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Full text of "Ueber den Pollen"

-JP 



THE UNIVERSITY 
OF ILLINOIS 
LIBRARY 






3I0L04I 



NOV 261^01 



w^v 



2 7 1958 



OEC 8 1964 
JA^' 6 1965 

F£ß 3 1965 



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LIBRARV 

Of THE 

UNiVERSITy Of II , .NOiS 



Digitized by the Internet Archive 

in 2010 with funding from 

University of Illinois Urbana-Champaign 



http://www.archive.org/details/ueberdenpollen01frit 






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ü EBER 




\^ ^^ POLLEN 



Dl JULIUS FRITZSCHE, 

MIJC.LItDK DEIl I. EOl'Ol.I). (AROl. A C. A D E M I F. DEIl N A TU RFd lisril E i(. 



MIT XIII COI.ORIRTKN SIEI N IJR L CKi:> 



Alis I Ich McinoiiFs dl- V Acncl. Iinp. des sc. de Sl.- Petershuurg besonders nlijjcilnirkt. 



St. -PKTEI\S1U1I\(V, 

(iF.niu CKT r.Ei DF.n kais. acadf.mif. i)Fn ^vIssF.^scnAFTK^. 



18 5 7. 



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^"^ 1.3 
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f 



v4 UEBER DEN POLLEN 

VON 

Dr. Julius Fritzsche. 



Gelesen den 29, Januar 1836. 



V O R B E R I C H T. 



Ule Literatur des Pollen ist in der neuesten Zeit durch ein Werk bereichert 

^worden, dem der erste Platz unter allen, welche wir bis jelzt über diesen wich- 

^ligen Theil der Pflanze bcsassen, gebührt ; es ist dies die Schrift von Mohl: 

^ Ueber den Bau und die Formen der Pollenkurner , (Bern 1834), welche die 

Resultate der mehrjährigen wichtigen Untersuchungen enthält, die der berühmte 

'^ Verfasser über den Pollen einer grossen Pieihe von Familien angestellt hat. 

•f Gleichzeitig mit Mohl war auch ich mit Beobachtungen über denselben Ge- 

^ . . . . 

^ genstand beschäftigt gewesen ; die neuen Resultate , welche sie mir darboten, 

■^ bewogen mich, sie bald durch den Druck bekannt zu machen, und so erschie- 

•'■. nen schon im Jahre 1832 meine Beiträge zur Kennlniss des Pollen. Unausge- 

f"^ setzt mit der weiteren Verfolgung dieser Untersuchungen beschäftigt, wählte ich 

C im Jahre 1853 eine kurze Beschreibung der bis dahin aufgefundenen neuen 

1 



■bi\ M^'' 



2 F R I T Z S C II Ef 

Formen olme Abbildungen als Thema zu meiner Inaugural -Dissertation*) und 

verlassle liald daraut auch für die Annalen der Chemie und Pliysik , veranlasst 
vom Herausgeber derselben , eine gedrängte Uebersicht der ResuUate meiner 
Beobachtungen**), welcher eine Tafel mit Abbildungen beigegeben wurde, die 
hauptsächlich nur Kryslallkörpern ähnliche Formen darstellte ; Abbildungen aller 
Formen beabsichtigte ich bald mit einer ausführlicheren Abhandlung nachfolgen 
zu lassen. Jetzt erschien aber das Werk von Mohl; ich fand darin theils 
eine Bestätigung der meisten meiner Piesultale , durch eine grosse Zahl neuer 
Beobachtungen vermehrt, theils aber auch abweichende Ansichten über wichtige 
Punkte des Baues der äusseren Haut , welche mich veranlassten , meine Beob- 
achtungen noch einmal sowohl an sich selbst , als auch in Bezug auf die An- 
sichten Mohl's zu prüfen. 

Bei dieser Wiederholung meiner Beobachtungen , welche ich mit allem 
Aufwände von Mühe und Fleiss vornahm erkannte ich bald, dass weder Mohl 
noch ich den Gegenstand bisher genügend erschöpft hatten, und dass auch mit 
unseren jetzigen Mikroscopen noch bedeutende Ei-weiterungen im Gebiete un- 
seres Wissens vom Pollen sich erreichen besten. Die Erlangung neuer Resul- 
tate aber war nur durch die sorgfältigste, bis in das kleinste Detail ausgedehnte, 
höchst zeitraubende Untersuchung einzelner Formen möglich , und indem ich 
diese nun mit Eifer anstellte , mussle ich das Ganze für den Augenblick ver- 
nachlässigen. Die Zahl der interessanten Formen, welche es verdienen , durch 
genaue und sorgfältige Abbildungen dargestellt zu werden, wuchs so sehr an, 
und die Mannigfaltigkeit in den , nur durch die aufmerksamste Beobachtung 
und geschickteste Manipulation richtig zu erkennenden Details erwies sich so 



*) De plantarum polline. Dissertatin inauguralis etc. Beioliiii 1835. (Sie wurde, 
da sie nicht in den Buchhandel kommen konnte, von mir den meisten ausgezeichneten Bnlani- 
kern Deutschlands zngeschickt ). 
**) lieber den Pollen der Pflanzen und das Pollenin Annalen der Chemie und 
Physik Ton Poggeudorrf Bd. XXXII. p. 481. 



Ceber den Pollen. S 

gross, (Inss ich Lnld ilavtui ahslrlien imisslc , meinen Unlersucliuiigcn die Aus- 
dehnung zu geben , welche Ich Anfangs bcabsichlij^lc. Die gegenwärtige Ab- 
handlung isl daiiiT nur ein ßinchslück im \ crli'allnisse ihres Inhahes zu der 
ungeheuren Ausdehnung des Feldes, auf welchem sie sich bewegt; die Kräfte 
des Einzelnen können nur einen kleinen Theil der reichen Ausheute , die es 
verspricht , zu Tage fördern , und nur durch Zusammenwirken Vieler wird es 
möglich scn, eine der Vollkommeniieil unserer Mikioscope entsprechende, de- 
taillirle Kennlniss des Pullen bald aut einen grossen Theil der bekannten Ge- 
wächse ausgedehnt zu sehen. ^Möchten die Kesultnte meiner Forschungen , bei 
deren vielen wenigstens ich die uns bis jetzt von den Instrumenten gesetzte 
Grenze erreicht zu haben glaube , recht viele andere Beobachter aufmuntern, 
sich diesen zwar unendlich mühsamen, aber dafür auch sehr belohnenden Un- 
tersuchungen zu widmen. 

Die Angabe der llülfsmittel und Wege , deren ich mich in schwierigen 
Fällen bedienen musste , um die wahre Beschaffenheit der vorliegenden Form 
richtig zu erkennen , wird anderen Bearbeitern dieses Gegenstandes vielleicht 
von ?Sutzen sein, weshalb ich sie bei der Beschreibung der Formen einschallen 
werde. Da die Anwendung einer Säure gleichsam die Bahn zu meinen l'nter- 
suchungen gebrochen hatte, so beschrieb ich In meiner ersten Abhandlung aus- 
führlich die Wirkungen derselben auf den Pollen, wurde aber dabei von meh- 
reren Seilen missverstanden; man glaubte nämlich, ich sei der Meinung, dass 
die durch die Einwirkung der Säure aus den Oeflnungen des Pollen heraus- 
gedrungene innere Masse , welche in vielen Fällen ein schlauchartiges Ansehen 
bat, ein wirklicher Schlauch , und mit den auf dein Sligma erzeugten zu ver- 
gleichen sey- Als Ucchll'ertigiuig gegen diese Annahme, die allerdings gar sehr 
zu tadeln wäre , brauche ich aber nur eine Stelle aus p. ."j meiner Beiträge 
anzufüiiren, wo es wörtlich beissl: „Der Ausdruck Schläuche, dessen Ich mich 
bis jetzt zur Bezeichnung der darmartigen, durch Säure hervorgelriebenen Ver- 
langerungen bedient habe, ist nun zwar, da sie von keiner Haut umgeben sind. 

1» 



4 Fritzsche 

nirlit rirlitlg t^rw'älilt ; da sie aber ihre Enisteluins; derselben Masse verdanken, 
■welche die wirkliclion, bei der BelViicIiliinif thalii;eii Schlauche bildet, so schien 
es mir besser, sie ebenfalls so y.u nennen, als einen neuen Ausdruck dafür zu 
■wählen , indem man ja leicht die einen durch kiin<;tliche , die anderen durch 
natiirliclic Schlriuclie bezeichnen kann.'-' Ich habe also nie daran i^edachl , die 
Wirkungen der Säure und des Stigmas zu vergleichen, sondern blos die Ver- 
mulhung geäussert, dass den natürlichen Sehläuehen, welche auch ich jetzt nur 
als einen Fortsatz der inneren Haut betrachte, bei ihrem Forlwaclisen <lie innere 
IMassc des Pollen gleichsam als TVahrung diene : eine Ansicht, die ich auch jetzt 
noch theile , und derjenigen unbedingt vorziehe , ■welche die Schläuche auf Ko- 
sten der Flüssigkeit des Sligma's sich verlängern lässt. 

Einen zweiten Vorwurf, den man mir hauptsächlich bei meinen Untersu- 
chungen über das Amylum gemacht hat, ist der, dass die von mir gegebenen 
Zeichnungen zu gross seien, und da man vielleicht auch bei dieser Abhandlung 
denselben ■wieder vorbringen könnte, will ich hier kurz die Gründe anführen, 
■weshalb ich ihn unberücksichtigt gelassen habe. Eine mikvoscopische Zeichnung 
soll dazu dienen, eine richtige Ansicht und schnelle Uebersicht von allem dem 
zu geben, ■was der Beobachter an einem Gegcnslande gesehen hat ; ihre Grösse 
muss daher von der mehr oder ■weniger complicirten Organisation des Gegen- 
standes abhängig sein , und der richtige Maassstab dafür ■wird sicli von selbst 
ergeben, sobald man die kleinsten und am schwierigsten zu erkennenden Theile 
des Körpers in einer solchen Grösse dargeslelll hat, dass sie leicht in die Au- 
gen fallen. Diesem Principe folgend habe icli mich nie an die absolute Grösse 
der darzustellenden Gegenstände gekehrt, und nie darnach getrachtet, dieselben 
ängstlich genau so gross darzustellen, als icli sie im Micro-cope zu sehen glaubte, 
sondern mich nur bemüht, ihre einzelnen Theile in richtigem Verbältnisse ihrer 
Grösse darzustellen, und das Detail ihrer Organisation durch meine Zeichnun. 
gen klar au^zudr^cken. Man kann daher auch aus meinen Abbildungen nicht 
die relative Grösse der einzelnen Püllenformen ersehen, •wie es z. B. bei Mohl's 



Ueber den Pollen. 5 

ZcicliniiDTn ticr Fall isl, und um dem d;ir;ins cnlslelicndcn Mangel abruliclfcn, 
habe icli in der Erklärung der TiilVln die absolute Grösse der meisten der ab- 
gebildeten Formen angegeben, aus deren Verglcicliung man ja Iciclit die relative 
Grösse erseben kann. Wenn man übrigens die Abbildungen von Jatroj>hn pan- 
ditrarfulia , liuellia formosa, Tigridta Paro/iia, BascUa alba, Pi'/ius, Cimiibila 
Pepo, Tragopogon, S:)rz'>nera, und Ceraniiirn bei Mobl und mir vergleicl'.t, wird 
man leicht einsehen, warum meine Abbildungen grösser ausfallen musslen. 

^ichl unterlassen kann ich hier , meinen wärmsten Dank für die Bereit- 
willigkeit auszudrücken, mit welcher mir die Herren Akademiker Dr. liopgard 
und der leider uns zu früh entrissene Prescolt durch Millheilung üircr reichen 
Pflanzenschalze meine Untersuchungen auf" alle mögliche Art zu fördern be- 
müht waren ; ganz besonders aber fühle ich mich dem Herrn Slaatsratlie Dr. 
Fischer verpflichtet, welcher mir durch die Benutzung des reichen, unter seiner 
Leitung stehenden Kaiserlichen botanischen Gartens zu den interessantesten Be- 
obachtungen Gelegenheit gab. 

Die vorliegende Abhandlung zerfällt in zwei Abschnitte, deren erster 
vom Biue des Pollen im Allgemeinen handelt, welcher manches ^eue darbietet- 
der zweite Abschnitt enlhä't die spccielle Beschreibung derjenigen Formen 
hauptsächlich , welche au( den hiezugehörigen Tafeln abgebildet sind. Meine 
frühere Absicht, in dieser Abhandlung alle bekannten Formen des Pollen zu 
umfassen , habe ich nicht ausführen können , und daher auch manche der von 
Mohl beobachteten Fälle, von deren genauerer Untersuchung ich mir interes- 
sante Pvesullate verspreche, uid)erü( ksichligt lassen müssen ; ich habe aber nicht 
unterlassen wollen, die von mir selbst untersuchten Formen in einer Reihenfolge 
zusammen zu stellen , welche dem Grade der Entwickelung entsprechen soll, 
auf dem ich sie im Verhältnisse zu einander betrachte, und wie fehlerhaft auch 
diese Anordnung sein mag , so wird sie doch wenigstens die Uebersicht er- 
leichtern. 



Fritzsche 
I. A B S C H N I T T 



Jörn Baue des Pollen im Allgemeinen. 
Da wlf unter Pollen im Allgcmoinen den Inhall der Antlieron verstellen, 
welcher nur dadurch, dass er das Ovulum befruchtet, Theil an der Bildung 
einer neuen Pflanze nimmt , nicht aber aus sich allein eine neue Pflanze her- 
vorzubrin'^en im Stande ist , so foli!;t daraus einerseits , dass wir nur solchen 
Pflanzen wahren Pollen zuschreiben können , welche zwei bestimmt getrennte 
Geschlcchtssystemc besitzen , anderseits aber ist uns auch die Möglichkeit ge- 
"eben, in zweifelhaften Fallen über die Natur solcher Organe mit Wahrschein- 
lichkeil zu entscheiden , welche dem Foripflanzungssysleme zwar bestimmt an- 
gehören , in ihrem Baue aber entschiedene Abweichungen von allen bekannten 
Formen desselben zeigen. Das merkwürdigste Beispiel dieser Art sind die ro- 
then ku"elf()rmigen Organe der Familie der Characeen ; sie werden von den 
meisten Botanikern mit dem ISamen Globuli belegt , und man hat sie bald tiir 
Antheren gehalten, bald dieser Ansicht widersprochen, so dass die Meinungen 
über ihre wahre ISalur noch jetzt gctheilt sind. Die genauere Kenntniss ihrer 
Op^anisation war keincsweges geeignet, für die eine oder die andere Meinung 
den Ausschlag zu geben, im Gcgcntheile verwirrte die grosse Complication des 
Baues , zu welcher neue Beobachter immer wieder neue Thatsachen lieferten, 
die Ansichten noch mehr , indem man bei der Deutung der einzelnen Theile 
deshalb willkührlich verfuhr, weil sie mit denen anderer Pflanzen durchaus 
keine bestimmte Analogie darzubieten schienen. Untersuchungen, welche ich im 
Jahre 1833 in Berlin über diese rathselhaften Körper anstellte, Hessen auch 
mich noch Bereicherungen zu ihrer Organisation entdecken , und theils die 
Folireruno; aus ihnen, theils eine sorsifaltisie Abwäi'una; der Gründe für die ver- 
schiedencn Ansichten haben mir die Meinung aufgedrängt, dass die Globuli der 



Ueber den Pollen. 1 

Characeen nur mit den Anllicnn dor hölieren Pflanzen zu vergleichen sind. 
Ich habe es daher unterlassen , die genaue Darlegung ihrer Organisation zum 
Gegenstande einer besonderen Abhandlung zu maclien, was ich anfangs beabsich- 
tigte , und ziehe es vor , sie hier dem wahren Pollen voranzuschicken ; die 
ängstliche Angabe aller früheren Beobachtungen und Meinungen, so wie die 
strenge Sonderung des !Neuen vom bereits Bekannten glaube ich dabei unter- 
lassen zu können , da die Deutlichkeit des schwierigen Gegenstandes dadurch 
geiährdet werden würde, und ich mit Piecht von meinen Lesern die Kennlniss 
der früheren Arbeiten erwarten darf. 

Jeder Glübulus, oder, wie ich sie von nun an nennen werde, jede Antherc 
ist umgeben von einer Hülle, welche in der Regel aus acht plattgedrückten, 
dreieckigen Zellen zusammengesetzt ist , deren je vier eine Halbkugel bilden ; 
die obere Halbkugel ist da, wo die vier Dreiecke zusammenstossen, geschlossen, 
und die Dreiecke laufen daher in Spitzen aus , die unlere Halbkugel dagegen 
hat an jener Stelle eine grosse, runde Oeffnung, mit welcher sie an der Pflanze 
auf die bald zu beschreibende Art festsitzt , weshalb jedes der sie bildenden 
Dreiecke einen bogenförmigen Ausschnitt besitzt. Flg, 1. Taf. II. stellt ein 
Dreieck der oberen Halbkugel , und Fig. 2. eines der unteren von Chara syn- 
carpa Thuill. dar , welche also stets leicht von einander zu unterscheiden sind. 
Zuweilen kommen neun , zuweilen aber auch weniger als acht Dreiecke vor, 
doch habe ich dies selten gefunden , und solche Bildungen als Abweichungen 
von der Piegel betrachtet; nie fand ich aber, wie Wallroth und nach ihm 
andere anführen , nur drei oder vier Dreiecke , und möchte deshalb diese An- 
gabe für unrichtig halten. Auch Bise ho ff, welcher zuerst die Zahl acht bei 
Chara hhpida beobachtete und abbildete , scheint nur drei oder vier Dreiecke 
selbst nicht beobachtet zu haben, indem er nur Wallroth und Kaulfuss 
als Autoritäten dafür anführt ; ich fand bei Ch. syncarpa und tomentosa die 
Zahl acht durchaus vorherrschend, und glaube, dass sie es auch im Allgemeinen 
IsL Die genaue Ausmlllelung dieses fraglichen Punktes , welche mir erst jetzt 



8 FniTzscHE 

m 

bei der Anordming meiner ßpobachtungen recht wünschenswerth erscheint, muss 
ich , da es mir hier an den dazu nölhigcn frischen Pflanz.en fehlt , Anderen 
überlassen, fordere aber namentlich die Phytolomen Bcrlin's, welchen ihre näch- 
ste Umgebung einen so reichen Schatz von Charen darbietet , zur Ausfüllung 
dieser Lücke auf. 

Jedes Dreieck besteht aus einer einzigen, plattgedrückten Zelle ; durch Schei- 
dewände , die sich von ihrem Umkreise nach dem Mittelpunkte hin , und zwar 
bis ungefähr zu einem Drittel des Durchmessers erstrecken , dort aber endigen, 
ohne sich jemals zusammen zu vereinigen , verästelt sich diese Zelle gleichsam, 
und erscheint mit einem Kreise keilförmiger Strahlen umgeben , welche in den, 
die Mitte einnehmenden , ungetheilten Raum münden , also durch ihn mit ein- 
ander in Verbindung stehen, und nur fälschlich von früheren Beobachtern für 
ganz gelrennte Zellen gehalten worden sind. Dass sich, wie Bise hoff anführt, 
„nach einiger Zeit die ganze Zellenhaul in ihre keilförmigen Thcile auflösst," 
kann daher a priori nicht statt finden, und ich sah es auch niemals ; die macerir- 
len Dreiecke , welche ich in Menge zu beobachten Gelegenheit hatte , bildelen 
stets noch eine einzige Zelle, und ein Auseinanderfallen derselben in mehrere 
Theile kann nur durch ein Zerreissen der Häute eintreten. 

Die Scheidewände, welche gegen den Mittelpunkt der Anthere eine perpen- 
diculäre Richtung haben , bestehen aus zwei Zellcnwänden , die im natürlichen 
Zustande fest mit einander verwachsen sind , sich aber durch Maceration zu- 
weilen ihrer ganzen Länge nach trennen ; sie sind entweder von einfachem Baue, 
d. h. aus zwei unmittelbar mit einander verwachsenen Membranen gebildet, wie 
sie bei Cliara syncarpa und wahrscheinlich allen einschläuchigen Charen vor- 
kommen, oder von zusammengesetzterem Baue, welcher darin besteht, dass zwi- 
schen den beiden Wänden in geringen Entfernungen von einander noch kleine 
stabartige Körper liegen. Diese stabförmlgen Körperchen, welche Cliara iomen- 
losa (Fig. 1. Taf. L) besonders schön zeigt, die jedoch wahrscheinlich allen 
doppelschlduchigen Charen eigen sind , scheinen solid zu sein , haben verdickte 



Veber den Pollen. 9 

Enden, uiiil sind ehcafalls pcrpcndicular gegen den Millelpunkl der Anlherc ge- 
richlel; diejenigen von ihnen, welclie dem Millelpunklc der Zelle zuniiclisl stehen, 
liaben eine niclir oder weniger in einem Bogen nach Aussen gehende Krüm- 
mung, die {ihrigen aher sind gerade, und es hat das Ansehen, als scycn sie 
sämmllich zum Auseinanderhallen der äusseren und inneren Zellenwand hrslimmt. 
Fig. 1. Tai". XIII. slulll die Ansicht eines Stückes einer Scheidewand der 
Dreiecke von Chara torneiil.na L. von oben gesehen in sehr vergrössertem 
Maasstabe dar; ich enthalte mich aller weiteren Deutung dieser Zeichnung, indem 
ich iheils nicht hinreichend genug Beobachtungen anstellen konnte , um mir 
selbst eine klare Idee davon zu machen, tlieils aber das Objcct so schwierig zu 
erkennen ist, dass ich die Uichtigkeit meiner Zeichnung nicht ganz verbürgen 
kann. 

Der Inhalt einer dreieckigen Zelle besieht erstens, und zwar zum grösslen 
Theile aus einem ungeiärbten, durehsichligcn, gelatinösen Schleime, und zweitens 
aus rothen Körnern, welche nur eine einzige Schicht bilden, die auf der dem 
Mittelpunkte der Anthcre zugekehrten Innenseile der Zelle , nicht aber wie 
noch Bise hoff behauptet, auf der dem Mittelpunkte zugekehrten Aussenflache 
der Zelle aufliegt, und sich wirklich innerhalb der Wände der Zelle selbst be- 
fnidet. Man kann sich davon mit vieler Sicherheit überzeugen, wenn man ein 
isolirtes Dreieck zwischen zwei Glasplatten ein Wenig drückt ; die rullien Kör- 
ner verlassen dann ihre ursprüngliche Lage, und werden, indem. sie sich mit 
dem farblosen Schleime mengen, zum Theile zerdrückt, wodurch ein gelatinöses, 
gefärbtes Magma enlsleht, aus dessen beliebiger V^erschiebbarkeit in alle cmzel- 
nen Strahlen man hinreichend den Zusammenhang zwischen ihnen ersieht. Erst, 
wenn an irgend einer Stelle eine Zerrcissung der Haut stall fuidct, tritt dieses 
Magma heraus, und mengt sich mit der umgebenden Flüssigkeit. In dem un- 
gefärbten Schleime konnte ich keine weitere Organisation entdecken, die rotlien 
Körner aber scheinen mir noch aus einem Gemenge zweier heterogener Sub- 
stanzen zu bestehen ; beim Zerdrücken derselben gewahrte ich in einer rolhen, 

2 



10 F R I T Z S C II E 

dickflüssigen , oelüiligcn llauplniassc sehr kleine schwärzliche Körnchen , wel- 
che mir jedoch so klein erschienen, dass ich nur ihre Existenz anzuführen, 
aber nichts weiteres über sie zu sagen im Stande bin. In den macerirlen Drei- 
ecken fand ich sehr ofl den grösslcn Theil der rolhen Körner verschwunden, 
und nicht seilen hatten mehrere derselben sich in Kugeln zusammengeballt, die 
mit einer durchsichtigen Hülle umgeben waren ; fig. 3, Taf. II. stellt dies an 
einem Dreiecke dar , dessen untere Fläche etwas verschoben gegen die obere 
liegt, und es zeigt sich daran auf der rechten Seite ausser den oberen und un- 
leren Umrissen noch die zwischen ihnen liegende Wand blasenartig herausge- 
trieben. 

Lelrachtcl man nun die so organisirten Dreiecke in ihrer Vereinigung zur 
kugelförmigen Haut, so erklärt sich die Entstehung der sogenannten Zona pel- 
hicida oder des Arülus diaphamis ganz einfach dadurch, dass sowohl die Sub- 
stanz der Wände der Dreiecke als auch der farblose Schleim, welcher den grös- 
sten Tlicil ihres Inhaltes ausmacht, durchsichtig sind, und die auf dem Grunde 
der Dreiecke liegende Schicht von rolhcm , köinigeu Pigmente durchscheinen 
lassen. Die Vereinigung selbst geschieht so, dass die Zacken des einen Drei- . 
eckes genau in die Buchten der anderen greifen, welche es umgeben, und dass 
die so aneinanderslossendcn Wände derselben vollkommen mit einander ver- 
wachsen sind ; dadurch entstehen zwischen den einzelnen Dreiecken ganz eben 
so gebildete Scheidewände, als diejenigen sind, durch welche die strahlenförmi- 
gen Einsackungrn der Zellen selbst hervorgebracht werden, und man kann sie von 
diesen an der geschlossenen Anlhere durchaus nicht unterscli(üden. Es befindet 
sich also ursprünglich keine andere Oclfnung in der Kugel, als diejenige, mit 
welcher sie an der Pflanze festsitzt, und diese wird, wie ich schon erwähnte, 
durch bogenförmige, ebenfalls ausgezackte Ausschnitte der vier unleren Dreiecke 
gebildet ; in die Buchten dieser Ausschnitte greifen die Zacken eines bisher 
übersehenen Kranzrs ein , durch welchen die Verbindung der kugelförmigen 
Hülle mit der Pflanze vermittelt wird. Fig. 10. Taf. I. zeigt das Ende der 



Ueher den Pollen. 11 

Vcräsiclung eines männliclipn Köpfclicns von Chara syncarpa TImill. [cnpUaia 
N. i". E.), welchem noch ein solcher Kr.mz aufsitzt, den man halb von oben 
und lialb von der Seite sieht ; icli bemerkte in dieser Lage deutlich einen drei- 
fachen Umriss, von denen die beiden inneren von grosser Zartheit waren, konnte 
aber sonst keine weitere Organisation an ilim entdecken. Er schien mir ein 
blosser Ring von dicker Haut zu seyn und wäre demnarli oben und unten offen, 
Womit auch seine Ansiclil von der Seite in Fig. 4. Taf. II. im Einklänge stellt; 
da es mir jedoch nie gelang, ihn ganz zu isoliren , so kann ich dies mit Ge- 
nauigkeit nicht angeben, und es wäre eben so leicht möglich, dass auch er eine 
ccschlossene, flachgedrückte Zelle bildet. 

Fig. 1 und 2 Taf. I. stellen nun geschlossene, fast reife Anlheren von der 
Seite gesehen mit dem Kranze an ihrer Basis dar, und zwar Fig. 1. von Chara 
lomentosa L. und Fig. 2. von Chara syncarpa Thuill. ; ihre absolute Grösse 
habe ich leider zu messen versäumt, docli ist das Verhällniss ihrer relativen 
Grösse richtig- Sie sind in diesem Zustande dem Zeitpunkte ihrer völligen Reife 
nahe, bei welchem sie dadurch aufspringen, dass die Dreiecke, und zwar ge- 
wöhnlich zuerst die von der Spitze nach der Basis gehenden Verbindungen 
derselben, sich von einander trennen ; dadurch entstehen gleichsam vier Klappen, 
deren jede aus einem oberen und einem unteren Dreiecke besteht, welche sich 
endlich ebenfalls von einander trennen. ?^ach diesem Aufspringen , das man 
zwar schon lange beobachtet , aber noch oft als eine Folge der Mareration 
betrachtet hat, bemerkt man alsbald in den Dreiecken ungefärbte und von Pig- 
ment entblösstc Streifen an den Stellen der, die Strahlen bildenden Scheide- 
wände; sie entstehen dadurch, dass die vorher gewölbte innere Wand der 
Dreiecke sich verflacht, und dabei eine Ausdehnung erleidet, welche wahrschein- 
lich durch eine anfangende Trennung der Scheidewände hervorgerufen wird, 
und vielleicht das Mittel isl , dessen sich die Jsatur zur Bewerkslelligung des 
Aufspringens dieser Anlheren bedient. Bei genauerer Untersuchung findet man 
fast an allen mit Antheren versehenen Chnrcn auch aufgesprungene Anlherdi, und 

2» 



12 F R I T Z S C II E 

ich kann sie durcliaus niclil lür ein ProJiict einer fremden zerstörenden Einwir- 
kun» hallen, sondern belrachle sie als das letzle Stadium der EntwiL-kelung ; am 
schönsten sah ic!i sie bei Cliara syncarpa , wclclie dadurch, dass sie in einem 
einzigen männliclien Köpfchen Antheren in allen Zuständen der Reife enthält, 
i^anz besonders zu Beobachtungen über die Entwickelung'^geschichte geeignet ist, 
weshalb ich sie auch zur Unlcrsuclmng des inneren Baues der Antheren ge- 
wahll habe. 

Der aufgesprungenen Anlheren muss man sich bedienen , wenn man sich 
ein richtiges Bild von ihrem inneren Baue verschaffen will ; bei allen Ver- 
suchen , die noch geschlossenen Kugeln durch Hülfe scharfer Inslrumcnle zu 
öffnen werden die zarten inneren Theile so verletzt, dass man ihre Anordnung 
nicht mehr richtig erkennen kann , und dadurch nur , dass man sich , wie es 
scheint, bisher ausschliesslich nur dieser Methode bedient hat, ist es erklärlich, 
wie man bis jetzt eine eigenthümlich geformte Zelle übersehen konnte, welche 
allen inneren Theilen als Basis dient, und also eine nicht geringe Wiclitigkelt 
besitzt, Fig. 4. Taf. II. stellt eine aufgesprungene Anlhere von Cliara syncarpa 
nach vorsichtiger lünwegnahmc aller Dreiecke dar ; sie sitzt auf einer sehr nie- 
drigen, noch vollkommen grüne Pigmentkörner enthaltenden Zelle, welche schon 
nicht mehr ihr angehört, die aber gleichsam ein \eibindungsglicd mit der 
Pflanze bildet. Auf dieser Zelle sitzt der Kranz, und in diesem Kranze, aber, 
wie es mir schien, in unmlttelljarcr Berührung mit jener Zelle, steht ein flaschen- 
förmiges Organ, welches durch Fig. 5. Isolirl dargestellt ist, und eine geschlos- 
sene Zelle bildet. Diese Zelle enthält als Inhalt einen ungefärbten Schleim, und 
ist nur an ihrer inneren Wand mit mehr oder weniger dicht stehenden Körnern 
besetzt, deren Farbe röthlich, aber stets von sehr viel geringerer Intensität als 
die der Dreiecke ist ; ich habe, wenn sie noch mit der Pflanze zusammenhing, 
in ihr zu wiederholten Malen das bekannte Circulationsphänomen eben so schön 
als in anderen Theilen der Pflanze gesehen, während ich in den Dreiecken nie 
etwas davon gewahren konnte. Die Spitze dieses Organcs ragt bis in die Witte 



Veber den Pollen. 13 

der Anthcrc hinein und iv'ä'^i alle übrigen inneren Tlieile ; sie ist zunäclisl, wie 
aus Fij. 4. Tal. II. eriiellt , von einem Conglomcrale grösserer unregelm'dssig 
kugeliger Zellen uragcben, nn Avelclien llicils grössere, cylindrische Röhren, tlieils 
kleinere Zellen ansitzen , wclclie lel zieren nun die bekainilen eonfervenartigen 
Faden tragen. Die Zahl der grösseren Ilöhrcn isl bcslimint und cnlspriehl der 
Zahl der Dreiecke ; ihre Richtung ist exeenlrisch, und jeile derselben gehl nach 
dem Mittelpunkte eines der Dreiecke, mit welchem sie in der geschlossenen An- 
ihere auf eine Art zusammenhangt, welche genau zu ermitteln mir nicht gelang. 
Fig. 6. Taf. IL stellt eine solche Rohre dar, welche ebenfalls eine geschlossene 
Zelle bildet: ihr unteres Ende ist das dem Dreiecke zugekehrte, und an diesem 
bemerkte ich nicht selten, aber auch nicht immer strahlenförmige, spitz zulau- 
fende, ungefärbte Ilautlappen , welche durch Zerrei'ssen einer besonderen, die 
röhrenförmige Zelle noch umgebenden Haut cnislandcn zu seyn schienen. Es 
isl dies ein bei ferneren Beob ichlungen wieder aufzunehmender Gegenstand, so 
wie auch, ob in diesen Röhren, welche dem flaschenförmigen Organe hinsichl- 
lich ihres Inhaltes ganz gleichen, eine Circulation statt findet; ich halte dies für 
sehr wahrscheinlich , habe aber versäumt Beobachtungen darüber ahzustellen. 
In Fig. 4. habe ich, um der Deutlichkeit des Ganzen keinen Eintrag zu tliun, 
nur wenige der confervenarligen Fai.'en abgebildet, welche in einer so grossen 
Menge vorhanden sind, dass man sie grösslenthcils entfernen muss, um die von 
dinen eingeschlossenen Tlieile zu erkennen ; sie bilden (huch mannigfache \ er- 
schlingung untereinander einen Knäuel, der von Wallrolh und Bischoff rich- 
tig, von Kaulfuss dagegen ganz Hdsch dargestellt worden ist. Fig. 8. Taf, II. 
zeigt die Art der Vereinigung der confervenarligen Faden mit den Zellen, und 
dieser wieder mit den Röhren ; an den grösseren Zellen sowohl als auch an den 
kleineren erkannte ich do[)pcIlc Umrisse, und nicht selten aucrh in ihnen nocli 
zarte Körnchen. Die confervenarligen Fäden, welche noch kein l'eobachter rich- 
tig abgebildet hat, sind durch eine Menge höchst zarter (hierscheidewänile in 
viele kleine Fächer gelheilt, deren jedes ein Schlciniklünipclun eiilhäll : sie sind 



14 Fritzsche 

von sclir griingcm Durclimcsser , höclist durclisiclitig , und bieten nach dem 
Grade ihres AUers höchst merkwürdige Vcrscliiedcnheilen dar, welche ich jetzt 
zugleich mit der Entwickelungsgcschichte der ganzen Anlhere näher beschreiben 

will. 

Das erste Auftreten der Antheren geschieht als einfache Zellen mit durch- 
sichtigem , ungefärbtem Inhalte ; man kann sie in den männlichen Köpfchen 
von Chara syncarpa in Menge beobachten und Fig. 3. Taf. 1. stellt eine der- 
selben dar. Die erste Veränderung , welche sie beim Fortwachsen erleiden, 
zeigt Fig. 4; sie besteht in einer Bildung von Scheidewänden über deren 
Erslreckung nach Innen ich nichts Bestimmtes ausgemittelt habe , die aber 
mindestens die äussere Haut in acht Stücke theilcn, als welche das erste Auf- 
treten der Dreiecke beginnt. Fig. 5. stellt eine schon weiter cntwickehe An- 
there dar , in welcher eine Trübung des Inhaltes eingetreten ist , die in der 
Mitte am stärksten slat (findet : die Bildung der inneren Thcile hat nun wahr- 
scheinlich ihren Anlang genommen, und auch die Anlage zu dem llaschenlör- 
migen Organe ist bereits vorhanden, welches als ein gewölbter Körper von der 
Basis der Kugel aus in sie hineinragt. Bei Fig. 6 , wo schon eine deutliche 
Trennung des Inhaltes von der Hülle hervoitritt, erscheint dies Rudiment sclion 
sanz in seiner Function als Trä^rcr der noch unentwickelten inneren Theile ; 
die Dreiecke sind sciion weiter entwickelt, zeigen aber noch immer keine Spur 
von den, die slrahligen Verästelungen bildenden Scheidewänden, welche erst in 
einem späteren, durch Fig. "t. dargestellten Stadium aufzutreten anfangen. Diese 
Figur zeigt sehr deutlich, dass die Scheidewände durch ein von der Peripherie 
der Dreiecke ausgehendes , und nach ihrer !Mitte zu allmählig fortschreitendes 
Hineinwachsen entstehen , also nur eine Fortsetzung der bereits zwischen den 
Dreiecken vorhandenen Scheidewände sind ; mit ihrem Auftreten seheint zugleich 
eine Trennung des Inhaltes so statt zu finden, dass jedem Dreiecke gleichsam 
ein besonderer Thed desselben zur weiteren Learbeitung'angewiesen wird, we- 
nigstens erkläre ich mir die weissen Ränder um die Dreiecke , welche ich in 



Ueber den Pollen. 15 

diesem Zustamle bcobaclitcte, auf diese Weise. Deutlich begrenzte innere Thcile 
konnte ich erst auf rinrr noch höheren Stufe der Enlwickclung, welche Flg. 8. 
darstellt, erkennen ; die noch fast ganz ungefärbte Iliiilc liissl dann Röhren, 
Zellen und Faden durclischcinrn , von denen nur die letzteren ausgezeichnete 
Abweichungen von den späteren Zuständen zeigen. 

Der jüngste Zustand der confervenartigen Fäden, welchen ieh beobachtete, 
ist durch Fig. 7. Taf. II. im Zusammenhange mit Zellen und Röhren darge- 
stellt , welche letztere in diesem Zustande zuweilen noch keulenPörmig sind ; 
die Fäden sind dann nach sehr kurz , aber schon fast von derselben Stärke, 
als im reifen Zustande , und bestehen nur aus drei oder vier Gliedern , deren 
jedes die Länge von vier bis lünf Gliedern der reifen Fäden besitzt. Sehr 
merkwürdig ist es , dass diese Glieder , welche durch aneinandergereihte , ge- 
schlossene Zellen gebildet werden, und also durch doppelte Scheidewände von 
einander getrennt sind, bei der weiteren Entwickelung . wobei sich ihre Zahl 
ausserordentlich vermehrt, bedeutend kürzer werden; icli glaube nicht, das3 diese 
Verkürzung durch Theilung geschieht , wenigstens beobachtete ich nie irgend 
einen, auf eine Theilung hindeutenden Zustand. In Bezug auf ihren Inhalt 
gleichen die langen Glieder junger Fäden den kurzen Gliedern älterer Fäden 
vollkommen ; in jedem Ghede befindet sich nämlich in willkülirliclier Lage ein 
durch geringere Durchsichtigkeit erkennbares Klümpchcn von unbestimmter Form, 
an welchem man, wenn man die Fäden zwischen zwei Glasplatten gelinde drückt, 
eine körnige Beschaffenheit deutlich erkennt. Durch Jodlösung werden diese 
Klümpchcn intensiv gelb gefärbt, ohne dass weder die Haut noch der übrige 
Theil des Inhaltes diese Eigenschalt iheilt , und in diesem Zustande , welcher 
am besten die Form und Lage der Klümpchcn erkennen lässt, ist durch Fig. 9. 
Taf. II. ein ganzer Faden aus einer jungen Anlherc, und durch Fig. 10. ein 
Stück eines Fadens aus einer dem Aufspringen nahen Anthere dargestellt. 

Es ist mm die Frage, ob die einzelnen Glieder dieser Fäden nicht noch 
in einen gemeinschaftlichen, langen Schlauch eingeschlossen sind ; ich halle dies 



16 F R I T Z S C II E 

fiii M'alirsclicuilicb, und glaube, dass die Fäden in dieser Hinsicht den Bau der 
Confcrvcn I heilen. *) 

Bis kurz vor dem Aufspringen der Anlhercn zeigt sich keine merkliche 
Veränderung des Inhaltes der gegliederten Faden, dann aber beginnt in jedem 
Glicde ein Spiralfadcn sich zu bilden, -welcher beim Zeitpunkte des Aufsprin- 
gens der Anlhere seine vollkommene Ausbildung erreicht hat, und dann in je- 
dem einzelnen Gliede wahrgenommen werden kann. Nach einiger Zeit tritt die- 
ser Spiralfaden, welcher gewöhnlich nur zwei oder drei Windungen hat, aus 
dem Gliede heraus, und daher findet man in den auigTsprungencn Antheren ge- 
wöhnlich die Fiiden tlieils mit leeren, thcils mit noch unentlccrten Gliedern, und 
zwischen den Faden die herausgetretenen Spiralfaden in Menge freiliegend. Setzt 
man zu solchen Fäden Jodlösung hinzu, so werden dadurch die noch einge- 
schlossenen Spiralfaden undeutlich , und man erkennt als Ursache davon das 
Vorhandensevn von sich gelbfärbendcn Schleime, der den Faden einhüllt; die 
leeren Glieder bleiben dabei ungefärbt, und zeigten mir, wahrscheinlich der 
Zartheit ihrer Haut wegen , weder in diesem noch in anderen Zuständen üefF- 
nungen irgend einer Art. 

Den Zustand der Fäden in der aufgesprungenen Anlhere habe ich durch 
Fi" 11. Taf. II. an einem Stücke eines Fadens dargestellt; alle, sowohl noch 
in den Gliedern befindlichen , als auch schon herausgetretenen und im Heraus- 
treten begriffenen Spiralfäden sind genaue Copiecn der ISatur , und zeigen hin- 
reichend, wie mannigfache Formen sie darbieten können. Die herausgetretenen 
Fäden besitzen eine eigenlhümliche Bewegung, welche zuerst und, soviel ich 
weiss, allein von Bischoff gesehen und ganz richtig beschi'iebcn worden ist, 



*) In licziig auf den Inhalt der ConferTen liabe icli schon Tor längerer Zell die Beobachtung 
gem.ichl, dass die KiJrner, welche Mohl z. li. he! Zy«ticma nilidum abgebildet hat ( Er 
läulerung und Vcrtheidigung meiner Ansicht von der Slrulslur der Pflanzen - Substanz TOn 
II. Mohl. Tübingen 1856. Taf. I. Flg. I3.) Amylumkorner sind; sie finden sich auch in 
f'elen anJrren Confervcn, ur.d chaiacterisiren sich hinlänglich durch die blaue Fäiburrg, welche 
sie durch Jod annehmen. 



Leber den Pullen 17 

ohne dass er aber die Eiilsleliung der Spiralläden nachgewiesen hat ; die lorm 
der sich bewegenden Fäden ist gewöhnhch die eines Korkziehers und ihre 
Bewegung eine zusammengesetzte , aus einem Vorwärtsgehen und einem walzen- 
den Drehen um die eigene Axe gebildete, wobei die Form unverändert dieselbe 
bleibt. Da, wo diese Spiraliäden Winkel zu bilden scheinen, hat es das An- 
sehen, als ob ihnen kleine, runde, dunkle Körperchen anhingen, wie ich sie 
auch , da ich sie stets so sah , abgebildet habe ; man erkennt dies aber beim 
Drehen und Bewegen bald Hir eine Täuschung und findet dann , dass sie in 
ihrer ganzen Länge einen einfachen Faden darstellen. Ehrenberg, dem ich 
diese Bewegung zeigte, machte mir die Bemerkung, dass die damit begabten 
Körperchen in Form und Bewegung vollkommen der Infusoriengallung Spirillum 
glichen ; wenn sie sich aber auch in der Folge als wirklich identisch mit die- 
sen Thierchen erweisen sollten , so wird man doch nie ihre Bildung innerhalb 
jener Glieder läugnen können, wovon ich mich auch dadurch noch auf das Be- 
stimmteste überzeugt habe, dass ich zuweilen die laden noch innerhalb der 
Glieder eine Bewegung äussern sah, welche mit dem kreisförmigen Drehen eines 
Wurmes oder einer Schlange in einem engen Räume die grösste Aehnlichkeil 
hatte. 

Hiermit habe ich die Darlegung meiner Beobachtungen über die so über- 
aus complicirte Organisation dieser kleinen Gebilde beendigt, und es bleibt mir 
nun noch übrig, die Gründe auseinander zu setzen, weshalb ich sie mit den 
Antheren höherer Pflanzen vergleiche. Wenn wir uns unter den abgehandelten 
Organen nach den die Antheren characterisirenden Theilen , dem Pollen näm- 
lich, umsehen, so ist eine Uebereinstimmung nicht zu verkennen, welclie die 
Glieder der confervenartigen Fäden mit Pollenkörnern zeigen ; sie enthalten ein 
Schleimklümpchen, welches sich durch Jod intensiv gelb iarbt, ganz so wie es 
der Inhalt des Pollen thut , und wie in diesem sieht man auch in ihnen ein 
körniges Wesen, dessen Natur zu ermitteln uns aber hier die ausserordentliche 
Kleinheit unüberslelgllche Hindernisse in den Weg legt. Obgleich nun die 



18 F H I T z s c n E 

merkwürdige Bildung der sicli bewcgondtn SjjinilfVulpii in ihnen oinn dem Pol- 
len ganz, fremde Erscheinung ist, s« verliert der darauf zu gründende Ein- 
wurf gegen die Vergleichung mit dem Pollen d(xh dadurch sehr viel an Ge- 
wicht, dass jene Glieder ja keinesweges einen wahren Pollen vorstellen sollen, 
und ihnen ja auch, schon der einfachen Organisation der Frucht nach, gar 
keine befruchtende ^^'irkung beigelegt werdi'ii kann und soll. Sie sollen ja 
nur das niäniilichc Geschlecht in einer Famdie repriäsculiien, deren weibliches 
Geschlecht ^leichsa^^ auf der Grenze steht, welche die INatur zwischen der ein- 
fachen Furlnflanzungsweise der niederen und dem complicirten lieiruchtungssy- 
steme der höheren Pflanzen gezogen hat, und es muss uns daher Jiiclil befrem- 
den, wenn wir in ihrem Baue und ihrer endlichen Entwiclielung Abweichungen 
von dem Pollen höherer Pflanzen finden, da ja auch andere Organe, deren Be- 
deutung nicht zu verkennen ist, oft unbegreifliche Complicatlonen und Abnormi- 
täten darbieten. 

Die rolhcn Kugeln der Cliaren als männliche Organe zu betrachten , war 
eine Ansicht , welche sich den unbelangenslen Beobachtern unwillkürlich auf- 
drängle; ihre den Fnicliten genäherte Stellung, ihr Aultreten vor dein Erschei- 
nen der Früchte, ihre Pieile, wenn die Fnichte noch in dem jugendlichen Zu- 
stande sind, in welchem bei höheren Pflanzen die Befruchtung stattfindet, alles 
dies muss auch uns noch diese Ansicht wahrschciidich machen, und lassen wir 
die Aehnlichkelt der gegliederten Fäden mit dem Pollen gelten, so widerspre- 
chen Ihr nur noch die Splralfäden. Wie wenig wissen wir aber überhaupt 
noch über die Entstehung so kleiner thicrischer Organismen, wie die Gattung 
Spirilliim, mit welcher jene Fäden so grosse Aehnlichkeil haben, dass der grösste 
Kenner dieses Feldes keinen Unterschied zwischen ihnen fand, und wie unrecht 
würde es daher sein, wollten wir wegen dieser einen unerklärlichen Thalsache 
alle die gewichtigen Gründe als nichtig ansehen , welche uns in den mthen 
Kugeln männliche Organe erkennen lassen. 

Wichtig würde der Einwurf scyn, dass man aus den Kugeln junge Pflan- 



Veher den Pollen. 19 

zpn sczo^on liabe, wciiii er bewirscii wäre: so lange ahor blos Wall rot li in 
wenigen Worten sagt, er habe Pflanzen aus ihnen gezogen, sage ich, dass ich 
keine aus ihnen ziehen konnte, und fordere alle Anhänger der Meinung Wall- 
roths aul, meine Meinung durch das Experiment und durch Zeichnungen zu 
widerlci^eii, denn wir sind in der W^issenschalt so weil gekommen, dass eine 
so wichtige Behauptung niclit mehr ohne Darlegung des Vorganges dabei hin- 
gestellt werden darf. 

Suchen wir nun auch noch in den anderen Organen der Kugeln nach einer 
Analogie mit den Anllieren , so sind diese Bemühungen "wenigstens nicht ganz 
fruchtlos ; ausserdem, dass wir die Dreiecke einigermaassen mit der Schicht der 
, sogenannten Faserzellen der Antheren vergleichen können, findet sich im Ver- 
halten des rothen Pigmentes der Dreiecke zu Reagentien eine auffallende Aehn- 
licbkeil mit dem in der äusseren Pollenhaut von Lilium biilbijerum und anderen 
dahingehörigen Pflanzen enthaltenen Oele, Beide sind im nalürliciicn Zustande 
gilbroth, beide nehmen bei der Behandlung mit concentrirter Schwefelsäure eine 
schöne indigblaue Farbe an, beide werden durch Jod griin gefärbt; und wie 
gering auch der von diesem \ erhalten allein hergenommene Beweis in Bezu"» 
auf die zu beantwortende Frage sein würde , so giebt er doch im Zusammen- 
bange mit den anderen Gründen einen Anhaltungspunkt mehr. 

Ich bin daher der Meinung, dass die reihen Kugeln Acr C hären entschie- 
den den Antheren höherer Pflanzen entsprechen , bin aber weit entfernt, ihnen 
eine geschlechtliche Funktion zuschreiben zu wollen , sondern glaube vielmehr, 
dass die männliche Befruchtungsmaterie wegen der Unmöglichkeit einer Befruch- 
tung ihre Productivilät auf eine andere Weise an den Tag zu legen sucht. 

Der Pollen von Chara^ , für welchen ich also die confervenartigen Fäden 
erkläre, indem ich jedes Glied derselben für ein Pollenkorn halte , steht nun 
auf der niedrigsten Stufe der Ausbildung dieses Organes ; nur unvollkommen 
zeigt er die Charactere des Inhaltes und der Hülle, und um diese genauer ken- 
nen 7.11 lernen, müssen wir Jen wahren Pullen höherer Pflanzen studieren. In- 



20 Fritzsche 

dem ich nun jelzl zu diesem übergclie, werde ich hei dem Inhalte , als dem 
wesentlichsten Theile des Pollen, anfangen, und erst nach diesem die Hülle ab- 
handeln, welche aus Hauten, und zwischen ihnen liegenden besonderen, neuent- 
deckten Körpern besteht, denen ich den "Namen Zwischenkörper beilegen werde. 

1, Vom Inhalte des Pollen. 

Der Inhalt des Pollen, dem man den T^amen Fovilla gegeben hat, ist ein 
Gemenge aus mehreren chemisch verschiedenen und durch Pieagentien zu er- 
kennenden Substanzen. Drei Klassen von Substanzen vermögen wir bis jetzt 
bestimmt zu unterscheiden, Schleim, Oel und Amylum; nur die Natur der 
letzteren aber sind wir im Stande hinreichend genau zu erkennen, während die 
erste noch ein mechanisches Gemenge mehrerer verschiedener, mit unseren jetzi- 
gen Instrumenten nicht zu unterscheidender chemischer Verbindungen sein kann, 
und die zweite höchst wahrscheinlich aus einer Mischung verschiedener ölartiger 
Körj)er besieht. 

Der Schleim der Fovilla ist eine farblose Substanz , welche im Wasser 
sehr stark aufcpillt, ohne sich, wie es scheint, darin auflösen zu können; er 
nimmt durch Jodlösung eine intensiv gelbbraune Färbung an, wird durch ver- 
dünnte Säuren coagulirt, und löst sich in concentrirter Schwefelsäure entweder 
auf oder quillt darin zu einem sehr durchsichtigen gelatinösen Magma auf. Die 
Eigenschaft, im Wasser stark aufzuquellen, welche er mit dem ßassorin theilt, 
ist die Ursache des Platzens der Pollenkörner , wenn sie mit Wasser in Be- 
rührung kommen ; die häutige Hülle wird anfangs ausgedehnt, kann aber, wenn 
das Maximum ihrer Elasticität erreicht ist, der Kraft, mit welcher der Schleim 
noch mehr Wasser aufsaugt, oft nicht widerstehen , und reisst daher entweder 
an einer beliebigen oder nicht selten auch an bestimmten Stellen ein. Es wird 
nun ein Theil der aufgequollenen Fovilla unter einer kleinen Explosion herans- 
gespritzt, welche von der doppellen Kraft hervorgebracht wird, mit welcher ei- 
nestheils die Fovilla noch Wasser aufnimmt, und anderen Theils die ausgedehnte 



Ueber den Pollen. 21 

Hülle sich vermöge ihrer Eluslichat virder zusammen zieht ; daher zeigt sich 
die herausgetrelone Fovilla gewöliulich als eine langgezogene , schlauchlörmige 
Masse , und liissl in diesem Zustande besonders gut die Natur ihres Schleimes 
erkennen. Durch Trocknen oiler langes Liegen verliert der Schleim grössten- 
theiis die Eigensciiaft , im Wasser aufzuquellrn. Zerdrückt man in Wasser 
liegenden l'ollen zwischen zwei Glasplalten, so lasst sich der Schleim sehr leicht 
im Wasser zertheilen und stellt dann halhdurchsichtigc Flocken dar ; diese Ei- 
genschaft verliert er aber , wenn man der Flüssigkeit vor dem Zerdräcken Jod- 
lösung oder eine Saure zusetzt. Mit erslerer bildet er dann eine mehr oder 
weniger gclbbiaua gefärbte, mit letzterer eine grauliche, in beiden Fallen zähe 
Masse, welche sich nicht mehr in Flocken zertheilen lässt , sondern nach dem 
Rollen zwischen zwei Glasplatten in länglichen, cylinderförmigen zusammenhän- 
genden INIassen erscheint , von denen die Häute entweder mit zusammengeballt, 
oder durch welche sie wenigstens so unkenntlich gemacht sind, dass man sich 
dieser Behandlungsart nur ausnahmsweise bedienen kann. Setzt man Jodlösung 
oder Säure zu schon mit Wasser zerriebenem Pollen hinzu , so nimmt der 
Schleim auch dann noch die Eigenschaft an , sich zusammenzuballen, und es 
hnden bei nachherigem Bollen ebenfalls die obigen Erscheinungen , nur in ge- 
ringcrem Grade, statt. 

Im troi kenen Zustande , so wie er in dem der Luft ausgesetzt gewesenen 
Pollen sich befindet, ist dieser Schleim ziemlich durchsichtig, was aus der 
Durchsichtigkeit der trockenen Pollenkörner im Allgemeinen hervorgeht ; diese 
letztere muss man mit Mohl durch die Annahme erklären, dass der trockene 
Schleim und die Oeltröpfchen ungefähr ein gleiches Liclilbrcchungs- Vermögen 
besitzen , und daraus ergiebt sich natürlich das Undurchsichligwcrden der Fo- 
villa beim Aufsaugen von Wasser, wodurch jene Gleichlieit aufgehoben wird. 

Ausser diesem, sich durc'i Jod färbenden Schleime fand ich noch bei eini- 
gen unter Wasser blühenden Pflanzen einen farblosen , gelatinösen Schleim,! 
welcher durch Jod gar keine Veränderung erleidet ; nur bei Najas major ist 



22 FniTzscHE 

pr von den anderen Bestandtluilen der FovlUa deullidi zu unlersclieiden . doch 
elaubc ich, dass sein Vorkonnnen allgemeiner ist, und da er in seinen Charnrle- 
ren mit der inneren Pollenhaut übereinstimmt, so ist es nicht unwalirschcinlieh, 
dass er das Material zur Bildung der Schlauche liefert. 

Ein zweiter, nie fehlender lleslandlheil der Fovilla ist eine ölartige Fliis- 
sii^keit , welche als sehr kleine Tröpfchen in der ganzen Masse des Schleimes 
vertheilt liegt ; man erkennt sie daran , dass sie farblos sind und durch Jod 
keine Veränderung erleiden, und erhalt schon bei dem Heraustreten der Fovilla 
durch die Einwirkung des Wassers viele von ihnen freiliegend. ^ ollkommencr 
überzeugt man sich von dem Vorhandensein der Oeltröpfchen im Pollen beim 
Behandeln desselben mit einer verdünnten Säure , wobei man nicht selten ein 
evidentes Zusammenfliessen derselben beobachten kann ; Seite 32 und 33 meiner 
Beiträge habe ich dies ausführlich beschrieben und wiederhole es daher hier 
nicht. Ausserdem erhält man die Oeltröpfchen oft zu grösseren Tropfen zu- 
sammengeflossen , wenn man getrockneten Pollen in Wasser legt und gelinde 
rolll ; die getrocknete Fovilla zieht gewöhnlich viel langsamer Wasser an , als 
im frischen Zustande , und man bekommt dann neben der noch nicht aufge- 
quollenen Fovilla liegende Oeltropfen und Amylumkörner , welche man durch 
ihr Verhalten gegen Jod nun leicht unterscheidet. Auf Tat. III. sind in Fig. 7. 
freiliegende Oeltropfen in dem von seiner äusseren Haut befreiten Pollen von 
Juniperus viroiniana, und in Fig. 10. mit Amylumkörnern in dem auf gleiche 
Weise behandelten Pollen von Pinus sylvestris dargestellt. Die cliemischen Ei- 
genschaften dieses Oeles und seine Zusammensetzung auszumitteln , ist deshalb 
noch nicht möglich gewesen, weil man noch keinen Weg ausfindig gemacht hat, 
es in grösseren Mengen zu isoliren ; wahrscheinlich ist es aber, so wie die mei- 
sten Pflanzenöle, ein Gemisch mehierer verschiedener chemischer Verblndimgen. 

Der dritte Beslandlheil der Fovilla ist der am sicherstsn zu erkennende, 
das Amylum nämlich ; es kommt in Körnern von sehr verschiedener Grösse 
und Gestalt vor , und ist zuweilen in sehr grosser Menge vorhanden , scheint 



Ct'bt'r den Pollen. 25 

aber auch 2;aii7.lich fehlen zu Löiiucn. Gewöhnlich sinil die Amylumkörncr 
eben so wie die Oellröpfclien <;leichr(innig in der ganzen Masse des eigenlhiiin- 
lir.hea Schleimes verlheilt, und nur Piajas major macht auch hiervon eine Aus- 
nahme, die ich ersl später beschreiben werde. Am leichtesten erkennt man das 
Vorhanilcnscin der Amylumkörner, wenn man Vollen zwischen zwei Glasplatten 
zerdrückt und hierauf ein wenig Jodlösung hinzusetzt , ohne das erhaltene Ge- 
mcn<^p von feuern zu bewegen ; die Amylumkörncr zeigen sich dann mit der 
blauen Farbe der Jodstärke, welche man bei diesem ^ erfahren in allen Nuan- 
cen zu sehen bekommt. Behandelt man den Pollen zuerst mit Säure, und bringt 
dann, nachdem ein Theil der Fovilla herausgedrungen ist, Jodlösung hinzu, so 
entstehen um die herausgetretene, coagulirte Fovilla herum, aus welcher die Säure 
Amvium aufgelöst hatte , blaue Wolken von sich ausscheidender Jodslärke, 
ganz wie es in einer sauren Aullösung des gewöhnlichen Amylum der Fall ist. 
Diese Methode ist daher bei weitem vorzuziehen , wenn es sich um die Aus- 
railtelung des Vorhandenseins von Amylum überhaupt handelt , indem kleine 
Mengen oder sehr kleine Körner auf ersterem Wege sich oft der Beobachtung 
entziehen : sie setzt zugleicli die Annahme ausser Zweifel , dass die sich blau- 
färbenden Körner wirkliches Amylum sind, indem sie in diesem Verhalten ge- 
gen Säure und Jod durchaus mit dem in anderen Organen vorkommenden Amy- 
lum übereinstimmen. Dass ein Pollen Amylum enthält, kann man zuweilen auch 
schon erkennen, wenn man dem Wasser, in welchem unverletzte Pollenkörner 
liegen, eine geringe Menge Jodlösung zusetzt, und in diesem Zustande ist es in 
Fig. 6. Taf. 111, im Irischen Pollen von Juniperus t'irginiana sichtbar: Fig. 1, 
welche denselben, längere Zelt getrocknet aufbewahrten Pollen nach der llinweg- 
nahme der äusseren Haut darstellt , lässt dagegen keine Amylumkörner in der 
braungefärbten Fovilla erkennen , was wahrscheinlich darin seinen Grund hat, 
dass keines derselben dicht an der Oberfläche befindlich war. Fig. 10. Taf. III. 
ist eine Abbildungeines durch Jod gefärbten Pollenkorncs von Pinus sylvestris nach 
Hinwegnahme der äusseren Haut, und Fig. 12. von Larix europaea in deuisel- 



24 F R I T z s c n E 

ben Zustande; beide zeigen eine Menge Amylumkörner, und Fig. 10. besonders 
giebt ein ausgezeichnetes Beispiel , wie verschieden ihre Grösse in einer und 
derselben Pflanze sein kann, und wie ihre Form im Pollen eben so variirt, wie 
es in anderen Theilen der Pflanzen oft der Fall ist. 

Die kleinen Oellröpfchen und Amylumkörner machen nun die sogenannten 
Granula des Pollen aus , welche in neueren Zeiten der Gegenstand mannigfa- 
cher Untersuchungen gewesen sind ; sie sind es , welche jene eigenthiimliclien 
Bewegungen zeigen, die zu der falschen Annahme Veranlassung gegeben haben, 
es seien diese Granula infusorielle Gebilde, und die Spermatozoen der Pflanzen. 
So lange man noch nicht wusste, dass auch höchst kleine Theilclien vollkommen 
unorganischer, sogar der Glühhitze ausgesetzt gewesener Substanzen, bei denen 
also von dem, was wir Lebensthätigkeit nennen, gar nicht die Bede sein kann, 
ganz dieselben Bewegungen wie die Fovillakörner zeigen, war die Vergleichung 
dieser Körperchen mit Infusorien um so natürlicher, als man auch von den klei- 
neren Infusorien fast nur ihre Bewegungen kannte; durch Pi. Brown 's Ent- 
deckung der Molecularbewegungen aber wurden die Bewegungen der Pollengra- 
nula auch ohne infusorielles Leben erklärlich , und durch die Ausinittelung 
ihrer chemischen Beschaffenheit gehören sie nun gänzlich in die Kategoi'ie der 
Molecularbewegungen. Ein Haupteinwurf aber, den man aus den Beobachtun- 
gen Fl. Browns hauptsächlich gegen diese Meinung aufstellen könnte, bleibt 
zu widerlegen noch übrig, und diesen will ich daher ausführlicher behandeln. 

R. Brown und Ad. Brongniarl haben bei den Fovillakörnern mehrerer 
Pflanzen ausser den tanzenden Ortsveränderungen noch eine Formen Veränderung 
beschrieben, welche als eine Aeusserung einer Lebensthätigkeit betrachtet wurde, 
und eine der Hauptstützen von ihrer Vergleichung mit den Spermatozoen war; 
es muss daher die Frage sehr wichtig sein , ob diese Formenveränderungen 
wirklich statt haben, oder ob sie auf einer Täuschung benihen , und ich hoffe 
sie zu Gunsten der letzteren Meinung zu entscheiden. TSur die Amylumkörner 
sind es , welche Veranlassung zu einer solchen Täuschung geben konnten ; 



Ueber den Pollen. 25 

• 

während die Üeltröpfcheii stets kugelrund sind, und als fliissigc Körper in jeder 
Lage ilne sphärische Form beibelialtcn *) , zeigen sich die Amyluiukörncr, als 
solide Körper, in den verschiedensten Formen, und zwar nicht nur bei verschie- 
denen Pflanzen, sondern auch bei einer und derselben Pflanze von sehr ver- 
schiedener Grösse und Form. Bald sind sie kugelrund, bald oval, bald cylin- 
drisch und bald sogar in der Mitte eingeschnürt oder bogenförmig gekrümmt ; 
noch andere sind dreieckig und viele unregehnässig, alle aber besitzen die Ei- 
gensciiaft, von Jod geblaut zu werden , in hohem Grade. Wenn nun diese 
grösslenlheils nicht sphärischen Körnchen sich bewegen, so drehen sie sich da- 
bei bald auf die eine, bald auf die andere Seite, bald sieht sie der Beobachter 
in horizontaler, und bald in verticaler Stellung , und wenn man der Kleinheit 
der Körperchen oder der Schnelligkeit der Bewegungen halber, oder endlich 
deswegen , dass sie während der Bewegung zuweilen ausserhalb des richtigen 
Focus des Mikroscops zu liegen kommen, diese Drehungen nicht schaif verfolgen 
kann , so ist nur zu leicht eine Täuschung möglich. Man hält dann die ver- 
schiedenen Lagen eines unregclmässigen Körnchens um so eher für \eränderungen 
der Form, als man sie gewöhnlich nicht regelmässig auf einander folgend ein- 
treten sieht, und ausser Stande ist, durch willkührliche Veränderung der Lage 
eines Körnchens das Ungegründete derselben einzusehen. Durch die grosse 
Klarheil der Bilder meines Mikroscopes , und die Bequemlichkeit , welche sich 
mit dem Gebrauche desselben vereinigen lässt, bin ich zur festen Ueberzeugung 
gekommen, dass wahre Formveränderungen der Fovillakörner nicht stattfinden; 
auch die von R. Brown bei Clarkia pulchella beschriebenen sind nur Vcrände- 
mngen der Lage und dasselbe gilt von Brongniart's Beobachtungen. Alle, 
diese Erscheinungen zeigenden Körnchen erweisen sich aber , wie ich schon 
erwähnte , als aus Amylum bestehend , und bleiben in ihren Bewegungen un- 



►) DIess findet natürlich nur dann ToPkonimcn stall , wenn sie kiintm Drucke von irgcnj einer 
Seile ausgeselit sind, und auf diesem letzteren Falle beruhen ihre langlicheu Formen in Fig. 7. 
und 10. Taf III. 



26 Fritzsche 

« 

gestört waliiend und nach ihrer Fwliung durch Jod ; Infusorien dagegen ver- 
tragen nicht die kleinste Spur von Jod, und abgesehen davon, dass ich nie ein 
Infusionsthlcrchcn durcli Jod eine hlaue , sondern stets eine gelbe oder braune 
Farbe aniielimea sali, hören ihre viel lebhafteren Bewegungen beim Hinzubrin- 
gen von Jodlüsung zu dem Wasser, worin sie leben, augenblicklich auf. Jod 
ist also ein absolutes Gift für diese niederen Wesen, und hebt mit dem Tode 
die Aeusserungen ihrer Lebenskraft auf; auf die nicht in den Bereich der Le- 
benskraft gehörenden Molccularbewegungen aber kann es keine hemmenden 
Wirkungen äussern, und es liegt daher den Bewegungen der Amylumkörnchen 
im Pollen sicher keine andere Ursache zum Grunde, als denen der Quarzstäubchen. 

^ichl nur das Amylum im Pollen zeigt diese Bewegungen, sondern über- 
all , wo die aus anderen Organen genommenen Körner desselben klein genug 
sind , kann man sie auch an ihnen beobachten ; am leichtesten gelingt es , sie 
bei den unzähligen kleinen Amylumkörnern zu sehen , welche in den jungen 
Ovarien der Gräser enthalten sind , indem sich diese durch nichts von denen 
des Pollen unterscheiden lassen. 

Dass auch die Oeltröpfchen an den Bewegungen Theil nehmen , musste 
man zwar mit Recht vcrmuthen, doch war es schwieriger auszumitteln und na- 
menlhcli schwierig zu bestimmen, ob sie sich auch ohne Amylumkörner bewe- 
gen, weil diese ja sonst durch die Bewegung der Flüssigkeit, in welcher sie sich 
gemeinschaftlich befinden, jenen eine Bewegung mittheilen könnten , die ihnen 
allein nicht zukommt. Es gelang mir jedoch die Bewegung der Oeltröpfchen 
allem zu beobachten , als ich ein getrocknetes Pollenkorn von Juniperm iirgi- 
niana mit Wasser beleuchtet, von seiner äusseren Haut befreit, dann durch Jod- 
lösung gefärbt und ein wenig gedrückt hatte, wobei innerhalb der Häute neben 
der zusammengeballten Fovilia mehrere Oeltröpfchen von verschiedener Grösse 
lagen ; Fig. T. Taf. IIL stellt ein solches Pollenkorn in diesem Zustande dar, 
in welchem bis auf einige der grössten sämmlliche Tröpfchen in voller, tanzen- 
der Bewegung sich befanden. 



Ueber den Pullen. '27 

Was nun die Molpcularbcwcgungen überhaupt anhelridt, so sind bekannt- 
lich die Botaniker in Streit mit den Pliysikern , indem jene die materielle Er- 
klärungsweise dieser nicht jfellcn lassen wollen , nach welcher Strömungen in 
der Fliissii;keit die Ursache der lleweü;ungcn sind. 11. Brown glaubte alle 
diese Strömungen vermieden zu haben, indem er kleine Wassertropfen mit da- 
rin schwimmenden kleinen Körperchen von allen Seilen mit Oel umgab , und 
so die Verdunstung des Wassers verhinderte ; aber er bedachle nicht, dass ja 
das Oel eine kleine Menge Wasser auflöst, und dass diess, so wie alle Auflösun- 
gen mit einer gewissen Kraft geschieht, welche gewiss mehr als hinreichenti ist, 
eine Strömung in der Flüssigkeit hervorzubringen , die so zarte Bewe^un^en 
hervorrufen und unterhalten kann. Mit Recht macht daher auch Mo hl auf 
Fraunliofer's \ ersuche aufmerksam, Prismen mit Flüssigkeiten zu füllen 
■welche deshalb missglückten , weil die Brechung des Lichtes durch die von 
starken , durch kein Mittel aufzuhebenden Strömungen erzeugten Wellen un- 
regelmässig erfolgte ; wir müssen daher die Molecularhewegungen physikalischen 
Ursachen zuschreiben , und es steht zu erwarten , dass uns die Physik noch 
einmal lehren wird, diesen Bewegungen Regelmässigkeit zu geben und sie will- 
kührlich abzuändern. 

Die Meinung Brongniart's , dass die Fovillakörnchcn einer Pflanze von 
einer Grösse seien, wird nun zwar durch das Vorlicrgehende genugsam wider- 
legt, ich kann aber nicht umhin, ihr noch direct zu widersprechen ; es scheint 
mir übrigens, nachdem man ihre T^atur ausgemittell hat , dieser Punkt von gar 
keiner weiteren Wichtigkeil zu sein , eben so wie ihre absolute und relative 
Grösse nur ein untergeordnetes Interesse darbieten. 

II. Von der Uli. I. e des Pollen. 

A. Von Jen Häulcn des Vollen. 
An der Hülle, von welcher bei allen Pflanzen ohne Ausnahme die Fovilla 
umgeben ist , unterscheiden wir zweierlei Arten von Uautcn : eine einfache 



28 Fritzscite 

Membran und eine Haut von zusammengesetztem Baue. "Nicht alle Pflanzen 
besitzen beide Häute , sondern manche nur eine Haut , dagegen giebt es auch 
Pflanzen, deren Pollen drei oder gar vier Haute erkennen lässt; bei weitem in 
der Mehrzahl der Falle aber sind, unseren jetzigen Untersuchungen zufolge, zwei 
in ihrer IJUdung bestimmt verschiedene Hiiute vorhanden, und diese zeigen ein 
ganz verschiedenes Verhalten gegen Reagenticn , aus welchem wir erkennen, 
dass die Formen mit drei und vier Häuten nur durch die Verdoppelung einer 
oder beider dieser Haute entstanden sind. Um diese Häute zu bezeichnen rei- 
chen da, wo nur zwei vorkommen , die Benennungen innere und äussere Haut 
vollkommen hin ; verdoppelt sich aber eine derselben, oder wohl gar beide, so 
würden die daraus abgeleitelcn Bezeichnungen, innere innere Haut, äussere innere 
Haut u. s. w. eben so wenig bequem als wohlklingend sein , und ich schlage 
deshalb vor, den beiden Arten der Häute Kamen zu geben, welche eine leichte 
Combination für die Verdoppelungen zulassen. Am bequemsten scheint mir 
die von Mirbel für die Häute des Eies gewählte Endung ine, welche sich 
leicht nach der deutschen , lateinischen und französischen Sprache modificiren 
lässt, und ich werde daher die innerste Pollenhaut Intine, und die äusserstc 
Exine nennen. Kommen Verdoppelungen der Häute vor , so können diese 
natürlich nur zwischen Intine und Exine befindlich sein , und eine solche mit 
den Clia?acleren der Intine können wir nun bequem mit dem ISiamen Exintine 
bezeichnen, während unter Inlexine eine der Exine gleichgcbildete mitlere Haut 
zu verstehen ist. Die Reihenfolge dieser Häute, wenn sie alle vier vorkommen, 
würde also von innen aus folgende sein : Intine, Exintine, Intexine, Exine ; da 
aber Exintine und Intexine keine eigenthümliche Beschaffenheit besitzen , so 
werde ich sie in diesem Abschnitte übergehen und erst im folgenden bei der 
Aufzählung der Formen auf sie zurückkommen. 

Die Inline oder innerste Haut des Pollen, welche in allen Fällen unmiUel- 
bar die Fovilla umgiebt , zeigt sich auch überall von derselben Beschaffenheit ; 
sie besteht aus einer wasserhellen , ungefärbten , meist sehr zarten , völlig ge- 



Veber den Pollen. 29 

srlilossenen Membran , nimmt durch Jodlösung keine Färbung an , wird von 
concenlrirler Scliwcfilsaure zerstört, und ist permeabel *) wie die Zellensubslanz 
im Allgemeinen , von der sie sieh durch nichts unterscheiden lässt. Wo nur 
eine Haut beim Pollen vorhanden ist, hat sie stets unverkennbar die Characterc 
der Inline, und es scheint daher diese bei Weitem unentbehrlicher als die 
Exine zu sein; sie kommt im Ganzen nur selten allein vor, ist aber überall 
leicht an ihren Eigenschaflen zu erkennen. In zwei Fidllen nur, bei Carex 
praecox und Nerium habe ich Verdickungen derselben beobachtet, welche regel- 
mässig an bestimmten Stellen vorkommen ; ich werde diese Ausnahmen jedoch 
erst später bei der Aufzählung der Formen beschreiben. 

So wenig wichtig auch die Exine oder äussere Haut des Pollen füir das 
Geschäft der Befruchtung zu sein scheint, so ist sie es doch fast allein, welche 
den Unterschied der verschiedenen Formen des Pollen bedingt. Es würde nach 
unseren jetzigen Kenntnissen von der Fovilla und der Inline unmöglich sein, 
den Pollen einer grossen Menge von Pflanzen nach hinweggenommener Exine 
r.u unterscheiden , während die Exine allein in sehr vielen Fällen hinreichen 
kann, zu erkennen, von welcher Pflanze der Pollen genommen ist. Die Exine 
ist nicht so, wie die Inline, nur eine einfache Membran, sondern sie ist von 



•) Die Permcablliläl der Zellensubstanz kann man sich auf eine sehr leichte und schöne Weise 
anschaulich machen , wenn man zu einem feinen Schnitte Ton einer Kartoffel , Ton dem man 
das aus den zerrissenen Zellen lierausgelretcne Amylnm abgewaschen hat, einen Tropfen Jod- 
lösung briogi; CS färben sich d;inn augenblicklich alle noch Ton den unverletzten Zelien ein- 
geschlossenen Amylumkörner intensir blau, während die Zellenmembran selbst ungelarbl blelbl» 
und gar keine Veränderung zu erleiden scheint. Gehen wir Tnn der .itomistischcn Helrach- 
lungsweise der Materie im Allgemeinen aus. welche durch die Chemie einen so liohen Grad 
Ton Wahrsclieiiiliclikeit erhallen hat, so erpitbt sich aus obigem Versuche, dass die Zwischen- 
räume iwlsclien den Atomen der Zellensubslanz wcnlgslens so gross sein mii'scn , dass das 
Hindurchgehen der Atome des Jods mit Leichtigkeit geschehen kann, und es entsteht nun 
die Frage, ob auch dlo zusammengeselzlen Atome der organischen Körper , welche j» einen 
Tiel grosseren Raum einnclmicii müssen , unzciscizt durch die Zellensubslanz hindurch gehen 
können ? Für die Physiologie würde die Ausmiltelung dieser Frage v-m grosser Wichtigkeit 
•ein, und es ist nicht unwahrscheinlich, dau man sie auf experimentellem Wege erreichen 
könne. 



30 F R I T Z S C II E 

lusammengeselzterem ßaiiP ; Mohl liat darauf in seinem Werke über den Pollen 
tucrst aufmerksam gemacht, und die Tlieorie aufgestellt, es bestelle die Exine 
aus kleinen Zellen, oder kleinen Körnern, die er für unentwickelte Zellen hält, 
und aus einer gelnlitiöscn Masse , welche die Zwischenräume zwischen diesen 
Körnern ausfülle und sie zu einer Haut verbinde. In der schon erwähnten 
neueren Schrift, worin Mohl seine wichtigen Untersuchungen über diese Zwi- 
schensubstanz , die mit dem tarnen Inlercellularsubslanz belegt wird , bekannt 
macht, sind p- 18 und 19 die Gründe weitläufiger angegeben, welche zu jener 
Annahme geführt haben; es sind dort drei mögliche Fälle aufgeslelll , wie der 
Bau dieser Haut beschaffen sein könne, und Mohl erklärt sich hir den lelzten, 
welcher der obigen Ansicht entspricht , giebt aber zu, dass Aveitere Erfalirun- 
"cn vielleicht zu Gunsten des zweiten Falles entscheiden könnten. Dieser zweite 
Fall wäre der, dass, wie sich Mohl ausdrückt, das ganze Pollenkoni von einer 
einfachen Zelle umhüllt, und dass diese Zelle auf ihrer äusseren Seite theilweise 
mit kleineren Zellen oder mit unvollkommenen Zellen (Körnern) besetzt sei ; 
oder, mit anderen Worten, die Exine bestände darnach aus einer einfachen Mem- 
bran mit aufgelageiten Zellen in verschiedenen Graden der Entwickelung. Den 
ersten Fall, dass die Exine aus einer blossen Zelle bestehe, deren zellige Textur 
in der Membran selbst ihren Grund habe, verwirft Mohl gänzlich ; leider aber 
sind in seinen Zeichnungen gar keine Belege für die neue Ansicht enthalten, 
und diejenigen Formen, welche zur Entscheidung der Frage hätten dienen kön- 
nen, sind für die feinen Theile, von denen sie abhängt, viel zu klein und zu 
wenig detailllrt abgebildet. Meine Untersuchungen haben mich, wie Ich hoffe, 
der Entscheidung der wichtigen Frage über den Bau der Exine um vieles nä- 
her gebracht; es geht aber aus ihnen hervor, dass keiner jener drei Fälle un- 
bedingt und allein staltfindet, sondern dass diese interessante Haut eine grosse 
Mannigfaltigkeit in der Art ihrer Bildung darbietet. 

Das erste Resultat meiner Beobachtungen widerlegt die von Mohl ange- 
nommene Ansicht zu Gunsten des zweiten der obigen Fälle, und ist die unbe- 



Ceber den Pollen. 31 

zwf'lfclbarc Existent einer einlachen Membran als Grundlage der Exine. Mll 
gewöhnlichen Mitteln, d. h. durch blosse lichandlung mit Wasser, gelingt es 
nur selten und schwierig, 7.. B. bei liuellia Jormosa und Barleria loni^ifolia, diese 
Membran isolirt darzustellen ; dagegen besitzen wir in der concentrirten Schwe- 
felsäure ein Mittel , sie in viilen Fällen mit Leichtigkeit von ihrer Bekleidung 
zu befreien, da weder sie selbst, noch die ihr aufgelagerten Theile davon zer- 
stört werden. Bei Ruellia Jormosa und anbophylla. Behperone oblongata, Eran- 
thrmym nerfositm und strictum, Barleria longifolia und vielen Malvaceen hat man 
nur nöthig den Pollen mit concenlrirler Schwefelsäure zti benetzen , und darin 
zwischen zwei Glasplatten zu zerdrücken ; die Exine allein bleibt dann deutlich 
erkennbar übrig, und zeigt in diesem Zustande nicht nur alle ihre Eigenlhüm- 
lichkeiten auf eine Weise, wie man es auf keinem anderen Wege erlangen kann, 
sondern gestattet auch die isolirle Darstellung der Membran und ihres Ueber- 
zuges. Diese beiden Bestandtheile haben mehrere Eigenschaften mit einander 
gemein, die ich hier zuerst anführen will , ehe ich jeden derselben besonders 
beschreibe. 

Concenlrirte Schwefelsäure zerstört weder die Membran noch den Ueber- 
tug der Exine , und sie müssen daher beide eine andere Zusammensetzung als 
die Intine und die gewöhnliche Zellenmembran haben ; unmittelbar nach der 
Einwirkung der Säure wird die Textur des Ueberzuges nndcutlich, nach kurzem 
Liegen aber wird das Bild in der Regel am deutlichsten , und diesen Punkt 
muss man zur l ntersnchung wählen, weil bei längerem Liegen die Deutlichkeit 
durch Anziehen von Wasser aus der Luft wieder abnimmt. Nicht selten nimmt 
die Exine bei dieser Behandlung eine schön purpurrothe Farbe an , wodurch 
die Erkennung ihres Baues sehr erleichtert wird ; je roncentrirter die Säure 
ist, desto heller ist das Roth und jenichr sie ans der Luft Wasser anzieht, 
desto dunkler wird es nach und nach. In der Regel verhalten sich Membran 
und Leberzug gleich, doch kommen Fälle vor, wo erslere durch Schwefelsäure 
purpurrolh, und letztere gelbbraun sich färbt , wie es Beloperone oblongata be- 



52 Fritzsciie 

sonders schön zeigt. Jodlösung färbt sowohl die Membran als den Ueborzug 
intensiv gelbbraun, und ist niclil selten tin gutes Mittel die Natur des letzteren 
deutlicher erkennbar zu machen. 

An der Membran der Exine ist nichts weiteres zu sehen, weshalb ich es 
auch unterlassen habe, sie besonders abzubilden. Sie ist bald von grösserer, 
bald von geringerer Dicke , und zwar nicht nur bei verschiedenen Pflanzen, 
sondern auch zuweilen an verschiedenen, bestimmten Stellen eines Kornes; so 
2. B. ist sie um die in ihr befindlichen üeffnungcn herum bei Lavaicra iriloba 
wulstartig verdickt, wie Fig. 5. Tnf. XIII. es an einem Stücke mit Schwefel- 
säure behandelter und seines Ueberzuges thcilwcise eiilblösster Exine zeigt. 

Sehr verschiedenartig sind die Bekleidungen, mit welchen die Membran 
überzogen ist; sie besleheii entweder in einem körnigen, oder in einem zelli- 
gen Ueberzuge , welche thcils durch die verschiedene Grösse und Verbindung 
der Körner , theils durch die Art der Entstehung der zelligen Textur interes- 
sante Modificationen darbieten, und dadurch noch viel mehr variiren , dass sie 
bald mit Stacheln oder Warzen versehen sind , bald ohne diese vorkommen. 
Von der Beschaffenheit des am häufigsten vorkommenden körnigen Ueberzuges 
der Membran lässt sich am wenigsten mit Sicherheit ausmltteln , da es in den 
meisten Fällen nicht ohne gänzliche Zerstörung gelingt , ihn von der Membran 
zu trennen, und die Kleinheit seiner Theile meistens alle Bemühungen vereitelt; 
es scheint aber ein körniger Ueberzug überall vorhanden zu sein, und aus der 
Art seiner Bildung in einzelnen erkennbaren Fällen können wir wenigstens 
mit Wahrscheinlichkeit auf die weniger deutlichen schliessen. Bei mehreren 
Mahaceen nämlich ist die Membran der Exine gleichförmig mit einer Schicht 
kleiner, cylindrischer, scheinbar solider, aulrecht neben einander stehender Kör- 
pereben dicht bedeckt, welche in ihrer Zusammenfügung ein der gewöhnlichen 
körnigen Textur anderer PoUenartcn ganz ähnliches Ansehen gewähren , und 
also wohl nur als eine höhere Ausbildung desselben zu betrachten sind ; durch 
conccntrirte Schwefelsäure gelingt es , diese Körpercheu abzulösen und Fig. 2. 



Veber den Pollen. 33 

Taf. XIII. sli'llt eiiiiii;c derselben von Lm'okra trimestris , sowie Fig. 3. von 
Laialera triloba mit einem der ihnen aufsitzenden Stacheln dar. Fig. 4. zeigt 
dasselbe bei einem Durchschnitte der Exine , woraus die bedeutende Dicke der 
Membran derselben zu ersehen ist ; Fig. 5. dagegen gicbt ein Bild von einem 
Stücke mit Schwefelsäure behandelter Exine von oben gesehen, bei welchem an 
den, von den kleinen Körperchen befreiten Stellen die Membran freiliegt, und 
sowohl ihre Oeffnungen , als auch die wulstigen Verdickungen um sie herum 
zeigt. Auf eine diese Körperchen verbindende Masse konnte ich nur daraus 
schliessen, dass ich zuweilen beim Ablösen des Ueberzuges von der Membran 
einzebie Körner durch einen hautartigen Streifen mit anderen enlferntstehenden 
noch verbunden sah, wie es Fig. 3. ausdrückt ; offenbar mussten hier die zwi- 
schen iiinen gelagert gewesenen Körner ganz isolirt worden sein , und es ist 
nur noch die Frage, ob die sie oben verbindende Masse auch die Zwischenräume 
welche sie , wie aus der Ansicht von oben hervorgehl , zwischen sich lassen 
ausfüllt? Bei Pentapeles phoenkea scheint diess ausser Zweifel zu sein, indem 
die Ansicht der mit Schwefelsäure behandelten Exine dieser Pflanze von oben 
Fig. 1. Taf. XIII., grössere Zwischenräume zwischen den pallisadenartio-en 
Körnern erkennen lässl, welche bei einem Durchschnilte eines der zusammenge- 
setzten Stacheln, Fig. 6. Taf. XIIT., nicht als Lücken, sondern mit einer heller 
gefärbten Substanz ausgefüllt erscheinen. Slatt dass die Körner des Ueberzuges, 
welche man in diesem, wie in vielen anderen Fällen, bezeichnender mit Palli- 
saden vergleichen müsslc. bei Lavaleva fast ganz von gleicher Höhe sind, fin- 
det bei Pentapeles eine grosse Verschiedenheit ihrer Grösse stall; einzelne, sehr 
grosse, in ihrer Mille verdickte und dort mit einer Höhlung versehene Körner 
sind von allen Seilen mit allmählig kleiner werdenden in unrcgelmässiger 
Stellung umgeben, und durch die so entstehenden Berge und Tiiälrr bekommt 
dieser Pullen auf den erslrn Anblick grosse Aehnlichkeil mit den gewöhnlichen 
stachligen Formen, mit welchen ihn auch Mohl zusammengestellt hat. 

INicht überall aber isl da, wo die Körner in Abständen von einander stehen. 



5^ F R I T Z S C H E 

eine verbindende Substanz in den Zwischenräumen vorhanden ; bei Beloperone 
oblongata nämlich kommt ein körniger Ueberzug vor, welcher, während die un- 
ter ihm liegende Membran bei der Behandlung mit concentrirter Schwefelsäure 
eine schone rothe Farbe annimmt , schmutzig braungelb bleibt , und nun sich 
leicht von der Membran trennen lässt. Fig. 16. Tal". XIII. zeigt ein Slück die- 
ses Ueberzugcs von oben gesehen, und Fig. 17. ein anderes von der Seite ge- 
sehen ; an beiden erkennt man die Abstände der pallisadenähnlichen Körner 
mit Leichtigkeit , und bei Fig. 17. sieht man , dass nur an ihrer Spitze eine 
hautartige Verbindung zwischen ihnen cxistirt, ohne das5 man aber unterschei- 
den kann, ob die Haut nur eine Ausbreitung der Substanz der Körner ist, 
oder ob die Körner als besondere Körper mit ihrer Spitze in eine Verbindungs- 
masse eingesenkt sind. 

Deutlicher tritt ein von den Körnern getrennter hautartiger Ueberzug der 
Körner bei Chrysanthemum carinalum hervor , dessen mit Schwefelsäure behan- 
delten Pollen Fig. 9. Taf. X. darstellt ; die Membran ist hier zunächst wie 
bei den Makaceen mit einer Schicht dicht aneinanderstehender Pallisaden be- 
kleidet , über welchen man aber hier einen ziemlich dicken , haularllgen Ue- 
berzug von gleichförmiger Beschaffenheit deutlich erkennt. Es gelang mir 
weder, diesen von den Körnern, noch die Körner von der Membran zu trennen, 
und ich habe daher auch über die innere Beschaffenheit der Stacheln , über 
welche sich der Ueberzug ebenfalls gleichförmig erstreckt, keinen weiteren Auf- 
schluss erhalten können. 

Zuweilen trilt der Fall ein, dass die Körner nicht die ganze Fläche der 
Membran bedecken , oder dass wenigstens ein Thcil der Körner eine sehr viel 
bedeutendere Grösse erreicht hat, als die übrigen ; diese grösseren Körner sind 
dann regelmässig vertheilt, geben der Membran ein zelliges Ansehen , und sind 
entweder freistehend, oder auch unter einander durch Bänder verbunden. 

Unrcgelmässige Körner in unrcgelmässiger Stellung, welche daher auch 
nicht das Ansehen einer zelligen Textur gewähren, finden sich auf der Membran 



Ueber den Pollen, 35 

der Exine von Plumba^o capensis ; sie sind bald kleiner, bald grösser, wie 
Fig. 1 und 2. Taf. V. es zeigt, haben mich aber sowohl über die Art ihrer 
Bildung, als auch über lliren Zusammenhang mit der Membran In Zweifel ge- 
lassen. 

Der einfachste Fall , wo freistehende grössere Körner in regelmässigen 
Absländen von einander angeordnet sind , kommt bei Jatropha pandurae- 
folia vor ; die Membran der Exine ist sehr zart , und auf ihr befinden sich 
Kreise von warzenähnlichen Körnern, welche man bei genauerer Belrachlun«» 
in einer grossen Regelmässigkeit aufgestellt findet , auf die ich später zurück- 
kommen werde. 

Schwieriger ist es, den Bau des Ueberzugcs der Exine da rlchli"- zu er- 
kennen, wo einzelnstehende Körner durch Bänder verbunden sind, eine Bildun» 
welche ein vollkommen zelliges Ansehen gewährt, wofür sie auch bis jetzt be- 
halten worden ist. liuellia Jormosa gicbl das schönste Beispiel dieses interes- 
santen Baues und Fig. 7. Taf. VII. giebt eine Abbildung davon. Die in 
ziemlich kleinen Abständen von einander in Reihen stehenden Körner sind 
hier an ihrer unteren Hälfte meist kugellormig verdickt und freistehend, an der 
oberen dagegen cylindrisch oder etwas zugespitzt und durch ein Band aneinan- 
der gereiht, so dass sie in ihrer Vereinigung gleichsam ein Netz bilden, wel- 
ches man durch Behandlung mit Schwefelsäure leicht zusammenhängend ablösen 
und von der darunterliegenden Membran gelrennt betrachten kann. In Y\". 12* 
Tal. XIII. sind einige Körner mit dem sie verbindenden Bande noch mehr 
vergrössert abgebildet, und man ersieht zugleich daraus, dass erstcre sich auch 
von letzlerem Irennen lassen , wobei eine der Spitze des Kornes entsprechende 
Höhlung zurückbleibt ; aus diesen Höhlungen glaube ich schliessen zu müssen, 
dass entweder zwei Bänder von beiden Seiten die Körner einschliessen , oder 
dass ein breiteres Band von der Spitze der Körner aus an beiden Seiten her- 
unterläuft , doch war ich wegen der grossen Zartheit des Gegenstandes nicht 
im Stande, etwas Bestimmtes darüber auszumittela. 



56 Fritzsche 

Ganz der eben beschriebenen Form ähnlich ist die Exine von Eranthemum 
slriclum und nert'osum gebildet , obgleich aber hier die Körner höher sind und 
so wie die ganze Exine eine schön purpurrothe Farbe durch concenlrirte Schwe- 
felsäure annehmen , so ist dennoch die Art der V'erelnigung der Körner 
mit den Bändern weniger deutlich zu erkennen ; die cylindrischen , pallisaden- 
artigen Körner , welche einen Cenlralkanal zu enthalten scheinen , nehmen fast 
nur die Ecken der Felder ein, sind, wie es aus der Dai'stellung eines Stückes 
des Uebcrzuges der Exine, Fig. 13. Taf. XIII. erhellt , an ihrer Basis frei- 
stehend und erst oberhalb derselben durch ein Band verbunden , welches die 
Membran der Exine nicht beriihrt , mit den Körnern aber so fest zusammen- 
h'äu'H, dass es eine Masse mit ihnen zu bilden scheint, und mir niemals von 
ihnen zu trennen gelang. Fig. 8. Taf. VII. giebt eine Abbildung des Pollen 
von Eranthemum stricium , aus welcher man ersieht , dass in der Mitte jedes 
Feldes noch eine freistehende Warze (in seltenen Fällen sogar zwei oder drei 
neben einander) befindlich ist , welche in gar keinem Zusammenhange mit den 
Bändern steht ; ausserdem scheint auch auf der übrigen Fläche der Felder 
noch ein sehr zarter körniger Ueberzug vorhanden zu sein, was auch bei Ruellia 
Jormosa und der ihr sehr ähnlichen Ruellia purpurea deutlich erkennbar ist. 

Im Zusammenhange mit dem körnigen Ueberzuge der Membran steht auch 
das Vorkommen von Stacheln auf derselben , welclie entweder der Membran 
unmittelbar oder auch erst dem körnigen Ueberzuge aufsitzen ; es entsteht aber 
hierbei zuerst die Frage , was sind die Stacheln ? und wenn wir sie blos als 
eine höhere oder höchste Enlwickelungsslufe der Körner betrachten, so ist ihr 
verschiedenartiges Auftreten dadurch zwar nicht erklärt , allein es fällt dann 
wenigstens in den Fällen, wo die Stacheln unmittelbar der Membran aufsitzen, 
mit der Entwickelung des körnigen Ueberzuges im Allgemeinen zusammen. 
Es kommt jedoch in der Familie der Mahaceen der sehr interessante Fall vor, 
dass die Stacheln erst jenen pallisadenartigen Körnern aufsitzen, sich von ihnen 
trennen lassen , und gar keinen directen Zusammenlians; mit der Membran der 



Veber den Pollen. 37 

Exine zu haben scheinen ; hahrn wir auch in diesem Falle, wie es wohl un- 
streitig am wahrscheinlichsten ist , die Stacheln für höher entwickelte Körner, 
so müssen wir annehmen, dass hier einzelne Körner von den anderen heraus- 
gedrängt worden sind , und nun , des hemmenden Druckes von den Seilen ent- 
hoben , gleichsam im Zustande der Freiheit , zur vollen Entfallung gelangten. 
Das Ausströmen einer ölarligen Flüssigkeit aus der Mehrzahl der Pollenarten 
bei der Berührung mit Wasser, welches besonders slark bei den mit Stacheln 
versehenen staltfindet , lässt nun aber die Annahme nicht unwahrscheinlich er- 
scheinen, dass Körner und Stacheln Behälter für dieses üel sind , da wir un- 
möglich annehmen können , dass dieses Oel blos der Oberfläche des Pollen 
adhärire ; es gewinnt diese Ansicht dadurch sehr viel an Wahrscheinlichkeit, 
dass ich in verschiedenen Fällen Höhlungen oder Kanäle in grösseren Stacheln 
entdeckt habe, durch welche also die Annahme Mohl's, es seien die Körner 
zellenartige Gebilde und zur Absonderung des Oeles bestimmt, bestätigt wird *). 
Der Uebergang der Körner in Stacheln tritt am einfachsten und deutlich- 
sten bei Ipomaea purpurea hervor, deren Exine dadurch ein zelliges Ansehen 
erhält , dass zusammenhängende Reihen grösserer Körner eckige Felder ein- 
schliessen ; da , wo mehrere Reihen zusammenstossen , befindet sich jederzeit 
ein Stachel, der, wie aus Fig. 11. Taf. XlII. hervorgeht, in seiner unteren 
Hälfte nach der einen Figur einen Kanal zu enhallen scheint, nach der ande- 
ren aber auf mehreren Füssen ruht, und von dem aus sich eine bandförmige 
Verbindungsmasse über die obere Kante der Körnerreihen erstreckt. Aus der 



•) Du bei Her Behandlung des Pollen mil Wasser aus Seinrr Oberfläche hcrausdilngcnde Od 
macht in Tielen Fällen die Texliir des Ueberziiges der Exine Tiel -weniger leicht erkennbar ; 
man kann dasselbe aber auf eine Icichic Weise dadurch entfernen , dass man auf den, auf ei- 
ner Glasplatte befindlichen Pollen einen oder einige Tropfrn Aelher fallen l.i'ssl , welcher d.is 
Oel schnell auflöst und nach seinem Verdampfen den größten Theil dessrlhen am Raiide des 
sich sehr schnell und weit ausbreitenden Tropfens absetzt, worauf man den gereinigten Pollen 
mit einem feinen Instrumente abnehmen und auf eine andere Glasplatte zur Untersuchung 
bringen kann. 



58 Fritzsche 

Abbildung des ganzen PoUcnkornes dieser Pflanze, Flg. 5. Taf. XI. , ersieht 
man , dass die die Stacheln verbindenden Körnerreihen , welche jenen Kanal 
nicht erkennen lassen , in der T^nhe der Stacheln allmählig grösser werden, 
und dass auch auf den durch sie gebildeten Feldern noch ein körniger Ueber- 
zug vorhanden ist. 

Scharf unterschieden vom körnigen IJeberzuge finden sich Stacheln bei 
Astrapaea , deren Pollen durch Fig. 2. Taf, IX. dargeslellt ist ; es scheinen 
diese Stacheln hier eine besondere Beschaffenheit zu haben, die ich aber des- 
halb nicht genauer ermitteln konnte, well ein körniger Ueberzug sich an den 
der Membran wie es scheint unmittelbar aufsitzenden Stacheln hinaufzieht, und 
dadurch ihre untere Hälfte, die mir davon zu trennen nicht gelang, der Be- 
obachtung unzugänglich wird. Da, wo die Stacheln aus dem körnigen Ueber- 
zuge hervorragen, erkannte ich gewöhnlich zwei anders gefärbte Stellen, welche 
anzudeuten schienen, dass die Basis der Stacheln gleichsam aus drei oder vier 
fussarligen Thellen bestehe, und dicht über der Grenze dieser Thcilung zeigte 
sich gewöhnlich noch eine Art von Einschnürung, von welcher an der Durch- 
messer der Stacheln sich verringerte. 

Bei weitem am merkwürdigsten von allen stachelarligen Gebilden aber 
sind die in der Gruppe der Cichoraceen vorkommenden Stacheln, welche in den 
Figuren 1 bis 6. Taf. X. auf Pollenkörnern verschiedener dahingehöriger Pflan- 
zen dargestellt sind ; leider sind auch hier wieder die Kleinheit und die Schwie- 
rigkeit , einzelne dieser Stacheln ohne Zerstörung zu isolircn , Hindernisse an 
der Beseitigung aller Zweifel über den Bau derselben, und wir müssen daher 
von der Zukunft noch mehr Aufklärungen darüber erwarten , als ich jetzt zu 
geben im Stande bin. Es stehen diese Stacheln in regelmässigen , einfachen 
(nicht wie es Mo hl abbildet, in doppelten) Reihen, durch welche regelmässige 
Flächen begrenzt werden, welche den sie besitzenden Pollenkörnern eine kry- 
stallkörperailige Fonn geben ; nur von der Seite kann man diese Stacheirclhen 
mit Erfolg beobachten, und in dieser Lage haben sie ein durch die Reihen 



üeber den Pollen. 59 

der rcripherie in Fig. 3 und 4. am besten ausgedrücktes Ansehen. Nach die- 
sem lu urtheilen besitzen sie einen Centralkanal , mit dessen Annahme aber 
auch die Voraussetzung verbunden ist, dass die zu beiden Seiten desselben sich 
leigendcii Wände ringsherum gehen , und also die Stacheln von oben ein An- 
sehen haben würden, wie es durch die Mitlchcihc bei Fig. 6. dargestellt ist ; 
diese glaube ich auch wirklich so gesehen zu haben , und dass der Bau der 
Stacheln so beschaffen sei , wird durch das interessante Vorkommen einzeln 
stehender Stacheln auf einigen Flachen des Pollen von Scolymus grandißoTus, 
Fig. 5 und 6. Taf, X., noch bestätigt, welche bei der Dctraclilung von ver- 
schiedenen Seiten dasselbe Ansehen haben. Der Centralkanal dieser Stacheln, 
welchen ich in allen Figuren von gleichmässiger Weite dargestellt habe , zeigt 
sich nicht immer so einfach ; zerdinickt man nämlich mit concentrirter Schwe- 
felsäure behandelte Pollenkörner, welche eine schöne Purpurfarbe besitzen , ge- 
waltsam, so erscheint das Innere der Stacheln oft mehr den äusseren UmrL<;sen 
entsprechend, und ich fand so zuweilen verschiedene Zeichnungen, die ich je- 
doch wiederzugeben unterlasse, weil sie leicht auf Täuschungen beruhen, oder 
durch den Druck hervorgebrachte \ erändcrungen sein können. 

Unter den so organisirlen Stachein der Cichoraceen aber findet noch ein 
Zusammenhang statt, und dieser scheint mir durch eine hautartige, wahrschein- 
lich aus Intercellularsubstanz bestehende Masse bewirkt , welche die Membran 
bekleidet , und sich zu beiden Seiten der Stachelreihen an ihnen bis zu der 
unter ihrer Spitze erkennbaren Wellenlinie hinauf erstreckt. Diese Vcrbiii- 
dungsmasse, an der ich keine körnige Textur erkennen konnte, färbt sich, sowie 
die Stacheln und die Membran, durch Schwefelsäure schön roth , doch hat je- 
der dieser The ile seine l)esondere Tvnance , die vielleicht blos auf der verschie- 
denen Dicke beruht, und die hellere Farbe der Verbindungsmasse tritt beson- 
ders zwischen den dunkleren Stacheln recht deutlich hervor. Die verbindende 
Masse ist die Ursache, dass die Sfachelreihen von oben gesehen als breite Bän- 
der erscheinen , und ihre Abwesenheit bringt in Fig. 5. auf den drei oberen 



qQ Fritzsche 

und drei unleren Flächen die helleren runden Stellen hervor , welche nicht in 
einer Verschiedenheit der Textur oder Dicke der Membran ihren Grund haben, 
sondern nur freiliegende Stellen derselben sind ; sie ist es ferner , welche den 
einzelnen, auf den Scitenfeldern dieser Figur vorkommenden Stacheln das regen- 
schirmarti^e Ansehen giebt, und ihre Form im trockenen Zustande erklart , in- 
dem sie den unteren Thcil des Stachels zellartig umgiebt und erst wieder mit 
der Membran sich vereirigl , ehe sie an den Slacheheihen hinaufläuft. Zwi- 
schen der Basis dieser einzelnen Stacheln und der haularligen Masse scheint 
mir ein Zwischenraum vorhanden zu sein, ob dieses aber auch bei den Stachel- 
relhen der Fall sei, konnte ich nicht bestimmen; es gelang mir nur höchst 
selten, die letzteren in einer, einem perpendicular auf das Pollenkorn gehenden 
Queerdurchschnitte entsprechenden Lage zu erhalten , und in dieser habe ich 
sie zwar durch Fig. 10. Taf. XIII. darzustellen mich bemüht, wage es jedoch 
nicht, ihre Richtigkeit zu verbürgen. 

Bis hierher war die, die Grundlage der Exine bildende Membran von 
gleichförmiger Beschaffenheit ; schon die wulstailigen Verdickungen derselben 
um die Oeffnungen bei Laeatera Iriloba aber bildeten den Anfang einer Un- 
gleichförmigkeil, und diese tritt nun in anderen Fallen auf eine evidente Weise 
henor, indem sie der Exine ein zellenartiges Ansehen giebt. Die ausgezeich- 
netste und am leichtesten richtig zu erkennende hierhergehörl|;e Form besitzt 
Cobaea scandens, deren Pollen durch Fig. 6. Taf. XI. dargestellt ist ; es erhe- 
ben sich hier auf der Membran regelmässige , fünf- oder sechseckige Felder 
umschreibende Wände, welche, so wie es Fig. 19. T. XIII. darstellt, durchbrochen 
sind, und das Ansehen von Pfcilerbrücken haben. Es ist keine diese Felder über- 
ziehende Haut vorhanden , was nolhwendig der Fall sein müsslc , wenn , wie 
es Mohl annimmt, jedes Feld eine wirkliche Zelle darstellte ; und da sich die 
Wände nicht ohne Zerreissung von der Membran ablösen lassen , so scheint 
mir Ihre Entstehung nur so zu erklären, dass Anfangs Verdickungen der Membran 
entstanden, welche, nachdem sie bis auf eine gewisse Höhe herausgewachsen 



Ucher den Pollen. ki 

waren, an ihrer Basis Lücken zu hilden anfingen, woraus beim weiteren Fort- 
waclisen bis zur vullcndcten Ausbildung des PoUenkornes jene merkwürdige 
Bildung hervorging. 

Tsiclit weniger ausgezciclinel findet sich dieser Bau in interessanten Modi- 
ficationen bei Armeria vulgaris , Geranium und Pelargonium , wo auf den die 
Pfeiler verbindenden Bogen im ersten Falle kleine Stacheln , im zweiten und 
dritten aber warzenförmige Körper gleichsam wie Bildsäulen stehen ; bei der 
ausführlichen Beschreibung dieser Formen werde ich darauf wieder zurückkom- 
men. Im Allgemeinen scheinen viele von den Fallen , in welchen die Exinc 
ein zeliiges Ansehen hat, auf diese \'S'eisc entstanden zu sein, es ist aber meist 
nicht möglich, dies mit Sicherheil zu erkennen, und nur die Abwesenheit ei- 
ner über die Felder ausgespannten Haut und die Unmöglichkeit der Ablösung 
der Wände von der Membran führte mich zu dieser Ansicht. Da , wo die 
Höhe der Wände nur gering ist, fehlen wahrscheinlich die Lücken an ihrer 
Basis gänzlich , wie z. B. bei Pancratium caribaeum Fig. 1. Tal. \ IIL und 
Lilium candidum Fig. 4. Taf. VIIL; doch scheinen sie auch bei höheren Wän- 
den fehlen zu können, wenn anders Gowphrcna globosa, deren durch Fig. 3. 
und 4. Tat. VL dargestellten Pollen ich so beschaffen glaube, überhaupt dieser 
Bildung angehört. 

Eine Organisation der Art, dass wirkliche Zellen der Membran aufgelagert 
wären, habe ich mit Sicherheil nirgends bei der Exine erkennen können, indem 
auch Marlynia probosciJea, Fig. 3. Taf. IV., und Catalpa syringaefolia, Fig. 4. 
Taf. W ., wo ich eine solche Bildung vermuthete, eine andere Beschaffenheit zu 
haben scheinen ; ich muss daher diesen Punkt als unentschieden betrachten, 
habe aber wenig Holfnung , dass sich eine solche Organisation überhaupt vor- 
finden wird. 

Bei einigen Pflanzen beobachtete ich noch eine besondere Zeichnung des 
Ucberzugcs der Exinc, über deren Zusammenhang mit dem Baue mir jedoch 
nichts iSähercs zu ermitteln gelang ; es hat nämlich der Uebcrzug zuweilen das 

6 



^2 F R I T Z S C II E 

Ansclirn eines Fasergewebes oder Fleclilwerkes, und Fig. 5. Taf. V. stellt diese 
lilldung am Pollen von Metrodorea nigra, Fig. 3. Taf. VII. von Gilia trkolor, 
Fig. 4. Taf. VII. von Polemonium caemleum und Fig. 1 und 2. Taf. VII. von 
CoHomia granchflora dar. Während es mir in allen diesen Fallen nicht ^elan'', 
den Ueberzug von der Membran abzulösen , geschieht dies mit vieler Leichtig- 
keit bei Barleria longifoUa , deren Exine dasselbe Aussehen besitzt , wie aus 
Fig. 8. Taf. \ III. erhellt; es scheint demnach, als könne auch hier eine ähn- 
liche Verschiedenheit zwischen diesen, auf den ersten Anblick sehr ähnlichen 
Bildungen stattfinden , wie sich zwischen Cobaea und Ruellia zeigt. Diese Be- 
schaffenheit ist es ebenfalls, welche ich bei einer Ahlrocmena Ciirles'iana fand, 
die mir vom Herrn Staatsrath Fischer aus seinem Herbario gütigst mitgetheilt 
wurde; IMohl giebt davon eine ganz andere Abbildung, und muss also entwe- 
der eine andere Pflanze gehabt haben, oder seine Zeichnung wäre von der Ka- 
tur sehr Aveit entfernt. 

Ausser diesen Verschiedenheiten der Textur zeigt die Exine dadurch noch 
eine sehr grosse Mannigfaltigkeit, dass ihre Membran in vielen Fällen mit vor- 
gebildeten Üelfnungen versehen ist , deren Zahl und Lage ausserordentlich va- 
riirt. Mohl bestreitet die Existenz wahrer Oeffnnngen gänzlich und behauptet, 
dass die äussere Haut an den, wie Oeffnungen erscheinenden Stellen nur von 
zarterer Beschaffenheit sei , dass aber eine dünne Schicht derselben jederzeit 
diese Stellen überziehe und sie daher nur scheinbare Oeffnungen seien ; als 
Grund für diese Meinung führt er an , dass er in vielen Fällen die äussere 
Haut von der inneren abgelöst und dann die Poren von einer dünnen Haut 
verschlossen gefunden habe. Der Ursache dieser Beobachtung nachforschend 
gelang es mir aber , besondere linsenförmige Körper zu entdecken , welche in 
vielen Fällen zwischen Inline und Exine an den Stellen der Oeffnungen liegen; 
beim Ablösen der Exine fand ich diese Körper zuweilen an ihr hängen blei- 
bend, M'odunh dann die Oeffnungen das von Mohl erwähnte Ansehen bekom- 
men, während, wenn sie auf der Inline sitzen geblieben waren, wirkliche Oelf- 



[Je her den Pollen. 43 

nungcn sich gar niclit vcrkcniira licssoii. übgleicli ich nun nicht zu entschei- 
den im Stande bin, ol) das Vorhandensein dieser Körper, welche ich Zwischen- 
körper nennen werde , und in einem besonderen Kapitel sogleich weitlaufi''er 
abhandeln will, auch in den von Mohl angeführten lallen eine solche Tau- 
schung bewirkte, so kann ich doch mit Siclierheit behaupten, dass es Pilanzen 
giebl, deren E\inc mit wahren Üelfiiungen versehen ist. 

B. Von den Zwischenhürpern. 

Das Vorhandensein besonderer Körper zwischen Inline und Exine liisst 
sich am leichtesten bei Aürapaea nachweisen ; man verfährt dabei am besten 
so, dass man den Pollen auf einer Glasplatte mit Wasser befeuchtet, durch 
eine aufgelegte kleinere viereckige Glasplatte zerdrückt , und durch gelindes 
Hollen die ganze Fovilla möglichst im Wasser zertheilt ; halt man dann die 
Glasplatten etwas geneigt, und lässt von dem höher liegenden Ende der klei- 
neren Platte aus Wasvcr tropfenweise zwischen den beiden Platten vorsieht]«» 
und langsam durchfliessen, so spiihll dieses den grösslen Tlieil der feinzertheil- 
ten FüvIUa fort, und es bleiben die grösseren Stücke der zerrissenen Häute zu- 
rück , welche sich nun leichter und genauer untersuchen lassen. Nach dem 
Hinzufügen von Jodlösung sieht man dann auf der Intinc runde , gelb^efürbtc 
und mit Körnern bedeckte Stellen , deren Ansicht von der Seile man sich da- 
durch verschaffen kann, dass man die kleinere Glasplatte abnimmt und einif^c 
trockene PoUenkörner in die Flüssigkeil wirft , worauf man die Platte wieder 
auflegt ; der Durchmesser dieser Körner, weh he man nicht zerdrücken darf, ver- 
hindert die zu grosse Annäherung der beiden Platten , und es bleibt ein mit 
Wasser ei-fiillter Raum zwisclien ihnen , in welchem man durch vorsichtiges 
Bewegen der oberen Platte unter dem Mikroscope die Bruchstücke der Häute 
in jede beliebige Lage bringen kann. Auf diese Weise gelang es mir, die 
Zwischenkörper isolirt zu erhalten, und auf Taf. XHI. habe ich durch Fig. 23. 
einen solchen von der Seite gesehen, durch Fig. 22. dagegen von oben gesehen 

6* 



^l-i 



Fritzsche 



dargestellt ; es ergiebt sich daraus , dass sie im isoliitrn Zustande die Form 
einer planconvexen Linse haben , deren der Exine zugekelirle Planfläclie dicht 
mit Körnern besetzt ist, welche denen, den Ueberzug der Exine bildenden ähn- 
lich und wahrscheinlich mit ihnen gleichzeitig gebildet sind. Da aber der 
Bildung des körnigen Ueberzuges nothwendig die Bildung der Membran, wel- 
cher er aufgelagert ist, vorangehen mussle, so giebt die Ablagerung eines Tliei- 
les der Körner auf den unter der Membran liegenden Zwischenkörpern einen 
weiteren Beweis für das Vorhandensein wirklicher Oclfnungen. Die Grösse 
dieser Zwischenkörper ist gar nicht unbedeutend , und man kann sie im Ver- 
hältnisse zum ganzen Pollcnkorne aus der Abbildung desselben ersehen, wo sie, 
wie dies bei der Behandlung mit Wasser oft der Fall ist , durch die Exine 
durchscheinen, und durch ihre hellere Farbe von den nur mit Fovilla erfüllten 
Thellen sich unterscheiden , wie Fig. 2. Taf. IX. es darstellt ; noch schöner 
sieht man sie aber in dieser Lage , wenn man durch vorsichtigen Druck das 
Pollenkorn so seines Inhaltes entleert hat , dass die Hülle die Kugelge>tall bei- 
behalten hat. 

Das Vorhandensein von Körnern auf der Aussenfläche der Zwischenkörper 
fiindet bei anderen Pflanzen entweder gar nicht statt, oder es ist blos ein kreis- 
förmiger Ring von Körnern vorhanden ; der letztere Fall kommt bei Ritellia 
formosa vor, deren ganze, entleerte Intine mit den drei, den Oeffiiungen ent- 
sprechenden Zwischenkörpern Fig. 32. Taf. XIII. darstellt. Ohne alle Körner 
sind die Zwischenkörper bei den Malvaceen, und zwar bei denjenigen, deren 
Exine nur wenige in einem Kreise stehende Oeffnungen besitzt, denen von j4i- 
trapaca sonst gleichgebildet, wie z. B. bei Sida AbuiUon Fig. 4 Tat. IX. Bei 
denjenigen Mahacccn, welche eine grössere Anzahl gleichmässig auf der ganzen 
Oberfläche vertheiltcr Oeffnungen besitzen, ist es schwieriger, diese Organe zu 
isoliren, doch haben sie auch dort den allgemeinen Character, dass sie eine viel 
grössere Ausdehnung besitzen, als die Oeffnung ; nur einmal gelang es mir, sie 
Lei Hiliscus palustris deutlich zu sehen, und Fig. 24. Taf. XiH. stellt ein Stück 



lieber den Pollen. 45 

Inline mit einigen Zwischenkörpern davon dar, welche jedoch in sehr plattge- 
dnicLlem Zustande sich befinden, und gewöhnlich wahrscheinlich einen geringe- 
ren Umfani^ einnehmen. 

Höchst interessant ist das Vorkommen der Zwischenkörper bei Alcca rosea, 
deren Exine sehr viele kleine Oeffnungen besitzt, welche die weissen Stellen in 
Fig. 6. Taf. IX. anzeigen ; beim Zerdrücken dieses rollen in Wasser gelingt es 
nicht selten, die sehr fest zusammenhängende entleerte Hülle umzustülpen, und 
dann sieht man, dass die ganze innere Flüche derselben mit dicht nebeneinan- 
derstehenden, kugelförmigen Körpern gleichsam austapeziert ist, welche nichts 
anderes als die in Einsackungen der Inline liegenden Zwischenkörper sind. Ob- 
gleich die Exine von grosser Dicke ist , wie der Durclischnilt derselben in 
Fig. 31. Taf. XIII. zeigt, so kann man dennoch zuweilen die Zwischenkörper 
durchscheinen sehen , wie es dieselbe Figur beweist ; gelingt es sie von der 
Exine zu trennen , wobei ich sie jedoch stets noch mit der Inline zusammen- 
hängend erhielt, so erkennt man an ihnen bei der Ansicht von der Seite eine 
kleine Spitze, welche in die trichterförmige untere Erweiterung der OefTnung 
hineinragt. Fig. 50. Taf. XIII. stellt zwei solche nebeneinanderliegende Zwi- 
schenkörper auf der Intine sitzend und durch sie zusammenhängend von der 
Seite gesehen dar. 

Sehr leicht und schön erkennt man das Vorhandenseyn der Zwischenkör- 
per bei Campanula Medium , wenn man den Pollen zuerst mit Aelher behan- 
delt und dann mit Wasser befeuchtet; die kugelige Exine ist sehr dünn, und 
lässt schon im unversehrten Zustande an jeder ihrer drei bis vier Oeffnungen 
einen, im Verhältnisse zu dem kleinen Pollenkorne sehr grossen Zwischenkörper, 
welcher denen der Mah'aceen sehr ähnlich ist, durchscheinen, so dass man hier 
das Zerdrücken der Körner gar nicht nölhig hat. 

Zwischenkörper finden sich ferner bei Cucurbita Pepo, wo ihnen Mirbel, 
wie aus einer .-leiner Abbildungen*) hervorgeht, bereits auf der Spur Avar, ohne 

•) Rechrrches sur le Mirchantia pol^morpha par M. Mirbel pl. X. Fig. 'J9. 



^6 F R I T Z S C H F. 

jedoch ihr Vorhandcnseyn zu ahnen; sie sind hier weil elastischer, verändern 
ihre Form nach der verschiedenen Behandlungsart des Pollen weit mehr als in 
anderen Fällen, und regten die Idee bei mir an, ob sie nicht für verkümmerte 
rollcnkörner zu hallen scyen, eine Hypothese, welche dadurch an ^VaIlrschein- 
lichkeit gewinnt, dass sich diese Körper in anderen Fällen der Form eines ein- 
fachen Pollenkornes weil mehr nähern. Sehr interessant ist in dieser Eezie- 
hun" der Bau der Zwischenkörper von Geranium, welche bei Fig. 9. Taf. VII. 
aus den drei Ocffnungen des PoUenkorncs hervorragen ; es sind hier zwei be- 
stimmt verschiedene Theile an ihnen zu unterscheiden , eine zarte , ungefärbte 
Haut, welche als geschlossene Blase der Inline aufzusitzen scheint, und ein kör- 
nif^er Inhalt, der wenigstens seinem grösslcn Theile nach Amylum sein muss, 
da er durch Jod, wie es in der Abbildung dargestellt ist, eine intensivblaue 
Farbe annimmt. Die ihn umhüllende Haut scheint hier auch mit dem Bande 
der Oeffnung der Exine verwachsen zu scyn, denn es gelang mir nicht, sie ohne 
Zerrcissun" davon zu trennen , und dasselbe scheint bei Pclargoniurn statt zu 
finden, wo die Zwischenkörper aber eine weniger bestimmte Form haben, und 
mehr unregelmässigen, erhärteten Schleimklümpchen gleichen. Wenn aber schon 
bei diesen beiden Formen die Zwischenkörper aus den Oeffnungen herauszura- 
een anfangen , so findet dies auf eine noch viel ausgezeichnetere Weise bei 
Oxyanthus speciosus statt ; diese Pflanze besitzt, wie Fig. 5. Taf. VII. es zeigt, 
einen der gewöhnlichen Form der Ericeen ganz ähnlichen Pollen , aus dessen 
Oeffnungen, jedoch hier ziemlich grosse kugelige oder längUche Warzen hervor- 
ragen, welche nicht so, wie die Warzen von Greci/ka z. B., mit Fovilla erfüllt, 
sondern entweder von solider Beschaffenheil erscheinen, oder auch einen undeut- 
lich körnigen Inhalt erkennen lassen , der aber in gar keinem Zusammenhange 
mit der Fovilla steht. Diese Warzen lassen sich leicht vom Korne trennen, 
allein ihre Basis zeigt dann deutliche Spuren der Zerreissung , so dass sie mit 
den Häuten verwachsen zu seyn scheinen, und zwar mit der Inline, weil es, 
wie Fig. 29. Taf. XIII. darstellt, zuweilen gelingt, sie im Zusammenhange mit 



Ueber den Pollen. VI 

(lieser von der Exiiie zu trennen ; ich habe in dieser Figur alle drei Warzen 
als aus einer Ilaul und einem körnigen Inhalte bestehende Blasen abgebildet, 
weil ich bei abgerissenen Blasen zuweilen nur eine leere Uaut erkannte , und 
mir daher die dargestellte BeschafTeuhoit die richtige zu seyn scheint. 

An diese Fälle, wo nur ein Zwisclienkörper an einer üeffnung vorhanden 
war schllesst sicli ein sehr interessantes Beispiel von dem Vorkommen zweier 
überelnandergciagcrter Zwisclienkörper an. Bei Scabiosa pubesccns fand Ich un- 
ter jeder OelTnung zwei solclicr Körper , weiche gleichsam incinandcrgesteckt 
zu sein scheinen , sicIi aber von einander trennen lassen und dann als zwei 
Individuen sich erweisen. Fig. 25. Taf. XIII. zeigt sie, aus getrocknetem Pollen 
von Scabiosa pubescens dargestellt, nur noch wenig mit einander zusammenhän- 
gend, und in Fig. 13. Taf. VI. hatte ich schon lange vor ihrer Entdeckung 
ihre Lage und Ausdehnung bei dem in Oelc liegenden Pollenkorne von Scabiosa 
clegans gezeichnet. Nur der äusserste dieser Körper Ist mit einem Piinge von 
Körnern versehen , welche der Oeffnung entsprechen und wahrscheinlich eben 
$.0, wie bei Astrapaea, eine von aus^en eingedrungene Ablagerung sind ; denn 
obgleich die Üeffnungen hier mit einem nicht zu verkennenden Deckel ver- 
schlossen sind, so ist doch der Deckel kleiner als die Oeffnung, und Fiaum ge- 
nug vorhanden, um das Eindringen so kleiner Körner zu erlauben. 

Nicht aber blos wo Oeffnungen vorhanden sind , können Zwischenköi-per 
vorkommen, sondern auch einige Formen ohne Oeffnungen besitzen deren , und 
zwar scheinen sie bei diesen gerade am höchsten entwickelt zu sein. Die Gat- 
tungen Pinus und Larix besitzen diese interessante Bildung , welche dadurch 
noch compllclrter wird, dass bei Ihnen noch eine Exintine vorhanden ist. La- 
rix europaea zeigt sie ara schönsten, und um hier die Organisation schnell und 
richtig zu erkennen, verfährt man am besten so , dass man mehrere Pollenkör- 
ner zwischen zwei Glasplatten durch einen gelinden Druck zerdrüczt ; einige 
derselben wenigstens wird man dann in dem durch Fig. 14. Taf. III. darge- 
stellten Zustande fmden^ und in diesem lassen sich schon alle einzehien 



4S Fritzsciie 

Theile unterscheiden. Tnlcr der in Flg. 13. Taf. III. besonders abgebildeten 
Exine liegt die in Fig. 12. zuausserst befindliche Exintine, und diese schliessl 
einen körnigen , sich durch Jod gclbfarbenden , linsenförmigen Köi-per ein, 
den ich für ein Analogen der Zwischenkörper halte. In Fig. 13. Taf. III. 
sieht man nun , dass unter diesem einen sich in einer Einsackung der In- 
line , welche sich durch eine schwach blauliche Färbung sehr deutlich Aon 
der Exintine unterscheidet , noch ein zweiter , mehr kugeliger Körper von 
übrigens gleicher Beschaffenheit befindet, und aus Flg. 15. Taf. III., wel- 
che die beiden inneren Häute nach der Behandlung mit schwacher Säure dar- 
stellt, ergiebt sich, dass beide sich isoliren lassen, und dass der unlere mit ei- 
ner hautarligcn Hülle umgeben ist, welche dem oberen entweder fehlt, oder von 
so zarler Beschaffenheit ist, dass schwache Säure schon hinreicht, sie zu zer- 
stören. Es findet aber hier noch der sehr merkwürdige Fall stall, dass inner- 
halb der Inline noch eine geschlossene, mit Fovilla erfüllte Blase sich befindet, 
welche an der , von dem unteren Zwischenkörper hervorgebrachten Einsackung 
der Inline aufgehängt ist , und genau die Mitte des Kornes in einer grossen 
Ausdehnurig einnimmt : eine Bildung , welche ich bei keiner anderen Pflanze 
zu beobachten Gelegenheit halte. In Fig. 14. Taf. 111. ist diese Blase beim 
Zerdrücken verschont und unverletzt geblieben, und so lässt sie sich am besten 
erkennen ; in Fig. 15. dagegen ist auch sie ihres Inhaltes entleert , und dann 
tritt die Art ihrer Befestigung , welche auf einer ziemlich grossen Fläche der 
Einsackung statt findet, deutlicher hervor. Da diese Haut sich vollkommen in- 
nerhalb der Inline befindet, so könnte man sie deshalb gewisser massen als eine 
vierte Pollenhaut betrachten ; da sie jedoch fast auf ihrer ganzen Fläche von 
Fovilla umgeben ist , und nur an einer verhältnissmässig kleinen Stelle mit der 
Inline zusammenhängt, halte ich es für richtiger, die ganze Blase als eine beson- 
dere, den übrigen Hauten fremde Bildung anzusehen. 

Weniger deutlich und bei wellem schwieriger zu erkennen ist der, dem 
vorhergehenden ähnliche innere Bau des Pollen von Finus. Schon im trockenen 



L'cl.cr den Pollen. ^49 

und unvcrsclulen Zuslaiidü hciiurkt niaii, wenn man Hin in irgend einem fliicli- 
ligen Oele li('j;eii(l lielnrlitet, in den durch 1 ig. 8 und 9, Taf. 111. (lari;eslelllen 
Lagen einen (hiiiklen Slndi und eine unlcr ihm befmdliche, nach Innen gcrieh- 
lele Aultieihung der Inline; löst man die Exine ab, und sucht dann das übri- 
gens uiiverlelzte Korn, besonders von getrocknetem Pollen, wieder in jene La-^e 
zu bringen, so erliiill man ! ig. 10., weiche zeigt, dass hier ebenfalls zwei 
Zwischenkörper wie bei Lar'tx vorliaiulen sind, der iiusscre zwar nur durch eine 
dunkle Linie angedeutet, und der innere, wie es scheint, nicht so wie bei La- 
rix zu isoiiren , aber dennoch unverkennbar jenen analog gebildet. ISur die 
Cenlralbla.se scheint giin/ücli zu leiden, übrigens aber ist so wie bei Larix, die 
Exintlne vorhanden , und wie dort sind die Zwischenkörper von oben gesehen 
kreisförmig, wie es Fig. 11. Taf. IH. zeigt. 

Das ^ orkommen der Zwischenkörper im Allgemeinen scheint sehr aus-^e- 
brcllet zu seyn, und \ielleicht giebl es keine Oelfnung in der Exine ohne sie; 
es ist dies aber allerdings nur- eine Vermuthung, welche sich ausser den genann- 
ten, genauer beschriebenen Fällen auf wenige, obcrfl.ächlicliere Untersuchungen 
stützt. Bei Cobaca siandcits. Fig. 6. Taf. XL, und Ipomaea piirpurea, Fi". 5. 
Taf. X]., habe ich mich mit ziemlicher Sicherheit von dem Yorhandenseyn der 
Zwi.schenkörper überzeugt, und der sonderbaren Beschaffenheit der Lmf^ebun^en 
der Otffnungen bei Ntriiim, Fig. G. Tuf. XII., scheint mir eine gleiche Ursache 
zum Grunde zu liegen. Ferner schliesse ich aus der Art, wie bei Corylus bei 
der Einwirkung von Siiure auf den Pollen das Durchbrechen der Intine statt 
findet, und aus der schon früher gegebenen Zeichnung (Beiträge Taf. L Fig. 6.), 
dass sowohl bei dieser Pilanze, als auch bei Almis und Biiu!a Zwi^cheiiköri)er 
vorhanden sind ; es verspricht daher eine weitere Aufsuchung dieser Körper in- 
teressante Resultate, umi es ist zu wünschen, dass recht viele Beobachter sieh 
damit beschäftigen möchten. 

D.cs sind die Resultate meiner Beobaclilungen über den Bau des Pollen 
im Allgeme.neii, wobei es der ^ ersländigung wegen nöthig war, schon vielfach 

1 



50 F R I T Z S C II E 

ins Spcclelle einzn2;<'lion ; ich werde jedoch bei der Aufzalilung der Formen des 
Pollen, welche Ich jelzl in einer möglichst geordneten Keihenlülge beschreiben 
will, noch manches nacliznholen haben, dabei aber das liier gesagte nicht wie- 
derholen, sondirn nur auf die belreflenden Stellen in diesem Abschnitte verweisen. 



II A B S C H N I T T 



Ton (Jen Formen des Pollen. 

Da sich aus den bisherigen Untersuchungen genugsam ergeben hat , dass 
weder über die Verlhcilung der Formen des Pollrn in den natürlichen Fami- 
lien ein Gesetz existirt, noch auch der Bau des Pollen immer im Verhältnisse 
zu der nledei-en oder höheren Stufe steht, welche Avir den Pflanzen im natür- 
lichen Systeme angewiesen haben, so kann bei der Aulzahlung der Formen des 
Pollen keine Rücksicht auf ein System der Botanik genommen werden. Um 
aber diese so mannigfachen Formen übersichtlicli zusammenzustellen, fangt man 
bei der Beschreibung am besten mit den einfachsten derselben an , und sucht 
daran immer die zuniichststehenden zusammengesetzteren, als die höher entwik- 
kelten, anzureihen, so dass man also gleichsam ein natürliches System des Pol- 
len zu erhallen sucht, in welches später aufzufindende neue Formen leicht 
emgeschaltet werden können. Es wird hier natürlich , eben so wie bei der 
Aufstellung eines Pflanzensystems, oft die Frage seyn, welche Form vor der an- 
deren etwas in Hinsicht auf höhere Ausbildung voraus hat , und da man sich 
darüber erst verständigen muss , so können die ersten Versuche nur mangelhaft 
ausfallen. Jedenfalls darf man die Zusammengeselztheit weder im strengsten 
Sinne, noch in allen Beziehungen als den Maasslab für die liöhere Stufe der 



Vt'ber den Pollen. 51 

Ausbildung betrachten, denn die zusammengesetzten Pollcnmassen der OichiJeen 
und Asclepiadeen stellen unstreitig auf einer niederen Stufe als das nach allen 
Richtungen als freies Organ sicli darstellende Pollenkorn, und ich theile daher 
den Pollen zuerst in Pollcnmassen urul Pollonkörncr. 

A. Von den Pollemmassen. 

TSicht überall wo mehrere zusammenhängende Pollenkörner vorkommen, darf 
man diese Verwachsungen mit dem ]Samcn Pollenmassen belegen, sondern man 
muss alle diejenigen Fälle den Pollenkörnern zuzählen, in welchen die verwach- 
senen Körner von allen Seiten freiliegend und nirgends weder angeheftet, noch 
von gemeinschaftlichen Hüllen umschlossen sind. Nach einer solchen Trennung 
bleibt dieser Abtheiluiig ausser den Pollenmassen der Orchideen und Asclepia- 
deen bis jetzt nur ein Fall angehörig, welchen die Gattung Inga darbietet. 

Ueber die Pollenmassen der Orchideen und Asclepiadeen habe ich nur eine 
kleine Reihe von Untersuchungen angestellt, war aber dabei so glücklich, meh- 
rere neue, sehr merkwürdige Bildungen bei erstcren namentlich aufzufinden ; im 
Regrifle, dieser Abhandlung die sie darstellenden Zeichnungen einzuverleiben, 
gingen sie mir aber durch einen unglücklichen Zufall zu einer Zeit verloren, 
in welcher es mir unmöglich war, sie sogleich durch neue zu ersetzen, und da 
ich nun hier nur eine Beschreibung ohne Abbildungen geben könnte, dies aber 
schon in meiner Dissertation in gedrängter Kürze gelhan habe, so unterlasse ich 
hier eine Wiederholung des Speciellen, und führe nur einiges Allgemeinere on. 

Die einzelnen Körner aus denen die Pollcnmassen der Orchideen bestehen, 
besitzen nur eine H:iut , also die Inline, und aus ihr bilden sich bei der Be- 
fruchtung Schläuche, welche ganz das Ansehen und die do[)pelten Umrisse der 
gewöhnlichen Pollenschläuche besitzen. Die Vereinigung der Körner, ist bei 
Orchis, \i\v Brongniart zuerst zeigte, sehr merkwürdig, indem eine grosse 
Hauptmasse au^ vielen kleineren, getrennten und durch elastische Fiidcn lose zu- 
sammetihängeiulen, secunJärrn Massen besteht, die sich durch gelinden Druck in 



52 Fritz s c ii e 

je zu vicrt-n fest milcinantler vcrwaclisene Körner trennen lassen. Die Faden, 
durch welclie die secundarcn Massen zusainmcnliängen, sind keine Röhren (lubes), 
wie sie Brongniarl nennt, und dringen auch keineswegcs in diese Massen ein, 
was nach seiner Abbildung*) der Fall wäre ; es sind diese Fiiden vielmelir 
Verästelungen des gemeinschafllichcn Sliclchens, welche gleichsam ein ISelz von 
y.äher, klebriger Besciiaffenlieit bilden, an dessen INlaschen die secundären Mas- 
sen nur angeklebt sind, ohne dass, wie es llrongniarls Ai)bildung (a. a. O. 
A. Fig. 2.) darstellt, ein besonderer Arm zu jeder derselben führt. Vielleicht 
stellt dieses Stielchcn , an dem ich eine obwohl sehr undeutliche zcllige oder 
körnige Textur erkannt zu haben glaube, mit seinen Fiiden die fehlende Exine 
oder wenigstens den Ucberzug der Exine vor, den man sich hier von den Pollenkör- 
nern eben so gesondert vorstellen könnte, wie die Ablagerung des Amylums im 
Pullen von Anjas major gelrennt von den übrigen Bcslandthcilcn der Fovilla 
statt gefunden hat : eine Hypothese, über deren Ziilässigkeit wir vielleicht nach 
genauerem Studium der Intercellularsubstanz zu entscheiden im Stande seyn 
werden. 

Van den Püllcnmassen der Epiclendreen Avill ich hier nur ihre äussere Be- 
kleidung erwähnen, welche aus getrennten, nach innen ofiVnen, scliachtelförmigcn, 
also gleichsam halben Zellen besteht , deren Substanz ganz die Cliaraclere der 
Exine besitzt , so dass es scheint als habe nur der feste Zusammenhang der 
Pollenkörner ein gleichförmiges Ueberzichen der einzelnen Körner mit dieser 
Substanz verhindert. In der That finden sich auch bei Epulendrnm elongntiim 
und Callanthe i^eralrifolia schon freie, sterile, geschlossene Körner, welche eben so 
wie die sterilen Körner anderer Pflanzen, nur allein die Exine erkennen lassen ; 
sobald übrigens in der Familie der Orchideen freiliegende Körner statt der zu- 
sammenhängenden Massen als Normalzustand vorkommen, wie z. B. bei Ophrys 
oi'ala, ist auch sogleich eine vollkommene Exine vorhanden. 



*) Annalcs des scictices naiurcllo T. XXIV. |il. 5. B. Fiy. 1. 



Ueber den Pollen. 53 

Die Pollcnköiiicr in den rollenmasscn vun Asclepias Lcsilzcn ausser der 
Inline und Exine, •welche letzlere zuerst von K. Brown, und bald darauf, unab- 
hängig von Brown's I5oobachlung, welche ersl im Ilcrbsle 1833 bei einem Zusam- 
mentreffen mit dem berühmlen englischen Botaniker zu meiner Kenntniss gelangle, 
auch von mir enldecktund beschrieben wurde, meinen neueren Unlersuchungen zu- 
folge noch eine Exintine, von welcher ich bei den mit Schlauchen versehenen Kör- 
nern nach ihrem Herausziehen aus der Exine die Inline zuweilen noch umgeben fand; 
iheilä dieser Exintine wegen, iheils aber weil E. Brown's Abbildungen der Exine 
und Intine mit ihrem Schlauche*) gewiss vielen Botanikern nicht zugänglich ist 
gebe auch ich hier Zeichnungen davon. Fig. 16. Taf. XII. stellt die bei der 
Scblauchbildung durchl)rochene Exine von A'xlepias syriaca nach ihrem Ab- 
streifen von den inneren Hauten in durch Jod gefärbtem Zustande dar , und 
Fig. 15. Taf. XII. giebl em treues Bild der Inline mit dem aus ihr geblldolen 
Schlauche, welcher durchaus der von Gleichen gegebenen Abbildung gleicht, 
der die Pollenschläuche unstreitig zuerst richtig dargestellt hat , obgleich man 
ihm mit Horkel**) deshalb die Ehre der Entdeckung nicht zuschreiben darf, 
weil er sowohl ihre Bildung als Bedeutung verkannte ; bis an die Basis dieses 
Schlauches sieht man die Intine noch mit einer viel zarteren Haut, der Exintine, 
umgeben, welche, so \-iel ich beobachten konnte, sich nicht über den Schlauch 
erstn-ckt, und demnach bei der Bildung desselben mit der Exine durchbrochen 
wird, mit welcher zugleich sie auch bei vielen Körnern abgestreift wird, und 
daher nicht an allen im Zustande von Fig. 15. befindlichen gesehen werden 
kann. Der von mir abgebildete Schlauch zeigt iheils die grosse Dicke der ihn 
bildenden Haut, thcils kann man in ihm auf eine schöne Weise das Dasein des 
Oeles erkennen ; durch Jodlösung hat sich der Schleim intensiv braun gefärbt, 



"») Transacllon» o f t li c Linnean Society A ol. \W, 1833. piig. (.86. 
^*) Historische Einleitung !ii die Lehre von den t ollenschläiichcn yom IVoressor Ilorltcl. Auszug 

aus einer am l^ten August 1836 in der Königlichen Acideniie der Wlssensctaften lu Berlin ge- 

hjillcncn ^orlesung. pag. 7. 



5^ Fritzsciie 

das Tropfen von vcrscliiedencr Grösse bildende üel aber ist farblos geblieben, 
und ist deshalb besonders gut zu erkennen, weil das Korn und der Schlauch 
schon den grössten Theil ihres Inhaltes in das Stigma übergeführt haben. 

Aus anderen Pflanzen ist uns bis jetzt nur noch ein Beispiel von Polien- 
massen bekannt; die Gattung Inga der Mimoseen nämlich besitzt, wie Kunlh 
zuerst beschrieb und darslellle, in jedem Anlherenfache vier Pollenmassen, de- 
ren jede aus acht verwachsenen, in einer Ebene liegenden Körnern besteht, und 
mit einem elastischen, wie es mir schien aus formlosem Schleime bestehenden 
Stielcben an der Antherenwand befestigt ist. Fig. 14. Taf. VI. stellt diese in- 
teressante Form von der frischen Pflanze genommen dar, wie ich sie gezeichnet 
hatte, ehe Mohl's Abbildung davon erschienen war ; da ich nachher keine Gele- 
genheit halte, die Pflanze nochmals zu bekommen, so war ich nicht im Stande 
zu untersuchen, warum ich das Stielchen anders als Mohl gesehen halte. Im 
Uebrigen besitzt jedes der einzelnen Körner Intine und Exine und in der letz- 
teren sechs bis acht, oder wie es aus Mohl's Abbildung hervorgeht, sogar bis 
zehn Oeffnungen. 

B. YON DEN POLLEiSKÖR?iERN. 

Die natürlichste Einthellung der Pollenkörner ist nach der Zahl der Ihre 
Hülle bildenden Häute , und darnach zerfallen sie in Pollenkörncr mit einer, 
zwei, drei und vier Häuten. 

I. P O L L F. N K ö R N E R MIT EINER H A t T. 

Wenige Pflanzen nur sind es, welche bei freiliegenden Pollenkörncrn nur 
eine einfache Pullenbaut besitzen, und es scheint dieses \orkommen nur auf 
diejenigen Pflanzen beschränkt zu seyn , welche ganz unter der Oberfläche des 
Wassers blühen. Mohl hat gar keine hierhcrgehörlgen Formen beschrieben, 
sondern unter der Rubrick : „Pollenkörner mit einfacher Haut" die der Aidepiadeen 
angeführt, von deren doppelten Häuten ersieh bei der Wiederholung der Beob- 



Ueber den Pollen. 55 

acliluni;cn Iv. Brown's noch nidil vollkomincn iibpizcugrn konnte. Es cnlliält 
aber diese Abllipiluiii:; ausser den -wenig ausgezeichnelen Formen von CauUnia 
fragilis und Zannichellia peJuncuIala, wo eine, dem Inhalte des gowöhnh'chen 
Pollen sehr ähnliche Fovilla von einer gleichinrmigen , kugeligen oder wenig 
ovalen Inline umschlossen ist, noch zwei sehr interessante Formen, die sich hei 
Zostera und Najas major finden. Zoslera bietet die höchst merkwürdige Aus- 
nahme dar, dass ihr Pollen schon im natürlichen Zustande so lange, fadenför- 
mige, einfache, mit körniger Fovilla dichtcrfüllte Schläuche bildet, wie sie an- 
dere Pollenarien erst bei der Befruchtung entwickeln. Fig. 1. laf 111. stellt 
den ganzen Inhalt eines Faches der Anthere von Zoslera marina dar , und 
zeigt, dass die Fäden gerade die Länge der Anthere besitzen, welche zu bcslim- 
men , eben so wie die Dicke der Fäden zu messen ich leider versäumt habe ; 
die Fäden liegen dicht neben einander, sind aber im reifen Zustande schon da- 
durch leicht von einander zu trennen, dass man sie in Wasser legt, wobei sie 
sich jedoch ihrer grossen Zartheit wegen sehr leicht in einander verschlingen 
und verwirren. Bei rächtet man einzelne Fäden unter starken Vergrösserungen, 
so erkennt man , dass jeder Faden nur eine Zelle ausmacht , welche nirgends 
abgetheilt ist und von einer zarten, die Characlcre der Intine besitzenden Haut 
gebildet ist; selten nur fand ich eine Verästelung eines Fadens, wie sie Fig. 4. 
Taf. HI. darstellt, welche aber dann nichts abweichendes von der Verästelung 
anderer Pollenschläuche darbot. Den Inhalt der Fäden, welche im natürlichen 
Zustande eine hellgelbe, unter dem Mikrosrope fast verschwindende Farbe besit- 
zen , bildet eine körnige , durch Jod eine gelbe Färbung annehmende Masse, 
worin ich kein Amylum entdecken konnte ; sie sind mit dieser Masse so dicht 
erfüllt, wie Fig. 2. Taf. III. es zeigt, und springen in diesem Zustande ganz 
auf ähnliclic Art auf, wie andere Pollcnkörner in Wasser es lliuen. Es (mdet 
dieses Aufspringen entweder ganz an einem Ende des Fadens statt , und dann 
sah ich keine 1 ormveränderung dabei eintreten, oder es geschieht in einiger 
Entfernung vom Ende , wobei ich eine in Fig. 2. Taf. III. ausgedrückte 



56 F li I T z s c II E 

Anscliwclluii"- des Fadens vorhcrgelien sah, an welclier dann das Zerrcissen der 
Uaul erfolgte. Die Haut selbst ist so zart und fein, dass ich an ihr nie dop- 
pelte Umi-isse erkennen konnte, welche ich bei den Pollenschlauchen fast immer 
mit vieler Leichtigkeit sah. Unter den vielen, mit Körncrmasse dicht erfüllten 
Fäden fand ich stets wenige, in denen ein grosser Theil der Körner durch eine 
far!)lose Fliissii^keil ersetzt waren, und welche ein durch Fig. o. Taf. III. dar- 
i^estelltcs Ansehen halten ; in diesen hcobachtote ich auf eine sehr schöne Weise 
eine Circulation der Flüssigkell, welche durch die Bewegung der Körnchen sich 
bemerkbar machte. Ganz in der Art, wie es in den jungen Wurzelfasern der 
Choren stall findet, bewegten sich die Körnchen an den entgegengesetzten Wan- 
den des Schlauches in entgegengesetzter Richtung fort, und nachdem sie an der 
einen Wand die ganze Länge des Fadens durchlaufen halten, begaben sie sich 
in der Spitze des Fadens an die gegenüberliegende Wand, um an ihr zum an- 
deren Ende des Fadens sich zurückzubegeben und dann wahrscheinlich ihren 
Kreislauf von neuem zu beginnen. Fig. 5. Taf. III. stellt ein Stück eines in 
Circulation begriffenen Fadens von einer Pflanze dar, welche seit 17 Tagen aus 
dem Meere genommen und durch die Güte des Herrn Professor !Nolte, dem ich 
hier nochmals meinen Dank auszudrücken nicht unterlassen kann, mir in feuch- 
tem Moose von Kiel nach Berlin geschickt worden war. Es ist dies nun zAvar 
der einzige Fall von einer Circulation in Pollenschläuchen überhaupt , den ich 
bis jetzt zu sehen so glücklich war, allein er scheint mir geeigneter als andere, 
einiges Licht auf dieses interessante Phänomen zu werfen, und es sei mir daher 
<rlaubt, meine Ideen darüber dieser Ueobachtung anzuschliessen. 

Ueberall, wo ich Pollenschläuche auf dem frischen Stigma beobachtete, die 
also doch wohl unstreitig in der Ausübung ihrer Funktion begriffen Avaren, 
fand ich sie mit Körnermasse eben so dicht erfüllt, als Fig. 2. Taf. III. es von 
Zoslera darstellt ; selbst bei Porliilacca , welche Jmici Gelegenheit zur Ent- 
deckung der Circulation gab, war die Fovilla im Pollenkorne sowohl als im Schlau- 
che von einer solchen Consistenz, dass sie durchaus nicht als eine Hüssigkcit zu 



Veher den Pollen. 57 

betrachten war, und also gar niclit einmal ilic Miigluhkeil einer Circulalion in 
dem mit Fovilla erliilllen Schlauche gegeben war. leh heubnclilele vlelmelir 
eben bei Poilulucca ein slossweises Forlrücken dieser gelatinösen Masse, welche 
nicht immer die ganze Lange des Schlauches gleichm'dssig erfüllte, sondern zu- 
weilen durch leere Stellen des Schlauches unterbrochen wurde ; eben so war ein 
Theil des Kornes leer, und die darin noch übrig gebliebene Fovilla halle sich 
zusammenhängend nach der Stelle hingezogen, an welcher der Schlauch entsprang. 
\Veil entfernt, das von jimici beobachtete Factum der Circulalion laugnen 
zu wollen , kann ich aber nach diesen Bcobachlungen der Meinung nichl bei- 
stimmen , dass die Circulalion eine zur Befruchtung gehörige Lcbensäusserung 
der Pflanze sei ; sie scheint mir vielmehr cme secundare Erscheuiung zu sein, 
welche an der Befruchtung gar keinen Thed hat, und der circulirende Schlauch 
von Zos/era giebl dieser Ansicht eine bedeutende Stütze. Hier war keine Wir- 
kung des Stigmas im Spiele , sondern es halte der Schlauch im Wasser den 
grösslen Theil seines Inhaltes entleert, und an dessen Stelle war eine Flüssig- 
keit getreten, die unstreitig nichts als vermöge der Permeabilität der Membran 
eingedrungenes Wasser war : nun mussten aber durch die auflösende oder we- 
nigstens auflockernde Einwirkung des Wassers auf die mit zunickgebliebencr 
Fovilla bedeckten Wände Strömungen entstehen, und diese betrachte ich als die 
Ursache der Circulalion. Die Bedingungen bei den in das Stigma eingesenkten 
Pollenschläuchen sind dieselben wie bei den in Wasser liegenden von Zoslera; 
aus dem zur Zeit der Befruchtung von Saft strotzenden Stigma saugt sich der 
entleerte Schlauch nach obiger Ansicht voll Flüssigkeit , und die Wechselwir- 
kung derselben und der zurückgebliebenen Fovilla bringt nun ein Phänomen 
hervor , welches denselben Anblick als das bei Chara gewährt , das ich aber 
nur gleichsam als eine Auslaugung des Schlauches betrachten kann , während es 
bei Chara ufistreitig eine Lebensäusserung der Pflanze ist. Aus dem vorur- 
theilsfreien Streben , verschiedenartige Erfahrungen und Facta mit einander in 
Einklang zu bringen, ist diese Ansicht hervorgegangen ; es wird ihr an Wider- 

6 



Ö8 Fritzsciie 

sachern nicht fehlen , möchten diese aber wenigstens dadurch angereiht werden, 
den Kreis unserer Erfahrungen darüber zu erweitern. 

Achnlicher der gewöhnlichen Form des Pollen, aber ausgezeichnet durch 
merkwürdige Abweichungen in der Fovilla isl der Pollen von Najas major, wel- 
chen Fig. 5. Taf. III. in durch Jodlösung gefärbtem Zustande darstellt. Eine ein- 
fache , eiförmige Haut mit allen Characleren der Intine umgitbt hier zunächst 
einen farblosen, durch Jod sich nicht verändernden Schleim , in welchem eine 
Menge Körner unregehnässig zerstreut liegen, die sicli dadurch, dass Judiösung 
ihnen augenblicklich eine sciiön blaue Färbung erlliellt , sogleich als Amylum 
characterisiren. ^ on diesem, den grössten Tlieil des Inhaltes ausmachenden Ge- 
menge umschlossen , befindet sich noch ein kleiner Kern , welcher sich durcli 
seine geringere Durchsichtigkeit und fuvillaartige Trübimg zu erkennen giebt ; 
er scheint keinen bestimmten Platz zu haben, und ich fand ihn fast immer an 
irgend einer Stelle ausserhalb des Mittelpunktes des Kornes. Er hat eine kör- 
nige Beschaffcnlieit, und erhält durch Jod eine dunklere Färbung, doch gelanw 
es mir nicht , mit Sicherheit die Isatur seiner Bestandtheile auszumiltcln ; da 
aber in der ihn umgebenden Masse keine Spur von Oeltröpfchen zu erkennen 
ist, und diese einen durchaus wesentlichen Bestandlheil der Fovilla auszumachen 
scheinen , so kann man mit vieler Wahrscheinlichkeit annehmen , dass jener 
Kern die Oeltröpfchen mit dem, allem Pollen eigenthümlichen, durch Jod sich 
bräunenden Schleime gemengt enthalte. Der ungefärbte gelatinöse Schleim, in 
welcliem die Amylumkörner bei Anjas major liegen, ist auch bei Caulinia und 
ZannicheUia vorhanden, den Kern dagegen iand ich bei ihnen nicht ; es schien 
mir aber, als sei bei ihnen eine dem Kerne ganz älmlirhe IMasse als Flocken mit 
den Amylumkörnern in dem ungefärbten Schleime vertheüt, und es halle dem- 
nach , wenn diese Beobachtung , die ich jetzt nur aus der Erinnerung nieder- 
schreibe , sich bestätigt , Najas major nur die Concentral ion dieser Masse auf 
einer Stelle voraus. Den ungefärbten Schleim fand ich weder in dem Pollen 
der über der Oberfläche des Wassers blühenden Wasserpflanzen, noch in dem 



Ueber den Pollen. 59 

der LanJpflaiucn wieder : vielleiclil ist er aber bei diesen nur auf" eine geringe 
Men^e zurückj^cdrani^l, und dann wäre es nielit unwahrscheinlich, dass er übrig- 
gebliebenes Material von lier lÜldunu; der Inline darstellte, bestimmt, zur Bil- 
dung der Schläuche verwendet zu werden. 

11 P O I. 1. F. N K ü R N E 11 MIT ZWEI H A U T F. X. 

ßei weitem die Mehrzahl aller bekannten Formen des Pollen besitzt, un- 
seren jetzigen Untersuchungen zufolge , eine aus zwei Häuten , der Inline und 
Exuie bestehende Hülle ; an der Inline habe ich bis jetzt nur in zwei Fällen, 
bei Carex und Ncrium nämlich, EigcnthümlithLcilen erkannt, und die Fovilla hat 
uns noch keine \ erschiedcnheiten bei verschiedenen Formen dieser Abtheüung 
gezeigt , die Exme dagegen bietet durch ihre Form und Structur die grössle 
Mannigfaltigkeit dar, und auf dieser allein beruhen die vielen interessanten For- 
men dieser Abtheilung. Sie zerfallen zuerst in zwei grosse Gruppen, welche 
sich durch das Vorhanden>cin oder die Abwesenheit von vorgebildeten Oeffnun- 
gen in der Exine characterisircn. In beiden derselben werde ich von mehreren 
Formen Verwachsungen mehrerer Körner, deren Zahl sich bis auf 16 belaufen 
kann, zu beschreiben haben ; es dürfen diese, wie ich schon erwähnt habe, als 
vollkommen freiliegende Gebilde durchaus nicht mit den Pollenmassen verwech- 
selt werden, eben so wenig aber darf man sie in eine eigene Abiheilung zu- 
samraensltUen, da nur der mehr oder weniger innige, zuweilen leicht aufzuhe- 
bende Zusammenhang ihrer Exinen sie von anderen , bei anderen Pflanzen in 
einzelnen Körnern vorkommenden formen unlerscheidcl, und ich werde sie da- 
her immer bei den ihnen entsprechenden einzelnen Körnern abhandeln. 

A. Pollettk'nrner ohne Oefjnungen. 

Die Fveihe der hierhergehörigen zahlreichen Formen eröffne ich mit dem 
Jnleressantcn und seiner Gestalt nach fast ganz isolirt stehenden Pollen von 
Ruppia maritima, dessen Mitlheilung ich der Gefälligkeit des Herrn Professor 

8* 



GO Fritzsche 

Nolle verdanke; Fig. 4. Taf. XII. sltlll ihn von der Seite gesehen in Was- 
ser liegend dar. Ein schlauchartiges, in einem slumpfen Winkel in der Mitte 
knieförralg gebogenes Korn ist mit einer Exine versehen , die auf den ersten 
Anblick schon eine zellige Textur erkennen liisst ; an den beiden Enden sowohl 
als auch an dem durch die Biegung hervorgebrachten Kniee ist die zellige Textur 
bei weitem schwieriger zu erkennen, obgleich sie auch wirklich vorhanden ist, 
an dem übrigen Tiieile des Kornes aber erscheint sie bei sehr starker \ ergrös- 
serung so, wie es in der Figur ausgedrückt ist. Man erkennt d;inn an den, die 
unregelmlissigen Felder bildenden Wanden doppelte Umrisse , und da , wo die 
Wände zusammenstossen, zeigt eine kleine kreisförmige Erhabenheit das Vor- 
handensein einer hervorragenden Warze an; da es niclil gelingt, die an der 
Peripherie des Kornes als warzenförmige Erhöhungen erscheinenden Wände von 
der Membran abzulösen, glaube ich schliessen zu müssen, dass die zellige Tex- 
tur hier durch Verdickungen der Membran selbst entstanden ist, und also eine 
niedere Stufe der bei Cobaea so schön vollendeten Ausbildung darstellt. Be- 
trachtet man den Pollen von oben, so sieht man, dass an den drei, durch die Un- 
dcutlichkeit der Textur ausgezeichneten Stellen sich kugelige, nach den Seiten 
gehende Aufircibungen befinden, und in dieser Lage zeigt er die durch Fig. ö. 
Taf. XII. im Umrisse dargestellte Form. 

Bei dem Pollen von Ruppia namentlich fand ich oft Körner mit einem, 
vom gewöhnlichen wesentlich verschiedenen Inhalte ; während die Mehrzahl der- 
selben eine Fovilla von gewöhnlicher Beschaffenheit bcsassen, waren andere in 
derselben Anthere befindliche fast nur mit ziemlich grossen Amylumkörnern 
dicht erfüllt , und es scheinen demnach besondere , wahrscheinlich locale Um- 
stände bei der Ausbildung des Pollen Einflnss auf die Verhältnisse zwischen 
den Mengen der BestanJtheile in der Fovilla äussern zu können. 

Zunächst folgt nun eine bei den Monocolyledonen sehr verbreitete Form, 
welche ein Ellipsoid darstellt, dessen Exine an einer in der Richtung der Län- 
genachse des Kornes liegenden Stelle von ihrem Ueberzu^'C enlblösst ist, und 



üeber den Pollen. Gl 

eine dieser Stelle entsprechende Längonfalte besitzt. Die so gebildeten Körner 
haben, so lange sie noch in der geschlossenen Anlhere liegen, eine symmetrische 
Form ohne alle Fallen und Einbiegungen , und man kann sie auch in diesem 
Zustande beobachten, wenn man sie aus der geschlossenen Anthere schnell un- 
ter Oel bringt , worin die Bildung der Falte viel langsamer erfolgt ; sobald 
aber ein solcher Pollen mit der Luft in Beriihrung kommt, entzieht ihm diese 
den grössten Theil seiner wassrigen Feuchtigkeit, und indem dabei das Volumen 
der Fovilla bedeutend verringert wird, zieht sie an der, wegen des mangelnden 
Ueberzuges der E\ine biegsameren Stelle beide Ilaute mit sicli nach Innen hinein, 
so dass eine dieser Stelle entsprechende Längenfalte entsteht. Die Stelle selbst 
wird nun dadurch unsichtbar, dass sich ihre, durch den Ueberzug festeren Rän- 
der einander nähern und entweder flach aneinander legen, oder auch iibereinan- 
dcrsthlagcn, wie ich es schon früher bei Amaryllis abgebildet habe ; da dieser 
trockene Zustand aber die ihn veranlassende Struktur gerade verdeckt und schon 
genugsam abgebildet ist, so beschränke ich mich hier blos auf zwei Abbildun- 
gen des mit Wasser befeuchteten Pollen, welcher seine in der Anlhere gehabte 
Form wieder angenommen hat. In Fig. 4. Taf. VIII. ist ein Pollenkorn von 
Lilium candidum von der die Falte bildenden Seite gesehen dargestellt ; die 
zeliige Textur ist aus auf der Membran sich erhebenden Wanden gebildet, 
welche , indem sie ohne alle Regelmässigkeit zusammen laufen , unregelmässige 
Felder umschreiben , die nach der enlblössten Stelle hin immer an Grösse ab- 
nehmen , bis sie um diese unmittelbar herum kaum noch zu erkennen sind. 
Dass, wie Mohl auch von dieser Pflanze angiebt , die Felder nur an den 
Polen des Ellipsoids kleiner werden, habe ich nicht bestätigt gefunden. Bei der 
Behandlung dieses Pollen mit concentrirter Schwefelsäure schien es mir, als seien 
die Wände auf ähnliche Weise beschaffen wie bei Colaea ; bei dem in Ocl 
liegenden Pollen aber scheinen sie aus Körnerreihen zu bestehen, und obgleich 
dies letztere Ansehen dadun li sich erklärt , dass auch bei Cohaea die Pfeiler 
durch die Bogen durchscheinen , so wage ich dennoch hier niclis weiteres mit 



62 Fritzsche 

Gewisshcit über die Art des Baues lu entscheiden, als dass es keinenfalls der 
Membran nufgelagorle Zellen sind, welche die Felder bilden. Diesen Ueberzug 
zusammenhängend abzulösen gelingt auf keine Weise ; nur einzelne Stücken des- 
selben lassen sieb zuweilen durch gewaltsames Zerdrücken von der durch Schwe- 
felsäure aufgelockerten Exine trennen, ohne aber weiteren Aufschluss zu geben. 

Viel ausgezeichneter ist bei gleicher Form der Bau der Exine beim Pollen 
von Pancratium, welchen Fig. 1. Taf. Till, darstellt ; ausser der zelligen Tex- 
tur, welche den grösslen Theil der Membran be\:leidet, und deren Wände und 
Felder noch viel unrcgelmässiger als bei Lilium sind, befindet sich hier an jedem 
Pole des Ellipsoids , wie IMohl schon erwähnt aber nicht abgebildet hat, ein 
kreisförmiges Stück der Membran mit einem wahren körnigen Ueberzuge be- 
deckt. An der Peripherie des Kornes lässt dieser körnige Ueberzug zwei über- 
einandergelagerte Schichten erkennen, welche entweder wirkliche doppelte Kör- 
nerschichten sind, oder durch Einschnürungen, oder, was mir am wahrschein- 
lichsten ist, auf eine der Bildung bei Gaanium ähnliche Weise entstanden sind, 
worüber mir jedoch die Kleinheit und Zartheit des Gegenstandes nichts gewisses 
auszumitteln erlaubte. In den die zellige Textur bildenden W^änden erkannte 
ich nicht seilen hellere und dunklere Stellen , und bei der Behandlung mit 
Schwefelsäure schienen mir diese viel deutlicher in einer ähnlichen Organisation 
der Wände begründet, wie bei Cobaea ; wenn es mir zuweilen gelang, einzelne 
Stellen der Membran von diesen Wänden zu enlblössen , fand ich die Stelle, 
wo sie gesessen hatten, entweder durch schwach erhabene Leisten oder durch, in 
unregelmässigcn Entfernungen von einander stehende Körner bezeichnet, welche 
aber eine viel geringere Breite hatten , als die von ihnen geti'agenen , bei Pan^ 
cratiiini caribaeum sogar kugelig aufgetriebenen Wände. 

Von zusammengewachsenen Körnern dieser Form sind mir drei Beispiele 
vorgekommen. Bei Lilium candiclum fand ich die meisten Körner zu zweien 
mit dem Rücken, d. h. der der Falte entgegengesetzten Seile zusammenhängend, 
durch geringeren Druck aber gelang es , sie von einander zu trennen , und ich 



Ueber den Pollen. G3 

erkannte dann, dass an der ziemlich grossen Vereinigungsstelle die Felder der 
lelli^en Textur viel kleiner waren, als bei den einzelnen Körnern auf der ent- 
sprechenden Stelle. Aehnlich ist eine zweite Art der Verwachsung von vier 
Körnern, welche bei Phyllidrum lanuginosum als normaler Zustand vorkommt; 
als gewöhnlichste Art der Vereinigung fand ich die durch Fig. 8. Taf. IV 
darTestellle, in welcher vier Körner in gleicher Richtung mit dem Rücken zu- 
sammenslüssen, und eine Lücke in der Mitte zwischen sich lassen, doch hatten 
nicht selten auch nur zwei gegenüberliegende Körner eine gleiche Richtung und 
die beiden anderen eine entgegengesetzte. Der Ueberzug der Exine hat hier 
ein zelliges Ansehen, doch bin ich des Baues von BaseUa wegen mehr geneigt, 
alle so erscheinenden Formen desselben aus nebeneinanderstehenden Körnern 
gebildet zu betrachten, als sie einem anderen der gerannten Falle zuzuzahlen, 
wornach sie aber allerdings, wenn man die Körner überhaupt für unentwickelte 
Zellen gelten lässt, einen zelligen Ueberzug besitzen. 

Bei Anona fripelala, Fig. 7. Taf. IV., dem drillen Falle, sind bei gleicher 
Beschaffenheit der Textur vier Körner mit der Bauchseite zusammengewachsen, 
und in der Anthere bilden diese Körner dadurch, dass sie mit ihren Spitzen 
lose zusammenhängen , lange Reihen , die ihren Zusammenhang zuweilen noch 
nach dem Herausnehmen aus der Antliere behalten. 

Seltener als eine Falle finden sich zwei symmcirische , gegenüberliegende 
Falten, welche ihre Enlslchung derselben BeschafTcnheit der Exine, wie bei 
einer Falte, verdanken ; ein sehr ausgezeichnetes Beispiel davon bietet Tigridia 
Pat'onia dar, und auf Taf. XI. Fig. 1. habe ich eine Abbildung des interes- 
santen Pollen dieser Pflanze gegeben. Die Exine desselben zeichnet sich durch 
eine grosszellige Textur aus, welcher ich durchaus die von Cobaea beschriebene 
Entstehung zuschreibe ; das in der Figur von oben gesehene Pollenkorn ist in 
Wasser liegend dargestellt, und zeigt die Unregelmässigkeit der, von den durch- 
brochenen Wänden gebildeten Felder, in deren Mitte sich noch dunkle Körner 
in gi'össcrer oder geringerer Zahl und ungeregelter Anordnung befinden. Die 



64 Fritzsciie 

von dorn Ueberzuge entblösslen Stellen zeigten mir eine dreifache Haut, und ich 
glaube das Vorhandensein einer Exintine mit ziemlicher Sicherheit wahrgenommen 
zu haben ; die in der noch mit Fovilla erfüllt dargcstelllen linken Seite des 
Kornes befindliche Einsackung sowohl, als auch der in der entleerten rechten 
Seite entstandene Riss scheinen mir dies deutlich darzutiiun. Es gehörte dem- 
nach diese Form eigentlich zu der Abtheilung mit drei Hauten , ich habe sie 
aber deshalb nicht dorthin gestellt , weil es mir sehr wahrscheinlich ist , dass 
noch bei vielen anderen Pflanzen eine Exintine nachgewiesen werden wird, und 
werde in jener Abtheilung nur die Coniferen allein abhandeln. 

Sehr verbreitet ist das Vorkommen dreier symmetrischer Längenfurchen, 
wovon ich als Beispiel den Pollen von Plumhago capensis abgebildet habe. 
Fig. 1. Tai. V. stellt ein Korn dieses Pollen im trockenen Zustande von der 
Seite gesellen in einer solchen Lage dar, dass man zwei der durch die Falten 
gebildeten Furchen sieht, wornach die dritte gerade in die Mitte der entgegen- 
gesetzten Seite des Kornes zu liegen kommt ; die Exine zeigt an den der Be- 
rührung mit der Luft ausgesetzten Flächen einen gelben Ueberzug, auf welchem 
sich in unregelmässigen Entfernungen unregelmässige Warzen erheben , welche 
aber nicht nur einzelne höher entwickelte Körner zu sein , sondern eine com- 
plicirtere Bildung zu haben scheinen. Fig. 2. Taf. V. stellt die Exine dieses 
Pollen nach der Entleerung der Fovilla durch die Behandlung mit Wasser von 
oben gesehen dar ; in der Pvichtung der Falten sind in diesem Zustande drei, 
vorher in denselben verborgen gewesene , bandartige Streifen sichtbar , welche 
ungefähr die Mitte der enlblösstcn Stelle der Membran einnehmen, in der Falte 
ihrer ganzen Länge nach herunterlaufen , und sich von der Membran ablösen 
lassen , über deren Bedeutung und Substanz ich aber nichts weiteres zu sagen 
im Stande bin. 

In meinen Beiträgen habe ich fälschlicher Weise allen Formen mit drei 
Furchen auch Oeffnungen darin zuReschrieben , diese Annahme ist aber von 
Mo hl berichtigt worden, welcher gezeigt hat, dass in vielen Fällen drei Furchen 



i'eher den Pollen. 65 

ohne Oennungeii vorkt)inmcn ; ausser den Crucijeren, deren ganzer Familie diese 
Form elgenlliiimlicli 7.u sein scheint, gehören nach Mohl eine grosse Reihe von 
Fällen aus anderen Familien dahin , wahrscheinlich aber werden sich unter 
diesen noch bei manchen Oeffnungen auffinden lassen , denn es ist oft sehr 
schwer, sich von ihrem \ orhandensein zu überzeugen. 

Weniger verbreitet finden wir die kugeligen Formen, die in ihrem einlach- 
slen Auflrelcn nichts ausgezeichnetes darbieten : als Beispiel der einfachsten 
Form kann der Pollen von Slrelilzia dienen , deren Exine eine gleichförmige 
Textur besitzt, und einen gleichförmigen, zarten , körnigen Uebcrzug erkennen 
lässt. Die Inline ist hier von besonderer Dicke, ein Fall der bei Musa, Canna 
und mehreren anderen hierhergehörigen Pflanzen ebenfalls vorkommt, und mich 
dann veranlasste, eine Exinline zu vermulhcn, was jedoch nach dem Umstülpen 
der Inline als auf einer Täuschung beruhend sich ertrab. 



aber ohne Regelmässigkeit hinsichtlich ihrer gegenseitigen Stellung besitzt die 
Gattung Canna., deren Exinc von besonderer Zartheit ist, und durch eine ver- 
dünnte Säure , ebenso wie die Inline , ausserordentlich aufijuilll. Eine grosse 
Regelmässigkeit in der Stellung von Warzen auf der kugeligen Exine findet sich 
dagegen bei Jalropha panduraejolia , deren Pollen Flg. G. Taf. VII. darstellt ; 
sechs Warzen sind hier immer so gestellt, dass sie den Ecken eines regelmäs- 
sigen Sechseckes entsprechen , und dadurch der Exinc auf den ersten Anblick 
fast ein zelliges Ansehen geben. Dadurch entstehen aber , wenn man ^Yarzen 
nebeneinanderstehender Sechsecke combinirt, noch andere, regelmässig über die 
ganze Fläche verlheilte Zeichnungen ; nimmt man nämlich drei nebeneinander- 
liegende Warzen eines Sechseckes, und combinirt damit die der mittleren zunächsl- 
liegende \^ arzc eines anderen Sechseckes , so entsteht daraus ein durch drei 
Warzen gebildetes Dreieck, in dessen Mitte genau die vierte Warze steht, und 
nimmt man dazu noch zwei, irgend einer Ecke des Dreieckes zunächst liegende 

9 



G6 FniTzsciiE 

War/.en , so hat man ein durcli vier Warzen bezeichnetes liini^llches Viereck, 
in dessen Mille zwei Warzen symmelrisch und slcls regelmässig stehen. 

Marlynia proboscidea sehliessl sich in sofern an die vorhergehende Form 
an, als der Ueberzug der Exine ebenfalls sechseckige Felder bildet, welche aber 
hier aus nebeneinanderstehenden Körnern entstanden zu sein scheinen ; Fig. 3. 
Taf. IV. stellt ein Pollenkorn dieser Pflanze dar. Denselben Bau zeigt aucli 
Calalpa syringarjoliaf wo vier solche Körner, wie sie Marlynia einzeln besitzt, 
telraederarlig zusammengewachsen sind, Fig. 4. Taf. IV.; zwischen den Feldern 
beider Formen scheint die INIombran der Exine frei zu liegen, doch findet hier 
noch keine Arliculalion statt, weshalb sich auch die Felder niciit regelmässig von 
einander trennen, wie es bei anderen, zunäch.vlfüigenden Formen der Fall ist. 

Articulationen der Exine, woduich sie in mehrere regelmässige, leicht trenn- 
bare Stücke zerfällt , scheinen mir eine höhere Bildung zu sein , und deshalb 
erwähne ich hier erst einer elliptischen Form, welche mit einer, durch die Pole 
des EllI[)soIds rund um das Korn herumgehenden Furche versehen ist, nach wel- 
cher sich die Exine bei der Behandlung mit schwacher Saure in zwei kahnförmige 
Hälften theilt. Der Pu'.Ien von Sowcrbaca juncea besitzt diese Form, welche ich 
abzubilden unterlassen habe , da sie nichts ausgezcichnelcs weiter darl)ittct. 

Unter den kugeligen Formen mit Articulationen ist die von Thunhergia 
interessant , bei welcher die Exine aus einem oder zwei um <!as Korn gewun- 
denen Bändern besteht ; diese Bänder sind etwas gewölbt , und ihre Vereini- 
gungsstellen bilden daher Furchen , nach welchen sie sich leicht von einander 
trennen lassen. Bei Tliunlergia alala sind die Bänder glatt, wie Fig. 1. Taf. IV. 
zeigt, welche ein in Oel liegendes Pollenkorn darstellt , an ihm man den Ver- 
lauf des hier einzigen Bandes verfoli^en kann, da auch die Windungen der ent- 
gegengesetzten Seite durchscheinen; TJninbrrgia fragrnns*) dagegen, Hg. 2. 



*) Molil bildet den Pollen von T. fnif^rnns glüll üb, ich fand Ihn jedocli ans dem Liesigen bolaniscbcn 
Garten sowohl, als aus den IIcrluTrlin der Ileiini I)r. C. A. Meyer liierselbsl und L)r. Lucae 
in Berlin, deren GefälligLcil ich die Millheiliing desselben Tcrdaulie, siels mit Warzen versehen. 



Ueber den Pollen. 67 

Taf. IV. besitzt auf den Bändern In regelin;i.ssii,'en Enlfemungen noch grosse 
Warzen, welche sich, eben so wie die ganze Exine, durch Schwefelsaure schön 
purpurroth färben. In diesem Zustande erhielt ich von einzelnen Warzen die 
durch Fig. 14 und 15. Taf. XIII. dargestellten Formen, deren eine die Ansicht 
von oben, und (!ie andere von der Seite giebt ; es geht daraus hervor, dass die 
Warzen auch nach innen eine Ilcrvorragung bilden, dass sie einen Cenlralcanal 
besitzen und dass sich der kornige Uiberzug des Dandes auch über sie ausdehnt. 

Eine ganz ahnliche Bildung besitzen mehrere Species von Berberis, nament- 
lich B. asiatica Roxi, und B. crataegina Dcc, wahrscheinlich auch D. Agui- 
joliurn, deren Fig. 22. Taf. 11. meiner Beiträge gegebene Abbildung wahrschein- 
lich unrichtig ist ; ein B;\ntl mit olt nur einer Windung und etwas ausgebrei- 
teten Enden bildet die Exine, ist aber weniger leicht zu erkennen und weniger 
zierlich. Es finden sich aber wirkliche Beispiele einer solchen Form, wie die 
citirle Abbildung , wo nämlich die Exine aus mehreren tellerförmigen , articu- 
lirten , leicht und regelmässig trennbaren Stücken besteht ; Corydalis cucullaria 
hat 8 bis 9 solcher Stücken und eben so Fumana spicata und Corydalis cau- 
casica Dec. 

Anstalt dass die articulirten tcllerrörmigen Stücken in den obengenannten 
Fällen die ganze Exine bilden, finden sich auch Formen, wo ausser ihnen noch 
ein Skelett der Exine gleichsam vcjihanden ist, welches Oeffnungen besitzt, denen 
jene runden Stücken als Deckel aufsitzen ; bei ConimeUna coelestis kommt diese 
Bildung am einfuchsten vor, indem sie nur einen solchen Deckel besitzt, der 
durch eine Furche begrenzt ist, und sich durch eine dunkler grlbe Farbe von 
dem übrigen Tlieile der Exine auszeichnet. Behandelt man den Pollen dieser 
Pflanze, welchen Fig. 5. Taf. W . im trockenen Zustande von der Seite gesehen 
darstellt , mit venlünnler Säure , so löst der Deckel sich ab , und es entsteht 
zugleich unter ihm ein Biss in der Inline, aus welchem die coagulirle Fovilla 
hervordringt : Fig. 6. Taf. IV. zeigt ein Pollenkorn in diesem Zustande, wel- 
cher auf eine si hone Weise das sonderbare Verhalten der IIüllc zeigt, durch 

9* 



68 Fritzsche 

den Reiz der Säure die Fovilla gänzlich auszuslossen , ganz ähnlich wie anch 
auf dem Sligma die ganze Masse der Fovilla sich nach der mit dem Schlauche 
versehenen Stelle des Kornes hin und durch diesen herausdrängt. 

Mehrere solche Deckel kommen in verschiedener Zahl und mit mannigfachen 
Variationen bei der Gattung Passißora vor, deren Pollen zu den zierlichsten 
Formen dieses Organes überiiaupt gehört. Zwei Deckel, durch ein kreisförmiges 
Band verbunden*) fand ich bei Passißora ßlamentusa, die jedoch eben so oft 
noch einen dritten Deckel besass ; drei Deckel kommen aber regelmässig bei 
P. caerulea, Princeps, stipulala, pannosa, alata, scrratijolia , serrula, Tacsonia 
pinnatisüpula u. a. vor, und sind dann durch drei, in zwei gegenüberliegenden 
Punkten zusammenlaufende Bänder zu einer kugelförmigen Haut verbunden. 
Fig. 11. Taf. IV. stellt ein solches Pollcnkorn von einer unbestimmten Species 
dar, dessen Exine, eben so wie die aller anderen genannten Species, eine zellige 
Textur besitzt, welche durch auf der Membran sich erhebende Wände gebildet 
ist : die von den durch dunkleres Colorit sich auszeichnenden W^änden begrenz- 
ten Felder Hessen hier auffallender als in anderen Fällen noch eine besondere 
Zeichnung wahrnclimon, welche mir bei einer gewissen Beleuchtung wieder aus 
kleinen Feldern zu bestehen schien , so wie ich es auch abgebildet habe , ich 
glaube dies jedoch jetzt richtiger erkannt zu haben , und halte die dunkleren 
Stellen für einzelne mehr entwickelte Körner des über die Felder sich erstrek- 
kenden , körnigen Ueberzuges. Leber die Beschaffenheit der Wände gab mir 
P . stipulala näheren Aufschluss , wovon Fig. 12. Taf. IV. einen der Deckel 
darstellt ; es geht daraus mit vieler Deutlichkeit hervor , dass die Basis der 
Wände aus getrennten Pfeilern besteht, welche jedoch höchstwahrscheinlich nur 
sehr geringe Zwischenräume zwischen sich lassen , dass sie aber sowohl ober- 
halb noch verwachsen sind, als auch einen festen Zusammenhang mit der Mem- 
bran haben, aus welcher ich sie wie bei Cobaea entstanden betrachte. 



») Hierher ist auch die Form »nn Sympitaea Lotus zn zählen, siehe Mohl Tab. I. Fig. 20. 



Ueber den rollen. 69 

Vier Deckel kommen bei Tassißora hermesina vor , wie ich schon früher 
abgebildet habe, und seclis Deckel besitzt P. incarnala wie es Fig. 10. Taf. IV. 
zeigt; jeder dieser Deckel, welche sich sowohl durch Behandlung mit Wasser, 
als auch mit vcrdiinnler Säure leicht und vollständig ablösen, ist von einer, durch 
den Mangel des [ cberzuges der Exine entstehenden Furche umgeben, in welcher 
auch der körnige Ileberzug der Felder zu fehlen scheint. 

Eine interessante Form des sogenannten Skelettes der Exine zeigt Passißora 
suberosa , Fig. 9. Taf. IV.; sechs kleine Deckel, von denen in der Figur drei 
um einen Pol herumliegende zu sehen sind, sind so gegeneinander gestellt, dass 
bei einer Ansicht des Kornes von der Seite immer zwei über einander liegen, 
oder dass bei der Ansicht von oben die drei unteren von den drei oberen ge- 
deckt werden. Jedes der sie zur Kugel verbindenden Bänder ist noch in drei 
Theile gel heilt, welc' e zuweilen noch zusammenhängen, unter sich ungleich sind, 
und oft auch bei den verschiedenen Bändern desselben Kornes so verschieden 
geformt sind, wie es die Abbildung zeigt. 

Interessante ^ ariatlonen entstehen aus Fig. 11. Taf. W. dadurch, dass die 
Deckel sich auf verschiedene Weise regelmässig zertheilen , und der einfachste 
Fall davon kommt bei Passißora minima vor, wo jeder der drei Deckel in der 
Richtung der sie verbindenden Bänder sich in drei bandartige Streifen theilt, 
wie es durch Fig. 14. Taf. IV. ausgedrückt ist. Die zellige Textur , welche, 
wie Fig. 9, 15 und 16. Taf. IV. es zeigen, sehr variiren kann, besteht hier 
aus viel kleineren Feldern , deren Wände aber immer noch doppelte Umrisse 
erkennen lassen, und es haben daher wahrscheinlich alle Passifloren die Struc- 
tur des Ueberzuges der Exine mit Passiflora slipulata gemein. 

Viel coniplicirler ist die Thcilung der Deckel bei Passiflora rubra und 
P. Vespertilio, welche beiden Formen, da sie nur wenig von einander abweichen, 
ich durch Fig. 13. Taf. IV. in einem Korne vereinigt dargestellt habe. Die 
beiden oberen Deckel gehören P. rubra an, und sie bestehen aus je sieben ein- 
zelnen Streifen ; drei dieser Streifen sind breiter, und entsprechen denen von 



70 Fritzsche 

P. minima, es Hegen aber zwischen ihnen selbst sowohl, als auch zwischen ihnen 
und den Bändern , noch vier andere Streifen , welche nicht nur schmäler und 
spitzer sondern auch weniger lang sind, und daher sich nicht so weit als jene 
drei den Polen nähern. Der nach unten gerichtete Deckel ist von P. J^esperlUio, 
und unterscheidet sich dadurch , dass die beiden seitlichen Ilaupistreifen oben 
und unten zusammenlaufi n, und also einen geschlossenen Ring bilden. 

Wenn nun schon durch diese Deckel ein Uebergang zu den mit üeffnungen 
versehenen Formen des Pollen nicht zu verkennen war, so geben andere Species 
von Passiflora auf eine evidente Weise den Beweis für die Richtigkeit der 
Stellung dieser Formen auf der Grenze zwischen den beiden grossen Gruppen 
dieser Abtlieilung. Es bietet nämlich Passiflora lutea die interessante Bildung 
dar, dass schon runde, das Ansehen von Oeffnungen habende Stellen existiren, 
dass aber noch ein Hautstreifen über jeder dieser Stellen so befestigt ist, dass 
er nur einen Theil derselben verdeckt, so wie es Fig. 16. Taf. 1\ . darstellt. 
Es besitzt dieser Pollen sechs Furchen , welche dadurch entstanden sind , dass 
die Exine in sechs, an den Polen zusammenhängende, abwechselnd breitere und 
schmälere Bänder gethcilt ist ; der Länge der Furche nach liegt über einer 
in ihrer Mitte befindlichen, länglichrunden Warze der schmale Hautstreifen, 
welcher sich ablösen lässl, während eine Trennung des übrigen zelligen Ueber- 
zuges von der Membran mir nicht gelang. Hier kann nun die Frage entstehen, 
ob jene Stellen wirkliche Oelfnungen in der Membran sind , oder ob sie , wie 
CS Mohl allgemein annimmt, nur durch dünnere Bechaffenheil der Membran 
ein solches Ansehen gewinnen? Es ist mir nicht gelungen, entscheidende Be- 
weise für die eine oder die andere Ansicht zu erhalten, und wenn es einerseits 
der Streifen wegen wahrscheinlicher ist , dass der letztere Fall statt fmdet , so 
spricht andererseits das Vorhandensein der Warzen für den ersleren. Die Strei- 
fen können aber auch fehlen, und dann ist die Aehnlicbkeit mit wahren üeff- 
nungen vollkommen ; Flg. 15. Taf. lY. zeigt dies bei Passiflora lurrala, deren 
Pollen dem von P. rubra ziemlich ähnlich ist, nur dass statt der kleinen Streifen 



Ueber den Pollen. 71 

hier Oeffimngcn oder so erscheinende Stellen vorhanden sind. Die übrige Bil- 
dung der E\ine bolrachlct man am einfachsten als aus Fig. 11. Taf, IV. durch 
Zeilheiluiig der Deckel entstanden ; es sind entweder drei gelrennte Streifen aus 
einem Deckel entstanden , oder es fliessen die beiden äusseren , und zuweilen 
auch sogar der mittlere mit iluien oben und unten zusammen, woraus dann die 
verschiedenen Formen entstellen, welche Fig. J5. Taf. IV. bei einem Korne 
vereinigt darstellt. Ich habe diese letzteren, mit Üeffnungen versehenen Formen 
hier mit angeführt , um sie nicht aus dem Zusammenhange mit Avn ilinen ver- 
wandten Formen der übrigen Passifloren herauszureissen ; eigentlich aber hätten 
sie erst in der folgenden Gruppe abgehandeil werden müssen , da auch dort 
eine Menge von Fällen nur der Analogie nach als mit wahren Ocffnungen ver- 
sehen angenommen werden konnten. 

Weder unter den Deckeln, noch an den, das Ansehen von üeflhungen ha- 
llenden Stellen der Passifloren habe ich bis jetzt Zwischenkörper auflinden kön- 
nen ; sie finden sich aber, wie ich schon im ersten Abschnitte erwähnte, in 
einer ausgezeichneten Form bei Cucurhila , dessen Exine der der Passifloren 
dadurch sehr nahe steht , dass auch bei ihr eine geschlossene Haut aus Skelett 
und Deckeln zusammengesetzt ist. Bei Cucurbila ist aber das Verhältniss der 
Ausdehnung des Skeletts zu der der Deckel ein entgegengesetztes , und letztere 
verschliessen hier nur Oeffnnngen, welche niclil grösser als die wahren Oeffnun- 
gen vieler anderer rilanzen sind : Fig. 1. Taf. IX. zeigt dies am Pollen von Cu- 
curbita Pepo , woran ausser der in die Angen fallenden körnigen Textur der 
Exine und den als warzeiiähnliche Stacheln höher entwickelten Körnern dersel- 
ben, der Darstellung der Z^vischenköi-per in verschiedener Form und Lage beson- 
dere Aufmerksamkeit gewidmet ist. Unter den beiden zur Seile liegenden 
Deckeln sind diese Zwischenkörper in der Form dargestellt, welche sie anneh- 
men, wenn das in Wasser zerdiückte und seines Inhaltes entleerte Pollenkorn durch 
Einsaugung von Wasser seine Kugelgestalt wieder angenommen hat ; sie erschei- 
nen dann als eine , von dem IVande der , vom Deckel verschlcssenen Oeffnung 



72 Fritzsche 

ausgehende Einsackung und in dieser Form befinden sie sich sowohl im trockenen 
Pollenkorne, als auch überhaupt wenn kein Druck von innen aus auf sie wirkt. 
Saui^t dagegen das mit Fovilla noch erfüllte frische Pollenkorn Wasser ein, und 
entsteht dadurch ein Druck der Fovilla gegen die Wände der Hülle , so zeigt 
sich, dass die Zwischcnkorper elastisch sind, und, indem sie breit gedrückt wer- 
den, nun einen viel grösseren Umfang als der Deckel einnehmen ; an der unter- 
sten Oeffnung ist der Zwischenkörper von der Seile, und an der die Mitte der 
Fif'ur einnehmenden von oben gesehen in einem solchen gedrückten Zustande 
dargestellt, welcher so lange sich nicht verändert, als die Deckel sich nicht 
ablösen. W^ird aber die Verbindung des Deckels mit dem Pvande der Oeffnung 
aufgehoben , so wird der Zwischenkörper von der sich ausdehnenden Fovilla 
herausgedrängt und dann enlstehl anfangs eine Ilervorragung , wie sie an der 
obersten Oeffnung der Figur dargestellt ist ; zuinnerst dieser Hervonagung sieht 
man die herausgetretene Fovilla , umgeben von der noch unverletzten Inline, 
(welche an der Spitze zuweilen dadurch unsichtbar wird, dass sich dort noch 
eine kleine Vertiefung befindet) dann ist die ganze Hervorragung von dem her- 
aus'i'edränglen Zwischenkörper umgeben, und auf diesem sitzt, gewöhnlich noch 
im Zusammenhange mit ihm, der Deckel. In diesem Zustande findet man iheils 
schon Körner, welche der Feuchtigkeit ausgesetzt gewesen sind, tlieils kann man 
ihn sogleich hervorrufen, Avenn man unmitlclbar nach dem Belcuchlen mit Was- 
ser auch etwas Jodlösung mit dem Pollen in Berührung bnngt ; bei blossem Was- 
ser bildet sich meist an der Basis der Hervonagung ein Riss in der Inline, durch 
welchen nun die Ausströmung der Fovilla wie in anderen Fällen erfolgt. Legt 
man trockenen Pollen von Cucurbita in verdünnte Säure und zerdrückt ihn dann 
zwischen zwei Glasplatten , so gelingt es, die Zwischenkörper von den Häuten 
zu trennen ; sie stellen sich dann als gefaltete Blasen dar, ohne wahrnehmbaren 
Inhalt, und haben ganz das Ansehen einer entleerten Inline irgend eines kleinen 
Pollenkornes, geben aber ihren Ursprung dadurch sehr deutlich zu erkennen, dass 
sie zuweilen noch entweder den Deckeln oder, dem Rande des Skelettes anhängen. 



Ueber den Pullen. 73 

Weniger ausgrzeitlinet als bei Cucurbita finden sicli Deckel , welche die 
Oefinungen der Exiiie verscliHessen , bei Scabiisa : wäliicnd es bei Cucurbita 
höchst walirsclieinlich ist, dass auch den Deckeln ein kreisförmiges Slilck Mem- 
bran als Grundlage dient , scheint es , als seien sie bei Scabiosa blos aus dem 
körnigen Leberzuge allein gebildet, und sie wären demnach den körnigen Abla- 
geiiingen auf den Zwischenkörpern von Aslmpaea vergleichbar , jedoch in die- 
sem Falle leicht von ihnen trennbar. Fig. lö. Taf. \'l. stellt den Pollen von 
Scabiosa elegans dar , und zeigt daran die aus unregelmässigen Zusammenhäu- 
fungen kleinerer und grösserer birncnrörmiger Körner besiehenden Deckel. Die 
Exine des Kornes, welche ein linsciiförmiges Dreieck bildet, ist mit einem be- 
sonders dicken Leberzuge versehen , an welchem man aber nur perpendiculäre 
Striche und kleine Stacheln erkennen kann , welche erslercn aber unstreitig aus 
einem körnigen Ucberzuge entstehen , der bei Scabiosa art'ensii deutlich wahr- 
nehmbar ist. Unter jeder der Oeffnungen sind , wie ich schon pag. J&%r> an- 
führte, zwei übereinander gelagerte Zwischenkörper befindlich, welche in Fig. 13. 
Taf. ^L den zwischen der Fovilla und den Deckeln befindlichen Kaum ein- 
nehmen, U'id durch Fig. 2.j. Taf. Xlll. aus dem trockenen PoUenkorne von 
Scabiosa pubescens herauspraparlrt noch mehr vergrössert dargestellt sind. In 
der Fovilla beobachtete ich noch bei einigen Species dieser Gattung eigentluim- 
liche drusige Körper in grösserer oder kleinerer Menge, von geringerer oder 
bedeutenderer Grösse, und in unregelmässiger Lage ; in Fig. 13. Taf. VL sind 
einige dieser Körper abgebildet, über ihre chemische Isatur aber vermag ich 
nichts weiteres zu sagen, als dass sie auf keinen Fall weder Amylumkörncr 
noch üellropfen sind. Das sie enthaltende Pollenkorn selbst ist in ücl liegend 
dargestellt, well es nur dann möglich ist, seine innere Beschaffenheit zu erken- 
nen ; Wasser machte e^ vollkommen undurchsichtig. 

U. Pollenkiinier mit Ueljmmsen, 

J\ach d( r Form der Oeffnungen , welche bald Spalten von verschiedener 

Uinge, bald kreisrunde Löcher bilden, kann man die hierhergehörigen Formen 

10 



74 F R I T Z S C JI F. 

\n zwei AbUicllmigen bringen ; als die auf der niedrigsten Stufe stehende be- 
traclite ich die mit Spalten verselienc , und die Formen derselben werde ich 
daher auch zuerst abhandeln. 

Die geringste Zahl von Spalten, welche ich fand, sind drei, und sie kom- 
men in einer ausgezeichneten Form bei Geissor/ieria longißora vor ; der Pollen 
dieser Pflanze bildet ein dreiseitiges Prisma, mit gerade angesetzten Endflachen, 
dessen Kanten jedoch sämmtiich zugerundet sind. Fig. 1. Taf. XII. stellt die 
Exine desselben nach der Behandlung mit Schwefelsäure in einer solchen Lage 
dar, dass man sowohl die Seitenflachen als die Endflächen übersieht, und den 
Verlauf aller Spalten verfolgen kann ; die drei Spalten erstrecken sich nicht nur 
über die ganze Länge der Seitenflächen , sondern sie nehmen auch noch einen 
Theil der Endflächen ein , und theilen demnach die Exine in diei klammerar- 
tige, nur wonig zusammenhängende Stucken. 

MeJirere in einem Kreise liegende Spalten finden sich in verschiedener Zahl 
und Länge bei mehreren Pflanzen, wo aber oft der Unterschied zwischen Spalten 
und runden Löchern nicht so scharf hervortritt, weil namentlich in mit Wasser 
befeuchtetem Zustande und bei der Behandlung mit Saure auch die kleinen Spal- 
ten eine runde Form annehmen; da ich weiter keine hierhergehörigen Formen 
durch Abbildungen belegen kann , so unterlasse ich auch die Aufzählung der 
davon bereits bekannten Fälle. 

Unsymmetrisch finden sich vier oder fünf Spalten bei vielen Pflanzen aus 
der Familie der Cyperaceen ; die Form des Pollen stellt dort einen Kegel dar, 
auf dessen breiter Basis eine unsymmetrische Spalte befindlich ist, während die 
drei oder auch vier anderen symmetrisch an den Seilen des Kegels liegen, und 
seiner stumpfen Spitze zulaufen. Fig. 2. Taf. VL stellt diese Form von Carex 
praecox dar, und zeigt daran auf eine ausgezeichnete Weise die eigenthümliche 
Beschaffenheit der Inline, welche hier an einzelnen, bestimmten Stellen bedeu- 
tend verdickt ist; eine solche Verdickung, und zwar die bedeutendste, befindet 
sich In der Spitze des Kegels , von welcher sie einen grossen Theil einnimmt, 



Ueber den Pollen. 75 

und drei, oder wo vier seitliche Spalten da sind, vier andere liegen nm die Basis 
des Kegels herum, symmetrisch mit den seitlichen Spalten abwechselnd, aber 
die Basis selbst berührend, wahrend die Spalten in ziemlicher Entfernung da- 
von endigen. Am besten kann man sich von dieser Bildung überzeugen, wenn 
man den Pollen in Wasser durch gelinden Druck entleert, wobei die Hülle in 
der Form zurückbleibt, wie ich sie abgebildet habe ; es haben dann die ^ er- 
dickungen ganz das Ansehen von Zwischenkörpern und zwar um so mehr, als 
man nur schwierig die Spalten als mit ihnen abwechselnd erkennt , allein da 
gerade die aut der Basis des Kegels befindliche Spalte keiner solchen Verdickung 
entspricht, sondern gerade ihr gegenüber eine solche vorhanden ist, so können 
sie unmöglich Zwischenkörper sein. Es gelang mir nicht , durch isolirte Dar- 
stellung der Intine diese sonderbaren Verdickungen noch genauer zu studieren, 
sie haben aber eine möglichst symmetrische Lage , indem sich immer da eine 
befindet, wo drei Spalten zusammenstosscn ; sie sind nach dem Behandeln mit 
verdünnter Saure weit weniger deutlich sichtbar, und verschwinden durch con- 
ccntrirte Säure dem Auge gänzlich , wogegen die Behandlung des Pollen mit 
letzterer besonders zur Erkennung der Lage der Spalten geeignet ist. 

Sechs Spalten fand ich in zwei interessanten Modificationen, welche zwar 
beide dieselbe symmetrische Lage besitzen , sich aber durch die äussere Form 
der Püllenkörner wesentlich unterscheiden; die sechs Spalten entsprechen näm- 
lich der Lage der Kanten am Tetraeder, aber nur in dem einen Falle ist auch 
die Form des Kornes ein Tetraeder, während sie in dem anderen einen Würfel 
darstellt. Fig. 5. Taf. VL giebt eine Abbildung der tctraedrisclicn Form, wel- 
che sich bei vielen Speci^s von Corydalis , namentlich C. aiirea , ariguitijolia, 
clavkulala, lutea und. formosa findet, von welcher letzteren auch die Zeichnung 
entnommen ist ; das telraederartige Korn hat hier Spalten , deren Länge dem 
Durchmesser des Kornes beinahe gleich ist, und sie stossen so nahe zusainmen, 
dass die ganze Exine dadurch gleichsam nur aus vier dreieckigen , mit den 
Ecken zusammenhängenden Stücken besteht, in welche sie sich auch durch gelinden 

10* 



76 Fritzsche 

Druck, namentlich bei der Behandlung mit Säure, leicht trennen Idsst. Die Ab- 
bildung^ zeigt das Korn von einer solchen dreieckigen , von drei Spalten umge- 
benen Fläche gesehen In Ocl liegend , wobei die untere Seile des Kornes mit 
den drei , nach der jener Fläche gegenüberliegenden Ecke zulauienden Spalten 
durchscheint. 

Eine zweite Form mit sechs den Kanten des Tetraeders entsprechenden Spal- 
ten findet sich bei der Gattung Basella ; hier aber sind die Spalten im ^ er- 
liältnisse zur Grösse des Kornes viel kleiner, als bei Corydalh, und die Exlne, 
•welche die Form eines Würfels besitzt , bietet mehr ausgezeichnetes dar , als 
dort. Die Exine dieses Pollen ist nämlich mit einem Ueberzuge versehen, wel- 
cher das Ansehen von sehr kleinen Zellen hat, dessen !Natur man aber, durch 
die Behandlunnj mit Wasser nicht erkennen kann ; durch concentrirle Schwe- 
felsäure aber überzeugte ich mich, dass er aus pallisadenarligen Körnern besteht, 
welche durch eine Verbindungsmasse zusammen zu hängen scheinen, und nament- 
lich bei einer unter den regelmässigen Würfeln gewöhnlich in geringerer An- 
zahl sich lindenden, vielleicht einem Üctaeder entsprechenden, abnormen Form, 
welche durch Fig. 8. Tal. VI. dargestellt ist, tritt diese Bildung in den Ecken 
deutlich hervor. Fig. 6. Tal. N I. stellt die regelmässige Form dar, In welcher 
der körnige Leberzug das Ansehen einer zelligen Textur besitzt ; In der Mitte 
jeder Fläche befindet sich ein von diesem Ueberzuge enlblössler, runder Raum, 
in welchem die INIembran entweder ganz freiliegt, oder auch vielleicht noch mit 
einem sehr feinen Ueberzuge versehen Ist, und auf dieser dadurch heller erschei- 
nenden Stelle, welche I\Iohl fälschlich für die Pore hielt, liegt in einer Diago- 
nale der quadratischen lläche die Spalte. Auf den gegenüberliegenden Flachen 
müssten nach obiger Anordnung die Spalten eine enigegcngesctzte Richtung 
haben , und dies findet man auch In der That , wenn man den Pollen in Oel 
legt, wobei man die unlere Spalte, so wie es in der Figur durch Punkte ange- 
deutet ist , sich mit der oberen kreuzen sieht. Zwei neben einander liegende 
Flächen haben, wie aus Fig. 7. Taf. VI. erhellt, welche einen Würfel nach der 



Ueber den Pollen. 77 

Behandlung mit concenlrirler Säure auf einer Kante liegend darstellt , ebenfalls 
entgegengesetzte Richtungen der Spalten , und es ist demnach die gegenseitige 
Lage derselben ganz wie bei Corydalis ; dass nicht auch Basella ein Tetraeder 
bildet, hat einestheils in der geringeren Länge der Spalten seinen Grund, gröss- 
tentheils nher beruiit dieser Umstand gewiss auf der in Ecken und Kanten viel 
belriichlhcheren Höhe der Körner des Ueberzuges. Schon in Fig. 6. deuten die 
Linien an der Periplierie auf eine solche Organisation hin, aus Fig. 1. erhellt 
die grössere Höhe der Pailisadcn in den Ecken gegen die der Kanten und Fig. 8. 
zeigt deutlich die Abnahme ihrer Höhe bei ihrer Ausbreitung auf den Flachen. 
Mo hl hat sowohl die Spalten dieser Form ganz übersehen, als auch die inter- 
essante Beschaffenheit der Exine , welche auf eine schöne Weise das Vorhan- 
densein der ihr als Grundlage dienenden Membran erkennen lässt. 

Zwölf Spalten besitzt der Pollen von Talinum patens , dessen mit concen- 
trirter Schwefelsäure behandeile Exine Fig. 9. Taf. VI. darstellt; die Form des- 
selben im trockenen Zustande konnte ich nicht beobachten , mit Wasser oder 
Säure aber befeuchtet nimmt er eine kugelige Form an. Die Anordnung der 
Spalten ist auch hier höchst regelmässig, indem sie den zwölf Kanten eines 
Würfels entsprechen ; sie sind von ziemlich grosser Ausdehnung und theilen 
die Exine in sechs viereckige , mit den Ecken zusammenhängende Stücken , in 
welche sie sich, beim Behandeln mit Säure .namentlich, leicht trennen lässt. 

Eine noch grössere Zahl von Spalten, und zwar dreissig an der Zahl, fand 
ich bei Polygonum amphibium, welches eine der elegantesten Formen des Pollen 
besitzt ; die Exine desselben besteht aus zwölf regelmässig fünfeckigen Feldern, 
deren jedes durch fünf regelmässige, den grössten Theil der Seiten einnehmende 
Spalten so umgeben ist , dass nur die Ecken der Felder untereinander zusam- 
menhängen. Jedes Feld bildet demnach eine Fläche eines Pentagonaldadecae- 
ders und wahrscheinlich nimmt der frische Pollen bei seinem Eintrocknen eben 
so die Form eines Pentagonaldodecaeders an, wie es der von Aisine media ihul. 
Fig. 2. Taf. XI. zeigt den Pollen von Polygonum amphibium nach der Bchand- 



78 Fritzsche 

lung mit concentrirter Schwefelsäure, wodurch man einigen näheren Aufschluss 
über die nur sehr schwierig zu erkennende Textur der Exine erhält. So viel 
ich mich davon überzeugen konnte, besteht der Ueberzug derselben aus Reihen 
höher entwickelter Körner, denen die zellige Textur ihre Entstehung verdankt, 
und von ihnen aus breilct sich über die durch sie gebildeten, zellenarligen Fel- 
der eine dünne Schicht einer Masse aus, in welcher man Körner erkennt, die auf 
einer niedrigeren Stufe der Entwickelung stehen geblieben sind. Die Anord- 
nung der zelligen Felder ist in sofern regelmässig, als immer da, wo drei Spalten 
zusammenstossen, nur eine einzige Zelle zwischen ihnen sich befindet, deren Form 
sechseckig ist , übrigens aber ist der Verlauf der Wände auf den fünfeckigen 
Feldern der Membran eben so veränderlich und zufällig als bei anderen Formen. 

Eine weit grössere Zahl von Formen umfassl die Abtheilung der Pollen- 
körner mit runden Oeffnungen, deren Pieihe mit einer Oeffnung beginnt. Am 
ausgezeichnetsten findet sich eine runde Oeffnung beim Pollen der Gramineen, 
und Fig. 1. Taf. VI. stellt denselben von Alopecurus pralemis im trockenen 
Zustande von der Seite gesehen dar ; ein der beschriebenen Form von Cnrex 
ähnlicher, stumpfer Kegel ist an seinen Seiten mit vier kahnförmigen Längen- 
furchen versehen , in denen aber keine Oeffnungen liegen , und nur die breite 
Basis des Kegels trägt , gewöhnlich in ihrer Mitte , oft aber auch seitlich ein 
rundes Loch , um welches herum die Exine wulstartig verdickt ist. Beim Be- 
handeln mit Wasser nimmt das Korn eine runde , nur wenig in die Länge ge- 
zogene Form an , nur selten aber erfolgt ein Ausströmen der Fovilla nach vor- 
hero^egangenem Hervordringen einer blasigen Aufireibung der Inline aus der 
Oeffnung ; der Grund davon scheint mir in dem Vorhandensein eines Zwischen- 
körpers zu liegen, das ich mit völliger Sicherheit nicht auszumitteln vermochte, 
dessen Grösse aber jedenfalls nur unbedeutend sein kann. Die Exine der Gra- 
mineen hat übrigens das Ansehen einer einfachen , glatten Membran , und Ich 
konnte nur beim Trockenwerden der mit Wasser beleuchteten Körner eine Spur 
eines körnigen Ueberzunres entdecken. 



ikber den Pollen. 79 

Zwei runde Ocffnungcn fiiult-n sich, wie ich es schon früher von Danksia 
und Juslicia Adhatota ahgchildet habe, auf zweierlei Art. Schon die Form von 
Banksia ist etwas gekrümmt, eine sehr viel bedeutendere Krümmung aber zeigt 
der in die Länge gezogene Pollen von Limnanthes Douglasii, welcher dadurch 
eine Ruppia analoge Form erhält; Fig. 1, 2 und 3. Taf. XII. stellen diesen 
Pollen in verschiedenen Lagen und Zuständen dar. Fig. 1. giebl eine seilliche 
Ansicht eines trockenen Kornes , woraus man die ausgezeichnete Ilufeiscnform 
und eine Textur erkennt , welche aus kleinen , in geringer Entfernung von ein- 
ander stehenden Vertiefungen zu bestehen scheint; ausserdem ist noch eine seichte 
Furche bemerkbar, welche sich längs der unteren Krümmung der ganzen Länge 
des Kornes nach erstreckt. Betrachtet man ein Korn von oben , so bietet es 
das durch Fig. 2. dargestellte Ansehen dar ; die beiden hellen Stellen, an denen 
man die Textur nicht zu unterscheiden vermag, entsprechen den beiden Höckern 
in Fig. 1., sind aber keine Oeffnungen, für welche man verleitet werden könnte 
sie zu halten. Befeuchtet man den Pollen mit Wasser, so nimmt er die durch 
Fig. 3. dargestellte Form an, und man erkennt nun dass die Furche bei Fig. 1. 
eine Falle verbarg, welche sich nun ausgebreitet hat, und an deren Enden zwei 
Oeffnungen sich befinden; von der Textur ist nun nichts mehr zu sehen, wie 
es überhaupt auch bei der Behandlung anderer Formen mit Wasser oft der 
Fall ist , durch die zwei Furchen aber ist die Exine in zwei unsymmetrische 
Hälften getheill , welche sich auch durch Behandlung mit Säure von einander 
trennen lassen. 

Der Form von Juslicia AJhalola ganz ähnlich ist die von Beloperone ob- 
Ivngala, deren Exine ich schon pag. «frSÄ- erwähnte ; stall der zwei Bcihen War- 
zen bei jener sind hier, wie aus der Abbildung des trockenen, ellipsoidischen, 
etwas von der Seile zusammengedrückten Kornes, i ig. 1. Taf. VIII. liervorgeht, 
vier mehr oder weniger regelmässig parallele Beihen auf jeder der beiden platt- 
gedrückten Seilen vorhanden , in deren Mitte sich die gegenüberliegenden Oeff- 
nungen befinden. Nach der Behandlung des Pollen mit concentrirler Schwefelsäure, 



80 Frjtzsche 

in welchem Zustande ihn Fig. 2. Taf. Ylll. von der breileren und Fig. 3. 
Taf. VIII. von der schmäleren Seite darstellt, erkennt man, dass dadurch auch 
die Warzen, eben so wie der sehr ausgezeichnete körnige Ueberzug, eine gelb- 
braune Farbe angenommen haben , -während die Membran , worauf sie sitzen, 
schön purpurroth geworden ist, und es scheint demnach keinen Zweifel zu lei- 
den, dass auch die Warzen dem Ueberzuge angehören. Fig. 1. zeigt, dass im 
trockenen Zustande jede Warze durch zwei Kreise bezeichnet ist, Fig. 2. lässt 
einen kleinen, die Mitte der Warze einnehmenden , wahrscheinlich durch eine 
Vertiefung entstehenden Kreis erkennen, und aus Fig. 3. ersieht man, dass die 
Warzen oben abgestutzt sind. Der körnige Ueberzug ist scharf begrenzt , und 
bildet einen um die grösste Peripherie des Kornes herumgehenden Ring ; die 
pallisadenartigen Körner desselben, welche ich blos an ihrer Spitze mit einander 
zusammenhängend fand, werden nach den Polen zu niedriger, und sind deshalb 
dort beim trockenen Korne gar nicht sichtbar. Jedenfalls erstreckt sich die, diese 
Körner verbindende Masse auch über den übrigen Theil der Exine , ob aber 
die Warzen nur allein dem Ueberzuge ihre Entstehung verdanken , oder ob 
ihnen auch Verdickungen der Membran entsprechen , vermochte ich nicht aus- 
zumitteln ; um die Oeffnungen heinim scheint eine Verdickung der Membran 
wirklich vorhanden zu sein. 

Drei Oeffnungen ist der in dieser Abtheilung bei weitem am häufigsten 
vorkommende Fall , welcher sich bei vielen Pflanzen in ^ erbindung mit drei 
symmetrischen Längenfurchen an elliptischen Körnern findet. Diese Furchen 
verbergen gewöhnlich die Oeffnungen so, dass man sie im trockenen Zustande 
nicht erkennen kann, wie aus der Abbildung des Pollen von Metrodorea nigra 
Fig. 5. Taf. V. erhellt, und die Behandlung mit Wasser oder Saure zu Hilfe 
nehmen muss, um sich von ihrem Vorhandensein zu überzeugen ; legt man aber 
solchen Pollen in Oel, so wird dadurch, dass nun das ganze Korn durchsichtig 
wird , auch die innere Beschaffenheil der Furchen oder Fallen sichtbar , und 
man sieht nun sehr complicirte Linien, deren Deutung deshalb sehr schwierig ist, 



Ueber den Pollen. St 

weil sie alle in fast einer Ebene zu liegen scheinen. Auf Taf. V. liabe ich den 
Pollen zweier Pdanzen in diesem Zustande dargestellt: Fig. 6. ist ein Korn von 
Solanum Jccurri-ns, und Fig. 1. von Didiscus caerulcus, weiche beide mit in den 
Furchen verborgenen, aus den Ooitnungen hervorragenden Warzen vcrsihen sind. 

Eine compliciite äussere Form bietet Eryngium dar, dessen Pollen Fig. 3. 
Taf. V, von der Seite, und Fig. 4. von oben gesehen in ücl liegend darstellt. 
Jeder der beiden Pole dieser Form ist von drei ziemlich kreisrunden, vertieften 
Flächen umgeben, von denen Fig. 3. eine obere und eine untere mit der zwi- 
schen ihnen liegenden Oeffnung zeigt : mit ihnen wechseln drei rhombische, 
ebenfalls vertiefte Flächen ab, deren spitzere Winkel nach den Polen des El- 
lipsoids gerichtet sind, während die stumpferen, die oft auch durch eine Kante 
abgestutzt sind , im Aequator des Kornes liegen. Durch die runden Flächen 
entsteht an jedem Pole eine dreieckige Fläche, deren eine Ecke in Fig. 4. nach 
oben gerichtet ist ; das in derselben Figur durch Punkte angezeigte Dreieck ist 
der durch den Aequator gelegte Durchschnitt, und die, diese beiden Dreiecke 
verbindenden Linien sind auf- und absteigende, die Flächen begrenzende Leisten, 
welche sich bei der Ansicht von oben so darstellen. Die Punkte in Fig. 3. 
deuten die durchscheinenden Umrisse der übrigen vier runden Flächen an. 

Seltener Imden sich elliptische Formen mit drei Oefinungen ohne Furchen, 
wovon Marina perska ein ausgezeichnetes Beispiel darbietet, deren Pollen Fig. 16. 
Taf. V. darstellt. Eine ziemlich dicke Exine ist hier in ihrem Aequator mit 
drei rölirenartigen Hervorragungen versehen, welche Mo hl, der diese Form eben- 
falls abgebildet hat, mit dem Halse einer Flasche vergleicht ; ich kotuite diesen 
Pollen nur von der trockenen Pflanze untersuchen , fand aber bei wiederholten 
Beobachtungen die Form der Hervorragungen nicht so wie Mo hl. An der Ba- 
sis der Hervorragungen fand Ich ihre Oeffnung sehr bedeutend kleiner, als im 
weiteren Verlaufe, wo sie sich so erweitert, wie ich es durch die Figur ausge- 
drückt habe ; an der sehr weiten Mündung der Hervorragung war eine kleine 
Blase sichtbar, die der Inline oder vielleicht einem Zwischenkörper angehörte, 

11 



82 Fritzsche 

und im Innern war die Stelle der Exine, in welcher die Ocffnungcn befindlich 
sind, durch zwei, innen um das Korn herumlaufende Kreise von Warzen gleich- 
sam eingezäunt , wie es die Abbildung des übrigens nichts ausgezeichnetes dar- 
bietenden Pollen zeigt. 

Die bei den vorigen Formen gleichförmig erscheinende Exine zeigt in an- 
deren Fallen auch hier eine mannigfache, höhere Entwickelung ihrer Textur. 
Metrodorca nigra, Fig. 5. Taf. V. giebt das erste Beispiel eines Uebcrzuges, des- 
sen wahre Beschafienhcil ich zwar nicht zu ermitteln vermochte , welcher aber 
wahrscheinlich nichts anderes ist, als das, was Mohl bei Ahlroemeria Curlesiana 
mit einem Gefassnctze vergleicht. 

Einen körnigen Ueherzug besitzen mehrere Species von Jiislicia, von denen 
ich eine unbcnnnnlo der regelmässigen Verlheilung des körnigen Ueberzuges 
wegen zur Darstellung gewählt habe. Der im trockenen Zustande elliptische, mit 
Längenfurchen versehene Pollen wird bei der Behandlung mit Wasser oder 
Säure kugelrund, und mit letzterer namentlich, wie ihn Fig. 12. Taf. VI. von 
oben gesehen darstellt, erkennt man dann am besten, dass er der von Passiflora 
beschriebenen Form sehr ähnlich gebildet ist. Wie dort kann man auch hier 
drei Deckel unterscheiden , deren jeder in vier schmale Längcnslreifen zerlheilt 
ist, zwischen welchen, so wie um die Deckel herum die Membran von ihrem Ue- 
berzuge entblösst ist ; die drei Bänder von Passiflora sind ebenfalls vorhanden, 
jedes derselben ist aber fast seiner ganzen Länge nach in zwei schmälere Bän- 
der getheill , welche einen enlblössten Streifen der Membran einschliessen , in 
dessen Mitte sich eine runde Oeffnung befindet. Um die Oeffnung herum befin- 
det sich eine geringe wulstartige Verdickung der Membran, und ausserdem noch 
ein Kranz von sechs bis acht in Abständen von einander aufgestellten Warzen, 
wie es aus der Abbildung erhellt ; der körnige Ueherzug hat übrigens ganz 
das Ansehen des von Jiasella, und weder er noch die Membran färbt sich durch 
Schwefelsäure lolli. 

liuellia üiiisüph^lla besitzt einen sehr langgest reckten Pollen, Fig. 8. Taf. V,, 



Veber den Pollen. 85 

dessen Exliie auch im befcuclitclen Ziislnnde dcslialb niemals eine Kiij^elform 
annehmen kann, weil sie thcils zu wenig biegsam ist, tlieils aber die Fun lien, 
mit welchen sie vcrselicn isl, keine Einfallungen verbergen, sondern nur in ilirem 
Ueberzugc begründet sind. Dieser Heberzng besieht dem Ansehen nach aus 
langen, durch aneinander gereihte Ringe gebildeten Streifen, deren jedes Korn 
fünfzehn besitzt, so dass immer fiinf solcher Streuen zwischen zwei üeffnungen 
liegen , aus welchen die Intinc mit der Fovilla in Form einer Warze heraus- 
ragt. Die Streifen lassen sich einzeln von der Membran der Exine ablösea, es 
schienen mir aber, wie es auch die Figur ausdrückt, immer je zwei eine Oelf- 
nung einschliessende Streifen und eben so wieder die beiden diese erstcren um- 
gebendca oben und unten zusammenzustossen, und wenn dies nun bei allen OelF- 
nungen gleichraässig der Fall ist, so bleibt in der Mitte zwischen je zwei üeff- 
nungen immer eine einzelne Reihe übrig, welche vielleicht an den Polen ebenso 
zusammenlaufen, wie die Bänder von Passißora. 

Weit geringer isl der Zusammenhang zwischen der Membran der Exine 
und ihrem Ueberzuge bei Eranthemum nenosum , welches einen elliptischen, 
mit drei Längenfurchen versehenen Pollen besitzt ; bei der Behandlung mit con- 
centrirter Schwefelsäure löst sich der Ueberzug zusammenhängend ab, und bil- 
det, wie ich es schon pag. 56 beschrieben habe, ein ISetz, welches aus einzeln 
stehenden, der Membran in den Ecken der Maschen aufsitzenden, pallisadenar- 
tigen Körnern und einem sie verbindenden, nicht in unmittelbarem Zusammen- 
hange mit der Membran stehenden Bande besteht. Fig. 8. Taf. VII. stellt 
diesen Pollen in Oel liegend von der Seite gesehen mit einer obenliegenden 
Furche dar ; der Furche entspricht eine Spalte des Ueberzuges, welche fünf der 
Felder mitten durchschneidet , deren Hälften ich stets auf einander pas- 
send fand , so dass es das Ansehen hatte , als müsse die Spalte erst nach der 
Bildung des Ueberzuges entstanden sein. Die Ränder der Spalte sind mit einem 
schmalen Saume eingefasst, welcher von der Natur der Bänder zu sein scheint, 
der jedoch nach der Behandlung mit Säure nur schwer wieder zu finden ist ; 

11» 



8'i F n I T z s c I! E 

in der Mille jpJcs Feldes befindet sich eine oder zuweilen zwei bis drei War- 
zen, welche in gar keiner Verbindung mit den Feldern sieben, und am besten 
am trockenen Pollen zn sehen sind, wed sie sich bei der Behandlung mit Säure 
ebenfalls ablösen und dann leicht der Beobaclilung entziehen. 

l-nablösbar von der Membran ohne gewallsame Zerreissung der Theile ist 
der Ueberzug andenr Formen, welche ebenfalls drei in Furchen liegende Oeff- 
nungen besitzen ; yirmeria i'ii/i;aris hat einen solchen Bau, welcher durch Fig. 9. 
Taf. VIII. an einem von oben c,esehencn Pollcnkorne dargestellt ist. Es erhe- 
ben sich auf der ^lemhran der Exine hohe, durchbrochene, also gleichsam aus 
Pieilern und Bogen bestehende Wände , welche mit den von Cobaea beschrie- 
benen viele Aehnliclikeit haben, sich aber dadurch sehr auszeichnen, dass sie 
auf ihrem Gipfel noch mit Stacheln besetzt sind ; bei der Behandlung mit con- 
cenlrirler Schwefelsiiurc , durch welche alle Theile der Exine eine schön pur- 
purrollie Farbe bekommen, lassen sich die Wände zwar unregelmässig aber doch 
nicht selten ablösen, und dann haben sie das durch Fig. 18. Taf. XIII. darge- 
stellte Ansehen. 

JJahe an die vorhergeliende schliesst sich die Form von Pelargonium an, 
welche durch Fig. 5. Taf. VIII. im trockenen Znstande von der Seite gesehen 
dargestellt ist; es ist auf der Exine eine Art zelliger Textur vorhanden, welche 
hier aber aus Wänden von zweierlei Dicke zu bestehen scheint, indem, wie aus 
der Figur erhellt, die horizontalen Wände sehr viel deutlicher zwei bestimmte 
Umrisse zeigen, als die perpendicularen. Fig. 6. Taf. VIII. stellt denselben 
Pollen mit einer nach oben gekehrten Oeffnung in Oel liegend dar, welches die, 
seine rollie Farbe bedingende, der Exine angehörige, oelige Substanz aufgelöst 
hat, und ihn nun mit gelber Farbe erscheinen lässt ; man sieht daran, dass die 
dickeren Wände strahlenförmig der Oeffnung zulaufen, und dass die durch ihre 
Anastomosen gebildeten, länglichen, unregelmässigen Felder durch Scheidewände 
von zarterer Bildung in kleinere Abtheilungen getheilt sind. Der Ueberzug, 
dessen beträchtliche Höhe aus dieser Figur erhellt, besteht hier der Membran 



leber den Pollen. 85 

zunächst aus Pfeilern , welche an oder dicht unter ihrer Spitze mit einander 
verbunden sind , so Jass zuweilen noch warzenartige Körper über die Bänder 
hinausragen. Die Oeflnungen sind hier durch eine Art Zwischenkörper ver- 
schlossen , welche beim Befeuchten mit ^yasspr und nachheriges Hinzubringen 
von Jodlösung eben so wie bei CucurbUa durch die aufquellende Fovilla heraus- 
gedrängt werden ; sie sind daher ziemlich elastisch, scheinen mir aber fonnloser 
als in anderen Fällen zu sein, und lassen sich in ihrem natürlichen Zustande 
der Undurchsichligkelt der Exine Avegen nicht beobachten. 

Deutlicher Idsst sich die Organisation der Exine bei Geranium erkennen, 
welches ebenfalls einen ovalen, mit drei Längenfurchen und in ihnen mit Üeff- 
nungen versehenen Pollen besitzt ; im trockenen Zustande ist derselbe sehr un- 
durchsiciitig und scheint eine grobkörnige Textur zu haben , in Oel aber gelegt, 
bekommt er ein ganz anderes Ansehen. Die Textur der Exine dieses Pollen 
ist in Fig. 9. Taf. ^ 11. in diesem Zustande dargestellt, doch gehört die Form 
des Kornes und die aus den Oeflnungen hervorragenden Warzen einem anderen 
Zustande an , auf welchen ich nachher zurückkommen werde. Um aber die 
Textur der Exine nach dieser Figur zu deuten, muss man den Pollen mit con- 
centrlrter Schwefelsäure behandeln, und nachher durcii starkes Zercjuelschen von 
der Exine kleine Streifen abzureissen und auf die Seite zu legen suchen ; sol- 
cher Streifen nun habe ich Taf. Xlll. Fig. 21. mehrere abgebildet, und aus 
ihnen ersieht man, dass hier nicht nur eine Schicht von Pfedern durch Leisten 
verbunden sind, sondern dass auf diesen Leisten sich noch wieder von feuern 
Warzen erheben. Die unteren und die oberen Warzen scheinen keine be- 
stimmte, gegenseitige Lage zu haben, wie aus Fig. 21. T<if. XIII. hervorgeht, 
wo sie zuweilen übereinander, meist aber abwechselnd stehen; die Lage der 
unteren Warzen (Pfeiler) genauer auszumitteln gelang mir nicht, von den obe- 
ren aber steht fast ganz regelmässig immer eine zwischen je' zwei Vereinigungs- 
punkten der Piänder. Fig. 9. Taf. VlI. zeigt dies deutlich durch die kleinen 
Kreise , und lässt ausserdem noch an der Peripherie die zwei Schichten des 



86 Fritzsche 

Uebcriugps erkennen , der zwar hier, wenn er, wie ich vermullie , so wie bei 
Cobaea enlslandea ist, eben so wenig als bei dieser Leberzug zu nennen ist. 
Benetzt man diesen Pollen mit jodhalligem Wasser, so nimmt er die Form von 
Fi". 9. Taf. VII. an, nnd es treten dann aus seinen Üeflnuni^en Blasen hervor, 
welche zuinnerst aus einer mit Fovilla eriüllten Auftreibung der Inline bestehen, 
denen die pag. 46 ausführlicher beschriebenen Zwischenkörprr aufsitzen , die 
sich in diesem Zustande am besten erkennen lassen ; ich habe, da sich in die- 
sem Zustande von der Textur der Exine kaum etwas erkennen lasst , es vorge- 
zogen, dieselbe in dem durch Üel hervorgebrachten Ansehen darzustellen , und 
es ist demnach diese Figur eine aus zweien zusammengesetzte , Avie man sie in 
der Natur niemals zu sehen bekommt. 

Drei Furchen und drei Oeifnungcn in ihnen besitzen ferner eine grosse 
Anzahl von Gattungen aus der Familie der Composilae , und zwar meistens an 
einem stachlichen Pollen , dessen Stacheln aber oft so klein werden , dass man 
sie nur mit Mühe erkennen kann, wie z. ß. in der Gattung Ceniaurea, wo sie 
in sehr verschiedenen Grössen vorkommen ; die schönste hierhergehörige Form 
fand ich bei Chrysanthemum carinatum , wovon sie Fig. 1, Taf. X. von oben 
gesehen, und Calendula pludalh, wovon sie Fig. 8. Taf. X. von der Seite gese- 
hen darstellt. Die sehr grossen pyramidalen Stacheln stehen auf regelmässigen 
sechseckigen Feldern, welche man nur im trockenen Zustande erkennt, und die 
ich daher durch Fallen entstanden glaube ; weiteren Aufschluss über die Be- 
schaffenheit der Exine erhält man durch die Behandlung des Pollen mit Was- 
ser oder Säure, und auf letzterem Wege namentlich erhält der Pollen von Chry- 
santhemum carinatum ein durch Fig. 9. Taf. X. dargestelltes Ansehen , woraus 
hervorgeht, dass der Membran der Exine zuerst eine Schicht dicht neben ein- 
ander stehender Pallisaden aufgelagert ist, dass aber diese noch mit einer haut- 
artigen Masse überzogen sind , deren Undurchsichtigkeit keine weitere Einsicht 
in die Organisation der Stacheln gestattet. 

Die bis hierher elliptischen Formen fangen nun an, sich in der Richtung 



Uebcr den Pullen. 87 

ihrer Pole zusammen zu ziehen,, im Aequator aber auszubreiten und eine andere 
Modificaliün der Kugel , die Linsenform zu bilden ; die Furchen treten dabei 
natürlich zurück und dies beginnt schon bei einer Form, deren durch die Pole 
eelewler Durchmesser noch grösser ist als der durch den Aequator. Caryocar brasi- 
liense besitzt eine solche Form, welche Fig. 9. Taf. V. von der Seite mit einer der 
sehr seichten Funlien, und Fig. 10. von oben gesehen darstellt. Die Exine 
dieses Pollen besieht aus fünf Stücken, drei grosseren rundlichen und zwei klei- 
neren dreieckigen, welche durch furchenartige Vertiefungen umschrieben, jedoch 
nicht arliculirt sind, indem sie sich nur durch Zerreisscn von einander trennen 
lassen ; jedes der drei grösseren, rundlichen Stücken nimmt eine der Seiten des 
Kornes zwischen je zwei Oeffnungen ein , ist ringsherum von einer erhabenen 
Wulst umgeben, gegen welche die zwischen ihnen und den dreieckigen Stücken ver- 
laufenden Furchen um so deutlicher hervortreten, und bildet ausserdem im trocke- 
nen Zustande zwischen je zwei Oeffnungen eine Kante, durch welche das ganze 
Pollenkorn gleichsam als eine doppelte dreiseilige Pyramide erscheint. Die En- 
den dieser Kanten sind etwas ausgezogen, und schlagen sich, wie es die Figuren 
zeigen, auch weiter zurück als der übrige wulstige Fiand ; die Flächen sind mit 
kleinen Wärzchen dicht bedeckt , welche auf den übrigen Theilen zu fehlen 
scheinen , was ich jedoch , da mir nur wenige Körner trockenen Pollens zur 
Untersuchung zu Gebote standen , eben so wie die nähere Beschaffenheit der 
Textur nicht genauer auszumitteln vermochte. Die beiden kleineren dreieckigen 
Stücke befinden sich an den beiden Polen des Kornes in einer solchen Lage, 
dass ihre Ecken den Oeffnungen entsprechen ; die Ocfinungen selbst sieht man 
am schönsten nach der Behandlung mit Säure. 

Der Form von Caryocar nahe verwandt ist die von Cuphea lanceolala. wel- 
che durch Fig. 11. Taf. T. von oben und Fig. 12. von der Seile gesehen dar- 
gestellt ist; das Korn ist hier schon ganz linsenförmig geworden, seine Exine 
besteht aber wie dort aus drei Theilen mit wulstarligen Rändern, und es fehlen 
ihr nur die dreieckigen Stücken an den Polen. Aus den Oeffnungen der Exine, 



88 Fritzschf. 

welche ganz glalt und durchsichlig ersclieinl , ragen hier ziemlich bedeutende 
Blasen hervor, welche ich für Zwisclienkörper zu hallen geneigt bin ; sie haben, 
wie aus der Abbildung hervorgeht, eine längliche, nach der Spitze versclimalerte 
Form, sind aber, so wie der ganze Pollen, so klein, dass es mir auf keine 
Weise gelang, etwas weiteres über sie zu ermitteln. 

Tsoch kleiner ist der Pollen vieler Myriaceen und Melnlcuceen , welcher 
durch Fig. 15. Taf. V. von CalHsiemon in Oel liegend abgebildet ist ; er bildet 
ein plattgedrücktes, linsenförmiges Dreieck, dessen Seiten bogenförmig nach innen 
gekrümmt sind, und in der Mitte befindet sich eine Vertiefung, deren Umrisse 
denen der Peripherie fast genau parallel laufen. Aus den Ürffnungen der glat- 
ten Exine ragen Blasen hervor, welche sich dadurch, dass sie von concenlrirler 
Schwefelsäure zerstört werden , als nicht zur Exine gehörig erweisen , übrigens 
aber keine nähere Untersuchung zulassen. 

Eine interessante , aber schwer zu deutende Form finden wir bei Tilia, 
welche ein linsenförmiges, im Umkreise rundliches, nur wenig dreiseitiges Koi'n 
mit drei Ausschnitten darstellt, die nicht, wie gewöhnlich, in den hier abgerun- 
deten Ecken, sondern in der Mitte der weniger gewölbten Seiten des Dreieckes 
liegen. Fig. 13. Taf. \ . stellt ein trockenes Korn davon dar, auf dessen Exine 
man eine Menge kleiner Vertiefungen in unregelmässiger Zahl und Lage bemerkt; 
in der Milte des Kornes befindet sich eine sehr grosse dreieckige Vertiefung, in 
welcher dasselbe des geringeren Durchmessers wegen durchsichtiger erscheint, 
und aus den Ecken dieser Vertiefung erhellt deutlich, was man für die Ecken 
und was für die Seilen des Dreieckes zu hallen hat. Durch Fig. 14. ist ein 
in Oel liegendes Korn abgebildet , an welchem mehr von der schwer zu deu- 
tenden, inneren Organisation sichtbar ist ; ich habe in und unter den Ausschnit- 
ten , deren Form sich oft so verschieden darstellt , die Verschiedenheiten des 
inneren Baues , welche ich beobachtet habe , darzustellen mich bemüht , muss 
mich aber einer weiteren Deutung derselben enthalten. Eben so ist es mit dem 
ebenfalls linsenförmigen, aber schon mehr der Kugelform genäherten Pollen von 



Ueber den Pullen. 89 

Aerium, wclclipn Fig, 6. Taf. XII. von der Seite gesehen in Wasser liegend 
darstellt; jede der vier an diesem Korne befindliclien Oeftnungen zeigt bei der 
Ansicht von oben eine radförmige Zeichnung, welche, wie es aus den beiden 
seillichen Ansichten hervorgehl, entweder in der Exine selbst, walirscheinlicher 
aber in dem Vorhandenseyn eines Zwischenkörpers begründet ist. An der 
Peripherie erkcanl man deuliicli mehrere Umrisse, doch gelang es mir nicht, 
weder die Haute isolirt darzustellen, noch durch irgend ein Mittel mehr Anl- 
schluss über die ürganisalion der die Oeffnungen umgebenden Tlieile zu erhallen. 
Beim Zerdrücken mit Wasser erhielt ich jedoch stets Bruchstücke einer inneren 
Haut, welche eine ringförinlge, der Grösse der radförmigen Zeichnung entspre- 
chende Verdickung besassen, die bald ein sehr zaites, durchsichtiges und gleich- 
förmiges Stück der Haut einschloss, wie es Fig. 26. Taf. XIH. darstellt, bald aber 
auch nur von einer zarteren Stelle umgeben war, von welcher aus sich die 
Membran nach dem Miüclpunkle zu wiederum verdickte, wie Fig. 21. Taf. XIII. 
CS zeigt; wenn es mir gelang, eine seilliche Ansicht eines solchen Stückes zu 
erhalten, so halle sie das durch Fig. 28. dargestellte Ansehen, Avodurch sich 
die Verschiedenheit zwischen den Figuren 26 und 21. als darin bestehend 
ergiebt, dass ein innerhalb der kreisförmigen Wulst liegender linsenförmiger 
Körper bei Fig. 26. sich abgelöst hat, in Fig. 21. dagegen noch vorhanden 
ist. Es scheint mir, dass dieser Körper auf der inneren Seile der Membran 
sitzt, und als ob die ihn tragende Membran die Exinline sey, was ich jedoch 
nur aus dem Ansehen zerdrückter Körner folgere; die Methode der Zerdriickung, 
die Ich hierbei mit Erlölg angewendet habe, besieht darin, dass Ich den Pollen 
mit sehr wenig Wasser befeuchtete und nun mit Hülfe einer jSadel auf der 
Glasplatle zerrieb, ein Verfahren, welches dem Zerdrücken zwischen Glasplatten 
in vielen Fällen vorzuziehen isL 

Hierher gehört noch der Pollen von Corylns und Greiillea , deren 
früheren lieschreibungcn ich nichts hinzuzufügen habe, als die \ermu- 
ihung, da.-s bei Corylus Zwischenkörper vorhanden seyen ; an diese Formen 

12 



<)0 FniTzsciiE 

abrr schlicsscn sich nun die selir interessanten Bildungen der Cichoraceen 
an, von denen ich eine schon früher dargestellt habe, deren Abbildung ich 
aber jetzt vollkommener zu geben im Stande bin. Im Allgemeinen besitzen die 
Formen der letzteren einen kugeiahnlichen, mit drei Oeffnungen versehenen 
Pollen; durch in Reihen gestellte Stacheln aber wiid die Exine bei ihnen in regel- 
mässige und symmetrische Flächen abgetheilt, und es entstehen dadurch verschie- 
dene Formen, von welchen ich auf Taf. X. drei der ausgezeichnetsten abgebil- 
det habe. Fig. 1 und 2. stellen den Pollen von Scorzonera pratensis dar, und 
zwar crstere von oben gesehen nach der ßehandlung mit concentrirter Schwefel- 
säure, letztere von der Seile gesehen In Wasser liegend. Wenn wir auch 
hier eine die Oeffnungen verbindende Linie den Aequator nennen, so befindet 
sich an jedem Pole eine sechseckige Fläche, deren Kanten abwechselnd mit 
drei und mit zwei Stacheln, oder die in den Ecken stehenden mitgerechnet, 
mit fünf und mit vier Stacheln besetzt sind; eine jede dieser Kanten stösst an 
eine fünfeckige Fläche, von denen aber immer diejenigen oberen und unleren, 
welche der Kante mit zwei Stacheln entsprechen, eigentlich nur eine Fläche 
bilden, weil eine im Aequator zwischen ihnen liegende Ocffnung die Stachel- 
rcihen auseinander drängt. Denkt man sich aber die Ocffnung durch eine 
Stachelreihe ersetzt, so entstehen daraus sechseckige Flächen und es scheint mir 
richtiger, sie als solche zu betrachten, weil sie sich von den fünfeckigen dadurch 
auszeichnen, dass sie sich bis zum Aequator erstrecken, während jene eine 
geringere Ausdehnung besitzen; es liegen nämlich wie es Fig. 2. zeigt, zwischen 
je zwei Oeffnungen noch zwei fünfeckige Flächen, und durch eine diesen Flächen 
gemeinschaftliche aus fünf Stacheln bestehende Kante wird zugleich die Tren- 
nung der oberen Fünfecke von den unteren bedingt. 

Eine zweite Form besitzt Tragopogon, welche sich sogleich dadurch aus- 
zeichnet, dass die beiden Polflächen ganz mit Stacheln besetzt sind, deren 
Zahl gewöhnlich zehn beträgt, und deren Stellung nicht selten so regelmässig 
ist, wie Flg. 3. es zeigt; dieses in Wasser liegend von oben gesehene Korn 



Veber den Pollen. 91 

hat ebenfalls iwoi sccliscckij;;e Fläclien an drn Polen, die aber durch vier und 
rwei, oder die EcLslachcln milgeieclinct, durch sechs und vier Stacheln ab- 
wechselnd begränrt werden ; die den schmaleren Endkanlen onlsprechcnden 
Flachen sind denen von Scorzonera fast ganx gleich gebildet, allein aus Fig. 4, 
einem auf der Seile liegenden Korne nach der Behandlung mit Schwefelsäure, 
ersieht man, dass statt der vier fünfeckigen Flächen in Fig. 2, welche immer 
die Seiten des Kornes zwischen zwei Ocffnungen einnehmen, hier nur drei 
Flächen vorhanden sind, deren obere und unlere ein ^ iereck, die miltlcre aber 
ein Sechseck bildet. 

Die dritte, ebenfalls sehr interessante Form ist die von Scolymus grandißünis, 
und Fig. 5. stellt sie nach der Behandlung mit Schwefelsäure von oben gese- 
hen, Fig. 6. aber in Wasser liegend von der Seite gesehen dar. Die obere 
und untere sechseckige Fläche fehlen hier, und es liegen statt ihrer drei fünf- 
eckige Flachen um die Pole herum, so dass am Pole selbst drei diese Flächen 
begrenrende Stachclreihen zusammenlaufen; dadurch bekommen auch die Scilen- 
(lächen eine ganz andere Form, und es liegen die Oeffnungen hier nidil auf 
der Grenze zwischen zwei Flachen, sondern sie nehmen die Mitte von regel- 
mässisen sechseckisfen Flächen ein, welche mit den oberen und unteren Fünf- 
ecken die den Endecken gegenüberliegenden Kanten gemein haben. Zwischen je 
zwei Flächen mit Oeffnungen liegen nur zwei Flächen, die im Aequator des 
Kornes durch eine gerade Kante getrennt sind, oben und unten aber, wie es 
aus Fig. 5. hervorgeht, durch bogenlörmige Kanten bcgräazt werden, deren 
jede zweien Kanten der Fünfecke ihre Entstehung verdankt. 

Es sind also bei Scorzonera 20 Flächen, und zwar, Je nachdem man die 
mit den Oeflnungen für Fünfecke oder Sechsecke nimmt, in crslerem Falle 
2 Sechsecke und 18 Fünfecke, in letztcrem dagegen 8 Sechsecke und 12 Fünf- 
ecke Torhanden; Tragnpngon besitzt 17 Flachen, und zwar entweder 5 Sechsecke 
und 12 Fünfecke, oder 11 Sechsecke und 6 Fünfecke, und bei Scolymus i)Ostcht 
die E\ine aus 15 Flächen, nämlich 3 Sechsecken und 12 Fünfecken. Die 

12* 



92 Fritzsche 

Slaclieln sind bei allen so gebildet, wie ich es Pag. 38. beschrieben habe, 
und ich habe mich bemüht, ihre Zahl, welche sehr regelmässig zu seyn und 
keine Veränderung zu erleiden scheint, an jeder Kante genau auszumitleln und 
in den Zeichnungen wiederzugeben. 

Unregelmässig sind die Felder, in welche die Exine durch den schon 
Pag. 35. beschriebenen Ucbcrzug bei Rueüia formosa abgelheilt wird, deren 
Pollen Fiof. 7. Taf. VII. darstellt; er ist kugelförmig, und besitzt ebenfalls 
drei im Aequalor liegende Oeffnungen, welche mit Zwischenkörpern versehen 
sind, die ich in Fig. 32. Taf. XUI. der Intinc aufsitzend abgebildet habe. 

Drei bis vier in einem Kreise liegende Oeffnungen besilzt auch der Pollen 
mehrerer Specics von Sida ; Fig. 3. Taf. IX. stellt denselben von Sida Abutilon 
im trockenen Zustande von oben gesehen, Fig. 4 dagegen nach der Behandlung 
mit Wasser von der Seite gesehen dar. Die Stacheln und die ihnen als Basis 
dienenden Felder sind im trockenen Zustande durchaus nicht von denen auf 
Taf. X. Fig. 1. und 8. abgebildeten zu unterscheiden, bei der Bcnelzung mit 
Wasser aber erkennt man, dass hier zuerst die ganze Membran der Exine mit 
einem gleichförmigen körnigen Ueberzuge bekleidet ist, dessen Körner sich an 
einzelnen, wie es scheint, unregelmässig verlheilten und unsymmetrischen Stellen 
höher entwickelt haben, und einen kleinen kreislörmigen Hügel bilden auf dessen 
Spitze ein Stachel steht , der, ebenso wie ich es von anderen Mahateeji schon 
Pag. 36. beschrieben habe, nicht in unmittelbarem Zusammenhange mit der 
Membran zu stehen scheint, da er sich isolirt abtrennen lässt. Um die Oeff- 
nungen herum, unter welchen Fig. 4. Taf. IX. Zwischenkörper von beträchtli- 
cher Grösse erkennen lässt, sind zwischen den gewöhnlich vier sie umgebenden 
Stacheln die Körner ebenfalls höher entwickelt. 

Bei Astrapaea penduliflora, deren Pollen Fig. 2. Taf. IX. dargestellt, ist 
die Form dieses Organes der von Sida vollkommen gleich, es unterscheidet 
sich aber durch die eigenthümliche Bildung des Ueberzuges der Exine und darch 
die Körnerschicht auf den Zwischenkörpern sehr wesentlich ; ich habe dies 



Ueber den Pollen. 93 

bereits im ersten Abschnitte weitläufiger beschrieben und deute es daher hiev 
nur an. Eben so gehört der durch seine Textur ausgezeichnete und ebenfalls 
mit Zwischenkörpern versehene Polleu von Penlapetcs phoenicea seiner Form 
nach hierher, und schliessl die Reihe der Formen mit drei OefTiiungcn. 

Mehr als drei in einem Kreise liegende OefTnungen kommen nicht selten 
vor, und finden sich bei verschiedenen Formen, sowohl in Verbindung mit 
Furchen, als auch ohne sie; Mohl sowohl als auch ich haben schon früher 
mehrere derselben beschrieben, und auch hier habe ich eine solche Form abge- 
bildet, welche CoUomin grandißora besitzt, und durch Fig. 1 und 2. Taf. VII. 
dargestellt ist. Ein linsenförmig zusammengedrücktes Korn ist mit 8 seichten 
Furchen versehen, deren jede in ihrer Mille eine Ocffnung besitzt, wie Fig. 2. 
bei dem von der Seite gesehenen Korne zeigt; aus der Ansicht von oben in 
Fig. 1. ersieht man, dass sich an den Polen bedeutende trichterPörmige Ver- 
tiefungen befinden, und dass aus jeder Ocffnung eine kleine Warze hervoiTagt, 
welche, wie ich glaube, wenigstens einem Theile nach aus einem Zwischenkörper 
besieht, deren Vorhandcnseyn ich auch hier vermulhr. Die Textur der Exine 
ist interessant wegen ihrer eigenthümlichen rälhselhaflen Beschafienheit, welche 
hier nicht ohne Regclmässigkeit ist, indem die Streifen, wie aus Fig. 2. her- 
vorgeht, strahlenlörmig nach den Oclfnungen zulaufen; es hat dies ein ganz 
ähnliches Ansehen wie beim Polleu von Pelargonium, wenn man ihn schwacher 
vergrössert betrachtet, und ich glaube, dass beiden eine gleiche Organisation 
zum Grunde liegt, nur dass bei Collomia die Wände breiter und die Zwisrlien- 
r'dume geringer als bei Pelargonium sind. 

Bei allen bisher beschriebenen Formen mit Furchen fand sich in jeder 
Furche eine Oeffnung, es kommen aber auch Falle vor, wo nicht alle Furchen 
mit OefTiiungen versehen sind, und die Zahl dieser gleichsam sterilen Furchen 
steht dann in bestimmtem Verhaltnisse zu der der fertilen. Ein solches Bei- 
spiel habe ich schon in dm Beitragen von Penaea mitcronata abgebildet, und 
in der Dissertation mehrere andere erwähnt, sowie auch Mohl deren aufi^efun- 



9^ Fritzsciie 

den hal; liier habe ich eine solche Form, welche zugleich eine merkwürdige 
bildung des Uebcrzugcs der Exine darbietet, von Barleria longifolia zur Ab- 
bildung gewählt, und durch Fig. 8. Taf. VlII. an einem in Wasser liegenden 
von oben gesehenen Korne dargestellt. Es besitzt dasselbe 16 Furchen, welche 
durch 16 Streifen hervorgebracht werden, in welche der Ueberzug der Exine 
zcrtheill ist; nur an vier Stellen zwischen ihnen befinden sich Oeffnungen, und 
ihre Lage ist jederzeit so regelmässig, wie es die Figur ausdrückt, aus welcher 
zugleich der Durchschnitt des elliptischen Kornes als oval sich ergiebt. Die 
Streifen, welche nur an den Polen miteinander zusammenhängen, lassen sich 
sehr leicht von der Membran ti'ennen, und ihre Textur ist der von CoIIomia 
beschriebenen sehr ähnlich; an der isolirten Membran lassen sich kaum Spuren 
von dem früheren Aufsitzen der Streifen erkennen, und es leidet hier keinen 
Zweifel, dass Ueberzug und Membran zwei verschiedene Gebilde sind. 

Verwachsungen von Körnern mit drei und mehreren in einem Kreise lie- 
genden Oeffnungen finden sich nicht selten; sehr viele Ericeen besitzen einen 
solchen Pollen, der aus vier tetraederartig verwachsenen Körnern mit je drei 
Oeffnungen besieht, wie ich ihn schon auf Taf. II. meiner Beiträge abgebildet 
habe. Interessanter ist diese Form bei Qxyanlhus sptciosus noch dadurch, dass 
aus den Oelfnungen Warzen herausragen, welche ich für Zwischenkörper halle; 
Fig. 5. Taf. Vll. stellt dieselbe in Wasser liegend dar, und Fig. 29. Taf. XIII. 
zeigt die Inline eines einzelnen Kornes mit den ihr anhängenden Zwischenkörpern. 

Mehr als drei Oeffnungen, die zwar nicht ganz in einem Kreise liegen, 
aber doch diesen Formen zugezählt werden müssen, besitzt bei zusammenge- 
setzten Körnern Lechenaullia Jormosa , deren Pollen Fig. 10. Taf. VI. darstellt; 
vier in einer Ebene liegende Körner sind mit einander verwachsen, und bilden 
ein Oblongum, dessen zwei mittlere, aneinandcrslossende und daher alle übri- 
gen berührende Körner mit acht Oeffnungen, die beiden andern aber, deren 
jedes nur an die zwei mittleren grenzt, mit sechs OefTnungen versehen sind. 

Aus>er den hier abgehandelten, durch einen Kreis von Oeffnungen sich 



Ueber den Pollen. 9,"S 

characlcrisircnJen Formen finden sicli noch mannigfache andere, wie r. B. die 
von Pülygala und mehreren Borragineen, welche ich übergehe, da ich Leine 
Abhildungen von ihnen gegeben habe; eine Foim nur will ich erwähnen, wel- 
che sich bei liauna rubioides findet, und sich dadurch auszeichnet, dass sie 
ein eliipsoidisches, von der Seite zusammengedriickles, stumpf viereckiges Koni 
bildet, in dessen Ecken Oeffnungen befindlich sind, welche unter einander 
durch eine um das Korn herumgehende Furche verbunden sind. Der Kreis 
von Oeffnungen liegt also hier nicht in der Richtung des Aequalors des Kornes, 
sondern geht durch die Pole, eben so wie auch bei Impaliens, wo die die 
Ücffnnngen verbindende Furche fehlt ; zusammengewachsene Körner derselben 
Form, und zwar bis zu 16 in regelmässiger Anordnung finden sich hei vielen 
Species von Acacia, wie ich es schon in meinen Beiträgen abgebildet liabc, 
und auch von Mo hl dargestellt worden ist. 

Diejenigen Formen , welche eine grössere Anzahl auf ihrer Oberfläche 
gleichförmig vertheilter Oeffnungen besitzen, bilden die letzte Pieihe des mit 
zwei Häuten versehenen Pollen; fast alle hierher gehörigen Formen sind kugel- 
förmig, bekommen aber beim Eintrocknen durch das Zusammenziehen der Fo- 
villa unregelmässige Eindiiicke, deren Form und Lage von Zufälligkeiten abhängt, 
und nicht in der Structur bedingt i.^t. Seltener finden sich regelmässige For- 
men der trockenen Körner, und eine solche hat Cacliis truncaliis, dessen Pollen 
einen abgerundeten Würfel mit einer Oeffnung in der Mitte jeder Fläche bildet ; 
eine verbreitelere Form ist die eines Pentagonaldodccaeders, wie ich es von 
Alsine media in den Beiträgen abgebildet habe, und sie kommt bei vielen Ca- 
ryophylleen vor, bei denen jedoch oft mit einer vermehrten Zaiil der Oeffnun- 
gen auch neue Flächen hinzukommen, wodun-h die Form an Ilegelmiissigkeit 
und Symmetrie verliert. Einen Uebergang zu den ganz kugeligen Formen 
bildet der Pollen von Fumaria alexandrina, welchen Fig. 11. Taf. VI. darstellt; 
die Zahl seiner Oeffnungen ist nicht bestimmt und variirt zwischen G und 9, 
aber bei dem nicht seltenen Vurkoramen von sechs erhält er dadurch Aehn- 



96 Fritzsche 

liclikell mit einem OctaeJcr, tlass aus den Oeffnungen grosse Blasen licrvorragcn, 
welche den Ecken des Octaeders entsprechen. Diese Blasen sind Auflreibungcn 
der Intine mit Fovilla erfüllt, und gleichen vollkommen den bei Grevillea schon 
früher abgebildeten; die Exinc, welche um die Ränder der Oeffnungen herum 
wulstig verdickt ist, zeigt einen aus kleinen, aber nur undeutlich erkennbaren 
Stacheln bestehenden Ueberzug. 

Bei den vollkommen kugeligen Formen findet sich wieder eine grosse 
Mannigfaltigkeit der Textur; die bei Collomia und Barleria beschriebene, nicht 
hinreichend erkennbare Beschafienheit des Ueberzuges der Exine finden wir 
auch hier bei Gilia tricolor wieder, wovon sie Fig. 3. Taf. "VII. darstellt, und 
bei Polemonium coerukum, dessen Pollen durch Fig. 4. Taf. \II. abgebildet 
ist. Gilia tricolor hat nur 12 bis 14 Oeffnungen, die in ziemlichen Entfer- 
nungen von einander stehen, und meinen Untersuchungen zufolge zwei Kreise 
bilden, Pulemonium dagegen hat deren eine viel grössere Menge in geringeren 
Abständen und regelloser Anordnung. 

Die ausgezeichnete Beschaffenheit des Uebcrzuges der Mahaceen habe ich 
schon im ersten Abschnitte im Allgemeinen abgehandelt, und habe hier nun 
noch specielle Beispiele über die Verlhcilung der dort erwähnten Bildungen 
anzuführen. Am unvollkommensten fand ich den merkwürdigen Ueberzug der 
Exine bei der Gattung Hibiscus entwickelt, wo die Körner sehr niedrig, und 
namentlich bei der Ansicht von der Seite schwierig zu erkennen sind; Fig. 8. 
Taf. XIII. stellt ein Stück der Exine von Hibiscus milttaris von der Seite gese- 
hen dar, und zeigt deutlich Membran, Körner und Stacheln nach der Behand- 
lung des Pollen mit Aether und nachher mit Wasser. Die Oeffnungen bieten 
nichts ausgezeichnetes dar, sind aber mit Zwischenkörpern versehen, welche 
von bedeutendem Umfange sind, wie aus der Abbildung eines Stückes der 
Intine von Hibiscus palustris hervorgeht, welcher sie, freilich im gedrückten Zu- 
stande, aufsitzen (Fig. 24. Taf. XIII); eben so sind die Stacheln sehr einfach, 
und bilden, wie es scheint, nur solide Kegel. Bei Hibiscus Rosa sinensis fand 



Lkber den Pollen. 97 

ich stets die Mehrzahl der PolIenLörner steril, d. h. ohne Fovilla und wahr- 
scheinlich auch ohne Inline, also aus blosser Exine bestehend, diese war aber 
bei ihnen dadurch von der der wenigen ferlilen Körner wesentlich verschieden, 
dass ihre OelTnungen mit einem dicken wulstigen Rande umgeben waren, und 
es erhielt dadurch das ganze Korn ein eleganteres Ansehen, weshalb ich auch 
ein solches durch Fig. 5. Taf. IX. dargestellt habe. Die Stacheln dieser steri- 
len Körner waren oft mit kleinen, ^ eräsleiungcn ähnlichen Auswüchsen verse- 
hen, und mel'.rere solche Abnormitäten zeigende habe ich in Fig. 9. Taf. XIII. 
abgebildet. 

Mehr in die Länge gezogen sind die Körner des Ueberzuges bei Lavatera 
und Maha , und bei ihnen lässt sich auch leicht ein zusammenhängendes Stück 
der Membran vom Ueberzuge gänzlich befreien; ein solches Stück stellt Fig. 5. 
Taf. XIII. von Latatera triloba dar, woran die bedeutenden Verdickungen der 
Membran um die vielen, ohne besondere Regeimässigkeit, aber in ziemlich gleich- 
massigen Entfernungen von einander liegenden ücfinungen , und der körnige 
Üeberzug, durch welchen jene Verdickungen nur schwach durchscheinen, deut- 
lich ausgedrückt sind. Aus Fig. 4. Taf. XIII. sowohl, einer seillichen Ansicht 
eines Stückes der Exine von Latatera triloba als auch aus Fig. 2. Taf. XIII., 
einem Stachel mit den darunlerslelienden pallisadenartigen Körnern von Lava- 
tera trimestris sieht man mit vieler Deutlichkeit, dass die grossen Stacheln, welche 
eben so wie die Oclfnungen glciciimässig auf dci" Exine vcrlheill sind, erst auf 
jenen Körnern stehen, von denen sie sich auch vollkommen trennen lassen, so 
dass sie also keinen unmittelbaren Zusammenhang mit der Membran haben; 
wie aus Fig. 3. Taf. Xlll. hervorgeht, ist wenigstens auf der Oberfläche der 
Exine eine Verbindungsmasse zwischen den Körnern vorhanden, welche unter 
und um die Stacheln herum gewöhnlich etwas höher sind als die entfernter 
stehenden. 

Höchst regelmässig fand ich die Slellun;; der Stacheln und Oeffnungen, 
sowohl für sich als gegenseitig, bei Nutlalia mahaeßora; es bilden nämlich die 

13 



9S Fritzsciie 

Slacheln Kreise, welche von zwei gegpnübeiliec;en(lcn Punkten, gleichsnm Polen 
des Kornes, ausgehen, in denen entweder ein oder auch zwei nebeneinander- 
stehende Slachehi sich brfinilen, und die Oeffnungen sind so vertheiU, dass 
immer ein Kreis von Stacheln ohne alle ücfinungen erscheint, während der 
nächstfolgende zwischen je zwei ziemlich nahestehenden Slacheln regelmässig 
auch eine üeffnung zeigt. 

Am coraplicirlesten ist die Bekleidung der Membran und zugleich verbun- 
den mit vieler Fiegelmässigkeil in der Stellung der Stacheln und Oeffnungen 
bei der Galtung Alcea, deren Pollen nach der Behandlung mit Scliwetelsäurc 
Fig. 6. Taf. IX. darstellt; an der Peripherie erkennt man sogleich, dass zwei 
Arten von Hervorragungen vorhanden sind, grosse spitze Stacheln nämlich, und 
kleine rundliche Warzen, und auf der Fläche zeigt sich die grosse Fiegelmäs- 
sigkeil ihrer gegenseitigen Stellung sowohl, als auch ihres Verhältnisses zu den 
Oeffnungen. Um jeden grossen Stachel, der, wie aus dem Durchschnitte der 
Exine, Fig. 31. Taf. XIII. hervorgeht, ebenfalls erst einer Schicht kleiner, der 
sehr dicken Membran unmillelbar aufgelagerter Körner aufsitzt, bilden abwech- 
selnde \Varzen und Oeffnungen, und zwar gewöhnlich sechs von jeden, einen 
Kreis; jede Oeffnung gehört zwei Kreisen an, eben so wie die Kante eines 
Kryslalles zweien Flächen, und ihre Lage ist jederzeit zwischen zwei grossen 
Slacheln. Die Mehrzahl der Warzen dagegen gehört nur einem Kreise an, und 
daher kommt es, dass in einem von drei grossen Stacheln gebildeten Dreiecke 
im regelmässigen Falle drei Warzen, deren jede nur dem Kreise des zunächs^t 
stehenden Stachels angehört, ein kleineres Dreieck von derselben Lage der 
Ecken bilden; nicht selten jedoch fehlt eine oder auch zwei dieser Warzen, 
und die Abbildung, in welcher die weissen Stellen die Oeffnungen bedeuten, 
gieht sowohl davon mehrere Beispiele, als auch pines von dem Vorkommen von 
vier Warzen zwischen drei Slacheln. Die Oeffnungen, welche sich hier ziem- 
lich nahe stehen, sind alle mit Zwischenkörpern versehen, welche sehr leicht 
zu erkennen sind, wenn sich beim Zerdrücken des Pollen im Wasser die Hülle 



Ueber den Pollen. 99 

desselben zuweilen umslülpl; durch Fig. 31. Tal". Xlll. habe ich mich bemüht, 
an einem Stücke derselben alles ausgezeichnete ihrer Organisation zusammen zu 
fassen, und Pag. 45. habe ich diese Figur bereits erläutert, und anch die 
trichternirmigc innere Mündung der Oeffnungon erwälinl. 

Ausgezeichneter noch tritt die Triclitcrform der Oeffnungcn bei Mi- 
rabilis Jalappa hervor, deren Pollen Fig. -i. Tai". XI. darstellt; die weniger 
grossen und nicht so strotzend mit Fovilla erfüllten Körner, welche sich unter 
grösseren, wahrscheinlich vollkommener ausgebildelcn Körnern finden, lassen 
diese Bildung am schönsten erkennen, weil, wie es scheint, ihre Exine von 
grösserer Dicke ist, und von einem solchen in Oel liegenden Korne ist auch die 
Abbildung entnommen. Ueber die Beschaffenheit der Textur der Exine bin 
ich in Zweifel geblieben, und ich konnte nur eine grosse Menge paralleler, 
perpendicular gegen den Mittelpunkt des Kornes gerichteter Striche erkennen, 
welche wahrscheinlich dem \ orhandenseyn ähnlicher Körner wie bei den Mal- 
vaceen ihre Entstehung verdanken; aus der Oberfläche des Ueberzuges ragen noch 
kleine Stacheln hervor, eben so wie bei dem abgebildeten Pollen der Scabiosa, mit 
dessen Exine überhaupt die von Mirabilis die grösste Aehnlichkeit hat. Vielleicht 
dass bei diesen beiden Pflanzen die von Mo hl allgemein angenommene Bildung 
der Exine, ohne Vorhandenseyn einer Membran als Grundlage nämlich, statt 
findet; es gelang mir wenigstens nicht, mich von der Existenz der Membran 
zu überzeugen, und es zertheill sich die ganze Exine mit grösserer Leichtigkeit 
in kleinere Stücken, als es bei den Formen mit deutlicher Membran der Fall ist. 

Es finden sich nun endlich noch Formen mit zclliger Textur der Exine, 
und zwar wiederum bei verschiedenen Formen durch verschiedenartige Bildung 
entstanden; es sind dann entweder auf allen Fehlern Oeffnungcn vorhanden, 
und dann sind erslerc stets regelmässig, oder es sind nur wenige Felder miL 
Oeffnnngen versehen. Unregelmässig ist die zellige Textur Im letzten Falle bei 
dem Pollen der Galtung Phlox, welchen Fig. 3. Taf. XI. darstellt; in der 
Verlheilung der Oeffnungen jedoch, die aber nur schwierig zu erkennen sind. 



100 FniTzscHE 

findet man die Symmclric, dass gewöhnlich zwischen drei im Dreieck liegenden 
üeflnungen, welche durch die kleinen runden Felder der Figur dargestellt sind, 
auch drei Felder ohne Üetfiiungon hegen. Die die Felder bildenden Wände 
sind ziemlich hoch, Avie aus dem Rande an der Peripherie hervorgehl; sie be- 
stehen aus Reihen von dicht nebeneinanderstehenden Körnern, deren Begrenzung 
auf ihrem oberen Rande ich aber nicht bemerken konnte, weshalb ich bei dieser 
nur höchst schwierig zu erkennenden Structur ein die Körner verbindendes 
Band oder sonstige Masse vermulhe. 

Regelmässig ist die Stellung der Wände sowohl als auch der mit Üefl- 
nungen versehenen Felder bei Cobaea scanJens, wie aus der Abbildung des 
Pollen derselben, Fig. 6. Taf. XI. hervorgeht; es sind geAvöhnlich sechseckige 
Flächen, welche in regelmässiger Ordnung das ganze Korn umgeben, und nur 
zuweilen kommen Fünfecke oder einzelne achteckige Fedler vor. Die sechs- 
eckigen Felder sind abwechselnd grösser und kleiner, und die kleineren tragen 
in ihrer Mitte eine kreisninde Oeffnung; jedes solche Feld ist von sechs ande- 
ren ohne OeffnuHgen umgeben, und zwischen je drei im Dreieck liegenden 
Feldern mit Oefihungen befindet sich eines ohne Oeffnung. Die fünfeckigen 
Felder kommen hauptsächlich nur, mit den achteckigen zugleich vor, und viel- 
leicht besitzt jedes Pollenkorn eine solche achteckige Fläche; fig. 20. Taf. XIII. 
stellt in Umrissen eine derselben mit den sie umgebenden Flächen dar, welche 
ich immer constant in einer solchen Anordnung beobachtete. Die merkwürdige 
Beschaffenheit der Wände, von denen Fig. 19. Taf. XIII. noch eine seitliche 
Ansicht darstellt, habe ich schon Pag. 40. weitläufig abgehandelt, und über- 
gehe sie daher hier; die Oeffnungen scheinen auch hier mit Zwischenkörpern 
versehen zu seyn. 

Dass alle Felder der zelligen Textur Oeffnungen besitzen ist ein ziemlich 
sehen vorkommender Fall, der aber zugleich auf eine ausgezeichnete Weise 
Mohl's Annahme, die zelligen Felder seyen wirkliche Zellen, widerlegt; Gom- 
phrena globosa bietet ein interessantes Beispiel dieser Art dar, und Fig. 3. 



Uebcr den Pollen. 101 

Taf. VI. ist ein Pollcnkorn davon iin trockenen Zustande gesehen, in welchem 
es viele Aehnlichkeit mit der von Aliine media früher abgebildeten Form, nur 
mit einer viel grösseren Anzahl von Flächen, darbietet. Legt man daneben 
diesen Pollen in Oel, so bekommt er ein ganz anderes Ansehen, welches ich 
durch Fig. 4. Taf. VI. dargestellt habe; man erkennt dann an der hellen Zone, 
welche ihn umgiebt, dass die Felder durch Wände von der Höhe dieser Zone 
gebildet werden, und man sieht in derselben einzelne Leisten sich auszeichnen, 
welche die Stellen andeuten, wo mehrere Wände zusammcnstosstn. Bei der 
Behandlung mit concentrirter Schwefelsäure, welche der Exine eine sehr schöne 
Purpurfarbe ertheilt, schien es mir, als scyen die Leisten nicht nur dicker als 
die Wände, sondern auch höher, und als sey die obere Kante jeder Wand 
bogenförmig ausgeschnitten, so dass sie in der Milte am niedrigsten, und an 
den Vereinigungspunkten am höchsten sey. Uebcr die Art der Bilduntr der 
Wände kann ich nur daraus, dass es mir auf keine Weise gelang, sie 
abzulösen, die Vermuthung äussern, dass sie eine ähnliche Entstehung wie 
die von Colaea haben; der Pollen ist so klein und widersieht so hartnäckig 
allen Manipulationen, dass es mir nicht gelang, etwas weiteres über ihn auszu- 
mitleln. Desto leichter erkennbar ist dagegen die Beschaffenheit des Ueberzuges 
der Exine von Jpomaca purpurea, welche ebenfalls, wie Fig. 5. Taf. XI. es 
zeigt, auf jedem Felde der, ein zelliges Ansehen habenden Exine eine Üeffnung 
besitzt. Dieser Ueberzug besieht hier theils aus Stacheln, von denen Fig. 11. 
Taf Xlll. zwei in verschiedenen Lagen darstellt (Pag. 57.), theils aus Kör- 
nern in verschiedenen Graden der Entwickelung; eine sehr wenig deutliche 
Schicht der letzteren, wahrscheinlich durch Inlercellularsubslanz zu einer haut- 
artigen Masse verbunden, überzieht die Membran innerhalb der Felder, weiche 
durch regelmässig angeordnete lleihen grösserer, pallisadenarliger Körner gebildet 
werden. Die Felder sind meist regelmässig sechseckig, und in jeder ihrer Ecken 
steht zwischen den zusammenlaufenden Körnerreihen ein Stachel, von dem aus 
sich eine bandartiire Verbindunü;sraasse über diese Fielhen zu erstrecken scheint. 



102 Fritzsciie 

III. PoLLENKÖn N F.I\ MIT DREI HÄUTEN. 

Wenn die Hülle des Pollen aus mehr als zwei Häuten besieht, so ge- 
schiclil dies nicht durch das Auftreten neuer, von den beiden beschriebenen 
durch Charactere irgend einer Art zu unterscheidender Häute, sondern es findet 
nur eine Verdoppelung einer oder beider Häute statt. Das Vorkommen einer 
doppelten Inline hat zuerst Mohl bei denjenigen Conijeren beobachtet, welche 
einen kugelförmigen Pollen besitzen, ich habe die Exintine aber auch bei Vinus 
nachgewiesen, und es ist sehr wahrscheinlich, dass noch eine Menge anderer 
Pflanzen aus anderen Familien sie ebenfalls besitzen, und dass nur die Un- 
durchsichtigkeit und Unablösbarkeit der Exine ihrer Erkennung im Wege steht. 
Bei Tigridia Pavonia glaube ich, wie ich schon Pag. 63. erwähnt und in 
Fi"^. 1. Taf. XI. abgebildet habe, ihre Existenz ziemlich sicher behaupten zu 
können, weil in den beiden, den Falten entsprechenden, von dem Ueberzuge 
der Exine entblössten Stellen des Kornes in verschiedenen Zuständen zwei 
zarte, der Inline entsprechende Häute nicht zu verkennen sind; bei Cucurbita 
Pepo y Fig. 1. Taf, IX. schien mir derselbe Fall statt zu finden, doch konnte 
ich dies hier nur durch die Exine durchscheinend beobachten, und aus ande- 
ren Fällen habe ich ersehen, dass man sich auf diese Weise leicht täuschen 
kann. Ich habe daher in dieser Ablhellung nur die Formen anführen wollen, 
bei welchen die Existenz einer Exintine deshalb gar keinem Zweifel mehr unter- 
liegt, weil man sie von der Intine ablösen kann, und dies gelang mir bis jetzt 
nur bei den Coniferen. 

Drei ausgezeichnete Formen sind mir bis jetzt in dieser Familie vorgekom- 
men, deren einfachste sich bei Juniperm, Thuja, Cupressus und CallUris findet; 
Fig. 6. Taf. in. stellt dieselbe von Juniperus i'irginiana an einem von der 
frischen Pflanze genommenen Korne dar, dessen Exine und Fovilla durch 
jodhaltiges Wasser gefärbt worden Ist. Man unterscheidet an diesem Korne 
die einen verhältnismässig kleinen Raum einnehmende Fovilla mit Ihren Amy- 
lumkörnern, und bei richtiger Beleuchtung des Bildes zwei sie umgebende 



ikber den Pollen. 103 

Zonen, welche den beiden inneren Ilauten angehören; die Grenze der mil klei- 
nen Stacheln besclzlcn Exine dagegen kann man nicht erkennen, durch sor^fal- 
liges Rollen zwischen zwei Glasplatten aber gelingt es sie abzulösen , und dann 
findet man, dass sie sehr dünn ist. Mit Wasser befeuchtel zersprengt der 
frische PoHcn die Exinc gewöhnlich von selbst dadurch, dass die Exinline 
sehr viel Wasser aufsaugt und aufschwilll, so dass ein von der Exine bdielles 
Korn einen grösseren Raum als ein unaufgesprungenes einnimmt; um nun in den 
von der Exine befreiten Körnern Intine und Exinline leicht zu erkennen und 
zu unterscheiden, braucht man sie nur vorsichtig zu rollen, wodurch sie ihcils ein 
Ansehen bekommen, wie Fig. 7. Tal. III, es zeigt, iheÜs auch die Exinline 
cinreisst. Inline mit Fovilla als gfschlossene Blase hcrauslrelen lässl, und selbst 
ganz enllecrl zurückbleibt. Bei diesem Rollen schien es mir aber auch oft, als 
ob die Exinline sich noch in zwei Häute trennen könnte, doch ist dies wohl 
daraus zu erklären, dass diese Haut überhaupt eine mehr gelatinöse, sehr 
elastische Beschaffenheit besitzen muss ; während nämlich unmittelbar nach dem 
Ablösen der Exine die Inline stets genau die Mitte der Exinline einnimmt, 
sieht man sie nach dem Rollen sehr oft in excentrischer, der Peripherie sehr 
genäherter Lage, ohne dass schon ein Riss in der Exinline vorhanden ist, und 
es scheint dann die Inline durch das Rollen die Höhlung in welcher sie lien^t, 
ausgeweitet zu haben. Fig. 1. Taf. III. ist ein von seiner E\ine befreites Pol- 
lenkarn einer trockenen Pflanze nach der Behandlung mit verdünnter Jodlösung; 
neben der braungefärblen Fovilla liegen üeltropfen von verschiedener Grösse, 
welche durcli das PioUen aus ihr herausgepressl worden sind, und diese sah 
ich in voller tanzender Bewegung, wodurch also die Vermulhung ausser Zweifel 
gesetzt wird, dass auch sie an den Bewegungen der Pollcngranula theilnehmen. 
\ iel zusammengesetzter ist die Organisation im Innern des Kornes bei 
Larix eitropara, dessen Pollen im trockenen Zustande so wie der eben beschrie- 
bene mit unrcgclmässigen Eindrücken versehen ist; angcfeuclilel ist er ein wenig 
oval, und zeigt dann recht .luffallend die sonderbare Erscheinung, dass 



104 Fritzsche 

nach dem Benetzen mit blossem Wasser die verschiedenen Häute gar nicht «u 
unterscheiden sind, indem die Fovilla das Korn so anzufüllen scheint, dass sie 
beinahe die Peripherie berührl, und nur von einer höchst dünnen Hfille um- 
geben ist. Setzt man aber dem Wasser, worin der Pollen liegt, ein wenig 
Jodlösung hinzu, so erkennt man bald eine ziemlich beträchtliche helle Zone 
um das Korn, in welcher man schon in diesem Zustande Inline und Exinline 
unterscheidet, während dagegen die innere Grenze der Exine eben so wenig, 
wie bei der vorigen Form, durch einen Umriss bezeichnet ist; in dieser Zone 
bemerkt man ferner an einem der Pole des wenig elliptischen Kornes ein 
dunkler gefärbtes Kreissegment, welches bei der Betrachtung von oben kreis- 
förmig erscheint, und sich wie ein von der grossen Masse abgesonderter Theil 
der Fovilla darstellt. Wie man durch sorgfältiges Zerdrücken der Körner 
noch zwei andere, unter diesem und untereinander liegende Abtheilungen in 
diesem Pollen erkennt, habe ich Pag. 48. bereits ausführlich beschrieben, und 
auch dort schon erwähnt, dass ich die beiden zu äusserst liegenden für Zwi- 
schenkörper zu halten geneigt bin. 

Sehr abweichend in der äusseren Form von der vorhergehenden ist der 
Pollen von Piniis, was er aber in dieser Hinsicht an Complication des Baues 
voraus hat, entgeht ihm in seiner inneren Bildung. Um seine trockene Form, 
welche sehr regelmässig ist, und die durch sie hervorgebrachten Einfaltungen 
des Inneren richtig zu erkennen, niuss man sich eines flüchtigen Oeles bedienen, 
welches allein die Exine durchsichtig genug macht, um die innere Orga- 
nisation durchscheinen zu lassen. Fig. 8. Taf. III. stellt ein in Citronenöl 
liegendes Korn von Pimis syhrsltis von der einen , und Fig. 9. von 
der anderen Seile gesehen dar, und zeigt zuerst die Verschiedenheit, wel- 
che in der Textur der Exine zwischen den beiden kleineren , scheinbar 
leeren Ilalbkugeln und dem ebenfalls halbkugeligen, den übrigen Thcil des 
Kornes umschliessendcn Slücke der Exine stall findet; letzteres ist glatt, lässt 
jedoch bei der Behandlung mit Saure und Wasser eine zarte körnige Textur 



Vi' her ihn Pollen. 105 

iiiclit verkennen, orslerc (Lige^en bcsilzen ein zelliges Anselicn, über dessen 
Entslcliun<» und Bildung ich aber gänzh'ch in Zweifel geblieben I)in. Die in- 
neren Ilaute nehmen, wie man aus Fig. 8. ersiclit, beim Trocknen eine eigen- 
thümliclie Form an, erstrecken sich niclit in die Leiden Halbkugeln, und zeigen 
an der diesen gegemiberliegenden Seile schon in diesem Zustande einen liiiienför- 
ini"en Slricli und eine dariintcrlici;cnde Eiiisackung, Schwer ist es, das Korn nach 
dem Ablösen der Exiiic beim ßel'.andeln mit Wasser wieder in derselben Lage 
zu fixiren, dann aber erkennt man, wie Fig. 10. Taf. 111. beweist, eine grosse 
üebereinstmmung der Einsackung mit der bei Lnrix, und unstreitig ist der 
dunkle Strich eine Andeutung des hier unentwickelt gebliebenen linsenförmigen 
Körpers jener Pllanzc. Betrachtet man die cnllecrlen inneren Hiiule perpendi. 
cular auf die Einsackung, wie sie durch Fig. 11. Taf. 111. dargestellt sind, su 
erkennt man, dass sie in dieser Lage, eben so wie bei Lari.z, kreisrund ist, 
und in diesem Zustande wird zugleich die Existenz der Exintine dadurch 
deutlich, dass da, wo die beiden kleinen Halbkugeln aufgesessen haben, beim 
Ablösen derselben die elastische Exintine von der Inline sich getrennt hat, und 
entweder, wie es an der einen Seile der Figur der Fall ist, übrigens unversehrt 
geblieben, oder auch, wie die enlgegengesetztc Seite es darstellt, dabei zerrissen 
ist. Selten nur gelang es mir, die Exintine gänzlich abzulösen, doch habe 
ich es mehrere Male auf eine Weise gesehen, welche keinen weiteren Zweilei 
an ihrer Existenz zulassl; so lange sie aber noch zusammenhangen, vermochte 
ich nicht sie durch einen doppellen Umriss zu erkennen. 

Verdoppelungen der Exine habe ich nur in der Familie der Onagr^rn ge- 
funden, und bei Ocnulhera als Pollen mit drei Hauten bereits IS."." besclirieben 
und abgebildet*). Ich glaubte niimlich, es sey ausser Exine und Intexine nur 
noch die Inline vorhanden, fand aber später bei Qarhhi tlegans in den Ecken 
auch eine Exintine. Da es mir aber nicht gelang, dieselbe nach Ablösung der 



•) Diijtrlaliun P.ig. il. P. gget diilT's Annalen liaixl XXMI, Tag. 490. Tab. IV. I ij,-. IJ. 

14 



106 F R I T z s c n E 

Leiden äusseren Häute in ihrer Inlegriliil das ganze Korn umgeben zu sehen, 
so muss ich es unentschieden hissen, ob wirklich eine Exintine vorhanden ist, 
oder ob nur eine durch das ^ orhandenseyn von Zwischenkörpern hervorge- 
brachte Tiiuscliung hier statt findet; so hinge jedoch, bis dies ausgemiltelt seyn 
wird, werde ich den Pollen der Onagreen als mit vier Häuten versehen be- 
Iraclitcn, und daher in einer letzten Ablliciluiig besonders abhandeln. 

IV. Poi.L e:<körner mit vi eh Häuten. 

Das am deutlichsten zu erkennende Beispiel dieser Bildung bietet ClarMa 
elcsflns dar, deren Pollen Fig. 14. Tai. XII. darstellt; man erkennt an dieser 
Figur, welche in fast ganz von Fovilla entleertem Zustande sich befindet, zuerst 
zwei rosenrothe Häute, deren äusserste, die Exine, heller, die innere dagegen, 
die Intcxine, dunkler gefärbt ist. Die Exine ist von durchgängig gleichförmiger 
Beschaffenheit und Dicke, die Intcxine dagegen ist an der Basis der drei her- 
vorstelienden Ecken bedeutend verdickt, wird aber nach den Äliindungen hin 
wieder dünner, ganz so wie ich es bei den Hervorragungen von Marina persica 
fand, und scheint auf der inneren Fläche dieser Hervorragungen eine unebene, 
körnige Oberfläche zu haben, was ich in der Abbildung auszudrücken mich 
bemüht habe. Aus den Mündungen der Exine, welche über die der Intexinc 
hinausragen, sieht man nun bei den in Wasser hegenden Körnern die Intlne 
und Exintine als eine mit Fovilla erfüllte Blase hervorragen, und wie es die 
rechte untere Hervorragung der Figur zeigt, unterscheidet man deuthch zwei die 
Fovilla umhüllende Häute; innerhalb der Exine kann man im unverletzten Zu- 
stande keine derselben weiter verfolgen, entleert man aber das Korn durch vor- 
sichtigen Druck, so sieht man dann oft die beiden Häute so getrennt, wie die 
Figur es darstellt, und kann beide bis zur Mündung der Inlexine verfolgen, 
deren Undurchsichtigkeit aber nun alle weitere Untersuchung verhindert. Die 
äusseren Häute so abzulösen, dass die innenn unversehrt bleiben, gelang mir 
auf keine Weise, und eben so wenig kennte ich bei Clarkia elegans die 



Veber den Pullen. 107 

Inlexine isolirl darstellen ; bei Oenolhera clag'>s;pn erreicht man lelzlcres dadurch, 
dass man sich concentrirler Schwefelsaure bedieiil, nach deren Einwirkung ich 
luweilen die zarlere Exine von der festeren Inlexine ohne Zerreissung der 
letzteren abziehen konnte. Fig. 10. Taf. XII. zeigt die üildurig dieser Form 
bei Ocnotliera mnllis ebenfalls bei einem enllcertrn Korne, wovon ich aber die 
Spitzen der Ilcrvorragungen mit Fovilla erfüllt dargestellt habe, weil ich nur 
so die doppelten inneren Haute erkennen konnte: es hat dieses Korn grosse 
Aehnliclikeil mit dem von Ciarhia elegans, nur sind die \ erhällnissc anders 
und man erkennt, dass die Exine nicht mit der Intexine verwachsen ist, daraus, 
dass sich letztere nach dem Ausströmen der Fovilla zusammengezogen hat, 
wodurch an den Seilen des Kornes ein ziemlich bedeutender Raum zwischen 
den beiden Hauten sich gebildet hat. 

Besonders schön sieht man die beiden äusseren H:iule an sterilen Körnern, 
welche sich fasl immer unter den mit Fovilla crfülllcn fmden, und ich habe 
daher ein solches von einer Oenolhera durch Fig. 9. Taf. XII. und ein anderes 
von EuchariJium concinnum durch Fig. 8. Taf. XII., beide in Oel liegend, dar- 
gestellt; sie unterscheiden sich wesentlich nur dadurch, dass bei Eiichw idium 
die Intexine nahe bei den Oeffnungen mit der Exine verwachsen ist, während 
bei Oenolhera beide vollkommen getrennt verlaufen. An den Seilen des Kornes 
liegen in beiden Fällen die beiden Haute nicht dicht auf einander, indem die 
Exine Falten bildet, welche von da aus nach den beiden Polen hinlaufen, und 
dort entweder wie in Fig. 8. in einem Punkte zusammentreffen, oder auch 
nicht seilen noch ein Dreieck bilden, wie ich es bei Fig. 9. dargestellt habe; 
die unebene Beschaffenheit der Inlexine in den Hervorragungen ist in diesen 
Fällen ebenfalls deutlich sichtbar, und slichl gegen die Uurchsichligkeit der 
Exine sehr ab. 

Die mit Fovilla eifnllleii Körner sind im trockenen Zustande mit Ein- 
drücken versehen, Melclie mehr oder weniger regelmässig sind, bei verschiede- 
nen Ijatlungen verschieden sich zeigen, und oft auch bei verscliiedener Be- 



108 Fritzsche 

Jeuclitung des Bildes ein verschiedenes Ansehen annehmen; Fig. 11. Taf. XII. 
icigt diese 'Eindrücke bei einem trockenen, sehr kh^'n dargestellten Korne von 
Oenolheia, Fig. 12. von Lopezia und Fig. 13. von Clarkia elegans, welche 
lel7.lerc sich dadurch auszeichnet, dass sich die in Fig. 14. hervorragenden 
inneren Iliiule hier so nach innen zurückgezogen haben, dass in den Hervor- 
ragungen eine grosse Vertiefung entstanden ist. 



ERKLAERUNG DER ABRILDÜNGEN. 

Die Bruchzahlen geben die natürliche Grösse der abgebildeten Pollenkörner 
im trockenen Zustande in Pariser Linien an. Gr. D. bedeutet Grössler 
Durchmesser, Kl. D. Kleinster Durchmesser. 

Tab. L 

Fig. 1. Eine dem Aufspringen nabe Anthere von Chura lomenlosa L. 

Flg. 2. Eine dem Aufspringen nahe Anthere von Chara syncarpa Thulll. 

Fig. 3. Eine Anthere von Chara syncarpa im jüngsten Zustande, wo sie eine 
elnfaclie Zeile darslelll. 

Hg. 4. Dieselbe in einem späteren Zustande, in welchem durch das Auftreten 
von Scheidewänden der erste Schritt zu der Bildung der Dreiecke 
geschehen ist. 

ivg. 5. Dieselbe noch weiter entwickelt, wobei eine Trübung des Inhaltes 
eingetreten ist. 

Fig. G. Ein späteres Stadium einer Anlbere derselben Pflanze, In welchem 
die Zona pelliiciJa bereits aufgetreten ist. 

Fig. 1. Dieselbe in höher entwickeltem Zustande, wo die Bildung der strah- 
lenförmigen Scheidewände in den Dreiecken begonnen hat. 



Ueber den PolUn. 109 

Fig. 8. Eine junge Anllicrc von Cliara syncarpa mit sclion drullich erkenn- 
baren inneren Tlicilen. 

Fig. 9. Ein macerirles Blalt von Cham syncarpa, bei welchem die Dicke der 
aucii nacii innen scharf begrenzten Haut deutlich hervorlrill. 

Fig. 10. Das Ende einer Verästelung eines männlichen Köpfchens von Cham 
syncarpa, welches mehrere Glieder der Pflanze im lebenden Zustande, 
und einen ihnen aufsitzenden, die Dasis der Anthere bildenden, ge- 
zackten Kranz darstellt. 

Tab. IL 

Fig- 1. Ein Dreieck der oberen Halbkugel einer aufgesprungenen Anthere von 
Chara syncarpa. 

Fig. 2. Ein Dreieck der unteren Halbkugel derselben Anthere mit dem, in 
die Zacken des Kranzes eingreifenden gezackten Ausschnitte an sei- 
ner Basis. 

Fig. 3. Ein macerirles Dreieck derselben Pflanze. 

Fig. 4. Eine aufgesprungene Anthere von Chara syncarpa nach Hinwcgnalime 
des grössten Theilcs der confervenarligen Pollcnfäden; bemerkens- 
werth sind hauptsächlich der Kranz an der Basis und das ihm auf- 
sitzende flaschenlörmige Organ. 

Fig. 5. Das flaschenförmige Organ isolirl, als geschlossene Zelle sich darstellend. 

Fig. 6. Eine der vom Ccniro der Antliere nach der Mitte der Dreiecke ge- 
henden röhrigen Zellen, deren dem Dreiecke zugekdirles Ende von 
zarten Haullappen umgeben ist. 

Fig. 1. Eine solche Fiöhre in jugendlichem Zustande, mit daransitzendon 
jugendlichen Pollenfäden. 

Fig. 8. Eine solche Piöhre mit ausgebildeten Pollenfäden, kurz vor dem Auf- 
springen der Anthere. 



110 Fritzsche 

Fig. 9. Ein jagcndliclier PoUcnfadcn von Fig. 1. stärker vcrgrösscrl, durch 

Jodlösung gefiirbt. 
Fig. 10. Ein Slück eines Poüenfadens von Fig. S. stärker vergrössert, durch 

Jodlösung gefärbt. 
Fig. 11. Ein Slück eines Polienfadens aus einer aufgesprungenen Antbere, 

mit den tbeils noch innerhalb der Glieder befindlichen, ihells heraus- 

gelietenen Spiralfäden, 

Tal;. III. 

Hg. 1 . Der Inhalt eines Aiithcrenfaches von Zoslera marina. 

Fig. 2. Ein Slück eines Pollenfadens von Zoskra marina stärker vergrössert 
dargeslellt, mit einer unterhalb der Spitze befindlichen Auflrelbung, 
deren Bildung nicht selten dem, dann an dieser Stelle erfolgenden 
Aufspringen des mit Körnermasse dicht erfüllten Fadens vorangeht. 

Fig. 3. Ein Slück eines ziemlich entleerten Polienfadens von Zostera marina, 
worin der grösste Thell der Körnermasse durch eine farblose Flüs- 
sigkeit ersetzt Ist, welche sich in einer, dem Phänomen von Chaia 
ganz ähnlichen Circulalion befindet. 

Ein Slück eines Polienfadens von Zoslera marina mit einer Verästelung. 
Ein Pollenkorn von Najas major nach der Behandlung mit Jodlösung, 
wodurch die Amylonkörner blau und der Kern bräunlich gefärbt ist. 
Ein Pollenkorn von Juniperus lirginiana mit Jodlösung behandelt. 

Ein mil Jodlösung behandeltes, getrocknet gewesenes Pollenkorn dcr- 
.selben Pflanze nach abgezogener Exlne, wobei ausser den beiden 
inneren Häuten die aus der Fovllla herausgedrückten, sich bewe- 
genden Oeltropfen zu bemerken sind. 
Fig. S. Ein in Cilronenöl liegendes Pollenkorn von Pinus syh-esiris von der 
breiten Seile gesehen. Gr. D. j'j. L. 



Fig. 


4. 


Fig. 


5. 


Fig. 


6. 


I'S- 


1. 



Ueber den Pollen. 111 

Flg. 9. Dasselbe von der silimäleren Seile gesehen. Gr. D. j'j L. Kl. D. j'j L. 

Fi§. 10. Dasselbe mil Jodlösunjj behandelt nach dem Abziehen der Exine, die 
scilliche Ansicht der zwischenkörperarlij^en Bildungen gebend. 

Fig. 11. Die beiden entleerten inneren Haute von Pinus picea mit der Ansicht 
der zwischenkörpcrarligen Bildungen von oben. 

Fig. 12. Ein durch Jod gefärbtes Pollenkorn von Larix curopaea nach abse- 
T.ogener Exine. ^^ L. 

Fig. 13. Die Exine der vorhergehenden Figur. 

Fig. 14. Ein durch gelinden Druck in Wasser zerdrücktes Pollenkorn von 
Larix europaca, wobei die Cenlralblase unversehrt geblieben ist. 

Fig. 15. Die entleerten inneren Häute von Larix europaea nach der Behand- 
lung mit verdünnter Siiure, wodurch es gelingt, die beiden zwischen- 
körperarligen Bildungen zu isoliren. 

Tob. ir. 

Fig. 1. Ein in Oel liegendes Pollcnkorn von Thunbergia clala. 

Fig. 2. Ein Pollenkorn von Thunbergia Jragrans. j*j L. 

Fig. 3. Ein Pollenkorn von Martynia probosddea. 

Fig. 4. Ein Pollenkorn von Catalpa syringaejolia. 

Fig. 5. Ein trocken PS Pollenkürn von CommcUna coeicslis. Gr. D. j'^ L. 
Kl. D. ,', L. 

Fig. 6. Dasselbe nach der Behandlung mit verdünnter Säure. 

Fig. T. Ein Pollenkorn von Anona tripetala. 

Fig. 8. Ein Pollenkorn von PhylliJrum lanuginosum. 

Fig. 9. Ein Pollenkorn von Passißora suberosa von oben gesehen nach der 
Behandlung mit concenlr. Schwefelsäure. 

Fig. 10. Ein Pollenkorn von Passißora incarnata. j'j L. 

Fig. 11. Ein Pollenkorn von Passißora . . . von oben gesehen nach der Be- 
handlung mit concenlr. Schwefelsäure, j*, L. 



112 F R I T Z S C H E 

J-'ig. 12. Kill Deckel eines Pollenkornes von Passiflora sUpulata. 

Fig. 13. Ein Vollenkorn von Passißora rubra und Fesperlilio von oben ge- 
sellen nach der Behandlung mit conccntr. Schwefelsaure. ^^ L. 

Fig. 14. Ein Pollenkorn von Passiflora mini/na von der Seile gesehen, ^'j L. 

Fig. 15. Ein Pollenkorn von Passiflora lunala von oben gesehen nach der 
liehandhin;; mit concentr. Schwefelsäure. j*j L. 

Hg. 16. Ein Pollenkorn von Passiflora lutea von der Seile gesehen in Oel 
liegend. 

Tab. F. 

Fi". !• Ein in Oel liegendes Pollenkorn von Plumbago capensis von der 

Seite gesehen. Gr. D. ^^ L. Kl. D. ^^ L. 
Fig. 2. Ein Pollenkorn derselben Pflanze, durch die Behandlung mit Wasser 

enlleerl, von oben gesehen. 
Fig. 3. Ein in Oel liegendes Pollenkorn von Eryngium . . . von der Seile 

gesehen. Gr. D. 5»^ L. Kl. D. -^-^ L. 
Fig. 4. Dasselbe von oben gesehen. 

Hg. 5. Ein trockenes Pollenkorn von Meirodorfa nigra von der Seile gesehen. 
Fig. 6. Ein in Oel liegendes Pollenkorn von Solanum decurrens von der 

Seite gesehen. 
Fig. 1. Ein in Oel liegendes Pollenkorn von DiJiscus coeruleus von der Seile 

gesehen. Gr. D. J^ L. Kl. D. ^^ L. 
Fig. S. Ein trockenes Pollenkorn von Ruellia anisuphylla von der Seile gese- 
hen. Gr. D. jij L. Kl. D. ,«, L. 
Fig. 9. Ein trockenes Pollenkorn von Caryocar brasiliense von der Seile 

gesehen. 
Fig. 10. Dasselbe von oben gesehen. 
Fig. 11. Ein trockenes Pollenkorn von Cuphea lanceolaia von oben gesehen. 



Ueher den Pollen. 113 

Fig. 12. Dnsscibe von der Seite gesehen. Kl. D. jjj L. 

Fig- 13. Ein trockenes Pollenkorn von Tilia panifulia. ^g L. 

Fig' 14. Dasselbe in Ücl liegend. 

Fig. 15. Ein in Oel liegendes rollenkorn von Callislemon lanccolalum. 

Fg. 16. Ein in Üel liegendes rollenkorn von Marina persica. Gr. D. * L, 

Tab. //. 

Fig. \. Ein trockenes Pollenkorn von Alopecuriis pratensis von der Seile 

gesehen. 
Fig. 2. Ein in Wasser zerdrücktes, entleertes Pollenkorn von Carex praecox. 

Gr. D. ,', L. 
Fig. 3. Ein trockenes Pollenkorn von Gomphrena globosa. j'g L. 
Fig. 4. Dasselbe in Üel Hegend. 

Fig. 5. Ein in Üel liegendes Pollenkorn von CoryJaUs formosa. 
Fig. 6. Ein in Üel liegendes Pollenkorn von Basella alba. -^^ L. 
Fig. 1. Ein mit concenir. Schwefelsäure behandeltes Pollenkorn von Basella 

alba auf einer Kante liegend. 
Fig. 8. Ein von der gewöhnlichen Form abweichendes Pollenkorn derselben 

Pflanze nach der Behandlung mit concentr. Schwefelsäure. 
Fig. 9. Ein in Oel liegendes Pollenkorn von Talinum palens. 
Fig. 10. Ein trockenes Pollenkorn von Lechenaullia formosa. 
Fig. 11. Ein in Wasser liegendes Pollenkorn von Fumaria alexanJrina. 
Fig. 12. Ein Pollenkorn von Juslicia . . . nach der Behandlung mit concentr. 

Schwefelsäure von oben gesehen. 
Fig. 13. Ein in Oel liegendes Pollenkorn von Scabiosa elrgans. 
Fig. 14. Eine PoUenmasse von Inga anomala. 

Tab JII. 

Fig. 1. Ein trockenes Pollrnkorn von CoUomia grandißora von oben gesehen. 
Fig. 2. Dasselbe von der Seile gesehen. Gr. D. j'j Kl. D. ,'5 L. 

15 



114 F R I T Z S C JI E 

Fig. 3. Ein Pollcnkorn von Gilla Iricohr. -^^ L. 

l'ig. 4. Ein PoUenkorn von Pülemoniurn coeruleum. ^^ L. 

Fig. 5. Ein mit Wasser befeucliletes Pollcnkorn von Oxyanllms sp/rciosus. ^^ L. 

Fig. 6. Ein in Oel liegendes Pollenkorn von Jatropha panJuraefolia. ^^ L. 

Fig. 1. Ein in Oel liegendes Pollenkorn von Riiellia jormosa. ^^ L. 

Fig. S. Ein in Üel liegendes PoUenkorn von Eiantliemum sliiclum. Gr. 1). 
A L. Kl. D. {, L. 

Fig. y. Ein in Jodwasser liegendes PoUenkorn von Geranium sjh'aticum von 
oben gesehen mit aus den Oeffimngen herausgedrängten Zwischen- 
körpern, deren Iidialt durch das Jod sich blau geiarbl hat; die 
Textur der Exine ist so dargestellt, wie sie bei dem in Oel liegen- 
den Pollen erscheint. Gr. D. X L. Kl. D. {^ L. 

Tab. 11 IL 

1. Ein trockenes Pollenkorn von Bcloperone ohiongala von der brei leren 
Seite gesehen. Gr. D. j»^ L. Kl. D. ^'^ L. 

Dasselbe in derselben Lage nach der. Behandlung mit conrenlr. 
Schwefelsäure. 

Dasselbe nach der Behandlung mit concentr. Schwelelsäure von der 
schmäleren Seite gesehen. 

Ein in Wasser liegendes Pollenkorn von Lilium cancliJum von der 
Seite der Furche gesehen. Gr. D. A L. Kl. D. j'j L. 
Ein trockenes Pollcnkorn von Pclargonium von der Seite gesehen. 
Gr. D, A L: Kl. D. j>, L. 

Dasselbe in Oel liegend von der entgegengesetzten Seite gesehen. 
Ein mit Wasser befeuchtetes Pollenkorn von Pancralium . . . von 
der der Furche entgegengeselzlen Seile gesehen. Gr. D. \ L. Kl. D. j',L. 
Fig. 8. Ein in Wasser liegendes Pollenkorn von Barleria longifolia von oben 
gesehen. Gr. D. A L. Kl. D. ^^ L. 



Fig. 


1. 


Fig. 


2. 


Fig. 


3. 


Fig. 


4. 


Fig. 


ö. 


Fig. 


6- 


Fig. 


1. 



Ueber den Pollen. 115 

Fig. 9. Ein rollcnkorn von Armeria vulgaris nach der Bcliandlung mit con- 
cenlrirlcr Scliwefclsiiurc von oben gesehen. Gr. D. j'^ L. KI. D. j'j L. 

Tab. I\. 

Fig. 1. Ein roilcnLorn von Cucurbita Pepo. ->q L. 

Fig. 2. Ein Pollcnkorn von Aslrapaea pcndulißora von der Seite gesehen. ^^ L. 

Fig. 3. Ein trockenes Pollcnkorn von Sida ahulilon von oben gesehen. Jj L. 

/7^. 4. Das>elhe nach der lichiindUing mit W.isser von der Seile gesehen. 

Fig. 5. Ein steriles rollenkorn von Ilidiscus Rosa sinensis. 

Fig. 6. Ein Pollcnkorn von Akea rosea nach der Behandlung mit concenir. 
Schwefelsäure, j'j L. 

Tab. X. 

Fig. 1. Ein Pollcnkorn von Scorzonera pratensis nach der Behandlung mil 
concentr. Schwefelsäure von oben gesehen. ^^ L. 

Fig. 2. Dasselbe in Oel liegend von der Seile gesehen. 

Fig. 3. Ein Pollenkorn von Tragopogon ... in Üel liegend von oben ge- 
sehen, j'j L. 

Fig. 4. Dasselbe von der Seite gesehen nach der Behandlung mit concentr. 
Schwefelsäure. 

Fig. 5. Ein Püllenkorn von Scolymus granjiflorus nach der Behandlung niil 
concentr. Schwefelsäure von oben gesehen, j'j L. 

Fig. 6. Dasselbe in Üel liegend von der Seite gesehen. 

Fig. 1. Ein trockenes Pollenkorn von Chysanlhemum carinalum von oben ge- 
sehen. Gr. D. .'j L. KI. D. ,«5 L. 

Fig, 8. Ein trockenes Pollenkorn von Calendula plurialis von der Seite ge- 
sehen. Gr. D. j'j L. Kl. D. ^\ L. 

Fig. 9. Ein Pollenkorn von Chrysanihemum carinalum nach der Behandlung 
mit concentr. Schwefelsaure, von oben gesehen. 



116 Fritzsche 

Tab. AI. 

Fig. 1. Ein in Wasser liegendes, halb entleertes Pollenkorn von Tigridia 
Paionia von oben gesellen. Gr. D. j'j L. Kl. D. -^^ L. 

Fig. 2. Ein Pollenkorn von Pulygonum amphibium, nach der Behandlung mit 
concentr. Schwefelsäure. ^^ L. 

Fig. 5. Ein Pollenkorn von Fhlox iindiilala, nach der Behandlung mit con- 
centrirter Schwefelsäure. 

Fig. 4. Ein in Ücl liegendes Pollenkorn von niirabilis Jalappa. ~^^ L. 

Fig. 5. Ein in ücl liegendes Pollenkorn von Jpomaea purpurea. ^'g L. 

Fig. 6. Ein in üel Hegendes Pollenkorn von Cobaea icandcns. j*j L. 

Tab. XU. 

Fig. 1. Ein trockenes Pollenkorn von Limnanlhes Douglasii, von der Seile 

gesehen. Gr. D. ^^ L. 
Fig. 2. Dasselbe von oben gesehen. 
Fig. o. Dasselbe nach der Behandlung mit Wasser. 
Fig. 4. Ein in Wasser liegendes Pollenkorn von liuppia maritima, von der 

Seile gesehen. Gr. D. A L. Kl. D. ^'g L. 
Fig. 5. Der verkleinerte Umriss desselben Kornes von oben gesehen. 
Fig. 6. Ein in Wasser liegendes Pollenkorn von Neriiim splendeus. ^'g L. 
Fig. 1. Die Exinc eines Pollenkornes von Geissomena longiflora, nach der 

Behandlung mit concenlr. Schwefelsäure. 
Fig. 8. Ein steriles Pollenkorn von Encharidium concinnum in Oel liegend. 

Fig. 9. Ein steriles Pollenkorn von Oenoihera ... in Oel liegend. 

Fig. 10. Ein in Wasser zerdrücktes, ziemlich entleertes, ferliles Pollenkorn 

von Oenoihera mollis. i L. 
Fig. 11. Ein trockenes Pollenkorn von Oenoihera grandijlora, 
Fig. 12. Ein trockenes steriles Pollenkorn von Lopezia coronala. 



lieber den Pollen. 117 

Fig. 13. Ein trockenes Pollenkorn von Clariiei elegans. 

Fig. 14. Ein in Wasser zerdrücktes, ziemlich entleertes Polleiikorn von 

Clarkia elegans. \ L. 
/;■". 15. Die beiden inneren Häute eines Pollenkorncs von Asckpias iyriaca, 

mit dem aus der Inline gebildeten Schlauche, in Jodwasscr liegend. 
Fig. 16. Die durch Jod gefärbte, vom Schlauche durchbrochene Exine des 

Pollen von Asclepias syriaca, von Fig. 15. abgestreift. 

Tab. XIII. 

Fig. 1. Ein Stück einer ScheidcAvand der Dreiecke von Chara tomeniosa L. 

sehr vergrössert dargestellt. 
Fig. 2. Ein Stachel des Pollen von Lavalera irimestris mit den darunlerste- 

henden pallisadcnartigen Körnern, nach der liehandlung mit concenlr. 

Schwefelsiäure von der Membran der Exine abgelöst. 
Flg. 3. Ein Stachel des Pollen von Lavaicra iriloba, eben so behandelt , die 

Existenz einer hautlörmigen Verbindungsmasse der pallisadcnartigen 

Körner darlegend. 
Fig. 4. Ein Durchschnitt der Exine von Lavalera iriloba nach der liehnnd- 

lung mit conccntr. Schwefelsäure. 
Fig. 5. Ein Stück mit Schwefelsäure bchandellpr Exine von Lovateia trilola, 

theils die nackte Membran mit den wulstigen Verdickungen um ihre 
T»b HO/ Üeffnungen, theils die Beschaffenheit der unversehrten Exine, per- 

pendicular auf die Stacheln gesehen, zeigend. 
Fig. 6. Ein Durchschnitt der mit concenlr. Schwefelsäure behandelten Exine 

von Pentapeies phoenicea, durch einen der zusammengesetzten Sta(rhelri 

gelegt. 
Fig. 1. Ein Stück mit Schwefelsäure behandelter Exine von Venlapetes phue- 

nicea von oben gesehen. 
Fig. 8. Ein Durchschnitt der Exine von Hibiscus mililaris. 



118 Fhjtzsche 

Fig. 9. Monströse Stacheln von sterilen Pollenkörnern von Hil/iscus Rosa 

sinensis. 
Fig. 10. Ein Queerdurclischnilt einer Slaclielreilie von Scorzonera pratensis, 

durch Zerdrücken des mit concentr. Schwefelsäure behandelten Pollen 

dargestellt. 
Fig. 11. Zwei Eckslacheln des Pollen \on Ipomaea purpurea , in verschiedener 

Stellung. 
Fig. 12. Ein Stück der die zelligen Felder des Pollen von Ruellia formosa 

bildenden Wände. 
Fig. 13. Ein Stück der die zelligen Felder des Pollen von Eranihemum strictum 

bildenden Wände. 
Fig. 14. Ein Slück der Exlne des Pollen von Thunhergia fragrans mit einer 

Warze von der Seile gesehen, nach der Behandlung mit concentr. 

Schwefelsäure. 
Fig. l'i. Ein eben solches Stück derselben Pflanze von oben gesehen. 
Fig. 16. Ein Stück des Ueberzuges der Exine von Bcloperone oblongala, 

durch die Behandlung mit concentr. Schwefelsäure von der Membran 

abgelost , von oben gesehen. 
Fig. n. Ein eben solches, kleineres Stück von der Seite gesehen. 
Fig. 18. Ein Stück der die zelligen Felder des Pollen von j4rmeria vulgaris 

bildenden Wände, und ein anderes der Membran noch aufsitzendes, 

beide nach der Behandlung mit concentr. Schwefelsäure von der 

Seite gesehen. 
Fig. 19. Ein Stück der Exine des Pollen von Colaea scandens, eine seitliche 

Ansicht der, die zelligen Felder bildenden, aus der Membran selbst 

eiilslniidcnen Wände darstellend. 
Fig. 20. Ein achteckiges Feld mit den umgebenden Feldern der Exine des 

Pollen von Cohaea scandens in Umrissen dargestellt. 
Fig. 2\. Verschiedene kleine Streifen der Exine des Pollen von Geranium 



Ueber den Pollen. 119 

syhalicum , nach der Behandlung inil conrcnlr. Schwefelsäure, von 
der Seile gesehen. 

Fig. 22. Ein Zwischenkörper von j4strapaea pendulißora , durch Jodlösunj»; 
gefiirbl, von oben gesehen. 

Fig. 23. Derselbe von der Seite gesehen. 

Fig. 24. Ein Stuck der Intine von Hibiscus pratensis mit noch darauf befindli- 
chen (plattgcdriicklen) Zwischciikörpcrn. 

Fig. 25. Zwei übereinanderlicgrndc ZwischonkiJrpcr von Scabiosa pubescens von 
der Seile gesehen, aus dem Pollen der getrockneten Pflanze priiparirl, 
dui'ch Jodlösung gefärbt. 

Fig. 26 u. 21. Zwei Stücken einer inneren Haut von Nerium splenJens, den 
üeffnungen der Exine entsprechend. 

Fig. 28. Der Durchschnitt von Fig. 27. 

Fig. 29. Die Intine von Oiyanllnis speciosus mit den ihr noch anliängenden 
Zwischenkörpern. 

Fig. 30. Zwei Zwischenkörper von Akea rosea von der Seite gesellen, einem 
Stücke der Inline anhängend. 

Fig. 3t. Ein Stück der Ilülle des Pollen von Alcea roseu , Exine und Zwi- 
schenkörper in verschiedenen Lagen darstellend. 

Fig. 32. Die enlleerle Inline von liucilia Jormosa mit den ilir anfsilzrndcn 
Zwischenkörpern, aus gelrocknelem Pollen präparirt. 



V E II Z E I C H N I S S 

der untersuchten Pflanzen. 



Seite 

Acacia 95 

Alcea rosea 98 

Alopecurus pratensis TS 

Anona tripetala 63 

Asclepias syriaca 53 

Astrapaea penJuliflora 92 

Barlcria longffolia 94 

Basella alba T6 

Bauera rubioides 95 

Beloperone oblongata T9 

Berberis Aquifolium 6T 

,, asiatica 6T 

„ cralaegina Gl 

Cactus Iruncalus 95 

Calendula pluvialis 86 

Callanllie vcralrifoüa 52 

Caliislemon Imceolatum 88 

Canna Gö 

Caifx praecox 74 

Caryocar brasiliense 87 

Catalpa syringacfulia 66 

Caiilinia fragiüs 55 

Cliara 6 



Seile 

Chrysanlhcmum carinalum. ... 86 

Clarkia elegans 106 

Commelina coelestis 67 

Cübaca scandens 100 

Collomla grandlflora 93 

Corydalis angustifolia 75 

,, aurea 75 

„ caucasica 67 

„ clariculata 75 

„ cucuUaria 67 

„ formosa 75 

,, lutea 75 

Cucurbita Pepo 71 

Cupliea lanceolata 87 

Dldiscus coeruleus 81 

Epidendrum elongatum 52 

Eranlhemum nervosum 83 

Eryngium 81 

Eucharidium concinnura 107 

Fumaria alexandrina 95 

Geissomeria longiflora 74 

Geranium sylvaticum 85 

Gilia trlcolor 96 



Leber de 

Stile 

Gom[)lircna ^lobasa 100 

üibiscus militnris il(i 

,, palustris 96 

„ Rosa sinensis J)(j 

Jalroplia panduraefolia 65 

Impaliens 95 

Inga anomala 54 

Ipomaea purpurea 101 

Juniperus virginiana 102 

Juslicia 82 

Larix europaea 103 

Lavatera triloba 97 

„ trimeslris .....,,. 97 

Leciienaultia formosa 94 

Lilium candiJum 6 t 

Limnanthes Douglasii 79 

Lopezia coronata . lOS 

Martynia proboscidea €6 

Melrodorea nigra 82 

Mirabilis Jalappa 99 

Morina persica 81 

^ajas major 53 

Tserium splendens ........ 89 

rNuttalia malvaeflora 97 

Oenothera mollis 107 

Orchis 51 

üxyanthus spcciosus 94 

Fancralium 62 



// Pollen. 121 

Passifldm alala {^ifi 

„ cocrulea GS 

„ (ilamcnlosa (;s 

„ incarnata G9 

,. kcrniesina 6<j 

,, lunala "o 

„ lutea -JO 

„ minima 69 

,, paiinosa 6S 

„ Princeps GS 

„ rubra G9 

„ serrata 68 

„ scrralifülia GS 

„ stipulata 68 

„ suberosa 69 

„ Vcspertilio 69 

Pelargonium 84 

Pentapetes plioenicea 33. 93 

Phlox undulata 9<) 

Pliyllidrum lanuginosum 63 

Pinus sylvestris 104 

Plumbago capensis 64 

Polemonium eoeiiileum 96 

Polygonum ampliibium 7" 

Ruellia anisophylla 82 

„ formosa 92 

Ruppia maritima 59 

Scabiosa clegans 73 

16 



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Scabiusa pubcsccns 


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Scolymus j^iandinonis . . . 


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Scor/.oncra pialciisis .... 


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SiJa Alnitilon 


. . . Ü2 


Solanum ilccurrcns 


. . . 81 


Siiwcrbiiea juncea 


. . . «'.Ü 


Slrclil/.ia lloij'iiiae 


. . . (>r, 


Tacsonia iiiiinalistiiiula . . 


... G8 



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raiiiium palriis . . iHi<..,.. 4 , 

i'hunbergia alnta . . üi'ji4ili:a . . (>.6 

„ iVagrans %\\Uii\i,<\ . . .GU 

Tigridia Paronia . . (ii& b^mH . . Gö 

Tllia parvilolia 88 

Trai^opoi^un i)0 

Zannirhpllia pethiuculala 55 

Zostera mariiia . 55 



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