 
Qui ornatur vestimento 

nuptiali indutns, 
Qui caeleste haurit vinum 

in vasis caelestibus 
Propinansque Dei plebi 

spiritale poculum. 



13. Nomen Dorajni audenter 

adnuntiat gentibus, 
Quibus lavacri salutis 

aeternam dat gratiam, 
Pro quorum orat delictis 

ad Deum cotidie, 
Pro quibus ut Deo dignas 

immolatque hostias. 



18. Sacrum invenit thesaurum 

sacro in volumine 
Salvatorisque in carne 

deitatem pervidet, 
Quem thesaurum emit sanctis 

perfectisque meritis, 
Israhel vocatur huius 

anima, jVidens Deuni^. 



342 Pats U. Hymnodia Hiberno-Celtica. 

19. Testis Domini fidelis 21. Xristus illam sibi legit 

in lege catholica, in terris vicariam, 

Caias verba sant divinis Qai de gemino captivos 

condita oracalis, liberat servitio, 

Ne hamanae patrent cames Plerosqae de serfitate 

esaeqae a vermibas, qaos redemit hominam, 

Sed caelesti saliantar Innameros de zabali 

sapore ad victimam. absolvit dominio. 

20. Ueras caltor et insignis 22. Ymnos cam apocalypsi 

agri evangelici, psalmosqae cantat Dei, 

Caias semina videntar Qaosqae ad aedificandam 

Christi evangelia, Dei tractat popalam, 

Qaae divino serit ore Qaam legem in trinitate 

in aares pradentiam, sacri credit nominis, 

Qaoramqae corda ac mentes Tribasqae personis unam 

sancto arat spirita. docetqae sabstantiam. 

23. Zona Domini praecinctas 

diebas ac noctibas 
Sine intermissione 

Deam orat Dominam, 
Caias ingentis laboris 

perceptaras praemiam 
Cam apostolis regnabit 

sanctas saper Israhel. 

, Antiphon. ms. Benchorense anni 680 — 691. Cod. Ambrosian. C 5 inf. 
A. — Hjmn. ms. Hibemicum saec. 11. in. Cod. Coll. S. Trinitat. Dublinen. 
E 4. 2. B. — Hymn. ms. Hibemicum saec. 11. Cod. Conv. Franciscan. 
Dublinen. s. n. C. — Collect. ms. Hibemicum (Leabhar Breac) saec. 14. 
Cod. Acad. Beg. Dublinen. s. n. D. 

Tiiel in A: ^Ymnum sancti Patrici magister Scotoram^; in B: „Incipit 
ymnus sancti Patricii episcopi Scotorum". — 1, 2 mereta A. — 1, 4 Patrici 
A, bekannte irische Schreibweise fur Patricii, das dreisilbig mit Synizese von 
ii zu sprechen ist (vgl. 5, 5) ; episcupi A. — 1 , 6 simulatur BCD. — 2,4 
omines D. — 2, 8 Beachtenswert ist die Form ^magnificant'' , wahrend es 
in der Yuleata „glorificant^ heifst (vgl. die diesbezuglichen Noten zum 
Hymnus „Mtu9 prosator**, Nr. 216). — 3, 1 Dei amore C. — 3, 2 inmobilis 
A. — 3, 4 Petram A^, Petras A^; der Nominativ „Petras" ist hier eine Art 
Constractio xatcc avv€atv, indem der Eelativsatz „8uper quem aedificatur'' 
als gleichbedeutend mit dem Substantiv ^fundamentum^ aufgefafst wird. — 
aecclesia A, eclesia D (die verschiedene Schreibweise von ae statt e und um- 
gekehrt habe ich in der Regel , weil belanglos, nicht notiert). — 3, 7 porta 
C ; adversus BCD ; zu ,in adversum alicuius* = ^contra aliquem* vgl. For- 
cellini s. v. adversus. — 4, 3 ut (statt et) BCD. — 4, 5 Ut A; de celo (!) 
D. — 4, 7 Dominumque (ohne qui) BCD. — 4,8 aetheriam BD. — 5, 1 
tallenta D. — 5, 3 Quae euemas inter D. — 5, 5 Navigi AD (vgl. Note 
zu 1, 4). — 5, 6 dum C ; opere ABCD. — 5, 8 possesuras AD. — 6, 6 plebi 
fehlt D. — 7, 3 ab hominibus Dei D. — 8, 4 requiescet D. — 8,5 luxta 
ip p. — 8, 7 Pt cuiiMs A', In cuii^s A^BCD; eustendans D. — 9, 4 de- 



II. De Sanctis. — De s. Patricio. 343 

ficient D. — 9, 7 In cuius A^BCD (die Praposition „in" folgt in dem nachsten 
Verse). — 10, 1 Castum D. — 10, 6 possedetur A. — 10, 7 Quam et AD 
(vielleicht das Ursprungliche). — 11 , 3 candellabro A. — 11, 4 toti BCD, 
wohl juugere Korrektur. — 11, 6 possita ABD; irische Schreibweise. — 11» 7 
qua est A^, qua sunt (!) A*. — 11, 8 possedet A. — 12, 5 procedit BCD. 

— 12, 6 formamque ABCD. — 12, 7 Mundoce D. — 13, 2 annuntiat BCD. 

— 13, 3 lavacris A. — 13, 5 quarum D; dilictis D. — • 13, 6 quotidie B. 

— 13, 8 ymolatque D. — 14, 3 Quae BD ; ad cuius ABCD. — 14, 4 quiscilia A, cis- 
cilia BCD; (quisquilium Nebenform von quisquiliae). — 14, 8 pro fehlt D. 
15, 1 bonus ac BCD. — 15, 7 a Christi exemplo, darauf „a" zu „ad" korri- 

fiert A. — 15, 8 tradidit BCD. — 16, 1 meretis A (vgl. Note zu 1, 2). — 
6, 4 militiae AC. — 16, 7 Quod erscheint mir unverstandlich ; vielleicht 
ist ^vestibus" (16, 6) verderbt, und durch ein Wort zu ersetzen, worauf sich 
„quod" bezieht. — inpletur A. — 17, 4 nuptiale B. — 17, 5 aurit BD. — 17, 6 vassis 
ACD. — 17, 7 Propinnansque A^BCD ; plebem ABCD. — 17, 8 spirituali poculo 
BCD. — 18, 1 tesaurum B, thessaurum C (ebenso 18, 5). — 18, 4 dietatem (!) 
BD; praevidit BCD. — 18, 7 Israel B, Hisrael D; eius D. — 18, 8 „videns 
Deum" ist die Interpretation des Wortes Israel durch Hieronymus. — 19, 4 
condida A; der rhythmische ^Akzent streitet hier besonders sinnstorend mit 
dem Wortakzent, denn „condita", nicht „c6nd](ta" ist hier gemeint. — 19, 5 
putent A. — 19, 6 aessaeque A, essaeque BD, essaque C; in D bezeichnet 
die Glosse ^essum** richtig als Particip Perf. Pass. von „edo"; essum (aus 
edsum) ist etymologisch ja richtiger, sds das gebrauchliche esum. — 19, 7 
caeleste B; caelestis alleantur A, salliuntur B, salliuntur C, salientur D. — 
20, 5 divina D. — 21, 1 elegit A^C; betreffs legit cfr. Note zu 6, 2 in Nr. 234). 

— 21, 7 zaboli A, stabuli C (st statt z und umgekehrt wurde auch im 
Hymnus Nr. 234, Str. 16, 2 beobachtet, wo „evangelizae^ statt „evange« 
listae" zu lesen war; ebendabin gehoren die altirischen Schreibweisen : Ze- 
fanus, Stacharias, Elistabeth). — 21, 8 obsolvet B, obsolvit CD. — 22, 2 
salmosque A, «/^almosque C. — 22, 5 Quem A^, Quam A^. „Quam legem^ durfke 
wohl zu interpretieren sein als : das Gesetz, durch drei Arten von Gesangeu 
Gott zu preisen, namlich durch Hymnen, Cantica (Apocalypsis) u. Psalmen. 

— 22, 1 Tribuque D. — 23, 2 diebus et B. — 23, 3 intermisione A. — 
23, 5 ingenti A^ ingentis A*. — 23, 7 regnavit D; ebenso auch C, aber 
uber der Schlufssilbe ist ein b nachgetragen. — 23, 8 Israel BD. — Am 
Schlusse fiigen BCD nochmals die Anfangsworte des Hymnus bei: „Audite 
omnes**. 

Auf eine Antiphon, die dem Ps. 111 (Vers 7) entnommen ist, namlich 
„In memoria aeterna erit iustus, ab auditione mala non timebit" (so in B 
und D), folgen einige der schon bekannten „Collectae post Ymnum'*, ohne 
als solche bezeichnet zu sein; und zwar in ABCD: 

Patricii laudes « semper dicamus, 
Ut nos cum illo * semper vivamus. 

Statt „8emper vivamus" bieten DCD ohne Wahrung des Reimes „defen- 
dat Deus", — In A sind diese Verse am Rande nachgetragen. — Alsdann 
in BC: 

Hibemenses * omnes clamant ad te pueri: 
Veni, sancte * Patrici, salvos nos facere. 

Darauf in C u. (als spaterer Nachtrag) auch in A: 

Patricius episcopus | Oret pro nobis omnibus, 

Ut deleantur protinus | Peccata, quae commisimus. 

C zeig^ dabei folgende storende Lesarten : Im 1. Vers : Patricius sanctus 
episc; im 3. Vers: Et miseriatur protinus. 



344 P^rs n. Hymnodia Hibemo-Celtica. 

Das Vorwort in C berichtet Folgendes: „Sechnctlly filius Uestituti, der 
von den Lombarden Letha's (Letha entweder » Latium [Italien], oder= Letavia 
[Armorica]) abstammt und [Sohn] der Darerca, einer Schwester Patricks, 
machte hunc hymmm^ uud Secundinus war Komanum iiomen eius; aber 
die Gaelen machten daraus Sechnall. Der Ort der Dichtnng war Domnach 
Sechnaill (entstanden aus ^Dominica [= Dom, Kirche] Secundini", jetzt 
Dunshauglin in Meath). Die Zeit jene des Aed mac N^ill oder des Loe- 
gaire (Konigs von Irland). Zum Lobpreise Patricks wurde der Hymnus ge- 
dichtet; vel causa pacis fecit, quia nocuit, quod dixit Secundinus: ,Ein 
guter Mann ware Patrick, fehlte nur nicht eines, namlich nisi quod minime 
praedicaret caritatem*. Et iratus est ei Patricius et dixit: ,Propter[ea] 
caritatem non praedico, quia alii sancti post me venient in insulam et in- 
digebunt obsequio hominum; [et ideo] relinquo caritatem praedicare.* Et 
ideo fecit Secundinus hunc hymnum causa pacis. Fecerunt pacem Patricius 
et Secundinus. 

„Es ist der erste Hymnus^ der in Irland gedichtet wurde (Secundinas 
starb namlich 447 oder 448). Secundum ordinem Alphabeti factus est; 
23 Strophen enthalt er, 4 Verse (Langzeilen = 8 Kurzzeilen) in jeder 
Strophe, und 15 Silben (bzw. 8 -h 7) in jedem Vers. Es finden sich femer 
drei Stellen in ihm, wo (die Praposition) ,in* steht sine sensu, causa rhythmi 
(gemeint ist 8, 7 und 9, 7, wo aber „Et" als altere Lesart den Vorzug ver- 
dient, und vielleicht 8, 7, wo „in adversum cuius" keineswegs unrichtig ist). 

„Als nun Sechnall seinen Lobgesang vollendet hatte, ging er, um ihn 
dem Patrick zu zeigen, ond sprach zu ihm: ,Ich habe einen Hymnus ge- 
dichtet auf einen Sohn des Lebens (= einen frommen Mann, im Gegensatz 
zu Sohn des Todes), und ich hatte gerae, dafs du ihn anhorest.' ,Ganz 
willkommen ist mir ein Loblied auf den Haushalt (die Familie, die Kinder) 
Gottes*, erwiderte Patrick. Sechnall aber begann nun den Hymnus mit ^Beata 
Christi^ (= 2. Strophe), damit Patrick nicht merke, auf wen er gedichtet sei, 
bevor er ganz vorgelesen war. Als indessen Sechnall vortrug ,Maocimu8 
[namque] in regno caelorum^ (Str. 12), dixit Patricius : ,Wie kann ein homo 
sein maximus in regno caelorum?' Dixit Secundinus: ,Pro Positivo positus 
est hic Superlativus*. Am Schlusse des Vortrages sagte Sechnall : ,Gib mir 
nun auch eine Belohnung dafiV. ,Die soUst du haben*, erwiderte Patrick; 
,namlich, so viele Haare auf deinem Mantel, d. h. auf deiner Mantelhaube 
sind, so viele Sunder sollen durch diesen Hymnus in den Himmel kommen.* 
,Das mag ich nicht annehmeu^, sagte Sechnall. Darauf Patrick : Dann sollst 
du erhalten diese Gabe: Ein jeder, der den Hymnus betet beim Schlafen- 
gehen und beim Aufstehen , wird in den Himmel kommen*. ,Da8 nehme 
ich an', erwiderte Sechnall, ,aber der Hymnus ist lang, und nicht jeder wird 
ihn dem Gedachtnis einpragen konnen.* ,Nun, dann soll die Vergtknstigung 
fiir die drei letzten Strophen gewahrt werden', sagte Patrick, und Sechnall 
erwiderte: ,Deo gratias!* 

„[Sechnall war] Longobardus genere, ut dixit Eochait Ua Flanducan: 

Sechnall, mac ui Baird, Sechnall, Sohn des Ua Baird, 

Buaid in betha, Sieger in der Welt, 

Do sil glan-gairg, gile datha, von Geschlecht rein-wild, weifs an Farbe, 

Langbaird Letha. ein Lombarde aus Letha. 

„Longbardi dicti sunt eo, quod barbam longam habent. — Succai. war 
Fatricks Narae apud parentes eius; Cothraige nomen eius apudMiliuc; Ma- 
gonius apud Germanum [episcopum]; Fatridus a papa Caelestino." 

B bietet keine Vorrede, da das betreffende Folio im Anfange des Kodex 
abhanden gekommen ist. — D berichtet ahnlich wie C, aber viel weitlaufiger 
und mit allerlei Zutaten, wodurch die Vorrede in D sich im Verhaltnis zu 
jener in C als jiinger zu dokumentieren scheint. Fiir unseren Zweck ist von 
Bedeutung folgender Abschnitt, der den Hymnus j^Sancti venite^ (Nr. 228), 



. II. De Sanctis. — De s. Patricio. 345 

allerdings in hochst legendenartiger Weise, erwahnt und dadurch jedenfalls 
dessen Beliebtheit in Irland beweist: ^Sechnall hatte Patricks Unwillen er* 
regt.durch die Aufserung: ,Ein guter Mann ware Patrick, liefse er es nicht 
in einem Punkte fehlen, dafs er namlich zu wenig die Nachstenliebe predigt.* 
Als Patrick dies vernahm, kam er voll Arger zu Sechnall. Sechnall hatte 
gerade die hl. Messe voUendet bis zum Beginn der Kommunion, als ihm die 
Ankunft Patricks und dessen ungehaltene Stimmung gemeldet wurde. Er 
liefs daher einstweilen die Hostie auf dem Aitare und warf sich vor dem 
[heranfahrenden] Patrick nieder, der jedoch den Wagen iiber ihn hintrieb. 
Gott der Herr aber liefs den Erdboden hinc et inde um Sechnall sich auf- 
turmen, so dafs ihm kein Leid widerfuhr. ,Was widerfahrt mir denn?* 
fragte Sechnall. Patrick erwiderte: ,Wie lautet das Eine, das ich nach 
deiner Behauptung nicht erfulle? Denn wenn ich die Nachstenliebe nicht 
ausube, so bin ich schuldvoll gegen das Gebot Gottes. Gott weifs, dafs ich 
gerade aus Nachstenliebe uicht die Mildtatigkeit predige; denn es werden 
kommen post me in hanc insnlam Sohne des Lebens (== heilige Manner), 
die es notig haben werden, unterstutzt zu sein ab hominibus*. (In der 
fTripartite Life*^ ist dieser Gedanke deutlicher ausgedriickt: „Wenn ich die 
Mildtatigkeit predigen wurde, dann liefse ich nicht ein Paar Wagenpferde 
mehr iibrig fiir irgendeinen der Heiligen in diesem Eiland, weder jetzt noch 
in Zukunft".) ,Ich wufste nichtS antwortete Sechnall, ,dafs es keine Nach- 
lassigkeit sei, warum du so handeltest.* So schlossen sie denn Frieden, 
Patrick und Sechnall. Und als sie nun auf dem Friedhofe herumwandelten, 
horten sie einen Engelchor, der die Hostie in der Kirche umschwebte, singen ; 
und was er sang , das war der Hymnus , welcher beginnt : ,Sancti venite, 
Christi corpus sumite^ (Nr. 228); seit jener Zeit wird in Irland jener Hymnus 
gesungen, wenn jemand zur Kommunion geht." -r- Es folgt dann der Bericht 
uber die Rezitation unseres Patrick-Hymnus durch Sechnall und die Privi- 
legien, die an das Beten desselben geknupft sind, im wesentlichen ahnlich, 
wenngleich weitlaufiger, als in C. Am Schlusse noch die Bemerkung: 
„[Die Anfangsworte des Hjmnus sind gewahlt] similitudine Moysis dicentis 
,Audite, caeli, qme hquar^ (Deut. 82, 1) et David dicentis ,Aiidite ha£c 
omnes gentes,* 

So legendenhaft und phantastisch auch diese Darstellung ist, jedenfalls 
liegt ein geschichtlicher Kern zugrunde, wie auch Todd nebst Bernard u. 
AtTcinson anerkennen. Unser Hymnus spricht stets vom hl. Patrick als 
einem Manne, der noch leht (z. B. Str. 22 u. 23: c&ntat] orat perceptwries 
praemium . . . regnabit). Das Lob ist verhaltnismafsig niichtern und mafs- 
voll ; kein einziges Wunder, die spater so iiberreich mit dem Patrone Irlands 
verbunden werden, ist erwahnt; ganz anders im altirisch geschriebenen 
Patrick- Hymnus, der irrig St. Fiacc zugeschrieben wird. Vers- und Strophen- 
bau ist jener altbekannte , den der erste Hymnendichter Hilarius schon an- 
wandte; aber wahrend nach altirischem Brauche die blofse Bhythmik statt 
der Metrik zur Geltung kommt, ist die spater, jedoch schon im 6. Jahr- 
hunderte, bei den irischen Dichtern beliebte Assonanz und Alliteration noch 
nicht bemerkbar. (Man vgl. die Hymnen Nr. 233; 248 u. 249). Unabhangig 
von dem Vorworte in C u. D ist somit hier ein Hymnus anzunehmen,. der 
in Irland im 5. Jahrhundert, und zwar von einem Zeitgenossen des hl. 
Patrick gedichtet wurde. Demnach h&t Bernard (1. c. II, p. 95) wohl recht: 
„there does not seem to be any compelling reason for rejecting the tradi- 
tion that Sechnally the reputed kinsman ofPatrick, and his successor in the 
See of Arma^h, composed this hymn.^ — Ferner ist zu konstatieren , dafs 
dieses der Slteste uns bekannte rein rhythmische Hymnus ist; die 
alteren namlich sind metrisch bzw. beobachten wenigstens ^wisse Gesetze 
der Metrik. 

Beachtung verdient noch der Bericht, dafs an die drei Schlufsstrophcn 
allein schon das genannte Privileg gekniipft wurde. Beim Hymnus j^Christus 
in nostra insu^a^ (Nr. 240) wurde hervorgehoben, dafs letzterer vieileicht 



346 



Pars II. Hymnodia Hiberno-Celtica. 



nnr den dreistrophigen Abschlufa eines lan^en Abecedars bildete. Femer 
wurden im sogenannten „Book of Mulling^ (cfr. Bemard I, pag. XXI sq.) 
von mehreren Hymnen nur die drei Schlufsstrophen zur Bezitation vor- 

5e8chrieben, namlich von „Hymnuin diccU tfMrba fratrum^ (Nr. 214), „Celebra 
uda** (Nr. 234) und „Noli pater indulgere'' (Nr. 219). 



258. In sanoti Patrioii. 



1. Ecce, fulget clarissima 
Patricii soUemnitas, 
In qua carne deposita 
Felix transcendit sidera. 



Ad hanc doctor egregios 
Adveniens Patricius 
Praedicabat gentilibos, 
Quod tenebat operibus. 



2. Qui mox a pueritia 
Divina plenas gratia 
Vitam coepit diligere 
Dignitatis angelicae. 



7. Conflaebat gentilitas 
Ad eius sancta monita 
Et respuens diabolom 
Colebat regem omnium, 



3. Hic felici prosapia 
Natus est in Brittania 
Perceptoque baptismate 
Studet ad alta tendere. 



Gandebatque se liberam 
Remeasse ad patriam, 
Qua serpentis astutia 
Olim expulsa fderat. 



4. Sed futurorum praescios 
Clemens et rector, Dominus, 
Hunc direxit apostolum 
Hiberoiae ad populum. 



9. Quapropter, dilectissimi, 
Huius in laude praesulis 
Psaliamus Christo cordibos 
Alternantes et vocibus, 



Erat namque haec insula 
Bonis terrae fructifera, 
Sed cultore idolatra 
Mergebatur ad infima. 



10. Ut illius sufEragio 
Liberati a vitio 
Perfruamur in gloria 
Visione angelica. 



11. Laus sit patri, sit filio 
Cum spiritu paraclito, 
Qui suae dono gratiae 
Misertus est Hiberniae. 



Hymn. ms. Hiberuicum saec. 11. in. Cod. Coll. S. Trinit. Dublinen. 
E 4. 2. A. — Antiphon. ms. Kilmonense saec. 15. Cod. CoU. S. Trinit 
Dublinen. B 1. 5. B. — 1, 2 a fehlt B. — 3, 2 Ortus B; Britannia B. — 
3, 4 ad fehlt B. — 4, 2 et rectus B. — 5, 3 ydolatria B. — Nach 
Strophe 5 Divisio B. — 6, 3 gentilibus korrig. zu gentibus B. — 7, 3 dia- 
bulum A. — 8, 2 Remease B. — 8, 3 hastucia B. — 8, 4 Ollim A. — 9, 4 
Alternando in B. — 11, 1 patri in filio B. — 11, 3 suo dono B. 

Auffallend im Gegensatz zu allen anderen lat. Dichtungen Alt-Irlands 
ist, dafs ii nicht zu i kontrahiert ist, da ^Patricii'' (1, 2) tTiersilbi^ gesproche|i 



II. De Sanctis. — De s. Petro. 



347 



werden mufs. — Der Reim ist in der Regel nicht rein; Alliteration fehlt. 
Demnach scheint der Hymnus entweder vor dem 7. Jahrhundert oder in 
einem anderen Lande als Irland bzw. von einem Nicht-Iren gedichtet zu sein. 
Auch hat der Kopist von A keine Glossen und Kommentare beizufiigen gehabt. 



254. In sancti Petri Apostoli. 



B. Assint Dobis sublimia 
Sancti Petri snffragia. 



1. Audite, fratres, famina 
Petri pastoris plnrima. 
Baptismatis libamina 
Fudit veluti flumina. 



8. Habnndabat iustitia, 
Plenus divina gratia, 
Sancta expandit retia 
Sparsa per mundi spatia. 



Bis refulsit ut fulmine 
Sacro sanctorum agmine; 
Fientes duxit ex ordine 
Gentes divino carmine. 



ludaeorum malivolas 
Vitae formavit animas 
Missusque cepit plurimas 
Evangelii per saginas. 



3. Celebrayit egregia 
Evangelii praeconia 
Facta prostrata legia 
De satana victoria. 



10. Kartas librorum legimus 
Petri plenas virtutibus; 
Maestus divinis fletibus 
Pastor in Dei nutibus, 



4. Dudum elegit Dominus 11. 
Petrum ut opum oleum, 

Ut obitaret Dominum 
Essetque pastor ovium. 

5. Elaboravit ubique 12. 
Curae datus historiae 
Fundamentum dominicae 
Ecclesiae catholicae. 

6. Facta crucis martyria 13. 
Fecit magna prodigia 

Secutus per aetheria 
Christiana vestigia. 



Gloriosum apostolum 
Deus ornavit gloria, 
Romana urbs quem [inclita] 
Yidet)at cqm yictori^, 



Luxit ut Phoebus saecula 
Christi secutus opera, 
Binae legis oracula 



Mirum pastorem postulo 
Flagitare non desino; 
Ne demergar cum pessimo, 
Intercedas pro misero. 

Nunc dignetur apostolus 
Aperire cum clavibus 
Regnum, quod olim quaerimus 
Nos instantes prae foribus. 



14. postulator sublime, 
Te rogamus assidue, 
Recordare martyriae 
l^t auxilium tribue. 



348 



Pars II. Hymnodia Hiberao-Celtica. 



15. Petri precamur veniam, 19. 
Si qaa mala peregimus, 
Resistentes daemonibos 

Nunc evalere petimus. 

16. Qui spiritus a^neas 20. 
Praestas saiutis galeas, 

Simon lohannis, andias 
Nostras preces, exaudias. 



17. Begis regnm apostole, 
Te precamur precamine, 
Nos morantes in limine 
Mortis desolve valide. 



Tnrbam sanctoram nanc pasoatj 
Ovem errantem eraat, 
Neglegenter ne pereat, 
Adiatoriam tribaat 

Uisitando cam tropaeo 
Fidei tectos clipeo, 
Caias vires, at sapio, 
Fari omnino neqaeo; 



21. Xristi martyr luciferi, 
Legis lator altissimi, 
Cai daemones pessimi 
Oboediant impiissimi. 



18. Salvatoris innamera 
Mando ferebat famina, 
Cai concessa mania 
Kelaxare peccamina. 



22. Ymno dicto de laadibas 
Petri, atcamqae fecimas, 
Nostris virtatam opibas 
Propitietur precibas. 



23. Zona praecincti placitis 
Toti vivamas debitis, 
Ut frnamar infinitis 
In angelorum editis. 



Homil. ms. S. Gregorii saec. 8. ex. Cod. Carolsruhan. Ang. CCXXI. 
add. saec. 9. in. (in frankischer Urkundenschrift). — 1, 1 fratres fama (vgl. 
18, 2). — 1,4 Fundit. — 2, 1 fulmina. — 2, 2 Siana (das i radiert) sanc- 
torum agmine (das e iiber Rasur). Der Sinn der ganzen Strophe bleibt un- 
klar. — 3, 8 legia wohl eine Nebenform von legio, hier naturlich Ablativ. 

— 4, 2 ut optum. — 4, 4 ovium pastor. — 5, 2 unklar. — 6, 2 zu martyria 
(Nebenform von martyrium) vgl. die gleiche Form 14, 3. — 7, 1 apostolum 
ist gegen den Reim; die ganze Strophe scheint verderbt zu sein. — 7, 3 
Komae urbes. — 7,4 Vivit. — 9, 1 Indiorum. — 9, 3 capsit; vielleicht 
die Perfektform von capio bei den Iren. — 9, 4 sagias; zu „sagina" vgl. 
Nr. 239, Str. 8, 3. — 10, 1 Kastas korrigiert zu Kasta. — 10, 2 virtibus 
korrig. zu virtutibus. — 10, 3 Moestos. — 10, 4 Pastor u nutibus. Auch 
diese Strophe ist sichtlich verderbt und bleibt unklar. — 11, 2 secuntis, 
korrig. zu secutis. — 12, 1 pastorem piissimum. — 12, 3 pessima. — 12, 4 
Inter cetas. — 13, 1 dignare apostole. — 14, 1 Opus delator sublimis (!); 
„sublime" als Adverb = „in der H6he" (?). — 14, 2 asidue. — 15, 1 vineam ; 
auch veniam ist gegen den Eeim. — 15, 4 evalere legimus. — 16, 1 Qui 
nostri spiritus aerias. — 16, 2 Praesta. — 16, 4 ut audias. — 17, 1 reg- 
num apostolorum (!). — 17, 2 Precor precamine (ohne Te). — 17, 3 Me 
morantem. — 17, 4 Mortes desolvit (!). — 18, 1 Salvat horis in munere (!) 

— 18, 3 numina. — 18, 4 Relaxa. — 19, 1 Turba sanctorum magister (!). 

— 19, 3 Neglegentem. — 20, 1 tropheo. — 20, 2 tectus clypeo. — 21, 1 
martyrum lucifer; gegen den Reim; lucifer ist ein beliebtes Beiwort Christi, 
wenngleich selten bei den Iren. — 21, 4 Oboediebant. — 22, 4 Propitiatur. 

— 23, 1 Zona praecinctus placinctus placidis (!). — 23, 2 Totis. — 23, 4 
Ob „editis" bzw. der letzte Vers richtig ist? Monc (III, p. 70; jneint: ;,edi- 



11. De Sanctis. — De s. Petro. 349 

tis scil. locis" = Himmel. — Cberschrift fehlt; der Jtefrain ist i^ der Hs. 
nach der ersten Strophe eingetragen und dann nicht wiederholt. 

Mone (ni, 68 sqq.) hat bereits richtig erkannt, dafs hier ein Hymnus 
altirischer Herkunft vorliegt. Leider hat der alte frankische Kopist kopf los und 
fluchtig aus einer Vorlage abgeschrieben, die er mehrmals nicht recht leseu 
konnte. Die Heilungsversuche bleiben sehr problematisch. 



255. In sancti Petri ApostoU. 

1. Sanctns Petras, apostolus, 4. Sancto Petro pro merito 
Piscator qoondam optimas, Christas regni caeiestiam 
Altam mare cam navibus Claves simul cum gratia 
Temptabat, remis, retibus; Tradidit in perpetuum. 

2. Qui de profundo gurgitum, 5. Animaram pontificem, 
Magnam raptor fluctivagam Apostolorum principem, 
lactis nave retiaculis Petram rogamus, omnium 
Praedam captabat piscium. Christi pastorem ovium. 

3. Christum vocantem sequitur 6. Ne mens gravata crimine 
Sponte relictis omnibus; Nostro torpescat pectore, 
Dignus erat apostolus Reddamus Christo gloriaro, 
Fact^s piscator hominum. Cantemus in perpetuum. 

Collect. ms. Hibernicum saec. 9. in. Cod. Carolsruhan. Augien. CXCV. 
— 6,2 Nostra. — Der jambische Dimeter zeigt hier nicht die Gesetze der 
Metriky auch wenn wir die Lizenzen hinzurechnen , in geniigender Reinheit 
(s. besonders 4, 4 u. 5, 1), so dafs wir rhythmische jambische Dimeter kon- 
statieren konnen. Als metrische Dichtung wiirde namlicli dieser Hymnus 
wohl aus der Liste der alUrischen Hymnodie zu streichen sein. — Keim 
und Assonanz, die Lieblinge der Iren vom Ausgange des 6. Jahrhunderts 
an, zeigen sich allerdings, aber in mdfsigem Umfange. Demnach durfte der 
Ursprung in die erste Halfte des 6. Jahrhunderts zu setzen und, wie es die 
Quelle anrat, in Irland zu suchen sein. Dafs ab und zu, wenngleich^selten, 
bei den Iren „ia" durch Synizese etnsilbig gebraucht wurde (2, 8 retiaculis), 
lehrten schon einige Beispiele. — Zu Str. 2 ist aus des SedvMus Opus 
Paschale der Vers zu vergleichen : „. . . . demittere lina | In dextras hor- 
tatur aquas, mox gurgite clauso | Pendula fluctivagam traxerunt retia prae- 
dam. — Hofrat Dr. Alf. Holder hatte die Giite, mir die Abschrift dieses 
Hymnus auf die Handschrift zu koUationieren. 



256. ^Oratio ad sanctum Petmm.^ 

1. Sancte Petre, apostole, 2. Tibique flecto genua 

Te supplex quaeso, ut mihi * Propter mea scelera; 

Indigno [servo] adiuves Tu pio semper animo 

Tuis orationibus, Digneris me recipere. 



350 Pars n. Hymnodia Hiberno-Celtica. 

3. Agnosco(que) mea crimina 6. Ille, ut laedat, invigilat, 
Deum[que] peto veniam; Et tu orando adiuves, 
Te oro, ut mibi adiuves Ne possit adversarins 
lacenti in periculo. Tuo nocere famulo. 

4. Hostis iniquus invigilat, 7. Perfidus ille doleat, 

Ut me fraude decipiat, . £t tu laetus congaudeas, 

Sed tua sancta oratio Repulsa abversarium 

Eius excludat aditum. Tuis orationibus. 

5. Sis mibi in auxilium 8. Gloria tibi altissime, 
Adversns eius impetnm, Qui es benignus in sanctis 
Ne mens praerepta ab impio Et regnas in perpetuo 
Recedat a proposito. In trinitate Dominus. 

Oration. ms. Aethelwoldi Episc. (Etocetensis ?) saec. 9. in. Cod. Canta- 
brigien. Ll I 10 (Pars II.). — 1, 2 qua^sso ; mihi korrig. von spaterer Hand 
zu „me", ebenso „indigno" (1, 3) zu „-um" (man vgl. 3, 3 sq.). — 6, 3 die 
zweite Silbe von Adversarius uber Rasur. — Es erscheint sehr zweifelhaft, 
ob diese Dichtung den altirischen beigezahlt werden darf. Die aufsere 
Form (ungleichmafsige Silbenzahl der Verse, nur ab und zu Reim usw. er- 
innert zumeist an die beiden Gedichte unter Nr. 227 und Nr. 232. — 
Vgl. Kuypers 1. c., pag. 158. 



257. In ss. Petri et Pauli. 

1. Cbristi, patris in dextera 
Sedentis super aethera, 
Post ludaeorum flagella, 
Post egressum de gehenna etc. 

Hjmn. ms. Hibemicum saec. 11. in. Cod. Conv. Franciscan. Dublinen. 
8. n. — Der volle Text ist aus dieser Quelle bereits Anal. Hynin. XIX, 
p. 236 mitgeteilt, und sei deshalb dorthin verwiesen. Inzwischen haben 
auch Bemard und Atkinson (1. c. I, p. 198) aus gleicher Quelle geschopft. 
Dieselben lesen Str. 7, 1 u. 2 (dem Kontexte jedenfalls besser entsprechend): 

Zelo aequale meritum | Et honore perhibitum, 

statt: „Caelo aequale meritum | Et habere perhibitum". 

Im iibrigen mochte ich beifugen: Vor Str. 1 scheint entschieden etwas, 
vielleicht zwei Verse, zu fehlen, so dafs ein Torso vorliegt. Bei dieser An- 
nahme wiirde auch der Mangel wohl behoben werden, dafs ffir Strophe 10 
nur zwei Verse statt vier vorhanden sind. Nach 10, 2 scheint im Kontext 
keine Lucke zu sein. — Ferner ist es aufifallend, dafs von Str. 6, 2 — 9, 4 
Verse auftreten, die auf nm (bzw. zwei auf o) auslauten, w&hrend sonst immer 
a der Reimvokal ist. 



in. Varia. 



258. ^Hymnns pro peccatls.^ 



1. Pro peccatis amare 7. 

me nunc oportet flere, 
Ne me comburant dirae 
flammae profnndae poenae. 

2. lacrimae, rora^e, 8. 

meum rigate vultum, 
Seraper Deo peccam 
malum Simavi multum. 

3. lacrimae, rorate, 9. 

oculi mei, flete, 
Luctum magnum levate, 
mea mala lugete. 

4. unda amabilis 10. 

oculorum, flebilis, 
Antequam fiat serum, 
munda menum criminis. 

5. pupillae, no2ite 11. 

^orwitare quiete, 

Pro me semper rorate, 

lacritna^e et flete. 

6. lacrimae, caedite 12. 

meas genas, cadite, 
Pectus semper punite, 
inimicos laedite. 



lacrimarum unda, 
mihi semper amanda, 

Rogo te, nunc emenda 
mea gesta nefanda. 

unda multum mira 
lacrifitarum, amara 

Ne me consumat ira, 
munda nunc mea mala. 

lacrimarum aqua, 
genarum jprata puni, 

Ut sint meae in flne 
cnlpae tam plenae purae 

ocnli, stiUate, 

menm rigate stratum, 
Delete nunc per fletum 

meum magnnm peccatum 

oculi, stil2a^e, 
regem placa^e caeli, 

Ut non timeam crimen 
flammae post fmem aevi. 

oculi, nunc flete, 
et lacrimae stillate, 

Uti in fine vitae 
requiescam in pace. 



Oration. ms. Aethelwoldi episc. (Etocetensis ?) saec 9. in. Cod. Canta- 
brigien. Ll I 10 (Pars 11.). — Uberschrift: „ymnum pro peccatis". — 1» 3 
conborant. — 1, 4 paene. — 2, 3 Deo fehlt. — 4, 4 Mtuida genum. — 6, 1 



352 



Pars II. Hymnodia Hiberno-Celtica. 



cadite, „-it" uber Kasur. — 6, 2 cadete korrig. zu cadite. — 6, 4 ledite. — 
8, 3 consuniraat. — 10, 1 (ebenso 11, 1 und 12, 1) O fehlt. — 11, 2 regem 
uarrare (!). — 12, 2 lacrime. 

Wer den Versbau (katalektischer jambischer Dimeter) dieses Gedichtes 
mit dem gleichen in den echt irischen Gedichten Nr. 247, 259 u. 260 zu- 
sammenhalt und beobachtet, wie hier und dort Wort- und Versakzent oft 
stark disharmonieren; wic Silbenzahlung das Prinzip der Versbildung ist; 
wie der Reim im zweiten und vierten Halbvers in gleicher charakteristischer 
Weise sich zeigt; und wer namcntlich noch den eigentilmlichen Reim im Vers- 
innern, den der Druck hervorhebt, in ahnlicher Weise wie bei den Nrr. 2^8, 
247, 249 u. 251 hier zur Geltung kommen sieht, wird kaum zweifeln, dafs 
dieses Gedicht der alt-irischen Hymnodie beizuz3,hlen ist. Nach dem noch 
nicht regelmdfsig zur vollen zweisilbigen Assonanz und Alliteration aus- 
gebildetenReime zu schliefseu, ist es wohl im Anfange des 7. Jahrhunderts 
entstanden. — Vgl. Kuypers, 1. c, pag. 171. 



250. De Tanitate et Miseria Titae Mortalis. 

Rhythmus sancti Columbani. 



1. Mandas iste transibit, 
cotidie decrescit; 
Nemo vivens manebit, 
nallas vivas remansit. 



7. Labricam, qaod labitar, 
conantar coUigere 
Et hoc, qaod se sedacit 
minas, timent credere. 



2. Totam hamanam genas 
orta atitar pari 
Et de simili vita 
fine cadit aeqaali. 



8. Dilexerunt tenebras 

taetras magis, qaam lacem, 
Imitari contemnont 

vitae , Dominam , dacem. 



3. Differentibas vitam 

mors incerta sabripit, 
Omnes saperbos vagos 
maeror mortis corripit. 



Velat in somniis regnant, 
ana hora laetantar, 

Sed aetema tormenta 
adhac illis parantar. 



Qaod pro Christo largiri 
nolant omnes avari, 

Importane amittant, _ 
post se colligant alii. 



10. Caeci neqaaqaam vident, 

qaod post obitam restat, 
Peccatoribas impiis 
qaod impietas praestat. 



Parvam ipsi viventes 
Deo dare vix aadent, 

Morti cancta relinquant, 
nihil de ipsis habent. 



11. Cogitare convenit 

te haec cancta, amice, 
Absit tibi amare 

huias formulam vitae. 



Cotidie decrescit 

vita praesens, quam amant, 
Indeficiens manebit 

sibi poena, quam parant. 



12. Omnis est caro foenum 
flagrans, licet florida, 
Sicque qnasi flos foeni 
omnis eins gloria« 



m. Varia. — De Vaoitate Vitae. 



353 



13. Orto sole arescit 

foennm et flos deperit; 
Sic est omnis iaventaSy 
virtos cam defecerit. 



22. Perge inter laqaeos 

cam sospensis pedibos, 
Per qaos captos ceteros 
incaatos comperimas. 



14. Palchritado bominom 
senescens delabitar, 
Omnis decor pristinas 
cam dolore raditar. 



23. De terrenis eleva 
tai cordis ocalos, 
Ama amantissimos 
angeloram popalos. 



15. Valtas Ghristi, radias 

prae canctis amabilis, 
Magis diligendas est, 
qaam flos camis fragilis. 



24. Beata familia, 

qaae in altis habitat, 
Ubi senex non gemit 
neqae infans vagitat ; 



16. Caveto, filiole, 

feminaram species, 
Per qaas mox ingreditnr 
non parva pemicies. 



25. Ubi laades Domini, 

nnlla vox retinetnr, 
Ubi non esaritar, 
abi nanqaam sititar; 



17. Pleriqae perpessi sant 
poenarom incendia 
Volnntatis labricae 
nolentes dispendia. 



26. Ubi cibo sapemo 

plebs caelestis pascitar; 
Ubi nemo moritar, 
qaia nemo nasdtar; 



18. Pocalam impiissimae 
noli anqnam bibere, 
Unde mnltos pleramqae 
vides laetos ridere; 



27. Ubi aala regia 

dalci canta plena est, 
In qaa male resonans 
nalla vox aadita est; 



19. Nam, qaoscamqae videris 
ridere inaniter, 
Scito, in novissimis 
qaod flebant amariter. 



28. Ubi vita viridis 

veraqae fatara est,' 
Qaam nec mors nec maeroris 
metas consamptaras est. 



20. Gonspice, carissime, 
sic esse libidinem 
Ut morsam mortiferam, 
qaod vincit dalcedinem. 



29. Laeti leto transacto 

laetam regem videbant, 
Gam regnante regnabant, 
cam gaadente gaadebant. 



21. Noli pronas pergere 30. 

per viam mortaliam, 
Qaa maltis evenisse 
conspids naafragiom. 

Blume, Thesauri hymnologici Hymnarium. 



Tanc dolor, tanc taediam, 
tanc labor delebi;tar; 

Tanc rex regam, rex mandas, 
a mandis videbitar. 
28 



354 ^Afs ^* Hymnodia Hiberno-Celtica. 

CoUect. ms. Sangallense saec. •/lo. Cod. Civitat. Turicen. C 78. A. — 
Melcb. Haiminsfeldias Goldastus, Paraeneticorum Yeteram Pars I. Insn- 
lae, 1604. B. — Goldast benutzte zwei Handscbriften „ex nostri Bibliotheca 
Monasterii*', d. h. der Abtei Sankt Gallen, yon denen das eine Exemplar als 
„bene antiquum^, das andere als „haud magis vetustatis expers, at eo prae- 
stabilius, quod suo nobis indice auctorem [Oolnmbaniim] ostendaf^ be- 
zeichnet wird (1. c. p. 154 sq.). W, Gundlach hat im neuen Archiv (Bd. XV, 
S. 515) treffend nadigewiesen , dafs der von Goldast benutzte Kodex ^bene 
antiquus" kein anderer als der jetzige Ziiricher Cod. C 78 (unsere Quelle A) 
ist. Der andere Kodex, der die Autorenangabe enthalt, wurde bislang nicht 
entdeckt. Diesen letzteren Kodex hat Goldast sichtlich seinem Texte zu- 
grunde ^elegt und Varianten aus A als Lesarten des „alterum Ms.** an- 
gemerkt. An Genaui^keit liefs er es dabei stellenweise mangeln, so dafs so- 
gar zwei Verse (14, 2 u. 3) ganz ubersehen wurden. 

1 , 1 transivit A , von Goldast korrigiert zu transit et (Gundlach ver- 
weist 1. c. auf eine Stelle des dritten Kap. in den ,Instructiones^ Columbans : 
„Mundus enim transibit et cotidie transit^, die kufserst beachtenswert ist). 
— 2^4 aequale A. — 3, 1 Deferentibus AB. — 4,3 Inoportune AB; ara- 
mittunt A. — 6, 3 Indificiens B. — 7, 2 conantes B (Goldast notiert: in 
altero Ms. ,conantur*). - 7, 3 sese ducit B. — 8, 3 contempuunt A. — 9, 1 
somnis AB (die altirische Sprech- uud oft auch Schreibweise statt ^somniis^); 
regnent B (Goldast notiert: alterum Ms. ^regnant^. — 9, 2 laetentur A 
(Goldast notiert: alt. Ms. ,laetentur*). — 10, 2 quid post A, quid postea B 
(cfr. 10, 4). — 12, 1 Omnis enim caro AB. — 12, 4 omnis est gloria B. — 
14, 3 u. 4 fehlen B. — 14, 4 eraditur A. — 16, 1 Cavete filioli A (Goldast 
notiert: alt. Ms. ,Cavete filioli*). — 16, 2 seminare species B. — 16, 3 Per 
fehlt B. — 17, 3 lubricis A. — 18, 1 zu „impiissimae" ist wohl „voluntatis" 
(17, 3) zu beziehen. — 20, 4 Goldast schlagt vor: „qui vincit dulcedine"; 
meines Erachtens ist jedoch ,,quod^ Kausalpartikel : Die WoUust ist wie 
ein tddlicher Bifs, weil sie die [wahre] Sufsigkeit vemichtet. — 21, 2 vias 
B. — 22, 3 Quam AB. — 24, 3 gemat AB. — 24, 4 vagiat B. — 25, 1 Zu 
erganzen ist im Sinne: „sunt". — 25, 2 retinet B. — §7, 2 caelestis pas- 
citur AB (diese Worte, wie Gundlach richtig bemerkt, sind vom Kopisten 
durch Abirren des Auges auf Vers 26, 2 hierher gerateujL — 28, 3 nec mortia 
nec AB. — 28, 4 metu cousumptura est A (Goldast notiert: alt. Ms. ,metu 
consumotura est*). 

Goldast hat dieses Gedicht als „Epi8tola^ ediert und zwar ohne Strophen- 
und Versabteilung als fortlaufende Prosa, da er uicfat bemerkte, dafs die 
Spraohe gebunden sei. Dieses verbesserte Patricius Fleming^ Hibemus, 
welcher den Text im ubrigen einzig aus Goldast schdpfte, in seinen ^Collec- 
tanea sacra seu s. Columbani . . . acta et opuscula (Augustae Vindelic. 1621) 
per Thomam Sirinum . . . castigata et aucta Lovanii 1667; statt des ihm 
weniger zusagenden Titels ^Epistola" wahlte er die "Oberschrift: „Bhy1hmus 
de Vanitate et Miseria vitae mortalis,^ unter welcher Bezeichnung das Ge- 
dicht in den Literaturgeschichten weiterlebt; daher behielt ich diesen Titel 
Wlemings bei. 

mlh. Gundlach bot in den Monum. Germaniae (Epist. IH [1892], p. 
188 sq.) sowohl von diesem als auch den anderen, dem hl. Columban zu- 
geschriebenen Gedichten eine kritische Ausgabe. Ebendort sind die ubrigen 
Ausgaben der Gedichte Columbans, welche uber die E^itio princeps von 
Goldast nicht hinausgekommen sind, aufgefahrt, und verweise ich deshalb 
einfach auf Gundlach. — Mir selbst ist es nicht gelungen, unser Gedicht 
in einer anderen handschriftl. Quelle aufzufinden, als jener, die Gundlach her- 
beiziehen konnte; von